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62. Jahres-Bericht 



des 



Museum Francisco-Carolinum, 



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Nebst der 56. Lieferung 

der 

Beiträge zur Landeskunde 

von 

Österreich ob der Enns. 




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Linz 1904. 

Verlag des Vereines Museum Francisco-Carolinum, 

Druck von ]. Wimmer in Linz. 









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62. Jahres- Bericht 



des 



Museum Francisco-Carolinum. 



riebst der 56. Lieferung 

der 

Beiträge zur Landeskunde 



Österreich ob der Enns. 




Linz 1904. 
Verlag des Vereines Museum Francisco-Carolinum. 

Druck von J. Wimmer. 




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Vepwaltüngsbericht. 



Der nachfolgende Bericht betrifft die Tätigkeit des Museums 
in der Zeit vom 1. April 1903 bis zur Herausgabe des vorliegenden 
Jahresberichtes Ende März 1904. 

Die in den Vorjahren auf Kosten des Museums von Kon- 
servator Straherger unternommenen Grabungen in Uberackern, bei 
welchen eine Anzahl von Skelettgräbern aus der Völkerwanderungs- 
zeit aufgedeckt und untersucht worden war, sind im abgelaufenen 
Herbst fortgesetzt worden und wurden hiebei zwei weitere Gräber 
aus dieser Periode eröffnet, insbesondere aber die restlichen Abschluß- 
Fundamentmauern des mit dem Begräbnisplatze unmittelbar in Zu- 
sammenhang stehenden Eömerbaues bloßgelegt; es ist nun der 
gesamte Grundriß dieses Gebäudes konstatiert. Bei dieser Erd- 
bewegung sind zahlreiche Bruchstücke von Heizröhren und ordinären 
Tongeßißen verschiedener Form, weiter auch Bruchstücke von 
Schüsseln, Bechern, Reibschalen aus terra sigillata (zum Teil orna- 
mentiert) aufgefunden worden. Der Umstand, daß in geringer Ent- 
fernung von diesem Bau weitere Mauerreste wahrgenommen worden 
sind, welche entweder zu demselben oder zu einem angrenzenden 
anderen römischen Gebäude gehören, verlangt die Fortsetzung der 
Forschungen im nächsten Herbst. Vorgeschichtliche Funde ergaben 
sich bei Gelegenheit einer Grundaushebung in St. Peter bei Linz. 
Ungefähr einen Meter unter der Rasenfläche waren im Alluvial- 
schotter drei schon stark vermorschte menschliche Skelette auf- 
gefunden worden, deren Beigaben (Schwertklinge, Hiebmesser und 
Speerspitze aus Eisen und Hals- und Fingerringe, sowie Armreife 
aus Bronze) die Zugehörigkeit zur Hallstätter Periode erwiesen. 
Im Zusammenhalte mit früheren derartigen Vorkommnissen zeigt 
sich neuerlich, daß das Mündungsgebiet der Traun in dieser Zeit 
weithin besiedelt war. 

A* 



IV 

Auf die Bereicherung der kunstgewerblichen Abteilung wurde 
diesmal mehr als je Bedacht genommen. Es ist gelungen, die 
Sammlung der Gläser und die keramische Gruppe durch eine An- 
zahl von guten alten typischen Stücken zu vermehren. Neben der 
Sammlung der kunstgewerblichen Erzeugnisse der Vergangenheit 
ist nun auch eine Gruppe für das Kunstgewerbe der Gegenwart 
in Bildung begriffen und wurde für die Abteilung der Gläser ein 
vielversprechender Anfang gemacht durch die äußerst dankenswerten 
Spenden des Freiherrn von Spaun (Glasfabrik Lötz' Witwe in 
Klostermühle) und des Herrn Ludwig Lobmeyr, Inhabers der be- 
rühmten Wiener Firma. 

Größere Erwerbungen wurden, wie das nachfolgende Ver- 
zeichnis ausweist, bei Gelegenheit von Auktionen, für die Abteilung 
der Münzen und Medaillen (aus der Sammlung Trau), sowie für 
das Archiv des Museums (Wallseer, Tschernemblsche und Streinzsohe 
Urkunden und Akten aus dem Schwertberger Archive) gemacht. 

In einzelnen Abteilungen sind die Arbeiten der Bestimmung 
und Katalogisierung der Sammlungsobjekte weiter fortgeschritten. 
Der Fachkatalog über die Abteilung der Gläser liegt nun voll- 
ständig vor, desgleichen ist über den ganzen Bestand der volks- 
kundlichen Abteilung ein Katalog aufgenommen worden; auch die 
Sammlung der Siegel-Typare ist in Neuordnung begriffen. Im Archive 
wird die regestenweise Beschreibung der Urkundenbestände fort- 
gesetzt. Einer umfassenden Neugestaltung geht in der entomo- 
logischen Abteilung zunächst die Gruppe der Lepidopteren entgegen. 
Hier wird eine Scheidung der einheimischen, beziehungsweise inner- 
europäischen Fauna von den Exoten durchgeführt und wird bei 
ersterer an den Etiketten ersichtlich gemacht, ob die betreffende 
Art schon in Oberösterreich beobachtet worden ist. Es wird hiebei 
der Zweck verfolgt, neben der allgemeinen Sammlung eine besondere 
Sammlung für die Vorkommnisse im Lande zu begründen, welche 
in Zukunft soweit als möglich ausgestaltet werden soll und wird 
nach modernen Grundsätzen namentlich auf die Angabe der Fund- 
orte Bedacht genommen und besonderes Gewicht auf die Biologie 
gelegt. Die Museumsverwaltung hat einen Aufruf an die Freunde 
der naturwissenschaftlichen Forschung erlassen, in welchem um 
Einsendung von rücksichtlich der Fundverhältnisse möglichst genau 
bezeichneten Schmetterlingen, Käfern und sonstigen Insekten ersucht 
wird. Eine große Anzahl von präparierten Raupen wurde durch 
Schenkungen und Ankauf erworben und die Lepidopteren-Sammlung 
hiedurch entsprechend ergänzt. 



Nachdem der für die Besucher des Museums bestimmte „Illu- 
strierte Führer durch die Sammlungen des Museums" in seiner 
ersten Auflage vergriffen war, ist eine Neubearbeitung desselben 
vorgenommen worden. Die Erklärung der Sammlungsobjekte wurde 
darin teilweise erweitert und vervollständigt und die Einteilung der 
einzelnen Gruppen tunlichst übersichtlich gestaltet. Der Führer ist 
an der Museumskasse um den Preis von 1 Krone käuflich. 

An diese Arbeiten in den ständigen Sammlungen schlössen 
sich noch verschiedene Sonder-Unternehmungen an. Der Gepflogen- 
heit, Sonder- Ausstellungen verschiedener Art zu veranstalten, ist 
die Museumsverwaltung auch in diesem Jahre getreu geblieben. 
Wenn auch diese Ausstellungen nicht darauf berechnet sind, vor 
dem Publikum Effekt zu machen und zu glänzenden Schaustellungen 
einzuladen, so wird doch wohl in aller Stille manche fruchtbringende 
Anregung gegeben und manchem, der sich in diesem oder jenem 
Wissenszweige näher unterrichten will, ein schätzbares Studien- 
material geboten. In Sonder-Ausstellungen wurde im abgelaufenen 
Verwaltungsjahre folgendes aufgeführt: 

1. Eine kleine Sammlung von modernen Email- Malereien und 
Malereien auf Elfenbein des Herrn Professors Josef Bauer und 
seiner Gattin in Agram. 

2. Handzeichnungen und Aquarelle aus dem Zeichenunterrichte 
an österreichischen Mittelschulen (in 4 Serien ausgestellt). 

Diese Ausstellung, welche insbesondere bei Schulmännern 
gebührende Beachtung fand, zeigte namentlich die Bestrebungen 
des modernen Unterrichtssystems nach unmittelbarer Anschauung 
und Beobachtung der Natur beim Zeichenunterricht. Von ober- 
österreichischen Mittelschulen hat sich nur das Gymnasium in 
Freistadt beteiligt und eine anschauliche Darstellung des Unter- 
richtsganges von den Anfangsgründen an geliefert. 

3. Eine große Sammlung von photographischen Aufnahmen der 
oberösterreichischen Kunstdenkmäler. Von ihrem Besitzer, dem 
Verwaltungsratsmitgliede Herrn Bauinspektor Raimund Jebling er 
in Freiburg i. Br., dem Museum gütigst leihweise zur Verfügung 
gestellt, um bei der Konferenz der österreichischen Provinz- 
museen den Bestand der Kunstschätze des Landes aufweisen 
zu können, wurde diese Sammlung später durch mehrere 
Monate auch dem Publikum in 4 Serien zur Besichtigung 
aufgelegt. Die Aufnahmen wurden seinerzeit von weil. Erz- 
herzog Johann (Johann Orth) veranlaßt und von dem Linzer 
Photographen Ichzenthaler ausgeführt und sollten zum Teil als 



VI 

Dlustrationsmaterial für eine oberösterreiohische Kunstgeschichte 
dienen. Die Aufstellung dieser reichen, gegen 500 Aufnahmen 
umfassenden Sammlung war wohl für die Kenntnis der Kunst- 
entwicklung im Lande äußerst lehrreich. Der Bevölkerung 
wurde damit eigentlich erst zum Bewußtsein gebracht, welch 
reiche Kunstschätze das Land, namentlich in Kirchen, Klöstern 
und Schlössern noch birgt, während Kunstkenner bei dieser 
Ausstellung Gelegenheit fanden, die Werke der verschiedensten 
Kunstepochen übersichtlich zum vergleichenden Studium neben 
einander zu sehen. 

4. Eine im Fasching arrangierte Ausstellung von „Damenspenden" 
aus der Zeit von den Vierzigerjahren bis zur Gegenwart 
wurde durch einen Sammler solcher Ball-Erinnerungen angeregt 
und dann von hiesigen und auswärtigen Damen gern und 
reichlich beschickt. So nichtig solche Gegenstände im einzelnen 
auch sein mögen, so war doch eine Zusammenstellung derselben 
insofern nicht ohne Interesse, als man daraus ersehen konnte, 
wie mannigfach und possierlich die Industrie in der Gestaltung 
solcher Sächelchen ihre Phantasie walten ließ. Selbst aus diesen 
kleinen Erzeugnissen konnte man wieder mit überraschender 
Deutlichkeit den Mangel eigentlichen Kunstempfindens in der 
gewerblichen Produktion der Siebziger- und Achtzigerjahre 
und den erfreulichen Umschwung in der Gegenwart wahr- 
nehmen. 

5. Eine Ausstellung von Bucheinbänden wurde durch Vermittlung 
des Provinzmuseen-Verbandes ermöglicht. Die Sohwesterinstitute 
von Brunn, Prag und Reichenberg, sowie das österreichische 
Handelsmuseum und das technologische Oeiverbemuseum in 
Wien etc. haben hiefür Material entlehnt und konnte in Ver- 
bindung mit alten Bucheinbänden unserer eigenen Bibliothek 
in dieser Ausstellung, wie beabsichtigt war, die Buchdeckel- 
Ausstattung, insbesondere die Entwicklung des Ledereinbandes 
von den älteren Zeiten bis auf die Gegenwart deutlich auf- 
gezeigt werden. Auch reich ausgestattete orientalische Ein- 
bände waren vorhanden und wurde der moderne Einband durch 
Lederarbeiten aus Kopenhagen repräsentiert. 

Die Museumsverwaltung hat es anderseits auch nicht unter- 
lassen, den Schwesteranstalten in wichtigeren Fällen Gegendienst 
zu leisten und hat einigen derselben für ihre größeren fachlichen 
Unternehmungen Gegenstände aus ihrem Besitze vorübergehend ent- 



vn 

lehnt, wobei selbstverständlich die Frage nach den erforderlichen 
Garantien für die unversehrte Rückstellung nicht außer Betracht 
blieb. So hat das Museum in Beichenberg im Sommer 1903 eine 
Sonder-Ansstellung von Miniaturporträts (gemalten und Reliefs) 
veranstaltet und wurde demselben, da unser Museum eine Anzahl 
vorzüglicher Stücke besitzt, die Beschickung dieser Ausstellung gern 
zugesagt. Die entlehnten Objekte des Linzer Museums (45 Stück) 
wurden daraufhin in der Fachzeitschrift des Reichenberger Museums 
in einem reich illustrierten wertvollen Aufsatze des dortigen Kustos 
Dr. Paxaurek eingehend gewürdigt und zum Großteil abgebildet. 
Da durch solche größere wissenschaftliche Unternehmungen an aus- 
wärtigen Instituten allgemein die Kenntnis und das Studium des 
betreffenden Zweiges der Kunstproduktion gefördert wird und nebst- 
bei auch die Objekte unseres Museums allgemeiner bekannt gemacht 
werden, ist eine solche Beteiligung unseres Museums sicher gut- 
zuheißen. Auch eine Ausstellung des Mährischen Gewerbemuseums 
in Brunn von Werken der Kleinplastik wurde von unserem Institute 
beschickt, dagegen mußte sich dasselbe der Teilnahme an den großen 
Ausstellungen von altem Wiener Porzellan in Troppau und Wien 
enthalten, da der eigene Bestand hierin zu gering ist. 

Ende Mai 1903 tagte in Linz der Verband der österreichischen 
Provinzmuseen kunstgewerblicher Richtung und konnte die Museums- 
verwaltung hiebei Fachgenossen aus Steiermark, Böhmen, Mähren, 
Schlesien und Galizien in ihren Räumen begrüßen. Mehrere Tage 
waren der Besprechung und Beratung wichtigerer gemeinsamer Ver- 
waltungs-Angelegenheiten, gemeinsamer Ausstellungen und der Be- 
sprechung von Fachfragen gewidmet. Außerdem wurden innerhalb 
des Kreises der Teilnehmer Vorträge gehalten, und zwar über die 
Konservierung von Sammlungsgegenständen, über Grundsätze bei 
der Veranstaltung von Ausstellungen (unter dem Titel „Tapezierer- 
künste in den Museen"), über das Verhältnis zu den Ortsmuseen, 
über österreichische Holzschnitzerei und über die oberösterreichischen 
Kunstdenkmale. Vortragende waren; Museumsdirektor Leisching 
aus Brunn, Kustos Dr. Paxaurek aus Reichenberg, Vizepräsident 
Straberger und Dr. Kränxl aus Linz. Gemeinsame Besichtigungen 
(zum Beispiel des Stiftes St. Florian und seiner Sammlungen), 
sowie gesellige Zusammenkünfte brachten auch persönlich die Teil- 
nehmer einander näher, was zur erfreulichen Folge hat, daß sich 
die Museen gelegentlich gegenseitig in jeder Beziehung freund- 
schaftlich mit Rat und Tat Beistand leisten. Auch später weilten 
wiederholt auswärtige Fachleute, Kunstgelehrte, Naturhistoriker etc. 



VIII 

in Linz, um die Sammlungen zu besichtigen. Der Besitz des 
Museums, beziehungsweise der Landesgalerie an alten Gemälden 
wurde über Einladung des Museums vom Kunstgelehrten Doktor 
V. Frimmel einer fachmännischen Untersuchung unterzogen. 

Die Ausstellung der Aufnahmen oberösterreichischer Kunst- 
denkmale gab dazu die Anregung, auch den eigenen Besitz an Ab- 
bildungen der wichtigsten Denkmäler erheblich zu vermehren. Ein 
weiterer, für die oberösterreichische Kunstforschung sicher belang- 
reicher Beschluß der Museumsverwaltung geht dahin, von den noch 
im Lande vorhandenen alten Schnitzaltären Detailaufnahmen zu 
veranlassen und dieselben in der Abteilung für alte Holzschnitzerei 
des Museums dauernd zur Besichtigung auszustellen, um damit 
einen vollkommenen Überblick dieses im Lande Oberösterreich so 
wichtigen Kunstzweiges zu gewähren. 

Was die literarische Tätigkeit des Museums anbelangt, so 
bringt das vorliegende Jahrbuch Aufsätze historischen, kunst- 
historischen und naturwissenschaftlichen Inhaltes, und zwar ein Ver- 
zeichnis der Druckwerke, die aus der ehemaligen Bibliothek der 
protestantischen Landstände von Oberösterreioh noch erhalten ge- 
blieben und im Landesarchiv aufbewahrt sind, zusammengestellt 
vom Landesarchivar i. P. Dr. Krackowixer, eine kunsthistorische 
Abhandlung über die Darstellung der Florianslegende mit Kücksicht 
auf zwei vom Museum erworbene Tafeln von Kustos Dr. Ubell 
und naturhistorische Abhandlungen, und zwar über Kordieritgestein 
von P. Handmann und über die oberösterreichischen Moose von 
Matouschek. Eine Geschichte des Theaterwesens in Oberösterreich 
von Dr. Schiffmann ist für das nächste Jahrbuch in Vorbereitung. 

Die Arbeiten zur Herausgabe des 9. Bandes des oberöster- 
reichischen Urkundenbuches sind, nachdem von dem Keferenten, 
Freiherrn v. Handel- Mazzetti, noch verschiedene bayerische und 
niederösterreichische Archive nach einschlägigem Material durchsucht 
und zahlreiche Urkunden kopiert worden sind, dem Abschluß nahe. 
Die Zahl und Herkunft der kopierten Urkunden weist das Ver- 
zeichnis der Erwerbungen auf. Für die sorgfältigste Erforschung 
und Sichtung des Materiales ist Vorsorge getroffen und hat das 
Museum hiefiir kein Opfer gescheut. 

Für eine von der Anthropologischen Gesellschaft in München 
geplante große Arbeit über die Besiedelungs- Verhältnisse des baju- 
varischen Stammes und über die Christianisierung desselben wurden 
die Oberösterreich betreffenden Arbeiten über Ersuchen dieser Ge- 



IX 

öellschaft vom Museum übernommen und nach einem bestimmten 
Plan durchgeführt. Herr stud. jur. Binder hat sich der Mühe 
unterzogen, die zu diesem Zwecke verlangte Karte mit den Namens-^ 
bezeichnungen aller auf „ing" auslautenden oberösterreichischen 
Ortschaften herzustellen und in dieser Karte auch die 8t. Peter und 
St. Michael, den Patronen des bajuvarischen Stammes, in Ober- 
österreich geweihten Kirchen und Kapellen ersichtlich zu machen. 

Im abgelaufenen Jahre mußte sich die Verwaltung des Museums 
dazu entschließen, die ganze Außenseite des Museumsgebäudes einer 
gründlichen Reparatur unterziehen zu lassen, da sich verschiedene 
durch Witterungseinflüsse hervorgerufene Schäden zeigten, die jetzt 
noch leicht behoben werden konnten, später aber zu einer Schädi- 
gung des Baues geführt hätten. Die Arbeit, welche mehrere Monate 
in Anspruch nahm, wurde von der Oberösterreichischen Baugesellschaft 
durchgeführt und hiebei das ganze Gebäude auch neu getüncht. 
Auch am Figarenfries war eine Verputzung und Reinigung not- 
wendig geworden. Die Kosten beliefen sich auf 7272 Kronen. 

Die Sammlungen wurden im Jahre 1903 von 10.729 Per- 
sonen besucht. 

Was die Personal Verhältnisse anbelangt, so hat der provisorisch 
ernannte Kustos Dr. Hermann Ubell den Dienst im Oktober 1903 
angetreten. Für die naturhistorische Sektion wurden die Herren 
Professor Oissinger und Lehrer Hauder gewonnen, welche in der 
letzten Generalversammlung in den Verwaltungsrat neu gewählt 
worden waren. 

Vom oberösterreichischen Landesausschusse ist als einer der 
Delegierten der neuernannte Landesarchivar, Herr Dr. Zibermayr, 
an Stelle des ausscheidenden Herrn Dr. Schiffmann entsendet 
worden. Den Vertreter der Allgemeinen Sparkasse und Leihanstalt, 
den Präsidenten derselben, Herrn Emil Ritter v. Dierxer, hat uns 
zu unserem tiefsten Bedauern der Tod entrissen. Ritter v. Dierxer, 
der überhaupt an allen gemeinnützigen größeren Unternehmungen 
in der Stadt Linz persönlich beteiligt war, hat auch für das Museum 
lebhaftes Interesse und Verständnis bewährt und war wiederholt, 
auch als er noch nicht dem Verwaltungsrate des Museums angehört 
hatte, tatkräftig für dasselbe eingetreten. Seiner Initiative war 
insbesondere die Beschaffung der Mittel für die Beendigung des 
Museumbaues zu verdanken. Die Museumsverwaltung wird diesem 
um das öffentliche Leben in Linz überhaupt hochverdienten Manne 
ein dankbares Gedächtnis bewahren. 



X 

Zum Schlüsse ihres Berichtes drückt die Museumsverwaltung 
allen Freunden und Förderern des heimatländischen Institutes, ins- 
besondere aber den Spendern von Sammlungsgegenständen im 
Interesse der Allgemeinheit ihren wärmsten Dank aus. Der Dank 
und die Anerkennung der Allgemeinheit gebührt auch der selbst- 
losen Tätigkeit nicht weniger freiwilliger Mitarbeiter bei den 
wissenschaftlichen Arbeiten des Museums. Unsere Anstalt verfügt 
im Vergleiche zu den meisten gleichartigen auswärtigen Instituten 
nicht über reiche Mittel, aber es ist eine erfreuliche Erscheinung, 
daß sie durch diese ihre Mitarbeiter noch immer in den Stand 
gesetzt war, die von ihr als notwendig erkannten wissenschaftlichen 
Aufgaben zu erfüllen. 



Rechnungs -Abschluß 



für das 



Jahr 1903. 



XII 



Soll 



A. Kasse- 



5 

O 



An Kassestand 

„ Mitgliederbeiträge 

,, Zinsen der Wertpapiere 

„ Eintritts- und Garderobegebühren 

„ Erträgnis des Führers 

„ Büchererlös und verschiedene Einnahmen . . 
„ Subventionen: 

a) Staatssubvention 

b) Landessubvention 

c) Subvention der Stadt Linz 

d) „ „ AUgem. Sparkasse Linz . 
„ Geschenken: 

Aus dem Nachlasse des Herrn Wilhelm Löwen 

feld, München , 

Fräulein Magdalena Mayer 

„ Sparkasse-Rückzahlungen , 



K 



667 

4.666 

1.298 

1.569 

120 

403 

6.000 
8.635 
1.000 
4.000 



600 

20 

17.300 



41 
Ol 

10 

98 



46.279 



50 



An Kassestand am 1. Jänner 1904 



1.642 



84 



Linz, am 1. Jänner 1904. 



Konto. 



(D 
O 
P-l 

1 

2 

3 

4 

5 

6 

7 

8 

9 

10 

II 

12 

13 

14 

15 

16 

17 

18 

19 

20 

21 



Für Gehalte und Löhne 

„ Kanzlei-Auslagen 

„ Kustodie-Auslagen 

„ Hauserhaltungskosten 

„ Ankäufe * . . 

„ Bibliothek 

„ Buchdruckerrechnungen 

„ Buchbinderrechnungen 

., Assekuranz 

„ Dieneranzüge . . " . 

„ Krankenkasse , 

„ Bilderrestaurierung 

„ Beitrag zum botanischen Kongreß in Wien 

„ „ „ Stelzhamer-Denkmal in Linz . 

„ Erhaltung des Buch-Denkmales 

„ Sparkasse-Darlehenszinsen 

„ Auslagen aus dem Diplomatarfonde . . . 

„ „ „ „ Geologiefonde . . . . 

„ „ ., „ Bibliotheksfonde . . . 

„ Postsparkasse-Einlagen 

„ Sparkasse-Einlagen 

Kassestand 



K 



XIII 
Haben 

h 



8.039 

1.173 

1.400 

3.245 

1.363 

1.516 

3.414 

165 

869 

296 

110 

104 

50 

50 

57 

100 

1.688 

1.384 

506 

100 

19.000 

1.642 



46.279 



20 
86 

22 
99 
39 
70 
15 
70 
20 
76 



80 

80 
72 
17 



84 



50 



Richard Wildmoser. 



XIV 



B. Bilanz-Konto. 



i 




K 


h 


K 


h 


i 


I Aktiva 










1 


Wertpapiere: 

fl. 12.500 = K 25.000 Notenrente Februar- 












coupon ä 100-75 . 


25.187 


50 








„ 2.400 = „ 4.800 Notenrente Mai- 












coupon ä 100-60 . 


4.828 


80 








„ 200 = ., 400 Silberrente Jänner- 












coupon ä 100"75 . 


403 


— 








100 = „ 200 Silberrente April- 












coupon ä 100-75 . 


201 


50 








200 = „ 400 2/g 1860er Los ä 155-70 


622 


80 








^ 100 = „ 200 1 Donauregulierungs- 












Los ä 280 ... . 


280 


— 






9 


Zinsen bis 1. Jänner 1904 

Bargeld 


487 


22 


32.010 
1.642 


82 
84 






H 


Sparkasse-Einlagen 






19.000 




4 


Postsparkasse-Einlage 






300 


42 




52.954 


08 




n. Passiva. 










1 


An unbezahlten Rechnungen 






11.545 


70 




Vermögensstand am 1. Jänner 1904 einschließlich 










1 


der Fonds laut Tabelle C 






41.408 


38 



C. stand der Fonde. 



Im 

1 

2 
3 


Diplomatarfond. 
Rest vom Jahre 1902 


K 


h 


K 


h 


6.584 

1.050 

14 


98 


5.960 

1.739 

622 


18 
06 


Landessubvention pro 1903 

Einnahmen pro 1903 


Ausgaben pro 1903 


7.648 
1.688 


98 
80 


Stand des Fonds pro 1904 

Geologiefond. 
Rest vom Jahre 1902 


2.073 
1.050 


78 


Landessubvention pro 1903 

Ausgaben pro 1903 


3.123 
1.384 


78 

72 


Stand des Fonds pro 1904 

Bibliotheksfond. 
Rest vom Jahre 1902 


708 
420 


17 


Landessubvention pro 1903 ...... 

Ausgaben pro 1903 


1.128 
506 


17 
17 


Stand des Fonds pro 1904 







Protektor: 

Seine kaiserliche und königliclie Hoheit der durchlauchtigste Herr 

Erzherzog Franz Ferdinand 

Erzherzog von Österreich-Este, Eitter des goldenen Vlieses, G-roßkreuz des 
königlich ungarischen St. Stephan -Ordens, Besitzer des Militär -Verdienst- 
kreuzes und der JuMläums- Erinnerungsmedaille, Großkreuz des groß- 
herzoglich toskanischen Ordens vom heiligen Josef, Oroßkreuz und Ehren- 
Bailli des souveränen Johanniter- (Malteser-) Ordens (mit der Distinktion 
für Jerusalem), Besitzer der Seereise-Denkmünze 1892/93, Eitter des russisch 
kaiserlichen St. Andreas-, des St. Alexander-Newsky-, des weißen Adler-, 
des St. Annen- und des kaiserlieh -königlichen russischen St. Stanislaus- 
Ordens I. Klasse, Eitter des königlich preußischen schwarzen Adler- Ordens 
und des königlich italienischen Ordens der Annunziata, Besitzer des kaiser- 
lich japanischen Haus- Ordens vom Chrysanthemum, Eitter des königlich 
hayerischen St. Hubertus-Ordens, des königlich sächsischen Ordens der Eauten- 
krone und des königlich schwedischen Seraphinen-Ordens, Großkreuz des 
Ordens der königlich württemtergischen Krone und des königlich belgischen 
Leopold-Ordens, Besitzer des königlich siamesischen Chak-kri-Ordens, Groß- 
kreuz des herzoglich sächsisch Ernestinischen Haus-Ordens, Besitzer der 
Erinnerungsmedaille an das 60jährige Eegierungsjubiläum Ihrer Majestät 
der Königin von Großbritannien und Irland, Kaiserin von Indien, und der 
königlich württeml)ergischen goldenen Jubiläumsmedaille, k. k. General 
der Kavallerie zur Disposition des Allerhöchsten Oberbefehles, Inhaber des 
k. u. k. Infanterie-Eegimentes Nr. 19, des k. u. k. TJlanen-Eegimentes Nr. 7 
und des k. u. k. Korps-Artillerie-Eegimentes Nr. 6, kaiserlich russischer 
General-Major und Ghef des kaiserlich russischen Bugschen Dragoner- 
Eegimentes Nr. 26, Chef des königlich preußischen Posenschen TJlanen- 
Eegimentes Prinz August von Württemberg Nr. 10, ä la suite des königlich 
preußischen Ostpreußischen TJlanen-Eegimentes Graf von Dohna Nr. 8. 



Personalstand 

am 31. März 1904. 



Präsident : 
Seine Exzellenz Dr. Gandolf Graf Kuenburg, k. k. Minister a. D., 
k. u. k. wirkl. geheimer Eat, Senatspräsident des k. k. Obersten 
Gerichtshofes i. P., Mitglied des Herrenhauses, Ritter des Ordens 
der Eisernen Krone I. KL, Salzburg. 



Die Mitglieder des Yerwaltungsrates. 

A. Durch die Wahl der Generalversammlung. 

Präsident-Stellvertreter : 
Straberger Josef, Ritter des Franz Josef-Ordens, k. k. Oberpostkontrollor 
i. P. in Linz, Konservator der k. k. Zentralkommission für Kunst- 
und historische Denkmale (I. Sekt.), korresp. Mitglied des k. k. archäo- 
logischen Institutes etc. etc., Fachreferent für die kulturhistorischen 
Sammlungen. 



Binder Eduard, Bergingenieur i. P. in Linz, Bibliotheks-Referent. 

Commenda Hans, Direktor an der k. k. Staats-Oberrealschule in Linz, 
Besitzer des gold. Verdienstkreuzes m. d. Kr., Korrespondent der 
geologischen Reichsanstalt, Referent für Oberösterreich der Erdbeben- 
Kommission der Akademie der Wissenschaften, Fachreferent für 
Mineralogie, Geologie und Paläontologie. 

Gissinger Theodor, Professor der k. k. Staats-Oberrealschule, Referent 
an der zoologischen Abteilung. 

Handel- Mazzetti Viktor Freiherr v., k. u. k. Oberst d. R. in Linz, 
Konservator der k. k. Zentralkommission für Kunst- und historische 
Denkmale, Referent für das Archiv (Ehrenmitglied des Museums). 

Hauder Franz, Lehrer L Klasse an der Knabenvolksschule Linz-Waldegg,^ 
Referent an der entomologischen Abteilung. 

B 



xvni 

Jeblinger Raimund, fürsterzbischöflicher Bauinspektor in Freiburg i, Br., 

Korrespondent der k. k. Zentralkoramission für Kunst- und historische 

Denkmale. 
Kränzl Emil, Dr. d. R., k. k. Postdirektions-Sekretär in Linz, Korrespondent 

der k. k. Zentralkommission für Kunst- und historische Denkmale, 

Referent für musikalische Altertümer und Kunstgewerbliches, Sekretär 

des Museums. 
Mar kl Andreas, k. u. k. Major d. R., derzeit in Wien (Ehrenmitglied des 

Museums). 
Minkus Friedrich, Dr., Besitzer des gold. Verdienstkreuzes m. d. Kr., 

Kunstschriftsteller, derzeit in Wien. 
Munganast Emil, k. k. Ober-PostkontroUor in Linz, Fachreferent für 

Entomologie (Ehrenmitglied des Museums). 
Newald Richard, Dr. d. R., Hof- und Gerichtsadvokat, Präsident der 

o.-ö. Advokaten-Kammer. 
Nicoladoni Alexander, Dr. d. R., Hof- und Gerichtsadvokat in Linz. 
Pröll Laurenz, Dr. d. Ph., Chorherr des Stiftes Schlägl, k. k. Gymnasial- 

Direktor a. D. 
R.upertsb erger Matthias, regul. Chorherr von St. Florian, Pfarrvikar in 

Ebelsberg. 
Schnopfhagen Franz, Dr. d. Med., Primararzt der o.-ö. Landes-Irrenanstalt 

in Niedernhart, Sanitätsrat, Referent für die Abteilung der Wirbeltiere. 
Thalmayr Franz, Dr. d. Ph., Direktor des Mädchen -Lyzeums in Linz, 

Referent der Münzen-Sammlung. 
Wastler Franz, k. k. Schulrat, Professor i. P. in Linz, Referent für Botanik. 
Wildmoser Richard, Kaufmann in Linz, Besitzer des gold. Verdienst- 
kreuzes m. d. Kr., Kassier des Museums. 



B. Delegierter des k. k. Ministeriums für Kultus und 

Unterricht. 

Magner Eduard, Dr. d. R., k. k. Hofrat i. P., Ritter des Franz Josef-Ordens. 



C. Die Delegierten des oberösterreichischen Landes- 
ausschusses. 

Grasböck Theobald, Abt des Zisterzienserstiftes Wilhering, Landtags- 
Abgeordneter und Landesausschuß, Komtur des Franz Josef-Ordens 
m. d. St., Mitglied des Herrenhauses. 

Esser Hermann, Dr. d. R., Hof- und Gerichtsadvokat in Linz, Landtags- 
Abgeordneter. 

Krackowizer Ferdinand, Dr. d. R., kaiserl. Rat, Landesarchivar i. P. 

in Linz, Konservator der k. k. Zentralkommission für Kunst- und 

historische Denkmale, 
Zibermayr Ignaz, Dr., Landesarchivar in Linz. 



XIX 

D. Die Delegierten des Gemeinderates der Landes- 
hauptstadt Linz. 

Jäger Ernat, Dr. d. R., Hof- und Gerichtsadvokat in Linz, Landtags- 
Abgeordneter, Landesausschuß, Gemeinderat der Stadt Linz. 
Feilerer Karl, Fabriksbesitzer, Gemeinderat, 

E. Delegierter der Allgemeinen Sparkasse in Linz. 

(Während der Drucklegung neubesetzt.) 
Wimmer Julius, Buchdruckerei-Besitzer, Präsident der Allgemeinen Spar- 
kasse und Leihanstalt in Linz. 

F. Rechnungsrevisoren. 

Reininger Karl, Vizepräsident der Handels- und Gewerbekammer, Kauf- 
mann in Linz. 
Bisher Wimmer Julius (siehe oben). 

G. Sammlungsrevisoren. 

Hauck Josef, k. k. Hofrat i. P. in Linz. 
Heyß Karl, k. k. Hofrat i. P. in Linz. 
Neweklowsky Max, k. k. Finanzkommissär in Linz. 

H. Beamte. 

Kustos: Ubell Hermann, Dr. (prov.). 
Kanzlei-Adjunkt: Kirchler Ida. 



I. Diener. 



Portier: Hackl Johann. 

Diener: Brunmayr Josef. 

„ Grüner Johann. 

„ Nenning Ignaz. 

„ Winter Johann. 



XX 



Die P. T. Herren Mandatare. 



1882 Herr Almoslechner Hermann, Oberpostmeister in Perg. 

1897 „ Denk Karl, Dr., praktischer Arzt in Scharnstein. 

1890 „ Engl Isidor, k. k. Obersteiger i. P. und Besitzer des silb. Verdienst- 
kreuzes m. d. Kr. in Hallstatt. 

1870 „ Fuchs Theodor, Dr., Privatdozent für Paläontologie an der k. k. Uni- 
versität in Wien. 

1898 „ Oallois Ludicig v., Fabriksdirektor, Kleinmünchen, Besitzer des gold. 

Verdienstkreuzes m. d. Kr. 
1880 „ Oreil Hans, Direktor der k. k. Fachschule für Holzindustrie in 

Ebensee, Ritter des Franz Josef-Ordens. 
1882 „ Orienberger Karl, Ehrendomherr, Konsistorialrat, Ritter des Franz 

Josef-Ordens, Dechant und Stadtpfarrer in Eferding. 

1896 „ Hauder Franz, Lehrer 1. Kl. an der Knabenvolksschule in Linz- 

Waldegg. 
1882 „ Heindl Leopold, Bürgermeister, Landtags-Abgeordneter und Besitzer 

des gold. Verdienstkreuzes m. d. Kr., in Mauthausen. 
1882 „ Horvdt Gustav v., k. u. k. Kämmerer in Kammer. 
1882 „ Hutier Bartholomäus, k, k. Oberbergrat in Salzburg. 
1882 „ Jeglinger Karl, k. k. Hofrat i. P., Ritter des Ordens der Eis. Krone 

in. Klasse. 
1885 „ Kagermüller Johann, Gastwirt in Eferding. 
1880 „ Koch Friedrich, evangelischer Pfarrer in Gmunden. 
1882 „ Köitl Karl, Oberpostmeister, Besitzer des gold. Verdienstkreuzes m. d. 

Kr., in Lambach. 
1882 „ Mathes Karl Ritter v., k. k. Oberbaurat in Linz. 

1897 „ Melnitzky Karl, Bergingenieur in Graz. 

1872, 1893 Herr Mittendorfer Rudolf, Werks- und Gemeindearzt, Besitzer des 
gold. Verdienstkreuzes, in Großraming. 

1901 Herr Moser Emil, steierm. landsch. Professor a. D. in Graz. 
1882 „ Poth Julius v., Postmeister in Altheim. 

1885 „ Preen Hugo v., Kunstmaler und Korrespondent der k. k. Zentral- 
kommission für Kunst- und historische Denkmale in Osternberg 
bei Braunau. 

1903 „ Richard Alexander, Direktor der süddeutschen Verlagsanstalt, 
München. 

1882 „ Roßmann J. O., Oberpostmeister und Besitzer des gold. Verdienst- 
kreuzes m. d. Kr., in Mauerkirchen. 

1882 „ Rußegger Anton, Ritter des Franz Josef- Ordens, Bergwerksdirektor 
i. P. in Linz. 

1872 „ Saxeneder Josef, geistl. Rat und Pfarrer in Neukirchen, Bezirk Braunau. 

1882 „ Schachner Anton, Postmeister i. P. in Schwanenstadt. 

1897 „ Schraml Karl, k. k. Ober-Bergverwalter in Hallstatt. 

1899 „ Seyrl Hugo, Gutsbesitzer in Schloß Starhemberg. 

1902 „ Wegrosta Karl, Oberlehrer in Spital am Pyhrn. 

1902 „ Wendling Ludung, Gemeindearzt in Ach a. d. Salzach. 



XXI 



Yerzeichiiis der Mitglieder. 

(Stand am 1. April 1904.) . . 



Die P. T. Ehrenmitglieder. 

Herr Columhus Christojjh Freiherr v., Sekretär weiland Seiner k. u. k. Hoheit 
des Erzherzogs Franz Karl, k. k. Hofrat etc. etc. (Ernannt am 
14. Juni 1854.) 

Seine Exzellenz Helfert Josef Freiherr v., Dr., k. u. k. geheimer Rat, Präsident 
der k. k. Zentralkommission für Kunst- und historische Denkmale, 
Mitglied des Herrenhauses und der kaiserl. Akademie der Wissen- 
schaften etc. etc. (Ernannt am 14. Juni 1854.) 

Herr Kenner Friedrieh, Dr., k. u. k. Hofrat, Direktor der Münzen-, Medaillen- 
und Antiken-Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses, Mitglied 
der kaiserl. Akademie der Wissenschaften und der bildenden Künste 
in Wien, der k. k. Zentralkommission für Kunst- und historische 
Denkmale etc. etc. in Wien. (Ernannt am 4. August 1874.) 
„ Reiter Edmund, kaiserl. Eat, Ehrenmitglied der entomologischen Gesell- 
schaft in Berlin, korresp. Mitglied mehrerer gelehrter Gesellschaften 
und entomologischer Vereine des In- und Auslandes. (Ernannt am 
30. November 1875.) 

Seine Exzellenz Wilczek Hans Oraf, Frei- und Bannerherr zu Hultschin und 
Guttenland, k. u. k. geheimer Rat und Kämmerer, Mitglied des 
Herrenhauses, Kurator des k. k. österreichischen Museums für Kunst 
und Industrie etc. etc. (Ernannt am 22. März 1882.) 

Herr Miich Matthäus, Dr., k. k. Regierungsrat, Ritter des Ordens der Eisernen 
Krone III. Kl., Realitäten -Besitzer, Mitglied der k. k. Zentral- 
kommission für Kunst- und historische Denkmale etc. etc. (Ernannt 
am 16. Mai 1885.) 

Seine Exzellenz Gautsch Paul Freiherr v. Frankenthurn, Dr., k. u. k. geheimer 
Rat, k. k. Ministerpräsident a. D., Mitglied des Herrenhauses, 
Präsident des Obersten Rechnungshofes etc. etc. in Wien. (Ernannt 
am 16. Mai 1893.) 

Seine Exzellenz Madeyski Stanislaus Ritter v. Poray, Dr., k. u. k. geheimer 
Rat, k. k. Minister a. D., ständiges Mitglied des Reichsgerichtes in 
Wien etc. (Ernannt am 16. Mai 1895.) 

Seine Exzellenz Puthon Viktcrr Freiherr v., k. u. k. geheimer Rat, Besitzer des 
Großkreuzes des Ordens der Eis. Krone, Ritter des Franz Josef- 
Ordens, Statthalter für Oberösterreich a. D. etc. in Salzburg. 
(Ernannt am 16. Mai 1895.) 

Seine Gnaden Herr Achleuthner Leonard, P., Abt des Stiftes Kremsmünster, 
Mitglied des Herrenhauses etc. etc. (Ernannt am 16. Mai 1895.) 

Herr Poche Franz, Altbürgermeister der Landeshauptstadt Linz, Ritter des 
Ordens der Eis. Krone III. Kl. in Graz. (Ernannt am 16. Mai 1895.) 

Seine Exzellenz Kuenburg Oandolf Oraf, Dr., k. u. k. geheimer Rat, Senats- 
präsident des Obersten Gerichts- und Kassationshofes i. P., Ritter des 
Ordens der Eis. Krone I. Kl. etc. in Salzburg. (Ernannt am 16. Mai 1895.) 



XXII 

Herr Handel- Maxxctti Viktor Freiherr v., k. u. k. Oberst d. R. etc. in Linz. 
(Ernannt am 16. Mai 1895.) 

„ Stäche Guido, k. k, Hofrat i. P., Ritter des Ordens der Eis. Krone 
III. Kl., Kommandeur des tun. Nischan-Iftihair-Ordens, Mitglied der 
Ung. geologischen Gesellschaft in Budapest und der naturhistorischen 
Gesellschaft „Isis" in Dresden. (Ernannt am 18. Mai 1899.) 

„ Markl Andreas, k. u. k. Major i. P. in Wien. (Ernannt am 18. Mai 1899.) 

„ Munganast Emil, k. k. Ober-Postkontrollor. (Ernannt am 18, Mai 1899.) 

„ Meindl Konrad, Abt des Chorherrenstiftes Reichersberg, Konservator der 
k. k. Zentralkommission für Kunst- und historische Denkmale in 
Wien etc. (Ernannt am 21. Mai 1901.) 

., Benndorf Otto, k. k. Hofrat, Komtur des Franz Josef-Ordens, Ritter des 
Leopold -Ordens, Mitglied der kais. Akademie der Wissenschaften, 
Direktor des k. k. archäologischen Institutes, Mitglied der k. k. Zentral- 
kommission für Kunst- und historische Denkmale etc. etc. in Wien. 
(Ernannt am 21. Mai 1901.) 

„ Steindachner Franz, k. k. Hofrat, Ritter des Leopold -Ordens, Ritter des 
Ordens der Eis. Krone und des Franz Josef-Ordens, Phil.-Dr., wirkl. 
Mitglied der kais. Akademie der Wissenschaften, Intendant des 
k. k. naturhistor. Hofmuseums in Wien etc. etc. (Ernannt am 
21. Mai 1901.) 

,, Moser Emil, steierm. landsch. Professor a. D. in Graz. (Ernannt am 
9. Mai 1902.) 



(Ve rstorbene.) 

Seine kaiserl. Hoheit Erxherxog Karl von Österreich t 1847 

Seine kaiserl. Hoheit Erxherxog Johann von Österreich t 1859 

Seine kaiserl. Hoheit Erxherxog' Ludwig von Österreich f 1864 

Seine kaiserl. Hoheit E'xherxog Maximilian von Österreich- Este ..."}■ 1863 
Seine Gnaden Hochw. Herr Altmann Arrigler, Abt des Stiftes Göttweih f 1846 
Seine Exzellenz Baldacci Anton Freiherr v., Präsident des k. k. General- 
Rechnungs-Direktoriums in Wien f 1841 

Seine Exzellenz Baumgartner Andreas Freiherr v., Dr., k. k. Hofrat 

in Wien f 1865 

Herr Bischoff Ignax v. Altenstein, Dr., k. k. Regierungsrat in Wien . . f 1850 
Seine Durchlaucht Colloredo -Walsee Rudolf Fürst, 1. Obersthofmeister 

Seiner Majestät des Kaisers Ferdinand I. in Wien . . . . f 1843 
Seine Exzellenz Dietrichstein-Proskau Leslie Moritx Oraf, 1. Obersthof- 
meister der Kaiserin Maria Anna in Wien t 1864 

Seine Exzellenz Eichhoff Josef Freiherr v., k. k. Hofkammerpräsident 

in Olmütz -|- 1866 

Herr Endlicher Stephan, Dr., Kustos im k. k. Hof-Naturalienkabinett 

in Wien ^ 1849 

„ Ena Faustin, Professor am k. k. Gymnasium in Troppau . . . f 1858 
„ Erb Franx Ritter v., Dr., k. k. Hofrat, Direktor des Haus-, Hof- 

und Staatsarchivs in Wien -)- 1872 

Hochw. Herr Hallaschka Cassian, Dr., k. k. Hofrat in Wien f 1847 



xxm 

Herr Hammer-Purkstall Josef Freiherr v., k. k. Hof- und Ministerialrat 

in Wien t 1856 

Seine Exzellenz Hardegg Olatx und im Machland Ignax Graf, Präsident 

des k. k, Hofkriegsrates in Wien t 1848 

Seine Exzellenz Hauer Josef Freiherr v., Vizepräsident der k. k. Hof- 
kammer in Wien t 1863 

Seine Exzellenz Hügel Karl Freiherr v., Dr., a. o. Gesandter am groß- 

herzogl. tosk. Hofe t 1870 

Seine Exzellenz Inzaghi Karl Oraf v., k. k. Hofkanzler in Graz . . . f 1856 

Seine Exzellenz Hochw. Herr Jüstel Josef Alois, Dr., k. k. Staats- und 

Konferenzrat in Wien t 1858 

Herr Kollar Vinzenz, k. k. Regierungsrat in Wien t 1860 

Seine Exzellenz Kolowrat-Liebsteinsky Firmz Anton Graf, k. k. Staats- 
minister in Wien . t 1861 

Seine Exzellenz Kübeck Karl Freiherr v. Kübau, Präsident der k. k. all- 
gemeinen Hofkammer in Wien t 1855 

Herr Littroiv Josef Johann Edler v., Dr., Direktor der k. k. Universitäts- 
Sternwarte in Wien t 1840 

Seine Durchlaucht Lobkowitz August Longin Fürst, Präsident der 

k. k. Hof kammer in Wien t 1842 

Seine Exzellenz Mayr Josef Freiherr v. Gravenegg, Vizepräsident der 

k. k. Hofkammer in Wien t 1870 

Seine Durchlaucht Metternich Winneburg Wenzel Jjothar Fürst, k. k. Staats- 
minister in Wien t 1859 

Seine Eminenz Milde Vinzenz Eduard, Dr., Fürsterzbischof von Wien f 1853 

Seine Exzellenz Mittrowsh-y v. Mittrowiz und Nemischl Friedrich Graf, 

oberster Kanzler der k. k. Hofkanzlei in Wien t 1842 

Hochw. Herr Muchar Albert v., Dr., Kapitular des Stiftes Admont, 

k. k. Professor in Graz t 1849 

Herr Natterer Josef, I. Kustos am k. k. zoologischen Hofkabinett 

in Wien t 1852 

,, Partsch Paul, Kustos und Vorstand am k. k. Hof - Naturalien- 
kabinett in Wien t 1856 

Seine Exzellenz Pillersdorf Franz Freiherr v., k. k. Premierminister 

in Wien t 18»>2 

Seine Eminenz Pirker Ladislaus v. Felsö-Eör, Dr., Patriarch, Erz- 
bischof von Erlau t 1847 

Seine Exzellenz Salis Zizers Rudolf Graf, Obersthofmeister Seiner 

k. k. Hoheit des Erzherzogs Franz Karl in Wien f 1846 

Herr Schels B. Johann, k. k. Oberstleutnant und Bibliothekar des Hof- 

Kriegsarchives in Wien t 1847 

„ Schreibers Karl Ritter v., Dr., Direktor der k. k. Hof-Naturalien- 
kabinette in Wien t 1852 

Seine Exzellenz Sedlnitzkg Josef Graf Freiherr v. Choltitz, Präsident 

der k. k. obersten Polizei- und Zensurhofstelle in Wien . . f 1855 

Seine Exzellenz Taaffe I^udwig Graf, Präsident der k. k. obersten 

Justizstelle in Wien t 1855 

Seine Exzellenz Talatzko Johann Freiherr v. Gestiticz, Präsident der 

niederösterreichischen Landesregierung in Wien t 1858 



XXIV 

Herr Weiß Johann v. Starkenfels, Dr., k. k. Staats- und Konferenzrat 

in Wien t 1Ö47 

Seine Exzellenz Wilcxek Friedrieh Graf, k. k. Hofkammerpräsident 

in Wien • t l'^ßl 

Seine k, u. k. Hoheit Erzherzog Albrecht von Österreich, k. u. k. Feld- 

marschall in Wien t 1895 

Seine k. u. k. Hoheit Erzherzog Josef von Österreich, Palatin von Ungarn f 1847 

Seine k. u. k. Hoheit Erzherzog Bainer von Österreich, k. k. Feldzeug- 
meister _ t 1853 

Seine k. u. k. Hoheit Erzherzog Stephan von Österreich, k. k. Feld- 
marschall-Leutnant t 1867 

Herr Bergmann Josef Ritter v., Dr., Direktor des k. k. Münz- und 

Antikenkabinettes in Wien t 1872 

Seine Gnaden Hochw. Herr Eder Wilhelm, Abt des Stiftes Melk . . f 1866 

Seine Exzellenz Falkenhayn Eugen Isidor Graf Obersthofmeister Seiner 

kaiserl. Hoheit des Erzherzogs Franz Karl in Wien . . . . f 1853 

Herr Ileckel Jakob, Kustosadjunkt des k. k. Hofkabinettes in Wien . . f 1857 

Seine Eminenz Sommerau-Beckh Max Josef Freiherr v., Dr., Kardinal, 

Fürsterzbischof von Olmütz t 1853 

Hochw. Herr Filz Michael, Kapitular und Prior des Stiftes Michael- 

beuern t 1854 

Herr Pausinger Franz v., Gutsbesitzer von Frankenburg t 1850 

„ Fischhof Josef, Professor am Konservatorium in Wien f 1857 

„ Haidinger Wilhelm Ritter v., Dr., k. k. Hofrat und Direktor der 

geologischen Keichsanstalt in Wien t 1871 

„ Mancher Ignaz, k. k. Landesgerichtsrat in Wien t 1860 

Seine Exzellenz Bach Alexander Freiherr v., Dr., k. k. Minister des 

Innern in Wien t 1893 

Seine Exzellenz Thun-Hohenstein Leo Graf, k. k. Minister für Kultus 

und Unterricht in Wien t 1888 

Herr Russegger Josef Ritter v., k. k. Ministerialrat und Vorstand der 

Berg-, Forst- und Güterdirektion in Schemnitz, Ungarn . . f 1863 

„ Vnger Franz, Dr., k. k. Hofrat in Graz t 1870 

„ Würth Josef Edler v., Dr., k. k. Oberlandesgerichtsrat in Wien . t 1855 

Seine Exzellenz Thimfeld Ferdinand Freiherr v., k. k. Minister für 

Landeskultur und Bergwesen in Wien t 1868 

Seine Exzellenz Buol Schauenstein Karl Ferdinand Graf, k. k. Minister 

des Äußern in Wien t 1865 

Herr d'Elvert Christian Ritter, k. k. Hofrat in Brunn t 1896 

Seine k. u. k. Hoheit Erzherzog Karl Ltidicig von Österreich, Protektor 

des Museums Fräncisco-Carolinum in Linz t 1896 

Seine Majestät Kaiser Maximilian I. von Mexiko, Erzherzog von 

Österreich t 1867 

Seine königl. Hoheit Maximilian Herzog von Bayern t 1888 

Herr Bischoff Josef, kaiserl. Rat, Bürgermeister von Linz t 1855 

Seine Exzellenz Grünne Karl Graf, k. k. Feldzeugmeister in Wien . . t 1884 

Seine Exzellenz Ksmpen Johann Freiherr von Fichtenstamm, k. k. Feld- 
zeugmeister in Wien t 1863 

Herr Klar Paul Alois, k. k. Kreisrat in Prag t 1860 



XXV 

Herr Liebig Justus Freiherr v., Präsident der königl. bayer. Akademie 

der Wissenschaften in München -j- 1873 

„ Phillips Georg, Dr., k. k. Hofrat in Wien t 1872 

Seine Eminenz Rauscher Otmar Ritter v., Kardinal und Fürsterzbischof 

von Wien f 1875 

Seine Exzellenz Werner Josef Freiherr v., k. k. a. o. Gesandter am 

Hofe zu Dresden f 1871 

Herr Redtenbacher Ludwig, Dr., k. k. Regierungsrat in Wien f 1876 

„ Hörnes Moritz, Dr., I. Kustos und Vorstand des k. k. Hof- 

Mineralienkabinettes in Wien f 1868 

Hochw. Herr Oberleitner Franx, Pfarrer in Ort am Traunsee . . , . t 1897 
Herr Neilreich August, Dr., k. k. Oberlandesgerichtsrat in Wien , . . t 1871 
„ Brandt Friedrich Ritter t\, Dr., kaiserl. russischer Staatsrat in 

Petersburg t 1879 

Hochw. Herr Cori Johann Nep., k. k. Militärpfarrer und Ehrendomherr 

von Budweis , f 1887 

Herr Lindenschmit Jjudwig, Dr., Direktor des röm.-germ. Zentral- 
museums in Mainz f 1893 

„ Grösse Johann Theodor, Dr., königl. sächsischer Hofrat in Dresden t 1885 
Seine Durchlaucht Friedrich Karl Josef Fürst xu Hohenlohe-Waldenburg- 

Schillingsfürst, kaiserl. russischer General-Leutnant . . . . f 1884 
Seine Exzellenz Folliot de Crennville Franx Graf, k. k. Oberstkämmerer 

in Wien t 1888 

Herr Wiser Karl, Dr., Bürgermeister von Linz t 1889 

„ Sacken Eduard Freiherr v., Dr., k. k. Eegierungsrat in Wien . . f 1883 
Seine Exzellenz Bombelles Karl Graf v., k. k. Vizeadmiral in Wien . . f 1889 

Herr Knörlein Josef, k. k. jubilierter Baurat in Linz t 1883 

Seine Eminenz Ganglbauer Cölestin Josef, Dr., Kardinal, Fürsterzbischof 

von Wien t 1889 

Herr Wurxbach Konstant. Ritter v. Tannenberg, k. k. Eegierungsrat in 

Berchtesgaden t 1893 

Seine Exzellenz Tlye Glutnek Anton Freiherr v., Dr., k. k. Minister a. D. 

in Wien t 1894 

Herr Simony Friedrich, Dr., k. k. Hofrat in Wien t 1896 

Seine k. u. k. Hoheit Erzherzog Johann (Johann Ort). 

Herr Schiedermayr Karl, Dr., k. k. Statthaltereirat i. P. in Kirchdorf f 1895 

„ Hafner Josef, Privat und Realitätenbesitzer in Linz f 1891 

„ Ilg Albert, Dr., k. k. Regierungsrat in Wien f 1896 

„ Dürrnberger Adolf, Dr., Hof- und Gerichtsadvokat, Vizepräsident 

des Museums Francisco-Carolinum in Linz f 1896 

Seine Exzellenz Ameth Alfred Ritter v., k. u. k. Hofrat und Direktor 

des Haus-, Hof- und Staatsarchives in Wien t 189''^ 

Herr Obermüllner Karl, k. k. Hofrat i. P., Vizepräsident des Museums 

Francisco-Carolinum t 1898 

„ Kerner Anton Ritter v. Marilaun, Dr., k. k. Hofrat und Uni- 
versitäts-Professor in Wien t 1898 

„ Hauer Franx Ritter t\, Dr., k. k. Hofrat a. D., Mitglied des 

Herrenhauses etc. in Wien t 1899 



XXVI 

Herr Cxerny Älbin, Konsistorialrat , reg. Chorherr und Bibliothekar 

des Stiftes St Florian etc t 1900 

„ Boeheim Wmdelin, Direktor der Sammlungen von Waffen und kunst- 

industr. Gegenständen des Allerhöchsten Kaiserhauses etc. . f 1900 

„ Kroms Franx Ritter v. Marchland, Dr., k. k. Hofrat und ordentl. 
Professor der österr. Geschichte an der Universität in Graz, 
korresp. Mitglied der kaiserl. Akademie der Wissenschaften etc. f 1902 

„ Wichner Jakob, P., Kapitular des Stiftes Admont, Besitzer der 

gold. Medaille für Kunst und Wissenschaft etc t 1903 

„ Frieß Gottfried, Dr., Kapitular des Stiftes Seitenstetten, Meister 
des freien deutschen Hochstiftes zu Frankfurt a. M., Kon- 
servator der k. k. Zentralkommission t 1904 

„ Zittel Karl Alfred, Dr., Professor der Geologie und Paläontologie 

an der Universität zu München etc t 1904 

„ Dierxer Emil Ritter v. Trcmnthal, Landeshauptmann-Stellvertreter, 

Ritter des Ordens der eis. Krone, Fabriksbesitzer etc. , . . f 1904 



Die P. T. korrespondierenden Mitglieder. 

1878 Herr Clessin S., königl. Bahninspektor in Ochsenfurt in Bayern, Regbz. 
Unterfranken. 

1885 „ Ganglbauer Ludwig, Kustos an dem naturhistorischen k. k. Hof- 
museum in Wien. 

1902 „ Hackel Alfred, Dr. phil., k. k. Professor in Steyr. 

1885 „ Hackel Fduard, k. k. Professor am Landes-Real-Obergymnasium in 
St. Polten. 

1903 „ Mayr Sebastian, P., Kapitular des Stiftes Kremsmünster und k. k. Gym- 

nasial-Professor, Besitzer des gold. Verdienstkreuzes m. d. Kr. 

1863 ., Meindl Konrad, Abt des Chorherren - Stiftes Reichersberg, Kon- 
servator der k. k. Zentralkommission für Kunst- und historische 
Denkmale. 

1868 „ Möhl H., Dr., Lehrer der Geognosie und Technik in Kassel. 

1878 „ Redtenbacher Anton, Dr., Privat in Wien. 

1888 ,, Redtenbacher Josef, Professor am k. k. Elisabeth-Gymnasium in Wien. 

1873 „ Rupertsberger Matthias, Chorherr von St. Florian und Pfarrvikar 
in Ebelsberg. 

1885 „ Schnürrer Franx, Dr., Skriptor der k. u. k. Familien-Fideikommiß- 

Bibliothek in Wien. 
1868 „ Temple Rudolf Oberbeamter der „Assicurazioni generali'- in 
Budapest. 

1886 „ Tschusi Viktor Ritter von und xu SchmidJioffen , Präsident des 

Komitees für ornithologische Beobachtungs- Stationen in Öster- 
reich-Ungarn etc. in Hallein. 
1873 „ Walter August, k. u. k. Oberwundarzt i. P. in Stein bei Laibach. 



XX vn 

Die P. T. ordentlichen Mitglieder. 

* bedeutet die neuen Beitritte. 
Die Mitglieder, bei welchen eine Ortsangabe fehlt, sind in Linz wohnhaft. 

Seine Exzellenz Abensperg und Traun Hugo Graf, Ritter des gold. Vlieses, 
Mitglied des österreichischen Herrenhauses, k. u. k. geheimer Rat 
und Kämmerer, Oberstkämmerer, Herrschaftsbesitzer in Wien. 
Herr Ächleitner Franx, Stadtpfarrer in Vöcklabruck. 
„ Achleuthncr Leonard, Abt des Stiftes Kremsmünster, Seiner k. u. k. Maje- 
stät Rat, Mitglied des österreichischen Herrenhauses, Komtur des 
Franz Josef-Ordens m. d. St. und des Leopold-Ordens. 
„ Aichelburg- Labia Franz, Freiherr -von und xu, k. u. k. Kämmerer und 

k. k. Statthaltereirat. 
„ Albel Franx, Lehrer I. Kl. an der Kaiser Franz Josef-Schule. 
„ Altwirth Theodor, k. k. Ober-Rechnungsrat beim Obersten Rechnungshofe 

in Wien. 
„ Apfelthaler Rudolf, Kaufmann. 
„ Arneth Hektor Ritter v., Med.-Dr. in Wien. 
Frau *Arnexeder Marie, Schneidermeisterin. 
Herr Asenstorfer Franx, Professor und Bibliothekar, Chorherr des Stiftes 

St. Florian. 
Seine Durchlaucht Auersperg Franx Fürst, k. u. k. Kämmerer, Herrschafts- 
besitzer in Wien. 
Ihre Durchlaucht Auersperg Wilhelmine Fürstin, geb. Gräfin Kinsky, k. u. k. Stern- 
kreuzordens- und Palastdame in Wien. 
Seine Durchlaucht Auersperg Karl Fürst, Mitglied des österreichischen Herren- 
hauses, Herrschaftsbesitzer in Wlaschim. 
Ihre Durchlaucht Auersperg Fleonore Fürstin, geb. Gräfin Breunner, k. u. k. Stern- 
kreuzordens- und Palastdame in Wlaschim. 
Seine Exzellenz Babie Stephan, k. u. k. Feldmarschall-Leutnant und Kommandant 

der 3. Infanterie-Truppen-Division. 
Seine Exzellenz Baernreither J. M., Dr., k. k. Minister a. D. in Wien. 
Herr Bahr Hermann, Schriftsteller in Wien. 
„ Bauemberger Hermann, Professor am Kollegium Petrinum in Urfahr. 
„ Baumgartner Anton, Kaufmann. 
„ Baylaender B., Fabriksinspektor. 

„ Beaulteu-Marconnay Olivier Freiherr v., k. u. k. Kämmerer. 
„ Becker Karl, Buchbinder. 
Seine Exzellenz Beckers xu Westerstetten Emil Oraf, k. u. k. Kämmerer und 

Feldmarschall-Leutnant d. R. 
Seine Exzellenz Bellegarde Franx Qraf k. u. k. geheimer Rat und Kämmerer, 

Herrschaftsbesitzer in Wien. 
Herr Benesch Ludwig, Privat. 
„ Berger Ernst, Dr., k. k. Landesgeriehtsrat in Wien. 
„ Berger Franx, Dr., Professor. 

„ Berger Gottfried, k. k. Statthaltereirat und Bezirkshauptmann in Schärding. 
„ Berger Leopold, o.-ö. Landes-Rechnungsassistent. 

„ Beurle Karl, Dr., Hof- und Gerichtsadvokat, Reichsrats- und Landtags- 
Abgeordneter. 



XXVIII 

Herr Beyer Andreas Franx, Kaufmann. 
„ Binder Eduard, Bergingenieur i. P. 

„ Bittinger Andreas, Fachlehrer an der Kaiser Franz Josef-Schule. 
„ Blittersdorff Philipp Freiherr v., k. u. k. Oberleutnant. 
„ Blum Heinrich sen., Hutmacher. 
., Bohr C, Apotheker. 
Seine Exzellenz Bohano Friedrieh Edler von Kronstadt, k. u. k. Feldmarschall- 
Leutnant d. R. 
Herr Boschan Louis Ritter v., Gutsbesitzer in Achleiten. 
„ Bosehan Karl Gustav Bitter v., Dr., k. k. Statthalterei-Konzipist. 
„ Böheim Josef, Landtags- und Reichsrat^-Abgeordneter, Uhrmacher. 
Braunau Stadtgemeinde. 

Herr Brechler Albrecht Ritter v. Troseovic, k. u. k. Hauptmann i. P. 
„ Bremier Alexander, Med.-Dr., Primararzt des Allgemeinen Krankenhauses. 
„ Brunner Eduard, Beamter der Allgemeinen Sparkasse. 
„ Brunthaler Ferdinand, Kaufmann. 

„ Buehmair Rupert, Spiritual des bischöflichen Priesterseminars. 
,, Buehmayr Franz, Fachlehrer in der Jubiläumsschule. 
„ Buschmann Anton, Dr., Hof- und Gerichtsadvokat. 
Seine Exzellenz *Bylandt-Rheidt Artur Oraf, k. k. Statthalter in Oberösterreich, 
k. u. k. geheimer Rat und Kämmerer, Minister a. D., MitgUed des 
Herrenhauses, Ritter des Ordens der eis. Krone I. Kl. etc. 
Herr Carneri Bartholomäus Ritter v. in Marburg, Steiermark. 

,, *Chiari Max, Dr., k. k. Ober-Finanzrat. 
Seine Exzellenz Chlumecky Johann Freiherr v., k. u. k. geheimer Rat, Minister 

a. D,, Mitglied des österreichischen Herrenhauses etc. in Wien. 
Herr Christ Ludivig, Kaufmann, kais. Rat. 

Commenda Hans, Direktor der k. k. Staats-Oberrealschule, Korrespondent 
der k. k. geologischen Reichsanstalt in Wien, Besitzer des goldenen 
Verdienstkreuzes m. d. Kr. 
„ Commenda Ludwig, Lehrer in Grein. 
„ Deißinger Eduard, Dr., Stadtarzt in Urfahr. 
,, De7ik Karl, Med.-Dr., Augenarzt. 
„Deutscher Klub", Verein, Linz. 

Herr Dim^nel Franz, Privat, Besitzer des gold. Verdienstkreuzes m. d. Kr. 
,, Doblhoff-Dier Heinrich Freiherr v., Gutsbesitzer, Ritter des Leopold-Ordens, 

Reichsrats-Abgeordneter in Wien. 
., Dohlinger Max, Dr., Privat. 

„ * Dobretsberger Alois, Herrenkleidergeschäfts-Inhaber. 
Seine Exzellenz Doppelbatier Franz Maria, Bischof von Linz, k. u. k. geh. Rat, 
Seiner päpstlichen Heiligkeit Hausprälat, Ritter des Ordens der Eis. 
Krone, Kommandeur des Leopold-Ordens, Dr. etc. 
Herr Drouot Hans, Besitzer der k. u. k. Hof buchdruckerei Jos. Feichtingers Erben. 
„ Dullinger Leopold, Domscholaster und Stadtpfarrer. 

„ Dungl Adalbert, Dr., Abt des Stiftes Göttweih, Generalabt des Benediktiner- 
Ordens, kaiserl. Rat, Besitzer der Medaille für Kunst und Wissenschaft, 
Konservator der k. k. Zentralkommission für Kunst- und historische 
Denkmale, Reichsrats-Abgeordneter. 
Frau iHlrckheim Montmartin Franziska Gräfin, Gutsbesitzerin in Hagenberg. 



XXIX 

Herr Dürrnberger Johann, päpstlicher Hauaprälat, Konsiatorialrat, Vorstadt- 
pfarrer und Dechant in Steyr, Ehrendomherr des Linzer Kathedral- 
kapitels, Ritter des Franz Josef-Ordens. 
Frau Dürrnberger Olga, Hof- und Gerichtsadvokatens -Witwe. 
Herr Dworxak Hans, Gutsbesitzer, Landtags-Abgeordneter, Schloß Aistersheim. 

„ Ebenhoeh Alfred, Dr. jur., Landeshauptmann im Erzherzogtume Österreich 
ob der Enns, Komtur des Franz Josef-Ordens m. d. St. 

., Eder Gustav, Apotheker, Bürgermeister der Landeshauptstadt Linz, Offizier 
des Franz Josef-Ordens. 

., Eder Johann Michael, Privat. 

„ Edlbacher Ludwig, k. k. Gymnasial-Professor i. P, 

„ Edlinger Franz, Bankdirektor. 
Eferding, Sparkasse der Stadt. 
Herr Effenberger Anton, Dr., Direktor der Handelsakademie, kaiserl. Rat. 

„ Ehrentletzberger Siegmund, Kaufmann. 

„ Ehrl Friedrich, Dr., Arzt. 

,, Eibensteiner Florian, Oberlehrer in Pabneukirchen. 

„ Enderle Jidius, Dr., Professor am städt. Gymnasium in Wels. 

„ Endlicher Emanuel, Magister der Pharmazie, Apotheker in Aschach 
a. d, Donau. 

„ Endhceber Johann, k. k. Eichoberinspektor in Wien. 

„ Fhgl Siegmund Qraf von und xu Wagrein, k. u. k. Kämmerer und Guts- 
besitzer. 

„ Fungier Josef, Pfeifenfabrikant. 
Enns Stadtgemeinde. 
Fhns Sparkasse der Stadt. 
Herr Erhard Alois, Dr., Arzt. 

„ Esser Hermann, Dr., Hof- und Gerichtsadvokat, Landtags-Abgeordneter. 

,, Estermann Anton jun., Spediteur in Urfahr. 

„ Ewert Theodor, Repräsentant der Triester k. k. priv. Allgemeinen Assekuranz. 

„ Fjyermann Franz v., Hausbesitzer in Wien. 
Frau Ezdorf Sidonie Qräfm, geb. Freiin Borowiczka von Themau, k. k. Hofrats- 

Gattin. 
Herr Fasbender Matthias, Ingenieur. 

„ Feder Qeorg, Dr., Stadtarzt. 

„ Feilerer Karl, Fabriksbesitzer, Gemeinderat. 

„ Fellner August, städtischer Chemiker. 
Firma Fink Vinzenx, k. k. Hofbuchhandlung. 
Herr Fiorioli Josef, Weinhändler. 

„ Fischer Eduard, Kaufmann. 

„ Fisch er- Colbrie Julius, freiresign. k. k. Notar, Ritter des Franz Josef-Ordens. 

„ Fischer Rupert, Cafetier. 

„ Fischill Eduard, Apotheker in Urfahr. 
St. Florian Sparkasse des Bezirkes. 
Herr Foltz Albert, Buchhändler. 

„ Forster Leopold, Dr., k. k. Hofrat i. P. 

„ Forstner-Dambenois Ernst Freiherr v., k. u. k. Oberstleutnant d. R. 

„ Förchtgott Alfred, k. k. Oberpostverwalter in Ischl, Besitzer des gold. Ver- 
dienstkreuzes m. d. Kr. 



XXX 

Herren Heinrich Franck Söhne, Fabriksbesitzer. 
Herr Frank Leopold, Professor am k. k. Staatsgymnasium in Pola. 
„ Franz Adolf, Dr., Prälat in Gmunden. 
„ Fraundorfer Oeorg, Hausbesitzer und Buchbindermeister. 
,. Fränkl Ignax, Dr., Besitzer der Kneippschen Anstalt am Riesenhof 
in Urfahr. 
Freistadt Stadtgemeinde. 
Freistadt Sparkasse der Stadt. 
Herr Frühauf Friedrich, Dr., in Wien. 
„ Filger Max Bitter v., k. k. Statthaltereirat, Eitter des Franz Josef-Ordens, 
., Fiihrlinger Johann, k. k. Gerichtssekretär in Ried. 
„ Fürböck Ernst, Lehrer. 

„ Fürlinger MaHhias, Kapitular des Stiftes und k. k. Professor in Krems- 
münster. 
Seine Erlaucht Fürstenherg Eduard Egon Landgraf xu, k. u. k. Kämmerer, 

Mitglied des Herrenhauses, Güterbesitzer in Wien. 
Herr Gabi Ludwig, Dr., k. k. Professor i. R., Korrespondent der k. k. Zentral- 
kommission für Kunst- und historische Denkmale. 
„ Gagern Karl Freiherr v., k. u. k. Legationsrat a. D., Landtags-Abgeordneter, 

Komtur des Franz Josef-Ordens in Windern. 
,, Gamlich Emanuel, Kaufmann. 

,, Geistberger Johannes, P., Benediktiner von Kremsmünster, Pfarrvikar in 
Steinerkirchen bei Fischlham. 
Firma Geyer Julius l^achfolger, Mode- und Konfektionsgeschäft. 
Herr Gerjer Karl, fürstl. Starhembergscher Forstmeister, Besitzer des gold. Ver- 
dienstkreuzes m. d. Kr. 
„ Gissinger Theodor, Professor der k. k. Staats-Oberrealschule. 
„ Glanx Anton Ritter v., Dr., Hof- und Gerjchtsadvokat. 
Gmunden Kommunal-Gymnasium. 
Omunden Stadtgemeinde. 
Gmunden Sparkasse der Stadt. 

Herr Oörner Karl Ritter v., Dr., Chefredakteur der „Tages-Post". 
,, Göttner Josef, Baurat der k. k. oberösterreichischen Statthalterei. 
„ Graf Karl, k. k. Hofrat i. P., Ritter des Ordens der Eis. Krone IIL Kl, 

und des Franz Josef-Ordens. 
„ Grasböck Theobald, Abt des Stiftes Wilhering, geistl. Rat, Mitglied des 
Herrenhauses, Landtags -Abgeordneter, Komtur des Franz Josef- 
Ordens m. d. St. 
,. Grietiberger Karl, Ehrendomherr und Konsistorialrat, emeritierter Dechant 
und Stadtpfarrer in Eferding, Ritter des Franz Josef-Ordens, Kor- 
respondent der k. k. Zentralkommission für Kunst- und historische 
Denkmale. 
Orieskirchen Sparkasse der Stadt. 

Herr Orillmayr Johann, Gutsbesitzer in Schwanenstadt. 
., Grimus August Ritter v. Grimburg, Dr., k. k. Hofrat, Ritter des Ordens 

der Eis. Krone HI. Kl. und des Franz Josef-Ordens, 
„ Grimus Wilhelm Ritter v. Grimburg, k. k. Oberbaurat i, R., Ritter des 

Ordens der Eis. Krone IIL Kl. 
„ *Grohmann Heinrich, Architekt, k. k. Professor i. R, 



XXXI 

Herr Großer Karl, Lithograph. 
„ Qroßmann Josef, Teilhaber der oberösterreichischen Glasmalerei. 
„ Oruhhauer Karl, Prokurist. 
Orünburg Sparkasse der Gemeinde. 

Herr Qrünner Karl, Oberlehrer an der Knaben -Volksschule. 
„ Ostöttner Franx, Maler. 
„ Guggenberger Edmund, Gymnasialschüler. 
„ Oumpelmayer Josef, Weltpriester, Professor. 
„ Outman7i M., Kaufmann. 

„ Qyri Adolf, Besitzer des gold. Verdienstkreuzes m. d. Kr. in Wien. 
„ Haas c& Söhne Philipp, Inhaber der k. k. priv. I. Teppich- und Möbelstoft- 

Fabriken. 
„ Haberl Alois, Pfarrer in Riedau, Korrespondent der k. k. Zentralkommission 

für Kunst- und historische Denkmale. 
„ Haekel Alfred, Dr. phil., k. k. Professor in Steyr. 
„ Hagenauer Simon, Dr., Hof- und Gerichtsadvokat in Wien. 
„ Hager Evermod, Dr., Chorherr von Schlägl, k. k. Professor. 
„ Hahn Hugo, Fabriksbesitzer in Helfenberg. 
,, * Haidenthaler Josef, Dr., Landes-Badearzt, Bad Hall. 
„ Hallek Paul, Oberlehrer i. P. in Urfahr. 
„ Handel Franx Freiherr v., Gutsbesitzer in Almegg. 
Frau Handel Marie Freiin v., geb. v. Guaita, in Almegg. 
„ Handel Klothilde Freiin v., geb. Gräfin Berchem, Landesgerichts-Präsidentens- 
Witwe, Besitzerin des Elisabeth-Ordens II. Kl. 
Herr Handel Friedrieh Freiherr v., k. u. k. Oberst d. K. in Salzburg. 
Frau Handel Fanni Freiin v., geb. Gräfin St. Julien in Salzburg. 
Herr Handel-Maxxetti Viktor Freiherr v., k. u. k. Oberst d, R., Konservator der 
k. k. Zentralkommission für Kunst- und historische Denkmale. 
„ Handmann Rud., P., S. J., Linz, Freinberg. 
„ Hanrieder Norbert, Pfarrer in Putzleinsdorf. 
,, Hansmann' Max, F. S.-L. Hof-, Buch- und Kunsthändler. 
„ Hanß Be?-nhard, k. u. k. Hauptmann d. R., Schloß Ranariedl. 
Frau Hardtnmth Hedwig v.. Schloß Buchenau bei Linz. 
Seine Exzellenz Harraeh Alfred Reichsgraf, k. u. k. geh. Rat und Kämmerer, 

Rittmeister a. D., Gutsbesitzer in Aschach a. d. Donau. 
Ihre Exzellenz Harrach Anna Reichsgräßn, geb. Prinzessin Lobkowitz, in 

Aschach a. d. Donau. 
Frau Hartwagner Luise, Banlderswitwe, Besitzerin des Elisabeth-Ordens II. Kl. 
Herr Haslroither Gerhard, Abt des Stiftes Schlierbach. 
„ Hatschek Ludwig, Fabriksbesitzer in Vöcklabruck. 

„ *Hauder Franx, Lehrer I. Kl. an der Knaben -Volksschule Linz -Waldegg. 
„ Hauer Julian, Konviktspräfekt und k. k. Professor in Kremamünster. 
,, Hauk Josef Karl, k. k. Hofrat i. P. 

„ Hayden Siegmund Christian Freiherr von und xu Dorff, k. u. k. Ober- 
leutnant d. R., Gutsbesitzer, Reichsrats - Abgeordneter in Dorflf bei 
Schlierbach. 
„ Heidlmair Heinrich, Dr., Sektionsrat im k. k. Ministerium für Kultus 

und Unterricht in Wien. 
„ Hein Robert Freiherr v., k. k. Landespräsident von Kärnten in Klagenfurt. 



xxxn 

Herr Heindl Leopold, Besitzer des gold. Verdienstkreuzes m. d. Kr., Realitäten- 
Besitzer, Landtags-Abgeordneter und Bürgermeister in Mauthausen. 
,, Heiniseh Amandtis sen., Kaufmann. 
., Heinisch Ämandiis jun., Kaufmann. 
., Heiser Anton, Dr., Arzt. 
,, Helletxgrtiber Josef, Bäckermeister. 

^ Hessinyer Franx, k. k. Poatamtsdirektor, Ritter des Franz Josef-Ordens. 
,, Heiß Karl, k. k. Hofrat i. P., Ritter des Leopold-Ordens. 
Fräulein *Hinghofer Emilie, Bürgerschul-Direktorin. 

Herr Hinsenkamp Heinrich, Dr., Advokat und Bürgermeister der Stadt Urfahr, 
Landtags-Abgeordneter, Ritter des Franz Josef-Ordens. 
., Hirsch Wilhelm, Kaufmann. 
„ Hittmair liiidolf, Dr., Professor der Theologie. 
Frau Hofstätter Anna, Haus- und Apotheke-Besitzerin. 
Herr Höbarth Karl, Baumeister. 
., Höhnet Wilhelm, akademischer Maler. 

,, Hörwarter Albert, k. u. k. Hauptmann d. R. in Nußdorf am Attersee. 
., HochJiauser Johann, Dr., Advokat in Steyr. 
,, Hofmann Her7nann, Privat. 
,, Hof?nann Richard, Fabriksbesitzer. 

,, Holly Karl, Kanonikus und Hauptpfarrer in Vöcklamarkt. 
„ Horcicka Adalbert, Dr., Professor am k. k. Elisabeth-Gymnasium in Wien. 
., Homstein Bernhard Freiherr v. Bnßmannshausen, k. u. k. Kämmerer. 
,, Horxeyschy Adalbert, Dr., k. k. Finanzrat. 

„ Huemer Georg, Kapitular und Musikdirektor in Kremsmünster. 
., Huster Josef, Kaufmann. 

„ Hiitter Bart/iolomätis, k. k. Oberbergrat in Salzburg. 
„ *Ilg J., Dr., Professor am Collegium Petrinum in Urfahr. 
„ Irk Franx, Chorherr von St. Florian, Pfarrvikar in Walding. 
Ischl Sparkasse des Marktes. 

Herr Jäger Ernst, Dr., Hof- und Gerichtsadvokat, Landtags -Abgeordneter, 

Landesausschußmitglied. 

„ Jeblifiger Raimund, fürsterzbischöfhcher Bau-Inspektor, Korrespondent der 

k. k. Zentralkommission für Kunst- und historische Denkmale, 

Freiburg i. Br. 

,, Jeglinger Karl, Besitzer des Ordens der Eis. Krone III. Kl. und des 

kaiserl. ottomanischen Medschidje-Ordens, k. k. Hofrat d. R. 
., St. Julien Artur Graf, k. u. k. Kämmerer, Bergrat im k. k. Ackerbau- 
Ministerium in Wien. 
Frau St. Julien Marie Agnes Gräfin, geb. Gräfin Wickenburg, k. u. k. Stern- 

kreuzordensdame in Wien. 
Seine Exzellenz St. Julien -Wallsee Klemens Graf, k. k. Landespräsident im 

Herzogtum Salzburg, k. u. k. geh. Rat und Kämmerer. 
Herr Jurasky Johann, k. k. Postsekretär in Brunn. 
„ Kahane J., Vorstand der Generalagentschaft Wien der k. k. privilegierten 

Assecurazioni generali in Wien. 
,, Kaiser Benedikt, Pfarrer in Leonfelden. 
Seine Exzellenz Kost Michael Freiherr v., k. k. Ackerbauminister a. D. und 
k. u. k. geheimer Rat in Ebelsberg. 



xxxm 

Herr Kaunitx Georg Graf, k. u. k. Kämmerer. 

• „ Kautsch Jakob, Leiter der Filiale der Allgemeinen Depositenbank in Steyr, 
Korrespondent der k. k. Zentralkommission für Kunst- und historische 
Denkmale. 

., Kempf Josef, Baurat, Stadtbauamtsleiter. 

., Keppelmayr Max, Med.-Dr. 

„ Kerbler Viktor, Oberlandesrat. 

„ Kern Franz, Kaufmann. 

„ Khuen Oaston Graf, k. u. k. Oberstleutnant d. R. 

„ Kinsky Rtidolf Gh-af, k. u. k. Kämmerer und Leutnant d. K. in Wien. 
Frau Kinsky Marie Gräfin, geb. Gräfin Wilczek in Wien. 
Kirchdorf Marktkommune. 
Kirchdorf Sparkasse der Marktkommune. 
Herr Kirehmayr Friedrich, Kaufmann. 

„ Kißling Adolf Ritter v., Dr., Gerichtsarzt. 

Kißling Karl Ritter v., Dr., k. k. Notar und Regierungsrat. 

„ Kleinschmidt Albert, Goldarbeiter, Sparkasse-Schätzmeister. 

„ Klopf Johann, Privat. 

„ Knechtl Karl, Med.-Dr. in Traun. 

., Knitl Ferdinand, Med. -Dr. in Ebelsberg. 

„ Knörlein Friedrich, Med.-Dr. in Schärding. 

„ Koch August G., evangelischer Pfarrer. 

„ Koch Jakob Ernst, Superintendent und evangelischer Pfarrer in Wallern, 
Ritter des Ordens der Eis. Krone III. Kl. 

„ Koch Friedrich, Senior und evangelischer Pfarrer in Gmunden. 

„ Koch Jjudwig, k. k. Postmeister und Realitäten-Besitzer in Ischl. 

„ Kohlmünxer Ernst, k. k. Regierungsrat. 

,, Köhler August, Privat. 

,, König Anton, Dr., k. k. Gymnasial-Professor. 

„ König Emil, Landes-Oberbaurat, Ritter des Franz Josef-Ordens. 

„ Königbauer Anton, Landesbaurat i. P. in Prag. 

„ Königstorfer Alois, Lehrer an der Jubiläumsschule. 

Körbl Karl, Med.-Dr. in Wien, kaiserl. Rat, Badearzt in Hall. 

„ Körner Reinhold, General-Repräsentant des „Anker". 

,, Korb Heinrich, Buchhändler. 

„ Kortüm A., Hausbesitzer in Urfahr. 

,, Kottiilinsky Adalbert Graf, k. u. k. Kämmerer, Gutsbesitzer in Graz. 
Frau Kottulinsky Bora Gräfin, geb. Freiin Mayr v. Meinhof, in Graz. 
Herr Krackowixer Ferdinand, Med.-Dr. in Gmunden, 

„ Krackowixer Ferdinand, Dr., kaiserl. Rat, Landesarchivar i. P., Konservator 
der k. k. Zentralkommission für Kunst- und historische Denkmale. 

„ Kränxl Emil, Dr., k. k. Postsekretär, Korrespondent der k. k. Zentral- 
kommission für Kunst- und historische Denkmale, Sekretär des Museums. 

„ Kränxl Friedrich, Med.-Dr. in Sierninghofen. 
Kremsmünster Marktgemeinde. 
Kremsmünster Sparkasse der Marktgemeinde. 
Herr Krütxner Zdenko, Gutsbesitzer in Buchenau bei Linz. 

„ Krüxner Ferdinatid Karl, Verwaltungsrat der Bank für Oberösterreich 
und Salzburg. 

C 



XXXIV 

Herr Kubinger August, Dr., k. k. Landesgerichtsrat in Krems. 
„ Kübeck Max Freiherr v., k. u. k. Legationsrat, Gutsbesitzer, Eeichsrats- 
Abgeordneter in Wien. 
Seine Exzellenz Kuenhurg Oandolf Graf, Dr., Minister a. D., k. u. k. geheimer 
Eat, Senatspräsident des Obersten Gerichts- und Kassationshofes i. P., 
Ritter des Ordens der Eis. Krone I. Kl., Mitglied des österreichischen 
Herrenhauses, Präsident des Museums. 
Ihre Exzellenz Kmnburg Marie Gräfin, geb. Gräfin St. Julien, in Salzburg. 
Herr Kühn Moritx, Färbereibesitzer. 
„ Kurxwemhart Robert, Domdechant, Besitzer des Ritterkreuzes des Leopold- 
Ordens. 
■ „ Kyrie Edttard, Apotheker in Schärding. 

., Laingruber Franz, Kaufmann. 
Lambach Benediktinerstift. 
Lambach Sparkasse des Marktes. 

Seine Exzellenz Lamberg Heinrich Graf, Herrschaftsbesitzer in Steyr. 
Herr Lamberg Karl Graf, Herrschattsbesitzer in Wien. 
„ Lampl Franx, Dr., Hof- und Gerichtsadvokat, Vizebürgermeister der 

Stadt Linz. 
„ Landerl Philibert, Dr., Konviktspräfekt und k. k. Professor in Krems- 
münster. 
„ Lang Franx, Pfarrer in St. Martin bei Ried. 
., Langsteiner Franz, Med.-Dr. in Urfahr. 
„ Langthaler Karl, k. k. Oberingenieur. 
,, Langthaler Johann B., Stiftshofmeister und Kustos der Kunstsammlung 

in St. Florian. 
„ Laver an- Stiebar Rudolf Ritter v., k. k. Staatsanwalt in Salzburg. 
„ Lechleitner Hans, Dr., k. k. Professor an der Lehrerbildungsanstalt. 
„ Lehner Franz Xaver, k. k. Gymnasial-Professor. 
„ Leitl Josef, Kaufmann in Neumarkt bei Freistadt. 
Leonfelden Sparkasse der Marktkommune. 
Frau Lettmayr Marie, Hausbesitzerin und Baumeisters -Witwe. 
Herr Liebherr Max, Kanzleichef der Firma H. Franck Söhne. 

„ Lindner Heinrich, Landhaus-Inspektor. 
Linx Aktienbrauerei und Malzfabrik. 

Linz Aktiengesellschaft der Lokomotivfabrik Krauß & Co. 
Unx Allgemeine Sparkasse und Leihanstalt. 
Linx Allgemeine österreichische Gasgesellschafts -Lokaldirektion des Linzer 

Gaswerkes. 
Linx *Bischöfliches Priesterseminar. 
Linx *Filiale der k. k. priv. Böhmischen Union-Bank. 
Linx *Linzer Ruderverein „Ister". 
Linx Oberösterreichische Baugesellschaft. 
Linx Oberösterreichischer Gewerbeverein. 
Linx Oberösterreichischer Volkskredit. 
Linx Stadtgemeinde. 
Linx Städtische Sparkasse. 

Linx-Urfahr Tramway- und Elektrizitäts-Gesellschaft. 
Herr Locker Julius, Dr., Hof- und Gerichtsadvokat, Eeichsrats-Abgeordneter. 



XXXV 

Herr Lohninger Josef, Dr., Rektor des deutschen National-Institutes S. Maria 
deir Anima in ßom. 
„ Loos Josef, Dr., k. k. Landes-Schulinspektor. 
„ Lorenz Eduard, Professor am Mädchen-Lyzeum. 
„ Lötsch Karl, Dr., k. k. Notar in Eferding. 
„ Ludwig Karl, Dr., Professor an der Handels-Akademie. 
„ Lychdorff Vinxenz v., k. k. Professor i. P. in Urfahr. 

„ Mac Newin 0' Kelly Franx Reichsfreiherr v,, k. u. k. Kämmerer, ßegierungs- 
rat in Klagenfurt. 
Frau Mac Newin 0' Kelly Eleonore Freiin v., geb. Gräfin Montfort, in Klagenfurt. 
Herr Magner Eduard, Dr., k. k. Hofrat i. P., Ritter des Franz Josef-Ordens. 
„ Mainzer Johann, Direktor der Ackerbauschule Ritzlhof i. P. in Marchtrenk. 
„ Markl Andreas, k. u. k. Major d. R. in Wien. 

„ Mathes Karl Ritter v., k. k. Oberbaurat, Ritter des Franz Josef-Ordens. 
„ Matosch Anton, Dr., Bibliothekar an der k. k. geologischen Reichsanstalt 
in Wien. 
Mattighofen Marktgemeinde. 
Mattighofen Sparkasse des Marktes. 
Herr Matxinger Theodor, Med.-Dr. in Aschach a. d. Donau. 

„ Maurhard Hermann, Dr. jur., Kaufmann. 
Mauerkirchen Marktgemeinde. 
Mautliau^Sitn Marktgemeinde. 
Mauthausen Sparkasse. 

Herr Mayböck Joh. Nep., Dr., Domherr, Konsistorialrat, Regens des bischöf- 
lichen Priesterseminars. 
„ Mayer Philipp, k. k. Postamtsdirektor in Triest. 

„ Mayr Georg, Ritter des Franz Josef-Ordens, Konsistorialrat und Stadt- 
pfarrer in Gmunden. 
„ Mayr Josef, Pfarrer in Hagenberg. 
„ Mayr Ludwig, Tischlermeister. 

„ Mayr Michael, Dr., k. k. Statthalterei- Archivdirektor und Universitäts- 
Professor in Innsbruck. 
„ Mayr Philipp, regul. Chorherr von St. Florian, Konsistorialrat, Dechant 
und Schuldistrikts -Aufseher des Dekanates Enns, Stiftspfarrer von 
St. Florian, Ritter des Franz Josef-Ordens. 
„ Mayr Sebastian, Kapitular des Stiftes und k. k. Professor in Kremsmünster, 
„ *Mayrhofer Bernhard, Dr., Zahnarzt. 
,, Mayrhuber Johann, geistl. Rat, Pfarrer in Pram. 

„ Meran Johann Oraf, Herrschaftsbesitzer in Brandhofen in Steiermark. 
„ Messerklinger Hans, Dr., k. k. Hofrat und Staatsbahndirektor. 
„ Miller xu Aichholx Viktor Ritter v., Dr., in Wien. 
„ Minkus Friedrich, Dr., Besitzer des gold. Verdienstkreuzes m. d. Kr., 

Kunsthistoriker in Wien. 
„ Mittendorfer Rudolf, Werks- und Gemeindearzt, Besitzer des gold. Ver- 
dienstkreuzes in Großraming. 
„ Mladota Adalbert Freiherr v. Solopisk, k. u. k. Kämmerer. 
„ Mörl Max v., k. k. Notar in Mauthausen. 
„ Moser Josef, Pfarrer in Zell bei Zellhof. 
„ Mostny Leopold, Likörfabrikant in Urfahr. 

C* 



XXXVI 

Herr Müller Fritx, Tapezierer und Dekorateur. 

„ Müller Franx, Med.-Dr., Stadtarzt. 

„ MülUr J. M., Kunst- und Möbeltischler, Besitzer des gold. Verdienstkreuzes. 

„ Müller Ludwig, Tändler. 

„ Munganast Emil, k. k. OberpostkontroUor. 

„ Nebinger W. F., Verwaltungsrat der Bank für Oberösterreich und Salzburg. 
*Neufelden Sparkasse des Marktes. 
Herr * Neukirch Heinrich, fürstl. Starhembergscher KontroUor. 

„ Newald Richard, Dr., Hof- und Gerichtsadvokat. 

„ Neweldowsky Max, k. k. Steuer-Inspektor. 

„ Nicolademi Alexander, Dr., Hof- und Gerichtsadvokat. 

„ Niedereder Franx, Lehrer in Vorderstoder. 

„ Nmlco Johann, Dr., k. k. Hofrat und Finanzdirektor. 
Frau Oberdörfer Marie, Doktorsgattin in Steyr. 
Herr Obermayr Paul, Kaufmann in Freistadt. 

„ * Obermüller Alois, reg. Chorherr von St. Florian, Pfarrvikar in St. Marien- 
kirchen bei Wels. 

„ Obermüller Anton, Pfarrer in Feldkirchen bei Mattighofen. 

„ Obermüller Friedrich, Dr., k. k. Notar. 
Frau Obermüllner Hermine, k. k. Hofratswitwe. 
Herr Obersinner Gustav, Chorherr von Schlägl, Pfarrer in Aigen. 

„ Öhn Hans, Gutsbesitzer, Schloß Oberweis bei Gmunden. * 

„ Öhn Hermann, Wirtschaftsbesitzer am Attersee. 

„ Oldrini FVanx, k. u. k. Major d. E. 

„ Ortner Karl, Privat. 

„ Oxlberger Josef, k. k. Hofrat i. P. 

., Paar Ludwig Graf, Dr., k. u. k. Kämmerer und k. k. Bezirkskommissär. 

„ *Paul Johann, Professor am Mädchen-Lyzeum. 

,, Pauli Ludwig, k. k. Landesgerichtsrat in Gmunden. 

„ Pauly Max, Fach-Unterlehrer. 

,. Pechan Georg, Photograph in Urfahr. 
Fräulein Pehersdorfer Anna, Fachlehrerin in Steyr. 
Herr Peter Josef, Redakteur der „Linzer Zeitung", 

„ Petx Josef, Sparkasse-KontroUor in Steyr. 

„ Peyrer Hans Ritter v. Heimstatt, Dr., Rechtsanwalt in Grieskirchen. 

„ Pfeiffer-Weißenegg Karl Edler v., k. u. k. Truchseß und Großgrundbesitzer^ 
Ritter des Ordens der Eis. Krone III. Kl. in Wien. 

„ Pia Julius, Dr., k. k. Landesgerichts-Präsident. 

„ Pierer Ignax Leo, Dr., Privat. 
Pinxger Anton, Dompropst. 

„ Piscacek lAidwig, Dr., Primararzt der Hebammen - Lehranstalt in Wien, 
Ritter des Franz Josef-Ordens. 

,, Planck Edler v. Planckburg Eduard, Gutsbesitzer in Neuhaus a. d. Donau. 
Planck Edler v. Planckburg Hermann, Gutsbesitzer in Feyregg. 

„ Planck Edler v. Planckburg Karl Maria, k. k. Ministerial -Vizesekretär im 
Ministerium des Innern, Wien. 

„ Planitx Bernhard Edler v. d., Privat. 

„ Poche Franx, Altbürgermeister der Landeshauptstadt Linz, Ritter des 
Ordens der Eis. Krone III. Kl., Graz. 



xxxvu 

Herr Poche Matthias, Kaufmann, kaiserl. Rat. 
: „ *P'öll Alfred, Dr., prakt, Arzt. 

„ Pöschl Florian, Dr., Advokat in Ried. 

„ Pöschl Pudolf, Fabriksbesitzer in Rohrbach, Landtags-Abgeordneter. 

„ Poschacher Josef, Brauereibesitzer. 

, Pott Ludwig, k. k. Oberlandesgerichtsrat i. P. 

„ Prechtl Hermann, Schriftleiter der „Innsbrucker Nachrichten", Innsbruck. 

„ Preen Hugo v., Kunstmaler, Gutsbesitzer in Osternberg bei Braunau, 
Korrespondent der k. k. Zentralkommission für Kunst- und historische 
Denkmale. 

„ Prohaska Rudolf, Dr., Hof- und Gerichtsadvokat. 

„ Pröll Ferdinand, Dr., emeritierter k. k. Notar in Salzburg. 

„ Pröll Laurenz, Dr., Chorherr des Stiftes Schlägl, k. k. Gymnasial- 
Direktor i. P. 

„ FVuckmüller Robert, k. k. Bezirkshauptmann. 
Fräulein Pulitxer Julie, Übungsschullehrerin, Besitzerin des gold. Verdienstkreuzes. 
Herr Pupp Ernst, Konditor und Hausbesitzer. 

Seine Exzellenz Puthon Viktor Freiherr v., k. u. k. geheimer Rat, k. k. Statt- 
halter in Oberösterreich i. P., Ritter des Ordens der Eis. Krone I. Kl., 
Ritter des Franz Josef-Ordens, Herrenhausmitglied, Salzburg. 
Ihre Exzellenz Puthon Sophie Freiin v., geb. Gräfin Bombelles, in Salzburg. 
Herr Quirein Moritz, Verlagsbuchhändler. 

„ Ramsauer Alois, Bäckermeister. 

„ Ramsdorfer Anton, k. k. Hofrat. 

„ Rau Hugo, k. k. Qberrechnungsrat i. P. 
Frau Reibmayr Marie, geb. v. Dierzer, Med.-Dr.-Gattin. 

Herr Reichet Karl, Generaldirektor der Kleinmünchener Aktiengesellschaft für 
Baumwollspinnerei und mechanische Weberei. 

„ Reif Josef, Pfarrer in Klam. 

,, Reininger Franz, Kaufmann. 

„ Reininger Karl, Fabriksbesitzer, Landtags-Abgeordneter etc. 

„ Reiß Hermann, Med.-Dr., Bahn- und Gerichtsarzt. 

„ Reitinger Matthias, Privat, 
Seine Exzellenz Revertera de Salandra Friedrich Graf, k. u. k. geheimer Rat und 
Kämmerer, Mitglied des Herrenhauses etc., in Parsch bei Salzburg. 
Herr Rezabek Sebastian, k. k. ÜbungsschuUehrer, Bezirksschulinspektor. 

„ Rezac Franz, Maler. 
Ried Stadtgemeinde. 
Herr Rieder Eduard, Tabakhauptverleger, 

„ Rigele Gustav, Dr., k, k. Notar, Ritter des Franz Josef-Ordens. 

„ Ritzberger Albert, Kunstmaler. 

„ Ritzberger Engelbert, Drogenhändler. 

„ Rixner Alexander, k. u. k. Hof- und Kammerbuchbinder, k. u. k. n. a. Leutnant. 
Rohrbach Bezirks-Lehrerbibliothek. 

Herr Rolleder Anton, Professor und k. k. Bezirksschulinspektor in Steyr, Besitzer 
des gold. Verdienstkreuzes m. d. Kr. 

„ Rosenbauer Konrad, Kaufmann. 

„ Ruekensteiner Friedrich, emeritierter k. k, Bezirksrichter. 

„ Rucker Franz, Privat. 



XXXVIII 

Frau Rticker Marie, Private. 

Herr Rupertsberger Matthias, reg. Chorherr von St. Florian, Pfarrvikar zu 

Ebelsberg. 
„ Rüling Hans Freiherr v., k. u. k. Leutnant d. K. in Schloß Einöd, 

Steiermark. 
<, Saclisperger Josef, Buchhändler. 
., Sadleder Karl, Privat. 

„ Sailer Josef, Propst und lat. Abt des reg. Ohorherrenstiftes St. Florian. 
,, Salburg Julius Oraf k. u. k. Kämmerer, Bezirkshauptmann und Statt- 
haltereirat in Gmunden. 
„ Sames Josef Revident der k. k. Staatsbahnen. 
„ Samhaber Edward, Professor an der k. k. Lehrerbildungsanstalt. 
„ Sander Otto, Privat. 
„ Saramr Josef k. k. Notar in Mödling. 
„ Sassy MoriU, Hörer der Philosophie, k. u. k. Leutnant d. E. in Freihof- 

Steindlbach, Post Peuerbach. 
„ Saxinger Her7nann, Kaufmann. 

„ Sehaehermayer Matthias, Hausbesitzer und Schlossermeister. 
,, Sehachinger Qeorg Julim, Eealitätenbesitzer in Hinterstoder, 
., Sehachinger Norbert, Abt des Stiftes Schlägl, Sr. k. u. k. Apost; Majestät 

Rat, Ritter des Leopold-Ordens etc. 
„ Schadler Karl, Tonwarenfabrikant. 
„ Sehamberger Hans, Lehrer in Lohnsburg. 
„ Scharfen Gustav Ritter v. Hennedorf Vizepräsident des k. k. Oberiandes- 

gerichtes in Wien. 
„ Schalter Franz, Direktor des k. k. Staatsgymnasiums in Freistadt. 
„ Schauer Johann, Dr., Ritter des Ordens der Eis. Kr. IH. Kl. und des 

Franz Josef-Ordens, Advokat und Bürgermeister in Wels, Landtags- 
Abgeordneter. 
„ Schedle Anton, k. k. Oberingenieur und Baubezirksleiter in Wels, Besitzer 

des gold. Verdienstkreuzes m. d. Kr. 
„ Seheiblhofer Jakob, Küchen- und Kellermeister des Stiftes Schlägl. 
,, Sclieichl Franx, Dr., Professor an der Handels-Akademie. 
„ Scheinig Franx, Betriebsleiter der Elektrizitätswerke. 
„ Scherzi Johann Nep., Realitätenbesitzer. 
,. Sehiefthaler Franz, Architekt, Direktor der k. k. allgemeinen Staats- 

Handwerkerschule, Konservator der k. k. Zentralkommission für 

Kunst- und historische Denkmale. 
„ Schießer Anton, Dr., Professor der k, k. Staatsrealschule in Pilsen. 
„ Schiffmann Konrad, Dr., Weltpriester, Professor am CoUegium Petrinum 

in Urfahr-Linz. 
„ Schiller Edward, Dr., Konzeptsadjunkt. 
„ Schmidbauer Lambert, Pfarrer in Altmünster. 
,, Schmidel Edmund, k. k. Landesgerichtsrat a. D. und Konservator der 

k. k. Zentralkommission für Kunst- und historische Denkmale, in Steyr. 
,, Schmiedegg Franx Oraf, k. u. k. Kämmerer in Gmunden. 
,, Schmiedegg Gustav Graf, k. k. Bezirkshauptmann in Kirchdorf. 
„ Schmieder Pius, Dr., Kapitular des Stiftes Lambach, Benefiziat zu 

Stadl-Paura. 



XXXIX 

Herr Schmit Heinrich, Dr., k. k. Professor und Primararzt. 

Schneiderbauer Paul, Seelsorger der Waisenkolonie in Hart bei Leonding. 
., Sehnopfhagen Franx, Med.-Dr., Landes-Sanitätsrat, Primararzt der Landes- 
irrenanstalt in Niedernhart. 
., Sehonbaß Josef, Pfarrer in Rainbach bei Freistadt. 
,, Schöppl August, Schulleiter i. P. 

Schrack Karl, kaiserl. Rat, Ritter des Franz Josef-Ordens, Oberinspektor 
a. D. der k. k. österreichischen Staatsbahnen. 
,, Schrack Karl, Dr., Sanitätskonzipist und Oberbezirksarzt. 
„ Schröckenfux Oottlieb, Werksbesitzer in Roßlei then bei Windischgarsten, 

Besitzer des gold. Verdienstkreuzes m. d. Kr. 
„ Schuhbaur Roman, Kaufmann in Enns. 
„ Schuster Josef, Med.-Dr., k. k. Oberbezirksarzt in Steyr. 
., Schüeker Franz Edler v. Hunnwall, k. u. k. Oberstleutnant d. R. 
,, Schwab Qeorg, Schieferdeckermeister. 
Schwanenstadt Stadtgemeinde. 

Herr Schwarz Ludivig, Senior und evangelischer Pfarrer in Gallneukirchen, 
Ritter des Franz Josef-Ordens. 
„ Schweiger Josef Ritter v. Montevento, k. k. Statthaltereirat, Wels. 
„ Schweitzer Jjvdwig, Buchhalter. 

., Seidel Rudolf, techn. Direktor der Oberösterreichischen Baugeselisehaft. 
,, Sekkt;*- Franz, k. k. Major in Pisek. 
„ *Selle Friedrich, Dr., evang. Pfarrer in Steyr. 
„ Semsch Max, Dr., Privat in Urfahr. 

,, Seyrl Hugo, Jurist, Hannsberg bei St. Johann am Windberg. 
„ Seyrl Ludwig, Schloß Starhemberg bei Haag. 
., Silber Matthias, regul. Chorherr, Novizenmeister, Kustos der Stiftskirche 

in St. Florian. 
., Sommerhuber Karl, Kaufmann. 
., Sonnleithner Andreas, Dr., Amtsdirektor der Allgemeinen Sparkasse und 

Leihanstalt. 
„ Soyka Karl v., k. u. k. Oberst a. D. 
,, Spaun Ijudtvig Ritter v., k. k. Ministerialrat und Mitglied der statistischen 

Zentralkommission in Wien. 
„ Spaun Max Freiherr v., Ritter des Ordens der Eis. Krone HI. Kl., 

k. k. Kommerzialrat, Fabriksbesitzer in Klostermühl. 
~, Sprinzenstein Max Oraf, k. u. k. Kämmerer, Oberleutnant d. R., Ritter 
des Ordens der Eis. Krone IIL Kl. 
Frau Sprinzenstein Almerie Gräfin, geb. Gräfin Schlick. 
Staats- Oberrealsehule k. k. 
Herr *Stadlbauer Julius, Jurist, Wels. 

Stagl Alexander, Generalagent der Versicherungs- Gesellschaft „Öster- 
reichischer Phönix", 
Seine Durchlaucht Herr Starhemberg Ernst Fürst, Herrenhausmitglied, Guts- 
besitzer etc. 
Herr Starke Gustav, Feinmechaniker in Grub am Hallstätter See. 
„ Staubitzer Georg, Privat. 
,, Steinbauer Matthias, k. u. k. Major d. R. 
,, Steinberger Friedrich, Disponent. 



XL 

Herr Steinberger Otcstav, konz. Baumeister. " . 

„ Steiner Josef, Privat. 

„ Stelxl Pereyrin, k. k. Ober-Forstkommissär. 

„ Stengl Karl, Magister der Pharmazie, Chef der Firma Paul Kern. 
Steyr Stadtgeraeinde. 
Steyr Sparkasse der Stadt. 
Herr Stieglitz Franz, Konsistorialrat, Domherr. 
„ Stifter Theodor, Dr., k. k. Auskultant in Grein. 

„ Stockhammer Emmerich, Med.-Dr., k. k. Landes-Sanitätsrat und Stadtarzt. 

, „ Stockhammer Gustav, Oberinspektor der österreichischen Nordwestbahn, 

Korrespondent der k. k. Zentralkommission für Kunst- und historische 

Denkmale in Floridsdorf bei Wien. 

„ Stourzh Aloiü Edler v., Dr., Vizepräsident des k. k. Kreisgerichtes in 

Korneuburg. 
„ Straberger Alfred, k, k. Landesgerichtsrat i. P. in Urfahr. 
„ Straberger Josef, k. k. Ober-Postkontrollor i. P., Ritter des Franz Josef- 
Ordens, Konservator der k. k. Zentralkommission für Kunst- und 
historische Denkmale, Vizepräsident des Museums. 
„ Strachwitz Zdenko Oraf k. u. k. Kämmerer, Rittmeister a. D., Gutsbesitzer 
in Mamling bei Braunau. 
Frau Strachwitz Hilda Gräfin, geb. Reichsfreiin v. BlittersdorfF, in Mamling. 
Herr Strnadt Julius, k. k. Oberlandesgerichtsrat i. P. 
„ Strobl Johann, geistlicher Rat und Stadtpfarrer in Steyr. ;' 

Suttner Ferd., niederösterr. Landesbeamter. 
„ Taxis Johann Graf, Gutsbesitzer in Graz. 
„ Teutschmann Karl, Dr., Advokat in Amstetten. 
„ Thalmayr Franz, Dr., Direktor des Mädchenlyzeums. 
„ Thürheim Andreas Graf, Oberst-Erbland-Falkenmeister im Erzherzogtume 
Osterreich ob der Enns, k. u. k. Kämmerer, Major a. D., Schloß Weinberg. 
„ Tischler Moritz, Ingenieur, Regierungsrat und Oberinspektor der k. k. Staats- 
bahnen. 
„ Titze Julius, Fabrikant. 
Frau Töpfer Johanna, Antiquitäten-Händlerin. 
Herr Trauner Jakob, Kaufmann. 
„ Tscherne Fritz, Kaufmann, k. u. k. Hoflieferant. 
,, Tscherne Rudolf, Dr., Apotheker. 
„ Uitz Karl, Gutsbesitzer in Irnharting. 
Urfahr Stadtgemeinde. 
Urfahr Sparkasse der Stadt. 
Herr Van-Zel v. Arlon Artur, k. u. k. Oberstleutnant im 78. Inft.-Rgmt. in FoÖa, 

Bosnien. 
Vöcklabruck Bezirks-Lehrerbibliothek. 

Vöcklabruck Stadtgemeinde. c 

Herr Vomviller Heinrich, Gutsbesitzer auf Schloß Lichtenau bei Haslach. 
„ Wagner Karl, Med.-Dr., Hausarzt der oberösterr. Landes-Irrenanstalt in 

Niedernhart bei Linz, 
„ * Wagner Karl, Maler in Wels. 
Waixenkirchen Marktkommune. 

Herr Walcher Alois, Direktor der k. k. Taubstummen-Lehranstalt, Ritter des 
Franz Josef-Ordens. 



XLI 

Herr Was7ner Johann v., k. u. k. Oberst d. R. 
„ Wasserburger Franz, Dr., praktischer Arzt. 
„ Wastler Franx, k. k. Schulrat, Professor i. P. 
„ Wegrosta Karl, Oberlehrer in Spital am Pyhrn. 

Weidenweber Theodor, Maschinenfabrikant, Installateur und Hausbesitzer. 
Weidinger Josef, Zahnarzt. 
„ Weikl Franz, Baumeister. 

„ Weingärtner Josef M., Brauereibesitzer in Hagen. 
„ Weingärtner Robert, Fabrikant. 

„ Weinmayr FVanx, Ritter den Ordens der Eis. Krone III. KL, päpstlicher 
Hausprälat und päpstlicher geheimer Kämmerer, Ehrendomherr, 
Kon-»istorialrat, Dechant und Pfarrer in Ischl. 
„ Weiß Julius, Privat. 

„ *Weiß Karl, Supplent am Collegium Petrinum in Urfahr. 
„ Weiß Jjudwig, Privat in Wien. 
„ Weiße Moritz, k. k Bezirksrichter i. P. 

„ Weißenicolff Konrad Reiehsgraf Ungnad v., k. u. k. Kämmerer, Oberst- 
Erbland-Hofmeister in Österreich ob der Enns, Mitglied des Herren- 
hauses des österreichischen Reichsrates, Landtags -Abgeordneter, 
Gutsbesitzer in Steyregg. 
Wels Stadtgemeinde. 
Wels Sparkasse der Stadt. 

Herr Wendling Ludwig, Gemeindearzt in Ach an der Salzach. 
„ Wenger Leopold, Dr., praktischer Arzt in Urfahr. 

„ Werkowitsch Konstantin, kaiserl. Rat, Sekretär des o.-ö. Landeskulturrates. 
,. Wertheinier Julius, Gutsbesitzer in Ranshofen. 
„ Wertheimer Philipp, Gutsbesitzer in Ranshofen. 
Weyer Sparkasse. 
Herr * Wickenburg Max Graf, Dr., k. k. Hofrat. 

„ Wieninger Oeorg, Realitätenbesitzer in Schärding, Ritter des Franz Josef- 
Ordens. 
,, Wilcxek Hans jun. Graf, k. u. k. Kämmerer in Wien. 
Frau Wilcxek Elisabeth Gräfin, geb. Gräfin Kinsky, in Wien. 
Herr Wildatcer Ernst Ritter v., Dr., Advokat in Perg. 
„ Wildmoser Richard, Kaufmann, Kassier des Museums, Besitzer des gold. 
Verdienstkreuzes m. d. Kr. 
Frau Wildmoser Karoline, Kaufmannswitwe. 
Herr Wimhölxel Arnold Kajetan, k. u. k. Leutnant d. R. 
„ Wimmer August, k. k. Finanz-Rechnungsoffizial. 
,. Wimmer Julius, Buchdruckerei-Besitzer. 
Windischgarsten Sparkasse der Marktkommune. 
Herr Winkler Adolf k. k. Postmeister. 

„ Winkler Friedrich, k. k. Finanz-Rechnungsrat. 
Frau Wit v. Döring Johanna, geb. Baronin Kotz. 
Herr Wittrich Karl, Kaufmann. 

Wahrer Jttstinus, P., Dr., Bibliothekar des Stiftes Wilhering. 
„ Wolfinger Leopold, Hotelier. 

„ Wötxl Alois, Dr., k. u. k. Oberstabsarzt d. R., Ritter des Ordens der 
Eis. Krone III. Kl., Korrespondent der k. k. Zentralkommission für 
Kunst- und historische Denkmale. 



XLTI 

Herr Wurm Hans, Hotelier. 

„ Wmchko Ernest, Pfarrer in Spital am Pyhrn. 

„ Würfl Christoph, k. k. Gymnasial-Direktor. 

„ Zechenter Klemens, Dr., k, k. Sanitätsassistent. 

,, Zeisx Heinrich, Direktor der Linzer Aktienbrauerei. 

, Zeitlingers Sohn Michael, Sensenfabrikant in Blumau bei Kirchdorf. 

., Zeller Emil, Apotheker in Windischgarsten. 

„ Zellner Heinrich, königl. Rentamtmann in Freising, Bayern. 
Zentralmrband der Sensen-, Sichel- und Strohmesser-Gewerke in Oberösterreich. 
Herr *Zibermayr Ignaz, Dr., Landesarchivar. 

„ Zoeehbamr Johann, Dr., Direktor am Collegium Petrinum in Urfahr, Ritter 
des Franz Josef-Ordens. 

„ Zoepf Franz, k. k. Regierungsrat, Landes-Kulturinspektor. 

,, Zötl Anton, Dr., Konzeptsadjunkt. 

„ Zuckrigl Anton, Dr. 

Stand der Mitglieder am 31. März 1904: 

Ordentliche Mitglieder 593 

Ehrenmitglieder 20 

Mandatare ^^ 

Korrespondierende Mitglieder 14 



Sterbefälle. 

Herr Bauer Eberhard, P., Prior des Stiftes Schherbach, Korrespondent der 
k. k. Zentralkommission für Kunst- und historische Denkmale. 

„ Brandlmayr Michael, Med.-Dr., kaiserl. Rat, Mitglied des k. k. Sanitäts- 
rates und Oberbezirksarzt i. P. 

„ Derleth Ignax, k. k. Landesgerichts-Präsident i. P. und Komtur des Franz 
Josef-Ordens etc. in Wien. 

„ Dierxer Emil Ritter v. Traunthal, Ritter des Ordens der Eis. Krone III. KL, 
Fabriksbesitzer, Landeshauptmann-Stellvertreter etc. (Ehrenmitglied). 

„ Frieß Gottfried, Dr., Stiftsbibliothekar und Archivar, k. k. Professor, Konsi- 
storialrat, Meister des deutschen Hochstiftes in Frankfurt a. M. etc., 
Seitenstetten (Ehrenmitglied). 

„ Seine Durchlaucht Kinsky Ferdinaiid Fürst, Ritter des gold. Vlieses, 
k. u. k. geheimer Rat und Kämmerer, Mitglied des österr. Herren- 
hauses etc., Wien. 

,, Kurz Alois, Dr., emerit. k. k. Notar in Steyr. 

„ Mayer Johann, k. k. Postmeister i. P., Grieskirchen (Mandatar). 

„ Neswadba Johann, k. u. k. Major d. R. 

„ Poschacher Anton, Architekt, Granitwerkbesitzer, Mauthausen. 

,, Weeser-Krell Jakob, Ingenieur und Aquarellmaler, Komtur des päpstlichen 
St. Gregorius-Ordens, Schloß Haus. 

„ Wichner Jakob, P., Kapitular des Stiftes Admont, Besitzer der gold. Me- 
daille für Kunst und Wissenschaft, Korrespondent der k. k. Zentral 
kommission etc. (Ehrenmitglied). 

„ Zittel Karl Alfred Ritter v., Dr., k. Geh. Rat, Universitäts-Professor etc. 
München (Ehrenmitglied). 



Verzeichnis 

der 

wissenschaftlichen Gesellschaften und Anstalten, 

mit welchen Schriftenaustausch stattfindet. 



Aachen. Aachener Geschichtsverein. 

Agram. Gesellschaft für südslavische Geschichte und Altertumskunde. 

— Societas historica naturalis croatica. (Kroatischer naturwissenschaftlicher 

Verein.) 
Altenburg. Die geschichts- und altertumsforschende Gesellschaft des 

Osterlandes. 
Augsburg. Naturwissenschaftlicher Verein für Schwaben und Neuburg. 

— Historischer Verein im Regierungsbezirke Schwaben und Neuburg. 
Baden bei Wien. Gesellschaft zur Verbreitung wissenschaftlicher Kenntnisse. 
Bamberg. Historischer Verein für Oberfranken. 

— Naturforschende Gesellschaft. 

Basel. Historische und antiquarische Gesellschaft. 
Berlin. Königlich preußische Akademie der Wissenschaften. 

— Verein für Geschichte der Mark Brandenburg. 

— Gesellschaft naturforschender Freunde. 

— Botanischer Verein der Provinz Brandenburg. 

— Der deutsche Herold. 

Bern. Schweizerische naturforschende Gesellschaft. 

— Naturforschende Gesellschaft in Bern. 
Bistritz in Siebenbürgen. Gewerbeschule. 

Bonn. Naturhistorischer Verein der preußischen Rheinlande und Westfalen 
(vordem ., Niederrheinische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde"). 
Boston. Society of natural history. 

— American Academy of arts and sciences. 
Braunschweig. Verein für Naturwissenschaften. 
Bregenz. Museumsverein für Vorarlberg, 
Bremen. Naturwissenschaftlicher Verein. 

Breslau. Verein für Geschichte und Altertum Schlesiens. 



XLIV 

Breslau. Schlesische Gesellschaft für vaterländische Kultur. 
Brooklyn. Museum of the Brooklyn Institute of arts and sciences. 
Brunn. Museumssektion der k. k. mährischen Gesellschaft zur Beförderung 
der Landwirtschaft, der Natur- und Landeskunde. 

— Museum Francisceum. 

— Mährischer Landesausschuß. 

— Der Verein für die Geschichte Mährens und Schlesiens. 

— Naturforschender Verein. 

— Mährisches Gewerbemuseum. 

Brüssel. Soci4t6 royale malacolique de Belgique. 

— Academie royale des sciences, des lettres et des beaux arts. 
Budapest. Ungarisches National-Museum. 

— Königlich ungarische Akademie der Wissenschaften. 

— Mathematische und naturwissenschaftliche Berichte aus Ungarn. 

— Königlich ungarische geologische Anstalt. 
Budweis. Städtisches Museum. 

Buenos Aires. Bureau g^n^ral de statistique de la province de Buenos 

Aires. 
Cambridge, Massachusetts. Museum of comparative zoology. 
Chemnitz. Naturwissenschaftliche Gesellschaft. 

— Verein für Chemnitzer Geschichte. 

Cherbourg. Soci^tö nationale des sciences naturelles de Cherbourg. 

Chicago. Academy of sciences. 

Christiania. Königlich norwegische Universität. 

Chrudim. Kaiser Franz Josef-Gewerbemuseum für Ostböhmen. 

Chur. Historisch-antiquarische Gesellschaft von Graubünden. 

Cincinnati. Museum Association. 

— The Uoyd museum and library. 
Dan zig. Naturforschende Gesellschaft. 

Darmstadt. Historischer Verein für das Großherzogtum Hessen. 
Davenport, Jova, U. S. A. Academy of natural sciences. 
Dillingen a. D. Historischer Verein für Dillingen und Umgebung. 
Donaueschingen. Verein für Geschichte und Naturgeschichte der Baar 

und der angrenzenden Landesteile. 
Dresden. Königliche Sammlungen für Kunst und Wissenschaft. 

— Königlich sächsischer Altertumsverein. 

— Naturwissenschaftliche Gesellschaft „Isis". 

Dürkheim. „Polichia", naturwissenschaftlicher Verein der ßheinpfalz. 
Düsseldorf Naturwissenschaftlicher Verein. 

Eisleben. Verein für Geschichte und Altertümer der Grafschaft Mansfeld. 
E 1 b e r f e 1 d. Naturwissenschaftlicher Verein. 

Emden. Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländische Altertümer 
Ostfrieslands. 

— Naturforschende Gesellschaft. 

Enns. Musealverein für Enns und Umgebung. 

Erfurt. Königliche Akademie gemeinnütziger Wissenschaften. 

Erlangen. Physikalisch-medizinische Sozietät. 

Florenz. Societä Entomologica Italiana. 

Frankfurt a. M. Verein für Geschichte und Altertumskunde. 



XLV 

Frankfurt a. M. Senckenbergsche naturforschende Gesellschaft. 

Frauen fe Id. Thurgausche naturforschende Gesellschaft. 

Freiburg im Breisgau. Gesellschaft für Beförderung der Geschieh ts-, 

Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den 

angrenzenden Landschaften. 

— Naturforschende Gesellschafc. 

Freistadt. Kaiser Franz Josef-Staatsgymnasium. 

Friedrichshafen. Verein für Geschichte des Bodensees und seiner Um- 
gebung (Lindau). 
Gallen St. (Schweiz). Historischer Verein. 

— Naturwissenschaftliche Gesellschaft. 

Gießen. Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. 

— Oberhessischer Geschichtsverein. 

G m u n d e n. Forstverein für Österreich ob der Enns. 

— Kommunal-Gymnasium. 

Görlitz. Gesellschaft für Anthropologie und Urgeschichte der Oberlausitz. 

— Naturforschende Gesellschaft. 

Göttingen. Königl. Gesellschaft der Wissenschaften. 
Graz. Landesmuseum „Joanneum" für Steiermark. 

— Steiermärkisches kulturhistorisches und Kunstgewerbe - Museum im 

Joanneum. 

— Historischer Verein für Steiermark. 

— Verein der Ärzte Steiermarks. 

— Naturwissenschaftlicher Verein für Steiermark. 
Greifs wald. Rügisch-pommerischer Geschichtsverein. 

— Geographische Gesellschaft. 

— Naturwissenschaftlicher Verein für Neu -Vorpommern und Rügen. 
Güstrow (Mecklenburg-Schwerin). Verein der Freunde der Naturgeschichte. 
Halle a. d. S. Kaiserlich Leopoldioisch-Karolinische deutsche Akademie der 

Naturforscher. 

— Thüringisch-sächsischer Verein für Erforschung des vaterländischen Alter- 

tums und Erhaltung seiner Denkmale. 

— Verein für Erdkunde. 

Hamburg. Verein für hamburgische Geschichte. 

— Verein für naturwissenschaftliche Unterhaltung. 

Hanau. Wetterauer Gesellschaft für die gesamte Naturkunde. 

Hannover. Naturhistorische Gesellschaft. 

Heidelberg. Historisch-philosophischer Verein. 

Hermannstadt. Verein für siebenbürgische Landeskunde. 

' — Verein für Naturwissenschaften. 

Innsbruck. Museum Ferdinandeum. 

Jena. Verein für thüringische Geschichte und Altertumskunde. 

— Geographische Gesellschaft für Thüringen. 

J u r j e f f (Dorpat, russ. Livland). Naturforscher-Gesellschaft. 
Kassel. Verein für Naturkunde. 

Kiel. Schleswig - Holstein - Lauenburgische Gesellschaft für vaterländische 
Geschichte. 

— Naturwissenschaftlicher Verein für Schleswig-Holstein. 

— Schleswig-Holsteinisches Museum vaterländischer Altertümer. 



XL VI 

Kiew. Gesellschaft der Naturforscher. 

Klagenfurt. Naturhistorisches Landesmuseum von Kärnten. 

— Geschichtsverein für Kärnten. 

Klausenburg. Medizinisch -naturwissenschaftliche Sektion des siebenbürgi- 

schen Museumvereins. 
Knin (Dalmatien). „Staro-Hrvatska Prosvjeta." 
Köln. Historischer Verein für den Niederrhein. 
Königsberg. Physikalisch - ökonomische Gesellschaft. 
Kopenhagen. Soci^t^ royale des antiquaires du nord. 
Krakau. Akademie der Wissenschaften. 
Kremsmünster. K. k. Obergymnasium der Benediktiner. 
Laibach. Museal verein für Krain. 
Landshut. Historischer Verein von und für Niederbayern. 

— Botanischer Verein. 
Leipzig. Verein für Erdkunde. 

Leisnig (Sachsen). Geschichts- und Altertumsverein. 
Leyden. Maatschappij van Nederland'sche Letterkunde. 
Lindau, siehe Friedrichshafen. 
Linz. Landeskulturrat für Österreich ob der Enns. 

— K. k. oberösterreichische Landwirtschaftsgesellschaft. 

— Handels- und Gewerbekaramer für Österreich ob der Enns. 

— Verein für Naturkunde. 

— K. k. Staatsgymnasium, 

— K. k. Staats-Oberrealschule, 

— K. k. Lehrer- und Lehrerinnen-Bildungsanstalt. 

— K. k. allgemeine Staatshandwerkerschule. 

— Öffientliche Handels-Akademie. 

— Bischöfliches Knabenseminar „Collegium Petrinum". 

— Mädchen-Lyceum. 

— Oberösterreichischer Gewerbeverein, 
London. British museum (natural history). 
St. Louis. Academy of science. 

— Botanical garden. 

Lübeck. Geographische Gesellschaft. 

Luxemburg, „Fauna", Verein Luxemburger Naturfreunde, 

— La soci^te G.-D. de Botanique du Grand-Duchö de Luxembourg. 
Luzern. Historischer Verein der fünf Orte Uri, Schwyz, Unterwaiden, Luzem 

und Zug. 
Mainz. Verein zur Erforschung der rheinischen Geschichte und Altertümer. 
Marburg. Gesellschaft zur Beförderung der gesamten Naturwissenschaften, 
Meissen. Verein für Geschichte der Stadt Meissen. 
Metz. Verein für Erdkunde. 

— Gesellschaft für lothringische Geschichte und Altertumskunde. 
Milwaukee. Public museum of the City of Milwaukee. 
Montevideo. Museo nacional. 

Montreal (Canada). Soci6t6 de numismatique et d'arch^ologie. 
Moskau. Kaiserliche Gesellschaft der Naturforscher. 
München. Königlich bayerische Akademie der Wissenschaften. 

— Historischer Verein von und für Oberbayern. 



XLvn 

München, Geographische Gesellschaft. 

— Ornithologische Gesellschaft in Bayern. 

Münster. Eedaktion des „Literarischen Handweiser", zunächst für das 

katholische Deutschland. 
Neisse. WissenschaftHche Gesellschaft „Philomathie". 
Neuburg a.d.D. Historischer Verein. 
Nürnberg. Germanisches Museum. 

— Naturhistorische Gesellschaft. 
Offenbach. Verein für Naturkunde. 
Osnabrück. Naturwissenschaftlicher Verein. 
Paris. Museum d'histoire naturelle. 

P a 8 s a u. Naturhistorischer Verein. 

Petersburg. Comit^ g^ologique. 

Posen. Historische Gesellschaft für die Provinz Posen. 

Prag. Königlich böhmische Gesellschaft der Wissenschaften. 

— Verein für die Geschichte der Deutschen in Böhmen. 

— Naturwissenschaftlicher Verein „Lotos"'. 

— Direktion der k. k. Sternwarte. 

— Museum des Königreiches Böhmen. 

— Kunstgew. Museum der Handels- und Gewerbekammer. 
Preßburg. Verein für Heil- und Naturkunde. 
Regensburg. Naturwissenschaftlicher Verein. 

— Königlich botanische Gesellschaft. 

— Historischer Verein von Oberpfalz und Eegensburg. 
Reichenberg. Verein der Naturfreunde. 

— Nordböhmisches Gewerbemuseum. 
Ried. K. k. Staatsgymnasium. 

Rio de Janeiro. Museo nacional. 

Rom. Academia dei Lincei. 

Salzburg. Städtisches Museum Carolino Augusteum. 

— Gesellschaft für salzburgische Landeskunde. 

Salzwedel. Altmärkischer Verein für vaterländische Geschichte und Industrie 

(Abteilung für Geschichte). 
San Jose (Costa Rica, Zentralamerika). Museo national. 
San Salvador. Imprenta national. 

Sarajevo. Direktion des bosnisch-herzegowinischen Landesmuseums. 
Schwäbisch-Hall, Historischer Verein für das württembergische Franken. 
Schwerin. Verein für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. 
Seitenstetten. K. k. Obergymnasium der Benediktiner. 
Spalato. Archäologisches Museum. 
Stavanger, Norwegen. Museum. 
Steyr. K. k. Staats-Oberrealschule. 
Stockholm, K. svenska vetenskaps academien. (Acad^mie royal su^doise 

des Sciences.) 

— K. vitterhets historie och antiquitets academien, 

Straßburg. Gesellschaft für Erhaltung der geschichtlichen Denkmale im 
Elsaß. 

— Kaiserliche Univeraitäts- und Landesbibliothek. 
Stuttgart. Verein für vaterländische Naturkunde Württembergs. 



xLvni 

Stuttgart. Württembergisclie Vierteljahrshefte für Landesgeschichte. 

— Meteorologische Zentralanstalt. 

— Württembergischer Anthropologischer Verein. 
Teplitz. Museumsgesellschaft. 

Troppau. Kaiser Franz Josef-Museum für Kunst und Gewerbe. 
U 1 m. Verein für Kunst und Altertum in Ulm und Oberschwaben. 

— Verein für Mathematik und Naturwissenschaften. 
TJpsala. Königliche Universität. 

Venedig. Del reale instituto veneto di scienze, lettere ed arti. 
Verona. Accademia d'agricultura, arti e commercio. 
Washington. U. S. National-Museum. 

— National academy of sciences. 

— U. S, Geologlcal survey. 

— Bureau of ethnology. 

— U. S. Departement of agriculture. 

— Smithsonian institution. 
Wels, Städtisches Gymnasium. 

Wien. Kaiserliche Akademie der Wissenschaften. 

— K. k. Hofbibliothek. 

— K. k. Familien-Fideikommiß-Bibliothek. 

— Bibliothek des k. k. Ministerrats-Präsidiums. 

— Bibliothek des k. k. Ministeriums des Innern. 

— Bibliothek des k. k. Ministeriums für Kultus und Unterricht. 

— K. k. Universitäts-Bibliothek. 

— K. k. geologische ßeichsanstalt. 

— K. k. naturhistorisches Hofmuseum. 

— K. k. österreichisches Museum für Kunst und Industrie. 

— K. k. statistische Zentralkommission. 

— K. u. k. Heeresmuseum. 

— K. k. Zentralkommission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und 

historischen Denkmale. 

— K. k. geographische Gesellschaft. 

— K. k. zoologisch-botanische Gesellschaft. 

— K. k. heraldische Gesellschaft „Adler". 

— K. k. hydrographisches Zentralbureau. 

— Anthropologische Gesellschaft. 

— Altertumsverein. 

— Verein für Landeskunde in Niederösterreich. 

— Verein zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse. 

— Verein der Geographen an der k. k. Universität. 

— Wissenschaftlicher Klub. 

— Gesellschaft für die Geschichte des Protestantismus in Österreich. 

— Akademischer Verein deutscher Historiker. 

— Numismatische Gesellschaft. 

— Klub der Münz- und Medaillenfreunde. 

— Wiener entomologischer Verein. 

— Verein für österreichische Volkskunde. 

— Österreichische Gesellschaft für Meteorologie. 

Wiesbaden. Verein für nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung. 



XLIX 

Wiesbaden. Verein für Naturkunde im Herzogtume Nassau. 

Wisconsin. Naturhistorischer Verein. 

Würz bürg. Historischer Verein für Unterfranken und Aschaffenburg. 

— Physikalisch-medizinische Gesellschaft, 

Zürich. Antiquarische Gesellschaft (Gesellschaft für vaterländische Alter- 
tümer). 

— Schweizerisches Landesmuseum. 

— Naturforschende Gesellschaft. 
Zwickau. Verein für Naturkunde. 

— Altertumsverein für Zwickau und Umgebung. 



D 



i 



Vermehrung der Sammlungen. 

(1. April 1903 bis Ende März 1904.) 



Archiv. 

A. Schwertberger Archivalien. 
(Durch Kauf erworbene Archivalien aus dem Schloßarchiv von Schwertberg.) 

Sie gliedern sich in 

1. Wall seer Urkunden und Akten. Verwaltunga- und Wirthschaftsacten 

aus dem gesammten Güter- und Pfandbesitzbereich der Familie von 
Wallsee, von der Grenze Böhmens und Mährens bis an die Adria 
(Castua und Fiume) aus den Jahren 1415—1483 (ein Stück 1370), 
und zwar: 

85 Originalien, fast durchgehends ob der Ennsia. 
231 Abschriften (besorgt vom Archivreferenten Baron Handel-Mazzetti). 
(Diese Sammlung enthält auch einige Privatkorrespondenzen 
der Wallseer und auch mehrere die damalige Zeitgeschichte be- 
rührende Stücke. Ihr Hauptwert liegt aber in den so zahlreichen 
wirtschaftsgeschichtlichen Daten.) 

2. Tschernemblsche Urkunden und Akten. Betreffen: Markt Perg, 

Schwertberg, Windeck, Tragwein (Schützenhof in Tr. Pf.), Ried und 
Zirking, Grein und Greinburg, Struden etc. 

Die Urkunden und Abschriften solcher (14. und 15. Jahrhundert, 
siehe auch „Diplomatar") beziehen sich auch auf Krainsche Güter 
(Heimat der Tschernembl), bes. Amt Staettemberg. 

Unter den Akten sind hervorzuheben: 
Eine Maut- und Schiffahrtsordnung am Struden zur Zeit des 

Mautners Joh. Lebl zu Greinburg. (16. Jahrhundert.) 
Zahlreiche und verschiedenartige Quittungen an die Tschernembls und 

deren Pfleger zu Windeck und Schwertberg. 
Einnahm- und Ausgabregister für Windeck 1590 vom Pfleger Albrecht 

Wolkenstein. 
Schriftstücke: Sabina von Königsmark zu Adldorf, Wittwe, und ihre 

Erben (Stängl) betreffend. 1577—78. 

D* 



Ln 

Schriftstücke: Marusch von Schallenberg, Wittwe, geb. v. Laspitz, 

Pflegtochter des Georg Erasm. von Tschernembl l>etr. 1592—99. 
Ein Konvolut Starhembergscher Schriften, betrifft auch Schauenberg 

und Eferding und Arbesbach. 1574 — 1605. 

(Darunter die Korrespondenz Techernembls wegen der 

protestantischen Erziehung des Erasmus von Starhemberg.) 
Einige Schriftstücke die Tschernembls selbst und ihre Verwandten: 

Schönkirchen, Strein, Enenkel betreffend. 1597—1616. 
1592. Unterthanen -Verkauf von Hanns Jacob Löbl zu Greinburg an 

Hanns Tschernembl. 
1602 — 03. Verzeichnis der ordinari und extraordinari Gefälle bei der 

damals Tschernembl'schen Herrschaft Ottensheim. 
1622, 18. August. München. Die käufliche Überlassung der con- 

fiscierten Tschernemblschen Güter in Oest. ob der Enns an 

Graf Leonhard Helfried von Meggau. (2 Stück.) 
1561 — 1609. Zahlreiche Rechnungen von und für die Tschernembls, 

darunter : 

„Auszügl des Buchführer Georg Willer von Regensburg, 1604^ 
10. September." 
3. Streinsche Urkunden und Akten. (Freideck, Freinstein, Tal Wachau, 

Pfarre Ober-Nonndorf.) 
Einzelne Stücke: „Supplicieren der Rottleute" (tempore Maximiliani). 
1526. Christof Stokaruer von Starein an Wolfgang Strein. 
1539. Herttenstain. Presentationsschreiben des Wolfg. Strein von 

Passau für Pfarre 0. Nonndorf. 
1548 et 1549 Krumau (2 Stück) betreffend Heinrich Strein und Wolf- 
hart Strein. 
Zahlreiche undatierte Notizen, Rechnungen, Aufschreibungen von der 

Hand des Reichard Strein, auch eine Aufschreibung politischen 

Inhaltes (Schmalfolio). 
Von Reichard Strein eigenhändig: 

8 Seiten Konzept. Vortrag an den Erzherzog (Matthias). 1583, 
1. Juni. 

Ein Schreibenskonzept an seinen Schwager Felix von Herberstein. 
1580. Wien, 10. Juni. 

Ein Schreiben an den Erzherzog. (Kt)nzept.) Freideck, 1599, 
14. September. 

(Abschrift.) 1578, Freideck. Kulturhistorisch interessantes 
Schreiben an Dr. Kurz in Linz. 
1565—1568. Ein Konvolut Schriften betreffend den Reichart Strein- 

schen Diener und Hofmeister Jan Neitlitsch. Derselbe stand 

im Felde gegen die Türken (Gyula) und wurde ihr Gefangener. 
1584—1600. An Reichard Strein Freih. je ,2 Schreiben von Seyfried 

Ribisch aus Schlesien (Schweidniz), von Erasm. ToUinger (zu 

Grünau) aus Frey<ieck, und vom Truchseß Geyr. 
1575 — 1598. Zahlreiche Quittungen verschiedener Art und Personen 

an Reichard Strein, darunter 6 Stück Geldquittungen des Hanns 

Adam Jörger Frh. (1576—1580). 



LIII 

1577 — 1599. Ein Konvolut Rechnungen von und für Freideck und für 
Reichard Strein. 

1587, 11. Mai. Posen. Ein interessantes Schreiben des Hanns Tautl, 
Bürgers in Posen, an H. Balczer von Dennewitz in Wien, teils 
politischen Inhaltes. 

1542. 1558. Zwei politische Schriftstücke, niederösterreichische Stände 
und Landtag betreffend. 

1597. Neuhofen, 28. Jänner. Ein Schreiben von 26 Pfarr-Ausschüssen 
an Reichard Strein, ihre Beschwerde vor den kaiserlichen Kom- 
missären betreffend. 

4. Neuere Akten die Herrschaft Schwertberg betreffend: 

1642, 3. Mai. Linz. Vergleich zwischen Schwertberg (Graf Meggau) 
und Windhag (Joachim Enzmüller). 

1687. Kriminalprozeß wegen Brandlegung im Markt Perg. 

1693. Exzesse der Graf Styrum-Dragoner in Perg. 

1702 — 1703, Das Prinz Lothringensche Regiment zu Fuß und dessen 
Quartier. (Kommissär Freiherr v. Clam.) 

1715 — 1718. Rechnungsbeilagen, Anlage des Werbgeldes, Kopfsteuer- 
Register etc. 

1738. Kriminalprozeß wegen eines Totschlages in Perg. 

1761 — 1778. Korrespondenz des Alexander Fr. Jos. Graf Engl, Dechant 
in Enns, mit Graf Türheim : Resignation des Pfarrers in Trag- 
wein, Umpfarrung zwischen Ried und Schwertberg. 

1763 — 1764. Korrespondenz des Franz Friedrich Graf Engl mit Graf 
Türheim: Einführung der Seidenspinnerei in Schwertberg. 

1778, 29. April. Joh. Weikh. Graf Engl verspricht dem Grafen Tür- 
heim seine Stimme zur Verordneten-Stelle. 

Außerdem noch diverse Aktenstücke des 17. und 18. Jahrhunderts. 



5. Miszellaneen, und zwar: 



a) Zu den schon bestehenden Faszikeln eingereiht: 

1. Fasxikel. Bauernunruhen. 45 Stück Originale und gleichzeitige Ab- 

schriften. 1595—1597. 

2. Fasxikel. Mondsee — Wildenegg. Grenz-, Jagd- und Wildbahn-Strei- 

tigkeiten in der Gegend des Wolfganger Sees zwischen Kloster 
Mondsee (mit Wildenegg), Erzstift Salzburg und Österreich. 
1599, 1614, 1639, 1688—1691). Interessant: „der Herrschaft 
Wildenegg Riegung" und eine Landschaftsskizze der Sankt 
Wolfganger Gegend. (13 Stück.) 

3. Fasxikel. Schaunberg — Eferding. Herrschaft Wildberg. 1640 — 1648. 

10 Stück Militaria. Schifersche Rgt. 

4. Fasxikel. Familienakten. Eckhart v. d. Tänn. 1738, 16. Oktober. 

Maria Aloisia. Ordensgelübde. (Druck.) 

Hager. Otto Sigmund Hager L. B. ab Allentsteig. (Druck.) 

1806, 25. Februar. Gratulationsschreiben des Ministers 

Kaunitz an Fmlt. Baron Hager. 
Jörger. 1582. Wien, 12. Februar. Heiratsguts- und Verzichts- 

quittung der Barbara J. geb. J. v. Tollet. 



LIV 



Lamberg-Liechtenstein. 1704. Hochzeitsfestgedicht. (Druck.) 

Salburg. 1710. Ferdinand und Johann Eeichard Grf. v. 8., 
Karmeliter. (Druck.) 

Welzer von Spiegelfeld. 1572. Wien, 22. Jänner. Revers des 
Ruprecht Welzer von Spiegelfeld auf Nieder -Wallsee 
als angenommener Landmann von Niederösterreich. 

1586. Kondukts -Ausgaben -Verzeichnis für den in Eferding ge- 
storbenen, in Nieder -Wallsee begrabenen Hanns Welzer. 

5. Fasxikel. Rechtsakten, Ordnungeti etc. 

1559. Wien, 1. Oktober. Landgerichtsordnung für Österreich 
ob der Enns. (Wien, bei M. Zimmermann.) 

1638. Passau, 11. August. Stolordnung des Bischofs von Passau 
L. W., Erzherzog von Österreich. 

1641. Wien, 12. Juli. Vernewerte Zehentordnung für Öster- 
reich ob der Enns. (Linz, bei Maria Kürnerin Wittwe.) 

1677. Landgerichtsordnung von Österreich ob der Enns, 
I.— III, T., 1675, 17. August, nebst Adeligen Criminal- 
privileg de 1675, 28. August. (Linz, bei Caspar Freischmied 
Landschaftsbucbdrucker.) 

1702. Prag, 16. November. Reisgejaidordnung für Österreich ob 
der Enns. (Linz, bei Caspar Freischmied, Landschafts- 
buchdrucker.) 

1725. Linz, 1. August. K. Karl VI. Bettelordnung für Österreich 
ob der Enns. (Linz, bei Joh. M. Feichtinger, Lands- 
hptmschftl. Buchdrucker.) 

1727. Wien, 24. November. K. Karl VI. Neue verbesserte 
Jäger- und Reisgejaidordnung für Österreich ob der Enns. 

1755. K. k. Mauthordnung und Vectigal für Österreich unter 
und ob der Enns. 

6. Fasxikel. Historisch-topographiseh-statistisehe Matrikel. 

Enns. 1628, 19. Februar. Enns, Richter und Rat quittieren 
Wolf Künhamer in Neuhofen über Gültenzahlung. 

Linz. Gesinnung der Bürger in Linz beim Einzug der öster- 
reichischen Truppen, 6. Jänner 1810. (Druck.) — Statuten 
der Gesellschaft der Musikfreunde in Linz. 1821. (Druck.) 

S t e y r. Des J. U. Dr. und Bürgermeisters von Paumgartten 
Rede über Frieden von Campo Formio, 17. Oktober 1797. 

St Florian. Trauer -Rede des Franz Freintaller, 21. De- 
zember 1780 in der CoUeg.-Kirche gehalten f. d. K. K. 
Maria Theresia. 

Windhaag. 1586, 19. September. Friedrich v. Prag, Freih. 
zu Winthag contra Adam Frh. v. Pögl'sche Erben. — 
1506, 25. Jänner. Persenbeug. Windhaag'sche Freiheit 
zu Besetzung des Malefiz-Rechtes. 

7. Fasxikel. Niederösterreich. 1591, 19. November. Mandat des Erz- 

herzogs Ernst an die uiederösterreichische Regierung. 



LV 

8. Fasxikel. Lcmdschaft- Stände (ob der Enns). 

1521. Freitag nach 8t. Ulrich. Landrechtenausschreibung durch 
den Vizedom. Gg. Sigharter an die Land-Stände. 

1526. Herzog Ernst Administrator von Passau an Herrn- und 
Ritterstand ob der Enns in Lehenssachen. 

1528. Quittung des St. Joh.- Spital zu Passau an Landschafts- 
verordnete wegen Pfarre Waitzenkirchen. 

1559. Der Herrn Verordneten Gewalt de äö 1559, dato Linz 
am Landtag 12. Dezember 1558. Tschernembls Hand. 

1586. Erzherzog Mathias Resolution an Landstände ob der 
Enns über deren Gravamina. 

1595. Musterregister der 7 Städte des Erzherzogtums Öster- 
reich ob der Enns. 

9. Fasxikel der Urkunden. 

Zwischen 1407 — 1410. Wien, 24. Juni. Herzog Emsts 
Privileg für die Messerer zu Steyr. Original. 

1424. Adam Sweinpekch zu Kreuzen verkauft den Wilh. und 
Pernh. Seidlspergern zu Obmberg V2 ^^^ ^^i Lehen im 
Hart, Rieder Pf., Freistätter Ludgl. 

1581, 10. Juli. Bstand - Contract über das gütl zu Kronern. 
Siegler Joel von Fraenking zu Fraenking etc. 

1605. Wien, 11. November. Vergleich des Andreas Paldritz 
v. Hadersfeld und seiner Frau Sibylla geb. Cekhorin 
v. Wilkhau mit Wolfgang Rottenstubmer zu Linz auf dem 
Ufer wegen eines Prozesses, ,,so ein paschkumpart ist". 

1692. Schwertberg, 28. April. Mar. Ann. Grfin. v. Salburg 
geb. Gfin. v. Starhemberg verkauft 1 Thcil des Hardtner 
oder Närner Zehents, so zum adeligen Sitz Hardt gehörig. 

b) Nicht eingereihte Miszellaneen. 

3 Urkunden -Abschriften. 2 des 15. Jahrhunderts: 1364. Staatsvertrag 
* zwischen K. Karl IV. und den Habsburgern. — Der Herzoge Al- 
brecht und Leopold Vertrag mit den Bürgern von Passau. (Torso.) 

Vor 1386 (moderne Abschrift): Lehensaufsendung des Engelmar 
V. Zoumak über diese Feste an die Herzoge Albrecht IH. und 
Leopold III. von Osterreich für seinen Vetter Hanns den 
Schönberger. 

8. d. Landeshptmannschftl. Schluß zwischen Hanns Frh. Haym zu 
Reichenstein und Wolf Lichtensteger. 

1591. Klage des Kl. Paumgartenberg gegen die Brüder Perger zu 
Clam. (2 Stück.) 

1596, 22. April. Wien. Quittung der Elisabeth Preinerin Freiip auf 
David Ungnad Freih. zu Sonneck. 

1606, 11. Juni. Bestallungs- Dekret des Abt Wilhelm von Garsten 
für Dr. Caspar Hell Landeshptmschaftl. Advokat in Linz. 

1611. Deutsch - Brod, 20. März. Lateinisches Bittgesuch des Don 
Balthasar de Runig an Erzherzog Leopold um Betrauung zu 
Verhandlungen mit der Kais. May. und Kon. v. Ungarn, „ist 
nicht admittiert worden". 



LVI 

1613. Brief der Adelheid von Arnim, Wittwe des henisz von Bredow 

an ihren Vetter Christoph Franz v. Arnim, 
1613—1615. Ferdinand Kulmer zum Rosenbühel und Otto Victor 

von und zu Fraenking contra Hanns Enoch Perger zu Clam. 

(2 Stück.) 

B. Sonstige Erwerbungen. 
Grabstein- und Wappenphotographien, Grabsteinabschriften: Aus Goisern 
(4), Hallstatt (11) und Ischl (2). 

(Geschenk des Herrn Starke, Gutsbesitzers von Grub bei Hallstatt.) 
Matrikel. Historisch-topographisch-statistische Matrikel : 

Altmünster: Verschiedene Stift- und Benefizbriefe, von Martin 
Schachner 1451, Graf Herberstorf 1629, Graf Scherflfenberg 
1761, Ahammer 1791. 
Gschwandt bei Gmunden: 1754. Beneficiums-Stiftsbriefs-Copie. 
Lauffen: Mauth- und Vecticalgerechtigkeiten des Marktes LauflFen. 
(Geschenk der k. k. Forst- und Domänendirektion für Ober- 
österreich und Salzkammergut in Gmunden.) 
Manuskripte. Traunkirchen. „Liber historiarum rerum Traunkirchensium." 
Pap.-Cod.-Copien von Freiheits-, Fundations-, Lehensbriefen, Tai- 
dingen, auch Dienst- und Stiftsregister. 

(Geschenk von derselben k. k. Direktion.) 
Manuskript. Niederösterreich. Tourenbeschreibung des Schauspielers Ludolf. 
April 1835 von MödUng, über Heiligenkreuz, Altenmarkt, Gutten- 
stein, Reichenau, Clam, Gloggnitz, Neunkirchen, Seebenstein 
und Ternberg (die gesperrten Orte eingehend behandelt). Inliegend 
ein Brief „Lemberg, 2. April 1848 von einem k. k. Oberleutnant". 
(Geschenk des k. u. k. Oberleutnants Broschek in Linz.) 
Osterreich. 1809. Friedenstraktat zwischen dem Kaiser von Österreich 
und dem Kaiser der Franzosen 1809, 14. Oktober Wien, ratifiziert 17. 
und 16. Oktober, ausgewechselt 20. Oktober. 

(Geschenk des Herrn Dr. Alfred H5,ckl in Steyr.) 
Personalien, respektive Familienfaszikel. 

Dorner Josef. 1797. Linz, 1. Dezember. Lehr- und Freibrief für 
Josef Dorner im Forst- und Jagdwesen, ausgestellt vom 
Oberstforst- und Jägermeister ob der Enns Christoph Graf 
Lehrbach Herr von Bergheim. (Kauf.) 

Eyslsberg. 1728. Wien, 13. Jänner. Intimierung des Freiherrn- 
standes für Leopold Reinald von Eyslsberg an die Land- 
schafts -Verordneten ob der Enns. Orig.-KoU. Linz, 1734, 
5. März. (Geschenk des Herrn Professors von LychdorfF.) 
m Spendou. 1839. Wien, 2. Jänner. Leopold -Ordensritter- Diplom 
Kaiser Ferdinands I. für Josef Spendou, Doktor der 
Theologie, niederösterr. Regierungsrat, inful. Prälat, Dom- 
propst des Metropolitan -Kapitels zu Wien, erzbischöflicher 
Konsitorialrat, Dechant von Kirnberg und Kanzler an der 
Wiener Hochschule. Orig.- und KolL- Abschrift samt dessen 
Porträt 1829 mit 73 Jahren. 

(Geschenk der Frau Anna Spendou in Linz.) 



LVII 

Stifter Adalbert. Schriftstücke auf die Errichtung des Adalbert 
Stifter -Denkmales in Linz bezugnehmend. Konvolut. 
(Geschenk des Herrn Adalbert Markus, Obmann des 
Adalbert Stifter - Denkmal - Komitees.) 
Rechtsakten, Ordnungen. 

1. Handwerksordnung der Zimmerleute von Linz 1596, 12. Juli. 

(Geschenk, vermittelt durch Herrn Dr. Emil Kränzl.) 

2. Feuerassekuranz -Ordnung, königlich bayerische, von 1811 samt 
Verwaltuugsinstruktion . 

(Geschenk des Herrn Enderlin, Fabrikant in Traun.) 
Keligionsakten. 

1. Gegenreformations- Akten des Pfleggerichts Wildenstein. 1650, 
1771, 1781. (Geschenk der k. k. Forst- und Domänendirektion 

für Oberösterreich und Salzkammergut Gmunden.) 

2. Konvolut.: Die Evangelischen Transmigranten aus Oberösterreich 
im ehemaligen Großfürstentum Siebenbürgen, in Neppendorf und 
Großau bei Hermannstadt. Enthält: 

a) Abschriften von fünf unedierten Protokollen des Hermann- 
städter Archivs. 1752 — 1771. 1754 — 1755. 1760. 1777. 
1783. 
h) Eine zusammenfassende Darstellung über die Siebenbürger 
Landler. Ihre Wohnungen, Höfe, Sitten, Gebräuche, 
Lieder, Haussprüche, Familien- und Tauf- und Spitz- 
namen. Auszüge aus den Kirchenmatriken von Großau und 
Neppendorf von 1734 her, Verzeichnis der noch lebenden 
Landlerfamilien, Photographien von Landlerfamilien, 
e) Quellen über die Geschichte der Auswanderung und 
Ansiedlung in Siebenbürgen 1734 — 1735 nebst ein- 
schlägigen Broschüren und Auswanderer -Verzeichnisse 
(publ.). 
(Geschenk des k. u. k. Oberst i. P. Baron Handel- Mazzetti, welcher das 
meiste an Ort und Stelle sammelte, die Abschriften besorgte.) 
Stammbuch des Georg Siegmund Freiherrn von Tannberg zu Aurolz- 
münster, f 1656, 6. Mai. Die Eintragungen aus den Jahren 1635 
bis 1650 meist aus Siena. 

(Geschenk des k. u. k. Oberst i. P. V. Baron Handel -Mazzetti.) 
Urkundenfaszikel. 1646. Salzburg, 1. Jänner. Schuldbrief des Erzbischofs 
Paris von Salzburg an seinen Vetter, -f Johann Bapt. Graf Lodron, 
und Anna geborne Erbtruchsessin von Waldburg, s. fr. Söhne: Karl 
und Johann Bapt. Graf Lodron. Orig.-Perg. 
(Geschenk des Herrn Josef Quaiser, Steuereinnehmer i, P. in Linz.) 

C. Kopien für das Diplomatar des Landes ob der Enns. 

1. Nach Originalien des königlich bayerischen Allgemeinen Eeichsarchivs in 
München: 315 Stück, 12. bis 14. Jahrhundert; davon 134 Stück 
1376 — 1400 bereits in Reinschrift niedergelegt. 

Hiezu noch zahlreiche Abschriften von Urkunden, Regesten, 
Notizen — Oberösterreich betreffend — aus den Bamberger Kopial- 
büchern, aus zahlreichen Neuburger Kopialbüchern und aus solchen 



LVIII 

des Hochstiftes Passau (besonders die urbariellen Eintragungen des 
Lohnsdorfer Kodex) — sämtliche aus dem Münchener ßeichsarchiv. 

2. 240 Kopien aus den Archiven der Klöster Kremsmünster, Lambach, Sankt 

Florian, Schlierbach, Schlägl und Göttweig, der aufgelassenen Klöster 
St. Andre an der Traisen, des Kollegiat-, sowie des Frauenstiftea 
Dürnstein in Niederösterreich, der Pfarrarchive Linz, Wels, Hörsching, 
Gunskirchen, Haslach, des Stadtarchivs Steyr, der Kommunalarchive 
Weyer und Neufelden, der Schloßarchive Dorf (bei Schlierbach) und 
Steyr, endlich des ehemals ständischen niederösterreichischen Landes- 
archives in Wien. 

3. 15 Kopien von Urkunden des Schwertberger Archivs (1299 — 1397). 

4. 148 Urkunden Kopien aus dem k. u. k. Hof- und Staatsarchiv in Wien 

oberösterreichischen Betreffs für die Zeit 1401—1417. (Sie behandeln 
insbesonders die Vormundschafts- Begier ung über Herzog Albrecht V., 
und zwar der Herzoge Wilhelm, Leopold und Ernst 1404—1406—1411, 
endlich die ersten sechs Jahre der selbständigen Regierung Herzog 
Albrechts V.) 

Sämtliche Kopien und Abschriften ad 1 bis 4 vom Archiv- 
referenten k. u. k. Oberst d.E. V. Baron Handel -Mazzetti angefertigt. 

5. Vier Urkundenabschriften aus dem Landesarchiv für Steiermark in Graz 

(1312, 1342, 1346, 1466) und vier Urkundenabschriften (1252, 1382, 
1412) nebst einer Abschrift des Urbars von Losenstein (14. Jahr- 
hundert) aus dem Archiv von Losensteinleiten. 

(Besorgt und geschenkt von Dr. Max Doblinger in Graz.) 

Münzen, Medaillen und Plaketten. 
(Gesclienke.) 

1. Bronze-Medaille, Heinrich Laube zum 70. Geburtstag, J. 1876. 

(Herr Fachlehrer A. Bittinger in Linz.) 

2. V2 Batzen, Bistum Würzburg, J. 1686. 

Wertmarke I, Lend in Salzburg, hochfürstl. Hüttenamt, J. 1720. 
Wertmarke III, Lend in Salzburg, hochfürstl. Handel, J. 1726. 

(Herr Dr. Doblinger in Graz.) 

3. Silber-Medaille, Stadt Braunau am Inn, 700jährige8 Stadtjubiläum, J. 1903. 

K. 931, (Stadtgemeinde Braunau am Inn.) 

4. Silber-Plakette, Linz, I. oberösterreichisches Landesschießen, J. 1903. K. 929. 

(Festausschuß des I. oberösterrreichischen Landesschießens in Linz.) 

5. Silber-Medaille, Linz, Dr. Gustav Maix, Landesoberschützenmeister, J. 1903. 

K. 930. (Herr Dr. Gustav Maix in Linz.) 

6. Silber-Groschen, Graf Ludwig zu Stolberg, J. 1555. 

(Herr Ludwig Reiter in Linz.) 

7. Bronze-Medaille, Erzherzogin Gisela, Vermählung mit Prinz Leopold von 

Bayern, J. 1873. Von J. Tautenhayn. 
Bronze-Medaille, Alexander Daninos, Begründer der Riunione Adriatica di 

Sicurtä in Triest, J. 1878. Von J. Tautenhayn. 
Bronze-Medaille, Hofrat Dr. Alexander v. Pawlowski, Direktor des The- 

resianums, J. 1880. Von J. Tautenhayn. 



LIX 

Bronze-Medaille, Franz v. Miklosch, J. 1883. Von J. Tautenhayn. 
Bronze-Medaille, Kardinal Friedrich v. Fürstenberg in Olmütz, J. 1886. 

Von J. Tautenhayn. 
Bronze-Plakette, Hermann von Helmholtz, J. 1894. Von J. Tautenhayn. 
Bronze-Medaille, versilbert, Wien, Neubau der Akademie der bildenden 

Künste, J. 1877. Von Radnitzky. 
Bronze-Medaille, Josef Schindler, Naturarzt, Gräfenberg, J. 1776. Von 

J. Schwerdtner. 
Bronze-Medaille, Wiener Altertumsverein zum 25jährigen Jubiläum, J. 1880. 

Von J. Schwerdtner. 
Silber-Medaille, Josef Lewinsky, 25jähriges Künstlerjubiläum, Wien, J. 1883. 

Von J. Schwerdtner. 
Bronze -Medaille, Jos. J. Kraszewski, Sterbemedaille, J. 1887. Von 

J. Schwerdtner. 
Bronze-Medaille, Erzherzog Franz Ferdinand, Besichtigung der Medaillen- 
sammlung Richter in Retz, J. 1891. Von Pawlik. 
Bronze-Plakette, August R. v. Löhr, k. k. Regierungsrat, J. 1896. Von 

Pawlik. 
Bronze-Medaille, Wien, Jubiläums-Gewerbeausstellung, J. 1888. Von Steph. 

Schwartz. 
Bronze-Medaille, Hans Makart, J. 1884. Von Neudeck. 
Bronze-Medaille, Josef Bierfelder. Vom Kegelklub. J. 1894. Von Neudeck. 
Bronze-Medaille, S. M. Freiherr v. Rothschild, 70. Geburtstag, J. 1844. 

Von R. Langer. 
Bronze-Medaille, Wierer, Arzt in Ischl, J. 1843. K. 928. 
Bronze-Medaille, Abt Karl von Melk, 25jähriges Abtsjubiläum, J. 1895. 

Von Pawlik. 

(Herr Hofrat Professor Dr. Josef Weinlechner in Wien.) 

