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Full text of "Jahresbericht über die Fortschritte auf dem Gesamtgebiete der Agrikultur-Chemie"

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Jahresbericht 

über die Fortschritte auf dem Gesamtgebiete der 

Agrikultur-Chemie. 

Neue Folge, IX. 1886. isj^wyoiik 

Der ganzen Reihe Neimimdzwanzigster Jahrgang. ßOTANICAL 

GARDEN 

Unter Mitwirkung von 

Dr. Dafert, I. Assistent der agrikultnrchem. Versuchsstation Popjielsdorf b. Bonn, 
Dr. E. A. Grete, Dirigent der landwirtsch. Versuchsstation Zürich, Dr. K. Hornberger, 
Docent der Kgl. Forstakademie Münden, Dr. Chr. Kellermann, Kgl. Reallehrer in 
Wunsiedel, Dr. C. Kraus, Kgl. Lehrer der Ackerbauschiüe Triesdorf'. Dr. J. Mayr- 
hofer, I. Assistent der Kgl. Untersuehungsanstalt Erlangen, Dr. E. v. Raum er, Assistent 
der Kgl. Untersuehungsanstalt Erlangen, Dr. E. Schulze, Professor am Polytechnikum 
Zürich, Dr. Br. Tacke, Assistent der agrikulturchem. Versuchsstation Poppeisdorf b. Bonn. 
Dr. W. Wolff, Oberlehrer am Realgrainasiiun und der Landwirtschaftsschule in Döbeln 

herausgegeben von 

Dr. A. Hilger, 

Professor der angewandten Chemie an der Universität Erlangen. 




BERLIN. 
Verlag von Paul Parey. 

YerlajshaniilDiig für LacdirirUchatt Cartenbao QEd rorstsum. 

1887. 



Inhaltsverzeichnis. 



Boden. 

Referent: J. Mayrhofer. 

Seite 

Der Granit vmter dem Cambrium des hohen Venu, von A. v. Las sau Ix . 3 
Chemische Untersuchungen der vom Ätna im Mai und Juni 1886 ausgeworfenen 

Stoffe, von L. Ricciardi 3 

On some Quarz-Felsites and Augite-Granites from the Cheviot-District, von J. 

J. Harris Teall 4 

Über die sogenannten Liparite und Sanidophn'e aus dem Siebengebirge, von 

A. V. Lassaulx , 4 

tn^ergang von Dolerit in Homblendeschiefer, von J. J. H. Teall . . . . 4 

Beitrag zur Kenntnis der Diabas-Mandelsteine, von E. Dathe 5 

Über die Grauwacke von Eisenerz „Der Blasseneck-Gneifs", von H. v. Foul Ion 5 

Memminger AJmerde, von Hans Vogel 6 

Über die in Westpreufsen und dem westlichen Rufsland vorkommenden Phos- 
phoritknollen und ilire chemischen Bestandteile, von OttoHelm. . . 7 
tjber das Vorkommen von Löfs im Kanton Bern, von E. v. Fellenberg . 7 
Über Verwitterungsprodukte des Granites von der Luiseuburg im Fichtel- 
gebirge, von A. Hilger und K. Lampert 7 

Verwitterungsvorgänge bei krj'stallinischen und Sedimentärgesteinen, von R. 

Schütze 9 

Der Ortstein und ähnliche Sekundärbüdungen im Diluvium imd Alluvium, 

von Ramann 10 

Beiträge zur Kenntnis des Alluvial -Bodens in den Niederlanden, von J. M. 

van Bemmelen 11 

Die Zusammensetzung imd Bildung der sauren Böden im niederländischen 

AUm-ium, von J. M. van Bemmelen 12 

Chemische Untersuchung einiger Gesteine und Bodenarten Württembergs, von 

E. Wolff 13 

Ackererde und Untergrund von Franzenshütte (4 Werst nördl. von Dorpat). 
Ein Beitrag zur Kenntnis des Devondetritus des mittleren Embaeh, von 

C. Schmidt 14 

Über die Zusammensetzung eines Weinbergsbodens von Saint- Andeol (Mün- 
dung der Rhone), von de Gasparin 16 

Analysen nordamerikanischer Bodenproben, von EdgarRichards . . . 16 

Untersuchungen über Bodenabsorption, von 0. Kellner 16 

Quantitative Bestimmung einiger im Boden vorhandenen absorptiv gebimdenen 
Basen und Versuche über die Frage, ob die Pflanze nur gelöste und ab- 
sorbierte oder auch stärker gebundene, unlöslichere Nährstoffe aufnehmen 

kann, von 0. Kellner IT 

Über das Maximum an gebundenem Stickstoff, welches der Ackerboden der 

Atmosphäre zu entziehen vermag, von 0. Kellner 19 

iTser das Verhalten des Harnstoffes im Ackerboden, von 0. Kellner . . 20 
Direkte Bindung des atmosphärischen Stickstoffs durch thonige Bodenarten, 
von Berthelot 20 

I* 



rv Inhaltsverzeichnis. 

Seite 

Über Bindung von Stickstoff in kultivierten Boden, von H. Joulie ... 21 

Die Stickstoffanreicherang eines in Wiese liegenden Bodens, von P. P. D e h 4 r ain 21 

Stickstoffquellen der Pflanzen, von Gilbert 21 

Beobachtungen über die relative Menge und Bestimmung des Ammoniaks im 

Boden, von Berthelot imd Andre 22 

Über die Bestimmung des im Boden enthaltenen Ammoniakstickstoffes und 
über die Menge des assimilierbaren Stickstoffes im unbearbeiteten Boden, 

von Anton Baumann 23 

Über die Mikroben des Bodens, deren Nutzen für das Wachstum höherer 

Pflanzen, von E. Laurent 24 

Über die in dem Erdboden lebenden Organismenformen, von Frank . . . 25 
Über die chemischen Umsetzimgen im Boden unter dem Einflüsse kleiner 

Organismen, von Landolt 25 

Über Umwandlimg von Ammoniak in Salpetersäure, von König . . . . 25 

Untersuchungen über die niederen Pilze der Ackerkrume, von L. Adametz 25 

Oxydation des Ammoniaks im Boden, von J. Uf feimann 25 

Untersuch imgen über die Bildimg des Natronsalpeters im Boden, von A. Müntz 25 
Üljer den Einflufs des Gipses auf die Nitrifikation, von Warington. . . 26 
Bestimmung des organischen Kohlenstoffes in Bodenarten, welche freien Stick- 
stoff fixieren, von Berthelot 26 

Eeduktion des Calciumsulfates durch verschiedene anaerobische Fermente, 

von Quantin 26 

Über die durch Mikroorganismen bewirkte Reduktion u. Oxydation, von A. M ü n t z 27 

Untersuchungen über die Zersetzung der organischen Substanzen, von E. Wollny 27 
Über Wasserverdimstung aus dem Boden und den Pflanzen, von F. A. H. 

Marie Davy 28 

Untersuchimgen über ilie Feuchtigkeits- imd Temperaturverhältnisse des "Bodens 

bei verschiedener Neigung des Terrains gegen den Horizont, von E. Wollny 29 
Untersuchungen über den Einflufs der physikahschen Eigenschaften des Bo- 
dens auf dessen Gehalt an freier Kohlensäure, von E. Wollny . . . 30 
Untersuchungen über die Wasserkapazität der Bodenarten, von E. Wollny . 31 
Über Prüfung der Bodenarten auf Wasserkapazität und Durchlüftbarkeit, von 

Heinrich 32 

Litteratur 33 



Wasser. 

Referent: W. Wolf. 

1. Trinkwasser. 

Über ein Trinkwasser mit T}-phusbacillus, von E. Geissler 34 

Typhusbacillen in einem Trinkwasser der Stadt Mühlbeim a. Eh., von Moers 35 

Der Keimgehalt brauchbarer Trink- und Nutzwässer, von G. Wolffhügel . 35 

Verhalten verschiedener Bakterienarten im Trinkwasser, von Meade Bolton 35 

Mikroorganismen im Münchener Trinkwasser, von Leone 36 

Bakterioskopische Untersuchung der Brunnenwasser in Stettin, von Link . 36 
Beiträge zur bakteriologischen Untersuchung natürlicher Gewässer, von Mar 

lapert-Neufville 39 

Das Trinkwasser von Livorno, von Longi 42 

Über die alkahsche Reaktion von Brunnenwasser, von OttoSchweissinger, 

C. Brunnemann, F. Muck 42 — 43 

2. Mineralwasser. 

Chemische Untersuchung des Mineralwassers zu Langensalza, vonE. Reichardt 44 

Analyse des Absatzes in dem Mineralwasser von Chabetout, von F. Thabuis 44 

Mineralwasser von Chätel-Guyon, von Caraöre 44 

Der Jamnicer alkalisch-muriatische Säuerling, von G. Janecek 44 

Untersuchung des Kochbrimnens in Wiesbaden, von R. Fresenius . . . 45 

Freies Jod in dem Mineralwasser von Woodhall Spa., von J. A. Wanklyn. 45 

Analyse einiger Mineralwässer von Java, von St. Meunier 45 



Inhaltsverzeichois. V 

Seite 

Bakterien iü schwefelhaltigen Wässern, von L. Olivier 46 

Analyse der Mineralquellen der griechischen Inseln Aegina und Audros, von 

K. Danibergis 46 

Intersuchuiiüoii, Vorhalten und Reinigung anderer Wässer, See-, 
Flufs-, Abwässer etc. 

Bromgehalt des Meerwassers, von E. Berglund 47 

Beiträge zur Chemie des Meerwassers, von Axel Harn he rg 47 

Seewasseranalyse von der Düne von Helgoland, von Xiederstadt . . . . 47 
Chemische Untersuchung von Seewasserj^roben , von Adolf Kliemetschek 

und Jos. Sobieczky 47 

tljer eine Salzquelle im Moorgehiet des Würpeflusses, von M. Fleischer . 47 

l'ber die Bakterien im Mainwasser, von B. Rosen b er g 48 

Ül)er das Grundwasser, von Renk ... 49 

Analyse des Moldauwassers, von Fr. Stolba 49 

Untersuchung des Grundwassers in Rom, von A. Celli u. F. Marius-Zuco 49 
Bildung und Zersetzung vun Nitraten und Nitriten in Flufs- und Quell- 
wässern, von J. Munro 49 

Reinigung des Wassers für die Textilindustrie, von Ernst v. Cochenhausen 49 

Refuigung der Seine und Entwässerung von Paris 49 

Verfahren zur Reinigvmg von Abwässern, von M. Nahnsen 50 

Über Wasserreinigung durch Filtration von A. G. Salomon und V. de 

Vere Mathfw 50 

Über die Reinigung der städtischen Abwässer, von Tidy 50 

Die Reinigung der städtischen Abwässer zu Essen, von Wiebe .... 50 

Über das Pasteur-Chamberland'sche Filter, von Finkelburg 50 

Über Filtration von Wasser, von W. Hesse 50 

Über Wasserfiltration im Grofsen, von Coccone 51 

Anhang 51 

Litteratur 52 



Atmosphäre. 

Referent: R. Hornberger. 

Untersuchung über den Gehalt der atmosphärischen Niederschläge an Stick- 
stoffverbiudungen und über das Maximum an gebundenem Stickstoff, wel- 
ches der Ackerboden der Atmosphäre zu entziehen vermag, von 0. Kellner 52 
Untersuchungen über den Sauerstoffgehalt der Waldluft, von E. Ebermayer 54 
Über den Kohlensäuregehalt der Atmosphäre, von 0. Waltershof er . . 55 

Die mittlere Regenmenge Deutschlands, von II. Töpfer 55 

Ll)er die Entstehung des Tau's, von Aitken 55 

Ülier Nebelbildung, von R. Helmholtz 56 

Untersuchimgen über die durch die Hygroskopicität der Bodenarten bewirkte 

Wasserzufuhr, von J. S. Sikorski 56 

Die Vorausbestimmimg des nächtlichen Temperaturminimums 57 

Temperaturunterschied zwischen Stadt und Land, von J. Hann 58 

Temperaturunterschied zwischen Wald und Feld, von Th. Nördlinger . . 59 

Einflufs der Wälder auf das Klima, von A. Woeikoff 59 

Über den Einflufs der Wälder auf das Klima von Schweden, von H. E. Bamberg 60 

Über den Einflufs des Waldes auf die kUmatische Temperatur, von J. Hann 60 
Einflufs der Gebirgswaldungen auf die Vermehrung der Niederschlagsmengen, 

von Ander lind 60 

Einflufs der Gebirge auf das Klima von Mitteldeutschland, von R. Assmann 61 

Einflufs der Schneedecke auf die Temperatur der Luft, von R. Assmann . 61 

Einflufs der Schneedecke auf Klima und Wetter, von A. Wojeikoff ... 61 

Über die Ursache der zunehmenden Zahl der Bützschläge, von P. Andries 62 

Die Blitzgefahr in der sächsischen Schweiz, von Joh. Freyberg . . . . 63 

Litteratur 63 



VI Inhaltsverzeichnis. 

Seite 

Die Pflanze. Asclieiiaualysen. 

Referent: C. Kraus. 

Asche japanischer Pflanzen, von 0. Kellner 65 

Asche der Heidelbeere, von R. Hornberger 71 

Asche der Wucherblume (Chr^-santhemiun segetum), von R. Heinrich . . 71 

Asche der wilden Kartoffel von Paraguay, von E. Schmidt u. L. Richter 71 

Asche von Lallemantia iberica, von L. Richter 72 

Zusammensetzung von Sandwicke, von E. Schmid 72 

Anbau und Zusammensetzung des Beinwell, von E. Schmid 73 



Vegetation. 

Referent: C. Kraus. 

A. Samen, Keimung, Keimprüfung. 

Keimkraft der Rübenknäule, von P. Grassmann 73 

Über die Keimungsverhältnisse von Raphanus, Raphanistrum, von F. S c h i n d 1 e r 74 

Anthoxanthum Piielii Lecoq et Lamotte, von F. Nobbe 75 

Ozon und Keimung, von A. Vogel 76 

Die Samen von Brassica iberifolia, eine neue Verfälschimg des weifsen Senf- 
samens, von C. 0. Harz 76 

Ein neues Fälschungsmittel des weifsen Senfes (durch indischen Raps), von 

H. Steffeck 76 

Anatomie des Baumwollen- und Kopaksamens, von H. v. Bretfeld ... 76 

Beschreibung der Samen von Lallemantia iberica, von L. Richter . . . 76 
Über mikrochemische Prüfungen von Pflanzensamen auf Eiweifskörper, von T. 

Szymanski 76 

Die einheitlichen Methoden der Österreich-ungarischen Samenkontrollstationen 

zur Wertbestimmung des Saatgutes 76 

Die einheitUchen Methoden der Österreich-ungarischen Samenkontrollstationen 

zur Wertbestimmung des Saatgutes, von v. Wein zier 1 77 

Samenknntrolle der Versuchsstelle zu Marburg im Jahre 1885 

Neuer Keimapparat, von V. Th. Mager stein 76 

B. Assimilation und Stoffwechsel. 

3 Beiträge zur Kenntnis der Chlorophyllfunktion, von A. Nag am atz . . 78 
Die Thätigkeit des Chlorophylls im ultravioletten Dunkel von G. Bonnier 

und L. Mangie • 78 

Das Chlorophyll und die Reduktion der Kohlensäure durch die Gewässer, 

von C. Timiriazeff 79 

Photometrische Untersuchungen über die Absorption des Lichts in den Assi- 
milationsorganen, von J. Reinke 79 

Über Reduk-tion der Kohlensäure im pflanzlichen Organismus, von H. Putz 80 
Über Büdung von Stärkekömem in den Laubblättem aus Zuckerarten, Man- 

nit \m<\ Glycerin, von A. Meyer 80 

Über die Ungleichheiten in der Zusammensetzung der Gase in den Blättern, 

die sich in Luit befinden, von S. Peyron 81 

Über die Atmung der Pflanzen, von G. Bonnier und L. Mangin ... 81 
Untersuchungen über die Respiration der Blätter im Dunkeln, von P. P. 

Deherain und L. Maquenne 82 

Beiträge zur Kenntnis des Sauerstoffbedürfnisses der Bakterien, von G. Liborius 82 
tjher die Oxalsäure in der Pflanzenwelt, von Berthelot und Andre . . 83 
Über die Bildimg der Oxalsäure in der Pflanzenwelt, von Berthelot u. Andre 84 
Über die Absorption der Rübenwurzeln während des Wachstums, von H. Leplay 85 
Über tlie Bedeutung der organischen Säuren für den Lebensprozefs der Pflan- 
zen, von 0. Warburg 86 

Die Assimilation des Asparagins durch die Pflanze, von P. Baessler . . 86 



Inhaltsverzeichnis, "VH 

Seite 

Ein Beitrag zur Kenntnis der Eiweifshildung in der Pflanze, von C 0. Müller 87 

Über die Wärmemengen, welche von den Pflanzen abgegeben und aufgenom- 
men werden, von G. Bonn i er 88 

Zur physiologischen Bedeutung des Gerbstoffs in den Pflanzen, von M. W e s- 

termaier 89 

Über das Assimilationssystem, von G. Haber 1 an dt 89 

C. Ernährung. 

Über Verteilung und Wanderung der Nitrate in den Geweben der Pflanzen, 

von G. Capus 89 

Vber die Aufnahme von Ammoniak durch die Blätter, von C. N erger . . 90 

Welche StickstoöqueDen stehen der Pflanze zu Gebote, von Hellriegel. . 90 

Über die Sticksto^iuellen der Pflanzen, von H. Gilbert 91 

Die Stickstofffrage vor, auf imd nach der Naturforscherversammlimg, von A. 

B. Frank 91 

Die wesentlichen chemischen Elemente der Pflanzen, von Th. Jamieson . 91 
Kritische Besprechung von de Vries „Plasmolytische Studien über die Wand 

der Vacuolen" von W. Pfeffer 91 

D. Stoffbewegung. 

Zur Kenntnis der Verwendung der Kohlehydrate in den Pflanzen, von L. B r a s s e 92 

Lösung der Stärke in den Blättern, von L. Brasse 92 

Über das Verhalten von Stärke und Zucker in reifenden und trocknenden 

Tabaksblättern, von H. Müller-Thurgau 93 

Untersuchungen über das Saftsteigen, von S. Seh wendener 94 

E. Zusammensetzung in verschiedenen Entwiekelungsperioden. 

Chemiscli -physiologische Untersuchmigen über das Wachstum der Kartoffel- 

pfianze bei kleinerem und gröfserem Saatgut, von U. Kr eu ssler . . . 94 
Über die Entwickelung der Zuckerrübe, von A. Girard 97 

F. Verschiedenes. 

Das Zahlenverhältnis der Geschlechter, von F. Hey er 99 

Das Waclistum der Lichttriebe der Kartoffelknollen unter dem Einflüsse der 

Bewurzelung, von C. Kraus 100 

Über die Wirkung des durch eine Chininlösung gegangenen Ijchts auf die 

Blütenbildimg, von J. Sachs 100 

Der Einflufs des Sonnenlichts auf die Lebensthätigkeit der Mkroorganismen, 

von E. Duclaux . . . . • 101 

Über den Einflufs höherer Temperaturen auf die Fähigkeit des Holzes, den 

Transpirationsstrom zu leiten, von C. A. Weber 101 

Über den Transpirationsstrom in abgeschnittenen Zweigen, von F. Darwin 

und Pt. W. Philipps 101 

Über die Lnbibition des Holzes, von E. Godlewski 102 

Die Transpiration der Pflanzen und ihre Einwirkung auf die Ausbildimg 

pflanzlicher Gewebe, von F. G. Kohl 102 

Ein Transpirationsversuch, von L. Errera 102 

Über die Wasserleitungsfähigkeit des Kernholzes, von C. Rohrbach . . . 102 
Die Wasseraufnahme durch die Oberfläche oberirdischer Pflanzenteile, von K. 

Osterwald 102 

Über die Austrocknungsfähigkeit der Pflanzen, von G. Schröder . . . . 102 
Austrocknung von Pflanzen in wässerigen Salzlösungen, von A. Levallois . 103 

Über die Ursache des Mark- und Blattturgors, von J. Böhm 103 

Über den EinfiiiTs der Standortsverhältnisse auf die Struktur der Pflanzen, 

von R. Keller 103 

Über normale Absonderung stickstoffhaltiger Stoffe aus Hefe- und Schimmel- 
pilzen, von U. Gayon imd E. Dubourg 103 

Über einige biologisch-chemische Eigenschaften der Mikroorganismen, von A. 

Poehl 103 



Vm Inhaltsverzeielmis. 

Seit» 

ii. Pflnnzcnkiiltur. 

a) Allgemeines. 

tTber die Beeinflussimg der Widerstandsfähigkeit der Kulturpflauzen gegen 

ungünstige Witterungsverhältnisse durch dieKulturmethofle, von E. Wollny 103 
Über den Einfluls des spezifischen Gewichtes des Saatgutes auf das Produk- 

tionsvennögen der Kultur])flanzen, von E. Wollny 104 

Bedeutung der Zucht neuer Kultun'arietäten und besseren Saatguts, sowie 

des Samen wechseis für die Landwirtschaft, von Calberla 105 

Die schwedischen Bestrebungen auf dem Gebiete der Saatkornproduktion, 

von C Boysen 105 

b) Getreide. 

Über die chemische Zusammensetzung imd physikahsche Beschaffenheit 

amerikanischer Cerealien, von Gl. Richards ou 105 

Anbauversuch mit schwedischen Saatfrüchten in Weihenstephan, vonE. Lehner t 108 

Anbauversuche mit schwetlischem Saatgetreide, von L. Just 109 

Auswahl der Weizensorten von F. Schindler 109 

Über den Klebergehalt des Weizens von F. Schindler 110 

Anbau englischen Weizens in Österreich, von F. Schindler 110 

Über fremde und einheimische Weizen Varietäten, von F. Schindler . . 111 

Über den Wert versclüedener Weizensorten, von F. Heine 112 

Anbauversuche mit Weizensorten aus Palästina, von Edler 113 

Kreuzungsprodukte verschiedener Weizenvarietäten, von W. Rimpau . . 113 

Kreuzung von Weizen und Roggen 113 

Die Kultur verbesserter Weizensorten, von G. Millon 113 

Die Weizenanbauversuche in Saint-Remy, von Cordier 113 

Zur Qualitätsbeurteilung des Hafers, von W. Hoff meist er 113 

Versuche über den Kulturwert verschiedener Hafervarietäten 1885, von 0. 

Beseler und M. Märcker 115 

Anbau versuche von Hafersorten, von J. Kühn 116 

Anbau versuche mit Hafer in Saint-Remy, von Cordier 117 

Haferanbauversuche, von F. Heine 117 

Anbau von Triumphhafer, von S. Angele 118 

Zur Qualitätsbeufteilung der Gerste von W. Hoffmeister 118 

Über das Verhältnis des Speizeugewichts einer Anzahl in Ostpreufsen ge- 
ernteter Gerstensorten, von Klien 119 

Über mehlige und glasige Gerste, von Chr. Grönlund 119 

Über beregnete und nicht beregnete Gerste, von Fr. Farsky 120 

Gerstenanbauversuche mit Saatgut verschiedeneu Ursprungs, von M. Märcker 120 

Litteratur über Gerste 122 

Die Saatfruchtauslese auf nassem Wege, von J. Wolff 123 

Konsenierung feuchter Kömer, von R. Sydow 123 

Litteratur 128 

c) Kartoffeln. 

Die wilde Kartoffel von Paraguay, von F. Nobbe 123 

Über den Einfluls der Bodenart auf den Ertrag, Stärkegehalt und die Er- 
krankung verschiedener Kartoffelsorten, von G. Marek 123 

Das Abwelken der Steckkartoffeln, von A. Leydhecker 126 

Das Häufeln der Kartoffeln, von PaulGabler 128 

Kartoffelanbau versuche, von 0. Cimbal 129 

Vergleichende Anbauversuche mit verschiedenen Kartoffelsorten im Jahre 

1885, von F. Heine 132 

Kartoffelanbau versuche, von F. Janowsky 137 

Über Kartoffelbau, von Liebscher 137 

Die Kartoffel als Futterpflanze, von E. Pott 137 

d) Rüben. 

Über Schofsrüben, von Fr. Herles 137 

Das Aufsdiiefsen der Zuckerrüben - 140 



Inhaltsverzeichnis. IX 

Seite 

Das Vereiüzelnen der Zuckerrüben, von H. Brie in 14() 

Elektrische Kulturversache bei Zuckerrüben, von Braune 140 

Die Resultate der in Böhmen im Jahre 1885 aus<,'eführtcn Kultiirversuche 

mit verschiedenen Riibenvarietäten, von A. Nowuczek 141 

Prüfimg österreichischer Rübeusamensorten, von E. v. Proskowetz jun. . 142 

Vergleichender Anbau von acht Zuckerrübenvarietäten, von A. Petermann 142 

Rübenanbauversuche in der Provinz Sachsen 188ü, von M. i\rä reker . . 143 

Auswahl der Samenrüben von F. Kudelka 14ö 

Litteratur 145 

e) Futterpflanzen. 

Futteranbauversuche in der Schweiz 1884/85 145 

Anbauversuche mit verschiedenen Rotkleesaateu im Jahre 1884/85, von H 

Pateusen 149 

Anbauversuche mit verschiedenen Kleesorten 152 

Vergleichende Anbauversuche mit Sorghn und Mais, von Troschke . . 152 

Futtermais und Sorghum als Grünfutter 153 

Vergleichende Untersuchung von vier Lupinenarten, von Troschke . . . 153 

Der amerikanische Wiesenschwingel, von F. G. Stehler 154 

Samenmischimgen für ein- und mehrjährige Elleegrasfelder, von Neergard 155 

Spergelsamen, von Möller-Holst 155 

Symphytum as])ernmum als Futterpflanze, von E. Pott 157 

Waguer'scher Futterbau, Mitteilung von Krocker 157 

Die Sandwicke im Jahre 188G, von Schirm er 157 

Kochia villosa, Chenopodium nitroriaceum, Atriplex nummularia als Futter- 
pflanzen 157 

Der Besuch des Rotklees durch die Bienen, von C. Schachinger . . . 1.58 

Weifser indischer Raps .... 158 

Litteratur 158 

f) Verschiedenes. 

Über Asclepias Cornuti imd die verwandten Alien (4 AbhandUmgen) , von 

G. Kassuer 158^ 

Winterlein, von A. Leydhecker 159 

"Winterlein, von Hutter 159 

Der Flachsbau in Frankreich, von G. Dangers 159 

Versuche über Kultur und Verarbeitung des Flachses, von St rehl u. Fritze 159 

Genista linomm, eine neue Gespinstpflanze, von Th. Magerste in . . . 159 
Der Versuchsgarten des deutschen Hopfenbauvereins in Spalt, von C Kraus 

(Dritter Bericht.) KjO 

Beobachtungen über die Kultur des Hopfens im Jahre 1885 160 

Der Sommerschnitt des Hopfens und seine Wirkung auf die Ertragsfähig- 
keit, von 0. Koch IGO 

Anbau von Teichrolir 160 

Anbau der Quinoapflanze, von F. v. Thümen 160 

Verschiedene Litteratur 161 

Anhang-. 

Unkräuter. 
Vertilgimg von Wiesenunkräutern durch den Auftrieb von Schafen auf die 

Wiesen zur Winterzeit, von F. Alzer 161 

Vertilgung des Scliachtelhalms 161 

Vertilgimg der i.juecke 161 

Vertilgung der Distel 161 

Vertilgung des Huflattichs, der wilden Möhre u. dgl 161 

Beschreibung und Vertilgung des Kleewürgers, von L. Just 162 

Die Würger oder Sommerwurzpflanzen, von F. v. Thümen 162 



X Inhaltsverzeichnis. 

Seite 

Pflaiizeiikraiikheiteu. 

Referent: Chr. Kellermann. 
A. Krankheiton durch tierische Parasiten. 

I. Reblaus. 

L e b e n s g e s c h i c h t e. 
Fortsetzung der bei der Erziehung der Rebläuse in Erihren erzielten Resul- 
tate, von P. Boiteau 162 

Geographische Verbreitung. 

Deutschland (N essler) 162 

Schweiz 163 

Frankreich (Tisserandj 163 

Kroatien 163 

Ungarn 163 

Portugal (Desclozeaux) 163 

Australien 163 

Sonstige neue Fundorte der Reblaus 163 — 164 

Bekämpfung. 
Verordnung, betreffend die Ehifuhr und die Ausfuhr von Gewächsen u. s. w. 

des Wein- und Gartenbaues 164 

Vorkehrungen im Bezirke Komeuburg gegen das Weiterschreiten der Reb- 
laus, von Jablanczv 164 

Vortrag über die Erfahrungen mit amerikanischen Rebsorten, von H. Göthe 165 

Vortrag über den dermahgen Stand der Reblausfrage, von Moritz . . . 165 

Litteratur 165 — 167 

n. Die übrigen Schmarotzertiere. 

Nematoden. 

Grenze der Lebenszähigkeit der Weizenälchen, von G. Penne tier . . . 167 

Rübennematoden in Geti-eidefeldern, von Kriegesmann 167 

Zur Vertilgung der Nematoden mittelst Fangpflanzen, von Hellriegel . 167 

Älchenkrankheiten, von v. Thümen 167 

Insekten. 

Rhynchoten. 
Die Erdlaus, Tvchea Phaseoli, eine neue Gefahr für den Kartoffelbau, von 

F. Karsch" 167 

Diaspis pentagona, eine neue Krankheit des Maulbeerbaumes, von Cantoni 168 

Noch ein neuer tierischer Kartoffelschädling, von v. Thümen 168 

Auf zum Kample gegen die Blutlaus, von Göthe 168 

Zur Bekämpfung der schädlichen Blutlaus, von Glaser 168 

Vernichtung der Rosenschildlaus, von M. Scholtz 169 

Hymenopteren. 

Abermals ein neuer Parasit der Rebenwurzeln, von F. v. Thümen . . . 169 

Lepidopteren. 

Conchyhs epilinana in Böhmen, von Purghardt 169 

Zygaenaraupe an Klee etc., von Besnard 169 

Raupenvertilgung 169 

Das Schwefeln als Mittel gegen den Heuwurm, v. J. Schlamp 169 

Neues Mittel zur Bekämpfung der Tortrix uvana, von Artunovic . . . 169 

Dipteren. 

Beiträge zur Kenntnis landwirtschaftlich schädlicher Tiere, von Ritzema 

Bos 170 

Neues über zwei Getreide schädigende Fliegen, von v. Thümen . . . . 170 



Inhaltsverzeichnis. XI 

Stite 

ijber die Verbeeriuifxen des Weizens durch Chlorops taeniopusMeig., von N o w i ck i 171 

Kartoffelfäiüe durch Insektenlarven, von F. Cohn- Breslau 171 

Mafsregeln gegen Cecidomyia destnictor 172 

Coleopteren. 

Ein Mittel zur Bekämpfung des Luzemekäfers, von Vialla 172 

Sitones griseus, von A. Hoff mann 173 

Die Erdflohe und ihre Bekämpfung, von E. S. Zürn 173 

Über zwei Arten der Blattkäfergattung Phratora als Schädlinge, von G.Joseph 173 

Schaden durch Engerlinge im Rüsselsheimer Gemeindewald, von Klipstein 173 

Vorschläge zur Vertilgung der Maikäfer imd dadurch der Engerlinge, von Cogho 173 

Vertilgung des Rebstechers, von Bauer 174 

Über den Dralitwurm, von Tyniecki 174 

Vertilgimg des Kornkäfers, von E. Schultz 174 

Anhang. 

Das Sapokarbol em Radikalmittel gegen die Blutlaus u. s. w., von K. G. Lutz 174 

Das Einbeizen der Maissaat mit Petroleimi, von F. v. Thümen .... 174 

Schutz der Saatbeete gegen Vögel, von Brill 175 

Vernichtung der Insekten in Gewächshäusern, von Dybowski 175 

Über das Vergiften schädlicher Insekten, von Nessler 175 

Die dem Hopfen, den Cereahen und den Fruchtbäumen schädlichen Insekten 

von Louis Passy 175 

Über Mäusevertilgimg, von Dr. Crampe 175 

Schutz der Tanne gegen Rehverbifs, von Yelin 176 

Schutz der Kulturen gegen Rehverbifs, von Schubert 177 

Waldbeschädigungen durch die Eöthelmaus im AVinter 1885/80, vonBeling 177 

Litteratur 177—179 

B. Krankheiten durch pflanzliehe Parasiten. 

Bakterien. 

Über die Mosaikkrankheit des Tabaks, von A. Mayer 179 

Die Krankheiten des Ohvenbaumes und die Tuberkulose insbesondere, von 

L. Savastano 181 

Peronosporeen. 

Über das Auftreten der Peronospora im Jahre 1885, von v. Thümen . . 181 
Peronospora-kranke Trauben aus der Umgebung von Monastero bei Afjuileja, 

von E. Rathay 181 

Das Wiedererscheinen der Peronospora, von Giuseppe Cuboni .... 181 
Einige Versuche der Bekämpfimg der Peronospora mit Kupfervitriol, von Graf 

de Latour 182 

Über die Reduktion des Kupfersulfates bei der Woingärung, von H. Quantin 182 
Über Kupfergehalt der Weine aus Weingärten, die zur Bekämpfimg der Perono- 
spora mit Kupfervitriol behandelt wurden, von Bolle 182 

Behandlung des Weinstockes mit Kupfersalzen gegen den (falschen) Meltau, 

von Crolas und Raulin 183 

Bericht über die in der kgl. Weinbauschule in Conegliano ausgeführten Ver- 
suche zur Bekämpfung der Peronospora, von Giuseppe Cuboni. . . 183 
Anwendung von Schwefelkalium gegen Peronospora, von P. Hugounen(| . 184 
Resultate der gegen den falschen Meltau und gegen die Tomaten- und Kar- 

toffelkrankheit gerichteten Behandlungen, von E, Prillieux • . . . 184 

Praktische Behandlung des (falschen) Meltaues, von Desclozeaux . . . 185 

Ein Bespritzungsapparat gegen Peronospora, von R. Dolenc 185 

Das Kupfer in der Ernte von Reben, von (Javon und Millardet . . . 185 

Verstäuber, beschrieben von L. de Sardriac 186 

Die Vernichtimg der Peronospora, von H. de France 186 

Peronospora infestans. 
Über das Jensen'sche Verfahren zur Besiegung der Kartoffelkrankheit, von 

F. Nobbe 186 



TTT Inhaltsverzeichms. 

Seite 
Einflufs der Bodenart auf den Ertrag etc. verschiedener Kartoffelsorten, von 

G. Marek 187 

Uredineen. 
Die Rostpilze der Rosa- und Rubusarten imd die auf ilmea vorkommenden 

Parasiten, von J. Müller 187 

Roestelia caneellata, von Prillieux 189 

Peridermium pini. von Cornu 190 

Ustilagineen. 
Verluste beim Weizenanbau durch Kupferntriol als Schutzmittel gegen Schmier- 
brand, von P. Grafsmann 190 

Zur Frage des Beizens von ^Yeizen mit Kupfervitriol, von Pin der . . . 191 
Verschwendung der Salicylsäure gegen den Brand im Getreide, von Schröder- 

Nienburg 191 

Ascomyceten. 

Über einige Skier otinien und Sklerotienkrankheiten, von A. deBary . . 191 

Die Sklerotienkrankheit der Kartoffeln, von F. Cohn 196 

Beiträge zur Eutwickelimgsgeschichte der Pyrenomyceten, von F. v. Tavel 196 

Über Gnomonia erythrostoma, von B. Frank 196 

Exoascus Aceris, von Linhardt 197 

Über Alkoholgärung und Schleimflufs lebender Eichbäume, von Ludwig . 197 

Eine neue Weizenkrankheit, von v. Thümen 198 

Phoma uwola, von Prillieux 198 

Eine neue Krankheit der Mandelbäume, von M. Cornu 198 

Beitrag zur Kenntnis der Orchideenwurzelpilze, von W. Wahrlich . . . 198 

Melasmia Empetri, von P. Magnus 199 

Basidiomyceten. 

Über den Wurzelpilz des Weinstockes, von Sehnet zier. 199 

Eine bisher wenig beachtete Weizenkrankheit, von F. v. Thümen . . . 199 

Anhang. 

Kranke Trauben in den Rebpflanzungen der Vendee, von Prillieux. . . 199 

Über die Melanose, von P. Viala und L. Ravaz 200 

Beiträge zur Kenntnis der Krankheiten unserer Kulturpflanzen, von J.Eriksson 200 

Pilze an Nadelhölzern, von Rostrup 202 

Pilze auf Kulturj)flanzen, von Rostrup 202 

Fusicladium pjTinum, von Schröter 202 

Phoma Armeniacae, von v. Thümen 202 

Wurzelfäule, von Mortillet 202 

Flechtenvertilgimg, von M. Scholtz 203 

Über eine neue Weizenkrankheit, von F. v. Thümen '. 203 

Verwendung von Salicylsäure in der Landwirtschaft, der Reben- und Garten- 
kultur, von V. Thümen 203 

Mafsregeln gegen schädliche Organismen 203 

Litteratur 203—208 

C. Krankheiten aas verschiedenen Ursachen. 

Untersuchungen über Schneebruchschaden, von Bühl er 208 

Beschädigung der Kiefer durch Beimischung oder Unterbau von Buchen, von 

Walther 209 

Untersuchungen über die Ursachen des Gummiflusses der Kirschbäume, von 

Tschaplowitz 209 

Über Gelbfieckigkeit, von P. Sorauer 210 

Untersuchungen über die Wirkung des Eisenoxyduls auf die Vegetation, von 

0. Kellner 210 

Die Räucherung der Reben gegen Frühjahrsfröste bei Freiburg i. Br. . . 210 

Mittel gegen das Lagern des Getreides in Niederungen, von Rettich . . 211 

Litteratur 211—212 



Inhaltsverzeiclinis. XHI 

Seite 

Referent: E. A. Grete. 

I. Düngerbereitiui«: und Dihisrcranalyscn. 

Zusanimensetziui«; von Käseabfallen, von E. v. Wolff 212 

üiingwert der Abfälle aus amerikauisdiem Baumwoll-Saraenmehl, vcin J. König 213 

Düngwert des eingedickten Osmosewassers, von A. Gawalosky . . . . 213 

Abwässer einer Poudrettefabrik, von A. Müller 213 

Die Zusammensetzung einiger Meeresprodukte, die in Japan als Düngemittel 

verwendet werden, von 0. Kellner 213 

Abwässer der Stärkefabrik Wittingen 213 

Chemiscbe Zusammensetzung des Niederschlages in Absatzgruben einer Zucker- 
fabrik, V(in Farsky 213 

Die Zusanmiensetzung einer pliosphathaltigen Erde von Bergstadtl, von Farsky 215 

Cber Düngerverluste in kleineren Wirtschaften, von J. Spöttle . . . , 215 

Über Kadaverdünger, von Toepelmann 215 

ITber die Konservienmg des Stallmistes, von Hickethier und Holde fleifs 215 
Beiträge zum Studium des Stalldüngers von A. Andoynand und Ed. 

Zacharewicz 217 

Zusammensetzung von Superphosphatgips, von A. Petermann 219 

Doppelsuperjihosphat imd Superphosphatgips, von P. Wagner . . . . 219 

Super})hosphatgips-Einstreu, Mitt. von Schippau & Co 219 

Neues über Düngerfabrikation, von Stutzer 219 

Über den Wert der badischen Torfe als Streu- und Düngemittel, von J. Nefsler 219 

II. Düngerwirkung-. 

Ein Düngungsversuch mit Thomasschlaeke bei Hafer, von H. Bieler jr. . 220 
Düngimgsversuche auf Hochmoorboden, von M. Fleischer, A. Salfeld, 

F. G a a z , B. V. d. H e 1 1 e n 221 

Rübendüngungsversuche pro 1885 in Hildesheim imd Göttingen, von Müller 223 
Prüfung des Düngerwertes der Thomasschlacke, von Wrightson und Munru 223 
Yergleichende Düngungsversuche mit Thomasschlacke und anderen Phos- 
phaten auf Moorboden 225 

Düngungsversuche auf Wiesen 227 

Düngimgsversuch mit verschiedenen Phosphaten und mit Chilisalpeter auf 

Niederungsmoor, von Plötz-D Ölungen 227 

Vergleichende Düngungsversuche mit Thomasschlacke und anderen Phosphaten 

von Fittbogen 228 

Vergleichende Düngungsversuche zu Roggen mit Thomasschlacke und anderen 

Phosphaten, von M. Sievert 231 

Abhandlung über Thomasschlacke von Stutzer; desgl. von P. W a g n e r ; 

desgl. von H. v. Lieb ig; desgl. von H. u. E. Albert-Biebrich 231 
Düngungsversuche zu Gerste imd Hafer mit verschiedenen Phosphaten von 

H. Sellschop-Lexow 231 

Versuche über den Wert der Phosphorsäure in gemaMenen Thomasschlacken, 

von M. M ä r c k e r 232 

DüngiuQgsversuche in Baden, von J. Nefsler . . 234 

Phosphatdüngung in Hannover, von F. Brügmann 238 

Düngungsversuche in Hohenheim, von Strebel 238 

Gerstenanbauversuche, von Dr. Rehm u. a 238 

Wirkimg der Kainitdüngimg, von Pirscher . 239 

Düngungsversuche bei Kartoffeln von S c h r e w e und Dr. K 1 i e n . . . 239 

Haferdüngung von T h u n 240 

Zuckerrübendüngung, von A. N a u t i e r 240 

Die Rentabilität der Kunstdüngung, von L ü d k e 240 

Beispiel natürlicher Düngung durch vulkanische Asche, von Pue de Dome 240 
Wirkung von Kunstdünger auf Geestland, von Scheidemann. . . . 241 
Vergleichende Düngungsversuche mit Chihsalpeter und schwefessaurem Am- 
moniak, von V. Mager st ein 241 

JJber Wirkimg von Chilisalpeter gegenüber den Ammoniaksalzen, von M ä r c k e r 241 



XIV Inhaltsverzeichüis. 

Seite 

Über Handelsdünger, von J. vandenBerghe 247 

Schwefelsäure als Düngemittel, von F r. F a r s k y 247 

Wirkung des Eieselwassers bei Bewässerung von Wiesen, von J. K ö n i g . 248 

III. Allgemeines. 

Vher die (Ammoniak-) konsernerenden Eigenschaften des Gipses und Konsorten, 

von Ad. Mayer 249 

Neue Feststellung des Handelswertes der Phosphate, von P. Wagner . . 250 
Über die finanziellen Ergebnisse der Stadtreinigung in 19 niederländischen 

Städten im Jahre 1884 251 

Über das Verhältnis des Harnstoffs im Ackerboden, von 0. Kellner . . 251 

Über Düngungsversuche, von P. Wagner 251 

Zur Frage der Stickstoff düngung, von E. Wein 251 

Wie können wir Eiimahmen und Ausgaben imseres Ackers ausgleichen, ohne 

zu künstlichen Düngemitteln zu greifen, von Adalb. Smolian . . . 251 
Über das Liegenlassen des Stallmistes auf dem Felde, von M. Speck Frhr. 

V. Sternberg 251 

Die Bedeutung der Kalisalze als Düngemittel, von W. Lobe 251 

Eine neue Theorie der Düngung, von Lieb seh er- Jena 251 

Litteratur 252 



Pflanzeiiehemie. 

Eeferenten: A. v. Eaumer, A. Hilger. 

I. Fette. Waehsarten. 

Über die Oxydation der Öle, von Ach. Livache 252 

Cholesterin in vegetabilischen Fetten, von Ed. He ekel und Fr. Schlagden- 

hauffen _ 253 

Über einige Punkte in der Prüfung der Öle, von Leonard Archbutt . 253 
Ergänzende Bemerkungen über die Methoden zur Prüfung der Öle, von AI fr. 

H. Allen 253 

IL Kohlehydrate. 

Über die Einwirkung von Brom und Wasser auf Lävulose, von M. König 253 

Über Reisstärke, von Livio Sostegni 253 

Über Lävulose, von Alex. Herzfeld und Heinrich Winter .... 254 

Über Maltode.xtrin, von Horace T. Brown 255 

Über Zuckerarten in keimenden und nicht keimenden Cerealien, von C. 0. 

Sullivan 255 

Über die Produkte der Oxydation des Mannit mit übermangansaurem Kah, 

von Fr. Iwig und 0. Hecht 255 

Über die Bildung von Lävulinsäure, von C Weh m er und Tollens . . . 256 

Über Einwirkung von Blausäure auf Dextrose, von Heinrich Kiliani . 256 
Über das dextrinartige Kohlehydrat der Samen von Lupinus luteus, von E. 

Steiger 257 

Über das Vorkommen von Raffino.se in der Gerste, von C. 0. Sullivan . 258 
Über die E.xistenz der näheren Bestandteile de.s 3Iilchzuckers in den Pfianzen, 

von A. Müntz 258 

Anilide der Galaktose und Lävulose, von Ssorokin 258 

Untersuchungen von Melitose oder Raffinose aus Melasse, Baumwollsamen 

und Eukalyptus manna, von P. Kieschbiet und B. Tollens . . . 258 

Saure Gärung der Glykose, von Boutroux 258 

Über die Produkie der O.xydatinn des Mannit mit übermangansaurem Kah, 

von Fr. Iwig und 0. Hecht 259 

Neue Gärung der Glukose, von Maumenc 259 

Cyklamo.se, ein neuer Zucker, von Gustav Micha ud 259 

Verbrennungs- und Bildungswänne von Zucker, Kohlehydraten luid verwandten 

mehrwertigen Alkoholen, von Berthelot und Vieille 259 



lühaltsverzeichais. XV 

Seite 
Über die durch Inversion von Lichenin entstehende Zuckerart, von Peter 

Klason 259 

Untersuchung über die Einwirkung verdünnter Säuren auf Traubenzucker 

und Fruchtzucker, von M. Conrad und M. Gut h zeit 259 

Über die Zersetzung des Mih-hzuckers durch verdünnte Salzsäure, von M. 

Conrad und M. Guthzeit 260 

Über Arabonsäure und die aus Lichenin entstehende Zuckerart. von R. W. B a u e r 261 

Verwaudhuig der Ghikosen in Dextrine, von E. Geimaux und L. Lefovre 261 

Zur Kenntnis der Kohlehydrate, von R. Wallach 261 

Zur Kenntnis der Melitriose (Raftinose), von C. Scheibler 262 

Über Mannit im Cambialsafte der Fichte, von J. Köhler 263 

Zur Kenntnis der Kohlehydrate, von M. Honig und St. Schubert . . 263 
Über Gärung der Cellulose mit Bildung von Methan und Kohlensäure, von 

Hoppe-Seyler 263 

Über Arabinose." von Heinrich Kiliani 264 

Die Anärobiose und die Gärung, von M. Nencki 265 

Ül^er Raffinose (Melitose) und ihre quantitative Bestimmung, von R. C r e y d t 265 

Glykose und die Verzuckerung des Stärkemehls, von L. Cuisiuier . . 266 

Über den Zucker süfser Kartofleln, von Herm. MüUer-Thurgau .... 267 

Studie über eine Inversion der Saccharodiose, von M. A. Ladureau . . 267 

Über die Rohfaserbestimmung und das Holzgummi, von H. Hoffmeister. 267 

Untersuchimgen über die Zucker, von Berthelot 267 

in. Glyko.side. Bitterstoffe. Indifferente Stoffe. 

Studien über Quercetin und Derivate, von J. Herzig 268 

Cyclamin imd seine Zersetzimgsprodukte, von A. Hilger 268 

Wurmsamen und die quantitative Bestimmung des Santonins.von F. A. F 1 ü c k i g e r 268 

Die Lösliehkeit des Salicins, von D. B. Dott 269 

Die Bitterstoffe des Hopfens, von H. Bungen er 269 

Untersuchungen über die Zusammensetzung des Karotins, von A. Arn au d 270 

Über den Bitterstoff" der Kalmuswurzel, von Herm. Thoms 270 

Vorkommen von Vanillin in der Asa födita, von E. Schmidt 270 

Über die Zusammensetzung einiger Nektararten, von A. v. Planta . . . 271 

Über das Danain, von Ed. Heckel und F. Schlagdenhanffen . . . 272 

Über Pikrotroxin, von R. Palm 272 

Über Digitalin. von R. Palm 272 

IV. Gerbstoffe. 

Untersuchungen der Gerbsäuren der Cortex adstringens Brasiliensis und 

Siliqua Bablah, von Wilbuszewitcz 272 

Neue Beiträge zur Bestimmung des Gerbstoffes, von H. R. Procter . . 273 

Neue Gerbstoff bestimmungsmethode, von Hermann Dieudonnä . . . 273 

V. Farbstoffe. 

Wirkungen des Chlorophylls aufserhalb der Pflanzenzelle auf Kohlensäure, von 

E. Reynard 273 

Note über einige Bedingungen der Ent^vickelung und der Wirksamkeit des 

Chlorophylls, von F. H. Gilbert . . . ' 273 

Studien über Chlorophyll, von Victor Jodiu 274 

Chemische Untersuchungen über den Chlorophyllfarlistoff, von .T. Wollheira 274 

Das XanthophyUhydrin, von L. Macchiati 274 

VI. Eiweifsstoffe. Fermente. 

Neue Untersuchungen über die Proteinstoffe, von Paul Schützeuberger 274 

Essigsaures Urano.xyd, ein Reagens auf Albuminstofte, von V. Kowalewsky 275 
Untersuchungen über die Amidosäuren, welche bei der Zersetzung der Eiweifs- 
stoffe durch Salzsäure und durch Barytwasser eutstehf>n, von E. Schulze 

und F. Bosshard 275 

Über die Bestimmung diastati.scher Wirkung, von J. R. Duggan . . . 275 

Wirkung der Salicylsäuro auf Fermente, von A. B. Griffitlis . . . . 276 

Zur Kenntnis der Malzpeptone, von F. Sczymanski 276 



XVT Inhaltsverzeichnis. 

Seite 

Proteinsubstanzen im Milchsaft der Pflanzen, von J. E. Grreen . . . . 276 

Über ein Cellulose bildendes Essigfermeut, von A, Brown 277 

Studien über Diastase, von C. J. Lintner 277 

Beitrag zur Kenntnis der EiweiTsbildung in den Pflanzen, von Karl Oskar 

Müller 278 

VII. Alkaloide. 

Über Wrightin, von H. Warneeke 278 

Über Couessin, von K. Polstorff und P. Schirmer 278 

Note über Chininhydrat, von E. W. Fletsch er 279 

Untersuchungen über Strychnin, von W. F. Lö bisch und P. Sehoo]) . . 279 

Notizen über Cocain und seine Salze, von B. H. Paul 280 

Beiträge zum Studium der Alk;doide, von OechsnerdeConinck . . . 280 

Versuche zur Synthese des Coniins, von A. Ladenburg 280 

Untersuchungen über das Papaverin IQ, von Guido Goldschmidt . . 280 

Oxydatiousprodukte des Coniins, von J. Baum 281 

Beiträge zur Kenntnis des Brucins, von A. Hanssen 281 

Über krystallisiertes Akonitin, von C. F. Bender 282 

Über die Chromate des Strychnins, von Fr. Ditzler 282 

Über das Hopein, von A. Ladenburg 282 

Zur Kenntnis des Morphins, von 0. Fischer imd E. v. Gerichten . . 282 
Beobachtungen über die Natur imd die Eigenschaften der Alkaloide, von 

OechsnerdeConinck 283 

Über den Alkaloidgehalt des Extractum Belladonna, von Herm. Kunz . 283 

Neue Farbenreaktionen einiger Alkaloide, von W. Lenz 283 

Noten über Cliininsulfat, von 0. Hesse 284 

Die Gegenwart von Cinchonidin im Chininsulfat des Handels, von A. J. C o wl e y 284 

Vorkommen des Andromedotoxins in verschiedeneu Ericaceen, von P. C. PI ag g e 284 

Beiträge zur Kenntnis der Alkaloide des Aconitum Napellus, von Alex. Jürgens 284 
Über eüien basischen Bestandteil des Pilokarpins in den Jaborandiblättern, 

von Erich Harnack 284 

Über den Nachweis des Broms in den bromwasserstoffsauren Salzen einiger 
Alkaloide, sowie über eine Farbenreaktion des Chinins und Chinidins, von 

A. Weller ^ 285 

Die Eeaktion des Atropins mit Merturosalzen, von Alfred W. Gerrar d . 285 
Bemerkungen über Identifizierung von Alkaloiden und anderen krystaUisierten 

Körpern mit Hufe des Mikroskops, von A. P. Smith 285 

Über Thebain, von W. C. Howard und W. Roser 285 

Untersuchungen über Strjchnin, von W. F. Löbisch und P. Schoop . . 286 

Notiz über die Alkoholate des Conchinins, von F. Mylius 286 

Konstitution einiger ChinoUnderivate, von Zd. H. Skr aap \md Ph. Brunner 286 

Über Hopein, von C. Leuken 286 

Note über Chininhydrat, von Flückiger . 286 

Note über Chininsulfat, von 0. Hesse 286 

Über Pilokarpin und Jaborin, von Harely und Calmels 286 

Über Piliganin, von Adrian 287 

Zur Kenntnis des Dehydromorphins, von Jul. Donath 287 

Zwei Morphinreaktionen, von Jul. Donath 287 

Ober die A'itahsche Pteaktion zum Nachweise des Atropins, von E. Beckmann 288 

Synthese der aktiven Coniine, von A. Ladenburg , . . 288 

Über das spezifische Drehungs vermögen der Piperidinljasen, von A. Ladenburg 289 

Reduktion des Nicotins, von A. Liebrecht 289 

Über die bei Einwirkung von Brom auf Dimethylpiperidin entstehenden Ver- 
bindungen. Neue Synthese von Piperidmderivaten, von G. Merlin g . 289 
Über die Alkaloide derJaborandiblätter, von Erich Harnack . . . . 289 
Beitrag zum Studium der Alkaloide, von Oechsner de Coninek . . . 289 

Zur Kenntnis des Pseudomorphins, von 0. Hesse 289 

Über die China bieolor, von 0. Hesse 289 

Spaltungen des Pilocarpins, von E. Hardy und G. Calmels 289 

Beurteilung der Reaktion des Pilocarpins, von E. Hardy und G. Calmels 289 

Über das Coffein, von ErnstSchraidt 289 



Inhaltsverzeichnis. XVn 

Seite 

Zur Kenntnis der Picolinsäure und Nieotinsäuro, von E. Seyfferth . . 290 
Zur Kenntnis der China-Alkaloide, von William J. Comstock und Wil- 
helm Königs 290 

Untersuchungen über Papaverin, von Guido Goldschmidt 290 

Über einige neue Salze des Pajiaverins, von R u d o 1 f J a h o d a . . . . 291 

Zur Konstitution des Ciuchonins, von Zd. H. Skrauj) 291 

Über das optische Drehungsvermögen der Piperidinbasen, von A. Ladenburg 291 

Zur Kenntnis des Ecgonins, von C. E. Merck 291 

Spezifisches Gewicht des krvstaUisierten Strychnin, von Thos. P. Plunt . 292 
Über Zusammensetzung und Löslichkeit von Strychnincitrat , von Frank 

und H. Fischedick 292 

Die optische Untersuchungsmethode für schwefelsaures Chinin, von David 

Hooper 292 

Über das Verhalten des Morphins gegen Kaliumchromat, von Franz Ditzler 292 

Ulexin, von A. W. Gerrard 292 

Zur Kenntnis der Alkaloide der Berberideen, von 0. Hesse 292 

Über Adonis cupaniana, von V. Cervello 293 

Über Spartein, von E. Merck 293 

Neue Methode zur Darstellung des Sparteins und seiner Salze, von A. Houde 293 

Über Cuprein und Homochinin, von 0. Hesse 293 

Über das Lupanüi, von Max Hagen 293 

VI IL Ätherische Öle, Balsame, Harze, Tcrpcnc, Kampfer, Kohlenwasserstoffe. 

Beiträge zur Kenntnis des Carvacrols und seiner Derivate, von S. Lustig 293 

Über einige Harzsäuren aus der Familie der Abictiueen, von T. Perrenoud 293 
Über das Guttapercha ausBassiaParkii, von Ed. Heckel und Fr. Schlagden- 

hauffen 294 

Neue Synthese eines inaktiven Borneols, von G. Bouchardat u. J. Lafont 294 

Chemische Reaktionen zum Nachweise des Terpentinöls, von H. Hager . 294 
Bemerkungen über russisches Terpentin und die Oxydation desselben durch 

atmosphärische Luft, von C. F. Kingzett 294 

Bildung von einatomigen Alkoholen aus Terpentinöl, von G. Bouchardat 

und J. Lafont ._ 295 

Über das ätherische Öl der Lindenblätter (Citrus Limetta), von F. Watts 295 

Studie über einige Derivate des Menthols, von M. G. Arth 295 

Einwirkung von Kali auf Harz, von Edmund J. Mills 295 

Über das Vorkommen des gewöhnlichen C}tqo1s und eines aromatischen 

Kolüenwasserstoffes Cg Hi2 im Harzgeist, von WernerKelbe . . . 295 

Untersuchungen über die Kampfergruppe, von L. Balbiano 295 

Untersuchung einiger ätherischer Öle, von N. Waeber 295 

Isomerie der Kamphole und Kampferarten, von Alb. Haller 295 

Über einen Nitrokarapfer, von P. Cazeneuve 295 

Über die ätherischen Öle HI, von J. H. Gladston 295 

Über Phellandren, von L. Pesci 296 

Untersuchungen über das linksdrehende Terpentinöl, von L. P e s c i u. C. B e t e 1 1 i 296 
Über Einwirkung von Essigsäure auf Terpentinöl, von G. Bouchardat und 

J. Lafont 296 

Zur Kenntnis der Terpene und der ätherischen Öle, von 0. Wallach . 297 

IX. Aldehyde. Alkohole. Stickstofffreie Säuren. Phenole. 

Über Oxy<lation der Ole'in- und der Elaidinsäure mittelst Kaliumpermanga- 
nates in alkalischer Lösung, von A. Saytzew 297 

Über einige Derivate des Phloroyglucins, von J. Herzig 297 

Über Rhamnin und Rhamnetin, von J. Herzig 297 

Über das Vorkommen von Methylalkohol in den Produkten der wässerigen 

Destillation der Pflanzen, von Maquenne 297 

Über Juglon, von Aug. Bernthsen und Aug. Semper 298 

Über die Identität von Regianin und Juglon, von T. L. Phipson . . . 298 
Über einige Derivate des Er}-thrits und die Formine der mehrbasischen 

Alkohole, von M. A. Henninger 299 

Über die chemische Struktur des Safrols, von Th. Poleck 299 

Jahreabericht 1886. U 



XVJil Inhaltsverzeichnis. 

Seite 

über die Einwirkung von Schwefelsäure auf Oleinsäure, von A. Ssabanejew 299 

SjTithese der Methylatropnsäure, von A. Oglialoro 300 

ifber Isozuckersäure, von Ferd. Tiemann und Kud. Haarmann . . . 300 

XTber den Anbau der Myristinsäure bis zur Laurinsäure, von E. Lutz . . 300 

Über die Gärung der Citronensäure, von FrancisWatts 301 

Über die Bildung der Oxalsäure in den Pflanzen, 2 Abhandlmigen, von Ber- 
thelot imd Andre 301 

Zur Kenntnis des Umbelliferons, von W. Will und P. Beck 301 

Über die Algensäure und ihre Verbindungen, von E. C. C. Stanford . . 302 
Kritik der direkten Methoden zur Bestimmung der Weinsäure in Weinhefen 

und Weinsteinen, von A. Bornträger 303 

Über die Jervasäure, ein neues Vorkommen der Chelidonsäure, von E. Schmidt 303 

Über Chehdoninsäure, von E. Schmidt 303 

Über Propionsäure, von Ad. Renard 303 

Notiz über die Calciiimsalze der Äpfelsäure, von Fr. Iwig und 0. Hecht 303 

Die optischen Eigenschaften der Äpfel- und Weinsäure, von Louis Bell , 303 

Notizen über die Äpfelsäuren verschiedenen Ursprunges, von E. Schmidt . 303 

Über das Vtjrkommen der Angelikasäure in der Sumbulwurzel, von E. Schmidt 308 

LTntersuchung über die Hanfölsäure, von Bauer imd K. Hazura . . . , 304 

Über Leinölsäure, von Karl Peters 304 

Über Erucasäure imd Brassidinsäure, von C. L. Reimer und W. Will . 304 
Einwirkimg von Quecksilberoxyd in alkahscher Lösimg auf Glycerin, von E. 

Börnstein 305 

Über Bestimmung der Essigsäure, von H. W. Wiley 306 

X. StickstoflFhaltig-e Säuren, Amide, Harnstoffderivate. 

Über die Amidosäuren, welche bei der Zersetzung der EiweifsstofFe durch 

Salzsäure und durch Barj-twasser entstehen, von E. Schulze .... 306 

Zur Kenntnis des Vorkommens von Allantoin, Asparagin, Hyponanthin und 

Guanin in den Pflanzen, von E. Schulze und E. Bosshard . . . . 306 

Zur Kenntnis der stickstoffhaltigen Bestandteile der KürbiskeimUnge , von 

E. Schulze _ 307 

Ein neues Asparagin, von A. Piutti 307 

XI. Untersuchungen von Pflanzen, Organen derselben. Bestandteile der 
Pflanzenzelle. 

Über die chemische Zusammensetzung der Blütenstaubasche der Kiefer, von 

S. Przybytek und A. Famintzin 309 

Beiträge zur Kenntnis der Hutpilze in chemischer und toxicologischer Be- 
ziehung, von R. Böhm 309 

Bericht über Asche von Holz und anderen Waldprodukten, von R. Romanis 310 

Über den wirksamen Bestandteil der Sennesblätter, von Rolph Stockmann 310 

Über einige neue Bestandteile der Atropa Belladonna, von Hermann Kunz 310 

Untersuchungen der Blätter von Hydrangea Thunbergii Sieb., von K. Tamba 311 

Über das wirksame Prinzip der Herbstzeitlose, von C. J. Bender . . . 311 

Über einige Bestandteile der Rinde bitterer Orangen, von Tanret . . . 311 
Über einen neuen stickstoffhaltigen Bestandteil der Keimlinge von Lupinus 

luteus, von E. Schulze und E, Steiger 311 

Über einen neuen stickstoffhaltigen Pflanzenbestandteil, von E. Schulze 

und E. Bosshard 312 

Über den Weizenkeim, von Chifford Richardson und C. Ä. Crampton 312 
Über den SchillerstofF von Atropa Belladonna, von Heinrich Paschkis . 313 
Über abnorme Abscheidung stickstoffhaltiger Stoffe aus Hefen- und Schimmel- 
pilzen, von M. Gayon und E. Duborg 313 

Über die wirksamen Bestandteile von Asclepias incamata und Vincetoxicmn 

officinale, von Chr. Gram 313 

Über den giftigen Bestandteil der efsbaren Morchel (Helvella esculenta), von 

R. Böhm und E. Külz 313 

Über das Fisetin, von Jakob Schmidt 314 

Notiz über einen Bestandteil von Paeonia Moutan, von W. Will .... 315 

Über die Anwesenheit des Cholesterins in der Karotte, von A. Arnaud . 315 



Inhaltsverzeichnis. XIX 

Seite 

Zur Kenntnis der Sojabohne, von J. Stingl und Th. Morawski . . . 315 

Über die Wurzel von Hydrastis canadensis, von M. Freund und W. Will 315 

Beiträge zur Chemie dos Zellkerns, von A. Kossei 31G 

Vemin im Blütenstaub von Corylus avellana und Pinus silvestris, von E. 

