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Full text of "Jahrbuch des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine"

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Jahrbuch 

des 

ZentralYerbandes deutscher Konsrnnvereme. 

Erster Jahrgang. 

— 1903. — 



Herausgegeben von 
dem Sekretär des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine 

Heinrich Kaufmann. 



•^^^^ 



Preis 6 Mark. 



HAMBURG 1903. 



Verlag von Heinrich Kaufmann 
<ab 1. Januar 1904: Verlagsanstalt des Zentralverbandes deutscher Konsum- 
vereine von Heinrich Kaufmann & Co.) 




ScrcL_ 



HARVARD COLLEGE LIBRARY 

FROM THE SÜDFKLM LIBRARY 

6IFT OF ED\vÄ-.D A. FILENE 

JULY 30, 1924 



Inhaltsverzeichnis. 



I. Vorwort Seite 5 

ZI. Die Vorgresohlohte de« Zentralverbandes deutsoher 

Konsnmvereliie » 7 

1. Ein lebhafteres Tempo in der deutschen Konsum- 

genossenschaftsbewegung > 7 

2. Die Hegemonie der Kreditgenossenschaften » 11 

3. Die Verbandstreue der Konsumvereine » 14 

4. Die konsumvereinsfeindliche Schwenkung » 18 

5. Hinter den Kulissen » 21 

6. Der Kevers » 27 

7. Das Vorspiel in Baden-Baden > 30 

8. Von Baden-Baden bis Kreuznach » 36 

9. Die Kreuznacher Gewalttat » 42 

10. Die Solidarität der Konsumvereine » 45 

11. Organisations-Arbeiten » 53 

m. Die Errichtung: des Zentralverbandee deatsoher 

Konsiimvereine » 63 

I. Erster Verhandlungstag » 63 

Eröffnung des konstituierenden Genossenschaftstages und 

Begrüssung der Gäste » 64 

Erwiderung der Gäste » 67 

Bericht über den Stand der Konsumgenossenschaftsbewegung 

Deutschlands » 79 

Begriffsbestimmung » 79 

Periode der gemeinnützigen Kommühlen und Fruchtvereine » 80 

Die Owensche Genossenschaftsperiode in England » 82 

Die Bochdaler oder moderne Periode der Konsumgenossen- 
schaftsbewegung » 85 

Grundsatz der Barzahlung » 88 

Grundsatz des Verkaufs guter und vollgewichtiger Waren. » 90 

Verteilung des Reingewinns nach Massgabe des Umsatzes » 91 
Grundsatz der rein demokratischen Selbstverwaltung der 

Genossenschaft » 94 

Grundsatz der Neutralität der Konsumgenossenschafts- 
bewegung » 94 

Die Kapitalbeschaffung der Konsumvereine > . 97 

Der gemeinschaftliche Einkauf der Konsumvereine und die 

britischen Grosseinkaufs-Gesellschaften » 99 

Die Zweiteilung der modernen Periode der deutschen 

Konsumgenossenschaftsbewegung » 101 

Die Organisation des Einkaufs der deutschen Konsum- 
vereine » 104 



Moderne Konsumgenossenschaftsbewegnng und Allgemeiner 

Verband Seite 105 

Umfang der deutschen Konsumgenossenschaftsbewegung . . » 107 
Die wirtschaftliche Überlegenheit der konsumgenossenschaft- 
lichen Warenverteilung und Produktion » 110 

Grenzen der Konsumgenossenschaftsbewegung » 112 

Eine kleinhändlerische Verelendungstheorie » 113 

Schlusswort » 115 

2. Zweiter Verbandlungstag » 117 

Gründung eines Gesamtverbandes Deutscher Konsumvereine 

und Beratung des Statuten-Entwurfs » 117 

Name, Sitz und Zweck des Verbandes ... » 119 

Organe des Verbandes » 128 

Der Ausschuss » 129 

Der Genossenschaftstag » 140 

Das Sekretariat » 142 

Bechte und Pflichten der dem Verbände angehörenden 

Vereinigungen » 142 

Bechnungswesen » 143 

Auflösung des Verbandes » 143 

Wahl der nach dem Statut aus den Vertretern der Vereine 

zu wählenden Mitglieder des Ausschusses » 145 

Beschlussfassung über das Organ des Gesamtverbandes ... » 146 

Wahl des Vorstandes » 149 

Festsetzung der Beiträge » 151 

ZV. Der Zentralverband dentsoher Konsumvereine » 155 

1. Allgemeines über die deutsche Genossenschaftsbewegung » 155 

2. Die vereinigten sieben Bevisionsverbände » 157 

3. Die Grosseinkaufs-Gesellsohaft Deutscher Consumvereine » 163 
V. Oesamt-Übersioht ttber die Becliniin^i-Absohlttsie 

der OenoBseniohaften der sieben Bevisions- 
verbände nnd der Chrosselnkaofk-OeseUsohaft 

Deatsoher Consumvereine » 168 

VI. Verband der Konsumvereine der Provinz Branden- 
burg^ und der angrenzenden Provinzen und 

Staaten » 174 

vn. Verband mitteldeutscher Konsumvereine » 178 

Vin. Verband nordwestdeutsoher Konsumvereine » 186 

IZ. Verband der Konsum- und Produktlv-Oenossen- 

sohaften In Bhelnland und Westfalen » 198 

Z. Verband s&ohslscher Konsumvereine » 202 

ZI. Verband süddeutscher Konsumvereine » 214 

Zn. Verband thttrlng^er Konsumvereine * 226 

zm. OenossenschaftsUteratur » 244 



Vorwort. 

Wir übergeben hiermit das erste Jahrbuch des Zentralver- 
bandes deutscher Konsumvereine den angeschlossenen Vereinigungen 
und der Öffentlichkeit. Die Fertigstellung des Jahrbuches hat sich 
infolge verschiedener umstände etwas verzögert. Trotzdem glauben 
wir, in Übereinstimmung mit dem Vorstand des Zentralverbandes, 
schon in diesem ersten Jahre ein Jahrbuch herausgeben zu sollen 
zum Zeugnis dafür, dass der neue Verband alle die Pflichten, 
die ihm seine Stellung als einer der grössten deutschen Genossen- 
schaftsverbände auferlegt, in bester Weise zu erfüllen gedenkt, und 
zugleich als die Grundlage für die weiteren Jahrbücher unseres 
Verbandes. 

Das Jahrbuch enthält zunächst die Vorgeschichte des Zentral- 
verbandes deutscher Konsumvereine. Dieselbe ist zusammengestellt 
auf Grund der Verhandlungen und Beschlüsse der in Betracht 
kommenden Organisationen, wie sie in den Protokollen und in der 
Presse veröffentlicht worden sind. Berücksichtigt sind ferner wichtige 
Artikel und Erklärungen, die für den behandelten Gegenstand von 
wesentlicher Bedeutung waren. 

Der zweite Teil des Jahrbuches behandelt die Errichtung des 
Zentralverbandes deutscher Konsumvereine. Dieser Teil ist bereits 
gleich nach der Errichtung des Zentralverbandes am 17. und 
18. Mai 1903 als besondere Agitationsbroschüre erschienen. Da das 
Jahrbuch nach Möglichkeit alle Dokumente über die Entwicklung 
des Zentralverbandes zusammenfassen soll, so war es notwendig, 
die Dresdener Verhandlungen auch in das Jahrbuch aufzunehmen. 

Der dritte Teil enthält nach einem kurzen Blick auf die 
gesamte deutsche Genossenschaftsbewegung eine Besprechung der 
von den Vorsitzenden der 7 vereinigten Eevisionsverbände auf- 
genommenen und durch das Sekretariat zusammengefassten Statistik 
über die Genossenschaften dieser Verbände und eine Besprechung 
des Geschäftsberichtes der Grosseinkauf s - Gesellschaft Deutscher 
Consumvereine für das Jahr 1902. Daran schliesst sich die 



Gesamtübersicht über die Rechnungsabschlüsse der 7 Revisions- 
verbände und der Grosseinkaufs-Gesellschaft im Jahre 1902 in 
tabellarischer Form und die Statistik der einzelnen Revisions- 
verbände in alphabetischer Reihenfolge, den Schluss bildet eine kurze 
Zusammenstellung erwähnenswerter genossenschaftlicher Schriften. 
Möge nun das erste Jahrbuch des Zentralverbandes deutscher 
Konsumvereine in die Welt hinausgehen als ein sprechender Beweis 
dafür, dass der Zentralverband eine notwendige Konsequenz der 
Entwicklung der deutschen Konsumgenossenschaftsbewegung ist, 
dass er fest und sicher auf der Grundlage ruht, welche die Red- 
lichen Pioniere von Rochdale gelegt haben, und dass die in ihm 
vereinigten Genossenschaften die konsumgenossenschaftUche Ai'beit 
früherer Jahre nicht zerstören und durch etwas Neues, Anderes 
und Fremdes ersetzen wollen, sondern dass sie alles das, was uns 
an genossenschaftlicher Einsicht und Erkenntnis überkommen ist, 
freudig aufnehmen, um es weiter auszubauen und zu vermehren und 
das Erbe der Väter grösser und reicher noch den Nachkommen 
zu übermitteln. 

Der Heransgeber. 



Die Vorgeschichte des Zentralverbandes 
deutscher Konsumvereine. 

I. Ein lebhafteres Tempo in der deutschen Konsum- 
genossenschaftsbewegung. 

Das letzte Jahrzehnt des verflossenen Jahrhunderts brachte 
ein starkes Wachstum der deutschen Konsumgenossenschaftsbewegung. 
Es wurden zahlreiche neue Konsumvereine errichtet, die vorhandenen 
gewannen an Mitgliederzahl und Umsatz und nach wiederholten ver- 
geblichen Anläufen entstand (1894) eine lebensfähige Grosseinkaufs- 
Gresellschaft Deutscher Consumvereine, die allmählich ihre Geschäfts- 
verbindungen über ganz Deutschland ausdehnte und mit dem 
Schlüsse des Jahrhunderts in eine Periode der lebhaftesten Ent- 
wicklung eintrat. Am 1. Juni 1900 wurden die bis dahin vertraulich 
an die Konsumvereine versandten Warenberichte und Preislisten 
in ein konsumgenossenschaftliches Fachblatt — den »Wochenbericht 
der Grosseinkauf s-Gesellschaft Deutscher Consumvereine« — umge- 
wandelt. Es wurde dadurch ein geistiges Band um die deutschen 
Konsumvereine geschlungen, dessen Stärke bald auf die härteste 
Probe gestellt werden sollte. 

Es ist hier nicht der Ort, auf alle jene Ursachen näher ein- 
zugehen, welche die lebhafte Entwicklung der deutschen Konsum- 
genossenschaftsbewegung veranlasst haben. Doch müssen wir die 
Hauptursachen näher skizzieren. 

Zweifellos ist die durch das Genossenschaftsgesetz in seiner 
Passung vom 1. Mai 1889 ermöglichte Zulassung von Genossen- 
schaften mit beschränkter Haftpflicht für die Entwicklung einer in 
der Hauptsache von den minder- und unbemittelten Volkskreisen 
getragene Genossenschaftsbewegung von hohem Wert gewesen. Es 
wurde dadurch aber doch nur eine gute Form gegeben, und es er- 
scheint wahrscheinlich, dass auch ohne diese Form eine lebhafte 
genossenschaftliche Entwicklung stattgefunden hätte, wie ja auch 
die Errichtung von zahlreichen, nicht dem Genossenschaftsgesetz 
unterstellten Konsumvereinen, Waren-Verteilungs-Vereinen etc. in 
Sachsen zeigte, und wie ja auch die erste Blüteperiode der 
deutschen Konsumgenossenschaftsbewegung ohne diese wertvolle 
Form möglich war. 

Ihre erste Blüteperiode hatte die deutsche Konsum genossen- 
schaftBbewegung in den 60er und Anfang der 70er Jahre. Es war 
das lebenskräftige, wirtschaftlich und politisch fortschrittliche deutsche 



— 8 — 

Bürgertum, das damals die breite Masse der industriellen Be- 
völkerung bildete und der Träger der Genossenschaftsbewegung 
war. Die gewaltige industrielle Entwicklung, die in den 70er Jahren 
einsetzte, dezimierte das Bürgertum. Hunderttausende, Millionen 
wurden Arbeiter, Zehntausende Grossuntemehmer und der ver- 
bleibende kleine Rest der Handwerker und Händler, der seine 
wirtschaftlichen Interessen durch die grosskapitalistische Entwicklung 
bedroht sah, wurde im Laufe der nächsten Jahrzehnte mehr und 
mehr wirtschaftlich reaktionär und nahm gegenüber der Konsum- 
genossenschaftsbewegung eine direkt feindliche Haltung ein. 

So blieben aus den Reihen des Bürgertums als Träger der 
Konsumgenossenschaftsbewegung nur noch die Beamten, ferner die 
in den sogenannten freien Berufen tätigen Personen und die kleine 
Schar derjenigen, die unter allen Umständen die allgemeinen Volks- 
interessen höher stellen als die eigenen Klasseninteressen. 

Die Landbevölkerung hatte und hat auch heute noch nicht 
— von verschwindenden Ausnahmen abgesehen — den Wert der 
Konsumgenossenschaftsbewegung erkannt, und die immer mehr die 
breite Masse der industriellen Bevölkerung bildenden Arbeiterscharen 
standen der Konsumgenossenschaftsbewegung gleichgültig oder 
geradezu feindlich gegenüber. Und doch waren sie es vor allen, 
die gewonnen werden mussten, wenn der im Anfang der 80er Jahre 
eingetretene Stillstand der Konsumgenossenschaftsbewegung über- 
wunden werden sollte. Eine Massenbewegung muss nun einmal 
als Trägerin die breite Masse der Bevölkerung haben. 

Die Abneigung der Industriearbeiter gegenüber der Konsum- 
genossenschaftsbewegung ist älteren Datums. Die Produktivge- 
nossenschaften mit und ohne Staatshilfe, denen in einer früheren 
Periode der Arbeiterbewegung sowohl aus den Reihen der Arbeiter 
selbst als auch von Seiten bürgerlich idealistischer Kreise lebhafte 
Sympathie entgegengebracht wurde, hatten die auf sie gesetzten 
Hoffnungen nicht erfüllt. Sie waren der Konkurrenz der privat- 
kapitalistischen Warenproduktion nicht gewachsen. Fast alle diese 
Produktivgenossenschaften brachen nach kurzem, mehr oder minder 
qualvollem Dasein zusammen und zogen nicht selten die beteiligten 
Genossen — gar oft die InteUigenz der Arbeiterschaft — mit in 
den Abgrund. Die wenigen Produktivgenossenschaften, die durch 
ein Zusammentreffen günstiger Umstände aufblühten, verwandelten 
sich in kapitalistische Aktien-Gesellschaften, in denen sich diejenigen 
Übel, welchen die Arbeiter durch die Gründung von Produktiv- 
genossenschaften entrinnen wollten, gar oft im gehäuften Masse 
wiederfanden. 

Auf Grund dieser Erfahrungen und gestützt auf bestimmte 
nationalökonomische Theorien wandten die Arbeiter sich von der 
Genossenschaftsbewegung überhaupt ab. Mit den Produktivge- 
nossenschaften mussten auch die Konsumgenossenschaften die all- 
gemeine Verdammnis teilen. 



Der Umschwung in der Stellungnahme der Arbeiterschaft 
gegenüber der Konsumgenossenschaftsbewegung vollzog sich von 
innen heraus. Er begann in den 80er Jahren unter der Gewalt- 
herrschaft des Sozialistengesetzes besonders in Sachsen. Unter 
dem Beispiel einiger älterer Konsumvereiile aus der früheren Periode 
lernten die Arbeiter die Vorteile der konsumgenossenschaftlichen 
Organisation kennen. Die Aussichten der Arbeiterschaft, durch 
gewerkschaftliche Betätigung ihre Lage zu verbessern, waren unter 
der Herrschaft des Sozialistengesetzes die denkbar schlechtesten. 
Andererseits waren die Warenpreise der Krämer, die namentlich 
in kleineren Orten oft geradezu ein Verkaufsmonopol hatten, un- 
glaublich hoch, und oft genug verstanden es die Krämer durch 
persönliche Protzenhaftigkeit und Rücksichtslosigkeiten ihre Kunden, 
die Arbeiter, zu erbittern. So entstanden in Sachsen an vielen Orten 
und vielfach noch bekämpft von den politischen Führern der 
Arbeiterbewegung direkt von Arbeitern errichtete Konsumvereine. 

Diese von Sachsen ausgehende Konsumgenossenschaftsbewegung 
breitete sich immer mehr über Deutschland aus. Selbstverständlich 
waren es auch wiederum äussere Umstände — Zustände der wirt- 
schaftlichen Entwicklung — die hier das Feld ebneten. Die gross- 
kapitalistische Entwicklung der Produktion schuf nicht nur die 
Massenheere der Industriearbeiter, sondern sie warf auch Hundert- 
tausende aus ihrem Berufe heraus, die — mit einigen Mitteln 
versehen — in der Warenverteilung Unterkunft und Be- 
schäftigung suchten. Die Zahl der Krämer und Kleinhändler wuchs 
in allen deutschen Städten 2 — 3 mal so rasch als die Be- 
völkerungsziffer. Je höher nun die Zahl der an der Waren- 
verteilung beteiligten Personen ist, um so geringer ist der 
Umsatz, um so höher muss, um die notwendige Lebenshaltung zu 
garantieren, der Aufschlag auf die Verkaufspreise sein, um so 
tiefer sinkt die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Kleinhandels. 
Diese aus der grosskapitalistischen Entwicklung der Produktion 
heraus natumotwendig sich vollziehende Degeneration in der Distri- 
bution ist eine der wesentlichen Voraussetzungen der heute so 
schmerzlich empfundenen Konkurrenz der Konsumvereine und 
Warenhäuser. Der Niedergang und die wirtschaftliche Leistungs- 
unfähigkeit infolge der inneren Schmutzkonkurrenz und der zu- 
nehmenden Zersplitterung des privatkapitalistischen Kleinhandels 
ist die Voraussetzung der lebhaften Entwicklung anderer wirt- 
schaftlich rationeller arbeitenden Distributionsformen. 

Als nun nach Ablauf des Sozialistengesetzes eine starke Gewerk- 
schaftsbewegung der Industriearbeiter einsetzte, machten die Ar- 
beiter immer wieder die Erfahrung, dass mit jeder schwer 
errungenen Erhöhung der Löhne auch eine Erhöhung der Waren- 
preise und Mieten Hand in Hand ging, während in den Orten, in 
welchen Konsumvereine bestanden, diese nicht nur wertvolle Preis- 
regulatoren waren, sondern auch rasch emporblühten, ihren Be- 
trieb ausdehnten, Produktivabteilungen wie Bäckereien etc. errich- 



— lo- 
teten und in immer reicherem Masse den Mitgliedern grosse 
wirtschaftliche Voi*teile boten. 

Auf Grund dieser Erfahrungen vollzog sich allmählich ein 
Umschwung in der Stellung der Industriearbeiter zu der Konsum- 
genossenschaftsbewegung. Dieser Umschwung kam in einer allge- 
mein aufsehenerregenden Weise zum Ausdruck, als im Jahre 1898 
die starken hamburgischen Gewerkschaftsorganisationen der Arbeiter 
durch ihr Gewerkschaftskartell beschlossen, die Errichtung eines 
Konsumvereins — des späteren Konsum-, Bau- und Sparvereins 
»Produktion« — zu unterstützen. Dieser Beschluss des Hamburger 
Gewerkschaftskartells führte zu einer lebhaften Auseinandersetzung 
in der Arbeiterpresse, welche zugleich die letzte grosse Ausein- 
andersetzung über die Frage war, ob es für die Arbeiterschaft 
wünschenswert sei, den Konsumvereinen beizutreten bezw. solche 
zu gründen. 

Auf Grund der Erfahrungen in Sachsen und in Mitteldeutsch- 
land und namentlich auch auf Grund der immer mehr sich ver- 
breitenden Kenntnis der Erfolge der englischen Konsumgenossen- 
schaftsbewegung wurde diese Frage zu Gunsten der deutschen 
Konsumgenossenschaftsbewegung entschieden. Dadurch wurde für 
die industrielle Bevölkerung vollendet, was in den 80er Jahren in 
Sachsen einsetzte. Die Konsumgenossenschaftsbewegung gewann 
wieder neben den Beamten und bürgerlichen Idealisten eine breite 
Masse des Volkes als Trägerin ihrer Entwicklung. Nach der 
Statistik des Allgemeinen Verbandes der deutschen Erwerbs- und 
Wirtschaftsgenossenschaften, dem damals die grösste Zahl der in 
Verbänden vereinigten Konsumgenossenschaften angehörte, zählte 
dieser Verband 1892 unter 264,186 Mitgliedern von 377 Konsum- 
vereinen 56,7 %, 1897 unter 403,872 Mitgliedern von 489 Kon- 
sumvereinen 60,5 % xmd Anfang 1902 unter 630,785 Mitgliedern 
von 638 Konsumvereinen 62,21 ^ abhängige Arbeiter. 

Einen weiteren Fortschritt in der Entwicklung der Konsum- 
genossenschaftsbewegung zur Massenbewegung wird hoffenthch das 
nächste Jahrzehnt bringen in der Weise, dass auch in Deutsch- 
land — wie es heute schon in Dänemark der Fall ist — die land- 
wirtschaftliche Bevölkerung, die Bauern und Landarbeiter, 
sich, der Konsumgenossenschaftsbewegung anschliessen. Bei der 
ausserordentlich lebhaften Entwicklung der landwirtschaftlichen 
Verwertungs- und Bezugsgenossenschaften kann es unseres Erach- 
tens nur eine Frage der Zeit sein, dass die landwirtschaftliche 
Bevölkerung den genossenschaftlichen Einkauf ihres gesamten Wirt- 
schaftsbedarfes organisiert. 

Selbstverständlich trug die lebhafte Entwicklung der Gross- 
einkaufs-Gesellschaft und ihrer Presse, sowie die von dieser Zentral- 
stelle ausgehende Agitation, die an sich ja zunächst Folge- 
erscheinungen der starken konsuragenossenschaftlichen Entwicklung 
in Deutschland war, wiederum lebhaft dazu bei, die weitere kon- 
sumgenossenschaftliche Entwicklung zu fördern und in feste und 



— 11 — 

gesunde Bahnen zu leiten. Die aus dem Volke heraus geschaffenen 
Kräfte wirkten gleichsam potenziert auf das Volk zurück und 
brachten dadurch in die Massenbewegung einen immer rascheren 
Fortschritt. 

Es hatte sich, wie oben gezeigt, auch die innere Struktur der 
Konsumgenossenschaftsbewegung wesentlich verändert. Durch die 
Arbeitermassen kam dasjenige Element in Bewegung, das ohne 
Rücksicht auf irgendwelche andere Interessen in konsequenter 
Weise das reine Konsumenteninteresse vertritt und prinzipiell eine 
möglichst rasche und umfassende Entwicklung der Konsumgenossen- 
schaftsbewegung fordert. Die Forderung »Organisation des Kon- 
sums« wurde zum Schlagwort dieser Richtung. Man wollte die 
Konsumvereine dazu ausbauen, dass sie mehr und mehr den breiten 
Massen der Bevölkerung alle notwendigen Bedarfsartikel liefern 
sollten. Man forderte in konsequenter Weise den Übergang zur 
Eigenproduktion für den organisierten Konsum, um auch hier an 
die Stelle überflüssiger, ausbeuterischer und die Masse aus- 
wuchernder Zwischenhände die eigenen Beamten und Arbeiter der 
Konsumentenorganisationen zu setzen. 

In dem Masse wie die Konsumvereine und durch sie die 
breite Masse der Konsumenten Arbeitgeber wurden, vollzog sich 
auch der Übergang zu einer hohen Auffassung der sozialen Pflichten 
der Konsumgenossenschaftsbewegung. Endlich begannen auch die 
Konsumgenossenschaften mehr und mehr durch Errichtung von 
Sparkassen das Geld der Massen in den Dienst der Massen zu 
stellen und dadurch die billigen Spareinlagen, die bisher die Kredit- 
genossenschaften und durch die Sparkassen auch das Bauspeku- 
lantentum befruchten, an sich zu ziehen. 

Dieser folgerichtige Schritt einer konsequenten Konsum- 
genossenschaftsbewegung war wohl mit entscheidend für den Aus- 
gang des Konflikts, der zur Errichtung eines selbständigen Zen- 
tralverbandes deutscher Konsumvereine führte. Doch müssen wir 
zunächst unseren Blick wieder etwas weiter zurückwenden. 

2. Die Hegemonie der Kreditgenossenschaften. 

Die lebhafte Entwicklung der Konsumgenossenschaftsbewegung, 
ihrer Grosseinkaufs-Gesellschaft, die Vertretung der konsumge- 
nossenschaftlichen Interessen durch eine eigene Fachpresse, die 
vielen zu lösenden Fragen im Innern und die lebhaften Angriffe 
von aussen Hessen immer mehr das Bedürfnis einer einheitlichen 
konsumgenossenschaftlichen Organisation empfinden. Die Kraft und 
Blüte der deutschen Konsumgenossenschaftsbewegung vereinigte sich 
seit Jahrzehnten in dem Allgemeinen Verband der deutschen Er- 
werbs- und Wirtschaftsgenossenschaften. Dieser Allgemeine Ver- 
band war aber kein reiner Konsumgenossenschaftsverband, sondern 
ihm gehörten ausser den Konsumvereinen auch die Kreditgenossen- 
schaften, Baugenossenschaften und Handwerkergenossenschaften an. 
Die massgebende Gruppe bildeten die Kreditgenossenschaften. Die 



— 12 - 

Mitglieder der Kreditgenossenschaften, die zwar die billigen Spar- 
gelder der breiten Massen mit Vergnügen in ihren Dienst stellen, 
sind in der Hauptsache das Kleinbürgertum, die kleinen Hand- 
werker und Händler. In dem Masse, in dem der Mittelstand durch 
die grosskapitalistische Entwicklung dezimiert wurde, nahmen die 
Mitglieder der Kreditgenossenschaften gegenüber den Konsumver- 
einen eine immer mehr feindliche Haltung an. Während in den 
Konsumgenossenschaften Anfang 1902 unter 630,786 Mitgliedern 
62,21 % abhängige Arbeiter waren, zählten die 904 Kreditgenossen- 
schaften des Allgemeinen Verbandes unter 526,874 Mitgliedern nur 
noch 12,4 % abhängige Arbeiter. 

Das Charakteristikum der Kreditgenossenschaften ist ein ganz 
entschiedenes Überwiegen des Kleinbürgertums, das, wie gesagt, 
infolge der industriellen Entwicklung immer mehr wirtschaftlich 
reaktionär geworden ist, ferner eine geringe Beteiligung der breiten 
Massen der Bevölkerung, wobei noch zu bemerken ist, dass die 
grosse Zahl der Spareinleger der Kreditgenossenschaften eben nur 
Spareinleger und nicht Mitglieder sind. Die industrielle Schulze- 
Delitzsch'sche Kreditgenossenschaft hat sich im Laufe der Zeit immer 
mehr zu einer Schmarotzer-Genossenschaft entwickelt, welche aus 
den Spareinlagen der Nichtgenossenschafter (Nichtmitglieder) ihre 
Kräfte zieht. 

Die verschiedenartige Zusammensetzung der Mitglied.erschaft 
der Kreditgenossenschaften und der Konsumgenossenschaften, der 
beiden stärksten Gruppen des Allgemeinen Verbandes, führte wieder- 
holt zu Differenzen zwischen beiden. Schon Anfang der 90er Jahre 
traten in Nordwestdeutschland zahlreiche Kreditgenossenschaften, 
zum grossen Teile infolge ihrer Gegnerschaft zu den Konsum- 
vereinen, aus dem Allgemeinen Verbände aus, um einen eigenen selbst- 
ständigen Verband zu bilden. Auf dem Genossenschaftstage des 
Allgemeinen Verbandes in Stettin 1893 machten die Kreditgenossen- 
schaften einen Verstoss, um die Konsumgenossenschaften überhaupt 
aus dem Allgemeinen Verbände herauszudrängen, und nur mit Mühe 
gelang es der Leitung des Allgemeinen Verbandes, einen derartigen 
Beschluss zu verhindern. Andererseits waren Anfang der 90er Jahre 
mit dem Aufblühen der konsumgenossenschaftlichen Entwicklung 
in Sachsen zahlreiche Konsumvereine, die im Allgemeinen Verbände 
ihre Interessen nicht genügend gewahrt fanden, ausgetreten, um 
einen eigenen Konsumgenossenschaftsverband (Verband sächsischer 
Konsumvereine »Vorwärts«) zu gründen. 

Das Bedürfnis der Konsumvereine nach einer einheitlichen 
Verbandsorganisation, das mit dem Aufblühen der Konsumgenossen- 
schaftsbewegung immer stärker wird, musste nach Lage der Sache 
zu dem Bestreben führen, die Konsumvereine sämtlich an den 
Verband anzuschliessen, in dem schon die Kraft und die Blüte der 
deutschen Konsumgenossenschaftsbewegung organisiert war, selbst 
wenn die Vertretung der konsum genossenschaftlichen Interessen 
durch diesen, den Allgemeinen Verband der deutschen Erwerbs- 



— 13 — 

und Wirtschaftsgenossenschaften zu wünschen übrig Hess. Infolgedessen 
wuchs die Zahl der Konsumvereine des Allgemeinen Verbandes in 
den zehn Jahren Anfang 1892 bis Anfang J902 von 302 Vereinen 
mit 229,126 Mitgliedern auf 638 Vereine mit 630,785 Mitgliedern. 
Die Entwicklung der kreditgenossenschaftlichen Gruppe des All- 
gemeinen Verbandes war dagegen gleich Null. Sie betrug Anfang 
1902 1076 Kreditgenossenschaften mit 514,524 Mitgliedern, An- 
fang 1902 904 Genossenschaften mit 526,874 Mitgliedern. Unter 
diesen Umständen konnten die Konsumvereine erwarten, innerhalb 
des Allgemeinen Verbandes stark genug zu werden, um die konsum- 
genossenschaftsfeindlichen Tendenzen der Kreditgenossenschaften 
aufzuheben. 

Ohne ein gewaltsames Eingreifen der Leitung des Allge- 
meinen Verbandes würde eine Entwicklung in dieser Richtung 
sich zweifellos vollzogen haben. Es ist daher Torheit, wenn die 
Leitung des Allgemeinen Verbandes behauptet, die Errichtung eines 
eigenen Konsumgenossenschaftsverbandes sei schon längst geplant 
gewesen. Die Konsumgenossenschaften hatten gar keinen Grund 
dazu, einen eigenen Verband zu errichten, da sie die beste Aus- 
sicht hatten, innerhalb des Allgemeinen Verbandes eine ausreichende 
Wahrnehmung ihrer Interessen zu ermöglichen. 

Die Streitfrage spitzte sich dahin zu: 

„Sollen die von Jahr zu Jahr konsumvereinsfeindlicher 
werdenden Kreditgenossenschaften die Organisation 
des Allgemeinen Verbandes, dem alle Genossenschaftsarten ange- 
hören, ausschliesslich in den Dienst ihrer Interessen stellen oder 
soll der Allgemeine Verband eine Vertretung der gemeinschaft- 
lichen Interessen aller industriellen Genossenschaften sein?" 

Diese Frage wurde in radikaler Weise dadurch entschieden, 
dass die Leitung des Allgemeinen Verbandes den Versuch machte, 
die Hegemonie der Kreditgenossenschaften zu einer dauernden 
Institution zu machen einerseits durch Heranziehen der geistes- 
verwandten Kleinhändler-Genossenschaften, andererseits durch Ab- 
stossung derjenigen Konsumgenossenschaften, die am rückhalt- 
losesten eine konsequente konsumgenossenschaftliche Entwicklung 
vertraten, und der Grosseinkaufs-Gesellschaft. 

Es ist charakteristisch, dass die Anwalt- 
schaft desAllgemeinenVerbandes indemMasse, 
in dem die Konsumgenossenschaftsbewegung 
sich entwickelte und vorwärts schritt, eine 
immer feindlichere Haltung zu ihr einnahm. 

Eine wertvolle streng wissenschaftliche Darstellung der Ent- 
wicklung des prinzipiellen Gegensatzes zwischen Kreditgenossen- 
schaften und Konsumgenossenschaften des Allgemeinen Verbandes gibt 
Heft 2 der genossenschaftlichen Volksbücher „Von Schulze-Delitzsch 
bis Kreuznach" von Professor Dr. Staudinger. Wir wollen uns daher 
in dieser Darstellung mehr den äusseren Vorgängen zuwenden, 
wie sie sich in den Verhandlungen und Beschlüssen der Verbandstage 



— 14 — 

und Allgemeinen Genossenschaftstage und in den offiziellen Schriften, 
den Jahrbüchern des Allgemeinen Verbandes, den „Blättern für 
Genossenschaftswesen", den Eundschreiben der Verbandsdirektoren 
und dem „Wochen-Bericht" der Grosseinkaufs - Gesellschaft dar- 
stellen. 

3. Die Verbandstreue der Konsumvereine. 

Im Jahre 1893 auf dem Allgemeinen Genossenschafts- 
tage in Stettin trat noch die Leitung des Allgemeinen Verbandes 
dem Versuche einiger Vertreter von Kreditgenossenschaften, die 
Konsumvereine aus dem Allgemeinen Verbände herauszudrängen, 
mit aller Entschiedenheit entgegen. Es bildeten damals die Kredit- 
genossenschaften die weitaus stärkste Gruppe des Allgemeinen Ver- 
bandes mit 1038 Genossenschaften, während die konsumgenossen- 
schaftliche Gruppe nur 377 Genossenschaften zählte. Auch bei 
späterer Gelegenheit ist die Leitung des Allgemeinen Verbandes 
wiederholt für die Konsumgenossenschaften eingetreten. Selbst zu 
dem Verbände sächsischer Konsumvereine »Vorwärts«, der ja seiner 
Zeit im Gegensatz zu dem Allgemeinen Verbände gegründet worden 
war, war ein so erträgliches Verhältnis eingetreten, dass ein An- 
schluss des Vorwärts-Verbandes an den Allgemeinen Verband ins 
Auge gefasst werden konnte. 

Der Allgemeine Genossenschaftstag in Berlin im Jahre 1899 
wurde von Vertretern des Vorwärts-Verbandes beschickt. Der in 
Sachsen entbrannte Kampf gegen die Umsatzsteuer hatte zur Bildung 
einer besonderen Kommission sämtlicher sächsischen Konsumvereine 
geführt. In dem Masse, in dem die Konsumvereine immer schärfere 
AngriiFe und staatliche Bedrückungen zu erleiden hatten, erwuchs 
ebenfalls wieder zunächst in Sachsen das Bedürfnis "nach einer ein- 
heitlichen Organisation der Konsimivereine. Der Vorwärts-Verband 
erklärte sich bereit, seine Selbständigkeit aufzugeben und dem All- 
gemeinen Verbände beizutreten. Bei Gelegenheit des Allgemeinen 
Genossenschaftstages in Berlin fanden diesbezügliche Verhandlungen 
statt, und der Anwalt Dr. Crüger stellte die Aufnahme des Vorwärts- 
Verbandes als einen selbständigen ünterverband des Allgemeinen 
Verbandes in Aussicht. 

In der Protestversammlung am 22. Januar 1900 gegen die 
Umsatzsteuer hielt das einleitende Eeferat der Vorsitzende des 
Vorwärts-Verbandes, Herr Fell. Als zweiter Kedner folgte Herr 
Dr. Crüger, der sich in der anerkennendsten Weise über die Aus- 
führungen des Herrn Fell aussprach. 

Auch die Grosseinkaufs-Gesellschaft Deutscher Consumvereine 
war auf dem Allgemeinen Genossenschaftstage in Berlin vertreten. 
Der Geschäftsführer der Grosseinkaufs Gesellschaft, Herr Scherling, 
hielt einen Vortrag über die Entwicklung des gemeinschaftlichen 
Wareneinkaufes, und es wurde ein freundschaftliches Verhältnis 
angebahnt. In ihrer Generalversammlung vom 18. März 1900 



— 15 — 

be&eUoss die Grosseinkaufs-Gesellschaft den Beitritt zum Allge- 
meinen Verbände der deutschen Erwerbs- und Wirtschaftsgenoasen- 
schaften. 

Auf dem Verbandstage des dem Allgemeinen Verbände ange- 
hörigen Verbandes sächsischer Konsumvereine in Grossenhain vom 
12. und 13. Mai 1900 betonte der Anwalt Dr. Crüger in seinem 
Vortrage über die Verpflichtung der Genossenschaft zur Unter- 
stützung der Anwaltschaft in dessen Massnahmen zur Abwehr der 
Angriffe auf die Konsumvereine, dass der sächsische Ver- 
band eigentlich dieser Anregung nicht bedürfe, da er stets die 
Anwaltschaft bereitwilligst unterstütze. 

Der Vorsitzende des Verbandes sächsischer Genossenschaften 
»Vorwärtsf, Herr Fell, berichtete auf dem Verbandstage dieses 
Verbandes am 20. Mai 1900 in Zschopau über den Besuch des 
Allgemeinen Genossenschaftstages in Berlin : »Es 
sei dort mit Freuden begrüsst worden, dass man sich endlich 
geneigt zeige, dem Allgemeinen Verbände näher zu treten. Frei- 
lich scheint die Anwaltschaft von dem Beitritt nicht besonders er- 
baut zu sein ; jedenfalls würde sich auch dieses zum 
Besseren wenden. Es empfehle sich, als besonderer Unter- 
verband dem Allgemeinen Verbände beizutreten. Der Allgemeine 
Verband sei berufen, die gesetzlichen Rechte aller Genossenschaften 
zu vertreten. Durch den Beitritt zum Allgemeinen Verbände allein 
sei es möglich, diese notwendige einheitliche Organi- 
sation allerKonsumvereine herbeizuführen. — Es wurde 
daraufhin einstimmig beschlossen, bei dem Allgemeinen Verbände 
um Aufnahme als Unterverband nachzusuchen und den Genossen- 
schaftstag in Hannover zu besuchen. 

So schien bis zum Frühjahr 1900 das Ziel, eine einheit- 
liche Organisation der Konsumvereine innerhalb des 
Allgemeinen Verbandes herbeizuführen, nicht mehr fem zu sein^ 
denn auch in Preussen entstand mehr und mehr das Bedürfnis 
nach einer einheitlichen Verbands-Organisation infolge der Be- 
drohung der Konsumvereine durch das preussische Warenhaussteuer- 
gesetz. Auffällig war es freilich schon, dass der Kampf gegen das 
preussische Warenhaussteuergesetz von dem Anwalt Dr. Crüger in 
bedenklich lauer Weise geführt wurde. 

Überall in Deutschland machte sich mit zwingender Macht das 
Bedürfnis eines systematischen Ausbaues der Konsumgenossen- 
schaftsbewegung geltend. Auf dem Verbandstage der süd- 
deutschen Konsumvereine in Göppingen am 9. bis 
10. Juli 1900 trat der Verbandsdirektor Barth mit aller Wärme für 
die Eigenproduktion der Konsumvereine ein, und Herr 
Verbandsrevisor Arndt empfahl den süddeutschen Genossenschaften 
den Anschluss an die Grosseinkaufs-Gesellschaft 
Deutscher Consumvereine. 

Eine kleine Differenz zwischen den Konsumgenossenschaften 
und dem Anwalt Dr. Crüger brachte der Verbandstag des 



— 16 — 

provinzsächsischen Verbandes am 4. und B. August 
in S e e s e n. Es wurde hier u. a. auch darüber gesprochen, was 
aus den Konsumvereinen werden solle, welche in Preussen nach 
dem neuen Gesetz der Warenhaussteuer unterlägen. Dr. Crüger 
empfahl die Manufakturwaren abzuschaflfen, und wo dieses nicht 
möglich sei, besondere Genossenschaften für den Verkauf von 
Manufakturwaren und ebenso für den Betrieb von Bäckereien zu 
errichten. Immerhin, meinte er, habe aber das an und für sich 
verkehrte Gesetz das gute an sich, dass endlich die Manufaktur- 
waren aus den Konsumvereinen verschwänden. Diesen Ausführungen, 
die ein Beweis dafür sind, dass Dr. Crüger entweder absolut kein 
Verständnis für die Bedürfnisse der Konsumvereine hatte oder dass 
er eine schnelle Entwicklung der Konsumvereine verhindern wollte, 
trat Herr Assmann-Braunschweig in so geschickter Weise entgegen, 
dass die Versammlung ihm zustimmte und der Anwalt erwidern 
musste, dass es ihm fem gelegen habe, allgemeine Eatschläge zu 
geben. 

Auf dem Verbandstage des Verbandes nordwest- 
deutscher Konsumvereine am 18. und 1 9. August 1900 
in Hildesheim empfahl Herr Verbandsdirektor Heins die 
Bildung von Einkaufs-Vereinigungen und zeigte an 
einem Beispiel, dass Konsumvereine durch ihren Bezug bei der 
Grosseinkaufs-Gesellschaft sehr gut gefahren seien. 
In dieser Debatte wurde von den verschiedenen Seiten ein mög- 
lichst enger Anschluss an die Grosseinkaufs-Gesellschaft empfohlen. 
Ferner wurde in einem besonderen Vortrage von Heitmann-Oldenburg 
empfohlen, dass die Konsumvereine mehr und mehr die gemein- 
same Produktion in Angriff nehmen möchten. Der Anwalt 
Dr. Crüger hielt die Frage der gemeinschaftlichen Produktion noch 
nicht für spruchreif und machte die eigentümliche Bemerkung, 
dass die Grundlage und Träger der gemeinschaftlichen Produktion 
der Konsumvereine die Einkaufs-Vereinigungen sein 
müssten. Es wurde von verschiedenen Seiten erwidert, dass für 
die gemeinschaftliche Produktion als einzige Grundlage die Gross- 
einkaufs-Gesellschaft in Betracht käme. 

Die lebhafte Entwicklung der Konsumgenossenschafts-Bewegung 
lenkte auch immer mehr das Auge der Öffentlichkeit 
auf sie. Die Tagespresse beschäftigte sich, je nach ihrer Partei- 
stellung, teils in sympathischer, teils in feindseliger Weise mit ihr. 
In der sozialdemokratischen Parteipresse, in der im Sommer 1900 
heftige Kämpfe über die Frage der Neutralität der Gewerk- 
schaften ausgefochten wurden, wurde auch die Forderung (unter 
anderem in Nummer 43 der »Neuen Zeitc von Kautsky) erhoben, 
die Genossenschaften dürften auf die Dauer nicht neutral 
bleiben, sie müssten dem gemeinsamen Kampfe dienstbar gemacht 
werden, wie es die belgischen Genossen schon öo gut verstanden 
hätten. 



— 17 — 

Diese Anregung, die Konsumgenobsenschafts-Bewegung in den 
Dienst einer politischen Partei zu stellen, wurde von dem Schrift- 
leiter der Grosseinkaufs-Gesellschaft in Nr. 31 Jahrg. 1900 des 
Wochenberichts rückhaltlos zurückgewiesen und die Neutralität der 
Konsumgenossenschafts-Bewegung als unverhrüchlicher Grundsatz 
derselben proklamiert. 

Die Stellungnahme des Wochen-Berichts fand in der Konsum- 
genossenschafts-Bewegung allgemeine Billigung, während Kautsky 
mit seiner Forderung selbst unter seinen eigenen Parteigenossen 
fast allein stand. Auch in den Blättern für Genossenschaftswesen 
wurde noch 1902 sowohl von dem Anwalt wie von einem Mitarbeiter 
dieser Standpunkt der Neutralität der Genossenschafts-Bewegung 
als durchaus korrekt anerkannt. 

Auf der Tagesordnung des Allgemeinen Genossen- 
schaftstages in Hannover am 7. und S.September 1900 
hatte der Gesamt-Ausschuss folgenden Antrag gestellt: 

»In Erwägung, dass der Stand der Kleinhändler aus 
sich selbst heraus Mittel und Wege finden muss, seine 
wirtschaftliche Stellung gegenüber der Konkurrenz der 
grosskapitalistischen Betriebe und der verschiedenen 
distributiven Genossenschaftsarten zu festigen, erklärt der 
Allgemeine Genossenschafstag: 

Für den Stand der Kleinkaufsleute empfiehlt sich 
neben der erforderlichen kaufmännischen Vorbildung der 
Anschluss an Kreditgenossenschaften und die Bildung von 
Einkaufsgenossenschaften, um die Vorteile zu verwerten, 
welche die genossenschaftliche Organisation insbesondere 
für die Beschaffung des Betriebskapitals und den gemein- 
schaftlichen Wareneinkauf bietet.« 
In dem Wochenbericht wurde bereits in Nr. 32 (11. August) 
von Herrn Fell auf das Bedenkliche dieses Antrages hingewiesen. 
Es heisst dort: 

»Der Antrag hat gewiss vieles für sich, wird aber von den 
Konsumvereinen, besonders denjenigen, welche bereits mit der 
Umsatzsteuer beglückt sind, mit etwas gemischten Gefühlen gelesen 
worden sein. Sehr zeitgemäss ist dieser Punkt, wenn man ihm 
die Tagesordnung der Generalversammlimg des Zentralverbandes 
Deutscher Kaufleute und Gewerbetreibender, welche am 19. und 
20. August in Stettin abgehalten wird, gegenüberstellt. Auf Seiten 
der Kleinkaufleute unversöhnlicher und zum Teil blinder Hass 
gegen die Konsumvereine, auf Seiten des Allgemeinen Verbandes 
Politik der Duldsamkeit und der Aufklärung.« 

Ausserhalb der genossenschaftlichen Fachpresse wurde der 
Antrag, den Kleinhändlern den Anschluss an Kreditgenossenschaften 
und die Bildung von Einkaufsgenossenschaften zu empfehlen, 
erheblich schärfer bekämpft. Der Kedakteur des Wochen-Berichts 
schrieb dazu in No. 36: 



— 18 — 

„Wir geben gerne zu, dass der Antrag des Punktes 8 auf 
diejenigen Mitglieder der Konsumgenossenschaften, welche die Taktik 
des Allgemeinen Verbandes nicht kennen, recht befremdend wirken 
muss. Wer die Verhältnisse näher kennt, wird sich jedoch allzu- 
sehr über den Antrag nicht aufregen. Eine unmittelbare Gefahr 
wird den Konsumvereinen auch aus der Annahme dieses Antrages 
nicht erwachsen. An eine bestimmte Aktion wird wohl von keiner 
Seite gedacht werden. Zudem können die Konsumvereine auch 
innerhalb des Rahmens des Allgemeinen Verbandes — ja sogar 
noch besser innerhalb als ausserhalb dieses Rahmens — gegen 
jede Schädigung ihrer Interessen mit Erfolg Front machen." 

So standen die Sachen zu Beginn des Allgemeinen Genossen- 
schaftstages in Hannover. 

Aus den vorstehenden Ausführungen ist klar ersichtlich, dass 
zwar hin und wieder Meinungsverschiedenheiten vorhanden waren, 
dass aber die Meinungsverschiedenheiten nicht eine solche Schärfe 
angenommen hatten, um eine in ihrem Innern gesunde Organisation 
irgendwie in ihrem Bestände zu gefährden. 

4. Die konsumvereinsfeindliche Schwenkung. 

Der erste Verhandlungstag des Allgemeinen Genossenschafts- 
tages in Hannover verlief in voller Eintracht. Der Anwalt betonte 
in seinem Bericht die Sohdarität der deutschen Genossenschaften. 
Er wies auf die verschiedenen Angriffe hin, welchen jede Genossen- 
schaftsart ausgesetzt ist und fügte hinzu: 

„Was heute einer Genossenschaftart von ihren Gegnern geschieht, 
kann morgen der anderen Genossenschaftsart zugefügt werden. 
Möglicherweise geht man hier nach dem Grundsatz vor, teile und 
herrsche ; vielleicht will man erst die deutschen Genossenschaften 
teilen, sodass dann die Feinde des deutschen Genossenschaftwesens 
— und solche bestehen im grössten Umfange — über das gesamte 
deutsche Genossenschaftswesen triumphieren können." 

Eine andere Stelle seiner Ausführungen lautet: „. . . . ich 
habe absichthch ausführlich darauf hingewiesen, wie sich eine gleiche 
Agitation wie gegen die Konsumvereine gegen die Baugenossen- 
schaft, gegen die landwirtschaftliche Genossenschaft, gegen die 
Handwerker-Genossenschaft breit macht. Ist das nicht eine Mahnung 
für uns, zusammenzuhalten und die Solidarität überall zu pflegen? 
Meine Herren, ich meine, es müsste dieses einmütig bejaht werden." 

In demselben Sinn sprechen auch andere Redner z. B. Herr 
Verbands-Direktor Dr. Alberti. 

Am zweiten Verhandlungstage fanden die Sonderverhand- 
lungen der Konsumvereine statt. Auf Antrag des Spar- und 
Konsumvereins Schwäbisch-Gmünd fand eine Besprechung der 
gegenwärtigen Ringbildung in der Lebensmittel- und 
Gebrauchs-Branche deren Folgen und die Stellung der 
Konsumvereine hierzu, statt. Diese Besprechung führte zu 



- 19 — 

■einer lebhaften Debatte. Es zeigte sich hier schon deutlich, dass 
;zwei verschiedene Richtungen vorhanden waren. Die einen 
für das Fortwursteln, die anderen für eine konsequente konsum- 
.genossenschaftliche Entwicklung. Der Eeferent Herr Maucher- 
Gmünd schlug eine Resolution vor, welche es den Konsumvereinen 
zur Pflicht machte, den Übergriffen der den Volkswohlstand schwer 
schädigenden Kartellen und Ringen durch den Übergang zur 
eigenen Produktion zu begegnen. Um dieses Ziel zu erreichen, 
werde allen Verbandsvereinen der Zusammenschluss zum gemein- 
samen Wareneinkauf dringend empfohlen. Es sollten mit der Gross- 
•«inkaufs-Gesellschaft in Hamburg Verbindungen angeknüpft werden 
und wenn eine Einigung nicht zu erzielen sei, solle den Verbands- 
vereinen der Vorschlag zur Errichtung einer eigenen Grosseinkaufs- 
Gesellschaf t unterbreitet werden. — Das war ein Vorschlag praktischer 
Arbeit und Vorwärtsstrebens, der hundertmal mehr wert war als 
:aller Jammer über die Übermacht der Kartelle und Ringe. 

Der Anwalt Dr. Crüger wohnte dem ersten Teil dieser Ver- 
handlungen nicht bei. Der Verbands-Direktor Kringel -Breslau 
bekämpfte den Maucherschen Vorschlag entschieden. Der alte 
Verbands-Direktor Oppermann war vollständig ratlos und seufzte 
frei nach Wellington : „Ich wollte es wäre Mittag oder der Anwalt 
käme." Für eine konsequente Entwicklung der Konsum-Genossen- 
schafts-Bewegung traten ausser dem Referenten ein : Lange-Hildes- 
heim, Assmann-Braunschweig, von Elm-Hambui'g und Dr. Müller, 
Sekretär des Verbandes schweizerischer Konsumvereine aus Basel. 
Der Anwalt Dr. Crüger bekämpfte, als er nachher an den Ver- 
handlungen teilnahm, den Maucherschen Vorschlag und suchte vor 
allen Dingen Zeit zu gewinnen. Der Gedanke einer gemeinschaft- 
lichen Einkaufsgesellschaft sei noch nicht zu verwirklichen. „Erst 
wenn die Hamburger Grosseinkaufs-Gesellschaft mit Hilfe der mit 
den Bezirken in Bildung begriffenen Einkaufsgenossenschaften sich 
so gestaltet haben wird, dass sie Zentrallager besitzen wird, erst 
dann kann sie in weiterem umfange für die Konsumvereine aller 
Bezirke und Gegenden als gemeinschaftliche Einkaufsgesellschaft in 
Betracht kommen," meinte er. 

Als zwei Jahre später die Grosseinkaufs-Gesellschaft sich so 
.gestaltet hatte, warf Dr. Crüger sie schleunigst aus dem Tempel des 
Allgemeinen Verbandes hinaus. 

Es wurde schliesslich eine von dem Anwalt beantragte Reso- 
lution angenommen, welche den Anwalt beauftragte, eine Waren- 
Statistik bei den Konsumvereinen aufzunehmen, femer wurde eine 
Kommission eingesetzt, die Erwägungen darüber aufzustellen hatte, 
ob und wieweit die eigene Produktion zur Durchfühnmg gebracht 
werden könne. 

Es zeigte sich schon hier, dass der Anwalt und seine Freunde 
die Solidarität der Genossenschaften so verstanden, dass die 
Konsumgenossenschaften auf eine konsequente Entwicklung Ver- 
jzicht leisten sollten. 



— 20 — 

Ein weiterer Antrag der Anwaltschaft betreffend Leitsätze für 
Konsumvereine wurde, da die Vertreter der Konsumvereine diese 
Leitsätze nicht ohne ausführliche Besprechung anzunehmen gewillt 
waren, von der Tagesordnung abgesetzt. 

Der dritte Verhandlungstag brachte eine erhebhche Ver- 
schärfung der Gegensätze. Behandelt wurde der bereits oben mit- 
geteilte Antrag des Gesamt-Ausschusses, den Kleinhändlern die- 
genossenschaftliche Organisation und den Anschluss an 
die Kreditgenossenschaften des Allgemeinen Verbandes zu 
empfehlen. Man hatte Herrn Verbandsdirektor Barth als Keferenten 
gewonnen. Herr Barth gab in kühler Weise den Kleinhändlern 
den Rat, dass sie, statt die Gesetzgebung in Anspruch zu nehmen 
und eine Unterdrückung der Konsumvereine zu fordern, sich durch 
genossenschaftliche Organisationen selbst helfen möchten, wie es 
alle anderen Berufsklassen auch müssten. Wem es zu dieser Selbst- 
hilfe an Geld fehle, der möge Mitglied einer Kreditgenossenschaft. 
werden. Diese Ausführungen des Herrn Barth konnten von den- 
jenigen Konsumgenossenschaftern, die mit den Traditionen des. 
Allgemeinen Verbandes vertraut waren, sehr wohl acceptiert werden. 
Auch heute schreiben und sagen wir oft genug noch, wenn die 
Kleinhändler um Selbsthilfe schreien: »Helft euch doch selbst?: 
Statt uns zu bekämpfen, solltet ihr uns nachahmen!« Und es ist 
noch niemals von einem Konsumgenossenschafter den Kleinhändlern 
das Recht auf genossenschaftliche Selbsthilfe bestritten w^orden. 

Eigentümlicherweise hatte man aber zu diesem Gegenstande- 
der Tagesordnung seitens der Verbandsleitung einen Korreferen ten 
gestellt und zwar den Revisor mehrerer Kreditgenossenschafts-Ver- 
bände, Herrn Dr. Schneider. Seine Ausführungen zeigten erst den 
Vertretern der Konsumvereine, wohin der Anwalt steuerte. 
Dr. Schneider warb mit heissem Eifer um die Mitgliedschaft 
der Kleinhändler für die Kreditgenossenschaften des^ 
Allgemeinen Verbandes und empfahl ihnen auf das Wärmste, Ein- 
kaufs-Genossenschaften zu gründen, diese Einkaufs-Genossenschaften 
zu einem Verbände zu vereinigen und dann den Anschluss an 
den Allgemeinen Verband zu suchen. Sollte der Antrag des. 
Gesamt-Ausschusses in diesem Sinne verstanden werden, — und 
daran war kein Zweifel mehr möglich, — so konnten die Konsum- 
vereine ihn nie und nimmermehr annehmen. Ein Zusammenarbeiten 
der Konsumvereine und der Genossenschaften der Kleinhändler, die 
seit Jahren die Konsumvereine mit den heftigsten Angriffen ver- 
folgten und ihnen jede Daseinsberechtigung absprachen, die am 
liebsten die Konsumvereine durch die Gesetzgebung beseitigt wissen 
wollten, innerhalb desselben Verbandes war undenkbar. 

Diesen Standpunkt der Konsumvereine vertraten nun in 
ruhigster Weise die Herren von Elm-Hatnburg und Herbert-Stettin. 
Das gab dem Anwalt Dr. Crüger Veranlassung in einer so heftigen 
Weise, dass ihm später selbst von seinen eigenen Freunden darüber Vor- 
würfe gemacht worden sind, die Konsumvereine zu brüskieren. Er- 



— 21 — 

konstruierte eine »besondere Eichtung«, welche den Verband zum 
Vorspann für die Verfolgung von Sonderinteressen benutzen wolle, 
und dergleichen mehr. In Wirklichkeit wurde es von den Konsum- 
vereinen lediglich abgelehnt, die Sonderinteressen der dem Verbände 
.gamicht angehörenden Kleinhändler wahrzunehmen. Das Zusammen- 
arbeiten mit Konsumvereinen solcher Eichtung, meinte der Anwalt, sei 
•eine Unmöglichkeit. Nach seiner Ansicht sei » mit den Herren, die 
«luf einem derartigen wirtschaftlichen Boden ständen, ein gemeinsames 
Arbeiten im Allgemeinen Verbände nicht möglich.« 

Der Antrag des Gesamt-Ausschusses wurde schliesslich mit 
grosser Mehrheit angenommen. Für denselben stimmten ge- 
schlossen die Kreditgenossenschaften, gegen denselben 
fast alle anwesenden Vertreter der Konsumver- 
eine, auch diejenigen, die sonst zu Dr. Crügers besten Freunden 
zählten. Wenn der stellvertretende Vorsitzende, Herr Verbands- 
direktor Klinkert, erklärte, dass nur 6 Stimmen gegen den Antrag 
gewesen seien, so befand er sich im Irrtum. Es stimmten, wie 
wir genau konstatiert haben, mehr als 30 Delegierte gegen den 
Antrag. Da auf dem Verbandstag in Hannover überhaupt nur 56 
Konsumvereine vertreten waren und erfahrungsgemäss gegen den 
Schluss lange währender Verhandlungen die Eeihen der Delegierten 
sich lichten, so steht ausser Zweifel, dass die anwesenden Ver- 
treter von Konsumvereinen fast einmütig gegen den Antrag 
gestimmt haben. Es war der Interessengegensatz zwischen Kon- 
sumvereinen und Kreditgenossenschaften, der hier offen zum Aus- 
druck kam. Die Konsumvereine sollten den Interessen der Kredit- 
genossenschaften geopfert werden, und dagegen wehrten sie sich. 

5. Hinter den Kulissen. 

Die Annahme des Antrages zu Gunsten der Kleinhändler 
wurde, wie die Vertreter der Konsumvereine voraussagten, von den 
Kleinhändlern selbst mit hellem Spott aufgenommen. Die in 
Leipzig erscheinende „Kolonialwaren-Zeitung" meinte, die Herren 
Konsumvereinler hätten die grosse Güte, den von ihnen aus dem 
Brote verdrängten Detaillisten einen weisen Eat zu geben; was 
ihnen empfohlen würde, hätten aber die Kleinhändler schon seit 
etwa 16 Jahren einander selbst gesagt. Die Frage sei die: Ob 
die Konsumvereinler auf ihre Kaufmannspielerei verzichten würden, 
wenn der Kleinhandel überall Genossenschaften bildete. Ganz 
sicher nicht! — Mithin könne der Allgemeine Verband seine Eat- 
schläge für sich behalten. 

Im übrigen wurde die Differenz auf dem Allgemeinen Ge- 
nossenschaftstage in Hannover in der deutschen Presse noch nicht 
sonderlich beachtet. In der Arbeiterpresse wurde die Diskussion 
über die Neutralität der Genossenschaftsbewegung noch hier und 
da fortgesetzt. Innerhalb der Genossenschaftsbewegung selbst 
herrschte vollständige Euhe, die Minderheit fügte sich 



— 22 — 

in echt demokratischer Weise dem Mehrheit s- 
beschluss. 

Das war es aber, was die Leitung des Allgemeinen Verbandes, 
offenbar nicht wollte. Dem Anschein nach haben jetzt — nicht 
in der Leitung der sozialdemokratischen Partei, die man später 
hinter allen Türen zu suchen vorgab — sondern in der Leitung 
der um die „Freisinnige Zeitung" gescharten 
Gruppen von Politikern in Berlin Besprechungen statt- 
gefunden, an denen zweifellos auch der Anwalt Dr. Crüger teilge- 
nommen hat, denn nachdem vollständige Euhe eingekehrt war, 
brachte plötzlich Anfang Dezember die „Freisinnige Zeitung" einen 
Artikel, in dem anlässlich der Verteidigung des bekannten ßeverses^ 
der Hirsch-Dunkerschen Gewerkvereine darauf hingewiesen wurde,, 
dass neuerlich auch viele Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften, 
die Erfahrung machten, dass die Sozialdemokratie sich 
überall in diesen Organisationen festzusetzen suche, um die Ange- 
hörigen anderer Parteien aus der Leitung zu verdrängen. Auch 
die Erwerbs- und Wirt s chaf ts g en os s en s chaf ten 
würden alsbald vor die Notwendigkeit gestellt sein, einen solchen 
K e V e r s auch bei sich einzuführen. 

Die „Blätter für Genossenschaftswesen" nahmen von dieser 
Anregung keine Notiz, wohl aber brachten sie in No. 4 des Jahr- 
ganges 1901 einen F. H. K. gezeichneten Artikel, in dem die Dis- 
kussion in der sozialdemokratischen Parteipresse über die Neu- 
tralität der Genossenschaftsbewegung, die in der Hauptsache v o r 
dem Allgemeinen Genossenschaftstag in Hannover stattfand, als 
eine Fortsetzung der Auseinandersetzungen in Hannover hin- 
gestellt wurde. Es wurde also der Versuch gemacht, die Weigerung^ 
der Konsumvereine, mit Genossenschaften der Kleinhändler in dem- 
selben Verbände zusammen zu arbeiten, als eine gegen die Neu- 
tralität der Konsumgenossenschaftsbewegung gerichtete Aktion der 
sozialdemokratischen Partei auszugeben, während in Wirklichkeit 
der Versuch, Politik in die Konsumgenossenschaftsbewegung zu 
tragen, von der „Freisinnigen Zeitung" gemacht worden war. 

Wie wenig durch diese Vorfälle das Vertrauen der Konsum- 
genossenschaften zum Allgemeinen Verband noch erschüttert war,^ 
zeigten die Verhandlungen des Verbandes säch- 
sischer Genossenschaften „Vorwärts" am 28. April 
1901 in Elsterberg. Der Vorsitzende des Verbandes, Herr Bock- 
Connewitz, teilte mit, dass man sich auf dem vorjährigen Verbands- 
tage dahin geeinigt habe, mit dem Vorwärts-Verbande in corpore 
dem Allgemeinen Verbände beizutreten. Herr Dr. Crüger habe 
darauf brieflich geantwortet, dass der Anschluss in dieser Weise- 
nicht stattfinden könne ; er ersuche den Beitritt der einzelnen Ver- 
eine. Der Verbandsvorstand des Vorwärts -Verbandes schlage- 
daher vor, dass die einzelnen Vereine unverzüglich dem Allgemeinen 
Verbände beitreten möchten. Die Genossenschaften vnirden ohne 
weiteres Aufnahme finden, die Aktien -Gesellschaften hätten einen 



— 23 — 

dahingehenden Antrag zu stellen. Der Antrag des Vorstandes 
wurde gegen zwei Stimmen angenommen ; eine Anregung des Herrn 
Lienemann-Penig, einen Verband aller Konsumvereine zu gründen, 
wurde von allen Seiten zurückgewiesen. 

Andererseits nahm der Anwalt Dr. Crüger immer mehr eine, 
einer konsequenten Entwicklung der Konsumvereine feindliche 
Haltung ein. Auf dem Verbandtstage schlesischer Konsum- 
vereine am 18. und 19. Mai 1901 in Kattowitz-Hohenlohehütte 
wollte er die gemeinsame Produktion der Konsumvereine statt einer 
gemeinsamen Grosseinkaufs - Gesellschaft den einzelnen Ver- 
bänden zuweisen, obwohl er als Genossenschafter sich sagen 
musste, dass eine gemeinschaftliche Produktion, die nicht auf der 
Grundlage des gemeinsamen Einkaufes aufgebaut wird, aussichtslos 
ist. Auch meinte er, der gemeinschaftliche Einkauf habe für die 
grossen Konsumvereine nur geringen Wert. Er propagierte also 
genau das Entgegengesetzte dessen, was Maucher-Gmünd und mit ihm 
die erdrückende Mehrzahl der Konsumvereine auf dem Allgemeinen 
Genossenschaftstage in Hannover gefordert hatten. Genau das 
Entgegengesetzte auch von dem, was er später den Kleinhändler- 
genossenschaften empfahl. 

Die »Blätter für Genossenschaftswesen« veröffentlichten in 
ihrer Nr. 22 vom 1. Juni das Protokoll einer Sitzung des Engeren 
Ausschusses am 29. April bis 1. Mai 1901, in dem es heisst: 

>In Verfolg der Beschlüsse des Konsumvereins-Verbandes 
»Vorwärts^ auf seinem letzten Verbandstag in Elsterberg (Sachsen) 
steht zu erwarten, dass eine grössere Anzahl von sächsischen 
Konsumvereinen sich zur Aufnahme in den Allgemeinen Genossen- 
schaftsverband melden wird. Der Anwalt wies darauf hin, dass 
der erwähnte Verband seinerzeit im offenen Gegensatz zum All- 
gemeinen Verbände gegründet wurde. Es wird darauf einstimmig 
nach dem Vorschlage des Anwalts beschlossen, von derartigen Ver- 
einen vor der Aufnahme in den Allgemeinen Verband eine aus- 
drückliche Erklärung darüber zu verlangen, dass sie im Allgemeinen 
Verband jene wirtschaftlichen Grundsätze betätigen wollen, die 
bisher für die Beschlüsse der Allgemeinen Genossenschaftstage 
massgebend waren, und dass sie die genossenschaftliche Organisation 
weder mittelbar noch unmittelbar zur Verfolgung politischer Zwecke 
gebrauchen werden.« 

Dieser Beschluss der Mehrheit des Engeren Ausschusses war 
eine Provokation der Konsumvereine, wie sie schärfer nicht gedacht 
werden konnte. Es war offenbar in der Leitung des Allgemeinen 
Verbandes der Beschluss gefasst worden, einen weiteren Bei- 
tritt der Konsumvereine zum Allgemeinen Verbände mit 
allen Kräften und allen Mitteln — auch den unsaubersten und die 
Interessen der Genossenschaftsbewegung in ihrer Gesamtheit 
schädigenden — entgegenzutreten. 

Auch den Leitsätzen für Konsumvereine, die auf dem 
Allgemeinen Genossenschaftstage in Hannover nicht zur Verband- 



— 24 — 

lung kamen, hatte man bei dieser Gelegenheit eine neue Fassung 
gegeben — welche, wurde allerdings vorläufig noch nicht bekannt 
gegeben — um einen weiteren Beitritt der Konsumvereine abzuhalten 
bezw. um eine Handhabe zum Ausschluss von Konsumvereinen 
zu haben. 

Die Konsumvereine wussten nicht und konnten es nicht wissen, 
von welcher weittragenden Bedeutung die dunklen Pläne waren, die 
man gegen sie geschmiedet hatte. Wohl aber wusste es ein »ge- 
treuer Eckehart der Konsumvereine«, der offenbar Gelegenheit 
gehabt hatte, hinter die Kulissen zu schauen. In dem 
»Schweizerischen Konsumvereine erschien ein Artikel unter der 
Überschrift »Die deutschen Konsumvereine am Scheide- 
wege«. Aus dem Artikel geht deutlich hervor, dass der Verfasser, 
dessen Name auch heute noch nicht bekannt ist, den Kreisen der 
Anwaltschaft nicht fern stehen konnte, schade nur, dass er so 
wenig deutlich wurde! Der Artikel ist wiedergegeben in Nr. 24 
und 25 des »Wochen-Berichts« Jahrgang 1901. Wir geben einige 
der wichtigsten Sätze des Artikels hier wieder: 

»Die Konsumvereinsbewegung im deutschen Reiche scheint 
an einem Punkte angelangt zu sein, an welchem ihre Anhänger 
sich zu fragen haben werden, ob sie die Konsumvereine zur Er- 
füllung höherer wirtschaftlicher Aufgaben berufen sehen wollen, 
oder ob lediglich die Erzielung von Ersparnissen an den Wirt- 
schaftsausgaben der Mitglieder der Zweck dieser Genossenschaften 
sein soll.« 

»In der Tat hat man sich in Deutschland bisher nicht gar 
sehr um weitere Ziele der Konsumvereine gekümmert; 
besonders der Allgemeine Verband der deutschen Erwerbs- und 
Wirtschaftsgenossenschaften umgrenzte die Aufgaben der in ihm 
vereinigten Konsumvereine ziemlich eng; die neueren Hand- und 
Lehrbücher, deren Herausgabe er veranlasste, bezeichnen als Zwecke 
der Konsumvereine wohl die Erzielung von Ersparnissen beim Ein- 
kauf von Lebensmitteln, die Vermittlung des Bezuges unverfälschter 
Waren, die Erziehung der Mitglieder zu geordneter Wirtschaft — 
nirgends aber ist bisher vom Allgemeinen Verband für die Konsum- 
vereine ein Programm aufgestellt worden, wie es z. B. schon im 
Jahre 1844 in edler Begeisterung für das Wohl der arbeitenden 
Klassen von den Rochdaler Pionieren für die englischen 
Konsumvereine gegeben wurde, wie es die italienischen, die 
französischen, die schweizerischen Konsumvereine angenommen 
haben « 

»Während jene (die englischen) Genossenschaften so die Er- 
sparnisse ihrer Mitgüeder zur Erreichung höherer wirtschaftlicher 
Ziele verwendeten, stellten die deutschen Konsumvereine unter der 
Anleitung des Allgemeinen Verbandes der deutschen Er- 
werbs- und Wirtschaftsgenossenschaften sich bisher auf den Stand- 
punkt, dass sie sich nicht mit mehr Kapital belasten dürften, 
als sie nur gerade zu ihrem Geschäftsbetrieb nötig haben, und 



— 25 — 

dieser Geschäftsbetrieb beschränkt sich zumeist auf den Waren- 
Ein- und Verkauf. Verhältnismässig wenige der deutschen Konsum- 
vereine sind zur eigenen Produktion — meist Bäckereibetrieb 
— vorgeschritten.« 

»Die Ohnmacht der deutschen Konsumvereine, Einfluss im 
Interesse grösserer Konsumentenkreise auf weiterem wirtschaftlichen 
Gebiete auszuüben, kam auf dem 41. Allgemeinen Genossen- 
schaftstage in Hannover, 1900, bei Beratung der Stellung- 
nahme zu den Ringbildungen der Produzenten und Händler zum 
Vorschein. Der Mangel an Kapital wurde allgemein als Hindernis 
für die Bekämpfung der grosskapitalistischen Ausbeutung der 
Konsumenten erkannt, man behandelte die brennende Frage 
dilatorisch und beschloss, statistische Erhebungen über die Ringe 
und über die Neigung der Konsumvereine zur Beteiligung an 
Genossenschaftsfabriken anzustellen. « 

» unseres Erachtens würde man zur Lösung der Frage praktischer 
verfahren sein, wenn man bei dieser Gelegenheit den alten Lehrsatz 
vom Fernhalten der Ersparnisse d er Mi tglied er 
aufgehoben hätte, wenn man das proklamiert hätte, was 
Schulze-Delitzsch schon vor fünfzig Jahren im 
Namen der von ihm geschaffenen Kreditgenossenschaften 
als Forderung bekannt gab, was die englischen Arbeiter- 
Konsumvereine, wie Holyoake berichtet, auch für ihre Organisation 
von Anfang an für richtig erkannten, man hätte sich so wie jene 
zu dem Rufe vereinigen sollen: »Herbei mit dem Kapital, 
damit wir es zur Erfüllung höherer wirtschaftlicher 
Ziele, die wir uns jetzt stellen müssen, verwenden können!« 

»Vielleicht lässt die Empfehlung des Fernhaltens solcher 
Gelder sich aus der Verbindung der Konsumvereine mit den 
Kreditgenossenschaften im Allgemeinen Verbände er- 
klären ; man könnte befürchten, dass da, wo Konsumvereine bestehen, 
den Kreditgenossenschaften die Spareinlagen der Kon- 
sumvereinsmitglieder entgehen, wenn die Konsum- 
vereine den alten Standpunkt verlassen « 

>Der Allgemeine Genossenschaftstag des Verbandes hat übrigens 
im vorigen Jahre in Hannover einen Antrag des Gesamtausschusses 
angenommen, der eine neue Form der genossenschaftlichen 
Organisation empfiehlt, die dem Interesse der 600 K o n - 
sumvereine de sAllgemeinenVerbandes geradezu 
ins Gesicht schlägt; die Resolution empfiehlt den Klein- 
händlern, in Erwägung, dass dieser Stand aus sich selbst heraus 
Mittel und Wege finden müsse, seine wirtschaftliche Stellung 
gegenüber der Konkurrenz der grosskapitalistischen Betriebe und 
der verschiedenen distributiven Genossenschaftsarten (deren an- 
sehnlichste die Konsumvereine bilden) zu festigen, die Bildung von 
»Einkaufsgenossenschaftenc. Der Anwalt des Allgemeinen Verbandes 
wies in entschiedenster Weise darauf hin, dass die Konsumvereine 
irrten, wenn sie meinten, sie hätten bei diesem Punkte allein die 



— 26 — 

Entscheidung, die Interessen der Arbeiter seien hierbei massgebend; 
der Allgemeine Verband habe seit seiner Einrichtung das Bestrebeni 
gehabt, die Interessen aller Berufsklassen wahrzunehmen, und ani 
dieser Tradition müsse er festhalten; der Anwalt glaubte auch 
berechtigt zu sein, Andersdenkenden den Stuhl vor die Tür de& 
Verbandes setzen zu dürfen; ein Verfahren, dessen Berechtigungy 
nebenbei gesagt, nach der Organisation des Allgemeinen Verbandes 
doch immerhin fraglich sein dürfte « 

»Beide Referenten (»beide« ist nicht zutreffend! Der Verf.) 
zu dem Antrage waren in ihren Ausführungen sehr zurückhaltend; 
das Thema lag beiden anscheinend nicht bequem; es musste danach 
in der Tat auffallen, dass die Abstimmung nicht eine grössere 
Stimmenzahl gegen den Aijtrag aufwies, nur 6 Stimmen waren 
dagegen; auch das grosse Übergewicht der Kreditgenossenschaften 
bei der Abstimmung erklärt dieses Resultat nicht, sprachen doch 
im privaten Zwiegespräch sich nicht wenige Vertreter 
dieser Genossenschaften gegen den Beschluss aus.« (Es wird 
hier indirekt zu verstehen * gegeben, dass Herr Verbandsdirektor 
Klinkert bei der Angabe, es hätten nur 6 Stimmen gegen den 
Antrag gestimmt, sich geirrt haben muss). 

»Die Leitung des Allgemeinen Verbandes hat in dieser An- 
gelegenheit die neuere wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland 
aus irgend einer nicht klar ersichtlichen Ursache nichtbeachtet. 
Es unterliegt für alle wirtschaftlich geschulten Beobachter keinem 
Zweifel, dass das Grosskapital in stetig wachsendem Umfange die 
Zuführung der Lebensbedürfnisse an die einzelnen Konsumenten,, 
d. h. den Detailhandel, in die Hand nehmen würde, wenn die 
Konsumenten nicht selbst durch die Konsumvereine für sich sorgten, 
den Gewinn des ersteren als Ersparnisse an ihren Ausgaben für 
sich selbst sichern wollten.« 

»Grade in den letzten Wochen haben die »Blätter für Ge^ 
nossenschaf tswesen « wieder, wie in früheren Jahren häufiger, 
Schilderungen der Entwicklung und der wirtschaftlichen Wirkungen 
der englischen Konsumvereine gebracht, die die deutschen Genossen- 
schafter begeistern müssten; die deutschen Konsumvereine sollten 
ihre Einrichtungen den heutigen wirtschaftlichen Bedürfnissen' ent- 
sprechend erweitern, der Allgemeine Verband sollte 
nicht starr an Formeln und Grundsätzen fest- 
halten, die vor fünfzigJahren berechtigt waren, 
er soll sie der Revision unterziehen und sie den entwickelten 
Verhältnissen entsprechend abändern. Grundsätze können ebensa 
der Revision unterzogen werden, wie Staatsverfassungen, und grossem 
Unheil hat oft eigensinniges Festhalten an »Tra- 
ditionen« angerichtet. « 

»M ögen die am Scheidewege stehenden 
deutschen Konsumvereine erkennen, in welcher 
Richtung für sie das Heil zu ihrer kräftigen. 



— 27 — 

Weiterentwicklung im Interesse der minderbe* 
gitterten Klassen liegt.« 

Diese Ausführungen trafen bei der Leitung des Allgemeinen 
Verbandes ins Schwarze. Dr. Crüger wandte auf dem Allgemeinen 
Genossenschaftstage in Baden-Baden und später sich mit einer 
Schärfe gegen diesen Artikel, die nur daraus zu erklären ist, das& 
er bereits seine dunklen Pläne zur Unterdrückung der Konsum- 
genossenschaften verraten glaubte. 

6. Der Revers. 

Als die Vereine des Vorwärts-Verbandes getreu der Auf- 
forderung des Anwaltes, einzeln ihren Beitritt zum Allgemeinen 
Verbände zu erklären, ihre Beitrittserklärung einreichten, erhielten 
sie an Stelle der erwarteten Aufnahmebestätigung nachstehendea 
Schreiben : 

»Der Engere Ausschuss des Allgemeinen Verbandes Deutscher 

Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften hat in seiner Frühjahrs- 

Sitzung 1901 beschlossen, von den Genossenschaften des Verbandes 

»Vorwärts« vor ihrer Aufnahme in den AUgemeinen Verband 

anliegende Erklärung zu fordern. Ich muss Sie daher, bevor 

ich Sie in den Allgemeinen Verband aufnehme, bitten, mir diese 

Erklärung mit Datum und ordnungsmässigen Unterschriften versehen,, 

wieder zugehen zu lassen. 

Hochachtungsvoll 

Dr. Crüger, 

Anwalt des Allgemeinen Verbandes 
Deutscher Erwerbs- und Wirtschaftsgenossen schatten^ 

Die beigefügte Erklärung lautet: 

Wir erklären hiermit, dass wir im Falle unserer Auf- 
nahme in den Allgemeinen Verband Deutscher Erwerbs- 
und Wirtschaftsgenossenschaften die wirtschaftlichen Grund- 
sätze betätigen werden, die bisher für die Beschlüsse des 
Allgemeinen Genossenschaftstages massgebend gewesen sind 
und dass wir die genossenschaftliche Organisation weder 
mittelbar noch unmittelbar zur Verfolgung politischer Zwecke 
gebrauchen werden.« 
Das ist der berühmte Revers, der damals in der ganzen 
deutschen Presse gewaltiges Aufsehen erregte und allgemein, selbst 
von den nächsten Freunden des Anwaltes Dr. Crüger, verurteilt 
wurde. 

Am 15. und 16. Juni fand der Verbandstag des zum All- 
gemeinen Verbände gehörenden Verbandes sächsischer 
Konsumvereine statt. Auf diesem Verbandstage wurde der 
Reversbeschluss des Engeren Ausschusses von Herrn Verbands;* 
direkter Radestock einer scharfen Kritik unterzogen und folgende 
Resolution angenommen: 

»Der Verbandstag des ünterverbandes sächsischer Konsum- 



— 28 — 

vereine nimmt mit Befriedigung Kenntnis, dass sich die Vereine, 
welche dem Verband » Vorwärts c angehörten, entschlossen haben, 
dem ADgemeinen Verband sowie dem sächsischen ünterverband bei- 
zutreten, c 

»Das ist von vielen dieser Vereine bereits geschehen bezw. 
der Versuch dazu gemacht worden.« 

»Der Engere Ausschuss des Allgemeinen Verbandes hat aber 
nun die Aufnahme dieser Vereine davon abhängig gemacht, dass 
diese erklären sollen, die genossenschaftliche Organisation nicht zur 
Verfolgung politischer Ziele gebrauchen zu wollen. Der sächsische 
Unterverbandstag in Aue protestiert hiermit gegen dieses Ansinnen, 
weil jeder Grund, jede Voraussetzung dazu fehlt und dieses Ver- 
langen die betreffenden Vereine nur kompromittierte und auch eine 
Einigung, ein erspriessliches Zusammengehen aller Vereine zu hindern 
geeignet ist.« 

»Der ünterverbandstag erwartet bestimmt, dass der weitere 
Beitritt von Vereinen des Verbandes »Vorwärts« anstandslos 
erfolgen kann.« 

Auch im »Wochenbericht« Nr. 23 und 25 wurde der Eevers einer 
scharfen Verurteilung unterzogen. 

Der am 22. und 23. Juli tagende Verbandstag der süd- 
deutschen Konsumvereine zu Preiburg, an dem auch der 
Anwalt Dr. Crüger teilnahm, behandelte wieder die Frage des 
gemeinsamen Einkaufes und der Eigenproduktion. Herr Verbands- 
direktor Barth empfahl den Vereinen, sich möglichst zahlreich der 
Grosseinkaufs-Gesellschaft Deutscher Consumvereine anzuschliessen, 
dann erreiche man auf viel billigere Weise den gleichen Zweck. 
Was die Grosseinkaufs-Gesellschaft auf ihrer letzten General- 
Versammlung in Leipzig mit ihrer Ausstellung zu stände gebracht 
habe, darüber müsse er auch an dieser Stelle noch seine Hoch- 
achtung aussprechen. Die Gesellschaft habe eine Zukunft. 

Auf dem Verbandstage selbst wagte der Anwalt dieser 
Stimmung nicht entgegenzutreten, wohl aber brachte er es fertig, 
in einer Tischrede allen denjenigen, die von neutralen Konsum- 
vereinen sprächen und den Konsum im allgemeinen organisieren 
wollten, eine Absage zu geben. Es war das eine Warnung an die 
süddeutschen Konsumvereine, sich nicht zu sehr der neutralen auf 
eine konsequente konsumgenossenschaftliche Entwicklung gerichteten 
Bewegung innerhalb der Konsumvereine anzuschliessen, da dann 
ihres Bleibens im Allgemeinen Verbände nicht mehr sei. 

Ob diese Warnung allgemein verstanden worden ist, wissen 
wir nicht. Ältere mit den Internen des Allgemeinen Verbandes 
vertraute Genossenschafter haben sie verstanden. 

Am 13. Juli veröffentlichten die »Blätter für Genossenschafts- 
wesen« die Tagesordnung für den Allgemeinen Genossenschaftstag 
in Baden-Baden und da zeigte sich, dass der berüchtigte Eevers 
ebenfalls in den ersten Leitsatz für Konsumvereine hineingearbeitet 
war, wie nachstehende Nebeneinanderstelhmg zeigt. 



— 29 — 



Hannover 1900: 



Baden-Baden 1901: 



Konsumgenossen- 
schaftsrevers : 



1. Der Konsumverein 
als eine Genossenschaft 
von nicht geschlossener 
Mitgliederzahl gehört 
zu den Personalgesell- 
schafteu. 

2. Der Konsumverein 
verschafft auch den min- 
derbegüterten Klassen 
die Vorteile des Waren- 
einkaufs im grossen. 



Wir erklären hiermit, 
dass wir im Falle un- 
serer Aufnahme in den 
Allgemeinen Verband 
Deutscher Erwerbs- und 

Wirtschaftsgenossen- 
schaften die Wirtschaft« 
liehen Grundsätze be- 
tätigen werden, die bis- 
her für die Beschlüsse 
des Allgemeinen Ge- 
nossenschaftstages 
massgebend gewesen 
sind, und dass wir die 

genossenschaftliche 
Organisation weder 
mittelbar noch un- 
mittelbar zur Ver- 
folgung politischer 
Zwecke gebrauchen 
werden. 



1. Der Konsumverein 
als eine Genossenschaft 
von nicht geschlossener 
Mitgliederzahl gehört 
zu den Personalgesell- 
schaften. Seine Aufgabe 
liegt auf dem wirtschaft- 
lichen Gebiet; er ver- 
schafft den minderbe- 
güterten Klassen die 
Vorteile des Warenein- 
kaufs im grossen, und 
kann, wenn die Grund- 
lagen dafür gegeben 
sind, mit Hilfe der 
eigenen Produktion die 
Wii-tschafts-Bedürfnisse 
der Mitglieder befrie- 
digen ; das Hineinziehen 
einer weiteren , mit 
diesen Aufgaben nicht 
unmittelbar zusammen- 
hängenden wirtschaft- 
lichen Tätigkeit in den 
Geschäfts - Betrieb der 
Konsumvereine ist zu 
widerraten. Die Verfol- 
gung politischer 
Zwecke — unmittel- 
bar oder mittelbar — 
und die Unterstützung 
von Klassen - und 
Standesorganisationen 
steht im Widerspruch 
mit den Aufgaben des 
Konsumvereins. 

Selbstverständlich hatte dieser Versuch, den Revers zu einer 
dauernden Institution für die Konsumvereine — den Kredit- 
vereinen wagte man natürlich so etwas nicht zu bieten — zu machen^ 
wiederum lebhafte Auseinandersetzungen in der Presse zur Folge* 

Auf dem Verbandstage nordwestdeutscher Konsum- 
vereine am 3. und 4. August in Hamburg stand die Frage der Eigen- 
produktion durch die Konsumvereine wieder auf der Tagesordnung. 
Es wurde beschlossen, in der Organisation der Einkaufsvereinigungen 
fortzufahren, um auf diesem Wege die Vorbedingungen für die gemein- 
same Produktion herzustellen. Der Anwalt vermied es hier, wo er 
eine Mehrheit gegen sich wusste, Differenzpunkte zur Sprache zu 
bringen, und in dem anschliessenden gemeinschaftlichen Mittagessen 
feierte er die Grosseintaufs- Gesellschaft, die sich aus kleinsten 
Anfängen zu einem grossartigen Institut entwickelt habe und mit 
Stolz auf ihre bisherige Tätigkeit zurückblicken könne. Er schloss. 



— so- 
mit einem Hoch auf die Hamburger Genossen und auf die Gross- 
«inkaufs - Gesellschaft, obwohl bei ihm schon damals unzweifelhaft 
die Absicht bestand, auf irgend einem Wege die Grosseinkaufs- 
Gesell Schaft und einen Teil der Konsumvereine aus dem Allgemeinen 
Verband hinauszudrängen. 

7. Das Vorspiel in Baden-Baden. 

So kam der Allgemeine Genossenschaftstag in Baden-Baden 
-am 4. bis 7. September 1901 heran. Die Konsumgenossenschafts- 
Bewegung hatte im verflossenen Jahre an Intensität gewonnen. 
Man wurde sich mehr und mehr klar, dass es in der bisherigen 
Weise nicht weiter gehen könne, dass eine konsequente konsum- 
genossenschaftliche Vorwärtsentwicklung und eine energische Ver- 
tretung der Konsumvereinsinteressen eine zwingende Notwendigkeit 
sei. Im Übrigen waren die Konsumvereine, durchaus verbandstreu 
und wiesen den Gedanken einer Sonderorganisation der Konsum- 
vereine weit zurück. 

Die Leitung des Allgemeinen Verbandes dagegen wollte ver- 
hindern erstens, die erstrebte einheitliche Organisation der Konsum- 
vereine innerhalb des Allgemeinen Verbandes, weil dadurch die 
Konsumvereine gegenüber den Kreditgenossenschaften die Mehrheit 
erhalten hätten. Sie suchte daher nach Möglichkeit einen weiteren 
Beitritt von Konsumvereinen zum Allgemeinen Verbände zu er- 
schweren. 

Aber auch jetzt schon bildeten die Konsumvereine innerhalb 
des Allgemeinen Verbandes eine Macht, mit der gerechnet werden 
musste und die den Kreditgenossenschaften und ihren Mitgliedern 
immer mehr unbequem wurde. Die Leitung des Allgemeinen Ver- 
bandes war daher zweitens bemüht, eine intensive konsumgenossen- 
^chaftliche Entwicklung, die den Kreditgenossenschaften die billigen 
Spargroschen der Massen zu entziehen und vielen Mitgliedern der 
Kreditgenossenschaften in ihrem Privaterwerb eine immer empfind- 
lichere Konkurrenz zu bereiten drohte, hintenanzuhalten. Zu 
diesem Zweck sollte ein Teil der Konsumvereine brüskiert und zum 
freiwilligen Austritt veranlasst werden. Dadurch wäre die Konsum- 
genossenschafts-Bewegung in zwei einander befehdende Teile ge- 
■spalten und die konsumgenossenschaftliche Vorwärts - Entwicklung 
vielleicht auf viele Jahre hinaus lahm gelegt worden. 

Schon in seinem zu Beginn der Verhandlungen in Baden-Baden 
gegebenen Geschäftsbericht eröffnete der Anwalt den Angriff. Er 
konstatierte, dass das auf eine vollkommene Organisation des 
Konsums gerichtete englische System (der Redlichen Pioniere !) seit 
einiger Zeit nach Deutschland importiert sei. Der »Wochen-Bericht« 
habe sich in den Dienst dieses Systems gestellt, das von der wirt- 
schaftlichen Organisation, auf welcher der Allgemeine Verband be- 
ruhe, so verschieden sei, dass hier ein Zusammenarbeiten 
ganz unmöglich sei. »Ein Organ, das sich auf den Standpunkt 
«teilt wie der Hamburger »Wochen-Bericht«, hat geradezu dem All- 



— 31 — 

gemeinen Verband Feindschaft angesagt; denn der »Wochen- 
Bericht« verfolgt damit Tendenzen, die der grossen Mehrheit der 
öenossenschaften unseres Allgemeinen Verbandes schädlich sind.« 

Die Forderung einer konsequenten Konsumgenossenschafts- 
Entwicklung ist also verbandsfeindlich, weil sie der grossen Mehr- 
heit der Genossenschaften des Allgemeinen Verbandes, nämlich den 
Kreditgenossenschaften schädlich ist! Es trat immer schärfer 
Jiervor, dass die Interessen der Konsumvereine den Interessen der 
Kreditgenossenschaften geopfert werden sollten. 

Femer zieh der Anwalt diejenigen Konsumgenossenschaften, 
welche sich rasch entwickeln, des Grössenwahns, und den Revers 
gegen die Vorwärts-Vereine verteidigte er damit, dass er einen nicht 
glücklich gewählten, aber längstder Vergessenheit anheim gefallenen 
Ausdruck des ersten Rundschreibens zur Errichtung des Vorwärts- 
Verbandes 1891 ans Tageslicht zog und diesen Ausdruck mit vollen 
Backen zu einem Entsetzen erregenden Wechselbalg aufblies. Als 
Organ dieses in solcher Weise gemeingefährlich gemachten Vorwärts- 
Verbandes spiele sich der »Wochen-Bericht« auf, dasjenige Blatt, 
clas die sogenannte moderne wirtschaftliche Richtung auf dem Ge- 
biete der Konsumgenossenschaftsbewegung predige. Selbst der 
Orundsatz der Neutralität fand keine Gnade. »Indem wir fragen: 
Sind wir neutral oder nicht, bekennen wir Farbe nach einer be- 
stimmten Richtung hin«, meinte der Anwalt. 

von Elm, Lorenz und Kaufmann wiesen in ruhiger Weise die 
AngrijBfe des Anwaltes zurück und betonten, dass sie auf dem Boden 
des Allgemeinen Verbandes ständen. Der Revers sei ebenso un- 
berechtigt wie überflüssig. Die Konsumvereine wollten weiter nichts, 
als den Konsum organisieren und soweit als möglich auf der Grund- 
lage des organisierten Konsums selbst produzieren, wie ja auch 
Schulze-D elitzsch die Produktiv-Genossenschaften als die Krönung 
des genossenschaftlichen Gebäudes bezeichnet habe. Darauf er- 
klärten Dr. Alberti und Dr. Crüger einmütig, diese Ausführungen 
seien der Beweis dafür, dass eine Richtung vorhanden sei, die von 
dem wirtschaftlichen Boden des Allgemeinen Verbandes abweiche 
und für die innerhalb des Allgemeinen Verbandes kein Platz sei. 
Da die Konsumvereine bestritten, von dem wirtschaftlichen Boden 
des Allgemeinen Verbandes abgewichen zu sein, so konnten sie 
eine Resolution, welche den wirtschaftlichen Grundsätzen des An- 
waltes die Zustimmung aussprach, in aller Gemütsruhe zustimmen. 

Dieser erste direkte Versuch, einen Teil der Verbands-Konsum- 
vereine abzusprengen, war somit gescheitert. Er musste scheitern, 
weil die Verbandsleitung die Interessen der Kreditgenossenschaften 
meinte und von den Grundsätzen Schultze-Delitzsch redete. 
Diese, die allein für die wirtschaftliche Grundlage des Allgemeinen 
Verbandes massgebend sein konnten, waren von den Konsum- 
Tereinen nicht angetastet worden. Hätte dagegen die Verbands- 
leitung klipp und klar gesagt: Wir wollen, dass die Konsumvereine 



— 32 — 

im Interesse der Kreditgenossenschaften auf eine konsequente Ent- 
wicklung verzichten, so würde sie von allen Konsumgenossen- 
schäften eine Absage erfahren haben. Das aber musste vermieden 
werden, sollte es gelingen, im Interesse der Kreditgenossenschaften 
die Konsumgenossenschaftsbewegung zu spalten. Es musste 
daher ein anderer Weg gesucht werden, um einen Gegensatz in 
die Konsumgenossenschaftsbewegung selbst hineinzubringen. 

Ein entsprechender Verstoss wurde in den Sonderverhand- 
lungen der Konsumvereine über die Leitsätze gemacht. Wie wir 
oben gezeigt haben, hatte der Anwalt und der Engere Ausschuss 
den berüchtigten Revers in die Leitsätze für Konsumvereine hinein- 
gearbeitet. Diese Gelegenheit sollte nun benutzt werden, um die 
Konsumvereine auf einen parteipolitischen Standpunkt 
festzunageln. 

Schon in der Debatte über den Jahresbericht hatte der An- 
walt einen Satz der von Elm'schen Broschüre über das Genossenschafts- 
wesen in diesem Sinne auszubeuten versucht. Der Satz lautet: 

»Vor allem, meine ich, muss man von dem Gesichtspunkte 
aus die Sache behandeln, dass die genossenschaftliche sowohl als 
die gewerkschaftliche Bewegung als eine Ergänzung der politischen 
Bewegung zu betrachten ist.« 

Dazu bemerkte der Anwalt in seinem Referat über die Leit- 
sätze : 

»Schliesslich, meine Herren, ist in die Position I noch die 
Bestimmung aufgenommen: 

»Die Verfolgung politischer Zwecke — unmittelbar 
oder mittelbar — und die Unterstützung von IQassen und 
Standesorganisationen steht im Widerspruch mit den Auf- 
^ gaben des Konsumvereins.« 

»Erörterungen der letzten Zeit haben zur Aufnahme dieser 
Bestimmung Veranlassung geboten. Ebenso wie auch in den 
Organen, die dem Allgemeinen Verband mehr oder weniger fremd 
gegenüberstehen, den Konsumvereinen — wir haben das gestern 
noch von den Vertretern derselben gehört — zur Richtschnur ge- 
macht wird, keine PoUtik zu treiben, so erscheint es auch infolge 
dessen geboten, in einer These das zum Ausdruck zu bringen. 
Allerdings habe ich ausdrücklich hinzugesetzt, nicht einmal mittelbar 
sollen sie Politik treiben, ^^ denn ich würde es für einen schweren 
Fehler halten, vor der Öffentlichkeit zu sagen, nur unmittelbar 
sollen sie keine poHtischen Bestrebungen unterstützen. Mit dem 
Satz: »die Unterstützug von Klassen- und Standesorganisationen 
steht im Widerspruch mit den Aufgaben des Konsumvereins« will 
ich zum Ausdruck bringen, dass es auch nicht zu den Aufgaben 
des Konsumvereins gehört, etwa als Ergänzung zur Gewerk- 
schaftsbewegung zu dienen; denn wollten die Arbeiter Konsum- 
vereine gründen, die als ein Stützpunkt der Gewerkschafts^ 
bewegung dienen sollen, würden sie die Genossenschaft ihrem 



— 33 — 

eigentlichen Zweck entfremden und es könnte vielleicht irgend eine 
andere Richtung Konsumvereine gründen, die einer anderen wirt- 
schaftlichen Eicbtung als Stützpunkt zu dienen haben, c 

Man beachte, wie der Anwalt mit Taschenspieler-Geschick- 
Uchkeit an die Stelle des Wortes »Ergänzung« das Wort »Unter- 
stützung« bringt! Da aber heute noch der Anwalt Dr. Crüger in 
seinen Angriffen auf die Konsumvereine mit dieser »Ergänzung der 
Gewerkschaftsbewegung« krebsen geht, so möge hier die Erläuterung 
von Elm darüber folgen, wie das Wort »Ergänzung« zu verstehen 
ist; von Elm führt aus: 

»Ich hätte nicht geglaubt, dass der Anwalt dem Passus eine 
derartige Deutung geben würde, wie er es tatsächlich getan hat. 
Er hat nämlich davon gesprochen, es heisse schon Politik treiben, 
wenn jemand die Meinung vertritt, dass die Genossenschafts- 
bewegung ergänzend der politischen gewerkschaftlichen Bewegung 
hinzuzutreten habe. Meine verehrten Herren, ich bin ganz anderer 
Meinung « 

»Wenn die Arbeiter bestrebt sind, auf politischem Gebiet 
ausreichenderen Arbeiterschutz, auf gewerkschaftlichem Gebiet 
höhere Löhne und kürzere Arbeitszeit zu erringen, und wenn ihnen 
dann das, was sie erreicht haben, durch Ring- und Kartellbildungen 
wieder genommen wird, dann erwächst für die Arbeiter die 
dringende Notwendigkeit, Genossenschaften zu bilden, sich den 
Konsumvereinen anzuschliessen, um das Errungene festzuhalten. 
Die ganze Genossenschaftsbewegung ist also in der Tat eine Er- 
gänzung der Bestrebungen der Arbeiter, ihre Lebenshaltung zu 
erhöhen « 

„Meine Herren, wir haben doch ein dringendes Interesse, dafür 
zu sorgen, dass unsere Konsumvereine grösser und stärker werden, 
dazu müssen wir aber hinausgehen und für sie agitieren. Wir haben 
das getan, und dadurch erreicht, dass in neuerer Zeit ein grosser 
Teil der Arbeiter sich unseren Genossenschaften angeschlossen hat, 
tun wir das, dann meine ich, handeln wir nur im Interesse der 
ganzen Genossenschaftssache. Um erfolgreich in Arbeiterkreisen 
wirken zu können, werden wir nicht umhin können, die Wechsel- 
wirkungen zwischen genossenschaftlicher, gewerkschaftlicher und 
politischer Betätigung der Arbeiter betonen zu müssen, um unserer 
Propaganda nicht durch uns selbst eine ganz überflüssige Schranke 
zu ziehen, möchte ich Sie deshalb bitten, den betreffenden Passus 
zu streichen. Ich für meinen Teil stehe konsequent auf dem Stand- 
punkt, dass die Konsumvereine mit irgend einer Parteipolitik nicht 
das Geringste zu tun haben, dass sie Parteipolitik nicht fördern 
sollen, dass es das Verkehrteste von der Welt wäre, wenn liberale, 
ultramontane oder sozialdemokratische Konsumvereine gegründet 
würden ; dazu ist die Genossenschaftsbewegung nicht da, auch nicht 
dazu, irgend welche Streiks zu unterstützen. Aber was kann nicht 
noch alles in die umstrittenen Worte hineingelegt werden, wenn 
schon der Anwalt ihnen eine solche Deutung gibt." 



— 34 — 

Diese Ausführungen von Elms sind eine so bündige Erklärung 
für die Neutralität der Konsumgenossenschaftsbewegung, wie sie 
besser nicht gewünscht werden kann. Jeder, der sie verstehen 
wollte, konnte sie verstehen. Der Anwalt aber rief: 

»Meine Herren, nach dem ganzen Verlauf, den die Debatte 
genommen hat, scheint es mir jetzt erst recht angebracht zu sein, 
nach Innen und nach Aussen rundweg die Erklärung abzugeben: 
»Die Konsumvereine treiben weder unmittelbar noch mittelbar Poli- 
tik. Herrn von Elm gebe ich nun zu, e r kann den Satz nicht 
unterschreiben, und die übrigen Herren, die sich um diese Frage 
herumgedrückt haben, werden auf dem gleichen Standpunkt, wie 
Herr von Elm stehen. € 

Man sieht schon, wie schlecht es auch bei diesem Verstoss 
zur Entzweiung von Konsumvereinen um die Sache des Anwalts 
stehen musste, wenn er zu einer solch klopffechterischen Art der 
Verdrehung und Unterstellung seine Zuflucht zu nehmen sich ge- 
zwungen sah. 

Die damals in dem Jahresbericht von dem Anwalt aufgestellte 
Behauptung, ein Teil der Konsumvereine stünde nicht auf dem 
wirtschaftlichen Boden des Allgemeinen Verbandes, weil sie die 
Organisation des Konsums und die Eigenproduktion für den organi- 
sierten Konsum erstrebe, zeigte sich in der Debatte über die Leit- 
sätze in ihrer ganzen Nichtigkeit, denn der erste Leitsatz empfahl, 
wie verschiedene Redner treffend bemerkten, ausdrücklich den Kon- 
sumvereinen die eigene Produktion der wirtschaftlichen Bedürfnisse. 

Im übrigen drehte sich der ganze Kampf über die Annahme 
oder Ablehnung des Satzes : »Die Verfolgung politischer Zwecke 
— unmittelbar oder mittelbar — und die Unterstützung von Klassen- 
und Standesorganisationen steht im Widerspruch mit den Aufgaben 
des Konsumvereins«. 

Ein Teil der Eedner, wie Fischer-EssUngen, Feuerstein-Stutt- 
gart, Radestock-Dresden, Assmann-Braunschweig, Knappe und 
Herbert, Stettin, Lorenz-Chemnitz und Schmidtchen-Harburg er- 
klärten den Satz für überflüssig, da ja schon das Genossen- 
schaftsgesetz die Verfolgung anderer als rein wirtschaft- 
lieber Zwecke verbiete. Man mache sich doch durch eine solche 
überflüssige Erklärung geradezu verdächtig. Auch seien die Aus- 
drücke »mittelbar« und namentlich apolitische Zwecke« zu unbestimmt. 

Ein anderer Teil der Redner, wie Dietrich-Kalkberge-Rüders- 
dorf, Gruner-Pforzheim und Jordan-Görlitz wollten dagegen den 
Satz beibehalten, um den von den Gegnern gemachten Vorwurfe, 
die Konsumvereine trieben Politik, dadurch entgegenzutreten. 

Einem Antrag von Elm folgend, setzte der Anwalt an die 
Stelle des Wortes »politische Zwecke« den Ausdruck »partei- 
politische Zwecke«. Gauss-Stuttgart wollte in dem zweiten Absatz 
der These das Wort »wirtschaftlich« streichen, wodurch der viel 
umstrittene Schlusssatz überhaupt überflüssig würde. 