8. Silber-Medaille, bronziert, Papst Leo XIH., Sterbemedaille, J. 1903. 
Bronze-Medaille, Papst Leo XIH., Sterbemedaille, J. 1903. 
Bronze-Medaille, Numismatische Gesellschaft in Wien, Ausflug nach Car- 

nuntum, J. 1903. 
Zinn -Medaille, Numismatische Gesellschaft in Wien, Ausflug nach Car- 
nuntum, J. 1899. 

(Herr k. u. k. Major d. R. Anton Markl in Wien.) 

9. Silber-Pfennig, einseitig, Salzburg, Erzb. Sigismund Graf v. Schrattenbach, 

J. 1760. 
V2 Silber-Kreuzer, einseitig, Salzburg, Erzb. J. E. Graf Lichtenstein, J. 1745. 

(Fräulein Bauer, Private in Linz.) 

10. Silber -Xller, Österreich, Kaiser Franz H., J. 1795. 
Kupfer-Kreuzer, Österreich, Kaiser Franz IL, J. 1800. B. 

(Herr Vizepräsident Jos. Straberger in Linz.) 

11. Kupfer - X - Rees, Portugal, König Josef L, J. 1764. 
Silber-Denar, Serbien, König Urosius IL (1297—1321). 
Kupfer-Zwei-Gassette, Republik Venedig (Dalmatien und Albanien), 0. J. 
Römer, Silber-Denar, Vespasianus, Caduceus. Nr. 4071. 

Römer, As, Vespasianus, Aequilas Augusti. Nr. 4072. 

(Herr Viktor Freiherr v. Handel-Mazzetti, k. u. k. Oberst i. R.) 



LX 



(Ankauf.) 



1. Silber-Groschen, Oberösterreich, Leopold I., J. 1665. JNzz. Triangel 

(Neuburg a. I.). K. 927. 

2. Silber-Porträtmedaille, Oberösterreich, Georg Gienger von Rotteneck, Burg- 

vogt von Enns (f 1577). K. 925. 

Angekauft aus der Auktion Trau in Wien 1904: 

3. Silber-Medaille, vergoldet, Abt Alexander a Lacu von Kremsmünster, o. J. 

K. 310. 

4. Silber- Klippe, Oberösterreich, Gundacker Herr zu Polheim, o. J. K. 926. 

5. Pfundner, Oberösterreich, Ferdinand I., J. 1527. K. 932. 

6. Pfundner, Oberösterreich, Ferdinand I., J. 1527. BVEGVDIE (sie!). K. 933. 

7. Pfundner, Oberösterreich, Ferdinand I., J. 1528. PRNZ (sie!). K. 934. 

8. Pfundner, Oberösterreich, Ferdinand I., J. 1528. (Anderer Stempel.) K. 935. 

9. Pfundner, Oberösterreich, Ferdinand I., J. 1528. FERDIND und IHPAI. 

K. 936. 

10. Pfundner, Oberösterreich, Ferdinand I., J. 1529. IHPA. K. 944. 

11. Kupfer-Raitpfennig, Rup. Puellacher, Münzmeisterin Linz, J. 1543/44. K.937. 

12. Kupfer-Raitpfennig, Rup. Puellacher, Münzmeister in Linz, J. 1543/45. K. 938. 

13. Kupfer-Raitpfennig, Rup. Puellacher, Münzmeister in Linz, J. 1556. K. 939. 

14. Silber-Porträtmedaille, Josef Kolb, Münzreferent im Museum Francisco- 

Carolinum, J. 1875. K. 940. 

15. Kupfer-Jeton, Hofmann Freiherr v. Grünhübel (f 1564), o. J. K. 941. 

16. Silber-Medaille, vergoldet, Wels, Vermählung Karls IV. von Lothringen, 

J. 1678. K. 942. 

17. Silber-Schautaler (öfacher), Joh. Christ. III. Graf Puchheim, J. 1652. 

K. 943. 

Übersicht 
über den Besitz des Museums an Münzen und Medaillen. 



Stand 



Antike 



N\M 



B 



Medaillen 

und 
Miscellanea 



N M B 



Münzen des 

Mittelalters und 

der Neuzeit 



i¥ P tK B 



Münzstand im Mai 
1903 



Zuwachs: 
durch Geschenke 
durch Ankauf . 



2741 



3194 



5963 



33 



866 



2533 



3432 



315 



9496 



3897 13709 



5 11 

3 10 



23104 



Gegenwärtiger 
Stand .... 



2742 



3195 



5%5 



33 



877 



2555 



3465 



315 



9509 



3905 



13730 



23160 



AI = Gk)ld, Ai = Silber, P = Platin, B = Bronze und andere unedle Metalle. 



LXI 

Prähistorisches. 

Mahlstein (Läufer) aus feinkörnigem Granit, halbkugelförmig, Durchmesser 
21 cm, Höhe 16 cm, die Reibfläche glatt geschliffen, die konvexe 
Oberfläche rauh. 
Serpentin -Schlagstein von handlicher Form mit Schlagmarken. 
Bruchstück eines schlackenhart gebrannten Tonkegels. 

Scherben von starkwandigen , roh gearbeiteten Tongefäßen, zum Teil mit sehr 
primitivem Ornament. (Jüngere Steinzeit.) 

(Aufgefunden beim Abräumen der auf dem Granit auflagernden 
Lößschichte 1 m unter der Humusschichte im sogenannten Heinrichs- 
Granitsteinbruche in Mauthausen.) 

(Geschenk des Herrn Architekten Anton Poschacher.) 
Steinhammerbeil, halbseitig, verwittert, angeblich vor längerer Zeit in Hallstatt 

gefunden. (Angekauft.) 

Bronze -Dolchklinge. Fundort: Schaf böden bei Hinterstoder. (Angekauft.) 
Bronze-Schwert, bei Baggerungen in der Donau nahe bei Budapest im Jahre 1900 

gefunden. (Angekauft.) 

Bronze -Schwertklinge, bei Baggerungen in der Donau nahe bei Budapest im 

Jahre 19(X) gefunden. (Angekauft.) 

[Beigaben von zwei bei einem Neubaue nächst der Sternbauerschen Fabrik 
Nr, 83, Gemeinde St. Peter bei Linz, im Schotterboden aufgedeckten, 
der Hallstätter Periode angehörigen Skelettgräbern] nämlich: 
Schwertklinge aus Eisen, zweischneidig, einschließlich der Griffangel 

72 cm lang. 
Hiebmesser aus Eisen mit etwas geschweifter Rückenklinge und eisernem 

Handgriff, Gesamtlänge 30 cm. 
Speerspitze aus Eisen, blattförmig ohne Mittelrippe, 20 cm lang. 
Armring aus Bronze von sehr geringem, gegen die Mitte zunehmendem 
Querschnitte mit Einkerbungen, an den Enden nicht geschlossen, 
Durchmesser 6 cm. 
Halsring aus Bronzedraht, an den beiden nicht geschlossenen Enden 

durchlocht, Durchmesser 14 cm. 
Fingerring aus Bronze (1^/4 Windung), 

Römisches. 

Scherben verschiedener Gefäße (Reibschalen, Becher, Schüsseln aus terra sigil- 

lata und von ordinärem Tongeschirr). 
Zierscheibe aus Bronze. 
Schleifstein. 
Stilus und mehrere Nägel aus Eisen. 

(Gefunden im Ausfüllmateriale bei fortgesetzter Aufdeckung 

römischer Gebäudereste in Überackern.) 

Völkerwanderungs - Periode. 

Zwei Messerklingen und eine Schnalle aus Eisen. 

Eine Anzahl von Schmuckperlen aus Glas und verschiedenfarbigem Ton. 

(Beigaben der in Überackern aufgedeckten drei Skelettgräber 
aus der Zeit der Völkerwanderung.) 



Lxn 

Keramik. 
(Geschenke.) 
Römische Cuppella, antik. (Herr Professor Emil Moser, Graz.) 

Ofenkachel, grün glasiert, gotisch, mit der Reliefdarstellung „Maria Ver- 
kündigung", aus der Tissaburg, Töpferarbeit. 

(Herr Hugo von Preen, Kunstmaler, Osternberg.) 
Porzellan -Kaffeeschale und -Tasse, bemalt mit Violen über der Glasur. 

(Herr Josef Straberger, Linz.) 
Porzellan -Kaffeeschale mit verwischter Blaumalerei. 

(Herr Josef Straberger, Linz.) 
Kaffeeschale und Untertasse, Fayence, Marke H (Hollitsch), mit buntem Blumen- 
dekor. (Herr Josef Straberger, Linz.) 
Porzellan -Kaffeeschale, mit stilisierten Blumen in Rot, Blau und Gold bemalt, 
chinesisch. (Herr Josef Straberger, Linz.) 

(Angekauft.) 

Steinzeugflasche mit Schraubenverschluß aus Zinn, die stark gebauchte Laibung 
sechsfach abgeflacht, blau glasiert. 

Steinzeugkrug, grau, birnförmig, mit Zinndeckel, auf der Vorderseite eingeritzte 
Linienornamente auf blauem Grunde. 

Vexierkrug, Töpferarbeit, grün glasiert, gehenkelt, mit durchbrochenem Halse 
und aufgesetzten, schnurartigen Festons. 

Deckelschale, Töpferarbeit, sogenannte Godenschale, durchbrochen, mit grün 
gefleckter Glasierung, auf dem Deckel plastisch gearbeitete Tier- 
figuren und abgegossenes Gras. 

Godenschale, Töpferarbeit, gehenkelt, mit plastischen Rosen und Blättern an 
der Laibung und plastischen Birnen am Deckel, braun glasiert. 

Ringkrug, Töpferarbeit, gehenkelt, grün glasiert. 

Majolika -Teller, weiß, mit blauer Bemalung, neapolitanisch, 17. Jahrhundert, 
signiert. 

Fayence -Schüssel mit blauer Bemalung auf weißem Grunde. 

Fayence -Krug, zylinderförmig, mit Zinndeckel, blaue Marke K, auf der Mantel- 
fläche (in Nachahmung persischer Fayencen) in Gold, Rot, Violett 
und Blau figural und ornamental reich bemalt. 

Porzellan -Becherl mit Marke PEN, bemalt mit Streublümchen. 

Porzellan -Becherl, Schwertermarke mit Stern, teilweise vergoldet und bemalt 
mit Streublümchen. 

Porzellan -Teekännchen, japanisch, schmutzig -weiß, mit aufgesetztem Blatt- 
werke. 

Porzellan -Messerheft mit dekorativer Bemalung und Goldlinien (Berlin [?]), 
Rokoko. 

Porzellan -Kaffeeschale samt Untertasse mit schlangenförmigem Henkel, bemalt 
mit MaßHebchen, böhmisch, Mitte des 19. Jahrhunderts. 

Porzellan -Kaffeeschale samt Untertasse, Marke G mit Pfeil (Gießhübl), Bordüre 
aus roten und blauen Beeren mit grünen Blättern über der Glasur. 

Porzellan -Kaffeeschale samt Tasse, China, Feinporzellan, Dekor in zwei Schat- 
tierungen blau unter der Glasur. 

Porzellan -Kaffeeschale, Wien, Marke unter der Glasur, 1824, vergoldeter Rand 
und Vergißmeinnicht -Bordüre. 



LXIII 

Porzellan -Kaffeeschale, Marke ß (Bayreuth [?]), bemalt mit der An.siclil eines 
Schlosses. 

Porzellanteller mit Blumen, Schmetterlingen und einem Vogel in Inuiten Furlicn 
und teilvveiser Vergoldung, chinesisch, signiert. 

Porzellanteller mit blauer Bemalung, chinesisch, signiert. 

Porzellan -Standfigur, „Fortuna auf einer Kugel", auf einem kannelierten Silulen- 
stutz, mit weißer Glasur, unbemalt, ohne Marke (l)öhmisch [?]). 

Porzellan -Standfigur, „Minerva" oder „Bellona" auf einem Empire -Postament, 
mit weißer Glasur, unbemalt, ohne Marke. 

Porzellanteller, flach, Wien, Marke unter der Glasur, Goldrand, schwarze 
Bordüre auf rotem Grunde, Streublümchen. 

Porzellantiegel, klein, Wien, blaue Marke unter der Glasur, die Wandung 
geflechtartig, auf den vier Vierpaüfeldern Blumenbuketts. 

Porzellan -Teekanne, Wien, mit geflochtenem Henkel und Ausgußrohr (als 
Knopf des Deckels ein Apfel), bemalt mit Buketts und Streu- 
blümchen, Marke auf dem unglasierten Boden nebst einem ein- 
gepreßten W. 

Porzellan -Zuckerdose, Wien (eingejJreßte Marke unter der Glasur), konisch, 
Blumenbuketts und Streublümchen, teilweise Vergoldung. 

Porzellan -Zuckerdose, Wien, blaue Marke unter der Glasur, Streublümchen 
in Gold, als Deckelgrift" eine Frucht mit Blättern. 

Porzellan -Kaffee- und Milchkanne, Wien, mit Blumenbuketts, Streublümchen 
und teilweiser Vergoldung. 

Porzellan -Service, bestehend aus fünf Speise-, vier Suppen- und drei Dessert- 
tellern, mit Blumenbuketts in bunten Farben und Streublümchen 
auf der Glasur. 

Porzellanfigur, Alpenjäger, Wien, eingepreßte Marke unter der Glasur, 18i8, 
bunt bemalt. 

Porzellanteller, Wien, Überglasur- Malerei (Blumen). 

Porzellankanne, geriefelt, mit in chinesischer Art stilisiertem Blütenzweige in 
Violette-Camayeu mit Goldhöhung, Schwertermarke mit Stern, Deckel 
mit plastischem Knauf in F"'orm einer Knospe. 

Porzellan -Kafleeschale, Radmarke (Höchst), in einem Rahmen Darstellung von 
Schildhühnern in Gelb, ringsum verschlungene Bänder in Blau. 

Porzellan -Kaffeeschale samt Untertasse mit hohem Henkel (an dessen Ende 
eine Maske) und mit Löwenfüöen auf einer Unterplatte, reich dekoriert 
mit goldenen Drachen und Füllhörnern, daran blaue Blumen und grüne 
Blätter, ähnliche Motive auf der Untertasse, Marke S (Schlackeuwald). 

Porzellan -Kaffeeschale samt Untertasse mit hohem Henkel, an dessen Ende 
eine Maske und mit Löweufüßen auf einer Unterplatte, reich dekoriert 
wie die vorige, Marke S (Schlackenwald). 
Porzellan - Kaffeeschale samt Untertasse, königsblauer Fond mit Gold, auf der 
Vorderseite ein Amor (Umdruck) mit der Aufschrift ..L'Amour", auf 
der Untertasse das Symbol der Unsterblichkeit mit der Überschrift 
„L'Immortalite". 
Porzellan -Kaffeekanne, die Wandung mit in japanischer Manier stilisierten 

Zweigen bemalt, am Deckel reliefierte Zweige (böhmisch). 
Porzellan -Kaffeeschale samt Untertasse, Wien, blaue Bindeuschild- Marke unter 
der Glasur, eingeprägtes M, grüner Fond, am oberen Rande goMene 



LXIV 

Bordüre , auf der Vorderseite einfarbige allegorische Darstellung einer 
opfernden Gestalt, hinter derselben ein Storch, Aufschrift: „Sacr^ 
ä la reconnoissance"; die Untertasse am Rande mit einem Lorbeer- 
kranze in Gold. 

Mokkatasse, Porzellan, mit Landschaft in Purpur -Camayeu. Wiener Binden- 
schild mit L. 1809. 

Kaffee-Ober- und Untertasse, Porzellan, mit Wiener Bindenschild -Marke, blau 
unter der Glasur und eingepreßtem M, der Innenrand und geflochtene 
Henkel mit Goldverzierung. Bemalt mit bunten Blumenbuketts über 
der Glasur. 

Steingut-Teller (Marke „Wedgewood") mit einer Abbüdung des Arsenals in 
Venedig, umgeben von einem Blumenkranz (Umdruck). 

Steingut- Teller, mit der eingepreßten Marke „Davenport" und Anker, mit Auf- 
druck in Blau: „Idylle", am Rande stilisierte Blumen. 

Steingut- Kaffeekanne mit Untersatz, schwarz -braun mit eingepreßter Marke 
„Wedgewood". 

Steingut-Teller, auf dem Spiegel Flußlandschaft, ringsum ein Kranz von 
Blütenzweigen in Purpur -Camayeu, signiert mit eingepreßter Anker- 
marke „Davenport". 

Steingut -Teller mit achteckigem Rande und kreisrundem Spiegel mit dem 
Umdruckbild (in Schwarz): „Le jardinier" („Gärtner am Ziehbrunnen"). 
Am Rande Embleme (Becher, Thyrsus, Weinreben etc.). Paris mit 
Monogramm „L. 0. S.". (Eingepreßt: „Greil".) 

Steingut -Teller mit achteckigem Rande und kreisrundem Spiegel mit dem 
Umdruckbild (in Schwarz) einer Wäscherin in Empiretracht am 
Brunnen. Am Rande Embleme (Becher, Thyrsus, Weinreben etc.). 
Paris mit Monogramm „L. C. S.". 

Glas. 
(Geschenke.) 
Doppelglas -Becher, Zwischenwand -Silberfolie bemalt, darstellend: S.Franziskus 
de Paula gebietet den Wogen (Meereslandschaft mit Einsiedelei auf 
Felsen), Ränder mit Zwischengold -Technik, im eingesetzten Boden 
eine goldene Blumenvase auf Rot. 

(Herr Professor Emil Moser, Graz.) 
Zwischengold -Glas, facettiert, mit weißlich und blau marmoriertem Außenglase, 

böhmisch, 18. Jahrhundert. (Herr Professor Emil Moser, Graz.) 
Glasbecher, facettiert, auf dem Boden mit eingesetztem Medaillon (Zwischengold- 
Technik): der kaiserliche Adler in Gold auf Rot (das Medaillon 
spiegelt sich in den Facetten), 18. Jahrhundert, Kaiser Josef- Zeit. 

(Herr Professor Emil Moser, Graz.) 
Glasbecher, konisch, Unterseite mit vier Wülsten, dekoriert mit Goldrand und 
drei Wappen (drei Lilien auf blauem Felde) in Emailfarben, Inschrift: 
DVX VEROMANDVS • ANNO 1605. In der Mitte und am Unter- 
satze ein Kranz von goldenen Quadraten mit farbigen Emailpunkten. 

(Herr Professor Emil Moser, Graz.) 
Henkelglas mit Deckel, mit eingeschnittenem Monogramm und Posthorn 
und der Umschrift: „VIVAT SOL LEPEN l| GVTER FREVND 
DERNEPEN" (böhmisch). (Frau Johanna Töpfer, Linz.) 



LXV 

Kelchglas, dickwandig, geschliffen und brillantiert , an der Mantelfläche farbig 
geätzte Felder in Gelb, Blau, Rot und Violett, darin eingeschnitten 
die Embleme von „Glaube, Hoffnung und Liebe", Blumenkorb, 
Bluraenbukett und grabmalartige Phantasie -Figuren (teilweise mit 
Perlenschliff), Empirezeit. (Frau Antonie Kränzl, Linz.) 

Vase, stark ausgebaucht, dekoriert mit violett-, blau-, grünschimmerndem 
Palmetten -Muster auf rötlich goldgrünem Grunde. 

Vase, nach unten zu ausgebaucht, oben eingeschnürt, dekoriert mit blau- 
grünlich lüstrierenden Blattzweigen ; der mit stilisierten Wellenlinien 
dekorierte Grund rötlich mit blau -grünlichem Schimmer. 

Vase, groß, mit oben flacher, weit ausladender Mantelfläche, lüstriert, mit 
modern stilisierten Bandornamenten auf violett -rötlichem Grunde. 

Vase, mit langem Hals, vier gedrehten Bügeln und niedrigem, weit aus- 
ladendem Körper, ohne Musterung, lebhaft Kastrierend. 

Vase, grünlich -gelb, lüstrierend, mit oben schwach eingedrückter Mantel- 
fläche und Wellenlinien -Musterung. 

Blumentopf mit kleinen Henkeln, Farbenstimmung gold, grün, violett mit 
blattrippenartiger Musterung. 
(Vorstehende 6 Objekte Erzeugnisse der Glashütte Klostermühl. Geschenk des 

Herrn Max Freiherrn von Spaun.) 

Große Vase, Form und Dekor nach arabischen Motiven, durchwegs mit 
Emailmalerei, auf der etwas ausgebauchten Unterseite Schwäne und 
Schilfpflanzen auf lüstrierendem Grunde. 

Stengelglas, Kristallglas, geschliffen, mit Szenen in Rosa- Camay eu nach 
einem Original des 18. Jahrhunderts. 

Likörgläschen, Rosa-Glas mit weiß -rotem Email- und Golddekor. 

Likörgläschen mit Gold- und Emaildekor, mit Benützung von arabischen 
Motiven, entworfen von Professor Schmoranz, f in Prag. 

Stengelglas, oben weit ausladend, mit translucidem Email, gravierten und 
vergoldeten Linien nach Entwürfen von Knab in Nixdorf dekoriert. 

Weinglas mit hohem Stengel, durchaus mit zarten Relief- Goldzieraten 
(nebst weißem Email und translucidem Purpur), sowie feinen Blumen- 
ranken dekoriert. 

Becher, bimförmig, mit Fußstück, mit Aluminium- und Golddekor (Kranz 
von Rädern mit Palmetten -Füllung). 

Blumenschale, Kristallglas, mit erhaben herausgeschliffenen Muscheln (nach 
Motiven des 18. Jahrhunderts). 

Stengelglas mit muschelförmigem Hohlräume, mit mythologischen Email- 
figuren in Weiß und Rokoko -Goldornamenten, unvollendet nach dem 
ersten Brande, für die Figuren nur der weiße Emailgrund aufgetragen, 
mit facettirtem Stengel. 

Pokal mit angesetzten roten Knöpfen, durchaus mit ornamentaler Email- 
malerei (weiß, rot, blau) dekoriert. 

Humpen mit Schwarzlot -Malerei nach Schaper-Art, nach einem Original- 
Holzschnitt von Jost Aman aus „Die Handwerker" (Nürnberg, 
16. Jahrhundert), mit Spruch von Hans Sachs in omamentaler 
Umrahmung. 
Weinkanne, Kristallglas, geschliffen, mit hohl abgeschrägten Kanten und 
Goldfestons (im Empiregeschmack). 

E 



LXVI 

Humpen, der Rand, Heakel und Unterteil mit Ornament-Bordüren (weiß- 
blau emailliert und Gold), die Mantelfläche mit Goldlinien verziert. 

Weinkanne, schlank, mit hoch gebogenem Henkel, die Mantelfläche voll- 
ständig mit ornamentaler Gravierung (nebst Perlenschliflf) dekoriert 
(Palmetten-Motive), der Hals geschliffen. 

Weinkanne mit Stöpsel und rechtwinklig gebogenem Henkel, vollständig mit 
vielfarbiger Emailmalerei und Golddekor bedeckt (auf der Mantel- 
fläche Reiterfiguren), nach dem Entwürfe von Direktor Knab in 
Nixdorf mit Benützung von persischen Motiven des 13. Jahrhunderts. 
(Vorstehende fünfzehn Objekte Erzeugnisse der Firma Lobmayr in Wien. 

Geschenk des Herrn Ludwig Lobmayr, Wien.) 

Glas. 

(Angekauft.) 

Kelchglas mit weit ausladendem Rand und Fuß und geschnittenem Ranken- 
werk, böhmisch. (18. Jahrhundert.) 

Pokal mit Schliffdekor und rotem Faden im Nodus. 

Stengelglas, geschliffen, mit facettiertem Stengel und Deckel, auf der Mantel- 
fläche eingeschnitten die Darstellung eines Waldes mit Waldtieren, 
darüber die Umschrift: „Pater Wenzeslaus Nagl, Professus Cremifa- 
neusis." (18. Jahrhundert, erste Hälfte.) 

Stengelglas mit angeschmolzenen Glasfäden verziert, mit drei angeschmolzenen 
Bügeln und eingehängten Ringen (beschädigt), süddeutsch. 

Flügelglas, venezianisch, Nodus dreifach, hohl. 

Teller, blau, mit am Rande umlaufendem dreifachen Glasfaden, venezianisch. 

Becher mit Facettenschliff" und polychromer Emailmalerei (Mann mit Hund), 
Rokoko. 

Zwischengold -Glasbecher mit der Darstellung einer Sauhatz auf gravierter 
Goldfolie, mit Silberbändern. Im Boden ein Hirsch, Gold auf Rot. 
Böhmisch (Ende des 18. Jahrhunderts). 

Becher mit Emailmalerei (Hund mit Brief) und Aufschrift „La Fidelit^" in 
gelbgeätztem Rahmen (Biedermeierzeit). 

Wasserglas mit geschlägeltem Fuße und der geschnittenen Darstellung: Amor 
auf einem Muschelwagen, von Täubchen gezogen (Biedermeierzeit). 

Konfektschale mit Untertasse, aus rosarotem Glase, geschliffen, mit aufgesetzten 
goldenen Blattranken, Vergißmeinnicht und silbernen Perlen, Unter- 
tasse am Boden brillantiert. 

Salzfaß (auf Fuß) aus opakem, schwarzem Glase (Hyalitglas), geschliffen, mit 
einer Darstellung in chinesischer Manier in Gold. 

Flacon mit breitem Untersatze, blaßgrün überfangen und durchgeschliff*en. 
Unterteil brillantiert, an den Schlifflächen mit Vergoldung, blauen 
Blümchen und Goldrändern. 

Flacon mit Untersatz aus vergißmeinnicht-blauem Glase, geschliffen, mit sil- 
bernen Rokoko-Pflanzenornamenten. 

Wasserglas, Rubinglas, zehnseitig geschliffen. 

Stengelglas, geätzt, hellrot mit bläulichem Schimmer, mit Goldrand und Silber- 
bemalung, vier Reichsadler mit Blumengirlanden, Fuß farblos. 

Wasserglas, geschweift, kornblumenblau überfangen und durchgeschliffen. 
19. Jahrhundert, erste Hälfte. 



LXVII 

Becher mit Fuß, kornblumenblau überfangen und durchgeschliffen, mit Gold- 
rändern und der Darstellung eines landenden Schiffes in Gold- und 
Silberfarben. 

Glasbecher, rosarot, geschliffen, brillantiert. 

Flasche mit ausladendem Fuße, milchweiß und hellblau überfangen, kugelig 
geschliffen, so daß der milchweiße Überfang die Schleifränder einfaßt. 

Glasbecher mit milchweißem Überfang und länglich durchgeschliffenen, gold- 
geränderten Feldern. 19. Jahrhundert, erstes Viertel. 

Becher mit gezacktem Fuße, aus mattem, vergißmeinnicht-blauem Glase mit 
aufgesetzten Silber-Rocaillen und Blumenbuketts, Goldrand. Anfang 
des 19. Jahrhunderts. 

Rubinglas mit Fuß, geschliffen, mit aufgemalten gelben und gold -gehöhten 
Ornamenten (Rankenwerk und Palmetten), böhmisch (Biedermeierzeit). 

Bierglas mit Henkel, dickwandig, aus rotem Glase, geschliffen und brillantiert, 
mit Goldlinien und blauen Blümchen bemalt. 

Stengelglas mit milchweißem Überfang und durchgeschliffenen Feldern ; die 
Schlifflächen mit Goldverzierungen, Goldrand. (Biedermeierzeit.) 

Wasserglas von geschweifter Form, geschliffen, an den Schleifkanten rot geätzt, 
in der Mitte ein rotes Medaillon mit geometrischen Figuren. 

Henkelschale mit Untertasse, geschliffen und teilweise rot geätzt, mit Goldrand, 
böhmisch (Biedermeierzeit). 

Becher mit dicker Standfläche, Facettenschliff und rautenförmig geschliffenen 
Medaillons, an denselben und an den Schhffrändern violette Ätzung. 

Vase, klein, birnförmig, seitlich etwas eingedrückt, aus rötlichem Glas, zellen- 
förmig übersponnen mit bläulich lüstrierendem Glas, nordböhmisch, 
modern. 

Geschnittene Steine. 

Topas, dreiseitig geschliffen, mit zwei eingeschnittenen Wappen, 

Metallarbeiten. 
(Geschenke.) 

Reiseuhr mit vergoldetem Messinggehäuse, Zifferblatt aus Silber. Mitte des 
19. Jahrhunderts von Eisner & Petrovits in Wien. 

Standuhr, klein, mit silbernem Zifferblatt. (Frl, Isa Bauer, Linz). 

Truhenschloß mit gebohrtem Schlüssel und zwei gravierten und verzinnten Schar- 
nierbändern. (Barock.) (Frau Marie Enzendorfer, Private, Freistadt.) 

(Angekauft.) 

Waffeleisen, fünf verschiedene. 

Bucheinbände. 

Kalender, Emaileinband, 1851. (Geschenk von Frl. Isa Bauer, Linz.) 

Stammbuch, Pergamentband, bemalt, teilweise vergoldet. 

Bucheinband, japanisch. 

Bucheinband, Leder, mit eingepreßtem Wappen der Buchhändler. 

(Geschenke des Herrn Professor Emil Moser, Graz.) 
Gebetbuch, Handschrift 1712, gebunden in schwarzem Leder mit Handpressung 
in Gold. (Angekauft.) 

E* 



Lxvin 

Gemälde und Skulpturen. 

Zwei Holztafeln, auf der Vorder- und Rückseite bemalt (Altarflügel), mit Dar- 
stellungen aus der Legende des heiligen Florian: a) Gefangennehmung, 
h) Verhör, e) Martyrium, d) Überführung der Leiche. (16. Jahrhundert.) 

(Angekauft.) 
Ölgemälde, Brustbild des Wiener Dompropstes Dr. Josef Spendou. 

(Geschenk aus dem Nachlasse von Frl. Anna Spendou, Linz.) 
Madonna mit dem Christuskind, Holzskulptur, bemalt (schwarze Muttergottes 

aus Altötting), gotisch. (Angekauft.) 

Gipsrelief, versilbert, Papst Pius VI. 1782, in gedrechseltem Naturholzrahmen. 

(Angekauft.) 

Handzeichnungen, Radierungen, Stiche, Lithographien und Photo- 
graphien. 

(Geschenke.) 

Lithographien: Gabriele Angelika Leiden, geb. Kraus, gest. Wien 1838, von Eybl. 
Feldmarschall Graf Radetzky, von Kriehuber 1849. 
Anton Kraus, k. Rat und Landes-Hauptkassen-Direktor, Linz, 
geb. Wien 1809, von Kriehuber 1863. 
(Exzellenz Frau Gharl. Kraus, Feldm.-L.- Witwe, Linz.) 
Bildnis Maria von Marras als Lucia von Lammermoor. 

(Frl. Karoline Zehden, Linz.) 
Kupferstich, König Georg, gestochen von Benjamin Smith, nach einem Gemälde 

von Beechey. (Exzellenz Frau Charl. Kraus, Feldm.-L.-Witwe, Linz.) 
Kupferstich von Johann Hendl in Urfahr, darstellend Kaspar, Melchior und 

Balthasar. (Herr Friedr. Caesmann sen., Wels.) 

Eine größere Anzahl Original- Photographien der Illustrationen in der Unter- 
haltungsbeilage der „Tages-Post". 

(Herr Dr. Karl Ritter v. Görner, Linz.) 
Zwei Photographien des Schauspielers Ludolf. 

(Herr k. u. k. Oberlt. v. Broschek, Linz.) 
Ottensheim, Dreifarbendruck von Feichtingers Erben, Hof buchdruckerei in Linz. 

(Herr Hans Drouot, Linz.) 
Bild eines Chinesen, auf Reispapier. (Frl. Isa Bauer, Linz) 

(Angekauft.) 

Drei Radierungen, koloriert, von Joh, Ziegler, und zwar: 

a) Stift Schlierbach, 

h) Ansicht des gefährlichen Wirbels in der Donau, 

c) Stift Lambach. 
Kupferstich, koloriert, Stift Kremsmünster von der Marktseite. 
Radierung von Karl Conti, koloriert, Ansicht des wilden und fahrbaren 

Traunfalles. 
84 Photographien von oberösterreichischen Kunstdenkmälern. 
Drei photographische Aufnahmen der Stuckdecke der ehemaligen KapeUe im 
. Jesuitenkollegium (jetzt Postgebäude) in Linz. 



LXIX 



Karten, Pläne. 



Zwei Stadtpläne von Innsbruck. (Professor v. Lychdorff.) 

Accurater Geographischer plan u grundris der Königl. u. Landsfürstl. Haubt 
Stadt Linz in dem Erzherzogthumb Oestereich ob der Enns vom 
23. Jänner 1742. (Geschenk des Herrn Alois Herbricht, Sierning.) 

Musikinstrumente. 

Gitarre, Anfang des 19. Jahrhunderts, mit Maschinstimmstock. 

(Geschenk von Frau Antonie Kränzl, Linz.) 
Hammerklavier von Anton Walter in Wien, um 1810, mit Empire -Bronze- 
beschlägen. (Angekauft.) 
Klarinette. (Angekauft.) 

Zunftgegenstände. 

(Geschenke.) 

Zunftlade der Gerber in Linz, bez. 1693. 

Willkomm, kelchformig, mit Deckel, darauf Gerberembleme aus versilbertem 
Messing, auf dem Fuße eingraviert „Gesellschaft der Lederer - Gesellen 
zu Linz 1816". 
Herbergschild der Lederer. Die Embleme des Ledererhandwerkes von zwei 
Löwen gehalten aus Messing. 

(Geschenke der Herren Franz von Sales, Johann Begsteiger 
und Hermann Schacherl, Linz.) 

Trachtenstücke: 

(Geschenke.) 

Außenmieder aus grünem Taft mit eingewebten Blumensträußchen. 

(Geschenk des Portiers Johann Hackl.) 
Steckkamm aus Hörn, zierlich durchbrochen. 

(Fräulein Antonie Haslacher, Gmunden.) 
Ein Paar Damen-Ballschuhe aus blauem Seidenstoff und Samt (Biedermeierzeit). 

(Frau Johanna Töpfer, Linz.) 
Außenmieder mit Silberborten und Perlenstickerei. 

(Frau Josefine Steinbach, Urfahr.) 
Brustlatz mit bunter Wollstickerei und Perlen. 

(Frau Josefine Steinbach, Urfahr.) 

(Angekauft.) 

Männerrock aus grünem Harras mit Metallkoöpfen (Anfang des 19. Jahr- 
hunderts). 
Schwarzseidenes Kopftuch. 

Kopfschal aus schwarzer Seide, gemustert, mit Fransen. 
Ein Paar Halbschuhe aus Juchtenleder (17. Jahrhundert). 
Herrenrock aus gelblichem, lüsterartigem Stoff (18. Jahrhundert). 
Zwei Schuhschnallen aus Bronze, eine davon vergoldet. 
Tuchrock, grün, sogenannter „Haftlrock", aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. 



LXX 

Stickereien. 

Portefeuille mit Seidenstickerei (Biedermeierzeit). 

Geldbörse, gestrickt, mit Stahlperlen. (Geschenk des Fräuleins Isa Bauer, Linz.) 
Mustertuch, aus Seide, vom Jahre 1847, mit verschiedenartigen Stickmustern. 

(Geschenk der Frau Marie Jungwirth, Linz.) 
Geldbörse aus rotem Taft mit Seidenstickerei (Biedermeierzeit). 
Geldbörse mit Gold- und Seidenstickerei (18. Jahrhundert). 
Dekorative Flachstickerei in Schafwolle auf naturfarbigem Stramin (An- 
fang des 18. Jahrhunderts). (Geschenke des Ursulinenklosters, Linz.) 
Rahmen, Barock, Reliefstickerei in Silber mit aufgesetzten Goldflinserln. 

(Angekauft.) 
Volkskunde. 

(Angekauft.) 

Raufring aus Messing mit zwei Stahlklingen. 

Wirtshausschild der Kuhhändler, bemalt. 

Aufschrift: „Grieß euch Gott Maner, gehets in den Kühehandel um, 
Dass aufrichtig Handeln duets nicht streiden drum 
Dass Kühhandeln ist ein Lustiges leben, 
Wans vill Kölberküh duth Geben, 
Die Küh Handler das seynd bethrogene leith 
Haben sie kein Falsche Kuh so habens andere leith. 
Lieber Mann waß muss ich dir geben um deine 
Schäne Kuh, Gieb du mir 80 Gulden darfür 
So bleibt die Kuh nimmer bey dir. 1820." 

Henkelkorb, bemalt. 

Pfannenknecht aus Eisen. 

Verschiedenes. 

(Geschenke.) 

Eine Anzahl Handdruckformen samt Musterbuch, seit 1860 außer Gebrauch 

stehend. (Herren Gebrüder Enderlin, Traun.) 

Drei alte, außer Gebrauch gesetzte Pres8ien-( Webe-) Maschinen. 

(Herr Alois Pachleitner, Linz). 
Holzklotz, als letzter Rest der historischen Linde vom Haushammer- Felde. 

(Herr Karl Schropp Postmeister, Vöcklamarkt.) 
Lorgnette mit Schildpattfassung. (Fräulein Isa Bauer, Linz.) 

Kredenz, klein, Elfenbein -Filigranarbeit. (Fräulein Isa Bauer, Linz,) 

Eine Anzahl Tanzordnungen als Damenspenden. (Frau Schuh, Gmunden.) 
Ostereier, 18 Stück, bemalt von Katharina Jurasek geb. Nedbal in Kunowitz 

bei Ungarisch -Hradisch. (Herr P. Kaspar Jurasek, Linz.) 

Hölzerne Pressform vom Jahre 1772, mit wappenartiger Darstellung. 

(Herr Dr. Ferd. Krackowizer, Linz.) 

Zoologie. 
(Geschenke.) 
Seidenschwanz (Bombycilla), geschossen in Grein. 

(Herr Dr. K. R. v. Görner, Linz.) 
Ein weißer Star (Sturnus vulgaris alb.), in Freistadt geschossen. 

(Herr Otto Kurzwernhart, k. k. Professor, Freistadt, Oberösterreich.) 



i 



LXXI 

Schwanen-Ei. (Fräulein Mizzi Clodi, Linz.) 

Eidechse mit drei Schwänzen. (Fräulein Marie Frühwirth, Mistelbach.) 

Eine Kollektion einheimischer Schmetterlinge. 

(Herr Kautz, Ingenieur der k. k. Staatsbahnen.) 
Eine Anzahl Großschmetterlinge. 

(Herren Hans Huemer und Franz Hauder.) 
Eine Kollektion von 40 präparierten Raupen. 

(Herr Alb. Naufock, k. k. Telegraphenmeister, Linz.) 

(Angekauft.) 

504 Stück präparierte Raupen in 470 Spezies. 

Eine Anzahl aberrativer Formen von TagschmetterUngen. 

Botanik. 
(Geschenke.) 

Die Zenturien XXXV und XXXVl der Flora exsiccata Austro-Hungaria. 

(K. k. botanisches Museum in Wien.) 
37 Arten Moose aus der Umgebung von St. Nikola, Sarmingstein und Grein. 
(Gesammelt und gespendet von Herrn Anton Topitz, Oberleher 
in St. Nikola a. d. D.) 

Mineralogie und Geologie. 

(Angekauft.) 

Triasversteinerungen vom Siriuskogl bei Ischl und Hornsteinkalke der Gegend 

von Ischl, 
Hornsteinbreccie vom Rettenbach bei Ischl, 
Alpiner Nerineenkalk im dil. Schotter von Vöcklabruck. 

(Geschenke.) 

Cordieritgneis mit Graphit und Magnetkies, Linz, St. Margarethen, 
Cordieritgranit mit Magnetkies, Linz a. d. D., (Herr P. R Handmann, S. J.) 
Schlier, Traunfall, Oberösterreich, 
Kremsmünsterer Nagelflub, Kremsmünster, 
Tuflfartige Lage im Deckenschotter, Kremsmünster, 
Niederterrassenschotter, Ernsthofen an der Enns, 
Hochterrassenschotter, Streining bei Dorf an der Enns, 
Deckenschotter, Achleiten bei Kremsmünster. 

(Der Referent Direktor Commenda.) 
Braunkohlenton, Innerstoder, 

Bergkreide, Innerstoder. (Herr Gg. Schachinger, Hinterstoder.) 

Tertiär -Breccie, Schärding, Münzkirchen, 
Clypeaster sp., Rauchstallbrunn bei Baden, 
Korallen im Leithakalk, Rauchstallbrunn bei Baden, 
Leithakalkglomerat, Rauchstallbrunn bei Baden, 
Leithakalk- Breccie, Rauchstallbrunn bei Baden, 
Sarmatische Breccie, Atzgersdorf bei Wien, 



Lxxn 

Tegelfoasilien von Vöslau, 

Hochterrassenschotter von Steinerkirchen, 

Flysch von Pinsdorf bei Gmunden. (Gesammelt vom Referenten.) 

Eine Anzahl Gesteinsproben vom Bosruck- Tunnel. 

(Herr Apotheker Zeller, Windischgarsten.) 
Syenit mit Titanit von Julbach, 

Sillimanit mit Cordierit und Graphit, Gegend von Linz, 
Cordierit mit Magnetkies und Graphit, Gegend von Linz, 
Cordierit mit Almandin, Graphit und Sillimanit, Gegend von Linz, 
Quarz mit radialförmigem Graphit. (Herr P. R. Handmann, S. J.) 

Hippurites sp., Mondsee. (Der Referent.) 

Tertiär- Gesteine und Versteinerungen von Eggenburg. 

(Direktion der Volks- und Bürgerschule Eggenburg.) 
Hieroglyhen (Vermetus und Kriechspuren einer Crustacee). 

(Herr Landesgerichtsrat Pauli, Gmunden.) 
Tertiär -Versteinerungen von Plesching bei Linz. (Der Referent.) 

Suite von über 720 Gesteinsproben, Mineral- und Fossilfunden vom Bosruck- 

Tunnel bei Spital am Pyhrn. 

(Herr Ingenieur von Brunswyk und Herr Oberlehrer K. Wegrosta.) 

Bücherei. 

Folgende Herren haben dem Museum von ihnen verfasste Werke gespendet: 
Bauer Karl Julius, Lic. theol. (Das Evangelium in und um Pilsen); Orillmayr 
Johann Karl (Chronik des Schlosses Wirting); Ouppenberger Lambert, P., (Ge- 
schichte von Adlwang); Heger Franz, k. k, Regierungsrat (Alte Metalltromraeln 
aus Südost-Asien); Helfert Jos. Alex. Freiherr, Dr. (Sechzig Jahre im Dienste 
und in der Literatur); Heller Julius (Zur Vorbereitung der Handelsverträge); 
Krackowixer Ferdinand, Dr., kaiserl. Rat (Das Landesarchiv in Linz — In- 
schriften und Aufschriften); Leisching Julius, (Einleitung zur Ausstellung 
alter und neuer Kunststickereien); Liburnau Lorenz v. (Materialien zu 
einer Morphologie — NachtiHgliches über das Gmundener Schotter-Terrain); 
Luschin v. Ebengreuth Arn., Dr., Prof. (Das steiermärkische Landesmuseum); 
Mourlon M. (Referendum Bibliographique); Pröll iMurenz, Dr., k. k. Gymn.-Dir. 
(Das Obermühlviertler Bauernhaus); Schaehinger Karl (Über Berg und Tal — 
Auf den Hochkönig — Am Maierhofer Berg — Vom Königssee zum Brenner — 
In den hohen Tauern); Straberger Josef (Prähistorisches aus Oberösterreich); 
Strele Richard v. (Prolog zur 100jährigen Gedenkfeier Franz Stelzhamers) ; 
Topitz Antoti (Oberösterreichische Menthen). 

Weiter bedachten die Bücherei mit Spenden an Büchern, Broschüren, 
Landkarten, Bildern und dergl.: Herr Beckers F., Oraf, Linz; Herr Caesmann Fr., 
Wels; Herr Oörner Karl B. v., Dr., Linz; Herr Herbricht Alois, Sierning; Frau 
Karner Karola, Linz; Herr Klopf Johann, Linz; Herr Kränzl Emil, Dr., Linz; 
Frau Kraus Charlotte, Feldmarschall-Lt. -Witwe, Linz ; Herr Lychdorff Vinxenz v., 
Urfahr; Herr Maix Gustav, Dr., Linz; Herr Markl Andreas, Wien; Herr Markus 
Jordan, Linz; Frau Mayrhofer Marie, Kirchdorf; Herr Nebinger W. F., Linz; 
Herr Bichard Alex., München; Herr Sammern Otto v., Dr., Linz; Herr Sames 
Josef, Linz; Herr Schaff er Josef, Linz; Herr Schuster Bernhard, Kapellmeister, 
Berlin; Herr Straberger, Linz; Frau Tschott Anna, Linz; Herr Wildmoser Richard, 
Linz; Herr Wimmer Julius, Linz; Fräulein Zehdcn Karoline, Linz. 



Lxxin 

Folgende Behörden und Körperschaften spendeten ihre Veröffentlichungen : 
K. k. Ackerbau-Ministerium, Wien; Akademischer Verein deutscher Historiker, Orax; 
Archeologia e Storia Dalm,ata, Prato; Dombauverein, Linx; k. k. Franx Josef -Uni- 
versität, Gxernowitx; Oesellsehaft zur Gründung und Erhaltung eitles öster- 
reichischen Sehtdrmiseums , Wien; Landesausschuß vo7i Oberösterreich, Linx; 
Landes-Braiulschaden-Versicherungsanstalt, Linx; Landes- Tierschutxverein, Linx; 
Ordinariat, bischöfliches, Linx; Reichsrat, Wien; Rtlderverein „Ister", Linx; Sankt 
Florian, Stiftsbibliothek; Sparkasse, Allgemeine, Linx; Sparkasse Urfahr; Spar- 
kasse Kirchdorf; Stadtgemeitule -Vorstehungen Braunau, Linx, Urfahr; Stifter- 
denkmal-Komitee, Linz; Turngaurat von Oberösterreich und Salxburg; Turnverein 
Linz; Tramioay- und Elektrixitäts- Oesellsehaft Linx; Verein der Techniker, Linz. 

An Tages- und Wochenblättern wurden der Musealbibliothek seitens des 
betreffenden Zeitungsverlages unentgeltlich zugewendet: „Ave Maria", „Bauern- 
führer", „Deutscher Michel", „Linzer Volksblatt", „Linzer Zeitung", „Mühl- 
viertler Nachrichten", „Neue Warte am Inn", „Tages-Post", „Linzer Tierfreund", 
„Volksbote", die „Wahrheit" und zu ermäßigtem Preise „Alpenbote". 

Die Vermehrung der Bücherei durch Kauf beschränkte sich fast nur 
auf solche Werke, welche sich für die Arbeiten in den einzelnen Fächern not- 
wendig erwiesen. 



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Sammelbände aus der Reformationszeit 



im 



Landes-Archiv zu Linz, 



Beschrieben von 

Dr. Ferdinand Krackowizer 

Kaiserlicbem Rat und Landes -Archivar. 



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Buchdeckel zum Bande Nr. 93 mit dem aufgedruckten Porträt des 
Christoph Herzogs zu Württemberg. 



I 



Kinleitung. 



Die evangelischen Stände des Erzherzogtumes Österreich ob 
der Enns hatten in der landesfurstlichen Stadt Enns im Jahre 1569 
die evangelische Landschaftsschule ^) errichtet und dieselbe im 
Jahre 1574 in das neuerbaute Landhaus zu Linz übertragen. 
Hier erfreute sich die vornehmlich für die adelige Jugend bestimmte 
Lehranstalt lebhaften Besuches und unter den Rektoren Johann 
Memhard aus Straßburg, Dr. Anomäus und Johann Friedrich Bentius 
großer Blüte. Lehrer wie der Dichter Calaminus^), der Historiker 
Hieronymus Megiser, der große Astronom Johannes Kepler, welcher 
von 1614 — 1627 in der Donaustadt lebte, schmückten die Schule, 
hochherzige Mitglieder des Herren- und Ritterstandes sorgten für 
dieselbe durch Stiftungen. 

Wie schon Achaz Hohenfelder im Jahre 1588 zum Ankaufe 
von Büchern, für Kleidung und Stipendien die für jene Zeit 
bedeutende Summe von 1000 Gulden gewidmet hatte, so hielten 
beide Stände auch ihre eigene Bibliothek in Ehren. Der bekannte 
Genealoge Job Hartmann Freiherr von Enenkl, im Jahre 1623 
Scholarch der Landschaftsschule, besorgte mit großem Eifer die 
Vermehrung der ständischen Bücherei, an welcher der Historiker 
Megiser als Bibliothekar äußerst tätig war. Von der Witwe Susanna 



*) Franz X. Stauber: Historische Ephemeriden über die Wirksamkeit 
der Stände von Österreich ob der Enns. Linz, 1884, S. 39 — 55. — Dr. Ferdinand 
KhuU: Schulordnung und Institutionen für die evangelische Schule zu Linz 
(1577—1579). Wien, Braumüller, 1901. — Dr. Konrad Schi ff mann: Das 
Schulwesen im Lande ob der Enns bis zum Ende des 17. Jahrhunderts. 
59. Jahresbericht des Museums Francisco-Carolinum. Linz, 1901. 

^) Dr. Konrad Schiffmann: Magister Georg Calaminus, ein Schulmann 
des 16. Jahrhunderts. (Heft 2 der „Beiträge der österr. Gruppe für deutsche 
Erziehungs- und Schulgeschichte". Wien, 1899.) 



Megiser erwarben die Stände die hinterlassenen Bücher dieses 
Gelehrten, nachdem sie zuvor von Magister Johannes Kepler, 
„kaiserlichem und der obeiösterreichischen Landschaft Mathematico'-, 
besichtigt worden waren. 

Nach einem Berichte des genannten Freiherrn von Enenkl 
aus Baden bei Wien an die „Verordneten des Herren- und Ritter- 
standes der Augsburgischen Confession" bewertete derselbe die 
Bibliothek der Stände mit 2000 Gulden, die „auch zu Wienn vmb 
vierfach gelt nicht zuerhandlen wäre". 

Aber auch späterhin sorgten die Stände stets für ihre Bücherei. 
Im Jahre 1636 wurde dem Sprachmeister Claudio Jeangente^) auf- 
getragen, einen Katalog der Bibliothek der drei oberen Stände zu 
verfassen. Im Jahre 1744 vermehrten sie dieselbe durch den An- 
kauf der Bibliothek des Franz Josef Grafen von Starhemberg um 
1200 Gulden. Sie bestand aus 581 Büchern, wurde in dem hiezu 
gewidmeten neuen Bibliothekzimmer aufgestellt und ist deren Ver- 
zeichnis, 2) sowie die „Schätzungs-Specification" des Linzer Buch- 
händlers Franz Anton liger vom 18. August 1744 noch im Landes- 
arohiv vorhanden. Als eine größere Erwerbung kamen im Jahre 1767 
hinzu die vom Landschafts-Physikus Dr. Stephan Krädl letztwillig 
vermachten medizinischen Werke. 

Die ständische Bibliothek befand sich im zweiten Stockwerk 
des Landhauses und ging der größte Teil derselben bei dem großen 
Brande von Linz am 15. August 1800 zugrunde. Das Feuer ent- 
stand um 6 Uhr abends im kaiserlichen Schlosse, ergriflF mit 
Schnelligkeit die Häuser am Schloß- und Hof berge, dann jene der 
Altstadt, der Hahnen- und der Klostergasse bis zum Schmidturm. 
Durch den hölzernen Verbindungsgang, der vom Schlosse zum Land- 
hause herabführte, wurde auch letzteres ein Raub der Flammen und 
blieben nur die ebenerdigen gewölbten Lokalitäten, dann jene des 
ständischen Obereinnehmeramtes und der Registratur im ersten 
Stockwerke vom Feuer verschont. In den Räumen der letzteren 
müssen sich die Sammelbände befunden haben, welche sich un- 
versehrt bis in unsere Tage erhalten haben und in den folgenden 
Blättern beschrieben werden. 



*) Auch nach dem Aufhören der Landschaftaschule bestanden ständische 
Exerzitienmeister für französische und italienische Sprache, für Fechten und Reiten. 

*) Schuberband Nr. 434, Z. 29. Darunter befindet sich das Narrenschiff 
von Geiler von Kaisersberg, welches Buch am Schluß die Unterschrift des 
Grafen trägt. (Band 41 des hier mitgeteilten Kataloges.) 



Welchen Verlust dieses Unglück bedeutete, zeigt uns der 
„Catalogus libroruin, qui in Inclitorum Superioris Austriae Statuum 
Bibliotheca Anno 1660 exstiterunt".^) 

Aber aus dem „Catalogus librorum Lutheranorum" ^) ersehen 
wir, daß doch noch ein kleiner, und zwar sehr wertvoller Bestand 
der einstigen ansehnlichen Bücherei sich erhalten hat. Es sind dies 
die im großen Archivzimmer I aufgestellten 100 Bände, darunter 
38 Sammelbände mit 545 höchst seltenen Druckschriften, meist 
Holzbände in Quart mit Marginalien und Messingschließen. Sie 
stammen vorwiegend aus dem ersten Viertel des 17. Jahrhunderts. 

Diese alten, sorgfältig gebundenen Bücher, bisher ganz un- 
beachtet und noch vor drei Jahrzehnten mit anderen Genossen zu 
unsteter Wanderung in verschiedenen Amtsräumen des Landhauses 
verurteilt, sind geeignet, das Interesse des Geschichtsforschers, 
zumal des Kulturhistorikers, aber auch jedes Bücherfreundes zu 
erregen. Stoff und Verfasser der einzelnen Druckschriften führen 
uns mitten in die gewaltige Zeit der Reformation. Wir finden die 
Werke von Martin Luther und Philipp Melanchthon, sämtliche 
Schriften des Dr. Ägidius Hunnius, die auf den Buchdeckeln das 
W^appen der oberösterreichischen Landschaft nebst einer hübschen 
Inschrift^) tragen, wir finden die theologischen Streitschriften von 
Matthias Flacius Illyricus, Johannes Brentius, Heinrich BuUinger, 
Konrad Pellicanus, Urban Regius, Johann Bugenhagen, Cyriacus 
Spangenberg, Erasmus Sarcerius und Lukas Oslander. Neben Pre- 
digten und Bibelauslegungen treffen wir Werke von Johannes Geiler 



^) Ein in Pergament gebundener handschriftlicher Katalog in Folio 
mit 57 signierten Blättern. (Schuberband Nr. 435, Z. 37/35.) Darnach waren 
die einzelnen Abteilungen der ständischen Büchersammlung: S. S. P. P. Theo- 
logici et sacrarum litterarum Interpretes. — Libri Concionatorii. — Scriptores 
ecclesiastici, casuistici et controversista. — Libri sacri historici et chronologici. — 
Libri spirituales et alii. — Libri historici chronologici, cosmographici et geo- 
graphici. — Libri genealogici. — Acta caesarum, allerlay Khrieg vudt Zeittungs- 
Relationen. — Autores historici et classici. — Libri historici politici, philologici 
et ethici. — Libri juridici. — Libri Medici et Chirurgici. — Libri Mathematici, 
Astronomici, Geometrici. — Libri Philosophici. — Lexicon et Dictionaria varia. — 
Libri poetici. — Oratores et similes. — Libri mixti. — Allerlay Khunstbuecher. — 
Libri ethico-politici, — Libri diversarum linquarum. — Viele Drucke stammten 
aus dem Ende des 15. Jahrhunderts. 

■^) Fohoheft, in rotem Papier gebunden, ohne Datum, mit 42 signierten 
Blättern. (Schuberband Nr. 435, Z. 37/34.) 

'■') Auf dem Vorderdeckel jedes Foliobandes in Gold die Inschrift: „Lector, 
hoc quo uteris libro, feliciter fruere eoque reddito, liberalitati procerum Austriae 
super. Ev angehe, gratias habe." 



von Kaisersberg, Reimgedichte und vier Schriften des wackeren 
Meistersingers Hans Sachs. Allein auch verschiedene Flugblätter 
und Zeitungen (über die Türken, über wunderbare Begebenheiten, 
über den Tod des Pfarrers Leonhard Kayser von Waizenkirchen, 
über die Wiedertäufer, über die Schweizer Eidgenossen und anderes) 
enthalten diese Sammelbände. Sie sind weiter in kunstgewerblicher 
Hinsicht interessant durch die vielen kräftigen Holzschnitte, welche 
die Titelblätter als Einrahmungen in origineller Ausführung schmücken 
oder uns als satirische Zeitbilder fesseln. Endlich finden wir auch 
Porträte von hervorragenden Männern. 

Daß diese Bände sich bis auf unsere Tage so unversehrt 
erhalten konnten, darf füglich wundernehmen, wenn wir die Ver- 
nichtung solcher Werke durch die folgenden Zeiten der Gegen- 
reformation uns vor Augen halten. Sollten doch schon durch ein 
Mandat Kaiser Ferdinands I. vom 24. Juli 1528 ^) Buchdrucker 
und Buchführer der sektischen verbotenen Bücher, welche in den 
österreichischen Erbländern betreten würden, „als Haupt -Verführer 
und Vergiffter aller Länder ohne alle Gnad stracks am Leben mit 
dem Wasser gestrafft, ihre verbottene Waaren aber verbrennt" werden. 
Und einem Schreiben ^) der „zwayer evangelischer Ständt von Herrn 
vnd Ritterschafft ob der Ennß Verordneten" wegen der von der 
kaiserlichen Regierung bei Auflassung der evangelischen Land- 
schaftsschule begehrten Schulkasse vom 15. März 1625 entnehmen 
wir das interessante Postskriptum: „Den 13. dits ist der Althamer, 
neüerwelter Stattanwalt neben dem Schreckhinger Stattriohter alhie, 
vnd zwei Jesuitern vnbegriest Vnser, nach Mittag ins Landthaus 
khomben vnd der Puechführer ^) Läden visitiert, auch alle Vn- 
oatholische Püecher abgesondert vnd in Vasser (Fässer) einschlagen 
lassen, welches Wier denen Löbl. Ständen auf negste Zusamben- 
khunfft fürbringen wollen." 

Wir Nachkommen aber wollen die Tatsache begrüßen, daß 
diese Sammelbände durch die Wechsel vollen Zeitläufe unversehrt 
geblieben sind als der wertvolle Rest der alten ständischen Bücherei 
im Landhause zu Linz. 

Dr. Krackowizer. 



^) Codex Austriacus pag. 235, 
-) Annalenbücher, Band 72, Fol. 512. 

") Die Buchführer (Buchhändler) hatten, namentlich zur Zeit der viel- 
besuchten Linzer Märkte, im Durchgang des Landhauses ihre Waren feil. 



1. Lutheri Martini opera, 

Tomus I, omnium operum Reverendi Domini Martini Lutheri, 
Doctoris Theologiae, continens scripta primi triennii, ab 
eo tempore, quo primum controversia de indulgentiis 
mota est, videlicet ab anno Christi MDXVII usque ad 
annum XX. 

Witebergae per Johannem Lufft. 1.5.4.5. 

Titelblatt mit Holzschnitteinfassung: Die Symbole 
der vier Evangelisten; unten Christus am Kreuz, Luther 
und Melanchthon kniend, in betender Stellung. 

Original-Holzband in Lederpressung. Folio mit Mes- 
singschließen. 

Tomus II, continens monumenta, quae de multis gravissimis 
controversis ab anno XX. usque ad XXVII. annum 
edita sunt. 

Witebergae, per Johannem LuflPt. 1546. 
Titelblatt und Ausstattung, Einband wie oben. 

Tomus III, continens ennarationes Deuteronomii, ultimorum 
verborum Davidis, multorum psalmorum pias, luculentas 
et valde utiles. 

Witebergae, per Johannem Lufft. 1549. 

Titelblatt und Ausstattung des Foliobandes wie oben. 

Tomus IV, continens ennarationes in Ecclesiasten , Cantica 
Canticorum, Esaiam, Ezechielem, Danielem, et in Prophetas 
minores. Opus insigne et vere aureum. 

Witebergae, per Johannem Lufft. 1552. 

Titelblatt und Ausstattung des Foliobandes wie oben. 

Tomus V, continens enarrationes in aliquot capita Matthei, 
Johannis Evangelistae, epistolae Pauli primae ad Corinthios, 



commentarios in epistolam Pauli ad Galatas et in duas 
S. Petri et Judae unam. Item, in prophetam Zachariam etc. 

Witebergae. Per Johannem LuflPt. 1554. 

Titelblatt und Ausstattung des Foliobandes wie oben. 

2. Operum omnium reverendi viri Philippi Melanthonis. 
Pars prima. Wittebergae. Excudebat Johannes Crato. Anno 

M.D.LXII. 

Auf dem Titelblatt das Porträt Melanchthons in 
Holzschnitt mit der Legende: „Roma: 8. Si Dens pro 
nobis, quis contra nos." 

Holzband mit Lederpressung; Folio, mit Messing- 
schließen. 
Pars secunda. Druckort, Drucker und Jahr wie oben. 

Holzband in gleicher Ausstattung. 
Pars tertia. Wittebergae, J. Crato, M.D.LXIII. 

Holzband in gleicher Ausstattung. 

Pars quarta. Wittebergae. J. Crato, M.D.LXIIIL 

Holzband in gleicher Ausstattung. 

3, D. Aegidii Hunnü, celeberrimi Aug. Confess. Theologi 

operum latinorum tomus primus. 

Continens artioulos christianae religionis praeoipuos 
et hoc tempore maxime controversos, ex scripturae sacrae 
fundamentis extructos et forma quaestionum ac respon- 
sionum pertractatos. Olim seorsim editos: nunc vero in 
unum collectos. 

Witebergae, typis M. Georgii MuUeri, impensis 

Johan. Jacobi Porßii, bibliopolae Francof: ad Moenum. 

Anno M.DC.VII. 

Tomus II, continens scripta quaedam polemica, tum adversus 

Pontificios et Jesuitas, tum etiam adversus Calvinianos 

aliosque sectarios. Impensis J. Jacobi Porßii. A£ M.DC.VIII. 

Tomus IM, continens potissimum commentarios in Evangelium 

S. Matthaei et B. Johannis, una cum methodo concionandi. 

Witebergae. Typis M. G. Mulleri. A2 M.DC.VIII. 

Tomus IV, Complectens commentarios ejus in epistolas B. Pauli 

apostoli, canonicam Joannis, et eam, quae est ad Hebraeos. 

Francof urti, ex officina Paltheniana, sumptibus 

J. J. Porsii, bibliopolae. M.DC.VL 

Auf dem Titelblatt schönes Druckerzeichen. 



Tomus quintus, continens dispiitationes et orationes academicas, 
cum tribus Comoediis. 

Witebergae, typis M. G. MuUeri. M.DC.IX. S. 833 ff. 
Comoedia „Josephus", S. 932 „Ruth". 

Alle fünf Foliobände in Schweinsleder gebunden, 
auf dem Vorderdeokel die Inschrift: „Lector. Hoc quo 
uteris libro, feliciter fruere eoque reddito, liberalitati 
procerum Austriae Super. Evangelicor. gratias habe"; auf 
dem Schlußdeckel das in Gold aufgedruckte oberösterr. 
Landeswappen. 

4. Antibellarminus. Hoc est oonfutatio eorum, quae adversus 

christianam fidem, pro tuenda Pontificia sua religione tomis 
disputavit quatuor Robertus Bellarminus, Jesuita, Cardi- 
nalis. A Samuele Huherto D. Helvetio Bernate. 

Goslariae, ex officina typographica Joannis Vogdii. 
Anno M.DC.VII. 

Folioband in Schweinsleder. 

5. Operum reverendi et clarissimi theologi D. Joannis Brentii, 

praepositi Stutgardiani. 

Tubingae, excudebat Georgius Gruppenbachius, 
Anno M.D.LXXVI. 

Auf der Rückseite des Titelblattes in Holzschnitt 
das Porträt des Johannes Brentius. 

Der zweite Band aus demselben Jahre; er trägt auf dem 
Titelblatt unten die Widmtingsschrift: „Venerando domino 
magistro Thomae Spindlero, diacono Stuttgardiano, Affini 
suo Eberhardus Bidenbach, abbas Beben:" 

Der dritte Band fehlt. 

Der vierte Band aus derselben Druckerei vom Jahre 1580. 

Ebenso der fünfte Band vom Jahre 1582. 

Diese vier Foliobände in Holzdeckeln mit schöner 
Lederpressung gebunden. 

6. Clavis scripturae S. seu de sermone sacrarum literarum. 

Autore Matthia Flacio Illyrico. 

Basileae, ex officina Heruagiana, per Eusebium Epi- 
scopium. M.D.LXXX. 2 Teile. 

Auf dem Titel- und Schlußblatt das Druckerzeichen. 

Foliant in gepreßtem Lederband. 



10 



7. Sermonum decades quinque, de potissimis Christianae religionis 

capitibus, in tres tomos digestae, authore Heinrycho 
Bullingero, ecclesiae Tigurinae ministro. 

Tiguri. In officina Christoph. Frosohoveri, a. M.D.LII. 

Druckerzeichen auf dem Titelblatt. Original-Holzband 
mit Ledei-pressung und Messingschließen. 

8. In Esaiae Prophetae vaticinia scholae Theodorici Snepffii, 

doctoris et professoris theologi in academia Tubingensi, 
Tubingae, excudebat Georgius Gruppenbachius. 

M.D.LXXV. Mit Druokerzeichen vorn. 

Original-Holzband mit Lederpressung und Schließen. 

9. Thesaurus Theologicus ex sola sacra scriptura depromptus. 

In quo unico tomo omnes loci theologici testimoniis verbi 
Dei explicantur. Autore M. Matthaeo Vogelio, abbate 
coenobii Alperspachensis, in inclyto ducatu Vuirtembergico. 

Tubingae, excudebat Georgius Gruppenbachius. Anno 
M.D.XCII. Druckerzeichen auf dem Titelblatt. 

Original-Holzband mit Lederpressung und Schließen. 

10. 1. In primum librum Mose enarrationes reverendi patris 
D. D. Martini Lutheri, plene salutaris et christianae 
eruditionis, bona fide et diligenter collectae. M.D.LV. 

Titelblatt mit schöner Holzschnitt-Einfassung: Szenen 
aus der Schöpfungsgeschichte. Darauf die Jahrzahl 1552. 
Mit einer Praefatio Luthers. 

Schlußblatt: Druckerzeichen. Darunter: Impressum 
Noribergae in officina Joannis Montani et Ulrici Neuberi. 
Anno Domini M.D.LVL 

Original-Holzband mit Lederpressung und Schließen. 

2. In Genesin enarrationum reverendi patris domini doctoris 
Martini Luteri, bona fide et diligenter coUcctarum, per 
Hieronymum Besoldum Noribergensem tomus 111^ continens 
historiam duorum patriaroharum Isaac et Jacob. 

Cum Praefatione Philippi Melanchtonis. 

Noribergae, LV. Holzschnitt (Kopfleiste) auf dem 
Titel. Am Schluß Druckerzeichen, darunter: Norinbergae, 
excudebant Joannes Montanus et Ulricus Neuber. 

Hierauf tomus IV, continens historiam sanctissimi 
patriarchae Joseph. 



11 

Noribergae. Exoudebant Joannes Montanus et Ulricus 
Neuberus. Anno M.D.LIIII. 

Am Kopfe des Titelblattes ein Holzschnitt: Josef 
wird von seinen Brüdern befreit. Schlußblatt mit Druoker- 
zeichen. 

Original-Holzband mit Lederpressung und Schließen. 

11. Novum Testamentum Jesu Christi Nazareni Per 

Lucam Lossium Luneburgensem. 
Tomus I, in quo continentur duo Evangelistae Matthaeus et 
Marcus. Franc. Apud Chr. Egenolphum Hadamarium. 

Auf dem Titelblatt ein Holzschnitt: Das Opfer 
Abrahams, mit der Umschrift: Pietas ad omnia utilis est. 
Sacrificium Deo cur humiliatum. 

Auf der zweiten Seite des Titelblattes das Wappen 
Christians von Dänemark in Holzschnitt. 

Am Schlüsse des Buches: Francofurti apud Chri- 
stianum Egenolphum, mense Augusto. Anno M.D.LIHI. 

Original-Holzband mit Lederpressung, Schließen und 
vielen Marginalien. 

IIY2. Novi testamenti catholica expositio ecclesiastica, id est, ex 
universis probatis theologis excerpta, a quodam verbi Dei 
ministro, diu multumque in theologia versato. Sive Bi- 
bliotheca expositionum novi testamenti. 

Anno M.D.LXI. Exoudebat Henricus Stephanus, 
illustris viri Huldrichi Fuggeri typographus. 

Holzschnitt auf dem Titelblatt. 

Original-Holzband mit Lederpressung. Großfolio. 

12. Harmonia ex tribus Evangelistis composita. Cum Joh. Oalvini 

commentariis. 

Oliua Roberti Stephani. M.D.LV. 

Beginnt mit einer Widmung Calvins an den Bürger- 
meister und Senat iler Stadt Frankfurt. 

Am Schlüsse: Excudebat Robertus Stephanus in sua 
officina anno M.D.LVL Cal. Aug. 

Original-Holzband in Lederpressung. Großfolio. 

13/1. Commentaria hibliorum, id est XXHH. canonicorum veteris 
testamenti librorum, opera D. Chuonradi Pellicani 
Rubeaquensis elaborata. 
Tomus I, in quo continentur V libri Mosis. 



12 

Tomus II, in quo continetur historia sacra, prophetae 
inquam priores. 

Anno M.D.XXXVI und XXXVIII. 

Tiguri apud Christophorum Froschoverum und in 
officina Froschoviana. Druckerzeichen. 

Original-Holzband mit Lederpressung und Schließen. 
Großfolio. 

13/2. Desselben Werkes von Pellicanus 

Tomus III. In hoc continentur prophetae posteriores omnes, 
videlicet sermones prophetarum majorum. 

M.D.XL. Tiguri in officina Chr. Froschoveri. 
Tomus IV. In quo continentur scripta reliqua, quae vocant 
Hagiographa. 

Druckjahr und Drucker gleich. Druckerzeichen auf 
den Titelblättern. 

Original-Holzband in gleicher Ausstattung. Großfolio. 

14. CoiUiones sacrae ac variae praedicandorum evangeliorum, quae 

dominicis diebus et in festis legi solent, formulae. 

Descriptae a Leonhardo Culmanno Crayelsheimense, 
et multis contionibus auctae. 

Impressae Norimbergae, in officina Joannis Montani 
et ülrici Neuberi. M.D.LI. 

Original-Holzband mit Lederpressung und Schließen. 

Folio. 

15. Opera Urbani Regii latine edita. Cum ejus vita, ac praefatione 

Ernesti Regii, F. 

Impressa Noribergae, in officina Joannis Montani 
et ülrici Neuberi. M.D.LXII. 

Am Schluß das Druckerzeichen. 

Holzband mit Schließen. Folio. 

16. Samuelis Über primus, annotationibus piis juxta ac eruditis 

explicatus. Per D. Hieronymum Wellerum. 

Francoforti, Anno Domini M.D.LV. 

Ex officina Petri Brubacchii. Anno 1555. 

Hierauf folgt: Liber secundus Regum. Per D. H.Vuel- 
lerum, S. Theol. doctorem. 

Noriberge, excudebant Joannes Montanus et Ulricus 
Neuberus. Anno M.D.LX. Mit Druckerzeichen. 

Gepreßter Lederband, Folio. 



13 

17. Consensus orthodoxiis saorae scripturae et veteris ecclesiae, 

de sententia et veritate verborum coenae dominioae, adeoque 
de tota controversia sacramentaria. 

Tiguri apud Froschoverum. 1578. Auf dem Titel- 
blatt das Druckerzeichen. 

Gepreßter Lederband, Folio; etwas wurmstichig. 

18. Templum Exechielis, sive in IX. postrema prophetae capita 

commentarius. In Academia Tubingensi elaboratus per 
Matthiara Hafenrefferum, S. S. Theologiae doctorem. 

Tubingae, typis Theodorici Werlini, sumptibus Jo- 
hannis Berneri Francofurtensis. M.DCXIII. 

Vorgebunden ein Kupferstich. Am Schluß Plan des 
Tempels. Schweinslederband in Folio. Auf dem Vorder- 
deckel die Inschrift in Gold: „Lector, hoc quo uteris 
libro etc.'', wie bei dem Drucke Zahl 3. Auf dem Sohluß- 
deckel das oberösterr. Landeswappen in Gold gepreßt. 

19. In librum Judicum D. Petri Martyris Vermilii Florentini, 

professoris divinarum literarum in schola Tigurina, Com- 
mentarii doctissimi. Editio tertia. 

Tiguri, excudebat Christophorus Froschoverus. 
M.D.LXXI. Foliant in Schweinslederband. Auf den 
Deckeln das oberösterr. Landeswappen aufgedrückt. 

20. Simplex et pia Evangeliorum, quae dominicis diebus et in 

praecipuis festis legi solent, explicatio. Per reverendum 
dominum doctorem Marl. Lutherum. Nunc primum ex 
Germanico versa, per Michaelem Rotingium. 

Impressum Norimbergae, in officina Joannis Montani 
et Ulrici Neuber. Anno MD.XLV. Im Texte Holzschnitte 
zu den Evangelien. Am Schlußblatt das Druokerzeichen. 

Foliant in Leder gebunden. 

21. ChHstliche einfeltige Außlegung des gantxen Psalters des 

Königlichen Propheten Dauids / gestellet durch Chri- 
stofferum Fischer den Eltern / fürstlichen Lüneburgischen 
General Superintendenten / vnd Pastorn zu Zell. 

Gedruckt zu Vissen / bey Michel Kröner. M.D.XC. 
Auf dem Titelblatt der Holzschnitt: König David, die 
Harfe spielend. 

Original-Holzband mit sehr schöner Ledei-pressung 
und Schließen. Großfolio. 



14 

22. Concordantz imd Zeiger vber die gantxe heilige Biblische schrifft 

deß Alten vnd Neuwen Testaments / . . . . Alles auff 
die Dolmetschung D. Martin Luthers seligen .... 
gerichtet, zusammen gezogen vnd in den Druck verfertiget 
durch Petrum Gedultig, von Gerenroda. 

Gedruckt zu Franckfurt am Mayn / Mit Rom. Keys. 
Majest. Freyheit / in keinerley Format nachzudrucken. 
M.D.LXXI. 

Nach dem Titelblatt in schönem Holzschnitt auf 
eigenem Blatt Porträt und Wappen des Herzogs Hans 
Wilhelm zu Sachsen mit der Umschrift: „Herr, regier 
mich durch dein Wort." 

Auf dem Sohlußblatt das Druckerzeichen des Georgen 
Raben, in Verlegung Hieronymi Feyerabends. 

Original-Holzband mit Lederpressung und Schließen. 
Großfolio. 

23. Alle Predigten vnd Außlegungen vber die Psalmen deß König- 

lichen Propheten Dauids. Geprediget zu Braunschweig 
in Sachsen / durch D. Joachim Mörlin / dazumal Super- 
attendenten daselbst. 

Gedruckt zu EriFurt / bey Esaias Mechler / In Ver- 
legung Jacob Trösters 1580. 

3 Teile in einem Folioband. Auf dem Titelblatt 
das Porträt Mörlins in Holzschnitt. Am Schlüsse des 
Blattes der Vermerk: „1582. A: N:G:W: Hannß Christoff 
Geymann zu Gallspach vnd Tratteneckh, Rö. Kay. Maj. Rath." 

Original-Holzband mit Lederpressung und Schließen. 

2372. Des Hochwirdigen Durchleuchtigen / Hochgebornen / 
Fürsten vnnd Herren / Herrn Georgen, Fürsten ZU 
Anhalt / Graffen zu Ascanien / vnnd Herrn zu Zerbst 
vnd Bernberg / Thumbprobst xu Magdeburg vnnd Meissen, 
Predigten vnd andere Schrifften. Mit einer Vorred Philippi 
Melanth. M.D.LXI. 

Auf dem Titelblatt das Wappen, auf dessen Rück- 
seite das Porträt des Fürsten Georg in Holzschnitt. 

Am Schluß: Getruokt zu Franckfurt am Mayn durch 
Weygand Han vnd Georg Raben. 

Orig.-Holzband in Lederpressung und Schließen. Folio. 

24. Des Ehrwürdigen Herrn Michael CoelÜ seligen / etwan 

Predigers / Decani vnd Pfarrherrn zu Manßfeldt / 



15 

Christliche vnd nützliche Außlegungen / Predigten vnd 
Schrifften / Gemeyner Christenheyt zu Dienst zusammen 
bracht durch M. Ciriacum Spangenberg. A. M.D.LXV. 

Auf der Rückseite des Titelblattes das Wappen und 
nach der Vorrede von Spangenberg das Porträt des Coelius 
in Holzschnitt. 

Getruckt zu Straßburg / bey Samuel Emmel. 

Orig.-Holzband mit Lederpressung u. Schließen. Folio. 

25. Trostspiegel der armen Sünder. Das ist / Vom warhafiftigen 

Erkendtnus vnsers Herrn Jesu Christi / vnd vom seligen 
Trost / Fried vnd Freud desselbigen / wider die Ver- 
zweifflung / angst / trawrigkeit / vnd anfechtung des 
hertzens vnd Gewissens .... Aus den Büchern des Ehr- 
wirdigen Herrn D. Martini seligers zusamen gezogen durch 
M. Johannem Policarium. Prediger zu Weissenf eis. 1556. 

Ein Holzschnitt auf der Rückseite des Titelblattes. 

Gedruckt zu Leipzig / durch Jacobum Berwald. Mit 
Druckerzeichen. 

Vo7i Eitler Disciplin. Dadurch zucht / tugend vnd Erbarkeit 
mügen gepflantzet vnd erhalten werden. Item was hierbey 
die Weltliche Obrigkeit, Kirchendiener / vnd Vnterthanen 
zu thuen schuldig vnd pflichtig sein. Durch Erasmum 
Sarcerium / Superintendenten der alten vnd Löblichen 
Graffschafft Mansfeldt. 1556. 

Auf der Rückseite des Titelblattes das Porträt des 
Erasmus Sarcerii Annaemontani in Holzschnitt. 

Gedruckt zu Eisleben durch Vrbanum kaubisch. 

Orig.-Holzband mit Lederpressung u. Schließen. Folio. 

26. Vo?i mittein vnd wegen / die rechte vnd wäre Religion %u 

befördern vnd zu erhalten. Durch Erasmum Sarcerium / 
Superintendenten der Löblichen vnd alten Graffschafft 
Mansfeldt. 1555. 

Gedruckt zu Eisleben durch Vrbanum Kaubisch / 
In der Graffschafft Mansfeldt. 1554. 

Original-Holzband mit Lederpressung, Schließen und 
Marginalien. Folio. 

27. Hausbuch für die Einfeltigen Hausueter / von den vornemesten 

Artickeln der Christlichen Religion / darinnen der 
Evangelischen Christen / vnd der Gottlosen Papisten 



16 

lehren / gegen einander gehalten werden. Durch Erasmum 
Sarcerium. 1555. 

Gedruckt zu Leiptzig / durch Jacobum Berwald / 
wonhafftig in der Nickelsstrassen. Druckerzeiohen. 

Original-Holzband mit Lederpressung, Marginalien 
und Schließen. Folio. 

28. Haußhuch, darinn begriffen werdend fünfftxig Predigen 

Heinrychen Bullingers / Dieners der Kirchen zu Zürych. 
M.D.LVin. 

Getruckt zu Bärn / bey Samuel Apiario / auf Ver- 
legung Christoffel Froschowers / im Jar als man zalt 
MDLVm. 

Original-Holzband mit Lederpressung, vielen Mar- 
ginalien und Schließen. Folio. 

29. Corpus doctrinae Christianae. Das ist / Gantze Summa der 

rechten waren Christlichen Lehre des heyligen Evangelii. 
Verfasset durch Herrn Philippum Melanthonem. 

Melanchthons Bild in Holzschnitt auf dem Titelblatt. 

Gedruckt zu Franckfurt am Main / durch Dauid 
Zöpffein Johan Raschen vnd Sigmund Feierabend / Im 
Jar vnserer Erlösung. M.D.LXI. 

Original-Holzband mit Lederpressung, Messingecken 
mit Buckeln und Schließen. Folio. 

30. Vom Heiligen Ehestande / vnd von Ehesachen / mit allen 

vmbstenden / zu diesen Dingen gehörig / darinnen zugleich 
Natürlich / Göttlich / Keiserlich vnd Bepstlich Recht 
angezogen wird. Durch Erasmum Sarcerium. 1556. 

Gedruckt zu Eisleben / in der alten vnd löblichen 
Graffschafft Mansfelt / durch Vrbanura Kaubisch. 

Orig.-Holzband mit Lederpressung u. Schließen. Folio. 

31. Theatrum Diabolorum, Das ist: Ein sehr nutzliches ver- 

stenndiges Buch / darauß ein jeder Christ / sonderlich 
vnnd fleissig zu lernen / wie daß wir in dieser Welt / nicht 
mit Keysern / Königen / Fürsten vnd Herrn / oder andern 
Potentaten / sondern mit dem allermechtigsten Fürsten 
dieser Welt / dem Teuffei zu kempffen vnd zu streiten. 

Holzschnitt auf dem Titelblatte: Verschiedene Teufel. 

Gedruckt zu Franckfurt am Mayn / durch Peter 
Schmid / in Verlegung Hieronymi Feyrabend, M.D.LXIX. 

Holzband mit Lederpressung. Folio. 



17 

32. Ehespiegel: Das ist / Alles was vom heyligen Ehestande / 

nützliches / nötiges / vnd tröstliches mag gesagt werden. 
In Siebentzig Brautpredigten zusammen verfasset durch 
M. ('yciacum Spangenberg / im Thal Manßfeldt. 

Getruckt zu Straßburg durch Samuel Emmel. M.D.LXI. 

Orig.-Holzband mit Lederpressung u. Schließen. Folio. 

33. Concordantx mid xeyger der sprüch vnd Historien J aller Bi- 

blischen hücher alts vnd news Testaments teutsch registers 
weiß verfaßt vn zusamen bracht. Durch M. Lienhart 
Brunner verweser des wort Gots zu Wormbs. 

Truckt mit Keyserlicher gnad vn freyheit / Bey 
Wolff Köpphl zu Straßburg / Anno M.DXXX. Titel 
in schönem Holzschnittrahmen. Druckerzeichen am Ende. 

Holzband mit Lederpressung und Schließen. Folio. 

34. Postill. Kurtze Außlegung vber die Euangelienn so man pflegt 

zuläsen an den Sontagen vnd der Heyligen Fest / sampt 
den Sunäarien durchs gantz Jar: Christlich vnd einfaltig 
geprediget vn beschriben durch Johan Wömer. 

Getruckt im jar / nach der Geburt vnsers Erlösers / 
M.D.LVni. Ohne Druckort und Drucker. 

Holzband mit Lederpressung und Schließen. Folio. 

35. Spiegel der Haußucht. (sie !) Jesus Syrach genandt / sambt einer 

kurtzen Außlegung. Für die armen Haußuäter / vnd ihr 
gesinde / Wie sie ein Gottselig leben / gegen menigklich 
sollen erzeygen. Darinnen der weit lauff" begriffen / vnd 
wie sich ein jeglicher Christ / in seinem beruff / vnd in 
der Policey / ehrlich vnnd löblich solle halten. Caspar 
Huberinus. 

Gedruckt zu Nürnberg durch Johann vom Berg / 
vndYlrichNewber. M.D.LHH. Druckerzeichen am Schluß. 

Holzband mit Lederpressung und Schließen. Folio. 

36. Dis schön buch genannt der seele?i Paradiß / von waren vnd 

volkumen tugenden sagend: hatt geprediget vnd zuletst 
corrigiert / der gottförchtig / hochberumt doctor vn 
predicant Johannes Geiler VÖ Keyßersperg zu den 
Reuwren in Straßburg. Als man zalt nach der geburt 
Christi vnßers Herren Tausend fünffhundert vnd drey Jahr. 
Holzschnitt unter dem Titel: Adam und Eva im 
Paradiese, der Herr bei ihnen; vor dem Tor der Engel 
mit dem Schwert. 

2 



18 

Gedruckt in der keyßerlichen frey stat Straßburg 

von dem wolgeleerten magistro Mathie Schurer. 1510. 

Holzband in braunem Leder, wurmstichig. Folio. 

37. Psalter wol verteutscht auß der heyligen sprach. Verklerung 

des Psalters / fast klar vnd nutzlich / Durch Johann 
Bugenhag auß Pomern. 

Gedruckt zu Basel / durch Adam Petri / im jar 
M.D.XXVI. Titel in Holzschnittrahmen. 

Holzband in braunem Leder mit Marginalien. Fol. 

38. Bas Schiff der penüentz vn hußwürckung / gepredigt in dem 

hohen stifft / in vnser lieben Frauwen münster zu Straß- 
burg / von dem wirdigen hochgelerten herren Doctor Johann 
Gayler von Kaysersperg / in Teutsch gewende vom 
latin / auß seiner aygnen handtgeschrifift. 

Titel in sehr schönem Holzschnittrahmen. 

Gedruckt zu Augspurg von maister Johann Otmar / 
mit zuthun vn hilff in Verlegung des erbern Jörgen Diemar. 
1514. Schlußseite schöner Holzschnitt mit dem Zeichen ISl. 

Holzband in braunem Leder. Folio. 

39. Sermones j9rßsto?^^^ssm^ sacrarü litteraru doctoris Joannis 

Geileri Keyserspergii Concionatoris Argentinen. Cum 
Privilegio. 1514. 

Am Schluß des Werkes: Sermones . . . . , quos 
Joannes Gruninger vir circumspectus Argentine impressit 
Anno M.D.XIV. 

Auf dem Schlußdeekel innen aufgeklebt 2 Seiten 
einer lateinischen Handschrift aus dem 11. Jahrhundert. 
Darauf mit späterer Schrift der deutsche Vers: „Ein 
Frumer man hatt Har aufif der Zungen.'' 

Holzband mit Leder und Schließen. Folio. 

40. Das Euangelitmch. Das buoeh der Ewangelien durch das 

gantz jar / mit Predig vnd vßlegungen dnrch den wirdigen 
hochgelerten Doctor Johannes Geiler VOn Keisersperg" 
derzeit Predicant in dem hohen stifft der kei serlichen 
freien stat Straßburg / die er in seinem fier letsten Jaren 
gepredigt hat. Anno MD. IV. Vnd ist vor nie getruckt. 
Auf dem Titel der Initiale D, ein Holzschnitt mit 
Handmalerei. 



19 

Gedruckt zu Straßburg von Johannes Grieninger, 
M.D.XV. Holzschnitte im Text. Am Schluß schöner 
Holzschnitt mit der Überschrift: Zu Straßburg vsgangen. 

Original-Holzband mit Schließen. Folio. 

41. Narrenschiff von Geiler v. Keisersperg. 

Holzband in Folio, mit Leder überzogen und zwei 
Schließen, wurmstichig, sehr beschädigt. Mit vielen Holz- 
schnitten. Titelblatt fehlt. 

In der Vorrede: „Das Narrenschiff ze teutsch vß 
dem latin gezogen, geprediget zu Straßburg durch Doctor 
Johannes Geiler von Keisersperg / in dem hohen 
stifft daselbst predicant / da man zalt MCCCCXCVHI." 

Am Schluß des Buches die Inschrift: Franc. Joseph 
Coraes ac Dms ä Starhemberg. 

42. Quatuor Eiiangelia S. Matthaei, S. Marci, S. Lucae, et 

S. Joannis et acta apostolorum. Lucas Oslander D. 

Tubingae, exe. Georgias Gruppenbachius, Anno 1581. 

Am unteren Rande des Titels die Inschrift : ,.M. Thomas 
Spindler Pfarrh. zu Linz." 

Holzband m. schöner Lederpressung u. Schließen. Quart. 

42Y2. Syntagma, seu corpus doctrinae veri et omnipotentis Dei, 
ex veteri testamento tantum, methodica ratione, sin- 
gnlari studio, fide et diligentia collectum per Johannem 
Wigandum et Mattheum Judicem. 

2 Teile in einem Quartband. 

Basileae, ex officina Oporiniana. 1575, Druckerzeichen. 

Holzband mit Lederpressung u. Schließen. Großquart. 

43. Esdras, Nehemias, Esther, Job, Psalterium, Prouerbia Sa- 

loraonis, Ecclesiastes et canticum canticorum. Lucas 
Oslander D. 

Tubingae, exe. Georgius Gruppenbachius, Anno 1576. 

Holzband in schöner Lederpressung mit Schließen. 
Druckerzeichen. 4 ^. 

44. Breiäs et perspicua explicatio psalmorum Davidis. Autore 

Johanne Brentlo. Decas sexta — decadem decimam. 

Tubingae, apud viduara Vlrici Morhardi. Anno 
1567 — 1569. Druokerzeichen. 

Hülzband mit Lederpressung und Schließen. 4*^. 

2* 



20 

45. Sammelband in Quart, enthält: 

1. Ein Christliche Erinnerung / an die Keis. vnd Kön. Maie- 
staten / sampt Churfürsten / Fürsten vnd Stende des 
H. Reichs Teutscher Nation / jetzund zu Wurms versamlet. 
Das jnen gepüre vnnd eigentlich zustande / auch zum 
höhisten von nöten seye / handlung / vmb vergleichung 
vnd besserung der kirchen in Teutschen landen / fürderlich 
vnd mit ernst furzunemmen. Vnd wie man solliche Ver- 
gleichung vnd Reformation leicht vnd füglich finden / 
vnd ins werck bringen möge. Mit Ablenung Päpstlicher 
gegenschrifft. Durch Martinum Bucerum. 1545. 

169 Seiten. Kein Drucker angegeben. 

2. Wie leicht vnnd füglich Christliche vergleichung der Re- 
ligion j vnd des gantzen kirchendiensts Reformation / bey 
vnß Teutschen zu finden / vnd in das werck zu bringen. 
Durch Martinum Bucerum. Anno MDXLV. 

148 Seiten. Gedruckt zu Straßburg bey Crafft Müller. 

3. Ein Christlich vngefährlich bedencken / Wie ein leidlicher 
anefang Christlicher Vergleichung in der Religion zu 
machen sein möchte. 

Zu Leypsig Anno MDXXXIX. zusammen getragen / 
Dabey Georg Vicel auch gewesen /vnd in alles bewilliget hat. 

Anno MDXLV. 28 Blätter. Am Schluß Martinus 
Bucerus. 

4. Von den einigen rechten wegen vnd mitten, Deutsche nacion 
inn Christlicher Religion xu vergleichen / Vnd was darfür / 
vnd darwider aufi" den tagen zu Hagnaw / Worms vnd 
Regenspurg / Anno 40 vnd 41 / vnd seither fürgenomen 
vnd gehandelt worden ist. Durch Martin Bucerum. 

An. M.D.XLV. 117 S. Getruckt zu Straßburg / 
bey Wendel Riheln. 

5. Von Gottes genaden vnser Hermans Ertxbischoffs zu Cöln / 
vnd Churfürsten etc. einfaltigs bedencken / worauff ein 
Christliche / inn dem wort Gottes gegrünte Reformation / 
an Lehr / brauch der Heiligen Sacramenten vnd Cere- 
monien / Seelsorge / vnd anderem Kirchendienst / biß 
auff eines freyen / Christlichen / Gemeinenn / oder 
Nationais Conoilii / oder des Reichs Teutscher Nation 



21 

Stende / im Heiligen Geist versamlet / Verbesserung / 
bei denen so vnserer Seelsorge befolhenn / anzurichtenn 
seye. Anno MD.XLV. 

Wappen in Holzschnitt, gemalt, auf dem Titelblatt. 

222 Blätter. Am Schluß: Gedruckt zu Marpurg durch 
Anthonium Tirolt / im Jar MD.XLV. 

6. An die weltliche Stende / Nemlich / Grauen / ßitter- 
schafft / Stette / vnnd gemeine Landschafft des löblichen 
Cöllschen Ertxbischtiimbs / von sachen / so zwischen dem 
Durchleuchtiffsten Churfürsten E. W. Ertzbischoffen von 
Collen / vnd dem Wirdigen Thumkapitel / Christlicher 
Religion halben erhaben. Wie man sich hierinnen halten [ 
vnd wem man billich vnd von rechts wegen schuldig sei 
zu volgen. / Ein kurtzer bericht. 

Doctor Gerhart Westerburg von Collen. M.D.XLV. 
26 Bl. Am Schluß: Gedruckt zu Straßburg / durch 
Wendel Rihel. 1545. 

7. Ein ivarhaffter berichte vom Colloquio zu Regenspnrg / dis 
jars angefangen / vnd von dem abzug der Auditoren vnd 
CoUoquenten / die von Fürsten vnd Stenden der Augs- 
purgischen Confession dahin verordnet waren. 

Martin Bucer. Anno 1546. 7 Bl. ohne Druckort. 

8. Der Handlungeji des letxten Colloquiums xu Regenspurg 
gehalten / wie es angefangen vnd verlassen / Auch was 
darinn zwischen bayden Partheyen in freundtlichem ge- 
sprech disputirt worden ist. 

Warhafftige erzelung. Durch Kayserlicher Maiestat 
befelch beschriben vnd anß Hecht gegeben. 

Gedruckt zu Ingolstat durch Alexandrum Weyssen- 
horn. M.D.XLVI. 49 Blätter. 

Orig.-Holzband in Lederpressung mit Schließen. 4 ". 

46. Sammelband mit folgendem Inhalt: 

1. Warhafftiger Vnlerricht etxlicher Handlungen / die sich 
Bapst Pauli / des namens des dritten / Concilii halben / 
das er den negst künfftigen drey vnd zwentzigsten tag 
des Meyen / gegen Mantua bestimpt hat / zwischen Rö- 
mischer Keiserlicher Maiestet Oratorn / vnd vice Cantzler 
Doctor Mathiasen Held / vnd den Churfiirst / Fürsten / 
Grauen / Hern / Auch den Stedten so der warhafftigen 



22 



Evangelischen Bekentnus vnd Confession / vorwandt seyn / 
Auff nehist / berürter Stende zu Smalkalden gehaltenem 
tage / zugetragen haben. 

Wittemberg, Anno MD.XXXVII. 2 Wappen in 
Holzschnitt auf der Rückseite des Titelblattes. 45 Bl. 

Gedruckt zu Wittemberg durch Georgen Rhaw. 

2. Vom tag %ii Hagenaiv. Zwen verdeutschte Sendbriefe / eins 
Thumdechants vnd eins weysen bescheidenen Thumherrns. 

Datum zu Speyr / am tag ßonifacii 1540. 15 Bl. 

3. Römisch Kaiserlicher Maiestat Caroli des V. Antwort / 
auff Bapst Pauli des III. jüngstes Ausschreiben / ein 
Gemain Condlium / so xu Trient solt gehalten werden / 
belangend. Aus dem Latin verteutscht / Anno 1543. 

Auf dem Titelblatt das kaiserliche Wappen in Holz- 
schnitt. 9 Bl. ohne Druckort. 

4. Vnser von Qotts gnaden Johans Friedrichen j Hertzogen 
zu Sachssen / . . • Warhafftiger vnd bestendiger Vnterricht 
der Sachen / darumb wir beide vns in Kriegßrüstung / 
zu schütz vnd beschirmung vnser Einungs vnd schutz- 
verwandten Stedte / nemlich / Goßlar vnd Braunschweig . . . 
vnvormeidelichen haben einlassen müssen. 1542. 

26 Bl. ohne Druckort. 

5. Ausschreiben / an alle Stende des Reichs / inn der Christ- 
lichen Religion aynungs vorwandten nahmen etc. Die be- 
schwerung des Keyserlichen Cammergerichts / belangendt. 

2 Wappen in Holzschnitt auf dem Titelblatt. Ge- 
druckt zu Straßburg bey Hans Preussen. M.D. XXXIX. 
20 Blätter. 

6. Auffgebot vnd Warnung ßschrifft / So die Chur / vnd 
Fürsten zu Sachssen etc. an alle jrer Chur vnd Fürstlichen 
gnaden Landstende / vnd Vnterthanen / derselben Fürsten- 
thumb vnd Lande / des grawsamen Erbfeyndes der Christen- 
heit I des Türeken / persönlichen anzugs halben sich in 
fürstehender not / in rüstung vnd gereitschafft finden zu 
lassen / öffentlich haben außgehen vnd verkündigen lassen. 

MD.XLI. Zwei Wappen in Holzschnitt auf dem Titel. 
Datum Torgaw / am tag Michaelis. 1541. 3 Blätter. 



23 

7. Des Durchleuchtigsten / Großmechtigsten Herrn / Hein- 
rich des achten / Königs xu Engelland etc. Schrifft an 
Keiserliche Maiestet / an alle andere Christliche Könige 
vnd Potentaten / inn welcher der König Vrsach anzeigt / 
warumb er gen Vincentz zum Concilio nicht komen sey. 
Aus dem Latin verdeudtscht durch Justum Jonam. 1539. 

7 Bl. Gedruckt zu Wittemberg / durch Joseph Klug 

8. Warha/fte Copey der schrifften / So der Churfürst von 
Sachßen / das Burggraffenthumb / vnnd greuegedinge 
zu Magdeburg / vnnd Hall zu Sachßen belangt / außgehn 
hat lassen. Anno MD.XXXVHI. 18 Bl. 

Gedruckt zu Cöln bey Peter Quentell. 

9. Copey odder Abdruck / einer Recusation / welche von 
wegen der Churfürst vnd Fürsten / Sachssen mid Hessen / 
Auch ander jrer Religion einungs verwandten / Stende 
vnd Stedte / auff vermeinte nichtige Proceß / des vn- 
reformirten vnd parteischen besetzten Cammergerichts / 
so Hertzog Heinrich / der sich den jungem von Braun- 
schweig thut nennen / wider sie ausbracht / widder das- 
selbe Cammergericht xu Speir / auff den vierden Decem- 
bris M.D.XLH. fiirgewand worden ist. 

M.D.XLin. 12 BL ohne Druckort. 

10. Der Durchleuchtigsten / Hochgebornen / Fürstin vnnd 
Frawen / Maria xu Hungern vnd Beheim / Königin etc. 
Wittib / der Rom. Kay: May. Stathalterin vnd Regentin 
der Nidern Erblande / grundtlicher hericht / . . . . 
belangend den Vherxug vnd einfal / durch Martin von 
Roßheym .... verschinen Sommer des 1542. Jars. 
In der Rom. Key. May. Fürstenthumb Brahant / vnd 
andern Erblanden geübt / sambt rechtmessigen Vrsachen / 
der getrungenen not vnd gegen wehr / hochgedachter 
Königl. Wirde. Auff dem Reychstag zu Nürnberg für- 
getragen. 1543. 

34 Bl. ohne Druckort. 

11. Warhafftiger vnd gruntlicher hericht der gef'echtigkeit vnnd 
rechtmessiger possession des . . Fürsten vnd Herrn / Wil- 
helms Herxogen zu Oulch / Geldren / ... zu dem 
Hertzogthumh Geldren / vnd Graffschafft Zutphen / auff 
dem Reichstag zu Speir im Jar M.D.XLH. vbergeben. 



24 



47 Bl. Herzogswappen in Holzschnitt auf dem 
Titelblatt. 

Gedruckt im Fürstenthumb vonn dem Berge / bey 
Solingen / im Jar MD.XLII. 

12. Confutation vnd Widerlegung der Königin Marie Gesandten / 
auff des Hertzogen von Cleue vermeint Defension / das 
Hertzogthumh Geldern j vnd Graffschafft Zuiphen / 
betreifent. 

1543. 13 Bl. ohne Druckort. 

13. Abschidt de^ Reichstags %u Speyer Anno MD.XX V^I. gehalten. 

11 Bl. ohne Druckort. 

14. Copia einer Missiue oder Sandthrieffs / so durch Alexander 
Heroa / einen weytberuhmten Hauptman / an den Edlen 
vnnd Gestrengen Herren / Carolen Fuchssen Rittern etc. 
zu Hochebben / etlicher treffenlicher Neiver zeyttung 
halber / so diser zeyt menigklich wol zuwissen seind / 
auß Perusia inn Romania / den XI. tag Nouembris 
Anno etc. XLI. Außgangenn. 

Auf dem Titelblatt: Holzschnitt, ein Seegefecht. 
5 Bl. ohne Druckort. 

15. Des Fürstenthumbs Wirtemberg neive Landsordnung. 
Anno M.D.XXXVI. 

Wappen des Fürstentums auf dem Titelblatt. 45 Bl. 
ohne Druckort. (Stuttgart, 1. Juni 1536.) 

16. Hierin seind die Artickel der Landegericht des Fürsten- 
thüb Osterreich durch die Römisch Keyserlich Majestät etc. 
auffgericht. 

Titel in Holzschnittrahmen. 8 Bl. ohne Druckort. 
Datum: Stat Gmunden, 21. August 1520. 

17. Die vier namhafftesten königreich: nemlich des Königs 
der TeufiFel / der Esel / der Menschen / vnnd der König: 
In einem kurtzen vnd scharpffen hofespruch / von dem 
hochlöblichen beiden Thewerdanck fiirgebildet. 

Vier Wappen in Holzschnitt auf dem Titelblatt. 

Auf der Rückseite: Bild eines kaiserlichen Herolds. 9 Bl. 

Zu Pranckfurt bei Christian Egenolff. M.D.XXXVIII. 



25 

18. Der dreier Sonnen / mit jren Regenbogen vnd ringen 
beschreibung / so im M.D.XLI. Jar / am IV. tag Wintter- 
mons / ob der Statt Ballingen / ain meil wegs vö hohen 
Zollern in Wirtenberg glege / erschinen / auch an and'n 
orten gsehen. Durch Magistru Matthiam Brotbeyhel vonn 
Kauffbeyren außgelegt. 

Holzschnitt auf dem Titelblatt: Sonnenringe. 

3 Bl. Getruckt zu Augspurg durch Hainrich Stainer. 

19. Der niderösterreichischer Lannd Außschuß vnnd Ge- 
sandten / an Rom. Kön. Ma. Ferdinadum / Christliche 
Religion Sach belangend / ernnstliche Supplication. 

M.D.XLII. 7 Bl. Actum Prag, 12. Jan. A? 42. 
Ohne Druckort. 

20. Von den welschen Purppeln. Wie die Ritterbrüder des 
Purpelschen ordens mit grossen schlachten vnd stürmen 
jr Ritterschafft erhaltent / Auch an welche orten vnd enden 
sie die selbigen erlangent / Vnd worauß der großmechtig 
Purpelschorden entsprungen vnd herkommen ist / zu nutz 
vnd wolfart allen brüdern dises ordens / in diß büchlyn 
gemacht / durch Johann Haselberck welcher vil schlachten 
in disem orden widern Franzosen erhalten. 1533. 

Deutsches Reimgedicht. 7 Bl. Im Text die Holz- 
schnitte: Kaufmann, Bürgersmann, Herold des Königs von 
Frankreich. Ohne Druckort. 

Original-Holzband mit Lederpressung und Schließen. 

47. Sammelband. Original-Holzband in Quart, mit Lederpressung 
und Schließen. Enthält: 

1. Erasmi Sarcerü Büchlein / von der rechten vnd waren 
Bekentnis der Warheit / Einer ansehnlichen Person zu 
trost geschrieben. 

Gedruckt zu Eisleben / durch Vrbann Kaubisch. 
MDL VII. AufdemTitelblatt das Porträt des Sarcerius. 62 Bl. 

2. Das achtxehend vnd neunzekend Capitel / vnd ein Stück 
aus dem zwentzigsten S. Johannis von dem Leiden / 
Sterben / vnd Aufferstehung vnsers Herrn Jesu Christi. 
Gepredigt vnd ausgelegt durch D. Mart. Luth. Anno 
MDXXVIII vnd XXIX. Vorhin nie im Druck aus- 
gangen vnd jezt allererst zusamen bracht. 

Gedruckt zu Jhena durch Christian Rodingers Erben. 
Anno M.D.LVII. 139 signierte Blätter. 



26 

3. Vom Himel vnd der Hellen / Was für ein gelegenheit 
in beiden mit den Auserwelten vnnd Verdampten haben 
werde. Durch Andream Musculum / D. 

Gedruckt zu Franckfurt an der Oder / durch Jo- 
hann Eichorn. Anno MD.LIX. 40 Bl. 

4. Ein Christenliche Predig wie der Mensch vor Gott gerecht 
iverde. Durch Jacobum Andree / der hl. Schrifft Doctorn. 

Getruckt zu Tüwingen / bey Virich Morharts Wittib / 
MD.LIX. Druckerzeichen auf dem Titel. 30 Bl. 

5. Ein Christenliche Predig vom Nachtmal des Herrn. Durch 
Jacobum Andree, der heiligen SchriiFt Doctorn. 

Getruckt zu Tüwingen / bey Virich Morharts Wittib / 
1559. Druckerzeichen. 28 Bl. 

6. Weyssagung vnsers liehen Herrn Jhesu Christi / von der 
erschröcldichen Zerstörung Hierusalem / allen menschen 
in sunderheyt Teutscher Nation / zur warnung vn besse- 
rung / Gepredigt vnd außgelegt durch M. Hieronimum 
Rauscher Pfaltz greuischer Hoffprediger. Mit einer 
vorede Martini Luthers / vber dergleichen Bußpredigten 
gestellet / seer wol zu lesen vnd zu mercken. 

Holzschnitt auf dem Titel: Zerstörung Jerusalems, 
M.D.LVI. 153 nicht signierte Blätter. Am Schluß 
Druckerzeichen. Getruckt zu Nürmberg bey Gabriel Heyn. 

7. Vom Jüngsten Tage. Vier nützliche Predigten. Durch 
Bartholomeum Gernhardum Neopolitanum. M.D.LVI. 

56 nicht signierte Blätter. 

Gedruckt zu Erffurdt / zum bunten Lawen /bey S.Paul. 

48. Sammelband. Original-Holzband in Quart mit schöner Leder- 
pressung. (Vorn Lucretia, hinten Justitia.) Inhalt: 

1. Gratulation / Das die Prediger vnd Lehrer im Hertxogthumh 
Bayern Lutherisch 2Vorden. D. Jacob Andree. 

Getruckt zu Tübingen / M.D.LXVIII. 28 Seiten. 

2. Declaration Von des Römischen Keysers Recht vnd Macht / 
Ordnung von Zinsen für das außgeliehene Gelt / xu machen / 
Vnd vom Zinßnemen / was hieuon zu wissen nötig / Christi 
vnd des Keysers Reich zu vnterscheiden. Johannes Vrsvs 
Freystadiensis. 1 1 Blätter. 

Getruckt zu Tübingen bey Virich Morharts Wittib. 
1570. Druokerzeichen. 33 Seiten. 



27 

3. Nicolai Selnecceri Christliche imnd notwendige ver- 
antivortung auff der Flaccianer Lesterung / so sie auflF 
sein vnd etliche andere vnschuldige Personen in ihren 
verdechtigen Actis des Colloquii zu Aldenburg / vnuer- 
schempter weise ausgesprenget haben. Item, Kurtze Ant- 
wort auf des Celestini schmehcharten. 1570. 55 Blätter. 

Gedruckt zu Leipzig / Durch Jacobum Berwaldt. 

4. Endlicher Bericht vnd Erklerung der Theologen heider 
Vniuersiteten / Leipzig und JVittemberg / Auch der Super- 
intendenten der Kirchen in des Churfiirsten zu Sachsen 
Landen / belangend die Lere / so gemelte Vniuersiteten 
vnd Kirchen von anfang der Äugspurgischen Confession 
bis auff diese zeit / laut vnd vermüge derselben / in 
allen Artickeln gleichförmig / eintrechtig vnd bestendig 
gefüret haben / vber der sie auch durch hülff des all- 
mechtigen Gottes gedencken fest zu halten. 

"Wittemberg. Gedruckt durch Hans Lufft. 1570. 
208 signierte Blätter und 3 Blätter Register. 

5. Ein sehr Nutzliche vnnd Kunstreiche Arithmetick / oder 
Rechenkunst / auß warem Grund / durch Petrum Ramum / 
der Hohen schul zu Paryß / Königlichen Professorn / in 
Latein beschrieben: Jetzund aber / auß des Authoris 
beuelch / aller Mathematischer künsten Liebhabern / zu 
gutem verteutscht / durch M. Christianum Wurstisium / 
der Vniuersitet zu Basel Mathematicum. 

Getruckt zu Basel / bey Samuel Apiario. M.D.LXIX. 
Kleiner Holzschnitt auf dem Titel: Frau bei der 
Rechnungstafel. 74 bezeichnete Blätter. 

49. Sammelband. Original-Holzband in Quart mit Lederpressung, 
zwei Schließen und Marginalien. Auf der Innenseite des 
Vorderdeckels die Inschrift: ,.15. A° 49. Georg Schoohner 
z. volkhenberg". Auf dem Schlußdeckel die Notiz: „vmb 
10 patzen". Der reiche Inhalt des Quartbandes ist folgender: 

1. Glawbliche verantworttimg Alexii Crosners von Colditz 
ahn alle fromme Christen / einer vnglawblicheu / vn- 
erfindlichen / vnd gantz erlognen Betzicht halben / Durchs 
Euangelion verursacht / widder Franciscum Arnoldi ver- 
meynten Dortfpfarrern zcu Collen / nahet Meissen gelegen. 
M.D.XXXri. 25 Bl. ohne Druckort. 



28 



2. Balaams eselin. Von dem Bann / das er vmb geldt- 
schuld / vn andre geringe Sachen nit mag Christlich gefeit 
werden. Vn das aller gaystlioher standt / schuldig ist / der 
weltlichen Oberkait zu gehorsame / ob sy Christen wollen 
sein durch Mathis Wurm von Geydertheym. MD.XXIII. 

Derber Titelholzschnitt: Bileams Esel. 39 Blätter 
ohne Druckort. 

3. Ain kurtxe vnderweysiiy ivie man Gott allain Beychien 
sol . . . . Durch ChristofFen Gerung vonn Memmingen. 
Im jar. MD.XXIII. 11 Bl. ohne Druckort. 

4. . Des Netmn Bischofs xu der Lochaw disputation mit Doctor 

Ochssenfart vor dem Bischoff von Meyssen zu der Lochaw 
geschehen In Saxen. MDXXII. 

Titelholzschnitt: Zwei streitende Bischöfe. 5 ßl. o. D. 

5. Ain lohliche ordnüy der Fürstliche?! statt Wittembery 
Im 1522. jar auffgericht. 2 Bl. ohne Druckort. 

6. Titel in Holzschnittrahmen: Handlung Eynes Ersamenn 
weysen Rats xu Nürnberg mit jren Predicantte^i Newlich 
geschehen. MDXXV. 14 Bl. ohne Druckort. 

7. Titel in Holzschnittrahmen: Ain Schöne Frag vnd Ant- 
wurt den jungen Jdindern. Zu vnterweysen / got zuerkeiien / 
auch in anruffen als ain vatter. Den jungen vast nützlich 
zulernen. M.D.XXIII. 6 Bl. ohne Druokort. 

8. Titel in schönem Holzschnittrahmen: Ermanüg des miß- 
hrauchs etlicher fürnempste Artickel des Euangelii / auß 
wölcher vnuerstandt der gemayn man in flayschliche frey- 
hayt vnnd yrrung gefüret wirt. Caspar Schwenckfelt 
von Ossigk. M.D.XXIIII. 23 Bl. ohne Druckort. 

9. Ain Christlicher Sendhrieff an die Miltenberger. Johannes 
Carolstatt. Wittemberg. MD.XXIHI. 

Titel in schönem Hoizschnittrahmen. 7 Bl. o. Drucker. 

10. Titel in Holzschnittrahmen: Epistel an die Qemeyne zu 
Miltenbery den abschyd des Pfarrers daselbst betreffendt / 
So alle priester vnuerjagt auß der Stat flohen. MD.XXIHI. 

11 Bl. ohne Druokort. 

11. Titel in Holzschnittrahmen: Ain Christenliche MaynTiy : 
von den tvercken der menschen / wie man die vor Gott 
nutzlich vnnd verdienstlich machen soll. 

3 Bl. ohne Druckort. 



29 

12. Titel in Holzschnittrahmen: Ain kurtze vnderrichtung von 
der waren Christliche bruderschaft allen Christenlichen 
menschen ser nutzlich zu leesen. Hans Staygmayr zu 
Reytlingen. MDXXHH. 3 Bl. ohne Druckort. 

13. Titel in originellem Holzschnittrahmen: Von Rew. Beicht. 
Büß. Beschluß. Kurtzer beschluß auß gegrünter schrift 
nit auß mischen leer. Durch Doc. Vrbanum Regium zu 
Hall im Intal gepredigt. MDXXIH. 6 Bl. ohne Druckort. 

14. Titel in Holzschnittrahmen: Von disen nachgeschrihen 
Schlußreden / ist gehandelt ivorden auß Oöttlicher geschrifft 
zu Breßlaw j durch Herrn Doctorem Johanne Hessen / 
Alda Thumbherrn vn Pfarherrn. 

3 Bl. ohne Jahr und Druckort. 

15. In schönem Holzschnittrahmen der Titel: Ain Kurtz Re- 
gister I vnd außzug der Bibel in wölchem man findet 
was Äbgöterey sey / vnnd wa man yedes suchen soll. 
CoUigiert durch Clement Ziegler Gärtner zu Straßburg. 

1524. 3 Bl. ohne Druckort. 

16. Den achtbarn vnd hochgelerte?i zu Leypßck / Petro 
Mosellano Rectori j Ochsenfart prediger zu S. Nicoiao / 
Andree Camiciano / meynen günstigen brüdern in Christo 
Jhesu etc. Georg Schönichen zu Eylenburok. 

5 Bl. ohne Jahr und Druokort. 

17. Die Messe, von der Hochzeyt D. Andre Carolstadf. vnnd 
der Priestern / so sich Eelich verheyratten. 

2 Bl. ohne Jahr und Druckort. 

18. Neive Zeyttung / Wie die Statt Münster eroberet vnnd 
gewunnen worden ist / am Freytag nach Sant Johannes 
des Teüffers tag / den 25. Juni des 1535. jar. 

Titelholzschnitt : Eroberung von Münster. 2 Bl. o. Dr. 

19. Ain Fast Edele: nutzliche: vnd ergründte Sermon / nye- 
mandt nachtaylig / noch lesterlich / Sonder ainem yetliche 
Christen menschen / offt zu leßen fruchtpar. Des erleychte 

Doc. Joanns Taulerl / auff die wort Christi Joä. X 

M.D.XXIII. 4 Bl. ohne Druckort. 

20. Wunder bar liehe neive zeyttung \ So ytz Am tag Petri 
vnd Pauli Im XXXV. jar Durch 25 Bürger vnd Burgers- 
sötie der Stat Amberg die jn ainem vngeheuren holen perg 



30 



drey meil wegs von der stat Amberg jn ein Gebirg bey 
eynen Dorff haist Piedenwint / jn welche berg sy hey 
900 clafftern gegmigen vnd durchkrochen j was sie wunder- 
barlichs darin gesehen / durch einen mitraiser Pertholt 
Ptichner genant / seinem Vettern / gar künstliche zu- 
geschriben MD, XXXV. 3 Bl. ohne Druokort. 

21. Vnnsers Herren Kaisers Kriegshandlung inn Sophoyen / 
im Monat Junio. 1536. Auß jrer Maiestat Veldtleger 
Newlich geschriben. 3 BL ohne Druckort. 

22. Zeytimg / Von der eroherimg Copenhagen j der Haubtstatt 
inn Denmarckt. Aus dem Keiserlichen Feldtleger vor 
Thurin. Im monat September / 1536. 3 Bl. ohne Druckort. 

23. Ain groß wunderbaHich xaiche7i vn gesicht j so am hellen 
himel nach mittag / inn der Marggrafsohafft Leußnitz / 
von vil glaubwirdigen vom Adel vnd anderen gesehen 
ist worden. M.D.XXXVI. 2 Bl. ohne Druckort. 

24. Warhafftige beschreybung / wie der Sophi auß Pei'sia den 
Türeken erlegt \ die Statt Babilonia eingenomen j auch 
was Glauben / Sitten / vnd kriegßrüstung er im brauch habe. 
Item wie der Türck j 7iachdem der Barbarossa auß Africa 
vertriben / all sein macht wider die Christen zusetzen 
willens ist. MDXXXVI. 6. Juni. 7 Bl. ohne Druckort. 

25. Wunderbar liehe vnd erschrockliche newe Zeitung \ so sich 
neulich auff den 28 tag Septembris im 1538 jar / in 
Welschland j nit fern von Neapolis zugetragen haben. 

2 Bl. ohne Druckort. 

26. Außug des Vertrags, so zwischen Kay. May. vnd dem 
König von Thunis / vnd Muley / altzachen genandt / In 
ir bayder gegenwürdt am sechsten August! des 1535. jars 
Auffgerioht ist worden. 3 Bl. ohne Druckort. 

27. Bas Salue regina / nach dem richtscheyt / das da hayst / 
Graphitheopneustos / ermessen vnnd abgericht. 

Titel in Holzschnittrahmen. 5 Bl o. Jahrzahl u. Dr. 

28. Warhafftige neive zeyttiing von schrecklichen vngewittern / 
so sich im negst vergangenem Jar in der Slesien begeben 
haben / wunderbarlich zu lesen. Mit einer Vorrede Doctor 
Martini Luthers. 

12 Bl. Gedruckt zu Nürnberg durch Hans Gulden- 
mundt. 1536. 




INERARIVM 

wß €an. tap. pot^ 




M* D» XXXL 



Jahresbericht des Museum Francisco-Carolinum in Linz, 1903. 



31 

29. Tm'cken hiechlin. Ain Nützlich Gesprech oder Vnderrede 
etlicher personen / zu besserung Christlicher ordenung vn 
lebens / gedichtet. In die schweren leuff diser vnser zeyt 
dienstlich. 

Vorrede in Reimen. 19 Bl. 1522. Ohne Druokort. 

30. Johannis Crispi / des Meers Aegei vnd zu Naxo Hertxogs / 
Türckischen Kaisers trihutarien Sendbrieff an Bapst Paulum 
den dritten, Carolum den fünfften Römischen Kaiser etc. 

Symbolischer Holzschnitt auf dem Titelblatt. 6 Bl. 
1537. Ohne Druckort. 

31. Netve Zeytung. so K. M. auff den Künig von Franckreich 
an ziehen wolle selbs personlich mit seym zeuge. Auch 
wie Andre Dory von K. M. Abgefertigt ist worde 

1536. 2 Bl. ohne Druckort. 

32. Copia ains Briefs / so ain Secretari Herren Bernhardin 
de Mendosa j Kayserlicher Maiestat Hauptmann / vber 
die Kriegsrüstung zu wasser geschriben: Darinn erzelet 
wirdt / was wiinderbarlichea Schiff Sigs Sy gegen ainer 
Türckischen Armada erlangt haben. 

3 Bl. Getriiekt zu Augspur g / durch Melcher Kries- 
stein / bey S.Vrsulen Closter am Lech / im jar MDXXXXI. 

33. Itinerarium Wegray ß Kün. May. potschafft / gen Constan- 
tinopel l zu dem Türckischen keiser Soleyman. Anno XXV. 

Holzschnitt auf dem Titelblatt, 9 Holzschnitte 
im Texte. MD.XXXI. Ohne Druokort. 

34. Pronosiitation Doctor Joseph Grünpecks / Vom zway 
vnd dreyssigsten Jar an biß auff das Viertzigst Jar / des 
allerdurchleiichtigsten großmächtigste Kaiser Ca?vls des 
Fünfften etc. vn besin'ifft in jr vil zukünfftiger Historie. 

Pins ultra und kais. Wappen auf dem Titelblatt, 
5 Bl. MD.XXXH. Ohne Druckort. 

35. AnsuchTig Hertxog Christoffs von Wirttenbergk j bey den 
Stenden des Hiinds im Landt zu Schwaben / darin er das 
Fürstenthumb zu Wirrtenbergk wider fordert vnd begert. 

10 Bl. 1533. Ohne Druckort. 

36. Warhaffte geschieht / wie herr Ludouico Griti von Con- 
stantinopel in die Walachey ankommen / V7id in Syben- 
bürgen erschlagen i.st den 28. Septembris 1534. 2 Bl. o. Dr. 



32 



37. Senndthrieff so die Römisch Kayserlich vnd Hispanich 
Königlich Maystat j jres erlangten sigs / gegen dem 
Barbarossa j im Königreich Thunis j seyner Keyserlichen 
Mayestat bnidern dem Römischen König den 23. Julii / 
Anno MD.XXXV. auß Afiriea zugeschrieben hat. 

Getruckt zu Nurmberg am 18. Septemb. 5 Bl, 

38. Auszug ettlicher Meylendischen vnd Genuesischen frischer 
Schreiben / der Kaiserlichen vnd Christlichen Armata 
anxug vnd Krieg ßrüstung in Affi'ica betreffend. 

Getruckt zu Nürnberg. 15. May. 1535. 2 Bl. 

39. Ain Kurtxer Begriff des Kriegs / So sich xivischen den 
fünff Ortten / vnnd der andern örttern der Eydgnoschafft 
verlauffen hat. Anno MDXXXI. 

Holzschnitt auf dem Titel: Schlachtszene. 4 Bl. o. Dr. 

40. Warhafftige j vnd kurtze Bericht jn der Summa wie es 
yetzo im 1527. jar den 6. tag May. durch Römischer 
Kayserlicher vnd Hyspanischer Küniglicher May. Kriegs- 
volck in Eroberung d' staf Rom ergange ist bis auff den 
21. tag Junij. etc. 10 Bl. ohne Druckort. 

41. Von manigfeltigkait des ainfeltigen ainigen willeti Gottes. 
Was sünd sey. Andreas Bodenstain von Carolstat / ain 
newer Lay. Anno M.D.XXIIII. 33 Bl. ohne Druckort. 

42. All Römisch Kaiser nach Ordnung / vn ivie lang yeder 
geregyert hat j zu wölicher zeyt / was sytten der gehabt / 
vnd was todes er gestorben sey / von dem ersten an 
biß auff den yetzigen großmechtigen Kayser Carl. 

Holzschnitt auf dem Titel: Kaiser auf dem Throne. 
Deutsches Reimgedicht von Hans Sachs. 22 S. o. J. u. Dr. 

50. Sammelband. Original-Holzband in Quart mit Lederpressung, 
Schließen und Marginalien. Sein reicher Inhalt ist folgender: 

1. Ein Sermon gepredigt zu Künigßber^g in Preussenn durch 
D. Johann Brießman. Von anfechtung des Glaubens 
vnd der Hoffnung. 1524. 

Titel in Holzschnittrahmen. 7 Bl. ohne Druckort. 

2. Ain. Sermon. Auff den Pfingstag / geprediget zu Roten- 
burg am Necker / Durch Andream Keller. 1524. 

Titel in schönem Holzschnittrahmen, nebst einem 
kleinen Holzschnitte. 9 Bl. ohne Druckort. 




Ja]iresl3eric]it des Museum Prancisco-Carolinum in Linz, 1903. 



33 

3. Ein Christlicher absehend j durch vil Artikel begriffen / 
der löblichen Aydgnoßschaft / tvider den Luther / vnd 
seiner anheger irrungn. 

Derselben Aydgnoßschaft Sendtbrieff / an den Bi- 
schoff zu Costentz gleiche Christliche erberkait anzaigendt. 
Got wirdts wenden. Titel in originellem Holzschnittrahmen. 

3 Bl. 1523. Ohne Druckort. 

4. Ein schöner Dialogus / von Martino Luther / vn der 
geschickte Botschafft auß der Helle die falsche gaistligkait 
vnd das wort Gots belangen / gantz hüpsch zu leeßen. 

Anno M.D.XXm. Auf dem Titelblatt derber Holz- 
schnitt. 14 Bl. ohne Druckort. 

5. Warujnb die Kirch vier Euangelisten hat angenomen / 
ain papistisch frag Ein Christliche antwurt darüber / mit 
außlegung des worts Christi. Ich hab euch noch vil zu 
sagen. Gallus Kom. 

Titel in Holzschnittrahmen. 1524. 9 Bl. ohne Dr. 

6. Ain Christliche frag Symonis Reutters von Schlaytz / 
an alle Bischoffe / vnnd andere gaystliche auch zum tayl 
weltliche regenten / Warumb sy doch / an priestern / 
vnnd andern gaistlich geferbten leutten / den eelichen 
standt nicht mugen leyden. 

Titel in figurenreichem Holzschnittrahmen. 8 Bl. 
ohne Jahrzahl und Druckort. 

7. Sant Athanasius des hayligen Bischofs biechlein über das 
haylig buch den Psalter. Mit Rom. Kay. Maie. Freyhait. 

Titel in Holzschnittrahmen. 34 Bl. 

Gedruckt in der Kayserlichen stat Augspurg durch 
Sigismunden Grymmen Doctor / vnd Marxen Wirsung. 
Anno Domini M.D.XXI. 

8. San7it Augustins des hayligen Bischoffs seer andächtigs 
Büchlein vonn den zehn sagten j das ist / von den zehen 
gebotten Gottes. Durch Georgium Spalatinum geteutschet. 

Titel in schönem Holzschnittrahmen. 16 Bl. Ge- 
truckt zu Augspurg durch Doctor Sigmund Grym. 1522. 

9. Ein kurtze vnd gemeine form für die schwachgleubigen / 
kinder zu touffen. Ouch andere ermanungen zu got / so 
da gmeinlich geschehen in d' Christenlichen versamlung. 

Getruckt zu Zürich. 

Titel in Holzschnittrahmen. 6 Bl. o. J. u. Dr. 

3 



34 



10. Onad Frid vnd harmhertzigkait von vnserm herrn Jesu 
Christo. L.D.L. In sumtna summe: das ist so vü alles 
mit diser binden beJcnüpfft. Allen vnd yeden / inn was 
Stands / gaystlichen oder weltlichen / auß sonderer brieder- 
licher trew vn Christenlicher liebe zu leßen. 

8 Bl. Datum Rhome sub Adriano VI. Pont. Max. 
Sep. Nonas Junii. Ohne Druckort. 

11. Ain kfiirtxer gschifflicher bericht etlicher inmcte7i halb 
Christiichs glauben j zugeschickt der hailgn samWig außer- 
erwelten Christen zu Vlm in Schwaben dadurch sy gemanedt 
werden nit abston vom Euangeli / etlicher entpörung halb 
vnd eynträg so in vergangen Sumer der teufel zugericht 
hat. Durch Johan Eberlin von Gyntzburg. MDXXIII. 

11 Bl. ohne Druckort. 

12. Ain fast Edele: nützliche: vnd ergründte Sermon / nye- 
mandt nachtaylig / noch lesterlioh / Sonder ainem yetliche 
war Christen menschen / offt zu leßen fruchtpar / Des 
erleyte Doc. Joanns Tauleri / auflF die wort Christi. 
Joä. X. Wer nit eingeet in den schaffstall / durch die 
Thür etc. Der ist ain dieb vn morder. MD.XXIII. 

4 Bl. ohne Druckort. 

13. Antzeygung wie die gefallene Christenheit widerbracht mug 
werden j in yren ersten stand in wilchem sie von Christo 
vnd seynen Apostel erstlich gepflantzt vn auffbawet ist. 
Vor hundert iare beschrieben / vnd itzt allererst gefunde / 
vnd durch den Druck an tag geben. 1524. 

Das Concilium zu Basel vnd die Behmen betreffende. 

17 Bl. ohne Druckort. Datum Ihen Donnerstag nach 
Judica den 17. Martii 1524. Caplan Marti: Reinhart 
vonn Eiuelstat / Prediger tzu Ihen. 

14. ünderrichte wie sich ain frumer Christ bey den Papistischen 
Messen j so yetz noch vil gehalten werden (wen er sich 
mit gutten fug nit absündern kan) halten soll / das er 
sich nit versünde / vnd die zeyt vnnütz verliere. Martinus 
Reynhart Ecclesiastes zu Ihen. MD.XXIIII. 

Titel in Holzschnittrahmen. 4 Bl. ohne Druckort. 

15. Ain schöne Epistel / Oecolampadü an Caspar Hedion / 
das 68 zymlich / nutz / vn gut sey / das die Epistel vn 
.das Euangelium in dem ampt der Meß / in teutscher 



35 

sprach j dem volck vorgelesen vnd verkündet werd. 
Durch Johannen Diepolt zu Vlm verteutscht. 

Titel in schönem Holzschnittrahmen. 14 Bl. 1522. 
Ohne Druckort. 

16. Oecolampadii Sermon Am Sontag nach dem Achteden 
der hailigen drey Künig tag. 4 Bl. o. J. u. Dr. 

17. Eyn Edles schönes lieblichs Tractetlein / vö dem rainen 
hymlischen j ewigen wort (Verbum Domini) zu lob Got 
dem schöpffer hymels vn erden / vn zu eeren dem Christ- 
lichen Diener des Göttlichen worts. F. Ch. E. z. S. 

Holzschnitt auf dem Titelblatt. 6 Bl. o. J. u. Dr. 

18. In rechter grüntlicher Brüderlicher vnd Christenlicher liehe 
Got den Allmechtign in der Ewygkait recht zu erkennen .... 

Schöner kleiner Holzschnitt auf dem Titel. 12 Bl. 
ohne Jahrzahl und Druckort. Auf dem 10. Blatte zwei 
kleine Holzschnitte. Die letzten drei Seiten in Reimen 
und Versen. 

19. Uö der Liebe gottes Ain Wunder Hüpsch Vnderrichtung / 
Beschriben Durch D. J. staupitz. bewert vnd approbiert 
durch Do. Martinum Luther baide Augustiner ordens. 

Titel in schönem Holzschnittrahmen. MD.XVHI. 
17 Bl. ohne Druckort. 

20. Vom cristlichen Adel oder Freyheit der kinder gottes vnd 
glaubigen menschen. Wentzeslaus Linck. Aldenburg in 
Meyssen. 1524. 

Titel in Holzsohnittrahmen. 6 Bl. ohne Druckort. 

21. I>ie letzte drey Psalmen von Orgele?i, Paucke / Olocken 
vnd dergleychen eusserlichen Gotßdienst / ob vnd wie Got 
darynnen gelobt wyrdt / Verdeutscht durch Wentzeßlaum 
Linck Ecclesiasten zu Aldenburgk. MD.XXIII. Zwickaw. 

Titel in schönem Holzschnittrahmen. 9 Bl. ohne 
Drucker. 

22. Ein Sermo D. Wentzeslay Linck / Von anruffung der 
hailige Darneben auch vom gebeet / meßhörn vnnd fürpitt. 
M.D.XXni. Aldenburg in Meichssen. 

Titel in schönem Holzschnittrahmen. 9 Bl. o. Dr. 

3* 



ae 



23. Äin schöne Christliche Sermon vo dem außgang der kinder 
Oottes auß des Äntichrists gefengknuß / so durch den 
ausgäg der kinder Israhel auß Egipten / Babilonien etc. 
figuriert ist. 1524. Wentzeßlaus Linck / ecclesiastes 
zu Aldenburg. 

Titel in schönem Holzschnittrahmen. 16 Bl. o. Dr. 

24. Herr Ulrich Zwingli leerhiechlein wie man die Knaben 
Christlich vnterweysen vnd erziehen soll / mit kurtzer 
anzayge aynes gantzen Christlichen lebens. M.D.XXTTTT. 

Sehr interessanter Holzschnitt auf dem Titelblatt. 
17 BL ohne Druckort. 

25. Das die Heyligen für Gott nicht anxuruffen / noch für 
keyne Mitler zwischen Oott vnd dem Menscheti zu halteti 
seyn / eyn kurtzer vndterrioht Vlriohi Zeuleysen. 

Titel in Holzschnittrahmen. 7 Bl. ohne Druckort. 
MD.XXini. Auf der Rückseite des Schlußblattes ein 
großer Holzschnitt: Porträt eines Mönches. 

2ft. Äin trewe ermanung / das ain yeder Christ selbs zu 

seiner seelhail sehe j vn das schwert (das ist die hailig 

geschrifft) auch selbs zu seinen banden neme / . . . . Durch 

ain layen Cunrad Distelmair von Arberg gethon. 1523. 

Titel in Holzschnittrahmen. 8 Bl. ohne Druckort. 

27. Ain kurtzer aber Christlicher vnnd fast nutzlicher Sermon 
von dem rechten waren \ vnd lebendigen Glauben \ an 
den ainigen mitler vn gnadenstul Christum. Durch Michel 
Hug / Leßmayster zu Lindaw bey den Barfüssen. Ge- 
schickt an den Erberen Hang Zoller zu Augspurg. 1524. 

Titel in schönem Holzschnittrahmen. 4 Bl. o. Dr. 

28. Ain christlicher sendbrief darm angetxaigt wirt / dz die 
layen macht vnd recht haben von dem hailigen wort gots 

reden / lern / vn schreibe / Durch Sebastiä 

Loytzer burger zu Meminge an seinen lieben vatter 
burger zu Horb. 1523. 

Titel in Holzschnittrahmen. 10 Bl. ohne Druckort. 

29. Ain schöne vnderweysung / wie vnd wir in Christo alle 

gebrüder vnd Schwester seyen / Vtz Rychßner 

Weber. M.D.XXIIH. Jar. 

Titel in Holzschnittrahmen. 16 Bl. ohne Druckort. 



wie mm bic Knaben C|)n^Ucl> xntctwcyfctt 

vnt> ct^icl}m foU / mit iuvtict an^ayßc 

ayne$ gAnt^m C\)iißic\)m lebend. 

tn. i>. mit} 




Jahrestericlit des Museum Erancisco-Carolinum in Linz, 1903. 



37 

30. Disp2itacio7i zwischen ainem Chorherren vnd Schüchmacher / 
Darinn Das wort gotes vnd ain recht Christlich weßen ver- 
fochten wirtt. Hanns Sachs. MD.XXDII. 

Schöner Titelholzschnitt: Chorherr und Schuster, 
daneben eine Frau. 11 Bl. ohne Druckort. Am Schluß: 
„Yr bauch yr gott." 

31. Ain Gespräch von den Scheinwercken der OaysÜichen j vnd 
jren gelübdten j damit sy zu verlesterung des bluts Christi 
vermayne selig zu werden. Hanns Sachs Schüchmacher. 

Schöner interessanter Titel-Holzschnitt. 8 Bl. 
ohne Druckort. 1524. 

32. Ain freuntlich bat vri ermanung etlicher Priester der 
Aydgnoß schafft / das man das hailig Euangeliü predige / 
nit abschlahe / noch vnwillen darab empfach / ob die 
predigenden / ergernus zu vermeiden sich eelich ver- 
mähelten. MD.XXH. 

Titel in figurenreichem Holzschnittrahmen. 16 Bl. 
ohne Druckort. 

33. Ain Treue Ermanung an die strengen. Edlen j Festen j 
Fromen vnd weyßen Eidgnossen j das sy nit durch ire 
falsche propheten verfürt / sich wyder die lere Christi 
setzent. MD.XXHI. 

Titel in Holzschnittrahmen. 11 Bl. ohne Druckort. 

34. Mafidat von ayne Ersamen weysen Radt der stat Basel / 
gege des Bischofs Vicari / Rector / Regenten vnd Vniuer- 
sitete daselbs / als sy die / hierinne die verfaßten Ar- 
tickel zu Disputieren. 

Titel in schönem Holzschnittrahmen. 4B1. o. Dr. 1524. 

35. Epistel an die Gemeyne zu Miltenberg den abschyd des 
Pfarrers daselbst betreffendt / So alle priester ünuerjagt 
auß der Stat flohen. MD.XXIIII. 

Titel in Holzschnittrahmen. 12 Bl. ohne Druckort. 

36. Artickel wider Doctor Steffan Castenpawr Eingelegt / auch 
was er darauf geantwort hat / auß seiner gefencknus / 
Newlich von jm außgange. M.D.XXIH. 

Titel in schönem Holzschnittrahmen. 8 Bl. o. Dr. 



38 



51. Sammelband. Quartband mit schöner Lederpressung, Schließen 
und Marginalien, Holzband. 

1. Paradoxa ducenta odoginta j das ist / CCLXXX. Wunder- 
red vnd gleichsam Bäterschafft / auß der H. Schrifft j 
so vor allem fleysch vngleublich vnd vnwar sind / doch 
wider der gantzen Welt wohn vn achtung / gewiß vnd 
waar Durch Sebastianü Francken / vonn Word. 

Schöne Initialen im Text. 183 signierte Blätter. 
Schlußblatt: Gedruckt zu Vlm / bei Johan Varnier. 
Mit schönem Druckerzeichen. 

2. Außschreiben an die Römisch Kaiserlich vnd Künigkliche 
Maiestaten / . , . . Von Burgermaister vnnd Rat / geben deß 
hailigen Reichs Statt Augspwg j Abthuimg der Päpstischen 
Meß I vnnd annderer ergerlichen Ceremonien vnd Miß- 
breuch belangende. 

18 Bl. ohne Druckort. 1537. 

3. Warhaffte verantwurtung. An die Rö. Kay. vnd Kön. May. 
. . , vö dem hochwurdigen fürsten vn hern / hern Chri- 
stoffen Bischoffen zu Augspurg / vnnd seiner F. G. Thumb 
Capitul. vff der Burgermaister vn Ratgeben daselbst vn- 
erfindtlich Schmachgedicht / newerlicher zeyt / jm Druck 
außgangen / gestellet. 

20 BL ohne Druckort. 26. Februar 1537. 

4. Ernstliche iverbung bit im beger / der lobliche Legation 
oder bottschafft / der bayden Königreiche Vngern vnnd 
Sckmonieii / . . . . Ihrer grossen not j beschwernus vn 
überfals halbe / so sie teglich erleyde von dem Türeken / 
Beschehen zu Augspurg auff de Reichstag. Newe zeyttung 
von Augspurg. MD .XXX. 

8 Bl. ohne Druckort. 

5. Außzug des Vertrags, so ztvischen Kay. May. vnnd dem 
Künig von Thunis / vnd Muley / Altzachen genant / in 
jr beyder gegenwürd am VI. Augusti des M.D.XXXV. Jars 
auffgericht ist worden. 

Titelholzschnitt: kaiserl. Adler. 4 Bl. ohne Druckort. 

6. Wie vnd in wellicher gestalt Kay. May. vo Brück auß 
gen Lunden in Engeland gezogen / ankörnen vnd Em- 
pfangen worden ist. 

4 Bl. o. J. u. Dr. Titel in Holzschnittrahmen mit 
dem Bild des Kaisers. 



39 

7. Warhafftige Newe xeytung des Kai/serlicheti Sigs xu Thuniß 
geschehen. Den XXI. Julij jm XXXV. 

Auf dem Titel der kais. Adler. 6 Bl. ohne Druckort. 

8. Vo7i der erpärmlichen eilenden / hartwiderjpringlichen / 
auch der gantzen Christenheit / sonderlicli aber Teutscher 
nation nachthayligen erlegimg / des Christlichen vn Nider- 

, österreychischen kriegßuolcks / voji dem Türeken / durch 
de vbelgeordneten abzug der Obersten / in de nächst- 
uergangnem M.D. XXXVII. jar / jämerlich beschehe am 
IX. Octobris. 

4 Bl. ohne Druckort. Deutsche Reimverse. Auf dem 
Titel ein Holzschnitt: Schlachtszene. 

9. Nene zeittung von der Rö. Kay. May. kriegshandlung jn 
Aphrica so des wolgeborn herr Wilhelmen Truchsessen etc. 
Sone demselben seinem herrn vattern aus der stat Carthago 
daselbsten den 22. Junij zugeschriben hatt. M.L.XXXV. 

4 Bl. ohne Druckort. 1535. 

10. Warhafftige Copy der protestation j von Key serlicher Maie- 
stat zu Rom j vnserm aller gnedigsten herren / im öffent- 
lichen Consistorio geschehen. Vß Italianischer zungen 
ins Dütsch bracht. M.D.XXXVI. 18 Bl. ohne Druckort. 

11. Neive zeytung von Kayserlicher Mayestat Kriegshandlung / 
wider den König von Franckreych / Von dem XIII. biß 
auff den XXII. tag Julij geschehen. 1536. 

3 Bl. ohne Druckort. 

12. Unsers Herren Kaisers Protestation vnnd Abschied von 
Bäpstlicher H. vnd dem Consistorio der Cardinal zu ßhom / 
den 18. Aprilis 1536. 4 BL ohne Druckort. 

13. Neüwe zeyttung / Was sich newlich zwischen dem Hertzog 
von Holstayn / yetzunder Künig zu Denmarck / vn dem 
Künig von Schweden / Auch Hertzog Albrecht in Preussen / 
mit jrem anhäg / zugetragen vn verlauffen hat / auff wasser 
vnd land / gegen den von Lübeck. 

Titel holz schnitt: Kämpfende Landsknechte. 1536. 
7 Bl. ohne Druokort. 

14. Fast Wunderbariich vnd alls vormals vfierhört / gesicht / 
so am dritten tag Junij 1534. jars / gleich nach dem 
Mittagmal in Dennmarck bey der Stat Schleswig / nit 



40 



sonders weit vö Lübeck gelegen / jm lufft seind gesehen / 
Vn von ainem Secretario daselbst ordenlioh beschriben / 
vn der Künigin zugesandt ist worden. 

3 Bl. ohne Druckort. Auf dem Titel in Holzschnitt 
eine strahlende Sonne. 

15. Verteutschte verrüeffung des Anstandts in Picardien / 
zu Lyon beschehen. Verteutschte Missiff / Herrn Erasmus 
von Oria / von eroberung der Schiffschlacht mit den Türeken. 
Des Türckhen flüchtiger Abzug aus Apulien. Mense Sep- 
tembri. 1537. 

8 Bl. ohne Druckort. 

16. Ein warhafftige Histoi^ia geschehen zu Stasfard .... 

Wittemberg, 1535. 4 Bl. Gedruckt durch Nie. Schirlentz 

17. Des Königreichs Engellandt Vrteyl vnnd meynung j das 
angesetzt Mantuanisch vnd erstreckt Concilion belangent. 
Zu Lunda in Thoma Berteleti Königlichen buchtruckers 
behausung / mit freyheit Lateinisch getruckt / vn getrewes 
fleys verteutscht. 1537. 9 Bl. 

18. Ein Weyssagung von den grasten verenderunge der Reich / 
D. Antonij Torquati von Ferrer / hochherümpt in der 
Astfvlogey j An den Durchleuchtigisten König Matthiam 
von Vngern / do man zelet 1480. beschriben / vnd weret 
biß auff das 1538. jar. 1535. 

12 Bl. ohne Druckort. 

19. Des Christilichsten Kötiigs von Franckreich etc. iverhung 
vnnd hilff'pittung an gemeine Aydgnossen zu Baden im 
Ergow versamelt den letzten tag Junij 1536. 

Frankreichs Wappen auf dem Titel. 6 Bl. o. Dr. 

20. Wie inn Schlesien zur Olsen über die Stat ain vnerhört j 
wunderbarlich vnd grawsam vngeivitter / mit Feur regnen 
vn erschrocklichem wunderwürckenden wind komen ist / 
allen Gotsforchtigen wol zu wissen. M.D.XXXVI. 

10 Bl. ohne Druckort. 

21. Aki Summari der Türckischen Bottschaß Werbung \ an 
die Herrschafft zu Venedig / . . . Zu Venedig getruckt / 
vnd yetzt von wort zu wort verteutscht. MD.XXXVII. 

4 Bl. ohne Drucker. 



41 

22. Warhaffte beschreibimg / ui,e der Sophi miß Persia den 
Türeken erlegt / die Statt Babilonia eingenomen / auch was 
Glauben / Sitten / vnd Kriegsrüstung er im brauch habe. 

1536. 8 Bl. ohne Druckort. 

23. Die außschreyhung Äines gemeinen Freyen offenlichefti 
Conciliumhs %u Mantua. Auff den 23. tag May jm 1537. 
Von Bäpstlicher hailigkait Paulo dem dritten zu halten. 
Bulla Verteutscht. Päpstl. Wappen auf dem Titel. 

6 BL ohne Druckort. 

24. Der herrlich Triumpf vnd Einritt / so die Römisch 
Kaiserlich Maiestat j in die Statt Rhom / am fünfften 
tag Aprilis. Im 1536. Jar gethon hatt. 

Kaiserl. Wappen auf dem Titel. 8 Bl, o. Dr. 

25. Summari etlicher schreiben aus Barxelona j Meyland / 
Genua j Neapls / Barri vnd Monopoli / Kayserlicher 
Maiestat vnd derselben großgewaltigen Armata vnd kriegß- 
rüstung wider die vnglaubigen / gelegenheit / anzug vnd 
ankunfft in Sardinien etc. betreffend. 26. Junij 1535. 

4 Bl. ohne Druckort. 

26. Sendtbrief so die Römisch Keiserlich vnd Hispanisch 
Künigliche Maiestat / ji'es erlangten Sygs j gegen dem 
Barbarossa im Künigreich Thunis j seiner Kayserlichen 
Maiestat Bruder dem Römischen Künig / den 23. Julii 
A. 1535 aus Affrica zuegeschriben hat. 

Kaiserl. Adler auf dem Titel. 6 Bl. ohne Druckort. 

27. Ein Sendtbrieff / So der Edel Herr Zanohio Ceffmo / 
dem Durchleuchtigen Fürsten vnnd Herrn / Hertzogen 
zu Florentz / dem Triumphlichenyi einxug deß aller durch- 
leuchtigistenn Großmechtigisten Römischen Kaisers / Caroli 
des Fünffte / merer des Reichs / in die Hochlobliche Stat 
Rom mit anzaigung der triumph / böge / antiquiteten / 
alten figurn / gedichten / vn lateinischen verschen / 
zierlich vnd ordenlich zugeschrieben. Mit allem fleiß auß 
Wellsch jnns Teutsch gepracht. 

Titelholzschnitt: Huldigung des Papstes. 8 Bl. ohne 
Druckort. 1536, 

28. Ein sinreicher Pasquillus j der aller erst von Rom kommet / 
vnd vnser aller Herrn / des Römischen Keisers vnd 
anderer Potentaten hieg ßharidlungen vnd andere leuff 
meldet. Mense Junio. 1537. 4 Bl. o. Dr. 



42 



29. Was die Römisch Königlich Ma. etc. vnd der Hertxog 
von Saphoy / an gemeine Äydgnoschafft zu Baden im 
Ergow xu werben beuolhen haben. Im monat Junio. 1536. 

Kaiserl. Adler auf dem Titel. 8 Bl. o. Dr. 

30. Eyn Veldtgeschrey des Almechtigisten vn vnüberwindÜichsten 
Keysers der da ist / on allen anfang vnd endt / seinem 
Kriegßuolck kundgethan in diser kriegisohen Welt / damit 
sie bestendig bey jm bleyben. 1536. 

Auf dem Titelblatt ein Holzschnitt: 2 Landsknechte. 
7 Bl. Gedruckt zu Nürnberg durch Hans Guldenmundt. 

31. Lobe des Esels / durch Hainricum Cornelium Agrippam 
inn Latein beschriben / Von Sebastian Francken ver- 
teutscht. 4 Bl. ohne Jahrzahl und Druckort. 

32. Ain Ovation oder Rede j vor Römischer Kayserlicher vnnd 
Künigklicher Mayestäten ... so auff gegenivirtigem Reychß- 
tag allhie zu Augspurg versamblet / durch den Wolgebornen 
Herrn Wolffgang Grafen vö Frangepa?i etc. Der Cra- 
batischen Lanndtschaift Orator / in Latein gehalten an dem 
nächst verschinenn 8anct Bartholomeus tag Anno 1530. 

4 Bl. Getruokt zu Augspurg durch Alexander 
Weyssenhorn bey sanot Vrsula Closter. 

33. Inhalt des Jenffischen Berichts / so zu Sant Julio zwischen 
dem Hertzog von Saffoy / vn den zweyen statten / Bern 
vnd Eriburg / Auch zwischen dem Hertzog vnd der statt 
Jenff I durch etlich örtt der AydgnoßschaflPt volzogen / 
vnd auffgericht mitwochen nach Sant Gallen tag / Ln 
1530. jar. 7 Bl. ohne Druckort. 

34. Newe zeytung / von der Römischen Kay. May. etc. zug / 
vnd eroberung des Künigreychs Thunesse etc. 

Kaiserl. Adler auf dem Titel. 4 Bl. o. J. u. Dr. 

35. Newe zeyttung / tüie die Römisch Kayserlich Majestät etc. 
. . . von Thunis auß Affrica j in die fürnemisten zwü 
Stett Messana vnd Neapols anhmien \ vnd jrer Kay. May. 
daselbst grosse vnnd herrliche Eher / erzaygt / vnd mit 
was vnschätzlichem koste jrer Kay. May. zu hoch löblicher 
gedechtnuß / schöne Spectacula vnd hiltzine gepew / auff- 
gericht worden sein / Alles durch Rö. Kü. May. Secretarien 
Adam Karl beschriben / auß Welsch zu Latein / vn jetz 
zu teutsch gebracht. 1536. 

Kaiserl. Adler auf dem Titel. 12 Bl. o. Dr. 



43 

36. Vmb den grossen sig Kaiserlicher Majestät / in Thunis 
verlihen j Got xu dancken / xivü predig. Johan von Sek 
Dootor etc. 1536. 

Kaiserl. Adler auf dem Titel. 20 Bl. Getruckt in 
der Kays, stat / Augspurg durch Alexander weyssenhorn. 

37. Der Kauffleut Abgot. Mercurius. 4 Bl. 1536. Deutsches 

Reimgedicht. Holzschnitt auf dem Titel: Merkur. 

52. Sammelband. Holzband in Quart in Lederpressung, zwei 
Schließen und Marginalien. 

1. Von der Oerechtigkeit die für Oott gilt. Wider die 
newe Alcumistische Theologiam Andreae Osiandri, Justus 
Menius. 1552. 6 Bl. Gotha, 16. Febr. 1552. 

Vorrede, dann 72 Bl. Am Schluß: Zu ErflFurdt truckts 
Gervasius Sthürmer / zum bunten lawen / bey S. Paul. 

2. Von der Rechtfertigung des glaubens: gründtlicher war- 
hafftiger bericht / auß Gottes Wort / etlicher Theologen 
zu Künigsberg in Preussen. Wider die newe verfiirische 
vn Antichristische Lehr. Andreae Osiandri, Darinnen er 
leugnet das Christus in seinem vnschuldigen Leiden vnd 
sterben / vnser Gerechtigkeit sey. 

Gedrückt zu Künigsberg in Preussen 1552. 78 BL 

3. Anttvort auff das buch Osiandri / von der Rechtfertigung 
des Menschen. Durch Magistrum Johannem Pollicarium / 
Pfarherrn vnd Superintendenten zu Weissenfeis. 

Gedruckt zu Wittemberg / Durch Veit Creutzer. 
1552. 27 Bl. 

4. Verlegung des Bekentnis Osiandri von der Rechtfertigung 
der armen sünder durch die wesentliche Gerechtigkeit der 
Hohen Maiestet Gottes allein. Durch Matth. Pia. Uly. 

73 Bl. Mit einem Vorwort Flacius. Gedruckt zu 
Magdeburgk bey Christian Rödinger. 1552. 

5. Wider die Götter in Preussen. Das nur eine einige wesent- 
liche gerechtigkeit Gottes sey / die nemlich / so inn den 
Zehen gebotten offenbaret ist. Durch M. Flacius Uly. 

14 Bl. ohne Jahrzahl und Druokort. 

6. Des Herrn Johan Brencii vnnd anderer Wirtenbergischen 
Theologen / Declaration vber Oslanders Disputatiort von 
der Rechtfertigung / sampt ihres glaubens bekenntnis. 



44 

Mit einer Vorrede Matth. Fla. Illyrici vnd Nicolai 
Galli / an die Preussischen Kirchen. 16 Bl. Gedruckt 
zu Magdeburgk / durch Michael Lotther / Anno 1553. 

7. Brentii vnd Osiandri meinung / vom ampt Christi / vnd 
rechtfertigung des Sünders. 

Mit einer vorrede M. Flac. Illyr. 12 Bl. Gedruckt 
zu Magdeburgk durch Michael Lotther. 1553. 

8. Wider die tieff gesuchten vnd Scharffgespitzten / aber doch 
nichtigen Vrsachen Osianders / damit er den Artikel von 
der Gerechtigkeit lestiget vnd vnd verkeret kleglich. An- 
tonius Otho Hertzberger Prediger in der Keyserl. Stad 
N orthausen, 1552. 

21 Bl. Gedruckt zu Magdeburg bey Christian Rödinger. 

9. Proba des geists Osiandri von der rechtfertigung / durch 
die eingegoßne wesentliche gerechtigkeit Gottes. Nicolaus 
Gallus. Gedruckt zu Magdeburgk durch Michel Lotther. 

Anno 1552. 26 Bl. 

10. Pasquilliis auss Preussen. Anno 1552. 4 Bl, o. Dr. 

11. Pasquillus: Ein Colloquiimi oder Oesprech wider die Anti- 
christische vnd verfürische lere / Andree Osiandri j Pfar- 
herren zu Königsperg in Preussen / Vom Artickel der 
Rechtfertigung etc, 1552. 

25 Bl. in deutschen Reimen. Ohne Druckort. 

12. Eine Disputation von Mitteldingen / vnd von den itzigen 
Verenderungen in kirchen / die Christlich vnd wol geordent 
sind aus / dem Latein verdeutscht. Durch M. Nicolaum 
Gallmn Pfarherm zu Magdeburg zu S. Virich. 

24 Bl. Gedruckt zu Magdeburg / bey Christian 
Rödinger, M.D.L. 

53. 1, Eyn Deutsch Theologia. Das ist eyn edles Büchleyn / 
von rechtem vorstandt / was Adam vnd Christus sey / 
vnd wie Adam yn vns sterben / vn Christus ersteen soll. 

Titel holz schnitt: Christi Himmelfahrt. 

Vorrede von Doctor Martinus Luther Augustiner 
zu Wittenberk. 34 Bl. Gedruckt zu Wittenbergk durch 
Joännem Grunenb: 1520. 

2. Bas Theür vnd künstlich Büchlin Morie Encomion / das 
ist / Ein Lob der Thorheit / von Erasmo Roterodamo 



45 

schimpfflich gespilt / zu lesen nit weniger nützlich dann 
lieblich / verteutscht. 

178 signierte Blätter und Register. O. J. u. Dr. 

3. Paradoxa ducenta octoginta / das ist / CCLXXX. Wunder- 
red vnd gleichsam Bäterschafft / auß der H. Schrifft j 
so vor allem Fleysoh vngleublich vnd vnwar sind / doch 
wider der gantzen Welt wohn vn achtung / gewiß vnd 

waar Durch Sebastianü Francken / vonnWörd. 

183 signierte Blätter. Gedruckt zu Vlm / bei Johan 
Varnier. Ohne Jahrzahl. Mit Druckerzeichen am Schluß. 
Holzband in Quart mit Lederpressung. 

54. 1. Der heiligen Messen brauch ] wie er in der alten Kyrchen 

vor tausent jaren geivesen. Auß S. Joan. Chrysostomo 
verdeutscht. Mit Vorrede von Georg Yicel. Theolog. 
Datum Berlin, 24. Septembris, 1539. 129 signierte 
Blätter. Druckerzeiohen. 

2. Von der heiligen Eucharisty oder Meß j nach anweysungen 
der Schriift / vnd der Eltisten schrifftverstendigen heyligen 
Lerer. Durch Georgium Wicelium. 

62 nicht sign. Bl, Gedruckt zu Freyburg im Breiß- 
gaw / durch Joannem Fabrum Emmeum Juliacensem. 1534. 

3. Von der Fuß: Beicht: vmid Bann: tzwey büchlin auß 
grund der schrifft. Durch Georgium Wicelium. 1536. 

100 nicht sign. Bl. Gedruckt zu Fryburg im Brißgaw 
durch Joannem Emmeum Juliacensem. 

4. Vespertina Psalmodia. Die Funffzig Vesperpsalme / so die 
Heilige Kyrche Gottes / alle tage durch die wochen / 
öffentlich zu singen vnd lesen pflegt / Gedeutschet vnd dar- 
zu Außgelegt / dem Christlichen Priester vnd Kyrchischen 
Bürger zu liebe vnd dienst / Durch Georgium Wicelium. 

108 Bl. Gedruckt zu Cöln in kosten Johan Quentels / 
1549. Holzband in Quart mit Lederpressung. 

55. Holzband in Quart mit schöner Lederpressung und Schließen. 

Inhalt : 
1. Kurtxe / Wahre vnd Ei7if eltige Bekantnus D. Nie. Selnecceri. 
Von der Maiestat / Auffarth / Sitzen zur Rechten Gottes / 
vnd vom Abendmal vnsers Herrn Jhesu Christi. 
Heinrichstadt. 1571. 6 Bl. ohne Drucker. 



46 



2. Auff das fürgeben etlicher Sacramentirer / das sie mit 
der Bel;entnis / von den Ch urfürstlichen Sechsischen 
Superintendenten 10. Octo. dieses 1571. Jars zu Dresden 
gestellet / aller ding eins seyen: Kurtze vnd Christliche 
Prob / der Christlichen Gemeine zu Franckfurt zur 
Warnung geschrieben / durch der Aug. Confession zu- 
gethane Prediger daselbst. 1571. 

12 Bl. Gedruckt zu Yrsel. 

3. Von den Fallstricken Etlicher newer Sacramentschwermer 
XU Wittenberg j im newen Bekentnis / listiglich verstecket / 
die Welt damit zuberücken vnd zuuerfuren. Erinnerung 
vnd Warnung / Durch die Theologen zu Jhena. 

Gedruckt zu Jhena. 1572. 43 Bl. 

4. Der Mansfeldischen Theologen / Bericht vnnd Bekentnis j 
von dem Wittenbergischen Catechismo. 

Gedruckt 1571. 12 Bl. 

5. Index Cinglianorum quorundam errorum, in Catechesi 
Witebergensi noua compraehensorum. Annotatus a mini- 
stris ecclesiae Hallensis in Saxonia. Anno Christi, 1571. 

6 Bl. ohne Druckort. 

6. Prüfung des Sacrameniirischen Geists / Das ist / Starcke / 
Göttliche vnd Natürliche Beweisung / aus welchen alle 
Christen vnd vemünfftige Menschen / gründlich abnehmen 
vnd schliessen können / das die Zwinglisch j Caluinisch j 
Sacramentschivermerey / nicht aus Gott / vnd Gottes 

Geist / sondern aus dem Teuffei sey / Durch 

Johan. Frid. Celestinum D. 

40 Bl. ohne Jahreszahl und Druckort. 

7. Warnung Vor dem vnreinen / V7id Sacrameniirischen 
Catechismo etlicher xu Wittetiberg. Durch die Theologen 
zu Jena. Gedruckt zu Jena Anno 1571. 

20 Bl. ohne Drucker. 

8. Bedencken der Theologen xu Braunschweigk / von dem 
newen Wittenbergischen Catechismo gestellet / Der gantzen 
Christenheit zur Warnung ausgangen. Anno Christi 1571. 

12 Bl. ohne Druckort. 

9. Kurtxe Antwort vnd Oegenbericht / Der Prediger j in der 
Oraffschafft Mansfeldt. Vff der Herrn Theologen / beider 
Vniuersiteten / Leiptzig / Vnd Wittenberg / Vnd Churfürst- 



47 

liehen Sechsischen Superintendenten / Endtlichen Bericht 
vnd Erklerung / etc. Auch M. Cyciaoi SpangenbergS 
sünderliche Antwort / auff derselben Theologen / vber 
ihn gefelletes Endurtel. 1570. 

28 Bl. Gedruckt zu Eissleben / durch Andream Petri. 

10. Widerholte ChHsÜiche Oemeine Confession vnd Erklerung: 
Wie in den Sechsischen Kirchen / vermöge der heiligen 
Schrifft / vnd Augspurgi sehen Confession / nach der alten 
Grundfest D. Mart: Lutheri / wider die Sacramentierer 
gelert icird. 1571. 

61 Bl. Gedruckt in der gefreyten Heinrichstat / bey 
der Löblichen Vestung Wulffenbüttel / durch Conrad Hörn. 

56. Orundtliche HystoHa von der Meß / aus den Heyligen Euan- 

gelisten / Aposteln / Propheten / Alten vnd neuwen 
Leerern der Kirchen / Concilien / Bäpstischen Decreten / 
vnd Satzungen etc. zusamen getragen. 

Durch D. Valentinum Vannium Pfarrherrn zu 
Candtstatt. Mit einer Vorred Herrn Joann Brentzen. 
Wider die vermeint Euangelisch Meß / des Thumpredigers 
zu Augspurg / Johann Fabri. 2 Teile. 

Getruokt zu Tübingen / Durch Virich Morhart. 1557. 

Holzband in Quart mit Lederpressung und Schließen. 

57. Sammelband. Holzband in Quart in schöner, figurenreieher 

Lederpressung und Sehließen. Inhalt: 

1. Des Bapsts vnd seiner Geistlichen Jarmarckt. Durch 
Sebastianum Mayer / der heyligen Schrifft Doetorem / 
beschriben. MD.LVHL 195 sig. Seiten, ohne Druekort. 

2. Des Babsts Kindthett. Ein warhaffte vn gruntliche Histori 
von Babst Hansen / dises Namens dem Achten / wölcher 
ein Weib vnd Zauberin gewesen. 1558. 