Schulze und A. von Planta 316 

Untersuchungen der Blätter von Podophyllum peltatum Lin., von Benjamin 

F. Charter 316 

Über die Curcumawurzel, von C. J. S. Thompson 316 

Ober Asklepias Cornuti, von Georg Kassner 316 

Über Polyporus officinalis, von J. Schmiedor 317 

Über den Milclisaft einiger Euphorbiaceen, von G. Henko 317 

Über Himbeersaft, von A. Pabst 318 

Anwesenheit von Lecithin in den Pflanzen, von Ed. Heckel und Fr. Schlag- 

denhauffen 318 

Agrikultiirclieiuische Uiitersiicliiiiigsmetlioden. 

Eeferent: E. Schulze. 

Neue Methode zur Bestimmung der löslichen Phosphorsäure in Superphos- 

phaten, von A. Emmerling 321 

Feststellung des Handelswertes von Dünger, von P. Wagner 322 

Ursache von Differenzen bei Superphosphatanalysen, von A. Metzger und 

A. Emmerling 323 

Fällung der Phosphorsäure als Ammonmagnesiumsulfat bei Gegenwart von 

Citratammon, von C. Mohr 824 

Bestimmung der Phosphorsäure in Thomasschlacken, von C. Brunnemann . 324 

Bestimmung der Phosphorsäure in Thomasschlacken, von J. Klein . . . 324 
Zur Phosphorsäurebestimmung in Schlacken, von B. Kossmann, H. Joulie, 

M. E. Aubin 325 

Bestimmung von Ammoniak, von Berthelot und Andre 325 

Bestimmung der Salpetersäure als Ammoniak, von E. Eeichardt . . . 326 

Über Azotometrie, von W. Knop 326 

Allgemeine Anwendbarkeit der Kjeldahl'schen Stickstoffbestimmungsmethode, 

von C. Arnold 326 

Kjeldahl'sche Methode, von K.Ulsch, Kreusler, A. Eindell, F. Hannin, 

P.Armsby, G.Short, A. v.Asboth,M.Jodlbauer,E. Eeitmann 327—330 
Bestimmimg der in Verdauungsflüssigkeiten unlöslichen Stickstoffverbindungen, 

von A. Stutzer 331 

Methoden der quantitativen Bestimmung der stickstoffhaltigen Pflanzen- 
bestandteile, von E. Schulze 333 

Trennung der Peptone vom Eiweifs, von H. Weiske 333 

Eohfaserbestimmung, von W. Hofmeister 334 

Zur Methodik der Pflanzenanalyse, von A. Wie 1er 335 

Tierproduktion. 

Eaferenten: F. W. Dafert. Br. Tacke. 

A. Futtermittel, Analysen, Konservierung und Zubereitung. 

A. Analysen. 
a) Grünfutter. 

Beinwell (Symphytum asperrimum), von Märcker 339 

Gras, von L. Broekema und A. Mayer 339 

Mohargras, von C. A. Goessmann 339 

Laub der Fichte (Abies excelsa, \ 

„ „ Kiefer (Pinus silvestris), I y q^a 

,: ;; Sahlwelde (SaUx capreS, f von Loges 340 

„ „ Zitterpappel (Populus tremula), J 

n* 



von Troschke 341 



XK Inhaltsverzeichnis. 

Seite 

Lilie, von 0. Kellner 340 

Lupinus Cruikshanksii, 

Blaue Lupine, 

Gelbe „ 

Weifse „ 

Mais, 

Frischer Grünmais, von Stefan v. Czelko 341 

Grünmais, von C. We igelt 342 

Grünmais, von B. Schulze 342 

Panicumgermanicum,! ^j^rp^^g^j^jjg 342 

,, itahcum, J 

Sandluzeme (Medicago media), von C. A. Goessmann 342 

Sonnenbliunenstengel, \ 

Sonnenblumenfruchtkörbe, > von M. Sievert 342 

Sonnenblumenblätter, j 

Sorghum, von Troschke , . . . • 343 

Frischer Spörgel, von Munro 343 

Sandwicke (Vicia viUosa), von Märcker 343 

b) Heu, Stroh und Streu. 

Bambusa Kumasasa, von 0. Kellner 343 

Butterblume (Ranunculus acris), j ^on W. H. Jordan 343 

Hexen- (?) Gras (Triticum vulgare),) 

Grummet, von Dietrich 344 

Haferstroh, von Märcker 344 

Heu, von F. Schindler 345 

„ „ B. Schulze 345 

„ „ L. Broekema und A. Mayer 345 

„ „ H. Weiske 345 

„ „ C. A. Goessmaan 345 

„ von Graben- und Eiesdfeldrändern, von 0. Kellner 345 

„ „ wilden Grasländereiea (Hara), von 0. Kellner 346 

Ordinäres Heu. Gemisch,) ^^^ j, j,_ ^add 346 

Heu. Germges, J 

Dactylis glomerata, 

Eulalia iaponica, .^^ 

„ •' \, ' J von 0. Kellner 346 

Lespedeza cyrtolifera, 
)) )i 

Lespedeza juncea, 

Panicum crus galh, 

Poljgola sibirica, 

Pueraria Thunbergiana, 

Senecio palmatus, 
Setaria viridis, 

Spörgelheu, von Munro 348 

Thimotheeheu, •» 

mit etwas „Red-Top", J von W. H. Jordan 348 

Timthee, ) 

Vicia cracca, von 0. Kellner 348 

Wiesenheu, von Schrodt, Hansen und Henzold 348 

Wiesenheu, von Dietrich 348 

349 

Bluet Jomt, von W. H. Jordan 349 

Klee, von Troschke 349 

Klee, von E. F. Ladd 349 

Kleeheu, von A. Stutzer und H. Werner 349 

„ „ Dietrich 349 

Alsike Klee, von W. H. Jordan 349 

Eoter lOee, ) -iir rr t i ocn 

Weifser Kl^e, ) ^''" ^- ^- J^"'^^'' ^^0 



von 0. Kellner 347 



Inhaltsverzeichnis. XXI 

Seite 



Bambus, "j 

Baumwolle, i 
kartoffol, J 



Batute, _ J von 0. Kellner 350 

Die 

■I 



von 0. K e 1 1 n e r 352 



Eierkartoffc, 

Erbsenstroh, von Dietrich • . 350 

Erdnufs, | 

Wintergerstenstroh, } von 0. Kellner 351 

Haferstroh, 
Gerstenstroh, 

Haferstroh, Klee und Heu, J. von Dietrich 351 

Haferstroll, J 

Haferstroh, von Schrodt, Hansen und Henzold 351 

Hirse 
Hirsestroh, 
Keisstroh, 
Bergreisstroh, 
Sum})frcisstroh, ) 

Koggenstroh, von Dietrich 352 

Sojabohne, \ 

Zucker Sorghum, > von 0. Kellner 353 

Wicke, j 

Weizenstroh, von Dietrich • 353 

Weifskraut (Leucanthemum nilgare), von W. H. J o r d a n 353 

c) Wurzolgew«1chse. 

Geschälte Bambusschöfslinge,! von K e 1 1 n e r 353 

Batate | 

ConophoUus Konjak, \ 

Diosc^rea japonicabulbifera, I ^j^ Q ;g-^llj^^^ 354 

Distel, j 

EierkartofFel, J 

Kartoffel, von C. A. Goessmann 354 

Gekochte Kartoffel, von M. Sievert 354 

Zuckerkartoffel, 1 

Kürbis (Geschälte Frucht), > von 0. Kellner 355 

Lotus, j 

Gelbe Kugelmangold^vurzel, von C. A. Goessmann 355 

eSTM™""-^'""" '"' 

Rübchen (Karotten), von C. A. Goessmann 356 

Rüben, von Schrodt, Hansen und Henzold 356 

Futterrunkeln, von A. Stutzer und H. Werner 356 

Kohlrübe, 1 von C. A. Goessmann 356 

„Lane s miproved Zuckerrübe, | 

Mohrrübe, \ f\ -v ^^ qkc 

Stoppelrübe, J^^'^ O.Kellner 356 

Zuckerrübe, von ('. A. G e s s m a n n 357 

Yamswurzel, von 0. Kellner 357 

d) Korner und Frttchto. 

Japanischer Bambus, 
Bohne, 

Buffbohne, ^ von 0. K eil n e r 357 

Camellia japonica, 

Dolichas cultratus, 

Dolichas umbellatus sem. alb. nigr., 

Dohchas umbellatus f. volubilis, 

Dolichas uniflorus, ) von 0. Kellner 358 

Wintererbsen, 

Erdnufs, 

Gerste, von C 1. R i c h a r d s n 358 



XTCU Inhaltsverzeichnis. 

Seite 

Gerste, von Cl. Richardson 359 

). » » 360 

Gerste, von E. Meissl, F. Strohmer und N. v. L o r e n z . . . . 360 

Hafer, von Cl. Eichard son 360 

„ V )) 361 

Hafer (dünn gesäet), von Cl. Eichardson 362 

Hafer (dick gesäet), von Cl. Eichardson 363 

Hafer, von Cl. Eichardson 363 

j) » )> OD» 

Japanischer Hafer, von 0. Kellner 364 

Haferkörner, von Märcker 364 

Japanische Hirse, von 0. Kellner 364 

Japanische Zuckerhirse,\ ^^„ ^ t ^ 1 1 „ ^ ^ qck. 

T ^ . 1 TT <• } von U. Kellner 365 

Japanischer Hopten, | 

Futterkorn, von E. F. Ladd 365 

Vogel- oder Kitzkorn, von J. K ö n i g 365 

Mais, von Cl. Eichardson 365 — 366 

Mais, von B. Schulze 366 

Unverletzte („Unbroken") Maiskörner, von W. H. J o r d a n 366 

Japanischer Mais, von 0. Kellner 366 

Mais (Com Fodder-Stover), \ n \ n o*?^ 

T ,. HT • } von C. A. Goessmann 366 

Indian-Mais, | 

Eeinraais (Corn-Flint), von W. H. Jordan 367 

Perj'lla ocymoides, von 0. Kellner 367 

„Topover-Mais", 

Pearl MiUet (Penicülaria spicata), 

Pferdebohnen, \ von C. A. G o e s s m a n n . . , . 367 

Apfel-Pomace, 

Ganze Äpfel, 

Eeis, ■» 

Eeis (italienischer), > von E. Meissl, F. Strohmer und N. v. Lorenz 368 

Eeis (indischer), i 

Japanischer Bergreis, "j 

„ Klebreis, }> von 0. Ke llner 368 

„ Sumpfreis,) 
Roggen, von C 1. E i c h a r d s n 369—370 



Sesam, \ 

Soja, > von 0. 

Sojabohne,) 



Kellner 371 



von 0. Kellner 372 



Soja hispida, von E. F. L a d d 371 

Indischer Sonnenblumensamen, von M. S i e v e r t 371 

Steinnüsse, von Loges 371 

Theesamen, 
Torreya nucifera, 
Wachsbeerenfleisch, 
Japanischer Weizen, 
Weizen, 

Weizen, von E. F. Ladd 372 

Weizen, von Cl. Richardson 373 — 375 

Japanischer Taubenweizen, von 0. Kellner 375 

e) Sauerfuttcr. 

Eingesäuerte Apfel treber, von C. A. Goessmann . . . . . . . . 375 

Sauerflitter (aus Gras), von L. Broekema und J. M a y e r 376 

Eingesäuertes Heu, von B.Schulze 376 

Eingesäuerter Eotklee, von J. A. V ö 1 k e r 376 

,, „ „Märcker 377 

Eingesäuerte Kartoffeln, von M. Sievert 377 

Eingesäuerter Mais, von C. A. G o e s s m a n n 377 

„ „ von C. Weigelt 377 

Eingesäuerter Grünmais, von B. S c h u 1 z e 378 



Inhaltsverzeichnis. XXIII 

Seite 

Eingesäuerter Grünnmis, vou Stefan v. Cselko 378 

Gesäuertes Rübenkraut, von E. Meissl .... 3Y8 

Eingesäuerter Spörgel, von M u n r o 378 

Eingesäuerter und dann getrockneter Spörgel, von Munro 378 

f) Zubereitete Futtermittel, gewerbliche Abfälle u. dgl. 

Baumwollsanienkuchen, von Schrodt, Hansen und 0. H e n z o 1 d . 378 

Baumwollsamensaatmehl, von W. H. Jo r d a n 378 

Baumwollsameumehl,J ^^^ j, p j^^j^^ 3^9 

„ gekocht,! 

Erdnufskuchen, von A. Stutzer und H. W e r n e r 379 

Erbsenmehl, von E. F. L a d d 37iJ 

Erdnufsschale, von J. König 379 

Feinfutter, von E. H. J e n k i n s 379 

Hominy-Mehl, von C. A. G e s s m a n n 379 

„ E. H. Jenkins 379 

Fleisclimehl, von E. Meissl, F. Stroh mer und N. v. L r e n z . . 380 

„Continental-Food", von W, H. Jo r d an . . . . 380 

Thorley's Futterküchen, von J, A. V ö 1 k e r 380 

„Englisches Patentfutter", von W. H. J r d a n 380 

Gluten Feed, von E. H. J e n k i n s 380 

Glutenmehl, von C. A. G e s s m a n n 380 

von E. F. L a d d 380 

Middlings, von E. H. J e n k i n s 380 

Gestofsener Hafer, von E. F. L a d d 381 

HaferkafF, von A. Stutzer imd H. W e r n e r 381 

Haferschrot, von Schrodt, Hansen und 0. Henzold 381 

Kornmehl gedämpft,-) 

gekocht, S von E. F. L a d d 381 

Kommehl, J 

Kornfutter, Hülsen, 1 „^„ u u t „ ,1 i 000 

ITT 1 1 von E. Jb . L a d tl 08J 

„ Wurzeln,! 

Kraftfutter („Concentrated Feed"), von C. A. Goessmann 382 

Kleberfutterbrot, von Blancke 382 

Laktina, von J. Koenig 382 

„ von W. Fleischmann 382 

Leinsamenmehl, von E. F. L a d d 383 

New Process Linseed Meal, von E. H. J e n k i n s 383 

Maismehl, von O.A. Goessmann 383 

von E. H, Jenkins 383 

Maismehl (von Zahnraais), von W. H. J r d a n 383 

Steinmaismehl, von W. H. J r d a n 383 

Gelber Sweetmais, von C. A. G e s s m a u n 383 



„Self-Husking" Mais, 

Maiskolbenmehl, \ von C. A. Goessmann . . 384 



Maisrückstände von der Stärkebereitung,' 

Mais- und Maiskolbenmehl,) iir tt t i oqa 

Maiskolben, 'J von W. H. J r d a n 384 

Enghsches Milch- und Mastpulver, von Grete 384 

Milchpulver oder Milchsaline, von J. Koenig 384 

Müllereierzeugnisse, von Gl. Richardson 385 

ÖlnuXskuchen, von Br, Tacke 385 

Pilze, von 0. Kellner 38(5 

Reismehl, von Delbrück 386 

„ „ Dietrich 386 

Reisspreu, von 0. Kellner 386 

Roggenkleie, von F. W. Dafert 386 

„ „ C. A. Goessmann 387 

„ E. H. Jenkins 387 

Rübensclmitzel, von A. Stutzer und H. Werner 387 

Getrocknete Getreidemaisschlempe, von M. Sievert 387 



XXrV Inhaltsverzeichnis. 

Seite 

Sesamschrot aus entfetteten Samen, von Dietrich 387 

Sorghummehl, von 0. Kellner 387 

Stärkefutter, von E. R Ladd 387 

Stärkeaussehufs, von E. F. Ladd 388 

Steinnufssab fälle, von Logos 388 

Wagnersches Siifsfutter, von Stutzer 388 

Tofukuchen, von 0. Kellner 388 

Getrocknete Treber, von Mohr (?) 388 

Treberkleie, von K. Kruis 388 

Süfse Äpfeltreber, von C. A. Goessmann 388 

Biertreber (frisch), 1^^ g^g.^^j^^j^j^ ggg 

„ (trocken),/ 

Getrocknete Biertreber, von Dietrich 389 

Malztreber, von M. Schwarz 389 

Weizenkleie, von C. A. Goessmann 389 

„ E. F. Ladd 390 

„ „ Schrodt, Hansen und 0. Henzold 390 

„ „ C. A. Goessmann 390 

„ E. H. Jenkins 390 

Weizenmiddlings, von C. A. Goessmann 390 

Weizenspreu, von Dietrich 390 

g-) Analysen und Untcrsuchung^cn unter Berücksichtigung einzelner Bestand- 
teile, schildlicher Bestandteile und Verfälschungen. 

Die schädlichen Eigenschaften des Sorghum, von Berthelot und Andre 391 

Der Zuckergehalt einiger Ölkuchen, von G. Burkhardt 391 

Zur Kenntnis der Zusammensetzung nicht ausgereifter Kartoffelknollen, von 

J. Hungerbühler 391 

Gehalt der Weizenkleie an Eiweifs und Amidstickstoff, von E. H, Jenkins 391 
Über das dextrinhaltige Kohlehydrat der Samen von Lupinus luteus, von 

E. Steiger 392 

Entwickelung von Cyanwasserstoffsäure im Leinsamenmehlaufgufs , von J. 

Meyer und H. F. Meier ,392 

Litteratur 392 

h) V^erschiedcnes. 

Eine neue Art der Kartoffelvenvertung, von Brückner 392 

Zur Verfälschung der Futtermittel, von C. B ö h m e r 392 

Zusammensetzung qon Futterstoffen, von Dietrich 392 

Über den Futterwert der Zuckermohrhirse, von W. Fersman u. F. Farsky 393 

Analyse von Dari, einer indischen Hirsenart, von Fr. Farsky . . . 394 

Über beregnete imd nicht beregnete Gerste, von F r. F a r s k y 394 

Über ausgewachsene Gerste, von Fr, Farsky 395 

Sägespäne und Cellulose als Viehfutter, von A. Frank 396 

Über Erdnufskuchen, von Klein 396 

Über unrationelle Verfütterung von Baumwollsaatkuchen, von G. K 1 i e n . 397 

Eingehende Analyse der Steinnufs, von Loges 397 

BaumwoUsaatmehl und seine Schädlichkeit, von W. v. N a t h u s i u s . . 397 

Malzkeime-Fütterung, von W. Nossek 398 

Quecke als Futtermittel, von Plehn 398 

Biertreber als Schweinefutter, von Pott 398 

Stachelginster als Futterpflanze, von E. P o 1 1 398 

Über die Leistungen der botanischen Analyse bei der Wertschätzung der Heu- 
sorten, von F. S c h i n d 1 e r 398 

Untersucliungen über die stickstoffhaltigen Bestandteile einiger Rauhfutter- 
stoffe, von E. Schulze, E. Steiger und E. B o s s a r d . . . , 899 
Untersuchungsergebnisse von Futterstoffen aus der Versuchsstation in Danzig, 

von M. S i e v e r t 400 

Über Futtermittel, von M. Speck v. Sternburg 401 

Futtermaisbau, von C. M. S t ö c k e 1 401 

Verfälschung von Futterstoffen, von A. Stutzer . 402 



Inhaltsverzeichnis. XXV 

Verwendung der Rofskastanien zur Fiittorung, von Wcislce 402 

Holzmehl als Futter, von Wendenburg .... 402 

Fferdefuüerniifti'l ;ils Frsatz für Hafer 402 

Verschiedene nicht referierte Abhandhuigen und Litteratur .... 402—403 

B. Konservierung von Futterstoffen. 

a) Einsiiuorung:, Ein.sü(suiig u. dgl. 

1. Allgemeines. 

Schwefelkohlenstott' boim Einmachen von Grünfutter, von E. A. G r e t e . 405 
Über die in Rotbarasted ausgeführten Einsäuennigsversuche, von J. B. Law es 

und J. H. G i 1 b e r t 405 

Mitteilungen aus dem landwirtschaftlichen Institut der Universität Breslau, 

von B. S c h u 1 z 406—408 

Verschiedenes. Patente 409 

2. Einmachen von verschiedenem Grünfutter. 

Einsäuerung von Grünmais, von B. S c h u 1 z e 409 

Einmietimgsversucli mit Kartoffeln, von M. S i e v e r t 409 

Über die Ergebnisse der Einsäuerung von Spürgel, von Munro .... 410 

Stutlien über die Gärimg von Futtermais, von W e i g e 1 1 u. a 410 

Die Bereitimg von präserviertem Grünfutter in Diemen 412 

Futtermais für die Einsäuerung, von C. A. G o es s m an n 412 

Versuche über Maiseinsäuerung, von C. A. G o e s s m a n n 412 

Verschiedenes 412 

3. Einmachen von Schnitzeln u. dgl. 

Aufbewahren von Rüben u. Kartoffeln in Prismen, von F.R.Marzy u. V. Valento 412 

Einmieten von Rübenschnitzeln, von E. Pott nnd Vi seh er 413 

Einmieten von Rübenschnitzeln, von E. Pott 413 

4. Verschiedenes. 

Die Konservierimg von Biertrebem, von Fr. Farsky 413 

„ „ „ „ von M. Schwarz 414 

Konservierung feuchter Kömer, von R. Sydow 414 

Einsüfsung der Futtermittel, von Wagner 414 

Verschiedenes. Patente 414 — 415 

C. Zubereitung von Futterstoffen. 

Notiz über Lupinenentbitterimg, von G. Baumert 415 

Verschiedenes. Patente 415 — 416 

b) Zubereitung, Verwertung von Schlempe, Trcber u. dgl. 

Über getrocknete Biertreber, „Treberkleie", von A. Ihl 417 

Aufbewahrung von Diffusions-Rückständen der Zuckerfabriken von Karl 

Müller und L. B e h r e n s 417 

Getrocknete Biertreber als Futter für Pferde, von Sattig 417 

Über Sauerwasser in der Stärkefabrikation, von R. Schütze 417 

Biertreber nach Theifsen's Patentverfahren getrocknet 418 

Über Zwetschenschlempe, von E. Strohmer 418 

Verschiedenes, Patente 418—419 

B. Tierchemie. 

A. Bestandteile der Organe. 

a) Bestandteile der Knochen u. dgl. 

Verfahren zum Bleichen vom Knochenfett, von H. Krätzer 420 

Trockenverfahren für Knochen während der Entfettung, von Friedr. Scltsom 420 

b) Bestandteile des Blutes. 

Die neuen Blutkrystalle E. Danuenbergs, von KarlAmthor 420 

Die Wirkung der Halogene auf das Hämin, von D. Axenfeld 420 



XXVI Inlialtsverzeichnis, 

Seite 
Darstellung von Hämiukrj'stalle mittelst Brom- luul Jod-Salzen, von Eure 

Bikfalvi 420 

Polari-spektroskopische Untersuchungen an Blutkrystalleu, von A. Ewald . 420 

Zur Kenntnis der Blutgerinnung, von E. Freund' 420 

Neue Untersuchungen über die Substanzen, welche das Hämoglobin in Met- 
hämoglobin umwandeln, von Georg esHaj'em 421 

Über das Wesen der Blutgerinnung, von C. Holzmann 421 

Über eine spektroskopische Methode zum Nachweis des Blutfarbstoffes, von 

A. Maschek 421 

Venöse Hämoglobinsäure, von M. Nenki und N. Sieber 422 

Über den chemischen Nachweis von gelöstem Blutfarbstoff im Harn, von 

C. Rosenthal 422 

Über die Wirkung der diastatischen Fermente auf die Blutgerinnung, von 

G. Salvioli 422 

Über Zucker im Blute mit Rücksicht auf Ernährung, von J. See gen . . 422 

Verschiedenes. Patente 424 — 425 

c) Bestandteile des 3Iag-ens und der Leber. 

Zur Methodik der Darstellung von Pepsinextrakten, von W. Podwyssozkijun. 425 
Bemerkungen über einen dem Glykogen verwandten Körper in den Gregarinen, 

von 0. Bütschli 426 

Über den Glykcgengehalt der Leber neugeborener Hunde, von B. Demant 426 

Über einen neuen Bestandteil der Leber, von E. Drechsel 427 

Über das Verhalten eer Gallensäuren zu Leim imd Leimpepton, von Fried- 
rich Emich 427 

Die Mengenverhältnisse der Kohlehydrate in d. Menschenleber, von Kratschmer 427 

Zur quantitativen Bestimmung des Glykogens, von R. Külz 428 

Über die Fälhmg des Dextrins durch Eisen, von H. A. Landwehr . . . 429 

Über den pathologischen Peptongehalt der Organe, von M. Miura . . . 429 

Beiträge zur Physiologie des Glykogens, von W. F. Ruh mann . . . . 429 

Zur Kenntnis der Gallensäuren, von C. Schotten 430 

Studien über die Leber. L Eisengehalt der Leber, von St. Szcz. Zaleski 430 

Litteratur 432 

d) Bestandteile anderer Organe. 

Glykogengehalt verschiedener Organe im Coma diabeticum, von M. Abeles 432 

Über basische Produkte in der Miesmuschel, von L. B rieger 432 

Chemische Untersuchung der Nervensubstanz, von J. Chevalier. . . . 433 

Über die Nitrate des Tier- und Pflanzenkörpers von W. G o s s e 1 s . . . . 433 

Zur Kenntnis der Milchsäure im tierischen Organismus, von A. Hirschler 433 
Beiträge zur Analyse der stickstoffhaltigen Substanzen des Tierkörpers, von 

A. Hirschler 433 

Weitere Beiträge zur Chemie des Zellkerns, von A. Kossei 434 

Fortgesetzte Untersuchungen über die Skeletine, von C. Fr. W. Krukenberg 435 

Über Mucin aus der Sehne des Rindes, von W. F. Loebisch u. a. . . . 435 

Zur chemischen Reaktion des Embryo, von K. Raske 436 

Über die Bestimmung des Schmelzpunktes der Fette, von C. Reinhardt . 438 

Zur Kenntnis des Giftes der Miesmuschel (M}'tilius edulis), von E. Salkowski 438 

Über die Pigmente der Choroidea und Haare, von N. Sieb er 438 

Beiträge zur Kenntnis der giftigen Miesmuscheln, von R. Virehow . . 439 

Über die Nitrate des Tier- und Püanzenkürpors, von Th. Weyl und Citren 439 

Die Lokalisation des Giftes in den Miesraust-heln, von M. Wolff . . . . 439 

Verschiedenes. Litteratur. Patente 440 

B. Über EiweifsatofiFe und Peptone, sowie Verwandtes, 

1. Über Eiweifsstoffe. 

a) Allgemeines, Chemisches. 

Globuhn und Globulosen, von W. Kühne und R. H. Chittenden . . . 441 

Über die Peptone, von W. Kühne und R. H. Chittenden 441 

Zur Kenntnis der Eiweifsfäulnis, von E. Salkowski 442 



Inhaltsverzeichnis. XXVII 

Seite 

Über Hühnereier mit durchsichtigem Eiweifs, von J. Tarchanoff . . . 442 
Weitere Beiträge zur Frage von den Verscliiedenheiten zwischen dem Eier- 

eiweifs dos Nesthocker und Nestfiügler, von J. Tarchanoff .... 443 

Untersuchungen über das Gerinnen des Eiweifses, von E. Varrene . . . 444 

Litteratur 444 

b) Analytisches. 

Zur Analyse der Peptone, von G. Bodliindor 445 

Über die rnterschei(hing von Eiweifskörpern, Leim und Peptonen auf ka- 

pillarimetrisehom Wege, von G. Bodländer und J. Traube . . . . 445 

c) Verschiedenes. 

Über den Einflufs der Kohlehydrate und einiger anderer Körper der Fett- 
säurereihe auf die Eiweifsfäulnis, von A. Hirsch 1er 446 

Über den gelatmeartigen Zustand der EiweifsstofFe, von W. Michail ow und 

G. Chopin 446 

Trennung des Globulins vom Albumin im Blutserum, von M i k h a i 1 o f f . 447 

Litteratur 447—448 

2. Peptone. 

Untersuchungen über die Hemialbumose unddasPropepton, von EobertHerth 448 

Über die Fleischpeptone des Handels, von J. K ö n i g 449 

Über Albumosen und Peptone, von W. K ü h n e 449 

Über die Bedingungen, unter denen Pepton wieder in Eiweifsstoffe übergeht, 

von AV. Micha i low 4.50 

Zur Kenntnis der Kasei'npeptone, von H. Thier fehler 450 

Zur quantitativen Trennung des Eiweifses von Peptonen, von H. Weiske . 451 

Über ein neues Peptonpräparat, von Theodor Weyl 451 

Litteratur. Patente 451 — 452 

3. Verschiedenes über Bestandteile der Org-ane, Nachweis derselben über 

Ptoraaine u. dg'l. 

Einige Beobachtungen über die Milzbrandbacillen, von A. Drymont. . . 452 
Über das Vorkommen von ^Mikroorganismen im lebenden Gewebe gesunder 

Tiere, von G. Hauser 452 

Über den Nachweis des Phenols im Tierkörper, von W. Jakobson . . . 453 

Über Coccerin aus lebender Cochenille, von C. Liebermann 453 

Zum Nachweis des Chloralhydrates in tierischen Flüssigkeiten, von Hilde- 
bert Baron Tiesenhausen 453 

Verschiedenes, Litteratur, Patente 454 — 457 

Über die vermein thchen Ptomaine der Cholera, von V. Oliver i . . . . 455 
Über Alkaloide und Ptomaine, gewonnen aus Koch'scher Nährbouillon, welche 

zu verschiedenen Kulturen gedient hat, von Pouchet, Nicati u. Eietsch 456 

C. Bestandteile der Sekrete und Exkrete. 

a) Harn. 

1. Allgemeines. 

Die aromatischen Verbindungen im Harn bei Darmfäulnis, von E. Bau mann 457 

Die Ausscheidung des Schwefels im Harn, von A. Heffter 458 

Über den Niederschlag, welchen Pikrinsäure in normalem Harn erzeugt und 

über eine neue Keaktion des Krealinius, von M. Jaffe 460 

Über Harnstofffermente, von W. Leube 461 

Über die alkalische Harngärung, von W. Leube 461 

Zur Lehre von der Harnsekretion, von J. Munk 461 

Untersuchung über die Oxybuttersäure des diabetischen Harnes, von H. Wolpe 462 

Über den Entstehungsort von Harnsäure im Tierkörper, von Alfred Baring 463 

Verschiedenes 463 — 464 

2. Analytisches. 

Nachweis von Gallenfarbstoff im Harn, von C. Deubner 464 

Die Gärungsprobe zum (qualitativen Nachweis v. Zucker im Harn, von ]\I. E i n h o r n 464 



XXVIU Inhaltsverzeichnis. 

Seite 

Eine neue Methode für die quantitative Bestimmung der Harnsäure, von 

John B. Haycraft 465 

Unterscheidung von Chrysophansäure und Santoninfarbstoff im Harn, von 

G. Hoppe-Seyler 465 

Zur Frage der Trypsinausscheidung durch den Harn nebst einer Methode 

zum Nachweis kleiner Trj-psinmengen, von H. Leo 466 

Zur quantitativen Bestimmung des Zuckers und der sogenannten reduzierenden 

Substanzen im Harn mittelst Fehling" scher Lösung, von J. Munk . . 466 
Verhalten des Allantoins bei der Bestimmimg des Harnstoffs im Urin ver- 
mittelst Natriumh}'pobromit, von P. Malerba 467 

Experimentelle Beiträge zur quantitativen Oxalsäurebestimmung im Harn, von 

0. Nickel 467 

Ein neues Verfahren zur Bestimmung des Harnstoffs mit Hypobromitlauge, 

von E. Pflüger 467 

Über Stickstoffbestimmung im menschlichen Harn, von E. Pflüger und 

K. Bohland 468 

Harnstoffbestimmung im menschlichen Harn mit Bromlauge, von E. Pflüger 

und K. Bohland 468 

Verbesserung der Harnstoff-Analyse von Bunsen, mit Berücksichtigung der 

stickstoffhaltigen Extraktivstoffe im menschUchen Harn, von E. Pflüger 

und K. Bohland 468 

Über die Titration des Harnstoffes mittelst Bromlauge nach der Methode 

des Dr. H. J. Hamburger, von E. Pflüger und Friedrich Schenk 469 
Über die Hamstoffbestimmung im menschlichen Harn nach der Methode von 

Kjiop-HiLfner, von E. Pflüger und F. Schenk 470 

Prüfung der Harnstoffanalyse Hüfner's mit Hufe der von uns verbesserten 

Methode Bunsen's, von E. Pflüger und K. Bohland 470 

Über ein neues Verfahren zur Bestimmung des Globulins im Harn und in 

serösen Flüssigkeiten, von JuliusPohl . , . . • 471 

Über Eiweifs im normalen Harn, von KarlPosner 471 

Notiz, die Nylander'sche Zuckerreaktion betreffend, von E. Salkowski . . 471 
Über die (quantitative Bestimmimg der sogenannten reduzierenden Substanzen 

im Hani, von E. Salkowski 471 

Über das Verhalten der Isaethionsäure im Organismus und den Nachweis 

der unterschwefligen Säure im Harn, von E. Salkowski 471 

Über die (quantitative Bestimmung der Schwefelsäure und Ätherschwefelsäure 

im Harn, von E. Salkowski 472 

Zur Kritik der Harnstoff bestimmung nach Plehn, von F. Schenk . , . 472 
Über den Korrektionskoeffizienten bei Hüfner's Brommethode, von F. Schenk 473 
Über Stickstoffbestimmung nach Varrentrapp, Will und Kjeldahl im Herbi- 

vorenham und in der Milch, von H. Weiske 473 

Verschiedenes 473 — 475 

3. Verschiedenes. 
Auffindung des Acetons in Flüssigkeiten, namentlich in einigen patholo- 
gischen Fällen, von P. Chautard 475 

Über Mucin im Harn, von Heinrich Citron 475 

Über Fermente im Harn, von F. Gehrig 476 

Bestimmung der Darmfäulnis durch Ätherschwefelsäuren im Harn, von V, 

Morax 476 

Notiz, den Bau der Harnsteine betreffend, von C. Posner 477 

Über das Heteroxanthin, von G. Salomon 477 

Zur Kenntnis der Hippursäurebildung, von H. Tappeiner 477 

Verschiedenes, Litteratur 478—479 

b) Andere Sekrete und Exkrete. 

1. Gallo. 
Über die Veränderung d. Gallenabsonderung während des Fiebers, von G. Pi s e n t i 479 
Über die normale Bildungsstätte des Gallenfarbstoffes, von H. Stern . . 479 
Die verdauenden Eigenschaften der Galle unserer Haustiere, von Ellenberger 

und A. Hofmeister 479 



Inhaltsverzeichnis. XXIX 

Seite 

2. Verdauende Sekrete. 

Nachtrag ziir Arbeit von Leo, von F. Gehrig 479 

Zur Frage: Ist ira Parotidonspeicliel ein Ferment vorgebildet vorhanden oder 

nicht? von H. Goldschraidt . . . 480 

Zur Frage: Ist das Speichelferment ein vitales oder chemisches Ferment, 

von H. Goldschmidt 480 

Bildung von Ammoniak bei der Pankreasverdauung von Fibrin, vouA. Hirschler 480 

Über Ptyalin und Labferment im menschlichen Harn, von E. H o 1 o v o t s c hi n e r 480 

Pepsinogeu und Pepsin, von .1. N. Langley und J. S. Edkins .... 481 

Verschiedenes, Litteratur 482 

3. Verschiedenes. 

Einiges über die Einwirkung des Speichels auf die Stärkekörnchen, von Ena. 

Bourquelot 482 

Autikritische Bemerkungen über Drüsenfunktioneu, von P. Ehrlich . . . 482 

Über das zeitliche Auftreten der Salzsäure im Magensaft, von E. Frerichs 483 

Über einen Pilz im menschlichen Speichel, von M. Gallipi 483 

Verschiedenes, Litteratur, Patent 483 — 484 

D. Chemisch-physiologische Experimentaluntersuchungen. 

Therapeutische Anwendung des Benzoesäure -Sulfinids oder Fahlberg's Sac- 
charin, von V. Aducco imd A. Mofso 484 

Über die Folgen der Exstirpation der Schilddrüse, von P. A 1 b e r t o u i u. G.F i z z o n i 484 
Über die physiologischen Wirkungen des chlorwasserstoffsauren und brom- 

wasserstoftsauren Coniin auf den tierischen Organismus, von J. Archarow 484 

Beiträge zur Kenntnis der Wirkung der gasförmigen Gifte, von J o h. B e 1 k y 484 

Über die physiologische Wirkung des Paraldehyds, von Arpad Bockai . 484 
Über das Vorkommen und die Wirkung des Cholins imd die Wirkungen der 

künstlichen Muscariue, vou E. Boehm 484 

Die Wirkvmg des Alkohols, Bieres, Weines, des Borszcker Wassers, schwarzen 
Kaffees, Tabaks, Kochsalzes und des Alauns auf die Verdauung, von K. 

Bikfalvi 484 

Der Magensaft bei akuter Phosphorvergiftung, von A. Cahu 485 

Die Magenverdauung im Chlorhunger, von A. Cahn 485 

Zuckerbildung in der Leber bei Gegenwart von Pepton, von R. Chittenden 

und K.Lambert 486 

Über die diastatische Wirkung des Speichels und deren Modifikation durch 

verschiedene Bedingungen, vonR. H.Chittendenu. HerbertE.Sraith 486 
Über den Eiuflufs des Strychnin und Curare auf den Glykogengehalt der 

Leber imd der Muskeln, von B. Demant 487 

Das Schicksal des Morphins im Organismus, von J. Donath 487 

Beiträge zur gerichtlichen Chemie, von G. Dragendorff (und Dietrich) 487 

Beiträge zur gerichtlichen Chemie, H., von G. Dragendorff 487 

Beiträge zur Physiologie und Pathologie der Verdauimg, von G. A. Ewald 

und J. Boas 488 

Über die Blausäure, deren Wirkung als Antipyreticum etc., von Pröhner 488 
Untersuchungen über den Stoffwechsel isolierter Organe. I. Ein Respirations- 
apparat für isolierte Organe, von M. v. Frey und M. Grub er . . . 488 
n. Versuche über den Stoffwechsel des Muskels, von M. v. Frey. . . 488 
Über die Veränderung verschiedener Quecksilberverbindungen im tierischen 

Organismus, von R. Fleischer und von Fürbringer 489 

Über die Ausscheidimg des Kohlenoxydes nach unvollkommener Vergiftung, 

von N. Grohant 489 

Pristley's Versuch mit Wassertieren und Wasserpflanzen wiederholt, von N. 

Grehant 489 

Ein Beitrag zur Kenntnis der Einwirkung von Rakodylsäure auf den tie- 
rischen Körper, von John Marshall und Walter D. Green . . . 489 
Über das Verhalten des Thiophens im Tierkörper, von A. Heffter . . . 489 
Über die Wirkung des Rubidium- und Caesiumclüorids auf den quergestreiften 

Muskel des Frosches, von E. Harnack und Ed. Dietrich .... 489 



XXX Inhaltsverzeichnis. 

Seite 

Über das Vorkommen von Mikroorganismen im lebenden Gewebe gesunder 

Tiere, von G. Hauser 489 

Über den Einflufs von Glycerin, Zucker und Fett auf die Ausscheidung der 

Harnsäure beim Menschen, von J. Horbaczewski und F. Kanera . 490 

Über physiologische und pathologische Lipacidurie, von E. v. Jak seh . . 490 

Zur Kenntnis der "VVismutwirkung, von B. Israel 490 

Über den Einflufs einiger Arzneimittel auf die künstliche Magenverdauung, 

von St. Klikowicz 490 

Über die Entstehung der freien Salzsäure des Magensaftes, von H. A. Land wehr 491 
Die physiologische Wirkung des Sulfofuchsins und des Öafranins, von P. 

Cazeneuve und E. Lepine 491 

Eine neue Methode zur Bestimmung der Menge der abfliefsenden Lymphe, 

von S. W. Lewaschew 491 

Physiologische Untersuchung des Acetophenons, von A. Mairetu.Combemale 491 
t^ntersuchung über die therapeutische Wirkung des Urethans, von A. Mairet 

und Combemale 491 

Über Tri Chloressigsäure und Trichlorbuttersäure, von H. Mayer . . . . 491 

Untersuchung über eine toxische Wirkung der niederen Fettsäuren, von H.Mayer 492 

Das rationelle Schlafen, von Meubi-Hilty 492 

Über den Einflufs der Leberexstirpation auf den Stoff'wechsel, von 0. M i n k n w s k i 492 
Versuche über den Einflufs der Temperatur auf die Eespiration des ruhenden 

Muskels, von M. Eubner 493 

Über das Verhalten des sogenannten Saccharin im Organismus, von E. Sal- 

kowski 493 

Kleinere Mitteihmgen, von E. Salkowski 494 

Nachtrag zu 3. Hüfner'sche HamstofTbestimmung 495 

Über die Entstehung der aromatischen Substanzen im Tierkörper, von E. 

Salkowski 495 

Die Bildung des Harnstoffs in der Leber, von W. v. Schröder. . . . 495 

Über das Kongorot als Eeagens auf freie Säure, von H. Schulz . . . 495 

Über die Fähigkeit der Leber, Zucker aus Fett zu bilden, von J. Seegen 496 

Die Ursache der giftigen Wirkung der chlorsauren Salze, von Stokvis . 496 

Über die Glj'kuronsäurepaarungen im Organismus, von E. E. Sundvik . . 496 

Die Einfühnmg von Arsen nach dem Tode, von Franks S. Suttou . . 497 

über die Bildung von Glykuronsäure beim Hungertier, von H. Thierfelder 497 

Verschiedenes, Litteratur 498 — 505 

C. GesamtstofTwechsel, Ernährung, Fütterung und Pflege der Haustiere. 

A. GesamtstofFwechsel. 

Über die Bedeutung der Amidsubstanzen für die tierische Ernährung, von 

P. Bahlmann 506 

Verbrennungs- und Bildungswärme von Zucker, Kohlehydraten und verwandten 

mehrwertigen Alkoholen, von Berthelot und Vieille 506 

Über die Verdaulichkeit von Nahrungsstofteu, von K. Bikfalvi . . . . 507 
Über die Gröfse des Eiweifsumsatzes bei dem Menschen, von L. Bleibtreu 

und K. Bohland 507 

Glykose, Glykogen und Glykogenbildung in ihrer Beziehung zur Wärmeent- 
wickelung und Arbeitsleistung im tierischen Organismus, von A. Chau- 

veau und Kaufmann 508 

über eine neue direkte Bestimmungsmethode der tierischen Wärme, von 

Desplats 509 

Über die Magenverdauung des Schweins, von Ellenberger u. Hofmeister 509 

Über die Magen Verdauung des Pferdes, von Ellenberger 511 

Physiologische Versuche über den Nährwert des Kemmerich'schen und Koch- 

schen Fleischpeptons, von Karl Genth und Emil Pfeiffer .... 512 

Die Magen Verdauung des Pferdes, von H. G oldschmidt 512 

Über Resorption im Dünndarm, von Gumilewski 513 

Über Resoqjtion und Assimilation der Nährstoffe (2. Mitteilung), von F. 

Hofmeister 514 



Inhaltsverzeichnis. XXXI 

Seite 

über die Bildung von Euxanthinsäure aus dem Euxanthon mit Hilfe des 

tierischen Orf^anismus, von St. v. Kostanecki 514 

Versuche über Zuckerfiitterung an ^Mastschweinen auf der Versuchsstation 

Göttingcn-Wccnde, von F. Lehmann 515 

über die Bildung von Milchsäure bei der Thätigkeit des Muskels und ihr 

weiteres Schicksal im Organismus, von W. Marcus 517 

Untersuchungen über den Stoffwechsel des Schweines, von E. Meissl, F. 

Strohmer und N. v. Lorenz 518 

Über Gärungsvorgänge im Verdauungstractus und die dabei betc'üigten 

Spaltpilze, von Miller 530 

Über die Synthese des Fettes aus Fettsäuren im Organismus des Menschen, 

von 0. Minkowski 531 

Die Fettbildung aus Kohlehydraten beim Hunde, von J. Munk . . . . 531 

Die Bestimmung des Stickstoffs der Stolfwechselprodukte, von Th. Pfeiffer 532 
Neue Versuche zum Vergleiche der natürlichen und künstlichen Verdauung 

stickstoffhaltiger Futterbestandteile, von Th. Pfeiffer 532 

Fütterungsversucho mit Hammeln an der Versuchsstation Göttingen 1885, 

von Th. Pfeiffer und F. Lehmann 533— .548 

Bestimmung isodynamer Mengen von Eiweifs und Fett, von M. Rubner . 548 
Über die Fettbildung aus Kohlehydraten im Körper des Fleischfressers, von 

M. Rubner 548 

Kalorimetrische Untersuchungen, von M. Rubner 548 

Welche Temperaturen sind beim Genüsse warmer Speisen und Getränke zulässig 

und worin besteht die Schädigimg durch zu heifse Ingesta? von Fr. Späth 550 
Über die Bildung von gasförmigem Stickstoff im tierischen Stoffwechsel unter 

dem Einflufs von Spaltpilzen, von Br. Tacke 551 

Über den Einflufs der bitteren Mittel (Amara) auf die Verdauung und Assi- 
milation der Eiweifskörper, von M. Tscheizoff 551 

Kommt der Cellulose eiweifssparende Wirkung bei der Ernährung der Her- 

bivoren zu? von H. Weiske, B. Schulze und E. Flechsig . . . 551 
Versuche über die Wirkung von Alkoholaufnahme bei Herbivoren, von H. 

Weiske imd E. Flechsig 555 

Über das Verhalten der EiweifsstofFe bei der Darmverdauung, von J. Wenz 556 

Fütterungsversuche mit Zucker, von Arth. v. Werther 557 

Verschiedenes 558 — 559 

B. Ernährung, Fütterung und Pflege der Haustiere. 

Milch Surrogate bei der Aufzucht von Kälbern, von König 559 

Laktiua, ein Pulver zur Herstellung einer Tränke für Kälber, von Th. 

Magerstein , . 560 

Über Schlempefüttenmg, von Plehn-Lichtenthal 560 

Schlempemauke, von A. Smilowski 560 

Zwei- und dreimaliges Melken, von M. Schmöger 560 

Fütterungsversuche mit Schnitzeln an Mlchkühen von A. Stutzer und H. 

Werner 561 

Eine neue Viehmcfsmethode, von M. Wilkens 564 

Die naturgemäfse Gesundheitspflege der Pferde, von Spohr 564 

Holländer und Schweizer Vieh 564 

Milch viehfüttenmg mit gedämpften Kartoffeln 564 

Verschiedenes, Litteratur, Patente 565 — 567 

Studien über die Eigenschaften des Wollhaares der grobwolligen Schaf- 
rassen, von W. Chludzinsky 567 

Litteratur, Patente 569—570 

Schweinemästung in Irland, von G. Dangers 570 

Über die Verwertung der Kartoffeln bei Schweinemast, von Köster . . . 570 

Über Magermilchverfütterung an Schweine, von J. Straufs 570 

Fleischgewichtsermittelung bei lebenden Schweinen, von Wagner . . . 570 

Fütterungsversuche mit gekochtem Weizen anSchweinen, von G.Zoeppritz jun. 570 

Verschiedenes, Litteratur, Patente 571 

Die Fütterung des Hausgeflügels mit eingegangenen Seidenraupen, von F. 

V. Thümen 571 



IXXXn Inhaltsverzeichnis. 

Seite 

Litteratur , 571 

Über einen praktischen Fütterungsversuch zur Vergleichung von Sauerheu 

mit gev.-öhnlichem Heu, von L. Broekema und A. Maj'er .... 572 
Heikuig von Infektionskrankheiten (Vernichtung von Milzhrandbacillen im 

Organismus), von Emmerich 573 

Ein Fütterungsversuch mit eingesäuertem Grünmais, von St. Cselko . . 574 

Über Sublimat-Gh'ceringelatine als Deckmittel für Wunden, von Frick . . 574 

Die Verdaulichkeit von Futterstoffen, von W. H. Jordan 575 

Fütterungsversuche mit Malzkeimen, getrockneten Biertrebem und Reismehl 

nebst Heu, von J. Samek 575 

Verfütterung brandigen Weizens, von F. v. Thümen 575 

Untersuchungen über das Gesclüechtsverhältnis und die Ursachen der Ge- 
schlechtsbildung bei Haustieren, von M. Wilkens 575 

Über nachteilige Fütterung von Baumwollsaatmehl 576 

Torfstreu, von H. Bosker 576 

Litteratur 577 

D. Bienen-, Fisch- und Seidenraupenzucht. 

A. Bienenzucht. 

4i) Honig. 

Untersuchung von Nektar, von A. v. Planta 578 

Aräometer zur Bestimmung der Dichte des Honigs, von C. M. Schachinger 579 

Verschiedenes. Litteratur 579 

h) Wachs. 

Zusammensetzung und Analyse des Wachses, von 0. Hehner, Hübl, Diete- 
rich, Nafzer, F. Schwalb, H. Stürke, K. Labler, C. Lieber- 
mann, H Long 580 

Über Asclepias cornuti und die verwandten Arten, von Georg Kassner . 580 

Über Wachsfärbung, von A. v. Planta 580 

Handpresse zur Erzeugung von künstlichen Wabenmittelwänden , von C. 

Schachinger . 580 

Gewinnung des Wachses aus den Waben ohne Presse, von C. Schachinger 580 

Die nichtsauren Bestandteile des Bienenwachses, von Fr. Schwalb . . . 581 

Verschiedenes 581 

«) Bau, Lebensweise u. dgl 

Gegen Faulbrut, von Bela Ambrosy 581 

Der Isop als Honigpflanze, von F. Huck 581 

Werden faulbrütige Stöcke durch ein honigreiches Jahr kuriert? von 

Klausmeyer 582 

Abkürzung der Schwärmzeit, von Pollniann 582 

Ursachen der Krebspest, von Rauber 582 

Neue Untersuchungen über die Faulbrut der Bienen, von E. v. Thümen . 582 
Einige Winke für Bienenzüchter nach Dzierzon's System, von C. M. Schach- 
inger 583 

Behandlung ruhrkranker Bienenvölker, von C. Schachinger 583 

Einfach- oder doppelwandige Bienenstöcke, von C. Schachinger . . . 583 

Ameisen von Bienenstöcken abzuhalten 584 

Verschiedenes. Litteratur 584 — 586 

B. Fischzucht. 

Karjjfcnfütterungsversuche, von Klien 587 

Lupinenfütt(;nmg an Karpfen, von Dierke 587 

Über Erfahrungen und Erfolge in der Forellenzucht, von K. v. Po lenz . 587 

Erfahrungen und Erfolge in der Forellenzucht, von L. L 588 

Käse als Futter für Fische 588 

Verschiedenes. Litteratur. Patente 588—589 



Inlialtsverzeichüis. XXXITT 

Seite 
C. Seidenzucht. 

Chemische Untersucihungen über die Ernährung und Entwickelung des Sei- 
denspinners (Boiubyx Mori) II, von 0. Kellner, S. Kakizaki, M. 

Matsuoka imd T. Yoshii 589 

Die Prüfung der Kokons auf ihren Seidengehalt 593 

Litteratur 593 

E. Milch, Butter, Käse. 

A. Milch. 

Eine Stuilie über die Fettkügelcheu der Milch, von S. M. Babcock . . 593 
Über die neue Methode der Milchanalyse von Matthews A. Adams, nach 

vergleichenden Untersuchungen, von Fr. Bärtling 594 

Neue Methode der Milchfettbestuumung von A. Cronander, von Sw. Müller 594 

Die Milchgärprobe in Theorie und Praxis, von 0. Die tz seh 594 

Versuche mit der dänischen Centrifuge (von Burmeister und Wain) und Be- 
trachtungen über die Entrahmimg der Milch durch Centrifugalkraft, von 

Fleischmann und J. Berendes 595 

Versuche mit der Lefeldt'schen Centrifuge, Modell 1885, von W. Fleisch- 
mann und J. Boren des 595 

Über einige vollständige Milchanalysen nach Lehmann's Methode, von W. 

Fleischmann 595 

Analyse von Büffelmilch, von W. Fleischmann 59G 

Untersuchungen in der milchwirtschaftlichen Versuchsstation und dem Mol- 
kereiinstitute Kaden, von W. Fleischmann 596 

Untersuchungen von Älilchaschen im Meiereünstitut Raden, von W. Fleisch- 

manu 597 

Über Prof. J. Walter"s IVIilchgärprobe oder Methode und Apparat zur Er- 
kennung kranker Milch (Milchfehler), von NGerber 598 

Zur Milchanalyse, von Halenke und Möslinger 598 

Über die Veränderung, welche normale Kuhmilch beim Gefrieren erleidet, 

von 0. Henzold , 599 

Ein neuer Molkerei- Apparat, von J. Hignette und R. Lege 599 

Vorläufige Mitteilungen über Burmeister und Wain's Centrifugen als Emul- 
sionsapparate, von P. Holm 599 

Analysen von Stallpn ibenmilch, von A. Klinger 600 

Über Milchwein (Kefir), von Franz Kogelmann 602 

Erleichterung des Molkereibetriebs bei Eismangel, von Labesius . . . 602 
Inwieweit kann durch Ernährung und Haltung der Kühe die Milchproduktion 

beeinflufst werden? von C. Lehmann 603 

Beiträge zur Physiologie der Milchbildung, von Lehmann 604 

Über die Organismen der Milchsäuregärung und über schwarze Hefe, von 

G. Marpmann 605 

Der Vakuumprozefs zum Entrahmen der Milch, von Muncey 605 

Der Turbine-Separator (de Laval), von H. Nathorst 605 

Prüfimg einiger Methoden zur Bestimmung der verscliiedenen Albuminoide 
der Kulimilch und des Einflusses der Fütterimg auf die relativen Mengen 

dieser Albuminoide, von S. W. Parr 605 

Beitrag zu der Frage des Vorhandenseins von Salpetersäure imd salpetriger . 
Säure in der Milch und zum Nachweis einer Verdünnung der Milch 

durch Wasserzusatz, von M. S(;hrodt 605 

Die Aufrahmung der Milch nach dem Cooley'schen Verfahren, von M. 

Schrodt und H. Hansen 606 

Über Ersatz von Heu durch Haferschrot in dem Futter für Milchkühe, 

von Schrodt, Hansen und Henzold 606 

Vergleichende Untersuchungen über einige neuere Methoden zur Fett- 
bestimmung der Milch, von Jul. Sebelieu 607 

Über Kindermilch und Säuglings-Ernährung, von F. Soxhlet 609 

Mitteilungen der Aylesbury-Dairy-Company in London, von P. Vieth. . . 619 
Verbreitung ansteckender Krankheiten durch Milch, von P. Vieth . . . 611 

Jahresbericht 1886. HI 



XXXIV Inhaltsverzeichnis. 

Seite 

Untersuchungen über die Einwirkung von frischen imd von getrockneten 

Biertrebern auf die Milchsekretion des Rindes, von B. Weitzmann . Gll 

Analyse von Kumys, von H. W. Wiley 612 

Verbesserungen und eine neue Verwendung der Burmeister- undWain-Centrifuge 614. 

Dänischer Pasteurisierapparat für eatralimte Milch nach Doz. Fjord's System 614 

Turbinen-Separator, von de Laval 614 

Bittere Milch, von Dr. Liebscher 614 

31ileh von kastrierten Kühen 615 

Lüften der Milch 615 

Verschiedenes, Litteratur, Patente 615 — 622 

B. Butter. 

Tabelle zur Kontrolle der Butterausbeute beim Centrifugen verfahren , von 

M. Bühring 622 

Über die Methoden der Butteranalyse, von H. B. Cornwall 622 

Über das Eanzigwerden der Butter, von E. Duclaux 622 

Das spezifische Gewicht des reinen Buttersaftes, von W. Fl ei seh mann . 622 

Ansäuenmg des zum Verbuttern bestimmten Rahmes, von W. Fleischmann 623 

Analyse von ungesalzener Butter aus Büffelmilch, von W. Fleischmann 623 

Zur Butterprüfung, von H. Hager 623 

Prüfung der Vasarhelgi'schen Entrahmimgs- und Buttermaschine, von J. J o i s t 623 

Zum Säuren des Rahms, von Labesius 624 

Eine Prüfimg auf die Farbe von gelben Rüben in der Butter, von R. W. Moore 624 

Vorarbeiten zu neuen Methoden der Butterkontrolle, von A. Müller . . 654 

Die Anwendung des Refraktometers in der Butteranalyse, von J. Skalweit 624 
Butteruntersuchungen zwecks Erkennung der Milchbutter von anderen Fetten 

von S e 1 1 625 

Beiträge zur Kenntnis der Milchbutter und der zu ihrem Ersätze in Anwen- 
dung gebrachten anderen Fette, von Seil 625 

Beiträge zur Butteranalyse, von F. W. A. W o 1 1 626 

Verschiedenes. Litteratur. Patente 626 — 629 

C. Eäse. 

Zur Hebung der Käsefabrikation, von v. B r u c h h a u s e n 629 

TjTotoxikon, ein Käsegift, von G. Dangers 629 

Untersuchung von Käselab, von W. E u g 1 i n g 629 

Die Anwendung verschiedener Labsorten in der Fabrikation von Limburger 

Käse, von v. K lenze und J. Keck 629 

Analyse eines Käse aus Bolivia, von Sacc 630 

Untersuchungen über die Fabrikation von Camembert-Käse, von M. Schrodt 630 
Tyrotoxicon, seine Gegenwart in giftigem Eiscreme und seine Entdeckung in 

Milch, von V. C. Vaughan 631 

Ein Ptomain aus giftigem Käse, von C. C. Vaughan 631 

Käse vor Maden zu schützen 631 

Verschiedenes. Patente 632 — 635 



I. 
Pflanzenproduktion. 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

Referenten : 

J, Mayrhofer. W. Wolff. R. Hornberger. C. Kraus. Chr. Kellermann. 
E. A. Grete. E. v. Raumer. A. Hilger. 



JataroBbericht 1836. 



LIBRARY 
NEW YOUK 
BOTANICAL 

GARÜEN 



Boden. 

Eeferent: J. Mayiiiofer. 

Der Granit unter dem Camln-iuni des hohen Venn, von A. Granit. 
V. Lassaulx. 1) 

Verfasser besclireibt ein Granitvorkommen, als Unterlage der Schichten 
des rheinischen Scliiefergebirges, welches durch die Bahnlinie Aachen-Montjoie 
aufgesclilossen wnrde. Das Gestein ist ein feinkörniger, ziemlicli stark ver- 
änderter Granitit, wclclier, anfser den gewöhnlichen Bestandteilen, Chlorit, 
Epidot, Talk, Pyiit und Kaolin als Zersetzungsprodukte enthält, wozu walu-- 
scheinlich auch Rutil und Magnetit gehören dürften. (AnalysenvonF.H.Hatch.) 
I. frischestes Gestein. IE. zersetztes Gestein 
Kieselsäure . . 06,88 67,20 
Thonerde . . . 17,89 19,10 
Eisenoxyd. . . 3,75 2,84 
Calciiunoxyd . . 1,44 Spur 
Magnesiumoxyd .1,53 1,34 
Kanumox\^d . . 3,77 3,25 
Natriumoxyd . . 3,55 3,10 
Glühverlust . . 2,01 (1,93 Wasser) 4,07 (3,44 Wasser) 
Chemische Untersuchungen der vom Ätna im Mai und Juni vulkanische 
18 86 ausgeworfenen Stoffe, von L. Ricciardi. 2) 



Kieselsäure . 

Clüor . . . 

Phosphorsäure 

Thonerde . . 

Eisenoxyd 
Q Eisenoxydul . 
^ ]\Ianganoxydul 
"" Clu'omoxydiü (C: 
^Kalk (CaO) . 

Magnesia (MgO) 
^ KaH (Kg 0) . 
^ Naü-on (Nag 0) 

Glühverlust . 



(P2O5) 



0) 



Sand 
von Cibali 



49,25 

Spuren 
1 22 

16^16 
3,21 

10,32 
0,22 
0,09 
9,94 
4,96 
1,17 
2,64 
1,12 



Asche 
aus Cibali 



Asche 
aus Catane 



Lava vom 
neuen Ki'ater 
Monte terrore 



49,27 

0,92 

15,13 

3,72 

10,28 
0,31 
0,06 
9,85 
3,81 
1,94 
4,53 
0,35 



49,33 



48,45 



1,07 


0,88 


15,45 


15,42 


3,41 


2,36 


10,12 


13,10 


0,36 


0,42 


0,08 


0,13 


10,03 


11,12 


3,56 


4,87 


1,78 


0,91 


4,49 


2,93 


0,41 


0,17 



^) Verliandl. d. Natiirhistor. Ver. J. Eheinlaude und Westfalen. XXXI. (5). 
I. 1884. N. Jahrb. 1886, I. Eef. 52. 

2) Compt. rend. 102, 1884, Berl. Ber. 1886, IXX. Kef. 718. 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Quarzfeisit. J. J. Harris Teall (On some Quarz-Felsites and Augite- Granites froni 

tlie Cheviot-Disti'ict) ^) beschreibt als Quarzfeisite Gesteine, welche sich als 
Dykes in den PorphjTiten des Che%not-Distriktes finden und giebt die Ana- 
lyse derselben, welche von H. Waller ausgeführt ist: 

Kieselscäure 67,9 

Thonerde 15,7 

Eisenoxyd 3,0 

Calciumoxyd 1,4 

Magnesiumoxyd . . . . 1,5 

Natriiimoxyd .... 1,5 

Kaliumoxyd 5,6 

Verlust 3,7 

100,3 
Trachyt. A. V. Lassaulx: über die sogenannten Liparite und Sanido- 

phyre aus dem Siebengebirge. 2) 

Diese grauen Liparite (I) von der Rosenau enthalten weder Quarz noch 
saures Glas und ist der hohe Kieselsäuregehalt derselben darauf ziu-ückzu- 
führen, dafs die Grundmasse aus einem innigen Gemenge von Chalcedon und 
Opal besteht, so dafs Verfasser dieselben als Süfswasserquarzit mit ein- 
gesprengten Resten von Trachji; auffafst. Eine zweite Varietät (11) des- 
selben Fimdortes ist ein Tracliyt mit Glimmer, wenig Hornblende, Titanit, 
Zirkon, dessen Grundmasse von weniger Opal luid Chalcedon dui-chtränlvt ist. 
(Nui- 18,91 ö/o in Kalilauge lösliche Kieselsäure gegen 34,58 ^/q in I.) Die 
von F. H. Hatch ausgeführten Anatysen ergeben nach Abzug dieser lös- 
lichen Kieselsäure ähnliche Zusammensetzimg der beiden Varietäten 

I n 

Kieselsäure (Si02) 69,45 02,63 

Thonerde + Eisenoxyd (AlgOg + FegOg) 18,42 22,82 

Calciumoxyd (CaO) 0,80 1,00 

KaUumoxyd (K2O) 5,96 7,39 

Natrimnoxyd (NagO) 4,97 6,16 

Glühverlust 0,90 — 

Doierit. Übergang von Dolerit in Hornblendeschiefer, von J.J.H. Teall.^) 

Den arcliäischen Gneifs Nordwest-Schottlands diurchtlringen bei Scoiuie 
(Sutherlandssliii-e) mächtige Gänge eines basischen Eruptivgesteines, welches 
in zwei woM ausgeprägten Varietäten, eine, ein mäfsig grobkörniges kiy- 
staUinisches Gestein, von dem Verfasser als Dolerit (Diabas?), das andere 
als tj-pischer Hornblendeschiefer bezeichnet, welch beide trotz ihrer Ver- 
schiedenheit durch eine Reihe ganz imincrkhcher Übergänge zu einer geo- 
logischen Einlieit verbunden sind. Der Dolerit ist ein Diabas, er enthält 
als primäre Mineralgemengteile Plagioklas, Augit, Titaneisen imd Apatit, 
sekundäre Produkte sind wenig vorhanden, ein clüoritisches Mneral luid 
Hornblende. Der Hornblendeschiefer besteht vonviegend aus Hornblende, 
Quarz, Feldspat, Titaneisen, Sphen und Apatit. 