— 35 — 

Kaufmann - Hamburg betonte, dass prinzipiell volle 
lEinigkeit darüber herrsche, dass die Konsum- 
vereine keine Partei-Politik treiben wollen. 
Die Differenz sei rein taktischer Natur. An sich sei ja der Schluss- 
isatz der These 1 vollständig überflüssig; wenn er aber jetzt, nach- 
-dem er einmal vorgeschlagen sei, abgelehnt würde, so würden die 
Gegner der Konsumvereine daraus Material für ihre Angriffe 
schöpfen. Nachdem der Anwalt an die Stelle von »Politik t »Partei- 
politik« gesetzt habe, empfehle es sich, um über den rein taktischen 
Gegensatz hinwegzukommen, den Leitsatz 1 einstimmig anzu- 
nehmen. Auch von Elm empfahl aus diesem Grunde jetzt für den 
Leitsatz zu stimmen. In seinem Schlusswort erklärte der Anwalt 
-den Antrag Gauss in brüsker Weise als für ihn »unannehmbar«, 
obwohl im Grunde ja dieser Antrag am besten die mittlere Linie 
der einander widerstreitenden Ansichten darstellte. Andererseits 
war die Absichts des Anwalts, die Konsumvereine in zwei feindliche 
Lager zu spalten, gescheitert. Eine Provokation in seinem Schluss- 
wort konnte nur verbittern, nicht aber das Resultat der Abstimmung 
^ändern. Der Antrag Gauss wurde mit 42 Stimmen gegen 25 Stimmen 
abgelehnt. Da überhaupt nur 57 Konsumvereine auf dem Verbands- 
tage vertreten waren, so ist es wahrscheinlich, dass auch hier wieder 
Kreditgenossenschaften mit gestimmt haben, denn schon vorher 
musste ein angenommener Schluss der Debatte annulliert werden, 
weil sich Vertreter von Kreditgenossenschaften zu Unrecht an der 
Abstimmung beteiligt hatten. Darauf wurde der erste Teil der 
These 1 einstimmig angenommen. 

Plötzlich machte jetzt Verbandsdirektor Kringel-Breslau einen 
Überrumpelungsversuch, indem er beantragte, im zweiten Teil der 
These 1 die ursprüngliche Fassung »Politik« statt »Parteipolitik« 
wiederherzustellen. Dieser Antrag wurde als unzulässig zurück- 
gewiesen und darauf auch der zweite Teil des 1. Leitsatzes ein- 
stimmig und die übrigen Leitsätze auf Antrag Kaufmann und 
Dietrich en bloc angenommen. Der geniale Taktiker Dr. Crüger 
hatte eine entschiedene Niederlage erlitten. Die Einigkeit 
und gegenseitige Verträglichkeit der Konsum- 
Tereine hatte die Feuerprobe bestanden, die auch 
in dem folgenden Gegenstande der Tagesordnung, den Bericht 
<ler Kommission betreffend die Eigen-Produktion der Konsum- 
vereine, in bester Weise zum Ausdruck kam. 

Zum Schluss erfuhren die Konsumvereine noch, wie wenig 
gewisse Kreditgenossenschaften geneigt waren, ihnen die Gleich- 
berechtigung im Verbände anzuerkennen. Von den zwei Mitgliedern 
des Engeren Ausschlusses schieden zwei Direktoren von Konsum- 
vereinsverbänden, die Herren Oppermann und Noelle aus. Noelle lehnte 
eine Wiederwahl ab. An seiner Stelle schlug der Gesamt-Ausschuss 
4ie beiden Direktoren von Konsumvereinsverbänden, Barth-München 
und Ejingel-Breslau vor. Da erhob sich plötzlich der Kreditgenossen- 
«chafter Professor Dr. Hindorf und schlug an Stelle Noelle's den 



— 36 — 

Direktor der Eheinisch -Westfälischen Kreditgenossenschaften unct 
ausgesprochenen Gegner der Konsumvereine, Moras, vor. 

Von 122 abgegebenen Stimmen erhielt Barth 66, Moras 36^ 
Kringel 30 Stimmen. In der Stichwahl erhielt Barth 54, Moras 
32 Stimmen; es fehlte also nicht viel, so wären die Konsum-^ 
genossenschafter aus der leitenden Körperschaft des Verbandes 
nahezu hinausgewählt worden. 

Dieselben Angriflfe, die der Anwalt in seinem Jahresbericht 
gegen die Konsumgenossenschaften schleuderte, enthielt auch das. 
offizielle Jahrbuch des Allgemeinen Verbandes, das erst mit dem 
Beginn des Genossenschaftstages verschickt war, damit die An- 
gegriflfenen keine Gelegenheit haben sollten, ihre Verteidigung vor- 
zubereiten. 

8. Von Baden-Baden bis Kreuznach. 

Die Auseinandersetzungen in Baden-Baden zogen schon in 
viel höherem Masse die Aufmerksamkeit der Presse auf sich als. 
der Allgemeine Genossenschaftstag in Hannover. Die Bestrebungen 
des Anwalts, Zwietracht in die Konsumgenossenschaftsbewegung zu 
tragen und einen Teil der Konsumvereine hinauszudrängen fanden 
nur in der »Preisinnigen Zeitung« und in der konservativ-scharf- 
macherischen Presse Beifall. Die »Kolonialwaren-Zeitung« machte 
den Vorschlag, die Konsumvereine überhaupt von dem Allgemeinen 
Verbände abzutrennen und' den Verband zu einer Vertretung 
der Kreditgenossenschaften und kleinhändlerischen Einkaufsgenossen- 
schaften zu machen. 

Dagegen bezeichnete die Frankfurter-Zeitung und mit ihr die 
erdrückende Mehrheit aller deutschen Blätter den Standpunkt des 
Anwalts als aus sachlichen undtaktischenGründen 
unhaltbar. In einem Teil der Arbeiterpresse wurden sogar 
die Vertreter der von dem Anwalt bekämpften Eichtung an- 
gegriffen. Der Wochenbericht enthielt sich in sorgsamster Weise 
allen Ausführungen, welche die so reizbare Leitung des Verbandes 
irgendwie hätten verletzen können. Innerhalb des Allgemeinen 
Verbandes herrschte nach den Auseinandersetzungen tiefster Friede. 

Welches Unheil der Anwalt durch seine Verdächtigungen in 
der Konsumgenossenschaftsbewegung anrichtete, zeigt drastisch die 
Mitte März d. v. J. veröffentlichteDenkschrift der sächsischen Regierung 
betreffend die Besteuerung der Grossbetriebe im Kleinhandel, in 
der neben aller Anerkennung der Konsumgenossenschaftsbewegung 
sich folgende Sätze befinden: 

»Der 1901 in Baden-Baden abgehaltene Deutsche Genossen- 
schaftstag nahm angesichts der Gefahr, die den Konsumvereinen 
durch die Einmischung sozialdemokratischer Parteipolitik in die 
Tätigkeit der Vereine erwächst, den Leitsatz an : „Die unmittelbare 
oder mittelbare Verfolgung politischer Zwecke und die Unterstützung 
von Klassen- und Standesorganisationen steht im Widerspruch mit- 
den Aufgaben der Konsumvereine.« 



— 37 — 

»Neuerdings regt sich unter den von Sozialdemokraten ge- 
leiteten Konsumvereinen der Gedanke, die Konsumvereine, die sich 
hisher als ein Glied der bestehenden Wirtschaftsordnung fühlten, 
zur Umgestaltung dieser Ordnung in eine sozialistische zu benutzen. 
Der bisherige Standpunkt wird als »kleinbürgerlich« und »krämer- 
haft« getadelt. Die genossenschaftlich organisierten Konsumenten, 
sagt man, sollen die Produktion in ihr Machtbereich ziehen. Der 
Allgemeine Deutsche Genpssenschaftstag hat jedoch im Herbst 1901 
zu Baden-Baden diese Änderung des Standpunktes (gegen wenige 
Stimmen) verworfen. (Blätter für Genossenschaftswesen vom 
4. Januar 1902.)« 

Am 19. April hielt der Verband sächsischer Genossen- 
schaften »Vorwärts« seinen Verbandstag in Zwickau ab. Der 
Vorsitzende Bock-Connewitz, schilderte in sachlichster Weise das 
Verhältnis zum Allgemeinen Verbände und schloss mit folgenden 
Worten : 

»Wenn jedoch die Herren zu der notwendigen Einsicht kommen 
«oUten, im Interesse der Genossenschaftsbewegung alle Vereine zu 
•einem grossen Ganzen vereinigt zu sehen, dann ist es ihre Aufgabe, 
^Ue Konsumvereine ohne jeden Vorbehalt aufzunehmen. Wir wollten 
<iann gern dazu beitragen, dass der Allgemeine Verband 
-eine achtunggebietendere Stellung einnimmt, als bisher. 
Das Ansehen der Genossenschaftsbewegung würde dadurch sowohl 
in Deutschland als auch im Ausland nur gewinnen.« 

Also selbst jetzt noch nicht der Plan eines Sonderverbandes 
der Konsumgenossenschaften! Die Haltung des von Dr. Crüger so 
geschmähten Vorwärts-Verbandes, der immer wieder das allgemeine 
Interesse der deutschen Konsumvereine über alle Differenzen und 
Provokationen stellte, ist geradezu bewunderungswürdig! 

Herr Verbandsdirektor Barth schrieb in seinem Organ, dem 
»Konsumverein«: 

»Nach dem stattgehabten Endresultat der Abstimmung gebe 
ich mich der Hoffnung hin, dass das gegenseitige Einvernehmen 
nicht so bald wieder getrübt werde; macht es doch den Eindruck, 
sls wenn manches Missverständnis und auch nicht ganz berechtigtes 
Misstrauen mit unterlaufen sei. Möge sich die Situation nun soweit 
geklärt haben, wie die Luft nach einem kräftigen Gewitter; mögen 
die Konsumvereine unter sich und dem Allgemeinen Verbände 
gegenüber stets fest und energisch auf det bisherigen Bahn vor- 
wärts schreiten zum grossen Nutzen für sich sowohl als auch der 
ganzen genossenschaftlichen Bewegung.« 

Aber schon in Baden-Baden war der Anwalt sich darüber 
Mar, dass er nicht den Frieden wollte, sondern den unheilbaren 
Konflikt. In einer kurzen Sitzung des Engeren Ausschusses gab er 
•die Erklärung ab, dass er nach dem Verlaufe des Genossenschafts- 
tages nichts anderes tun könne, als den Bevers fallen zu lassen. 
Er werde über die Aufnahme von Vereinen von Fall zu Fall 
entscheiden. Eine Diskussion über diese Mitteilung fand nicht 



— 38 — 

statt, da bisher der Anwalt ja überhaupt unumschränkt über dii^ 
Aufnahme entschied. Wenn er offen mitgeteilt hätte, welchen 
rigorosen Gebrauch er von seinem Recht der Ablehnung der Auf^ 
nähme vou Konsum- Vereinen zu machen gedachte, so wäre ihm? 
wenigstens von einer Seite ein Widerspruch nicht erspart geblieben- 
Aber gerade diese Seite war es, die er zuerst zu treffen gedachte* 

Das erste Exempel sollte nämlich gegen die süddeutschen 
Konsumvereine statuiert werden, deren Haltung dem Anwalte offen- 
bar eine zu selbständige war. Er lehnte die Aufnahme des Mann-^ 
heimer Konsumvereins in den Allgemeinen Verband kurzer Hand 
ab. Der »Wochen-Bericht« nahm von dieser Ablehnung Notiz,, 
enthielt sich aber aller Angriffe und erklärte auf eine Anregung- 
des »Genossenschafts -Pioniers« ausdrücklich, dass die Gross- 
einkaufs-Gesellschaft nicht bereit sei, zu der Errichtung 
eines Sonderverbandes der Konsumvereine die Hand zu? 
bieten. Der Allgemeine Verband beruhe auf demokratischer 
Grundlage und es wäre sehr undemokratisch und zugleich unge- 
genossenschaftlich gehandelt, wollte man das Vorgehen eines» 
Beamten des Allgemeinen Verbandes zum Vorwand nehmen, umi 
den Allgemeinen Verband zu sprengen, ohne auch nur den Versuch 
gemacht zu haben, die etwaigen Beschwerden bei den vorgesehenen. 
Instanzen vorzubringen. Bald darauf erhielt der Verbandsdirektor 
Badestock die Mitteilung, dass der Anwalt die Vereine des Vor- 
wärts- Verbandes überhaupt nicht in den Verband aufnehmen werde. 
Radestock bedauerte diese Entscheidung, die mit der sonstigen 
liberalen Gesinnung der Mitglieder des Allgemeinen Verbandes stark 
in Widerspruch stehe, und wies darauf hin, wie notwendig es sei,, 
die Allgemeinen Genossenschaftstage besser zu beschicken. 

unter diesen umständen musste natürlich der Vorwärts- Ver- 
band, der sich bereits zu Gunsten des Allgemeinen Verbandes auf- 
lösen wollte, von der Auflösung Abstand nehmen. Der diesbezüg- 
liche Beschluss wurde auf dem ausserordentlichen Verbands- 
tage in Chemnitz am 17. November 1900 gefasst. Die grosse 
Mehrzahl der Vorwärts-Vereine war aber bereits Mitglied des. 
Allgemeinen Verbandes, da sie anstandslos den Revers unterschrieben 
hatten. So hatte also wiederum die Provokation des Anwaltes den 
beabsichtigten Zweck verfehlt. 

Durch die Ruhe der Konsumvereine auf der abschüssigen 
Bahn immer weiter getrieben, begann Dr. Crüger jetzt den Kampf 
in der Presse. Die Neujahrsnummer der »Blätter für Genossen- 
schaftswesen« brachte einen viele Spalten langen Artikel, in dem 
er mit Hülfe der verwerflichsten Verdrehungs- und Entstellungs- 
künste und auf Grund von Zitaten aller möglichen Personen, die 
zum weitaus grössten Teile mit der Sache nichts zu tun hatten,, 
das Vorhandensein einer sozialistischen (sozialistisch natürlich im 
politischen Sinne) Konsumvereinsbewegung behauptete und darlegte,, 
dass für diese kein Platz innerhalb des Allgemeinen Verbandes sei. 
Auch diesem Artikel ist die Absicht des Anwaltes, die Konsum- 



— 39 — 

genossenschaftsbewegung zu spalten, ausdrücklich an die Stim 
geschrieben. In der Einleitung wird gesprochen von starken Gegen- 
sätzen in der deutschen Konsum genossenschaftsbewegung und der 
Artikel schloss mit den Worten: Ich glaube es nicht, dass den 
Herren die Mehrheit der Konsumvereine botmässig ist. 

Natürlich zogen die hageldicht gefallenen unberechtigten An- 
griffe des Anwaltes eine Flut von Erwiderungen im »Wochen- 
Bericht«, in den »Blättern für Genossenschaftswesen« und in anderen 
Organen nach sich. 

In Nr. 3 der »Blätter für Genossenschaftswesen« folgte ein 
fast noch heftigerer Artikel gegen die in der Neujahrsnummer des 
»Wochen-Berichts« von dessen Schriftleitung gegebenen Anregung, 
das Sparkassenwesen der Konsumvereine auszubauen und zu 
organisieren, um mit Hilfe dieser Mittel die konsumgenossenschaft- 
liche Entwicklung zu fördern. 

Dieses Treiben des Anwaltes empörte in den weitesten Kreisen 
und brachte den in so unberechtigter Weise angegriffenen Konsum- 
vereinen eine wertvoDe Unterstützung. Die Professoren F. Staudinger 
und Ferd. Tönnies rissen dem Anwalt die Maske ab und zeigten, 
dass er ebenso parteiisch wie ungerecht sei und einen logisch wie 
moralisch unhaltbaren Standpunkt eingenommen habe. Den Dank 
dafür stattete er ihnen ab, indem er sie in den Sitzungen vom 
22. und 23. April 1902 des Preussischen Landtages in unqualifizierbarer 
Weise angriff. Das Feuer der Zwietracht im Allgemeinen Verbände, 
angezündet und unermüdlich angefacht von dem Verbandsanwalt 
Dr. Crüger, war wieder in hellen Flammen aufgelodert. Die von 
ihm in Wegelagererweise angegriffenen und Überfallenen Konsum- 
genossenschaften befanden sich in der Notwehr. 

Allmählich begannen nun aber doch den grossen Konsum- 
genossenschaftsverbänden, um mit Heinrich Heine zu sprechen, die 
Knöpfe zu reissen an der Hose der Geduld. Von Verbandstag zu 
Verbandstag verlor der Anwalt an Einfluss, eine Niederlage reihte 
sich an die andere. 

Auf dem Verbandstage sächsischer Konsumvereine am 
31. Mai und 1. Juni in Leisnig wurde sein Verhalten gegen die 
Konsumvereine unter dem einmütigen Beifall des Verbandstages von 
Fleissner-Dresden und Lorenz-Chemnitz scharf kritisiert. Der in 
denselben Tagen gehaltene Verbandstag der thüringischen 
Konsumvereine in Hohenmölsen beschloss an den Allgemeinen 
Genossenschaftstag folgenden Antrag zu stellen: 

»Die Aufnahme in den Allgemeinen Verband erfolgt 
durch die dem Gesamtausschuss angehörenden Verbands- 
direktoren der betreffenden Genossenschaftsart. Im Falle 
der Ablehnung steht der zurückgewiesenen Genossenschaft 
die Berufung an den Allgemeinen Genossenschaftstag zu. 
Die Entscheidung ist in der separaten Sitzung der be- 
treffenden Genossenschaftsart herbeizuführen. Die Berufung 
ist bei dem Anwalte einzureichen.« 



— 40 — 

Auf dem Verbandstage der brandenburgischen 
Konsumvereine am 14. und 15. Juni in Brandenburg 
a/H. stand wieder der gemeinsame Wareneinkauf auf der Tages- 
ordnung. Der offizielle Börsentag der Verbandstage war zur 
vollständigen Bedeutungslosigkeit herabgesunken. Dagegen hatte eine 
Anzahl jüngerer Vereine nach sächsischem Muster eine kraftvoll 
sich betätigende Einkaufsvereinigung gebildet. Der Anwalt nahm 
scharf Stellung gegen die Grosseinkaufs-Gesellschaft und die neuere 
Richtung. Trotzdem wurde beschlossen, die Verbandsleitung sollte 
Schritte zur Errichtung einer Einkaufsvereinigung unternehmen. 

Ein neuer wertvoller Mitkämpfer entstand den Konsumvereinen. 
In den von Brentano & Lotz herausgegebenen Münchener volks- 
wirtschaftlichen Studien erschien Mitte Juni, von Brentano selbst 
mit einem Vorwort versehen, Dr. Reinhold Riehn's: Das 
Konsumvereinswesen inDeutschland. Der »Wochen- 
Bericht« nannte das Buch eine genossenschaftliche Tat 
und schrieb darüber unter anderen: 

»Was uns fehlte, war der Nachweis, dass die Konsumgenossen- 
schaftsbewegung aus der heutigen volkswirtschaftlichen Entwicklung 
heraus entstanden ist, dass sie ein Teil von ihr ist und zugleich 
ein Schritt auf der Bahn der kulturellen Entwicklung der Menschheit 
überhaupt. Ein Werk, welches sich diese Aufgabe stellt, muss weit 
über den Rahmen der Schriften hinausgehen, die uns der Allgemeine 
Verband der deutschen Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften 
und dessen Leiter und Führer bisher gegeben haben, werden doch 
die Ziele der heutigen Konsumgenossenschaftsbewegung, die übrigens 
keine anderen sind, als die der Konsumgenossenschaftsbewegung 
aller anderen Länder, die in dem Wesen der Bewegung begründet 
sind und aus demselben mit eherner Notwendigkeit hervorgehen 
müssen, von dem Leiter des Allgemeinen Verbandes in leidenschaft- 
lichster Weise bekämpft. Ein Werk, welcher der Konsumgenossen- 
schaftsbewegung als einer natürlichen, notwendigen und wertvollen 
Potenz der wirtschaftlichen Entwicklung gerecht zu werden sucht, 
ist das Konsumvereinswesen in Deutschland von Reinhold Riehn.t 

Dr. Crüger tobte! 

Ein ähnlicher Antrag, wie er auf dem thüringer Verbandstag 
angenommen wurde, beschäftigte den Verbandstag nord- 
westdeutscher Konsumvereine am 29. Juni in 
Hannover. Derselbe wurde aber gegen eine starke Minderheit 
abgelehnt, weil eine Annahme auf dem Allgemeinen Genossen- 
schaftstage aussichtslos erschien. Es erschien der Mehrheit aus- 
reichend, dass derselbe von anderer Seite auf die Tagesordnung 
gebracht worden sei; auch wünschte man eine weitere Verschärfung 
der Gegensätze zu vermeiden. Andererseits Hess sich aber auch 
dieser Verbandstag von dem Wege einer konsequenten konsumge- 
nossenschaftlichen Entwicklung nicht abbringen. Auf Antrag 
Schmidtchen-Harburg wurde folgende Resolution einstimmig an- 
genommen. 



— 41 — 

»Der 17. Verbandstag nordwestdeutscher Konsumvereine 
erblickt in der Bildung von Einkaufsvereinigungen zum gemein- 
schaftlichen Warenbezüge unter Anschluss an die Q-rosseinkaufs- 
Gesellschaft Deutscher Consumvereine in Hamburg ein wirksames 
Mittel für die Hebung und weiteren Entwicklung der Konsumvereine 
und empfiehlt den Verbandsvereinen dringend, sich den bestehenden 
Einkaufsvereinigungen anzuschliessen, und wo eine Einkaufsver- 
einigung noch nicht besteht, sich an der Gründung einer solchen 
für den betreffenden Bezirk zu beteiligen.« 

Auf dem Verbandstage des Verbandes süddeutscher 
Konsumvereine am 2. und 3. August in Augsburg kam es 
zu einer lebhaften Auseinandersetzung wegen der Nichtaufnahme 
des Mannheimer Konsumvereins. Der Anwalt hat in seinem Neujahrs- 
artikel die Ablehnung der Aufnahme in folgender Weise begründet: 
»Die Gründe für die Ablehnung der Mannheimer Genossen- 
schaft liegen in jenem Passus des Statuts, wonach der Verein die- 
jenigen Lieferanten in erster Linie berücksichtigen will, die das 
Koalitionsrecht der Arbeiter und die gewerkschaftlichen Bedingungen 
anerkennen, ein Passus, der auch in die von dem Mannheimer Konsum- 
verein gebildete Einkaufsvereinigung hineingenommen ist. Ich kann es 
durchaus verstehen, wenn der Vorstand des Konsumvereins nach 
Möglichkeit nach diesen Grundsätzen handelt — legt er sie aber 
statutarisch fest, so gliedert er damit den Konsumverein der Gewerkr 
Schaftsbewegung an. Das Statut des Mannheimer Konsurasvereins 
liess deutlich erkennen, dass diese Genossenschaft zu jener Gruppe 
gehört, die in den Konsumvereinen eine Ergänzung der Gewerk- 
schaftsbewegung erblickt. « 

In England gibt es kaum eine öffentliche Körperschaft, welche 
diese Grundsätze nicht anerkennt, und auch in Deutschland haben 
schon Behörden und Landtage sie als massgebend festgesetzt. Die 
Haarspaltereien des Anwaltes fanden daher bei den süddeutschen 
Konsumvereinen keinen dankbaren Boden. Verbandsdirektor Barth 
erklärte ausdrücklich, dass er für die Aufnahme gewesen sei, und 
es wurde mit grosser Mehrheit folgende von Busch - Cannstatt 
beantragte Resolution angenommen. 

»Der Verband süddeutscher Konsumvereine stellt zum dies- 
jährigen Allgemeinen Genossenschaftstag zu Kreuznach den Antrag, 
den § 5 Abs. 2 des Allgemeinen Verbandes abzuändern und ihm 
folgende Fassung zu geben: 

»Der Verbandstag nimmt mit Bedauern Kenntnis von 
der Ablehnung der Aufnahme des Mannheimer Vereins in 
den Allgemeinen Verband. Er hält die von dem Herrn 
Verbandsanwalt hierfür geltend gemachten Gründe nicht 
für stichhaltig und empfiehlt dem Allgemeinen Genossen- 
schaftstag zu Kreuznach die Aufnahme in den Allgemeinen 
Verband.« 
Ebenso wurde folgender Antrag des Spar- und Konsumvereins 
€annstatt-Feuerbach mit fast zwei Drittel Mehrheit beschlossen, 



— 42 — 

obwohl der nochmals berühmte Rechtsanwalt Schmittberger-München 
ihn fnr,,Blö dsinn erklärte: 

Ȇber die Aufnahme in den Allgemeinen Verband entscheidet 
bei Genossenschaften, bei deren Bezirk ein Unterverband besteht, 
der zuständige Verbandsvorstand bezw. Verbandsdirektor, für alle 
anderen Genossenschaften der Verbandsanwalt. Wird die Aufnahme 
verweigert, so steht der zurückgewiesenen Genossenschaft die Be- 
rufung an den Allgemeinen Genossenschaftstag zu, und ist die 
endgültige Entscheidung nur durch die stimmberechtigten Vertreter 
der betreffenden Genossenschaftsart herbeizuführen. Die Berufung 
an den Allgemeinen Genossenschaftstag ist bei dem Verbands- 
anwalt einzureichen.« 

Der Verbandstag der Konsumvereine der Provinz 
Sachsen am 17. August in Bemburg stellte mit 28 gegen 
27 Stimmen den Antrag, das Statut des Allgemeinen Verbandes 
dahin abzuändern, dass die Aufnahme der Genossenschaft durch 
den Gesamtausschuss erfolge. Das Resultat der Abstimmung wurde 
angezweifelt und da Dr. Crüger eine Wiederholung der Abstimmung 
nicht gestatten wollte, kam es zu einem grossen Tumult. 

9. Die Kreuznacher Gewalttat 

Der Allgemeine Genossenschaftstag inKreuz- 
nach vom 2. — 5. September 1902 nahte heran. Die Stellung des 
Anwaltes zu der Konsumgenossenschaftsbewegung hatte sich seit 
dem Allgemeinen Genossenschaftstag in Hannover erheblich ver- 
schlechtert. Es war ihm nicht gelungen, einen Keil in die Konsum- 
vereine zu treiben. Fast einmütig hatten die Konsumgenossen- 
schaftsverbände sich gegen seinen Terrorismus und für die von ihm 
bekämpfte Richtung ausgesprochen. Die Angriffe des Anwaltes 
hatten das Gefühl der Interessengemeinschaft und der Solidarität 
unter ihnen gefestigt. Im Feuer des Kampfes waren sie zusammen- 
geschmiedet. 

Dazu kam, dass die Entwicklung der Grosseinkaufs-Gesell- 
schaft immer mehr ein festes wirtschaftliches Band um die Konsum- 
vereine schlang. In dem Jahre des Hannoverschen Verbandstages 
betrug der Umsatz der Grosseinkaufs-Gesellschaft 8 Millionen Mark; 
Inlandsläger waren nicht vorhanden und ein einziger Vertreter war 
mit dem persönlichen Besuch der Konsumvereine betraut. Im Jahre 
des Allgemeinen Genossenschaftstages in Kreuznach betrug der 
Umsatz der Grosseinkaufs-Gesellschaft 2V/2 Millionen Mark. Sie 
hatten Zentrallager ausser in Hamburg, in Berlin, Chemnitz, Mann- 
heim und Düsseldorf, und für den direkten Besuch der Konsum- 
vereine waren sechs Vertreter engagiert. Endlich war in diesem 
Jahre das Frauen-Genossenschafts-Blatt herausgegeben, das sofort 
in einer Auflage von 120,000 Exemplaren erscheinen konnte. Noch 
rin bis zwei Jahre derselben Kämpfe und die Bahn wäre frei ge- 
wesen für eine konsequente konsumgenossenschaftliche Entwicklung 
innerhalb des Allgemeinen Verbandes. 



- 43 — 

Jetzt spielte Dr. Grüger va banque. Eine Schreckens« 
herrschaft über die Konsumvereine sollte aufgerichtet werden* 
Auf seine Veranlassung beschloss am Tage vor dem Beginn der 
Yerhandlangen in Kreuznach die Mehrheit des Gesamtausschussea 
des Allgemeinen Verbandes gegen den Protest der Minderheit den 
Antrag auf Ausschluss des Verbandes sächsischer Konsumvereine 
mit 66 Vereinen, der Grosseinkaufs-Gesellschaft Deutscher Consum- 
vereine und noch 31 oder 32 anderer Konsumvereine aus den ver- 
schiedenen Verbänden auf die Tagesordnung zu stellen. Wie viele 
Vereine ausgeschlossen werden sollten, wusste man seibat nicht, 
nicht einmal die Liste stimmte! Wer nur irgend 
welcher modernen Ideen verdächtig schien, wurde auf die Liste 
der Geächteten gesetzt. Mit Ausnahme der beiden kleinen Konsum- 
genossenschaftsverbände in Schlesien und der Lausitz war kein 
Konsumgenossenschaftsverband, der nicht eine Anzahl seiner besten 
und tatkräftigsten Vereine verlieren sollte. 

Die vorher veröffentlichte Tagesordnung für den Allgemeinen 
Genossenschaftstag in Kreuznach hatte von dem geplanten Aus- 
schluss nichts erkennen lassen. Ebensowenig hatte man es für 
notwendig befunden, die von dem Ausschluss betroffenen Vereine, 
von denen mehr als die Hälfte auf dem Verbandstag gar nicht 
vertreten war, vorher in Kenntnis zu setzen. Es war ein 
heimtückischer Überfall, wie er feiger und 
hinterlistiger nicht gedacht werden konnte! 

Ferner wurde den mit dem Ausschluss bedrohten Vereinen auf 
dem Genossenschaftstage auch jede Möglichkeit, sich zu verteidigen, 
abgeschnitten. Die Herrschaft der brutalen Gewalt war prokla- 
miert, welche die deutschen Konsumvereine im tödlichsten Schrecken 
sollte erzittern machen. 

A m A b e n,d des 2. September 1902 wurde in der Vor- 
versammlung die Änderung der Tagesordnung durch die Majorität der 
Kreditgenossenschaften beschlossen und die Liste der Geäch- 
teten bekannt gegeben. 

Am Abend des 2. September 1902 tratdieMehr- 
zahl der in Kreuznach versammelten Vertreter 
der deutschen Konsumvereine zusammenund be- 
gann die Organisationsarbeit zur Gründung des 
neuenVerbandes. Die Vertreter der Konsumgenossenschaften 
gaben damit den Beweis, dass sie in Ruhe und Besonnenheit, in 
Mut und Tatkraft der Situation gewachsen waren. 

Am ersten Verhandlungstage, den 3. September, begann der 
Kampf, der eigentlich kaum ein Kampf mehr zu nennen war, da 
über seinen Ausgang kein Zweifel sein konnte. Die Konsumvereine 
wiesen mit Ernst aber auch mit Humor, Spott und Ironie die An- 
griffe des Anwaltes ziu-ück. Die Kreditgenossenschaften pochten 
auf ihre Majorität nach den Worten des Rechtsanwalts Schmitt-» 
berger-Mtinchen : 



— 44 — 

»Wir können nicht prüfen, ob wir im Recht sind, sondern 
wir müssen erwägen, dass wir heute noch die Mehrheit haben. 
"Wenn Sie jetzt die Gelegenheit aus den Händen schlüpfen lassen, 
heute, wo Sie die Macht haben, dann werden Sie später nie wieder 
diese Gelegenheit haben.« 

Der Ausschluss wurde mit 268 gegen 84 Stimmen beschlossen. 

Am 4. September morgens traten die Vertreter der Konsum- 
vereine zu einer Sonderversammlung zusammen, in der beschlossen 
wurde, die Sonderverhandlungen für Konsumvereine des nächsten 
Tages geschlossen zu besuchen und dort einen Protest zu verlesen. 
Weiter wurde in namentlicher Abstimmung einstimmig die Errichtung 
eines neuen Konsumvereinsverbandes für Deutschland beschlossen 
und mit den sofort in Angriff zu nehmenden Arbeiten eine Kom- 
mission betraut, in welche die Herren Radestock - Dresden, 
Schmidtchen - Harburg, Pens - Dessau, Assmann - Braunschweig, 
Brinkmann - Elberfeld, Barth - München und Katzenstein - Mannheim 
gewählt wurden. Die Kommission trat sofort zu einer Beratung 
zusammen und entwarf die Grundzüge für einen an die Konsum- 
vereine zu richtenden Aufruf. 

Eine zweite Versammlung der Konsumvereins-Vertreter fand 
am Nachmittag desselben Tages statt, in welcher der Inhalt des 
Aufrufes mitgeteilt und der Protest beschlossen wurde. 

Eine Stunde später begannen die Sonder- Verhandlungen der 
Konsumvereine. Radestock-Dresden verlas folgende Protesterklärung : 

»Durch denBeschluss, wonach 98 Konsum- und andere Genossen- 
schaften ohne jeden Grund aus dem Allgemeinen Verband Deutscher 
Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften ausgeschlossen worden 
sind, ist es für die betreffenden Vereine unmöglich geworden, hier 
noch weiter mit zu beraten und fordere ich deshalb diejenigen 
Herren Delegierten, welche uns gestern zustimmten, auf, mit mir 
den Saal zu verlassen.« 

Mit einem kräftigen Hoch auf den neuen Verband der Konsum- 
vereine verliessen die Vertreter der Konsumvereine den Allgemeinen 
Genossenschaflstag. 

Der Aufruf an die Konsumvereine wurde sofort an die 
deutschen Konsumvereine versandt und auch im »Wochen-Bericht« 
(No. 37) veröffentlicht. Er schliesst mit folgenden Sätzen: 

»Genossenschafter! Von heute ab ist es den Interessen und 
der Würde eines Konsumvereins und einer Produktiv-Genossenschaft 
widersprechend, noch länger Mitglied des Allgemeinen Genossen- 
schaftsverbandes zu bleiben. Wir ersuchen Euch aller Orten, die 
vorbereitenden Schritte in den Generalversammlungen Eurer Vereine 
zu unternehmen und Eure Verwaltungen zu beauftragen, sobald die 
heute von den unterzeichneten Vertretern der Konsumvereine ein- 
gesetzte Kommission bekannt gibt, dass die Vorarbeiten zur 

Vergleiche auch »Von Schulze-Delitzsch bis Kreuznach « von Standinger, 
Kapitel 9, das Krenznacher Ketzergericht und folgende. 



— 45 — 

Gründung des neuen Verbandes beendet sind, den Austritt aus 
dem Allgemeinen Verband der deutschen Erwerbs- und Wirtschafts- 
genossenschaften und den Beitritt zum Verbände der Konsum- und 
Produktivgenossenschaften Deutschlands zu erklären.« 

»Genossenschafter! Es gilt die Einigung sämtlicher Konsum- 
und Produktiv-Genossenschaften in einen Verband zu schaffen; es 
gilt, mit aller Energie an der Entwicklung und der Wahrung der 
Interessen unserer Genossenschaften zu arbeiten — wir appellieren 
an Euer Solidaritätsgefühl — wir erwarten, dass Ihr als Genossen- 
schafter handeln werdet, wozu ihr verpflichtet seid — um dadurch 
die Absichten der im alten Verband organisierten Gegner der 
Konsimivereinsbewegung zu vereiteln. Heute gilt es kein Zaudern 
mehr, wer die Organisation der Konsumenten und Produzenten 
gross und stark machen will, der wirke mit aller Entschiedenheit 
für den Verband der Konsum- und Produktivgenossenschaften 
Deutschlands!« 

Die Kreuznacher Gewalttat fand in der Presse die schärfste 
Verurteilung. Nur die journalistischen Vertreter kleiner Minder- 
heiten wie die agrarische, die antisemitische, die scharfmacherische 
und die kleinhändlerische Presse, ferner die »Freisinnige Zeitung« 
und das »Hamburger Fremdenblatt« stellten sich auf die Seite des 
Anwaltes. Das »Hamburger Fremdenblatt« fasste mit anerkennens- 
werter Offenheit die Ursache der Kreuznacher Gewalttat in folgende 
Formel: »Wo ein leistungsfähiger Kaufmannsstand vorhanden ist, 
da sind die Konsumvereine nicht am Platze.« 

Sehg sind, die da geistig arm sind, denn das Himmel- 
reich ist ihr. 

10. Die Solidarität der Konsumvereine. 

Das Band der Interessengemeinschaft, das sich imi die Kon- 
sumgenossenschaftsbewegung geschlungen hatte, hatte jetzt die 
härteste Belastungsprobe zu bestehen. Es sollte sich zeigen, ob 
die nicht ausgeschlossene grosse Mehrzahl der Konsumvereine den 
ausgeschlossenen 97 Konsumvereinen genossenschaftliche Solidarität 
beweisen würde. 

An die Vereine des nordwestdeutschen Verbandes 
richtete Schmidtchen-Harburg, an die Vereine des p r o v i n z - 
sächsischen Verbandes der Allgemeine Konsumverein in Braun- 
schweig die Aufforderung, an die Verbandsleitung den Antrag auf 
Einberufung eines ausserordentlichen Verbandstages zu stellen. 
Auch im brandenburgischen Verbände wurde ein gleicher 
Antrag gestellt. 

Verbandsdirektor Oppermann vom provinz-sächsischen Ver- 
bände dagegen versandte ein Rundschreiben, in dem er die Kreuz- 
nacher Vorgänge frisch und munter darauf zurückführte, dass die 
Sozialdemokratie aus den Konsumvereinen ein gefügiges Werkzeug 
zur Bearbeitung der breiten Massen für parteipolitische Sonder- 
zwecke schmiede und durch die Mittel der Konsumvereine die 



— 46 — 

liäufig recht wackelige materielle Existenz gewisser Parteiführer 
wirksam unterstützen wolle. 

Direktor Nolte vom rheinisch-westfälischen Ver- 
bände behauptete in seinem Rundschreiben, dass die Ausschliessung 
«rfolgt sei, weil die betroffenen Vereine über Zwischenhandel und 
Kleinhandel den Stab gebrochen hätten. Der Anwalt Dr. Crüger 
wusste . sich keinen anderen Rat, als zu seiner Verteidigung in 
«einer Korrespondenz zu erklären, es sei wohl nicht auf einen 
Zweifel zurückzuführen, dass die Gegner des Ausschlusses Anhänger 
der »sozialdemokratischen Wirtschaftsordnung« seien. 

Dem gegenüber erklärte Verbandsdirektor Barth vom süd- 
deutschen Verband in Nr. 2 seines »Konsumverein«: 

»Ich erkläre hiermit, dass ich von Anfang an Gegner der 
Massnahmen des Herrn Anwaltes, sowie des Engeren Ausschusses 
war, soweit diese Angelegenheit in Frage steht. Ich habe konsequent 
und mit aller meiner Kraft und Überzeugung dagegen gekämpft 
und dagegen gestimmt, bin mir aber nicht bewusst, ein Sozialdemo- 
krat zu sein. Diese obige Behauptung soll wohl die Gedanken- 
faulen gruselig machen, damit sie lieber beim Allgemeinen 
Verbände bleiben. 

Am einfachsten lagen die Dinge im Verbände säch- 
sischer Konsumvereine, der ja in corpore ausgeschlossen 
war. Herr Verbandsdirektor Radestock erklärte in seinem Rund- 
schreiben mit kühlster Ruhe: 

»Unser Verband selbst wird in seiner Organisation durch den 
Ausschliessungsbeschluss nicht berührt; er bleibt bestehen, genau 
wie seither, uns binden keine statutarischen Bestimmungen an den 
Allgemeinen Verband. Wir haben nicht nötig, nur einen Para- 
graphen zu ändern. Die langersehnte Vereinigung der in Sachsen 
bestehenden zwei Konsumvereinsverbände wird nun endlich zur 
Tatsache; ob unser Verband oder der Revisionsverband »Vorwärts« 
bestehen bleibt, das werden die in Kürze stattfindenden Beratungen 
der beteiligten Kreise ergeben, sind wir doch schon seit Jahren in 
Sachen der Umsatzsteuer und des Schiedsgerichts nur ein Verband«. 

»Wir sehen mit Ruhe der Zukunft entgegen; die sächsischen 
Konsumvereine verdanken ihre bedeutende Entwicklung nicht dem 
Allgemeinen Verbände, sondern ihrer eigenen Kraft, wir werden 
das genossenschaftliche Bestreben auch ohne den Allgemeinen Ver- 
band zu wahren wissen. Nicht Reverse und väterliche Leitsätze 
sind nötig; wir stehen, wie immer, auf dem Boden des Genossen- 
schaftsgesetzes und das werden wir in Zukunft hoch halten.« 

An die Vereine des thüringischen Verbandes richteten 
die Konsumvereine in Gera-Debschwitz, Greiz, Meuselwitz, Hohen- 
mölsen, Teucha und Streckau die Auflforderung, sofort einzeln aus 
dem Allgemeinen Verbände auszutreten. Über den Austritt aus 
dem Verbände soll ein ausserordentlicher Verbandstag entscheiden. 

Verbandsdirektor Barth berief einen ausserordentlichen 



— 47 — 

Terbandstag süddeutscher Konsumvereine zum 5. Oktober 
nach Stuttgart ein. In seinem Rundschreiben heisst es: 

»Aus unserem Verbände wurden ausgeschlossen die Vereine: 
Frankenthal, Erlangen, Neuer Bockenheimer (Frankfurt), Neu- 
Isenburg, Offenbach, Rödelheim und Schweinfurt. Ich erachte das 
Herausgreifen dieser Vereine aus unserem Verbände als willkürlich, 
e& konnte mir aber nicht gelingen, sie zu retten. Es erschien dem 
Herrn x4.nwalt und der Majorität eben notwendig, Abschreckungs- 
theorie zu treiben; die erstere Zahl erschien eben doch zu gross 
zum Ausschluss, aber ein tüchtiges Exempel musste doch statuiert 
werden. Die Vereine aus unserem Verbände, welche diesmal noch 
nicht ausgeschlossen wurden, werden wohl zu einem nächsten Opfer- 
fest aufgespart bleiben « 

»Nähere Mitteilungen über diesen denkwürdigen Genossen- 
schaftstag werde ich auf dem Verbandstag machen. Damit die 
Vereine aber auch vorher in gemeinsamer Sitzung sich beraten 
und Stellung nehmen können, so will ich hiermit erklären, dass 
meiner Ansicht nach für die Konsumvereine kein geeigneter Platz 
mehr im Allgemeinen Verbände ist; ein grosser Teil der Kredit- 
vereinler würde es mit Freuden begrüssen, wenn sie alle gingen, c 

Der Verbandstag süddeutscher Konsumvereine war von 
59 Vereinen durch 209 Delegierte beschickt. Verbandsdirektor 
Barth verlas eine Denkschrift, in der er in eingehender Weise zeigte, 
wie sich die Dinge in demselben Masse zugespitzt hatten, in dem 
die Konsumgenossenschaftsbewegung sich kräftiger und kräftiger 
entwickelt habe. In den Sitzimgen des Gesamtausschusses hätten 
mehrere Verbandsdirektoren ihre Freude nicht darüber verbergen 
können, dass endlich gegen die verhasste Grosseinkaufs-GeseUschaft 
vorgegangen werden soUe und der Anwalt habe erklärt, die auf- 
gestellte Liste sei noch nicht erschöpfend, wer sich nicht füge, 
folge nach, wenn er es nicht vorziehe, selbst zu gehen. Der Vor- 
trag gipfelte in folgenden Sätzen: 

»Die ganze Konstruktion der Ausschliessungsgründe ist un- 
haltbar. Jeder Konsumverein, jede Genossenschaft ist danach ein 
Verstoss gegen die heutige Wirtschaftsordnung. Der wahre Grund 
ist: Der Konsumvereine werden zu viel, sie fallen den 
K[reditvereinen im Allgemeinen Verbände lästig. Man 
schielt hin nach den neu entstehenden Handwerkergenossenschaften 
und vor allem auf die Einkaufsgenossenschaften der Krämer. Wo 
solche Bestrebung herrscht, ist kein Platz mehr für uns, ebenso- 
wenig in einem Verband, in dem das Wort: »Man brauche nicht 
zu fragen, ob man im Rechte sei, jetzt habe man noch die Machte, 
grossen Beifall findet.« 

Dieser Vortrag wurde mit stürmischem Beifall aufgenommen. 
Auf Antrag Strauss ehrte die Versammlung Herrn Barth für seine 
feste und konsequente Haltung durch Erheben von ihren Sitzen. 
Der Antrag auf Austritt aus dem Allgemeinen Verbände wurde 
mit 52 gegen 7 Stimmen angenommen. 



— 48 — 

Ein ausserordentlicher Verbandstag der branden- 
burgischen Konsumvereine fand am 12. Oktober in 
Berlin statt. Nach lebhafter Debatte wurde mit zwei Drittel Mehr- 
heit folgende Resolution angenommen: 

»Der ünterverbandstag der Provinz Brandenburg erklärt den 
Ausschluss der 97 Vereine ohne Initiative der Unterverbände für 
vollständig imger echtfertigt; für unvereinbar mit den Aufgaben des 
Allgemeinen Verbandes muss der ünterverband ferner die offiziell 
proklamierte Vertretung der Interessen des Mittelstandes ansehen^ 
er kann daher die Beschlüsse des Verbandstages zu Kreuznach 
nicht bilhgen.« 

Darauf schloss Herr Verbandsdirektor Krüger die Versamm- 
lung, ohne den Antrag des Konsumvereins »Vorwärts «-Brandenburg 
auf Austritt aus dem Allgemeinen Verband zur Abstimmung 
gebracht zu haben. 

Die Annahme des Antrages konnte ja auch, nachdem die obige 
Resolution mit erdrückender Mehrheit angenommen war, nicht mehr 
zweifelhaft sein. 

Verbandsdirektor Heins berief einen ausserordentlichen Ver- 
bandstag der nordwestdeutschen Konsumvereine nach 
Hannover ein. Auf der Tagesordnung stand der Austritt aus dem 
Allgemeinen Verband. Zur Begründung der Tagesordnung führte 
Heins in seinem Rundschreiben an: 

»Auch nach meiner Ansicht ist die Abhaltung eines ausser- 
ordentlichen Verbandstages zur Notwendigkeit geworden, damit 
unser Verband Stellung nimmt gegenüber der Ausschliessung von 
98 Genossenschaften aus dem Allgemeinen Verbände, von denen 
ein Teil unserem Verbände angehört. Es haben bereits mehrere 
unserer Verbandsgenossenschaften, die nicht zu den Ausgeschlossenen 
gehören, ihren Austritt aus dem Allgemeinen Verbände angezeigt^ 
und eine sehr grosse Anzahl wird, wie ich mich informiert habe^ 
den Ausgeschlossenen folgen. Es muss unsere nächste Sorge sein, 
unseren Revisionsverband als solchen lebenskräftig zu erhalten ; 
der Bestand unseres Verbandes wird aber in Frage gestellt, wenn 
ein grosser Teil der Vereine, und vorwiegend die grössten und am 
kräftigsten entwickelten, unserem Verbände verloren gehen. Dies 
wird der Fall sein, wenn wir ein Glied des Allgemeinen Verbandes 
bleiben; denn das Ausscheiden aus dem Allgemeinen Verbände 
zieht in diesem Falle das Ausscheiden aus unserm Unterverbande 
nach sich. Ich muss mich deshalb dem Antrage auf Austritt unseres 
Verbandes aus dem Allgemeinen Verbände anschliessen ; unser 
Verband wird dadurch nicht geschädigt werden.« 

Der ausserordentliche Verbands tag der thüringischen 
Konsumvereine fand am 26. Oktober in Gera statt. Es stand 
um die Sache des Allgemeinen Verbandes jetzt so schlecht, dass 
nur ein entscheidender Sieg der Abkehr der Konsumvereine vom 
Allgemeinen Verbände Einhalt tun konnte. Es war daher eine 
Vorbesprechung nach Gera einberufen worden, durch welche der 



— 49 — 

Anwalt sich von vornherein eine möglichst günstige Position sichern 
wollte. An dieser Vorbesprechung nahmen aber auch sehr viele 
Genossenschafter, die man nicht erwartet hatte, oder über deren 
Stellungnahme man nicht orientiert war, teil. Schliesslich raunte 
Dr. Crüger dem Vorsitzenden der Versammlung zu, er möge die- 
selbe scUiessen und erklären, sie sei gesprengt, was derselbe auch 
unter grösster Heiterkeit der Versammlung tat. 

Am Nachmittage begannen die eigentlichen Verhandlungen. 
Der Leiter der Verhandlungen, stellvertretender Verbandsdirektor 
Hebestreit, gab dem Schriftleiter der Grosseinkaufs-Gesellschaft das 
Wort, um über den ersten Punkt der Tagesordnung »Stellungnahme 
zu den Vorgängen in Kreuznach« zu referieren. Dieser nahm unter 
dem stürmischen Beifall der Versammlung eine gründliche Abrechnung 
mit dem Anwalt vor. Sein Vortrag schloss mit folgenden Sätzen: 

»Wer der einheitlichen Organisation der deutschen Konsum- 
vereine entgegenarbeitet, wer die Konsumvereinsbewegung zu zer- 
splittern sucht, wie es der Anwalt tut, wer unter die Konsumvereine 
Unfrieden säet und sie politisch gegeneinander verhetzt, der arbeitet 
nicht im Interesse der Konsumvereine, sondern im Interesse der 
Kreditgenossenschaften, der übt Verrat an der deutschen Konsum- 
genossenschaftsbewegung. < 

Darauf kam der Anwalt zum Wort, der noch einige schwache 
Versuche machte, sich gegen die Angriffe des Vorredners zu ver- 
teidigen. Namentlich wollte der Anwalt sich damit entschuldigen, 
dass er den Versuch einer friedlichen Lösung gemacht habe, damit 
aber bei den Konsumvereinen keine Gegenliebe gefunden habe. 
Im Auftrage des Anwaltes und des Engeren Ausschusses habe Barth 
bei Gelegenheit der Braunschweiger General-Versammlung mit der 
Grosseinkaufs-Gesellschaft über ihren Austritt, er selbst habe mit der 
Leitung des sächsischen Verbandes diesbezügliche Verhandlungen 
angeknüpft. 

Was es mit diesen Verhandlungen auf sich hatte, werden wir 
gleich sehen. 

Nach einer stürmischen Debatte, in der von allen Seiten das 
Verhalten des Anwaltes auf das schärfste missbilligt wurde, wurde 
mit allen gegen drei Stimmen folgende Resolution angenommen: 

>Der ausserordentliche Verbandstag thüringischer Konsum- 
vereine am 26. Oktober 1902 zu Gera missbilligt den zu Unrecht 
erfolgten Ausschluss der Konsumvereine zu Kreuznach auf das 
schärfste und erklärt sich mit den ausgeschlossenen Vereinen 
solidarisch.« 

Während der Verhandlungen über den Antrag Meuselwitz 
»Abbrechung der Beziehungen zum Allgemeinen Verbände« verliess 
der Anwalt unter dem eisigsten Schweigen der Versammlung den 
Saal. Der Austritt des thüringischen Verbandes wurde in nament- 
licher Abstimmung mit 96 gegen 6 Stimmen beschlossen und zum 
Verbandsdirektor auf Vorschlag des Herrn Köhler-Neustadt Herr 
Hebestreit gewählt. 



— 50 — 

Was der Anwalt unter Verhandlungen über eine friedliche 
Trennung verstand, zeigen zwei Erklärungen von Radestock und 
Barth. Die Eadestock'sche Erklärung, in Nr. 45 des »Wochen- 
Berichts«, lautet: 

>Am 1. Juni d. J. war aus Anlass des Verbandstages der 
sächsischen Konsumvereine Herr Dr. Crüger in Leisnig. Wir hatten 
im gleichen Hotel Wohnung genommen. Beim Morgenkaffee nahm 
Herr Dr. Crüger Veranlassung, mir die Frage vorzulegen, ob wir 
uns (d. h. die Konsumvereine von den Kreditgenossenschaften) nicht 
trennen wollten. Aus dieser Frage war nicht ersichtlich, dass sie 
sich nur auf die in Kreuznach hinausgeworfenen Vereine beziehen 
sollte. Vielmehr musste ich annehmen, dass es sich um eine all- 
gemeine Scheidung der Konsum- und Kreditgenossenschaften des 
Allgemeinen Verbandes handle, umsomehr, als Herr Dr. Crüger 
hinzufügte, die Konsumvereine seien zahlreich genug, um einen 
Anwalt selbst bezahlen zu können. Ich erklärte mich sofort bereit, 
in eine Trennung zu willigen, verlangte aber von Herrn Dr. Crüger, 
dass er selbst den Antrag auf Trennung den Ausschüssen resp. 
dem Genossenschaftstag unterbreite. Diese Forderung lehnte Herr 
Dr. Crüger rundweg ab. Damit waren die »Verhandlungen« zu 
Ende. Die friedliche Trennung hat somit der Anwalt selbst, nicht 
aber, wie er behauptet, die Herren (d. H. Herr Barth und Herr 
Radestock) zurückgewiesen.« 

Herr Verbandsdirektor Barth hatte schon in seinem Vortrage 
auf dem süddeutschen Verbandstage folgendes ausgeführt: 

»Anlässlich der Generalversammlung der Grosseinkauf s- 
Gesellschaft in Braunschweig 26. — 28. April hatte ich eine Aus- 
sprache mit den Führern der neuen Richtung und schied mit dem 
Bewusstsein, dass der Anwalt hier schon Geister sehe, die nicht 
existierten. — Eine Woche später war Sitzung des Engeren Aus- 
schusses, in der die Streitfrage den Hauptgegenstand bildete. 
Hier wurde es mir recht deutlich, dass die grosse Entwicklung der 
Konsumvereine manchem der Herren keine Freude bereite. Durch 
steten Widerspruch gelang es mir, eine vom Anwalt eingebrachte 
Resolution gegen die neue Richtung zu vereiteln. Sie war mit 
4 gegen 2 Stimmen angenommen, aber diese Mehrheit fand man 
nicht genügend und begnügte sich mit einer Zustimmung zur Haltung 
des Anwalts, die mit 5 gegen meine Stimme beschlossen, jedoch 
im veröffentlichten Protokoll nicht erwähnt wurde. Warum wohl? — 
Am 23. Juli schrieb ich dem Anwalt: »Der Kampf gegen die 
sogenannte neue Richtung innerhalb der Konsumvereine ist wahr- 
scheinlich verloren Die Bewegung wird stets mächtiger, 

und ihr wird die Zukunft gehören, alles Auftreten dagegen ist ohne 
Erfolg. — Ich kann mich des Gedankens nicht erwehren, dass in 
Kreuznach der letzte Allgemeine Genossenschaftstag sein wird. 
Ich bedaure nur, dass auf dem Programm so viele Trinkgelage 
verzeichnet sind.€ 



— 51 — 

Der Verbandstag der Konsumvereine der 
Provinz Sachsen fand am 2. November in Magdeburg statt. 
Verbandsdirektor Oppermann und seine Freunde hatten alles mög- 
liche getan^ um auch die kleinsten Vereine zum Besuch des Ver- 
bandstages zu veranlassen. Wie glaubhaft versichert wurde, waren 
mehrere Herren wochenlang unterwegs gewesen, um die Verwaltungen 
der kleinen Vereine in die nötige Stimmung zu versetzen. Mit 
welchen Mitteln der politischen Verhetzung gearbeitet wurde, möge 
folgender Satz eines Oppermannschen Rundschreibens zeigen: 

»Die verdienstvollen Führer, welche für Recht, Gesetz und 
Ordnung allezeit mannhaft eintraten, genügen nicht mehr; man 
will die Leitung gänzlich unbekannten Händen und politischen 
Führern übertragen.« 

Man arbeitete nach berühmten Mustern mit dem roten 
Schrecken, um, wie Barth so treffend gesagt hatte, die Gedanken- 
faulen gruselig zu machen, damit sie lieber beim Allgemeinen Ver- 
bände verblieben. 

Beide Richtungen hielten vor Beginn der Verhandlungen Vor- 
besprechungen ab. In der Vorbesprechung, welcher der Anwalt 
beiwohnte, wurde beschlossen, den Schriftleiter der Grosseinkaufs- 
Gesellschaft nicht zum Wort kommen zu lassen, die Redezeit auf 
fünf Minuten zu beschränken und die Verhandlungen durch Schluss- 
anträge zu beschleunigen. Die Verhandlungen begannen um 11 Uhr. 
Den Antrag Braunschweig auf Austritt aus dem Allgemeinen Ver- 
l)ande begründete Assmann, indem er das Verhalten des Anwaltes 
mit scharfen Worten geisselte. Man habe die ausgeschlossenen 
Vereine hinterrücks und ohne Recht und Urteil ausgeschlossen, um 
die Konsumgenossenschaftsbewegung zu zerspUttern, das sei ein 
Verrat an den deutschen Konsumvereinen. Zur grossen Heiterkeit 
der Versammlung teilte Assmann mit, dass der Konsumverein in 
Wolfenbüttel ausgeschlossen worden sei, weil er die „Blätter für 
Genossenschaftswesen" nicht interessant fände. Es entspann sich 
eine oft von stürmischem Lärm unterbrochene Debatte. Der An- 
trag auf Austritt aus dem Allgemeinen Verbände wurde mit 55 
gegen 96 Stimmen abgelehnt. Die 55 Vereine, welche für den 
Austritt stimmten, repräsentierten 54,243 Mitglieder mit 13,757,954 M, 
Umsatz, die 97 Vereine, welche gegen den Austritt waren, hatten 
zusammen 31,461 Mitglieder mit 7,148,682 M. Umsatz. 

Die in solcher Weise durch die kleinen Vereine majorisierten 
:grossen Vereine verliessen den Verbandstag und traten sofort in 
einem anderen Lokal zusammen, um die Errichtung eines neuen 
Verbandes mitteldeutscher Konsumvereine zu 
beschliessen. 

Der ausserordentliche Verbandstag des Verbandes nord- 
westdeutscher Konsumvereine fand am 9. November 
in Hannover statt. Vertreten waren 56 Vereine durch 200 Dele- 
gierte. Verbandsdirektor Heins begründete den Antrag auf Aus- 
tritt aus dem Allgemeinen Verbände. Namentlich das Interesse 



— 52 — 

der kleineren Vereine, die doch dem Verbände so ausserordentlich 
viel zu verdanken hätten, erforderte den ungeschmälerten Fort- 
bestand desselben. Eine grosse Anzahl der Verbands-Eonsumvereine 
habe erklärt, den in Kreuznach ausgeschlossenen Vereinen Soli- 
darität zu beweisen. Trete der Verband nicht aus, so würde er 
auseinanderfallen. Nach längerer Debatte wurde der Austritt aus 
dem Allgemeinen Verbände mit 57 gegen 2 Stimmen angenommen. 

Auch der Verband sächsischer Konsumvereine 
hielt am 9. November einen Verbandstag ab und zwar in Chemnitz. 
Den Bericht über den Genossenschaftstag in Kreuznach erstattete 
Herr Verbandsdirektor Radestock. Der neuen selbständigen Stellung 
des Verbandes entsprechend wurde das Verbandsstatut geändert 
und einstimmig beschlossen, dem neu zu errichtenden Gesamtver- 
band deutscher Konsumvereine beizutreten. 

In denselben Tagen fand eine Versammlung von Berliner 
Kolonialwarenhändlern statt, in der der Anwalt Dr. 
Crüger über den wirtschaftlichen Nutzen der Ein- 
kaufsgenossenschaften für Kolonialwarenhänd- 
ler referierte. Er empfahl in allen Stadtteilen Einkaufsgenossen- 
schaften zu bilden, die sich dann zu einer Zentralgenossen- 
schaft zusammen zu schliessen hätten, welche dann später an 
die Errichtung von eigenen Lägern und Fabriken 
gehen könne. Zur Beschaffung des Betriebskapitals stellte er die 
hilfreiche Unterstützung der Kreditgenossen- 
schaft in Aussicht. Alles das, was der Anwalt bei den Kon- 
sumgenossenschaften bekämpft und als Evolutionismus, 
Sozialismus, Utopie und Sonntagsstimmung bezeichnete, brachte er 
den Kleinhändlern auf dem Präsentierteller entgegen. 

Eine wissenschaftliche Abrechnung mit Dr. Crüger gab Pro- 
fessor Staudinger-Darmstadt in No. 47 und folgende des „Wochen- 
Berichts" in seiner Artikelserie: „Konsum und Profit", ein Nachwort 
zum Kreuznächer Genossenschaftstag. Die Artikelserie ist später 
überarbeitet und ergänzt unter dem Titel „Von Schulze-Deützsch 
bis Kreuznach" als Heft 2 der genossenschaftlichen Volksbücher 
erschienen. 

Einen weiteren ausserordentlichen Verbandstag hielten die 
brandenburgischen Konsumvereine am 23. November ab; 
es waren 29 Vereine durch 70 Delegierte vertreten. Ein Antrag 
auf Auflösung des Verbandes wurde abgelehnt und ein weiterer 
Antrag auf Abänderung des Statuts und Abbrechung der Beziehungen 
zum Allgemeinen Verband mit 15 gegon 9 Stimmen angenommen. 
An Stelle des Verbandsdirektors Krüger- Berlin, der sein Amt 
niederlegte, wurde Neudeck- Brandenburg zum Verbandsdirektor 
gewählt, zu seinem Stellvertreter Müller-Berlin S. und zu Schrift- 
fiihrem Buch und Tielemann-Brandenburg. 

In Rheinland-Westfalen war ein ausserordentlicher 
Verbandstag nicht abgehalten worden. Nach Lage der Sache 
würde auch hier der Verband auseinandergefallen sein. Da aber 



— 53 — 

dem alten Verbände überhaupt nur ein geringer Teil der rheinisch- 
westfälischen Konsumvereine angehörten, so schritt man sofort zur 
Errichtung eines neuen Verbandes. In einer Sitzung der Einkaufs- 
vereinigung der rheinisch-westfälischen Konsumvereine am 7. Dez. 
in Lüdenscheid, an der 18 Vereine sich beteiligten, wurde die 
Errichtung des Verbandes der Konsum- und Produktiv- 
genossenschaften von Rheinland- Westfalen beschlossen. 
Die von einer Kommission ausgearbeiteten Statuten wurden an- 
genommen und in den Verbandsvorstand die Herren Brinkmann- 
Elberfeld, Markus-Barmen und Fischer-Lüdenscheid gewählt. 

Am 14. Dezember fand in Magdeburg der konstituierende 
Verbandstag des neuen Verbandes mitteldeutscher Konsum- 
vereine statt. Es beteiligten sich an den Beratungen 35 Vereine, 
darunter fast alle grossen Vereine des alten Verbandes mit 
67 Vertretern. Nach einem Referat des Herrn Assmann-Braun- 
schweig wurde die Errichtung des Verbandes einstimmig beschlossen 
und das Statut beraten. In die Verbandsleitung wurden die Herren 
Assmann-Braunschweig, Arnold-Magdeburg, Schmidt-Halle, Friedrich- 
Köthen und Wünsche-Kalbe berufen. Zum Schluss wurde noch 
der Antrag auf Anschluss an den zu errichtenden Gesamtverband 
deutscher Konsumvereine unter Bravorufen einstimmig angenommen. 
So endet das Jahr 1902, das denkwürdige Jahr der Kreuznacher 
Vergewaltigung der Konsumvereine. Die Folgen dieser Gewaltat 
Hessen sich schon jetzt übersehen. Die Konsumvereine schickten 
sich an, einen neuen grossen Zentralverbai^d für alle deutschen 
Konsumvereine zu errichten. Der Allgemeine Verband hatte die 
Kraft und Blüte seiner Konsumvereine verloren. 

Die Grosseinkaufs-Gesellschaft Deutscher Consumvereine und 
der Verband sächsischer Konsumvereine war ausgeschlossen. Der 
Vorwärts-Verband war überhaupt draussen geblieben. Von den 
übrigen grossen alten Konsumvereinsbänden war der süddeutsche, 
der thüringische, der nordwestdeutsche und der brandenburgische 
Schlag auf Schlag ausgetreten und in Mitteldeutschland sowie in 
Rheinland - Westfalen schloss sich der beste Teil der Konsum- 
genossenschaftsbewegung zu neuen Verbänden zusammen. 

Der »Sieger von Kreuznach« hatte die Schlacht verloren. 
Die Bahn für eine konsequente und lebhafte Entwicklung der 
deutschen Konsumgenossenschaftsbewegung war frei. Die 
Solidarität der deut s ch en K onsum v er ein e und 
der Weitblick ihrer Leiter hatte sich in schwerer 
Zeit glänzend bewährt. 

M. Organisations-Arbeiten. 

In Kreuznach wurde, wie wir bereits im achten Abschnitt 
»Die Kreuznacher Gewalttat« mitgeteilt haben, eine Kommission 
eingesetzt, um die Vorarbeiten zur Errichtung eines eigenen Zentral- 
verbandes für alle deutschen Konsumvereine in die Hand zu nehmen. 
Die Kommission, zu deren Arbeiten auch der Schriftleiter der 



— 64 — 

Grossemkauf s-Gesellschaft herangezogen wurde, trat am 11. und 
12. Oktober in Berlin zusammen, um einen vom Verbandsdirektor 
Badestock ausgearbeiteten Statutenentwurf zu beraten. Nach 
eingehender Beratung einigte man sich prinzipiell dahin, dem neuen 
Zentralverband nicht eine streng zentralistische, sondern eine mehr 
förderaüstische Grundlage zu geben. 

Für die Wahl dieser Grundlage sprachen zunächst die besonderen 
Verhältnisse, die historisch geworden und gewachsen waren und die 
man nicht beseitigen, sondern auf denen man aufbauen wollte. Sodann 
wollte man die absolute Selbständigkeit der Bevisionsverbände 
wahren, um nicht wieder zu Zuständen zu kommen, wie sie bisher 
im Allgemeinen Verbände geherrscht hatten. Auch war man der 
Ansicht, dass bei der Grösse unseres Landes unmöglich von einer 
Zentralstelle aus über das ganze Land hin eine ausreichend inten- 
sive Agitationsarbeit vorgenommen werden könne, vielmehr müsse 
es Aufgabe der Bevisionsverbände sein, den Anschluss aller noch 
fernstehenden Konsumvereine ihres Bezirks herbeizuführen. Der 
neue Zentralverband sollte also sozusagen ein Bund der beteiligten 
Bevisionsverbände sein. Einem Bevisionsverband gleichgestellt wurde 
in dem Statutenentwurf die Grosseinkaufs-Gesellschaft Deutscher 
Consimivereine. Der neue Zentralverband sollte demnach sich 
zusammensetzen aus den 7 Bevisionsverbänden, 

1. Verband brandenburgischer Konsumvereine, 

2. Verband mitteldeutscher Konsumvereine, 

3. Verband nordwestdeutscher Konsumvereine, 

4. Verband sächsischer Konsumvereine, 

5. Verband süddeutscher Konsumvereine, 

6. Verband der Konsum- und Produktivgenossenschaften 
in Bheinland-Westfalen, 

7. Verband Thüringischer Konsumvereine, 

und 

8. der Grosseinkaufs-Gesellschaft Deutscher Consumvereine. 
Nur in denjenigen Gebieten, für die ein eigener Bevisions- 
verband nicht vorhanden sei, sollte einzelnen Konsumvereinen die 
direkte Mitgliedschaft zum Zentralverbande gestattet werden. 

Für die Leitung des Zentralverbandes wurde ein Vorstand 
und ein aus den Direktoren der Bevisionsverbände und einem 
Vertreter der Grosseinkaufs-Gesellschaft bestehender Ausschuss 
vorgesehen. Für die Ausfuhnmg der Verbandsarbeiten wurde ein 
Selo'etär in Aussicht genommen, doch nahm man an, dass nicht gleich zu 
der Anstellung eines Sekretärs geschritten werden könne, sondern erst 
in Jahr und Tag, wenn die nötigen Mittel dazu vorhanden seien. Für 
die Veröffentlichimgen des Verbandes sollte der »Wochen-Bericht« 
der Grosseinkaufs-Gesellschaft Deutscher Consumvereine dienen. 

Der Statutenentwurf wurde in No. 43 Jahrgang 1902 des 
»Wochen -Berichts« veröffentlicht und zur Diskussion gestellt. Im 
grossen und ganzen hatte der Statutenentwurf das Bichtige getroffen. 
Eine umfangreiche Diskussion wurde von den Genossenschaftern 



— 55 — 

nicht beliebt, woraus geschlossen werden kann, dass man im all- 
gemeinen mit dem vorgeschlagenen Entwurf einverstanden war. 
Für die Richtigkeit dieser Schlussfolgerung spricht auch der Umstand, 
dass der etwas später zur Diskussion gestellte Gesellschaftsvertrag 
der Grosseinkauf s-Gesellschaft, der in einem Punkte den Ansichten 
der Mehrheit der Beteiligten nicht entsprach, eine ausserordentlich 
lebhafte Diskussion veranlasste. 

In der Besprechung des Statutenentwurfs des Zentralverbandes 
wurden sehr beachtenswerte Vorschläge gemacht. Frau Gertrud 
David empfahl in No. 47 des »Wochen -Berichts« die Leitung nicht 
aus Vorstand und Ausschuss, sondern nur aus einer Körper- 
schaft bestehen und diese zur Hälfte aus allgemeinen Wahlen 
auf dem Genossenschaftstage hervorgehen zu lassen. 

In Nr. 52 des »Wochen-Berichts« machte in einem mit G. G. 
gezeichneten Artikel ein hervorragender Genossenschafter, der sich 
im grossen und ganzen mit den Ausführungen der Frau Gertrud 
David einverstanden erklärte, den weiteren Vorschlag, dass zwischen 
der Kommission und der Grosseinkaufs -Gesellschaft Unterhand- 
lungen angeknüpft würden, damit der »Wochen-Bericht« und mit 
ihm das ganze Pressewesen der Grosseinkaufs-Gesellschaft, Buch- 
verlag, Agitation und Statistik, kurz das, was sich die Schrift- 
leitung nennt, in das Eigentum des Zentral Verbandes 
überführt würde. Die Grosseinkaufs-Gesellschaft könne sich alsdann 
auf die Herausgabe ihrer Preislisten beschränken. 

Dieser letzte Vorschlag fand allgemeinen Beifall und es wurde 
auch sofort von der Geschäftsführung und dem Schriftleiter der 
Grosseinkaufs-Gesellschaft eine Denkschrift ausgearbeitet, welche 
die Bedingungen festsetzte, unter denen — vorbehaltlich der Zu- 
stimmung ihres Aufsichtsrats — die Grosseinkaufs - Gesellschaft 
bereit sein würde, ihr ganzes Pressewesen an den Zentralverband 
deutscher Konsumvereine abzutreten. 

In der Denkschrift heisst es: 

»Die Schriftleitung der Grosseinkaufs-Gesellschaft ist ihrem 
Wesen nach eine Institution zur Aufklärung über die Bedeutung 
der Konsumgenossenschaftsbewegung und zur Propaganda für diese 
Bewegung. Sie dient dem Interesse der Grosseinkaufs-Gesellschaft 
insofern, als sie die Organisation des Einkaufs der Konsumvereine 
propagiert. Da die Organisation des Einkaufs der Konsumvereine 
eine Lebensfrage der konsumgenossenschaftlichen Entwicklung ist, 
so ist die Propaganda für den gemeinschaftlichen Einkauf auch im 
Grunde nichts weiter, als eine Propaganda für die Entwicklung 
und Förderung der Konsumgenossenschaftsbewegung.« 

»Es ist zweifellos, dass die Entwicklung der Grosseinkaufs- 
Gesellschaft durch die Tätigkeit der Schriftleitung (Wochen-Bericht, 
Konsumgenossenschafts-Korrespondenz, Frauen-Genossenschaftsblatt, 
Genossenschaftliche Volksbücher, Auskunftserteilung, Lichtbilder- 
Vorträge, Erste Hilfe und Bat bei der Errichtung von Konsum- 
vereinen, Eeferenten-Nachweis u. s. w.) gefördert worden ist. Es 



— se- 
ist aber nicht zu verkennen, dass die Grosseinkaufs-Gesellschaft 
diese Förderung wahrscheinlich noch in höherem Masse erfahren 
haben würde, wenn die Schriftleitung Organ des Allgemeinen 
Verbandes gewesen und in demselben Sinne gearbeitet hätte, 
wie sie es bisher getan hatc. 

»Gerade der Umstand, dass der Allgemeine Verband für die 
Entwicklung der Konsumgenossenschaftsbewegung und die Förderung 
des organisatorischen Wareneinkaufs der Konsumvereine praktisch 
so gut wie garnichts tat, zwang die Grosseinkaufs-Gesellschaft und 
die mit ihr verbundenen Konsumvereine, ein eigenes Organ für 
diesen Zweck zu errichten. Die überraschend schnelle Entwicklung 
der Schriftleitung, die in den zwei Jahren ihrer Existenz sich zu 
einem grossen literarischen Unternehmen ausgebildet hat, ist zum 
grossen Teil darauf zurückzuführen, dass in diesem Unternehmen 
ein tatsächliches Bedürfnis der Konsumgenossenschaftsbewegung 
seine Befriedigung fand.c 

»Nachdem die Grosseinkaufs-Gesellschaft unter Opfern und mit 
ihren Mitteln sich die Schriftleitung, — die, nebenbei gesagt, jetzt 
freilich Überschüsse abwirft — geschaffen hat, spricht das historische 
Recht dafür, dass auch fernerhin die Schriftleitung ein Organ der 
Grosseinkaufs-Gesellschaft bleibt.« 

»Logisch gedacht dagegen sind Agitation und Herausgabe der 
Presse eine FurJdion der Verbandsorganisation der Konsimivereine, 
nicht aber eine Funktion der Grosseinkaufs-Organisation. Befindet 
sich die Schriftleitung in der Hand der Grosseinkaufs-Gesellschaft, 
so ist die Gefahr nicht ausgeschlossen, dass die geschäftlichen 
Interessen der Grosseinkaufs-Gesellschaft unter Umständen Schaden 
leiden, wenn nämlich die Schriftleitung in irgend einem Punkt zu 
einer prinzipiellen Stellungnahme gezwungen ist, welche wohl die 
Anerkennung einer Mehrheit der Konsumvereine, nicht aber aller 
Konsumvereine findet. Die Minderheit wird gar leicht geneigt sein, 
für das, was die Schriftleitung drucken lässt, die Grosseinkaufs- 
Gesellschaft auch geschäftlich verantwortlich zu machen. Femer 
ist zu erwägen, dass der neue Gesamtverband ohne eine propa- 
gandistische Zentralstelle sich nur sehr schwer wird entwickeln 
können. Eine schnelle Entwicklung dieses neuen Verbandes liegt 
aber auch im Interesse der Grosseinkaufs-Gesellschaft.« 

> Fem er ist es zweifellos, dass, wenn der neue Verband eine 
genügende Stärke erlangt hat, er auch ein eigenes Organ besitzen, und 
nicht bei der Grosseinkaufs-Gesellschaft zu Gast gehen will. Es würde 
dann die Gefahr entstehen, dass mehrere Konsumgenossenschaftsorgane 
nebeneinander herausgegeben würden. Es käme zu Reibungen und 
Differenzen, die dem Ganzen schädlich werden, und endlich wäre 
auch die Herausgabe mehrerer Organe eine so sinnlose Kraftver- 
fichwendung, dass überzeugte Genossenschafter lieber ein Opfer bringen, 
äIs eine derartige Kraftverschwendung heraufbeschwören würden.« 

Es werden dann femer die Bedingungen erörtert,,,unter denen 
die Grosseinkaufs-Gesellschaft ihre Zustimmung zur Übergabe der 



— 57 — 

Schriftleitung an den Zentralverband würde geben können. Diese 
Bedingungen gehen dahin, dass die Grosseinkaufs-Gesellschaft ihre 
ganze Abteilung Schriftleitung sowie das von dieser Abteilung be- 
nutzte Inventar, die Bibliothek derselben, Bücherbestände, etc. zum 
2. Januar 1904 an den Zentralverband abzugeben bereit sei. Der 
Wert des abgetretenen Inventars, Bibliothek, Bücherbestände, etc- 
seien zu schätzen und von dem Zentralverband in näher zu verein- 
barenden Baten zu bezahlen. Für die Abtretung ihrer Zeitungen, 
ihres Buchverlags etc. solle die Grosseinkaufs-Gesellschaft eine 
Entschädigung nicht erhalten, dagegen solle der Zentralverband ver- 
pflichtet sein, in den Titel seines Hauptorgans den Untertitel 
»Organ der Grosseinkaufs-Gesellschaft« aufzunehmen und die Waren- 
berichte und Preislisten der Grosseinkaufs-Gesellschaft dem an alle 
Konsumvereine zu sendenden Organ beilegen. Das neue Organ 
habe die Bekanntmachungen der Grosseinkaufs-Gesellschaft gratis 
aufzunehmen und es sei der Grosseinkaufs-Gesellschaft auf das 
Inseratenwesen dieses Organs ein entscheidendener Einfluss einzu- 
räumen. Die zum Sekretariat umgewandelte Abteilung Schriftleitung 
habe unter bestimmten Bedingungen durch die Grosseinkaufs-Ge- 
sellschaft zu berechnen. Falls zur Aufsicht über die Presse ein 
besonderer Ausschuss gebildet werde, sei in diesem der Grossein- 
kaufs-Gesellschaft Sitz und Stimme einzuräumen. Im Interesse 
eines exakten Zusammenarbeitens zwischen der Grosseinkaufs-Ge- 
sellschaft und dem Sekretariat habe letzteres seinen Sitz in Ham- 
burg zu behalten. 

Eine weitere Kommissonssitzung fand am 17. Januar in 
Halle statt. Die Tagesordnung lautete: 

1. Nochmalige Besprechung; 

2. Bestimmung über Ort und Zeit des Genossenschaftstages ; 

3. Festsetzung der Beiträge; 

4. Diskussion über die Stellung des Sekretärs ; 

5. Allgemeines. 

Zu dieser Sitzung waren, wie schon in Berlin beschlossen 
worden war, auch die Direktoren der 7 Revisionsverbände und ein 
Vertreter der Grosseinkaufs-Gesellschaft geladen. 

Es wurde zunächst das Statut einer eingehenden Beratung 
unterzogen. Als wesentliche Änderung wurde beschlossen, den 
Ausschuss ausser aus den Vertretern der Eevisionsverbände und 
der Grosseinkaufs-Gesellschaft noch aus 13 alljährlich vom Genossen- 
schaftstage zu wählenden Mitgliedern zusammenzusetzen. Ferner 
wurde beschlossen, den konstituierenden Genossenschaftstag in 
Verbindung mit der General- Versammlung der Grosseinkaufs-Gesell- 
schaft zum Mai nach Dresden zu berufen. 

Bezüglich der Festsetzung der Beiträge wurde vereinbart, den 
beteiligten Bevisionsverbänden anzuraten, die Beiträge in der bis- 
herigen Höhe weiter zu erheben. Der Vorschlag, die Schriftleitung 



— 58 — 

der Grosseinkaufs-Gesellschaft auf den Zentralverband zu über- 
nehmen, fand allgemeine Zustimmung. Es wurde eine ünter- 
kommission, bestehend aus den Herren Radestock - Dresden, und 
Schmidtchen - Harburg, eingesetzt, welche mit der Grosseinkaufs- 
Gesellschaft über die Bedingungen der Übergabe in nähere Ver- 
handlungen treten sollte. 

Femer wurde die Kommission beauftragt, den konstituierenden 
Genossenschaftstag einzuberufen und die Einladung zur Teilnahme 
ausser an die 7 Bevisionsverbände und die Grosseinkaufs-Gesellschaft 
auch an alle deutschen Konsumvereine zu richten. 

Es wurde sodann die vorläufige Tagesordnung des konsti- 
tuierenden Genossenschaftstages festgesetzt und die weitere vorbe- 
reitende Tätigkeit für die Berufung des Genossenschaftstages Herrn 
Badestock übertragen. Eine weitere Sitzung sollte am Tage vor 
dem Beginn des Genossenschafbstages in Dresden stattfinden. 

Der Statutenentwurf in der neuen Fassung wurde in No. 6 
des »Wochen-Berichts« veröffentlicht; zugleich wandte sich die 
Kommission mit einem Aufruf an die deutschen Konsumvereine, 
indem sie einen kurzen Bericht über ihre bisherige Tätigkeit gab. 
Der Aufruf schloss mit folgenden Worten: 

»Somit sind die vorbereitenden Schritte zur Errichtung eines 
neuen Gesamtverbandes deutscher Konsumvereine in der Haupt- 
sache getan. Unser hohes Ziel, eine einheitliche Organisation der 
deutschen Konsumgenossenschaften auf der klassischen Grundlage, 
die von den Bedlichen Pionieren in Eochdale gelegt worden ist, 
rückt in greifbarer Nähe». 

»Genossenschafter in Stadt imd Land! An Euch ist es jetzt, 
die entscheidenden Beschlüsse zu fassen, sorgt dafür, dass die Zahl 
der auf dem konstituierenden Genossenschaftstage vertretenen 
Konsumvereine und Produktivgenossenschaften eine imposante sei ! 
Helft den Grundstein legen, auf dem unser neues Haus in stolzer 
Pracht sich erheben kann! Auf zur Errichtung Aes Gesamtverbandes 
Deutscher Konsumvereine!« 

Die Kommission. 
Max Badestock, Dresden. Konrad Barth, München. J. Brinkmann, 
Elberfeld. Carl Schmidtchen, Harburg. H. Pens, Dessau. B. Ass- 
mann, Braunschweig. S. Katzenstein, Berlin. 

Am 23. Februar fanden in Hamburg die Verhandlungen 
zwischen der in Halle gewählten Subkommission und der Geschäfts- 
führung und dem Aufsichtsrat der Grosseinkaufs-Gesellschaft wegen 
XJbergabe der Schriftleitung an den Zentralverband statt. Die in 
der Denkschrift niederlegten Bedingungen wurden im wesentlichen 
acceptiert. Dem Vorschlag der Subkommission, den Genossen- 
schaftstag am 17. und 18. Mai in Dresden stattfinden zu lassen, 
schloss sich die Grosseinkaufs-Gesellschaft mit der Erklärung an, 
dass sie bereit sei, ihre Generalversammlung am 19. und 20. Mai 
in Dresden abzuhalten. 



— 69 — 

Die letzte Sitzung der Kommission und der Verbands- 
direktoren fand am Sonnabend, den 16. Mai, im Sitzungssaale 
des Konsumvereins Dresden-Pieschen statt. 

Zunächst erstattete Herr Verbandsdirektor Radestock Bericht 
über die wichtigsten Vorkommnisse in der deutschen Konsum- 
genossenschaftsbewegung und über die Vorbereitungen zum Genossen- 
schaftstag: Zeiteinteilung, Abstimmung und Kontrolle, Wahl des 
Vorsitzenden und dessen Stellvertreter, Ernennung von Schrift- 
führern, etc. Femer wurde beschlossen, dass auch diejenigen Ver- 
bandsdirektoren, deren Verbände zwar noch nicht offiziell den Be- 
schluss auf Beitritt zum Zentralverband gefasst hatten, den Beitritt 
aber voraussichtlich beschliessen würden, als vollberechtigte Mit- 
glieder an den Arbeiten und der Leitung des Verbandes teilnehmen 
sollten. Femer wurde beschlossen, die Schriftleitung zu den 
zwischen der Subkommission und der Grosseinkaufs-Gesellschaft 
vereinbarten Bedingungen zu übernehmen und mit Beginn des 
Jahres 1904 den „Wochen-Bericht" in die „Konsumgenossenschaft- 
liche Rundschau", Organ des Zentralverbandes und der Grossein- 
kaufs-Gesellschaft, umzuwandeln. Endlich wurde ein Antrag des 
brandenburgischen Verbandes, die Versicherung der Angestellten 
der Konsumvereine betreffend, verhandelt und beschlossen, dem 
Genossenschaftstage zu empfehlen, diesen Antrag dem Vorstande 
mit der Massgabe zu überweisen, Erhebungen zu veranstalten und 
auf dem nächsten Genossenschaftstage Bericht zu erstatten. 

Damit waren die Vorarbeiten zur Errichtung des Zentralver- 
bandes deutscher Konsumvereine in vollem umfange erledigt. Die 
Kommission hatte in vorzüglicher Weise gearbeitet und es war mit 
den Leitungen der 7 Revisionsverbände und der Grosseinkaufs- 
Gesellschaft eine volle Übereinstimmung erzielt. 

Auch innerhalb der einzelnen Revisionsverbände war die 
Errichtung des neuen Zentralverbandes in bester Weise vorbe- 
reitet worden. 

Der Verband sächsischer Konsumvereine 
hatte bereits auf seinem Verbandstage in Chemnitz am 
9. November 1902 den Anschluss an den zu errichtenden Zentral- 
verband deutscher Konsumvereine beschlossen. Auch die beiden 
neuerrichteten Verbände in Rheinland - W e s t f a 1 e n und 
Mitteldeutschland hatten auf ihren konstituierenden Ver- 
bandstagen am 7. Dezember in Lüdenscheid und am 
14. Dezember in Magdeburg den gleichen Beschluss gefasst. 

Am 25. Januar 1903 hielt der Verband sächsischer 
Genossenschaften „Vorwärts" seinen letzten Verbands- 
tag in Leipzig ab. Da nunmehr der Weg zur Vereinigung 
aller sächsischen Konsumgenossenschaften innerhalb eines Verbandes 
frei war, wurde die Auflösung des „Vorwärts"-Verbandes beschlossen. 
In seinem Schlusswort gedachte der Leiter der Verhandlungen, 
Herr Riemann - Chemnitz, der bisherigen erfreulichen 
Tätigkeit des Verbandes „Vorwärts" und betonte die Notwendigkeit 



— 60 — 

des Anschlusses aller Konsumgenossenschaften an den neu zu er- 
richtenden Zentralverband deutscher Konsumvereine. Nur darch 
den gemeinschaftlichen Zusammenschluss aller Konsumgenossen- 
schaften in einem Verbände könnten die Interessen der Konsiun- 
genossenschaftsbewegung in nachhaltiger Weise gewahrt werden. 
Dieser Zusammenschluss sei zugleich die einzig richtige Antwort 
auf die Vergewaltigung der Konsumvereine im Allgemeinen Verbände. 
Die Genossenschaften des »Vorwärts «-Verbandes, soweit sie 
noch nicht dem Verbände sächsischer Konsumvereine beigetreten 
waren, vollzogen nun ihren Anschluss an diesen, um an der Er- 
richtung des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine tatkräftig 
mitzuarbeiten. Durch die Verschmelzung der beiden Verbände 
wurde der Verband sächsischer Konsumvereine zum grössten und 
stärksten deutschen konsumgenossenschaftlichen Revisionsverband. 

Der Verband süddeutscher Konsumvereine 
hielt seinen Verbandstag am 22. März 1903 in Esslingen ab, 
in dem unter lebhaftem Beifall folgende Resolution einstimmig an- 
genommen wurde: »Der heutige Verbandstag der süddeutschen 
Konsumvereine beschliesst prinzipiell den Beitritt zu dem neu zu 
gründenden Gesamtverband deutscher Konsumvereine c. Ferner 
wurde beschlossen, zum konstituierenden Genossenschaftstag in 
Dresden Delegierte zu senden. 

Der Verband brandenburgischer Konsumver- 
eine hielt seinen Verbandstag am 13. und 14. April in Lucken- 
walde ab. Auch hier wurde einstimmig der Beschluss gefasst, 
dem Gesamtverband deutscher Konsumvereine beizutreten und den 
konstituierenden Genossenschaftstag zu beschicken. 

Der Verband thüringischer Konsumvereine 
tagte am 25. und 26. April in Eisenberg S.-A. Hier wurde 
ebenfalls der Anschluss an den Zentralverband deutscher Konsum- 
vereine einstimmig genehmigt und zur Beschickung des kon- 
stituierenden Genossenschaftstages 12 Vereine ausgelost. 

Im nordwestdeutschen Verbände, der sich über 
ein sehr grosses Gebiet erstreckt, war die Abhaltung eines ausser- 
ordentlichen Verbandstages vor dem konstituierenden Genossen- 
schaftstag in Dresden nicht möglich. Wohl aber forderte Herr 
Verbandsdirektor Heins in einem Rundschreiben Ende März die 
Vereine seines Verbandes auf, soweit wie möglich den Genossen- 
schaftstag in Dresden zu beschicken. Heins gab zugleich 
bekannt, dass ein Verbandstag des Verbandes nordwest- deutscher 
Konsumvereine am 18. und 19. Juli in Einbeck sich mit dem 
Anschluss an den neuen Zentralverband werde zu befassen haben. 

Damit war der Zusammenschluss der 7 Revisionsverbände und 
der Grosseinkaufs-Gesellschaft Deutscher Consumvereine zu einem 
von vornherein grossen, starken und leistungsfähigen Zen- 
tralverband deutscher Konsumvereine gesichert. Der 



— 61 — 

»Wochen-Bericht« konnte daher seinen Artikel zur Begrüssung der 
konstituierenden Versammlung in Dresden mit folgenden Worten 
schliessen : 

»Es ist Frühling geworden und neues Leben erwacht. Zum 
zweiten Male nach kurzer Frist hat die deutsche Konsumgenossen- 
schaftsbewegung einen historischen Tag. Wie Kreuznach ein 
Markstein des Verfalls und des winterlichen Absterbens geworden 
ist, so möge Dresden ein Markstein des Aufblühens und des früh-^ 
lingsfrohen Lebens werden. Wie Kreuznach das Brandmal des 
Niederganges, der Schande und ruchloser Gewaltthat einem alten 
stolzen, deutschen Grenossenschaftsverbande auf die Stirn drückte, 
so windet Dresden das Maiengrün einer hoffiiungsvollen konsum- 
genossenschaftlichen Entwicklung und eines ununterbrochenen und 
rastlosen Aufwärtsstrebens um das Haupt des neuen Gesamt- 
verbandes deutscher Konsumvereine, c 

Diese Wünsche haben sich in reichstem Masse erfüllt. Der 
Dresdener Genossenschaftstag ist im besten Sinne des Wortes 
ein historischer Tag für die deutsche Konsumgenossenschafts- 
bewegung geworden. Was in Kreuznach unter so schweren Kämpfen 
begann, hier wurde es zum siegbaren, glücklichen Ende geführt. 
Das Ziel jahrelanger Sehnsucht der deutschen Konsumvereine, eine 
grosse einheitliche Organisation, der Zusammenschluss aller 
Konsumgenossenschaften wurde jetzt in greifbare Nähe gerückt. 
Und wenn auch noch viele Hunderte von Konsumvereinen abwartend 
draussen stehen, die Kraft und Blüte der deutschen Konsum- 
genossenschaftsbewegung schloss sich in Dresden zusammen. Ein 
fester Kern ist gebildet, eine gewaltige Organisation, die sich über 
das ganze Land erstreckt, an die sich alle übrigen deutschen 
Konsumvereine ohne Schwierigkeit anschliessen können und in der 
jeder willkommen ist, der in echter genossenschaftlicher Treue und 
Hingabe mitarbeiten will an der Hebung und Förderung der 
deutschen Konsumgenossenschaftsbewegung zu Nutz und Frommen 
von Millionen der Armen und Ärmsten unseres Volkes, zum Heil 
und Segen der Gesamtheit. 

Heinrich Kaufmann. 



Teilnehmer am konstituierenden Genossenschaftstag in Dresden 
am 17. und 18. Mai 1903. 



Vertreter der säehsisehen Resienma:. • 

Assessor Dr. Adolf. 

Auswärtige Gäste« 

1. Dänemark. 
P. J. Hansen, 1 Geschäftsführer der Grosseinkanfs-Gesellsohaft 

H. Chr. Nielsen, / Kopenhagen. 

2. Engrland. 

J. C. Gray, General- Sekretär der Cooperative Union Ltd., Manchester. 
Mr. Booth, Mitglied des Ausschusses derselben. 
Mr. Pingstone, 1 Direktoren der Cooperative Wholesale Society, 
Mr. Holt, / Manchester. 

3. Holland. 

Ünterstaatssekretär Dr. A. £. Elias, der Vertreter des Niederländischen 
Genossenschaftsbnndes, Haag. 

4. Italien. 
Signor Luigi Buffoli, Präsident der Union Cooperative, Mailand und 

Signor Ficarelli, Sekretär. 
Baumeister Ulisse Stacchini für die italienischen Genossenschaften. 

5. Oesterreich. 
li. Ex euer, Sekretär des Verbandes der Arbeiter-Erwerbs- und Wirt- 
schaftsgenossenschaften Oesterreichs, Wien. 
6. Schweiz. 
Sekretär Dr. Munding, vom Verband der Schweizer Konsumvereine, 
Basel. 

Ferner aus Oesterreich: 
Franz Körner und Bernhard Eckstein, vom 1. Nied.-Oest. 

Arbeiter-Konsumverein Wien V. 
Dr. Benno Karpeles und Jakob Beumann, vom Konsumverein 

»Vorwärtsf, Wien VI. 
Carl Luft, Carl Bei ohelt und Josef Seliger, Teplitz. 
Wilhelm Neumann, von der Arbeiter-Bäckerei in Aussig. 

Andere Verbände. 

Schultzki-Bixdorf, Vertreter des Verbandes der Handels-, Transport- 
und Verkehrsarbeiter. 

Deutsche Konsnugenossenscliaftsverbände 
nnd Gesellschaften. 

1) Verband Brandenburgischer Konsumvereine. 

2) Verband Mitteldeutscher Konsumvereine. 

•3) Verband Nordwestdeutscher Konsumvereine. 

4) Verband Bheinisoh- Westfälischer Konsum- u. Produktiv-Genossenschaften. 

5) Verband Sächsischer Konsumvereine. 

6) Verband Süddeutscher Konsumvereine. 

7) Verband Thüringischer Konsumvereine. 

Vertreten durch die Herren Verbandedirektoreii bezw. deren Stellvertreter. 
S) Grosseinkanfs-GeseUschaft Deutscher Consumvereine, Hamburg. 
Vertreten durch die Herren GeechäftefOhrer. 

302 deutsche Konsumvereine. 

Vertreten durch 621 Delegierte. 



Die Errichtung des 
Zentralverbandes deutscher Konsumvereine. 

Erster VerhandlunsstaK 

(Sonntag, den 17. flklai im Saale des »Trianon«). 

Dresden, den 17. Mai 1903. 

Hoffnungsfreudig und begeistert von ihrer hohen Aufgabe traten 
heute die Delegierten der Deutschen Konsumvereine, die sich zu 
einem Gesamtverband zusammenschliessen wollen, zu ihrem ersten, 
zum konstituierenden Genossenschaftstag zusammen. Die Verhand- 
lungen finden im Trianonsaale statt, für dessen geschmackvolle 
Ausstattung das Komitee der Konsumvereine von Dresden und 
Umgegend eifrig Sorge getragen hatte. An den mit frischem 
Maiengrün geschmückten beiden Eingangspforten rufen umkränzte 
grosse Schilder den deutschen Konsumgenossenschaften »Willkommen« 
zu. Der grosse Versammlungssaal, der gerade ausreicht für die 
Masse der Erschienenen, ist auf das reichste mit Fahnen, Emblemen 
und Guirlanden geschmückt. An sechs weiss gedeckten Tafeln, die 
sich durch die ganze Länge des Saales ziehen, hat die Hauptzahl 
der Delegierten Platz gefunden, während die übrigen die Seitentische 
besetzt halten. Alle Delegierten sind einig im Lobe des Dresdener 
Komitees, das den Kongress in mustergiltiger Weise vorbereitet 
und für das Wohl aller seiner Gäste auf das gewissenhafteste 
gesorgt hat. Die Bühne mit ihrem Schmuck von Palmen, Lorbeer- 
bäumen und immergrünen Blattpflanzen ist der Sitz der Verhandlungs- 
leitung, neben und unter dem Rednerpult sind Tische für die Presse 
bestinmit. Die schönste Zierde des Saales bilden die Sprüche, die 
an den Wänden und über der Bühne angebracht sind; in ihnen 
drückt sich der Geist aus, von dem die Verhandlungen erflillt sein 
sollen. Sie lauten: 

In der Vereinigung 

Liegt die Stärke der Schwachen. 

* ♦ 

Ausdauer, Mut und Kraft 
Sind Träger der Genossenschaft. 
« * 

Arbeit, Erfahrung, Wissenschaft, 
Sind Grundlagen der Genossenschaft. 

* * 

Klett're nur Schritt vor Schritt bergan, 
Wer mit Mühe den Gipfel gewann 
Hat die Welt zu Füssen liegen. 



— 64 — 

Eröffnung des konstituierenden Genossenschaftstages 
und Begriissung der Gäste. 

Um IV* Uhr eröffnet Rades to ck- Dresden den ersten 
Deutschen Konsumgenossenschaftstag und schlägt vor, dass die 
Kommission, die in Kreuznach den Auftrag erhalten hatte, die 
Gründung des neuen Verbandes in die Wege zu leiten, das Bureau 
bildet. Demgemäss werden durch Zuruf gewäMt: als erster Vor- 
sitzender: Radestock - Dresden, als zweiter Vorsitzender : 
Barth- München, als dritter Vorsitzender : Assmann- Braun- 
schweig, zu Schriftführern : Schmi dt chen -Harburg und Brink- 
mann - Elberfeld. 

Der Vorsitzende gibt bekannt, dass Wortmeldungen und alle 
Anträge schriftlich einzureichen sind. Die Redezeit beträgt im 
allgemeinen 10 Minuten, für Antragsteller 20 Minuten. Jede 
Genossenschaft hat nur eine Stimme. — Die Präsenzliste liegt aus. 

Radestock begrüsst hierauf zugleich im Namen der Dresdner 
Einkaufsvereinigung die Erschienenen mit folgenden Worten: 

Wir sind stolz darauf, Sie in unserer Mitte, in der so schön 
gelegenen Stadt Dresden begrüssen zu können. Wenn auch Dresden 
den Konsumvereinen nicht gerade hold gesinnt ist, so stehen doch 
die Konsumgenossenschaften in Dresden und in Sachsen überhaupt 
in schönster Blüte. Nehmen Sie das Wenige, was Dresden und 
die Umgegend von Dresden Ihnen bieten kann, als von Herzen 
kommend entgegen. Wenn wir auch nicht allen Wünschen gerecht 
werden sollten, so haben wir doch den besten Willen zu tun, was 
in unsem Kräften steht, damit sie auf die hier verlebten Tage mit 
Genugtuung zurückblicken. 

Sie sind uns alle willkommen, die Sie von nah und fem 
herbeigekommen sind, um die Gründung des Gesamtverbandes 
Deutscher Konsumvereine zu vollziehen, ganz besonders heisse ich 
die hochverehrten Ehrengäste willkommen, die als Vertreter von 
Behörden, Korporationen und der Presse des In- und Auslandes 
uns die Ehre erweisen, Zeugen bei der Gründung unseres Verbandes 
zu sein. Wir begrüssen vor allen Dingen als Vertreter der Staats- 
gewalt Herrn Assessor Dr. Adolf, der den Auftrag hat, die 
sächsische Regierunghier zu vertreten. Ichfreuemich, dass die sächsische 
Regierung unserer Einladung folgend, einen Vertreter entsandt hat. 

Als auswärtige Gäste sind erschienen: 
1. Dänemark. 
P. J. Hansen, 1 Geschäftsführer der Grosseinkaufs- 
H. Chr. Nielsen, j Gesellschaft Kopenhagen, 

2. England. 
J. C. Gray, General -Sekretär der Cooperative Union Ltd., 

Manchester, 
Mr. B 1 h , Mitglied des Ausschusses derselben. 
Mr. Pingstone 1 Direktoren der Cooperative Wholesale 
Mr. Holt j Society, Manchester. 



— 65 ~ 

3. Holland. 
Unterstaatssekretär Dr. A. E. Elias, der Vertreter des Nieder- 
ländischen Genossenschaftsbandes, Haag. 

4. Italien. 
Signor Luigi Buffoli, Präsident der Union Cooperative, Mailand 

und Signor Ficarelli, Sekretär, 
Baumeister Ulisse Stacchini für die italienischen Genossen- 
schaften. 

5. esterreich. 
L. Exen er, Sekretär des Verbandes der Arbeiter-Erwerbs- und 
Wirtschaftsgenossenschaften Oesterreichs, Wien. 
6. Schweiz. 
Sekretär Dr. Munding, vom Verband der Schweizer Konsum- 
vereine, Basel. 

Femer aus Oesterreich: 
Franz Körner und Bernhard Eckstein, vom 1. Nied.- 

Oest. Arbeiter-Konsumverein, Wien V. 
Dr. Benno Karpeles und Jakob R e um an n, vom Konsum- 
verein »Vorwärts«, Wien VI. 
Carl Luft, Carl Eeichelt und Josef Seliger, Teplitz. 
Wilhelm Neumann, von der Arbeiter-Bäckerei in Aussig. 
Schultzki-Rixdorf, Vertreter des Verbandes der Handels-, 
Transport- und Verkehrsarbeiter. 

Sie alle begrüsse ich im Namen der hier versammelten deutschen 
Konsumvereine aufs herzlichste und danke Ihnen, dass Sie erschienen 
sind, um der Gründung des Verbandes beizuwohnen. (Bravo!) 
Wir freuen uns, wenn gleichstrebende Korporationen von unserer 
Tätigkeit Kenntnis nehmen, hoffen wir, dass Sie, geehrte Herren, 
die Überzeugung gewinnen, dass unsere Tätigkeit die gleiche ist, 
wie bei Ihnen. 

Ein Schreiben der russischen Genossenschafter möchte ich 
Ihnen seiner Wichtigkeit wegen wortgetreu vortragen. Es ist 
heute ein Vertreter der russischen Presse erschienen, Herr Dr. 
Nathan Asef, den ich als Vertreter der Presse begrüsse. 
Das Schreiben lautet: 

Geehrter Herr! 
Wir sind im Besitze Ihres geehrten Schreiben vom 25. März 
d. J., in welchem eine freundliche Einladung den Sitzungen des 
ersten Genossenschaftstages des neu zu errichtenden Gesamtverbandes 
Deutscher Konsumvereine beizuwohnen an uns ergangen ist. 

Zu unserm lebhaften Bedauern kann niemand von uns gerade 
zu dieser Zeit Moskau verlassen, und sehen wir uns deshalb ge- 
nötigt, unsere Abwesenheit zu entschuldigen. 

Mit der grössten Aufmerksamkeit verfolgen wir die heutige 
Konsumgenossenschaftsbewegung in Deutschland und erkennen £e 
hohe Wichtigkeit der verhängnisvollen Stunde, die Ihnen zu über- 
leben bevorsteht, und die nicht ohne Einfluss auf die Genossen- 
schaftsbewegung der ganzen Welt verbleiben wird. 



- 66 — 

Wir für uns behaupten unbedingt den Standpunkt, dass die 
Konsum- und die mit ihnen verbundenen Produktivvereine keine 
politischen oder religiösen Interessen haben, bezw. irgend welcher 
dieser Parteien dienen können — sehen aber nicht ein, was uns 
die logischen Endziele des Genossenschaftswesens als solchen zu 
folgen, dieselben praktisch einverleibt zu wünschen und die grossen 
Änderungen, welche damit in den wirtschaftlichen Verhältnissen 
der Menschen entstehen müssen, ins Auge zu fassen, hindern sollte. 
Im Gegenteil, nur der Hinweis auf diese Endziele kann — so 
scheint uns — die Begeisterung und Opferfreudigkeit, welche der 
Genosssenschaftsbewegung so not tut, wachrufen. In Ihren 
Strebungen erkennen wir dieselben Impulse, welche für uns mass- 
gebend sind und bringen wir Ihnen deshalb unsre besten Glück- 
wünsche zu einmütiger und unerschrockener Arbeit am Aufbau 
einer stolzen konsumgenossenschafÜichen Organisation, deren 
Wirkung von der ganzen Welt nicht ignoriert werden kann, 
entgegen. 

Hochachtungsvoll und mit genossenschaftlichem Grusse 

für das Bureau des Verbandes 

russischer Konsumvereine 

N. von Hübner, Vorsitzender. 

(Lebh. Beifall.) 

Ich glaube, wir danken den russischen Genossenschaftern am 
besten damit, dass wir diesen Dank zu Protokoll geben. (Bravo.) 

Weiter ist ein Schreiben eingegangen von der »F6d6ration 
des Soci6t6s Coopöratives« in Brüssel, die ihr Bedauern ausspricht^ 
keine Delegierten entsenden zu können und brüderlich Grüsse sendet. 