Auf der Rückseite des Titels ein Holzschnitt 
von J. K., den Papst darstellend, von Bischöfen und 
Kardinälen umgeben. 

6 Bl. ohne Jahreszahl und Druckort. 

3. Ein Christlich Bedencken: Von dem Oemeynen Oeschrey / 
so man yetzt außgibt: Das man nyemandts soll leyden 
vnnd gedulden / der nit in allem / ohne alle widerred / 
Bäpstisch / oder Lutherisch ist. Anno MD.LVHI. 

Auf dem Titelblatt die Bemerkung mit Tinte: „Das 
buech hat gmacht ain Zwinglischer" .... 62 Bl. o. Dr. 



48 



4. Von Irthumen vnd Seelen Theses vnd Hypotheses / das 
ist / gemeine erwisene Sprüche / auff gegenwertige zeit 
vnd händel gezogen / zu erhaltung wares Verstands / vnser 
Christlichen Augspurgischen Confession / vnd absonderung 
der Seoten / diser zeit nötig. Durch Nioolaum Gallum. 

Gedruckt zu Regenspurg / Durch Heinrichen Geißler. 
1558. 24 Bl. 

5. Kurtze anzeigung aus der keiligen Schriffl j vnd aus den 
Büchern der Veter / wider die Sacrilegos, das ist / 
tüider die Kirchendiebe der jtzigen zeit. Durch Johaü 
Winnistede / Diener des heiligen Euangelii Jhesu Christi 
zu Quedlinburg. 1559. 

Mit zwei Vorreden von Joachim Mörlin, Superinten- 
denten zu Braunschweig und Lampadius, Predicanten zu 
Halberstat. 38 Bl. Auf der Rückseite des Titelblattes 
ein geistliches Lied. 

Gedruckt zu Jena / durch Thomam Rebart. 1560. 

6. Wider das Vergiffle blinde Buch / des Bischoffs ohne Namen \ 
yetzt neuwlich zu Erffurdt im Truck außgangen / wider 
vnser Lehr vnd Kirchen. Erste Antwort Johannis PollicarÜ 
predigers zu Weissenfelß. 

Auf der Rückseite des Titels ein Gedicht. 46 Bl. 
Getruckt zu Straßburg durch Samuel Emmel. 1556. 

7. Von der beschuldigung Maioris / gege7i die / so jme seine 
Wercklere widerleget / Vnd von seiner Bekentnis oder 
widerruffung. Johannes Wigand. 

7 Bl. ohne Jahreszahl und Druckort. 

8. Verantworttung Justi Menü Auff Matth. Flacii Illyrid 
gifftige vnd vnwarhafftige verleumbdung vnd lesterung. 1557. 

55 Bl. ohne Druckort. 

9. Vom wintervogel Halcyo7i / ein herrlich wunderwerck Gottes j 
durch D. Erasmum Alberum / welches der Christelichen 
kirchen verglichen wirdt. 1552. 

Gedruckt in der Ehrnreichen Stadt Hamburg / 
durch Joachim Law. 23 Bl. 
10. Ei?i warhaffte grawsäme Oeschicht / So geschehen ist zu 
Mechel in Brabandt / Allda hat man ain Muter mit vier 
Kindern / vmb des Euangeliums wegen / gefangen / . . . . 
vnd auff den 23. December 1555 öffentlichen in der Statt 
verbrendt. 7 Bl. ohne Druckort. 



49 

11. Von bösen Zungen / Widder das verfluchte Teufflische lasier 
des Verleumbdens / Ligens / Affterredens etc. Durch 
M. Joannem PoUicarium / Prediger zu Weissenfeis. 1556. 

Titelholzschnitt, die Caluinnia darstellend. 58 Bl. 
Zu Leiptzig. Durch Georg Vantzsch. 

12. Antwort / Von dem bösen zornigen Buch der Professorn 
XU Wittenberg / an die liebe Kirche / das sie vrteile vnd 
verstehe / Durch Nie. Gallum. 1552. 

Gedruckt zu Regenspurg / Durch Heinrichen Geißler. 
11 Blätter. 

58. Sammelband. Holzband mit Lederpressung und Schließen. Auf 
dem Vorsteokblatt Abschrift eines Schreibens der drei 
Stände von Oberösterreich an König Ferdinand. Datum 
Linz, 28. März 1538. Inhalt des Bandes: 

1. Der XL VI. psalm außgelegt / vnd für die einf eltige fromen 
Christen in ein Trostpredig vn Christliche trewe Vermanung 
auff die jetzige letste vnd geferliche zeyt / . . . . 

Durch Hiobem Gast. 1540. 49 Bl. 
Getruckt zu Nürnberg bey Johan Petreio. 

2. Testament vnd Absehrifft der Zwölff Patriarchen der Sünen 
Jacobs l Wie ein jeder vor seinem end / seine kinder 
gelert / zur forcht Gottes vnd Gottseligem leben vermanet 
hat. Auß dem gedruckten Menradi Molteri / vnd Augustini 
Lantzkroni (hundert vnd dreitzehen jar alt), newlich ver- 
tolmetschet. 1529. 59 Bl. 

Gedruckt zu Straßburg bei Sigmund Bun. 1539. 

3. Ei7i kurtxe Vermanung / das alle Christen schuldich sind / 
dem Exempel des bekerten Schechers nachxuvolgen / . . • 
Verteutschet durch Georgium Majorem. Philip. Melanth. 
MD.XL. Wittemberg. 20 Bl. 

Gedruckt in der Churfürstlichen Stadt Wittemberg / 
durch Joseph Klug. 1540. 

4. Von der Kirchen / V7id alten Kirchenlererii. Philippus 
Melanthon. Verdeudschet durch Justum Jonam. Wittem- 
berg. 1540. 100 Bl. ohne Drucker. 

Titel in schönem Holzschnittrahmen: Die 4 Evan- 
gelisten. 

5. S. Paulus Spruch / zu den Ephesern am V. Cap. Sauffet 
euch nicht vol Weins / Daraus ein vnordig wesen folget. 

4 



50 



Gepredigt vnd Außgelegt / Durch des Churfürstea zu 
Sachsen etc. Hoffprediger D. Jacobum Schenck» 

Wittemberg. 1540. Titelblatt in gleichem Holz- 
schnittrahmen. 36 ßl. 

Gedruckt zu Wittemberg / durch Joseph Klug. 

6. Vo7n tag zu Hagenaiv. Zwen verdeutschte Se?idbriefe j eins 
Thumdechants vnd eins weysen bescheidenen Thumherrns. 
1540. 15 Bl. ohne Jahreszahl und Druckort. 

7. Vom tag xu Hagenaw j vnd wer verhinderet hah / das 
kein gesprech von vergleichung der Beligion / daselbst für- 
gangen ist. 

Durch wareraund luichholden. 1540. 60 Bl. o. Dr. 

59. Die ersten XIL Capitel des buchs Hiob / Außgeleget durch 

Hieronymum Weller / der heil. Schrifft Doctor. Allen 
betrübten Hertzen zu dieser letzten zeit tröstlich. 

Auf der Rückseite des Titelblattes in Holzschnitt 
das Wappen der „Brigitta von Schonberg / geborne 
Pflügin vom Knauchthaen vnd Sturmethai", welcher das 
Buch gewidmet ist. Datum Freyberg, 1563. 

Gedruckt zu Nürmberg / Durch Jt.hann vom Berg / 

vnd Virich Newber. Mit Druckerzeichen. 

Der ander Theyl des Buchs Hiob / Darinnen begriffen ist die 

AußleguDg vom 13. Capitel an / biß ins 22. Erkleret vnd 

außgeleget durch D. Hieronymum Weller. Nürnberg. 1565. 

Gedruckt zu Nürnberg / durch Virich Newber / von 
Johann vom Bergs Erben. Druckerzeichen. Originalholz- 
band in Quart mit Lederpressung und Schließen. 

60. Von der Allgemeinen Aufferstehung der Todten. Durch M. Michael 

Jacob Fabri / Saynischer Superintendens. 

Holzband in Quart mit Lederpressung und Schließen. 
340 signierte Blätter und Register. 

Getruckt zu Franckfurt am Mayn / durch Georg 
Raben / in Verlegung Sigmund Feyerabends vnd Simon 
Huters. M.D.LXIIII. Schönes Druckerzeichen. 

61. Sammelband. Holzband in Quart mit Lederpressung, Schließen 

und Marginalien. Inhalt: 
1. Der Römischen Kaiserlichen Maiestat Erklerung / wie es 
der Religion halben im heiligen Reich / bis xu Austrag 
des gemeinen Concili / gehalten werden soll / auff dem Reichs- 



51 

tag zu Augspurg / den XV. Maij / im M.D.XLVIII. Jar 
publicirt vnd eröffnet / vnd von gemeinen Stenden ange- 
nommen. 

Gedruckt zu Franckfort an der Oder / Durch 
Nicola um Wolrab. 40 Bl. 

2. Bekentnuß vnnd Erklerung auffs Interim. Durch der 
Erbarn Stedte / Lübeck / Hamburg / Lüneburg / etc. 
Superintendenten / Pastorn vnnd Predigern zu Christlicher 
vnd notwendiger vnterrichtung gestellet. 

• Gedruckt zu Magdeburgk durch Michael Lotther. 
1549. CVII signierte Blätter. 

3. Wider Das Interim. Papistische Meß / Canonem / vnnd 
Meister Eißleuben / durch Christianum Lauterwar / zu 
dieser zeit nützlich zu lesen. 1549. 16 BL o. Dr. 

4. Bedencken auff das Interim von einem Hochgelerten vnd 
Ehrwirdigen Herrn einem Erbarn Radt seiner Oberkeit 
vberreicht, 21 Bl. 1549. ohne Druckort. 

5. Bedencken Etlicher Predicanten j Als der zu Schwebischen 
Hall I Der in Hessen Vnd der Stadt N. N. auffs Interim 
Ihrer Oberkeit vberreicht. 1548; 12 Bl. ohne Druckort. 

6. Antwort der Predicaten in Hessen auff die schrifft des 
Bischoffs von Meintz / oder Rabsackes brieff / De 
abrogatione matrimonii der Prediger / vnd von der Dis- 
pensation mit dem Babst zu halten vom brauch des Sacra- 
ments sub utraque specie. 4. Bl. 1549. 

Gedruckt zu Magdeburg bey Christian Rödinger. 

7. Ein Brieff der Prediger zu Hamburg / an die Theologen 
zu Wittembergk / in welchem geliandelt tvirt von Mittel- 
dingen I zu dieser zeit sehr nützlich zu lesen. 20 Bl. 1549. 

Gedruckt zu Magdeburg bey Christian Rödinger. 

8. Eine entschuldigung Matthiä Flacü Illyrici j an einen 
Pfarherr. 16 Bl. 1549. 

Magdeburg bei Rödinger. 

9. Die Letzte Predigt Doctoris Martini Lutheri heiliger 
gedechtnis / So ehr gethan zu Wittenberg / am andern 
Sontag nach Epiphanias Domini / den XVII. Januarii. 
Im M.D.XLVT. Jhar. 12 Bl. 1549. ohne Druckort. 



52 



10. Etliche Brieffe / des Ehrwirdigen Herrn D. Martini 
Luthers seliger gedeohtnis / an die Theologos auff den 
Reichstag xu Augspur g geschrieben / Anno MD. XXX. 
Von der Vereinigung Christi vnd Belials / Auß welchen 
man viel nützlicher Lehr in gegenwertiger gefahr der 
Kirchen nemen kan / Verdeudscht. 

Rückseite des Titelblattes: Luthers Porträt in 
Holzschnitt. 30 Bl. ohne Jahr und Druckort. 

11. Der Von Magdeburgk Entschuldigung / Bit j Vnnd 
gemeine Christliche erinnerunge. 

Holzschnitt auf dem Titelblatt. 10 Bl. 

Gedruckt zu Magdeburgk durch Michael Lotther. 1549. 

12. Form vnd weiß einer Bischofflichen j ja Ertxhischofflichen 
Visitation am Rein / in welcher zu besehen ist / wie es 
künfftig vmb die Kirche wird gelegen sein / wenn die 
Bischoff ihre alte Jurisdiction wider bekommen werden. 
1549. 10 Bl. o. Dr. 

13. Eine Erschreckliche Historia von einem / den die feinde 
des Euangelii inn welsch Land gezwungen haben / den 
erkanten Christum zuvorleugnen. 15 Bl. o. J. u. Dr. 

14. Der Hundert vnd dritte Psalm: Welcher leret wie man 
Gott dancken soll / für die Vergebimg der Sünde / Auff- 
erstehung des Fleisches / vnd das Ewige leben / ausgelegt. 
Michael Celius. 1549. 

Holzschnitt auf dem Titelblatt. 55 Bl. 
Gedruckt zu Erffurdt / durch Melcher Sachssen / 
In der Archen Noe. 

15. Der Ein vn fünfzigste Psalm Dauids / Gott sey mir 
gnedig / nach deiner gute etc. Ausgelegt durch den Ehr- 
wirdigen / Hochgelarten / vnd in Gott seligen / D. Caspar 
Creutziger. Newlich aber verdeudschet / durch Stephanum 
Ackerman / Pfarrherr zu Helber. MDXLIX. 

Titelblatt in Holzschnittrahmen. 10 Bl. 
Zu Erffurdt trucks Wolffgangus vnd Geruasius 
Sthürmer / Gebrüder / zu dem bunten Lawen / bey S. Paul. 

62. Disputationes Theologicae. In inclyta Tuhingensi academia 
publice discutiendae propositae a Jacobo Heerbrando, 
Theologiae Dootore et Professore. 



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t^Ocr&CttSditjfttttiv' 




An ^tc Rolfen Artiger in hmtfd)im Äiftnöe. 




Ja]iresT3ericlit des Museum Erancisco-Carolinuni iu Linz, 1903. 



53 

Tubingae, exoudebat Georgius Gruppenbaohius, 1575. 
Druckerzeichen. Holzband in Quart mit schöner Leder- 
pressung und Schließen; 631 signierte Seiten. 

Beigebunden noch zwei Disputationen zu Tübingen 
aus demselben Jahre. S. S. 24 und 9. 

63. Sammelband. Holzband in Quart mit Lederpressung, Schließen 
und Marginalien. Inhalt: 

1. Öffentliche Bekentnus der reinen Lehre des Euangelii / Vnd 
Confutatio der jtxigen Schwermer. Niclas vom Amsdorff. 

Gedruckt zu Jhena/ Durch Thomas Re wart. 1558. 28 Bl. 

2. Erklerung der Religionsstreite / xu nottürfftigem vntericht 
der Kirchen / vnd ablenung falscher Calumnien. Durch 
Nicolaum Gallum. 

Gedruckt zu Regenspurg / durch Heinrichen Geißler. 
1552. 12 Bl. 

3. Von den zeheri Teufeln oder Lastern / damit die bösen 
vnartigen Weiber besessen sind / Auch von xehen Tugenden j 
damit die frommen vnnd vernünfftigen Weiber gezieret 
vnnd begäbet sind / in Reimweis gestelt durch Niclaus 
Schmidt. 1557. 27 Bl. 

Gedruckt zu Leipzig / durch Georgium Hantzsch. 

4. Vom Bern ff vnd stand der Kriegsleuth. D. Andreas 
Musculus. 1558. 40 Bl. 

Titelblatt mit Holzschnitt eines Landsknechtes. 
Gedruckt zu Franckfurt an der Oder / durch Johann 
Eychorn. 

5. Widder den Sauffteuffel / gebessert / vnd an vielen örtern 
gemehret. Item / Ein Sendbrieff des Hellischen Sathans / 
an die Zutriiicker / vor 45. Jaren zuuor ausgegangen. 
Item / Ein Sendbrieff Matthaei Friderichs / an die Folien 
Brüder in Deutschem Lande. 1557. 

Auf dem Titelblatt charakteristischer Holzschnitt: 
Säufer. 72 Bl. 

Gedruckt zu Franckfurt an der Oder / durch Johan. 
Eichorn. 

6. Spilteufel. Ein gemein Ausschreiben von der Spiler Brüder- 
schafft vnd Orden / sampt jren Stifftern / gutten Wercken 
vnnd Ablaß. 1557. 34 Bl. 

Gedruckt zu Franckfurt an der Oder / durch J. Eychorn. 



54 

7. Pasquülus. Newe Zeytung vom Teuffei. 20. Bl. o. J. u. Dr. 

8. New Türckenhüchlin / dergleichen vor diser zeit nie getruckt 
worden. Durch Simon Wolder / Poinern. 1558. 

Auf. der Rückseite des Titelblattes ein Wappen in 
Holzschnitt, mit Versstrophen umgeben. 44 signierte 
Blätter. Von 30/b bis 42 in deutschen Reimen. 

Gedruckt zu Franckfurt a/M. 

64. Mancherley Form %u 'predigen von den fürnemösien Stücken / 

so in der Christlichen Kirchen teglich gelert vnd getrieben 
sollen werden. Caspar HuberinuS. 

Gedruckt zu Nürnberg / durch Johan vom Berg / 
vnd Virich Neuber. 1555. 23 signierte Blätter. 

Holzband in Quart mit Lederpressung und Schließen. 

65. Sammelband. Holzband in Quart mit Lederpressung und roten 

Bändern. Dessen Inhalt: 

1. Der erste Psalm Dauids j durch Johannem Buggenhagen 
den Pomer / lateynisoh außgelegt / vleyssig verteutzschet. 
Nach der Dolmetzschung. D. M. Luthers. 

Wittemberg, Anno 1524. Titel in schönem Holz- 
schnittrahmen. 12 Bl. ohne Drucker. 

2. Äin kurtze wolgegründte Äußlegung über die Zehen nach- 
geenden Episteln 8. Pauli j Erstlich im Latin durch Joan 
Bugenhag auß Pommern / Bischoff zu Wittemberg 
beschriben / vnd durch Ludwigen Hätzer verteutscht. 
Anno 1524. Titel in schönem Holzschnittrahmen. 120 Bl. 
ohne Druckort. 

3. Äin Christlicher sendprieff / An frauw Anrm j geborne 
hertzogin von Stetin in pomern etc. Summa der seligkait / 
auß der hailigen schrifft. Durch Johanem buggehage 
aus pomern, pfarrher der kirchen zu witteberg. 

Titel in schönem Holzschnittrahmen. 6 Bl. o. J. u. Dr. 

4. Ei7i Sendbrieff herrn Johan Bugenhagen Pomern / 
Pfarrern zu Wittemberg / über ein frag vom Sacrament. 
Item eyn vnterricht von der Begeht vnd Christlicher 
Absolution. 

Titel in Holzschnittrahmen. 4 Bl. 1525. O. Dr. 

5. Ain ivarhafftigs vrtayl / des hochgelerten Philippi 
Melanchthonis / vö D. Martin luthers leer / dem 



55 

Cardinal vn Päbstlichen legaten gen Stugarten zugeschickt. 
1524. Ain schöne Offenbarung des Enclchrists / durch Johan. 
bugen. Pomeranü. 

Titel in schönem Holzschnittrahmen. 10 Bl. o. Dr. 

6. Was vnd welches die sunt sey in de heyligen (/eist . . . 
Joannis Peugnhagn / Pfarers zw Wittenberg. 1524. 

Titel in Holzschnittrahmen. Darauf die Inschrift: 
„Leonhardus thersch (?) schuelmayster zu Linz." 
12 Bl. ohne Druckort. 

7. EÜich Christliche hedencken von der Meß vnd andern 
Cerimonien. Johan. Pomer. Philip. Melanchthon. 
Wittemberg. 1525. Titel in Holzschnittrahmen. 10 Bl. 

Gedruckt zu Wittemberg Hans Weyß. 

66. Qnartband in Schweinsleder mit mehreren Druckschriften, von 

denen in der Mitte einige herausgerissen wurden. Inhalt: 

1. hihellus Consequentiae, oder Consequenx- Büchlein, Darinn 
etliche sonderbahre Religions - Vngründ / der vermeinten 
Lutherisch- vnd Calvanischen Religion vorgestellt werden. 
Durch R. P. Jodocum Kedd, Societ. Jesu. 

112 signierte Seiten. 

Gedruckt zu Wienn / bey Johann Jacob Kürner. 1655. 

2. Ewiges Elend der vnbußfertigen Lutheraner / Calvinisten j 
Widertatiffer j Socinianer etc. Von R. P. Jodoco Kedd, 
Soo. Jesu. 

Gedruckt zu Wienn in Oesterreich / durch J. J. Kürner, 
1655. 87 Seiten. 

3. Wahrer Abtruck derer Zwischen der Rom: Kay: May: / 
Vnd dann Etlichen Herrn Chur: Fürsten vnd Ständen deß 
Reichs I wegen deß xu Leiptxig angestellten Convents 
daselbst gemachten Schluß 

Gedruckt im Jahr 1632. 187 signierte Seiten. O. Dr. 

67. Sammelband. Holzband in Quart mit Lederpressung und 

Schließen. Inhalt: 
1. Wider die böse Sieben / ins Teufels Karnöffelspiel. M. Cyriacus 
Spangenberg. 

Auf dem Titelblatt ein satirischer Holzschnitt. 

Gedruckt zu Eisleben / durch Vrban Gaubisch. 1562. 



56 



2. Cläre vnnd helle Anhvort j auff den vngegrÜ7idten / löster- 
lichen Oegenbericht / Jude Iscarioth / so sich Fridericum 
Staphyhim nennet. 

Durch Jacobum Andree. Getruckt zu Tübingen / 
1561 / bey Virich Morharts Wittib. 

3. Sechs Christlicher Predig von dem recht Christenlichen vnd 
Geistlichen Closterlehen / geprediget zu Lawgingen / durch 
Jacobum Andree / der Heiligen Schrifft Doctorn. 1561. 

Getruckt zu Tübingen bey Virich Morharts Wittib. 

4. Christlicher Bericht / Aus was vr Sachen j oder ivie fern / 
sich ein Pfarherr / anderer Pfarkinder nicht annemen j 
Auch ein Pfarkind von seinem ordentlichen Pfarherrn / 
zu einem andern sich nicht wenden solle. Durch Hiero- 
nymum Mencelium / der Graffschafft Mansfelt Super- 
intendenten. 1561. 

Zu Eisleben durch Vrban Gaubisch. 

68/1. Der Erst Theyl: Vbers Symholum Apostolorum j Das ist / 
vber die gemeyne Lehr des Christlichen Glaubens / von 
Aposteln in ein gewisse Nottel gestellet. Durch M. Christo- 
phorum Lasium. 1561. O. Dr. 

Holzband in Quart mit Lederpressung und Schließen. 

69/2. Historien Der Heyligen AußerwÖlten Gottes Zeugen / Be- 
kenern vnd Märtyrern / so zum theyl vor diser zeyt / 
zum teyl aber zu disen vnsern letsten zeytten .... 

Durch Ludouicum Rabus von Memmingen / der 
H. Schrifft Doctorn / vnnd diser zeyt Prediger der 
Kirchen zu Straßburg / fleissig beschriben. 

Der Dritte Theyl. 1555. Der vierdte Theil. 1556. 

Getruckt zu Straßburg durch Samuel Emmel. 

Holzband in Quart mit Lederpressung und Schließen. 

Viele Holzschnitte im Text beider Teile. 

69/3. Der fünfte und sechste Theil der Historien 

Von Ludwig Rabus. 1556 und 1557. 

Mit Holzschnitten im Text. Drucker derselbe. 

Holzband in Quart mit Lederpressung und Schließen. 

69/4. Der siebente und achte (letzte) Theil dieses Werkes. 
Von Ludwig Rabus. 1557 und 1558. 
Mit Holzschnitten im Text. Drucker derselbe. 
Holzband in Quart mit Lederpressung und Schließen. 



57 

70. Suppidatio annorum mundi. D. M. Lutheri. Vuittembergae 

apiid Georgium Rhau. 1.5.41. 

Titel in Holzschnittrahmen: Christus am Kreuz 
zwischen den Schachern. 

Holzband in Quart mit Lederpressung und Schließen. 

71. Christliche Kirchen Agenda So Bey Öffentlichem Gottesdienst der 

Gemeinden Augspurgischer Confession nutzlich gehraucht 
werderi kan. 

Titelblatt in Kupfer gestochen mit Um- 
rahmung. L. Kilian sculp. 

Am Schluß: Getruckt zu Tübingen / bey Dieterich 
Werlin / Im Jahr Christi / MDCXLIL 340 bez. S. 
und Register. 

Holzband in Quart mit Lederpressung und Schließen. 

72. Joannis Pomerani Bvgenhagü in librum psalmorum inter- 

pretatio, Wittenbergae ])ubHce leota. 

Basileae, anno MD.XXHH. 

Titelblatt in Holzschnittrahmen von feiner 
Ausführung. Basileae, apudAdamum Petri. 762 bez. Seiten. 

Auf dem Schlußblatt: „Franc. Joseph. Comes ac Do. 
ä Starhemberg" geschrieben. 

Holzband in Quart mit Lederpressung und Schließen, 

73. Psalmorum Davidis decas undecima. In qua, cum sex psalmis 

prioribus absolutis D. Joannes Brentius rebus eximeretur 
humanis, reliquos Theodoricus Snepfius D. breui inter- 
pretatione persecutus est. 

Tubingae, apud Osuualdum et Georgium Gruppen- 
bach. 1571. Druckerzeichen am Titel u. Schluß. 227 S. 
Brevis et perspicua explicatio Psalmorum Dauidis. Decas 
duodecima. Authore Theod. Snepffio D. 

Drucker und Druckort wie früher. 1571. 338 S. 
Brevis et perspicua . . , 
Decas tertia et decima, 

Autor und Drucker wie früher. 1572. 309 S. 
Brevis et perspicua .... 
Decas quarta et decima. 

Autor und Drucker wie früher. 1572. 205 S. 
Endlich Decas quinta et decima. 

Autor und Drucker wie früher. 1572. 139 S. 
Holzband in Quart mit Lederpressung und Schließen. 



58 

74. Holzband mit Lederpressung und Schließen. Quart. Inhalt: 

1. Diahgiis von der schönen predigt j die Christus von 
Jejmsahm bis gen Emaus den zweien jungem am Oster- 
tag j ans Mose vnd allen Propheten / gethmi hat. Durch 
D. Vrbanum Rhegium. 1537. 

Titel in schönem Holzschnittrahmen. 
Gedruckt zu Wittemberg durch Joseph Klug. 

2. Das herrliche Mandat Jhesu Christi vnsers Herrn vnd Hei- 
landes etc. Gehet hin jnn die gantxe ivelt / vnd prediget das 
Euangelium. Durch D. Ambrosium Moibanum Pfarherr 
zu Breslaw / Mit einer Vorrede Mart. Luther. Wittemberg. 

Titel in sehr schönem Holzschnittrahmen. 
Gedruckt zu Wittemberg durch Georgen Raw. 1537. 

3. Türeken Büchlei7i. Wie sich Prediger vnd Leien halten 
sollen / 80 der Türck das Deudsche Land vberfallen würde. 
Durch Johann Brentz. Türkenkopf auf dem Titel i. H. 

Gedruckt zu Wittemberg durch Georgen Rhaw. 
1537. 10 Bl. 

75. Christliche vnnd Einfeltige Erklerung der gnadenreichen Hi- 

storien l des Leydens imd Sterbens / hochtröstlicher Auff- 
erstehung / vnd siegreicher Himelfahrt / vnsers lieben 
Herren Jhesu Christi / . . . . Durch M. ChristoflP Vischer. 

Gedruckt zu Schmalkalden / bey Michel Schmuck. 1575. 

Holzschnitte im Text. 

75. Christliche vnnd Einfeltige Erklerung der Erölichen Auff- 

erstehung vnd Siegreichen Hirnelfart vnsers liehen Herrn 
Jhesu Christi / Auch der tröstlichen Sendung des heiligen 
Geistes / . . . Durch M. Christofferum Vischer / dazumal 
Hennebergischen Superintendenten / vnd Pfarherrn zu 
Schmalkalden. O. J. u. Dr. 

Holzband in Quart mit Lederpressung und Schließen. 

76. Sammelband. Holzband in 4» mit Lederpressung. 

1. Vom Ehestand vnd Haußwesen, XVI. Hochzeyt Pre- 
digten Durch den alten Herrn M. Johann 

Mathesium seligen / Pfarrer in S. Joachimsthal. 

Gedruckt zu Nürnberg / durch Dietrich Gerlatz. 1569. 

2. Leychpredigten . . . Von der Auferstehung der Todten 
vnd eivigem leben. 2 Teile. Durch den alten Herrn 
M. Johann Mathesium. 

Gedruckt zu Nürnberg durch Dietrich Gerlatzen. 1572. 



59 

3. Leickpredigt / Gehalten bey dem begrebnus des .... 
Johan. Pfeffingers / der heiligen Schrifft Dootorn / vnd 
der Kirchen zu Leipzig Pastorn vnd Superintendenten / 
(gestorben am Neujahrstag 1573). Durch M. Laurentium 
Mathesium, Diaconum vnd Diener Gottes Worts doselbst. 

Leipzig, 1573, bey Johan Martorff. 

4. Ein Predig vber der Leich Deß Edlen vnd Ehrenuesten / 
Herren Frantzen Knrtxen / Fürstlichen Wirttenbergisohen 
Secretarii. Durch Lucas Oslander D. 

Getnickt zu Tübingen / bey Georg Gruppenbach. 1575. 

5. Ein Christliche Predig Auff den Sontag der heiligen Drey- 
faltiglceit. Zu Tübingen gehalten / Durch Jacob Heerbrand / 
Doctor vnd Professor der heiligen SchriflPt bey der hohen 
Schul daselbst. 

Getruckt zu Tübingen / durch Georg Gruppenbach. 1575. 

6. Ein Christliche Leichpredig / Von Adelichen Tugenden. 
Gehalten zu Geysingen / den 23. Januarii Anno 75. Yber 
der Leich des Edlen vnnd Vesten Hannsen von vnd xu 
Stamhaim etc. Lucas Oslander D. 

Tübingen, Gruppenbach, 1575, 

7. Ein Christliche Predig Vber der Leich der .... Fürstin 
vnd Fräwlein Eva Christina / Oräuin xu Würtemberg / . . . 
Gehalten zu Tübingen den 5. Aprilis 1575. Lucas Oslander D. 

Getruckt zu Tübingen / bey Georg Gruppenbach. 1575. 

77. Sammelband. Holzband in Quart mit Lederpressung, Schließen 
und Marginalien. Dessen Inhalt: 

1. Bekentnis V?iterricht vnd vermanung j der Pfarrhern vnd 
Prediger / der Christlichen Kirchen zu Magdeburgk. Anno 
1550. Den 13. Aprilis. 

Auf dem Titelblatt das Stadtwappen in Holzschnitt. 
Gedruckt zu Magdeburgk durch Michel Lotther. 

2. Antivort M. Nicolai Oalli vnd D. Fla. Illyrici / auff den 
brieff etlicher Prediger in Meissen / von der frage j Ob 
sie lieber weichen / denn den Chorrock anzihen sollen. 

Gedruckt zu Magdeburg bei Christian Rödinger. O. J. 

3. Der von Magdeburgk Ausschreiben an alle Christen. Anno 
MDL. den 24. Martii. 

Gedruckt zu Magdeburgk Durch Hans Walther. 



60 



4. Des Ehrwirdigen vnd tewren Mans Doct. Marti. Luthers 
seliger gedechtnis meiriung / von den Mitteldingen / durch 
M. Joachimü. Westphalum Pfarhern zu Hamburgk 
zusamen gelesen. 1550. 

Gedruckt zu Magdeburgk durch Michael Lotther. 

5. Eine schrifft Matt. Flacii Illyrici widder ein recht 
Heidnisch ja Epicurisch Buch der Adiaphonsten j darin 
das Leiptzische Interim verteidiget wird / sich zu hüten 
für den itzigen Verfelschern der waren Religion. 1549. 

Gedr. zu Magdeburgk bey Christian Rödinger. 

6. Zivey Capitel Polydori Virgilii / vom Name v?id Stifftern 
der Meß j ausgangen zu eine anfang uidder des Sydonii 
predigten / . . . . 

Gedruckt zu Magegburg / bei Christian Rödinger. 1550. 

7. Widderlegung der Predigten von der allerheiligsten Anti- 
chi'istische Missa des fremhden Bischoffs von 8ydon / Meint- 
zischen Weihbischoff. Durch Mat. Flacium Illyricum. 

Gedruckt zu Magdeburg bey Christian Rödinger. 1550. 

8. Widderlegung des Catechismi des Laruen Bischoffes von 
Sidon j durch Matthiam Flacium Illyricum. 1550. 

Gedruckt zu Magdeburg. 

9. Widder die vermeinte gewalt / vnd Primat des Babstes / 
.... Durch Matth. Flacium lUyr. 

Gedruckt zu Magdeburg / bey Christian Rödinger. O. J. 

10. Bvlla des Antichrists / dadurch er das volck Gottes 
widderumb inn den eisern ofen der Egiptischen gefengknis 
denckt zu ziehe^i / gleichstimmig mit des Meintzischen 
Rabsakes briefe O. J. u. Dr. 

11. Bvlla. Paulus Bischoff / Ein knecht der knechte Gottes. 
Den Ehrwirdigen brüdern / Petro Fanensi / Joanni 
Veronensi / vn Bastian Ferenensi / vnsern Bischoffen vnd 
des Apostolischen stuls boten. 

Gedruckt zu Mageburg durch Christian Rödinger. 1550. 

12. Warhafftige Copey eijier Schrifft / so die Ehrivirdigen 
Herrn Predieanten zu Leiptzig / an Hertzog Moritzen zu 
Sachsen gethan. 1547. O. Dr. 

13. Ein Sendbi^ieff j P. Aesquillii von dem tode Pauli des 
dritten Bähst dieses namens / Item was jhm nach seinem 
tode begegnet ist. Rom, 1549. O. Dr. 



61 

78. Vo7?i Leiblichen Todt .... Von der Begräbnuß vn Begänck- 

nussen . . . Item Von der Seelen imd jrem ort / stand j 
vnd wesen / hiß auff den Jüngsten tag. Durch M. Melchior 
Specker, Pfarrherren zu S. Thoman / zu Straßburg. 

Getruckt zu Straßburg / bey Samuel Emmel. 1560. 

Holzband in Quart mit Lederpressung und Schließen. 

79. Sammelband. Holzband in 4*^ mit Lederpressung, Marginalien 

und Schließen. Inhalt desselben: 

1. Der Theologen bedencken \ odder . . Beschluß des Land- 
tages XU Leiptzig j so im December des 48. Jars / von 
wegen des Augspurgischen Interims gehalten ist. 

Durch Nicolaum Gallum und Matthiam Flacium 
Illyrioum. 1550. 

Gedruckt zu Magdeburgk durch Michel Lotther. 

2. Ein bnch / von ivaren vnd falschen Mitteldingen j Darin 
fast der gantze handel von Mitteldingen erkleret wird / 
Widder die schedliche Rotte der Adiaphoristen. Durch 
Matth. Flacium Illyr. 

Gedruckt zu Magdeburg / bey Christian Rödinger. 1550. 

3. Gründliche Verlegung aller Sophisterey / so Juncker Ißleb / 
D. Interim / Morus / Pfeffinger / D. Geitz in seinem 
gründlichen bericht vnd jhre gesellen / die andere Adia- 
phoristen I das Leipsische Interim zu beschönen / ge- 
brauchen. Durch Matth. Fla. Ilyricum. O. J. u, Dr. 

4. Dereti zu Magdeburgk j so widder die Adiapiiora ge- 
schrieben haben j ihres vorigen Schreibens beschlus j . . . . 

O. J. u. Dr. 

5. Der Prediger zu Magdeburgk wahre / gegründte Antwort / 
auff das rühmen ihrer Feinde / das sie auch Gottes Wort 
reine / inhalts der Augspurgischen Confession / sowol als 
die zu Magdeburgk haben . . . 

Gedruckt zu Magdeburgk durch Michael Lotther. 1551. 

6. Das alle Verfolger der Kiixhen Christi zu Magdeburgk / 
Christi des Herrn selbs Verfolger sindt. 

Durch Matthiam Flacium Illyrioum. 

Gedr. zu Megdeburgk / durch Michael Lotther. 1551. 

7. Der pfarrhern vnd prediger zu Magdeburgk Christliche kurtxe 
erinnerung / . . . gegenwertige Verfolgung betreffend / . . . . 

1550. Gedrückt zu Magdeburgk durch Michael Lotther. 



62 



8. Kurtze antwort M. Fla. Illyr. auff des Laruen Bischoffs 
von Sydon Volhiplerey / Damit er seinen Antichristischen 
Catechismum vertedingen wil. O. J. u. Dr. 

9. Ä7itzvori Matth. Fl. Illyr. auff etliche Beschuldigung 
D. Gei. Maiors / vnd D. Pommers. O. J. u. Dr. 

10. Warhafftige Copey eins Sendbrieffes auß ober Deutschland 
geschrieben / darinnen fein kurtz angezeigt wird / was 
die bewilligte Leypzigische Reformation auch der orte 
schaden gethan habe vnd noch thut / • . . 1551. 

Mit einer Vorrede vnd mit Schollen Nicolai Galli. 

11. Eine fr eidige vermanung j zu klarem vnd öffentlichem 
bekentnis Jhesu Christi wider die Adiaphoristische / 
Dauidianische / vnd Epicurische klugheit / des heuchelns 
vnd meuchelns. Gestelt durch Ciuilium einen Italiener. 
Verdeudscht auss dem welschen. 1551. O. Dr. 

12. Widder die ?iewe Reformation D. Pfefßngers / des Meis- 
nischen Thumbherrn. Durch Matth. PI. Illyr. 

Gedrukt zu Magdeburg bey Christian Rödinger. M.D.L. 

13. Recusationschrifft der Christlichen Augspurgischen Con- 
fessions verivandten Stende j wider das vermeint / von 
Bapst Paulo dem dritten / weiland zu Trient indicirt vnd 
angefangen Concilium / . . . . Mit einer Vorrede Matth. 
Fla. Illyr. vnd Nicolai Galli. 

Zu Nürnberg im 1546. Jar zuuorn ausgangen / vnd 
itzt wider nachgedruckt / durch Michael Lotther / zu 
Magdeburg. 1551. 

14. Erklerug der schendlichen Sünde derjenigen / die dwch 
das Concilium / Interim vn Adiaphora / von Christo zum 
Antichrist fallen / . . . Durch Matth. Fla. Illyr. 

Auf dem Titelblatt derber Holzschnitt. O.J.u.Dr. 

15. Ein grausam, Meerwunder j den Bapst bedeutende / zu 
Rom gefunden / vnd zu Wittemberg . . . gedruckt. 
Mit einer Vorrede Matthiae Flacü Illyrici. 

Auf dem Titelblatt ein satirischer Holzschnitt. 
Gedr. zu Magdeburg, Rödinger. 

16. Von Ankunfft vnd herkommen der Römischen Bischöff / 
von Petro biß auff Julium den Dritten / . . . Durch den 



63 

wolgelerten F. Johannem Fabli von Haylbrun / Thum- 
prediger zu Augspurg. 1550. 

Augustae Rhetioae Philippus Vlhardus in vioo kyriaco 
D. Vdalrici excudebat. 

17. Ordnung / Statuten vnd Edict / Keiser Carols des fünfften / 
publicirt in der narnhafften Stat Brüssel . . . den 4. Oc- 
tobris 1540. 

Auf dem Titelblatt der kaiserliche Adler. O. Dr. 

18. Ordenung vnd Mandat Keiser Caroli V. vernewert im 
April 1550. Zu aussrotten vnd zu vertilgen / die Seelen 
vnd Spaltung / . . . Auf Bogen E und F das ^> Register 
von den bösen verhottenen Büchern«. 

19. Römischer Keiserlicher Maiestat . . . ernstUchs Mandat / 
zu erhaltung der alten wharen Christlichen wolhergebrachten 
Religion vnd glauben etc. wider die vnruhige Burgermeister 
vnd Rhat der Stadt Hildeßheim / zu Wormbs itzo jüngst 
ausgangen. Anno 1543. O. Dr. 

NB. Auf dem Yorderdeckel des Sammelbandes die 
Inschrift: „15. A. 50. Soll vn schickh Dich. Georg 
Schachner zu Valckhenberg." 

80. Sammelband. Holzband in Quart mit Lederpressung und 
Schließen. Inhalt desselben: 

1. Ain schöne Epistel Oecolampadii an Caspar Hedion / das 
es zymlieh / nutz vn gut sey / das die Epistel vn das 
Euangelium in dem ampt der Meß / ^V^ teutscher sprach / 
dem volok vorgelesen vnd verkündet werd durch Johanem 
Diepolt zu Vlm verteutscht. 1522. O. Dr. 

Titelbl. in Holzschnittrahmen. 

2. Vrsach j warumb Erasmtts van Roterodam / in einer 
schrifft an den Bepstlichen Legaten vnd Cardinal Com- 
pejum / bedenckt / Das es nich gut sein sol das Rom. 
Key. Maiestat / die Lutherische / vnd andere lere mit dem 
schwerdt dempffe. In Sibenzehen Artickel gestellet. 

4 Bl. o. J. u. Dr. 

3. Christenliche vermanung vnd vnderricht j ivie zu disen 
geferliche zeitten die Christgleubige Mensche xu Christen- 
licher Piieß / vnd andechtigem gebett / zu vnderweisen / 



64 



vnnd zuuermanen seien. Durch M. Hainrichen Muelich / 
. . . Hofpredicanten. 

Gedruckht in der Kuniglicher Klainern Stat Prag / 
durch Bartholomeum Netholitzer / Burger daselbs. 1546. 

4. Ain gut vnderricht vnd getrewer Ratschkig / . . . tveß man 
sich in disen xiviirachten j vnnser?i hailigen glauben vnnd 
Christliche leer betreffend / halten soll .... Geschriben 
an ain Erbern / Weysen Rhat der löblichen Stat Nürnberg 
durch jre prediger. MD. XXV. 

Titelblatt in Holzschnittrahmen. O. Dr. 

5. Von der Hoffnung aines Christlichen gemüts. Durch . . . 
Bernhardino Ochino / kurtz verschiner zeit in Italianischer 
sprach / jm selbs / vnd andern guthertzigen zu trost gestellt. 

8 Bl. 1547. 

Getruckt zu Augspurg / durch Philipp Vlhart. 

6. Oration an alle Stende des Reichs / Vom Römischen Neben- 
hauj)t I im Keyserthumb erwachsen. Durch Baptistam 
Lasdenum. 1542. 41 Bl. o. Dr. 

7. Ein vberauß feine schöne vermanmig zur büß vnnd 
besserung j vnser sü?idilichen lebens / . . . Durch Jo- 
hannem Klopffer, Pfarrer zu Bolhaim / . . . geprediget / 
zur zeit der Kriegsrüstunge / 1546. 

Gedruckt zu Augspurg bey Heynrich Steyner. 

8. Zwo Schöne vnd Tröstliche predigt D. Martini Lutheri / 
Die erste / Von der Tauffe Christi / . . . Die andere / 
Von der Bekerung S. Pauli / wider die Mönchen. Gethan 
zu Hall in Sachssen / den 6. vnd 26. Januarii / im 1546, 
hart vor seinem seligen Abschied / von diesem Jamertal. 

Gedruckt zu Wittemberg / durch Georgen Rhaw. 1546. 
Auf der Rückseite des Titelbl. : Luthers Bild 
in Holzschnitt. 

9. Ain Klagred / vnd hertxliche bitt zu Qott / . . . über 
den 79. Psalmen. Durch Nicodemum Noricum. O. J. u.Dr. 

10. An die Christliche Kirche xu Regenspurg / von rechtem 
brauch des Nachtmals Christi. Wider D. Pauls Hirß- 
becken lesterliches lügenbuch warhaffter bericht / Durch 
Vitum Dietrich zu Nürnberg Prediger. 1545. 



65 

11. Von den losen Füchsen dieser ivelt I . . . Darinnen alle 
sündtliche lasier der ietxschivebender bösen Welt erkennet 
werden / alle stende der tnenscfien helangent / Durch 
seltxame Figuren / imd gesichte I . . . für 31. jarea auff 
niderlendische sprach beschrieben vnnd gedruckt. Jetzt 
aber in gute teutsohe Sprach tranßferiert. 

Gedruckt zu Franckfort bey Herman Gylfferioh. 1546. 

Auf dem Titel Holzschnitt: zwei Füchse, mit 

roter Farbe bemalt. 10 Holzschnitte im Text. 

12. Predigten vber die Epistel Pauli zu den Galatern j von 
Bernhardino Ochino von Senis / zu Augspurg öffentlich 
in Welsch gepredigt vnd verteutscht. 

Gedruckt zu Augspurg durch Valentin Othmar. 1546. 
Titel in Holzschnittrahmen. 

13. Vieler schönen Sprüche aus Göttlicher Schrifft auslegung / 
daraus Lere vnd Trost zu nemen / Welche der Ehrwirdige 
Herr Doctor Martinus Luther seliger / vielen in jre 
Biblien geschrieben. 1547. 

Gedruckt zu Wittenberg / durch Hans Lufft. 

81. Sammelband. Holzband in Quart mit Lederpressung und 
Schließen. Inhalt desselben: 

1. Auslegung vber den XIX. Psalm Dauids. Das allein die 
Heilige Schrifft der gewisse Grundt sey vnsers Christlichen 
Glaubens. Durch D. Tilemannum Heßhusium. 

Gedruckt zu Jena / durch Güntherum Hüttich. 1571. 

2. Acht Predigten. Vom Erkentnis Gottes. Durch D. Tile- 
mannum Heshusium. 

Gedruckt zu Jhena / durch Christian Rödinger. 1570. 

3. Vier Predigten. Vom Heiligen Nachtmahl Jhesu Christi. 
Durch D. Tilemanum Heshusium. 

Gedruckt zu Jhena / durch Ernst von Gera. 1573. 

4. Kurtxer j einfeltiger vnd ivarhafftiger Bericht Des Streits j 
vber dem heiligen Abendtmal / vnnd der Person Christi / 
zwischen den reinen Kirchen / vnd den Sacramentirern. 
Durch die Würtembergischen Theologen. 

Getruckt zu Tübingen / 1575. Druckerzeichen. 
87 sign. Seiten. 

5 



66 

5. Abfertigung der antwort Heinrich Bullingers j vnd der 
Zitrycher Predicanten / zvider die Rettung deß Testaments 
D. Joannis Brentii außgangen. Durch Jacobum Andree / 
Probst zu Tübingen. 

Getruckt zu Tübingen / durch Georgium Gruppen- 
bach. 1575. 26 signierte Seiten. 

6. Warnung vor dem Zwinglischen I?Tthu?nb / . . . . 
Lucas Oslander D. 

Zu Tübingen / bey Georgen Gruppenbach. 1575. 
139 sign. Seiten. 

7. Epistola ad Illgricum verteutscht. Ein Sendhrieff D. Jacobi 
Andree / an M. Matth. Flaccium Illyricum. Von der 
Erbsünde. 

Getruckt zu Tübingen / durch Georg Gruppenbach. 

1574. 22 Bl. 

8. Christliche Eritmerunge / von der Bekentnus der Theologen in 
Meissen j vom Äbendmal. Durch D. Johannem Wigandum. 

Gedruckt zu Königssperg in Preussen / bey Johan 
Daubmans Erben. 1575. 

9. Bericht von derErbsünde Durch Jacobum Andree / 

D. Probst zu Tübingen. 

Getruckt zu Tübingen / durch Georg Gruppenbach. 

1575. 112 S. 

10. Schmalcaldische Artickel j So da betten sollen auffs Con- 
cilium zu Mantua / . . . von vnsers Theils wegen vber- 
antvvortet werden . . . Geschrieben durch D. Martin Luth. 
vnd von vielen Gelarten auff den Tag zu Schmalcalden 
vnterschrieben / vnd erstlich im Druck ausgangen / Anno 1537. 
Gedruckt zu Wittenberg / durch Giemen Sohleich 
vnd Antouium Schöne. 1575. 

82. Der herrliche Prophet Esaias / in diesen schweren vnd kümmer- 
lichen Zeiten / zur lehre / zum trost / vnd zum gewissen 
vnd waren vnterricht in den geferlichen Spaltungen / so 
in die Kirchen von alten vnd newen Rottengeistern ein- 
' gefnret werden. Durch Nicolaum Selneccenun. 1569. 
Gedruckt zu Leipzig / durch Jacobum Berwaldt. 
Holzband in 4® mit schöner Lederpressung und 
Schließen. 



67 

83. Das ander Buch Mosi j Exodus j genant / vormals durch 

H. Johansen Brentzen in lateinischer sprach außgelegt / 
iet^und vertewtsch durch Sebastian Ooccium. 

Getruckt zu Hagenaw. 1540, bei Valentin Kobian. 

435 sign. Blätter. Titel in schönem Holzschnittrahmen. 

Holzband in Quart mit Lederpressung und Schließen. 

84. Sammelband. Holzband in Quart mit. Lederpressung und 

Schließen. Inhalt: 

1. A7idreae Fricii Modrevii libi'i tres (de Peccato originis, 
de libero hominis arbitrio et de prouidentia et praedesti- 
natione Dei aeterna). Ejusdem, De Mediatore, libri III. 
Anno M.D.LXn. 152 sign. Seiten. O. Dr. 

2. And. Fricii Modreuij Secretarij Regii, de Mediatore libri 
tres. 1562. 84 S. o. Dr. 

3. Disputatio de originali peccato et libero arbitrio, inter 
Mathiam Flacium Illyricum et Victorinum Strigelium 
publice Viniariae . . . Anno 1560 habita. 1562. 

395 sign. S. u. Index. O. Dr. 

4. Verae et sanae confessionis de praesentia corporis Christi 
in coena Dornini, pia defensio ad versus cauillos et calumnias, 

I. Johannis Caluini, 
n. Petri Boquini, 
JH. Theodori Bezae, 
IUI. Wilhelm! Cleinwitzii. 

Authore D. Tilemano Heshusio. 
Magdeburgae, ex officina typographica Wolffgangi 
Kirchener, 1562. 

85. Sammelband. Holzband in Quart mit Lederpressung, Schließen 

und Marginalien. Inhalt desselben: 

1. Welchs die Einig Recht / Kirche Christi sey .... Auß 
latin Phi. Me. verdeutschet durch Justum Jonam Doct. 

Gedruckt zu Regenspurg durch Hansen Khol. 1553. 

2. Das in der Schrifft ausdrücJdich verkündigt ist / Das die 
Römische Kirche vom Chi'istUcheti glauben abfallen / 
Christum vnd sein Wort verleugnen vnd vei'dammen soll. 
Niclas von AmsdorfF. 1555. 

Gedruckt zu Jhena durch Christian Rödinger. 

3. Eine Trostschrifft vnd Erinnerung von der waren vnd 
falschen Kirchen / . . . . Durch Doct. Georg Maior. 

Wittemberg. Gedruckt durch Hans Lufft. 1556. 

5* 



68 



4. Ein register der hundert beschwer fmgefi / damit Deudsch- 
land von dem, Bapst vnd den seinen jernerlich beschwert / 
vnd vberladen / ja gentzlich verterbt wird / aiiflPm Reichs- 
tage zu Nürnberg Anno 1523. von dem Reich dem Bapst 
vbersendet. Magdeburg bey Christian Rödinger. 

5. Artikel / so du hetten sollen aufs Concilium zu Mantua . . . 
vberantivortet werden. 1538. Vorrede D. Martini Lutheri. 

Ohne Druckort. 

6. Vrsache / Waru^nb die gemainde j vnd Kirchen Christi / 
vngegrünten CondUen nit sollen stadtgeben, sondern bey 
der Bibel / das ist / bey dem Rainen wort Gottes / fest- 
halten vnd bleyben / auß Latein Ph. Me. verdeutschet 
durch Justum Jonam Doct. 

Gedruckt zu Regenspurg durch Hannsen Khol. 1553. 

7. RecAisationschrifft der Christlichen Augspurgische?i Con- 
fessions verwandten Stende / loider das vermeint / von Bapst 
Paulo dem dritten / weiland %u Trieyit indicirt vnd an- 
gefangen Concilium / sampt einer gebürlichen Prouocation 
vnnd erbietimg / auff ein allgemein oder National / frey / 
Christlich vnnd vnparteisch Concilium inn Deutschen 
Landen. Mit einer Vorrede Math. Fla. Illyr. vnd Nicolai 
Galli. . . . nachgedruckt durch Michael Lotther zu 
Magdeburg. 1 55 1 . 

8. Was von dem ietzt ausgeschriebenen Tridentinischeyi Con- 
cilio zu halten sey j Drey gesprech. 1552. O. Dr. 

9. Artikel der Euangelischen Lere / so da hetten sollen auffs 
Concilium vberantwort werden I . . . 

. . . aus Fürstlichem befehl zu Weymar / durch die 
Hoffprediger daselbst in Druck geben. 1553. 

Gedruckt zu Magdeburgk / bey Michael Lotther. 

10. Ein newer Antichristischer radtschlag oder bedencken / des 
Saltzburgischeti Bischoffs vnd anderer Verfolger Christi / 
wie sie die Warheit des heiligen Euangelii auszurotten 
gedencken. Mit einer Vorrede M. Flacii Illyrici. 

Gedruckt zu Magdeburg bey Michael Lotther. 1554. 

11. Auff die Vermanung Julii des Bepstlichen Bischoffs j 
darin er die Euangelischen vermanet / das sie sich wider 
zur Bepstischen Synagoga bekeren wollen. Antwort 
M. Flacii Illyrici. 

Gedruckt zu Jhena / durch Christian Rödinger. 1554. 



69 

12. Ware Abconterfeytung vnd vergleichung des Bapstumhs / 
Mit andern grossesten Ketxereie7i. Ohne Jahr und Druckort. 

13. Provocation oder erbieten der Adiaphorischen sacken halben / 
auff erkentnis vnd vrteil der Kirchen. Durch Mat. Fla. 
Uli. vnd Nie. Gallum. 1553. 

Gedruckt zu Magdeburg bey Michael Lotther. 

14. Vnterschi'eibung des Herrn Niclas Amsdorffs der Sechsischen 
Idrchen Censurn vnd meinung / wider Doctor Georg 
Maiors Antichristische lere von guten wercken als zur 
Seligkeit nötig. 1553. 

Gedruckt zu Magdeburg / bey Christian Rödinger. 

15. Das die Euangelischen Prediger gute wercke nicht ver- 
bieten noch verwerten / wie sich Herr Boneuentur / 
Thomasprediger zu Dantzk in seinen predigten zum offtermal 
hören lesst / ein kurtzer bericht durch Joannem Serrarium. 
Mit einer Vorrede Matth. Flac. Uli. 

Gedruckt zu Magdeburgk / durch Michael Lotther. 

16. Apologia Matihie Flacii Illyrici vnd Nicolai Oalli. Das 
die Adiaphoristen / vnd nit sie / trennung in vnsern 
Kirchen der Augspurgischen Confession / vnd vneinigkeit 
angericht 

Gedruckt zu Regenspurg durch Hansen Khol. O. J. 

17. Auff die newe subtile verfelschung des EuangeUi Christi / 
in Doctor Maiors Comment / vber seine Antichristische 
Proposition / damit er leret / Das / vnnd wie gute werck / 
zur Seligkeit nötig sein sollen. Erklerung vnd antwort 
Nicolai Galli. Ohne Jahr und Druckort. 

Auf dem Titelblatte unten die Inschrift: „An 
Herrn Georgen von Perkhaim zu württing, Rosegg vnd 
Weidenholz." 

18. Das Doctor Porner vnd Doctor Maior mit iren Adiupho?'isten 

ergernis vnnd xurtrenmitig angericht Niclas 

von AmsdorflF Exul. 1551. Ohne Druckort. 

19. Auff des Herrn D. Maiors veranttvortung vnd Declaration 
der Leipt'ugischen Proposition / wie gute werck zur Selig- 
keit nötig sind / . . . . Antwort Nicolai Galli. Basel, 
1552. O. Dr. 

20. Wider den Euangeliste?i des heiligen Chorrocks / D. Geitz 
Maior. Matth. Fla. Uly. Basel, 1552. Ohne Drucker. 



70 



21. Ein kurtxer vnterricht auf D. Georgen Maiors Antwort / 
das er nit vnsckuldig sey / wie er sich tragioe rhümet. 
Niclas von Amssdorff Exul. Basel, 1552. Ohne Drucker. 

22. Bedencken / das diese Proposition oder Lere / nicht tiütz / 
not I noch war sey j vnnd one ergernis in der Kirchen 
nicht möge geleret werden. Das gute werck zur Seligkeit 

nötig sind Gestellet durch die Prediger zu Mans- 

felt / Vnnd vnterschrieben von andern Predigern derselben 
Herrschaflft. 

Gedruckt zu Magdeburgk durch Michel Lotther. 1553. 

23. Der Prediger in der herrschafft Mansfelt antwort auff 
Stephani Ägricole Pfarhers zu Helbra aussgegangene 
Schlussreden vnd schmeschrifften / die newen lere in vnsern 
Kirchen / Das gute iverck xur Seligkeit nötig sein / belangende. 

Gedruckt zu Magdeburgk bey Michael Lotther. 1553. 

24. Verlegung der Apologiä Sydonii / damit er seinen Catechis- 
mum verteidinget. Matth. Flacius Illyricus. 1553. O. Dr. 

25. Vo?i der H. Schrifft vnd jrer würckung / wider Caspar 
Schwenckfeld j Durch Matthiam Flacium lUyricum. 

1554. Ohne Druckort. 

26. Verlegung der kurtxen antwort des Schwenckfeldts / durch 
Matthiam Flacium Illyricum. 1554. 

Gedruckt zu Magdeburgk durch Michael Lotther. 

27. Vom fürnemlichen stücke / pmict / oder artickel der 
Schwenckfeldischen schwermerey. Durch M. Flacium Uly. 

Ohne Jahr und Druckort. 

28. Ein Sendtbrieff des . . . Fürsten Johann Albrechten von 
Mechelburg an Illyricum geschriben / von der Osiandrische?i 
Ketxerey / wie die ist durch sondere Gottes gnade in 
Preussen gestillet worden. 1556. 

Gedruckt zuNürenberg durch Georg Merckel / wonhafft 
auff dem Newen baw bey den Kalckhütten. Druckerzeichen. 

29. Etwas neus. Ein sehr andechttige Predig / welche der heylig 
Weyhbischoff xu Bamberg in eygner person bey S. Martin . . . 

gethan hat am Palmen Sontag 1555 Auch darbey 

des H. Mans vberauß wunderbarlicher Treume zwene / 
auß welchen man künstlich Kochen vtid Lachen lernen 
mag. . . . Ohne Druckort. 

Auf dem Titelblatt die Inschrift: „An Herrn Georgen 
von Perckhaimb." 



71 

30. Ein nützliches gesprech eines Christlichen Fürsten mit 
seynen Reten / Predigern / vnd einem Barfusser Mönich / 
Von vrsach des gegenwertigen vngluclis in Teutschen landen / 
auch wie man demselben begegnen möcht. Gestellet durch 
M. Hyeronimum Rauscher. F. G. Hoffprediger zu Amberg. 
Gedruckt durch Christian Rödinger. Ohne Jahr. 

86. Sammelband. Holzband in Quart mit Lederpressung und 
Schließe. Inhalt desselben: 

1. Der gantx Prophet Esaias. Außgelegt durch Vitum 
Dietrich. 1548. 

Gedruckt zu Nürnberg / durch Johan vom Berg / 
vnd Virich Newber. 

Holzschnitt auf dem Titelblatt: Himmelfahrt Christi. 

2. Von der Beicht oh die der Bapst macht habe tzu gepietenn, 
Doctor Martinus Luther. Wittenberg. O. J. u. Dr. 

3. Das Sprichwort / Man muß entwer ein konig oder aber 
ein narr gehorn werden / Mit seiner außlegung / von Herrn 
Erasmo Roterodamo beschriben . . . 

Titel in Holzschnittrahmen. 1521. Druckerzeichen? 

Gedruckt in der Kayserlichen Statt Augspurg / 

Durch Sigismunden Grynä Doctor / vnd Marxen Wirsung. 

4. Herr Erasmus von Roterdam verteutschte außlegung 
über disen spruch Christi vnsers Herrn / . . . von den 
Phariseyeren Von heyltumb etc. 

Titelblatt m schönem Holzschnittrahmen mit der 
Jahrzahl 1519 und gezeichnet H.W. 2 Bl. Text ohne Drucker. 

5. Erasmi Roterodami Paraclesis Teütscht wie ein teuberlich 
vnaussprechlich schätz vnd klainet sey das Ewangelium 
vnd haylig wort gottes. Auf dem Titelblatt in Holzschnitt: 
Christuskopf, auf dem Mantel die Umschrift: MRJNVDW. 
13 Bl. Text ohne Jahr und Drucker. 

6. Hern Erasmus vö Roterdam verteutschte außlegung / 
über das götlich vnd Tröstlich wort vtisers lieben Herren 
vnd Säligkmachers Christi. Nement auff euch mein joch 
vnd lernent von mir. 1521. Ohne Druckort. 

7. Euchiridion oder handtbüchlin eins tvarefi Chfistenlichen 
vn strytbarlichen lebens / in Latyn anfencklich beschriben 
durch Doctor Erasmum vö Roterdam / dannethin durch 
Johannem Adelphum Doctor vnd stattartzt zu Schaff 



72 

husenn vormals / vn demnach durch Leone Jud Pfar- 
herren zu Eynsidlen abermals / getzlich de latin nach ver- 
tütscht. Zu Basel im jar 1521. Titel in sehr schönem 
figurenreiohen Holzschnittrahmen. CI signierte Blätter 
mit dem Kopftitel „T)er Christenlich Ritter". 

87. Sammelband. Holzband mit Lederpressung in Quart. Lihalt 
desselben : 

1. Die Vnuerfelschete Augspurgische Confessio vnd Schmal- 
caldische Artickel / Sampt einer Vermanung Joachimi 
Magdeburgii / an eine Ersame Landschafft Oesterreich. 
Gedruckt im Jar 1566. Nach der Vorrede des „ Joachimus 
Magdeburgius / die zeit Prediger der Deutschen Reuter 
zu Raab" die halbe Seite mit handschriftlichen Bemerkungen. 

Am Schluß Druokerzeichen, darunter: Zu Regens- 
purg / druckts Heinrich Geißler 1566. 

2. GaisÜiche Kriegsrüstang / Das ist / Christliche Büß vnnd 
Trostpredigen .... wider den grausamen Tyra7inen vnd 
Ertzfeind . . . de7i Türeken Durch Vrban Bischouen 
ZU Gurgk. 

Gedruckt zu Wienn durch Caspar Stainhofer. 1567. 
CVin signierte Blätter. 23 Predigten. 

3. Widerlegung / Des Orewlichen vnd Gottslesterlichen 
Papistischen Irthumbs / vom Merito Congrui / oder Freyen 
tvillen .... Joachimus Magdeburgius. 

Gedruckt zu Regenspurg / durch Heinrichen Geißler. 

4. De Sectis, dissensiotiibus, contradictionibus et confusionibus 
doctrinae reUgionis, scriptorum et doctorum Pontificiorum 
liber. Authore Matthia Flacio Illyrico. 

Basileae, per Paulum Queckum. 1 565. 344 sign. Seiten. 

88. Beschaydne v?id diser xeyt / sehr 7iothwendige erklärung dreyer 

Hauptarticul Christlicher lehr Durch Martinum 

Eisengrein / Der H. schrifft Lioentiatum, vnd Propst 
zu Altenötinff. 

Gedruckt zu Ingolstatt / durch Alexander Weissen- 
horu, 1568. 307 signierte Seiten. Holzband in 4^ mit 
Lederpressung und Schließen. 

89. Sammelband. Holzband in Quart mit Lederpressung, Margi- 

nalien und Schließen. Inhalt desselben: 
1. Apologia M. Fl. Illyriei / auf zwo vnchristliche Schrifften 
Jmti Menü j Darinnen von den grewlichen Verfelschungen 



73 

der Adiaphoristerey viid Maioristerey allerley nützliohs ange- 
zeigt wird. Gebessert. D. Mart. Luther vber Genesin. 
1558. Ohne Druckort. 

2. Warhafftige xeitung vom auffgang des Euangelii / vnd 
straffen der abgejagten desselben Feinden der Papistischen 
Pfaffen in Schottland / aus einem Latinischen Sendebrieff 
Guilielmi Coli / an den Achtbarn vnd hoohgelarten Herrn 
Johaunem Baleum / weiland Bischoffen in Engeland / 
itziger zeit aber Exulem zu Basel / verdeudscht. 

Genefe, 1559. 3 Bl. ohne Drucker. 

3. Warhafftiger Bericht / von dem Christlichen vnd Säligen 
abschied / des . . . Fürsten Christian zu Dennemarcken / etc. 
Seliger gedechtnus / auffs kurtzest verfasset. 1559. 6B1. o.Dr. 

4. Erklerimg vnd Consens vieler Christlicher Kirche?i / der 
Äugspurgischen Confession / auff die newe verfelschung der 
Lehre vom Freyen tvillen / • . . 1559. 

Gedruckt zu Regenspurg / durch Heinrichen Geißler. 

5. 8enndschriffte7i der Kün. May. xu Franckreich etc. an die 
Chiir vnd Fürsten / Stennd vnnd Stette des Heyligen 
Römische Reichs Teütscher Nation daruon sy sich jrer 
yet'xigen Kriegs Rüstufig halbenn / auff das kurtzest erklert. 
1552. Ohne Druckort. 

6. Ausschreiben etlicher Churfürsten / Fürsten vnnd Stende / 
des heyligen Römischen Reichs / Darinn angezeigt sein / 
die vrsachen / derwegensie j vnnd andere Christliche Könige / 
Potentaten ( . . . xu gegenwertigem Veldxug vnnd Kriegs- 
rüstung gedrungen worden. 1552. Ohne Druckort. 

7. Des . . . Fürsten vnnd Herrn Albrechten j Marggraffen xu 
B7'a7idenburg des / jüngerri / zu Stetin / Pommern / . . . 
gemein Ausschreiben vnd vrsachen dieser fürgenmnmen 
Expedition. 1552. Ohne Druckort. 

8. Copey ivie Landgraff Wilhelm xu Hessen / sich gegen der 
Keyserlichen Mayestat verivaret. 1552. Ohne Druokort. 

9. Abdruckh der Römischeii . . May. vnnd Herrn Moritxen 
Hertxogen xu Sachssen . . . ver'warnungschrifft j gegen Marg- 
graf Albrechten xu Brandenburg. 1553. 

Gedruckt zu Wien in Osterreych / durch Michel 
Zimmermann. 



74 



10. Copei I Eines Vertrags / so die Römische Kayserliche 
Maiestat vnd Marcky7nff Albrecht zu Brandenburg im 
52. jar des monats Nouembris haben auffgericht. 

Anno 1553. 2 Blatt ohne Druckort. 

11. Die Geschichten vnnd Ritterlichen Thaten I sampt den 
Dreitzehen Heerzügen / Vnd Begrebnus / Des . . . Fürsten 

vnd Herrn Moritzen / Hertzogen zu Sachssen Inn 

Sprüche verfast / Gantz kurtzweylig vnd lustig zulesen / 
Durch Leonhart Reutter. Auf dem Titel das Herzogs- 
wappen. 1553. 7 Bl. in Versen. 

12. Des . . . Fürsten vnd Herrn Albrechts des Jüngern / 
Marggrauen^ zu Brandenburg etc. Öffentliche warhaffte 
vnd gegründte bericht / Welcher gestalt / die beide Bischoff 
Bamberg vnd ]Vürtzburg / sampt jren Thumbcapiteln / 
wider jre Brieff vnd Sigel / . . . . irewloß / vnd Sigel- 
brüchig worden . . . 1553. Ohne Druckort. 

13. Beschreibüg der gantxen kriegshandlung / . . . . von anfang 
des Schmalkhaldischen bundts her j biß auff diß gegen- 
tmrtig 53. jar . . . / auch von der Statt Metz v?ind von 
jr belegerüg ordenlich beschriben. Am Schluß: Jacobus 
Weiber von Weinbach. 

14. Abdruck des Passawischen Vortrags / so den andern Monats- 
tag Augusti / Anno LH. auffgericht worden. 21 Bl. o. Dr. 

15. Ains Erbarn Raths der Stat Nürmberg / Bestendiger war- 
hafter Bericht / der la^idfridbrüchigen Empörung / vheind- 
licher thaten vnd handlungen / so Marggraf Albrecht zu 
Brandenburg etc. der Jünger / ivider ainen Rhat vnd 
gemelte Stat Nürmberg / . . . . 1552 vnd 1553 geübt hat. 

Auf dem Titel das Stadtwappen. Ohne Drucker. 

16. Andere ains Ei'barn Raths der Stadt Nürmberg warhaffte 
Verantwortung / gegenbericht vnd ablaimmg j vff des 
erclerten vnd verrufiften Echters vnd Landfridprechers 
Marggraf Albrechts des jungem von Brandenburg / V7ieer- 
liche I leichtuertige vnd erdichte lasterschriften / . . . 
M.D.Lini. Ohne Drucker. 

17. Der Hochwirdigen Fürsten vnd Herren Weiganden Bischouen 
zu Bamberg Vnd Melchiorn Bischouen zu Würtzburg vnd 
Hertzogen zu Francken Auch Ains Erbarn Raths zu 
Nürmberg Hochuerursachte Verantwortung / . . . auf des 



75 

erclerten Echters / Marggraf Albrechten des Jüngern von 

Brandenburg / erdiciite Verunglimpfung / . . . MDLV. 

3 Wappen auf dem Titelblatt. Ohne Drucker. 

18. ChnsÜiche erkentnus vnd hekentnus Marggraff Albrechts 
der begangner Verfolgung / jm zu Ehren / vnnd andern 
armen Sündern zur Warnung / . . . . 1557. 4 Bl. o. Dr. 

19. Abschied / Der gesandten Augspurgischer Confession / zum 
Colloquio inn Wormbs / . . . 4 Bl. 1557. Ohne Druckort. 

20. Vom Abscheid des Colöquii oder Gesprechs zu Wormbs / 
Bericht der Theologen vnd Gelerten der Augspurgischen 
Confession zugethan. 1557. 4 Bl. ohne Druckort. 

21. Votn Abschiedt des Colloquii xu Wo7'mbs 1557. Warhafftiger 
gegenbericht auff das Büchlin zu Franckfurt am Mein 
den VI. Decembris ausgapgen. 6 Bl. ohne Druckort. 

22. Proposition der Rom. Kön. Mai. den Churfürsten des 
Reichs / auff dem nechstgehaltenen tage xu Franckfurt 
beschehen / sampt der Instruction des Printzen von 
Vranien / . • • 1558. 8 ßl. ohne Druckort. 

23. Wie I vnd in welcher gestalt / der Komischen Kayserlichen 
Mayestat f Landtgraff Philips von Hessen / auff den 19. tag 
Junii / xu Hall in Sachsen den füßfall gethon. 1547. 4 Bl. 

Am Schluß: „Hans Bawman Buchtrucker gesell / 
yetzo deß Duco de Alba trabant." 

24. Newe Zeyitung. So sich xwischen der K. Mayestat vnd dem 
Babst I vor dem Schloß Belliano / inn Italien zugetragen. 
Von Eroberung / Der Stadt S. Quintin / . . . 1557. 4 Bl. o. Dr. 

25. Grundtlicher vnd warhaffter Bericht / von eroberung der 
statt S. Quintin / Durch ein namhafften auß dem Leger 
geschriben. 1557. 8 Bl. ohne Drucker. 

26. Newe xeytu?igen von der Schlacht so zwischen Küniglicher 
Wierde zu Engelland / vnnd dem Khünig auß Franck- 
reich / bey der vesten Oräflingen beschehe / . • • 1558. 

Getruckt zu Wienn in Osterreich durch Michaeln 
Zimmermann in S. Annenhof. 4 Bl. 

27. Warhafftige vnd grüntliche xeytungen / auß der Königk- 
lichen Mayestatt zu Hyspanien vnd Engellatidt Veldt- 
leger / . . . . was sich in demselben / von dem 14. tag Julii 
an biß auff den ersten tag Octobris 1557 zugetragen . . . 



76 



Gedruckt in der Keyserlich en Reichstatt Nürmberg / 
durch Johan Weygel / Burger / Formschneyder vnnd 
Brieifmahler daselbst / 1557. 
28. Der Römischen zu Vngern vnnd Behaim / Kön. May. 
Fünff Niderösterreichischen Ei-blandt zu diesem alhie in 
Regenspurg haUunde7i Reichstag verordetite Gesandten / 
an die Stendt / Des Römischen Reichs / angebrachte 
Werbung vnnd vbergebne Instruction. 1556. 

Gedruckt zu Regenspurg / durch Hansen Khol. 

90. Sammelband. Holzband in Quart mit Lederpressung, Margi- 
nalien und Schließen. Inhalt desselben: 

1. Von J herlicher Visitation / vnd was hiedurch für menget / 
vnd gebrechen / fast an allen orten mögen befunderi 
werden / . . . . Geschrieben zur beförderung einer Dis- 
ciplin / durch Erasmum Sarcerium / Superintendenten 
der alten vnd löblichen Graffschafift Mansfelt. 

Auf dem Titelblatt die Inschrift quer: „Ex B ^ 
D.D. Statuum Aust£^ Sup. 115." Nach der Vorrede das 
Porträt des Autors in Holzschnitt. Gezeichnet: IVB. 

Gedruckt zu Eisleben / durch Vrbanum Kaubisch / 
In der löblichen vnd alten GraffschaiFt Mansfelt. 1555. 

2. Ein Büchlein / von dem Banne / tmd andern Kirchen- 
straff eyi / . . . . Durch Erasmum Sarcerium Superinten- 
denten zu Eisleben / gestellet. 

Gedruckt zu Eisleben / durch Vrbanum Kaubisch. 1 555. 

3. Etliche Artickel zu Notwendiger Kirchenordnung gehörig / 
welcher sich die Pfarherr vnd Diener der Kirchen zu 
Magdeburg / . . . . einmütiglich vereiniget / vnd ent- 
schlossen haben / darüber mit Gottes hülff hinförder auch 
fleissiglich zu halten. 6 Bl. o. J. u. Dr. 

4. Der Prophet Micha / Durch den Ehrwirdigen Herren 
Doctor Martin Luther zu Wittemberg in Lateinischer 
sprach gelesen / vnd letzt erstlich . . . verdeutscht . . . 
Durch Magister Stephan Reich Predicanten zu Kala. 1542. 

Gedruckt zu Nürmberg / bey M. Joachim Heller / 
im 1555. Jar. 

5. Klagrede D. Martini Lutheri vnd vrteil / von gegen- 
tvertigen etlichen hendeln vnd iamer dieser zeit. 

Gedruckt zu Regenspurg / durch Hansen Khol. O. J. 



77 

6. Ein gut newe Jar / den grossen Herrn in dieser Welt 
geschanckt. Durch Niclas von Amsdorfif. 

1554. Gedruckt zu Jhena / durch Christian Rödinger. 

7. Ein Gnadenreich vnd Gottseliges Neives Jahr j von 
dem Neugebo7'nen kindlein / imserni eynigen Miller imnd 
Heylandt Jhesu Christo / . . . . Durch M. Casparum 
Aquilam / Pfarherm zu Salfeldt. Auf dem Titelblatt 
ein kleiner Holzschnitt: Christi Geburt. 1556. 

Gedruckt zu Nürmberg / bey Magister Joachim Heller. 

8. Vnterricht vnd Vermanung auffs newe Jar / so ich vor 
zweien jaren den grossen Herrn dieser Welt geschanckt habe. 
Niclas von AmsdorfiF. 1555. 

Gedruckt zu Jhena / durch Christian Rödinger. 

9. Einer aus den hohen Artikeln des Allerheiligesten Bepst- 
lichen glaubens / genant / Donatio Constantini / Durch 
D. Marti. Luther Verdeutscht / jnn das auffgeschobene 
Concilium von Mantua. Wittemberg, 1537. 

Titel in Holzschnittrahmen. 

Gedruckt zu Witemberg durch Hans Lufft. Drucker-Z. 

10. Die rechte Merckxeichen dobey heyde der Christ / vnd 
Antichrist eigentlich zuerkennen. Petrus Arbiter. 1552. 

5 Bl. ohne Druckort. 

11. Die ziven vnd Sibentzig namen Christi. 

Holzschnitt auf dem Titelblatte. Hans Sachs. 
6 Bl. Reimgedicht. 

Gedruckt zu Nürnberg durch Friderich Gut- 
knecht. 1554. 

12. Vo7n Basilisketi zu Magdeburg. Item vom Hauen eyhe / 
daraus ein Basilisck wirt / mit seiner Bedeutung aus der 
heiligen Schriflft. An den standhafftigen Bekenner Christi 
M. Caspar Aquilae geschriebe / durch Erasmum Alberum. 

Auf dem Titelblatt derber Holzschnitt: Basilisk. 
Auf dessen Rückseite das Magdeburger Wappen. 
Gedruckt zu Hamburg durch Joachim Lewe. 

91. Sammelband. Holzband in Quart mit Lederpressung (1566) 
und Schließen. Inhalt desselben: 
1. Bericht von der ivaren gegenwertigkeit des leibs vnd Muts 
V7is€rs Herrn Jesu Christi in seinem H. Abendmal j 
gestellt durch M. Nicolaura Selnecker. 



78 



Gedruckt in der Churfürstlichen Statt Heidelberg / 
durch Johannem Maier / im jar 1565. 

2. Widerlegung / Eines Kleine?i Deutschen Caluinischen Ca- 
techismi / so in disem 1563. Jar / sampt etlichen andern 
Tractetlin ausgangen. M. Flacius lUyricus. 

Zu Eegensburg druckts Heinrich Geißler. 

3. De officio pii viri in hoc religionis dissidio. Das ist / 
Wie sich ein yeder Gottsfurchtiger / vnd des gemeinen 
Friedes Liebhaber / in ietzigem werentem zweispalt der 
Religion halten soll. 1562, ohne Druckort. 

4. Verzeichnuß / Der beschiverlichen Puncten / in D. Georg 
Maiors Vorrede / Vber die newe Postill der Sontag 
Euangelien Durch Wolffgangum Waldnerum. 

1562. Ohne Druckort. 

5. Warhafftiger / vnd gründtlicher Bericht / von dem Ge- 
sprech xivischen deß Churfürsten Pfaltxgraffeji / vnd deß 
Hertxogen zu Wirtemherg Theologe / von deß Herrn Nacht- 
7nal zu Maulbronn gehalten. Gestellt durch die Wirtem- 
bergische Theologen. 1564. 

Getruckt zu Franckfurt am Main / bey Peter Brubach. 

92. Sammelband. Holzband in Quart mit Lederpressung, Mar- 
ginalien und Schließen. Inhalt: 

1. Viertxig kurtxe Predig / Vber den gantxen Catechismum. 
Für die Hausuätter / jr gesinde xu lehren. 

Gedruckt zu Nürnberg / durch Johan vom Berg / 
vnd Virich Newber. 1556. 5 Teile. Am Schluß ein Holz- 
schnitt mit dem Psalm: „Wol dem Volck das jauchtzen kan." 

2. Das achtxehend vnd neunxehend Capitel / vnd ein Stück 
aus dem zwentzigsten S. Johannis von dem Leiden / 
Sterben / vnd Äufferstehung vnsers Herrn Jhesu Christi. 
Gepredigt vnd ausgelegt durch Doct. Mart. Luth. 

Anno 1528 vnd 29. Vorhin nie im Druck aus- 
gangen vnd jetzt allererst zusamen bracht. 

Gedruckt zu Jhena durch Christian Rödingers 
Erben. 1557. 

3. Auß dem Newen vnd vorhin nochniegetruckten Epitome 
oder Summario / etlicher Altkirchischen / Wolgegrünten / 
vnd Sehrifftreichen Postillen: Nemlich auß den Predigt- 



79 

büchern der . . . Herren D. Johan Fabri, Eocii, vnd 
Herren D. Jodoci, Clichtovei Neoportuensis, seligen 

Durch M. Henrich Pflegern / der Keyserlichen 
San et Bartholomes Stifftkirchen zu Franckfurt am Meyn / 
dieser zeit Ordenlichen Predicanten vnd Canonicum. 

Meyntz. Druckts Franciscus Behem zum Maul- 
baum. 1557. 

4. Von Jherlicher Visitation / vnd was hiedurch für menget / 
vnd gebreciien / fast an allen orten mögen befunden 
werden / . . . . Geschrieben zu beforderung einer Dis- 
ciplin / durch Erasmum Sarcerium / Superintendenten 
der alten vnd löblichen Graffschafft Mansfelt. 

Gedruckt zu Eisleben / durch Vrbanum Kaubisch. O. J. 

5. Erasmi Sarcerii Büchlein / von der rechten vnd wai'eti 
Bekentnis der Warheit / Einer ansehelichen Person zu 
trost geschrieben. 

Gedruckt zu Eisleben / durch Vrbann Kaubisoh. 1557. 
Auf dem Titelblatt Porträt des Sarcerius in 
Holzschnitt. 

6. Beider Antichrist / des Constantiriopolitanischen / vnd 
Bosnischen / einstimmig vnd gleichförmig Leer / Glauben / 
vnd Beligion / Wieder Christum, den Son deß lebendigen 
Gottes. Durch D. Andream Musculum. 1557. 

Titelblatt-Holzschnitt: Türkische Soldatengreuel. 
Gedruckt zu Franckfurt an der Oder / durch Jo- 
hann Eichorn / Anno 1557. 

7. Gedencken vonn dem Kriege j der Anno / etc. sechs / 
siben / vnd viertzig im land xu Meisseri und Sachsen 
gefürt ist / wofür er zuhalten sey / gestalt. Durch Christian 
Aleman / mit einer kurtzen vorrede Christoff Cunrads. 

Gedruckt zu Basel, 1557. 

93. Sammelband. Holzband in Quart mit Lederpressung; auf beiden 
Buchdeckeln in Pressung das Porträt des Christoph 
Herzog zu Württemberg im 54. Lebensjahr, in 
schöner Ausführung. Inhalt: 

1. Protokoll des Gesprächs zwischen den Pfältxischen vnd 
Würtenbergischen Theologen / im Aprill des 1564. Jars 
XU Maulbrun gehalten. 

Getruckt zu Tübingen / 1565. 303 sign. Seiten. 



80 



2. Christliche vnd in Qoites Wort gegründte Erklärung / 
Der Würtenbergischen Theologen Bekanndtnuß / von der 
Maiestet des Menschen Christi / zu der Gerechtigkeit 
des Vatters / vnnd der warhaiftigen Gegenwert] gkeit seines 
Leibs vnd Bluts im heiligen Abendtmal. 

Tübingen, 1565. CCIII signierte Seiten. 
Gedruckt zu Tübingen / bey Virich Morharts Wittib. 

3. Leiste Antwort der Würtenbergischen Theologen / Wider die 
Haidelbergische Theologen / von der Maiestet des Menschen 
Christi zur Gerechten der allmächtigen Krafft Gottes / 

Getruckt zu Tübingen / 1566. 126 sign. Seiten. 

4. Bestendige widerholung vnd grundtliche erklärung der 
Kirchen vnd Schulen im Fürstenthumb Würtemberg Lehr 
vnd Bekanntus / Von der Person vnd beeden Naturen 
vnsers Herrns vnnd Heilands Christi / . . . . Gestelt von 
den Würtembergischen Theologen. 255 signierte Seiten. 

Getruckt zu Tüwingen / durch Georgen Gruppen- 
bach. 1572. 

5. Zwo Christliche Predigen / Von Oottseliger einigkeit der 
Kirchendiener: Von der Maiestet des Menschen Christi j 
xur Hechten der Krafft Gottes .... Gehalten zu Mem- 
mingen durch Jacobum Andree, D. Probst zu Tübingen 
vnd bey der Vniuersitet daselbsten Cantzler. 179 sign. S. 

Getruckt zu Tübingen /bey Georg Gruppenbach. 1573. 

6. Ein Christliche Predig / Von dem Eingesalzten H. Euan- 

gelischen Kirchendienst j Lehr vn Predigampt 

Gethon zu Geißlingen . . . 1572 durch Ludouicum Rabus. 
D. Der Kirchen zu Vlm Superintendenten. 

Getruckt zu Vlm / bey Joh. Anthonii Vlhart. 1573. 

94. Sammelband. Holzband in Quart mit Lederpressung, Mar- 
ginalien und Schließen. Inhalt: 

1. Eyn kurtxer außzug / auß dem Bebstlichen rechten der 
Beeret vnd Decretalen / In den artickeln / die vngeuerlich 
Gottes wort vn Euägelio gemeß sein / oder zum wenigsten 
nicht widerstreben. 1530. 

Titelblatt in Holzschnittrahmen. Ohne Druckort. 

2. Vnnderricht deren so in kranckheiten vnd tods nötten lige 
von dem hayligen Sacrament des leybs vnnd bluts Christi/. . . 
Johann. Pomer. Wittemberg. 1527. 

Titel in schönem Holzsohnittrahmen. Ohne Druckort. 



ofewberXocbatPbilpuRtion 

f. ^ tu* 2>» Wrt^ 




Jahreslericlit des Museum Francisco- Carolinum in Linz, 1903. 



81 

3. Ein predig Mart. Luthers / das man kinder xur Schulen 
hauen solle. M.D.XXX. 26 Bl. ohne Druckort. 

4. An den durchleuchtigen christlichen Fürsten vnd Herren / 
Oeörgen Marggraffen zu Brandenburg etc. das sich sein 
fürstlich gnad durch die raenig vn betroung der wider- 
christen / nit erschrecken noch helligen wolle lassen. 
Ermauung Martin Meglin Pfarrers zu Kitzing. 1529. 

Titel in Holzschnittrahmen. Jobst Gntknecht. (Drucker.) 

5. Der Hüdert vnnd Eylfft Psalm außgelegt durch Doct. Martin 
Luther zu Wittemberg. 1530. 

Titel in schönem Holzschnittrahmen. Ohne Druckort. 

6. Ob man für dem sterben fliehen muge. Mart. Luther. 
Wittemberg. 1527. Titel in schönem Holzschnittrahmen. 

Gedruckt zu Wittemberg durch Hans Lufft. 

7. Das der war leyb Christi vnd seyn heiliges blut j im 
Sacramet gegetiivertig sey / . . . . Jacobus Strauß. Zu 
Markgraff Baden. 1527. 

Titel in originellem Holzschnittrahmen. O. Dr. 

8. öetrewe ermanung / So etlich christlich personen / auff 
yetz gehalten Reychstag zu Speyer den Fürsten Teutschs 
Landts zugeschriben haben. 1526. 

Titel in Holzschnittrahmen. Ohne Druckort. 

9. Ein bruderlich ermanung zu den die sich nenen Ewan- 
gelisch / wie der Christenlich glauben sei?i an fang hab 
V071 dem haupt Christo / . . . Durch Johan Freyberger .... 
gepredigt am AufParttag 1523. 

Gedruckt zu Landßhut. 

10. Die Artickel vnd beiverung der selbigen / so die Prelaten / 
Ebt I Stifft vnd Clöster haben eyngelegt / in Lutherischen 
Sachen / am tag des gesprechs vor dem . . . Fürsten 
Casimir, Marggraffen etc. 1525. Ohne Druckort. 

11. Chronica von vil vnnd mancherlay historien vnd in vil 
landen vnd gegenden geschehen, von dem Jar nach Christi 
geburt biß auff das 1519 /.. . 

Titel in Holzschnittrahmen. Ohne Druckort. 30 Bl. 

12. Von der Widertauffe an zwen Pfarherrn / Eyn brieff. 
Marti. Luther. Wittenberg. 1528. 

Titel in Holzschnittrahmen. Ohne Druckort. 

6 



82 

13. Ein anzaigen auß lautrer gegründter geschrifft / des Oött- 
lichen / OaystUchen / vnyid Weltlichen gewalts / Auch der 

erwölung der Diener / oder Richter / in den selbigen 

90 signierte Blätter. 1527. Ohne Druckort. 

14/a. Histori oder das warha,ftig geschieht / des leydens vnd 
Sterbens Lienhart Keysers seligen I etwen Pfarrers zu 
Waytzenkirchen / von des heyligen Euangelii vnd 
Götlicher warheyt wegen zu Passaw verurteylt / vnd zu 
Scherding verbrandt / am Freytag nach Laurentii / im 
jar 1527. Item ein trostbrieff Doctor Martini Luthers / 
gemeltem Lienhardt Keyser seligen / in seynem gefenok- 
nuß zugeschickt. 6 Bl. ohne Druckort. 

14/b. warhaffte hystorien. Von dem friimen zeugen vn marterer 
Christi Johansen Heuglein von Lindaw / so vmb Christen- 
licher warheyt willen durch den bischoff von Costentz 
zu Merspurg / verprent ist worden / auff den zeheden 
tag May im 1527. Jar. 

Titelblatt in Holzschnittrahmen. Zum Schluß ein 
Reimspruch. 8 Bl. ohne Druckort. 

15. Trostunge an die Christen zu Halle vber Er Georgen yhres 
Predigers tod. Marti. Luther. Wittemberg. 1527. 

Titel in schönem Holzschnittrahmen. 

16. Absagbrief des Fürsten dyser weit etc. wider Martinum 
Lutther. 

Holzschnitt auf dem Titel: Ein Bote übergibt 
M. Luther einen Brief. 5 Seiten Text ohne Jahr. 

Am Schluß: Getruckt zu Saltzpurg / durch den 
geweichten Krumbschnabel bey der Roßschwemb. 

17. Radschlag vber den Lutherischen handel / Dem . . . Fürsten 
Ludwigen Pfaltxgrawen am Rheyn / Hertxogenjnn Beyern j 
. . . gemacht auff Speyerischen reychstage / durch seyner 
P. G. Landschreyber Guttenberger gemeynschaflft / 
Jacob Schorren. 1526. 

Titel in schönem Holzschniltrahmen. Ohne Druckort. 

D5. Drey vnd dreissig Predigten Von den fürnemsten Spaltungen 
in der Christlichen Religion / so sich zwischen den 
Bäpstischen / Lutherischen / Zwiuglischen / Schwenck- 
feldem vnd Widerteuffern halten. Geprediget zu Eßlingen / 



83 

durch Jacobum Andree / D. Probst zu Tübingen / vnd 
bey der Vniuersitet daselbsten Cantzlern. 

Gedruckt zu Tübingen. 1589. 5 Teile. 

Holzband in Lederpressung : Mariens Verkündigung. 4^. 

96. Sammelband. Holzband in Quart mit Lederpressung und 
Schließen. Inhalt: 

1. Notwendige Erinnerung Von der Teutschen Bibel- 
dolmetschung I sampt Widerlegung aller der Vrsachen j 
darumb die Bäpstischen den Layen die Bibel zulesen ver- 
bleiten. Durch Jacobum Andree / D. Probst zu Tübingen. 

Getruckt zu Tübingen / 1568. 98 sign. Seiten. 

2. Orundtliche Widerlegung der vermeindten Vrsachen / Darumb 
etilich von der Christlichen j vnd in Gottes Wort gegründter 
Augspurgischen Confession zum verdampten Bapstumb 
abgefallen. Gestelt durch Jacobum Andree / D. Probst 
zu Tübingen. 1568. 164 sign. Seiten. 

Getruckt zu Tübingen / bey Virich Morharts Wittib. 

3. ConfessionschHfft : Etlicher Pr'edicanten in den Herrschafften 

Graitx / Geraw / Schonburg / vnd anderer 

1567. O. Dr. 

4. Vom alten vnd newen Glauben. Ein Predig auff den 
ersten Sontag deß Aduents / . . . . Durch Jacob Heer- 
brand / der H. Schrifft Doctor vnd Professor der Hohen- 

• schul Tübingen / auch Prediger der Kirchen daselbst. 
Getruckt zu Tübingen. 1569. O. Dr. 

5. Gratulation / Das die Prediger vnd Lehrer im Hertxog- 
thumb Bayern Lutherisch tvorden. D. Jacob Andree. 

Getruckt zu Tübingen. 1568. 28 sign. Seiten. 

6. Warnung / Vor der falschen Lehr / viid Phariseischen 
Gleißnerey der Jesuiter. Lucas Oslander / D. 1568. 

164 sign. Seiten. 

Getruckt zu Tübingen / bey Virich Morharts Wittib. 

7. Ein bescheidener / historischer / vnschmälicher Bericht / 
a7i alle Churfürsten j Fürsten vnd Stende deß Reichs. 
Von des Bapstumbs auff vnd abnemen j desselben ge- 
schicklichheit / Vnd was endtlich darauß folgen mag. 
Durch Johannem Schlsidanum. 

Getruckt im Jar 1567. O. Dr. 

6* 



84 

97. Sammelband. Holzband in Quart mit Lederpressiing, Margi- 
nalien und Schließen. Inhalt: 

1. Warhafftige historie j wie das Eiiangelium xu Münster 
angefangen / vnd darnach durch die Widderteuffer ver- 
störet I Widder auffgehört hat. Durch Henrioum Dorpium 
Monasteriensem. 1536, O. Dr. 

2. Äuff die Neive Zeittung von Münster D. Martini Luther 
Vorrhede. Wittemberg. 1535. 4 Bl. o. Dr. 

3. Etliche Propositiones ivider die lehr der Widerteuffer 
gesteh durch Philip. Melanth. 1535. 4 Bl. o. Dr. 

4. Newe Zeittung von den Widerteuffern xu Münster. 1535. 

10 Bl. o. Dr. 

5. Etliche Propositiones . . . wie bei Z. 3. 

6. Historia der belegerung vnd eroberung der Statt Münster 
Anno 1535. 

Holzschnitt auf dem Titelbl. : Einname der Stadt. 
Getruokt 17. Julii. 4 Bl. o. Dr. 

7. Verlegimg etlicher vnchristlicher Artikel: Welche die Wider- 
teuffer fürgeben. Philippus Melanthon. 20 Bl. 

Gedruckt zu Wittemberg durch Georgen Rhaw. 

8. Newe xeyttung / Wie die Statt Münster eroberet vnnd ge- 
wunnen tvorden ist / am Freytag nach Sant Johannes 
des TeuflPers tag / den 25. Junii 1535. 

Titel-Holzschnitt: Greuelszenen der eroberten 
Stadt. 3 Bl. o. Dr. 

9. Acta : Handlungen : Legation vnd schriffte : so durch den 
. . . Fürsten Philipsen j Landgrawen zu Hessen etc. hin 
der Münsterschen sache geschehen / zusamen gepracht. 
Durch Antonium Coruinum. Item • Gespreche vnd di- 
sputation Antonii Coruini vnd Joannis Kymei / mit dem 
Münsterischen König j mit Knipperdolling j vnd Krechting / 
ehe denn sie gerechtfertigt worden sein / gehalten Im 
Jener Anno. 1536. 42 Bl. o. Dr. 

10. Oesprech oder disputation Antonii Coruini / vnd Johannis 
Kymei / mit Johan von Leida j dem Münsterischen König 
zu Beuerger gehalten. 32 Bl. 

Gedruckt zu Wittemberg durch Georgen Rhaw. 



85 

11. Warhaffthiger gegrünier keg~ehericht d. Magdeburgischen 
Stadthalters j vnd heimuerordenten Reihe / wider Anthoni 
Schenitz / jüngst zu Wittemberg außgangen Schädtbuch / 
wie sich die Sachen mit Hansen Schenitz seins brudern 
Rechtfertigung zugetragen / Vnd womit er den Galgen 
wol verdient bat / vnnd jm an seinem leib noch gute / 
jnn dem kein vnrecht geschehen sey. 1538. 

Gedruckt zu Cölne durch Peter Quentel. 

12. Wider den Bischoff xu Magdeburg Älbrecht Cardinal. 
D. Mar. Luth. 1539. 

Titel in schönem Holzschnittrahmen. 
Gedruckt zu Wittemberg durch Hans Lufft. 

13. Änthonii Schenitx Notwehre / auff das ertichte Buch / 
vnter Graff Philipsen von Mansfelt Stathalters / vnd beider 
StiiFte Magdeburg vnd Halberstad Hofrhete namen / aus- 
gegangen. Wittemberg. 1539. Titel in Holzschnittrahmen. 

Gedruckt zu Wittemberg durch Hans Lufft. 

14. Verantwortung dreyer gegenivurff der Papisten xu Braun- 
swig j darinn fast jr gröster grund ligt / zu dienst dem 
Ersamen Veisen Oschersleuen / D. Vrbanum Regium / 
Celle Saxonum. 1536. 

Titel in schönem Holzschnittrahmen. 
Gedruckt zu Wittemberg durch Joseph Klug. 

15. Warhafftig berichi / an alle Stende Deutscher Nation / tvie 
vnd in was gestalt / die löbliche Stette des Königreichs 
Denmarck / Copenhagen vnd Elbagen / xu7n ytxigen Krieg 
gedrungen vnd genötiget 

Gedruckt 24. Nouembris. 1535. 8 Bl. o. Dr. 

16. Ain schöfier dialogus oder gesprech / so ain Prediger münch 
Beinbus genant / vnd ain Burger Silenus / vnd sein Narr 
mit ainander habeni, 

Titel -Holzschnitt: Gespräch dieser drei Personen. 
4 Bl. o. J. u. Dr. 

17. Ain kurtxi anred xu allen my ßgÜ7istigen Doctor Luthers 
vn der Christenlichen freyheit. 

Satirischer Holzschnitt auf dem Titelblatte. 

4 Blätter; die drei letzten Seiten in Reimen. 1532. 

18. Ermanung zum Creutx in der xeyt der Verfolgung. Durch 
Thomam Venatorium. 1530. 8 Bl. o. Dr. 



86 

19. Wie in Ehesache vnd inn den feilen / so sich derhalben 
xutragen / nach Götlichen billiohen rechten / Christenlich 
%u handeln sey. Johan. Brentius. Mit eyner Vorrede 
M. Luthers. 1531. 

Titel in Holzschnittrahmen. 

Gedruckt zu Nüremberg durch Künigund Hergotin. 

98. Sammelband, Holzband in Quart mit Lederpressung und 

Schließen. Inhalt: 

1. Agend Büchlein für die Pfarrherren auff dem Land. Durch 
Yitum Dietrich. 1556. 

Nürnberg, Johann vom Berg vnd Vlrioh Newber. 
Titel in Holzschnittrahmen. 

2. EynfeÜige belcantniß vnd vniierfelschter Euangelischer 
Bericht / der waren Christlichen / Apostolischen vnnd 
alt Catholischen mutter Kirchen / Welcher gestalt man 
das heylige Nachtmal vnsers herrn Jesu Christi außteylen 
vnd entphahen solle / . . . Durch Petrum Lo / von 
Eluerueld abgezogen. 

Getruokt zu Marpurg / im jar 1556 vff Hymelfart 
Marie bei Andreas Colben. 

3. Widder die verfluchte lere der Carlstader j vnd alle für- 
nemste Heubter der Sacramentirer / Rottengeyster / widder- 
teuffer \ Sacramentlesterer / Eheschender / Musikaverechter / 
Bildstürmer / feiertagfeinde / vnd verwüster aller guten 
Ordnung. Erasmus Alberus Doctor. 

Getrucket zu Newenbrandenburg bei Anthonio vnd 
Walthero Brenner gebrüdern / 1556. 

99. Sammelband. Holzband mit schöner Lederpressung und 

Schließen. Inhalt: 

1. Christliche j notwendige vnd ernstliche Erinnerung / Nach 
dem Lauff der jrdischen Planeten gestelt / Darauß ein jeder 
einfaltiger Christ zusehen / wa^ für Glück oder Vnglück / 
Teutschlandt diser zeit zugewarten. Durch Jacobum Andree 
D. Probst zu Tübingen. 

Tübingen / 1567. O. Dr. 207 bez. Seiten. 

2. Drey Christliche / tröstliche Predigen j Vber der Leich / 
weilund des . . . Fürsten Christoffen, Hertzogen zu Wür- 
temberg / . . . Durch Wilhelmum Bidembach / D. 

Getruokt zu Tübingen / 1569. 



87 

3. Widerlegung der vermeindten Ahleinung / so D, Oeorgius 
Lautherius wider D. Jacoben Ändree / Probsts vnnd 

Cantzlers zu Tübingen Gratulation gestellet 

Lucas Oslander / D. Prediger zu Stuttgarten bey 
Sanct Lienhart. 

Getruckt zu Tübingen, 1569. 120 sign. Seiten, o. Dr. 

4. Von dem Concilio xu Trient. Canon j Regel vnd Proceß / 
Wie der Babst mit seinen Geistlichen / in dem selben vn 
andern seinen Concilien / Kirchen vn Religion saohe pflegt 
zu handeln / die Kirch zu reformiren vnd Religionstreite 
zu vrtheilen. Matth. Flacius Illiricus. Nicolaus Gallus. 

1563. Gedruckt zuRegenspurgdurchHeinrichen Geißler. 

100. Sehr schöner Holzband mit Lederpressung, aufgedrucktem Adels- 
wappen, Messingecken und Schließen. Quart. Er enthält: 

1. Confessionsschrifft. Nach welcher bißhero in den Reusischen 
Kirchen / vermöge Heiliger Schrifft / Augspurgischer 
Confession / vnd des Hocherleuchten Teuren Mannes 
Gottes D. Martini Lutheri Schrifften / geleret worden. 

Gedruckt zu Jehna durch Tobiam Steinmann / 
Anno Christi 1599. 

Titel in schönem Holzschnittrahmen. 311 sign. Seiten. 
Druckerzeichen am Schluß. 

2. Eine Christliche Predigt Voji des frommen vnd Gottseligen 
Königes Josaphats im Königreich Juda angestelleter Visi- 
tation vnd Policey Ordnung / Gehalten zum Lobenstein / 
den 7. Decemb. des jüngst verschienen 98. Jahrs .... 
Durch Fridericum Glaser / Reussischen Gerawischen 
Hoffpredigern. 

Gedruckt zu Jhena / durch Tobiam Steinmann. 
Titel in Holzschnittrahmen. 



-SSJJfjiJlfHj^Ö'B 



\ 



I. Sachregister. 



(Die beigesetzten Zahlen bedeuten die Nummern der Bände.) 



Abgötterei 49/15. 

Absagebrief wider Martin Luther 94/16. 
Adiaphoristen 85/13, 16, 17 u. 18. 89/1. 
Agendbüchlein für die Pfarrer auf dem 

Lande 98/1. 
Amberg, neue Zeitung von. 49/20. 
Antibellarminus 4. 
Arithnetik. Von Peter Ramus 48/5. 
Auferstehung der Toten 60. 
Au{fsbiirg, Bischof Christoph von 51/3. 

— Interim 61/1—5. 79/1. 

Babilonia, Einnahme der Stadt 49/24. 

51/22. 
Balaams Eselin 49/2. 
Basel, Conzil zu 50/13. 

— Mandat der Stadt gegen den Bi- 

schof 50/34. 

Basilisk zu Magdeburg 90/12. 

Bayern, Gratulation an die luther. Pre- 
diger 48/1. 96/5. 

Beschtcerden, hundert, über den Papst 
85/4. 

Bibellesen 96/4. 

Böse Zungen blj\l. 

Brabant, Einfall in 46/10, 12. 

Brautpredigten von Spangenberg 32. 

Breslau, Schlußreden zu 49/14. 

Bulla des Antichrists 77/10. 

— des Papstes Paul IIL 77/11. 
Bücher, verbotene 79/18. 

Calvinischer Katechismus 91/2. 
Christliche Erinnerung. Von Bucerus 
45/1. 



Chronica von mancherlei Historien bis 

1519 94/11. 
Clavis scripturae S. Von Flacius 6. 
Comödien (.Tosephus und Ruth). Von 

Hunnius 3. 
Concilium zu Basel 50/13. 

— zu Mantua 46/1. 51/17 u. 23. 85/5. 

— zu Trient 46/3. 79/13. 85/7-9. 99/4. 

— zu Vicenza 46/7. 

Concordanx und Zeiger über die heil. 
Schrift 22. 33. 

Consensus orthodoxus sacrae scrip- 
turae 17. 

Corpus doctrinae Christianae. Von Me- 
lanchthon 29. 

Dänemark, Krieg 1535 97/15. 
Deutsch Theologia 53/1. 
Disciplin. Von Sarcerius 25. 
Disputation zwischen einem Chorherrn 

und einem Schuhmacher. Von 

Hans Sachs 50/30. 
Disputationes theologicae 62. 
Donatio Constantini. Von M. Luther 90/9. 
Doria Andreas 49/31. 
Druckerxeichen 3. 6. 7. 8. 9. 10/1 u. 2. 

13/1 u. 2. 15. 16. 17. 20. 22. 

Ehespiegel. Von Spangenberg 32. 
Ehestand,\om. heiligen.Von Sarcerius 30. 
Eidgenossenschaft, Krieg der 49/39. 51/29 
und 33. 

— Sendbrief an den Bischof von Kon- 

stanz 50/3. 

— Episteln an die 50/32 u. 33. 51/19. 



90 



Enchiridion. Von Erasmus von Rotter- 
dam 86/7. 

Erbsünde, von der 81/7 u. 9. 

Esaias, Prophet 8. 82. 86/1. 

Esel, Lob desselben. Von Agrippa 51/31. 

Evangelia quatuor. Von Osiander 42. 

Evangelienbuch. Von Geiler von Kaisers- 
berg 40. 

Evangeliorum explicatio 20. 

Exodm, das zweite Buch Mosis 83. 

Exechielis templum 18. 

Feldxtig in Deutschland 1552 89/6. 
Frankfurt, Reichstag zu 1558 89/22. 
Frankreich, Krieg mit 51/11. 89/5. 
Fücfise, lose, dieser Welt 80/11. 

Geistliche, deren Scheinwerke. Von Hans 

Sachs 50/31. 
Genesis 10/2. 
Gräflingen, Schlacht bei der Veste 89/26. 

Hagenau, vom Tag zu 1540 46/2. 58/6,7. 
Harmonia ex tribus Evangelistis 12. 
Hausbuch für die einfältigen Haus- 
väter 27. 

— mit 50 Predigten 28. 
Heiligenanrufung 50/25. 

Himmel und Hölle. Von Musculus 47/3. 
Hiob, die ersten 12 Kapitel 59. 
Historien der Heiligen und Märtyrer 

69/2, 3, 4. 
Hochzeit-Predigten 76/1. 
Holzschnitte. AufTitelblättern: 10/2. 

11. ll'/ü- 21. 25. 31. 36. 40. 46/11, 
14 u. 18. 47/6. 48/5. 49/2, 18,33,42. 
50/4, 17, 18, 24, 30. 51/8, 13, 14, 
27, 30. 53/1. 57/2 u. 11. 61/11 u. 
14. 63/4. 80/11. 86/1,5. 90/7,11, 

12. 92/6. 94/16. 97/6, 8 und 16. 
Satirische: 79/14 u. 15. 97/17. 
Im Text: 20. 41. 46/20. 49/33. 
69/2, 3 und 4. 80/11. Am 
Schluß: 38. 40. 46/17. 50/25. 

Jesuiten, Lehre der 96/6. 
Inschriften auf dem Buchdeckel 3. 18. 
39. 79/19. 

— auf dem Titel 42. 57/3. 90/1. 
Interim zu Augsburg 61/1 — 5. 79/1. 



Itinerarium der kaiserlichen Botschaft 

in Konstantinopel 49/33. 
Judieum liber. 19. 
Julius, Papst 85/11. 

Kammergericht, Beschwerung des 46/5 

und 9. 
Karnöffelspiel des Teufels 67/1. 
Kindertaufe 50/9. 
Kirchen in Reuß, Konfessionsschrift 

100/1. 
Kirchen- Agenda Augsb. Konfession 71. 
Kirchenordnung zu Magdeburg 90/3. 
Kirchenstrafen 90/2. 
Königreiche, die vier namhaftesten 46/17. 
Kopenhagen, Eroberung von 49/22. 
Kriegsleute, vom Beruf und Stand der 

63/4. 
Kriegsrüstung, geistliche 87/2. 
Kupferstiche 18. 71 (Kilian). 

Landeswappen, oberösterr., auf Buch- 
deckeln 3. 18. 19. 

Landsknechte, Holzschnitte 51/13 u. 30. 
63/4. 

Lehrbüchlein Zwingiis über Knaben- 
erziehung 50/24. 

Leiehenpredigten 76/2, 3, 4, 6, 7. 

— über Herzog Christoph von Würt- 

temberg 1569. 99/2. 

Leipzig, Konvent zu 1632. 66/3. 

Libellus consequentiae. Von Kedd 66/1. 

Jjuther, Dialogus von Luther und der 
Botschaft aus der Hölle 50/4. 

Lutheraner, ewiges Elend der un- 
bußfertigen 66/2. 

Maulbronn, Gespräch zu 1564 91/4. 93/1. 

Mercur, der Kaufleut Abgott. Reim- 
gedicht 51/37. 

Merspurg, Hans Heuglein dort ver- 
brannt 1527 94/14. 

Messe, Buße, Beichte 54/1, 2, 3. 56. 

Metz, Belagerung von 1553 89/13. 

Miltenberg, Sendbrief an die Gemeinde 
49/9,10. 50/35. 

Moses, librum primum. Von M. Luther 
10/1. 

Münster, Eroberung von 49/18. 

— Wiedertäufer 97. 



91 



Narrenschiff. Von Geiler von Kaisers- 
berg 41. 

Nieder'österreich, Supplication der Aus- 
schüsse an König Ferdinand in 
Religionssachen 46/19. 

Nürtiberg, Verhandlung mit den Prädi- 
kanten 49/6. 

— Beschwerde gegen Albrecht von 

Brandenburg 89/15, 16. 

Oesterreich, Artikel der Landgerichte 
des Fürstentums. 1520. (Aus 
Gmunden.) 46/16. 

— Joachim Magdeburg an die Land- 

schaft in 87/1. 
Orgeln, Pauken und Glocken, Gebrauch 
von 50/21. 

Papsttum, Auf- und Abnehmen 96/7. 
Paradoxa, 280, aus der hl. Schrift 

51/1. 53/3. 
Passau, Vertrag von 1552 89/14. 
Porträte, Melanchthon 2. 29. 

— Brentius 5. 

— Herzog Hans Wilhelm zu Sachsen 

22. 

— Joachim Mörlin 23. 

— Georg Fürst von Anhalt 23V2- 

— Michael Coelius 24. 

— Erasmus Sarcerius 25. 47/1. 90/1. 

92/5. 

— Kaiserbild 51/6. 

— Martin Luther 61/10. 

— auf dem Buchdeckel: Herzog Chri- 

stoph zu Württemberg 93. 
Postill über die Evangelien 34. 
Praedieanten in Greiz, Gera 1567 96/3. 
Predigten von Michael Coelius 24. 

— von Heinrich Bullinger 28. 

— des Fürsten Georg zu Anhalt, Dom- 

propst zu Magdeburg 23V2- 

— von Caspar Huberinus 64. 

— verschiedene 50/1, 2. 81. 93. 95. 

— 40 über den ganzen Katechismus 

92/1. 
Preussen, wider die Götter in 52/5. 

— Pasquille aus 52/10,11. 
Priesterehen 4idlll. 
Prophet Micha 90/4. 

— Die Propheten. Von Osiander 43. 



Psalm, der 46. 58/1. 

— der 51., Davids 61/15. 

— der 103. 61/14. 

Psalter Davids, 21. Predigten hierüber 
23. 37. Auslegung 44. 50/7. 73. 

Purppeln, von den welschen. Reim- 
gedicht 46/20. 

Quentin. Eroberung der Stadt 89/25. 

Rechenkunst, von Peter Bamus 48/5. 
Regensburg, CoUoquium zu. 1546. 45/7. 

— Reichstag zu. 1556. 89/28. 
Regum über secundus 16. 
Reichstag zu Augsburg. Frangepan als 

Orator 51/32. 

— zu Speier 46/11,13. 
Reimgedichte: Von den welschen Purp- 
peln 46/20. 

— Von Hans Sachs 49/42. 

— Mercur, der Kauf leut Abgott 51/37. 

— Von den Lastern und Tugenden 

des Weibes 63/3. 

— Die 72 Namen Christi. Von Hans 

Sachs 90/11. 
Reue, Beichte und Buße 49/13. 
Ritter, der christenlich 86/7. 
Römische Kaiser. Reimgedicht von 

Hans Sachs 49/42. 
Rom, Eroberung der Stadt 49/40. 

51/24 und 27. 

Sacrament sub utraque specie 61/6. 

Sacramentierer 55. 

Salve regina 49/27. 

Salxburger Bischof, Bedenken 85/10. 

Samuelis liber primus 16. 

Saufteufel, wider den 63/5. 

Schiff der Pönitenz. Von Geiler von 
Keysersberg 38. 

Schlesien, Ungewitter in 49/28. 51/20. 

Schleswig, Stadt. Wunderbare Erschei- 
nung 51/14. 

Schmalkaldische Artikel 81/10. 87/1. 

— Bund 89/13. 
Schwäbischer Bund 49/35. 
Seelen-Paradies. Von Geiler von Key- 
sersberg 36. 

Sermones von Bullinger 7. 

— von Geiler von Keysersberg 39. 



92 



Sonnen, drei, mit ihren Regenbogen 
und Ringen 46/18. 

Speier, Reichstag zu 94/8. 

Spiegel der Hauszucht 35. 

Spielteufel 63/6. 

Stände, o.-ö.. Schreiben an König Fer- 
dinand 1538 58. 

Supputafio annorum mundi. Von 
Luther 70. 

Symbolum Apostolorum. Von Lasius 
68/1. 

Syntagma. Von Johann Wigand 42V2- 

Tag, vom jüngsten 47/7. 

Teufel, neue Zeitung vom 63/7. 

Theatrum diabolorum 31. 

Thesaurus theologicus. Von Vogel 9. 

Thorheit, Lob der 53/2. 

Testamentum novum. Von Lossius 11. 

— catholica expositio ecclesiastica 

IIV2. 
Trostspiegel der armen Sünder 25. 
Türkennot 46/6. 51/4 u. 8. 
Türkenbüehlein 49/29. 

— neues 63/8. 74/3. 
Türkenkriege 49/24, 32. 51/15, 22, 

25, 34. 
Tunis, Vertrag mit dem König von 
49/26. 51/5 u. 35. 

— Kaiserlicher Sendbrief wegen 49/37, 

38. 51/26. 

— Sieg des Kaisers 51/36. 



Universitäten Leipzig und Wittenberg. 
Erklärung wegen der Augsbur- 
gischen Konfession 48/4. 

Venedig, türkische Botschaft in 51/21. 

Vesperpsahnen, die 54/4. 

Visitation, jährl., Gebrechen dabei 90/1. 

Vorsteckblatt mit einem Schreiben der 
oberösterr. Stände an König Fer- 
dinand 1538 58. 

Waixenkirehen, Verbrennung des Pfar- 
rers Leonhart Kaiser 1527 94/14. 

Wappen in Holzschnitt: 11. 23V2. 24. 
45/5. 46/1, 3, 5, 6, 15. 59. 63/8. 

Weiber, Tugenden und Laster der 63/3. 

Weissagung des Ant. Torquati 51/18. 

Wiedertäufer in Münster 97. 

Wiedertaufe an zwei Pfarrern. Ein Brief 
von Martin Luther 94/12. 

Wittenberg, Katechismus 55/4, 5, 7, 8. 
— Ordnung der Stadt 49/5. 

Worms, CoUoquium in 1557 89/19, 
20, 21. 

Württemberg, neue Landesordnung 46/15. 

Zeichen am Himmel 49/23. 

Zeitungen, neue: 46/14. 49/18, 20, 22, 
25, 28 u. 31. 51/7, 9, 11, 13, 14, 
16 u. 34. 63/7. 89/24—27. 97. 
(Wiedertäufer.) 

Zinsen und Zinsnehmen 48/2, 



II. Namenregister. 



J.«fe/pAt<« Johannes in Schaffhausen 86/7. 
Agricola Stephan 85/23. 
Agrippa Heinrich Cornelius 51/31. 
Älber Erasmus 57/9. 90/12. 98. 
Albrecht Markgraf zu Brandenburg 89/7, 

10, 12 u. 15. 89/16, 17 u. 18. 
Aleman Christian 92/7. 
Amsdorf Niclas von 63/1. 85/2, 14 u. 18. 

90/6 u. 8. 
Andree Jakob 47/4, 5, 7. 67/2, 3. 81/5, 

7, 9. 93/5. 95. 96/1, 2 u. 5. 99/1. 
Aquila Caspar zu Salfeld 90/7 u. 12. 



Arbiter Petrus 90/10. 

Athanasius, Bischof. Büchlein über den 

Psalter 50/7. 
Augustin hl., Büchlein von den zehn 

Geboten 50/8. 

Bamberg, Bischof Weigand zu 89/17. 
Bembus, Predigermönch 97/16. 
Bidembach Wilhelm 98/2. 
Bodenstain Andreas 49/41. 
Brentius Joannes. Opera 5. 
— Explicatio psalmorum 44. 



93 



Brentim 52/6, 7. 74/3. 81/5. 97/19. 

Brunner Lienhart zu Worms: Con- 
cordanz 33. 

Bucerus Martin: Ein christliche Er- 
innerung 45/1. 

— Verschiedene Schriften 45/2, 5 u. 7. 
Bugenhagen Johann 37. 65. 72. 
Bullinger Heinrich in Zürich 7 (Ser- 

mones). 28. 

Calvinus Joannes: Commentaria 12. 

Carolstadt Andre 49/17. 

Castenpaur Stephan 50/36. 

Christiati vonDänemsirk, Ableben 89/3. 

Oivil'ius 79/11. 

Coccius Sebastian: Exodus 83. 

Coelestinus Johann Friedrich 55/6. 

Coelius Michael 24. 61/14. 

Coliis Wilhelm 89/2. 

Corvimts Anton 97/9, 10. 

Creutxiger Caspar 61/15. 

Grosner von Colditz Alexius 49/1, 

Oulmann Leonhard: Contiones 14. 

Diepolt Johann zu Ulm 50/15, 80/1. 
Dietrich Vitus 80/10. 86/1. 98/1. 
Distelmair Konrad 50/26. 
Dorpius Heinrich 97/1. 

Eberlin Johann 50/11. 

Eck Johann von. Predigten 51/36. 

Eisengrein Martin 88. 

Faber Johannes von Heilbronn. 79/16. 

— Michael Jakob 60. 

Fischer Christoph: Psalter Davids 21. 
Flacius Matthias lUyricus: Clavis 
scripturae S. 6. 

— 52/4—9. 61/8. 77/2, 5, 7, 8, 9. 79/1, 

2, 3, 6, 8, 9, 12, 13, 14, 15. 84/3. 

85/11,13,16,24—27. 87/4. 91/2. 

99/4. 
Franck Sebastian 51/1 u. 31. 
Freyberger Johann 94/9. 
Fricius Andreas: libri tres 84/1,2. 

Oallus Nikolaus 52/9, 12. 57/4, 12. 63/2. 

79/1, 10. 85/19. 
Oast Hiob 58/1. 
Oedultig Peter 22. 



Qeiler von Keysersperg. Seelen -Para- 
dies 36. 

— Schiflf der Poenitenz 38, Ser- 

mones 39. 

— Evangehenbuch40, Narrenschiff41. 
Oeorg Fürst zu Anhalt, Dompropst. 

Predigten 23 Vj. 

Oernhardits Bartholomäus : Vom jüng- 
sten Tage 47/7. 

Gerung Christoph von Memingen 49/3. 

Geymann Hans Christoph zu Gallspach 
1582 23. 

Glaser Friedrich 100/2. 

Griti Ludovico 49/36. 

Grünpeck Josef, Dr. 49/34. 

Gutienberger, Landschreiber 94/17. 

Hafenreffer Matthias : teraplum Ezechie- 

lis 18. 
Heerbrand Jakob, Predigt 74/5. 96/4. 
Heinrich VHI., König von England 46/7, 
Hertxberger Anton Otto in Nordhausen 

52/8. 
Heß Johannes, Domherr zu Breslau 

49/14. 
Heuglein Johann von Lindau 94/14. 
Huberinus Caspar 35. 64. 
Hubert Samuel: Antibellarminus 4. 
Hug Michel zu Lindau 50/27. 
Hunnius Aegidius: opera latina 3. 

— Comödien „Josephus" u. „Ruth" 3. 

Johann Friedrich, Herzog zu Sachsen 

46/4. 
Jonas Justus 46/7. 85/1. 
Josaphat, König in Juda, Predigt 100/2. 
Jud Leo, Pfarrer zu Einsiedeln 86/7. 

Kaiser Leonhard, Pfarrer zu Waizen- 

kircheu 94/14. 
Karl F., Edikt vom 4. Okt. 1540 79/17, 

18, 19. 
Kedd Jodok, Soc. Jesu 66/1, 2. 
Klopfer Johannes 80/7. 
Korn Gallus 50/5. ■« 

Kurx Franz, Leichenpredigt auf 74/4. 

Lasdenus Baptista 80/6. 
Lasius Christoph 68/1. 
Linek Wenzel: Vom christlichen Adel 
50/20, 21, 22, 23. 



94 



Lo Petrus 98/2. 

Lossiuß Lucas: Novum testamentum 11. 
Loytxer Sebastian zu Memingen 50/28. 
Luther Martin, Dr.: Opera omnia 1. 

— Mosis über primus 10/1. 

— Genesis 10/2. 89|1. 

— Evangeliorum explicatio 20. 

— Concordanz und Zeiger über die 

hl. Schrift 22. 

— Das 18. und 19. Capitel Johannis 

47/2. 92/2. 

— Letzte Predigt 61/9. 

— Etliche Briefe an die Theologen auf 

dem Reichstag zuAugsburg 6 1/10. 

— Supputatio annorum mundi 70. 

— Zwei Predigten 80/8. 

— Sprüche 80/13. 

— Schmalkaldische Artikel 81/10. 

— Von der Beicht 86/2. 

— Prophet Micha 90/4. 

— Klagrede 90/5. 

— Donatio Constantini 90/9. 

— Predigt 94/3. Der 111. Psalm 

94/5, 6. 

— Von der Wiedertaufe an zwei 

Pfarrern 94/12. 

— Trostbrief an Leonhard Kaiser 

94/14. 

— Trostbrief an die Christen zu Halle 

94/15. 

— Wider den Bischof zu Magdeburg 

97/12. 

— Von der christlichen Freiheit 97/17. 

— Vorreden: 47/6. 49/28. 53/1. 74/2. 

85/5. 97/2, 19 u. 20. 

Magdebfj,rg Joachim, Prediger zu Raab 

87/1 u. 3. 
Maj<»- Georg 58/3. 85/3, 17—21. 
Maria, Königin von Ungarn 46/10 u. 12. 
Mathesius Johann 76/1, 2, 3. 
Mayer Sebastian 57/1. 
Mecklenburg, Johann Albrecht Fürst von 

85/28. 
Meglin Martin 94/4. 
Melanchthon Philipp. Opera omnia 2. 

— Corpus doctrinae Christianae 29. 

— Von der Kirche und alten Kirchen- 

lehrern 58/4. 



Melanchthon Philipp. Über die Lehre 
der Wiedertäufer 97/2, 5, 7. 

— Verschiedenes 65/5, 7. 

— Vorreden: 10/2. 23V2. 
Mencelius Hieronymus 67/4. 
Menüis Justus 52/1. 

Mörlin Joachim, Predigten 23. 

Moibanus Ambros 74/2. 

Moritx Herzog von Sachsen 89/9, 11. 

Mülich Heinrich 80/3. 

Musculus Andreas 47/3. 63/4. 92/6. 

Noricus Nikodemus 80/9. 

Ochino Bernhardino 8/5. 80/12. 
Oecolampadius 50/15 u. 16. 80/1. 
Oslander Lucas. Quatuor evangelia 42. 
Propheten 43. 

— Gegenschriften gegen ihn 51/2 — 6. 

— Leichenpredigten 74/4, 6, 7. 

— 81/6. 96/6. 99/3. 

Paulus in, Papst 46/1. 49/30. 51/23. 

77/13. 
Pellicanus Chuonrad: Opera 13/1, 2. 
Pfeffinger Johann, Leichenpredigt auf 

76/3. 79/12. 
Pfleger Heinrich 92/3. 
Philipp Landgraf von Hessen 89/23. 
Policarius Johannes, Prediger zu Weis- 

senfels 25. 52/3. 57/6, 11. 
Pomer Johann 94/2. 

Eabus Ludwig von Memmingen 69/2, 

3,4. 93/6. 
Ramus Peter: Rechenkunst 48/5. 
Rauscher Hieronymus 47/6. 85/30. 
Regius Urban 15. 49/18. 74/1. 97/14. 
Reich Stephan 90/4. 
Reinhart Martin 50/13 u. 14. 
Rentier Leonhard 89/11. 

— Simon von Schleiz 50/6. 
Rotingius Michael 20. 

Rotterdam, Erasmus von 86/3—7. 80/2. 

— Lob der Torheit 53/2. 
Rychssner, Weber 50/29. 

Sachs Hans. Disputation mit einem 
Chorherrn 50/30. 

— Von den Scheinwerken der Geist- 

lichen 50/31. 



95 



Sachs Hans, Reimgedicht 49/42. 
— Die 72 Namen Christi 90/11. 
Sarcerius Erasmus 25. 26. 27. 30. 47/1. 

90/1,2. 92/4,5. 
Schenck Jakob 58/5. 
Schenitx Anton 97/11, 13. 
Schleidaniis Johannes 96/7. 
Schmidt Niclaus 63/3. 
Schönichen Georg zu Eulenburg 49/16. 
Schorren Jakob 94/17. 
Schwenckfeld Caspar 49/8. 85/27. 
Selneccerm Nikolaus 48/3. 55/1. 82. 91/1. 
Serrarius Johannes 85/15. 
Snepßus Theodorich 8. 73. 
Spalatinus Georg 50/8. 
Spangenberg Cyriacus 24. 32. 55/9. 67/1. 
Specker Melchior 78. 
Stamhaim Hans von. Leichenpredigt 

auf ihn 76/6. 
Staphyhis Friedrich 67/2. 
Staupitz Johann : Von der Liebe Gottes 

50/19. 
Staygmayr Hans zu Reitlingen 49/12. 
Strauß Jakob 94/7. 

Tauler Johannes 49/19. 50/12. 
Tilemanus 81/1, 2, 3. 84/4. 

XJrban, Bischof von Gurk 87/2. 
Ursus Joh.: Ordnung von Zinsen 48/2. 



Faw»^^^/s Valentin, Pfarrer in Canstatt 56. 
Venatorius Thomas 97/18. 
Vermilius Florentinus 19. 
Viseher Christoph 75. 
Vogel Matthäus: Thesaurus theolo- 
gicus 9. 

Waldner Wolfgang 91/4. 

Weller Hieronymus 16 (Samuelis liber). 

59. 
Westerburg Gerhard von Köln 45/6. 
Westphalus Joachim 77/1. 
Wicelius Georg 54/1, 2, 3, 4. 
Wigand Johann 42 V« (Syntagma). 57/7. 

81/8. 
Wilhelm Landgraf zu Hessen 89/8. 
Winnistede Johann zu Quedlingburg 

57/5. 
Wömer Johann: Postill 34. 
Wolder Simon 63/8. 
Würtemberg Eva Christina Gräfin von. 

Leichenpredigt 76/7. 
Würxburg, Bischof Melchior 89/17. 
Wurm Matthias: Balaams Eselin 49/2. 
Wurstisizis Christian 48/5. 

Zeuleysen Ulrich 50/25. 

Ziegler Clement zu Straßburg 49/15. 

Zwingli Ulrich: Lehrbüchlein 50/24. 



III. Buchdrucker. 



Apiarius Samuel in Bern 28. In Basel 

48/5. 

Behem Franz zu Mainz 92/3. 

Berg Johann vom, in Nürnberg 35. 59. 
64. 86/1. 92/1. 98/1. 

Berwald Jakob in Leipzig 25. 27. 48/3. 82. 

Brenner Anton und Walter in Neu- 
brandenburg 98/3. 

Brubach Peter in Frankfurt a. Main 
16, 91/5. 

Bwi Siegmund in Straßburg 58/2. 

Colbe Andreas in Marburg 98/2. 
Orato Johannes in Wittenberg 2. 
Oreutxer Veit in Wittenberg 52/3. 



Daubmann Johann in Königsberg 81/8. 

Egenolphus Christian in Frankfurt 11. 

46/17. 
Eichhorn Johann in Frankfurt a. 0. 47/3. 

63/4, 5, 6. 92/6. 
Emmel Samuel in Straßburg 24. 32. 

57/6. 69/2,3,4. 
Emmeus Johannes in Freiburg 54/2, 3. 
Ernst von Gera in Jena 81/3. 

Feierabend Siegmund in Frankfurt am 

Main 29. 
Froschauer Christoph, Tiguri 7. 13/1,2, 

17. 19. 



96 



Oeißler Heinrich in Eegensburg 57/4, 12. 

63/2. 87/1,3. 89/4. 91/2. 99/4. 
Oerlatx Dietrich in Nürnberg 76/1, 2. 
Qrieninger Johannes in Straßburg 40. 
Orunenberg Johannes in Wittenberg 

53/1. 
Oruppenbach Georg in Tübingen 5. 8. 

9. 42. 43. 62. 73. 76/4, 5, 6, 7. 

81/5, 6, 7, 9. 93/4, 5. 
Grymm Sigismund, Dr., in Augsburg 

50/7, 8. 86/3. 
Guldenmund Hans in Nürnberg 49/28. 

51/30. 
Qutkneclit Friedrich in Nürnberg 90/11. 

94/4. 
Oylfferich Hermann in Frankfurt 80/11. 

Hantxsch Georg in Leipzig 57/11, 63/3. 
Hein Gabriel in Nürnberg 47/6. 
Heller Joachim in Nürnberg 90/4, 7. 
Hergotin Kunigunde in Nürnberg 97/19. 
Hervagiana officina in Basel 6. 
Hörn Conrad in Heinrichstadt 55/10. 
Hüttich Günther in Jena 81/1. 

Kaubisch Urban in Eisleben 25. 26. 30. 

47/1. 67/1,4. 90/1,2. 92/4,5. 
Khol Hans in Eegensburg 85/1, 6, 16. 

89/28. 90/5. 
Kirchener Wolfgang in Magdeburg 84. 
Klug Josef in Wittenberg 46/7. 58/3, 5. 

74/1. 97/14. 
Kobian Valentin in Hagenau 83. 
Köpphl Wolf in Straßburg 33. 
Kriesstein Melcher in Augsburg 49/32. 
Kröner Michael in Vissen (Füßen) 21. 
Kürner Johann Jakob in Wien 66/1, 2. 

Lau Joachim in Hamburg 57/9. 90/12 

(Lewe). 
Lotther Michael in Magdeburg 52/6, 7, 9. 

61/2,11. 77/1,4. 79/1,5,6,7,13. 

85/7, 9, 10, 13, 15, 22, 23, 26. 
Ltifft Johannes in Wittenberg 1. 48/4. 

80/13. 90/9. 94/6. 97/12,13. 

Maier Johannes in Heidelberg 91/1. 
Martorff Johann in Leipzig 76/3. 
Mechler Esaias in Erfurt 23. 
Merckel Georg zu Nürnberg 85/28. 



Montanus Johannes zu Nürnberg 10/1,2. 

14. 15. 16. 20. 

Morhard Ulrich in Tübingen 44. 47/4, b. 

48/2. 56. 67/2,3. 93/2. 96/2. 
Müller Crafft in Straßburg 45/2. 
Muller Georg in Wittenberg 3. 

Netholitxer Bartholomäus in Prag 80/3. 
Neuber Ulrich in Nürnberg 10/1, 2 — 14. 

15. 16. 20. 35. 59. 64. 86/1. 
92/1. 98/1. 

Oporiniana officina in Basel 42^2- 
Otniar Johann in Augsburg 38. 
Othmar Valentin in Augsburg 80/12. 

Paltheniana officina in Frankfurt 3. 
Paul S. zum bunten Lawen in Erfurt 47/7. 
Petreus Johann in Nürnberg 58/1. 
Petrus Adam in Basel 37. 72, 

— Andreas in Eisleben 55/9. 
Preuß Hans zu Straßburg 46/5. 

Queek Paul in Basel 87/4. 
Quentel Peter in Colin 46/8. 97/11. 

— Johann in Colin 54/4. 

Rab Georg in Frankfurt a. Main 22. 

231/2. 60. 
Rasch Johann in Frankfurt a. M. 29. 
Rau Georg in Wittenberg 46/1. 70. 

74/2,3. 80/8. 97/7,10. 
Rebart Thomas in Jena 57/5. 
Rihel Wendelin in Straßburg 45/4, 6. 
Rödinger Christian in Jena 47/2. 81/2. 

85/2,11. 90/6,8. 92/2. 

— Christian in Magdeburg 52/4, 8, 12. 

61/6, 7, 8. 77/2, 5, 6, 7, 9, 11. 
85/4, 14, 30. 79/2, 12, 15. 

Sachs Melchior in der Archen Noe 
zu Erfurt 61/14. 

Schirlentx Nicolaus in Wittenberg 51/16. 

Schleich Clemens in Wittenberg 81/10. 

Schmid Peter in Frankfurt a. Main 31. 

Schmuck Michael in Schmalkalden 75 

Schöne Anton in Wittenberg 81/10. 

Schürer Mathias, Magister in Straß- 
burg 36. 

Stainhofer Caspar in Wien 87/2. 



Steinerliemnch in Augsburg 46/18. 80/7. 
Steinmann Tobias in Jena 100/1, 2. 
Stephanm Henricus, Fuggeri typo- 
graphus 11 V2- 
— Robertus in sua officina 12. 
Stürmer Gervasius in Erfurt 52/1. 61/15. 

Tirolt Anton in Marburg 45/5. 

Ulhard Philipp 79/16. 80/5. 93/6. 

Vamier Johann in Ulm 51/1. 53/1. 
Vogd Johannes in Goslar 4. 



97 

Walther Hans in Magdeburg 77/3. 
Weissenhorn Alexander zu Ingolstadt 

45/8. 88. 
— in Augsburg 51/32,36. 
Werlin Theodorich 18. 71. 
Weygand in Frankfurt am Main 23'/,. 
Weygel Johann in Nürnberg 89/27. 
Weyß Hans in Wittenberg 65/7. 
Wirsung Marx in Augsburg 50/7. 86/3. 
Wolrab Nicolaus 61/1. 

Zimmermann Michel in Wien 89/9. 26. 
Zöpfel David in Frankfurt am Main 29. 



IV. Druckorte. 



Augsburg 38. 46/18. 49/32. 50/7, 8. 

51/32,36. 80/12. 86/3. 
Augusta Rhetica 79/16. 
Basel 6. 37. 42 V2. 48/5. 72. 86/7. 87/4. 92/7. 
Bern 28. 55/2. 
Cöln 46/8. 54/4. 97/11. 
Eislehen 25. 26. 30. 47/1. 55/9. 67/1. 

90/1,2. 92/4,5. 
Erfurt 23. 47/7. 52/1. 61/14, 15. 
Frankfurt am Main 3. 11. 16. 22. 23^1^. 
29. 31. 46/17. 60. 63/8. 80/11. 91/5. 
Frankfurt a.d.Oder 47/3. 61/1. 63/4,5,6. 

92/6. 
Freiburg i, Br. 54/2, 3. 
Füssen (Vissen) 21. 
Ooslar 4. 
Hagenau 83. 
Hamburg biß. 90/12. 
Heidelberg 91/1. 

Heinrichstadt bei Wolfenbüttel 55/10. 
Jena 47/2. 55/3,7. 57/5. 63/1. 81/1,2,3. 
85/2,11. 90/6,8. 92/2. 100/1,2. 
Ingolstadt 45/8. 88. 
Königsberg 52/2. 81/8. 
Landshut 94/9. 

Leipxig 25. 27. 48/3. 57/11. 63/3. 76/3. 82. 
London 51/17. 

Magdeburg 52/4, 6, 7, 8, 9, 12. 61/2. 6, 7, 
8,11. 77/1—9,11. 79/1,2,5,6,7, 



12, 13, 15. 84. 85/4, 7, 9, 10, 13, 
14, 15, 22, 23, 26, 30. 
Mainz 92/3. 
Marburg ^bjb. 98/2. 
Neubrandenburg 98/3. 
Nürnberg 10/1,2. 14. 15. 16. 20. 35. 47/6. 
49/28,37,38. 51/30. 57/1. 59. 64. 
76/1, 2. 80/5,7. 85/28. 86/1. 89/27. 
90/4,7, 11. 92/1. 94/4. 97/19. 98/1. 
Prag 80/3. 

Regensburg blj^, 12. 63/2. 85/1, 6, 16. 
87/1,3. 89/4,28. 90/5. 91/2. 99/4. 
Rmi 77113. 
Salzburg 94/16. 
Schmalkalden 75. 

Straßburg 24. 32. 33. 36. 40. 45/2,4,6. 
46/5. 57/6. 58/2. 69/2, 3, 4. 78. 
Tiguri (i. e. Zürich) 7. 13/1, 2. 17. 19. 
Tübingen 5. 8. 10. 18. 42. 43. 44. 47/4,5. 
48/1,2. 56. 62. 67/2,3. 71. 73. 
76/4—7. 81/4,5,6,7,9. 93/1—5. 
95. 96/1—6. 99/1,2,3. 
Ulm 51/1. 53/3. 93/6. 
Wien 66/1, 2. 87/2. 89/9, 26. 
Wittenberg 1. 2. 3. 46/1,7. 48/4. 51/16. 
52/3. 58/3,5. 65/7. 70. 74/1,2,3. 
80/8,13. 81/10. 85/3. 90/9. 94/6,15. 
97/1, 10, 12, 13, 14. 
Zürich 50/9. 



I 



Z-U.3? 



Ikonographie der florianslegende. 



Von 

2)r. }(ermaLnn Ubell. 



-S=i * »j>»^ 



J^as Museum Franoisoo-Carolinum hat im November v. J. 
zwei auf der Vorder- und Rückseite bemalte Holztafeln mit vier 
Darstellungen aus der Legende des hl. Florian erworben, die augen- 
scheinlich dem ersten Drittel des 16. Jahrhunderts entstammen. 

Nun sind, wie schon Robert Stiaßny in seinem Aufsatz „Aus 
einer österreichischen Klostergalerie" ^) hervorgehoben hat, zusammen- 
hängende bildliche Darstellungen der Florianslegende aus jener Epoche 
der deutschen Kunst eine große Seltenheit. Ihm waren damals nur 
zwei Bildwerke dieser Art bekannt: drei Bilder aus der glänzenden 
Folge jener Gemälde, die, in der Stiftsgalerie von St. Florian ver- 
wahrt, gewöhnlich dem Albrecht Altdorfer zugeschrieben werden 
(von denen aber, wie wir sehen werden, nur zwei der Legende 
des hl. Florian angehören dürften), und vier Reliefs (nicht „Flügel- 
geraälde", wie Stiaßny schreibt) eines Flügelaltars in der Kirche 
St. Florian im Bezirksamt Rosenheim in Oberbayern. Zu diesen 
Denkmälern tritt nun als drittes unsere neue Erwerbung hinzu. 

Die Seltenheit der Darstellung der Geschichte eines so popu- 
lären Heiligen, wie es der hl. Florian in unseren Alpenländern ist, 
wo sein wohlbekanntes Bild in manchen Gegenden von der Eingangs- 
wand fast eines jeden Bauernhauses, von jedem „Brunnenstöokl" 
herabgrüßt, müßte noch mehr verwundern, wenn sie nicht nach- 
weishch durch einen Zufall der Überlieferung bewirkt wäre. Albin 
Czerny2) zählt allein vier gemalte Zyklen aus dem Leben des großen 
Lorcher Heiligen auf, die sich ehedem im Stifte St. Florian befanden, 
samt und sonders aber zugrunde gegangen sind. So mag denn das 
Thema auch anderwärts häufiger behandelt worden sein, als der 
trümmerhafte Zustand unserer Überlieferung erraten läßt. 

Wie dem auch sei, jedenfalls gewinnen die oben aufgezählten 
Monumente gerade durch die Seltenheit ihrer Darstellungen eine 
erhöhte Bedeutung, die es rechtfertigen dürfte, daß im folgenden 
eine Untersuchung ihrer Behandlung des Stolfes versucht wird. 

^) Lützows „Zeitschrift für bildende Kunst", 1891, S. 259. 
^) „Kunst und Kunstgewerbe im Stifte St. Florian von den ältesten Zeiten 
bis zur Gegenwart", S. 115. 



I. 

In der ältesten uns überkommenen Fassimg, deren Ent- 
stehung von Mühlbacher 1) zwischen dem ausgehenden fünften und 
dem neunten Jahrhundert angesetzt wird und die nach demselben 
Historiker auf eine noch ältere, wahrscheinlich literarische Quelle 
zurückgeht, lautet die Legende des hl. Florian wie folgt: 

„In den Tagen der Kaiser Diocletian und Maximinian erhob 
sich eine Verfolgung gegen die Christen. Die Christen aber, in ver- 
schiedenen Qualen sich bewährend, duldeten gern für den Herrn 
die Martern, um der Verheißungen Christi teilhaftig zu werden. 
Als daher der Befehl der gotteslästernden Fürsten ins Ufernoricum, 
das unter der Verwaltung des Statthalters Aquilin stand, gekommen 
war, begab sich dieser in die Stadt Lorch und begann strenge 
nach Christen zu forschen. Es wurden von ihm nicht weniger als 
vierzig Bekenner ergriffen, welche nach sehr langen Feinen und 
vielen Martern in den Kerker geworfen wurden. Ihrem Bekenntnisse 
folgte freudig der heilige Florian; denn als er von diesen Vorgängen 
in Lorch hörte, sprach er zu den Seinen: »Ich muß nach Lorch 
gehen und dort für den Namen Christi verschiedene Martern dulden.« 
Als er dort angelangt und zu seinen Kameraden, mit denen er 
früher Kriegsdienste geleistet hatte, gekommen war und von ihnen 
hörte, daß sie Christen suchten, damit diese den Göttern opfern 
sollten, sagte er zu ihnen: »Was sucht ihr lange? Denn auch ich 
bin ein Christ. Gehet hin und saget es dem Statthalter.« 

Als aber der Statthalter davon hörte, ließ er ihn zu sich 
rufen und befahl ihm, Weihrauch zu opfern. Da er ihn nicht dazu 
bewegen konnte, ließ er ihn mit knotigen Stöcken schlagen. Obgleich 
nochmals geschlagen, blieb er standhaft. Dann befahl er, seine 
Schulterblätter mit spitzigen Eisen zu zerbrechen. Aber auch das 
alles ertrug freudig der heilige Florian und pries Gott. Dann befahl 
der verruchte Statthalter, ihn zum Ennsflusse zu führen und dort 
von der Brücke hinabzustürzen. Der heilige Florian ging, als das 
Todesurteil über ihn gesprochen worden war, freudig und jubelnd 
zum Tode; denn er glaubte sich zum ewigen Leben bestimmt. 

Als er nun zu dem Orte gekommen war, wo er hinabgestürzt 
werden sollte, bat er die Soldaten, ihm noch Zeit zum Gebete zu 
lassen. Man gewährte ihm dies und er betete etwa eine Stunde. 
Nachdem man ihm aber einen großen Stein an den Hals gehängt 



*) Engelbrecht Mühlbacher „Zur ältesten Kirchengeschichte des Landes 
ob der Enns" in der „Theologisch-praktischen Quartalschriff 1868, S. 433 ff. 




JahrestericM des Museum Erancisco-Carolinum in Linz, 1903. Tafel I 



disi 



hatte, stürzte ihn ein wütender Jüngling in den Fluß und sogleich 
erblindeten dessen Augen. Der Fluß aber erschrak, da er den 
Märtyrer Christi empfing, und mit gehobenen Wogen legte er seinen 
Leichnam auf einen hervorragenden Felsen. Dann kam auf Gottes 
Befehl ein Adler ^) und schützte ihn mit ausgebreiteten Flügeln. 

Aber der heilige Florian erschien in einer Vision einer gott- 
ergebenen Matrone und zeigte ihr den Ort, wo sie ihn begraben 
sollte. Auf die Mahnung dieses Gesichtes spannte nun das Weib 
sogleich die Zugtiere an, fuhr zum Flusse, verbarg ihn (den Leich- 
nam) unter Gesträuch und führte ihn zu dem Orte, wo sie ihn 
begraben sollte. Doch als die Zugtiere ermatteten, bat das Weib 
zitternd den Herrn, ihr zu helfen. Und sogleich entsprang am 
selben Platze eine reichliche Quelle und die erquickten Tiere führten 
ihn zu jenem Orte und sie begrub ihn. An diesem Orte aber 
geschehen viele Heilungen und alle, die im Glauben bitten, werden 
Gottes Barmherzigkeit erlangen; denn die Heiligkeit des Lebens 
und die Standhaftigkeit des Glaubens krönt die Kämpfer Christi 
und führt sie mit der Palme des Martertodes zum ewigen Leben 
durch die Hilfe des ewigen Königs, des Herrn Jesu Christi, der 
mit dem Vater und dem heiligen Geiste lebt und wahrer Gott 
bleibt in Ewigkeit. Amen." 

Diese älteste Fassung der Legende ist zugleich die knappste; 
alle späteren sind Erweiterungen. Gemeinsam ist ihnen die Ten- 
denz, die Stellung des heiligen Florian zu heben: „Die zweiten 
Akten der Legende nennen ihn bereits princeps officii, die dritten 
militiae princeps. Nach der jüngsten Bearbeitung ist er schon 
Befehlshaber der kaiserlichen Truppen im östlichen Bayern. Im 
vierzehnten Jahrhundert heißt er tribunus militum, im sechzehnten 
eques Pannonicus et Noricorum militiae praefectus." 2) Wir werden 
sehen, daß die bildlichen Darstellungen bis ins 16. Jahrhundert 
hinein dieselbe Tendenz verfolgen. 

Der Name der „gottergebenen Matrone", die den Leichnam 
des Heiligen birgt, begegnet zuerst in einer metrischen Bearbeitung 
der Legende, die Altmann, ein Chorherr des Stiftes St. Florian, 
im 12. Jahrhundert vorgenommen hat. Dieser Name (Valeria) kehrt 
(mit dem Zusatz vidua) in einer in der Krypta von St. Florian 
eingemauerten Grabinschrift wieder, deren (gotische) Charaktere auf 



^) Der Adler bildet nun mit dem zweigeteilten Kreuze das Kapitel- 
wappen des Stiftes St. Florian. 

2) Mühlbacher a. a. 0. S. 435. 



das 13. Jahrhundert hinweisen; doch glaubt Wilhelm Kubitschek/) 
der zuletzt über die Inschrift gehandelt hat, daß in ihr die im 
13. Jahrhundert erfolgte Erneuerung eines älteren Originals vorliege. 
So viel genüge über die Legende selbst; wir wenden uns nun 
ihren bildlichen Darstellungen zu. 

IL 

Die beiden oben erwähnten, seit kurzer Zeit im Besitze des 
Museums befindlichen Holztafeln von der Größe 39 : 60 cm , die 
offenbar einst zu den Flügeln eines größeren Altarwerkes gehörten, 
stammen angeblich aus Dimbach. Sie befanden sich in einem sehr 
schlechten Erhaltungszustand, aber was an ihnen noch zu retten 
war, wurde durch die kundigen und umsichtigen Bemühungen Josef 
Strabergers gerettet, so daß sie sich heute wieder in der alten 
klaren Frische ihrer Bemalung präsentieren. An den beschädigten 
Stellen zeigte sich, daß die Holztafeln mit einer kreidegrundierten 
Leinwand überzogen und darauf erst die Farben (in Eitempera) 
gesetzt sind. 

Von den vier Bildern weisen zwei noch den alten Goldgrund 
(mit einem Brokatmuster), die anderen bereits einen realistisch 
farbigen Hintergrund auf. Jene eröffnen, diese beschließen die 
Erzählung. Diese selbst greift die folgenden vier Szenen der Legende 
auf: Gefangennehmüng, Verhör, Marter und Überführung der Leiche 
nach ihrem Begräbnisort. Sämtliche Szenen, besonders aber die 
drei ersten, gehören der typischen Auswahl an, die die christliche 
Kunst in ihrer Legendendarstellung von jeher bevorzugt hat; es ist 
überflüssig, auf die berühmten Beispiele dies- und jenseits der Alpen 
besonders zu verweisen. 

Das erste Bild, das die Gefangennehmung darstellt (Tafel I), 
eröffnet den Blick auf eine augenscheinlich mehrbogige, aus Quadern, 
die mit Eisenklammern verbunden sind, aufgeführte Brücke mit 
niedrigem Geländer in Ziegelbau; links verwehrt ein Schlagbaum 
Wagen und Reitern den Weg. Im Hintergrunde links sind ein 
baumbestandener Hügel und an seinem Fuß ein paar stattliche 
Gebäude angedeutet, rechts erhebt sich ein von Bäumen und einem 
festen Schloß bekrönter Fels. 

Auf der Brücke nun wird der Heilige (kenntlich an dem 
gelben Nimbus) von zwei Schergen und ihrem Anführer gefangen 



') Kubitschek „Römerfunde aus Oberösterreich" (Mitteilungen der Zentral- 
kommission, dritte Folge, Bd. II, S. 270 ff.). 




Jaliresl3ericht des Museum Erancisco-Carolinum in Linz, 1903. Tafel II. 



genommen. Mit sanft zur Seite geneigtem Kopfe läßt er (im Ein- 
klang mit der Legende) willig über sich ergehen, was er selbst 
herausgefordert hat; zu diesem Ausdruck der Milde stimmt vor- 
trefflich das blonde, langgelookte Haupthaar und der kurze blonde 
Vollbart. Auffallend ist seine Tracht: Ritterrüstung, roter Mantel 
und roter Hut mit hermelinbesetzter Krempe. 

Ihm gegenüber der Hauptmann hält in der Linken eine Arm- 
brust, in der Rechten das eine Ende der Fessel gefaßt, die um die 
Handgelenke des Heiligen geschnürt ist. Nicht ganz klar ist die 
Hantierung der beiden Häscher, die jedenfalls die Fesselung zu ver- 
mehren und zu verstärken geschäftig sind. Der Hauptmann trägt über 
einer roten Haube eine weiße runde Filzmütze mit Straußenfedern, 
einen hellroten, geschlossenen und gegürteten Rock, enganliegende 
weiße Beinkleider und hohe lederne Stulpenstiefel. Von den beiden 
Schergen ist der eine gepanzert, der andere mit grünem Rock, an dessen 
Gürtel eine Tasche hängt, und knappen gelben Hosen bekleidet. 

Im zweiten Bilde, der Darstellung des Verhörs (Tafel H), wird 
der gefesselte Heilige vor den Statthalter Aquilin geführt. Die 
Szene geht in einem gemauerten Innenraume vor sich, aus dem 
zwei Fenster, ein kleines rechts und ein sehr breites links, den 
Blick ins Freie führen: rechts auf den goldgrundierten Himmel, 
links in eine hügelige Flußlandschaft mit Gebäuden. 

Unter einem grünen gemusterten Thronhimmel, auf einem 
durch vier Stufen über den Boden erhöhten Podium thront der 
Statthalter auf niederem Sitz, der mit einem goldbrokatenen, troddel- 
verzierten Polster belegt ist; ein Goldbrokat -Teppich hängt über 
der Schranke, die den Thronsitz gegen das Publikum abschließt 
und auf die der Statthalter breit seine Arme auflehnt. 

Dieser selbst ist weißbärtig und von auffallend großen Gesichts- 
formen (Mund, Nase, Ohr); sein roter Mantel hat weite Ärmel, 
darin sich wechselseitig die Hände verbergen, sein Haupthaar ist 
unter einer goldbrokatenen Haube verborgen, auf der das kühn- 
geschweifte rotsamtene Barett sitzt. 

Florian wird, an den Händen gefesselt, dem Statthalter von 
zwei Schergen vorgeführt; es sind nicht die nämlichen, die ihn 
arretiert haben; dagegen wird an der Erscheinung des Heiligen 
selbst das Bemühen des Künstlers deutlich, an der im vorhergehenden 
Bilde gegebenen Schilderung festzuhalten. Freilich ist diese Absicht 
nicht pedantisch durchgeführt, weder was das Gesicht, noch was 
Einzelheiten der Tracht angeht (so fehlen z. B. hier der Hermelin- 
krempe des Hutes die charakteristischen schwarzen Schwänzchen). 



8 

Ruhig und aufmerksam betrachtet der Heilige den Richter, 
der seinerseits dem Vortrage des einen Schergen zu lauschen scheint. 
Dieser, der zur Rechten Florians steht, den er am Strick gefesselt 
hält, begleitet seine Rede mit einer bezeichnenden Bewegung der 
Rechten; bärtig und kahlköpfig, scheint er seiner Tracht nach eine 
höhere Charge zu bekleiden als seine Gefährten. Seine Beinkleider 
sind enganliegend und weiß, sein Wams aus zweierlei Tuch, einem 
weißen, grüngestreiften und einem gelblichen, an den Oberarmen 
gebauschten. In seinem Gürtel steckt ein kurzer Dolch. Sein Be- 
gleiter (zur Linken des Heiligen) in derbem, grünem Rocke und 
gelben Hosen, mit einem dicken froschähnlichen Gesicht, lüftet 
ehrerbietig die Mütze vor dem Statthalter. Im Hintergrunde dieser 
Gruppe tauchen noch zwei andere bärtige Köpfe auf. 

Das dritte Bild, das das Martyrium des Heiligen darstellt 
(Tafel IH), überrascht zunächst durch den blauen Himmelshintergrund. 
Am diesseitigen, abschüssigen Ufer eines Flusses (oder Sees? dies 
geht aus dem Bilde selbst nicht hervor), an dessen jenseitigem Rande 
ein begrünter Berg mit einer Ortschaft zu seinen Füßen sich erhebt, 
ist vor einem großen grünen Baume eine Gruppe von drei Figuren 
angeordnet. Unter ihnen sind auf den ersten Blick Florian und 
Aquilin erkennbar, obwohl auch hier an dem früher geschilderten 
Typus nicht gerade ängstlich festgehalten wird. 

Auf der Rasenböschung des Ufers sitzt der Heilige, nackt 
bis auf einen weißen Schurz, der seine Lenden verhüllt. Seine 
Hände sind auf dem Rücken gefesselt, sein Oberkörper wird durch 
die schwere Last eines gewaltigen braunen Mühlsteines vornüber- 
gebeugt, der mit einer Eisenkette am Halse des Märtyrers befestigt 
ist. Köstlich naiv ist der Zug, daß Florian, in schaudernder Angst 
vor dem Wasser und mit einer instinktiven Bewegung, das rechte 
Bein emporhebt und zurückzieht. Sein Antlitz drückt Kummer aus. 
Der ganzen Darstellung des Martyriums haftet nichts von jenen 
Übertreibungen an, mit denen die altdeutsche Kunst in ähnlichen 
Fällen auf die allerdings sehr starken Nerven ihres robusten Publi- 
kums zu wirken suchte. 

Noch sitzt der Heilige auf der Böschung, aber im nächsten 
Moment wird ihn der mächtige Stein, der bereits ins Wasser sinkt, 
mit hinabgezogen haben. Doch noch schneller hat die Strafe Gottes 
den Henker ereilt, der (in gelben Hosen und gelbem Rock, den 
Kopf mit einer schwarzen Haube bedeckt) im Hintergrunde die 
Arme mit jener hilflos tappenden Bewegung vorstreckt, die für den 
plötzlich Erblindeten charakteristisch ist. Dies ist unleugbar vom 




Ja]ires])ericlit des Museum Francisco-Carolinuni in Linz, 1903. Tafel III. 



f 



9 

Maler fein beobachtet; recht naiv ist dagegen wieder die Schilderung 
des physiologischen Vorganges der Erblindung selbst: die Augen 
sind aus ihren Höhlen gefallen und rinnen über die Wangen; unter 
den geschlossenen Lidern dringt das Blut hervor. 

Während dies geschieht, öffnet sich der Himmel und in den 
Wolken erscheint Christus in der Glorie, um für seinen Bekenner 
zu zeugen. Auf diese himmlische Erscheinung ist der Blick Aquilins 
gerichtet, auf sie bezieht sich die staunende Gebärde seiner Rechten. 

Im Mittelgrunde des Bildes aber ruht auf einer kleinen Er- 
hebung im Flusse die angeschwemmte Leiche des Heiligen; über 
ihr schwebt ein großer schwarzgefiederter Adler mit gelbem Sohnabel 
und gelben Krallen. 

Wir sehen also hier zwei zeitlich auseinander liegende Momente 
der Erzählung auf einem und demselben Bilde dargestellt, vermöge 
einer künstlerischen Freiheit, die sich die Malerei älterer Zeiten 
oft genommen hat und die nun der Gegenwart wunderlich vorkommt. 

Auch das letzte Bild des Zyklus, das die Bergung des Leich- 
nams durch die heilige Valeria darstellt (Tafel IV), führt uns ins 
Freie. Umzäunte Wiesen, ein felsiger Hügel mit Bäumen und ein 
festes Gebäude mit Turm und Erkern bilden den Mittel- und Hinter- 
grund; vorn zieht eine steinige Straße, diesseits welcher eine Quelle 
fließt (nach der Legende: entspringt). Vor dieser Quelle nun macht 
ein Ochsengespann mit einem Leiterwagen Halt, der mit Laubwerk 
beladen ist, aus dem der Kopf des Heiligen hervorragt. Die Lenkerin 
des Gespanns,^) eine stattliche Frau in rotem Mantel und weißem 
Kopftuch, sucht ihre Tiere mit der Gerte anzuspornen; aber in 
demselben Moment trifft ihr Blick den Adler, der sich vorn an 
der Quelle niedergelassen hat und gleichsam auffordernd zu der 
Matrone aufsieht. 

Blutlose Lippen, blasse Wangen und die geschlossenen Augen 
charakterisieren hier den Tod im Antlitz des heiligen Florian, das 
aus den früheren Darstellungen blühend hervorleuchtete, 

III. 

Auf den ersten Blick lehren uns die geschilderten vier Bilder, 
daß wir es in ihnen nicht mit den Werken eines Künstlers, sondern 
mit den treufleißigen Arbeiten eines Handwerkers zu tun haben. 
Freilich aber merken wir auch ihnen an, daß zu ihrer Zeit Kunst 
und Handwerk nicht so scharf voneinander geschieden waren wie 
heute und neben ihren Schwächen stehen ebenso unleugbare Vorzüge. 

^) Die obere Hälfte dieser Figur ist leider stark zerstört. 



10 

Zu jenen gehört der Mangel perspektivischer Kenntnisse, der 
besonders in dem Unvermögen, einen Innenraum richtig zu schildern, 
deutlich wird. Ferner eine Unfähigkeit, die auftretenden Figuren 
in eine enge Beziehung zueinander zu bringen; ihre Blicke suchen 
sich gegenseitig, ohne sich zu finden. Einzelheiten wie das Ochsen- 
gespann (Tafel IV) lassen viel zu wünschen übrig, die Schilderung 
des landschaftlichen Elements bewegt sich durchaus in schematisohen 
Formen, die Erzählung könnte mitunter lebhafter sein. 

Dagegen fehlt es den Bildern aucht nicht an wahrhaft künst- 
lerischen Qualitäten, die so stark sind, daß sie den überwiegend 
angenehmen Eindruck der Malereien bestimmen. 

Vor allem ist die farbige Gesamthaltung der Bilder vorzügUch, 
mit wirklichem Sinn für koloristische Werte und die abgewogene 
Austeilung warmer und kalter Töne; besonders schön gestimmt sind 
die beiden Malereien auf Goldgrund. Die Vorliebe für satte, kräftige 
Farben teilt ihr Urheber mit der ganzen deutschen Kunst seiner Zeit. 

Ferner erfreuen charakteristische Einzelheiten, wie zum Bei- 
spiel der famose Kopf des Schergen, der seine Kappe zieht (Tafel II) 
oder die vorzügliche Schilderung der Ruhe des Richters auf der- 
selben Darstellung. In solchen Dingen, auf deren manche schon 
oben hingewiesen wurde, bewährt sich die eigentümlichste Kraft der 
altdeutschen Malerei, die aus ihrem engen und festen Zusammenhange 
mit der Naturbeobachtung entsprang und die nicht nur das hohe 
Kunstwerk der Dürerschen Werkstatt verklärte, sondern auch einen 
Schimmer auf die Arbeit des kleinen ländlichen Meisters fallen ließ. 

Mit besonderer treuer Liebe hat der Maler den Kopf des 
Heiligen behandelt, der einzige, der mit Bewußtsein einer gewissen 
idealen Schönheit angenähert ist. Wie fromm blickt er bei der Ver- 
haftung drein, wie gleichmütig ergeben auf den Richter, wie traurig 
vor seinem Tode! Mit welcher liebevollen Sorgfalt sind insbesondere 
seine schönen langen blonden Haarlocken gemalt, mit ihren spitz- 
pinselig aufgesetzten Lichtern. Diese Art der Haarmalerei war ja 
bekanntlich ein Ruhm der altdeutschen Kunst, wie viele Exempel 
und die hübsche kleine Geschichte von Dürers Begegnung mit 
Giovanni Bellini in Venedig lehren. 