1) Geol. Mag. Dec. III. Vol. n. No. 3, aus N. Jahrb. f. Min. 188G. I. 2. 254. 
^ Sitz.-Ber. d. niedcrrh. Ges. f. Nat.- und Heüknnde in Bonn. 42. Jahrg. 1885, 
119, aus N. Jahrb. I88Ö, Ref. 55. 

») Quart. Journ. gool. Soc. XU. 2. 133, aus N. Jahrb. f. Mm. 1886, I. 58. 



Boden. 





Dolerit (Diabas Hornblendeschiefer 


Kieselsiiiu'c 




47,45 o/o 49,78 


Titansäure . . 




1,47 


, 2,22 


Thonerdc . . 




14,83 


13^13 


Eisenoxyd . . 




2,47 


4,35 


Eisenoxydul . 




14,71 


11,71 


Manganoxydiü 




— 


0,27 


Magnesimnoxyd 




5,00 


5,40 


Calciumoxyd . 




8,87 


8,92 


Natriumoxyd (Na^ 


lO) 


2,97 


2,39 


KaHurnoxyd . 




0,99 


1,05 


Wasser . . . 




1,00 


1,14 


Kohlensäure . 




0,36 


0,10 






100,12 % 100,46 




1 


3,086 


3,111 


Spezifisches Gewicht j 


bis 


bis 




J 


3,106 


3,122 



Kenntnis der Diabas-Mandelsteine, i) ^iabas- 



E. Dathe: Beitrag zur 
Der umfangreichen Arbeit sei nm- die Analyse eines ilandelsteines vom 
Gallenberge bei Lobenstein entnommen 



Mandelatein, 



Kohlensaurer Kalk . 






41,54 


Kieselsäure .... 






27,22 


Titansäure .... 






2,45 


Thonerde .... 






8,64 


Eisenoxyd .... 






1,38 


Eisenoxydul . . . 






8,88 


Calcimnoxyd . . . 






0,47 


Magnesiumoxyd . . 






2,29 


Natriumoxyd . 






0,09 


Kaliumoxyd 






3,02 


Phosphorpentoxyd 






0,449 


"Wasser 






3,68 


Schwefelsäm-e (SO3) 






0,10 



100,809 

Über die Grauwacko von Eisenerz, „Der Blasseneck-Gneifs",^) Grauwacke. 
von H. V. Foulion. 

Verfasser unterscheidet imter den Grauwacken des Eisenerzer Gebietes 
(Steiermark) petrograpliisch zwei Hauptgruppen, nämlich, in welchen deut- 
lich erkennbare Breccien vorkommen, imd solche, welche ein sandstein- 
ai-tiges Aussehen besitzen. 

Die ersteren bestellen aus Kalksteinen mit wenig Bindemittel, welch 
letztere sich bei der miki-oskopischen Untersuchung als Sericit erweist. In 
diesem schuppigen Aggregat (einzelne Gesteüisproben bestehen nur aus den- 
selben) liegen kleine Quarzkömer (1 — 3 mm), rhomboedrische Karbonate, 



1) Jahrb. Kgl. preufs. geol. Landesanstalt f. 1883, aus N. Jahrb. f. Mn. 1886. 
I. 2. Heft. 235. 

2) Verhandl. d. K. K. geol. E.-A. 188G. No. 3. 83. 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger, 



clocli haben niu* die ersten beiden genannten 

bei Eisenerz ergab: 
65,38 % 

2,48 „ 
20,34 „ 

0,71 „ 

1,21 „ 

0,44 „ 

4,88 „ 

4,56 „ 

2,03% Kolüensäiire 
entsprechend. 



Memminger 
Almerde. 



Feldspat, Epidot und Eutil, 
Minerale eine Bedeutimg. 

Eine Gesteinsprobe aus der Radmer 
Kieselsäure . . . 
Eisenoxj^d . . . 
Thonerde . . . 
Magnesia . . . 

Kalk 

Natron .... 

KaH 

Glühverlust 
In verdünnter Salzsäui-e sind löslich: 
Eisenoxydul . . 1,79 %] 
Magnesia . . . 0,50 „ > 

Kalk 1,26 „ J 

Die Hauptmasse dieser Grauwacken besteht demnach aus Sericit, d, i. 
Kalighmmer in feinschuppiger Ausbildung, es sind dalier die Mehi'zald dieser 
Grauwacken als Sericitscliiefer zu bezeiclinen. 

Zm- zweiten Gruppe gehören die körnigen Grauwacken, es sind dies 
weifse bis tiefgrau- grüne flaserige Gesteine, die meist sclüecht scliiefern. 
In einer Art Gnindmasse, älmlich dem oben erwälmten Sericit, sind hanf- 
bis erbsengi'ofse Quarzkörnnr enthalten, die Grundmasse besteht vorwiegend 
aus Muscowitschüppchen neben Quarz und Feldspat, welch letzterer aufsei- 
ordentlich reich an Glimmereinschlüssen ist. 

I. Varietät aus dem hinteren Rotz, 
n, „ vom Himmelkogel, nördl. Yordernberff, 

Kieselsäure . 
Eisenoxvd . 
Thonerde 
Magnesia 
Kalk . . . 
Natron . 
Kali . . . 
Glühverlust . 
In Essigsäure sind davon 
Eisenoxydul 1,03 % | 

Kalk "^ 4,12 „ I (4 O/o gefimden). 

Die kömigen Grauwacken sind demnach teils als Gneifse, teils als 
Quarzite zu bezeiclinen und sclüägt Verfasser vor, die Gneifse als Blasseueck- 
Gneifse zu benennen. 

Nach Hans Vogel i) hat der im Liegenden der Wiesenmoore der 
südbayerischen Hocliebene öfters auftretende poröse Kalktuff, „Alm" ge- 
nannt, folgende cliemische Zusammensetzimg : 

Kohlensäure (COg) 41,060 

Kalk (CaO) 50,307 

Magnesia (MgO) 0,098 





I. 


n. 


58,92 0/, 


59,00 o/o 


94,38 o/o 


6,14 „ 


6,14 „ 


0,03 „ 


16,43 „ 


16,40 „ 


2,76 „ 


2,59 „ 


2,46 „ 


0,06 „ 


4,13 „ 


4,12 „ 


— 


2,43 „ 


2,52 „ 


0,16 „ 


3,10 „ 


2,94 „ 


0,79 „ 


5,78 „ 


5,78 „ 


0,36 „ 


löslich : 






1 3,87 O/o 


Kohlensäure 


entsprechenc 



1) Ber. d. naturh. Vereines Augsburg 188.5. N. Jahrb. f. M. 1886, IL 369. 



Boden. 7 

Eisenoxyd + Thoncrcle (Feg Og + AJg O3) . 0,8G4 

Kieselsäure (SiOg) ..." 0,250 

Salze der Alkalien 0,51.3 

Wasser 0,3GG 

Organische Substanz 5,00 

Otto Holm 1): Über die in Westi)reul'sen und dem westlichen P'>o8pho"t- 

Rul'sland vorkommenden Pliosphoritknollen und ihre chemischen 

Bestandteile. 

Die chemisclie Zusammensetzung der aus drei verschiedenen Fundorten 

stammenden Phosphorite ist folgende: I. Carlsthal b. Stidim, 11. Neuschottlaud 

b. Danzig, m. Hohenstein b. Danzig. j tt ttj 

Kieselsäure und Sand . . 34,105 21,425 33,CG5 

Kalk (CaO) 27,930 39,405 28,85G 

Magnesia (MgO) . . . 0,183 0,83G 0,341 

Eisenoxyd (Feg O3) . . . 1,782 1,150 2,3GG 

Tlionerde (Alg O3) . . . 2,058 4,811 G,804 

Kali (KgO) 0,459 0,740 0,327 

Naü-on (Na^O) .... 0,459 0,888 0,388 

Phosphorsäure (P.2O5) . . 22,G01 21,100 22,805 

Schwefelsäure (SO3) . . 3,925 1,133 1,013 

Kohlensäure (COg). . . 2,948 4,250 1,3G0 

Wasser + organ. Substanz 3,530 3,950 2,120 

Clüor (Gl) Spm- 0,011 Spur 

E. von Fellenberg: Über das Vorkommen von Löfs im Kan- ^'*^''^- 
ton Bern. 2) 

Zwischen Kosthofen imd Grofsaffbltern fand Verfasser eine ungefähr 3 m 
mächtige Löfsablagermig mit zaldreichen bis 8 cm gTol'sen Löfsmännchen. 
welche direkt auf unterer Süfswassermolasse liegt und von erratischem Ma- 
terial überlagert wird. Die chemische Analyse von E. v. Fellenberg ergab: 

Löfs Männchen 

Kieselsäiu-e G5,G 7,0 

Thonerde 4,1 1,4 

Eisenoxyd 8,8 5,2 

Kalk ". 0,22 0,22 

Magnesia 1,0 0,8 

Kali (KgO) 2,1 0,9 

Nati-on 1,5 0,1 G 

Kolilonsaurer Kalk . . . 14,8 83,2 

Kolüensaure Magnesia . . 0,35 0,3 

Gliüiverlust 1,2 0,5 

99,G7 99,G8 

Über A^erwitterungsprodnkte des Granites von der Luisen- Verwitterung, 
bürg im Fichtelgebirge. 

A. Hilger und K. Lampert^) untersuchten 3 Granitproben von der 

^) Schrift d. naturforsch. Gesellsch. in Danzig N. F. VI. H. 2. 240 aus 
N. .Jahrb. f. M. 1886, U. 90. 

2) IVIitteil. d. naturforsch. Ges. in Bern 1885. 1. aus N. Jahrb. f. M. 1886, 1. 2. 320. 

3) Landw. Yersuchs-Stat. 1886. XXXTH, 161. 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Luisenbiirg im Ficlitelgebirge, welche sich in verschieden fortgeschrittenem 
Zustande der Yer^^'itterung befanden. Probe I, die wenigst verwitterte 
Probe, bildet noch kompakte Gesteinsti-ünimer, zeigt aber gleichwohl im 
innersten Kern der gröfseren Stücke durch ausgeschiedene Eisenoxydmassen, 
sowie angewitterten Feldspat, den Begimi der Zersetzmig. Proben 11 imd 
m sind aus leicht zerreiblichem Granitgnü's genommen. Die optische 
Untersuchung liefs üi I noch Oligoklas erkennen, 11 imd m Avaren schon 
zu stark verwittert. 



Gesamt-Analj^sen. 





I 


n 


m 


Kieselsäiu'e 

Thonerde ....... 

Eisenoxj-d 

Eisenoxydul 

Magnesia 

Kalk . 

Kaliumoxyd (KgO) . . . 

Natriiunoxyd 

Wasser 


68,27 
5,80 
3,90 
4,46 
0,21 
8,62 
5,32 
4,70 
0,08 


66,33 
17,42 
1,00 
2,36 
Spm- 
0,78 
5,23 
2,16 
4,92 


64,07 
18,68 
1,33 
2,78 
0,07 
0,62 
5,06 
2,08 
5,72 


In Salzsäure sind davon löslich : 


11,8 o/o 


14,52 o/o 


21,36 O/o 


Kieselsäure 

Thonerde 

Eisenoxyd 

Kalk 

Kaliumoxyd 

Natriumoxyd 


0,07 
6,33 
3,45 
0,46 
0,52 
0,97 


0,12 
8,78 
3,71 
.0,19 
0,59 
1,13 


0,39 
14,03 
4,43 
0,24 
0,89 
1,38 


In Salzsäm'e unlöslich: 


88,99 


85,48 


78,64 



I . 

n . 

in . 

und weiters aus der 
I 

n 
m 



Diese analytischen Resultate entsprechen vollkommen der aus der 
mineralogisclien Zusammensetzung voraussehbaren Yeränderung, indem die 
Monoxyde in lösüche Form übergefühi-t, d. h. aus dem Gesteine ausgelaugt 
werden, wäln-end die Sesquioxyde (Eisenoxyd nur zum Teü) mit der Kiesel- 
säiu-e ziu'ückbleiben, welche hydi-atisch abgeschieden ebenfalls teilweise in 
Lüsimg geht. Dies geht deutlich hervor, wenn man die Menge der Sesqiü- 
ox}"de gleich 1 gesetzt, die Zusammensetzung der 3 Proben vergleicht, 

M02O3 MeO SiOg 

.... 1 4,3 14,0 

.... 1 0,77 6,29 

.... 1 0,72 5,62 

Lüslichkeit der Kieselsäure in Natronlauge: 
27,59 0/0 lösliche Kieselsäure 
• • 54,76 „ „ „ 

• . J-I-5-jU it 55 55 

Obgleich Probe m am stärksten verwittert ist, so ist die Menge der 
löslichen Kieselsäiu-e doch eine geringere als in ü, welche Thatsache auch 
bei Behandlung des in Salzsäure imlöslichen Teiles der Proben mit Natron- 
lauge, abermals bestätigt w\u\lo. Verfasser erklären dies durch die An- 



Boden. 9 

Wesenheit gi'()fserei" Mengen von Glimmer, welclicr der Zersetzung besser 
widersteht, inid finden in der völligen Abwesenheit der Jlagnosia in dem 
Salzsäiure löslichen Anteil des Materiales dafüi- einen Anhaltspiuikt, indem 
die Zersetzung gewissermalsen bei dem Glimmer eine Verlangsamung er- 
leidet und der Ersatz der weggefülu-ten löslichen Kieselsäure nicht rasch 
genug stattfinden kann. 

Indem Verfasser auf die Übereinstimmung der von ilmeu gcl'undenen 
Gesetzmäfsigkeit mit der von vielen anderen Forschem ausgesprochenen 
liinweisen, führen sie noch die Analysen von Lemberg i) und Sandberger 2) 
an, welche mit Gesteinen angestellt wmxlen, die reich an Nati'on waren, 
wie auch die Ai'beiten K. Müller's^), welche beweisen, dafs das Kaliiun 
der Feldsi)äte bei der VerAvitterung weit schwieriger entfernt wird als das 
Natrium. 

Eobert Schütze^) hat die von A. Hilger^) im Jalu-e 1875 be- verw-itte- 
gonnenen Versuche über Verwitterung fortgesetzt. Als Versuchsmaterial gäü^rbei 
dienten Stubensandstein vom Bm-gberg bei Erlangen, Personatussandstein krystanini- 
a. d. Jura, Hetzlas bei Erlangen, Jm-alcalk ebendaher und Glimmerschiefer Sedimentär- 
von Münzig bei Dresden, welche seit 1. Juni 1875 in abgewogenen Quan- ^^''''*""®°- 
titäten in Zinkkästen gefüllt im Universitätssclüofsgarten im Freien auf- 
gestellt waren. 

Als Eesultat der chemischen sowie mechanischen Analyse der ver- 
schiedenen Zerfalls- und UmwandlungsiDrodnkte (die zalüreiclien Details ge- 
statten kein kmv.es Referat) ist hervorzidieben, dafs der Personatussandstein 
den gröfsten Zerfall zeigt; ihm folgt der Stnbensandstein, der Glimmer- 
sclüefer imd schUefslich der Jurakalk, während umgekehrt, was die feineren 
Verwitterungsi^rodukte anbelangt (Schläniminehl), die Abnahme vom Glimmer- 
schiefer — Stubensandstein — ■ ziim Personatussandstein mid Jurakalk statt- 
findet. 

Die chemischen Veränderungen beridien im Auslaugen des Eisen- 
oxyduls aus dem Glimmerschiefer, einer Lockenmg der Sandsteincemente, 
Alkalien werden als Karbonate oder saure Silikate hinweggefülu't, Kalk 
wird reichlich gelöst, nicht allein durch Kohlensäm-e, sondern auch durch 
Sehwefelsäm-e und schweflige Säm-e. (Aus der Luft; von Erlangen und 
Umgebung.) Kalkphosphat wird in kurzer Zeit ausgewaschen. Infolge des 
Zerfalles der Sandsteinbindemittel entstehen die Hydrate der Sesquioxj^de 
des Eisens und Tlionerde und Hj'drosilikate mit starkem Absorptions- 
veimögen für Kali imd Kalk. 

Auffallend ist die innerhalb 8 Jahren eingeti'ctene Verändening der 
Sandsteine, indem die Bindemittel nahezu vollständig entfernt imd in ein 
wertvolles Bodenmaterial umgewandelt w^mtlen (Personatussandstein). Anders 
verhält sich der Glünmerschiefer, dessen mechanischer und chemischer Zer- 
fall nicht gleichmäfsig einherlaufen, da letzterer nur sehr langsam vor sich 
geht, wodurch dieser im Gegensatze zu den beiden Sandsteinen eine lang 
andauernde Quelle von Pflauzennährstoffen darstellt. 



1) Z. d. geol. Gesollsch. 1870, 22. 360. 

2) J. Mineral. 1808, 3!)0. 

3) Tsehermak. Mittoil. 1877, 2ö. 

*) Inaug.-Dissert. Erlangen 1880. Berlin, Gebr. üngor. 
&) Landw. Jahrb. 1870, YUI. 1. 



Bleisand. 



10 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

Das Bindemittel des Personatus-Sandsteius ist eiii Tlionerde-Eisensilikat 
mit einem Alkalisilikat, Tlionerde und Eisenoxydhydrat nebst phosphor- 
saurem Kalk enthaltend. Das Bindemittel des Stubensandsteins besteht aus 
einem eisenarmen AlkaK- Kalk -Almniniimi- Silikat, dem gleichfalls kleine 
Mengen phosphor saurer Kalk beigemengt siiid. 

Im Verfolge der Verwitterungserscheinungen zeigt sich bei den beiden 
Sandsteinen (besonders Personatnssandstein) eine Am-eicherung an Thonerde, 
Kalk imd Nati-on in den Feinerden, was eine Bestätigung der wiederholt 
gemachten Beobachtimg der gi-öfseren Widerstandsfähigkeit der Kalisili- 
kate ist. 

Bezüglich des Glimmerschiefers findet Verfasser, dafs der Eisengehalt 
der verschiedenen Verwitterungsprodukte nm- geringen Schwankungen imter- 
worfen ist, dafs sich Thonerde imd Kalk am-eichern, wäla-end Magnesia, 
Alkalien gleich Schwefelsäure imd Phosphorsäure bei gleichzeitiger Hy- 
dratisierung ausgewaschen werden, wodm-ch ein thonig- glimmeriges Ver- 
witteningsprodukt hinterbleibt. 

Eine genaue Analyse des durch das Versuchsmaterial in den Zink- 
kästen dm-chgesickerten Regenwassers dient dem Verfasser als schätzenswerte 
Kontrolle seiner Untersuchungen. 
Ortsteinund Der Ortsteiu und. ähnliche Sekundärbildungen im Diluvium 

und Alluvium, von Eamann. i) 

Verfasser beschi-eibt die im Heidegebiet des norddeutschen Tieflandes 
häufig aufti-etenden geologischen Bildungen, Bleisand Tuid Ortstein genannt. 
Der erstere, ein weifs- bis tiefgrauer Sand, unter der Humusdecke liegend, 
der Ortstein, ein diu'ch Humus verkitteter Sand, Humussandstein. Aufser 
diesem gewöhnlichen, an der Luft leicht zerfallenden Ortstein führt Ver- 
fasser noch ein zweites Vorkommen an: hellerer Ortstein, der miter dem 
ersteren liegt, welchen er „imterer braimer Ortstein" nennt, und der chemisch 
mit dem gewölinlichen oberen Ortstein (auch Branderde, Fuchserde, Ahl etc.) 
übereinstimmend sich nur dmch geringeren Humusgehalt (selten über 4 %) 
und gröfsere Zälügkeit von diesem imterscheidet. 

Ein geologisches Profil der Heide (Oberförsterei Glashütte in Holstein) 
zeigt von oben nach unten folgende Lagerungsverliältnisse : Humusschicht, 
Bleisand, Dicker Ortstein (Branderde), Unterer hellbrauner Ortstein, Leinniger 
Sand, von welclien Schichten Verfasser mu- die in Salzsäm-e löslichen Stoffe 
näher bestimmte: 

(Siehe die Tabelle auf Seite 11.) 

Diese Zahlen beweisen, wie arm an Mineralsubstanzen, bez. Pflanzen- 
nährstoffen der Bleisand ist (gilt auch für Bleisande anderer Gegenden), 
wähi-end die imteren Scliichten daran reicher sind. 

Was die Entstehung dieser Bildungen anbelangt, so ist dieselbe auf 
allmäliliche Verwitterung bez. Auswaschung der oberen Schichten zurück- 
zuführen. Aufser den Mineralbestandtoilen entzielion die Tagwässer den 
olieren Bodenschichten auch die Humussubstanzen, welche dann später aus 
ilu-en wässrigen Lösungen dm'cli die in den tieferen Schichten in relativ 
gi'öfserer Menge vorhandenen Mineralsalze niedergesclilagen werden. Ver- 
fasser erinnert hier an die Selbsti-einigung der Flüsse, Abscheidimg der 



') Jahrb. (1. Kg], preufs. Landesanst. f. 1885. Chem. Centr.-Bl. 188G, XVII. 509. 



Boden. 



11 



Von 100 Tl. 

Boden in HCl 

löslich : 


Humus- 1) 

scliicht 
%d.Bodens 


Bloisand 

/O 


Dicker 

Ortstein 

(ßranderde) 

% 


Unterer 

heiler br. 

Ortstein 

% 


Lehmiger 
Sand 

% 


Kali . . . 


0,0091 


0,0051 


0,0081 


0,0055 


0,0327 


Natron . . . 


0,0031 


0,0057 


0,008G 


0,0055 


0,0088 


Kalkerde . . 


0,0284 


0,0104 


0,0152 


0,0302 


0,0360 


Magnesia . . 


0,0575 


0,0023 


0,0077 


0,0341 


0,0024 


Manganoxydul 


0,0038 


0,0020 


0,0029 


0,0044 


0,0092 


Eisenoxyd . 


0,0238 


0,0028 


0,0640 


0,1466 


0,5542 


Thonerdo . 


0,1048 


0,0028 


0,3340 


0,8300 


0,9520 


Pliosphorsäuro 


0,0503 


0,0050 


0,0254 


0,0407 


0,0377 


Glüliverlust . 


2.3,19 


0,39 


4,34 


2,71 


1,07 



0,3414 0,0361 0,4638 ' 1,0070 1,6930 



Sclilickmassen am Seeufer etc. Die Bildung imd Lagenmgsverhältnisse 
des Ortsteines imd dessen weitere ümAvandlungsprodukte, sowie die Ent- 
stehung von Neubildungen sind leicht verständlich. Der Ortstein bildet 
eine füi' Wasser schwer durclüässige Scliichte, finden aber die in demselben 
zirkidierenden "Wasser eine plötzüche Abflussöffnung, so kann eine Aus- 
Avaschung eintreten, es bilden sich in- und unterhalb der Ortsteinschicht 
wieder Bleisand und ist der einmal vorhanden, an den Eändern desselben 
wieder Ortstein. So erklären sich die eigentümlichen Bildungen, „Töpfe" 
genamit. Verfasser betont, dafs der aUmälüich lun sich gi-eifenden Ortstein- 
büdimg, welche nicht allein an die Heide gebunden ist, sondern überall 
vor sich gehen kann, wo die Bedingimgen dargeboten sind, nur durch 
sorgfältige Mafsregeln der Bodenkultiu-, vor allem Waldkultur, entgegen- 
gearbeitet werden kann. 

Beiträge zur Kenntnis des Alluvial-Bodens in den Nieder- 
landen, von Professor J. M. van Bemmelen. 2) 

Verfasser untersuchte den Boden der Polder, welche dem ehemaligen fi^u^fj^^" 
Ij abgenmgen wairden, und giebt eine Scliüdenmg des geologischen Baues 
derselben. Unter den stellenweise noch erhaltenen ursprünglichen Moor- 
scliichten liegt eine 1 — 3 m mächtige Schicht von blauem Klei (ältere 
Meeresablagerungen), welche nach imten in einen an koUensaiu-em Kalk 
reichen Sand übei-geht, der ident ist mit Dünensand. Die oberen Scliichten 
dieses Sandes sind häufig durch die Einwirkung des Moores ihres Kalkgehaltes 
beraubt. Über den Moorscliichten, die am Nordi-ande der Ij Polder mäch- 
tiger sind als am Südrande, wo sie auch steUenweiee felüen und bis nahe 
an die Bodenoberfläche ragen, hegt Seesclilick (neuere Meeresablagerung). 

Der Seesclilick, welcher von der Ziüdersee in das Ij gelangte, ist 
identisch mit dem Sclüick, welcher sich längs der holländischen Küste aus 



Seesclilick 
aus dem 
nieder- 



^) Eingeäsebert und nach Art der Aschenanalysen behandelt. 

^} Centr.-Bl. Agrik. 188G, XV. 723. Bijdragen tot de Kennis van de Alluvialen 
Boden in Nederland. Herausgegeben v. d. Kgl. Akademie d. Wissensch. zu Amster- 
dam. Amsterdam, Joh. Müller. 1886. 



12 



Boden, "Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Saure Boden 
des nierler- 
läiidischen 
Alluviums. 



Eliein, Maas, Scheide absetzt und durch den Grolfstrom mit der Flut in 
die Ziiidersee getiieben wird. 

Die Mächtigkeit dieser Ablagerung richtet sich nach der Mächtigkeit 
des Moores und der Stärke, die der Wasserstrom besals; je grölser diese, 
um so geringer und sandreicher die Ablagenmg. 

Die Zusammensetzung des Schlicks ermittelte Verfasser durch metho- 
disches Sclilemmen und successive Behandlimg mit Tersehiedenen Auf- 
schliefsmigsmittelu. Es enthält der schwere Seeschlick in runden Zahlen: 

1. 40 — 50 o/q absclilemmbare, in reinem Wasser schwebende Teile, 
gTÖfstenteils Klei. Derselbe enthält neben etwas Humat ein diu-ch kon- 
zentrierte Salzsäm-e zersetzbares Silikat, worin 

4 ^Iq Eisenoxj'dul imd Oxyd (niclit ganz an Eaeselsävu-e geb.) 

6,7 „ Thonerde 0,5 o/^ Kalk 

1,0 „ Kali 1,5 „ Magnesia 

0,2 „ Naü-on 
und ein durch konzentiierte Schwefelsäui-e aufschliefsbares Thonerde- imd 
Thonerde - Kali - Silikat. 

2. 25 — 30 % absclilemmbare, sieh in rehiem Wasser absetzende Stoffe, 
gröfstenteils aus scharfkantigem Grand (Kleisand) und einem dm-ch Schwefel- 
säure zersetzbaren Thonerde- Kali -Selikat bestehend. 

3. 1 — 10 % eines Gemenges von Quarz imd unvei'witterten Seli- 
katen, gröfstenteils Thonerde- Kali -Nati'on- Silikate. 

4. 10 ö/o kolüensauren Kalk imd Magnesia. 

5. 0,17 % Phosphorsäiu'e (sehr konstant). 
G. 7,0 % Hmnus. 

7. G,Oö/q Feuchtigkeit (im luftti'ockenen Material). 

Verfasser fand aufserdem im Sclilick, kiu-z nach der Trockenlegung, 
wo derselbe noch reich an Seewassersalzen war, 0,15 — 1,0 % Chlor, 
0,1 — 0,5 o/o Schwefelsäm^e. Ferner enthält der Sclilick eine gröfsere Menge 
von Schwefel in Form von PjTit. 

Die Cliloride und Sidfate verschwinden zum gröfsten Teil schnell, 
der Pyiit ganz imd der kohlensaure Kalk erst nach langen Jahren, wenn 
die Sclilickablagenmg in Ackerland umgewandelt wird. (Nach früheren 
Untersuchungen des Verfassers wird in 22Y2 Jahren I^Iq kohlensaurer 
Kalk aus der obersten Schicht entfernt.) 

Der leichtere, sandreichere Sclilick ist ärmer an Humus, Zeolithen und 
Phosphorsäme. Der trockene schwere Sclilick nimmt etwa sein Gewicht an 
Wasser auf, der leichte SchKck besitzt eine geringere wasserhaltende Kraft. 

Die Zusammensetzung und Bildung der sauren Böden im 
niederländischen Alluvium, von Prof. J. M. van Bemmclen. ') 

Diese sam-e Böden, m den Marschen Gifterde, Maibolt, Pulvererde ge- 
naimt, aus Klei mid Darg (dies. Jahresber. 1883, 27) oder beiden bestehend, 
enthält Eisenvitriol und Gips, seine ünfnichtbarkcit kann durch Aufbringimg 
eines alkalischen ]\Iittels beseitigt werden. Da die an Details reiche Ar- 
beit ein kiu'zes Referat nicht erlaubt, so sei liier nm- auf die wichtigsten 
Pimkte liingewiesen. 



^) Bijdraj^er tot de Kennis von den Alluvialen Boden in Nederlaud. Aus Ceiitr.- 
Bl. Agrik. 1886, XV. 795. 



Boden. 13 

Im Klei, der mit Brakwasser in Berührung oder auf eine andere 
Weise gj^jishaltig geworden ist, findet bei Liiftabschlufs nnter dem redu- 
zierenden Einflufs verwesender Pflanzenreste die Bildung von Schwefeleiscn 
statt. (Siehe vorige Arbeit des Verfassers über die Zusammensetzung des 
Klei. (In allen Schlicklagen, welche vom Wasser bedeckt sind, besitzt der 
Sclüick eine von Schwefeleiscn horrülu'cnde schwarze Farbe und entwickelt 
mit schwachen Säuren Schwefclwasscrstoif. Dies beweist, dafs die PjTit- 
bildung erst infolge weiterer Einwii-kimg vor sich geht. 

Überall, wo Schlick auf Darg oder Moor sich abgesetzt hat, ist dem- 
nach die Bildimg des Pyrites zu erwarten. Die zweite Phase der Ent- 
stehung sam-cr Böden bildet die Oxydation des Pyi-its zu Sulfat, und zwar 
wird bei inigehindortem Luftzutritt neben schwefelsaurem Eisenoxyd aucli 
freie Schwefelsä\u'e entstehen, ^) imd da, wie Verfasser findet, das basische 
Sulfat in weit gröfserer Menge als das in Wasser lösliches vorhanden ist, 
so nimmt er an, dafs die freie Schwefelsäure diu-ch Zersetzung der Boden- 
bestaiidteile basisches Eisensidfat gebildet habe, findet aber dieselbe nicht 
genügende Mengen von Eisen vor, so bleibt wasserlösliche Sidfat vorhanden, 
dessen Entstehung Verfasser auf diese Weise oder durch Einwirkimg von 
Wasser auf das basische Sulfat erklären will. Grelangen aus den oberen 
Schichten Schwefelsäiu-e imd Sulfate in den Untergnmd, so kann, wenn 
genügende Menge von Neutralisationsmittel vorhanden waren, wieder Pyrit 
in nicht saiu'em Boden entstehen, der natürlich dabei sehr gipsreich ge- 
worden ist, so der blaue Klei unter den unteren Scliichten des Haar- 
lemermceres, es enstehen aber saure Böden, wenn die eben ei-wähnten Be- 
dingimgen nicht erfüllt worden sind. 

Chemische Untersuchung einiger G-esteine und Bodenarten Gesteineund 
Württembergs, von Prof. Dr. E. Wolf f. 2) ^vumear 

Anschliefsend an früher veröffentlichte Untersuchungen von Gesteinen, ^erps. 
welche unter dem Titel „Die wichtigeren Gesteine Württembergs, deren 
Venvitterimgsprodukte imd die daraus entstandenen Ackererden im Druck 
erschienen, bringt Verfasser weitere Untersuchungen und teilt die Gesamt- 
resultate seiner Anatysen, einheitlich berechnet und übersichtlich zusammen- 
gestellt, in der vorliegenden Scluift mit. 

Die umfangreiche Ai-beit (G7 Seiten) gestattet keinen km-zen Auszug, 
nicht des reichen Zalüenmateriales wegen, sondern vielmehi' da die aus- 
fülirlichen und eingehenden Erörterimgen der bei den einzelnen Gesteinen 
und Bodenarten erhaltenen Resiütate der chemischen wie auch mecha- 
nischen Analyse eine kurze Wiedergabe nicht ermöglichen; wir müssen 
daher auf die vortreffliche Arbeit selbst verweisen, und fülu-en nur die 
untersuchten Gesteins- und Bodenproben auf. 1. Boden des Buntsandsteins, 
2. des oberen dolomitischen Hauptmuschelkalkes, .3. des grobkörnigen Lias- 
oder Gr}7)häenkalkes, 4. des Amaltlieenthones, 5. des Jiu-ensismergels, 6. des 
Personatussandsteins, 7. des Marmorkalkes, 8. des Krebsscherenkalkes (untere 
Ablagerungen), 9. dessen obere Scliichten imd 10. 6 Bodenproben aus dem 
.Areal der Gutswlrtscliaft Hohenheim. 



') Siehe Fleischer: Die natürlichen Feinde der Eimpau "sehen Dammkultur. 
Dies. Jaliresber. 1885, 30. 

2) Mitteilungen aus Hohenheim. Stuttgart 1887. Verlag Eugen Ulmer. 



14 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Ackererde 
und Unter- 
grund von 
Franzens- 
htttte. 



Ackererde und Untergrund von Franzenshütte (4 AVerst nördl. 
von Dorpat). Ein Beitrag zur Kenntnis des Devondetritus des 
mittleren Embach, von. Prof. Dr. C. Schmidt. ^) 

Verfasser entnahm als Parallele zu den Schwarzerden 2) Süd-Eufslands 
einem frisch geackerten Felde Erdproben: I. 0,08 m tief, hellbraun, kolüen- 
säurefrei, geglüht heUi'ot, 11. Übergang zmn Untergründe, 0,18 m tief, 
heUgelb, locker, geglüht hellerrot als I, Spiu-en KolilensäTU-e, lU. 200 Schiitt 
weiter aus gleicher Tiefe desselben Feldes, heUergelb, kolüensäurefrei, ge- 
glüht rötlich, heUer als I u. IT, IV. Untergnmd von lU, 0,38 m tief, 
kohlensäurefrei, hellrot, hart, erst durch längeres Kochen mit "Wasser er- 
Aveichend imd zum Brei zerfallend, geglüht ziegelrot, V. Untergrund von 
m u. IV, 1,35 m tief, hellrot, sehr hart, mit Säuren stark aufbrausend, 
erst diurch mehrstüiidiges Kochen mit "Wasser ziun sclilämmbaren Brei 
zerfallend. Diu-ch Infiltration der aus den oberen Sclüchten ausgelaugten 
Karbonate in der Tiefe nagelfluhartig verkitterter Grranit. detritus. Geglüht 
heller als IV. 

Die Bauschanalyse mit 33 % Flufssäure ergab: 



Von 1100— 1500 C. ent- 
weichendes Wasser 

Bei 150 C. gebund. Wasser 
und Humus . 

Mneralbestandteile . . 

KaU K2O .... 

Natron Nag . • . . 

Kalk CaO .... 

Magnesia MgO . 

Manganoxyd Mn2 O3 . 

Eisenoxyd Flg O3 . . 

Thonerde Alg O3 . . 

Kohlensäure CO2 

Phosphorsäm-e P2 O5 . 

Kieselsäure Si O2 

In 33 ^Iq Flufssäm-e luilöS' 
lieh. Quarzrückst. 

Stickstoff N . . . . 

100 Teile bei 150 « getr 
Humus -\- Wasser, ent- 
halten Stickstoff N . . 



I 


n 


in 


IV 


V 


0,230 


0,310 


0,180 


0,139 


0,092 


9,068 


1,641 


1,475 


1,991 


1,130 


90,072 


98,049 


98,345 


97,870 


98,778 


2,856 


3,915 


2,899 


3,286 


2,844 


0,820 


0,737 


0,866 


0,844 


0,757 


0,953 


0,413 


0,291 


0,453 


4,970 


1,063 


0,449 


0,245 


0,904 


1,004 


0,005 


0,003 


0,002 


0,003 


0,017 


1,282 


1,238 


0,688 


3,591 


2,002 


11,307 


11,062 


8,003 


11,322 


9,640 


— 


0,076 


— 


— 


4,224 


0,138 


0,043 


0,032 


0,071 


0,097 


56,655 


38,031 


32,947 


54,298 


43,855 


14,993 


42,082 


52,372 


23,101 


29,308 


0,3665 


— 


— 


— 


— 



4,041 — 



Die nach molu'stündigem Kochen mit Wasser und völligem Ei-weichen 
zu Brei geschlämmten Erden ergaben folgende Produkte. 

I n m IV 

a) Suspendierter Scldamm 28,43 23,50 37,12 29,07 

b) Sand u. Grant (Sediment) kleiner als 

1 cmm 25,55 58,58 53,02 53,02 

c) Grant u. Kies, gröfser als 1 cmm . . 46,02 17,92 9,86 17,91 



1) Sonderabdr. balt. Wochenschr. 1886, XXIV. No. 29. 

2) Ebendas. 1880, 1881, 1885 u. dieser Jahresber. 



Boden. 15 

Diese einzelnen Sclüämmprodukte sowohl als auch Probe I unterstellt 
Verfasser nach ausgeführter Bauschanalysc der fraktionierten Behandlung 
mit kochender konzentrierter Sclnvefolsäuro, 10 stündigem Kochen mit 10%, 
und 40 stündiges Digerieren mit kalter 1% Salzsäm-e. 

Verfasser fafst die erhaltenen Resultate im A^ergloiche mit den Schwarz- 
erden Süd -Rufslands in folgenden Sätzen zusammen: 

Die Humusschichte ist sehr dünn, sie überschreitet nicht die Grenze des 
obeiilücldichen Ptlügens, der oberfläclüiche Unterginmd ist bis 0,38 m Tiefe 
analog den Schwarzerden kohlensäurefrei, während die tiefen Untergruiid- 
schichten durch einen stark doloraitischen mangan- und eisenspathaltigen Kalk- 
sinter verkittet sind, welche Tutt'bildung als Resultat der Auslaugung der 
Ackerkrume durch die kohlensäurehaJtigcn Tagwässer etc. veranlafst wurde. 

In der Ackerkrume 0,08 m Tiefe ist der Kalk als imlösliches humus- 
saures Salz ziu-ückgehalten [1 Ca : 13 Humus], übereinstimmend mit den 
Schwarzerden, wie auch der Stickstoff'gehalt des Humus, dem der Schwarz- 
erden gleichgefunden wurde. 

Ei'>\'ähnenswert ist ferner die Thatsache, dafs der Thongehalt gleich 
tiefer Bodenschichten (II, IH) bedeutend variiert. 

Bezüglich des Gehaltes der Proben an Phosphorsäure ergiebt sich, dafs 
der der Krume I (0,08 m) durch Düngamg 3 — 4mal so grofs ist, als der 
der unteren Schichten (H, III), deren Gehalt diu-ch jalu-hundertelangem 
Export auf ein Minimum reduziert ist imd etwa V4 des dmx'hsclmittlicheii 
Phosphorsäuregehaltes der Schwarzerden beträgt. Die Phosphorsäiu-ozufuhi- 
dm-ch Düngung wird von den Jahresernten vollständig aufgebraucht, luid 
mu- jene Phosphorsäi;re , welche, durch Kohlensäiu-e in Lösung gebracht, 
dem Dünger entzogen wird, gelangt in den Untergrund (IV, V). 

Die aufgeschlämmten Hydrosilikate (IIa, IHa, IVa, Va) sind relativ 
zur Thonerde änner an Kali und Natron als die Sedimente und relativ zum 
Kali ärmer an Natron als diese (Hb, c, III b, c n. s. w.), wodurch hervor- 
geht, dafs die natrom-eichen Plagioklase widerstandsfähiger sind als der 
Orthoklas. Andererseits besitzen diese A^erwitterimgsprodukte (Ha, IHa 
u. s. w.) für Kali ein gröfseres Absorptionsvermögen als für Natron. 

Obgleich der UntergrimdscManun (Hla, IVa) kohlensäiu-efrei ist, ent- 
zieht demselben 1 % Salzsäure bedeutende Kalkmengen, woraus hervor- 
geht, dafs derselbe reich an leicht spaltbaren Zeolitlien (älmlich dem Lau- 
montit luid Leonhartit) ist. Aufser diesen Zeolithen enthält aber derselbe 
noch eine beti-ächtliche Menge von Hydrosilikaten, welche durch die 10%ige 
Salzsäure zerlegt werden, während durch die siedende konzentrierte Schwefel- 
säure voi-wiegend Thone (Thonerdehycbosilikate) in Lösung übergeführt wer- 
den. Zu bemerken ist auch der Umstand, daJs die Spaltbarkeit der Boden- 
Zeolithe durch die Temperatur der einwirkenden Säure viel stärker beein- 
flufst wird, als dm-ch Konzentration und Wirkungsdauer. 

Aus den zahbeichen Analj^sen der verschiedenen Spaltimgsprodukte 
geht hervor, dafs ähnlich den Schwarzerden die diu-ch kalte 1- und 5 ^/oige 
Salzsäure zersetzbaren Dorpater Bodenzeolithe relativ kali- imd nati-onreiclie 
Hydrosilikate imd die durch kalte sehr verdüimte Salzsäiu'e unverändeit 
gebliebenen, in 10%iger Salzsäure aber löslichen, kalireich, natronarm 
sind, während die niu" diu'ch konzentrierte kochende Schwefelsäm-e zersetz- 
baren Kali-, Magnesia- und Thonerde-Hydrosilikato darstellen. 



16 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Weiubergs- 
boden. 



Analysen 
uordameri- 
kanischer 
Boden- 
proben. 



Boden- 
absorption. 



Über die Zusammensetzung eines Weinbergsbodens von 
Saint-Andeol (Mündung der Rhone) teilt de Gasparin i) folgendes mit: 
Kieselsäure und in Salzsäiu-e imlösl. Silikate 4.5,11% 

Calcimnkarbonat 42,05 „ 

Magnesiumkarbonat 0,73 „ 

Kali (Kg 0) 0,17,, 

Eisenoxyd (Flg O3) 5,42 „ 

Thonerde (Alg O3) 1,53 „ 

Wasser, gebmiden an Sesquioxj'de . . . . 1,45 „ 

Phorphorsäure 0,09 „ 

Organische Stoffe 3,4 G „ 

Der Kaligehalt dieses Bodens ist ein genügender, ebenso darf man 
diesen Boden nicht phosphorsäm-eann nemien, obwolü in anbeti'acht der 
Rebenkultiu" eine Zufuhr zu emj^felüen sein wird, welche aber nicht in 
Form von Superphosphat, wegen des hohen Kallügehaltes des Bodens, 
sondern als fein gemalilenes Phosphat geschehen soll. Ebenso düifte sich 
eine Vermehrung der organischen Substanz durch Anwendmig strohreichen 
Düngers empfelüen. 

Edgar Richards^) legt in einem Bericht an das Deimrtement of 
Agi'iciiltm-e der Vereinigten Staaten N. A. in ausfüluiicher Weise die 
üblichen Methoden der Bodenuntersuchung mit analytischen Details vor 
imd giebt sclüiefslich eine Zusammenstellung der von ihm ausgeführten 
Bodenanalysen, welche mit Material aus den verschiedenen Staaten der 
Union stammend (30 Proben) angestellt wm-den, bezüglich welcher wir auf 
das Original verweisen müssen. 

Untersuchungen über Bodenabsorption. Unter Mitwirkung 
von M. Ota ausgeführt von Di-. 0. Kellner. 3) Verfasser haben, in- 
dem sie die seiner Zeit von Pillitz (Zeitschr. f. anal. Chem. 1875, XIV. 
55, 285) angegebene Methode ziir Bestimimuig der vollen Sättigungskapa- 
zität modifizieren, die Fragen zu beantworten gesucht, ob es einen Aus- 
sättigimgspimkt des Bodens für Basen giebt, und bei welchen Konzen- 
ti'ationen der Lösimgen dies eintritt, Avie auch, ob die Absorption von Kali 
und Natron (Ammoniak? d. Ref.) nach äquivalenten Verhältnissen statt- 
findet. Diese Untersuchimgen wurden mit 5 verscliiedenen Bodenarten, 
deren chemische wie auch mechanische Zusammensetzmig sie genau er- 
mittelten (im Original mitgeteilt), angestellt: 

1. Ki-ume des ti-ockenen Feldes, vrükanischer Tuff, reich an leicht zer- 
setzbaren Doppelsüilcaten imd Hiunus. 

2. Erde von demselben Felde, aus 3 m Tiefe, ebenfalls A'idkanische 
Asche, fast frei von organischer Substanz. 

3. Boden (Ki-ume), lehmiger Sand. 

4. Reifsfeldboden (Ki'ume), feinsandiger Alluviallehm. 

5. Reifsfeldboden (Kimme), lehmiger Sand aus Granit entstanden. 



1) Compt. rend. 1885. C. 932 aus Centr-Bl. Agrik. 1886, XV. 283. 

2) Principles and Methods of soil analysis, by Edgar Eichards. Washington. 
Government printing Ofßce. 188G. 

3) Mitteilung a. d. agrikulturchem. Lab. d. K. Japan, landw. Institutes. Tokio. 
Landw. Versucbsstat. 1886," XXXIÜ. 349. 



2 


3 4 


5 


0,G07 


0,720 0,oG5 


0,582 


0,G18 


0,7 U 0,5G2 


0,586 


0,019 


0,7 IG 0,5G8 


0,581 



Boden. 1 7 

Jlit diesen 5 Bodenarten wiederholten Yerfasser zunächst die Ver- 
suche von Pülitz mit Sahniaklösungen von 10, 15, 20, 25%. Die ana- 
lytischen Bestimmungen wurden mit dem von Wagner verbesserten Knop- 
schcn Azotomcter ausgefülu-t, und für 100 g wasserfreien Boden folgende 
Residtate beobachtet: 

^ , . , , Ammoniak absorbiert in Gramm 

Salmiaklösimg ---; ; 

Boden 1 

10 % 0,855 

15 „ 0,897 

20 „ 0,909 

25 ., 0,907 — — — _ 

Es scheint demnacli thatsäclilich eine oberste Grenze der Absorption 
für Aimnoniak zu existieren, über welche liiiiaus Aveder weitere Zufuhr 
von Lösung noch Erhölmng der Konzentration eine Mehraufuahmo der 
Base bewüi-kon kann. 

Verfasser besprechen diese Resiütate im Zusammenhang mit der dm-cli 
die Analysen der Bodenarten festgestellten Qualität derselben und betonen, 
dafs nicht nm- die ]Menge der Zeolith- imd Hiuuussubstanzen allein die 
Absorptionsgröfse bceinflufst, sondern dafs dieselbe auch abhängig ist von 
der Gröfse der Oberfläche, mit welcher dieselben auf die zu absorbierenden 
Substanzen einzuwh-ken vermögen. Der Hiunus- und zeolitlu-eichste Boden I 
besitzt zwar das stärkste Absorptionsvermögen, doch ist die Differenz gegen 
in (arm an diesen Substanzen) im Verhältnis zu dem ünterscliied der 
chemischen Zusammensetzung sehr Idein, so dafs auch daraus wieder erheUt, 
dafs die chemische üntersuchimg allein keine genügenden Anlialtspunkte 
zm* Beurteilimg der Absorptionsfähigkeit giebt. 

"Was die Frage nach der Äquivalenz der Absorption des Kali und 
Ammoniak's aus neuti-alen Lösungen anbelangt, so bestätigen die Versuche 
der Verfasser die fi-üher von Pillitz (a. a. 0.) angegebenen Resiütate. Aus 
einer 25 % Clilorkaliumlösung fanden auf 100 g Avassorfreien Boden be- 
rechnet folgende Absorptionen statt: 

Boden 12 3 4 5 

Absorbiert Kali (Kg 0) in Gramm . 2,483 1,700 1,940 1,524 1,583, 
für die oben gefundenen Ammoniakmengen bereclmen sich folgende äquivalente 
Mengen von KaK (Kg 0) in Graimn: 2,510 1,712 1,980 1,5G4 1,G10. 

Auf Grund der Übereinstimmung dieser beiden Reihen ist auszu- 
sprechen, dafs thatsäclilich die Absorption der beiden Basen nach äqui- 
valenten Verhältnissen erfolgt. 

Quantitative Bestimmung einiger im Boden vorhandenen Bestimmung 
absorptiv gebundenen Basen (Kali, Kalk, Magnesia) und Ver- '^"ie^'ten'" 
suche über die Frage, ob die Pflanze nur gelöste und absorbierte ßasen. 
oder auch stärker gebundene, unlöslichere Nährstoffe auf- 
nehmen kann. Unter Mtwirkung von S. Ishii, J. Kozai, M. Ota u. 
H. Toshida ausgeführt von Dr. 0. Kellner.^) 

Verfasser benutzen die von Dietrich (dies. Jahresber. I u. V.), Peters 
(ebendas. TU.) und Schulimacher (ebendas. X.) gemachten Beobachtungen 
über die Ein-v\ürkimg neutraler Ammoniaksalze auf absorbierte oder locker 



1) Landw. Versuchsstat. 1886, XXXIU, 350, 

Jahresbericht 1886. 



\Q Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

gebundene Basen, lun zu einer quantitativen Bestimmung derselben zu ge- 
langen, indem sie die gesamte Menge einer absorbierten Base durch eine 
andere verdi'ängen. Tersuclie, aus den in der oben referierten Ai-beit zur 
Yerwendung gelangten mit Kali gesättigten 5 Bodenproben, das Kali mit 
kalter Sahuialdösimg zu exti'ahieren milslangen, doch erhielten Verfasser 
befriedigende Eesidtate, als sie 20 g Boden, 15 bis 20 mal mit jeweils 
50 ccm einer kaltgesättigten Sahnialdösmig eine halbe Stimde lang auf dem 
"Wasserbade unter öfterem Umrüliren digerierten. 

Nach den oben angefülu-ten Versuchen hatten die 5 Bodenproben an 
Kali absorbiert: 

Boden 12 3 4 5 

in Gramm 2,483 1,700 1,940 1,524 1,583 

Dm-ch A^erdrängimg desselben mit Salmiaklösung erhielten sie 2,526, 
1,727, 1,999, 1,568 und 1,623 g Kali, d. h. sie fanden mehr absorptiv 
gebundenes Kali, als dm-ch die Aussättigung aufgenommen wiu'de, was bei 
natürlichen Ackererden nicht überraschen kann imd weiters noch durch 
die dhekte Bestimmimg der im lU'sprünglichen Boden vorhandenen absor- 
bierten Kalimengen, welche den Dilferenzen ziemlich nahe kommend ge- 
fimden \\'m'den, liim-eichend erklärt wird. Weitere mit drei anderen Acker- 
erden angestellte Versuche ergaben abermals, dafs die mit Salmiaklösmig 
exü-ahierbaren Chlorkaliummengen nahezu dieselben sind, welche sich bei 
der Übersättigung der Bodenarten aus der Diiferenz der aufgegossenen mid 
abgeflossenen Cldorkaliummengen berechnen, so dafs liiermit nachgewiesen 
ist, dafs sich die Gesamtmenge des absorptiv gebundenen Kah durch Er- 
wännen mit kaltgesättig-ter Sahniaklösmig vollständig extralüeren läfst, dafs 
aber hiebei nur gelöstes oder absorbiertes Kali, nicht aber stärker gebun- 
denes (aus unverwitterten Silikaten etc.) in Lösung übergeführt wird. 

Bei Bodenarten, welche mit gebranntem KaDi unter AVasser cement- 
artig erhärten, wird nach der Aussättigung mit Kali dm-ch Salmiak nicht 
alles Kali extrahiert, ein Beweis, dafs bei solchen Böden das Kali mehr als 
absorptiv gebimden werden kann. Parallel Versuche zur Bestimmung der Kalk- 
und Magnesiamengen ergaben bislang noch keine entscheidenden Resultate. 

Anknüpfend hieran bringen Verfasser eine Mitteilmig über die oben 
in der Übersclu'ift angefülii-ten Frage, in welcher sie thatsäclilich den Be- 
weis dafür beibringen, dafs ihi-e Methode auch zm Bestimmung des absorptiv 
gebxmdenen Kalkes wie auch der Magnesia anwendbar ist. Durch emen 
Vegetationsversuch mit Erbsen stellten sie fest, dafs die Zunahme der 
Pflanzen an Kali, Kalk und auch Magnesia genau dem Vorlust des Bodens 
an diesen absorptiv gebundenen Basen entspricht. 

Kg Ca Mg 

22 Pflanzen enthalten 0,1041 0,0417 0,0371 

22 gekeimte Samen cntliielten . . 0.0449 0,0060 0,010 
Zunahme der Pflanzen 



im ursprtinglichen Boden .... 
in demselben Boden nach der Ernte 



0,0592 0,0357 0,0271 

Absorptiv gebundeii 

KgO CaO MgO 

0,2208 1,1235 0,4146 

0,1612 1,0887 0,3948 



Abnahme des Bodens 0,0596 0,0348 0,0198 



Boden. 



19 



Es darf somit als erwiesen angesehen werden, dafs Kali und Kalk 
nur in absorptivem oder gelöstem Zustande zur Emülu-img der Erbsen- 
I»flanz(Mi lieitragen können, und dafs diese Basen aus schwerlöslichen Ver- 
l>induii!;on (wasserfreie Silikate etc.) durch die Wui-zoln nicht aufg-onommen 
worden. 

Über das Maximum an gebundenem Stickstoff, welches der Absorption 
Ackerboden der Atmosphäre zu entziehen vermag, von Dr. 0. sphärischen 
Kellner (Eef.), J. Sawano, T. Joskii und R. Makino. i) ^verbin-*' 

Da die Menge des gebimdenen Stickstoffs, Avelcher im Laufe eines düngen 
Jahres dui'ch die atmosjjhärischen Niedersclüäge zugeführt wird, wolü kaum ' 'Boden!" 
als wesentlicher Teil der Stickstoff- Nahrung der Kulturpflanzen betrachtet 
werden kann, abgesehen davon, ob die ganze Stickstoffzufulu- den Pflanzen 
nutzbar wird, da erstens die Ackerkrume für so aufserordentlich verdüniite 
Anunonialdösungen nur ein selir geringes Absorptionsvermögen besitzt imd 
andererseits bekanntlich das in den Untergrund sickernde Eegenwasser als 
Drainwasser melu' Stickstoff enthält als das Regenwasser, so suchten Ver- 
fasser die durch direkte Absorption des Bodens gebundenen Mengen atmo- 
sphärischer Stickstoffverbmdungen zu bestimmen. Der Ammoniakgehalt der 
Luft beträgt nach A. Levy 2,G7 mg, nach Fodor 3,46 mg 2:)ro 100 cbm; 
der Gehalt an Salpetersäiu-e imd salpetriger Säiure ist noch geringer. Die 
Absorption ward aber nach der Verfasser Annahme sehr gefördert, da durch 
fortwälu-ende Luftbew^egimg, sowie durch Erwärmimg imd Abkülilimg des 
Erdi-eiches ein fortwälu-ender Gasaustausch stattfindet. Da die für die Ab- 
sorption mafsgebenden Bedingmigen: Porosität, Feuchtigkeit, Hmnuskürper 
etc. in den Böden ungleich verteilt sind, so folgt, dafs die verschiedenen 
Bodenarten auch verschiedene Mengen absorbieren \verden. Bei Ausfülirung 
der Bestimmungen, w^obei die Ai'beiten P. Bretschneider's (dies. Jahresber. 
1874, 5, 87) und R. Heinrich's (Gnmdlagen zur Beurteilung der Acker- 
la-ume 1882, 36), sowie Alex. Müller's (dies. Jahresber. IS, 1866) über 
diesen Gegenstand berücksichtigt wru'den, entsclilossen sich Verfasser ftti" 
das Müller'sche Verfahren, Anwendung von Sclnvefelsäm-e als Absorptions- 
niittel. 

Die Absorptionsgrüfse ist imabhängig von der Konzentration, abliängig 
von der Gröfse der Oberfläche. Die Bestimmung des Ammoniaks wurde 
durch Destillation der Schw^efelsäm-e mit gebrannter Magnesia ausgeführt. 

Aus ilu-en Versuchen geht hervor, dafs w^älu-end der wärmeren Jalu-es- 
zeit melu- Ammoniak absorbier-t würd, Avas mit älteren Beobachtungen im 
Emklange steht (dies. Jalu'csber. K F. UI, 1880, 88; imd ebendas. 1884, 
Vn, 77). 

Fiu- die Absorptionsgröfse der Salpetersäiu-e imd salpetrigen Säiu'e, als 
absorbierende Flüssigkeit, war eine 5 % ige Lösimg von kolüensaiu-em Kali 
angewendet worden, ergaben sich weniger regelmäfsige Beziehungen zur 
Temperatur. 

Im ganzen wiu'den dm^ch beide Absorptionsflüssigkeiten, pro Hektar 
Fläche berechnet, an Stickstoff aufgenommen: 

in Form von Ammoniak 11,78 kg 

„ „ „ salpetiiger Säm-e mid Salpotersäm-e 1,30 „ 

■ T3;08~kir 

J) Landw. Jalirb. 1886, XV, 708. 

2* 



20 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Verhalten 
des Harn- 
stoffes im 
Ackerboden. 



Bindung des 
atmosphäri- 
schen Stick- 
Etoffs durch 
deu Boden. 



WOZU noch die durch die atmosphärischen Niedersclüäge iii den Boden ge- 
langten 2,64 kg gezählt werden müssen, so dafs die Gesamt-Stickstoffzufulu" 
pro Hektar imd Jahr ün Maximum auf 15,72 kg sich stellt. 

Weitere Untersuclumgen sollen über Abweichmigen von diesem Maxi- 
miun für verschiedene Bodenarten Aufschlufs geben (siehe auch „Atmo- 
sphäre" S. 52). 

Über das Verhalten des Harnstoffes im Ackerboden, von 
Dr. 0. Kellner, unter Mitwirkung von S. Ishii, Y. Kozai und 
H. Toshida.i) 

Die Versuche wiu-den zu dem Zwecke angestellt, um die Ursache des 
Unterschiedes m dem Verhalten der frischen und der verfaulten mensch- 
lichen Exla-emente als Düngemittel aufzuklären. Verfasser fanden, dafs es 
der Harnstoff ist, welcher von der Ackererde nicht absorbiert wird, und 
der, da der mensclüiche Harn ca. 2 % Harnstoff enthält, selbst nach er- 
folgter Verdünnmig noch iimner in liinreichend konzentrierter Lösung zu den 
"Wiu'zehi gelang-t und dadm-ch deren Wasseraufnahmevermögen bei gleich- 
zeitiger Anwesenheit von Salzen des Harns wesentlich beeinflufst. Es ist 
ja aus zahh-eichen Wasser kiütiuversuchen erwiesen, dafs 0,5 ^/gige Nähr- 
stofflösimgen bereits schädlich wii'ken, wie auch zu leicht lösliche Dünger 
in einem Boden von geringer Absorptionski-aft jene Störungen hervorrufen 
können, die als Verbrennen der Pflanzen bezeiclmet werden. 

Der Harnstoff A\ärd als solcher nicht von dem Ackerboden absorbiert, 
sondern bleibt in Lösung, imd erst das Produkt der Uuiwandlimg (diu'ch 
j\Iiki'oorganismen) tiitt in Wechsehvhkmig mit dem Boden. Die Umwand- 
lung zu Anunoniumkarbonat geht mu' in den oberen Bodenscliichten vor 
sich mid findet selbst in porösen Bodenarten mu" bis ca. 0,5 m statt. 

Da der wichtigste stickstoifi'eiche Bestandteil des frischen Harns im 
Boden eine Zeitlang in Lösung bleibt, so ist Grefalu' vorhanden, dafs er 
diu-ch Auslaugung der Vegetation entzogen wü-d. 

Die schädlichen Wirkimgen, welche bei Düngung mit frischen Exla'e- 
menten öfters beobachtet werden, erklären sich aus der Thatsache, dafs 
Hamstofflösungen die Diffusion des Wassers in die Wiu'zebi beeinträchtigen. 

Direkte Bindung des atmosphärischen Stickstoffs durch 
thonige Bodenarten, von Berthelot. ''^) 

Verfasser glaubt auf Grund seiner 2 Jalu'e hindm-ch mit verschiedenen 
Bodenarten ausgefühi-ten Versuche, che in 5 ParaUelversuchsreihen angeordnet 
waren und mehr als 500 analytische Daten lieferten, den Beweis geliefert 
zu haben, dafs eine direkte Bindimg des Luftstickstoffes dm'ch gewisse 
Böden stattfinden könne. Seine Versiichsreihen waren: 

1. Aufbewalu'cn der Bodenproben im geschlossenen Zinuner, 2. auf 
einer Wiese luiter Schutzdach, 3. auf einem 28 m hohen Turm 
ohne Scliutzdach, 4. in hermetisch geschlossenen Flaschen, 5. Sterili- 
sieren des Bodens. 
Aulserdem wurden die Salpetersäure imd Ammoniakmengen, welche dm-ch 
den Regen oder durch Absorption in den Boden gelangen können, genau 
bestimmt. Es ergab sich in den 4 ersten Versuchsrcilion eine stetige Zu- 



1) Landw. Jahrb. 1886, XV, 712. 

2) Compt. rend. CI. 775; Centr.-Bl. Agrik. 188G, 94. 



Boden. 



21 



nähme des Stickstoffs, -während Versuchsreihe 5 in keinem der vielen Ver- 
suclie die mindeste Stickstoffznnahmo erkennen licfs. Verfasser scliliefst 
demnach, dafs die Ursache dieser Fälligkeit gewisser Thonböden in der 
Tjeliensthätigkeit der Mikroorganismen gesucht worden mufs. Die Menge 
des iixicrten Stickstoffs beträgt nach Verfasser in der Zeit von April bis 
Oktober (im Winter ist die Stickstoffbindung wenig bemerkbar) bei Thon- 
sandböden 15 — 25 kg pro Hektar, bei Kaolin 32 kg, für eine Dicke der 
Scliichte von 8 — 10 cm bereclmet. i) Es sind diese Zalilen nach Verfassers 
Angabe zu niedrig gehalten, da ja nach seinen Eeobachtmigen die Stick- 
stoffverbind\nig noch in ^/g m dicken Sclüchten dm-ch die ganze Masse mit 
gleicher Energie verläuft. 

Über Bindung von Stickstoff in kultivierten Boden, von 
H. Joulie.2) 

Verfasser hat diu'ch eine grofse Eeihe von Topf-Kulturversuchen nach- 
gewiesen, dafs in verschiedenen Boden, auch Sandböden, (nicht Thonböden 
allein, Borthelot) mit oder ohne Düngimg dm-ch den Pflanzenv\uichs eine 
Stickstoffmelu'ung eintritt, die zweifellos durch die Düngung befördert ■s^ird. 
Am günstigsten erwies sich das Mergeln, während die* Abwesenheit von 
Kali, Phosphorsäure imd vor allem die Anwendimg organischer Dünger 
(Stallmist, Blut) in diesem Falle ungünstig wirken. 