Weiter ein Schreiben vom Staatssekretär des Innern als 
Antwort auf unsere Einladung an die Reichsregierung. Es lautet.: 

Berlin, den 5. April 190a 

»Für die gefällige Einladung zu dem ersten Genossenschafts- 
tage des Gesamtverbandes Deutscher Konsumvereine am 17. und 
18. Mai d. J. in Dresden spreche ich zugleich im Namen des 
Herrn Reichskanzlers verbindlichen Dank aus. Mit Rücksicht auf 
die Lage der Dienstgeschäfte, bin ich zu meinem Bedauern nicht 
in der Lage den Verhandlungen beizuwohnen oder mich durch 
Kommissare vertreten zu lassen. 

Im Auftrage: Caspar.« 

Weiter ein Schreiben vom hiesigen Oberbürgermeister: 

Dresden, den 24. April 1903. 
»Für die freundliche Einladung zu dem am 17. und 18. Mai 
d. J. stattfindenden konstituierenden Genossenschaftstag des Gesamt- 
verbandes Deutscher Konsumvereine danken wir hiermit ergebenst. 

Der Rat zu Dresden. Beutler.« 

Gemeldet hat sich noch niemand, ich weiss nicht, ob jemand 
offiziell als Vertreter der Stadt hier anwesend ist. 



— 67 — 

Ein Begrüssungstelegi-amm ist eingegangen von Dr. Reinihold 
Biehn: »Rächt Euch am Hass der PhiKster, indem Ihr einig 
i^erdet und stark« (Bravo!) und weiter folgendes Telegramtn ton 
^en Genossen Arend und Zahn aus OflFenbach am Main: »Viel 
<jlück zu jedem Schritte, der von Euch heute wird beschlossen, 
les unterdrücken uns nimmermehr Dr. Crüger und Genossen.« 
{Heiterkeit und Bravo!) 

Auch diesen Freunden, die uns in der liebenswürdigsten 
Weise ihre Wünsche telegraphisch übermitteln, danken wir, wir 
freuen uns, dass überall in Genossenschaftskreisen des heutigen 
Tages gedacht wird. 

Zum Schluss noch einige Worte: Wer von uns hätte vor 
«einem Jahr geglaubt, dass die Gründung eines Konsumvereins- 
Terbandes so nahe ist? 

Sollen wir denen, die uns den Anlass gaben einen Verband 
3u gründen, zürnen? Nein, niemals! (Lebhafte Zustimmung.) 

Wir haben nur gegen den brutalen Gewaltakt, der uns in 
Kreuznach betroffen, protestiert. 

Männer, die das gleiche Streben haben wie wir, die so oft 
sprachen, die Genossenschaft sei der Friede, sie gebärdeten sich 
wie Wilde, sie drückten sich den Stempel der Brutalität auf die 
Stirn, sie wollten uns ächten und ächteten sich selbst. (Stürmischer 
Beifall.) Der Allgemeine Verband verlor seinen Namen; er ist 
kein Allgemeiner Verband mehr, sondern nur noch ein Verband 
der Kredit-Genossenschaftler. Wir deutschen Konsumvereine werden 
auch ohne den Allgemeinen Verband vorwärts kommen, wenn uns 
der Geist, der uns in Kreuznach beim Verlassen des Saales be- 
seelte, immer erhalten bleibt. 

Mögen die hier zu fassenden Beschlüsse den deutschen 
Konsum-Genossenschaften zum Segen gereichen. Mögen unsere 
Verhandlungen den lang ersehnten Wunsch zur Wahrheit werden 
lassen, der lautet: 

Konsum-Genossenschaftler Deutschlands vereinigt Euch! 

Mit diesem Wunsch treten wir nun in die Verhandlungen ein. 
(Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) 

Ich erteile zunächst dem Vertreter der englischen Genossen- 
schaften, Mr. Gray, dem Generalsekretär des englischen Genossen- 
schaftsbundes das Wort zur Begrüssung: 

Erwiderung der Gäste. 

J. C. Gray: Meine Herren! Als Vertreter von 2 Millionen 
englischer Genossenschafter ist es uns eine besondere Freude, mit 
unseren Deutschen Genossen beisammen zu sein, in Tagen, welche 
«inen Abschnitt im deutschen Genossenschaftsleben bezeichnen. 
Sie haben sich hier heute eingefunden, um einen Gesamtverband 
Deutscher Konsumvereine zu begründen, und lag es uns daher nahe, 



— 68 — 

Sie zu besuchen, um Ihnen unsere herzlichsten Wünsche zu denk 
neuen unternehmen daxzubringen. Die Cooperative Union in Eng- 
land existiert seit über 30 Jahren und können wir mit Recht be- 
haupten, dass sie yiel dazu beigetragen hat, die genossenschaftliche^ 
Bewegung unseres Landes so erfolgreich zu gestalten, wie der 
heutige hohe Standpunkt derselben es bedingte. Wenn schon fiir 
den einzelnen die Notwendigkeit vorliegt, sich im Eonsumverein zu 
vereinigen, so ist es in noch viel weiterem Masse Pflicht derselben^ 
sich in einem starken Verbände zusammenzuschliessen, in welchemi 
sie ihre Ziele und Prinzipien in gemeinsamer Arbeit fördern können. 
Eine alleinstehende, sich von gleichen Verbindungen fernhaltende: 
Genossenschaft kann nur ihren eigenen Mitgliedern nützen, und auch 
diesen nur in sehr beschränktem Masse, erst wo sich gleichgesinnte^ 
Vereine im starken Verbände zusainmenfinden, um ihre gemein- 
samen Kräfte aufzubieten und gemeinsam ihre edlen Ziele dem 
Volk mitteilen, erst dann können sie im vollen Masse das Gute- 
f ordern, und unbesieglich werden sie dann dastehen! Jede Iso- 
lierung, sei sie nun individuell, oder sei es eine Isolierung ganzer 
Gesellschaften, immer wird sie Selbstsucht hervorrufen, im Ver- 
bände dagegen finden hohe Ideale und selbstlose Arbeit einen 
günstigen Nährboden. 

Unsere Cooperative Union in Grossbritanien verfolgt energisch, 
das Ziel, allen Landsleuten im ganzen Vaterlande mit den Prinzipien^ 
und Zielen der Genossenschaften vertraut zu machen. Kein Ort soll 
übersehen werden. Findet sich noch ein Platz, an dem Ziele und 
Zwecke unserer Konsumvereine unbekannt sind, wo noch kein Verein^ 
sich findet, so werden wir sofort Vertreter entsenden, welche dem 
Volke behilflich sind, sich genossenschaftlich zu organisieren, und 
welche den Leuten zur Seite stehen, bis sie den Verein selbst 
leiten können. Gerät bei uns ein Verein in Bedrängnis, so geben 
wir ihm Rat und sind ihm behilflich, alle Schwierigkeitsn zu über- 
winden. Selbst die grösseren Vereine sind häufig in Geschäfts- 
sowie in Rechtssachen des Rates bedürftig, und finden dann stets. 
gern Hilfe beim Verbände. Bei Angriffen der vielen Feinde dea 
Genossenschaftswesens wird der Verband den Vereinen stets zur 
Seite stehen, mit einem Wort: Schwierigkeiten, welche der einzelne 
Verein unmöglich überwinden könnte, sind durch einen starken^ 
Verband mit Leichtigkeit zu überbrücken. Unaufhörlich bereisen 
wir das Land, unaufhörlich senden wir unsere Flugblätter in Stadt 
und Land, sodass das ganze Volk über das Wesen der Genossen- 
schaften aufgeklärt sein muss! Welche, Erfolge aber können wir 
einer solchen Arbeit allein zuschreiben? Über 2 Millionen Menschen 
gehören der Genossenschaftsbewegung an, über 30 Millionen £ 
(610 Mill. Mk.) beträgt das Stammkapital dieser vereinigten Ge- 
nossenschafter, für mehr denn 60 Millionen £ (1220 Mill. Mk.) Waren 
wurden durch Konsumvereine an das Volk abgegeben, und über 
8 MUlionen & (163 Mill. Mk.) betrug ein Jahresgewinn dieser 
Vereine. Leicht sind solche Zahlen gesprochen, aber wer ermisst 



— 69 — 

^en ungeheuren Einfluss, wer ermisst den Segen, welcher von diesen 
Zahlen in dem letzten halben Jahrhundert abhängig gewesen ist?! 

Naturgemäss ist es bei diesen Erfolgen der Genossenschaften, 
«dass sich zahlreiche Neider und Feinde gefunden haben, doch ver- 
geblich bemühen sich die Krämer, denen das Wachstum der Ge- 
nossenschaften ein Dom im Auge ist, welche es mit scheelen Augen 
ansehen, wenn das Volk seine Fähigkeit, sein eigener Kaufmann zu 
«ein, ausnutzt; vergeblich bemühen sie sich, unseren Fortschritt auf- 
zuhalten. 

Verfolgt und bedroht wurden die Genossenschafter, ja, die 
Stellungen wurden ihnen gekündigt, wenn sie ihrer Überzeugung 
nicht entgegenhandeln wollten, doch konnten uns all diese An- 
feindungen nur in allererster Zeit schädigen, vereint sind wir jetzt 
2U stark, als dass uns irgend ein Feind merklich Schaden zufügen 
könnte. Bei den ersten Angriffen der Krämer auf die Konsum- 
genossenschaften war es unser Verband, der die Interessen seiner 
Vereine vertrat und wandten wir uns damals mit der Bitte um 
pekuniäre Hilfe an die Genossenschafter. Nach weniger denn 
ß Wochen stand ein garantierter Fonds von mehr als 100 000 £ 
(2 040 000, Ä) zu unserer Verfügung, (M. H. Machen Sie das nach! 
fügte der Übersetzer unter Heiterkeit und Beifall hinzu), und waren 
wir so in der Lage, auch die zu unterstützen, welche durch treue 
Anhänglichkeit an unsere Sache brotlos geworden waren. Vereint 
-sind wir nun vorbereitet, allen Angriffen erfolgreich die Stime bieten 
zu können. Die starken Genossenschaften helfen den Schwächeren, 
die Begeisterung für die Bewegung nimmt zu, planmässig verfolgen 
wir mit sicherem Auge unsere Ziele und so nimmt die Zahl unserer 
Anhänger und die Macht unserer Vereine täglich zu, anstatt unter 
*den fortwährenden Angriffen ihrer Feinde abzunehmen. 

So ergibt sich aus den Erfolgen, welche unser Verband gezeitigt 
liat, über alle Zweifel erhaben die Notwendigkeit, dass sich, wie in 
unserem Lande seiner Zeit, auch hier die Konsumgenossenschaften 
-vereinigen müssen, um für geeignete Propaganda und geeignete 
gegenseitige Hülfe Sorge tragen zu können. So sind wir auch jetzt 
zu Ihnen gekommen, um Ihnen mit Ihrem Verbände unsere herz- 
lichsten Glückwünsche zu sagen,, und zugleich der Hoflnung Ausdruck 
-zu geben, dass alle deutschen Vereine sich dem Genossenschafls- 
Tcrband anschliessen mögen. Wenn die deutschen Genossenschafter 
so solidarisch zusammenstehen werden, so bedarf es keines Propheten, 
um Urnen schon heute vorauszusagen, dass den deutschen Konsum- 
•genossenschaften ein Wachstum beschieden sein wird, welches sogar 
•das der englischen Genossenschaften in den Schatten stellt. Wir 
iaben beobachtet, was deutsche Genossenschafter erreicht haben, 
Ihr Vaterland besitzt Vereine, welche unseren besten englischen 
Genossenschaften zum Mindesten gleichkommen, wenn nicht gar 
übertreffen. Bei der Ausdehnung und der Bevölkerung Ihres Landes 
haben Sie die Vorbedingungen zu einer Ausbreitung, welche bei uns 
ammöglich ist- Es wird daher in der mit der Gründung des Ver- 



— 70 — 

l)andes neu eröffneten Ära ganz bei Ihnen liegen, wie weit sich der 
gpnossenschaftliche Gedanke dem deutschen Volke mitteilen wird^ 
und wie weit der Gedanke der Genossenschaft und der Brüderlich- 
keit durchdringen wird, im Gegensatze zu Einzeltätigkeit und Selbst- 
sucht. Nochmals wünschen wir Ihnen von Herzen zu allen Unter- 
nehmungen besten Erfolg! (Stürmischer Beifall!) 

Das Wort erhält nunmehr Mr. Holt, einer der Direktoren der 
englischen Grosseinkauf s-Gesellschaft : 

Mr. Holt: Genossen! Ich bedaure lebhaft, dass es mir 
nicht möglich ist, in Ihrer Muttersprache zu sprechen. Es ist mir 
eine Ehre und' ein Vergnügen, zur Teilnahme an dieser inter- 
essanten Versammlung eingeladen zu sein, umsomehr, als ich von 
Herrn Gray und meinen Kollegen im Vorstande der englischen 
Grosseinkaufs-Gesellschaft des öfteren gehört habe, wie nobel Sie 
dieselben gelegentlich ihrer früheren Besuche bei sich aufgenommen 
haben. So war ich denn entschlossen, Ihre gütige Einladung zur 
Teilnahme an Ihrer Versammlung bei Gelegenheit anzunehmen, um 
mich selbst zu überzeugen, was Sie in Ihrem Lande zur Förderung: 
unserer gemeinsamen Sache leisten, und kam von meiner Heimat 
Rochdale, dem Geburtsort englischen Genossenschaftswesens, zu Ihnen. 

Gestatten Sie mir, Ihnen im Namen der englischen C. W. S. 
imsere herzlichsten Wünsche für einen vollen Erfolg Ihrer Arbeit 
in Deutschland auszusprechen. Wir hegen den Wunsch, eine 
geschäftliche Verbindung zwischen den Genossenschaften unserer 
beiden Länder anzubahnen, und beobachten daher auf das an- 
gelegentlichste die Entwicklung des genossenschaftlichen Lebens bei 
Ihnen. Die Prinzipien genossenschaftlicher Arbeit finden durch die 
Ein- und Verkaufsgenossenschaften und verschiedene andere Faktoren 
immer mehr Ausbreitung, indem sie die Arbeiter aller Länder an der 
Hand gemeinsamer Interessen näher zusammenbringen, und so den 
Weltfrieden herbeiführen. Wir englischen Genossenschafter hegen 
das grösste Interesse an der Gründung von Konsumvereinen in 
Deutschland, weil wir wissen, dass der Erfolg dieser Bewegung in 
Ihrem Lande die Lebensbedingungen der arbeitenden Klassen wesent- 
üch heben wird. Wir wissen, dass unbeschränkte Konkurrenz nicht 
allein die Arbeitslöhne drückt, sondern auch den Wert der Arbeit 
herabsetzt. Der Zweck genossenschaftlicher Arbeit ist, das Leben 
des Arbeiters freundlicher, glücklicher und besser zu gestalten. Auch 
in England macht das Genossenschaftswesen gute Fortschritte, \mä 
nimmt von Jahr zu Jahr an Stärke zu. Der Bericht unseres Vor- 
standes, der den Jahreskongress in der Pfingstwoche unterbreitet 
werden wird, ergibt, dass die Anzahl der Genossenschaften in. 
Gross-Britannien Ende 1902 1671 betrug, gegen 1648 im Vorjahre., 
Laut von 1638 Genossenschaften eingegangenen Berichten ergibt sich 
eine Mitgliederzahl von. . 2 022 208 gegen 1 919 655 imVor jähre 

ein Umsatz von 85 586 708 ^ » 81 782 949 £ »' 

ein Gewinn von 9 544 353 £ » 9 099 014 £ > 

und ein Gesamtkapital von 25 904 113 £ » 24 395 706 Jß ^ 



- 71 — 

Ich will Sie nicht mit zu vielen Zahlen belästigen, sondern 
nur meiner Freude Ausdruck geben, dass wir ebenfalls auf allen 
Gebieten genossenschaftlicher Eigenproduktion eine erhebliche Zu- 
nahme zu Terzeichnen haben. Die englischen und schottischen 
Genossenschaften machen andauernd grosse Fortschritte, ihr Gesamt- 
umsatz betrug letztes Jahr 24 456 678 £, der Gewinn 638 269 £. 
Die ganze* Bewegung ist in stetigem Vorwärtsschreiten begriffen, 
möge daher ein Rückblick auf das Erreichte för uns alle ein An- 
sporn sein. Lassen Sie mich zum Schluss noch die Bitte an Sie 
richten, mit uns vereint gemeinschaftlich an der Ausbreitung des 
Genossenschaftswesens mit seinen Segnungen über die ganze Welt 
zu arbeiten! (Stürmischer Beifall.) 

Die Übersetzung der beiden englischen Reden gibt der Ge- 
schäftsführer der Grosseinkauf s-Gesellschaft, Herr Scherling-Hamburg. 

Hanse n-Kopenhagen : Meine Herren! Zunächst soll ich 
Ihnen genossenschaftliche Grüsse von der dänischen Grosseinkaufs- 
Gesellschaft überbringen (Bravo!) mit herzlichem Dank für die 
freundliche Einladung zu diesem Genossenschaftstage. Wir in 
Dänemark freuen uns über den grossen Fortschritt, welchen die 
Konsumvereinssache in Deutschland im vorigen Jahre gemacht 
hat. Wir haben mit grösstem Interesse Ihre Kämpfe für die gute 
Sache verfolgt imd bemerkt, dass diese Kämpfe Ihrer Sache 
durchaus nicht geschadet, sondern sie gefordert haben. Das ist ja 
eine alte Erfahrung, dass eine gute Sache sicherlich ohne Kampf 
vorwärts kommt, die Feinde, die falschen Freunde, die Widersacher 
rufen neue Freunde hervor (Sehr richtig!), die sich um so fester 
zusammenschliessen. So ist es in aller Welt gegangen und so 
wird es auch hier kommen. (Bravo!) Sie sind ja nicht verzagt 
oder eingeschüchtert, und so bin ich überzeugt, dass Ihre Sache 
neue Freunde gewinnen und grössere Früchte tragen wird als bisher. 

unsere dänische Grosseinkaufs-Gesellschaft hat im vorigen 
Jahre — 1902 — ein ausserordentlich günstiges Resultat aufzuweisen 
gehabt. Im Jahre 1901 betrug der Umsatz 13V2 Millionen Kronen 
— ungefähr 15 Millionen Mark — , 1902 dagegen 17 V« Millionen, 
das bedeutet also eine Steigerung des Umsatzes um 3Va Millionen 
Kronen. Der Reingewinn betrug 1901 482 429 Kronen und stieg 
bis 1902 auf 643132 Kronen, also um 239 297 Kronen. Konsum- 
vereine gab es 1901 687 und 1902 792. Bis zum 1. Mai dieses 
Jahres ist ihre Zahl weiter gestiegen auf 822.* 

Diese Entwicklung ist um so erfreulicher, als die dänischen 
Konsumvereine mit ganz wenigen Ausnahmen sich auf dem Lande 
befinden und aus kleinen Bauern, Arbeitern, Handwerkern, Lehrern 
und Priestern bestehen. Sie dürfen auch nicht vergessen, dass 
unser kleines Land nur 27« Millionen Einwohner hat. Im Vergleich 
hiermit sollte Deutschland eigentlich einen zwanzigmal so grossen 
Umsatz haben, als es hat. (Sehr richtig !) Es bestehen in Dänemark 
femer zahlreiche Molkerei-, Schlächterei- und Eierverwertungs- 
Genossenschaften. Die erste Genossenschaftsmolkerei wurde y\ 



— 72 — 

oinem kleinen Orte 1882 errichtet, heute gibt es deren 1057. Die 
dänische ßutter ist die beste der ganzen Welt (Zuruf: Aber audi 
die teuerste! [Heiterkeit.]). Bei der Ausstellung in Paris im 
Jahre 1900 bekam die dänische Butter die höchste Auszeichnung. 
Die sämtlichen dänischen Molkereigenossenschaften sind das Eigentum 
Yon 140 000 kleinen Bauern. Im Jahre 1900 wurden 137 Milhonen 
Pfund Butter im Werte von 133 Millionen Kronen produziert. 

Die erste dänische Genossenschaftsschlächterei wurde 1887 
errichtet, jetzt haben wir deren 26 mit 64 900 Mitgliedern. 1901 
wurden 651 261 Schweine und 12 100 andere Tiere im Werte von 
39 Millionen Kronen geschlachtet. Im Jahre 1895 wurde die 
dänische Eierverwertungsgenossenschaft gegründet und im Jahre 1901 
13 200 000 Pfund Eier im Werte von 6 Millionen Kronen verkauft. 
Unser Anteilsystem hat in ökonomischer Beziehung insofern eine 
grosse Bedeutung, als die kleinsten Bauern — die bei Ihnen 
Häusler genannt werden — daran beteiligt sind. Es wird dadurch 
Wohlsein, Glück und Vertrauen in das Ueine Heim der Leute ge- 
bracht, die durch Sparsamkeit und Fleiss ihre Familie ernähren können. 

Es ist bemerkenswert, dass wir in Dänemark einen sehr 
uufgeklärten Bauernstand haben daak unserer mehr als 70 Volks- 
hochschulen, welche von mehreren tausend jungen Leuten im Alter 
von 18 — 25 Jahren jährlich freiwillig und eifrig besucht werden. 
Bemerkenswert ist auch, dass unsere Ackerbauer keinen Zoll auf 
ihre Produkte haben und sie wollen auch keinen. (Bravo!) Sie wollen 
nicht, dass die Nahrungsmittel für ihre Mitbürger künstlich verteuert 
werden. (Lebh. Bravo.) Ich meine, dass das ein Glück und eine 
Ehre für unser Vaterland ist, dass unsere Landwirte so freigesinnt 
sind und ich halte es nicht für ein Glück für Deutschland, dass 
Sie so hohe Zölle auf Korn, Fleisch, Speck usw. haben. (Lebhafte 
Zustimmung.) 

Ich wünsche den deutschen Konsumvereinen Heil, Glück und 
Segen vom Himmel auch für die Zukunft! (Stürmischer Beifall.) 

Das Wort erhält nunmehr: 

ünterstaatssekretär Dr. Elias- Holland. Auf verschiedenen 
Genossenschaftstagen in Deutschland, England und anderen Ländern 
habeiches oft verspürt, dass die Verschiedenheit derSprachen ein grosses 
Hindernis für die Verständigung der Konsumgenossenschafter aller 
Länder ist. Hoffentlich kommt es noch einmal dazu, dass wir auf unseren 
Genossenschaftstagen nur eine Sprache sprechen, und zwar die 
englische, da in England doch die Wiege des Genossenschaftswesens 
gestanden hat. Der Turm zu Babel kam infolge der Sprachenver- 
wirrung nicht zustande, und wenn die Genossenschaften auch an 
der Verschiedenheit der Sprachen nicht zu Grunde gehen werden, 
so wäre es doch häufig sehr gut, und die Entwicklung würde 
schneller vorwärts gehen, wenn wir einander verstehen und wissen 
würden, was in anderen Ländern passiert. Ich wenigstens habe 
viel Nutzen davon gehabt, dass ich englische und auch deutsche 
Werke selbst lesen und verstehen kann. 



— 73 — 

Doch zur Sache. 

Zuerst muss ich dem Herrn Vorsitzenden meinen besten Dank 
aussprechen für den Willkommengruss, den er uns gewidmet hat. 
Auch vom niederländischen Verband soll ich den deutschen Genossen- 
schaftern die herzlichsten Oriisse überbringen und Ihnen gratulieren 

-zur Gründung des neuen Verbandes. Schon auf dem Genossen- 
schaftstage in Hannover fiel uns Ausländem so manches auf, wir 
begriffen nicht, in welchem Verhältnis die deutschen Genossenschaften 
ÄU einander standen, aber dass die Dinge verwickelt waren, begriffen 
wir schon. (Heiterkeit). Daher waren wir auch nicht sehr erstaunt, 
dass es nach zwei Jahren zu einem Ausbruch kam. Ich muss aber 
gestehen, dass trotzdem ich sehr viel über die Geschichte gelesen 
habe, im Wochenbericht und in den Genossenschaf tsblättem, ich 
noch nicht genau weiss, wo eigentlich der Knoten sitzt. Daher 
freue ich mich, dass uns Herr Kauffinann heute einen Bericht über 

■den Stand der Konsum Vereinsbewegung geben wird. Daraus werden 
dann auch wir Ausländer lernen können, wie die Dinge zusammen- 

'hängen. 

Das aber begreife ich jedenfalls, dass die Konsumgenossen- 
schaften einen besonderen Verband haben müssen. Ich bin seit 
25 Jahren Vorsitzender des grössten Konsumvereins in Holland im 
Haag, weiss also aus Erfahrung, was für die Entwicklung der 
Konsumvereine not tut und kann sehr wohl begreifen, dass das 
Terbleiben in einem Verbände, in dem es fortgesetzt Streitigkeiten 
gibt, für die Konsumvereine von Nachteil sein muss. 

Ich gratuliere Ihnen daher von Herzen zu Ihrem Versuch und 
iich bin sicher, dass der Versuch gelingen, dass der neue Verband 
-zum Nutzen der Konsumvereine zu einem grossen und starken 
Verband heranwachsen wird. (Lebhafter Beifall). 

Das Wort erhält nunmehr Dr. Munding- Schweiz : Es ist 

Tmir die Ehre zuteil geworden, im Namen der vereinigten Schweizer 

Konsumgenossenschaften die herzlichsten Grüsse zu übermitteln. 

TJnser Direktionsmitglied Herr Dr. Kündig ist leider im letzten 

-Augenblick durch dringende Berufsgeschätte abgehalten, an der 

nichtigen Sitzung teilzunehmen. Er bedauert das um so mehr, 

als wir Schweizer Genossenschafter uns alle mit Ihnen in demselben 

Gedanken, der uns hier zusammengeführt hat, einig fühlen. Wie 

'die Schweizer und die Deutschen seit Jahrhunderten zwei Völker 

meines Blutes und Stammes sind, so haben sich auch die Fluten und 

Wellen der gemeinsamen Kulturentwicklung in gleicher Weise fort- 

.gewälzt, und nicht allein in Bezug auf die allgemeinen Verhältnisse, 

rsondem auch in Bezug auf die genossenschaftliche Bewegung sind 

Deutschland und die Schweiz denselben Weg gegangen, und wir 

^hoffen, auf diesem Weg auch zu dem gemeinsamen Ziele zu gelangen. 

Unsere Freunde, die bereits gesprochen haben, waren be- 
tstrebt, den Stand ihrer heimatlichen Genossenschaftsentwicklimg in 
^rzen Zügen darzustellen. Gestatten Sie auch mir einige Worte 



— 74 - 

über den Anfang, die Entwicklung und die heutigen Verhältnisse^ 
unserer schweizerischen Genossenschaftsbewegung. Ein bekannter 
französischer Genossenschafter hat einmal die Schweiz das Welt- 
laboratorium für soziale Experimente genannt. Es ist ein gutes 
Teil Wahrheit in diesem Ausspruch. In der Schweiz als Durch- 
gangspunkt für alle Völker haben sich auch die Ideen dieser Völker 
angesetzt und früher entwickelt, als in manchen anderen Ländern. 
So ist auch die Genossenschaftsbewegung in der Schweiz in ver- 
hältnissmässig früher Zeit in die Erscheinung getreten, und zwar 
merkwürdigerweise in derselben Form, wie sie in England erstand, 
klein und unscheinbar. 

Unsere erste Genossenschaft war die Baseler Arbeiter-Ge- 
nossenschaft, die bereits in den vierziger Jahren entstand, deren 
Namen und Bestrebungen aber wieder untergetaucht und in unserer 
Zeit fast unbekannt sind. Eine Handvoll Arbeiter hatte den 
grossen Gedanken der genossenschaftlichen Bestrebungen aufge- 
nommen und ihm zwar nicht in einem ausgearbeiteten Programm 
Ausdruck verliehen, aber in einem Insignium, einem Emblem, sie 
setzten auf ihre Statuten einen Hahn, wohl um damit zu deuten,, 
dass sie eine Sache verfechten, die einen frühen Morgenruf verkündet. 

Diese Bewegung ist — wie gesagt — untergetaucht, aber an 
demselben Platze in Basel ist in den 60er Jahren eine andere- 
Konsumgenossenschaft entstanden, die sich machtvoll weiter ent- 
wickelt hat und wohl einzig dasteht in der ganzen kooperativen 
Bewegung, obwohl sie nicht die grösste Organisation darstellt. Der 
Baseler Verein hat 23 000 Mitgheder, einen Umsatz von 12 Millionen 
und einen jährlichen Reingewinn von ca. 800 000 Eres. Das 
charakteristische aber an der dortigen Bewegung liegt darin, dass- 
Basel wohl die einzige Stadt in der ganzen kooperativen Welt ist,. 
von der man mit Recht sagen kann, dass sie beinahe bis auf den 
letzten Mann vergenossenschaftlicht ist. 

Wenn man annimmt, dass auf die 23 000 Haushaltungen, 
durchschnittlich vier Köpfe kommen, so ist es klar, dass bei einer 
Gesarateinwohnerschaft von 115 000 Seelen fast die ganze Stadt 
genossenschaftlich organisiert ist. Und das ist auch tatsächlich so. 
Obwohl der Kleinhandel durchaus nicht verschwunden ist, so herrscht 
doch der Genossenschaftsladen in Basel vor, und wenn sie in die 
Stadt kommen, so sehen sie fast nichts in den Strassen als die 
Milchfuhrwerke des grossartig organisierten Baseler Milchhandels. 

Wenn Sie diese beiden Bewegungen, die frühere Baseler- 
Arbeitergenossenschaft und den heutigen Baseler Konsumverein 
einander gegenüberstellen, dann erhalten Sie einen Begriff von der 
Entwicklung des genossenschaftlichen Gedankens innerhalb 50 bis 
60 Jahren, wie diese Bewegung unwiderstehlich weiterschreitet.. 
Bedenken Sie auch, dass in der Schweiz ausser dem Baseler Verein 
noch hunderte von Konsumvereinen existieren, von denen 140 in- 
dem Verband organisiert sind. 



— 75 — 

Die Verbandsbestxebungen traten in der Schweiz auch scho» 
sehr früh auf. Bereits in den 50 Jahren tat sich eine Anzahl kleiner 
Konsumvereine zusammen, die insgesamt etwa 6000 Mitglieder 
repräsentierten, während der heutige Verband eine organisierte- 
Konsum entenvereinigung von 120 000 Seelen darstellt. Viele unserer 
Vereine stehen noch abseits vom Verband. Wie sie hier in. 
Deutschland, so haben auch wir in der Schweiz noch mit einigen 
mehr oder weniger rückständigen Anschauungen zu kämpfen. Es 
gibt Vereine, die nichts anderes sein wollen als Geschäfte, wie jedes 
andere Geschäft mit dem einzigen Ziele, ihren Mitgliedern materielle 
Vorteile zuzuwenden, ihnen gute Waren zu verabfolgen. Weitere 
Ziele verfolgen sie nicht. 

Dies wurde anders in den 90 er Jahren, als einzelne bewusste 
Genossenschaftler zusammentraten und den Verband gründeten. 
Von diesem Augenblick an kam eine Eichtung auf, die die weiteren 
Ziele der genossenschaftlichen Bewegung, wie wir sie in England 
finden, kraftvoll zu vertreten sucht. (Bravo!) 

Nun ist der Schweizer ein gar merkwürdiger Menschenschlag, 
praktisch durch und durch, dabei mit einem Idealismus begabt, der 
sich weniger in Worten hervortut als in Taten. So haben wir es 
denn erlebt, dass der, ich möchte sagen, evolutionistische Gedanke 
auf einmal zündete und in vielen Vereinen zu einer intensiveren 
Zusammenfassung der Kräfte führte. In dieser Bichtung haben 
wir in den letzten zehn Jahren mit gutem Erfolge gearbeitet, wir 
haben den Verband nicht nur in materieller Beziehung wesentlich 
gestärkt, sondern vor allem auch in hervorragendem Masse die 
genossenschaftliche Erziehung der Mitglieder zu unserer Aufgabe 
gemacht. Es ist wohl einzig dastehend in der genossenschaftlichen 
Bewegung, dass sich ihr Organ als das grösste und verbreitetste 
des ganzen Landes bezeichnen kann, wie unser genossenschaftliches- 
Volksblatt, das eine Auflage von 50 000 Exemplaren hat. 

Lassen Sie mich noch einige Worte sagen, die hinüberführen 
zu den gemeinsamen Interessen, die wir vertreten, und zu den 
Zwecken, die Sie mit der Gründung Ihres Verbandes verfolgen. 
Die Scheidung, die hier in Deutschland erfolgt ist, knüpft sich an 
ein Wort an, das harmlos erscheint, hinter dem man sich aber 
wiederum so vieles denken kann, weil das, was es wirklich aus- 
sprechen soll, nicht gesagt wurde, wenigstens nicht in den Kämpfen, 
unter denen sich die Trennung vollzog — um das Wort Evolution.. 

Was ist Evolution? 

Man könnte meinen, es wäre ein neues Prinzip, das in die 
ganze Genossenschaftsbewegung geworfen ist. Wenn wir aber alles» 
überblicken, was die neue Bichtung will und als ihr Ziel aufstellt, 
so ist es schliesslich weiter nichts, als das gute, alte, erprobte 
Programm, das von der Wiege unserer Bewegung, von Eochdale 
ausging. Die neue Richtung erhebt nicht eine Forderung, die 
nicht schon jene 28 Weber in ihrem Programm aufgestellt hätten. 



— 76 — 

Alle Welt ist darüber einig, dass diese einfachen Weber 
«eine weltgeschichtliche Bewegung von unübersehbarer Tragweite 
hervorriefen, nicht in gewalttätigem Vorwärtsstürmen, sondern in- 
dem sie sich an die bestehenden wirtschaftlichen Verhältnisse auf 
-das engste anschmiegten und das Prinzip, das mächtig geworden 
war in unserer allgemeinen internationalen Wirtschaft, im Interesse 
der grossen breiten Volksmassen, die natürlicherweise keinen Anteil 
iinehr an der Eigentumsbildung hatten, ausnutzten. Sie hatten das 
rgrosse soziale Ziel, den enterbten aber aufwärtsstrebenden Elementen 
in der Gesellschaft einen Ausweg zu verschaffen, nicht nur in wirt- 
schafQicher, sondern auch in geistiger und sittlicher Beziehung. So 
ist diese evolutionistische Bewegung nichts als die Tendenz, sich 
an die bestehenden Verhältnisse im Sinne des allgemeinen Fort- 
schritts anzupassen. Mehr wollen die. evolutionistischen Genossen- 
schaftler auch nicht, und wenn gesagt wird, man wolle einen Stand, 
•der bisher ein gewisses Privileg auf dem Gebiete der Warenverteilung 
gehabt habe, ausschalten, so wollen, soweit wir die Verhältnisse in 
Deutschland kennen, die deutschen Genossenschafter diese Leute 
nicht etwa unter allen umständen ohne weiteres beseitigen, weil sie 
ihnen im Wege stehen, sondern es ergibt sich das aus der ganzen 
natürlichen Entwicklung. Wenn die Genossenschaften nicht in 
diesem Sinne arbeiten würden, so würde es eine andere Macht tun, 
vder Kapitalismus. (Sehr richtig !) 

Das Streben der Genossenschaften beruht auf einem Rechte, 
•das ihnen niemand schmälern kann, von dem wir glauben, dass auch 
die Regierungen und Behörden mit der Zeit mehr und mehr zu 
der Einsicht kommen, dass es nicht nur im Interesse der arbeitenden 
Massen, sondern zum Wohle des ganzen Volkes geschieht. (Bravo!) 

Sie werden nun an die praktische Arbeit treten. Es ist gesagt 
worden, dass diese neue Richtung mit Sonntagsgedanken operiere, 
•d. h. mit Idealen, mit Hoffnungen, mit weiten Ausblicken in die 
JZukunft, und man meint vielleicht manchmal, dass darunter die 
praktische Arbeit leiden könnte. Ich bin überzeugt, dass die deutschen 
<xenossenschafller, die alle den deutschen Idealismus in ihrer Seele 
tragen, auch das Praktische mit dem Idealen wohl zu vereinigen 
wissen werden. Dafür ist Ihre bisherige Entwicklung ein Beweis. 

Wir Schweizer Genossenschaftler, die wir vielleicht gelernt 
haben, praktische imd ideale Dinge nebeneineinder zu betreiben, 
geben Ihnen hiermit unsem herzlichsten Glückwunsch auf den Weg. 
Wir hoffen, dass Sie kraftvoll weiter arbeiten werden, nicht allein 
J5um Segen Ihrer nationalen Organisation, sondern auch zum Segen 
qmd Heil der allgemeinen internationalen genossenschaftlichen Be- 
nvegung aller Kulturvölker. (Stürmischer Beifall). 

Exener-Wien: Gestatten Sie, dass ich Ihnen in erster 
Linie die besten Grüsse derjenigen österreichischen Genossenschaftler 
überbringe, die mit Ihren Bestrebungen einverstanden sind. Wir 
hoffen hier etwas von Ihnen zu lernen und Ihren frischen Geist 



— 77 — 

nach Oesterreich zu bringen, um endlich auch in diesem zurück- 
gebliebenen Lande eine Grenossenschaftsbewegung im modernen« 
Sinne hervorzurufen. 

Freilich besteht bei uns eine Genossenschaftsbewegung bereits^ 
über 30 Jahre, aber die Konsumvereine hat man immer vernach- 
lässigt. Wenn wir auch kein Kreuznach haben, so haben wir doch, 
unsere Crügers in Oesterreich. (Heiterkeit.) 

Wir finden die Unterstützung derjenigen, die die Genossen- 
schaftsbewegung von jeher repräsentierten, nicht, sondern müssen 
selbst Hand ans Werk legen. Daher haben wir auch einen eigenen^ 
Verband der Konsumvereine Oesterreichs vor kurzer Zeit gegründet. 
Freilich konnten wir bei unsrer Konstituierung nicht eine solche- 
Besucherzalil aufweisen, sondern mussten uns mit 20 Genossen- 
schaften begnügen, aber es ist uns doch in kurzer Zeit gelungen, 
80 Vereine in den Verband zu bekommen. Und das bedeutet 
gewiss etwas in Oesterreich. 

Sie müssen bedenken, dass auch in der Konsumvereins- 
bewegung den grossen nationalen Verschiedenheiten Rechnung ge- 
tragen werden muss. Jede Nation verlangt ihren Vertreter, und 
dass da die Arbeit schwerfällig wird, werden Sie begreifen. Wir- 
müssen mit Slovenen, Italienern, Polen und Czechen rechnen; fünf,, 
sechs Sprachen sind in einem Verbände vereinigt. 

In Oesterreich sind zirka 700 Konsimivereine vorhanden, 
davon gehören uns 80, leider gehören zu dem deutschen Allgemeinen* 
Verband auch noch 150 Arbeiterkonsumvereine. Das wird sich 
ändern, wenn die Arbeiter die Erfahrung gemacht haben werden,^ 
dass es diesen Leuten um ganz andere Zwecke als um die Förderung^ 
der Konsumvereine zu tun ist. — Wie gesagt, wir hoffen hier etwas 
für unsere Bewegung zu lernen und glauben in Ihrem Sinne zu- 
handeln, wenn wir Ihren Geist nach Oesterreich hinübertragen. 
Wir wünschen Ihnen zu Ihren Verhandlungen den besten Erfolg;, 
und ein herzliches Glückauf! (Lebhafter Beifall.) 

Buffoli, Präsident der Unione Cooperativa in Mailand r 
Leider bin ich der deutschen Sprache nicht mächtig genug, unh 
Ihnen in Deutsch den herzlichen Dank der italienischen Genossen- 
schaften für Ihre freundliche Einladung auszudrücken. Ich bin 
hierhergekommen, um von Ihrer Taktik zu lernen. Die Mailänder 
ünione Cooperativa, der ich angehöre, ist die stärkste aller* 
italienischen Genossenschaften; das drückt sich auch aus in der 
Gründung eines eigenen Geschäftes in Berlin (Taubenstrasse), in 
dem echte Produkte des italienischen Bodens zu massigen Preisen 
verkauft werden. Die Genossenschaft begann 1886 ihre Tätigkeit, 
in sehr bescheidenem Rahmen; jetzt verfügt sie über ein Kapital 
von 1 800 000 Lire und über einen Eeservef onds von 800 000 Lire. 
Im letzten Jahre betrug der Umsatz 7 000000 Lire. Die Genossen- 
schaft zählt 5632 Mitglieder, darunter 2147 weibliche Mitglieder^ 
Die Zahl der Mitglieder ist verhältnismässig klein. Wir habenr^ 



— 78 — 

^cht das unrichtige, aber vorsorgliche deutsche Gesetz, das 
-den Konsumvereinen den Verkauf an Nichtmitglieder verbietet. 
Ich nenne das Gesetz unrichtig, denn weshalb ist der aDgemeine 
Verkauf Geschäften gestattet, die ein Dutzend Eigentümer 
haben können und den Konsumvereinen, weil sie aus hundert 
-oder tausend Teilhabern bestehen, verboten? Vorsorglich aber 
wirkt das deutsche Gesetz, weil es den Konsumverein zu 
*«iner zahlreichen Käuferfamilie macht. Darum können wir Italiener 
Sie beneiden. Wir haben den aufrichtigen Wunsch, dass Ihr Verband 
-eine kräftige Entwicklung nimmt, und dass die Einsicht in die 
-ökonomischen und moralischen Vorteile des Konsumgenossenschafts- 
wesens sich immer weiter verbreite. (Lebhafter Beifall.) — Die 
-Rede wird von Bianchi übersetzt. 

Als letzter Redner aus den Reihen der Ehrengäste nimmt 
•das Wort: 

Schultzki- Rixdorf : Im Namen von 28 000 organisierten 
Handels- und Transportarbeitern überbringe ich Ihnen unsern Glück- 
'wunsch zu Ihren Arbeiten und die Versicherung, dass wir von 
demselben genossenschaftlichen Geiste durchdrungen sind wie Sie, 
und dass wir in der Entwicklung der genossenschaftlichen Idee 
und der genossenschaftlichen Unternehmungen einen grossen 
Fortschritt in der Produktionsweise und im Warenaustausche er- 
blicken. Als Handelsarbeiter sind wir besonders lebhaft am Wachs- 
tum des genossenschaftlichen Gedankens interessiert, und ich kann 
Ihnen im Namen meiner Gewerkschaft erklären, dass wir bei unserer 
Agitationsarbeit nie den Hinweis auf diesen grossen Faktor ver- 
gessen, einen der wichtigsten im Emanzipationskampfe der ar- 
beitenden Klasse neben den Ihnen bekannten andern Faktoren. 
Mir ist der Auftrag von meiner Gewerkschaft geworden, Ihnen in 
bestimmter Form unsere Wünsche zu unterbreiten. Ich glaube, 
dass es das beste ist, wenn ich diese Wünsche in die Hände der- 
jenigen lege, die bestimmt sind, den Verband künftig zu leiten. 
Dadurch wird unserer gemeinsamen Sache am besten gedient. Ein 
Schrei der Entrüstung ging vor einem Jahre durch das Land, als 
-die Gewalttat von Kreuznach bekannt wurde. Nun, die Crüger 
haben ihren Zweck nicht erreicht (Bravo !), die Gewalttat hat Ihnen 
Vorteile gebracht. Das war ein Teil von jener Kraft, die 
43tets das Böse will und doch das Gute schafft. Das Gute ist der 
Zusammenhalt, dessen Formen hier bestimmt werden sollen. Es 
^It hier den Schlussstein zu legen zu einem grossen Bau, der der 
gesamten Bevölkerung dienen soll. Vor einem Menschenalter fiel 
das stolze Wort, dass die Gründung des kleinsten Arbeitervereins 
-eine Kulturtat sei. Auch Sie sollen hier eine Kulturtat leisten, 
auf die die deutsche Arbeiterschaft stolz sein kann. (Lebh. Beif.) 

Der Vorsitzende dankt den Rednern im Namen des Kongresses und 
sagt dem Vertreter der Transportarbeiter die Berücksichtigung der Wün- 
sche seiner Gewerkschaft zu,, sobald der Verband verwirklicht sei. 

Es folgt Punkt 4 der Tagesordnung: 



— 79 — 

Bericht über den Stand 
der Konsumgenossenschaftsbewegung Deutschlands. 

Referent: Schriftsteller Heinrich Kanfmann, Hamburg. 

BegrifTbestimmung. 

Die KonsumgenossenschaftsbewegUDg ist eine auf rein demo- 
'kratischer Orundlage beruhende Massenbewegung, welche sich auf 
•«ine teilweise Regelung der wirtschaftlichen Funktion der O ü t e r - 
yerteilung und — UQter bestimmten Voraussetzungen — 
auch der Gütererzeugung richtet. Wir haben es also 
streng genommen, nicht allein mit einer Konsum-, sondern mit 
einer Konsum- und P r o d u k t i o n s - Genossenschaftsbewegung 
zu tun. Ich werde jedoch der Einfachheit halber den Ausdruck 
» Konsumgenossenschaf tsbewegung€ festhalten, weil diese die 
Voraussetzung der konsumgenossensehaftlicben Produktion ist. 

Zu bemerken ist noch, dasB der Hmweis auf eine angestrebte 
Regelung der Güterverteilung und Gütererzeaguug nicht anders 
aufzufassen ist, als auch Staat, Gemeinde und Produzenten- und 
Häudlergruppen, Ringe und Trusts, im bestimmten Umfange auf 
eine Regelung der Produktion und Distribution hinarbeiten. Der 
Staat regelt das Eisenbahn- und Telegraphen wesen, die Gemeinde 
regelt die Wasserversorgung, vielfach auch die Versorgung mit 
Gas und Elektrizität, das Strassenbahnwesen. Die Prc^uzenten- 
aiDge suchen für ihr Produktionsgebiet die Regelung dadurch 
herbeizuführen, dass sie die Produktion von einem Zentralpunkt 
aus kontrollieren, einschränken oder erweitern. Warenhausringe 
erstreben die Kontrolle über die Warenverteilung, Ortliche Klein- 
händler- und Handwerkergruppen suchen wenigstens durch eine 
Preisvereinbarung einer Regelung so nahe wie möglich zu kommen. 

Die Konsumgenossenschaftsbewegung regelt die Güter- 
verteilung für ihre Mitglieder, indem sie dieselbe' auf Rechnung 
^er Mitglieder und für dieselben betreibt und unter deren Kontrolle 
stellt. Auch kann sie nur auf der Grundlage des freiwilligen 
Zusammenschlusses aller ßeteiligten erwaehsen. 

Wir finden die Konsumgenossenschaftsbewegung in allen 
Kulturländern* Am stärksten und kräftigsten ist sie in dem Lande 
<ler höchsten kapitalistischen Entwicklung, in England und 
Schottland. In zweiter Linie steht die Konsumgenossenschafts- 
bewegung in Deutschland, Dänemark und der Schweiz. Daran 
«chUesst sich Holland, Belgien, Frankreich, Italien, Österreich und 
Skandinavien. Aber auch aus Russland, Ungarn, Serbien und 
Spanien, aus Nord- und Südamerika, aus den australischen 
Kolonien, aus Südafrika und aus Japan wird von Konsumvereinen 
berichtet. Überall zeigen sich dieselben gleichartigen Züge. Die 
Konsumgenossenschaftsbewegung wächst mit innerer Not- 
wendigkeit aus heutigen wirtschaftlichen Zu-- 
ständen hervor und nimmt teil an der beständigen 
Veränderung der Gesellschaftsstruktur, indem si» 



— 80 — 

UDrationelle, überlebte individualistische Formen der Güter«^ 
yerteilung und Erzeugung ausscheidet und eine rationellere ge- 
nossenschaftliche Form an deren Stelle setzt. 

In welchem Umfange die genossenschaftliche Regelung der 
Güterverteilung und der Gütererzeugung sich im Laufe der Zeit 
durchsetzen wird, lässt sich heute nicht ermessen. Welcher 
Umfang für möglich gehalten wird, ist Sache des Temperaments. 
Die Triebkraft dieser Bewegung ist die Förderung der Wirtschaft 
der Mitglieder, und da die Zahl der Mitglieder unbeschränkt ist, 
da es jedem freisteht und möglich ist, Mitglied zu werden, so 
dürfen wir sagen, die Triebkraft dieser Bewegung ist d i e^ 
Förderung des wirtschaftlichen Wohles aller. 
Damit ist aber auch zugleich ihre Grenze bezeichnet. Ebenso* 
wie sie mit innerer Notwendigkeit aus den heutigen wirtschaft- 
lichen Verhältnissen entstehen muss, ebenso wird sie, da sie auf 
rein demokratischer Grundlage beruht, in ihrem Wachstum mit 
innerer Notwendigkeit dort Halt machen, wo sie der Förderung- 
des Wohles der Gesamtheit keine weiteren 
Dienste mehr leisten kann. Durch staatliche Zwangs- 
massregeln wird es ebensowenig möglich sein, die jetzt not- 
wendige lebenskräftige Bewegung zu unterdrücken, wie es 
später umgekehrt möglidi sein würde, dienichtmehrlebens- 
kräftige Bewegung durch Zwangsmassregeln zu erhalten^ 

Periode der gemeinnOtzigen KornmOhlen und Fruchtvereine. 

Die Konsumgenossenschaftsbewegung zeigt überall dieselben^ 
gleichartigen Züge. Es sind Blätter und Zweige desselben Baumes, 
die wir in den verschiedenen Ländern erblicken. Will ich den 
Zweig beschreiben, so muss ich ihn im Zusammenhang mit dem 
Baum, an dem er haftet, betrachten und ich kann den Baum nicht 
kennen lernen, wenn ich von dem ersten jungen Keime an ihn nicht 
in seinem Werdeprozess verfolge. Ebenso ist es unmöglich, die 
deutsche Konsumgenossenschaftsbewegung der Gegenwart zu ver- 
stehen, diesen grossen Zweig des konsumgenossenschaft- 
lichen Welten-Baumes kennen zu lernen, ohne auf den 
Baum selbst in seinem Sein, wie in seinem Entstehen, Wachsen 
und Werden Bezug zu nehmen. 

Das klassische Land der Konsumgenossenschaftsbewegung 
ist England und es ist zugleich deren Wiege. Wie in den Blatt- 
winkeln des jungen Sommerlaubes schon die Knospen der nachts 
jährigen Laubschösse sich bilden, so entstanden die ersten 
konsumgenossenschaftlichen Gebilde schon im Beginn jener ge- 
waltigen grosskapitalistischen Entwicklung des englischen Handels 
und der englischen Industrie, welche mit dem Jahre 1770 anbub. 
Eine wertvolle kleine Schrift unter dem Titel >Eine Untersuehung* 
der Ursachen der gegenwärtigen hohen Preise (An anquiry into^ 
the causes of the present high price of provisions)€ youi 
Dr. Nathaniel Forster, Pfarrer von Allerheiligen in Golchester,. 



— 81 — 

die im Jahre 1767 in London erschien, gibt einen Überblick 
über die Ursachen, welche zur Bildung der ersten Genossenschaften 
führten. Es heisst dort: 

>Eb gibt Müller, welche bmnen weniger Jahre, mit un^ublicher €^- 
Bohwindigkeit, imgeheure Vermögen aufgehäoft haben; und die Bäcker im all* 
gemeinen gedeihen nnd werden reich ganz ausser Yerhältms zu dem, was man 
in anderen Gewerben beobachten kann. Aber der Beichtum beider wird aus 
der Gesamtheit des Volkes gewonnen; denn das Gesetz gegen die Fälschung 
der Lebensmittel hat nicht ganz den erwünschten Ei^olg. Der erbärmlichste 
Stümper in diesem Gewerbe kann das Gesetz fortwährend übertreten, ohne im 
geringsten Gefahr zu laufen, entdeckt zu werden, c 

In einer Anmerkung der Schrift wird mitgeteilt, dass die Fabri- 
kanten und andere Bewohner Wolverhampons auf gemeinsame 
Kosten eine Kornmühle allein für die Armen erbaut haben, denn sie 
konnten nach ihrer Berechnung nicht nur leidUche Zinsen für ihr 
Kapital erzielen, sondern zugleich den Armen eine bedeutende 
Ersparnis gewähren. 

Die rapide kapitalistische Entwicklung Englands am Ende des 
IS.Jahrhundertsführtezurümgestaltung vieler Kornmühlen in Baum- 
wollen und andere Fabriken, die auch heute noch vielfach den Namen 
> mill € führen, wodurch dasMonopol derKornmüller noch erhöht wurd e. 

Im Jahre 1795 wandten sich die Arbeiter von Hu 11, die 
bereits eine Geldsammlung zum Bau einer Kommühle eingeleitet 
hatten, auch an Magistrat und Bürgermeister des Ortes mit der 
Bitte um Unterstützung ihres Unternehmens. 

Im Jahre 1796 erbauten die Grundbesitzer auf den B a r h a m 
Downs eine Earchspielmühle zum Gebrauch der Armen. 1801 
wurde in HuU eine zweite Mühle, die Subskriptionsmühle, er- 
richtet, 1812 eine Vereinsmühle in Whitby, 1816 eine Bäckerei- 
Gesellschaft zu Sheerness, 1816 eine Kommühle in Devonport. 
Auch in Schottland wurden um diese ^eit Bäckerei-Gesellschaften 
ins Leben gerufen. Die Ursachen waren unerhörte Missstände 
auf dem Gebiete der Nahrungsmittelindustrie, worunter die Armen 
am schwersten zu leiden hatten. 

Ihrem Wesen nach waren diese ersten konsumgenossenschaft- 
lichen Gebilde im weitgehenden Masse gemeinnützige 
Unternehmungen, welche von wohlmeinenden Leuten ins 
Leben gerufen und zum Wohl der Armen verwaltet wurden. 
Diese ersten Konsumenten-Organisationen müssen also eigentlich 
noch als eine besondere rationelle Art der Armenfürsorge 
angesehen werden. Sie waren wenig zahlreich, in weite Zwischen- 
räume verstreut und scheinen, wie Mrs. Sidney Webb, 
deren Geschichte der britischen Genossenschaftsbewegung ich 
diese Mitteilungen entnommen haben, schreibt, sich auf die ge- 
lernten Handwerker der Seehafenstädte beschränkt zu haben. 
Auf die Bestrebungen und die Handlungsweise eines grösderen 
Teils der Arbeiterklassen übten sie keine Wirkung aus. 

Ähnliche Vereinigungen, die aus ^ner augenblicklichen 
Notlage heraus entstanden und auch noch der Armenfürsorge 

6 



— 82 — 

zugerechnet werden können, waren in Deutschland und 
in der Schweiz die Fruchtvereine, über die Dr. Hans 
Müller in seinem Werk über die Entwicklung und Resultate 
der schweizerischen Konsumgenossenschaftsbewegung berichtet. In 
der zweiten Hälfte der vierziger Jahre entstand in der Schweiz 
und in Deutschland eine grosse Teuerung, die sich stellenweise 
zur furchtbaren Hungersnot steigerte. Die Ursache dieser Teue- 
rung war Missernte, hervorgerufen durch die Karto£Eelkrankheit, 
das Getreide war vom Rost befallen und Obst gab es nur spär- 
lich. Dazu kam eine bedeutende Industriekrisis, so dass im 
Winter des Jahres 1846/47 die Teuerung ihren Gipfel erreichte. 
DieNot wurde durch die Preistreiberei der Getreidespekuianten erhöht. 

Die Regierungen begannen Eornankäufe vorzunehmen und 
gaben die Produkte zum Selbstkostenpreis und unter demselben 
an die notleidende Bevölkerung ab. Zur Unterstützung der Re- 
gierungen bildeten sich gemeinnützige Gesellschaften, die soge- 
nannten Fruchtvereine. Diese bestanden aus wohlmein^iden 
Männern der verschiedensten bürgerlichen Berufe, vielfach wurden 
sie von tatkräftigen Fabrikanten gegründet und geleitet. Diese 
Gesellschaften machten auf auswärtigen grossen Hafenplätzen und 
Getreidemärkten Ankäufe von Eorn zu massigen Preisen, das 
sie nach der Schweiz einführten und zu billigem Brot verbacken 
liessen. Die Armen erhielten Karten, welche sie zum Empfang 
von Brot und Mehl zu den niedrigen Ausnahmepreisen be- 
rechtigten. Zum Teil empfingen diese Frucht vereine auch Unter- 
stützungen seitens der Regierungen oder Produkte zu Vorzugspreisen. 

Wie umfangreich die Wirkungen dieser Fruchtvereine war, 
erhellt daraus, dass der im Jahre 1846 errichtete Fruchtverein in 
B a s e 1 in 47« Monaten des Winters 1846/47 633 246 Pfund Biot 
backen und verkaufen liess. An 14 700 Personen, also an mehr 
als die Hälfte der damaligen Einwohnerzahl Basels wurden Karten 
verteilt, welche zum Bezug des Brotes berechtigten. 

Die Lebensdauer dieser Fruchtvereine war noch kürzer als 
die jener englischen Genosseuschaftsmühlen und Bäckereien. So- 
bald die Notlage gehoben war, stellten sie ihre Tätigkeit wieder 
ein. Immerhin zeigten sie im praktischen Beispiel, wie der 
Zwischenhandel zu umgehen und dadurch Vorteile zu Gunsten 
der Konsumenten zu erzielen seien und als einige Jahre später 
der englische Einfluss sich auf dem Festlande geltend macht, fand 
er einen nicht ganz unvorbereiteten Boden. 

Die Owensche Genossenschaftsperiode in England. 

Auch in England dürften die gemeinnützigen Müllerei- und 
Bäckereigenossenschaften den Boden für die starke Genossen- 
schaftsbewegung der Jahre 1826 — 32 vorbereitet haben, wenn 
auch der direkte Einfluss nicht mehr nachzuweisen ist. Die Gre- 
nossenschaftsbewegung dieser Periode in England hat, soweit wir 
es heute übersehen können, auf dem europäischen Festlande kein 



— 83 — 

Seitenstück. Sie wird als die Owensche bezeichnet, weil die 
sozialistischen Lehren Robert Owens und der Einflass dieser 
Lehren auf die englische Arbeiterklasse der Bewegung ihren 
Stempel aufgedrückt hat. 

Robert Owen (geboren am 14. Mai 1771 zu Newton in 
Nord- Wales) interessante Lebensgeschichte gehört nicht hierher. 

Der Gedankengang seiner die englische Arbeiterbewegung 
so stark beeinflussenden nationalökonomischen Theorien ist etwa 
folgender: 

Aller Reichtum ist das Ergebnis menschlicher Tätigkeit. Der 
einzige Zweck des Reichtums ist die Befriedigung menschlicher 
Bedürfnisse. Menschliche Bedürfnisse sollen befriedigt werden, 
indem dabei die Verbesserung der Qualität und die Vermehrung 
der Menge der menschlichen Tätigkeit ins Auge gefasst werden. 
Mit diesen Forderungen ist es unverträglich, dass der Reichtum 
sich in wenigen Händen anhäuft. Die Anhäufung des Reichtums 
in wenigen Händen geschieht durch den Gewinn an der Ware. 
Der Profit im Eostenpreis ist die Wurzel alles Übels, die Ursache 
des Elends der Armen und die Habsucht der Reichen, die nie 
erlahmende Triebfeder zum wirtschaftlichen Kampfe zwischen 
Personen, Klassen und Völkern. Es ist daher, um einen gerechten 
Austausch zwischen Arbeitsleistung und Arbeitsprodukt herbeizu- 
führen, der Profit auszuscheiden und die Profitmacher abzuschaffen. 

Um zu diesem Ziel zu gelangen, wollte Owen durch seine 
Genossenschaften das unvollendete Werk der industriellen Re- 
volution vollenden. Wie in der modernen Grossindustrie durch 
die organisierte Arbeit von Hunderten und Tausenden Güter 
geschaffen werden, so sollten diese Güter und die Mittel zu 
ihrer Herstellung auch nunmehr nicht Eigentum des einzelnen 
sein, sondern zusammen Eigentum der Gesamtheit 
werden. An die Stelle des Privateigentums sollte der gemeinsame 
Besitz des Landes und die gemeinsame Anhäufung von Gütern 
treten, an die Stelle des Handels der gerechte Austausch von 
Waren zwischen den verschiedenen Gruppen vereinigter Arbeiter 
je nach dem sozialen Wert einer Ware, d. h. je nach dem Masse 
ihrer Herstellungskosten. Was Robert Owen als Genossenschaft 
bezeichnet, ist also eine Art kommunistischer Organi- 
sation der Gesellschaft. 

Am verständlichsten war den Arbeitern in diesen Owenschen 
Lehren offenbar die Forderung auf Beseitigung des Profits 
tind Ausschaltung der Profitmacher, da sie ja 
gerade unter den betrügerischen Manipulationen der Profitmacher, 
Händler, Bäcker und Müller so ausserordentlich zu leiden hatten. 
Die Arbeiter begannen mit der Gründung von Konsum- 
vereinen. Als älteste wird die Gesellschaft in Brighton 
genannt. Owen selbst stand zunächst diesen Genossenschaften 
recht kühl gegenüber. Später erst lernte er sie als Mittel zu 
seinen Zwecken schätzen. Ein Schüler Owens, Dr. King, 



— 84 — 

gliederte theoretisch die Konsumvereine dem Owenschen System 
ein. In der Zeitschrift »Gooperatorc behandelte Dr. King 
die weiteren Ziele und die praktischen Methoden eines Konsum- 
vereins. Er forderte Kapitalanhäufung durch Einzahlung 
wöchentlicher Beiträge und des in der Verkaufsstelle gemachten 
Profits. »Die Gesellschaft wird alsdann c, so heisst es weiter» 
»im Stande sein, für ihre eigenen Mitglieder Arbeit zu schaffen 
und das ganze Erzeugnis dieser Arbeit wird Gemeingut sein. In 
dem Masse, in dem das Kapital sich weiter anhäuft, macht die 
Gesellschaft Landankäufe, darauf leben, es bebauen, und alle 
Waren fabrizieren, wie es ihr beliebt und auf diesem Wege für 
den Gesamtbedarf der Mitglieder an Nahrungsmitteln, EJeidung 
und Häusern Fürsorge treffen. Die Gesellschaft wird alsdann, 
eine Gemeinschaft heissen.c 

Es entstanden nun nach Brightonschem Muster in den ver- 
schiedenen Teilen des Landes Genossenschaften, welche vielfach 
auch schon zur Eigenproduktion von Gewebe, Kleidungs- 
stücken und Schuhwaren übergingen. Die Forderung, den eigenen 
Mitgliedern Arbeit zu schaffen, wurde mehr und mehr voran- 
gestellt, die Produktion ausgedehnt, während der organisierte 
Absatz für denselben fehlte. Um den Absatz der Produkte zu 
erleichtern, wurden zunächst von Owen, später auch von den 
Genossenschaften »Arbeitsbörsenc errichtet. Die pro- 
duzierten Artikel wurden hier in der Weise zum Verkauf gestellt^ 
dass man den Rohstoff der Waren nach dem Marktpreise schätzte 
und die darauf verwandte Arbeit mit 60 /^ pro Stunde wertete. 
Natürlich führte diese naive Methode, den Wert einer Ware oder 
eines Produkts zu bestimmen, zu Misserfolgen. Die unter dem 
Tagespreis stehenden Artikel wurden von Spekulanten aufgekauft 
und die über dem Tagespreis stehenden Artikel blieben Laden- 
hüter. Schliesslich brachen die ArbeitsbOrsen zusammen und mit 
ihnen besiegelte sich zugleich das Schicksal der Owenschen 
Periode der Genossenschaftsbewegung. 

Welchen Umfang diese Bewegung bereits angenommen hatte, 
mag daraus erhellen, dass nach dem Bericht der britischen 
Sociation zur Verbreitung der Kenntnis des Genossenschaftswesens 
1830 170 Genossenschaften, 1832 4 — 500 Genossenschaften 
gezählt wurden. Nur wenige von diesen überlebten den in den 
folgenden Jahren eintretenden allgemeinen Zusammenbruch. 

Für den Misserfolg der Owenschen Genossenschaften 
macht Mrs. Sidney Webb in erster Linie den Mangel an 
gesetzlichem Schutz geltend. Jeder Beamte der Genossen- 
schaft oder jedes Mitglied konnte Waren unterschlagen, ohne eine 
Verfolgung befürchten zu müssen, da die Genossenschaften nicht 
das Recht einer juristischen Person hatten und nach englischem 
Recht ihr Eigentum somit nicht geschützt war. Das Kapital der 
Genossenschaft gehörte gesetzlich niemandem. Die einzige Sicher- 
heit für diesen Besitz der MitgUeder war die Redlichheit der 



— 85 — 

Beamten, die es verwalteten. Auch sonst konnten die Genossen- 
schaften als solche keine Rechtsgeschäfte vornehmen, sondern 
mussten sich dazu vorgeschobener Personen bedienen. 

Ich bin nicht geneigt, diesen mangelnden Rechtsschutz als 
die Hauptursache des Misserfolges dieser Periode der Konsum- 
genossenschaftsbewegung anzuerkennen. Auch Beatrice Potter 
weist schon darauf hin, dass der Misserfolg der ersten Konsum- 
vereine nicht gänzlich auf den mangelnden Rechtsschutz zurück- 
geführt werden könne, da die spätere Bewegung beinahe unter 
den gleichen Gesetzesverhältnissen entstand und doch von Erfolg 
begleitet war. Der eigentliche Misserfolg der Owenschen Genossen- 
schaften ist darauf zurückzuführen, dass ihre Mitglieder noch 
nicht zur Erkenntnis der richtigen Grundlage der 
Konsumgenossenschaften gekommen waren. Ein Teil 
der Genossenschaften verteilte den Reingewinn nicht nach Mass- 
gabe des Umsatzes, sondern nach Massgabe der Geschäfts- 
anteile. Die Mitglieder wurden dadurch zu kleinen Kapitalisten, 
welche ihre Dividende einstrichen, während die Frauen dieser 
Mitgheder vielfach die Waren beim Krämer kauften. Ein anderer 
Teil der Genossenschaften schlug die Erübrigung zum Kapital 
und suchte so schnell wie möglich zur Produktion über- 
zugehen, um möglichst viele Mitglieder beschäftigen zu können, 
ohne dass für die von der Genossenschaft hergestellten Produkte 
der Absatz gesichert war, wie auch die Tatsache, dass 
man Arbeitsbörsen zum Verkauf der Produkte errichtete, zur 
Genüge zeigt. 

Die Owenschen Genossenschaften gingen also kurz gesagt 
daran zu Grunde, dass sie entweder nicht den Grundsatz der 
Verteilung des Reingewinns nach Massgabe des Umsatzes 
befolgten, oder dass sie, statt sich auf die Produktion für den 
organisierten Konsum zu beschränken, für den Markt pro- 
duzierten. An der Unkenntnis dieser beiden hervorragendsten 
Grundsätze für das Gedeihen eines Konsumvereins scheiterte die 
Owensche Genossenschaftsbewegung. 

Die Rochdaler oder moderne Periode der Konsum- 
genossenschaftsbewegung. 

Diejenigen, welche diese beiden Grundsätze erkannt und 
praktisch zur Geltung gebracht haben, sind arme Weber im 
Städtchen Rochdale bei Manchester. Wir kennen sie unter 
dem Namen: »Die Redlichen Pioniere von Roch- 
d a 1 ec und es wird unter den Anwesenden wohl keiner sein, der 
nicht George Jacob Holyoakes Geschichte der Redlichen 
Pioniere von Rochdale, übersetzt von H. Häntschke, gelesen 
hat. Mit den Redlichen Pionieren von Rochdale hebt die dritte 
Periode der englischen Konsumgenossenschaftsbewegung an. 

Die von den Rochdaler Pionieren gelegte klassische Grund- 
lage der Konsumgenossenschaftsbewegung ist diejenige, auf der 



— 86 — 

heute die Konsümgenossenschaftsbewegung aller Kidtorländer 
steht. Auch die heutige deutsche KoDSumgeuossenschaftsbewegung, 
4ie von unseren Gegnern als die moderne, als die evolutionistische 
Eonsumgenoasenschaftsbewegung, manchmal auch ak die Ham- 
burger Kichtung bezeichnet wird, steht durchaus auf der Grund- 
lage, welche die Redlichen Pioniere gelegt haben. Will ich den 
Stand der heutigen Konsümgenossenschaftsbewegung schildern, 
so muss ich die von den Redlichen Pionieren gelegte 
Grundlage behandeln, und umgekehrt, indem ich diese 
Grundlage bebandele, schilderte ich das Wesen und die 
Grundsätze unserer heutigen modernen Konsümgenossen- 
schaftsbewegung. Die klassische Rochdaler Richtung und moderne 
Hamburger Richtung sind durchaus wesenseins. Ob nun auch 
die Rochdaler Weber mit uns die gleiche Verdammnis teüen 
werden? 

Die Ursache zur Errichtung der Genossenschaft der Red- 
Uchen Pioniere war die Not, die grosse Erzieherin der Mensch- 
heit. Gegen Ende des Jahres 1843, so erzählt Holyoake, an 
einem nebligen, finsteren, feuchten und unbehaglichen Tage, wie 
ihn niemand gern hat, an einem Tage, wie sie im November zu 
sein pflegen, wo das Tageslicht verschwindet und die Sonne die 
Mühe des Erscheinens aufgegeben hat, traten ein paar arbeitslose 
und hungernde Weber, die fast an ihrem Dasein verzweifelten, 
zusammen, um zu beraten, was sie zur Hebung ihrer Notlage 
tun könnten. Was konnten sie beginnen, sie, die weder Geld 
noch Gut besassen, sondern nur ihre Arbeitskraft? Sollten sie 
die Armenpflege anrufen, das wäre Abhängigkeit, Unfreiheit ge« 
wesen, sollten sie auswandern, das wäre die Strafe der Deportation 
für das Verbrechen, arm zu sein. Was sollten sie beginnen, sie, 
die weder Geld noch Gut besassen, sondern nur ihre Arbeitskraft? 
Sie beschlossen, dem Rate Robert Peel's zu folgen und ihre wirt- 
schaftliche Angelegenheit in die eigenen Hände zu nehmen. Sie 
wollten nicht mehr abhängen von Händlern, Fabrikanten, Kapi- 
talisten ; sie wollten sich selbst Beschäftigung und Arbeit schaffen, 
indem sie anfingen, für einander zu schaffen. Das war der Traum 
der Weber von Rochdale. 

Die Aufgaben und Ziele, welche die Weber von 
Rochdale sichernd ihrer Genossenschaft setzten, werden 10 Jahra 
später in dnem Jahrbuch der Genossenschaft folgendermassen 
zum Ausdruck gebracht: 

»Zweck und Absiolit dieser Genossenschaft ist, Einriohtongen für das 
materielle Wohl und die Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Lage 
ihrer Mitglieder dadurch zu treffen, dass sie einen genügenden Fonds^ bestehend 
aus Anteäen von je einem Pfimd, ansammelti um folgendes bewerkstelligen 
zu können: 

»Die Einrichtung eines Yerkaufsladens für Lebensmittel, Kleidungs- 
stücke usw. 

»Die Erbauung und Herstellung einer Anzahl Häuser, als Wohnu^ra^ 
für diejenigen Mitglieder, welche bereit sind, sich gegenseitig bei der Yw- 
besserung ihrer sozialen und wirtschaftlichen Lage zu unterstützen. 



— 87 — 

»Zur Erriohtaiig von noch näher zu bestimmenden Fabrikationszweigen, 
um arbeitdose Mitglieder, oder solche, die sich infolge wiederholter Lohnherab- 
setzimgen in Not befinden, beschäftigen zu können. 

»Zur weiteren Fürsorge und Sicherung der Lage ihrer Mitglieder soll 
die Genossenschaft eine oder mehrere Landbesitzuiigen kaufen oder pachten, 
welche durch die ausser Stellung befindlichen oder in schlechtem Lohne stehenden 
Mitglieder bearbeitet werden sollen. 

»Sobald es ausführbar ist, soll die Genossenschaft damit beginnen, die 
Produktions-, Handels-, Erziehungs- und Eegierungsverhältnisse zu ordnen; oder 
in anderen Worten, die Errichtung einer sich selbst verwaltenden und erhaltenden 
genossenschaftlichen Kolonie in Angriff nehmen, oder andere 
Genossenschaften bei der Errichtung solcher Kolonien unterstützen. 

»Zur Förderung der Nüchteroheit soll in einem der Gebäude der Ge- 
nossenschaft sobald als möglich ein Mässigkeits-Hotel errichtet werden, c 

Dieses Programm ist in doppelter Weise interessant. Es 
zeigt, dass nicht nur die Organisation des Konsums, sondern aueh 
die Produktion für den organisierten Konsum 
von vornherein scharf ins Äuge gefasst wurde. Dagegen stellen 
die Weber die Owen'schen Welterlösungspläne, die noch den 
Grundzug des von Dr. Kiug aufgestellten Genossenschafts- 
Programmes bilden, in den Hintergrund. Die Weber stellen sich 
auf den Boden der Wirklichkeit und wollen nicht die 
Welt erlösen, sondern sich selbstErleichterung schaffen 
TMid ihre Tätigkeit auf ihre Genossenschaft beschränken. Auch 
wollen sie anderen Arbeitern behilflich sein, ähnliche Genossen- 
schaften ins Leben zu rufen. Als letztes Ziel ist eine sich selbst 
erhaltende und verwaltende genossenschaftliche Kolonie gesetzt, 
ein Ziel, das unter primitiven Verhältnissen des geselkchalt- 
lichen Güteraustausches zu erreichen gar nicht schwer sein dürfte, 
das aber in immer weitere Ferne rückt, je mehr sich der gesell- 
schaftliche Güteraustausch zu einer vollendeten Weltwirtschaft 
entwickelt. 

Doch sehen wir zunächst, wie die Weber für ihre genossen- 
schaftliche Idee in der Praxis Baum zu schaffen suchten. 

Dem Elend der Weber war eine Krisis in der Baumwollen- 
industrie vorausgegangen und der Versuch, durch eine Arbeits- 
einstellung höheren Lohn zu erlangen, war gescheitert. Man 
pflegte des Sonntagsabends in den Sälen des Mässigkeitsvereins 
oder in dem Vortragszimmer der Chartisten zur Beratung zusammen- 
zukommen. Dort brachten die Weber ihre Pläne zur Errichtung 
einer Genossenschaft vor und schliesslich wurde die Frage ge- 
stellt, auf welche Weise lässt sich die Lage des Volkes am besten 
verbessern. Die Mitglieder des Mässigkeitsvereins behaupteten, der 
einzige Weg dazu sei die Enthaltsamkeit von allen geistigen 
Getränken. Die Chartisten meinten, dass die Erreichung der 
politischen Rechte für das Volk das einzige Mittel sei, welches 
Erfolg haben könnte. Da nun aber die Mehrheit sich zu der 
Ansicht neigte, dass die Erreichung der politischen Rechte ganz 
nahe sei, so wurde beschlossen, noch ein übriges zu tun und anch 
noch eine Genossenschaft zu bilden, um die Lage der Arbeiter 



— 88 — 

zu verbessern. Es wurde ein Ansschuss eingesetzt, es wurden 
Versammlungen abgebalten und es wurde der Plan gefasst, eine 
genossenschaftlicbe Verkaufsstelle zu eröffnen. Um das Geld 
aufzubringen, das zur Errichtung einer Verkaufsstelle notwendig 
war, sollte von den Beteiligten ein Betrag von 2d = 16 Pf. 
wöchentlich eingezogen werden. Es wurden <kei Sammler er- 
nannt, die ihre Genossen jeden Sonntag in deren Wohnungen 
besuchten. Die Stadt wurde in drei Distrikte geteilt. Mit welchen 
Opfern die Sammler für ihre Genossenschaft tätig waren, erbellt 
daraus, dass sie bei der weiten Entfernung der Mitglieder jeden 
Sonntagmorgen 10 — 12 englische Meilen zurückzulegen hatten. 
Später wurde der Beitrag von 2d auf 3d = 25 Pf. erhöht und 
am Schlüsse des Jahres 1844 hatten die 28 Flanellweber ein 
Vermögen von 28 £, womit sie ihre genossenschaftliche Tätigkeit 
beginnen wollten. 

Im Laufe des Jahres war das Statut der Genossenschaft ent- 
worfen, das sich dem Statut eines Kranken- und Beg^äbnisvereins 
in Manchester anlehnte, und es wurde der Name für die Ge- 
nossenschaft gefunden. Er lautet : Bochdale society of Equitable 
pioneers (ßochdale's Genossenschaft der Redlichen Pioniere). Diese 
letztere, die Namenfindung war vielleicht das allerschwerste ; soll 
doch das Komitee zur Errichtung einer jüngeren deutschen Kon- 
sumgenossenschaft, die jetzt einen sehr langen und schönen Namen 
trägt, dazu nicht weniger als 8 Sitzungen gebraucht haben. 

Die Geschichte der Gründung dieser ersten Genossenschaft 
ist typisch für die Errichtung von Tausenden 
anderer Konsumgenossenschaften nicht nur in 
England, sondern in allen Ländern, speziell auch in Deutschland. 
Überall sehen wir diesen überaus kleinen und bescheidenen An- 
fang. Es gibt wohl kaum einen grösseren, älteren Konsumverein 
in Deutschland oder England, der nicht in derselben bescheidenen 
Weise seinen Anfang genommen hat. Auch heute noch wird ein 
Ausschuss gewählt, werden Versammlungen abgehalten, werden 
wöchentliche Beiträge einkassiert; auch heute noch beginnt man 
mit der EröfEnung eines einfachen und bescheidenen Liadens. 
Nur in den letzten Jahren zeigt sich in Deutschland eine Ände- 
rung. Eine Anzahl unserer jüngeren Konsumvereine konnte gleich 
mit vielen Hunderten von Mitgliedern beginnen. Es stand 
ihnen eine nicht unerhebliche Kapitalkraft zur Verfügung und 
sie werden in wenigen Jahren zu Millionen- Vereinen. Ja, der 
Konsum-, Bau- und Sparverein »Produktion« in Hamburg bat 
bereits in seinem vierten Geschäftsjahre bei 13 000 Mitgliedern 
einen Umsatz von 27* Millionen Mark erzielt. 

Grundsatz der Barzahlung. 

Die Ursache für die Errichtung der Genossenschaft der 
Redlichen Pioniere war die Not der Weber, wie das Mitgefühl mit 
der Not des Volkes es war, welches Bobert Owen den Gedanken 



— 89 — 

«n den Genossenschaftsstaat der sozialen Oerecbtigkeit gab, wie 
«s die Not des Volkes war, welche wohlmeinende Männer za der 
Errichtung der ersten Bäckerei- und Müllereigenossenschaften der 
vor Owenschen Periode veranlasste. Die Arbeiter in Rochdale 
wie im übrigen England mussten den Krämern für verdorbene 
oder gar verfälschte Ware oft unerschwinglich hohe Preise be- 
zahlen. Die Einnahmen waren geringer als die notwendigsten 
Ausgaben, sie mussten schuldig bleiben und borgen und gerieten 
in einen Zustand, den man am besten mit dem Ausdruck >Schuld- 
knechtschaftc bezeichnet. Auch heute führen, wo die Konsum- 
vereine ihre segensreiche Tätigkeit nicht entfaltet haben, Schulden 
zum wirtschaftlichen und sittlichen Buiu von Tausenden und 
Abertausenden von Arbeiterfamilien. Auch heute noch kommt 
«s in ganzen Bezirken vor, ebenso wie damals, dass die Arbeiter 
überhaupt kein bares Geld in ihrem Besitz haben. Sobald der 
Wochenlohn nach Hause gebracht ist, geht die Arbeiterfrau zum 
Krämer, zum Bäcker und Schlächter und zahlt, soweit die Pfennige 
reichen, von den Schulden ab. Wenn sie nach Hause kommt, 
sind die Hände leer und in der nächsten Woche ist sie wieder 
auf das Borgen und das Wohlwollen von Händlern, Bäckern und 
Schlächtern angewiesen. So gelangt eine Arbeiterfamilie in eine 
Abhängigkeit von den Lieferanten, die unbeschreiblich ist. Sie 
muss für teuerste und schlechteste Ware die höchsten Preise be- 
zahlen, sie muss es sich gefallen lassen, wenn der Krämer ihr 
statt 125 Gramm Kaffee 105 Gramm giebt und 16 Gramm Papier, 
sie muss schweigen, wenn sie beim Schlächter wenig Fleisch und 
viel Knochen auf ein Pfund bekommt, sie darf nicht klagen, wenn 
beim Bäcker das Brot und die Semmeln immer kleiner werden. 

Um dieses Elend der Borgwirtschaft radikal zu beseitigen 
und ihre Mitglieder zu lehren die Ausgaben den Einnahmen an- 
zupassen, setzten die Weber den GrundsatzderBarzah lung 
fest. Dazu kam noch die unsichere rechtliche Lage der Konsum- 
vereine, die sich seit der Owenschen Periode nicht wesentlich 
geändert hatte ; ein Mittel, einen säumigen Schuldner zur Zahlung 
zu zwingen, hatte der Konsumverein nicht. 

Der Grundsatz der Barzahlung ist heute überall in der Kon- 
fiumgenossenschaftsbewegung massgebend ; nur diejenigen Konsum- 
vereine, welche sich fest auf diesen Standpunkt stellen, blühen 
und gedeihen. Wenn auch manchmal ihre erste Entwicklung 
eine langsame ist, so wird doch nachher ihre wirtschaftliche 
Grundlage um so fester sein. Das Abweichen von dem Grund- 
satze der Barzahlung ist für Hunderte von Konsumvereinen die 
Ursache des Untergangs gewesen. Wie oft hört man 
heute noch bei Errichtung von Konsumvereinen, dass von den 
Beteiligten gesagt wird, die Arbeiter haben kein Geld, sie können 
nicht bar bezahlen. Darauf gibt es nur eine Antwort; wollt ihr 
einen Konsumverein, so müsst ihr euch auf den Standpunkt der 
Barzahlung stellen oder — nehmt von vornherein von der Er- 



— 90 — 

riohtung eines Konsumvereins Abstand. Und siehe da, es geht. 
Die Zahl derjenigen Arbeiter, die in wirtschaftlich geordneten 
Verhältnissen lebt, ist doch nicht gar so klein. Das gute Beispiel 
dieser wie die Erfolge des Konsumvereins wirken ansteckend. 
Die Zahl der Familien, die mit der Durchführung der Barzahlung 
einen Versuch macht, wird immer grösser und nach einigen Jahren 
hat die grosse Mehrzahl sich so an die Barzahlung gewöhnt, als 
ob sie nie etwas anderes gekannt hätte. Der Arbeiter, der früher 
überhaupt kein Geld besass, hat jetzt Geld in der Tasche und 
kann auch seine anderen Bedürfnisse dort einkaufen, wo sie billig 
sitid und wo er gut bedient wird. Er kann bei Ausverkäufen 
manche Waren um die Hälfte des Preises erstehen, den er früher 
anlegen musste, wo er auf die wenigen Bezugsquellen, die ihm 
borgten, angewiesen war. Er empfängt mehr Waren und bessere 
Waren für sein Geld. Die Ernährung der Familie wird eine 
bessere, die Lebenshaltung eine höhere. Kranklieiten infolge 
Unterernährung und mangelhafter Bekleidung sind seltener. Wo 
früher die bitterste Armut herrschte, die unverhüllteste Not, zieht 
nach und nach eine bescheidene Behaglichkeit und Lebensfreude 
ein. Das Borgsystem ist die Quelle aller Uebel 
wirtschaftlicher Abhängigkeit; die Barzahlung 
ist die Voraussetzung jeder wirtschaftlichen 
Freiheit. 

Grundsatz des Verkaufs guter und vollgewichtiger Waren. 

Eines der schlimmsten Übelstände, worunter die englischen 
Arbeiter litten, war die Verfälschung der Lebensmittel 
im privaten Zwischenhandel. Schon die ersten Müllerei- und 
Bäckereigenossenschaften verdankten ihre Entstehung zum Teil 
diesem Notstande. Es ist daher selbstverständlich, dass die 
Bochdaler Genossenschaft sich den Grundsatz zu eigen machte, 
nur unverfälschte und gute Lebensmittel und 
vollgewichtige Ware zu verkaufen. 

Auch heute noch wird dieser Grundsatz, unverfälschte, gute 
und vollgewichtige Ware zu liefern, in allen Konsumvereinen 
durchgeführt. Die Konkurrenz der Krämer unter einander setzt 
einer Erhöhung der Preise über ein gewisses Mass hinaus gar 
bald Schranken. Will der Krämer trotzdem auf seine Kosten 
kommen, so muss er an der Qualität der Ware sparen und an 
dem Gewicht. In kaum einer Industrie finden sich so viele 
Qualitäts-Unterschiede, als in der Lebensmittel-Industrie. Die 
Käufer und speziell die Käuferinnen sind nicht imstande und 
können es auch nicht sein, diese QuaUtätsunterschiede der Waren 
genau zu würdigen. Die Differenz im Einkaufspreis zwischen 
einer guten Mittelqualität und der geringen Qualität, welche die 
Mehrzahl der Krämer führt, beträgt 4—10 ^ und mehr. Die 
Garantie, in der Qualität nicht übervorteilt zu werden, können 
die Käufer nur dann haben, wenn sie die Warenverteilung in 



— 91 — 

die eigene Hand Dehmen, wenn sie Mitglied eines Konsumvereins 
sind, deren Beamte die Pflicht haben, nur gute Ware zu liefern. 
Ebenso sehr wie unter minderwertiger Ware leidet der Kunde 
des privaten Zwischenhandels heute unter Mindergewicht. Nament- 
lich bei kleinen Qualitäten, wie sie Arbeiterfrauen kaufen, erleiden 
diese im Gewicht eine erhebliche Einbusse. Statt 125 Gramm 
gibt es 120 Gramm und noch mehr rundet der Händler zu seinen 
Gunsten ab, wenn für 6 oder für 10 ^ ^^^^ Ware gekauft wird. 
Dazu kommt, dass der Krämer brutto statt netto gibt. Das Ge- 
wicht der Papiertüte, das schon bei ein Viertel-Pfund-Tüten 5 bis 
15 Gramm beträgt, muss der Käufer als Ware mit bezahlen, 
während der Konsumverein seinen Mitgliedern Nettogewicht gibt. 
Ich schätze die Vorteile, welche den Mitgliedern des Konsum- 
vereins dadurch zufliessen, dass die Konsumvereine den Grundsatz, 
gute und unverfälschte, vollgewichtige Ware 
zu verkaufen, befolgen, erheblich höher als die etwaige Rückver- 
gütung. Ziffernmässig erwächst aus diesem Grundsatz den Käufern 
eine Ersparnis von 12 — 25 <^ und mehr und was das wichtigste 
ist, im gleichen Verhältnis zu dieser Ersparnis wächst die Er- 
höhung der Lebenshaltung der Arbeiterfamilie, wächst 
die Gesundheit, die bescheidene Behaglichkeit und die Sittlichkeit 
der minderbemittelten Bevölkerung. 

Verteilung des Reingewinns nacli Massgabe des Umsatzes. 

Die Owenschen Genossenschaften waren dadurch zu Grunde 
gegangen, dass sie entweder in kapitalistischer Weise den Rein- 
gewinn nach Massgabe des Geschäftsanteiles verteilten oder dass 
sie die Produktion über das eigene Absatzgebiet des Vereins 
ausdehnten und im wirtschaftlichen Kampfe der Produktion für 
den Markt zu Grunde gingen. Die neue Genossenschaftsbewegung 
konnte nur dann Erfolg haben, wenn es ihr gelang, diese beiden 
Klippen zu vermeiden, und es gelang. An die Stelle der Ver- 
teilung des Reingewinns nach Massgabe der Geschäftsanteile des 
Kapitals setzte die Rochdaler Genossenschaft die Verteilung 
des Reingewinns nach Massgabe des Umsatzes. 
Mit diesem neuen Grundsatze war eigentlich erst der Gegensatz 
zwischen genossenschaftlicher und kapitalistischer Warenverteilung 
geschafEen. Nicht mehr das Kapital ist entscheidend für den 
Auteil am Gewinn, sondern die Beteiligung am Warenbezug, die 
genossenschaftliche Betätigung. Damit büsst aber 
zugleich auch der Reingewinn seinen Profitcharakter ein. 
Er hört auf, ein Gewinn an der Ware zu sein und wird nichts 
weiter als eine einfache Ersparnis. Die Genossenschaft, die 
den Reingewinn verteilt nach Massgabe des Umsatzes, gibt keine 
Dividende wie die kapitalistischen Aktien-Gesellschaften, sondern 
eine Rückvergütung, und was bei einer kapitalistischen Aktien- 
Gesellschaft Reingewinn heisst, ist bei ihr eine Erübrigung, eine 
Ersparnis der Mitglieder. Es ist daher auch ganz falsch, die 



— 92 — 

Leistungsfähigkeit einer Genossenschaft nach der Höhe der von 
ihr verteilten Rückvergütung zu beurteilen. Die Höhe der Rück- 
vergütung ist lediglich eine Frage der Kalkulation. Wenn die 
Geschäftsführung der Genossenschaft den Warenpreis festsetzt, 
Elinkaufspreis plus durchschnittliche Unkosten, so wird eine Er- 
übrigung nicht erzielt. Setzt sie den Warenpreis durchschnittlich 
fest auf Einkaufspreis plus Unkosten plus 10 %, so wird sie 
aller Voraussetzung nach in dor Lage sein, eine Rückvergütung 
von 10 % in der Generalversammlung zu beantragen. 

Wir haben in Deutschland Genossenschaften, die 1 und 2% 
Rückvergütung verteilen, solche, die 5 und 6 % verteilen, solche, 
die 10 % und solche, die 20 % verteilen. Je höher die Rückver- 
gütung, um so höher die Ersparnis, die das Mitglied bei jedem 
Einkauf in die gemeinschafttiche Kasse legt und die ihm am 
Schluss des Jahres ausbezahlt wird. Darum kann auch im 
konsumgenossenschaftlichen Betriebe von einer Gewinnbeteiligung 
nicht die Rede sein. Es wird z. B. im Ernst niemand behaupten 
wollen, dass das Verkaufspersonal des Konsumvereins Leipzig- 
Plagwitz, der 10 % Rückvergütung verteilt hat, viermal so fleissig 
und geschickt gearbeitet hat, als das Verkaufspersonal des Konsum-, 
Bau- und Sparvereins »Produktion! in Hamburg, der nur 2Vs % 
verteilt, sondern der Plagwitzer Verein hat die Verkaufspreise 
um 7V> ^ höher kalkuliert als der genannte Hamburger Verein. 

In welcher Höhe die Verkaufspreise festzusetzen sind, ist 
durchaus eine Frage der örtlichen Verhältnisse. Eigentümlicher- 
weise wird die höchste Rückvergütung verteilt in einigen armen 
Weberbezirken des sächsischen Erzgebirges. — Es ist hier eine 
Rückvergütung von 20 bis 24 % keine Seltenheit. Die Ursache 
dieser Erscheinung ist darin zu suchen, dass die arme Bevölkerung 
niemals auch nur einen Pfennig ftir Miete, für Steuern, für 
Kleidung, für sonstige notwendige Anschaffungen zurücklegen 
würde, wenn sie sich nicht beim Einkauf die Zwangs- 
ersparnis von 20 % des Warenwertes auferlegte. Selbst die 
Krämer dieser Orte gewähren Rabatte von 10 ^ , von 20 ^ und 
darüber aus eben denselben Gründen. — Hier ist die Höhe der 
Rückvergütung die Folge eigentümlicher örtlicher Verhältnisse, 
und Staat und Gremeinde würden keine Steuern, die Hausbesitzer 
keine Miete empfangen, wenn nicht die Konsumenten als Mit- 
glieder des Konsumvereins auf Kosten ihrer Lebenshaltung sich 
die Zwangsersparnis abdarben würden. 

In den Grossstädten dagegen, in denen die Konsumgenossen- 
schaftsbewegung erst in neuer Zeit festen Fuss zu fassen sucht, 
kommen wieder andere Verhältnisse in Frage. Hier ist die 
Arbeiterfrau, die mit jedem Pfennig rechnen muss, daran gewöhnt, 
oft Viertelstunden weit um eine Ware zu gehen, wenn sie dieselbe 
dort 1 oder 2 /^ billiger bekommt. — Hier sieht die Bevölkerung 
in erster Linie auf den augenblicklichen Nutzen, der beim 
Einkauf im Konsumverein herausspringt und darum rausa 



— 93 — 

auch in diesen Orten ein Konsumverein, der sich rasch entwickehi 
Willy so billig wie mOglich zu verkaufen suchen, wie ja das 
Beispiel der Hamburger »Produktionc, das des Allgemeinen 
Konsumvereins in Kiel deutlich zeigt. — Diese Vereine verkaufen 
unterdemTages preis, während diejenigen Konsumvereine, 
welche abnorm hohe Dividende verteilen, über Tagespreise ver- 
kaufen. Die Redlichen Pioniere stellten den Grundsatz auf: 
»Verkauf zu Tagespreise nc und das ist der Grundsatz, 
der auch heute von den vorstehend erwähnten Ausnahmen ab- 
gesehen, in der deutschen Konsumgenossenschaftsbewegung durch- 
geführt ist. 

Der Verkauf zu Tagespreisen hat einmal den Vorzug, dass 
bei Verlusten, die an der einen oder anderen Ware vorkommen, 
nicht gleich der Verein mit einem Defizit abschliessen muss, wo- 
durch das Vertrauen der Mitglieder arg erschüttert würde. Er 
hat ferner den Vorzug, dass das Mitglied am Schlüsse des Jahres 
eine runde Summe zurückempfängt, die im Hausstande eine 
Lücke auszufüllen vermag, durch die eine unbeglichene Schuld 
bezahlt werden kann oder die als Notgroschen hingelegt wird. — 
Auch ihren Verpflichtungen dem Konsumverein gegenüber, an 
dem sie ja mit einem Anteil beteiligt sein müssen, können die 
Mitglieder leichter nachkommen, wenn Summen teilweise von der 
Bückvergütung einbehalten werden. 

Um eine bequeme Kontrolle des Bezuges eines jeden Mit-^ 
gliedes zu gewinnen, wurde von den Pionieren ein eigenes System 
eingeführt, das berühmte System der Blechmarke. Ein jedes 
Mitglied, das für einen Betrag Waren in dem Lager des Vereins 
kaufte, empfing als Ausweis Blechmarken in der Höhe seines 
Einkaufes. Wer für 1 sh. Waren kaufte, empfing eine Blech- 
marke zu 1 sh. Am Schlüsse des Vierteljahres wurden die Blech- 
marken abgeliefert und der Betrag derselben, welcher mit der 
Summe der gemachten Einkäufe identisch sein musste, in ein 
Buch geschrieben und danach die Rückvergütung berechnet. — 
Noch heute finden wir in den vielen englischen und manchen 
deutschen Konsumvereinen die alte Blechmarke. — Einige wenige 
Vereine haben auch Einschreibbücher, in die jeder gekaufte Betrag 
eingeschrieben wird. An die Stelle der Blechmarke ist später 
dann vielfach die Pappmarke getreten. — Neuerdings wird das 
Pappmarkensystem verdrängt durch das Rollenmarken- 
system, welches zweifellos die beste und genaueste KootroUe 
der Kasseneingänge ermöglicht, während die Erfahrungen, die mit 
den sogenannten Kontrollkassen gemacht sind, keine günstigen 
genannt werden können. 

Derjenige, der den grundlegenden Vorschlag machte, die 
Erübrigung nach Massgabe des Umsatzes zu verteilen, war 
Charles Howarth, einer der berühmten Achtundzwanzig. 
Der Gedanke selbst war allerdings nicht neu. Ein Schüler Owen's, 
Alexander Campbell in Glasgow, stellte bereits im 



— 94 — 

Jahre 1822 diesen Grundsatz auf und im Jahre 1829 wurde er 
infolge seiner Empfehlung in die Statuten der Cambuslang-Ge- 
nossenschaft aufgenommen. — Auch die Statuten der Melthamer- 
Mühlengenossenschaft von 1827 entsprachen diesem Grundsatze. 
— Es ist aber bestimmt anzunehmen, dass diese schottischen 
Beispiele Howarths nicht bekannt waren. Er schuf aus sich selbst 
heraus das richtige Prinzip, welches lange vor ihm Campbell ent- 
deckt hatte und erst, nachdem durch die Erfolge der Pioniere 
der Grundsatz der Blechmarke zur Berühmtheit gelangt und all- 
gemein anerkannt war, wurde die Entdeckung gemacht, dass 
dieser Grundsatz schon lange vor den Pionieren von einigen 
schottischen Genossenschaften befolgt war. 

Es ist meines Erachtens zweifellos, dass ohne diesen Grund- 
satz die mit ßochdale anhebende Genossenschaftsbewegung das 
Schicksal der Owenschen Genossenschaftsbewegung geteilt hätte, 
wie andererseits vielleicht die Owenschen Genossenschaften vor 
dem Zusammenbruch bewahrt geblieben wären, wenn sie mehr 
von nüchterner, klarer, genossenschaftlicher Erkenntnis der Praktiker, 
als von Welteriösungsideen einer Handvoll Idealisten getragen 
worden wären. 

Grundsatz der rein demokratischen Selbstverwaltung 
der Genossenschaft. 

Bevor die Redlichen Pioniere an die Gründung ihrer Ge- 
nossenschaft gingen, lagen die wirtschaftlichen Angelegenheiten 
der Arbeiter in den Händen der Fabrikanten, Händler, Kapitalisten 
und die Arbeiter fuhren schlecht dabei. Die Weber wollten ihre 
wirtschaftlichen Angelegenheiten in die eigenen Hände nehmen, 
d. h. sie wollten sie selbst verwalten und so konnten sie natürlich 
ihre Genossenschaft auf keiner anderen Grundlage aufbauen, als 
auf dereiner rein demokratischen Selbstverwaltung. 
Die letzte und höchste Instanz war die Versammlung der Ge- 
nossenschafter, die Generalversammlung. Die Generalversammlung 
wählte sich die Verwaltung und kritisierte und kontrollierte deren 
Handlungsweise. In der Generalversammlung hatte jeder Ge- 
nossenschafter, gleichviel wie hoch sein Umsatz, gleichviel wie 
hoch die Summe seiner Anteile war, eine Stimme, nicht das 
Kapital, sondern die Person ist Träger der Genossenschaft, die 
Genossenschaft ist eine Personen-Gemeinschaft, wie das 
ja auch im deutschen GenossenschaftsGesetz mit aller Klarheit 
zum Ausdruck kommt. 

Grundsatz der Neutralität der Konsumgenossenschaftsbewegung. 

Da nicht die Aktie in diesem Falle der Geschäftsanteil die 
Zelle der genossenschaftlichen Organisation ist, sondern die Person, 
so musste auch jede Person nicht nur eine Stimme haben, 
sondern auch in allen ihren persönlichen und individu- 
ellen Rechten geschützt sein. — Es durfte kein Unter- 



— 96 — 

schied gemacht werden aus Erwägungen, die ausserhalb des alle 
vereinenden reinen Konsumenteninteresses lagen. — Die Genossen- 
schaft wollte die Käufer organisieren und was ausserhalb war^ 
das war vom Übel. Diesen Grundsatz bezeichnen wir heute kurz 
durch das Wort »Neutralität der Konsumgenossen- 
schaftsbewegung«. Schon wenige Jahre nach Errichtung 
der Genossenschaft der Redlichen Pioniere, im Jahre 1850, wurde 
der Grundsatz der Neutralität auf eine harte Probe gestellt. — 
Holyoake schreibt darüber (nach Häntschke): »Im nächsten Jahre 
tauchte in Rochdale ein alter Feind des gesellschaftUchen Friedens 
auf. Die religiösen Elemente begannen zu wühlen. — 
Das schnelle Wachstum des Vereins hatte demselben eine Anzahl 
Mitglieder zugeführt, unter denen sich mehrere mit streng evan- 
gelischen Ansichten, die durch eine Schule praktischer Duldsamkeit 
nicht gemildert wurden, befanden. Diesen fehlte das Verständnis 
dafür, dass sie ihren Genossen dieselbe Freiheit zu gewähren 
hätten, die jene ihnen gewährten, und sie beantragten, das Ver- 
sammlungszimmer Sonntags zu schliessen und religiöse Gespräche 
zu verbieten. — Die freisinnigen und derben Genossenschafter, 
deren gesunder Sinn und treue Hingebung die weltlichen Vorteile 
geschaffen hatten, welche die neuen religiösen Mitglieder nun 
auch gern gemessen wollten, sträubten sich energisch gegen diese 
Einschränkung. Ihnen ging Freiheit der Gesinnung über jeden 
persönlichen Gewinn, und sie konnten nur mit Besorgnis auf das 
Auftauchen dieser fatalen Quelle der Zwietracht blicken, welche 
80 manchen wohltätigen Verein untergraben, so manche schöne 
Hoffnungen auf genossenschaftliche Einrichtungen zerstört hatte. 
— Am 4. Februar 1850 wurde in einer Generalversammlung 
über den Antrag verhandelt. — Wir geben hier die Hauptdaten 
jener Vorgänge wieder, denn sie sind für die Geschichte unserer 
Genossenschaft von historischer Bedeutung. Am genannten Tage 
wurde zum Heile der Genossenschaft beschlossen : > Jedes Mitglied 
solle volle Freiheit haben, seine Meinung über alle Angelegen- 
heiten, welche zu gehöriger Zeit und gehöriger Weise in den 
Versammlungen zur Sprache gebracht werden, frei zu äussern; 
und alle Angelegenheiten ohne jede Ausnahme 
sollen besprochen werden dürfen, sobald ein ordnungsmässiger 
Antrag darauf gestellt wird.c Die in diesem denkwürdigen Be- 
schlüsse enthaltene Tautologie beweist die Aufregung, in welcher 
er gefasst wurde, und das Bestreben, durch Wiederholung von 
Ausdrücken auf energische Weise eine für Gewissen und Fort- 
schritt so wesentliche Freiheit zu sichern. Schon in einem 
früheren Stadium der Entwicklung des Genossenschaftswesens — 
im Jahre 1832 — hatte der Genossenschaf tskongress in London 
beschlossen: »In Anbetracht des Umstandes, dass in der Genossen- 
schaft Angehörige aller religiösen Bekenntnisse, aller politischen 
Parteien vertreten sind, wird der einstimmige Beschluss gefasst, 
dass die Genossenschafter als solche nicht mit irgend welchem 



— 96 — 

religiösen, irreligiösen oder politischen Bekenntnisse identisch 
sind; weder in dem des Herrn Owen, noch mit irgend einem 
andem.c Das Sektenwesen war zu jeder Zeit das 
Verderben des Gemeinwesens. Ohne Duldung 
jeder Meinung ist die volkstümliche genossen- 
schaftliche Bewegung unmöglich.c 

Wie streng die Pioniere auf den Grundsatz der Neutralität 
innehielten, zeigt ein Vorfall 11 Jahre später. Eine ebenfalls 
mit Hilfe der Pioniere errichtete Baumwollenspinnerei-Genossen- 
schaft in Rochdale hatte das Gewinnbeteiligungs-System aufgehoben. 
Auf Veranlassung Howarths berichtete der Sekretär der Genossen- 
schaft darüber, dass für die Gewinnbeteiligung die Säkularisten^ 
die Unitarier und die Kirchlichgesinnten gestimmt hätten, gegen 
die Gewinnbeteiligung die Indepedenten, Methodisten und eine 
Anzahl von Anhängern von anderen Sekten. Es war das zweifel- 
los ein Versuch, in eine rein genossenschaftliche Verwaltungsfrage 
ausserhalb der Genossenschaftsbewegung liegende Gesichtspunkte 
hineinzutragen. Es kam zu einer stürmischen Viertel jahrsver- 
Sammlung, in welcher der Beschluss gefasst wurde, dass der 
Präsident der Genossenschaft, dem Cooperschen Artikel im »Coun- 
sellorc entgegenzutreten habe, da ein solcher Artikel die Genossen* 
Schäften schädigen müsse. Allen denen, welche Genossenschaften 
errichten wollen, müsse empfohlen werden, ihre Mitglieder zu diesem 
Zweck aus allen Klassen und Ständen ohne Vorurteil aufzunehmen. 