Was das Verhältnis des Malers zu seinem Stoffe betrifft, so 
fallt in die Augen, daß im allgemeinen der Anschluß an die Legende 
sehr eng ist. Erst beim genauesten Vergleichen ergeben sich einige 
Abweichungen. 

So weiß die Legende in der uns vorliegenden ältesten Form 
einerseits nichts davon, daß der heilige Florian auf der Ennsbrücke 




Jahresbericht des Museum Irancisco-Carolinum in Linz, 1903. Tafel IV. 



I 



11 

verhaftet wird (vgl. dagegen Tafel I), anderseits läßt sie ihn von 
der Ennsbrücke hinabgestürzt werden (vgl. aber Tafel III). Diese 
seltsame Divergenz läßt sich am ehesten durch eine Verwechslung 
auf Seiten des Malers erklären ; ihm war die Geschichte des Heiligen 
gewiß nur mündlich überliefert worden und da konnte ihm der 
kleine Irrtum leicht passieren. 

Ferner fällt auf, daß der Maler den Adler auch dort einfuhrt, 
wo die Legende nichts mehr von ihm weiß: bei der Überführung 
des Leichnams des Heiligen (Tafel IV). Hier hat er aber augen- 
scheinlich bloß die Funktion, die heilige Valeria auf den wunder- 
baren Quell aufmerksam zu machen, der die ermatteten Zugtiere 
erquickt, die dann ihren Weg fortsetzen bis zu der Stelle, die sich 
der Heilige selbst zum Grabe bestimmt hatte und an der sich 
heute das herrliche Barockstift St. Florian erhebt. 

Die entschiedenste Abweichung vom ältesten Texte der Legende 
liegt aber in der äußeren Ausstattung der Persönlichkeit des heiligen 
Florian selbst. Während dort nichts auf einen höheren Hang des 
Mannes hindeutet, tritt er hier (siehe Tafel I und II) nicht nur 
als Ritter, sondern geradezu als Fürst auf; er trägt über der Rüstung 
den roten Mantel i) und auf dem Haupte die rote Fürstenmütze 
mit aufgeschlagener Hermelinkrempe. 

Aber mit dieser Auffassung des Heiligen steht unser Maler 
durchaus nicht vereinzelt da. Wir saheu, daß die späteren Bearbeiter 
der Legende ihr insofern vorgearbeitet hatten, als sie bemüht 
waren, die Stellung, die der Heilige schon in seinem irdischen 
Dasein eingenommen hatte, zu erhöhen. Und wir können an einer 
ganzen Reihe von Einzeldarstellungen des heiligen Florian aus dem 
15. Jahrhundert nachweisen, daß das gleiche Streben damals auch 
die bildkünstlerische Gestaltung seines Typus bestimmte. Ein kurzer 
Gang durch die interessante Kunstkammer von St. Florian kann 
uns darüber lehrreichen Aufschluß geben. 

In einem der gotischen Glasfenster, die aus der durch ihre 
Schnitzaltäre berühmten Leonhardskirche in Pesenbach stammen 
und dem Jahre 1486 angehören, erscheint der heilige Florian in 
grünem Rock mit goldenem Gürtel, roten Beinkleidern, rotem, weiß- 
gefüttertem Mantel und rotem Herzogshut mit weißgefütterter Krempe. 
In der Linken hält er die Fahne, mit der Rechten den Schild. 2) 



') Auch der rote Mantel ist für den fürstlichen, ja königlichen Rang 
im 15. Jahrhundert charakteri>ttisch , vgl. Weiß, Kostümkunde III, 1, S. 258 ff. 
«) Vgl. Czerny a. a. O. S. 68. 



12 

Gleichfalls in rotem Mantel und rotem Herzogshut mit weißer 
Krempe zeigt ihn ein Flügelaltar von 1487 mit dem Monogramm WS. 
Ein blondlockiger Kitter mit Fahne und Schwert, hält er hier bereits 
den Wasserkübel in der Linken, um ihn über ein rechts unter ihm 
befindliches (sc. brennendes) Gebäude auszuschütten. Dieser Zug ist 
für ihn bekanntlich bis auf den heutigen Tag charakteristisch geblieben. 

Rüstung, Mantel und Herzogshut zeichnen ihn auch an der 
reizenden Marmorstatuette des 15. Jahrhunderts (aus der ab- 
gebrochenen Kirche in Rohrbach) aus, die zum Teil (zum Beispiel 
an den Locken) Vergoldungen zeigt, i) Er gießt den Eimer über ein 
gegiebeltes, spitzbogiges Haus aus und lehnt dabei in einer etwas 
koketten Bewegung Oberkörper und Kopf stark zurück. 

Wieder als gepanzerter Ritter mit Helm und Helmbusch, 
Schwert, Panier und Kübel tritt er auf dem rechten Seitenflügel 
eines Tafelbildes des 15. Jahrhunderts auf. Hier setzt er den 
linken Fuß auf einen Fels, im Hintergrunde ragt eine Burg auf. 

Damit vergleiche man die Darstellung des Heiligen in der 
Miniaturmalerei des 12., 13. und 14. Jahrhunderts und man wird 
finden, daß auch hier durchaus die Tendenz vorherrscht, die Würde 
seiner äußeren Erscheinung zu steigern. Wir verzeichnen hier die 
Typen, die sich im Handschriftensohatze des Stiftes St. Florian 
vorfinden, nach der Beschreibung Czernys. 

A) (Vespertinale des 12. Jahrhunderts.) „Große Figur des 
heiligen Florian, der Panier, Siegespalme und Schild mit dem Stifts- 
wappen trägt." 2) 

BJ (Missale des 13. Jahrhunderts.) „In langer Tunika und 
Mantel, mit Palme, Schwert und Goldnimbus. Lange Haare um- 
schatten das runde, unbärtige Gesicht." Ebenda eine zweite Dar- 
stellung: „Mit rundem Kopf, frischem, jugendlichem Antlitz, langem 
Rock und Mantel, hoher runder Mütze, Palme und Schwert." ^) 

CJ (Missale der Florianer Kirche, 13. Jahrhundert.) „In langer 
Toga, Purpurmantel, Spitzmütze, in der Linken Schild und Palme, 
in der Rechten das Panier; das Gesicht rund, jugendlich, heiter, 
mit Nimbus und langem Haar. " ^) 

D) (Missale von Heinrich von Marbach, 1306.) „Der Heilige 
in Kettenhemd und Kettenhosen, einen weiten, geschlitzten, grünen 



1) Vgl. Czerny a. a. O. S. 94. 

2) Ebenda S. 32 ff. 

3) Ebenda S. 69 ff. 
*) Ebenda S. 71. 



13 

Waffenrock darüber, die Linke am Schwertgriff, die Rechte mit 
Panier und Tartsche. Das lange, reiche Haupthaar, welches ein 
frisches, helles Gesicht umwallt, bedeckt eine niedrige, graue Mütze 
mit aufgeschlagener, weiß gefütterter Krempe. Auf der Brust trägt 
er einen ganz kleinen Schild mit dem Stiftswappen." ^) 

In diese Typenreihe gliedern sich die beiden merkwürdigen, 
überlebensgroßen Holzstatuen aus dem 13. Jahrhundert, die die Stifts- 
tradition als Darstellungen des heiligen Florian bezeichnet, zwanglos 
ein. 2) Wenn es sich uns um eine Geschichte der Entwicklung des 
Floriantypus (als einer Einzelfigur) in der bildenden Kunst handeln 
würde, so müßten wir diesen beiden wichtigen Werken eine eingehende 
Untersuchung widmen; für unseren Zweck genügt es, darauf auf- 
merksam zu machen, daß das größere dieser Bildnisse auch den 
Herzogshut und über der Rüstung den roten Mantel zeigt. 

Diese Beispiele könnten leicht vermehrt werden, aber schon 
die angeführten dürften genügen, um erkennen zu lassen, daß 
der Maler unserer Tafelbilder mit seiner Auffassung des Heiligen 
nicht geneuert hat, sondern mitten in einer alten und langen 
Tradition steht. 

Erst in der Zeit, da man sich in der Kunst wieder eng an die 
historisch-literarische Überlieferung anzuschließen begann, verlor der 
heilige Florian nicht nur sein altdeutsches Kostüm, sondern auch 
seinen hohen Rang und sinkt in den Darstellungen der Barocke 
zum römischen Soldaten hinab, als den ihn die fiteste Fassung 
seiner Legende zeigt. — 

In dieselbe Zeit, als der Stil der vier Tafelbilder, weist uns 
das Kostüm ihrer Figuren. Die breiten und „maulichten" Schuhe,^) 
das Barett mit der kostbaren Unterkappe*) führen in die erste 
Hälfte des 16. Jahrhunderts, wogegen weder die noch unzerschlitzten, 
engen, langen Beinkleider sprechen, die sich auch in dieser Zeit 
noch „bei allen Ständen forterhalten", 5) noch der „Tappert", der 
auch noch lange unverdrängt neben der Schaube weiter existiert. 
Zwanglos fügen sich dieser Zeitbestimmung die Form der Rüstung 
(Plattenpanzer) und des Schwertes mit seiner einfachen 5- förmigen 
Parierstange. 



1) Vgl. Czerny a. a. O. S, 72 ff. 

^) Genaue Beschreibung bei Czerny, S. 57 ff. 

3) Weiß, Kostümkunde, III. 2, S. 606 und 618. 

*) Ebenda S. 618. 

s) Ebenda S. 609. 



14 

IV. 

Szenen aus dem Leben des heiligen Florian erzählen ferner 
die vier Hochreliefs auf der Innenseite der Flügel des Choraltars 
der Kirche St. Florian in Bayern, i) Es handelt sich um den Schmuck 
eines „gotischen Flügelaltars aus den ersten Jahren des 16. Jahr- 
hunderts. Alt ist nur der Schrein mit den Flügeln, das übrige ist 
modern gotische Ergänzung." ^) 

Im Schrein sind unter dem Baldachin drei bemalte Holzfiguren 
aufgestellt: links (vom Beschauer) der heilige Wolfgang mit dem 
Bischofstab in der Rechten, dem Beil in der Linken, zu seinen 
Füßen die Kirche; in der Mitte die heilige Anna selbdritt im viel- 
verbreiteten reizvollen Typus jener Zeit (von dem zum Beispiel unser 
Museum allein vier Exemplare aufbewahrt), das heißt in matronaler 
Tracht und das Christuskind auf dem linken, Maria aber in Gestalt 
eines jungen Mädchens auf dem rechten Unterarm wiegend; rechts 
der heilige Florian selbst, in ritterlicher Rüstung, mit Mantel, Barett, 
Fahne und Kübel. Das von langen Locken umwallte jugendliche 
Gesicht ist auch in den Relief bildern festgehalten, desgleichen die 
Tracht, die ihn auch hier als großen Herrn bezeichnet. 

Die Auswahl der Szenen aus dem Leben des Heiligen deckt 
sich nicht ganz mit jener auf unseren Florianbildern. Die Gefangen- 
nehmung auf der Ennsbrücke, das Verhör vor Aquilinus und der 
Todessturz in die Enns sind auch hier geschildert, aber an Stelle der 
Überführung der Leiche nach St. Florian ist ihre Auffindung durch 
die heilige Valeria, also ein vorangehender Moment, herausgegriffen. 

Wir beginnen mit der ersten Szene, der Gefangennehmung 
(Tafel V links oben). Diese ist von den Herausgebern der ..Kunst 
im Königreich Bayern" mißverstanden worden; sie wird dort so 
beschrieben: „Der Heilige wird von den Häschern auf die Brücke 
geführt." Es hätte aber wirklich wenig Sinn gehabt, der Schilderung 
des Sturzes von der Brücke die völlig gleichgültige Erzählung des 
Hinführens auf die Brücke voranzuschicken. Auch würde dann das 
Auge des Beschauers aufs wunderlichste kreuz und quer geführt, 
da es rechts oben mit der Betrachtung beginnen, sie rechts unten 
fortsetzen und dann wieder nach links oben umspringen müßte. 
Was zu diesem Erklärungsirrtum führte, ist klar: von einer Ver- 

^) Abgebildet auf Tafel 219 der „Kunstwerke im Königreich Bayern". 
Erwähnt bei Sighart „Geschichte der bildenden Künste in Bayern" S. 429, 502, 580. 
Sighart scheint sie aber nicht aus eigener Anschauung gekannt zu haben, da er 
an der letzterwähnten Stelle von Tafelbildern aus dem Leben des Heiligen spricht. 

2) Text dazu S. 1661. 




Co 

EH 



CO 

<=> 

OS 



5=1 



PR 






CO 

Ha 



15 

haftung auf der Ennsbrücke weiß die Legende nichts. Aber die 
uns vorliegende bildliche Tradition scheint nun einmal an diesem 
Zuge festzuhalten. 

Sowohl die auf fünf Pfeilern ruhende, quaderngemauerte Brücke 
als auch die Landschaft im Hintergrunde sind, verglichen mit den 
Figuren des Heiligen und der fünf Schergen, die ihn fesseln, von 
einer un verhältnismäßigen Kleinheit; die Pfeiler der Brücke, auf 
der die sechs Figuren sich zusammendrängen, sind etwa so hoch 
wie die Unterschenkel der Figuren. Diese stilistische Seltsamkeit 
fallt auf den Reliefs jener Zeit öfter auf und ist so zu erklären. 
Wollte der Schnitzer das landschaftliche Element in seine Schilde- 
rungen mit einbeziehen und damit naturalistisch -illusionistische 
Wirkungen erzielen, so hätte er ihm die größere Hälfte des ver- 
fügbaren Bildraumes opfern und die Gestalten der auftretenden 
Personen sehr klein halten müssen; da es ihm aber gerade wesent- 
lich an diesen Gestalten und der Darstellung ihrer Handlung lag, 
er aber anderseits auf das landschaftliche Element, das sich gerade 
zur Zeit Dürers übermächtig in die deutsche Kunst eindrängte, 
nicht verzichten wollte, entschloß er sich zu diesem Auswege, auf 
welchem allerdings das Lokale zum Charakter des Attributiven 
herabgedrückt wurde. 

Der Typus der Landschaft im Hintergrunde bleibt sich auf 
allen vier Bildern ungefähr gleich; es sind Hügel, die sich nach 
rückwärts emporziehen, mit Wegen, die auf ihren Höhen hinführen, 
mit Baumgruppen, vereinzelten Häusern und einer festummauerten 
kleinen Stadt mit hohem Torturm. 

Das zweite Relief (Tafel V rechts oben) erzählt das Verhör 
vor Aquilin in ungefähr derselben Weise wie auf unserem Bild 
(Tafel IT), nur daß hier der Schauplatz ins Freie verlegt ist und 
der Statthalter links im Bilde sitzt. Einige Einzelheiten stimmen 
auffällig überein: wie dort thront Aquilin unter einem brokat- 
geschmückten Baldachin, wie dort wird ihm der heilige Florian von 
zwei Schergen vorgeführt, deren einer die Fessel hält, während der 
andere vor dem Richter die Kappe lüftet. Nur daß hier Aquilin 
nicht so gleichmütig verharrt wie auf unserem Bilde, sondern die 
Linke erhebt, verwundert, einen seiner Großen als Gefangenen vor 
sich zu sehen. Auch hier werden im Hintergrunde noch einige 
Begleiter sichtbar. 

Der Sturz in die Enns (Tafel V rechts unten) vollzieht sich 
hier in engerem Anschluß an die Legende von der Brücke aus 
(Vergl. dagegen Tafel III). Im Vordergrunde bücken sich zwei 



16 

Kriegskneohte, um den heiligen Florian an den Schultern zu fassen 
und über den Brückenrand zu stoßen. Er ist, Vom Gewicht des 
Mühlsteines (der hier allerdings in sehr kleinem und zierlichem Maße 
gehalten ist)^) niedergezogen, mit gefesselten Händen in die Knie 
gesunken; aber sein Antlitz ist ruhig und gottergeben emporgewandt. 
Im Hintergrunde dieser Gruppe assistieren vier weitere Schergen. 

Am ansprechendsten hat der Künstler seine Aufgabe in dem 
Relief gelöst, das die Aufßndung der Leiche des Heiligen darstellt 
(Tafel V rechts unten); hier liegt eine wunderbar milde und fried- 
liche Stimmung über dem Ganzen. Ein Fluß durchzieht die Land- 
schaft, an dessen jenseitigem Ufer sich ein hügeliges Gelände erhebt; 
ein Weg schlängelt sich bergan, feste Bauten sind in die Gegend 
verstreut. Hart am jenseitigen Ufer des Flusses werden (in richtiger 
perspektivischer Verkleinerung) zwei Gestalten sichtbar, in deren 
einer wir Aquilin, in deren anderen wir einen seiner Trabanten 
erkennen. Erstaunend öfiPnet der Statthalter seine Rechte, mit der 
Linken zeigt er auf den Gegenstand seiner Verwunderung, den Vor- 
gang auf dem diesseitigen Ufer des Flusses. 

Hier erblickt man den Leichnam des Heiligen, den der Fluß 
wieder ausgeliefert hat, auf dem Boden ruhend, ganz in der Stellung 
eines friedlich Schlummernden, unzerstört von den Gewalten des 
Wassers; noch schmücken ihn Mantel und Barett, noch hängt aber 
auch der Mühlstein an seinem Halse. Mit ausgebreiteten Schwingen, 
drohend geöffnetem Schnabel und gezückten Krallen schwebt ein 
mächtiger Adler über ihm, bereit, jede Unbill von dem kostbaren 
Leichnam abzuwehren. Zu dessen Häupten aber steht seine Retterin, 
eine innige, rührende Gestalt in Rock und weitem Mantel, die zarten 
Hände still über der Brust faltend; gar anmutig dringt ihr junges 
Gesicht aus der dichten Verhüllung des kleidsamen Kopfbunds 
hervor. Es liegt wie ein goldener Abglanz des Wunders über dem 
Frieden dieses Bildes. 

Das künstlerische Verdienst dieser Reliefs ist nicht gering. 
Sie haben ihre unleugbaren Mängel, gewiß; die Figuren sind mit- 
unter (zum Beispiel im Verhör) ungeschickt in einen Klumpen geballt, 
ihre Stellungen und Bewegungen könnten mitunter freier und natür- 
licher, der Ton der ganzen Erzählung lebhafter sein; so ist zum 
Beispiel die Person des heiligen Florian in den ersten drei Szenen 
ein bißchen gar zu phlegmatisch und temperamentlos aufgefaßt, es 
ist ein beinahe behäbiger Typus aus ihm geworden. 

') D. h. er hat dieselbe attributive Kleinheit der Proportionen wie die 
Brücke und aus demselben Grunde. 




JahrestericM des Museum Francisco-Carolinum in Linz, 1903. Tafel VI. 



17 

Die Stärke dieses Künstlers liegt offenbar nach einer ganz 
anderen Seite, nach der Seite der Schilderung des ruhig Zuständ- 
lichen und Idyllischen hin. So ist denn, wie wir schon hervorhoben, 
der Ton der Erzählung im dritten Bilde ganz wunderbar getroffen. 
Aber auch sonst ist manches zu loben, vor allem die reiche und 
realistische Charakteristik der Einzelheiten, als Köpfe, Trachten usw. 
Im ganzen verdient das Werk vollauf das hohe Lob, das ihm von 
Seiten der Herausgeber der „Kunstwerke im Königreich Bayern" 
gespendet wird.^) 

Zum Schlüsse sei noch der Vermutung Raum gegeben, daß 
die Verschiedenheit, die zwischen unserem und dem bayerischen 
Zyklus in der Auswahl der letzten Szene für die Darstellung der 
Legende besteht, wohl mit der Entstehung unserer Tafeln innerhalb 
des Patronatbezirkes des Stiftes St. Florian zusammenhängen dürfte. 
Das eigentliche Wunder besteht ja in der Rettung und Auffindung 
des Leichnams und diese Momente, nicht aber die Überführung 
nach St. Florian, finden wir in den bayerischen Reliefs mit Recht 
herausgegriffen; dagegen hatte die Darstellung der Überführung für 
ein Werk größeres Interesse, das in der Umgebung des Stiftes auf- 
gestellt zu werden bestimmt war. 

V. 

Die Gemäldegalerie des Stiftes St. Florian bewahrt als ihre 
höchste Zierde einen Zyklus von zwölf gleich großen (110: 93 cm) 
und auch stilistisch eng zusammengehörigen Tafelbildern aus dem 
Anfange des 16. Jahrhunderts. Sie bildeten ursprünglich als sechs 
auf beiden Seiten bemalte Holztafeln Bestandteile eines großen 
Altars ä doubles battants; erst durch Engert, den Direktor des 
Belvedere, der mit ihrer Restaurierung betraut war, wurden sie 
auseinandergesägt. 2) Die Bilder tragen kein Monogramm, noch sind 
sie datiert; aber eines der Bruchstücke eines kleineren Flügelaltars, 
dessen Gemälde augenscheinlich von der Hand desselben Künstlers 
stammen, der jene zwölf Bilder gemalt hat, trägt die Jahreszahl 1518; 
damit stimmt die Stiftstradition überein, die diese Malereien sämt- 
lich dem großen Regensburger Meister Albrecht Altdorfer zuschreibt.^) 

Acht von den Darstellungen sind der Leidensgeschichte Christi 
entnommen, zwei führen das Martyrium des heiligen Sebastian vor, 
zwei andere betreffen die Legende des heiligen Florian. 

») Textband S. 1661 ff. 
=») Czerny a. a. O. S. 112. 
^) Czerny ebenda. 



18 

Von diesen beiden zeigt eines das Verhör vor Aquilin, das 
andere die Auffindung der Leiche durch die heilige Valeria; man 
sieht, wir bleiben innerhalb der Szenenauswahl, die für die Dar- 
stellung dieser Legende charakteristisch ist; und wir dürfen annehmen, 
daß unter den verloren gegangenen Bildern sich auch eine Schilderung 
der Gefangennehmung auf der Ennsbrücke, sowie des Todessturzes 
des Heiligen sich befand. 

Das Verhör des Heiligen (Tafel VI) geht in einem Saal vor 
sich, der sich mit einem breiten Bogen, dessen Kassetten mit Ro- 
setten verziert sind, gegen eine gotische Vorhalle im Mittelgrunde 
öffnet, die ihrerseits den Blick auf einen freien Platz mit Spazier- 
gängern, auf allerlei Gebäude und Berge im Hintergrunde frei läßt. 

Links vorn in diesem Räume ist unter einem rotsamtenen 
Baldachin, dessen grüner Vorhang zurückgenommen ist, das Tribunal 
aufgerichtet. Hier thront in reichem Prunksessel, dessen Armlehne 
in Form eines Hahnes gestaltet ist, Aquilinus, der von Gold und 
Purpur starrt. Phantastisch ist sein Hut geformt, über dem rot- 
samtenen Gewände trägt er einen ,,Goller" von Goldbrokat und 
goldbrokatene Ärmel; in der gesenkten Rechten hält er einen 
zepterartig verzierten Stab, seine linke Hand ist staunend erhoben: 
offenbar ist er überrascht, einen seiner Großen von Schergen vor- 
geführt zu sehen; es ist, als ob er seinen Augen nicht traute. Der 
dunkle, sich emporsträubende Knebelbart verleiht seinem Antlitze 
etwas Tyrannisches. 

Zwei Gewaffnete führen ihm den heiligen Florian vor, indem 
sie ihn an den Oberarmen festhalten ; der Kopf eines Dritten erscheint 
hinten zwischen ihnen. Die Krieger gehen sehr glimpflich mit ihrem 
Häftling um, wie sie ihn denn auch nicht gefesselt haben: sie 
respektieren noch immer in ihm den großen Herrn. Dem entspricht 
denn auch ganz und gar sein eigenes imposantes Auftreten und 
seine Tracht. 

Florian trägt auch hier über dem blauen Wams eine rote, 
pelzverbrämte Schaube; das grüne Barett hält er in der Linken, 
grüne Strümpfe, Kuhmäuler und ein Degen vollenden seine Aus- 
stattung. Er ist reich geschmückt: an der doppelten Halskette 
hängt eine große goldene Medaille, um seine Brust ist eine doppelte 
goldene Ehrenkette gelegt, die Finger seiner Hände sind beringt. 
Lange aschblonde Locken wallen auf seine Schultern nieder. 

Die energische Gebärde seiner Rechten scheint eine Zumutung 
abzuwehren, die ihm Aquilinus gestellt hat; die Zumutung, den 
heidnischen Göttern zu opfern (Vergleiche die Legende). Über- 




Jahresbericlit des Museum Prancisco-Carolinum in Linz, 1903. Tafel VII. 



19 

haupt ist sein ganzes Auftreten selbstbewußt, ja großartig. Hierin 
unterscheidet sich die Auffassung des Malers wesentlich von der- 
jenigen der oben behandelten Bildwerke, in denen der Akzent auf 
die fromme Ergebenheit und Milde des Heiligen gelegt ist. Aber 
im übrigen deckt sich das ikonographische Schema unseres Bildes 
so sehr mit der entsprechenden Darstellung auf dem Linzer Bilde 
und an dem bayerischen Altar, daß man beinahe versucht ist, ein 
gemeinsames älteres Vorbild für diese drei Gestaltungen der Ver- 
hörszene anzunehmen. 

An künstlerischem Verdienst übertrifft freilich das Florianer 
Bild jene Bildwerke weitaus. Nicht als ob es keine Fehler hätte: 
der Scherge, der Florians rechten Arm hält und mit der eigenen 
Rechten auf den Statthalter weist, ist gründlich verzeichnet und 
vor allem viel zu klein geraten; auch sonst hapert es in der per- 
spektivischen Zeichnung, zum Beispiel des Thronsessels. Der aus 
gotischen und Renaissance -Elementen gemischte architektonische 
Innenraum hängt nicht logisch und durchsichtig in sich zusammen 
(was übrigens durchaus nicht gegen die Urheberschaft des Regens- 
burger Baumeisters Albreoht Altdorfer sprechen würde, wie ein 
Blick auf seine Augsburger „Geburt der Maria" lehrt. ^) Aber diese 
Mängel werden durch große Vorzüge reichlich wett gemacht. Klar 
und frisch strahlen die Farben, nicht anders, als ob das Bild gestern 
gemalt wäre, deutlich und lebhaft ist die Erzählung des Vorganges, 
voller Leben die psychologische Charakteristik, reich und malerisch 
die Schilderung der Trachten und des Milieus. Und wenn oben 
gesagt ist, daß das Palastinterieur eine Prüfung auf seinen organischen 
Zusammenhang hin nicht verträgt, so muß doch auch anderseits 
betont werden, daß es dem Künstler (im Gegensatze etwa zu den 
Malern der italienischen Hochrenaissance wie Raffael) auch gar nicht 
darauf ankam, sondern daß er sich hier mit der Erweckung eines 
Eindruckes im ganzen und großen (nicht gar viel anders als 
die modernen Impressionisten) begnügte und daß er dieses Ziel 
hier wie anderwärts mit so großem Erfolge erreicht hat, daß man 
ihn füglich zu den Initiatoren der deutschen Architekturmalerei 
rechnen darf. 

Das Bild, das die Auffindung der Leiche durch die heilige 
Valeria schildert (Tafel VII), ergreift dieselbe Szene wie das ent- 
sprechende Relief des bayerischen Altars; aber weiter erstreckt sich 

^) Diesen Mangel teilt A. A. mit seinem groi3en Zeitgenossen Dürer. 
Wie viele von den Innenräumen in seinem „Marienleben" zum Beispiel sind 
auch nur architektonische Möglichkeiten ? 



20 

der Zusammenhang zwischen den beiden Bildwerken nicht. Dort 
ging die Szene in freier Landschaft vor sich, hier spielt sie sich 
vor dem burgartigen Hause Valerias ab; dort war die Witwe allein, 
hier ist sie von einem Schwärm dienender Frauen und Mägde 
umgeben; dort sahen aus der Ferne, vom jenseitigen Flußufer, der 
Statthalter und ein Gefolgsmann dem Wunder zu, hier deutet alles 
darauf hin, daß die Bergung des Leichnams heimlich und in aller 
Eile geschieht. 

Das kalte Licht der ersten Morgenfrühe beleuchtet die Szene, 
die Nacht ist kaum vergangen, wie uns die Kerzen und Laternen 
in den Händen der Frauen sagen. Die Legende erzählt ja, daß 
Valeria im Traume zu ihrem Werke aufgefordert worden sei; da hat 
sie sich nun, erzählt der Maler weiter, im ersten Morgengrauen mit 
ihren Begleiterinnen aufgemacht, um den Heiligen zu suchen. Der 
Fluß strömt in der Nähe ihres Palastes vorbei und hier, an einer 
seichten Uferstelle, finden sie den toten Märtyrer. 

Der Zusammenhang der (an und für sieh sehr malerisch 
Avirkenden) Architekturen im Mittel- und Hintergrunde des Bildes 
ist wieder undurchsichtig. Rechts vorn steigt ein aus Ziegeln 
gemauerter halber Bogen auf, links tragen Pfeiler einen kleinen 
schuppenartigen Bretterverschlag; von diesen ruinenhaften Bauten im 
Vordergrunde führt eine zinnenbewehrte Mauer zu einem getürmten 
festen Gebäude im Hintergrunde, von dem weiter links noch eine 
kleine säulengetragene Vorhalle sichtbar wird, zu der eine steinerne 
Treppe emporführt. Die Tür ist offen, hier scheinen Valeria und 
die Ihrigen den Palast verlassen zu haben. 

Drei von den dienenden Frauen, mit aufgeschürzten Röcken 
imd Armein, sind beschäftigt, die angeschwemmte Leiche aus der 
Wasserlache zu heben, während vier andere Frauen leuchten und 
zusehen. Valeria selbst, durch ihre Schönheit und reiche Tracht 
sofort kenntlich, kniet am Kopfende des Leichnams, gegen den sie 
sich mit anbetend gefalteten Händen vorneigt. Der Leichnam ist 
mit schonungslosem Realismus gemalt: grau mit grünlichen und 
gelblichen Tönen, von dem durch blutige Beulen entstellten Kopfe 
hängen die Haare in dicken, nassen Flechten nieder. Freude und 
Demut strahlen im Antlitze Valerias, die überaus prächtig gekleidet 
ist; unter ihrem Kopfschleier, an dessen Zipfeln Perlen hängen, 
schimmert eine edelsteingeschmückte goldene Haube durch, Rock 
und Leibchen sind von grünem Samt mit Ärmeln und Brustsaum 
von Goldbrokat, goldene Troddeln hängen am Gürtel nieder; das 
Untergewand, das auch an den geschlitzten Unterärmeln in weitem 



21 

Bausche hervorquillt, ist blaßrosa; an dem goldenen Halsband ist 
ein Rubin befestigt. 

Auch an diesem Bilde fallen allerhand Verzeichnungen auf, 
ohne doch den vorzüglichen Gesamteindruck empfindlich zu beein- 
trächtigen. Und auch hier schließt sich die Darstellung nicht so 
eng an den frommen Ton der Legende an wie im Relief des baye- 
rischen Altars, es fehlt zum Beispiel der wunderbare Adler, sondern 
es ist vielmehr eine gewisse weltliche Freude des Malers an prächtiger 
Ausstattung seiner Szene durch Anbringung reicher Hintergründe, 
vieler Figuren und mannigfaltiger Trachten zu spüren. 

Czerny (a. a. O. S. 111) nimmt mit großer Wahrscheinlichkeit 
an, daß die Bilder, zu denen die beiden besprochenen gehören, 
Überbleibsel des Altares sind, den der kunstsinnige Propst von 
St. Florian, Peter Maurer, im Jahre 1509 zu Ehren des heiligen 
Sebastian weihte. Auf den heiligen Sebastian bezieht sich nicht 
nur die unter diesen Bildern befindliche Darstellung des von Pfeilen 
durchbohrten römischen Märtyrers, sondern auch die Darstellung 
seiner Mißhandlung mit Stockprügeln, welcher der von den Pfeilen 
unverwundete Heilige schließlich erlag. Bis jetzt wurde dieses 
Bild immer für die Florianlegende in Anspruch genommen; nur 
der feinsinnige Czerny äußerte gesprächsweise (wie ich einer freund- 
lichen Mitteilung des Stiftshofmeisters von St. Florian, des Herrn 
Johann B. Langthaler, entnehme) seinen Zweifel an dieser Erklärung. 
Diesen Zweifel können wir jetzt mit um so größerer Bestimmtheit 
aussprechen, als unsere Untersuchung gezeigt hat, daß eine Dar- 
stellung der Stäupung des Heiligen im ikonographischen Schema 
seiner Legende in der deutschen Kunst der ersten Hälfte des 16. Jahr- 
hunderts keinen Platz hat. 

Allerdings zeigt die Darstellung der Stäupung die gleichen 
architektonischen Motive wie jene des Verhörs; dies beweist aber 
gar nichts, da genau dieselben Motive (helle Pfeiler mit braunen 
Verkröplüngen, Tonnengewölbe mit vergoldeten Rosetten in den 
Kassetten, Fensterrosen und Mosaikfußboden) sich auch in der dem 
Passionszyklus angehörigen Darstellung der Dornenkrönung wieder- 
finden. Wir sehen daraus, daß diese Motive sozusagen dem Formen- 
repertoire des Meisters dieser zwölf Bilder angehörten. 

Wir dürfen mit großer Wahrscheinlichkeit annehmen, daß sich 
unter den verloren gegangenen Bildern des Sebastianaltars auch die 
Darstellungen der Gefangennehmung und des Martyriums des heiligen 
Florian befanden. Wie der Maler, der auf jeden Fall dem Albrecht 
Altdorfer und seiner Werkstatt sehr nahe stand, den Sturz des 



22 

Heiligen von der Ennsbrücke dargestellt haben mag, davon können 
wir uns ganz gut vor einem Bilde Altdorfers eine Vorstellung 
machen, das den Sturz des kroatischen Heiligen Quirinus von der 
Günsbrücke darstellt; es befindet sich in der Galerie von Siena und 
schildert die Szene höchst eindrucksvoll. Der Augenpunkt ist sehr 
tief genommen, wir sehen durch die hölzernen Pfeiler der Brücke 
auf den Fluß und die Uferberge, hoch oben am Brückenrand, in 
schwindelnder Höhe über dem Flusse, kniet der nackte, an einen 
mächtigen Mühlstein gekettete Bischof von Sisseg, dicht umdrängt 
von einer höhnenden Schergen- und Zuschauerschar, i) 

Die Frage, ob die interessante Bilderreihe des Stiftes St. Florian 
von der Tradition mit Recht dem Regensburger Meister zugeschrieben 
werde, ist im Laufe der letzten Jahre verschiedentlich beantwortet 
worden. Robert Stiaßny, dem das Verdienst gebührt, zuerst weitere 
Kreise auf den Florianer Zyklus aufmerksam gemacht zu haben, 
hat es bezweifelt („Zeitschrift für bildende Kunst", 1891, S. 256 fF. ; 
ebenda 1893, S. 239). Aber sowohl Max Friedländer 2) als auch 
T. Sturge Moore ^), die beiden Altdorfer Monographen, haben ihn 
in den Katalog der Werke des Meisters aufgenommen; jener freilich 
mit dem Vermerke, daß die Zuteilung noch einer Nachprüfung 
bedürfe. Volle Sicherheit wird uns erst eine genaue stilkritische 
Vergleichung der Bilder des Zyklus mit den sicheren Werken Alt- 
dorfers geben; wir hoffen, eine solche Untersuchung im nächsten 
Jahresberichte den Lesern vorlegen zu können. 

Dr. Hermann Ubell. 



I 



^) Das Gemälde gehört einem Zyklus von Bildern aus der Legende des 
Heiligen an, die in den Maßen und in der Behandlung übereinstimmen. Sie 
befinden sich in Siena und im Germanischen Museum. 

^) Max Friedländer, „Albrecht Altdorfer, der Maler von Regensburg", 
Leipzig, 1891, S. 37 ff. 

») „Altdorfer" by T. Sturge Moore, London 1900, 8. 47. 



Das Vorkommen 
von Cordierit und Cordierit- Gesteinen 

bei Linz 

und ein Vergleich mit den diesbezüglichen 
Vorkommnissen im Bayerischen Wald 

nebst einer 

Erklärung ihrer Entstehungsweise. 



Von 

Rud. Handmann S. J. 



-►-♦-*- 



J_Jie verschiedenen Arten von Cordierit und Cordieritgesteinen 
sind zweifelsohne zu den interessantesten Mineralien, beziehungsweise 
Gesteinen zu rechnen. Daß das diesbezügliche Vorkommen bei 
Linz keineswegs ein bloß untergeordnetes ist, werden nachfolgende 
Auseinandersetzungen zeigen. In denselben soll zunächst das Vor- 
kommen von Cordierit und der betreffenden Gesteinstypen dargelegt 
und hierauf nach Schilderung der Verhältnisse im fast angrenzenden 
Bayerischen Wald (nach den Beobachtungen und Untersuchungen 
Dr. Oümbels) die Cordieritgesteine beider Lokalitäten in Vergleich 
gezogen werden. Da in neuester Zeit Üniversitäts-Professor Doktor 
E. Weinschenk die petrographischen und geologischen Verhältnisse 
des Bayerischen Waldes einer genaueren Prüfung unterworfen und 
auf Grund seiner Untersuchungen eine Erklärung für die Entstehungs- 
weise der Cordieritgesteine des Bayerischen Waldes gegeben, so sollen 
auch diese Untersuchungen hier eingehender gewürdigt und im 
Anschlüsse daran die Genesis der betreffenden Linzer Gesteine be- 
sprochen werden. 

Bei diesen Auseinandersetzungen wurde vor allem andern auf 
die makroskopisch-petrographische Beschaffenheit der Gesteine Rück- 
sicht genommen, dieselben wurden aber auch einer mikroskopischen 
Prüfung unterzogen und sind die Resultate derselben gelegentlich 
verwertet worden. Die beigegebenen mikroskopischen Abbildungen 
einiger Dünnschliffe zeigen die Mikrostruktur der im Texte be- 
sprochenen Cordieritgesteine des Kürnberger Waldes. 

1. Allgemeines Vorkommen von Cordierit in Oberösterreich 

(außer Linz). 

Das Vorkommen von Cordierit (Dichroit) in den Gesteinen von 
Oberösterreich erwähnt bereits Herr Direktor J. Commenda in seiner 
Übersicht der Mineralien Oberösterreichs^), und zwar findet sich 



^) J. Cotnmenda, Übersiclit der Mineralien Oberösterreichs. Separatabdruck 
aus dem 35. Jahresberichte des k. k. Staatsgymnasiums zu Linz, Wien 1886, 
Komm, von Pichlers Witwe & Sohn, S. 9. 

1* 



derselbe nach einer zitierten Angabe von C. W. Oümhel^) „fein 
verteilt in manchen Granit- und Gneisgesteinen des Mühlviertels, 
so in einem Zuge, welcher zwischen der Großen und Kleinen Mühl 
hinstreicht". 

Desgleichen streicht ihm zufolge „ein Zug von Gneis, der durch 
die Beimengung von Dichroit und anderen Mineralien ausgezeichnet 
ist und von ihm Dichroitgyieis genannt wird, von Passau an das 
ganze linke Donauufer bis zur Landesgrenze und mit ergiebigen 
Graphitlagern bereichert über die Grenze von Wegscheid gegen 
Kollerschlag und PeiMein".'^) Herr Direktor Commenda^) fand auch 
Zersetzungsprodukte von Cordierit in Aschach. 

Bei der Tiefbohrung in Wels wurde der Schlier unterteuft und 
in beiläufig 1000 m Tiefe Cordieritgestein angebohrt. (Siehe unten.) 
Dies scheint darauf hinzuweisen, daß derartige Gesteine in Ober- 
österreich wahrscheinlich eine ziemlich ausgedehnte Verbreitung 
besitzen. 

2. Das Cordieritvorkommen bei Linz. 

Was das Cordieritvorkommen bei Linz betrifft, so wird eben- 
falls schon von Herrn Direktor Commenda^) Linz als Fundort von 
Dichroit (Cordierit) angegeben — nach brieflichen Mitteilungen des 
Herrn P. Fr. Resch S. J. 

Auf letzteres Vorkommen durch Herrn Professor Dr. H. Graber 
aufmerksam gemacht, erschien dem Verfasser gegenwärtiger Zusammen- 
stellungen der Gegenstand von weiterem Interesse; ich suchte deshalb 
das Vorkommen von Cordierit bei Linz noch genauer zu verfolgen. 

Bei Durchmusterung der Mineralien und Gesteine des natur- 
historischen Museums auf dem Freinberg bei Linz fanden sich einige 
kleinere Stücke von Cordierit mit Etiketten aus der Hand des 
P. Resch (1884), sowie ein größeres Stück, das seinerzeit P. L. Cornet 
S. J. als „Cordieritgneis" in die Sammlung eingereiht. Die Funde 
stammen aus den Steinbrüchen bei Margarethen und der sogenannten 
„Anschlußmauer" . 



») C. W. Oümbel, Geognostische Beschreibung des ostbayerischen Grenz- 
gebietes oder des Bayerischen und Oberpfälzer Waldgebirges, Gotha 1868, Perthes, 
S. 236. 

^) J. Commenda, Materialien zur Urographie und Geognosie des Mühl- 
viertels, Linz 1884, S. 15: Bei einem Begehen der Strecke Peilstein— Julbach 
fand ich selbst nur gewöhnlichen Granit oder Gneis und nur einmal schien ein 
Block am Wege an Cordieritfels zu erinnern. 

^) Nach mündlichen Mitteilungen. 

*) J. Comrnenda, Übersicht etc., S. 9 (8. 34). 



Ein weiteres Nachforschen ergab nun ein teilweise sehr häufiges 
Vorkommen von Cordierit und Cordieritgesteinen bei Linz mit 
anderen sehr interessanten Begleitmineralien, 

Die Farbe des Cordierits — um hier in Kürze alle Beob- 
achtungen zusammenzufassen — ist meist bläulichgrau, bei einigen 
frischeren Exemplaren blau bis schwärzlichblau und violett; die 
pinitisierten zeigen eine grünliche Farbe. 

Das Mineral erscheint entweder derb oder in mehr oder weniger 
abgerundeten Körnern ; selten finden sich Kristallflächen. Die Kristalle 
sind meist klein, nur in einem grobkörnigen Gestein fanden sich 
größere, 1 bis 2 crn lange Kristalle (Pinit), in einem andern ein 
etwa 3 cm langer Kristall von bläulicher Farbe. Bisweilen sind 
derartige (pinitisierte) Kristallbildungen weich, blätterig und chlorit- 
ähnlich ; daneben kommen auch (in demselben Gestein) große gold- 
gelbe Glimmersäulen vor, die vielleicht ebenfalls (wie der Gigantolith) 
als eine Metamorphose nach Cordierit erklärt werden können. Einmal 
fand sich ein Cordieritkristall von weißlicher Farbe — ein Prisma 
mit der basischen Endfläche darstellend, welche Form sich im 
polarisierten Lichte als ein DurchkreuxungsdrilUng erweist.^) 

3. Die Gordieritgesteine bei Linz. 

Die Gordieritgesteine der Linzer Gegend gehören den bisherigen 
Nachforschungen zufolge dem petrographisch als „Gneis" bezeich- 
neten Gebirgszuge am rechten Ufer der Donau an und es kann 
insbesondere der Gebirgsstock des Kü7'nberger Waldes -) als derjenige 
angesehen werden, wo sich hauptsächlich Gordieritgesteine zwischen 
Graniten eingelagert finden.^) 

Was die Gestei?istypen betrifft, so weisen die Gordieritgesteine 
von Linz, ähnlich wie anderwärts, einen verschiedenen geognostisch- 
petrographischen Charakter auf. Man kann folgende HaupttypeW^) 
unterscheiden : 



^) Vgl. Dr. Weinschenk, Die gesteinsbildenden Mineralien, Freiburg 1901, 
S. 124. 

*) Unter „Kümberg" oder auch „Kürnberger Wald" verstehen wir den 
ganzen Gebirgszug von Margarethen bis Wilhering, der einerseits zwischen der 
Donau und anderseits dem Mühlbache (von Dörnbach bis Wilhering) liegt. 

■■) Die Gordieritgesteine des „Kürnberger Waldes" scheinen sich in der 
Tiefe gegen Wels hinzuziehen. Einige Bohrproben, die mir zur Besichtigung 
vorlagen, weisen auf den hier angeführten Typus 1 und 2 (Cordierithomfels etc. 
mit Kies) hin. 

•*) Zur weiteren und eigentlichen Begründung derselben vergleiche man 
die späteren Erörterungen, sowie die beigegebenen Tafeln. 



6 

Erster Typus. Der körnige, graublaue bis bläuliche oder auch 
blaue Cordierit ist mit mehr oder weniger Quarz gemengt, ohne 
Glimmer, Das Gestein hat eine etwas glasige Beschaffenheit, ist 
sehr fest und besitzt eine dunkle Farbe mit einem grünlichen 
Anstrich. 

Dieser Typus ist Cordieriihornfels in granitischer Ausbildung 
(granitischer Cordierithornfels) , weist jedoch auch auf Cordierit- 
granit hin. Diese granitische Ausbildung tritt teils grob-, teils 
feinkörnig auf. 

Nicht selten findet sich in diesem Gesteinstypus Graphit vor, 
bisweilen in radialför7niger Gruppierung; seltener tritt eine ganze, 
1 bis 2 cm dicke Graphitlage auf, welche dann oft eine holzähnliche 
Struktur aufweist. Dieser größere Graphitgehalt findet sich (einer 
Angabe nach) in den tieferliegenden Partien. 

Andere Begleitmineralien (in den Cordieritgesteinen oder in 
den damit in Verbindung steh eo den Nebengesteinen) sind: Magnetkies, 
Hornblende, trikliner Feldspat (grünlich bis bläulich); auch fand sich 
mit diesem Gesteinstypus verbunden körniger Kalzit und letzterer 
mit Tremolit und einigen Einschlüssen kleiner Kristalle, die noch 
einer näheren Bestimmung unterzogen werden müssen. Größere an- 
grenzende Quarzpartien (grünlich etc.) enthalten nicht selten Graphit 
(bisweilen ebenfalls mit radialförmiger Ausbildung). Auch in dem 
soeben erwähnten Kalzit finden sich Einlagerungen von Graphit. 

Dieser interessante granitische Typus findet sich als eine nicht 
so häufig vorkommende Bildung in den Graniten, beziehungsweise 
„Gneisen" von Margarethen. 

Ztveiter Typus. Der erste Typus von granitischem Cordierit- 
hornfels nimmt reichlich dunklen Glimmer (Biotit) auf und wird 
„gneisartig". 

Man kann diesen Typus im allgemeinen als glimmerreichen 
Cordierithornfels bezeichnen und er kann als ein Übergang von Granit 
(oder Gneis) zu Cordierithornfels oder auch umgekehrt betrachtet 
werden; anderseits zeigt er Übergänge zum dritten Typu^. Die 
Cordieritkörner sind meist bläulichgrau, von einem geflossenen, fett- 
quarzähnlichen Aussehen. Bisweilen kommen frischere von bläulicher 
Farbe vor. 

Dieser Typus findet sich wie der erste besonders in den Stein- 
brüchen von Margarethen bei Linz, jedoch auch in dem bei der 
„Anschlußmauer". Bei letzterer trifft man auch granatführende 
Gesteine an. Dieser Typus wird gewöhnlich als „Cordieritgneis" 
bezeichnet und ist wohl einer der häufigsten Typen dieser Art. 



Es verdient bemerkt zu werden, daß manche Gesteinsstücke 
dieses Typus an den Grenzflächen mit Blätterkalk belegt sind, in 
welchem häufig Pyrit erscheint, während die Stücke inwendig von 
Magnetkies durchsetzt sind. 

Dritte?' Typtis: Granit mit mehr oder weniger Cordierit. 

Der Cordierit ist von bläulicher bis violblauer Farbe; nebst 
dunklem, aber spärlich vertretenem Glimmer finden sich mehr oder 
weniger reichlich einzelne kristallinische Graphitblättehen eingespreut, 
ebenso auch Granatlwrner (Almandin); bisweilen tritt Sillimanit 
(Fibrolith) dazu; nicht selten sind ferner grünliche bis bläuliche 
Partien einer hornfelsähnlichen Masse eingelagert. 

Dieser Typus „Granit mit Cordierit" muß jedoch in zwei 
wesentlich voneinander verschiedene Arten getrennt werden, nämlich 
1. in eigentlichen Cordieritgranit, d. i. Granit (oder Pegmatit) mit 
mehr oder weniger deutlich ausgeschiedenen Cordieritkristallen (meist 
pinitisiert) und 2. in Cordierithornfels mit Granit, Letztere Art ist 
ein Gemisch von Cordierithornfels und Granit. Der eigentliche 
Cordieritgranit enthält bisweilen Granaten, ist jedoch (als solcher) 
frei von Sillimanit und Graphit; letztere sind charakteristische 
akzessorische Bestandteile der zweiten Art. 

Cordieritgranit (Pegmatit) findet sich in der Nähe der Anschluß- 
mauer (Steinbruch und in weiterer Entfernung); die zweite Art 
ebendaselbst, aber nur dort, wo der folgende vierte Typus auftritt. 

Vierter Typus. Der Gehalt an Sillimanit nimmt zu, so daß 
das Gestein mehr oder weniger schieferig wird: Schieferiger Cordierit- 
hornfels. 

Der Sillimanit ist von faseriger Struktur (Fibrolith) und von weiß- 
licher Farbe; häufig ist derselbe mit Cordierit verwachsen und sind die 
Gesteinspartien auch nicht selten gewunden und gefaltet. Almandin 
und Graphitblättchen treten wie beim vorliegenden 3. Typus (2. Art) auf. 

Dieser Typus (mit der 2. Art des 3. Typus) scheint sich nur 
auf einen zwischen Granit liegenden Stock zu beschränken, der 
etwas entfernter von der „Anschlußmauer" sich befindet; er tritt 
aber hier äußerst charakteristisch auf und kann als Muster meta- 
morpher Gesteine aufgestellt werden. Wir werden deshalb auch 
später auf diese Verhältnisse zurückkommen und dabei auch manche 
andere Einzelheiten derselben zur Sprache bringen. 

Die Mikrostruktur dieser Gesteinstypen ist aus den unten 
beigegebenen Tafeln ersichtlich und verweisen wir hier auf die Er- 
klärungen derselben, sowie auf die im Verlaufe dieser Arbeit vor- 
kommenden Ausführungen. 



8 

4. Das Vorkommen von Gordierit^esteinen im Bayerischen Wald. 

(Nach den Beobachtungen und Untersuchungen Dr. C. W. Oümhels.) 

Es wurde schon oben (unter 1) eines Gebirgszuges mit Cordierit- 
gesteinen erwähnt, der sich von Bayern über die oberösterreichische 
Grenze erstreckt und so dem Gebiete des Kürnberger Waldes nahe 
kommt. Dies bestimmte uns, auch die Verhältnisse des Bayerischen 
Waldes in den Kreis unserer Erörterungen zu ziehen, zumal in bezug 
auf dies berühmt gewordene Bayerische Waldgebirge von Dr. Oümhel 
und neuerdings auch von Dr. Wmischenk uns gründliche Unter- 
suchungen vorliegen, aus welchen sich nicht unwichtige Folgerungen 
auch für die Cordieritgesteine von Linz ergeben und die zum 
besseren Verständnisse dieser interessanten Gesteinstypen überhaupt 
nicht wenig beizutragen imstande sind. 

Es erschien uns hier zweckdienlich, zuerst die Untersuchungen 
und Ansichten Dr. Oümhels darzulegen und später dieselben durch 
die Dr. Weinschenks zu ergänzen. 

Nach Dr. Gümbel^) ist der „Dichroitgneis" im Bayerischen 
Wald eine ebenso ausgezeichnete wie weitverbreitete Gesteinsart; 
dieselbe ist, wie der Name besagt, durch Beimengungen von Dichroit 
(Cordierit) oder von demselben entstammenden Mineralien charakte- 
risiert und schließt sich dem allgemeinen Habitus nach an den (von 
Gümbel) aufgestellten Körnel- und Sckuppengneis an, in welche sie 
auch streichend zu verlaufen pflegt. 

Als Typus dieser Gesteinsvarietät betrachtet Gümbel ein körnig- 
streifiges Gestein, welches aus wechselnden Lagen von körnigen, an 
Feldspat und Quarz reichen Streifen und von feinschuppigen, 
glimmerreichen Lamellen zusammengesetzt und seltener als eine 
ziemlich gleichförmig gemengte mittelkörnige, granitartige Felsart 
entwickelt ist. 

Den wesentlichen Gemengteilen des Gneises gesellen sich bei 
dieser Varietät in putzen- oder knollenartigen, selten vollkommen 
auskristallisierten Partien, welche ganz nach Art des Quarzes auf- 
treten, der Dichroit in fast steter Begleitung von Almandin (Eisenton- 
granat) und einem aspasiolithartigen Mineral oder von den diesem 
verwandten Mineralien bei. 2) 



*) Dr. C. W. Gümbel, Geognostische Beschreibung des ostbayerischen 
Grenzgebirges oder des Bayerischen und Oberpfälzer Waldgebirges etc., S. 236 ff. 

*) Dr. Qümbel bringt (a. a. O. S. 237) einen Naturselbstdruck von Dichroit- 
gneis, wobei die kleineren rundlichen Flecken die eingemengten Granaten, die 
größeren rundlichen Flecken den Dichroit und die zackigen in die Länge ge- 
zogenen Partien den Quarx darstellen. 



Die Hauptfeldspatart dieses typischen Dichroitgneises ist 
Orthoklas ^) und nur untergeordnet tritt ti'ikliner Feldspat hinzu; 
letzterer ist besonders in dem cordieritführenden Gestein des Vorderen 
Waldes und Donaugebirges ziemlich konstant. 

Der zweite Hauptbestandteil ist brauner, sehr intensiv gefärbter 
Mag7iesiaglimmer, der in der Regel deutlich „schuppig" ist 
(„Schuppengneis"); neben diesem dunkelfarbigen Magnesiaglimmer 
kommt auch im Dichroitgneis, aber meist spärlich, silberweißer, 
optisch einachsiger Glimmer vor. 

Der dritte wesentliche Gemengteil des „Dichroitgneises", Quarz, 
bietet in der Regel keine Eigentümlichkeiten bei seinem Vorkommen 
in diesem Gestein. Nur nimmt er bisweilen (wie auf den Kieslager- 
stätten von Bodenmais) die Beschaffenheit des Fettquarzes an und 
bricht in kleinen rundlichen Körnchen oder auch in mehr oder weniger 
ausgebildeten Kristallen, deren Außenflächen ein geschmolzenes Aus- 
sehen (wie schmelzende Eiskörner) aufweisen. Nach Gümbel dürften 
jedoch viele für Fettquarz angesehene Stücke (namentlich Kristalle) 
farblosem Dichroit angehören. 

Zu diesen Hauptbestandteilen des Gneises gesellt sich im 
„Dichroitgneis" als charakteristischer akzessorischer Bestandteil der 
Dichroit oder Cordierit. Seine Färbung ist gewöhnlich dichroitisch 
grau und hlau, jedoch häufig auch farblos (quarzähnlich). Er bricht 
meist in engster Verbindung mit Quarz oder Feldspat in rundlichen 
größeren oder kleineren Körnern von einem geflossenen Aussehen. 
Zuweilen findet er sich in so großen derben Partien mit mehr oder 
weniger Quarz, Orthoklas und Granat innigst gemengt, daß dadurch 
der sogenannte Dichroitfels entsteht; derselbe besitzt jedoch im 
Bayerischen Wald nur eine ganz lokale Ausbreitung und geht in 
typischen „Dichroitgneis" über. Die Dichroitkörner sind meist mit 
einer grünlichen weichen Schicht überkleidet — einem Umwandlungs- 
produkte des Dichroits (Pinit).-') 

Neben Dichroit bricht im typischen Dichroitgneis des Bayerischen 
Waldes weist auch Älmandin in stets rötlich gefärbten, rundlichen 

^) Neben dem hellfarbigen Orthoklas tritt auch eine intensiv spangrüne 
Feldspatart auf, die nach Dr. Gümbel (a. a. 0. S. 238) wahrscheinlich Breithaupts 
Mikroklin angehört. Eine andere lauchgrüne Art scheint ihm zufolge trikliner 
Feldspat zu sein. Spangrüner Feldspat (Mikroklin) findet sich vorzüglich am 
Silberberg bei Bodenmais in Bayern (siehe unten). — Mikroklin wird bekanntlich 
gegenwärtig nach den Untersuchungen von Descloiseaux als triklin angesehen, 
wenn auch sonst als mimetisch monoklin bezeichnet. Er ist durch seine aus- 
gezeichnete Gitterstruktur erkenntlich. 

^) Vgl. Oümbel, a. a. 0. S. 242 f. 



10 

Körnern. Der Granat kommt jedoch nicht überall und regelmäßig, 
selbst nicht im typischen Dichroitgneis des Hinteren Waldes und 
bei Passau vor, ja in dem oberen Teile des Vorderen Waldes scheint 
er im Dichroitgneis fast ganz zu fehlen. Nicht selten mengt sich auch 
im Dichroitgneis in welligen Lamellen Faserkiesel (Buchholzit) i) bei. 

Auch Andalusit ist nach Gümbel eine nicht seltene Beimengung 
im Dichroitgneis, obwohl seine häufigste Fundstätte der Glimmer- 
schiefer ist. (Siehe unten.) 

Hornblende u. a. (Strahlstein, Anthophyllit, Asbest) fehlen selten 
ganz; auch Turmalin ist im Dichroitgneis ein häufiger Begleiter des 
Quarzes, sobald derselbe in linsenförmigen Massen ausscheidet. 

Über das Vorkommen von Graphit bemerkt Dr. Gümbel^) 
nachfolgendes: „Eine der bemerkenswertesten Beimengungen des 
Gneises ist der Graphit, welcher, wie wohl sehr selten, auch im 
Dichroitgneise von Bodenmais vorkommt. Hier erscheint der Graphit 
streifenweise in den quarz- und feldspatreicheren Lamellen neben 
Dichroit und Granaten an der Stelle des braunen einachsigen 
Glimmers. Besonders deutlich ist diese Stellvertretung an den Granat- 
ausscheidungen, welche sehr häufig von dichten Glimmerschuppen 
eingehüllt zu werden pflegen. Genau in gleicher Weise bedeckt hier 
der Graphit die Oberfläche der Granate. In den von Graphit durch- 
zogenen Partien bemerkt man nur untergeordnet Glimmer; oft 
scheint er darin ganz zu fehlen. Wo jedoch glimmerführende und 
graphithaltige Streifchen sich begrenzen, kann man die Beobachtung 
machen, daß Glimmerputzen teilweise durch Graphit ersetzt sind, 
sowie daß Glimmer- und Graphitsubstanz ineinander überzugehen 
scheinen. Ich konnte Glimmerschüppchen loslösen, die mit Graphit- 
teilchen noch zusammenhingen, gleichsam , als sei der Graphit nicht 
bloß Stellvertreter, sondern Ersatz des Glimmers — eine Pseudo- 
morphose desselben." Beobachtet man die Graphitschüppchen unter 
einer guten Lupe oder unter dem Mikroskop, so bemerkt man auf 
ihrer Oberfläche eine Facettierung mit zahlreichen glatten, spiegeln- 
den Kristallflächen, die unter ein- und ausspringenden Winkeln sich 
aneinander anschließen — nach Dr. Gümbel ein Beweis, daß „der 
Graphit eine selbständige kristallinische Ausscheidung ist". Derselbe 
Geognost^) macht hier auch darauf aufmerksam, daß das Vorkommen 
von graphithaltigem Gestein überhaupt nicht ohne Beziehung zu der 



^) Sillimanit, Fibrolith. 
^) A. a. 0. S. 245. 
") A. a. 0. S. 247. 



11 

Nachbarschaft von körnigem Kalke sei; der körnige Kalk des Ur- 
gebirges umschließe in der Regel größere oder geringere Massen 
von Graphit. 

Die ürkalklager, die im gleichen Gebirgszuge mit Oraphitgnds 
in der Gegend von Passau und in nächster Nähe des Graphits bekannt 
sind, machen ebensowenig wie jene im Fichtelgebirge bei Wunsiedel 
eine Ausnahme von dieser allgemeinen Vergesellschaftung. Es sei 
daher denkbar, daß der Kohlenstoff, welcher die Kohlensäure des 
Kalkes lieferte, auch bei der Bildung des Graphits beteiligt gewesen. 

Schließlich kommen im Dichroitgneis auch Erzeinlagerungen, 
besonders Schwefelmetalle vor, am häufigsten Magnet- und Schwefel- 
kies, Kupferkies, Zinkblende, Bleiglanz, Magneteisen, Titaneisen, 
Kreittonit (Zinkspinell) und Zinnerz neben anderen sekundären 
Bildungen. Als Hauptrepräsentant dieser Erzeinlagerung kann die 
Kiesellagerstätte am Silberberg bei Bodenmais gelten. i) 

Außer dem oben angeführten typischen Dichroitgneis unter- 
scheidet Dr. Gümbel auch noch andere Arten, wie denn überhaupt 
ihm zufolge der Dichroitgneis eine ganze große Reihe von Gesteins- 
varietäten aufweist. 2) Unter diesen können für unseren Zweck nach- 
folgende hervorgehoben werden: 

a) Der Almandin fehlt, die Struktur ist eine gleichmäßig körnige 
(Anschluß an „Körnelgneis") und nähert sich der des Granits; der 
Cordieritgehalt ist noch ziemlich häufig. Diese Varietät verbreitet 
sich hauptsächlich im Vorderen Walde längs der Donau. Diesen 
dichroith altigen granitartigen „Gneis" nennt daher Gümbel zum 
Unterschied von den normalen des Hinteren Waldes „ Vorderivald- 
gneis". Es gibt Übergänge ohne Dichroit, die aber sonst den Normal- 
typus aufweisen (Übergangsform in Körnelgneis). 

b) Bei einer anderen Varietät sind in einer anscheinend gleich- 
förmigen dichten Grundmasse porphyrartig zahlreiche Partien von 
Feldspat, Dichroit, Quarz und Granat ausgeschieden; der Glimmer 
tritt fast ganz zurück. Er ist dem von H. Fischer aufgestellten 
Kinzigit^) ähnlich (Schenkenzeil im Schwarzwald etc.), ohne jedoch 

^) Oümbel, a. a. 0. S. 248 flf. (Siehe unten.) 

*) Oümbel, a. a. 0. S. 263 ff. 

3) Nach H. Rosenbusch (Elemente der Gesteinslehre, 2. Aufl., Stuttgart 1901, 
S. 496) sind die Kmxigitc sehr granatreiche, meistens quarzarme „Paragneise" 
von sehr wechselnder Zusammensetzung mit hohem Gehalt an dunklem Glimmer, 
dem hie und da farbloser Glimmer beigemengt ist, akzessorischem Cordierit, 
Sillimanit, auch Spinell und selten mit herrschendem Kalifeldspat (auchMikrokhn), 
weit öfter mit herrschendem Plagioklas (Oligoklas), stets graphithaltig und oft 
graphitr&ieh. 



12 

die Selbständigkeit eines eigentlichen Gesteins zu erhalten. Gümbel 
bezeichnet diese Modifikation als porphyrähnlichen Dichroitgneis.^) 
Diese Varietät ist auf den Hinterwaldzug beschränkt. 

c) Eine dritte Gesteinsbildnng, die auch nicht selbständig 
auftritt und im Dichroitgneis nur mehr oder weniger große Aus- 
scheidungen aufweist, kann als Dichroitfels unterschieden werden, 
der auch schon oben erwähnt worden. Derselbe besteht in vor- 
waltender Menge aus Quarz und Dichroit (zum Teil Pinit), mit 
Granat, Feldspat und wenig Glimmer. Das Gestein hat meist eine 
dunkle Färbung und geht in normalen Dichroitgneis über. 

Es soll später dargelegt werden, inwieweit diese von Dr. Oümhel 
dargelegten Ansichten, besonders in bezug auf „Dichroitgneis" 
berichtigt werden müssen. 

5. Vergleich der Cordieritgesteine des Bayerischen Waldes mit 

den diesbezüglichen Gesteinstypen der Linzer Gegend, insbesondere 

des Kümberger Waldes. 

Aus dieser naturhistorischen Schilderung der Cordieritgesteine 
des Bayerischen Waldes ergibt sich eine große Ähnlichkeit mit den 
Cordieritgesteinen der Linzer Gegend, insbesondere des Kürnberger 
Waldes, so daß, auch abgesehen von der nicht so großen Entfernung 
beider Gebirgszüge, an einem genetischen Zusammenhang derselben 
nicht gezweifelt werden kann. 

Uns liegt eine ziemlich reiche Suite von Cordieritgesteinen des 
Bayerischen Waldes, insbesondere vom Silberberg bei Bodenmais 
vor, die wir durch eine besondere Güte der königlich bayerischen 
Hüttenverwaltung in Bodenmais erhielten, und es sei dafür an dieser 
Stelle der wärmste Dank ausgesprochen. Eine noch größere Anzahl 
verschiedener Cordieritgesteine der Linzer Gegend hat der Verfasser 
selbst gesammelt. 

Vergleicht man die Gesteinsarten beider Lokalitäten — des 
Bayerischen Waldes (Silberberg) und der Linzer Gegend (Kürnberger 
Wald) — miteinander, so müssen besonders einige Typen fiir ganz 
identische Bildungen erklärt werden. Wir kommen später im be- 
sonderen darauf zurück. Um hier zunächst einige Unterschiede 
hervorzuheben, so sind im allgemeinen die uns vorliegenden Hand- 
stücke von Bodenmais frischer und enthalten auch vielfach Cordierit 
in frischem Bruch mit schönen dichroitisch blauen Farben; bisweilen 
finden sich ausgebildete Kristallsäulen. Diese Gesteine entstammen 



1) Oümbel, a. a. O. S. 265. 



13 

aber auch einer größeren Tiefe des Bergbaues am Silberberg (einer 
Angabe nach aus etwa 170 m Tiefe), während die Linzer Exemplare 
entweder an der Oberfläche oder doch nur in den wenig in die 
Tiefe gehenden Steinbrüchen des Kürnberger Reviers gesammelt 
werden konnten. (Nur selten befinden sich darunter ganz frische 
Exemplare und es gehören diese meist dem Typus 1 an.) Es dürfte 
jedoch kein Zweifel bestehen, daß sich auch bei Linz Cordierit- 
gesteine in einem noch frischen Zustande auffinden ließen, wenn in 
größere Tiefen gegraben würde. ^) 

Die Cordieritgesteine vom Silberberg erscheinen ferner (in 
Übereinstimmung mit einer diesbezüglichen Mitteilung der königlichen 
Bergverwaltung in Bodenmais) im allgemeinen mehr von massiver 
Struktur als die von Linz, welch letztere besonders in einigen 
Varietäten wieder eine mehr schieferige Struktur aufweisen; damit 
stimmt überein, daß am Silberberg Cordieritgesteine mit vielem 
Glimmer nicht anzutreffen sind'^), während einige Varietäten der 
Linzer Gesteine sehr glimmerreich sich erweisen. 

Ein Hauptunterschied der Gesteinsformen beider Lokalitäten 
besteht in dem reichen Erzgehalt (Magnetkies etc.) der Gesteine von 
Silberberg ^) denjenigen von Linz gegenüber, die nur untergeordnet 
und in einigen Varietäten von Erz durchsetzt sind, dagegen durch 
einen bisweilen sehr reichen Oraphitgehalt sich auszeichnen, während 
Graphit in den Cordieritgesteinen am Silberberg nicht oder doch 
sehr selten anzutreffen ist. Hier ist im allgemeinen der Graphit 
durch Erz vertreten, welches nicht selten auch in sehr kleinen 



*) Die obenerwähnten Proben der Tiefbohrungen von Wels (aus etwa 
1000 m Tiefe) zeigen zwar (den Bohrstückchen zufolge, die mir vorlagen) auch 
keine große Frische des Gesteins. Die betreffenden Cordieritgesteine setzen 
aber auch erst in dieser Tiefe ein, so daß die diesbezüglichen Proben wohl nur 
den obersten Schichten derselben entstammen, abgesehen von der hohen Über- 
lagerung des Schliers, beziehungsweise der marinen Sedimente, die auch auf 
die unterteufenden Schichten einen entsprechenden Einfluß werden ausgeübt 
haben. — Übrigens kann hier bemerkt werden, daß einer diesbezüglichen Mit- 
teilung zufolge die Arbeiten am Silberberg mehr im Erzlager selbst sich bewegen, 
während die typischen Cordieritgesteine mehrere Meter im Hangenden oder 
Liegenden der Erze anzutreifen sind ; bisweilen finden sich jedoch auch Cordierite 
in der Erzmasse selbst auskristallisiert vor. 

'-') Einer weiteren Mitteilung zufolge kommen die Cordieritgesteine am 
Silberberg und Umgebung mit vielem Olimmer nicht vor; gleichwohl stehen 
besonders bei Verdrückungen und Quetschungen des Gesteins nicht selten 
abnorme Glimmergesteine an, denen auch Cordierit beigemengt ist; im allgemeinen 
überwiegt hier die granitische und hornfelsartige Struktur. 

^) Einzelne, selbst größere Handstücke zeigen fast nur Magnetkies. 



14 

Partien das Gestein bereichert und so an das Vorkommen des 
Graphits in den Cordieritgesteinen der Linzer Gegend erinnert. 

Da der Graphitgehalt der Linzer Gesteine als charakteristisch 
hervorgehoben werden kann, so soll hier dieser Gegenstand noch 
eingehender besprochen werden. 

Nach H. Rosenbusch '^) enthalten die „Cordieritgneise" „stets 
auch Sillimanit, oft Granat, auch Epidot und sehr oft OraphiP'. 
Der Gehalt an Graphit ist wohl sehr variierend. Nach Dr. Qümbel 
kommt Graphit, wie oben schon bemerkt worden, im „Dichroitgneis" 
von ßodenmais „sehr selten" vor. Dr. Weinschenk, welcher die 
Gesteine des Silberberges einer genauen Untersuchung unterzogen, 
schreibt darüber folgendes 2): „Mir ist das Mineral in dieser Form 
(Imprägnation der Gneise) am Silberberg nicht bekannt geworden; 
dagegen liegt mir ein anders beschaffenes Vorkommen desselben vor; 
ein Haufwerk größerer Graphitblättchen ist eingewachsen in einem 
frischen, ziemlich stark mit Erz imprägnierten Gneis. Eigentümlich 
ist die Farbe desselben, die rötlichbleigrau erscheint, so daß man 
zuerst Molybdänglanz vor sich zu haben glaubt; ebenso lichte Farben 
finden sich z. B. auch an einzelnen großblättrigen Graphiten von 
Ceylon."^) Ein anderes Vorkommen als dieses vereinzelte scheint 
Dr. Weinschenk unbekannt zu sein. Auch nach einer brieflichen 
Mitteilung der königlichen Hüttenverwaltung in Bodenmais ist ein 
anderwärtiges Vorkommen von Graphit in den Cordieritgesteinen am 
Silberberg nicht bekannt. 

Der große Graphitgehalt der Gesteine des Kürnberger Waldes, 
welche sonst denen vom Silberberg sehr ähnlich erscheinen, muß 
daher als eine besondere Eigentümlichkeit derselben, beziehungsweise 
als ein charakteristischer Hauptunterschied zwischen beiden Gesteins- 
typen betrachtet werden.^) 

*) H. Rosenbusch, Elemente der Gesteinslehre, 2, Aufl., S. 496. 

*) Dr. E. Weinschenk, „Die Kieslagerstätte im Silberberg bei Bodenmais" 
iu: Abhandl. der königl. bayer. Akad. d. Wiss. II. Kl., XXI. Bd., II. Abt., 
München 1901, S. 380. — Vgl. auch desselben Schriften „Über die Graphitlager- 
stätten der Umgebung von Passau und die Erzlagerstätten am Silberberg in 
Bodenmais", Essen 1898, und „Der Bayerische Wald zwischen Bodenmais und 
dem Passauer Graphitgebiet", München 1899. 

^) Meines Wissens wird der blaugraue „Graphit" von Ceylon jetzt tatsächlich 
für Molybdänit gehalten; es scheinen Einlagerungen in dem eigentlichen Graphit- 
lager zu sein. 

*) Es sei hier bemerkt, daß ich in Dünnschliffen einiger Granite Ober- 
österreichs ebenfalls Graphit — gewöhnlich mit Glimmer verbunden — vor- 
gefunden habe; so z. B. in einem Granit von Perg und ziemUch reichlich in 
einem grauen Granit von Mauthausen. 



15 

Insbesondere zeigen einige Typen (Typus 3 und 4) des Kürn- 
berger Waldes zahlreiche kristallinische Oraphitschüppchen, die 
durch das ganze Gestein, ähnlich wie sonst Glimmerschüppchen in 
Gneisarten, zerstreut sind. Diese Graphitschüppchen sind meist 
voneinander gänzlich getrennt oder jedes derselben für sich isoliert. 
Diese erscheinen besonders in jenen Partien, in welchen Cordierit 
und Sillimanit auftreten, und sie folgen allen Biegungen und Faltungen 
dieser Mineralien. Die Dünnschliffe zeigen oft lang g es f redete Indivi- 
duen von Graphitbildungen, die mit den begleitenden Sillimanit- 
nadeln nach einer Richtung hin streichen. Derartige Graphit- 
schüppchen findet man sonst auch an den Flächen anderer Begleit- 
mineralien wie Granat, Feldspat und Quarz; sie kommen sowohl in 
den Fugen und Rissen, als mitten im Gestein in allen Richtungen 
vor. Die Blättchen selbst sind meist sehr dünn, teils abgerundet — 
wie dies gewöhnlich der Fall, teils auch mit einigen Kantenwinkeln 
versehen; bisweilen stellen sie sechsseitige oder auch rhomboidale 
Täfelchen dar; einige erscheinen in langgestreckten Formen — teils 
sechsseitig, teils rhomboidisch; letztere sind besonders in Dünn- 
schliffen u. d. M. zu beobachten und erweisen sich hier als mehr 
oder weniger scharf ausgeprägte Säulchen mit schief kantigen Enden ; 
ein Dünnschliff zeigte u. a. eine rhomboidale Fläche (ein wenig ab- 
gerundet). Alle diese Formen scheinen darauf hinzuweisen, daß 
Graphit nicht hexagonal, wie bisher gewöhnlich angenommen wird, 
sondern monoklin kristallisiert, wie denn auch schon Nordenskjöld 
für die Graphitkristalle im körnigen Kalk von Pargas in Finnland 
Winkel angegeben, welche nach Dr. Tschermak^) für eine monokline 
Form sprechen. Nordenskjöld gibt einen Kantenwinkel von c» P = 
122'' 24' an. Einige Messungen, die der Verfasser gegenwärtiger 
Zusammenstellungen an mehreren schärfer ausgeprägten Graphit- 
säulchen u. d. M. ausgeführt, stimmten damit vollkommen überein ^) 
und es werden weitere Messungen dieses Resultat noch mehr be- 
stätigen ; es dürften gerade die Cordieritgesteine von Linz über diese 
kristallographischen Verhältnisse bemerkenswerte Aufschlüsse geben 
können, insbesondere jene Partien derselben, die eine größere Aus- 
scheidung der Mineralien zeigen, da dann meist auch Graphit- 
blättchen von schärferen Konturen anzutreffen sind; behufs desselben 



i) Dr. Oust. Tsehermak, Lehrbuch der Mineralogie, 5. Aufl., 1895, S. 335. 

*) Diese Messungen wurden in der Weise ausgeführt, daß ein Winkel- 
ausschnitt von 122 ° 24' auf den Mikrometer des Mikroskops gelegt und durch 
Verschiebung der Objekte der Kantenwinkel eines Graphitkriställchens mit dem 
betreffenden Ausschnitt zur Deckung oder in Parallelstellung gebracht worden. 



16 

Zweckes kann die Anfertigung und Untersuchung der Dünnschliffe 
von den oben angegeben Typus 1 und 2 empfohlen werden. 

Für gewöhnlich zeigen die Graphitbildungen unregelmäßige, 
mehr oder weniger abgerundete oder zerrissene Formen; einige 
stellen tropfenähnliche Gebilde dar. 

Von den Glimmerschüppchen, mit welchen Graphitblättchen 
nicht selten verwachsen erscheinen, unterscheiden sich die letzteren 
teils durch ihre charakteristische schwarze Farbe und Opazität, teils 
durch den reflektierenden metallischen Glanz und durch ihr Abfärben, 
beziehungsweise ihre geringe Härte. Es wurde schon früher bemerkt, 
daß der Graphitgehalt der Gesteine mit den tieferen Schichten 
stellenweise zuzunehmen scheint; vielleicht befindet sich auch in 
größerer Tiefe ein bedeutenderes Graphitlager. i) 

Von den anderen vielen Begleitmineralien der Gesteine des 
Bayerischen Waldes, beziehungsweise des Silberberges bei Bodenmais 
sind bisher nur wenige in denen des Kürnberger Waldes bei Linz 
aufgefunden worden, was wohl bei der bergmännischen Förderung 
der Gesteine am Silber berg nicht so auffallend erscheinen wird; 
jedenfalls dürften bei Schürfungen in größere Tiefen auch bei Linz 
noch manche andere Mineralarten als die obenerwähnten (makro- 
skopisch) zum Vorschein kommen. 

Über einige dieser Begleitmineralien seien nachfolgende Be- 
merkungen beigefügt: 

Turmalin ist in den Cordieritgesteinen, wie u. a. sehr charak- 
teristisch in denen von Haddam in Connecticut der Vereinigten 
Staaten Nordamerikas, eine sonst häufigere Erscheinung; in den 
Cordieritgesteinen des Kürnberger Waldes habe ich dieses Mineral 
bisher noch niemals gefunden. Da jedoch nach einer Mitteilung 
des Herrn Direktors Cojnmenda Turmalin am Pöstlingberg und bei 
Steyregg (im Pegmatit) gefunden worden — auch ein Handstück des 
Freinberger Museums zeigt Turmalin (Schörl) in einem Pegmatit 
von Steyregg mit rötlichem Orthoklas und einem pinitähnlichen 
Mineral — , so ist das Vorkommen desselben in den Cordieritgesteinen 
des Kürnberger Waldes, besonders in den Pegmatitgängen nicht 
unwahrscheinlich. 2) Es zeigen jedoch auch die mir vorliegenden 
Gesteinstypen vom Silberberg im Bayerischen Wald ebenfalls kein 
Vorkommen dieser Art, so daß es jedenfalls daselbst kein häufiges 



') Über das Vorkommen von Graphit in Oberösterreich überhaupt, siehe 
J. Commenda, Übersicht der Mineralien Oberösterreichs, S. 15 und 35. 

2) Über das Vorkommen von Turmalin in Oberösterreich, vgl. J. Commenda 
Übersicht etc., S. 32. 



17 

sein wird. Nach Dr. Weinschenks ^) Untersuchungen finden sich 
hier auch nur hin und wieder Prismen von Turmalin (Schörl) in 
Erz eingewachsen oder in mikroskopischen Individuen in den Ge- 
steinen des Silberberges. 

Was Andalusit — bekanntUch ein heteromorphes Magnesium- 
Aluminium-Silikat wie Cordierit — betrifft, so ist nach Dr. Weinschen/c 2) 
auch das Vorkommen dieses Minerals in den Cordieritgesteinen am 
Silberberg ziemlich vereinzelt geblieben, und er bemerkt zu der 
Beobachtung Dr. Oümbels, daß Andalusit zu den häufigeren Minera- 
lien der Waldgneise gehöre, es beziehe sich seinen eigenen Er- 
fahrungen zufolge dieses Vorkommen auf die zahlreichen Pegmatit- 
gänge, welche jene Schiefer allenthalben durchsetzen und in denen 
Andalusit nur selten fehle, in den „Gneisen" jedoch hätte er ihn 
niemals gefunden. Auch die mir vorliegenden Handstücke der 
Cordieritgesteine von Bodenmais zeigen keinen Andalusit; es liegen 
mir nur Stücke eines Pegmatits von Bärenloch (bei Bodenmais) vor, 
welche Andalusit in langgestreckten Säulen aufweisen. Die großen 
Andalnsitsäulen von gelblicher (inwendig von bläulicher oder licht- 
rötlicher) Farbe finden sich in diesem Gestein mit bläulichem Feldspat 
und weißem Glimmer zusammen. Obwohl im Kürnberger Wald 
Pegmatite ähnlichen Charakters vorkommen, so scheint doch hier 
Andalusit gänzlich zu fehlen. Nur bei einem Handstücke von 
granitischem Cordieritfels (Typus 1), welcher auch sonst andere 
Mineralspezies ausgeschieden enthält, dürfte ein ziemlich dicksäuliger 
Kristall von gelblichbraunrötlicher Farbe im Bruche hieher gestellt 
werden können. 

Der in, beziehungsweise neben den Cordieritgesteinen des 
Kürnberger Waldes vorkommende Feldspat ist teils monokliner, teils 
trikliner Art. Der monokline Orthoklas ist besonders in den 
Pegmatiten vertreten und kommt bisweilen in großen Individuen 
vor; Dünnschliffe zeigen hie und da u. d. M. perthitische Ver- 
wachsungen, viel seltener die Gitterstruktur von Mikroklin. 

Der trikline Plagioklas ist nicht selten, besonders in den 
granitischen Ausbildungen oder den Grenzschichten der Cordierit- 
gesteine des Kürnberger Waldes anzutreffen. Die Farbe desselben 
ist teils weiß, teils bläulich, auch gelblich bis grünlich, und er weist 
bisweilen eine sehr feine Zwillingsstreifung auf. Auch in den 
(granitischen) Gesteinen des Bayerischen Waldes ist nach Dr. Wein- 



^) Dr. Weinschenk, Die Kiesellagerstätte etc., S. 390. 
*) Dr. Weinschenk, Ebend., S. 389. 



18 

schenks Untersuchungen neben Orthoklas, Mikroklin, Kryptoperthit 
(Anorthoklas mit perthitischen Verwachsungen) und Plagioklas ver- 
treten.^) Der Mikroklin kommt hier, wie schon früher erwähnt 
worden, in einer ausgezeichneten, spangrünen Varietät sehr häufig 
vor. Ich habe letztere im Kürnberger Revier bisher noch nicht 
gefunden. 2) 

In bezug auf Almandin als akzessorischen Gemengteil der 
Cordieritgesteine des Bayerischen Waldes wurden schon am Anfange 
die diesbezüglichen Beobachtungen Dr. Gümhels mitgeteilt und 
stimmen damit die Dr. Weinschenks überein. Während in sonstigen 
Vorkommnissen, bemerkt letzterer 3), gerade der Almandin fast stets 
in deutlich ausgebildeten Kristallen vorkommt, findet man ihn in 
den „Gneisen" des Bayerischen Waldes vorherrschend in Körnern 
von unregelmäßiger Form oder in wenig gut begrenzten Ringen, 
welche zum Teil arm an Einschlüssen sind und dann mit tiefblau- 
roter Farbe durchsichtig erscheinen, bald wieder massenhafte Ein- 
sclilüsse beherbergen und ein schmutziges Rotbraun zeigen. Sie 
erreichen häufig bedeutende Größe (bis mehrere Zentimeter im Durch- 
messer), sind aber stets sehr brüchig und von Rissen durchzogen. 
Die Granaten (Almandine) der Kürnberger Gesteine zeigen im all- 
gemeinen denselben Charakter. Bei Typus 1 und 2 scheinen sie 
gänzlich zu fehlen, während sie wieder bei Typus 3 und 4 regel- 
mäßig auftreten. Die unregelmäßig kristallisierten Granatkörner von 
bräunlich- bis pfirsichblutroter Farbe sind dann bald mehr, bald 
weniger eingestreut und zeigen eine Größe von 2 bis 5 mm im 
Durchmesser. Sie erreichen jedoch (den mir vorliegenden Stücken 
zufolge) nie die Größe noch Menge, wie sie in einem bei Bodenmais 
vorkommenden Oranatgestein angetroffen werden.*) Mitunter kommen 

') Nach Dr. Weinschenks Beobachtungen kommt Plagioklas in den eigent- 
lichen Cordierithornfelsarten nicht vor; auch die Hornfelse des Kürnberger 
Waldes bestätigen diese Beobachtungen; die Vorkommnisse von Plagioklas in 
Cordieritgranit gehören eben den granitischen Intrusionen an und nicht den 
Hornfelsen, die einen anderen charakteristischen Habitus zeigen. Finden sich 
daher Plagioklase in Hornfelsen, so deuten dieselben eine derartige Intrusion 
an, die bis zu einer mehr oder weniger innigen Vermischung der verschiedenen 
Gesteinsarten gehen kann. (Siehe unten.) 

^) Nach einer Mitteilung des Herrn Direktors Commenda hat derselbe 
eine ähnliche spangrüne Feldspatart bei Aschach aufgefunden und es dürfte 
dieselbe hieher zu stellen sein. 

*) Dr. Weinsehenk, Die Kiesellagerstätte etc., S. 390. 

*) Nach Commenda, Übersicht der Mineralien etc., S. 15, wurde bei 
Margarethen (bei Linz) ein schöner Ehombendodekaeder von 1 cm Seitenlänge 
Aufgefunden. 



19 

jedoch auch in den Gesteinen des Kürnberger "Waldes größere nester- 
artige Granatanhäufungen vor, besonders in den angrenzenden 
Granit- oder Pegmatitpartien. 

Die Granaten sind nicht selten von Cordierit- und Sillimanit- 
schichten kapselartig umgeben und eingeschlossen, ähnlich wie dies 
auch einige granatführende Gesteine des Silberberges zeigen. Die 
vorkommenden Granaten sind wohl, wenigstens zum großen Teil, 
zu Almandin zu stellen; gleichwohl dürften auch Arten darunter 
vorkommen, die (ebenso wie am Silberberg) ^) dem manganreicheren 
Spessartin sich nähern. 



Zup Entstehungsweise der Cordierit- 
gesteine (Hornfels etc.). 

Geologische Verhältnisse des Bayerischen und Kürnberger Waldes. 

Was die Genesis oder Entstehungsweise der Cordieritgesteine 
betrifft, so haben einige Forscher, wie insbesondere Professor Doktor 
E. Weinschenk in München''^) diesen ein hohes Interesse bean- 
spruchenden Gegenstand eingehender zu beleuchten und zu erörtern 
gesucht. Es mögen deshalb zunächst die begründeten Ansichten dieses 
Forschers über die Bildung der Cordieritgesteine im Bayerischen 
Wald mitgeteilt werden, und dies umsomehr, als dieselben auch für 
die Genesis und wissenschaftliche Erklärung der Cordieritgesteine 
im Kürnberger Wald als ganz zutreffend erklärt werden müssen und 
darauf (unter Berücksichtigung der verschiedenen Verhältnisse) ihre 
volle Anwendung finden, wie gegen Schluß dieser Znsammenstellung 
ausführlicher dargelegt werden soll. 

a) Der Bayerische Wald. 

Was den geologischen Aufbau des Bayerischen Waldes anlangt, 
so wird nach Dr. Weinschenk das Gebirge fast ausschließlich von 
„Oranit" und „Oneis" in ihren gegenseitigen Wechselbeziehungen 
zusammengesetzt. 



^) Vgl. Dr. Weinschenk, Die Kiesellagerstätte etc., S. 390. 

^) Dr. E. Weinschenk, Die Kiesellagerstätte etc. Ein Beitrag zur Eut- 
stehungageschichte der „Falbänder", 1901. — Vgl. auch desselben Verfassers 
„Grundzüge der Gesteinskunde", 1. Teil, „Allgemeine Gesteinskunde", 1902 
(u. a. Kontaktmetamorphismus, S. 941?. und 8. 57 ff.). — H. Rosenbusch „Elemente 
der Gesteinslehre", 2. Aufl., 1901. 

2* 



20 

Der Oranit trägt bei sonst verschieden ausgebildeten Ab- 
änderungen (massig, schieferig, porphyrartig etc.) den allgemeinen 
Charakter eines echten Lagergranites an sich. 

Der von Dr. Oümhel als „Gneis'' bezeichnete Gesteinstypus 
zeigt etwas mehr Abwechslung, und es gehören die verschiedenen 
Varietäten desselben recht mannigfaltigen Gesteinstypen an. 

Das bayerisch-böhmische Waldgebirge hat man als den ältesten 
Vertreter der Formation der kristallinischen Schiefer, als die eigent- 
liche Erstarrungskruste unserer Erde hingestellt, die hier in ihrer 
typischen Entivicklung sich darbiete. 

Die „Gneise" des Bayerischen Waldes sind jedoch nach Doktor 
Weinschenks Untersuchungen nichts anderes als entweder schieferige 
Ausbildungsformen der Granite oder aber, und dies weit vor- 
herrschend, Kontaktgesteine, deren kristallinische Struktur durchaus 
den Stempel einer späteren Bildung an sich trägt und deren minera- 
logische Zusammensetzung so wenig wie die Art ihres geologischen 
Vorkommens an ihrem kontaktmetamorphischeyi Ursprung Zweifel 
aufkommen läßt. 

Ungeachtet aller Eintönigkeit in geologischer Beziehung liegt 
in der eigenartigen Beschaffenheit dieser „Gneise" für den Petro- 
graphen ein Material vor, welches in hohem Maße zu eingehenden 
Studien anregt. 

Über einen direkten Kontakt zwischen Granit und Gneis bildet 
stellenweise der Silberberg bei Bodenmais im Bayerischen Wald vor- 
zügliche Aufschlüsse. Insbesondere findet man am Eingange der 
„Barbara", daß der Granit, welcher am Fuße des Berges noch eine 
körnige Beschaffenheit hat, gegen den Kontakt zu als „Kristallgranit", 
d. h. porphyrisch ausgebildet und durch das Hervortreten zahlreicher 
großer Feldspatkristalle wie gefleckt erscheint. Es fehlen hier fast 
ganz die sonst üblichen Erscheinungen magmatischer Spaltung, und 
es lassen diese Lagergranite, wie anderswo, in der Zusammensetzung 
des Erstarrungsgesteins keinen großen Wechsel erkennen. 

In den Grenzxotien beobachtet man öfters außer der Ent- 
wicklung einer porphyrartigen Struktur die Aufnahme von Cordierit 
oder Granat, welcher in einzelnen Individuen als akzessorische 
Gemengteile eintreten und die dem umgebenden „Gneis" entstammen. 
Der „Gneis" tritt in der typischesten Form der von Gümbel 
als Körnelgneis oder speziell als Dichroitgneis (siehe oben) ausge- 
schiedenen Gesteinsgruppe auf, welche einen charakteristischen 
Horizont seiner „hercynischen G?ieisformation" darstellt. Diese 
Gesteinstypen nun zeichnen sich durch bunten Wechsel und Farben- 



21 

kontraste aus, indem z. ß. bei einigen größere Almandinkörner, bei 
anderen lebhaft blauvioletter Cordierit, bei anderen wieder spangrüner 
Orthoklas (Mikroklin) ^) hervortreten. 

Einige dieser Bildungen sind infolge eines großen Reichtums 
an Biotit ganz dünnschieferig, andere, namentlich dichte, von horn- 
feisartiger Beschaffenheit lassen mit bloßem Auge keine Spur von 
Schieferung und Schichtung erkennen, noch mehr fallt dabei eine 
durch abwechselnde helle und dunkle Lagen hervorgebrachte Bänder- 
struktur auf, die bei den hornfelsartigen Bildungen völlig vermißt 
wird. Ungeachtet dieser Schieferung brechen die Gesteine sehr leicht 
quer zur Schieferung durch und im Bruche beobachtet man dann 
häufig schwach seidenglänzende, feinverfilzte Aggregate von Faser- 
kiesel (Fibrolith, Sillimanit), welche hin und wieder die farbigen Mine- 
ralien ganz verdrängen, so daß weiße SilUmanitschiefer hervorgehen. 

Die glimmerreichen Lagen sind im allgemeinen reich an großen 
Individuen von Almandin, die äußerst selten ausgebildete Kristall- 
formen (meist 2 O 2) aufweisen, gewöhnlich aber tmregehnäßig be- 
grenzt sind, oder sie enthalten Cordierit von matt graulichblauem 
Aussehen, so daß er von Quarz nur sehr schwer unterschieden werden 
kann. Spaltflächen von Feldspaten beobachtet man in diesen Bildungen 
nur wenig. 

Abweichend davon sind die Verhältnisse der lichten Bänder, 
die nach ihrer Struktur und Zusammensetzung schon makroskopisch 
sich als granitische Gesteine erkennen lassen, in dem deutlich Quarz 
und Feldspat neben einem oder zwei Glimmermineralien diese Lagen 
zusammensetzen, in welchen außerdem auch lebhaft blau gefärbte 
oder in Pinit umgewandelte Kristalle von Cordierit oder Ikositetraeder 
von Granat verbreitet sind. Der Biotit bietet einzelne, meist sehr 
vollkommen umgrenzte Kristalle, die richtungslos dem Gestein ein- 
gestreut sind. 

„Faltungserscheimmgen" an diesen „Gneisen" des Silberberges 
werden sehr häufig beobachtet. Die schichtenartige Verbindung von 
Granit und „Gneis" zeigt, daß hier nicht zwei gleichwertige, nur 
in schichtenartigem Wechsel auftretende Gesteine vorliegen, sondern 
sich als voneinander ganz verschiedene erweisen; die lichten Bänder 
weisen nur im allgemeinen die Form konkordanter Einlagerungen 
auf und man beobachtet, daß sie die dunklest schieferigen Lagen 
umso häufiger quer durchbrechen, je mehr man sich der Grenze 
gegen den Oranit nähert. Hier sind es bald größere, bald kleinere 



Siehe oben S. 9. 



22 

Schollen der Schiefer, welche in dem lichten Gestein zu schwimmen 
scheinen und. in welche dasselbe auf zahllosen Adern und Klüften 
eindringt; schließlich tritt eine so innige Mischung von Schiefer- 
und Granitmaterial ein, daß die beiden Gesteine geradezu miteinander 
verschmelzen, wie denn auch überhaupt eine Aufnahme von Schiefer- 
material durch den Granit die allenthalben in letzterem verbreiteten 
Kristalle von Cordierit und Granat überaus wahrscheinlich gemacht 
wird. Der „Dichroitgneis'^ des Bayerischen Waldes erweist sich 
somit schon makroskopisch als zusammengesetzt aus zwei verschiedenen 
Oesteinstypen : einem unter allen Umständen sehr feldspatarmen bis 
feldspatfreien, zum Teil hornfelsartigen , zum Teil schieferigen 
Kontaktgesteine und aus Apophysen der Granitmassive, welche das 
Liegende, beziehungsweise das Hangende der Schiefer bilden. Diese 
„ Oneise" zeigen eine innige Durchtränkung ursprünglich sedimentärer 
Gesteine, die eine kontaktmetaphorische Umwandlung erfahren haben, 
mit dem noch schmelzflüssigen granitischen Magma. Die verschiedene 
Intensität der Injektion des granitischen Schmelzflusses, die wechselnde 
Resorption der Schiefer durch den Granit ergibt den abwechslungs- 
reichen Habitus der Gesteine, welche ursprünglich wohl auch ge- 
schichtet und in verschiedenartig zusammengesetzte getrennt, doch 
nicht den schon beim ersten Anblick erstaunlichen Wechsel zeigten, 
den sie heute aufweisen. 

Die Gesteine des Silberberges sind durch große Härte und im 
allgemeinen durch große Frische ausgezeichnet; der Feldspat zeigt 
adularähnliche Beschaffenheit, die Glimmer (auch Biotit) zeigen einen 
hohen Grad von elastischer Biegsamkeit und nur der Cordierit läßt 
in den granitischen, nicht aber in den schieferigen Lagen öfter die 
typische Umwandlung in Pinit erkennen. In großem Maße auf- 
fallend ist nach Dr. Weinschenk diese Härte und Zähigkeit der Ge- 
steine, wenn man sie mit anderen stark dislozierten Gesteinen alpiner 
Gebiete in Vergleich zieht; zeigen hier sonst schon das äußere Ver- 
halten der Gesteine eine innere Zerrüttung und Zermalmung an, so 
ist dagegen an jenen des Silberberges von einer derartigen Lockerung 
des Gefüges nicht das Geringste zu ersehen. 

Bemerkenswert ist auch die Erscheinung, daß die mannig- 
faltigen Stauchungserscheiiiungen, welche die Schiefergesteine oft 
erkennen lassen, von Schicht zu Schicht ganz außerordentlich 
wechselnde sind. Während im allgemeinen die glimmerreichsten 
Lagen die intensivste Faltung erlitten haben, erscheinen die eigent- 
lichen Hornfelse äußerlich wenigstens ziemlich ebenschiohtig. Die 
ganze Art der Ausbildung der Gesteine des Silberberges zeigt in 



23 

einer geradezu klassischen Art und Weise, wie ein und derselbe 
Prozeß der Faltung verschiedenartige Gesteine in durchaus ver- 
schiedener Weise beeinflußt, wie die Schichten imstande sind, unter 
der Wirkung eines einheitlichen Druckes sich gegeneinander und 
übereinander zu verschieben. 

Was die Lagerungs Verhältnisse der Erzkörper (Magnetkies etc.) 
im Silberberg betrifft, welche seinem Zwecke nach Dr. Weinschenk 
weitläufiger behandelt (a. a. O. S. 360 ff.), so seien hier in Rücksicht 
auf die diesbezüglichen Verhältnisse bei Linz nur nachfolgende 
Umstände erwähnt. 

Es setzen sich im kleinen außerordentlich häufig, sehr selten 
in größerem Maßstabe in das Nebengestein, besonders wenn dies ein 
Hornfels oder Granit ist, Abzweigungen des Erzes hinein; in gröber 
körnigen Gesteinen besonders beobachtet man, daß das ganze Gestein 
in seinem innersten Gefiige erschüttert ist und alle Risse und Sprünge 
von feinen Erzadern erfüllt werden, mit welchen diese Gesteine 
völlig imprägniert erscheinen. Die Erze des Silberberges erweisen 
sich nach Dr. Weinschenk als jüngere Bildungen; sie sind an die 
injizierte Grenzzone zwischen Schiefer und Granit gebunden und 
wurden als feurigflüssiges Erzmagma in die Gesteine hineingepreßt. 

Die Gesamtheit aller bisher besprochenen Erscheinungen zeigt 
nach Dr. WewischeJik folgendes kurzes Bild der geologischen Ver- 
hältnisse des Silberberges: Ein Schichtenkomplex von ziemlich 
wechselnder Zusammensetzung wurde von granitischen Massen durch- 
brochen; das schieferige Dach der lagerförmigen Masse — des Lak- 
kolithen — blätterte in den Granit hinein und innerhalb der im 
Zusammenhang mit der vulkanischen Tätigkeit getauchten und ge- 
falteten Schiefer wurden alle Hohlräume von der granitischen Schmelz- 
masse erfüllt, welche vorzugsweise parallel zu den Schichtenfugen 
eindrangen. Dann kamen Pegmatite, welche mit dem Nachlassen 
der vulkanischen Energie der Bildung von Quarzaggregaten Platz; 
machten. Erst nach diesen kamen die Erze, schließlich entstanden 
nach den Erzen noch untergeordnete Gangfüllungen. 

Gibt über alle diese Verhältnisse der makroskopische Habitus 
der Gesteine des Bayerischen Waldes, insbesondere des Silberberges 
genügende Aufschlüsse, so gestatten nach Dr. Weinschenk die mikro- 
skopischen Verhältnisse in noch viel höherem Maße die Genesis 
dieser Gesteine zu verfolgen. Was die makroskopische Forschung 
einigermaßen wahrscheinlich machen könnte, wurde ihm zufolge durch 
die mikroskopischen Befunde gerade zur Gewißheit. 



24 

Diese mikroskopischen Untersuchungen lassen zunächst mit 
unzweifelhafter Sicherheit hervortreten^ daß zwischen dem Material 
der schieferigen Gesteine und demjenigen der dazwischen ein- 
gedrungenen granitischen Masse ein tiefgreifender Unterschied vor- 
handen ist. 

Was die „Cordieritgneise" überhaupt betrifft, so sind all ihre 
Bildungen in den maßgebenden Erscheinungen vollständig gleich 
und das Unterscheidende, welches äußerlich so stark hervortritt, 
verliert sich mehr und mehr bei einem eingehenden Studium unter 
dem Mikroskop; abgesehen von Einzelheiten erscheint der ganze 
Gesteinskomplex als äußerst einförmig, so wechselvoll seine Be- 
schaffenheit auch bei oberflächlicher Beobachtung zu sein schien; die 
mikroskopischen Einzelheiten zeigen in makroskopisch recht ab- 
weichend erscheinenden Gesteinen oft völlige Übereinstimmung. 

Struktur und Zusammensetzung erweisen sich auch unter dem 
Mikroskop als ziemlich wechselnd, aber was vor allem bei der Be- 
trachtung der Dünnschliffe in die Augen fällt, ist der fast voll- 
ständige Mangel einer Trümmer struktur, welche man in so stark 
gefalteten und gefalteten Schichten doch vor allem erwarten sollte. 
Dabei erscheinen größere Individuen von Cordierit und Quarz erfüllt 
von Einschlüssen von Sillimanit, Biotit, Titaneisen und Zirko7i, oft 
in solchem Maße, daß selbst in sehr dünnen Schliffen das Haupt- 
individuum kaum mehr durchschimmert, und es ist namentlich im 
polarisierten Licht diese Erscheinung deutlich hervortretend. Auch 
die Anordnung dieser Einschlüsse ist sehr bezeichnend: die dioht- 
verfilzten Schnüre des Sillimanits, die dünnen Lamellen des Biotits, 
wie die langgestreckten Körner von Titaneisen bilden Zälge durch 
das ganze Gestein, die von der Orientierung der Quarz- und Cordierit- 
Individuen (welche die Grundlage bilden) in nichts heei^ip^ußt er- 
scheinen. Dieses optisch einheitliche Verhalten, welches die Quarz-, 
beziehungsweise Cordieritkörner zeigen, die weder mit der ursprüng- 
lichen Schichtung, noch mit der Fältelung des Gesteines irgendwelche 
Beziehungen aufweisen, sprechen nach Dr. Weinschenk mit Sicherheit 
dafür, daß die Schichtenverbiegungen, welche die Oestei?ie makro- 
sJcopiseh in so intensivem Maße erkentien lassen, vollendet geivesen 
sein müssen, bevor Quarz und Cordierit auskristallisiert sind, bevor 
also die Gesteine ihre kristallinische Beschaffenheit erreicht haben. 
Die kristallinische Beschaffenheit derselben ist deshalb als eine 
sekundär erivorbene Eigenschaft zu betrachten, und man wird nach 
Dr. Weinschenk wohl kaum, weder vom geologischen, noch vom 
petrographisohen Standpunkte aus hier berechtigt sein, die Gesteine 



25 

schlechthin als „kristallinische Schiefer'' zu bezeichnen, zumal wenn 
sie in nächster Nachbarschaft eines Granitmassivs auftreten. Man 
muß sie vielmehr mit demjenigen Namen bezeichnen, welcher ihrer 
petrographischen Stellung entspricht — es sind Kontaktgesteine im 
eigentlichen Sinne des Wortes. 

Die meisten ,. Gneise" aus den verschiedensten Teilen des in 
Betracht kommenden Gebietes lassen eine ähnliche Anordnung der 
Einschlüsse erkennen ; sieht man hier ja sonst die gewundenen Züge 
der Sillimanitnadeln, welche die Verbiegung und Faltung des Ge- 
steines bezeichnen, als ein Charakteristikum der Mikrostruktur des 
Cordierits an; auch die mineralogische Zusammensetzung aus 
vorherrschendem Quarz und Cordiei'it neben Olimmer und Silli- 
manit ist diejenige echter Hornfelse und ebenso ihre Struktur. 
Die Gesteine dürfen deshalb nach Dr. Weinschenk auch in dieser 
Beziehung nicht als „Gneise'' bezeichnet werden, da der Feldspat 
(Orthoklas, beziehungsweise Plagioklas) höchstens rein akzessorisch 
vorkommt. 

Auch die schon makroskopisch als granitische Gesteine er- 
kannten lichten Bänder zeigen unter dem Mikroskop ihren Charakter 
sehr deutlich. Als hauptsächlichste Gesteinsgemengteile ersieht man: 
Quarz, Orthoklas, Mikroklin, Kryptoperthit (Anorthoklas mit perthi- 
tischen Verwachsungen) und Plagioklas, etwas Olimmer und abge- 
rundete Kristalle von Cordierit; letztere lassen außer abgerundete 
Individuen von Quarz- und Zirkonmikrolithen mit pleochroitischen 
Höfen weitere Einschlüsse nicht erkennen. Vor allem fehlen hier 
die Bänder von Sillimanit vollständig, was den bezeichnendsten 
Unterschied gegenüber von dem Cordierit in den Schiefertl darbietet, 
abgesehen davon, daß die Kristallform, die der Cordierit in den 
Oraniten nie vermissen läßt, dem Mineral in den Hornfelsen abgeht. 
Die Individuen des Cordierits im Oranit sind somit nicht Reste 
oder Bruchstücke des etwa teilweise resorbierten Nebengesteins, 
sondern sie sind vielmehr aus dem granitischen Schmelzfluß selbst 
ausgeschieden, nachdem dieser allerdings wohl die Bestandteile des- 
selben aus den Schiefern gelöst hatte. Überall fehlen aber auch hier 
alle Anzeichen einer dynamischen Umformung, selbst der Quar^, 
dieser feinste Gradmesser für alle mechanischen Einflüsse, zeigt keine 
Spur von Kataklase, und dies in Gesteinen, welche in schmalen, 
auf das mannigfaltigste gebogenen und gewundenen Bändern zwischen 
den Schichten der Schiefer eingeklemmt sind. Die Faltung und 
Pältelung der Schiefer erweist sich somit auch durch diese Anzeichen 
als älter gegenüber der Verfestigung des Granites. 



26 

Die Hornfelse, beziehungsweise Schiefer mit ihren Zügen von 
Sillimanit und ihrer typischen Kontaktstruktur und diese Granite 
mit ihren so bezeichnenden Eigenschaften wechseln in den Gesteinen 
des Silberberges in jedem Maßstabe miteinander ab, wobei die 
ersteren im kleinen wie im großen die Form von Scholleti haben, 
welche von dem granitischen Gestein allenthalben durchbrochen 
werden und in welche das granitisehe Material auf allen Klüften 
und Sprüngen eindringt; schließlich geht die Vermischung so weit, 
daß beide Gesteine auch unter dem Mikroskop nicht mehr neben- 
einander erkannt werden und daß die Eigenschaften der Hornfelse 
sich mit denen des Granites aufs innigste verbinden. Indes ist das 
letztere trotz der innigen Durchtränkung der Schiefer nicht das 
Gewöhnliche, sehr viel häufiger haben beide Gesteine nebeneinander 
ihre Individualität gewahrt und nur einzelne Kristalle von Cordierit 
in Granit, einzelne Feldspatindividuen im Hornfels deuten die gegen- 
seitige Beeinflussung an. 

In bezug auf die mikroskopische Beschaffenheit der einzelnen 
Mineralien sei zu dem bereits oben Gesagten noch hinzugefügt und 
im besonderen hervorgehoben, was Dr. Weinschenk ^) in bezug auf 
Cordierit und Sillimanit bemerkt. 

Cordierit ist im Dünnschliff stets farblos und läßt sich daher 
nur schwer von Quarz unterscheiden. 2) Der ungemein große Reichtum 
indes an Einschlüssen von Zirkon und Rutil mit den stets um die 
selben auftretenden pleochroitischen Höfen (im Polarisations-Mikroskop) 
verrät ihn fast immer. 

Einzelne Körner enthalten selbst Hunderte solcher Mikrolithen, 
jeder umgeben von einer bald mehr, bald minder kräftig von farblos 
bis gelb pleochroitischen Zone, bei welcher die Doppelbrechung 
stark erniedrigt ist. So massenhaft der Cordierit auch sonstige Ein- 
schlüsse beherbergt, so findet man die pleochroitischen Höfe doch 
ganz ausschließlich um die eingeschlossenen Zirkon- und Rutilkristalle. 

Wo der Cordierit als Bestandteil der grayiitischen Lagen auf- 
tritt, fehlt ihm, wie schon früher erwähnt, diese charakteristische | 

■l 



') A. a. 0., S. 373. 

*) Bei dickeren Schliffen kann man zur Untersuchung des Pleochroismus 
die von Dr. Tschermak (Sitzungsbericht der Wiener Akademie, Bd. 59. — Lehr- 
buch der Mineralogie, 5. Aufl., 1897, S. 201) empfohlene Methode in Anwendung 
bringen, indem man einen einzigen Nicol, und zwar den unteren (unter dem 
Tisch des Mikroskops) im Kreise dreht. — Vgl. auch Dr. Weinschenk. Die 
gesteinsbildenden MineraUen, Freiburg 1901, S. 124. — Dr. Ferd. Zirkel, Die 
mikroskopische Beschaffenheit der Mineralien und Gesteine. 



27 

Mikrostruktur gänzlich. Hier sind es meist größere, ringsum aus- 
gebildete Kristalle, welche (wenn nicht pinitisiert) schon makro- 
skopisch durch ihre klare blaue Farbe hervortreten. Dieselben sind 
allerdings stets stark gerundet, oft mit Löchern und tiefen Ein- 
buchtungen versehen, aber doch bemerkenswert gegenüber der eigen- 
tümlichen Formlosigkeit des Cordierites der Hornfelse. Unter dem 
Mikroskop erkennt man hier wieder die Zirlconndkrolithen mit ihren 
Höfen und einzelne zum Teil recht große gerundete Kristalle von 
Quarz; weitere Einschlüsse pflegen zu fehlen. 

Der Sillimanit übernimmt in den Kontaktgesteinen des 
Bayerischen Waldes die Stelle des sonst häufigeren Ändalusites (siehe 
oben). Bisweilen sind die Sillimanitnadeln so verfilzt, daß sie selbst 
im dünnsten Schlifi' nicht mehr durchsichtig werden und so eine 
optische Bestimmung nicht mehr möglich wird. Sonst kommen auch 
einzelne Sillimanit- Kristalle mit hoher Licht- und Doppelbrechung vor. 

b) Der Kürntaerger Wald und seine Grenzgebiete. 

Schon oben wurde aus der Nähe beider Gebirgszüge, des 
Bayerischen und Kürnberger Waldes, sowie aus der Oleichartigkeit 
ihrer Gesteine ein Schluß auf den genetischen Zusammenhang beider 
Gebiete gezogen. Daß die Gesteinstypen beider Lokalitäten eine 
Identität aufweisen, zeigt die gleiche Beschaffenheit dieser Typen, 
wie sie früher zur Darstellung gebracht werden und wie auch aus 
dem Nachfolgenden noch mehr erhellen wird. 

Es ist dem Zwecke gemäß, den sich gegenwärtige Ausführungen 
gestellt, noch eingehender zu untersuchen, ob und wie die geologischen 
Verhältnisse der Gesteine des Linzer Gebietes mit denjenigen des 
Bayerischen Waldes sich in tjbereinstimmung befinden. 

Die Gesteine des Kürnberger Waldes liegen besonders in den 
Steinbrüchen aufgeschlossen vor, die sich bei Linz — Margarethen 
längs des Donauufers bis zur sogenannten „Anschlußmauer" und 
darüber hinaus mehr oder weniger unterbrochen aneinander reihen. 
Bei näherer Untersuchung der Gesteine fallen vor allen anderen zwei 
Hauptgesteinstypen, ein granitischer und ein gneisartiger Typus, auf. 

Der erste Steinbruch bei Margarethen (in der Nähe der Stadt) 
zeigt einen ziemlich grobkörnigen Granit mit sehr vielen etwa 
bohnengroßen Feldspatkristallen von weißlicher bis bläulicher Farbe; 
dunkler Glimmer ist reichlich, Quarz wenig vertreten. Diese Granitart 
scheint als Ganggranit aufzutreten. 



28 

Daneben findet sich ein feinkörniges, gneisartiges Gestein mit 
ebenfalls dunklem Glimmer; letzteres Gestein weist hinwieder Ein- 
lagen auf, die an Hornfels erinnern, und es ist bisweilen mit Magnet- 
kies imprägniert. 

Der folgende zweite und dritte Steinbruch zeigt ein mehr oder 
weniger bläulichgraues, mittelkörniges, granit- und gneisartiges 
Gestein. Einlagen lassen hornfelsartige Bildungen erkennen; auch 
finden sich hier lichtere und dunklere Lagen, erstere bisweilen mit 
blaugeförbten Cordieritkörnern, beziehungsweise mehr oder weniger 
ausgebildeten Kristallen. Die Gesteinswand weist eine schieferig- 
plattenförmige Absonderung der Schichten auf. 

Der vierte Steinbruch (in der Nähe des Kalvarienberges) ist 
im allgemeinen den vorhergehenden in bezug auf die Gesteine ähnlich, 
das hier vorkommende Gestein erscheint jedoch dunkler, bläulicher, 
besonders in den unteren Schichten; es ist ein mehr oder weniger 
glimmerreicher Cordierithornfels von bald granitischem, bald gneis- 
artigem Habitus (Typus 1 und 2) oder auch in Verbindung mit 
Granit; die Gesteine sind, wie schon früher bemerkt worden, teil- 
weise imprägniert mit Magnetkies und Graphit; bisweilen findet sich 
in den Dünnschliffen Mikroklin und Plagioklas, wie dies die Granite 
der Grenzgebiete (Steyregg etc.) zeigen. 

Geht man über die Schlucht des Kalvarienberges weiter hinaus, 
so steht hier Granit von ganz anderem Habitus an; derselbe ist ein 
lichtgefarbtes (gelbliches) Gestein, wenn auch der Glimmer eine 
meist dunkle Farbe aufweist; Cordierit fehlt oder es dürften nur 
einzelne Körner als Cordierit bezeichnet werden können. Ein ähnlicher 
mittelkörniger Granit findet sich im Grenzgebiete, am Freinberge, 
und es scheint derselbe überhaupt die Höhenzüge der Umgegend 
zu bilden. 

Überblickt man die bisher geschilderten Gesteinsschichten in 
ihrem Zusammenhange, so scheinen die geologischen Verhältnisse 
derselben zur Annahme zu drängen, daß man es hier mit einem 
von Granit umschlossenen und mehr oder weniger durchbrochenen 
Schichtenkomplex zu tun habe, dessen Schollen infolge der vul- 
kanischen Tätigkeit und des Kontaktes mit glutflüssigen Granitmassen 
wenigstens zum Teil zu hornfelsartigen Gesteinen umgewandelt wurden, 
daß somit die betreffenden Partien für metaniorphe Kontaktgesteine 
zu erklären sind. 

Diese Auffassung wird durch die Beschaffenheit und die geolo- 
gischen Verhältnisse der sich noch weiter anschließenden Gesteins- 
bildungen des Kürnberger Waldes in vollem Maße bestätigt. 



29 

Der Verlauf des genannten Gebirgszuges vom Kalvarienberg 
bei Margarethen bis zum Steinbruch in der Nähe der „Anschluß- 
mauer" liegt nicht aufgeschlossen und ist ein meist dichtbewaldetes 
Terrain. Einzelne Felsblöcke, die längs des Weges angeschlagen 
wurden, zeigten nur lichtere Granite und konnte in denselben 
(makroskopisch) kein Cordierit gefunden werden. Die Entfernung 
des Steinbruches vom Fuße des Kalvarienberges dürfte auf etwa 
25 Minuten zu veranschlagen sein. Ob die dazwischen liegenden 
Schichten, besonders in weiterer Tiefe gegen den Gebirgsstock hin, 
nicht auch metamorphe Cordieritgesteine enthalten, konnte bisher 
nicht ermittelt werden; es ist jedoch dies sehr wahrscheinlich und 
scheinen die Verhältnisse des Steinbruches bei der „Anschlußmaner" 
darauf hinzuweisen. 

Was letzteren Steinbruch betrifft, so sind die Aufschlüsse 
desselben nicht wenig instruktiv und zeigen zum Teil neue Ver- 
hältnisse in bezug auf den geologischen Aufbau des Kürnberger 
Waldes. 

Ais Hauptgestein können hier gneisartige Massen bezeichnet 
werden, welche bald dickere, bald dünnere dunkle und lichte 
Wechsellagen zeigen und die teilweise sehr verschoben und gefaltet 
erscheinen. Der Glimmer ist meist von dunkler Farbe. Links vom 
Eingang steht ein kristallinisches Gestein an, mit großen Aus- 
scheidungen von Feldspat, Quarz und Glimmer; letzterer ist meist 
dunkel, bisweilen jedoch auch lichtweiß, besonders an gewissen 
Grenzflächen. Dieses grobkörnige Gestein stellt einen Pegmatitgang 
dar, der das gneisartige Gestein durchsetzt. In diesem pegmatitischen 
Gestein finden sich zerstreut chloritähnliche pinitische Bildungen, 
bisweilen auch gut ausgebildete Kristalle (Prisma mit basischer End- 
fläche, nach Cordierit). 

Derartige Pegmatitgänge (etwa 30 bis 40 cm im Durchmesser) 
zeigen in einiger Anzahl (3 bis 4) sehr deutlich die oben bloßgelegten 
Schichten des Steinbruches. Die Ausscheidungen von Quarz und 
Feldspat sind bisweilen auffallend groß. Der Feldspat ist nicht 
selten bläulich gefleckt und zeigt mitunter bei gelblicher Farbe eine 
gewisse geflammte, holzähnliche Struktur. In dem Gestein fallt auch 
die Ausscheidung eines großen, langgestreckten (bis fingerlangen) 
Glimmers auf von dunkelbrauner bis goldgelber Farbe. Andalusit 
scheinen diese Gänge nicht zu enthalten; dagegen kommen in den- 
selben außer den obenerwähnten pinitisierten Cordieritsäulen auch 
mehr oder weniger große Nester von Cordierit (Pinit) vor, so daß 
einzelne Handstüoke eine grünliche Färbung aufweisen oder wie 



30 

gefleckt erscheinen; besonders sind diese Bildungen an den Grenzen 
gegen das Nebengestein hin zu bemerken, i) 

Das pegmatitische Gestein von Bodenmais (siehe oben) weist 
eine große Ähnlichkeit mit diesem des Kürnberger Waldes auf; der 
mir vorliegende Pegmatit von Bärenloch bei Bodenmais zeigt bläulich 
gefleckte Feldspate; einige Feldspatbildungen vom Silberberg (von 
weißlicher Farbe) erscheinen ebenfalls wie geflammt; während hier 
der lichte Glimmer vertreten ist, herrscht, wie schon erwähnt, in 
den Pegmatiten des Kürnberger Waldes dunkler Glimmer vor und 
nur bisweilen ist weißer vertreten. 

Das schieferige, gneisartige Gestein des Steinbruches enthält 
teils Cordieritkörner von blauer oder grünlicher Farbe, teils hornfels- 
artige Bildungen, und es schließt sich dasselbe an Typus 1 und 2 
an (siehe oben). 

Die meist gleichmäßig mehr oder weniger eben geschichteten 
Partien mit dunklen und lichten Wechsellagen zeigen hier zum 
ersten Male kleine Granaten eingestreut, teils in den lichten, teils 
auch in den dunklen Lagen. 

Erzim'prägniermigen scheinen hier zu fehlen; auch Graphit wird 
selbst in den Dünnschliffen u. d. M. ziemlich selten wahrgenommen. 

Es verdient hier noch angeführt zu werden, daß die Schichten 
senkrecht aufgerichtete Platten darstellen und daß sich um die 
Gangmassen des Pegmatits das schieferige Gestein mit seinen Lagen 
beiderseits parallel zur Gangrichtung anlegt, wenn auch sonst viele 
Biegungen, Faltungen und Auskeilungen sich bemerkbar machen; 
dabei findet man nicht selten Handstücke, die Rutsch- oder Quetsch- 
flächen mit parallelen Furchen an den Endzonen aufweisen, alles 
wohl ein Beweis des großen gegenseitigen Druckes und der viel- 
seitigen Verschiebungen dieser Gesteinsmassen. 

Verfolgt man den Gebirgszug längs der Donau noch weiter 
hinauf, so finden sich, soviel die Besichtigung ergab, wieder lichtere, 
mittelkörnige Granite anstehend, ähnlich denjenigen in der Nähe des 
Kalvarienberges (siehe oben), und besitzt der Glimmer dunkle Farben. 

*) Ein Handstück des Freinberger Naturalien-Kabinetts zeigt sehr 
charakteristisch große Feldspatkristalle, umgeben von blauem und grünlichem 
(pinitisiertem) Cordierit (in Kristallen oder auch in derber Form) und daneben 
eine Partie von mittelkörnigem Granit; dasselbe weist überdies einen etwa nuß- 
großen Einschluß eines etwas erdigen (zum Teil schon verwitterten), graugrünen, 
an Smaragdit (Amphibol) -erinnernden Minerals mit einigen Granatkörnern auf. 
Letzterer Einschluß ist vielleicht ein Rest des ursprünglichen Gesteins oder aus 
der Tiefe mit den Granitmassen emporgehoben worden; den Mineralien gemäß 
deutet er auf Eklogit hin. 



31 

Noch weiter entfernt trifft man jedoch Felsmassen an von ganz eigen- 
tümlicher Beschaffenheit; es ist die charakteristischeste Stelle des ganzen 
Kürnberger Gebietes, soweit dasselbe bisher untersucht werden konnte. 
Es finden sich hier in der buntesten Abwechslung alle Gesteinstypen 
zugleich vor mit bemerkenswerten Einschlüssen und Bildungen; hier 
scheint eine Hauptgebirgsstauung und Faltung der Gesteine statt- 
gefunden zu haben. Es gehören hieher besonders der 3. und 4. der 
anfangs erwähnten Gesteinstypen; es sind metamorphe Kontalägesteine 
in klassischer Form, und es haben dieselben auch unter allen mit den 
Cordieritgesteinen des Bayerischen Waldes die meiste Ähnlichkeit. 

Das Charakteristische dieser Gesteinstypen wurde schon oben 
in bezug auf das Wesentlichste dargelegt; hier sollen noch ihre be- 
sondere Beschaffenheit und die geologischen Verhältnisse derselben 
etwas eingehender geschildert werden. 

Das Hauptgestein ist durch seine Partien von Granit mit Cor- 
dierit, Granat und Graphit, sowie von schieferigen Lagen mit Co7'dierit- 
Sillimanit-Büd'ungen charakterisiert. Der Sillimanit (Fibrolith) stellt 
ein faseriges Aggregat von meist weißlichgelblichen oder bläulichgrauen 
Nadeln dar und legen sich dieselben in dünnen Lagen schichteoförmig 
aufeinander, gewöhnlich eine bläulichviolette Cordieritmasse da- 
zwischen, oder mit derselben innig verwachsen. Die Sillimanitlagen sind 
bisweilen gehäuft und bilden so eine dickere Schichte, doch nicht in so 
ergiebiger Weise, wie dies einige Handstücke von Bodenmais zeigen. 

Die Verwachsungen von Sillimanit mit Cordierit folgen allen 
Faltungen des Gesteins, die hier sehr zahlreich auftreten. Dazwischen 
liegen, ebenfalls den Faltungen des Gesteins folgend, in großer An- 
zahl teils unregelmäßig geformte, teils kristallinische Oraphitbläitchen, 
nicht selten mit Kanten winkeln (siehe oben S. 15). Einige langgestreckte, 
scharf ausgebildete Formen dieser Art scheinen auf Titaneisen hin- 
zudeuten. i) Länger gestreckte Graphitbildungen streichen mit Silli- 
manitnadeln oft in einer und derselben Richtung. Betrachtet man ein 
größeres Handstück dieser Lokalität, so findet man auch hier wieder 
neben dunlden Partien von Hornfelsbüdungen (Cordierit, Sillimanit etc.) 
mehr oder weniger iveißliche granitische Massen, so daß das Gestein 
oft einen sehr bunten Wechsel zur Schau trägt. Es liegt hier offen- 
bar eine Mischung eines granitischen Gesteins mit einem schieferigen 
vor, nicht selten findet sich eine dünne schieferige Sillimanit-Cordierit- 
lage mitten in einer Granitmasse. Es kann dies wieder nicht anders 



1) Gleichwohl konnte an ähnlichen Formen bei Behandlung mit Salz- 
säure keine Zersetzung beobachtet werden, noch irgend eine diesbezügliche 
Polarisations-Erscheinung. 



32 

erklärt werden, als daß noch glutflüssige Granitmassen ein schieferiges 
Gestein durchbrochen, die Spaltmassen desselben, zumal kleinere 
Bruchstücke metamorphisiert und teilweise aufgesogen haben, bis 
nur noch ein blätteriger Rest von einer Sillimanit-Cordieritschichte 
oder sonst eine Hornfelsmasse übrig geblieben. 

Neben den dunklen metamorphen Gesteinen finden sich dann 
auch größere Massen von lichtem Granit, teils in unmittelbarer Nähe, 
teils in weiterer Entfernung. Die Granitmassen in unmittelbarer Nähe 
weisen bläulichen Cordierit (nicht selten pinitisierte Kristalle), Al- 
mandin und Graphit auf; Glimmer tritt sehr zurück, umsomehr macht 
sich Feldspat bemerkbar. Die Granite in weiterer Entfernung zeigen 
einen mehr normalen Typus, ohne Cordierit, Almandin und Graphit. 

Auch diese Verhältnisse zeigen wieder, daß in jenen charakte- 
ristischen Bildungen nichts anderes als metamorphe Kontaktgesteine vor- 
liegen. Da in denselben die kristallinischen Bildungen allen Faltungen 
des Gesteins folgen, ohne von denselben eine gewaltsame Beeinflussung 
erfahren zu haben, so kann auch hieraus in bezug auf die Cordierit- 
gesteine des Kürnberger Waldes, ebenso wie Dr. Weinschenk in 
bezug auf die Gesteine des Bayerischen Waldes (siehe oben S. 24), 
der Schluß gezogen werden, daß die Faltungen jener Gesleinsmassen 
bereits vollendet waren, bevor Cordierit und andere Begleitmineralien 
auskristallisierten. Damit in Übereinstimmung findet sich die Beob- 
achtung, daß die Dünnschliffe dieser Gesteine unter dem Mikroskop 
keine Kataklasstruktur, sondern die helixitische Struktur der Hornfelse 
zeigen (vgl. die Tafeln); diese Gesteine sind demnach auch als echte 
Hornfelsbildungen anzusehen und nicht als „Gneise" zu bezeichnen. 

Von besonderem Interesse erscheint hier die Bildung, be- 
ziehungsweise Entstehungsweise der kristallinischen Oraphitblättchen 
in den Cordieritgesteinen des Kürnberger Waldes. Nach Dr. Wein- 
schefik^) findet ein Zusammenhang zwischen den bekannten Oraphit- 
lagerstätten der Gneise in der Umgegend von Passau und den Erz- 
lagerstätten am Silberberg bei Bodenmais statt. 

Der Graphit erweist sich im Passauer Gebiete als Bestandteil 
eines Oneises, welcher von den geringsten Spuren an bis 60 und 
selbst 70% Graphit enthalten kann. Der Gneis, in welchem solche 
Einlagerungen enthalten sind, ,,Qraphitgneis" , ist nach Dr. Wein- 
schenks Beobachtungen fast überall durch und durch zersetzt, nicht 
nur in der gewöhnlichen Weise in Kaolin, vielmehr in viel kom- 
plizierterer Weise, so daß nicht selten aus dem ursprünglichen 

^) Dr. E. Weinschenk, Über die Graphitlagerstätten der Umgegend von 
Passau und die Erzlagerstätten am Silberberg bei Bodenmais, Essen 1898. 



33 

Alkalitonerde-Silikatgestein ein Aggregat wasserhaltiger Silikate von 
Eisenoxyd und Manganoxyd hervorging. Wo aber die Beschaffenheit 
und Struktur des ursprünglichen Gneises noch deutlicher ist, da 
beobachtet man eine eigenartige Verteilung des Graphites im Gestein. 
Auf allen Rissen und Fugen, auf den Spaltrissen des Glimmers, 
auf den Grenzen zwischen den einzelnen Quarz- und Feldspatkörnern 
haben sich die Blättchen von Graphit angesiedelt und die ganze 
Art dieser Verteilung beweist nach Dr. Weinschenk mit Sicherheit, 
daß der Graphit dem fertigen Oestein durch spätere Prozesse erst 
zugeführt worden ist. In Begleitung dieser Graphitschiefer findet 
man eruptive Plagioklasgesteine (Porphyrite), die noch völlig frisch 
und unverändert und als jüngere Bildungen erst na^h Absatz des 
Graphits emporgedrungen sind; letztere wurden eben von den um- 
wandelnden Prozessen, welche die Graphitbildung begleiteten, nicht 
mehr in Mitleidenschaft gezogen. 

Die gesamten Beobachtungen zusammenfassend, zieht Dr. Wein- 
schenk folgende Schlüsse: Der Graphit der Passauer Graphitlager- 
stätten ist nicht durch Umwandlungen von Kohlengesteinen entstanden, 
sondern vielmehr im Zusammenhange mit einer granitischen Intrusion 
den Gesteinen zugeführt worden, wobei die intensivste Imprägnation 
in denjenigen Partien erfolgte, welche an sich den Agentien den 
leichtesten Zugang gewährten. Die intensiven Zersetzungen und vor 
allem die massenhaften Ablagerungen hochoxydierter Metallverbindungen 
beweisen ihm zufolge mit Sicherheit, daß diese Agentien nicht 
Kohlenwasserstoffe waren, vielmehr scheinen alle Anzeichen darauf 
hinzuweisen, daß der Graphit durch Zersetzung von Kohlenoxyd- 
verbindungen entstanden ist, und zwar von KohlenstofiVerbindungen 
von Eisen und Mangan, welch letztere bei dieser Zersetzung in 
Form von Oxyden ausgeschieden wurden. i) 

Vergleicht man die Art des Auftretens der Graphitlager bei 
Passau mit jener der Erzlager am Silberberg bei Bodenmais, so 
haben beide die Form linsenförmiger Einlagerungen gemeinsam und 
scharen sich auch gern in ganz gleicher Weise an der Grenze des 
Gneises gegen den Granit zu; hierin liegen aber nach Dr. Wein- 
schenk einige gemeinsame Züge beider Lagerstätten und somit An- 
deutungen eines allgemeinen Zusammenhanges. 



*) Dr. Weinschenk verweist hier auf eine Erscheinung, welche bei Hoch- 
ofenprozessen nicht selten ist, wobei die Chamottesteine durch Ablagerung von 
Graphit in ihrem innersten Gefüge erschüttert werden; auch hier führe man 
mit Recht die Bildung des Graphits auf die Zersetzung der leichtflüchtigen und 
so außerordentlich reaktionsfähigen Karbonyle zurück. 

3 



34 

Es kann nun dasselbe, wenigstens zum Teil, auch in bezug 
auf die Graphitbildungen iu den Cordieritgesteinen des Kürnberger 
Waldes bemerkt werden. Die kristallinischen Ausscheidungen der 
Graphitblättchen weisen wohl auch hier auf eine Bildung aus 
Kohlenstoffverbindungen hin. Das isolierte Vorkommen vieler Graphit- 
blättchen nebeneinander macht jedoch hier den Eindruck einer Aus- 
scheidung aus einer flüssigen Lösung. Auch verdient beachtet zu 
werden, daß zwar die intensivste Ablagerung von Graphit den bis- 
herigen Beobachtungen gemäß ebenfalls an einer Bruchzone statt- 
gefunden und daselbst auch einige etwas mehr angegriffene Gesteine 
anzutreffen sind; gleichwohl findet man in nächster Nähe frische 
Grenzausscheidungen mit schönen Kristallrosetten von Graphit und 
dieselben auch in sehr frischen, unzersetzten Gesteinsmassen. Es 
kommen ferner diese Graphitblättchen zwar auch in den mit den Horn- 
felsen in Verbindung stehenden Granitmassen vor, jedoch seltener 
und, wie es scheint, nur an den Grenzflächen, während Graphit 
in den Hornfelsen gerade am häufigsten mit Sillimanit und Cordierit 
verbunden, auftritt, so daß es den Anschein hat, auch der Oraphit 
habe sich hier bei Intrusion der Granitmassen gleichzeitig oder doch 
unmittelbar hierauf, als der Faltungsprozeß der Gesteinschichten 
schon erfolgt war, mit Cordierit, Sillimanit etc. ausgeschieden. Ob 
dabei dem Eisengehalt der Gesteine, wie denselben die Menge der 
eingestreuten Almandjne oder Eisentongranaten ^) dartun, eine Rolle 
zugewiesen werden könne, soll hier nicht näher untersucht werden. Erz- 
imprägnierungen kommen in diesem Gebiete ganz untergeordnet vor. 

Aus allem, was bisher gesagt worden, ergibt sich wohl mit 
großer Sicherheit, daß nicht nur die petrographischen, sondern auch 
die geologischen Verhältnisse der Cordieritgesteine des Linzer Gebietes 
mit denjenigen des Bayerischen Waldes sich in völliger Überein- 
stimmung finden und nur einige besondere Unterschiede eine charakte- 
ristische Ausbildung der Gesteine aufweisen. Man ist wohl auch 
berechtigt, hieraus den Schluß zu ziehen, daß beide Gebirgszüge, 
der Kürnberger und der Bayerische Wald, in einem genetischen 
Zusammenhange stehen, daher auch wenigstens in bezug auf die 
wesentlichen Verhältnisse beide auf dieselbe Weise ihre ursächliche 
Erklärung finden müssen. 



*) Älmandin (Eisentongranat) besteht aus 43-3 Eisenoxydul, 204 Tonerde 
und 36'3 Kieselsäure. Es wurde schon früher bemerkt, daß auch das Vor- 
kommen von Mangantongranaten (Spessartinj in den Cordieritgesteinen des 
Kürnberger Waldes wahrscheinlich sei. 



Zur Erklärung der Tafeln.^) 



Zxx ISTr- 1. 

Wurmförmige Quarzbildang („Quartz vermieule"). 

Schriftgranitähnliche (myrmeki tische) Verwachsung von Quarz und Feld- 
spat (Plagioklas z. T.) aus einem injizierten Hornfels. (Vgl. u. 2.) 

Plagioklas: mit Zwillingsstreifen ; kleine, dünne Nadeln: Sillimanit; die 
größeren und dickeren (schwarzen) Säulchen etc. : kristallinische Graphitbildungen. 

Gestein: Schieferiger Cordierithornfels mit Sillimanit, Graphit etc. und 
einer Granitintrusion (mit Plagioklas und gelblichem Quarz etc.). 

Linz-Margarethen, „Anschlußmauer" (b). 



.i.^aiM>aik4Habkjb^ . 



ZiJi ISTr. S- 

Granitpartie, in Kontakt mit schieferigem Cordierithornfels. 

Granulitische Struktur (mit deutlich umgrenzten Quarzkörnern); kugel- 
förmige Qnarzbildungen („Quartz globulaire") und einige Verwachsungen von 
„Quartz vermieule' etc. 

Gestein : Granit, glimmerarm, sehr quarz- und feldspatreich (z. T. Pla- 
gioklas). Hornfels mit Sillimanit, Almandin, kristallinischen Graphitblättchen. 

Linz-Margarethen, „Anschlußmauer" (b). 



') Von oinigen Dünnschliffen der Linzer Cordieritgesteine hat Herr Universitäts- 
Profes.sor Dr. E. Weinschenk die Güte gehabt, die interessantesten Hauptpartien derselben 
photographisch aufzunehmen und die Photograinine dieser Tafeln darzustellen, wofür der 
gebührende Dank hier abgestattet sei. Die Vergrößerung ist bei allen 50/i und die Beob- 
achtung in polarisiertem Licht. Den Erklärungen wurde der Typus der Gesteine 
hinzugefügt, von welchen der betreffende Dünnschliff' angefertigt worden. 

In Betreff des Fundortes sei bemerkt, daß die Angabe „Anschlußmauer" (a) sich 
auf den Steinbruch in der Nähe der „Anschlußmauer", — während die Bezeichnung „An- 
schlußmauer" (b) auf eine etwa 15 Minuten weiter gelegene Stelle sich bezieht. 

(In bezug auf die Abbildungen der Tafeln sind die Rechte dem Verfasser vorbehalten.) 



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^1 




Tafel nSTr. 1. 




Tafel ISTr. S. 




Zwillingslamellen in Cordierit. 

Breitere durchgehende Parallelstreifen (weiß); Cordierit durchsetzt von 
Sillimanitschnüren (Nadeln), einige Graphitpartien (schwarz). 

öestem: Schieferiger Cordierithornfels mit Sillimanit, Granat, Gruphit etc. 
Linz-Margarethen, „Anschlußmauer' (b). 



Tafel ISTr- 3. 




Linse von Cordierit zwischen Sillimanitschnüren. 

Wechsellagerung von (violblauem) Cordierit und weißlichen, dicht- 
gedrängten Sillimanitnadeln. Helizitische Struktur. 

Oestein: Schieferiger, stark gefalteter Cordierithornfels mit Graphit, 
sehr reich an Sillimanit. 

Linz-Margarethen, „Anschlußmauer" (b). 




Ta.f 



JiieibioO ai aellemßlz-gaillmS, 

nov isJeeifo-iub iti-iyibioO ;(Üi37/) nsYie-iMdllsiin'i ehudde'gdoiub Qioihiil 

.(siiä'wdoB) flarifßqJiflq/nO s^inis ,(nl9bß/l) nsiiinrioBtinßmilliS 
.yj9 JidqßiO ^inaniD ,iiftiimjlli8 Um nioimodiiieibioO ■is-giviieidoQ -.maiasT) 

.(cf) 'lorjKmtlnf'f-»"/ ii'^nfteiiägißM-sniJ 



.a6iäado6iiaamiUi& üexlsalws ;fhei6io3 noT oaniJ 

-Jd-nh ,fi9jf'jiftli9w bau JnsibioO (raeiißldloiv) ao7 gnina^ßibaxfoaV/^ 

.TfiJ/[inJ8 fjdoerJisilsH .nlsbßiiJiaßxnrlliS n9;tgajjibs§ 
,.Jiriq«if) Jim «I^tmodihaibioO Tiisil&is'g jfißJa ji9^ii9*i9irio8 •.maSa'iV^) 

.JiHßmJIIfS a& doiar idsa 
.(d) "T)Ußfnüijfdop.aA„ ,n9rii9iß^ißM-saiJ 




Tafel KTr. 3. 




Tafel KTr. 4. 




Cordierit in beginnender Pinitbildnng. 

Eisblumenälinliche Bildungen (Pinit), in polarisiertem Licht buntfarbig 
gefleckt, mit pleochroi tischen Höfen z. T. 

Gestein: Pegmatitgang mit bläulichem Feldspat und grünlichen Pinit- 
kristallen (nach Cordierit); Gang im Cordieritgestein. 

Linz-Margarethen, „AnschluUmauer" (a). 



Tafel :: 




Titanit in nengebildetem Uralit. 

Ta^it: Mit rautenförmigen Durchschnitten und pleocbroitischen Höfen. 
(Höfe im "polarisierten Licht: bräunlich, verschwommen; in der Photographie: 
schwärzliche Einfassungen). 

Uralit (Amphibol): Neubildung (aus Pyroxen), gewellt- faserig. 

Gestein: Granitisch (ohne Glimmer), mit Quarz, Plagioklas, Magnetkies, 
Graphit, Amphibol etc. Einlagerungen in Cordierithornfels. 

Linz-Margarethen, Kalvarienberg. 



."gaabliiiiiai*! lebaeaavged ai iiieibioO 

•gidißliiaijd idoiJ. xusi-iaiBmIoq ni ,(Jini*I) ns^aublia sdoilad&aQinuldeiSi 

.T .s nalöH aod'js'iJUndooelq Um ^Hoehe-g 
-fia'i^ nadoilaih-g bnn iuqsble'i tnedoiluhld fiia gußgJiiüfligaSi •. maiasö 

.niaiasgJhaibioO mi -gaar) iiinsibioO rloßa) aaÜÄtahi 
.(ß) "laußfflüuIiIoöaA,, jaadJaiagiBM-sniJ 



.0 .tr"P^ jltS 

.iilaiü meieblldB-^naa ai iiaaüT 

.naIöH fioiloeiiioiffoo4fq htm n9«inrioerfoiij(J nsgionö'ias^ußi üM -.iswöV^ 
:8idqm§oJoin; lob ni •,mmiaoffdoaiay ,doiIauJJi(f .-JdoiJ asjisiahßloq mr aiöH) 

.(nagnueBßtatS 9fIaiIsiSwd»8 
•Snaeßl-JHawas .(usxot^'^I euß) ^aublidüsVI :(I()didqmA) ViWv\3 
,89i3(*6nsßM ,8ßl3for§ßl*I ,sißoP Jim ,(i9nifniIO 9ndo) doeiJinßiO -.mafeaO 

.elalmodliiaibioO al ae-gauis-gßlaiS. .oia lodidqmA ,*idqßiO 
.giadagiißYlßH ,n9dJ9ißgißM-sa(J 




OTafel ISTr. 5. 




Tafel IsTr. 6. 



Beiträge 



Moosflora von Oberösterreich. 



I. Teü. 



Zusammengestellt 



Franz Matouschek, 

Gymnasialprofessor in Eeichenberg (Böhmen). 



J^eit den bryologisoh- floristischen Arbeiten von J. S. Pötsch 
und K. B. Schiedermayi' erschienen keinerlei nennenswerte Beiträge 
auf diesem Gebiete. Nur in Exsikkatenwerken (Flora exsiccata 
austro - hungarica auotore A. Kerner et C. Fritsch, Kryptogamae 
exsiccatae editae a museo palatino Vindobonensi , Kryptogamae 
Germaniae, Austriae et Helvetiae exsiccatae editae a W. Migula) 
sind Moose aus Oberösterreich ausgegeben worden. Bei Durchsicht 
älterer Herbarien und der Bearbeitung mir zur Revision gesandter 
Aufsammlungen konnte ich in zwei floristischen Arbeiten ^) eine 
Anzahl von noch nicht veröfientlichten Funden aus diesem Kron- 
lande mit aufnehmen. Auch ein Teil der von mir 1897/98 gemachten 
Funde wurde hiebei berücksichtigt. Seit dieser Zeit erhielt ich 
wiederum Moosmaterial zur Durchsicht oder Bestimmung, und zwar 
von folgenden Damen und Herren: Julie von Haßlinger (Prag; 
das Herbar enthielt auch Funde von Amia Pehersdorfer in Steyr), 
Professor Dr. Karl Fritsch (Graz), Adjunkt Dr. K. R. von Keissler 
(Wien), Demonstrator Heinrich F7'eiherr von Handel - Maxzetti (Wien), 
Superior P. Pius Strasser (Sonntagberg), Oberlehrer Anton Topitx 
(St. Nikola), der recht emsig gesammelt hat, Fabrikant F. Cypers 
von Landrecy (Harta) und stud. rer. nat. Josef Stadimann (Linz). 

Es war mir auch infolge der Liebenswürdigkeit der Herren 
Professoren P. Gabriel Strobl in Admont und P. Raphael Hoch- 
wallner in Seitenstetten vergönnt, einen großen Teil der in den 
betrefienden Benediktinergymnasien aufbewahrten Moosherbarien zu 
revidieren. Ich stieß auf Funde, die wert sind, veröfientlicht zu 
werden; sie rühren her von P. K. Erdinger, Felicetti, Gallasch, 
Hauenschild, von Heuffler, Jakob Juratxka, von Moerl, Oberleitner, 



^) Bryologisch - floristisclie Mitteilungen aus Österreich - Ungarn , der 
Schweiz etc., I. und II., erschienen in den Verhandlungen der k. k. zoologisch- 
botanischen Gesellschaft in Wien, Jahrgang 1900, Seite 219 bis 254, und 
Jahrgang 1901, Seite 186 bis 198. 



P. Hermann Patxalt, J. S. Pötsch, R. Rauscher, Sauter, J. Schropp, 
P. Pius Strasser, P. Gabriel Strobl und P. Bernhard Wagner. 
Außerdem benützte ich ältere und neuere Funde aus meinem Her- 
bare, sowie einen Teil meiner eigenen Funde. 

All den oben Genannten danke ich nochmals für die gütige 
Unterstützung, 

Bezüglich der Abkürzungen bemerke ich: 

n. A. und H. S. = Herbarien der Stiftsgymnasien zu 

Admont, bezw. Seitenstetten; 
/ = von mir gesammelt; 
* = Grenzstandort; 
c. fr. = mit Kapseln. 
Alle in folgendem aufgezählten Moose habe ich teils de- 
terminiert, teils revidiert. Proben derselben liegen in meinem Her- 
bare, falls der Aufbewahrungsort (zum Beispiel H. A. oder H. S.) 
nicht besonders angeführt ist. 

Jederzeit bin ich gern bereit, oberösterreichisches Moos- 
material zu revidieren oder zu bestimmen. Recht interessante Funde 
sind zum Beispiel von folgenden Lokalitäten zu erwarten: Höhere 
Alpengipfel, Ufer der Traun und der Steyer, Umgebung von Kirch- 
schlag und Aigen, Zell am Moos. 

I. Hepaticae. 

Duvalia rupestris Nees. An schattigen Nagelfluefelsen und Hügeln 
bei Steyr (Nr. 85 der Breutelschen Hepaticae Europaeae, 
legit. Sauter, im H. A.). 

Orimaldia fragrans Corda. Auf verwitterter, feuchter Erde der 
Nagelfluehügel bei Steyr (Nr. 332 der obigen Ex- 
sikkatensammlung, legit. Sauter, im H. A.). 

Fegatella conica (L.) Corda. Kalvarienberg bei Steyr, c? {Pehersdorfer,. 
1898). — Schoberstein bei Trattenbach (Haßlinger); Dorf 
Trattenbach, 9 (!). — Auf Mauern bei den sieben 
Quellen nächst Kremsmünster, 9 {Strohl, 15. März 1865, 
im E. A.). — Otterbachgraben bei Schärding, zwischen 
Pellia {Strasser). — Gießenbachtal bei Struden {Topitz). — 
* „Schwarze Wände" gegenüber St. Nikola an einem 
Waldbächlein, d (Topitz). 

Preissia eommutata Nees. Steinmauer bei Klaus nächst Kirchdorf 
{Pötsch, 1854). — Auf feuchten Stellen gegenüber 



Sarmingstein bei St. Nikola, c? (Topitx). — * „Schwarze 
Wände" gegenüber St. Nikola, an Wiesenmauern, Wellsand, 
c? und 9 (Topitz). 

Marchantia polymorpha L. St. Nikola, im Dietrichhofe zwischen 
Pflastersteinen {Topitz). — Auf feuchter Erde im Naarn- 
tale bei Perg, $ {Topitz). — Mauern bei Kremsmünster, 
cT und 9 {Gallasch, 1859, im H. A.). — Linz, 9 {RauscJier, 
1874). — Linzer Lehrerbildungsanstalt, im Hofe, (5* und 9 
{To2)itz). 

Metzgeria furcata Lindb. Auf Eschen bei Hallstatt {Keissler, 1902). — 
Vöcklabruck, in einem Wäldchen auf Buchen (Finder ?, 
1864, im H. A.). — Traunfall und Hohenstein bei 
Pulgam (!J. — * „Schwarze Wände" gegenüber Sankt 
Nikola, auf Felsen, in Begleitung von Sohistidium apo- 
carpum {Topitz). 

Metzgeria conjugata Lindb. In Rasen von Plagiopus Oederi bei Groß- 
raming gegen den Almkogel, an Kalk, 400 m {Handel, 
22. Mai 1899). — Magdalenaberg bei Kirchdorf {Hauen- 
schild, im H. A). — Auf den Bergen um Linz, beim 
Traunfalle, bei Gaisbach -Wartberg gemein (!). 

Metzgeria pubescens Baddi. Bei Gaisbach -Wartberg /^/^. — * „Schwarze 
Wände" gegenüber St. Nikola, auf feuchten Felsen {Topitz). 

Aneura pinguis Dum. Nasse Stellen im Pollmannsgraben bei Krems- 
münster {Strobl, 21. März 1865, im H. A.). 

Pellia epiphylla Gotische. Steyr, c. fr. {Pehersdorfer, März 1900). — 
Gießenbachtal bei Struden, auf feuchter Erde. — Sankt 
Nikola: „Sattel" {Topitz). 

Pellia Fäbroniana Eaddi (i= Pella calycina Nees). An einer Quelle 
bei Kremsmünster {Strobl, Juni 1865, im H. A.). 

Sarcoscyphus eniarginatus Spruce. Gießenbachtal bei Struden, auf 
einer Felswand {Topitz). 

Haplozia Taylori (Hook.) Warnst. Hallstatt, auf Felsen im Waldbach- 
strub {Strasser). 

Haplozia riparia Dum. Oberregau, auf feuchten Kalkfelsen {Moerl, 
August 1865, teste Juratzka, im H. A). 

Haplozia autumnalis Heeg. In der Pestleiten bei Kremsmünster 
{Strobl, Jänner 1866, im H. A.). 



Plagioehila asplenoides Dum. In einem Lärchen Wäldchen bei Krems- 
münster {Strohl, im H. A). 

var. majcyr Nees. Otterbach bei Schärding {Strasser, 1903). 

Plagioehila interrupta Dum. Auf Nagelfluefelsen bei Steyr {Sanier^ 
Nr. 48 der Gottsche-Rabenhorstschen Hepaticae Euro- 
paeae). 

Scapania nemorosa Nees. Schafberg {Wagner, August 1876, im J?. S.). — 
Im Sattel wege bei St. Nikola auf Granitfelsen {Topitz). — 
Otterbach bei Schärding am Inn {Strasser). 

Scapania aspera Bernei. Gießenbachtal bei Struden, an feuchten 
Felswänden {Topitz). 

Scapania aequiloha Dum. Am rechten Ennsufer bei Kleinreifling 
(Wagner, August 1884, im H. S). 

Jungermannia ventricosa Dicks (=Lophozia ventricosaDum). Dimbachtal 
bei St. Nikola, mit Georgia pellucida auf einem alten 
Baumstrunke {Topitz). 

Jungermannia porphyroleuca Nees (= Lophozia porphyroleuca [Nees]). 
Auf mulmigem Baumstrunke im Walde bei Schörfling 
{Moerl, teste Juratzka, im H. Ä). 

Jungermannia Mülleri Nees (= Lophozia Mülleri [Nees]). Am Fuße 
des PoUmannsgrabens bei Kremsmünster {Strohl, April 1865, 
im H. A.). 

Cephalozia hicuspidata Dum. Vöcklabruck, im Walde bei Oberregau 
und bei Ungenach, c. fr. {Moerl, März 1864, im H. A). — 
Otterbach bei Schärding am Inn, c. fr. {Strasser, 1903). 

Blepharostoma trichophyllwn Dum. Mit Lophocolea bidendata am 
Farnberge bei Linz {Stadimann). — Schörfling, in einer 
Schlucht, auf Sphagnum cuspidatum {Moerl, April 1864, 
teste Juratzka, im H. A). — Im Walde in der Wartburg, in 
einem Hohlwege {Moerl, Mai 1861, im H. A). — Über 
Plagioehila asplenoides auf Waldboden bei Otterbach 
nächst Schärding {Strasser, 1903). 

Lophocolea bidentata Dum. In einem Bächlein auf dem Wartbergerweg 
bei Kremsmünster {Strohl, März 1865, im H. A.). 

Chiloscyphus polyanthus Corda var. rivularis Nees. Gmunden: Moor- 
wässer am Laudachsee (900 m) und an Steinen im 
Wenigbache (700 bis 800 m) {Loitlesherger, August 1898). 



Chüoscyphus palleseens Nees. Kremsmünster, schattige Stellen, c. fr. 
{Patxalt, Mai 1862, im H. S); in der Pestleiten {Strohl, 
Jänner 1866, im H. A.). 

Lepidoxia reptans Dum. Sarmingtal bei Sarmingstein, auf moderigem 
Holze; * „Schwarze Wände" gegenüber St. Nikola, mit 
Georgia pellucida, c. fr. {Topitx). — Spital gegen Pyrgas, 
auf vermodertem Holze {Slrohl, Juni 1865, im H. Ä.). 

Pleuroschisma trilohatum Dum. Teufelsleiten bei Kremsmünster, an 
feuchten Orten {Patxalt, Mai 1863, im H. S.). — Hallstatt: 
Waldbachstrub {Wagner, August 1876, im H. S). — 
Schorf ling; Wildberg bei Kirchschlag {Keissler). — In 
Rasen von Sphagnum acutifolium im Sattelwege bei 
St. Nikola {Topitz). 

Ptüidium ciliare (L.) Hampe. unter dem Hohenstein bei Linz 
± 500 m (!j. 

Trichocolea iomentella Nees. Pestleiten bei Kremsmünster {Strohl, 1865, 
im H. Ä). — Dimbachtal bei St. Nikola, am Waldrande 
{Topitx). 

Badula complanata Gotische. Auf Buchen und Hainbuchen in Ge- 
sellschaft von Amblystegium subtile und FruUania di- 
latata im „Saurüssel'' nächst Grein; * „Schwarze Wände" 
gegenüber Sarmingstein, stets fruchtend {Topitx). — „Franz 
im Holz" bei Gmunden, auf Birnbäumen, c. fr. (!). 

Madotheca platyphylla Dum. Im „Saurüssel" bei Grein, auf Carpinus 
Betulus {Topitx). — Kremsmünster, auf dem Strünke 
einer Haselnußstaude und auf Konglomeratfelsen beim 
Lärchenwäldchen {Strohl, 1864 bis 1865, im H. A). — 
Pulgam-Hohenstein bei Linz, ± 420 m (!). 

Frullania Tamarisd Dum. Weg von Gmunden zum „Franz im Holz", 
c. spor. ff). — Hallstatt: auf Bäumen im Waldbachstrub 

{Strasser, im II. S.). 

Frullania dilatata Dum. Hallstatt: Waldbachstrub, auf Bäumen 
{Wagner, 1876, im H. S). — Vöcklabruok {Moerl, Jänner 
1864, im H. A). — Kremsmünster: Obstbäume beim 
Weingärtnerhäuschen {Strohl, 1865, im H. A.). — Linz: 
Traxlmayer, Gröbelsweg; Gmunden: Aufstieg zum „Franz 
im Holz" auf Buchen und Ahornen, c? und 9 (!). — 
Im „Saurüssel" bei Grein, mit Amblystegium subtile 
und Radula complanata auf Hainbuchen {Topitx). 



8 

Frullania dilatata Dum var. mierophylla Nees. Losenstein bei Tratten- 
bach {Felicetti, im H. A). 

Lejeunea cavifolia Lindb. Auf Ijebermoosen bei Steyr (Nr. 46 der 
Gottsche - Rabenhorstschen Hepaticae Europaeae, legit. 
Sauter). — * In Rasen von Plagiopus Oederi auf Felsen 
gegenüber St. Nikola (Topüz). 

Calypogeia tricJiomanis Corda. Gießenbachtal bei Struden, auf feuchter 
Erde {Topitx). 

II. Spha^a. 

Sphagnum cymbifolium {Ehrh. ex p) Wst. Sarmingtal bei St. Nikola, 

an Wassergräben {Topit%). 
Sphagnum squarrosum Pers. Kreuzen, an schattigen Waldstellen 

{Patxalt, September 1864, im H. S.). 
Sphagnum mspidatum {Ehrh) Wst. Otterbach bei Schärding {Strasser, 

1903). 
Sphagnum Girgensohnü Buss. Dimbachtal bei St. Nikola, Waldrand, 

e. fr. {Topüz). 
Sphagnum rubellum Wils. Ebenda, auf sumpfiger Wiese {Topitz, 1903). 
Sphagnum quinquefarium {Lindb.) Wst. Schorf ling beim Attersee, in 

Fichtenwäldern {Keissler). — „Kalter Ort" bei St. Nikola 

{Topitz). 
Sphagnum aeutifolium {Ehrh. ex p.) Russ. et Wst. Hallstatt : Waldbach- 

strub {Strasser, 1883, im H. S.). Um St. Nikola häufig, 

zum Beispiel im Sattel wege, Dimbachtal, Struden- 

Gießenbachklamm, hier auch in der var. rubrum. {Brid.) 

Wst., c.fr. {Topitz, 1903). 

III. Brsrineae (Musci veri). 

Phascum cuspidatum Schreb. Sarmingstein bei St. Nikola, c.fr. {Topitz). 
Astomum crispum Hpe. In einem gegen das Befahren einer Wiese bei 

Vöcklabruck aufgeworfenen Graben, mit Hymenostomum 

microstomum, Pottia truncatula und mit folgender Art, 

c. fr. {Moerl, März 1864, im H. A). 
Pleuridium alternifolium Bob. Ebenda. — Pöstlingberg bei Linz, c. fr. 

{Haßlinger). 
Hymenostomum microstomum, R. Brown. An demselben Orte wie 

Astomum. — St. Nikola: Donauleiten auf nackter Erde; 

Sarmingstein, c. fr. {Topüz). 



9 

Gymnostomum calcareum Br. eur. An der Kirchhofmauer von Krems- 
münster, c. fr. {Strobl, 1865, im H. A). 

Hymenostylium curvirostre Lindb. In einer forma mierocarpa bei Sankt 
Wolfgang, c. fr. {Sanier, im H. A.). 

Weisia viridula Iledw. Auf Lehmboden im Lärchen Wäldchen bei 
Kremsmünster, c. fr. [Strobl, April 1865, im //. ^4.). — 
, JJvtahvwänd, Steinbrüche, c. fr. {Stadimann). — * „Schwarze 
Wände" bei St. Nikola, auf Erde, c. fr. {Topitx). 

Eucladium vertidllatum Br. eur. Auf Kalktuif bei Kremsmünster, c. fr. 

{Juratzka, 1860, im H. S.). 
Cynodontium polycarpum {Ehrh) Schimp. St. Nikola: Sarmingtal, auf 

Granit {Topitz). — Wilheringer Granitwände bei Linz (/). 

Stets fruchtend. 

Dichodontium j^^^iucidum Schimp. Otterbach bei Schärding, c. fr. 
{Strasser, 1903). 

Dicranella Schreberi Schimp. Sandiger Boden auf feuchten Gehängen 
bei Steyr, c. fr. (legit Sauter, Nr. 263 der Breutelschen 
Musci frondosi exsicc, im H. A). 

Dicranella varia Schimp. Damberg bei Steyr {PeJiersdorfer). — Windisch- 
garsten {Hauenschild, im H. A). — Linz {As])öck, im Herbare 
des natiirforschenden Vereines in Brunn). — Krems- 
münster, auf Mauersteinen beim Brunnenhäuschen vor 
Kirchberg {Strobl, April 1865, im H. A.). — Auf Lehm 
im Mühlsteinbruche bei Perg {Topitz). — Otterbach bei 
Sohärding {Strasser, 1903). Stets fruchtend, 

Dicranella subulata Schimp. Auf Lehmboden bei Kremsmünster, c. fr. 
{Patzalt, Oktober 1863, im H. S.). 

Dicranella heteromalla Schimp. Vöcklabruck, am Gerichtberge {Moerl, 
September 1864, im H. A.). — Wälder der Rosenpoint 
{Strobl, September 1865, im H. A). — Otterbach bei 
Schärding {Strasser). Lnmer fertil, 

Dicranum undulatum Ehrh. Nadelwälder bei Steyr {Sauter, im H. A.). — 
Pulgarn, Hohenstein, 521 m; Pfennigberg bei Steyregg {.'). 
Stets fruchtend. 

Dicranum Bonjeani De Not. Grasige Abhänge bei Vöcklabruck, c. fr. 
{Moerl, Februar 1863, im H. A.). 

Dicranum scoparium Hedw. Struden, auf Granitfelsen in der Gießen- 
bachklamm, c.fr. {Topitz). — Pestleiten bei Kremsmünster, 
c. fr. {Strobl, Juli 1864, im H. A.). 



10 

Dicranum fulvum Hook. Gießenbachtal bei Grein, auf Granit {Eeuffler, 
1862, im Herbare des naturforschenden Vereines in Briinn). 

Dicranum longifolium Ehrh. Linz, Hohensteingipfel 521 m (!). 

Dicranum Sauteri Schimp. Massenhaft an Laubbäumen am Almkogel 
bei Weyer, 1000 bis 1500 m, c.fr. [Handel, 22. Mai 1899). 

Leucobryum glaucum Schimp. Otterbach bei Schärding {Strasser). — 
Kremsmünster, im Walde in Schachen, c. fr. [Patzalt, 
März 1864, im H. Ä.); Ziegelmaiers Häuschen [Strahl, 
März 1865, im H. Ä.). 

Fissidens hryoides Hedw. * Behamberg, im Pfarrwalde, c. fr. [Wagner, 
April 1878, im H. S.). 

Fissidens incurvus Starke. Agerwald bei Kremsmünster, c. fr. [Moerl, 
April 1864, teste Juratzka, im H. A.). 

Fissidens pusillus Wils. * Auf Sandsteinklötzen im Pfarrwalde von 
Behamberg, c. fr. [Wagner, 30. April 1878, im H. S.). 