Die Stickstoffanreicherung eines in Wiese liegenden Bodens, 
von P. P. Deh^rain. 3) 

Boden, welcher mit Eüben und Mais bestanden war, enthielt am 
Sclüufs der Vegetationsperiode beträchtlich weniger Stickstoff als vorher, 
wälii'end derselbe Boden, mit Esparsette imd Gras besät, im Verlauf der 
öjälirigen Vorsuchsdauer, sowohl nach 3j ähriger Esparsette- als 2 jähriger 
"NMeseiikidtur eine Stickstoffanreicherung zeigt. Die Verarmung des Bodens 
während der Rüben- imd Maisperiode führt. Verfasser auf die durch die Be- 
arbeitimg veranlafste erhöhte Thätigkeit der Äliki-oorganismen und Oxydation 
zurück, wodurch eine grölsere Menge Stickstoffsubstanz löslich gemacht 
und als solche wohl auch ausgewaschen in den Untergrund gefülii-t wiu'de, 
während die nachfolgend gepflanzten tiefwiirzelnden Gräser etc. diese wieder 
aus dem Untergiamde heraufbrachten. 

Verfasser betont, dafs es imstatthaft sei, aus der Menge der diu-ch 
die Ernte ausgeführten Nälirbestandteile auf das Düngerbedürfnis eines 
Bodens zu schliefsen. 

Gilbert*) bespricht die neuesten Ergebnisse beti-effend die Stickstoff- 
queUen der Pflanzen, verweist auf frühere Beobachtimgen (d. Jahresber. 
1885, 25) und die Ai'beiten Franks, welche dargethan haben, dafs Pilze 
stickstoffhaltige organische Stoffe des Bodens aufzimehmen vermögen imd 
stellt drei Punkte auf, deren Bearbeitmig diese interessante Frage zu lösen 
im Stande wäre: 

1. Wird freier Stickstoff diu'ch Miki-oben aus dem Boden aufgenommen? 
(Berthelot.) Ref. weist auf die Thatsache hin, dafs pro Acre 2 3/^ m Tiefe 



^) Diese StickstofFmengen , stellen ca. 0,4 % des von Gilbert anncähernd ge- 
schätzten Stickstoffgelialts des Bodens bis zu einer Tiefe von 2^/^ m dar. 

2) Ann. af,Ton. 1886, XH, 5, Centr.-Bl. Agrik. 1886, XV, 511. 

3) ibid. 17, Centr.-Bl. Agrik. 1886, XV. 436. 
*) Tageblatt der Naturf. Vers. Berlin 1886. 



Bindung 
vou Stick- 
stoff im 
kultivierten 
Boden. 



Stickstoff- 
anreich«- 
rimg des 
Bodens. 



Stickstoff- 
quellen der 
Pflanzen. 



22 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

cü-ca 20 000 Pfimd Stickstoff in Form imlösliclier Verbindmigen nachge- 
wiesen sind. 

2. Wii'd freier Stickstoff von den Pflanzen aufgenommen? (Ville mid 
andere.) 

3. Existieren Stickstoffverbindmigen in dem Untergrunde, welche nicht 
von Gramineen imd anderen Pflanzen verweilet werden können, wolü 
aber diu-cli sam-e Ausscheidungen gewisser anderer Wm^zeln, den AYurzel- 
knötchen oder Pilzen? 

Ammoniak- Beobachtungen über die relative Menge imd Bestimmung 

Bestimmung, des Ammouiaks im Boden, von Berthelot und Andre. ^) 

Verfasser teilen als Ergebnis vieler Beobachtungen die von ihnen ge- 
fundene Thatsache mit, dafs bei Bestimmung des Ammoniaks ün Boden 
nach Schlösi ng bedeutende Verluste (bis zu ^/^ des Gehaltes) entstehen 
kömien, wenn die zu untersuchenden Proben vorher getroclaiet Averden, 
(110 0) dafs aber auch selbst beim Trocknen im kalten Valmum diese 
Verluste nicht ausgeschlossen seien. Die Höhe des Verlustes ist abhängig 
von der chemischen Beschaffenlieit des Bodens und der Zeitdauer des 
Trocknens, und es geht aus ihren Versuchen hervor, dafs, da bei Gartenerde, 
humosen kalkreichen Boden überhaupt der Verlust am gröfsten ist, wäh- 
rend er bei Thonböden (Kaolin) die Felilergrenzen nicht übersclireitet, 
die Ammoniakbestimmung im lu-sprünglichen , migetrockneten Boden ge- 
schehen mufs. 

Diese Beobachtungen führen Verfasser zu dem Sclilusse, dafs befeuch- 
teter Boden während seiner Austrocknung fortwährend Ammoniak ab- 
dimste, dafs daher der Boden kein spezifisches Absorptionsvennögen für 
Ammoniak besitze, sondern dafs zwischen dem Ammoniakgehalt des Bodens 
imd dem der Atmosphäre sich nur ein gewisses mobiles Gleichgewicht 
herstelle. 

Sie erklären diese Thatsache dadiu-ch, dafs in einem Boden, welcher 
neben Ammoniaksalzen auch die Karbonate der Alkalien oder alkalischen 
Erden enthält, sich immer Ammonkarboiiat bilde, welches in verdünnter 
Lösung einer fortwährenden Zersetzung imter Ammoniakabgabe imterliegt. 
Daher verlieren Kalkböden viel Ammoniak, während bei Thonböden kein 
nennenswerter Verlust eintritt. 

Th. Schlüsing2) bestreitet die eben angefüln-ten Folgerungen imd 
behauj)tet, dafs em trockener Boden so lange Ammoniak absorbiere, bis die 
Spannung des Ammoniaks im Boden gleich der des Luftammoniaks sei. 
Feuchte Böden thuen das in erhöhtem Mal'sc, da die Ammoniaks) )annung 
im Boden dm-ch die fortwälu-ende Umbildung des Ammoniaks zu Nitraten 
immer niedriger sein wird als die des Luftammoniaks. Er bemerkt weiter 
noch, dafs Berthelot ammonialcroiche Böden imtcrsuchte (0,077 — 0,118 g 
pro Kilogramm) und dafs selbst Ackererde mit gewöhnlichem Ammoniak- 
gehalt (0,005 — 0,020 pro Kilogramm) bei östündigcm Stehen über Schwefel- 
säure Ammoniak verlieren müssen. 3) 



') Compt. rend. 102, 954. Chem. Centr.-Bl. 1886, XVII. 501. 
2) Compt. rend. 102, 1001. Chem. Centr.-Bl. 188G XVII, 5()1. 
^) Berthelot und Andre halten in einer Aveitercn Erwiderung ihre Ansichten 
aufrecht. Compt. rend. 102, 1089. 



Boden. 23 

Über die l^osl itiinuinc,- dos im Boden eiithalteiuMi Ammoniak- Ammoniak- 

. ,r ■ •!■ L'i- ^ i. vf gelialt des 

Stickstoffes nnd über die Menge des assimilierbaii'n Stickstons Bodens, 
im unbearbeiteten Boden, von Anton Baumann, i) Bestimmung. 

Verfasser luiterzielit die bislang zm- Ammoniak -StickstotVltostimmung 
in Yorsclilag gebrachten \md angewendeten ]\Icthoden einer kritischen Be- 
arbeitimg, aus deren reichem Material wir hier niu- seine Folgerungen an- 
fühi-cn können. Bezüglich dei- Methode von Schlösing und Baussin- 
gault bemerkt er, dals 1. aus liumushaltigem Boden dm'ch Natronlauge 
in der Kälte fortwährend Ammoniak entAvickelt wird und dals 2. die 
Menge des entbundenen Ammoniaks aus mehi-eren Proben desselben Bodens 
bei gleicher Versuchsanstcllung die gleiche ist, gleichgültig ob die Nati-on- 
laugo 48 Stunden oder eine Woche einwirkt. 3. Mt Mag-nesia usta ausge- 
kochte humusreiche Böden geben mit Natronlauge behandelt innerhalb 
48 Stimden noch erhebliche Mengen von Ammoniak ab, humusfreie nicht. 
4. Das Schlösing 'sehe Verfahren liefert im A^ergleiche zur Destillations- 
methode bei humusarmen Bfklen, falls man die nach 48 Stunden gefmidene 
Stickstoffmenge in Beti-acht zieht, befriedigende Übereinstimmimg mit der 
Knop 'sehen Methode. 5. Da Immusreiche Böden mit Natronlauge fort- 
während Ammoniak entmckeln, wenn auch fertig gebildetes Ammoniak 
nicht vorhanden ist, so folgt, dafs solche Bodenarten nicht nach Schlösing 
untersucht werden können und dafs es unstatthaft ist, die Natronlauge 
länger als 48 Stunden einwirken zu lassen. 

Bezüglich der azotometrischen Methode folgert er aus seinen zalil- 
reichen Versuchen, dafs dieselbe füi' Sand- und Kalkböden gleich unrichtige 
Resultate liefert wie für Lehmböden ; dafs ferner die Kontraktion nur durch 
Humussubstanzen, nicht diu'ch Thonerde und Eisenoxyd veranlafst ist und 
mit steigendem Humusgehalt zunimmt (Verhalten des ausgeglühten Bodens) 
imd fafst das G-esamtergehnis seiner Versuche dahin zusammen, dafs die 
azotometrische in der von Knop angegebenen Form für Bodenanalysen 
imbrauchbar ist, da die hiermit erzielten Resultate keinen Anhaltepunkt 
über den Ammoniakgehalt des Bodens geben. Auch die Anwendung von 
Boraxlösung vennag die Kontraktion nicht zu verhindern, sondern niu- ab- 
zuschwächen. 

Da aber die azotometiische Methode durch die Schnelligkeit der Aus- 
führung und bei Abwesenheit der störenden Stickstoffverbindungen diu'ch 
ihre Genauigkeit grofse Vorzüge vor allen anderen Methoden besitzt, so 
bemülite sich Verfasser durch geeignete Abänderungen diese Methode den 
Zwecken der Bodenanalyse dienstbar zu machen. Er fand, dafs die besten 
Resultate erhalten werden, wenn man den salzsaiu-en Bodenauszug mit 
frisch gegirditcr Magnesia usta destilliert, das entwickelte Ammoniakgas 
vor jeder BeriUirung mit Kautschuk oder Kork geschützt dm-ch Schwefel- 
säure absorbieren läfst und dann das Ammoniak nach Neutralisation mit 
Magnesia usta azotometrisch bestimmt. 

Der Ammoniakgelialt des unbebauten Bodens ist ungleich in Biklon Ammoniak- 

. ' 1 o 1 gehalt. 

verschiedener Ai-t. LehmbiJden sind daran reicher als Kalk- und Sand- 
böden, doch sind in humusreichen SandbiJden organische Substanzen ent- 
halten, welche durch Natronlauiro in der Kälte rasch unter Ammoniak- 



1) Landw. Versuchsst. 1886, XXXIII. 24^ 



24 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Salpeter- 
Säuregehalt. 



Einflufs der 

Mikroben 

auf (las 

Wachatum. 



abspaltimg zersetzt werden, obgleich der Gehalt des Bodens an vegetabilischen 
Substanzen keinen Einflufs auf den -wirklichen Aniinoniakgehalt ausübt. 

Die Animoniaknienge iii unbebauten und imgedüng-ten Boden scheint 
für die betrelfende Bodenart eine konstante Gröfse zu sein, sie nimmt mit 
der Tiefe des Bodens ab. 

Die Bestimmimg der Salpetersäm-e Avurde nach folgendem Verfahren 
ausgefülui; : 

1000 g luftti-ockener Boden A\TU'den mit soviel Wasser Übergossen, 
dafs dessen Menge mit dem in dem Boden enthaltenen 2 1 betrug imd 
48 Stmiden digeriert. Ln Filü-ate mit Brucin imd DiiDhenylamin qualitativ 
auf die Gegenwart, der Salpetersäm-e geprüft. Giebt Brucin direkt mit dem 
Filtrate eine Eeaktion oder nacli dem Konzentrieren desselben auf die 
Hälfte (Empfindlichkeit 1 : 100,000), so wendet Verfasser zm: Bestunmmig 
der Salpetersäm-e die Schlösing'sche Methode • an ; gelingt die Brucinreaktion 
nicht, so wird mit Diphenylaniin geprüft (Empfindlichkeit 1 : 1500000) 
imd fiLT den FaU, dafs damit keine StiliDetersäiu-e nachge%viesen werden 
kann, ist auch das Sclilösing'sche Verfalu-en nicht mehr anzuwenden. In 
diesem Falle wii-d das Filü-at (1 \) auf ca. 40 ccm eingedampft, imd weim 
mm die beiden Eeaktionen eintrafen, nach Zerstörmig der organischen Sub- 
stanzen mit Chamäleonlösung die Salpetersäure nach Marx-Tromsdorf 
mit Indigolösung titriert. Aus seinen Versuchen sclüiefst er, dafs die Menge 
der Nitrate in unbearbeiteten und unbebauten Böden eine minimale ist, und 
dafs die Salpeterproduktion in stark liimiosen Böden geringere ist als in 
humusannon. Am meisten Salpetersäure bildet sich im humusarmen Kalk- 
boden, weniger im Sand- imd Lehmboden. 

In unbearbeitetem und mit Waldpflanzen bewachsenem Boden konnte 
Verfasser keine Salpetersäure auffinden. 

Verfasser knüjDft hieran einige Bemerkungen über die Quellen der 
Stickstolfnalu'ung der Waldpflanzen imd betont die Thatsache, dafs in den 
so fnichtbaren Schwarzerden Eufslands oft nur Spuren von Ammoniak und 
Salpetersäm-e in kaum nachweisbarer Menge enthalten sind, während darin 
Substanzen nachgewiesen wiu'den, welche mit Natronlauge in der Kälte, 
als auch, wie Verfasser gefimden hat, bei zweistündigem Kochen mit sehr 
verdünnter Salzsäm-e Ammoniak abspalten, mitliin mit den Amidoverbin- 
dungen gi-ofse Ähnlichkeit besitzen. Die auf letzterem AVege erhaltenen 
Ammoniakmengen übertreffen um das Zehn- bis Zwanzigfache den \dvk- 
lichen Ammoniakgehalt des Bodens. Aufserdem können solche Verbindungen 
direkt von den Pflanzen aufgenommen werden, so dafs diesen ammoniak- 
älinlichen Körpei-n im Boden eine bei weitem gröfsere Eolle für- die direkte 
Ei-nähnmg der Gewächse zugeschrieben werden miifs. 

E. Laurent 1) über die Mikroben des Bodens, deren Nutzen 
für das Wachstum höherer Pflanzen. 

Verfasser glaubt durch Ernteversuche, angestellt 1. mit natürlichem 
Boden, 2. mit sterilisiertem Boden, welchem Boden -Bakterien beigemengt 
wm-den, 3. mit sterilisiertem Boden und 4. mit sterilisiertem Boden imter 
Zusatz von Düngesalzen, den Nachweis geliefert zu haben, dafs die niederen 



*) Ann. agron.; Journ. Pharmac. Chim. [5J 14. 327 — 328. Aus Cham. Centr.-Bl. 
1886, XVII. 870. 



Boden. 25 

Organismen in der That eine wichtige Rolle bei der Ernälmmg der Pflanzen 
spielen, indem sie die komplizierten Nährstoffe in einfachere, leicht assimilier- 
bare Verbindungen zerlegen, da die Knltiu-en 1, 2 und 4, sowolil was die 
Entsvickelung der Blüten, Blätter luid Früchte anbelangt, die des Versuches 
3 um das 4- rosp. Bfacho übertreffen. 

Über die in dem Erdboden lebenden Organismenformen, ^) Mikro- 

- ' J organiemen. 

von Dr. Frank. 

Verfasser untersuchte humusreichen Kallcboden, himiosen Sandboden, 
Lehmboden (Marsch-) und Wiesenmoor imd fand aufser Hyphomyceten einen 
Spaltpilz in folgenden nacheinander auftretenden Zuständen: Leptotluix, 
Bacillus, Bacterium, bisweilen Zooglocabildung, sclüiofslicli keimfähige 
Sporen. Seine A^ersuche, ob diese Organismen die Nitrifikation im Boden 
veranlassen, fielen verneinend aus, denn in allen Fällen war es der Erd- 
boden (sterilisiert), der die SalpeterbihUmg veranlafste und nicht seine 
Mikroorganismen. 

AVeiter^) teilt Verfasser seine nach den üblichen Methoden zur Rein- 
kultiu- erhaltenen Resultate über die im Boden befindlichen Formen, die er 
näher beschreibt, mit luid wendet sich abermals gegen die von Schlösing 
und Müntz ausgesjDrochene Ansicht über die Nitiifikation, welche er nicht 
als einen biologischen, sondern anorganischen Prozefs ansieht, vergleichbar 
der Nitrikation diu'ch Platinmoor oder Ozon. 

Landolt^) „über die chemischen Umsetzimgen im Boden unter dem 
Einflüsse kleiner Organismen" spricht sich dahin aus, dafs die Salpeter- 
bildung bei vollständiger Sterilisiei'ung niemals eintrete, imd dafs von den 
fein vei-teilten Körpern mu* Platinschwarz solche Wirkung auszuüben vermöge. 

König*) weist darauf hin, dafs nicht nur Platinschwarz Ammoniak 
in Salpetersäure überzuführen vermöge, sondern dafs auch in ganz ver- 
dünnten Lösungen (0,7 pro Mille) Oxydation stattfinde, wenn dieselben auf 
grofse Flächen verteilt werden (Asbest, Filti-ieri:)apier). 

L. Adametz, Untersuchungen über die niederen Pilze der Püze der 

_, ' ^ Ackerkrume. 

Ackerkrume.^) 

J. Uffelmann*') bestreitet, dafs der Boden imstande sei, ohne Mit- Oxydation 

. . . des Ammo- 

wirlauig von Milcroben das Ammoniak zu oxydieren. Die im Boden ge- niaks im 
ftmdene salpetiige Säure kann aus der Luft absorbiert sein, ist dies aber Boden, 
nicht der Fall, so verdankt sie ihre Entstehung einem biologischen Prozefs 
und nicht einer einfachen Aktion des Liiftsauerstoffes. 

Untersuchungen über die Bildung des Natronsalpeters im saipeter- 

°_, ° ■"■ bildung im 

Boden, von A. Müntz.') Boden. 

Verfasser erklärt die grofsen Salpeterlager Südamerikas entstanden 
dm-ch Oxydation organischer stickstoffhaltiger Substanzen imter Mitwirkimg 
der nitrifizierenden Organismen, dm-ch naclilierige Umsetzung des so ge- 
bildeten Calciumnitrates mit dem Clilornatrium des Meerwassers flacher 



1) Tagebl. d. Naturf.-Yers. Berlin 1886, 289—290. 

2) ibid. 369—370. 

3) ibid. 289. 
*) ibid. 

^) Inaiig. -Dissert. Leipzig 1886. 

6) Arcli. Hyg. 4, 82 aus Chem. Centr.-Bl. 1886, 312. 

7) Compt. rend. 101, 1265, aus Chem. Centr.-Bl. 1886, XVII. u. Centr.-Bl. 
Agrik. 1886, XV. 363. 



26 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Nitrifikation. 



Kohlenstoff- 
bestimmiing 
im Boden. 



Reduktion 
desCalcium- 

Bulfates. 



Sümpfe, Avoilm'cli sich Natriuiimitrat gebildet liat, welclies von dem Orte 
seiner Entstehung diurch Wasser weggeführt wm-de, denn überall, wo noch 
der Nitrifikationsprozefs vor sich geht, finden sich beträchtliche Mengen von 
Calciumphosphat als steter Begleiter des Nitrates imd als Zeuge des orga- 
nischen Ursj)rimges desselben. 

tiber den Einflufs des Gipses auf die Nitrifikation, von 
"Warington. *) 

Frühere Versuche des Verfassers hatten gezeigt, dafs geringe Mengen 
Alkalikarbonat (0,3 G 8 g pro Liter) \ne auch das bei der Zersetzung des 
Urins entstehende Ammoniiunkarbonat die Nitrifilvation aitfheben, während 
dieselbe bei Gegenwart anderer Alkalisalze selbst in konzentiierteren Lösun- 
gen noch fortsclu'eitet. Versuche mit Gips in dieser Eichtung angestellt 
ergaben, dafs selbst in Lösungen, welche 50 ^/^ Umi enthielten, bei Gips- 
zusatz Salpeterbildung stattfand, wälu'end ohne Gips selbst nach 151 Tagen 
in nur 15 ^/q Urin enthaltender Lösung keine Nitiifikation auftrat. Der 
Gips wird hierbei in Karbonat umgesetzt. Zu erwälmen ist, dafs Deherain 
diesen Einflufs des Gipses in seinen Versuchen nicht beobachten konnte, 
er betont aber, dafs in seinen Versuchen erhebliche Mengen von Ammon- 
karbonat niclit in beti'acht kommen. 

Bestimmung des organischen Kohlenstoffes in Bodenarten, 
welche freien Stickstoff fixieren, von Berthelot. ''^) 

Die früheren Untersuchungen des Verfassers über die dii-ekte Bindung 
des atmosphärischen Stickstoffs ergaben, dafs dieser Voi'gang dm-ch Orga- 
nismen vermittelt wird, deren Menge Verfasser dadiu'ch zu bestimmen 
sucht, dafs er den in denselben enthaltenen Kolilenstoff dm^ch Verbrennung 
der Erde mit Kupferoxyd ermittelt. Die Erde mufs vorher dm^cli Behan- 
deln mit Salzsäure von den Karbonaten befreit werden, diese Kohlensäm-e 
wird bestimmt, der Rückstand wiixl bis zum Verschwinden der Salzsäm-e- 
reaktion gewaschen, getrocknet und verbrannt. Der so gefundene Kohlen- 
stoff entspricht den in "Wasser und Säure unlöslichen organischen Verbin- 
dungen; die in "Wasser und Säure löslichen Kohlenstoff Verbindungen bestimmt 
Verfasser dadurch, dafs er nach der Zersetzung des Karbonats mit der 
berechneten Menge Salzsäure, den Rückstand eindampft und den durch 
Verbremiung mit Kupferoxyd gefundenen Gesamtkohlenstoff dem ersteren 
abzieht. Nach seinen" Bestimmungen enthält 1 kg Boden 1 — 2 g organische, 
den Organismen angehörende Substanz, welclie nach dem Verhältnis der 
gefundenen Kolilenstoffmengen zu dem Stickstoff in Form von Albuminoidcn 
und Kolüehydraten darin enthalten sein sollen. 

Quantin, 3) „Reduktion des Calciumsulfates tlurch verschie- 
dene anaerobische Fermente" glaubt, dafs das in der schwarzen Flüssig- 
keit der Düngerhaufen enthaltene Ferment, welches CeUulose unter Sumpf- 
gasentwäekelung spaltet (Deherain und Gayon), sowie auch das Butter- 
säurcferment des Bodens den scliwefclsauren Kalk direkt unter Schwefel- 
wasserstoff-Entwickelmig zersetzen, da naszierender Wasserstoff diese "Wirkung 
nicht auszuüben vermag. 



1) Ann. agron. 188.5, XI. 557. Centr.-Bl. Agrik. 188G, XV. 365. 

2) Compt. read. 102, 951—954, aus Chcm. Centr.-Bl. 1886, XVn. 460. 

3) Ann. agron. ; Journ. Chera. Soc. 1886, 573. Chem. Centr.-Bl. 1886, XVII. 701. 



Botlen. 27 

A. Müiitz^) beobachtete, dafs Mikroorganismen denjenigen älmlich, 
welclie Niü-atc zu reduzieren vermögen, und solche, welche Nitrifikation z\i 
bcAvirken im stände sind, auch Jodate reduzieren, Jodüre zu Jodaten und 
Bromiire zu Bromatou oxydieren. Clüorilre ergaben bis jetzt ein negatives 
Residtat. 

Untersuchungen über die Zersetzung der organisclien Sub- 
stanzen, von E. Wollny.2) 

Verfasser giebt eine schätzenswei'te Zusammenstellung der Litteratur 
über jene physiologisch -chemischen Zersetzungsvorgänge, welche wir Ver- 
wesung luid Fäidnis nennen luid zu deren näheren Kenntnis seine aul'ser- 
ordentlich zahh-eichcn wie giilndlichen Versuche beitragen soUen. Indem 
Verfasser die Menge der dm'ch Verwesung entwickelten Kohlensäui'o als 
Mafs der Intensität der Zersetzimg setzt, ist er im stände, die Verwesungs- 
vorgänge, angestellt mit derselben Substanz unter verschiedenen Umständen 
oder mit verschiedenen Substanzen unter gleichartigen Bedingimgen, miter 
einander direkt zu vergleichen; die günstigsten Verhältnisse füi' den Prozefs, 
die hemmenden Umstände imd den Grad der Verwesbarkeit einzelnei- oi'ga- 
nischer Köi-per direlct dm-ch Zahlen auszucbücken. 

So konstatiert er, dafs Sublimat, Th^rTnol etc. Tind andere als energische 
Antiseptica bekannten Steife die Ivolüensäm-eentwickelung nahezu vollständig 
aufheben, Avas übrigens auch dm'ch Erliitzen der betrelTenden in Zersetzimg 
begriffenen organischen Substanz auf 150 *^ C. erreicht werden könne. 

Die Details der umfangreichen Sclmft (107 Seiten) müssen im Original 
nachgesehen werden, Referent mufs sich auf die Anfzälilung der einzebien 
vom Verfasser betonten Thatsachen, die eine Bestätigung der von früheren 
Forschen gefundenen oder durch langjährige Erfaluamg ei'probten Beobach- 
tungen liefern, beschränken. 

Die Oxydation des Kolüenstoffs findet auch bei LuftabscUufs statt, 
doch findet Verfasser, dafs die Intensität anfänglich mit der Menge des 
zugeführten Sauerstoffes progressiv, von etw^a 8 % an aber in einem etwas 
schwächeren Grade wächst, dafs ferner die Intensität der Zersetzimg imter 
sonst gleichen Umständen im allgemeinen mit der Temperatiu- imd dem 
Feuchtigkeitsgrade der Substanz steigt luid fällt, wobei jedoch bemerkt 
werden mufs, dafs ein vollständig durclmäfster Boden die Oxydation be- 
deutend vermindeil. 

Es ist bekannt, dafs die Salpeterbildung, d. h. der Nitrifikation sprozefs, 
nur bei Gegenwart aUcalischer Basen fortschreitet (Salpeterplantagcn) ; Ver- 
fasser hat durch seine Versuche boAxiesen, dafs für die A^erwesungscrschei- 
nungen das Vorhandensein gewisser mineralischer Bestandteile dieselbe Rolle 
spielt, indem Proben, welchen durch Salzsäiu-e üu'e löslichen Aschenbestand- 
teüe entzogen waren, imgleich geringere Mengen von Kolüensäure ent- 
wackelten, als die ursprünglichen, da hierdurch den Milii-oorganismen die 
mineralischen Nälu-stoffe nicht mehr in demselben Mafse dargeboten A\au'den. 

Weitere Versuche bestätigen ferner die erfalmmgsgemäfs festgestellte 
Thatsache, dafs schwach alkahsche Losungou die Vei-Avesimg fördernd beein- 
flussen, wälu'end freie Mincralsäuren oder konzentriertere alkalische Lösimgen 



Fäulnis und 
Verwesung. 



1) Centr.-Bl. Agrik. 188G, XV, 225. 

^) Sonderabdruck aus Joura. Landw. 1886, XXXIV, 213. 



28 



Boden, "Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



hemmend aiif die Yerwesimgsvorgänge eimWi-ken. Anders verhalten sieh 
selbstverständlich tue Salze von Alkalien xmd aüvalischen Erden, "vvas aus 
dem einfachen Chemismus der Zersetzimgsvorgänge einleuchtet. Wähi-end 
die freien oder leicht neuti-alisierbaren Karbonate derselben auf die bereits 
im Gange befindliche Zersetzung eine günstige Wh-kung ausüben, werden 
sie in noch xmzersetzter Substanz die Lebensthätigkeit der ]\Iiki'oorganismen 
ungimstig beeinflussen, bezw. hemmen, -wie dies ja auch einzehie als Anti- 
septica bekamite Alkali- imd Erdallvalisalze zu tlnm vermögen, d. h. Avenn 
dieselben nicht in zu verdünnten Lösungen dargeboten werden (Gips, Sal- 
peter, deren VerAvendung als Konservienmgsmittel), yde auch weiters noch 
die als Zersetzungsprodukt entstandene Kolilensäure, falls dieselbe sich in 
der Bodenluft ansammelt, die Fimktionen der Organismen wesentlich zu 
beeinträchtigen vermag. 

"Was die relative Yerwesimgsfähigkeit der verscliiedenen organischen 
Substanzen anbelangt, so ist analog jeder Zersetzmigserscheiliung dieselbe 
von der ObeiflächengTöfse (Zerkleinenmg) abliängig, verscliiedene Substanzen 
verhalten sich in nachstehender Eeilienfolge : organische Bestandteile des 
Knochenmehls, Fleischmehl, Exla-emente des Hausgeflügels, Einstreit, Stall- 
mistsorten, Ledermehl, Hornmelil, Waldstreusorten, Sägemehl und Torf, 
woraus Verfasser den ge"v\äfs berechtigten Schlufs zieht, dafs die organischen 
Substanzen um so sch'W'ieriger verwesen, je weiter deren Zersetzung bereits 
vorgesclu'itten ist (ausgenommen jene künstlich konservierten Substanzen, 
wie Leder etc.). 

Analog dem Kohlenstoff verhält sieb auch der Stickstoff (Tuxen, dies. 
Jahresber. VILL, 1885, 39), so dafs der dm-ch chemische Bauschanalyse 
bestimmte Stickstoffgehalt, der Düngemittel organischen Ursprimgs etc. uns 
keinen Aid'schluls über die von den Pflanzen thatsäclilich assimilierbaren 
Stickstoffmengen giebt. Yersuclie über den Eiuflufs von Eiweifskörpern 
einerseits, wie antiseptisch whkenden Substanzen andererseits auf die Yer- 
wesung (pag. 295, imten), sowie die Beobachtung, dafs dm-ch Dämpfen des 
Materials die Verwesimg befördeii; wird, bringen, wie auch die über die 
Wärmeent\\^ckelung ausgesprochenen Ansichten und Versuche, nichts Neues. 

Bezüglich des Zerfalls der organischen Stoffe durch die Lebensthätig- 
keit niederer Organismen bei Luftabschlufs (Fäulnis genaimt), bei welcher 
nicht Oxydationsprodukte, sondern Eeduktionsprodukte residtieren, welche 
naturgemäfs nicht zu den von den Pflanzen direkt assimilierbaren Verbin- 
dungen gehören können, bemerkt Verfasser, dafs es im Interesse des prak- 
tischen Landwii-tes hege, durch zweckmäfsige Durchlüftung des Bodens etc. 
dafür Sorge zu ti-agen, dafs die in bestimmten Materialien eingeschlossenen 
Pflanzen nälu'stoffe entlialtenden Substanzen nicht in Fäiünis-, sondern in 
Verwesungsprodukte zerfallen. 

Wasser- Über Wasservcrdunstung aus dem Boden und den Pflanzen, 

Verdunstung. " 

von F. A. H. Marie Davy. i) 

Verfasser stellten ihre Versuche in Vegetationskästen an, welche mit 
wasserdichten "Wänden versehen waren und es ermöglichten, das ablaufende 
"Wasser zu messen, die Differenz des auffallenden und ablaufenden Wassers 



Fäulnis. 



1) Joum. d'agric. prat. 1886, I, 857 aus Centr.-Bl. Agrik. 1886, XV, 653. 



Boden. 29 

ergiebt das verdunstete Wasser. Sie fanden, dal's die A^crdunstung am 
Ideinsten ist bei nacktem Boden und zunimmt mit zunelunender Yegetations- 
docke (Gras, Bäume etc.). Verfasser machen darauf aufmerksam, dafs aus 
dem NiedcrsclüagsAvasser nicht die dm-ch Drains abzuführende Wassermenge 
sich bereclmen läfst. 

Untersuchungen über die Feuchtigkeits- und Temperatur- ^"«"chtig- 

'- o X keits- uud 

Verhältnisse des Bodens bei verschiedener Neigung des Terrains Temperatur- 
gegen den Horizont, von E. Wollny. i) des Kodens. 

Die Untersuchungen über die Feuchtigkeitsverhältnisse wunlen in der 
AV'eise angestellt, dafs (quadratische Holzkästen von 1 qm Grmidfläche imd 
25 cm Tiefe in Abständen von 2 m im Freien, mitten auf dem Versuchs- 
felde genau nach Süden, exponiert -win-den. Ein Kasten war horizontal, die 
anderen verscliieden scliräg gestellt. Der Boden der Kästen war dm-ch- 
löchert, um dem vom Erdreicli nicht festgehaltenen Wasser Abzug zu ge- 
wähi-en. Zur Bestimmung des Wassergehaltes winden die Erdproben mittelst 
eines Erdbohrers aus der j\Iitte jedes Kastens bis auf 25 cm ausgehoben 
imd bei 105^0. bis zur Ge^vichtskonstanz getrocknet. Die vom Verfasser 
erhaltenen, grofse Übereinstimmung zeigenden Zalilen lassen erkennen, dafs 
ebenes Land feuchter ist als das geneigte, und dafs letzteres einen mn so 
geringeren Wassei'gehalt besitzt, je steiler die Lage des Tenains ist. Ebenso 
bestätigt Verfasser die Thatsache, dafs die Verdunstimg des Wassers im 
Boden abhängig ist von der Intensität der Erwärmimg desselben, welche 
bedingt ist dmch die Neigung der Bodenfläche gegen die Bcsti-alilung. 
Aufserdem findet Verfasser, dafs die diu-ch die Neigung des Terrains be- 
dingten Unterschiede in der Bodenfeuchtigkeit bei dem bebauten Lande 
stärker hervorti'eten als bei brachliegenden, und dafs die Bodenfeuchtigkeit 
in dem ebenen Lande gleichmäfsiger verteilt ist als im geneigten, dafs in 
letzterem der AVassergehalt des Erdreiches von oben nach unten zunimmt 
imd dafs die in dieser Beziehimg zwischen den höher und tiefer gelegenen 
Erdpartieen bestehenden Differenzen mn so gTöfser sind, je stärker geneigt 
die Fläche ist. 

Was die Temperatur des Bodens bei verschiedener Neigimg gegen den 
Horizont anbelangt, so kommt Verfasser auf Grimd seiner Versuche mit 
Lelmiboden, Tempera tm der obersten Schicht, welche in 10 imd 15 cm 
Tiefe, sovne mit humosen Kalksandboden, welche Versuchsreihen in ver- 
schiedenen Jahren wiederliolt wurden, zu folgenden Eesidtaten: 

1. dafs der Boden während des Frülüings, Sommers xmd Herbstes sich 
im allgemeinen um so .stärker erwärmt, im kalten Winter sich in so 
höherem Grade abkülüt, je stärker das gegen Süden exponierte Land 
gegen den Horizont bis zu einem bestimmten Winkel geneigt ist; 

2. dafs der Neigungswinkel , welcher bei südlichen Abdachungen das 
]\Iaximum der Bodentemperatur bedingt, wälu'end der Monate Februar 
bis Aprü und August bis Oktober bei 48 ö, während Mai bis Juli 
bei 32 0, und zur Winterszeit bei ^ gelegen ist; 

3. dafs bei ausschliefslicher Berücksichtigung der Vegetationszeit (März 
bis Oktober) und derjenigen Hänge, welche die Acker- bez. Wiesen- 



1) Forsch. Agr.-Phys. 1886, IX, 1. 



30 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

kiütui" ermögliclien (ca. 30 ^ Neigung) der Boden um so wärmer, je 
stärker das südlich exponierte Terrain geneigt ist; 

4. dafs die 2 xmd 3 charakterisierten Unterschiede in der Bodenerwär- 
mung im Frühjalu'e imd Herbst, sowie bei imgehinderter Bestralilung 
weit gröfser sind als im Sommer mid bei bewöllctem Himmel; 

5. die Schwankungen der Bodentemperatur nehmen in dem Mafse zu 
als der Boden sich stärker erwärmt (siehe 3) ; 

G. dafs für den täglichen Gang der Bodentemperatm' die ad 2, 3, ge- 
schilderten Unterschiede am stärksten zm- Zeit des täglichen a\raxi- 
mums (4 — 6**), am schwächsten zur Zeit des tägHcheu JMinimums 
(8 — lO'^) hervortreten; 
7. dafs der Schnee um so sclmeUer abschmilzt, je gxöfser der Winkel 
ist, den die Bodenfläclie mit dem Horizont bei südlicher Abdachimg 
bildet. 
Kohlen- Untersuchungen über den Einflufs der physikalischen 

des Bodens. Eigenschaften des Bodens auf dessen Gehalt an freier Kohlen- 
säure, von E. Wollny. 1) 

Verfasser hat die seiner Zeit ausgefülirten Untersuchimgen (Band HI, 
IV, V die Forschmigen etc.) wieder aufgenommen, um vornehmlich der 
Frage nach dem Einflufs der Neigimg des Terrains gegen den Horizont 
und Himmelsrichtimg, femer der Farbe -der Oberfläche imd des mecha- 
nischen Zustandes des Bodens, der verschiedenen Sclüchtung etc. auf den 
Kolüensäuregelialt der Grundluft näher zu treten. 

Er findet aus seinen Versuchen, dafs der Kolüen Säuregehalt der Boden- 
luft bei einer Neigamg des Ten-aiiis von 20 ^ sein Maximum erreicht, 
Avälu'end er bei 10^ oder 30 ^ verringert ist. Diese Thatsache findet diu'ch 
die Temperatur- und Feuchtigkeitsverhältnisse (siolie oben) imd der da-, 
durch beeinflufsten Zersetzung humoser Bodenbestandteüe seine Erklärung, 
woraus wieder der Umstand erhellt, dafs die Lage der Bodenfläche gegen 
die Himmelsgegenden sich in ähnlicher "Weise bemerkbar machen düi-fte. 
Was den Einflufs der Farbe des Bodens 2) auf das Mafs der Kolüen- 
säureentv\dckelung in demselben anbelangl, so findet A'^erfasser, dafs es nicht 
die Farbe ist, welche diese Verhältnisse beeinflufst, sondern lediglich der 
Feuchtigkeitsgrad der Böden, so dafs ein heUer, feuchter Boden mehi- 
Kolüensäure zu entwickeln vermag, als ein trockener dimkler u. s. w. 

Die Bodenluft in Behäuflungsdämmen ist ärmer an Kolüensäure, als 
im ebenen Lande. Der Kolüensäiu-egehalt der Bodenluft ist abhängig von 
der Struktiu- des Bodens, feinkörnige Böden enthalten bei gleicher Menge 
organischer Stoife mehr Kolüensäm-e als grobkörnige, was so ziemlich vor- 
aussichtlich ist, da der Austritt der Bodenkolilensäiu'e in die Luft bei grob- 
kömiger Sti'uktm" leichter vor sich gehen mufs, als bei einem feinlcörnigen 
bei dichten Boden. 

Vei-f asser ist weiters noch in der Lage, die Beobachtungen Petten- 
kofers, Wolfhügels imd vieler anderer Forscher neuerchugs zu bestätigen. 



1) Forsch. Apr.-Phys. 1886, IX, 1G5. 

2) Die verschiedene Färbung wurde derart hergestellt, dafs auf den in Zink- 
kästen befindlichen Inimösen Kalksand, Marmorpulver gestreut wurde: weifser Boden, 
Kohlenpulver: dunkler Boden. 



Boden. 31 

dals der Kolilonsiuirog-ohalt der Bndoiilnft mit doi- Tiefe der Bodenschicht 
zuiiinunt, welche Thatsuchc ilu'e Erklärung in dem Umstände findet, dals 
mit zunehmender Tiefe auch meist der "Widerstand wächst, welcher sich 
der Diffusion zAvischen Boden- imd atmospliärischor Luft entgeg-enstellt. 

G(4ten die eben angefülu'ten Beobaehtiuigcn für mi])edeckten Boden, 
so findet Verfasser für bedeckten Boden (Pflanzcnwuchs, Brach mid Stroh- 
docke), dafs der von lebenden Pflanzen beschattete Boden während der 
wärmeren Jahreszeit betiiichtlich geringere Mengen von Kohlensäure enthält, 
als der bracliliegende, \md dals dieser meder ärmer an Kohlensäiu-e ist, 
als der mit einer Decke abgestorbener Pflanzenteile versehene, welche im 
letzteren Falle mit der Dicke der Deckschicht zunimmt. 

Daran schliefst sieh folgerichtig die Thatsachc, dafs der Kohlensäiu'c- 
gehalt der Bodenluft in dorn ^lafse abnimmt, als die Dichte des Pflanzen- 
bestandes zunimmt, und dafs miter sonst gleichen Umständen derselbe um 
so kleiner ausfällt, je zeitiger die Saat vorgenommen wurde, andererseits 
sich aber erhöhen mufs, Avenn man die Ursachen der Vermindenmg des 
Kolüensäuregehaltes, z. B. üppiger Pflanzenwuchs etc. entfernt: Abmähen 
des Grases u. s. w. Aus alledem geht hervor, dafs die Menge der freien 
Kohlensäure im Boden keinen Mafsstab für die Intensität der organischen 
Prozesse noch der Menge der im Boden vorhandenen oi'ganischen Stoffe 
abgiebt. 

Untersuchungen über die Wasserkapnzität der Bodenarten, 
von E. Wollny. 1) 

Verfasser dehnt seine IVülioron Studien über diesen Gegenstand 2) nun 
aucli auf den Eiuflufs, welche äufsere Faktoren (Wärme, Frost), sowie die 
Beschaffenheit der tieferen Bodenschichten aiif die Wasserkapazität des 
Obergrimdes ausüben, aus imd gelangt zu folgenden Sclüüssen: 

1. Die Wasserkapazität nimmt mit steigender Bodentemperatiu' ab luid 
dies in einem um so höheren Grade, je gröber die Bodenporen sind. 
Die Wasserkapazität der Böden wii'd dm-ch das Gefrieren des AVassers in 
denselben im allgemeinen vermindert, bei gi'obkömigen, sandreichon, hmnus- 
armen Böden ist diese Wirkimg eine vorübergehende, während bei zur 
Krümelbüdung neigenden (feinkörnigen, thonigen, hmmisreichen) Böden 
diese Veränderung eine dauernde ist, wobei jedoch bemerkt A\'erden mufs, 
ilafs bei dauernder Frostwirkung unter Umständen eine Erh()hung der 
Wasserkapazität der krümeligen Böden eintreten kann, wenn diu'ch Wechsel 
zwischen Frost luid Tauwetter eine weitere Zerkleinerung der Bodonteile 
veranlafst wird. 

Was den Einfliü"s des Untergrundes auf die Wasserkapazität anbelangt, 
so bestätigen die Versuche des A^erfassers die schon aus früheren Beobach- 
tungen zu ersclüiefsende Thatsache, dafs die AVasserkapazität grobkru-nigcr 
Böden dm*ch Untergrundschicliten, welclie das Wasser nur langsam leiten, 
beträchtlich erhöht wird, xmd zwar um. so mehr, je näher diese Schichten 
der Oberfläche liegen, dafs ein diu-clüässiger Untergiimd aber dieselbe bei 
einem grobkörnigen Boden herabsetzt, während derselbe auf die AVasser- 
kapazität feinkörniger Böden keinen nennenswerten Eiuflufs auszuüben vermag. 



Wasser- 
kapazität. 



1) Forsch. Agr.-riivs. 188(), IX, 3(31. 

2) Ebendas. 1885, VIII, 177 u. dieser Jaliresber. 1885, ATH, 36. 



32 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

Wasser- Über PrüfuiiiT der Bodenarten auf Wasserkapazität xmd 

kapazität ■,-,,.-, i ■ . tt • • i i\ 

und Durch- Diirchlüt tbarlceit, von Heinrich. ■^J 
lüftung. Indem Verfasser die Wichtigkeit der Bestimmimg der Wasserkapazität 

imd Dui'clüüftbarkeit für eine rationelle Wertschätzung der Bodenarten 
betont, giebt er die ]\Iethode an, Avelclie er zur Prüfmig der Bodenarten 
auf diese Eigenschaften benutzt. 

Die wh-ldiche Wasserliapazität, deren Bestiinniung nach den älteren 
Methoden eine luizulängliche ist, 2) ist nicht nur abhängig von der Mäch- 
tigkeit der Erdschicht, sondern auch von der Struktur des Bodens, der 
chemischen Zusaminensetzimg desselben (vorzugsweise Hmnusgehalt) , den 
Schichtiingsverhältnissen des Unterginindes, der Lage des Bodens gegen 
seine Umgebimg mid von der Tiefe des Grmidwasserstandes. 

Da mm allen diesen Verhältnissen bei Versuchen im Laboratorium 
natüi'licherweise nicht Eeclinung getragen werden kann, so hat Verfasser 
in richtiger Wüixligung dieser Umstände seine Versuche auf das Feld 
hinaus verlegt, und da dieselben von Bedeutung sind, so mufs im km-zen 
die Art der Versuchsanstellung erwähnt werden. Die Ackerlanune mrd 
bis zm' vollen Tiefe ausgehoben, dann ein unten offener Blechcylinder 
(20 cm D. imd 40 cm Höhe) eingesetzt, derselbe ringsum mit der ausge- 
hobenen Erde beschüttet imd sclüiefslich er selbst mit der zu untersuchen- 
den BJiime, welche mit Wasser angerülu-t diu'ch ein Sieb (4 Fäden pro 
1 cm) in den hohlen Cylinder getiieben, angefüllt. Verfasser nimmt nach 
bestimmten Zeiten (2 X 24 Stunden nach Verlauf des über den Boden 
stehenden Wassers) mittelst eines konischen (imten engeren) Hohlbolu-ers 
Erdproben zur Wasserbestimnmng. Die in 1 1 Bodem-aum vorhandene 
Wassermenge (Gramm) bezeichnet er als AVasserdichte (d). 

Diese Wasserdichte wechselt nach seinen Versuchen zwischen 86 und 
386. 86 g Wasser pro Liter Boden wurden beispielsweise auf Sandboden 
gefunden, der eine sogenannte Brandstelle im Acker bildete, 386 g Wasser 
besafs ein als Wiese benutzter Torfboden. Verfasser liefert an einer Reihe 
von Bestimmungen, deren Zuverlässigkeit durch Eniteversuche bestätigt 
wird, den Nachweis, dafs die von ihm eingeschlagene Methode zirr 
Bonitierimg der Böden auf richtigen Prinzipien beruht, worüber im Originale 
nachgesehen werden möge. 

Was die für das Pflanzen Wachstum nötige Wassemienge anbelangt, 
so betont A^erfasser die wichtige Thatsache, dafs die Pflanzen nicht sämt- 
liches in dem Boden befindliches Wasser sich anzueignen vermögen, imd 
er glaubt, gestützt auf zalüi-eiche Versuche, folgern zu düi-fen, dafs die 
Pflanzen denjenigen Wasserrest, der ungefähi* das 1 1/2 fache des soge- 
nannten hygi-oskopischen Wassers (h) beträgt, einem Boden nicht mehr 
entziehen können, so dafs bei einem solchen Wassergehalt die Pflanzen 
vertrocknen. 

Verfasser verweist auf die von ihm gegebene Formel zur Berechnung 

j ]x y^ 15 

des für die Pflanzen verfügbaren Wassers (w). w = -— — k; 

wobei k = Krumentiefe des Ackerbodens in Ccntimctern ist. 

1) Forsch. Agr.-Phys. 1886, JX, 259. 

2) Ad. Mayer. Landw. Jahrb. 1874, 735. 



Boden. 33 

Auf Grund dieser dargelegten Yerliältnisse lassen sich die Kidtur- 
^\■el•te für verschiedene Bodenarten darstellen. Z. B. ein Boden, der unter 
den norddeutschen klimatischen A^erhältnissen weniger als 20 g Wasser 
auf 100 g Boden (Trockensubstanz) rosorvioi-t, ist von dein jeweiligen 
Kogenfall so sehr abhängig, dais er als luisiclierer Boden bezeichnet werden 
nuifs, wora\is liorvorgclit , dais die Idimatischcn Verhältnisse bei Boni- 
tienmgen notAvendig berücksichtigt worden müssen. 

Bezüglich der Durcldüftimgsfähigkeit der Bodenarten gilt annäliemd -Oycii- 
das über die der Wasserkapazität früher Gesag-te. Yerfasser fülu-t dieselbe 
gleichzeitig mit jener derart aus, dais er, bevor die Ackerknmie durch 
das Sieb in den Bleclicylinder eingebracht wird, eine 3Iossingröhro mit 
miuidstückartigcr Erweiterung auf den Untergrund aufstellt und ibdert. 
Erst dann wird der Boden in das Gefäfs geschwemmt. Vor Entnaluno der 
Proben ziu- Wasserbestimmung wird die Durclüüftbarkeit bestimmt, indem 
das Messingrolu' mit einem luftdicht gesclilossenen Mefscylinder in Verbin- 
dung gebracht wh'd, in welchen durcli Hebervorrichtung ein mit Quetsch- 
liahn rcgiüierbarer Wassersti'alil einfliefst. Dem Volum dos eingeflossenen 
Wassers (bei gleichem Dnick) mufs ein gleiches Luftvolmuen, in den Boden 
eingedrungen, entsprechen, der Druck, welcher ziu- ÜberA\indung des Wider- 
standes nötig ist, -vN^'d an einem mit dem Mefscylinder in Verbindimg 
stehenden Manometer gemessen. 

Nach seinen Versuchen zeigen die gewöhnliclicn Kidtiuböden eine 
leichte Diuclilüi'tbarkeit bereits bei 2 cm Wasserdruck und lassen mindestens 
40 — CO ccm Luft liindurch, Böden, welche bei 20 cm Druck unter diesen 
Verhältnissen, nicht oder schwer dm-chlüftbar sind, taugen nicht mehi- ziun 
Ackerland. So gedeihen Zuckerrüben, Erbsen, Kartoffeln nicht melu' auf 
einem Boden, welcher bei 2 cm Überdruck nicht wenigstens 40 ccm Luft 
pro IMinute durcliläfst, wälu-end Hafer weniger anspruchsvoll ist. Li den 
bei 20 cm Druck nicht durchlüftbaren Böden wachsen niu- Schachtelhalme 
u. dergl. 



Litteratur. 

r. F. Hornstein: Kleines Lehrbuch der Mineralogie, Cassel-Berhn 1886, IV. Auflage. 

C. Rammelsberg: Handbuch der Mineralcbemie. Ergänzungsheft zur 2. Auflage. 
Leipzig 188(j. — Die chemische Natur der Blinerahen, systematisch zu- 
sammengestellt. Berlin 1886. 

C. Fr. Naumann: Elemente der Mineralogie. 12. Aufl. Bearbeitet von Fi-. Zirkel, 
W. Engelmann, Leipzig. 

A. V. Lasaulx : Einführung in die Gesteinslehre. Ein Leitfaden für den akademischen 
Unterricht und zum Selbststudium. Breslau 1886. 

G. Leonhard: Grundzüge der Geognosie und Geologie. IV. Aufl. besorgt durch 
E. Hörnes. Leipzig 1885, 1. Lief. 

A. Stelzner: Die Enhvickelung des petrographischen Unterrichtes in den letzten 
50 Jahren. Festschrift der Isis in Dresden, 1885. 

Josef Zaffauk, Edler von Orion: Die Erdrinde und ihre Formen. Ein geographi- 
sches Nachschlagebuch in lexikalischer Anordnung nebst emen Thesaurus 
in 37 Sprachen. Wien, Pest und Leipzig, 1885. 

Hermann Credner: Die geologische Landesuutersuchung des Königreiches Sachsen. 
Von deren Direktor. Leipzig 1885. Mit einen Unterrichtskärtchen. 

H. Eck: Geogucistische Karte der weiteren Umgebung der Schwarzwaldbahn. Gegen- 
den von Haslach, Wolfach, Schütach, Schramberg, Königsfeld, St. Georgen, 
Triberg, Homberg, Elzach. 1 : 50000. Lahr 1884. 

Jahresbericht 1886. 3 



34 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



E. Schuhmaclier: Erläuterungen zur geologischen Karte der Umgebung von Strafs- 

burg mit Berücksichtigung der agronomischen Verhältnisse. Herausgegeben 

V. d. Kommission für die geolog. Landes. -Unters, von Elsafs- Lothringen. 

1883. Karte 1 : 25000. 
P. Platz: Geologische Skizze des Grofsherzogtums Baden, mit geol. Übersichtskarte. 

Karlsruhe 1886. 
Geologische Karte von Pi-eufsen und Thüringen. 1 : 25 000. Sektion Eisfeld, Meeder, 

Steinheid, Neustadt a. d. H., Spechtsbnmn u. Sonneberg. 

B. H. Proescholdt: Geologische und petrogi-aphische Beiträge zur Kenntnis der 

»Langen Ehön«. Jahrb. d. preufs. geol. Landesanstalt 1884. 

C. Ackermann: Eepertorium der landeskundlichen Litteratur f. d. Kgl. preufs. 

Regierungsbezirk Cassel. Festschrift des Vereines für Naturkunde zu 
Cassel. 1886. 

C. Chelius: Beiträge zur geologischen Karte d. Grofsherzogtums Hessen. Notizbl. 
d. Ver. f. Erdkunde zu Darmstadt und des mittelrh. geol. Ver. 1884. 

R. Lepsius: Die oberrheinische Tiefebene und ihre Randgebirge. Stuttgart 1885. 

Herm. Credner: Das sächsische Granulitgebirge und seine L^mgebung. Erläuterung 
zu der Ul^ersichtskarte des sächs. Granulitgebirges u. seiner Umgebung 
im Mafsstabe 1 : 100000 der natürl. Gröfse. Herausgegeb. v. Kgl. Finanz- 
Ministerium. Leipzig 1884. 

M. Hagen: Die geolog. Verhältnisse Nürnbergs. 

F. Bay berger: Geograph.-geolog. Stvulien a. d. Böhmerwalde. Gotha 1886. 
Beiträge zur geol. Karte der Schweiz. Herausgegeb. von der geol. Kommission d. 

Schweiz, naturf. Gesellschaft. 24. 
F. Schmidt: Blicke auf die Geologie von Estland imd Ösel. (Balt. Monatsschr. 

1885, Bd. XXXn.) 
M. Neumavr: Die geograph. Verbreitung der Juraformation. Denkschr. d. Kaiserl. 

Akad. Wien 1885. (Referat darüber: Neues Jahrb. 1886, I. 446.) 
Sveriges Geologiska Undersöknig. Ser. C. No. 64 (Praktisch geol. Untersuchungen 

im nördl. Teile der Statthalterschaft Kalmar, Elfsborg und Dalsland. (Neues 

Jahrb. 1886, E, 45) weiter: Serie Ab. No. 7 Blatt Boras 

„ 9 „ Särö 
„ 10 ,, Kongsbacka. 
J. M. Zujorie: Geol. Übersicht des Königreichs Serbien. Wien 1886. 
Richard Küch: Beitrag zur Petrographie des west>afrikanischen Schiefergebirges. 

(Tschermak, mineral. Mitteü. VT. 93.) 

E. Doli: Die Mitwirkung der Verwitterung der Eisenkiese bei der HöhlenbUdung 

im Kalkgebirge. Separatabdr. No. 1 der Blätter für Höhlenkunde. Wien 1886. 

H. Grüner: Gewinnmig und Venvertung phosphorsäurehaltigcr Düngemittel. (Nach- 
richten a. d. Klub d. Landwirte zu Berlin 1885. Kommissionsverlag Paul 
Parey. Berlin, 8".) 

Ant. Schmied: Die Bodenlehre. Prag 1886. Ottomar Beyer. 

F. W. Dafert: Über das Wesen der Bodenkunde. Kritische Bemerkungen. Landw. 

Jahrb. 1886, XV. 



Wasser. 

Referent: W. Wolf. 



1. Trinkwasser. 

über ein E. Gcissler 1) uiitersuchte das Wasser eines Brunnens aus einem 

mit°Typhu" Dorfc bcl Dresden, dessen Bewohner in einem Häuserkomplex, welche das 

baciUus. Wasser dieses Brunnens benutzen, wiederholt von schweren Typhusfällen 

heimgesucht wurden. Die chemische Untersuchung ergab folgende Resultate. 



1) Pharm. Centr.-H. 27, 243 a. d. Chem. Centr.-Bl. 1886, 487. 



Wasser. 



35 



In 100 0(10 Teilen enthielt das Wasser: 

30 Teile feste Bestandteile, 
1,7 ,, organische Substanz, 
2,1 „ Clüor, 
8,3 „ Salpetersäure. 
Salpetrige Säure und Ammoniak war nicht nachweisbar. 

Nach diesem Befund würde man kaum Yeranlassvuig gehabt haben, 
this Wasser ernstlich 7.11 beanstanden, wenn sich nicht bei der mikrosko- 
pischen Untersuclumg lierausgesteUt hätte, dafs in dem Wasser stäbchen- 
förmige Bakterien entlialten waren. 

Johne imd Michael haben durch eingehendere nach Koch aus- 
gefülirte bakterioskopische Untersuchung dieses Wassers die überraschende 
Thatsache festgestellt, dafs das fragliche Wasser neben zahlreichen anderen 
Miki'oorganismen, auch den spezifischen Typhusbacillus entliielt. 

Der Bacillus wiu-de weiter auf Kartoffeln gezüchtet, wobei sein clia- 
rakteristisches Wachstinn zur Bestinunimg als Typhusbacillus ausschlag- 
gebend war. Weifse l^Iäuse, welche mit diesen Bacillen geimpft Aviuxlen, 
starben nach 10 bis 12 Stunden; aus ihren Organen liefsen sich abermals 
dieselben Bacillen in Eeinknltiu-en gewinnen. Ziu' Kontrolle wiuxlen noch 
Kultm-en von aus einer Typhusleiche stammenden Bacillen untersucht, welche 
völlig gleiche Resultate gaben. 

Der Verfasser meint, dafs dies das erste Mal wäre, dafs der Typhus- 
bacillus überhauj^t im Trinkwasser nachgewiesen worden ist. (In dieser Hin- 
sicht vergl. man die Ai-beit von L. Letzerich, d. Jalu'esber. 1884, 45. D. Ref.) 
Auch Moers 1) ^\^ll in einem Trinkwasser der Stadt Mülüheim Typhus- 
baciUen nachgewiesen haben. 

Gr. WolffhügeP) teilt Erfalirungen über den Keimgehalt brauch- 
barer Trink- imd Nutzwasser, sowie die Ergebnisse des Versuchs einer 
Sammelforschung mit, welche in dieser Beziehung vorgenommen worden ist. 
Der Hauptzweck solcher Untersuchungen soU dabei mit sein, Angaben 
darüber zu erhalten, w^e hoch die Anzahl der entwickelimgsfähigen Keime 
in guten, d. h. in solchen Wassern gefunden wird, welche erfahrungsgemäfs 
zu einer Beanstandung in gesundheitlicher Beziehimg keinen Anlafs geben. 
Meade Bolton^) veröffentlicht eine Arbeit über das Verhalten der 
verscliiedenen Bakterienarten im Trinkwasser. Nachdem der Verfasser im 
ersten Abschnitt die Methoden der bakterioskopischen Trinkwassenuiter- 
suchung beschrieben, bespricht er im zweiten Teile einige biologische Eigen- 
tiimliclikoiten der im Wasser vorkommenden Bakterien, wie das Wachstiun 
und die Vermehnmg derselben und stellt dann im dritten Abschnitt seiner 
Arbeit durch Versuche das Verhalten der einem Wasser künstlich zuge- 
fügten pathogener Bakterien fest. 

Wii- können liier nm^ die Folgenmgen kiu'z zur Mitteilung geben, zu 
denen der Verfasser durch seine Versuche gelangt ist. 

Die Zahl der Bakterien in einer Wasserprobe giebt in vielen FäUen 
weder fih- die chemische Beschaffenheit, noch für- den Grad der Veinm- 



Die Brunnen 
der Stadt 
Mühlheim 
am Bhein. 
Der Keim- 
gehalt 
brauchbarer 
Trink- und 
Nutzwässer. 



Verhalten 
verschie- 
dener Bak- 
terienarten 
im Trink- 
wasser. 



1) Ergänzungsh. f. allg. Gesimdheitspfl. 1886, 11. 133. 

2) Arb. a. d. Kaiserl. Gesundheitsamte I. S. 546 a. Chem. Ceutr.-Bl. 1886, 631. 

3) Zeitschr. f. Hyg. 1886, 1. 76 a. Chem. Centr.-Bl. 1886, 732. 

3* 



36 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflconze, Dünger. 



Mikro- 
organismen 

im 
Mtinchener 
Trink- 
wasser. 



Bakteiio- 

Bkopische 

Unter. 

suchung der 

Brunnen- 
wasser 

in Stettin. 



reinigxuig, noch für die Infektionsgefalu- des Wassers sichere Anhaltepmikte, 
da die Anzahl der entwickelungstaliigen Bakterien in erster Linie immer 
von der Anwesenlieit der eigentlichen Wasserbakterien imd von den einer 
Vermelu'img derselben fördernden Bedingungen, als von der Temperatur 
des Wassers, dem Grade der Benutzimg luid von einer Reihe anderer 
variabler Faktoren abhängig ist. Die nähere Ermittelimg der Qualität der 
in einem Wasser gefundenen Bakterienarten gewälu-t vielleicht noch eher 
hj'gienisch verwertbare Resultate, als die Bestiuunimg der gesamten Bak- 
terienzahl. 

Um eine nachträgliche Yermeluamg der Wasserbakterieu zu vermeiden, 
sind bakteriologische Wasseruntersuchungen stets unmittelbar nach der Probe- 
nalime auszufidu-en, oder die Gefäfse sind von dem Moment dei' Entnahme 
an bei ^ zu halten, jedoch auch nur für möglichst kurze Zeit. 

Dafs bisher in den Wassern nur vereinzelt patliogene Bakterien ge- 
funden A\Tii-den, ist leicht erkläi-lich, wenn man bedenkt, dafs dieselben 
meist mu' kiu-ze Zeit nach ilu-em Hineingelangen in den Brunnen einen 
einigermafseu erheblichen Bruchteil des ganzen dort vorhandenen Bakterien- 
gemenges ausmachen. Nm- in frischen Fällen wird daher Aussicht auf die 
Auffindimg der j^athogenen Bakterien vorhanden sein können und auch 
dann jedenfalls nur, wemi dm'ch geeignete Vorsichtsmafsregeln einer Yer- 
mehnmg der Wasserbakterien nach der Entnahme vorgebeugt wird. 

Bisher lagen schon infolge der Unlcenntnis dieser Felllerquelle die 
Chancen für einen direkten Nachweis von Ki'anklieitserregern im Wasser 
äiifserst imgünstig, imd es ist möglich, dafs es mit Hilfe unserer jetzigen 
Erfaluimgen und der nach diesen modifizierten Methode eher gelingen wird, 
die ätiologische Bedeutimg des Wassers für manche Infektionskrankheiten 
diu'ch direkte Beobachtimgen darzuthun. 

Leone 1) hat das Müu ebener städtische Leitimgswasser sowohl che- 
misch, als auch auf ]\Iila'oorganismen untersucht. Das Wasser war frei von 
Nitriten, Niti'aten imd Ammoniak, enthielt 284 mg Rückstand im Liter; 
zur Oxydation der organischen Substanzen im Wasser wurden 0,99 mg 
Sauerstoff gebraucht. Pro Cubikcentimeter enthielt das Wasser 5 Keime 
von Mikroorganismen. Nach 24 Stimden hatte sich die Anzahl auf 100, 
nach 2 Tagen auf 10 500, nach 3 Tagen auf 67 000, nach 4 Tagen auf 
315 000 und nach 5 Tagen auf 1/2 Mülion im Cubikcentimeter vennehrt. 

Der Verfasser fand durch Versuche, dafs die Kolüensäiu-e im stände 
ist, eiae Yenninderimg der Mikroorganismen herbeizufülu-en. 