So hat von Anfang an die englische Konsumgenossenschafts- 
bewegung sich treu und fest auf den Standpunkt der un- 
bedingten Neutralität gestellt. Auch heute finden 
wir in den Reiben der englischen Genossenschafter Mitglieder 
aUer möglichen Religionen, Sekten und Glaubensbekenntnisse» 
Anhänger aller politischen Parteien vertreten, Anhänger der Staats- 
kirche, Unitarier, Methodisten, Independenten, Baptisten, Mitglieder 
der Heilsarmee und wie die englischen Sekten alle heissen, Kon- 
servative, Liberale, Sozialisten und gar — man schaudere nicht 
— Anarchisten arbeiten einmütig an der Entwickelung der Ge- 
nossenschaftsbewegung zusammen. Als unsere Genossenschafter 
im Jahre 1899 ihre berühmte Englandreise machten, erklärte ein 
Beamter der englischen Grosseinkaufs-Gesellscbaft in Gegenwart 
seiner Vorgesetzten unseren deutschen Genossenschaftern unbe- 
fangen lächelnd, dass er ein Anai-chist sei. 

Um diesen Standpunkt einer unbedingten Neutralität der 
Genossenschaft durchzuführen, bedarf es allerdings einer hohen 
kulturellen Reife der breiten Massen des Volkes, die wir auf dem 
europäischen Festlande noch vielfach vermissen. Die Konsum- 
genossenschaftsbewegung in Frankreich wird in ihrer Entwicklung 
stark gehemmt, ja geradezu gefährdet dadurch, dass man die 
politischen Differenzen auch innerhalb der Genossenscbaf tsbewegung 



— 97 --- 

zum Austrag zu bringen sucht. In Belgien ist die Genossensch&fts 
bewegung überhaupt ein Spielball in der Hand der politischen 
Parteien und auch Holland leidet darunter, dass sich hier die 
Genossenscbaftsbewegung mehr nach belgischem und nach 
französischem als nach englischem Muster richtet. Auch wir 
Deutsche haben diesen Feind der genossenschaftlichen Intoleranz 
noch nicht überwunden. Die Zersplitterung der Konsumgenossen- 
schaftsbewegung, die wir an vielen Orten zu beklagen haben und 
welche die wirtschaftlichen Vorteile, die durch die Konsum- 
genossenschaften geboten werden, zur Hälfte bis drei Viertel 
illusorisch macht, ist in vielen Fällen auf den Mangel an Neu- 
tralität zurückzuführen. 

Hier bei der Gründung des neuen Gesamtverbandes Deutscher 
Konsumvereine sind Mitglieder der verschiedensten religiösen Be- 
kenntnisse, Mitglieder der verschiedenen poUtischen Parteien ver- 
treten. Wir können nur den neuen Verband entwickeln, wenn 
wir uns streng auf den Boden des reinen Kon- 
sumenten-Interesses, auf den Boden der Neutralität 
gegenüber allen politischen und religiösen Anschauungen stellen. 
Die deutsche Konsumgenossenschaftsbewegung der Zukunft wird 
neutral sein oder sie wird zu Sekten- und Cliquenbiidungen herab- 
sinken, die durch ihre wirtschaftliche Leistungs u n fähigkeit jedes 
Becht auf Existenz einbüssen. 

Viel besser als die Konsumgenossenschafter haben das die 
Gegner der Konsumgenossenschaftsbewegung erkannt, welche 
wieder und wieder den Versuch machen, innerhalb der modernen 
Konsumgenossenschaftsbewegung politische und religiöse Zwistig- 
keiten hervorzurufen, sie dadurch zu zersplittern und zu besiegen. 
Unsere Stärke ist unsere auf gegenseitige Toleranz gegründete 
Einigkeit, unsere Beschränkung auf das eine, was uns not tut, 
eine zielbewusste und klare Vertretung des 
reinen Konsumenteninteresses. 

Die KapitalbeschafTung der Konsumvereine. 

Dieselbe Bedeutung, welche das Prinzip der Barzahlung für 
das einzelne Mitglied hat, hat es auch für den Konsumverein 
selbst. Auch dieser gerät in den Zustand der Abhängigkeit und 
Schuldknechtscbaft, wenn er nicht bar bezahlen kann; wie das 
Mitglied vom Händler, wird der Konsumverein abhängig vom 
Grossisten. Er muss sich von diesem böhere Warenpreise 
und schlechtere Ware und Qualität gefallen lassen und ist nicht 
in der Lage, eine günstige wirtschaftliche Konjunktur auszunutzen. 
Wenn er nicht das übliche Ziel innehält, muss er hohe Vorzugs- 
zinsen bezahlen. Hat er dagegen genügend Betriebskapital, dass 
er solche Waren, die auf Ziel gehandelt werden, bar bezahlen 
kann, so kann er Skonto in Abzug bringen. Konsumvereine, 
die alle ihre Waren bar bezahlen, haben infolgedessen ganz er- 
hebliche Skontogewinne zu verzeichnen. Das Prinzip der Bar- 



-~ 98 — 

Zahlung kann der Konsuraverein natürlich nur dann durchführen, 
wenn er die Mittel dazu hat. Soll er die nötigen Mittel haben, 
so müssen zunächst seine Mitgheder das Geld einlegen. Soll 
er ausreichende Mittel haben, so müssen auch die Einlagen von 
ausreichender Höhe sein. Leider kommt es in Deutschland nur 
gar zu häufig vor, dass Konsumvereine mit Geschäftsanteilen von 
6, 10 und 15 M. glauben arbeiten zu können. Die Erfahrung 
lehrt, dass für den einfachen Warenhandel schon ein Geschäfts- 
anteil von 30 M. das Minimum ist. Für den Erwerb eines eigenen 
Grundstücks, für die Errichtung einer eigenen Bäckerei und für 
anderweitigen Übergang zur Eigenproduktion ist noch viel mehr 
Geld notwendig als 30 M. pro Mitglied. Diese Summe muss da- 
her zunächst durch Reserven als gemeinschaftUches Kapital erspart 
oder durch feste Anteile (Hausanteile) bei den Mitghedern aufge- 
bracht werden. Neuerdings geht man auch dazu über, mehrere 
Geschäftsanteile zuzulassen. 

Der Ankauf eines Grundstücks, die Errichtung eines 
Produktionsbetriebes auf Kosten des für den Warenhandel not- 
wendigen Betriebskapitals ist einer der grössten Fehler, den die 
Konsumvereine machen können und leider wird dieser Fehler 
noch recht häufig gemacht. Auch hier mögen uns die Redlichen 
Pioniere als Beispiel dienen. Sie setzten den Geschäftsanteil auf 
5 £ = 100 A fest. Hierauf musste das Mitglied 1 JH. und in 
der Folge 25 /^ wöchentlich bis zur Vollzahlung der 5 £ einbezahlen. 
Diesen Einzahlungen wurden auch die Rückvergütung und die auf 
einbezahlte MitgUederanteile bezahlten 5 % Zinsen gutgeschrieben. 
Um das eigene Kapital der Genossenschaft zu stärken, wurden 
ausserdem starke Abschreibungen gemacht und hohe Beträge den 
Reserven zugeführt. 

Nun können andererseits aber auch hohe Geschäftsanteile 
eine gewisse Gefahr für den Bestand des Konsumvereins in sich 
schUessen. Mitglieder, die durch Krankheit oder Arbeitslosigkeit 
in grosse Not geraten, greifen manchmal zu dem Hilfsmittel, 
ihren Geschäftsanteil bei dem Konsumverein zu kündigen, um 
dadurch wieder in den Besitz von Bargeld zu gelangen. Sie 
pflegen zwar meistens aufs neue wieder einzutreten; aber immer- 
hin wird das Betriebskapital des Vereins dadurch geschwächt. Die 
Redlichen Pioniere gestatteten daher den in Not geratenen Mit- 
gliedern bis zu 3 £ = 60 Jlt wieder abzuheben. 

In Deutschland ist das durch Gesetz unzulässig. Unsere 
Konsumvereine errichten daher Dispositionsfonds, aus 
denen in Not geratenen Mitgliedern bis zu einer gewissen Höhe 
ein Vorschuss geleistet werden kann. Noch weiter gehen einige 
der jüngeren Vereine, welche direkt einen Notfonds aus 
einem Teil der Rückvergütung als individuelles Eigentum eines 
jeden Mitgliedes ansammeln. Auf Antrag kann jedes Mitghed 
aus seinem Notfonds einen bestimmten Betrag erhalten. So 
beträgt zum Beispiel die für den Notfonds festgesetzte Summe 



— 99 — 

des Konsum-, Bau- und Sparvereins »Produktionc in Hamburg 
100 it pro Mitglied. Wo die Zustimmung der Mitglieder zur 
Ansammlung eines individuellen Notfonds durch Einbehaltung 
eines Teiles der Bückvergütung zu erreichen ist, kann dieses 
System nur empfohlen werden, da es den Mitgliedern in Zeiten 
<ler Not eine wesentliche Hilfe bietet und die Betriebsmittel des 
Vereins zugleich ausserordentlich stärkt. 

Der gemeinschaftliche Einicauf der Konsumvereine und die 
britischen Grosseinicaufs-Gesellschaften. 

Die Grundlage der Konsumgenossenschaft ist die Organisation 
<ler Konsumenten zum gemeinschaftlichen Wareneinkauf und zur 
Herstellung von Produkten für den organisierten Absatz. In diesem 
Wesen der Konsumgenossenschaft liegt ihre Stärke. Dieselben 
Vorteile nun, welche den einzelnen Warenverbrauchern dadurch 
erwachsen, dass sie sich zum gemeinschaftlichen Geschäftsbetriebe 
einer Konsumgenossenschaft vereinigen, müssen den Konsum- 
genossenschaften und damit wiederum den Mitgliedern derselben 
in noch höherem Massstabe erwachsen, wenn sich die Konsum- 
genossenschaften zum gemeinschaftlichen Eiokauf und 
zur Herstellung von Produkten für den organisierten Absatz ver- 
einigen. Die Errichtung von Konsumvereinen ist nur ein Teil 
des genossenschaftlichen Gebäudes. Durch den wirtschaftlichen 
Zusammenschluss der Konsumvereine zu einem »Konsumverein 
•der Konsumvereine c wird es erst vollendet. 

Der Gedanke des Zusammenschlusses der Konsumvereine 
zum gemeinschaftlichen Einkauf ist die notwendige Fort- 
bildung des Konsumgenossenschaftsgedankens selbst. Und so 
-sehen wir überall, dass dort, wo auch eine grössere Anzahl von 
Konsumvereinen vorhanden ist, auch Bestrebungen zu einem 
Zusammenschluss dieser Konsumvereine entstehen. Wir wundern 
uns daher auch nicht, wenn wir schon recht früh in England 
solche Versuche finden. 

Schon im Jahre 1850 wurde von den Christlich-Sozialen in 
England eine genossenschaftliche Zentralagentur errichtet mit dem 
Zwecke, dem System der Fälschung und des Betruges im Handels- 
verkehr entgegenzutreten und den Wareneinkaufs-Genossenschaften 
Waren von möglichst bester Qualität und Reinheit zu liefern. 
Dieser Versuch des Zusammenschlusses der Konsumvereine von 
aussen her hatte keioen Erfolg und endigte mit einem grossen 
Verlust für die Gründer. 

1853 traten die Rochdaler Pioniere mit dem Plan 
hervor, durch ihre Genossenschaft zugleich die Funktionen des 
Grosseinkaufs für die nordenglischen Konsumvereine auszuüben. 
Das Geschäft der Genossenschaft wurde zu diesem Zwecke in 
•eine Grosseinkaufs-Abteilung und in eine Kleineinkaufs-Abteilung 
.geteilt. Die Grosseinkaufs-Abteilung sollte an Genossenschaften 
'tmd dem Anschein nach auch an individuelle Mitglieder, die ihre 



— ICO — 

Lebensmittel in grösseren Posten einkaufen wollten« verkaufenL 
Das Kapital wurde von der Rochdaler Genossenschaft vorge- 
schossen. Der Reingewinn sollte nach Abzug von 337»% für 
den Reservefonds nach Massgabe des Umsatzes verteilt werden. 
Auch dieser Versuch, durch einen einzelnen Verein die- 
Funktion einer Organisation der Vereine ausüben za 
lassen, scheiterte, wie er in Deutschland gescheitert ist. Im 
Jahre 1859, nachdem der Versuch bereits in der Praxis gescheitert 
war, wurde durch Generalversammlungs-Beschluss die Frage der 
Wiedereröffnung der Grosseinkaufs-Abteilung auf unbestimmte^ 
Zeit vertagt. 

Im Jahre 1863 veröffentlichte Abraham Greenwood^ 
langjähriger Präsident der Genossenschaft der Redlichen Pioniere^ 
den Plan zur Errichtung der englischen Grosseinkauf s- 
Gesellschaft, wie sie heute besteht. 1864 gelangte der Plan 
zur Ausführung und Abraham Greenwood wurde der erste Präsident 
der Gesellschaft. Damit hatte die englische Konsumgenossen- 
schaftsbewegung ihre wirtschaftliche Spitze gefunden und eine- 
Möglichkeit mehr, den Traum der armen Weber, die ihre wirt- 
schaftlichen Angelegenheiten in die eigenen Hände nehmen und 
sich Beschäftigung und Arbeit schaffen wollten, seiner ErfüUung^^ 
entgegenzuführen. 

Ich will nicht an dieser Stelle erörtern, ob und wieweit 
dieses Ziel zu erreichen ist, sondern nur darauf hinweisen, 
wieviel die britischen Konsumvereine und ihre Grosseinkaufs- 
Gesellschaften bereits erreicht haben. Im Jahre 1901 
zählte man in England und Schottland 1462 Konsumvereine mit 
1 800 000 Mitgliedern mit rund 440 Millionen Mark Anteilkapital, 
1055 Millionen Mark Umsatz und 165 Millionen Mark Gewinn. 
Die englische und schottische Grosseinkaufs-Gesellschaft hatten 
rund 1400 Vereine als Mitglied. Die Anteile dieser Vereine bei 
den Grosseinkaufs-Gesellschaften betrugen 24^2 Millionen Mark^ 
der Umsatz bei den Grosseinkaufs-Gesellschaften zusammen 467 
MiUionen Mark und der Gewinn, der selbstverständlich an dio- 
einzelnen Vereine nach Massgabe ihres Umsatzes verteilt wird, 
IIV2 Millionen Mark. Die grösseren englischen Konsumvereine^ 
führen als Bedarfsartikel alle Kolonialwaren und Lebensmittel, 
Bekleidungsgegenstände, Haus- und Küchengeräte. Sie habea 
meistens Bäckerei, Schlächterei und eine Schuhreparatur- Werkstätten 
zum Teil auch eigene Farmen zur Gemüseproduktion und Molkereien 
zur Milchproduktion. Vielfach lassen sie auch im eigenen Be- 
triebe Konfektionswaren, hin und wieder sogar Schuhwaren her- 
stellen. Neuerdings beginnen sie mehr und mehr ihre gewaltigen 
Kapitalmassen zum Bau von Wohnungen für ihre Mitglieder zu. 
verwenden. 

Die englische und schottische Grosseinkaufs - Gesellschaft 
haben Dutzende der grössten Fabriken und Mühlen, vor allen. 
Dingen Kornmühlen, Konfektionsfabriken, Schuhwarenfabriken^ 



— 101 — 

Konserven- und Eonfitürenfabriken, Seifen- und Holzbearbeitungs- 
fabriken. Sie betreiben Anbau von Gemüse und haben eigene 
Molkereien für die Butterfabrikation. Sie besitzen gemeinsam die 
Teeabteilung, das grösste Teehandlungsgeschäft der Welt und 
haben zwei grosse Teeplantagen auf Ceylon errichtet. Sie haben 
eigene Einkaufshäuser in Deutschland, Dänemark, Frankreich, 
danada, den Vereinigten Staaten von Nordamerika und Australien, 
dazu eine Exportschlächterei in Dänemark und verfrachten auf 
hieben eigenen Schiffen die aus Produktionsländem eingeführten 
Waren. Die Zahl der in genossenschaftlichen Betrieben beschäftigten 
Arbeiter beträgt rund 100000. 

Neuerdings beschloss eine Konferenz schottischer Genossen- 
schafter in einer Resolution, dass es notwendig sei. um einen 
vollständigen und ununterbrochenen Zufiuss aller Bedarfsartikel 
^en Genossenschaftern zu sichern, grosse Landgebiete in Canada 
und anderen Kolonien zu erwerben, um dort Getreide und Obst 
zu erzeugen und Schlachtvieh zu züchten. Zur Lösung dieser 
Aufgabe soll die schottische Sektion des Genossenschaftsverbandes 
mit den Direktoren der schottischen Grosseinkaufs-Gesellschaft in 
Verbindung treten. 

Ich bemerke noch, dass die Entwicklung der englischen 
und schottischen Konsumgenossenschaftsbeweguug und der Gross- 
«inkaufs-Gesellschaften bis heute eine stetige rasche und ununter- 
brochene ist, so dass britische Genossenschafter sogar schon über 
-die Eintönigkeit des Erfolges klagen. 

Die Zweiteilung der modernen Periode der deutsclien 
Konsumgenossenscliaftsbewegung. 

Wie ich in meinem Vortrage gezeigt habe, ist die deutsche 
Konsumgenossenschaftsbewegung durchaus wesensgleich mit der 
englischen. Sie ruht hier wie dort auf dem Grunde, den die 
Redlichen Pioniere von Rochdale gelegt haben. Hier wie dort 
'gelten die Grundsätze der Barzahlung, des Verkaufes unver- 
fälschter, guter und vollgewichtiger Waren, der Verteilung der 
Rückvergütung nach Massgabe des Umsatzes, der Verwaltung der 
Vereinsangelegenheiten durch die Mitglieder nach rein demo- 
kratischen Grundsätzen und der Neutralität der Konsumgenossen- 
-schaftsbewegung gegenüber allen politischen und religiösen 
Meinungsverschiedenheiten. Mögen wir die deutsche und die 
englische Konsumgenossenschaftsbewegung vergleichen, wo wir 
wollen und in welcher Weise wir wollen, stets werden wir finden, 
Klass qualitative Unterschiede nicht vorhanden sind. Es 
sind Zweige desselben grossen Entwickelungsbaumes. Lediglich 
-quantitative Unterschiede sind vorhanden, sagen wir hoffnungs- 
voll, sind heute noch vorhanden. 

In Deutschland vollzog sich die konsumgenossenschaftliche 
Entwicklung nicht mit derselben Stetigkeit wie in England, weil 
fcei uns ein Wechsel in der Bevölkerungsschicht, 



— 102 — 

die als hauptsächlichster Träger der Bewegung angesprochen 
werden muss, eingetreten ist. 

Ein Blick auf die Entwicklung der deutschen Konsum* 
vereine in ihrer zweiten Periode, die mit der dritten Periode in 
England der Rochdaler identisch ist, lässt deutlich zwei Unter- 
abschnitte lebhaften Wachstums erkennen, die durch eine 
dazwischen liegende Zeit des Stillstandes getrennt sind. Der erste 
Unterabschnitt lebhafter Entwicklung war der der 60er Jahre; 
in dem zweiten Abschnitt lebhafter Entwicklung, der in den 
80er Jahren anhebt, allmählich erstarkt und dessen Höhepunkt 
wir dem Anschein nach noch nicht einmal erreicht haben, be- 
finden wir uns jetzt. 

Während in England von vornherein die indu» 
striellen Arbeitermassen die Träger der Konsum- 
genossenschaftsbewegung waren, war in den 60er Jahren ia 
Deutschland der Träger der K9nsumgenossen8ehaftsbewegung da» 
liberale Bürgertum. Überall, wo weitsichtige und für das- 
allgemeine Wohl besorgte Männer an einflussreicher Stelle der 
Stadtgemeinde standen, wurden auf deren Initiative hin Konsum- 
vereine errichtet. Den grösseren Teil der Mitglieder bildete da» 
damals noch dominierende städtische Kleinbürgertum. 

Mit den 60er Jahren beginnt jedoch eine Zeit lebhafter 
industrieller Entwicklung in Deutschland, die bis in die 70er 
Jahre hinein, namentlich auch befruchtet durch den französischen 
Milliarden-Segen, sich fortsetzt. Der industrielle Grossbetrieb- 
setzte sich mehr und mehr an die Stelle des Kleinhandwerks. 
Eine nicht geringe Zahl kleiner Handwerker schwang sich nach 
und nach zu Fabrikbesitzern auf und verlor mit der Höhe seines 
Einkommens und damit, dass am Tische nicht mehr eine Anzahl 
von Gesellen und Lehrlingen zu beköstigen war, das Interesse- 
für den billigen Wareneinkauf und sah mehr auf hohe Qualitäts- 
ware, die zu hohen Preisen nur in den erstklassigen Geschäftei> 
zu haben ist. Ein anderer Teil zog sich allmählich vom un- 
rentabel gewordenen Handwerk zurück oder ging zu einem anderei> 
Beruf, namentlich zum Handel über. Die breite Masse der ar- 
beitenden Bevölkerung in den Städten erhielt mehr und mehr dei^ 
Charakter einer industriellen Arbeiterschaft. 

Zu unserem Bedauern müssen wir feststellen, dass diese» 

1'unge industrielle Proletariat der Konsumgenossenschaftsbewegung. 
:ein Interesse entgegenbrachte, dass vielmehr, gefördert durch 
gewisse national-ökonomische Theorien, welche mehr und mehr 
die Massen beherrschten, sich eine entschiedene Feindschaft 
gegen die Konsumgenossenschaften bemerkbar machte. Da» 
Bürgertum hatte das Interesse verloren und war auch nicht mehr 
die »breite Massec, welche eine solche Bewegung zu tragen ver^ 
mochte, das junge industrielle Proletariat hatte das Interesse und 
das nötige Verständnis für die Konsumgenossenschaftsbewegung; 



-- 103 — 

noch nicht gefunden. Das ist die Zeit der Stagnation, welche 
Mitte der 70er Jahre bis gegen Ende der 80er Jahre dauert. 

In den 80er Jahren, gerade unter der schlimmsten Herr- 
schaft des Sozialistengesetzes beginnt in dem deutschen Lande, 
wo die industrielle Entwicklung am weitesten fortgeschritten war 
und das Sozialistengesetz am strengsten gehandhabt wurde, im 
Königreich Sachsen, hier und dort unter den industriellen 
Arbeitern das Interesse für die Konsumgenossenschaftsbewegung 
EU erwachen. Es wurden rein aus Arbeiterkreisen heraus Konsum- 
vereine errichtet. Bestehenden Konsumvereinen brachten die 
Arbeiter ihr Interesse entgegen, traten in dieselben ein und kamen 
in der Folge auch an die Leitung derselben. 

Selbstverständlich sind diese Ausführungen nur generell zu 
verstehen. Es gibt auch heute noch in Deutschland weite Kreise 
des Bürgertums, die sich das Interesse für die Konsumgenossen- 
schaftsbewegung gewahrt haben, wie es andererseits bezirksweise 
noch grosse Arbeitermassen gibt, die der Konsumgenossenschafts- 
bewegung fernstehen. Ebenso gibt es heute noch zahlreiche 
Konsumvereine, deren Mitglieder in der Mehrzahl den bürger- 
lichen Kreisen angehören, wie auch diejenigen Konsumvereine, 
deren Mehrzahl die Arbeiterbevölkerung bildet, vielfach nicht un- 
beträchtliche bürgerliche Elemente enthalten. 

Es sei überhaupt fern von mir, wie Ihnen ja auch meine 
Ausführungen gezeigt haben , irgend welcher Klassen- 
genossenschaftsbewegung das Wort zu reden. Ich 
habe nur die Unterscheidung gemacht, soweit es zum Verständnis 
der Entwicklung der deutschen Konsumgenossenschaftsbewegung^ 
unerlässlich notwendig war, und ich hoffe, dass auch gerade auf 
dem konsumgenossenscbaftlichen Gebiet es mit der steigenden 
Einsicht aller Beteiligten gelingen wird, die Klassengegensätze 
nicht zu einem entscheidenden Faktor werden zu lassen. 

Als im Jahre 1889 das Genossenschafts-Gesetz dahin abge- 
ändert wurde, dass Genossenschaften mit beschränkter Haftpflicht 
zugelassen wurden, war die gesetzliche Grundlage für eine starke 
konsumgenossenschaftliche Entwicklung, getragen von den minder- 
bemittelten Klassen, geschaffen. Mit dem Ablauf des Sozialisten- 
gesetzes 1890 wurde auch der namentlich von Arbeiterseite ge- 
machte Einwand hinfällig, dass solche wirtschaftHcben Organi- 
sationen, soweit die Arbeiter daran beteiligt seien, doch aufgelöst 
würden. Immer mehr und mehr interessierten sich nun die 
Arbeiter für die Konsumgenossenschaftsbewegung und wenn sie 
auch noch manchen Widerstand, mehr in ihren eigenen Reihen 
als von aussen her, zu überwinden hatten, so war doch schliesslich 
der Erfolg der Konsumvereine, der nicht aus der Welt zu 
diskutierende praktische Nutzen, den dieselben den Un- 
bemittelten brachten, entscheidend. 

Auch die Errichtung des Konsum-, Bau- und Sparvereins 
iP r o d u k t i o nc in Hamburg, zu der die gewerkschaftlich stark 



— 104 — 

organisierte Hamburger Arbeiterschaft direkt durch ihre Organi* 
satioD Beihilfe leistete, im Jahre 1899 und das schnelle Aufblühen 
dieser Genossenschaft führte dahin, dass die Wertschätzung der 
Eonsumgenossenschaftsbewegung und die unumwundene An- 
erkennung derselben immer mehr in den Reihen der deutschen 
Arbeiterschaft Eingang fand. 

Die Organisation des Einicaufs der deutschen Konsumvereine. 

Schon die Konsumgenossenschaftsbewegung der 60er Jahre 
hatte den Gedanken eines Zusammenschlusses der Konsumvereine 
zum gemeinschaftlichen Einkauf gezeitigt und es war 1869 zur 
Errichtung einer Grosseinkaufs-Gesellschaft in 
Mannheim gekommen, die jedoch nach wenigen Jahren in- 
folge der noch nicht genügenden Erstark ung der Konsum- 
genossenschaftsbewegung ihre Tätigkeit einstellen musste. Mit 
dem Aufblühen der Konsumgenossenschaftsbewegung regt sich 
überall die Idee einer Organisation der Konsumvereine. — Herr 
Pabst errichtete Anfang der 90er Jahre eine Einkaufs- 
Agentur in Hamburg, die jedoch das Vertrauen der Vereine 
nur in sehr geringem Masse fand und heute nach mehrmaligem 
Wechsel des Inhabers der Firma zu völliger Bedeutungslosigkeit 
herabgesunken ist. — In Bremen wurde um dieselbe Zeit in 
der Hauptsache von leitenden Personen des Allgemeinen Verbandes 
eine Grosseinkaufs-Gesellschaft errichtet. — Auch für diese waren 
die Verhältnisse ungünstig, da vor allen Dingen in dem Strom- 
gebiet der Weser eine starke Konsumgenossenschaftsbewegung 
fehlte. — Eine dritte Grosseinkaufs-Gesellschaft 
wurde im Jahre 1894 von den Konsumvereinen des Stromgebietes 
der Elbe, wo die weitaus stärkste konsumgenossenschaftliche 
Entwicklung Deutschlands vorhanden war, gegründet und erhielt 
ihren Sitz in Hamburg. — Es ist die Grosseinkaufs-Ge- 
sellschaft, die heute die einzige ist, deren Generalversammlung 
wir in den nächsten Tagen hier abhalten werden. 

Die Hamburger Grosseinkaufs-Gesellschaft Deutscher Con- 
sumvereine entwickelte sich in den ersten fünf Jahren nur recht 
langsam. — Die jährliche Zunahme des Umsatzes betrug durch- 
schnittlich 1 Million Mark. Im Frühling 1899 machten die Auf- 
sichtsratsmitglieder und der Geschäftsluhrer der Grosseinkaufs- 
Gesellschaft eine Studienreise nach England zum Be- 
suche der dortigen Grosseinkaufs-Gesellschaft. Diese Reise war 
entscheidend nicht nur für eine völlige Reorganisation der 
deutschen Grosseinkaufs - Gesellschaft, sondern auch für Er- 
richtung einer eigenen deutschen Konsumgenossenschaftspresse 
und ferner gab sie einen lebhaften Anstoss für die Entwicklung 
der ganzen deutschen Konsumgenossenschaftsbewegung. ^— Im 
Jahre 1900 war der Umsatz der Grosseinkaufs-Gesellschaft 
von 6 auf 8 Millionen Mark gestiegen, im Jahre 1901 schnellte 
»*r auf 15 Millionen Mark empor, im Jahre 1902 betrug er 



— 105 - 

22V« Millionen Mark. — In ganz Deutschland beginnt eint Zeit 
lebhafter Entwicklung der Konsumgenossenschaftsbewegung, über- 
all werden neue Konsumvereine errichtet, die bestehenden wachsen 
rasch und breiten sich aus. 

Moderne Konsumgenossenschaftsbewegung und Allgemeiner Verband. 

Es ist charakteristisch, dass die gegenwärtige lebhafte Ent- 
wicklung der deutschen Konsumgenossenschaftsbewegung wiederum 
«direkt auf Englands Beispiel und auf englischen 
Einfluss zurückzufuhren ist. In der Zeit der Stagnation 
waren die Beziehungen zu dem englischen Mutterlande der 
Konsumgenossenschaftsbewegung immer geringer geworden. Als 
die zweite Blüte in Deutschland anhub, waren es andere Massen, 
welche die Konsumgenossenschaftsbewegung trugen, und wenn 
auch in einigen leitenden Kreisen die englischen Verhältnisse 
bekannt waren, so mussten doch diese Massen das englische 
Vorbild gleichsam aufs neue entdecken und es geistig zu 
ihrem Eigentum machen. Es ist ein schönes Zeichen für die Rein- 
heit, mit der die deutsche Konsumgenossenschaftsbewegung die 
Grundsätze der Rochdaler Pioniere aufbewahrt und befolgt hat, 
Klass sofort die deutschen Konsumgenossenschafter 
in den englischen Verhältnissen ihre Ideale wiederfanden und 
direkt anknüpfen konnten, als ob niemals eine Unter- 
Jbrechung der Beziehungen stattgefunden habe. 

Mit dem Anfang der 90er Jahre, als die Konsumgenossen- 
«chaftsbewegung in Sachsen anfing, zu erstarken, sonderte sich 
^in Teil der sächsischeu Konsumvereine als Revisions- 
verband »Vorwärts« von dem Allgemeinen Verbände ab. 
In Eisass und im Regierungsbezirk Trier haben sich keine 
•örtliche Verbände gebildet, im übrigen aber war die Kraft und 
die Blüte der deutschen Konsumgenossenschaftsbewegung dem 
Allgemeinen Verbände der deutschen Erwerbs- und Wirtschafts- 
^enossenschaften angeschlossen. 

Die Entwicklung der Konsumvereine innerhalb des Allge- 
meinen Verbandes lässt daher auch die Schwankungen 
der deutschen Konsumgenossenschaftsbewegung erkennen. Im 
Jahre 1864 berichteten zur Statistik des Allgemeinen Verbandes 
58 Vereine mit 7709 Mitgliedern und 800 000 il. Umsatz, Ende 
der 60er Jahre und Anfang der 70er Jahre erfolgte rasch der 
Anschluss der Konsumvereinsverbände au den Zentralverband. 
1874 zählte der Allgemeine Verband 178 Vereine mit 90000 Mit- 
gliedern und 22V2 Millionen M. Umsatz. Es kommt jetzt die 
Zeit des Stillstandes. 1884 waren es nur 163 Vereine mit 
114 000 Mitgliedern und SSV« Millionen M. Umsatz. Erst mit 
dem Jahre 1887 beginnt die Zahl der an den Allgemeinen Ver- 
t^and angeschlossenen Konsumvereine rasch zu wachsen. 1894 
'fi:ehörten dem Allgemeinen Verbände bereits 417 Vereine mit 
*268 000 Mitgliedern und IV/t Millionen Jü Umsatz an, 1901 



— 106 - 

waren es 638 Vereine mit 631000 Mitgliedern und 155V2 MillioneD» 
Mark Umsatz. Das ist die höchste Zahl von Konsumvereinen^ 
die jemals Mitglied des Allgemeinen Verbandes gewesen sind 
und es wird auch die höchste Zahl bleiben. 

Die starke Entwicklung der Konsumvereine innerhalb de»' 
Allgemeinen Verbandes legte die Möglichkeit nahe, dass eines- 
Tages nicht mehr wie von Anfang bis heute die Kreditgenossen- 
schaften, sondern die Konsumvereine die Majorität 
auf dem Verbandstage bilden würden; dazu kam, dass mit dem 
neuen Aufschwung der Konsumgenossenschaftsbewegung und 
systematischen Vertretung des Konsumenten interesses durch die- 
selbe nach englischem Beispiel die Gegensä.tze zwischen: 
Konsumvereinen und Genossenschaften immer schärfer wurden. 

Schon seit mehr als 10 Jahren sahen innerhalb des Allge- 
meinen Verbandes die Kreditgenossenschaften, deren Mitglieder 
vielfach Handwerker und Kleinhändler sind, mit Besorgnis auf 
die wirtschaftUche Konkurrenz der Konsumvereine. Wiederholt 
wurde eine Trennung von den Konsumvereinen gefordert, jedoch 
fand sich für diesen Gedanken weder auf Seiten der Kreditvereine 
noch auf Seiten der Konsumvereine eine entscheidende Majorität. 
Vor allen Dingen aber setzte die Anwaltschaft des Allgemeinen 
Verbandes sich einer Trennung entgegen, da sie die Beiträge» 
der Konsumvereine zur Verbandskasse nicht missen mochte, da 
ferner bei der kompakten Majorität der Kreditgenossenschaften 
eine Mehrheit für die Vertretung des reinen Konsumenteninteressea 
durch den Allgemeinen Verband nicht zu befürchten war und da 
endlich der Anwalt mit Recht betonte, dass das Interesse der 
Kredit genossenschaften besser gewahrt wäre, wenn die Konsum- 
genossenschaften beim Allgemeinen Verbände blieben, als wenn 
sie ausscheiden würden. Es wurde von ihm darauf hingewiesen, 
dass bei einer Trennung der Konsumgenossenschaften vom 
Allgemeinen Verbände die von diesem dem Mittelstande bereitete- 
Konkurrenz eine noch viel schärfere würde. 

Nachdem nun aber die jüngste Entwicklung der Konsum- 
ffenossenschaftsbewegung doch zur Verschärfung der 
Konkurrenzverhältnisse führte, nachdem sogar dia- 
Konsumvereine mit der Errichtung eigener «Sparkassen 
begannen und dadurch einen Teil der billigen Sparkassengelder^ 
die bisher den Kreditgenossenschaften zuflössen, in ihren Dienst 
stellten, nachdem endlich selbst die kompakte Majorität 
der Kreditgenossenschaften in Gefahr kam, so entschloss man^ 
sich unter vollständiger Verkennung der tatsächlichen Verhält- 
nisse, etwa 100 Konsumvereine nebst der Grosseinkaufs-Gesell- 
schaft aus dem Allgemeinen Verbände zu entfernen, nicht weil 
diese Vereine gegen das Statut des Allgemeinen Verbandes^ 
Verstössen hatten, sondern weil die Kreditgenossenschaften Herr- 
im AllgemeinenVerbande bleiben wollten und zu dieseiB»- 
Zweck auch einen Rechtsbruch, eine offene Gewalt- 



— 107 — 

tat nicht scheuten. Es kam zu dem für den Allgemeinem 
Verband der deutschen Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften 
schmachvollsten aller allgemeinen Genossenschaftstage^ 
dem Tage von Kreuznach. 

Die grosse Mehrzahl der dem Allgemeinen Verbände an- 
gehörenden Konsumvereine erkannte richtig, dasa die Kreuznacher 
Vergewaltigung ein Schlag gegendieKonsumvereins- 
bewegung überhaupt war, dass eine Vertretung der 
Konsumvereins interessen durch den Allgemeinen Verband 
fernerhin ganz undenkbar sei, dass die Konsumvereine für 
den Allgemeinen Verband und seine Kreditgenossenschaften nichts 
weiter seien und bleiben sollten als Jasager und Beitrag- 
zahler, dass die Entwicklung des Allgemeinen Verbandes, 
dessen Anwaltschaft beieits mit den Einkaufs-Genossen- 
schaften der Krämer zu liebäugeln begann, ausgesprochen, 
in ein direkt konsumvereinsfeindliches Fahrwasser 
führen müsse. 

Nachdem die Konsumvereine schon in Kreuznach eine^ 
Kommission eingesetzt und mit den Vorarbeiten zur Errichtung 
eines neuen Gesamtverbandes der Konsumvereine^ 
betraut hatte, folgten überall ünterverbandstage der einzelnen 
Konsumvereinsverbände. Schlag um Schlag traten die grossen 
Verbände aus oder die grossen Vereine bildeten dort, wo sich 
für den Austritt eine Mehrheit nicht ergab, neue Verbände. Es 
sind jetzt, ausser den beiden Verbänden in Elsass und im Bezirk 
Trier, sieben deutsche Konsumvereinsverbäude, die unabhängig 
von dem Allgemeinen Verbände dastehen und von denen bereits 
die Mehrzahl sich bereit erklärt hat, dem hier in Dresden zu 
errichtenden Gesamtverband Deutscher Konsumvereine beizutreten,^ 

Umfang der deutschen Konsumgenossenschaftsbewegung. 

Soweit es in der Kürze der Zeit noch möglich war, ist seitens 
der Herren Direktoren dieser Verbände eine Statistik aufgenommen 
und mir zur Verfügung gestellt worden. Leider ist eine Anzahl 
von Vereinen mit der Rücksendung der Fragebogen säumig ge- 
wesen, sodass die Ziffern für Mitgliederzahl, Umsatz u. s. w. nicht 
unwesentlich höher sind, als sie hier angegeben werden. 

Die Namen dieser Verbände und die wichtigsten Ziffera 
sind folgende: 



3 f.§ S-S 

1 p 1 =5 




C3 


S5 

1 






cJ >2 3J vib 3 n59 -irt 




KonsumvereinB 






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— 109 — 

Da es sich nur um eine provisorische Aufstellung handelt, so* 
werden Sie mir eine Würdigung einzelner ZifEern erlassen ; jeden- 
falls werden die Ziffern des Gesamtverbaudes Deutscher Konsum- 
vereine, sobald erst geordnete und übersichtliche Verhältnisse- 
überall eingetreten sind, erhebHch höher sein ; sind doch kürzlich, 
erst wieder aus dem Lausitzer Unterverband des Allgemeinen» 
Verbandes 9 Vereine ausgetreten, die sich unserem neuen Ge- 
samtverbande anschliessen werden. 

Da diese Aufstellung eine vorläufige ist und da auch die 
Zeit nicht reichte, so ist es mir nicht möglich gewesen, fest- 
zustellen, welche Vereine zur Statistik des Allgemeinen Ver- 
bandes, nicht aber zur Statistik des Gesamtverbandes 
berichtet haben. Ich schätze die Zahl dieser Vereine auf 100 
bis 150. Dazu kommen noch die Vereine des elsässischen Ver* 
bandes und des Konsumgenossenscbaftsverbandes im Bezirk Trier. 
Soweit ich orientiert bin, stellt der eine der beiden letztgenannten. 
Verbände eine Statistik überhaupt nicht auf. 

Es ist auch nicht wahrscheinlich, dass wir in den nächsten 
Jahren besser in der Lage sein werden, eine Statistik über den 
gesamten Umfang der deutschen Konsumgenossenschafls- 
bewegung zu bringen. Erst in dem Masse, wie der neue Gesamt- 
verband die bisher unorganisierten Konsumvereine sich angliedert, 
werden wir immer mehr zu zuverlässigeren und genaueren Ziffern 
kommen. Heute sind wir noch auf Schätzungen angewiesen. 

Unser »Wochen-Berichte geht gegenwärtig an etwas über 
1700 Konsumvereine. Die Zahl der Konsumvereine, die jährlich 
durchschnittlich in unserer Kousumvereinsliste neu aufgenommen 
wird, beträgt etwa 200. ich glaube nicht, dass eine irgendwie in 
Frage kommende Zahl von Konsumvereinen neu entsteht, d i e- 
dem System unserer Beobachtung entgeht. Auf 
Grund meiner Erfahrungen schätze ich die Z a h 1 d e r d e u t s ch e n 
Konsumvereine und Konsumgenossenschaften 
einschliesslich der ins Genossenschafts-Register eingetragenen Be- 
amten-Konsumvereine, aber mit Ausschluss der nicht eingetragenen 
Beamten-Konsumvereine und privatkapitalistischen, sogen. »Fabrik 
Konsumverein ec auf rund 2000, die gesamte Mitglieder 
zahl dieser Genossenschaften auf 900 000 — 1 Million und der- 
Gesamtumsatz derselben auf 200 — 250 MiUionen Mark. E- 
ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass diese ZiiEEern noch zu hocl 
gegrijffen sind, da die der Statistik sich bisher entziehenden Vei 
eine in ihrer grossen Mehrzahl nur kleine unbedeutende Organ i 
sationen sind. 

Das Wachstum der deutschen Konsumgenossenschaft^ 
bewegung beträgt schätzungsweise jährlich 10 %, Dabei ist ziv 
bemerken, dass eine grössere Anzahl jüngerer Vereine, wi- 
überhaupt die meisten derjenigen, die der sogenannte;, 
»modernen Richtung« angehören, erheblich schnell( ^ 
wächst, während bei den Konsumvereinen, die vorläufig noch i? . 



— 110 — 

.Allgemeinen Verband bleiben, sowie bei denjenigen, die sich der 
Statistik entziehen, nur ein sehr geringes durchschnittliches Wachs- 
tum vorbanden ist. Da die Entwicklung in der Hauptsache bei 
den Konsumvereinen der modernen Richtung liegt, so wird sich 
in wenigen Jahren das Bild so sehr zu Gunsten des neuen 
Gesamtverbandes verschieben, dass die ausserhalb desselben 
stehenden Vereine kaum ins Gewicht fallen. Wir dürfen daher 
uns wohl der Hoffnung hingeben, dass der neue Gesamtverband 
-im grossen und ganzen ein Gesamtverband aller deutschen 
Konsumvereine sein wird, dass er die deutsche Konsumgenossen- 
schaftsbewegung in ihrer Gesamtheit umfassen wird, ein Ziel, 
welches der Allgemeine Verband deutscher Erwerbs- und Wirt- 
schaftsgenossenschaften nie erreicht und auch wohl kaum 
erstrebt hat, denn in dem Augenblick, als die Konsumvereine 
selbst sich das Ziel setzten, sich innerhalb des Allgemeinen 
Verbandes zu einer Gesamtorganisation der deutschen Konsum- 
vereine zu vereinigen, setzte ja bekanntlich der Allgemeine Ver- 
band sie an die Luft.« 

Die wirtschaftliche Überlegenheit der Iconsumgenossenschaftlichen 
Wa renverteilung und Produktion. 

Die Ursache der konsumgenossenschaftlichen Entwicklung 
und die Verdrängung der privaten individuellen Waren Verteilung 
durch die genossenschaftliche ist die wirtschaftliche 
tJberlegenheit der Konsumvereine. Wie die 
Statistik zeigt, nimmt die Zahl der Kleinhändler viel schneller zu 
als die Bevölkerung. Selbst wenn wir eine Erhöhung der durch- 
schnittlichen Lebenshaltung der Bevölkerung in Rechnung setzen, 
^muss bei dem rapiden Anwachsen des Kleinhändlertums der Um- 
satz, der auf jeden einzelnen Kleinhändler fällt, ein geringerer 
sein. Alle Unkosten dagegen steigen und auch die Ansprüche, 
^ie der Krämer für sich und seine Familie stellt, steigen. Sein 
Umsatz wird geringer, den Bruttogewinn muss er erhöhen. Das 
lässt sich nur dadurch ausgleichen, dass der durchschnittliche 
Aufschlag, der auf die Ware gemacht wird, ein höherer wird. 
Die tatsächlich vorhandene Zersplitterung im Kleinhandel führt 
demnach notwendigerweise zu einer Erhöhung des 
•Gewinns am Preise und zu einer Verteuerung aller 
Produkte. 

Dazu kommt, dass mit der zunehmenden Zersplitterung auch 
-die Zahl der Zwischenhände, durch welche die Ware geht, 
-eine grössere wird, und jede Zwischenhand will verdienen. Der 
.Zwergkrämer der Vorstadt kauft seine Ware vom sogenannten 
. Fünf-Pfund-Grossisten, einem besser situierten Kollegen aus der 
inneren Stadt. Nur in Ausnahmefällen kann der Krämer seine^ 
Waren aus erster Hand beziehen, sehr viel Ware noch nicht ein- 
mal durch den ersten Grossisten, sondern durch einen Grossisten 
:35 weiten oder dritten Grades. Zu dem immer höher werdenden 



— 111 — 

Aufschlag, den der einzelne Krämer machen muss, kommt 
also auch noch eine erhebliche Erhöhung der Einkaufspreise. 

Es ist femer mehrfach nachgewiesen, dass die gesamte 
durchschnittliche Verteuerung der Waren durch 
•den Zwischenhandel 25 — 40 ^ beträgt. Die Konsumgenossen- 
schaften können dagegen mit einem durchschnittlichen Unkosten- 
satz von 8 — 10 % rechnen, und sie kaufen durch ihre Grossein- 
kauf s-Geselischaft ihre Waren aus erster Hand, also zu den 
günstigsten Einkaufsbedingungen. 

Aller Gewinn, den die Grosseinkaufs-Gesellschaft und die 
Konsumvereine machen, wird nach Massgabe des Umsatzes an 
-die Konsumvereine zurückvergütet. Die Unkosten sind infolsje 
der rationellen Organisation ausserordentlich viel geringer und 
kein Zwischenhändlergewinn, weder des Detaillisten, noch des 
Grossisten verteuert die Ware. Nach Abzug der Rückvergütung 
«teilt sich somit im Durchschnitt der Verkaufspreis der 
Konsumvereine so niedrig, dass die grosse Mehrzahl der Krämer 
noch nicht einmal zu diesem Preise einkaufen kann. Dem An- 
schein nach wird sich dieses Verhältnis bis auf weiteres immer 
mehr zu Gunsten der konsumgenossenschaftlichen Organisationen 
verschieben, denn noch heute nimmt die Zersplitterung im Klein- 
handel beständig zu, während umgekehrt die Genossenschafts- 
bewegung sich immer stärker konzentriert und leistungsfähiger 
und rationeller arbeiten wird. 

Diese tatsächliche wirtschaftliche Überlegenheit ist es, der 
wir die gewaltige konsumgenossenschaftliche Entwicklung,, der 
Oegenwart zu verdanken haben. Noch grösser wird die Über- 
legenheit der Konsumgenossenschaften, sobald sie zur Eigen- 
produktion übergehen. Durch konsumgenossenschaftliche Bäckereien 
-erwächst den Mitgliedern der Konsumvereine entweder in der 
Form billigeren und besseren Brotes oder in der Form der Rück- 
vergütung eine Ersparnis von ebenfalls mindestens 20 % . Es ist 
zweifellos, dass auch auf anderen Gebieten der konsumgenossen- 
schaftlichen Produktion ähnliche Erfolge erzielt werden können. 

In derselben Weise werden die Vorteile der konsumgenossen- 
schaftlichen Konzentration sich mehren, sobald die deutsche 
Grosseinkaufs-Gesellschaft ebenso wie die englische 
in umfaui^reicher Weise zur Eigenproduktion übergehen wird. 
Die wirtschaftliche Überlegenheit der konsumgeuossenschaftlichen 
Produktion über die privatkapitalistische beruht darauf, dass 
der Privatkapitalist für den Markt produziert und dass ihm aus 
dem Verkauf seiner Produkte durch Reklame, Reisende, Ver- 
luste u. s. w. Marktspesen von 10 — 20 % erwachsen, die er 
natürlich in den Warenpreis hineinkalkulieren muss, wozu noch 
der übliche Unternehmergewinn von 6 — 15 % und mehr kommt. 
Die konsumgenossenschaftliche Produktion dagegen hat keine 
Marktspesen und keinen Unternehmergewinn zu tragen, da sie 
für den gesicherten, organisierten Absatz produziert und einen 



— 112 — 

etwaigen Gewinn stets an die Konsumenten zurückvergütet. Darau» 
erhellt zugleich, dass die Stärke der kousumgenossenechaftlicheb 
Produktion in der Produktion für den gesicherten 
Absatz liegt. Sobald dagegen die konsumgenossenschaftliche 
Produktion für den Markt zu arbeiten anfängt, hat sie dieselben 
Unkosten zu tragen, wie der Privatkapitalist auch. Die Ver- 
waltung ist schwerfälliger, die Löhne meistens höher und die 
Überlegenheit verwandelt sich in ihr Gegenteil. Die genossen- 
schaftliche Produktion für den Markt ist der pivatkapitali- 
stischen nicht gewachsen. Das ist die Ursache des Misserfolges 
der Produktiv- Genossenschaftsbewegung, wie es eine Ursache- 
des Misserfolges der Owenschen Genossenschaften ist. 

Grenzen der Konsumgenossenschaftsbewegung. 

Die Produktion für den gesicherten Absatz findet ihre Be- 
schränkung in dem Umfange diesesAbsatzes. Mindestens- 
muss der organisierte Absatz so gross sein, dass auf dieser Grund- 
lage ein Produktionsbetrieb errichtet werden kann, welcher der 
herrschenden Betriebsform des betreffenden Produk- 
tioDsgebietes nicht nachsteht. Wo zum Beispiel der Gross- 
betrieb herrscht, würde auch in den meisten Fällen der k o n s u m - 
^genossenschaftliche Klein betrieb nicht konkurrenzfähig sein. 
Nun ist aber gegenwärtig in Deutschland die Grundlage des 
organisierten Konsums so schmal und es herrscht bereits über- 
all in der Produktion so sehr der Grossbetrieb, dass auf sehr 
viele Jahrzehnte hinaus im Verhältnis zur Gesamtproduktion 
unseres Landes die konsumgenossenschaftliche Produktion ein 
geringer Bruchteil bleiben wird. Beträgt doch die Gesamtmenge 
der Produktion der Konsumvereine und der 
Grosseirikaufs-Gesellschafteu zusammen höchstens 
740 der englischen Gesamt produktion. 

Auch der Organisation des Konsums sind solche natür- 
lichen Grenzen gesteckt. Die wohlsituierten Kreise, 
die, wie ich schon angefühi't habe, in erster Linie auf hohe 
Qualitätsware sehen, dafür sehr hohe Preise anlegen und immer- 
hin einen recht in Betracht fallenden Umsatz haben, werden 
vielleicht niemals für das Konsumgenossenschaftswesen zu haben 
sein. Auch die Frage der konsumgenossenschaftlichen Organisation? 
der zerstreut wohnenden Bevölkerung des Landes ist 
für uns in Deutschland noch ein nicht gelöstes Problem. 

Ferner scheiden aus die grosse Zahl der Handwerker,. 
Händler, Gastwirte usw., wovon immer der eine des anderen 
Kunde ist und bei denen das Sprichwort gilt: »Eine Hand 
wäscht die andere, c 

Es bleibt also nur übrig, als H a u p t m a s s e die in den 
Industriebezirken dicht bei einander wohnende industrielle 
Arbeiterschaft und ein Teil des mittleren und kleineren! 



— 113 — 

Bürgertums und Beamtentums, welche mit der Zeit für die 
KonsumgenossenschaftsbewegUDg zu gewinnen sein wird. 

Femer wird auch nur in grossen Industriezentren, wo die 
konsumgenossenschaftliche Organisation weit vorgeschritten ist, 
in den nächsten 20 — 30 Jahren vielleicht das Ziel erreicht werden, 
den ganzen Bedarf der Mitglieder durch den Konsumverein 
zu decken. Im übrigen werden auch die Konsumvereinsmitglieder 
viele Waren nicht im Verein kaufen. 

Es bleibt daher für die individualistische Waren Verteilung 
noch ausserordentlich viel Baum und die individualistische gross- 
kapitalistische Warenproduktion wird durch die konsum- 
genossenschaftliche Warenproduktion vorläufig in kaum nennens- 
wertem Masse beeinträchtigt werden. 

Die Befürchtung aufdereinen Seite und die Hoffnung 
auf der anderen Seite, dass wir zu einer vollständigen konsum- 
genossenschaftlichen Regelung der Güterverteilung und der Güter- 
erzeugung kommen können, ist meines Erachtens grundlos. Die 
konsumgenossenschaftliche Organisation und Produktion wird ein 
wesentlicher und wichtiger Teil unseres Wirtschafts- 
lebens werden, sie wird namentlich den breiten Massen 
derUnbemittelten nicht hoch genug zu schätzende Vorteile 
zuführen, sie wird auch in der Lage sein, wucherischen Preis- 
treibereien und anderen das Wohl des Volkes schwer schädigenden 
Auswüchsen der grosskapitalistischen Produktion entgegentreten 
zu können. Aber dass sie die Produktions-, Handels-, Erziehungs- 
und Regierungsverhältnisse in ihrer Gesamtheit jemals ordnen 
wird, wie die Owenschen Genossenschafter es träumten, das wird 
wohl ein Traum bleiben. 

Eine kleinhändierische Verelendungstheorie. 

Die gewaltigen wirtschaftlichen Vorteile, welche die Eonsum- 
genossenschaftsbewegung den Massen bietet und welche die 
Ursachen der raschen Entwicklung des Konsumvereinswesens 
sind, werden erreicht durch Organisation und Konzentration, 
und es lässt sich nicht verkennen, dass für die durch die konsum- 
genossenschaftlicben Bewegung ausgeschalteteMittelstandsexistenzen 
nicht in demselben Masse innerhalb der Konsumgenossenscbafts- 
bewegung neue Platz« geschaffen werden. Dieselbe Arbeit 
wird, wodurch ja gerade wesentliche Vorteile erzielt werden, 
durch weniger Hände geleistet. 

Nun wird von gegnerischer Seite behauptet, dass durch diese 
Ausschaltung von Krämern auch der breiten Masse des Volkes 
grosser Schaden geschehe, »weil nach und nach Tausende 
bankerotter Kleingewerbetreibender als Arbeitskräfte auf den all- 
gemeinen Arbeitsmarkt geworfen werden und so auf die Löhne 
drücken. Die, Kauf kraft des Volkes werde im allgemeinen zurück- 
gehen, eine Überproduktion in allen Industriezweigen und ein 
Bückgang der Preise wird zur allgemeinen Reduktion der Löhne 



— 114 — 

fahren, c (EoIonialwareo-ZeituDg No. 29 vom 17. April 1908). 
Mit anderen Worten, die Ausschaltung der Krämer führt zur Ver* 
grösserung der industriellen Reservearmee, zum Rückgang der 
Löhne, zur Erniedrigung der Kaufkraft des Volkes, zur Erhöhung 
der Überproduktion; dieses wieder zu einem Rückgang der 
Löhne u. s. w. u. s. w. Eine Art kleinbändlerischer Verelendungs- 
theorie in optima formal 

Sehen wir an einem Beispiel, wie falsch diese kleinhändleriscbe 
Sohlussfolgerung ist. Der Konsumverein »Vorwärtsc Barmen 
hatte im Jahre 1901/02 einen Umsatz von 288 000 JH im eigenen 
Geschäft und beschäftigte 2 Vorstandsmitglieder und 6 Lager- 
halter, also 7 Familienväter und 14 Verkäuferinnen und jugend- 
liche Arbeiter. Der Durchschnittsumsatz eines Krämers betrage 
20 000 JMk. Verdrängt sind demnach durch den Konsumverein 
etwa 14 Krämer mit 14 Lehrlingen. Da die 7 Familienväter, 
welche der Konsumverein »Vorwärtsc Barmen beschäftigt, dem 
allgemeinen Arbeitsmarkt entzogen werden und 14 Krämer auf 
diesen allgemeinen Arbeitsmarkt geworfen werden, so bleibt der 
Überschuss der »den Lohn drückendenc Krämer noch 7, während 
die Zahl der Lehrlinge auf der einen Seite und die der jugend- 
lichen Arbeiter und Verkäuferinnen auf der anderen Seite sich 
die Wage hält. 

Nun aber hat auch der Konsumverein »Vorwärtsc Barmen 
einen Vergleich zwischen den Preisen seiner Ware und den Preisen 
der Ware eines mittleren Krämergeschäftes angestellt. Dieser 
Vergleich zeigte, dass im Mittel die Mitglieder im »Vorwärts«- 
Barmen ihren Jahresbedarf um 17V« % billiger einkaufen als 
beim Krämer. Die Ersparnis bei dem Umsätze von 288 000 Jk 
beträgt demnach für die Mitglieder rund 50 000 Jü, ganz ab- 
gesehen von dem Vorteil, dass sie vollgewichtige und 
gute Ware bekommen. Diese 50000 JH>., welche die Mitglieder 
durch ihre Mitgliedschaft zum Konsumverein »Vorwärts« Barmen 
gewinnen, stecken sie aber nicht heimlich in einen Strumpf, 
sondern sie konsumieren sie. Sie erhöhten um diesen Betrag 
ihre Lebenshaltung. Sie gebrauchen für 50 000 JN. m e h r Pro- 
dukte als bisher. 

Der Wert der Produktion einer Arbeitskraft, zu Detailpreisen 
gerechnet, beträgt hoch geschätzt 2000 JH. Man schätzt den Wert 
der gesamten industriellen Produktion Deutschlands im Jahre 
1895 auf etwa über 14 Millionen Mark und es waren in der In- 
dustrie beschäftigt rund 8 Millionen Personen. Es produzierte 
also im Durchschnitt jede Person für 1750 M. Waren, ohne dass ich 
auch nur den Preis der Rohmaterialien, die Abschreibungen usw. 
in Abzug gebracht habe. Die Ziffer von 2000 Jü für den durch- 
schnittlichen Produktionswert einer Arbeitskraft ist demnach zwei- 
fellos sehr hoch gegriffen. 

Die Mitglieder des Konsumvereins »Vorwärts« Barmen er* 
i=iparten durch ihren Konsumverein 50000 M.j für welche Summe 



— 115 — 

«ie ihre Lebenshaltung erhöhten tind mehr Waren kanfteü. Zur 
Herstellung dieser Waren müssen in der Industrie meisrteM 
^25 Arbeiter, die für 2000 M. Waren produzieren, eingestellt 
werden. 7 Krämer wurden als Arbeitskräfte auf den allgemeinen 
Arbeitsmarkt geworfen, 25 Personen werden ihm wieder entzogen. 
Es wird also durch die konsumgenossenscbaftliche ßntwickelung 
nicht das Angebot an Arbeitskräften, sondern die Nachfrage 
nach Arbeitskräften stärker. Die Kaufkraft des Volkes geht nicht 
zurück, sondern sie hebt sich. Der Überproduktion wird ent- 
gegengewirkt und nicht ein Bückgang der Löhne, sondern eine 
Erhöhung der Löhne ist das wahrscheinliche. Die durch die 
Konsumgenossenschaftsbewegung auf dem Oebiete der Waren- 
"verteilung herbeigeführte Konzentration wirkt wie die wirt- 
schaftliche Konzentration überhaupt. Die kon- 
fiumgenossenscbaftliche Organisation ist im Vergleich zum 
heutigen privaten Kleinhandel genau dasselbe, was 
in dem Produktionsprozess eine neue, Arbeit 
sparende Maschine iqt. 

Die Arbeiter haben ihre Feindsehaft gegen die 
Maschinen seit mehr als hundert Jahre überwunden, die 
Krämer und manche Kleinhandwerker stehen noch 
heute auf dem Standpunkte, dass die arbeitsparende Maschine 
^ Konsumvereine so schnell und gründlich wie möglich 
zerschlagen werden müsse, und es gibt sogar B e - 
h Orden und Professoren, die es an nationalökonomischer 
Einsicht nicht weiter gebracht haben. 

Schlusswort 

Ich stehe am Schluss meiner Ausführungen. Wir haben 
'das Wachsen und Werden der Konsumgenossenschaftsbewegung 
vor unseren Augen vorüberziehen lassen. Wir haben gesehen, 
4a8S die deutsche Konsumgenossenschaftsbewegung als ein Zweig 
4 es grossen Konsumgenossenschaftsbaumea mit 
^er englischen Wurzel eins ist. Die Grundlage, welche die 
Redlichen Pioniere gelegt haben, die Grundsätze, welche sie auf- 
gestellt haben und das Ziel, das sie sich gesetzt haben, gelten 
lieute in Deutschland wie in England und wie in allen Kultur- 
ländern. Die moderne deutsche Konsumgenossenschaftsbewegung 
ist keine Abkehr von den grossen, grundlegenden, konsum- 
genossenschaftlichen Prinzipien, sondern viel eher eine Bück- 
kehr zu denselben. Nicht etwas Neues wollen wir heute, 
sondern es ist das Alte und Bewährte, was wir wollen und 
was wir ganz wollen. Die deutsche Konsumgenossenschafts- 
bewegung stand unter dem Bann des Allgemeinen Ver- 
bandes in Gefahr des Absterbens, der Versimpeln ng 
und der Verknöcherung. Was wir wollen und erstreben, 
ist frühlingsfrisches, konsumgenossenschaftliches Leben, Vor- 
wärts- und Aufwärtsentwicklung. 



— 116 — 

£s ist Frühling geworden in der deutschen Konsun»^ 
ffenossenschaftsbewegung. Möge diesem Frühling ein fruchtbarer 
Sommer und ein segenschwerer Herbst folgen, auf dass noch die^ 
spätesten Geschlechter segnen mögen die Dresdener Tage als d(»n 
Geburtstag eines selbständigen Gesamtverbande» 
allerdeutschenKonsumvereine. 

(Lebhaftes Bravo und Händeklatschen.) 



Die Debatte über das Referat wird auf morgen verschoben. 
Der Vorsitzende teilt mit, dass sich in die Präsenzliste ein- 
gezeichnet haben: 7 Verbände, die Grosseinkaufs-Gesellschaft und 
302 Konsumvereine und Produktivgenossenschaften mit 621 Ver- 
tretern. (Lebh. Beifall.) 

Eüigelaufen ist noch folgendes Telegramm: »HerzHchsten 
Glückwunsch dem neuen Verband. Möge er seines Könnens be- 
wusst auch fernere Ziele verfolgen, kraft- und mutvoil auch neue^ 
Bahnen betreten. 

Glückauf zur Fahrt ins gelobte Land, 
Geregelte Wirtschaft auf Erden, 
Dann wird der neue Gesamtverband 
Ein Segen der Menschheit werden. 

E. E. May.c 

Damit schliessen um 5 Uhr die Verhandlungen, die am 
Montag um 9 ühr früh fortgesetzt werden sollen. 

Der Rest des Nachmittags war einem Ausflug mit dem Dampf» 
schiff nach Loschwitz, von dort mit der Schwebebahn nach Losch- 
witzhöhe und von dort schhessHch mit der Drahtseilbahn oder zu 
Fuss nach dem reizend gelegenen »Louisenhofe gewidmet. Das^ 
nicht eben günstige Wetter vermochte nicht die frohe Laune der 
Ausflügler zu stören, die von der Höhe herab das im herrlichsten 
Frühlingsschmuck prangende Eibtal bewunderten. 



Zureiter Verhandlungstag 

Yormittagssitzung 
Anfang 9V4 Uhr. 
Den Vorsitz führt Radestock -Dresden. 
Von auswärtigen Gästen sind noch erschienen 
Joseph Seliger 1 
Karl Reichelt > aus Teplitz. 
Karl Luft J 

Eine Diskussion über das gestrige Referat Kauffinanns über 
•den Stand der Deutschen Konsumgenossenschaftsbewegung wird 
nicht beliebt. 

Es folgt Punkt 5 der Tagesordnung: 

Gründung eines Gesamtverbandes Deutscher Konsumvereine 
und Beratung des Statuten-Entwurfs. 

Verbandsdirektor Barth -München übernimmt den Vorsitz, 

Als Referent erhält das Wort 

Radestock -Dresden : Der vorliegende Statuten-Entwurf 
ist nach dreimaliger gründlicher Beratung geschaffen worden. Als 
Grundlage für den Entwurf dienten uns die Statuten der Schweiz, 
des alten allgemeinen Verbandes und des Reyisionsyerbandes 
»Vorwärts", der in Sachsen bis zum Vorjahr bestanden hat. Die erste 
Sitzung, die wir bald nachdem in Kreuznacher Tagen in Berlin ab- 
hielten, war die schwerste. Nach zweitägiger Beratung war der 
Entwurf im wesentlichen so festgestellt, wie er Ihnen heute vor* 
liegt. Diesen Entwurf haben wir der Presse übergeben. Auf die 
Wünsche und Kritiken, die laut wurden, haben wir dann in zwei 
weiteren Sitzungen in Halle und Hamburg Rücksicht genommen. 

Die vorliegenden Statuten unterscheiden sich gegen die Statuten 
des allgemeinen Verbandes im wesentlichen dadurch, dass nicht die 
einzelnen Vereine Mitglieder werden können, sondern dass die Re- 
visionsverbände das Fundament für den Gesamtverband darstellen. 
Zur Zeit haben wir in Deutschland 7 Revisionsverbände, die zum 
Teil tatsächlich, zum Teil im Prinzip beschlossen haben, sich dem 
zu gründenden Verbände anzuschliessen. Ausser diesen 7 Ver- 
bänden gibt es in Deutschland noch 2 Bezirke, mit denen wir 
nicht in Fühlung gekommen sind, der Schlesische Verband und der 
Verband der Lausitz; aus diesem letzteren haben aber bereits 
7 Vereine ihren Austritt erklärt. 



— 118 — 

Die 7 Bevisionsverbände und die Grosseinkaufs-Gesellschaft 
1)ildeii also die Träger des Gesamtverbandes der deutschen Konsum- 
yereine. Ein einzelner Verein kann wohl Mitglied werden, aber 
nur dann, wenn in seinem Bezirk ein Bevisionsverband nicht be- 
steht, der sich dem Gesamtverband angeschlossen hat. Es ist also 
ausgeschlossen, dass ein Verein, der einem nicht angeschlossenen 
Verband angehört, Mitglied des Gesamtverbandes wird. Hierzu ist 
notwendig, dass er vorher aus dem nicht angeschlossenen Verband» 
austritt. 

Weiter haben wir Bestimmungen getroffen, um die Diktatur 
eines Anwalts zu verhindern. Wir haben die Diktatur des Herrn 
Dr. Grüger lange Jahre zu kosten gehabt und sie gründlich und 
genau studiert. Wir haben deshalb die Anwaltschaft beseitigt und 
dafür ein Sekretariat geschaffen. Über die Aufnahme von Genossen- 
schaften hat der neue Verband nichts zu bestimmen, sondern e» 
ist den Bevisionsverbänden vollkommene Selbständigkeit gelassen. 
Per Verband als solcher hat über die Aufnahme nur zu bestimmen^ 
Ifenn es sich um die Aufnahme von Bevisionsverbänden handelt, 
oder um einzelne Vereine, in deren Bezirk ein angeschlossener 
Bevisionsverband nicht besteht. 

Weiter ist der Ausschluss von Vereinen in der Weise erschwert, 
dass ein Kreuznach nicht wieder denkbar sein kann. Überhaupt 
wird ja davon in unserem Verbände keine Bede sein. Überhaupt 
ist das Statut auf dem demokratischen Prinzip aufgebaut. Ob uns 
das überall gelungen ist, darüber werden Sie ja heute zu urteilen 
haben. 

Femer haben wir beschlossen, dass der Ausschuss aus den 
Leitern der Bevisionsverbände bestehen soll, da diese das Fundament 
des Verbandes bilden. Auch die Frage haben wir erwogen, ob ein 
Vorstand nötig sei oder , nicht. Wir sind zu dem Besultat ge- 
konmien, dass wir nach Beseitigung der Anwaltschaft selbstverständ- 
lich eine Leitung haben müssen. Der Vorstand soll aus 3 Mitgliedern 
bestehen und auf Vorschlag des Ausschusses auf 3 Jahre gewählt 
werden. 

Was die Person des Sekretärs anbelangt, so haben wir Ihnen 
keine Vorschläge in dieser Beziehimg gemacht, da wir der Meinung^ 
sind, dass wir zunächst ein Jahr ohne Sebretär arbeiten. Dies, 
wird uns dadurch ermöglicht, dass die Schriftleitung der Gross- 
einkaufsgesellschaft, welche vom 1. Januar 1904 ab auf den Gesamt-^ 
verband übergeht, vorläufig die Sekretariatsarbeiten erledigen wird. 
Auch die Beschaffimg der Mittel kommt in Frage. Die drei Ver-^ 
bände, die ihren definitiven Beitritt bereits erklärt haben, werden 
schon in diesem Jahre Beiträge zahlen. Dadurch würden wir ca. 
7000 M, Einnahmen haben, das reicht aber noch lange nicht aus,. 
um ein Bureau zu unterhalten und einen Sekretär fest anzustellen. 

Für die einzelnen Staaten sollen Bechtsbei-^ 
stände gewonnen werden. Wir haben die Erfahrung 
gemacht, dass, wenn wir in Sachsen von der Anwaltschaft Auskunft^ 



— 119 — 

in juristischen Fragen haben wollten, die Antworten h&nfig un- 
brauchbar waren, weil Dr. Criiger nach den preussischen Gesetzen 
urteilte, die von den sächsischen vielfach verschieden waren. Diesem 
Übelstande wollen wir durch Bechtsbeistände in den einzelnen 
Staaten begegnen, die eine entsprechende Entschädigung erhalten 
sollen. 

Das wäre das Wesentlichste, was ich einleitend zum Statuten- 
entwurf zu sagen hätte. Ich empfehle Ihnen, zunächst in eine 
General-Diskussion einzutreten und bin gern bereit, über alle frag- 
lichen Punkte Auskunft zu geben. 

Es liegt noch ein Antrag von B. E. May-Hamburg vor, dass 
die Tagesordnung der Generalversammlung nicht 8, sondern 14 Tage 
vor Beginn derselben bekannt gemacht werden soll. Herr May ist 
nicht anwesend, es können aber nur Anträge von hier Anwesenden 
zur Diskussion gestellt werden. Im übrigen ist die Kommission dem 
Wunsche des Herrn May bereits nachgekommen. 

Es wird nunmehr beschlossen, in eine Generaldiskussion nicht 
einzutreten, sondern über jeden Paragraphen für sich beraten und 
abzustimmen. 

Der Eeferent verliest § 1 des Entwurfes: 

Name, Sitz und Zweck des Yerbandes. 

§1. 

Der Verband führt den Namen: 

„Gesamtverband der Deutschen Konsumvereine". 

Sein Sitz ist in 

Seine Wirksamkeit erstreckt sich über das Gebiet des Deutschen 
Reiches. . 

Der Referent erklart, dass in der Sonnabend-Sitzung der 

Statutenkommission beschlossen ist, an der Stelle »in « zu 

setzen: >Der jedesmalige Wohnort des Vorsitzenden des Vorstandes*. 
Würde ein bestimmter Ort, z. B. Hamburg, genannt werden, wo 
nur 2 Konsumvereine bestehen, so würde es schwer sein, die Drei- 
teilung des Vorstandes festzuhalten; wir haben gedacht, dass der 
Vorstand aus 3 Landesteilen entnommen werden soll, z. B. aus 
Preussen, Baiem, Sachsen und der Wohnort des Vorsitzenden soll 
der Sitz des Verbandes sein* 

Es ist ein von 6 Mitgliedern unterzeichneter Antrag einge- 
gangen, im Namen des Verbandes das Wort »Gesamtverband« der 
deutschen Konsumvereine durch ^ Zentralverband« deutscher Konsum- 
vereine zu ersetzen.« Zur Besjründung erhält das Wort 

V. Elm: Wir sind deshalb für den Ausdruck Zentralverband, 
weil er zunächst einmal einen besseren Klang hat, sodann, weil er 
den Tatsachen besser entspricht. Ein Gesamtverband der Konsum- 
vereine wird doch erst bestehen, wenn sämtliche Konsumvereine dem 
Verband angehören; da das noch nicht der Fall ist, so ist das Wort 
Zentralverband deutscher Konsiunvereine passender. Dieser Name 



— 120 — 

klingt nicht nur besser, sondern ist auch in Deutschland ge- 
bräuchlicher. Wir bitten Sie also, diesen Antrag anzunehmen. 

Der Antrag wird angenommen; der so abgeänderte § 1 wird 
einstimmig angenommen. 

§ 2 lautet: 

Der Zweck des Verbandes ist: 

a. die Sammlung und Organisation der deutschen Konsum- 
vereine und Produktivgenossenschaften zur Pflege und 
Wahrnehmung ihrer gemeinsamen Interessen mit ver- 
einten Mitteln und Kräften; 

b. die Fortbildung der Verfassung und der Einrichtungen 
der verbundenen Vereine, sowie die Pflege des Genossen- 
schaftsrechts und die Förderung des Genossenschafts- 
wesens im allgemeinen; 

c. die Förderung des gemeinsamen Wareneinkaufes und 
Warenbezuges 

wird unverändert angenommen. Der Vorsitzende erklärt, zur Ab- 
stimmung wird nur geschritten werden, wenn jemand sich zu 
äussern wünscht. 

§ 3 lautet: 
Die Zwecke des Verbandes sollen erstrebt werden: 

a. durch freie Besprechungen, Austausch von Erfahrungen 
Veranstaltung von Statistiken; 

b. durch Anknüpfung von Beziehungen zu konsumgenossen- 
schaftlichen Verbänden; 

c. durch Erteilung von Rat und Auskunft in allen genossen- 
schaftlichen Angelegenheiten an die Verbandsvereine; 

d. durch Förderung aller auf Ausbau des Genossenschafts- 
wesens gerichteten Bestrebungen und durch Verbreitung 
richtiger genossenschaftlicher Grundsätze. 

V. Elm und Gen. beantragen nach dem Wort »Bestrebungen c 
einzufügen: »Organisierung von Eevisionsverbändenc. 

Der Antrag findet die notwendige Unterstützung. 

Zur Begründung erhält das Wort 

V. Elm: Wir woUen dort also eingeschaltet haben: »Orga- 
nisierung von Revisionsverbänden«. Wir halten es eigentlich für 
selbstverständlich, dass der Gesamtverband es sich zur Pflicht 
machen muss, unter Umständen Revisionsverbände zu organisieren. 
Die Zahl der deutschen Konsumvereine wird ständig wachsen. Es 
kann sich dabei die Notwendigkeit ergeben, für einzelne Landesteile 
neue Revisionsverbände zu organisieren; auch kann sich die Not- 
wendigkeit herausstellen, aus einem schon bestehenden Revisions- 
verband wegen der zu grossen Zahl der ibm angeschlossenen 
Vereine zwei Revisionsverbände zu machen. 

Radestock: Ein Revisionsverband ist eine Organisation, 
auf deren Bildung wir nach Lage der Gesetzgebung keinen Ein« 
fluss haben. Wir können nur die Revisionsverbände, die sich ge- 
bildet haben, unterstützen. Aber auf die Organisation von Revisions- 



— 121 — 

verbänden haben wir keinen Einfluss, da kämen wir mit dem 
'Genossenschaftsgesetz in Konflikt. Das schreibt vor, was die 
Eevisionsverbände zu tun haben. Ich verstehe also eigentKch nicht, 
•wieso die Herren Antragsteller die Organisation von Revisions- 
Terbänden im Statut haben wollen. Gewiss, es könnte nichts 
-schaden; aber was im Statut steht, soll doch auch einen Nutzen 
für uns haben. Gewiss wäre die Schaffung von Eevisionsverbänden 
sehr nützlich, die Organisation derselben ist aber für uns nicht 
möglich. Auch die Teilung eines Eevisionsverbandes ist unter Um- 
ständen geboten; der süddeutsche Revisionsverband z. B. ist so 
rgross geworden, dass es sich vielleicht empfiehlt, einen zweiten 
Revisionsverband von ihm abzuzweigen. Vielleicht springt also aus 
^der gegebenen Anregung heraus, auf die Schaffung von Revisions- 
verbänden hinzuwirken. 

Arn dt- Stuttgart: Ich glaube, wir kommen am leichtesten 
über den Antrag hinweg, wenn v. Elm statt: »Organisierung« 
•setzen würde „Abgrenzung«. Wenn einzelne Revisionsverbände so 
stark zunehmen, dass sie sich von der Zentralleitung nicht mehr 
übersehen lassen, so muss der Zentralverband das Recht haben, eine 
Abgrenzung vorzunehmen. 

V. Elm: Um dem formellen Bedenken des Herren Rade- 
-stock Rechnung zu tragen, wollen wir also sagen: »Bildung und 
.Abgrenzung von Revisionsverbänden«. Dadurch würde dem formellen 
Bedenken Rechnung getragen, obwohl wir der Meinung sind, dass 
»Organisierung« dasselbe sagt, und dass gesetzliche Bedenken nicht 
bestehen. Wir sind der Meinung, dass der Gesamtverband sich 
-das Recht wahren muss, Abgrenzungen vorzunehmen, schon um 
^Streitigkeiten zu vermeiden. Die Möglichkeit ist wohl vorhanden, 
•dass Streitigkeiten entstehen, wenn ein Landesteil den Wunsch 
J^ussert, einen neuen Revisionsverband zu gründen. In solchem 
Fall muss der Gesamtverband das Recht der Entscheidung sich 
wahren, damit nicht Absplitterungen entstehen. 

Schmidtchen-Harburg ersucht v. Elm, seinen Antrag zurück- 
jzuziehen. Den Ausdruck »Abgrenzung« halte ich erst recht nicht 
für gut. Von der Leitung des Gesamtverbandes aus sollen wir 
Revisionsverbände organisieren. Das wird sehr schwer sein, wenn 
^nicht ganz unmöglich. Jeder Revisionsverband muss in seinem 
'^Statut Bezirk, Mindestzahl und Höchstzahl der Vereine angeben. 
Wie soll da der Zentralverband dazu kommen, wenn ein Revisions- 
•verband zu gross geworden ist, einen neuen Verband zu gründen. 
^Zunächst müsste dann das Statut des Revision s Verbandes geändert 
werden, anders Hesse sichs ja gar nicht machen. Was der Antrag 
will, ist etwas ganz Selbstverständliches. Namentlich der Leitung 
-des Gesamtverbandes soll die Pflicht zufallen, überall wo die Kon- 
-sumvereine noch nicht zu einem Revisionsverband zusammengefasst 
•^sind, dafür zu sorgen, dass dort ein Revisionsverband lierbeigefifet 
werden soll. (Zustimmung). Werte Anwesende, da beruhigen Sie 
-sich nur, ich weiss in Deutschland kein Gebiet, wo nicht in dieser 



— 122 — 

Eichtung mit yoUem Ernst gearbeitet wird. Auch für die Ltausit?. 
-werden wir bald einen Bevisionsverband bekommen, ebenso ia 
Schlesien, wenn es da auch etwas länger dauern wird. Dann sind 
wir über ganz Deutschland yerbreitet. Das übrige, wenn ein zu 
grosser Revisionsverband geteilt werden soll und etwas an Nachbar- 
gebiete abgeben soll, das überlassen Sie ruhig der Entwicklung^ 
Im Ausschuss sitzen ja die Leiter der ßevisionsverbände und berat- 
schlagen über die wichtigsten Vorgänge der deutschen Konsum- 
genossenschafts-Bewegung. Warten wir also ruhig ab, was sich 
da entwickeln wird, in der Richtung dessen, was der Antrag will^. 
wird mit vollem Ernst gearbeitet. 

Barth -München: Ich bitte die verehrten Anwesenden, nicht- 
zu viel zu reglementieren. Das Statut kann doch nur allgemein 
für die gesamte Geschäftsführung eingerichtet werden; Sie können 
unmögUch für alle vorkommenden Fälle Bedingungen in das Statut 
hineinbringen. Was dieser Antrag bezwecken will, dass muss- 
selbstverständlich sowohl der Vorstand wie der Ausschuss aus 
eigenem Antriebe zu tun stets beseelt sein. Wenn der Vorstand 
irgend eines Revisionsverbandes mit einer derartigen Abgrenzung: 
oder Neubildung im benachbarten Gebiet nicht einverstanden ist,, 
so gibt es Differenzen, wenn sie vom Vorstand oder Ausschuss^ 
wider den Willen des Leiters des betreffenden Revisionsverbandea^ 
in die Wege geleitet werden soll. Wird sie notwendig, so ist in 
erster Reihe die Zustimmung der benachbarten Revisionsverbände- 
notwendig. Ich bin überzeugt, es wird stets so kommen ; es müssten 
schlechte Verbandsvorstände sein, die vielleicht, weil sie einen sehr^ 
grossen Verband haben möchten, nicht mit Freuden einwilligen 
würden, ja selbst den Antrag stellen würden, ihren Verband zu 
teilen. Da ich persönlich es für notwendig halte, das Statut nicht 
mit zu vielen Bestimmungen zu beschweren, möchte ich die Herren^ 
Antragsteller bitten, ihren Antrag zurückzuziehen. Sollte es sich 
als notwendig erweisen, vom Zentralverband Bestimmungen zu 
treffen, so können ja in jedem Jahre hier Anträge auf Abänderung- 
der Statuten gestellt werden. 

Arnold- Leipzig. Ich kann mich nur den Ausführungen des 
Herrn Barth anschliessen. Gemeint ist, wie Elm ausgeführt hat, 
dass der Gesamtverband eingreifen soll, wenn eine Abgrenzung- 
von Revisionsverbänden stattfinden müsste. Die Frage ist aber 
doch die, wie die Revisoren fertig werden. Gegenwärtig ist es- 
den ünterverbänden überlassen, die Zahl der Revisoren zu be- 
stimmen. Dadurch ist es möglich, dass die Revisionen in der 
von dem Gesetz vorgeschriebenen Zeit stattfinden. Wird nun ein 
Revisionsverband als solcher zu gross, so können mehr Revisoren, 
ernannt werden. Ich halte es für besser, wir lassen die Fassung so, 
wie von der Kommission vorgeschlagen. 

V. Elm. Es ist zunächst gesagt worden, dass der Antrag: 
etwas Selbstverständliches enthalte. Dann sehe ich nicht ein^. 
weshalb man sich gegen die Annahme des Antrages sträubt. Der 



— 123 — 

Vorsitzende sagt, wir möchten nicht zu viel reglementieren; das- 
trifft hier wohl nicht zu. Ich bitte zu beachten, dass dies die erste- 
Einfügnng ist, die wir in einen Paragraphen machen. Die 
Kommission hat doch wohl nicht gemeint, dass das Statut hier en 
bloc angenommen wird. Ich bin auch der Meinung, dass der Antrag 
etwas Selbstverständliches enthält, aber auch etwas Notwendiges^ 
und dass es daher auch in das Statut gehört. Schmidtchen meint,, 
durch seine Annahme könnten Streitigkeiten entstehen. Er f asst die^ 
Sache so auf, als ob der Gesamtverband ohne Notwendigkeit, ohne 
Antrag, herkommen wird, um Bevisionsverbände abzugrenzen und 
neu zu bilden. Das ist natürlich nicht die Absicht des Antrages, 
und kann auch nicht herausgelesen werden. Der Gesamtverband 
kann nur dann eingreifen, wenn der Wunsch nach Abgrenzung- 
oder Neubildung von Revisionsverbänden geäussert wird, und wenn 
dadurch Differenzen entstehen könnten. Barth hat sehr richtig 
angeführt, dass Differenzen entstehen können, wenn ein Revisions- 
Terband zu gross wird. Er hat auch erklärt, dass der Ausschuss 
nur schlecht eingreifen könnte, wenn ein Herr Direktor — das- 
bitte ich wohl zu beachten — nicht damit einverstanden wäre.. 
Dort haben wir das konservative Element. Die Herren Direktoren 
haben vielleicht, um einem sehr grossen Verband vorzustehen, um 
für ihn recht viele Beiträge zu erhalten, den Wunsch, die Abzweigung 
zu verhindern. Wenn es nun dem Ausschuss überlassen bleibt und 
nicht der General-Versammlung unterbreitet wird, so können leicht 
Differenzen entstehen. Selbstverständlich wird zunächst in dem 
Revisionsverband der Wunsch geäussert werden. Wenn dann alles- 
friedlich geschlichtet wird, so ist ja alles gut. Aber der Gesamt- 
verband muss sich das Recht wahren, wenn Differenzen entstanden 
sind, diese zu schlichten. Wer soll denn in einem solchen Falle^ 
entscheiden; für den Gesamtverband schaffen Sie dieses Recht erst. 
durch die beantragte Einfügung. Arnold meinte, es sei richtig^ 
grosse Revisionsverbände zu haben; man könnte ja beim Wachstum 
derselben neue Revisoren ernennen. Dann brauchten wir überhaupt 
keinen Revisionsverband, sondern nur einen Verband über ganz. 
Deutschland mit recht vielen Revisoren. Aber es ist doch notwendig,. 
Bevisionsverbände für die einzelnen Landesteile zu haben, dass^ 
wird wohl jeder zugeben, und dann wird eben auch die Notwendigkeit 
eintreten, Abgrenzungen vorzunehmen. Wahren Sie sich unter allen 
Umständen das Recht, eventuelle Differenzen zu entscheiden. Man 
glaubt, es könnten durch Annahme des Antrages Differenzen, 
entstehen. Ich meine im Gegenteil, die Generalversammlung des^ 
Zentral- Verbandes muss sich das Recht wahren, eventuelle Differenzen 
zu schlichten und Entscheidungen zu treffen, der sich dann auch 
der betreffende Verbandsdirektor, gegen dessen Willen sie ausfällt,, 
fügen muss. 

Lieb mann -Mainz. Ich will den Worten Elms nur wenip 
hinzufügen. Bei immenser Ausdehnung der Revisionsverbände wird 
es notwendig werden, neue Verbände zu gründen. Barth und. 



— 124 — 

Arnold aber haben das Gegenteil bewiesen, indem sie sagten, dass 
•die Zustimmung der Verbandsdirektoren und der angrenzenden 
Bezirke notwendig sei. Bei der raschen Entwicklung der konsum- 
genossenschaftlichen Bewegung wird es ohne Zweifel dahin kommen, 
4ass einzelne Eevisionsverbände zu gross sind, und es wird not- 
wendig sein, kleinere zu bilden, um das Gedeihen der Konsumvereine 
«chneller und rascher entwickeln zu lassen. Wir sehen ja auch 
^uf den Generalversammlungen der Revisionsverbände, dass die 
weit abliegenden Vereine nie dahin kommen. Dem könnte abge- 
holfen werden, wenn eine bessere Einteilung stattfände. Wenn 
Sie das ermöglichen, haben Sie eine Gewähr, dass nicht von hinten 
Tierum ein Kevisionsverband geschaffen wird. Wenn ein grösserer 
Teil von Vereinen ein Bedürfois nach einem neuen Revisionsverband 
•empfindet, und auch der Ausschuss das Bedürfnis anerkennt, aber 
die Direktoren der angrenzenden Revisionsverbände sind nicht 
♦damit einverstanden, die betreffenden Verbandsdirektoren sind 
•dagegen, so können diese mit allen Mitteln der Intrigue dagegen 
arbeiten. Wenn Sie aber den Konsumvereinen das Mittel geben, 
•dass Sie sagen, wir lassen es uns angelegen sein, Revisionsverbände 
^u bilden, so helfen Sie diesem Übelstande ab. Je kleiner der 
Bezirk eines Revisionsverbandes ist, um so mehr Fühlung können 
•die Vereine mit einander halten. Nehmen Sie den Antrag an, Sie 
•schaffen damit ein Mittel zur Förderung der Konsumvereine. 

Es ist weiter ein Antrag eingegangen von Markus-Barmen: 
Es möge hinter »Bestrebungen« eingeschaltet werden : »nötigenfalls 
•die Anregung zur Bildung von Revisionsverbänden zu geben und 
notwendig erscheinende Abgrenzungen von solchen vorzubereiten, c 

Der Antrag findet nicht die genügende Unterstützung. 

Verbandsdirektor Assmann- Braunschweig: Herr v. Elm hat 
^gefragt, ob die Kommission glaubt, dass der Entwurf en bloc ange- 
nommen werden solle, weil einzelne Mitglieder der Kommission sich 
gegen den Antrag ausgesprochen hätten. Der Ansicht ist die 
Kommission sicher nicht gewesen, dass sie etwas absolut voll- 
kommenes geschaffen habe. Es ist doch aber zweierlei, ob wir mit 
•dem Sinne eines Antrages einverstanden sind oder seine Aufnahme 
in das Statut für notwendig halten. Erscheint die Teilung eines 
Revisions Verbandes notwendig, so kann ja der Verbandstag eine 
Resolution annehmen, die die Gründung eines neuen Unterverbandes 
•empfiehlt. Nehmen vnr aber in das Statut eine derartige Be- 
•stimmung auf und der Unterverbandstag weigert sich, dem direkten 
Beschluss des Verbandstags nachzukommen, was wollen wir dann mit 
•dem Unterverband machen! (Sehr richtig!) Überlassen wir doch 
dem Unterverband die Entschliessung darüber, wenn er eine Neu- 
-:gründung für zweckmässig hält. Das ist richtiger, als wenn wir 
hier dekretieren: es ist ein neuer Unterverband zu gründen, und 
»etwas anderes ist es nicht, wenn wir diesen Antrag annehmen. Wir 
-sollten nichts beschliessen, zu dessen Durchführung wir keine Macht 
iahen. Wir können doch nicht eine Anzahl von Vereinen aus- 



— 125 — 

schliessen, weil sie in diesem Punkte gegen das Statut Verstössen. 
Geben wir den Vereinen Ratschläge, dann werden sie dieselbeiÄ 
gern befolgen, wenn sie ihnen zweckmässig erscheinen. (Bravo !)^ 

Strauss-Esslingen: Den Antrag Ekn halte ich für einen 
Eingriff in die Eechte und Pflichten der ünterverbände. Ich mus&: 
im Namen des Verbandes süddeutscher Konsumvereine dagegen 
Verwahrung einlegen. Man könnte meinen, Herr Dr. Crüger 
befindet sich in imserer Mitte, dass eüi derartiger Antrag gestellt 
wird. Zur Schlichtung von Streitigkeiten wird der Vorstand des 
betreffenden ünterverbandes und schliesslich der Unterverbandstag' 
weit eher in der Lage sein, als der allgemeine Verband. Änderungen 
des Statuts werden ja später notwendig werden, ich bitte Sie aber- 
auch im Interesse einer raschen Erledigung der Statutenberatung, 
jetzt nicht zu viel Änderungen zu beschliessen. (Bravo!) 

Professor Dr. Staudinger-Darmstadt: Nach den letzten^ 
Worten des Herrn Vorredners und auch nach den Ausführungen de& 
Herrn Schmidtchen scheint mir der Antrag, den auch ich mit unter- 
schrieben habe, falsch anfgefasst zu sein. Wir wollten mit unserm> 
Antrage gerade etwaige Streitigkeiten vermeiden. Gewiss werden imv 
allgemeinen die Verbandsdirektoren sich entgegenkommend zeigen,, 
wenn sich das Bedürfiiis herausstellt, neue Verbände zu bilden. Aber 
es ist keine Garantie für das Entgegenkommen der Direktoren,, 
die auch nur Menschen sind, gegeben, und es ist daher gut, wenn 
irgend eine Instanz geschaffen und die Sache nicht dem Zufall. 
überlassen wird. Spätere Änderungen des Statuts sind gewöhnlich > 
mit heftigeren Streitigkeiten verbunden, wenn derartige Fragen erst 
einmal akut geworden sind. Daher woUen wir heute, wo noch 
keine Interessenverschiedenheiten vorliegen, wo wir nur logisch zu^ 
fragen haben: was kann sich ereignen — von vornherein möglichen. 
Konflikten vorbeugen. Also nicht um Streit zu erregen, sondern. 
um spätere Streitigkeiten zu vermeiden, haben wir den Antrag 
gestellt. Ich bitte Sie, den Antrag in diesem freundlichen Sinne 
aufzunehmen und anzunehmen. (Bravo!) 

Ein Schlussantrag wird hierauf angenommen. 
Der Antrag v. Elm wird abgelehnt und § 3 hierauf einstimmig 
unverändert angenommen. 

Referent verliest 

Der Verband wird gebildet aus den Revisionsverbänden der 
Konsumvereine und der Grosseinkaufs-Gesellschaft Deutscher Kon- 
sumvereine. 

Konsumvereine und Produktivgenossenschaften, für deren 
Bezirk ein dem Gesamtverband angehörender Revisionsverband 
nicht besteht, können aufgenommen werden. 

Hierzu liegt folgender Antrag von Staudinger, Katzenstein, 
liebmann - Mainz, Frau David, Frau Steinbach, Rieger und 
A. von Elm vor: 

»Wir beantragen dem § 4 folgende Fassung zu geben: 



— 126 — 

Der Verband wird gebildet aus den Konsum- und Produktiv- 
;:geno8senscharten, den Revisionsverbänden der Konsumvereine und 
der Grosseintaufs-Gesellschaft Deutscher Konsumvereine, 

Konsumvereine, in deren Bezirk ein dem Gesamtverband ange- 
hörender ßevisionsverband existiert, müssen diesem angeschlossen sein. 

Im Falle der Ablehnung eines Vereins seitens eines Kevisions- 
verbandes steht dem abgewiesenen Verein die Berufung an dem 
Oenossenschaftstag zu.« 

Professor Staudinger- Darmstadt: Auf den ersten Blick 
könnte es so scheinen, als ob unser Antrag eine wesentliche 
Änderung des Entwurfs darstelle. Wenn Sie sich aber das Statut 
im Ganzen vergegenwärtigen, so werden Sie sehen, dass unser 
.Antrag in seinen zwei ersten Teilen eine blos formelle Änderung 
bringt, die diesen Paragraphen in Übereinstimmung bringt mit der 
Überschrift des Statuts uud dem § 24. Es ist das Statut des 
Gesamtverbandes der D eut sehen Konsumvereine. 
Ist dem aber so, so muss auch formell in § 4 gesagt werden, aus 
welchen Faktoren der Gesamtverband gebildet wird. Unser Antrag 
verfolgt nur den Zweck der Angleichung. Das nichts anderes 
beabsichtigt ist, ergibt sich aus dem zweiten Absatz unseres An- 
trags, in dem genau dasselbe gesagt wird, was die Herren im 
Vorstand hier wollen. Die Revisionsverbände müssen in sich 
geschlossen sein; die Absplitterung einzelner Vereine kann nicht 
zulässig sein. Das ist selbstverständlich. Nur eins bitten vrir Sie 
hinzuzusetzen: Wenn ein ünterverband einem Verein den Beitritt 
untersagt, dann muss eine Instanz für die endgültige Entscheidung 
vorhanden sein, und diese Instanz kann nur der allgemeine Genossen- 
schaftstag sein. (Beifall.) 

Der von Staudinger vertretene Antrag wird hierauf au- 
fgenommen und § 4 demgemäss geändert. 

Referent verliest: 

Zur Aufnahme in den Verband ist von dem die Aufnahme 
nachsuchenden Revisionsverband oder Konsumverein (§ 4 Absatz 2) 
bei dem Vorstand ein schriftlicher Antrag einzureichen. 

Dem Antrage sind zwei Exemplare des Verbandsstatuts und 
-die Angabe der angehörenden Vereine beizufügen. 

Die Aufnahme erfolgt durch den Vorstand. 

Im Falle der Vorstand die Aufnahme in den Verband ablehnt, 
steht der abgewiesenen Vereinigung Berufung an den Genossen- 
schaftstag zu. 

Mücke- Berlin glaubt, dass nach Annahme des Antrags 
Staudinger zu § 4 der Schlusssatz des § 5. gestrichen werden muss. 
•{Widerspruch.) 

^ Der Referent erwidert, dass sich der Schlusssatz des Antrags 
Ätaudinger auf den einzelnen Verein bezieht und dass deshalb der 
«Schlusssatz des § 5 bestehen bleiben muss. § 5 wird unverändert 
Angenommen. 



- 127 — 

Referent Verliest: 

§6. 
Die MitgKedschaft bei dem Verbände erlischt: 

a. infolge freiwilligen Austritts; 

b. durch Ausschliessung aus dem Verband. 

Die Kündigung einer Vereinigung, sowie die Auflösung uni 
•die Konkurseröffnung über das Vermögen einer Vereinigung be- 
rühren den Fortbestand des Verbandes nicht. Der Verband bleibt 
unter den übrigen Vereinigungen bestehen und scheidet die Ver- 
einigung, bei der einer der bezeichneten Fälle eintritt, aus dem 
Verbände aus. 

Referent bemerkt, dass die letzte Bestimmung dem Bürgerlichen 
Gesetzbuch entnommen ist und notwendiger Weise aufgenommen 
werden musste. 

§ 6 wird unverändert angenommen. 

Referent verliest: 

§7. 
Eine Vereinigung kann ausgeschlossen werden (§ 29 Abs. 2) : 

a. wenn die Vereinigung eine ihr nach diesem Statut ob- 
liegende wesentliche Verpflichtung vorsätzlich oder aus 
grober Fahrlässigkeit verletzt oder 

b. gegen die Interessen des Verbandes gröblich verstösst. 
Der Referent bemerkt erklärend: Die Fassung dieses Para- 

^aphen hat die Kritik geweckt. Wir haben in der Kommission keine 
schärfere Fassung gefunden. Sie wird aber genügen, um den Aus- 
schluss jeder Vereinigung herbeizuführen, die in gröblicher Weise 
^egen uns arbeitet. (Zustimmung.) 

Der § 7 wird unverändert angenommen. 

§8. 

Der Ausschluss einer Vereinigung erfolgt für den Schluss des 
Geschäftsjahres. 

Wird unverändert angenommen, ebenso die folgenden Para- 
.^raphen : 

§9. 

Die dem Verband angehörenden Vereinigungen können ihre 
Mitgliedschaft für den Schluss des Geschäftsjahres kündigen mit 
Einhaltung einer dreimonatigen Kündigungsfrist. 

§ 10. 
Auflösung der Vereinigung hat das Ausscheiden zum Schluss 
«des Geschäftsjahres zur Folge. 

Die ausgeschiedene Vereinigung hat keinen Anspruch an das 
Termögen des Verbandes. 

§ 12. 

Die Beiträge zu den Kosten des Verbandes sind stets für 
das volle Jahr, in welchem der Beitritt beziehentlich das Ausscheiden 
stattfindet, zu entrichten. 



— 128 — 

Der Beitrag ist sowohl für das Jahr des Beitritts wie für das» 
Jahr des Ausscheidens zu zahlen. 

Ebenfalls unverändert und ohne Debatte angenommen werden, 
die folgenden Paragraphen: 

Organe des Terbandes. 

§ 13. 
Die Organe des Verbandes zur Leitung seiner Angelegen- 
heiten sind: 

1) der Vorstand, 

2) der Ausschuss, 

3) der Genossenschaftstag, 

4) das Verbandssekretariat. 

§ 14. 

Das geschäftsführende Organ des Verbau des ist der Vorstands 

Er besteht aus drei Mitgliedern, welche durch den Genossen- 
schaftstag auf Vorschlag des Ausschusses gewählt werden. Wird 
ein Vorschlag abgelehnt, so hat der Ausschuss einen neuen Vor-- 
schlag zu machen. 

Die Amtsdauer wahrt drei Jahre. Alljährlich scheidet ein- 
Vorstandsmitglied aus. In den ersten beiden Jahren wird die Reihen- 
folge des Ausscheidens durch das Los hestimmt. 

Bei Ausscheiden aus anderen Gründen und in Fällen längerer 
Behinderung eines Vorstandsmitgliedes hat der Ausschuss für die 
Zeit bis zum nächsten Genossenschaftstage für die erforderliche- 
Stellvertretung zu sorgen. 

§ 15. 

Dem Verbandsvorstand liegt ob: 

a. Wahrung der Interessen des Verbandes und der Ver- 
bandsvereinigungen nach innen und aussen ; 

b. Aufnahme von Vereinigungen (§ 4); 

c. Bestellung des Verbandssekretärs ; 

d. Wahl, Besoldung und Entlassung der übrigen Angestellten ;; 

e. Aufsicht über die Tätigkeit der Verbandsbeamten; 

f. Aufstellung des Arbeitsprogramms für das Verbands- 
sekretariat ; 

g. Vorbereitung der Tagesordnung zum Genossenschaftstag: 
und Bestimmung über die Anberaumung desselben; 

h. Vorlegung der Jahresrechnung und Ausarbeitung des. 
Voranschlages für das nächste Geschäftsjahr. 
Zu c, f, g und h ist die Genehmigung des Ausschusses nötige 

§16. 

Der Vorstand wählt sich aUjährUch für die Zeit bis zunt 
nächsten ordentlichen Genossenschaftstag einen Vorsitzenden undi 
einen Stellvertreter für denselben. 

Er regelt seine Geschäftsführung durch eine von ihm selbst» 
festzusetzende Geschäftsordnung 



— 129 — 

§ 17. 

Die Beschlüsse des Vorstandes werden durch Stimmenmehrheit 
entweder in Sitzungen oder mittelst schriftlicher Abstimmung gefasst. 

Der Vorsitzende ist berechtigt, den Vorstand nach Bedürfnis 
zu einer Sitzung zu berufen; er ist dazu verpflichtet, wenn ein 
Mitglied des Vorstandes unter Angabe der zur Verhandlung kommenden 
Gegenstände es schriftlich beantragt. 

§ 18. 
Die Mitglieder des Vorstandes verwalten ihr Amt als Ehrenamt. 
Sie erhalten bare Auslagen und bei Reisen in Verbands- 
angelegenheiten Reisekosten und Tagegelder aus der Verbandskasse 
erstattet. Weitere Entschädigungen beschliesst der Genossenschafts- 
tag auf Vorschlag des Ausschusses. 

Referent verliest den folgenden Paragraphen: 
Der Ansschuss. 

§ 19. 

Der Ausschuss besteht aus den Vorsitzenden der Revisions- 
verbände oder deren Stellvertretern, einem Vertreter der Gross- 
einkaufs-Gesellschafts Deutscher Consumvereine und drei vom Ge- 
nossenschaftstag aUj ährlich zu wählenden Mitgliedern. 

Die Debatte wird eröfl&iet. 