Fissidens adiantoides Hedw. Uferdamm bei Wilhering, c. fr. (!) — 
Schoberstein bei Trattenbach, c. fr. [Haßlinger). — Krems- 
münster, in der Pestleiten, c. fr. [Strohl, April 1865, 
im H. A). 

Fissidens decipiens De Not. Auf Kalkfelsen am Wege von Großramiug 
auf den Almkogel, 800 m [Handel, 22. April 1899. — 
Trattenbach (! und Haßlinger). — Hallstatt, auf Kalk- 
felsen mit Plagiopus Oederi [Keissler, 1902). — Waldbach- 
strub, mit Mnium orthorrhynchum [Strasser, August 1883, 
im H. S). Stets fruchtend. 

Fissidens taxifolius Hedw. Freinberg und Steinbrüche bei Urfahrwänd 
nächst Linz ff). 

Seligeria pusilla Br. eur. Auf Kalkfelsen am Wege von Großraming 
auf den Almkogel, 800 w, c. fr. [Handel, 22. Mai 1899). 

Seligeria reeurvata Br. eur. Agerwald bei Kremsmünster, c. fr. [Moerl, 
Mai 1864, teste Juratzka, im H. A.). — * Auf ver- 
wittertem Sandstein im Pfarrwalde von Behamberg, c. fr. 
[Wagner, 30. April 1878, im H S.). 

Ceratodon purpureus Brid. Großraming, am Almkogel, ± 1300 m., 
c. fr. [Handel). — Traunfall, Weg zum Fallholz (.'). — Sankt 
Nikola, Sarmingstein auf Granit, auf Aschenresten nächst 
der Jubiläumsquelle bei Grein, Saxenklammschlucht usw., 
c.fr. und d* [Topitz). 



11 

Diirichum homomallum Hpe. Damberg bei Steyr, mit Pogonatnm 
aloides (Haßlinger). — St. Nikola: Waldweg nach Moos- 
bach {Topitz). Fertil. 

Ditrichum flexkaule Hpe. var. densum Br. eur. In typischem Rasen, 
an Kalkfelsen bei Großraming gegen den Almkogel, 
900m {Handel, 22. Mai 1899). — In der Normalform: 
Hallstatt, auf Kalkfelsen mit Hypnum molluscum [Keissler, 
1902). 

Distichium capillaeeum Br. eur. Steyr, c. fr. [Pehersdorfer). — * „Schwarze 
Wände" gegenüber St. Nikola, in Felsspalten mit Myurelia 
julacea und Hypnum molluscum, c. fr. {Topitz, April 1903). 

Pottia truneatula Ldndb. Holzschlag am Almkogel bei Weyer, auf 
Kalk {Handel,M2ii 1899). — Linz: Pöstlingberg {Haßlinger); 
Königsweg und Urfahrwänder Steinbrüche (/ und Stadi- 
mann). — Yöcklabruck: Angerwald {Strobl, teste Juratzka, 
im H. A.); auf einem gegen das Befahren aufgeworfenen 
Graben {Moerl, 1864, im H. A.). — St. Nikola, auf erd- 
bedecktem Granit {Topitz). Immer mit Kapseln. 

Pottia intermedia Fürnr. Lehmausstich einer Ziegelei bei Schärding, 
c. fr. {Strasser, 1903). 

Pottia lanceolata C. M. Kremsmünster, an Wegrändern , c. fr. {Patzalt, 
März 1864, im H. S). 

Didymodon rubelkis Br. eur. Großraming gegen den Almkogel, auf 
Kalk, ± 900 m {Handel, 1899). — Traunkirchen am 
Gmundener See {Haßlinger). — Urfahr, Heilham, auf 
Steinmauern ff). — Unter dem Behamberge bei Steyr, 
360 m, auf Baumwurzeln und Waldboden {Handel, No- 
vember 1899). — * Im Hößgang gegenüber Struden, 
auf Ufermauern {Topitz). Stets fertil. 

Didymodon rigidulus Hedw. Hallstatt, auf Kalkfelsen, c. fr. {Keissler, 
Juli 1902). — * Auf Granit der Wörther - Insel bei 
Struden, c. fr. {Topitz). 

Tm-tella inclinata Lpr. Kalkfelsen am Fuße des Hislok bei Hallstatt, 
c. fr. {Keissler, Juli 1902). 

Tortella tortuosa Lpr. Sohafberg, c. fr. {Wagner, 1876, im H. S.). — 
Hallstatt, auf Kalkfelsen, c. fr., aber auch auf Salix mit 
Leucodon {Keissler, 1902). — Traunfall, auf Konglomerat 
(!). — Mit Orthothecium rufescens an Felsen bei Groß- 



12 

raming gegen den Almkogel, häufig auf Kalk, 600 bis 
1000 m {Handel, Mai 1899). — Speikwiese bei Windisch- 
garsten, auf Kalk, c. fr. {Strobl, August 1865, im H. A.). 

ßarhula unguiculata Hedw. Linz: Mauern bei Heilham, Turmleiten weg 
zum Freinberge (!). — Steyr {Pehersdorfer). — Auf Eschen 
(!!) bei Sohärding-Brunnental {Strasser, 1903). — Sankt 
Nikola, am Donauufer auf Granitkugeln {Topitz). Stets 
mit Kapseln. 

Barhula fallax Hedw. Schön fruchtend am Wege von Großraming 
gegen den Almkogel, auf Kalkfelsen, ± 900 m {Handel, 
22. Mai 1899). 

Barbula paludosa Schleich. Ebenda, 800 m {Handel). — Wald am 
Pyhrn bei Spital, c. fr. {Strobl, 1865, teste Juratzka, im 
H. A.). — Hallstatt, c.fr., auf Kalk {Keissler, Juli 1902). — 
Ufer des Traunsees bei Ebensee, c. fr. {Haßlinger, 1895). 

Aloina rigida Kindb. * Auf Granitsand eines Steinbruches in Neuhaus 
bei Schärding, c. fr. {Strasser, 1903). 

Desmatodon latifolius Br. eur. In Felsklüften der Speikwiese am 
Warscheneck bei Windischgarsten, c. fr. {Strobl, August 
1865, im H. A.). 

Tortula muralis Hedw. Umgebung von Sarmingstein und St. Nikola 
gemein {Topitz). 

Tortula suhulata Hedw. Pfennigberg bei Linz, Wilhering und Traun- 
fall häufig (! und Stadimann). 

Tortula ruralis Ehrh. Um Linz gemein (!). — St. Nikola, Uferfelsen 
im Donaubette {Topitz). Stets fertil. 

Tortula aciphylla Hartm. Steinblöcke an der Wurzalm am Warscheneck 
bei Windischgarsten {Strobl, August 1865, im H. A.). 

Cinclidotus fontinaloides P. B. Auf zeitweise überfluteten Kalkfelsen 
im Bette der Enns bei Kieinreifling, ± 400 m {Wagner, 
August 1884, im H. S). — Auf Granitfelsen im Fluß- 
bette des Inn bei Schärding {Strasser, 1903). — Sankt 
Nikola, auf den mitunter überfluteten Dietrichkugeln in 
der Donau; * am rechten Donauufer bei Grein und an 
anderen Stellen an der Donau {Topitz). Stets sehr reich 
fruchtend. 

Schistidium apocarpum Br. eur. Hallstatt, auf Kalk {Keissler). — 
Linz: St. Margarethen gemein; Uferdämme bei Ottens- 
heim (!). — St. Nikola, auf Granit häufig, z. B. 



13 

Struden am rechten Donauufer bei Grein, * „Schwarze 

Wände", mitunter in Gesellschaft der vorigen Art und 

dann mit sehr schwach entwickeltem Haare {Topiiz). — 

Auf Kalk am Ennsufer bei Kleinreif ling {Wagner, im 

//. S.). Immer mit Kapseln. 
Schistidium grazile Lpr. Hallstatt: Waldbachstrub , auf Kalk, c. fr. 

{Strasser, 26. August 1883, im H. S.). 
Schistidium confertum Br. eur. Damischbachturm bei Steyr, auf Kalk, 

c. fr. {Strasser, 30. Juni 1883, im H. S.). 
Cosdnodon cribrosus Spruce. Auf Felsblöcken am rechten Ennsufer 

bei Kleinreif ling, e. fr. {Wagner, im H. S.). 
Grimmia commutata Hüb. Sarmingstein und Struden, auf Granit, 

c.fr. {Topitz). 
Grimmia pulvinata Sm. Ebenda {Topitz). — * Granitsand in Neuhaus 

bei Schärding {Strasse7-). — Linz: Steg, Wilhering, 

Ottensheim, auf Granit (fj. Immer fertil. 
Racomitrium acieulare Brid. Sarmingtal, auf Granit, c. fr. {Topitz). 
Bacomitrium affine Lindb. Ebenda, c. fr. {Topitz). Ein recht seltener 

Fund. 
Bacomitrium heterostichum Brid. Urfahr: Steinbrüche, c. fr. (!). 
Bacomitrium canescens Brid. Ebenda (!). — Schaf berg, hier auch 

mit der var. ericoides Br. eur. {Wagner, August 1876, im 

H. S.). 
Hedwigia albicans Lindb. Gipfel des Hohenstein (521 m) bei Pulgarn 

und oberhalb St. Magdalena bei Linz, c.fr. (!). 
var. leucophaea Br. eur. St. Nikola: Donauleiten, Baumgarten- 
berg, auf Granit, c. fr. {Topitz). 
Ulota crispa Brid. Auf Laubbäumen bei Großram ing gegen den 

Almkogel, 800 w {Handel, Mai 1899). — Ebenda {Erdinger, 

26. Juli 1872, im H. S.). — Struden, auf Betula verrucosa 

{Topitz). Stets fruchtend. 
Ulota crispula Bruch. Eichen bei Kremsmünster, e. fr. {Batxalt, 

Juni 1863, im H. S.). 
Orthotrichum anomalum Hedw. St. Nikola und Struden, auf Granit 

{Topitz). — Urfahrwänd, Buchenau (!). Fertil. 
Orthotrichum leucomitrium Br. eur. St. Nikola, auf Prunus cerasus, 

c.fr. {Topitz). 
Orthotrichum stram,ineum Hornsch. Im ,, Saurüssel'' nächst Grein, auf 

Rotbuchen mit Radula complanata, c. fr. {Topitz). 



14 

Orthotrichum pumilum Sw. St. Nikola: Donauleiten auf Kirschbäumen 
(Topitz). — Auf Acer campestre im Schloßparke zu 
Kammer am Attersee (Keissler). Fruchtend. 

Orthotrichum affine Sehr. Hohenstein bei Pulgarn (!). — St. Nikola: 
im Dietrichgraben auf Pirus communis; auf der Wörther- 
Insel beim Donaustrudel auf Weiden, c. fr. {Topitz). 

Orthotrichum speciosum Nees. Auf Fraxinus bei Brunnental nächst 
Schärding, e. fr. {Strasser, 1903). Die zylindrischen 
Brutkörper, die sich in den Rasen befinden, rühren von 
Orthotrichum ohtusifolium Schrad. her und sind durch 
Regen wohl in jene hineingeschwemmt worden. 

Orthotrichum leiocarpum Br. cur. Waldhausen, auf einem Stumpfe von 
Salix fragilis {Topitz). — An Bäumen am Behamberge 
bei Steyr [Wagner, April 1878, im H. S). — Auf Eichen 
bei Traxlmayr am Pfennigberge bei Linz (!). Stets fertil. 

Encalypta commutata Br. gerni. Auf Kalkstein der Speikwiese bei 
Windischgarsten, c. fr. {Strohl, im H. Ä,). 

Encalypta vulgaris Hoffm. Struden, auf einem Raine {Topitz). — Steg 
bei Linz, auf Mauern, c. fr. {Stadimann, 1898). 

Encalypta contorta Lindh. Kranawettsattel bei Ebensee, c. fr. {Patzalt, 
18. September 1858, im H. S). — Ufer des Traunsees 
bei Ebensee, c. fr. {Haßlinger, 1895). — Prellmauern bei 
Gmunden; „Franz im Holz" (!). — Mauern bei Steyr 
und Trattenbach, c. fr. {Pehersdorfer). — Linz : Heilham, 
Mauern des Schlosses Steyregg, Wilheringer Donau- 
dämme, c. fr. (!). 

Georgia pellucida Rah. Schorf ling, Kammer und Seewäldchen beim 
Attersee, c. fr. {Keissler), — St. Nikola: Dimbachtal, 
Gießenbachtal bei Struden, * „Schwarze Wände" {Topitz). 
Stets fertil auf vermodertem Holze. 

Tetraplodon mnioides Br. eur. var. Brewerianus Br. eur. Sehr schön 
fruchtend auf der Zwieselalpe bei Hallstatt {Haßlinger). 

Physcomitrium pyriforme Brid. Sarmingstein, auf Erde, c. fr. {Topitz). 

Funaria hygrometrica Sibth. St. Nikola: Ach- und Donauleiten und 
Dimbachtal auf Aschenhaufen; Sarmingtal und Jubiläums- 
quelle bei Grein auf Kohlen- und Aschenresten {Topitz). — 
Linz: in der Stadt, Wilhering, Ottensheim, Urfahr entlang 
der Donau (! und Topitz). — Am Behamberge bei Steyr 
{Wagner, 1878, im H. S.). Immer fertil. 



15 

Leptobryum pyrifor-me Schimp. Mauern in Steyr, c. fr., mit Funaria 
hygrometrioa, dem so häufigen Begleiter [Haßlinger). 

Plagiobryum Zierii Lindh. Auf Kalkfelsen am Wege von Großraming 
auf den Almkogel, 800 m, in Gesellschaft von Barbula 
paludosa {Handel, 22. Mai 1899). Steril. 

Webera cruda Bruch. Speikwiese bei Windischgarsten, c. fr. {Strobl, 
12. August 1865, im H. A.). 

Webera nutans Hedw. Weißenbach beim Attersee, c. fr. [Keissler). 

Mniobryum albicans Wahl. * Auf Wellsaud am Donauufer gegenüber 
Sarmingstein, c? {Topiiz, Mai 1903). 

Bryum pendulum Schimp. Auf Kalk der Speikwiese bei Windisch- 
garsten, c. fr. {Strobl, 12. August 1865, im H. A.). 

Bryum cirratum H. et H. Warscheneck bei Spital am Pyhrn, c. fr. 
(Finder ?, im Herbare des Reichenberger Vereines der 
Naturfreunde). 

Bryum capillare L. Hallstatt, auf Salix {Keissler). — Pergern bei 
Steyr, c. fr. {HafSlinger). — St. Nikola: * „Schwarze 
Wände", auf verschiedenem Substrate, c. fr. {Topitz). 

Bryum caespiticimn L. Linz: Steg, Farnberg (!). — St. Nikola und 
Dimbachtal, c. fr. {Tointz). 

Bryum atropurpureum Wahl. * Am Inndamme bei Neuhaus nächst 
Schärding, c. fr. {Strasser, 1903). 

Bryum argenteum L. * Neuhaus bei Schärding, auf Granitsand 
{Strasser). — St. Nikola, Wegränder {Topitx). Fertil. 

var. maius Br. eur. Hallstatt, c. fr. {Keissler). 

var. lanatum Br. eur. Struden, im Markte selbst auf 

nackter Erde, c. fr.; St. Nikola, c. fr. {Topitz). 

Bryum Duvalii Voit. Kirchschlag (! und /. Schropp im H. S.). 

Bryum pallens Sw. * „Schwarze Wände", gegenüber Grein am 
Donauufer, auf Wellsand oder nassen Waldstellen , c. fr. 
{Topitz). 

Bryum turbinatum Schwgr. Wurzalm am Warscheneck bei Windisch- 
garsten, c. fr. {Strobl, August 1865, im H. A.). 

Bryum pseudotriquetrum Schwgr. Tratte nbach, c. fr. [Haßlinger). — Aji 
einem Wasserlaufe am Wege Großraming — Almkogel, 
900 m, häufig, c. fr. {Handel, Mai 1899). Die Rasen 
zeigen Jahresringe. — Kirchschlag bei Linz (!). — 



16 

Obertraun bei Lambach, auf überrieselten Felsen, mit 
Hypnum commutatum (Keissler). — Nussensee bei Ischl 
(Keissler). 

Mnium orthorrhynehum Brid. Hallstatt: Waldbaohstrub, mit Fissidens 
decipiens {Strasser, August 1883, im H. S.). 

Mnium hornum L. Donauauen bei Wels, c. fr. (! 1897). 

Mnium serratum Schrad. Am Damberge bei Steyr, c. fr. {Pehersdorfer). 

Mnium undulatum Weis. Großraming, gegen den Almkogel, Kalk, 
± 800 m, c. fr. [Handel, Mai 1899). — Otterbach bei 
Schärding {Strasser). — * „Schwarze Wände" bei Sankt 
Nikola, auf Waldboden und feuchtem Gesteine, c. fr. 

{Topitz). 

Mnium rostratum Sckrad. St. Nikola: * ebenda, c. fr. {Topitz). — 
Steyr, c. fr. {Pehersdorfer). — St. Konrad bei Gmunden, 
c. fr. {Patzalt, September 1863, im H. S). 

Mnium cuspidatum Leyss. Linz: Freinberg (!). — St. Nikola: Baum- 
gartenberg, Klammschlucht bei Grein, * „Schwarze 
Wände" {Topitz). Stets fertil. 

Mnium Seligeri Jur. Dimbachtal bei St. Nikola, in Wiesengräben 
{Topitz, 1903). 

Mnium stellare Eeich. Steyr und Neuzeug, auf Waldboden, c. fr. 
{Pehersdorfer). — Linz {Boresch, 1878, im Herbare von 
Cypers). — * „Schwarze Wände" bei St. Nikola, mit 
Lepidozia auf morschem Holze {Topitz). 

Mnium punctatum L. St. Konrad bei Gmunden, mit Mnium rostratum 
{Patzalt, 1863, im H. S.). — Otterbach bei Schärding 
{Strasser). — Pulgarn - Hohenstein auf Buchen (!). — 
St. Nikola: Moosbach, Gießenbach tal bei Grein, im 
„Sattel" {Topitz). Immer fertil. 

Meesea trichodes Spr. var. alpina Br. eur. An den Wetterlucken am 
Fuße des Hohen Elm bei Warscheneck, c. fr. [Strobl, 
August 1865, im H. A.). 

Aulacomnium palustre Schwgr. St. Magdalena bei Linz, c. fr.) Kirch- 
schlag, c. fr. (!). 

var. polycephalum Br. eur. Auf Moorgrund um die 

Brunnsteineralm am Warscheneck {Strobl, 12. August 
1865, im H. A.), 



17 

Bärtramior . pomiformis Hedw. Konglomerat beim Traunfall, c. fr., 
selten (! 1898^ — St. Nikola: im Sattel wege; Sarming- 
stein, c. fr. (Topitz). 

Plagiopus Oederi Lp: Steyr, Steinmauern bei Sand; am Ternberge 
{Pehersdorfer, 1897); — Massenhaft auf Kalk beim Aus- 
gange des Dorfes Trattenbach gegen den Schoberstein; 
Abhänge am Steyerflusse bei Steyr (!). — Hallstatt, auf 
Kalk mit Fissidens deoipiens {Keisskr, 1902). — Wald- 
bachstrub {Wagner, 1876, Strasser, 1883, im K S.). — 
Großraming gegen den Almkogel an Kalkfelsen, 400 m, 
(Handel, Mai 1899). — * ,, Sehwarze Wände" gegen- 
über St. Nikola {Topitx). Stets fruchtend. . o. .: 

Phüonotis calcarea Sehimp. Nüssensee bei Ischl (Keissler). — Weißen- 
bach am Attersee, c? (Moerl, 1862). 

Philonotis fontana Brid. Sarmingstein, an Steinmauern, c? und c. fr.', 
Donauleiten auf überrieseltem Gestein, d {Topitz). — 
Am Traunflusse beim Traunfalle, c. fr. (!). — In den 
Moorwiesen gegenüber Burgstall bei Vöcklabruck, c. fr. 
{Moerl, Februar 1863). 

Catharinaea undulata W. et M. Gießenbachklamm bei Struden und 
bei Sarmingstein, c. fr. (Topitz). 

Pogonatum aloides P. B. Damberg bei Steyr, mit dem so häufigen 
Begleiter Ditrichum homomallum {Haßlinger). — Steyregg, 
Pfennigberg; Traunfall (!). — Farnberg bei Linz, d* (Stadl- 
mann). — Sarmingstein (Topitz). Immer mit Kapseln. 

Pogmmtum urnigerum P. B. Damberg bei Steyr (Haßlinger). — 
Kefermarkt (Gymnasiast Brunner). — Traunfall, im 
Walde (!). — Schaf berg (Wagner, August 1876, im 
H. S.). — ; Gießenbachklamm bei Struden, Dimbachtal 
bei Waldhausen (Topitz). — * Kapsreiter Granitsteinbruch 
bei Neuhaus nächst Schärding, in der Normalform und 
in einer gedrungenen Form mit kürzeren Seten (Strasser). 
Immer fertil. 

Polytrichum formosum Hedw. Struden -Gießenbachklamm, Achleiten 
und auf dem Sattel bei St. Nikola (Topitz). — Otterbaoh 
bei Schärding {Strasser, 1903). Fertil. 

Polytrichum gradle Dicks. Warscheneck bei Windischgarsten, c. fr. 
(Oherleitner, im H. S.). 

2 



18 

Polytrichum piliferum Schreb. Königsweg bei Urfahr c. fr. (! und 

Stadlmann). 
Polytrichum juniperinum Willd. St. Nikola, auf einem Holzschlage, 

c. fr. {Topitz). 
Polytrichum commune L. Im Dimbachtale bei Grein, zwischen Sphagnen, 

c. fr. (Topitz). 
Diphyscium sessile Lindb. Oberhalb Pulgarn gegen den Hohenstein, 

420 m (!). — Lehmboden bei Kremsmünster {Patzalt, 

Mai 1864, im H. S.). Fruchtend. 
Fontinalis antipyretica L. Fruchtend bei Sohwanenstadt (/, 1897). 
Leucodon sciuroides Schwgr. Linz: Pfennigberg; Fallholz beim 

Traunfall (/, 1897). Fertil. 

Neckera pennata Hedw. Traunkirchen [Haßlinger). — Auf Buchen 
beim ,.Franz im Holz" oberhalb Gmunden (/, 1898). 
Fruchtend. 

Neekera crispa Hedw. Traunsee {Haßlinger). — „Franz im Holz" bei 
Gmunden und beim Laudachsee (/, 1898). — Schober- 
stein bei Trattenbach [Haßlinger). — Immer mit Kapseln. 

Neckera complanaia Hüb. Mauern und Felsen des Schlosses Steyregg; 
St. Margarethen bei Linz ff). — Traunkirchen (Haßlinger). 

Homalia trichomanoides Br. cur. Pfennigberg bei Linz, c. fr. (Stadlmann). 

Myurella julacea Br. eur. * Sehr spärlich in Distichium capillaceum- 
Rasen in den „Schwarzen Wänden" gegenüber Sarming- 
stein, auf Granit (Tojntz, 2. April 1903). 

Leskea nervosa Myr. Steyr (Pehersdorfer). — Mit Leudon und steriler 
Ulota auf Salix bei Hallstatt (Keissler, 1902). 

Leskea catenulata Mitt. Auf Kalk am Steineck östlich von Gmunden 
(Patzalt, September 1863, im H. S.). 

LesJcea polycarpa Ehrh. var. 2Jciludosa Schpr. St. Margarethen bei Linz 
und auf den Donaumauern um Linz sehr gemein (fj. — 
Auf zeitweise überfluteten Granitfeisen am Donauufer 
bei St. Nikola mit Cinclidotus (Topitz). — Auf alten 
Pappeln in Schärding (Strasser, 1903), Immer fertil. 

Anomodmi viticulosus H. et T. Geröll bei Pergern nächst Steyr 
(Haßlinger). — Im Dorfe Trattenbach, gemein und sehr 
schön fruchtend (!). — * „Schwarze Wände" gegenüber 
von St. Nikola, auf bemoostem Granit (Topitz). Fruchtend. 



19 

Anomodon attenuatus Hüb. * Felsen gegenüber St. Nikola, zwischen 
Plagiopus (Topitz). — Hallstatt, auf Buchen mit Am- 
blystegium subtile (Keissler), — „Franz im Holz" bei 
Gmunden (f). 

Pterigynandrum ftliforme Hedw. Hallstatt, auf Fagus, e. fr. [Keissler, 
1902). 

Thuidium tamariseinum Br. eur. Sonnersdorfer Au bei Kremsmünster, 
c. fr. [Juratzka, September 1860, im H. S.). — Mühlbach 
bei Linz [Boresch, 1878, im Herbare von Cypers). — 
Kürenberg, Steyregg - Pfennigberg , Pulgarn (!J. Stets 
mit Kapseln. — Gießenbachtal bei Grein [Topüx). — 
Otterbachgraben bei Schärding {Strasser). 

Pylaisia polyantka Br. eur. Wilhering und Steg bei Linz (!). — 
Pergern bei Steyr, auf Buchen [Haßlinger). — Kammer 
am Attersee auf Weiden und Kirschbäumen, mit 
Frullania dilata [Keissler). Immer fertil. 

Orthothedum rufescens Br. eur. In einzelnen Stämmchen zwischen 
Tortella tortuosa auf Kalk bei Großraming gegen den 
Almkogel, auf Kalk, 600—1000 m [Handel, 1899). — 
Windischgarsten [Niessl). 

Climacium dendroides W. et M. Fruchtend bei Trattenbach (!). — 
Dimbachtal- St. Nikola, an einem Grabenrand [Topitz). 

Isothecium myurum Brid. Gmunden: „Franz im Holz"; bei Urfahr, 

c. fr. (!). 

Homalothecium sericeum Br. eur. Straße Urfahr — Buchenau; Schloß- 
mauern und Felsen in Steyregg {/). Fruchtend. 

Camptothecium lutescens Br. eur. Traunfall, auf Konglomerat, c. fr. 
(!). — Hallstatt, auf Kalk [Keissler). 

Braehythedum salebrosum Br. eur. Grünmühle bei Steyr [Pehersdorfer). — 
Auf Strohdächern bei Steyr (legit. Sauter, Nr. 388 der 
Breutelschen Musci frondosi exsicc). — Auf Strohdächern 
bei Kremsmünster (/. S. Pötsch, 22. November 1859 in 
der Rabenhorstschen Bryothek Nr. 350). Fertil. 

Braehythedum popuhum Br. eur. Grein, Klammerschlucht und Naarn- 
tal bei Perg, auf Granit mit dem häufigen Begleiter 
Braehythedum rutabulum [Topitz). Fruchtend. 

Braehythedum velutinum Br. eur. Sarmingstein; * „Schwarze Wände" 
gegenüber von St. Nikola [Topitz). Fertil. 



20 

Brächythecium rutabulum Br. eur. Kleinmüjichen bei Linz {Boresch, 
1878, im Herbare von Cypers). : — St. Margarethen und 
Urfahr-Buchenau, hier auch in einer an die vär. flavescens 
erinnernden Form (! und Stadimann), — Grein, Sarming- 
stein, * „Schwarze Wände" in der Umgebung von 
St. Nikola, überhaupt nicht selten (Topitz). Fruchtend. 

Scleropodium purum Lpr. Zwischen Hylocomium splendens bei 
Otterbach nächst Schärding {Strasser). — Auf Wald- 
boden im Schacher bei Kremsmünster {Pötsch, 23. De- 
zember 1858, Nr. 494 der ßabenhorstschen ßryothek). 

Eurhynchium striaium Schimp. Pergern bei Steyr (Haßlinger). — 

Weißenbach beim Attersee (Keissler). — „Franz im 

Holz" bei Gmunden^ Wilheringer Granitwände (!j. — 

:- * „Schwarze Wände" gegenüber St. Nikola [Topitz). 

Stets mit Kapseln. 

Eurhynchium praelongum Br. eur. Urfahrwänd, am Königs weg, c. fr. 
• {Stadhnann). 

Wiynchostegiüm mu/rale Br. eur. Steyr, c. fr. [Pehersdorfer). 

Ehynchostegium rusciforme Br. eur. Hallstatt: an Waldbächen und 
Waldbachstrub, hier mit dreiteiliger Blattrippe, c. fr. 
{Keissler). — Donauufer bei St.Nikola, mit Cinclidotus 
{Topitz). — Massenhaft unterhalb der Donaubrücke bei 
Steyregg, auf Felsen beim Ufer, c. fr. (!). 

Thamnium alopecurum Br. eur. Otterbach bei Schärding, auf zeit- 
weilig überfluteten Granitfelsen {Strasser, September 
1903). , 

Plagiothecium silvaticum Br. eur. St. Nikola: Quellengestein im Sattel; 
Gießenbachtal bei Struden an einer Quelle, c. fr. {Topitz), 

Piagiothedum denticulatum Br.eur. Auf dem letzterwähnten Standorte 
{Topitz). Fruchtend. 

Plagiothecium silesiacum Br. eur. St. Nikola, auf einem ßaumstrunke 
mit Georgia, c. fr. {Topitz). 

Amblystegium subtile Br. eur. Buchen bei Pergern nächst Steyr 
{Haßlinger); auf Kalkstein bei der Stadt selbst {Sauter, 
im Herbare des Museum Ferdinandeum in Innsbruck); 
• Pfarrwald von Behamberg {Wagner, April 1878, im 
H. S.). — Hallstatt, auf Rotbuche {Keissler). — Grein, 
im. Saurüssel auf Hainbuche {Topitz). Stets fertil. 



21 

Ambiystegium fHidnum De Not. St. Nikola: Dietrichgarten beim 
Springbrunnen {Topitx). 

Ambiystegium serpens Br. eur. St. Nikola, Steinmauern (Topitx). — 
Auf Weiden bei Hallstatt [Keissler). Fruchtend. 

Ambiystegium Juratzkamum Schimp. St. Nikola: Donauleiten in 
Mauerspalten; gegenüber Sarmingstein, c. fr. {Topitz). 

Hypnwn Halkri Sw. Almkogel bei Weyer {Erdinger, im H. S.). — 
Linz [Haßlinger, 1895). Hieher durch Wasser oder 
Sumpfvögel verschleppt. 

Hypnum uncinatum Hedw. Attergee, Weißenbach auf Buchen, c. fr. 
{Keissler). — St. Nikola, auf einer Parapetmauer im 
Dimbachtale, c. fr. {Topitz). — Ürfahr-Buchenau, auf 
Granit an der Straße (/). 

Hyprmm commutatum, Hedw. Nussensee bei Ischl, auf überrieselten 
Kalkfelsen ; Obertraun, hier mit Bryum pseudotriquetrum 
{Keissler). 

Hypnum sulcatum Schimp. Auf Moorgrund in der Wurzalm am 
Warscheneck bei Windischgarsten {Strobl, August 1865, 
teste Breidler, im H. Ä.). 

Hyjmum cristchcastrensis L. Kremsmünster: auf einem Strohdaohe 
(Nr. 147 der Rabenhorstschen Bryothek, legit Pötsch) 
und über tertiärem Konglomerat in einer wasserreichen 
Schlucht (Nr. 349 desselben Exsikkatenwerkes, legit 
Pötsch am 4. Juni 1859 in einer zarten Form). 

Hypnum molluscum Hedw. Hallstatt, auf Kalk {Keissler). — Enns 
und Donaudämme bei Linz, c. fr. (!). — * Am Wald- 
rande der „Schwarzen Wände" gegenüber St. Nikola, 
mit Distichium, c. fr. {Topitz). 

Hypnum cupressiforme L. St;^ Nikola und Struden, auf Granitsand 
{Topitz). 

var. tectorum Br. eur. St. Nikola, auf Stroh- und Schindel- 
dächern, c. fr. {Topitz). 

var. undnnatulum Br. eur. Hallstatt, auf einem Dache 

{Keissler, 1902). 

var. filiforme Brid. Weißenbach am Attersee, auf Buchen, 

c.fr. {Keissler). — Pulgarn -Hohenstein; auf Buchen bei 
Buchenau; „Franz im Holz" bei Gmunden (!). 



22 

Hypnum palustre Huds. Attersee, Pfosten im See bei Kammer, c. fr.; 
auf Kalk bei Hallstatt {Keissler). — St. Nikola: auf 
Granit bei Struden, * auf Kugeln von Granit gegenüber 
Grein an der Donau, * „Schwarze Wände" {Topitz). 
Stets fertil. — Otterbach bei Schärding {Strasser). 

var. hamulosum Br. eur. * „Schwarze Wände" gegenüber 

St. Nikola, c. fr. [Topitz). 

— — var. Icuxum Br. eur. Nussensee bei Ischl, Kaas [Keissler^ 
1901). 

var. subsphaericarpon Br. eur. Hallstatt, auf vom Wasser 

bespülten Salixwurzeln, c. fr. {Keissler, 1902). 

Hypnum trifarium W. et M. Bei Rohr nächst Kremsmünster {Pötsch, 
1863). 

Äeroeladium cuspidatum Lindh. Fruchtend auf feuchtem Waldboden 
bei St. Nikola {Topitz). 

Hylocomium splendens Br. eur. Gmunden: Laudach see, c. fr. {Bechinger, 
Juli 1888, im Herbare des Professors K. Fritseh). — 
Struden: Felsen der Gießenbachklamm, c. fr. {Topitz.) 

Hylocomium Schreberi De Not. Pöstlingberg bei Linz, c. fr. (!). — 
Auf Waldboden im Schacher bei Kremsmünster, c. fr. 
(legit Pötsch, 3. Dezember 1858, Nr. 298 der Rabenhorst- 
schen Bryothek). 

Hylocomium hreum Br. eur. Otterbach bei Schärding {Strasser). 



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65. jjalires- Beric^^ 






des 



Museum Francisco-Carollnuin. 



Hebst der 57. Lieferung 



Beiträge zur Landeskunde 



Österreich ob der Enns. 




W^ 



Die wirkliehen Mitglieder des Museums - Vereines haben das Recht, 
die Bibliothek unter den Bestimmungen der Bibliotheksordnung auch außer- 
halb der Lokalitäten des Museums (gegen Entrichtung der Zusendungsgebühr 
bei Versendung an andere Orte), sowie das Archiv nach Maßgabe der Archivs- 
ordnung im Museum zu benützen, die Protokolle und Geschäftsbücher des 
Vereines einzusehen und für ihre Studien und Forschungen die tunlichste 
Unterstützung des Museums in Anspruch zu nehmen. Den wirklichen Mit- 
gliedern wird ferner für ihre Person freier Eintritt in die Sammlungen an den 
für den Besuch derselben festgesetzten Tagen gewährt und kann jedes Mitglied 
einen Block mit zehn Eintrittskarten zur freien Verfügung zum Preise von 
2 Ä^ an der Tageskasse beziehen. Außerdem erhält jedes Mitglied den Jahres- 
bericht samt den wissenschaftlichen Beiträgen unentgeltlich und frankiert zu- 
gesendet. Der Jahresbeitrag beträgt 8 if 40 h. 




63. Jahres- Bericht 



des 



Museum Francisco -Carolinum, 



hebst der 57. Lieferung 

der 

Beiträge zur Landeskunde 



Österreich ob der Enns. 





U 



Linz 1905. 
Verlag des Vereines Museum Francisco -Carolinum. 



Druck von J. Wimmer. 



Verwaltungsbericht. 



Der nachfolgende Bericht betrifft die Tätigkeit des Museums 
in der Zeit vom 1. April bis zum Abschlüsse des vorliegenden 
Jahrbuches Ende März 1905. 

Die prähistorische Abteilung des Museums ist durch Auf- 
stellung neuer Schränke, welche vorwiegend Steinzeitfunde ent- 
halten, erweitert worden. Bei der Ausgestaltung der Sammlungen 
ist besonderes Gewicht auf die kunstgewerbliche Abteilung gelegt 
worden, welche einer systematischen Ergänzung bedurfte und heuer 
namentlich in der Gruppe der Keramik und Metallarbeiten eine 
namhafte Vermehrung erfuhr. Eine weitere höchst überraschende 
und ansehnliche Bereicherung steht aber dieser Abteilung durch 
die Munifizenz der Allgemeinen Sparkasse und Leihanstalt in Linz 
noch bevor. Das Präsidium der Allgemeinen Sparkasse hat nämlich 
aus eigenem Antriebe eine alte Linzer Privat- Antiquitätensammlung, 
die Sammlung Hafnei^ deren Veräußerung nach dem Auslande 
drohte, käuflich erworben, um sie für Linz zu erhalten, und sodann 
hat die Generalversammlung dieses für das Museum so oft schon 
hilfreichen Institutes über Ansuchen der Museumsverwaltung die 
Schenkung der ganzen Sammlung an das Museum kürzlich be- 
schlossen. 

Die Überführung der Sammlung in das Museum erfolgt in 
nächster Zeit nach Abschluß des vorstehenden Berichtes und sodann 
wird die Aufstellung und Katalogisierung in Angriff genommen. 
Auf Wunsch des Spenders wird die Sammlung Hafner zunächst in 
ihrer Gänze im Festsaale des Museums zur Besichtigung ausgestellt 
und darnach erst in die einzelnen Abteilungen eingeordnet. Die 
Sammlung Hafner wird für nahezu alle Gruppen der kulturgeschicht- 

A* 



IV 

liehen Abteilung einen Zuwachs bringen, sie besteht vorzugsweise 
aus mittelalterlichen Bildtafeln, gotischen Einrichtungsstücken, Truhen 
und Kästchen, Schnitzereien, Eisenarbeiten, Steinzeug- und Fayence- 
Geßißen, Zinn- und Messingarbeiten, Gegenständen der Kleinplastik, 
Angriffs- und Schutzwaffen, enthält aber auch prähistorische Fund- 
stücke und Römisches (skulptierte Marmor-Brunnenschale aus Enns). 
Eine weitere Vermehrung der Museumssammlungen steht infolge 
des Legates des kürzlich verstorbenen Herrn Eugen Sehott, Haupt- 
kassiers der österreichisch - ungarischen Bank a. D. in Wien, in 
Aussicht, welcher laut Mitteilung des Testamentsvollstreckers dem 
Linzer Museum ein Schiffsmodell, Waffen und zahlreiche prä- 
historische und römische Fundstücke aus anderen österreichischen 
Ländern vermacht hat. 

Was die naturhistorischen Sammlungen anbelangt, so wurden 
Schritte unternommen, um neue Präparate der Fischfauna des 
Landes zu erlangen, und die Museumsverwaltung hat sich diesfalls 
mit der Vorstandschaft des Landes - Fischereivereines ins Ein- 
vernehmen gesetzt. 

Eine Anzahl Stopfpräparate von Säugetieren (Waschbär, Faul- 
tiere, Borstengürteltier, Ameisenbär usw.) wurde instand gesetzt 
und neu aufgestellt. 

In der Schmetterlingssammlung wurde die Neuordnung der 
paläarktischen Fauna in 74 Laden zum Abschlüsse gebracht und 
die Neuaufstellung und Bezettelung der Exoten in 25 Laden durch- 
geführt. Zur Mitwirkung an diesen mühevollen Arbeiten hat der 
Referent Herr Hauder den Herrn Mandatar Huemer gewonnen, 
dem hiefür der besondere Dank gebührt. Bei Gelegenheit dieser 
Neuordnung sind durch Geschenke hiesiger Sammler (Herren Ing. 
Kautz und Himsl) über 300 Arten der Museumssammlung 
zugewachsen. Gleichzeitig wurde auch ein Sammlungsverzeichnis 
über die im Museum vorhandenen Schmetterlinge und Raupen 
angelegt. 

Für die botanische Abteilung wurden behufs weiterer Aus- 
gestaltung der vorhandenen Sammlungen von Exsikkaten im Sinne 
der modernen Systematik vier Zenturien des Herbarium normale 
von Dörfler erworben, welches sowohl neue österreichische Arten, 
Varietäten und Hybriden, als auch ausländische europäische Formen 
enthält. Dieses Herbarium bietet zum Teil Ersatz für die Flora 
exsiccata Aust. Hung., welche dem Museum bisher stets zugekommen 
ist, aber leider zu erscheinen aufgehört hat. Zahlreiche Spenden 



phauerogamer Pflanzen aus früherer Zeit, gesammelt von den Bo- 
tanikern Dr. Schiedermayr, Ullepitsch, Oberlettner, Ritxherger u. a., 
wurden einer neuerlichen Durchsicht unterzogen, systematisch ge- 
ordnet und eingereiht. 

Das Archiv erfuhr durch die Erwerbung von Khevetihiller- 
schen Familien- und Gutsakten und von zahlreichen Akten aus dem 
Arohiv Altenhof, die mit Unterstützung der k. k. Zentralkommission 
für Kunst- und historische Denkmale angekauft wurden, ferner 
durch die Schenkung des Referenten Freiherrn v. Handel- Maxzetti 
(Archiv Hageiiau - Hueb , 492 Urkunden- und 17 Schuberbände- 
Akten) und manche andere Zuwendungen einen beträchtlichen Zu- 
wachs. Die neuen Erwerbungen wurden registriert und ist auch 
die Registrierung der vorhandenen Adels- und Familienakten fort- 
gesetzt worden. 

Die Vorarbeiten für den 9. Band des oberösterreichischen 
Urkundenbuches sind nun, nachdem in den vorangegangenen Jahren 
von dem genannten Herrn Referenten eine große Anzahl von öffent- 
lichen, Familien- und Klosterarchiven nach einschlägigem Material 
durchforscht worden war, zum Abschlüsse gelangt. Das Werk, 
welches 780 Urkunden und Regesten, betreffend die Zeit vom Jahre 
1376 bis 1380, enthalten wird, befindet sich bereits in der Druck- 
legung. Zu diesem wahrhaft patriotischen Unternehmen, welches 
nicht nur für die historische Forschung überhaupt, sondern auch 
für Namenkunde, Rechts- und Wirtschaftsgeschichte u. dgl. von 
Bedeutung ist, hat Seine Majestät der Kaiser als Beitrag zu den 
Druckkosten huldvollst den Betrag von 2500 Kronen aus Aller- 
höchsten Privatmitteln zu spenden geruht. Der Rest der Kosten 
wird vom Museum aus dem Diplomatarfonds bestritten. 

Aus den Mappenbeständen wurde die Gruppe der Landkarten 
bearbeitet und mit 668 Nummern katalogisiert. Der Bestand an 
den Verlagswerken des Museums wurde inventarisiert und ist eine 
Übersicht derselben auf dem Umschlage des Jahrbuches enthalten. 

Als „Beitrag zur Landeskunde in Einzeldarstellungen" bringt 
das vorliegende Jahrbuch eine Geschichte des „Dramas und Theater- 
wesens in Oberösterreioh" von Professor Dr. Konrad Schiffmann 
und hiebei wurde auch für eine entsprechende bildliche Ausstattung 
gesorgt. Den Besitzern der Originale, die die Abbildung freund- 
lichst gestatteten, sei an dieser Stelle noch bestens gedankt. Zur 
Erwerbung weiterer Beiträge für die folgenden Jahrbücher wurden 
die erforderlichen Schritte eingeleitet. 



Vi 

Das Museum veranstaltete auch im abgelaufenen Berichtsjahre 
wieder eine Reihe von Sonder- Ausstellungen : 

1. Eine Ausstellung des im k. k. Unterrichts - Ministerium zu- 
sammengestellten „Wander-Museums", d. i. eine Sammlung von 
Reproduktionen von Gemälden der hervorragendsten Maler des 
1 9. Jahrhunderts. Diese Ausstellung erfolgte in drei Serien und 
wurde von erläuternden Vorträgen des Kustos Dr. Uhell über 
die Malerei des 19. Jahrhunderts begleitet. 

2. Eine an die Ausstellung des neu erworbenen Dachstein-Reliefs 
von Major Pelikan sich angliedernde Exposition von zahlreichen 
photographischen Aufnahmen aus dem Dachstein - Gebiete, ins- 
besondere Originalaufnahmen des Herrn Buchbinders Wurm in 
Urfahr und der Firma Wuer'thle <& Sohn in Salzburg, 

3. Eine Ausstellung von modernen Buchumschlägen als Übersicht 
über die künstlerische Ausstattung von broschierten Büchern 
der Gegenwart 

4. Eine Ausstellung von Original - Radierungen von Max Klinger 
(insbesondere der wichtigsten Zyklen, „Intermezzi", „Hand- 
schuh", „Eine Liebe", „Vom Tode", „Brahms- Phantasie"), 
zum Teil in vortrefflichen Frühdrucken nebst einigen signierten 
Handzeichnungen des Künstlers und Reproduktionen seiner 
Gemälde und Skulpturen. Die Blätter wurden von der Firma 
Artaria & Co. in Wien dem Museum zur Verfügung gestellt. 
Kustos Dr. Ubell erläuterte die Ausstellung in zwei gutbesuchten 
Vorträgen. 

5. Eine Ausstellung von Zeichen- und Malstudien von Schülern 
der österreichischen staatlichen Gewerbeschulen, zusammengestellt 
von der Lehrmittelanstalt des k. k. österreichischen Museums 
in Wien. Hier interessierten besonders die Studien nach der 
Natur und die Anwendung für die kunstgewerbliche Dekoration. 
Das Ausstellungs-Material zerfiel demnach in zwei Gruppen : Freie 
Pinselübungen (Pflanzen-, Tier- und Aktstudien) und Stilisier- 
übungen. Die Ausstellung, welche nicht nur den Festsaal, sondern 
auch den Korridor füllte, bildete einen besonderen Anziehungs- 
punkt für Schulmänner, da in ihr das neue Unterrichtsverfahren, 
wonach in der Regel nicht nach Vorlagen, sondern gleich nach 
der Natur gezeichnet und gemalt wird, trefflich veranschaulicht war. 

6. Eine Darstellung der photomechanischen Reproduktions - Ver- 
fahren, insbesondere der Autotypie, des Lichtdruckes, der Helio- 
gravüre etc., wobei namentlich die einzelnen Stadien der Arbeit 



vn 

entsprechend zur Anschauung gebracht waren. Das Material zu 
dieser Ausstellung war von den ersten österreichischen und 
deutschen Kunstanstalten beigestellt. 

Die dritte und sechste der genannten Ausstellungen waren 
Wander-Ausstellungen des Verbandes der österreichischen Provinz- 
Museen kunstgewerblicher Richtung. Bei der letzten in Reichen- 
berg abgehaltenen Konferenz dieses Verbandes war das Linzer 
Museum durch die Herren Dr. Kränzl und Dr. Ubell vertreten. 
Vom Museum in Reichenberg, welches zu derselben Zeit eine reich- 
haltige Sonder - Ausstellung von historischen und modernen Be- 
leuchtungskörpern veranstaltet hatte, ist für diese Ausstellung eine 
Anzahl von einschlägigen Objekten vorübergehend entlehnt worden. 

In der Frage der Gründung einer Meisterwerkstätte für 
künstlerische Stahlbearbeitung in Steyr durch den bekannten Eisen- 
schnitt-Künstler Michael Blümelhuber haben sich das Linzer Museum 
und der Museen -Verband nach Kräften für das Zustandekommen 
einer solchen privaten Kunstschule eingesetzt. 

Die Sammlungen unseres Museums wurden im Jahre 1904 
von 10.429 Personen besucht. 

Was die persönlichen Verhältnisse an unserem Institute an- 
belangt, so ist leider vor kurzem der Referent für die Münzen- 
und Medaillen-Sammlung, Direktor Dr. Thalmayr, nach Ried über- 
setzt worden. Verwaltungsrat Wildmoser hat das Referat für die 
Hausverwaltung übernommen. Die höchst bedauerliche mehrmalige 
längere Erkrankung des Vize -Präsidenten Straberger nötigte die 
Museumsverwaltung, für eine Vertretung desselben im Präsidium 
vorzu sorgen, und der bisherige Sekretär, Verwaltungsrat Dr. Kränxl, 
wurde zur Führung der Präsidialgeschäfte und zur Leitung in 
Verhinderung des Präsidiums bevollmächtigt. 

In den Verwaltungsrat wurde in der letzten Vollversammlung 
des Vereines neugewählt Herr Dr. Schiffmann (früher Landes- 
Delegierter), während die Regierung den Herrn k. k. Statthaltereirat 
Berger als Vertreter der staatlichen Unterrichtsverwaltung ent- 
sendet hat. 

Die definitive Anstellung des provisorischen Kustos Dr. Ubell 
wird der nächsten Vollversammlung vorgeschlagen. 

Auch in diesem Jahre durfte das Museum sich wieder der 
vollen Unterstützung seitens der geldspendenden Faktoren erfreuen. 
Aber auch über die regelmäßigen Subventionen hinaus hat die All- 
gemdne Sparkasse durch das großartige Geschenk der Hafner- 



VIIT 

Sammlung, sowie durch kleinere Geschenke des Präsidiums dieser 
Anstalt (zu Ankäufen für die kunstgewerbliche Abteilung) das Mu- 
seum kräftigst gefördert und hat ferner der oberösterreichische 
Landtag als Beitrag zu den vorjährigen Restaurierungskosten jene 
Quote derselben dem Museum zugewendet, um welche diese Kosten 
den normalen jährlichen Hauserhaltungs-Beitrag überstiegen, nämlich 
den Betrag von 4180 Kronen. 

Wärmster Dank gebührt somit allen Wohltätern des Institutes, 
bei denen die Museumsverwaltung stets volles Verständnis für ihre 
Bestrebungen und Bedürfnisse gefunden hat, wärmster Dank nicht 
minder den Spendern von Sammlungs-Gegenständen und den frei- 
willigen Mitarbeitern des Museums, welche ihre Kräfte dem Museum 
zur Förderung der guten Sache zur Verfügung gestellt haben. 



1 



Rechnungs-Abschluß 



für das 



Jahr 1904. 



Soll 



A. Kasse- 



^ 



o 



An Kassestand 

Mitgliederbeiträgen 

Zinsen der Wertpapiere 

Eintritts- und Garderobegebühren 

Erträgnis des Führers 

Büchererlös und verschiedenen Einnahmen . . . 
Subventionen: 

a) des Staates 

b) des Landes 

c) der Stadt Linz 

d) der Allgemeinen Sparkasse Linz . . . . 
Geschenken aus dem Dispositionsfonds des 

Präsidiums der Allgemeinen Sparkasse und 

Leihanstalt Linz 

Sparkasse-Rückzahlungen 



An Kassestand 



K 



1.642 
4.928 
1.292 
1.515 

519 

6.000 
8.635 
1.000 
4.000 



600 
12.300 



42.620 



1.643 



84 
60 
40 
40 

20 



44 



61 



Linz, am 1, Jänner 1905. 



XI 



Konto 1904. 



Haben 



!2i 

OS 

o 



1 
2 
3 
4 
5 
6 
7 
8 
9 

10 
11 
12 
13 
14 
15 
16 
17 
18 
19 
20 
21 
22 



Für Gehalte und Löhne 

„ Kanzlei-Auslagen 

„ Auslagen der Kustodie 

„ Hauserhaltungskosten 

„ Ankäufe für die Sammlungen 

„ Dotation der entomologischen Abteilung 

„ Bibliothek 

„ Buchdrucker-Rechnungen . . . . . . . 

„ Buchbinder-Rechnungen 

„ Assekuranz 

„ Dienerkleidung 

„ Krankenkasse 

„ Gewölbewache 

„ Erhaltungskosten des Buch-Denkmales . 

„ Schriftsteller-Honorar 

„ Ausgrabungskosten . , 

„ Sparkasse-Darlehenszinsen 

„ Auslagen aus dem Diplomatarfonds . . 

„ ., „ „ Geologiefonds . . . 

„ „ „ „ Bibliothekfonds . . . 

„ Sparkasse-Einlagen 

Kassestand 



K 



9.950 

647 

1.600 

9.248 

3.111 

400 

725 

1.997 

146 

880 

586 

111 

100 

39 

400 

48 

100 

1.670 

918 

292 

8.000 

1.643 



42.620 



60 

77 

70 
75 

41 

77 
49 
30 
40 

84 

60 



74 
69 

77 

61 



44 



Richard Wildmoser 

Verwaltungsrat und Kassier. 



XII 



B. Bilanz -Konto. 



§' 




K 


h 


K 


h 


1 


I. Aktiva. 

Wertpapiere : 

fl. 12.500 = K 25.000 Notenrente Februar- 




















coupon ä 100-30 . 
„ 2.400 = „ 4.800 Notenrente Mai- 


25.075 


— 








coupon ä 100-20 . 
200 = ;, 400 Silberrente Jänner- 


4.809 


60 








coupon ä 100-30 . 
„ 100 = „ 200 Silberrente April- 
coupon ä 100-30 . 
200 = „ 400 2/^ 1860er Los äl87-— 


401 

200 
748 


20 
60 








„ 100 =^ „ 200 IDonauregulierungs- 
Lo8 ä 275-^ . . 


275 








2 
3 
4 


Zinsen bis 1. Jänner 1905 


487 


22 


31.996 

1.643 

15.592 

253 


62 
61 

64 
80 


Bargeld 






Sparkasse-Einlagen 


Postsparkasse-Einlage . . . . . . . ... . . 




49.486 


67 




II. Passiva. 










1 


An unbezahlten Rechnungen 






6.952 


65 


Vermögensstand am 1. Jänner 1905 einschließlich 
der Fonds laut Tabelle C 






42.534 


02 



C. Stand der Fonds. 



00 

1 

2 
3 


Diplomatarfonds. 

Rest vom Jahre 1903 


K 


h 


K 


h 


5.960 
1.050 


18 


5.389 

1.870 
749 


44 
37 
23 


Landessubvention pro 1904 


Ausgaben pro 1904 


7.010 
1.670 


18 

74 


Stand des Fonds pro 1905 


1.739 
1.050 


06 


Qeologiefonds. 
Rest vom Jahre 1903 


Landessubvention pro 1904 


Ausgaben pro 1904 


2.789 
918 


06 
69 


Stand des Fonds pro 1905 


622 
420 





Bibliothekfonds. 
Rest vom Jahre 1903 


Landessubvention pro 1904 


Ausgaben pro 1904 


1.042 
292 


77 


Stand des Fonds pro 1905 









Protektor: 

Seine kaiserlielie und königliclie Holieit der durchlauclitigste Herr 

Erzherzog Franz Ferdinand 

Erzherzog Yon Österreicli-Este, Ritter des goldenen Vlieses, &roßkreuz des 
königlich ungarischen St. Stephan -Ordens, Besitzer des Militär- Yerdienst- 
kreuzes und der JuMläums- Erinnerungsmedaille, Großkreuz des groß- 
herzoglich toskanischen Ordens vom heiligen Josef, Großkreuz und Ehren- 
Bailli des souveränen Johanniter- (Malteser-) Ordens (mit der Distinktion 
für Jerusalem), Besitzer der Seereise-Denkmünze 1892/93, Ritter des russisch 
kaiserlichen St. Andreas-, des St. Alexander -Newsky-, des weißen Adler-, 
des St. Annen- und des kaiserlich -königlichen russischen St. Stanislaus- 
Ordens I. Klasse, Ritter des königlich preußischen schwarzen Adler-Ordens 
und des königlich italienischen Ordens der Aunuuziata, Besitzer des kaiser- 
lich japanischen Haus -Ordens vom Chrysanthemum, Ritter des königlich 
bayerischen St. Hubertus- Ordens, des königlich sächsischen Ordens der Rauten- 
krone und des königlich schwedischen Seraphinen -Ordens, Großkreuz des 
Ordens der königlich württemhergischen Krone und des königlich belgischen 
Leopold-Ordens, Besitzer des königlich siamesischen Chak-kri-Ordens, Groß- 
kreuz des herzoglich sächsisch Ernestinischen Haus -Ordens, Besitzer der 
Erinnerungsmedaille an das 60jährige Regierungsjubiläum Ihrer Majestät 
der Königin von Großbritannien und Irland, Kaiserin von Indien, und der 
königlich württembergischen goldenen Jubiläumsmedaille, k. k. General 
der Kavallerie zur Disposition des Allerhöchsten Oberbefehles, Inhaber des 
k. u. k. Infanterie -Regimentes Nr. 19, des k. u. k. Ulanen -Regimentes Nr. 7 
und des k. u. k. Korps -Artillerie -Regimentes Nr. 6, kaiserlich russischer 
General -Major und Chef des kaiserlich russischen Bugschen Dragoner- 
Regimentes Nr. 26, Chef des königlich preußischen Posenschen Ulanen- 
Regimentes Prinz August von Württemberg Nr. 10, ä la suite des königlich 
preußischen Ostpreußischen Ulanen - Regimentes Graf von Dohna Nr. 8. 



Personalstand 

am 31. xMärz 1905. 



Präsident: 
Seine Exzellenz Dr. Gandolf Graf Kuenburg, k. k. Minister a. D., 
k. u. k. wirkl. geheimer Rat, Senatspräsident des k. k. Obersten 
Gerichtshofes i. P., Mitglied des Herrenhauses, Ritter des Ordens 
der Eisernen Krone I. Kl., d. Z. in Salzburg. 



Die Mitglieder des Yerwaltungsrates. 

A. Durch die Wahl der Generalversammlung. 

Präsident-Stellvertreter : 
Straberger Josef, Ritter des Franz Josef-Ordens, k. k. OberpostkontroUor 
i. P. in Linz, Konservator der k. k. Zentralkommission für Kunst- 
und historische Denkmale (I. Sekt.), korresp. Mitglied des k. k. archäo- 
logischen Instistutes etc. etc., Fachreferent für die kulturhistorischen 
Sammlungen (Ehrenmitglied des Museums). 



Binder Eduard, Bergingenieur i. P. in Linz, Bibliotheks-Referent. 

Commenda Hans, Direktor an der k. k, Staats-Oberrealschule in Linz, 
Besitzer des gold. Verdienstkreuzes m. d. Kr., Korrespondent der 
geologischen Reichsanstalt, Referent für Oberösterreich der Erdbeben- 
Kommission der Akademie der Wissenschaften, Fachreferent für 
Mineralogie, Geologie und Paläontologie. 

Gissinger Theodor, Professor der k. k. Staats-Oberrealschule, Referent 
an der zoologischen Abteilung. 

Handel-Mazzetti Viktor Freiherr v., k. u. k. Oberst d. R. in Linz, 
Konservator der k. k. Zentralkommission für Kunst und historische 
Denkmale (III. Sekt.), Referent für das Archiv (Ehrenmitglied des 
Museums). 

Hauder Franz, Lehrer I. Klasse an der Knabenvolksschule Linz- Wald egg, 
Referent an der entomologischen Abteilung. 



XVI 

Jeblinger Raimund, fürsterzbischöf lieber Bauinspektor in Freiburg i. Br., 
Korrespondent der k. k. Zentralkommission für Kunst- und bistoriscbe 
Denkmale. 

Kränzl Emil, Dr. d. R., k. k. Postdirektions-Sekretär in Linz, Korrespondent 
der k. k. Zentralkommission für Kunst- und historische Denkmale, 
Referent für musikalische Altertümer und Kunstgewerbe (zur 
Leitung in Verhinderung des Präsidiums bevollmächtigt). 

Markl Andreas, k. u. k. Major d. R., derzeit in Wien (Ehrenmitglied des 
Museums). 

Munganast Emil, k. k. Ober-Postkontrollor in Linz, Fachreferent für 
Entomologie (Ehrenmitglied des Museums). 

Newald Richard, Dr. d. R., Hof- und Gerichtsadvokat, Präsident der ober- 
österreichischen Advokaten-Kammer. 

Nicoladoni Alexander, Dr. d. R., Hof- und Gerichtsadvokat in Linz. 

Pröll Laurenz, Dr. d. Ph., Chorherr des Stiftes Schlägl, k. k. Gymnasial- 
Direktor a. D. 

Rupertsberger Matthias, regul. Chorherr von St. Florian, Pfarrvikar in 
Ebelsberg. 

Schiff mann Konrad, Dr., Weltpriester, Professor am CoUegium Petrinum 
in Urfahr-Linz, Korrespondent der k. k. Zentralkommission für Kunst- 
und historische Denkmale. 

Schnopfhagen Franz, Dr. d. Med., Primararzt der oberösterreichischen 
Landes-Irrenanstalt in Niedernhart, Sanitätsrat, Referent an der zoolo- 
gischen Abteilung. 

Thalmayr Franz, Dr. d. Ph., Gymnasial-Direktor, Referent der Münzen- 
Sammlung, d. Z. in Ried. 

Wastler Franz, k. k. Schulrat, Professor i. P. in Linz, Referent für Botanik. 

Wildmoser Richard, Kaufmann in Linz, Besitzer des gold. Verdienst- 
kreuzes m. d. Kr., Kassier d. Museums und Referent für die Haus- 
verwaltung. 

B. Delegierter des k. k. Ministeriums für Kultus und 
Unterricht. 

Berger Gottfried, k. k. Statthaltereirat, Referent im k. k. oberösterreichi- 
schen Landesschulrat. 



C. Die Delegierten des oberösterreichischen Landes- 
ausschusses. 

Grasböck Theobald, Abt des Zisterzienserstiftes Wilhering, Landes- Aus- 
schuß, Komtur des Franz Josef- Ordens m. d. St., Mitglied des 
Herrenhauses. 

Esser Hermann, Dr. d. R., Hof- und Gerichtsadvokat in Linz, Landtags- 
Abgordneter. 

Krackowizer Ferdinand, Dr. d. R., kaiserl. Rat, Landesarchivar i. P. 
in Linz, Konservator der k. k. Zentralkommission für Kunst- und 
historische Denkmale (IH. Sekt.). 

Zibermayr Ignaz, Dr., Landesarchivar in Linz. 



XVII 

D. Die Delegierten des Gemeinderates der Landes- 
hauptstadt Linz. 

Jäger Ernst, Dr. d. ß., Hof- und Gerichtaadvokat in Linz, Landeshaupt- 
mann-Stellvertreter, Landesausschuß, Gemeinderat der Stadt Linz. 
Feilerer Karl, Fabrikbesitzer, Gemeinderat. 

E. Delegierter der Allgemeinen Sparkasse In Linz. 

W immer Julius, Buchdruckerei-Besitzer, Präsident der Allgemeinen Spar- 
kasse und Leihanstalt in Linz. 



F. Rechnungsrevisoren. 

Eeininger Karl, Präsident der Handels- und Gewerbekammer, Kaufmann. 
Drouot Hans, Besitzer der k. u. k. Hof buchdruckerei Jos. Feichtingers 
Erben. 

G. Sammlungsrevisoren. 

Hauck Josef, k. k. Hofrat i. P. 

Jeglinger Karl, Besitzer des Ordens der Eisernen Krone HL Kl. und des 

kaiä. Ottoman. Medschidje-Ordens, k. k. Hofrat i. P. 
Neweklowsky Max, k. k. Finanzkommissär. 

H. Beamte. 

Kustos: Üb eil Hermann, Dr., Korrespondent der k. k. Zentralkommission 

für Kunst- und historische Denkmale. 
Kanzlei-Adjunkt: Kirchler Ida. 

I. Diener. 

Portier : Hackl Johann. 
Diener: Brunmayr Josef. 

„ Grünerjohann. 

„ Nenning Ignaz. 

„ Winter Johann. 



xyiii 

Die P. T. Herren Mandatare. 

1882 Herr Älmoslechner Hermann, Oberpostmeister in Perg. 

1904 „ Brunswyk Romeo de Korompa, k. k. Oberingenieur. 

1897 „ Denk Karl, Dr., praktischer Arzt in Scharnstein. 

1890 „ Engl Isidor, k. k. Obersteiger i. P. und Besitzer des silb. Verdienst- 
kreuzes m. d. Kr. in Hallstatt. 

1870 „ Fuchs Theodor, Dr., Privatdozent für Paläontologie an der k. k. Uni- 
versität in Wien. 

1898 „ Qallois Ludwig v., Fabrikdirektor, Kleinmünchen, Besitzer des gold. 

Verdienstkreuzes m. d. Kr. 
1880 „ Oreil Hans, Direktor der k. k. Fachschule für Holzindustrie in 

Ebensee, Eitter des Franz Josef-Ordens. 
1882 „ Qrienberger Karl, Ehrendomherr, Konsistorialrat, Ritter des Franz 

Josef-Ordens, Dechant und Stadtpfarrer in Eferding. 
1882 „ Heindl Leopold, Bürgermeister, Landtagsabgeordneter und Besitzer 

des gold. Verdienstkreuzes m. d. Kr., in Mauthausen. 
1882 „ Horvdt Gustav v., k. u. k. Kämmerer in Kammer. 

1905 „ Huemer Hans, Privatier in Linz. 

1882 „ Hutter Bartholomäus, k. k. Oberbergrat in Salzburg. 

1882 „ Jeglinger Karl, k. k. Hofrat i. P., Eitter des Ordens der Eisernen 

Krone III. Kl. 
1885 „ KagermiÜler Johann, Gastwirt in Eferding. 
1880 „ Koch Friedrich, evangelischer Pfarrer in Gmunden. 
1882 „ Köttl Karl, Oberpostmeister, Besitzer des goldenen Verdienstkreuzes 

m. d. Kr., in Lambach. 
1882 „ Mathes Karl Ritter v., k. k. Oberbaurat in Linz. 
1897 „ Melnitxky Karl, Bergingenieur in Graz. 
1872, 1893 Herr Mittendorfer Rudolf, Werks- und Gemeindearzt, Besitzer des 

gold. Verdienstkreuzes, in Großraming. 

1901 Herr Moser Emil, steierm. landsch. Professor a. D. in Graz. 
1905 „ Pachinger Anton, Privatier in Linz. 

1882 „ Poth Jtdius v., Postmeister in Altheim. 

1885 „ Preen Hugo v., Kunstmaler und Korrespondent der k. k. Zentral- 
kommission für Kunst- und historische Denkmale in Osternberg 
bei Braunau. 

1903 „ Richard Alexander, Direktor der Süddeutschen Verlagsanstalt, 
München. 

1882 „ Roßmann J. O., Oberpostmeister und Besitzer d. gold. Verdienst- 
kreuzes m. d. Kr. in Mauerkirchen. 

1897 „ Schraml Karl, k. k. Ober-Bergverwalter in Hallstatt. 

1899 „ Seyrl Hugo, Gutsbesitzer in Schloß Starhemberg. 

1902 „ Wegrosta Karl, Oberlehrer in Spital am Pyhrn. 

1902 „ Wendling Ludwig, Gemeindearzt in Ach a. d. Salzach. 



XIX 

Verzeiclmis der Mitglieder. 

(Stand am 1. April 1905.) 

Die F. T. Ehrenmitglieder. 

Herr Columbus Christoph Freiherr v., Sekretär weiland Seiner k. u. k. Hoheit 
des Erzherzogs Franz Karl, k. k. Hofrat etc. etc. (Ernannt am 
14. Juni 1854.) 

Seine Exzellenz Helfert Josef Freiherr v,, Dr., k. u. k. geheimer Rat, Präsident 
der k, k. Zentralkommission für Kunst- und historische Denkmale, 
Mitglied des Herrenhauses und der kaiserl. Akademie der Wissen- 
schaften etc. etc. (Ernannt am 14. Juni 1854.) 

Herr Kenner Friedrieh, Dr., k. u. k. Hofrat, Direktor der Münzen-, Medaillen- 
und Antiken - Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses, Mitglied 
der kaiserl. Akademie der Wissenschaften und der bildenden Künste 
in Wien, der k. k. Zentralkommission für Kunst- und historische 
Denkmale etc. etc. in Wien. (Ernannt am 4. August 1874.) 
„ Reiter Fdtnund, kaiserl. Rat, Ehrenmitglied der entomologischen Gesell- 
schaft in Berlin, korresp. Mitglied mehrerer gelehrter Gesellschaften 
und entomologischer Vereine des In- und Auslandes in Paskau (Mähren). 
(Ernannt am 30. November 1875.) 

Seine Exzellenz Wilczek Hans Oraf, Frei- und Bannerherr zu Hultschin und 
Guttenland, k. u. k. geheimer Rat und Kämmerer, Mitglied des 
Herrenhauses, Kurator des k. k. österreichischen Museums für Kunst 
und Industrie etc. etc. (Ernannt am 22. März 1882.) 

Herr Mueh Matthäus, Dr., k. k. Regierungsrat, Ritter des Ordens der Eisernen 
Krone IH. Kl., Realitäten -Besitzer, Mitglied der k. k. Zentral- 
kommission für Kunst- und historische Denkmale etc. etc. (Ernannt 
am 16. Mai 1885.) 

Seine Exzellenz Qautsch Paul Freiherr v. Frankenthurn, Dr., k. u. k. geheimer 
Rat, k, k. Ministerpräsident, Mitglied des Herrenhauses, Präsident des 
Obersten Rechnungshofes etc. etc. in Wien. (Ernannt am 16. Mai 1893.) 

Seine Exzellenz Madeyski Stanislaus Ritter v. Poray, Dr., k. u. k. geheimer 
Rat, k. k. Minister a. D., ständiges Mitglied des Reichsgerichtes in 
Wien etc. (Ernannt am 16. Mai 1895.) 

Seine Exzellenz Puthon Viktor Freiherr v., k. u. k. geheimer Rat, Besitzer des 
Großkreuzes des Ordens der Eisernen Krone, Ritter des Franz Josef- 
Ordens, Statthalter für Oberösterreich a. D. etc. in Salzburg. 
(Ernannt am 16. Mai 1895.) 

Herr Poche Franx, Altbürgermeister der Landeshauptstadt Linz, Ritter des Ordens 
der Eisernen Krone III. Kl. in Graz. (Ernannt am 16. Mai 1895.) 

Seine Exzellenz Kuetiburg Qandolf Oraf, Dr., k. u. k. geheimer Rat, Senats- 
präsident des Obersten Gerichts- und Kassationshofes i. P., Ritter 
des Ordens der Eisernen Krone I. Kl. etc. in Salzburg. (Ernannt 
am 16. Mai 1895.) 

Herr Handel- Maxxeiti Viktor Freiherr v., k. u. k. Oberst d. R, etc. in Linz. 
(Ernannt am 16. Mai 1895.) 

B* 



XX 

Herr Stäche Guido, k. k. Hofrat i, P., Ritter des Ordens der Eisernen Krone 
III. Kl., Kommandeur des tun. Nischan-Iftihair-Ordens, Mitglied der 
Ungarischen geologischen Gesellschaft in Budapest und der natur- 
historischen Gesellschaft „Isis" in Dresden. (Ernannt am 18. Mai 1899.) 

„ Markl Andreas, k. u. k. Major i. P. in Wien. (Ernannt am 18. Mai 1899.) 

„ Munganast Emil, k. k. Ober-Postkontrollor. (Ernannt am 18. Mai 1899.) 

., Meindl Konrad, Abt des Ohorherrenstiftes Reichersberg, Konservator der 
k. k. Zentralkommission für Kunst- und historische Denkmale in 
"Wien etc. (Ernannt am 21. Mai 1901.) 

„ Benndorf Otto, k. k. Hofrat, Komtur des Franz Josef-Ordens, Ritter des 
Leopold -Ordens, Mitglied der kais. Akademie der Wissenschaften, 
Direktor des k. k. archäologischen Institutes, Mitglied der k. k. Zentral- 
komraission für Kunst- und historische Denkmale etf. etc. in Wien. 
(Ernannt am 21. Mai 1901.) 

,, Steindachner Franx, k. k. Hofrat, Ritter des Leopold-Ordens, Ritter des 
Ordens der Eisernen Krone und des Franz Josef-Ordens, Phil.-Dr., 
wirkl. Mitglied der kais. Akademie der Wissenschaften, Intendant des 
k. k. naturhistorischen Hofmuseums in Wien etc. etc. (Ernannt am 
21. Mai 1901.) 

„ Moser Emil, steierm. landsch. Professor a. D. in Graz. (Ernannt am 
9. Mai 1902.) 

„ Straberger Josef, Ritter des Franz Josef-Ordens, k. k. Ober-Postkontrollor i. P., 
Vizepräsident des Museums, Konservator der k. k. Zentralkommission 
für Kunst- und historische Denkmale (I. Sektion) etc. etc. (Ernannt 
am 7. Mai 1904.) 

;, Spann Max Freiherr v., Ritter des Ordens der Eisernen Krone III. Kl., 
des Franz Josef-Ordens, der französischen Ehrenlegion und des königlich 
belgischen Leopold-Ordens, k. k. Kommerzialrat, Fabrikbesitzer etc. etc. 
in Klostermühl, (Ernannt am 7. Mai 1904.) 

,, Weinleehner Josef, Dr., k. k. Hofrat und Universitäts-Professor i. P. in 
Wien, Ritter des Franz Josef-Ordens, Besitzer des gold. Verdienst- 
kreuzes mit der Krone und des Donat-Kreuzes des Malteser-Ordens, 
Offizier des Ordens „Stern von Rumänien" etc. etc. (Ernannt am 
7. Mai 1904.) 

(Verstorbene.) 

Seine kaiserl. Hoheit Erzherzog Karl vo?i Österreich f 1847 

Seine kaiserl. Hoheit Erzherzog Johann von Österreich t 1859 

Seine kaiserl. Hoheit Erzherzog Ludwig von Österreich f 1864 

Seine kaiserl. Hoheit Erzherzog Maximilian von Österreich- Este . . . f 1863 
Seine Gnaden Hochw. Herr Altmann Arrigler, Abt des Stiftes Göttweih f 1846 
Seine Exzellenz Baldacci Anton Freiherr v., Präsident des k. k. General- 
Rechnungs-Direktoriums in Wien f 1841 

Seine Exzellenz Baumgartner Andreas FVeiherr v., Dr., k. k. Hofrat 

in Wien f ^865 

Herr Bischoff Ignaz v. Altenstein, Dr., k. k. Regierungsrat in Wien f 1850 
Seine Durchlaucht Colloredo- Walsee Rudolf Fürst, 1. Obersthofmeister 

Seiner Majestät des Kaisers Ferdinand I. in Wien f 1843 



« 



XXI 

Seine Exzellenz Dietrich stein- Proskau Leslie Moritx Oraf, 1. Obersthof- 
meister der Kaiserin Maria Anna in Wien f 1864 

Seine Exzellenz Eichhoff Josef Freiherr v., k. k. Hofkammerpräsident 

in Olmülz • • • t 1866 

Herr Endlicher Stephan, Dr., Kustos im k. k. Hof- Naturalienkabinett 

in Wien t 1849 

„ Ens Faustin, Professor am k. k. Gymnasium in Troppau . . . . f 1858 
,, Erb Frartx Ritter v., Dr., k. k. Hofrat, Direktor des Haus-, Hof- 

und Staatsarchivs in Wien -j- 1872 

Hochw. Herr Hallaschka Kassian, Dr., k. k. Hofrat in Wien ■\ 1847 

Herr Hammer- Purkstall Josef Freiherr v., k. k. Hof- und Ministerialrat 

in Wien f 1856 

Seine Exzellenz Hardegg Qlatx und im Machland Ignax Qraf, Präsident 

des k. k. Hofkriegsrates in Wien . f 1848 

Seine Exzellenz Hauer Josef Freiherr v., Vizepräsident der k. k. Hof- 
kammer in Wien .;..;...;... f 1863 

Seine Exzellenz Hügel Karl Freiherr v., Dr., a. o. Gesandter am groß- 

berzogl. tosk. Hofe t 1870 

Seine Exzellenz Inxaghi Karl Oraf v., k. k. Hofkanzler in Graz . . . f 1856 

Seine Exzellenz Hochw. Herr Jüstel Josef Alois, Dr., k. k. Staats- und 

Konferenzrat in Wien + 1858 

Herr Kollar Vinxenx, k. k. Regierungsrat in Wien f 1860 

Seine Exzellenz Kolowrat-Liebsteinsky- Franx Anton Graf, k. k. Staats- 
minister in Wien f 1861 

Seine Exzellenz Kübeck Karl Freiherr v. Kübau, Präsident der k. k. all- 
gemeinen Hofkammer in Wien f 1855 

Herr Littrow Josef Johann Fidler v., Dr., Direktor der k. k. Universitäts- 
Sternwarte in Wien f 1840 

Seine Durchlaucht Lobkowitx August Longin Fürst, Präsident der 

k. k. Hofkammer in Wien f 1842 

Seine Exzellenz Mayr Josef Freiherr v. Qravenegg, Vizepräsident der 

k. k. Hofkammer in Wien -j- 1870 

Seine Durchlaucht Metternich Winneburg Wenxel Lothar Fürst, k. k. Staats- 
minister in Wien f 1859 

Seine Eminenz Milde Vinxenx FJdtiard, Dr., Fürsterzbischof von Wien f 1853 

Seine Exzellenz Mittrowsky v. Mittrowix und Nemischl Friedrich Graf, 

oberster Kanzler der k. k. Hofkanzlei in Wien -f 1842 

Hochw. Herr Muchar Albert v., Dr., Kapitular des Stiftes Admont, 

k. k. Professor in Graz -j- 1849 

Herr Natterer Josef, I. Kustos am k. k. zoologischen Hofkabinett 

in Wien t 1852 

„ Partsch Paul, Kustos und Vorstand am k. k. Hof-iNaturaKen- 

kabinett in Wien t 1856 

Seine Exzellenz Pillersdorf Franx Freiherr v., k. k. Premierminister 

in Wien f 1862 

Seine Eminenz Pirker Ladislaus v. Felsö-Eör, Dr., Patriarch, Erz- 
bischof von Erlau t 1847 

Seine E>zellenz Salis Zixers Rudolf Graf, Obersthofmeister Seiner 

k. u. k. Hoheit des Erzherzogs Franz Karl in Wien . . . . f 1846 



XXII 

Herr Seheis B. Johann, k. k. Oberstleutnant und Bibliothekar des Hof- 

Kriegsarchives in Wien t 1847 

„ Schreibers Karl Ritter v., Dr., Direktor der k. k. Hof-Naturalien- 
kabinette in Wien t 1852 

Seine Exzellenz Sedlnitxky Josef Graf Freiherr v. Choltitx, Präsident 

der k. k. obersten Polizei- und Zensurhofstelle in Wien . . f 1855 

Seine Exzellenz Taafe Ludwig Oraf, Präsident der k. k. obersten 

Justizstelle in Wien t 1855 

Seine Exzellenz Talatxko Johann Freiherr v. Qestiticx, Präsident der 

niederösterreichischen Landesregierung in Wien f 1858 

Herr Weiß Johann v. Starkenfels, Dr., k. k. Staats- und Konferenzrat 

in Wien t 1847 

Seine Exzellenz fVilcxek Friedrich Oraf, k. k. Hofkammerpräsident 

in Wien t 1861 

Seine k. u. k. Hoheit Erxherxog Albrecht von Österreich, k. u. k. Feld- 
marschall in Wien t 1895 

Seine k. u. k. Hoheit Erxherxog Josef von Österreich, Palatin Ton Ungarn f 1847 

Seine k. u. k. Hoheit Erxherxog Rainer von Österreich, k. k. Feldzeug- 
meister t 1853 

Seine k. u. k. Hoheit M-xherxog Stephan von Österreich, k. k. Feld- 
marschall-Leutnant t 1867 

Herr Bergmann Josef Ritter v., Dr., Direktor des k. k. Münz- und 

Antikenkabinettes in Wien t 1872 

Seine Gnaden Hochw. Herr Eder Wilhelm, Abt des Stiftes Melk . . f 1866 

Seine Exzellenz Falkenhayn Eugen Isidor Oraf, Obersthofmeister Seiner 

kaiserl. Hoheit des Erzherzogs Franz Karl in Wien . . . . f 1853 

Herr Heckel Jakob, Kustosadjunkt des k. k. Hofkabinettes in Wien . . f 1857 

Seine Eminenz Sommerau-Beckh Max Josef Freiherr v., Dr., Kardinal, 

Fürsterzbischof von Olmütz t 1853 

Hochw. Herr Filx Michael, Kapitular und Prior des Stiftes Michael- 

beuern t 1854 

Herr Pausinger Franx v., Gutsbesitzer von Frankenburg f 1850 

„ Fisehhof Josef, Professor am Konservatorium in Wien f 1857 

„ Haidinger Wilhelm Ritter v., Dr., k. k. Hofrat und Direktor der 

geologischen ßeichsanstalt in Wien t 1871 

„ Mancher Ignax, k. k. Landesgerichtsrat in Wien t 1860 

Seine Exzellenz Bach Äleocander Freiherr v., Dr., k. k. Minister des 

Innern in Wien f 1893 

Seine Exzellenz Thun-Hohenstein Ijco Oraf, k. k. Minister für Kultus 

und Unterricht in Wien t 1888 

Herr Russegger Josef Ritter v., k. k. Ministerialrat und Vorstand der 

Berg-, Forst- und Güterdirektion in Schemnitz, Ungarn . . f 1863 

„ Unger Franx, Dr., k. k. Hofrat in Graz t 1870 

„ Würth Josef Edler v., Dr., k. k. Oberlandesgerichtsrat in Wien . f 1855 

Seine Exzellenz Thimfeld Ferdinand Freiherr v., k. k. Minister für 

Landeskultur und Bergwesen in Wien t 1868 

Seine Exzellenz Bitol Schatienstein Karl Ferdinand Oraf, k. k. Minister 

des Äußern in Wien f 1865 

Herr d'Elvert Christian Ritter, k. k. Hofrat in Brunn t 1896 



XXIII 

Seine k. u. k. Hoheit Erzherzog Karl Ijudwig von Österreich, Protektor 

des Museums Francisco-Carolinum in Linz f 1896 

Seine Majestät Kaiser Maximilian L von Mexiko, Erzherzog von 

Österreich t 1867 

Seine königl. Hoheit Maximilian Herzog von Bayern f 1888 

Herr Bischoff Josef, kaiserl. Rat, Bürgermeister von Linz f 1855 

Seine Exzellenz Orüne Karl Graf, k. k, Feldzeugmeister in Wien . . f 1884 
Seine Exzellenz Kempen Johann Freiherr von Fichtenstamm, k. k. Feld- 
zeugmeister in Wien t 1863 

Herr Klar Paul Alois, k. k. Kreisrat in Prag t 1860 

„ Liebig Jtostus Freilierr v., Präsident der königl, bayer. Akademie 

der Wissenschaften in München t 1873 

„ Phillips Georg, Dr., k. k. Hofrat in Wien t 1872 

Seine Eminenz Rauscher Otmar Ritter v., Kardinal und Fürsterzbisehof 

von Wien t 1875 

Seine Exzellenz Werner Josef Freiherr v., k. k. a. o. Gesandter am 

Hofe zu Dresden t 1871 

Herr Redtenbacher Ludwig, Dr., k. k. Regierungsrat in Wien . . . . f 1876 
„ Hörnes Moritx, Dr., I. Kustos und Vorstand des k. k, Hof- 

Mineralienkabinettes in Wien f 1868 

Hochw. Herr Oberleitner Frßnz, Pfarrer in Ort am Traunsee . . . . f 1897 

Herr Neilreich August, Dr., k. k. Oberlandesgerichtsrat in Wien . . . f 1871 
„ Brandt Friedrich Ritter v., Dr., kaiserl. russischer Staatsrat in 

Petersburg f 1879 

Hochw. Herr Cori Johann Nep., k, k. Militärpfarrer und Ehrendomherr 

von Budweis f 1887 

Herr Lindenschmit Ludwig, Dr., Direktor des röm.-germ. Zentral- 

Museums in Mainz f 1893 

„ Grösse Johann Theodor, Dr., königl. sächsischer Hofrat in Dresden f 1 885 
Seine Durchlaucht Friedrich Karl Josef Fürst zu Hohenlohe- Waldenburg- 

Schillingsfürst, kaiserl, russischer General-Leutnant . . . . f 1884 
Seine Exzellenz Folliot de Grennville Franz Graf, k. k. Oberstkämmerer 

in Wien f 1888 

Herr Wiser Karl, Dr., Bürgermeister von Linz f 1889 

,, Sacken Eduard Freiherr v., Dr., k. k. Regierungsrat in Wien . . f 1883 

Seine Exzellenz Bombelles Karl Graf v., k. k, Vizeadmiral in Wien . f 1889 

Herr Knörlein Josef, k. k. jubilierter Baurat in Linz f 1883 

Seine Eminenz Ganglbauer Cölestin Josef, Dr,, Kardinal, Fürsterzbischof 

von Wien f 1889 

Herr Wtirzbaeh Konstant. Ritter v. Tannenberg, k. k, Regierungsrat in 

Berchtesgaden t 1893 

Seine Exzellenz Hye Glumek Anton Freiherr v., Dr,, k, k. Minister a. D. 

in Wien f 1894 

Herr Simony Friedrich, Dr., k. k. Hofrat in Wien f 1896 

Seine k. u. k. Hoheit Erzherzog Johann (Johann Ort), 

Herr Schiedermayr Karl, Dr,, k. k. Statthaltereirat i. P. in Kirchdorf f 1895 

„ Hafner Josef, Privat und Realitätenbesitzer in Linz f 1891 

„ Ilg Albert, Dr., k. k. Regierungsrat in Wien f 1896 



XXIV 

Herr Dürrnberger Adolf, Dr., Hof- und Gerichtsadvokat, Vizepräsident 

des Museums Francisco-Carolinum in Linz t 1^96 

Seine Exzellenz Arneth Alfred Ritter v., k. u. k. Hofrat und Direktor 

des Haus-, Hof- und Staatsarchives iu Wien » t 1^^'^ 

Herr Obermüllner Karl, k. k. Hofrat i. P., Vizepräsident des Museums 

. Francisco-Carolinum t 1898 

Kerner Anton Ritter v. Marilaun, Dr., k. k. Hofrat und Uni- 

versitäts-Professor in Wien t 1898 

Hauer Franz Ritter v., Dr., k. k. Hofrat a. D., Mitglied des 

Herrenhauses etc. in Wien t 1899 

öxerny Albin, Konsistorialrat, reg. Chorherr und Bibliothekar 

des Stiftes St. Florian etc t 1900 

Boeheim Wendelin, Direktor der Sammlungen von Waffen undkunst- 

industr. Gegenständen des Allerhöchsten Kaiserhauses etc. . f 1900 
Krones Franx Ritter v. Marehland, Dr., k. k. Hofrat und ordentl. 

Professor der österr. Geschichte an der Universität in Graz f 1902 
Wichner Jakob, P., Kapitular des Stiftes Ädmont, Besitzer der 

goid. Medaille für Kunst und Wissenschaft etc f 1903 

„ Irieß Gottfried, Dr., Kapitular des Stiftes Seitenstetten, Meister 
des freien deutschen Hochstiftes zu Frankfurt a. M., Kon- 
servator der k. k, Zentralkommission f 1904 

,, Zittel Karl Alfred, Dr., Professor der Geologie und Paläontologie 

an der Universität zu München etc f 1904 

„ Dierxer Emil Ritter v. Traunthal, Landeshauptmann-Stellvertreter, 

Fabrikbesitzer etc. '. f 1904 

Seine Gnaden Herr Aehleuthner Leonard, P., Abt des Stiftes Krems- 
münster etc. etc .....'. t 1905 



Die F. T. korrespondierenden Mitglieder. 

1878 Herr Clessin S., königl. Bahninspektor in Ochsenfurt in Bayern, Eegbz. 

Unterfranken. ... 

1885 „ Oanglbauer Ludwig, Kustos am k. k. naturhistorischen Hofmuseum 

in Wien. 

1902 „ Ilackel Alfred, Dr. phil., k. k. Professor in Steyr. 

1885 „ Hackel Eduard, k. k. Gymnasial-Professor i. E. in Graz. 

1903 „ Mayr Sebastian, P., Kapitular des Stiftes Kremsmünster und k. k. Gym- 

nasial-Professor, Besitzer des gold. Verdienstkreuzes m. d. Kr. 
1863 „ Meindl Konrad, Abt des Chorherren-Stiftes Reichersberg, Konservator 

der k. k. Zentralkommisaion für Kunst- und historische Denkmale. 
1868 „ Möhl H., Dr., Lehrer der Geognosie und Technik in Kassel. 
1873 ,^ Redtenbacher Anton, Dr., Privat in Wien,- 

1888 „• Redtenbacher Josef , Professor am k. k. Elisabeth-Gymnasium in Wien. 
1873 „ Rupertsberger Matthias, Chorherr von St. Florian und Pfarrvikar 

in Ebelsberg. 
1885 „ Schnür rer Franx, Dr., Skriptor der k. u. k. Familien- Fi deikommiß- 

Bibliothek in Wien. 



XXV 

1868 Herr Temple Rudolf, Oberbeamter der j,A8sicurazione generali" in 
Budapest. 

1886 „ Tschusi Viktor Ritter von und xu Schmidhoffen, Präsident des 
Komitees für ornithologische Beobachtungs-Stationen in Öster- 
reich-Ungarn etc. in Hallein. 

1873 „ Walter August, k. u. k. Oberwundarzt i. P. in Stein bei Laibach. 



Die P. T. ordentlichen Mitglieder. 

* bedeutet die neuen Beitritte. 
Die Mitglieder, bei welchen eine Ortsangabe fehlt, sind in Linz wohnhaft. 

Herr Ächleitner Franz, Stadtpfarrer in Vöcklabruck. 

„ *ÄekerlJosef, reg. Chorherr und Kustos der naturhistorischen Sammlungen 

in St. Florian. 
„ Aichelburg- Labia Franx Freiherr von und xu, k. u. k. Kämmerer und 

k. k. Statthaltereirat. 
., *Aichinger Christian, Rentner, Regensburg. 
., Albel Franx, Lehrer I. Kl. an der Kaiser Franz Josef-Schule. 
Frau *Althann Karola Oräßti von. 
Herr Altwirth Theodor, k. k. Hofsekretär in Wien. 
„ *Angele Theodor, Ingenieur. 
„ Apfelthaler Rudolf, Kaufmann. 
„ Arneth Rektor Ritter v., Med.-Dr. in Wien. 
Frau Arnexeder Marie, Schneidermeisterin. 

Herr Asenstorfer Franx, Professor und Bibliothekar, Chorherr des Stiftes 
St. Florian. 
„ * Asser Adolf, Maler und Zeichner. 
Seine Durchlaucht Auersperg Franx Fürst, k. u. k. Kämmerer, Herrschafts- 
besitzer in Wien. 
Ihre Durchlaucht Auersperg Wilhelmine Fürstin, geb. Gräfin Kinsky, k. u. k. 

Sternkreuzordens- und Palastdame in Wien. 
Seine Durchlaucht Auersperg Karl Fürst, Mitglied des österreichischen Herren- 
hauses, Herrschaftsbesitzer in Wlaschim. 
Ihre Durchlaucht Auersperg Eleonore Fürstin, geb. Gräfin Breunner, k. u. k. 

Sternkreuzordens- und Palastdame in Wlaschim. 
Seine Exzellenz Babic Stephan, k. u. k. Feldmarschall-Leutnant und Komman- 
dant der 3. Infanterie-Truppen-Division. 
Seine Exzellenz Baernreither J. M., Dr., k. k. Minister a. D. in Wien. 
Herr Bahr Hermann, Schriftsteller in Wien. 

„ Bauernberger Hermann, Professor am Collegium Petrinum in Urfahr. 
„ Baumgartner Anton, Kaufmann. 
,, Baylaender B., Fabrikinspektor. 

„ Beaulieu-Marconnay Olivier Freiherr v., k. u. k. Kämmerer. 
„ Becker Karl, Buchbinder. 
Seine Exzellenz Beckers xu Westerstetten Emil Graf, k. u. k. Kämmerer und 

Feldmarschall-Leutnant d. R. 
Seine Exzellenz Bellegarde Franx Oraf, k. u. k. geheimer Rat und Kämmerer, 
Herrschaftsbesitzer in Wien. 



XXVI 

Herr Benesch Ludwig, Privat. 
,, Berger Franx, Dr., Professor. 

„ Berger Gottfried, k. k. Statthaltereirat, Referent im k. k. oberösterreichi- 
schen Landesschulrat. 
„ Berger Leopold, oberösterreichischer Landes-Rechnungaassistent. 
„ Beurle Karl, Dr., Hof- und Gerichtsadvokat, Reichsrats- und Landtags- 
Abgeordneter. 
., Beyer Andreas Franz, Kaufmann. 
„ Binder Eduard, Bergingenieur i, P. 

„ Bittinger Andreas, Fachlehrer an der Kaiser Franz Josef-Schule. 
„ Blittersdorff Philipp Freiherr v., k. u. k. Oberleutnant und Kämmerer. 
„ Blum Heinrich sen., Hutmacher. 
,, Bohr C, Apotheker. 
Seine Exzellenz Bolxuno Friedrich Edler von Kronstadt, k. u. k. Feldmarschall- 
Leutnant d. R. 
Herr Boschan Louis Ritter v., Gutsbesitzer in Achleiten. 

„ Böheim Josef, Landtags- und Reichsrats-Abgeordneter, Uhrmacher. 
Braunau Stadtgemeinde. 

Herr Brenner Alexander, Med.-Dr., Primararzt des Allgemeinen Krankenhauses. 
„ Brunner Eduard, Beamter der Allgemeinen Sparkasse. 
„ Brunthaler Ferdinand, Kaufmann. 

„ Buchmair Rupert, Spiritual des bischöflichen Priesterseminars. 
„ Buchmayr Franx, Fachlehrer an der Jubiläumsschule. 
„ Buschmann Anton, Dr., Hof- und Gerichtsadvokat. 
Seine Exzellenz Bylandt-Rheidt Artur Qraf k. k. Minister, k. u. k. geheimer 
Rat und Kämmerer, Mitglied des Herrenhauses, Ritter des Ordens 
der Eisernen Krone I. Kl. etc. in Wien. 
Herr Carneri Bartholomäus Ritter v. in Marburg, Steiermark. 

„ Chiari Max, Dr., k. k. Ober-Finanzrat. 
Seine Exzellenz Chlumecky Johann Freiherr v., k. u. k. geheimer Rat, Minister 

a. D., Mitglied des österreichischen Herrenhauses etc. in Wien. 
Herr Christ Ludwig, Kaufmann, kais. Rat. 
„ Commenda Hans, Direktor der k. k. Staats-Oberrealschule, Korrespondent 
der k. k. geologischen Reichsanstalt in Wien, Besitzer des goldenen 
Verdienstkreuzes m. d. Kr. 
,, Commenda Liudwig, Lehrer in Grein. 
„ Deißinger Eduard, Dr., Stadtarzt in Urfahr. 
„ Denk Karl, Med.-Dr., Augenarzt. 
„ *Deubler Josef, k. k. Gymnasial-Professor. 
„Deutscher Klub", Verein, Linz. 
Frau *Dierxer von Traunthal Pauline, Private. 

Herr Dimmel Franx, Privat, Besitzer des gold. Verdienstkreuzes m. d. Kr. 
„ Doblhoff-Dier Heinrich Freiherr v., Gutsbesitzer, Ritter des Leopold-Ordens, 

Reichsrats-Abgeordneter in Wien. 
„ Doblinger Max, Dr., Privat. 

„ Dobretsberger Alois, Herrenkleidergeschäfts-Inhaber. 
Seine Exzellenz Doppelbauer Franx Maria, Bischof von Linz, k. u. k. geheimer 
Rat, Seiner päpstlichen Heiligkeit Hausprälat, Ritter des Ordens der 
Eisernen Krone, Kommandeur des Leopold-Ordens, Dr. etc. 



XXVII 

Herr Drouot Hans, Besitzer der k. u. k. Hofbuchdruckerei Jos. Feichtingers Erben. 
„ Dullinger Leopold, Domscholaster und Stadtpfarrer. 

„ Dungl Adalbert, Dr., Abt des Stiftes Göttweih, Generalabt des Benediktiner- 
Ordens, kaiserl. Rat, Besitzer der Medaille für Kunst und Wissenschaft, 
Konservator der k. k. Zentralkommission für Kunst- und historische 
Denkmale, Reichsrats-Abgeordneter. 
Frau Dürekheim Montmartin Franxiska Gräfin, Gutsbesitzerin in Hagenberg. 
Herr Dürrnberger Johann, päpstlicher Hausprälat, Konsistorialrat, Vorstadt- 
pfarrer und Dechant in Steyr, Ehrendomherr des Linzer Kathedral- 
kapitels, Ritter der Franz Josef-Ordens. 
Frau Dürrnberger Olga, Hof- und Gerichtsadvokatens- Witwe. 
Herr Dworxak Hans, Gutsbesitzer, Landtags- Abgeordneter, Schloß Aistersheim. 
„ Ebenhoch Alfred, Dr. jur., Landeshauptmann im Erzherzogtume Österreich 

ob der Enns, Komtur des Franz Josef-Ordens m. d. St. 
„ Eder Gustav, Apotheker, Bürgermeister der Landeshauptstadt Linz, Offizier 

des Franz Josef-Ordens. 
,, Eder Johann Michael, Privat. 

,, Edlbacher Ludwig, k. k. Gymnasial-Professor i. P, 
„ Edlinger Franx, Bankdirektor. 
Eferding Sparkasse der Stadt. 

Herr Effenberger Anton, Dr., Direktor der Handelsakademie, kaiserl. Rat. 
„ Ehrentletxberger Siegmund, Kaufmann. 
„ Ehrl Friedrich, Dr., Arzt. 

„ Eibensteiner Florian, Oberlehrer in Pabneukirchen. 
„ *Elßler Hermann, k. u. k. Oberleutnant d. R. 
„ Fhderle Jtdius, Dr., Professor am städt. Gymnasium in Wels. 
„ Fhdlicher Emanuel, Magister der Pharmazie, Apotheker in Aschach 

a. Donau. 
„ Endlweber Johann, k. k. Eichoberinspektor in Wien. 

„ F}ngl Siegmund Graf von und xu Wagrein, k. u. k. Kämmerer und Guts- 
besitzer. 
Enns Stadtgemeinde. 
Enns Sparkasse der Stadt. 
Herr FJrhard Alois, Dr., Arzt. 

„ Esser Hermann, Dr., Hof- und Gerichtsadvokat, Landtags-Abgeordneter. 
„ Estermann Anton jun., Spediteur in Urfahr. 

„ Ewert Theodor, Repräsentant der Triester k. k. priv. Allgemeinen Assekuranz. 
„ Eyermann Franx v., Hausbesitzer in Wien. 
Frau Fkdorf Sidonie Gräfin, geb. Freiin Borowiczka von Themau, k. k. Hofrats- 

Gattin. 
Herr Fasbender Matthias, Ingenieur. 
„ Feder Georg, Dr., Stadtarzt. 
„ Feilerer Karl, Fabrikbesitzer, Gemeinderat. 
„ Fellner August, städtischer Chemiker. 
Firma Fink Vinxenx, k. k. Hofbuchhandlung. 
Herr Fiorioli Josef, Weinhändler. 
,, Fischer Eduard, Kaufmann. 
,, Fischer Rupert, Cafetier. 
„ Fischill Eduard, Apotheker in ürfahr. 



XXVIII 

<S^. Florian Sparkasse des Bezirkes. 
Herr Foltz Albert, Buchhändler. 

„ Forster Leopold, Dr., k. k. Hofrat i. P. 

„ Forstner-Dambenois Ernst Freiherr v., k. u. k. Oberstleutnant d. R. 
„ Förehtgott Alfred, k. k. Postamtsdirektor, Besitzer des gold. Verdienstkieuzes 
m. d. Kr. 
Herren Heinrich Franck Söhne, Fabrikbesitzer. 
Herr Franz Adolf, Dr., Prälat in Gmunden. 

„ Fraundorfer Qeorg, Hausbesitzer und Buchbindermeister. 
„ Fränkl Ignax, Dr., Besitzer der Kneippschen Anstalt am Eiesenhof 
in Urfahr. 
JVeistadt Stadtgemeinde. 
Freistadt Sparkasse der Stadt. 

Herr Füger Max Ritter v., k. k. Statthaltereirat, Ritter des Franz Josef-Ordens. 
j, Führlinger Johann, k. k. Geiichtssekretär in Ried. 
„ Fürböck Ernst, Lehrer. 

„ Fürlinger Matthias, Kapitular des Siiftes und k. k. Professor in Ktems- 
münster. 
Seine Erlaucht Fürstenberg Eduard Egon Landgraf xu, k. u. k. Kämmerer, 

Mitglied des Herrenhauses, Güterbesitzer in Wien. 
Herr Gabi Ludwig, Dr., k. k, Professor i. R., Korrespondent der k. k. Zentral- 
kommission für Kunst- und historische Denkmale. 
„ Oagern Karl Freiherr v., k. u. k. Legationsrat a. D., Landtags- Abgeordneter, 

Komtur des Franz Josef-Ordens in Windern. 
„ Oamlich Emanuel, Kaufmann. 
„ Qeistberger Jofiannes, P., Benediktiner von Kremsmünster, Pfarrvikar in 

Steinerkirchen bei Fischlham. 
„ * Geister August, k. u. k. Hauptmann i. d. Res. 
Firma Geyer Julius Nachfolger, Mode- und Konfektionsgeschäft. 
Herr Geyer Karl, fürstl. Starhemb ergscher Forstmeister, Besitzer des goldenen 
Verdienstkreuzes m. d. Kr. 
„ Gissinger Theodor, Professor der k. k. Staats-Oberrealschule. 
„ Glanx Anton Ritter v., Dr., Hof- und Gerichtsadvokat. 
Gmunden Kommunal-Gymnasium. 
Gmunden Stadtgemeinde. 
Gmunden Sparkasse der Stadt. 
Herr Görner Karl Ritter v., Dr., Chefredakteur der „Tages-Post''. 

,, Göttner Josef, Baurat der k. k. oberösterreichischen Statthalterei. 
- „ Graf Karl, k. k. Hofrat i. P., Ritter des Ordens der Eisernen Krone III. Kl. 
und des Franz Josef-Ordens.j 
„ Grasböek Theobald, Abt des Stiftes Wilhering, geistlicher Rat, Mitglied 
des Herrenhauses, Landtags-Abgeordneter, Komtur des Franz Josef- 
Ordens m. d. St, 
„ Grienberger Karl, Ehrendomherr und Konsistorialrat, emeritierter Dechant 
und Stadtpfarrer in Eferding, Ritter des Franz Josef-Ordens, Kor- 
respondent der k. k. Zentralkommission für Kunst- und historische 
Denkmale. 
Grieskirchen Sparkasse der Stadt. 
Herr Grillmayr Johann, Gutsbesitzer in Schwanenstadt. 



XXIX 

Herr Orimus August Ritter v. Orimburg, Dr., k. k. Hofrat, Ritter des Ordens 
der Eisernen Krone TU. Kl. und des Franz Josef-Ordens. 
„ Orimus Wilhelm Ritter v. Orimburg, k. k. Oberbaurat i. R., Ritter des 

Ordens der Eisernen Krone III. Kl. 
., Orohmann Heinrich, Architekt, k. k. Professor i. R. 
., Großer Karl, Lithograph. 
„ Orubbauer Karl, Prokurist. 
Orünburg Sparkasse der Gemeinde. 

Herr Orünner Karl, Oberlehrer an der Knaben- Volksschule. 
„ Ostöttner Franz, Maler. 
,, Ouggenberger Edmund, stud. med., Graz. 

„ Gumpelmayer Josef, Weltpriester, Direktor des Priesterseminars. 
„ Outmann M., Kaufmann. 

„ Oyri Adolf, Apotheker, Besitzer des gold. Verdienstkreuzea m. d. Kr. in 
Wien. 
Herren Haas & Söhne Philipp, Inhaber der k. k. priv. I. Teppich- und Möbelstoff- 
Fabriken. 
Herr Haberl Alois, Pfarrer in Riedau, Korrespondent der k. k. Zentralkommission 
für Kunst- und historische Denkmale. 
„ Hacket Alfred, Dr. phil., k. k. Professor in Steyr. 
„ Hagenavsr Simon, Dr., Hof- und Gerichtsadvokat in Wien. 
., Hager Evermod, Dr., Chorherr von Schlägl, Professor an der k. k. There- 
sianischen Akademie in Wien. 
,, Hahn Hugo, Fabrikbesitzer in Helfen berg. 
„ Haidenthaller Josef, Dr., Landes-Badearzt in Bad Hall. 
„ Hallek Paul, Oberlehrer i. P. in Urfahr. 

„ *Hamann Heinr., Dr., Gemeindearzt in Prambachkirchen bei Eferding. 
Seine Exzellenz *Handel Erasmus Freiherr v., k. k. Statthalter in Oberöster- 
reich, k. u. k. geheimer Rat, Ritter des Franz Josef-Ordens etc. etc. 
Herr Handel Franz Freiherr v., Gutsbesitzer in Almegg. 
Frau Handel Marie Freiin i\, geb. v. Guaita, in Almegg. 

,, Handel Klothilde Freiin v., geb. Gräfin Berchem, Landesgerichts-Präsidentens- 
Witwe, Besitzerin des Elisabeth-Ordens IL Kl. 
Herr Handel Friedrieh Freiherr v., k. u. k. Oberst d. R. in Salzburg. 
Frau Handel Fanni Freiin v., geb. Gräfin St. Julien in Salzburg. 
Herr Handel-Mazxetti Viktor Freiherr v., k. u. k. Oberst d. R., Konservator der 
k. k. Zentralkommission für Kunst- und historische Denkmale. 
„. Handmann Rud., P., S. J., Linz, Freinberg. 
„ Hanrieder Norbert, Pfarrer in Putzleinsdorf. 
,, Hanß Bernhard, k. u. k. Hauptmann d. R., Schloß Ranariedl. 
Frau Hardtmuth Hedwig v., Schloß Buchenau bei Linz. 
Seine Exzellenz Harrach Alfred Reichsgraf, k. u. k. geh. Rat und Kämmerer, 

Rittmeister a. D., Gutsbesitzer in Aschach a. Donau. 
Ihre Exzellenz Harrach Anna Reichsgräfin, geb. Prinzessin Lobkowitz, in 

Aschach a. d. Donau. 
Frau Hartivagner Luise, Bankierswitwe, Besitzerin des Elisabeth-Ordens IL Kl. 
Herr Haslroither Oerhard, Abt des Stiftes Schlierbach. 
., Hatschek Ludwig, Fabrikbesitzer in Vöcklabruck. 
„ Hauder Franz, Lehrer I. Kl. an der Knaben -Volksschule Linz -Waldegg. 



XXX 

Herr Hauer Julian, Konviktspräfekt und k. k. Professor in Kremsmünster. 
„ Haük Josef Karl, k. k. Hofrat i. P. 

„ Hayden Siegmmid Christian Freiherr von und xu Dorff, k. u. k. Ober- 
leutnant d. R., Gutsbesitzer, Reichsrats-Abgeordneter in Dorflf bei 
Schlierbach. 
„ Heidlmair Heinrich, Dr., Ministerialrat im k. k. Ministerium für Kultus 
und Unterricht in Wien, Besitzer des kais. russ. St. Stanislaus-Ordens 
n. Kl. m. d. St. 
„ Hein Robert IVeiherr v., k. k, Landespräsident von Kärnten in Klagenfurt. 
., Heindl Leopold, Besitzer des gold. Verdienstkreuzes m. d. Kr., Realitäten- 
Besitzer, Landtags-Abgeordneter und Bürgermeister in Mauthausen. 
Heinisch Ämandus sen., Kaufmann. 
Heinisch Ämandus jun., Kaufmann, 
Heiser Anton, Dr., Arzt. 
*Heitxmann Otto, Klavierfabrikant. 
Helletxgruber Josef, Privatier und Hausbesitzer. 

Hessinger Franx, k. k. Postamtsdirektor, Ritter des Franz Josef-Ordens. 
Heyß Karl, k. k. Hofrat i. P., Ritter des Leopold-Ordens. 
Fräulein Hin^hofer Emilie, Bürgerschul-Direktorin. 

Herr Hinsenkamp Heinrich, Dr., Advokat und Bürgermeister der Stadt Urfahr, 
Landtags-Abgeordneter, Ritter des IVanz Josef-Ordens. 
„ Hirsch Wilhelm, Kaufmann. 
„ Hittmair Rudolf, Dr., Professor der Theologie. 
,, *Hlavae Adolf Edler v., Dr., k. k. Finanzprokuraturs-Sekretär. 
Frau Hofstätter Anna, Haus- und Apotheke-Besitzerin. 
Herr Höbarth Karl, Baumeister. 

„ Höhnet Wilhelm, akademischer Maler. 

„ Hörwarter Albert, k. u. k. Hauptmann d. R. in Nußdorf am Attersee. 
„ Hochhauser Johann, Dr., Advokat in Steyr. 
,, Hofmann Hermann, Privat. 
.. Hofmann Richard, Fabrikbesitzer. 

., HoUy Karl, Kanonikus und Hauptpfarrer in Vöcklamarkt. 
„ Horeicka Adalbert, Dr., Professor am k. k. Elisabeth- Gymnasium in Wien. 
„ Homstein Bernhard Freiherr v. Bußmannshausen, k. u. k. Kämmerer. 
., Horxeysehy Adalbert, Dr., k. k. Finanzrat. 

„ Huemer Qeorg, Kapitular und Musikdirektor in Kremsmünster. 
„ Huster Josef, Kaufmann. 

„ Hutter Bartholomäus, k. k. Oberbergrat in Salzburg. 
„ Bg J., Dr., Professor am Collegium Petrinum in Urfahr. 
„ Irk Franx, Chorherr von St. Florian, Pfarrvikar in Walding. 
Ischl Sparkasse des Marktes. 

Herr Jäger Ernst, Dr., Hof- und Gerichtsadvokat, Landeshauptmann -Stell- 
vertreter, Landtags-Abgeordneter, Landesausschußmitglied. 
„ Jeblinger Raimund, füraterzbischöflicher Bau-Inspektor, Korrespondent der 
k. k. Zentralkommission für Kunst- und historische Denkmale in 
Freiburg i, Br. 
„ Jeglinger Karl, Besitzer des Ordens der Eisernen Krone III. Kl., k. k. Hof- 
rat d. R. 



XXXI 

Herr St. Julien Ärttir Oraf, k. u. k. Kämmerer, Bergrat im k. k. Ackerbau- 
Ministerium in Wien. 
Frau St. Julien Marie Agnes Gräfin, geb. Gräfin Wickenburg, k. u. k. Stern- 

kreuzordensdame in Wien. 
Seine Exzellenz St. Julien -Wallsee Klemens Qraf, k. k. Landeepräsident im 

Herzogtum Salzburg, k. u. k. geh. Rat und Kämmerer. 
Herr Jurasky Johann, k. k. Postsekretär in Brunn. 

„ Kahane J., Direktor der k. k. privilegierten Assicurazioni generali in Bukarest. 
., Kaiser Benedikt, em. Pfarrer in Wilhering. 
„ *Karigl Ferdinand, Dr., k. k. Realschullehrer. 
Seine Exzellenz Käst Michael Freiherr v., k. k. Ackerbauminister a. D. und 

k. u. k. geheimer Rat in Ebelsberg. 
Herr Kaunitx Georg Graf, k. u. k. Kämmerer. 

„ Kautsch Jakob, Leiter der Filiale der Allgemeinen Depositenbank in Steyr, 
Korrespondent der k. k. Zentralkommission für Kunst- und historische 
Denkmale. 
„ *Keimehnayer Karl, Realitätenbeaitzer. 
„ Kempf Josef, Baurat, Stadtbauamtsleiter. 
„ Keppelmayr Max, Med. -Dr. 
„ Kerbler Viktor, Oberlandesrat. 
„ Kern Franz, Kaufmann. 

„ Khuen Gaston Graf, k. u. k. Oberstleutnant d. R. 
„ Kinsky Rudolf Graf, k. u. k. Kämmerer und Leutnant d. R. in Wien. 
Frau Kinsky Marie Gräfin, geb. Gräfin Wilczek, in Wien. 
Kirchdorf Marktkommune. 
Kirchdorf Sparkasse der Marktkommune. 
Herr Kirchmayr Friedrich, Kaufmann. 

Kißling Adolf Ritter v., Dr., Gerichtsarzt. 
Kleinschmidt Albert, Goldarbeiter, Sparkasse-Schatzmeister. 
Klopf Johann, Privat. 
Knechtl Karl, Med.-Dr. in Traun. 
Knitl Ferdinand, Med.-Dr. in Ebelsberg. 
Knörlein Friedrich, Med.-Dr. in Schärding. 
„ Koch August G., evangelischer Pfarrer. 
„ Koch Jakob Ernst, Superintendent und evangelischer Pfarrer in Wallern, 

Ritter des Ordens der Eisernen Krone IH. Kl. 
„ Koch Friedrich, Senior und evangelischer Pfarrer in Gmunden. 
„ Koch Ludwig, k. k. Postmeister und Realitäten-Besitzer in Ischl. 
„ Kohlmünxer Ernst, k. k. Regierungsrat. 
„ König Anton, Dr., k. k. Gymnasial-Professor. 
„ König Emil, Landes-Oberbaurat, Ritter des Franz Josef-Ordens. 
„ Königbauer Anton, Landesbaurat i. P. in Prag. 
„ Königstorfer Alois, Lehrer an der Jubiläumsschule. 
„ Körbl Karl, Med.-Dr. in Wien, kaiserl. Rat, Badearzt in Hall. 
„ Körner Reinhold, General-Repräsentant des „Anker". 
„ Korb Heinrich, Buchhändler. 
„ Kortüm A., Rentner in Urfahr. 
Frau Kottulinsky Dora Gräfin, geb. Freiin Mayr v. Meinhof, in Graz. 
Herr Krackowixer Ferdinand, Med.-Dr. in Gmunden. 



XXXII 

Herr Krackotvixer Ferdinand, Dr., kaiserl. Eat, Landesarchivar i. P., Konservator 
der k. k. Zentralkommission für Kunst- und historische Denkmale. 
,, Kränxl Emil, Dr., k. k, Postsekretär, Korrespondent der k. k. Zentral- 
kommission für Kunst- und historische Denkmale. 
„ Kränxl Friedrick, Med.-Dr. in Sierninghofen. 
Kronsmünster . Marktgemeinde. 
Kremsmünster Sparkasse der Marktgemeinde. 
Herr Krütxner Zdenko, Gutsbesitzer in Buchenau bei Linz. 
,, Krüxner Ferdinand Karl, Verwaltuugsrat der Bank für Oberösterreich 

und Salzburg. 
,, Kuhinger August, Dr., k. k. Landesgerichtsrat in Wels. 
„ Kubech Max Freiherr v., k. u. k. Legationsrat, Gutsbesitzer, Reichsrats- 
Abgeordneter in Wien. 
Seine Exzellenz Kuenburg Oandolf Oraf, Dr., Minister a. D., k. u. k. geheimer 
Rat, Senatspräsident des Obersten Gerichts- und Kassationshofes i. P., 
Ritter des Ordens der Eisernen Krone I. Kl., Mitglied des österreichischen 
Herrenhauses, Präsident des Museums. 
Ihre Exzellenz Kuenburg Marie Gräfin, geb. Gräfin St. Julien, in Salzburg. 
Herr Kühn Moritx, Färbereibesitzer. 
„ Kurxwernhart Robert, Domdechant, Besitzer de3 Ritterkreuzes des Leopold- 
Ordens. 
„ Kyrie Eduard, Apotheker in Schärding. 
„ Laingruber Franx, Kaufmann. 
Lambach Benediktinerstift. 
Lambach Sparkasse des Marktes. 

Seine Exzellenz Lamberg Heinrich Graf, Herrschaftsbesitzer in Steyr. 
Herr Lampl Franz, Dr., Hof- und Gerichtsadvokat, Vizebürgermeister der 
Stadt Linz. 
„ Landerl Philibert, Dr., Konviktspräfekt und k. k. Professor in Kremsmünster. 
„ Lang Franx, Pfarrer in St. Martin bei Ried. 
,, Langsteiner Franx, Med.-Dr. in Urfahr. 
„ Langthaler Karl, k. k. Oberingenieur. 
„ Langthaler Johann B., Stiftshofmeister und Kustos der Kunstsammlung 

in St. Florian. 
„ Laveran-Stiebar Rudolf Ritter v., k. k. Staatsanwalt in Salzburg. 
„ Lechleitner Hans, Dr., k. k. Professor an der Lehrerbildungsanstalt. 
„ Lehner Franx Xaver, k. k. Gymnasial-Professor. 
„ Leitl Josef, Kaufmann in Neumarkt bei Freistadt. 
Leonfelden Sparkasse der Marktkommune. 
Frau Lettmayr Marie, Hausbesitzerin und Baumeisters-Witwe. 
Herr Liebherr Max, Kanzleichef der Firma H. Franck Söhne. 

„ Lindner Heinrich, Landhaus-Inspektor. 
Linx Aktienbrauerei und Malzfabrik. 

Linx Aktiengesellschaft der Lokomotivfabrik Krauß & Co. 
Linx Allgemeine Sparkasse und Leihanstalt. 
Linx Allgemeine österreichische Gasgesellschafts-Lokaldirektion des Linzer 

Gaswerkes. 
Linx *Bank für Ober Österreich und Salzburg. 
Linx Bischöfliches Priesterseminar. 



xxxm 

LinK Filiale der k. k. priv. Böhmischen Union-Bank. 

Linx Linzer Ruder verein „Ister". 

Lin'X. Ober österreichische Baugesellschaft. 

Linx, Oberösterreichischer Gewerbeverein. 

Lin'X, *0berö8terreichische Glasmalerei. 

Linx Oberösterreichischer Volkskredit. 

Ldnx Stadtgemeinde. 

Ldnx Städtische Sparkasse. 

Linx-Urfahr Tramway- und Elektrizitäts-Gesellschaft. 

Herr Locker Julius, Dr., Hof- und Gerichtsadvokat, Reichsrats-Abgeordneter. 

„ Lohninger Josef, Dr., Rektor des deutschen National-Institutes S. Maria 
dell' Anima in Rom. 

„ Loos Josef, Dr., k. k. Landes-Schulinspektor, Besitzer des Ordens der 
Eisernen Krone III. Kl. 

,, Lorenx Edtiard, Professor am Mädchen-Lyzeum. 

„ Lötsch Karl, Dr., k. k. Notar in Eferding. 

,, Ludwig Karl, Dr., Professor an der Handels-Akademie. 

„ Lychdorff Vinxenx v., k. k. Professor i. P. in Urfahr. 

„ Mae Newin 0' Kelly Franx Reichsfreiherr v., k. u. k. Kämmerer, Regierungs- 
rat i. R. in Klagenfurt. 
Frau Mac Neicin 0' Kelly Eleonore Freiin v., geb. Gräfin Montfort, in Klagenfurt. 
Herr Magner Eduard, Dr., k. k. Hofrat i. P., Ritter des Franz Josef-Ordens. 

„ Mainxer Johann, Direktor der Ackerbauschule Ritzlhof i. P. in Marchtrenk. 

„ Markl Andreas, k. u. k. Major d. R. in Wien. 

„ Mathes Karl Ritter v., k. k. Oberbaurat, Ritter des Franz Josef-Ordens. 

,, Matosch Anton, Dr., Bibliothekar an der k. k. geologischen Reichsanstalt 
in Wien. 
Mattighofen Marktgemeinde. 
Mattighofen Sparkasse des Marktes. 
Herr Matxinger Theodor, Med.-Dr. in Aschach a. Donau. 

„ Maurhard Hermann, Dr. jur., Kaufmann. 
Mauerkirchen Marktgemeinde. 
Mauthausen Marktgemeinde. 
Mauthausen Sparkasse. 

Herr Mayböck Joh. Nep., Dr., Domherr, Konsistorialrat, Regens des bischöflichen 
Priesterseminars. 

„ Mayer Philipp, k. k. Postamtsdirektor in Triest. 

,, Mayr Georg, Ritter des Franz Josef- Ordens, Konsistorialrat und Stadt- 
pfarrer in Gmunden. 

„ Mayr Josef, Pfarrer in Hagenberg. 

„ Mayr Michael, Dr., k. k. Statthai terei- Archiv direkter und Univeraitäts- 
Professor in Innsbruck, Ritter des Franz Josef-Ordens. 

„ Mayr Philipp, regul. Chorherr von St. Florian, Konsistorialrat, Dechant 
und Schuldistrikts -Aufseher des Dekanates Enns, Stiftspfarrer von 
St. Florian, Ritter des Franz Josef-Ordens. 

„ Mayr Sebastian, Kapitular des Stiftes und k. k. Professor in Kremsmünster. 

„ Mayrhofer Bernhard, Dr., Zahnarzt. 

„ Mayrhuier Johann, geistl. Rat, Pfarrer in Pram. 

„ Meran Johann Oraf, Herrschaftsbesitzer in Brandhofen in Steiermark. 

C 



XXXIV 

Herr Messerklinger Hans, Dr., k. k. Hofrat und Staatsbahndirektor. 

„ Miller xu Aichholx Viktor Ritter v., Dr., in Wien. 

„ Minkus Friedrieh, Dr., Besitzer des gold. Verdienatkreuzes m. d. Kr., 
Kunsthistoriker in Wien. 

„ Mittendorfer Rudolf, Werks- und Gemeindearzt, Besitzer des gold. Ver- 
dienstkreuzes in Großraming. 

„ Mladota Adalbert Freiherr von Solopisk, k. u. k. Kämmerer. 
Moser Josef, Pfarrer in Zell bei Zellhof. 

„ Mostny Leopold, Likörfabrikant in Urfahr. 

„ Müller Fritz, Tapezierer und Dekorateur. 

„ Müller Franz, Med.-Dr., Stadtarzt. 

„ Müller J. M., Kunst- und Möbeltischler, Besitzer des goldenen Verdienat- 
kreuzes. 

„ Müller Ludwig, Tändler. 

„ Munganast Emil, k. k. Oberpostkontrollor. 

„ Nebinger W. F., Verwaltungsrat der Bank für Oberösterreich und Salzburg. 
Neufelden Sparkasse des Marktes. 
Herr Neukirch Heinrieh, fürstl. Starhembergacher Kontrollor. 

„ Newald Riehard, Dr., Hof- und Gerichtsadvokat. 

„ Neweklowsky Max, k. k. Finanzkommissär. 

„ Nicoladoni Alexander, Dr., Hof- und Gerichtsadvokat. 

„ Niedereder Franz, Lehrer in Vorderstoder. 

„ Nuslco Johann, Dr., k. k. Hofrat und Finanzdirektor. 
Frau Oberdörfer Marie, Doktoragattin in Saalfelden. 
Herr Obermayr Paul, Kaufmann in Freistadt. 

„ Obermüller Alois, reg. Chorherr von St. Florian, Pfarrvikar in St. Marien- 
kirchen bei Wels. 

„ Obermüller Anton, Pfarrer in Feldkirchen bei Mattighofen. 

„ Obermüller Friedrich, Dr., k. k. Notar. 
Frau Obermüllner Hermine, k. k. Hofratswitwe. 
Herr Obersinner Oustav, Chorherr von Schlägl, Pfarrer in Aigen. 

„ Ohn Hans, Gutsbesitzer, Schloß Oberweis bei Gmunden. 

„ Öhn Hermann, Wirtschaftsbesitzer am Attersee. 

„ Oldrini Franz, k. u. k. Major d. R. 

„ Ortner Karl, Privat, 

„ Paar Ludwig Oraf Dr., k. u. k. Kämmerer und k. k. Bezirkskommisaär. 

„ Paul Johann, Professor am Mädchen-Lyzeum. 

„ Pauli iMdwig, k. k. Landesgerichtsrat in Gmunden. 

„ Pauly Max, Fachlehrer. 

„ Pechan Oeorg, Photograph in Urfahr. 
Fräulein Pehersdorfer Anna, Fachlehrerin in Steyr. 
Herr Peter Josef, Redakteur der „Liozer Zeitung". 

„ Petz Josef, Sparkasse-KontroUor in Steyr. 

„ Peyrer Hans Ritter v. Heimstatt, Dr., Rechtsanwalt in Grieakirchen. 

„ Pfeiffer-Weißenegg Karl Edler «'., k. u. k. Truchseß und Großgrundbesitzer, 
Ritter des Ordens der Eisernen Krone HI. Kl. in Wien. 

,, Pia Julius V., Dr., k. k. Landesgerichts-Präsident. 

„ Pierer Ignaz Leo, Dr., Privat. 

„ Pinzger Anton, Dompropst. 



XXXV 

Herr *Pirngruber Richard, F. S.-L. Hof-, Buch- und Kunsthändler. 
„ Piskacek Ludivig, Dr., Primararzt der Hebammen -Lehranstalt in Wien. 

Ritter des Franz Josef-Ordens. 
„ Planck Edler v. Planckburg Eduard, Gutsbesitzer in Neuhaus a. d. Donau, 
„ Planck Edler v. Planckburg Karl Maria, k. k. Ministerial -Vizesekretär im 

Ministerium des Innern, Wien. 
„ Planitx Bernhard Edler v. d., Privat. 
„ Poche Franx, Altbürgermeister der Landeshauptstadt Linz, Ritter des 

Ordens der Eisernen Krone IIL Kl. in Graz. 
„ Poche Matthias, Kaufmann, kaiserl. Rat. 
„ Pöll Alfred, Dr., prakt. Arzt. 
,, Pöschl Florian, Dr., Advokat in Ried. 

„ Pöschl Rudolf, Fabrikbesitzer in Rohrbach, Landtags-Abgeordneter. 
„ Poschacher Josef, Brauereibesitzer. 
„ Pott Ludwig, k. k. Oberlandesgerichtsrat i. P. 

„ Prechtl Hermann, Schriftleiter der „Innsbrucker Nachrichten" in Innsbruck. 
„ Preen Hugo v., Kunstmaler, Gutsbesitzer in Osternberg bei Braunau, 
Korrespondent der k. k. Zentralkommission für Kunst- und historische 
Denkmale. 
„ Prohaska Rudolf, Dr., Hof- und Gerichtsadvokat. 
Frau *Prohaxka- Stockher Mathilde. 

Herr Pröll Laurenx, Dr., Chorherr des Stiftes Schlägl, k. k. Gymnasial- 

Direktor i. P., Korrespondent der k. k. Zentralkommission für Kunst- 

und historische Denkmale. 

„ Pruckmüller Robert, k. k. Bezirkshauptmann, Ritter des Franz Josef-Ordens. 

Fräulein Piditxer Jidie, ÜbungsschuUehrerin, Besitzerin des gold. Verdienstkreuzes. 

Herr Pupp Ernst, Konditor und Hausbesitzer. 

Seine Exzellenz Puthon Viktor Freiherr v., k. u. k. geheimer Rat, k. k. Statt- 
halter in Oberösterreich i. P., Ritter des Ordens der Eisernen Krone 
I. Kl., Ritter des Franz Josef-Ordens, Herrenhausmitglied in Salzburg. 
Ihre Exzellenz Puthon Sophie Freiin v., geb. Gräfin Bombelies, in Salzburg. 
Herr Quirein Moritx, Verlagsbuchhändler. 
„ Ramsauer Alois, Bäckermeister. 
„ Ramsdorfer Anton, k. k. Hofrat. 
„ Rau Hugo, k. k. Oberrechnungsrat i. P. 
Frau Reibmayr Marie, geb. v. Dierzer, Med.-Dr.-Gattin. 

Herr Reichel Karl, Generaldirektor der Kleinmünchener Aktiengesellschaft für 
Baumwollspinnerei und mechanische Weberei. 
Reif Josef, Pfarrer in Klam. 
Reininger Franx, Kaufmann. 

Reininger Karl, Fabrikbesitzer, Landtags- Abgeordneter etc. 
Reiß Hermann, Med.-Dr., Sanitätsrat und Bahnarzt. 
Rexabek Sebastian, k. k. Übungsschullehrer, Bezirksschulinspektor. 
Rexac Franx, Maler. 
Ried Stadtgemeinde, 

Herr Rieder Eduard, Tabakhauptverleger. 
„ Rigele Cfustav, Dr., k. k. Notar, Ritter des Franz Josef-Ordens. 
„ Ritxberger Albert, Kunstmaler. 
„ Ritxberger Fmgelbert, Drogenhändler. 

C* 



XXXVI 

Herr Rixner Äleocander, k. u. k. Hof- und Kammerbuchbinder, k. u. k. n. a. Leutnant. 
Bohrbach Bezirks-Lehrerbibliotb ek. 

Herr RoUeder Anton, Professor und k. k. Bezirksschulinspektor in Steyr, Besitzer 
des gold. Verdienstkreuzes m. d. Kr. 

„ Rosenbauer Konrad, Kaufmann. 

„ Ruckensteiner Friedrich, emeritierter k. k. Bezirksrichter. 

„ Ruclccr Franx, Privat. 
Frau Rucker Marie, Private. 

Herr Rupertsberger Matthias, reg. Chorherr von St. Florian, Pfarrvikar zu 
Ebelsberg. 

„ RiÜing Hans Freiherr v., k. u. k. Leutnant d. E. in Schloß Einöd, 
Steiermark. 

„ Sachsperger Josef, Buchhändler. 

„ Sadleder Karl, Privat. 

„ *Sadler Karl, Dr., k. u. k. Stabsarzt, Chefarzt der 3. Infanterie-Truppen- 
Division. 

„ Sailer Josef, Propst und lat. Abt des reg. Chorherrenstiftes St. Florian. 

„ Salhurg Julius Oraf, k. u. k. Kämmerer, Bezirkshauptmann und Statt- 
haltereirat in Gmunden. 

,, Sames Josef, Eevident der k. k. Staatsbahnen. 

Samhaber Edward, Professor an der k. k. Lehrerbildungsanstalt. 

„ Sander Otto, Privat. 

„ Sarauer Josef, k. k. Notar in Mödling. 

„ Sassy Moritx, Dr. phil., k. u. k. Leutnant d. R. in Freihof - Steindlbach, 
Post Peuerbach. 

„ Saxinger Hermann, Kaufmann. 

„ Schaehermayer Matthias, Hausbesitzer und Schlossermeister. 

„ Schachinger Oeorg Julius, Realitätenbesitzer in Hinterstoder. 

„ Schachinger Norbert, Abt des Stiftes Schlägl, Sr. k. u. k. Apost. Majestät 
Rat, Ritter des Leopold-Ordens etc. 

„ Schadler Karl, Tonwarenfabrikant. 

„ Sehamberger Hans, Lehrer in Lohnsburg. 

„ Scharfen Gustav Ritter v. Hennedorf, Vizepräsident des k. k. Oberlandes- 
gerichtes in Wien. 

„ Schauer Franx, Direktor des k. k. Staatsgymnasiums in Freistadt. 

„ Schauer Johann, Dr., Ritter des Ordens der Eisernen Krone IH. Kl. und 
des Franz Josef-Ordens, Advokat und Bürgermeister in Wels, Landtags- 
Abgeordneter. 

„ Sehedle Anton, k. k. Oberingenieur und Baubezirksleiter in Wels, Besitzer 
des gold. Verdienstkreuzes m. d. Kr. 

„ Scheiblhofer JaJcob, Küchen- und Kellermeister des Stiftes Schlägl. 

„ Scheichl Franx, Dr., Professor an der Handels-Akademie. 

„ Scheinig Franx, Betriebsleiter der Elektrizitätswerke. 

„ Seherxl Johann Nep., Realitätenbesitzer. 

„ Sehiefthaler Franx, Architekt, Direktor der k. k. allgemeinen Staats- 
Handwerkerschule, Konservator der k. k. Zentralkommission für 
Kunst- und historische Denkmale. 

„ Schießer Anton, Dr., Professor des k. k. Staatsgymnasiums in Linz. 



XXXVII 

Herr Schiffmann Konrad, Dr., Weltprieater, Professor am Collegium Petrinum 

in Urfahr-Linz. 
„ Schiller Edward, Dr., Konzeptsadjunkt. 

„ Schmidbauer Lambert, Konsistorialrat und Pfarrer in Altmünster. 
„ Schmidel Edmund, k. k. Landesgerichtsrat a. D. und Konservator der 

k. k. Zentralkommission für Kunst- und historische Denkmale in Steyr. 
„ Schmiedegg Franx Öraf, k. u. k. Kämmerer in Gmunden. 
,, Schmiedegg Oustav Qraf, k. k. Bezirkshauptmann in Kirchdorf. 
„ Schmieder Pius, Dr., Kapitular des Stiftes Lambach, Benefiziat zu 

Stadl-Paura. 
„ Schmit Heinrieh, Dr., k. k. Professor und Primararzt. 
„ Schneiderbauer Paul, Seelsorger der Waisenkolonie in Hart, Kooperator 

in Leonding. 
„ Schnopfhagen Franz, Med.-Dr., Landes-Sanitätsrat, Primararzt der Landes- 
irrenanstalt in Niedernhart. 
„ Schönbaß Josef, Pfarrer in Rainbach bei Freistadt. 
„ Schöppl August, Schulleiter i. P. 
„ Schrack Karl, kaiserl. Rat, Ritter des Franz Josef-Ordens, Oberinspektor 

a. D. der k. k. österreichischen Staatsbahnen. 
„ Schrack Karl, Dr., Oberbezirksarzt. 
„ Schröckenfux Gottlieb, Werksbesitzer in Roßleithen bei Windischgarsten, 

Besitzer des gold. Verdienstkreuzes m. d. Kr. 
„ Schuhbaur Roman, Kaufmann in Enns. 
„ Schulter Josef, Med.-Dr., k. k. Oberbezirksarzt in Steyr. 
„ Schücker Franz Edler von Hunnwall, k. u. k. Oberstleutnant d. R. 
„ Schwab Oeorg, Schieferdeckermeister. 
Sehwanenstadt Stadtgemeinde. 
Herr Schwarz Ludwig, Senior und evangelischer Pfarrer in Gallneukirchen, 

Ritter des Franz Josef-Ordens. 
„ Schweiger Josef Ritter v. Montevento, k. k. Statthaltereirat, Wels. 
„ Schweitzer Ludwig, Buchhalter. 

„ Seidel Rudolf, techn. Direktor der Oberösterreichischen Baugesellschaft. 
„ Sekker Franz, k. k. Major in Pisek. 
„ Seile Friedrich, Dr., evang. Pfarrer in Steyr. 
„ Semsch Max, Dr., Privat in Urfahr. 

„ Seyrl Hugo, Jurist, Hannsberg bei St. Johann am Windberg. 
„ Seyrl Ludwig, Schloi3 Starhemberg bei Haag. 
„ *Sigl Josef, Pfarrer, Garsten bei Steyr. 
„ Silber Matthias, regul. Chorherr, Novizenmeister, Kustos der Stiftskirche 

in St. Florian. 
„ Sommerhuber Karl, Kaufmann. 
„ Sonnleithner Andreas, Dr., Amtsdirektor der Allgemeinen Sparkasse und 

Leihanstalt. 
„ Soyka Karl v., k. u. k. Oberst a. D. 
„ Spaun Ludwig Ritter t>., k. k. Ministerialrat und Mitglied der statistischen 

Zentralkommission in Wien. 
„ Spaun Max Freiherr v., Ritter des Ordens der Eisernen Krone HL Kl., 

k. k. Kommerzialrat, Fabrikbesitzer in Klostermühl. 



XXXVIII 

Herr Sprinxenstein Max Graf, k. u. k. Kämmerer, Oberleutnant d, K., Kitter 

des Ordens der Eisernen Krone III. Kl. 
Frau Sprinxenstein Almerie Gräfin, geb. Gräfin Schlick. 
Staats - Oberrealschule k. k. 
Herr Stadibauer Julius, Jurist, Wels. 
„ Stagl Alexander, Generalagent der Versicherungs- Gesellschaft „Öster- 
reichischer Phönix". 
Seine Durchlaucht Herr Starhemberg Ernst Fürst, Herrenhausmitglied, Guts- 
besitzer etc. 
Herr Starke Gustav, Feinmechaniker in Grub am Hallstätter See. 
„ Staubitxer Georg, Privat. 
„ Steinberger Friedrieh, Disponent. 
„ Steinberger Gustav, konz. Baumeister. 
„ Steiner Josef, Privat. 

,, Stehl Peregrin, k. k. Ober-Forstkommissär. 

„ Stengl Karl, Magister der Pharmazie, Chef der Firma Paul Kern. 
Steyr Stadtgemeinde. 
Steyr Sparkasse der Stadt. 
Herr Stieglitz Franx, Konsistorialrat, Domherr. 
„ Stifter Theodor, Dr., k. k. Auskultant in Grein. 

„ Stockhammer Emmerich, Med.-Dr., k. k. Landes-Sanitätsrat und Stadtarzt. 

„ Stockhammer Gustav, Oberinspektor der österreichischen Nordwestbahn, 

Korrespondent der k. k. Zentralkommission für Kunst- und historische 

Denkmale in Floridsdorf bei Wien. 

„ Stourxh Alois Edler v., Dr., Vizepräsident des k. k. Kreisgerichtes in 

Korneuburg. 
„ Straberger Alfred, k. k. Landesgerichtsrat i. P. in Urfahr. 
., Straberger Josef, k. k. Ober-Postkontrollor i. P., Eitter des Franz Josef- 
Ordens, Konservator der k. k. Zentralkommission für Kunst- und 
historische Denkmale, Vizepräsident des Museums. 
„ Strachtcitx Zdenko Graf, k. u. k. Kämmerer, Rittmeister a. D., Gutsbesitzer 

in Mamling bei Braunau. 
„ *Strauß Franx, Dr., Professor der k. k. Staats-Oberrealschule. 
„ Strnadt Julius, k. k. Oberlandesgerichtsrat i. P. 
„ Strobl Johann, Konsistorialrat und Stadtpfarrer in Steyr. 
„ Suttner Ferd., niederösterr. Landesbeamter. 
„ Taxis Johann Graf, Gutsbesitzer in Graz. 
., Teutsehmann Karl, Dr., Advokat in Amstetten. 
„ Thalmayr Franx, Dr., Direktor des k. k. Staatsgymnasiums in Ried. 
„ Titxe Julius, Fabrikant. 
Frau Töpfer Johanna, Antiquitäten-Händlerin. 
Herr Trauner Jakob, Kaufmann. 
„ Tscherne Fritx, Kaufmann, k. u. k. Hoflieferant, kais. Rat. 
„ Tscherne Rudolf, Dr., Apotheker. 
TJrfahr Stadtgemeinde. 
Urfahr Sparkasse der Stadt. 
Herr Van-Zel v. Arlon Artur, k. u. k. Oberstleutnant im 78. Inft.-Rgmt. in Foßa, 

Bosnien. 
Vöckldbruck Bezirks-Lehrerbibliothek, 



XXXIX 

Vöeklabruck Stadtgemeinde. 

Herr Vomciller Heinrich, Gutsbesitzer auf Schloß Lichtenau bei Haslach. 
„ Wagner Karl, Med.-Dr., Hausarzt der oberösterr. Landes-Irrenanstalt in 

Niedernhart bei Linz. 
,, Wagner Karl, Maler in Wels, 
Waixenkirchen Marktkommune. 

Herr Waleher Alois, Direktor der k. k. Taubstummen-Lehranstalt, Ritter des 
Franz Josef-Ordens. 
Wasmer Johann v., k. u. k. Oberst d. R. 
., Wasserburger Franx., Dr., praktischer Arzt. 
„ Wastler Franz, k. k. Schulrat, Professor i. P. 
., Wegrosta Karl, Oberlehrer in Spital am Pyhrn. 

„ Weidenweber Theodor, Maschinenfabrikant, Installateur und Hausbesitzer. 
„ Weidinger Josef, Zahnarzt. 
„ Weikl Franx, Baumeister. 

„ Weingärtner Josef M., Brauereibesitzer in Hagen. 
,, Weingärtner Robert, Fabrikant. 

„ Weinmayr Franx, Ritter des Ordens der Eisernen Krone HI. KL, päpstlicher 
Hausprälat und päpstlicher geheimer Kämmerer, Ehrendomherr, 
Konsistorialrat, Dechant und Pfarrer in Ischl. 
„ Weiß Julius, Privat. 

„ Weiß Karl, Supplent am CoUegium Petrinum in Urfahr. 
„ Weiß Ludwig, Privat in Wien. 
„ Weiße Moritx, k. k. Bezirksrichter i. P. 

„ Weißenwolff Konrad Reichsgraf IJyigiiad v., k. u. k. Kämmerer, Oberst- 
Erbland-Hofmeister in Österreich ob der Enns, Mitglied des Herren- 
hauses des österreichischen Reichsrates, Landtags - Abgeordneter, 
Komtur des Franz Josef-Ordens m. d, St., Gutsbesitzer in Steyregg. 
Wels Stadtgemeinde. 
Wels Sparkasse der Stadt. 

Herr Wendling Ludwig, Gemeindearzt in Ach an der Salzach. 
Wenger Leopold, Dr., praktischer Arzt in Urfahr. 
„ Werkowitsch Konstantin, kaiserl. Rat, Sekretär des o.-ö. Landeskulturrates. 
„ Werthei7ner Julius, Gutsbesitzer in Ranshofen. 
., Wertheimer Philipp, Gutsbesitzer in Ranshofen. 
Weyer Sparkasse. 

Herr Wickenburg Max Oraf, Dr., k. k. Statthalterei -Vizepräsident. 
., Wieninger Qeorg, Realitätenbesitzer in Schärding, Ritter des Franz Josef- 
Ordens. 
„ Wilcxek Hans jun. Qraf, k. u. k. Kämmerer in Wien. 
Frau Wilcxek Elisabeth Gräfin, geb. Gräfin Kinsky, in Wien. 
Herr Wildauer Ernst Ritter v., Dr., Advokat in Perg. 
„ Wildmoser Richard, Kaufmann, Kassier des Museums, Besitzer des gold. 

Verdienstkreuzes m. d. Kr, 
,, Wimhölxel Arnold Kajetan, k. u. k. Leutnant d. R. 
„ Wimmer August, k. k. Finanz-Rechnungsoffizial. 

„ Wimmer Julius, Buchdruckerei-Besitzer, Präsident der Allgem, Sparkasse 
und Leihanstalt. 
Windischgarsten Sparkasse der Marktkommune. 



XL 

Herr Winkler Adolf, k. k. Postmeister. 

Winkler Friedrich, k. k. Finanz-Rechnungsrat. 
Frau Wit v. Döring Johanna, geb. Baronin Kotz. 
Herr Wittrich Karl, Kaufmann. 

., Wahrer Justinus, P., Dr., Bibliothekar des Stiftes Wilhering. 

„ Wolfinger Leopold, Hotelier. 

„ Wötxl Alois, Dr., k. u. k. Oberstabsarzt d. E., Ritter des Ordens der 
Eisernen Krone HI. Kl., Korrespondent der k. k. Zentralkommission 
für Kunst- und historische Denkmale. 

„ Wurm Hans, Hotelier. 

„ Wmehko Ernest, Pfarrer in Spital am Pyhrn. 

,. Würfl Christoph, k. k. Gymnasial-Direktor. 

„ Zeehenter Klemens, Dr., k. k. Sanitätsassistent. 

,, Zeisx Heinrich, Direktor der Linzer Aktienbrauerei. 

„ Zeitlingers Sohn Michael, Sensenfabrikant in Blumau bei Kirchdorf. 

„ Zeller Emil, Apotheker in Windischgarsten. 

„ Zellner Heinrich, königl. Rentamtmann in Freising, Bayern. 
Zentralverhand der Sensen-, Sichel- und Strohmesser-Gewerke in Oberösterreich. 
Herr Zibermayr Ignax, Dr., Landesarchivar. 

„ Zoechbauer Johann, Dr., Direktor am CoUegium Petrinum in Urfahr, 
Ritter des Franz Josef-Ordens. 

„ Zoepf Franx, k. k. Regierungsrat, Landes-Kulturinspektor. 

„ Zötl Anton, Dr., Konzeptsadjunkt. 



Stand der Mitglieder am 31. März 1905. 

Ordentliche Mitglieder 587 

Ehrenmitglieder 22 

Mandatare 29 

Korrespondierende Mitglieder 14 



i 



XLI 



Sterbefälle. 



Seine Exzellenz Äbetisperg und Traun Hugo Oraf, Ritter des gold. Vlieses, 
Mitglied des Österreichischen Herrenhauses, k. u. k. geh. Bat und 
Kämmerer, Oberstkämmerer, Herrschaftsbesitzer in Wien. 
Seine Gnaden Herr Aehleuthner Leonard, P., Abt des Stiftes Kremsmünster, 
Mitglied des österreichischen Herrenhauses etc. etc. (Ehrenmitglied.) 
Herr Brechler Albrecht Ritter v. Troscovic, k. u. k. Hauptmann i. P. 
„ Köhler August, emerit. Wund- und Geburtsarzt. 
„ Kottulinsky Adalbert Oraf, k. u. k. Kämmerer, Gutsbesitzer, Graz. 
., Lamberg Karl Oraf, Herrschaftsbesitzer, Wien. 
„ Mörl Max v., k. k. Notar in Mauthausen. 

Oxlberger Josef, k. k. Hofrat i. P. 
„ Planck Edler von Planckburg Hermann, Gutsbesitzer in Feyregg. 
„ Pröll Ferdinand, Dr., emerit. k. k. Notar, Salzburg. 
„ Eeitinger Matthias, Privat. 
Seine Exzellenz Revertera de Salandra Friedrich Oraf, k. u. k. geh. Rat und 

Kämmerer, Mitglied des Herrenhauses etc., Parsch bei Salzburg. 
Herr Rußegger Anton, Ritter des Franz Josef-Ordens, Bergwerksdirektor i. P. etc. 
(Mandatar.) 
„ Saxeneder Josef, geistl. Rat und Pfarrer in Neukirchen. (Mandatar.) 
„ Schachner Anton, k. k. Postmeister i. P. in Schwanenstadt. (Mandatar.) 
„ Steinbauer Matth., k. u. k. Major d. R. 
„ Thürheim Andreas Oraf, Oberst-Erbland-Falkenmeister, k. u. k. Kämmerer, 

Major a. D., Schloß Weinberg. 
„ JJitx Karl, Gutsbesitzer in Irnharting. 
Frau Wildmoser Karoline, Kaufmannswitwe. 



Verzeichnis 

der 

wissenschaftlichen Gesellschaften und Anstalten 

mit welchen Schriftenaustausch stattfindet. 



Aachen. Aachener Geschichtsverein. 

Agram. Gesellschaft für südslawische Geschichte und Altertumskunde. 

— Societas historica naturalis croatica. (Kroatischer naturwissenschaftlicher 

Verein.) 
Altenburg. Die Geschichts- und altertumaforschende Gesellschaft des 

Osterlandes. 
Augsburg. Naturwissenschaftlicher Verein für Schwaben und Neuburg. 

— Historischer Verein im Kegierungsbezirke Schwaben und Neuburg. 
Baden bei Wien. Gesellschaft zur Verbreitung wissenschaftlicher Kenntnisse. 
Bamberg. Historischer Verein für Oberfranken. 

— Naturforschende Gesellschaft. 

Basel. Historische und antiquarische Gesellschaft. 

Berlin. Königlich preußische Akademie der Wissenschaften. 

— Verein für Geschichte der Mark Brandenburg. 

— Gesellschaft naturforschender Freunde. 

— Botanischer Verein der Provinz Brandenburg. 

— Der deutsche Herold. 

Bern. Schweizerische naturforschende Gesellschaft. 

— Naturforschende Gesellschaft in Bern. 
Bistritz in Siebenbürgen. Gewerbeschule. 

Bonn. Naturhistorischer Verein der preußischen ßheinlande und Westfalen 
(vordem ., Niederrheinische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde"). 
Boston. Society of natural history. 

— American Academy of arts and sciences. 
Braunschweig. Verein iür Naturwissenschaften. 
Bregenz. Museumsverein für Vorarlberg. 
Bremen. Naturwissenschaftlicher Verein. 

Breslau. Verein für Geschichte und Altertum Schlesiens. 

— Schlesische Gesellschaft für vaterländische Kultur. 
Brooklyn. Museum of the Brooklyn Institute of arts and sciences. 



XLIII 

Brunn. Museumssektion der k. k. mährischen Gesellschaft zur Beförderung 
der Landwirtschaft, der Natur- und Landeskunde. 

— Museum Francisceum. 

— Mährischer Landesausschuß. 

— Der Verein für die Geschichte Mährens und Schlesiens. 

— Naturforschender Verein. 

— Mährisches Gewerbemuseum. 

Brüssel. Soci^t^ royale malacolique de Belgique. 

— Academie royale des sciences, des leltres et des beaux arts. 
Budapest. Ungarisches National-Museum. 

— Königlich ungarische Akademie der Wissenschaften. 

— Mathematische und naturwissenschaftliche Berichte aus Ungarn. 

— Königlich ungarische geologische Anstalt. 

— Szekesfövaros Tanäcsa. 
Budweis. Städtisches Museum. 

Buenos Aires. Bureau gön^ral de statistique de la province de Buenos 

Aires. 
Cambridge, Massachusetts. Museum of comparative zoology. 
Chemnitz. Naturwissenschaftliche Gesellschaft. 

— Verein für Chemnitzer Geschichte. 

Cherbourg. Soci^t^ nationale des sciences naturelles de Cherbourg. 

Chicago. Academy of sciences. 

Christiania. Königlich norwegische Universität. 

Chrudim. Kaiser Franz Josef-Gewerbemuseum für Ostböhmen. 

Chur. Historisch-antiquarische Gesellschaft von Graubünden. 

Cincinnati. Museum Association. 

— The lloyd museum and library, 
Czernowitz. K. k. Franz Josef-Universität. 
Dan zig. Naturforschende Gesellschaft. 

Darmstadt. Historischer Verein für das Großherzogtum Hessen. 
DavenportJova, U. S. A. Academy of natural sciences. 
Dillingen a. D. Historischer Verein für Dillingen und Umgebung. 
Donaueschingen. Verein für Geschichte und Naturgeschichte der Baar 

und der angrenzenden Landesteile. 
Dresden. Königliche Sammlungen für Kunst und Wissenschaft. 

— Königlich sächsischer Altertumsverein. 

— Naturwissenschaftliche Gesellschaft „Isis". 

Dürkheim. .,Polichia", naturwissenschaftlicher Verein der Eheinpfalz. 
Düsseldorf Naturwissenschaftlicher Verein. 

Eisleben. Verein für Geschichte und Altertümer der Grafschaft Mansfeld. 
Elberfeld. Naturwissenschaftlicher Verein. 

Emden. Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländische Altertümer 
Ostfrieslands. 

— Naturforschende Gesellschaft. 

E n n 8. Musealverein für Enns und Umgebung. 

Erfurt. Königliche Akademie gemeinnütziger Wissenschaften. 

Erlangen. Physikalisch-medizinische Sozietät. 

Florenz. Societä Entomologica Italiana. 

Frankfurt a. M. Verein für Geschichte und Altertumskunde. 



XLIV 

Frankfurt a. M. Senckenbergsche naturforschende Gesellschaft. 

Frauenfeld. Thurgausche naturforschende Gesellschaft. 

Freiburg im Breisgau. Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, 

Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den 

angrenzenden Landschaften. 

— Naturforschende Gesellschaft. 

Freistadt. Kaiser Franz Josef-Staatsgymnaaium. 

Friedrichshafen. Verein für Geschichte des Bodensees und seiner Um- 
gebung (Lindau). 
Gallen St. (Schweiz). Historischer Verein. 

— Naturwissenschaftliche Gesellschaft. 

Gießen. Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. 

— Oberhessischer Geschichtsverein. 

G munden. Forstverein für Österreich ob der Enns. 

— Kommunal-Gymnasium. 

Görlitz. Gesellschaft für Anthropologie und Urgeschichte der Oberlausitz. 

— Naturforschende Gesellschaft. 

Göttingen. Königl. Gesellschaft der Wissenschaften. 
Graz. Landesmuseum „Joanneum" für Steiermark. 

— Steiermärkisches kulturhistorisches und Kunstgewerbe - Museum im 

„Joanneum". 

— Historischer Verein für Steiermark. 

— Verein der Ärzte Steiermarks. 

— Naturwissenschaftlicher Verein für Steiermark. 
Greifawald. Rügisch-pommerscher Geschichts verein. 

— Geographische Gesellschaft. • 

— Naturwissenschaftlicher Verein für Neu-Vorpommern und Rügen. 
Güstrow (Mecklenburg-Schwerin). Verein der Freunde der Naturgeschichte. 
Halle a. d. S. Kaiserlich Leopoldinisch-Karolinische deutsche Akademie der 

Naturforscher. 

— Thüringisch-sächsischer Verein für Erforschung des vaterländischen Alter- 

tums und Erhaltung seiner Denkmale. 

— Verein für Erdkunde. 

Hamburg. Verein für hamburgische Geschichte. 

— Verein für naturwissenschaftliche Unterhaltung. 

Hanau. Wetterauer Gesellschaft für die gesamte Naturkunde. 
Hannover. Naturhistorische Gesellschaft. 
Heidelberg. Historisch-philosophischer Verein. 
Hermannstadt. Verein für siebenbürgische Landeskunde. 

— Verein für Naturwissenschaften. 
Innsbruck. Museum Ferdinandeum. 

— K. k. Statthaltereiarchiv. 

Jena. Verein für thüringische Geschichte und Altertumskunde. 

— Geographische Gesellschaft für Thüringen, 

Jurjeff (Dorpat, russ. Livland). Naturforscher-Gesellschaft. 
Kassel. Verein für Naturkunde. 

Kiel. Schleswig - Holstein - Lauenburgische Gesellschaft für vaterländische 
Geschichte. 

— Naturwissenschaftlicher Verein für Schleswig-Holstein. 



XLV 

Kiel. Schleswig-Holsteinisches Museum vaterländischer Altertümer. 

Kiew. Gesellschaft der Naturforscher. 

Klagen fürt. Naturhistorisches Landesmuseum von Kärnten. 

— Geschichtsverein für Kärnten. 

Klausenburg. Medizinisch-naturwissenschaftliche Sektion des siebenbürgi- 

schen Museumvereins. 
Knin (Dalmatien). .,Staro-Hrvatska Prosvjeta." 
Köln. Historischer Verein für den Niederrhein. 
Königsberg. Physikalisch-ökonomische Gesellschaft. 
Kopenhagen. Soci^t^ royale des antiquaires du nord. 
K r a k a u. Akademie der Wissenschaften. 
Kremsmünster. K. k. Obergymnasium der Benediktiner. 
Laib ach. Musealverein für Krain. 
Landshut. Historischer Verein von und für Niederbayern. 

— Botanischer Verein. 
Leipzig. Verein für Erdkunde. 

Leisnig (Sachsen). Geschichts- und Altertumsverein. 
Leyden. Maatschappij van Nederland'sche Letterkunde. 
Lindau, siehe Friedrichshafen. 
Linz. Landeskulturrat für Österreich ob der Enns. 

— K. k. oberösterreichische Landwirtschaftsgesellschaft. 

— Handels- und Gewerbekammer für Österreich ob der Enns. 

— Verein für Naturkunde. 

— K. k. Staatsgymnasium. 

— K. k. Staats-Oberrealschule. 

— K. k. Lehrer- und Lehrerinnen-Bildungsanstalt. 

— K. k. allgemeine Staatshandwerkerschule. 

— Öffentliche Handels-Akademie. 

— Bischöfliches Knabenseminar „CoUegium Petrinum". 

— Mädchen-Lyzeum. 

— Oberösterreichischer Gewerbeverein. 

— Oberösterreichisches Landesarchiv. 
London. British museum (natural history). 
St. Louis. Academy of science. 

— Botanical garden. 

Lübeck. Geographische Gesellschaft. 

Luxemburg. „Fauna", Verein Luxemburger Naturfreunde. 

— La soci^t^ G.-D. de Botanique du Grand-Duch^ de Luxembourg. 

L u z e r n. Historischer Verein der fünf Orte Uri, Schwyz, Unterwaiden, Luzern 

und Zug. 
Mainz. Verein zur Erforschung der rheinischen Geschichte und Altertümer. 
Marburg. Gesellschaft zur Beförderung der gesamten Naturwissenschaften. 
Meißen. Verein für Geschichte der Stadt Meißen. 
Metz. Verein für Erdkunde. 

— Gesellschaft für lothringische Geschichte und Altertumskunde. 
M i 1 w a u k e e. Public museum of the City of Milwaukee. 
Montevideo. Museo nacional. 

Montreal (Kanada). Soci4t4 de numismatique et d'arch^ologie. 
Moskau. Kaiserliche Gesellschaft der Naturforscher. 



XL VI 

München. Königlich bayerische Akademie der Wissenschaften. 

— Historischer Verein von und für Oberbayern. 

— Geographische Gesellschaft. 

— Ornithologische Gesellschaft in Bayern. 

— Bayerische botanische Gesellschaft zur Erforschung der heimischen Flora. 
Münster. Redaktion des „Literarischer Handweiser", zunächst für das 

katholische Deutschland. 
Neisse. Wissenschaftliche Gesellschaft „Philomathie". 
Neuburg a. D. Historischer Verein. 
Nürnberg. Germanisches Museum. 

— Naturhistorische Gesellschaft. 
Offenbach. Verein für Naturkunde. 
Osnabrück. Naturwissenschaftlicher Verein. 
Paris. Museum d'histoire naturelle. 
Passau. Naturhistorischer Verein. 
Petersburg. Comit^ g^ologique. 

Posen. Historische Gesellschaft für die Provinz Posen, 
Prag. Königlich böhmische Gesellschaft der Wissenschaften. 

— Verein für die Geschichte der Deutschen in Böhmen. 

— Naturwissenschaftlicher Verein „Lotos". 

— Direktion der k. k. Sternwarte. 

— Museum des Königreiches Böhmen. 

— Kunstgewerbliches Museum der Handels- und Gewerbekammer. 
Preßburg. Verein für Heil- und Naturkunde, 
ßegenaburg. Naturwissenschaftlicher Verein. 

— Königlich botanische Gesellschaft. 

— Historischer Verein von Oberpfalz und Regensburg. 
Reichenberg. Verein der Naturfreunde. 

— Nordböhmisches Gewerbemuseum. 
Ried. K. k. Staatsgymnasium. 
Rio de Janeiro. Museo nacional. 
Rom. Academia dei Lincei. 
Salzburg. Städtisches Museum Carolino Auguateum. 

— Gesellschaft für salzburgische Landeskunde. 
Salz wedel. Altmärkischer Verein für vaterländische Geschichte und Industrie 

(Abteilung für Geschichte). 
San Jos^ (Costa Rica, Zentralamerika,). Museo national. 
San Salvador. Imprenta national. 

Sarajevo. Direktion des bosnisch-herzegowinischen Landesmuseums. 
Schwäbisch-Hall. Historischer Verein für das württembergische Franken. 
Schwerin. Verein für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. 
Seitenstetten. K. k. Obergymnasium der Benediktiner. 
Spalato. Archäologisches Museum. 
Stavanger (Norwegen). Museum. 
Steyr. K. k. Staats-Oberrealschule. 
Stockholm. K. svenska vetenskaps academien. (Acad^mie royal su^doise 

des Sciences.) 

— K. vitterhets historie och antiquitets academien. 
Straßburg. Gesellschaft für Erhaltung der geschichtlichen Denkmale im Elsaß. 



xLvn 

Straßburg. Kaiserliche Universitäts- und Landesbibliothek. 
Stuttgart. Verein für vaterländische Naturkunde Württembergs. 

— Württembergische Vierteljahrshefte für Landesgeschichte. 

— Meteorologische Zentralanstalt. 

— Württembergischer Anthropologischer Verein. 
Te plitz. Museumgesellschaft. 

Troppau. Kaiser Franz Josef-Museum für Kunst und Gewerbe. 
Ulm. Verein für Kunst und Altertum in Ulm und Oberschwaben, 

— Verein für Mathematik und Naturwissenschaften. 
Upsala. Königliche Universität. 

Venedig. Del reale instituto veneto di scienze, lettere ed arti. 
Verona. Accademia d'agricultura, arti e commercio. 
Washington. U. S. National-Museum. 

— National academy of sciences. 

— U. S. Geological survey. 

— Bureau of ethnology. 

— U. S. Departement of agriculture. 

— Smithsonian Institution. 
Wels. Städtisches Gymnasium. 

Wien. Kaiserliche Akademie der Wissenschaften. 

— K. k. Hofbibliothek. 

— K. k. Familien-Fideikommiß-Bibliothek. 

— Bibliothek des k. k. Ministerrats-Präsidiums. 

— Bibliothek des k. k. Ministeriums des Innern. 

— Bibliothek des k. k. Ministeriums für Kultus und Unterricht. 

— K. k. Universitäts-Bibliothek. 

— K. k. geologische Reichsanstalt. 

— K. k. naturhistorisches Hofmuseum. 

— K. k. österreichisches Museum für Kunst und Industrie. 

— K. k. statistische Zentralkommission. 

— K. u. k. Heeresmuseum. 

— K. k. Zentralkommission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und 

historischen Denkmale. 

— K. k. geographische Gesellschaft. 

— K. k. zoologisch-botanische Gesellschaft. 

— K. k. heraldische Gesellschaft „Adler". 

— K. k. hydrographisches Zentralbureau. 

— Anthropologische Gesellschaft. 

— Altertumsverein. 

— Verein für Landeskunde in Niederösterreich. 

— Verein zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse. 

— Verein der Geographen an der k. k. Universität. 

— Wissenschaftlicher Klub. 

— Gesellschaft für die Geschichte des Protestantismus in Osterreich. 

— Akademischer Verein deutscher Historiker. 

— Numismatische Gesellschaft. 

— Österreichische Gesellschaft für Münz- und Medaillenkunde. 

— Wiener entomologischer Verein. 