Link 2) hat eine gröfsere Anzahl Stettiner Brunnenwasser neuerdings 
sowohl chemisch als auch bakterioskopisch untersucht, in der Hoifnimg, hier- 
dm-ch in ge^^ässem Grade eine Gnmdlage für die Beurteilung der bakterio- 
skopischen Untersuchungsresidtate zu gewinnen. 

Zur besseren Orientierimg über die Resiütate und Schlufsfolgerungen 
des Verfassers geben wir aus seinen zahlreichen Untersuchimgen einige 
Untersuchungsergebnisse in der nachstehenden Tabelle wieder; bezüglich 
der anderen Resiütate vei-weisen wir auf das Original. 



') Mediz. chir. Eundsch. 188G, 105 a. d. Cham. Centr.-BI. 1886, S. 486. 
^) Arch. Pharm. 1886, S. 145. 



Wasser. 



37 



^0. 


Bezeichnung, resp. L 
des Brunnens 


Ige 


Datum 
der Unter- 
suchung 


Härte- 
grade, 
deut- 
sche 


Zur Oxy- 
dation 
ver- 
braufh- 
tes Cha- 
meleon 


Sal- 
peter- 
säure ' 

1 


Sal- 
petrige 
Säure 


Ammo- 
niak 


Chlor 


Mikro- 
orga- 
nismen 

in 
1 ccm 
Wasser 






in 100000 TeUen 


9 

L2 

L8 

19 
20 

23 
29 

33 

38 
44 


Vor der Fi-aue 

kaserne . 

desgl. . . . 

desgl. . . . 
Ecke der Moltk 

Pülitzersti-afs 

desgl. . . . 

desgl. . . . 
ArtiU.-Kaserne, 

desgl. . . . 

desgl. . . . 

desgl. . . . 
Artill.-Kaseme, 

desgl. . . . 

desgl. . . . 
Friedrichsstrals 

desgl. . . . 

desgl. . . . 

desgl. . . . 
Unterer Roseng 

desgl. . . . 

desgl. . . . 

desgl. . . . 

desgl. . . . 
Ecke der Woll 

und Breitest 

desgl. . . . 

desgl. . . 

desgl. . . 

desgl. . . 
Lastadie No. 9 

desgl. . . 

desgl. . . 
Schillerstraf se 

desgl. . . 

desgl. . . 

desgl. . . 
Posthof . . 

desgl. . . 

desgl. . . 

desgl. . . 


nth 

^- 1 

e . 
nö] 

sü 

e . 

■^rt 

wel 
raü 

3 


or- 

md 

lU.. 

• 

en. 

3er- 
56 . 


28. X. 85 
18. XL 85 
24. XI. 85 

2. XI. 85 
18. XI. 85 

5.Xn.85 

4. XL 85 
12. XI. 85 
17. XI. 85 
17.Xn.85 

4. XI. 85 

27. XL 85 
17.XIL85 

4. XI. 85 
12. XL 85 
17. XL 85 
17.Xn.85 
11. XI. 85 
17. XI. 85 

28. XI. 85 

i.xn.85 

4.X[I.85 

17. XI. 85 
21. XI. 85 

28. XI. 85 

i.xn.85 

4.Xn.85 
14. XL 85 

ii.xn.85 

21.Xn.85 

18. XI. 85 
24. XI. 85 

5.Xn.85 
22.Xn.85 
21. XL 85 

io.xn.85 

14.Xn.85 
17.Xn.85 


16,4 

47,5 
17,0 

19,0 
15,5 

25,0 

17,4 

30,0 

15,0 

15,0 
42,5 


0,42 

0,41 

0,28 

0,32 

0,19 



0,68 

0,69 

9,96^»- 
0,64 

für Eisen 

0,40 

0,51 
3,7 


0,5 

21,3 ! 
0,5 

5,0 
0,9 

29,0 

6,5 

Spur 




0,9 


1 

i 











0,08 






0,06 












0,12 

3,5 




0,12 

1 


3,95 

16,33 
4,26 

6,39 
3,19 

19,88 

11,36 

57,51 

2,84 

2,84 
4,97 


60 
540 
120 

612 

69 

24 

1800 

2200 

330 

18 00 

1080 

295 

2160 

160 

66 

168 

140 

90 

92 

90 

480 

48 

64 
570 
128 
175 
186 
600 

27 400 

26000 

9400 

10800 

11400 

9100 

120 

36 

15 

12 



etc. etc. etc. 



38 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

Die üi vorsteheiider Tabelle enthaltenen Zahlen über den Befund der 
]\Iikroorganismen sind nach der seiner Zeit vom Kaiserlichen Gesundheits- 
amte mitgeteilten Methode ermittelt worden. Die chemische Untersuchung 
ist nach dem bekannten "Werke von Kubel-Tiemann durchgeführt, mid 
zwar die Härtebesti m m mig nach der ]\Ietliode von Clark, die Feststelhmg 
des Rediiktionsvermögens gegen übermangansaures Kalium nach Kubel- 
Tiemann imter 5 ^Minuten langem Kochen, die Bestimmung der Salpeter- 
säiu-e nach Marx, der salpetrigen Säm-e nach Trommsdorff, des Am- 
moniaks nach Frankland mid Armstrong und des Clüors mittelst 7io 
Nonnalsilberlösung. 

Als Hauptres;dtat, zu welchem der Verfasser gelangt ist, ei-giebt sich, 
dafs die chemischen Befunde der untersuchten "Wässer mit den 
Ergebnissen der bakterioskopischen Untersuchungen verglichen, 
keine regelmäfsigen Beziehungen erkennen lassen. 

Zaldi'eiche Brunnenwässer, welche dem chemischen Befunde nach als 
völlig frei von venmreinigenden jaucliigen Zuflüssen angesehen werden 
müssen und deren geringer Gehalt an Chlor, Salpetersäm^e etc. der Boden- 
beschaifenheit zuziischreiben ist, verbleiben zwar imierhalb des von Koch 
für gute "Wässer normierten Gehaltes an ]\Iiki'Oorganismen, resp. es ist dieser 
Gehalt nur imbedeutend überscluitten, dagegen entlialten andere, chemisch 
gleich gute "Wässer, imgleich gröfsere, zum Teil sogar, \\ie der in der Tabelle 
unter No. 38 verzeichnete Brmmen, selir erhebliche Mengen Balrterien. Ferner 
weisen die, ihi-em vennehiien Gelialt an Clüoriden und Nitraten nach als 
weniger rein zu erachtenden "Wässer, zum Teil ziemlich geringe, zmn Teil 
gröfsere Mengen entsvickelungsfähiger Keime auf, ohne dafs die chemischen 
Daten für diese Versclüedenheit einen Anlialt zu liefern vermögen imd 
schlief slich ergaben die vom chemischen Standpunkt aus imbedingt zu ver- 
werfenden "Wässer vielfach selir geringe Mengen von Bakterien, wälu-end 
auch bei dieser Serie AVässer, die stärker mit ]\Iiki"oorganismen dm-chsetzten, 
eine Gleichmäfsigkeit des chemischen imd bakterioskopischen Befundes nicht 
zutage ti-eten lassen. 

Zieht man die aus diesen Beobachtmigen sich ergebenden, den herrschen- 
den Anschauungen gegenüber auffallenden Thatsachen in Betracht und zwar, 
dafs einerseits chemisch gute, dii-ekten und indirekten animalischen Zuflüssen 
nicht zugängige Brumienwässer imter bisher mcht mit Sicherheit ermittelten 
Umständen nicht selten beti'ächtliche Mengen Mikroorganismen enthalteii und 
dafs andererseits chemisch sclilechte, durch jaucliige Zuflüsse zweifellos ver- 
unreinigte "Wässer häufig, imter ebenfalls noch nicht aufgeklärten Be- 
dingungen, sehr unbedeutende Mengen ziu' Entwickelung gelangende Bak- 
tei-ien aufweisen, sowie femer, dafs bei A\üederholten Untersuchungen der- 
selben Bnmnenwässer, wie aus der vorstehenden Tabelle zu ersehen, sich 
häufig erheliliche Schwankungen des Gehaltes an ]\Okroorganismen heraus- 
gestellt haben, welche Schwankimgen bei der permanent in starkem ]\Iafse 
im Brunnenwasser vor sich gehenden Yermchrung der Mila-oorganismeii 
schon durch nebensächliche Umstände, wie die stark vermehi-te oder aber 
entsprechend verminderte Inanspruchnahme .eines Brunnens einen aufser- 
gewöhnlichen Umfang erreichen können, — (solche und andere äufsere 
Umstände können allerdings auch von Einflufs werden auf den Gehalt an 
mineralischen Bestandteilen, Kalk, Salpetersäure, Clilor etc. eines Brunnen- 



Wasser. 39 

Wassers luid es wäre interessant luicl für die gczo£?enen Schlufsfolgerungen 
des Verfassers meiner Meinung nach auch am Platze gewesen, wenn für 
jede Wasserprobe ein imd desselben Brumiens, deren Entnahme ja zu ver- 
scliiedencn Zeiten stattfand, nicht nur eine bakterioskopische, sondern auch 
eine chemische Untersuclnmg vorgenommen worden wäre. Der Ref.) — 
und cnvägt man aufserdem, dafs bei weitem die Melirzald, in der Regel 
wolü gar die Gesamtzalü der im Bnumonwasser enthaltenen Bakterien 
zweifelsolme völlig unschädlicher Natur ist imd dafs, wenn thatsäclilich 
eine Venmrcinigimg eines Wassers mit pathogenen Keimen stattgefimden 
hat, diese Keime im Bnmnenwasser im allgemeinen nicht nur die für ihre 
Vermehrung erforderlichen Verltintlnngen, so besonders eine der Körper- 
wärme cinigormafsen nalie kommende Tempora tru" imd eine hinreichende 
Konzentration des Nährmatcrials, nicht vorfinden werden, sondern dafs die- 
selben viebnelu- dm-ch die Über\\mcheriuig der andenveiten im AVasser ent- 
haltenen Bakterien häufig genug zugrunde gehen werden, so erscheint der 
Schlufs nicht mibcrechtigt, dafs die Beurteihmg des Wassers nach den 
Resultaten der bakterioskopischen, sich auf die Ermittelimg der Anzalil der 
vorliandenen entwickclungslahigen Miki"oorganismen beschränkende Unter- 
suclnmg, vielfach zu unzuti-eifenden, den chemischen ünters\ichungsbefimden 
diameti'al gegenüberstehenden Urteilen führen mufs. 

Der Versuch, die bakterioskopische Untersuclnmg als mafsgebendes 
Ivriterium füi' die Beurteilung eines Wassers liinstellen zu wollen, entbehrt 
liiernach zur Zeit noch der him-eichenden Begründung und man wird daher 
bis auf weiteres nach wie vor der chemischen Untersuchung die Ent- 
scheidimg hieniber belassen müssen. 

Man kann mit dem A^erfasser die Ansicht teilen, dafs die bakterio- 
skopische Wassermitersuchung für die Zukimft eine vielversprechende Er- 
gänzung der chemischen Untersuchung ist imd dafs es erst der weiteren 
Ausbildmig dieser Metliode, deren Endziel natm-gemäfs der bisher in der 
Regel mit negativem Erfolg versuchte Nacliweis pathogener Ai'ten von 
Alikroorganismen im Wasser sein mufs, vorbehalten bleiben mrd, dieser 
Untersuchungsart die aussclüaggebende Bedeutmig zu sichern; denn selbst- 
verständlich wird dm'ch das Auffinden eines einzigen Infektionskeimes die 
Gesimdheitgefälulichkeit mit gröfserer Sicherheit erwiesen werden können, 
als diirch den NachAveis starker chemischer (mineralischer oder organischer) 
Veriuireiiiigungen, deren schädliche Natm- nm- ausnahmsweise festgestellt 
werden kann. 

Robert Freihen- von Malapert-Neufville^) hat eine imifängliche ^taktfrio-"' 
Untersuclnmg über die Bakterienbefunde der Avichtigsten Quellen der städti- logischen 
sehen AVasserleitimg AViesbadens, sowäe einer Anzalü Mineralcpiellen zu suchung 
Sclüangenbad, Schwalbach, Soden i. T. imd Bad AVeilbach veröffentHcht. 'aSser!' 

AVir müssen bezüglich der Besclireibung der AIcthode, Avelche bei der 
Untersuclnmg befolgt worden ist, sowie hinsichtlich der Angabe über die 
Anzahl der in den einzelnen untersuchten AVässem angetroffenen Bakterien 
imd deren morphologische Beschi^eibimg, auf das Original verweisen und 
können nur aus den Sclüufsfolgermigen des A^erfassers das AYesentlichste 
zur Mitteilung geben. 



1) Zeitschr. anal. Chem. 188G, S. 39. 



40 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

You vornlierein müssen bei der Bem'teilimg eines "Wassers in Hin- 
blick auf dessen gesundlieitsgemäfse Beschaffenheit aus den Ergebnissen 
der bakteriologischen üntersiichnng 

A. die Menge, 

B. die Ai'ten der ermittelten Bakterien in Betracht gezogen werden. 
Was mm A. die Beurteilung der Wasser aus der Menge der 

gefundenen Bakterien anlangt, so können die in vorliegender Ai'beit 
imtersuchten Wasser in 4 Gruppen geordnet werden. 

Die erste Gruppe umfafst diejenigen Quellen, dei-en Wasser diu-ch 
fremde Einflüsse gar nicht oder mu' selu' Avenig zu leiden hat. 

Hierhin gehören die GebirgscpieUen der Wiesbadener Wasserleitimg 
imd von den Quellen des Schlangenbades diejenigen des oberen Km-hauses 
mid der Eömerbäder. 

Der bakteriologische Befimd ergab sich im Mttel von 14 Versuchen 
zu 2,5 Bakterien -Kolonieen aus 1 ccni Wasser, einer Zalü, welche gleich 
dem ]\Iittel der in den Kontrollversuchen olme Wasser erhaltenen Bakterien- 
Kolonieen ist. 

Man müfste demnach diese AVasser bakterienfrei nemien, wenn niclit 
besondere ermittelte Arten, — eine Fadenbakterie A des Verfassers — dafür 
sprächen, dafs sich in ilmen vereinzelt Bakterien vorfinden. 

Die zweite Kategorie wird dm-cli das Wasser aus der Tiefe des 
Sammelbehälters der Wiesbadener Wasserleitimg repräsentiert. Hier hatten 
die Bakterien Gelegenlieit, sich zu sedimentieren. Die ZaM der Bakterien- 
Kolonieen betrug hier 15. 

Die dritte Gruppe wii-d diuch diejenigen Wasser gebildet, welche 
an den Entnahmestellen natiu-gemäfs fremden Einflüssen in geringem Grade 
ausgesetzt sind. Solche Einflüsse sind: Berülmmg der Ausläufe mit den 
Händen, mit Gefäfsen u. dergi., Eintauchen von Triakgefäfsen, von Krügen 
in die Quellbassins beim Füllen u. s. w. 

Zu diesen Wassern gehören diejenigen der Hausleitimgen Wiesbadens, 
die Sclilangeniiuelle in Sclüangenbad , die MiiieraLpiellen in Schwalbach, 
Soden imd Weilbach. 

Die Wasser dieser Kategorie liefern als Mittel von 30 Versuchen aus 
1 ccm Wasser 31 Bakterien -Kolonieen. 

Die vierte Gruppe der untersuchten Wässer wird gebildet aus der 
Schachtquelle imd der Marienquelle in Sclüangenbad. Erstere Quelle brachte 
aus 1 ccm Wasser 1200 Bakterien -Kolonieen zum Vorscliein. Diese ver- 
hältnismäfsig hohe Zalil der Bakterien ymi\\e durch den Befmid der Marien- 
quelle — des Auslaufes der Scliachtquelle — bestätigt, in der ebenfalls 
eine grofse Menge Bakterien gefimden ^v^uden. 

Nach dem Verfasser liegt für diesen Fall die Annahme nahe, dafs in den 
Stollen der Scliachtquelle Wasser von einer anderen SteUo zufliefst, was den 
relativ hohen Gehalt an Bakterien des AVassers der Schacht pieUe veriusacht. 
Der Befund der bakteriologischen Untersuchung der Wasser der Grup- 
pen 1 — 3 Vjcstätig-t die Thatsache, dafs 

Quellen, welche ans him-eichender Tiefe kommen, gut gefafst imd 
gegen den Einflufs von Atmosphärilien, Humusbestandteilen imd 
Abgängen tiei-ischer und menschlicher Herkimft ganz sicher ge- 
schützt sind, 



Wasser. 4 1 

keine oder dneli nnr sehr wenige Bakterien enthalten; und dafs, 
wenn mau eine verhältuismälsig gi'olse Anzahl von Bakterien in einem 
Wasser -anti-ittt, 

tlies äulseren, fremden Einflüssen zugesehiiebeu werden muls. 

Man hat versucht, Grenzwerte für die in Wasser zulässigen Mengen 
von Bakterien festzustellen. So selir dies nun auch die Bcm-teilung eines 
Wassers aus dem bakteriologisclien Befunde ei-leichtoru A\iii'de, so wenig 
haben doch solche Zahlen Berechtigung, bevor dieselben nicht diu-ch viel- 
fache und in rcgelmäfsigen Zeitabschnitten wiederholte Versuche festgestellt 
worden siiul. Audi dih'ften solche Normen nach den verschiedenen Gegen- 
den zu modifizieren sein, indem man z. B. füi- Niederungen, in denen nur 
filtriertes Grundwasser zur Benutzung gelangen kann und füi- solche Gegen- 
den, denen Gebirgsquellwasser zugänglich ist, nicht denselben Mafsstab 
anlegen darf. 

Ein weiterer SchluTs des Verfassers ist der, zu dem Link (s. oben) 
ebenfalls diu-ch seine Untersuchungen gelangt ist, dafs ein Zusammen- 
hang zwischen der chemischen Zusammensetzung . der Wasser 
und der Menge der darin vorhandenen Bakterien sich bis jetzt 
noch nicht erkennen läfst. 

Zieht man B. bei der Beurteilung eines Wassers die ermittel- 
ten Arten der Bakterien in Beti-acht, so ist zunächst die Entscheidimg 
der Frage -wichtig: 

Sind die angeti-offenen Bakterien Avii-kliche Wasserbewohner? oder sind 
dieselben niu- dm-ch äufsere A^'erliältnisse in das Wasser liineingeraten TUid 
halten sie sich nm- vorübergehend in demselben auf? 

Da sich die spezielle Kenntnis, ob die gefimdenen Bakterien als vor- 
wiegend oder aussclüiefslich wasserbewohnend anzusehen sind imd welche 
nicht, noch keineswegs auf alle Bakterien, besonders die grofse Menge der 
Saprophyten erstreckt, so dürfte ein Urteil in diesem Sinne in der Regel 
noch nicht abgegeben werden können. 

Ein weiterer Gesichtspunkt, von welchem der Befund der bakterio- 
logischen Untersuchung eines Wassers zur Beurteilung desselben ins Auge 
gefafst werden mufs, ist derjenige: sind die gefundenen Bakterien 
pathogen? oder gehören sie zu denjenigen, die man bis jetzt als 
krankheitserregend erkannt hat, oder sind sie es nicht und was 
haben -vnr in letzterem Falle Kw einen Einflufs von ümen zu envarten? 

In der Regel mrd man pathogene Foi-men in Wasser nicht anti-elfen 
(s. die Resultate von L. Letzerich, d, Jalu-esber. 1884, S. 45 imd von 
A. Gautrelet, d. Jalu-esber. 1885, S. 43. Der Ref.); die gefmidenen Arten 
werden vlelmehi- solche sein, die man als saprophytische bezeichnet. 

Die Wirkimg der Lebensthätigkeit dieser Bakterien bestehen im all- 
gemeinen in der Umlagerung der Moleküle und Atomgi-uppen in anorgani- 
schen imd organischen Verbindungen, wie tlies u. a. gezeigt haben: 

Schlösing, Müntz und Wolluy bei den Nitrifikationsvorgängen 
im Boden; 

Müntz und Marcano bei der Bildung von Salpeterfeldern in tropi- 
schen Gegenden; 

Cohn bei der Reduktion von Sulfaten, sowie der Nitrate zu Nitriten, 
Ammoniak und gasförmigen Stickstoff; 



42 Boden, Wasser, Atmospliäre, Pflanze, Dünger. 

Fitz und Hueppe bei der Buttersäuregärimg, Pasteur, Hueppe 
und Esche rieh bei der Milchsäm-egärung ; 

Rosenbach, Bien stock und Haus er bei der stinkenden Fäulnis; 

Duclaux und Hueppe bei der Lösimg von Albuminaten ohne stin- 
kende Fäiünis; 

Hueppe, "Wort mann iind Bien stock bei der Überfülu-ung der Stärke 
in Zucker; 

Leube und Graser bei der Hydratation von Harnstoff und 

Schröter imd Hueppe bei Pigmentbildimgen. 

Es ist demnach anzmielunen, dafs auch die speziell aus natürlichem 
"Wasser stammenden saprophytisclien Bakterien ähnliclie Zersetzungen, me 
die geschilderten bewirken. 

Einen Anhaltspimkt zm- allgemeinen Orientienmg hierüber bieten die 
Impfimgen von sterilisierter i\Iilch mit zu untersuchenden Bakterienspezies. 
Auch in dieser Eichtmig hat Verfasser Versuche angestellt, wobei sich er- 
geben hat, dafs einzelne Mikrokokken Gäi'imgs- imd verwandte Erschei- 
niuigen nicht bewirken, andere ]\Iilchsäuregärmig imd Peptonisienmg des 
Eiweifses hervorrufen. Wieder andere bemrken Verflüssigimg der Nähr- 
gelatine. Diesen Bakterien eine besondere Wichtigkeit bei der Beiu-teilung 
eines Wassers beizulegen, liegt kein Grund vor. Eine sehr wichtige Bak- 
terienart, der Typhus -Bacillus, verflüssigt die Gelatine z. B. niclit im ge- 
ringsten. 

Eine Beiu-teilung eines Wassers in Berücksichtigung der in demselben 
angetroffenen sapropliy tischen Bakterien kann mangels der uns bis jetzt 
noch fehlenden Kenntnis des physiologischen Verhaltens jeder einzelnen 
Bakterienart noch keine ganz erschöpfende sein. 

Dafs die saprophytischen Bakterien einen nachteiligen Einflufs auf die 
mensclüiche Gesundlieit dm'ch den Genufs von Wasser, welches selbst er- 
hebliche Mengen dieser Mla-oorganismen enthält, nicht ausüben, lelirt die 
Erfalunmg. 

Wenn zwar die bakteriologischen Untersuclumgen eines Wassers bei 
der Beurteihmg desselben im Hinblick auf seine gesundheitsgemäfse Be- 
schaffenheit schon jetzt wesentliclie Anhaltspunlite (besonders im Vergleich 
mit dem chemischen Befmide, der Ref.) bietet, so werden doch noch weiter 
fortgesetzte systematische Untersuchungen erst im stände sein, für die 
hygienische Bem^teilimg eines Wassers wiclitigere Aufsclüüsse zu bringen. 
Das Trink- Louffi^) hat das Trinlrwasser von Livorno mikroskopisch imtersucht 

Livorno. \md mit Zululfenahme von Kiüturversuchen zaliii-eiche Exemplare von 
Jlicrococcus prodigiosus, luteus u. violaceus, Bacterium termo u. lineola, 
Bacillus subtilis, Ascophora elegans, Aspergillus glaucus, Stmnphylium 
botryosum und Cladosporium herbarum nachgewiesen. Dessen luigeachtet 
liält der Verfasser das Wasser fiü- trinkbar, weil sich unter den gefun- 
denen Organismen keine solchen befinden, welclio füi' spezifisch gesvuid- 
heitsschädlich gelten, 
über die Otto Schwcissingcr 2) empfielilt gewöhnliche JodgaUäpfeltinktm- der 

Reaktion von Apotlicken als Sehr empfindliches Reagens auf alkalisch reagierende Sub- 

BruBnen- 

1) L'Orosi, 1885, Ann. 8, No. 10, S. 337 a. Arcli. Pharm. 1886, S. 93. 

2) Chcm. Centr.-Bl. 1885, 20, a. Zeitschr. anal. Chem. 188G, 99. 



"Wasser. 43 

stanzen. 2 Tropfen dieser Tinktiu- geben niit 20 com Brunnenwasser eine 
rosenrote Fäi-bimg, die nach einiger Zeit wieder verscliwindet. 

Unter Bezugnalinie auf diese Mitteilung berichtet M. Petrowitscli^j, 
dafs er im Laufe der letzten Jahre melu- als 100 Bruimenwasser aus der 
ungarischen Landscliaft Batschka (Komitat Bacs) untei-sucht und bei allen 
olmc Ausnahme die alkalische Reaktion mit 2 — -3 Tropfen Rosolsäure ge- 
funden liabo. 

Auch dabei ersclüen die rosenrote Färbung, welche aber nicht ver- 
sch\\ündet. Selbst das Donau- und TheiTswasser aus der dortigen Gegend 
gaben dieselbe Reaktion. 

Das Reagens gab mit destilliertem Wasser die erwälmto Reaktion nicht. 

C. Brunnemann^) hat ein Glciclies in Bremen beobachtet; nach dem 
Verfasser veriiindert aber freie Kohlensäure tlio Reaktion. 

Desgleichen weist F. Muck 3) die grofse Empfindlichkeit der Rosol- 
säiu-e gegen verschiedene Wässer nach mid findet durch Versuche, dafs 
nicht nur ein geringer Gehalt an Natiiumkarbonat, sondern zu allermeist 
das in reinem Wasser von den alkalischen Erdkarbonaten am meisten lös- 
liche Magnesiumkarbonat die Rotfärbung diu-ch Rosolsäm-e herbeiführt. 

3. Mineralwasser. 

E. Reichardt^) hat im Jahre 1885 das Schwefel wasser zu Langen- ^unter-^^ 
salza genau untersucht. Bezüglich der Einzelheiten der Untersuchimg und *"jj|^°^ f^^ 
der Berechmmgen müssen wir auf das Original a. a. 0. verweisen. Die wassers zu 
nachfolgende Tabelle enthält in der Rubrik 7 die Resiütate der Analyse ^"ifa?" 
des Langensalzaer Schwefehvassers und gleichzeitig eine Zusammenstellung 

der Gehalte einiger anderer derartiger Schwefelquellen, nach dem Verfasser 
gegeben. 

(Siehe die Tabelle airf S. 44.) Analyse des 

Absatzes in 

F. ThabuisS) hat den Absatz des Mneralwassers von Chabetout demMiuerai- 

' Wasser von 

analysiert. cuabetout. 

Camere^) besclireibt die topograpliische und geologische Lage der Jünerai- 

Quellen des j^Iineral wassers von Chätel-Guyon imd teilt die von Deval chätei- 

imd Sardon ausgeführten Analysen der beiden mchtigsten Quellen mit. ^"y""- 

G. Janecek'^) veröffentlicht die Analyse eines in Kroatien vielge- jamidcer 
brauchten Wassers, einer nahe am Kiüpaflusse, in etwa 3 Meilen Ent- aikaiisch- 
fernung von Agram, zutage tretenden alkalisch mmiatischen Säuerlings- Säuerling. 
Quelle, welche viel Älinlichkeit mit der Ciüestinsquelle in Viehy hat. 

In 1000 Teilen fand der Verfasser: 

2,7243 Natron (Nag 0) 
0,0 G 75 KaU 
0,0026 Lithion 

1) Zeitschr. anal. Cliem. 1886, 200. 

2) Chem. Zeit. 1886, 675. 

3) J. Gasbel. etc. 1886, 159. 
*) Arch. Pharm. 1886, S. 11. 
5) Comp. rend. 101, S. 1163. 

«) Joum. Pharm. Chim. 1886, XHI. 329. 

^) Ead jugosl. akad. MI. 78, Agram. a. Chem. Centr.-Bl. 1886, 172. 



44 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



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Wasser. 



45 



2,9345 
0,0367 
0,0021 
0,0001 



0,2524 Calciumoxyd 
0,0779 Magnesia 
0,0001 Sü-ontian 
0,00004 Barpiinoxyd 
0,00950 Eisenoxydiü 
0,00031 Manganoxydul 
0,00272 Alnminiumoxyd 
1,8572 gebundene Kolüensäure 

lialbgebundene und freie Koldensäxu'e 
Schwefelsäiu^e 
Phosphorsäm-e 
Salpetrige Säure 
0,00009 Borsäui-e 
0,02691 Kieselsäm-e 
0,60577 Clilor 
0,00024 Brom und 
0,00052 Jod. 
E. Fresenius^) teilt die neuerdings bei der chemischen Untersuchung 
des Kochbrmmens in Wiesbaden erhaltenen Eesiütate mit mid vergleicht 
die Resultate mit denen, welche der Verfasser im Jalu-e 1849 erhalten hat. 
Es ergiebt sich daraus, dafs seit dieser Zeit die Menge der Hauptbestand- 
teile des Kochbrimnens, Chloralkalien, Sidiate etc. sich so gut als nicht 
verändert hat. Die Karbonate von Kalk luid Magnesia zeigen eine ganz 
geringe Abnahme. Diese Yerhältnisse lassen auf migemein gi-ofsaiüge mid 
gleichbleibende Entstehungsm-sachen des Brunnen wohl den Scldufs zu. 

J. A. Wanklyn 2) hat beobachtet, dafs das Wasser von Woodhall Spa., 
bei Lincoln, welches auf serordentlich reich an Jodiden und Bromiden ist, 
auch freies Jod enthält, imd zwar nicht blofs spurenweise, sondern soviel, 
dafs es braun gefärbt erscheint. Dm-ch ßcliütteln mit Schwefelkolüenstoff 
versch-windet diese Färbung und der Schwefelkolüenstoff färbt sich \Tiolett. 
St. Meunier^) hat die Mineralwasser von 3 Quellen imtersucht, welche 
in der Nähe von Kapouran bei Boghor im Bereiche von Süfswasserkalk- 
ablagenmgen zu tage treten, die grüne Quelle, die warme imd die Quelle 
der Plattform. 

Alle 3 Quellen liefern Wasser, was sehr reich an festen Bestandteilen, 
besonders an Clilorcalcium imd Cldonnagnesiiun ist. Die giiüie Quelle ent- 
hält pro Liter 15,87, die warme Quelle 27,0 imd die Quelle der Plattfonn 
pro Liter 28,70 g feste Bestandteile. Kolüensaurer Kalk fehlt ganz in 
den Wässern. Für die 3 Quellen ist die quantitative Zusammensetzimg 
fast die gleiche, und zwar besteht der Eückstand in 100 Teilen aus: 
54,203 Chlorcalcium, 
40,651 Chlormagnesirmi, 
2,860 Cldornaü-iimi, 
1,104 Clüorkalium, 
1,924 in Wasser imlöslicher Eückstand. 



Unter- 
suchung des 

Kocii- 
bruaneus in 
Wiesbaden. 



Freies Jod 
in dem 
Mineral- 
wasser von 
Woodhall 
Spa. 



Analyse 
einiger 
Mineral- 
wässer von 
Java. 



1) Journ. prakt. Chem. 1886, 35, S. 126, a. Chem. Centr.-Bl. 1887, 258. 

2) Chem. News 1886, 300 a. Cliem. Centr.-Bl. 1886, 94. 

3) Compt. rend. 1886, 103, S. 1205. 



46 



Bodeu, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Düuger. 



Bakterien 
in schwefel- 
haltigen 

Wässern. 



Analyse der 

Mineral- 
quellen der 
griechischen 

Inseln 

AeLJna und 

Aodros. 



Bei näherer Kenntnis der geologisclien Yerliältnisse liefse sicli leicht 
die Vermutung aussprechen, dafs unter diesen Schichten, dm-eh -welche die 
Quellen nach der Obei-fläche ihi-en Weg haben, ein den Stafsfiu-ter Salzen 
ähnliches Lager seinen Platz haben könnte. D. ßef. 

L. Olivieri) mit ersuchte die in kalten und Avarmen Schwefel wässern 
vorkommenden Mikroorganismen und fand in den Zellen derselben Schwefel- 
körnchen abgesetzt. Der Sclileim der warmen Schwefelquellen enthält nach 
dem Verfasser die ZeUenelemente der Leptothrix, welche Miki-oorganismen 
reduzierend auf die im Wasser enthaltenen Siüfate einwirken. 

K. Dambergis'^) hat im Auftrage der griechischen Eegierung die 
Analyse der Mineralquellen auf den griecliischen Inseln Aegina und Andres 
ausgeführt. 

Das Wasser der Insel Aegina entquült sprudelnd und klar am nord- 
östlichen Ufer der Insel, IV2 Stimden von der Stadt Aegina entfernt, aus 
den Spalten kalkhaltiger Felsen, im Meere und unweit am Ufer desselben 
etwa 1/2 m über dem Meeresspiegel. 

Die heilsamen Eigenschaften der Quelle müssen von alters her schon 
bekannt gewesen sein, vne die Aäelen in den umliegenden Felsen ein- 
gehauenen Badewannen bezeugen. Heutzutage wml das Wasser der Quellen 
gegen rheumatische, gichtische und skrofulöse Exsudate benutzt. 

Auf der Insel Andres befindet sich die QueUe des Mineralwassers im 
Dorfe ApöMa, 3/^ Stunden weit von der Stadt Andres. Dieses Wasser ist 
berühmt betreifs der Heüung von Hamkonkrementen, Nieren- imd Blasen- 
steinen. 

Im Liter enthält das Wasser von Aegina (A) imd das Wasser von 
Andres (B) die folgenden Bestandteile in Grammen: 

A B 

Natriumkarbonat 0,4240 0,012 046 

Calciumkarbonat ...... 0,0850 0,08.3000 

Magnesiumkarbonat .... 0,3439 0,025140 

Ferrokarbonat 0,0016 — 

Kahmnclüorid 0,1945 0,009 586 

Natrimnchlorid 8,4091 0,111990 

Magnesiumclilorid 1,5468 — 

Magnesiumbromid 0,0305 — 

Calciumsulfat 1,2376 0,024 010 

Thonerde 0,0020 0,006 000 

Kieselsäure . . . .... 0,0160 0,014400 

Sa. der festen Bestandteüe 12,2910 0,304 370 
Kohlensäure der Bikarbonate . 0,41004 0,054 680 
VöUig freie Kohlensäure . . 0,14150 0,015 640 
Das Wasser von Aegina hatte eine Temperatur von 26 C. und bei 12 
ein spez. Gewicht von 1,009 635; seine Reaktion war schwach alkalisch. 
Das Wasser von Andres hat eine mäfsige Temperatm-, angenehmen 
Geschmack; hat ein spez. Ge\vicht von 1,0001525 bei 14« C, ist von 



1) Compt. rend. 18SG, Bd. 103, pag. 556 a. Ceutr.-Bl. Agrik. 188G, 

2) Berl. Ber. 1886, Nr. 14, S. 2538. 



<22. 



Wasser. 



47 



schwacli alkalischer Reaktion und gleicht nacli der obigen Analyse dem 
AVassor von Eviau in der Schweiz. 



3. Untersuchungen, Verhalten und Reinigung anderer Wässer, 
See-, Flufs-, Ahwässer etc. 

E. Berglundi) findet nach neuen Bestimmungen, dafs der Brom- 
gehalt des Meerwassers nach älteren Untersuchmigen im allgemeinen viel 
zu hoch angegeben wird. Nach des Verfassers Bestimmungen ergaben sicli 
im Dm-chschnitt etw^a 340 mg Brom auf je 100 g CMor. Der relative 
Bromgehalt des Meerwassers ist auf je 100 g Chlor überall ungefähr 
'derselbe. 

Axel Ha mb er g 2) hat während der Expedition von A. E. Nordenskjöld 
nach Grönland 1883 Meerwasserproben gesammelt, und 1. die Verhältnisse 
zwischen den Sulfaten und Clüoriden festgestellt, 2. Untersuchimgen an- 
gestellt über das freie Stickstoffgas und die Kohlensäure im Meervvasser. 

Nieder Stadt 3) hat im Ansclüufs an verscliiedene Analysen Hambiu-ger 
Wässer die Analyse von Seewasser, welches an der Düne von Helgoland 
der Oberfläche entnommen A\au-de, mit folgenden Resultaten ausgeführt. 

100 000 Teile Wasser enthalten: 

3504 Teile Trockenrückstand, 



davon 2G72 

438 

42 

156 

10 



Bromgehalt 
des Meer- 
wasaers. 



Beiträge 
zur Chemie 
des Meer- 
wassers. 



Seewasser- 
analyse von 

der Düne 
von Helgo- 
land. 



Clüornatrium, 
Chlorcalciimi, 
Calciimisiüfat, 
Magnesiumsulfat, 
Bromnatrium. 

Die Temperatur des AVassers betrug 15 ^ C., das spez. Gewicht 1,0258. 
Adolf Kliemetschek und Jos. Sobieczky*) veröffentlichen die 
Resultate der chemischen Untersuchimgen über die von Jan Mayen mit- 
gebrachten Seewasserproben, gesammelt von F. Fischer. 

M. Fleischer 5) berichtet über die chemische Zusammensetzung des 

Wassers eines Entwässerungsgrabens im Moore, welcher an einem kleinen 

Flufs, der Wörpe, sich hinzieht imd erhebliche Mengen von Eisenoxyd- 

sfililamm absetzt. Die Untersuchung dieses Wassers ergab folgende Resultate: 

In 100 000 Teilen AVasser sind enthalten: 

147.5 Teile fester Rückstand, wovon 

27,4 „ in Wasser unlöslich beim Eindampfen geworden, 

120.06 „ lösKche Teüe, 
13,0 „ freie Kohlensäure. 

Fih- cüe in 100 000 Teilen enthaltene Salzmasse bereclmet der Ver- 
fasser folgende Zusammensetzung: 



Chemische 
Unter- 
suchung von 
Seewasser- 
proben. 

Eine Salz- 
quelle im 
Moorgebift 
des WOrpe- 

flusses. 



1) Berl. Ber. 1886, S. 2888 a. Arch. Pharm. 1886, S. 84. 

2) Joum. prakt. Cliem. 188Ü, 33, S. 140 u. 433. 

3) Eulenberfj, Vierteljahrsschr. f. ger. Med. 1886, K F. 44, S. 38G a. Chem. 
Centr.-Bl. 1886, 676. 

*) Sonderabdruck aus dein Werk: Die internationale Polarforscliuug i. J. 1882 
bis 1883. Die Österr. Polarstation Jan Mayen, 1. Bd., 1886. 
6) Centr.-Bl. Agrik. 1886, 352. 



■wasser. 



48 Boden, Wasser, Atinospliäre, Pflanze, Dünger. 

96,07 Clüomatrium, 

2,G9 Clüorkalium, 

4,91 Chlorniagnesium, 

14,84 Clüorcalcium, 

1,89 Calciumsiüfat, 

14,21 kohlensaures Calcium, 

2,65 „ Magnesiiun, 

8,35 ,, Eisenoxj'diü, 

2,51 Ideselsaiires Calcium, 

0,30 Kieselsäiu'e. 

Die Resultate der üntersuchimg- des "Wassers der Wörpe, sowie der 
"Wasser der der Quelle nahe gelegenen Gräben ergiebt beim Vergleich, dafs 
man es hier mit einer aus den üntergrundssclüchten des Moores herauf- 
dringendeu Quelle, kohlensaurer Eisen-Kochsalzquelle, zu thim hat, welche 
au der Stelle, wo sie aufgefmiden und imtersucht wm'de, jedenfalls bereits 
stark mit Tage- bez. AVörpewasser verdüimt ist. 

Bakteriin "^' E'^sonberg^) giebt eine ausführliche Charakteristik über die 

im Main- wälu'eud der "Winternionate (vom November bis März 1885) oberhalb und 
initerhalb der Stadt Wüi'zbm-g im Main vorkommenden Bakterienarten. 

Nach dem Verfasser führt das verhältnismäfsig reinere Flufswasser 
oberhalb der Stadt soavoIü die Gelatine vei-flüssigende als nicht verflüssigende 
Bacillen in relativ spärlicher Anzalil imd die Zahl der konstant vorkom- 
menden Arten ist eine beschränkte; dagegen sind hier die Kokken so sehr 
in der Tlberzalil, dafs sie den weniger zahlreichen Vertretern anderer Gat- 
timgen als die hauptsäclüichsten "Wasserbewohner aus der Familie der 
Spaltpilze gegenüber gestellt werden können. 

Unterhalb der Stadt "^ärd der Bakterienbefund dm'ch die Schmutz- 
wasser derselben nicht nm* quantitativ, sondern auch qualitativ derart 
alteriert, dafs eine grofse Anzahl von Ai-ten aus allen Gattimgen mit Ein- 
schlufs der Hefe- imd Scliimmelpilze neu hinzutritt und zweitens, dafs 
die Zalü der verflüssigenden Ai-ten und der die Gelatine nicht verflüssigenden 
Bacillen sich den Kokken gegenüber um ein bedeutendes erhöht. 

Der Verfasser glaubt aus seinen Versuchen eine ganz allgemeine 
Folgenmg ziehen zu dürfen, indem er sagt, dafs die meisten Stäbchen- 
bakterien imd die verflüssigenden Arten am besten mit einem leicht zer- 
setzhchen Nälu-material gedeihen; die Koklven dagegen, mid imter diesen 
hei-vorragend nm^ zwei Spezies, sind diejenigen, welche von Hmninsub- 
stanzen leben, die also dann noch ausdauern, wenn das für die übrigen 
Spaltpilze am besten passende, leicht zersetzliche Nälu-material verbraucht 
ist. Die Kokken sind also die eigentlichen Freiwasserbewolmer, die typischen 
Flufsbakterien, die andere Arten überdauern, weil sie dasjenige Nähiinaterial 
für sich beansi^nichen, das überall an den Orten der Zersetzmig organischen 
Materials ziüetzt noch vorliauden ist, die Huminsubstanzen. Im "Wasser 
der Flüsse fülu'en die örtlichen Vcrschicdoilieiten des Näluhodens zm' Be- 
günstigimg und überwiegenden Vennehrimg bestimmter Ai'ten von Mikro- 
organismen; es nehmen an dem Prozefs, den man als die „Selbstreinigimg 



K Arch. Hjg. 1886, V. 446. 



Wasser. 



49 



der Flüsse" bezeichnet, verschiedene Arten von Spaltpilzen und zwar in 
ganz eigenartiger Abwechselung teil. 

Renk^) bespricht das Grundwasser imd betont, dal's dasselbe und sein 
Stand isoliert von den anderen Bodenverhältnissen fiu- Pettenkofer so 
bedeutungslos ist, wie das Zifferblatt und der Zeiger einer Ulu" geti*ennt 
vom ülu-wcrke, zu dem sie gehören. Den Stand des Grundwassers hat 
Pettenkofer nur als einen deutlich sichtbaren Index für den zeitlichen 
Rh}i;hmus in der A\ifehianderfolgo und Dauer gewisser Befeuclitungszustände 
einer über dem Grundwasser liegenden Bodenschicht erwählt; es sei gleich- 
giltig, ob dieser Zeiger einige Fufs näher oder ferner der Obei-fläche hin 
imd her gehe. Die Ansicht, dal's das Hauptverkehrsmittel, durch welches 
Pilze aus tieferen Bodenscliichten an die Oberfläche imd zur A'erstäubung 
gelangen kömien, das kapillare Wasser, die Bodenfeuchtigkeit ist, ist von 
den Lokalisten, im Verein mit Pettenkofer, schon seit längerer Zeit 
veiii'eten. 

Fr. Stolba^) hat im Juni 1886 das Moldauwasser in Prag einer 
chemischen Untersuchimg unterworfen. Resultate a. a. 0. 

A. Celli imd F. Marius-Zuco^) beobachteten bei der Untersuchung 
des Grundwassers von Rom starke Salj^etersäurebildung imd wmxlen da- 
dm-ch veranlafst, zu ermitteln, welchen Miki'oorganismen diese Wh-kimg zu- 
zuschi'eiben sei. Die Verfasser fanden, dafs einzelne Keime (Bacillus supro- 
genus aquatilis, B. fluidificans, micrococcus luteus) nicht im stände sLiid, 
Salpeterbildung zu veranlassen. 

J. Munro*) setzt die frühere Untersuchung von Warrington fort, 
in welchen die Bedingimgen für den Übergang von Ammoniaksalzen mid 
stickstoffhaltigen organischen Substanzen der Flufs- imd Quellwässer in 
Salpetersäure imd umgekehrt ermittelt werden sollen. 

Ernst von Cochenhausen^) empfiehlt ziu- Reinigmig des Wassers 
mit Beriicksichtigung seiner Verwendimg in der Textilindustiie statt der 
Methoden von de Haen imd Bohlig die von Stingl verbesserte Wasser- 
reinigimgsmethode von Schulze. Die Kosten dieses Verfahrens sind ge- 
ringer, als diejenigen, welche durch die Anwendung der beiden ersteren 
Prozesse verursacht werden. 

Wenn ein Wasser freie Säuren enthält, so kann die Reinigung des- 
selben nur nach der Schulze -StingFschon Methode ausgeführt werden, da 
durch Anwendung der Methode von de Haen und Bohlig die Härte des 
Wassers in vielen Fällen erhöht wird. 

Das Centi-alblatt der Bauverwaltimg, No. 4, 188G enthält einen Artikel 
über die Rehiigung der Seine, speziell über die Entwässenmg von Paris. 

Dazu vergleiche man auch Humblot, das Sielnetz von Paris. (Les 
Egouts de Paris ä la fin de 1885. In 4^ avec fig. e. ]Ä. Paris, Choix.) 



1) Kep. anal. Chem. 1885, S. 367 aus Arch. Pharm. 1885, S. 38. 

2) Listy Chem. 11, 5, Prag, techn. Labor, a. Chem. Centr.-Bl. 1886, 94. 

3) Berl. Ber. 1886, 818. 

*) Berl. Ber. 1886, 816, a. Chem. Sac. 1886, 632. 

^) Programm der technischen Staatslehranstalten Chemnitz 1886, a. Chem. 
Centr.-Bl. 1886, S. 779. 

Jahresbericht 1886. 4 



Über das 
Grund- 
wasser. 



Analyse des 
Moldau- 
wassers. 

Unter- 
suchung.' des 

Grund- 
wassers in 
Rom. 



Bildung und 
Zersetzung 
von Nitraten 
und Nitriten 
in Flufs- und 
Quell- 
Wässern. 

Beinigung 
des Wassers 
für die 
Textil- 
industrie. 



Reinigung 
der Seine 
und Ent- 
wässerung 
von Paris. 



50 



Boden, Wasser, Atraospliäre, Pflanze, Dünger. 



Verfahren 

zur Eeini- 

guxig von 

Abwässern. 



Über 
"Wasser- 
reinigung 

durch 
Filtration. 



L'ber die 
Eehaudluug 

der Ab- 
wässer von 
Städten. 



Die Eeini- 

gung 
städtischer 
Abwässer 
zu Essen. 



DasPasteur- 

Chamber- 

land'sche 

Filter. 



t'ber 

Filtration 

vou Wasser. 



M. Naliusen^) hat eiii Verfalu-en der Reinigung von Abwässern sicli 
patentieren lassen, wobei die in den Abwässern gelöst enthaltenen stick- 
stoffhaltigen organischen oder unorganischen Yerbindimgen dm-ch gleich- 
zeitigen Zusatz von Aluminixun salzen , Kieselsäurehydrat und Kalk teils 
cliemisch, teils mechanisch niedergesclüagen werden. 

A. Gr. Salamon und V. de Vere Mathew^) veröffentlichen eine 
Ai'beit, in welcher die Verfasser nachweisen, dafs die mechanische Wii-kung 
der Filter bei der Abscheidung der IVIikroorganismen aus dem Wasser stets 
von einer chemischen Wirkung begleitet sei. 

Tidy3) liefert eine ausfülirliche Abhandlung über die Reinigung der 
städtischen Abwässer, aus der wdi* nm' entiiehmen, dafs der Verfasser als 
beste Reinigungsart füi- Abwässer die Behandlung derselben mit Kalk bis 
ziu" alkalischen Reaktion (nach Versuchen pro Liter Wasser 1,3 g Kalk) 
unter Zusatz von etwas Thonerdesalz empfielilt. 

In einem auf der Generalversammlung des Niederrheinischen Vereins 
f. öffentl. Gesundheitspflege gehaltenen Voi-ti'ag*) spricht sich Stadtbaumeister 
Wiebe mit Wärme für das Röckner-Rothe'sche System zur Reinigmig 
der Essener Abwässer aus. 

Nicht nur die Kosten des Betiiebes und des Reinigungsverfalu^ens 
nach dem Rö ckn er -Rothe' sehen System — (über dieses Verfaliren von 
Röckner-Rothe s. d. Jahresb. 1884, S. 71) — sollen sich, bei der Rei- 
nigiuig von 12 000 cbm Wasser täglich, mäfsig stellen, besonders, wenn 
der bei dem Verfaliren gewomiene Schlamm eine zweckmäfsige land^^'il■t- 
schaftliche Venvendung finden ANdrd, sondern es soll auch ein gereinig-tes 
Wasser gewonnen werden, welches sowohl in chemischer, als auch in 
bakteriologischer Beziehung den zu verlangenden Anforderungen vollkommen 
entspricht. 

In letzterer Bezielnmg vergl. man die bakteriologischen Untersuchungen 
der Essener Abwässer von M. Wahl. 5) 

Finkelburgß) besclu-eibt das Fast eur-Chamberland' sehe Füter 
(s. d. Jalu-esb. 1884, S. 69) und die äufserst günstigen Versuchsresultate, 
welche betreffs der Reinigimg, bez. zuverlässigen Unschädlichmachung jedes 
ü'gendwie mit Mila'oorganismen und Ki-anldieitskeimen infizierten Genufs- 
wassers, erzielt worden sind. 

W. Hesse ^) hat ebenfalls Filtrierversuche mit dem Chamberland- 
schen, sowie mit solchen ThonzeUen, welche die Firma Hüls mann in 
Altenbach bei Würzen liefert, angestellt. Ferner benutzte der Verfasser 
zu seinen Versuclien Asbestfilter. Während letztere das Wasser keimfrei 
filti'ierten, Avar dies bei den ThonzeUen, namenüich den Chamberland- 



1) J. Gasbel. etc. 1886, 313. 

^) Dingler's polyt. Journ. 1886, 178, i. Journ. cliera. sfic. 1886, 261, a. J. Gas- 
bel. etc. 1886, 760. 

3) Journ. clicm soc. 1886, 344, a. Dingler's polvt. Journ. 1886, 854. 

*) Centr.-Bl. all- Gesundheitspfl. 1886, H. 1, S". 1. 

s) Centr.-Bl. allg. Gesundlieitspfl. 1886, H. 1, S. 18. 

«) Centr.-Bl. allg. Gesundheitspfl. 1886, S. 24. 

7) Zeitschr. Hygiene 1886, 1, 178, a. Chem. Centr.-Bl. 1886, 777. 



Wasser- 
filtratioii im 



Wasser. 51 

seilen keiiiesAvegs der Fall. Dies letztere Eesultat steht im 'Widersijnich 
mit dem von Finkelburg u. a. gelmidenen Thatsachen. 

Nach Coccone*) liefert die Wasserfiltratiou im Grofsen nur dann ein 
günstiges Eesidtat, wenn zu der mechanischen Wh-kung des Filtermaterials Grofsei 
sich noch eine chemische gesellt. 

Eine derartige Wii-kung wii'd nach dem A'erfasser diu-ch Eisenoxyd 
(in welcher Form? Hydroxyd? D. Ref.) in hohem Grade imd olme Über- 
gang von Eisen in das Wasser ausgeübt. Jlisclmngen von 1 Tl. feinem 
Eisenoxyd mit 2 Tln. Sand in einer Scliicht von 25 — 35 cm Dicke an- 
gewendet, haben sich vorzüglich bewähi-t imd sollen ein ziemlich unreines 
Wasser in ein so voiti-effhches und bakterienfreies Trinkwasser imigewandelt 
haben, dafs nach Zuckerzusatz imierhalb Monatsfrist sich keine Gärimgs- 
crscheinungen bemerldich machton, wälu-end eine mit dem imfiltrierten 
Wasser hergestellte Zuckerlösimg schon nach 48 Stunden in voller Gärung 
stand. 



Anhang. 

Über die Reinigimg von Wasser, von P. F. Frankland. (Jom-n. Soc. 
Chem. Ind. 1886, 4. G98, a. Chem. Centr.-Bl. 188C, 431.) 

Über Eiiu'ichtimgen zm- Reinigung gewerblicher Abfallwässer, von K. 
Mor gentern. (D. Ind.-Ztg. 1886, 27, S. 375.) 

Über die Flufs-, Quell- mid Pumpwässer von Hambiu-g, von Nieder- 
stadt. (Eulenberg, Vierteljahi-ssclu\ 1886, 379, a. Chem. Cenü\-Bl. 1886, 
676.) 

Die wechselnde Zusammensetzung des Wassers der Nahe bei Bingen 
im Jalu-e 1885, von E. Egger. (Notizbl. d. Vereins f. Erdkunde 1886, 
6. Heft.) 

Beiti-äge zu einer Hydrologie für die Provinz Eheinhessen, von E. 
Egger. (Notizbl. d. Vereins f. Erdkimdo 1886, 6. Heft.) 

Instruktion, nach welcher in Franki-eich die chemische Analyse der 
Trinkwässer fiu' che Städte und Kommiuien ausgeführt werden soU, von 
G. Pouchet. (Rev. d'Hygiene VH. 701, a. Chem. Cente.-Bl. 1886, 27.) 

Über die Vermelu'ung der Bakterien im Wasser, von G. Wolffhügel 
imd C. Riedel. (Ai^beiten a. d. Reichsgesimdlieitsamt I. 455.) 

Das Radbuzawasser in Pilsen, von Fr. Kundrät. (Listy chem. 10. 
240, Pilsen, a. Chem. Centr.-ßl. 1886, 172.) 

Chemische Zusammensetzung des Niedersclüags, der sich bei der 
Reinigrmg der Ablaufwässer einer Zuckerfabrik mit Kalk büdet, von Fr. 
Farsky. (Cenü-.-Bl. Agrik. 1886, 436, a. d. V. Ber. d. Thätigkeit der 
landw. Versuchsstat. Tabor 1886, 20.) 

Untersuchimgen über den Gehalt der atmosphärischen Niederschläge 
an Stickstoffverbindmigen etc., von 0. Kellner, J. Sawano, T. Yoskii 
und R. Makino. (Landw. Jahi'b. 1886, XV. 701, a. Conü\-Bl. Agrik. 
1886, 793.) 



^) Ann. cliim. med. farra. 1885, Settembre, p. 175, a. Arch. d. Pharm. 1886, 
S. 177. 

4* 



52 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Studien über Trinkwasser nnd Typhus, von J. Kratter. (Graz 1886, 
Leuseimer und Lubensky, a. J. Grasbel. etc. 1886, 549.) 

Erfahi'ungen mid Yersuclie über die Verwendung von verzinkten Eisen- 
rohren für Wasserleitungen, von H. Bunte. (Referat der Verhandlimgen 
der XXVI. Jakresversammlmig des deutschen Vereins von Gras- und "Wasser- 
fachmännern in Eisenach 1886. J. Gasbel. etc. 1886, 61.) 



Litteratur. 

Ergebnisse der amtliehen Verhandhmgen über die Eeinigung der Abflufswässer , von 
E. von Lippmann. Berhn. Beilage der ,, Zeitschrift f. d. Eüben- und 
Zuckerindustrie des Deutschen Eeiches". 

Der Aachener Sattel und die aus demselben hervorbrechenden Thermalquellen, gr. 8^. 
Aachen, Mayer. 

Purification et emploi economique des eaux d'egout, p. Defosse. In S''. Paris, Dupont. 

Chemische Untersuchung der Schützenhofquelle zu Wiesbaden, von H. Fresenius, 
gr. 8''. Wiesbaden, Kreidel. 

Die Wasserversorgung Breslaus früher und jetzt und die Kanalisation von Breslau, 
von V. Schneider. Festschrift ziu- Versammlung des deutschen Vereins 
für öffentliche Gesundheitspflege. 1886. Breslau. 

Ergebnisse der mikroskopischen Untersuchung des Trinkwassers der Stadt Brunn, von 
Ezehak. gr. 8**. Brunn, Knauthe. 

Die Wasserversorgung der Stadt Wiesbaden in Gegenwart, Vergangenheit und Zu- 
kunft, von E. Winter. Wiesbaden, L. Schellenberg'sche Hof buchdruckerei. 



Zufulir 

gebundenen 

Stickstoffs 

aus der 
Atmosphäre 

an den 

Boden. 



Atmosphäre. 

Referent: R. Hornberger. 

Untersuchungen über den Gehalt der atmosphärischen 
Niederschläge an Stickstoffverbindungen imd über das Maximum 
an gebundenem Stickstoff, welches der Ackerboden der Atmo- 
sphäre zu entziehen vermag. Von 0. Kellner, J. Sawano, T. 
Yoskii und R. Makino. ^) 

Es wurde der Gelialt der atmosphärischen Niederschläge an gebim- 
denem Stickstoff zu Tokio in Japan bestimmt, welches Land eigenartige 
meteorologische Verhältnisse aiifweist, beim Monsimwechsel (Juni und Sep- 
tember) je eine 4 — 6wöchentliche Regenzeit hat, auch die übrige Zeit nicht 
regenarm ist. Die Salpetersäiu:ebestimmungen vom November 1883 bis incl. 
Oktober 1884, nach Schlösing-Tiemann ausgefülui;, ergaben in Summa 
pro Jalir bei 113 Regentagen, 1337,2 mm Niedersclüag, 13 o C. mittlerer 
Temperatm- 0,3285 mg Salpetersäiu-o (NgOg) pro Liter, 4392,4 g pro Hektar. 
Die im Jahresdiu-chschnitt gefundene Menge von 0,3285 mg pro Liter ist 
gering im Vergleich zu den anderwärts ermittelten Mengen: Rothamsted 
0,463, Tisis 1,77, Florenz und VaUombrosa 1,03, Montsouris bei Paris 
2,931 mg pro Liter. Die ausnehmend niedrige Zahl für Tokio erklärt sich 



1) Landw. Jahrb. XV Bd. 1886, S. 701—711. 



Atmosphäre. 53 

aus den grofson Niederschlägen, die oft mehrere Tage nnnnterbrochen an- 
halten und die Luft dergestalt von Nitraten iukI Nitriten befreien, dafs der 
am zweiten imd dritten Tage fallende Regen fast nichts melir davon ent- 
hält. Daher war auch wälu-end des Sommers die Salpetcrsäuremenge pro 
Liter geringer als im Winter (März bis August 0,227, September bis Fe- 
bruar 0,5G2 mg). Die absoluten Quantitäten waren in beiden Jahres- 
hälften fast gleicli. 

Die nach dem Nefsl er 'sehen Verfahren ausgeffihi'ton Ammoniakbestim- 
numgen (vom Januar 1885 bis 188C) ergaben im ganzen Jahr bei 13,10 c, 
mittlerer Temperatm-, 108 Regentagen, 1580 mm Regenhöhe 0,154 mg 
Ammoniak pro Liter, 2421 g pro Hektar. Je gi-öfser die Menge eines 
Niederschlags war, desto geringer war der Ammoniakgehalt pro Liter, im 
Sommer Avar er geringer als im Winter. Ein Vergleich mit Rothamsted 
ergiebt, dafs in dem relativen Ammoniakgehalt des Regens gleicher Stärke 
/Avisclion Rothamsted mid Tokio keine oder nur geringe Unterschiede be- 
stehen. 

Die gesamte Stickstoffmenge, die durch die Niedersclüäge im Laufe 
des Jahres einer Bodenfläche von 1 ha zugefilhii w^urde, betrug 2,644 kg, 
war also trotz der fast doppelten Regenliöhe beträchtlich geringer als in 
Rothamsted, avo sie (bei 876 mm Regenhölie) 3,592 kg ausmacht. 

Verfasser zieht aus den Ergebnissen folgende allgemeinere Sclilüsse: 

1. Der Gehalt eines atmosphärischen Niedersclüags an Stickstoff Verbin- 
dungen hängt vor allem ab von der Intensität imd Dauer desselben: 
je gi'öfser die Litensität mid je länger die Dauer, desto geringer ist 
die Konzentration. 

2. Selbst unter verscliiedenen klimatischen Bedingimgen bleibt sich die 
Konzenti-ation der Niederschläge gleicher Höhe im Dm'chschnitt einer 
gi"öfseren Anzahl von EäUen annähernd gleich. (Ausgenommen sind 
Sclmee, der bei gTofser Kälte gebildet wird, imd Niedersclüäge auf 
hohen Bergen.) 

3. Das Verhältnis des Stickstoffs in Form von Ammoniak zu dem in 
Form von Salpeter- und salpeü'iger Säiu-e bleibt in den Niederschlägen 
selbst unter ziemlich verschiedenen klimatischen Verhältnissen selu' 
konstant. 

4. Die jähiiiche Niedersclilagsmenge bietet gar kein Mals für die ab- 
solute einer gegebenen Fläche zugeführte Quantität gebundenen Stick- 
stoffs, sondern es kommt hierbei vor allem auf die Intensität und 
zeitliche Verteilung der einzelnen Niedersclüäge an. 

Da die Menge gebundenen Stickstoffs, welche im Laufe eines Jahres 
dem Boden durch atmosphärische Niedersclüäge zugefülu-t wird, wolü kaum 
einen wesentlichen Teü der Stickstoffnalunmg landwh'tschaftlicher Gewächse 
repräsentiert, AX'iu-den femer über die Maximalmengen gebundenen Stick- 
stoffs, welche der Ackerboden der Atmosphäre zu entziehen vermag, Be- 
obachtungen angestellt. 200 ccm einer 5prozentigen Schwefelsäurelösimg 
wnirden in einem Gefäfs von 26 cm Durchmesser 3 Monate lang, gegen 
Regen und Staubstüi-me geschützt, im Freien stehen gelassen und dann 
auf ilu-en Gehalt an Ammoniak imtersucht. In gleicher Weise diente ziu' 
Absorption der Salpeter- imd salpetrigen Säm-e eine öprozentige Lösimg 
von kohlensaurem Kali. Die Ergebnisse waren folgende: 



54 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Sauerstoff- 
gehalt der 
Waldluft. 



Mittlere 
Tem2)eratur 

3,90 C. 

5,9 „ 
19,5 „ 
21,0 „ 



Ammoniak 

absorbiert 

pro Hektar 

1,672 kg 
3,604 ,, 
3,943 „ 
4,958 „ 
1,934 „ 



Salpeter- imd 
salpetrige Säure 
absorbiert 
pro Hektar 
1,304 kg 
1,685 „ 
0,824 „ 
1,204 „ 



November 1884 bis Januar 1885 
Febniar bis April (1885) . . . 
Mai bis Jiüi (1885) .... 
August bis Oktober (1885) . . 
November 1885 bis Januar 1886 

Im ganzen Jahr 14,308 kg 5,017 kg 

Die Ammoniakabsorption war also in der wärmeren Jahreszeit be- 
deutender als in der kälteren. Im ganzen war Stickstoff absorbiert, auf 
1 ha Fläche berechnet, in Form von Ammoniak 11,78 kg, in Form von 
Salpeter- und salpetriger Säm-e 1,30 kg, im ganzen 13,08 kg. Zählt man 
dazu noch den Stickstoff der atmosphärischen Niedersclüäge im Betrage 
von 2,64 kg. so ergiebt sich als Maximalzufuhr eine Menge von 15,72 kg 
gebimdenen Stickstoffs pro Jahr und Hektar. 

(Siehe auch „Boden" S. 17.) 