Pens -Dessau: Es ist kein Geheimnis, dass in den Kreisen 
der Genossenschaftsvertreter die Absicht besteht, die Zahl der vom 
Genossenschaftstag alljährlich zu wählenden Mitglieder des Aus- 
schusses wesentlich zu erhöhen. Auch ich teile diese Absicht. 
Der Ausschuss ist das berufene Organ zur Wahrung der Allgemein- 
interessen des Verbandes und der Interessen der im Verbände 
organisierten Konsumvereine überhaupt. Da ist es nur gewiss 
begreiflich, dass man in diesen Ausschuss die Vorsitzenden der 
Revisionsverbände hineinwählt. Andererseits habe ich in der 
Kommission selber schon den Gedanken nachdrücklich betont, dass 
es notwendig sein werde, neben diesen durch ihr Amt leicht zu 
einem gewissen Konservatismus neigenden Persönlichkeiten im Aus- 
schuss andere zu haben, die vorwärts treiben und auch solche 
Dinge fördern, die noch in der Theorie schweben, aber praktische 
Wirksamkeit gewinnen sollen. Die Konsumvereinsbewegung bedarf 
der Förderung durch die öffentliche Meinung, wie kaum eine andere 
Bewegung, der Förderung durch die Presse, die Literatur und in 
den gesetzgebenden Körperschaften. Nur durch die machtvolle 
Unterstützung dieser drei Faktoren ist die Entwicklung der Be- 
wegung gewährleistet. Die Verbandsdirektoren, die als Geschäfts- 
führer von Konsumvereinen mitten in der praktischen Arbeit stehen, 
sind nicht in der Lage, dieser auf die Weiterentwicklung der 
Konsumvereinsbewegung gerichteten Tendenz die nötige Zeit zu 
widmen. Deshalb ist es wünschenswert, dass Männer, die schrift- 
stellerisch für die Konsumvereinsbewegung tätig sind, die in den 
gesetzgebenden Körperschaften für diesen Gedanken wirken, Ge- 



— 130 — 

legenheit erhalten, im Ausschuss ihre Wünsche und Bestrebungen 
zum Ausdruck zu bringen. Das kann der Sache nur von Nutzen 
sein. Gemeinhin stehen die Praktiker den Theoretikern, den 
Idealisten, den schriftstellerisch tätigen Genossenschaftlern mit einer 
Skepsis gegenüber. Das ist begreiflich, weil sich in der Praxis die 
Schwierigkeit zeigt, Ideen in die Wirklichkeit überzuführen. Deshalb 
ist es wünschenswert, dass die Theoretiker durch die unmittelbare 
Verbindung mit den Praktikern die Grenzen des Möglichen direkt 
erfahren. Sonst können leicht zwei Strömungen entstehen — die 
einen, die vorwärts streben, die andern, die retournierend zu wirken 
sich berufen glauben. (Widerspruch). Damit sich nicht zwei ent- 
gegengesetzte Strömungen bilden, ist die von mir empfohlene An- 
näherung wünschenswert. Das Organ des Verbandes hat wiederum 
das dringendste Interesse daran, dass es von sich aus alle diejenigen 
beeinflusst, die öffentlich in Wort und Schrift den Verband ver- 
treten, dass er ihnen seine Wünsche direkt mitteilt. Das ist viel 
leichter, wenn die Betreffenden im Ausschuss mitten darin sind. 
Was aber die Möglichkeit betrifft, Ideen in die Wirklichkeit um- 
zusetzen, so heisst es da ganz allgemein: Was praktisch möglich 
ist, ist manchmal ganz etwas anderes, als das, was die Praktiker 
für möglich halten. Wäre es anders, dann wäre ja jede Ent- 
wicklung unerklärlich. Es kann viel mehr geschaffen werden, als 
heute geschieht. 

Darum muss man im Interesse der Gesamtbewegung wünschen, 
dass vor allem nicht die Ideen, die Theorien unterbunden werden. 

unsere Konsumvereine können nicht wie ein Veilchen im 
Verborgenen blühen, sie müssen mit aller Macht in die Öffent- 
lichkeit gezogen werden. Nur durch die Beeinflussung der Öffent- 
lichkeit sind Fortschritte möglich* Auch die Mitglieder müssen mit 
fortgerissen werden, und die Leiter der Konsumvereine werden 
dankbar sein, wenn auf diese Weise der Geist der Kleinlichkeit, 
der Knickerigkeit, der Dummen Sparsamkeit verschwindet und ein 
grosser Zug in die Unternehmungen hineinkommt. 

Ich wünsche, dass Sie bei der Wahl des Ausschusses diese 
Gesichtspunkte berücksichtigen und neben die Männer der Praxis, 
die Direktoren der Revisionsverbände, Männer stellen, die unbehindert 
durch die Schwierigkeiten der Praxis den Entwicklungsgedanken 
stärker betonen, den Ideen mehr Recht geben, als den Schwierig- 
keiten der Praxis. 

Ich habe nichts dagegen, wenn die Zahl der Mitglieder des 
Ausschusses etwas erweitert wird, damit eine stärkere Vertretung 
in der Richtung meines Vorschlags möglich wird. Wenn ich selber 
als mehr schnftstellerisch tätiger Genosse mich in diesem Sinne 
geäussert habe, so glauben Sie nicht, dass ich damit pro domo 
reden wollte. Aber es ging nicht anders. Der Genossenschaftstag 
muss sich über die Absichten, die hier vorliegen, klar werden. 
Grosse Aufgaben stehen der Konsumgenossenschaftsbewegung bevor. 
In der Gesetzgebung werden sich reaktionäre Bestrebungen geltend 



— 131 — 

machen, wahrend sie doch erweitert werden moss, denn das Eleid 
des Genossenschaftsgesetzes passt nicht für die grossen Vereine. 
{Zustimmung.) Haben wir bisher mit den EHeinhändlem zu kämpfen 
gehabt, so werden wir wahrscheinlich in der nächsten Zeit den 
Kampf mit den Grosswarenhäusem aufzunehmen haben. Dieser 
Kampf ist aber undurchführbar, wenn wir nicht den Geist der 
Öffentlichkeit wachrufen, und das wieder ist unmöglich, wenn die 
dazu Berufenen die Genossenschaftsbewegung nicht von nächster 
Nähe kennen lernen, um so gerüstet den Feinden entgegenzutreten. 
(Bravo!) 

Katzenstein, Liebmann, Frau David und Frau 
Steinbach beantragen dem § 19 folgende Fassung zu geben: 
»Der Ausschuss besteht aus dem Vorsitzenden der Bevisions- 
verbände oder deren Stellvertretern, der gleichen Zahl vom Genossen- 
schaftstag alljährlich je zur Hälfte zu wählender Mitglieder und 
'einem Vertreter der Grosseinkaufs-Gesellschaft Deutscher Consum- 
vereine.« 

Katzenstein- Berlin. Unser Antrag geht von der Er- 
wägung aus, dass es zweckmässig ist, neben dem bleibenden Element 
der Verbandsdirektoren ein zweites gleich starkes Element in dem 
Ausschuss zu haben. Es ist von dem konservativen Element im 
Ausschuss gesprochen worden. Nun, wir brauchen ein solches 
Element, das unabhängig von zufälligen, von wechselnden Stimmungen 
und Vorschlägen bleibt. Aber daneben brauchen wir auch das 
andere Element. Wir beantragen, dass der Genossenschaftstag 
alljährlich die Hälfte dieser MitgUeder wählt. Sie müssen sich 
eingewöhnen ; selbstverständlich ist es auch dem Genossenschaftstag 
unbenommen, die gleichen wieder zu wählen. Unsere Verbands- 
direktoren sind zum Teil Leiter von Konsumvereinen, zum Teil sind 
^s genossenschaftliche Verwaltungsbeamte. Unser Antrag will dem 
Genossenschaftstag die MögHchkeit geben, nicht blos Theoretiker, 
sondern auch Geschäftsmänner, die im praktischen Leben stehen, 
in den Ausschuss hineinzuwählen. Der Ausschuss soll die Mittel- 
linie zwischen den verschiedenen Tendenzen in der Konsumgenossen- 
schaftsbewegung ziehen. Dazu kommt noch eins. Die Bevisions- 
verbände der einzelnen Landesteile haben ein berechtigtes Literesse 
daran, mitzuwirken an der VerwaltuQg des Gesamtverbandes. Aber 
neben diesen Vertretern des Föderalismus muss auch der zen- 
tralistische Gedanke zum Ausdruck und neben den Partikular- 
interessen zur Geltung kommen. Neben dem Interesse der einzelnen 
Landesteile muss das Gesamtinteresse der einheitlichen deutschen 
Konsumvereinsbewegung im Ausschuss zum Ausdruck kommen. 
Beide Interessen sollen nach unserem Antrag die gleiche Stimmen- 
zahl im Ausschuss haben. Als Zünglein an der Wage würde der 
Vertreter der Grosseinkaufs-Genossenschaft fungieren. (Bravo !) 

Assmann- Braunschweig : Es ist der Hinweis beliebt worden, 
^ass die Verbandsdirektoren ein konservatives Element darstellten, 
und dass in der Regel die Geschäftsleiter und die Verwaltungs- 



— 132 — 

beamten noch konservativer wären. (Heiterkeit.) Nun, wir werden 
es ja in iinserm Verbände erleben, wer die konservativen und wer 
die vorwärts treibenden Elemente sein werden. (Sehr gut!) Es ist 
sogar angedeutet worden, dass im Ausschuss den konservativen 
Elementen die vorwärts treibenden Elemente an die Seite gestellt 
werden müssten, damit der Verband nicht verknöchere. Ich, der 
ich selber das Unglück und die Schande habe, einem Verbände vor- 
zustehen, (Heiterkeit) protestiere dagegen, zu den konservativen 
Elementen gezählt zu werden. (Bravo!) Was würden die Herren 
Theoretiker dazu sagen, wenn vnr sie als die Himmelsstürmer 
bezeichnen wollten, wäbrend sie uns, die wir uns redlich Mühe 
gegeben haben, voran zu kommen, konservatives Element nennen. 
Wenn Sie übrigens glauben, die Kosten aufbringen zu können, die 
eine Vermehrung der Ausschussmitglieder bedingt, so können Sie 
ja dem Antrage zustimmen. Ich bitte Sie auch aus finanziellen 
Gfründen es mit drei Personen genug sein zu lassen. Wenn viele 
Sitzungen abgehalten werden, würden bei noch grösserer Besetzung 
des Ausschusses ziemlich erhebUche Kosten entstehen. Lassen Sie diese 
praktische Seite der Frage nicht unberücksichtigt. (Lebhafter Beifall.) 

Verbandsdirektor Barth -München: Der Herr Vorreder hat 
die Ausführungen der vorhergehenden Redner doch wohl zu tragisch 
genommen, (Sehr richtig I) mir kamen sie harmloser vor. Ich habe 
garkeinen wesentlichen Unterschied zwischen dem gefunden, was die 
beiden Herren Vorredner gesagt haben und dem, was im Ausschuss 
besprochen wurde. Die ganze Differenz liegt nur darin, dass es im 
Ausschussantrag heisst, drei Personen sollen aus der Reihe der 
Mitgliedschaft gewählt werden, während hier vorgeschlagen wird, 
etwas weiter zu gehen und die Hälfte der Personen aus der Mit- 
gliedschaft zu wäMen. Nun besteht der Ausschuss zur Zeit aus 
8 Personen, 7 Verbandsvorständen und einem Vertreter der Gross- 
einkauf s-Gesellschaft. Also wären nach diesem Vorschlag 4 Mitglieder 
des Ausschusses aus der Mitgliedschaft gewäblt worden (Zurufe: 
Nein, 7!) ja, dann muss der Antrag wohl präziser gefasst werden. 
Wenn der Antrag so gemeint ist, dann muss ich doch finanzielle 
Bedenken dagegen in's Gewicht legen. Nach diesem Antrag würde 
der Ausschuss doch wohl zu gross werden, und die Kosten wären 
sehr erhebliche. Diesen Luxus könnte man sich erst in späterer 
Zeit erlauben, wenn der Verband sich kräftiger entwickelt hat. 
Ich bitte Sie, diesen Antrag vor der Hand als zu weit gehend ab- 
zulehnen. (Bravo!) 

Peus- Dessau: Genosse Assmann hat sich in ganz un- 
glaublichen Übertreibungen gefallen. Ich habe nicht daran gedacht^ 
alles das zu sagen, was er mir unterschoben hat. Mir kommt es 
r^ur darauf an, zwischen denen, die direkt in der Praxis stehen 
und denen, die mit der Feder oder mit dem Wort für unsere 
Bewegung tätig sind, gerade das möglichste Einverständnis zu 
schaffen. Dass dies sehr heilsam wäre, habe ich bei so manchen 
Vorträgen in Konsumverdinsversammlungen gerade auch von den 



— 133 — 

Praktikern gehört. Die wären häufig sehr froh, wenn ihnen von den 
Theoretikern gegen ihre engherzigen Mitglieder mehr Unterstützung 
zu teil würde, als es heute möglich ist. ^Die Verwaltungen wollen 
sehr oft vorwärts, aber sie können dem Übergewicht der Mitglied- 
schaft gegenüber nicht durchdringen. Hilfe kann ihnen hier am 
meisten geboten werden durch Agitation in Wort und Schrift. Für 
die Unterstützung der Genossenschaftsbewegung durch die Litteratur 
und Presse, besonders auch die lokale Presse, muss unendlich viel 
mehr geschehen, wenn wir vorwärts kommen wollen. Die Theoretiker 
müssen sich aber in engster Verbindung mit den Praktikern stets 
darüber klar werden, was möglich ist. Ich habe also gerade das 
Gegenteil von dem gewollt, was Assmann sagte. Die Theoretiker 
werden stets mehr für möglich halten als die Praktiker. Wenn 
aber immer die Praktiker Eecht behalten hätten, so wäre unsere 
ganze Bewegung heute nicht da. (Oho!-Rufe.) Missverstehen Sie 
mich nicht, ich meine ja nicht die Praktiker, die auf Grund richtiger 
Erkenntnis das, was heute da ist, geschaffen haben, soudem ich 
meine die andern Praktiker, die heute noch nicht viel von der 
Genossenschaftsbewegung halten. (Zuruf: Die brauchen wir über- 
haupt nicht!) Es gibt namentiich auch in Berlin verschiedene 
derartige Praktiker, die uns entgegenhalten: Wenn ihr erst mal 
etwas grösser geworden seid, dann kommen die Warenhäuser und 
drehen euch den Hals um. Unserer Bewegung kommt nichts mehr 
zu gute als eine machtvolle Idee und die auch zur möglichsten 
Vertretung kommen zu lassen, das war meine Absicht. Die Idee 
muss dann in die Praxis übertragen werden, aber jede Zeit erfordert 
neue Ideen. (Zuruf: Zurückzieher, Heiterkeit; Pens: Giebts ja 
gar nicht! Erneute Heiterkeit.) 

Gehrhardt- Adlershof. Ich halte es fiir einfach selbst- 
verständlich, dass wir auch Vertreter der Theorie in den Ausschuss 
bekommen. In Berlin wirken nicht die Läden und die Dividenden 
agitatorisch — dem wirken die grossen Warenhäuser entgegen — 
sondern die Presse und die Eeden in Versammlungen. In den 
Grossstädten haben die Konsumvereine eine viel schwierigere 
Existenz, wir müssen höhere Löhne zahlen usw. Ein Verein in 
Berlin wäre sicher längst von seinen Mitgliedern verlassen, wenn 
dort nicht der grösste Idealismus zur Sache vorhanden gewesen 
wäre. Dieser Idealismus kann nur ausgebreitet werden, wenn wir 
auch Theoretiker in den Ausschuss hineinbringen. Das ist einfach 
eine Sache der Gerechtigkeit. Wollen wir einen neuen Verein 
gründen, dann wenden wir uns zuerst an die Theoretiker, die die 
Geister erst revolutionieren und zu Genossenschaftlern machen 
sollen. Ist es da nicht eine einfache Pflicht des Anstands und der 
Gerechtigkeit, dass wir die Leute, die uns bei der Geburt der 
Genossenschaften hilfreich zur Seite gestanden haben, nachher auch 
in den Ausschuss hineinwählen. Wenn Theorie und Praxis 
zusammenwirken, dann wird die Genossenschaftsbewegung auch in 
den grossen Städten den Platz einnehmen, der ihr zukommt. (Bravo!) 



_ 134 — 

L a m m - Berlin. Ich kann mich den Vorrednern nur an- 
schliessen. Ich bin aber der Meinung, dass der erste Konsum- 
genossenschaftstag nach aussen hin imponierend wirken soll, und 
dass an diesem ersten Tage ein Zusammenprallen der Meinungen 
zwischen Theoretikern und Praktikern nicht stattfinden darf. (Sehr 
richtig!) Verschiedenheiten in den Ansichten werden immer bestehen. 
Es ist gesagt worden, dass die Geschäftsführer allein nicht die 
Träger der Bewegung sind, und das ist anzuerkennen. Wo die 
Presse uns nicht genügend unterstützt, macht die Bewegung schlechte 
Fortschritte. In Dessau, wo Pens Redakteur ist, hat die Grenossen- 
schaftsbewegung kolossale Fortschritte , gemacht infolge des warmen 
Eintretens der Presse für die Bewegung, Üben Sie deshalb G-er echtigkeit 
und wäMen Sie auch Vertreter der Theorie in den Ausschuss. (Bravo.) 

Frau Gertrud David- Mainz. Der vorliegende Antrag 
hat hier eine Aufregung hervorgerufen, die er garnicht verdient, 
und ich bitte Sie,.,mir zu gestatten, als Vertreter des sanften Ge- 
schlechts einiges Ol auf die erregten Wogen zu giessen. (Heiterkeit.) 
Die Verteidigung des Antrages, die er von Pens gefunden hat und 
die vielfach falsch verstanden ist, mag vielleicht Schuld an dem 
Widerstand gegen den Antrag sein. Wir wollen mit dem Antrag 
lediglich dem demokratischen Prinzip ein kleines Zugeständnis 
machen, weiter nichts. (Sehr richtig.) Dem demokratischen Prinzip 
entsprechend musste eigentlich der gesamte Ausschuss von der 
Generalversammlung, also von der Gesamtheit gewählt werden. 
Wenn wir es dabei belassen wollen, dass wenigstens die Hälfte 
der Ansschussmitglieder dauernd repräsentiert werden soll durch 
die Vorstände der verschiedenen Revisionsverbände, so ist das 
sicher ein doch wirklich genügendes Zugeständnis an die historisch 
gewordenen Zustände, mit denen wir rechnen müssen, das sehen 
wir ja em. Wenn der gesamte Ausschuss aus den Verbandsleitem 
bestände, so würden wir in dieser Beziehung noch hinter dem 
Statut des Allgemeinen Verbandes zurückstehen, denn der Anwalt 
war doch neu wählbar, der Ausschuss aber, der doch den Vorstand 
vorzuschlagen hat, wäre nicht wählbar, sondern eine bleibende 
Institution. Dann hätte also die Gesamtheit nicht die geringste 
Möglichkeit, auf irgend welche Abänderungen zu dringen. Man 
könnte sagen, die Gesamtheit sollte dann darauf dringen, dass die 
einzelnen Verbände ihre Direktoren absetzen. Das wäre aber sehr 
umständlich. Geben Sie lieber der Gesamtheit das Recht, eine 
Hälfte der Vertreter in den Ausschuss zu wählen, dann schaffen 
Sie ein Sicherheitsventil, Sie verhindern von vornherein die Zu- 
spitzung der Konflikte, die sonst womöglich zu einem zweiten 
Kreuznach führen könnten. Dadurch dass jeder Strömung die 
Möglichkeit der Vertretung gegeben wird, nehmen Sie der Opposition 
ihre Schärfe. Wenn die Gesamtheit das Gefühl hat, dass die 
Männer^ die in der Leitung sitzen, aus ihrer Mitte hervorgegangen 
omd, dann wird sich nicht eine Beamtenbureaukratie herausbilden^ 
die nicht mehr in Fühlung mit der Gesamtheit steht. 



— 135 — 

Was die Höhe der Kosten anlangt, so könnte man yielleicht 
eine bestimmte Anzahl von Ausschussmitgliedem — etwa 10 — 
festsetzen und sagen, die Hälfte wird von Verbandsdirektoren ge- 
bildet, die andere Hälfte wird frei gewählt. Die Form, in der 
dann die Verbandsdirektoren am Ausschuss zu beteiligen wären 
könnte noch weiter besprochen werden. — Es handelt sich also 
nicht nur darum, Theoretiker in den Ausschuss zu bringen, sondern 
es handelt sich um die Wahrung des demokratischen Prinzips. Ich 
bitte Sie daher dem Antrage, der nur ein ganz bescheidenes 
Kompromiss darstellt, zuzustimmen. (Bravo!) 

Es ist ein weiterer Antrag v. E 1 m eingegangen, statt 3 vom 
Genossenschaftstag zu wählenden Ausschussvertretem zu setzen 5. 

V. E 1 m - Hamburg. Mein Antrag soll nur ein Eventualantrag 
sein, wir wollen retten, was zu retten ist. (Heiterkeit.) Ich habe 
erwartet, dass ein anderer ihn einbringt, da das aber nicht ge- 
schah, so sah ich mich genötigt — als Praktiker — ihn selbst zu 
stellen. Ich gehöre ja auch zu den Praktikern. Wenn hier über 
Theorie und Praxis geredet worden ist, so waren beide Teile im 
Recht. Wir gebrauchen notwendigerweise die Theorie, um unsere 
Ideen zu vertiefen, und wir brauchen praktische Leute, um alles 
auszuführen. 

Es ist eiQ grosser Irrtum, wenn man glaubt, dass man 
dadurch, dass vielleicht bei der Wahl einige Theoretiker mit in 
den Ausschuss hineinkommen könnten, den Himmelsstürmem 
Tür und Tor öfl&iet. Die Himmelsstürmer sind weit ge- 
fährlicher, wenn sie draussen sind, als wenn sie drin sind im Aus- 
schuss. (Sehr richtig I) Wenn sie die Himmelsstürmer im Ausschuss 
drin haben, werden die übrigen schon besänftigend auf sie ein- 
wirken, die Himmelsstürmer werden manches von den andern an- 
nehmen imd einsehen, das und das geht zur Zeit noch nicht. 
Wenn sie aber draussen sind, behaupten sie unter allen umständen, 
das muss jetzt durchgeführt werden und wenn jemand imstande ist, 
einigermassen seine Ideen zu vertreten, so wissen Sie ja auch, dass 
er immer einen Anhang findet. 

Man hat sich hier so sehr gegen den Ausdruck »konservative 
Elemente« gewehrt. Das ist aber garnicht so schlimm; der Aus- 
druck hat ja allerdings einen unangenehmen Beigeschmack (Heiter- 
keit), im übrigen ist er nicht irgendwie beleidigend. Das Be- 
stehende erhalten wollen, das bedeutei auch, dass man Neuerungen 
vorläufig ablehnt, weil man glaubt, dass durch diese Neuerungen 
eventuell das Bestehende gefährdet werden könnte, und insofern 
halte ich das konservative Element in der Genossenschaftsbewegung 
für absolut notwendig und nützlich. Aber es kann auch dazu 
kommen und Sie wissen, dass wir vielfach die Erfahrung gemacht 
haben, dass schliesslich die Beamten allzu ängstlich werden, allzu 
besorglich sind. Auch beim alten Verband sind unsere Verbands- 
direktoren mitunter etwas sehr ängstlich gewesen. Vielleicht haben 
sie recht damit gehabt, dass sie zurückgehalten haben, wir hätten 



— 136 — 

yielleicht sonst jetzt nicht die grosse Yersammlang gehabt. Aber 
nützlich wird es doch sein, wenn bei dem neuen Verband eine 
etwas glücklichere Verbindung zwischen Theorie und Praxis Platz 
greift. Dass der Gedanke richtig ist, hat ja die Kommission 
selbst anerkannt, indem sie vorschlug, dass neben den Direktoren 
drei Vertreter vom Genossenschaftstag in den Ausschuss zu wählen 
sind. Es handelt sich also nur um die Zahl. Dagegen angeführt 
ist lediglich die Kostenfrage. Die Kosten werden aber nicht allzu 
erhebliche sein, weil der Gesamtausschuss wohl nur alle Jahre 
einmal tagen wird. Die grösste Zahl der Ausschussmitglieder wird 
auch so wie so ein Mandat bekommen von den betreffenden Vereinen, 
die sie vertreten. Kosten werden also höchstens dadurch entstehen, 
dass vorher ein Tag Sitzung sein muss und für diesen Diäten zu 
zahlen wären. Dass der Gesamtausschuss häufiger als jährlich 
einmal zusammentritt, wird kaum notwendig sein. Der Ausschuss 
wird vielmehr eine gewisse Arbeitsteilung unter sich einzuführen 
haben. — Ich werde zunächst für den weitgehendsten Antrag 
stimmen, weil ich es grundsätzlich für richtig halte, dass der Zentral- 
verband in den Ausschuss eine der Zahl der Verbandsdirektoren 
entsprechende Zahl von Vertretern hineinwählt. (Bravo!) 

B o b e - Dresden. Wir sind hier in Begriff, einen neuen 
Baum zu pflanzen und da befremdet es mich sehr, dass einzelne 
Genossenschaftler am ersten Tage schon einen blühenden Baum 
verlangen. Wir wollen doch von Anfang an bauen und nicht schon 
am ersten Tage derartige Verbesserungsvorschläge machen, die 
erst nach einigen Jahren zu erringen sind. Die Verwaltung wird 
nicht so reaktionär sein, dass wir im ersten Jahre schon befürchten 
müssen, dass alles schief geht. Wir wollen doch zunächst einmal 
versuchen, damit auszukommen, was uns jetzt vorliegt. In einem 
Jahre kommen wir ja wieder zusammeu! (Bravo!) 

ßiemann- Chemnitz. Nachdem eine Vertreterin des sanften 
Geschlechts und auch ein Himmelsstürmer gesprochen hat, erlaube 
auch ich mir einige Worte. Ich bin der Ansicht, wir lassen den 
Paragraphen so wie die Kommission es beschlossen hat. Alljährlich 
findet ja der Genossenschaftstag statt und wenn jemand seine 
Schuldigkeit nicht getan hat, so belieben wir ihn eben abzusägen. 
Mit zu vielen Eeden wird nicht viel erreicht. Konsumvereine sind 
Geschäfte und nur durch guten Verkauf erreicht man gute Waren 
und erzielt hohe Dividenden. Mich hat einmal ein Genosse aus 
der Keichstagsfraktion gefragt: wie macht Ihr es eigentlich in 
Sachsen, dass Ihr solche Erfolge erzielt? Da habe ich geantwortet : 
Wir reden nicht so viel imd handeln mehr! (Grosse Heiterkeit und 
sehr richtig!) Das ist das ganze Geheimnis. Mit Leitartikeln in 
der Lokalpresse und in Parteiblättem ist sdir wenig gedient, die 
Praktiker müssen die Sache praktisch betreiben, und da kommt es 
vor allen auf den Verkauf und Einkauf an. Wer bremsend ein- 
greift im neuen Verband, der wird einfach im nächsten Jahre nicht 
wiedergewählt; das ist demokratisch. Es wurde hier ein Vortrag 



— 137 — 

gehalten über die Entwiddung der Genossenschaftsbewegung in 
Deutschland. Da habe ich leider Sachsen ganz vermisst. Unsere 
Bewegung ist nicht durch die Theoretiker, vor denen ich alle Achtung 
habe, gross geworden, sondern yor allen durch die Massnahmen der 
Gegner, durch die Machinationen der Krämer, der Mittelstands- 
parteien. Vor den Warenhäusern haben wir keine Furcht, mit 
denen sind wir längst fertig und was noch kommt, mit denen 
werden wir auch fertig werden. Wenn die Massnahmen unserer 
Gegner nicht so rigoros gewesen wären, so wären wir nicht so 
gross geworden. Noch vor 10 Jahren hat kein einziges Blatt 
für uns Propaganda gemacht, wir haben sie ordentlich quetschen 
müssen, damit sie nur etwas für uns eintraten. — Lassen wir es 
so, wie es vorgeschlagen ist. Wenn es nicht so geht, wie wir 
denken, wird das nächste Mal eingegriffen, dass das Bad mehr rollt. 
(Lebhafter Beifall). 

Fleissner- Dresden. Nach meiner persönlichen Empfindung 
ist die Vertretung dieser Aenderung durch die Herren Peus und 
Katzenstein etwas unglücklich erfolgt. Es war hier die aller- 
unpassendste Gelegenheit, die Frage zu erörtern, ob die Arbeit der 
Theoretiker oder Praktiker mehr berücksichtigt werden soU. Was 
der Antrag will, ist durchaus nichts Gefährliches. Wenn sich die 
Theoretiker mehr wie bisher für unsere Sache erwärmen woUen, so 
ist das sehr erfreulich. — Ebenso ist es sehr unglücklich, wenn 
hier nebenher die Frage aufgeworfen wurde, inwieweit etwa die 
Parteipresse für die Konsumvereine einzutreten hat. Das ist 
eine sehr diffizile Frage, die nicht hierher gehört. — Auch mich 
hat es sehr gewundert, dass gestern in dein Eeferat kein Wort 
über die sächsischen Konsumvereine hier verloren ist. Es ist das 
gewiss nicht absichtlich geschehen, aber wenn man über den Stand 
der Konsumvereinsbewegung in Deutschland überhaupt redet, dann 
ist es meines Dafürhaltens gar nicht zu imigehen, dass man auch 
die sächsische Konsumvereinsbewegung, die doch gewissermassen zu 
der sogenannten modernen Bewegung Anstoss gegeben hat, berück- 
sichtigt. Wenn wir im allgemeinen so weiterarbeiten, wie es bisher 
in Sachsen geschehen ist, so werden wir gewiss schöne Eesultate 
zu verzeichnen haben. Uns ist allerdings durch die Massnahmen 
unserer Gegner die Arbeit erheblich erleichtert worden. Die Gegner 
haben uns gewissenmassen in die Einigkeit hineingetrieben. Sachsen 
war es auch, das die Grosseinkauf s-Gesellschaft in die Wege geleitet 
hat. — Eine bessere Fühlung zwischen Theoretikern und Praktikern 
kann auch auf andere Weise erreicht werden als durch diesen 
Antrag. Für uns sind in Bezug auf den Antrag lediglich Zweck- 
mässigkeitsgründe massgebend und zwar wollen wir es zunächst bei 
dem Vorschlage der Kommission bewenden lassen. 

Es ist hier von konversativen Elementen die Rede gewesen. 
Ich nehme das auch nicht so tragisch, aber es lag darin doch ein 
gewisser kleiner Vorwurf für die Praktiker und wenn Assmann das 
etwas zu scharf aufgefasst hat, so ist das zu entschuldigen. — Es 



— 140 — 

Die Statutenkommission schlägt noch folgenden Zusatz Tor: 
»Reisekosten und Tagegelder erhalten die Mitglieder des Ausschusses 
aus der Verbandskasse.« 

Mit diesem Zusatz wird der Paragraph unverändert angenommen. 

Ebenso die folgenden Paragraphen: 

§ 22. 

Der Ausschuss wählt alljährlich für die Zeit bis zum nächsten 
ordentlichen Grenossenschaftstag einen Vorsitzenden und einen 
Schriftführer, sowie je einen Stellvertreter für dieselben. 
Der Oenossenschaftstag. 
§23. 

Zur Teilnahme an den Verhandlungen des Genossenschaftstages 
sind die Mitglieder aller dem Verband angehörenden Vereinigungen 
berechtigt. Anderen Personen kann die Beteiligung durch Beschluss 
des Genossenschaftstages gestattet werden. 

§24. 

Dem Genossenschaftstage steht in allen Verbandsangelegen- 
heiten die oberste Entscheidung zu, soweit diese im Statut nicht 
dem Vorstand und Ausschuss zugewiesen ist. 

Seiner Beschlussfassung unterliegen insbesondere folgende 
Gegenstände : 

a. die Abänderung des Statuts; 

b. die Wahl des Vorstandes und der nach § 19 zu wählenden 
drei Ausschussmitglieder; 

c. die Ausschliessung von Vereinigungen; 

d. die Genehmigung des Voranschlages fiir das nächste Geschäftsjahr ; 

e. die Genehmigung der Verbandsrechnung und die Entlastung 
des Vorstandes; 

f. die Festsetzung der Beiträge zu den Kosten des Verbandes; 

g. die von dem Vorstand, dem Ausschuss, den Kevisionsverbänden 
und deren Vereinen und sonstigen Vereinigungen gestellten 
Anträge; 

h. die Bestimmung der Zeitschrift, welche als Organ des Verbandes 

gelten soll; 
i, die Auflösung des Verbandes. 

Alle diese Zuständigkeiten übt der Genossenschaftstag, unbe- 
schadet der Selbständigkeit der dem Verbände angehörenden 
Vereinigungen in deren eigenen Angelegenheiten. 

Die von dem Genossenschaftstag gefassten Beschlüsse über 
die Einrichtungen in den einzelnen Vereinigungen gelten nur als 
Rat oder Empfehlung. 

§25. 

Bei der Beschlussfassung wirken nur die Abgeordneten der 
den Kevisionsverbänden angehörenden Vereine und die Abgeord- 
neten der dem Verband nach § 4 angehörenden Vereinigungen mit. 

Jede dieser Vereinigungen und jeder einem Revisionsverbande 
angehörige Verein hat eine Stimme. Dieses Stimmrecht wird 
ausgeübt von den Revisionsverbänden durch den Verbandsvor- 



— 141 — 

sitzenden oder dessen Stellvertreter und von den Vereinen dieser 
Verbände und den nach § 4 dem Verband sonst noch angehörenden 
Vereinigungen durch einen aus der Zahl ihrer MitgUeder gewählten 
Abgeordneten. Das Stimmrecht ist nicht übertragbar. 

Die Abgeordneten müssen über ihre Stimmberechtigung siclk 
schriftlich ausweisen. 

§26. 

Der ordentliche Genossenschaftstag findet jährlich statt. 
Ausserordentliche Genossenschaftstage können nach Bedürfnis be- 
rufen werden. 

XTber Ort und Zeit des Genossenschaftstages beschliesst der 
Vorstand unter Zustimmung des Ausschusses, soweit nicht durch 
den Genossenschaftstag selbst darüber bestimmt worden ist. 

§27. 

Der ordentliche Genossenschaftstag wird unter Zustimmung 
des Ausschusses vom Vorstand berufen. 

Die Berufung geschieht durch zweimalige Bekanntmachung in* 
dem Organ des Verbandes. 

Die erste Bekanntmachung hat mindestens 4 Wochen vor 
dem Genossenschaftstage zu erfolgen. 

Die zur Verhandlung zu bringenden Gegenstände sind 
mindestens 14 Tage*) vor Beginn des Genossenschaitstages in dem 
Organ des Verbandes zu veröflfentlichen. 

§ 28. 

Ein ausserordentlicher Genossenschaftstag muss auf Beschlüsse 
des Vorstandes und Ausschusses binnen 14 Tagen durch den 
Vorstand berufen werden. 

Die Berufung ist unter Angabe der zur Verhandlung zu 
bringenden Gegenstände in der Zeitschrift des Verbandes zweimal, 
und zwar die erste Bekanntmachung mindestens 4 Wochen vor dem 
Beginn des Genossenschaffcstages, zu veröflfentlichen. 

über andere Gegenstände, als diejenigen, welche die Be- 
rufung veranlasst haben, kann auf dem ausserordentUchen Genossen- 
schaftstag nicht verhandelt werden. 

Eine kleine Debatte entspinnt sich über § 29, der im Entwurf 
folgendermassen lautet: 

§ 29. 

Die Beschlüsse des Genossenschaftstages werden in der Regel 
durch die einfache Mehrheit der an der Abstimmung teilnehmenden 
Abgeordneten (§ 25) gefasst. 

Nur zur Giltigkeit von Beschlüssen über die Abänderung des 
Statuts, Auflösung des Verbandes und über die Ausschliessung von 
Vereinigungen (§ 7) wird erfordert: 

a. dass die Anträge mindestens 14 Tage vor dem Genossen- 
schaftstage in dem Organ des Verbandes bekannt 
gemacht sind, 

*) Aninerktmg. Änderung der Eommission. Im Entwürfe stand: »STagec. 



— 142 — 

b. dass drei Vierteile der an der Abstimmung teikiehmendeb 
Abgeordneten dem Beschlüsse zugestimmt haben. 

Hammer -Leipzig-Eutritzsch glaubt, dass die im § 27 be- 
schlossene Verlängerung von 8 auf 14 Tage es notwendig macht, 
in § 29 unter a statt »14 Tage« zu sagen: »21 Tage«. , 

S p i e r -Prankfurt a/M. beantragt die Streichung des 
Absatzes a, da er durch die Änderung des § 27 überflüssig ge- 
worden sei. Durch den Antrag Hammer würde man sich eine 
Fessel anlegen. 

Der Referent widerspricht beiden Anträgen. Im § 27 
handelt es sich um die Einberufung des Genossenschaftstages, im 
% 29 um die Oiltigkeit der Beschlüsse. Der Absatz a dieses Para- 
graphen kann unverändert bleiben. (Zustimmung.) 

Die Abänderungsanträge zu § 29 werden hierauf abgelehnt 
und § 29 mit grosser Mehrheit unverändert angenommen. 

Gleichfalls unverändert angenommen werden die folgenden 
Paragraphen. Sie lauten: 

§30. 

Die bei den Beratungen und bei der Beschlussfassung auf den 
Genossenschaftstagen zu beobachtenden Formen werden durch eine 
Geschäftsordnung geregelt. 

Das Sekretariat. 

§31. 
Der Verbandssekretär ist der Leiter des Verbandssekretariats. 
Zu seinen Obliegenheiten gehören: 

a. Besorgung des Kassen- und Rechnungswesens des Ver- 
bandes, sowie der Kanzleigeschäfte für den Verbands- 
vorstand ; 

b. Redaktion der Mitteilungen für das Organ des Ver- 
bandes ; 

c. Auskunftserteilung in allen genossenschaftlichen Ange- 
legenheiten, Begutachtung von Statuten; 

d. Ausführung statistischer Arbeiten und Veranstaltung von 
Erhebungen über die Einrichtungen und Ergebnisse der 
Verbandsvereinigungen ; 

e. Verwaltung des Archivs und der Bibliothek des Verbandes; 

f. Propaganda für das Genossenschaftswesen; 

g. publizistische Wahrnehmung der Interessen des Verbandes 
und seiner Glieder; 

h. Pflege des Verkehrsmit anderen Genossenschaftsverbänden. 

Bechte und Pflichten der dem Verbände angehörenden 
Yereinigangen. 

§ ^2. 
Die dem Gesamtverbande angehörenden Vereinigungen sind 
berechtigt: 

a. die Unterstützung des Verbandes bei Wahrung ihrer 
Interessen zu verlangen; 



— 143 — 

b. der gemeinsamen Einrichtungen, gegenseitigen Geschäfts- 
verbindungen und Verkehrserleichterungeli sich zu be- 
dienen; 

c. den Genossenschaftstag durch Abgeordnete zu beschicken. 

§33. 
Die Vereinigungen sind dagegen verpflichtet: 

a. die Statuten des Verbandes und die vom Genossenschafts- 
tag gefassten Beschlüsse zu beachten; 

b. die Beiträge zu den Kosten des Verbandes bis zum 
31. März jeden Jahres zu leisten; 

c. alljährlich einen Geschäftsbericht und die ihnen vom 
Sekretariat zugestellten Tabellen ausgefüllt bis 31. März 
an das Verbandssekretariat einzusenden; 

d. die Interessen des Verbandes in jeder Weise zu fördern 
sich gegenseitig nach Kräften zu unterstützen; 

e. von Abänderungen der Statuten dem Verbandsvorstand 
sofort Mitteilung zu machen. 

Beelinnngsweseii. 

§ 34. 

Das Geschäftsjahr des Verbandes ist das Kalenderjahr. 

Für jedes Geschäftsjahr wird vom Vorstand ein Voranschlag 
der Einnahmen und Ausgaben aufgestellt. 

Die Abrechnung der Einnahmen und Ausgaben für das 
abgelaufene Geschäftsjahr wird vom Sekretariat fertiggestellt und 
dem Vorstand zur Genehmigung vorgelegt. 

Die Eevision der Jahresrechnung erfolgt durch den Ausschuss, 
welcher über den Befund zu berichten und die Entlastung des 
Vorstandes und des Sekretariats beim Genossenschaftstag zu 
beantragen hat. 

Der Voranschlag für das folgende und die Abrechnung über 
das abgelaufene Geschäftsjahr sind mindestens 14 Tage vor dem 
Beginn des Genossenschaftstages in der Zeitschrift des Verbandes 
zu veröffentlichen. 

Anflösang des Verbandes. 
§35. 

Der Verband endigt infolge Auflösungsbeschlusses. 

Zur Giltigkeit eines solchen Beschlusses wird erfordert: 

a. Die Anwesenheit von Abgeordneten von zwei Dritteln 
der den Revisionsverbänden und dem Verbände nach § 4 
angehörenden Vereinigungen auf dem Genossenschaftstage; 

b. eine Mehrheit von drei Vierteln der auf dem Genossen- 
schaftstage erschienenen stimmberechtigten Abgeordneten. 

Ist der Genossenschaftstag nicht beschlussfähig, so ist ein 
zweiter Genossenschaftstag in längstens drei Monaten zur Beschluss- 
fassung über die Auflösung zu berufen. 

Dieser beschliesst ohne Rücksicht auf die Zahl der anwesenden 
Mitglieder. 



— 144 — 

§ 36. 

Die Auseinandersetzimg im Falle der Auflösung des Verbandes 
in Ansehen des Vermögens des Gesamtverbandes erfolgt nach 
Massgabe der §§ 730 ff. des B. G.-B. 

§ 37. 

Dieses Statut findet auf die dem Verbände beitretenden Ver- 
einigungen ohne weiteres Anwendung. 

Damit ist die Statutenberatung beendet. 

Vorsitzender Barth- München : In auffallend kurzer Zeit ist 
es uns gelungen, ein Statut für den Zentralverband zu schaffen.. 
Ich erwartete, dass sich bei der Statutenberatung kräftigere Gegen- 
sätze geltend machen würden. Nun, es haben sich Gegensätze 
bemerkbar gemacht, aber sie waren minimaler Art, (Zustimmung). 
Sie werden, wie ich, hocherfreut über den Verlauf unserer Statuten- 
beratung sein. Ich habe nur noch die angenehme Pflicht, die 
Gesamtabstimmung vornehmen zu lassen. 

Die Gesamtabstimmung erfolgt. 

Das Statut ist in der Gesamtabstimmung einstimmig ange- 
nommen. (Lebhafter Beifall!) 

Ihren Brayorufen schliesse ich mich mit innerster Freude ant 
Herrn Radestock spreche ich den Dank des Kongresses für sein 
Referat und seine Arbeit aus. (Bravo!) Denn er hat die Haupt- 
arbeit beim Entwurf unseres Statuts geleistet, und dafür gebührt 
ihm unser Dank. (Bravo!) 

Wer hätte im Herbst des vorigen Jahres in Kreuznach ge- 
dacht, dass es uns, ehe es Sommer sein wird, gelungen sein würde, 
auf die dort geschehene Tat mit einem neuen Zentralverband zu 
antworten, der jetzt ins Leben treten wird? Der Fluch der bösen 
Tat in Kreuznach war, dass sie Gutes zuwege gebracht hat. 
(Bravo!) Welche Namen haben die Herren nicht unserer Bewegung 
angehängt, um sie in den Augen der Bevölkerung zu verdächtigen. 
Das hat mich am meisten angeekelt, dass von jener Seite der 
Kampf in diesen Formen geführt worden ist. (Lebh. Zustimmung.) 
Sie haben heute den Herren in würdigster Form die Antwort ge- 
geben. Gestern und heute ist jede Erwiederung auf die Beleidigungen 
unterblieben, die wir als Einzelpersonen und in der Gesamtheit 
zu erdulden hatten. Und so wird es auch bei unseren weiterai 
Tagungen bleiben. Wir haben mit unseren früheren Freunden 
nunmehr endgiltig abgeschlossen. (Bravo!) Wir sind für uns zu- 
sammengetreten, in der Absicht, das Genossenschaftswesen nach 
Straften zu fördern. Nichts liegt uns femer, als der Gedanke,^ 
Landwirten, Händlern und Handwerkern hindernd in den Weg zu 
treten, wenn sie sich genossenschaftlich zusammenschliessen. (Lebh. 
Zustimmung.) Wir fordern nur freie Bahn für uns auf Grund des 
Genossenschaftsgesetzes und auf Grund der persönlichen Freiheit, 
die uns die Staatsverfassungen garantieren. (Lebh. Beifall.) 

Stimmen Sie ein mit mir in ein dreifaches Hoch auf das 
Blühen, Wachsen und Gedeihen des neu geschaffenen Zentralver- 



— 146 — 

bandes deutscher EonsumgenosBenschaften, der — das ist der 
einzige Fehler — schon 10—20 Jahre früher hätte gegründet 
werden müssen. (Lebh. Zustimmung.) 

Unser neu geschaffener Verband, er lebe hoch! hoch! und 
nodimals hodi! 

Die Delegierten haben sich von den Plätzen erhoben und 
stimmen begeistert in das Hoch ein. 

Die Mittagspause tritt ein. 



Nachmittagssitzung. 
Der Vorsitzende Radestock eröfl&iet kurz nach 2Va Uhr die 
Versammlung. 

Es wird in Punkt 6 der Tagesordnung eingetreten: 

Wahl der nach dem Statut aus den Vertretern der Vereine zu 
wählenden Mitglieder des Ausschusses. 

Hierzu liegt ein Antrag Lamm -Berlin vor, die Wahl durch 
Stimmzettel vorzunehmen. 

Zur Tagesordnung ergreift niemand das Wort. 

Dagegen wünscht niemand zu sprechen. 

Der Antrag wird einstimmig angenommen. 

Vorsitzender: Ich mache darauf aufmerksam, dass den 
Drucksachen ein Stimmzettel für den Ausschuss und einer für den Vor- 
stand beiliegt; es ist also jeder bereits im Besitze eines Stimmzettels. 

Ich bitte um Vorschläge. 

Es werden vorgeschlagen : Pape-Lübeck, Poppig-Zwickau, v. Elm- 
Hamburg, Herbert-Stettin, Grerber-Striesen, Wolf-Suhl, Peus-Dessau. 

Eiemann: Ich bitte die Genossen aus Sachsen, nur einen 
Genossen aus Sachsen vorzuschlagen, um eine Stimmenzersplitterung 
zu vermeiden. 

Hammer: Wir sächsischen Vereine sind uns schlüssig 
geworden, aus Sachsen nur Herrn Poppig-Schedewitz vorzu- 
schlagen, ich bitte Sie, auch die andern Verbände bei ihren 
Vorschlägen zu berücksichtigen und demgemäss Ihre Vorschläge 
zu machen. 

Vorsitzender Radestock: Ich schlage vor, eine Kommission 
zum Einsammeln der Stimmzettel zu wählen. 

Vorgeschlagen werden die Herren: Breslauer, Zimmermann, 
Bobe, Kuhnt. 

Vorsitzender Rade stock: Ich glaube, wir stimmen über die 
genannten 4 Herren in corpore ab. (Zustimmung.) 

Dieselben werden zur Einsammlung der Stimmzettel gewählt. 

Katzenstein: Ich bitte, bei der Wahl in den Ausschuss 
auch Süddeutschland zu berücksichtigen. Es ist heute viel die Rede 
gewesen von Theoretikern. Ich schlage Ihnen einen Theoretiker 
vor, der auch durch seine praktischen Arbeiten" sehr wohl bekannt 
ist, Herrn Staudinger-Darmstadt. 

10 



— 146 — 

Weiss: Ich bitte die thüringischen Delegierten, damit ihre 
Stimmen sich nicht zersplittern, ihre Stimmen auf Herrn WoU-Suhl 
zu vereinigen. 

Inzwischen sind noch mehrere Vorschläge gemacht; sämtliche 
Vorgeschlagene werden noch einmal vom Vorsitzenden verlesen. 
Es sind: 

Pape-Lübeck, Poppig-Zwickau, v. Elm-Hamburg, Wolf-Suhl, 
Herbert - Stettin, Gerber - Striesen, Peus - Dessau, Arnold - Leipzig, 
Schmidtchen-Harburg, Marcus-Barmen, Liebmann-Mainz, Staudinger- 
Darmstadt. 

Zur Einsammlung der Stimmzettel tritt eine Pause von 10 
Minuten ein. 

Bei Wiedereröffnung der Verhandlungen schlägt der Vorsitzende 
Radestock vor, bis zur Feststellung *des Resultats Punkt 7 der 
Tagesordnung: »Wahl des Vorstandes c auszusetzen und in den 
Punkt 8 der Tagesordnung einzutreten: 

Beschlussfassung über das Organ des Gesamtverbandes. 

Diesem Vorschlag wird zugestimmt. 

Radestock- Dresden. Die Kommission hat mit der Gross- 
einkaufs-Gresellschaft bereits Rücksprache genommen, unter welchen 
Bedingungen es möglich sei, den Wochenbericht, der das Eigentum 
der Grosseinkaufs-Gesellschaft ist und der uns lange Jahre in aus- 
gezeichneter Weise gedient hat, auf den Zentralverband der deutschen 
Konsumvereine zu übernehmen. Die Grosseinkaufs-Gesellschaft hatte 
uns ein Memorandum übermittelt, das in 17 Punkten alle Vorbehalte 
enthielt, die sie glaubte sich ausbedingen zu müssen. Wir haben 
in Halle über dies Memorandum beraten und die Kommission be- 
schloss, eine Subkommission zu ernennen, bestehend aus den Ge- 
nossen Peus, Schmidtchen und meiner Person, welche in Hamburg 
selbst mit der Verwaltung der Grosseinkaufs-GeseUschaft, dem Auf- 
sichtsrat und den Geschäftsführern offiziell über das Memorandum 
verhandeln sollte. Diese Verhandlungen haben zur einmütigen An- 
nahme der 17 Punkte geführt. Wir haben erkannt, dass die Gross- 
einkaufs-GeseUschaft in ihrem eigenen Interesse genötigt war, diese 
Bedingungen zu stellen, welcher ihr für die Ziiunft ein gewisses 
Anrecht an den Wochenbericht sichern. Ich habe dieselben hier 
und bin auf Wunsch gern bereit, sie einzeln vorzutragen. Es handelte 
sich nun nur noch um den Preis, den wir zahlen wollten. Werte 
Genossenschaftler, da muss ich gestehen, dass uns die Grossein- 
kaufs-GeseUschaft in einer Weise entgegengekommen ist, dass wir 
nur hocherfreut sein konnten. Die Verwaltung hat uns die Er- 
klärung abgegeben, dass sie uns den Wochenbericht ohne jedes 
Äquivalent übergibt. (Lebhaftes Bravo!) Wir hätten nur die In- 
venturkasse zu bezahlen und den vorhandenen Vorrat im Buch- 
handel, der ja aber von uns wieder abzusetzen ist. Von eigentlichen 
Zahlungsbedingungen ist daher keine Rede und wir haben uns dahin 
geeinigt, dass vom 1. Juli dieses Jahres ab der Zentralverband der 



— 147 — 

«äeutschen Konsumvereine das Aufsichtsrecht üher den Wochenbericht 
übernehmen soll und am- 2. Januar 1904 die definitive Übergabe 
«des Wochenberichts an den Zentralverband erfolgt. Am Sonnabend 
hat sich die Kommission einstimmig für den folgenden mit der 
4Jrosseinkauf8-Ges ellschaft vereinbarten Antrag erklärt: 

»Der am 17. und 18. Mai 1903 in Dresden tagende Genossen- 
schaftstag des, Gesamtverbandes Deutscher Konsumvereine erklärt 
«ich mit der Übernahme des unter dem Namen »Schriftleitung der 
Grosseinkauf s-Gesellschaft Deutscher Konsumvereine« betriebenen 
Zeitungs- und Buchverlags sowie Drucksachen und Buchhandels 
einverstanden. Die Übernahme erfolgt am 2. Januar 1904. Der 
Vorstand wird ermächtigt, auf Grund der bekannt gegebenen Be- 
"dingungen den Vertrag mit der Grosseinkaufs-Gesellschaft abzu- 
«chUessen und in die mit den Beamten der Schriftleitung von der 
Grosseinkaufs-Gesellschaft abgeschlossenen Verträge einzutreten.« 

Sie haben ja alle den Rechnungsabschluss der Grosseinkaufs- 
Kresellschaft in Händen. Sie haben weiter aus dem Wochenbericht 
^rsehen, dass die Abteilung Schriftleitung im letzten Jahre einen 
Überschuss von über 8000 M erzielt hat. Wenn uns die Gross- 
einkaufts-Gesellschaft in so liberaler Weise ihren Wochenbericht 
entgegenbringt, so können wir ihr nur unsem Dank aussprechen 
für das ausgezeichnete Zusammenarbeiten im Interesse des neu 
gegründeten Gesamtverbandes. Ich bitte Sie, den Antrag, den ich 
Ihnen vorgetragen habe, anzunehmen. (Bravo!) 

S p i e r -Frankfurt a/M. So ausserordentlich dankenswert das 
-vornehme Entgegenkommender Grosseinkaufs-Gesellschaft auch ist, so 
glaube ich, ist es doch unsere Pflicht, die Bedingungen in den so- 
genannten 17 Punkten zu hören. 

Die Bedingungen werden hierauf verlesen und der Vertrag 
einstimmig angenommen. 

Radestock- Dresden. Meine Herren ! Ich will Ihnen 
weiter mitteilen, dass wir in der Kommission beschlossen haben, 
Ihnen vorzuschlagen, das Organ zu nennen: »Konsumgenossen- 
schaftliche Rundschau«, und als Untertitel hinzuzufügen: »Organ 
•des Zentralverbandes Deutscher Konsumgenossenschaften und der 
Grosseinkaufs-Gesellschaft Deutscher Consumvereine«. 

Spi er- Prankfurt. Meine Herren! Ich habe heute mittag 
schon dem Vorsitzenden den Wunsch ausgesprochen, den Titel 
^unseres Verbandes zu ändern in: »Zentralverband der Konsum- 
und Produktivgenossenschaften.« Ich habe es vormittags versäumt, 
•das zu beantragen, es ist jetzt vorbei und nichts mehr daran zu 
:ändem. Es ist aber Gewicht darauf zu legen, dass die Konsum- 
Tcreine weniger Gewicht auf die Anhäufung von Dividenden zu 
legen haben, sondern darauf, Rücklagen zur Gründung von Produktiv- 
untemehmungen zu machen, die in Verbindung mit den Konsum- 
Tereinen vorzügUch gedeihen. Ich spreche aus meinen Erfahrungen 
raus den Frankfurter Verhältnissen. Ich bin dort im Vorstande 
•einer Bäckereigenossenschaft; in dem Jahre als ich eintrat, hatte 

10* 



— 148 — 

dieselbe einen Verlust von 3000 bis 4000 JUi Im Jahre darauf 
gelang es uns, mit dem Frankfurter Konsumverein in Verbindung 
2u treten^ und dieses Jahr brachte es uns einen Gewinn von 6000 
bis 6000 JiL bei einem Anteilschein-Kapital von lächerlich geringer 
Höhe nämUch von 1000 JH., also einen Gewinn von 500 bis 600 X- 

Glocke des Vorsitzenden A s s m a n n. 

Spier: Ich weiss schon, wo Sie hinaus wollen. 

Vorsitzender A s s m a n n : Ich weiss aber nicht, wo Sie- 
hinauswollen. (Grosse Heiterkeit.) Es handelt sich hier doch 
lediglich um den Namen des Organs. 

Spier: Ich möchte gerne den Titel der Rundschau ge- 
ändert wissen in: »Rundschau der deutschen Konsumvereine und 
Produktivgenossenschaften«, um dadurch zu zeigen, dass wir den 
Wert der Verbindung der beiden Genossenschaftsarten in ganz 
anderer Weise auffassen wie bisher, und um zu kennzeichnen, dass. 
für die neuzugiündenden Vereine nicht mehr das Wesentliche ist,. 
in eine Konkurrenz für hohe Dividenden von 18, 20, 22 X ^^^-^ 
zutreten, sondern Rücklagen zu machen, um eventuell in Verbindung 
mit der Grosseinkaufs-Gesellschaft Produktiv-Ünternehmungen zu 
begründen. 

Kauf f mann- Hamburg. Meine Herren! Ich erkenne es: 
als durchaus richtig an, dass Produktivgenossenschaften in enge- 
Verbindung zu Konsumgenossenschaften treten. Es handelt sich 
hier doch aber nur um eine Namengebung. Der Titel wird ja bei 
Annahme des Antrages Spier ein vollständiger Bandwurm. Für 
den praktischen Gebrauch der Journalisten ist er dann sehr schwer- 
fällig. Dazu kommt noch ein zweites. Die meisten Produktiv- 
genossenschaften gehören nicht zu uns und werden niemals zu uns. 
gehören, denn es sind ja landwirtschaftUche Produktivgenossen- 
schaften, Molkereigenossenschaften etc., von denen wir auch gar- 
nicht wünschen, dass sie zu uns gehören. Wir müssten dann 
mindestens sagen »industrielle Produktivgenossenschaften«, wodurch, 
der Titel noch schwerfälliger würde. Was wir wollen, wissen wir,, 
auch ohne dass wir besonders im Namen auf die Produktivgenossen- 
schaften hinweisen. Lassen wir den Namen so bestehen, wie die 
Kommission es vorschlägt. 

Pens- Dessau. Begnügen wir uns mit dem von der Kom- 
mission vorgeschlagenen 'Ktel, so erreichen wir einen wesentlichen. 
Vorteil, indem wir deutlich zum Ausdruck bringen, dass das Ersta 
die Konsumentenorganisation ist, die Käuferorganisation, und erst,, 
wenn diese da ist, wird die Produktion eintreten. Indem wir die 
Konsumgenossenschaften in den Vordergrund schieben, vermeiden, 
wir, dass den Produktivgenossenschaften ein Gewicht beigelegt wird,; 
das ihnen nicht zukommt. 

Frau David- Mainz. Ich schlage in Berücksichtigung beider 
vorgeführter Gesichtspunkte vor, den Namen »Genossenschaftliche 
Rundschau« zu wählen. Auch bisher hat der Wochenbericht über 
die Produktivgenossenschaften berichtet. Dieser Name wird daher 



— 149 — 

auch den wirklichen Verhältnissen am besten entsprechen. Der 
Untertitel bringt dann zum Ausdruck, dass das Blatt ein Organ 
der Konsumgenossenschaften und der Grosseinkaufs-Gesellschaft ist. 

S p i e r - Frankfurt. Der von Frau David vorgeschlagene 
Titel geht zu weit; denn in diesen sind auch die Kreditgenossen- 
schaften eingeschlossen. Zur Angst des Herrn Kauffinann bezüglich 
des bandwurmartigen Titels bemerke ich, dass man ja den Unter- 
titel verkürzen kann. Herrn P«us bemerke ich, die Begründung 
von neuen Vereinen kommt ganz von selbst, wie die Entwicklung 
jetzt einmal in Deutschland vor sich g^ht. Es sind wohl Fehler 
gemacht worden, aber die Bewegung kann gamicht mehr ruiniert 
werden. Aber es muss Vorsorge getroffen worden, dass wir nicht 
aufgehen in dem Dividendenwesen, das eine ungeheure Gefahr 
bildet. (Sehr richtig.) Die 600 alten Vereine, für die wir in dem 
Wochenbericht arbeiten, müssen auf den Weg gedrängt werden, 
Eücklagen für Produktiv-Unternehmungen zu machen. 

Vorsitzender Assmann unterbrechend: Wir wollen jetzt doch 
keine allgemeine Genossenschaftsdebatte noch einmal haben, es 
handelt sich doch jetzt nur um den Titel des Blattes. 

Spi er- Frankfurt: Ich beantrage also, zu setzen : »Eundschau 
der deutschen Konsum -Vereine und industriellen Produktiv- 
genossenschaften«. 

Die Debatte wird geschlossen. 

Es liegen vor ein Antrag Vollmar-Hagen als Titel zu 
wählen: >Der Konsument, Organ des Zentralverbandes der Konsum- 
vereine und Produktivgenossenschaften und der Grosseinkaufs-Gesell- 
schäft^, der Antrag Spi er, der Antrag David, sowie der der 
Kommission. Der letztere wird angenommen. 

Der Vorsitzende A s s m a n n teilt das Eesultat der Wahl der 
Ausschussmitglieder mit. Abgegeben sind 209 Stimmzettel, 6 davon 
4Bind ungiltig, es bleiben also 203 giltige Stimmen. 

Es haben erhalten: 

Poppig-Zwickau 151 Stimmen, 

Professor Staudinger-Darmstadt 114 * 

V. Elm-Hamburg 113 > 

Peus-Dessau 61 » 

Wolf-Suhl 59 » 

Herbert-Stettin 27 » 

Schmidtchen-Harburg 26 ♦ 

Somit sind mit absoluter Majorität gewählt: Poppig, Standings 
^nd V. Elm. 

Auf die Frage des Vorsitzenden an die Genannten, ob sie 
die Wahl annehmen, erklären sie sich mit Dank dazu bereit. 
Es folgt Punkt 7 der Tagesordnung: 

Wahl des Vorstandes. 

Das Wort dazu erhält Rade stock: Nach dem an- 
genommenen Statut wird der Vorstand auf Vorschlag des Aasschusses 



— IBO — 

gewählt; derselbe besteht aus den 7 Verbandsvorsilzendenj. den so- 
eben gewählten drei Herren und dem Vertreter der Grosseinkaufs- 
Gesellschaft. Ich möchte nun vorschlagen, dass diese Herren zu 
einer kurzen Beratung über die Vorschläge, die sie uns^ zu machen> 
haben, zusammentreten, und dass wir unsere Verhandlungen so* 
lange aussetzen. 

Dieser Vorschlag findet allgemeine Zustimmung. 

Die Verhandlungen werden unterbrochen. 

Nach Wiedereröffnung derselben erteilt der Vorsitzende- 
A 8 s m a n n zur Berichterstattung für den Ausschuss das Wort 

V. E 1 m : Der Ausschuss ist sich sehr leicht schlüssig ge- 
worden über die Vorschläge, die er Ihnen zu machen hat. Wir 
schlagen Ihnen vor, die Herren Barth- München, Rade stock- 
Dresden und Schmidtchen- Harburg zu wählen. Wir hoffen^, 
dass ebenso einstimmig, wie der Ausschuss seine Vorschläge ge- 
macht hat, Sie dieselben bestätigen werden. 

Vorsitzender Assmann: Ich bitte die Zettelkommission in 
Aktion zu treten, und bemerke, dass es sich empfiehlt, auf die- 
Zettel einfach ja oder nein zu schreiben. 

Borchardt- Charlottenburg (zur Geschäftsordnung) : Auch 
Zettel, welche nur einen oder zwei der vorgeschlagenen Namen: 
enthalten, müssen giltig sein, da es sehr wohl denkbar ist, dass- 
jemand nur einen oder zwei der Vorgeschlagenen ablehnen oder 
wählen will. 

Schultzki- Eixdorf (zur Geschäftsordnung) : Ich beantrage^ 
um den Eindruck des Vertrauens zu einem recht nachdrücklichen 
zu gestalten, von einer Zettelwahl abzusehen und die Wahl durchs 
Zuruf per Akklamation vorzunehmen. (Bravo!) 

Vorsitzender A s s m a n n : Erhebt sich hiergegen Widerspruch :. 

Dies geschieht nicht. 

Die vorgeschlagenen Herren werden einstimmig gewählt. 

Vorsitzender A s s m a n n : Ich frage die Herren Schmidtchen^ 
Barth und Badestock, ob sie die Wahl annehmen. 

Schmidtchen: Meine Herren! der grossartige Vertrauens- 
ausdruck soll für mich ein Ansporn sein, noch mehr wie bisher 
fiir das Genossenschaftswesen zu arbeiten und für die Genossen- 
schaften einzutreten. Ich nehme die Wahl an. (Bravo!) 

Barth: Meine Herren! ich danke Ihnen für Ihr Vertraueni 
und nehme die Wahl an. Eine Programmrede habe ich heute- 
Vormittag schon gehalten. (Beifall und Heiterkeit), 

Badestock: Ich danke Ihnen, meine Herren, für das mir- 
von Ihnen erwiesene Vertrauen und nehme die Wahl an. Mein- 
Stolz soll es sein, dass die deutsche Konsumvereins-Bewegung: 
weiter blühe und gedeihe, wie bisher. (Beifall.) 

Vor Eintritt in den nächsten Punkt der Tagesordnung erhüb 
das Wort zu einer Mitteilung der 



— 151 — 

Geschäftsführer der Grosseinkaufs- Gesellschaft 
Lorenz- Hamburg : Der Präsident des Kaiserlichen statistischen Amtes 
hat sich vor einigen Tagen an die Grosseinkaufs-Gesellschaft mit der 
Bitte gewandt, dem Eeichsarbeitsblatt, das eine fortlaufende Statistik 
der Kleinhandelspreise der grossen Konsumgegenstände zu veröffent- 
lichen gedenkt, dadurch behilflich zu sein, dass sie die notwendigen 
Unterlagen in Gestalt von Fragebogen an die angeschlossenen 
Konsumvereine versendet, einzieht und sie dem statistischen Amte 
rechtzeitig wieder zustellt. Der Präsident hat als Kommissar Herrn 
Dr. Leo nach Hamburg entsendet; der Herr hat mit uns konferiert 
und wir glauben Ihrer aller Zustimmung sicher zu sein, wenn wir 
ihm und dem statistischen Amte nach der verlangten Richtung hin 
unsere Hilfe zugesagt haben. (Zustimmung). Herr Dr. Leo hat 
uns besonders gebeten, Sie recht dringend aufzufordern, wenn die 
Fragebogen versandt werden, dass dann alle Konsumvereine sich 
ausnahmslos die kleine Mühe nicht verdriessen lassen, die Frage- 
bogen rechtzeitig und regelmässig auszufüllen und einzusenden, 
damit die Arbeit des statistischen Amtes möglichst vollkommen 
werde. Ich hoffe, dass Sie der Grosseinkaufs-Gesellschaft die Hilfe 
des Verbandes und der Konsumvereine nicht versagen werden. Eine 
solche Statistik liegt im allseitigen Interesse und verdient unsere 
ünterstützimg. Es ist ein gutes Omen, dass die neue Ära mit der 
Übernahme dieser Aufgabe durch die Konsumvereine beginnt. 
(Lebhafter Beitall.) 

Es folgt Punkt 9 der Tagesordnung: 

Festsetzung der Beiträge. 

Referent ist 

Radestock- Dresden : Die Kommission schlägt Ihnen 
vor, für dieses Jahr die Höhe der Beiträge so zu bemessen, wie 
sie bisher im alten Verbände erhoben wurden, also für 1000 M. 
Umsatz 15 /^ , mit einem Minimalbeitrag für den Verein von 10 M. 
und einem Maximalbeitrag von 100 M. Ich bitte Sie, diesen 
Antrag zum ßeschluss zu erheben. 

Das Wort wird nicht verlangt. 

Der Antrag wird einstimmig angenommen. 

Die Beitragspflicht beginnt mit dem Tage des Beschlusses; 
doch erklärt 

Vorsitzender A s s m a n n unter der lebhaften Zustimmung 
des Kongresses : Da die ausgeschlossenen Konsumvereine doch ihren 
Beitrag an den alten Verband für das ganze Jahr hätten zahlen 
müssen, stellen wir Ihrer Coulanz und genossenschaftlichen Treue 
anheim, den Beitrag an den neuen Verband auch für das volle 
Jahr zu entrichten. 

Auf eine Anfrage, was denn die Vereine tun sollten, die sich 
zu spät beim alten Verband abgemeldet hätten, bemerkt 



— 152 — 

Badeatock: Der alte Verband wirft die Vereine heraus, 
die die Beiträge an ihn nicht leisten. Zahlen Sie ruhig nichts 
mehr, dann fliegen Sie ganz von allein heraus! (Grosse Heiterkeit) 

Es liegt folgender Antrag des Verbandes der Eon- 
sumvereine der Provinz Brandenburg und der 
angrenzenden Provinzen und Staaten vor: 

„um den Angestellten der Konsumvereine auch nach ihrer 
im Beruf eintretenden Invalidität sowie bei hohem Alter eine 
gesicherte Lebenslage zu bieten, erachtet es der Verbandstag der 
Konsumvereine der Provinz Brandenburg und der angrenzenden 
Provinzen und Staaten in Luckenwalde fi^ geboten, dass von Seiten 
der Konsumvereine in Deutschland eine gemeinsame Versicherungs- 
kasse errichtet wird; um dies zu erreichen, beantragt genannter 
Verband bei dem neugegründeten Verband der Konsumvereine 
Deutschlands, derselbe wolle die Errichtung einer solchen Ver- 
sicberungskasse in die Wege leiten." 

Badestock- Dresden : Die Kommission empfiehlt Ihnen, 
diesen Antrag dem Vorstande mit der Massgabe zu überweisen, 
Erhebungen zu veranstalten und auf dem nächsten Genossenschafts- 
tage Bericht zu erstatten. Mehr lässt sich, da der Verband heute 
erst gegründet ist, für den empfehlenswerten Antrag nicht tun. 

Es wird demgemäss beschlossen. 

Radestock macht Mitteilung von folgendem Schreiben, 
das der Generalsekretär J. C. Gray der „Cooperative Union« in 
Manchester an ihn gerichtet hat. 

Es lautet: 

Manchester, 13. Mai 1903. 

Herrn Max Radestock, 
Direktor des Verbandes sächsischer Konsumvereine 

Dresden-Pieschen. 
Sehr geehrter Herr Radestock! 

Da wir aus Ihrem letzten Briefe ersehen, dass man beab- 
sichtigt, in der nächsten Woche auf dem Dresdener Genossenschafts- 
tag einen Gesamtverband deutscher Konsumvereine zu gründen, 
freue ich mich, diese neu zu errichtende Organisation zimi dies- 
jährigen Genossenschaftskongress der britischen Konsumvereine, 
der am Sonnabend, den 30. ds. zu Doncaster stattfindet, höflichst 
einzuladen. 

Wir versprechen im voraus Ihren Delegierten ein herzliches 
Willkommen bei unserem Kongress und hoffen, dass Sie diese Ein- 
ladung der Versammlung Ihres Verbandes vorlegen werden. 

Mit grossem Vergnügen werden wir Ihre Abgeordneten aus 
Dresden kennen lernen. 

Mit genossenschaftlichem Gruss 

J. a Gray 
Generalsekretär. 



— 153 — 

Radestock bemerkt zu diesem Sdireiben : So angenehm und 
erfreulich diese Einladung auch ist, müssen wir sie zur Zeit doch 
dankend ablehnen; dem eben erst gegründeten Verein fehlen noch 
die Mittel, um Delegierte ins Ausland zu entsenden. Wir werden 
die Grossemkaufs-Gesellschaft, die den Kongress besucht, bitten, 
ainsem Gruss und Dank zu übermitteln. 

Die Versammlung stimmt diesem Vorschlage zu. 
Katzenst ein - Berlin schlägt folgende Resolution vor: 
»Der konstituierende Genossenschaftstag des Zentralverbandes 
deutscher Konsumvereine, bestehend aus 621 Delegierten von 302 
deutschen Konsumvereinen und Revisionsverbänden, erklärt mit 
aller Entschiedenheit als den einzigen Zweck der konsumgenossen- 
schaftlichen Organisation die wirtschaftliche Förderung und geistige 
Hebung vornehmlich der minder bemittelten Volksschichten und 
damit die Steigerang des Wohlstands der ganzen Nation. 

Auf dem Boden der wirtschaftlichen Selbsthülfe stehend, 
beansprucht er für die Konsumvereine keinerlei Vorrechte oder 
staatliche Begünstigungen. Ebenso aber muss er aufs schärfste 
Protest erheben gegen alle Bestrebungen, die zur Förderung von 
Sonderinteressen die Entwicklung der Konsumvereinsbewegung 
zu hemmen und selbst die Gesetzgebung in den Dienst der- 
artiger kulturwidriger, allen Grundsätzen der Gerechtigkeit und 
des bestehenden Rechts widersprechenden Bestrebungen zu stellen 
suchen. 

Er erwartet von den Staatsregierungen und Volksvertretungen 
des Deutschen Reichs, dass sie in Würdigung der gemeinnützigen 
Wirksamkeit der Konsumvereine alle solchen versuchten Be- 
schränkungen imd Ausnahmemassregeln ablehnen und das gleiche 
Recht vor dem Gesetz auch den Konsumvereinen zugestehen 
werden. € 

Diese Resolution wird debattelos angenommen. 
Vorsitzender Assmann: Wir können nur wünschen, dass 
Hinsere Stimmen überall gehört und uns die gebührende Beachtung 
geschenkt wird! 

Schul tzki-Rixdorf: Die Wünsche meiner Organisation auf 
-Abschluss einer tariflichen Vereinbarung für alle Handels- und 
Transportarbeiter, die im Arbeitsverhältnis bei Genossenschaften 
stehen, habe ich in die Hände des eben gewählten Vorstandes 
•gelegt. Ich kann nur die dringende Bitte aussprechen, dass die 
Resolution meines Verbandes in freundlicher Weise berücksichtigt 
wird, sobald eingehende statistische Erhebungen stattgefunden haben, 
wozu ich zur Schriftleitung volles Vertrauen habe. Versagen Sie 
hier Ihre Mitarbeit nicht, dann wird durch das Band tariflicher 
Abmachungen die Gewerkschaftsbewegung mit der Genossenschafts- 
bewegung unlöslich verknüpft werden. (Beifall.) 

Radestock verweist noch darauf, dass um 8 Uhr der 
^Kommers stattfindet. 



— 154 — 

Vom Konsum- und Spaxverein Erlangen ist folgendes Tele- 
gramm eingegangen: 

>Der Konsum- und Sparverein Erlangen wünscht dem ersten 
Konsumgenossenschaftstage zu seinen Arbeiten den besten Erfolg. 
Mit genossenschaftlichem Gruss Anton Hammerbacher.« 

Damit sind die Arbeiten des Kongresses erledigt. 

Radestock: Werte Genossen! Wir sind am Ende unserer 
Tagung. Der seit langen Jahren erstrebte Zusammenschluss der 
deutschen Konsum- und Produktivvereine ist geschehen. 

Der Zentral -Verband der deutschen Konsumvereine ist be- 
gründet, der Bau steht vor uns, möge er Stürmen und Wetter 
trotzen. An uns aber, Genossen, liegt es, das Gebäude auszubauen, 
vor allem, treu zusammen zu stehen, möge kommen, was da wolle. 
Wir deutschen Konsumvereine wollen uns an den englischen 
Genossenschaften ein Beispiel nehmen. 

»In der Vereinigung liegt die Stärke des Schwachen« steht 
über mir. Das. wollen wir beherzigen ; es soll unsere Richtschnur sein. 

Und nun will ich schliessen, indem ich Sie auffordere, mit 
mir einzustimmen in den Ruf: »Der Zentralverband der Deutschen 
Konsumvereine, er lebe hoch! hoch! hoch!« (Die Delegierten erheben, 
sich von den Plätzen und stimmen begeistert in das Hoch ein.)« 

Lange- Hildesheim: Ehe wir auseinandergehen, bitte ich Sie, 
dass wir unsem Dank der Kommission aussprechen, die es durch 
ihre unermüdliche Arbeit ermöglicht hat, dass wir heute in die- 
Lage gekommen sind, unsem deutschen Konsumvereinsverband zu 
gründen. Ich bitte Sie, sich von den Plätzen zu erheben, um der 
Kommission auf diese Weise unsem innigsten Dank auszudrücken^ 
(Geschieht.) 

Schluss 47« Uhr. 



Der Zentralverband 
deutscher Konsumvereine. 

I. Allgemeines über die deutsche Genossenschaftsbewegung. 

Das Jahrbuch des Zentralverbandes deutscher Konsumverein e- 
stellt sich u. a. auch die Aufgabe, nicht nur eine Übersicht über 
den Stand der Genossenschaften des Zentralverbandes, sondern 
auch eine kurze Übersicht über den Stand der g e s a lu t e n 
deutschen Genossenschaftsbewegung zu bringen. Allerdings müssen, 
wir die geehrten Leser bitten, in diesem Jahre den guten Willen 
für die Tat zu nehmen, da eine auch nur den bescheidensten An- 
forderungen entsprechende amtliche Statistik über den Stand der 
deutschen Genossenschaftsbewegung bisher nicht existiert. 

Eine ausreichende Pflege hat die Statistik der Konsumge- 
nossenschaftsbewegung bisher nur von den grossen Zentralverbänden 
erfahren und zwar von dem Allgemeinen Verband der deutschen 
Erwerbs- und Wirtschafts-Genossenschaften und von dem Reichsver- 
band der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften. Auch der 
Zentralverband deutscher Konsumvereine wird in demselben Masse 
wie diese beiden anderen grossen Verbände die Statistik über seine* 
Genossenschaften pflegen. Dagegen lässt die Statistik der übrigen 
deutschen Genossenschaftsverbände und namentlich der kleinen, 
nicht an einen Zentralverband angeschlossenen, selbständigem 
Revisions verbände vieles zu wünschen übrig. Dazu kommt noch,, 
dass eine nicht unerhebliche Anzahl von Genossenschaften über- 
haupt keinem Revisionsverband angeschlossen ist; so werden z. B- 
von den rund 2000 deutschen Konsumgenossenschaften und Kon- 
sumvereinen nur wenige über die Hälfte ihren Anschluss an Revi- 
sionsverbände vollzogen haben. Eine genaue Statistik über seinem 
gesamte deutsche Konsumgenossenschaftsbewegung würde also selbst 
dann, wenn alle Revisionsverbänd^ in ausreichendem Masse die* 
Statistik ihrer Genossenschaften pflegen, nicht zu erzielen sein. 

In verdienstvoller Weise hat sich die preussische Zen- 
tral-Genossenschaftskasse der Genossenschaftsstatistik an- 
genommen, und zwar hat sie der statistischen Zusammenfassung des. 
Genossenschaftswesens im gesamten einheitlichen Wirtschaftsgebiete^ 
des deutschen Reiches ihre Fürsorge zugewendet. Es ist ihr ge- 
lungen, die Regierungen sämtlicher Bundesstaaten, mit Ausnahme der 
von Bayern, Württemberg und Hessen, für eine gemeinschaftliche 
Genossenschaftsstatistik und für deren Bearbeitung bei der sta- 
tistischen Abteilung der preussischen Zentral-Genossenschaftskasse zu. 



— 156 — 

^gewinnen. Bayern, Württemberg und Hessen haben sich zwar 
die selbständige Bearbeitung der Genossenschaftsstatistik vorbe- 
halten, jedoch sind auch hier gleichartige Nachweisungen wie in 
-den anderen Staaten in Aussicht genommen. Wir dürfen daher 
hoffen, dass vielleicht schon im nächsten Jahre über das ganze 
Eeichsgebiet gewisse einheitliche, wenn auch von verschiedenen 
Stellen ausgehende, statistische Nachrichten über das Genossen- 
schaftswesen vorliegen werden. 

Als nächste Arbeit ist ein nach dem Stande vom 31. Dezember 
1902 zu bearbeitendes Genossenschafts-Kataster in Aussicht ge- 
nommen. 

Von der preussischen Zentral-Genossenschaftskasse wurden 
vor einiger Zeit Mitteilungen zur deutschen Genossenschafts- 
Statistik lür 1900 veröffenthcht, die, soweit es nach Lage der Sache 
möglich ist, eine gute Übersicht über das deutsche Genossenschafts- 
wesen, mit Ausschluss von Bayern, Württemberg und Hessen, geben. 

Für die Zwecke unseres Jahrbuches liegt aber diese Statistik 
vom 31. Dezember 1900 zu weit zurück, auch würde sie wegen des 
Ausschlusses der 3 grossen Bundesstaaten nur ein unvollständiges 
Bild geben. Wir beschränken uns daher darauf, in diesem Jahre 
nur eine Übersicht über die deutsche Genossenschaftsbewegung in 
ganz grossen Zügen zu geben. ' 

Nach den Listen des Allgemeinen Verbandes bestanden am 
31. März 1903, 22512 Genossenschaften, davon waren 13481 Kredit- 
genossenschaften, 215 gewerbliche und 1673 landwirtschaftliche 
Grossstoffgenossenschaften, 91 gewerbliche und 663 landwirtschaft- 
liche Werkgenossenschaften, 94 gewerbliche und 244 landwirtschafl>- 
liche Absatzgenossenschaften, 335 gewerbliche und 2968 landwirt- 
ischaftliche Produktivenossenschaften, 442 Versicherungs- und 
sonstige Genossenschaften, 1847 Konsumvereine und 498 Bau- 
.genogsenschaften. 

Die Zahl der Mitglieder dieser sämtlichen Genossenschaften 
^rd schätzungsweise mindestens 3 Millionen betragen. 

Die deutschen Genossenschaften gliedern sich in 5 zentra- 
listische und etwa 30 isolierte Verbände. Die 5 zentralistischen 
Verbände sind ausser dem Zentralverband deutscher Konsumvereine, 
der Allgemeine Verband der deutschen Erwerbs- und Wirtschafts- 
^enossenschaften, der frühere Allgemeine jetzt Reichsverband der 
deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften, der Generalverband 
ländlicher Genossenschaften für Deutschland in Neuwied und der 
Eevisionsverband des Bundes der Landwirte in Berlin. 

Der Allgemeine Verband der auf Selbsthilfe be- 
ruhenden deutschen Erwerbs- und Wirtschafts-Genossen- 
schaften umfasst nach seinem Jahrbuch für 1902, 27 Revisions- 
Terbände; davon sind 22 Verbände für Kreditgenossenschaften, 
4 Verbände für Konsumgenossenschaften und 1 Verband der 
Baugenossenschaften. 



— 157 — 

Zur Statistik des Allgemeinen Verbandes berichteten: 899^ 
Kreditgenossenschaftenmit53381 Mitgliedern, 2492723163 A 
gewährten Krediten, 147 732 657 Ä Mitglieder-Anteilen, 54 146 507 A. 
Reserven. 

332 Konsumvereine mit 300 721 Mitgliedern, 69 337 136 Ä 
Umsatz, 5 169 314 Ä Mitglieder-Anteilen, 2 654 892 M. Reservefonds,. 
7 044 889 M, Reingewinn. 

173 Baugenossenschaften mit 46 996 Mitgliedern^ 
61813 337 M. Werten in Bau-Grundstücken, Häusern, Inventar, 
Forderungen etc., 44 547 612 M. Hypotheken und 477 641 Jil 
Reingewinn. Von den berichtenden Baugenossenschaften gehören» 
jedoch nur 107 dem Allgemeinen Verbände an. — Ferner berichteten 
16 Rohstoff-, 6 Werk-, 4Magazin-, 11 Produktiv-Genossen- 
Schäften zur Statistik des Allgemeinen Verbandes. 

Zum Reichsverband der deutschen landwirtschaft- 
lichen Genossenschaften gehörten am 1. Juli 1903 27 
Provinzial- und Bezirks-Verbände. Diese umfassten: 53 Zentral-,. 
6538 Kredit-, 1797 Bezugs-, 1264 Molkerei- und 510 sonstige,,, 
zusammen 10162 Genossenschaften mit etwa 856 000 Mitgliedern. 

Der Generalverband ländlicher Genossenschaften 
in Neuwied umfasst 12 Teilverbände mit 3850 Genossenschaften. 

Der Revisionsverband des Bundes der Landwirte 
umfasst 459 Genossenschaften. 

Unter den isolierten Verbänden sind 2 Konsum-Genossenschafts- 
Verbände, nämlich der Verband der elsässischen Konsum- 
vereine und der Revisionsverband, der in den Kreisen 
Merzig, Saarlouis, Saarbrücken und Ottweiler bestehen- 
den Konsumvereine. 

2. Die vereinigten sieben Revisionsverbände. 

Zur Statistik des Zentralverbandes deutscher Konsum- 
vereine berichteten die sieben an der Gründung des Zentral- 
verbandes beteiligten Revisionsverbände, nämlich: 

1. der Verband der Konsumvereine der Provinz Branden- 
burg und der angrenzenden Provinzen und Staaten, 

2. der Verband Mitteldeutscher Konsumvereine, 

3. der Verband Nordwestdeutscher Konsumvereine, 

4. der Verband der Konsum- und Produktivgenossen- 
schaften in Rheinland-Westfalen, 

5. der Verband Sächsischer Konsumvereine, 

6. der Verband Süddeutscher Konsumvereine, 

7. der Verband Thüringischer Konsumvereine 

und femer 8. die Grosseinkaufs - Gesellschaft Deutscher Consum- 
vereine, mit beschränkter Haftung in Hamburg. 
Eine Zusammenstellung der Ergebnisse der Statistik finden 
unsere Leser am Schlüsse dieser Besprechung. Die Statistik der 
einzelnen Revisionsverbände ist bereits im Frühling bezw. im Vor-^ 
Sommer d. J. aufgenommen. Im allgemeinen haben die Revisions- 
verbände in diesem Jahre noch unabhängig von einander gearbeitet«. 



— 158 — 

Es ist daher eine vollständige Übereinstimmung in der Art und 
Weise der Behandlung des statistischen Materials noch nicht ver- 
landen. Z. B. haben einige Verbände die Zahl der Zentralläger 
berücksichtigt, andere nicht. Ferner hat ein Verband den Umsatz 
im Lieferantengeschäft nicht berücksichtigt, während die anderen 
Verbände den Umsatz im eigenen Geschäft und im Lieferanten- 
geschäft spezialisiert haben. Ebenso haben mehrere Verbände die 
Hausanteile der Mitglieder besonders berücksichtigt. Wir dürfen 
aber hoflfen, dass im nächsten Jahre eine vollständig gleichmässige 
Behandlung des Ziffemmaterials erzielt wird. 

Insgesamt betrug die Zahl der den sieben Revisionsverbänden 
angeschlossenen Vereinen am 1. März d. J., also noch vor der Er- 
richtung des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine 583. Nach 
den im Sekretariat geführten Listen zählten diese sieben Revisions- 
Terbände am 1. Oktober d. J. zusammen 628 Vereine. Es hat sich 
also in dem kurzen Zeitraum von fünf Monaten die Zahl der an- 
geschlossenen Vereine um 43 vermehrt. 

Zur Statistik berichteten 503 Vereine mit zusammen 
480 916 MitgUedern, danach kommen auf jeden Verein im Durch- 
schnitt 956 Mitglieder. Einen Vergleich mit den Ziflfern des Vor- 
jahres würden wir nur bei denjenigen Revisionsverbänden anstellen 
können, die ohne Verlust an Mitgliedern aus dem Allgemeinen 
Verbände ausgeschieden sind. Da aber ausser diesen noch zwei 
neugegründete Verbände zur Statistik berichten, so würden die 
Vergleichsziffern doch nur einen recht bescheidenen Wert haben. 
Es wird uns daher erst das nächste Jahr zeigen, in welchem Masse 
der durch diese sieben Revisionsverbände repräsentierte Teil der 
Konsumgenossenschaftsbewegung sich entwickelt. 

Die Zahl der Verkaufsstellen betrug 1261, es entfielen 
^uf jede Verkaufsstelle 381 Mitglieder. 

Der Umsatz im eigenen Geschäft betrug insgesamt 113189,619. 
Es entfielen somit auf jede Verkaufsstelle 89 762 Ä Umsatz, der 
Durchschnittsumsatz pro Mitglied betrug 236 M, 

Im Lieferantengeschäft wurden von sechs Verbänden 
13146991 M. umgesetzt. Im Verbände Sächsicher Konsumvereine, 
-der darüber nicht gesondert berichtet, ist das Lieferantengeschäft 
^enig eingeführt. Es kann daher angenommen werden, dass der 
Umsatz im Lieferantengeschäft bei den berichtenden Vereinen noch 
nicht 15 Millionen übersteigt, er beträgt also höchstens Vis des 
Umsatzes im eigenen Geschäft. Der Gesamtumsatz betrug 
126 326 612 JH. 

Der Geschäftsertrag betrug nach Abzug der Vorträge aus 
•dem Vorjahre 22787799 JH. das sind 18,047o des Gesamtumsatzes. 
-Bei dem Umsatz im eigenen Geschäft wurde ein Ertrag von 
21 508 608 M. erzielt, = 19 % des Umsatzes im eigenen Geschäft. 

Die Geschäftslasten betrugen insgesamt 10 502 836 M. 
oder 8,31% des Gesamtumsatzes. Davon entfielen auf Zinsen an 
«Genossenschaftsgläubiger 380 682 Jtt. = Vio^i des Umsatzes, an 



— 169 — 

Terwaltungsunkosten und Gehälter 9 335818 JH. == TVsX? ^^ 
Abschreibungen 764 967 M. = 0,60% und an aussergewöhnlichen 
Verlusten 21369 M, = 0,17%. 

Der Keingewinn betrug 12 385119 M. = 9,80% des 
Oesamtumsatzes, davon entfielen auf Zinsen an Geschäftsguthaben 
193 902 M. auf Rückvergütung an die Mitglieder 10 586 617 M 
= 8,38X des Gesamtumsatzes Dem Reservefonds wurden 349 687 JH. 
überwiesen, zu Bildungs- und sonstigen Zwecken 174 610 Jlt. auf- 
.gewendet. Dem Hausbaufonds wurden in dem Verbände Sächsischer 
Konsumvereine 57 409 M. zugeführt. In den anderen Verbänden 
sind die üeberweisungen an den Hausbaufonds nicht spezialisiert. 
Der Gewinnvortrag für das nächste Jahr betrug 243,293 M. 

Die Bilanz schliesst in Aktiva und Passiva mit dem Betrage von 
44978985 Ä, davon entfielen auf Kassenbestände 1370874 JH., 
auf zinsbar angelegte Gelder und sonstige Forderungen 6 058 943 Ä, 
Bei 3 Verbänden sind in dieser Ziffer die ausserhalb des Geschäfts 
angelegten Kautionen mit einbegriffen. In 4 Verbänden betrugen 
-die zinsbar angelegten Kautionen 348 511 JH., insgesamt beliefen 
«ich also die zinsbar angelegten Gelder und sonstigen Forderungen 
auf 6 407 454 .Vi 

Die Warenbestände einschliesslich der Fastagen haben 
•einen Wert von 15 526 938 Jlt. Vergleichen wir die Waren- 
bestände mit dem Umsätze im eignen Geschäft, so ergibt sich, 
dass im Durchschnitt das Warenlager 7,4 mal umgeschlagen worden 
ist. Diese Ziffer ist verhältnismässig niedrig. Eine Anzahl der 
^rössten berichtenden Konsumvereine föhrt nämlich ausser Kolonial- 
und Material- auch Manufaktur- und Schuhwaren. Manufaktur- 
warenlager werden erfahrungsgemäss nur 1 bis 2 mal im Jahre 
umgeschlagen. Junge Vereine sollten auf keinen Fall den Vertrieb 
Ton Schuhwaren und Manufakturwaren aufnehmen, da dieser 
Geschäftszweig infolge des geringen Umschlags ein verhältnismässig 
grosses Anlagekapital erfordert, das eben bei jungen Konsum- 
vereinen kaum vorhanden sein wird. Ueberhaupt ist der Verkauf 
Ton Manufaktur- und Schuhwaren für kleine Vereine nicht ohne 
Bedenken. Auch diese Artikel lassen sich im allgemeinen dort nur 
mit Vorteil führen, wo ein genügend grosser Umsatz organisiert ist. 

Der Wert des Inventars betrug 3 059102 JVt. 

Es entfällt im Durchschnitt auf jedes Mitglied ein Waren- 
wert von 32.28 M., ein Wert an Inventar von 7.48 JM.., zusammen 
also 39.76 M.. Da allein der Warenwert, der auf jedes Mitglied 
»entfällt, über 30 M,. beträgt, so ist daraus ersichtlich, dass der 
übliche Geschäftsanteil von 30 M. den Mindestbetrag dar- 
stellt, der für die Geschäftsanteile vorgesehen werden sollte. 
Geschäftsanteile von 5 Jlt., 10 M. und 15 JH., wie sie in 
manchen Vereinen leider noch vorkommen, sind zweifellos zu 
niedrig, da sie dem Verein nicht ermöglichen, auch seinerseits das 
Prinzip der Barzahlung prompt durchzuführen und sich wirtschaft- 
lich unabhängig zu machen. 



1 



— 160 — 

Grundbesitz hatten 235 Vereine im Werte von 17 946 691 Mk 
also im Durschnitt 307 833.09 M., pro Verein. Da die übliche- 
Höhe des Geschäftsanteils von 30 M. für den einfachen Waren- 
handel kaum ausreicht, so ist es vollständig ausgeschlossen, allein 
mit Hilfe dieser Mittel auch noch Grundbesitz zu erwerben. Nun 
lässt sich zwar ein Teil des für den Erwerb von Grundbesitz 
nötigen Geldes durch Hypotheken beschaffen, insgesamt betrugen die- 
Hypothekenschulden 10 734469 JH.; daraus ergibt sich, dass noch 
7 212 222 M. auf anderen Wegen aufgebracht und jedenfalls zum 
Teil dem Betriebskapital entnommen sind. 

Ein wie hoher Betrag durch Hausanteile aufgebracht worden 
ist, lässt sich nicht bestimmen, da über die Höhe der Hausanteile* 
nur 4 Verbände berichten. Insgesamt betrugen in diesen 4 Ver- 
bänden die Hausanteile 936 933 X. Über den Betrag der Hau s- 
anteile berichteten nicht der brandenburgische, der mitteldeutsche 
und rheinisch-Westfahsche Verband. Erheblich wird der Betrag 
der Hausanteile in diesen Verbänden nicht sein, da von ihren 
Vereinen überhaupt nur 24 Vereine Grundbesitz haben. 

Es bleiben somit immer noch über 6 Millionen Mark in 
Grundbesitz angelegt, die zum grossen Teil dem Betriebskapital 
entzogen worden sind. Es kann daher, namentlich den jungen 
noch nicht kapitalkräftigen Vereinen, nicht dringend genug geraten 
werden, von dem Erwerb von Grundbesitz Abstand zu nehmen, bis 
die nötigen Mittel dazu beschafft sind. Auf keinen Fall darf zum 
Zwecke der Erwerbung von Grundbesitz das Betriebskapital 
geschwächt und die Barzahlung seitens des Vereines gelähmt 
werden. 

Andererseits wollen wir selbstverständlich nicht den Vereinen 
den Rat geben, ihre Tätigkeit auf den einfachen Warenhandel zu 
beschränken. Für die weitere Entwickelung der Konsumgenossen- 
schaftsbewegung wird sich allgemein die Erwerbung^ von Grund- 
besitz notwendig machen, namentlich setzt der Übergang zur 
Eigen- Produktion in fast allen Fällen den Erwerb von Grund- 
besitz voraus, denn Produktivanlagen in gemieteten Bäumen 
einzurichten, ist stets eine missliche Sache. Eine geeignete 
Produktivanlage zu mieten wird selten möglich sein und das 
könnte ja auch nur ein Notbehelf sein, denn sobald eine Erweiterung 
dieser Anlagen notwendig wird, treten dieselben misslichen Verhält- 
nisse ein. Wollen wir daher die Pflege der Eigen-Produktion und 
ihre Voraussetzung, den Erwerb von Grundbesitz, so muss das. 
nötige Kapital dazu beschafft werden. Es muss versucht werden,, 
vielmehr als es bisher der Fall war, das Geld der Massen in^^ 
den Dienst der Masse zu stellen. 

Zu diesem Zweck empfiehlt es sich aber nicht, die nötigen 
Geldmittel in einseitiger Weise zu beschaffen, sich also entweder 
nur auf Geschäftsanteile oder nur auf Reserven oder nur auf 
Anleihen zu stützen. Vielmehr ist ein gemischtes System notwendig,, 
also eine möglichst starke Berücksichtigung des Anteilkapitals und 



— 161 — 

der Reserven, Schaffung von Produktions- und Hausbaufonds dazu 
ferner die Herausgabe von Hausanteilen und die Errichtung einer 
Sparkasse für die Mitglieder, sodass auf diesen verschiedenen Wegen 
Geld aufgebracht wird und die Genossenschaft von jeder einzelnen 
dieser Kapitalsquellen möglichst unabhängig ist. 

Die Aussenstände für entnommene Waren betrugen 
874327 Jü-, das sind 0,77 % des Umsatzes im eigenen Geschäft 
oder 1,82 A auf den Kopf eines jeden Mitgliedes der berichtenden 
Vereine. Nun beträgt die Zahl derjenigen Vereine, die überhaupt 
Warenausstände zu verzeichnen haben, nur 282, so dass also in 
diesen Vereinen die Verhältnisziffern zum Umsatz und pro Kopf 
der Mitglieder nicht unerheblich ungünstiger sind. 

Einer der wichtigsten Grundsätze der Konsumgenossenschafts- 
bewegung ist der Grundsatz der unbedingten Barzahlung. 
Durch ein Abweichen von diesem Grundsatz sind zahlreiche Konsum- 
vereine in schwere Bedrängnis geraten und nicht wenige zu Grunde 
gegangen. Es muss daher immer und immer wieder darauf hin- 
gewiesen werden, dass es im Interesse einer gesunden Konsum- 
genossenschaftsbewegung durchaus notwendig ist, überall unbedingt 
die Barzahlung durchzuführen. Manche Vereine, die vor Jahren 
noch sagten, bei uns ist es unmöglich, die Barzahlung durchzu- 
führen, haben nun doch einen Versuch damit gemacht und heute 
sind sie froh, dass die leidigen Warenschulden in ihrer Bilanz 
nicht mehr vorhanden sind. 

"'ilB WmBWBIIIH l i l Mliil B iMlI ll liniii lil MWI ii mi i.li l l l lili H llll ilM IIIIII »m i ■ ■ ■ H l I I 1 1 II SaHSFIgBgTtiaBaafevT«« 

Die Geschäftsguthaben: der Mitglieder betrugen 
10109 974 JH., das sind 21.02 iL pro Mitglied. Auf den Ee- 
servefonds entfielen 2 879 669 JH, auf den Hausbau- und 
Dispositionsfonds 1 106 574 it., auf aufgenommene 
Anleihen und Spareinlagen 4 225 544 it., auf Hypo- 
thekenschulden 10 734 469 it, auf Hausanteile der 
Mitglieder 936 933 it. Geschäftsguthaben, Reservefonds, 
Hausbau- und Dispositionsfonds betragen zusammen 14 095 937 it. 
= 29.35 pro Kopf der Mitglieder, und 124.53 iL pro 1000 Ä 
Umsatz im eigenen Geschäft. Angeliehene eigene und fremde Gelder 
betragen zusammen 15 896 946 it., 33.05 it. pro Kopf der Mit- 
glieder, und 140.44 iL pro 1000 it. Umsatz. 

Das gesamte Betriebskapital beträgt demnach 
29 992 883 ü. = 62.36 it. pro Kopf der Mitglieder und 266.04 it 
pro 1000 ü. Umsatz im eigenen Geschäft. 

In dem Masse, in dem sich in Deutschland die Konsum- 
genossenschaftsbewegung entwickelt und zum Erwerb von Grund- 
besitz und zur Eigen-Produktion übergeht, wird selbstverständlich 
das Betriebskapital verhältnismässig höher werden. Im allgemeinen 
wissen wir, namentlich wenn wir uns mit England vergleichen, 
sagen, dass die deutsche Konsumgenossenschaftsbewegung an 
Kapitalmangel leidet, dass also die Stärkung der Kapitnl- 

11 



— 162 — 

kraft unserer Konsumgenossenschaftsbewegung eine wesentliche 
Voraussetzung ihrer Entwicklung ist. 

Warenschulden hatten zusammen 342 Vereine im Be- 
trage von3 042 232 JH.. Es haben also von den 503 berichten- 
den Vereinen 161 keine Warenschulden zu verzeichnen. Nun lässt 
sich allerdings, namentlich bei grossen Vereinen, nicht die Forderung 
erheben, dass überhaupt keine Warenschulden vorhanden sein 
sollen. Der Geschäftsverkehr im Engros-Handel wickelt sich in 
ganz anderer Weise ab, als der Geschäftsverkehr im Kleinhandel, 
und selbst bei einem absolut barzaUenden Verein, der alle 
Rechnungen diskontiert, wird zwischen dem Eingang der Faktura 
und der Anweisung der Kasse immer noch ein kurzer Zeitraum 
liegen. Ganz verschwinden wird also aus unserer Statistik die 
Bubrik Warenschulden niemals. 

Ein besseres Kennzeichen dafür, in welchem Masse die 
Konsumvereine die Barzahlung durchgeführt haben, ist der Ver- 
gleich zwischen Warenschulden und Warenbestand einerseits und 
zwischen Warenschulden und dem Umsatz im eigenen Geschäft 
andererseits. Da die Warenbestände 15 526 938 M. ausmachen, 
so betragen die Warenschulden noch nicht den fünften Teil der 
vorhandenen Warenbestände. Der Umsatz im eigenen Geschäft 
betrug 113 189 619 JH., die Warenschulden betragen demnach 
etwa 3 % des Jahresumsatzes d. h. im Durchschnitt 
reguliert die deutscheKonsumgenossenschafts- 
Bewegung innerhalb 11 Tagen. 

Wir sind überzeugt, dass ein Vergleich mit dem privaten 
Kleinhandel ganz erheblich zu dessen Ungunsten ausfallen würde. 
Andererseits darf sich die Konsumgenossenschaftsbewegung bei dem 
Erreichten nicht beruhigen. Es wird vielmehr dahin zu streben 
sein, dass die Konsumvereine auch ihrerseits das Prinzip der Bar- 
zahlung immer mehr durchführen. 

Die Eigen-Produktion erstreckt sich in der Haupt- 
sache erst auf den Betrieb von Bäckereien. Insgesamt hatten 67 
der berichtenden Konsumvereine eigene Bäckereien. Schlächtereien 
finden wir bei 10 Vereinen, Zigarren-Fabrikation bei 2 Vereinen, 
eine eigene Kommühle bei einem Verein, eine Tabak-Fabrik bei 
einem Verein, Destillation bei 2 Vereinen, Herstellung von Kon- 
fektion bei 3 Vereinen und eine Mosterei bei 1 Verein. 

Eine einheitliche Behandlung der Produktiv-Genossenschaften 
müssen wir uns bis zum nächsten Jahre vorbehalten, da die Nach- 
richten über die Produktiv-Genossenschaften zum Teil recht un- 
vollständig sind. Soweit Rechnungsabschlüsse der Produktiv- 
Genossenschaften vorliegen, geben wir sie anschliessend an die 
Bechnungsabschlüsse der Konsumgenossenschaften des betreffenden 
Verbandes. Insgesamt haben zur Statistik 10 Produktiv-Genossen- 
schaften berichtet. Eigene Bechnungsabschlüsse liegen von 8 
Produktiv-Genossenschaften vor. 



— 163 — 

3. Die Grossemkaufs-Gesellschaft Deutscher Consumvereine. 

Die Grosseinkaufs - Gesellschaft Deutscher Consumvereine hat 
ihren Geschäftsbericht für 1902 an alle Konsumvereine versandt. 
Derselbe findet sich ebenfalls in der durch das Sekretariat zu 
beziehenden Broschüre »Die Grosseinkaufs - Gesellschaft Deutscher 
Consumvereine im Jahre 1902«. 

Die wichtigsten Ziffern über die Grosseinkaufs-Gesellschaft 
und dem Kechnungs-Abschluss geben wir in tabellarischer Übersicht 
am Schlüsse dieser Besprechung. 

Über die Entwicklung der Grosseinkaufs - Gesellschaft 
noch einige Worte. Diesselbe wurde errichtet im Jahre 1894 von 
den Konsumgenossenschaften! des Elbgebietes^ namentUch des 
Königreich Sachsens; in den ersten Jahren entwickelte sie sich 
recht langsam und im wesentlichen infolge der Unterstützung der 
grossen sächsischen und der braunschweigischen Einkaufs- Vereinigung. 
Im Jahre 1899 betrug der Umsatz 6 296 072 M.. In diesem Jahre 
machten der Geschäftsführer und der Aufsichtsrat der Grosseinkaufs- 
Gesellschaft eine Eeise nach England zum Studium der dortigen 
Konsumgenossenschaftsbewegung. Die auf dieser Reise gemachten 
Erfahrungen gaben die Veranlassung zu einer vollständigen Reorga- 
nisation der Gesellschaft. Der Bericht über die Englandreise wurde 
in einer Auflage von mehr als 30 000 Exemplaren verbreitet und 
ist im Jahre 1902 als genossenschaftliches Volksbuch Heft 1 in 
2. Auflage erschienen. 

Mit dem 1. Januar 1900 wurde der erste reisende Vertreter 
angestellt und der Wochenbericht, der bis dahin in der Haupt- 
sache nur Preislisten enthielt, zu einem konsumgenossenschaftUchen 
Eachblatt ausgestaltet. Am 1. Juli 1900 erfolgte die Anstellung 
«ines zweiten Geschäftsführers, — am 1. Januar 1901 die 
Errichtung der Schriftleitung und am 1. September 1902 
die Anstellung eines dritten Geschäftsführers. 