— Verein für österreichische Volkskunde. 



XLVIII 

Wien. Österreichische Gesellschaft für Meteorologie. 

Wiesbaden. Verein für nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung. 

— Verein für Naturkunde im Herzogtume Nassau. 
Wisconsin. Naturhistorischer Verein. 

Würzburg. Historischer Verein für Unterfranken und Aschaffenburg. 

— Physikalisch-medizinische Gesellschaft. 

Zürich. Antiquarische Gesellschaft (Gesellschaft für vaterländische Alter- 
tümer). 

— Schweizerisches Landesmuseum. 

— Naturforschende Gesellschaft. 
Zwickau. Verein für Naturkunde. 

— Altertumsverein für Zwickau und Umgebung. 



Vermehrung der Sammlungen. 

(1. April 1904 bis Ende März 1905.) 



Archiv. 

A. Erwerbung aus dem Archiv im Schlosse Aurolzmünster mit Vorbehalt des 
Eigentums für diese Herrschaft. 

(Vergleiche Jahresberichte 1898 und 1900.) 

a) 16 Perg, u. Pap. Or. Urkunden des 15. — 17. Jahrh. (letzte Nachlese). 

b) Aktenmateriale für 14 Schuberbände vom Anfang des 16. Jahrh. her. 

Hervorzuheben: 

1. S. d. (um 1500) Anschlag über die Meß zu Offenperg im Schloß so Barbara 
Wittwe des Georg Satelpoger zu Offenberg geb. Freiberg gestiftet hatte. 

2. 1525. Orig. Urbar u. Stiftregister der Güter in Rieder u. Mauerkircher Gt. 
80 Amalia geb. v. Rottau Wittwe des Moriz v. Tannberg z. Aur. u. Wasen 
und ihre Tochter Eufrosina, beide Convent-Schwestern im Regelhause zu 
Landshut, dem Peter Baumgartner zum Fraunstein satzweise übergeben, mit 
Ablösungsrecht für Georg u. Burkhard Gebrüder von Tannberg. 

3. 1538 — 1541. Verhandlungen der Brüder Georg u. Burkhart von Tannberg 
gegen ihres Vatersbruders Wilhelms von T. vier Töchter, wegen Schloß, 
Markt u. Burgfried Aurolzmünster, nach dem erblosen Tode ihres Bruders 
Franz, mit vielen wichtigen Tannberg'schen Urkunden-Copien de 1486 — 1531. 

4. 1545 12/8. Urbar aller Güter von f Balthasar u. David v. Tannberg her- 
rühren, so Georg u. Burkhart v. T. unvertheilt genossen und letzterer dem 
Ersteren verkauft hatte. 

5. 1546. Urbar u. Stiftbuch Georgs von Tannberg zu Aur. u. Off". 

6. 1556 — 1563. Bestand des Mayerhofs zu Schwertperg, Stift und Dienst- 
register Wolfen von Tannberg daselbst. (3 Stück.) 

7. 1598. Unterthanen- Verhandlungs-Protokoll bei der Hofmark Sulzbach. 

8. 1604 — 1607. Drei Geld- und Getreiderechnungen von Aurolzmünster. (1607 
des untern Schlosses.) 

9. 1607—1618. Zechentbäuser-Verzeichniß, dann Stiftbüchel der zu und um 
Braunau gelegenen einschichtigen Güter (Julbacher Gericht). Hohenfeld — 
Tannberg. 

D 



10. 1613—1623. Schloß und Hofmark Wasen u. St. Peter betreffende Rech- 
nungen etc. 

11. 1638—1641, 1679—1682. Zwei Verhörs-Protokolle und Nottlbücher von 
Aurolzmünster. 

12. S. d. c. 1648. Salbuch beider Landgüter Aurolzmünster und Forchtenau. 

13. 1673. Anschlag über die Gräfl. Törring'sche Hofmark Unter-Eiczing. Gt. Ried. 

14. 1687 — 1722. Verhörsprotokoll des Freih. Schrenckh'schen Herrschafts- 
gerichts Vilsässing. 

15. 1690 circa. Stiftlibell und summarischer Anschlag des Grf. v. d. Wahl'schen 
Guts Forchtenau. 

16. 1737. Stift- und Urbarbuch der Grf. v. d. Wahl'schen Landgüter u. Hof- 
marken Laufenbach, Häutzing, Rainting, Rainbach und Neuhaus. 

17. Grf. V. d. Wahl'sche Akten: 1664 3/3. Theillibell, Hofmark Teinz, Senk- 
hofen etc. 

B. Geschenk des Herrn Johann Grillmayer, Fabrikbesitzer zu Schwanenstadt. 

1. (Fase, der Urk.) 1642. Linz 9/4. Verkaufsbrief des Hanns Christof Weiss 
zu Wiertting an Egid von Seeau über Ämter der Herrschaft Polheim in 
Wels. 1778 28/12. 1795 20; 5. Wiertting. Zwei Urkunden über die gräflich 
Seeau'sche Spitalsstiftung zu Offenhausen. 

2. (Top. stat. bist. Matrik.) Wiertting. 1628—1652. Kucheldienst-Robot- 
geld-Dienstregisters; Steuerregister über Amt Jebing, Urbarium über das 
Tempelamt, Copie der Gülteneinlage, nebst neueren Stücken des 19. Saec, 
darunter 1898 Assekuranzschätzung über Gebäude -Hochbauten etc. der 
Herrschaft Wiertting. 1666. Schreibkalender eines Hr. von Seeau mit 
Familien- und Wirtschaftsnotizen. 

3. (Farn. Select.) Seeau. Rittermäßige Adelsprobe des Seeau'schen Namens 
und Stammes (Gebr. Joh. Friedr. und Job. Ernd. Grafen von Seeau mit 
mehreren Kopien von Diplomen, Stiftungs-Urk., Grabstein -Inschriften. 
Or. Coli. 1700 24/7. 

4. (Manuskript.) Offenhausen. Pfarrliche Sterbe- und Tiau-Matrik. 
1715—1763. 

C. Geschenk des k. u. k. Oberst d. R. Viktor Baron Handel-Mazzetti. 
(Aufgestellt und registriert als „Archiv Hagenau-Hueb".) 

1. 492 Perg. und Pap. Or. Urk. 2 des 14., 62 des 15., 100 des 16., 267 
des 17. und 61 des 18. Jahrhunderts, nebst 134 losen Siegeln. 

2. Aktenmaterial e, beginnend von c. 157 für 17 Schuberbände. 

Die Urkunden und Akten betreffen hauptsächlich die ausgestorbenen 
Familien der Grafen von Altenfraenking und Freiherren von Ruesdorf, alle 
mit ihnen verwandten und angeheirateten Familien und deren Güter und 
Lehen, im ganzen Innkreis, dann des angrenzenden Ober- und Nieder- 
Bayerns und Salzburgs. 

3. Manuskripte. 

a) 1438. Stiftregister des Erasmus Ahaimer zu Wildenau im Gerichte 

Ried, schmalfol. perg. (fasc. der Urbare.) 
h) 16.-16. Saec. 4'* pap. Vier Lehenbücher Ahaim'scher Stammen- 

und Ritterlehen. (fasc. Lehenbücher.) 



LI 

c) 1610—1612. 4<'pap. Tagebuch des Wolf Wigoleus von Aham zu 
Wildenau und Neuhaus auf seiner Reise nach und in ItaKen. 
(fasc. Tagebuch.) 

d) 1568 — 1661. Verzeichnis der Landleute Niederösterreichs 
Ritterstands nebst Notizen über die Geschlechter. (Prot. Pap. fol.) 

e) 1627—1645. Kopialbuch über alle dem Graf Tserclas-Tilly und 
Deszendenz verliehenen Privilegien und Diplome. (Prot. Pap. fol.) 

f) 1626. Beschreibung des Forstgerichtes Burghausen. Im An- 
schlüsse daran Beschreibung der Pfleg- und Landgerichtsgrenzen, der 
Schlösser, Hof marken, Burgfriede etc. im Renntamte Burg- 
hausen. (Dickes Pap. Prot, fol.) 

g) 1557 — 1679. Bayerische Dekrete in Gejaidsachen. (Pap. Prot, fol.) 
h) 1512 — 1801. Kopialbuch von Urkunden für Naters in Tirol bei 

Innsbruck, behandelt auch das Gericht Sonnenberg. (Pap. Prot, fol.) 
4. (Adels- u. Fam.-Select.) 

a) Hochberg (vom 13. — 19. Jahrb.). Stammtafel dieser in einer Linie 
(Feldegg) auch in Oberösterreich begütert gewesenen Familie. 

b) Hannawer. 1545 12/6. Wappenbrief für Wolf Hannawer, ausgestellt 
vom Comes palatinus Appianus, dem berühmten bayerischen Topo- 
graphen. 

D. Kauf von der Firma Gilhofer und Ranschburg in Wien durch Unterstützung 
der k. k. Zentpalkommission. 

1. 1569—1745. Fünfzehn Stück Graf Khevenhillersche Familien- 
akten (Or. u. Cop.), so auch auf die Ob. Ost. Güter der Familie bezug 
haben. Hervorzuheben sind. 

a) 1569 31/12. Erbschaftstheilung der Brüder Hanns, Bartlme und Moriz 
Christof. Or. 

b) 1593 19/7. Prag. K. Rudolf erhebt Frankenburg mit Kogl und Kammer 
zur Grafschaft Frankeuburg und Hanns Khevenhiller zum Graf von 
Frankenburg. Or. Coli. 

cj 1729 Madrid 10(12. Don Bernardo de Linares berichtet an Exe. Graf 
Königsegg über die Auffindung des unversehrten Leichnams des vor 
123 J. 8 M. verstorbenen Kais. Orators Hanns Khevenhiller, im 
Kloster St. Gieronimo (spanisch). 

d) s. d. gleichzeitige Kopien (2) jenes Briefes der Kaiserin Maria 
Theresia, den der Großherzog von Toskana samt der Kaiserin und 
des jungen Erzherzogs Contrefait dem kommandierenden General 
Ludwig Andreas Graf Khevenhiller zu Linz überreicht hatte, nach 
der Affaire von Braunau und Deggendorf. 

2. 1580—1750. 115 Acten, speciell die Graf Khevenhiller'schen 
Güter Rannaridl, Kammer, Kogl und Frankenburg betreffend 

Hervorzuheben sind: 

a) 1580 — 1581. Kaiserl. Verkauf der Herrschaften Kammer, Kogl, 
Frankenburg und Rannaridl an Hanns Hr. von Khevenhiller Freiherrn 
zu Aichlberg (36 Stücke). 

b) 1654. Confraternitätsbrief des P. Minoritenprovintial für Anna PoUixena 
Gräfin v. Krosigk, geb. Gräfin Scherflfenberg. 

D* 



LII 

c) ein französischer Brief 5/9 (1742—43?) pres de Straubing über Kriegs- 
Ereignisse (Br. Trenck). 

d) 1784 — 87. Grf. Khevenhiller'sche Correspondenz wegen Posseßuahme 
des Fideicommiß. 

e) s, d. ein Stück betreffend die N. Ö. Herrschaft Neudorf, (Khiellmann 
von Khielmannsegg.) 

3. 1492 30/1. Erbrechtsverkaufbrief des Kolman List, Priester der Grüentaler 
Kapelle zu Steyr auf einen Hof zu Oberau, gen. „zum Puchmayr". 
(fasc. d. Urk.) 

4. 1584 20/6. Aus Melchior Röschen, gew. Pflegers von Eferding Rechnung, 
Extrakt über dessen Ausgaben in Malefiz- und Landgerichtssachen [eine 
Kindesmörderin betreffend]. (Archiv Schaunberg-Eferding.) 

5. 1600 Linz 3/2. 5/2. Zwei Zuschriften des Ob. Ost. Landeshauptmanns 
Löbl. Frh. v. Greinburg an die Verordneten der 2 oberen politischen 
Stände in Religionsangelegenheiten. Or. (fasc. Stände u. Landschaft.) 

6. 1686. Verhörsprotokoll des kurfürstl. Bayer. Forstgerichtes Burghausen, 
betrifft Forstämter in Weilhart. [fol. pap. Prot.] (bist. top. stat. Matrik.) 

7. 1713 u. fortgesetzt Nachrichten von der kais. Hofkapelle in Hallstadt, 
durch M. St. Cappus, enthält 3 Ablaßcopien 14 — 15 Saec, zahlreiche Nach- 
richten über Berg- u. Salzwesen (Nomenclaturen), die dortigen Beamten etc. 
vom 15. Jahrb. herwärts u. Erdbebennotizen, (bist. top. stat. Matrik.) 

E. Sonstige Erwerbungen. 

1. Urkunden u. Urk.-Copien. 

a) 1269 6/9. 1281 Linz 1/6. 1373 Kremsmünster 6/2. (Verbrüderung 
zwischen Kremsmünster und Seckau.) 1381 30/4. 1383 14/8. 1385 12/8. 
24/4. und 1429 17/10. (Heirathsbrief des Georg von Starhemberg mit 
Catharina von Stubenberg.) Sämtliche Abschriften besorgt nach 
Or. im Landesarchiv zu Graz, Stiftsarchiv Admont und Archiv des 
k. k. Ministeriums des Innern und geschenkt von Dr. Max Doblinger 
in Graz. 

b) 1461 26/1. Verkaufsbrief des Thoman Pirchinger von Siegharting 
gesessen zu Zierberg über ein Gut i. d. Pf Andorf, Herrschaft 
Schaerding. Org. Perg. (Geschenk des Herrn Dr. Albert Figdor in 
Wien.) 

c) 1574 24/3. Wien. K. Max II vererbrechtet die landesfürstliche Tafern 
zu Obern wang sammt Zugehör dem Stefan Khirchpüchler, wogegen 
dieser dem Kloster „Mansee" (Mondsee) jährlich 3 Dukaten und den 
Opferwein zum Altar in jede Kirche sowie gegen Entgelt alle Fische 
aus den zur Tafern gebrauchten u. gefischten Bächen, bes. die 
„Verchen" zu liefern hat. Or. Perg. ohne S. (Kauf von L. Kende in 
Wien. 

d) 1648 Linz 5/11. Gerhabschaftsraitungsquittung der Landschaft ob 
d. Enns an die Gerhaben der Kinder des Landschaftsballmeisters 
Franz Jorel. Or. Perg. (Geschenk des Hrn. Franz Schmidbauer, 
Direktors der Kaiser Franz Josef-Bürgerschule, Linz.) 

2. Fasc. Stände und Landschaft. 

a) 1572 Schloß Preßburg 27/9. Ausführlicher Befehl K. Max II an alle 
Amtleute, insbes. an die Flecken Lauffen, Haalstat, Yschl und 



:i 



LIII 

Gmunden, wegen des „Haalstetter" und neuangehenden Yschler'schen 
Salzlindens und des Salzhandels u. der Salzverfrachtungsstraßen 
halber. Or. Pap. 

b) 1610 Mauthausen im Quartier 13/9. Schreiben des s. g. Hager an 
die Stände wegen schlechter Besoldung und Verpflegung seiner 
Soldaten; stellt die angeschuldigten Ausschreitungen derselben als 
unwahr hin. Or. Pap. 

c) 1634 Wien 16/3. Franz Christoph Graf Khevenhiller an die Stände 
wegen Soldatenquartiere auf seinen Ob. Ost. Herrschaften. Tavigni'sche 
Raiter u. 2 Suisische Fuß-Compagnien. Or. Pap. (Kauf v. L. Kende 
in Wien.) 

3. Familien-Select. 3 Stücke Personal-Documente der Familie Spendou 1834 
bis 1853. Joseph. N. O. Reg. R., Dompr. u. Dechant von Kirnberg, Jacob, 
k. k. Bezirksrichter. (Geschenk des Hrn. Sanitätsrates Dr. Reiß in Linz.) 

4. Neuere Manuskripte. 

a) „Die Sammelbände aus der Reformationszeit im Landesarchiv in 
Linz." Siehe Jahresbericht 1904. (Geschenk des Verfassers Herrn 
kais. Rat Dr. Ferdinand Krackowizer in Linz.) 

b) „Es ist gelungen." Posse in 1 Akt nach einer Novelle von Friedrich 
R. V. Dornfeld. (Von demselben.) 

c) Mehrere Gedichte und poetische Erzeugnisse von Ignaz Redtenpacher, 
1848 — 1879. (Geschenk des Hrn. Josef Redtenbacher, k. k, Gymnasial- 
professor in Wien.) 

5. Miszellaneen. 

a) 1816 Ried 9/5. Unkostenberechnung für die Feierlichkeiten der Markt- 
gemeinde Ried bei Publicierung des Allerh. Patents über die Besitz- 
ergreifung des Innkreises. [bist. top. stat. Matrik.] (Geschenk des 
Herrn Dr. Kränzl.) 

b) Grabsteinphotographien und Zeichnungen. 

Aus Coli. Stiftskirche Mattsee: zwei, samt Grundiißzeichnung der 
dortigen Kirche. 14. Hanns Paukaritz (Richter in Weilhart). 1565 13/2. 
Pfarrer Georg Grärockh. (Geschenk des hochw. Hrn. Karl Holly, 
Pfarrer in Pfaffing-Vöcklamarkt.) Aus der Pfarrkirche Altenfelden: 

1355 Gedräut die der Stainbeck. Aus der Pfarrkirche 

St. Anna am Steinbruch: Starhemberg'sche Gruftplatte. 1522 Regens- 
burg t Gregor von Starhemberg, 1644 4/3. f Niclas Peckh. (Geschenk 
des hochw. Hrn. Dechant Franz Berger in Altenfelden.) 
e) „Feuersegen. '• Moderne Abschrift eines solchen ex 1696. (Kauf.) 

Münzen und Medaillen. 

(Geschenke.) 

L. 2 Pfennnig-Stück, Königreich Bayern, Maximilian IL, Jahr 1860. 
1 „ „ n .1 H y, 1862. 

1 „ „ „ „ Ludwig n., „ 1868. 

Eine Erinnerungs-Medaille (Aluminium) zur 50. Jahresfeier des German. 

National-Museums in Nürnberg, Jahr 1902. 
1 Festabzeichen hiezu. (Herr Vizepräsident Straberger in Linz.) 



LIV 

2. 1 Silber-Denar von K. Domitian, Imp. XIIII, Cos. XIV., Nr. 1002. 

1 „ n ,5 Trajan, Cos. VI., Nr. 1001. (2 römisclie Fundmünzen 

von Spital a. P., 1904.) (Herr Karl Wegrosta, Oberlehrer in Spital a. P.) 

3. Eine Bronze-Medaille, Erinnerung an die Stadterhebungsfeier von Amstetten, 

Jahr 1898. (Herr Oberrevident Rüti in Linz.) 

4. Messing-Medaille zum 32. oberösterr. Landesfeuerwehrtag in Enns, Jahr 1901, 

K. 945. (Frau Johanna Töpfer in Linz.) 

5. Silber-Medaille zum 25jähr. Jubiläum der Kleinkinder-Bewahranstalt in 

Kleinmünchen, Jahr 1904. K. 946. 

(Frau Marie Löwenfeld, Private in München.) 

6. Römer, Constans IL Virtus exercitus, Petitbronze, Nr. 1003, Fundmünze von 

Lorch, Jahr 1904. (Herr Realschul-Direktor H. Commenda in Linz.) 

7. Bronze-Medaille, Vermählung Maximilians I. mit Maria von Burgund o. J. 

Jahr 1477. 
Silber-Medaille, Alexander Joan I., Prinz von Rumänien, Jahr 1865, Regional- 

Ausstellung in Jassy. Von Pittner. 
Silber - Medaille , IV. österreichisches Bundesschießen in Brunn, Jahr 1892, 

Von Neudeck, 
Bronze-Medaille, österr. Nordpol-Expedition unter Weiprecht und Payer, 

Jahr 1874. 
Bronze-Medaille, Graf Ferdinand CoUoredo-Mannsfeld, Oberkurator der Spar- 
kasse, zum 70. Geburtstag, Jahr 1847. Von Böhm. 
Bronze -Medaille, Wiener Wäschermädchen, von A. Scharff, 126 mm, 

Jahr 1878. 
Bronze-Medaille, Haitzinger Amalie, Hofburgschauspielerin, von A. Scharff, 

120 mtn, Jahr 1883. 
Bronze -Medaille, Laroche Karl, Hofburgschauspieler, von A. Scharff", 

120 mm, Jahr 1885. 
Bronze-Medaille, Ballerine, von A. Scharff', 126 mm, Jahr 1887. 

(Herr Hofrat Prof. Dr. Josef Weinlechner in Wien,) 

8. Blei-Medaille, Lambach, Renovation der Stiftskirche, Jahr 1656. K. 947. 

(Herr Anton Pachinger, Linz.) 



Prähistorisches. 

(Geschenke.) 

1. Eiserne Schwertklinge, bei Aufdeckung von Hügelgräbern der Hallstätter- 

Periode im Roiderholze bei Ranshofen gefunden, 90 cm lang, ein- 
schließlich der 8 cm langen Griffangel, an welcher noch 2 kleine Bronze- 
nägel erhalten sind. (Herr Ph. Wertheimer, Ranshofen, durch Ver- 
mittlung des Herrn H. v. Preen, Osternberg.) 

2. Steinhammer, gefunden im Donauschotter des Linzer Winterhafens. 

(Herr K. M. Georg Ziebland, Kapitän, Linz.) 

(Ankauf.) 
1. Bronze-Palstab, gefunden bei den Donauregulierungsarbeiten bei Niederranna. 



LV 
Römisches. 

(Geschenke.) 

1. Große, flache Schüssel aus terra sigillata mit gewelltem Rand. 
Hochwandige Schüssel aus terra sigillata mit eingepreßten figuralen Orna- 
menten. 

Flaches Näpfchen mit Fuß, schwarz gefirnißt, aus Ton, Am oberen Eande 

langstielige Blätter eingepreßt. 
Kleine eiserne Wurfspeerspitze, 47 em lang. 

Fundort: Wels. (Frau Agathe Hofmann • Schwabenau, Linz.) 

2. Henkelkrug und Deckel. Fundort: Wels. (Herr Pichert, Linz.) 

(Ankauf.) 
1. Bronzefigur, den siegreichen Herakles darstellend. Fundort: Höftbergerleithe 
bei Watzing, Gemeinde Gaspoltshofen, Ober Österreich. 

Keramik. 

(Geschenke.) 

1. Weihbrunnkessel, blau und braun bemalt, mit Eeliefdar Stellung des Kruzi- 

fixus, Oberösterreich. (Herr kaiserl. Rat Dr. F. Krackowizer, Linz.) 

2. Ofenkacheln, sieben verschiedene, mit volkstümlich stilisierten Blumen- 

Ornamenten auf weißem Grund, der auf den rötlichen Scherben auf- 
patroniert ist, das Ganze dann grün glasiert. Aus dem Großherzog- 
tum Baden, 18. Jahrh. (?) (Herr Hugo v. Preen, Osternberg.) 

3. Räuchergefäß, Fayence mit Lüster-Glasur, arabischer Inschrift, Deckel durch- 

brochen. (Herr Prof. Emil Moser, Graz.) 

4. Räucherflasche, aus leichter roter Siegelerde, mit ausgestochenem Ornament- 

Band, Deckel durchbrochen, palmettenartig auslaufend, arabisch. 

(Herr Prof. Emil Moser, Graz.) 

5. Kaffee-Obertasse, Porzellan, königsblauer Fond, Rand mit Goldornamenten 

auf weiß, in der Mitte ein Kleeblatt mit Symbolen von Glaube, Liebe 
und Hoflfnung aufgemalt. Wien, eingepreßter Bindenschild, 1829. 

(Frau Joh. Töpfer, Linz.) 

6. Tee -Ober- und Untertasse, japanisch, Eierschalen - Porzellan, bunt bemalt, 

mit Vergoldung (Mann und Frau sitzend, dazwischen Blumen); auf 
der Untertasse japanische Krieger. (Herr Prof. Emil Moser, Graz.) 

7. Kaffeekanne, Steingut, mit grünem Aufdruck (Dorfansicht und Gebirgsland- 

schaft), Mitte des 19. Jahrh. (Herr Ant. Pellizotti, Linz.) 

(Ankäufe.) 

1. Ofenkachel, grün glasiert, mit der Relief-Figur des hl. Florian in einer von 

Ranken gebildeten herzförmigen Umrahmung, vermuthch österreichisch, 
Anfang des 18. Jahrh. 

2. Teller, Fayence, mit gebuckeltem Rand, darauf derb gemalte Blumen in 

blau, im Spiegel das bayerische Wappen mit dem Vlies, Marke F 
in blau. 

3. Aufsatz, Fayence, mit Fruchtbordüre und Streublümchen in Blau-Malerei, 

bayerisch, 18. Jahrh. 



LVI 

4. Krug, Fayence, blaßgrüo glasiert, mit schweren reliefierten Barock-Ornamenten 

und Masken (nach dem Muster eines Silbergefäßes) und einem in eine 
Halbfigur auslaufenden Henkel. 

5. Tonfigur, Salz- und Pfefferweiberl, bunt bemalt und glasiert, Gmunden. 

6. Tongefäß, durchbrochen, in Form eines Körbchens, grüngefleckte Glasur, 

2 Henkel, oberösterreichisch. 

7. Zuckerdose, grün glasiert, mit Kugelfüßen, Henkeln und plastisch verziertem 

Deckel. 

8. Krug, bauchig, mit der Darstellung Johannes des Täufers, inmitten von 

2 Prediger -Mönchen, Zinndeckel datiert mit 1771, oberösterreichisch, 
Bauern-Majolika. 

9. Krug, birnförmig, mit der Darstellung des Gekreuzigten, ringsherum Blumen- 

ranken (Farben: blau, gelb, grün und mangan-violett), Zinndeckel, 
Bauern-Majolika, oberösterreichisch. 

10. Deckelschale, mit Blumensträußen bemalt, Marke H in blau (Holics). 

11. Deckelschale, mit grell gemalten Blumen, der Deckelknauf plastisch, 

mährisch? 

12. Schüsselchen, mit der Madonna und dem Jesuskind als Beschützerin einer 

Kirche, mit Inschrift, Majolika, friaulisch? 

13. Ober- und Untertasse, weiß glasiert, bunt bemalt (Rosen), Wischau. 

14. Bauernteller, bunt bemalt (Mann zwischen Blumen), auf dem erhöhten 

Rande Festous, mährisch. 

15. Bauernkrug, bunt bemalt (über der Glasur), mit Muttergottes zwischen 

bäuerlich stilisierten Blumen (starkes Rot, grün, gelb), mit gelb-blauem 
Rande, mährisch, Wischau. 

16. Bauernkrug, schlank, mit stark eingezogenem Hals, hellgelb glasiert, mit 

weißer, grüner und schwarzblauer Bemalung (Pflanzen-Motive), mährisch, 
Trinitz. 

17. Kanne, weiß glasiert, mit bunter Blumenmalerei über der Glasur, be- 

zeichnet P., mährisch. 

18. Porzellan -Untertasse, mit japanisierender Blaumalerei (seltenes Muster), 

Blaumarke, Wien um 1750. 

19. Porzellan -Teekanne, gerippt, mit geflochtenem Henkel und plastischer 

Blume als Deckelknauf, Golddekor und bunten Streublumen, Blau- 
marke, eingepreßt O, Wien um 1755. 

20. Zwei Porzellan -Rocaille -Väschen, mit Streublümchen, Gold- und Purpur- 

Rocaillen (Teil eines Tafel-Aufsatzes), Wien um 1760. 

21. Porzellan-Teller mit blauer Unterglasurmalerei (frühes Muster), Blaumarke, 

Wien um 1760. 

22. Porzellan-Teller, sogenannter „Neubrandenstein", mit bunten Streublumen, 

Rand in Flechtmusterung, Blaumarke, Wien um 1760. 

23. Porzellan -Schokolade -Einsatz -Tasse, mit Gold- und Purpurdekor, Streu- 

blumen und Rokoko - Figuren in Landschaft, Blaumarke, Wien 
um 1760. 

24. Große Porzellan -Platte mit japanisierender Blaumalerei unter der Glasur, 

Blaumarke, Wien. 

25. Porzellan-Figur, „Winter", unbemalt, Blaumarke, Wien um 1760. 

26. Porzellan- Schäl chen, sogen, Türkenköpfchen mit buntem japanisierenden 

Blumendekor, Blaumarke, Wien um 1770. 



LVII 

27. Porzellan-Kanne, mit bunten Blumenbuketts und Streublümchen, Ausguß in 

Eocaillen-Form, goldgehöht, der Deckel mit plastischer Blume (be- 
schädigt), Blaumarke, Wien um 1770. 

28. Porzellan-Untertasse, Dekor in japanisierender Art in Unterglasurblau, Rot 

und Gold, Blaumarke, Wien um 1780. 

29. Porzellan-Kaffee-Ober- und Untertasse, auf den Rändern Banddekor (weiß, 

rot), im Fond goldene Sternchen, Blaumarke, Wien um 1792. 

30. Porzellan-Oberskännchen, geriefelt, mit Streublümchen und plastischer Blume 

als Deckelknauf, ßlaumarke, Wien, 18. Jabrh., letztes Drittel. 

31. Suppen -Terrine, Porzellan, etwas gerippt, bemalt mit Blumenbuketts, an 

den Rändern flechtwerkartige Bordüren, der Deckelknopf als plastische 
rote Rose, die Henkel nach abwärts gebogen, Blaumarke, Wien, 
Ende des 18. Jahrb. 

32. Große ovale Schüssel, mit bunten Blumensträußen bemalt und flechtwerk- 

artigem Rand, blauer Bindenschild unter der Glasur. 

33. Porzellan-Oberskanne, in bauchiger Form, dekoriert mit bunten Streublumen 

und einer bandartigen Umschnürung mit Schleifen, Deckel mit 
plastischer Birne als Knauf, Blau marke, Wien. 

34. Porzellan-Kaffee-Obertasse, mit Ansicht des Stephans-Domes (von der Chor- 

seite), weißem, golddekoriertem Rand und königsblauem Grund und 
französischer Inschrift, Blaumarke, Wien um 1800. 

35. Porzellan-Oberskanne, mit eckigem Henkel, um den Rand ein Blumenkranz 

von großen bunten Blumen und Goldverzierung, Blaumarke, Wien 
um 1810. 

36. Mokkaschälchen mit Untertasse, Porzellan, mit buntem Blumendekor, Blau- 

marke, Wien. 

37. Hand der berühmten Tänzerin Fanny Elßler (weiß mit schwacher Fleischtönung 

und aufgemaltem Brasselett), Porzellan, eingepreßte Marke, Wien 1816. 

38. Porzellan -Suppen -Terrine, mit blau-rot-grünen Streublümchen und ein- 

gepreßter Bindenschildmarke, Wien, Empire (beschädigt). 

39. Kaffee-Obertasse, Porzellan, zylindrisch, in der Mitte ein mit Girlanden 

von Vergißmeinnicht und Weinlaub bemalter Streifen, Fond hellgrün, 
Wien 1818. 

40. Porzellan -Oberskanne, Empire, mit mattgrünem Grund und weißer, gold- 

verzierter Bordüre und weißer Girlande, Wien 1819. 

41. Porzellanschale mit Untertasse, mit bestellter Widmung, vergoldeten Rändern 

und plastisch verziertem, überhöhtem, vergoldetem Henkel (Löwen- 
maske, Palmette und Traube), Blaumarke, Wien 1820. 

42. Kaffeeschale mit Untertasse, mit Streublümchen, blauer Bindenschildmarke 

und „P 36" auf der Glasur. 

43. Porzellan -Vase, unten zylindrisch, oben weit ausladend, auf viereckiger 

Bodenplatte, Ränder und Platte vergoldet, auf der Mantelfläche bunt- 
farbige Blumen in sehr sorgfältiger Ausführung auf matt-goldenem 
Grunde, Blaumarke, Wien 1826. 

44. Kaffee-Ober- und Untertasse, becherförmig, mit überhöhtem runden Henkel, 

ganz vergoldet, oben mit Mattgolddekor (Lorbeerzweige), vorn in 
Farben Bildnis des Kaisers Franz, Wien, Blaumarke, dat. 1827 (weitere 
Ziffern 12 und 209); Untertasse ebenfalls mit Mattgolddekor (in der 
Mitte ein bekränztes Liktoren-Bündel), eingedrückte Marke, dat. 829. 



LVIII 

45. Porzellan - Schäl chen , achteckig, mit Blaumalerei unter der Glasur in 

japanisierender Art, eingedrückte Marke, Wien 1859? 

46. Porzellan-Ober- und Untertasse, mit buntem Blumendekor und eingepreßtem 

ßautenschild, Nymphenburg. 

47. Porzellan-Ober- und Untertasse, mit bunten Blumen bemalt, Nymphenburg. 

48. Porzellan-Ober- und Untertasse, mit chinesischen Blumen, blaue Schwerter- 

marke mit Stern. 

49. Porzellan -Teekanne, mit unterglasurblauer Malerei, japanisierendes zartes 

Eankenwerk, Marke Rudolstadt unter der Glasur. 

50. Porzellan -Oberskanne, gerippt, mit rotem Blumendekor in japanisierender 

Manier, Marke E über der Glasur in Rot, Rudolstadt um die Mitte 
des 18. Jahrh. 

51. Kaffee-Ober- und Untertasse, Obertasse mit weit ausladendem Rand und 

hoch emporgehobenem, in der Mitte mit einem Stern versehenem 
Henkel, auf der Mantelfläche mit großen bunten Blumensträußen be- 
malt, Ränder stark vergoldet, eingestochene Marke S (Schlackenwald). 

52. Porzellan -Glockenzug -Griff", in einer durchbrochenen, aus roten, blauen 

und weißen Akanthus-Blättern gebildeten Nische die Figur einer 
Schäferin, Rokoko. 

53. Porzellan -Schale, zylindrische Form, mit eckigem Henkel und Ansicht der 

Kapuzinerkirche in Linz, mit Widmung, 1851. 

54. Steingut -Ober- und Untertasse, mit eingepreßter Ankermarke Davenport, 

Fond schwarz gestreift und Felder mit Blumen in japanischer Manier, 
Aufdruck in Schwarz. 

55. Steinzeug -Vase, oben ausgebaucht, mit grüner gesprenkelter und brauner 

geflossener Glasur und einem relieüerten Beeren -Muster, modern, 
k. k. Fachschule Teplitz-Schönau. 

56. Steinzeug -Vase, oben sich verjüngend, mit brauner und blau gesprenkelter 

Glasur, die Handhaben in Form von kantigen Rippen, modern, 
k. k. Fachschule Teplitz-Schönau. 

Griäser. 

(Geschenke.) 

1. Henkelbecher mit Untertasse aus blauem Glas, mit aufgemalten goldenen 

Rokoko-Ornamenten. 
Dickwandiges Glas mit konkav geschliffenen Facetten, mit Ausnahme des 

Fußes blaßrot geätzt, böhmisch, Biedermeierzeit, 
Weinservice, bestehend aus Flasche, 12 Gläsern und Untertasse, Rubinglas, 

geschliffen, mit Goldrändern, böhmisch, Biedermeierzeit. 
Stengelglas, grün, mit geschliffenem viereckigen Fuß, 

(Herr Dr. M. Keppelmayr, Linz.) 

2. Bierglas mit volkstümlicher Emailmalerei (zwei Herzen mit Palmenzweig). 

und Aufschrift: „nichts schöners zwischen zwey florirt, als wo die 3 
gehalten wird". (Herr Ant, Pellizotti, Linz,) 

(Ankäufe.) 
1. Spiegel in geschweiftem (ehemals silberbelegtem) Birnholz-Rahmen, der Rand 
des Spiegels durchwegs in Laub und Bändel werk - Motiven graviert, 
1. Hälfte des 18. Jahrhunderts. 



LIX 

2. Stengelglas mit ovalem Grundriß, facettiert, mit Goldrand und abgewaschener 

Vergoldung mit Sternen und Blumen, rote und goldene Fäden im 
facettierten Stengel, böhmisch, 18. Jahrhundert. 

3. Deckelpokal auf hohem, facettierten Ständer, mit ovalem Schliff dekoriert. 

4. Stengelglas mit rotem Faden im Nodus, mit geschnittener Darstellung einer 

Taube mit Ölzweig zwischen Blumen und der Inschrift: „Ich bringe 
den Frieden-, böhmisch. 

5. Kelchglas mit flachem Boden und weit ausladendem Kelch, böhmisch. 

6. Glasflasche mit Henkel, zellenartig gemustert, mit mehrfach eingeschnittenem 

Bauch, der lange Hals mit Schlifi"-Imitation, mit nicht dazugehörigem 
Zinndeckel, böhmisch, Biedermeierzeit. 

7. 2 Weinflaschen, klein, ballonförmig, mit eingeschliffenen und vergoldeten 

Festons, Biedermeierzeit. 

8. Vase von grünem Glas mit stilisierten Kleeblättern und Vergißmeinnicht in 

Tiefschnitt. K. k. Fachschule Steinschönau. 



Metallarbeiten. 

(Geschenke.) 

1. Kleine Teekanne, japanisch, mit buntem Zellenemail in Silber (Schmetterling 

auf blauem und Blumen auf grünem Grund\ unten geschuppt.) 

(Herr Prof. Em. Moser, Graz.) 

2. Niello-Zierscheiben, Silber, mit den Brustbildern eines jugendlichen Liebes- 

paares. (Das Mädchen mit Haarnetz und Mantel, der Jüngling mit 
Barett und Schaube.) Italienisch. 15. Jahrhundert. Später als 
Anhänger gefaßt. (Archit. Bruno Schmitz, Berlin.) 

3. Pokal, Silber, teilweise vergoldet, als Deckelknauf eine Wappentafel, beider- 

seits mit den Wappen von Linz und Oberösterreich, in gotisierenden 
Formen, die Felder teilweise guillochiert und graviert, vorn von 
einem plastischen Kranz umgeben die Inschrift: „Herrn Eduard Thum 
zur Erinnerung an den 1. November 1875 von den Gemeinderäten 
und Armeninspektoren der Landeshauptstadt Linz", mit Untersatz. 
(Geschenk der Herren Otto u. Eduard Thum, Linz, 
aus dem Nachlasse des Stadtrates Thum.) 

4. Pokal aus Silber, vom 5. deutschen Bundesschießen in Stuttgart 1875; der 

Kelch innen vergoldet. 

(Aus dem Nachlasse des f Herrn Aug. Köhler, Arzt in Steyregg.) 

(Ankäufe.) 

1. Dose, Kupfer, getrieben, länglich, mit Bandelwerk und Chinesenköpfen 

dekoriert, angeblich Linzer Arbeit, Mitte des 18. Jahrhunderts. 

2. Weihwasserkessel aus Zinn, mit reliefierter frühbarocker Ornamentik, 1680. 

3. Weihwasserkessel aus Bronze, versilbert, barock. 

4. Messingleuchter mit rosetten-, stern- und blattartiger Musterung auf dem 

Schaft, um 1825. 

5. Messingleuchter mit verschiedenartiger, band- und flechtwerkartiger Musterung, 

Empire. 

6. Messingleuchter, graviert, Mitte des 18. Jahrhunderts. 



LX 

7. Messingleuchter mit dreiseitigem, muschelartig dekoriertem Schaft, Ende 

des 18. Jahrhunderts. 

8. 7 Messingleuchter von verschiedenen Formen, Empire und Biedermeierzeit. 

9. 17 Leuchter aus Zinn in Rokoko- und Empire-Formen. 

10. 2 hohe Messingleuchter mit breiter flacher Basis. 

11. 2 Glocken-Leuchter, Messing. 

12. Schnellwage aus Bronze. 

13. Kirchenampel, Silber, getrieben, mit durchbrochenem Rankenwerk und drei 

Schildern mit den Leidenswerkzeugen in Relief, die Henkel mit 
Engelsköpfchen, Barockzeit, Augsburger Arbeit. 

14. Kirchenampel von besonderer Größe, Messing und versilbert, mit reichem, 

durchbrochenem Laubwerk und blanken Messingscheiben, die Henkel 
mit Engelsköpfchen, Barockzeit. 

15. Kirchenampel, Bronze, versilbert, mit Gitterwerk und Rocaillen durchbrochen 

gearbeitet und mit blanken Messingschildern, die Henkel mit 
zackigen Blättern belegt, Rokoko. 

16. Kirchenampel, dreiseitig, versilbert, in der Mitte der konkaven Felder je 

ein Herzschild in Rocaille-Rahmen, 18. Jahrhundert. 

17. Kirchenampel, Zinn, mit Engelsköpfen, Mitte des 18. Jahrhunderts. 

18. Kirchenampel, Zinn, mit Festons dekoriert, Empire. 

19. 5 Metallrahmen für Miniaturen, darunter 2 vergoldet. 



Holzarbeiten. 

(Geschenke.) 

1. Tischchen, braun gebeizt, Zarge und Fuß geschnitzt. 

2. Kassette, reich geschnitzt (Arbeiten des Bildhauers Keplinger in Ottensheim). 

(Aus dem Nachlasse des Herrn Aug. Köhler, Arzt in Steyregg.) 

(Ankäufe.) 

1. Kästchen mit Wismut-Malerei (bunte, volkstümliche Blumenmalerei). 17. Jahrh. 

2. Prozessionsstange, mit glattem Schaft und Akanthus-Kapitäl. 

3. Zwei Prozessionsstangen aus bemaltem Holz, mit geschupptem Schaft und 

Akanthus-Kapitäl, oben holzgeschnitzte, bemalte Engelfiguren, Ende 
des 16. Jahrh. 

4. Fünf alte Sessel mit Lederpolsterung und Kerbholzschnitzerei. 

5. Standuhr von Matth. Müllner, Wien, Gehäuse zylindrisch, Ständer mit vier 

ornamental behandelten Pfeilern, mit Alabaster-Einlagen und Bronze- 
beschlägen, Empire. 

6. Holzlöifel mit Silberstiel, 17. Jahrh. 

Musikinstrumente. 

(Ankäufe.) 

1. Clavichord, auf den Tisch zu legen, mit Messingstiften, vier Oktaven ; die 

zwei untersten schwarzen Tasten geteilt für je zwei Saiten, 17. Jahrh. 

2. Alte Zither, in Dreiecksform, mit schmalem Griffbrett. 



LXI 

Bucheinbände. 

(Geschenk.) 

Zwei persische Lackdeckel mit figuralen Darstellungen. 

(Herr Vizepräsident Jo3. Straberger.) 

(Ankauf.) 

Gebetbuch, schwarzer Ledereinband mit Goldpressung und Silberbeschlägen 
und Schließe. Inhalt : P. Liborii Siniscalchi Bett- und Leßbuch. 3. Aufl. 
Augsburg 1762. 

Kupfer- und Stahlstiche, Holzschnitte, Lithographien. 

(Geschenke.) 

1. Lithographie, Das Treffen bei Ebelsberg 1809, von J. L. Rugendas in Leipzig. 
Holzschnitt, Gedenk blatt zur Befreiung Wiens von der Türkennot im 

Jahre 1683. 
Stahlstich, Schlacht auf dem Lechfelde, nach Jul. Frank. 

(Aus dem Nachlasse des Herrn Aug. Köhler, Arzt in Steyregg.) 

2. Kupferstich mit der Darstellung Kaiser Franz L auf dem Totenbette (mit 

Unterschrift). (Frl. Emma Reichenbach, Enns.) 

(Ankauf.) 

Stahlstich, darstellend das Donaupanorama von Ulm bis Wien. Gez. von 
B. Grueber, k. k. Professor in Prag. In Stahl gest. von H. Winkles. 
Kartoniert, ohne Jahreszahl. (Aus den Dreißiger-Jahren des 19. Jahrh.) 

Malerei. 

(Geschenke.) 

1. Fünf Gouachemalereien auf Pergament, darstellend die „Fünf Sinne"; 

vermutlich vom Linzer Maler Wolfgang Josef Kadorizi, 18. Jahrh. 

(Herr Dr. Karl R. v. Görner in Linz.) 

2. Aquarell, Gedenkblatt: Vorstellung des Bürgerkorps in Steyregg am 

15. Mai 1802. Gemalt von Em. Müllner, 1889. 

(Aus dem Nachlasse des -f Herrn Aug. Köhler, Arzt in Steyregg.) 

(Ankäufe.) 

1. Miniatur-Porträt, Christoph Harrandt von Poltschütz, 1631 (auf Holz), be- 

zeichnet: „Anno 1597 Aetatis suae 34". 

2. Miniaturbild (auf Papier), Porträt einer jungen Dame, Ende 18. Jahrh. 

3. Miniaturbild (auf Elfenbein), Porträt einer sitzenden Dame, Empire. 

4. Miniatur (auf Papier), Venus mit Schleier und Gürtel, in der erhobenen 

Linken den Apfel haltend, Empire. 

5. Ölgemälde, Porträt des Vaters des weil. Bürgermeisters Dr. Wiser. 



LXII 

Plastik. 

(Geschenke.) 

1. Beinschnitzerei, Christi Geburt, mitteldeutsche Arbeit, 18. Jahrh. (Die Figuren 

aus flachen Blättchen geschnitten.) (Herr Dr. M. Keppelmayr, Linz.) 

2. Elfenbein-Miniaturschnitzerei, Christus am Kreuz, darunter Maria, Eokoko. 

(Herr Dr. M. Keppelmayr, Linz.) 

3. Kruzifix, holzgeschnitzt und bemalt (oben Gott Vater und hl. Geist, unten 

hl. Maria), ländliche Arbeit, Ende des 18. Jahrh. 

(Herr Anton Pellizotti, Linz.) 

4. Bronze-Statuette, Erzherzog Karl zu Pferde, Entwurf für das am Bnrgplatze 

zu Wien aufgestellte Denkmal des Erzherzogs Karl, vom Bildhauer 
Fernkorn 1847 ; in Bronze ausgeführt von Hollenbach. 

(Herr Hugo Steinmaßler Eitter von Steinwall, 
k. k. Bezirkshauptmann, Linz.) 

5. Statuette (Gips), Adalbert Stifter, Konkurrenz-Entwurf des Stifter-Denk- 

males in Linz (mit dem I. Preis gekrönt) von Otmar Schimkowitz, Wien. 
(Präsidium der AUgem. Sparkasse und Leihanstalt Linz, angekauft 
aus der Ausstellung der Wiener Sezession im Linzer Kunstverein.) 

(Ankäufe.) 

1. Madonnen-Statue, aus Holz geschnitzt, 88 cm hoch, die Gestalt in lebhaft 

bewegter Haltung, die Hand auf die Brust legend (offenbar von 
einer Kreuzigungsgruppe). Nur mehr Reste der Bemalung erhalten. 
Oberdeutsch, Anfang des 16, Jahrh. 

2. Gruppe: Joachim und Anna, Holzschnitzerei, 17. Jahrh. 

3. 2 holzgeschnitzte Engel von einem Barockaltar, mit Resten von Bemalung. 

4. Rehef, aus Speckstein geschnitten, Adam und Eva unter dem Baum der 

Erkenntnis, süddeutsch, 16. Jahrh. 

5. Relief büste einer Frau, Holzschnitzerei, Empire. 

6. Perlmutterrelief, oval, mit der Darstellung des Besuches der Venus in der 

Schmiede des Vulkan, Anfang des 19. Jahrh. 



Textiles. 

(Geschenke.) 

Eine Anzahl Stick- und Strickmuster, sowie Muster von genetzten, genähten 
und geklöppelten Spitzen, sämtlich aus dem Ende des 18. Jahrh. 

(Frl. Emma Reichenbach, Enns.) 

(Ankäufe.) 

1. Patene aus rotem Samt, mit Goldborten und barocker Silberstickerei. 

2. Mehrere Kasein, Kelchtücher und Stolen, Barock und Rokoko. 



LXIII 

Trachtenstücke. 

(Geschenke.) 

1. Frauenspenser aus rotbrauner Seide, Frauenrock aus weißer Seide mit bunter 

Seidenstickerei (angeblich von der Großmutter des verstorbenen Obersten 
ßancalari im Jahre 1790 als Hochzeitskleid getragen). 

(Familie Bancalari.) 

2. Drei große Steckkämme aus Holz, schwarz lackiert, 

(Franz Woerndle, Obernberg.) 

(Ankäufe.) 

1. Weste aus rotem Damast mit Goldborten und mit Goldflinserln besetzten 

Knöpfen. (Für Leibgardisten oder Läufer), Rokoko. 

2. Außenmieder samt Brustlatz aus reichem Goldbrokat mit Goldborte. 

3. Weste aus grünem, gemusterten TafFet mit echten Goldborten, Anfang des 

19. Jahrh. 

4. Brusttuch aus schwarzer Seide mit Bordüre in Goldstickerei mit Goldflinserln 

und Steinen besetzt, oberösterreichisch, Anfang des 19. Jahrh. 

5. Frauenhut aus weißem Filz, zylinderförmig, mit breiter, schwach nach abwärts 

gebogener Krampe, welche innen mit gefaltetem Seidenstoff gefüttert 
ist; oberösterreichisch, erste Hälfte des 19. Jahrh. 

6. Spitzenhaube, der Boden mit Chenilleblumen unter schwarzen Spitzen, am 

Rande eine Goldborte mit eingewebten Blumen, Anfang des 19. Jahrh. 

7. Ledergürtel, in grüner Seidenstickerei die Jahreszahl 1807, 2 Sensen und die 

Buchstaben K. Z., umgeben von reicher, den ganzen Gürtel bedeckender 
Stickerei mit 2 Schließen aus getriebenem Silber; 12 cm breit. 

Volkskunde. 

(Geschenke.) 

1. Nähkissen zum Anschrauben, volkstümliche Drechslerarbeit. 

(Frau Johanna Töpfer, Linz.) 

2. Drei oberösterreichische Hochzeitsbuschen. 

(Frl. Fanni Hackl, Lehrerin, Brück b/P.) 

(Ankauf.) 
Pferdekamm aus Messing, figural verziert. 

Verschiedenes. 

(Geschenke.) 

1. Hornlöffel (Doppellöffel) zusammenlegbar, auf dem großen Löffel eingeschnitten 

eine Kruzifixdarstellung, auf dem kleineren die Marterwerkzeuge Christi. 
18. Jahrh. (Frau Johanna Töpfer, Linz.) 

2. Quodlibet-Ofenschirm aus der späteren Biedermeierzeit, reich beklebt mit 

Kupferstichen, Stahlstichen und Lithographien, darunter ein kolorierter 
Punktierstich und eine lithographische Darstellung der Tänzerin Fanni 
Elßler. (Herr Ludw. Benesch, Privat, Linz.) 



LXIV 



(Ankauf.) 



Siegeltypar mit dem in Silber gravierten k. k. Adler und der Umachrift: 
k. k. Kreisamt d. Hausruk Virtel in Os. ob d. Enns. 



Entomologie. 

(Geschenke.) 

1. Ein Stück Daphnis nerii L, gezogen aus in Mondsee gefundener Raupe. 

(Frl. Dora Hofbauer, Linz). 

2. Eine Kollektion einheimischer Groß- und Kleinschmetterlinge. 

(Herr Hauder, Linz.) 

3. Eine Kollektion meist einheimischer Lepidopteren, darunter Belegstücke von 

Cerura bicuspis Bkh., Exaereta ulmi Schiff., Hadena geminea Tr,, 
Larentia firmata Hb. u. a., deren Vorkommen in Oberösterreich in 
jüngster Zeit konstatiert wurde. (Herr H. Kautz, Ingenieur, Linz.) 

4. Eine Kollektion einheimischer Schmetterlinge, darunter die seltene Colias 

myrmidone ab. alba Stgr. (Herr Ferd. Himsl, Linz.) 

5. 47 Arten exotischer Lepidopteren in 89 Exemplaren. 

(Herr H. Fruhstorfer, Berlin.) 

Botanik. 

(Ankauf.) 
Vier Zenturien (der Jahre 1901 bis 1904) des Herbarium normale. 

Mineralogie, Geologie. 

(Geschenke.) 

1. Bol, gefunden bei Hagenberg. 
Feldspat-Zwillinge, gefunden bei Hagenberg. 

(Eeferent Direktor Commenda, Linz.) 

2. Ostrea crassissima und Haifischzähne, Mettmach. 

(Oberst Freih. von Handel-Mazzetti, Linz.) 

3. Fucoiden im Mergelkalk des Flysch bei Kirchdorf. 

(Herr Lehrer Franz Hauder, Linz.) 

4. Kriechspuren im Sande, Riesenedergut in Urfahr, 

Haifischzähne, Rieseoedergiit in Urfahr. (Herr Franz Rieseneder, stud. ing.) 

5. Alabaster vom Bosrucktunnel. (Herr Ing. von Brunswyk, Linz.) 
€. Verwitterungsstück im Kalk, Kleinreifling. 

Suite von 56 Stück Kordieritgesteinen der Gegend von Linz mit Sillimanit, 

Graphit etc. 
Suite von 4 Sp. Dil. Schnecken aus Ungarn. 

(Herr P. R. Handmann S. I.) 
7. Suite von 55 Gesteinen des steiermärkischen Teiles des Bosrucktunnels. 

(Herr Oberlehrer K. Wegrosta, Spital a. P.) 



LXV 

8. Suite von 32 Exemplaren Bernsteinsorten des Samlandes und Einschlüsse 

desselben. (Herr Professor Dr. E. Schellwien, Königsberg i. Pr.) 

9. Suite von 100 Stück Gesteinen aus Tirol. ^ 

(Herr Professor Th, Gissinger, Linz.) 

(Ankäufe.) 

1. Fergusonitstufe, ßaade in Norwegen. 

2. Columbit, kristallisiert, Raade in Norwegen. 

3. Bröggerit, lose kristallisiert, Eaade in Norwegen. 

4. Silber, gediegen, Kongsberg in Norwegen. 

5. Granat, mOm, Nordland, Norwegen. 

6. Astrophyllit, Langesundfjord, Norwegen. 



Bücherei. 

Folgende Herren haben dem Museum von ihnen verfaßte Werke gespendet: 
Bahr Hermann („Unter sich", Ein Arme Leut-Stück) ; Berger Franx, Theol.-Dr. 
(Der oberösterreichische Topograph Joh. E. Lamprecht, Der Krieg Maximilians I. 
mit Venedig 1510); Handel -Maxxetti Viktor Freih. v. (Ein vergessener Linzer); 
Hauder Franx (H. Beitrag zur Macrolepidopteren-Fauna von Österreich o. d.E.); 
Höfken Ritter von (Archiv für Bracteatenkunde, Wesen und Entwicklung der 
Bracteaten, Passauer Pfennige u. a.) ; Kinnast Flor, G. P. (Dr. Jakob Wichner, 
Senior etc. der Abtei Admont); Koch Oust. Ad., Dr. (Zur Eröffnung der Erz- 
herzogin Marie Valerie-Quelle in Bad Hall) ; Markt Andreas (Weder Mediolanum 
noch Ticinum, sondern Tarraco); Mayrhofer B., Dr. (Diverse Broschüren); 
Oberchristi Flor. (Der gotische Flügelaltar und die Kirche in Kefermarkt) ; 
Fächer Paul (Der klägliche Versuch, Eugen Dühring totzuschweigen); Pachitiger 
Anton (Wallfahrts- und Weihemünzen des Erzherzogtumes Osterreich o. d. E., 
Medaillen von Peter und Paul Seel, Unedierte Medaillen auf bayerische Wallfahrts- 
orte) ; Prechtl Hertnatin (Ins Stubai, Am Brenner) ; Paxaurek Gust., Dr. (Alte 
und neue Beleuchtungskörper); Schiffmann Konr., Dr. (Zum Meier Helmbrecht); 
Wilcxek Hans Graf (Erinnerungen eines Waffensammlers) ; Ziötl H., Dr. (Die 
Waisenfürsorge für den Gerichtsbezirk Eferding). 

Weiter bedachten die Bücherei mit Spenden an Büchern, Broschüren, 
Landkarten, Bildern u. dgl. : Herr Beckers E. Graf, Linz ; Herr Blittersdorff 
Phil. Freiherr v., Linz; Böhmerwaldbutid, Deutscher, Budweis; Herr Commenda 
Hans, Direktor, Linz ; Herr Danner Kajetan, Linz ; Fink Vinxenx, k. k. Hof- 
buchhandlung, Linz ; Herr Görner Karl R. v., Dr., Linz ; Herr Heberle 
J. M., Köln; Herr Kinoshita St., Dr., Kyoto; Herr Klopf Johann, Linz; Herr 
Krackowixer Ferd., Dr., Linz; Herr Kränxl Emil, Dr., Linz; Herr hychdoi-ff 
Vinxenx V., Urfahr; 'S.qxx Liebenwein Max, Burghauaen; Preßverein, Katholischer, 
Linz ; Herr Stockhammer Gustav, Floridsdorf ; St. Florian, Chorherrenstift ; Herr 
Straberger Josef, Linz ; Herr Tscherne Friedrich, Linz ; Herr Weiß August, Wien ; 
Wien, Kaiserl. AJcademie der Wissenschaften; Wien, K. k. österr. Museum für 
Kunst und Industrie. 

Folgende Behörden, Körperschaften u. dgl. spendeten ihre Veröffent- 
lichungen : Bürgerkorps, K. k. priv., Steyr ; Dombauverein, Linz ; Gesellsefiaft xur 
Eörderung deutscher Wissenschaft, Kunst und Ldteratur in Böhmen, Prag; 



LXVI 

Landesaussehuß vcni Oberösterreich, Liaz; Landes -Bi'ctndschaden- Versicherungs- 
anstalt, Linz; Landes - Tierschutxverein, Linz; Oixlinariat, Bischöfliches, Linz; 
Reichsrat, Wien ; Sparkasse, Allgemeine, Linz ; Sparkasse, Städtische, Linz ; Spar- 
kasse Urfahr; Sparkasse Kirchdorf; Sparkasse Leonfelden; Stadtgemeinde- 
Vorstehung Linz; Turngaurat von Oberösterreich und Salxburg, Linz; Turnverein 
Linz; Tramway- und Elektrixitäts- Gesellschaft, Linz; Verein der Techniker, Linz. 

An Tages- und Wochenblättern wurden der Musealbibliothek seitens des 
betreffenden Zeitungsverlages unentgeltlich zugewendet: „Ave Maria", „Bauern- 
führer", „Deutscher Michel", „Linzer Volksblatt", „Linzer Zeitung", „Mühlviertler 
Nachrichten", „Neue Warte aminn", „Tages-Post", „Linzer Tierfreund", „Volks- 
bote", „Wahrheit", „Welser Zeitung" und zu ermäßigtem Preise „Alpenbote". 

Der Ankauf von Büchern beschränkte sich fast nur auf solche Werke, 
welche sich für die Arbeiten in den einzelnen Fachabteilungen als notwendig 
erwiesen. 




Drama und Theater in 
Österreich ob der Enns 

bis zum ]ahre 1803. 



Von oooooooooo 

Dr. Konrad Schiffmann. 



Vorwort. 

Indem ich hier dem gebildeten Publikum meiner Heimat die 
Ergebnisse mehrjähriger Nachforschungen und Studien vorzulegen 
mir erlaube, erfülle ich eine selbstverständliche Pflicht, wenn ich 
dabei aller derjenigen dankbar gedenke, die mich in meiner Arbeit 
gefordert und ihre Drucklegung in dieser Form ermöglicht haben. Es 
sind dies: Die Bibliotheks -Verwaltungen der Stifte Kremsmünster, 
Lambach und St. Florian, die Direktion der Wiener Hof bibliothek, 
die Chordirektoren P. G. Huemer in Kremsmünster und P. B. Grüner 
in Lambach, Herr Buchdruckerei - Besitzer J. Wimmer und Herr 
Lehrer Fürböck in Linz, Herr Viktor Melzer in Wien, meine 
Kollegen Prof. Dr. A. HöUrigl und Dr. J. Ilg und nicht zuletzt 
der Verwaltungsrat des Museums Francisco-Carolinum in Linz, der 
die Drucklegung und illustrative Ausstattung der Arbeit in so ent- 
gegenkommender Weise beschlossen hat. 

ürfahr, 31. Juli 1904. 

Der Verfasser. 



1* 



Einleitung. 



Es ist meine Absicht, eine Geschichte der deutschen Dichtung 
im Lande ob der Enns zu schreiben. 

Wenn ich nun dieses Versprechen zunächst mit der histo- 
rischen Darstelhing der Dramatik einlöse, so geschieht es nicht 
etwa in der Überzeugung, daß die Dramatik als eine von der Poesie 
verschiedene, selbständige Kunst zu betrachten sei, als deren wesent- 
lich voneinander nicht zu scheidende Bestandteile sich die Kunst 
der dramatischen Komposition und die Schauspielkunst darstellten. 

Wenn ich gleichwohl auch dem Mimen Kränze flechte, tue 
ich es, weil ich mit Kichard Wagner glaube, daß ein Kunstwerk 
nur dadurch existiere, daß es zur Erscheinung kommt, und dieses 
Moment für das Drama die Aufführung auf der Bühne sei. 

Ich habe also Drama und Theater im Auge, verweile lieber 
bei „brettergerechten" Stücken, wie Goethe und Schack sich aus- 
drückten, und übergehe bloß von Oberösterreichern herrührende, hier 
aber nicht nachweislich aufgeführte Stücke, wie die Dramen von 
M. Denis, oder Literaturdramen, wie die comoediae elegiacae des 
Mittelalters, die zwar bei uns gelesen worden sind, aber nicht für 
Aufführungen bestimmt waren. 

In dem ,, Vorspiel" zu „Faust" läßt Goethe die „lustige 
Person" dem um ein geeignetes Thema verlegenen „Theaterdichter" 
den bündigen Rat geben: 

Greift nur hinein ins volle Menschenleben! 
Ein jeder lebt's, nicht vielen ist's bekannt, 
Und wo ihr's packt, da ist's interessant. 

Zwei Punkte sind in diesen Worten angedeutet: der Zweck 
des dramatischen Kunstwerkes und sein Stoff oder Inhalt. Es soll 
„interessant" sein, d. h. es soll den Zuschauern ästhetischen Genuß 



6 

gewähren. Was aber seinen Stoff angeht, so ist dieser dem mensch- 
lichen Leben zu entnehmen: Tatsachen, Begebenheiten, Ereignisse 
aus dem Leben der Menschen bilden den Gegenstand, welchen 
uns die dramatische Kunst vorzuführen hat. 

„Die Tragödie", heißt es bei Aristoteles, ,,ist eine Darstellung, 
welche uns nicht Menschen vorführen will, sondern Handlungen 
und das Leben mit seinem Glück und Unglück".^) 

Dasselbe spricht auch Schiller aus, wenn er in der „Huldigung 
der Künste" die „Schauspielkunst mit der Doppelmaske" sagen läßt : 

Ein Janusbild laß ich vor dir erscheinen: 

Die Freude zeigt es hier und hier den Schmerz; 

Die Menschheit wechselt zwischen Lust und Weinen 

Und mit dem Ernste gattet sich der Scherz. 

Mit allen seinen Tiefen, seinen Höhen, 

Roll' ich das Leben ab vor deinem Blick: 

Hast du das Spiel der großen Welt gesehen, 

So kehrst du reicher in dich selbst zurück; 

Denn wer den Sinn aufs Ganze hält gerichtet, 

Dem ist der Streit in seiner Brust geschlichtet. 

Und in der Tat, wir vermögen uns nicht zu der Lehre zu 
bekennen, daß der einzige Zweck der Kunst sie selbst oder, wie 
Goethe einmal im Vorübergehen gemeint hat, höhere Sinnlichkeit 
sei, sondern sind geneigt, die Schaubühne mit Schiller als moralische 
Anstalt zu betrachten. 

Daß in Hellas, wo das Drama unter der Obhut des Staates 
stand, die Tragödie von jeher im Dienste der Religion und des 
ethischen Lebens arbeitete, leuchtet sogar aus der Definition, die 
der Stagirite von ihr gibt. Es ist aber auch an einen beachtens- 
werten Gedanken zu erinnern, den wir im siebenten der Dialoge 
Piatos finden. 

Was jene angeht, sagt dort zu seinen zwei Freunden der 
Athener, welche ernste Begebenheiten darstellen, die Tragiker, 
wie man sie nennt, wenn solche sich an uns wenden und uns 
fragen: »Freunde, ist uns in eure Stadt und euer Land der Zutritt 
gestattet oder nicht? Dürfen wir unsere Theaterstücke mitbringen 
und sie bei euch aufführen? oder wie haltet ihr es in dieser Be- 
ziehung?« — was wird für diese guten Leute die rechte Antwort 
sein? Ich denke, wir müssen so sagen: »Liebste Freunde, wir be- 



*) Arist. de arte poet. ed. Buhle cap. 7. vulg. 6. n. 11. 



fassen uns selber mit der Aufführung einer Tragödie, und zwar 
einer überaus schönen und vorzüglichen. Unser ganzes Gemeinwesen 
nämlich ist eine Darstellung der besten und edelsten Weise zu leben; 
das ist aber in der Tat im vollsten Sinne des Wortes und ganz 
eigentlich eine Tragödie. Ihr seid Tragiker und wir sind es gleich- 
falls; unsere Aufgabe ist dieselbe wie die eure und wir ringen mit 
euch um den Preis des vollendetsten Dramas. Ein solches kann^ 
das ist unsere Überzeugung, nur da zustande kommen, wo die 
wahren und richtigen Grundsätze befolgt werden. Darum denket 
nicht, daß wir euch ohne weiteres erlauben werden, in unserer 
Stadt auf öffentlichem Platze eure Bühne aufzuschlagen und dann 
eure Schauspieler auftreten zu lassen, damit sie mit ihrer klang- 
vollen Stimme die unsrige übertönen und vor unseren 
Kindern und unseren Frauen und der gesamten Volks- 
menge sich über die nämlich en Fragen ergehen wie wir, 
aber nicht in dem selben Sinne, sehr häufig vielmehr in 
ganz entgegengesetztem. Denn wir müßten ja wahn- 
sinnig sein und mit uns die ganze Stadt, wenn ihr frei 
auftreten dürftet, ohne daß vorher der Magistrat in eure Stücke 
Einsicht genommen hätte, um sich ein Urteil bilden zu können, ob 
das, was ihr öffentlich vorzubringen beabsichtigt, verständig und 
passend ist oder nicht. Darum, ihr Kinder der zarten Musen, 
wollen wir jetzt eure Schöpfungen zunächst unserem Magistrate 
vorlegen und sie dort mit den unsrigen vergleichen; ergibt sich dann, 
daß sie ebenso gut sind wie diese oder auch besser, so möget ihr 
auftreten; andernfalls aber, gute Freunde, könnte davon in keiner 
Weise die Rede sein.« Das wären die Grundsätze, schließt der 
verständige Mann, welche in unserer Gesetzgebung bezüglich des 
Theaterwesens zum Ausdruck zu kommen hätten; seid ihr ein- 
verstanden? 

Man wird diesen Gedanken sokratischer Weisheit, in dessen 
Betonung so erlauchte und maßgebende Geister wie Plato und Schiller 
zusammentreffen, nicht antiquiert finden dürfen und auch ein Wort 
des Tadels hinnehmen müssen, wenn uns auf der Bühne Dinge 
begegnen, die der obersten Aufgabe aller Kunst, die Menschen zu 
veredeln, nicht entsprechen. 

Wir werden uns freilich hüten, immer und alles mit absoluten 
Maßstäben zu beurteilen, und uns bemühen, unverschuldet in den 
Ideen ihrer Zeit befangene Leute als solche zu fassen, sofern nur 
erkennbar ist, daß sie trotz aller Befangenheit den rein menschlichen 
Gedanken in ihren Werken herauszuarbeiten wußten. 



So hoflPe ich, mit dieser historischen Arbeit einen brauchbaren 
Baustein zu einer künftigen Kulturgeschichte unseres Landes herbei- 
geschafft zu haben. 

Daß ich die Darstellung gerade bis zum Jahre 1803 geführt 
habe, hängt mit dem ursprünglichen Plane zusammen, zum Jubiläum 
unseres Landestheaters mit einer Gabe mich einzustellen. 



Dr. Schiffmann. 



4 






I. Das Drama im Mittelalter und seine 
Ausläufer. 

Hat die Kunst überhaupt ihre reichste Befruchtung durch die 
Religion erfahren, so auch die dramatische. Das war schon bei den 
alten Völkern der Fall und die christliche Kunstgeschichte sagt uns 
dasselbe. Und so sind — so paradox es klingen mag — tatsächlich 
die Tempel und Kirchen die ältesten Schauspielhäuser. 

Die liebreizenden Szenen mit den schlichten, demütigen Hirten 
auf dem Feld in der hochheiligen Weihnacht und mit den frommen 
Frauen am Auferstehungsmorgen wollte man frühe schon dem Volke 
anschaulich machen und tief ins Herz prägen. Sie waren schon im 
evangelischen Bericht dialogisch und es bedurfte sonach nur eines 
kleinen Schrittes zu dramatischer Auffassung. Vermutlich in der 
Abtei St. Gallen wurde er getan. Dort ersann um das Jahr 900 
ein Mönch den Tropus und bald erklangen im Chore die schönen 
Antiphonen der Weihnachts- und Osterzeit in hehrem Wechselgesange 
mit den neuen figuralen Einschüben vor dem Bilde des Christ- 
kindes, zu Ostern angesichts des heiligen Grabes: Das Weihnacht- 
und Osterspiel war geboren, i) 

Die sinnige Art, den Festesglanz zu erhöhen und das Volk 
zu erbauen, fand Beifall und weite Verbreitung in deutschen Gauen. 
Der erfinderische Geist der Mönche wußte bald auch die heiligen 
drei Könige zu rufen und ließ sie aufs neue dem Christkind ihre 
Gaben opfern,'^) 

*) Diesem Ergebnisse der gründlichen Untersuchungen inL, Gautters H.iBtoire 
de la poesie liturgique au moyen äge, I les Tropes (1886) stimmen W. Oreixenaeh, 
Geschichte des neueren Dramas, I. Halle 1893, p. 47, und W. Meyer, Fragmenta 
burana, Berlin 1901, bei: Das geistliche Schauspiel ist eine Erweiterung des 
gesungenen Tropus: wie dieser, so wird auch das lateinische Schauspiel stets 
gesungen (p. 37). 

^) Im ßenediktinerstifte Lambach (Oberösterreich) wird eine Dreikönigfeier 
aus dem 11, Jahrhunderte mit Neumen aufbewahrt, die ich in der Zeitschrift 



10 

Das Volk wollte aber verstehen, was die Hirten und die Könige 
und die heiligen Frauen am Grabe sangen. Schüchtern wagt sich 
nun bald der eine und andere deutsche Vers in den ludus und mit 
der Zeit siegt die Muttersprache ganz. Der rituale Charakter wird 
in derlei Spielen allgemach durch den theatralischen Typus verdrängt. 

Die fahrenden Sänger bemächtigen sich des geistlichen Spiels 
und machen der Schaulust der Menge weitgehende Zugeständnisse. 

In den Antichristspielen werden gräßliche Teufelslarven und 
groteske Totenerweckungen die Hauptsache, in den Weihnachtspielen 
lacht alles übei das schreiende Christkind und will man die Mutter- 
gottes als Kindbetterin sehen, in den Drei königspielen wird der 
Kindermord möglichst anschaulich gemacht und die Buben ergötzen 
sich, wie der Herodes auf der Bühne greulich wütet. 

Das gesunde religiöse Gefühl mußte sich sträuben, solche Dinge 
in der Kirche zu sehen. In den Klöstern wanderte man damit in 
die Refektorien, und wo Laien mittaten, ging das Spiel auf dem 
Friedhof oder auf dem Platze vor sich. 

Das Volk fand nichts Ungehöriges darin, aber der Klerus 
rügte doch ernstlich diese immer mehr um sich greifende possenhafte 
Verzerrung geistlicher Stoffe imd verbot sie oder verbannte sie 
wenigstens aus den Kirchen. 

Es ist interessant, daß der bekannte Oerhoh, der einst als 
Rektor der Augsburger Domschule dem herrschenden Geschmacke 
sich nicht hatte entziehen können, 40 Jahre später (1160) als Propst 
des oberösterreichischen Augustiner - Chorherrnstiftes Reichersberg 
energisch die Entartung des geistlichen Volksschauspiels bekämpft. i) 
Es scheint, nicht ohne Erfolg. Wenigstens wird 100 Jahre später 
im Augustiner- Chorberrnstift St. Florian der ludus paschalis, die 
Osternachtfeier in ihrer alten, noch ganz durch den Ritus der 
Kirche bedingten Form aufgeführt. 

Stellen wir uns im Geiste an einen Pfeiler der Stiftskirche — 
etwa um das Jahr 1280 — und denken wir, es sei die Nacht vor 
dem Ostersonntag. 

Bald füllen sich die weiten Hallen, die Pfarrholden finden sich 
zum Besuche des heiligen Grabes ein, welches mit schönen Tüchern 

für deutsches Altertum, Bd. 48, Doppelheft 1/2, veröffentlicht habe. Sie dürfte 
indes, wie ich a. a. O. wahrscheinlich zu machen versucht habe, mit einem 
Kodex in den ersten Zeiten des Stiftsbestandes von Würzburg durch Schenkung 
dahin gekommen sein. 

^) Oerhoh, De investigatione Autichristi (Opera hact. ined. cur. Scheibelberger, 
Tom. I. Lincii 187.5), Cap. V. 



11 

und bunten Bildwerken geschmückt ist. Es erscheinen nun im hell- 
erleuchteten Chore die Brüder von St. Florianshus und beginnen 
das Offizium. Nach Vollendung der Terz gehen sie alle in feier- 
licher Prozession mit Lichtern zum heiligen Grabe, darunter sechs 
Mönche, welche sonderbar gekleidet sind: einer wie ein Engel — 
ein junger Diakon in weißem Festgewande — zwei ältere Chorherrn 
als Apostel und wieder drei jüngere — die drei Frauen am Grabe. 
Sie nehmen ihre Plätze ein. Nun beginnt der ludus paschalis. Die 
drei heiligen Frauen gehen mit Räucherwerk zum Grabe und stellen 
die bekannte Schwermutsfrage: Wer wird uns den Stein wegwälzen? 
Da bemerken sie den Engel und erschrecken. Doch seine sanfte 
Stimme ruft ihnen ermutigend zu: Erschrecket nicht! Ihr sucht 
Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist 
nicht hier. Er zeigt sodann in das geöffnete Grab mit den Worten: 
Sehet den Ort, wohin sie ihn gelegt haben! 

Trauernd und angstvoll gehen die heiligen Frauen vom 
Grabe fort. 

Auf dem Heimwege begegnen sie den Aposteln und erst auf 
die dreimalige Frage derselben verraten sie, daß sie das Grab des 
Auferstandenen gesehen hätten. Eilends begeben sich nun die zwei 
Apostel zum Schauplatze des Wunders, überzeugen sich von der 
Tatsache der Auferstehung, und indem sie, gegen Klerus und Volk 
gewendet, das Schweißtuch emporheben, rufen sie frohlockend : Sehet, 
o Genossen, hier die Linnen und das Schweißtuch! Der Chor singt 
nun die Antiphone „Christus resurgens", das Volk aber „Christ 
ist erstanden". Der Klerus begibt sich wieder in den Chor zurück 
und ein jubelndes Tedeum beschließt die Feier. 

Das war der ludus paschalis, wie ihn die Großeltern schon 
gesehen; nur etwas schöner und länger war er geworden. Atemlos 
hatte die Menge dem heiligen Schauspiel gelauscht und freute sich 
nun, daß die Klosterleute den alten Brauch wieder auffrischten. 
Gefangen von all dem Glanz und Schimmer und noch voll der 
Andacht von den ergreifenden Choralmelodien der cantores begab 
man sich nach Hause, um bis zum Morgengrauen noch kurzen 
Schlafes zu pflegen. Nur eine Seele wachte fort die ganze stille 
Nacht — die Klausnerin Wilbirgis. 

Sie lebte in ihrem an den Chor angebauten Häuschen nun 
schon an die 4ö Jahre als Inclusa ein strenges, abgeschlossenes 
Leben. Die heutige Nacht hatte für sie etwas Außerordentliches 
bedeutet. Sie war ja von ihrem kleinen Fensterchen aus Zeugin 



12 

gewesen, wie man nach langer Unterbrechung wieder das tieferbauliche 
Mysterium von der Auferstehung des Herrn in der Kirche aufführte. 
Was mochte es Seligeres geben für sie, die nur dem Heiligen lebte 
und die hütende Schwelle nie überschritt? 

Propst Einwik (1295 — 1313) von St. Florian hat ihr frommes 
Leben beschrieben und uns in dieser Vita auch Nachricht von der 
geschilderten Aufführung des ludus paschalis gegeben. i) 

Der Brauch erhielt sich jahrhundertelang. So begegnet er uns 
wieder, nur wenig erweitert, in der liturgischen Auferstehungsfeier 
im Kodex XI, 434 der Stiftsbibliothek aus dem 14. Jahrhundert. 

Der Text 2) lautet hier folgendermaßen: 

In sancta nocte afite pulsacionem matutinarum dam surgitur 
et a senioribus summa reuerencia crucifixus cum psalmis: Domine 
quid multiplicati, ps. Domini est terra, ps. Domine probasti me 
[uisitatur]. Deinde exdpitur de sepulcro cum responsorio: Surrexit 
pastor bonus, qui posuit animam suam pro ouibus suis et pro suo 
grege mori dignatus est. Aeuia, aeuia, aeuia. 



») H. Pe%, Script, rer. austriac. 11, 286 (Vita Wilbirgis). Die betreffende 
Stelle lautet: Item quadam nocte dominicae resurrectionis, cum in monasterio 
ludus paschalis tarn a clero quam a populo ageretur, quia eidem non potuit 
corporaliter interesse, coepit desiderare, ut ei Dominus aliquam specialis 
consolationis gratiam per resurrectionis suae gaudia largiretur. Et vidit quasi 
Dominum ad inferos descendentem et inde animas eruentem, quae quasi columbae 
candidissimae circumvolantes ipsum comitabantur et sequebantur ab inferis 
redeuntem. 

Aus diesem Texte hat man auf ein ziemlich ausgebildetes Osterspiel, 
das die Höllenfahrt Christi enthalten habe und wenigstens stellenweise deutsch 
gewesen sei, schließen zu dürfen geglaubt (L. Guppenberger, Anteil Ober- und 
Niederösterreichs an der deutschen Literatur seit Walthers von der Vogelweide 
Tod bis zum Ende des 14. Jahrhunderts, Kremsmünsterer Gymn.-Progr. 1871, 
p. 55. W. Nagl- J. Zeidler, Deutschösterreichische Literaturgeschichte. Wien 1899, 
p. 138 f.). 

Allein die Gestalt des ludus, wie er noch zu Anfang des 16. Jahrhunderts 
in St. Florian alljährlich in der Osternacht gefeiert wurde, spricht gegen diese 
Vermutung. 

Das Volk nahm insofern Anteil, als es am Schlüsse vor dem Tedeum 
den deutschen Ostergesang „Christ ist erstanden" sang, ein Brauch, der erst der 
zweiten Entwicklungsstufe der Osterfeiern eigen ist und ebenso eine Eücksicht- 
nahme auf das zusehende Volk bedeutete, wie die Anfügung der Szene Joh. 20, 4 
(L. Wirth, Die Oster- und Passionsspiele bis zum 16. Jahrhundert, Halle 1889, 
pag. 4). 

*) Zuerst in Langes Osterfeiern, zuletzt korrekt gedruckt bei A. Franz, 
Das Rituale von St. Florian aus dem 12. Jahrhundert. Freiburg 1904, p. 195 f. 



13 

Siibmissa uoce ad summum altare defertur ibi dicta oracione: 
Deus qui hodierna die unigenitum. 

In uisitatione sepulcri iterato terdo responsorio fit sollempnis 
processio cum luminibus ad sepulchrum. 

R. Cum transisset sabbatum, Maria Magdalene et Maria Jacobi 
et Salome emerunt aromata, ut uenientes ungerent Jesum. Aeuia, aeuia. 

Sint parati VI in ornatu cuüibet competenti, unus in persoiia 
angeli, duo i?i figura apostolorum, tres in specie Marie. Stacione 
autem facta circa sepulchrum procedat angelus ad caput sepulchri 
cantante choro antiphonam: 

Sedit angelus ad sepulchrum Domini stola claritatis coopertus, 
uidentes eum mulieres, nimio terrore perterrite astiterunt a longe. 

Deinde procedunt apostoli ad locum aptuyn cantante clioro: 
Virtute magna reddebant apostoli testimonium resurrectionis Jesu 
Christi domini nostri. Aeuia, aeuia. 

Tandem Marie tres procedunt cum thuribulis cantante choro 
responsorium : Maria Magdalene et altera Maria ibant diluculo ad 
monumentum. Jesus quem queritis, non est hie, surrexit sicut locutus 
est, precedit uos in Galyleam, ibi eum uidebitis. Aeuia, aeuia. 

Quo finito Marie uenientes ad sepulchrum stantes contra angelum 
cantent antiphonam: Quis reuoluet nobis lapidem ab hostio monumenti? 

Angelus respondit: Nolite expauescere, Jesum queritis Nazarenum 
orucifixum, surrexit, non est hie. 

Hie discooperiatur sepulchrutn: Ecoe locus ubi posuerunt eum, 
sed ite, dicite discipulis eins et Petro, quia precedet uos in Galyleam, 
ibi eum uidebitis sicut dixit uobis. 

Tunc Marie redeuntes a sepulchro ad apostolos. Antiphona: Ad 
monumentum uenimus gementes, angelum domini sedentem uidimus 
et dicentem, quia surrexit Jesus. 

Tu7ic querent apostoli caniando antiphonam: Die nobis Maria, 
quid uidisti in uia? 

Respondent Marie. Antiphona: En angeli aspectum uidimus et 
responsum eius audiuimus; nam testatur dominum uiuere, sie opportet 
te, Symon, credere. 

Die nobis Maria quid uidisti in uia? 

Galyleam omnes adibitis, ibi Jesum uiuum uidebitis, quem post 
mortem uiuum non uidimus, ibidem uisuros credimus. 

Herum apostoli: Die nobis Maria. 

Ut prius respondet: Sepulchrum Christi uiuentis et gloriam 
uidi resurgentis, angelicos testes, sudarium et uestes. 

Surrexit Christus spes mea, precedet suos in Galyleam. 



14 

Tunc chorus subsequitur: Credendum est magis soll Marie 
uera [ci]. 

Post apostoli ibunt ad sepulckrum choro cantanie antiphonam: 
Currebant duo simul et ille alius discipulus precucurrit cicius Petro 
et uenit prior ad monumentum. Aeuia. 

Suh qua autem uenientes ad sepulchi'um et diligenter intuentes 
siidarium ex eo recipiiint et ad locum eminenciorem deferunt et populo 
ostendentes cantent: Cernitis o socii, ecce lintheamina et sudarium, 
et corpus non est in sepulchro inuentum. 

Respondet chorus: Christus resurgens ex mortuis. 

Et populus: Christ ist erstanden. Sicque redibit clerus ad 
chonim. 

Noch in dem 1512, also knapp vor Beginn der Kirchenspaltung 
geschriebenen Kirchendirektorium^) des Stiftes, das die kirchlichen 
Funktionen im ganzen Jahre regelte und nach allen Kennzeichen 
auch wirklich in Gebrauch war, sich auch mitunter auf alte Hand- 
schriften beruft, steht die alte liturgische Osternachtfeier noch, ein 
später aber um so wertvollerer Zeuge dafür, daß bis zum Hammer- 
schlag an die Tür der Schloßkirche zu Wittenberg Klerus und Volk 
sich bei uns zu Lande den Sinn für das Mysterium der Auferstehung 
in einer Jahrhunderte alten Form bewahrt hatte. 

Und sollte man angesichts dieser Tatsache zweifeln dürfen, ob 
unsere wohlhabenden Bürger von Eii7is^) und Stet/r, von Wels und 
Linz auch schon im Mittelalter Spiele agiert hätten wie die von 
Bozen und Sterzing, von Frankfurt und Alsfeld? Ich glaube nicht. 
Daß wir keine Spielhandschriften als Zeugen aufrufen können, haben 
die Bauernaufstände und der Dreißigjährige Krieg verschuldet. Zu- 
dem liegt unser Land ganz offen da und so konnte der Strom der 



') Kod. XI, 398, der Stiftsbibliothek. 

-) Nach einer Stadtrechnung vom Jahre 1440 hat der Maler Peter „umb 
vier flüg zu zwein engln und umb ain tuech anzustreichen, da man den Jesus 
ingenät hat; von ainem fürhang zu entwerffen" 9 ß 21 o erhalten. (K. Oberleittier, 
die Sladt Enns im Mittelalter vom Jahre 900 bis 1493 im Archiv f. k. österr. 
Gesch., 27., p. 76 des Sonderabdruckes.) 

Möglicherweise beziehen sich diese Angaben auf ein Weihnachtspiel oder 
auch auf ein Osterspiel, bei dem man ja ein Kreuz in Tücher zu hüllen pflegte, 
als ob es der tote Heiland wäre. Leider findet sich die älteste Kirchenrechnung 
der Ennser Pfarrkirche vom Jahre 1472 nicht mehr und die jüngeren von 1539 
an enthalten keinerlei Hinweis auf geistliche Volksschauspiele. 

In den übrigen Städten des Landes sind aber die mittelalterlichen Quellen 
fast alle dahin. 



^^ ^<^^tcd<M ?fl?^Ätt4lt^ rS(miH^f(}o» 



Eine Seite aus der „Osterfeier" des Stiftes St. Florian vom Jahre 1512. 



15 

Zeiten hier leicht fortspülen, was in Tirols Felsennestern sicher 
geborgen war. 

Aber es verbürgen uns auch Nachrichten aus dem 16. Jahr- 
hundert und Spieltexte aus noch späterer Zeit die Tatsache der 
Verbreitung des geistlichen Volksschauspieles in Oberösterreioh am 
Ausgange des Mittelalters. 

Als Luthers Geist im Lande herrschend geworden war, dachte 
niemand mehr an eine Aufführung der alten Festspiele, welche außer 
einer ruhigen und freudigen Stimmung auch große Opfer an Zeit 
und Geldmitteln erheischten. Wo der Bildersturm wütet, da räumt 
der Fanatismus mit der Blüte der bildenden Kunst auch jene der 
alten Dramatik hinweg. Und auch in den Klöstern schwindet in 
dieser Zeit der Sinn für die alten Mysterien. Man interessiert sich 
für Fastnachtpossen^) und Bauejmspiele,'^) in denen sich die derbe 
Art des vergröberten Neidhartspieles-^) fortsetzt, und ein Mondsee?' 
Mönch schreibt sich gar das Rumpolt -Mareth- Spiel, ein Fastnacht- 
stück voll Zoten, fein säuberlich in seinen Sammelkodex.^) Freilich 
kopiert sich zur gleichen Zeit in seiner Zelle zu Lambach der Schwabe 



^) In einer Eechnung des Stiftes Kremsmünster vom Jahre 1561 heißt es: 
„Item der duchraacher ain Fastnachtspiel gehalten, geben 1 Thaller." 

Th. Hagn, Das Wirken der Benediktinerabtei Kremsmünster für Wissen- 
schaft, Kunst und Jugendbildung. Linz 1848, p. 195. 

^) In einer Rechnung des Stiftes Kremsmünster werden einmal zwei Bauern- 
spiele erwähnt, welche die Astanten aufgeführt haben. {A. Altinger, Geschichte 
des Gymnasiums zu Kremsmünster. Kremsm. Gymn.-Progr. 1902, p. 31.) 

Auf ein Bauernspiel scheinen auch die im Texte nicht selten frivolen 
Liedermelodien einer Missa 5 vocum super „Der Bauer im Mosertal" von Jakob 
Regnardt (1552 — 1611) zuweisen, die sich handschriftlich im Musikarchive dieses 
Stiftes findet. (G, Huemer, Die Pflege der Musik im Stifte Kremsmünster. 
Wels 1877, p_ 19 Anm.) 

3) DerKod. XXXII c/261 s. XV. in der Stiftsbibliothek von St. Paul 
enthält ein Neidhartspiel, das nach A. Schönbach (Zs. f. d. A. 40 [1896], p. 368—370) 
um 1350 in Obersteiermark entstanden sein mag. 

Da manche Hss. von den Mönchen aus St. Blasien bei ihrem Auszuge 
aus dem Stifte Spital a. P. nach St. Paul mitgenommen wurden, ist es nicht 
ausgeschlossen, daß das Stück Oberösterreich zuzuweisen ist. 

*) Kod. 3027 (Lun. 8». 89) s. XV. et XVL, f. 283'— 297% der Wiener 
Hofbibliothek. Ed. Keller, Stuttg. lit. Ver. Bd. 46, p. 246—264. 

Nach Hoffmann von Fallersleben, Verzeichnis der altdeutschen Hss. der 
k. k. Hofbibhoihek zu Wien. Leipzig 1841, p. 183 ff., ist die Schrift aus dem Ende 
des 15. Jahrhunderts; Zwierxina, Drei Lieder aus Wiener Hss. in der Zs. f. d. 
A. 41 (1896), p. 65 ff., setzt das Spiel in den Anfang des 16. Jahrhunderts, etwa 
1514 — 1524. Dieser Ansatz scheint A. Kaiser, Die Fastnachtspiele von der actio 
de spoDSU. Diss. Göttingen 1898, p. 6, reichUch spät zu sein. 



16 

Johannes Oredtner (1580 — 1601) eine Marienklage^) aus entschwun- 
denen Tagen, wie um den Faden fortzuspinnen, der zur Auferstehung 
katholischen Lebens hinüberführt. Sonst aber läßt man die Schul- 
meister ihre Faschingskomödien in der Tafelstube agieren, 2) und 
wenn auch da und dort ein Passionsspiel, ^) eine Susanna,^) eine 
Tragödie von Kain und Äbel^) erwähnt wird, so sind das zwar 
religiöse Stoffe, aber ohne den gläubig-innigen Geist der alten Zeit. 
Die Schulmeister wollen Geld verdienen. 

Dir Gutes hat aber doch auch diese Schuldramatik gehabt. 
Aus ihrem Stamme wuchsen nämlich die Zweige einer neuen Volks- 
dramatik. 



^) Kod. 476 der Stiftsbibliothek. In der Literatur {Mone Anzeiger 1838, 
Sp. 580 und Seb. Mayr, Das Lambacher Paasionsspiel nebst einigen Kirchen- 
liedern. Kremsmünsterer Gymn.-Progr. 1883) gewöhnlich als Passionsspiel 
bezeichnet. 

Ob eine in Kremsmünster aufbewahrte Marienklage aus dem 14. Jahrb., 
die früher als Einband eines Curtius Rufus gedient hat, und das im Kod. VIII, 25, 
derselben Stiftsbibliothek enthaltene Dorotheenspiel, das um die Mitte des 14. Jahrb. 
entstanden ist und auf md. Ursprung weist [H. Schachner, Das Dorotheaspiel, 
Zs. f. d. Phil. 35 [1903], p. 171), für die oberösterreichische Literaturgeschichte 
in Frage kommen, ist zu bezweifeln. Die Marienklage verrät in der Sprache 
allerdings österreichischen Ursprung. Eine zweite (Kod. 404) aus dem 15. Jahrb. 
stammt aus dem bayer. Benediktinerstift Wiblingen und ist späte Schenkung. 
{Seb. Mayr, Zwei Marienklagen. Kremsmünsterer Gymn.-Progr. 1882.) 

^) In einer Eechnung des Stiftes Kremsmünster heißt es 1561: Item der 
Succentor ain spill gehalten, geben 1 Thaller. {Hagn a. a. 0., p. 195.) Im Eait- 
buch des Stiftes St. Florian vom Jahre 1577 findet sich die Bemerkung, daß 
der Meister Caspar Vischer aus Rosenheim im Jahre 1576 für den Stiftsschulmeister, 
offenbar zu einer Komödie, ein Teufelskleid samt vier Sceptern um 1 Gulden 
gemalt habe. {Gxerny, Kunst und Kunstgewerbe im Stifte St. Florian. Linz 1886, 
p. 113.) In einer Eechnung des Stiftes Kremsmünster vom Jahre 1615 heißt es: 
4. Jan. auf Ihr Gnaden Befelil dem Schulmeister von Pettenbach, so in der Tafel- 
stuben ain Comoedie gehalten, verehrt 1 fl. 30 kr. 

^) Im Augustiner -Chorherrnstift Ranshofen agiert im Jahre 1558 der 
Schulmeister eine Komödie de coena Domini. Kod. Mon. g. 1737 (Visitations- 
Protokoll). In einer Eechnung des Stiftes Kremsmünster vom Jahre 1604 heißt 
es: Dem Schneider, so zu Ostern zum Spiele ain weiß Klaid gemacht, darin er 
die Person Salvatoris agirt. {Hagn a. a. O., p. 121.) 

^) Kod. 3027 (Lun. S». 89) der Wiener Hof bibliothek, derselbe, in welchem 
das Eumpolt-Mareth-Spiel steht, enthält auch ein deutsches Susannenspiel 
(f. 159' — 171'), welches zwar ins 15. Jahrhundert gesetzt wird, aber doch wie das 
Eumpolt-Mareth-Spiel vielleicht dem 16. Jahrhundert angehört. 

^) In einer Eechnung des Marktes Kremsmünster (aus dem 16. Jahrb.?) 
heißt es einmal: Item Steffan Twenger, Ludimoderator zu Haal, welcher die 
Tragedie von Cain und Abel alhie agiert, zu Verehrung 6 ß. {Hagn a. a. O., p. 195.) 



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Eine Seite aus dem „Dorotheaspiel". 

(Handschrift des 14. Jahrh.' in der Bibliothek des Stiftes Krenisnüinster, Cod. 81,' F. 8G'.) 



17 

Seit dem Ende des 16. Jahrhunderts vollzog sich eine langsame 
aber stetige Rückkehr der Klöster zu den alten Idealen, wenn auch 
teilweise in neuen Formen. 

Um sich Nachwuchs zu sichern, richteten die Abte die Kloster- 
schulen wieder auf und gaben ihnen in dem geistlichen Bildungs- 
ideale der Jesuiten auf Jahrhunderte eine dauernde Norm. 

Und kaum hat die Wiederbelebung katholischen Glaubenslebens 
im Lande begonnen, kaum sind aus den Klöstern die ersten katho- 
lischen Priester nach dem langen Interregnum der beweibten lutherisch 
gesinnten Pfarrer auf die inkorporierten Pfarren hinausgegangen, da 
erwacht auch bald der alte Spieleifer im Volke, der nur seit den 
Tagen des Mittelalters geschlummert hatte oder durch die Macht 
der Verhältnisse unterdrückt worden war. 

Die Mönche nahmen solche Regungen gern in den Dienst 
ihrer Bestrebungen und so erwachten unter ihrem Schutze wie die 
Blumen im Frühlinge so manche in den Tagen der Kirchenspaltung 
in Vergessenheit geratene uralte religiöse Volksbräuche. 

Zunächst zwar knüpfte der Klerus an die ihm von Jugend auf 
wohlbekannte Klosterdramatik an und die frommen Spiele, die der 
Pfarrer oder Kooperator als Schüler im Stifte hatte aufführen sehen, 
wurden jetzt für das Volk hergerichtet. 

Solche zwieschlächtige Erzeugnisse bildeten sich dann zu einer 
neuen Volksdramatik weiter. 

Aber in diesen Spielen aus der Zeit der Gegenreformation 
steckt doch wohl auch ein beträchtlicher Teil alten Erbgutes. 

Mit der Predigt und dem allzeit beliebten und daher wirk- 
samen geistlichen Volksschauspiele suchte also der Klerus die Herzen 
der Gläubigen in der wiedergewonnenen Liebe zur alten Kirche zu 
stärken. Zweifelnde und Abseitsstehende sanft herüberzuführen. 

Man besann sich wieder auf die alten Oster-, Weihnacht- 
und Dreikönigspiele, von denen sich in abgelegenen Gegenden, den 
Bergen nord- und südwärts zu, dort und da der gesunde Sinn des 
Volkes aus Großväterzeit einen Rest bewahrt hatte. 

Da tauchte denn z. B. das naive, aber doch recht deutsch- 
anmutige und herzliche Kindelwiegen auf. Das Christkind ist das 
Universalbrüderchen sämtlicher Erdenkinder und diese tun nun auch 
danach; sie schläfern es ein, sie liebkosen und wiegen es, sie tanzen 
ihm vor und springen um dasselbe in dulci iubilo herum. Da auch 
die Hirten von Bethlehem stets als kindlicher Einfalt voll erscheinen, 
so treiben auch diese solcherlei Spiel, sie blasen dem Kinde auf der 
Schalmei vor, nehmen es auf den Arm, obwohl ihnen Maria den 

2 



18 

Schatz nicht ohne Besorgnis darreicht, und zuletzt folgt munterer 
Hirtenreigen um die Krippe; so im Raaber Spiel, im St. Oswalde?^ 
Spiel, im Hirtenspiele aus dem Salzkammergute u. a.^) In der 
Sakristei von Garsten fand sich noch um die Mitte des 19. Jahr- 
hunderts ein Christkind im Körbchen, das sicherlich einst in der 
geschilderten Weise der Andacht gedient hat. 2) 

Von den Weihnachtspielen, die unser verdienter Pailler im 
ganzen Lande gesammelt hat, weisen manche eine alte Überlieferung 
auf und sogar das Kampfspiel von Winter und Sommer hat sich als 
ehrwürdiger Überrest uralter Mittwinterfeier in vergilbten Hand- 
schriften besonders im Innviertel aus grauen Tagen auf unsere Zeit 
vererbt. 8) 

Gewöhnlich wurden diese Spiele in irgendeiner „großen Stube" 
auf einem eigens hiezu hergerichteten Podium aufgeführt. Die Hirten- 
spiele bedurften keiner Bühne, keines eigenen Kostüms, höchstens 
der Engel hatte ein weißes Kleidchen an. 

Tragen diese Volksspiele durchwegs einen schlichten und 
gemütlichen Charakter, weil sie eben im Volke wurzeln, so fehlte es 
auch nicht an Schauspielen für das Volk, die aus fremden Zonen 
gekommen waren und deshalb die Herzen vielleicht zu erschüttern, 
aber nicht dauernd zu fesseln vermochten. Da führten z. B. die 
Dominikaner in Steyr öfter Totentänze auf. Kloster und Kirche 
hatten sie über ein halbes Jahrhundert den Protestanten lassen 
müssen; um so eifriger arbeiteten sie seit ihrer Rückkehr. 

Ein alter Chronist von Steyr, namens Zell, berichtet uns nun, 
die Dominikaner hätten am 14. November 1628 ein Stück von einem 
König und seinen drei Söhnen „sambt einem Todten Tanz" gespielt.'^) 

Totentanz nennt man die künstlerische Darstellung der Idee 
vom Tanze des Todes mit den Lebenden, wie sie uns in der Literatur, 
der Malerei und der Plastik des Mittelalters entgegentritt. 



^) Veröffentlicht in den Krippenspielen aus Ob er Österreich und Tirol 
(Innsbruck 1883) von W. Pailler, dem wohl kaum ein Überrest dieser Gattung 
entgangen ist. 

*) W. Pailler a. a. O., p. 4. 

") Die Abschrift eines alten Sommer- und Winterspiels aus der Brautmiter 
Gegend verdanke ich meinem Schüler K, Neumayer, ein ähnliches Stück aus 
Ostermieting erwähnen Nagl-Zeidler in der Deutschösterreichischen Literatur- 
geschichte, p. 730. Ich selbst war 1898 als Kooperator in Zell an der Pram Zeuge 
einer Aufführung dieses Spieles in der Gaststube des Wirtes A. Kienbauer. Die 
Spieler waren von Bayern herübergekommen. 

*) J. Zetls Chronik der Stadt Steyr (Ed. L. Edlbacher, Linzer Museal- 
Jahresber. 1878, p. 101). 



19 

Der Tod ist dabei als Person gedacht, eine Auffassung, der 
man bei den Alten und in der heiligen Schrift wiederholt begegnet 
(vgl. Apok. 6, 8). Solche Reigen des Todes wurden nicht nur von 
Malern und Bildhauern vielfach, und zwar besonders häufig in 
Dominikanerklöstern dargestellt, sondern auch als eine Art kirch- 
licher Spiele wirklich aufgeführt. Der Tod als Bote Gottes mußte 
Menschen jedes Alters, Standes und Geschlechtes einladen, an seinem 
Reigen sich zu beteiligen. Anfangs bestand das Tanzen des Todes 
mit seinen Erkorenen in einem einfachen Einherschreiten (Prozession) 
und hatte einen feierlich-ernsten Charakter, später nahm der Tod 
eine mehr springende Haltung an. Dabei wurden Wechselgespräohe 
zwischen dem Tod und den angeredeten Personen geführt. 

Ein derartiger Totentanz fand entweder auf dem Kirchhofe 
vor dem Beinhause oder vor dem Kreuze oder auch in der Kirche 
selbst statt und hatte folgenden Verlauf: 

Zunächst trat auf der Kanzel ein Mönch (Prediger) auf und 
hielt eine Einleitungsrede über die Bedeutung des Totentanzes, 
welche die Hinfälligkeit alles Irdischen und die Allgewalt des Todes, 
der sich niemand entziehen kann, darstellen solle. Sodann kamen 
aus dem Beinhause mehrere als Tod maskierte Personen heraus, 
die mit Trommel und Pfeife zum Tanze aufspielten. Eine ebenfalls 
als Tod verkleidete Person trat nun in den Vordergrund und forderte 
alle Menschen auf, ihr zu folgen und sich dazu mit guten Werken 
zu rüsten. Mit dem Papste beginnend, redete sie zuerst die Per- 
sonen geistlichen Standes, mit dem Kaiser fortfahrend die weltlichen 
Standes an und lud jeden, ihn bei der Hand fassend, ein, mitzugehen. 
Der Angeredete machte jeder in seiner Art Einwendungen, beklagte 
sein Schicksal und fügte sich schließlich, Gottes Barmherzigkeit 
anrufend, ins Unvermeidliche. Indem der Tod den ersten mit der 
einen Hand weggeleitet hatte, faßte er mit der andern schon den 
Nächstfolgenden, also nach dem Papst den Kardinal, dann den 
Bischof usw. 

Die als Tod fungierenden Persönlichkeiten trugen jede eine 
Totenmaske und waren in enganliegende gelbe Leinwand gehüllt, 
die so bemalt Avar, daß sie einer Leiche oder einem Skelett 
ähnlich sah. 

Den Schluß der Aufführung bildete wiederum eine Predigt mit 
der Aufforderung zur Buße und Bekehrung. Die ursprüngliche Zahl 
der bei diesen Aufführungen beteiligten Personen betrug 24; im 
Laufe der Zeit wurde dieselbe jedoch vermehrt. Solche Totentänze 



20 

fanden schon im Mittelalter, im 15. Jahrhundert, statt und haben sich 
bis in die neuere Zeit hinein erhalten.^) Auch die Jesuiten bedienten 
sich derselben, um auf die Menge zu wirken. 2) 

Das Konzil von Trient hatte die neu autorisierte Fronleichnams- 
feier mit zur Bekehrung der Protestanten angeordnet und als sie bei 
uns wieder ohne Gefahr begangen werden konnte, stellten sich auch 
bald geistliche Schauspiele, in denen biblische Vorbilder der heiligsten 
Eucharistie zur Darstellung kamen, ein. Solche Präftgurationen^ 
auf welche die spanischen Autos sacramentales eingewirkt zu haben 
scheinen, lassen sich bei uns seit dem 17. Jahrhundert nachweisen.^) 

Wie im Mittelalter bemächtigten sich auch jetzt wieder die Laien 
des neuen „Berufes". Allerorten schlugen entsprechend kostümierte 
Schauspieler-Gesellschaften ihren „Stand" auf und erwarteten für ihre 
Darbietungen Beifall und Gabe. 

So war es z. B. im Mühlviertel, wo das Prämonstratenserstift 
Schlägl in dieser Richtung anregend gewirkt hat. In den Rechnungs- 
büchern von Rohrhach, Haslach und Schlägl erscheinen beinahe regel- 
mäßig in der Fastenzeit Passionsspieler, zu Weihnachten Weihnacht- 
spieler. So sind im Marktbuch von Rohrbach aus dem Jahre 1667 
wiederholt Gebühren für Komödien und Prozessionen verzeichnet 
und wird erwähnt, daß die Agenten vom Kloster Schlägl Kleider 
entlehnt hätten.'') Auch einer Weihnachtskomödie wird gedacht. 



^) W. Bäumker, Artikel „Totentanz" im Herderschen Kirchenlexikon. 
Freiburg i. B. 1899, XI, 1833 ff. 

^) In Ingolstadt erschien 1606 ein von einem Jesuiten verfaßter Toten- 
tanz. J. Janssen, Gesch. des deutschen Volkes VII, 126. 

^) ZpM a. a. 0., p. 96: „Am Corporis Christi-Tag (1628) ist bey den Herrn 
Dominicanern ein Theatrum aufgericht vnd ein Comoedi gehalten worden von 
den Kindern Israel, wie sie in der Wüesten wider den Moijsum gemurret, vnd 
Er Moijsis mit dem Stab in den Felssen geschlagen, daß das frische Wasser 
herausgesprungen, waren 15 Persohnen bey disser action." 

Ebenda, p. 104: „Den 17. Juni (1629) alß am großen Umbgang ist bey 
den Herrnen P. P. Dominicanern ein Comedi gehalten worden von dem König 
Saul, wie Er den David vervolgt vnd der David zu dem Propheten Abimelech 
käme in die Wüesten vnd ein Brodt seinen Hunger zu stillen von ihme begehrte, 
alßbalt gab ihm der Prophet ein Brodt vnd ein Schwerdt, welche Geschieht 
eine Vorbedeutung deß heyligen vnd zarten Fronleichnambs Christi wäre." 

In den Kaitbüchern von Kremsmünster finden sich Ausgaben für Fron- 
leichnamsspiele. Altinger a. a. 0., p. 31. 

■*) In dem erwähnten Marktbuche heißt es, daß den Personen, welche sich 
bei der Komödie und Prozession gebrauchen ließen, den Agenten bei der Historie 
und der Reiterei bei der Prozession Bier gezahlt worden sei (10 Kandl =^ 30 kr.). 
„Als man am Mittwoch vor dem Antlespfingstag auf dem Rathaus das andertmal 
probierte, haben die Juden verzehrt an Bier und Brot 21 kr. Am Antlespfingstag 



21 

welche dreimal von Aigen herabkam.^) Hier in dieser buckligen Welt 
am Südsaume des Böhmerwaldes hat sich auch das urgemütliche 
St. Osivalder Christkindelspiel erhalten, das in seinen ältesten Teilen 
ohne Zweifel noch ins Mittelalter zurückweist. 2) Und wenden wir 
unseren Blick in die Berge südwärts, so finden wir auch hier durch 
Generationen mündlich und schriftlich fortgepflanzte geistliche Yolks- 
schauspiele. Das Diözesanarchiv zu Linz verwahrt das Dirigierbuch 
zu einem Fastenspiel in drei Aufzügen (18. Jahrhundert) samt der 
Rolle des Annas und einer Verrechnung der Auslagen, die uns so 
recht die Einfachheit des szenischen Apparates vergegenwärtigt. 
Ferner ist noch ein Folioblatt aus einem Passionsspiel, gleichfalls 
aus dem 18. Jahrhundert, im Diözesanarchiv aufbewahrt. 

Das Gmuncle7ier „Dreikönigspiel" und die Sahkammer - 
gütler „Theatralische Vorstellung der Geburt Christi 
in 7 Aktus" sind in ihren Anfängen sicher beträchtlich älter als 
Paillers Vorlagen.^) 

In Windischgarsten wurde um 1740 wiederholt ein Passion 
Christi auf dem Marktplatze gespielt und aus demselben Orte stammt 
die Abschrift eines Weihnachtspieles, das wohl einer langen Reihe 
von Geschlechtern zur Erbauung gereicht hat."^) 

In Gm?indeti brachte man am Gründonnerstage des Jahres 
1752 eine „Judith" zur Darstellung s) und aus dem benachbarten 
La7nbach sind uns zwei Passionsspiele ^) erhalten. 

und vorher wurde auf die Spielleut, Trompeter, Juden und andere Agenten an 
Wein gegeben 14 V2 Achtel = 2 fl. 45 kr." 

^) L. Pröll, Ein Blick in das Hauswesen eines österreichischen Land- 
edelmannes aus dem ersten Viertel des 17. Jahrhunderts. Progr. des k. k. Staats- 
gymnasiums im VIII. Bez. Wiens 1888, p. 41, Anm. 

2) PailUr a. a. O., p. 227. 

3) Ebenda, p. 322, 284. 

*■) Nagl-Zeidler a. a. O., p. 354. 

^) Kod. Chart. 807 der Stiftsbibliothek in Lambach. Es ist eine im Stile 
der mittelalterlichen Präfigurationen gehaltene Darstellung, wie schon der lang- 
weilige Titel besagt: Victoria Judith decollando Holofernem persecutorem 
filiorum Israel seu Prochemasis supremae victoriae Jesu Christi Eedemptoris 
nostri in ara crucis de elato stygii hostis capite triumphantis, Daß ist der Sig 
der fromben Judith, da sie Holofernem, einen Verfolger der Kinder Israel, 
endhaubtet, alß eine lebhaffte Vorbedeittung deß höchsten Siges Jesu Christi 
unseres Erlösers, der auf dem Creizbaumb daß Haubt deß höllischen Holofernis 
durch seinen schmerzhaften Todt besiget oder daß bittere Leiden und Sterben 
unseres Herrn und Heylands Jesu Christi in einer Tragödie aufgefihret in der 
kays. und landsfürstl. Statt Gmundten am Tag deß lezten Abendmahls in Jahr 
nach der gnadenreichen Geburt Christi deß 1752 Jahrs. 

^) Kod. Chart. 801 aus dem Jahre 1751 und Kod. chart. 802 aus dem 



22 

Ja, diese geistlichen Yolksschauspiele reichten trotz dem jose- 
finischen Kehrbesen bis ins 19. Jahrhundert hinein.^) 

Da sich das Passionsspiel in Bayern seit jeher besonderer Pflege 
zu erfreuen hatte, müßte es uns wundern, wenn nicht auch im Inn- 
viertel Spuren dieser Kunstübung sich fanden. 

In der Tat haben sich auch hier einige Spielhandschriften 
erhalten, von denen ich nur die Uttendorfer-) „Kreuz tragung 
Christi" von 1732 erwähne, dessen Vorspiel an das alte Ober- 
ammergauer Textbuch erinnert. 

In diesem Vorspiele beschließen auf Anstiften der Welt der 
Zorn und der Neid, den Heiland zu verderben. Ein Genius spricht 
hierauf den Prologus, der mit der Einladung schließt: 

Die Tragoedi zu beschauen, 
Khommet unverweilt herbey! 
Da secht, wie der Welt zu trauen 
Und wie sie so treulos sey. 
Khomb, o Seell, dan aus den Scenen 
Gnuegsamb wirst du heut erkhenen, 
Was für Schwizen diser Stamb 
Khostet deinen Breutigamb. 

Der Passion selbst umfaßt folgende Szenen: 

1. Die hoche Priester halten Rath und nachdem sie ihnen Jesum 
vorstöllen lassen, schließen die schmerzliche Creuztragung. 

2. Die schmerzhafFte Muetter claget dem Echo ihr Eilend, wird 
von Engel Gabriel, der die Stimb des Echo an sich genommen, 
die Creuztragung geoflfenbaret. 

3. Zorn und Neid zimmern Christo das schwere Creuz, wie auch 
der Zimmerman. 

4. Pilatus, voller Reu wegen des gefohlten Urthel, will der Creuz- 
tragung nit consentiren, wird von den Hohenpriestern gestörkht, 
gibt lestlich auch sein Consens. 



Jahre 1757 in der Stiftsbibliothek. Beide Stücke wurden von der Rosenkranz- 
bruderschaft zur Aufführung gebracht. 

^) Das Linzer Diözesanarchiv verwahrt z. B. ein umfangreiches „Schauspiel 
über die Geburt Jesu Christi" aus dem Jahre 1806, welches den ganzen Weih- 
nachtszyklus behandelt und aus der Gegend um Kremsmünster stammen soll 
(Aus Lamprechts Nachlaß). 

^) Diese Uttendorfer Kreuztragung wird jetzt im Diözesanarchiv zu Linz 
verwahrt. 

Laut Vermerk auf F. 54 a schrieb das Stück ßarthol. Mairhauser, Bürger 
und Maler in Uttendorf ab. Verschiedene Bühnenanweisungen und ein Spieler- 
verzeichnis zeigen, daß das Spiel tatsächlich aufgeführt worden ist. 




/M-. 







/n*^^ / 



















jf:^ JU^.^^^ --^ 



Eine Seite aus der Uttendorfer „Kreuztragung" vom Jahre 1732. 

(llrtiidsehvift im Diözesanarcliiv.) 



^ 



23 

5. Der Zorn und Neyd zeigen der Weltt durch sohmerzhaflPte 
Verstöllungen, wie sie mit Christo verfahren wollen. 

6. Der schmerzvolle Jesus, nachdem die gottlosen Juden mit 
Schmach und Schmerzen seine Cleider an und das schwere 
Creuz aufgelegt, sinnkht under der allzuschweren Burth seufzent 
und clagent zue Erden. 

7. Christus mit dem Creuz wirdt zum Todt außgefiehrt, falt das 
erstemahl, Simon wird gezwungen, ihm das Creuz nachzutragen. 

8. und 9. Die andechtige Frauen beclagen ihren Breutigamb, 
werden von Johannes zu ihm gefiehrt, Jesus truckht Veronicae 
das Haubt ins Schwaistuech. 

10. Zorn und Neyd zaigen der Welt ferner s, wie sie mit Christo 
verfahren wollen. 

11. Joannes und die Frauen erzöhlen Maria, was sich mit Jesu 
zuegetragen, zaigen ihr das in das Schwaißtuech eingetrukhte 
Haubt. Die Juden fiehren Jesum vorbey, waryber Maria in 
Ohnmacht fablet, wird wider vom Himmel gestörkht. 

12. Maria, die schmerzhaffte Muetter, begegnet Jesu; wird ihr 
erlaubt, mit ihm zu reden, bis sie beede, er under dem schweren 
Creuz, Maria aber in Ohnmacht fahlen. 

Das Stück schließt 1) mit einem gleich dem Prologe gesungenen 
Epiloge, dessen erste und letzte Strophe lauten: 

Secht dises Schauspil, khombt herbey 
Insgsambt, o Adams Künder, 
Khombt her, euch allen ist da frey 
Der Zuegang heut, o Sünder! 
Secht, hier ligt Gott als Mensch halb todt 
Under den schweren Stammen, 
Warzue der Grimb ganz ungestimb 
Der Juden derf verdammen. 

Daher, o Sünder, khombt zugleich, 
Die Creuz Burt abzunemmen, 
Steht ab von Sünden, geth in euch, 
Zur Bueß thuet euch bequemben, 
Ein Linderung, ein Minderung 
Wird Jesus gwis empfiudten, 
Wan ihr nit mehr so offt und schwer 
Ihn engstiget mit Sünden. 

Der poetisch-formale Wert dieser geistlichen Volksdramatik 
ist äußerst gering — einzelne Ausnahmen bestätigen auch hier die 
Regel — und was ihre Wirkung anlangt, so kann auch der Hinweis 



^) Angehängt ist noch ein Personenverzeichnis. 



24 

auf das Oberammergauerspiel, das ja gewiß auf Tausende noch 
Anziehungskraft ausübt, uns nicht darüber hinwegtäuschen, daß sich 
die Gattung in dem religiösen Empfinden unserer Tage überlebt hat. 
Mag man auch in der starken Ursprünglichkeit und anmutigen 
Naivität mancher Stücke den dichtenden Volksgeist noch heraus- 
fühlen, wie er einst auch über der Wiege deutscher Heldensage 
gewaltet, kann man sich angesichts der vielen Perlen wahren Volks - 
humors, wie er sich in so vielen Weihnachtspielen findet, eines 
herzlichen Lachens nicht erwehren, so muß es doch von anderem 
Standpunkte aus bedauert werden, daß sich das Heiligste, was im 
Menschen lebt, die Religion, durch Jahrhunderte sich vielfach in so 
albernen A.nthropomorphismus hüllen mußte, um dem Volke ver- 
ständlicher zu werden. 



II. Humanismus. 

Schuldrama der Protestanten und Katholiken in 
Stadt und Land. Jesuitendrama. 

Die Klöster waren nicht nur Mittelpunkte des religiösen Lebens 
und des seiner Förderung und Vertiefung dienenden geistlichen Volks- 
schauspiels, das von ihnen mit den Schulen die Bürger der Städte über- 
nahmen, sondern sie leiteten vielfach auch andere geistige Strömungen 
weiter, die ihrem Ursprung und Ziele nach, einer anderen Welt an- 
gehörten. Sie hatten eben doch auch im Mittelalter mit der großen 
Welt genügend Fühlung ^) und bewahrten sich einen offenen Blick 
für alles Gute und Schöne, kam es auch anderswoher, und Lebens- 
freude, deren sie wohl auch bedurften. 

Bei allem Konservativismus blieben sie also die Träger und 
Vermittler neuer fruchtbarer Ideen in Kunst und Leben. 

Sie halten den Zusammenhang mit der alten lateinischen 
Komödiendichtung aufrecht, 2) wehren aber auch nicht dem Latein 
der Vaganten und Humanisten. 

In Lambach kennen im 13. Jahrhundert die Scholaren noch 
die Aulularia des Vitalis und die AMa des Quilelmus Blesensis,^) 
aber zur selben Zeit trägt ein Garstener Benediktiner Text und Noten 



^) Daß die Leute damals weite Keisen nicht scheuten, zeigt uns z. B. der 
Abt Wolfram von Kremsmünster, der 812 dem Aachener Konzil beiwohnte; die 
Klausnerin Wilbirgis von St. Florian (13. Jahrb.), welche in ihrer Jugend eine 
Wallfahrt nach St. Jago di Compostella gemacht hatte (A. Czerny, Zwei Akten- 
stücke zur Kulturgeschichte Oberösterreichs im 14. Jahrb. Linzer Mus.Jahresb. 
39, 1881, p. 107, 138); der Pfarrer Albert von Niederwaldkirchen, der 1323 um 
Reliquien nach Krakau pilgerte, und der Pfarrer Oeorg von Grieskirehen , der 
dem Basler Konzil (1434) beiwohnte (Strnadt, Peuerbach, p. 243). 

^) In den Klosterschulen des Landes wird wie anderwärts im Mittelalter 
fleißig Terenz gelesen, wie ich in meiner Schulgeschichte nachgewiesen habe. 

") Kod. 100 der Stiftsbibliothek. Vgl. E. Müllenbach, Comoediae elegiacae. 
Bonner Diss. 1885, p. 6, 13. 



26 

eines Abschiedsliedes, das er von einem Fahrenden gehört, auf eine 
leergebliebene Stelle eines Kodex ein.^) 

Mit Vorliebe klopfen die clerici vagantes an die Klosterpforten 
und ihr sprudelnder Frohsinn schmuggelte manch heiteres Lied über 
die heilige Schwelle. 

Besonders das 15. Jahrhundert bringt viel lustiges Volk ins 
Land, das von Stadt zu Stadt, von Kloster zu Kloster zieht. 2) Diese 
Leute waren alles: Jongleurs, Sänger und Gaukler, Musiker und 
Quacksalber. Gegen Ende des Jahrhunderts sind unsere Klöster auch 
mit dem Humanismus schon bekannt und feiern freudig die Urständ 
des klassischen Lateins mit, das sie solange allein und treulich 
gehütet.^) 

Und der alte Kaiser Friedrich III. krönt am 20. Juli 1492 
auf seiner Burg zu Linx in Gegenwart venezianischer Gesandter 
Delius, der Verse auf ihn rezitiert hatte, zum Dichter.*) 

Nicht viel später halten in diese ehrwürdige Burg, die an der 
Stelle des einstigen römischen Kastells Lentia steht, jene ganz im 
Charakter der italienischen Renaissance gedichteten lyrisch-orchestralen 
Festspiele ihren Einzug, die ein Präludium der ludi caesarei der 
Jesuiten sind. 

Im Frühjahre 1501 weilte Kaiser Max mit seiner Gemahlin 
Bianca Sforza, umgeben von den Fürsten Mailands und dem ganzen 
Hofstaate, in Linz. Am I.März gedachte er dem Schlesier Viiixenz 
Lang (Longinus) den Dichterkranz aufs Haupt zu setzen. s) 

Alles freute sich darauf. Als der Festtag angebrochen war, 
strömte viel Adel in prächtiger Kleidung zum Schlosse. 

In einem großen Saale nahmen der Kaiser und seine Gemahlin 
auf erhöhten Sitzen Platz und der Lucius Dianae, den Celtes Longinus 
zu Ehren hatte drucken lassen, begann. 

Man hat wohl im Hinblick auf die verwöhnten Gäste, die in 
ihrer italienischen Heimat für solche Spiele die dichterische Form- 



^) K Schiffmann, Ein Lied aus den carmina burana. Zs. f. d. Phil. 35 
(1903), p. 86 f. 

2) Im Eentbuche des Stiftes St. Florian vom Jahre 1404 findet sich eine 
eigene Rubrik für Geldgeschenke an „ioculatores et vagi". Auszugsweise bei 
A. Ckerny, Zwei Aktenstücke zur Kulturgeschichte Oberösterreichs, p. 27 Anm. 

^) A. Horawitx, Zur Geschichte des Humanismus in den Alpenländern. 
Sitzungsber. der kais. Akademie der Wissenschaften 1886 und 1887. 

*) E. Simonsfeld, Itinerario di Germania del anno 1492. Venedig 1903, 
p. 20 des Sonderabdruckes. 

^) J, Kaltenbäck, Die Dichterkrönung zu Linz. Österreichische Zeitschrift 
für Gesch. und Staatskunde 1835, Nr. 3 und 4. 



X4tdU0 i^fanc in modum Homcdic co:am ^l^ajctmiU^ 

anoiRbomanomm iRcge IRalcndis iQ^arriid 7 

Hudie fatumaUbud ttt arce Htnftana Danu^ 

t>^ actu0:Cleniendfrtmo "S^cgc 'zIRcgi 

na Ductbufc^ illufh'ibua jO^cdio 

lani totac^ iRegta curia fpc^ 

ctatonlDue:^ l^etrum 

^onomumlRc«' 

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Conradum CeltenrlReg: 
l^oe.'^lfcniu lp>biirmm:'^iti 
centtum Eongmum in boc 
]ludo}laureaDona« 
tumfoelicito'eC 
iucundifn^ 
merepie 
fcnta 

IU0 




Titelblatt des „Ludus Dianae" von K. Celtes. 

(Nürnberger Druck aus dem Jahre 1500 in der Wiener Hof bibliothek.) 



. 



27 

gewaudtheit Bellinoionis und die Kunst Leonardo da Vincis zur 
Verfügung hatten, sein Bestes geboten. 

Die Darsteller, 24 an der Zahl, gehörten zum Kreise der 
Wiener Humanisten, die sich damals im vollsten Glänze der kaiser- 
lichen Gnade sonnten, u. a. Celtis, der Kanzler Bonomus aus Triest 
imd der Friese Theodor Ulsenius (Velsen). 

Das Stück wurde durch einen in Senaren abgefaßten Prolog, 
den der Hofkaplan Joseph Grünpeck aus Steyr als Mercuriits vor- 
trug, eröffnet. 

Im ersten Akt erscheint Diana, begleitet von Nymphen und 
Faunen, und begrüßt den römischen Kaiser, den gewaltigen Jäger, 
als ihren Herrn und Meister. Gesang und Tanz beschließen die Szene. 

Im zweiten Akt erscheint Sylvanus mit Bacchus (Vinzenz Lang) 
und den Faunen. 

Der Rezitation ihrer Huldigungsansprache in Distichen folgt 
vierstimmiger Gesang, nach den modernen Musikgesetzen abgefaßt, 
der wohl das Hauptinteresse in Anspruch nahm. Zitherspiel und 
Instrumentalmusik füllen die Pausen. 

Der dritte Akt enthält den Höhepunkt des Stückes. Longinus 
erscheint als Bacchus mit dem Thyrsusstab, begleitet von Silen 
und den Bacchantinnen, wirft sich dem Kaiser zu Füßen und bittet 
ihn um den Dichterlorbeer: 

Si qua mihi est virtus doctrinaque, maxime Caesar, 
Imponas capiti laurea serta meo. 
Per superos ego iuro tibi et per Sceptra Tonantis 
Cantabo laudes hie et ubique tuas. 

Der Kaiser küßt ihn darauf, reicht ihm den Jaspisring und 
kränzt sein Haupt mit der Lorbeerkrone, wofür ihm der Chor der 
Bacchantinnen ein Danklied in sapphischen Strophen singt. 

Der vierte Akt sorgte für die Komik, indem Silenus auf seinem 
Esel stammelnd und halbtrunken erschien. Die Diener des Hofes 
unterbrechen ihn und bringen in goldenen Bechern und Schalen 
Wein, worauf unter Pauken und Hörnerschall auf das Wohl des 
Fürsten getrunken wird. 

Im fünften Akte verabschiedet sich Diana samt allen Mit- 
spielenden vom Kaiser, wünscht — wie später in den Lizenzen von 
Epithalamien typisch — Bianca möge den österreichischen Landen mög- 
lichst viel Erzherzoge schenken, und entschwindet in den Wäldern.^) 

1) J. Zeidler, Das Wiener Schauspiel im Mittelalter, Wien 1903, S. 30 
des Sonderabdruckes, und IV. Creixenach, Geschichte des neueren Dramas II, 
Halle 1901, p. 38. 



28 

Die Beschäftigung mit den lateinischen Komödien des Altertums 
und der Renaissance hat um diese Zeit noch nicht auf die deutsche 
Bühne eingewirkt, obgleich schon Übersetzungsarbeiten erschienen 
waren, die einen literarischen Wert beanspruchen dürfen. 

Albrecht von Eyh, der uns auch als Pfarrer von Schwanenstadt 
in Oberösterreich interessiert, war um 1455 in Pavia durch Rasinus 
in das Verständnis der neu entdeckten Komödien des Plautus ein- 
geführt worden und verfaßte nach seiner Rückkehr als Domherr von 
Eichstädt ein moralisches Werk, den Spiegel der Sitten, dem er als 
Anhang die Menächmen, sowie auch eine der im Norden so beliebten 
Frührenaissance-Komödien, ^) nämlich Ugolinos „Philogenia", beide 
in deutscher Übersetzung, beifügen wollte. Doch er starb, ehe er 
sein Werk in Druck geben konnte (1475). Erst 36 Jahre später ver- 
öffentlichte es ein anderer Eichstädter Domherr, Johann Huff, der 
im Anhang außer den beiden erwähnten Komödien auch noch die 
Bacchides mitteilte, von denen er gleichfalls eine Tibersetzung in 
Eybs Nachlasse vorgefunden hatte.^) Huffs Ausgabe war auch bei uns 
zu Lande verbreitet. 

Diese Zeit stand ganz im Banne der schönen Form und fand 
in wohllautenden Versen ihr lauterstes Vergnügen. 3) 

Aber mit dem Jahre 1521 legt es sich wie ein eisiger Hauch 
auf die warmen Empfindungen der Herzen. Alles flieht aus dem 
Lager des Erasmus in das Luthers hinüber und auch die Zurück- 
bleibenden werden gar bald von dem Lärm der aufgewühlten Zeit, 
von den Meinungsstreitigkeiten der Theologen in dem Kultus ihrer 
bisherigen Ideale gestört.^) Und wieder spiegelt sich auf der Bühne, 
was die Zeit gebar. Eine neue Humanisten-Komödie, das Schul- 
drama entstand. Luther hatte in seinen Tischreden und sonst 
gelegentlich die Nützlichkeit desselben betont, freilich beileibe nicht 
im Sinne einer selbständigen Kunstbetätigung. Vielmehr schwebten 
ihm und den Veranstaltern der Schulkomödien folgende Zielpunkte vor: 
1. Beherrschung der lateinischen Sprache nebst Übung des Gedächt- 
nisses für die lateinischen Redeanwendungen. 



*) Die Bibliothek des Stiftes *Si^. Florian z. B. verwahrt Leonardo Brunis 
(1370 — 1444) Comedia Poliscene in einem Leipziger Druck M. Lotters vom 
Jahre 1514. Freilich läßt sich nicht mehr feststellen, wann das Buch ein- 
gereiht wurde. 

2) Oreizenach a. a. 0. III, Halle 1903, p. 246 f. 

^) J. Orünpeck z. B. bezeichnet seine Dramen ausdrücklich als „omnem 
latini sermonis elegantiam continentes". 

") K. Krause, Eobanus Hesse. Gotha 1879, II, p. 267 f. 



29 

2. Rednerische Ausbildung und beherztes Auftreten auch vor 
größerer Versammhing. 

3. Weckung des Eifers bei Schülern, Schulherren und Bürgerschaft. 

4. Aufbesserung der Lehrerbesoldungen durch die „Verehrungen", 
die dabei für die Schulmeister abfielen. 

5. Vertiefung des Verständnisses für die Kunstwerke der drama- 
tischen Dichtung — dies Ziel aber nur in gewissen Grenzen 
und fast nur in Straßburg. i) 

Schließlich ist nicht zu leugnen, daß bei den Aufführungen 
lutherischer Schulmeister auch viel konfessionelle Polemik getrieben 
wurde — auch ein Ziel, das namentlich in größeren Städten-) mit 
mehr gebildetem Publikum vielfach zur Hauptsache wurde, wie wir 
noch sehen werden. 

Viele dieser Schuldramen standen auf einem ziemlich tiefen 
Niveau. 

Eine Zeit, die sich nicht scheute, z. B. die Colloquien des 
Erasmus^) von Schülern darstellen zu lassen, fand sich auch nicht 
bemüßigt, zarter zu sein als ihre Wortführer. 

Prädikanten und Schulmeister, die in Scharen aus dem Reiche 
kamen, ließen durch den Mund der Kleinen den Großen ihre 
Meinung sagen und zwar, entsprechend dem Stile der Zeit, sehr 
kräftig. Es wurde fleißig gespielt und die Buchführer sorgten für 
den Stoff. 

In diesem lateinischen Schuldrama, das rasch auch die Stifte 
in seinen Bannkreis gezogen hatte, erstickte das alte Mysterium und 
in den Niederungen des Lebens wucherten die Ausläufer des Fast- 
nachtspieles in der Art Hans Sachsens fort. 

Um die Mitte des Jahrhunderts hatte das Luthertum im Lande 
gesiegt und ein paar Jahrzehnte später sich so gefestigt, daß die 
Stände für den Adel, entsprechend den Mahnungen Luthers, eine 
Landschaftsschule errichteten. An derselben wirkte u. a. Georg 

*) E. Sehmidi, Die Bühnenverhältnisse des deutschen Schuldramas und 
seiner volkstümlichen Ableger im 16. Jahrh. Berlin 1903, p. 19 f. 

^) Der lateinische Schulmeister M. Albert in Wels, der nachweislich (um 
1628) auch Stücke aufführte, mußte entlassen werden, weil er öffentlich un- 
gebührlich über die katholische Eeligion redete. Bei dem Gesamtcharakter der 
Zeit ist nicht anzunehmen, daß sich derlei Leute in ihren dramatischen Ver- 
anstaltungen völlig harmlos benommen hätten. 

^) In der Basler Ausgabe vom Jahre 1523 und den folgenden. Neben 
Ausfällen auf das Ordensleben enthielt dieses Buch auch ein „Gespräch eines 
Jünglings mit einer Dirne". 

Bömer, Die lat. Schülergespräche der Humanisten I., p. 88. 



30 




dtPttÖTtÖCARVst^ 



ÄVSTRIACA 



TRAGOEDIA NOVA: RV- 

POLPHI 1. H ABSB VRGI 

SECVLVM ETRES.GESTAS 

contincns : adiunaSs notis 

hiftoricis. 



RVDOLPHIDOS 

L" X B E R: 

^ES AVSTRIADVM A RV- 
* DOLPHO r. AD ir. vsovs 

noßrum: piäuraStreimfiääeki4' 
nafubmkns^ 



A VT O R E 

GßORGIO CAtAMINO 

Sileßo. 



ANNO M. a XCIV, 



/^ 



Titelblatt des „Rudolphus et Ottocarus" von G. Calaminus. 

(Nach einem Exemplar in der Bibliothek des Stiftes Kremsmünster.) 

Calayninus, der von Straßburg, dem Hauptsitze des Schuldramas, 
gekommen war. Dieser Mann gehört zu den bedeutenderen neu- 
lateinischen Dichtern und Dramatikern dieser Zeit. Er war hier 
als Lehrer der klassischen Sprachen von 1578 — 1595 tätig und 
führte, wie die Bescheidbücher der Stände und erhaltene Drucke 
dartun, eine Reihe von ihm verfaßter Stücke auf: „Carminus 
sive Messias in praesepi", ein Einakter in Hexametern, das 



31 

biblische Drama „Helis", ferner „Philomusus'', „Daphnis seu 
Christus patiens" und das historische Drama „Rudolphus et 
Ottocarus'-'. Für die letztgenannte Tragödie, welche den Kampf 
zwischen Rudolf von Habsburg und König Ottokar von Böhmen 
behandelte, erhob ihn Kaiser Rudolf II. zum Poeta laureatus und 
beschenkte ihn mit seinem Bilde.^) 

Sie war es wert. Es war für seine Zeit ein vorzügliches Stück 
und ist das 1785 erschienene Schauspiel „Rudolf von Habsburg" 
von Werthes (Professor Klein) deshalb interessant, weil es genau 
dieselben historischen Figuren enthält, wie Grillparzers „Ottokar", 
so ist es der Rudolf-Ottokar des Calaminus nicht minder dadurch, 
daß manche Stellen sich stark mit der Auffassung Grillparzers 
berühren und selbst im dichterischen Ausdruck an den großen öster- 
reichischen Dichter gemahnen. 

Ich weise nur auf die Ähnlichkeit zwischen dem Preise Öster- 
reichs in beiden Dichtungen hin. 2) 

Sein Beispiel wirkte auch nach seinem Tode noch fort und 
die Bühnentätigkeit an der vornehmsten Schule des Landes er- 
lahmte nicht. ^) 

In Steyr wirkten als Rektoren der lutiierischen Lateinschule 
Thomas Brunner (Pagaeus) und nach ihm Georg Mauritius.^) 

Th. Brunner stammte aus Landshut, wurde 1558 als Lehrer 
nach Steyr berufen und wirkte hier bis zu seinem Tode (28. Ok- 
tober 1570). Die Grabschrift rühmt ihn als einen ausgezeichneten 
und gebildeten Mann (er war ein Schüler Melanchthons), als eifrigen 
und tüchtigen Lehrer. Seine Dramen verraten einfachen, schlichten, 
gläubigen Sinn und weiche Innigkeit, die gern glänzende Begabung ver- 
missen läßt. Drei biblische Dramen hat er uns hinterlassen: „Jakob 
und seine zwölf Söhne", „Tobias" und „Isaak und Rebekka". 
Den Tobias dichtete er zur Hochzeit des edlen und festen Wolf Urkauf 
mit der tugendhaften Jungfrau Margaretha Prevenhuber, Isaak und 
Rebekka anläßlich der Vermählung des Martin Ortner mit Ursula 



^) K. Schiffmann, Magister Georg Calaminus, ein Schulmann des 16. Jahr- 
hunderts in Linz. Wien 1899, p. 11, 15. 

^) Man vergleiche die Seite 34 stehenden faksimilierten Verse des Neu- 
lateiners mit denen, welche Grillparzer im 3. Akte seines „Ottokar" dem Horneck 
in den Mund legt. 

") Über Aufführungen an der Linxer Landschaftsschule in den Jahren 
1611, 1612, 1615 vgl. F. Stauber, Hist. Ephemeriden über die Wirksamkeit der 
Stände von Österreich ob der Enns. Linz 1884, p. 282. 

■*) In der Würdigung der beiden Männer folge ich der Darstellung in 
Nagl-ZeicUers Deutsch-österr. Literaturgeschichte, p. 575 f. 



32 



"^AVStRlACA tllACOEDlÄ. 



H O K V S, 



sHi 



•*~!l. 




Aa&thcz Marchae fccc« 
cioceta,nipntes frugifcri; pafcua; fluraina: )acui 
vndcciro, falinae, fejrj fodinx, & alia.comtnoda. 
£adem Romans Icgionis olim vcrfus hoftes fta- 
tio. Ducalem ad dignitatem legijs Fiidexicotuni 
itnpcratoxum priuilegijscxaltatio & cmincr.tia. 
Varia fub vltimo duce bella : hcroica eiafdcm 
peöa ; c«dcs dcßique Auftriacis ctiam funefta. 

ßtu teflm, &am£nafmdH 
Außr'ta ; o magni decus orbü ultni: 

Qu£ftnugeßas bona tot beato, 

yitüenUtosCereris^ (olles: 

AEquora ^flauisjpAtiofa campU; 

VlumenargentQ kcuplesrtatante: 

Aureos wonteSitiemora & vtreta: 

f'tnguwmßltuspecudum :ferarum 

Luftrafaltantitm : rigm^ hortos. 

^.placusfeptemqmbus orageßit 

Außrixgaudens KfiafovocarL 

"Bnlacus infiafiuuiumhunc quaterms^ 

JnfemktU regionu agrü. 

Enplag4 longe bifida fedamnet 

fißtutnplures generoßorum, 

Encroäfleres & odoraßla: 

Btfalisfontes : veterUcf^ferrum 

Noriäcertans Chaljbum metallo. * 
Harte ceuKhenum veterestegebant* 

Aufones : noßris ita miles orU^ 

BnfiRomattmvtgilexcubabat: 

E S 



Der Preis Österreichs aus „Rudolph und Ottokar" 
von G. Calaminus. 






Stör, alle in Steyr. Es sind also Gelegenheitsstücke und wohl von 
Bürgern gespielt. Finden sich darin auch manche Unbeholfen- 
heiten und ist er nicht über die Technik seiner Zeit hinausgekommen, 
so enthalten seine Stücke doch echte, wahre Poesie, warmen Preis 
des Glaubens und der Tugend. 

Scherer charakterisiert sie folgendermaßen: Das Laster wird 
nicht ausgemalt. Ich hatte beim Lesen den Eindruck, das wäre 



33 




G. Mauritius^ Rektor der protest. Schule in Steyr. 

(Nach einem Kupferstich im Besitze des Herrn Hofschauspielers H. Thimig in Wien.) 

eigentliche Schulkomödie im Geiste einer jugendlicheren, idealistisch- 
rosenfarbenen Weltauffassung, welche alle frommen, herzlichen Ge- 
fühle bestärkt. 

Gewandter in der Form, aber weniger gemütvoll sind die 
Dichtungen seines Nachfolgers im Amte, Georg Mauritius sen. 

3 



34 

Er war am 13. Dezember 1539 zu Nürnberg geboren. Armer 
Leute Kind, ringt er sich durch unermüdlichen Fleiß und Eifer 
empor. Im Jahre 1558 kommt er an die Universität Wittenberg; 
durch Stundengeben verdient er sich seinen Lebensunterhalt, wird 
Magister und Adjunkt an der Universität und vermählt sich 1569 
mit der Tochter des berühmten Astrologen Kaspar Cruciger. Ein 
Jahr darauf erhält er den Antrag, das durch Brunners Tod erledigte 
Amt eines Rektors der Schule in Steyr anzunehmen. Er folgt dem 
Rufe^ übersiedelt in die alte Eisenstadt und entwickelt hier bald 
eine rege dichterische Tätigkeit. Aber während seiner Amtswirk- 
samkeit beginnen bereits die Anfange der Gegenreformation. 

Schon 1584 ergeht an ihn die Aufforderung, das Land zu 
verlassen, vier Jahre später muß er es wirklich tun. Mauritius 
starb 1610. 

Außer unbedeutenden lateinischen Gedichten verfaßte er zehn 
deutsche Schuldramen, die er selbst wegen des „guten Ausgangs" 
als Komödien bezeichnet; sie haben ihn bekannt gemacht, obgleich 
er wenig originell ist. Hans Sachs, Naogeorgius sind stark benützte 
Vorbilder. 

In der Technik zeigt er sich ziemlich gewandt; doch stören 
oft die zahlreichen Nebenfiguren (Engel, Teufel etc.), die er in die 
Handlung einschiebt. Die meisten seiner Stücke behandeln biblische 
Stoffe: „Nabal", „Ezechias", Josaphat'', „Haman", „David 
und Goliath", die „Weisen aus dem Morgenlande", 
„Sündenfall". Daneben verfaßt er die Komödien „Vom Schul- 
wesen" und „Von allerlei Ständen" und bearbeitet in der 
Komödie von „Graf Walther von Salutz und Grisoiden" 
einen italienischen Novellenstoff. 

Diese Dramen sind zwar alle erst nach seinem Weggang von 
Steyr gedruckt worden, entstanden und aufgeführt worden sind die 
meisten wohl in Steyr, von der „Grisoldis" ') ist es sicher. 

Unter den von den Kommissären der Gegenreformation konfis- 
zierten Büchern finden sich die Dramen von Betulius, Orocus, 
Orimoald, Macropedius, Schaepper und Scaligers Buch de comicis 



^) Comoedia Orisoldis, 1582 germanice scripta et Stirae in Austria acta 
per M. G. Mauricium patrem, nunc vero in Academiae Altorfensis usum latine 
conversa per M. O. Mauricium filium. Altdorf 1621. 

Gewidmet war das Stück in der Leipziger Ausgabe vom Jahre 1606 dem 
Berthold Händl zu Rämitigdm-ff und Biberbach. Eamingdorf ist ein Schloß in 
der Nähe von Steyr. 



35 

dlmensionihus, die nachweislich einst in den Händen der prote- 
stantischen Lehrer in Lm;t und 8teijr gewesen sind.^) 

In Steyr dauerte der Protestantismus trotz allem Gegendrucke 
bis ins dritte Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts fort und eine alte 
Stadtchronik, von dem katholischen Schulmeister Wolfyang Lindner 
geschrieben, meldet wiederholt von dramatischen Aufführungen, 
welche die lutherischen Priiceptores im Rathause veranstalteten. 
So spielten sie am 13. Februar 1611 ein polemisch-satirisches Drama, 
in welchem die verschiedenen Stände durch bestimmte Heilige ab- 
gekanzelt wurden, 2) vielleicht von Mauritius; am 25. Februar 1618 
gab man Josef, der von seinen Brüdern verkauft wird, in deutscher 
Sprache, wie Lindner eigens hervorhebt; des andern Tages eine 
lateinische Komödie, in der viel von Liebe, Spiel und Zank vor- 
kam, also ein höchst pädagogisches Stück. 

Die im Fasching dieses Jahres von den Schülern aufgeführten 
Stücke nennt Lindner „gesalzen" und „unpassend". 

Es war eine unerquickliche Zeit und nimmermehr hätte der 
edle Heinrich von Ofterdingen jetzt „Stiure, der bürge guot" die 
schönen Abschiedsworte zugerufen, die ihm Scheffels „Frau Aventiure" 
in den Mund legt: 

Fahr wohl, die Hort und Nest mir war, 

Du gute Burg von Steier, 

Gott schenk' dir noch manch luatsam Jahr, 

Tanz, Schall und Kosenfeier. 

Fahr wohl, duftsüßer Lindengang 

Zur Garstner Klosterpforte, 

Wo ich in erstem Singedrang 

Den Vöglein stahl die Worte! 

In der Stadt des weißen Panthers, wo jetzt konfessioneller 
Hader und der Meistersinger „holdselige" Kunst die wahre Poesie 
gefangen hielt, lauschte man seit langem nicht mehr dem Vogelsang 
in Gottes freier Natur, sondern auf die Worte von der Kanzel der 
Stadtpfarrkirche, ob sich der katholische Prediger nicht gegen die 
evangelische Freiheit ausließ; in dem duftsüßen Lindengang zur 
Garstener Klosterpforte stahlen keine sangesfrohen Herzen mehr den 
Vöglein ihre Worte, sondern schmähten lutherische Lehrer mit ihren 
Schülern heimkehrende Mönche.^) 

^) Einst in der Bibliothek der Kapuziner von Steyr, dann in der Stifts- 
bibliothek von Garsten, jetzt im bischöfl. Archiv in Linx. 

^) Lindner: Neque materia neque scopus rite percipi potuit, erat quoddam 
confusum chaos. 

*) Diese und andere Beispiele von Gehässigkeit der Protestanten, ins- 
besondere auch der Jugend, erzählt Lindners Chronik von Steyr. 

3* 



36 




Wo waren die lustsamen Jahre, da noch Tanz, Schall und 
Rosenfeier die friedlichen Bürger vereinte! 

Jetzt notierten die Merker der Zünfte in dürrer Gewissen- 
haftigkeit manch „blinde" oder „falsche Meinung".^) 

Ein Mittel also, das evangelische Bewußtsein zu stärken, in 
Wahrheit aber, die Herzen der Mitbürger einander zu entfremden, 
waren die Komödien der lutherischen Schulmeister. 

Darum ist es erklärlich, daß in den Visitations-Protokollen 



^) So nannten die Meistersinger Verstöße gegen die Vers- und Eeim- 
regeln und gegen die Bibel. 



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iHh.ll 16^-^^ ^- ^* ^«arUM*4 IvK \t<^(jiuL(^uayi\ t>rt>cltu/ W 

Schreiben des Kantors Christoph Nudnig in Enns an den Propst 
Sigismund (1553-1572) in St. Florian. 

(Originalaufnahine von Herrn Lehrer E. Fürböck in Linz.) 



j 



37 

des 16. Jahrhunderts immer auch die Frage vorkommt, ob und was 
der Schulmeister mit seinen Buben agiere, i) 

Schmidt betont in seiner schönen Arbeit über die Bühnen- 
verhältnisse des 16. Jahrhunderts mit Recht, daß die massenhaften 
dramatischen Erzeugnisse der Schulmeister zunächst mehr für 
deklamatorischen Vortrag berechnet gewesen seien und deshalb kein 
Aufgehen des Darstellers in seiner Rolle, kein Hineinschlüpfen in 
deren Charakter verlangt hätten. Wenn er sich aber daraus einiger- 
maßen die moralische Weitherzigkeit dieser alten Schulmänner erklärt, 
so denkt er meines Erachtens zu optimistisch. Die Schüler nahmen 
doch Schaden. Ich glaube ferner, daß zu den auf der Schulkomödie 
fußenden volksmäßigen Stücken, die uns im 16. Jahrhundert begegnen, 
vielfach skrupellos Schüler verwendet wurden. 

Feiner, pädagogischer empfindende Schulmeister, die sich für 
delikatere Themen lieber Gevatter Schneider und Handschuhmacher 
abrichteten, mag es ja immerhin gegeben haben. 

Daß es in vielen Fällen nicht pädagogische Gründe waren, 
welche die Lehrer zur Aufführung von Komödien veranlaßten, zeigen 
uns die vielen Nachrichten von Gelegenheitsstücken. 

Da spielt z. B. in Vöcklamarkt ein Schulmeister, weil beim 
Pastor Kindstaufe ist, 2) oder der Kantor Christoph Nudnig von Enns 
will sich beim schönen Geschlechte einschmeicheln, indem er in 
einer Faschingskomödie darstellt, wie ein Graf die Tochter eines 
Hirten heiratet und diese das Muster keuscher ehelicher Liebe, 
vollendeter Geduld und Unterwürfigkeit ist. Damit die Damen von 
Enns das Stück besser verstünden, schreibt er an den Stiftspropst 
Sigismiind (1553 — 1572) in St. Florian, wende er teilweise die 
deutsche Sprache an. 

Was das Repertoire der eigentlichen Schulbühne anlangt, so 
muß es auffallen, daß wir fast gar keine Nachrichten darüber be- 
sitzen. Nicht einmal einen Anhaltspunkt haben wir, ob auch bei 
uns Terenz und Plautus in dieser Zeit die Grundlage des Sohul- 
repertoires gebildet haben. Mir will es scheinen, daß in unserem 
Lande, wenn wir etwa von der im Sinne Sturms geleiteten Land- 
schaftsschule absehen, die deutsche Komödie eine größere Rolle als 
im Reiche gespielt habe. 



^) Leonhard Freisleben (Eleutherobios), einer der ersten und wärmsten 
Anhänger Luthers, der auch ein Spiel von der Weisheit und Narrheit verfaßte, 
■war um 1524 Schulmeister in Linz. 

*) F. Scheibelberger, Beiträge zur Geschichte des Marktes und der Pfarre 
Vöcklamarkt. Linzer Mus.-Jahresber. 1866, p. 161 f. 



38 

Die Freude daran war jedenfalls groß. Das zeigt die Menge 
von Nachrichten über Aufführungen. 

Der Adel und die besseren Bürger hatten unter ihren Büchern, 
wie aus den Verlassenschafts- Abhandlungen hervorgeht, immer auch 
ein paar Lieblingskomödien. ^) 

Die meisten dieser Produkte kommen uns sehr langweilig vor, 
Aveil ihnen eben das eigentliche dramatische Element fehlt und jeg- 
licher weitere Horizont. Unsere Vorfahren waren aber in dieser 
Hinsicht genügsamer. 

Vergnüglich rieben sie sich bei den dialogisierten Schnurren 
ihrer Schulmeister die Hände und bei biblischen Stücken kamen 
sie aus dem Staunen über die Garderobe nicht heraus und vergaßen 
ob der Andacht auf jede dramatische Entwicklung. 

Übrigens sei bemerkt, daß wir moderne Menschen uns auch 
so manches gefallen lassen. Auch im 20. Jahrhundert verzeichnet 
nicht selten der Theaterreferent: Die Novität hatte einen durch- 
schlagenden Erfolg. Handlung: Null. 

Ob und welchen Anteil bei uns die Meistersinger, die in ver- 
schiedenen Orten des Landes nachweisbar ihre Töne dichteten,-) an 
der Volksdramatik genommen haben, ist noch nicht aufgehellt. Es 
spricht aber alles dafür, daß die Nürnberger Schule, deren Meister 
Hans Sachs doch bei uns „singen und sagen" gelernt, mit ihren 
Fastnaohtspielen wohl bekannt gewesen ist. 



Einen von der protestantischen Schulkomödie ganz ver- 
schiedenen Charakter hatte das humanistische Drama in den Schulen 
der Jesuiten und der von ihnen beeinflußten Stifte. Strenge Aus- 
wahl der Stoffe und maßvolle Beschränkung der Aufführungen war 
Grundsatz. Der Zweck des Schuldramas war in diesen Kreisen nur 
ein pädagogischer im weitesten Sinne, daher das Fehlen des direkt 
polemischen Charakters und Bevorzugung frommer und erbaulicher 



^) Erasmus Rödern, der an der Linzer Landscliaftsschule studiert hatte, 
besaß nach einem Inventar aus dem ersten Viertel des 17. Jahrhunderts in der 
Bücherei auf seinem Schlosse Berg bei Rohrbach die Komödie De vita studioso7-um 
(Köln 1569) und De filio prodigo (Augsb. 1561). L. Pröll a. a. O., I, p. 7, II, p. 33. 

Im Inventar des Seb. Jörger zu Tollet vom Jahre 1572 finden sich „ein 
geschriben comedi auß dem driten capitl des Buechs Mose" und Die bösen 
Sieben in Teufels Karnöffelspil (1562?). 

^) Der Meistergesang in Oh&c'6»ierTQ\(ih.,Nagl-Zeidler, Deutsch-österreichische 
Literaturgeschichte, Wien 1899, p. 528 — 43, 








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Prolog zu dem Linzer Jesuitenstück „St. Aloysius". 

(Handschrift des 18. Jahrhunderts in der Wiener Hofbibliothek.) 



39 

Bühnenstücke. Überblicken wir die Reihe der Linzer Aufführungen,!) 
so finden wir Leg endendr amen wie „St. Barbara" (1621), „Cae- 
cilia" (1629), „Aloisius" (1636), 2) „Florianus" (1736), „Eusta- 
ohius" (1764), „Staurophilus",^) „Yenefrida post caedem 
rediviva seu virginitas triumphatrix", „Juliana" etc., dagegen nur 
wenige biblische Stücke, wie z. B. „Absalon" (1649), „David 
pastor" (1670). Aber auch in den ihrem Stoffe nach weltlichen 
Stücken: „Wamba;, Hispaniae olim rex" (1642), „Dacia ex integro 
soluta" (1660), „Bacqueville, Normandiae comes" (1714),^) 
^Athalia" (1746), „Chosroes IL, Persidis rex" (1761),^) spielt 
das religiöse Moment eine Hauptrolle, mehr freilich noch im 

17. Jahrhundert, dem Zeitalter der Gegenreformation, als im 

18. Jahrhundert. 

Symbolische Darstellungen und Tableaus waren beliebt. Am 
21. Mai 1609, als Kaiser Matthias in Linz die Huldigung entgegen- 
nahm, empfingen ihn neun Knaben aus dem Kollegium der Jesuiten 
als Repräsentanten der neun Musen mit einem Epigramm. Im 
Jahre 1623 gab man dem Statthalter zu Ehren ein Epibaterion 
panegyricum symbolicum^) und im Jahre 1650 erhöhten die Patres 
den Glanz des Fronleichnamsfestes mit der Präfiguration „Der 
Baum des Lebens im Paradiese". Durch Tableaus, welche die 
ob captam, condemnatam, crucifixam Christi humanitatem trauernde 
Büßerseele darstellten, wußten sie die Anwesenden in der ernsten 
Fastenzeit aufs tiefste zu erschüttern. 



^) Nach der Clironologia collegii Ldneensis, Kod. 7438 der Wiener Hof bibl. 
uud Notizen, die ich der Güte des hochw. Herrn P. 0. Kolb S. J. verdanke. In 
Linz bestand seit 1608 ein Jesuiten-Gymnasium. 

^) Am Fronleichnamsfeste aufgeführt. An diesem Tage weilte Kaiser 
Ferdinand II. im Linxer Jesuitenkolleg. Schon während der Prozession war 
eine kleine szenische Vorstellung gegeben worden. 

Auch aus dem 18. Jahrh. haben wir einen S. Aloysius a gymnasio S. J. 
Lincensi in scena exhibitus. Kod. 13.358 der Wiener Hofbibl. 

3) Kod. 13.361 der Wiener Hofbibl. 

*) A. Cxerny, Kunst und Kunstgewerbe in St. Florian. Linz 1886, p. 266. 
Die Musik dazu schrieb der Organist Melchior Kämpfl in St. Florian. 

Das Stück Amores Baquevilli et Bonillae (Kod. 13.364 der Wiener Hof- 
bibliothek) aus dem 17. Jahrh. behandelt offenbar den gleichen Stoff (Quidam 
Baquevillius captivus apud Ottomanos a s. Juliano liberatur et ad Bonillam 
uxorem redit). 

^) In der Stiftsbibliothek von St. Florian. L. Cellots Selectae Patrum 
S. J. tragoediae, Antwerpen 1634, enthalten auch einen Chosroes. 

'^) J. Qaisherger, Geschichte des k. k. akad. Gymnasium zu Linz. Linz 
1855, p. 22 f. 



40 

Von einem Pomp, wie er bei den Jesuiten- Aufführungen in 
Prag, Graz, München etc. entfaltet wurde, hören wir in Linz, das 
doch schon im 16. Jahrhundert viel Adel zählte, ') nichts und trotz 
wiederholter Kaiserbesuche im Jesuitenkolleg erhoben sich die auf- 
geführten Stücke zu keiner größeren Bedeutung. Ludi caesarei 
waren doch nur im glanzvollen Wien möglich. 

Anfangs spielte man in einem Saale oder im Hofe des Kolle- 
giums, bis die Väter im Jahre 1732 mit Hilfe der Stände ein 
eigenes Haus nahe der Donau (heute Elisabethkai) erbauten. 2) 

Im Parterre befand sich die Portierloge und eine Apotheke, 
im ersten Stocke waren Räume zu administrativen Zwecken, im zweiten 
der lichte und geräumige Theatersaal. Am 7. Mai des genannten 
Jahres legten die Verordneten unter Pauken- und Trompetenschall 
den ersten Stein zu diesem neuen Komödienhaus. 

Abgesehen von den rhetorischen Übungen^) und Gelegenheits- 
stücken bei Besuchen und festlichen Anlässen, spielten die Jesuiten- 
schüler nur zwei- oder dreimal im Jahre. War es während des 
Schuljahres oft nur eine actiuncula, die man zum besten gab, so 
fiel dafür der Schlußactus um so prächtiger aus. 

Der Statthalter, der Landeshauptmann, ein Prälat oder sonst 
ein ständischer Verordneter teilte die Prämien aus, der Adel, die 
wohlhabende Bürgerschaft und was sonst dem Kollegium zugetan 
war, fand sich ein und hörte mit Wohlgefallen, wie die jungen Leute 
ihre Gewandtheit im öffentlichen Auftreten und ihre Fertigkeit im 
Gebrauche der lateinischen Sprache bekundeten.^) 

^) Linz zählte im Jahre 1581, das kaiserliche Vizedomamt, das Maut- 
und Landhaus und die Pfarrhofgebäude abgerechnet, 183 Häuser. Davon waren 
22 Eigentum ausländischer geistlicher Fürsten und 20 Gebäude, die auf dem 
Platze und in den schönsten Straßen standen, wurden von Adeligen bewohnt. 
K. Ober leitner, Die evangelischen Stände im Lande ob der Enns unter Maxi- 
milian II. und Eudolph IL (1564—1597). Wien 1862, p. 43. 

2) Schon 1711 waren den Jesuiten von den Ständen zum Theater 6000 fl, 
bewilligt worden. Stauber, Ephemeriden, p. 282. 

Die alte Stadtchronik von Linz, welche sich in mehreren Exemplaren im 
Stadtarchiv und im Museum befindet, meldet zum Jahre 1732: Den 7. May 
haben die Herrn Verordnete den ersten Stein zum neuen Comedi Haus, wo die 
Herrn Stände denen Jesuitern 4000 fl. gegeben (Stauber, Ephemeriden, p. 282 f.), 
unter Trompeten- und Paukenschall geleget. Sind auch hernach auf Mittag in 
den garten, wobey sich H. Bruner, Burgermeister und Landschaftssecretari, 
befunden, tractirt worden. 

^) Im Jahre 1663 z. B. sprach ein Schüler der Ehetorik über Franx 
Xavers Missionsreise nach China. 

*) Ausnahmsweise scheint man auch Stadtgrößen mit Komödien ver- 
herrlicht zu haben, wie z. B. die Aufführung der Ansberta in Steyr zu Ehren 



41 

Manchmal gab es sogar Singspiele mit eingelegten Tänzen.') 
In der Regel spielte man Stücke, die in anderen Kollegien sich 
schon bewährt hatten. Das ist bei der großen Festigkeit der Tradi- 
tionen im Jesuitenorden einerseits, bei dem vielfachen Domizilwechsel 
seiner Mitglieder anderseits ganz begreiflich. 

Wie die Stücke wanderten und wie lange sich manche im 
Ordensrepertoire hielten, zeigt die Debora victrix, die in Prag schon 
1604 in Anwesenheit des Hofes über die Bretter gegangen war und 
in Linz noch 1743 vor der Kaiserin Maria Theresia gespielt 
wurde. 2) 

Nach dem Beispiele der Väter der Gesellschaft Jesu richteten 
sich zunächst die anderen geistlichen Häuser in Linz, z. B. das im 
Jahre 1710 gegründete Collegium Nordicum'^) und das Waisenhaus,^) 
die auch im Jahre ein paarmal Komödie spielten. 



des dortigen Bürgermeisters Max Luckhmer im Jahre 1669 schließen läßt. Das 
Stück (gedruckt in Linz) feiert Ansberta als „Teutsche Fürstin und sonder- 
bahren Spiegel der ehelichen Lieb und Trew". In Steyr befand sich seit 1632 
ein Kolleg der Gesellschaft Jesu. 

*) In der ersten Hälfte des 18. Jahrb., unbekannt in welchem Jahre, 
wurde im Linxer Jesuiten-Theater das Martyrerstück Juliana gegeben. Die 
Musik dazu hatte der Wiener Hoforganist Ferd. Tobias Richter geschrieben, der 
auch viele akademische Komödien für das Wiener Jesuitenkolleg komponiert 
hat. Die eingelegten Tänze leitete der ständische Tanzmeister Karl Orotetau. 
Exemplar in der Stiftsbibliothek von St. Florian, Sammelband II, 2755 — 2768 
(„Varia litteraria collecta 1751"). 

^) 0. Teuher, Geschichte des Prager Theaters I (1883), p. 28. Stauber, 
Ephemeriden, p. 282 f. Nebenbei sei daran erinnert, daß noch im Jahre 1850 
ein Volksschauspiel Deborah von S. H. Mosenthal erschien. 

^) J. Qaisberger, Zur Gesch. milder Stiftungen im Lande ob der Enns. 
Linzer Mus.-Jahresber. 1859, p. 53. 