Untersuchungen über den Sauerstoffgehalt der "Waldluft, 
von E. Ebermayer. ^) 

Bei den im Spätsommer und Frühherbst an ca. 20 verschiedenen 
Oi-tliclikeiten Bayerns vorgenommenen Bestimmmigen des Sauerstoffgehalts 
von Waldluft und Freüandluft A\nirden gefunden : 

Im Walde Im Freien 

Im ]\Iittel . . . 20,78 Yol.-Proz. 20,82 Vol.-Proz. 
,, Maximum . . 20,94 „ 21,00 „ 

„ :yiinimmn . . 20,61 „ 20,72 „ 

Die Bestimmungen sind nach der Linde mann 'sehen Phosphor- 
absorptionsmethode ausgefülirt mit einem Apparat, der im wesentlichen aus 
einer Mefsrühre (Hempel'sche Grasbürette) mid aus einem Absorptions- 
apparat (Hempel'sche Graspipette) besteht, welcher letztere mit Phos- 
phorstängelchen und Wasser beschickt ist. Die nicht unerheblichen Diffe- 
renzen der vorstehenden Maximal- und Minimalzahlen dfu'ften vorwiegend 
von kleinen dem Verfalu-en anhaftenden Feldern herrühren. — Luft, 
welche bei Sonnenschein imd Windstille unmittelbar über den Blättern 
entnommen war, zeigte sich zuweilen etwas saiierstoffreicher als Freiland- 
luft. Dagegen entliielt die Waldluft im Innern gesclüossener Bestände, 
entnommen zwischen Boden imd Kronendach, sein- häufig etwas weniger 
Sauerstoff als die Luft des Freilandes, wohl infolge des Sauerstoffver- 
brauchs bei der Verwesung der Waldbodendecke. Jedenfalls kann von 
einem irgend ins Gewicht fallenden liöheren Sauerstoffgehalt der Wald- 
luft keine Rede sein; dennoch besitzt sie im Vergleiche zm- Stadtluft 
diu'ch ihi-e Armut an Staub- und Kohleteilchen , Mikroorganismen etc., so 
wesentliche Vorzüge, dafs ilir nach wie vor eine hohe hygienische Bedeutung 
zukommt. 



1) Forstw. Centr.-Bl, 8. Jahrg. 1886, S. 265—277. Durch Biederm. Centr.-Bl. 
1886, Vm. S. 505. 



Atmosphäre. 



00 



Über den Kolilonsäurcgolialt der Atmosphriro, von 0. Wal- ^■^°^l2l^^ 

tCrS hofer. ^) der Atmo- 

Der Verfasser zieht ans allen einsclilägigen Untersnchnngen folgende *p'*'«- 
Sclilüsse : „Die Lnft der südlichen Halbkugel, besonders unter hohen Breite- 
graden, ist weniger reich an Kohlensäure als die nördliclic Halbkugel; in 
südlichen Gegeiulen überwiegt der Einfluls des Meeres in solc^hcm Grade, 
dals der Gehalt an Kolüensäm-e in der Nacht sich nicht merklicli ändert; 
ein Sinken der Temperatiu" des Meerwassers hat eine Abnahme des Kohleii- 
säuregehalts der Athiosphäre zm* Folge. Derselbe wechselt mit dem Breiten- 
grade überhaupt, mit der Beschaffenheit der Erdoberfläche, der Höhe über 
dem Boden, den Jahres- und Tageszeiten, den Niederschlägen und den 
Windrichtiuigen, und en-eicht nicht die durchschnittliche Höhe, welche man 
l)isher ffh- ihn ermittelt hatte." 

Die mittlere Regenmenge Deutschlands, planimetrisch bestimmt, ^^^^^^^^,^^ 
von H. Töpfer. 2) 

Die planimeh-ische Messmig der mittleren Eegenmengen Deutschlands 
nach der Regenkarte des Verfassers ergiebt, dafs von den 540 594 qkm 
des Deutschen Reiches angehören der Zone 

von 400— 500 mm Regenhöhe 29 469 qkm (etwa V20) 



Deutsch- 
lands. 



500- 
600- 
700- 
800- 
1000- 



- 600 
700 

- 800 
-1000 
-1400 



über 1400 



210199 

165 787 

82 735 

31095 

18 721 
2 618 



( 



120) 
'I20) 
'I20) 
V20) 



Wird nmi den einzelnen aufeinanderfolgenden Gebieten eine mittlere 
Regenhöhe von 450, 550, 050, 750, 900, 1200, 1600 mm zugeteilt, so 
ergiebt sich eine jährliche Niederschlagsmenge von 353,305 cbkm 
und eine mittlere Niederschlagshöhe von 653,5 mm. 

Ü^ber die Entstehung des Tau's, von Aitken.3) 
Der Verfasser wendet sich gegen, die ziemlich allgemein angenommene 
Theorie der Taubildung, wonach der Tau aus den der Erdoberfläche be- 
nachbarten Luftschichten niedergeschlagen wird an Körpern, die imter den 
Taupunkt der Luftschichten abgekühlt sind, und sucht nachzuweisen, dafs 
der Tau in den meisten Fällen nicht aus der Atmosphäre, sondern aus dem 
Boden stammt. Während der Nacht angestellte Beobachtungen zeigten, dafs 
der Erdboden iii geringer Tiefe immer wärmer war als die angrenzende 
Luftmasse; man war also zu der Vermutung berechtigt, dafs, solange 
diese]- AVärmeüberschufs die Temperatur der Erdobei-fläche über dem Tau- 
})iuikt der Luft zu erlialten vermag, Dämpfe aus der feuchten Erde auf- 
steigen und am Gras sich als Tau kondensieren würden, dafs also der Tau 
nicht von der schon vorher in der Luft enthaltenen Feuchtigkeit herrülireii 
könne. Um zu entscheiden, ob in Tau -Nächten Wasserdämpfe aus dem 
Boden aufsteigen, ^vlu•den angestrichene Metallti-ögo umgekelu-t auf einen 



Entstehung 
des Tau's. 



1) Die Natur, 188G, 135. Durch Met. Zeitschr. III. 278. 
a) Met. Zeitschr. EI. 370. 
3) Naturf. XIX. 188G, S. 93. 



56 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Nebel- 
bildting. 



Hjgro- 

tkopische 
Wasser- 
zufuhr. 



Grasplatz gestellt. Die Innenseite derselben war jede Nacht mit Tavi be- 
legt imd das bedeckte Gras wav stets am nassesten. In manchen Nächten 
trat aiiTserhalb kein Tau auf; immer war die Menge des kondensierten 
AVassers im Innern gröfser als aufsen, wo die dem Boden entstiegenen 
Dämpfe zimi grofsen Teil durch Luftströmungen hinweggeführt werden, 
während dies bei dem imter den Trögen aufsteigenden Dampf nicht mög- 
lich ist. Von zwei Thermometern, wovon das eine auf der Grasfläche, das 
andere z-v\ischen den Halmen auf dem Erdboden standj zeigte das letztere 
in Nächten mit Tau stets 5 — 10*^ mehr als das erstere. Das Residtat 
einer solchen TemjDeratiu-differenz kamr niir darin bestehen, dafs der Wasser- 
dampf aus dem wäi-meren Boden in die darüber befindliche kältere Luft 
eindringt und ein Teil desselben bei der Berühinmg mit dem kalten Gras 
sich in Tropfen niedersclilägt. Gleichzeitig machte man Beobachtungen auf 
der freien Ackererde imd fand im allgemeinen, dafs in Nächten mit Tau 
der Grasboden immer, die freie Ackererde in den meisten Fällen Wasser- 
dämj)fe abgiebt, welche zum gröfsten Teil in die Luft übergehen imd nm" zum 
geringeren Teil an der stark abgekühlten Erdoberfläche sich kondensieren. 

Über Nebelbildung, von E. Helmholtz. i) 

Der Verfasser fand, dafs, um in vöUig dampfgesättigter Luft Nebel- 
bildung hervorzm'ufen, eine mefsbare Druckdepression (von 0,73 mm Queck- 
silberdi'uck bei 20 ^ C.) erforderlich ist, wodiu'ch der AVasserdampf \mi ^/gQQ 
seines Drucks übersättigt wird, mid erkläi-t dies damit, dafs der Sättigimgs- 
di-uck über konvex geki^ümmten Oberflächen, den Nebelkugeki, gröfser sei 
als über ebenen mid konkaven Flächen, und deshalb der Dampf um einen 
gewissen Beti'ag übersättigt Averden müsse, um Nebel zu bilden. Diese 
Übersättigung braucht jedoch, um die Nebelbüdmig einziüeiten, nicht sehr 
grofs zu sein, da die Nebelkugehr stets fester oder flüssiger Ansatzkeme 
bedürfen, und auch vorfinden, mid zwar in dem in der Atmosphäre immer 
vorhandenen, wenn auch imsichtbaren Staub. Verfasser hat in dampf- 
gesättigter Luft, welche mittelst Filti-ation diu'ch reine Watte vöUig von 
Staiib befreit wai", Depressionen bis zu einer halben Atmosphäre angewandt, 
wodurch zehnfache Übersättigung des Dampfes eintreten mufste, ohne dafs 
sich eine Spur von Nebehi zeigte. (Verfasser erinnert an die analoge, als 
„Siedeverzug" bekannte Erscheinmig.) Aus der Existenz der Wolken läfst 
sich mithin schliefsen, dafs überall in der Atmosphäre Staub schweben 
mufs, der jedenfalls von aufserordentlicher Feinheit ist. Solcher nebelbildeu- 
der imsichtbarer Staub läfst sich schon durch Glülien eines Platiudralits, 
ja selbst eines Glasstabs liei"vorbringen. 

Auch die bekannten Salmiaknebel bedürfen zu ihrer Bildung der An- 
satzkeme. Sind zwischen dem Ansatzkern und dem kondensierten Wasser 
chemische Ki-äfte wirksam, so erhält sicli der Nebel aucli dann, wenn die 
Luft nicht mehr völlig dampfgesättigt ist. Hierdurch wird die Hartnäcldg- 
keit und Dichte der Nebel in grofsen Städten mit vielen Rauch imd Säm-e- 
dämpfe erzeugenden Feuerstätten verständlich. 

Untersuchungen über die durch die Hygroskopicität der 
Bodenarten bewirkte Wasserzufuhr, von J. S. Sikorski. 2) 



1) Naturw. Rundsch. 1, No. 0, pag. 69—71. 
6) Forsch. Agr.-Phys. IX. 413-433. 



Durch Meteor. Zeitschr. IE. 263. 



Atmospliäre. 



57 



Als Endi-csultat ergicbt sich aus den uiufang-i'oiclieii Untersuchiingen 
dos Verfassers, dals die durch das Koiuh^nsationsvorinügcn seitens der Böden 
bewirkte "VVassorzui'uhr für die Vegetation ohne Bedeutung ist, weil 1. die- 
selbe im Vergleich zu dem Wasserbodürfnis der Pflanzen, resp. zu den 
atmosphärischen Niedersclüägen verschwindend klein ist und sich nur auf 
die obersten zu tage tretenden Bodenschichten (3 — 5 cm) erstreckt; 2. der 
Boden selten \md nur vorübergehend in einen solchen Zustand gerät, dafs 
er füi" die Kondensation von Wasserdampf geoigenschaftet wäre; 3. gerade 
in Trockenperioden, in welchen eine derartige Anfouclitung des Bodens, 
wenn überliaupt, einen Nutzen gewälu-en könnte, das Verdi chtmigsvermögen 
des Erdi-eichs infolge des niedrigen Feuchtigkeitsgehalts der Atmosphäre 
und der heiTSchenden hohen Temperatm' bedeutend vermindert ist, und 
unter solchen Verhältnissen von dem in der vorhergehenden Periode kon- 
densierten Wasser sogar beti-ächtliche Mengen verloren gehen. 

Die Vorausbestimmung des nächtlichen Temperaturmini- 
mums, i) 

Die Kenntnis der zu erwartenden niedi-igsten Nachttemperatm- ist na- 
mentlich in den Monaten April imd Mai von grofsem Wert. Man darf nicht 
erwarten, dafs in dieser Beziehmig die CentralsteUen für meteorologische Be- 
oljaehtungen allen Amorderimgen genügen können, da längst bekannt ist, 
dafs an Orten mit wenigen Meilen gegenseitiger Entferniuig sein verschiedene 
Nachtminima auftreten können imd auch in der Tliat meist auftreten. Was 
man wünschen mufs, sind daher km'ze Eegeln, welche auch den Laien in den 
Stand setzen, an der Hand einfacher Instnimente das nächtliche Temperatur- 
nünimiun mit grofser Wahi'sclieinlichlceit vorausbestimmen zu können. 

In dieser Hinsicht besitzen vdi- schon werts^olle Arbeiten von Lang 
in München und Kamm er mann in Genf, über welche Köi^pen zu- 
sammenfassend berichtet. Lang geht von dem einfachen Grundsatz aus: 
„Nachtfrost tritt nicht ein, wenn der Taupvmkt der Luft über 0^ liegt; 
Nachtfrost ist dagegen zu befürchten, Avenn der Tanpimkt imter den Ge- 
frierpimkt sinkt," imd giebt eine kleine Tabelle über diejenige Gröfse der 
Psychrometerdifferenz und der relativen Feiichtigkeit, welche bei verschie- 
denen Temperatm-en einem Taupunkt von ^ (oder einer Dampfspannimg 
von 4,G mm) entspricht. Danach ist Nachtfrost zu ei-warten, wenn bei einer 
Temperatiu* von 

140 120 100 80 60 4« 20 

das feuchte Thermometer mit dem trockenen düferiert mindestens um 

5,80 4,90 40 3,10 2,30 1,50 0,70 

und die relative Feuchtigkeit höchstens beträgt 

39 44 50 58 66 75 87 o/^. 

Dabei ist stillschweigend vorausgesetzt, dafs die Beobachtimg, welche man 
selbstverständlich in Nachmittags- oder nicht zu späten Abendstimden an- 
stellen Avird, auch fiu" die kältesten Nachtstimden Giltigkeit habe, und die 
Dampfspannung in dieser Zeit nicht wesentlichen Änderungen imterworfen 
sei. Eine nähere Prüfung dieser Voraussetzung hat aber ergeben, dafs der 
normale Taupimkt zm Zeit des nächtlichen Tempcratiu-minimums im all- 



Voraus- 
bestimmung 
des Tempe- 
raturmiui- 

muma. 



1) Meteorol. Zeitschr. von Hanu u. Küppen 188G, m. S. 125. 
forscher XIX. Jahrg., No. 25, 262. 



Durch Natur- 



58 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Temperatur- 

uuterschied 

zwischen 

Stadt und 

Land. 



gemeinen im ilai um 1 — 2^ niedriger ist als um 6 Uhr abends. Soll also 
aus Feuclitigkeitsbestimmimgen am Tage auf die Frostgefalu^ füi- die folgende 
Nacht gesclüossen werden, so mufs man auf diese Differenz Rücksicht nehmen. 

Drei weitere Methoden rülu-en von Kammermann her, der geftmden 
hat, dafs in ungefähr der Hälfte der Fälle das nächtliche ^linimum unter 
die am Abend bestimmte Temperatiu- des Taupiuilctes herabsinkt. In den 
sechs Monaten März bis August ist die tiefste Nachttemperatiu" dm-chsclmitt- 
lich fast genau gleich dem Taupimkt um 9^2 Uhr abends, in den übrigen 
Monaten erheblich tiefer als dieser. — Das zweite Verfahren beruht auf 
der Yoraussetzmig, dafs die zu erwartende Änderung nach 10 Ulu* abends 
bis zum Minimum proportional sei der Änderung vom Maximum bis 10 Ulir 
abends; für Grenf ist sie dm-chsclmittlich ^/^ der letzterwähnten Änderung. 

Beide Methoden, obwolü theoretisch gut begründet, leiden namentlich 
an dem Mangel der späten Beobachtungsstimde und des etwas komplizierten 
Verfahrens. Die dritte Methode ist zwar rein empmscher ISTatm-, wäre aber 
ilirer Einfachheit wegen die praktisch werfrv^ollste , falls sie sich bewähren 
sollte. Kammermann hat nämlich für Genf den Erfalu'ungssatz gefunden, 
dafs im ]VIittel die Differenz zAvisehen der Angabe des Thermometers mit 
der feuchten Kugel imd dem nächtlichen IVIinimum wälu-end des ganzen 
Jalires fast konstant bleibt (zwischen 3,1 und 4,3 O), wälu-end der Unter- 
schied zA\dschen der Lufttemperatm* imd dem nächtlichen Minimum be- 
deutenden Schwankungen unterliegt (z^vischen 4,3 und 9,4*^, beidemal für 
1 Uhr mittags). Sobald man also im Besitz der nötigen Korrektion ist 
(füi' Genf im Mittel 4^), kann schon um 1 Ulu- nachmittags auf das zu 
erwai-tende nächtliche Minimum ebenso sicher geschlossen werden, wie wenn 
der Taupimkt um 10 Ulu* abends bestimmt worden wäre. 

Temperaturunterschied zwischen Stadt und Land, von 
J. Hann.i) 

Die mittlere Temperatiu- ist mit seltenen Ausnahmen das ganze Jahr 
liindiu-ch in der Stadt höher als in deren Umgebimg auf dem Lande. Der 
Beti-ag dieses Temperatiu:überschusses ist sehr verschieden und schwankt 
von 1/2 bis 1 ; er ist weniger von der Gröfse der Stadt beeinflufst als 
von der nächsten Umgebimg der Beobaclitimgsstation. Bei sehr günstiger 
AufsteUimg der Thermometer in einer Stadt kann er im Jalu-esmittel bis 
imter ^/^ ^ herabsinken. 

Die jährliche Periode dieses Temperatunmterscliiedes ist nach den Ort- 
lichkeiten sein- verscliiedon und hängt von den Straldungseinflüssen ab, 
denen die Thennometer ausgesetzt sind. Einige Städte zeigen das Maximmn 
des "Wärmeüberschusses im Sommer, indem bei ihnen die Wärmereflexion 
der Mauern überwiegt, andere im Wintei', infolge der verminderten Aus- 
strahlung. Die Nähe der Thermometer an dicken Mauern auf deren Nord- 
seite kann zur Folge haben, dafs die mittlere Temperatur in der Stadt im 
Frühjalu" langsamer zu steigen, im Herbst langsamer zu sinken scheint 
als auf dem Lande, so dafs die Differenz zwischen Stadt- und Landtempe- 
ratiir im Frühjahr sich verringert, im Herbst wächst. Im allgemeinen 
ist der Lokaleinflufs der Städte imberechenbar imd wirkt deshalb ganz 
besonders störend auf die Bem-teilimg der wahren Temperatiu-verhältnissc. 



1) Zeitschr. Met. von Hann XX. 12. 



Atmosphäre. 



59 



Im täglichen Gange der Temperatur ist die Art dieses Einflnsscs viel 
übereinstimmender, sofern fast ausnahmslos in den külilercn Tagesstimden 
der Temperaturunterschied am gröfsten, in der wännsten Tageszeit am 
kleinsten ist. Desgleichen sind die täglichen Temperatnrminima in der 
St<adt weit höher als anfserhalb, die ilaxima gleich oder in der Stadt etw'as 
niedriger. Die SchAvanknngen sind also in der Stadt kleiner. 

Zur Beurteilung der wahren absoluten AVerte der Temperatur Mefem 
gute Stationen 11. Ordnung auf dem Lande zuverlässigere Angaben als Obser- 
vatorien I. Ordnung innerhalb einer Stadt. 

Temperaturunterschied zwischen Wald und Feld, von Th. 
Nördlinger. ^) 

Die Luft im AVald hat bei Tage das ganze Jalu- liindm'ch eine nie- 
ikigere Temperatur als die Luft über freiem Ackerfeld. Die Eniictbigung 
ist bei Nadelwald, der dm-ch das ganze Jahi- die Bestralilimg des Wald- 
bodens vermindert, beträchtlicher als bei Laubwald, der nach dem Laub- 
abfall die Bestrahlung des Bodens nm* noch wenig beeinträchtigt. Die 
Ernietbigung beträgt in Fichtenwäldern (Scluniedefeld und Sonnenberg) 
diu-chsclmittücli 1,3 *', in Buchenbeständen (Lahnhof und Nemnat) 0,90; 
geiinger ^^'ird sie gefimden, wo die beiden Yergleichsstationen einander 
näher liegen, 2) so dafs der Temperatiunmterscliied im gi-ofsen Dm-chsclmitt 
sich auf 1/2 — 1^ stellt. Um annähernd den gleichen Beti-ag ist des Nachts 
durch das ganze Jahr die Lufttemperatur im Walde (am ]\Iinimumthermo- 
meter abgelesen) höher, als die des freien Feldes, infolge der im Walde 
geringeren Ausstralüimg. Im ganzen aber übenviegt jene abkülüende 
Wirkung, derart, dafs im Jalu'esmittel (olme Tremumg von Tag und Nacht) 
der Wald eine lun etwa 1/2 ^ (Fichte 0,6 0, Buche 0,4 O) niediigere Luft- 
temperatiu- hat als das freie Ackerfeld. 

Einflufs der Wälder auf das Klima, von A. Woeikoff. 3) 

Verfasser imtersucht die Temperatiu- und Feuchtigkeitsverhältnisse 
bewaldeter und nicht bewaldeter Gebiete in verschiedenen Weltteilen inid 
findet betreffs der uns näher borülirenden Erdstriche, dafs auch im west- 
lichen Ted. des alten Kontinents grofse Waldkomplexe die Temperatiu- der 
benachbaiten Orte bedeutend beeinflussen, imd dafs dm-ch dieselben die 
noi-male Zunalime der Temperatur von dem atlantischen Ozean in. das 
Innere des Kontinents nicht nur imterbrochen wird, sondern weiter im 
Innern gelegene Gegenden einen külüeren Sommer erhalten, als dem Meere 
näher liegende. Der Einflufs der AVälder auf das Klima hört nach dem 
Verfasser nicht am Eande des Waldes auf, sondern zeigt sich auf einer 
mehr oder minder grofsen Strecke je nach Gröfse, Art und Lage des Wald- 
komplexes, woraus folgt, dafs dm-ch Ausroden oder Pflanzen von Wäldern 
erheblich auf das Klima eingewii-kt werden kann. Der Meinung aber, dafs, 
da der Wald den Niedersclüag vermelu-e, es nur nötig wäre, Wald zu 
pflanzen, um die Wüsten von der Erde zu sti-eichen, tritt Verfasser ent- 



1) Naturf. XIX. 1880, 119. 

2) z. B. 0,9° für Fichte, 0,5" für Buche, bei nur 200—250 m Entfernung der 
korrespond. Stationen, während diese in den anderen mitgeteilten Fällen 400 — 750 m 
beträgt. 

^) Petermann's Mitteilungen Bd. 31, S. 81—87. Durch Forsch. Agr.-Phys, 
IX. 150. 



Temperatur- 
unterschied 
zwischen 
Wald und 
Feld. 



Einflufs der 
Wälder auf 
das Klima. 



60 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Einflufs der 
Wälder auf 

das Klima 
von 

Schweden. 



Einflufs des 
Waldes auf 
die klima- 
tische Tem- 
peratur. 



Vermehrung 
der Nieder- 
schlags- 
mengen 
durch 
Gebirgs- 
waldungen. 



gegen, indem er geltend macht, dafs, wenn aucli der Wald mit dem fallen- 
den Niederschlag haushälterisch verfälu't, ilm auf lange Zeit aufsiDeichert, 
ja bis zu einem ge^\^ssen Grade die Niedersclüagsmenge vennehrt, doch 
viele Gegenden der Erde viel zu ti-ocken sind, um je Wälder zu tragen, 
da die Waldvegetation — wenigstens eine solche, die Hitze imd Trocken- 
heit merklich mildert — viel Wasser fordert. Wenn nur ein geAvisses 
Quantum Niederschlag fällt, wie es auch auf das Jalii- verteüt sei, dami 
kann Wald existieren. Selbst lange Perioden der Düitc sind viel weniger 
schädlich füi' AVälder als für Wiesen, Felder etc., imd aus dem Yorhanden- 
sein regenloser Penoden in einem Lande kann nicht auf Unmöglichkeit 
der Waldkultm^ gefolgert werden, wenn nur in den anderen Monaten reich- 
liche Niederschläge fallen. 

Über den Einflufs der Wälder auf das Klima von Schweden, 
von H. E. Hamberg. 1) 

Wir besclu'änken ims darauf, aus der umfangreichen Abhandlung den 
Sclüuls anzuführen, zu welchem der Verfasser bei seinen üntersuchimgen 
gelangt, mid welcher etwas abweicht von den anderwärts und von anderer 
Seite in dieser Sache aufgestellten Sätzen: 

Einerseits gewährt der Wald, wenn er sich in der Nachbai'schaft be- 
findet, mechanisch einen Schutz gegen heftige Winde; andererseits aber 
schadet er, indem er die Sonnenwärme zurückhält, welche notwendig ist, 
oder indem er die Bodenwänne während klarer Nächte herabdiiickt imd 
dadurch Eauhfröste begünstigt. Auf gröfsere Entfermmgen übt der Wald 
keinen wahrnehmbaren Einflufs in imserem Lande (Schweden) aus. 

Über den Einflufs des Waldes auf die klimatische Tempe- 
ratur, von J. Hann. 2) 

Die Beobachtungen sind im Wiener Walde mid auf dem freien Lande 
am Eand desselben gemacht. Die IVIittel sind auf die Periode 1851/80 
reduziert, so"\vie auf die gleiche Seehöhe von 200 m. Es ergiebt sich, dafs 
die Waldthäler des Wiener Waldes eüie erheblich niediigere Temperatur 
haben als das freie Land am Rande desselben. Wie zu erwarten, ist der 
Einflufs im Winter am kleinsten, im Sommer am gröfsten. (Waldbestand: 
reiner Buchenwald.) 

Im täglichen Gang dagegen ist der Temperaturimterscliied in den 
wärmeren Tagesstunden am kleinsten, in den kälteren am gi-öfsten. Die 
Taubüdimg ist in den Thälern des Wiener Waldes wälu-end des Sommers 
eine selir reiclüiche, und die nasse Külüe des Abends nach Somienimter- 
gang sehr bemerklich. Die Tempera tm'differenzen im Soimner lun 9 Uln- 
abends sind viel gröfser als morgens um 7 Ulu-. 

Einflufs der Gebirgswaldungen auf die Vermehrung der 
Niedersclilagsmengen, von Anderlind. 3) 

Wälirend in Deutscliland diese Frage scliwicrig zu entscheiden ist, 
weil imbewaldete Gebirge von gröfserem Umfange felilen, liegen in Palästina 
die Verhältnisse in dieser Hinsicht günstiger. Die Gegend von Jerusalem 



^) Ora skogames inflytande pä Sveriges klimat. Stockholm 1885. Diu'ch Forsch. 
Agr.-Phys. IX. 146. 

2) Meteor. Zeitschr. III. 412. 

^) Meteor. Zeitschr. ÜI. 188(j, 471. 



Atmosphäre. 



61 



ist weit und broit so gut wio waldkahl, ein gi-ol'scr Teil doi* Gebirge bei 
Nazarcth dagegen ist mit anseluüichen Waldungen bedeckt, und in diesem 
Umstände liegt nach dem Verfasser die Ursaclie der gröl'seren Regenmenge, 
■welche in Nazaretli beobachtet wird. Das lOjälmge Mittel (1SG9/79) der 
jälu'lichen Regenhöhe betrag in Jerusalem 570 mm, iii Nazarcth G12 mm, 
wälu'cnd Jenisalem, entsprechend seiner um 500 m gröfseren Seehöhe, 
70 mm melir Regen haben müfsto als Nazareth. Auch die Gleichmärsig- 
keit des Regenfalles ist in Nazarcth merldich grölser. 

Einflul's der Gebirge auf das Klima von Mitteldeutschland, 
von R. Assmann. 1) 

Es sei hier nur der das Hauptergebnis des inhaltreichen Werks ent- 
haltende Sclilufssatz wiedergegeben. „Der EinfluTs der Gebü-ge auf" das 
Klima Mitteldeutsclüands äul'sert sich hauptsächlich in der Weise, dafs die 
Luvseiten der Gebii'gc nebst ilu'em nächsten Vorlande ein limitiertes, die 
Leeseiten bis auf weitere Entfernungen hin ein excessiveres Klima erhalten. 
Das Binnenlandsklima wird daher in ein Küsten- imd in ein verstäi'kt 
kontinentales Klima zerspalten; die erheblich gröfsere Wirkungssphäre der 
Gebü"ge nach ihrer Leeseite hin bedingt als allgemeines Resultat der Ge- 
birgswii-kung eine Vermehrimg der Kontinentalität. Andererseits sind die 
Gebirge selbst für die Regenbenetzmig von erheblichstem Einflufs, indem sie 
gewissermafsen Fangapparate für den atmosphärischen Wasserdampf dar- 
stellen." 

Einflufs der Schneedecke auf die Temperatur der Luft, von 
R. Assmann. 2) 

Die Beobachtimgen des Verfassers führen zu folgendem Schlufsresultat: 

1. Eine hohe Schneedecke befördert durch Vermehrung der Wärmestrah- 
limg, dmch A^erhinderung der Bodenbestrahlung und dm-ch Verhinde- 
rung der Erwärmimg der Luft durch den Erdboden eine schnelle und 
intensive Erkaltimg der Luft, wenn gleichzeitig trockene Luft und 
klarer Himmel vorhanden sind. 

2. Je höher unter solchen Verhältnissen die Schneedecke ist, desto gröfser 
fällt die Abkülüung aus. 

3. Besonders intensiv fällt die Erkaltung dann aus, wenn die Schnee- 
decke in einer muldenförmigen Niederung Hegt, welche von höheren 
Bodenerhebungen allseitig umrandet ist. 

Einflufs der Schneedecke auf Klima und Wetter, von A. 
Wojeikoff. 3) 

Eine Schneedecke bewii'kt infolge ihrer starken Ausstralüimg und 
sclilechten Wärmeleitimg, besonders so lange sie dick, locker und gleich- 
förmig ist, eine beträchtliche Emiedrigimg der Lufttemperatur. Ist die 
Schneedecke nicht durch vorhergehendes Tauen imd AViedorgefrieren in 
Eis verwandelt, so ist beim Auftauen im Frülijahr die direkte Wirkmig 
der Sonnenstrahlen gering, da dieselben reflektiert werden, imd die Luft 



') 6. Heft des I. Bandes der Forschungen zur deutschen Landes- u. Volkskunde, 
herausg. von K. Lehmann. Stuttgart, Engelhorn 1866. — Durch Meteor. Zeitsclir. 
m. 426. 



Einflufs der 
GebirRe auf 
das Klima 
von Mittel- 
deutschland. 



Sclinee- 
decke und 

Luft- 
temiieratur. 



Schnee- 
decke und 
Klima. 



2) Das Wetter. Meteor. Monatsschr. 1886. 

3) Meteor. Zeitschr. m. 469. 



2, 21. 



Ursache der 
Zunahme 



62 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

übei^ der Schneedecke verliältnismärsig frei von AYasserdampf, Kolüensäiu-e 
imd Staub ist. Das Tauwetter wird daher, Avie die Erfaluiing lelirt, diu'ch 
■\varnie Luftsti'öniungen aus schneefreien Gegenden herbeigeführt, am wii-k- 
samsten, weiui diese niit Regen verbunden sind. Solange noch Schnee 
lieg-t, ist eine Ei-wärmung ruhender Luft über ^ sehr erschwert diu'ch den 
Verbrauch der AVärme zum Schmelzen. Das Umgekehi-te findet statt beim 
Eintritt der Fröste. Solange kein Schnee am Ort imd in der Nachbar- 
schaft liegt, sind die sich einstellenden Fröste von keiner Dauer, erst wenn 
der Boden mit Schnee bedeckt ist, erhalten sie Beständigkeit. "Wegen der 
Bewegung der Luft ist aber dafür nicht der Zustand am Orte selbst ent- 
scheidend. — Von Interesse sind auch die Bemerkungen des Verfassers 
über die "Wii-kung der Schneedecke auf die Verteilmig der Schmelzwasser 
nach Zeit imd Eaum. Bei starker und gieichmäfsiger Schneedecke und 
langsamer ErAvärmimg findet das Tauen derselben mehr von unten als von 
oben statt, der Boden sättigt sich mit Wasser, xmd erst durch dieses „Erd- 
wasser" steigen die Flüsse allmählich und naclihaltig. Bei wenig Schnee 
imd tief gefrorenem Boden kann das Wasser nicht in diesen eindringen, 
imd das dann stattfindende rasche Ablaufen der Schmelzwasser hat in der 
Eegel starkes aber mu' km^ze Zeit andaiierndes Hochwasser zm- Folge. Auf 
das langsame Ablaufen ist nicht allein die Dicke, sondern auch die Gleich- 
förmigkeit der Schneedecke von Einflufs, imd diese hängt besonders von 
den Hindernissen für den Wind ab; Waldflüsse haben ein späteres Hoch- 
wasser als Feldflüsse, solche, die teils durch Wald teils durch Felder fliefsen, 
zwei partielle Hochwasser, die 10 oder mehi' Tage auseinander liegen. 

Über die Ursache der zunehmenden Zahl der Blitzschläge, 



der Blitz- vou P. Audries. 1) 



schlage 



Es ist eine festgestellte Thatsaclie, dafs die Zalil der Blitzschläge in 
den letzten 50 Jalu-en bedeutend zugenoimnen hat. Die Blitzgefalu- (d. i. 
die Zahl der in Gebäude einsclilagenden Blitze dividiert dm-ch die Zalü der 
Gebäude eines bestimmten Distrikts überhaupt) ist nach v. Bezold in 
Bayern von 1844 bis 1882 auf das Dreifache, nach der Statistik von 
Holtz ist sie für ganz Deutscliland in den Jaliren 1854 bis 1877 von 
1 auf 2,75 gestiegen, nach den Akten einer Lübecker Feuerversicherungs- 
gesellschaft hat sich die Zalü in den letzten 50 Jalu-en verfünffacht. Ähn- 
liche Zunahmen ergeben sicli füi- andere Länder. Karsten erklärt die Ab- 
nahme der Waldimgen in Deutscliland als Ursache der steigenden BHtz- 
gefahr. Durch Abnalime der Bäume werden die Häuser immer mehr zu 
den hervorragenden Punkten einer Gegend gemacht, aufserdem bewiikt 
diese Abnahme gröfsere Erwärmung im Sommer und damit zalüi-eichere 
Gewitter. Andries glaubt, als Hauptursache sei die in den letzten 50 
Jalu-en erfolgte enorme Vermehrimg aller Einriclitungen, die die Atmosphäre 
mit Rauch, Dämpfen und Staubteilchen aller All erfüllen (Fabriken, Loko- 
motiven, Dampfscliiffe etc.) zu beti-achten. Wenn, wie die meisten an- 
nehmen, die Reibung die HauptqueUe der Gcwitterclekti'izität ist, so ist es 
begreiflich, dafs, wenn bei diesen Reibungen zwischen verschiedenen in der 
Atmosphäre befindlichen Stoffen auch noch Staubteilchen mitwirken, die 
Elekti'izitätsentwickelung selir gesteigert werden mufs, besonders bei gleicli- 



1) Petermanu's Mtteilungen 32, 55. — Durch Naturf. XIX. 11. 121. 



Atmosphäre. 63 

zeitig statt&idender Wii-belbewegung-. Da ferner das Yorliandensein fester 
Körperclien in der Luft die Leitung der Elektiizität sehr erleichtert, wii-d 
aiich der elektrische Funke leichter zur Erde überspringen anstatt von 
"Wolke zu Wolke. — Die GoAvitter stellen die normalen Verhältnisse in der 
Atmosphäre immer wieder her, indem sie den Staub niedersclilagen und 
anomale Temperatiu-- und Feuchtigkeitszustände ausgleichen. 

Die Blitzgefahr in der sächsischen Schweiz, von Joh. Frey- inder^s^äSs. 

bertr. ') Schweiz. 

Der Verfasser findet (unter Benutzung der Akten der Ijandes-Iiumo- 
liiliar- Brandversicherungsanstalt für die Amtshauptmannschaft Pirna 1859 
bis 1882) die Blitzgefahr (d. h. die Zahl der von 1000 000 Bauten ge- 
troffenen Gebäude) für die Amtshauptmamischaften Pirna zu 207, Bautzen 
zu 268, Dresden-Neustadt zu 402, Dippoldiswalde zu 560. Die geringe 
Bützgefahr in der sächsischen Schweiz (A.-H. Pirna) führt der Verfasser 
auf die Lage der Ortschaften in Thälern und den AValdreichtiun zurück. 
Eine Zmiahme der Blitzgefahr ist, entgegen den in Nachbargebieten be- 
obachteten Thatsachen, hier nur in selu' geringem Mafse zu beobachten. 
Das Verhältnis der Blitzgefalu- für städtische zu derjenigen für ländliche 
Gebäude ist 1 : 2,25. Äufserst imgünstig ist das Verhältnis der zündenden 
luid kalten Blitze, da infolge der vorheiTSchenden Strohdächer die Zahl 
der ersteren 64 ^[q der Gesamtzalü ausmacht. 



Litteratur. 

Begemann: Über die in kürzeren Perioden namentlich während eines Gewitters 
fallenden Eegenmengen. Hamiover"sche land- u. forstw. Zeitung 1885. 9. 
208. 

B. Billwiller: Die tägliche Periode der Eichtung mid Geschwindigkeit des Windes 

auf Berggipfeln. Met. Zeitschr. v. Hann. XX. 471. 
Fr. Jordan: Zur Frage nach dem Ursprung der atmosphärischen Elektrizität. Met. 
Zeitschr. H. 11. 

C. Lang: Gletscherschwankungen und ihre Ursachen. Zeitschr. für Met. von Hann. 

XX. 12. 

H. Harri es: Die längste beobachtete Sturmbahn. Zeitschr. f. Met. v. Hann. XX. 12. 

H. Wild: Verhandlungen de» internationalen meteorologischen Komitös. Bull, de 
l'Acad. de St. Petersb. 10. Nov. 1885. — Bestimmung der wahren Luft- 
temperatur. Petersburger Eepert. f. Met. Bd. X. No. 4. 

P. Braunow: Über den jährlichen Gang der Temperaturanomalien in den europäischen 
Cyklonen. Eepert. f. Met. St. Petersb. Bd. 9. No. 2. 

H. Hilde brandsson: Die mittlere Bewegung der oberen Luftströme. Met. Zeit- 
schrift III. 1. 

J. Liznar: Einflufs des Mondes auf die meteorologischen Elemente nach Beobach- 
tungen zu Batavia. Met. Zeitschr. III. 55. 

Th. Nördlinger: Einflufs des Waldes auf die Luft- und Bodenwärme. Forstwiss. 
Ceutralbl. 1880. 4. 250. 

J. van Beb her: Die Untersuchmigen von EHas Loomis über die Form und Be- 
wegung der Cyklonen. Ann. d. Hydr. 14. 89. 

J. Haan: Zur Kenntnis der Verteilung des Luftdruckes auf der Erdoberfläche. Met. 
Zeitschr. III. 97. 

W. Koppen: Die Untersuchungen van Bebber's über tyi)ische Witterungserscheinungen. 
Met. Zeitschi-. IH. 158. 



1) Meteor. Zeitschr. III. 95. 



g4 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

Daniel Coli a den: Über den Ursprung der Gewitterelektricität. Compt. rend. 
1886. 15; 16. 

J. Maurer: Temperaturleitung und Strahlung der ruhenden Atmosphäre. Met. Zeit- 
schrift m. 208. 

August in: JährUche Periode der Windrichtung. Berichte der Kgl. höhm. Ges. d. 
■\Viss. 12. März 1886. 

J. Haan: Gewitterperiodeu in Wien und Gewittererscheinungen auf der Schneekoppe. 
Met. Zeitschr. EQ. 237 u. 250. 

Nils Ekholm: Über die tägliche Variation des Luftdrucks während des nordischen 
Winters. Met. Zeitschr. m. 285. 

F. Vettin: Die Luftströmungen über Berlin in den 4 Jahreszeiten. Met. Zeitschr. 

TTT. 333. — Die Einwirkung der barometrischen Minima und Maxima auf 
die Richtung des Windes und Wolkenzuges. Met. Zeitschr. HI. 392. 

J. Berthold: Die Nachttemperatur und das feuchte Thermometer. Met. Zeitschr. HI. 219. 

A. Troska: Zur Vorausbestimmimg des nächtlichen Minimums, ibid. HI. 415. 

A. F. Schultz: Zur Voraussage des nächtlichen Minimums. Monatsberichte des 
Ges. f. Erdkunde in Berlin 1842, S. 29 und 1845/46, S. 185. Met. Zeit- 
schrift HI. 417. 

L. Weber: Ergebnisse einer Untersuchung der Blitzschläge in Schleswig -Holstein. 
Schriften d. uat. wiss. Ver. f. Schlesw.-Holst. Bd. V. 2, 9—65. Met. Zeit- 
schrift IL 418—422. 

Bühler: Der Einflufs des Waldes auf den Stand der Gewässer. ,,Das Wetter", Meteor. 
Monatschrift 1886, 154—158. 

C. E. Ney: Über den Einflufs des Waldes auf das Klima. Deutsche Zeit- u. Streit- 
fragen 1886. Neue Folge. I. Jahrg. Heft 5. — Der vegetative Wärme- 
verbrauch und sein Einflufs auf die Temperaturverhältnisse. Met. Zeit- 
schrift m. 129. 

L. Palmieri: Neuer Beweis für die Elektrizitätsentwickelung beim Condensieren von 
Wasserdämpfen. II nuovo Cimento Ser. 3. Tomo XIX. p. 62. Naturw. 
Eundschau 1886, 25. 213. 

H. Wild: Einflufs der Quahtät und Aufstellung auf die Angaben der Regenmesser. 
Eepert. f. Met. IX. No. 9. 

G. Lang: u. J. Bauer: Vergleichung von Regenmessern. Beobachtimgen d. met. Stat. 

im Kgr. Bayern. VH. 30. 
J, Jamin: Über die nächtliche Strahlung. Comi^t. rend. T. C. p. 1273. Naturf. 

XVHI. 32. 301. 
G. Hellmann: Über die tägHche Periode der Gewitter in Mitteleuropa und einige 

damit in Zusammenhang stehende Erscheinungen. Met. Zeitschr. H. 433. 
L. Weber: Intensitätsmessungen des diffusen Tageslichts. Met. Zeitsclrr. H. 168: 

219; 451. 
G. Hellmann: Bericht über das Regenwasserversuchsfeld in Berlin. Met. Zeitschr. 

HL 181. 
Siebert: Die Niederschlagsverhältnisse des Grofsherzogtums Baden. Beiträge zur 

Hydrographie des Grofsherzogtiuns Baden. H. Heft. Karlsruhe, Braun 1885. 

Met. Zeitschr. H. 377. 
Ebermayer: Die Beschaffenheit der Waldluft und die Bedeutung der atmosphäri- 
schen Kohlensäure für die Waldvegetation. Stuttgart, Enke, 1885. 
G. Hellmann: Die regenärmsten und die regenreichsten Gebiete Deutschlands. Metr. 

Zeitschr. HI. 429—37 und 473—85. 



Pflanze. 



65 



Die Pflanze. 

ÄBGlienanalysen. 

Referent: C. Kraus. 
Asche iapanischer Pflanzen, von 0. Kellner, i) . Asche 

■' ^ ' • / japamschcr 

Vergi. Jalu-esbericlit 1884, S. 117. Zu den dort angefülirten Pflanzen Pflauzeu. 
kommen nocli: 



Körner von 


K2O 


Na^O 


CaO 


MgO FegOa 


P2O5 


SO3 


Si02 


Cl 


Panicum miliac., 




















nicht geschält 


18,23 


0,45 


1,04 


13,62 


0,83 


39,87 


2,05 


22,19 


1,09 


P. mil., geschält 


16,88 


1,44 


1,64 


14,20 


0,53 


40,21 


1,82 


21,81 


1,47 


Triticuni \nügare 


17,85 


0,58 


2,45 


5,81 


1,19 


65,59 


3,68 


0,48 


0,77 


Hordeum vulgare 


28,22 


7,50 


2,77 


11,08 


5,04 


32,65 


5,75 


4,39 


1,61 


Coix agrestis . | 


22,04 


3,30 


2,63 


13,33 


4,46 


36,82 


4,47 


10,06 


3,40 


Soja hisjnda . 


45,00 


1,81 


4,35 


8,38 


0,79 


33^25 


3,20 


0,30 


2,02 


Dolichos uniflorus 


53,57 


l,67i 


6,06 


8,62 


0,35 


27,42 


2,50 


0,43 


0,42 


Dol. cultratus 


42,60 


1,65 


9,70 


8,42 


1,63 


32,11 


2,05 


1,30 


0,70 


Ai-achis hj^DOgaea, 




















geschält 


47,72 


0,57 


4,00 


14,47 


1,21 


0,13 


27,64 


3,10 


0,58 


ToiTcya nucifera, 




















geschält . . 


52,44 


5,24 


3,07 


11,29 


0,56 


19,51 


0,69 


0,69 


0,67 


Camellia japonica, 




















geschält . . 


42,63 


1,77 


5,01 


7,60 


9,24 


24,74 


6,67 


0,52 


0,34 


Wurzeln von 




















Dioscorea japoni- 




















ca biübifera , 


50,70 


5,39 


10,09 


7,77 


2,70 


4,83 


5,90 


1,82 


13,09 


Daucus carota . 


23,33 


28,77 


18,25 


5,20 


5,76 


12,91 


0,75 


0,03 


4,51 


Nelimibo nucifera 


42,58 


12,53 


3,98 


5,28 


1,19 


13,96 


8,16 


1,63 


10,70 


Sagittaria sagitti- 




















folia. . . . 


62,11 


9,92 


1,30 


3,59 


0,68 


14,41 


4,99 


0,34 


1,78 


Früchte von 




















Solanum melon- 




















gena . . . 


48,65 


10,33 


5,50 


4,59 


2,65 


12,45 


5,02 


2,98 


7,90 


Kürbis (geschält 




















und an d. Luft 




















getrocknet) 


21,14 


56,62 


0,64 


3,15 


0,43 


11,78 


3,65 




3,22 


Pilze. 




















Agaricus sp. . . 


59,22 


4,10 


0,42 


3,28 


4,99 


13,42 


2,34 


10,23 


1,09 


Agaricus Sitake . 


55,55 


9,67 


0,98 


6,45 


1,24 


19,20 


2,73 


2,26 


1,48 


Ebenso . . . 


55,54 


5,36 


2,46 


5,90 


1,28 


19,10 


6,03 


3,06 


2,01 


? 


52,26 


9,12 


0,87 


3,19 


3,86 


21,67 


5,53 


3,34 


1,02 



*) Sep.-Abdr. aus den Mitt. der d. Ges. f. Natur- u. Völkorkimdo Ostasi(nis. — 
Bezügüch der Asche der Thceblätter siehe auch Landw. Versuchsst. 1886, XXXIH. 379. 

Jahresbericht 1886. 5 



66 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 





KgO 


NagO 


GaO 


MgO 


FegOaPgOg 


SO3 


SiOg Gl 




Thee, 




















Mineral- 






















stoffe 




















(Handels- 




















ware). . 


6,23 resp. 5,73 %; 1,01 resp. 1,27 o/o Manganoxyduloxyd 


Probe 1 


36,93 9,78 


3,24 


12,56 8,92 


15,7217,46 11,57 


2,21 1 


„ 2 


38,42 


5,77 


2,57 


11,90 


8,50 


17,92 


9,70 


1,50 


2,51 





Tlieeblätter, in verscliiedenen Altersperioden gepflückt. Niu" die seit dem 
Frillijalire neiigebildeten Blätter Aviuxlen zur Unter sucliiing verwendet. 





KgO 


Na^O 


CaO 


MgO 


FegOg 


P2O5 


SO3 


SiOg 


Gl 


^ln304 


Proben vom 






















15. Mai . 


49,06 


1,07 


11,95 


8,69 


3,80 16,67 


3,75 


2,34 


1,04 


1,64 


30. „ . 


46,33 


2,00 


14,93; 9,00 


4,30 15,63,3,61 


1,24 


1,39 


1,79 


15. Jimi . 


!41,37 


1,23 


17,70 


11,72 


6,55 


13,76 


3,21 


1,60 


1,06 


1,98 


30. „ . 


37,09 


1,59 


21,95 


11,67 


7,25 


13,35 


3,56 


1,41 


1,18 


1,30 


IS.Jiüi . 


[35,76 


1,58 


22,04 


12,21 


8,48 


12,41 


3,37 


1,62 


1,17 


1,58 


30. „ . 


32,84 


0,80 


22,88'12,91 


9,75 


12,33 


3,83 


1,35 


1,22 


1,75 


15. Aug. . 


31,01 


1,08 


23,24 


13,71 


12,14 


12,00 


3,43 


1,02 


1,14 


1,21 


30. „ . 


29,15 


1,14 


22,20 


14,79 


11,02 


11,71 


3,81 


2,72 


1,13 


1,57 


15. Sept. 


23,72 


4,77 


23,44 


14,74 


11,64 


11,25 


4,74 


1,69 


1,58 


1,72 


30. „ 


22,28 


2,06 


27,71 


15,80 


12,11 


11,52 


4,08 


2,17 


1,35 


1,63 


15. Okt. . 


20,97 


2,76 


27,90 


15,88 


11,83 


10,71 


4,37 


2,61 


1,11 


1,37 


30. „ . 


19,75 


2,72 


28,75 


17,19 


11,63 


10,23 


4,01 


2,44 


1,38 


1,53 


15. Nov. . 


18,67 


2,76 


29,60 


17,39 11,31 


10,70 


3,84 


1,75 


1,09 


2,06 


30. „ . 


17,31 


2,02 


30,37 


17,99 11,02 


10,96 


4,20 


2,70 


1,19 


2,48 


15. Mai 




















alteBlätter) 


14,20 


3,21 


30,46 


14,49 


11,93 


10,64 


4,41 


2,13 


1,32 


2,82 



Heu von 


K2O 


NagO 


GaO 


MgO 


FegOa 


P2O5 


SO3 


Si02 


Gl 


Arachis hypogaea 
Soja liisj)ida . 
Sorghum sacclia- 


20,75 
43,21 


3,86 
11,74 


40,05 
19,45 


13,79 

10,82 


1,78 
2,80 


5,87 
4,87 


3,79 
3,18 


3,89 
3,72 


6,02 
1,20 


ratum . , . 
C onvoh-iüus Bata- 


44,21 


4,64 


3,75 


1,73 


1,62 


1,50 


1,81 


42,08 


1,13 


tus(griine Ran- 




















ken u. Blätter 




















bei der Ernte) 
Solanimi melon- 


39,43 


5,19 


21,25 


8,17 


3,90 


5,36 


7,99 


3,87 


7,29 


gena 
Gossypium herba- 
ceum (Stengel 
fast olme Blät- 


40,38 


7,77 


22,56 


8,12 


1,31 


7,24 


2,76 


3,44 


6,40 


ter bei d. Ernte) j 


9,67 


6,35 1 


10,50 


17,13 


9,12 


14,92 


12,43 


9,82 


8,84 



Pflanze. 



67 



Stroh von 


K2O 


NagO 


CaO 


MgO 


Fe^OgPaOs 


SO3 


SiOg 


Cl 


Avcna sativa . . 


30,25 


4,17 


2,97 


2,43 


0,77 


3,34 


1,10 


50,19 


5,37 


Hordenni ^'^üg•are 




















(Winterg.) . . 


23,59 


5,63 


5,88 


1,10 


0,96 


1,91 


1,65 


48,58 


14,95 


Paniciun müiace- 




















mn .... 


31,12 


1,87 


3,62 


9,18 


1,55 


3,00 


3,09 


33,43 


13,81 


P. cnis coni 


16,90 


2,53 


5,38 


9,98 


1,63 


5,13 


6,90 [41,66 


9,38 


P. italicTim . 


16,24 


2,83 


6,55 


4,37 


1,95 


3,65 


3,02 


55,28 


5,43 


Oryza sativa, 




















Spreu . . . 


3,00 


1,66 


0,42 


1,04 


0,36 


1,20 


Spur 


93,13 


0,01 



Asclie verscliie 

Coucord 
Grape 

% 


lener Früch 

Wliito Currants 
(White Grape) 

% 


te.i) 

Easpberries 
(Black Caps) 


Lombard 
Plum 


Black- 
berries 


Blue- 
berries 


Asche ver- 
schiedener 
Früchte. 


Kali . . . 62,293 


53,81 


50,000 


76,589 


51,424 


31,362 




Kalk . . . 15,495 


17,46 


19,441 


13,261 


17,222 


28,021 




Magnesia . . 1,757 
Eisenoxycl . 1,962 
Phosphorsäure 18,491 


4,72 

1,47 

22,54 


9,599 

0,486 
20,474 


2,165 

0,541 
7,443 


5,300 

1,421 

24,129 


9,254 

2,313 

29,049 




Asche des Apfelbaums. 2) 
Jiuii gesammelt. 


Das Versuchsmateria] 

% 


wurde 


Anfang 


Asche des 
Apfelbaums 



KaU 3,401 

Natron 1,836 

Kalk 57,070 

Magnesia 2,827 

Eisenphosphat 1,400 

Phosphorsäm'e 3,210 

Schwefelsäure 1,000 

Kieselsäure 1,810 

CMor 0,420 

Kolilensäure 24,300 

KoMe u. s. w 2,672 

Asche von Vi sc um album.3) Von demselben Apfelbaume im Jmii ■^vi^cJ^" 
entnommen, für welchen oben die Zusammensetzmig der Asche seines Holzes aibum. 
mitgeteilt A\^u-de. 

Wassergehalt der Stengel 56,68, der Blätter 62,52 %; Aschegehalt 1,90* 
resp. 3,85 %. 



1) Third annual Eeport of the Board of Control of the State Ägricult. Experim. 

Stat. at Amherst, Mafs. 1885, No. 33, S. 83. 

2) Third annual Eeport of the Board of Central of the State Ägricult. Experim. 
Stat. at Amherst, Mafs. 1885, No. 33, S. 91/92. Bei beiden Analysen ist bemerkt, 
sie seien der Dissertation von C. Erdmann „The Inorganic Constituents of Plants", 
Göttingen 1855, entnommen. Vielleicht liegt in der Jahreszahl ein Druckfehler vor, 

3) Third annual Eeport etc. 1885, No, 33. 

5* 



68 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Zusammensetzimer der Asche in 



Kali . . . 
Nati'on . . . 
Kalk . . . 
Magnesia . 
Eisenpliosphat 
Phospliorsäure 
Scliwefelsäiu'e 
Kieselsäiu'e . 
Chlor . . . 
Kolüensäure . 
Kohle u. s. w. 



Prozenten : 

Blätter 

19,736 

4,327 
22,600 

9,335 

1,580 
16,370 

1,250 

2,053 

0,864 
16,800 

6,786 



Stengel 

20,153 
4,127 

22,176 
9,750 
1,640 

16,276 
1,050 
2,045 
0,815 

15,720 
6,048 



Asche von 
Khabarber. 



Asche von Ehabarber. ^) 



Die Pflanzen standen in 

Blätter u. Stengel 

/o 
. . . 91,67 

8,33 



der Blüte. 
Wurzeln 



0,13 
1,72 
0,22 
0,36 
0,03 
0,34 
0,13 
0,02 
0,003 



/o 
74,35 

25,65 

0,55 

2,28 

0,25 

0,53 

nicht bestinunt 

0,50 

0,16 

0,06 

0,02 



Aaclie von 
Meerrtttig. 



Wasser 

Trockensubstanz (bei 100 o C.) . 

Stickstoff in der Trockensubstanz 

Rohasche in der Trockensubstanz 

Unlösliches in der Asche . . . 

Kali 

Nati'on 

Kalk 

Magnesia 

Phosphorsäiire 

Eisenoxyd 

In Säiu'en lösliche Aschebestandteile: 

Kali 41,37 

Natron 3,39 

Kalk 38,62 

Magnesia 14,50 

Phosphorsäiu'e 1,80 

Eisenoxyd 6,32 

Asche von Meerrettig. ^) Wui'zeln. 

"Wassergehalt (diu-ch Yerdunstung bereits vennindei-t) 76,68, Trocken- 
substanz 23,32, Stickstoff in der Trockensubstanz 0,36, Schwefel 0,06, 
Rohasche 1,87 o/^. Von letzterer waren 1,16 in Säuren löslich. Das lös- 
liche hatte folgende proz. Zusammensetzung: 



37,92 

8,84 

35,95 

11,40 

4,32 

1,57 



Magnesia . . . 


. 8,24 


Eisenoxyd . . 


. 2,13 


KaUc . . . 


. 13,47 


Natron 


. 10,29 


Kali . . . . 


. 62,66 


Phosphorsäure . 


. 3,81 



*) Third annual Eeport of the Board of Control of the State Agricult. Experim. 
Stat. at Amherst, MaTs. 1885, No. 33, S. 94. 



Pflanze. 



69 



Asche von Äpfeln, i) 1. Rhode Island Greening. 2. Sweet Apple 

1 o 


Wasser . . . 


84,G50 


c. 


Trockensubstanz 


15,350 


— 


Stickstoff . . 


0,730 


0,630 


Rohaschc . . 


2,130 


2,020 


Kali . . . 


0,796 


1,086 


Natron . . . 


0,086 


0,171 


Kalk . . . 


0,152 


0,180 


Magnesia . . 


0,162 


0,116 


Eisenoxyd . . 


0,011 


0,019 


Phosphorsäm-e 


0,053 


0,046 


Unlüslielios . 


0,015 


0,017 


Asche von Euniex Acetosc 


3 IIa. 2) Die Pflanzen wurden im Jimi ir 


blühendem Zustande gesammelt. 




7o 
87,07 


"Wasser . 




Mineralstoi 


fe . . 


1,11 


Die Asche enthielt in Prozenl 


.en: 




KaU . . 




19,35 


Natron . 




10,79 


Kalk . . 




47,58 


Magnesia 




8,99 


Eisenoxyd 




2,55 


Phosphorss 


iure . . 


10,79 



Ascho von 

Äpf In. 



Asche vou 

Eumex 
AcetoseUa. 



von 



Aschegehalt einjähriger Korbweidenruten und ihrer Rinden, K^^weiYen. 
C. Councler.3) 
1. Rinde. 100 Teile luftti'ockner Rinde gaben: 
Trockensubstanz (bei 100— 110 O) 
Salix purpurea S. \iminalis S. purpm-ea X vim. 
92,2 92,1 91,3 

100 Teile Trockensubstanz enthielten: 



amygdalina 
92,5 



Stickstoff . . . 
Rohasche . . . 
Reinasche . 
o/q der Roliasche 



Kali 

Natron . . . . 

Kalk 

Magnesia . . . 
Manganoxyduloxyd 
Eisenoxvd . . . 



. . 8,22 7,64 5,53 7,89 

. . 5,803 5,071 4,934 5,146 

. . 4,0074 3,851 3,6413 3,7411 

. . 69,06 75,94 73,8 72,7 

Proz. Zusammensetzimg der Reinasche 

S. purpurea S. viminalis S. purpurea X vim. S. amygdalina 

34,32 32,04 29,46 33,77 

0,12 1,28 0,12 1,51 

37,08 45,33 45,75 34,61 

4,47 4,11 6,28 4,91 

0,85 0,66 6,46 1,11 

1,27 1,08 0,79 0,95 



1) Mafs. State Agricult. Exper. Stat. Bull. No. 19, 188G. (Amherst, Mafs.) 

2) Third annual Report of the Board of Control cf the State Agricult. Experim. 
Stat. at Amherst, Mafs. 1885, No. 33, S. 81. 

3) Zeitschr. Forst- u. Jagdwesen 1886, H. 3. 



70 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



1 — ' m ^. o C3 o . 1-1 - 






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Pflanze. 



71 



Asche der Heidelbeere, von R. Hornberger. i) Trockcnsnb- ,/^?^^l'^®' 
stanz 9,53 "/q 

In 

lUOU Teilen 

Frischsubstanz 

1,568 





In 




1000 Teilen 




Trockensubstanz 


KaH 


16,39 


Natron .... 


1,48 


Kalk 


2,28 


Magnesia . . . 


1,75 


Eisenoxyd . 


0,32 


Manganoxydiüoxyd 


0,59 


Phosphorsäm-e . . 


4,99 


Schwefelsäm-e . . 


0,89 


Kieselsäiu-e . . . 


0,26 


Reinasche . . . 


28,71 



0,141 
0,217 
0,167 
6,030 
0,056 
0,475 
0,085 
0,025 
2,736 



In 

Prozenten der 

Eeinasche 

57,11 

5,10 

7,96 

6,11 

1,12 

2,05 
17,38 

3,11 

0,89 



Bei 10 Früchten joro Quadratdecimeter (eine mäfsige Ernte) würden 
pro Jahr nnd Helrtar ca. 5 kg Kali und 1,5 kg Phosphor säiu'e dem Boden 
entzogen. 

Asche der Wucherblume (Chrysanthemum segetum), von "^^u^^el-' 
R. Heinrich. 2) Yon der oberirdischen Pflanze entliielten: biume. 



KaU 

Natron 

Kalk 

Magnesia 

Eisenoxj'd u. Thonerde^) 

Schwefelsäure 

PhosphorsäiU'C 

Chlor 

Kieselsäm'e .... 
Kohlensäure u. Verlust 



1000 Teile 

Trockensubstanz 

19,22 

10,39 

8,23 

6,47 
11,14 

5,30 

8,88 

6,11 

1,86 
36,46 



1000 Teüe 

Reinasche 

25,28 

13,66 

10,82 

8,51 
14,65 

0,97 
11,68 

8,03 

2,21 



Hiervon ab füi' Cl. 
Rohasche ... 
Reinasche . . . , 



113,88 
1,38 



101,81 
1,81 



100,00 



.... 112,50 

.... 70,04 O/o 

Es wird angenommen, dafs die untersuchte Pflanze sicli nur da ent- 
wickelt, wo der Boden kalkarm sei. Der betreff'ende Boden, auf welchem 
Chrysanthemmn ^vmcherte, enthielt 0,045 ^Jq Kalk in der luftti'ocknen 
Substanz. 

Asche der wilden Kartoffel von Paraguay, von E. Sclimid ,„'^*'^m®, 

imd L. Richter.*) Kartoffel. 



1) Zeitschr. Forst- u. Jagdwesen 1886, 154. Centr.-Bl. Agrik. 1886, XVI. 487. 

2) Landw. Ann. Mecklenb. 1885, No. 24, S. 187. 

^) Die Kohasche enthielt 14,3 o/o Sand, wahrscheinhch wurde hierdurch der hohe 
Gehalt an Eisenoxvd und Thonerde bedingt. 

*) Landw. Versuchsst. 1886, XXXIII. 456. 



72 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



100 Teile Eeinasche entlüelten : 



2^3 



FegO 
CaO 
MgO 
KgO 

P2O5 

SO3 

SiOo 



inollen 


Rhizome 


Sinir 


2,90 


3,23 


11,20 


4,81 


3,50 


69,33 


51,92 


12,G2 


7,57 


4,86 


6,33 


4,22 


7,74 


0,93 


4,71 
4,13 


4,16 


9,57 



Asche von 
Lallemantia. 



Zusammen- 
setzung der 
Sandwich e. 



Cl 

Remasche in der Trockensubstanz 

Asche von Lallemantia iberica, von L. Richter, i) 

Proz. Zusammensetzung der Reinasclie (3,63 ^/q der Trockensubstanz). 