Deutschland wurde in 6 Bezirke eingeteilt und in jedem 
Bezirk ein Vertreter angestellt, für jeden Bezirk wurde ein Lager 
vorgesehen. In Hamburg wurde ein grosses Lagerhaus angekauft. 
Weitere Läger sind in Mannheim, Berlin, Chemnitz und Düsseldorf 
«ingerichtet. Die Errichtung eines Lagers für Mitteldeutschland 
wird in Bälde erfolgen. Die Grosseinkaufs-Gesellschaft importiert 
«inem grossen Teil ihrer Kolonialwaren jetzt selbst; im Hamburger 
Lager ist eine eigene Kaffeerösterei errichtet worden und vor- 
aussichtlich wird die Gesellschaft im nächsten Jahre weitere Schritte 
in der Eigen-Produktion unternehmen. 

Durch die Schriftleitung wurde das Presse-Wesen, der 
Buch- und Drucksachen -Verlag und der Buchhandel ausgebaut. 
Das zum 1. April 1902 herausgegebene Frauengenossenschafts- 
blatt hat heute eine Auflage von 130000 Exemplaren und wird 
von etwa 300 Vereinen für die Mitglieder abonniert. Die Auflage 
des Wochen-Berichts ist bereits auf über 6000 gestiegen. Der 

11* 



— 164 — 

Wochen-Bericht mit den Warenberichten und Preislisten der Gross- 
einkaufs-Gesellschaft geht an mehr als 1800 Vereine. 

In dem Masse, in dem die Grosseinkaufs-Gesellschaft ihren 
inneren Ausbau vollendete, sind die Umsätze in die Höhe geschnellt. 
Dieselben betrugen : 

im Jahre 1900 7,966,335 M. 

» 1901 15,137,671 » 

y> 1902 21,568,549 » 

An den Waren-Bezug durch die Grosseinkaufs-Gesellschaft 
beteiligt haben sich 247 Vereine als Mitglieder und 830 Vereine 
als Nichtmitglieder. Die angeschlossenen Vereine erhalten eine 
doppelt so hohe Rückvergütung, als die nicht angeschlossenen Ver* 
eine. Ein Stammanteil beträgt 500 M., wovon 250 M. bei der Ein- 
tragung einzubezahlen sind. Der Rest kann durch Stehenlassen 
der Rückvergütung erspart werden. 

Die Grosseinkaufs-Gesellschaft bezieht von Produktiv-Genossen- 
schatten und produzierenden Konsumvereinen in nicht unerheblichem 
Masse Waren. So wurde im verflossenen Jahr von der Tabak- 
arbeiter Genossenschaft für 148,700 M., von der Kautabakarbeiter- 
Genossenschaft für 30,500 M. Waren bezogen. Die Schlächtereien 
des Konsumvereins Connewitz lieferten für 240,000 M. Fleisch und 
Wurstwaren. Der Konsumverein Leipzig-Plagwitz für 104,000 M. 
Roggen und Weizenmehl. Der Verband schweizerischer Konsum- 
vereine für 27,000 M. Schweizer-Käse und die Schweizer Grossein- 
kaufs-Gesellschaft für 10,000 M, Tee. Andererseits haben auch 
auswärtige Grosseinkaufs-Gesellschaften durch die deutsche Gross- 
einkaufs-Gesellschaft Waren bezogen. 

Eine wesentliche Stütze der deutschen Grosseinkaufs-Organi- 
sation sind die Einkaufs- Vereinigungen. Es bestanden am 
1. März d. J. folgende Einkauf s- Vereinigungen : 
Anhalter Einkaufsvereinigung in Dessau, 
Einkaufsvereinigung Arnstadt, 
Badisch-pfälzische Einkaufsvereinigung, 
Braunschweiger Einkaufsvereinigung, 

Einkaufsvereinigung der rheinisch-westfälischen Konsum- 
vereine in Barmen, 
Einkaufsvereinigung der Konsumvereine der Provinz 

Brandenburg, Berlin, 
Einkaufsvereinigung Bockenheim und Umgegend, 
Chemnitzer Einkaufsvereinigung, 
Dresdener Einkaufsvereinigung, 
Einkaufsvereinigung Gotha, 
Görlitzer Einkaufsvereinigung, 
Einkaufsvereinigung Halle a. S., 
Einkaufsvereinigung Jena, 
Einkaufsvereinigung Leipzig, 

Freie Vereinigung der Konsumvereine d. oberschles. Berg- 
und Hüttenreviers Laurahütte, 



— 165 — 

Magdeburger Einkaufsvereinigung, 

Einkaufsvereinigung Mühlheim a. M., 

Einkaufsvereinigung Neustadt-Lauscha, 

Obererzgebirgische Einkaufsvereinigung, 

Oberfränkische Einkaufsvereinigung, 

Einkaufsvereinigung der Konsumvereine in ßemsthal, 

Einkaufsvereinigung Reutlingen-Ühn-Cannstatt, 

Seesener Einkaufsvereinigung, 

Südhannoversche Einkaufsvereinigung in Stadthagen, 

Einkaufsvereinigung Suhl, 

Einkaufsvereinigung der Konsumvereine in der Umgegend 

Stuttgart, 
Zwickauer Einkaufsvereinigung, 
Einkaufsvereinigung Zeitz-Gera, 
Einkaufsvereinigung des Zwönitzthales, 

Der Zusanmienschluss der Konsumvereine zu Einkaufs-Ver- 
einigungen dient in ganz hervorragendem Masse dem Ausbau der 
konsumgenossenschaftlichen Organisation. Die Einkaufs- 
vereinigungen fassen die Bestellungen der Konsumvereine zusammen 
und ermöglichen ihnen die Warenbestellungen in möglichst grossen 
Posten sowie den gemeinschaftHchen Warenbezug in Sammel- 
ladungen, wodurch erhebliche wirtschaftliche Vorteile erzielt werden. 
Ausserdem dienen die gemeinschaftlichen Einkaufstage in hervor- 
ragendem Masse zum Gedanken-Austausch über genossenschaftliche 
Fragen und genossenschaftlichen Angelegenheiten. Die Einkaufs- 
Vereinigungen werden mehr und mehr Zwischenglieder zwischen 
den einzelnen Konsumvereinen und ihrer wirtschaftlichen Zentral- 
organisation, der Grosseinkaufs-Gesellschaft. Andererseits zeigt die 
Erfahrung, dass nur diejenigen Einkaufsvereinigungen in hervor- 
ragendem Masse sich entwickeln, die in möglichst engem Anschluss 
an die Grosseinkaufs-Gesellschaft arbeiten. Dieses Zusammen- 
arbeiten wird in dem Masse erleichtert, in dem die Grosseinkaufs- 
Gesellschaft ihre Bezirks-Organisation ausbaut. 

Der Reingewinn der Grosseinkaufs-Gesellschaft 
betrug 92 233 JH., wovon 9346 M den Reserven zugeführt wurden. 
Zur Verteilung gelangten 3 7oo Rückvergütung an die angeschlossenen, 
1 ®/oo an die nicht angeschlossenen Vereine. Die Geschäftsunkosten 
beliefen sich auf 264 197 Jü, das sind 1,22 % des Umsatzes. 

Die Warenbestände in den 5 Lägern betrugen 606 001 it., 
Grundstücke 390 079 M., worauf Hypotheken im Betrage von 
324 000 M., Das Stammkapital ist auf der Generalversammlung 
in Braunschweig von 300 000 M. auf 500 000 M. erhöht worden. 
Diese 500 000 M. sind im Laufe d. J. eingetragen worden und 
kommen daher in der Bilanz noch nicht zur Geltung. 

Das Stammkapital betrug am 31. Dezember 1902 300000 M.. 
Dazu kommen 30157 M. Reserven, Speziaireserven und Dispositions- 
fonds. Das gesamte eigene Betriebskapital betrug also am 



— 166 — 

Schlüsse des vorigen Jahres nur 330 157 Jli. Das Konto rück- 
ständiger Stammeinlagen weist den Betrag von 29 808 Ä auf^ 
während auf neue Stammeinlagen 55 241 M. einhezahlt sind. E» 
sind also mehr einhezahlt 25 433 M.. 

Eine erhebliche Vermehrung erfuhr das Betriebskapital da- 
durch, dass die Konsumvereine ihre überschüssigen Gelder der 
Grosseinkauf s-Gresellschaft anvertrauten, wo sie dieselben mit 4 bis. 
472 % verzinst erhalten. An Spareinlagen verzeichnet die Bilanz 
47 128 A, an Darlehen 296 806 JH., das sind zusammen 343 934 JH., 
rechnen wir das Hypotheken-Konto mit 324 000 M, das eigene 
Kapital mit 330 157 JH. und Stammeinlagen - Mehrbetrag von 
25 433 JH. dazu, so betrug das gesamte Betriebskapital der Gross-^ 
einkaufs-Gesellschaft an eigenen und fremden Geldern 1023524 JtL. 

Was oben bezüglich der Konsumvereine gesagt ist, gilt auch 
für die Grosseinkaufs-Gesellschaft. Eine weitere Entwickelung der- 
selben, namentlich der Übergang zur Eigenproduktion, ist nur unter 
der Voraussetzung einer stärkeren Kapitalbildung möglich. 
Die Kapitalbildung der Grosseinkauf-Gesellschaft ist aber wiederum 
im wesentlichen Sache der Konsumvereine, also nicht nur für 
ihre eigene Entwickelung, sondern auch für die Entwickelung ihrer 
Grosseinkaufs-Organisation ist es notwendig, dass die deutschen 
Konsumvereine ein Hauptaugenmerk der Kapitalbildung zuwenden. 

Das Kreditoren-Konto in der Bilanz der Grosseinkaufs- 
Gesellschaft beträgt 1263 460 M.. Wenn wir diese Ziffer mit dem 
Umsatz der Grosseinkaufs-Gesellschaft vergleichen, so geht daraus^ 
hervor, dass die Gesellschaft im Durchschnitt in ungefähr drei 
Wochen reguliert. Bei stärkerer Kapitalkraft würde jedoch ein 
noch günstigeres Verhältnis zu erzielen sein. Auf Debitoren-Konto- 
stehen nicht weniger als 1404 956 M,, d, h. es sind die Konsum- 
vereine der Grosseinkaufs-Gesellschaft für diesen Betrag Waren, 
schuldig. Vergleichen wir das Debitoren- mit dem Kreditoren-Konto,, 
so finden wir, dass schon heute die Grosseinkaufs-Gesellschaft die- 
unbedingte Barzahlung ihrerseits durchführen könnte, wenn die 
Konsumvereine der Gesellschaft gegenüber ebenfalls un- 
bedingte Barzahler wären. Wir mögen in unserer Betrachtung 
ausgehen, von welchem Punkte wir wollen, wir kommen immer 
wieder zu dem Ergebnis; die Kapitalkraft der Konsum- 
vereine muss gestärkt werden. 

Mit diesem Wort wollen wir die Statistik der sieben vereinigten. 
Revisionsverbände und der Grosseinkaufs-Gesellschaft schliessen. 
Was wir in diesem Jahre bieten konnten, ist nichts als eine über- 
sieht über den Stand der Konsumgenossenschaftsbewegung inner- 
halb des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine. Das viel 
interessantere und wichtigere: die fortschreitende Bewegung 
und Entwickelung dieser Genossenschaftsgruppe konnten wir in 
diesem Jahre nicht bringen, da ja ein Vergleich mit dem Vorjahre 
ausgeschlossen ist. Im nächsten Jahre dagegen werden wir schon 



— 167 — 

an der Hand der Ergebnisse zweier Jahre wertvolle Schlüsse über 
die Entwickelungstendenzen unserer Eonsumgenossenschaftsbewegung 
ziehen können. 

Zum Schluss sprechen wir allen denjenigen, die an der mühe- 
vollen Aufnahme der Statistik, der Ausfüllung der Fragebogen und 
der Aufstellung der Statistik der Revisionsverbände mitgearbeitet 
haben, unseren Dank aus. Wir hoffen femer, dass der Wert einer 
genauen und zuverlässigen Statistik von den Mitgliedern des Zentral- 
verbandes immer mehr gewürdigt wird und dass in Zukunft keine 
angeschlossene Genossenschaft sich mehr der Pflicht, die Frage- 
bogen auszufüllen, entziehen wird. Je genauer die herausgegebenen 
Fragebogen ausgefüllt werden, und je rascher sie an die Verbands- 
vorstände zurückgehen, umsomehr wird auch diesen Herren ihre 
überaus mühevolle Arbeit erleichtert. Nur unter dieser Voraus- 
setzung wird es möglich sein, die statistische Übersicht regelmässig 
zum Allgemeinen Genossenschaftstag des Zentralverbandes fertig- 
zustellen. 

Das Sekretariat des Zentralverbandes 
deutseher Konsnnivereine. 



— 168 



Qesamt-Übersicht über die Rechnungs^Abschlüsse 



Namen der Verbinde 



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§1 



Verband der Konsumvereine der Provinz Branden- 
burg und der an^enzenden Provinzen und Staaten 

Verband mitteldeutscher Konsum -Vereine 

Verband nordwestdeutscher Konsum -Vereine 

Verband der Konsum- und Produktiv-Genossen- 
schaften in Bheinland und Westfalen 

Verband sächsischer Konsum- Vereine 

Verband süddeutscher Konsum-Vereine 

Verband thüringer Konsum- Vereine 

Summa: 



25 

55 

106 

32 
110 
105 
152 



30 

67 

118 

32 
115 
114 
152 



19 
52 
94 

18 
101 

95 
124 



27100 
55486 
77305 

10209 

181540 

68020 

61256 



75 
126 
211 

39 
441 
189 

180 



4 
5 



27 
16 



585 



628 



503 



480916 



1261 



52 



Die Qrosseinkaufs=Qesellschaft Deutscher 









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Geschäftsertras: 








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Firma 


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Ort 


und rechtliche Stellung 


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1. 


2. 


8. 


4. 


5. 


6. 


7. 


8. 


9. 


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11. 








M. 










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M. 


Hamburg 


Grosseinkaufs - Gesellschaft 
Deutscher Consum -Ver- 






















eine G. m. b. H 


1894 


500 


247 


830 


1077 


5 


21568549 


292 


397891 



169 — 



der Genossenschaften der 7 Revisionsverbände. 



Qeschiftsertraf 



a 



I 



91 



I 



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§1 

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Brutto-Gewinn 



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10. 



11. 



12. 



13. 



14. 



15. 



4628170 
14900563 
15191365 

1457538 
49353580 
13866687 
13791716 



103980 
3130165 
1450246 

6997 

6330506 
2115097 



4732150 
18030728 
16641611 

1464535 
49353580 
20197195 
15906813 



1212 

18909 

5842 

4491 
44071 
30903 
18174 



698293 
2723677 
2211253 

198797 

10451820 

2552037 

2671831 



13405 

288184 
90902 

2939 

409371 
143058 



20837 

89820 

113914 

12406 

170989 
87555 



732535 
3101681 
2421911 

218633 

10451820 

3164200 

2820621 



113189619 



13136991 



126326612 



123602 



21508608 



947859 



495521 



22911401 



Consumvereine im Jahre 1902. 



Geschäftslasten 



Berechnunsf und Verteilunsr des Reingewinns 



d ^ 

§ S 

s O 



12. 



22704 



^ ^ A 



13. 



264197 



£ 

I 

< 

14. 
A 

5955 



II 



A 









16. 



92233 



5 S 

r 

17. 



14494 



d ^ 



18. 



51632 



So 

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19. 



3798 



20. 



4347 



11 

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21. 



651 



i 

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22. 

A 



4347 



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1 ^ 

23. 



11399 



5-? 



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24. 



1564 



170 — 



Qesamt-Übersicht über die Rechnungs-Abschlüsse 



GMcUftolaatMi 



«II 



1^^ 



m 



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ll 



sl 

ii 



16. 



17. 



18. 



19. 



21. 



3810 

7046 

33242 

1644 

144964 

136158 

53818 



462645 

1167535 

1158235 

12152 

4333347 
1200492 
1001412 



18835 

94725 

103207 

6124 

355228 
96377 
90471 



1061 

4805 
5419 
2375 

1668 
3327 
2714 



486351 

1274111 

1300103 

22295 

4835207 
1436354 
1148415 



318587 

1778111 
1122112 

87328 

5660684 
1646096 
1772202 



380682 



9335818 



764967 



21369 



10502836 



12385119 



Die Qrosseinkaufs-Qesellschaft 

Bilanz am 



Aktiva. 



I 
I 



I 



all 

1t 



I 



i 



I 



I 



1§ 



I 



II 
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I 



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I 



1. 

5438 



11. 



12. 



606001 



X 



91289 



39079 



390079 



1404996 



29808 



A 



2574614 



300000 



15218 



15218 



19718 



— 171 



I der Genossenschaften der 7 Revisionsverbände. 



Qeschäftslatten 



II 

Mg 






I 



d 

§8) 



^ 






II 



22. 



24. 



26. 



27. 



11079 

1156 

23928 

646 

82091 
34426 

40576 



287118 

1005482 

1002261 

70109 

5181390 
1468132 
1571125 



6293 

28480 

38689 

8611 

179641 
32748 
55235 



14470 

16025 
6323 
5391 

50046 

1107 

81248 



57409 



1627 



50911 
797 

110107 
51851 
24018 



193902 



10585617 



349697 



174610 



57409 



243293 



Deutscher Consumvereine. 

Jaliresscillnsse« 



Passiva. 



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§ 


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1 


Co 




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§ 


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18. 



14. 



16. 



36. 



18. 



19. 



20. 



21. 



13042 



1263450 



140408 



37128 



2150 



296806 



55241 



324000 



92233 



2574614 



— 170 



Qesamt-Übersicht über die Rechnungs-Abschlüsse 



GMchftfttkuten 



S SS 

lll 



lll 

US 



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I 






16. 



17. 



18. 



19. 



20. 



21. 



3810 

7046 

33242 

1644 

144964 
136158 

53818 



462645 

1167535 

1158235 

12152 

4333347 
1200492 
1001412 



18835 

94725 

103207 

6124 

355228 
96377 
90471 



1061 

4805 
5419 
2375 

1668 
3327 
2714 



486351 

1274111 

1300103 

22295 

4835207 
1436354 
1148415 



318587 

1778111 

1122112 

87328 

5660684 
1646096 
1772205> 



380682 



9335818 



764967 



21369 



10502836 



12385119 



Die Qrosseinkaufs«Qesellschaft 



Aktiva. 








äf! 




^ 


^ 


8 


P, 


5 






^ 


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Zinsbar 
angelegte Gelder od 
sonstige Forderung( 


1 

1 

1 


1 
5 

1 




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1 


1 
1 


1 


1. 


2. 


8. 


4. 


6. 


6. 


7. 


8. 


9. 


10. 


11. 


12. 


M. 


M. 


M. 


M. 


M. 


A 


M. 


.H. 


A 


A 


A 


M. 


5438 


606001 


91289 


39079 


390079 


1404996 


29808 


2574614 


300000 


15218 


15218 


19718 



— 171 



der Genossenschaften der 7 Revisionsverbände. 



QeschiftslMten 



II 

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Mg 



1^1 



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I 



B 









22. 



28. 



24. 



26. 



27. 



11079 

1156 

23928 

646 

82091 
34426 
40576 



287118 

1005482 

1002261 

70109 

5181390 
1468132 
1571125 



6293 

28480 

38689 

8611 

179641 
32748 
55235 



14470 

16025 
6323 
5391 

50046 
1107 

81248 



57409 



1627 

3982 

50911 

797 

110107 
51851 
24018 



193902 



10585617 



349697 



174610 



57409 



243293 



Deutscher Consutnvereine. 

Jahressdiliisse. 



Passiva. 



V 



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Mo 
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2 



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1 



18. 



14. 



15. 



16. 



17. 



18. 



19. 



20. 



21. 



22. 



13042 



1263450 



140408 



37128 



2150 



55241 



324000 



92233 



A 



2574614 



- 172 



Gesamt-Übersicht 



ist 



NAmen der Verbltidfi 



Aktiva 



a 

I 



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ll 

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□ Ol 



I 

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S o K 



1 

Verband der Konsamvereine der 
Provinz Brandenburg 

Verband mitteldeutscher Konsum- 
Vereine 

Verband nordwestdeutscher Kon- 
sum-Vereine 

Verband der Konsum- und Pro- 
duktiv - Genossenschaften in 
Eheinland und Westfalen 

Verband sächsischer Konsum- 
Vereine 

Verband süddeutscher Konsum- 
Vereine 

Verband thüringer Konsum- Ver- 
eine 

Summa: 



8 



6 



59635 

80103 

303351 

29224 
470188 
220893 
207480 



700739 
1446738 
1737866 

172646 
6994891 
2488901 
1885157 



203910 

1145736 

452413 

16768 

2579199 

926960 

733957 



135817 
358440 
352687 

56736 

1457972 

568279 

129171 



373297 
1473315 
2458516 



8256344 
3239498 
2052783 



15778 
32226 
97003 

5667 
366338 
214079 
143236 



1370874 



15526938 



6058943 



3059102 



17946691 



874327 



60797 

90525 

120619 

76570 



348511 



über die Bilanz 



— 173 — 





li 
11 


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1 


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1 

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9 


10 


11 


12 


18 


14 


15 


16 


17 


18 


19 


1489176 


445252 


134474 


39222 


307768 


148600 





208399 





205461 


1489176 


4430166 


1026363 


217559 


84461 


145736 


1091235 


— 


113178 


— 


1749399 


4430166 


5462633 


953544 


353972 


58129 


606978 


1414857 


193200 


710452 


163789 


1007712 


5462633 


373970 


76505 


13650 


2252 


31310 


74000 


— 


86312 


— 


89951 


373980 


20215457 


479(>L>78 


1083534 


640282 


1214459 


5184603 


449343 


1132351 


314265 


5400342 


20215457 


7779229 


1345922 


540710 


160577 


1720073 


1747312 


72576 


524438 


147634 


1506417 


7779229 


5228354 


14ij:>9Sr> 


535770 


121551 


199220 


1073862 


221814 


267102 


190593 


1152512 


5228354 


44978985 


10109794 


:>Him\9 


1106474] 4225544 


10734469 


dms3?, 


3042232 


SH1281 


11111794 


44978995 



14095937 



15896946 



— 174 



Verband der Konsumvereine der Provinz 



Brandenburg 

BeohnuiigB 



Ort, FIrM Mi nclillicln tttllunp iw Beflcttmclwft 

Zeichen-Erklärung : 

K.-V. = Konsumverein. 

K.-G. = Konsumgenossenschaft. 

m. b. H. = Eingetragene Genossenschaft mit 

beschränkter Haftpflicht. 

m. u. b. H. = Eingetragene Genossenschaft 

mit unbescliränkter Haftpflicht. 

m. b. H. i. Liq. = Eingetragene Genossenschaft 

in Liquidation. 

G. o. H. = Genossenschaft ohne Haftpflicht. 

2. 

Adlershof, Konsumgenossenschaft, m. b. H.. 

Berlin-Bixdorf, Konsumverein, m. b. EL . . . 

Berlin, Konsumgenossenschaft Berlin und 
Umgegend, m. b. H 

Ber]in-Süd, Konsumverein, m. b. H. i Liq. 

Berlin, Berliner Konsumverein 

Bernau, »Fortschritt«, m. b. H 

Brandenburg a. H., > Vorwärts«, m. b. H... 

Brandenburg a. H., Konsumverein, m. b. H. 

Charlottenburg, Konsumverein, m. b. H. . . . 

Dahme i. M., Konsumverein, m. u. b. H. . . 

Friedrichshagen, Konsumgenossenschaft, 
m. b. H 

Luckenwalde, »Vorwärts«, Konsumverein, 
m. b. H 

Nowawes, Konsumverein, m. b. EL 

Rathenow, Konsumverein, m. b. H. 

Spandau, Konsumverein »Merkur«, m. b. H. 

Veiten i. M., Konsumverein, m. b. H. 

Weissensee, Konsumverein, m. b. H. i. Liq. 

Tegel, Konsumverein 

Zinna, Konsumverein »Ameise« 



gl 

■i 



P 
»1 



Ift 

)0^ 



VerkauftwiSt 

im Jahre 1902 



i^ 



as 






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8. 



4. 



8. 



4 
5 
6 
7 
8 
9 

10 
11 

12 

13 
U 
15 
16 
17 
18 
19 



1901 
1898 

1899 
1900 
1899 
1863 
1889 
1900 
1892 
1872 

1899 

1865 
1902 
1889 
190J 
1887 
1901 
1892 
1865 



384 
3486 

2199 
1102 
4514 

885 
3260 
1429 

905 
1080 

481 

3766 
185 

1020 
119 

984 
402 
478 
431 



[-27100 



M. 
20 

30 

30 
30 

25 

40 
10 
30 



30 

30 
25 
30 
30 
20 
30 



/zentral 
\ lagep 

/zentral- 
1^ lager 



/zentral 
Y lager 



1 
13 

7 
4 

11 
3 

■ 6 



/zentral 
\ lager 

/Kohlen- 
1^ lager 



{' 



Kohlen- 
lager 



7r» 



70195 
609746 

331223 
183096 
485440 
190983 
746686 
92297 
128052 
130650 

48012 

792613 
188ß0 

46'JÜ 
308807 

78234 
133296 

46000 



1628170 



6380 



102 
4032 

70505 

22961 



103980 



175 — 



I und der angrenzenden Provinzen und Staaten. 

I «bsohlttsse für 1902. 



1 Berechnung und Verteilung des Reingewinns 


— 


' QesohUnsertrag 


Qesohäftslasten 


ff 
|l 

< 


Reingewinn 

(Überschuss der Kol. 10—18 über die Kol. 14—17) 


0) 


— 9 


^1 
§1 


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Vi 

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1 


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ÖOQ 


Davon sind überwiesen | 


1:' 


Prozentsatz der 

den MitgUedern 

gewährten 

Dividende 




: il 


d. MitgUedern 


6 

P 


111 

N 53 


Vortrag j 
dem Vorji 




.11 

SS 




! 10. 


11. 


12. 


13. 


14. 


16. 


16. 


17. 


18. 


19. 


20. 


L21. J 


22. 


23. 


24. 


1. 


1 A 


A 


JL 


A 


M. 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


Prozent 




1 


8918 


— 


— 


16 


4969 


237 


— 


3696 


— 


3493 


185 


18 


— 


5 


1 


— 


103392 


— 


— 


1157 


97736 


4109 


— 


390 


— 


— 


390 


— 


— 


— 


2 


— 


50246 


— 


936 


417 


39784 


1083 


— 


9898 


— 1 


6420 


495 


2983 


— 


2 


3 


28 


30034 


200 


17 


14 


25558 


798 


— 


3908 


— 


3662 


195 


— 


51 


2 


4 


— 


69858 


— 


2007 


461 


43166 


1580 


278 


26380 


— 


24271 


1309 


800 


— 


5 


5 


— 


28585 


— 


— 


437 


12402 


1620 


— 


14126 


— 


13442 


423 


261 


— 


7 


6 


245 


116030 


— 


10519 


— 


61954 


2387 


85 


62368 


4312 


56308 


400 


1200 


148 


8 8 


7 


67 


17401 


— 


163 


— 


11549 


286 


— 


5796 


161 


5119 


174 


— 


342 


6 


8 


B 348 


18063 


525 


47 


— 


13420 


— 


— 


5583 


-— 


5090 


— 


449 


44 


4 


9 


— 


22823 


— 


— 


480 


7640 


550 


— 


14153 


786 


13066 


6 


295 


— 


10 


10 


— 


6183 


616 


99 


— 


4096 


— 


— 


2802 


— 


2507 


140 


155 


— 


4Vi 


11 


— 


153143 


— 


3629 


628 


67580 


2929 


— 


87455 


4152 


80076 


— 


5227 


— 


11 


12 


— 


3776 


102 


— 


— 


1883 


44 


— 


1951 


— 


1128 


96 


90 


637 


6 


18 


1 186 


40431 


4032 


981 


— 


16981 


1872 


698 


26078 


1044 


22704 


522 


1500 


308 


9 


14 


— 


754 


— 


38 


— 


696 


41 


— 


54 


— 


— 


— 


— 


54 


— 


15 


1 290 


50352 


6687 


523 


— 


23848 


837 


— 


33167 


— 


30439 


1658 


1070 


— 


8V« 8Vi 


16 


— 


11073 


— • 


351 


— 


9309 


202 


— 


1912 


— 


1565 


— 


347 


— 


2 


17 


g 48 


18101 


1263 


1557 


— . 


6821 


260 


— 


13888 


258 


13412 


100 


75 


43 


9 


18 


— 


8430 


— 


6 


200 


3253 


— 


— 


4982 


366 


4416 


200 


— 


— 


10 


19 


J 1212 


698293 


I340ä 


90873 


3810 


462645 


18835 


1061 


318587 


11079 


287118 


6293 


14470 


1627 







— 176 — 



Verband der Konsumvereine der Provinz Brandenburg 





Ort, Firn Dod riebtlicln StilloBi der boBSsmcliift. 


Bilanz aoi 


g 
i 

1 
1 


Zeichen-Erklärung : 

K.-V. = Konsumverein. 

K.-G. = Konsumgenossenschaft. 

m. b. H. = Eingetragene Genossenschaft mit 

beschränkter Haftpflicht. 

m. n. b. H = Eingetragene Genossenschaft 

mit unbeschränkter Haftpflicht. 

m. b. H. i. Ldq. = Eingetragene Genossenschaft 

in Liquidation. 
G. 0. H. = Genossenschaft ohne Haftpflicht. 


Aktiva 


•o 






tili 
jfl 


m 


J 

n 


So 

il 

CO 


1. 


2. 


25. 


26. 


27. 


28. 


29. 


80. 


31. 






A 


Ji. 


A 


JK. 


A 


A 


A 


1 


Adlershof, KoDSumgenossenschaft, m. b. H. 


815 


6466 


708 


645 


2136 


— 


10770 


2 


Berlin-Rixdorf, Konsumverein, m. b. H... 


5453 


90360 


1573 


2200 


36979 


— 


136565 


8 


Berlin, Konsumgenossenschaft Berlin und 
Umgegend, m. b. H 


6690 


31280 


4657 


1348 


15600 





59575 


4 


Berlin-Süd, Konsumverein, m. b. H. L Liq. 


1879 


14923 


— 


1267 


9843 


— 


27912 


5 


Berlin, Berliner Konsumverein 


1680 


36402 





1860 


16528 





56420 


6 


Bernau, »Fortschritt«, m. b. H 


534 


50441 


— 


6244 


3263 


42210 


102692 


7 


Brandenburg a, H., »Vorwärts«, m. b. H. 


15335 


68593 


876 


120123 


19005 


161876 


385808 


8 


Brandenburg a. H., Konsumverein, m. b. H. 


1111 


105009 


— 


— 


1874 


— 


107994 


9 


Charlottenburg, Konsumverein, m. b. H. . 


285^ 


9213 


— 


2467 


5541 


— 


20073 


10 


Dahme i. M., Konsumverein, m. u. b. H. 


942 


22583 


— 


4100 


1430 


16500 


45555 


11 


Friedrichshagen, Konsumgenossenschaft, 
m. b. H 


897 


18465 


93 


358 


5263 





25076 


12 


Luckenwalde, »Vorwärts«, Konsumverein, 


















m. b. H 


2250 


161310 


— 


2950 


4435 


103983 


274928 


13 


Nowawes, Konsumverein, m. b. H. 


— 


3690 


695 


1200 


845 


— 


6430 


14 


Rathenow, Konsumverein, m. b. H 


3098 


20524 


2385 


30122 


2929 


42728 


101786 


15 


Spandau, Konsumverein »Merkur**, m. b. H. 


988 


1085 


45 


48 


502 


— 


2668 


16 


Veiten i. M., Konsumverein, m. b. H. . . . 


8175 


27763 


2964 


20871 


3644 


— 


63417 


17 


Weissensee, Konsumverein, m. b. H. i. Liq. 


1086 


9417 


1782 


760 


3852 


— 


16897 


18 


Tegel, Konsumverein 


5555 
345 


5052 
18163 


: 


7347 


1998 
150 


6000 


19952 


19 


Zinna. Konsumverein »Ameise« 


24658 












59635 


700739 


16778 


203910 


135817 


373297 


1489176 



— 177 — 

und der angrenzenden Provinzen und Staaten. 
absoUllsie für 1902. 



Jahresschlüsse 


d 

II 


g 1 

d !* 

Iij 


Die Genossenschaft hat 


- 


PMtIv« 


1 


Geschäftsgut- 
haben der Mit- 
glieder 


1 


II. 
il| 

|r 


Aufgenommene 

Anleihen 

(Kautionen, 

Spareinlagen) 




1 1 

d 1 
1 S 


Nochz.zahlende 

Geschäftsun- 
kosten u. un ver- 
teilter Reingew. 


IIa 


Ä 


32. 


38. 


84. 


85. 


36. 


87. 


88. 


89. 


40. 1 41. 


4J, 


li. 


A 


A 


A 


M. 


A 


A 


A 


A 


A 


A 






4575 


162 


9 


950 


— 


1366 


3708 


10770 


6 


200 




1 


37676 


1976 


78 


1210 


— 


95236 


389 


13€5f>5 


22 


3001 ■ 




% 


23121 


2588 


188 


11491 


— 


12245 


9942 


5957G 


ir^o 


nm) 




3 


12560 


634 


— 


250 


— 


10559 


3909 


27912 


20 


500 




* 


13594 


1235 


— 


12013 


— 


3014 


26564 


56420 


6 


— 




ö 


14398 


1424 


899 


31988 


30000 


6668 


7315 


102692 


— 


— 


Branntweindestillation seit 1897 


6 


122696 


18926 


7972 


85851 


74000 


44442 


31921 


385808 


20 


600 


Kaffee-Rösterei seit 1899 


7 


4878 


795 


— 


86588 


— 


8626 


7107 


107994 


— 


— 


Wäsche-Konfektion seit 1900 


8 


8977 


1455 


255 


1857 


— 


1852 


5677 


20073 


1 


— 




9 


19152 


2062 


3707 


6950 


8600 


1093 


3991 


45555 


— 


— 




10 


6841 


588 


— 


1888 


— 


12713 


3046 


25076 


8 


200 




11 


104715 


57231 


4058 


53825 


10000 




45099 


274928 


— 


— 




12 


2773 


85 


— 


1200 


— 


445 


1927 


6430 


— 


— 




13 


26819 


12035 


10560 


5294 


21000 


— 


26078 


101786 


12 


600 




14 


1011 


169 


— 


300 


— 


1133 


55 


2668 


2 


— 




15 


19054 


14212 


9445 


2600 


— 


— 


18106 


6r]417 


— 


— 




16 


5985 


91 


— 


713 


— 


8196 


1912 


16897 


3 


— 




17 


7201 


3789 


700 


1900 


— 


— 


6362 


19952 


10 


— 




18 


9226 


5017 


1351 


900 


5000 


811 


2353 


24658 


— 


— 




19 


445252 


1M474 


3f>ihii2 


^i)iim 


148tilXJ 


i>U83:i9 


205461 


1489176 


260 


7100 







12 



- 178 — 



Verband mitteldeutschei 



Irt, Fimai 



Zeidien-ErUlnm^ : 

K.-V. = KonsamTereiii. 

K.-Q. = KonnungeDOsaeiucfaaft 

m. b. H. = Eingetragene Genossenschaft 

mit beschiftnkter Haftpflicht. 

m. o. b. H. = Eingetragene Genossenschaft 

mit onbeschrinkter Haftpflicht. 

m. b. H. L Liq. = Eingetragene Genossenschaft 

in Liquidation. 

G. o. H. = Genossenschaft ohne Haftpflicht. 



n 



gsl 

llfe 
Sil 



Zahl der 

Genossen- 

srhaftslager 



VeikanfBeriöi 
im Jahre 1981 



^ - 
S 



1 f 



E.-y. 1 Aken o. ümg.m. b. H., Aken a. Elbe 

E.-y. Alihaldensieben m. b. H. 

K.-V. Barleben m. b. H 

K.-y. für Beigem und Umgegend m. b. H. 
Allg. K.-y. t Bembnrg u. ümg. m. b. H. 

K-V. Biere m. b. H. 

K.-y. for Bockwhz nnd Umgegend m. b. H. 

Allg. E.-y. zn Brannschweig m. b. H. 

Oalbenscr K--y. m. b. H 

K.-y. zu Cochstedt m. b. H. 

K--y. zu Gönnern m. b. H 

K.-y. für Oöthen und Umgegend m. b. H. 
K.-y. für Coswig und Umgegend hl b. H. 
K.-y. für Dessau und Umgegend m. b. H. 
K.-y. fiir Dieskau und Umgegend m. b. H. 
K.-y. für Dollnitz und Umgegend m. b. H. 

K.-y. Eickendorf m. b. H. 

K.-y. für Gh-obzig und Umgegend m. b. H. 

K.-V. Gross-Elbe m. b. H 

K-y. Gross-Ottersleben m. b. H 

K.-y. für Grosstreben und Umg. m. b. H. 

Allg. K-.y. HaUe a. S. m. b. H 

K.- V. Halle-Giebichenstein u. Umg. m. b. H. 

Allg. K -y. Trotha m. b. H. 

K.-V. Hasselfelde m. b. H. 

K.-y. Hagen m. b. H. 

K.-y. zu Jessnitz m. b. H 

K.-y. Kissenbrück m. b. H 

K-y. Leiferde m. b. H 



1902 
1872 
1901 
1899 
1894 
1890 
1902 
1890 
1865 
1871 
1874 
1901 
1900 
1901 
1898 
1898 
1892 
1901 

1896 
1901 
1902 

1890 
1893 
1893 
1868 
1899 

1899 

1892 
1892 



284 30 
537 
171 
266 
1315 



30 
301 30 



20 20 

40 40 

30 30 

14820 20 

110 30 30 

540840 40 

129825 25 

9 — 



100 
241 
548 
230 30 
2284 30 
230 20 
20 

2u 



223 

15] 
20:> 

101 

49(: 

96 

8707 

2215 

1054 

414 

68 
218 

120 
52 



20 30 
30| 30 
30 
30 
30 
30 
20 
20 



50 
20 
30 

25 
30 
25 
20 
50 

20 

30 
50 



27288 



1 
1 
1 
3 
4 
1 
1 

ll,lZeBtr«-ljg. 
4 
1 
1 
2 
1 
8 
1 
1 
1 
1 

1 
2 



1 
1 
67,lZentp.-Lag. 



JL 

32073 
91022 
43208 
61235 

345011 

34128 

5274 

1820763 

197857 

7655 

70101 

82997 

42152 

187160 
91493 
77345 
57136 
47323 

27576 

115122 

13479 

2473159 

585446 

410767 

57046 

13314 

58315 

31915 

21067 

7101139 



1392 
9310 



11« 



6991 



1^ 

1297(H 

41501 

5^ 



2067<t 
1733fi 

31Q 



144« 



179 — 



Konsum-Vereine. 

fHr 1902. 











Berechnung und Verteilung des Reingewinns 










Geschäftsertrag 




Geschäftslasten | 


l 

f 

< 


(Überschuss 


Reingewinn 
der Kol. 10-18 über die Kol. 14-17) 


g 


1' 


l| 






> 


1 

< 


B 


Davon sind überwiesen | 


^1 

fi 

Is 


den Mitgliedern 
gewährten 
Dividende 


■^m 


denMitgliedernI 




II 
gl 




|| 

il 


11 
P 


10. 


11. 


12. 


18. 


14. 


16. 


16. 


17. 


18. 


19. 


20. 


21. 


22. 


28. 


24. 


A 


A 


M. 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


A 




35 


19779 

6656 

10478 


4787 


544 


338 
133 


7175 
3000 
3650 


494 
66 


— 


17103 
3524 
6796 


199 


16365 
3486 
5905 


38 

38 

693 


700 


— 


12 % 
(8%) 10% 
/(4%v.G.-A.) 
\ 10 % 


— 


63660 


— 


296 


— 


24292 


1000 


— 


38663 


— 


33873 


1547 


3244 


— 


,10% 


— 


4383 


731 


88 


— 


2973 


— 


— 


2229 


— 


2176 


40 


13 


— 


r I.Sem. 8%, 
\II. » 8% 


— 


859 


— 


72 


— 


481 


19 


— 


432 


— 


384 


43 


5 


— 


, ^^ V 


— 


384453 


— 


21949 


— 


246166 


19976 


— 


140261 


321 


135788 


2904 


1249 


— 


/'(4V8%G.-A.) 
V 8V« % 


308 


35300 


6997 


249 


632 


15745 


530 


— 


25947 


— 


23670 


1200 


500 


577 


9% 


— 


1726 


— 


25 


— 


1265 


— 


— 


542 


25 


517 


— 


— 


— 


n,,.j.o..^, 


290 


— 


— 


755 


— 


4021 


263 


— 


11929 


138 


85100 


16 


200 


2975 


/(4%v.G.-A.) 
\ 12 % 


— 


14014 


1371 


105 


— 


6604 


513 


72 


8301 


162 


6365 


415 


1350 


10 


7 % 


— 


7364 


932 


14 


— 


3012 


122 


— 


5176 


97 


3931 


311 


338 


— 


/(4%v.G.-A.) 
V 7 % 


17931 


32349 

16559 

77345 

• 6855 


12201 

2481 

576 

203 


944 

100 


2 


17470 
3763 
2321 
2700 


1311 
83 

60 


— 


26711 

16067 

8707 

4398 


— 


21490 

12751 

8250 


45 


5221 


— 


7% 

14% 

10% 

, 8% 




— 


— 


8385 


— 


3823 


116 


— 


4446 


110 


3896 


440 


— 


— 


/(4%v.G.-A. 
\ 9% 


28 


4111 


— 


182 


80 


1419 


28 


— 


2794 


— 


2596 


137 


60 


1 


( 12 % 

auf Waren, 
l2% auf Brot 

8% 
f(2%v.G.-A.) 
{ 6% a. Waren 
U%Lief.-G. 

18 % 

12% 

13 % 
12 u. 11 % 


— 


20220 
2190 


262 

28 


— 


30 


10762 
820 


743 
150 


142* 


8977 
1076 


23 


8708 
809 


181 
108 


88 
137 


— 


— 


483672 

122474 

90323 

10029 


190818 

15134 

465 


27025 

1582 

1944 

628 


745 
2400 


187020 

62454 

30119 

4091 


6378 
2345 

2918 


3884t 


508118 

69762 

57295 

6566 


— 


489171 

69630 

53803 

6384 


17700 
131 

2000 


1247 

1491 
182 


— 


— 


2046 
5756 


24 
1551 


2 
567 


— 


1327 
1488 


32 


106** 


713 
6281 


2 

79 


618 
5593 


93 
310 


— 


299 


/'(8%v.G.-A.) 
\5%bez.4V«% 
f(4%v.G.-A.) 
1 6% f. Mehl 
\ undFutter^ 
Uo%K.-Art. 


— 


4976 


— 


— 


48 


1890 


45 


54** 


2894 


— 


2794 


— 


— 


IOC 


f(4%v.G.-A. 
{Waren 12%) 
1 Mehl 6% 

l7Vt%, auf 
1 Futterart 


15 


3012 


— 


74 


— 


1525 


37 


— 


1539 


— 


1429 


90 





2C 






















1 








^ 8% 


18607 


143058S 


238561 


6553C 


440F 


651776 


3722S 


425€ 


987247 


11Ö6 


1005482 


28480 


16025 


3982 





• Durch Aufgabe des Schnittwarengeschäfts. f Ist kein Verlust, sondern in Kommission erhaltene Konfektion, 
die versehentlich nicht für verkaufte Waren abgeführt worden ist. *• Steuern. 



12* 



180 — 



Ort, Rm BRd riebtlleliB Stillimii der CimttiBtebaft. 



Zeichen Erklärung : 

K.-V. = Konsumverein. 

K.-6. = Konsumgenossenschaft. 

m. b. H. = Eingetragene Oenossensehaft 

mit beschränkter Haftpflicht. 

m. u. b. H. = Eingetragene Genossenschaft 

mit unbeschränkter Haftpflicht. 

m. b. H. i. liq. = Eingetragene Genossenschaft 

in Liquidation. 

G. o. H. = Genossenschaft ohne Haftpflicht. 









Zahl der 
G^iossen- 
schaftslager 



VerkMilB^ös 
im JaHre 1902 



30 
31 
32 
33 
34 

35 

36 
37 

38 

39 
40 

41 

42 
43 

44 

45 
46 
47 
48 
49 
50 
51 
52 



Übertrag : 
Allg. K.-V. für Lochau u. Umg m. b. H. 
K.-V. Neustadt m. b. H., Magdeburg N.. . 
AUg. K.-V. f. Mühlberg a. C. u. Uöig. m. b. H. 

K.-V. Nienburg a. Saale m. b. H 

Allg, K.-V. zu Nietleben m. b. H 

K.-V. Osmunde bei Gröbere m. b. H 

K.-V. Osterlinde m. b. H 

K.-V. Querfart und Umgegend ra. b. H. . . 

K.-V. Remlingen m. b. H 

K.-V. Röglitz und Umgegend m. b. H, . . . 
K.-V. Rohrsheim m. u. H 

K.-V. Rosslau und Umgegend m. b. H. . . . 

K.-V. für Sangershausen u. Umg. m. b. H. 
K.-V. »Biene« f. Schönebeck a. !B. u. Umg. 

m. b. H 

K.-V. Schöningen m. b. H 

K.-V. »Selbsthülfe« m. b. H., Seesen 

Allg. K.-V. für Stendal u. Umg. m. b. H. 
Neuer K,-V. für Stendal u Umg. m. b. H. 

K.-V. für Tangermünde m. b. H. 

Allg. K-V. m. b. H., Wolfenbüttel.... 

K.-V. Wolmirstedt m. b. H 

K.-V. Zerbst u. Umg. m. b. H 

Allg. K-V. L Zörbig u. Umg. m. b. H 



1899 
1864 
1901 
1901 
1891 

1898 

1898 
1902 

1887 

1899 
1882 

1900 

1901 

1869 
1895 

•ingtr. 

1874 
1893 
1900 
1897 
1894 
1902 
1900 
1898 



63 

18750 

108 

241 

406 

345 

65 
189 

58 

156 
157 

253 

246 

2301 
172 

23H 
2407 
169 
856 
356 
92 
434 
138 



25 
20 
25 
30 
25 

25 

30 

40 

15 
25 



30 

20 

20 
30 

20 
15 
20 
20 
20 
20 
30 
20 



26, lZ8ntr..Lag, 
1 
1 
1 



6, IZentr.-Ug. 
1,1 » 

1 

4, IZentr.-Lag. 

1 

1 

2 

1 

2 

1 



22132 

5793100 

16439 

33005 

166934 

116453 

13152 
2 

18025 



45304 

31380 

43280^2 
2286S* 

42<)5ü 
492000 
36340 
203249 
89427 
19261 
79064 
22997 



Sa. 



55486 



126, 5ZBntr.-Lag. 



14900563 



25400 
7968 

12272 

2 
121 



526Ü4 13713 
50829 — 



9269 



315000 

6724 

74557 



11990 



3130165 



53 I Nordhäuser Kautabak - Arbeiter - Genossen- 
I sohaft m. b. H 



[l90l| 



Roh Stoff- und 

961501 501 — 160900 — 



— 181 — 











BeredmuBff and Verteilung des Reingewinns 










QescMftsertrag 


Geschäftslasten 


1 


Beingewinn 
(Oberschnas dör KoL 10-18 fiber die Kol. 14-17^ 




g 


e 




i| 

fl 

II 


§ 


d 




Davon sind überwiesen 


ei fl 

II 


Prozentsatz der 

den MitgUedem 

gewährten 

BiTidende 


|| 

1 


11 
i| 




1« 

> 


1 
1 

< 


1 


£ 

ti 


denMitgliedera 


h 

s 


dg 

II 
11 


11 
II 

^1 




10. 


11. 


12. 


18. i 


14. 


15. 


16. 


17. 


18. 


19. 


20. 


21. 


22. 


28. 


24. 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


A 







4234 





10 





1690 


62 





2492 


28 


2399 


32 





33 


\ 11 % 


— 


926758 


1964 


16193 


— 


369344 


50261 


469 


524850 


— 


516746 


— 


8105 


— 


9% 


— 


3012 


— 


— 


9 


1733 


80 


— 


1190 


14 


1114 


61 


— 


1 


/(4%v.G..A.) 
V 7 % 


— 


3627 


1000 


14 


— 


2242 


143 


— 


2251 


— 


2049 


51 


151 


— 


6% 


— 


31469 


— 


1577 


— 


6339 


230 


— 


26477 


— 


25874 


103 


500 


— 


16 % 
m%a.Mat.- 


. — 


22513 


1312 


1043 


— 


6178 


384 


— 


18306 


— 


17420 


400 


486 


— 


Iw., 5% auf 

1 Fleisch- u. 
l ßackw. 


63 


2261 


— 


— 


32 


998 


37 


— 


1257 


— 


1189 


68 


— 


— 


10 % 


- 


2774 


121 





__ 


1204 


5C 


78 


1563 





867 


440 





233 


{ Schrot u. 
t Brot 4 % 





9464 


1548 


^2 





2728 


79 


-^ 


8657 





7643 


480 


534 


— 


9412 


— 


— 


156 


3645 


— 


— 


5611 


96 


4200 


247 


60C 


468 


ca. 12% 


— 


7821 


— 


~ 


64 


3313 


115 


— 


4328 


— 


3673 


535 


120 


— 


8% 
f6%l. eig. 
) Gesch.. h% 

[lief.-<^aici. 


— ' 


5277 


690 


45 


— 


3194 


105 


— 


2713 


— 


2378 


136 


— 


199 





86896 


— 


1505 





37604 


1142 





49654 





43509 





6145 


— 


10 % 


— ■ 


4643 


— , 


217 


990 


3129 


201 


— 


540 


58 


435 


47 


— 


-— 


(%% V. G.-A. 


23» 


7223 


5 


— 


600 


2530 


40C 


— 


3937 


— 


3414 


130 


— 


393 


10% 


— - • 


83757 


34050 


16&6 


670 


^015 


1T61 


— 


820i6 


— 


80623 


1393 


— 


— 


10% 


— 


7602 


807i 


— 


— 


4257 


m 


— 


4086 


— 


3892 


82 


112 


— 


10% 


- 


37671 


7484 


1396 





16340 


1096 


— 


29114 





28256 


565 


295 


— 


10% 


— . 


19168 


— ; 


— 


— 


5508 


997 


— 


12663 


— 


9092 


571 


300C 


— 


10% 


— 


2539 


— 


— 


100 


1536 


39 


— 


865 


— 


856 


9 


— 


— 


^% 


— 


9921 


642 


^ 


17 


4^6 


196 


— 


6485 


— 


4744 


274 


182 


285 


^% 


— - 


504H 


— 


isa 


— 


2366 


54 


— 


2809 


— 


2753 


— 


56 


— 


9% 


909 


2723677 


288184 


8982C 


7046 


1167535 


94726 


485 


1778111 


1352 


1768608 


M104 


36309 


56^4 





roduktiv-Genossenschaften. 



1-1 



— 182 



Verband mitteldeutscher 





Ort, Firma und nehtilehi Stsllung dir GiMsisflSfilHift. 










Bil 




g 


Zeichen-Erklärung : 
K.-V. = Konsumverein. 


Aktiva 


1 




11. 


Hl 


|| 


lii 


, 


e 


» 


K.-G. = Konsumgenossenschaft. 


•o 


d 


|o 


m. b. H. = Eingetragene Genossenschaft mit 


•dto S 


l-^i 




§ 


5 K 


■d 


beschränkter Haftpflicht. 


1 


Ist 


||f 


5-a 


^^ 


§ 


m. u. b. H. — Eingetragene Genossenschaft mit 


t 


i-*" 


^ 


unbeschränkter Haftpflicht. 


s 


% 


o§ 


-SJ 


■Sh$ 


s 


m. b. H. i. Liq. = Eingetragene Genossenschaft 
In Liquidation. 


i 


B 


1 ■ 


11 




G. 0. H. = Genossenschaft ohne Haftpflicht. 




ä^ 


^ 


S 


— 


3. 


26. 


26. 


27. 


28. 


29. 


80. 


81. 






A 


A 


A 


Jk 


A 


A 


A 


1 


K.-V. f. Aken u. Umg. m. b. H 


— 


— 


— 


— 











2 


K.-V. Althaldensieben, ra. b. H 


1062 


11338 


— 


17702 


894 


17813 


48809 


3 


K.-V. Barleben m. b. H 


110 


5069 


— 


— 


2820 


— 


7999 


4 


K.-V. f. Beigern u. ümg. m. b. H 


995 


11083 


— 


566 


1577 


— 


14220 


5 


Allg. Kons.-V. f. Bemburgu. Umg. m. b.H. 


5621 


32862 


111 


8500 


7997 


— 


55091 


6 


Konsum-Verein Biere m. b. H 


9 


9029 








582 





9620 


7 


Kons.-V. f. Bockwitz u.Umg. m. b. H 


329 


3566 


— 


— 


898 


— 


4794 


8 


Allg. Kons.-V. zu Braunschweig m. b. H. 


473 


249490 


2087 


26712 


72800 


359500 


711063 


9 


Calbenser Kons.-V. m. b. H 


6968 


44670 





5643 


2463 


27220 


smcktu 

OOVyn 


10 


K.-V. zu Cockstedt m. b. H 


173 


3468 


— 





73 


— 


3714 


11 


K.-V. zu Gönnern m b. H 


1277 
2320 


10525 
14855 


308 


1616 
440 


570 
3957 


15805 


31438 


12 


K.-V. f. Cöthen u. ümg. m. b. H 


21572 


13 


K.-V. Coswig u. Umg. m. b. H 


1639 


9329 


7689 


814 


1097 


— 


12957 


14 


K.-V. Dessau u. Umg. m. b H 

K.-V. f. Dieskau u. Umg. m. b. H 


16267 


50903 


3255 


624 


11795 





82844 


15 


728 


7220 





14423 


747 


— 


23119 


16 


K.-V. f. Döllnitz u. Umg. m. b. H. . . . 
K..V. Eickendorf m. b. H 


154 


14057 


4 


600 


1003 


— 


15809 


17 


1172 


5323 


— 


3166 


538 


— 


10199 


18 


K.-V. f. Gröbzig u. Umg. m. b.H.... 


848 


10303 


23 


280 


1048 


— 


12502 


19 


K.-V. Gross-Elbe m. b. H 


1875 


5798 





457 


256 





8386 


20 


K -V. Gross-Ottersleben m. b. H 


3955 


14264 





578 


5806 


— 


24604 


21 


K-V. Grosstreben u. Umg. m. b. H 


343 


5396 





— 


650 


— 


6389 


22 


Allg. Kons.-V. Halle a. S. m. b. H. . . . 


3028 


90687 





657964 


19133 


— 


770812 


23 


K.-V. Halle- Giebichenstein u.U. m. b. H. 


352 


41595 


11989 


43099 


14229 


92752 


204016 


24 


Allg. Kon8.-V. Trotha m. b. H 

K..V. Hasselfelde m. b. H 


133 


17235 


2022 


38758 


4625 


90456 


153229 


25 


3894 


7275 





5352 


1119 


— 


17639 


26 


K.-V. Hagen m b. H 

K.-V. zu Jessnitz m. b. H 


381 


4815 


— . 


505 


345 


— 


6047 


27 


571 


11675 


47 


1200 


515 





14008 


28 


K.-V. Kissenbrück m. b. H 


1661 


5301 


— 


— 


178 


— 


7140 


?9 


K.-V. Leiferde m. b. H 


578 


3185 





550 


332 


— 


4645 


äo 


Allg. Kons.-V. f. Lochau u. Umg. m. b. H. 


638 


4602 


— 


480 


565 


— 


6281 


31 


Kons.-V. Neustadt m. b. H., Magdeburg N. 


3322 


405495 


— 


125275 


162540 


682689 


1379321 


32 


Allg. Kons.- V. f. Mühlberg a.E. u.U.m.b.H. 


163 


38^55 


— 


— 


767 


. — 


4796 


33 


Kons.-V. Nienburg a. Saale m. b. H. . . 


915 


7965 


208 


255 


1293 


— 


10656 


34 


Allg. Kons.-V. zu Nietleben m. b. H. . . 


1687 


iiiea 


239 


21526 


2072 


343 


37036 


35 


K.-V. Osmünde b. Gh-öbers m. b. H 


887 


11667 


229 


11800 


3456 


— 


28039 


36 


K.-V. Osterlinde m. b. H 


430 


368^i 


— 


— 


331 


— 


4450 


37 


K.-V. Querfurt u. Umg. m. b. H 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


38 


K.-V. Remlingen m. b. H 


2096 


2469 


— 


600 


436 


— 


5601 


39 


K.-V. Röglitz u. Umg. m. b. H 


1701 


5280 


— 


6595 


795 


— 


14371 


40 


K.-V. Rohrsheim m. u. H 


3947 


19346 


451 


— 


100 


— 


23844 






72702 


1275862 


28662 


996080 


330402 


1286578 


B8SAm 



183 — 



Konsumvereine. 



Jahresschlüsse 


1 


i- 










Passiva 


























Jo 


i^s 




II 


1 


^1 

11 


Aufgenommene An- 

lehen (Kautionen, 

Spareinlagen) 


.'S 


h 

a S 
©'S 
22 
a S 

11 
gg 

r 


Noch zu zahlende 

Geschäftsunkosten 

und unverteilter 

Reingewinn 


e 

n 


II 

t 


II 

r 


Die Genossenschaft hat 


82 


83. 


84. 


85. 


86. 


37. 


88. 


89. 


40. 


41. 


42. 


A 


A 


JL 


A 


A 


A 


A 


A 


Stck. 


Stck. 




15431 


3905 


2084 


11024 








16365 


48809 


1 







140 


38 


— 


2650 


— 


1689 


3482 


7999 


2 


— 




5945 


619 


— 


500 


— 


229 


6928 


14220 


12 


— 




24636 


4858 


4427 


— 


— 


222 


20947 


55091 


4 


400 


eig. Produktion. Schweine 
schlachterei seit 1896. 


3251 


2331 


114 


909 


— 


1780 


1236 


9620 


1 


— 




1436 


55 





550 


— 


2122 


631 


4794 


3 


1 




172990 


17552 


6393 


7200 


331400 


35243 


140284 


711063 


140 


3500 


Bäckerei seit 1898, Kaffee- 


26788 


13699 


768 


16376 


15100 


— 


14233 


86964 


3 


— 


Gurkeneinlegen seit 1870. 


691 


2550 


— 


— 


— 


219 


254 


3714 


1 


— 




3458 


3028 


5003 


1010 


9000 


— 


8600 


31438 


1 





lässt Brot silbst htrstellin seit 1886. 


8943 


753 


1429 


6081 


— 


2876 


1991 


21572 


4 


400 




4164 


227 


42 


1100 


— 


2247 


5176 


12957 


1 


250 




30685 


3286 


— 


5768 


— 


16394 


26711 


82844 


20 


80 




4567 


784 


122 


500 





— 


17147 


23119 


1 







4628 


882 


758 


600 


— 


234 


8707 


15809 


— 


— 




2712 


1968 


— 


600 


— 


— 


4919 


10199 


1 


— 


Wurstfabrikation seit 1900. 


1242 


201 


— 


2781 


' — 


3832 


4445 


12502 


— 


150 




1910 


855 


457 


2000 


— 


508 


2657 


8386 


— 


— 




3617 


880 


277 


10853 





— 


8977 


24604 


1 


250 




1577 


111 


65 


1500 


— 


2670 


467 


6389 


— 


— 




182034 


39135 


29218 


12308 


— 


— 


608118 


770812 


20 


7500 




50563 


6673 


1401 


4500 


71000 


— 


69980 


204016 


1 


— 


Bäckerei seit 1. Jan. 1902. 


20140 


7614 


3705 


4476 


60000 


— 


57294 


153229 


8 


1000 


Bäckerei seit 1. Okt. 1901. 


5484 


3000 


3962 


2000 


— 


— 


3194 


17639 


1 


— 




1330 


542 


— 


800 


— 


2792 


582 


6047 


1 


50 




2487 


650 


— 


2000 


— 


2698 


6173 


14008 


1 


— 




1572 


1429 


— 


1200 


— 


— 


2939 


7140 


1 


— 




1335 


910 





400 





12 


1988 


4645 


— 







1026 


177 


19 


400 





2167 


2492 


6281 


— 


— 




318616 


62951 


5186 


— 


452325 


— 


540243 


1379321 


26 


30 


Bäckerei s. 1870, Fabrikat, y. 
Selterswasser seit 1902. 


1878 


130 





1235 





897 


655 


4796 


3 


50 




755 


97 


— 


71 


— 


7462 


2251 


10636 


9 


200 


Brotbäck. s.l901b.Backmeist. 
geg. Entlohn., Gurkeneinl. 
S.1902, Schweineschi. s.SW. 


5555 


3014 


324 


1500 


— 


165 


26477 


37035 


12 


— 




5895 


1041 


597 


2200 


— 


— 


18306 


28039 


— 


— 




1869 


426 


— 


800 


— 


97 


1258 


4450 


— 


— 




893 


760 


___ 


1981 


__ 


___ 


1967 


5601 


1 


_^ 




2847 


927 


234 


748 


— 


— 


8657 


14371 


4 


— 




2275 


6400 


600 


900 


3000 


6373 


4296 


23844 


— 


— 




925365 


194458 


67185 


109521 


941825 


92428 


1551027 


3884003 


284 


13861 





— 184 



Ort, Firn uni rechtliche Stelluig der Genossenschaft. 



Zeichen-Erklärung : 

K.-V. = Konsumverein. 

K.-G. = Konsumgenossenschaft. 

m. b. H. = Eingetragene Genossenschaft mit 

beschränkter Haftpflicht, 
m. u. b. H. = Eingetragene Genossenschaft mit 

unbeschränkter Haftpflicht. 

m. b. H. i. Liq. := Eingetragene Genossenschaft 

in Liquidation. 

G. o. H. = Genossenschaft ohne Haftpflicht. 



2ß. 



Bill 



Aktiva 



fl a ® 



IIa 



27. 



28. 



I 



80. 



■SS 



81. 



41 
42 
43 

44 
45 
46 
47 
48 
49 
50 
51 
52 



Übertrag 

K.-V. Rosslau u. Umg. m. b. H 

K.-V. f. Sangershausen u. XJ. m. b. H 

K.-V. »Biene« f. Schönebeck u. U. m. b. H. 

K.-V. Schöningen m. b. H 

K.-V. »Selbsthülfe« m. b. H., Seesen . . 
Allg. K.-V. f. Stendal u. Umg. m. b. H. 
Neuer K-V. f. Stendal u. Umg. m. b. H. 

K-V. f. Tangermünde m. b. H 

Allg. K.-V. m. b. H., Wolfenbüttel .... 

K-V. Wolmirstedt m. b. H 

K.-V. Zerbst u. Umg. m. b. H 

Allg. K.-V. f. Zörbig u. Umg. m. b. H. 



72702 

966 

126 

2377 

293 

2 

20 

207 

1697 

799 

76 

725 

113 



1275862 

7501 

8536 

33897 

5387 

10533 

31510 

12784 

24304 

14434 

3211 

15906 

2873 



28662 
15 



29 

1240 

329 

1951 



996080 
454 

66435 
300 

65272 

10000 

2800 

638 

1327 

2430 



JL 
330402 
1035 

944 
7000 
1628 

354 
8119 

590 
4218 
1475 

429 
1760 

486 



128657813884003 

9971 

9606 

137321 

25881 

28918 

141761 

13810 

104323 

44608 

4344 

19718 

5902 



27612 
18272 
18000 
35600 

62153 
25100 



Sa. 801031446738 32226 1146736 358440 1473315||4430166 



531 Nordbäuser Kautabak-Arbeiter-Ge- 
I nossenschaft m. b. H 



Rohsto ff- u nd 

672 37135 49945 — 9072 — 96824 



— 185 





0) 

1 

ll 

«1 


ll 

SS 
5^ 




Passiva 




Geschäftsguthaben 
der Mitglieder 


1 




Aufgenommene An- 

lehen (Kautionen, 

Spareinlagen) 


Schulden 
auf Hypothek 


g| 
Ig 

li 
gg 


Koch zu zahlende 

Geschäftsunkosten 

und unverteilter 

Reingewinn 


h 

V> 

s 

09 


Die Genossenschaft hat 


82. 


83. 


u. 


85. 


86. 


87. 


38. 


89 


40. 


41 


42 


- JTL 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


Stck. 


Stck. 




925365 


19445S 


67185 


109521 


941825 


92428 


1551027 


3884003 


284 


13861 




3012 


147 





1645 


— 


839 


4328 


9971 


2 


200 




1152 


254 


200 


699 


— 


4924 


2377 


9606 




— 




28371 


13485 


13852 


11565 


20000 


— 


50048 


137321 


14 


— 


Kaffeerösterei seit Anfang. 


1951 


139 


43 


5450 


15000 


2112 


1185 


2588Ü 




— 




4038 


2579 


393 


2595 


15600 


299 


3414 


28918 




— 




33016 


1903 


2181 


6645 


16000 


— 


82016 


141761 




— 




2557 


78 


— 


316 


— 


6773 


4086 


13810 




— 




13016 


2401 


551 


1000 


58200 


— 


29115 


104328 




— 




4342 


893 





2100 


24610 





12663 


44608 


6 


— 




303 


138 





3000 


— 





9<)3 


4344 


— 


— 




6904 


334 





1200 


— 


5796 


5484 


19718 


2 


— 




2336 


750 


56 


— 


— 


7 


2753 


5902 


— 


— 




1026363 


217559 


84461 


145736 


1091235 


113178 


1749399 


4430165 


314 


14061 





Produktiv-Genossenschaft. 

15636 33 — 19979 — 60355 821 968241 — 1 — 



— 186 — 



1 



Verband nordwestdeutscher 

BeohnuBigf 





Ort, Firma und reclitlielii Stillung dir Bioisnnsiliift 














Summe des 


<0 




















Zeichen-Erklärung : 


a 


-1 




5 






im Ja.hrA 


d 


K.-V. = Konsumverein. H.-V. = Haushaltungs verein. 
K.-G. = Konsumgenossenschaft. 


1 


f s 


1 


1 


o 
E 


Öi 






g 


, • 


S 


¥^ 


m. b. H. = Eingetragene Genossenschaft 


*• 


• 00 


1 


1 


1 


'^. 


00 £ 


111 


^ 


mit beschränkter Haftpflicht. 


b 


1^ 


£ 


3 ' 


1 


m. u. b. H. = Eingetragene Genossenschaft 


.s 


»Ö 


Tb 


f 


% 


n: 


§1 




mit unbeschränkter Haftpflicht. 




■s 


Ul 


w 


X 




Is^ 


m. b. H. i. Liq. = Eingetragene Genossenschaft 


■g 




O 






C5 « 


^2S 


in Liquidation. 


^ 


es 








( 


as 


||3 




G. o. H. = Genossenschaft ohne Haftpflicht. 
















TT 


2. 


8. 


4. 


ft. 


6. 


7. 


8. 


9. 


10. 










M. 




M. 




ü. 


JL 


1 


Ahnsen b. Bückeburg, K.-V., m. b. H 


1896 


92 


2 


15 


15 




33491 


— 


2 


Alfeld a. d. L., K.-V-, m. b. H 


1892 


496 


1 


30 


50 




171647 


9200 


3 


Auhagen b. Sachsenhagen, K.-V., m. b. H.. 


1896 


75 


5 


15 


15 




19981 





4 


Bant b. Wilhelmshaven, K-V., m. b. H 


1888 


4327 


% 


24 


24 




1017134 


24313 


5 


Bamstorf b. Bremen, K.-V., m. u. b. H. . . 


1882 


117 


10 


10 


— 




37312 


— 


6 


Barsinghausen am Deister, H.-V., m. b. H.. 


1894 


135 


— 


25 


50 




44982 


— 


7 


» » » östl.H.-V., m.b.H. 


1894 


132 


4 


15 


50 




58300 


— 


8 


Beeke b. Obernkirchen, K.-Y., m. b. H. . . . 


1895 


244 


% 


30 


30 




78501 





9 


Borstel, Post Bernsen, K.-V., m. b. H. 


1896 


74 


% 


15 


15 




18547 


— 


10 


Bremen, K.-V., Akt.G 


1870 


10368 


A 


30 


— 


18 


1652340 


564025 


11 


Bargfeld, K.-V., m. u. b. H 


1891 


32 


1 


30 


— 




7198 


— 


12 


Bückeburg. K.-V, m. b. H 


1875 


163 


— 


30 


30 




33276 


— 


13 


Cathrinhagen, Post Bernsen, K.-V, m. b. H. 


1896 


113 


1 


15 


15 




32434 


— 


14 


Dassel, K.-V.> m. b. H 


1900 


86 


1 


25 


25 




12800 


— 


15 


Deckbergen a. Weser, K.-V., m. b. H 


1897 


80 


^ 


30 


30 




19348 


— 


16 


Delligsen b. Alfeld, K.-V., m. b. H 


1893 


221 


1 


20 


50 




59025 


— 


17 


Egestorf a. Deister, H.-V., m. b. H 


1893 


145 


— 


25 


50 




48470 


— 


18 


Eimbeckhausen a. Deister, H.-V., m. b. H. . 


1895 


102 


2 


20 


50 




32961 


— 


19 


Einbeck, K.-G., m. b. H 


1898 


292 


1 


30 


50 




61115 


— 


20 


Eidingen b. Eschede, K.-V., m. b. H 


1891 


122 


1 


30 


50 




33477 


— 


21 


Elmshorn b. Hamburg, K.-V, m. b. H 


1899 


216 


% 


30 


30 




24933 


— 


22 


Enzen-Hobbensen, K.-V, m. b. H 


1894 


131 


3 


30 


30 




33932 


— 


23 


Eschede, K.-V., m. u. b. H 


1888 


176 


4 


40 


40 




39713 


— 


24 


Eversen, Post Sülze, K.-V., m. b. H, 


1892 


84 


1 


30 


30 




17393 


— 


25 


Flensburg, K.-V., m. b. H 


1901 


531 


% 


30 


30 




68476 


— 


26 


Porste a. Harz, K.-V., m. u. b. H 


1886 


200 




15 


15 




27517 


— 


27 


Freden, K.-V., m. b. H 


1894 


220 


1 


15 


50 




67000 


? 


28 


Gelldorf b. Bückeburg, K.-V., m. b. H 


1896 


84 


% 


30 


30 




20023 


— 


29 


Glückstadt, K.-V., m. b. H 


1901 


151 


% 


30 


30 




19349 


— 


30 


Grohnde b. Hameln, K.-V., m. b. H 


1899 


80 


1 


30 


30 




13223 


— 


31 


Grossenwieden b Hess.-01dend., K.-V.,m.b. H. 


1897 


52 


3^ 


30 


30 




13532 


— 


32 


Hagenburg, Schaumbg.-Lippe, K.-V., m. b. H. 


1896 


118 


1 


30 


30 




23302 


— 


33 


Hamburg, »Produktion«, K.-V., m. b. H.. . . 


1899 


13815 


1 


30 


30 


24 


2221583 


— 


34 


» »Neue Gesellschaft« 


1856 


17000 


1.20 


— 


— 


25 


3559583 


— 


35 


Hameln, K.-V., m. b. H 


1900 


482 


— 


30 


30 




82154 


7115 


36 


Hamelspringe a. Deister, H.-V., m. b. H. . . 
Hannover, K-V, m. b. H 


1896 


67 


% 


30 


50 




13136 


— 


37 


1888 


1953 




15 


75 




271071 


84887 


38 


Harburg a. d. Elbe, K.-V., m. b. H 


1863 


2678 


% 


60 


60 




419927 


83220 


39 


Heessen b. Bad Eilsen, K-V, m. b. H 


1896 


79 


1 


25 


25 




26959 





40 


Hemelingen b. Bremen, K.-V., m. b. H. . . . 


1888 


1796 


\ 


30 


30 




472461 


— 


41 


Hildesheim, K.-V., m. b. H. 


1894 


1384 


1 


40 


40 




244573 


62980 


42 


Hilwartshausen, K.-V., m. b. H 


1900 


76 


1 


30 


30 




13398 


— 


43 


Hohnhorst bei Haste, H.-V., m. b. H 


1896 


96 


20 


50 




21951 


— 


44 


Itzehoe, K.-V., m. b. H 


1901 


214 


% 


30 


30 




30000 





45 


Kayerde b. Alfeld, K.-V., m. b. H 


1900 


138 


1 


20 


50 




25000 


— 


46 


Kiel, K.-V., m. b. H 


1899 


2312 


% 


20 


20 




391136 


— 


47 


Krainhagen b. Obemkirchen, K.-V., m. b. H. 


1896 


107 


% 


30 


30 




34315 


— 


48 


Laatzen, K.-V., m. b. H 


1900 


87 


1 


15 


50 




11050 


4269 



Konsumvereine. 

absohlttsse für 1902. 



— 187 











Berechnanfl: und Vertelluofl: dei Relnsrewlnns 










aesohifteertrag 


Getohäftsluten 


0) 

1 

|l 

< 






Reingc 


winn 




ll 


P- 


11 




Zinsen an Ge- 

noesenschafts- 

gläubiger 


> § 


^1 


II 


Davon 
sind überwiesen 


h 

3 


s 


^f 


d. Mitgliedern 


ll 


Sl 




Kl 


iti 


S 


11 


12 


18 


14 


15 


16 


17 


L8 


19 


20 


21 


22 


23 


24 


26 


JL 


A 


M. 


A 


ü. 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


% 


79 


4229 


— 


— 


61 


1498 


41 


188 


2520 


— 


2200 


240 


— 


80 


«1 





26575 


736 


5000 





21216 


— 


— 


11095 


465 


10299 


331 








43 


2857 


— 


— 


90 


928 


47 


— 


1335 


40 


1113 


134 


— 


48 


7 


— 


231690 


? 


? 


2847 


87557 


4142 


— 


137144 


— 


128161 


7683 


350 


950 


9 





1294 











881 








413 








413 











121 


4745 








210 


1581 


— 


— 


3075 





3036 





39 





6| 


190 


9345 








80 


1109 


18 


— 


8328 


— 


8328 


— 


— 


— 


14 


140 


11131 


— 


— 


253 


5657 


134 


— 


5227 


152 


4308 


507 


— 


260 


6 


— 


1861 


— 


— 


72 


974 


34 


174 


607 


— 


554 


53 


— 


— 


3 





246101 


34242 


9088 


? 


105290 


11759 





172382 


5391 


154741 


— 





12250 


7 


12 


939 








50 


452 


13 


67 


369 


— 


360 


— 





9 


5 


3 


5142 


— 


368 


137 


3989 


321 


— 


1066 


181 


850 


— 


— 


35 


•2)i 


— 


3834 


— 


— 


100 


1913 


92 


— 


1729 


— 


1613 


116 


— 


— 


5 





977 








60 


640 


— 





277 





270 


7 


— 


— 


2 


69 


2629 


— 


192 


60 


1548 


25 


41 


1216 


54 


967 


106 


— 


89 


5 





11162 








66 


4579 


— 


— 


6517 


— 


6317 


200 


— 


— 


11 


— 


6357 








124 


1985 


75 


_ 


4173 


— 


3945 


— 


— 


228 


8Ji 


7 


3943 


— 


— 


86 


1458 


32 


— 


2374 


— 


1977 


240 


— 


157 


6 


— 


9040 


— 


— 


215 


3328 


150 


— 


5347 


241 


4300 


255 


— 


551 


7 


136 


4699 








29 


2489 


64 


226 


2027 


107 


1404 


209 


— 


307 


5 





5415 











3785 


65 


248 


1317 


32 


1202 


66 


17 


— 


3 


— 


2965 


— 


— 


64 


1018 


— 


— 


1883 


— 


1180 


188 


— 


515 


4 


— 


3553 


— 


— 


10 


2240 


93 


— 


1210 


195 


1015 


— 


— 


— 


3 


— 


2074 


— 


— 


— 


1031 


18 


— 


1025 


85 


839 


94 


— 


7 


5,2 





10962 











7477 


167 





3318 


20 


2000 


98 


— 


1200 


3 





2820 


? 


? 


? 


? 


? 


? 


2820 


— 


2745 


25 


— 


50 


11 





8656 


211 


— 


— 


1960 


126 


— 


6781 


— 


6592 


— 


— 


189 


n 


— 


2186 


— 


— 


324 


701 


45 


— 


1116 


— 


976 


140 


— 


— 


6 


<». 


3049 


— 


72 


3 


2717 


51 


— 


350 


— 


332 


18 


— 


— 


n 





2380 





— 





578 


30 


. — 


1772 


65 


1193 


250 


— 


264 


10 


30 


1736 


— 





132 


999 


16 


— 


619 


— 


523 


62 


— 


34 


4 


60 


3755 


— 


— 


— 


1527 


69 


— 


2219 


140 


1715 


208 


— 


156 


'7% 


51 


329596 


— 


4232 


— 


230655 


29213 


— 


74011 


6950 


51500 


3700 


4500 


7361 


2'i- 


793 


528577 








— 


275600 


27261 


2061 


224448 


— 


200448 


4000 


— 


20000 


5Ji 


58 


13270 


763 


— 


— 


6118 


146 


— 


7827 


345 


7141 


341 


— 


— 


8 


400 


1973 


— 


— 


70 


1087 


194 


259 


763 


— 


— 


763 


— 


— 


— 


-~ 


40893 


4488 


979 


1620 


20123 


4128 


— 


20489 


— 


18889 


1600 


— 


— 


5 


._ 


48807 


4358 


15580 


3606 


41466 


1021 





22652 


— 


22520 


132 


— 


— 


5 


115 


3220 


— 





48 


1360 


20 


— 


1907 


— 


1696 


191 


— 


20 


^% 





37057 


— 


5149 


— 


18849 


1774 


— 


21583 


696 


20400 


487 


— 


— 


5i 


— . 


45132 


4608 


33781 


11353 


47149 


5721 


— 


19298 


752 


17470 


790 


286 


— 


^)i 


__ 


2717 








32 


1177 


15 





1493 


415 


778 


15 


31 


254 


9 





2825 


— 


— 


114 


1198 


45 


— 


1468 


— 


549 


919 


— 


— 


3 


._ 


3842 


— 


— 





3334 


— 


— 


8 


— 


— 


— 


— 


8 


— 


^- 


6867 


— 


— 


30 


1429 


43 


— 


5365 


— 


4750 


536 


— 


79 


9% 





45416 





— 





37006 


799 





7611 


491 


6657 


463 


— 


— 


ü 


._ 


4151 


— 


— 


60 


1601 


51 


— 


2439 


44 


2096 


244 


— 


55 


6% 


18 


1408 


427 


— 


40 


1018 


77 


— 


718 


— 


637 


27 


— 


54 


4 



— 188 — 



— 


Ort. Flrna und raeHtiichfl Stiliwg ier Gemsaiischilt 





■ 








a. 




1 


Zeichen-Erklärung : 


1 


SS 




• 






im J^'hrft 


5 


K.-V. = Konsumverein. H.-V. = Haushaltimge verein. 
K.-G. = Konsumgenossenschaft. 


11 


1 

i 


1 


1 


^1 






3 


, 


p 


^ 


m. b. H. = E.ngetraKene Genossenschaft 


uS 


«0 


E 


"O« 


§s 


p-Sd- 


o 


mit beschränkter Haftpflicht. 




.£ ^ 


1 


£ 


1 


i| 


11 


^?- 


1 


m. u. b. H. = Eingetragene Genossenschaft 


1 


»'S 


JB 




|a| _ 


mit unbeschränkter Haftpflicht. 




SS"-» 


bj 


§ 


z 




II 


1 


m. b. H. i. Liq. = Eingetragene Genossenschaft 


■5 


i 




(S 




g 


o- 


tio 


in Liquidation. 










CP 


fiS 




G. o. H. = Genossenschaft ohne Haftpflicht. 
















TT 


2. 


8 


4 J 


5 


6 


7 


8 


9 


10 














A 




A 


JL 


49 


TiRiigreder a. Deister, H.-V., m. b. H 


1895 


61 


— 


10 


50 




13938 


— 


50 


Lauenberg, K.-V., m. b. H 


1901 


53 


% 


25 


25 




7978 


— 


51 


Levesen b. Bückeburg, K -V., m. b. H 


1894 


73 


l 


30 


30 




23266 


— 


52 


Linden b. Hannover, H.-V., m. b. H 


1885 


2845 


1,20 


15 


50 




591269 


261221 


53 


Lindhorst b. Haste, K.-V., m. b- H 


1896 


166 


% 


15 


15 




40962 


— 


54 


LiDgen a. d. Ems, £.-V., m. b. H 


1885 


280 


1 


15 


15 




31022 


— 


55 


Loccam, K.-V., m. b. H. . . •. 


1899 


123 


1 


30 


30 




30336 


— 


56 


Lübz, K.-V., m. b. H 


1902 


165 


% 


30 


30 




19915 


— 


57 


Luhden, K.-V., m. b. H 


1901 


45 


3 


30 


30 




16781 


— 


58 


Lüneburg, K.-V., m. b. H 


1901 


487 


1 


30 


30 




63126 


— 


59 


Meinsen b. Bückeburg, K.-V., m. b. H 


1896 


52 


j^ 


15 


15 




13907 


— 


60 


Merbeck b. Stadthagen, K.-V., m. b. H 


1894 


130 


% 


15 


15 




32249 


— 


61 


Gr. Nenodorf, Bad, H.-V., in. b. H 


1895 


124 


1 


5 


50 




23000 


— 


62 


Neuhof b Lamsprincre, K.-V., m. b. H. ... 


1894 


70 


3 


15 


15 




8417 


— 


63 


Neumünster, K -V., m. b. H 


1901 


442 


% 


30 


30 




59389 


— 


64 


Niedemwöbren b. Stadtha^en, K.-V., m. b. H. 


1894 


188 




30 


30 




52952 


— 


65 


Nienstädt b. Sülbeck, K.-V., m. b. H 


1894 


318 


^ 


30 


30 




105060 


— 


66 


Nienstedt b. Eimbeckhausen, H.-V., m. b. H. 


1895 


69 




30 


50 




19621 


— 


67 


Nordsehl b. Stadthagen, K.-V., m. b. H.. . . 


1895 


98 


% 


30 


30 




19958 


— 


68 


Ohndorf b. Bad Nenndorf, H.-V., m. b. H.. 


1896 


56 




10 


50 




17305- 


— 


m 


Oldenburg i. G., K.-V., m. b. H 


1866 


4514 


1 


20 


20 




1175838 


324165 


70 


Peine, Allg. K.-V., m. b. H 


1899 


423 


2 


20 


20 




101204 


2064 


71 


Pollhagen b. Stadtbagen, K.-V., m b. H... 


1895 


53 


% 


15 


15 




21035 


— 


72 


Rehren b. Bad Nenndorf, H-V., m. b. H. . 


1896 


79 




10 


50 




25219 


— 


78 


Rolfshagen b. Obemkirchen, K.-V., m. b. H. 


1896 


109 


% 


80 


30 




31828 


— 


74 


Salzdetfurth, K.-V., m. b. H 


1902 


256 


1 


15 


15 




26933 


22227 


75 


Scharmbeck-Osterholz, K.-V., m. b. H 


1894 


345 


^ 


30 


30 




49559 


— - 


76 


Scharzfeld a. H., K.-V., m. b. H 


1^1 


244 


6 


15 


15 




€4079 


— 


77 


Sehlde a. d. Innerste, K.-V.. m. b. H 


1880 


200 


9 


9 


30 




43467 


— 


78 


Seblem b. Alfeld, K.-V., m. b. H 


1896 


89 


10 


10 


50 




15426 


— 


79 


Sieversbausen, K.-V., m. b. H 


1900 


117 


3 


20 


20 




16537 


— 


8(> 


Soltau, K.-V., m. b. H 


1901 


265 


% 


60 


60 




37691 


— - 


81 


Stadthagen, K.-V., m b. H 


1892 


861 




30 


30 




203570 


— 


8J 


Steinbergen b. Bad Eilsen, K.-V., m. b. H. 


1896 


66 


i 


25 


25 




18540 


— 


85 


Steinhude, K.-V., m. b. H 


1893 


350 


1 


30 


30 




112973 


— 


84 


Südhorsten b. Kircfahorsten, K.-V., m. b. fi. 


1895 


70 


^ 


15 


15 




19301 


— 


85 


Sülbeek, Sehanaaburg-Lippe, K.-V., m. b. H. 
Tallensen b. Bückeburg, K..V., m. b. H. . . . 


1895 


143 


% 


25 


25 




46729 


— 


86 


1895 


62 


jj 


20 


20 




19767 


— 


87 


Vehlen b. Bückeburg, K.-V., m. b. H 

Verden a. d. Aller, H.-V., m. b. H. 


1896 


131 


% 


20 


20 




4149S 


— 


88 


1894 


177 




30 


30 




24961 


30^ 


89 


Wardböhmen b. Bergenb. Cdk,K.-V., m. b.H. 


1895 


99 


— 


30 


30 




26929 


— ' 


90 


Wendhag«n b. Stadthagen, K.-V., m. b. H. 


1897 


^7 


— 


30 


30 




47620 


— 


91 


Wilhelmsburg b. Hwlmrg, K.-V., m. b. H. 
Wölpinghausefa b. Bad Rehburs^, K.-V.. m. b. H. 


1896 


421 


"k 


20 


20 




66000 


— 


92 


1896 


70 


1 


30 


30 




12691 


— - 


93 


Woltershausen b. Alfeld, K.-V., m. b. H. . . 


1894 


76 


1 


14 


25 




18026 


— 


94 


Wunstorf, H.-V., m b. H 


1899 


240 


1 


30 


30 




62473 


26a 




Summen aus 94 Vereinen 




77305 








211 


15191365 


1450246^ 



— 189 — 











Berechnung und Verteilunir des Reingewinns 










Gesohlftsertrag 


Gesohanslasten 


li 

< 


Reingewinn 




aus dem Ge- 
nossenschafts- 
lager 


iii 

11^ 


"^1 


Iti 

m 

Na p 




4 
1 


«QQ 


Davon 
sind überwiesen: 


1 

P 


li 

il 


^ 


d. Mitgliedern | 


^1 






^1' 


8: 

g, f 


11 


12 


18 


14 


15 


16 


17 


18 


19 


20 


21 


22 


23 


24 


26 


Jd 


i M. 


. A 


A 


A 


<^ 


M. 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


% 





1357 


— 


— 


84 


236 


28 


26 


983 


— 


696 


287 





— 


5 


143 


1095 


. — 


— 


67 


715 


14 


16 


426 


— 


388 


15 





23 


5 





2305 


— 


^~ 


44 


1354 


27 


— 


880 


55 


737 


88 


— 


— 


3,3 


— 


89326 


16574 


4364 


4643 


35541 


6281 


— 


63799 


— 


57144 


4723 


1000 


932 


7 





3266 








48 


1902 


54 





1262 


83 


1075 


104 





— 


5 





2939 


— 


— 


— 


1706 


— 





1233 


— 


1182 


51 





— 


4 





2773 


— 


— 


168 


1371 


Ö5 





1199 


70 


1013 


116 





— 


5 


— 


3100 


— 


— 


— 


2423 


75 





602 


43 


398 


— 


— 


161 


2 


— 


1979 


— 


— 


64 


920 


42 


67 


886 


— 


788 


98 


— 


— 


4Vi 





11624 











7467 


261 





3896 


92 


3156 


195 





453 


5 





1797 





66 





789 








1074 


— 


694 


78 





302 


5 


105 


3459 





87 


42 


2166 


37 





1406 





1041 


141 





224 


6 


— 


2409 


— 


• — 


100 


694 


41 


308 


1266 


— 


1098 


127 





41 


5 


28 


1121 


— 


— 


— 


500 


26 





1121 


— 


570 


— 


— 


25 


8 





8690 





— 





6120 


104 





2466 


137 


2252 


53 





24 


4 





3558 








108 


3754 











— 











— 


— 





11822 





— 


— 


3151 


48 





8623 


350 


7071 


862 





340 


7 


36 


2411 


— 


— 


80 


552 


33 





1782 


68 


1673 








41 


8Vt 


23 


1852 


— 


— 


38 


982 


58 





797 


39 


614 


80 





64 


4 





1301 


— 


— 


152 


762 


30 





357 


— 


241 


116 


— 


— 


IV« 


72 


150550 


22578 


31303 


2299 


54604 


4600 


30 


142970 


3824 


138914 


— 


100 


132 


9«/i 


2138 


18766 


206 


— 


124 


8416 


320 


1602 


10648 


— 


10054 


213 


— 


381 


10 





1018 





— 


41 


640 


35 





302 





270 


32 





— 


IV. 





2578 


— 


— 


100 


925 


43 





1510 





750 


760 





— 


5 





4179 


— 


— 


144 


1878 


102 





2055 


88 


1643 


324 





— 


6 


— 


5693 


1627 


— 


- 


2112 


512 





4696 


— 


4013 


260 


— 


— 


10 


— 


7287 


— 


— 


557 


3293 


357 


— 


3080 


111 


2478 


491 


— 


— 


5 


37 


9044 


— 


— 


— 


4148 


31 


— 


4902 


140 


4762 


— 


— 


— 


10 


? 


3303 


? 


? 


? 


? 


? 


? 


3303 





3117 


— 





186 


11 





2686 





— 




1141 


17 





1528 


32 


1307 


189 





— 


9 





2813 


— 


— 


40 


1810 


38 





925 


42 


838 


45 





— 


6 





6618 


— 


— 





3143 


100 


— 


3375 


258 


2081 


338 


— 


698 


6 


— 


20134 


— 


3653 


715 


9452 


999 





12621 


570 


10193 


1200 


— 


658 


7 


10 


2704 


— 


— 


80 


1435 


36 


— 


1163 


51 


973 


110 


— 


29 


6 


918 


18029 


— 


— 


— 


6129 


112 





12706 


400 


11725 


154 


— 


427 


11 





2024 


— 


— 


246 


888 


33 





857 





771 


86 





— 


4 


7 


4574 


— 


— 


72 


2297 


87 





2125 


121 


1916 


88 


— 


— 


4 





2336 


— 


— 


61 


1518 


44 





710 


— 


639 


71 


— 


— 


3V. 





4432 


— 


— 


80 


2023 


73 


— 


2256 


— 


2107 


149 


— 


— 


5V. 





5208 


60 


— 





4080 


71 





1117 


— 


1101 








16 


4Vi 





2717 


— 


— 


66 


1H60 


37 


3« 


1218 


— 


1077 


141 





— 


4 





3574 


— 


-s— 


90 


, 1698 


74 


— 


1712 


335 


1222 


155 


— 


— 


5 





6687 


— 


— 


714 


1 4506 


— 


— 


1467 


49 


1271 


147 


— 


— 


3 


— 


1926 


— 


— 


60 


828 


28 


— 


■ 1010 


— 


849 


101 


— 


60 


7 





2466 





— 


40 


510 


44 


70 


1802 


— 


1620 


182 


— 


— 


9 


— 


8899 


24 


— 


26 


4021 


85 


— 


4791 


109 


4153 


468 


— 


61 


8 


5842 


2211253 


90902 


113914 


33242 


1158235 


103207 


5419 


1122112 


23928 


1002261 


38689 


6323 


50911 





— 190 — 







Verband 


nor 


dwestdeutsc 


her 


M 


Ort, Firma und rBchtliche Stellung der GEnas^Enschaft 


Bilanz 


a 


Zeichen-Erklflrang: 








Aktiva 






i 


K.-V. = Konsumverein. H.-V. = Haushaltsverein. 
K.-G. = Konsumgenossenschaft. 














'O 


|g|| 


• Utü 


B 


»d 


-S^S 


•Ö 


Ö5 


m. b. U. = Eingetragene Genossenschaft 


1 


s|s 






sS^ 


S 


mit beschränkter Haftpflicht. 


^1 


A§ 


1^ 




g 


m. u. b. H. = Eingetragene Genossenschaft 


||^| 


|l| 


St 


i 


mit unbeschränkter Haftpflicht. 


fl 




Iß 


^ 


B^Q ä 


sgs 


3 


m. b. H. i. Liq. = Eingetragene Genossenschaft 


OQ 


illl 


«So 


•§ 


^s25 




in Liquidation. 


1 


lll 


1 


1 




G. 0. H. = Genossenschaft ohne Haftpflicht. 


^ 


"^'SiSS) 


Tj 


2. 


26. 


27. 


28. 


29. 


30. 


81. 


82. 






A 


M. 


A 


JL 


A. 


A 


A 


1 


Ahnsen b. Bückebur^r, K.-V., m. b. H.. 


1346 


3651 





362 




827 




2 


Alfeld a. d. L , K.-V., m. b. H 


3313 


18869 





6373 


50791 


684 


3000 


3 


Aubagen b. Sacbsenhagen, K -V., m. b. H. 


176 


4759 


460 


162 





538 





4 


Bant b. Wilhelmshaven, K.-V., m. b. H. 


137 


93883 


6816 


20392 


166746 








5 


BarDstorf b. Bremen, K.-V., m. u. b. H. 


— 


833 


300 







1945 





6 


Barsinghausen a. Deisler, H.-V., m. b. H. 


1739 


7234 


— 


557 


— 


4506 


— 


7 


» » » Ö8tl.,H.-V., m.b.H. 


11155 


2744 


— 


163 





992 





8 


Beeke b. Obemkirchen, K.-V., m. b. H. 


1019 


12827 


5573 


2132 


8737 








9 


Borstet, Post Bemsen, K.-V., m. b. H. 


195 


4033 





170 





1187 





10 


Bremen, K.-V., Akt.-G 


11732 


167572 


62865 


9800 


467610 




4200 


11 


Bargfeld, K.-V., m. u. b. H 


106 


1878 


— 


163 





559 




12 


Bückeburg, K.-V., m. b. H. 


1863 


8237 


177 


1069 


32100 


— 


1500 


13 


Cathrinhagen, Post Bemsen, K.- V., m.b. H. 


1642 


4917 


— 


200 


— 


686 


— 


14 


Dassel, K.-V., m. b. H 


418 


3475 


— 


519 


— 


9 


— 


15 


Deckbergen a. Weser, K.-V., m. b. H.. 


652 


2645 


1009 


228 





376 





16 


Delligsen b. Alfeld, K..V., m. b. H. . . . 


4610 


10343 


97 


819 





872 





17 


Egestorf a. Deister, H.-V., m. b. H 


3349 


6437 


2744 


678 





2853 





18 


Eimbeckhausen a. Deister, H.-V., m. b. H. 


126 


5736 


— 


97 


— 


4541 





19 


Einbeck, K.-G., m. b. H 


180 


9377 


764 


1352 


16200 


953 





20 


Eidingen b. Eschede, K.-V., m. b. H. . 


815 


10374 


5348 


577 


— 


— 


— 


21 


Elmshorn b. Hamburg, K.-V., m. b. H. 


91 


3658 


1444 


681 








1000 


22 


Enzen-Hobbensen, K.-V., m. b. H 


50 


8181 


— 


622 


"^ 


— 





23 


Eschede, K.-V, m. u. b. H 


257 


5496 


6 


481 


610 


7254 


— 


24 


Eversen Post Sülze, K.-V., m. b. H. . . 


713 


2633 


345 


287 


_ 








25 


Flensburg, K.-V., m. b. H 


2775 


9183 


487 


2994 








3400 


26 


Porste a. Harz, K.-V., m. u. b. H 


675 


5739 


892 


572 





— 


— 


27 


Freden, K.-V, m. b. H 


4332 


7688 


4400 


17 


— 


— 


— 


28 


Gelldorf b. Bückeburg, K.-V., m. b. H. 


377 


5588 


— 


448 


6895 


— 


— 


29 


Glückstadt, K.-V., m. b. H 


168 


4356 


391 


971 


— 


— 


1000 


30 


Grohnde b. Hameln, K.-V., m. b. H. . . 


345 


2529 


1200 


243 











31 


Grossenwieden b.Hess.-01d.,K.-V., m. b.H. 


614 


5265 


— 


244 


— 


673 


— 


32 


Hagenburg, Schmbg.-Lippe, K.-V.,m.b.H. 


89 


7063 


28 


617 


— 


1077 


— 


33 


Hamburg, »Produktionc, K.-V., m. b. H. 


33981 


256556 


35298 


107269 


649961 


— 


— 


34 


» »Neue Gesellschaft« 


69509 


201538 


202784 


41500 





— 


26000 


35 


Hameln, K.-V., m. b. H 


11982 


9898 


343 


1313 


— 


— 


600 


36 


Hamelspringe a. Deister, H.-V., m. b. H. 


203 


5013 


1169 


— 


— 


1036 


— 


37 


Hannover, K.-V., m. b. H 


607 


41340 


1500 


9708 


241300 


1436 


— 


38 


Harburg a. d. E., K.-V., m. b. H 


2482 


54169 


13606 


25059 


100500 


2691 


201 


39 


Heessen b. Bad Elisen, K.V., m. b. H. 


2177 


3422 


— 


262 





56 


— 


40 


Hemelingen b. Bremen, K.-V., m. b. H. 


19358 


88576 


2348 


4325 


37500 


— 


— 


41 


Hddesheim, K-V., m. b. H 


3488 


86414 


1354 


46000 


227400 


7073 


4700 


42 


Hilwartshausen, K.-V, m. b. H 


76 


3440 


— 


400 





— 


300 


43 


Hohnhorst b. Haste, H.-V, m. b. H. . . 


139 


4558 


— 


403 


— 


3214 





44 


Itzehoe, K.-V., m. b. H 


113 


2901 


510 


915 


— 


— 


— 


45 


Kayerde b. Alfeld, K.-V., m. b. H 


1181 


7896 


10 


681 


— 


— 


— 


46 


Kiel, K.-V., m. b. H 


3186 


39698 


2480 


9165 





7758 





47 


Krainhagen b.Obemkirchen, K.-V.,m.b.H. 


4139 


3129 


— 


463 


— 


483 


— 


48 


Laatzen, K.-V., m. b. H 


210 


3025 


74 


694 


— 


— 


— 



i 



— 191 



Konsumvereine, 



am Jahresschlüsse 



f 


PH»8lva 


^ 


H 
1 


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1 


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1 11- 


1 -l^i. 


43. 


A 


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A 


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A 


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M. 


A 


A 


A 


A 


618(^ 


1202 


964 


— 


200 


— 


— ► 


365 


1300 


215F) 


6186 


83030 


9293 


10370 


22 


21484 


21000 


— . 


376G 


6000 


11095 


83030 


6095 


1036 


842 


40 


1900 


— 


^— 


548 


300 


142^^ 


6095 


287974 


7Ö530 


37334 


2000 


— 


90600 


— 


5498 


— , 


74012 


287974 


302S 


1150 


1284 


— 


-^ 


— 


— 


— 


— 


644 


3078 


14036 


3033 


lüOÜ 


— 


2700 


— 


. 


3128 


1100 


3075 


14036 


15054 


1820 


1203 


-^ 


— 


— 


_ 


403 


2000 


9628 


15054 


30288 


4132 


2143 


— ^ 


3000 


4000 


— 


9G29 


2500 


4884 


30288 


5585 


949 


213 


— 


^- 


— 


— • 


1752 


1800 


871 


5585 


72377f* 


186062 


60219 


— 


^— 


284500 


^- 





16600 


176398 


723779 


2706 


870 


240 


10 


990 


^^ 


— 


— 




596 


2706 


4494b 


4053 


5000 


— 


2800 


30000 


— 


13 


2000 


1080 


44946 


7445 


1615 


704 


— 


^ 


— 


— . 


— 


2400 


2726 


7445 


4421 


1091 


27 


— 


1500 


— ^ 


^ 


1130 


100 


573 


4421 


4910 


1741 


518 


— 


— 


— 


— 


41 


1500 


1110 


4910 


17741 


4398 


4376 


.^ 


— 


— 


— 


43 


1650 


7279 


17741 


16061 


3149 


1000 


— 


900 


— 


— . 


2247 


4050 


4715 


16061 


10500 


1475 


1398 


— 


1150 


■^- 





2946 


1000 


2531 


10500 


28826 


5229 


2100 


— 


— 


8000 


3600 


3805 


1000 


5092 


28826 


17114 


3135 


1944 


239 


600 


— 


— 


9243 





1953 


17114 


6874 


2019 


206 


18 


1141 


— 


— 


1173 


1000 


1317 


6874 


8853 


3487 


1116 


— 


300 


— 


— 


305 


1300 


2345 


8853 


14104 


6505 


1816 


— 


— 


— 


— 


3923 


300 


1560 


14104 


3978 


2127 


653 


— 


— 


— 


— 


— 





1198 


3978 


18839 


5152 


268 


— 


— 


— 


. — 


6281 


3400 


3738 


18839 


7878 


2584 


1474 


— 


— 


— 


— 


— 


1000 


2820 


7878 


16437 


3324 


3478 


49 


— 


— 


__ 


1430 


1000 


7156 


16437 


13308 


2021 


764 


— 


3100 


3600 


— 


1371 


1400 


1052 


13308 


6886 


2248 


85 


— 


313 


— 


— 


2890 


1000 


350 


6886 


4317 


1795 


750 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


1772 


4317 


6796 


1339 


386 


— 


900 


— 


— 


1607 


1100 


1464 


6796 


8874 


3501 


1151 


— 


— 


— 


— 


2003 





2219 


8874 


1083065 


176156 


14775 


13751 


401017 


235000 


21389 


114167 


23700 


83110 


1083065 


541331 


46708 


30000 


20000 


— 


— 


— 


240979 


— 


203644 


541331 


24136 


11155 


919 


— 


— 


— 


— 


2775 


600 


8687 


24136 


7421 


1122 


639 


— 


1400 


— 


— 


3497 





763 


7421 


295891 


18777 


13114 


1200 


27500 


200000 


— 


6944 


7100 


21256 


295891 


198708 


34827 


16375 


1937 


32129 


45000 


— 


37549 


8023 


22868 


198708 


5917 


1660 


1320 


— 


— 


— 


— 


— 


1200 


1737 


5917 


152107 


22179 


13680 


— 


— 


42900 


— 


42060 


4500 


26788 


152107 


376429 


24803 


6135 


1004 


17960 


213000 


4877 


83628 


4700 


20322 


376429 


4216 


1249 


29 


234 


700 


— 


— 


— 


300 


1704 


4216 


8314 


870 


2175 


— 


1840 


— 


— 


748 


1000 


1681 


8314 


4439 


2715 


— 


— 


— 


— 


— 


1716 





8 


4439 


9768 


2592 


867 


— 


— 


— 


— 


194 


750 


5365 


9768 


62287 


28723 


1741 


— 


6739 


— 


— 


16231 


1242 


7611 


62287 


8214 


2018 


814 


160 


— 


— 


— 





1500 


3722 


8214 


4003 


809 


176 


— 


500 


— 


— 


1300 


500 


718 


4003 



192 — 





Ort Firai und rBtbtllelX StiHuna dr BflnDiiiaschiit 


Btlaitt 


1 


bricht ii-ÜLrkJnninir : 

K.-V. = Konsumverein. H.-V. = Haushaltsverein. 

K.-G. = Konsumgenossenschaft. 








Aktiva 




o 


fO 


•d * 


^ll 


5 


•d 


bei 
lern 
tab- 
iren 


'S 


Ä 


m. b. H. = Eingetragene Genossenschaft 


S 


|||| 


fl 


SÜa 


(P 


mit beschränkter Haftpflicht 


^Zt 




r§S 


CD ®^fe 




ß 


m. u. b. H. = Eingetragene Genossenschaft 




iU 


s% 


2:S 


Ausst&ndi 
den Mitglj 
füraulKre 
gelassene^ 


£ 


mit unbeschränkter Haftpflicht. 


(3 


s p 


11 


1 


m. b. H. i. Liq. = Eingetragene Genossenschaft 


S 


Ware 

und 

aac 

InveB 


g a o 


o 


¥ 


in Liquidation. 