*) Im Jahre 1732 z.B. spielten die Waisenknaben : Glück- und unglück- 
volles Ende; das erste erscheinet an S. Johanne von Nepomuk als glorreichen 
Märtyrern und Blutzeug Christi. Das änderte aber an Wenceslav dem tyran- 
nischen König. Exemplar in der Musealbibliothek. Seit der 1728 erfolgten 
Heiligsprechung bot das Leben und der Martertod des hl. Johannes von Nep. 
öfter StoflF zu dramatischer Bearbeitung in geistlichen Häusern. So verwahrt 
die Stiftsbibliothek in St. Florian ein in Linz bei J. Casp. Leidenmayr 1728 
gedrucktes Singspiel : Der ligend-obsigende Held zu Allg. Freude der Streitend- 
und triumphirenden Kirch an dem Tag der würcklichen Heilig-Sprechung des 
Glorreichen Märtyrers und Sonderbahren Ehren-Beschützers St. Joannis von 
Nepomuck. 

Auch unter den vom Jesuiten Maurisperg im Jahre 1730 in Steyr her- 
ausgegebenen Dramen befindet sich neben einem Mutius, Deodatus, Stanislaus 
auch schon ein Joannes Nepomucenus. 



42 

Im Nordioum gaben am Schlüsse des Jahres bei der öffent- 
lichen Prüfung die Schüler sich in einer Art Dialog gegenseitig 
Fragen und machten sich Einwürfe. Um diesen Dialogen das 
Trockene zu benehmen, versuchte man ihnen einige Male eine 
komische Einkleidung zu geben, in der Art, daß man z. B. einen 
Landpfarrer und seinen Mesner in ihrer Ausdrucksweise nachahmte. 

Das war wohl etwas ganz Harmloses. Trotzdem behauptete 
Nicolai 1) in seiner Reisebeschreibung, die Schüler des Nordioums 
würden angeleitet, jährlich beim Schulactus die Protestanten lächer- 
lich zu machen. 

Die „Skizze von Linz" stellte aber das Gegenteil fest. Tat- 
sächlich ist der Hieb Nicolais auf diese Seite der Jesuiten-Pädagogik 
nicht gerechtfertigt. 



^) Ein bekannter Berliner Buchhändler und Aufklärungsapostel, der zur 
Zeit Goethes und Schillers lebte. Die beiden Dichterfürsten schrieben über 
seine zwölfbändige Reisebeschreibung in den „Xenien": 

Nicolai reiset noch immer, noch lang wird er reisen; 

Aber ins Land der Vernunft findet er nimmer den Weg. 



III. Dpama und Theater in den Stiften. 

Ich habe schon des näheren ausgeführt, wie in den Klöstern 
gegen Ende des 16. Jahrhunderts der kirchliche Sinn wieder erwachte 
und die gegenreformatorischen Bestrebungen eine neue Volksdramatik 
geistlichen Charakters hervorriefen. Wenn ich nun an jener Stelle 
bemerkte, daß sich dieses neue Volksschauspiel aus der Schul- 
dramatik entwickelt habe, so wollte ich damit nicht etwa die 
Grenzen beider verwischen, sondern den Begriff Schuldrama in 
etwas erweitertem Sinne verstehen. Es ist kein Zweifel, daß das 
Schuldrama im engeren und eigentlichen Sinne anderen Zweck, 
andere Darsteller, andere Bühnenausstattung besitzt als die Volks- 
bühne und mit dieser fast nichts gemein hat; es ist aber ebenso 
sicher, daß solche reine Schuldramen verhältnismäßig selten auf- 
geführt wurden. 

Was die Schulmeister spielten, war in den meisten Fällen 
nicht für die Schüler, sondern für die Zuschauer berechnet, wenn 
auch Anlaß und Darsteller in den Kreis der Schule gehörten und 
der Zweck vorgeblich ein pädagogischer war. 

Und indem der Klerus dasselbe tat, aber mit viel mehr Ge- 
schick und Kenntnis des Volksgeschmackes, und die Laien zu 
selbständiger Betätigung in dieser Richtung ermunterte, bewirkte 
er, daß die noch vorhandenen Reste des Volksschauspieles neues 
Leben gewannen. 

Es war ein Nebeneinander der Entwicklung und doch kann 
man sagen, daß die alte Volksdramatik ohne Schuldrama wohl sicher 
dem völligen Untergange geweiht gewesen wäre. Es darf auch 
nicht übersehen werden, daß die wiederbelebte Volksdramatik deut- 
lich die Spuren des Schuldramas verrät. So können wir also doch 
mit Recht behaupten, es habe sich aus dem Schuldrama eine neue 
Volksdramatik entwickelt. 



44 

Dort, wo energisch zugegriffen wurde, wie z. B. in der Bene- 
diktiner-Abtei Garsten,^) sehen wir auch bald eine blühende Bühnen- 
tätigkeit. Unter Abt Wilhelm I. Heller (1601 — 1613) spielte man 
eifrig- In der Regel handelte es sich um religiöse StoflPe ernsten 
Inhalts („Opferung Isaaks", „Das neugeborne Jesuskind 
und die Hirten", ,.Der barmherzige Samaritan"); für den 
Fasching bearbeitete „pro spirituali recreatione", wie die Chronik 
sagt, der Prior Jakob Sanier, ein Schwabe, Züge aus dem Leben 
der schon im Mittelalter bekannten und beliebten Gestalt des 
Bischofs Udo von Magdeburg , ein andermal die Geschichte vom 
Wirtschafter Theophilus-) oder vom zügellosen Prasser Stamulus, 
von dem Beda erzählt, 

Auch die Patres Nikolaus Prudentin und Kaspar Plauz schrieben 
in den ersten Dezennien des 17. Jahrhunderts für das Stiftstheater. 
In der Regel, scheint es, hatte der Prior für die Schulkomödie auf- 
zukommen. Gespielt wurde „ante cancellariam", also im Freien vor 
dem Kanzleigebäude. ^) 

Meist fand sich viel Volk ein und wie sehr damals die Spiele 
vom pastoralen Standpunkt aus aufgefaßt wurden, zeigt die öfter 
begegnende Bemerkung, sie seien „post meridiem loco concionis", 
also statt einer Predigt gegeben worden oder es sei eine solche als 
Vorbereitung dem Stücke vorausgegangen.*) 

Auch auf den inkorporierten Pfarreien stellte man, wie schon 
erwähnt, den früheren zahlreichen Komödien der lutherischen Schul- 
meister, an die sich das Volk schon ganz gewöhnt hatte, ähnliche 



^) Die Darstellung der Theaterverhältnisse in Garsten und Steyr beruht 
auf der schon erwähnten Chronik W. Lindners, einer zeitgenössischen, bisher 
nicht bekannten Quelle. 

^) Es gab auch ein schon im 16. Jahrhundert bekanntes Legendendrama 
Theophilus, welches Maria verherrlicht und daher von den Marienkongregationen 
der Jesuiten und Stifte gern gespielt wurde. 

^) Das Stift St. Florian bestand nach einem gleichzeitigen Plane im 
17. Jahrhundert aus Kirche, Konvent, Infirmarie, Getreidekasten samt Malz- 
kammer, Brauhaus, Bäckerei, Fleischbank, Kellerei, Kanzlei (einstmals Propstei). 
{Cxerny, Kunst und Kunstgewerbe im Stifte St. Florian. Linz 1886, p. 51.) 
Ähnlich waren die anderen Stifte und auch, wie die Abbildung zeigt, Garsten 
gebaut: lauter einzelne schmucklose Häuser und das Ganze von einer Mauer 
umfangen. 

*) Man beachte auch Lindners Bemerkung: Ita nihil praetermittebat 
Dominus parochus Styrensis, quo populum ad compassionem commoveret, 
welche sich allerdings zunächst auf ein Leiden-Christi-Spiel bezieht. Dramatische 
Darstellungen in Verbindung mit der Predigt gab es in Italien schon im 
15. Jahrh. Greixenach 1, p. 313. 



45 

Stücke, aber in katholischer Auffassung, entgegen. Während die 
eingewanderten Schulmeister unserem Volksempfinden doch immer 
mehr oder minder fremd gegenüberstanden, eine eigentliche Volks- 
dramatik auch gar nicht im Sinne hatten, wendet sich der katholische 
Klerus jetzt an seine Landsleute und redet ihnen von der Bühne 
herab eindringlich ins Gewissen. Und weil er des Volkes innerstes 
Denken und Fühlen als Sproß derselben Scholle kannte, hatte diese 
Art Seelsorge einen Erfolg, den wir nicht unterschätzen dürfen. 




Die Benediktinerabtei Garsten um 1624. 

CNach einem Aquarell aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts im Diözesanarchiv.) 

Wieder zeigt uns dies das Vorgehen der Garstener Bene- 
diktiner. 

Zunächst gewannen sie für die Pfarrschule der nahen Stadt 
Steyr einen tüchtigen Schulmeister in der Person Wolfg. LindnerSy. 
der zuletzt in Waidhofen a. d. Ybbs, früher in Wien gewirkt hatte, 
wo er vielleicht den dramatischen Traditionen des bekannten Schotten- 
schulmeisters W. Schmeltxl noch begegnet war.^) 

Er erzählt uns selbst, unter welchen Schwierigkeiten er im 
Vereine mit dem Stadtpfarrer Dr. Falb in dem noch überwiegend 



^) Schmeltxl hatte das deutsche Schuldrama nach Österreich verpflanzt. 



46 

protestantischen Steyr Fuß faßte. ^) Mutig begann er mit seinen 
wenigen Buben in der Pfarrkirche 2) geistliche Stücke, z. T. sogar 
mit Musikeinlagen, 3) aufzuführen: „Opferung Isaaks", „Der 
barmherzige Samaritan", „Das neugeborne Jesuskind", 
„Das Leiden Christi", „Joseph von Arimathaea und 
Nikodemus". 

Die Neugier trieb auch manche Protestanten hinein und Lindner 
versichert wiederholt, diese in heiliger Begeisterung für das Heil der 
Seelen einfach aber würdig gespielten Stücke hätten oft gleich er- 
greifenden Predigten gewirkt und so manche zur alten Kirche zurück- 
geführt. 

Und wie in Garsten und den inkorporierten Pfarreien am Be- 
ginne der Restauration ein neues Bühnenleben sich entfaltete, so 
war es auch in anderen Stiften des Landes der Fall,"^) etwa bis 1624. 
Da kam der Ausweisungsbefehl an die Protestanten und in seinem 
Gefolge der oberösterreichische Bauernaufstand, der auf Jahrzehnte 
hinaus den Wohlstand des Landes tief schädigte. Daher hören wir 
auch in dieser Zeit der Wirren bis zum Westfälischen Frieden nicht 
viel von Musik und Theater. Erst als sich die Stifte vom großen 
„Herrenstaub" etwas erholt hatten, konnte Thalia wieder in ihre 
Hallen einziehen. 

Der Hauschronist der Abtei Kremsmünster, Pachmayr, nennt 
ausdrücklich das Jahr 1649 als den Beginn der „dramatum nostrorum 
epocha" und den P. Ernst Leopold (1648 — 1653 Lehrer der Humani- 
tätsklassen) „comicorumS) nostrorum antesignanum". 



^) So oft Lindner ein Stück aufführen wollte, mußte er die Erlaubnis 
des Abtes, aber auch die des Bürgermeisters haben. 

-) Die Protestanten spielten teils im Rathause, teils in der Dominikaner- 
kirche. Lindner konnte anfangs nur alle zwei Jahre, von 1609 — 1613 alle Jahre, 
von da an wieder nur mit Unterbrechungen spielen. Im Jahre 1607 erhielt er 
zum erstenmal den Rathaussaal. 

^) Am Weihnachtfeste des Jahres 1610 führten „Oarstenses scholares et 
musici" ein Krippenspiel auf, am Karfreitage des folgenden Jahres „pro maiore 
excitanda devotione adhibiti sunt tibicines cum suis instrumentis ad musicam 
vocalem'' beim Passionsspiele. 

*) Das Soldbuch des Stiftes Lamhaeh, wo Abt Wolfg. H. Kammersckreiber 
(1571 — 1585) die Klosterschule wieder mit katholischem Geist erfüllte, ver- 
zeichnet zum Jahre 1577 für zwei Komödien ein Geldgeschenk von 2 fl. 2 ß 28 
an den Schulmeister. 

'^) Den Spielleiter, gewöhnlich ein Professor der Rhetorik, nannte man 
P. Comicus. Eine Reihe von Stücken schrieben im 17. Jahrhundert in Krems- 
münster die Brüder RormuM und Placidus Marstaller und David Zigl. 



47 

Abt Pladdus Buechauer (1644 — 1669) nahm sich wie um die 
Schulen so auch um die damit zusammenhängende Stiftsbühne für- 
sorglich an. 

Anfangs kam man über reine Schuldramen, wie etwa die 
Nuptiae grammaticae inter sponsos Verbum regem et Nomen reginani, 
und Legendenstoffe (Dorothea, Hermenegild, Eustachiiis) nicht viel 
hinaus. 

Aber zur Jubelfeier des Stiftes im Jahre 1677 bot man alle 
Kräfte auf. 

P. Smimi Rettenpacher,^) in dessen Adern wirkliches Dichterblut 
rollte, schuf dazu die Komödie: „Kallirrhoes ac Theiphobi 
amores seu Monasterii Cremifanensis fundatio, eversio 
et restauratio." 



^) Dieser Mann, dessen Bedeutung uns Thassilo Lehner in mehreren 
seit 1891 erschienenen Schriften eindringlich gezeigt hat, ist am 17. Oktober 
1634 in Untergänsbrunn bei Salzburg geboren, wurde 1664 Priester und Kapitular 
des Stiftes Kremsmünster, machte eine Studienreise nach Italien und lehrte 
sodann von 1668 — 1671 am Stiftsgymnasium und an der theologischen Haus- 
lehranstalt. 

Von 1671 — 1675 war er Professor an der Universität Salzburg, 1675 — 1689 
wieder Lehrer am Stiftsgymnasium, von da ab bis 1706 Pfarrer in Fischlham 
und die letzten Tage vor seinem Tode am 10. Mai 1706 verbrachte er im Stift. 

Er schrieb folgende Stücke: 

1. „Innocentia dolo circumventa seu Demetrius, Philippi Mace- 
donum regis filius, insidiis fratris Persei crudeliter veneno sublatus." 
Salzburg 1672. 

2. „Ineluctabi lis vis fatorum seu Atys, Croesi regis filius, ab 
infelici Adrasto inopino vulnere peremptus." Salzburg 1673. 

3. „Perfidia punita seu Perseus, ultimus Macedonum rex, a L. Aemilio 
Paullo victus et in triumphum ductus." Salzburg 1674. 

4. „Kallirrhoes ac Theiphobi amores seu Monasterii Cremifaijensis 
fundatio, eversio et restauratio." Salzburg 1677. 

5. „Innocentia ambitionis triumphatrix." Linz 1679. Rptten- 
pachers Autorschaft steht allerdings nicht fest. 

6. „Prudentia victrix seu Ulysses post longos errores in patriam redux 
procis interemptis amori Penelopes redditus." 1680. 

7. „Sapiens in suo recessu." Aus dem Span, des Didaco Henriquez 
de Villegas übersetzt. 1681. 

8. „Frauen-Treu oder Hertzog WelfF auß Beyern durch Liebe seiner 
Frauen von grosser Gefahr errettet." In teutsche Reym verfasset, sambt 
einer Zugab etlicher Gedichten durch Mison Erythreus Gänßbrunu. 
Salzburg 1682. 

9. „Francia gallice delusa oder die mit Gegenlist hintergangene 
frantzösische Schelmerey." Linz 1689. Auch für dieses Stück steht die 
Autorschaft Eettenpachers nicht unzweifelhaft fest. 



48 

Wohnen wir im Geiste der Aufführung bei. Der Saal ist 
gedrängt voll, Abt Erenbert hat in Anbetracht des seltenen und 
daher um so freudigeren Anlasses mit Einladungen nicht gekargt. 
Grafen und Barone mit herrlich strahlenden Damen sind gekommen 
und nehmen jetzt mit vielen Umständlichkeiten Platz. Und nicht 
zu vergessen des Hofrichters und des ganzen Comitatus aulicus. 
Es ist recht lebhaft im Saale: Die Damen kichern und schwatzen 
über das „Argumentum" (Programm mit kurzer Inhaltsangabe) auf 
türkischem Papier mit Goldschnitt i) und die Herren klappern mit 
den Degen und man hört Französisch und Welsch .... Da klingelt's, 
der Vorhang hebt sich und mit gemessenem Schritte tritt Kallirrhoe 
auf, in eine weiße Tunica gehüllt, mit einer feinen Weiberperücke, 
lehnt sich an die Bildsäule der Göttin Vesta und klagt ihr Los, 
daß sie ungeliebt altern muß: 

„Sic ego semper deserta ferar? 
Nemo meos heu tristia fata 
Ambit amores? 

Sola tot annos viduis ripig 
Exigo tenui murmure virgo . . , 
Labitur aetas praepete cursu 
Optima periit portio vitae; 
Nemo meos o Numina laeva 
Ambit amores!" 

Sie spricht so schön Latein wie nur je eine Kremsnymphe und 
Theophobos, der um ihre Hand wirbt, ist der artigste Schäfer; etwas 
kühl, ja, sind sie beide; doch so muß es sein in der klassischen 
Aktion. Aber wie! Gleich in der nächsten Szene geschieht ein Riß 



10. „Candor triumphans oder Redlich wehrt ewig." Linz 1699. 

11. „Sacrum connubium sive Theandri et Leucothoes sancti amores." 
Würzburg 1700. 

12. „Ambitiosa tyrannis seu Osiris crudeli vulnere a fratre Typhone 
occisus." 

13. „Pietas impia seu Rosimunda pia in patrem, impia in maritum." 

14. „Pax terris reddita seu felix Leophili ac Irenes connubium." 

15. „Juventus Virtutis et Apollinis muneribus instructa 
Veterni, Bacchi ac Voluptatis illecebris corrupta, labore Martis emendata, 
Palladis suasu atque favore ad frugem reducta." Drama musicum. 
Rettenpaeher ließ die Nummern 1, 2, 3, 6, 10, 12, 13, 14, 15 als „Selecta 

dramata, diversis temporibus conscripta et in scena recitata" 1683 in Salzburg 
drucken. 

*) So waren z. B. sogar die 15 Explicationes zur Faschingskomödie des 
Jahres 1677 in St. Florian ausgestattet {Cxerny, Die Bibliothek von St. Florian, 
Linz 1874, p. 103). 




ober 

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liefen ©cbid[?ten/ 

Kifon ^rpt^reuöi)on^dn§brunn. 




(Sd&burg / 

®ett«^ünbücrlegt bei) 3of)ann^aptif!3}Zat^r/ J?>off> t>t\bl 
^cabemifd^eri Söudbtrucfem/ onb^panblcin. 

Titelblatt des Stückes „Frauen-Treue" von S. Rettenpacher. 

(Exemplar in der Wiener Hof bibliothek.) 



I 



49 

in die klassische Gravität der Aktion. Günther auf der Jagd .... 
Ein wunderhübscher, schmächtiger Bub mit echten blonden Locken, 
mit Augen so blau, daß sie das Ordensband schlagen, das er über 
der Brust trägt. Sowie er hereinkommt, rasch und ungestüm, bringt 
er Leben in die klassische Komödie und nimmt aller Herzen ge- 
fangen; der Freiherr von Eyselsberg fragt, ob das ein junger Wald- 
stein sei, und die schöne Freiin läßt ihren Fächer sinken und flüstert 
lächelnd ins Ohr des Gemahls. 

Es kommt tragisch. 

Auf den Speer gelehnt, lauscht Günther im Dickicht: „Audire 
credo sonum appropinquantis ferae!" . . . Die Bestie erscheint — nie 
war ein Eber schrecklicher als der Gratianer Wolf! — und Günther 
setzt sich ritterlieh zur Wehr. O, wie zittern die schönen Damen 
für ihn! Aber sein Schicksal muß sich erfüllen . . . vom Zorne des 
Ebers getroffen, stürzt er ... da klatschen die Männer, die Frauen 
halten ihre Taschentücher an die Augen und die Freiin von Eysels- 
berg schreit laut auf. Die Aktion geht weiter. Es tritt Thassilo, 
der Herzog, auf und Liutpurga, die Herzogin, und Graf Utilo und 
Graf Grimoald und die Nymphen Onone und Hyale und die Schäfer 
Mopsus und Aegon; sie alle rezitieren ihren Part, wie sich^s 
gehört ... .1) 

Das Stück endete mit einem Triumphe für Rettenpacher. Um 
wie viel großartiger aber wäre wohl der Jubiläumsactus verlaufen, 
hätte man damals bereits die schöne Bühne gehabt, welche Abt 
Erenbert einige Jahre später von den Ständen für seine Bemühungen 
anläßlich der Vermählungsfeier Kaiser Leopolds I. und beim Empfange 
der Majestäten in Linz erhielt! 

Auf dieser schönen Bühne hatten die Verordneten ihre und 
des Landes Gefühle in prunkvoller Scena verdolmetschen lassen. 

Um dieses Theater aufstellen zu können, vereinigte man das 
frühere Bühnenlokal mit dem darunter befindlichen Getreidekasten 
und in diesem zwei Stockwerke umfassenden Räume blieb es bis 
zum Jahre 1803. Die Bühne allein war beinahe zehn Klafter tief 
und hatte die Breite des ganzen Gebäudes. 2) Man versteht also, 
wie man zur Zeit der Ritterakademie die Darstellung von Jagden, 
Jahrmärkten, Schlachten, Schiittagen etc. wagen konnte. 



^) In dieser Weise entwirft uns E. v. Handel-Maxxetti in ihrem geistvollen 
'&0XO.&U Meinrad Helmpergers denkwürdiges Jahr (1902) das Bild einer Aufführung 
der Kallirrhoe zu Anfang des 18. Jahrhunderts. 

^) Im Parterre stiegen die Sitzreihen amphitheatralisch an, oben befand 
sich eine Galerie herum. 

4 



50 

Aber es kostete die neue Erwerbung ein schönes Stück Geld, 
weil man mit der Garderobe doch auch gleichen Schritt halten 
mußte. Da bedurfte es einer Ausstattung zur plutonischen Scena, 
natürlich in Feuerfarbe, zur Flora-Scena, zur neptunischen Scena. 

Zu einem martialischen Interludio waren papierene Köpfe 
(Masken) mit den dazugehörigen Schwertern, Pferde von Holz, 
Totenköpfe und Adler vorrätig; zur martialischen Scena aber Fahnen, 
Harnische, Helme, Pickelhauben, Schwerter, Trommeln, Schilde, 
Partisanen. Zur Dianaszene fanden sich Köcher mit Pfeilen, Hörner, 
Schäferstäbe und Jägerkleider. Nach Bedarf gab es auch ein 
sceptrum cum oculo divino, einen Dreizack, den Bogen Cupidos, 
einen hölzernen Anker u. dgl. m.^) 

Nach dem Siege über die Türken bei Wien wurden Türken- 
stücke Mode, in denen es von Turbanen, Tatarenmützen und 
Krummsäbeln wimmelte. Die Stücke, welche damals die Prälaten 
aus der Siegesbeute für die Sammlungen ihrer Stifte erwarben, 
dienten als erwünschte Vorlage. 

Vorbildlich für die Stiftstheater dieser Zeit war außer den Auf- 
führungen der Jesuiten das unter dem Rektorate des Kremsmünsterers 
P. Gregor Wihmperger (1681 — 1705) eröffnete Aulatheater an der 
Salzburger Universität. Wenn man bedenkt, daß hier Vertreter der 
verschiedensten Benediktiner -Abteien Deutschlands und Österreichs 
teils als Lehrer teils als Schüler weilten, 2) wird man die Macht der 
Einflüsse ermessen, die sich hier kreuzen mußten. Und was der 



^) Ein Inventarium der Stiftsbühne in *S^. Florian vom Jahre 1690 hat 
Czerny in seinem Buche „Kunst und Kunstgewerbe in St. Florian", p. 263, ver- 
öffentlicht: Auf 14 Latten oder Stangen war das Spielzeug aufgehängt. Auf 
der ersten Latte paradierten zehn Schweife von Meerwundern, auf der zweiten 
€in mit Perlen gesticktes Pektoral (Bruststück) mit seinem zugehörigen Schürz], 
ein rottaftenes Florianikleid, ein Scenarock, Goldstuck, item ein ungarischer von 
Silberstuck mit zwei königlichen Talaren, item ein türkisches Unterkleid. Auf 
der dritten war ein Scenarock von güldenem Tockh mit Silberspitzen durchaus 
verschamoriert, zwei Röcke in Silbertockh, zwei blaue Schürzl mit kleinen 
Silbergalanen verbrämt. Auf der vierten Latte ein weißtaftenes Bruststück mit 
dem Unterrock von weißer Leinwand, zwei Spiegelkleider mit falschen Umbrellen, 
zwei grüne Schürzl mit kleinen Silbergalanen etc. etc. Man hatte ßöckl zur 
Schäferei, romanische Kriegaröcke, Pilgramkleider, Charlatankleider mit ihren 
dazugehörigen Hauben, Judenmäntel, Kleider zur Krönung und Geißelung für 
geistliche Schauspiele, Truhen voll mit Strümpfen, Federn, Tanzschuhen und 
Kothurnen. An den Mauern waren Turbane und Tatarenmützen befestigt. 

^) Von 1637 — 1777 lehrten 28 Benediktiner aus Kremsmünster allein da- 
selbst und befanden sich Kleriker aus 114 Klöstern hier, um theologischen Studien 
zu obliegen. Von 1659 — 1662 studierte in Salzburg auch Abraham a s. Clara. 



51 

junge Kleriker im schönen Salzach-Rom gesehen und gehört, verwertete 
später der Rhetorik-Professor als P. Comious in seinem Stifte. 

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts war auch das musi- 
kalische Leben erwacht. Die großen und die kleinen Höfe segelten 
nun langsam aber sicher ins Fahrwasser der Italiener.^) Seit 1651 
hatte Wien sein Opernhaus und bald zog die neue Mode immer 
weitere Kreise. Bei uns ist das Fortschreiten ganz deutlich zu 
verfolgen. 2) 

Schon in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts senden die 
Abte unserer Stifte ab und zu einen tüchtigen Musiker -Mönch zu 
weiterer Ausbildung nach Italien, kaufen neuartige Instrumente und 
sorgen durch Gründung einer Hofkapelle für eine würdige Kirchen- 
musik. 3) 

Immer mehr bereitet sich der Boden für das Singspiel vor*) und 



^) Seit dem Jahre 1543 bestand in Wien eine kaiserl. Hofmusikkapelle 
und die Kaiserburg auf dem Hradschin in Prag war bereits eine Pflegestätte 
der Kunst und Musik, als in Italien die ersten Anfänge des musikalischen Dramas, 
der Oper, keimten. Im Jahre 1594, als Einuccini, Caccini und Peri ihre Dafne 
schufen, hielt Kaiser Rudolf II. Hof auf dem Hradschin und ein reicher, an- 
gesehener Kreis von Musikern aus Welschland und Deutschland bildete seinen 
bedeutenden musikalischen Hofstaat, Unter diesen befand sich auch der Altist 
Joh. B. Ouicciardi mit 15 fl. Monatsgehalt (Teuber, Gesch. des Prager Theaters I, 
p. 34). Im Jahre 1597 wies ihm der Kaiser eine Herrenpfründe in St. Florian 
an (Cxerny, Kunst und Kunstgewerbe, p. 119). 

^) Über das musikalische Leben in unseren zwei größten Stiften, Krems- 
münster und St. Florian, um diese Zeit vgl. 0. Huemer, Die Pflege der Musik 
im Stifte Kremsmünster. Wels 1877, p. 14 AT. und A. Oxemy, Kunst und Kunst- 
gewerbe in St. Florian, p. 119 f. 

') Um die Wende des 16. und 17. Jahrhunderts wurden die Singspiele des 
Orlando di Lasso in St. Florian gegeben und ein Sohn dieses großen Komponisten 
ehrte den Abt Alexander I. a Laeu von Kremsmünster, der ein Italiener von 
Geburt war, durch die Überreichung mehrerer Kompositionen. 

Der Chorherr Martin Langreder von Suben widmete im Jahre 1602 den 
Prälaten von St. Florian und Kremsmünster eine Komposition (Canticum gloriosae 
Deiparae V. M. sex vocibus super varia, ut vocant, madrigalia). 

In Garsten war P. Seb. Ertel in den ersten Dezennien des 17. Jahrh. ein 
nicht unbedeutender Komponist und schon 1596 läßt sich hier ein eigener Hof- 
organist namens Florian Korsorsky nachweisen. 

Der Kremsmünsterer P. Benedikt Lechler, der von 1628 — 1651 Musikdirektor 
des Stiftes war, machte 1632 eine Reise nach der ewigen Stadt und blieb zeit- 
lebens ein eifriger Verehrer der italienischen Musik. Huemer a. a. O., p. 17 flf. 

.*) Im Jahre 1677 erschien in Linx bei K. Freyschmid die italienische 
Oper: „Hercole acquisitore dell' immor talitä." Drama per musica 
nel felicissimo di natalizio .... dell' imperatrice Eleonora Maddalena Teresa. 
Per commando dell' imperatore Leopoldo. Posta in musica dal Sr. Antonio 

4* 



52 



im Jahre 1680 gibt das Stift Kremsmünster dem Kaiser Leopold I. 
nnd seiner Gemahlin, die auf Besuch dort weilen, zu Ehren die erste 
Oper: „Ulisses". „Novum quodammodo genus erat," schreibt 
Rettenpacher , der Librettist und Komponist, ausdrücklich seinem 
Freunde P, Honorius Aigner in Salzburg darüber, i) 

Der Kaiser, der selbst 

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Opern und Arien für solche 
komponierte und 1659 so- 
gar in einer Oper persön- 
lich mitgewirkt hatte, war 
ganz entzückt und 



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Schreiben S. Rettenpachers an P. Hon. Aigner 

in Salzburg über die erste italienische Oper^iii 

Kremsmünster. 

(Original im Archive des Stiftes Kremsmünster.) 



Draghi. Con Farie per li balli 
dal Sr. Oio. Henrieo Smelxer. 
(Exemplar in der Stiftsbiblio- 
thek in Kremsmünster.) 

^) Die das Stück be- 
treffende Stelle seines Briefes 
lautet vollständig: 

Interim mitto nonnuUa 
exemplaria nostrae comoediae 
die decimo tertio Septembris 
Augustissimis Majestatibus ex- 
hibitae distribuenda cum plu- 
rima commendatione per- 
illustri D. Baroni ab Heggi, 
Magnifico P. Rectori, P. Jo- 
sephe Priori ad s. Petrum, 
P. Gregorio nostro, P. Oddoni 
amicomeo veteri et si qui forte 
alii desiderabunt. Rogo tamen, 
iudicia dignetur perscribere, 
quid de illa sentiant. Est 
enim novum, qtiodammodo genus 
et more Italorum, musieis nu- 
meris aptatum drama. Impe- 
ratori et toti aulae summo- 
pere placuit nee satis laudare 



potuerunt. Plura nonnulli my- 
steria invenerunt et aliis explicarunt,. omnia bene et praeclara forma, quam 
cogitaverim ipse. Haec non scriberem, nisi scirem, monasterii honore suam 
Paternitatem maxime delectari. Multa omitto, ne molestus sim aut encomium 
quaerere videar. Verum mihi pars minima adscribenda, pleraque musieis et 
aetoribus debeo, quod tarn egregie suam quisque personam sustinuerit. Nam 
mea compositio quattuordecim tantum dierum labor fuit. Sed garrio — ignoscat; 
quasi praesenti me loqui existimabam. Commendo me plurimum, Oremifani 
die 3. Oet. 1680. 



53 



mutfgte dadurch die Musiker^ auf dem beschrittenen Wege fort- 
zuwandeln.i) 

An diesem denkwürdigen Tage trat das drama musicum seinen 
Siegeszug durch unser Land an. Ein Jahrzehnt später hat auch 
das Ballett schon seinen Einzug gehalten^) und so jubelt man sich 




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*) Im selben Jahre besuchte der Kaiser auch St. Florian, wo ein vom 
Chorherrn Paul Perger verfaßtes Stück gespielt wurde. 

^) Der Gambist M. Puecher in Kremsmünster schrieb 1688/89 u. a. Ballette 
ab und 1692 wurden gedruckte gekauft. Hiiemer, p. 33. 



54 

mit Pauken und Trompeten, Flöten und Geigen ins musikalische 
Jahrhundert hinüber. 

Es kommt dann im 18. Jahrhunderte die Ära der großen 
Stiftsbauten und wieder wendet sich der Blick nach Italien. Söhne 
dieser Heimat aller Kunst arbeiten bei uns nun als Musiker, Maler, 
Architekten und Stukkateure, es erstehen die prachtvollen Präla- 
turen und Prunksäle, die wir noch heute bewundern, und das 
deutsche Ohr gewöhnt sich an die welschen Melodien. 

Die Stifte, wie immer so auch jetzt die Mittelpunkte aller 
wissenschaftlichen und künstlerischen Bestrebungen, wetteifern in 
den nächsten Jahrzehnten in dem Ruhme, die besten Musiker 
zu haben. 

In St. Floria7i glänzen unter den musikliebenden Pröpsten 
Claudius Kröll (1700-1716) und Johann III. Födermayr (1716—1732), 
die beiden Komponisten M. Kämpfl und J. Halbax und der Regens- 
chori (1719 — 11S9) Paul Schopper war ein Baßsänger ersten Ranges, 
der einen lebhaften musikalischen Verkehr mit dem sang- und klang- 
reiohen Wien Karls VI. unterhielt. 

Im Jahre 1731 ersteht hier eine neue glänzende Bühne, im 
Jahre 1737 läßt der Abt Fixlmillner (1731 — 1759) die von K?'ems- 
münster restaurieren. Der Musensitz an der Krems erlebte aber 
seine höchsten Bühnentriumphe seit der 1743 erfolgten Errichtung 
der Ritterakademie. Die jungen Edelleute, die hier ihr Wissen 
holten, warfen so manchen Blick in die Welt, für die sie erzogen 
wurden, auf den Brettern, die sie bedeuten. 

Abt Fixlmillner schickte seinen Konventual F. Sparry nach 
Italien, wo dieser durch zwei Jahre bei Oirolamo Chili in Rom und 
heonardo Leo in Neapel, zwei ausgezeichneten Kontrapunktisten, die 
mächtigsten Anregungen empfing. 

Zu Hause entfaltete der junge Mönch dann als Musikdirektor 
(1747—1767) im Verein mit den besten Kräften ein reiches musi- 
kalisches Leben, das zwar in erster Linie dem Kirchenchore, aber 
doch wohl auch der Stiftsbühne zugute kam.^) Seinen größten 
Musiker aber besaß das Stift an Q. Pasteriüix (geboren 1730, von 
1767 — 1782 Musikdirektor, 1803 gestorben), dessen Name auch außer- 
halb Österreichs bekannt geworden ist. In seine Ära fällt das Ende 
des klösterlichen Schuldramas im engeren Sinne. Im Jahre 1765 



^) Von ihm stammt der musikalische Scherz Bacchanaliorum fmis mit 
einschmeichelnden Melodien, die mit Rezitativen und Chören abwechseln. Die 
Eezitative sind ausdrucksvoll und für den komischen, halb deutschen, halb 
lateinischen Text fast zu erhaben. Huemer, p. 48. 




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hatte die 1760 eingesetzte Hof- Studienkommission die Verbindung 
einer theatralischen Produktion mit der Prämien Verteilung, 1768 
die Schulaufführungen überhaupt untersagt. Damit hatte eine Kunst- 
übung ihr Ende erreicht, die durch zwei Jahrhunderte von pro- 
testantischen Pädagogen so gut wie von katholischen als für einen 
richtigen Sohulbetrieb unentbehrlich angesehen worden war 




G. Pasterwiz, 

von 1767—1782 Musikdirektor in Kremsmünster. 

Nach einem Porträt im Musikarchive des Stiftes. 

(Originalaufnahme von Herrn Lehrer E. Fürböck in Linz.) 

Die liebe Jugend spielte aber nach wie vor; gab es ja der 
Anlässe noch genug und war doch Abt Erenhert III. Meyer (1771 
bis 1800) ein so warmer Freund und Förderer der Stiftsbühne. 

Pasteriviz, ein Schüler Eberlins, pflegte die italienische Oper.^) 
Mutig führte er mit seinen jungen Musikanten in echt künstlerischer 



^) Er schrieb die Opern .,11 Giuseppe riconusciuto" (1777) mit 
italienischem und „Samson" mit deutschem Texte (1775) und die Musik 
zu dem Schauspiele „Der wahre Vater" (1782), Lixsnxen zu Wagenseils 
,,Gioas, re di Giuda", zu Salieris „La fiera di Venezia", zu Eberlins 
„Joas", zu Rolles „Abel", zu Jomellis „Abramo" und zu Glucks „U Par- 



56 

Begeisterung Ohicks „Paris und Helena*' auf und nun folgten 
„Alceste", „Die Pilgrime von Mekka", „Parnasso confuso" 
und Stücke von Jomelli, Paesiello, Pergolese, Salieri, Rolle, Wagen- 
seil, Dittersdorf, Mozart und seine eigenen in buntem Wechsel. 

In der Akademie lernten die Zöglinge Italienisch und Fran- 
zösisch. 

Als Pasterwiz anläßlich der Jahrtausendfeier des Stiftsbestandes 
im Jahre 1777 den „Giuseppe riconusciuto" zur Aufführung 
brachte, sangen die Studenten ihre Rollen sprachlich so korrekt, 
daß sie dafür das besondere Lob des anwesenden Nunzius Garampi 
ernteten. 

Pasterwiz blieb in seiner Stellung als Musikdirektor bis zum 
Jahre 1782.i) 

Und während Kremsmünsters Ruhm sich immer mehr ver- 
breitet, feiern die anderen Stifte durchaus nicht. Um 1770 baut 
Abt Amand Schickmayr [1146 — 1794) inLamhach ein neues Theater, 2) 
auf dem sich beim dreißigjährigen Abtjubiläum im Jahre 1776 die 
vorzüglichen Sängerinnen Notburga Kaiser aus Gmunden und 
M. Haydns Frau aus Salzburg mit gepudertem Haar und Reifröcken 
in welschen Arien hören lassen. 

St. Florian hatte seinen Tenoristen B. Kraus und seinen 
F. Aumann,^) Garsten^) seinen Jakob Scherer, der Hofmaler, Bassist 
und Librettist zugleich war, ein — billiges Individuum. 



nasso confuso"; Zivisehenspiele: „Nützliche Veränderung des 
lustigen Studentenlebens an einem liederlichen Schuster- 
sohne" (1771), „Castor et Pollux Parenti (Abt Erenbert III.) ex Thermis 
Carolinis reditum gratulantur", „Hans" (1764), letzteres in derbkomischem 
Dialekte. 

^) Als Hofmeister in Wien (1785 — 1795) versammelte er um sich in 
Konzerten die ersten Berühmtheiten der Kaiserstadt, vor denen nicht selten 
seine eigenen Kompositionen mit ungeteiltem Beifalle aufgeführt wurden. Und 
dies geschah vor Männern wie Moxart, Haydn, Salieri und Albreehtsherger. 
Wurzbach, 21, 337. 

^) Diese Bühne ist fast unverändert noch heute zu sehen. 

^) Er war ein ganz bedeutendes Talent und stand mit den besten Ton- 
künstlern in Verbindung. 

*) Um die Stiftsbühne in Garsten machten sich verdient: P. Bernhard 
Wedl (1720 — 1757), P. Robert Plank, der eine vorzügliche komische Ader besaß, 
und P. Virgil Kleinmayr (1691 — 1771), der als Universitäts-Professor in Salz- 
burg schon für das Aulatheater geschrieben hatte. Man spielte in dem vom 
Abte Leopold (1747 — 1757) erbauten Speisesaal, der nur einigemal als solcher 
benutzt wurde, und noch 1786, also knapp vor Aufhebung des Stiftes, ließ Abt 
Maurus Oordon das Theater vollkommen restaurieren. 



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Stimme des Benjamin aus der Oper „Der wiedererkannte Joseph" 

von G. Pasterwiz aus dem Jahre 1777. 

Nach der Originalpartitur im Musikarchive des Stiftes Kremsmünster. 

(Aufgenommen von Herrn Lehrer E. Fürböck in Linz.) 



57 




In Kremsmünster folgte auf Pasterwiz Max Pissmger (1783 
bis 1785), der u. a. den bekannten Süßmayer oder Dolcevillico, 
wie er sich als Maestro gern nannte, in seine Kunst einführte, und 
auf ihn Bonifaz Schweigert (1785 — 1794), unter dem M. Haydn und 
Süßmayer einigemal auf Besuch hier weilten.^) 

^) Im Jahre 1771 weilte M. Haydn mit Frau und Schwägerin vier Tage 
im Stifte. 



58 




Versatzstück zum Lambacher Stiftstheater. 



Eine wahre Jagd nach musikalischen Genüssen begann, als im 
Jahre 1789 der feinsinnige Freund Mozarts, P. Maximilian Stadler, 
Benediktiner des Stiftes Melk, als Ahhh commendataire nach Krems- 
münster kam. Glänzende Konzerte und Opernaufführungen ver- 
einigten unausgesetzt Kenner und Liebhaber^) aus Stadt und Land 
in dem gastlichen Stifte. — Leider wirkte dieser hervorragende 
Kunstmäzen nur anderthalb Jahre in seiner allerdings für beide 
Teile wenig angenehmen Stellung. 

Wenn wir uns nun zum Schlüsse ein Urteil über die etwa seit 
1650 aufgeführten Stücke bilden wollen, sind wir in der glücklichen 
Lage, in Kremsmünster noch ungefähr 100 Stücke zu finden, die 
uns einen guten Einblick in die verschiedenen Richtungen des Ge- 
schmackes gestatten, die jeweils das Repertoire hier und in den 
anderen Stiften beherrschten. 

Anfangs wandelt die Stiftsbühne längere Zeit ganz im Geleise 
der Jesuit entheater: 2) Legendendramen und Moralisationen streng 
religiösen Typs überwiegen. 

Da mußte Hannibal der studierenden Jugend ein Beispiel geben, 
wie man Eide heilig hält, Anconius lehrte die Herrschertugend der 



^) Wie sehr in der zweiten Hälfte des 18. Jahrh. Theater-Aufführungen 
als wesentliche Programmpunkte einer Festlichkeit angesehen wurden — auch 
in geistlichen Kreisen, mag man daraus ersehen, daß man anläßlich der In- 
stallation des Linzer Generalvikars Finetti auf die Herrschaft Suben im Jahre 1792 
auch zwei Opern aufföhrte. Pritx, Suben, p. 64. 

^) Man denke an Stücke wie „Eustachi us" (1673), „Demetrius", 
„Parrochius", ,.Ansberta", „Cyrus", „Belisar", „Gottfried von 
Bouillon", „Wamba", „Heraclius", „Leander", „Alexius", „Euri- 
pus" usw. und man wird sich an Jesuiten- und Piaristenstücke gleichen oder 
ähnlichen Namens erinnern. 

Die Verfasser solcher Stücke schöpften ihren Stoff meist aus Petrus 
Sanchez, Surius, Andreas Eborensis und ähnlichen Autoren. 



59 

Gerechtigkeit, der Feldherr Belisar die Großmut des Beleidigten, 

an Gottfried von Bouillon bewunderte man Tapferkeit und Demut. 

In dem Schicksale Caesars, „so in dem Kath von Bruto und 




anderen Rathsherren ermordet worden", offenbarte sich die Tragik, 
die in dem Vertrauen auf falsche Freunde liegt, i) 

Erschütternde Szenen bot das Schicksal Konradins, des letzten 

^) Am 16. und 23. Oktober 1721 in Lambach aufgeführt, me das Tage- 
buch des Abtes Maximilian Pagl (1707—1735) meldet. . 



60 

Hohenstaufen, und Friedrichs von Osterreich. Dann zeigte sich 
wieder die Schrecklichkeit der Todsünde in greller Beleuchtung oder 
es sollte die Geschichte von der Ermordung des Königs Bythinus 
durch seinen eigenen Sohn auf die verderblichen Folgen schlechter 
Erziehung hinweisen.^) Man erbaute sich an dem Leiden des Herrii 
und dem Kampfe St. Benedikts mit dem Fleische, ging im Geiste mit 
dem Burgundenkönige Sigismund den Weg der Buße und lernte an 
der Erhabenheit des Papstes Alexander die irdische Größe Alexanders 
des Großen verachten. Ein Beispiel werktätiger Liebe gab Johanyies 
der Evangelist, der einen Räuberhauptmann auf den Weg des Heiles 
zurückbrachte, den Wert der Armut prägte man den Studenten an 
dem auferbaulichen Tode des Lazarus und der Verdammnis des 
reichen Prassers ein, die Abscheulichkeit des Neides an Belsena, einem 
Prinzen von königlichem Geblüte, die Feindesliebe an dem spanischen 
Könige Wamba. Die Geschichte des von Alexander dem Großen als 
König eingesetzten Küchengärtners Abdalonymus zeigte klärlich das 
Walten der Vorsehung, die aus Hirtenknaben Päpste macht und 
Volksbeherrscher vom Pfluge wegholt. Es war dies wie der Bruder- 
zwist in Herrscherhäusern ein auch bei den Jesuiten beliebtes Sujet. 

Auch das Genovevenmotiv nach M. Cochems Darstellung, der 
diese Geschichte einem französischen Jesuiten nachschrieb, spielte 
im Repertoire eine Rolle. Ich erinnere an die „Hirlanda" in La7n- 
bach, von der noch die Rede sein wird, und die ,,Genoveva" in 
Kremsmünster (1724). 

Große Freude machten den Studenten Ausstattungsstücke, in 
denen sie als orientalische Herrscher (Abdul von Granada, Fachr 
Eddin, Emir der Drusen, Sultan Bajaxethus u. a.) mit einer aus- 
gedehnten Komparserie ihren Prunk entfalten durften. 

Und selbst die himmelblaue und rosenrote Schäferwelt macht 
vor der Klosterpforte nicht Halt, jene Welt der Schäferwölkchen und 
bänderumwundenen schlanken Hirtenstäbe und hochgestelzten Atlas- 
pantöfielchen. 

Im Garderoben-Inventar des Stiftes St. Florian aus dem Jahre 1690 
werden die Stücke aufgezählt, welche ,,zu einer Schäferei" gehören, und 
die Stiftsbibliothek von Lambach bewahrte uns die Worte, welche einst- 
mals von den Lippen der also Kostümierten flössen. So beginnt im 
„Heracrius"^) die erste Szene des zweiten Aktes mit folgendem 
Monologe : 



^) Ein pädagogischer Mißgriff, der uns auch später wieder begegnet. 
^) „Trauer Schauspiell oder der Tapffermütige Heraclius." Übersetzt von 
Christian Böttger. 1696. Kod. chart. 201. 30 Bll. 




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Arconte (Untertan des persischen Königs Cosroes): 

Ihr schönen Dannen, die ihr alhier in diesen schönen Wäldern 
euer Alterthum über 100 Jahr erweisen könnet, bei euch ist man 
aller Angst und Pein, die unser Seelen quälen können, befreiet. Es 
kann mein Herz in eurer beliebten Einsamkeit mehr Vergnügung 
finden, alß wenn es noch in der Perser Burg unter güldenen Tächern 
wohnete, da man von nichts alß Haß und Neydt und Lastern höhret, 
denn unter euch ist meiner Jugend Lauff und Freiheit ins gänzliche 
Verderben gerathen, unter diesen Schattenreichen Bäumen aber wieder 
herfür gegrünet. 

Ach, Cosroes, du Wütterich, daß nicht die Sonne für deiner 
Tyrannei erröthet! Deine Mordrache hat mir meinen Sohn erdöttet 
und der Vater, der dich nicht im wehnigsten beleidiget, muß daß 
Elend bauen. Ach Cosroes! Aber waß höhre ich um diesen meinen 
Waldt, der doch von Bellona selbst nicht berühret wird und wo in 
diesen dunkelln Hayn die Sicherheit ihre Wohnung hat, vor ein 
Geraßel der Waffen? Ich will es erwarten, wer er sey, der sich 
unterstehet, mich in meiner Einsamkeit zu stören, und mich hinter 
diesen Baum verbergen. (Versteckt sich.) 

Da naht das Liebespaar Siroe^) und Honoria.^) 
Siroe flötet also: 

Es scheinen zwar, mein Engel, deine schneeweiße Hände einen 
kalten Eyß gleich zu seyn, aber es ist in denselben eine solch ver- 
gnügte Wärme, in welcher mehr alß Gluth und Flammen brennender 
Hitze verborgen lieget, den sie haben meine Seel, welche schon mit 
Charons Nachen nach der Eliseer Feldern überschiffen wolte, wiederum 
zurück geruffen und mir zum andernmahl daß Leben geben. 

Züchtiglich entgegnet seine Herzensdame Honoria: 

Ach Siroe, durch die Fäßelln deiner Hahr empfindet mein Herz 

so lang gewünschte angenehme Bande: daß ich auch in meiner 

Gefangenschafft keine liebreichere Ergözlichkeit wüntschen können, 

alß durch solche zufällige Gelegenheit der Frauen Orden anzunehmen. 

* * 

* 

Eine artige Schäferszene enthält auch das Stück „Sulpitius 
und Seraphine": 

Der König Tholomeus treibet etliche Schaf vor seiner her, 
in Schäffers Khleidern vnd singet also: 

^) Des Königs Cosroes ältester Prinz. 
^) Tochter des Kaisers Mauritius. 



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Ihr, meine lieben Sohäfflein, erquikhet euch alhier in den 
Schatten, ich will vnterdessen zu Hauß meiner lieben Tochter Silvia 
helffen vnsere Haußarbeit befördern, damit ihr auch hernach befridiget 
sein khönet. 

Zu diesem süßlichen Geplauder bilden die vier sehr derben 
Zwischenspiele des Stückes einen seltsamen Gegensatz. 

Die beste Vorstellung von dem naiven Tone, der in derartigen 
Komödien herrschte, gibt wohl die „Hirlanda",i) ein Stück, 
welches das bekannte Genoveven-Motiv behandelt. 



') Kod. Chart. 202. 68 BlI. 



64 

Der Inhalt desselben ist folgender: 
Erster Akt. 

1. Szene: Indeme Artus vber seine geliebte Hirlanda sich 
hegstens erfreuet, khombt ein Courier von König auß Engellandt, 
so ihm in den Krieg rueffet. 

2. Szene: Artus auf einrathen Hirlandae beschliesset, in das 
Feldt zu gehen, nimbt von ihr Vrlaub. 

3. Szene: Brinz Gerard des Artus Brueder führet wider disen 
vnd seine Herzogin gefahrliche anschlög, verhoffet durch die Vnter- 
truckhung Hirlandae zum Herzogthumb zu gelangen. 

4. Szene: Intermedium:^) Poxfeisteriz beklaget sich bey dem 
Doctor Freydthoffer über sein Seel, wirdt vor solchem halb vnd 
halb weinendt. Personae: Poxfeisteriz, Doctor Freydthoffer, Para- 
doxus, Culigratius, Purgantius. 

5. Szene: Der Genius oder Artgeist Gerardi last ihm von 
Vulcano ein Raach seh wert Schmitten, vmb mit selben Artum, Hir- 
landam vnd deren anhang auß zu rotten. 

6. Szene: Da Artus von dem höfftigen Streit ermüedet in 
etwaß außruehet, stöllt ihm Morpheus traurige Begöbenheitn von 
seiner Hirlanda in dem Traum vor. 

7. Szene: Gerardus bringet mit geschenckh vnd Verheissungen 
die Heb- vnd Säugamen auf seine Seitten. 

8. Szene: Gerardus bekombt heimlicher weiß den neuge- 
bohrnen Prinzen, welchen er alsobaldt mit der Cyrenne^) nacher 
Londn schickhet, da in dessen außgesprenget wird bey dem ganzen 
Hoff, Hirlanda habe ein monstrum gebohren. 

9. Szene: Bertrandus Abbt zu S. Malo bekhombt von dem 
Engl Gottes befelch, daß von den Brinzen Gerard außgeschickhte 
Schiff anzuhalten vnd besonders den iungen Brinzen sambt der 
Cyrenne zu verwahren. 

10. Szene: Die Schiffleuth erfreyen sich über die grosse ge- 
schenckh, so sie von dem Prinz Gerard erhalten, stöhlen destwegen 
ein Tanzen an.^) 

11. Szene: Da Hirlanda von der langwürigen ohnmaoht sich 
erhollendt ihre Leibsfrucht zu sehen verlanget, wird ihr von denen 
boshafften Hebammen erzöhlet, sie habe kein menschliche gestalt 



^) Die Intermedien sind nicht ausgeführt. 

'^) Eine der Hebammen. 

') Eine Zugnummer für den Schifferort Lambach. 



65 

sondern ein Missgeburth zur Welt gebracht, wessentwegen sie hegstens 
betrüebet. 

Chorus: Der Betrug grabet der Vnschuldt eine grueben, 
fahlt aber selbsten hinein. 

Zweiter Akt. 

1. Szene: Hirlanda nimet die Flucht. 

2. Szene: Zwey von denen Schiff leuthen, so den jungen Brinzen 
naoher Londen füehren sollen, khomben verwundter zuruckh vnd 
erzehlen, wie es ihnen auf der Reiß ergangen. 

3. Szene: Artus wird von Gerardo feischlich berichtet, Hir- 
landa habe ein monstrum gebohren vnd dessentwegen die Flucht 
genohmen, worüber Artus hegstens entristet. 

4. Szene: Intermedium : Poxfeisteriz bekombt widernmben 
sein Seel. Personae: Poxfeisteriz, Einsidler, Purgantius, Culigratius, 
Stuelzapflins, Anima, Dofferl. 

5. Szene: Artus vmb sein verwirtes Gemieth in etwaß zu 
stillen, ordnet ein Jagdt an, in welcher er sich sambt dem Oliva 
verihret. 

6. Szene: Da Hirlanda in dem Waldt ihre Schäflflein hiettet, 
begegnet ihr Artus vnd Oliva. 

7. Szene: Hirlanda wirdt erkhent. 

8. Szene: Da Gerardus mit denen Seinigen über den Verlust 
seines Brueders sich hechstens erfreuet, wird ihm berichtet, daß 
Artus vnd Hirlanda glückhlich zuruckh gekhert. 

9. Szene: Hirlanda besorget neue nachstöllungen von dem 
Brinz Gerard. 

10. Szene: Hirlanda vnd Oliva werden feischlich angeklagt 
vnd in die gefengnuß geworffen. 

11. Szene: Bertrandus wirdt abermahlen von dem Engl Gottes 
erindert, er solle den iungen Bertrand wollbewaflPnet nach dem Bri- 
tannischen Hoff füehren, vmb die Herzogin, seine Frau Muetter, von 
dem bevorstehenden Todt zu befreyen. 

12. Szene: Hirlanda vnd Oliva wird in der Gefengnuß der 
Todt angekhindet. 

Scena ultima: Da Hirlanda schon allbereith solte verbrennet 
werden, wird sie von ihren Sohn, dem Brinz Bertrand, wunderlich 
erlediget vnd die ganze Verrätherey offenbahr. 

Epilogus: Die Treu, von dem Chor der Tugendten begleittet, 
wintschen dem Artus vnd Hirlanda vill glückh, daß sie nach auß- 
gestandtenen Vngewitter die Sonn der Vergniegenheit lange noch 

5 



66 

mögen ansehen. Nach disen erscheinet die Danckhbahrkheit vnd 
ladet den sammentliohen Chor ein, dem ienigen glückh zu wintschen, 
zu dessen Ehrentag die Action angestöhlet worden. 

Auch dieses Stück enthält eine Schäferszene, die also lautet: 

' Scena VI. 

Da Hirlanda in dem waldt ihre schaff lein hiettet, begegnet ihr 
Artus vnd Oliva. 

Personae. 

Hirlanda, Artus, Oliva. 

Hirlanda: Lebet woli ihr fürstliche Pallast vnd Residenzen, 
ich beneyde nimmermehr eure schön außgezirte Zimmer, eure woU- 
zugerichte Taffl, euren gschmuckh, bracht vnd herrlichkeit : meine 
vnschuldige schaff lein weyden, ist mir weit angenehmer, als alle eure 
ergötzlichkheiten. Dan da lebe ich in stetter Ruehe, frey von allen 
sorgen, Verfolgungen vnd nachstellungen. Lebe woU mein Artus in 
deinen Britanischen Hoff, aber hiette dich von denen vergifften 
Scorpionen, so heuffig darinnen ziehten. Ich danckhe meinen Gott, 
daß mich selbige hinauß gebissen, dan sonsten wurde ich nimmer- 
mehr zu einem so glückhlichen Leben gelanget seyn. 

O vergniegtes scheffer leben, Wau mein schäiflein freydig bleckhet 

O beglügte einsambkheit! Vnd begierig s' graß abäzt 

Du thuest meinen Herzen geben Oder sich zur erden streckhet, 

Die vollkhomne Seelen freudt. In der ruehe sich ergezt: 

Da in weidern, wisen vnd auen Sich ich zue mit frohen gmüette 
Khan ich frey den Himmel bschauen. Vnd betracht des Himmels güette. 

In den Hoffen khans nit so leicht, In den Hoffen kanß nit seyn, 

Weill gar offt betrug einschleicht. Weill gar offt betrug khert ein. 

Da auf grien bekleeter auen 

Suecht mein schäfflein seine weidt, 

Der Aurora berlen-thauen 

Mahlt ein silberweißes Kleydt. 

Da bey sehen geblümter matten 

Thuet sich d' unschuldt selbsten galten. 

In den Hoffen nicht so leicht, 

Weill gar offt betrug einschleicht. 

Es ist ein ganz merkwürdiges Gefühlsleben, das uns in diesen 
Schäferszenen begegnet. ^) Vielleicht kam es auch schon unseren Vor- 



^) Nebenbei will ich auch ein derartiges, unter dem Titel „Kindliche 
Herzenshuldigung" gespieltes Stück aus dem Prämonstratenser - Stifte Schlägel 
erwähnen. Es wurde „unter einem singeuden Schäfer-Chor" zu Ehren des Abtes 
Htigo Schmidinger (1754—1762) vorgetragen. Die Personen sind: Daphne, 



67 

eitern im 17. und 18. Jahrhundert fremdartig vor, weil sie es nicht 
verabsäumten, das saft- und kraftlose Gewäsche rechtzeitig durch 
mitunter recht derbe Zwischenspiele zu unterbrechen. 

Diese Intermedicn spielen überhaupt in der Dramatik der hier 
behandelten Zeit eine große Rolle. 

Man könnte angesichts der massenhaften lateinischen Schau- 
spiele, die uns allüberall begegnen, glauben, daß die deutsche Mutter- 
sprache auf der Bühne keinen Platz gehabt haben könne. Dem ist 
aber nicht so. 

Im großen und ganzen behauptete freilich die Sprache Vergils 
das Terrain, aber in der Abtei Lamhach z. B. spielte man doch 
schon gegen Ende des 17. Jahrhunderts das Trauerspiel „Hera- 
clius" in deutscher Übersetzung und der jetzt verlorene „Euripus" 
war nach einem Vermerke des Handschriften-Kataloges ebenfalls „in 
germanicis rhytmis" abgefaßt. 

In St. Florian spielen die Klosterschüler im 17. Jahrhunderte 
trotz Alvarus und Gretser ihre deutsche Faschingskomödie, ^) wie 
es ein Jahrhundert früher schon geschehen war. 

Und war ein lateinisches Stück noch so tragisch und klassisch 
vollendet, selten fehlte doch das deutsche Intermezzo in den Zwischen- 
akten. Selbst in Märtyrerstücken war für das heitere Element gesorgt. 

So erinnern z. B. in dem lateinischen Dorotheaspiel,'^) das in 
Kremsmünster im Jahre 1651 aufgeführt wurde, die satellites, welche 
nach prahlerischen Reden auf die Christenjagd ausziehen, aber un- 
verrichteter Dinge zurückkehren müssen, weil das Wild schon aus- 
geflogen ist, an den alten miles gloriosus. „Die eigentlich komische 
Figur bildet jedoch der Zimmermann Lentulus, der auf dem Forum 
das Tribunal aufrichten helfen soll, aber statt zu arbeiten mit ge- 
schwätziger Zunge die Zeit vergeudet »in depingenda sua Xantippe« 
oder wie es gut deutsch übersetzt heißt »mit Beschreubung seines 
alten Haußkhreuz« (IL 3). Nach dem Bilde, das der Mann von 
seiner besseren Hälfte entwirft, muß diese allerdings eine recht un- 
liebenswürdige Person gewesen sein. Doch scheint sich die Satire 
nicht bloß gegen böse Eheweiber, sondern auch gegen gewisse faule 
Zimmerleute zu wenden. Lentulus hat von seinem seligen Vater 



Celadon, Marcolfus, Crispulus und ein Chor von Hirten. Der Schauplatz, heißt 
es, befindet sich „in einer angenehmen Aue". 

^) Im Jahre 1699 druckte z. B. Kaspar Freischmidt in Linz 100 Exem- 
plare einer deutschen Komödie für dieses Stift. 

^) Sancta Dorothea virgo, Casareae in Cappadocia martyrio affecta a 
Sapritio tyranno. Tragica scena producitur a iuventute Cremiphanensi 1651. 

5* 



68 

die Lehre erhalten, keine Arbeit zu überstürzen. Den Rat befolgt 
der Sohn pünktlich; er sieht gemächlich zu, wenn andere zugreifen, 
und läßt sich durch keine Scheit- noch Stichelreden aus seiner Ruhe 
bringen. Zu seinem Arger wird er aber dafür auch bei der Lohn- 
zahlung übergangen."!) 

Das ist keine weltfremde Komik, sondern aus dem Leben 
geschöpfter deutscher Humor. 

Ja, daß selbst das fremde Gewand ein echt deutsches Herz 
decken kann, hat uns nicht nur der Waltharius manu fortis gezeigt, 
sondern auch die Muse Baldes und Avancinis, zweier Jesuiten, und 
Simon Rettenpacher von Kremsmünster. Seine wohllautenden, an 
Horaz gemahnenden Verse waren ganz von deutschem Geist erfüllt 
und was sich in südlichen Rhythmen so schwungvoll aussprach, war 
lautere Liebe zum eigenen Volke im kälteren Norden, war der innige 
Wunsch, es möchten alle, auf deren Lippen im Actus diese Verse 
tönten, von gleichem Empfinden beseelt sein. 

Auch das 18. Jahrhundert ließ in all dem lateinischen Zopfe 
dem nationalen Empfinden, dem deutschen Humor noch Spiel- 
raum genug. 

Mitten in dem beschaulichen Kampfe St. Benedikts mit dem 
Fleische plündern in einem /rre/wsy/m^s/erer Stücke vom Jahre 1 75 1 -) 
die jungen Rhetoriker als listige Räuber einen Bauern und reden 
dabei, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist — zum allgemeinen 
Gaudium. 

Um diese Zeit beginnt nun das Deutsche auf den Stiftsbühnen 
überhaupt vorzudringen. 

In Kremsmünster treten an der Ritterakademie (1743^1789) 
der bekannte S. Popoivitsch (1705 — 1774) und der Stiftspriester 
Rudolf Oraser eifrig für das „gereinigte" Deutsch Gottscheds ein; 
ja Graser steht sogar in brieflichem Verkehre mit dem Sprachdiktator 
und Bühnenreformator. Und was diese Männer im Unterrichte und in 
Schriften verteidigten, das setzte Grasers Mitbruder Matthias Pregg, 
der von 1757 — 1794 als Lehrer im Stifte tätig war, in die Praxis 
um. Er brachte das deutsche Schauspiel auf die Stiftsbühne '') und 



1) H. Schachner, Das Dorotheaspiel. Zs, f. d. Phil. 35 (1903), p. 195 f. 

^) Lüium inter spinas sive cruenta s. Benedicti de carne victaria, lubricae 
iuventuti exhibita schola Ehetorices acad. Cremif. 3. Mai 1751. Steyr, Men- 
hardt 1751. 

^) Von ihm sind folgende Stücke erhalten: 

1. „Fechredinus Drusiae princeps." Steyr, Menhardt 1758, 

2. „Siphenus et Taranta." Steyr, Menhardt 1760. 



69 



als es in Wien an Kaiser Josef selbst einen warmen Förderer ge- 
funden hatte, schlug für die lateinische Komödie die letzte Stunde. 
Sie begegnet zwar auch in der Folge noch, aber das Zahlenverhältnis 
ist jetzt umgekehrt. 

Es war vollends 
der Flügelschlag einer 
neuen Zeit, als in 
Lamhach der Bene- 
diktiner P. Maurus 
Lindemayr (1723 bis 
17 83) seine „sohnacki- 
schen" Stücke in 
„oberennsisch - bäuri- 
scher" Mundart auf 
die Bühne brachte und 
in seiner heimatlichen, 
urgemütlichen Aus- 
drucksweise den gan- 
zen Humor einer gol- 
denen, echtdeutschen 
Seele offenbarte. Es 
war eine Tat von weit- 
tragender Bedeutung 
und bisher unerhört 
im „Landl". 

Im Bewußtsein 
derZeitgenosspn seines 

engeren Vaterlandes war ein Dialektstück etwas, „wozu sich viel- 
leicht keiner noch hier zu Lande gewagt noch wagen dürfte, wenn 
er nicht die Mund und Denkensart unseres Landvolkes vollkommen 
innen haf'.i) 




P. Maurus Lindemayr, 

Benediktiner des Stiftes Lambach. 



3. „Dion et Calippua." Steyr, Menhardt 1761. 

4. „Ansberta et Bertulphus." Steyr, Menhardt 1763. 

• Diese Drameo sind zu einem größeren oder geringeren Teile deutsch 
verfaßt. Unter Pregg wurden auch die ersten vollständig deutschen Stücke in 
Kremsmünster gegeben : 

„Der blinde Vater oder die Strafe der vernachlässigten Auferziehung." 
Lustspiel in fünf Aufzügen. 1758. 

„Sieg der Gerechtigkeit über die Vaterliebe oder E, Fulviua", 
ein Trauerspiel in fünf Handlungen. Steyr, Menhardt 1764. 

^) Worte im Tagebuche des Priors Sperl von Lambach, das ich dank der 
Güte des jetzigen Priors, Herrn P. Ätigustin Rabensteiner, benutzen durfte. Man 



70 - 

Lindemayr dürfte in Salzburg, wo er um die Mitte des Jahr- 
hunderts studiert hat, wahrscheinlich von P. Marian Wimmer aus 
dem Stifte Seeon, dem vertrauten Freunde der Familie Mozart sen., 
die Anregung zum Dialektstück erhalten haben. 

Sein Naturell war dazu das allerglücklichste und als Seelsorger 
hatte er Zeit und Gelegenheit in Fülle, das Volk, den Bauern und 
kleinen Mann durch und durch zu studieren. Er muß schon längere 
Zeit dramatisch tätig gewesen sein, ehe er damit herausrückte, denn 
ein paarmal spricht der Prior Sperl von „alten Geburten" des be- 
liebten Volksdichters. 

Die Vollendung der neuen Stiftsbühne im Jahre 1770 lüftete 
den Schleier. Als am 23. April desselben Jahres die Erzherzogin 
Mm'ia Antoinette auf ihrer Durchreise nach Frankreich im Stifte 
übernachtete, führte man zur „Diversion" Lindemayrs „Kurz- 
weiligen Hoch Zeits vertrag" auf, an dessen „landlerischen" 
Versen voll Natürlichkeit sich die Erzherzogin, die überhaupt das 
Theater liebte, köstlich amüsierte.^) 

Man erinnert sich dabei unwillkürlich, wie ein Jahrhundert 
früher (10. Oktober 16G0) bei Gelegenheit des festlichen Durchzuges 
der Prinzessin Elisabeth Maria Charlotte, Pfalzgräfin bei Rhein und 
Herzogin in Bayern, der Braut Georgs III. zu Liegnitz und Brieg, 
die jungen Bürger zu Glogau „Die geliebte Dornrose", ein 
Scherzspiel in schlesischem Bauerndialekt, von Gryphius zur Auf- 
führung brachten. 

Es ist kaum anzunehmen, daß Lindemayr davon Kenntnis 
hatte, andere noch weniger; vielmehr empfand man überall seinen 
Versuch als etwas ganz Neues. 



hat hie und da schon die Viiontät Lindemayrs angezweifelt und auf verschiedene 
Kremsmünsterer Stücke verwiesen, in denen der Dialekt eine große Rolle spielt. 
Allein es handelt sich darum, wer zuerst Dramen vollständig in der Mundart 
gedichtet hat, und hierüber kann nach der Äußerung Sperls trotz dem bescheiden 
hinzugesetzten „vielleicht" kein Zweifel sein, soweit eben die Frage Oberöster- 
reich betrifft. 

^) Der Inhalt des Stückes ist kurz folgender: Ein wackeres oberöster- 
reichisches Bauernmädchen namens Katharina (Treinsch) ist viel umworben, 
schenkt aber sein Herz dem tüchtigen Bauernsohne Jörg (Jodl). Da man eben 
im Begriffe steht, Hochzeit zu halten, langt Befehl von der Herrschaft ein: es 
soll die ganze Dorfbewohnerschaft nach Lambach kommen, um der durch- 
lauchtigsten Frau Erzherzogin die Aufwartung zu machen, und zwar mit einer 
bäurischen Lustbarkeit. Darob nun großer Jubel, freilich mit einem Wermuts- 
tropfen: dem Gefühle, daß Österreich eine edle Prinzessin verliert. 



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Titelblatt des ersten oberösterreichischen Dialektstückes. 

Von P. Maurus Lindemajrr. 
(Nach einem Exemplar im Besitze des Verfassers.) 



'^ 



71 

Die Zeitungen nahmen davon Notiz i) und schon ein paar 
Monate später rückte Lindemayr anläßlich des Besuches des Bischofs 
Firmian von Passau mit dem „Argonautenzug" hervor. 

„Der gnädigste Herr ließ darob großes Vergnügen spüren", 
bemerkt der Prior Sperl in seinem Tagebuche dazu. 

Wenn nun im Stifte Besuch von Prälaten oder sonst ein be- 
sonderer Anlaß war, mußte meist P. Maurus zur ^Diversion" her- 
halten, auch nachdem er nicht mehr Stiftsprior war, sondern als 
Pfarrer in Neukirchen lebte. 

Die Lindemayr-Uberlieferung ist etwas verworren, weil das 
gleiche Stück unter verschiedenen Namen gespielt wurde und die 
Handschriften der meisten von ihm stammenden Dramen verloren 
sind. 2) Ich habe mich bemüht, die chronologische Reihenfolge der 
Stücke und ihre verschiedenen Namen festzustellen: 

1. ^Der kurzweilige Hochzeitsvertrag." 23. April 1770. 
Im Juni und Juli desselben Jahres wiederholt. Gedruckt in 
Steyr bei G. Menhardt. 16o 51 S. 1770. 

2. „Der Argonautenzug." 6. August 1770. Nach Sperls 
Tagebuch. 

3. „Der abgedankte Hanswurst." (Der bei einem Arzten- 
theater unentbehrliche Hanswurst. Quintessenz des Arzten- 
theaters. Vielleicht ist auch das Stück „Die Prager Schuster" 
damit identisch.) 25. August 1772. Wiederholt: 12. Februar 
1773 und 12. Februar 1774. 

4. „Die Anstalten zum Gratulieren." 6. Februar 1773. 
Wiederholt 9. Oktober 1778. 



^) Die „Linxerische tVeitags-Ordinari- Zeitung" vom 27. April Nr. 34 be- 
richtet: „Hinnach begaben sich Ihre kgl. Hoheit in das allda befindliche Theater 
und wohnten einem in dasiger Gegend üblichen Bauernsprache und Kleidung ein- 
gerichteten musikalischen Lustspiel bei, und da nicht nur die aus dasigen Stifts- 
musikanten bestandene Acteurs ihre Rolle stattlich producirten, sondern auch 
die Musik sehr wohl componiret und der Context auf das Vermählungsfest Ihrer 
kgl. Hoheit auf eine ungezwungene Art eingerichtet wäre, als geruheten Höchst- 
dieselben einen solch gnädigsten Beifall zu äußern, daß Höchstderoselbe nicht 
nur denen anwesenden übrigen zahlreichen Zuhörern öftere Kennzeichen dieses 
Wohlgefallens erkennen zu geben, sondern auch gleich nach dessen Ende so- 
wohl den Compositorem dieses Lustspiels B. P. Maurum, Professen des Stifts 
Lambach und gesammte Acteurs zum Handkuß huldreichest zuzulassen ge- 
fällig wäre". 

^) Seine mundartlichen Dichtungen wurden teilweise Linz 1822, voll- 
ständiger von P. Pius Schmieder (mit Biographie und Idiotikon) Linz 1875 ver- 
öflfentlicht. Eine kritische Ausgabe sämtlicher Schriften steht noch aus. 



72 



5. „Der deutsche Äff." 6. Februar 1774. Nach Sperls Tage- 
buch. 

6. „Das Chamäleon des Herrn Rabener." 6. Februar 1775. 
Wiederholt: 1791. 



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7. „Der ernsthafte Spaß." (Der Ernst ohne Spaß. Der 
rauschige Hans. So bessert man Trunkenbolde.) 6. Februar 
1776. Hs. 24 flP. fol. in Lambach. 

8. „Die Komödieprobe." (Hans von der Wort. Der Kaiser 
kommt!) 25. Oktober 1776. Steyr, Wimmer. 



73 

9. „Die reisende Ceres." (Der Reisende über Nacht in einem 
Dorfe.) 17. und 19. Oktober 1780. Hs. 12.605 in der Wiener 
Hofbibliothek und in Lambach. 

10. „Der englische Patriotismus." 1780. Nach Schmieder 
1781. 

11. „Rebekka als Braut." 6. Februar 1781. Nach Sperls 
Tagebuche. Hs. in der Lambacher Stiftsbibliothek. 

12. „Der Teufel im Faß." (Der am Rausche unschuldige 
Bacchus.) 1782. 

13. „Der heruntergesetzte Herr von Hoch aus." Ein un- 
schuldiges Fastnachtspiel. Anstatt der Langen Weilen. 1781. 
Hs. 69 Seiten. 4^ Lambach. 1782 nach Schmieder. 

14. „Der dumm köpf ige Hausknecht." 

15. „Der befreite Landrekrut." 

Alle seine Stücke sind zwar zunächst als Unterhaltung, in 
zweiter Linie aber wohl auch als Hilfsmittel der Seelsorge gedacht. 

Wie sagt doch Schiller in seinem Aufsatze über die „Schau- 
bühne als moralische Anstalt"? 

Die Schaubühne ist es, die der großen Klasse von Toren 
den Spiegel vorhält und die tausendfachen Formen derselben mit 
heilsamem Spotte beschämt. 

Was sie oben^) durch Rührung und Schrecken wirkte, leistet 
sie hier (schneller vielleicht und unfehlbarer) durch Scherz und Satire. 

Wenn wir es unternehmen wollten, Lustspiel und Trauerspiel 
nach dem Maße der erreichten Wirkung zu schätzen, so würde viel- 
leicht die Erfahrung dem ersten den Vorrang geben. Spott und 
Verachtung verwunden den Stolz des Menschen empfindlicher, als 
Verabscheuung sein Gewissen foltert. Vor dem Schrecklichen ver- 
kriecht sich unsere Feigheit, aber eben diese Feigheit überliefert 
uns dem Stachel der Satire. Gesetz und Gewissen schützen uns oft 
vor Verbrechen und Lastern — Lächerlichkeiten verlangen einen 
eigenen feinern Sinn, den wir nirgends mehr als vor dem Schauplatz 
üben. Vielleicht, daß wir einen Freund bevollmächtigen, unsere 
Sitten und unser Herz anzugreifen; aber es kostet uns Mühe, ihm 
ein einziges Lachen zu vergeben. Unsere Vergehungen ertragen 
einen Aufseher und Richter, unsere Unarten kaum einen Zeugen. 
Die Schaubühne allein kann unsere Schwächen belachen, weil sie 
unserer Empfindlichkeit schont und den schuldigen Toren nicht 



^) In der vorausgeheuden Darlegung zeigt Schiller die Wirkung des 
Trauerspiels als Unterstützung der Eeligion und der Gesetze. 



74 

wissen will. Ohne rot zu werden, sehen wir unsere Larve aus 
ihrem Spiegel fallen und danken insgeheim für die sanfte Ermahnung. 

In diesem Sinne müssen wir Lindemayrs Dramatik auffassen. 
Es sind keine wie immer gearteten Predigten, sondern Satire. 

In einem seiner Stücke sagt ein Oberst, die Bauern seien, 
wenn es ihnen gut gehe, nicht auszuhalten, kröchen aber zum Kreuze, 
wenn ihnen das Wasser ins Maul rinne. 

Wenn man bedenkt, daß zu seinen Stücken alles Volk aus 
der Nachbarschaft zusammenlief, wie Zeitgenossen berichten, so 
könnte man über die Unempfindlichkeit staunen, mit der diese Leute 
derlei Pfeffernüsse hinnahmen und sich zum nächsten Stücke wieder 
einfanden. 

Aber das 18. Jahrhundert mit seinem noch stark ausgeprägten 
Unterschiede der Stände pflegte das Volk überhaupt nicht mit Hand- 
schuhen anzugreifen und dann war es eben doch der Seelsorger, 
dem man auch auf der Bühne im stillen das unbedingte Recht zu- 
sprach, männiglich die Wahrheit zu sagen, 

Lindemayr nimmt denn auch die Laster und Schwächen der 
Menschheit, die ihm als erfahrenem Seelsorger bekannt genug waren, 
treffsicher aufs Korn. So geißelt er vor allem die Trunksucht in 
den Stücken „Der ernsthafte Spaß" und „Der Teufel 
im Faß." 

Der Inhalt des ersteren ist folgender: 

Der Bauer Hans erwacht in der Wirtsstube aus seinem Rausche und 
gibt dem Einschlage im Most die Schuld an seiner Niederlage. Da kommt auch 
schon sein Sohn Jodl, ihn zu holen, weil Jöri, der Sauschneider von St. Johann 
im Pinzgau, „im Gvadä bittn" da sei. Durch die Vorwürfe des Sohnes klingt 
die Befürchtung, es könnte der Pfleger den Vater zum Soldaten machen, wenn 
er seine böse Gewohnheit nicht aufgebe. 

Da erscheint auch schon der Feldwebel eines Dragonerregiments in der 
Wirtsstube und will dem Hans als „wohlgemachtem Mann auf Glück und gut 
Gelingen, auf wackern Heldenmut zum Frühstück eines bringen." Hans ist 
ganz betroffen: Wen muint ä? Jodl: Öppan ain, den s' nachten frisch habnt 
gwaröbn. 

Es stellt sich nun heraus, daß Hans in seinem Rausche das Wort gegeben 
hat, Soldat zu werden. Jetzt will er freilich davon nichts mehr wissen und 
heimgehen, wird aber trotz der Bitten Jodls von den Soldaten festgehalten. 

Der zweite Akt macht uns mit Hansens Weib und Tochter bekannt, die 
sich in Klagen über den unverbesserlichen Bauern ergehen und Jodls Bericht 
über das Vorgefallene mit Genugtuung aufnehmen. 

Und als Hans in der Uniform zur Türe hereinkommt, da verspottet ihn 
sein Weib mit bitterem Hohn und sagt sich von ihm los. 

Umsonst droht er, umsonst verspricht er Besserung, vergeblich sind 
sogar seine Bitten. 



75 

Ja, als der Feldwebel verlangt, daß sie mit ihrem Manne ziehe, wehrt 
sie sich aufs heftigste dagegen. Sie will von diesem Trunkenbolde nichts 
mehr wissen. 

Nun bringt Jöri sein Anliegen vor und überredet Hans, die Montur 
auszuziehen, um im Bauerngewande Gevatter zu stehen. Er wolle, sagt er, den 
Feldwebel schon zum Schweigen bringen. 

Die Bäuerin bekommt Angst, daß sie vielleicht doch mit müsse — da 
entdeckt ihr Treinsch, daß das Ganze nur ein verabredeter Spaß sei, der den 
Bauern zur Vernunft bringen solle. 

Die Mutter verspricht sich aber davon keine dauernde Besserung, sondern 
ist für ein radikaleres Mittel: sie will dem Mann etwas in den Krug geben, 
daß ihm kein Trunk mehr schmeckt. 

Als dann Jodl kommt, sie und die Schwester zum Taufmahle abzuholen, 
läßt sie sich nur mit großem Widerstreben herbei, der Einladung Folge zu 
leisten. Der nächste Auftritt zeigt uns die Gesellschaft beim Taufmahle. Das 
große Wort führt der Sauschneider vom Pinzgau, der mit seinem Schwieger- 
sohn renommiert. Der sei beim Militär eine einflußreiche Persönlichkeit. Da 
schöpft Hans Hoffnung auf Befreiung von seinem Lose, das er unter vielen 
Versprechungen, sich zu bessern, aufs tiefste beklagt. 

Nun erscheint der Feldwebel, der sich als Joris einflußreicher Schwieger- 
sohn entpuppt und den Knoten zur allgemeinen Befriedigung löst, nicht ohne 
dem Hans eine Standpredigt zu halten und von ihm die Versicherung ernstlicher 
Besserung entgegenzunehmen. 

Köstlich wirkt in diesem Stücke die Mischung von Schrift- 
deutsch und Dialekt im Mimde des Feldwebels, die Verwechslung 
der Fremdwörter und das Lob auf die Pinzgauer Sauschneider, das 
übrigens ein Gegenstück in dem Lobe auf die Tiroler hat. 

Den gleichen Stoff behandelt Lindemayr in der einaktigen 
Operette „Der Teufel im Faß" in folgender Weise: 

Hans bildet sich ein, der Teufel habe ein Faß verhext. So oft er daraus 
trinke, bekomme er zuviel. Da wird nun das Faß gebracht. Die Bindergesellen 
schlagen mit einem Lobe auf ihr Handwerk und unter Absingen von 
Ritornellen die Reifen ab. Nun steigt Gott Bacchus heraus und verteidigt sich 
gegen den Vorwurf, er sei schuld an den Räuschen, die die Männer ins Grab 
bringen. 

Die Furcht vor dem Militärdienste, die den Hans, wie wir 
gesehen haben, gebessert hat, verwertete Lindemayr als selbständiges 
Motiv in der Operette „Der befreite Landrekrut." 

Hans geht mit seinem Weibe Margarete nach Linz zum Oberst, um 
seinen Sohn mit Hilfe eines durch Bestechung erworbenen ärztlichen Zeugnisses 
vom Militär loszubitten. 

Da der Oberst sich nicht gleich willfährig zeigt, will Hans es auch ihm 
gegenüber mit Geld versuchen, wird aber vom Oberst mit der Bemerkung ab- 
gewiesen, der Fleischmarkt sei abgeschaff"t. Hans habe wohl dieses Wagestück 
aus Rabeners Abhandlung über die Bestechlichkeit des Militärs gelernt. 

SchließHch unterliegt aber der Oberst doch der Versuchung und gibt 
den Sohn gegen Geld frei. 



76 

Um so widerlicher ist die nun folgende Moralpredigt des 
Obersten über den Ungehorsam der Bauern gegen die Herrschaft 
und ihre Beamten, ihre Kriecherei, wenn sie etwas brauchten, und 
seine Mahnung, der Obrigkeit stets zu gehorchen, nimmt sich in 
dem Munde dessen, der eben seinen Diensteid verletzt hat, schlecht 
genug aus. 

Das Stück gehört zu den mindergelungenen, denn es löst 
keine reine Stimmung aus. 

Ein sehr interessantes Stück ist dafür das drei aktige Lust- 
spiel s,Die reisende Ceres." 

Die Göttin des Ackerbaues kommt mit Phobe auf ihrer Wanderung in 
ein Dorf und hält hier East. Da begegnen ihr Hans und sein Weib. 

Höchst komisch ist nun das Gespräch, das sich zwischen den Bauern- 
leuten und den himmlischen Wanderern entwickelt: 

Hans: Mecht wissen, wer s' wohl sänd? 
Gresch: ^s Mensch is d Schlampätäschi 

Und d' Frau is halt grads d ä sölteri Bagäschi, 

Wie s' umzoignt äfn Land. Geh, frag's was s' dada wöllnt. 

Und wie, zuwö,^) woher, wohin s' iehn Rais anstöllnt? 

Ceres: Kommt näher, kommt Freund! 

Hans: Wie daß s^ mi Friond thüet nenn^? 

So sollt ich enk wohl ä leicht für ä Maim däkennä? 
Bei ins da, in dem Gei und übrall weit und brait 
Is ains, wo s' zun an Mann Friond odä Yödä sait. 

Ceres: Mein Vetter bist zwar nicht; doch ist es aller Orten 

Unter den Sterblichen schon vorlängst Brauch geworden. 
Daß man denjenigen, die man von Herzen liebt. 
Den Namen eines Freunds und einer Freundin gibt. 
Gresch: A so wohl? Liebts man Mann? — Aft siin mä artli drinnä: 
Aft sän md nachet g^friondt: Aft sän md Sohw%erinnä? 

Ceres: Nur sachte, Frau! — Ich red^ von einer reinen Lieb', 
Von einem rühmlichen und unschuldsvollen Trieb, 
Durch den sichs menschlich Herz ans zärtlich sein gewöhnet 
Und allen Glück und Heil und lauter Gutes gönnet. 
So lieb ich alle Welt imd schütt von Haus zu Haus 
Auf euch, ihr Erdensöhn'! die teur'sten Güter aus. 

Hans: Wenst Güetd hast, wo sdnd s' ? sänd s' Mairh öf odä Gschlössä ? 
Gresch: Sands' iusern Darf da glei? sänd s' kliener odd gressä? 



') zuwö, zwo = warum, wozu. 



77 

Phobe: Die Güter, die sie meint und übei-flüssig hat, 

Sind in der Hauswirtschaft Gedeihen, Hilf und Rat. 
Hans: Mainst, Mensch! ich bin an Ochs und glaub dein Frachten? 
Mein, nd\ 
Os zwo, ih sag enks deutsch, macht^s just als wie d'Zigeunä: 
Dö rödnt vä Geld und Guet, daß's hagelt und alls saust; 
und gleiwel hat kain Lump kain Groschen nie dsChaust. 
Dö sagnt ins, wie mä d^ Erd und d' Obstbäm sollten rügein 
Und gleiwel kinänts selbm kain Eädiwuerzen zügeln. 
Von Kühen, wann s' kölbern thaint, sagnt s' oft a langi 

Geschieht; 
Und gleiwel hat bän iehn kain Katz nie Jungi zücht. 
I frag nd: Habts ä Haus? 
Phobe: Ja. 
Hans: Wo? 
Ceres: Da über^n Pol. 
Gresch: Da obmät? 

Hans: In dd Luft? 
Phobe: Wenn ich dir^s deutschen soll. 

Im hohen Sternenland steht meiner Frau Palast, 
Der eine halbe Welt in seinem Umkreis faßt. 
Hans: Loig, daß der Erdboden kracht! — Und ^s Haus steht 
drobn in Lüften? 
Phobe: Weit über Sonn' und Mond. 
Hans: Heng auf, sinst thuest mit giften. — 

Hän, Futschen ! mainst, ä Baur hat nix als Strah in Hirn 
Und glaubt, äs kann d Mensch in Luft Gebäu auffiihrn? — 

In Luft! 

Ceres: Das sind Gebäu von weit verschiednen Mauern, 

Die ganz subtil und doch durch Ewigkeiten dauern. 
Hans: Pimmföst und do subtil, dös is md wdhrld z' hah. 
Hast avä drobn d Haus, was thuest herinten da? 
Ceres: Euch Menschen such' ich heim. 
Gresch: Tatst warten, bis md schicket. 

Ceres: Ich habe allbereit viel Tausend schon beglücket. 
Gresch: Mit wo? 
Ceres: Mit einer Art, die ich die Völker lehr'. 

Wie unter ihrer Hand die Fruchtbarkeit sich mehr'. 
Ihr, denen noch zur Stund die Stamm' und Ast der Eichen 



78 

Den Lebensunterhalt die nötig Nahrung reichen, 
Ihr, die ihr gleich dem Vieh die rohen Bohnen nascht 
Und froh seid, wenn ihr Kern' der Köstenbäum erhascht, 
Ihr könnet, wenn ihr euch zum Ackerbau bequemet 
Und meinen Unterricht zu eurer Richtschnur nehmet. 
Euch künftig sättigen mit wohlgeschmackter Speis, 
Mit gutem Roggenmehl, mit Heidekorn und Reis. 

Jetzt werden die beiden Landleute neugierig und laden Ceres zum 
Bleiben ein. Juri, der Sohn, empfangt die Gäste mit Hohn und Spott und 
traktiert sie mit Schimpfnamen. 

Ceres droht unter dem Beifalle der Eltern, die schon lange mit dem 
ungezogenen Rangen ihr Kreuz haben, ihn in ein Tier zu verwandeln. Die 
Eltern beschwören ihn, um Verzeihung zu bitten, damit sie diese Schande 
nicht erlebten. Einen Augenblick ist er betroffen, dann aber kehrt der alte 
Trotz zurück. So verwandelt ihn denn Ceres trotz der Fürbitte der Eltern in 
eine Eidechse. Zweiter Akt: Die Eltern machen sich wegen des verhexten 
Sohnes gegenseitig Vorwürfe. Da kommt Juris Braut mit ihrem Gerhab. Sie 
hat schon von Juris Verwandlung gehört und sieht das Gerede bestätigt. Mit 
der Heirat ist es also nichts, außer die Göttin wendet ihm. Ceres ist dazu 
bereit, wenn den Frevler Eeue erfaßt. Inzwischen wird zum Nachtmahle gerüstet. 
Ein „durchaus pastorelisches" Solo beschließt die Szene. 

Dritter Akt: Wir erfahren, daß die ganze Nachbarschaft von Kröten 
heimgesucht ist und deshalb die Gegend verlassen will. Aber Juri macht den 
Eindruck, als wolle er heute noch seine P^oschgestalt ablegen. 

Da die Leute schon ganz wütend auf die Zigeuner sind, die nach ihrer 
Meinung alles verhext haben, bittet Hans die Göttin um Erbarmen. Juri wird 
nun entzaubert und feiert, nachdem er auf die eindringliche Strafpredigt der 
Ceres ernstliche Besserung versprochen hat, seine Hochzeit mit Treinsch in 
Gegenwart der Gemeinde. Ceres segnet das Paar und Stall und Speicher- 
Überall zeigt sich Segen und Reichtum und so beschließen die Bauern voll 
Dankbarkeit, diesen Tag alle Jahre mit einem Tanze um den Maibaum zu 
begehen. 

In dem Stücke „Der engländische Patriotismus" 
geißelt Lindemayr den überspannten Patrioten, der wahren Liebe 
zum Vaterlande läßt er aber das Wort im „Hans von der 
Wort", einer Komödie in der Komödie: 

Hans kommt aus dem Wirtshause und beruhigt sein Weib durch die 
überraschende Mitteilung, daß der Kaiser kommen werde. Er meint, der beste 
Empfang bestehe in einer Theateraufführung, die er im Vereine mit den 
Nachbarn wagen wolle. Er zählt nun das Repertoire auf, durchwegs volks- 
tümliche Stoffe, und entschließt sich für den „Hans von der Wort", weil das 
Stück gedruckt sei ') und die Geschichte eines oberösterreichischen Bauern- 
jungen behandle, der es gar weit gebracht habe. 



^) Wenn ich nicht irre, kennt Gödeke ein solches Stück; ich konnte es 
aber leider in der Ma^se der angeführten Titel nicht mehr auffinden. 



79 

Im zweiten und dritten Akte geht nun die Probe vor sich. 
Interessant sind hier die eingestreuten Bemerkungen über das Ex- 
temporieren, die Aktionen, über das Natürliche in der Komödie, 
ferner die gelungene Nachahmung der Sprachmengerei u. a. 

Das Stück zeigt nun, wie Hansel von der Wort trotz der Tränen von 
Mutter und Braut zu den Soldaten fort muß, wie ihm aber doch Grescherl 
Mut zuspricht und er Abschied nimmt; wie er sodann nach langer Zeit als 
General nach Hause kommt, von seiner Braut erkannt wird, wie aber nunmehr 
das bäuerische Mädchen (Lob auf die heimatliche Tracht) und der herrische 
Hansel mit seinem Kammerdiener (Mischung von Dialekt und Schriftdeutsch) 
nicht mehr recht zusammenpassen wollen und wie sich endlich beider Herzen 
doch wieder finden. 

Nachdem die Handlung, „soweit der Druck reicht", ihren Fortgang 
genommen hat, wünschen alle Spieler und Zuschauer, es möchte der Inhalt 
des Stückes Wirklichkeit sein. Denn Osterreich brauche jetzt solch tapfere 
Krieger wie den Hans, um so mehr als Österreichs Kaiser immer größeres 
Ansehen gewinne (Lob auf Maria Theresia und Joseph). 

Die Spieler beschließen ihre Probe mit dem Vorsatze, zu Hause den Text 
gut zu lernen, und Hans schlägt vor, bei der wirklichen Aufführung dem Kaiser 
zu sagen, daß ganz Osterreich, ja ganz Deutschland für ihn sich opfern wolle. 
Der Chor greift diesen Gedanken auf und läßt ihn in einen Treuschwur für 
den Kaiser ausklingen. 

In seinen meist nur ein paar Akte umfassenden Stücken weiß 
der Dichter scharf zu charakterisieren. 

Der unverbesserliche Hanns, der für seine Räusche immer 
eine Ausrede weiß, Treinsch als Biaut, der renommierende Soldat 
und der prozeßsüchtige Riepl ^) sind aus dem Leben gegriffene 
Typen. 2) 

Und wie schon im 17. Jahrhundert hier in Lambach bei der 
Aufführung des „Heraklius" den Traunflößern im nahen Stadl- 



^) Das Singspiel „Der Gang zum Richter", in dem dieser Riepl 
vorkommt, ist zwar nicht als von Lindemayr herrührend zu erweisen, ist aber 
jedenfalls unter seinem Einflüsse und ganz in seinem Geiste verfaßt. Abgedruckt 
bei Schmieder, p. 255 AT. 

^) Manche seiner Gestalten erinnern dem Namen nach an längst einge- 
bürgerte Figuren, sein Pärchen Hans und Margareth an Hansl und Gredl der 
Wiener Bühne, Riepl, Jodl und Lipperl an beliebte Salzburger Typen. 

Und schließlich sind Hansl und Gredl wohl so gut französischen Ursprungs 
wie Lukas und Hannchen. Man denke an Sedaine und Ninette ä la cour. 

Was den Riepl betrilFt, so brauche ich nur auf Wimmers „Wachend 
träumenden Riepl" zu verweisen, den Lindemayr sicherlich als Kleriker 
in Salzburg im Jahre 1749 gesehen hat. 

Wie so manches damals überhaupt in der Luft lag, zeigt uns die 
Parallele: Linde?nayr, „Ceres auf Reisen" — Kurx, „Cupido auf dem 
Lande". 



80 

Paura zuliebe die Figur des Schiffmanns eingefügt wurde, so weiß 
auch Llndemayr durch Anspielungen lokaler Natur ^) oder durch 
Seitenhiebe, z. B. auf die Mühlviertler, seine Stücke zugkräftig zu 
machen. 

Man hat ihn für die Barocke reklamieren wollen und sein 
zwieschläohtiges Wesen betont, das z. B. Gestalten der Mythologie 
in unsere deutsche Gefühlswelt hereinragen lasse. 

Man beruft sich dabei auf seine „Ceres auf Reisen", mit 
Unrecht, wie mir scheinen will. 

Juppiter wandelte hier und Mercur in sterblicher Bildung, 
Daß sie den Übermuth und die Frömmigkeit jenes Geschlechtes 
Prüfeten ; denn nicht Opfer, nur Handlungen ehren die Gottheit. 
Müden Fremdlingen gleich begrüßten sie jeglichen Landhof, 
Der die gesegnete Flur durchschimmerte, flehend um Brosam 
Oder um kühlende Milch und ein Obdach gegen den Nachtsturm; 
Aber bei allen umsonst. Hier hemmeten Schlösser und Eiegel, 
Dort ein geiziger Vogt; dort schmähte der Wirt aus dem Fenster 
Oder die Magd und drohte, den Hund von der Kette zu lösen. 

Also sang der Schullehrer von Eutin und es mag ja dem guten 
P. Maurus Spaß gemacht haben, ein Gegenstück zu Vossens 
„Phile mon und Bau eis" zu schaffen, zu zeigen, mit welch gött- 
licher Grobheit oberösterreichische Bauernjungen göttliche Damen 
empfangen. 

Das Hereinzerren der antiken Welt-) aber verurteilte er. Das 
beweist uns eine Stelle in der poetischen Vorrede zum Stücke „Der 
Teufel im Faß", wo er sagt: 

Ich sah zwar schöne Stich und feins ßegalpapier, 

Jedoch nur Sudeley und elendes Geschmier. 

Was, sprach ich, nützen mir die Monstren von Authoren? 

Will sehn, ob mir nicht selbst Genie sey angeboren. 

Ob ich nicht ein Talent und eine kleine Gab 

Zu einer kirnichten und ächten Dichtkunst hab'. 

Was liegt doch endlich dran, tvas liegt mir dran, xum Wetter, 

Daß ich den Plunder weiß vom Narrenwerk der Götter? 

Zur klugen Poesie, so stell ich es mir vor. 

Gehört ein kluger Mensch und kein gelehrter Tor! 



*) So wenn er an einer Stelle bemerkt, in Graz sei der beinerne Hosen- 
knopf Stephan Fadingers zu sehen, oder wenn der Oberst den Hans von der 
Wort als das Muster jeglicher Soldatentugend hinstellt u. dgl. 

*) Solches geschah z. B. in der Operette „Telemachs Reise zu 
seiner Braut" (Augsburg 1747) von J. K. Niedermayer (Myriander), Hof- 
richter in Ranshofen. 



81 

Ich glaube, dieses Zeugnis zeigt uns klar, daß sich Lindemayr 
bewußt gegen die zu seiner Zeit herrschende antikisierende Richtung 
wendet. 

Und so verstehen wir auch, warum er seiner „Reisenden 
Ceres" die Bemerkung vorausschickt: Den auftretenden Personen 
hat man nicht griechische, sondern deutsche und ländlerische Namen 
gegeben. 

Also Lindemayr und die Barocke, wie sie damals auf den 
Stiftsbühnen im Schwange war, haben nichts miteinander zu tun. 

Seine humoristische, satirische Ader ließ ihn vielmehr mit dem 
Volksstücke sympathisieren. 

Das Repertoire der Laufener Sohiffleute scheint man in Lambach, 
einem Hauptorte der Traunflößerei, gut gekannt zu haben, denn in der 
„Komödieprobe'' wird erwogen, ob man den „Faust" oder den 
„Stephan Fadinger", den „Prinzen mit einem Daumen" 
oder die „Heil. Genoveva", die „Sieben Schwaben" oder 
die „Haimonskinder", den „Ewigen Juden" oder die 
„Goldenen Schlösser", die „Verwunschene Frau" etc. 
spielen solle. 

Es ist wohl kein Zweifel, daß diese Sujets auf Leute wie die 
Laufener Schiffer-Schauspieler, die überallhin und sicherlich auch 
zu ihren Kollegen in Lambach gekommen sind, hinweisen. i) 

Und wenn Lindemayr in der Komödieprobe die Leute sich 
schließlich für den „Hans von der Wort" 2) entscheiden läßt, so 
kam er damit dem herrschenden Geschmacke und dem Lokal- 
patriotismus weit entgegen. 

Die Geschichte von dem frischen „Landlabuam aus der Pfarre 
Ottensheim",^) der immer in Freuden lebte, bis ihn der Scherge er- 
wischte und er vor den Schweden mußte, wo er es bis zum General 
brachte, war eine Konzession an das gewöhnliche Volk. Und gar 
erst sein „Unentbehrlicher Hanswurst", in welchem er — 
ganz im Gegensatze zu den maßgebenden Wiener Literaten — ein 



^) Vgl. das Repertoire der Laufener Schiffleute bei R. M. Werner, Der 
Laufener Don Juan. Hamburg und Leipzig 1891, S. 39 f. 

-) Von den Taten dieses Landsmannes aus der Zeit des Dreißigjährigen 
Krieges berichtet eine „Kurtze Erzehlung, was massen Obrister de Werth den 
Feindt im Stifft Bamberg bei Creissen geschlagen". Diese Schrift und sein Bild 
sind im Linzer Museum zu sehen. Seine Herkunft ist übrigens nicht sicher- 
gestellt. 

^) Wort ist nämlich, nach Lindemayrs Meinung, Goldwört unweit 
Ottensheim. 



82 

tiefes Verständnis dieser in der Volksseele wurzelnden Figur be- 
kundete, wird ihn in den Augen der gebildeten Welt herunter- 
gesetzt haben. Den Leuten gefielen aber solche Stücke und darum 
wurde Lindemayr populär. Nicht bloß die Chorherren Aumann und 
Ougeneder in St. Florian vertonten seine Stücke, sondern auch ein 
M. Haydn und Süßmayer, der spätere Kapellmeister an der Wiener 
Hofoper.i) 

Noch lange nach seinem Tode war der Name des P. Maurus 
weit und breit bekannt und seine Stücke blieben bis in den Be- 
ginn des 19. Jahrhunderts beliebte Zugnummern der Liebhaber- 
theater. 

Lindemayr war in der Literatur seiner Zeit bewandert, das 
zeigen die „literar-historischeu'' Stellen seiner Schriften, wenn man 
so sagen darf. In der Vorrede zum Stücke „Der Teufel im 
Faß" läßt er sich aber keineswegs günstig darüber vernehmen: 

In guter Muß und Laun las ich beym Lampenlichte 
In einer dieser Nacht verschiedene Gedichte. 



Der Text glich Zeil von Zeil gewöhnlich deutschen Eeimen, 
Gereimt war dennoch nichts : dies marterte mein Ohr, 
Mir kam's wie Fröschgequak und Katzenraunen vor. 
Sind dieses, sagte ich, die Schätz von Hypokrenen, 
Die Klopstocks neue Schul will Meisterstücke nennen? 
Legt man so dunkelm Zeug das Lob der Klarheit bey, 
So weiß ich wahrlich nicht, was Kauderwelsch noch sey. 

Und im „Unentbehrlichen Hanswurst" verrät er ebenso 
Kenntnis der französischen Dramatik, als in der „Komödie- 
probe" seine Vertrautheit mit den Volksstücken der „Schmieren" 
sich oifenbart. 

Rabeners Satiren, zu seiner Zeit auch bei uns vielgelesen, boten 
ihm Stoffe^) und Anregungen. 

Weibliche Rollen waren theoretisch von geistlichen Bühnen 
ausgeschlossen. ,,Neque vero, quo loco dramata exhibentur, aditus 
mulieribus: neque ullus muliebris habitus", lautet das Postulat der 



*) Von Gtigeneder finden sich im Musikarchiv zu Kremsmünster Auflage- 
stimmen zum „Hans von der Wort", von M, Haydn die „Rebekka als 
Braut", ein schäferliches Gratulationsstück. 

F. X. Süßmayer, bekannt durch seine Beziehungen zu Mozart, dessen 
Schüler er war, wurde 1766 zu Schwanenstadt geboren und starb am 17. Sep- 
tember 1803. Er komponierte die Arien zu Lindemayrs Stück „Der ernst- 
hafte Spaß". 




Szene aus einer Lambacher Aufführung von Lindemayrs 
„Chamäleon des Herrn Rabener". 

(Nach einer gleichzeitigen Tuschzeichniing in der Lambacher Stiftsbibliothek.) 



83 

Katio der Jesuiten, aber sie setzt vorsichtig hinzu : aut si forte necesse 
sit, non nisi decorus et gravis introduoatur in scenam. Mit diesem 
„aut si forte" hatte man eine bequeme Hintertüre. Und so begegnen 
wir in der Praxis auch auf den Ordenstheatern genug weiblichen 
Rollen, von Studenten dargestellt. Und wo es kein Gymnasium gab, 
und das war doch bei den meisten Stiften der Fall, mußte man in 
den sauren Apfel beißen und ehrsame Jungfrauen agieren lassen. 
Das war in Lamhach zu Lindemayrs Zeit Sitte; ja damals fand man 
es durchaus nicht anstößig, daß Damen in Männerrollen auftraten. 
So spielte z. B. im Jahre 1775 die Jungfrau Maria Anna Lang- 
thaller in Lindemayrs „Chamäleon des Herrn Rabener" 
den Varius. 

Es ist gerade kein feiner Ton, der in Lindemayers Sachen 
anklingt, aber seiner Zeit gefiel er — und niemand kann aus seiner 
Haut heraus. 

Dafür hat er das unbestreitbare Verdienst, die Stiftsbühnen 
von all den lateinischen Schablonendramen befreit zu haben, die 
bislang zum guten geistlichen Tone gehört hatten. Wenn die Dauphine 
von Frankreich zu Lindemayrs Versen lachen mochte, warum sollten 
es nicht auch andere Leute? Durch diesen zufalligen äußeren Erfolg 
also bat Lindemayr die bodenständige Komik aus ihrer Aschen- 
brödelstellung befreit. 

Früher hatte man beim ernsten Actus nur in den Zwischen- 
spielen lachen dürfen, jetzt hatte sich der deutsche Humor als 
Selbstzweck durchgerungen. 

Was der Lambacher Benediktiner mit Glück inauguriert 
hatte, das setzten in Garsten ein P. Robert Plank, in St. Florian 
F. Aumann und Fixlmillner (1721 — 1791), die beiden Volks- 
dichter O. Ougeneder und L. Koplhuher (1763 — 1826) in Krems- 
münster fort. 

Im „Budlhaubenteufel" und in den Lustspielen „Der 
Mair in Faistenbühel" und „Die Hühner steige" lebt der 
P. Maurus. 

Mit dem Jahre 1786, in welchem das Armeninstitut auch auf 
dem Lande allenthalben eingeführt wurde, hörten auch die Bühnen 
in Stiften mit Gymnasium auf, ausschließlich akademischer Boden 
zu sein. 



*) So z. B. dramatisierte er die 44. Weissagung im zweiten Buche des 
Märchens vom 1. April unter dem Titel „Das Chamäleon des Herrn Rabener". 
Es ist eine Satire auf die Unbeständigkeit. 



Man ließ nunmehr, einem Zuge der Zeit folgend, der in den 
Bestrebungen des Volkskaisers Josef IL seinen charakteristischen 
und vorbildlichen Ausdruck fand, auch schlichte Laien in den früher 
so sorgfältig gehüteten Tempel der Kunst. 

Damit wurde die Bühnensprache ausschließlich deutsch, aber 
es trat auch in den Chor der Musen der wenig olympische Spaß- 
vogel der Wiener Volksdramatik. Man spielte meist zugunsten der 
Armen oder der zu Ende des 18. Jahrhunderts häufig in Anspruch 
genommenen Kriegskasse. Daher wurden Stücke bevorzugt, die 
dem Durchschnittspublikum gefielen, also auf volle Kassen rechnen 
ließen. 

Die „Deutsche Schaubühne" (Augsburg), ein damals viel be- 
nutztes Sammelwerk, bot die vergnüglichsten Stücke, wie sie in Linz, 
Steyr etc. gegeben wurden. 

Dieses leichte Kaliber sah man sich so gern an und so machen 
wir die Wahrnehmung, wie man nach und nach auch an jenen Stätten, 
wo einst die klassische Muse wonnetrunken im Reiche der Ideale 
geweilt, mit „ausgeartetem Verlangen zu ihren niedern Dienerinnen" 
heruntersteigt, um Schillers Worte zu gebrauchen. In einem Jahr- 
hundert war man vom hochtragischen „Cyrus" zu Kotzehues 
„Bruder Moritz", i) in einem Jahrzehnt vom „Kurzweiligen 
Hochzeitsvertrag" zum „Peter Zapfl" und „Fritzl aus 
Freistadt" gekommen. 

Es ist überhaupt interessant zu beobachten, welchen Einfluß 
die Residenzstadt Wien auf die Stiftsbühnen genommen hat. 

Hatte man eine Zeitlang Metasiasio dem Hofpoeten gehuldigt,^) 
so erhielten, als nach der Gründung des Armeninstitutes und dem 
Aufhören des eigentlichen Schuldramas das Laienelement der Stifts- 
theater sich immer mehr bemächtigte, auch Leute wie Kotxehue, 
Wexel, Stepimnie und viele andere das Bürgerrecht. 

Zur Wahlfeier des Abtes Julian in LMmbach am 6. Januar 1795 
wurde Kiesheims Lustspiel „Der Herr Spul" aufgeführt. Im 
Prologe kommt nun die folgende bezeichnende Stelle vor: 



^) Eine Hs. dieses Stückes in der Stiftsbibliothek zu Lambach (18. Jahr- 
hundert) trägt den Vermerk: „mit einiger dem Stift lambachischen Theater an- 
gemessenen Abänderung". 

^) Ausgaben dieses seinerzeit angesehenen Dichters finden sich in den 
Stiftsbibliotheken; eine Hs. der Nittetis verwahrt das Linzer Priestereeminar, 
wohin sie zweifellos aus geistlichen Kreisen, wahrscheinlich aus einem auf- 
gehobenen Stifte, gekommen ist. 



85 

Nun gute Bürger hört! Zu eurem Lob und Ehr 
Wird heut auf sein Geheiß das Lustspiel aufgeführet, 
Das Seiner Gnaden Herz in Wien so sehr gerühret. 
Man findet meistentheils von biedern Bürgers Sinn 
Nachahroungswürdige, recht schöne Zug' darinn. 
Es hätt euch dieses Stück schon eh' ergötzen sollen, 
So hat's der gnäd'ge Herr aufs wenigst haben wollen. 
Doch war die Zeit zu kurz. Heut aber wird vollbracht, 
Was er euch schon so lang zum Dank hat zugedacht. 

Hier haben wir also einen Beweis für direkten Einfluß Wiens, 
der indirekte ist ohnehin durch die Wahl der aufgeführten Stücke 
allerorten außer Zweifel gestellt. 



IV. Baugeschichte des Linzer Theaters. 

Aus einem Spielgesuohe i) der Eggenbergschen Komödianten 
vom Jahre 1687 geht hervor, daß damals die reisenden Truppen 
auf dem den Ständen gehörigen Reitplatze gespielt haben. Derselbe 
befand sich schon damals auf der heutigen Promenade. 

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts richtete man einen städtischen 
StadeP) an der Donau zu einem Schauspielhause ein.^) Man darf 
nun nicht etwa glauben, mit einem derartigen Kunsttempel seien 
die Linzer vereinzelt dagestanden; auch größere und reichere Städte, 
wie z. B. Augsburg, hörten sich bis zum Beginne des 18. Jahr- 
hunderts die reisenden Gesellschaften in einer solchen Holzbude an. 

In der Internationalen Ausstellung für Musik- und Theater- 
wesen in Wien war das Modell eines Theaters der deutschen 
Wandertruppen zu sehen: 

Die Bühne ist in eine Scheune hineingebaut. Der Zu- 
schauerraum weist eine Reihe Sitze für Magistratspersonen und 
sonstige Honoratioren auf, dahinter befindet sich das Stehparterre. 
Rechts und links ziehen sich vom Eingange bis zum Ende der 
Bühne zwei Galerien hin, deren jede zwei Reihen Bänke hat. 
Die Bühne ist durch einen nach der Seite aufgerafften Vorhang 
nach dem Zuschauerraum abgegrenzt, ein zweiter Vorhang teilt die 
ganze Bühne in Vorder- und Hinterbühne. Im Hintergrunde be- 
finden sich zwei Prospekte, eine Stubenwand und einen Wald dar- 
stellend. Die Kuhssen sind drehbar und zeigen auf der einen Seite 
eine Wald-, auf der anderen eine Stubendekoration. Man spielte 



^) Im Landesarchiv unter „Gesandtschaften", 364, D V 2. 

^) Nach Pillwein, Beschreibung der Provinzial- Hauptstadt Linz, 1824, 
p. 74, war es die Hausnummer 243, ungefähr an der Stelle, wo heute das 
Hauptzollamtsgebäude steht. 

^) Daß das um 1732 geschehen sei, wie Pillwein meint, ist nur eine 
Vermutung oder eine Verwechslung mit dem Jesuitentheater, das im Jahre 
1732, ebenfalls an der Donau gebaut wurde. 



87 

abwechselnd auf der Vorderbühne (Wald) und auf der Hinterbühne 
(Stube). Bei Verwandlung der Stubendekoration in einen Wald 
ging der Schauspieler von der Hinterbühne auf die Vorderbühne 
und der Zwischen Vorhang verdeckte die Stubendekoration. Blieb 
der Zwischenvorhang geöffnet und spielte man in der Stube der 




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Hinterbühne, so ließ sich das Publikum durch die Waldkulissen der 
Vorderbühne nicht stören. Auf der Vorderbühne befindet sich eine 
Versenkungsklappe, von der ein Gang in den Ankleideraum der 
Schauspieler führt. Vier Treppen führen vom Podium in den Zu- 
schauerraum, drei Türen vom Podium zum Ankleideraum der Schau- 
spieler. Letzterer ist durch zwei Türen mit ersterem verbunden, 
zwei Treppen und drei Türen führen zum Podium hinauf. Eine 




Leiter führt vom Ankleideraum in den Daohraum, wo sich zwei 
verschiebbare Brücken befinden, die als Standort für die Donner-, 
Blitz-, Regen- und Flugvorrichtungen dienten. Diese auf der eng- 
lischen Bühne fußende, in der eben beschriebenen Form aber 
ursprünglich von Johannes Veiten festgestellte Bühnenkonstruktion 
ist als Grundlage unserer modernen Theatereinrichtungen anzusehen. 

Ungefähr so, nur 
etwas einfacher haben 
wir uns auch das Linzer 
Theater vorzustellen, i) 
Reisende Truppen 
fanden sich regelmäßig 
zu den beiden Jahr- 
marktszeiten im Sommer 
ein und so hieß diese 
Bretterhütte das Som- 
mertheater. 

Während nun z. B. 
in Graz, 2) Brünn^) 
und anderen Provinzial- 
Hauptstädten 2 Theater 
waren, eines für die 
ernste Muse, ein Sommertheater für die Hanswurstiaden, gab es in 
Linz nur ein Sommertheater. 

Als daher später der Adel das „regelmäßige" Stück durch 
ständige Gesellschaften pflegen lassen wollte, war guter Rat teuer. 
Die Vertreter der beiden Kunstrichtungen, gestützt durch je einen 
namhaften Bruchteil der Bevölkerung, hatten gleiches Anrecht auf 
das Theater, konnten aber natürlich nicht zu gleicher Zeit am 
gleichen Orte spielen. Man richtete also, damit sie sich nicht gegen- 
seitig Konkurrenz machten und das Publikum beider Genüsse teil- 
haft werden konnte, die Sache so ein, daß z. B. unter Bullas 
Direktion das Sommertheater um 5 Uhr, das regelmäßige Schau- 
spiel um 6Y2 Uhr begann. 

Bis in die Sechzigerjahre war aber das Sommertheater unan- 

1) Es faßte ungefähr 400 Menschen. 

^) Bis 1775 auf dem Tummelplatze, dann ein Neubau in Verbindung mit 
dem Redoutensaale. Das Sommertheater (1701) war eine große Bretterhütte vor 
dem Eisentore. A. Schlossar, Innerösterr. Stadtleben vor hundert Jahren. Wien 
1877, p. 29, 34. 

^) Das Theater in Brunn wurde 1732 gebaut. 



Das Linzer Bühnenhaus (Sommertheater) 

ain der Donau. 

(Nach einer Zeichnung aus dem Jahre 1862 im Museum.) 



89 



gefochtener Tummelplatz der Hanswurstiaden. Man spielte unermüd- 
lich' von 4 Uhr nachmittags bis 9 Uhr abends. 

Das Eintrittsgeld war für das vordere Parterre ein Silber- 
siebner, in die Galerie ein Silbergroschen und auf das Stehparterre 
«in Kreuzer. Daher hieß das Sommertheater auch Kreuzerspiel, 
Kreuzerkomödie, Kreuzertheater. 

Jede Komödie hatte zwei oder mehrere Akte; nach jedem 
derselben mußte wieder bezahlt werden, wollte man noch länger 
beiwohnen. 

Am Ende jedes Stückes gab es dann 
«ine Belagerung oder eine Schiittage, manch- 
mal produzierte sich ein Taschenspieler oder 
«iner, der aus einer Hutscheibe alle möglichen 
Hutformen zu machen verstand, u. dgl. 

An dem Stadel war vorn ein kleiner 
Vorbau, in welchem die Kasse war und von 
<lessen Eingängen der eine auf das Parterre, 
der andere auf die Galerie führte; rechts vom 
Stadel war eine Vorrichtung für ein Policinello- 
oder Marionettenspiel, welches die Aufgabe 
hatte, die immer vor dem Theater stehenden 
Leute anzulocken, in das Stück hineinzugehen. 

Die Rückständigkeit gegenüber anderen 
Orten muß man aber doch in Linz empfunden 
haben. Denn als um die Mitte des 18. Jahr- 
hunderts, teilweise schon etwas früher, viele 
Städte anfingen, die alten Ballhäuser zu 

Theatern umzugestalten, i) wurde es bald auch in l^er Kasperi aus Böckis 

.... -TT 1 1 1 T X Marionettentheater. 

der oberösterreichischen Hauptstadt lebendig. 2) .rw • • i • t.t 

^ o / (Original im Museum.) 

Hier griff nämlich diese Idee der durch 
seinen Bau der Ursulinen- und Elisabethinenkirche bekannte Bau- 
meister Khrüner'^) auf. Im Jahre 1751 bat er die Stände des Landes 
um „Erbau- und Zurichtung des ständischen Ballhauses (vor dem 
Schmidtor) zu einem Komödiehaus und Redoutensaal". Er wurde jedoch 




^) In Wien z. B. 1741, in Regensburg 1760. 

-) Die folgenden Ausführungen beruhen, abgesehen von einigen Er- 
gänzungen und Berichtigungen, in der Hauptsache auf dem verdienstvollen 
Aufsatze Dr. F. Krackmcixers über die Baugeschichte des Linzer Theaters im 
„Oberösterreicher" vom Jahre 1870 und den Akten - Exzerpten der Epheme- 
riden Staubers (Linz 1884). 

^) Krackoivixer schreibt Grimmer, Pülwein Krinner, Stauber Khrüner. 



90 

mit Bescheid vom 17. November d. J. abgewiesen, indem die Stände 
erklärten, „die Bewilligung dieses Vorschlages sei weder zu ihrer 
Ehre noch zu ihrem Nutzen, wohl aber würden dadurch ihre allda 
befindlichen Gebäude und das Landhaus selbst der näheren Feuers- 
gefahr und anderen Unzukömmlichkeiten ausgesetzt".^) So blieb es 
also wieder beim alten. 

Im Laufe der Zeit drängte sich aber den Bürgern der Stadt 
doch die Überzeugung auf, daß sie hinter anderen Gemeinwesen 
nicht länger zurückstehen dürften, und so schritten im Jahre 1761 
der Bürgermeister, Richter und Rat um einen Beitrag der Stände 
für eine geplante Vergrößerung des Theaters ein. Sie hatten im 
Sinne, „im allhiesigen Stadt- Komödienhause eine doppelte Gallerie 
zu errichten und das Theater mit genugsam sauberen Fenstern zu 
versehen". Sie seien jedoch, erklärten sie, nicht imstande, die 
erforderlichen Kosten von wenigstens 1000 fl. zu bestreiten, „da 
gemeiner Stadt aerarium allzusehr geschwächet und erschöpft" sei. 

Mit Beschluß vom 19. November d. J. bewilligten die Stände 
einen Beitrag von 400 fl. 

Das Theater wurde nun in einen besseren Zustand gesetzt. Eine 
adelige Theatral-Sozietät sorgte, daß immer eine Truppe hier spielte. 

Die Einnahmen waren aber so gering, daß sich der Impresario 
im Jahre 1769 genötigt sah, an die Stände ein Promemoria folgen- 
den Inhaltes zu ri(;hten: „Die großmüthige Denkungsart, mit welcher 
die löblichen Herren Stände für das Publicum jederzeit besorgt 
waren, läßt uns nicht zweifeln, daß nicht die Herren Verordneten 
zur Unterhaltung der beständigen Spektaklen einen Beitrag machen 
werden, besonders da bei allen gesitteten Völkern solche von der 
Unart gereinigte Komödien für eine Unterhaltung angesehen werden, 
welche die Sitten bessert. Der vor einigen Jahren gemachte Beitrag 
zur Herstellung des Komödienhauses hat seinen Endzweck erreicht, 
daß Linz sich seiner Schaubühne nicht schämen darf; die in das 
dritte Jahr fortwährende Unterhaltung der Komödien zeiget, daß es 
an dem Personale derselben nicht mangle. Bloß alleinig äußert sich 
die geringe Einnahme, besonders zur Sommerszeit. Wir hoffen 
demnach, daß die Herren Verordneten mit einem jährlichen Zu- 
schuß von 400 fl. uns an die Hand gehen werden" usw. 

Zu Beginn des Jahres 1769 bewilligten nun die Stände den 
damaligen Entrepreneurs des Theaters einen jährlichen Beitrag von 

*) In der „Linzer Zeitung" vom 2. März 1767 wird die Versteigerung des 
alten Ballhauses oder Männerhofes vor dem Schmidtor angekündigt (heute 
das Haus des Herrn Kaufmanns Eeininger). 



91 

400 fl. aus dem landschaftlichen Bausohreiber- und Hofmeisterei- 
Fonds. 

Im Jahre 1773 setzten Graf Oottlieb von Klarn und Acha^i, 
Freiherr von Stiehar, beide Mitglieder der adeligen Theatral-Sozietät, 
die Erbauung eines Redoutensaales seitens der Stände durch. Der 
Beschluß datiert vom 28. April. 

Jetzt griff man die Idee des Baumeisters Khrüner wieder auf 
und die adelige Theatral-Sozietät richtete an die Stände folgendes 
Gesuch: „Das Vergnügen, welches die gesittete Welt bei der von 
allen unanständig und ungereimten Possen nunmehro gereinigten 
Schaubühne empfindet, veranlaßte die Vergrößerung der theatrali- 
schen Societät, damit sich das Linzer Publikum noch fernerhin bei 
dieser so edel als angenehmen Unterhaltung ergötzen möge. Zu- 
malen aber das dermalige bei dem Wasser situierte Theaterhaus bei 
übler Witterung sehr unbequem und bei selben sich solche Bau- 
falligkeiten an Tag legen, welche nicht änderst als durch sehr große 
Unkosten herzustellen sein, zu geschweigen, daß der Raum desselben 
so eingeschränkt, daß zur notwendigen Aufbehaltung der Garberobe 
und übrigen Theatral-Requisiten kein hinlänglicher Raum vorhanden, 
so erfordert die Notwendigkeit, daß auf einen anderen anständigen 
Platz fürgedacht werde. Das Wohlgefallen, so Linz über den her- 
gestellten Redoutensaal bezeiget, wird sich sicher vermehren, wenn 
an selben auch das Theatral-Gebäude angeschlossen 
würde,^) zu welchem die Schießstatt und Fechtboden, dann die 
nebenliegende Wiese außer der Einfahrt in den neuen Stadel genüg- 
samen Raum und Bequemlichkeit verschaffet." 

Die Gesuchsteller führen in ihrem Schreiben noch aus, daß 
die Kosten nach dem Überschlage sich höchstens auf 9000 fl. be- 
liefen und daß man sich mit der bestimmten Erwartung schmeichle, 
die Stände würden den Neubau auf ihrem Grunde bewilligen oder 
wenigstens einen Beitrag zu einem solchen geben. 

Die Stände bewilligten mit Beschluß vom 24. April 1774 die 
Führung des Baues auf ständischem Grunde und 1000 fl. Diese 
Summe reichte nicht hin und so suchte der begeisterte Theater- 
freund Baron Stiebar im folgenden Jahre den Verkauf des den 
Ständen gehörigen Bergschlößchens um 3000 fl. durchzusetzen. Der 
Nutznießer desselben, Graf Stanislaus Hohenfeld, gab seine Ein- 
willigung, da ein neues Theater, ,.zur Zierde der Stadt sowohl als 
zu einer anständigen Unterhaltung der Noblesse und des Publioi'' 
gereichen werde. 

^) In Graz geschah das 1775. 



92 

Der Herrenstand schrieb daher in der „Linzerischen Montags 
Ordinari Zeitung" vom 1. Jänner 1776 die öffentliche Feilbietung 
des Bergsohlössels oder Mäderer Güteis aus. 

Trotzdem wurde aus dem ganzen Plane nichts, i) Wie es 
scheint, hat die Landesregierung einen Strich durch die Rechnung 
gemacht. 

Man kann das aus der gereizten Antwort der Stände auf den 
Regierungserlaß vom 11. Juni 1777 erschließen, in welchem die 
«igenmächtig unternommene Ausbesserung des Redoutensaales und 
der übrigens schon 1769 beschlossene jährliche Beitrag von 400 fl. 
beanständet wurde. 

Wegen des zweiten Punktes rechtfertigten sich die Stände 
mit dem Hinweise, daß sie „diese zur Unterstützung der öffentlichen 
Ergötzlichkeiten und Unterhaltung gereichende Auslage nicht aus 
unechter, sondern in der Absicht bewilligt hätten, damit durch selbe 
die mit vielen Auflagen gedrückten Gemüter der Insassen ermuntert, 
die Bürde der Kontributionslast in Vergessenheit gebracht und die 
vasallische Willfahrigkeit in ununterbrochener Blüte erhalten, auch 
ansehnlichen Gästen und Durchreisenden der Aufenthalt annehmlich 
gemacht werde". 

Diese Ausführungen scheinen doch ein Hieb für die Ver- 
w^eigerung des Theaterbaues zu sein; sie halfen aber nichts. 

Nach wie vor mußte das Theaterpublikum zur Donau hin- 
unterwandern, bis bei der großen Überschwemmung im Jahre 1786 
der alte Kasten zusammenfiel. 

Notdürftig wiederhergestellt, war diese Bude an der Donau 
später nur mehr der Tummelplatz für den hölzernen Kasperl und 
Konsorten, bis ihr Herr und Meister Böckl im Jahre 1794 das 
Marionettentheater an den Schauspieldirektor Olöggl verkaufte, der 
es in den Garten des Gasthofes „Zum römischen Kaiser" (heute 
Poche-Haus auf der oberen Promenade) übertragen ließ. Hier wurde 
eine Bretterbude errichtet, an die Stelle der Figuren traten Schau- 
spieler (Thiewitz, Ferrari und dessen Frau, Hackl u. a.) und das 
Sommertheater neuen Stiles war fertig."^) 

Ein Neubau war jetzt nach der Zerstörung des alten Theaters 
durch das Wasser eher denn je zu gewärtigen. 

Der Bürgermeister Seegmüller wandte sich im selben Jahre 
noch an die Regierung mit dem Ersuchen, es möchte das städtische 

^) Dafür untermauerte man das Schauspielhaus am Wasser. 
-) Nach Notizen vom Jahre 1862 im Museum. 



93 

Schauspielhaus, zu dessen Herstellung die für die schwer getroffene 
Stadt unerschwingliche Summe von 470 fl. 20 7.3 kr. notwendig 
wäre, für die Zukunft als zur Aufführung von Theatervorstellungen 
ungeeignet erklärt und die Herstellung einer andern, von der Stadt 
ganz unabhängigen Schaubühne veranlaßt werden. Dazu sei die 
Landesvertretung oder der Kaiser um einen ausgiebigen Beitrag zu 
bitten. Die Stadt könne nicht zu einem Theaterneubau gezwungett 
werden, da ein solcher nicht nur der Stadt sondern dem allgemeinen 
Wohle diene. Jedenfalls sei aber der jetzige Platz durch seine Lage 
am Ende der Stadt und die stete Überschwemmungsgefahr durch- 
aus ungeeignet. 

Diese Eingabe leitete das Gubernium an die Stände und als 
Josef n. im selben Jahre in Linz weilte, trug man auch ihm die 
Sache vor. Das Projekt, neben dem Redoutensaale das Theater zu 
bauen, fand seine Billigung. Mit Handbillett aus Steyr vom 9. Oktober 
1786 gab er dem Wunsche Ausdruck, es möge das Theater seiner 
Länge nach nicht Gassenfront bilden, sondern in den Garten hinein 
zu stehen kommen; das Tor am Ende des kleinen Redoutensaales 
sei abzubrechen und statt dessen eine Gasse bis an die Reitschule 
herzustellen, um die Zu- und Abfahrt um das ganze Theater zu 
bekommen. 

Am 16. Oktober 1786 erstatteten die Stände an die Re- 
gierung den verlangten Vorschlag. Sie seien, hieß es darin, in Er- 
wägung, daß in allen Hauptstädten der Erbländer mit kaiserlicher 
Genehmigung zur gesitteten Unterhaltung und gemeinschaftlichen 
Zusammenkunft aller Stände zumeist durch ständische Unterstützung 
Schauspielhäuser erbaut worden sind, mit dem geplanten Bau ein- 
verstanden. Der Platz neben dem Redoutensaale sei dazu sehr ge- 
eignet, weil man dort Gelegenheit habe, während der Vorstellung 
sich in den Saal oder in den Garten zu begeben oder auf der 
Wallpromenade sich zu ergehen. Die Kosten betrügen 25.421 fl. 
46 kr. und wäre die Allerhöchste Bewilligung darüber einzuholen, 
diese Summe aus dem Domestikalfonds gegen SYgVo Verzinsung 
beschaffen zu dürfen. Dieses Kapital wäre mit 1200 fl. jährlich 
derart zu amortisieren, daß von dem Impresario für die Benützung 
des Theaters jährlich 400 fl., für die Abhaltung der Bälle etc. 300 fl. 
und die restlichen 500 fl. aus dem Innviertler Extra- Domestikal- 
Steuerfonds gezahlt würden. 

Allein der Bau kam auch diesmal nicht zustande. Ein Hof- 
billett vom 13. November 1786 trug nämlich den Ständen folgen- 
des auf: Zuerst sind die Erweiterungsbauten bei den barmherzigen 



94 



Brüdern und Elisabethinen und die anderweitig notwendigen öffent- 
lichen Humanitätsanstalten auszuführen. Erst dann kann zum Theater- 
baue geschritten werden. 

Nun verwendete sich der damalige Regierungspräsident Oraf 
von Bottejihan und so wurde als Ersatz für das zerstörte Theater an 
der Donau das neue Ballhaus (Redoutensaal) der Stände 
zu einem Bühnenhause umgestaltet und zu Ende des Jahres 

1787 seiner nun- 
mehrigen Bestimmung 
übergeben. Es maß 14 
Klafter in der Länge, 
5 Klafter und 4 Schuh 
in der Breite und 5 
Klafter in der Höhe. 
Die drei Stock- 
werke wurden auf 
beiden Seiten mit Ga- 
lerien, in der Mitte 
aber mit Logen ver- 
sehen, und zwar waren 
im ersten Stockwerk 
sieben, im zweiten acht, 
im dritten sechs Logen 
angebracht. 

Da die Brücken 
und Bänke im Parterre 
weggenommen werden 
konnten, so ließ sich 
der Saal jederzeit auch 
zu Kasinos und Bällen 
verwenden. 

Wie wir gehört 
haben, wollte schon 
im Jahre 1782 Graf Philipp Rosenberg für seine Entreprise den 
Redoutensaal haben, erhielt ihn aber nicht. 

Jetzt hatte die Not zu diesem Auswege gezwungen. Es war 
freilich ein unbequemer Notbehelf und immer mit Feuersgefahr 
verbunden. 

Da winkte ein glücklicher Stern. Im Jahre 1792 überreichten 
die Stände dem Kaiser Franz, als dieser auf seiner Rückreise von 
der Krönung Linz passierte, 6000 Dukaten als Krönungsgeschenk. 




Redoutensaal (Theater) und Gasthof „Zum römischen 
Kaiser" beim. Brande im Jahre 1800. 

(Nach einem Ölgemälde im Museum.) 



95 

Der Kaiser nahm sie an, widmete sie aber zum Wohle des Landes. 
Ein Teil (10,000 fl.) sollte nun nach dem Antrage der Stände zur 
Erbauung eines ordentlichen Schauspielhauses und der übrige Be- 
trag zur Wiederherstellung des Kasinogebäudes in seinem vorigen 



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Sitzplan des Linzer Theaters. 

Zustande verwendet werden. Der beantragte Bau wurde zwar 
genehmigt, die Ausführung aber von dem zu erwartenden Friedens- 
schlüsse abhängig gemacht, somit bei der damaligen Weltlage auf 
unbestimmte Zeit hinausgeschoben. Es blieb also nichts anderes 



96 



übrig, als sich mit dem improvisierten Theater im Redoutensaale 
wieder bis auf weiteres abzufinden. 

Am 15. August 1800 brach Feuer im Schlosse ans, welches 
einen solchen Umfang annahm, daß ihm das Landhaus, die Altstadt, 
Klostergasse, Hahnengasse und die Häuser auf dem Hauptplatze bis 
zum Schmidtore zum Opfer fielen. Es war ein schrecklicher Brand. 
Begreiflicherweise sah man jetzt jedes feuergefährliche Objekt mit 
doppelt ängstlichen Augen an und so mußte das Bauamt den 
Redoutensaal mit dem Theater besonders gefährlich finden. Im 




Das Landestheater in Linz, eröffnet 1803. 

Herbste dieses Jahres noch erfolgte eine genaue Untersuchung in 
dieser Richtung und auf Grund des Ergebnisses desselben wurden 
Sicherheitsmaßregeln getroffen. Die Bühne mußte von allen entbehr- 
lichen Geräten befreit, alle Dachzimmer geräumt und versperrt 
werden und in den Kasinogarten hinab brach man zwei Ausgänge 
mit hölzernen Treppen. 

Die beantragte Sperrung war zwar nicht bewilligt worden, 
aber das Gebäude wurde für den Zweck eines Schauspielhauses als 
ungeeignet erklärt und die Regierung gebeten, die Allerhöchste 
Genehmigung zu einem Neubaue zu erwirken. Diese erfolgte mit 
1. November 1800. Der Bau begann nach dem Vorbilde des von 



97 

Schikaneder gebauten Theaters an der Wien, nur in etwas ver- 
jüngtem Maßstäbe.^) 

Die Gesamtauslagen beliefen sich laut Bauamtsbericht vom 
12. Februar 1810 und des an die Stände in dieser Sache erstatteten 
Vortrages auf 101.458 fl. 44 kr., wovon auf den Bau 86.247 fl. 6 kr., 
auf die innere Einrichtung 14.342 fl. 11 kr., dann auf sonstige 
Ausladen 869 fl. 27 kr. entfielen. 

Im Jahre 1803 war das neue ständische Schauspielhaus her- 
gestellt; die Eröfliiung geschah am 4. Oktober, am Namensfeste 
Sr. Majestät des Kaisers. 

Schon im Jahre 1811 äußerte sich Dr. F. Sartori in seiner 
„Neuesten Reise durch Österreich ob und unter der Enns", I., 
p. 425: „Schade, daß der Raum für die steigende Volkszahl zu 
klein und die eigentliche Bühne nicht bequem ist." Seitdem ist 
ein Jahrhundert verflossen und die Bevölkerungsziffer auf das Drei- 
fache gestiegen. 

Daher ist es gerechtfertigt, den Wunsch auszusprechen, es 
möge das Land ob der Enns in Bälde seiner Landeshauptstadt ein 
würdiges Schauspielhaus widmen, bestimmt, einer wahren, edlen 
Kunst ein neues Heim zu sein, das angesichts der vollständig ver- 
änderten Verhältnisse ebenso eine Notwendigkeit ist, als es im 
Jahre 1803 der Bau des heutigen Theaters war. 

^) Ea faßte im Jahre 1892 im Zuschauerraum 1200 Personen mit 
12 Logen. Die Pläne zum heutigen Theater befinden sich im Museum. 



V. Geschichte des Linzer Theaters. 

Zu allen Zeiten hat das Volk das Bedürfnis nach Zerstreuune; 
und Unterhaltung empfunden und befriedigt. Eine noch erhaltene 
Predigt aus dem 9. Jahrhunderte i) tadelt an den Bewohnern unserer 
Gegenden die Sitte, an Sonn- und Festtagen auf gute Mahlzeiten 
und schweren Trunk Tänze und ausgelassene Lieder folgen zu 
lassen. 

Das war freilich zu einer Zeit, da unser Stamm noch halb 
heidnisch war. 

Aber auch später, als der christliche Glaube allerorten seine 
Herrschaft angetreten hatte, wich der Hang zu mitunter recht derben 
Lustbarkeiten nicht. 

Selbst die Andacht des Herzens würzte sich das Mittelalter 
in seiner Weise. Es mochte in den frommen Spielen von der 
gnadenreichen Geburt des Heilandes und Jesu bitterem Leiden 
ebensowenig heitere Szenen missen, als es auf die Possen der Fast- 
nacht verzichtete. 

Dieses Nebeneinander der heterogensten Momente in den Unter- 
haltungen setzt freilich eine Zeit voraus, die noch naiv dachte und 
mit allen Sinnen am Äußeren hing. So versteht man, wie die My- 
sterien voll tiefer Glaubensinnigkeit und derbe Bauernspiele das 
gleiche dankbare Publikum fanden. 

Hatte man auch, wie aus dem Zeugnis für den ludus paschalis 
im Stifte iSt. Florian hervorgeht, im 13. Jahrhunderte bei uns alles 
Possenhafte aus den kirchlichen Spielen entfernt, beziehungsweise 
ihren streng kirchlichen, liturgischen Charakter treu bewahrt, so 



*) In einer Handschrift aus dem ehemaligen Augustiner-Chorherrenstifte 
Silben, die aber wohl aus Salzburg stammt. 

Die betreffenden Worte in der Predigt (De natalitiis martyrum) lauten: 
In sacris festivitatibus choros ducendo saltare et cantica luxuriosa et turpia 
proferre. 



99 

hinderte das z. B. den Propst von Ranshofen nicht, in Passau ein 
., Schimpf" haus zu bauen. ^) 

Eine charta reformationis für das Stift St. Florian aus dem 
Jahre 1451 verbietet die Tänze der Bauern an Festtagen und was 
immer für Spiele innerhalb der Klosterfriedung.^) Also müssen sie 
üblich gewesen sein. 

Einen Großteil der Unterhaltung besorgten im Mittelalter die 
fahrenden Spielleute''), deren Anwesenheit an den Höfen der Fürsten*) 
und Vornehmen und massenhaftes Zusammenströmen bei großen 
Festlichkeiten uns durch Angaben der mittelalterlichen Gesehichts- 
werke und durch Erwähnungen in den Disziplinarvorschriften der 
geistlichen Behörden beglaubigt ist. 

Unter dem fahrenden Volke finden wir Elemente der ver- 
schiedensten Art. Sie übernahmen den Vortrag der altüberlieferten 
nationalen Heldengesänge, doch erstreckte sich ihre Tätigkeit auch 
bis zur Vorführung dressierter Bären und Hunde und zur niedrig- 
sten Possenreißerei; auch zeigten sie sich mit Tänzen, sowie mit 
Taschenspieler- und Akrobatenkünsten. Wenn ein solcher Trupp 
von Spielleuten in einer Festversammlung erschien, so bot sich ein 
Programm dar von ähnlicher Mannigfaltigkeit, wie heutzutage in 
einem Cafe chantant. 

Zu ihrem Repertoire gehörten nun auch zweifellos dramatische 
Vorführungen in der Form des Marionettenspiels und sonstige 
komische Szenen und aus diesen bat man sich vielfach die Ent- 
stehung des weltlichen Dramas komischen Inhaltes erklärt. Man 
hat dann ferner auf die Narrenfeste in den Kirchen^), auf die 
komischen Episoden in den geistlichen Dramen, auf altüberlieferte 
Volksfeste und Volksspiele hingewiesen, die dramatische Elemente 
in sich bargen. 

^) Haus für Spiel und Unterhaltung. Urkunde vom 12. Oktober 1296 
(Passau) im Urkundenbuche des Landes ob der Enns IV, 243, Nr. 269. 

-) A. Czerny, Zwei Aktenstücke etc., p. 76. 

^) Ich habe schon früher erwähnt, daß sich im Kentbuche des Stiftes 
St. Florian vom Jahre 1404 eine eigene Rubrik für Geldgeschenke an „iocula- 
tores et vagi" findet. 

*) Der kränkliche Kaiser Friedrich III. ließ sich auf seiner Burg zu Linx 
durch seinen Possenreißer Georg, der sich „König von Portugal'* nannte und 
die „Eitterwürde" verlieh, die Grillen vertreiben. (E. Simonsfeld, Itinerario di 
Germania dell anno 1492, Venezia 1903, p. 20 des Sonderabdruckes.) 

^) Die Sitte der Knabenbischöfe ist auch bei uns bekannt gewesen, wie 
eine Rechnung vom Jahre 1480 im Urbar des Stiftes Waldhausen zeigt: Item 
den schuelern . mit den Bischoven successive 6 ß 20 8. 

7* 



100 

Allein das ist alles nur sehr bedingt und nur in Bezug auf 
einzelne Abarten des Dramas von Einfluß gewesen.^) 

Etwas Sicheres läßt sich über die Anfange des komischen 
Dramas nicht sagen. 

In den Possenspielen des ausgehenden Mittelalters tritt uns 
eine neue dramatische Urform entgegen, völlig verschieden von den 
vereinzelten Spuren des komischen Dramas, die uns aus der 
früheren Zeit vorliegen. Während die früheren Spuren uns fast 
durchwegs auf den Kreis der berufsmäßigen Gaukler und Lustig- 
macher hinwiesen, dürfen wir hier einen Zusammenhang mit alt- 
hergebrachten volkstümlichen Festlichkeiten annehmen.'^) 

Reif- und Schwerttänze, wie sie die Messerer von Steyr zum 
Beispiel noch 1680 vor dem Kaiser Leopold I. aufführten,^) kommen 
schon im 15. und 16. Jahrhunderte vor und zeigen dort die Ver- 
bindung von Verkleidung und Deklamation. 

Wenn man nun Rede und Gegenrede in diesen meist zur 
Fastnachtzeit aufgeführten und daher nach ihr benannten Spielen 
etwas lebendiger gestaltete, so konnte darin ganz wohl ein frucht- 
barer Keim zu weiterer Entwicklung liegen. 

In die Aufzüge der Fastnacht brachte man nun vielfach da- 
durch eine dramatische Bewegung, daß die Tänzer im Charakter 
von Bauern und Bäuerinnen auftraten und etwa eine Brautwerbungs- 
szene oder Verhandlungen der Bauern mit einem herumziehenden 
Scharlatan oder, was am häufigsten geschieht, einen komischen 
Bauernprozeß vorführten. 

Ich habe schon in einem andern Zusammenhange auf Bauet'n- 
spiele und die Posse „Rumpolt-Mareth" hingewiesen, die auch 
in unserem Lande bekannt waren. 

Diese Fastnachtspiele, sowie die Ansätze zu einem ernsten 
weltlichen Drama führten in der Folge gleicherweise zur Ausbildung 
eines berufsmäßigen Schauspielerstandes, am frühesten wohl in Eng- 
land und Italien. 

Aber erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts treffen wir in der 
Landeshauptstadt, die ja doch für derlei Leute in erster Linie in 
Frage kam, welsche und englische Komödianten. 

Im Jahre 1614 berief Kaiser Matthias den ersten österreichi- 
schen Reichstag nach Linz ein, der 14 Tage daselbst versammelt war. 



^) Creixenach a. a. O., p. 379f, und 390. 

*) Creixenach, p. 408 f. 

^) Pillwein, Geschichte der Stadt Steyr, Linz 1837, p. 305. 



101 

„Die Abgesandten", heißt es in KhevenhüUers Annalen, „sein 
ansehnlich erschienen und wurden große Pankedt, auch sckäne 
Comoedien von welschen Comoedianten, Ringrennen und Schießen 




gehalten." Der Kaiser hatte eigens von Italien Komödianten kommen 

lassen und, wie die Hofrechnungen ausweisen, fürstlich gehalten.^) 

Ein Jahr früher hatte die bekannte Truppe Johns Spencers 

in Linz ihr Repertoire („Philole und Marianne", „Celide 



*) Joh. Meissner, Die Englischen Comoedianten zur Zeit Shakespeares in 
Oesterreich. Wien 1884, p. 56 f. 



102 

und Sedea" etc.) abgewickelt.^) Seitdem kamen öfter solche Ge- 
sellschaften; in den Achtzigerjahren waren die EggenbergiscJien 
Komödianten hier, die sich eines großen Rufes erfreuten, 2) 

In ihrem Spielgesuche vom Jahre 1687 heißt es u. a.: „ . . . was- 
gestalten wir schon in das zwölfte Jahr in fürstlich Eggenberg'sohen 
Diensten verbleiben und bereits an fünf Jahre alhier die hohe gnad 
genoßen, mit letzten Comoedien eine hochlöbliche Landschaft in 
dem Reitplatz unterthenigst zu bedienen. Wenn nun anizco letztere 
gnedigste Herschafften zu Wien subsistiren und wir widerumb die 
Dames und Cavalliren dieser kommenden Bartholomäus -Meß mit 
neuen Comödien und Kleidern zu bedienen bereit sein, wofern uns 
der Consens^) zu agiren verstattet und die vorige gnade, die wir 
ehemals hier genossen, widerholet wurde ..." 

Regelmäßig fand sich zu den Jahrmarktszeiten der Landes- 
hauptstadt irgendeine Bande ein, die handwerksmäßig ihre Rollen 
herunterarbeitete. Dann gab es wieder einmal eine welsche Opern- 
sängerei oder es kam eine Truppe, deren Mitglieder unter Um- 
ständen Schauspieler, Sänger, Ballettänzer und Pantomimiker zu- 
gleich waren. ^) Für das Durchschnittspublikum waren die Harlekin- 
stücke unentbehrlich, aber auch die besseren Kreise konnten es sich 
nicht versagen, ab und zu an den Spässen des Hanswursts sich zu 
vergnügen. Der berühmte Prehauser, der im Bunde mit einem ge- 
wissen Geißler 1722 in Linz und mit einer eigenen Truppe in Steijr 
spielte, wo er sich mit der Gesellschalt der Witwe Steinmetz, ver- 
einigte"), eroberte sich auch bei uns aller Herzen und künftig gab 
es keine anderen Theatersiege als im Zeichen Bernardons. 

Das war so unter Schwertherger''') und Menninger'^), die in 

1) R. Prölß, Geschichte des neueren Dramas III 1, Leipzig 1883, p. 186 ft". 

-) Ein hervorragendes Mitglied dieser Truppe war Joh. Val. Petxold oder 
Kilian Brustfleck, wie er sich als Schauspieler nannte. 

^) Im Jahre 1690 reichten sie in Prag um die Konzession ein. (0. Teuber, 
Geschichte des Prager Theaters I, Prag 1883, p. 93.) 

*) Im Jahre 1757 z. B. verschreibt sich der Prager Opern -Impresario 
Locatelli, der schlechte Geschäfte machte, eine „auserlesene Bande deutscher 
Comoedianten mit vier Tanzern" aus Linx. {0. Teuber, Geschichte des Prager 
Theaters I, p. 226). 

**) Schmid, Chronologie des deutschen Theaters 1775, p. 55. 

•*) Nach dem Gothaer Theaterkalender vom Jahre 1791, p. 272, entführte 
diese Gesellschaft hier die nachmalige Schauspielerin Therese Schimann. 

Ein Mitglied dieser Truppe, J. Unger, vollendete hier am 15. De- 
zember 1759 den „Kaufmann von London" von F. J. Moser, wahrscheinlich 
eine Überarbeitung des gleichnamigen Hanswurststückes von J. F. v. Kurz 
(Goedekes Grundriß V, p. 343, 163). 



103 

Linz spielten, und als Chr. G. Klemm in Wien 1762 den Kampf 
gegen den Hanswurst eröffnete, agierte hier der bekannte Franx 
Josef Sehastiani mit seiner Truppe noch munter seine Harlekinaden. 
Nur widerwillig zollte er dem „regelmäßigen Stücke" seinen 
Tribut^) und auch nur, wie es scheint, solange er Leute wie Müller 
und Schimann in seiner Gesellschaft hatte. 

Joh. Heinr. Friedr. Müller, eigentlich Schröter, geboren zu Halberstadt 
am 20. Februar 1738, studierte in Halle, war Hauslehrer bei Schuch, unter 
dem er dann als Schauspieler auftrat, kam zu Schönemann, richtete dem Grafen 
Hodiz zu Roswalde eine Gesellschaft ein, ging dann nach Linz, wo er Se- 
bastianis Vertrauen so sehr gewann, daß er sogar die Leitung des 
Theaters erhielt, und 1763 zu Weiskern nach Wien. Er stand auf Seiten des 
regelmäßigen Schauspiels, machte 1776 im Auftrage Josefs IL eine Theater- 
Studienreise durch Deutschland, wurde 1778 Direktor des deutschen Singspiels 
in Wien und starb daselbst am 8. August 1815. Junge Helden und muntere 
Liebhaber waren seine Hauptrollen. 

Josef Gottfried Schimann, geboren am 13. Februar 1745 in Graz, war 
einer der bekanntesten Schauspieler seiner Zeit. Seine Frau Therese geb. 
Bayer war ebenfalls eine tüchtige Kraft. In Linz am 24. Aug. 1748 geboren, 
wurde sie als Kind von dem Theaterdirektor Schwertberger , der eben mit 
seiner Gesellschaft in Linz spielte, ihren Eltern entführt und nach Schlesien 
gebracht. Schwertberger wollte nur Geld verdienen, um es dann zu verspielen 
und zu verprassen, und kümmerte sich nicht im geringsten um die Erziehung 
der von ihm angenommenen oder geraubten Kinder. So wuchs auch die Bayer 
in bejammernswerten Verhältnissen auf, bis sich der nachmalige Theaterdirektor 
Vogt und dessen Frau des armen Kindes annahmen. Sie bildete sich für 
das Theater aus und soll bereits mit 17 Jahren in der Miß Sara Sampson die 
Titelrolle nach Lessifigs persönlicher Anleitung mit größtem Erfolge gespielt 
haben.'') Bald darauf wurde sie von Döbbelin nach Berlin engagiert, wo sie er- 
krankte. Sie kehrte nach Linz zurück und heiratete hier den Schauspieler 
Schimann. Vier Jahre nach seinem Tode ging sie mit Schopf nach Prag, dann 
zu Wahr, wo sie sich besonders in komischen Müttern einen Namen machte. ' 
Sie starb am 19. September 1790. Schopf ließ ihr von dem Prager Künstler 
Lederer ein schönes Monument errichten.^) 



') Er hatte seine Entreprise mit Dyks Bearbeitung des „Es sex" eröffnet. 

Herrl sagt in der Wochenschrift „Welt" vom Jahre 1762, Sebastiani 
spiele bereits lange in Linx. Dieses „lange" kann aber höchstens ein Jahr be- 
deuten; 1761 war nämlich Sebastiani noch in Brunn, wohin er die ersten 
Ballette brachte, Schmids Chronologie des deutschen Theaters, p. 214 und 231, 
schildert ihn als schlechten Schauspieler und Impresario von Harlekinstücken 
und Klemm greift ihn im 29. Stück der „Welt" als den Impresario des Preß- 
burger Theaters wegen der von ihm gepflegten Hanswurststücke an. 

^) Nach dem Gothaer Theaterkalender vom Jahre 1791, p. 272. Das 
müßte also 1765 unter Vogt in Berlin gewesen sein, vielleicht aber doch noch 
1764 in Breslau. Ich konnte darüber nichts finden. 

•'') Ihre Silhouette ist von Xilson in Augsburg gestochen worden, der sie 



104 



Wie lange Sebastian! hier in Linz spielte, ist nicht genau zu 

ermitteln; im Jahre 1764 debütierte bei ihm noch Schima?i?i als 

Myrtell in Oellerts „Band" und im selben Jahre soll er in Mainz 

mit Schröder als Lustigmacher gespielt haben.J) 

Im Jahre 1765 

wurde das Theater gleich 
allen anderen des Reiches 
wegen des Todes des 
Kaisers Franz I. für ein 
Jahr geschlossen. 

Nach Ablauf der 
Sperre berief der Adel 
von Linz den bekannten 
Wiener Josef Weid- 
mann,'^) der dann hier 
die Holle des Bernardons 
vertrat. 

Während es in dieser 
Zeit selbst bedeutende 
Kräfte des „regel- 
mäßigen" Stückes, wie 
z. B. die Schauspielerin 
Mad. Körner, die 1769 
hieherkam,'^) mit knapper 
Not zu einem Achtungs- 
erfolge brachten, wurden 
Leute wie Brunian mit 
seinem alten, unverwüst- 
lichen Hanswurst Pre- 
liauser mit Jubel be- 
grüßt.'i) 
Der nächste Direktor, den die adelige Impresa engagierte, 
war Max Schoh (1744— 1800),^) der im Jahre 1772 die Linzer 
Bühne übernahm und sich um die Reform derselben große Ver- 




Die Scliauspielerin Edmunda Scholz, geb. Tilly 

(1754-1797). 

(Nach einem Stiche in der Wiener Hofbibliothek.) 



auch, freilich schlecht genug, wie Zeitgenossen berichten, als Ophelia in der 
Szene mit Hamlet: Sei keusch etc. dargestellt hat. 

1) Nach Ooede/ce, Grundriß ^ 5. Bd. Dresden 1893, p. 239. 

2) Weidmann hatte schon unter Sebastiani hier gespielt. (Im Jahre 1772 
ging er von Linz nach Graz. De Luca, Das gelehrte Österreich, p. 391.) 

^) De Luca, p. 371. 

*) 0. Teuber, a. a. O., XL, p. 17. 

•'') De Luca, p. 385. 



105 



dienste erwarb. Unter seiner Direktion debütierte hier im Jahre 
1773 Ignaz Hahel und dessen Frau, er als Paul Werner, sie als 
Franziska in Lessings ..Minna von Barnhelm".i) 

Scholz ging mit seiner Frau, einer der vorzüglichsten Schau- 
spielerinnen, im Jahre 1774 nach Prag, nahm aber später wieder 
Engagement in Linz. 

Im Ensemble der 
nächsten Zeit begegnen 
uns Karoline Naumann, 
die 1775 am Theater in 
Linz debütierte und hier 
den Schauspieler Amor 
heiratete, 2) und Frau Jo- 
sefa Antonia Litter, gleich- 
falls 1775 engagiert;'') 
ferner Elisabeth Partei, 
geborene Schmidt, die im 
Jahre 1777 als Mirza in 
„Thamos, König von 
Ägypten" (Heroisches 
Drama in fünf Aufzügen 
von Gebier, Musik von 
Mozart) hier debütierte und 
noch im folgenden Jahre 
als verwendbare Mutter- 
Darstellerin spielte,'') und 
das Ehepaar Prothke.°) 

Johann Prothke, der einige Zeit in Prag gespielt hatte, 
debütierte in Linz im Jahre 1776 als Fürst im „Leichtgläubigen" 
seine Frau im gleichen Stücke als Lottchen. 

Seine Rollen waren erste Liebhaber und Helden im Trauer- 
spiele, die seiner Frau Mädchen, zänkische Weiber- und (Charakter- 
rollen. Von ihm stammt das Linzer Lokalstüek „Der Bartho- 
lomämarkt oder auf Linz will ich ewig denken" (Lust- 
spiel in zwei Akten, Linz 1784), das allerdings an Holbergs 




Der Schauspieler Karl Czechtitzky 

(1759-1836). 

(Nach einem Stiche in dei- Wiener Hofbibliothek.) 



^) De Luca, p. 368. 
^) Ebenda, p. 361. 
«) Ebenda, p. 375. 
*) Ebenda, p. 380. 
^) Ebenda, p. 382. 
Theaterkalender Prothke. 



Teuber IL, p. 62 schreibt Bartl. 

De lAica schreibt Prockhe, Gocdeke und der Gothaer 



106 

„11. Juni" und das Spießsche ,,An Prag will ich ewig denken" 
erinnert. 

Er spielte noch lange in Linz und starb daselbst im Jahre 1791. 

Einen hervorragenden Künstler gewann die Linzer Bühne an 
Karl Cxechtitzky, der mit der Titelrolle seines Stückes „Graf 
Treuburg" (Original-Trauerspiel in fünf Akten) im Jahre 1777 hier 
zuerst auftrat und späterhin in Berlin und St. Petersburg sein Glück 
machte. Er war ein schöner Mann und verband mit einem herr- 
lichen Organ ein hinreißendes, seelenvolles Spiel. Seine Frau Tberese 
(geb. Rosenberg), ebenfalls eine tüchtige Bühnenkraft, war eine 
Linzerin. 

Im Jahre 1778 übernahm Gottfried Denns, ein gebürtiger 
Wiener, das Linzer Theater, auf dem er schon 1755 in der Rolle 
des Gesandten im „Hermann" debütiert hatte und seit 1770 aber- 
mals als Schauspieler engagiert war.^) 

Er spielte Helden, zärtliche Alte und Bauern, neben ihm 
Habel komische Alte, Juden und komische Bediente, seine Frau 
Mädchen, Soubretten und chargierte Rollen, Mad. Litter zärtliche 
Liebhaberinnen, Joh. Perthold, der schon 1770 in Linz in der Rolle 
des Marquis im „Reichen Bürger" von Destouches debütiert hatte, 
Liebhaber, brüske Alte, Soldaten und Bauern, 2) Joh. Poysel polternde 
Väter im Lustspiel, Tyrannen im Trauerspiel,^) dessen Frau Neben- 
rollen, und Karl Starke^) seit 1777 Liebhaber, Chevaliers und 
Militärrollen, 

Denns blieb bis zum P asching des nächsten Jahres, sagte dann 
der Bühne Lebewohl und wurde Akzessist bei der k. k. Kameral- 
Buchhaltung in Linz. 

In der Linzer Zeitung vom 13. Jänner 1779 erfolgte die Aus- 
schreibung des Theaters mit dem Bemerken, daß man es, falls sich 
keine Impresa finden sollte, einer guten Schauspielergesellschaft 
überlassen werde. 

Da stellte sich wieder der Adel in die Bresche und Baron 
Achaz Stiebar übernahm im Vereine mit mehreren Kavalieren der 



^) De Luea, p. 366. 

■-) Ebenda, p. 381. 

«) Ebenda, p. 385. 

*) Starke war 1743 in Linz geboren. Von ihm stammt das Lustspiel 
„Der böse Vater und der schalkhafte Sohn" (1787), das nach 
H. Commenda, Materialien zur landeskundlichen Bibliographie Oberösterreichs, 
Linz 1890, p. 483, in Linz, nach K. Qoedeke, Grundriß, " V., p. 350, in Prag 
gedruckt wurde. Interessant ist auch sein Stück: „Hat der Schulmeister 
Brot? oder Ich bin Schulpatron". Lustspiel in 3 A. Prag 1787. 



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Theaterzettel des Sommertheaters aus dem Jahre 1781. 
(Im Besitze des Verfassers.) 



107 

Stadt die Bühne und berief nacheinander Seipp, Schikaneder,^) 
Koberwein-) nnd im Jahre 1781 Franz Heinrich Bulla zur Direktion. 3) 

Neben Bulla spielte im Sommertheater eine andere Gesellschaft 
ohne besondere Direktion komische Opern und sonstiges leichteres 
Genre. Die Theaterzettel wurden aber gemeinsam ausgegeben.^) 

Bulla ging nach Karlsruhe^) und 1784 nach Prag. Es folgte 
nun die Entreprise des Grafen Philipp Rosenberg mit der Direktion 
Borchers. 

Aber schon zu Ende des Jahres 1785 war Graf Rosenberg des 
bedeutenden Defizits satt und trat das Theater an den Schauspieler 
Joh. Lasser ab, der es zu Ostern 1786 übernahm. 

In kurzer Zeit war Lasser schon halb ruiniert. Ein Theater- 
skandal folgte dem andern. Am 20. April sollten die „Sechs Schüsseln" 
gegeben werden. Weil nun Herr Brenner bei der Probe seinen Hut 
vor Mad. Teller nicht abnehmen wollte, so weigerte sich letztere, 
mit Brenner zu spielen, und es mußte der „Ring" wiederholt 
werden. 

Am 1. Mai sollte H. Schrott in der Oper „Robert und Kailiste" 
zum zweitenmal singen; er zog es aber vor, noch am selben Tage 
abzureisen. 

Am 8. Mai entdeckte eine Schauspielerin die zu vertraute 
Freundschaft zwischen ihrem Manne und einer anderen. Es gab 
Szenen und Aussöhnung und schließlich den Ausbruch einer Tragi- 
komödie in der Operette „Der alte Geizige". 

Am 25. Mai spielte eine Aktrice das Mädchen in „Kopf und 
Herz". Bei jedem Schimpfworte des Bedienten Roll rief nun das 
Publikum: Bravo, Brenner! Recht so! Und als er sie vollends 
zur Türe hinauswarf, folgte allgemeines Händeklatschen und 
Bravorufen. 