Fe2 03 2,63 

CaO 9,94 

MgO 10,72 

KgO 44,32 

NagO 0,99 

P2O5 26,73 

SO3 3,53 

SiOa 0,97 

Cl 0,17 

Zusammensetzung von Sandwicke, von E. Schmid. 2) Die 
Pflanzen wuchsen üppig auf lehmigem Sandboden. Es entliielt: 



8. vn 

Bei Beginn der Blüte 



16. vn 

in voller Blüte 



29. vn 

am Ende der Blüte 



Prisch- 
subst. 

% 
84,78 

4,24 

3,14 

0,53 

4,22 

4'56 
1,67 



Trocken- 
subst. 

% 

27,86 

20,64 

3,45 

27,72 
29,97 
11,00 



Frisch- 
subst. 

"'0 
81,00 

3,91 

3,44 

0,69 

6,18 

6,53 

1,69 



Trocken- 
subst. 

% 

20,58 
18,10 

3,65 
32,51 
34,35 

8,91 



die Frisch- die Trocken- 
substanz Substanz 

% % 

Wasser 85,19 — 

Protein 4,61 31,15 

(davon reines Eiweifs) 3,54 23,94 

Fett 0,63 4,23 

Nfreie Extraktstoffe . 4,20 29,25 

Holzfaser .... 3,89 26,26 

Reinasche .... 1,49 10,11 

Zusammensetzung der Asche der bei Beginn der Blüte geemteten Pflanzen 

Eisenoxyd u. Thoncrde . 3,13% 

Kalk 21,54 „ 

Magnesia 6,81 „ 

Kau 29,03 „ 

Natron 0,98 „ 

Phosphorsäm-e . . . . 11,50 „ 

Schwefelsäure . . . . 4,89 „ 

Kieselsäiu-e 8,66 „ 

Chlor u. Kolüensäui'c . . 13,46 „ 



1) Landw. Versuchsst. 1886, XXXni. 456. 

2) D. landw. Presse 1886, No. 7. 



Pflanze. 



73 



Anbau und Zusammensetzung des Beinwell, von E. Schmid. i) 
Nacli den Beobachtiuigen des Verfassers wm-de das Futter nur von einer 
Ziego angenommen. Im trockenen Zustande "wird das Beinwell am meisten 
verschmäht. Zusammensetzimg im 

1. Schnitt (1 G.YI) 2. Sclmitt (1 G. ^T:I) S.Schmtt (IG.IX) 

frisch ti'ocken frisch trocken frisch trocken 

Wasser .... 86,92 — 88,10 — 87,95 — 

Protein .... 3,45 26,39 2,82 23,68 2,74 22,71 

davon reines Eiweifs 2,87 21,97 2,57 21,61 2,39 19,88 

Nfreie Extraktstoffe. 5,29 40,38 4,72 39,67 5,21 43,19 

Holzfaser .... 1,71 13,04 1,67 14,02 1,63 13,53 

Reinasche .... 2,21 16,93 2,31 19,44 2,18 18,10 

Zusammensetzimg der Eeinasche des 1. Schnitts: 

Eisenoxyd mid Thonerde. 2,28 0/q Phosphorsäure. . . . 7,67% 

Kalk 17,74 „ Schwefelsäure .... 1,96 „ 

Magnesia 3)77 „ Kieselsäiu'c 17,00 „ 

Kali 36,42 „ Clüor imd Kolüensäiu-e . 11,40 „ 

Natron 1,76 „ 



Zusammen- 
setzung von 
BeinweU. 



Yegetation. 

Referent: C. Kraus. 

A. Samen, Keimung, Keimprüfung. 

Einflufs des Feuchtigkeitsgehalts der Rübenknäule auf die 
Keimkraft der Samen bei längerer Aufbewahrung, von P. Grass- 
m a n n. ^) 

Diu-ch Einschichtung zwischen feuchtes Fliefspapier wurden den Knäiden 
verscliiedene Wassergehalte (von 13,32 o/^ auf 18,20, 24,05, 29,91, 34,55 o/q) 
gegeben, die Proben in Gläsern luftdicht verschlossen, imd die Keimmig in 
je lOtägigen Zwischem-äumen festgestellt. 

1. Keimprozent von je 100 Samen. 



Dauer de 
Einwir- 






Wasser 


gohalt 










13,32 o/„ 


18,20 % 


24,05 7o 


29,91 7o 


34,55 % 


kung ' ■ ^ 






^^ 










ry ^ ge- ge- 


ge- ge- 


ge- 


ge- 


ge- 


ge- 


ge- 


ge- 


^agö keimt fault 


keimt fault 


keimt 


fault 


keimt 


fault 


keimt 


fault 


10 ^ 


87,85 4,51 


85,79 


5,46 


84,08 


7,92 


82,83 


10,21 


20 




85,79 4,67 


84,65 


5,64 


83,07 


8,31 


80,79 


13,39 


30 




85,24 4,93 


83,26 


6,36 


80,53 


12,27 


72,57 


18,40 


40 


[ 89,43 2,48 


84,45 5,32 


79,97 


8,97 


75,44 


15,27 


63,74 


22,43 


50 




84,03 5,43 


79,62 


11,52 


74,46 


19,98 


61,34 


22,85 


CO 




82,25 8,55 


74,19 


13,53 


72,36 


20,62 


59,02 


26,30 


70 ^ 


82,08 9,05 


68,82 


21,00 


62,89 


26,64 


46,23 


33,34 


Die Keimkraft nimmt 


also rapid ab 















1) I). lanchv. Presse 1886, No. 7. 

2) Österr. Kübenzuckerzeit. 1886, XXIY. (N. F. XY.) 734. Zeitschr. d. Ter. 
Eiibenzuckerind. 1886, 102 u. 725. 



Keimkraft 

der Rüben- 

knäule. 



74 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger, 



2. Keimimgsenergie (in Prozenten auf je 100 Samen) d. li. Hervordi-ingen 
von Keimen iimerhalb der ersten 6 Tage: 
Dauer der 
Einwirkung 
Tage 
10 ^ 
20 
30 
40 
50 
60 
70 

Nicht zu lange Ein\\irknng höherer Feuchtigkeitsstiifen erhöht die 
Keimungsenergie, jedenfalls weil liierbei die QueUung des Keims schon 
beginnt. 

Bei den obigen Samen nahm bei länger hinaus fortgesetzter Prüfung 
das Keimprozent folgendermafsen ab : 

T-. j Wassergehalt 

Dauer der ^ 







Wassergehalt 




13,32 o/o 


18,20 o/c 


24,05 % 


29,91 % 


34,55 o/o 




79,85 


76,52 


74,22 


65,35 




78,87 


63,20 


68,19 


72,53 




76,14 


62,14 


67,00 


71,17 


81,91 


69,82 


62,24 


37,74 


25,53 




68,75 


44,33 


29,21 


19,43 




65,75 


34,91 


25,70 


10,04 




65,71 


21,14 


16,99 


7,77 



ilinwir- 


13,32 % 


18,20 o/o 


24,05 0/, 


29,91 o/o 


34. 


350/0 


Inmg 






■■ " v 








ge- ge- 


ge- ge- 


ge- ge- 


ge- ge- 


ge- 


ge- 


Tage 


keimt fault 


keimt fault 


keimt fault 


keimt fault 


keimt 


fault 


70 


89,43 2,48 


82,08 9,05 


68,82 21,00 


62,89 26,64 


46,23 


33,34 


100 ^ 




80,51 10,85 


60,87 29,53 


13.19 70,40 





72,69 


133 
166 = 
200 




78,14 13,17 


41,57 47,61 


6 73,49 





75,11 


88,73 3,87 


75.82 16,24 


19,84 60,72 


78,82 





79,34 




73,79 18,04 


68,64 


82,29 





83,27 


233 ; 




72,58 19,72 


72,58 


83,76 





89,84 



Die Keimkraft nimmt erst stetig, dann plötzlich luiYerhältnismäfsig 
rasch ab. 

Aus obigem ergiebt sich der "Wert des gründlichen Austrocknens der 
Saat auf dem Felde imd ilu'er trockenen Aufbewalunmg. 

Keimung Über die Keimungsverhältnisse von Raphanus Raphanistrum, 

Kaphanus von F. Schindler, i) 

nistrum. Die Hedeiichsameu können jahrelang ohne Verlust der Keimfähigkeit 

im Boden liegen, tun gelegentlich infolge der Bodenbearbeitimg, Nieder- 
schlagsverhältnisse u. s. w. zur Keimung zu gelangen. An dieser Resistenz 
hat die Fruchthülle teil, welche den Samen bis zu seiner Keimimg fest 
mnschliefst. Sie ist knochenhart, prosenchymatisch, dadiu'ch ein wesent- 
licher Schutz gegen mechanische Eingriffe imd Insektenfrafs. Sie verliin- 
dert aber den Eintiitt von AVasser und das Aufquellen des Samens niclit, 
der aber gleichwohl oft lange Zeit nicht in Keimung übergeht. Die Keim- 
versuche fülirten zu folgenden Resiütaten: 1. Zwischen feuchtes Filti-ier- 
papier gebrachte Hedericlifrüchte keimten nm' zu einem germgen Prozent- 
satze (im lyiittel von 6 Proben ca. 23 o/q). Von den Fruchtschalen be- 
fi'cite Samen keimten rascher imd besser (im Mittel von 3 Proben zu ca. 
51 ö/o). 2. In allen Fällen, wo der Versuch im Herbste begann, ergab sich 
im Verlaufe der Keimung eine deutliche Periodizität, man köimte bei gleich- 
bleibenden äiil'seren Bedingungen eine Frülijalu'S- und Herbstperiode imter- 
scheiden. 3. Hedericlifrüchte, in Blumentöpfen im Freien angebaut, keimten 
in der gleichen Zeit nur zu 8,G ^Jq im Mittel. 4. Früchte, welche über 



') Österr. Landw. Wochenbl. 1886, No. 34. 



Pflanze. 75 

Winter in einem Kompost gelagert hatten, keimten, im Frühjalir angebaut, 
rasclier imd reichliclier als solche, welche in gewöluilicher Erde oder z\vi- 
schen Filterpai^ier imtergebracht waren (im Mittel zu G7,5 ^Iq). 5. Solche, 
welche während des Winters in Irischem Schafmist aufbewalui wurden, 
hatten ilu-e Keimfähiglieit vollliommen verloren. — Das wiederliolte, völlige 
Austrocknen der im Keimbett liegenden Hederichsamen ^^irkt ungemein 
tordernd auf die Keimung ein. 

Anthoxanthum Puelii Locoq et Lamotte, von F. Nobbe. ^) tjfu°^''pyeiii 
Diese aus Sttdeiu'opa stanmiende einjährige Art war bis 18G0 in Deutsch- 
land imbekannt, hat sich aber jetzt durch den Samenhandel als Unkraut 
auf Ackerfeldern selix verbreitet. Der Samen wird massenliaft gesammelt 
und im Samenhandel verwendet. — 

Unterschiede zwischen A. odoratiun und Puelii: 

A. odoratum A. Puelii 

bis 60 cm hoch, kaum 30 cm hoch, 

dichter Stock aufrecliter Halme, Stock vei'ästelt mit verwirrten Hahnen, in 

allen Teilen feiner und dürftiger. Blätter 
sclimäler, relativ länger, 
Kispenähi-e dicht, gelbbräxmiich, Kispenälire lockerer, offener, lichter gefärbt, 
Farbe der Scheinfrüchte kräftig Scheinfrüchte lichter, melu- graubraun. Die 

braun. Farbeimuance variiert etwas. 

Das absolute Korngewicht beider ist ziemlich gleich, auch die Spelzenlänge. 
Die im lufttrockenen Zustande gekniete Granne der tiefsten Spelze 
hat einen starken, braunen, sclu-aubig gestreiften unteren und einen feineren, 
lichteren oberen Teil, die etwas küi'zere Granne der zweiten Spelze ist 
gerade. Länge der tiefsten Spelze (mm) bei 



mttei 


Max. 


Äün. 


A. odoratum . 7,38 


9,30 


5,20 


A. Puelii . . 9,14 


11,00 


7,00 


Granne der zweiten Spelze: 






A. odoratum . 4,50 


5,60 


3,40 


A. Puelü . . 5,92 


7,00 


4,50 


Die Spelzenlänge = 100 gesetzt 


stellte sich im Durchschnitt die 


Grannenlänge : 






imterer 


oberer 


Gesamt- 


Teü der 


Granne 


gramie 


bei A. odoratimi . 111,4 


124,7 


233,5 


A. PueHi . . 138,5 


160,3 


292,3 


Ein weiteres Hilfsmittel zm- Erkennung von 


A. Puelii ist die botani- 


sehe Analyse der in der Probe auftretenden Unkrautsamen u. dergl. (zer- 



di-oschene oder verkümmerte Roggenkörner, Kornblume, Windlialm, Feld- 
kamüle und andere Ackergewächse). Unter A. odoratiun finden sich dagegen 
Aira flexuosa, Luziü aalbida, campestris, IVIilium effusum, Festuca ovina u. s. w. 
— • Der relativ geringe Kiüturwert des Puel'schcn Ruchgrases erhellt aus 
dessen unbedeutender Massenbildimg und der niu- einjährigen Dauer, wenn 
es auch ebenso Cumarin enthält wie das echte Ruchgras. 



1) D. landw. Presse 1886, No. 76. Zu vergl. auch ebenda No. 89. (Bemerkungen 
von H. Putensen.) 



76 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Ozon und 
Keimung. 



Methoden 
zur "Wert- 
bestimmung 
des Saat, 
guts. 



Ozon und Keiniiing, von A. Vogel, i) 

Yerscliiedene Samen wiutlen in eine stark niit Ozon beladene Luft 
unter den übrigen für die Keimnng günstigen Bedingungen gebracht. Das 
Ozon übte durchaus keinen nachteiligen Einflufs auf den Keimungsvorgang, 
ob einen fördernden, bleibt vorerst xmentscliieden. 

Die Samen von Brassica iberifolia, eine neue Verfälschung 
des weifsen Senfsamens, von C. 0. Harz. 2) 

Ein neues Fälschungsmittel des weifsen Senfs (durch in- 
dischen Raps), von H. Steffeck. 3) 

Anatomie des Baumwollen- und Kopaksamens, von H. v. Bret- 
feld.4) 

Beschreibung der Samen von Lallemantia iberica, von L. 
Richter. 5) 

Über mikrochemische Prüfungen von Pflanzensamen auf 
Eiweifskörper, von T. Szymanski.^) 

Die einheitlichen Methoden der österr.-ungar. Samenkon- 
trollstationen zur Wertbestimmung des Saatgutes. 7) 

Die einheitlichen Methoden der österr.-ungar. Samenkontroll- 
stationen zur AVertbestimmung des Saatgutes, von v. "Weinzierl.8) 

Die zur Keinnmg zu vei-wendenden Samen müssen einer Diu'chscluiitts- 
probe entnommen werden. Prinzipiell soU nur eine Keimprobe mit 200 
Samen ausgeführt werden, bei schwer keimenden Samen aber eine doppelte. 
Von Insekten beschädigte Kömer und solche mit nur wenig verletzter Testa 
sind als gesimd anzusehen. Solche, deren Testa ringsiun aufgesprimgen 
ist, werden ebenso wäe zerbrochene zu den fremden Bestandteilen gerechnet. 
Befinden sich imter den Samen einzelne mit zweifelliafter Echtheit, so sind 
sie zu den identischen zu zälalen. Wenn bei Grassamen in den Ährchen 
nur ein Samenkorn vorhanden ist, so gilt das Ährchen als ein Samen; ent- 
hält es mehrere Samen, so ist es in so viele Teile zu zerlegen, als es 
Samen enthält. AVenn bei der Keimimg 1 — 2 Könier verloren gingen, so 
sind bei der Berechnimg der Keimfälügkeit blofs die ziu-ückgebliebenen 
Samen mafsgebend. — Als Keimbett wiu-den bestimmt: Filterimpier (porös, 
verhältnismäfsig dick), gesiebte Gartenerde, femkörniger und geglühter 
Quarzsand. Für die Melu^zalil der Samen ist das Filterpapier zu verwenden. 
Einzelne Samenarten, insbesondere zai^te Gräser, verlangen das natüi'liche 
Substrat, Erde, als Keimimgsmedium; der ausgeglühte Sand ist zweck- 
mäfsig für Zucker- imd Futterrüben. Vor der Exposition der Samen in 
den Keimapparat sollen aUe mit Ausnalmie der Gras-, Bh-ken- und Erlen- 
samen in Quell Wasser von ca. 15 — 20 ^ C. eingeweicht werden, Getreide- 



1) Zeitschr. d. bayr. landw. Ver. 1886, März, S. 200. 

2) Zeitschr. d. bayr. landw. Ver. 1886, 83-i. 

3) Landw. Versuchsst. 1886, XXXIU. 411. 
*) Landw. Versuchsst. 1886, XXXIII. 472. 

5) Landw. Versuchsst. 1886, XXXIII. 455. 

6) Landw. Versuchsst. 1886, XXXIII. 229. 

^) Ergebnisse der I. Konferenz der Vorstände der österr.-ungar. Samenkontroll- 
stationen zu Budapest im Oktober 1885. Wiener landw. Zeit. 1886, No. 75. (Zu vergl. 
Mitt. d. k. ung. Ministeriums für Ackerbau, Industrie u. Handel, II. Jahrg., 2. u. 3. Heft. 

8) Wiener landw. Zeit. 1886, No. 76. 



Pflanze. 



77 



imd Kleesamcn 12, Waldsamen 24 Stunden. Scliwer queUbare Samen 
(Ivlccsainen, Lnpinen, Wicken, Akazien u. dergi.) sollen vor dem Einweichen 
mit heilsem AVasser abgebrüht, Wickensamen mit Glaspapier abgerieben 
■werden. Von den nach Beendigung des Keimprozesses nicht angequollenen 
Samen ist ein Drittel zu den keimfähigen zu rechnen. Als gekeimt werden 
diejenigen Samen beti-achtet, deren Eadicula 2 mm lang ist; solche, bei 
denen die Plumula ohne Eadicula ersclieint, haben als keimungsunfähig zu 
gelten. Die Keimfähigkeit wird im Versuchspi'otokolle in Zehntelprozenten, 
in dem Certifikate niu' in ganzen Zahlen angegeben. Die Keimfähigkeit 
des Futter- und ZuckeiTübensamei^s soll dm'ch 2 Zahlen ausgccb-ückt wer- 
den: die eine giebt die Zalü der gekeimten Knäiüe, die andere die der 
von 100 Knäulen erhaltenen Keime an. — Die Temperatur ist möglichst 
auf 18 — 20 C. zu halten, bei gewissen kloinen Samen (Poa, Alopecm-us, 
Agrostis, Anthoxanthimi, Helens, Alnus, Betula) ist die Temperatiu- täglich 
diu-ch etwa 6 Stimden auf ca. 28 ^ zu steigern. Als Dauer der Exposition 
Anuxle besclüossen: bei Geti-eidearten, Klee- und Kohlarten, Leindotter, 
Timothy gras 10, Eübonsamen, engl, imd franz. Eaygras 14, anderen Grä- 
sem 21, Samen von Nadel- imd Laubhölzern 28 Tage. — Die Latitude 
darf bei der Keimfälügkeit 5, bei der Eeinlieit 2 ^Jq (bei Grassamen 5 %) nicht 
übersteigen. — Der Gebrauchswert ist im Certifikate nicht anzugeben. — 
Die Thätigkeit der Samenkonti-ollstationen soll ausgedelmt werden: 1. auf 
botanische Heuanalysen, 2. niila-oskopische Untersuchimg landw. wichtiger 
vegetabilischer Eohstoffe, 3. Bestimmungen zweifelliafter Kultiu'- und schäd- 
licher ITnla-autpflanzen, 4. komplette Braugersteimtersuchimgen (Keimfähig- 
keit, Keimungsenergie, Korngewicht, Melüigkeit, Spelzengewicht). 

Samenkontrolle der Versuchsstelle zu Marburg im J. 1885.1) flf^'g^^^l. 

Von 53 Eotklecproben waren 19 seidehaltig und zwar meist selir kontroue. 
reich an Seide; Keimfähigkeit des Eotklees zwischen G8 und 88 ^/q. Die 



15 Luzemeproben waren seidefi-ei; Keimfälügkeit ( 


36—970/0. Die Gras 


Samen keimten zu: 




Lolium perenne . . 77- 


-91 o/q. 


„ itaücum . . 32 u 


72 „ 


Holcus lanatus . 


31 „ 




Agrostis stolonifera . 


76 „ 




Avena elatior 

Dactylis glomerata . . 


57 „ 
80 „ 


. je 1 Probe. 


Festuca rabra . . . 


41 „ 




Phleum pratense . . 


98 „ 





Zweiter Bericht über die Thätigkeit der Grofsh. badisclien pflanzen- 
]ihysiolog. Versuchsanstalt zu Kai-lsruhe im Jalu-e 1885. Von L. Just. 
Karlsnüie 1886. 72 S. 

Neuer Keimapparat, von V. Th. Magerstein. 2) 
Derselbe besteht aus einem flachen, cj^lindrischen Gefäfse aus Zimi- 
blech, 26 cm Dm-clmicsser, 6 cm Höhe. Dicht über dem Boden ist ein 
Zuflufsrohr, welches durch einen Kautschuksclüauch mit einem Wasser- 
behälter in Verbindung steht. 3 cm über dem Boden ist gegenüber diesem 



Keim- 
apparat 



^) Landw. Zeit. u. Anzeiger. Cassel 1886, No. 16. 

2) Österr. landw. Wochenbl. 1886, No. 5. Wiener landw. Zeit. 1886. No. 31. 



78 



Bodeu, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Zufliifs- ein Abflufsrolu-. 1 cm über dem Boden des Gefäfses sind Stützen, 
auf welchen ein 1 ^2 cm hohes Gefal's von Blech mit dm'clilöchertem Boden, 
25 cm Diu'clmiesser, liegt. Der Boden dieses Blechs wii-d mit Spodiima 
bedeckt, darauf folgt die ^/^ cm hohe Keimplatte aus porösem Thon, mit 
100 flachen A^ertiefimgen ziun Einlegen der Körner. In der Höhe des 
oberen Eandes der Keimplatte hat die Wand des äufseren Gefäfses Öff- 
nimgen zimi Eindringen der Luft. Obenauf liegt ein Blechdeckel, der in 
der jyiitte in einer Öffnung einen Kork in freier resp. mit Thermometer 
versehener Bohrung trägt. 

Neue Keimapparate, von M. HoUrung. i) 



ChlorophyU- 
funktion. 



ChlorophyU- 
thätiRkeit 
im ultra- 
violetteu 
Dunkel. 



B. Assimilation und Stoffwechsel. 

Beiträge zur Kenntnis der Chlorophyllfunktion, von A. 



Na- 



gamatz. ^) 

1. Können Blätter von Landpflanzen unter "Wasser assimi- 
lieren? 

Die Blätter verhalten sich in kohlensäurehaltigem Wasser verschieden, 
je nachdem sie vom Wasser benetzt oder mit einer Luftschicht bedeckt 
bleiben. Die letzteren büden viel, die ersteren keine Stärke. 

2. Hat das durch ein assimilierendes Blatt hindurchgegan- 
gene Licht noch die Kraft, in einem zweiten Blatt Assimilation 
zu bewirken? 

Die geringe Dicke der ClilorojDhylL führenden Scliichten in Blättern 
und anderen assimilierenden Organen, dann die Erfahi'ung, dafs das dm'cli 
reiae Clilorophylllösmig gegangene Licht nur* in selu' geringem Grade die 
Fähigkeit besitzt, die Blätter von Wasserpflanzen zm^ Sauerstoffausscheidmag 
zu vei-anlassen, läfst erwarten, dafs die gestellte Frage verneinend zu be- 
antworten seta wii-d; der dü-ekte Versuch ergiebt, dafs schon clilorophyU- 
haltige Gewebescliichten von weniger als 0,2 mm Dicke im stände sind, die 
Assimilationskraft der Sonnenstralilen vollständig zu erschöpfen. 

3. Einflufs des Welkens auf die Stärkebildvmg durch Assi- 
milation. 

Gewelkte Blätter erzeugen keine Stärke. 

Die Thätigkeit des Chlorophylls im ultravioletten Dunkel, 
von G. Bonnier imd L. Mangie. 3) 

Die Verfasser prüften, ob die Thätigkeit des Chlorophylls auch im 

ultravioletten Dunkel, imter dem Eiaflusse der Absorption dieser Stralilen, 

vor sich geht. Die gTöfste Schwierigkeit stellen die Atmmigsersclieinungen 

im Dunkeln bei dieser Pritfmig entgegen, indem sie geeignet sind, die 

Thätigkeit des Chlorophylls zu verdecken. Nach den Untersuchungen der 

Verfasser ist das Verhältnis der ausgeatmeten Kolüensäm'e zum absorbierten 

Sauerstoff unabhängig von der Natur der die Pflanze treffenden Stralüen, 

wälirend lüervon die Thätigkeit des Chlorophylls unmittelbar abhängt. Tritt 

CO 
demnach eine Änderung ia dem Werte des Quotienten -— -^ im ultravioletten 

O2 



1) Zeitschr. ges. Brauwesen, 1885, No. 5, 102. Centr.-Bl. Agrik. 188G, IX. 636. 

2) Würzburger Diss. Würzburg 188G. 

3) Compt. rend. 1886. CH. 123. Centr.-Bl. Agrik. ]886, XVI. 314. 



Pflanze. 



79 



Dimkel ein, so kann nian sclilielsen, dafs das Chlorophyll eine Thätigkoit 
äulsei-t, und zwar muls der Wert, da die Chlorophyllthätigkeit in Kolilen- 
säiu-ezersetzimg besteht, zunehmen. Die Versuche ergaben das letztere Resultat : 

im gewöhnlichen Dunkel im ultravioletten Dunkel 



Picea excelsa 0,73 

Sarothamnus scoparius 0,GG 

Pinus silvestris 0,85 

Erica cinerea 0,81 

Hex aquifolimn 0,76 



1,05 
0,84 
0,99 
0,99 
0,9G 



Hiernach würde auch ini ultravioletten Dunkel Clüorophyllthätigkeit 
vor sich gehen. 

Das Chlorophyll und die Reduktion der Kohlensäure durch 
die Gewächse, von C. Timiriazeff. i) 

Eine allcoholische Chlorophylllösung mit naszierendeni Wasserstoff 
vorsichtig behandelt liefert ein strohgelbes Reduktionsprodukt, wenn die 
Lösung dünn ist, und in konzentrierter Lösung ein braimrotes, das bei 
Lampenlicht rubinrot aussieht. Die reduzierte Substanz hat ein deutliches 
Spekti-imi, welches liauptsäclüich dm-ch die Abwesenheit des Bandes I im 
Rot charakterisiert ist. Dieses Band wurde bisher als unveränderliches 
Kennzeichen aller Derivate des Chlorophylls betrachtet. Eine andere Eigen- 
tümliclikeit dieses Spekti-ums ist eia breites Band an der Stelle des Bandes n 
und der beiden Intervalle zwischen den Absorptionsbändem I u. n und 
z^\^schen ni u. IV des Chlorophyllspektnmis. Die in Rede stehende Sub- 
stanz oxydiert sich an der Luft sehr sclmell und büdet wieder Chlorophyll. 
Offenbar hat man es mit einem Körper zu thun, der analog demjenigen 
ist, der in der Pflanze existieren mufs, da z. B. etiolierte Pflanzen sich niu' 
auf Kosten des Sauerstoffs der Luft gxün färben. Verfasser spricht ihn 
als ein Reduktionsprodiüvt des grünen Prinzips im Clilorophj^U an und 
nennt ilm Protophyllin. Dessen Lösung kann nur im zugesclmiolzenen 
Rohr aufbewalu't werden, aber auch darin färbt sie sich im Sonnenlicht 
rasch grün, wenn Kohlensäure zugegen ist, wälu-end im Dimkeln aufbe- 
walu't, die Farbe imd das charakteristische Spektiiun der Lösmig unver- 
ändert bleibt. Enthält das Rolu' Wasserstoff statt Kohlensäm-e, so ruft 
das Licht keine Änderimg hervor. Ob in jenem Falle die Oxydation auf 
Kosten der Kohlensäure stattfand, ist imgemfs, da das in der Röhi-e blei- 
bende Gas nicht imtersucht wurde. — Da eine Verändenmg imd zwar 
Oxydation des Clilorophylls sicli im Spekti'um dm'cli AufheUiuig der beiden 
InteiTaUe (zwischen den Bändern I u. IE u. m u. IV) zu erkennen giebt, 
so meüit Verfasser, dafs das Protophyllin den ' Unterschied zwischen dem 
Spektrum des fi-isch extraliierten und des dm'ch Oxydation veränderten 
CldoropliyUs verursacht. Denn gerade an der Stelle jener beiden Inter- 
valle hat das Protophyllin ein breites Absorptionsband, und dieses wüixle 
sich mit Zerstönmg oder Oxydation des ProtophyUins aufhellen. 

Photometrische Untersuchungen über die Absorption des 
Lichts in den Assimilationsorganen, von J. Reinke.2) 



Funktion 

des Chloro- 

phyUs. 



Absorption 
des Lichts 
iu den Assi- 
milations- 
orgauen. 



J) Compt. rencl. 188G, CH. 1886, 686; durch Centr.-Bl. Agrik. 1886, XVI, 375. 
2) Bot. Zeit. 1886, No. 9—14. 



80 



Boden, "Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Beduktiou 

iler Kohlen 

säure 

in den 

Pflanzen. 



Die Abliandlimg bezieht sieh auf die Methoden der Bestimmung der 
Absorptionsspektren gefärbter Pflanzenteile luid giebt Beol\iehtimgen über 
derartige Spekti-en selbst. "Wir entnelimen liier der Abliandlimg die Vor- 
stellung, welche sich Verfasser vom Aufti-eten der Assimilationspigmente 
im lebenden Plasma imd deren Tliätigkeit im Assimilationsprozesse ge- 
bildet hat: Als Chlorophyll ist eine in den lebenden Clu'omatophoren 
enthaltene Verbindung von sehr hohem Molekulargewicht zu bezeicluien, 
■welche aus einem farblosen, zu den Proteinkörpern zählenden und einem 
farbigen Atomkomplex besteht, die locker zusammenhängen. Der farbige 
Komplex gliedei't sich in einen grünen imd einen gelben Teil. Bei der 
Assimilation lagert sich CO3 Hg der Eiweifsgi-uppe in lockerer Bindung an. 
Die Atome der Eiweifsgnippe werden durch einfallendes Licht in Vibra- 
tionen versetzt, die zm' Zertrümmerung von CO3 Hg imd Ausscheidung von 
O2 füliren, die liiezu erforderliche Intensität aber erst durch die Absorption 
der Pigmentgruppen erhalten. Bei Abtötung der Zellen erleidet das Chloro- 
phyllmolekiü diux-h Zerfall in die farblose und in die farbige Atomgruppe 
eine Veränderimg. Älmlich könnten das Phäophj^ll (der braimen) imd das 
Rhodophyll (der roten Assünüationsorgane) aus einer Eiweifsgruppe und 
farbigen Bestandteilen zusammengesetzt sein. 

Über Reduktion der Kohlensäure im pflanzlichen Organis- 
mus, von H. Putz. 1) 

Verfasser stellt als Hyiiothese auf, dafs Kolüensäiu'e in der Zelle diu'ch 
elektrische Ströme, welche dm-ch Lichtwöi-kung entständen, auf indii-ektem 
"Wege zerlegt würde, nämlich Wasser imd Salze würden zersetzt, wähi-end 
der liierdui'ch gelieferte "Wasserstoif das reduzierende Agens bildete. Die 
mit Chlorophyll ausgestattete Zelle wäre als ein photoelektrisches System 
anzusprechen. 

Über Bildung von Stärkekörnern in den Laubblättern aus 
den¥iättern Zuckcrarten, Mannit und Glycerin, von A. Meyer. 2) 
arten u.°8.wl Nachdem von Böhm nachgewiesen war, dafs entstärkte Blätter auf 

Zuckerlösungen bestimmter Konzentration gelegt, den Zucker aufnehmen 
imd daraus Stärke bilden, imtersiichte Verfasser das Stärkebüdungsvermögen 
für versclüedene Stoffe. Von Blättern, die an der Pflanze durch andau- 
ernde Verdunkelimg entstärkt worden waren, wiu-den Flächenstücke von 4 bis 
6 cm2 mit ilirer Oberseite auf die Lösungen aufgelegt und vor Licht und 
Staub geschützt bei 15 ^ stehen gelassen, nach einiger Zeit abgehoben und 
auf Stärke geprüft. Aus reinen Gtykosen (Dextrose, Läviüose, Galaktose) 
vermochten zwar nicht alle, aber doch einige der untersuchten Arten 
Stärke zu bilden. Fast alle Blätter bildeten auf einer zehniorozentigcn 
Lösung von Lävulose reiclüich, auf einer Lösung von Dextrose verliältnis- 
mäfsig wenig Stärke, niu- wenige Blätter erzeugten auf Galaktose Stärke. 
Diejenigen Pflanzen, in deren Zellen gewisse Zuckerarten vorkommen, 
zeigten sich auch besonders befähigt, aus diesen Stärke zu biklen. Auf 
Rohrzucker bildeten die meisten Blätter Stärke, \äelleicht hatte aber in 
diesen Fällen vor der Aufnalime des Rohrzuckers eine Inversion desselben 
stattgefunden. Blätter von Beta nelimen Rohrzucker als solchen auf. Die- 



Stärke- 
bildung in 



1) Chem. Centr.-Bl. 1886, No. 41, durch Centr.-Bl. Agrik. 1886, XI. 791. 

2) Bot. Zeit. 1886, No. 5, 6, 7, 8. 



Pflanze. 



81 



jenigon Blätter, welche aiif Rolu'zucker Stärke gebildet hatten, erzeugten 
keine Spur davon auf Lösimgen von Milchzucker. Auf Lösungen von 
Maltose bildeten Blätter von Beta und SjTinga nur Spuren von Stärke, 
während diese reichlich in Blattstücken von Dalüia entstand. Auf Raffinose 
entstand keine Spiu" Stärke. Die Blätter aller Oleaceon, von welchen be- 
kannt ist, dal's sie ^lannit enthalten, bildeten auf Lösungen von Mannit 
reichlich Stärke, wählend die Blätter anderer Ptlanzen stärkefrei blieben. 
Auf Diücit bildeten iiiu- die Blätter einer Pflanze reichlich Stärke. IVIit 
Er}i;lu'it wauxle kein positives Resultat erzielt, dagegen bildeten die Blätter 
weniger Kompositen mit Grlycerin Spuren von Stärke, reiclilich jene von 
Cacalia suaveolens. — In den Versuchen von E. Laurent bildete sich 
Stärke in stärkefreien Kartoffelsprossen, deren unteres Ende in Saccharose, 
Glykose mid Glyccrin tauchten; nicht in IjcJsungcn von Essigsäiu-e, Oxal- 
säure, WeinsäTU'e, Dextrin, Tannin. 

Über die Ungleichheiten in der Zusammensetzung der Gase zusammen- 

° o '-' Setzung der 

in den Blättern, die sich in Luft befinden, von S. Peyron. ^) Gasein 

Es soUte die Zusammensetzung der im Parenchym imd in den Lücke]i blättern, 
der Blätter enthaltenen Luft ermittelt werden. Die jungen Blätter entliielten 
stets weniger freien Sauerstoff als die ausgewachsenen und diese weniger 
als etiolierte Blätter; dafür war um so mehr Kolilensäiu-e vorhanden. 
Blätter, die sich im Dunkeln befimden hatten, enthielten stets mein- Sauer- 
stoff als solche von Pflanzen, die sich im vollen Licht entwickelt hatten. 
Die Farbe der Blätter übt auf iliren Gasinhalt keinen Einilufs aus. — Es 
scheint am Tage zwei Zeiten zu geben, zu Avelchen der freie Sauerstoff 
im ]VIinimmn vorhanden ist imd wahrscheinlich die Thätigkeit des Proto- 
plasmas ein Maximum hat, morgens 8 bis 10 ülu- imd abends zwischen 
4 luid 5^2 ^r- ^6^ Sauerstoff ist im Maximum vorhanden von 11 V2 ^is 
3 Uhr, walu'scheinhch entsprechend der gröfsten Intensität des Tageslichts. 

Über die Atmung der Pflanzen, von G. Bonnier u. L. Man"-in.2) Atmung der 

° ' o / pflanzen. 

Ein Hauptge%\'icht bei ihrer Untersuchung legten die Verfasser auf 
die Bearbeitimg der Frage, ob überhaupt mid unter Avelchen Bedingimgen 
zwischen dem Volumen des eingeatmeten Sauerstoffs und der ausgeatmeten 
Kolüensäiu-e ein bestimmtes Verhältnis herrscht. Die Versuche zeigten, 
CO2 



dafs das Volumverhältnis 







für dieselbe Pflanze in einem gegebenen 



Momente eine selir konstante Gröfse ist, welche bei sonst sich gleich- 
Ijleibenden anderen Bedingungen in sehr weiten Grenzen imverändert bleibt, 
in welchem Mengenverhältnisse auch die Gase in der Luft vorhanden sind. 
Ebenso wird mit verschiedener Höhe der Temperatm- zwischen ^ imd 
36^ C. das Verhältnis nicht geändert, ebenso ist es dasselbe, ob die Pflanzen 
im Dimkebi gehalten oder mit Licht verscliiedener Intensität beleuchtet 
werden. Dagegen variiert der Quotient bei derselben Pflanze mit der aU- 
mälilichen Entwickelimg. Wälu-end der Keimimg wird im allgemeinen ein 
gi'öfseres Volum Sauerstoff aufgenommen, als Kohlensäure ausgeatmet -«drd, 
später wird der Quotient allmälüich gröfser, zur Blütezeit en-eicht er sein 
Maximum, lun gegen den Herbst hin wieder abzmiehmen. Für Tabak z. B. 



1) Compt. rend. 1885, CI. 1023; durch Centr.-Bl. Ägrik. 188G, XYl. 314. 

2) Ann. nat. Bot. IL S. 4, durch Naturforscher 1886, No. 14. 

Jatureabericht 1886. 6 



82 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Atmung der 

Blätter 
im Dunkelu. 



Sai'.erstoff- 
bedUrfnis 

der 
Bakterien. 



sind die entsprecliendeii Zahlen 0,58 im Frühjahr, 0,87 (füi' die Blätter), 
0,92 (für die jiuigen Fi-üchte) im Sommer, 0,73 (für die Blätter) anfangs 
November. Bei Pflanzen mit immergrünen Blättern erreicht der Quotient 
sein Maximum im Frühjahr. — Mit dem Steigen der Temperatin whtl 
melu' Sauerstoff eingeatmet mid Kohlensäure abgegeben, wie bekannt, ohne 
dafs ein Temperatiu'optimum existiert, die Atmimg steigert sich bis zu dem 
Momente, wo durch zu hohe Temperatiu' der Tod der Pflanze eintiitt. 
Nimmt die Feuchtigkeit der umgebenden Luft zu, so steigex-t sich die 
Atmimg. Beleuchtiuig setzt die Atmung gegenüber der Dunkelheit herab, 
rot und gelb melir als blau und -sdolett. 

Untersuchungen über die Respiration der Blätter im Dun- 
keln, von P. P. Deherain und L. Maquenne. ^) 

Verfasser stellten sich zur Aufgabe, zur exakten Einnittehmg des Gras- 
wechsels der Pflanzen, des Verhältnisses zwischen absorbiertem Sauerstoff 
und abgegebener Kohlensäm-e, durch vorgängige genaue Pi-üfung der anzu- 
wendenden Methoden zu gelangen. IMit Ausbildung und Prüfung dieser 
beschäftigt sich die vorliegende Abhandlmig vorzugsweise, aufserdem ent- 
hält dieselbe zahlreiche kritische Ausfüluimgen gegen die Untersuchungen 

Co 
von Bonnier und Mangln, welche gleiclifalls das Verhältnis -— ^ zu er- 

mittehi versucht hatten. Die Verfasser benutzten 1. die Methode des luft- 
leeren Raums. Die Gase der Versuchsblätter werden bei Begiiin des Ver- 
suchs ausgepumpt ; nach dem Verweüen der Blätter in einem abgesperrten 
Luftv^olumen wird das Auspmnpen wiederholt und die Zusammensetzimg 
der dm'cli die Atmimg veränderten Luft bestimmt. 2. Die Kompensations- 
methode. Die Blätter befinden sich in einem Gasbeliälter, dem von Zeit 
zu Zeit Luftproben zur Analyse entnommen werden, wälirend von aufsen 
wieder normale Luft zum Ersatz des entzogenen Luftvolums eintreten kann. 

CO 
Die Verfasser geben die folgenden Sätze: 1. das Verhältnis — - ist 

unabhängig von der Dauer des Aufenthalts der Blätter im Dunkeln. 2. Es 
ist in selir weiten Grenzen imabhängig von dem Partiärdruck des Sauer- 
stoffs und der Kohlensäure in der umgebenden Atmosphäre. 3. Es wächst 
mit der Temperatiu-. Ln Mittel ergab sicli: 

Evonjinus europaeus Pinus silvestris Pinus austriaca 



Temperatur 
CO2 
0, 



350 

1,20 



1,07 



350 
1,05 



0,92 



350 



Qo 



1,0G 0,88 



CO, 



4. Das Verhältnis - ^ überschreitet gewülmlich die Einheit. 
O2 

Beiträge zur Kenntnis des Sauerstoffbedürfnisses der Bak- 
terien, von G. Liborius. ^) 

Man kann inbezug auf das Sauerstoffbedüi'fuis unter den Bakterien 
drei Klassen untersclieiden : 1. Obligate AnaeroVjien, welche für alle Lebens- 
fimktionen auf die Abwesenheit von Sauerstofl' angewiesen sind. Einige 



1) Ann. agron. 1886. XU. No. 4, 145. 

2) Zeitschr. Hygiene. 188Ö, I. 115. 



Pflanze. 83 

von diesen erregen Gänmg, andere vermehren sicli ohne Gärung. Sauer- 
stoffzufiihr sistiert alle Lebensäiü'sernngen dieser Bakterien. 2. Obligate 
Aerobien, welche unter allen Umständen reicher Sauerstotfzufiüir bedüifen. 
3. Fakultative Anaerobien, die für gewölmlicli auf Sauerstoffzufuhr ange- 
■svicscn sind, bei reichlichen Sauerstotfmengen am ki'äftigston vegetieren. 
Dieselben können auch bei vollständiger Sauerstoilentziolumg noch eine be- 
trächtliche Konsumtion des Nährmaterials imd eine bedeutende Vermelu'ung 
leisten, wenn auch bei Bcsclu-änkung des Sauerstoffzutritts eine Verlang- 
samung ilires Wachstimis eintritt. 

Über die Oxalsäure in der Pflanzenwelt, von Berthelot und Oxalsäure 

, in den 

Andre. ') pflanzen. 

Die Bestimmimg gesclüeht nach einer neuen Methode. 
1. Chenopodimn Quinoa enthielt Oxalsäiu-e in Prozenten der Trocken- 
substanz (Saft nahezu neutral): 

12. Juni 17. JuH 





löslich 


uülöslich 


zusammen 


lösHch 


milöslich 


zusammen 


"VVm'zel 


0,98 


1,80 


2,78 


1,00 


0,45 


1,45 


Stengel . . . 


0,88 


2,76 


3,64 


0,53 


3,16 


3,69 


Blätter. . . . 


4,12 


0,62 


4,74 


5,44 


7,37 


12,81 


Blütenstand . . 


— 


— 


4,29 


4,56 


2,42 


6,98 


Ganze Pflanze . 


2,25 




4,02 


2,10 


3,09 


5,79 


2. Amai-anthus 


caudatus am 18. 


Jmii: 








"Wiu'zel 


0,61 


3,65 


3,76 








Stengel . . . 


— 


6,97 


0,97 








Blätter. . . . 


0,53 


5,86 


6,39 








Blütenstand . . 


0,42 


1,75 


2,17 








Ganze Pflanze . 


0,35 


5,51 


5,86 









In dieser Pflanze, welche zugleich Nitrate enthält, sind die letzteren 
anders verteilt als die Oxalate; die Nitrate sind im Stengel angehäuft. 

3. Mesembrj^anthemiun am 18. Mai: gar nicht sauer; am 9. Jimi: 
ebenso; ain 8. Juli: Saft sauer. 

9. Juni 8. Jul i 

löslich unlöslich zusammen löslich unlöslich zusammen 

Wiurzel .... — — — 1,44 1,60 3,04 

Stengel u. Blätter 7,89 1,61 9,48 — — — 

Stengel ... — — — 1,41 1,66 3,07 

Blätter. ... — — — 5,91 3,33 9,24 

Ganze Pflanze . — — — 4,37 1,99 6,36 
Die Blätter bilden den Hauptsitz der freien Säure (Acidität in den 
Wurzeln 0, im Stengel 0,37%, in den Blättern 2,03 o/^.) 

4. Rumex acetosa am 20. Jmii: 

Oxalsäure 
löslich unlöslich zusammen 

Wurzel Spm^ 4,25 4,25 

Blattstiele und Nerven. 2,30 8,03 10,33 
Blattflächen .... 6,70 5,37 12,07 
Ganze Pflanze . . . 4,31 5,97 10,28 



1) Compt. rend. 1885, CI. 354. Durch Centr.-Bl. Agrik. 1886, XVI. 261. 

6* 



84 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

Acidität: Wiu-zelii 0,75. Blattstiele 5,78. Blattflächen 5,41. Dieser 

Säuretiti'e entspricht nicht dem der löslichen Oxalate und übeiii'ifft ihn in 

den AViu'zeln und Blattstielen. Dieser Umstand zeigt das Vorhandensein 

anderer Säiu-en, namentlich in den Blattstielen an. 

Oxalsäure Über die Bildung der Oxalsäure in der Pflanzenwelt, von 

111 den 

Pflanzen. Bcrtlielot imd Andre. 1) 

Die Oxalsäiu'e wiuxle diu'ch alle Entwickelungszustände bei folgenden 
Pflanzen verfolgt: Chenopodium quinoa, Amaranthus caudatus, Mesembryan- 
themum cristallinum , Rmnex acetosa. Der Saft von Rimiex ist mu' stark 
sauer, jener von ilesembryanthemum ist besonders wässerig imd anfangs 
neutral, ^viY([ aber im Verlaufe der Vegetation sauer. In Chenopodium mid 
Amaranthus ist der Saft nicht oder nur schwach sauer. Ebenso ist die 
Verteilung der löslichen und milöslichen Oxalate in den genannten Pflanzen 
verschieden: die imlöslichen herrschen jederzeit und in allen Teilen von 
Amaranthus vor, während in Mesembryanthemum fast aUe Oxalsäm-e am 
Ende der Vegetation in löslicher Form vorhanden ist; bei allen 4 Pflanzen 
sind die Oxalate, aufserdem stets im Blatte im Überschufs vorhanden, wo 
sie sich zu bilden scheinen. Den speziellen Angaben entnehmen wir folgendes : 
1. Eumex acetosa. 

Samen: 0,05 <^/q Oxalsäure in der Trockensubstanz. 

5. Juni. Ein junger Sprofs entlüelt 5,1 % lösliche, 8,8 % unlösliche 

Oxalsäure (Oxalsäm^e ^/^ des Trockengewichts der Pflanze). 
2G. Juni. Eine Pflanze enthielt 3,G8 % freie Säure, 4,31 % lösliche, 
5,97 % TO"dösliche Oxalsäm^e (^/j,, des Trockengew. der Pflanze). 
In der Wiu'zel befinden sich fast nm' milösliche Oxalate, 
ebenso sehr vielfach in den Blattstielen. 
27. September. Einige Stengel sind im Sommer geschofst. Ln IVIittel 
von 14 Pflanzen 1,G5 % Oxalsäure in löslicher, 1,51 % in unlös- 
licher Foim. Das absolute Gewicht der Oxalsäure ist aber noch 
immer gestiegen. Die Wurzeln enthalten fast nm' nocli unlösliche 
Oxalate, im Blattsaume mid noch mehr in den Stielen herrschen 
jetzt die Icisliclien vor. 
20. Oktober. Der Stickstoff fand sich in den Blättern zu 4,17 *^/o der 
Trockensubstanz. Die reichliche Bildung stickstoffhaltiger Stoffe 
in den Blättern soll zur Bildung der Oxalsäm-e in Beziehung stehen. 
2. Amaranthus caudatus. 

18. Jmii (Hervorti'eten des Blütenstandes). Eine Pflanze enthielt 0,35 % 
lösliche mid 5,51 ^Jq der Trockensubstanz unlösliche Oxalsäiu'e. 
Die Nitrate und Oxalate sind in der Pflanze verscliieden 
verteilt. Im Stengel kommen ilire Mengen einander gleich, in 
den Blättern imd Blüten, wo die Nitrate verschwinden, sind die 
Oxalate stark vertreten. 
24. Juli. Eine Pflanze enthielt 0,31 o/o lösHche imd 5,23 % iiiüös- 
liche Oxalsäure. Die Säure liat fast proportional dem Gewichte 
der Pflanze zugenommen. 
17. September (Blüte sehr entwickelt). 0,28% lösliche, 4,38 ^/q un- 
lösliche Oxalsäure. Die Oxalsäure ist ein wenig vermindert. Wäh- 



1) Compt. rend. 1886, CH. 995 u. 1043. Durch Centr.-Bl. Agrik. 1886, XVI. 544. 



Pflanze. 



reiicl der Blütezeit scheint die Oxalsäm-e aufzidiören, sich zu bilden, 
sie ist fast ganz in nnlösliclicr Form vorhanden und am stärlcsten 
in den Blättern vorti-etcn. 

3. Chenopodium (|\iinoa. 

18. Mai. Eine trockene Pflanze enthält 1,21% lösliche, 2,69% mi- 
lösliche Oxalsäure. 

12. Jmii. Die Oxalsäure hat proportional dem Gewicht der Pflanze 
zugenommen, ist zur Hälfte als lösliches Salz vorlianden, aber sehr 
imgleich verteilt. Absolut am meisten findet sich im Blatte, daim 
folgen Stengel, Wurzeln, zuletzt die Blüten. Im Prozent-Gehalte 
unterscheiden sich diese Organe nicht viel von einander. Lös- 
liche Oxalate sind hauptsächlicli in den Blättern vertreten (7/g der 
Gesamtsäure) , wälu'end im Stengel mehr die unlöslichen (^j^ der 
Gesamtsäure) sich finden. Die Oxalsäm-e bildet sicli hauptsächlich 
im Blatte, wälu-end die Basen, welche wie der Kalk fähig sind, 
imlösliche Oxalate zu bilden, dm-ch die Wm-zel aus dem Boden 
in Form löslicher Salze gezogen werden und aUmählich in die 
verschiedenen Pflanzenteile dringen. 

17. Jidi. Blütezeit. Die Oxalsäm-e ist auf nngefälu- das Fünf zigfache 
vermehrt, der Prozent- Gehalt hat um die Hälfte zugenommen. 
Die Wurzeln enthalten 1,45, die Stengel 3,69, die Blätter 12,81, 
die Blüten 6,98 ^Jq. Der Gehalt an löslichen Oxalaten steigt vom 
Stengel nach den Blättern und Blüten hin. 

14. September. Blätter gelb, Stengel trocken, Frucht bildmig vorge- 
sclu'itten. Die saure Eeaktion ist nicht merkhch. Die Oxalsäure 
hat absolut und proz. abgenommen (0,84 ^Jq löshche, 2,84 % un- 
lösliche Oxalsäure). Absolut am meisten enthalten die Blüten, 
dami die Stengel, proz. am meisten die Blätter. Der Gehalt an 
unlöslichen Oxalaten ist stark vermehrt. 

4. Mesembryanthemum cristaUinum. 

Aus dem Samen liefsen sich keine Oxalate abscheiden. 

18. Mai. Acidität nicht bemerklich. 

9. Juni. Acidität kaum morldich. 7,9 ^/q lösliche, 1,6 % unlösliche 
Oxalsäiu:e. 

8. Juli. Saft der Stengel und Blätter, niclit der Wvu'zehi, sauer. Lös- 
liche Oxalsäm-e 4,4, mü()sliche 2,0 ^/q. In den Blättern vorxWegend 
löshclie Oxalate und freie Sänre. 

23. September. Saftreaktion ebenso. Es sind fast nur noch lösliche 

Oxalate vorhanden. 
Über die Absorption der Rüben wurzeln während des Wachs- Absorption 

-TT T 1 i\ der Rübeu- 

tums, von H. Leplay. *) wurzein 

Verfasser behauptet, dafs die Oxalsäuren, apfelsauren und ander- YvaJhstumr 
weit igen organischsam-en Calcium- und Kaliumsalze der Rüben aus aufge- 
nommenen Karbonaten dieser Metalle dm-ch einen Reduktionsprozefs ent- 
ständen. Um dies zu erweisen, ^\nu'den Rüben in ausgeglühtem, mit Cal- 
ciundvarbonat imd -phosphat, sowie Calciumsidfat , gemischtem Sande er- 



1) Öster. Kübenzuckerzeit. 188G, (XXIV.) N. F. XV. Oktoberh. S. 656. Auch 
Scheibler's Neue Zeitschr. Kübenzuckerind. 1886, (XVn.) S. 29. 



86 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

zogen imd mit Kolüensäiu-e, Kalimn- imd Ammoninmbikarbonat, sowie 
Gips enthalteudem Wasser begossen. Der erwähnte Scliliifs ergiebt sieh 
für den Verfasser daraus, dafs diese Rüben eine gröfsere Menge organischer 
Säuren enthielten als Rüben, welche in nicht besonders vorbereitetem Kalk- 
boden gewachsen waren. 

Über die Bedeutung der organischen Säuren für den Lebens- 
prozefs der Pflanzen, von 0. Warburg, i) 
Assimilation Die Assimilation des Asparagins durch die Pflanze, von 

Asparagins. P. Baessler. ^) 

Jimge Maispflänzchen wwden in eine folgendermafsen zusammengesetzte 
Lösung gesetzt: 

4 Mol. Clilorkalium 0,2960 

1 „ Chlorcalciimi 0,1109 

1 „ Tricalciumphosphat 0,3079 

1 „ Magnesiumsulfat 0,1192 

Monokaliumphosphat 0,1330 

Eisenphosphat 0,0330 

1,0000 

Die Lösung erliielt einen Zusatz von 0,4 g Asparagin pro Liter. Die 
KontroUpflanzen vegetierten in Tharander Normallösung. 

Schon nach einem Tage ti-übte sich die asparaginhaltige Lösimg, es 
traten reichlich Bakterien auf, Ammoniakbildimg, später auch Schwefel- 
wasserstoff unter Abscheidimg von Schwefeleisen, trotz wiederholten Um- 
setzens gingen die Pflanzen sclüiefslich zu gründe, da es nicht mögLLcli war, 
die mit schleimartiger Substanz umhüllten Wurzeln nachhaltig zu reinigen. 

AVeitere Kiütiu-en mit mu' 0,2 g Asparagin pro Liter hatten erst 
besseren Erfolg, scliliefsKch stellten sich auch Mer Wurzelerla-ankungen ein 
imd die Pflanzen starben ab. 

Nach mikroskopischer Untersuchimg strotzten die jüngsten Blätter der 
erkrankten Pflanzen von Asparagin. Die Asparaginpflanzen hatten gegen- 
über den normalerzogenen Maispflanzen nur den zehnten Teil an Trocken- 
substanz imd sehr hohen Stickstoffgehalt. In Prozenten der Trockensub- 
stanz lieferten: . ■ „ at ™ i a 

Asparaginpflanzen Normalptlanzen 

1. Reihe 2. Reihe 1. Reihe 2. Reihe 

Gesamtstickstoff 3,71 3,50 1,00 1,85 

davon in Eiweifs 2,42 2,85 0,75 1,31 

in Amidosäm-eamid ...0,1378 — — — 

in Amidsäure 0,1258 — — — 

Aus diesen Zalilen erheUt, dafs eine Verarbeitung des aufgenommenen 
Stickstoffs zu Eiweifs stattfand. Der Mifserfolg der Kultiu- ist nicht in der 
verabreichten Form des Stickstoffs, sondern in Nebcniunständen zu suchen. 
In einem weiteren Versuche ^vurde so verfahren, dafs Maispflanzen, 
welche längere Zeit in stickstofffreier Nährstofflösung von obiger Zusammen- 
setzung vei-weilt hatten, teils täglich mehrere Stunden in eine reine 



1) Untersuchungen aus dem botan. Institut zu Tübingen Bd. El. H. 1, S. 53 — 150, 
Forsch. Agr.-Phys. Bd. IX. H. 3, S. 221, vergl. Jahresbericht 1885, S. 127. 

2) Landw. Versuchsst. 1886, XXXUI. 231. 



Pflanze. 



87 



Asparagiiilösimg- (0,4 g- pro Liter) gota\iclit Avm'den, um dann nach Ab- 
spülen der Wurzeln in die stickstott'freie Lösung ziu'ück 7A1 gelangen, teils 
ebenso mit einer Lösung von Kaliunuiitrat in Berührung kamen. 

Der Erfolg dieses mehrfach modifizierton Verfalirens war ein günstiger. 
Am 27. August %vurden folgende Grüfsen gemessen (mm): 

Asparag'inpflajizen Salpeterpflanzon 

Pflanze 1 Pflanze 2 Pflanze 1 Pflanze 2 

Höhe 305 380 400 480 

T,^ j. 1 1 f lobend G 4 4 4 

Blattzalü < ,.. . _ A o 

\ dürre 4 o 4 G 

Blattgi-Öfse 320:22 320:24 325:20 395:24 

Wm-zcllänge, wälu-end der Ycr- 

suchsperiode gebüdet .... 320 170 200 270 

Die seit der Einsctzmig neu gebildeten Blätter sind normal grün und sehr üppig. 

Zm- Zeit der Ernte (am 28. September) fand man: 

Asparaginpflanzen Salpeterpflanzen 

' L 2. Mittel ' L 2. MitteT 

mm mm mm mm mm mm 

AVurzellänge, während der 
A^ersuchsperiode gebü- 
det 390 250 270 280 330 305 

Höhe 370 480 425 380 540 4G0 

Blattzahl , wälu-end der 
Versuchsperiode gebil- 
det 5 7 G 5 7 G 

Durchschnittl. Blattgröfse 320:22 320:24 320:23 325:20 393:25 359:23 

Trocl-en f ^^'^"'^'^el . . - - 0,488 - - 0,451g 

selbst r^^®^^'"^^- T^^ • - - 2,497 - - 1,727,, 

^ 1^ Ganze Pflanze — — 2,967 — — 2,178,, 

In Prozenten der Trockensubstanz produzierten innerhalb G3 Tagen: 

Mais])flanzen in . . „ o i j. ^ 

^ . ,,., . Asparaginpflanzen Salpeterpflanzen 

Gesamtstickstoff . 1,85 1,37 1,G1 

Eiweifsstickstoff . 1,31 1,23 1,27 

Berücksichtigt man, dafs die Asparaginpflanzen mehr Trockensubstanz 
produziei-ten als die Salpeterpflanzen, so berechnet sich für erstere 40,6, 
für letztere 35,1 mgN. War der Stickstoffgehalt bei Beginn des Versuchs 
gleich, so hätten die Asparaginpflanzen 15,7 ^/qN mehr aufgenommen als 
die Salpeterpflanzen. 

Ein Beitrag zur Kenntnis der Eiwoifsbildung in der Pflanze, 
von C. 0. Müller. 1) 

Die Resultate der Untersuchung geben die nachfolgend mitgeteilte 
Antwort auf die gestellten Fragen. 

L Ist das durch Lichtabschlufs in allen höheren Pflanzen 
hervorgerufene Asparagin ein Nebenprodukt des Stoffwechsels? 
Alle Pflanzen, auch die unter normalen Bedingimgen kein Asjiaragin finden 

1) Landw. Versuchsst. 1886, XXXHI. 311-347. 



Eiweifs- 
bildung in 
der Pflanze. 



88 Boden, "Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

lassen, zeigen beim Verdunkeln in ihren wachsenden Teilen Asparagin. 
Bei Lichtgegenwart nnd Anwesenheit von kolilensäm-ehaltiger Luft wird es 
in der Pflanze weiter verarbeitet, solange als das normale AVachstnm nicht 
merklich geschädigt worden ist. In ausgewachsenen Organen konnte Aspa- 
ragin mu* ausnalunsweise und dann nur in Spuren nachgewiesen werden. 
Ebenso "\\'ie die Phaneroganien scheinen sich auch lünsichthch Bildung imd 
Yerarbeitimg des Asparagins die niederen Chlorophyll führenden Pflanzen 
(Pteris) zu verlialten. — • Diese Versuche bestätigen, einmal, dafs alle Pflanzen 
der AsiDai'aginanhäidung fällig sind, dann, dafs das durch Verdunkelung 
gebildete Amid keinen pathologischen Charakter trägt. „Das durch Ver- 
dunkelung in der Pflanze angehäufte Asparagin wird unter normalen Ver- 
hältnissen im pflanzlichen Organismus verbraucht. Es ist daher nicht als 
ein Nebenprodukt des Stoffwechsels aufzufassen." 

n. Finden überhaujDt Beziehungen zwischen der Asparagin- 
bildung resp. Verarbeitung und dem Mangel resp. der Anwesen- 
heit von Kohlehydraten statt? Verdunkelt man junge Pflanzenteile, 
die in Verbindung mit der Mutterpflanze bleiben, und läfst die alten Or- 
gane ungestört assimilieren, so findet in ersteren eine Asparaginanhäutung 
statt. Dasselbe wird bei Lichtzutritt unter normalen Bedingungen im Stoff- 
wechsel wieder verbrauelit, solange als durch die Liclitentziehung das 
noiTuale Wachstum nicht merldich geschädigt wird. Ausgewachsene Organe 
lassen nm- ausnahmsweise Asparagin finden, wenn man sie längere Zeit im 
Dimkeln hält. „Asparagin häuft sich in den wachsenden Organen einer 
Pflanze an, wenn man dieselbe nur in jenen Teilen verdunkelt. Es ist 
deshalb die Annahme als falsch zurückzuweisen, dafs die Assimilations- 
prodnkte die Verarbeitung dieses Amids zu Eiweifsstoffen bedingen." 

m. Durch welche Prozesse wird in der Pflanze einerseits 
eine Asparaginverarbeitung herbeigeführt, und wodurch wird 
andererseits eine Anhäufung desselben verursacht? Alle Experi- 
mente zeigten, dafs sich in den wachsenden Teilen Asparagin ansammelt, 
wenn dieselben in einer kohlensäurefreien Luft gehalten werden. Ausge- 
wachsene Oi'gane liefsen imter denselben Umständen kein Asparagin finden. 
Das Licht spielt bei der Verarbeitmig und Anhäufung des Asparagins ebenso 
wenig eine RoUe wie die Anwesenheit oder der Mangel von Kolüeliych-aten. 
Ist es aber der Pflanze mögKch, zu assimilieren, so tiitt nicht nur kein 
Asparagin auf, sondern das vorhandene wiitl auch verarbeitet. „Der Assi- 
milationsprozefs als solcher, der Status nascendi der Kolüehydrate, führt die 
Verwendung des Asparagins zur Protoplasmabildung in der Pflanze herbei." 

rV Aus welchen in der Pflanze vorkommenden Verbindungen 
wird das Asparagin gebildet? A^erfasser vermutet, dafs es aus den assimi- 
lierten Kohlehydraten und den unorganischen Stickstoffverbindungen entsteht. 
Wärme- Über die Wärmemengen, welche von den Pflanzen abge- 

derPflanzen. geben uud aufgenommen werden, von Gr. Bonnier. ') 

Verfasser bediente sich zweier verschiedener Kalorimeter und führte 
seine Untersuchungen an folgenden Pflanzen aus: Erbse, Kichei'erbse, Mais, 
Weizen, Bolme, Feldbohne, Ricinus, Kresse, Brunnonkresse, Lupine, Ii-is, 
Richardia, Syringa, Robinia. Es ergab sich nach beiden Methoden über- 



1) Compt. rend. 1880, CIL ; durch Biolog. Centralbl. 1886, VI. No. 13. 