1 


«•o^ 


1 


mi^ 




G. 0. H. = Genossenschaft ohne Haftpflicht. 


^ 


M 


IT 


2. 


26. 


27. 


28. 


29. 


80. 


81. 


32. 






M. 


A 


A 


A 


A 


A 


A 




Übertrag: 
Langreder a. Deister, H.-V., m b. H. . 
















49 


1338 


2798 


— 


294 


— 


— 


— 


50 


Lauenbersr, K.-V., m. b H 


9 


2500 


— 


140 


— 


— 


— 


51 


Levesen b. Bückeburg, K.-V., m. b. H. 


173 


3198 


— 


248 


— 


531 


— 


52 


Tiinden v. Hannover, H.-V., m. b. H. . 


20401 


46871 


53251 


12693 


295000 


— 


— 


53 


Lindhorst b. Haste, K.-V., m. b. H.... 


388 


10229 


— 


599 





2279 


— 


54 


Lingen a. d. Ems, K.-V., m. b. H 


3391 


8245 


— 


47 


— 


— 


500 


55 


Loccum, K.-V., m. b. H 


651 


7063 





317 





4053 





56 


Lübz, K.-V., m. b. H 


329 


8290 


250 


891 





328 


— 


57 


Luhden, K.-V., m. b. H 


955 


1719 





347 





— 


— 


58 


Lüneburg, K.-V., m. b. H 


1186 


9555 


1452 


2365 


— 


— 


1000 


59 


Meinsen b. Bückeburg, K.V., m. b. H. 


1417 


2040 


— 


250 


— 


— 


— 


60 


Merbeck b. Stadthagen, K.-V., m. b. H. 


1081 


5055 


— 


477 


— 


500 


— 


61 


Gr. Nenndorf, Bad, H.-V., m. b. H. . . . 


861 


2676 





376 





1411 


500 


62 


Neuhof b. Lamspringe, K.-V., m. b. H. 


981 


2711 


394 


245 





27 


— 


63 


Neumünster, K-V., m. b. H 


171 


8650 


393 


1972 


— 


— 


500 


64 


Niedemwöhren b. Stadthg.. K.-V., m.b.H. 


110 


10555 


2442 


713 


— 


647 


— 


65 


Nienstädt b. Sülbeck, K.-V, m. b. H. . 


4684 


14821 





436 








3000 


66 


Nienstedt b. Eimbeckhsn.. H.-V., m. b H. 


683 


4494 


53 


302 


— 


2412 


— 


67 


Nordsehl b. Stadthagen, K.-V., m. b. H. 


450 


4374 


— 


521 


— 


1286 


— 


68 


Ohndorf b. Bad Nenndorf, H.-V., m. b. H. 


? 


? 


? 


? 


? 


? 


? 


69 


Oldenburg i. G., K.-V., m. b. H 


12137 


138539 


13437 


9093 


129323 


— 


— 


70 


Peine, AUg. K.-V., m. b. H 


7401 


16000 


— 


2880 


— 


1597 


600 


71 


PoUhagen b. Stadthagen, K.-V., m. b. H. 


95 


2935 


— 


310 


— 


1239 


— 


72 


Kehren b. Bad Nenndorf, H.-V., m. b. H. 


1018 


4521 


76 


134 





1340 


— 


73 


Rolfshagen b. Obemkirch., K.-V., m. b. H. 


201 


7083 


1353 


206 





2772 


— 


74 


Salzdetfurth, K.-V., m. b. H 


384 


8700 


2145 


1000 


— 


669 


900 


75 


Scharmbeck-Osterholz, K.-V., m. b. H.. 


970 


8867 


1562 


727 


13643 


2364 





76 


Scharzfeld a. H., K.-V., m. b. H 


5388 


9614 





283 








566 


77 


Sehlde a. d. Innerste, K.-V, m. b. H.. 


764 


6873 


2746 


134 





— 


— 


78 


Sehlem b. Alfeld, K.-V, m. b. H 


930 


3366 


— 


155 





41 


306 


79 


Sievershausen, K.-V., m. b. H 


545 


4384 





690 





600 


— 


80 


Soltau, K.-V., m. b H 


626 
9413 


5874 
27364 


2776 
362 


897 
1950 


14200 


— 


__ 


81 


Stadthagen, K.-V., m. b. H 


— 


82 


Steinbergen b. Bad Elisen, K.-V., m. b.H. 


1808 


4182 


— 


422 


— 


524 


— 


83 


Sti>inhude, K.-V., m. b. H 


6366 


12282 


2000 


1009 


— 


6327 


— 


84 


Südhorsten b. Kirchhorsten, K.-V., m. b.H. 


76 


4784 


— 


299 


— 


141 


— 


85 


Sülbeck, Schaumbsr.-Lippe, K.-V., m. b. H. 


45 


8398 


— 


450 


— 


— 


— 


86 


Tallensen b. Bückeburg, K.-V., m. b. H. 


215 


4014 


— 


391 





253 


— 


87 


Vehlen b. Bückeburg, K.-V., m. b. H. 


879 


5354 


— 


661 


— 


338 


— 


88 


Verden a. d. Aller, H.-V., m. b. H 


2446 


3422 


8000 


639 





743 


4642 


89 


Wardböhmenb.Berg.b.Celle,K.-V.,m.b.H. 


143 


6931 


— 


330 


— 


3397 


— 


90 


Wendhagen b. Stadthagen, K.-V., m. b. H. 


768 


7204 


— 


777 


— 


3689 


1500 


91 


Wilhelmsburg b. Harburg, K-V., m. b. H. 


332 


7275 


627 


2661 


— 


— 


882 


92 


Wölpinghaus. b. Bad Rehbg.. K.- V.,m.b.H. 


391 


4700 


— 


261 


— 


1539 


— 


93 


Woltershausen b. Alfeld, K.-V., m. b. H. 


1709 


2986 


— 


181 


— 


— 


— 


94 


Wunstorf, H.-V., m. b. H 


152 


7594 


2272 


767 


— 


1777 


— 




Summe aus 94 Vereinen 


303351 


1737866 


452413 


:]52G87 


2458516 


97003 


60797 



— 193 — 



am JahresschliMse 



f 


PaMiva 


j 


1 

11 

st 

OD 

1 


als 

111 


'S 

{ 


Dispositions- 
fonds und 
andere aus dem 

Reingewinn 
gebildete Fonds 




II 

|n3 


ii 


1 1 

M 
^ 1 


Kautionen der 

Vorstands- 
mitglieder und 
Angestellten 


Noch 2U 
«ahlende Ge- 
schäftsunkosten 
andunverteilter 
Reingewinn 


1 


38. 


84. 


85. 


86. 


87. 


38. 


89. 


40. 


41. 


42. 


48. 


M. 


A 


M, 


X 


JL 


M. 


X 


A 


A 


A 


JH. 


4430 


481 


646 





1200 











900 


1203 


4430 


2649 


518 


10 


— 


1000 


— 


— 


591 


— 


530 


2649 


4150 


1598 


491 





500 


— 


— 


81 


600 


880 


4150 


428216 


28141 


25612 


8710 





188000 


101490 


— 


8200 


68063 


428216 


13495 


2292 


827 


— 


1200 


— 


— 


7014 


900 


1262 


13495 


12183 


2890 


3550 


— 


— 


— 


— 


3474 


500 


1769 


12183 


12084 


2202 


239 





3400 





— 


5044 


— 


1199 


12084 


10088 


1086 


82 





72 


— 


— 


8246 


— 


602 


10088 


3021 


395 


121 


— 





— 


— 


— 


1600 


905 


3021 


15558 


7453 


1 


— 


56 


— 


— 


3152 


1000 


3896 


15558 


3707 


750 


304 





600 








190 


— 


1863 


3707 


7113 


1679 


716 





1050 





— 


1968 


— 


1700 


7113 


r>824 


630 


703 





2500 


— 


— 


119 


500 


1372 


5824 


435H 


1008 


1185 


— 


— 


— 


— 


1220 


— 


945 


4358 


llGSß 


4577 


221 














3922 


500 


2466 


11686 


14467 


4239 


728 











— 


7662 


1600 


238 


14467 


221^41 


8756 


3606 


156 


— 


— 





— 


1800 


8623 


22941 


7944 


1715 


1000 








— 


— 


1429 


1852 


1948 


7944 


6fi31 


1172 


513 





550 


— 


— 


3279 


400 


717 


6631 


? 


? 


? 


? 


? 


? 


? 


? 


? 


? 


? 


302529 


76511 


25000 


385 


36861 


31600 


51800 


— 


6324 


74048 


302529 


28478 


6943 


944 





2525 





— 


7031 


600 


10435 


•28478 


4579 


779 


246 





800 


— 


— 


1277 


900 


577 


4579 


7089 


740 


1279 





2000 


— 


— 


971 


500 


1599 


7089 


11615 


2208 


1219 





1800 








1166 


1800 


3422 


11615 


13798 


555 


260 





1600 





— 


5797 


900 


4786 


13798 


28133 




1996 





— 


13157 


— 


9300 


600 


3080 


28133 


15851 


3565 


6000 


384 


— 


— 


— 


— 


1000 


4902 


15851 


10517 


1773 


4137 


— 


— 


— 


— 


688 


616 


3303 


10517 


4798 


713 


561 











— 


1683 


300 


1541 


4798 


6119 


1472 


34 





1000 


— 


— 


2597 


— 


1016 


6119 


10173 


5589 


146 


6 





— 


— 


457 


600 


3375 


10173 


53289 


15425 


6400 





1401 


4500 


10044 


— 


2200 


13319 


53289 


6936 


1286 


750 





1000 








1788 


1000 


1112 


6936 


27984 


10092 


5186 







— 


— 


— 


— 


12706 


27984 


5300 


931 


379 





1000 


— 


— 


1133 


1000 


857 


5300 


8893 


3148 


1212 





— 


— 


— 


708 


1700 


2126 


8893 


4873 


1215 


655 





800 








685 


800 


718 


4873 


7232 


2018 


958 


— 




— 


— 


— 


2000 


2256 


7232 


19892 


3777 


4000 


6498 


— 


— 


— 


— 


4500 


1117 


19892 


10801 


3132 


648 


962 


2000 


— 


— 


2820 


— 


1239 


10801 


13938 


4660 


1041 





2250 








1975 


2300 


1712 


13938 


11777 


1492 


66 





5000 


— 


— 


2714 


882 


1623 


11777 


6891 


1863 


467 


137 


1500 


— 


— 


1832 


— 


1092 


6891 


4876 


902 


899 





— 


— 


— 


453 


1000 


1622 


4876 


12562 


4750 


1149 


227 


650 


— 


— 


658 


— 


5128 


12562 


5462633 


953544 


353972 


58129 


606978 


1414857 


193200 


710452 


163789 


1007712 


5462633 



13 



— 194 — 

Das Knrbad für die Unterweserorte, •. O. m. b. B., mit dem 
Sitze in Bremerhayen ist errichtet, Heilbäder an Mitglieder und Nicht- 
mitglieder zu verabreichen ; die Mitglieder gemessen Vorzugspreise. Die 
Genossenschaft ist 1899 errichtet. Im Geschäftsjahre 1902 wurden 17 114 Bäder 
verabreicht. 

Die gesamten Betriebseinnahmen betrugen 12 417 il. 

Davon gehen ab : 

Gehälter und Löhne 4362 Jü. 

Gezahlte Zinsen 1 759 » 

Verbrauchte Materialien 3 742 > 

Sonstige Betriebsunkosten 427 > 10 290 > 

Betriebsüberschuss 2 127 iL 

Bankzinsen 51 > 

Gewinn... 2178 it. 
Derselbe ist verwendet zu 

Abschreibung auf Hauskonto (ca. 3^/o) 1 575 it. 

Abschreibung auf Inventarkonto (lO^/o) 325 > 

Dotierung des Reservefonds 278 » 2 178 » 

Bilanz am 31. Dezember 1902. 

Aktiva. M. Passiva. M. 

Hauskonto 54 981 Geschäftsguthaben 23 920 

Inventar und Maschinen 2 926 Keservefonds , 692 

Bankguthaben 1 165 Hypothekensohulden 31 000 

Debitoren 1 229 Kreditoren 4 689 

60 301 60301 

Die Tabakarbeiter-OenoBsenflohaft, e. O. m. B. in Bamburs^ 

hat für ihr 12. Geschäftsjahr 1902 einen Umsatz zu verzeichnen von Mk. 348 054 
(256 488) eine Steigerung um ca. 35^/o. An der Steigerung sind hauptsächlich 
die Konsumvereine beteiligt (168 925 M. gegen 110^2 A). Der Beingewinn 
beträgt nach Abzug von 8Vo Abschreibung auf Inventar mit Mk. 866.^ und 
910.75 it. auf dubiöse Schuldner 11921.17 A. Derselbe ist wie folgt verteilt: 

Gewinnbeteiligung der Löhne und Gehälter 2 344.68 M. 

Umsatzdividende den ständigen Abnehmern 5 825 . 63 » 

Kapitaldividende b^/o auf Mitgliederguthaben 758.75 > 

Zuschreibung zum Kapital-Konto 2 902.16 » 

Zuschreibung zum Reservefonds 89 . 95 » 

11921.17 M. 
Bilanz per 31. Dezember 1902. 
Aktiva ü. Passiva. A 

Kasse und Bankguthaben 11359.66 Mitgliederguthaben 15175.03 

Inventar und Maschinen . 9 964.46 Reservefonds 2 809.49 

Ausstehende Forderungen 59 028 . 05 Kapital-Konto 96 738 . 74 

Rohmaterial und fertige Anleihen 46 700.80 

Waren 169 517.38 Wechsel-Konto 7 636.46 

Warenschulden 68 485.01 

Nicht abgehobene Dividende 402.85 
Gewinn 11921.17 

249 869.55 249 869.55 

Mitgliederzahl zu Anfang des Geschäftsjahres 279 

Eingetreten im Laufe des Geschäftsjahres 25 

304 
Ausgeschieden zum Schlüsse des Geschäftsjahres 12 

Bestand bei Beginn des neuen Geschäftsjahres 292 

Die Haftsumme beträgt 25 A für jeden Geschäftsanteil. 



~ 195 — 

Die Prodiiktivg«nossensohaft der Bäokerelarbeiter „Vor- 
wärts'', Hamburg, e. O. m. b. B., verzeichnet für ihr 8. Geschäftsjahr 1902 
trotz der IJnfpinst der allgemeinen Verhältnisse eine erhebliche Steigerung des 
Umsatzes. 

Aus ferti^n Waren und BohstofEen wurden gelöst . 524 752 Mt. 

Sonstige Einnahmen (Mieten, Zinsen etc.) 8082 > 

532 834 M. 
Davon gehen ab für 

Verbrauchte Rohstoffe 397 569 A 

Löhne und Gehälter 65 363 » 

Verwaltungsunkosten 28 763 » 

Abschreibungen 20393 > 512088 » 

Reingewinn 20 746 M. 

Bilanz am 31. Dezember 1902. 

Aktiva. M. Passiva. A 

Kasse und Bankguthaben 3 134 Geschäftsguthaben 710 

Depositen 518 Reserven 28 013 

Waren und Vorräte ... . 10 561 Anleihen 40 067 

Inventar und Maschinen . 32 364 ünterstützungsfonds 4 866 

Grundbesitz 264 541 Hypotheken 215 000 

Ausstehende Forderungen 22 638 Warenschulden 16 072 

Noch zu zahlende Unkosten 1 548 
Unverteilter Reingewinn . . 27 480 

333 756 it. 333 756 M. 

Zahl der Mitglieder zu Beginn des Geschäftsjahres ... 51 
Eingetreten im Laufe des Geschäftsjahres ^ 12 

Summe 63 
Ausgeschieden zum Schlüsse des Geschäftsjahres. . . .^j 3 

Bestand am Schlüsse des Geschäftsjahres 60 

Die Haftsumme beträgt 710 A für 71 erworbene Geschäftsanteile. 

Die Vereinsbnehdmokerei, e. O. m. b. B., in Bannover, 

berichtet über das 30. Geschäftsjahr: 

Der Verkaufserlös betrug 37 124 A 

Davon gehen ab für 

Zinsen an Gläubiger 1 123 A 

Verwendete Rohstoffe 7 772 » 

Löhne und Gehälter 16 677 » 

Verwaltungs-Unkosten 3 006 » 

Abschreibungen 2 528 » 31106 > 

Reingewinn 6 018 A 

Davon 5°/o auf Mitglieder-Guthaben 3 772 A 

Dem Reservefonds 1 806 » 

Zu gemeinnützigen Zwecken 240 » 

Zu sonstigen Zwecken 200 » 6 018 > 

Bilanz per 31. 

Aktiva. A 
Kassenbestand und belegte 

Gelder 5 724 

Fertige Waren und Rohstoffe 9 576 

Inventar und Maschinen .... 40 406 

Grundbesitz 175681 

Ausstehende Forderungen ... 19 222 



' e z e m b e r 1902. 




Passiva. 


A 


Geschättsguthaben 


. 75440 


Reservefonds 


. 11468 


Unterstützungsfonds 


4207 


Anleihen von Mitgliedern . . 


. 22100 


Hypothekenschulden 


. 127 000 


Streitiges Baugeld 


4376 


Reingewinn 


6018 



250 609 250609 

13* 



— 196 — 

Mitgliederzahl zu Anfang des Geschäftsjahres 138 

Eingetreten im Laufe des Geschäftsjahx^s 3 

141 

Ausgeschieden zum Schlüsse des Geschäftsjahres 2 

Mitgliederzahl zu Beginn des neues Geschäftsjahres . . 139 
Haftsumme 70200 A für 702 erworbene Geschäftsanteile. 

Die Iittbeoker Oenossensohaftsbäckerel, •. O. m. b. B., 

berichtet über das 14. Geschäftsjahr: 

Gesamteinnahme für fertige Waren und Rohstoffe .... 439 386 A 

Eingänge auf abgeschriebene Forderungen 106 » 

Pacht 16 400 » 

Sonstige Einnahmen 233 » 

456 125 JH 
Davon gehen ab : 

Zinsen an Gläubiger 11 498 M. 

Verbrauchte Rohstoffe 277 027 » 

Löhne und Gehälter 49 165 -» 

Verwaltungskosten 90 385 » 

Dubiöse Debitoren 51 » 

Abschreibung auf Immobilien 7 837 » 

Abschreibung (30^/o) auf Maschinen, Inventar, 

Pferde und Wagen 3 273 » 439 236 » 

Reingewinn 16 889 A 

Verwendung des Reingewinns: 

20% Kapitaldividende 2640 A 

. Dotierung des Unterstützungsfonds 2 000 > 

Ausserordentliche Abschreibungen 3 800 » 

Dem Speziaireservefonds 8 649 > 16 889 » 

Bilanz am 31. Dezember 1902. 

Aktiva. A Passiva. A 

Kasse und Bankguthaben ... 81 615 Geschäftsguthaben 13 180 

Inventar und Maschinen 7 637 Reserven 44 718 

Grundbesitz 303 637 Hypothekenschulden 311000 

Fertige Waren und Rohstoffe 9 410 Bauschulden 16 434 

Ausstehende Forderungen . . . 641 Noch zu zahlende Unkosten . 1 897 

Depositen 660 Nicht erhobene Dividenden . 372 

Reingewinn 16 889 

403 490 403490 

Mitgliederzahl zu Anfang des Geschäftsjahres 1089 

Eingetreten im Laufe des Geschäftsjahres 33 

Bestand am Schlüsse des Geschäftsjahres 1122 

Ausgeschieden zum Schlüsse des Geschäftsjahres. . . 12 

Bestand bei Beginn des neuen Geschäftsjahres 1110 

Die Haftsummen betragen 33 660 A für 1122 erworbene Geschäftsanteile. 



— 198 — 



Verband der Konsum- und Produktiv- 

Beohnungf- 



Ort, Fiwa u. rBchtlicIiB Stillung d. Binnsroscb. 



Z< ichen-Erklärung : 

K.-V. = Konsumverein. 

K.-G. = Konsumgenossenschaft. 

m. b H. = Eingetragene Genossenschaft 

mit beschränkter Haftpflicht. 

m. u.b.H. = Eingetrag. Genossenschaft 

mit unbeschränkter Haftpflicht. 

m. b. H. i, Liq. «« Eingetragene 

Genossenschaft in Liquidation. 

G. o. H. = Genossenschaft ohne Haf tpfl 



II 



3^ O. 

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Verkaufserlös 

im Jahre 1902. 



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SesohSttt- 



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9. 



10. 



11. 



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6 

7 

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9 

10 
11 

12 
13 
14 

15 
16 
17 

18 

19 
20 
21 
22 
23 

24 
25 
26 

27 



Aachen, Allgem. K.-V., m. b. H. 
Barmen, K.-G. »Vorwärts«, m.b.H. 
Bergeborbeck, Kons.-Ver. d.Berge- 

borbecker Beamten u. Arbeiter 

Brachbach, K.-V., m. b. H 

Cref eld, K.-V. »Fortschritt« , m.b.H. 
Derendorf, K.-V. »Selbsthilfe«, 

m. b. H 

Dortmund, AUg. K -V., m. b. H. 
Düsseldorf, Allg. K.-V., m. b. H. 
Duisburg, Allg. K.-V., m. b. H. 

Ehrenfeld, K.-O., m. b. H 

Elberfeld,K.u.P.-G., ^Befreiung«, 

m. b. H 

Euskirchen, K -V., m. b. H 

Printrop,K.-V. -»Eintracht«, m.b H. 
Giesenkirchen, K.-V. »Einigkeit«, 

m. b. H 

Hagen, Allg. K.-V., m. b. H. . . . 
Hilden, K.-V. »Einigkeit«, m.b. H. 
Lüdenscheid, K.-V. »Einigkeit«, 

m. b. H 

Mülheim a. Rh., K.-G. »Hoffnung«, 

m. b. H 

Mülhein,Ruhr, Allg. K.-V., m.b.H. 
Mudersbach, K.-V., m. b. H. ... 
Oedt, K.-V.» Arbeiterwohl« ,m.b.H. 
Ohligs,K.-V. »SoKdarität«, m.b.H. 
Remscheid, K.-G. »Einigkeit«, 

m. b. H 

Ronsdorf, RonsdorferK.-V., m.b.H. 
Schwelm, K.-V. »Haushalt « , m.b.H. 
Siegen, Fleisch- u. Warengenossen- 
schaft, m b. H 

St. Tonis, Allg. K.-V., m b. H. 



1902 
1899 

1897 
1902 
1901 

1902 
1901 
1897 
1902 
1902 

1899 
1902 
1901 

1900 
1902 
1902 

1895 

1901 
1902 
1902 
1902 
1902 

1902 
1901 
1902 

1902 
1901 



220 
1620 

183 



28 
349 
935 



2914 

86 

92 

114 

387 

1508 

71 
52 



760 
168 
408 



314 



50 



A 

30 

15 

30 



? 
20 



20 

30 

30 

30 

20 

25 

50 
50 



20 
20 
10 



5C 



288001.17 



4373.63 

32100.- 

111434.47 



463432.08 
21702.11 
31336.73 
10417.42 
64587.90 

170127.99 

9634.09 



29516.97 
27779.28 
87903.59 



104760.57 



Jk 

8027.65 
55902.04 

5710.- 



189.34 
4073.63 



34.15 



337.85 



196.12 



A 
41640.26 



530.01 

6737.86 

13240.15 



68467.38 
1623.08 

? 

1848.95 

11951.76 

21563.63 

1209.63 



4461.13 

3656.71 

11452.69 



11935.09 



lOSfU^l 415 450 



39 



1457538.— 69978.- 



4491.— ! 198797,- 



199 



Genossenschaften in Rheinland und Westfalen. 

absohlttM6 für 1902. 









Berechnunsr und Verteilonar des Reingewinnfl. 










ertrag 


OesohäftsI asten 


ll 

09 


Reinoewlnn 

(Überschuss der Kol. 10- 18 über die Kol. 14—17) 


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12. 


13. 


14. 


16. 


16. 


17. 


18. 


19. 


20. 


21. 


22. 


28. 


24. 


Ji 

792.91 
1647.96 

464.54 
33.78 


1981.99 

8.80 
1659.71 

7166.71 

? 

1229.39 

24.45 
355.45 


A 
176.40 

126.61 

18.20 
? 

989.57 

8.— 

287.30 
45.33 


24303.44 
3887.93 

383.88 

542.77 

10816.26 

39615.31 
1128.11 
? 

723.58 

3911.61 

13405.86 

324.21 

3392.95 
2856.12 
8766.17 

4756.41 


A 

1174.62 

360.09 

20.87 
222.57 

3133.79 

21.53 

? 

32.94 

594.59 

50.— 

84.70 
122.55 
305.40 


A 

? 

2264.61 
110.16 


A 

19126.44 

? 

134.06 
1952.58 
3734.42 

32899.14 
462.24 
1520.67 
1092.43 
5430.79 
8183.88 

851.87 

1463.48 

744.19 

2563.49 

7148.68 




? 

? 

31.80 
11.20 

76.89 
35.30 

80.— 
410.36 


A 

15796.94 

? 

? 
1529.78 
3227.92 

26400.— 
390.64 

808.— 
5015.66 
6343.91 

504.88 

1196.— 

329.95 

2280.- 

6285.60 


A 

956.30 

? 

? 
195.20 
373.40 

5439.— 
23.11 

86.25 
200.— 
409.19 

40.- 

267.48 

84.29 

128.17 

358.90 


A 

800.— 

? 

? 
227.60 
101.30 

900.- 

205.33 
944.63 

161.61 

329.95 
75.32 

71.48 


A 

? 
? 

110.14 
37.29 

73.18 

409.19 
110.08 

52.04 


% 

5V«% 

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4% 

- f 

6% 
2% 
4% 
8% 
8% 
4% 

5% 

4% 
3% 

6% 


2939.— 


12406.— 


1644.— 


121522.— 


6124.— 


2375.- 


87328.- 


646.- 


70109.— 


8611.— 


5391.- 


797.- 





- 200 — 

Verband der Konsum- und Produktiv- 



Ort, FlTBi g, nchliUhi Stelliinfl i fiinonmchift. 



Bilanz tarn 



G. 



K.'V. = Konsumverein. 
K.-G. » Konsamgenossenschaft'. 
. b. H. s Eingetragene Genossenschaft 

mit beschränkter Haftpflicht. 

. u. b. H. » Eingetrag. Genossenschaft 

mit unbeschränkter Haftpflicht. 

m. b. H. 1. Liq. =« Eingetragene 

Genossenschaft in Liquidation. 

o. H. = Genossenschaft ohne Haftpfl. 



Aktiva 




IUI 



ti|i 

in 



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II 



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2. 



26. 



26. 



27. 



29. 



.SO. 



31. 



4 

5 
6 

7 

8 

9 

10 

11 

12 
13 
14 

16 
16 
17 

18 

19 
20 
21 
22 



25 

26 

27 



Aachen, Allgem. K.-Y. m. b. H. 

Barmen, E.-V. »Vorwärtst m. b.H. 

Bergeborbeck, K.-V. der Berge- 
borbecker Beamten u. Arbeiter 

Brachbacb, K-V. m. b. H 

Crefeld,K.-V. »Fortschritt« m b.H. 

Derendorf, K.-V. »Selbsthilfec 
m. b. H 

Dortmund, Allgem. K.-y. m. b H. 

Düsseldorf, Allgem. K.-V. m. b. H. 

Duisburg, Allgem. K.-V. m. b. H. 

Ehrenfeld, K.-G. m. b. H 

Elberfeld, K.- u P.-G. »Befreiung« 
m. b. H 

Euskirchen, K -V. m. b. H 

Frintrop,K.-V. »Eintracht« m.b.H. 

Qiesenkirchen, K.-V. »Einigkeit c 
m. b. H. 

Hagen, Allgem. K.-V. m. b. H. . 

Hilden, K.-V. »Einigkeit« m. b H 

Lüdenscheid, K.-y. »Einigkeit« 
m. b. H 

Mülheim a. Rh., E.-G. »Hoffiiung« 
m. b. H 

Mülheim, Ruhr, Allg. K.-V. m.b.H. 

Mudersbach, K.-V. m. b. H 

Oedt, K.-V. »Arbeiterwohl« m. b.H. 

Ohligs, K.-V. »Solidarität« m. b. H. 

Remscheid, K.-V. »Einigkeit« m. 
b. H 

Ronsdorf, Ronsdorf er K.- V. ra. b.H. 

Schwelm, K.- V. »Haushalt «m.b.H. 

Siegen, Fleisch- u. Warengenossen- 
schaft m. b. H 

St. Tonis, Allgem. K.-V. m. b. H. 



6499.30 
131.42 



142.57 
631.30 
815.76 



13457.24 

1021.56 

148.36 

2214.39 
814.34 

609.18 



402.19 
436.65 
171.45 



2326.68 



26266.30 
7733.20 



1697.68 

7467.98 

26615.96 



36.23 
610.14 



870.— 



29512.6(^ 383.01 

2821.60 

4649.64 

1800.83 

6666.261247.86 
20345.49 



1387.95 



7940.01 

3181.41 

11197.46 



198.37 



7.— 
1(^.75 
861.46 



13318.341400.67 1600.— 



M. 



X. 



3598.06 



223.— 
1100. 
1165.55 



14268.30 
2400.60 



626.25 
1573.02 
4228.97 



50620.96 
10318.22 



2569.50 
10757.53 
32836.37 



2740.15 

220.— 
108.13 
262.— 
406.20 

24.45 



3270.15 

1512.72 

785.38 



16470.46 

193.81 

690.— 

616.06 

1391.31 

7738.76 

257.30 



1463.04 
1634.47 
2748.73 



1745.67 



63606.10 



21160.— 



125169.56 

4036.87 

6260.19 

2425.02 

32930.82 

29304.78 



— 2477.25 



13082.39 

6869.— 

16764.47 



8172.10 



^9224,-172646 — 



5667.- 167ß8.- 



56736.— 



28557.30 



92938.— 373970.— 



— 201 — 



Genossenschaften in Rheinland und Westfalen. 



für WM. 



Jahresschlüsse 



Psstlva 






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§9 




SS 



I ^ 
III 












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Die GenosBenschaft hat 



32. 



88. 



84. 



86. 



87. 



89. 



40. 



41. 



42. 



11073.— 

4741.01 



3052.39 
875.25 



1010.— 



15645.32 
2877.59 



19840.25 
1824.37 



50620.96 
10318.22 



lOOOl 
kilN 



am 22 /6. 1902 gegründet, 
am i./l. 1908 eröffnet 



194.— 
2796.— 
6777.21 



56.— 

214.78 

2060.70 



467.37 



1006.40 
1000.— 
6036.53 



1179.04 

4794.17 

14949.14 



184.06 
1952.58 
2545.42 



2569.50 
10757.53 
32836.37 



? 

50 

150 



noch kein Geschäfts], beend. 
nicht eingesandt 

28 Sparkassenguthaben 



noch kein Geschäfts], beend. 
do. 



13615.05 
1016.— 
1259.82 
1075.50 
1779.70 

10718.— 



2426.70 



11780.— 



45000 



18311.17 



168. 
115. 



104.— 



1300.— 
470.— 



1090.63 
2790.70 



34036.64 

462.24 

1520.67 



125169.56 



22 



4036.87 
6260.19 



10 



1000 
kBili 

60 



57.- 

1083.- 

754.- 



256.34 
1200.— 
1800.- 



23000 



447.33 

7848.97 



1036.18 
5420.79 
8183.81 



2425.02|klhl 
32930.82 
29304.70 



do. 



do. 



250 
12001 



35 Kautionen 



nicht eingesandt 
am l./U. 1902 eröflhet 



1393.24 



65.— 



77.22 



200.— 



741.79 



2477.25 



60 



5668.— 
1744.44 
2294.63 



84.29 
291.33 



329.95 



810.67 
3500.— 
1500. 



5240.24 
576.28 

8958.46 



1463.48 

634.04 

2720.05 



13082.39 

6869.— 

15764.47 



150 
kUM 



10459.51 2346.24 



263.95 



449.70 



6000 1603.01 



7434.95 



28557.36 



noch keinGeschäftqj. beend. 

28 Bankguthaben A 2179.48 

27 betrifft Kohlen n. Kartoff. 

27 betrifft Kohlen 

86 Kautionen 

noch kein Geschäfts!, beend. 
80 Buchwert, sonst höher. 



76605.— 13650.— 



2252.- 



31310.— 



74000 86312.— 



89961.— 



373980.- 



1083920 



— 202 — 



Verband sächsischer 

BeohnuiigsabsolilllsM 



Ort Firvi und nctitll:^ ZMm dtr GinminschifL 



Zelchen-iBlrkläruDg : 

K.-V. — Konsuln verein. 

K,-G. — KoEsiim^^oDosseDBchart. 

m. K H, = ElDgetru^enti (jeuü$!sf;ns(^hafr 

mit bebchrttnkt^^r Hftitpflicht. 

m. u. b. U. ^^ Elnj^etm^eDä G^^üossenjichaft 

mit mibeachränktf^r RutiptlJcht. 

lU. "b. H^ J^ liq. ^= Hinffeirvigeiiii Genossenschaft 

in Llqnldation. 

G. o. H. =± GenoMenacboft ohne Haftpflicht. 



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34 

37 
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3f? 



Aue im Erzgebirge^ KoDBumverein m- b. H* . , , 
Biactofswerda* Kons um verein :^EiT]igkeit< m, b. H* 
Bucbholz im Era^rek^ Büfg^erlioh Waren einkaufs- 

verein m. b. H. . . . , , 

Buühbolz E»E,j Prod. -u. Waren verteiluuj^aver.Tn.b, H. 
Burkhardtadorfi Produktenverteiliingaver. I m, L. H, 
Callenberg b. Waldbg»^ Konauniverein m. b, H.. . 
CböTTinitzT Allgem, nKonaum verein« m. b. H.. , . . 

» Vemu ^Volksbaufti m. b. H. . . . , . - . 

» Konsumverein Alt-Obemnitz m. b. H,.. 

Chemnitz-UablenET Spar- u. Konaumver. m* b. H, 

Cölditz, Koiiaamverein m. b. H* r * . , , , , 

Crimmitsi^bau, Kousumverein m, b, H.. * . 

* Konsum verein nnd Produkt-Gen. 

»Eintracht« m* U IL . , . 

Deuben, Koasumver. i. Plaueüscben Grrundem^b, H. 

Dölitz^ Konsomvereiti m, b. H 

DresJeni Konanmverein iVorwärtai m. b. H 

> Prod,- n, Rohatoffgen- d. Schneid, m. b, H- 

» Kobstoff- u. Pr.-Y. dn Schub- n. Schäftem. 

m. b. H 

Dresden-Löbtau» Konauni verein ni. b. H,. 

Dre ade n-Pi eschen, Konsumverein m. b^ H 

Dresden -Stri es eti, Konsumverein G* o, H 

El&terbergT Konsumverein m. b. H, .....,» 

Fajkenstem i- Yoßtl., Konsumverein m. b. H, . , 

Frohburg» Kouaumverein m b H, , . . 

Gautzach) Konsumverein m. b. H» 

Geitbain, AllfT» Konaumvcrein m. b. H, . . . * . . , . 

Geredorf, Konsumverein m. b. H* .,*... * 

Glauchau» Konsum ver, ^Assooiationt m. b. H,, . . 
Golzem, K,'V, d. Arb,d. Sc;br öd ersehen Papierfabr. 

m. b. H 

Grimma^ Konsum- u. Spar verein m. b. H» .,.,., 

Groitzscbj Konsumverein m. b. H* . . , 

Groflsenhain, Konsumverein m. k H 

Grüofl bei Cherumt^, Konsumverein m. b, H 

Harthä in Sachsen, Konaamverein m. b. H. 

Hartbau i. Erzg., Spar-, Kred,- u, Kousver. ni, b. H, 
Helberedorf b^ Chemnitz, Konsumverein m. b, H, 
Hüberadorf b, Ch^mmtz, Konsumverein m. b. H. 
Hoheukirchen, Konsumvemn j^Eintiacht* rp. b. H. 
Hohndorf, Konauravereiu m. b. H* , . , . 



1878 

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1901 
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190Ü 

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1885 
1892 
1899 

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1878 
1890 

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1888 
1882 
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1890 
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29899 

77138 

103440 

73765 

88000 

30428*;0 

278186 
66155 
74027 

194241 

718379 

476905 

395523 

5597139 

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1700623 

1585712 

1343815 

200476 

189295 

16ti20 

176747 

52027 

338848 

299666 

109000 

169226 

98O00 

19X844 

25940i 

400232 

72064 

5119(> 

82200 

1190^3 

160227 



— 203 — 



Konsumvereine, 

tir 1902/03. 









Berechnunir uod Verteilung des Reingewinns 










Oesobarta- ertrag 


9 

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2102 


56595 


594 


104 


— 


— 


12 


— 


5029 


— 


3615 


180 


— 


1234 


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23488 


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126 


— 


15 


400 


1^504 


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1274 





12546 





11065 


1107 








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17980 


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225 





9945 


550 


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— 


— . 


155 


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603 


1387341 


3287 


267988 


12277 





404392 





393152 


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6701 


376 


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2479 


24581 


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2067H 


279 


19767 


413 


— 


— 


219 


10 


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7840 


68887 


3131 


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42192 


1143 


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42061 


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1093 


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498911 


35835 





483676 


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154772 


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141319 


3500 


134376 


3514 


— 


— 


— 


8 


3349 


273478 


7907 


88034 


1759 


— 


179127 


8069 


15503Ü 


3582 


5000 


6573 


5873 


10 


1500 


209871 


2050 


106319 


1509 


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1793 


17641 


1157 


— 


36270 


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33456 


363 


500 


790 


1161 


18 


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300 


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31 


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38 


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2000 


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1066 


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1224 


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864 


16187 


2088 


— 


41595 


— 


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415 


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1963 


14 


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21112 


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11799 


1357 


195 


19328 


— 


18743 


195 


— 


— 


390 


12 


— 


39581 


507 


13997 


282 


— 


24795 


434 


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120 


— 


207 


— 


15 



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m. u, b. H. ^ Eüigetrapeue JJt^nui^stüsdittft 


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m. h. H. 1. Liq. = ElDgotTaeenE> GenoM^Q-^ttLaft 




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40 


Jalnasdorf» Konsumverein m* b* H» . 


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294 


50 


20 


1 


— 


54498 


41 


Königstein, Konsumverein m, b* H. . , 


1894 


388 


Öt» 


25 


1 


— . 


93791 


42 


Königswalde ü Eregob,, Koneumver u. IVod*-G, 


















>VolkflwohI< m. b. H 


1898 


504 


75 


15 


1 


— 


63567 


43 


Kotzacbenbrodaf Konsumverein m.b. H 


1896 


1083 


50 


30 


2 


— 


309333 


44 


KreiscliÄ, Konsumverein m> b, H. ^ , . . . , 


1894 


327 


40 


20 


2 


— 


7959b 


45 


Lausipfk, Kotia um verein *Hftu&bftlt* m, h. H. 


1890 


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30 


2 


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46 


LeipÄi(j-Burf^bau&en, Gennflsenseb.^BrBuereini.b.U, 


1900 


185 


1000 


300 


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47 


Leipzi^-OonnewitZj Konsumverain m b. H. *, , 


1870 


2570 


5U 


40 


17 


1 


1493157 


48 


Ijeipzij^-Eutritzscbj Künsumverein m* b, H. * . . , , 


1889 


4586 


5ü 


40 


14 


1 


156340« 


49 


Leipzig-PlftgTvitZi Konsumverein ra, b. H* 


1884 


31159 


50 


40 


49 


1 


10393654 


50 


Leipzig-Stütteritz, Koasumverem mbH. 


1889 


2416 


50 


40 


12 


l 


805632 


51 


Leisnig, Konsum vereio m, b, H 


1872 


1290 


50 


75 


3 


1 


242459 


52 


Lenbadorf, Konanmvereiri m, b, H, . 


1901 


133 


100 


20 


1 


^^ 


12484 


53 


Licbtenstein^Callnberg:, Kouaumverein m. 1k H. 


ISO] 


740 


100 


25 


1 


— 


154804 


54 


Lichtentanno^ Konsumverem ^Eintracbt* m, b. H. 


189J 


769 


UKI 


30 


2 


— 


236295 


55 


Limbach, Äktien-Konüuin-Geaellschftft , 


1887 


2436 


300 


200 


7 


1 


664918 


56 


Lobfiu, Konsumverein *\ orwärta i ro. b. H . . . 


1898 


489 


25 


25 


2 


^^ 


80G66 


57 


LöwDite i. Er^gebu Konsumverein m b. H 


1892 


347 


50 


30 


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— 


53163 


U 


» 1 K.-V, u- Prod.-a iVorwärtsc 


















m, b, H 


1894 


1996 


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20 


4 


1 


269925 


59 


Lugau^ Konsum-, Spar- u. Produktiv-Yer. m. b, K 


1900 


379 


100 


30 


3 


— 


113299 


60 


Makraostädt, Konsumverein m. U H. i, Liquidation 


1887 


507 


— 


30 


1 


— 


149141 


in 


Meeraue, Konsumverein »HausbalU m. b. H. ..• 


1868 


4163 


100 


75 


9 


1 


970683 


62 


Meisaen, Konsumverein m. b. H.. 


1869 


2275 


100 


30 


2 





734966 


^3 


Mügeln (Bez. Leipzig), Konaumverein m, b. H. . . 


1902 


110 


50 


30 


1 


— 


? 


64 


Miilaen St Jakob, Konaumverein m. b. H 


1892 


627 


100 


40 


l 


1 


99181 


65 


MUlaen St. Miobeln, Konsumverein m. b. H . 


1871 


449 


75 


40 


1 


— 


73955 


66 


Kylau im VogUande, Konsumverein m. b. H. . . , 


1867 


1384 


100 


2Ü 


2 


— 


296644 


67 


NetzBcbkau, Konaumverein »Germanift« m* b. H. 


1895 


415 


100 


15 


1 


— 


73221 


68 


1 Konsumverein ra, b. H 


1871 


916 


100 


30 


3 


— 


228499 


69 


Neugera dorfj Konsumverein » Vorwärts" m. b. H. 


1891 


716 


50 


30 


4 


— 


115175 


70 


Neukirchen im Erzgeb., Konsumverein ni. b. H . 


1875 


? 


50 


20 


1 


— 


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71 


> » Kousumver. IL m K H, 


1890 


270 


50 


20 


1 


— 


74495 


72 


Siederlungwitz b. Gl , Konaumverein m. b. H, . . 


1878 


200 


150 


30 


1 


— 


43112 


7a 


Niederrflben stein, Konaumverein m. b, H 


1878 


414 


100 


40 


2 


^^ 


148286 


74 


NiedersedJitz, Konaumverein o. H 


1892 


1863 


50 


25 


3 


1 


529979 


75 


Kiederawomtz, Konaumver. u. Prod.-Gen. m. b. H. 


1868 


704 


50 


40 


4 


— 


91186 


76 


Ober- Bare 08tein, Waren Verteilungsverein I o H. . 


1893 


500 


75 


10 


1 


— 


51000 


77 


Oelanita im Vogttj Konaumverein m* b, H 


1874 


2530 


50 


30 


5 


-^ 


486017 


78 


Oelanitz i. Erzjf*^ Kons.-, Spar- n. Prod,-Gen* mb.H.- 


1901 


852 


100 


30 


3 


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211043 


79 


Olbernhau i. Brzgeb., Konaumverein m. b, H, . . * 


1901 


188 


50 


40 


1 


— 


28304 


80 


Ortmanufldorf, Kousumgenosaenschaft m. b, H. ., 


L887 


104 


100 


50 


1 


— 


17671 


81 


Oaclmtz, Konaumverein m* b, H 


1894 


717 


50 


50 


1 


— 


232826 


82 


Pftuaa i. Vogtl*, Konsumver. «Hauabalt* m. b. H. 


1890 


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93177 


— 


3849 


— 


— 


9 


— 


37^804 


15594 


205843 


16429 





134938 


— 


131438 


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3500 


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5000 


20000 


72602 


10 


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— 


122837 


5957 





71403 


— 


69359 


— 


— 


2000 


44 


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1102 


22561 


2923 





35660 


2141 


25575 


500 


610 


1500 


5334 


11 


— 


3919 


— 


1891 


— 





2028 


28 


1739 


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130 


11 


365 


3G99Ö 


— 


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1473 





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25966 


600 


— 


700 


350 


15 


556 


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520 


12247 


2411 





42074 


617 


38675 


841 


1000 


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941 


17 


11 


103135 


3815 


35911 


4574 


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58846 


1830 


55513 


— 


— 


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1503 


10 


39 


14379 


217 


9850 


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3949 


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3470 


236 


50 


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213 


6 


39 


11792 


136 


5284 


72 


— 


6339 


170 


5911 


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12 


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2188 


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38805 


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35726 


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200 


1000 


519 


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— 


10064 


— 


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12997 


120 


12738 


139 


— 


— 


— 


14 


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16521 


557 


654 


7552 


— 


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52 


— 


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110 


217S02 


— 


79085 


3966 


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134861 


8097 


125417 


1305 


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42 


13 


291 


132167 


— 


39140 


1229 


— 


92089 


3896 


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16317 


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— 


53892 


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53285 


300 


259 


— - 


48 


22 


— 


19413 


— 


5607 


1645 


— 


12161 


242 


11708 


— 


211 


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— 


269 


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191 


20738 


— 


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32103 


352 


31417 


321 


— 


— 


13 


15 





7285 


635 


3465 


276 


— 


2909 


30 


2547 


200 


30 


— 


102 


9 





4449 


264 


2188 


177 


— 


182tJ 


236 


1568 


10 


6 


— 


— 


10 





32541 


— 


9532 


305 


— 


22704 


600 


20901 


500 


— 


703 


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— 206 — 



Ort, Firn und rechtllebi Stilluni kr fimotSBMehift. 



Zeichen-Erklärunfs: : 

K.-O* = KonsiiTTi^enowiciü^chaft, 

m, b. H. = Eingetragene {jenoa^^enacbalt 

mit besiolimtikter Haftpflicht. * 

m. n. b. H. =■-■ Kinf^-tiagtiTi^ Gcnos3üiiA(^bafi 

lati uDbee^^hrüiikteT Haitpüicbt« 

a. b, H. i. Liq. = EingetrAK^ue GenOH^eoucbaft 

In Liquidation. 

&. D. H. "^ G€tios«etiar:haft ohne Haftpflicht. 



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83 

84 

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87 

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92 

93 

94 

95 

96 

97 

98 

99 

100 

101 

102 

103 

104 

105 

106 

107 

108 

109 

110 

111 

112 



Pegau, Konsumverein m. b. H. 

Penig, Konsumverein »Haushalt« m. b. H 

Pirna a. d. Elbe, Konsumverein »Vorwärts« m. b. H. 

Planitz, Konsumverein m. b. H 

Pleissa, Konsumverein m. b. H 

Potschappel, Konsumver. u. Produktiv- Gen. m. b. H. 

Pulsnitz, Konsumverein m. b. H. 

Reichenbach, Allgem. Konsumverein m. b. H 

Riesa an der Elbe, Konsumverein m. b. H 

Rochlitz, Konsumverein m. b. H 

Röhrsdorf, Konsumverein m. b. H 

Rosswein, Konsumverein »Haushalt« m. b. H. . . . 

Schedewitz, Konsumverein, Aktiengesellschaft 

Scheibenberg, Allgem. Konsumverein m. b. H. . . 
Schiedel b. Crimmitsch., Konsumverein m. b. H. 
Schmiedeberg i. Erzgeb., Konsumverein m. b. H. 
Schöneck a. d. Elster, Allgem. Konsumver. m. b. H. 
Schwarzenberg, Konsumver. u. Prod.-Gen. m. b. H. 
Sebnitz, Konsumverein »Eintracht« m. b. H. . . . 
Stollberg i. Erzgeb., Konsumver. »Haushalt« m.b.H. 

Thalheim, Konsumverein m. b. H 

Thum, Konsum- und Sparverein m. b. H. . . . 

Waldheim, Konsumverein m. b. H 

Wechselburg, Konsumverein »Einigkeit« m. b. H. 

Weinböhla, Konsumverein m. b. H 

Wilkau, Konsumverein m. b. H 

Wittgensdorf, Konsum- u. Sparverein m. b. I 

Zschopau, Konsumverein m. I). H 

Zschorlau, Konsumverein m. b. H 

Zwenkau, Konsumverein m. b. H 



Summa 



1892 
1888 
1893 
1868 
1900 
1887 
1899 
1867 
1901 
1891 
1892 
1891 
1868 
1899 
1900 
1893 
1894 
1899 
1869 
1901 
1892 
1903 
1890 
1901 
1901 
1891 
1889 
1868 
1890 
1894 



646 

1502 

1436 
587 
147 

3831 
329 

7080 
225 
775 
397 
698 

6172 
337 
259 
259 
370 
530 

1152 
320 
496 
? 

819 
121 
467 

2063 
504 
908 
720 
935 



50 

50 

50 

100 



40 

30 

30 

100 



100 30 
30 



25 
50 
50 
50 

100 

100 
50 

300 

200 
75 
50 
50 

100 
50 
60 

100 
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75 

100 
50 
50 

100 
50 

150 
50 



20 
15 
30 
30 
20 
25 
350 
20 
20 
20 
15 
30 
30 
20 
15 
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30 
30 
30 
50 
30 
20 
20 
40 



3 
5 
6 
1 
1 

15 
2 

13 
1 
1 
1 
2 

11 



1 
1 
3 
2 
1 
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1 
1 
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1 
2 
3 



1815 



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441 



152772 

262747 

302908 

161638 

31250 

1142393 

53427 

1398532 

38010 

167409 

112926 

108411 

2703048 

40373 

443.% 

56646 

42705 

94576 

201430 

45000 

118500 

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124255 

35100 

74435 

497483 

174347 

128717 
287255 



27 49353580 



— 207 — 



















fiesohäfts-Ertrag 


aesohäfts-Lasten 


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Reingewinn | 


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30866 


— 


20478 


500 


435 


— 


463 


11 


1152 


61609 


807 


22767 


3011 





36176 


— 


30786 


1808 


1808 





1774 


8V2 





41495 


1350 


12111 


1500 


— 


26534 


1848 


24526 


160 


— 


— 





16 


190 


6600 





2072 


59 


— 


4659 


— 


3721 


46 


700 


— 


192 


14 


— 


198188 


1875 


99828 


3585 


— 


92900 


— 


88228 


4645 


27 


— 


— 


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9324 


693 


4895 


289 


— 


3447 


108 


3063 


229 


38 





9 


6 





295355 


— 


113161 


1912 


— 


180282 


— 


178390 


— 


— 


1500 


392 


13 


51 


6220 


— 


2486 


98 


37 


3650 


— 


2867 


365 


150 


— 


268 


8 


253 


49020 


811 


14945 


1193 


— 


32324 


742 


29845 


646 


500 


— 


591 


15 


83 


25189 


773 


9474 


550 


— 


14425 


— 


14401 


— 


— 


— 


24 


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24591 


260 


9528 


1516 


679 


12608 


513 


11277 


630 


188 





— 


9 


2005 


694166 





228071 


14369 


— 


453731 


32332 


419461 


— 


1000 





938 


14 


9 


9023 


305 


3888 


78 


— 


4761 


— 


4602 


59 


100 


— 


— 


12 


— 


10319 


27 


3183 


77 


— 


7032 


. — 


6664 


78 


30 


— 


260 


15 


397 


10251 


— 


5063 


98 





5487 


183 


4654 


274 


— 





376 


8 


— 


8567 


31 


4230 


108 


— 


4198 


82 


4071 


45 


— 


— 





9 


15 


17013 


— 


5579 


274 


— 


11175 


26 


10634 


400 


60 


— 


66 


11 


— 


33709 


— 


15754 


— 


— 


17955 


793 


16084 


169 


— 


— 


909 


8 


— 


8232 


— 


2200 


— 


— 


6032 


60 


5600 


72 


— 


— 


300 


14 


3859 


22506 


— 


5530 


— 


— 


20835 


— 


18909 


200 


— 


1726 


— 


16 


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3052 


— 


3052 


— 


— 


— 


— 


10 


101 


13495 


— 


6869 


177 


— 


6550 


50 


5750 


729 


— 


— 


21 


8 


— 


104091 


— 


44312 


1917 


— 


57862 


1072 


56062 


600 


128 








12 


396 


35792 


— 


16028 


— 


— 


20160 


609 


19373 


— 


— 


— 


178 


13 


516 


25165 


371 


4932 


283 





20095 





19864 


100 








131 


15 


— 


50623 


— 


14495 


2788 


— 


33340 


— 


28332 


1000 


2008 


2000 


— 


10 


44071 


10451820 


1449ij4 


4333347 


355228 


1668 


5660684 


82091 


5181390 


179641 


50046 


57409 


110107 





— 208 — 



Verband sächsischer 

BeohnnnsTsabsohlttsie 



Qft, Firni lud rschtlictie StgElung kt GenouBUthifL 



K.-\^. = KouHnmTerelt]. 

m, b. H. = Elng^tro^f-Uft GenOKaenscJiÄlt 

mit beschrfl-nkter UAftpfIi(;ht. 

m. u, b. H. :- Einic^trflfeue üeno^fi^n.qf^hs^ 

mit üTibf&cbrilnkter IlBftjiflioht, 

TO. b. H. i. liq. = KlngctTasfi^e Ütinossenscbuft 

G, 0. H. = GenORfiCDBChaft ohne Hftltpfllclit. 



Blianx AB 



Aktiva 



9 



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2 
3 
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6 
7 
8 
9 

10 
11 
12 
13 
14 
15 
16 
17 
18 
19 
20 
21 
22 
23 
24 
25 
26 
27 
28 
29 
30 
31 
32 
33 
34 
35 
36 
37 
38 
39 
40 
41 
42 
43 



Aue im Erzgebirge, K -V 

Bischofswerda, K.-V. »Einiokeit« . . 

Buchholz i. E., Bürgerl. Waren-Einkaufs- V. 
» Prod. u. Waren- Verteilgs-V. 

Burkhardtsdorf, Prod.-Verteilungs-V. I 

Callenberg b. Waidenburg, K.- V 

Chemnitz, Allgem. K.-V 

» Verein »Volkshaus« 

» K.-V. Alt-Chemnitz 

» -Gablenz, Spar u. K.-V. 

Colditz, K.-V 

Crimmitschau, K.-V 

» K.-V. u. Pd.-Gen. »Eintracht« 

Deuben, K-V. im Plauenschen Grunde . . . 

Dölitz, K.-V 

Dresden, K.-V. »Vorwärts« 

» Prod. u. Rohstoff-Gen. d. Schneider 

» Rohst. -u.P.-V. d. Schuh- u. Schaf tem. 

» -Jjöbtau, K.-V 

» -Pieschen, K.-V 

» -Striesen, K.-V. 

Elsterberg, K.-V 

Falkenstein i. V., K.-V 

Frohburg, K-V 

Gautzsch, K.-V 

Geithain, Allgem. K.-V 

Gersdorf, K.-V 

Glauchau, K-V. »Association« 

Golzem, K.-V. d. Arb d. Schrödersch Papierf. 

Grimma, K. u. Sp.-V 

Groitzsch, K.-V 

Grossenhain, K.-V 

Grüna b. Chemnitz, K.-V 

Hartha i. S., K.-V ". . 

Harthau i. Erzgeb., Spar, Credit- u. K.-V. 

Helbersdorf b. Chemnitz, K.-V 

Bülbersdorf b. Chemnitz, K.-V 

Hohen kirchen, K.-V. > Eintracht« 

Hohndorf, K.-V 

Jahnsdorf, K.-V 

Königstein, K.-V 

Königswalde i. E., K.-V. u. P.-G. »Volkswohl« 
Kötzschenbroda, K.-V 



8703 
637 
2522 
1307 
3448 
265 
7497 



2128 

767 

375 

406 

4430 

509 

5250 

6513 

1092 

3447 

24189 
672G 
3581 

10346 

1191 

246 

1545 

13900 
1403 
2240 
4023 
1414 

12135 
3970 
1166 
2243 
529 
338 
2844 
3234 
3002 
1297 
4235 
1873 



76084 
8949 
15680 
16700 
17067 
26060 
327441 



30566 
412 

301 

276 

2135 

261933 



A 

4585 

1752 

862 

1387 

69 

980 

37000 



62783 

22219 
43500 
17171 
11640 
188137 



39930 
6348 
16536 
22741 
78779 

100962 
79403 

784553 
13130 

343718 

157489 

100078 

31415 

26375 

2344 
44158 

6129 
51657 
46691 

5642 
25495 
29615 
25388 
23042 
65000 
12550 

8736 

8217 
27958 
29772 
10106 
24081 
13682 
40128 



9600 

255 

1506 

38005 

3085 

16563 

510079 

258 

9803 

94509 

133430 

22866 

25 

752 

4 

3779 

26395 

21260 

8165 

378 

11613 

18017 

14703 

17307 

8705 

900 

2000 

298 

754 

10695 



6963 

284 

889 

1802 

12648 

7966 

4602 

57600 

1998 

29896 

14779 

13581 

3365 

750 

311 

4523 

509 

2566 

2625 

126 

2611 

1519 

1937 

611 

2500 

569 

769 
3466 
1128 

278 
1000 

343 
2780 



72635 



47369 

197339 

71035 

70750 

1475139 



121429 
256111 

22695 
24450 

20286 

14000 
70626 

47250 
29917 

29383 

68109 

8000 

28000 

47647 
13100 
10686 

10431 

38478 



300 
3178 
5447 
2657 
1900 



5088 

4530 

600 

381 



6394 
26501 

3631 

153 

207 

12649 

5266 

11079 
1996 
3850 
1417 

3769 

5422 

990 

496 



Konsumvereine. 

für 1902/03. 



— 209 — 



Jahresschlüsse 




















1 




1 


11 

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10548 


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45661 


1000 


— 


— 


10432 


70910 


191653 


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1953 


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— 


— 


— 


7625 


1050 


1234 


12050 


600 


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2977 


— 


— 


— 


18500 


— 


11404 


600 


11580 


45061 


_ 


68Ö42 


3281 


2354 


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417 


43500 


2038 





— 


17052 


68642 


— 


4Üt588 


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3500 


lon 


1270 


14000 


— 


2471 


400 


12339 


40688 


— 


42^8(J 


10935 


309(J 


585 


8960 


5600 


— 


2370 


1500 


9940 


42980 


11000 


833U06 


224329 


90000 


— 




lOOOOO 


— 


— 


UOOO 


407679 


833008 


344 


127088 


9605 


1905 


400 


— 


59iKK) 


6790 


7280 


2500 


s^ms 


127088 


— 


21529 


2577 


— 


175 


96:^3 


_. 


— . 


-^— 


?^00 


8844 


21529 


1509 


20164 


8701 


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-^- 


^^ 


— 


— 


532 


1500 


75i5 


20164 


2850 


77056 


14:^97 


1507 


342 


4000 


329(>0 


481 


-^ 


2850 


2ai78 


77055 


— 


331*201 


511)03 


12571 


19162 


15030 


151f>00 


^^ 


28 


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83107 


331201 


— 


183547 


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21701 


3229 


3183 


41U)0 


— 


35015 


500 


44675 


183547 


— 


1829{)2 


327V2 


5663 


3168 


4*i582 


42<XJ0 


2950 


4414 


3352 


42061 


182962 


3000 


283e>884 


364138 


127461 


193342 


80785 


1209000 


322573 


21617 


32804 


485164 


283(38S4 


— 


42979 


1694 


1423 


1611 


12529 


234Ö7 


— 


— 


— 


2265 


42979 





508293 


1211Jj3 


4Ü8Ö7 


1695 


27223 


86000 


z 


79477 


10324 


141554 


508293 


800 


547877 


103tj20 


25216 


57414 


7200 


168500 


— 


— 


6800 


179127 


547877 


— 


257446 


74&)3 


21574 


15000 


13189 


— 


— 


39G7 


1396S 


115145 


257446 


— 


83922 


21540 


5848 


— 


— 


13000 


— 


327 


6<XX) 


37207 


83922 


2300 


64374 


19153 


6916 


3710 


— 


9000 


^^ 


— 


2300 


2::i295 


64374 


350 


4221 


1706 


52 


. 


— 


— 


■ 


425 


350 


1688 


4221 


— 


70172 


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5434 


1552 


— 


HOÜO 




12984 


2800 


17419 


70172 


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8187 


2213 


779 


_ 


655 


— 


— 


696 


— 


3M4 


8187 


600 


99151 


21794 


2151 


4074 


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8fJ00 


5580 


454 


600 


56498 


9915 t 


— 


147740 


48168 


4237 


282 


1327 


29500 


18030 


— 


7500 


38696 


147740 


— 


29268 


6720 


1244 


1348 


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— 


— 


100 


1000 


18856 


29268 


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3759 


2273 


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15846 


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— 


68109 


13772 


5375 


3038 


— 


250(X> 


— 


11962 


— 


89G2 


68109 


2408 


53481 


177H6 


4783 


5332 


3140 





— 





2408 


20032 


53481 


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86102 


9179 


1403 


10686 


299 


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86102 


— 


153474 


36055 


17742 


7657 


15254 


300UO 


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— 


3500 


43lJ66 


153474 


— 


44519 


5268 


2000 


338 


10754 


— 


— 


— 


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25159 


44519 


— 


38682 


2506 


150 


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— 


22000 


5570 


993 


— 


7463 


38682 


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19029 


3045 


720 


— 


— 


— 


. 


— 


4000 


11264 


19029 


— 


86584 


13342 


3502 


3497 


13645 


25000 


— 


7270 


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19328 


86584 


— 


54656 


12704 


758 


— 


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10600 


2500 


2399 


900 


24795 


54656 


— 


25062 


2851 


1035 


1881 


— 


6500 


4000 


444 


— 


8351 


25062 


— 


26676 


5472 


2379 


232 


1490 





— 


630S 


2300 


8495 


26676 


— 


29941 


6291 


548 


2612 


— 


8675 


— 


1234 


— 


10581 


29941 


' — 


93954 


21407 


6749 


11202 


H02 


10000 


8620 


3420 


160(> 


29554 


93954 



14 



210 — 



Ort, Flm und r$M\i\t Stalluni fer GenostaDiiitiifl. 



Zetf^lieji-ErUläriiin,'" '. 

K.-V. = KoTiFümvejiiiTi, 

K.-G, ^- KoEiäuiDfr^^nossfüihcliaff.. 

m. b. H. = Eln^etragtne Genoflaengi^baft 

mit böffChrfinkter Hnftpfllütit. 

m. u. b. H. = Kiii^^'^trnffeiit (Teiioasenscliatt 

HÜt uiibetioltriinktor HaftpOlcht. 

Ur b. H, i. Litj. = Kingotra^ene (lenopijcriäthiift 

in LiquidattoD. 

ii. o. U. ^ <1^uoii9^naohaft ohne Hoftpflicbt, 



Bilanz ai 



AhtLva 


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11 

■|5 


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2042O0 


15HB1 


1^13550 


33480J 


1276617 


150951 


628307 


1605684 


135953 


2533 


82195 


345391 


63249 


16015 


2250 


52500 


3136 





682 





28844 


842 


463 


32548 


26343 


34961 


315 


14000 


95775 


3818 


7083 


105450 


16695 


— 


1895 


— 


17653 


— 


641 


— 


40515 


19529 


2825 


27419 


32761 


1174 


2886 


35000 


32034 


305 


6929 


48000 


121590 


85934 


7701 


143360 


73552 


56422 


2596 


71370 


9734 


13350 


___ 


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18020 


9230 


547 


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17782 


44564 


1100 


32150 


3767 


8159 


1507 


28000 


35828 


2137 


2430 


52570 


23255 


1109 


3404 


22901 


9587 











9444 


2609 


355 


— 


12356 


1333 


1069 


45600 


75962 


6500 


17394 




30565 


2844 


1420 


16456 


9483 


1000 


— 


— 


58570 


12654 


5395 


90221 


39943 


10898 


— 


31573 


7953 


260 


1428 


19750 


8447 


— 


358 


9156 


31669 


10329 


2749 


— 


31099 


8801 


3089 





65216 


4579 


2400 


45500 


61430 


6559 


4556 


18298 


33419 


12005 


5435 


53930 


3064 


125 


530 


— 


238985 


5201 


21820 


65009 



29. 



44 
45 
4t> 
47 
4S 
49 
50 
51 
52 
53 
54 
55 
56 
57 
58 
59 
60 
61 
62 
63 
64 
65 
66 
67 
68 
69 
70 
71 
72 
73 
74 
76 
76 
77 
78 
79 
80 
81 
82 
83 
84 
85 
86 
87 
88 



Krdacta, K^-V 

Lauaiflfk, K.-V, j^HauahaJt* 

Leip zig-Burgb aua en , G enoBsen ach . -Brauerei 

* -Comiewitz, K.-V . , . . 

» ^Eutritzsch, K.*V ,.,.,.. 

» -PlajTwitz, K.-V 

» -Stötteritz, K.-V 

Leisnig, K.-V 

Leubsdorf, K.-V 

Lichtenstein-Callnberg, K.-V 

Lichtentanne, K.-V. »Eintracht« 

Limbach, Aktien-KoDsum-Gesellschaft . . . . 

Löbau, K.-V. »Vorwärts« 

Lössnitz i. E., K.-V 

» K.-V. u. Prod.-Gen. »Vorwärts« 

Lugau, Konsum-, Spar- u. Produktiv-Verein 

Markranstädt, K.-V 

Meerane, K.-V. »Haushalt« 

Meissen, K. V 

Mügeln (Bz. Leipzig), K.-V 

Mülsen St. Jakob, K -V 

Mülsen St. Micheln, K.-V 

Mylau i. V., K.-V 

Netzsohkau, K.-V. »Germania« 

» K.-V 

Neugersdorf, K.-V. »Vorwärts« 

Neukirchen i. E., K.-V 

» K.-V. n 

Niederlungwitz b. Glauchau, K.-V 

Niederrabenstein, K.-V 

Niedersedlitz, K -V 

Niederzwönitz, K.-V. u. Produkt.-Gen 

Oberbärenstein, Waren- Verteilungs- Verein I 

Oelsnitz i. V , K.-V ., 

Oelnitz i. E , Konsum-, Spar- u. Produkt.-Gen. 

Olbemhau i E., K.-V 

Ortmannsdorf, K.-G 

Oschatz, K.-V 

Pausa i. V., K.-V. »Haushalt« 

Pegau, K.-V 

Penig, K.-V. »Haushalt« 

Pirna a. E., K.-V. »Vorwärts« 

Planitz, K.-V 

Pleissa, K.-V 

Potschappel, K.-V. und Pi*oduktiv-Gen 



1152 



10140 

19771 

55250 

12055 

12236 

752 

678 

2404 

1773 

1379 

1283 

4351 

1430 

1322 

7053 

12850 

5663 
4186 
5067 
1529 
1108 
928 

5503 
1317 

348 
8180 
1939 
3937 
8352 
3896 

372 
1574 
2174 

2434 
1514 
8918 
7659 
2071 
1128 



4970 

7864 
142675 
3697 
6459 
40 
9282 

6056 
1358 

203 
1205 
3416 
2251 

667 



— 2219 



3897 



~ — — 2212 

4097 
672 

2767 
766 

1877 

529 
3245 



4026 

526 
913 
212 



211 — 



Jahresschlüsse 






















Paai \v B 


1 


a 

II 


Sil 


5 

Et 

3 




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II 


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Noch 
zu zahlende Di- 
vidende und Ge- 
schäftsunkosten 


ll 

"1 


30. 


^il. 


.^•2. 


33. 


Äl. 


35. 


30, 


37. 


3h. 


SU. 


40. 


41. 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


— 


20009 


4112 




812 


1580 


1631 


— 


— 


414Ä 


1500 


6226 


20009 


— 


922439 


89467 


13117 


9794 


79952 


43100Ö 


— 


198533 


5899 


94677 


922439 


1558 


777625 


169572 


31611 


1620 


97090 


200000 


55625 


74468 


7441 


140198 


777625 


— 


3859484 


900923 


210849 


187003 


554970 


717726 


— 


164879 


22748 


1100386 


3859484 


— 


581824 


81167 


11647 


1290 


20836 


26240« 


— 


129084 


3749 


71651 


581824 


10100 


161809 


53570 


27262 


3090 


9292 


20400 


— 





10100 


38095 


161809 


600 


5210 


310 


— 





— 


— 





2272 


600 


2028 


5210 


— 


72657 


10948 


— 


— 


— 


31300 


— 


2051 


— 


28358 


72657 


1500 


79523 


15419 


3530 


5000 


— 


12000 


— 


— 


1500 


42074 


79523 


— 


219955 


52923 


1000 


10963 


11300 


71500 


1721 


9107 


2595 


58846 


219955 


— 


21327 


7640 


683 


103 


1148 





— 


5590 


1800 


2363 


21327 


— 


19780 


5938 


589 


— 


2000 


— 





4014 


900 


6339 


19780 


450 


96294 


22406 


3746 


8395 


2909 


19000 


— 


133 


450 


39255 


96294 





76967 


7352 


261 





3332 


§9200 


1305 


21150 


1070 


12957 


76667 


1750 


92591 


13932 


3148 





— 


30000 


— 


35026 


1750 


8735 


92591 


— 


366205 


177159 


20118 


— 


— 


21700 





47 


11601 


135580 


366205 


3550 


220340 


67241 


27376 


1955 


— 


20400 


— 


328 


3550 


99490 


220340 





39747 


22443 





931 

















16373 


39747 


— 


34202 


15637 


6692 


700 

















11173 


34202 


— 


100663 


21805 


5300 





— 


20000 








— 


53558 


100663 


— 


42962 


4837 


1427 


2537 


— 


16000 


6000 





— 


12161 


42962 


— 


97970 


19137 


10367 


286 


4230 


29500 


— 


134 


1500 


32816 


97970 


— 


51597 


6430 


1680 


1182 


7230 


17000 


— 


8224 


1351 


8500 


51597 


500 


17^^0^ 


3676 


27 


1254 








_ 


1829 


500 


10516 


17802 


— 


i:^7i!rj 


4688 


1249 


— 


— 


— 


— 


— 


1800 


5988 


13725 


874 


i\'tiui 


11052 


2000 


1720 


— 


29000 


— 


— 


2374 


19531 


65677 


— 


lo^rn!^ 


27518 


7000 


1000 


2130 


— 








4274 


66786 


108708 


— 


:m:»[h 


15363 


8187 


— 


— 


15000 


— 


551 


3800 


13090 


55991 


— 


loisb 


1631 


3875 


500 


— 


— 


— 


— 


— 


9180 


15186 


— 


175192 


45817 


9000 


3000 


— 


62300 


— 


— 


5500 


49575 


175192 


— 


88187 


14096 


298 


8616 


— 


31573 





183 





33421 


88187 


— 


29763 


2074 


300 


30 


1154 


17500 





5676 


— 


3029 


29763 


— 


20064 


4194 


252 


— 


4200 


7000 


— 


1698 


900 


1820 


20064 


— 


50166 


16129 


4945 


2282 


1130 


— 


— 


975 


2000 


22705 


50166 


__ 


45423 


19431 


6225 


_^ 











3123 


1050 


15594 


45423 


— 


123235 


29084 


6055 


— 


11244 


40200 


— 


136 


4800 


31716 


123235 


— 


99761 


25848 


7462 


5504 


3527 


14600 


— 


2965 


3600 


36255 


99761 


5440 


118414 


50218 


6462 





— 


30000 








5200 


26534 


118414 


300 


7003 


1137 


123 





— 


— 





784 


300 


4659 


7003 


— 


332355 


88563 


38423 


556 


33819 


38000 


— 


26656 


13438 


92900 


332355 



14» 



— 212 — 



Ort, Fim mi nsltliehi StilluiiB dir GeominclifL 



Bilanz am 



Zeichen-Erkl&rung : 

K.-V. = Konsumverein. 

K.-G. ^ Konsumgenossenschaft. 

m. b. H. = Eingetragene Genossenschaft 

mit beschränkter Haftpflicht. 

m. u. b. H. = Eingetragene Genossenschaft 

mit unbeschränkter Haftpflicht. 

m. b. H. i. Liq. = Eingetragene Genossenschaft 

in Liquidation. 

G. o. H. = Genossenschaft ohne Haftpflicht. 



Aktiva 






°j^ 



l§ 



« M ^ P3 
S cj " ® 



s 

I 






% 



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24. 



26. 



27. 



29. 



89 
90 

91 

92 

93 

94 

95 

96 

97 

98 

99 

100 

JOl 

102 

103 

104 

105 

106 

107 

108 

109 

110 

111 

112 



Pulsnitz, K.-V 

Reichenbach, Allgem. K.-Y 

Riesa a. E., K.-V 

RochHtz, K.-V 

Röhrsdorf, K.-V 

Rosswein, K.-Y. »Haushalt« 

Schedewitz, K.-V. Aktien-Q-esellsch 

Scheibenberg, Allgem. K.-V 

Schiedel b. Crimmitschau, K.-V 

Schmiedeberg i. Erzgeb., K.-V. 

Schöneck a. B., Allgem. K.-V 

Schwarzenberg, K.-V. u. Produktiv-Gen. 

Sebnitz, K.-V. »Eintracht« 

Stollberg i. E., K.-V. »Haushalt« 

Thalheim, K.-V ; 

Thum, K.- u. Sp.-V 

Waldheim, K.-V 

Wechselburg, K.-V. »Einigkeit« 

Weinböhla, K.-V 

Wilkau, K.-V 

Wittgensdorf, K.- u. Sp.-V 

Zschoppau, K.-V 

Zschorlau, K.-V. 

Zwenkau, K.-V. 



. 203 

379 

9072 

2985 

1660 

33097 

337 

945 
1551 

967 
1075 

912 
3483 
4886 

826 

229 

156 

8634 

1127 



5068 
9954 



7551 

7710 
32460 
10826 
43908 
408507 
14355 

9894 
14920 

8058 
31868 
22463 

6097 
10631 

44140 
16021 
15761 
111931 
36487 



305 

92 

15565 

760 

918 

670505 

262 

1144 

274 

3171 

19932 

833 



2475 
1124 



980 

967 
1395 

2256 
102706 

701 
1257 

884 
2047 
2466 
1353 
1025 



1788 

770 

3354 

8395 

234 



15582 



20000 
26950 
37000 
754350 
11200 



32293 



29712 
14500 

203988 



34621 
21705 



23615 



1424 
2970 



13842 
37500 



535 



1706 
4841 
1731 

1127 

2482 
1143 
2760 

962 



9200 
561 



12018 
2370 



Summa: 470188 6994891 2579199 1457972 8256344 366338 



— 213 — 



Jahresschluss e 





Patti VA 


1 

o 


il 


u 

all 
l|l 


1 

o 


r 


Aufgenommene 
Anleihen und 
Spareinlagen 


i 


11 

US 


j 

1 


1 


Noch 
zu zahlende Di- 
vidende und Ge- 
schäftsunkosten 


.1 
ii 


30. 


31. 


32. 


83. 


34. 


35. 


86. 


87. 


38. 


39. 


40. 


41. 


J^. 


JL 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


— 


25156 


4103 


900 


916 


4250 


7000 


1320 


1636 


1800 


3231 


25156 


2000 


11148 


3109 


60 














2329 


2000 


3650 


11148 


— 


80198 


21139 


10103 


1032 


1000 


13000 


— 


— 


1600 


32324 


80198 


— 


46362 


6176 


2400 


1177 


4000 


16300 





15 


1400 


14894 


46362 


650 


88123 


14748 


5797 


1758 


5878 


27000 


2040 


16419 


1601 


12882 


88123 


15619 


1984784 


1015694 


100632 


10608 


— 


388500 


— 


— 


15619 


453731 


1984784 


— 


27720 


3394 


2191 


— 


— 


7500 


— 


10034 


— 


4601 


27720 


— 


12358 


2504 


383 


65 


660 








1685 


— 


7061 


12358 


— 


19837 


4909 


2315 


— 


300 








5376 


1450 


5487 


19837 


— 


13359 


2928 


500 





— 


— 


— 


5460 


300 


4171 


13359 


— 


38443 


5036 


372 


— 


— 


— 


— 


20660 


1200 


11175 


38443 


2831 


63023 


10952 


2163 


941 


2600 


15000 


— 


5931 


2831 


22605 


63023 


500 


12067 


1993 


73 


1008 








- 


1204 


500 


7289 


1^067 


— 


35449 


6540 


200 


7844 


— 


— 


— 


1230 


— 


19635 


35449 





86499 


14806 


7665 





1002 


21000 


2200 


18529 


2700 


18597 


86499 


500 


32581 


3214 


981 


— 


5000 


14000 


— 


5831 


500 


3055 


32581 


903 


20174 


3247 


290 


105 


642 


— 


— 


7365 


1903 


6622 


20174 


5207 


340630 


61674 


6635 


452 





145600 





64774 


3633 


57862 


340630 


— 


50990 


15232 


1700 


— 


619 


— 


— 


13179 


100 


20160 


50990 


_ 


51955 


7309 


1768 


z 


1872 


90f>8 


_ 


14843 


_ 


20095 


54955 


— 


98114 


28067 


4270 


3306 


2320 


19404 


— 


4871 


2450 


33426 


98114 


90525 


20215457 


4796278 


1US35:54 


640282 


1214459 


51Ö16!)3 


449343 


1132351 


314265 


5400342 


20215457 



— 214 — 



Verband süddeutscher 

Beohnims^sabsolilttMe 



■ 


Ort. Fim iiii nehtlicliiSteüino derGMossnscIiift. 








S 






g 


S 




M 


Zeichen-BrUärung : 


1 


1 


K.-V. = Konsumverein. 
K.-G. = Konsumgenossenschaft. 


1 


crH 


S 


1 

p 


1 


TS 


1 


1 


ö 


m. b. H. = Eingetragene Genossenschaft 


1 


•Sa 


io 


^1 


S 


ll 


>• 




55 


mit beschränkter Haftpflicht. 


• ö 


Ö 


1 


$ 


fl 


§ 


© 


m. u. b. H. = Eingetragene Genossenschaft 


"s^ 






'S 


ß 


o 


S 


o 


fi 


mit unbeschränkter Haftpflicht. 


1 


n 


1 


>■ 


SU 


1 


5 


1 


m. b. H. i. Liq. = Eingetragene 


"zA 


H 


s 


0/ 





Genossenschaft in Liquidation. 


o 


^ 






> 


t 


1 


1 


G. 0. H. = Genossenschaft ohne Haftpflicht. 








1 






a 




•) Dar bsigtfOgta Buchstabe B. badiutet Bayern. Bd. = Badin. 


















^ 




W.=WQrttbg..G.-H=Grossh.HBS8eR..H.-N.= Hassan-Nass. 




















1. 


2. 


8. 


4. 


5. 


6. 


7. 


8. 


9. 


10. 


11. 










M. 


A 


A 


Jt 


Ji. 


M. 


JfC 


1 


Aalen W.*), K.-V. m. b. H 


1894 


640 


1 


30 


649 


13389 


30 


6979 


42220 


2 


AmbersrB., K.-V. »Glückauf c m.b.H. 


1899 


173 


1 


10 


471 


3720 


545 


745 


— 


3 


Arien Bd , Spar- u. K.-V. m. b. H. . . 


1872 


174 


1 


30 


480 


14150 


737 


75 


— 


4 


Arzberg B., K.-V. m. b. H 


1902 


neuer Verein. 












5 


Augsburg B., Allgem. K.-V. m. b. H. 


1891 


2026 


-.50 


30 


242 


52522 


3076 


12199 


119383 


6 


Bäumenheim B., K. V. m. b. H. . . . 


1895 


402 


1 


1 


3187 


19901 


1522 


10110 


28733 


7 


Betzingen W., K - u. Sp.-V. m. b. H. 


1898 


8B 


1.30 


20 


607 


4543 


548 


9.S8 


— 


8 


Biberach W., Sp.- u. K.-V. m. b. H. 
Bothnang W., K.-V. m. b. H 


1901 


121 


1 


30 


39 


2776 


6 


329 





9 


1894 


452 


1 


30 


3423 


5846 


6263 


810 


20850 


10 


Cannstadt W., Sp.- u. K.-V. m. b. H. 


1890 


1512 


l 


30 


1046 


48221 


2813 


18891 


231146 


11 


Darmstadt G.-H , C-, Sp.-u. Prod.-Gen. 


1900 


während c 


er . 


Lufstell 


ing der 


TabeUc 


beigetreten. 


12 


Degerloch W., Sp - u. K.-V. m. b. H. 


1897 


251 


1 


30 


1836 


3774 


8954 


1335 


— 


13 


Ebingen W., K.-V. m. b. H 


1897 


470 


1 


20 


900 


11474 


5345 


2805 


— 


14 


Eitingeu W., Sp.- u. K.-V. m. b. H. 


1900 


97 


1 


30 


536 


3275 


33 


674 


3112 


15 


EmmendiußfenBd., Lebsbd.-V. m.b.H. 


1879 


130 


1 


30 


363 


12561 


30 


1004 





16 


Endingen W., K.-V. m. b. H 


1897 


125 


5 


30 


26-^ 


3155 


1036 


140 


— 


17 


Erlangen B., K.- u. Sp.-V. m. b. H. 


1901 


539 


-.50 


30 


5608 


11020 


250 


1742 


— 


18 


Esslingen W., K.- u. Sp.-V. m. b. H. 


1865 


2983 


—.50 


30 


1221 


111870 


6116 


29519 


242095 


19 


Fahrnau Bd., K.-V. m. b. H 


1895 


151 


3 


40 


460 


12890 





5455 





20 


Frankensteni B., K.-V. m. b. H.f. • 


1891 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


21 


Frankenthal B., K.- u. Sp.-V. m. b. H. 


1900 


188 


1 


30 


447 


5495 


1187 


1296 


— 


22 


Frankfurt a/M. H.-N., K.-V. m. b. H. 


1899 


645 


1 


10 


385 


4682 


536 


1618 


— 


23 


» » K.-V. m. b. H. 


1900 


2633 


-.50 


30 


4543 


45393 


4935 


24473 
1886 


}: 


24 


FüssenB., Gew.-K.-V., »Eintracht« m.b.H. 


1902 


55 


3 


30 


605 


3565 


— 


417 


25 


Geislingen W., K.-V. m. b. H 


1867 


838 


1 


10 


1495 


7167 


18667 


136 


10893 


26 


St. Georgen B., K.-V. m. b. H 


1894 


778 


3 


10 


1057 


28620 


6000 
3861 


\ 900 
2034 


— 


27 


Giessen G.-H., Eisenb.-K.-V. m. b. H. 


1901 


437 


2 


30 


188 


10087 


3622 





28 


Gmünd W., Sp.- u. K.-V. m. b. H. . . 


1871 


2324 


1 


30 


12607 


72851 


27790 


5834 


84166 


29 


Göppingen W.. K. V. m. b. H 


1889 


1186 


1 


30 


2408 


24226 


8250 


21475 


148934 


30 


Haagenu RöttelnBd.,Arb.K.-V.m.b.H. 


1868 


102 


10 


50 


1610 


16731 


30 >6 


478 


— 


31 


Hall W., Sp.- u. K.-V. m. b. H. . . . 


1901 


196 


1 


30 


371 


5261 


30 


982 


— 


32 


Hammerau ß., K.-V. m. b. H 


1880 


94 




50 


229S 


11249 


1200 


5 


— 


33 


Heidelberg Bd.. K.-V. m. b. Rf. . . 


1901 


— 




— 


— 


— 


— 


— 


— 


34 


Heimarshausen H.-N., K.-V. m. b. H. 


1901 


93 


—.50 


20 


242 


3399 


26 


463 


— 


35 


Hirrlingen W., K.-V. m. b. H 


1897 


197 


1 


5 


894 


4129 


160 


369 


— 


36 


Hornberg Bd., K.-V. m. b. H 


1898 


105 


1.60 


20 


136 


2211 


533 


205 


— 



Die mit f bezeichneten Vereine haben trotz erfolgter Mahnung nicht zur Statistik berichtet. 



215 — 



Konsumvereine. 

Illr 1902. 



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16000 


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15441^ 


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7333 
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14848 


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4711 


37831 
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191490 
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703-1 


1670 


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1530 


— 


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970 


409 


1630 


7034 


— 


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554 


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1728 


— 


11000 


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482 


37193 


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1951 


16217 


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19686 


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— 


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— 


2250 


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— 


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— 


— 


— 


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14692 


— 


54 


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— 


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— 


— 


1449 


4641 


3878 


— 


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1426 
317 


}■ 4744 


— 


— 


— 


— 


13706 


41236 


— 


— 


4043^ 


7102 


Ü^A) 


4242 


2:^28 


— 


- 


— 


— 


26306 


40438 


sm^ 


— 


19831 


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— 


— 


— 


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1949 


— 


4839 


J9831 


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— 


234^110 


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12442 


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13825 


53527 


199W 


— 


— 


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234440 


13617 


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2897 


— 


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— 


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5924 


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103H 


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— 


— 


— 


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7219 


18220 


26« 


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43^^8 


429 


46 




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1778 


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5S01 


1040 


370 


— 


1100 


— 


— 


2031 


— 


960 


5801 


^ 


— 


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1277 


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— 


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— 


— 


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— 


375 


30^5 



216 — 





Ort, Firma und raehtilcheStBlIung dsrfienDitanichafL 








1 






1 




1 


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Zeichen-Erldärung : 




K.-V. = Konsumverein. 


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1 


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K.-G. = Konsumgenossenschaft. 


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1 


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m. b. H. = Eingetragene Genossenschaft 


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mit beschränkter Haftpflicht. 


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§ 


•§ 


m. u. b. H. = Eingetragene Genossenschaft 


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1 


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mit unbeschränkter Haftpflicht. 




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1 


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m. b. H. i. Liq. = Eingetragene 


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5 


Genossenschaft in Liquidation. 





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1 


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G. 0. H. = Genossenschaft ohne Haftpflicht. 








1 






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*) Dir beigafQgti Buchstabt B. badButit Bayirn. Bd. = Badin, 
W.= WQntbg.. G.-H.= Grossh. Hessin. H.-N.=: Hissin-Nass. 








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1. 


2. 


8. 


4. 


5. 


6. 


7. 


8. 


9. 


10. 


11. 










Ji. 


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M. 


M. 


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37 


St lugbert B., K.- u. Sp.-V. m. b. R 


1890 


697 


— 


25 


7995 


26833 


67228 


1980 


— 


38 


Ingolstadt B. , Allp. K-V. m. b. H. 


1902 


74 


—.50 


15 


277 


2003 


169 








39 


Kai8er8lauternB.,A.K.-u.Pr.-G.m.b.H. 


1901 


273 


-.50 


25 


894 


3717 


— 


929 


— 


40 


Kassel H.-N., K- u. Sp.-V. m. b. H. 


1901 


559 


-.50 


30 


402 


12940 


363 


1533 





41 


Konstanz Bd., K.- u. Sp.-V. m. b. H. 


189M 


671 


1 


30 


1708 


47749 


988 


7358 





42 


Kornwestheim W., K.-V. m. b. H.. . 


1900 


142 


1 


30 


699 


3810 





1000 


20100 


43 


Kulmbach B., K.-V. m. b. H 


1901 


103 


1 


30 


— 


während der Äufstellunff der 


44 


Lauf b. Nürnb. B. K-V. m. b- H.. . . 


1901 


239 


1.10 


15 


3360 


5993 





274 





45 


LaufFenmühle Bd. K.-V. m. b. H.. . . 


1897 


151 


-.50 


20 


660 


17652 


702 


1989 





46 


Leonberg W., Sp.- u. K.-V. m. b. H. 


1»98 


100 


1 


30 


235 


3237 


— 


881 


— 


47 


Lörrach Bd., Allg. Arb.-K.-V. m. b. H. 


1866 


929 


2 


30 


5766 


50290 


39454 


3642 


106907 


48 


Lorch W., Sp.- u. K.-V. m. b. H.. . . 


1898 


226 


130 


30 


1696 


3769 


3808 


1025 


2006 


49 


Ludwigshafen B., K.-V. m. b. H. . . 


1873 


3949 


2 


20 


2035 


103645 


27066 


16816 


233771 


50 


Mainz G.-H., Sp.-, K.- u. Pr.-G. m. b. H. 


1899 


— 


— 


— 


— 














51 


Mannheim Bd., K.-V. m. b. H 


1900 


1542 


—.50 


30 


565 


26538 


1818 


11713 





52 


Marburg G.-H., K.-V. m. b. H 


1902 


173 


-.50 


30 


52 


3770 


342 


425 


— 


53 


Markt-Redwitz B., K.-V. m. b. H.. . 


1900 


650 


— 


30 


5056 


26732 


505 


1781 





54 


Maudach B., K.-V. m. b. H 


1901 


77 


— 


— 


56 


3389 


— 


347 


— 


55 


Maulburg Bd., AUg.Arb.-K.-V. m.b.H. 


1894 


110 


— 


40- 

300 


|2699 


17825 


2708 


1000 


18314 


56 


Möhringen a.F.W.,Sp.-u.K.-V.m.b.H. 


1897 


274 


1 


30 


684 


4224 


267 


892 


25320 


57 


Moschendorf B., K.-V. m. b H. . . . 


1889 


221 


— 


18 


2645 


8449 


400 


701 


22300 


58 


Münchberg B., K.-V. m. b. H 


1898 


258 


— 


5 


4362 


9282 


— 


569 


— 


59 


MundenheimB.,K.-V.»Hoffn.« m.b.H. 


1900 


145 


-.50 


25 


360 


5807 


lOOC 


1523 





60 


Mutterstadt B., K.-Vereing. m. b. H. 


1900 


241 


1 


10 


43 


9328 


53 


564 





61 


Neu-l8enbg.ö.-H.,Sp.-K.u.P.-G.m.b.H 
Nürnberg B., K.-V. m. b. H 


1900 


219 


1 


30 


593 


5185 


377 


941 


— 


62 


1902 


537 


—.50 


30 


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Verein. 


— 


— 


— 


63 


Nürtingen W., K.-V. m. b. H 


1900 


92 


1 


30 


89 


2522 


238 


888 


— 


64 


Oberndorf a. N. "W., K.-V. m. b. H.. . 


190U 


154 


1.50 


25 


1955 


9924 


420 


1700 


17200 


65 


Offenbach a.M. G. H., K-V.U.P-G. m. b. H. 


1900 


870 


1 


30 


843 


17207 


1585 
2890 


\ 4893 
470 


— 


66 


Oggersheim B., K.-V. m. b. H 


1901 


120 


1 


30 


227 


3531 


500 





67 


Peissenberg B., K.-V. m. b. H 


1899 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


68 


Reutlingen W., K.- u. Sp.-V. m. b. H. 


1891 


795 


1 


30 


2982 


16047 


8738 


5547 


33530 


69 


Rödelheim H.-N., K.-V. m. b. H.. . . 


1900 


97 


1 


30 


925 


4765 


30 


1231 





70 


Röthenbachb.8GllWiinauB., K.-V.m.b.H. 


1866 


191 


3 


40 


4685 


13135 


27440 


1382 


— 


71 


Schifferstadt B., K.-V. m. b. H 


1902 


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532 


3058 


— 


570 


— 


72 


Schney B., K.-V. m. b. H 


1899 


199 


—.50 


40 


443 


28927 


776 


979 


— 


73 


Schorndorf W., K.-V. m. b. H 


1890 


614 


3 


5 


1331 


9147 





619 


12920 


74 


Schramberg W., K.-V. m. b. H 


1889 


742 


1 


30 


752 


12693 


— 


2696 


108338 


75 


Schwabach B., K.-V. m. b. H 


1866 


1460 





17 


20526 


2763 


9000 


783 





76 


Schweinfurt B., K.-V. m. b» H 


1895 


455 


—.50 


30 


1116 


9677 


7321 


2012 


84868 


77 


Schwenning. a.N.W.,Sp.-u.K.V.m.b.H. 
SeBdling-München B., K.-V. m. b. H. 


1897 


409 


2 


30 


791 


16890 


276 


3040 


47077 


78 


1886 


3311 


1 


30 


12842 


46985 


58312 


10411 


96886 



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10721 


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2120 


6782 


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28561 


115350 


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— 


25637 


4300 


8f 156 1 


2:i!170 



218 



Ort, Flm IM! rechtlicbeStBliunB dirGiflosseiiubift. 



Zeichen-Erklärung : 

K.-V. = Konsumverein. 

K.-O. = Konsumgenossenschaft. 

m. b. H. = Eingetragene Genossenschaft 

mit beschränkter Haftpflicht 

m. u. b. U. = Eingetragene (Genossenschaft 

mit unbeschränkter Haftpflicht. 

m. b. H. i. Liq. = Eingetragene 

Genossenschaft in Liquidation. 

G. o. H. = Genossenschaft ohne Haftpflicht. 

*) Dir biigafOgti Buchtabi B. bidiutit Bayiri. Bd. = Badin. 

W.=WOrttbg.. G.-H. = Griuh.-Hinin. H.-N.= Hissin-Nass. 



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87 
88 

89 

90 
91 
92 
93 
94 

95 
96 
97 
98 
99 
100 



8 
9 
10 
11 
12 
13 
14 
15 

16 



Singen a. H.Bd., K.- V. d. Pitt-P. m. b. H.f 
Speyer B., K.- u. Sp.-V. m, b. H. . . 
Stuttgart W., Spar- u. K.-V. m. b. H. 
Tiefenbronn Bd., Lebensm. -Bedürfnis- 
Verein m. b. H 

Tirschenreuth B., K.-V. m. b. H. . 
Todtnau Bd., AUg. K.-V. m. b. H. 

Triberg Bd., K.-V. m. b. H 

Tuttlingen W., K.-V. m. b. H 

Untertürkheim W., Sp.-u.K.-V. m.b.H. 
Vaihingen u. F. W., K.-V. m. b. H. 

Villingen Bd., K.-V. m. b. H 

VolkertshausenBd.,K.-u.Sp.-V.m.b.H. 

Waiblingen W., K.-V. m. b. H 

Waldshut Bd.. K.-V. m. b. H 

Waldsassen B., K.-V. m. b. H. f . . . 
Wangen b. Cannst. W., Spar- u. K.-V. 

m. b. H 

Wasseralfingen W., K.-V. m. b. H.. 
Weilimdorf W., Sp.- u. K.-V. m. b. H. 

Wehr Bd., K.-V. m. b. H 

Weissenburg a. S. B., K.-V. m. b. H 
Zell i. W. Bd., Allg. K.-V. m. b. H. 
Zuffenhausen W., Sp- u. K.-V. m.b. H. 



Donaueschingen, K.-V. m. b. H. . . . 

Ersingen, K.-V. m. b. H 

Frankfurt, Eisenbahn-K -V. m. b. H. 
Freiburg, Lebensb.- u. Prod.-V. m.b.H, 
Gerabronn, Frank. Kohl.-K - V. m. b.K 
Haunstetten, Produktiv- u. K.-V. der 
Spinnerei u. Weberei m. b. H. . . 

Immenstadt, K.- u. Sp-V. m. b. H, 

Kaisers lautem, K.-V. m. b. H 

Karlsruhe, Lebensbed.-V. m. b H. . 
Kollnau, Arbeiter-K.-V. m. b. H. . . 

München*), K.-V. m. b. H 

Pforzheim, K.-V. m. b. H 

Rosenheim, K.-V. m. b. H 

Stein, K.-V. I m. u. b. H 

Schnappach, K.-V. Mariannenthaler 

Glashütte m. u. b. H 

Uhn, K.-V. m. b. H 



1897 
1901 
1864 

19C0 
1901 
1890 
1885 
1894 
1897 
1895 

1872 

1872 
1898 
1872 
1901 

1897 

1898 
1898 
1897 
1868 
1891 
1900 



126 
19235 

143 
180 
216 
342 
1916 
142 
271 

623 

142 
125 
312 



1 
3 
1.20 
2 
1 
1 



3 

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57429 

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968 

1004 

97 

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675 

303 

1237 

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263 

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1126104 399713 



2552 
11245 
12420 
13280 
56599 
2155 
6756 

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10279 

2429 

11106 



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1200 

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105940 

296 

33 

24610 



34 
300 



437 
386 
106 
216 
377 
229 
221 



1 

1 
1 
10.— 
1 

1 



2059 
4648 
1051 
1972 
2540 
111 
818 



6660 
6739 
2351 
9119 

4018 

14800 

5834 



1242 

30 

30 

1416 

2743 

5213 

141 



1422 
286454 

552 

976 

1000 

1237 

11000 

963 

1253 

2224 

304 

563 

2714 



300 
1460 

974 

828 

20 

1700 

910 



1234204 

3446 

26000 
36309 
57000 



584 



62244 



24400 
19800 

10562 

80 

3800 



1872 
1872 
1900 
1865 
1874 

1878 

1867 

1875 
1865 
1877 
1864 
1865 
1866 
1866 

1877 
1866 



68020 

330 
3001 



1250 



253 
2351 



3772 



10957 



— 220893 2488901 926960 568279 3239498 
Aasgetretene 



10 



20 



2446 
126 



356 



12965 
2161 



355 



18409 



5490 
172164 



54094 



28247 
92177 



158743 



510915 



2598 
12168 



54421 
130 



10720 
81409 



1309 



162755 



367 
95258 



15332 



626 
23837 



25254 



160674 



10635 
305221 



120953 



27063 
278355 



211409 



953636 



*) Der Austritt wurde in der Generalversammlung nicht genehmigt. 

Die mit t bezeichneten Vereine haben trotz erfolgter Mahnung nicht zur Statistik berichtet. 



— 219 — 



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12. 


18. 


14. 


16. 


16. 


17. 


18. 


19. 


20. 


21. 


22. 


28. 


24. 


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M. 


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Ä 


M. 


M. 


M. 


M. 


M. 


M. 


M. 


Ji. 








5078 


1633 


148 





969 








1729 





599 


5078 


81557 


97260 


3282721 


472892 


99375 


24614 


1218696 


688410 


— 


194162 


98281 


486291 


3282721 


585 


_ 


7886 


1470 


2664 





1900 





1308 





—^ 


544 


7886 


1199 





14388 


1544 


131 


239 


552 


— 


— 


7468 


303 


4151 


14388 








41624 


3790 


5889 


17000 


2758 


3278 





1899 


— 


7010 


41624 





_.. 


53923 


7634 


7760 








16000 


— 


1907 


— 


6286 


53923 


7040 





182676 


35308 


17328 


375 


38294 


— 


— 


14861 


— 


76510 


182676 


3586 


— 


7675 


3213 


504 


— 


2000 


— 


— 


1312 


— 


646 


7675 


1922 


— 


10267 


5051 


1102 


— 


— 


— 


— 


1038 


— 


3076 


10267 


— 


— 


40217 


8705 


6592 


6041 


— 


— 


— 


— 


— 


18456 
423 


1^ 40217 


— 





11756 


533 


6078 


191 


— 


— 


— 


— 


— 


154 


11756 


339 


— 


3628 


1543 


198 


_ 


1007 


— 


— 


440 


— 


340 


3628 


1032 


— 


77968 


6112 


7850 


— 


8285 


47500 


— 


— 


1500 


6721 


77968 


5383 




40044 


10720 


2990 


756 


3146 


7917 


5790 




_ 


8725 


n)044 


— 


— 


32677 


6865 


1451 


— 


— 


16825 


— 


— 


— 


7536 


32677 


— 


— 


4406 


2307 


254 


— 


1300 


— . 


— 


38 


— 


507 


4406 


7379 





31276 


4295 


3747 








6000 


— 





— 


17234 


31276 








9401 


2529 


4054 











— 


— 


— 


2818 


9401 


— 


— 


59824 


4460 


5622 


8000 


17114 


20878 


— 


51 


— 


9099 


59824 


— 


— 


7203 


5821 


301 


— 


— 


— 


— 


1042 


— 


39 


7203 


214079 


120619 


7779229 


1345922 


540710 


160577 


1720073 


1747317 


72576 


524438 


147634 


1506417 


7779229 



Vereine. 



2939 
5470 


6000 
11663 


21536 
584931 

251286 

82560 
489607 

402538 


3300 
50330 

13300 

5180 
59551 

69866 


2800 
50967 

30000 

3426 
28000 

16028 


2800 
3000 

20011 

11938 

35763 


5450 
63713 

58370 

52981 
124581 

77953 


70000 

26000 

187010 

89907 


220000 


166 
40726 

9757 

60682 


5000 

11121 

750 
11690 


7020 
81186 

62534 

2022 
54085 

52041 


21536 
584931 

251286 

82560 

489607 

402538 


8409 


176631 


1829458 


201527 


131221 


73512 


383048 


372917 


220000 


111333 


28561 


2588881 1829458 



— 220 



Verband süddeutscher 

BeolmnngTsabsohlttsse 



Ort 



Der beigifOgte Buchstabe 
B. bsdiutet Bayern, Bil.=BadaB, 
W.=Württbg.. G.-H.=Grossh 
Hassen. H.-N. = KeS8en-Nass. 



Verkaufserlös 



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1 


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Qeschfiftsertrag 









So 



§ 



Zinsen 



Qesohifts 



Verwaltongs 



S 

S 



10 



11. 



12. 



13. 



14. 



1 
2 
3 

4 
5 
6 

7 
8 
9 

10 

11 

12 

13 

14 

15 
16 
17 

18 

19 
20 
21 
22 
23 
24 



Aalen W. 

Ambcrp B 

Arien Bd 

Arzberg B 

Augsburg B 

Bäumenheim B. , 
Betzingen W. . . . 

Biberach W 

Bothnang W 

Cannstadt W. . . . 



4 1 



163219 
17940 
81107 



75975 

5830 
7800 



1954 
75 



neu gegründeter Verein. 



Darmstadt ö. H. 
Degerloch W. . . . 

Ebingen W 

Eltingen 



Emmendiijgen Bd. 

Endingen W 

Erlangen B. 

Esslingen W 



Pahrnau Bd 

Frankenstein B.-}- . . 

Frankenthal B 

Frankfurt -Bockenh, 
Frankfurta/M.H.-N 
Füssen B 



25 Geislingen W. 

26 St. Georgen B. 
Giessen G.-H. 
Gmünd W. 
Göppinjyen W. . 

3ü|Haagen u.RöttelnBd. 
"^ HaU W 

Hammerau B. 
33JHeidelberg Bd.t 
34|HelmarshausenH.-N. 

Hirrlingen W. 
36|Homberg Bd. 

37 St. Ingbert B, 

38 Ingolstadt B, 

39 Kaiserslautem B. 
4(' Kassel H.-N. 



27 
28 
29 



34f>244 
71328 
19804 
11531 
60753 

267400 

während 

4H429 

4459 

79572 

17735 

32209 
18707 
42162 

696585 

46176 



204824 
21113 
1050 

2250 
15571 

135150 



111 



601 
92 



28603 
2599 

12395 
i. 

69037 

14563 
2830 
1553 

11549 

48312 



M. 

4320 
302 

280 

11379 

1068 

62 

165 

4449 

8109 



— 23341 
44000 

309320 

7689 

84252 

196540 
75307 

594702 

186215 
49892 
19702 
30000 



14196 

13377 

10079 

241776 

4102 



der Aufstellung der Tabelle 
10012 



> 24560 

39939 

1349 

4449 

125000 

499068 

19869 



31843 
20000 

272968 
8260 

186568 



14611 

528830 

15800 

12341 



270 



11990 
4850 



261 
427 

127 



822 
195 



1052 

2284 
10 

807 

10 

115 



3— 68222 6865 — 10144 412 108 



246 
16693 

2904 

5167 
2239 
8154 

414613 

8659 



611 

/ 2046 

65 

297 

7101 

34237 

993 



3940 
2512 

42996 
685 

15440 

24099 

6664 

101478 

34602 
8429 
3254 
8296 



2468 

2335 

2167 

49189 

858 



1689 
1200 

13753 
826 

13759 



807 
46405 
15308 



115 



1197 

485 



1490 

21 

2570 

1422 

9 

1071 
10752 



beigetreten. 
261 



1231 



176 
1231 

26 
498 

7582 



1281 
111 

77 
82 

16023 



281 
29 



799 



213 

5482 

13795 



40 



2323 
18 



73 



26 



10925 
617 



37 



2415 
5497 



252 



38 



11 



9975 
1745 
3802 

40774 
5026 
1302 
1114 
5528 

27077 



2897 

8071 

1473 

2335 
1140 
4539 
18021 
41354 
411 



1720 

252 

1526 



738 
7650 

219 
356 



4638 
297 



3945 

150 

40595 

6417 
6196 
2748 
37501 
13831 
2258 
1473 



2814 



5688 
247 



970 
1375 
1448 
6898 

881 



64 



5441 



Die mit f bezeichneten Vereine haben trotz erfolgrter Mahnung nicht zar Statistik 



- 6518 — 

berichtet. 