Anfangs Juni ging H. Nuth fort und Mad. Teller wurd ab- 
gedankt. Prandt war jetzt allein Direktor der Komödien. Die Ab- 
gegangenen wurden ersetzt durch Herrn Kais und Dem. Hofmann. 



^) Schikaneder war nach E. v. Komorxynski, E. Schikaneder, Berlin 1901, 
p. 6, zwischen Herbst 1779 und Herbst 1780 in Linz. 

■-) Nach G. H. Hoffs Skizze von Linz (1787). Es wird wohl Simon Friedr. 
Koberwein gemeint sein, der von 1782—1784 in Straßburg die Direktion führte. 

^) Im Anhange sind die ßesetzungslisten des Linzer Theaters von 1780 
bis 1800, soweit sie sich im Gothaer Theaterkalender fanden, abgedruckt. 

*) In der Abbildung sind sie aus technischen Gründen getrennt. 

^) Hier erhielt er am 4. April 1783 den Titel eines badischen Hof- 
schauspielers. (Fachkatalog der theaterhistorischen Ausstellung, Wien 1892, 
p. 111, N. 18.) 



108 

Vom 26. bis zum 28. Juni hauste das Hochwasser so arg, daß 
Lasser um Überlassung des Redoutensaales ^) vorstellig werden mußte. 
Er erhielt ihn auch, aber die Übersiedlung brachte eine bedeutende 
Störung des Geschäftes mit sich. Am 30. Juni ging Piotvani fort. 
Am 4. Juli sollte in der Oper „Die Bergknappen" ein Diver- 
tissement getanzt werden, der dafür engagierte Gast war aber 
inzwischen abgereist. 

Derlei Vorfälle wie die angeführten mußten den Ruf der Bühne 
schädigen und das Publikum in seiner Teilnahmslosigkeit gegenüber 
künstlerischen Bestrebungen bestärken. 

Es konnte daher selbst eine Aichinger, die Lasser für ein 
Gastspiel (vom 16. bis 27. Juli) gewonnen hatte, keine rechte Zug- 
kraft mehr ausüben. Die gefeierte Wiener Hofschauspielerin gefiel 
zwar wie immer, besonders als Maria Stuart, aber nach ihrer Ab- 
reise war das Theater wieder leer wie zuvor. '^) 

Nun dankte auch Prayidt ab und Lasser führte allein die 
Direktion. Die besten Kräfte waren fort und so konnten gewisse 
Zugstücke zum Schaden der Kasse nicht mehr gegeben werden. Da 
berief Lasser den im besten Andenken stehenden Borchers, auch 
Beige, und tat sonst was in seinen Kräften stand. 

Allein ein Großteil des Adels kündigte ihm für das Jahr 1787 
die Logenabonnements und so stand der Direktor vor dem Zusammen- 
bruche. Man sprach davon, daß ein anderer an Lassers Stelle kommen 
wollte, aber das Schicksal aller bisherigenDirektionen stehender Truppen 
in Linz konnte doch kaum einladend erscheinen. 

Die materiellen Verbältnisse änderten sich auch dann nicht, 
als Borchers die artistische Leitung übernahm. Eine ganz merkliche 
Konkurrenz machte das Haustheater, welches Graf Rosenbe?'g für 
die Kavaliere der Stadt in seinem Palais errichtet hatte. Meist 
fielen die Aufführungen zeitlich zusammen und dann hatte Lasser 
das Nachsehen. 

Über die tieferen Gründe des schwachen Besuches des Theaters 
will ich später einiges sagen. 

Lasser bekam es satt, von seinem Gelde fleißig zuzusetzen, und 
an seine Stelle trat nach Ostern des Jahres 1788 Joh. Apelt, der die 
Bühne zwei Jahre leitete. 

Unter seiner Direktion waren u. a. engagiert: das Ehepaar 
König, Katharina PoUenau und Franz Hornscheld. 



^) Gewöhnlich, auch im Gothaer Theaterkalender, als Eeitschule bezeichnet. 
^) Nach dem Zeugnisse des Rezensenten einer Dilettantenvorstellung vom 
24. Juli 1786 in der „Linzer Zeitung", 



109 

Ein rührigeres Theaterleben begann in Linz erst wieder, als 
Franz Olöggl, ein ausgezeichneter Musiker, mit der Leitung der 
ständischen Bühne betraut wurde. 

Er war ein gebürtiger Linzer und stand mit Mozart, den Brüdern 
Haydn und anderen hervorragenden Musikern in Verkehr. i) 

Mit seinen 26 Jahren übernahm er nun gleich drei Bühnen 
auf einmal, die von Linz, Salzburg und Passau, und errichtete in 
seiner Vaterstadt eine Kunst- und Musikalienhandlung, von der er 
aber ebensowenig fett wurde, wie von den musikalischen Zeitschriften, 
die er in seinem Idealismus begründete. 

Dieser tüchtige Mann dirigierte also seit 1790 das landschaft- 
liche Theater in Linz. 

Bei seiner vielseitigen Tätigkeit, besonders als Musiker, kam 
es ihm sehr zustatten, daß er sich in Theater- Angelegenheiten voll- 
kommen auf Prothke verlassen konnte, dem er auch formell die 
eigentliche Direktion übertrug. Prothke starb indes schon im April 
des Jahres 1791. 

Glöggl setzte es durch, daß ihm die Stände einen Teil der 
Kaution und den jährlichen Pacht erließen. 

Dafür schaffte er neue Kostüme und Dekorationen an und hob 
überhaupt das Theater in jeder Weise. Den besonderen Dank der 
Schauspieler erwarb er sich durch die Neuerung, daß er die Gagen 
monatlich bezahlte. Auch für das Orchester sorgte er, indem er einen 
besonderen Musikfonds ins Leben rief und denselben durch Akademien 
und Konzerte zu einer ansehnlichen Höhe zu bringen wußte.-) 

Im Jahre 1795 wurde der Kontrakt mit Glöggl auf weitere 
sechs Jahre erneuert, 3) aber schon zwei Jahre später gab der in ganz 
Linz beliebte Direktor seine bisherige Stellung auf und wurde Dom- 
kapellmeister. 

Es machte sich nun Graf Älthann erbötig, als Administrator 
der Stände, deren Mitglied er war, das Theater zu übernehmen.'') 



^) Abb^ Vogler, der Komponist der Operette „Der Kaufmann von 
Smyrna" (nach dem Französischen des Champfort), 1771 in Mannheim bei 
Schwan, dem ersten Verleger Schillers, erschienen, wohnte mehrere Jahre bei ihm. 

^) Bei einer derartigen Akademie am 22. November 1796 sang die Witwe 
Moxarts einige Stücke aus der Oper „La clemenza di Tito". Mit der An- 
kündigung dieses „glänzenden" Gastdebüts in der „Linzer Zeitung" vom 18. No- 
vember verbindet Glöggl die Einladung zur Pränumeration auf Schillers „unsterb- 
Hche" Ode „An die Freude" (Musik von Tepper de Ferguson). 

^) Das Nähere bei Stauber, p. 287. 

*) Er hielt ein eigenes Haustheater, auf dem die Stücke von Iffland, 
Kotxebue, Spieß etc. zur Aufführung kamen, soviel man dem Tagebuche des 



110 

Allein man zog es vor, daß Glöggl im Fasching 1798 den Musen- 
tempel dem bisherigen Unternehmer des ständischen Schauspielhauses 
in Laibach, Joh. Oeo7'g Dengler, auf vier Jahre in Afterpacht gab. 

Die Regierung genehmigte dieses Vorgehen und hatte nur die 
bestehenden Zensurvorschriften in Erinnerung zu bringen. 

Dengler erhielt das Theater samt Fundus instructus und Glöggl 
verpflichtete sich, zu allen Opern und Operetten, wenn sich deren 
Zahl monatlich nicht über 20 belaufe, das Orchester beizustellen, 
die Opern selbst zu dirigieren und zu jeder neuen Oper zwei Quartett- 
und eine, wenn nötig, auch zwei Generalproben zu halten. 

Dengler hatte dafür an Glöggl 4000 fl. mit vierprozentiger 
Verzinsung und Vermögenshaftung zu zahlen, außerdem monatlich 
120 fl. für die Musik zu entrichten. 

In Denglers Zeit fällt der Neubau des ständischen oder land- 
schaftlichen Theaters. Im letzten Jahre vor Eröffnung des neuen 
Schauspielhauses besuchte er mit seiner Gesellschaft andere Städte^) 
und während seiner Abwesenheit absolvierten in der Reitschule durch- 
reisende Truppen ihre Gastspiele. 2) 

Am 4. Oktober 1803 wurde das neue Theater mit Kotxebues 
Trauerspiel „Oktav ia" eröffnet^ dem ein auf die Feier des Tages 
sich beziehender Prolog vorausging. Es war ja zugleich Kaisertag. 
Merkwürdig ist die lakonische Art, wie dieses doch gewiß hervor- 
ragende Ereignis in der „Linzer Zeitung" angekündigt wurde. Es 
heißt da nur: 

Das Allerhöchste Namensfest seiner Majestät Franz IL ist am 
4. Oktober Abends mit der Eröffnung des von den Herren Ständen 
dieses Landes ganz neu und geschmackvoll erbauten Nationaltheaters 
begangen worden. 

Dengler behielt die Direktion nicht mehr lange, schon am 
1. Mai 1804 trat er sie wieder an Glöggl ab, von dem sie im 
Oktober desselben Jahres an den Grafen Füger überging. 

Das Jahr 1803 war auch für die innere Entwicklung des 
Bühnenlebens von Linz von einschneidender Bedeutung. 

Schon in den nächsten Jahren nahm besonders Oper und 
Operette einen verheißungsvollen Aufschwung. 



Besitzers der Herrschaft Ramingdorf, von dem noch die Rede sein wird, ent- 
nehmen kann. 

^) Das. geht aus einer Anzeige hervor, die er am 21. Juli 1803 aus 
Karlsbad an die Stände richtete. Stauber, p. 289. 

-) Zur Zeit des Ostermarktes im Jahre 1803 spielte die Gesellschaft 
Vasbach. 



111 

Der neue Musentempel stimmte das Publikum theaterfreudig 
und 1811 konnte der „länderkundige" Dr. Franz Sartori rühmend 
über die Linzer Bühnenverhältnisse schreiben :i) Pächter des Theaters 
ist der zu Linz lebende Herr Graf Fieger der jüngere. Er bezahlt 
den obderennsischen Landständen jährlich 400 fl. Pachtschilling. 
Er dirigiert jedoch das Theater nicht selbst. Directeur des Theaters 
ist Herr Äschenhrenner, der ohne Zweifel theatralische Kenntnisse 
besitzt, dem ich aber manchmahl mehr durchdringende Kraft und 
manchmahl weniger Theaterpolitik wünschte. Es ist freylich eine 
delicate Sache für den Directeur, wenn er unter seinem Personale 
einige Damen von Einfluß hat; allein auch die klügste Politik des 
Directeurs ist nicht zu entschuldigen, wenn das Publikum, das die 
Schauspieler nährt und zahlt, darunter leidet. Gewiß hat in keiner 
Provinzstadt der österreichischen Monarchie die Theaterliebe seit 
kurzer Zeit so zugenommen, wie in Linz. Augsburg hat ungleich 
mehr Einwohner als Linz; dennoch konnte dort den Sommer über 
keine Gesellschaft bestehen, was doch in Linz der Fall war, wo 
man das Theater auch in der heißesten Zeit fleißig besucht. Eine 
Menge Menschen ist abbonirt, und so hat das Theater auch im 
Sommer seine Freunde. Das Schauspiel war, wie ich es sah, kaum 
erträglich, aber die Oper ist hier so vorzüglich besetzt, als sie 
außer Wien und Prag nirgends in der österreichischen Monarchie 
besetzt seyn dürfte. Ehemals konnte sich Grätz einer guten Oper 
rühmen; aber der dasige Directeur Herr Domaratius scheint es 
darauf angelegt zu haben, aller guten Individuen los zu werden. 
Ich war mit der Produktion des unterbrochenen Opfer- 
festes von Winter in Linz besser zufrieden, als ich es mit der 
im Theater nächst dem Kärntnerthore in Wien war. Das allgemeine 
Urtheil bestätigt meine Meinung, daß das hiesige Opernpersonale 
viele Verdienste liabe. MUe. Bohdannowitz zeichnet sich durch 
Kunst und gute Manier im Vortrage aus, womit sie ein vortheil- 
haftes Spiel verbindet. Auch Hr. Weiß als Tenorist, Hr. Höhl als 
Bassist, und Mlle. Umlauf verdienen Erwähnung. Die von einem 
Wiener -Künstler verfertigten Dekorationen, so wie das Costüm 
überhaupt zeigen, daß auch der Herr Pächter von dieser Seite keine 
Kosten scheue, um dem Publicum erhöhten Genuß zu verschaffen. 
Möchten auch die Bewohner von Linz dieses rühmliche Bestreben 
immer gehörig würdigen! — Möchte Herr Graf Fieger nie in diesem 
verdienstlichen Eifer erkalten! — 

^) Neueste ßeise durch Österreich ob und unter der Enns etc. I. Wien 
1811, p. 425 ff. 



112 

Das ist nun in den wesentlichen Zügen der äußere Ent- 
wicklungsgang der Linzer Bühne: Ein ewiges Gehen und Kommen 
— ganz wie heute. — , ein fortwährendes Ringen mit finanziellen 
Nöten, daneben erfreuliche Ansätze zu wahrer Kunstpflege durch 
hervorragende Engagements. 

Eindringende Forschung i) und glückliche Funde werden das 
gezeichnete Bild vielleicht in Einzelheiten berichtigen oder ergänzen, 
aber im wesentlichen dürften die hier vorgetragenen Ergebnisse 
mühsamer Arbeit richtig sein. 



Wir wollen nun einen Blick auch auf die literarischen 
Strömungen werfen, welche jeweils die Linzer Bühne beherrschten. 

Ich habe dabei die Epoche von 1770 an im Auge, nicht etwa 
deshalb, weil erst seit dieser Zeit die Quellen-) reichlicher fließen, 
sondern in der Erkenntnis, daß ungefähr mit diesem Jahre in Linz 
jene Bestrebungen einsetzen, welche mit dem Namen Sonnenfels 
verknüpft sind und die Grundlage nicht nur zu einer künstlerischen 
Auffassung der Bühne, sondern auch des Schauspieler -Berufes 
schufen. 

Bis dahin hatte das Harlekinstück, die Hanswurstiade un- 
bestritten das Feld beherrscht. 

Bedeutende Schauspieler, wie Schröder und Weidmann, fanden 
es nicht unter ihrer Würde, sich für die Rolle des Lustigmachera 
(Bernardon) engagieren zu lassen, und nicht selten mußte selbst in 
ernsten Dramen irgendeine Bedientenrolle dem Kasperl einen Vor- 
wand zu den dümmsten Spässen geben. 

Um das Jahr 1765 begann auch in den besseren Linzer Kreisen 
eine Reaktion gegen dieses Extemporieren, denn im Jahre 1769 

^) In dieser Hinsicht ergäben wohl Briefe, die von Linzer Adeligen des 
18. Jahrhunderts an Verwandte und Bekannte geschrieben wurden und nun- 
mehr in schwer zugänglichen Privatarchiven ruhen, das wertvollste Material. 
Einzelnes mag auch im Musealarchiv verborgen sein, das uns ja in absehbarer 
Zeit ähnlich wie das Landesarchiv mit einem Verzeichnisse seiner Bestände 
beschenken wird. 

Endlich möge der Wunsch gestattet sein, daß die fortschrittliche Ver- 
waltung der Stadt Linz baldigst ihr Archiv in einer der Landeshauptstadt 
würdigen Weise der wissenschaftlichen Forschung erschließen möge. 

^) Hauptsächlich kommt der Gothaer Theaterkalender von 1775 — 1800 
und der Linzer Theateralmanach auf das Jahr 1796, der die Namen der von 
1790—1795 aufgeführten Stücke enthält, in Betracht. 

Es ist mir gelungen, die Verfasser, welche fast nie genannt werden, mit 
verhältnismäßig wenigen Ausnahmen ausfindig zu machen. 



113 

weist die Impresa in einer Eingabe an die Stände rühmend auf 
die „nunmehr in das dritte Jahr fortdauernde Unterhaltung der 
von der Unart gereinigten Komödien" hin. Die lustige Figur als 
solche aber trieb nach wie vor ihr loses Spiel, 

„Er ist nun einmal die Niesewurz für unsere oberdeutsche 
Nation, ohne welche ein guter Teil der Hohen und Niederen ihr 
joviales Temperament unmöglich lange in ihrer gewohnten Fröh- 
lichkeit erhalten könnten", sagt der Verfasser der Skizze von Linz 
im Jahre 1787. 

P. Maurus Lindemayr von Lambach hat diese Anschauung 
von der Unentbehrlichkeit des Hanswurstes in einem köstlichen, 
von gesunder Satire erfüllten Stücke beleuchtet, das den Namen 
..Quintessenz eines Arztentheaters" ^) führt und folgenden Inhalt hat: 

Der abgedankte Crispinus nimmt den Brustfleck des Hanswursts ab und 
den Schurz bei Meister Knieriera um. Jener hat in der Altstadt, dieser auf der 
Kleinseite in Prag das Schusterhandwerk erlernt. Crispinus gibt die Gründe 
seiner Entlastoing an : Die Frau Arztin, meine gewesene Prinzipalin, gedenkt das 
Theater, welches wir allezeit auf einem Karren führen, auf einmal recht schimmernd 
zu machen, nicht zwar soviel die Meublen oder die Auszierungen betrifft; diese 
bleiben. Haup^tgut, sagt der Herr Komoedien-Kompositeur, welchen sie vor acht 
Tagen aufgenommen, hauptgut ist dieses leinene Velum, diese von Pappen- 
deckel gemachte Schlußrahm, diese zerrissene spanische Wand, die statt der 
Scenen dient. Das Ohr, sagt er, nicht das Auge muß ergetzet werden. Sinn- 
reiche Sprüche, nicht prächtige Aufzüge machen der Schaubühne Ehre. Die 
ganze Verbesserung, die sie vornehmen, bestehet in dem, daß alle Abhandlungen 
vernünftige Gedanken, lehrreiche Denkspriche und Herz rührende Beyspiele 
seyn müssen. Nun, wie reimt sich da ein Hannswurst? Wie Faust und Auge, 
Hanns wurst muß wegbleiben: fort also mit ihm! 

Knieriem: Und ich, wenn ich in Cremsermarkt eine Comoedie höre, 
auf der kein Hannswurst ist, so ist mir gerade, als wenn ich Salat esse, der 
nicht angemacht ist. 

Crispinus fahrt fort: Überdies hat sie sichs in den Kopf setzen lassen, 
ein Schuster sey viel zu pöbelhaft, habe kein Salz und vertreibe ihr durch seinen 
Juchtengeruch die Kundschaften in ihrer Apotheke. 

Ganz erbost über diese „Schimpfierung" des Handwerks, eilt der Meister 
auf die Herberge, um dort als Zechmeister darüber Klage zu führen. 

Mittlerweile erhebt die Frau Principalin gegen Crispin den Verdacht, er 
habe allerlei mitgehen lassen, und ersucht ihn durch das „gschnäppige" Mädchen 
Blanche, seine Abreise zu verziehen, bis ihn der Gerichtsdiener visitiert habe. 
„Ein Hannswurst ist ohnedem eine Canallie; kömmt auch noch die Qualität 
eines Schusters dazu, so hat mann ein Unthier, vor dem mann fliehen muß." 

Sollte er, läßt sie ihm ferner sagen, wider all ihr Vermuten etwan un- 
schuldig befunden werden, so wolle sie ihm für die heutige erste Tragedie die 

^) Die reisenden Schauspieler - Gesellschaften niederer Gattung waren 
meist auch Quacksalber. Daher der Ausdruck „ Arztentheater " für derlei 
Schmieren. 



114 

ihr Compositeur gleich nach dem Zahnbrechen aufführen werde, ein Billet gratis 
zukommen lassen. Nur müsse er sich dann ordentlich reinigen. 

Blanche ist übrigens ganz begeistert für Hannswurst -Crispinus. Sie 
hält ihn für das Salz der Komoedie, den Geist des Theaters, das Leben der 
Scenen, das Feuer aller Auftritte, die Lust, die Erwartung des ganzen Parterres, 
die einzige Stütze des zahnbrecherischen Geldschmidts, die Quintessenz aller Paketel. 

„Aber der Compositeur hat sie in die Staatsactionen so verliebt gemacht, 
daß sie auf unseren siebenmal privilegierten Theater nichts anderes sehen, hören 
und schmecken will als lauter Triumphe der angefochtenen Tugend." 

„Auf zweenen Schrägen und zehen Brettern Staatsactionen!, ruft Crispin 
aus, — — die Leute werden gähnen." 

Zu Beginn des 2. Aktes studieren die Frau Principalin und der Compositeur 
gerade die Cleopatra ein. 

..Der Compositeur liest: Wo seyd ihr, Furien! habt ihr denn mit mir 
Armen nicht auf das wenigste das grausame Erbarmen, daß ihr mir gebt den 
Rest? — Ach, ruft die Principalin aus, diese einzigen zween Verse haben 
zehn Tonnen mehr Saltz als hundert Rollen hannßwurstischer Flegeleyen. Da 
lernt man leben, weil man sieht, wie die Cleopatra sich ermordet." 

..Ach, ruft der Compositeur, wie viele schöne und auserlesene Fähig- 
keiten, die auf der Schaubühne dem Staate nützlichste Bürger geworden wären, 
haben sich da verderbt, und durch was? durch das Extemporieren." 

Da erwacht im Herzen der Principalin aufs neue der Reueschmerz, 
daß sie „den extemporierenden Rauppenschneider" so lange geduldet habe. 

Dann fragt sie den Compositeur, ob die Cleopatra sein eigenes Werk 
sei, ob er Quellen benütze. Nach einem Preise seines Dichtergenies nennt er 
als Lektüre „den Marcus Tullius pro Rege Dejotero, den Josephus Scaliger 
de periodo Juliana, den Seldenus de uxore hebraica, des Charle du Fresne 
glossarium graeco-barbarum, den Albaspineus de veteribus ecclesiae ritibus, 
das Musaeum Kircherianum, über alles aber einige orationes funebres." 

Ganz entzückt über ihren talentvollen und gewissenhaften Compositeur 
will sie an die Verfasser der Intelligenzblätter in der oberen Pfalz, in Mailand, 
Göttingen, Cassel, Gotha, Dresden, Leipzig, Hamburg eine „vorläufige An- 
kündung ihres neuen Theaters" schicken. 

Die Bedenken der Frau PrincipaHn, daß sie doch noch nicht entsprechend 
sicher stehe, zerstreut ihr „vom Himmel geschicktes Werkzeug". Das ist der 
Brauch aller in diesem Jahrhundert entstehenden Gesellschaften : erst kündigen 
sie sich an und hernach erschaffen sie Glieder, tröstet er sie. Ja, er ist voll 
der kühnsten Erwartungen: Glauben Sie nicht, Madame, daß uns in Kürze 
bewunderte Virtuosen, angebethete Cantatricen, theatralische Mahler, theatralische 
Baumeister, theatralische Tänzer, ja ganze Cappellen, ganze Bänden und Panto- 
mimen zulaufen, zufahren, zureiten und zuschwimmen werden? 

Aber ich werde so viele Leute nicht besolden können, fürchtet die Madame. 

Der Compositeur nimmt diese Sorge auf sich: Sobald es heißen wird: 
ein Theater ohne Hannswurst, so wird alles, was über den Pöbel hinaussieht, 
alles was eine vernünftige Ader hat, alles was sich erbauen, alles was etwas 
lernen will, zu unserem Schauplatze eilen : mit welchen Aufzügen wimmlet mein 
ganzer Kopf! stellen sie mir nur ein zimmervoll Abbreviaturschreiber zu; an 
neuen Erfindungen soll es nicht mangeln. Nach und nach werden uns sogar 
die Höfe berufen. 



115 

Siegesbewußt erwartet nun die Frau die Acteurs, auch den aus Weilham 
verschriebenen, neu aufgenommenen Bernardon. Er darf auch etwas lustig sein, 
aber „äußerlich muss er die sittsamsten Geberden haben". Bei der nun folgenden 
Probe mit Bernardon weichen dieser und der Compositeur von der Wortstellung 
des Textes ab. Die Madame beginnt nun zu wüten über das „vermaledeyte 
Extemporieren" und über die Zumutung der Kammerjungfer, daß Bernardon das 
Parterre erlustigen solle. „Der hat Salz! im ganzen Salzkammerguth wird nicht 
so viel gesotten, als dieser Bernardon im kleinen Finger hat. Salz! daß einem 
die Zähne wässern; wässern aber einmal die Zähne, so werden auch bald die 
Augen trieffen." Aber es darf nichts geschehen auf der Bühne, worüber zu 
lachen ist, die französischen Ausdrücke sind den deutschen vorzuziehen, weil sie 
erbaulicher klingen. Die Acteurs überschütten den Kompositeur mit Grobheiten 
und beschließen in Anbetracht der schlechten Finanzen nicht die Cleopatra 
zu spielen, sondern was sie schon tausendmal gespielt und was die Leute, wenn 
es noch tausendmal sollte gespielt werden, mit einem jederzeit neuen Vergnügen 
hören : den Doctor Faust. 

Ein Duett zwischen der Cleopatra und der Kammerjungfrau begründet 
die Wahl dieses Stückes näher: 

Cleopatra: Robinson, Telemac, 

Du Molierens Harpagon, 

Du hochgepriesner Pantalon, 

Du Herr von Pourceaugnac, 
Kammerjungfer: Crebillons Rhadamist, 

Du Japhet aus Armenien, 

Du Zeitungsblatt aus Spanien, 

Du Scarrons Duellist: 
Beide: Ich schmälre euch die Ehre nicht; 

Ich sag nur, was der Pobel spricht: 

Die schönste Narrenthey 

Ist Faustens Teuflerey. 
Cleopatra: Warum? da ist Hanswurst dabey. 

Er findt den Faust im Kreise: 
Kammerjungfer: Er schilt, daß Faust so närrisch sey 

Und durch die Lüfte reise. 

Wie ängstigt sich der arme Läpp, 

Daß nicht der Teufel ihn ertapp! 

Hol, ruft er, alle Leut, 

Nur mich laß ungekeyt. 
Der 3. Akt versetzt uns knapp vor den Beginn der Vorstellung. Es ist 
nur ein altes Mütterchen anwesend, welches fragt, ob der heilige Cleopatra, der 
heute aufgeführt werden soll, ein Mönch oder ein Einsiedler gewesen. Die 
Principalin, die ihre weiblichen Kräfte Lisel und Mariandl nunmehr Donna prima 
und Donna seconda genannt wissen wiU und der die Spässe des Bemardons 
nicht geringe Sorge machen, fragt nach dem Grunde der Leere im Zuschauer- 
raum. Es stellt sich heraus, daß die Leute nur fortgeblieben sind, weil sie 
nicht vom Hanswurst mit der altgewohnten, den Schustern gehörigen Trommel 
eingeladen worden sind. 

Ach! die verfluchte Schuster Trommel, ruft die Madam aus, wer hat 
sie denn abgeholt? Zween Deputirte von der Lade per Mantel und Hand- 

8* 



116 

schuhe, antwortet Blanche; sie trugen sie fort wie ein Heiligthum. Und 
warum denn ? Sie spielen selbst auf ihrer Herberg eine Comoedie. Sie trommeln 
just um. Alles lauft zu; denn sie spielen den Doctor Faust. Blanche 
redet der Principalin zu: Sie haben, so lange Sie auf Stelzen gehen und ihr 
Packetel Theater zu einem Katheder machen wollen, kein Geld zu hoffen. Sie 
richten die Bande zugrunde, machen sich und uns zum Gelächter der Welt, 
einzig darum, weil Sie sich vom Himmel berufen glauben, in der Welt das 
Lachen abzubringen. 

Die Principalin überzeugt sich nun selbst von dem starken Besuche der 
Vorstellung bei den Schustern. 

Die Fuhrkittel und Schernfelle haben 3, die Perücken und Fürtücher 7, 
die Haarbeutel und Appartements 17 Kreuzer gezahlt. 

Mit einem Seufzer denkt die Principalin nun, wie schön ihr diese Ein- 
nahme gestanden hätte. 

Blanche: Aber Frau, was hilft dieses Seufzen? den Hanswurst nehmen 
Sie wiederum auf; so wird dieser Geld Strom vpiderum durch unsere Ufer fließen. 

Principalin: Aber betrachte nur: wie viele Banden sind in dem 
blühendesten Stande, wobey man doch durchaus nichts anders als ernsthaftes sieht. 

Blanche: Das ist wahr, wenn Sie von Banden reden, die vor dem Adel 
spielen. Eeden Sie aber von Comoedianten , welche den Pöbel erlustigen, da 
muß ein Schwenkmacher seyn, es hielft nichts. Ich bitte, reden Sie mir da nicht 
weiter, sonst wurden wir wiederum hitzig gleich wie zuvor. Machen Sie sich 
von dem Hannßwurstischen Spaß einen rechten Begreiff, bevor sie ihn in die 
Claß der Fescenninischen Rauppereyen ^) setzen. Was ist ein Hannswurst? Wissen 
Sie es? Vielleicht ein Flegel? ein ärgerlicher Allegorist? ein unflathiger Bub, 
der nicht spaßig sein kann, wenn er nicht immerhin garstige Brocken speyet? 
Der Pöbel, ob er schon niedrig ist, so ist er doch christlich. 

Es wurden mehrere als man glaubt, vielleicht nach Steinen greiffen und 
einen zügellos daher redenden Narrn von dem Theater jagen. Ehrbar will 
man ergetzt werden: das ist alles, was man sucht. Der das thut, ist Hanns- 
wurst. Bald richtet er eine verwirrte Post aus; bald wird er toll, daß er sich 
die Post nicht merken kann. Bald, wenn er Geld hat, trotzet er alle Morgen- 
länder; bald, wenn er darbet, giebt er fast jeden Hundsbeitscher einen Be- 
dienten ab. Ist er hungerig, so ist der Holzschlägel vor ihm kaum sicher; 
ist er dürstig, so fällt er auch über das Dinten Faß her. Ich weis es, diese 
Spaße sind durchaus pöbelhaft: aber gleichwie der Pöbel seine besondere 
Tracht, so mus er auch seine besondere Ergetzung haben. Derjenige, der sie 
ihm macht, ist nicht dieser ungesalzene Compositeur mit seiner schon längst 
ausgepeitschten Cleopatra, sondern Hannswurst. Ach, folgen Sie mir, und 
lassen Sie uns morgen Abends den verwirten Hof aufführen und mit Hanns- 
wurst dem verhexten Kuchelbedienten, dem zum Eauchfang hinaus fahrenden 
Einheitzer, dem mit Spornen aber ohne Stiefel daher kommenden Courrier 
und —2) 



^) Am Rande: Fescenninus, ein Heide, war der unfläthigste Rauppen- 
schneider. 

2) Diese vielen Beiwörter erinnern an den Titel einer Haupt- und Staats- 
aktion „Die Verfolgung der Liebe oder die grausame Königin der Tegeanten 
mit H. W., dem lächerlichen Liebes -Ambassadeur, betrogenen Kuriositäten- 



117 



Pie Frau Principalin ist schon weich geworden. Angesichts ihrer 
Not, die der Compositeur rücksichtslos ausbeutet, angesichts des Edelsinnes, 
mit dem Crispinus ihr von der Einnahme der Faustaufführung 30 Thaler als 
Entschädigung gibt, weil sie „sein Juchtengestank zu Halle zimmlich verkürzet" 
habe, angesichts der vorausgegangenen Erfahrungen entläßt sie ihren Kompo- 
siteur, engagiert den Crispin wieder als Hanswurst und fordert zum Schlüsse 
ihre „lieben Kinder" auf, sich zur Komoedie vom verwirrten Hofe 
zu richten. 

Dieses Stück, daß gewiß literarhistorisches Interesse bean- 
spruchen darf, gibt besser als viele Worte eine Vorstellung von 
dem Ideenkreis, in dem sich die Hanswurstiadcn unserer Voreltern 
bewegten. Hoch und nieder, alt und jung freute sich an den 
Spässen Bernardons, an seinen witzigen Ein- und Ausfällen auf 
Tagesereignisse und bekannte Persönlichkeiten. 

Er lebt in vielen Wen- 
dungen noch in der Sprache 
des gewöhnlichen Volkes ^) 

und das W^^ß^^^^^^ ^^ '^^^ 
findet auch in unseren Tagen, 
Avenn auch unter anderen 
Namen, seihe Verkörperung. / 
Aber von der ernsten 




Bühne war er doch nach 1 
einem verhältnismäßig kurzen 
Kampfe vertrieben. Die ade- 
ligen Kreise, die zumeist in 
der Provinz die Bühne in 
Händen hatten, nahmen rasch 
den in Wien zum Ausbruche 
gekommenen Kampf gegen 
Bernardon auf und in Linz 
war es die Direktion Scholz, 
die im Jahre 1772 nicht nur 
das Extemporieren abschaffte, 
sondern auch den Hanswurst in das Sommertheater verbannte und 
so den Grund zur regelmäßigen Bühne legte. 

seher. Einfältigen < Meichlmörder, interessirten Kammerdiner, übl belohnten 
beeder Achseltrager, unschuldigen Arrestanten, Interessirten Aufseher, Wohl 
exercirten Soldaten und Inspector über die bei Hoff auf der Stiegen essenden 
Galantomo". Prölß HI, 1, 312. 

*) Noch heute ist etwas, wobei es lustig hergeht, eine Komödie, Spek- 
takel, Hetze oder Wirtschaft, noch heute spricht man vom Hanswurst, der 
seine Lazzi macht. 



Maximilian Scholz (1744-1800) 

Direktor und Reformator des Linzer Theaters. 

(Nach einem Stiche von A. Thilo 1799.) 



118 



Wie sehr Scholz durch sein Reformwerk vielen Linzern ins 
Fleisch geschnitten, gebt deutlich aus der Klage hervor, in die 
der Redakteur des „Lachenden", einer kurzlebigen satirischen Linzer 
Zeitschrift vom Jahre 1777, ein Linzer Fräulein ausbrechen läßt: 

Sie sei, hebt sie an, mit Mama zwar einige Male im Schauspielliause 
gewesen, finde aber gar keine Freude daran, weil so viele ungesittete Leute 
darin anzutreffen seien, welche verlangten, daß unter dem Spiele alles still 
sein und ein munteres Frauenzimmer nicht einmal verständlich reden solle, 
widrigenfalls sie gleich ein ungetümes Pst! erschallen ließen. 

Zudem könne sie bei 
einem Trauerspiele die Zeit 
nicht recht treffen, wann sie 
weinen solle; sie bedauere 
derohalben die Ausschlies- 
sung des Hanswurstes und 
Bernardons; da habe sie 
lachen können, wann sie 
wollte. 

Seit der bedauerns- 
würdigen Abschaffung des 
Hanswurstes pflege sie das 
Schauspielhaus sehr selten 
zu betreten. 

Unter dieser Sa- 
tire verbirgt sich die 
wahre Stimmung. So 
dachten viele Linzer. 
Scholz hatte auch den 
Unfug des lauten Redens 
und ungenierten Be- 
nehmens im Theater mit 
Erfolg abgestellt, allein 
nach seinem Weggange 
begann die alte Theater- 
misere wieder. 




Edmunda Scholz als Medea. 

(Nach einem Stiche aus dem Jahre 1783 in der 

Wiener Hof bibliothek.) 



„Änjetzo, klagt der 

,. L a c h e n d e " im Jahre 

1777, ist es eben bey nahe 

80 toll wie damals; eine Menge ungesitteter Knaben und Mägdchen — leider 

muß man auch hinzusetzen — Männer und Frauen sind fast alltäglich^) im 

Schauspielhause anzutreffen, welche sich allein zu seyn dünken und mit ihrem 



^) An den Normatagen, die für Oberösterreich mit Zirkulare vom 
21. Jänner 1752 geregelt wurden, im Advent und in der Fastenzeit war das 
Theater geschlossen. Sonst wurde drei- bis viermal in der Woche gespielt. 



119 




Theater-Interieur im 18. Jahrhundert. 

(Aus der „Bildergalerie weltlicher Mißbräuche" von P. Hilarion, 

Frankfurt und Leipzig 1785.) 



lauten, unartigen Geplauder und Getöse nicht allein die Schauspieler stören, 
sondern auch allen übrigen gesitteten Menschen zur Last werden." 

„Man geht^ sehr selten ins Schauspielhaus wegen dem Schauspiele; 
muntere Brüder stellen sich da in irgend einen Platz, der der Schaubühne 
gegenüber ist, erzählen sich untereinander die Stadtshistörchen, Tagesneuigkeiten 
und errichteten Kabalen; auf einer andern Seite sind Mütter und Töchter mit 
Extraliebhabern in feurigsten Unterredungen begriflen; ganze Romane werden 
oft mit allen Episoden soweit durchgespielet, daß nur noch das Ende oder die 
Entwicklung fehlt. Da gibt es nun oft ein Gekirre und Gewirre untereinander. 



120 

dad nicht einmal diejenigen Schauspieler, welche ihre Rollen gut auf^wendig 
gelernet, wo nicht ganz verwirret, doch irr gemacht werden und die ergiebige 
Stimme des Einsagers gänzlich unbrauchbar ist. 

Das einzige, was noch fehlt, ist, daß man, solang das Spiel dauert, 
nicht wie in Londen oder Paris auf die Schaubühne gehen darf." 

Die Entreprise des Barons Stiebar dauerte zu kurze Zeit, als 
daß sie nachhaltigen Wandel hätte schaffen können. 

Aus Anlaß des Teschener Friedens, durch den das Innviertel 
zu Oberösterreich kam, wurde am 30. Mai Metastasios „Hypsipyle", 
ein heroisches Schauspiel und das große Ballett „Diana und 
Endimion" gegeben. Die Beleuchtung, Dekoration und Musik 
soll geradezu glänzend gewesen sein. 

Aus dem gleichen Anlasse gab Seipp, der unter Stiebar hier 
dirigierte, am 25, September nochmals ein Stück. Der Theater- 
zettel i) dieses Tages lautete: 

Mit gnädigster Erlaubniß 

wird heute Samstags 

auf dem hiesigen Theater aufgeführet: 

Die Beurlaubten. 

Ein 

neues, nirgend aufgeführtes Lustspiel in zwey Aufzügen, 

vom Herrn Seipp. 

Bey Gelegenheit des lezten Friedens verfertiget. 



Peter Faß, 
Hanns Gerlach, 
Lene, seine Frau, 
Martin Brumm, 
Stephan Kreutzer, 
Josepha, seine Tochter, 



Hr. Allram. 
Hr. Kühne. 
Mad, Allram. 



Bauern . 

Hr. Seipp. 

Hr. Grünberg. 

Mad. Seipp.^) 

Anton Faß 1 Hr. Bulla. 

Joseph Brumm, > beurlaubte Soldaten Hr. Schätzel. 

Christoph Kreutzer, J Hr. Scheibel. 

Die Handlung geht vor in einem Dorfe im May dieses Jahres. 

Nachricht: 
Die Absicht des Verfassers bey Verfertigung dieses Stücks war, auf der 
Bühne die fröhliche Wirkungen, welche der Landmann bey der Nachricht: 
Es ist Friede! in seinem Herzen fühlt, zu zeigen, und ihm zugleich die süssen 
Folgen des Friedens schmecken zu lassen. Da dies seinii erste Arbeit ist, 
welche er dem Druck übergiebt, so läßt sich vermuthen, daß er alle Genauigkeit 
beobachtet habe. Die interessante Handlung, die Sprache des Herzens unter 
Bauern und Soldaten, die Art, wie sich die Beurlaubten ihren Eltern darstellen. 



^) In meinem Besitze. 
'-*) Debütrolle. 




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wotiflftwÄ Öttp^tJ $frfonfn> bif jii tifftt SJegltituna acijcSten, öU8jri(6noi. 
Jnwr i? jtC« Sft, jrtt &ttüt Udti @fikfö «m rtic^fT' @tof »en S5<» 
wahtDgen unC ßtuDium fi)r tcn dufyaun unt> Slftnir- £in @tttn Dt« Äiw 
ftofifö für nwntic ecfeuufpiektgcfrilfcftaft , <iuf t>fn ütttr<f6tn ft«l)<n foUtt r 
JS'pli oie tingMc. £o(to t)pft(n mir »Ul« <£<(>iwa:i9f<ttai iu üfcaiwnOeti , — 
twil roit: »We St^roierigicitttt ftlf)ltn. ; 

Sie SpfUlrnlHte. 

€ in 55 a l t t t 

£)fi; Sfnfans tft um 6 mir. 



Theaterzettel zur Aufführung von Goethes „Clavigo". 

(Im Besitze des Verfassers.) 






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121 

der Eindruck dieser so natürlich, und scherzhaft angelegten Überraschung, die 
launigte Ausführung der ganzen Handlung selbst, hoffen wir, wird uns den 
Beyfall eines hohen gnädigen und geehrten Publikums gewinnen, mehr als 
irgend ein anders neues Stück. Wir dürfen hier nicht erst anmerken, unter 
welchem Himmelsstrich der Handlungsort liegt? Wir finden ihn in unsern 
Herzen und jeder wird ihn eben so leicht da finden, und Soldat, Bürger und 
Bauer werden sich sagen: „So denken wir auch!" 

Die wachsende gelehrte Beschäftigung der Zeit mit dem 
Mittelalter hatte das Ritterstück hervorgebracht und Seipp huldigte 
mit der Aufführung seiner „Adelheid von Ponthieu" der neuen 
Mode.i) 

Aus Begeisterung ließen sogar einige Verehrer der Bühne 
Dankverse an den Adel von Linz auf „sauberem Schreibpapier" 
bei J. M. Pramsteidel drucken. 

Der nächste bedeutendere Theaterdirektor war Bulla. Nicolai, 
der unter seiner Direktion sich in Linz ein paar Tage aufhielt, 
fand das Theater nicht übel; besonders wunderte ihn, daß zwei 
Gesellschaften zugleich in der mäßig großen Stadt Linz-) existieren 
könnten. 

Dies sei, sagt er, ein Beleg zu dem Zug in dem National- 
charakter der Einwohner Österreichs, welche Wohlleben, Gemäch- 
lichkeit und alle Arten von Schauspielen liebten. Man gebe ihnen, 
ruft er zum Schlüsse aus, Panem et Circenses, so sind sie zufrieden.^) 

Zu der bereits erwähnten Pflege des Ritterdramas, das bei 
Schikaneder die ungeheuerlichsten Formen annahm, trat bald ein 
österreichisch-patriotisches Schauspiel nach Kronländern. Hatte Wien 
seinen Richter, Tirol einen Primisser, so war Oberösterreich durch 
Cremen vertreten. 

Bulla gehörte zur besseren Sorte von Theaterdirektoren, zu 
jenen, die auch auf den Geschmack ihres Publikums guten Einfluß 
nehmen wollten, und so versprach er sich auch vom National- 
stück eine geradezu reformierende Wirkung und veranstaltete, um 
möglichst viele Menschen dieser Segnungen teilhaftig zu machen, 
sogar Fremdenvorstellungen — alles für die „Nation", nämlich die 
Oberösterreicher. 



^) Zu diesem nach Noverres gleichnamigem Ballett gedichteten Schau- 
spiel hatte der oberösterreichische Landschaftspauker Georg Druschetxky eine 
Bataillen-Sinfonie mit zwei Orchestern geschrieben. 

^) Linz zählte im Jahre 1787 mit den Vorstädten 1000 Häuser mit 
16.500 Einwohnern. 

^) F. Nicolai, Beschreibung einer Reise durch Deutschland und die 
Schweiz im Jahre 1781. 2. Bd. Berlin und Stettin 1783, p. 528. 



122 

Den Anfang machte er am 13. Juni 1782 mit P. Weidmanns 
„Stephan Fadinger" (Wien 1781). 

Das Stück ist unleugbar eine der gelungensten Schöpfungen 
Weidmanns und wandelt in den Bahnen Goethes. Der „Götz" hat 
dem Autor sichtlich vorgeschwebt, i) 

Die Aufnahme war eine gute. Das Publikum dieser Zeit, 
welche unwahrscheinlichen, krassen Effekten überhaupt nicht abhold 
war, fühlte sich durch die oft an den Haaren herbeigezogenen 
prahlerischen Reminiszenzen an die immer ruhmvolle Geschichte 
der oberösterreichischen „Nation" offenbar geschmeichelt und der 
Erfolg des ersten Versuches mit dieser Gattung zeitigte eine Reihe 
vaterländischer Dramen, deren Gipfel das dreiaktige Original-Provinz- 
stück „Das Land ob der Enns" (Linz 1795) von Wenxl 
Blima war. 

Es segelt ganz in Weidmanns und Cremeris^) Fahrwasser; 
über seine Absichten klärt uns die äußerst bieder gehaltene Vorrede 
auf, die da lautet: 

Hochlöbl. Herren Herren Stände, 
im Erzherzogthum Österreich ob der Enns etc. etc. 

Der Tag, an welchen das erhabene, allergeliebteste Kaiser Paar Franz 
und Theresia nach vollbrachter Kaiserkrönung in Frankfurt auf Ihrer Eück- 
reise in dieser Hauptstadt eintrafen, und in selber das Nachtlager allergnädigst 
abzuhalten geruhten, war zu schön, war zu glänzend, als daß nicht jede auch 
die kleinste Erinnerung an selben für jeden seinen Landesfürsten liebenden 
Unterthan angenehm, und freudenerregend seyn sollte. Jeder Stand der ober- 
österreicher Getreuen jubelte, jeder Stand wetteiferte seine Liebe gegen den 
allergelieb testen Monarchen auf eine vorzüglichere Weise am Tag legen zu können. 

Dieses, und dann der von mehreren hoch- und niederen aber gleich 
patriotisch gesinnten Männern öfters geäusserte Wunsch, das dieser allgemeine 
Freudentag als ein Andenken einen herrlichen Gegenstand zu einen ober- 
österreicher Theaterstücke abgeben könnte, eiferten Unterzeichnete an, gegen- 
wärtig dramatisches Stück zu verfassen, und selbes durch eine darauf ver- 
fertigte, dem Text ganz entsprechende Musik für die oberösterreicher Schau- 
bühne anwendbar zu machen. 

Bey dem ersten Anblick könnte man zwar den Unternehmern ein zu 
grosses Wagestück vorwerfen — Allein! Erhabenheit des Stoffes, Aneiferung 
von mehreren Seiten, und ein Nazionalstück — Gründe genug, welche ein 
dergleichen patriotische Unternehmung zur Genüge rechtfertigen können; 
besonders da sich ein altberühmter dramatischer Schriftsteller über die Vor- 
treflichkeit der Nazionalstücke folgender massen ausdrücket: „Nazionaltheater- 



^) R. Payer von Thurn, Paul Weidmann, der Wiener Faustdichter des 
18. Jahrhunderts. (Jahrbuch der Grillparzer- Gesellschaft. XIH. (1903), p. 44. 

*) Oremeris Nationalstücke bespreche ich im Zusammenhange mit seiner 
gesamten literarischen Tätigkeit im VI. Abschnitte. 



@otttrtfcn&e« '5D?ittii)C(l^ ben 13. 3tintu^ erfcjefnt 
trief/ ein neuf^ 1>ioma in fünf Slufjugm t)i)n J^^r-. 

3fbett f(6arf|i(f)tiaem l'cffr — faat bcr Dcfantt-- 
ff 95erfa(fer in bcr '^oiTfijf mtb bcpm eifrni ^Iflii-- 
iUcfe Me ^Bidui^^fnc ti's 03f^t'nfrant>c5 aufhalten, 
W <(^ in biefemetücfe befeanbelr hvUn-. ^5 ifr feine 
Mrebe einc0 l^erijeiTenen iütfnf(t)rn, fütfit wm »td^^- 
tigern (^nt^mecf ß«be id) torcjcfc^t , brn man bcg 
tDurc^lefung biefe$ S>uct}els leidu eiiathen nMv^. 

- S>a eg bai er|Te unb einsiai? iȀr(onalf#anjpifi 
für -Ober^jierreiiS i^^ ^h (cp rt für f jiicljt ^» 
galten, bit Sfu^fferung briTni fo jn tpfraniUlr«/ 
bag fie bem 3«tci'^lT«?A bat bit üflatwn baran ntbmm 
nml, unb Mm Berthe tiefes crürfs cntfpnctr. 
S}litttt)oc66 mivb e« ^uni n\mmal, unb mnn ri nfd)t 
f§er mieber^olt tDirb --ttH-i^en ben Ärembe n bir b^u 
Hcbft baju gelaben fmb — fnnfrit^en >5onnraq al^ 
ben 17. 3«mn^ auf al(e gaUe geipip loteber ^u^i-bta. 



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17- nr. auf femm 6d)tf«(>p^ipicr. 






S5 u n .1. 




BuUas Ankündigung des „Stephan Fadinger" in der „Linzer Zeitung" (1782). 



123 

stücke, wenn sie auch mittelmäsaig sind, erregen mehr Enthusiasmus, als 
andere von fremden Nazionen entlehnte, sie lassen bey dem Volk tiefe Spuren 
des Eindrucks, die sie gemacht haben zurück." 

Die in gegenwärtigen Stücke enthaltene Handlung gründet sich ganz 
auf Thathandlungen, welche redende Beweise sind, wie bieder, wie patriotisch 
und wie edeldenkend die Bewohner des Erzherzogthums Österreich ob der Ena 
gegen ihren Landesfürsten bey allen Gelegenheiten sich auszeichnen. 

Wie glücklich können sich nicht auch die Unterzeichnete in der Aus- 
wahl eines Mäzenatens für ein Stück, welches das wetteiferende Bestreben aller 
Stände in Antaglegung ihrer Fürstenliebe enthält, schätzen? Denn wem anderen 
als denen hochlöblichen Herren Landständen, welche nach den eigenen Ausdruck 
Sr. k. k. apost. Majestät selbst Väter des Landes sind — könnte dieses Stück 
füglicher zugeeignet werden? 

Die Unternehmer unterfangen sich dahero Ihnen Hochlöblich. Herren 
Herren Stände dieses dramatische Stück in tiefester Ehrfurcht zuzueignen. 

Geruhen hochdieselbe dieses mit nachsichtsvollen Augen anzusehen, und 
mehr das von Unternehmern vorgehabte gute Ziel als das Werk selbst, welches 
sie als Beamte nur in Erhollungsstunden verfertiget haben, in gnädige Be- 
trachtung zu ziehen. 

Die Unternehmer schmeicheln sich ihre blühende Hoffnung eines guten 
Unternehmens nicht untergehen zu sehen und empfehlen sich zu stäten hohen 
Hulden, und Gnaden, 

Wenxl Blima, Verfasser. 
Kaspar Lachner, Musikkompositeur. 

Die dürftige Handlung dreht sich um die Verlobungsgeschichte 
zweier Straßburger Emigranten, v. Knaudenthall und Ellrich, die 
sich im „Landl'' ansässig gemacht haben. 

In der Schlußszene gibt es auf einer Wiese vor dem Dorf- 
wirtshaus eine Triumphpforte, allegorische Statuen und unter dem 
Doppeladler das transparente Landeswappen zu sehen — alles über 
Initiative des Landeschefs. 

Das Stück ist eigentlich eine Sammlung verschiedener Exkurse. 
Da werden wir in das Leben und Treiben der grobschlächtigen 
aber biederen Schiffleute eingeweiht, mit den vielerlei Geschäften 
eines Pfleggerichtes bekannt und auf das segensreiche Wirken des 
Armeninstitutes aufmerksam. 

Der Pfarrer, Schullehrer und Arzt, alle drei Typen josefini- 
schen Schlages, werden gelobt, ohne daß wir sie kennen lernen. 

Und zu all den Hymnen auf diese paradiesischen Verhältnisse 
hören wir alle Augenblicke eine schmeichelhafte Bemerkung über 
das Land ob der Enns, sei es über dessen schöne Mädchen, sei es 
über die Linzer Würstel, Schiffknödel und das Innviertler Märzenbier. 

Kulturhistorisch ist das Stück wertvoll. Gespielt wurde es 
nach der Versicherung des Autors im Volksdialekt, gedruckt ist 
es aber in einem ganz sonderbaren Sprachgemisch. 



124 

Nichts gibt uns einen besseren Einblick in die verworrenen 
Anschauungen über die Technik des Dramas als die Ode — Muse 
verhülle dein Haupt! — des Magistratsrates Pirngruber auf den 
Verfasser und sein unsterbliches Werk. 

Glücklich zeichnete mich — Deine berühmte Hand; 
Unverkennbar und hell stralte der Biedersinn, 

Die reine, gute, edle Sitte 

Meiner Bewohner aus Deinem Bilde. 

Diese Bahne betrat vor Dir kein Dichter noch, 
Ihre Muse war nur Zeichnerinn einer That 

Und einzelner Begebenheiten; 

Keiner noch unternahm's, das Gemälde 

Eines glücklichen Volks, jeden besondern Zug 
Der ihm eigenen Art in den verschiedenen 

Und doch gemeinsten Lebensscenen 

In ein Theaterspiel einzukleiden. 

Kühn war schon der Entwurf — kühner noch ausgeführt 
Bei der Sprache, die nur Leuten geläufig ist — 

Vom Pferdschiffzuge — fragte mancher: 

Ist hier die Donau, und ihr Gestade? 

Und wie staunten wir nicht, als Deine Muse uns 
Einen Saal des Gerichts plötzlich eröffnete, 

Und uns die schönen Früchte zeigte 

Guter Beamten und Unterthanen. 

In dem englischen Park ist das Elysium 

Nach dem trägen Kozyt so überraschend nicht 
Als uns Dein muntres Bauernmädchen 
Singend nach Landesbrauch überraschte. — 

Vollgedrängt war die Bühn — Jedem entquoll der Wunsch 
„Möcht ich immer bei so redlichen Menschen seyn!" 
Und jeder fand den Wunsch erfüllet 
Bei dem Gedanken: ,,es ist nicht Täuschung, 

„Nicht ein reizendes Land in dem Gebiete der 
„Feen — keine Geburt dichtender Schwärmerey. 

„Es ist ein wohl gelungener Abriß 

„Unseres glücklichen Vaterlandes." 

Wem bei diesem Gefühl' froher das Herz nicht schlug, 
Wer für's Vaterland kalt — Scene für Scene nach 

Dramatischen Gesetzen prüfte 

— Boshaft verkennend den Zweck des Dichters — 

Ist mein Zögling nicht mehr — Auch ich verkenn ihn — 
Doch Dir — der mich so gut zeichnete und so wahr, 

Blühn als ein Denkmal meines Dankes 

Ewige Kränze aus meinen Haynen. 



125 

Lassen wir sie blühen und wenden wir uns einer anderen 
Bühnenkrankheit dieser Zeit zu: Der Ballettsucht. 

„Der eigentliche Schöpfer des Balletts ist Jean Georges Noverre, 
ein Franzose, der im Jahre 1760 ein merkwürdiges Buch: „Lettres 
sur la danse et sur les ballets" (Lyon) herausgab, welches auch in 
der Folge mehrfach ins Deutsche übersetzt wurde und das man 
eine philosophische Begründung der Tanzkunst nennen könnte. Eine 
Art Ballett hatte allerdings schon bis auf Noverre bestanden, nämlich 
das übliche Einflechten von Tänzen in den italienischen Opern. 
Man war dabei nicht sehr wählerisch und an den unpassendsten 
Stellen einer heroischen Oper wurde der Zuschauer oft plötzlich 
mit einem solchen Tanz - Divertissement überrascht. Noverre be- 
gründete nun das Ballett als einen selbständigen Zweig der Schau- 
spielkunst, verlangte strenge Scheidung desselben von dem Gesang- 
lichen und erhob es zum „wirklichen, dramatischen Charaktertanz". 

Auch der königlich dänische Ballettmeister Vincenzo Oaleotti 
in Kopenhagen ist für die Entwicklung des Balletts wichtig ge- 
worden. 

Weder Noverre noch Galeotti hatten das Ballett als Nach- 
oder Zwischenspiel im Auge, wie es sich in Deutschland und ins- 
besondere auch auf den österreichischen Theatern entwickelte. 

Kein Motiv konnte so unpassend sein, daß man es nicht, in 
ein Ballett verwandelt, dem Publikum vorgeführt hätte. Das Ballett 
bildete oft die einzige Zugkraft, die Leute ins Theater zu locken, 
und der Direktor konnte eines vollen Hauses gewiß sein, wenn er 
dem Hauptstücke irgendein solches Ballett folgen zu lassen an- 
gekündigt hatte. Die Regeln der Kunst, wenigstens diejenigen, 
welche ein Noverre oder Galeotti vorgeschrieben, wurden dabei 
natürlich wenig befolgt und die Geschmacklosigkeit hatte genügenden 
Spielraum, sich breit zu machen, "i) 

Es ist bekannt, wie sehr das Werther-Fieber von der Mitte 
der Siebzigerjahre des 18. Jahrhunderts an in Deutschland um sich 
gegriffen hatte. Werther trat in alle möglichen Beziehungen zum 
öffentlichen Leben; Mode, Theater, Literatur, alles wurde von 
diesem kleinen Büchlein Goethes beeinflußt, ein Büchlein, das aber 
einen Erfolg aufzuweisen hatte, wie er bis dahinein Deutschland 
bei keinem Buche auch nur annäherungsweise zu verzeichnen ist. 

Die Behörden Österreichs hatten gegen den „Werther" 
nichts einzuwenden und so verbreitete sich das Buch auch inner- 



^) A. Schlossar, Innerösterreichiaches Stadtleben vor hundert Jahren. 
Wien 1877, p. 37 f. 



126 

halb dieses Reiches. Welche Wirkung es ausübte, zeigt u. a. der 
Umstand, daß im Mai 1781 im Linzer Theater sogar ein Ballett, 
das den „Werther" zum Gegenstande hatte, aufgeführt wurde. 

Es muß als ein merkwürdiger Zufall bezeichnet werden, daß 
gerade Nicolai, der bekanntlich eine Parodie auf Goethes „Werther" 
geschrieben hatte, in Linz den Stoff in Ballettform verherrlicht 
sehen mußte, i) 

Voll Grimm berichtet er über diesen neuesten Unfug. 

Einen gewaltigen Schritt nach vorwärts bedeutete für das 
Bühnenleben der Landeshauptstadt die Übernahme der Entreprise 
durch den Grafen Rosenberg, der schon mit der Berufung des Schau- 
spielers Borchers zeigte, daß er den höchsten Zielen zustrebe. 

Der neue Direktor des Linzer Theaters, David Borchers, war 
geboren zu Hamburg als Sohn eines dortigen Schiffspredigers. Er 
studierte nach dem Wunsche seines Vaters anfangs Theologie, 
trat aber 1764 zur Ackermann'schen Bühne über, wo er sich als 
Schüler Ekhofs, des „Vaters der deutschen Schauspielkunst", seine 
ersten Sporen verdiente. 

Sein außerordentliches und vielseitiges Talent, im Bunde mit 
einem blonden Kopfe und lebhaften Mienenspiele, ließ ihn frühe schon 
große Erfolge erreichen. Voll Feuer, Geist und sprudelndem Witze, 
zeichnete er sich besonders in den Rollen aus, in welchen es galt, 
den Ausdruck verbissener Wut darzustellen (vornehmlich durch seine 
schnarrende Aussprache des gutturalen „r"). Sonst war er noch 
stark in Liebhaber- und Heldenrollen, in zärtlichen und komischen 
Alten und Raisonneurs, d. h. also in reflektierten Charakteren. 
Genau auswendig zu lernen liebte er nicht, extemporierte aber dafür 
sehr gut. 2) 

Nach dem Urteile der Besten gebührte ihm der Rang nach 
Ekhof und Schröder, den hervorragendsten Schauspielern ihrer Zeit. 

Sein Name würde in erster Linie genannt werden, wenn sein 
außerordentliches Talent durch Studien und sittlichen Halt getragen 
worden wäre.'^) 



^) Und als nicht minder merkwürdig mag es erscheinen, daß sich gerade 
dieser Theaterzettel erhalten hat. 

-) F. Schröter-R. Thiele, Lessings Hamburgische Dramaturgie. Halle 1877, 
p. 46 der Einleitung. 

•■') Durch seine Streiche hatte er sich in Hamburg und in Wien un- 
möglich gemacht. In Linz benützte er seine leitende Stellung zum Engagement 
von lauter Schauspielerinnen, die jung und hübsch sein mußten, damit auch 
er auf seine Kosten kam. (R. Blum, K. Herloßsohn, H. Marggraff, AUgem. 
Theater-Lexikon. I. Bd. Altenburg und Leipzig 1839, p. 354.) 






.^fute ©onnerfldö^ l»en 31 SRao 1781 

SSiri» auf bcni£ms«2()<aterunfcr S-JDt«wi4)e SMÜaSirffflwi 
€irt neue« 

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aSarquifS ©trmiUe, SöiVt« CecHien« l«l^ Oeuocrncut ö« ftanjdiftften, ormli» 
^. ^*"*"^*<'"-^ - ^ -lOr. ?{eufau|ler. 

©ant eift, Weiiwt)! efalim«, e=Ä6at im gort «tittr 6fri SJomcn, gront«; 

eiJurf ^r. SöuUa. 

Set SapJKin SSiifcot/ öfrotfctKt ©t^iffg^firatwant» tft 83ttit)lftja6cr mgort; 

fjat nur «neu arm, unö emm fedljtrn«). .J)r. >J)iri))iDlö. 

55öftut, 3Sf6itntet ©dnt €l*Ä, ©clbot ira gcrt «rucp Dtn ^?amcn (a 

2:freur. .f)r. .f)ocf4i<(t. 

€«ctltt, Softer Sittmlkni, ©cma^linn Sa« Cla'rö, SBÜe, RieWcr. 
3uf}mc, if)r ÄamnKtnt<JD(f)en , Vüiat. &<mbtt. 

58crfd)ttDt8c Offijitr^, g^Ifaten, einroobnfr. 

5)it <B«iic ift auf t>fr 3n(i'l @t. SJuck, tmrt-t>cit t)cn SlnfiDm. 



==S. 



Statin folgt 

taö ntue, gccgo tragiftftc 

© a n t t 

in Btto Stufjügcn 
Sit cijmj! tiaiü fcm>>ontrte SRufif ijl von .J)etrn SapcUmtilfet 3i<U«r. 

f)cr junge Bmpcr/ 



aitftt, £o«tti« ©rmap, 

t'ottf, 

2Bcrtl;fr , 

SBKbrIm, 

a^ater Ctr Sottt, 

JöcDicntft 6« Wttt^tfS, 

aßcffhtr* ffitid, 



|) e r f n « n. 



•f>r. :f)ßrrcf)clt. 

^r. iBAmalii^itt. 
JOr. !K(!«lfr. . 
.V>r. ^fri^tol», 
•>0r. eil5f(l)l. 
•Ör-.i'CTijn!?. 



S>tf ^ötioiung fdait in 9(I6«t« ©artm an, unö «titiigt fi* na* la H&t 
in 2il6{rt« 5«Bitior. . < 

2M rih ajfotbit in biffiift 58SUrt oorJornmcnbe gMntominit, ^junöliinq, 
im» 2(i!«6ru(f nidjt fafTm tdtimf, fo ift &et ganjt 3nnt)alt Cfffelben emm SSo« 
ajn darf abgfDrütft, un6 bitJöü^lij bfp ctt &ii|(u uii6 m fccr äBfftnung Dt« 
Jöircftcure pr. lo fr. ju t»6oi. , 

£)« Anfang ifl mit Um 0#lag Mt> 7 Wr. 






Theaterzettel zur Aufführung des Ballettes „Der junge Werther' 

(Im Besitze des Verfassers.) 



127 

Lessing beurteilte ihn als Antenor in der Zelmire des Du Belloy, 
worin er ihn vollkommen befriedigt hatte. Antenor ist ein Böse- 
wicht von großem Verstände, welcher mit aller der Besonnenheit 
und Heiterkeit, die einem solchen so natürlich zu sein scheinen, 
gespielt werden mußte. Diesen Charakter nicht zu verderben, er- 
forderte nach Lessing das treueste Gedächtnis, die fertigste Stimme, 
die freieste, nachlässigste Aktion. Bei dieser Gelegenheit rühmt nun 
Lessing die Vielseitigkeit von Borchers Talent; schon das müsse 
ein günstiges Urteil für ihn erwecken, daß er sich in alten Rollen 
ebenso gern übe als in jungen. Dieses zeuge von seiner Liebe zur 
Kunst und der Kenner unterscheide ihn sogleich von so vielen 
anderen jungen Schauspielern, die nur immer auf der Bühne glänzen 
wollen und deren kleine Eitelkeit, sich in lauter galanten, liebens- 
würdigen Rollen begaffen und bewundern zu lassen, ihr vornehmster, 
auch wohl öfters ihr einziger Beruf zum Theater sei.^) 

Von allen, die sich neben Ekhof gebildet haben, kam Borchers 
diesem Muster am nächsten, ohne ihn sklavisch nachzuahmen oder 
dessen Fehler als Vorzüge aufzugreifen. 

Als er 1769 den Teilheim spielte, wurde er in dieser Rolle 
von manchen sogar Ekhof vorgezogen.-) Noch 1775 galt Borchers 
den Verfassern der Chronologie des deutschen Theaters als „der 
einzige, der uns den Verlust Ekhofs einigermaßen ersetzen könnte", 
und als Lessing im Jahre 1777 den Mannheimern einen Entwurf 
zur Herstellung eines guten Pfalzer Theaters vorlegte, nannte er unter 
den Kräften, auf die man vornehmlich zu sehen hätte, Borchers.^) 

Auch seine Frau hatte als hervorragende Vertreterin des 
Faches der Heroinen den Beifall Lessings gefunden. 

Die Freude der Bühnenenthusiasten über diese Wandlung der 
Dinge war groß. 

») Hamburgische Dramaturgie, 19. Stück (3. Juli 1767). 

*) Nur die Wiener scheinen für sein Spiel kein Verständnis gehabt zu 
haben. Borchers absolvierte im Oktober 1782 in der Residenzstadt ein Gast- 
spiel und fiel dabei durch. Man mutete ihm Rollen zu, die ihm nicht lagen, wie 
den Fähnrich in der „Juliane von Lindorak", für den er den Wienern 
zu alt war, und den Wirt in Lessings „Minna von Barnhelm", der ihnen 
mißfiel, weil es kein Wiener Wirt war. 

Als ihn nun die Direktion des Hoftheaters zwei seiner Leibrollen spielen 
lassen wollte, nämlich den argwöhnischen Ehemann und den Maler Lebock in 
der „Familie", verzichtete er darauf und reiste ab. (Allgemeiner Theater- 
Almanach 1782, p. 139—141). 

3) Th. W. Danxer-G. E. Guhrauer, Gotth. Ephraim Lessing-. 2. Bd., 
Berlin 1881, p. 133. 



128 

Cremeri widmete aus Begeisterung über die „Herstellung eines 
ordentlichen Schauspiels" sein Militärstück „Alles in Schuh und 
Strümpfen" (1782) und als man an Frl. E. Aichinger eine vor- 
zügliche Primadonna gefunden hatte, kannte sein Entzücken kaum 
Grenzen. 

Er ließ sich also vernehmen: 

Den 29. April wurde auf der hiesigen Schaubühne aufgeführet A r i a d n e 
auf Naxos, worinn Demoisell Elisabeth Aichinger einen deutlichen Beweis 
ablegte: daß Sie unter den besten deutschen Schauspielerinnen zuverlässig das 
werden kann, was Herr Borchers, der Direkteur vom hiesigen Theater unter 
den deutschen großen Schauspielern bereits ist; wenn Sie anders nicht müde 
wird, die Kunst und sich selbst ununterbrochen fort zu studiren, ohne durch 
falschen ßeyfall sich irre machen zu lassen und ohne etwa gar auf selben, wie 
die Meisten, stolz zu werden. Ihre ganz besonders wohlklingende Stimme, ihr 
ebenso treffender Ton im Zärtlichen, wie auch da: wo Sie im Jammer die 
Menschheit gerade zu anredet — bestimmt, angestimmt, unterstützt und noch 
hinreißender gemacht, durch die VortrefFUchkeit des großen Benda,^) die nicht 
Nachahmung der Natur, sondern die Natur selbst zu seyn scheint; brachten 
bey allen Zuhörern eine Überströhmung der Herzen hervor, die nicht kann 
beschrieben werden; wofür Demoisel Aichinger nach den Duodrama durch 
anhaltendes Händeklatschen hervorgerufen wurde. Sie dankte mit wenigen 
Worten, die gegen das Publikum eben so verbindlich, als anständig für eine 
Künstlerinn waren. 

Nachstehende Verse machte Herr Cremeri aus dem Stegreife: 

O Freundinn! deine Macht, die deiner Silberstimme 

Gebeut und jeden Ton zum Zauberreize schaft. 

Entriß mich sanft mir selbst mit nie gefühlter Kraft. 

Ich litt in Zärtlichkeit, Verzweiflung, Wuth und Grimme 

Der Leidenschaften Schmerz, zum Danke für dein Spiel, 

Das ganz ein Wesen ist mit Benda's Harmonie. 

Allein dein Sturz vom Fels, fast glaubte, dacht' ichs nie! 

Zerschmetterte mein Herz. Ach ! dieses war zu viel.-) 

Soweit man nach den Verzeichnissen der neueinstudierten 
Stücke im Gothaer Theaterkalender schließen kann, beherrschten 
unter Oraf Rosenberg -Borchers die bekannten Theatersehriftsteller 
von damals: Götter, Friedet, Bretxner, Weidmann, Schink, Baho, 
Heufeld etc. das Eepertoire, allen voran Friedrich Ludwig Schröder, 
der „Vater des deutschen Schauspiels", der große Tragöde, der 
von 1781—1785 am Wiener Nationaltheater, vergöttert vom Publikum, 
als Schauspieler wirkte. Von Bedeutung ist die Wahrnehmung, daß 
sich — vielleicht unter Einfluß von Borchers — eine stärkere Be- 
rücksichtigung jener Strömung bemerkbar macht, welcher die 



^) Der Komponist. 

2) „Linzer Zeitung" vom 2. Mai 1783. 



129 




D. Borchers als Hamlet. 

(Nach einem Stiche aus dem Jahre 1778 im Besitze des Herrn Hofschauspielers 
Hugo Thimig in Wien.) 



Literaturgeschichte den Namen „Sturm und Drang" gegeben hat. 
Seit Lessing das bürgerliche Schauspiel mit „Miß Sara Sampson" 
(1755), „Minna von ßarnhelm" (1767) und „Emilia Galotti" 
(1772) begründet hatte, war zu einem guten Teile an die Stelle 
des unnatürlichen Pathos der Alexandriner- Tragödie warme Emp- 

9 



130 

findung in schmuckloser Prosa getreten, hatte man gelernt, eine 
realistische Kunst, die ihre Stoffe aus dem Leben der Gegenwart 
nahm, in ihrem Werte zu begreifen. Verachtung der bisherigen 
Regeln, Begeisterung für Shakespeare und Streben nach einer 
charakteristischen, nationalen Kunst, die Lessing in seinen kritischen 
Schriften mit Erfolg gepredigt hatte, wurde nun das Losungswort 
einer Reihe von jungen Männern, an ihrer Spitze Goethe, der in 
seinem „Götz" diesem Sehnen zuerst einen bedeutenderen drama- 
tischen Ausdruck verlieh. Eine Aufführung dieses Stückes, das sich 
seiner allzu lockeren Form wegen auf der Bühne nicht zu halten 
vermochte, in Linz nachzuweisen, wollte mir nicht gelingen. Dafür 
begegnen wir seinem Jugendgenossen Klinger, nach dessen „Sturm 
und Drang" genanntem Stücke die ganze Bewegung ihre Be- 
zeichnung erhielt, und vor allem Schillers Jugend werken, den 
„Räubern" (1781) und „Kabale und Liebe" (1784), welche 
nicht nur durch die Einführung sozialer Probleme der Gegenwart 
den bis dahin engen Gesichtskreis des bürgerlichen Dramas erweiterten, 
sondern auch das sichere Gefühl des geborenen großen Dramatikers 
für das Bühnenmäßige und volle Beherrschung des realistischen 
Stils zeigten. 

Noch eine Novität aus dem Repertoire dieser Zeit nimmt 
unser Interesse in Anspruch: „Julius von Tarent", ein Trauerspiel 
von Leisetvitx. 

Es behandelt das damals beliebte Motiv des Bruderzwistes: 
Guido und Julius, Söhne des Fürsten von Tarent, lieben dasselbe 
Mädchen, Bianca. Julius kommt seinem Bruder zuvor und ist seinem 
Ziele nahe, da tritt ihm Guido in den Weg und ersticht ihn in 
der Hitze des Angriffs. Der Fürst vollführt nun eine Römertat, er 
übt Gericht über den Mörder, tötet an der Leiche des älteren den 
jüngeren Sohn und geht selbst in ein Kloster, sein Land dem Könige 
von Neapel überlassend. 

Mit diesem Stücke, das Lessing für ein Werk Goethes hielt 
und Schiller in seiner Jugend auswendig konnte, bewarb sich Leisewitz 
um den von Schröder auf das beste Trauerspiel ausgesetzten Preis, 
unterlag aber in der Konkurrenz Klingers „Zwillingen". 

Abgesehen von diesen Werken der Stürmer und Dränger 
zeigte sich wenig bodenständige Dramatik, noch immer beherrschten 
Übersetzungen französischer und italienischer Autoren und welsche 
Singspiele das Feld. Selbst die Auferstehung der „Maschinen- 
komödien" weiland eines Stranitzky, Prehauser, Kurz und Genossen 
feierte man in Linz mit. Es waren das meist Stücke mit fest- 



131 

stehenden Arien und einem fast völlig extemporierten Dialog ge- 
wesen; nunmehr war das Charakteristische derselben das zauber- 
hafte Element: gräßliche Abenteuer unter wilden Völkern oder im 
Reiche eines Zauberers. In Wien hatte man 1781 begonnen, die 
Gattung zu erneuern und unter Einfluß anderer dramatischer Arten 
umzugestalten. 

Die Form der neuen Stücke wurde die des deutschen Sing- 
spiels: Dialog mit eingestreuten Gesangstücken. 

Bald drang das neue Genre auch in die Provinz und auch in 
Linz verkostete man von dieser Frucht, die wahrlich keines Künstlers 
Sonne gereift hatte. 

Besonderen Erfolg hatte die Maschinenkomödie „Imakaro- 
makypsilomakus", ein dramatischer Unsinn, für den Himmel und 
Erde, Hölle und Teufel in Bewegung gesetzt wurde. 

Die beste Vorstellung von der Abenteuerlichkeit dieses Genres 
gibt der Theaterzettel zu diesem Stücke: 

Heute Sonntags den 8. Hornung zum erätenmal: 

Eine ganz neue Maschinenkomödie mit Flugwerk und Verkleidungen 

in drey Aufzügen. 

Iniakaromakypsilomakiis, 

der Greis des Pitagorominominos, und Ismaskoria, die schöne Zauberin, 

oder: 

Sie sind alle gefopt. 

Von Herrn Baidinger. 
NB. NB. NB. Vorkommende Maschinen und Verwandlungen: 1. Ein 
großer düsterer Wald. 2. Im Grunde Wasser. 3. Verschiedene Felsen. 4. Sobald 
Jacob Friedberg ins Wasser werfen will. 5. Kommet Triton aus dem Wasser. 

6. Fährt zu gleicher Zeit Imaskoria in einem bespannten Muschelwagen heraus. 

7. Thut sich die Zauberhölle auf und Imak. erscheint. 8. Ismask. fährt er- 
schrocken ab. 9. Bertrams Zimmer. 10. Leonore, als Tannen ihre Hand ergreifen 
will, verschwindet. 11. Wald und Felsen. 12. Bertram sucht seiner Tochter hab- 
haft zu werden. 13. Imak. steht selbsten bey. 14. Verwandelt er den Felsen in 
einen Pirutsch. 15. Friedberg, Leonore und Jakob fahren durch die Luft ab. 
16. Wald mit einem Felsen. 17. Friedberg setzt sich auf den Felsen. 18. Ver- 
wandelt ihn Imak. 19. Straße mit Bertrams Hause. 20. Garten mit einer Ter- 
rasse. 21. Leonore, so oft Tannen ihre Hand ergreift, verschwindet selbe. 22. Wird 
Leonore zum Ungeheuer. 23. Sitzt selbe in einem Tragsessel. 24. Tragen sie 
zwey ganz besondere Sesselträger weg. 25. Eine wüste Gegend mit großem 
Berg. 26. Friedberg, Leonore suchen sich vor ihren Verfolgern zu retten. 
27. Verschwindet sie. 28. Jakob sucht ihnen nachzueillen, stürzt auf dem Berg 
zusammen. 29. Kommt ein Teufel aus der Erde und 30. trägt er den Jakob 
durch die Luft zu seiner Herrschaft fort. 31. Kommt Imak., um den hart- 
herzigen Vater zu bestrafen. 32. Kommt Ismask. dazu und 33. Imak. ver- 

9* 



132 

wandelt sich in einen Jüngling, alles ist darüber erstaunt. 34. Im selben Augen- 
blicke zeigt Imak. noch mehr von seinen Wunderwerken. 35. Verwandelt selber 
die ganze wüste Gegend in einen prächtigen Saal. 36. Eilt Friedrich und 
Leonore herbei, 37. Fährt Kupido durch die Luft in einer Wolke herab. 38. Be- 
schenkt selber die zwey Brautpaar mit Blumenkränzen. 39. Beschließt sich alles 
mit Freude und Vergnügen. 

Nachricht. 
Wir haben hier nur den kleinsten Theil der Verwandlungen und Maschinen 
hergesetzt, um das geehrte Publikum desto angenehmer zu überraschen; auch 
wollen wir in dieser Absicht von dem Innhalt des Stückes keine Erwähnung 
und größere Zergliederung machen, nur dies müssen wir anführen, daß Herr 
Baidinger, dieser vorteilhaft bekannte Theaterschriftsteller, sich auch in diesem 
Stück beflissen hat, sein vorzüglich komisches Talent dadurch an den Tag zu 
legen, die Helden dieses niedrig komischen Stückes nicht mit pöbelhaften 
Possen auftreten zu lassen. Ohnerachtet er, wie doch jeder leicht sehen wird, 
sich ganz nach dem seligen Hafner gebildet, ist er doch mitten im vollesten 
Scherz nie über den Menschensinn hinausgesprungen, welches seinem Muster 
öfters geschah. Jeder Charakter ist Natur, ist Sittenlehre und doch Spaßmacher 
in seiner Art; keine Scene macht Langweile, aus jeder entspringt neues Ver- 
gnügen zum Lachen, eine treibt die andere, so zwar, daß ein immerwährendes 
Feuer erhalten wird, welches keinen ermüden läßt. Oft überrascht er zweimal 
in einem Augenblick, reißt zum Lachen hin, daß auch der Ernsthafte sich 
des Lachens nicht erwehren kann; kurz, es ist ganz auf die Zeit, wo jeder 
gerne lacht, jeder gerne lachen will. Ja, wir können im voraus versichern, daß 
es gewiß gefallen wird, gefallen muß, da wir uns bestrebt haben, alles nur 
mögliche, was Maschinen, Verzierung erfordern, bestmöglichst vorzustellen, ge- 
trachtet haben, sie auf das angenehmste zu überraschen. Wir versprechen uns 
daher einen zahlreichen Zuspruch und wir schmeicheln uns, daß sie nicht nur 
mit dem Verfasser, sondern mit uns allen zufrieden seyn werden. Wir ersuchen 
dahero jeden, der gerne lacht, sich mit drei Bäuchen zu versehen, da fast einer 
oder zwei vor Lachen darauf gehen werden. — Zum Beschluß ein Tanz. 

Der Geschmacksrichtung Rosenbergs und seines Direktors 
dürfte dieser Unsinn sehr wenig entsprochen haben. Doch was 
wollten sie machen? Nur solche Kassestücke konnten dem drohenden 
Defizit begegnen. Aber es stellte sich trotzdem ein. 

Man konnte und wollte doch nicht jeden dritten Tag Ima- 
karomakypsilomakus spielen, das große Publikum war aber schon 
damals ein Tyrann. Nur wenigen gebildeteren Naturen gefiel der 
dem Besseren zugewandte Kurs Rosenberg-Borchers. 

An Cremeri hatte das Theater und — das Publikum nach wie 
vor einen begeisterten und wohlwollenden Kritiker, wie z. B. folgende 
Einrückung zeigt: 

Wir freuen uns, abermal einen Vorgang bekannt machen zu können, 
der Linz Ehre verschaft. Am 6. dieses wurde von der gräflich Kosenbergischen 
Gesellschaft der Fähnrich des Hrn. Schröder aufgeführet. Jeder weis, daß 
dieß Stück einzig durch trefliches Spiel lerm enden Beyfall einärntnen kann, 




Direktor David Borchers (1744^1807). 

(Nach dem Stiche im Gothaer Theaterkalender 

auf daa Jahr 1779.) 



133 

folglich Geschmack und Bildung bey dem Publikum voraussetzet, welches den 
Werth desselben zu fassen vermag. Wenn wir nun sagen, daß unsre Linzer 
das Spiel des Hrn. Prothke und der FJisabctk Aichhujcr lobten, dagegen von 
der Meisterarbeit unsers grossen Borchers, der den Baron Harrwitz spielte, mit 
solcher Gewalt hingerissen wurde: daß es nach dem Stück nicht ehe zu klatschen 
und Hrn. Borchers vorzuruffen aufhörte, bis er hierüber entzückt vor dem 
Publickum erschienen und als bescheidner Künstler für diese Ehre dankte, so 
haben wir gewiß erwiesen, daß Geschmack ujid Bildung in Linz Riesenschritte 
machet, denn der Name Borchers bürgt aller Welt zur Genüge, daß nicht 
Frazengesichter statt Minne, unnatürliche eckelhafte Zuckungen statt Gebehrden- 
spiel, unleidentliches Geprüll statt Ausbruch der Leidenschaften u. s. w. sondern 
Schönheit, Wahrheit, ächte nakende Natur in Kunst aufgelöst diesen seltenen 
Vorfall bewirkten, der Linz ebenso rühmlich ist, als er Hrn. Borchers schmeichel- 
haft sein muß. 

Das war ja alles recht schön gesagt, allein die Stunde des 
Scheidens nahte. Graf Rosenberg gab das Theater an Lasser ab 
und löste die Kontrakte. 

Noch einmal hatte Borchers ein volles Haus und rauschenden 
Beifall, dann verließ der größte Schauspieler, den Linz im 18. Jahr- 
hundert gesehen, die Stadt. 

Cremeri rief ihm in der „Linzer Zeitung" nach: 

Melpomen'ns Seele flieht, Thaliens Liebling reist; 
Verdienstekenner w^int: die Bühne ist — verwaist. 

Zu Ostern des Jahres 1786 begann die Direktion Lasscr. 
Zur Eröffnung ward Cremeris Nationalstück „Losenstein und 
Hohenberg" gewählt. Die Geschäfte gingen schlecht. Den Grund 
dafür gibt uns der Verfasser der „Skizze von Linz'- (1787) an: 
„Es hält schwer, eine stehende Truppe in Linz aufrecht zu erhalten — 
die Einnahmen sind gering, das Volk ist veränderlich; starke Gagen 
kann ein Prinzipal nicht bezahlen; folglich auch keine sehr guten 
Schauspieler halten, denn die wollen auch sehr gut bezahlt sein. 
Sind die Spieler mittelmäßig, so ist das Publikum unzufrieden und 
das Theater leer. Was also zu tun ? Es ist nur zu bewundern, wie 
sieh Herr Lasser noch erhalten und seine Gesellscliaft bezahlen 
kann. Das Einzige, was ihn noch erhalten, was ihm noch J^eute 
ins Theater locken kann, ist, wenn er alle AVoche eine recht gute 
Oper — ein heroisches Schauspiel, ein neues intriguantes und zur 
Erschütterung des Zwerchfells eingerichtetes I^ustspiel — auch zu- 
weilen ein auffallendes Trauerspiel ä la Schiller, in weichem hübsch 
gemordet wird, gibt — dies alles verschafft ihm noch einigermaßen 
Zuschauer. — Gibt er aber ein Stück zum drittenmal und zwar 
in einigen Wochen kurz hintereinander; gibt er ein rührendes Lust- 
oder Trauerspiel, in welchem bloß Nahrung fürs empfindsame Herz 



134 



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Titelblatt des „Nationalstückes" Losenstein und Hohenberg. 
(Nach dem Exemplar in der k. k. Studienbibliothek in Linz.) 

ist — so ist gewöhnlich das Theater leer. Die Lustspiele müssen 
voller Karrikaturen sein und zum Lachen bewegen, müssen voller 
lächerlichen Intriguen sein und dadurch auffallend werden, sonst 
sind sie nicht nach dem Gesohmaoke des gemeinen Mannes. Und 
wenn dieser im Theater abgeht, und die Noblesse durch großmütige 
Beiträge einen Prinzipal nicht unterstützt, da sieht's mit seinem 
Beutel sehr windig aus. Überhaupt befindet der Direkteur sowohl 
als der Acteur sich in einer sehr unangenehmen Lage, wenn das 



I 



135 

Publikum durch lange Zergliederungen und Erhebung der Stücke 
auf dem Komödienzettel bewegt werden muß. Diese Mittel tun ihre 
Wirkung eine Zeitlang. Sobald aber das Publikum ein paarmal sich 
dadurch getäuscht findet oder dasjenige nicht sieht und empfindet, was 
es sich dabei vorgestellt hat, so schlagen auch diese Reizungsmittel 
fehl und es traut einem wirklich guten Stücke künftig noch weniger 
zu. Die langen Epilogen auf den Zetteln taugen überhaupt nichts — 
gute Auswahl in den Stücken, die der Neigung des Publikums 
entsprechen, öftere Abwechslungen und gutes Spiel der Schauspieler 
machen besseren Effekt, bringen mehr Zutrauen und Neugierde ins 
Publikum, sind bessere Reinigungsmittel als alle Scharlatanerien im 
Zettel, bey welchen sich der Zuschauer am Ende um desto miß- 
vergnügter befindet." 

Also mehr Novitäten, mehr Opern, weniger Rührstücke, mehr 
wirkliche Aufregung ä la Schiller und weniger Reklame wünschten 
die Linzer. 

Wenn man das Verzeichnis der vom 17. April bis zum 10. August 
1787 aufgeführten Stücke und die Reihe der neu einstudierten^) 
überblickt, und einen Vergleich mit den gleichzeitigen Darbietungen 
des Wiener Burgtheaters 2), der Grazer ^) und der Frankfurter*) 
Bühne anstellt, so kann das Urteil über Lassers Geschmack kaum 
ungünstig ausfallen. Wir finden nicht wenige Wiener und Frank- 
furter Repertoirestücke auch in Linz vertreten. 

Ich erwähne nur: „Rudolf von Habsburg" von Werthes, 
„Der Mönch vom Berge Carmel" von Dalberg, „Die Mündel" 
von Iffland, „Die beiden Billets" von Wall, „Der Ring" von 
Schröder, Shakespeares „Julius Caesar" und „Hamlet" (wohl in 
ÄcÄröf^ers Bearbeitung), Oemmingens „Hausvater", die Opern „La 
Frascatana" von Paesiello, „Die Höhle des Trophonio" von 
SaUe?'i und „Figaros Hochzeit" von Dittersdorf. 

In dem Verzeichnisse stehen mehr als 20 Opern, allerdings 
manche mehrmals wiederholt. 

Zu den vom gebildeten Publikum kühl aufgenommenen Rühr- 
stücken gehörte vielleicht auch das am 28. Mai aufgeführte Schauspiel 
„Hanno, Fürst im Norden" von J. Chr. Bock, ein Gemisch aus 
Werther'scher Sentimentalität und veralteten, grausamen Anschauungen. 

^) Im Anhange. 

2) E. Wlassack, Chronik des k. k. Hof-Burgtheaters. Wien 1876, S. 65—67. 
') A. Schlossar, Innerösterreichisches StadtJeben, p. 41. 
*) E. Mentxel, Das alte Frankfurter Schauspielhaus und seine Vor- 
geschichte. Frankfurt 1902, ö. 61 f. 



136 

Den Kern der Handlung bildet der heidnische Gebrauch, die 
Götter durch den Opfertod einer reinen Jungfrau zu versöhnen, 
ein Thema, das vielfach behandelt wurde und noch in Goethes 
„Iphigenie" nachklingt. Hiaskals schöne Tochter Roßwina trifft 
dies Los. Da sie aber bereits heimlich mit dem tapferen Esthwold, 
dem Sohne des grausamen Hanno vermählt ist und der Vater dem 
Erstgeborenen die reiche Prinzessin Ornithe zur Gemahlin bestimmte, 
entstehen verschiedene, noch durch Nebenumstände verschärfte 
tragische Verwicklungen. Alle erhalten eine glückliche Lösung durch 
den Fund zweier Dokumente, wonach Roßwina Hannos Tochter und 
Esthwold der Sohn Hiaskals ist. 

Nicht Hanno kann als eigentlicher Held des Stückes gelten, 
das Liebespaar vielmehr steht im Mittelpunkt der Handlung und 
nahm auch bei den Zeitgenossen des Verfassers die größte Teil- 
nahme für sich in Anspruch. 

Lasser konnte daher mit Recht auch in Linz auf eine dank- 
bare Aufnahme hoffen. Und wenn er am 18. Juni Möllers „Graf 
von Waltron" im Freien (wahrscheinlich im Kasinogarten) aufführte, 
so leistete er doch das Höchste, was es damals gab. 

Schikaneder war in Graz auf diese Idee verfallen, die ihn be- 
rühmt machte. 

Er führte dort im Jahre 1782 dieses bekannte Soldatenstück 
im Freien auf, in einem Lager von 200 Zelten; die Offiziere er- 
schienen dabei zu Pferde und die Gräfin Waltron kam in einem 
wirklichen Reisewagen angefahren. Was wollte man mehr! 

Aber das Publikum wollte wirklich mehr. 

Um Leute zu bekommen, mußten damals selbst tüchtige 
Schauspieler auf den Theaterzetteln in beweglichen Worten das 
Benefizstück anpreisen und guten Besuch sich erbitten oder gar, wie 
im Jahre 1783 Schikaneder in Preßburg, die mörderischen oder 
komischen Szenen auf ein Brett malen und am Schauspielhause auf- 
hängen lassen. 

Nach dem Rezepte in der „Skizze von Linz" zu schließen, 
hätte eigentlich Lasser die Schuld an seiner prekären Lage gehabt. 
Er hätte eben tiefer heruntersteigen sollen. Nun, wir können un- 
bedenklich uns auf Lassers Seite stellen. Nicht an ihm, sondern am 
Publikum fehlte es. 

Wie hatten doch die Xeniendichter vom Österreicher dieser 
Zeit gesungen? 

Mich umwohnt mit glänzendem Aug' das Volk der Phajaken; 
Immer ist's Sonntag, es dreht immer am Herd sich der Spieß. 



137 

Das galt nicht nur von den Brathendl -Wienern sondern auch 
von den Linzern. 

Sie liebten einen guten Tisch, gingen gern in die Frühmesse 
und verdarben sich selten die Augen mit der Lektüre. 




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Der Verfasser der „Linzer Skizze" charakterisiert sie folgender- 
maßen : „Ein gut Glas Österreicher Wein und ein Diskurs von häus- 
lichen Angelegenheiten nebst einigen Foppereien untereinander 
machen ihre liebste Unterhaltung aus. 

Was die Lektüre der Linzerinnen betrifft, so scheint sie bis 
dato noch mehrenteils Affektation zu sein. — Es ist wahr, man 



138 

sieht einen Teil von ihnen fleißig die Bücher durchblättern, sie 
plappern gern von und aus hübschen Romanen. 

Die Art aber, mit welcher sie^s tun, verrät gleich, daß sie 
weder Geschmack zur soliden Lektüre haben noch dasjenige ver- 
standen, was sie gelesen haben." 

Dieses wenig schmeichelhafte Urteil, das aber in der Haupt- 
sache richtig sein dürfte, läßt es begreifen, warum ein Linzer 
Theaterdirektor mit dem Publikum seine liebe Not hatte. 

Anders wurde es erst — wie mit einem Schlage — unter der 
Direktion Olöggl. 

Das Publikum war zwar das gleiche, aber er riß es mit, be- 
günstigt freilich durch Zugstücke, wie die Dramen Ifflands und 
Kotzebues einerseits, durch Opern, wie die von Mozart, Dittersdorf, 
Wranitzky, Winter, Weigl und Süßmayer anderseits, die eben ge- 
rade unter ihm (1790 — 1798) die Welt eroberten. Aber es ist doch 
sein persönliches Verdienst gewesen, daß er all die Sachen rasch 
brachte, daß er für Abwechslung sorgte und vor allem, daß er ein 
tüchtiges Opernpersonal schuf. 

Schon vor ihm hatte es im Redoutensaale Konzerte und Bälle 
gegeben, das war ja die eigentliche Bestimmung des Raumes, der 
jetzt auch als Theater diente. Unter Glöggl jedoch kam System in 
die Sache, er verstand es, pikant zu arrangieren und das feine 
Publikum zu fesseln. 

Bald veranstaltete er ein Landlertanzen in Nationaltracht, dann 
produzierten sich wieder spanische Bereiter und Geigenvirtuosen 
oder es gab ein großes Bolzenschießen. Menschenfreundliche Dilet- 
tanten spielten Theater zu Wohltätigkeitszwecken und der Landes- 
chef vereinigte nicht selten als großer Freund von Kunst und Literatur 
ein distinguiertes Publikum zu einer musikalischen Akademie. 

Ob nun voltigiert oder etwa achthändig gespielt wurde, immer 
fanden sich die Hohenfeld, Grundemann, Rummerskirchen, Ketschau, 
Rosenberg, Althann und wie die adeligen Herrschaften alle hießen, 
im Redoutensaale ein. 

Aber auch im eigentlichen Bühnenleben war die Ära Glöggl 
die bedeutendste unter allen. Als tüchtiger Musiker pflegte er vor 
allem Oper und Operette. 

Unter Josef U. hatte inmitten der alternden und abgelebten 
italienischen Opernwelt das deutsche Singspiel eine ehrenvolle und 
geachtete Stellung errungen und behauptet. Glöggl, der, wie ich 
schon früher bemerkt habe, mit den großen Tonheroen seiner Zeit 
in persönlicher Fühlung stand, hatte dafür ein feines Verständnis. 



139 



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Titelblatt des Linzer Theateralmanacha auf das Jahr 1796. 
(Nach dem Exemplar im Museum.) 



Er schulte sich ein leistungsfähiges Opernensemble und war so in 
der Lage, die hervorragendsten Novitäten zur Aufführung zu bringen. 

Der Linzer Theateralmanach auf das Jahr 1796 verzeichnet 
alle vom 8. Juni 1790 bis zum 31. Dezember 1795 aufgeführten 
Stücke und gestattet so einen Einblick in Glögglg Tätigkeit.^) 



^) Dieser Theateralmanach, verfaßt von dem Souffleur A. Keimmel, 
enthält u. a. einen „Wettstreit zwischen Apoll und Pan auf dem Berg Timolus, 



140 

Wenden wir uns zuerst der Oper zu! 

Den meisten Erfolg unter allen Bühnenwerken dieser Periode 
hatten die Singspiele von Karl Ditters von Dittersdorf (1739 — 1799). i) 
Er brach der deutschen Operette eine ganz neue Bahn. Solch 
köstliche, übersprudelnde Laune, ein so keckes Ergreifen der 
Situation, ein so leichtes Gestaltungsvermögen, solche Gewandtheit 
in Handhabung der musikalischen Technik, eine so mit Lust und 
Freude durchtränkte Musik, solche natürliche und doch anständige 
Komik, so viel anmutende Gemütlichkeit hatte vor ihm noch kein 
Tonsetzer in seinen Werken zu vereinigen gewußt. 2) 

Im Jahre 1786 wurde „Doktor und Apotheker", Text von 
Stephanie d. J., in Wien zuerst gegeben; die Oper blieb nicht wie 
so viele andere, selbst die Haydn'schen,^) auf Osterreich allein be- 
schränkt, nein, sie flog, von dem ganzen deutschen Publikum mit 
Beifall und Jubel aufgenommen, von Bühne zu Bühne und wurde 
sogar in London 36 mal hintereinander aufgeführt. In demselben 
Jahre noch (1786) schrieb er die Operetten: „Der Betrugdurch 
Aberglauben" und „Die Liebe im Narrenhause", ihnen 
folgte 1787 .,Hieronymus Knicker" und 1788 „Das rote 
Käppchen", lauter Werke, nicht minder beliebt und gern gesehen 
und gehört wie das erstgenannte. Sie wurden alle mit Ausnahme 
des „Orpheus" in Linz in den Jahren 1790 — 1795 gegeben. 

Dittersdorf war auch in unserem Lande der Lieblingskomponist 
seiner Zeit. 

Von Wiener Tondichtern ließ Glöggl zu Worte kommen: 
Wenzel Müller (Fagottist, Schwestern von Prag, Das neue Sonntags- 
kind), Fr. L. Benda (Barbier von Sevilla, Verlobung, Ariadne auf 
Naxos), B. ScJmck, Schenk, A. Oyrowetz, J. G. Staudinger, 
Fr. Chr. Oestewitx, J. P. Schulz. 



wobey Tmolus und Midas Schiedsrichter waren. Zur Ehre des Herrn Linz er 
Recensenten in Eeime gebracht"; ferner: die Arie des Metallio aus dem 
„Spiegel von Arkadien", Erörterungen über stehende Bühnen, Schauspielkunst, 
Schauspielwesen und Schauspieler, über das Herausrufen; Antworten auf die 
Fragen: Kann der Schauspieler vor leeren Bänken gut spielen? Geziemt es 
dem Schauspieler beim Einstudieren und vor der Vorstellung eines Stückes, 
über dasselbe öffentliche Urteile zu fällen ? 

Den Beschluß macht eine gereimte Anrede an das „edle, verehrungs- 
würdige Publikum". 

1) Nach Prölß a. a. O., f 1789. 

'^) H. M. Schütterer, Das deutsche Singspiel, Augsburg 1863, p. 152. 

^) Sein „Ritter Roland" ging hier in Linz von 1790—1795 fünfmal 
in Szene. 



141 

Schikaneders große heroisch - komische Oper „Telemach, 
der Königssohn von Ithaka", komponiert von Fr. A. Hoff- 
meister, erlebte ihre zweite Aufführung in Linz. Kaum war sie in 
Wien gegeben worden, hatte sich Glöggl ihrer bemächtigt.') 

Ein Lieblingsstück unserer Urgroßeltern war P. Wranitxhjs 
(1756 — 1808) „Oberon, König der Elfen". Diese ernst-komische 
Zauberoper hatte einen Erfolg, wie ihn Weber mit seiner in jeder Be- 
ziehung herrlicheren gleichnamigen Oper nie zu erringen vermochte. 

Natürlich fehlte nicht unser unvergleichlicher Mozart. Mit 
seiner „Entführung aus dem Serail" hatte das deutsche Sing- 
spiel den Gipfel erreicht. Der Erfolg war außerordentlich, mächtig 
und tief. Dieses Stück ging in Linz gleich dem „Don Juan" und 
„Sc hau Spieldirektor" wiederholt, die „Zauberflöte" 2) von 
1793 — 1795 dreißigmal über die Linzer Bühne. 

Über die Oper unter Glöggl schreibt der Gothaer Theater- 
kalender auf das Jahr 1792: Die Opern erhalten hier allgemeinen 
Beifall, da die Sänger gut sind und auch keine Kosten in Besetzung 
des Orchesters gesparet werden, indem selbes meistens bis 30 ge- 
schickte Tonkünstler stark ist. Auch hat der Unternehmer nun die 
monatliche Gage eingeführt, weil er gefunden, daß Familien auf 
diese Art ihre Auslagen weit leichter bestreiten und vollkommenere 
Ordnung in ihrem Hauswesen erhalten können. Der Einsender fügt 
hinzu: Sowohl die Kasinos wie die gewöhnlichen Fastnachtsbälle 
sind jedesmal sehr glänzend gewesen. Das Theater selbst wird immer 
besser herg-estellet und auch die Garderobe ist bereits sehr artio-. 

Wenn wir nun auch einen Blick auf das sonstige Repertoire 
werfen, so finden wir, daß Ziegler, Schröder, Spieß, Schikaneder, 
Brühl, Sckletter, Götter, Richter, Brandes u. a., nach der Zahl der 
Aufführungen zu schließen, von den Linzern am liebsten gehört 
wurden, Jünper nicht zu vergessen. 

Es sind ja das vielfach Autoren, die schon seit Dezennien im 
Kurse waren, aber sie übten sichtlich noch ihren ungeschwächten 
Reiz aus. 

Selbst ein so verwöhntes Publikum wie das in Frankfurt ver- 
mochten sie damals noch zu befriedigen^) und in Wien begegnen 

^) Aufführungen dieses Stückes im Jahre 1796 fanden statt: am 11. April, 
22. April, 6. Mai, 31. Juli. 

^) Es dürfte manchem Leser neu sein, daß sich im Schlosse des Fürsten 
Starhemberg zu Eferding der Tisch mit zwei Stühlen befindet, an dem Mozart 
seine ..Zauberflöte" komponiert hat. 

^) E. Mentxel, Das alte Frankfurter Schauspielhaus und seine Vorge- 
schichte, p. 68. 



142 

sie uns gleichfalls.^) Die Tagesgestirne waren aber Iffland und 
Kotzebue. 

„Mit der Gründung stehender Theater hörte die Konkurrenz 
der einzelnen Truppen mehr und mehr auf. Nichtsdestoweniger 
lag es in der Natur der Sache, daß in jeder größeren Stadt die 
daselbst lebenden dramatischen Dichter sich vorzugsweise an das 
hier befindliche Theater anschlössen und ihre Stücke auf seine 
Kräfte und den von ihm begünstigten Geschmack berechneten. Es 
entstand auf diese Weise eine sich mehr oder weniger von der 
übrigen, auf allgemeinere Ziele gerichteten dramatischen Dichtung 
absondernde Bühnenschriftstellerei, welche nicht wie jene, sei es 
dramatisch-poetische oder auch nur poetische, wenn nicht soziale 
und andere Kulturzwecke verfolgte, sondern wesentlich im Dienste 
des Bühneninteresses und Bühnenbedürfnisses stand und daher auf 
Bühnenwirkung und Kassenerfolge mit allen Mitteln hinarbeitete. 
Es waren unter diesen Leuten unzweifelhaft auch Talente, die der 
industriellen Bühnenschriftstellerei und der Mittelmäßigkeit einen 
gewissen Glanz gaben. Hiezu gehörte vor allen August von Kotzebue 
(1761 — 1819), der Gott des damaligen Theaters, dessen dramatische 
Tätigkeit fast ununterbrochen den ganzen vorliegenden Zeltraum 
umfaßt. Er hatte längere Zeit die Herrschaft der Bühne mit Iffland 
zu teilen, den er jedoch als der Jüngere, Vielseitigere, Fruchtbarere 
und wohl auch Talentvollere bald überflügelte. 

Man kann sagen, daß Kotzebue sich in jeder einigen Erfolg 
versprechenden Form des Dramas versuchte, jeder Geschmacks- 
richtung der Zeit willig folgte. 

Er suchte naiv und sentimental, klassisch und romantisch zu 
sein. Er kultivierte die Tragödie, das Ritterstück, das Rührstück, 
das Zauberdrama, das Lustspiel, die Parodie und die Posse. Er 
schrieb in Jamben, Alexandrinern, gereimten freien Versen und in 
Prosa. Von einem solchen Schriftsteller, der immer nur den Erfolg 
im Auge hatte und von einer Arbeit rastlos zur andern eilte, wird 
man bei allem Talent eher alles andere als künstlerische Über- 
zeugungstreue, Konsequenz des poetischen Charakters, Tiefe der 
Empfindung und künstlerische Weihe erwarten dürfen. Sein Talent 
reichte immer nur hin, mit dem Schein von dem allen zu täuschen, 
sagen wir zu seiner Entschuldigung nicht bloß andere, sondern 
wohl auch öfter sich selbst, obschon wir heute meist nicht mehr 
begreifen, wie diese Täuschungen möglich gewesen sind. Indessen 
wird man berücksichtigen müssen, daß auch schon damals nicht 

^) U. Wlassack, Chronik des k. k. Hof-Burgtheaters, p. 74—78. 



143 

wenige dieselben durchschauten, daß wir uns heute in einer ganz 
anderen Atmosphäre des Geistes und Geschmackes befinden, daß 
diesen Stücken heute der Reiz der Neuheit verloren gegangen, daß 
sie in ihren Wirkungen durch eine der heutigen überlegene Schau- 
spielkunst unterstützt wurden, auf deren eigentümliche Talente sie 
völlig berechnet waren, sowie endlich, daß die große Masse des 
heutigen Publikums noch viel schwächeren, elenderen Täuschungen 
unterliegt, gegen welche die der Kotzebue'schen Stücke noch wahre 
Engel der Unschuld sind."i) 

In Linz wurden viele seiner Stücke mit Beifall gegeben, 
darunter: „Adelheid von Wulfingen" (im Geschmacke des 
Ritterdramas, 1788 gedr.), „Die Sonnenjungfrau" (1789 gedr.), 
„Die Indianer in England" (1790 gedr.). 

Die sittlich -ästhetischen Grundsätze des Dichters zeigen sich 
in den beiden letztgenannten Stücken in erschreckendem Lichte. 
Das Rousseausche Naturevangelium und die romantischen Ideen 
Bernardins de St. Pierre erschienen in den „Indianern in Eng- 
land" zum Zweck einer sensationellen Bühnenwirkung ergriffen. 
Es ging dabei der Natur, Unschuld und Naivität nicht besser, als 
es meist der der Tugend und Sittlichkeit bei Kotzebue geht. Er 
entlehnte ihnen den Schein und versetzte diesen mit einer guten 
Dosis von Koketterie und Lüsternheit, so daß von den echten 
Zügen nur wenig übrig geblieben ist. 

Gurli ist eine junge Indianerin, das Kind eines Nabob. Sie hat sich 
zwar die englische Sprache völlig zu eigen gemacht, sonst aber nichts von der 
europäischen Kultur angenommen. Sie soll als reines Naturkind erscheinen. 
Ihre Naivität besteht aber ausschließlich darin, daß ihr der Unterschied und 
die Bestimmung der beiden Geschlechter ganz unbekannt geblieben. Das war 
natürlich für eine Gesellschaft äußerst pikant, die sich um so besser auf beides 
verstand. Gurli wirft sich zwar nicht, wie ihr dies gewöhnlich imputiert wird, 
jedem Mann an den Hals — sie will im Gegenteile, die wunderliche Unschuld, 
anfänglich nur eine Frau heiraten, und da es zuletzt doch ein Mann sein 
soll, durchaus nicht den ersten besten, sondern nur den, welchen sie liebt, mit 
dem naiven Vorbehalte freilich, auch noch andere Männer daneben haben zu 
können, was zwar hier nicht geduldet wird, aber doch eine ganz angenehme 
Perspektive für die Zeit der kreuzweisen Ehen eröffnete. Gurli weiß freilich 
gar nicht, was heiraten für ein Ding ist, ihr Liebhaber aber ist um guten Rat 
nicht verlegen. „Ich werde in Zukunft Gelegenheit haben, Ihnen einigen 
Unterricht zu erteilen." Wie mußte eine solche naive Unschuld die gewitzigte 
Gesellschaft der damaligen Salons nicht kitzeln, wie anmutig mußte sie hiedurch 
nicht an den eigenen Unterricht erinnert werden, den sie sich wechselseitig 
gabi Doch auch Liddy, in der Kotzebue ein Ideal weiblicher Entsagung auf- 
stellen wollte, ist ebenso rasch und fröhlich bereit, sich aus kindlicher Pflicht 

^) B. Prölß, Geschichte des neueren Dramas HL Leipzig, 1883, p. 177 ff. 



144 

dem reichen Nabob, als aus Liebe dem Sohne desselben zu vermählen. Die 
Art, wie sie gegen ihren Bruder über die Ehe mit dem ersteren scherzt, läßt 
sie in einem überaus frivolen Licht erscheinen. In Mrs. Smith wurden endlich 
noch die Standesvorurteile bekämpft und der Adel lächerlich und verächtlich 
zu machen gesucht.^) 

Gerade dieser letzterwähnte Punkt läßt es merkwürdig er- 
scheinen, daß das Stück so oft — in Linz zwischen 1790 — 1795 
achtmal — gegeben wurde. 

Das „Kind der Liebe", in welchem die Toleranz gegen 
die Vergehen wider die Sittlichkeit auf ihrem Gipfel erscheint, 
wurde in Linz — wenigstens findet es sich unter den 1790 — 1795 
aufgeführten Stücken nicht — doch als zu starke Zumutung emp- 
funden. Dagegen fand sein „Bruder Moritz der Sonderling", 
in welchem er geradezu für bloßes Vorurteil erklärt wurde, daß 
man seine Schwester oder sämtliche Schwestern seiner Frau nicht 
heirate, Aufnahme und wurde zweimal wiederholt. 

Kotzebues Stücke standen auf der 1795 erlassenen Proskriptions- 
liste, aber ebenso die Jugenddramen Schillers und selbst Emilia 
Galotti. Darum sind auch schon vorher die Aufführungen von 
Stücken unserer Klassiker dünn gesäet; sie schienen den Zeitgenossen 
gefährlich. 2) 

Iffland steht in moralischer Hinsicht weit über Kotzebue. 

Dieselben Mittel, die dieser in den Dienst der Spekulation 
auf niedrige Triebe stellte, verwendet er in ehrbarer und in gewissem 
Sinne künstlerischer Absicht. 

Seine Stücke waren genau auf den Geschmack des bürger- 
lichen Publikums berechnet. 

,,Alle großen geschichtlichen Begebenheiten, alle politischen 
Fragen und öffentlichen Verhältnisse schloß er aus; nur das Haus 
war seine Welt, die er mit sorgsamer Kleinmalerei ausgestaltete. 
Überall zeigt er die verfolgte Tugend, die schließlich über das 
Laster siegt und aus Armut und Not zum Wohlstande gelangt. 
Denn das bequeme, behagliche Leben und die bürgerliche „Repu- 
tation" ist ihm das Wichtigste; ihnen zuliebe werden moralische 
Mängel geduldet, wo sie sich nur irgend vertuschen lassen. Die 
Schuld ist bei Iffland nicht ein Vergehen gegen die Weltordnung, 
ein Kampf der Leidenschaften mit göttlichen und menschlichen 

1) Prölß a. a. 0., p. 182 f. 

^) Sie gehörten zu den Stücken, in denen „Vergehungen gegen die Sitten 
zu offen geschildert, als vorzüglich auch Charaktere und Handlungen der 
Kegenten oft von der schlimmsten und gehässigsten Seite und übertrieben 
aufgestellt werden", wie es in dem betreffenden Dekrete der Zensurbehörde heißt. 



145 

Gesetzen, sondern nur das Verbrechen, das der Polizei und dem 
Zuchthause verfallt."^) 

Ganz im Stile liflands sind die Stücke gehalten, die in dieser 
Zeit von den einheimischen Autoren in die Welt gesetzt werden. 

Wie viele Tränen mögen wohl bei der Aufführung des Stückes 
geflossen sein, das da betitelt war: „Pflicht und Leidenschaft 
im Kampfe" oder „Der weibliche Timon!" 

Dieses bürgerliche Schauspiel in fünf Aufzügen 2) stammte von 
dem Stabsauditor Benedikt Joseph Koller in Linz. Seine Schwester ließ 
es nach seinem Tode drucken und mit folgender Vorrede versehen: 

Indem ich dieses Schauspiel dem Drucke übergebe, ist der Verfasser 
desselben, mein Bruder, nicht mehr; er sah auch den Beifall nicht, mit dem 
es bei der ersten Vorstellung auf dem hiesigen landschaftlichen Theater beehrt 
wurde. Ich weine nun verlassen an seiner Urne und sehe mit banger Ahndung 
einer öden Zukunft entgegen. Nehmen Sie daher, edle und biedere Bewohner 
von Linz, dieses Schauspiel aus den Händen einer Schwester, die ea Ihnen als 
das einzige Vermächtnis seiner Bruderliebe übergibt. Er würde vielleicht noch 
manches daran geändert haben, was der Kritik unterliegt: allein dieses über- 
sehen wohl Freunde, unter denen er wandelte. — Es war ja seine größte 
Wonne, — Fehler und sogar Verbrechen seiner Mitmenschen zu mildern, und 
wenn er gesetzlich handeln mußte, mit inniger Wehmut zu bestrafen. 

Die Rührseligkeit gehörte überhaupt im 18. Jahrhundert zum 
Kulturinventar und in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts 
„arbeitete" die Bühne noch mit solchen Effekten. 

Immermann z, B. konnte sich der Tränen nicht erwehren, als 
er in Linz der Aufführung von Kotzehues Stück „Die Un ver- 
mählte" (1808 gedr.) beiwohnte.^) 

Eine weitere Eigentümlichkeit jener Zeit war das Buhlen der 
Schauspieler um die Gunst des Publikums. Als ein Beispiel des 
Tones, der da gegenüber den Herren der Bühne und den Zuschauern 
angeschlagen wurde, will ich den Dank des Schauspielers Braun 
anläßlich seines Benefiz- Abendes zum Abdruck bringen.*) 

Brauns Dankrede 
bey seiner Einnahme in Linz den 30. Jänner 1796. 

Wenn selbst Apoll mit seiner goldnen Leyer 
Ein Lied, das dem Gehirn Homers entsprang 
Und wonnevoll in alle Herzen drang. 
Mit Götterkunst, Gefühl und hohem Feuer 
Begleiten wollte; 

^) O. Witkowski, Das deutsche Drama des 19. Jahrh., p. 3. 

2) Linz, Trattner, 1797. 

8) Prölß a. a. O., p. 189. 

*) Er findet sich in Keimmels Theateralmanach. 

10 



146 

Ich glaube kaum, daß er mit Zaubertönen 

Mein Ohr an sein vortreflich Spiel gewöhnen, 

Viel minder noch (gewiß ich rede wahr) 

Mich jetzt von Euch, von Pflicht und Dankaltar 

Entfernen sollte. 

Ihr nahmt mein Spiel von je mit vieler Nachsicht auf. 

Und schenktet mir durch eines Jahres vollen Lauf 

Den Beyfall, der andrer Orts nur grosse Künstler lohnt. 

Beweiß genug, daß hier die höchste Güte wohnt, 

Die meinen wärmsten Dank verdient. 

Ihr übersaht mit vieler Güte der Fehler gröste Menge 

Und lindertet, wenn eines klugen Mannes scharfe Strenge 

Mich traf, das Urtheil durch Nachsicht, 

Zöget ab, seztet zu, vergliecht, 

Und stets fiel der Spruch zu meinen Gunsten aus. 

Nebst alle dem besuchtet ihr heut dieses Haus 

Zu meinem Besten, und eure Großmuth lohnte 

Mein und meines Weibs gering Verdienst in vöUerm Maaß, 

Als ich zu hoffen weder Grund noch Muth besaß. 

Hoch schlägt mein Herz, von heissen Dank durchdrungen. 

Zu Euch verehrungswürdigste! — Gerungen 

Hab ich stets um eure Gunst, und wohl mir! 

Daß sich heute Gelegenheit fand, hier 

Euch meinen Dank zu zollen. Darum, 

Du theures, edles Publikum! 

Nimm jetzt von mir (du weißt, wie arm ich bin) 

Zum Dank den Kuß und diese Thräne hin. 

Anläßlich des Jahreswechsels wurde regelmäßig der Pegasus 
bestiegen, und welche Gesinnung sich da in mehr oder weniger 
schwungvollen Versen äußerte, mag man aus folgender Probe 
ersehen.^) 

Rede 

zum neuen Jahr 1796 

gehalten von Madam Winkes. 

Die Kückerinnerung belebt die Dankbarkeit, 
Die Hoffnung mahlt das schöne Morgenroth 
Der Zukunft mit den reinsten Aetherstrahlen ; 
Heut geben Zukunft und Vergangenheit, 
Wetteifernd uns das hohe Aufgeboth, 
Die grosse Schuld des Dankes zu bezahlen 
Und unsern Wunsch mit vollem Herzensdrang 
Laut auszuströmmen — . Dank und Freude 
Weihe jetzt im fröhlichen Zusammenklang 
Die Bühne zum Altar. Im Feyerkleide 
Tritt unsre Muse auf als Opferpriesterin. 



') Befindet sich in Keimmels Theateralmanach. 



147 



O! nehmt, Edle, nun das Opfer hin, 

Den reinsten Wunsch, den je ein Herz empfunden, 

Den wärmsten Dank für all die Abendstunden, 

Die Eure Huld Thaliens Schutz geweiht. 

Verehrungswürdige. Die Pflanze Kunst 

Gedeiht so gern in Boden, den die Liebe wärmet. 

Und Ehre ihre Kraft zum schnellen Aufschus wekt. 

Wenn sich der Künstler nicht in steter Sorge härmet 

Und seine Kunst nach kargen Brod nur geht. 

Doch nein! Die Bühne, die in Eurem Schutze steht, 

Erwartet nie dieß Loß! Hier lohnet Ehre den Künstler, 

Weil er mit Achtung ihn vergolten weiß! 

Für diesen Schutz fließt euch des Dankes Zähre, 

O laßt uns ferner noch des edlen Stolzes freun. 

Von euch geschätzt, von euch geliebt zu seyn. 

Wenn Ihr durch angenehme Scherze 

Und feinen Witz Vergnügen macht; 

Wenn ihr ergözet Kopf und Herze, 

Daß selbst der Weise fröhlich lacht. 

Dahero findet ihr bey allen 

Vernünft'gen Freundschaft, Lieb und Gunst; 

Ruhm, Ehre, Beyfall, Wohlgefallen, 

Belohnt den Fleiß der Schauspielkunst. 

Seht, wie die Anzahl Eurer Freunde 

Sich täglich Eurer Bühne mehrt; 

Wie man zum Hohn der Schauspielfeinde, 

Euch nach Verdiensten schätzt und ehrt. 

Es wünscht Euch treuer Freunde Brust 

Ein immer heiteres Geschike, 

Vergnügter Tage frohe Zeit, 

Daß euch ein dauerhaftes Glüke 

In ungestörtem Wohl erfreut. 

Daß Ihr Euch nicht umsonst bemühet 

Und von den Werken Eurer Kunst 

Stets den erwünschten Nutzen zieht 

In goldnen Früchten reicher Gunst. 



Für die Jahre 1795—1798 liegt uns leider kein Verzeichnis der 
Repertoirestücke vor,*) allein es ist kein Zweifel, daß auch in dieser 

^) Einen kaum nennenswerten Ersatz bietet das Tagebuch des Besitzers 
der Herrschaft ßamingdorf bei Steyr, der sich öfter längere Zeit in Linz auf- 
hielt und seine Theaterbesuche vom 1. Oktober 1794 bis 31. Dezember 1798 
aufzeichnete, leider aber nur selten die Namen der aufgeführten Stücke. Dar- 
unter begegnen uns: 

16. April 1796: „Telemach" von Sehikaneder-Hoffmeister (Erstaufführung). 
24. „ „ ..Telemach". 
8. Mai „ „Telemach". 

10* 



148 

Zeit das Theater auf seiner Höhe blieb. Ein Nachfolger Glöggls 

hatte allerdings einen schweren Stand. 

Unter Denglers Direktion finden wir u. a. folgende Stücke: 
Der Schreckenskuß, Dekorationsoper (Erstaufführung am 

12. Jänner 1799). 

Korsar aus Liebe, Oper von Weigl (Erstaufführung am 
21. Mai 1799). 

Scheheristani oder die Reise durch die Luft, vom Linzer 
Klaviermeister Joh. Zapf (Erstaufführung am 5. September 1799). 

Hamlet von ShaMspeare , bearbeitet von Schröder. Benefiz- 
stück des Schauspielers Treuer (10. Jänner 1803). 

Sieg des Christentums oder die deutschen Ritter in Akkon 
von Ealchberg. Benefizstück des Ehepaares Friedr. und Therese 
Oromm (19. Februar 1803). 

Die Römer in Deutschland oder Deutscher Heldenmut 
von BaboA) Benefizstück des Schauspielers Ebenfels (Ebenfeld?) 
(31. Jänner 1803). 

Im Oktober und November 1799 gastierten italienische Tänzer, 
die aus Frankreich gekommen waren, mit großen Balletten, z. B. 
„Die Fischer" und „Die reumütigen Räuber". 

Über den Geschmack des Linzer Publikums gibt uns eine un- 
parteiische Stimme Auskunft. 

J. Wilhelm Fischer äußert sich in seinen „Reisen" (Wien 1803) 
über das Linzer Theater, wie er es im Jahre 1802, also unter 
Denglers Direktion, gesehen hatte, folgendermaßen: Das Theater- 
wesen befindet sich hier gerade in dem Zustande, in welchem wir es 

„Don Juan", Oper. 

„Zauberflöte". 

„Das Sonnenfest des Braminen", Oper in 2 Akten. 

(Novität.) 
„Telemach", Oper. 
„Don Juan". 

„Leonhard und Blandine", Melodram. 
„Die Derwische^, Oper. 

„Die heimliche Ehe", Oper von Cimarosa (Novität). 
„Die Hochzeit des Figaro", Oper von Mozart (Novität, 

auf vielseitiges Verlangen am 11. Dezember wiederholt). 

13. Januar 1797: ,.Die Advokaten", von Iffland. 

21. „ „ „Don Juan". 

22. „ „ »Die Advokaten". 

14. Februar „ „Der Bruderzv?ist", von Kotxebiie. 

^) Der Referent der Linzer Zeitung nannte es ein „klassisches" Stück. 



3. 


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10. 


November 


12. 


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13. 


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20. 


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4. 


Dezember 



149 

gewöhnlich sehen. Das große Publikum liebt und will nichts als 
Spektakelstücke und Hexen- und ßäuberhistorien. 

Regelmäßige Stücke mögen mit ihrem klassischen Ansehen 
vermodern. 

Das Sommertheater bezeichnet Fischer als eine elende Bretter- 
hütte, wo man für einen Kreuzer Eintritt die größten Zoten hören 
könne. 

Es wurde glücklicherweise auf Befehl des Polizei-Ministeriums 
im Jahre 1803 geschlossen und die Eröffnung desselben für immer 
untersagt. 

Was das Personal Denglers betrifft, so rühmte man Madame 
Jacohi, aber freilich bloß als Opernsängerin. Als Schauspielerin ver- 
mochte sie nicht zu fesseln. 

Im Schauspiele werden die Herren Treiber, Eben f eis, Jos. Ernst 
und das Ehepaar Gromm öfter lobend erwähnt. 

Ob Schikaneder, der mit seiner Frau vom August bis De- 
zember 1801 in Oberösterreich war, in Denglers Gesellschaft spielte, 
habe ich nicht ermitteln können. Jedenfalls mochte es den alten 
Knaben, der wiederholt schon hier in Engagemant gestanden hatte, 
freuen, daß das Linzer Theater nach den Plänen seines Wiener 

Theaters gebaut werden sollte. 

* * 

* 

Ich habe schon gelegentlich erwähnt, daß das Theater auch 
zu Wohltätigkeits - Vorstellungen von Dilettanten benützt wurde. 
Davon wird noch in einem eigenen Abschnitte die Rede sein. Wir 
wollen uns nun noch kurz mit einer anderen charakteristischen Seite 
des damaligen Bühnenlebens beschäftigen, nämlich mit den patrioti- 
schen Huldigungen. 

Nicht selten wurde die Bühne in ihren Dienst gestellt. 

Kaisers Geburts- und Namensfest war stets auch für das 
Schauspielhaus ein freudiger Anlaß, in den Herzen der Untertanen 
die loyalen Gefühle zu nähren, die angesichts der schweren Opfer, 
welche das Vaterland heischte, doppelt nötig war. 

Josef n. ward in seiner ganzen Regierungszeit vom Bühnen- 
jubel umrauscht. Ich will nur ein paar Beispiele erwähnen. 

Im Jahre 1785 erschien in Linz bei Pramsteidel das Duodrama 
„Die Dankbarkeit und Freude der Österreicher des Landes ob der 
Enns am allerhöchsten Namensfeste Seiner röm. kais. kön. Maj. Joseph 
des Zweyten." (Exemplar in der Stiftsbibliothek St. Florian.) 

Anläßlich der Eroberung Belgrads im Jahre 1788 gab die 
Direktion das patriotische Gelegenheitsstück eines Linzers: „Der 



150 

dankbare Fürst" mit dem Vorspiele ^Tempel der Un- 
sterblichkeit". 

Am 23. August 1789 wurde zur Feier des Sieges bei Fok- 
schani das Lustspiel „Der belohnte tapfere Krieger" gespielt 
und viel Freudenmusik in dem mit militärischen Emblemen ge- 
schmückten Hause gemacht, i) 

Zum Namensfeste des Kaisers Leopold IL wurde im Jahre 1791 
das Schauspiel „Ernst Rüdiger Graf von Starhemberg" von 
Cremeri aufgeführt. 

„Die Anspielungen", heißt es in einem Bericht darüber, 
„welche auf den höchstseligen Monarchen in diesem Stück enthalten 
sind, machten so lebhaften Eindruck in die Herzen der edlen Ein- 
wohner von Linz, daß sie während der Äußerung ihres Beifalles in 
lautes Jauchzen ausbrachen. "2) 

Am 28. Juli 1793 besuchten Kaiser Franz und Maria Theresia 
anläßlich ihrer Durchreise das Theater. Cremeri hatte das Stück 
„Liebe um Liebe" umgearbeitet und die Direktion brachte es unter 
dem Titel „Der heutige Tag" zur Aufführung. 3) 

„Auch hiebey", heißt es im Gothaer Theaterkalender, „traf 
jede Anspielung auf das allerhöchste Kaiserpaar so tief in die 
Herzen der zahlreichen Zuseher, daß das Stück beinahe in jeder 
Minute mit allgemeinem Händeklatschen und innigstem Geschrei: 
Vivat Franciscus, vivat Maria Theresia, unterbrochen wurde". 

Die Kaisertage gestalteten sich überhaupt unter Glöggls Di- 
rektion besonders festlich. Am 4. Oktober 1796 fand auf der Bühne 
eine musikalische Akademie statt, bei der die zum größten Teile 
von ihm komponierte Kantate Rautenstrauchs „Der Retter in Ge- 
fahr" gespielt wurde. Am besten gefiel der Schlußchor „Unser 
Kaiser Franz soll leben", der von Süßmayer war. 

Am 4. November, dem Namensfeste des siegreichen Erzherzogs 
Karl, wiederholte Glöggl die Aufführung mit einem Vorspiele „Die 
Überraschung". Dabei äußerten, wie die „Linzer Zeitung" vom 
7. November schreibt, die sehr zahlreich versammelten Zuhörer 
„unverkennbare Merkmale eines rühmlichen Gemeinsinnes für ihren 



^) Aus dem gleichen Anlasse fanden bei freiem Eintritte Festvorstellungen 
statt: in Steyr am 7. Oktober, in Freistadt am 12. November. 

^) Gothaer Theaterkalender auf das Jahr 1793, p. 152. 

^) Damit ist wohl das Stück „Der gestrige Tag oder Margareth, 
das ist ein herzallerliebster Mann unser neuer Kaiser Franz", 
oberösterreichisch-ländliche Oper (Linz 1793) identisch. Exemplar in der Stifts- 
bibliothek zu St. Florian. 



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DasJLob des Ofnerweines. Von F. X. Süßmayer. 

Original im Musikaichiv des Stiftes Kremsmünster. 
(Nach einer Aufnahme des Herrn Lehrers E. Fürböck in Linz.) 



151 

unerschütterlichen Monarchen und das durch seinen königlichen 
Bruder gerettete Vaterland." 

Bei derartigen patriotischen Bühnenfesten war es üblich, in 
der Höhe das Bild des Gefeierten anzubringen. 

Direktor Dengler gab aus Freude über die Eroberung Mantuas 
am 6. August 1799, ein „passendes Gelegenheitsstück unter einer 
sehr prächtigen und geschmackvollen Dekoration", am 4. Oktober 
Ifflands „Veteran" und Kotzehues „Leibkutscher Peters des Großen". 
Am 15. Oktober wurde zu Ehren der Kaiserin Ifflands „Haus- 
friede", am 4. November zum Namensfeste des Erzherzogs Karl 
das neue „heroische" Ballett „Rudolf der Sieger" gespielt. 

Auch des Kaisers Statthalter, der jeweilige Chef der Landes- 
regierung, wurde zu seinem Namensfeste im Schauspielhause mit 
gebührenden Ehren bedacht. Schöne Dekoration, freudiges Hände- 
klatschen beim Eintritte des Gefeierten und eine Novität i) bildeten 
die üblichen Überraschungen. 

^) Direktor Dengler erfreute am 27. August 1799 den Regierungs- 
präsidenten Grafen von Auersperg am Vorabende seines Namensfestes mit dem 
„noch ungedruckten" Iffland' sehen Schauspiele „Der Mann von Wort". 



VI. Joh. Benedikt Anton Cremeri 

(1752-1795). 

Nun habe ich eines Mannes zu gedenken, der durch zwei 
Dezennien auf die Linzer Bühne Einfluß nahm, in Wort und Schrift, 
in kritischen Abhandlungen und mit eigenen Dramen, als Rezensent 
und Zensurbeamter für ihre Hebung unermüdlich eintrat: Joh. Bened. 
Anton Cremeri. 

Aus seinem Leben ist nur wenig bekannt. In jungen Jahren 
schon wurde er Schauspieler und lernte unter Noverre, dem berühmten 
Ballettmeister, tanzen. Im Jahre 1770 kam er an die Bühne zu 
Hermannstadt, wo er bald seiner natürlichen Anlagen wegen der 
Liebling des Publikums und der Star der Gesellschaft wurde. Zwei 
Jahre später war er unter Hasenhut in Temesvar^) Direktor, in 
welcher Eigenschaft er das regelmäßige Schauspiel mit Glück dort 
einführte, obwohl kurz vorher noch der berühmte Wiener Brenner 
das Publikum durch seine Possen ganz und gar gefangen genommen 
hatte. Im Jahre 1774 erhielt Cremeri einen Ruf als Entrepreneur 
des Theaters nach Hermannstadt, den er annahm. Er blieb bis 
zum Aschermittwoch 1775. Das folgende Jahr (1775 — 1776) war 
er bei Wahr in Salzburg engagiert und erntete daselbst reichen 
Beifall. Er galt in Salzburg als das vorzüglichste Mitglied der 
Gesellschaft. Hierauf kam er nach Linz. Und nun lassen wir dem 
Rate und Professor Jelma das Wort, der in seinen „Österr. gelehrten 
Anzeigen" (1777) über Cremeri u. a. folgendes sagt: So sehr er für 
seine Kunst eingenommen war, so konnte in ihm der Trieb zu 
Wissenschaften doch nicht erstickt werden. Die Stunden, die ihm 
sein Beruf leer ließ, widmete er seiner Bildung. — Endlich wurde 
die Liebe zu den Wissenschaften in ihm immer heftiger und schon 
im vorigen Jahre fing er an, meine Lesungen über die politischen 
Wissenschaften und die Vorlesungen der schönen Wissenschaften 



^) Hier schrieb er einige Lustspiele. 



153 



zu hören. Die außerordentliche Anwendung dieses jungen Mannes 
machte ihn bald zu einem der besten unserer Schüler. Seine Sitten 
sind die untadelhaftesten und auch Cremeri hat der Welt das Zeugnis 
gegeben, daß man Schauspieler und ein rechtschaffener Mann zu- 
gleich sein kann. 

Vor vier Monaten hat er der Schauspielkunst auf immer 
entsagt, schenkt sich nun ganz den Wissenschaften, setzt die ße- 
suchung der angeführ- 
ten Lesungen fort und 
nimmt bey unserem 
geschickten Herrn 
Professor Maisler Pri- 
vatunterricht in der 
Philosophie. Soweit 
Jelma. 

Cremeri wurde 
in Linz bei der neu- 
errichteten akademi- 
schen Bibliothek (Bi- 
bliotheca publica) an- 
gestellt, wo er sich, wie 
er im „Pasquillant" 
versichert, an der Seite 
des Rates und Pro- 
fessors De Luca krank 
arbeitete. Zugleich 
scheint er der Heraus- 
geber der zwei periodi- 
schen Schriften „Der 
Lachende" und „Der 
Ausschreiber", die 
aber bald wieder ein- 
gingen, gewesen zu 
sein. Am 27. April 
1778 defendierte er 

öffentlich Thesen aus den Kameral- und Polizeiwissenschaften und 
erhielt dafür „zur besonderen Unterscheidung des Allerhöchsten 
Wohlgefallens" statt des sonst üblichen Gnadenpfennigs die goldene 
Gnadenkette, wie er ebenfalls im „Pasquillant" hervorhebt. 

Im Jahre 1779 wurde er Bücher-Revisions-Aktuar bei der 
Regierung in Linz und 1789 Regierungskonzipist. 




B. D. A. Cremeri (1752—1795). 

(Nach einem Stiche in der Wiener Hofbibliothek.) 



154 

Kaum hatte Josef II. die Regierung angetreten, als Cremeri 
mit doppelter Rührigkeit „das Licht der Aufklärung in Oberöster- 
reich anzünden half-', wie es von ihm in den Regensburger „Wöchent- 
lichen Nachrichten von gelehrten Sachen" gelegentlich einer Be- 
sprechung einer seiner vielen Schriften vom Jahre 1781 heißt. 

Mit glühender Begeisterung verfocht er die Bestrebungen des 
edlen Volkskaisers und kam darüber mehr als einmal in Konflikt mit 
den kirchlichen Kreisen seiner neuen Heimat. 

Er hatte mit Schiller die Ansicht, daß die Schaubühne eine 
moralische Anstalt sei und daß gewisse Wahrheiten von diesem 
Richterstuhle aus mehr Wirkung täten als von der Kanzel herab. ^) 

Von Josef II., unter dem ja in Wien das deutsche Bühnen- 
leben regeneriert wurde , hoffte er auch für die Provinztheater 
Besserung. 

Schon 1778 hatte er eine „Skizze, gebildete Schauspieler zu 
bekommen", geschrieben^) und zwei Jahre danach richtete er eine 
„Bill an Josef II. aus der Herzkammer eines ehrlichen Mannes", 
in der er seinen Hoffnungen Ausdruck verlieh. 

Ich will bei dieser Schrift etwas verweilen. Zunächst wendet 
er sich darin gegen die Einwürfe religiöser Natur, die man zu seiner 
Zeit gegen die Bühne erhob. Er beruft sich auf Stellen in den 
Schriften des heiligen Augustin, Thomas von Aquin u. a., um 
zu beweisen, daß von den Vätern nie die Schaubühne an sich, 
sondern nur der Mißbrauch derselben verurteilt worden sei. Dann 
weist er auf das Verhalten des heil. Karl Borrom. hin, der die 
Stücke der in seinem Sprengel spielenden Truppen selbst zensuriert 
und erlaubt habe, auf die Kardinäle Richelieu und Mazarin, die 
Päpste Leo X. und Klemens XIV., die sich alle warm der Bühne 
angenommen hätten. 

Dann werden geistliche Bühnenschriftsteller, wie Gregor von 
Nazianz, die Kardinäle Richelieu, Bibiena und Oelfino, die Abte 
Genet und Aubignac angeführt. 

Cremeri erinnert daran, daß der Kurfürst von Köln das An- 
denken an den Schauspieler Elenson durch ein Marmordenkmal auf 
dem Friedhofe zu Schwalbach geehrt und Papst Pius VI. dem 
Ballettmeister Noverre den Christus-Orden verliehen habe. 



^) Derlei Anschauungen, wie sie auch Schiller im Jahre 1784: in einem 
bekannten Aufsatze niedergelegt hat, waren damals weit verbreitet. Sie finden 
sich auch in P. Weidmanns Vorrede zu seinem „Fadinger", 

^) Auch Heinze, der als Exjesuit in Linz lebte, veröffentlichte 1780 eine 
Schrift „Von der Schauspielkunst". 



155 

Endlich gedenkt er der Schauspieltätigkeit der Orden und 
beruft sich, wie schon im 17. Jahrhundert der holländische Dichter 
Joost van den Vondel, auf das Beispiel der Gesellschaft Jesu, um 
das argumentum ad hominem zu vervollständigen. 

In den weiteren Ausführungen beschäftigt er sich mit der 
Pflege des Theaters seitens der Fürsten. Er fangt dabei ganz 
gründlich bei Nero an und schließt die Liste mit der Prinzessin 
Maria Theresia von Thurn und Taxis. 

In allen Zeiten seien die Schauspieler geschätzt worden. Dafür 
gibt er Belege. 

Und nun geht er zum zweiten Teile seiner „Bill" über, worin 
er die Vorteile der Schaubühne klarlegt. Dabei geht er von der 
Ansicht Epikurs und Piatos aus, daß man sich in die Jugend ver- 
lieben würde, sähe man sie in leiblicher Gestalt. Das könne man 
nun im Theater. Er befaßt sich mit den Einwürfen, die Bühne 
nach Rousseau gebe nicht lautere Wahrheit, sie sei nur dazu da, 
dem Menschen zu schmeicheln, ihn zu belustigen. Cremeri beruft 
sich auf die Alten, die der tragischen Muse die Rolle einer Sitten- 
lehrerin zugewiesen hätten, auf Horaz, der alle Stücke verworfen 
habe, die nur der Unterhaltung dienten, und stimmt Bielefeld zu, 
der die Schaubühne als eine Schule der Sitten, Höflichkeit und 
Sprache auffasse. Ja, aus Rousseaus Schriften ergebe sich eigentlich 
dasselbe Resultat. 

Nun wendet er sich gegen Rousseaus Verdammung der fremden 
Stoffe und gegen den Vorhalt, daß die Jugend Gefahr laufe, wenn 
sie so tiefe Blicke in das Liebesleben auf der Bühne tue. Die 
Liebe sei zu einem Theaterstücke nicht nötig, wie Aeschylus, Shake- 
speare, Voltaire, Lessing u. a. zeigten; die gefährlichen Liebes- 
intriguen aber seien Reste aus einer Zeit der Verwilderung der 
Bühne und zu verurteilen. 

Er führt dann die Definition des Dramas nach Sulzer an, aus 
der sich die Entbehrlichkeit der Liebe als dramatischen Motivs 
ergebe. Wenn sie dennoch so häufig als Sujet gebraucht werde, so 
lasse sich hierin nichts ändern. Daran aber, daß sie so häufig 
angegriffen werde, seien die vielen unfähigen Bühnenschriftsteller 
schuld, die statt edler Liebe „verhunzte Natur" böten. Diese 
Liebe könne man verurteilen, wahre, edle nicht. 

Wenn schon Gemälde tiefen Eindruck machten und Sünder 
zur Umkehr bewegen könnten, so gelte dies in weit höherem Grade 
von der Bühne, da sie nicht bloß einen Sinn beschäftige und keiner 
Nachhilfe seitens der Phantasie bedürfe. Der Mensch sei zudem im 



156 

Theater fiir Eindrücke auf Geist und Gemüt besonders disponiert. 
Daß es doch nur Illusionen sind, die uns da geboten werden, sei 
einerlei. Auch Illusionen könnten Herz und Sinn belehren, wie 
gute Muster unbemerkt den Geschmack bessern. 

Cremeri entwickelt nun im Anschlüsse an Sulzer die Vorteile 
des Theaters für das Verhalten in den Wechselfällen des täglichen 
Lebens. Was die Moralisten übergehen oder nur allgemein erörtern, 
stellt die komische Bühne in allen Einzelheiten dar. 

Das Trauerspiel wieder lehrt uns, dankbare Bürger, milde 
Hausväter, gute Ehemänner, treue Freunde, angenehme Gesellschafter 
und teilnehmende Helfer im Unglück zu sein. Kurz, wir werden 
uns der gesellschaftlichen Pflichten bewußt und zur treuen Erfüllung 
derselben aufgemuntert. 

Da also das Theater nichts anderes sei als praktische Philo- 
sophie in Handlungen umgesetzt, so müsse er es mit Sulzer als 
Barbarei bezeichnen, wenn der Staat sich derselben nicht bediene. 

Da der Mensch von Natur aus mehr zum Guten als zum 
Bösen neige, sei die Wirkung der Bühne sichergestellt. 

Wenn das Theater, wie es wirklich ist, diesem Ideal nicht 
entspreche, so sei dies darin begründet, daß es bisher sich selbst 
überlassen war. 

Durch Josef II. werde die Bühne ihrer hehren Aufgabe zurück- 
gegeben werden. Die ersten Schritte seien getan: Die Gründung 
eines Nationaltheaters in Wien und das Statut vom 17. Februar 1779 
für dasselbe. Der Monarch habe durch die sorgfaltige Auswahl der 
besten Kräfte Deutschlands, gute Bezahlung und Pension gesorgt, daß 
die Bühne den an sie gestellten Anforderungen entsprechen könne. 

Dazu habe Josef II. nach dem Beispiele des französischen 
Staatsrates und der neapolitanischen Gesellschaft Preise für gute 
Stücke ausgesetzt und dadurch die Möglichkeit geschaffen, daß 
Deutschland in Zukunft mehr große Theaterdichter aufweisen werde 
als Lessing und Stephanie. 

Was Maria Theresia theoretisch durch die Gründung der 
Normalschule angefangen, setze ihr großer Sohn praktisch durch 
die Förderung der deutschen Sprache und Hebung der Bühne 
glücklich fort. 

Yon der Macht des mit Musik gepaarten Wortes durchdrungen, 
habe er ferner die komische Oper eingeführt, um das Volk dadurch 
für die heroische heranzubilden. Er pflege die deutsche Oper, 
um dem Auslande zu zeigen, daß der Deutsche welsche Kunst ent- 
behren könne. 



157 

Ferner bevorzuge er Original- und Nationalstücke, weil der 
persönliche Anteil an solchen und dadurch die Wirkung größer sei. 
Stoffe aus der vaterländischen Geschichte seien mehr geeignet, den 
Patriotismus zu heben. 

Nach einer etwas überschwänglichen captatio benevolentiae 
trägt nun Cremeri seine besonderen Wünsche vor: Das Theater- 
wesen soll verstaatlicht und die Schauspieler müssen vom Staate 
besoldet werden. 

Die Zensur soll noch mehr als bisher der Staatsklugheit 
Rechnung tragen. 

Daß derlei .,gereinigte'' Stücke der Kasse nicht schadeten, 
bezeuge Staatsrat von Gebier, der versichert habe, in Wien könne 
sich kein rein komisches Stück mehr halten. Die W^andertruppen 
sind abzuschaffen, gleichgültig, ob sie ein adeliger Privatmann oder 
sonst jemand hält. Sie gereichen der Kunst nur zum Schaden, weil 
die Unternehmer nur auf die Vergnügungssucht der Leute achten, 
um ihren Beutel zu füllen. 

Vom Schauspieler muß Bildung und Befähigung für seinen 
Beruf gefordert werden. Er muß gründlich Philosophie studieren, 
um die Rolle zu verstehen, die Physiognomik und die Lehre von 
den Affekten beherrschen, um dem Worte auch die entsprechende 
Betonung und Gebärde verleihen zu können, und Musiker sein. 

Er hat ferner vertraut zu sein mit der Zeichen- und Tanzkunst, 
mit der Geschichte, Jurisprudenz und den terminis technieis der Natur- 
wissenschaften, sowie mit der Handhabung physikalischer Instrumente. 

Endlich muß er Literaturkenntnisse besitzen und ein recht- 
schaffener Mensch sein. 

Besondere Anforderungen müssen in bezug auf den letzt- 
erwähnten Punkt an die weiblichen Bühnenmitglieder gestellt werden, 
damit nicht, wie in Frankreich, die Schauspielhäuser privilegierte 
Orte der öffentlichen Prostitution werden. 

Um die berufsmäßige Aneignung der für einen Schauspieler 
unentbehrlichen Kenntnisse zu ermöglichen, sei eine eigene Akademie 
nötig. An derselben hätten etwa vier Lehrer die Spezialfächer vor- 
zutragen, während die allgemeinen Fächer, wie Literatur, Ge- 
schichte usw. an der Universität gehört werden müßten. Solche 
Akademien für Schauspieler würden längst bestehen, wenn nicht 
die Wandertruppen solche Versuche geradezu unmöglich machten, 
wie das Fiasko in Hamburg zeige. 

Cremeri verlangt ferner für den Schauspieler die Möglichkeit, 
wie jeder andere Staatsbeamte Auszeichnungen und Titel und durch 



158 

gesellschaftliche Gleichstellung mit dem Militär das Recht des Zu- 
trittes in hohe und höchste Kreise zu erlangen. Er beruft sich 
hiebei auf das Beispiel der Alten. 

Würden alle gemachten Vorschläge, die durchaus nicht Wahn- 
witz oder Hirngespinste seien, durchgeführt — und von Josephs 
Weisheit sei das zu erwarten — so könnte Deutschland hoffen, 
allmählich sich eines ebenso aufgeklärten Pöbels rühmen zu dürfen, 
wie ihn derzeit nur England besitze. 

Soweit die Bill. 

Es ist der ausgesprochenste Idealismus, der aus jeder Zeile 
spricht, und von den Forderungen sind so wenige praktisch disku- 
tabel, daß selbst ein Josef II. das Büchlein mit einem Lächeln wird 
weggelegt haben. 

Aber Cremeri erlahmte nicht. Im Jahre 1786 schrieb er wieder 
,, Wünsche, eine ächte Schaubühne zu bekommen" und gelegentliche 
Hiebe und Argumente gegen Theaterfeinde sparte er nicht. 

Er überschätzte ohne Zweifel den moralischen Nutzen der 
Bühne ebenso wie Schiller und war nur zu geneigt, Angriffe gegen 
die zeitgenössische Bühne mit ihren nicht immer einwandfreien 
Stücken als gegen das Schauspiel überhaupt gerichtet anzusehen. 
Wie ein zweiter Pastor Goeze griff ihn der Nonnenbeichtvater in 
Windhaag, Franz Steininger, an, nannte ihn einen Socinianer und 
Pelagianer, weil er auf Seite 66 seiner „BiH" sage, daß der Mensch 
mehr zum Guten als zum Bösen geneigt sei. Er wirft ihm vor, daß 
er die Gnade geleugnet habe, um der Freiheit Weihrauch zu streuen, 
nennt seine Lehre, die Moral wirke stärker von der Schaubühne 
auf die Herzen der Menschen als vom Predigtstuhle, eine mehr 
auslachens- wie widerlegenswürdige. Steininger wendet ferner ein, 
Christus habe zu den Aposteln nicht gesagt: „Gehet hin in alle 
Welt und spielet Komödien!" Cremeri möge nur wieder zum Theater 
zurückkehren, aber zusehen, daß es ihm nach dem Tode nicht auch 
so ergehe, wie dem Schauspieldichter im Fielding: Halt! sprach 
der Höllenrichter Minos zu ihm. 

Gegen diese Mahnung wendet sich Cremeri in seiner Schrift 
„Immer der Pasquillant trotz seinem Rocke", Seite 61: 

Um des Himmels Willen, wo haben Sie denn da hingedacht? 
war mir ja immer mit ihrem Christenthume nicht zusammengegangen. 
Hier scheint es, als glaubten Sie dem Höllenrichter Minos; dem 
glaubten aber die Heiden, also sind Sie kein Katholik, sondern 
geradezu so wie ich alles in allem ein Heide, und dieß durch so 



159 

eine richtige Schlußfolge, wie die Ihrigen sind, mit denen Sie mich 
noch zulezt zu Ihnen selbst gemacht hätten, wenn Ihnen nicht 
eingefallen wäre, die Schrift ehe zu Schlüssen. Daß Sie aber meinen, 
ich und die Schauspieler müßten da lange Thorhüter abgeben, ist 
wieder falsch. 

Denn seit 1771 ist ja schon entschieden, daß die Schauspieler 
gar nichts mehr bei der Hölle zu suchen haben, oder kennen Sie 
den „Komödianten vor der Hölle" nicht, der zu Frankfurt und 
Leipzig 1771 in 4*^ herausgekommen ? Es ist ein ebenso kanonisches 
Buch wie Ihr Fielding; aus Vorsorge will ich Ihnen einen Auszug 
davon hersetzen, um Sie von meiner gesagten Wahrheit zu über- 
fuhren. Seite 6 heißt es da: 

— — — So bist du ohne Zweifel 

Ein weltlicher Komödiant! 

Geh nur, hier kriegst du kein Quartier, 

Es sind schon andere Komödianten hier. 

Wärst du um Anno Eins gekommen, 

Ich hätte dich mit Freuden aufgenommen, 

Doch nun ist dieser Platz besetzt. 

Denn wisse, selbst in der Hölle 

Geht es mit Würden nach der Stelle. 

Die geistlichen Komödianten, 

Da die sich sonst Tartüffen nannten, 

Die spielen hier an diesem Ort 

Des Heulens und der Zähneklappen 

In ihren fürchterlichen Kappen 

Die Rollen unverdrossen fort. 

Geh, klopf du bei dem Petrus an, 

Vielleicht wird dir dort aufgethan. 

Hier würdst du nur den Zorn von den Tartüffen fühlen. 

Dort kannst du ruhiger mit denen Engeln spielen. 

Noch ein zweiter Gegner erstand der Bill in dem Exjesuiten 
Wintert, Feiertagsprediger in der ehemaligen Jesuitenkirche. 

Am 29. Juni 1780 bestieg dieser Mann die Kanzel, um den 
„neuen Apostel", wie er Cremeri nannte, aufs Korn zu nehmen. 

Er versicherte seine Zuhörer, daß nicht nur alle wahren Christen, 
sondern selbst alle Heiligen im Himmel wider die in der „Bill" 
enthaltenen gottlosen Lehren bei Gott um Rache schreien würden 
und müßten. 

Die streitenden Parteien verstanden einfach einander nicht. 
Der Seelsorger vermochte den Idealisten kaum zu würdigen und 
Cremeri übersah, daß der gute Mann nicht die Schaubühne an sich, 
sondern „wie sie itzo ist", verurteilte. 



160 



Allerdings hätte Cremeri auch über die Bühne seier Zeil 
sicherlich nichts kommen lassen. 

Um diese Stellungnahme eines Beamten zu verstehen, aofi 
einen sozialen Wandel hingewiesen werden, der im Gellge d( 
Josefinismus in der Literatur eintrat. 

„Lehrer der Staats- und Rechtswissenschaft, Staatsmauer und^ 
hohe Beamte waren die Bahnbrecher der Aufklärung, weku; unterj 
der Ägide Josefs II. und Kaunitz' rasche Fortschritte maote. Sic 
waren auch Protektoren und Begründer der neuen politischen i^ndenz- 
Literatur und so war es natürlich, daß mählich die Bur» ukratie 
den Klerus in der Ausübung des Schrifttums ablöste. Das arockej 
Österreich der Dichter in Sohalaune und Talar endete, das 'ureau- 
kratisohe Österreich der Dichter im Beamtenrocke begann. 

Exjesuiten und säkularisierte Ordensleute bilden sozusji n denj 
Vortrab und Biographien, wie die von Denis, die aus der getlicheaj 
in die weltliche Karriere umbiegen, sind nicht selten. Wi< frühe 
das geistliehe oder Lehramt, bot jetzt die staatliche Bedien ng furl 
die Mehrzahl der Dichter die materielle und soziale Lebensgradlage. 
Unter Staatsrat Gebier, der mittelmäßige Dramen schrieb, dient 
Hofrat Sonnenfels in der Hofkanzlei und der Zensor Retze: tat 
als Ubersetjeer aus dem Englischen, Besitzer einer rei«"' 
Bibliothek, Herausgeber der Schriften anderer und seiL --.ri 
Literatur, wirkte an derselben Stelle als Konzipist. Der Draiatik€ 
Paul Weidmann arbeitete hier neben dem Herausgeber des jrstei 
~ Wiener Musen -Almanachs'', Franz Ratschky, und dem G(doni-i 
Übersetzer und Verfasser von Ballettprogrammen für Noveri imc 
Angioloni, Josef Landes. Nach dem Tode Joeefs II. trat Grillprzers 
Oheim, Josef Sonnleithner, den der Kaiser 1787 in sein gebimes 
Kabinett gezogen hatte, in dieses Amt, um als Hoftheater-*^- "^^^r 
(von 1804 — 1814) Sdireyvogels Vorgänger zu werd^i. 

So schlingt sich eine Kette von SohrifteteUerbeamten a der 
Hofkanzlei aus der josefinischen in die franzissnsdie Epoche. 

Nicht anders sah es in den übrigen kaJawrl ichen, Staat '^heu 
und standiscdiexi Ämtern aas."^) 

In Linz kopierten Eybl und Cremen aus Leibedcriften ihre 
Wiener Vorbilder, der eine als Kanonist, der andere als Lfsing 
en miniature. Und im Bunde mit ihnen arbeiteten der Essuit 
W. S. Hein», der Stabsauditor J. B. Koller, der Mi^istrcsrat 
Pimsruber>W. Blima n. a. 



*) Kmgi-Zndkr, Deatsditaterr. litentaigtM^idtte, 2. TeO, p. S63. 



161 

„Die Literatur des barocken Österreich hatte durch den Beruf 
ihrer Träger einen starken Einschlag erhalten. Priester- und Lehr- 
haft war ihr Charakter. Sie stand in Beziehung zu den theologischen 
und gelehrten Studien ihrer Verfasser. Religiöse Probleme standen 
im Vordergrund, ein Moment, das noch durch Klopstocks Einfluß 
begünstigt wurde. Wo Vaterland und Staat in der Dichtung vor- 
kommen, erschienen sie den Dichtern immer personifiziert im Herrscher- 
hause, in den Helden und Staatsmännern. Wo man, wie in Pan- 
egyriken, in die Gegenwart trat, wurde sie gleichsam in ideale Feme 
gerückt und nahm, wie noch in der Bardendichtung, heroische und 
barocke Formen an. Betrachtung des Staates in seiner Wirkung als 
Organismus, politische und juridische Auffassung lagen dem Ver- 
ständnis und Interesse der Dichter fern. Anders gestaltete sich dies 
unter der Einwirkung des Josefinismus. 

Kein Zweifel, die Gegenwart mit ihren Interessen und Kämpfen 
bildet den Mittelpunkt der josefinischen Literatur. Ihre bnreau- 
kratischen Träger standen der arbeitenden Staatsmaschine konkreter 
gegenüber, brachten aus der Erfahrung ihres Standes neue Züge in 
die Literatur und trugen nicht wenig dazu bei, diese aus seraphischen 
Höhen, barocken Zaubergärten und Bardenhainen auf den Boden 
tatsächlicher Zustände zu leiten. "i) 

Unter diesem Gesichtspunkte verstehen wir die literarische 
Tätigkeit eines Cremeri, W. Blima und Pirngruber und den Wider- 
spruch des Klerus alten Schlages. 

Cremeris Tendenz in allen seinen Dramen ist, die Vortrefflich- 
keit der neuen Ideen zu zeigen. Mit Vorliebe knüpfte er an lokal- 
historische Züge an, wie das bekannte Linzer Turnier des Losen- 
steiners mit dem Spanier im Jahre 1521 oder der Bauernaufstand 
von 1626. 

Konnte er damit einem landsässigen Adelsgeschlechte um den 
Bart gehen, wie im „Ernst Rüdiger Graf von Starhemberg", so geschah 
es in der submissesten Weise.-) 

^) Nagl-Zeidler, Deutschösterr. Literaturgeschichte, 2. Teil, p. 264. 

*) Er unterscheidet sich hierin wesentlich von seinem Vorgänger P. Weid- 
mann, der sich auch in dieser Beziehung als echten Josefiner bekennt, wenn er 
in seinem „befreiten Wien" dem Grafen Rüdiger Starhemberg die Worte in 
den Mund legt: „Man überhäuft den Adel mit Würden und Titeln, da oft der 
arbeitsame, gemeine Mann sein Blut und Leben um etwelche Kreuzer hingeben 
muß; und doch tut er es wiUig; er murrt nicht über die Undankbarkeit des 
Monarchen. Ein Edelmann von feiner Erziehung soll desto erhabenere Ge- 
sinnungen, einen höheren Begriff von der Verbindlichkeit haben, die er seinem 
Vaterlande schuldig ist." 

11 



162 

Was aber Cremen mit seinen Nationalsohauspielen beabsichtigte, 
hat er in der Vorrede zu „Losenstein und Hobenberg" gesagt. 

Die sehr interessante Vorrede ist datiert aus Linz, vom 1 9. Fe- 
bruar 1782, das Stück „dem hohen Adel und den löblichen Ständen 
des Landes ob der Ennß mit gröster Hochachtung gewidmet". 
Dieser Widmung geht das Landeswappen voran. 

Alle Völcker, bey denen der Patriotismus die herrschende Tugend war, 
verbreiteten denselben einzig dadurch, daß sie ununterbrochen die Thaten ihrer 
Vorfahren rühmten, zur Schau aufstellten, mit Lob, Ruhm und Seegen über- 
häuften und ihre Gleichzeitigen so zur Nachahmung anfeuerten und geschickt 
machten. Denn nichts reisset uns mehr hin, wie ununterbrochne Erinnerungen, 
man bildet sich unvermerkt nach ihnen, und wird, nach den Gegenständen der- 
selben zum Wollüstling, Bößwicht oder Heiligen. 

Ein Beyspiel hievon giebt uns Cicero an sich selbst in der Vertheidigung 
des Archias, wo er sagt: daß er seine Gesinnung zur Verwaltung des Staats 
einzig dadurch gebildet, daß er die vortreflichen Männer der Griechen und 
Römer immer vor Augen gehabt. Es wird also durch dieses sehr deutlich, 
warum die weisen Griechen, welches Horaz an ihnen sehr rühmet, auf ihrer 
Bühne nichts wie wirkliche Begebenheiten, oder wenigstens solche, die sie für 
wahr gehalten, aufführen, und kaum eine Scene ausser den Gränzen ihres 
Vaterlandes vorgehen Hessen: denn sie benützten die Schaubühne zur Bildung 
der Bürger und zur Befestigung der Sicherheit und Stärcke des Staats; und 
wußten, daß alle Geschichtbücher, und Schilderungen von Lehrern, die Bürger 
des Staats in den Gesinnungen der öfentlichen Tugenden zu erhalten, viel 
zu schwach sind; dahingegen die Schaubühne alles aus dem Menschen zu 
machen vermag. 

Denn in selber ist der Geist desselben nicht nur in völliger Freyheit, 
und durch Wegräumung aller anderen Vorstellungen bereitet, jeden Eindruck, 
den man ihn geben wird, anzunehmen, sondern er erwartet dieses mit Leb- 
haftigkeit und freuet sich schon zum voraus darauf. 

Um aber selbst noch zudem, um unbestimmliche Grade für ihre Absicht 
zu gewinnen, wähleten sie zu dieser nützlichen und zugleich wichtigen Unter- 
haltung Nationalstoff, weil dabey jeder Zuschauer einen persönlichen Antheil 
nahm, weßwegen jede Lehre besser durchdrang, und so pflanzten sie also, in- 
dem die wichtige Vaterlands Geschichte bekannt gemacht wurde, zugleich un- 
vermerkt den Patriotismum in alle Herzen. 

Recht sagt Rousseau: was geht Paris Pompeius oder Sertorius an? Auch 
ich fühle ihre Ohnmacht auf die Herzen meiner Landesleute. Aber ein an- 
ders ist es, wenn wir nach dem Beyspiel der Griechen aus unserm Theater 
einen Schauplaz der redenden Toden machen, auf den die geheiligte Asche 
unserer Väter uns zur Nachahmung auffordert. 

Denn jede edle Seele verfällt bey so einer Vorstellung in Bewunderung, 
aus Bewunderung wird bei ihr Liebe, und aus dieser Liebe entsteht endlich die 
Nacheiferung. 

Ich wagte also auch, und dieß, ich gestehs, nicht mit geringer Mühe 
einen Versuch: aus der Oberösterreichischen Geschichte ein Schauspiel zu ver- 
fertigen, das nach griechischer Art geschickt seyn soll, in meinen Gleichzeitigen 
durch die Magie der Sympathie den lauten Wunsch zu erweken: eben so 



'T^B^na^Bn 



163 

gut, 80 groß, und schön zu handeln, als ihre Vorbilder und Verwandte derer 
Geschichte sie gehört und derer Thaten sie bewuudert haben. Noch mehr, ein 
Schauspiel, das ihnen zeigt, was sie einst seyn werden, wenn sie es wünschen; 
was sie seyn können, wenn sie es wollen; daß ihre Seelen mit grossen nüzlichen 
himmlischen Bildern anfüllen, ihre Affekte heiligen und sie mit dem Triebe der 
Jugend befeuren und ihnen das brennende Verlangen entlocken soll: einst gleiche 
Lorbern, gleiche Ehre bey noch ungebornen Generationen zu verdienen. Deßwegen 
schränkte ich mich auch nicht, wie sonst gewöhnlich, einzig auf einen Mann 
ein, sondern faßte alle Helden biß auf den