— 221 — 



Konsumvereine. 

für 1902. 



Imtten 


■4 


VmrUUunz d«t Reingewinnet 


kosten 




ci 


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1 
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1 

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3 


Einkaufs-Dividende «/o 


15. 


Jt5. 


17. 


1!H. 


11/. 


2ü. 


121. 


22. 


US. 


24. 


25. 


26. 


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JK 


JL 


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Ji. 


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— 


1610 




31839 


377 


19987 


550 


— 


796 


121 


4 


loo/o eig. Geschäft, 50/0 Lieferanten. 


— 


39 




1117 


— 


1065 


47 


— 


— 


5 


— 


Qo/o eig. Geschäft, 40/0 Lieferanten. 


— 


— 




870« 


— 


8011 


441 


180 


— 


84 


— 


100/0. 





3fl56 


^^ 


3666^1 





33002 


3166 


— 


300 


197 


— 


7®/o im eig. Gesch., ö^/o Lieferant. 


— 


1047 


-^ 


9749 


1079 


6073 


210 


— 


1387 


1Ü005— 6V« 


110/0. 


— 


^49 


— 


1400 


— ■ 


1852 


10 


— 


-^ 


38 


— 


I. Semester 60/0, n.8em.7«/o, Lief.ßo/o. 


— 


SH 


— 


M2 


— 


395 


64 


— 


83 


— 


— 


8«/o. 


— 


87 


— 


10819 


426 


9704 


207 


— 


— 


482 


4 


lCK>/o eig. Gesch., 50/0 Lieferanten. 


— 


600 
137 


)- 


2421 J 




24039 


90 


- 


— 


90 




f I. Semester 7«/o eig. u. 5«/o Lief., 
1 n. Semester 70/0 u. 40/0 . 




219 


z 


7615 




5871 


1457 


— 




287 


^"" 


100/0 eig. Gesch., 50/0 Lieferanten. 


•— 


343 


— 


17G54 




9477 


583 


— 


1340 


254 


— 


100/0 eig. Gesch., 50/0 Lieferanten. 


— 


112 


— 


1495 




1153 
67 


J IGO 


— 


82 


33 


— 


6V«o/o eig. Gesch.. 50/0 Lief. 


540 


^J50 


— 


2465 


107 


1836 


512 





, — 


10 


3V. 


60/0. 


— 


332 





818 


— 


312 


— 





^78 
280 


. 506 




? 


— 


" 





1079a 


— 


8890 


1050 


- 


— 


«o/o eig. Gesch., 60/0 Lieferanten. 


— 


9265 


— 


84690 


— 


84690 


— 


— 






— 


5, 8»/«, 6 und «o/o je für 1 Quartal. 


— 


606 


2f58 


3747 


132 


36(5 


— 





— 


— 


2 


60/0 eig. Gesch., 40/0 Lieferanten. 





170 


_^ 


175? 


86 


1384 


35 


^5 


130 


88 


4 


30/0 im eig. Gesch., 2ViO/o b. Lief. 


— 


137 


— 


3454 


— 


3300 


126 


-^ 


2*J 


~ 


— 


50/0. 


— 


174S 


— 


14^06 


534 


— 


98 


— 


21 


13753 


3Vi 


00/0. 


— 


22 


— 


US^i 


32 


12i>l 


38 




30 


138 


5 


80/0. 


— 


236 


- 


21533 


241 


I978ß 


532 




— 


1024 


3 


f 9 und 100/0 eig. Gesch., 6»/« und 
l 60/0 Lieferanten-Geschäft. 


— 


— 




201H7 


— 


19104 


— 


■^~ 


— 


1083 


— 


100/0. 


— 


107 


— 


4839 


301 


3601 


242 


__ 


695 


— 


3 


50/0. 


— 


1801 


— 


no53a 


2952 


9790(5 


343 


lOO 


9231 


— 


4 


120/0 eig. Gesch., 70/0 Lieferanten. 


— 


3272 


— 


3n234 


651 


34973 


600 


^^ 


— 


— 


3V. 


100/0 eig. Gesch., 4Vi«/o Lief. 




— 


^- 


592^ 


— 


5488 


114 


— 


237 


85 




110/0. 


— 


49 


— 


1962 


46 


1577 


Gl 


— 


— 


279 


4 


8O/0 eig. Gesch., 50/0 Lieferanten. 


1005 


387 


— 


6944 


159 


6503 


— 


— 


282 


— 


4 


220/0. 


55 


^0 





1291 





837 


454 














bö/i. 


— 


— 


■^- 


960 


— 


907 


53 


— 


— 


— 


— 


7V«o/o. 


— 


— 


— 


724 


— 


60& 


50 


— 


50 


19 


— 


60/0. 


2514 


198 


— 


3765* 


690 


36012 


— 


— 


— 


956 


3 


170/0 eig. Gesch., IQo/o, 6o/o auf Mehl. 


— 


— 


— 


4^J 


— 


408 


72 


— 


— 


— 


— 


60/0. 


— 


296 


— 


3839 


— 


2840 


192 


— 


550 


2&7 


— 


4^0. 



— 222 — 



Oft 



Dir hihifnflti RueliiLalii 
3, btdiul»! QE^irn, 5d - -Baden, 



V«rkMiiftarlB» 



QeaclittftseiiraD 






-50 



9^ 



^ 
B 



Z^n^&a 



Varwaltun^it 



I 



I in, j Ji. 12. I n. I 14. 



41 EoustaDz Bd 

49 Komwestbeim W* . 

43 Kulmlifioh E 

44 Lftuf ß 

45 L a offen müh le Bd. . 

46 Leouberg: W 

47 Loratih Bd 

46 Lorcli W 

4y Ludwi^Hbaf.a/Eb.B 

50 Maiitz U,-H 

&1 Maiinbeim Bd. . 

52 Jtarburff G-H. . 

53 Harkt Redwite JB, 

54 filaudach 

55 MaulburjEf Bd., . . 
öti ■Müiirinnr^n a F, W. 

57 Mosoliendorf B. 

58 Blünchber^ B, . 
5Ö Mundenheim B^ 
60 [^tutterstadt B. , 
öl Neu-IseTibuT'g G.-H 
6ä Xürnborg B. . . . , . 

63 Nürtitijajen W» . . . , 

64 Oberndoif a/N W. 
erbach a/M.G.-H 

(.>;r^erslieim B. . . 
Peia^enberg B. . . 
Reutlins^an W, . . 
Rüdelbeim K-N. 
ßötbeubnch B. . 
8(jhiäei>tttdt B. . 

Sühney B, , . . . 

Schonulnrf W . * 
Sf^hrainberg W. . 
Hchwabücb B, , , 
Soliwtdnfiirt B.. . 

Schttsnningon a. Nh W<. 

Sendling-Münclien , 
Siüffoü u. H. Bd. f 
Speyer B 



4 1 

1 

1 

1 

1 

1 

4 

l|- 

.1 1 



5' 1 

1 — 



650ff^ 

67 
68 
60 
70 
71 

72 

73 
74 
7n 

7e 

77 

78 
79 
80 



ll- 

U- 
1 

1 — 

1 — 

1 — 



J 86109! 
35265 
17354^ 
2G987| 
D4914 
2340r 

169^33. 
55615 

961 603 

208614 
10587 
95089 
17363 
45282 
3(>5ni 

6H52lf 
2449:^ 
51148 
28082 



60320 
4700 



Ji. 

27Ö| 
49 



36Ü47 
5085 



neu beigetreten. 



102284 



13345 10 

11S81E 3348 

ISOW 

74^1650 2209 

()39H5 



31256 

1^; 
33^50 

56921 
254 t 

20251 



m 



56 

70 
194 



5361 

11767 

2780 

53633 

S57II 

163988 

34635 
18Ü5 

19059 
2254 
7418 
8712 
9580 

4514 
7602 
4^J72 



3816 
235 

2509 



460 



1621 

1099 

9321 446 

46675' 11501 



neu g^eg-rändefcer 



11667 
39878 
88129 
11398 



134509 
27359 
36886 



l2:}^Xi 

19481 

131871 

60901 



4860fJ 

1339 

2896<i 



neuer Verein. 



I — 

2| 1 

fc 

2- 1 

l 

li— 



74097 

93120 

201524 

78947 

86198 

66147 

601807 

i6732 



1212 



11490 - 

43450 — 
50700 
7lfiOO 
53310 

58947 

393962 



15892 — 



715 
Vereia. 
^>H 1359 
7131 
16993; 
1862i 



563 



244 



2813 

916 
1658 



345 
867 



738 
1200 
9265 

296 



25388 
36:^8 
7048 



10750 

14B18 
46107 
17155 
15274 
12447 
635 
90771 

2501 



1827 



515 
503 



12 
63 



43 



2502 

12j 

2896 



775 



575 



922 



35Ö2i — 

2978! 6384 

8086; 515 

4176, 30{V 

I 2960 656 



23638 
913 



6T28 



892 
517 



tllOi 
2331 

430 
146f] 

124 



374 



1248 

27! 



36 — 
812 — 



1089 



312 
3667 

3280 

646 

1246 

47 



20 



22358) 750 
2004 — 

626 

5494 

1463 
13731 

3^i67 
67571 

28399 
1366 
5176 
1674 
1271 
4909 

570 

3(^4 
3356 — 
3K53 
S26Ö 



llOG 

1614 

13990 

1908 



10773 
2089 
1921 



3571 

23J;72 

9107 

7506 

6009 

35552 

2716 



*) Transport vom Voijalir. **) Lagerhalter Manko. 

Die mit f bezeichneten Vereine haben trotz erfolgter Mahnung nicht zur Statistik berichtet. 



— 223 — 



iMtOR 


E 






Vertttllt 


Inf d«« Rftlnj^wlnn«« 


kOBt€ll 












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1 

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3 


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4 
11 


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3 


Klnkau&'Dlvldertde ^ft 


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« 
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13 




^1 

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"3 


} 




15 


2Ü. 


17. 


IH. 


ly. 


HÜ. 


21. i 2-2. 


23. 


23 


S5, 


26. 


A 


X 


Ji 


Jl 


A 


A 


A 


JL 


A 


A 


A 




— 


Ö18 


— 


15323 


607 


14195 


421 


— 


— 


100 


4 


T^^D eis, Gesch., l'7o l-Jeferauteii. 


^0 


326 


— 


291> 
1198 


66 


2483 


282 


— 


— 


87 


4 


71/^/0 u, 9"/o eig. liefith., B^yo Lifif. 





BO 





^ 


6986 


250 














10^ 


— 


— 


— 


ism 


515 


4942 


206 


— 


— 


-^ 


4 


Ph 


— 


27 


— 


1921 


^ 


1837 


58 


— 


-^ 


27 


— 


B^ 


— 


^_ 


— 


391(50 


97G 


2720} 


2000 


30.1 


0Ö23 


2056 


4 


•» 


-^ 


3i)0 


■~- 


ö^t^O 


172 


4982 


8:36 


— 


— 





4 


— 


3000 


— 


144t)51 


— 


127695 


— 


— 


10037 


6319 


— 


IflP/o elff. GöÄchÄft, flt>/o Lief, 





61i> 


2342*) 


3506 








z 








3506 


z 




55 


22 


— 


362 


— 


313 


22 


— 


27 


— 


— 


40/0. 


1120 


1722 


— 


13730 


— 


12112 


500 


— 


1119 


— 


— 


100/0 eig. Gesch., 80/0 Lief. (Brot). 


— 




— 


580 


— 


330 


115 


— 


135 


— 





20/0. 


— 


514 


— 


6681 


1096 


5061 


524 


— 


— 


— 


4 


100/0. 


36 


530 


— 


4216 


— 


3520 


90 


25 


530 


51 


4 


80/0 eig. Gesch., 4> Lief. 


— 


500 


— 


8265 


20 


8030 


200 


— 


— 


15 


— 


12V8*'/o. 


— 


18 


— 


7053 


— 


6841 


35 


— 


55 


122 


— 


100/0. 


— 


80 


— 


1659 


— 


1601 


53 


— 


— 


5 


— 


60/0. 


— 


62 


— 


3687 


— 


2612 


716 


— 


358 


— 


— 


60/0. 


87 


10 


717**) 


1634 


— 


1534 


100 


— 


— 


— 


— 


30/0. 


««. 


20 





1001 





897 


50 








54 


___ 


40/0. 


— 


263 


— 


4781 


— 


4156 


135 





490 








70/0. 


954 


— 


— 


11867 


— 


11000 


50 


— 


780 


47 


4 


60/0. 


— 




— 


250 


— 


217 


12 


— 


— 


21 


— 


lV«o/o eig. Gesch., 2o/o Lief. 







810 





15020 





14536 


425 








59 





90/0 eig. Gesch., 50/0 Lief. 


— 


217 


-t- 


1352 


60 


800 


67 


— 


250 


175 


4 


40/0. 


— 


108 


— 


6655 


— 


6584 


— 


~ 


— 


71 


3Vi 


100/0. 


2569 
714 


l 109 




8835 




7187 


834 




814 






( 90/0 eig. Gesch., 40/0 Lief. 

< Es werden auch Materialien zum 




















1^ Korbflechten abgegeben. 


— 


82 


— 


12763 


— 


12663 


— 


100 


— 


— 





10 und 90/0 I. und II. Semester. 


— 


1380 


— 


24390 


290 


21237 


816 


271 


1090 


686 


5 


100/0. 


— 


196 


— 


16453 


198 


14228 


2028 


— 


— 


— 


3 


100/0 eig. Gesch. u. Brot 70/0 f. Fleisch. 


— 


— 


— 


11728 


— 


9550 


211 


— 


1967 


— 


— 


80/0 eig. Gesch., 50/0 Lief. 


— 


497 


— 


9546 


625 


8239 


482 


— 


200 


— 


4 


80/0 eig. Gesch., 50/0 Lief. 


— 


1157 


— 


80560 


1714 


60083 


4018 


— 


4892 


1853 


6 


80/0 eig. Gesch., 50/0 Lief. 


— 


71 


— 


599 


— 


486 


63 


— 


— 


50 


— 


1V«°/«. 



— 224 — 



Ort 



Dir biigifDgti Bucbstab« 
B. bidiutit Bayiri, Bd.=Badin, 
W.=WOrttbQ., G.-H.=GroMh. 
Hessin. H.-N.=Hissin-Na8s. 



18. 



Verkaiifieriöt 



o 


9 



6. 



5| 

3 



Qetohäftsertrag 






7. 



I 
Is 



I 



10. 



Geschäfts 



Zinsen 



11. 



12. 



Vervvaltungns 



18. 



14. 



81 
82 
83 



Stuttgart W 

Tiefenbronn Bd. . 
Tirschenreuth B. 



84 

85 
86 
87 
88 
89 

90 
91 

92 

93 

94 

95 

96 
97 
98 
99 
100 



Todtnau Bd. ... 

Triberg Bd 1- 

Tuttlingen W. . . 2 

Untertürkheim W. 1- 

Yaihingen u. V. W. 1 - 

Villingen Bd 

Volkertshausen B. . 1 - 

WaibHngen W..... 1- 

Waldshut B 1- 

Waldsassen B.f ... 1 - 

Wangen b.Cann8t.W. 1 

Wasseralfingen W. . 

Weilimdorf W 1 

Wehr Bd . 1 

Weissenburg a. S. B. 1 

Zell i. W. Bd 1 

Zuffenhausen W. . . 1 



488441? 
10290 
43109 

65119 

76411 
364661 
23518 
43536 
81054 

38012 
9585 

75616 



92534 

81486 

15f-08 
77454 
45263 
62507 
29526 



845150 

10520 
28745 

60373 

467941 

9125 

34216 
172545 

1894 
6550 



A 

9373 
129 



611 

18 

100 
502 

41 
12 

238 



A 

986168 
1424 



5438 583 124 



11085 

15203 

69859 

3379 

5516 

16019 

5723 
1546 
8965 
3899 



9875 
58652 

4680 
22915 

38800 
21890 



378 

1 

188 
1026 

265 



17717 
16985 

2598 
15063 

8787 
11735 

4696 



A 
50710 



A 
839881 



1704 360 



2627 

32756 

547 

2132 

11150 

160 
373 



:}- 



1357 
2276 



751 



2540 



A 

77885 

78 

15 



1326 
1254 



18 



40 

2844 



454118 96472 

605 — 

1810 — 

3050 

4921 
11877 
2292 
2414 
7162 

2221 
1216 



416 

805 

11451 

324 



149 



5776 — 



592 

3871 
234 



1704 
1515 



943 



195 

375 

1203 

107 



323 

689 

485 
15 



415 



701 



3366: 
4449 

1902 
3509 
3131 
4807 
2485 



859^ 



^9\ 

187/ 



1287 



56 
402 
379 



8 

9 

10 

11 

12 
13 
14 
15 
16 



1386668763305061309032552937409371 170989|184396 1762 1127210|63214 

Aossetretene 



Donaueschingen . . . 
Brsincren * 


1 

H 

8 

1 
9 


1 
1 

1 


48988 
197296 
734584 

413251 

145101 
525445 

758575 


508554 
205378 
489285 

1 12ii67 


152 

914 
1300 


8219 

175031 
- 

80546 

32158 
61 WH 
26161 

103551 


30318 

10362 

|26385 

7862 


453 
3Ö0(J 

4*^7 

756 
10745 

5423 


1271 

3*542 
4139 

5239 


2100 


s}"» 


Frankfurt Eisenb. , 
Freiburg 


"S;H^ 


Gerabronn 

Hannstetten 

Immenstadt 

Kaiserslautem . . , . 

Karlsruhe 

KoUnau 

München 


26162 

10056 
67257 

50947 


3cm 

&72B7 


Pf ni*zh ftim 




Rosenheim 

Stein 


8 


] 


— ■ 


Schnappach 

Ulm 


6ie2 




2823240 


1315874 


2945 


487198 


74927 


20844 


13387 


2100 


280476|82653 



Die mit f bezeichneten Vereine haben trotz erfolgter Bfahnung nicht zur Statistik berichtet. 















— ^ 


225 — 




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1 

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VerUlludff d*i Rdnfi 


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1 


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§1 


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1 

1 




J3 


Einkaufs-Dividende »/o 


§ 




< 










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> 


S 




M 




16. 


16. 


17. 


18. 


19. 


20. 


21. 


22. 


28. 


24. 


26. 


26. 


JL 


A 


X 


X 


A 


A 


A 


M 


A 


A 


% 






41740 




460034 


19368 


427856 






2000 


10810 


4 


/ 1. Semester 7«/40/o, H. Semester ö^/o, 
\ Lieferanten 50/0. 


— 


196 


— 


54t 


■ r 


518 


— 


— 


— 


26 


— 


70/0 


— 


108 


— 


415i 


— 


4020 


132 


— 


— 


— 


— 


40/0 


— 


1650 
793 


}: 


723^1 


— 


7010 


229 


— 


— 


— 


4 


90/0 


— 


950 


11796 





10055 


250 


— 


949 


542 


— 


100/0 eig. Geschäft, 40/0 Lieferanten. 


— 


4192 


— 


76134 





72890 


2000 


— 


1000 


244 


— 


110/0 . . 70/0 


— 


— 


-^ 


131C 





1202 


53 


— 


55 


— 


— 


60/0 


60 


480 


— 


4776 


— 


4496 


200 


— 


— 


80 


— 


100/0 eig. Geschäft, 60/0 Lieferanten. 


— 


311 


— 


20880 


— 


18457 


— 


— 


2000 


423 


— 


/ 100/0 » » 60/0 » 

\ 2000 A sind f. Hausbau zuräckgest. 


69 


29 


— 


24o(; 





3263 


— 


75 


— 


118 


— 


80/0 


— 


30 


— 


614 


— 


612 


27 


— 


— 


5 


— 


40/0 


— 


301 


— 


6721 


297 


6049 


— 


— 


375 


— 


? 


80/0 


— 


1623 
817 


}- 


11440 


287 


9584 


1168 


51 


— 


350 


3V« 


100/0 eig. Geschäft, 60/0 Lieferanten. 


— 


160 


15559 


226 


14869 


464 


— 


— 


— 


4 


/I. Semester I60/0, H. Semester 14o/o, 
V Lieferanten 60/0. 


— 


42 


— 


1076 


— 


1056 


20 


— 


— 


— 


— 


60/0 


— 


648 


— 


llfi4:3 


— 


10669 


600 


— 


— 


373 


— 


120/0, auf Fleisch 60/0. 


— 


694 


— 


5-2tJ*^ 


79 


5032 


155 


— 


— 


— 


4 


110/0 


— 


1096 


— 


7901 


— 


7358 


— 


— - 


— 


546 


5 


100/0 eig. Geschäft, 40/0 Lieferanten. 


— 


154 


— 


33Uü! 


18 


2978 


264 


— 


— 


40 


4 


I. Semester 8O/0, II. Semester 70/0. 


10068 


96377 


3327 


I64*i095 


34426 


1468132 


32748 


1107 


51851 


49750 




Ter 


ein 


e. 
















— 


421 


— 


7021 


130 


6591 


-— 


— 


— 


300 


4 


16 0/0 


— 


5345 


: 


78526 


698 


77606 








: 


132 


4 


8V«o/o eig. Geschäft, 40/0 Lieferanten. 


— 


2472 


— 


53876 


665 


47181 


— 


280 
5750 


): 


= 


5 


90/0 eig. Geschäft, 60/0 Lieferanten. 


— 


90 


— 


20134 


— 


19589 


— 


— 


— 


545 


— 


18V«o/o 
/6O/0 eig. Geschäft, 40/0 eig. Geschäft. 
V H0I2 etc., 40/0 Lieferanten- 


— 


2968 


— 


50790 


— 


— 


— 


— 


600 


— 


— 


— 


3284 




51404 


2100 


48808 


— 


E 


— 


496 


4 


60/0 


— 


14o80 


— 


261801 


3593 


199775 


— 


6030 


600 


1473 


15 



— 226 — 



Verband thüringer 

Beohnangsabsohlüsfle 





Ort, Firma und rechtlieiie Stsliung der GenossenscbafL 


1 


h 


1 


©»'S 


Zahl der Ge- 


Snmma des 

Verkaufserlöses 

im Jahre 




a 


. Zeichen-Erklärung: 
K.-V. = Konsumverein. 




1 


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II 


B 


«5 


K.-G. = Konsumgenossenschaft. 


*p* 


g2 


•§ 






ci 


1 




m. b. H. = Eingetragene Genossenschaft 





^ n 


S 


^ Soii 


nossenschafts- 




•Ö 


1 


mit beschränkter Haftpflicht. 


2 


II 


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MJ.\^ DO ^i/AJLO \/ AAKWA VH 


a fe 


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H 


d 


m. u. b. U. = Eingetragene Genossenschaft 


ü 
a 


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lager ' 


11 


§2 


1 


mit unbeschränkter Haftpflicht 


^ 


»o 


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^3 


m.b.H.i.Liq. = Eingetragene Genossenschaft 




s 


^ 


11^ 




fl 


1 § 


h*^ 


in Liquidation. 










S -o 


u 




G. 0. H. = Genossenschaft ohne Haftpflicht. 






1 


S 1 




B 


ll 


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2. 1 


5, 


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f^. 


a. 


7. J 


8. 


9. 


10. 










A 


JL 




M. 


JH 


A 


1 


Albrechts b. Suhl, K.-V. »Selbsthilfec 




















m. b. H 


1890 











_» 








— 


2 


Altenburg (S.-Altbg.), K.- u. Prod.-V. 




















m. b. H 


1874 


1412 


30 


30 


3 

1 Bradvirkaufsstilli 


324178 


118562 


— 


3 


Altenburgb.Naumbg.a.S.,K.-y.m.b.H. 


1893 


^ 159 


20 


20 


1 


25184 


10350 


— 


4 


Altenfeld i. Th., K.-V. m u. b. H.. 


1883 


— 


— 








— 


— 


— 


5 


Altflemmingen b. Naumbg. a. S-, K.-V. 




















m. b. H 


1894 


— 


— 





— 


__ ( 


— 


— 


6 


Annawerk b. Öslau, K.-V. mit den 




















Rechten einer juristischen Person . 


1891 


305 


— 


— 


1 


58503 


— 


— 


7 


Apolda, K.-V. m b H 


1868 
1895 


1869 
995 


30 
40 


30 
40 


2 
2 


235523 
219742 


253137 


49 


8 


Arnstadt i. Th., K.-V. ra. b. H 


70 


9 


Bettelhecken b. Sonneberg, K.- u. Prd.- 




















V. m. b. H 


1895 
1894 


314 


30 


30 


1 


100682 


— 


114 


10 


Blankenberg a. S., K.-V. m. b. H.. 




11 


Blankenburg (Schwarzathal;, K.-V. 




















m. b. H 


1901 
1885 


144 
209 


30 
50 


30 
50 


1 
1 


23797 
53945 


2800 





12 


Bohlen i. Th., K.-V. m. b. H 





13 


Brachstedt (Saalkreis), K.-V. m. b. H. 


1898 
















14 


Brennersgriin l).Lehe8ten,K.-V. m.b.H. 


1886 


105 


15 


15 


1 


34626 


— 


— 


15 


Camburg a. Saale, K.-V. m. b. H . . 


1887 


253 


30 


30 


1 


46563 


3220 


— 


16 


Crawinkel i. Th., K.-V. m. u. b. H. 


1891 


169 


30 





1 


30595 


— 


225 


17 


Cursdorf, K.-V. m. b. H 


1898 

















— 


— 


18 


Debschwitz b. Gera, K.-V. für D. und 




















ürageg. m. b. H 


1897 


1289 


25 


25 


5 


242608 


40867 


— 


19 


Deesbach i. Th.. K.-V. m. b. H . . . 


1899 


132 


30 


40 


1 


35159 


— 


— 


20 


Dietzhau8en,K -V. » Selbsthilfe «m.b H. 


1891 


140 


20 


lOiJ 


1 


20825 


— 


— 


21 


Effelder(S.-M.),K.-,Rob8tofE-u.Prod.- 




















V. m. b. H 


1893 


151 


30 


30 


1 


49980 


— 


68 


22 


Eisenach, K - V. m. b. H 


1901 


460 


30 


30 


1 


71300 


— 


— 


23 


Eisenach (S.-Altenbg), K.-V. m. b. H. 


1890 


804 


80 


30 


2 


147866 


24330 


150 


24 


Erfurt, Wareneink.- u. Herstell.-Abthßr. 




















des Thür. Beamten Vereins m. b. H 


1899 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


^5 


Erfurt, Feuerungsmater.-Einkaufsgen. 




















m. b. H 


1901 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


26 


Erfurt, K.-V. für Erfurt u.Umg.m.b H. 


1901 


770 


30 


30 


3 


56G65 


54790 


— 


27 


Erlau b. Schleus., K.-V. »Selbsthilfe« 




















m. b. H 


1892 


92 


20 


20 


1 


27749 


— 





28 


Emstthal b. Lauscha, K.-V. m. b. H. 


1893 


185 


50 


50 


1 


120031 


— 


644a 


29 


Eschwege, K.-V, f. Eschwege u. ümg. 




















m. b. H 


1899 


"""■ 




~~~ 


*— " 


"~~ 




~~ 



(* Die in [ ] eingeschlossene Zahl der Spalte 25 bedeateij 



— 227 — 



Konsumvereine. 

fttr 1902. 











Berechnuoflr und Verteiluns: des Reingewinns 












QMOhä 


ftvertrflfl 


G es Dhäfts! asten 


1 

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RelngawLjin (Überst^hii^s der Ka\. 10— 


13 Über die Kol. 14-17) 




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1 5 


11. 


VI. 13. 


14. 


15. 


VI. 


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21. 


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23. 


24. 


25. 


A 


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A 


A 


Jk 


Jk 


A 


Jk 


Jk 


Jk 


A 


A 


A 


A 


Prozent 


— 


— 


— 


— 


Abschluss zu spät eingegangen. 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


78249 


7024 


4356 


2040 


37324 


49801 — 


452851 1307 


39577 


1359 


50 


2992 


— 


10 . 


4974 


660 


246 


— 


2584 
Absei] 


35 — 
luss n cht e 


3261 123 
ingegangen. 


• 3030 


108 





— 


— 


10, 5 


— 


— 


— 


— 


Desgl. 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


9118 
57864 
43651 


12465 


517 

8488 


1920 


2329 
22543 
19743 


170 
583 
596 


— 


7136 
5182(1 
23382 


1880 


6364 
44542 
21071 


357 

2000 
1784 


106 
200 


3198 
500 


309 
27 


"%'•' 


26100 


— 


— 


479 


9978 
Abschli 


456 

1188 zu 


spät 


15301 
eingegai 


273 
Igen. 


14683 


200 


— 


50 


95 


15 


4717 
10675 

6116 
7933 
6163 


168 
161 


261 

638 

51 


119 
416 
158 


4000 
2912 

Abscfa 
1403 
3013 
2415 

Absch 


16H 

luss n: 

93 

303 
luss ni 


cht« 
chtc 


837 
7600 

ingeganj 
4762 
5303 
3563 

ingeganj 


638 

?en. 
60 
269 
200 

jen. 


792 
6889 

4667 
3423 
3226 


45 
73 

35 
211 
100 





1200 


200 
37 


3,4 
14, 15 

13*^13V« 
10 [4*] 


35259 

7488 
2756 


8176 


2008 
30 


32 
16 


16860 
3082 
1372 


4691 
50 
59 


— - 


281131 
4324 
1339 


536 
101 


22250 
3558 
1220 


562 

300 


500 
84 


4265 
382 


18 


8 
13 
10 


9003 
11667 
28515 


2308 


472 

408 
480 


647 

919 


4062 
7825 
8405 


370 

161 

1117 


z 


4464 

4089 

21012 


133 

35 

647 


4045 

3530 

17438 


200 

123 

1827 




36q 

5O0 


86 
41 

600 


9 

5 

10,10 





— 




— 


^Abschluss nicht eingegangen. 


— 


— 





— 


— 


— 


10528 


4918 


— 


64 


Abschl 
8695 


oss zu 
189 


spät 


eingegai 

6498 


Igen. 


5565 


160 


— 


375 


398 


5 


5817 
20118 


— 


270 
943 


27 
904 


2973 
7035 


950 


— 


3087 
18618 


323 


3087 
11056 


154 


25 


— 


7060 


11 
11,5 12,5 


— 


— 


— 


— 


Abscfa 


luss ni 


chte 


ingegani 


jen. 


— 


— 




— 


— 


— 



die verteilte Dividende auf das Lieferanten geschäft. 



15* 



228 — 





Ort, Finii wd richtllclii StsHuii iir Umiisittichift 


1 


ii 


1 




Zahl der Ge- 


Summa des 

Verkaufserlöses 

im Jahre 




g 


Zeichen-Erklärung : 

K.-V. = Konsumverein. 

K.-G. = Konsumgenossenschaft. 




§ 


11 


i 


0> 


m. b. H. = Eingetragene Genossenschaft 


ö 


^ OB 


w 


'S s^ 


nossenschafts- 


'S 


n E 


k 


1 


mit beschränkter Haftpflicht. 





•gg 


o 


^ o fl 




ll 


O *^ 


g 


m. u. b. H. = Eingetragene Genossenschaft 


S 


P 


S 


Ög?2 


lager 


1 


mit unbeschränkter Haftpflicht. 


QQ 


•ö 


^o-g 


M ^ 


o 


m.b.H.i.Liq. = Eingetragene Genossenschaft 
in Liquidation. 




S 


1 


?§l 






II 




G. 0. H. = Genossenschaft ohne Haftpflicht. 






& 


« s 




1 


ll 


> 


1. 


2. 


8. 


4. 


6. 


6. 


7. 


8. 


9. 


10. 










A 


A 




A 


A 


JK. 


30 


Föritz b. Sonneberg, K.-V. m. u b. H. 


1898 


78 


30 


30 


1 


18111 


— 


37 


31 


Gera (Renas), K.-V. »Vorwärts« m. b. H. 


1899 


1177 


30 


30 


5 


221871 


16651 


1 


32 


Geschwendab.Gräfenr., K.-V. m.n.b.H. 


1891 


167 


20 


— 


1 


23873 


— 


— 


33 


Goldisthai b. Ölze, K.-V. m. b. H. . . 


1901 


88 


50 


50 


1 


33435 


— 


— 


34 


Goldlanter b. Suhl, K.-V. m. b. H. . . . 


1876 


392 


30 


30 


2 

1 Kohlinvirkaufsstoili 


175176 


— 


— 


35 


Goldlauter b. Suhl, K.-V. »Selbsthüfe« 




















m. b. H 


1879 
1893 


503 
321 


20 
20 


30 

20 


2 
1 


176738 
110055 


38600 





36 


Gorma b. Rositz, K.-V. m. b. H. . . 





37 


Gössel i. Th., K.-V. m. b. H 


1892 


82 


30 


30 


1 


16679 


— 


— 


38 


Gotha, Wareneinkaufs-V. m. b. H. . . 


1873 


2652 


20 


60 


3 

2 Brodvirkaufssttllin 
1 KihlMvirkaufsstilli 


553989 


— 


2081 




















39 


Gräfenhain-Naundorf, K.-V. m. b. H. 


1901 


166 


30 


30 


1 


17117 


— 


— 


40 


Gräfenroda, K.-V. m. b. H 


1889 


225 


30 


50 


1 


64270 


— 


— 


41 


Gräfenthal i. Th., K-V. m. b. H. . . 


1891 


496 


30 


30 


2 


105273 


— 


— 


42 


Greiz, Allgem. K.-V. f. Greiz u. Umg. 
m. b. H 




















1900 


1797 


15 


15 


6 


255730 


28843 


124 


43 


Grossbreitenbach i. Th., K.-V. m.b. H. 


1874 


407 


50 


50 


1 


96290 


— 


— 


44 


Grub am Porst, K.-V. m b. H.. . . 


1897 


153 


30 


30 


1 


50422 


■ — 


46 


45 


Haselbach i. Th., K V. m. b. H.. . . 


1899 


73 


50 


50 


1 


65540 


— 


— 


46 


Hasenthal i. Th., K.-V. m. b. H.... 


1891 


152 


50 


50 


1 


60675 


— 


— 


47 


Hassenberg Palmkorbarb., m. b. H.. 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


48 


Hassenberg, K.-V. m. b. H 


— 


— 


— 


— 


' — ■ 


— 


— 


— 


49 


Hämmern, K.-, Rohstoff- u. Prod.-V. 




















m b. H 


1898 


281 


50 


m 


1 


134624 


— 


65 


50 


Heidersbach b. Suhl, K.-V. m. b. H. 


1896 


159 


20 


30 


1 


76751 


— 


— 


51 


Heinrichs b. Suhl, K.-V. »Selbsthilfe« 




















m. b. H 


1892 


377 


20 


20 


1 


126595 


— 


— 


52 


Hermsdorf - Klosterlausnitz, K.-V. 




















m. b. H 


1898 


462 


30 


30 


2 


87205 


21576 


— 


53 


Hintemah b. Schleus., K.-V. m. b. H. 


1891 


166 


30 


31) 


1 


39750 


— 


— 


54 


Hirschbach b. Schleusingen, K.-V. 
»Einigkeit« m. b. H 


1892 
















55 


Hohenmölsen i. Th., K.-V. m. b. H. 


1872 


1615 


30 


30 


2 


461597 


122545 


415 


56 


Hüttensteinach (S.-M.), K.-V. m.b.H. 


1891 


421 


30 


30 


1 


129645 


— 


209 


57 


Jagdshof b Sonneberg, K.-, Rohstoff- 




















u. Prod-V. m. b. H 


1890 


42 


30 


30 


1 


23580 


— 


69 


58 


Jena, K.-V. m. b. H 


1886 


34'j7 


30 


30 


5 

1 KoMirmUiifittillt 


554388 


267898 


323 


59 


Igelshieb i. Th., K.-, Rohstoff- u. 




















Prod.-V. m. b. H 


1895 


174 


50 


50 


1 


64128 


— 


53 


60 


Jlmenauer K.- u. Prod.-V. m. b. H. 


1892 


1694 


30 


30 


3 

2Brodvirkaufsstillin 


496812 


— 


466 


61 


Judenbach (S.-M.), K.-, Rohstoff- u. 




















Prod.-V. m. b. H 


1889 


224 


30 


30 


2 


65392 


— 


— 




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1896 

29562 

6415 

7660 

32W3 


1572 


840 

22 

4 


40 
439 

21 
624 


898 

16162 

3426 

1685 

10253 


60CJ 

24 

194 

2136 


23 


U*35 

loloCk 

3546 

5764 

1989Q 


230 

t3fi 

97 


947 

13892 

2025 

5252 

19460 


30 
825 
127 

415 
430 


— 


30 
175 


28 

28 
258 


10 

6 [4*] 

9 

15, 14, 15 

12 


34377 

17157 

3781 

921*72 


2316 


157 
242 

3418 


873 
3Ü0 


11985 
40^110 
1M17 

26889 


776 

2 

^) 

6058 


— 


2090(1 

15263 

1884 

65524 


362 

83 

2228 


20512 

13577 

1469 

55803 


388 

1324 

94 

3000 


380 


4000 


238 
U3 


12 

I4,14[l0.fl1 

10 
10 


3887 
11923 
11*405 


— 


252 


450 
406 


1946 
4517 
7527 


70 
fVNJ 
391 


— 


1851 

6608 

11081 


77 
186 


1660 

5879 

10690 


100 
350 


— 


193 
391 


14 


10 

tl 

10, 11 


47436 

30561 
10596 
13354 

11983 


2884 


2063 

193 
542 

1206 


175 
519 

443 
365 


21443 
4614 
3415 

4026 
3713 


1277 

1245 

5U 

512 


— 


29612 

14871 

737Ü 

8915 

9111 


40 

154 
112 
277 


24109 

14512 

6122 

6743 

7842 


1777 

300 
780 
482 


359 
2Ü 

10 


36S6 

500 

1280 

500 


274 


8!S 

16, 16 

12 

IS. 10 

15 


— 


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— 


— 


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— 


27678 
16215 


— 


253 


1538 
384 


7859 
5740 


2297 
J*04 


— 


16202 
9187 


505 


15504 
8786 


168 
204 


25 


197 


— 


11, 12 


23373 


— 


788 


360 


6754 


1237 


— 


15810 


— 


15263 


371 


— 


176 


— 


14 


U720 
6113 


864 


774 


43 


5970 
2440 


25r^ 

- 


— 


10080 
3673 


202 
122 


8537 
3468 


504 
46 


. 


837 
37 


— 


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80501 
30237 


7524 


886 
925 


1080 


Absch 
23276 
12212 


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132r 
341 


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eingegai 
64730 
17760 


Igen, 
1673 
152 


63020 
15266 


1042 


— 


1000 


37 


15 
12 


5058 
132147 


13854 


4144 


40 

3843 


2365 
52940 


3301 


852 
lü 


1870 
90362 


850 


1862 
74020 


2701 


— 


12000 


8 
791 


10, 6tt 
4[4't 


11538 
11773^ 


— 


363 


564 
1728 


3989 
47523 


540<J 


— 


63547 


236 
2578 


6299 
57667 


203 
2200 


380 


722 


125 


10 
12, 11 


13059 


— 


533 


792 


5433 


113 


— 


7254 


233 


6659 


197 


— 


165 


— 


10« 



die verteilte Dividende auf das Lieferantengeschäft.) 



230 — 



Ort, Firma und reclitllchs Stillung ier GeinssenscbafL 



Zeichen-Erklärung : 

K.-V. = Konsumverein. 

K -G. = Konsumgenossenschaft. 

m b. H. = Eingetragene Genossenschaft 

mit beschränkter Haftpflicht, 
m. u. b. H. = Eingetragene Genossenschaft 

mit unbeschränkter Haftpflicht. 
m.b.H.i.Liq. = Eingetragene Genossenschaft 

in Liquidation. 
G. o. H. = Genossenschaft ohne Haftpflicht. 






Zahl der Ge- 
nossenschafts- 
lager 



Summa des 

Verkaufserlöses 

im Jahre 



i2 



B 



II 
El 

SS 



II 



a 



8. 



10. 



62 Kahla, K.-V. für Kahla u.Umg.m. b.H. 

63 Katzhütte i. Th., K.-V. m. b. H.. . . 

64 Kayna b. Zeitz, K.-V. m. b. H 

65 Königssee i. Th., K.-V. m. b. H.. . . 

66 Köppelsdorf, K.- u. Prod.-V. m. b. H. 

67 Kösen-Bad, K.-V. m. b. H 

68 Kühndorf b. SchTivarza, K.-V. m. b. H. 

69 Lauscha (S -M.), K.-V. m. b. H 

70 Lauscha (S.-M.), Rohstoff- u. Prod.-V. 
m. b. H 

71 Lehesten (S-M.), K.-V. m. b. H. . . 

72 Lucka (S.-A.). K.-V. m. b. H 

73 Marienthal b. Haselbach, K.-V.m.bH. 

74 Martinroda b. Elgersb., K.-V. m. b. H. 

75 Meiningen, K.- v. m. b. H 

76 Mellenbach i. Th., K.-V. m. b. H. . 

77 Mengers^ereuth, K.-, Bohstoff- u. 
Prod.-V. m. b. H 

78 Mertendorf b. Naumb., K.-V. m. b. H. 

79 Meura b. Oberweissbach, K.-V. m.b.H. 

80 Meuselbach i. Th., K.-V. m. b. H. . 

81 Meuselwitz (S.A.), K.-V. m. b. H. . 

82 Meuselwitz(S -A.),Beamt.-K.-V.m.b.H. 

83 Mönchröden (S.-Cob.), K.-u. Rohstoff- 
Verein m. b. H 

84 NaumburgaS.,K..V.»Utilitas« m.b.H. 

85 Neudaberstedt, Wareneinkaufs- und 
Herstellungsverein m. b. H 

Neuenbau b. Sonneberg, K.-V. m.b. H. 

87 Neuhaus a. Rennweg, K.-V. m. b. H. 

88 Neuhaus b. Sbg. , K.- u.Prod.. V. m. b. H. 

89 Neustadt b. Coburg, K.-, Rohstoff- 

u. Prod..V. m. b. H 

90 Neustadt a. Orla, K.-V. m. b. H. . . 

91 Oberlind b. Sonneberg, K.- u. Roh- 

stoff-Verein m. b. H 

92 Oberweissbach i. Th., K.-V. m. b. H. 

93 Oehrenstock b. Ilmenau, K.-V.m. b. H. 

94 Oelze i. Th., K.-V. m b. H 

95 Oepitz, K..V. m. b. H 

96 Ohrdruf, K.-V. m. b. H 

97 Ossla b. Wurzbach, K.-V. m. b. H. 

98 Osterfeld i. Th., K.-V. m. b. H. . . 

99 Plaue b. Arnstadt, K.-V. m. u. b. H. 



1900 
1880 
1891 
1893 
1901 
1892 
1890 
1873 

1894 
1872 
1898 
1890 
1899 
1873 

1896 

1901 
1893 
1892 
1891 
1888 
1901 

1894 
1879 

1899 
1888 
1873 
1890 

1873 
1890 

1890 
1892 
1897 
1890 
1901 
1875 
1890 
1875 
1874 



340 
303 
274 
323 
183 
196 
175 
801 

441 
859 
365 
49 
129 
2134 

254 

187 
88 
164 
301 
2312 
141 



111 

81 

357 

630 

718 

287 

359 

31 

117 
573 
93 
537 
195 



20 
35 
20 
30 
30 
20 
40 
70 

50 
15 
20 
50 
30 
50 

40 

50 
20 
50 
50 
30 



1 
1 
1 

1 
1 
1 
1 
3 

3 
1 
1 
1 
1 
2 

Brodvirkauftstallin 
1 

1 
1 
1 
1 
6 



20 


20 


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30 


30 




75 


75 




30 


30 




20 


20 




30 


30 




30 


30 




30 


40 




30 


30 




30 


30 




30 


30 




30 


30 




30 


30 




30 


— 





65591 
67459 
83601 
46972 
54725 
29340 
29323 
406972 

172119 

198389 

88214 

17433 

43755 

296300 

64008 

68882 
14823 
45370 
62639 
761852 
23030 



17876 
32100 

121713 

154076 
86211 

52194 

52200 

7185 

26947 
86132 
16300 
109746 
27744 



11836 
2925 



825 



10335 



15 

400 



87 
980 



244180 
8053 



2810 
347 

6500 
38997 



425 

57 

980 
69 



31 
197 



175 
18 

140 



1420 



(* Die in [ ] eingeschlossene Zahl der Spalte 15 bedeutet 



— 231 ~ 























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li^ 


10. 


20. 


Sl. 1 Ü'^. 


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M. 


A 


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A 


M. 


A. 


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13578 


931 


57 




6487 


^1011 


— 


1^2 


46 


7Ü0(J 


157 


^^ 


489 


— . 


11 


11816 


-^ 


— 


^ 


3370 


6ie 


^- 


7828 


— 


7614 


64 


— 


150 


^ 


11, 12 


2115fi 


190 


74 


521 


5321 


1817 


— 


14161 


263 


7939 


2169 


3O0 


21^0 


135t' 


12. 12 


11715 


— 


^ 


100 


4551 


275 





67W9 


302 


5_^97 


679 


— 


478 


33 


10 


13550 


— 


— 


^-,- 


5324 


213 


— 


8013 


— 


6658 


770 


— 


585 


_ 


12, 13 


Ö172 


82 


3 


103 


2661 


66 


— 


2427 


91 


2044 


32 


^^ 


130 


130 


7, 8 


4783 


— 


388 


21 


2375 


— 


— 


2775 


163 


2395 


217 


— 


— 


— 


9 


75512 


— 


2737 


19U 


22342 


2183 


— 


5181:^ 


1849 


48968 


996 


— 


— 


— 


12, 12Vi 


35545 





_ 


497 


9314 


16C0 


_ 


24134 


497 


20531 


400 


_ 


um 


iioi; 


13, 13 


37483 


— 


— 


^^ 


11224 


664 


— 


25662 


498 


25128 


, — 


— 


— 


36 


12, 14 


1588*1 


3034 


54S 


760 


4219 


970 


^^ 


12393 


2f>4 


9732 


1122 


— 


l(^4n 


290 


10, 10 


3433 


— 


180 


— 


1(^94 


32 


^- 


2487 


72 


2151 


87 


. — 


177 


r 


12Vi 


9348 





— 





3736 


405 


^, 


5207 


154 


4398 


440 


, — 


215 


. 


10 


50923 


— 


6693 


2638 


290*51 


2400 


— 


23517 


1384 


20759 


500 


— 


874 


— 


9 


11012 


— 


740 


52 


4326 


61 


— 


7313 


189 


7007 


37 


— 


80 


— 


15 


15431 





117 




5377 


233 


2<KJ 


10163 


211 


8607 


225 





1O50 


70 


13, 12 


2884 


— 


12 


2in 


1297 


29 


— 


x:m 


69 


1130 


33 


— 


6>i 


60 


9, 9 


7096 


_, 


402 


184 


3558 


196 


__ 


3617 


IIW 


3469 


— 


30 


— 


— 


8 


12200 


, 


1U17 


- 


3825 


80 


— 


9312 


450 


8173 


m'.^ 


20 


— 


. 


14 


160094 


18538 


11260 


5163 


58984 


757< 


161 


119003 


2086 


108073 


1344 


. 


55tM) 


20Ü0 


13 


3867 


1167 


186 





2S87 


J42 


— 


256U 


28 


2508 


24 


— 


- 


~ 


8, 9 


— 


— 


— 




Absch] 


uss nicht 
Desgl 


jingegangen. 


— 






— 


— 


— 


2892 




13 




2132 


?r 


745 




603 


74 




68 




3V» 


7774 


215 


24f> 


— 


4034 


4^337 


189 


3745 


100 


— 


— 


303 


11, 12 


27403 


— 


— 


6(J0 


Abflchl 
11344 


755 


i=ht i 


iDgegati 
147U4 


reu. 
387 


13370 


400 


— 


— 


547 


11 


30969 





59Ü 


614 


8492 


32P 





223<>2 


586 


20789 


100 


^ 


250 


577 


14 


14035 


2810 


758 


601 


7212 


— 


— 


107*J8 


H20 


9202 


531 


— 


155 


— 


8, [4*] 


9007 


60 


500 


24 


3743 


124 


^ 


5816 


249 


4973 


113 




476 


5 


1 1^* 11 V» 


10103 


— 


525 


— 


433Ei 


15 


— 


627H 


308 


5860 


70 




4(J 


— 


12 


742 


^ 


— 


16 


3S0 


8 


■^- 


33^ 


35 


286 


17 


— 


— 


-^ 


5 


474D 


434 


— 


_ 


Absch] 
1069 


UB8 n 
46 


cht 1 


32.^9 


28 


2S42 


389 


. 


— 


— 


10 


14895 


— 


327 


— 


5045 


366 


— 


9811 


751 


8430 


139 


— 


491 


■^- 


10 


2G81 


-^ 


664 


18Ü 


1101 


146 


— 


189H 


77 


1656 


115 





5Ü 


— 


10, 12 


22905 


3130 


1164 


319 


5714 


202 


— 


22381 


707 


17433 


1244 


— 


— 


3000 


15, 15 


6758 


— 


410 


454 


2739 


m 


— 


3240 


204 


2682 


162 


— 


192 


— 


10 



die verteilte Dividende auf das Lieferantengeschäft.) 



232 





Drl, Firpi und ncMlJGha St^tlnnp il^r GenossmEhEtt 






'S 


^4 




Summa des 

Verk aufi^rlöses 




1 


Zeichen -JilTkläiuD^ : 
IC.-V. ^= Konsuln verein. 








Hl 


Zahl aer Ge- 


im Jahre 




ä 


1^ 


g 


g 


K*-fiH — Konsumgenossenachaft. 


IP 


S€ 


'S 


ä^^o 




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ip 




m. b. H, = KJiigt trafen c Genossen sclian 






0; 




noaaenflchatts- 


-B 


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■^ 


-S 


mit beBcbriiiikttir Oaftpliicht. 




u t 


CT 


SH 




<o 


^ ^ 


li 


1 


iük u. b, H. = Eiiigfetragene (jeiiossenschaft 


ä 


;=! j=J 


3i 


^ 53 s 


lager 


i % 


E Ü 


M 


mit unbt; seh rill iktfT Haftpflicht 


0^ 


^^ 


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■öC^-S 






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5^ 


^ 


m.h^H.i.IJq. =i Jüiii^otraf^eneGtnosgenschnft 




z: 


tD 


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H 




hl Liquidation, 






s 


S^'^ 




5 


S -0 




G, 0. Hk -- Genossenschaft ohne HaftpfllcbL 












s 


£ 1 


§■ 


1. 


2. 


3. 


4- 


5. 


«. 


7. 


Ö. 


9. 


10. 










X 


M. 




Sl 


JX. 


Ji. 


IOC) 


Pülzi^ (S.-AO, K.-V. m, k H 


1878 


tG9 


30 


30 


1 


43927 


^. 


. — 


101 


Püssneck^ K.-Y, m. b. H 


1897 


G0f> 


30 


30 


1 


127181 


28552 


844 


102 


ßauenstein b- Eisff^ld, K.-V. m. b. H. 


1888 


21J2 


40 


40 


1 


39958 


— 


— 


103 


Reitihraannsdorfb. Saalf..K.-V.m.b-H. 


1891 


— 


— , 


— 


— 


„ 


— . 


— 


104 


Roda, (S.-Weimar), K.-V. m u. b. R 


1892 


135 


30 


— 


1 


38493 


— 


— 


105 


Ronueburg (S.-A.), K.-V. m. b. H- . 


1900 


— 


— 


— 


— 


^— 


— 


— 


106 


RüUrrsdorf b, Lehesten, E.-Y. ra.b.H 


1901 


ti9 


15 


30 


1 


20831 


— 


— 


107 


Rüdolstadt, K.- u. Prod.*Ver. m. b. E. 


188S 


1544 


30 


30 


2 


365169 


173600 


84 


108 


Sfinlfeld a. S^ale^ ^-V. m. b. E- . . 


1892 


170 


30 


30 


1 


45023 


— . 


— 


lÜR 


Schkölan, K-Y. m. b. H 


1887 


189 


20 


20 


1 


27254 


— 


— 


110 


Scbleiz, K -V. m. b. H 


1902 


. — 


— 


^^ 


^^ 


— 


— 


^^ 


111 


Scbleusin^eiij K.-Y. m, b. H. 


1893 


285 


30 


30 


1 


5804B 


— 


— 


112 


Scbmerbach b. Thal, K-Y, m, b E. 


1885 


— 


^^ 


. — 


— 


— 


— 


^ 


113 


ScbmÖlln (S.-^A ), K.-V. m. b. H, . . 


188b 


1255 


30 


30 


3 


290200 


24360 


— 


114 


Scbnett,K.-V.f.SGhnettu,Umg.Tn.b.H. 


um 


39 


50 


50 


1 


7006 


5 


— 


115 


Scliwflrza(Kr.Schleu30, K.-V. m.b.H. 


J890 


149 


10 


50 


1 


28416 


— 


— 


HC 


Schwarzburg, K-Y. m. b. H. 


I8li9 


102 


20 


50 


1 


20560 


— 


— 


117 


ScIiwarzwald-StutKbaus, K.-V. m- b. E. 


1901 


196 


30 


30 


1 


43195 


^^ 


— 


118 


Seebarben K Gotba^ Warenoinkaufa- 




















VereiQ m, b. H. 


1888 


— 


— 


-^ 


— 


— 


— 


— ' 


119 


Sitaerdorf (Scbwarzb.), K.-V. m, b. H. 


188H 


140 


30 


30 


1 


34242 


-^ 


— 


120 


SoTineber^ i.Th., K,- u. Prod.-V.m.kH. 


1874 


835 


50 


50 


1 


204976 


— 


131 


121 


Specbtsbrunri (S,-M.), K.-Y. m, b. H. 


1898 


95 


50 


50 


1 


26219 


— 


— 


12tJ 


Stadtilm, K.-Y. m. b. H 


1898 


307 


30 


30 


1 


38715 


— 


— 


123 


Stadtaulza, K.^V. m. b. H 


1895 


236 


30 


30 


1 


34927 


37105 


199 


124 


Steinacb,K.-,Rob3t.u.Prod.-Vinb.H. 


1902 


280 


50 


50 


1 


46940 


— 


— 


125 


Steinbacb b Sonaeberg, K,-Y. m. b. H. 


1901 


83 


30 


30 


1 


37459 


— 


— 


LSti 


Streckau b. Luckenau, K.-Y. m, b H. 


1893 


599 


30 


30 


2 


162326 


35252 


— 


127 


Stützerbach (Fr Autb.), K-V. m.b.H. 


1895 


216 


30 


50 


1 


72990 


— 


— 


128 


Subl, K.-V. sSelbstbüfe* ra. b. H. . 


1875 


140^^1 


20 


25 


3 

4 Brodv»rlta;tfsstillaii 
1 knhltnvirkaufsstetla 


387569 


" 


~ 


121? 


Subl, K.-V. »Conoordia^c m. b, H... 


1898 


263 


25 


25 


1 


65171 


— 


— 


130 


Tamback, K.^Y. ni. b. H 


1901 


107 


30 


30 


1 


38M8 


^ 


7 


131 


Teucbern, K.-Y. m. b. H 


1877 


1238 


15 


15 


3 


350073 


17865 


320 


132 


Tbeiasen, K.-V m. h. H 


1883 


412 


20 


20 


1 


118981 


53000 


— 


133 


Tbemar, K.-V. m. b. H 


1899 


420 


30 


30 


2 


56505 


-^ 


— 


134 


Trebnitz b. Luckenau, K.-Y. m.b.H. 


1898 


228 


20 


20 


1 


55850 


17450 


150 


135 


Uüterweissbarh i. T., K.-Y. m. b. H 


1892 


243 


20 


40 


1 


67066 


— 


257 


136 


Vacbdorf b. Meiningen, K.-Y. lu. b. H. 


1895 


88 


20 


50 


1 


11056 


— 


— 


137 


Yolkstedt b.Rudolatadt, K.-V. m. b. H. 


18(J9 


255 


30 


30 


1 


39685 


— 


— 


138 


Weida, K.-V. m. b. H 


190Ü 


265 


30 


30 


2 


40562 


5516 


2 


139 


Weidhfiusen b. Coburg, K-, Rokatoö- 
u. Prod.-V. in. b- H 




















1900 


133 


40 


40 


1 


81494 


— 


— 


14fl 


Weimar, K.-V. m. b. H 


1873 


1415 


50 


250 


2 
J BriniBiat-Vrthsr. 


288630 


286593 


— 



(* Die. in [ ] eiDgeschlossene Zahl der Spalte 25 bedeutet 



— 233 — 



Berechnung und Verteilung: des Reingewinns 



, ftftschäftsertrae • 


Qesoh ans lasten 


dl Th 

St a 

r 


RelfiQewInn (Übür^tihiiää der Kol. 10—13 üb« die KoL 14-17) 


il 

ja 


Davon alnd iiberwiGaea 


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IX, 


12. 


13. 


14. 


■\b. 


1^. 


ISJ. 


20. 


1 21. 1 22, 


L 2.^- 


24. 


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M. 


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M. 


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Prozent 


8040 








80 


3158 


50 


-^ 


4752 


167 


4359 


76 - 


— 


150 


10 


22509 


1386 


— 


609 


7978 


1497 


— 


14655 


276 


13836 


46li — 


— 


82 


10 


G432 


^^ 


— . 


415 


4138 


7^1 


— 


1741 


— 


1741 


— 





— 


— ■ 


5 


— 


— 


— 


— 


Absc 


hluss nicht 


eingegangen. 


^- 


— 





— ! 


— 


— 


7253 


— 


303 


— 


2811 


- [- 


4745| 161 


4177 


370 


37 


^_ 


— 


11 


— 


r 


— 


,„ 


Absc 


blufis nicht 


eingegangen. 


-^ 


— 


— 


— 


— 


— 


3984 


, 


6 


82 


1067 


lOÜ 


— 


2741 


23 


2205 


147 


— ' 


125 


241 


10, 12 


90694 


10866 


6826 


1788 


35aX) 


1595 


— 


69287 


1164 


55296 


3464 


— 


8801 


562 


13 [5'] 


8194 








^^ 


4195 


100 





3899 


150 


3529 


210 


10 


— 


— 


ö 


5245 


— 


159 


70 


1978 


■ — 


-^^ 


3356 


129 


2621 


106 


^- 


500 


— 


11, 10 


— 


— 


— 


— 


Abec 


tilufj^ rticbt 


eia gegangen. 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


9828 


. — 


403 


538 


4323 


Ü17| ■- 


r>l53| 199 


4947 


7 


— 


- — 


— 


8V> 


— 


— 


— 


— 


Abacb 


Ines zu spl 


t eingegangen 


— 


— 


— 


^ 


— 


" 


53294 


1218 


2201 


2527 


1704Ö 


2105 


— 


35036 


1304 


30933 


500 


— 


2299 


— 


12 [4*] 


1799 


5 





_ 


l<Xi5 


209 


52 


478 


2 


411 


65 


— 


— 


— 


6 


Ei099 


. r 


^^ 


112 


2267 


— 


, — . 


2720 


232 


2222 


136i — 


lOU 


30 


8 


4131 





. — 


124 


2174 


53 


— 


1780 


— 


1777 


3 


— 


— 


— 


9 


8516 


— 


130 


— 


3tnit 


1020 


11 


3996 


24 


3830 


142 


— 


— ■ 


— 


11 


, 











Abst; 


hluss nicht 


eingegangen. 


— 





— 


— 


— 


— 


7859 








112S 


2551 


— 


— 


4185 


260 


3324 


101 


— 


50(j 


— 


10 


38194 





2782 


— 


12654 


518 


— 


27935 


1289 


26646 


— 


— 


— 


— 


13 


473*3 







— 


2045 


85 


. 


2606 


— 


2506 


100 


— 


— 


— 


11 Vi 


7877 





. . 





2769 








5108 


114 


3991 


300 


— 


600 


103 


11 


6217 


2087 








2825 


64 


— 


5614 


205 


4569 


261 


— 


379 


200 


10 [4*] 


9401 




. . 





2995 


215 


— 


6191 


60 


5019 


m) 




■ — 


212 


10, 7 


8992 


— 


— 


— 


4189 





— 


4803 


35 


4123 


253 - 


265 


127 


12 


29735 


4563 


1004 


80 


7070 


252 


— 


279(J0 


— 


26451 


149 — 


1200 


100 


15 


14276 


^^ 


156 


681 


6417 


860 


_^ 


6474 


-^ 


5308 


13^ -^1 


841 


— 


8 


78322 


— 




1896 


29992 


2987 


— 


43447 


— 


42096 


— 


— 


11 Vi 


11378 




24 


806 


2856 


405 


_ 


7311 


, 


6838 


473 - 


. 1 





11 


6042 


_^ 





. 


3180 


125 





2744 


72 


2616 


56 — 


— 


— 


7 


57222 


2518 


2177 


201 


11371 


4830 


— 


45835 


782 


44160 


90 229 


324 


250 


15J3[H.ir] 


24269 


4012 


845 


15Ö5 


4535 


1925 


— 


21021 


273 


19525 


322i — 


901 


— 


15, 15 


102G5 


— 


— 


81 


4886 


4[^i 


— 


4805 


— 


4474 


88 


-^ 


243 


^ 


8 


10405 


681 


838 


m 


3329 


7 


— 


8658 


150 


7295 


93 


— 


lOOÜ 


120 


14, IS 


1S339 





34 


160 


5269 


569 


_ 


7632 


142 


6846 


150 


— 


452 


42 


11 


2056 







— 


1317 


. 


— 


739 


58 


492 


74 


78 


37 


— 


8 


8548 


__ 


— 


_- 


4388 


127 


— 


4033 


'201 


3682 


100 


20 


30 


^- 


10 


6541 


331 


— 


— 


2976 


95 


" 


3803 


38 


3022 


600; - 


143 


— 


7 


13329 


_ 


62 


140 


3812 


ijiy 


_ 


10124 


J40 


9684 


300 











12 


49099 


16244 


1230 


772 


24742 


1176 


— 


39883 


2006 


36235 


— 


95 


1050 


497 


9V/s [4*] 



die verteilte Dividende auf das Lieferantengeschäft.) 



— 234 



Ort, Firma und nicbtllehB StBlIung dir Gmossencbaft. 



Zeichen-Erklärung : 

K.-V. = Konsumverein. 

K.-G. = Konsumgenossenschaft. 

m. b. H. = Eingetragene Genossenschaft 

mit beschränkter Haftpflicht, 
m. u. b. H. = Eingetragene Genossenschaft 

mit unbeschränkter Haftpflicht. 
m.b.H.i.Liq. = Eingetragene Genossenschaft 

in Liquidation. 
G. o. H = Genossenschaft ohne Haftpflicht. 









Zahl der Ge- 
nossenschafts- 
lager 



Summa des 

Verkaufserlöses 

im Jahre 



« S3 



II 
51 






9. 



10. 



141 

142 
143 
144 
145 



Weissenfeis a. S., K.-V. für Weissen- 

f eis u. Umg. m. b. H 

Wintersdorf (S.-A.), K.-V. m. b. H. 
Wölfis b. Ohrdraf, K.-V. m. b. H. . 
Wurzbach (Reuss j. L.), K.-V. m. u. b. H. 
Zella-St. Blasii, K.-V. m. b. H 

124 Genossenschaften 



1900 
1891 
1900 
1888 
1886 



803 
261 
287 
239 
679 



30 
20 
30 

30 



122221 
72070 
58532 
35082 

252777 



41000 
28570 



150 



61256 



^eg, d. Vorjahr 133 



54866 



180 

19 BrodvirkaüfsstalisD 
5 Branninatiriai- 
Verkaufsstillm. 



183 

19 Brodvirkaufsslillin 
Kobiinvirkaufsstalli 



13791716 



2115097 



18174 



15906813 



12649498 1882626 



23835 



14532124 



Metzeis und Druidenhalle-Zeitz be- 
richten separat unten. 



Sauerkrautfabrik Metzeis e. Q. m. u. 



H. 



Die Genossenschaft ist im Jahre 1888 gegründet und hatte am Jahresabschlüsse 17 Mit- 
glieder. Der Verkaufserlös hat im Jahre 1902 2617 A (3131) betragen, wovon für verwendete 
Eohstoffe, für „Gehälter, Arbeitslöhne, Verwaltungskosten und Abschreibungen 2552 JL abgehen, 
80 dass 65 il. Überschuss verblieben, von denen 60 A als Dividende und 5 A dem Beservefonds 
überwiesen worden sind. 

Die Bilanz stellt sich wie folgt: 



Aktiva. 

1. Kassenbestand 297 ü. (1260) 

2. Warenbestand 722 » (10) 

3. Zinsbar angelegte Wertpapiere, 

sowie sonstige Forderungen .1500 » — 

4. Inventar 820 > (450) 

5. Wert des Grundbesitzes 1438 » — 

6. Ausstände 121 » (71) 



zusammen 4898 A (1791) 



Passiva. 

1. Geschäftsguthaben der Mit- 
glieder 1775 JL (1507) 

2. Reservefonds 40 » (23) 

3. Aufgenommene Anlehen und 
Spareinlagen 3000 » — 

4. Hausanteile, Hausobligationen 

der Mitglieder 18 > — 

5. Reingewinn 65 > 261 

zusammen 4898 A (1791) 



— 235 — 





















Qesohäftsertrag 




Getohäftslasten | 


5 


Reinoewinn (Übersebuss der Kol. 10— 


13 über die Kol. 14-17) 






Davon sind überwiesen 1 


«k- 






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11 


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den Mitgliedern! 


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Prozentsatz der 
MitgUedem für 
einzeln. Reebnu 
Perioden des Ja 
gewährt-Dividei 


11. 


12. 


18. 


14. 


15. 


16. 


17. 


18. 


19. 


20. 


21. 1 22. 


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24. 


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Prozent 


20793 


3302 


111 


244 


9979 


3038 


599 


10346 


186 


8548 


1000 





425 


187 


6 


11557 


2370 


225 


676 


3546 


246 


— 


9834 


283 


9302 


99 





— 


150 


12, 12 


11105 


— 


858 


366 


4215 


594 





6786 


270 


5675 


371 


— 


470 


— 


11 


7744 


— 


105 


150 


3370 


119 


— 


421C 





3279 


168 


90 


— 


673 


10 


61080 


— 


— 


630 


20747 


162« 


800 


37288 


788 


34195 


800 


— 


1500 


— 


14, 13 


S671Ö31 


i43u::ö 


8T5*ör: 


53«18 


1001412 


90471 


2714 


1772202 


40576 


1571125 55235 3099 78149 24018 




292ÜG18 






2920618 




1772202 






2422427 


120553 


62957 


44741 


879372 


75H39 


3223 


1627594 


39124 


U59G90 


48122 


5ii4f^ 


502l>5 


244413 




262 


9772 






2t 


^Ü9772 










16275 


94 









Wohnungsverein ,,Druidenhalle<^ in Zeitz, e. G. m. u. H. 

mit 29 (28) Mitgliedern, 
besitzt Grundstücke im Werte von 13220 Ji. (13250) mit 9000 it. (9000) 
Hypotheken belastet. 
Geprründet im Jahre 1879. Ertrag aus Miete 793 M,. (828), aus anderen Quellen 18 Ji. (17) 
zusammen 811 JH; davon ab 374 ü. (391) Zinsen, 103 J/i (116) Verwaltuugskosten, 105 it. (111) 
Abschreibungen, bleiben 229 A (217) Beingewiun, wovon 4 % Kapilaldividende verteilt, 4 JL dem 
Reservefonds, 10 Ji. zu soustigen Zwecken überwiesen und 15 A auf neue Rechnung vorgetragen 
worden sind. Der Reservefonds beträgt 566 A (556), das Geschäftsguthaben der Mitglieder 5600 A 
(5290). Der Geschäftsanteil beträgt 500 A 
Die Bilanz stellt sich wie folgt: 
Aktiva. 
Eassenbestand 819 A 



Grundstückswerte 13220 » 

Zinsbar angelegte Kapitalien 1377 > 



zusammen 15416 A 



Passiva. 

Geschäftsg^thaben der Mitglieder . . 5600 A 

Reservefonds 566 > 

Hypotheken 9000 » 

Hausbau und andere Fonds. 35 » 

Noch zu zahlende Dividende und 

Gewinnvortrag 215 » 

zusammen 15416 A 



— 236 — 



Verband thüringer 

BeohnonffsabsohlttMie 





Ort, nna und nMm Stalluna dir GenuainachifL 


BtUnx «m 


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K.'V. = Kouwumverela. 


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m. b. I^^ = Eiugmrdf^BQe Ue[ioBseK.Mi£cha[t; 


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mit bes^^hriUikter Haftpfllcm. 


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m, u. b H, = EiiiiTLtru^fcno GonoiiBeiiwflittlt 


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mit UTjbescliJtinkter HflrtpQicht. 


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in- h, H, I. Li<h = Eing:elrftg:ane 


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Genoaseiischnft in Liquidation. 


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ti. q» H. = <ienoKaena:!U^ ohuE Hjiftpiücht:. 


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M. 


SU. 


ZI. 


3-2. 


SB. 






A 


X 


JL 


A 


JK. 


JL 


A 


Jlt. 


1 


Albrechts b. Suhl, K.-Y. »Selbsthilfe« 
m. b. H 


















2 


Altenbur^ (S.-Altbg.)» K.- u. Prod.-V. 




















m. b. H 


2912 


19918 


22612 


10625 


81500 








137567 


3 


Altenburgb.Naumbg.a.S.,K.-V.m.b.H. 


1815 


4572 


851 


149 




975 


1300 


9662 


4 


Altenfeld i. Th-, K.-V. m. b. H. , . . 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


5 


Altflemmingen b. Naumbg. a. S., K.-V. 
m. b. H 


















6 


Annawerk b. Oeslau, K.-V. mit den 




















Rechten einer juristischen Person 


689 


6352 


17555 


94 


2839 


— 


— 


27529 


7 


Apolda, K.-V. m. b. H 


1147 


25339 


58913 


1900 


105800 


— 


14000 


207099 


8 
9 


Arnstadt i. Th., K.-V. m. b. H 

Bettelhecken b. Sonneberg, K.- u. Prd.- 


654 


28408 


8712 


1959 


71793 


4127 


— 


115653 




V. m. b. H 


1215 


6934 


9884 


670 


16459 


__ 


1000 


36162 


-10 


Blankenberg a. S.. K.-V. m. b. H... 




11 


BJankenburg (Schwarzathal), K.-V. 




















m. b. H 


559 
3846 


3807 
12678 


322 


457 
475 


10450 


2287 


— 


4823 


12 


Bohlen i. Th., K.-V. m. b. H 


30058 


13 


Brachstedt (Saalkreis), K.-V. m. b. H. 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


14 


Brennersgrün b.Lehesten, K.-V.m.b.H. 


1215 


4326 


29 


100 


2411 


— 


— 


8081 


15 


Camburg a. Saale, K.-V. m. b. H... 


822 


8873 


4099 


1 


9500 


816 


— 


24111 


16 


Crawinkel i Th., K.-V. m. u. b. H.. 


868 


9195 





150 


3264 


— « 


— 


13477 


17 


Cursdorf, K.-V. m. b. H 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


18 


Debschwitz b. Gera, K.-V. für D. u. 




















Umgeg. m. b. H 


1341 


33758 


8115 


4119 


23888 


— 


2545 


73766 


19 


Deesbach i. Th., K.-V. m. b. H. . . . 


2380 


6476 


953 


61 





1131 


— 


11001 


20 


Dietzhausen,K.-V.»Selb8thilfe« m.b.H. 


667 


3026 


1423 


185 


— 


320 


— 


5621 


21 


Effelder(S.M.)K.,RohstofE.u.Prod.-V. 




















m. b. H 


13 

228 


6846 
9139 


— 


621 
1450 


16546 


4975 
254 


3380 


29001 


22 


Eisenach, K.-V. m. b. H 


14451 


23 


Eisenberg (S.-Altbg.), K.-V. m. b. BL 


19 


33623 


1570 


20d 


25400 


725 


— 


61537 


24 


Erfurt, Wareneinkauf 8- u, Herstellungs- 




















Abt, d. Thür. Beamten- V. m. b. H. 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


25 


Erfurt, Feuerungsmater.-Einkaufsgen. 
m. b. H 


















26 


Erfurt. K.-V. f. Erfurt u. Umg. m. b. H. 


843 


16652 


61 


3500 


— 


12 


1000 


22068 


27 


Erlau b. Schleus., K.-V. »Selbsthilf et 




















m. b. H 


2128 
1765 


2953 
15217 


220 
1097 


135 
296 


15162 


1291 
4521 


600 


6727 


28 


Emstthal b. Lauscha, K.-V. m. b. H. 


38658 


29 


Eschwege, K.-V. f. Eschwege u. Umg. 
m. b. H 


297 


4505 


1200 


587 


— 


972 


— 




30 


Föritz b. Sonneberg. K..V. m. u. b. H. 


7561 


31 


Gera(Reuss), K.-V. »Vorwärts« m.b.H. 


633 


27423 


602 


5402 


— 


1220 


3821 


39101 


32 


Geschwendab. GWf enrd., K.-V. m. u. b. H. 


828 


11053 


65 


216 


7721 


3104 


— 


22987 



237 



Konsumvereine 

für 1902. 



JataretschluM« 


Zahl 


Pas«lva 


Exemplare 




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1 


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— 


— 


— 


Absc 


tiluss zu spät eingegangen. 


— 


— 


— 


— 


33358 


6147 








51466 











46596 


137567 


2 





3087 


1216 


200 


— 











1300 


3859 


9662 


— 





~~ 


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— 


— 


AbschlnsB nicht eingegangen. 


"■" 


~~ 






6377 


6202 


7316 






J^CO^A. 


854 




6780 


27529 


1 


1 


47118 


36397 


2520 


813 


48000 


— 


5992 


14000 


52659 


207099 


2 





37354 


8814 


5221 


8000 


48000 


— 


1858 


6246 


160 


115653 


2 


— 


8530 


2084 


650 





10530 








1000 


13368 


36162 


1 





— 


— 


— 


— 


Absc 


iluss zu spät eingegangen. 


— 


— 


— 





945 


45 








__ 


, 


1241 


1800 


792 


4823 








9455 


3085 


108 


5313 


5800 


— 


— 


2060 


4237 


30058 


— 





— 


— 


— 


— 


Abschluss nicht eingegangen. 


— 


— 


— 


— 


1502 


1442 


— 


— 


1274 


— 


— 


1100 


2763 


8081 


1 





6806 


4895 


— 


— 


10400 


— 


— 


— 


2010 


24111 


2 


150 


4103 


1345 


4 


3950 


— 


— 


512 


— 


3563 


13477 


2 


— 


— 


-- 


— 


— 


Abschluss nicht eingeganj 


?en. 


— 






— 


18321 


16^2 


2274 


3500 


16500 


820 


__ 


2545 


28114 


73766 


20 





2675 


54*J 


398 


— 


— 


— 


225£ 


> 800 


4324 


11001 


1 


— 


2576 


1254 


— 


— 


— 


— 


— 


400 


1391 


5621 


1 


— 


3507 


1199 


__ 





15000 


_ 


3531 


1500 


4264 


29001 








6332 


440 





— 


— 


— 


242S 


) 3856 


1394 


14451 


3 


12 


26916 


6269 


— 


— 


17800 


— 


542C 


) 3902 


1230 


61537 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


Abschluss nicht e 


1 
mgegangen. 


— 


— 


— 


— 











— 


Abschluss zu spät eingegangen. 


— 


— 


— 


— 


7298 


400 


200 


— 


— 


— 


671S 


1 4000 


3451 


22068 


10 


150 


1699 


1233 


108 





__ 








600 


3087 


6727 


1 





8339 


2397 


— 


— 


9000 


10324 


396 


► 1142 


7060 


38658 


1 


— 


— 








— 


Abschluss nicht e 


1 
ingegangen. 


— 


— 


— 


— 


1832 


300 


— 


— 


— 


— 


3744 


[ 650 


.1035 


7561 


1 


— 


17977 


1639 


240 


4269 


— 


— 


256 


; 3821 


10899 


39101 


21 


500 


2909 


2001 


— 


8500 


— 


— 


703C 


) — 


2547 


22987 


1 


— 



238 





Art, Rrini uni rachLllchg Stellung der GiiiQSsensctitIt. 


Bilanz aeh 


u 

fi 


Zeichen-H rkl äruu g : 
K.-V. = KoDSLimyereEu. 


Aktiva 


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K.-ü, -^ Konamrugeuof^sensuhaft, 


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m. 1^ H. = Einifetrflgune Genos&eiiEiobBtt 


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mit beschräutttr Haripflk'Ut 


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mit linbesührilnkter UaftpäiihL 
m b. H. i. Uq. = Elii^eirti^:enü 


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(leuostten^ichaft in Lfi]iiidfttloü. 


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G. o H, = üöDOöflenä ehalt ohne Hartpflicht 


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33 


Goldisthal b. Oelze, K.-Y. m. b. H. 


225 


7743 


234 


150 


— 


1708 


— 


10060 


34 


Goldlauter b. Suhl, K.-V. m. b. H. 


2186 


26427 


4754 





28677 


3018 


600 


65662 


35 


Goldlauter b. Suhl, K-V. »Selbsthilfe« 




















m. b. H 


3824 
2068 


25358 
12936 


3477 
2680 


1 
1 


17600 
9140 


5915 
281 


— 


56175 


36 


Gorma b. Rositz, K.-V. m. b. H. . . . 


27106 


37 


Gössel i. Thür., K.-Y. m. b. H 


703 


5494 


— 


316 


4049 


— 


— 


10622 


38 


Gotha, Wareneinkaufs- V. m. b. H. . . 


5200 


37421 


81389 


— 


76420 


2045 


— 


202475 


39 


Gräfenhain-Naundorf, K..V. m. b. H. 


100 


4337 


— 


623 


— 


— 


1200 


6269 


40 


Gräfenroda, K.-y. m. b. H 


324ii 


8527 


200 


1 


19314 





• — 


31287 


41 


Gräfenthal i. Th., K.-K. m. b. H. . . 


615 


17103 





695 


13641 


— 


— 


32054 


42 


Greiz, Allg.K.-V.f .Greiz u.Umg. m.b.H. 


2270 


36901 


8189 


11018 


— 


— 


4100 


62478 


43 


Grossbreitenbach i. Th., m. b. H. . . 


2235 


14991 


21980 


200 


6168 


5817 


— 


51391 


44 


Grub am Forst, K.-V. m. b. H 


2003 


^ 9745 


— 


415 


9912 


— 


— 


22075 


45 


Haselbach i. Th., K.-V. m. b. H.... 


323 


15026 





700 


13494 


3330 





32873 


46 


Hasenthal i. Th., K.-V. m. b. H 


1438 


8645 


— 





17343 


663 





28089 


47 


Hassenberg Palmkorbarb., m. b. H.. 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


48 


Hassenberg, K.-V. m. b. H 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


49 


Hämmern, K.-, Rohstoff- u. Prod.-V. 




















m. b. H 


696 
420 


25512 
20443 


585 
600 


469 
150 


36771 
11000 


458 
3365 


42 


64491 


50 


JBeidersbach b. Suhl, K.-V. m. b. H. 


36020 


61 


Heinrichs b. Suhl, K.-V. »Selbsthilfe« 




















m. b. H 


5956 
1777 


6906 
16861 


787 
963 


1 
1000 


12200 


1192 


— 


25850 


52 


Hermsdorf -Klosterlausn. , K.-V.m.b.H. 


21793 


53 


Hinternah b. Schleus., K.-V. m. b. H. 


1929 


7317 


— 


659 


— 


2136 


— 


12041 


54 


Hirschbach b. Schleus., K.-V. »Einig- 




















keit« m. b. H 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


55 


Hohenmölsen i. Th., K.-V., m. b. H. 


12437 


31962 


45917 


301 


38000 


— 


5211 


133828 


56 


Hüttensteinach (S-M.), K -V. m. b. H. 


175 


46237 


71 


263 


24191 


3984 


— 


74921 


57 


Jagdshof b. Sonneberg, K.-, Rohstoff- 




















u. Prod -Verein m. b. H 


525 


5745 


— 


131 


— 


— 


— 


6401 


58 


Jena, K.-V. m. b. H 


1070 


63203 


90033 


12888 


91861 


16110 





275165 


59 


Igelshieb i. Th., K.-, Rohstoff- u. 




















Prod.-Verein m. b. H 


1046 


10794 


111 


854 


11084 


2952 


1000 


27841 


60 


Ilmenauer K.- u Prod.-V. m. b. H 


3663 


74674 


497 


12019 


57110 


1076 


1218 


150257 


61 


Judenbach (S-M.), K.-, Rohstoff- u. 




















Prod.-Verein m. b. H 


2695 


11783 





1122 


20760 





■ 


36360 


62 


Kahla, K.-V. f. Kahla u. Umg. m. b. H. 


2539 


7842 


1081 


1199 


— 


— 


1008 


13669 


63 


Katzhütte i. Th., K.-V. m. b. H. . . 


105 


11610 


2188 


85 


11586 


1641 


— 


27215 


64 


Kayna b. Zeitz, K.-V. m. b. H 


1241 


17240 


498 


1 


15000 


52 


— 


34032 


65 


KönigBsee i. Th., K.-V. m. b. H. . . 


102 


8485 


9371 


1099 


— 


— 


2500 


21557 


66 


Köppelsdorf, K.- u. Prod.-V. m. b. H. 


2729 


8547 


3 


1038 


— 


— 


— 


12317 


67 


Kösen-Bad, K.-V. m. b. H 


121 


9031 


164 


250 


, 


241 


— 


9807 


68 


Kühndorf b. Schwarza, K.-V. mbH. 


1672 


3359 


2783 


1 


— 


1282 


— 


9097 


69 


Lauscha (S.-M.), K.-V. m. b. H 


2197 


52146 


2752 


1746 


77350 


2894 


— 


139085 


70 


Lauscha (S.-M.), Rohstoff- u. Prod.- 




















Verein m. b. H 


3214 
7361 


17558 
21674 


224 


2800 
1 


33035 
11066 


5692 


4300 


62299 


71 


Lehesten (S.-M.), K.-V. m. b. H. . . 


44626 



239 — 





















7^ hl 






















Aar» trolna'ita'ntXTt 


Passiva 


Exemplare 


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748 




2548 






2740 




H 


1(K^60 


— 


— 


11331 


16639 


2931 


17147 


6000 


— 


477 


900 


10177 


i]r>662 


8 


25 


S7f.O 


10705 


1307 


__ 


15840 


6163 


88 


2200 


11112 


56175 


3 


__ 


194 Hl 


5970 

















1000 


720 


27106 


— 


— 


1ÖS2 


1418 


147 





2250 





2740 


500 


1885 


10622 


— 


— 


46303 


38198 


9200 





45000 





2679 


— 


61095 


202475 


4 


300 


2337 


110 


— 


— 


— 


— 


2071 


— 


1751 


6269 


1 


— 


6125 


2730 


193 


— 


16750 


— 


— 


100 


5389 


31287 


1 


115 


iwm 


3961 








10150 








— 


5977 


32054 


1 


— 


5343 


1069 


760 


16853 








3616 


4100 


30737 


62478 


25 


— 


19263 


10173 


1042 


19650 


— 


— 


— 


1020 


243 


51391 


1 


— 


4186 


973 








9500 











7416 


22075 


2 


— 


2953 


1704 





401 


11000 


2118 


10909 


200 


3588 


32873 


1 


— 


7365 


2261 





. 


10000 





— 


— 


8463 


28089 


1 


— 


— 


— 


— 


-- 


Abs 


ohlusB Dicht e 


ngegan 


gen. 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 




Desgl. 






— 


— 


— 


— 


11651 


1423 


__ 


3300 


24231 


2764 


11565 


1102 


8455 


64491 


1 


1 


3318 


5165 


397 


— 


6000 


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— 


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Ort, Flnni tRid nctitliche Slflllunn der Ganasssnschift. 



Ze ktxen - EtkiA mn^ : 
K.-V. =■- Ko Hfl tun verein* 

nj* b. H. = EingetrE^^Eiiti GenosaEnflchatt 

mit bcBchrfinkter Haftpflicht, 

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Bilt mibeschrnnJcter Haft[tüictiU 

m, h. H. i. Liq, ^ li:iui;etTfl|^ET]e 

GcnoEB^iiiäCJKiLrt U\ LIqufiJatJtJn. 

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72 Lucka (S.-A ), K.-V. m. b. H. . 

73 Marienthal b. Haselb., K.-V. m. b. H. 

74 Martinroda b. El^ersb., K.-V. m. b. H. 
7f Meiniogen, K.-V. m. b H. 

76 Mellenbach i. Th., K.-V. m. b. H.. . 

77 Mengerpgereuth, K-, Eohst.- u. Prod.- 
Verein m b H 

Mertendorf b. Naumb., K.-V. m. b. H. 

Meura b. Oberweissb., K -V. m. b. H. 

Meuselbach i. Th., K.-V. m. b. H. 

Meuselwitz (S.-A.), K.-V. m. b. H.. 

Meu8elwitz(S.-A.),Beanit K.-V.m.b.H. 

Mönchröden (S -Cob.), K.- u. Roh 
Stoff- Verein m. b. H 

Naumburg a.S., K -V. »IJtilitast m.b.H. 

Neudaberstedt, Wareneinkaufs- und 

Herstellungsverein m. b. H 

86 Neuenbau b. Sonneberg, K.-V.m.b.H. 

Neuhaus am Rennweg, K.-V. m. b. H. 
88| Neuhaus b. Sonneberg, K.- u. Prod-V. 
m. b. H 

Neustadt b. Coburg, K.-, Rohstoff- 
u Prod.-V. m b. H. 

Neustadt a. Orla, K.-V. m. b. H. . 

Oberlind b. Sonneberg, K- n. Roh- 
stoff- V. m. b. H 

Oberweissbach i. Th., K-V. m. b. H 

Oehrenstock b. Ilmen., K.-V. m. b. H. 

Oelze i. Th., K.-V. m. b. H 

Oepitz, K.-V. m. b. H 

Ohrdruf, K.-V. m. b H 

Ossla b. Wurzbach, K.-V. m. b H 

Osterfeld i. Th., K.-V. m. b. H.... 

Plane b. Arnstadt, K.-V. m. u. b. H. 

Pölzig (S.-A.), K.-V. m b. H 

Pössneck, K.-V. m. b. H 

Rauenstein b. Eisfeld, K -V. m. b. H. 

Reichmannsdorf b Saalfeld, K.-V. 
m. b. H 

Roda (S.-Weimar), K.-V. m. u. b. H. 

Ronneburg (S.-A.), K.-V. m. b. H. . 

Röttersdorf b.Lehesten, K.-V. m b.H. 

Rudolstadt, K.- u.Produkt.-V. m.b.H. 

Saalfeld a. Saale, K.-V. m. b. H. . . 

Schkölen, K.-V. m. b- H 

Schleiz, K.-V. m. b. H 

Schleusingen, K-V. m. b. H 



89 

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91 

92 

93 

94 

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22935 
18548 
51202 
48341 



8684 

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4211 


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5153 


33073 


— 






16 



— 242 



Ort, Firma und nebtiicbi Stellung der Geeeseenseliaft. 



Zeichen-Erklärung : 

K -V. = Konsumverein. 

K.-O. = Konsumgenossenschaft. 

m. b. H. = Eingetragene Genossenschaft 

mit beschränkter Haftpflicht. 

m. u. b. H. = Eingetragene Genossenschaft 

mit unbeschränkter Haftpflicht. 

m. b. H. i. Liq. = Eingetragene 

Genossenschaft in Liquidation. 

G. o. H. = Genossenschaft ohne Haftpflicht. 



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Aktiva 



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26. 



27. 



30. 



31. 



32. 



112 



Sohmerbach b. Thal, K.-V. m. b. H. 



IIB SohmöUn (S-A.), K.-V. m. b. H.. 
114 



Schneit, K.-V. f. Schneit u. Umg. 

m b. H • 

Sohwarza (Kr. Schleus.). K.-V.m. b.H. 

Schwarzburg, K -V. m. b. H 

Schwarzwald-Stutzhaus, K.-V.m. b.H, 
Seebergen b. Gotha, Wareneink.-V 

m. b H 

Sitzendorf (Schwarzb.), K.-V. m. b. H. 
Sonneberg i Th., K.- u. Prod.-V. 

m. b. H 

Spechtsbrunn (S.-M.), K.-V. m b. H. 

122[Stadtilm, K-V. m. b. H 

123(stadt8ulza, K.-V. m. b. H 

^'^' Steinach, K.-, Robstoff- u. Prod.-V. 

m. b H 

Steinbach b Sonneberg, K.-V. m. b.H. 
Streckau b. Iguckenau, K.-V. m. b. H. 
Stiitzerbach (Preuss. Anth.), K.-V. 

m. b. H. 

Suhl, K.-V. »Selbsthilfe« m. b. H, 
Suhl, K.-V. »Concordia« m. b. H. 

Tambach, K.-V. m. b. H 

Teucbern, K.-V. m. b. H 

Theissen, K.-V. m. b. H 

Themar, K -V. m. b. H 

Trebnitz b. Luckenau, K.-V. m. b. H. 
ünterweissbach i. Th., K.-V. m. b. H. 
Vachdorf b. Meiningen, K.-V. m. b. H 



115 
116 
117 
118 

119 
120 

121 



124 

126 
126 
127 

128 
129 
130 
131 
132 
133 
134 
135 
136 



137 Volkstedtb. Rudolstadt, K.-V. m. b H. 

138 Weida, K.-V. m. b. H 

139| Weidhausen b. Coburg, K.-, Bohst.- u. 

Prod.-V. m. b. H 

140 Weimar, K.-V. m. b. H 

141 Weissenfeis a. S-, K.-V. f. Weissen- 
fels u. Umg. m. b. H 

142^Wint-r8dorf (S.-A.), K.-V. m. b. H. 

143 Wölfis b. Ohrdruf, K.-V. m. b. H. . 

144 Wurzbach (Reussj. L.),K.-V.m.u.b.H. 

145 Zella-St. Blasii, K.-V. m. b. H 



3083 

352 

1978 

180 

176 



1162 

26 

1097 

171 

998 

749 

764 

8063 

405 
1263 

634 

772 

8547 

53 

240 
49 

300 

236 
4019 

752 

349 
2886 

418 

1524 

226 

593 

1856 



124 Genossenschaften 207480 
gegen das Vorjahr 133 » 198916 



34487 

1147 

10032 

5951 

7098 



22097 

1107 
392 



^368 3439 



9416 
4608 
7443 
7075 

6346 

. 4460 

21599 

25039 

50045 

12889 

7162 

21821 

16026 

14218 

10662 

15036 

2579 

9513 

6028 

16183 
31646 

9657 
11088 
12593 
12796 
43899 



35650 
1220 

3886 

3078 

4057 

1588 

181 

40 

8236 
2850 
2913 
4874 
1044 

1411 

26684 

7 

719 

7 

245 

9120 



1885157 
1695308 



733957 
772064 



692 

200 
349 
509 
838 



570 

316 

1825 

638 



2193 

801 

800 

830 

20 

1 
500 

1 

270 

100 

1146 

700 

587 
5844 

2700 

1 

342 

319 

1633 



129171 



M. 



79530 



iL 



A 



3538 



559 
1019 
978 
75141 — 



4002 



6247 
18307 
12683 



622 — 

300 — 

1 — 



16591 
61700 
18250 

13600 
40000 



6693 
19293 

51758 

41919 

16100 

7253 

4963 

37200 



1750 



1031 

395 

3 



47 
2507 

1384 
2849 
1336 

2346 
784 

1775 
731 

2735 
650 



13 
2772 



1689 

1389 
276 



900 
300 
400 



4000 

364 

1600 

3500 



113270192828dl54818Koi. 284862656 



205278ai43236 76570 5228354 



mit in 
:ol. 



143427 

2258 
18487 

7618 
16018 



20216 

65719 

8272 

22517 

12600 

10795 

5571 

36227 

47200 

117739 

34249 

9164 
54570 
59714 
19646 
16317 
26078 

3565 
33971 

8891 

17132 
125590 

55065 
31121 
22021 
20305 
97484 



— 243 





















Zahl 






















der gehaltenen 
Exemplare 


PftMiva 


|l 


i 


M 
II' 


Aufgenommene 

Anlehen und Spar- 

Eünlagen 




Hausanteile. 

Hausobligationen 

der Mitglieder 


^1 




Noch zu zahlende 

Geschäftsunkosten 

und unverteilter 

Reingewinn 


h 

il 

E 


5 

1 

1 


8 

1 


84. 


86. 


36. 


87. 


88. 


89. 


40. 


41. 


42. 


48. 


44. 


M. 


JL 


X 


A 


A 


A 


A 


A 


A 


A 






— 


— 


— 


— - 


Absc 


llU88 ZU spät 

8143 


eingegangen. 


— 


— 


— 


— 


35090 


6288 


1942 


— 


56423 


119 


3600 


31822 


143427 


14 


— 


500 


35 


„^ 











1125 


__ 


598 


2258 


1 





4761 


2507 


137 


^-^ 


2500 





5862 





2720 


18487 








1557 


1253 


— 


■^ 


— 





2156 


800 


1852 


7618 








2046 


201 


— 


— 


6500 


— 


3274 


— 


3997 


16018 


— 


— 








— 





Ab 


ichluss nicht < 


eingegangen. 














3693 


2410 


402 


— 


4094 


2877 


— 


400 


6340 


20216 


1 


— 


37288 


l.^'JfJS 


• 








__ 


___ 


1750 


13282 


65719 


3 


, 


4253 


445 


— 


— 


— 


— 


— 


1500 


2074 


8272 


1 


— 


6752 


731 


— 


— 


7800 


— 


1426 


1700 


5108 


22517 


1 


— 


5177 


. 1255 


384 


— 


— 


— 


151 


280 


5353 


12600 


14 


100 


6901 


908 


^_ 





^_ 


_. 


2774 


^^ 


212 


10796 


__ 





1761 


377 


— 


— 


— 


— 


57 


1000 


2376 


5571 


1 


— 


13168 


2071 


2800 


— 


-— 


— 


185 


2000 


16003 


36227 


8 


— 


5268 


2251 


2450 





12000 


2576 


14196 


1500 


6959 


47200 


1 


__ 


25979 


171211 


5089 


6608 


10000 


23077 


529 


5002 


24335 


117739 


2 


— 


5595 


1764 


1571 


11350 


7500 


1727 


1181 


300 


3261 


34249 


1 


— 


5268 


219 


— . 


•~ 


— 


— 


3268 


400 


9 


9164 


1 


— 


18299 


7134 


6630 


2707 


— 


— 


531 


6700 


12569 


54570 


1 


— 


16934 


3586 


1788 


' 


35000 








1820 


586 


59714 





— 


11635 


1000 


336 





— 





3184 


3000 


491 


19646 


2 


— 


7407 


784 


3345 


— 


— 


— 


2661 


2000 


120 


16317 


— . 


— 


3872 


1716 


802 


— 


4000 


2534 


5221 


300 


7633 


26078 


1 


— 


1461 


r^78 


138 


175 


... 


..._ 


74 


400 


739 


3565 


1 


— 


5085 


mm 


2699 


— 


8600 


6420 


1 


662 


6884 


33971 





— 


2435 


17? 


22 


— 


— 


-— 


999 


956 


4300 


8891 


4 


100 


4108 


361 


, 


800 


1350 


_ 


_ 


500 


10013 


17132 


1 


__ 


50604 


12329 


285 


5381 


— 


10480 


378 


6250 


39883 


125590 


— 


— 


11347 


iiao 


682 


5476 


27500 


_ 


2322 


1198 


5410 


55<)65 


11 


.... 


14361 


3058 








lOOOO 


626 


__ 


2000 


1076 


31121 


.._ 


— 


5795 


778 


470 


3000 


300t) 





796 


16O0 


6582 


220^21 


1 


— 


3123 


2096 


3498 


— 


3000 





5873 


600 


2115 


203Ü5 





— 


37648 


13888 


2002 


— 


18000 


12245 


6971 


4200 


2530 


97484 


— 


— 


1465930 


535770 


121551 


19^*220 


1073862 


221814 


267102 


190593 


1162512 


5^28354 


238 


4354 


1854818 


499119 


126384 


364666 


1015052 


mit in KCl. 37 


251350 


164233 


1087534 


4862656 







16» 



Genossenschaftsliteratun 



WOChBn^BeriCllt. umfang 24—28 Seiten. Postabonnement Ä 0.75 
pro Quartal. Bezogen durch uns 1.50 M. pro Quaiial, von 
10 Exemplaren an Preisermässigung. Jahrgang 1901 u. 1902, 
elegant gebunden, Stück 6 M. Wochen-Berichte von 1900, 
1901 und 1902 (zur Agitation) 100 Stück 2 M.. Laufende 
Nummern des Wochen-Berichts 100 St. 5 JH.. (Bestellungen 
sind bis spätestens Mittwoch jeder Woche aufzugeben). 
Einzelnummern des Wochen-Berichts (soweit der Vorrat 
nicht bereits vergrifien) St. 10 /^. 

Franen^ßenOSSenSCliaftS^Blatt erscheint halbmonatUch. Post- 
abonnements 50 /^ pro Halbjahr. Bei grösseren Aufträgen 
wird die Expedition von uns vorgenommen. Preise siehe 
No. 3 des » Wochen-Berichts €. Auswechseln der letzten Seite 
pro Nummer 10 M., 

unsere EnglandreiSe, Heft l der Genossenschaftlichen Volks- 
bücher, 2. Auflage, mit zahlreichen Fussnoten und reich illu- 
striert. Preis 20 /^, Bei Abnahme von 100 Exemplaren an 
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Yen Scbnlze ^Delitzsch bis Kreuznach. Heft 2 der Genossen- 
schaftlichen Volksbücher von E. Staudinger. Preis 30 4. 
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Die KonsDmgenossenschaftsliewegDng v. Heinrich Kaufmann. 

Preis pro Stück 20 /^. Bei Bestellungen von 100 Stück an 
10 4 , von 500 Stück an 8 /ig^ pro Stück. 

Die Erriclitnng des Zentralverlianiles deutscher Konsum^ 
vereine. Preis so ^. 

Die ßrosseinlLanfs^eeseUsehaft Dentseber Gonsumyerelne 

Im Jahre 1901. Bericht über das 8. Geschäftsjahr der Gross- 
einkaufs-Gesellschaft und über die General- Versammlungen in 
Braunschweig und in Halle. Preis 20 /^. 

Die arosselnkaofs^GeseUschaft Deutscher Consnmyerelne 

Im Jahre 1902. Bericht über das 9. Geschäftsjahr und 
Protokoll der Verhandlungen der 9. ordentlichen General- 
Versanmüung in Dresden. Preis 20 4* 



— 245 — 

Sie Yerhandlnngen der KonsomTerelBe des Herzogtmne 
Braonsehwelg filier die Elnffibrang einer ümsatzstener. 

(32 seitige Broschüre, enthaltend das wertvollste Material zur 
Bekämpfung der Umsatzsteuer.) Preis bis 10 Exemplare 12 /^ 
per Stück, 11 bis 25 Exemplare 10 /^ per Stück, mehr als 
25 Exemplare 9 /^ per Stück. 

toeSSenSChaflllClie YOlkSllUlllOtliek des schweizerischen^^. 

nossenschaftsbundes. Heft 1: Erwerb und Konsum oder „Wo 
steckt der Profit' yon Dr. Julius Platter. Heft 2: Wesen, 
Grundsätze und Nutzen der Konsumvereine von Dr. Hans 
Müller. Heft 3: Die Steiiung der Konsumenten zur Gesetz- 
gebung betrefTend den unlauteren Wettbewerb und Hausier- 
handel. Ein Gutachten, erstattet den eidg. Handelsdeparte- 
ment von der Direktion des Verbandes Schweiz. Konsum- 
vereine nebst Anhang: G-eschäftsreisende kontra Hausierer. 
St. 20 4, 100 St. 12 M.. 

Das KonsnmYerelnswesen In Deutschlanil. seine yoikswirt- 

wirtschaftliche und soziale Bedeutung von Dr. Beinhold 
Riehn. Mit einem Vorwort von Lujo Brentano. Preis 3 iL, 

ArlielterkOnSIlmYerelne. Referate far die Sitzung des Aus- 
schusses der Gesellschaft für soziale Reform am 12. März 1903» 
erstattet von Dr. Reinhold Riehn, Bonn, u. J. Giesberts, 
Arbeitersekretär, M -Gladbach. Preis 40 /^. 

Sie soziale Bedeutong der ßenossenschaft von Dr. Franz 

Oppenheimer. Preis 50 4- 

Die ßenossenseliaftsbewepng von Adoif von Eim, per Stack 

20 4^, 100 Stück 12 M.. 

Konsumyerelne nnd Arbelterbewegiing von Eari Eautsky, 

Preis 15 4. 

Die genossenscbaftllclie Brot^Prodnktlon. zusammengesteut 

nach Umfragen unter den Arbeitern der Konsum- und 
Genossenschaftsbäckereien. Preis 20 /^. 

flandbUCh fSr KOnSUmTerelne von Oppermann & Häntschke, 
2. Auflage. Preis 6 Ä. 

Relchsgesetz, betreffend die Erwerbs^ und Wirtschafte^ 
genossenschaften (mit Kommentar) von Parisius & 

Crüger. Preis 15 M. 

Das ßenossenschaftsgesetz, Parisius & crüger. s. Auflage. 

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f ormnlarbnch znm Reichsgesetz, betreffend die Erwerbs- und 

Wirtschaftsgenossenschaften, von Parisius & Crüger. Preis 
4.25 A. 



— 246 — 

Was Ist zn tun/ um den Bestimmnngsn des Gesetzes be^ 
treffend die Erwerbs^ und Wlrtsehaftsgenossen^ 

schatten zu genflgen? Em praktischer Wegweiser für 
Genossenschaftsvorstände im Verkehr mit den Begistergerichten 
mit einer vollständigen Pormularien-Sammlung von Caii Ihrig, 
Direktor der landwirtschaftl. Genossenschaftsbank in Darmstadt. 
Preis l.BO M.. 

Die elngetraüene Genossensehalt nnd Ihr Verkehr mit dem 

Gericht von Wilh. Siematzki. Preis 1 M.. 

Die britische Genossenschaftsbewepng von Mrs. sidney 

W e bb. (Beatrice Potter). Herausgegeben von Lujo Brentano. 
Preis 4 Ä. 

Die schweizerischen Konsumgenossenschaften von Dr. Hans 

Müller. Preis 2 JH. 

Bezug durch das Sekretariat des Zentralverbandes deutscher 
Konsumvereine, Heinrich Kaufmann, Hamburg 8, Gröninger Str.^ 
Asia-Haus. 



Sämtliche Preise ohne Porto. Bei Enzelbeete/Iungen zu Icleinen 
Beträgen wolle man den Betrag nebst Porto in Freimarken der Bestellung 
beilegen. 




Druck von H. O. Perslehl, Hambnnr, Gntenberg-Haos a/d. Catharlnenbräcke.