Pflanze. 



89 



oiiistimmcml, ilals die in gleicher Zeit von einem gleichen Gewichte pflanz- 
lichen Gewebes abgegebenen Wärmemengen sehr verschieden sind, je nach 
dem Entwickclmigsznstand der Pflanze und des Pflanzenteils. Die Zalü der 
Kalorien geht im allgemeinen von einem Maximum zu einem Minimum 
über. Die höchsten ]\Iaxima findet man bei Begiim der Keimimg \md 
während der Blütezeit. Diese beiden Perioden fallen mit denjenigen der 
intensivsten Atmung zusammen, ohne dafs aber auf eine direkte Beziehung 
zwischen beiden Erscheinungen gesclilossen werden kann. Denn die aus- 
geschiedene A\'ärmemengo entspricht nicht derjenigen, welche die Yerbren- 
nung der vom Organismus verlorenen Kohle darstellen würde. Bei Beginn 
der Keimmig findet man die Zahl der abgegebenen Kalorien gi-öfser als 
diejenige sein würde, welche die Bildung der produzierten Kohlensäure 
ergeben hätte; am Ende der Keimung oder für einen erwachsenen beblät- 
terten Zweig läfst sich gerade das Entgegengesetzte konstatieren. Ebenso 
gaben aufi^'ebKihte Blüten imd reifende Früchte stets eine geringere Wärme- 
menge ab als diejenige, welche die Bildung der ausgeschiedenen Kohlen- 
säm-e ergeben hätte. Man kann annehmen, dafs, solange die Gewebe in 
der Yerzelu-img einer begi-enzten Keservestoffmenge begriffen sind, wie 
beim Beginn der Keimung, sich die durch die Umfonmmg der Reserve- 
stoffe erzaigte Wanne zu derjenigen addiert, welche die Bildung der Kohlen- 
säm-e erzeugt. Sind dagegen die betreffenden Gewebe im Begriffe, Reserve- 
stoffe zu bilden, wie bei den reifenden Früchten, dann subtrahiert sich die 
durch die Bildung dieser Substanzen absorbierte Kolüensäure von der diu'ch 
die Atmung frei gewordenen, und man mifst nm' die Differenz zwischen 
diesen beiden Quotienten. 

ZuT physiologischen Bedeutung des Gerbstoffs in den Pflan- 
zen, voi M. Westermaier. 1) 

Verfasser vei-ti-itt auf Grund seiner Untersuchungen über das Auftreten 
des Gerbstoffs in den Pflanzenzellen die Ansicht, der Gerbstoff müsse bei 
mazichen Pflanzen als Assimilationsprodukt betrachtet werden, und er be- 
wege sich von den assimilierenden Geweben zu den übrigen Pflanzenteilen. 

Über das Assimilationssystem, von G. Haberlandt. 2) 

C. Ernähning. 

Über Verteilung und Wanderung der Nitrate in den Ge- 
weben der Pflanzen, von G. Capus. 3) 

Die Niti-ate wm-den mikrochemisch dadm-ch in ihrem Auftreten ver- 
folgt, dafs Querschnitte in eine mit etsvas Salzsäme versetzte, dihme Lösimg 
von salzsaurem Cinchonamin gebracht wnuxlen. Letzteres giebt mit Niti-aten 
einen in Wasser unlöslichen Niedersclüag. In dieser Weise wm-den viele 
Pflanzen in ihren verscliiedenen Organen und Geweben geprüft. Reserve- 
nifrate enthielten (die durchschossen gecbuckten Arten besonders reichlich): 
Solanum tuberosum, Parietaria officinalis, Urtica dioica, Mercurialis 
annua, Blitimi Bonus Henricus, Finnaria officinalis, Tritismn repens, Beta, 



Physiolog. 
Bedeutung 
des Gerb- 
stoffs. 



Verteilung 
und Wande- 
rung der 
Nitrate in 
den Pflanzen. 



1) Sitz.-Ber. Berliner Ak. Sitzung v. 3. Dez. 1885, Forsch. Agr.-Phvs. Bd. IX, 
H. 3, S. 217. 

a) Ber. (l. botan. Ges. 1886, IV. 206, Forsch. Agr.-Phys. IX. H. 4, S. 311. 
») Anual. agron. 1886, XU. 24. 



90 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dringer. 



Ammoniak- 
aufnahme 
durch die 
Blätter. 



Stickstoff- 

quellen der 

Pflanzen. 



Capsella Biu'sa pastoris, Lappa major, Sinapis alba, Reseda liiteola, 
Brassica oleracea, Ballota, Clienopodiiim , Cirsiuin, Matriearia, Dalilia, 
Spinacia oleracea, Amaranthus chlorostacliys und paniciüatus, Datiu'a 
stranionium, Solanum nigrum, Cucurbita melopepo, Diplotaxis, Boelimeria. 
Keine Nitrate im tlDerschufs enthielten: Senecio %'ulgaris, Foeniculum offi- 
cinale, Lactuca Scariola, Galiimi aparine, Syringa vulgaris, Beta maritima, 
Obione, Anchusa, Viola tricolor, Malva, Dianthus, Stellaria Holosteum, Rumex, 
Crepis, Phaseolus miütiflorus (etioliert), Althaea rosea, Vinca minor, Chrj^san- 
themum, Solanum villosum. Den Nitrate fülu-enden Pflanzen ist nach an- 
deren Autoren noch eine Anzahl von Arten beizulilgen. — Die Menge der 
Niti-ate wechselt je nach, der Entwickelungsstufe der Pflanzen; am meisten 
fijidet sich lau'z vor der Blüte. Die Versuche mit abgeschnittenen, in 
destilliertes Wasser gestellten Zweigen von Dahlia imd anderen Niti-ate 
speichernden Pflanzen beweisen, dafs bei Verlünderung der Aufnahme von 
Nitraten der VoiTat verbraucht wird, wenigstens wenn die Pflanze in voUer 
Vegetation sich befindet und alle Vorräte verarbeiten kann. Im etiolierten 
Zustande bereichern sich die Pflanzen an Nitraten, weü deren Aufnahme 
fortdauert, der Verbrauch, aber unterbleibt. — Das Vermögen, Nitrate zu 
speichern, ist eine Aii;eigenschaft, welche besonders Pflanzen zukommt, die 
auf nitratreichen Böden wachsen. Stengel von Senecio und Cluysanthemum, 
in eine Niti-atlösimg gebracht, absorbierten niemals einen Niti'atnberschufs, 
obwohl sie zu vegetieren foitfuhren. Ai-ten derselben Gattimg Können im 
Speicherungsvermögen abweichen. Niti'atführende Pflanzen erkennt man 
schon an ihrer Saftigkeit. Die Anhäufung gescliieht im Parenchym und 
kann nicht dm-ch den Transpirationsstrom be^^^.rkt sein; die Eigenschaft, 
Niti-ate zu speichern, gehört der lebenden Zelle an. 

Über die Aufnahme von Ammoniak durch die Blätter, von 
C. Nerger. i) 

Verfasser ist der Ansicht, dafs die Pflanzen der Luft Ammoniak ver- 
mittelst der Tautropfen entzögen, und dafs namentlich die sog. Stickstoff- 
sammler sich reichlich mit Tau belegen imd lange taufeucht bleiben. Nur 
ganz jimge Blätter vermögen aus Lösungen von kolüensam-em Ammoniak 
Ammoniak aufzunehmen. Es wurden Lösungen des genannten Salzes in 
verschiedener Stärke hergestellt und in diese die Blätter von Rübsenpflanzen 
getaucht, nach einer halben Stimde herausgenommen xmd der Stickstoft- 
gelialt der Lösungen bestimmt. „Die Aufnahme des Stickstoffs entspricht 
annähernd der Quadi-atwurzel aus dem Litergehalte der Lösung an kolüen- 
saurem Ammoniak, wie ich im Herbste in ganz gleicher Weise bei der 
Bolmenpflanze auch schon gefunden hatte . . . Dieser Satz (dafs die Aufnahme 
des Ammoniaks durch die Blätter der Quadi-atwm-zel aus dem Litergehalt 
der Lösimg an kolüensaurem Ammoniak proportional ist) gilt voraussicht- 
lich für alle Pflanzen, doch hat wahrsclioinlich jode Pflanzenart ilir spezi- 
fisches Aufnahmevermögen." 

Welche Stickstofl"tj[uellen stehen der Pflanze zu Gebote? von 
Hellriegel. 2) 



1) D. landw. Presse 1886, No. 39. 

2) Landw. Versuclisst. 188G, XXXIII. 464: „Kiu-zer Bericht über die 29. Sektion 
der 59. Versammlung deutsclier Naturforscher und Ärzte zu Berlin 1886." 



Pflanze. 



91 



Die Gramineen sind mit Bezug auf ilire Stickstoffnahrnng auf den 
Boden allein angewiesen. Die einzige Form, in der sie den Stickstoff a\if- 
nehmen, ist die der salpetersauren Salze. In dieser Form ist der Stick- 
stoff flu- die Gramineen direkt assimilierbar und seine Wirkung quantitativ, 
d. h. die Produktion stellt immer in geradem Verhältnis zu gegebener Menge 
Salpeterstickstoff'. Die Crucifercn, Chenopodiaceen und Polygoneen verhalten 
sich den Gramineen gleich. Die Papilionaceen sind mit dem Bezug der 
Stickstoffnahrung nicht auf den Boden angewiesen. Die Stickstoffquellen, 
welche die Atmosphäre bietet, köiinen allein schon genügen, dieselben zu 
einer noiTualen Entwickelung zu bringen. Es sind nicht die in der Luft 
vorhandenen geringen Mengen gebundenen Stickstoffs, welche die Emälirimg 
der Papilionaceen bewirken, sondern der elementare Stickstoff der Atmo- 
sphäre tritt hierbei in Mitwii'kung; imd zwar stehen mit der Assimilation 
desselben die sog. Leguminosenknöllchen in tlii-ekter Beziehung. Diese Knöll- 
clien imd AVachstiun der Papilionaceen in stickstofffreiem Boden lassen sich 
wiUkih-licli hervornifen durch Zusatz von geringen Mengen Kultm-boden und 
verhindern durch Aussclüufs von Mikroorganismen. Bei verschiedenen Pa- 
pilionaceenarten wirkt um- der Zusatz von gewissen Bodenarten Knöllchen 
bildend imd Wachstiun fth-dernd. Salpetersaure Salze werden zwar auch 
von den Papilionaceen assimiliert, ob aber eine ganz normale Entwickelung 
der Pflanzen allein mit Hilfe derselben möglich ist, erscheint noch fraglich. 

Über die Stickstoffquellen der Pflanzen, von H. Gilbert. ') 

Die Stickstofffrage vor, auf und nach der Naturforscher- 
Versammlung, von A. B. Frank. 2) 

Die wesentlichen chemischen Elemente der Pflanzen, von 
Th. Jamieson. 3) 

Verfasser stellte Versuche an, um zu erfaliren, ob von den folgenden 
11 Elementen: Kolüenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Phosphor, 
Kalimn, Calcium, Magnesiiun, Schwefel, Clilor, Eisen nicht einige den 
Pflanzen entbelu'lich sein könnten. Schwefel, Calcium, Magnesimn sollen 
nach diesen Versuchen, wenigstens in den frülien Stadien des Wachstiuns, 
ohne Bedeutimg fih- die Pflanze sein. 

Kritische Besprechung von de Vries „Plasmolytische Studien 
über die Wand der Vacuolen". Nebst vorl. Mitteilimgen über Stoff- 
aufnalune. Von W. Pfeffer.^) 

Einige Anilinfarben werden in der Zelle aufgespeichert. Bring! man 
in eine Lösimg von Methylenblau (0,001 — 0,002%) z. B. Trianea bogo- 
tensis, so ist nach einigen Stunden der Zellsaft der Wurzelhaare tiefblau 
gefärbt, in den Zellen der Wiu'zelepidermis und im übrigen Wm-zelkörper 
sind blaue Körnchen ausgeschieden. Kleine Körnchen bilden sich auch in 
den Blättern dieser Pflanze, in der Wm-zel von Azolla, Euphorbia, Pej^lus 
u. s. w. In allen diesen Fällen bleibt das Protoplasma migefärbt und be- 
wahrt seine volle Lebensthätigkeit. Eine solche Anhäufmig von Methylen- 



*) Kurzer Bericht über die 29. Sektion der 59. Versammlnn^ deutscher Natur- 
forscher und Ärzte zu Berlin 1886. Landw. Versuchsst. 1886, XXXIIl. 466. 

2) D. landw. Presse 1886, No. 97. 

3) Chem. News. 1885, LH. 287. Centr.-Bl. Agrik. 1886, XVI. 249. 
*) Botan. Zeit. 1886, No. 6. 



Die weseut- 

lichen 
chemischeu 

Elemente 
der Pflauzc. 



Stoffauf- 

uahme 

durch die 

Wurzeln. 



92 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



blau kommt A-ielen, aber nicht allen Pflanzen zu. Dabei werden entweder 
präformierte Körnchen gefärbt, oder es entsteht mit ün Zellsaft gelösten 
Stoffen ein Niedersclilag oder eine lösHche Yerbindmig, die sich imter Um- 
ständen in Krystallen ausscheiden kami. — Beim Weiterwachsen der ge- 
färbten Objekte imd Vermelmmg der Zellen findet eine Yerteilung der 
Körnchen resp. gefärbten Lösimg auf die Tochterzellen statt. Andere 
Objekte entfärben sich allmählich. Auch aus den anderen Objekten läfst 
sich durch verschiedene IVIittel, z. B. verdünnte Citronensäure, der Farbstoff 
olme Schädigung des Lebens wieder entfernen. 



Zuckei- 
anhäufung 

in der 
Zuckerrübe. 



Lösung der 

Stärke in 

den Blättern. 



D. Stoffbewegung. 

Zur Kenntnis der Verwendung der Kohlehydrate in den 
Pflanzen, von L. Brasse.^) 

Um die Zuckeranhäufung in der Zuckerrübe zu erklären, stellt Ver- 
fasser folgende Hypothese auf. Der Zucker geht in der Rübe eine leicht 
zersetzbare Verbüidmig mit dem Protoplasma ein, wodurch er die Difiii- 
sionsfäliigkeit verhert. Diese Verbindung unterliegt den Gesetzen der 
Dissociation , analog dem Verlialten von schwefelsaurem Kalium oder Cal- 
cium bei Gegenwart von Wasser. Im Zustande des Gleichgewichts, wenn 
(in der Pflanze) weder Zucker gebildet noch verbraucht wird, häuft sich 
selber überall an, wo er die fragliche Verbindmig eingehen kann, es wird 
zwischen der Zuckerlösimg und der Verbindimg ein bestimmtes Verhältnis 
bestehen bleiben. Wird in den Blättern Zucker durch Assimilation ge- 
bildet, nimmt die Konzentration der Lösung liierdm-ch zu, so Avird mit 
dem Übersclneiten der zulässigen gelösten Zuckermenge der Überschufs in 
die Protoplasmaverbindung einti'eten, umgekelu't, weim Zucker z. B. zum 
Wachstmn verbraucht mid hierdurch die Lösung verdünnt wird, wu"d sich 
die Verbindung zersetzen, bis die frühere Zuckermenge, die Dissociations- 
tension, wieder hergestellt ist. Aus Rübenstücken in reinem Wasser müfste 
demnach Zucker austi^eten, in Zuckerlösmigen je nach deren Stärke von 
der Rübe Zucker aufgenommen oder aV)gegeben werden. Als Rübenstücke 
24 Stimden in Zuckerlösungen verschiedener Konzentration verweilten, hatte 
die überstehende Lösimg an Zucker etwas zugenommen, wenn die Kon- 
zentration geringer war, sonst abgenommen. 

Lösung der Stärke in den Blättern, von L. Brasse. 2) 

Die Blätter enthalten ein diastatisches Ferment, welches unter ge-\vissen 
Bedingungen nicht verkleisterte Stärke in reduzierenden Zucker umzuwan- 
deln vermag. Bei 50° imd 57" tritt keine Verzuckeiimg ein, wolü aber 
bei 34° und 42°. Höherer als Atmosphärendruck scheint die Umbildung 
der nicht verkleisterten Stärke zu befördern. Die Menge der angewen- 
deten Stärke ist olme Einflufs auf die Litensität der Umbildung, nur wird 
die Gi-enze, welche eine Fimktion der Verdünnung ist, rascher erreicht; 
füg-t man Wasser zu, so setzt sich die Umbildung fort, der Zucker nimmt 
der Volum Vermehrung entsprechend zu. Deutlich crgiebt sich der Einflufs 
des bereits gebildeten Zuckers auf die Umbildung der übrigen Stärke, wenn 



1) Ann. agron. 1886, XII. Forsch. Agr.-Phys. Bd. IX. H. 5, S. 399. 

2) Ann. agron. 1886, XII. No. 4, S. 200. 



Pflanze. 



93 



der Zucker in dem Mafse seiner Bildimg durch Dialyse gleicli cntlbrnt 
■wird: die Verzuckerung nimmt zu. 

Vhev das Ycrlialten von Stärke und Zucker in reifenden 
und trocknenden Tabaksblättern, von H. Müller-Tluirgau. i) 

Verfasser untersuchte, inwieweit fennentiei-te Rohtabake, wie sie im 
Handel vorkommen. Stärke enthalten, und ob zwischen Stärkegehalt und 
A^''ohlgeschmack , Aroma, A^erbrennlichkeit u. s. w^ ein Zusammenhang er- 
kennbar ist. Dann wurde geprüft, wie sich lebende Blätter am Stocke 
inbezug auf Stärkebildung und Stärkeverbrauch bei verscliiedencm Roife- 
zustand mid verschiedener Stellung an der Pflanze verhalten. Ebenso wm-de 
das Verhalten von Stärke und Zucker beim Trocknen des Tabaks einer 
experimentellen Prüfimg unterzogen. Wir berücksichtigen als in diesen 
Referatsabscluiitt fallend nur Punkt 1 und 2. 

1. Das ^''erhalten der Stärke in reifenden Tabaksblättern. 

Die liier ausschlaggebenden Beobachtungen win-den in der tabak- 
bauenden Gegend bei Mamiheim angestellt. Ein vom Praktiker besonders 
berücksiclitigtes Zeichen der Eeife sind die heUere Farbe, welche das ganze 
Tabaksblatt amiimmt und die gelblichen Flecken, welche das ganze Blatt 
gelbgrün marmorieren. Diese Erscheinung beniht darauf, dafs sich in den 
Chlorophyllkchiieni die Stärke immer mehr anhäuft, so dafs dmch diese 
die Masse der Chlorophyllkörner endlich verdrängt wird. Die in der Nähe 
der Nen'en befincUichen Gewebe behalten die grüne Farbe am längsten. 
Die Untersuchung dreier imgieich reifer Blätter ergab, dafs die Tabaks- 
blätter mit zimehmender Reife immer stärkereicher werden. — Um zu 
prüfen, bis zu welchem Grade die Stärke wälu-end der Nacht aus dem 
Tabaksblatte versch\\dndet, trennte A^erfasser eines Abends an einigen Blät- 
tern die eine SeitenhäKte von der Mittehippe, die andere Hälfte am näch- 
sten Morgen ab und unterAvarf sie der Jodprobe. "Wälu-end der Nacht ver- 
schwindet niu" ein Teil der Stäi-ke, bei niederer Temperatiu* mu- ein ganz 
geringer, bei mittlerer (14°) bis zu 1/4 der vorhandenen. Ganz reife Tabaks- 
blätter sind am Morgen reich an Stärke. Es enthielten 



Oberfläche 



Trockensubstanz . 

Zucker in 100 g 
Trockensubstanz 

Zucker in 1 m^ Blatt- 
fläche .... 

Stärke in 100 g 
Trockensubstanz 

Stärke in 1 m^ Blatt- 
fläche 14,89 



2 noch grüne 
Blätter 


3 ziemlich reife 
Blätter 


2 ganz reife 
Blätter 


6 Uhr 
abends 

cm 2 
463,5 


7 Uhr 

morgens 

cm^ 

442 


6 Uhr 

abends 

cm 2 

996,6 


7 Uhr 

morgens 

cm 2 

100,3 


G Uhr 

abends 

cm 2 

454 


7 Uhr 

morgens 

cm 2 

450 


g 
2,20 


g 
1,96 


g 
5,63 


g 
5,42 


g 
2,97 


g 
2,72 


1,25 


0,60 


1,05 


0,63 


0,81 


0,41 


0,59 


0,27 


0,59 


0,34 


0,53 


0,23 


31,39 


20,74 


38,42 


33,30 


42,62 


36,95 


14,89 


11,81 


21,71 


17,87 


27,84 


22,31 



Verhalten 
von Stärke 
und Zucker 
iu reifenden 
und trock- 
nenden 
Tabak- 
blättern. 



1) Landw. Jahrb. 1885, XIV. 465—484. 



94 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Der hohe Stärkegehalt der reifenden Tabakpflanzen erklärt sich daraus, 
dafs der Blütengiplel ausgebrochen wird imd auch die Geizen sorgfältig 
entfernt werden. Durch den Einflufs der wachsenden Geizen vermindert 
sich der Stärkegelialt derjenigen Blätter, in deren Winkel sie wachsen. 

Aufser dem Reifezustand beeinflufst auch der Stand der Blätter an 
der Pflanze den Stäi'kegehalt ; dm-chschnittlich enthalten die unteren Blätter 
weniger Stärke als die höherstehenden. Die sog. Sandblätter imterscheiden 
sich durch verhältnismälsig hohen Zucker- und geringen Stärkegehalt we- 
sentlich von anderen reifen Blättern. 

2. Das Verhalten der Kohlehydrate beim Trocknen der 
Tabaksblätter. 

Wälu-end des Trocknens verschwindet schon u\ den ersten Tagen die 
Hauptmasse der Stärke und sclüiefslich die letzte Spirr, wenn die Ver- 
dimstimg nicht zu rasch vor sich geht. Am Nachmittag geerntete Blätter 
entleeren sich ebenso vollständig ^\ie vormittags gebrochene. Frische reife 
Blätter enthalten verhältnismäfsig wenig Zucker, am meisten noch abends. 
Beim Trocknen nimmt derselbe am 20. Tage bedeutend zu, naclilier 
wieder ab. Zunächst wandelt sich die Stärke in den Blättern in Zucker 
um, dieser erleidet eine weitere Zersetzimg, zidetzt in Kolüensäm'e xaid 
Wasser, wenigstens geben die Blätter ganz bedeutende Mengen Kolilen- 
säiu-e aus und atmen anfangs normal. Der in abgebrochenen Blättern sich 
bildende Ziicker kami nicht wegwandern imd veranlafst eine erhöhte At- 
mimg, welche wieder zxxv Besclüeimigimg der Stärkeimiwandlung beiü'ägt. 
Im fertig geti'ockneten Tabak fand Verfasser regelmäfsig Zucker, in sclmell 
getrocknetem weniger als in langsam geti-ocknetem. Der anfänglich erhöhte 
Zuckergehalt stellt auch den Eippen mein" Zucker ziu' Verfügimg und zAvar 
wird dieser dort in Stärke verwandelt, die zuletzt wieder fast verschwindet. 
Der nach dem Trocknen in den Blättern vorhandene Zucker verschwindet 
beim Fennentationsprozefs vollständig, sowohl aus der Blattfläche als den 
Rippen; die Stärke scheint hierbei nicht angegTÜfen zu werden. — Wenn 
es gelänge, in einheimischen Tabaken, die nicht zu reich an Eiweifsstoifen 
sind, den Gehalt an Kohlehydraten so zu steigern, dafs ein gröfserer Teil 
von jenen beim Trocknen imd Fermentieren umgesetzt wird, so ■v\wde dies 
gut brennenden Tabak ergeben. Bei geringerer Blätterzalü an der Pflanze 
steigt der Stickstofi"gehalt. Die Geizen verbrauchen Eiweifsstoffe, aber auch 
Kolilehydrate. Bei der Ernte wird man weniger auf die Tageszeit Bedaclit 
zu nelimen haben, als vielmelu' auf die vorausgegangene Witterung, indem 
nach andauernd ti-übem Wetter gebrochene Tabake den nach somiiger Wit- 
tenmg geernteten nachstehen düi-fton. 

Untersuchungen über das Saftsteigen, von S. Schwendcner.i) 



Chemische 
Zusammen- 
setzung der 

Kartoffeln 
bei verschie- 
den grofsem 
Saatgut. 



E. Zusammensetzimg in Terscliiedenen Entwickelungsperioden. 

Chemisch-physiologische Untersuchungen über das Wachs- 
tum der Kartoffelpflanze bei kleinerem und gröfserem Saatgut, 
von U. Kreusler. ^) 



1) Sitz.-Ber. d. k. preufs. Akad. d. Wiss. 8. Juli 1886. Forsch. Agr.-Phys. Bd. IX. 
H. 4, S. 308. 

2) Landw. Jahrb. 18S0, S. 369—379. 



Pflanze. 95 

Bei Gelegenlieit von Ycrsuchen über den Einflnfs der Auswahl und 
A^orbereitung der SetzldioUcn auf die Erträge wurde das Material zxw Ver- 
folgung der Stoffwandlungou während des Yerbrauclis der Reservestoffe, der 
Heranbiklung neuer KnoUen, so-wie des Waclistiuns der Kartoffclpflanzo über- 
hawpt gesammelt. Der Versuch geschah mit der Farinosa, von der Ideine 
und gi-öl'sero KnoUen auf fruchtbarem Lehm ausgelegt waren. Die Unter- 
suchimg Aviu-de in 4 Perioden vorgenommen: 1. einige Zeit nach dem 
Aufgehen, doch vor dem KnoUenansatze, am 3. Jimi; 2. am 9. Juli in der 
Blüteperiode; 3. am 7. August in der Fruchtreife; 4. am 10. September, 
bei bereits vei-trocknetem Laube imd grölstenteils reifen KnoUen. Als 
wichtigste Sclüüsse der lunfangreiciien Untersuclmng ergeben sich folgende. 

1. Gröfsere (ca. 80 g schwere) und kleinere (ca. 40 g scliwere) KnoUen 
derselben Sorte zeigten ziu- Zeit der Aussaat bei gleichem spez. Gewicht 
auch sehr nahezu che gleiche Zusammensetzung, insbesondere gleiclien 
Prozentgehalt nicht nur an Trockensubstanz und Stärke, sondern auch an 
Aschenbestandteilen imd im Safte gelösten Substanzen. 

2. Die in verscliiedenen Stadien der Ausscliöpfung wieder heraus- 
genommenen ]\Iutt er kn ollen werden immer wässeriger, teils weil Wasser 
aufgenonunen wh-d, teils die Trockensubstanz sich immer mehr (sclüiefs- 
Uch auf ca. 3 % des Frischgewichts) vermindert. Insbesonders wird die 
Stärke aufgebraucht. Reduzierender Zucker, welcher vor der Aussaat 
vollkommen felilt, findet sich in den auskeimenden Knollen bis zuletzt in 
merkUchen Mengen. Erst nach Inversion mittelst Säm-e auf Kupferlösung 
wirkende Substanzen waren im Saatgut wie in den mehr oder minder er- 
schöpften KnoUen jederzeit nachweisbar. Auch die stickstoffhaltigen Ver- 
bindimgen nelmien absolut wie proz. rasch ab. Ein ansehiUicher (ca. zwi- 
schen 20 bis 30 o/o) schwankender Teü des Gesamtstickstolfs entfäUt in 
aUen Perioden auf Nichteiw^eifs , wonmter sich Amide (Asparagin) stets 
nachweisen Uefsen. Niti-ate (kleine Spiu-en) fanden sich nur zeitweiUg, 
Das Verhältnis von Löslichem und UnlösUchem in der MutterkiioUe ver- 
scliiebt sich im Laufe der A^egetation selu" erhebUch. Der lösUche Anteü 
der Trockensubstanz nimmt anfängUch progressiv zu, schUefsUch bei fast 
voUständiger Erschöpfung der KnoUen, relativ wieder ab. Die Quote des 
lösUchen Eiweifses sinkt von Anfang kontinuierlich imd rasch. 

3. Die Tochter-Knollen lassen bis zm- Reife folgendes erkennen. 
Anfangs sind sie sehr wässerig, mit fortschreitendem Wachstiun werden 
sie immer reicher an Trockensubstanz. Glykose entliielten die ganz jungen 
KnoUen in ansehnlicher Menge, die einigermafsen gereiften nicht mehi* in 
Spuren. Substanzen, welche erst nach Inversion durch Säm-en die Kupfer- 
lösimg reduzieren, waren in den ganz jungen KnoUen nur spärUch vor- 
handen, später treten sie melir in den Yorderginmd, um bei völUger Reife 
ganz zu verschwinden. Die Veränderungen des Stickstoffgehalts zeigen 
eigentümliche Unregelmäfsigkeiten, welche hauptsäclüich durch das Ver- 
halten der nichteiweifsartigen Stoffe bedingt scheinen. Der Prozentsatz des 
Nichteiweifsstickstoffs (bezogen auf den gesamten) zeigte sich in den ganz 
jungen Knollen (mit im Maximum ca. 40 *^/o) ziemlich genau so hoch wie 
in den gereiften; dazwisclien mid zwar zur Zeit des lebhaftesten Wachs- 
tums dagegen erheblicli vennindert. Der auf den Saft entfaUende Anteil 
organischer Substanz überhaupt ist bei den ganz jimgen KnoUen weitaus 



96 Boden, "Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

am reichlichsten und (mit ca. 28 % des gesamten) etwa doppelt so hoch 
als bei den gereiften imd den SaatknoUen. Der ünterscliied erklärt sich 
durch die allmähliche Bildimg der Stärke aus löslichen Ivolüehydraten. Die 
Quote des dem Saft zugehörigen Stickstoffs mid zumal die Menge des als 
Eiweifs vorliandenen, ist iimgekelut anfänglich am geringsten imd vermelui; 
sich mit fortsclneitender Eeife. Von den Mineralstoffen fällt bei Mutter- 
wie bei Tochterknollen der sehr überwiegende Teil auf den Saft. 

4. In den oberirdischen Organen nehmen, auf trockenes Gesamt- 
ki-aut prozentisch berechnet, Eohfaser imd stickstofffreie Extraktstoffe fort- 
während zu, Eohprotein und Eohfett ab. Eohprotein und Eohfett über- 
wiegen in den Blättern, Eohfaser in den Stengeln, bei den stickstofffreien 
Extraktstoffen sind die Abweichungen geringer. Die laanken Blätter sind 
von den gesunden hauptsäclilich dmch eine starke Verminderimg des Äther- 
extrakts verschieden. — Die Früchte sind ziemlich reich an Fett, sehr 
reich an stickstofffreien Extraktstoffen, an Protein, Eohfaser und Asche dem 
Ki'aute wesentlich nachstehend. — Das ganz junge Ki'aut der Kartoffel 
gehört zu den stickstoffi-eichsten Vegetationsprodukten (bis 7,5 % Stickstoff 
in der Trockensubstanz). Von dem Stickstoff fällt eine sehr erhebliche 
Quote auf Nichtproteüi imd Nitrate (im ganz jimgen Kraut etwa 3,5, in 
jimgen Stengeln fast 5 % der Trockensubstanz an Salpetersäure). Zm- Zeit 
der Blüte erreicht der Gehalt an Nichtproteinstickstoff beim Kraut mehr 
als 40, bei den Stengeln sogar 60 % der Gesamtmenge; ein Drittel liier- 
von, bei den Stengeln mehr als ch-ei Viertel entfallen auf Salpetersäure. 
Einige Wochen später zeigte sich der Salpetergehalt relativ imd absolut 
sehr stark vermindert, olme Zweifel durch Verwendimg des Salpeterstick- 
stoffs ziu' Bildung von Eiweifs. Dafs diese hauptsächlich in den Blättern 
vor sich gehen mufs, ist daraus zu entnehmen, dafs die Blätter stets sehr 
viel weniger Nitrate enthalten, als Stengel imd Wurzeln. Die sehr im- 
gleichartige und zeitweise erstaimlich grofse Anhäufimg von Niti'aten macht 
es walu-scheinlich, dafs diese Salpeter säm-e nicht ilu-er ganzen Menge nach 
von aufsen aufgenommen wurde, sondern zum Teil erst in der Pflanze 
sich büdete. 

5. In den unterirdischen Organen (AVm'zeln und miterirdischen 
Stengelteilen) nimmt beim Heranwachsen das Eohprotein (relativ) rasch ab, 
etwas weniger Fett imd Asche, wälu-end sich Eohfaser selir stark, stick- 
stofffreie Extraktstoffe wenig vermehren. Die ganz jungen Wiu-zeln kom- 
men in der Zusammensetzung den jimgen, oberirdischen Stengeln sehr nahe; 
sie sind selir reich an Nitraten. In den Wurzeln war wie in den Stengeln 
der Salpetergehalt niu^ mehr sehr gering. 

Der Ertrag an KnoUen war bei dem gröfseren Saatgut zu allen Zeiten 
der gröfsere, namentlich im Anfange. Durch das gröfsere Saatgut wird 
auch das Wachstum der oberirdischen Organe beschleimigt. Die Veränderungen 
der gröfseren und kleineren ]\Iutterknollcn im Boden imterscheiden sich in 
der prozentischen Zusammensetzung nicht wesentlich von einander. Auch 
im Ausschöi^fungsgrade existieren keine wesentlichen Verschiedenheiten, 
doch werden die meisten Bestandteile bei der kleineren KnoUe relativ etwas 
stärker in Anspruch genommen. Im allgemeinen kann man folgern, dafs 
die Eeservestoffe des gi'ofseren Saatgutes absolut und relativ länger vor- 
halten, wenn auch beides nicht in dem Mafse, um die Ertragsüberlegenheit 



Pflanze. 



97 



erklärlich zu inaclien. Der Umstand, dal's die Pflanzen des grüfseren Saat- 
guts sclion vom Beginne ihres Wachstums und zu Zeiten, da die Reserve- 
stoffe beiderseitig nocli wenig vermindert erscheinen, selir entschieden das 
rijei-geAvächt behaupten, macht eine von Anfong schon kräftigere Veranlagimg 
der Knospen u. s. v,^ als Ursaclie der Ertragsüberlegenlioit äulserst wahr- 
scheinlich. Die sclnväclilicheron Töchter des kleineren Saatguts scheinen 
der KartotfeDcrankheit in stärkcrem Mafse \uiterworfeii , und dürfte daher 
auch von diesem Gesichtspunkte die "Walil nicht zu kleiner Saatknollen 
angezeigt sein. Für jede Kartoffelsorte existiert eine Grenze, über welche 
hinaus die Steigenuig der Gröfse des Saatguts sich nicht melu- rentiert. 
Im allgemeinen wiegt jedoch das Risiko eines zu grofsen Saatguts weit 
weniger scliwer als die Gefahren, denen man bei Anwendung zu kleiner 
Knollen den Erti-ag aussetzen würde. 

Über die Entwickehing der Zuckerrübe, von A. Girard. ^) 
Die in den Jalu-en 1884 imd 1885 ausgefülii'ten Untersuchungen uni- 
fafsten die Ernte und Gemchtsbestiminung der Rülienblätter (Stiel imd 
Spreite getrennt), des Stammes i) und des gesamten Wurzelwerks, die 
Messung der Oberfläche dieser Teile imd ilu-e chemische Analyse. Die 
Rüben, deren Wm-zeln wäiu'end eines Sommers bis 2,5 m in den Boden 
dringen und Seitenwiu-zebi von bis 1 m Länge entwickeln, wiu-den in 
gTofsen Behältern von 2 m Höhe, G m Breite und 13 m Länge gebaut. 
1. Der Stamm. 2) 



Gewicht, trocken (g) . . . 

Oberfläche (cm^) .... 

Von 100 Gewichtsteilen der 
Pflanzen treffen auf den 
Stamm 



Proz. Zusammensetzung: 
Wasser 

(Saccharose! 
Glj-kose I ■ ' ■ 
Andere org. Stoffe 
Mineralbestandteil. 
Unlösl. ( Holzfaser . . . 
Stoffe I Mineralbestandteil. 



0,12 
17 



6,8 



89,1 
1,45 

3,17 

1,81 1,30 
4,10 3,40 
0,38 I 0,26 



1-5 
(M* 



1,3 
42 



10,7 
119 



15,1 j 24,8 



0988 



26,7 
177 



29,5 



,8188,58,85,11 
4,49 5,40 8,98 



GcAvichtszunahme, trocken (g) 
Gewichtszunahme d. Zuckers 



1,21 
0,5 



1,16 
1,25 
3,27 
0,25 



9,4 
4,5 



bp 
Ö 



47,5 69,2 
246 280 



38,9 45,7 






88,7 
314 



52,0 



84,26182,8782, 
9,96 11,1711,30 



0,93 1,13 
1,13 0,98 



3,58 
0,27 



16,0 
10,5 



3,44 
0,23 



0,83 
1,20 
3,70 
0,23 



1,10 
0,95 
3,93 
0,22 



21,2 I 21,3 I 21,5 
14,5 1 14,6 1 14,0 



101,6 
352 



57,3 



7484 



,57 

9,41 

1,60 
0,91 
3,30 
0,21 



O 



132,6'169,8 
378 417 



59,8 



13,1 
3,3 



83, 

10,41 

1,46 
1,06 
3,49 
0,19 



63,3 



3482 



40 

12,19 

1,01 
0,99 
3,17 
0,20 



31,8 
21,2 



37,2 
33,6 



Aufser Wasser imd Zucker sind die verschiedenen Bestandteile wähi-end 
des gi'üfsten Teils der Yegetationszeit in fast imveränderlichem Verhältnis 
vei-ti-eteu. Das Verhältnis von Wasser und Zucker verändert sich zwar, 
die Summe dieser Bestandteile bleibt aber ziemlich konstant (94 % des 



1565—1567; 1886, CHI. 



1) Compt. rend. 1886, CH. 1324—1327; 1489—1492- 11 
12— li; 159-162. Durch Centr.-Bl. Agrik. 1886, XVI. 683. 

2) So heilst es im Referat; gemeint ist wohl der eigentliche fleischige Eüben- 
körper (Ilj-pokotyl -\- Pfahlwurzel), soweit letztere fleischig verdickt ist. 

Jahresbericht 1S8G. 7 



Eat Wicke- 
lung der 
Zuckerrübe. 



98 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



„Stamin"-Grewiclits). — Der Ziickergehalt veimelirt sich bis ziiletzt. Der 
einmal gebildete und im Eübenkörper aufgespeicherte Zucker hält sich 
darin unter allen Vegetation sbed in giuigen, er wiixl nicht z. B. nach längerem 
Eegen zur Bildung neuer Blätter verwendet. • — Im "Wachstiun der Eübe 
kann man drei Perioden unterscheiden: bis zum 15. Juli ist das Gewächs 
in der Entstehung und raschem "Wachstum begriffen, vom 15. Juli bis 
24. August wird (las GeAvicht ziemlich konstant, dann folgt die letzte, 
herbstliche Periode, wähi-end welcher Gewichts- und Zuckervermehnmg 
noch bedeutender werden. 

2. Pfahlwurzel und Würzelchen. 



Ö 






CD 

m 



Gewicht beider Teile, trok- 
ken (g) 

Oberfläche ((|cm) .... 

Länge der Pfahlwurzel (m) 

Von 100 Teilen der Pflanze 
treö"eu auf Pfahlwurzel und 
Würz eichen (g) . . . . 



0,16 
179 
0,65 



10,1 



0,30 0,80 
482 1110 



1,0 



4,8 



1,3 



2,4 



0,99 
1132 
1,45 



2,0 



1,17 
1190 
1,80 



1,80 



1,35 
1624 
1,90 



2,21 2,21 

2716 2518 

2,1 I 2,3 



2,82 3,60 
2500 2920 
2,3 2,5 



1,5 1 



1.5 



1,5 



1.5 



Proz. Zusammensetzung: 
Wasser 

(Saccharose \ . . 
Glykose | . . 
Andere org. Stoffe 
Mineralbestandteil. 
Holzfaser . . . 
MineralstofFe . . 

Dem Gewichte nach 
ganzen Pflanze aus, dagegen 
3. Die Blätter. 



90,2092,01 
0,05 



Löshche <! 



Unlösl. 



0,24 
3,0( 
1,67 
4,02 
0,76 



0,44 

0,78 
0,82 
4,85 
1,10 



91,6090,95 

— 0,86 

— 0,29 
0,26 ! 0,87 
5,62 I 5,83 
1,19 1 1,11 



90,9589,60 



0,71 

0,32 
1,01 
6,05 
1.15 



1,46 



0,56 

0,46 2,16 1,92 

1,07 1,25 0,88 

8,96 9,93 7,27 

1,65 1,67 1,82 

machen die Wm^zeln ein geringes Teil von der 
ist die Oberfläche sein* bedeutend ausgedehnt. 



0,56 
1,10 
6,49 
1,01 



88,45 

0,78 

1,02 
1,34 

7,27 
1,22 



86,5085,0087,08 



1,26 





■^ 


>^ 


;--^ 




►^ 


< 


tp 






^ 




t-s 




i-s 










CQ 




o 






Oi 




in 


C5 


o 


-i* 




00 






CO 


l-H 


<M 


tH 


C<1 


tH 


CN 


lO 


,— ( 


T-1 


Gewicht der lebenden Blätter- 






















krone (g) 


13,62 


63,1 


276 


402 


460 


466 


461 


474 


513 


537 


Gewicht der verwelkten Blät- 






















ter (g) 


— 


— 


— 


— 


26 


85 


121 


133 


130 


126 


Von 100 Gewichtsteilen kom- 






















men auf die Blattsäume . 


56,5 


57,6 


37,3 


33,3 


29,6 


33,3 


29,9 


31,9 


32,5 


30,0 


Von 100 Gewichtsteilen kom- 






















men auf die Stiele . . . 


43,5 


42,2 


62,7 


66,7 


-70,4 


66,6 


70,1 


68,1 


67,5 


70,0 


Chem. Zusammensetzung: 






















a) des Blattsaiuues. 






















- Wassor .... 

y.. ,. 1 Saccharose . . . 
Losuche r,, , „„„ 
Q, ff (jrlykose .... 

^^^^^ Andere org. Stoffe 

Miiieralstoffe . . 


90,14 


89,48'89,ßl'87,82;86,26;86,49 


85,66 


85,90 


87,5885,26 


0,05 


0,36 i 0,68 1 0,36 1 0,54 


0,55 


0,47 


0,41 


0,18 0,57 


0,34 


0,25 


0,30 i 0,36 0,47 


0,32 


0,32 


0,36 


0,27 0,40 


4,47 


4,46 


3,39 4,53 5,95 


5,96 


6,39 


5,45 


5,33 


5,93 


2,36 


2,30 


2,81 , 2,86 2,51 


2,47 


2,47 


2,73 


2,53 


2,47 


Unlösl. Holzfaser . . . 
Stoffe 1 Mineralstoffe . . 


2,09 


2,28 


2,72 3,40 3,69 


3,59 


3,79 


4,44 


3,58 


4,63 


0.55 


0,58 


0,49 0,67 0,58 


0,61 


0,63 


0,71 


0,53 


0,08 



Pflanze. 



99 







'ö 


•.^ 


.^ 


bb 


bJo 




t. 






3 


i-j 's 




3 


s 


< 




r% 


-^ 




1-5 


•-5 










CO 




O 






o; 


lO 


O 


o 


^ 




cd 






00 


rH IM 


i-H 


(M 




Cvj 


in 


,— 1 


r- 1 


b) der Blattstiele. 






1 j 










Wasser .... 

T .. V 1 Saccharose . . . 
Losüclie /,, , 
q. (-• { (tIvküso .... 

*^^""'' Andere t.rjr. Stolle 

Mineralstoffe . . 


93,47 


92,14 94,08 92,23;90,6(;;91,85l90,41 


91,1291,.39 


90,75 


0,10 


0,56 


0,17 


0,44 0,60 


0,31 


0,07 


0,30 ! 0,37 


0,40 


0,;32 


0,43 


0,78 


1,29 


1,98 


1,53 


2,29 


1,88 j 1,67 


1,81 


0,75 


1.38 


1,37 


1,37 


2,38 


2,00 


2,63 


1,81 1,42 


1,61 


2,22 


2,05 


1,56 


1,57 


1,58 


1,74 


1,67 


1,511 1,83 


1,56 


Unlösl. 1 Holzfaser . . . 
Stoffe 1 Mineralstoffe . . 


2,09 


2,63 


1,86 


2,52 


2,53 


2,37 


2,56 


3,08 


3,08 


3,47 


0,45 


0,49 


0,18 


0,27 


0,22 


0,19 


0,19 


0,30 


0,24 


0,40 



Die lebende Blattkrone nimmt bis Mitte Jiüi zu, dann bleibt sie sieh 
bis Jlitte September gleich. AVenn man die lebenden und verwelkten 
Blätter zusammen betrachtet, so ist eine regelmälsige, unimterbrochene Ge- 
wichtszTinahme der Summe beider wälu-end der ganzen Vegetationszeit zu 
bemerken. — Die Zusammensetzung betreffend, lassen die Zalilen für die 
Blattstiele keine Gesctzmäfsigkeiten erkennen. In den Spreiten bleiben 
Holzfaser imd lösliche jMineralbestandteile merklich unverändert, ebenso 
zeigen die übrigen Bestandteile nm* unbedeutende Veränderungen, nm' der 
Gehalt an Saccharose ist innerhalb ziemlich weiter Gi'enzen veränderlich. — 
AViegt die Blatt erla-one 500 g, wovon CßO/o auf Stiele, 33% auf die 
Spreiten gereclmet werden, so kami jede Blätter kröne am Ende eines Tages 
bis zu 2 g Saccharose enthalten ; da die Hälfte hiervon wälu-end der Nacht 
verschwindet, können die Blätter bei guten A^egetationsbedingimgen täglich 
ca. 1 g Zucker abgeben, also füi* 100 A^egetationstage 100 g = ca. 13 
bis 13.5% Zucker in einer Rübe von 750 g Gemcht. 

Das allmähliche A\''achstum der drei Haujitteile ist aus folgendem nach 
Prozenten des Gesamtgewichts ersichtlich : 





'^ 


a 
s 

►-5 


;::- 


% 


3 


&b 


&b 

s 
< 


P-. 

o 






1-5 




1-5 










Co 


o 






OS 




o 


Gl 


o 


'^ 




CO 




CO 


1— ( 


(ri 




(M 


y* 


(M 


lO 


•— 1 ,—1 


Rübenkörper 


6,8 


15,1 


24,8 


29,5 


38,9 


45,7 


52,0 


57,3 


59,8 ! 63,3 


Blätterkrone 


83,1 1 80,1 


72,8 


68,5 


59,3 


52,8 


46,2 


41,2 


38,7 


35,2 


Pfalihvurzel u. Seitenwurzeln 


10,1 


4,8 


2,4 


2,0 


1,8 


1,5 


1,8 


1,5 


1,5 


1,5 



F. Verschiedenes. 

Das Zahlenverhältnis der Geschlechter, von F. Hej'er. i) zahionver- 

A''erfasser liatte früher gefunden, dafs nach Zählungen bei Alercmialis Ge'^achiechter 
annua das Verhältnis der männlichen zu den weibliclien Individuen unter allen i^ei pflanzen. 
Umständen und an allen Standorten dasselbe ist. Ähnlich war dies bei Hanf 
der Fall, von welchem neuerdings Zählungen an Pflanzen aus Saaten sehr 
verschiedener Herkunft angestellt wm-den. Die Samen stammten nämlich 
1. von verwildertem amerikanischen Hanf aus der Gegend von Mount MoiTis 
(N.-Y.), 2. von ebensolchem aus der Nähe von Lawrence (Kansas), (die 
letzteren Pflanzen trugen so reichlich Samen, dafs die Samen der einzelnen 



1) D. landw. Presse 1887, No. 25. 



100 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Wachstum 
der iJicht- 
triebe der 
Kartoffel- 
knollen. 



Blüten. 
bilduQg 
hinter eiuer 
Chinin- 
lOsuiig. 



Pflanzen für sich gesammelt und gesondert gebaut werden konnten) ; 
3. kamen Samen aus Chile, 4. Thüringer, 5. Piemonteser Riesenhanf zum 
Anbau. Die Zählungen ergaben: 

Sorte Auf 100 Männchen kommen AVeibchen 

4. 106,92 

2. 109,81 
1. 106,29 

3. 124,75 

5. 117,40 
109,85. 

Bei den Samen von 11 Pflanzen der Sorte 2 waren die betreffenden 
resp. Verhältniszahlen : 

114,42, 104,56, 104,52, 118,26, 111,84, 109,15, 126,25, 101,30, 103,09, 
114,61, 111,43, Mittel 109,81. 

Im Jahre 1882 wurden aus 3 Samenproben folgende Zahlen erhalteü: 
111,40, 115,62, 116,60, Müel 115,21. 

Ferner 1883: 

109,59, 105,49, 121,35, 121,76, 133,14, Mittel 114,30. 

Es süid zwar Sclnvankungen vorhanden, aber diese nicht beträchtlich, 
niemals ^vird die Zahl der Weibchen von jener der Männchen übertroffen. 

Das Wachstum der Lichttriebe der Kartoffelknollen unter 
dem Einflüsse der Bewurzelung, von C. Kraus, i) 

Vergl. Jalu-esbericht 1885, S. 144. Bei den fortgesetzten Versuchen 
kam kein Fall zm' Beobachtung, üi welchem bei sonst normalen Verhält- 
nissen das Wachstum der Lichttiiebe der Kartoffelknollen bei Gegenwart 
eigener Wurzeln oder bei Einwui-zelimg diu-ch die AVurzeln aus den Fufs- 
stücken anderer Triebe des gleichen Knollens kümmerlich geblieben wäre. Es 
gilt dies nicht allein für die schwächere Beleuchtung, während der Wüiter- 
und ersten Frülijalu-smonate, sondern auch über Soimner sind die von An- 
fang an der voUen Beleuchtimg im Freien ausgesetzt gewesenen Triebe zu 
noi-malen, kräftigen Sprossen mit grofsen Blättern herangewachsen. Der 
Satz, dafs die kümmerliche Entwickelimg der Lichttriebe nur bei Abwesen- 
heit von Wurzehi eintritt, kami als sicher und allseitig begründet angesehen 
werden. — Bei einer Sorte entstanden kräftige, normale Triebe im Lichte 
auch oline alle Wm'zeln. 

Über die Wirkung des durch eine Chininlösung gegangenen 
Lichts auf die Blütenbildung, von J. Sachs. 2) 

Aus einer Reihe von Versuchen mit Tropaeolum majus geht hervor, 
dafs Pflanzen, welche von der Keimung an ihr Licht durch eine hinreichend 
dicke und hinreichend konzenüierte Lösung von schwefelsam-em Cliinin er- 
halten, zwar ebenso kräftig vegetieren wie diejenigen Pflanzen, welche unter 
sonst gleichen Verhältnissen von Licht getroffen werden, welches durch 
chininfreies, reines Wasser gegangen sind; dagegen bilden sich bei ersteren 
nui' wüizig kleine Blütenknospen, welche nach einigen Tagen völlig ver- 
derben, wälu'cnd letztere schöne, grofse, prachtvoll gefärbte und fruchtbare 
Blüten erzeugen. 



1) Forsch. Agr.-Phys. Bd. IX, Heft 1/2, S. 78. 

2) Sitz. Ber. Würzburger Phys.-med. Ges. 1886, XV. Sitzung. 



Pflanze. 



101 



Der Einflufs des Sonnenlichts auf die Lolionsthritig-kcil der ^'-'flufs des 

Soniien- 

Miki'oorganismen, von E. Duclaux. ') licuta auf 

Ein kleiner Tropfen der in der Milch gezüchteten Reinkultur von Tyro- org^numeu. 
thrix scaLcr, zur Zeit der Sporenbildung entnommen, wurde auf den Boden 
einer ndt sterilisiertem Baumwollbausch verschlossenen Flasche gebracht, 
■worin der Tropfen alsbald verdiinstcto. Eine gewisse Anzahl derartiger 
Flaschen wurde nun wälu'cnd der Sommermonate dem direkten Sonnenlichte 
ausgesetzt und zwar verschieden lang. Eine weitei'e Anzald von Flaschen 
wiu-de der Einwirkung des zerstreuten Tageslichts ausgesetzt, Ijci Tempe- 
raturen, welche stets mit den ]\[aximis der Sonnenwänne annähernd über- 
einstimmten. Nach erfolgter Belichtung ^\an•den in jede Flasche als Reagens 
auf lebensfähige Organismen einige Gramm einer Nälniösung gegeben. 

Durcli direktes Sonnenlicht A\iu'den sterilisiert 



Dauer der Belichtung a) Kulturen auf Milch b) Auf Liebig'scher Bouillon 



14 Tage 
1 Monat 



2 Monat 



Keine Kultur 

Keine, doch trat eine Ver- 

zögenmg in der Ent- 

wickelung ein 
Von 4 Kiütiuren zwei 



Von 3 Kulturen eine 
Von 3 Kiüturen zwei 



Von 3 Kulturen drei. 



Einfiafa 
höherer 
Tempera- 
turen auf 
die Wasser- 
leitunga- 
fähigkeit 



Diu-ch die Einwirkung des zersti'euten Tageslichts war selbst nach 
3 Jahren keine Kultur sterilisiert worden. Der zerstörende Einflufs des 
Sonnenlichts ist mindestens 50 mal so grofs als derjeiiige der Somienwärme. 

Über den Einflufs höherer Temperaturen auf die Fähigkeit 
des Holzes, den Transpirationsstrora zuleiten, von C. A. "Weber. 2) 

Abgeschnittene, am unteren Ende auf 2 — 3 cm Länge entrindete 
Zweige -«in'den über einer Flamme an der entrindeten Partie scharf aus- 
gedörrt. Die hierdiu-ch bewirkte Vei-änderung des aufnehmenden Quer- dos Holzes, 
Schnitts blieb ohne wesentlichen Einflufs; diese Zweige blieben in "Wasser 
gestellt lange Zeit genau so frisch wie gewöhnliche Zweige. Ob das "Wasser 
in den "Wänden oder Hohliiiumen aufsteigt, läfst sich nach diesen Versuchen 
nicht entscheiden, dagegen gelingt dies nach den Versuchen mit nicht abge- 
sclmittenen Zweigen. Reichbeblätterte Zweige im Freien stehender Bäume 
Tuid Sträucher wurden am imteren Ende auf 3 — 4 cm Länge geringelt 
imd diese Stelle erhitzt. Bei nicht zu weitgehender Ankolüimg war die 
Leitrmgsfähigkeit des Holzes zunächst nicht verändert, erst nach einiger 
Zeit verdoiTten die Zweige. An der Grenze des toten Holzes waren die 
Hohlräiune der Gefäfse imd Tracheiden mit gummöser Substanz, oft auch 
mit Thyllen verstopft. Die Erscheinungen erklären sich am leichtesten 
in der Weise, dafs sich das Wasser in den Holüräumen bewegt und so 
lange fort, als diese noch wegsam sind. 

Über den Transpirationsstrom in abgeschnittenen Zweigen, 
von F. Darwin und R. W. Philipps. 3) 



») Compt. rend. 1885, No. 2, S. 119, Centr.-Bl. Agrik. 1886, H. 4, S. 280. 

2) Ber. bot. Ges. Bd. III. H. 9, S. 345, Forsch. Agr.-Phys. Bd. IX. H. 1/2, 
S. 105. 

3) Proc. Cambridge Philosoph. Soc. Vol. V. 1885, S. 330, Naturw. Eundschau 
1886, No. 24, S. 208, Forsch. Agr.-Phys. Bd. IX. H. 5, S. 407. 



102 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflauze, Dünger. 



Austrock- 

nungsfähig- 

keit der 

Pflanzen. 



Über die Imbibition des Holzes, von E. Godlewski. ^) 

Die Transpiration der Pflanzen und ihre Einwirkung auf 
die Ausbildung pflanzlicher G-ewebe, von F. Gr. Kohl, ^j 

Ein Transpirationsversuch, von L. Errera. 3) 

Über die Wasserleitungsfähigkeit des Kernholzes, von C. 
Rohrbach. 4) 

Die Wasseraufnahme durch die Oberfläche oberirdischer 
Pflanzenteile, von K. Osterwald. 5) 

Über die Austrocknungsfähigkeit der Pflanzen, von G. 
Schröder. 6) 

"Während die Körper der Phanerogamen und Gefäfskryptogamen mit 
"wenigen Ausnahmen diu'ch Austi'ocknung getötet werden, vertragen jene nie- 
derer Pflanzen \'ielfach ein vollständiges Austrocknen an der Luft und zum 
Teil selbst über Schwefelsäure sehr gut. Verfasser liefert eine Zusammen- 
stellung dieser Daten, mehrfach durch eigene Versuche bereichert. So blieben 
am Leben bei einem Gewichtsverlust in Prozenten des Frischgewichts 
Endsprossen von Sedum elegans . . 75,3 

Blätter von Echeveria 75,7 

Endspitzen von Asperula odorata . . Gl,5 
Blätter von Parietaria arborea . . . 44,9 — 50 
u. s. w. 

Von einigen Getreidearten wiu'den unreife Ähren gesammelt und an 
der Luft, teilweise imter dem Exsiccator über Schwefelsäm-e getrocknet. 
Obwolil die Samen noch nicht die Hälfte des Trockengewichts reifer Samen 
erlang-t hatten, keimten die lufttrockenen Körner doch sämtlich, ebenso nach 
11 bis 12 Wochen Aufenthalt im Exsiccator. Hierdm^ch hatte Gerste nur 
etw^a 1, Spelz 2, Triticum durum 0,5 % Wasser behalten. Die Gersten- 
körner keimten 2 Tage nach dem Befeuchten fast alle, die übrigen einige 
Tage später; bei Spelz begann die Keimxmg nach 3 imd schlofs nach 
6 Tagen. Weizen keimte langsam und zu verschiedener Zeit, die letzten 
Körner erst nach 27 Tagen. — Nur bei ganz jungen Stadien von Gerste 
imd Weizen, avo die Keimung noch melu' verzögert war, hatten die Körner 
zum Teil die Keimfähigkeit verloren. — Die Moose sind teilweise aufser- 
ordentlich widerstandsfähig gegen Austrocknung. 

Die Ursachen der Resistenz gegen die weitgehendste AVasserentziehung 
sind unbekannt, es wird sich aber vor allem um spezifische Eigenschaften 
des Protoplasmas handeln. Ob die Wasserentzielumg rascher oder lang- 
samer geschieht, hat dann grofsen Einflufs, wenn die gewöhnliclien vege- 
tativen Zellen dm-ch Austrocknen vernichtet werden luid nm* Dauerzustände 
persistieren, die sich erst beim langsamen Austrocknen bilden können. Im 
übrigen aber scheint es ohne Belang zu sein, ob die Wasserentziehung 



1) Kosmos Bd. IX. 1885, H. VII. S. 312, Botan. Centralbl. Bd. XXV. 1880, 
No. 8, S. 236, Forsch. Agr.-Pliys. Bd. LX. H. 5, S. 408. 

^) Braunschweif,' 1886 bei H. Bruhn. Forsch. Af,'r.-Phys. Bd. IX. H. 5, S. 397. 

?) Ber. deutsch, bot. Ges. Bd. IV. H. 2, S. 18. Forsch. Agr.-Phys. Bd. IX. H. 3, S. 224. 

*) Zeitschr. Naturw. Bd. XVIII. (N. F. Bd. IV.) Hallo 1885, S. 319—347. 

^) Wiss. Beitrag zum Programm des städt. Progymnasiums, Ostern 1886. Berlin 
bei R. Gärtner. 

^) Unters, aus d. botan. Instit. zu Tübingen Bd. II. H. 1, S. 1—52. 



Pflanze. 



103 



langsam oder rascli eintritt. Ob die ausgetrockneten Objekte rasch oder lang- 
sam mit Wasser verseilen werden, scheint ebenfalls bedeutungslos zu sein. 

Austrocknung von Pflanzen in wässerigen Salzlösungen, von 
A. Levallois. ^) 

Über die Ursache des Mark- und Blattturgors, von J. Bühm.^) 

Über den Einflufs der Standortsverhältuisso auf die Struktur 
der Pflanzen, von R. Keller. •'^) 

Über normale Absonderung stickstoffhaltiger Stoffe aus 
Hefe- und Schimmelpilzen, von U. Grayon und E. Dubourg.*) 

Über einige biologisch-chemische Eigenschaften der Mikro- 
organismen, von A. Poehl. ^) 



0. Pflaiizonkiiltur. 

a) Allgemeines. 

Über die Beeinflussung der Widerstandsfähigkeit der Kul- 
turpflanzen gegen ungünstige Witterungsverhältnisse durch die 
Kulturmethode, von E. WoUny.^) 

Um die Pflanzen gegen imgünstige Witterungseinflüsse zu schützen, 
stehen zwei Wege zui- Verfügimg: man versetzt die Pflanzen durch ge- 
eignete Mafsnahmen in einen widerstandsfähigeren Zustand oder man hält 
die imgünstigen Einflüsse möglichst von den Pflanzen ab. In ersterer Be- 
ziehung ist im allgemeinen hervorzuheben, dafs gewisse Zustände der Ge- 
wächse existieren, infolge deren sie mehr oder weniger empfindlich sind ; dafs 
femer diese Zustände teilweise von den Yegetationsbedingungen abhängen, 
imter denen die Pflanzen zur Entwickelung gelangen. Verfasser fülii-t bezüg- 
lich dieser Zustände und deren Benutzung emgehend folgende Punkte aus. 

1. AViderstandsfähigkeit der Pflanzen gegen Frost. Das Klima 
übt einen grofsen Einflufs auf die Frostempfindlichkeit, deshalb empfielüt sich 
A^'erwendung von Samen aus raidieren Lokalitäten. In der Benutzung frost- 
harter Varietäten ziu" Kultiu" besitzt der Praktiker ein Mittel zur Verminderung 
der Frostgefahr. Man kann frostharte Varietäten auch dm-ch Fortzucht wider- 
standsfähigerer Varietäten herauszüchten. Man verwende ferner bestes Saat- 
gut, da sich die Pflanzen um so -widerstandsfähiger gegen die Wirkimgen des 
Frostes erweisen, je gröfser die Sameii und Früchte waren, aus welchen sie 
hervorgegangen sind. So gingen dm'ch Nachtfröste Anfang Mai zugnuide : 
Erbsen Ackerbohnen 



Gewicht von 
100 Saatkörneni 

g 
34,9 
26,3 
19,9 
14,6 



Verlustprozent 

12 

20 
38 
52 2 



Gewicht von 

100 Saatlah'iiern 

g 
83,3 

51,3 

29,6 



Verlustprozent 

3,5 

17,0 
23,0 



1) Compt. rend. T. 101, 1885, S. 1175. Centr.-ßl. Agrik. 188(3, H. 4, S. 263. 

2) Bot. Zeit. 1886, No. 15. Forsch. Agrik.-Phys. Bd. IX. H. 3, S. 224. 

3) Kosmos 188G, Bd. I. H. 3. 

*) Compt. rend. 1880, S. 978. Centr-Bl. Agrik. 1886, H. 7, S. 400. 
5) Berl. Ber. 1886, S. IIÖO. Centr-Bl. Agrik. 1886, H. 7, S. 500. 
«) Forsch. Agr.-Phys. Bd. IX. H. 4, S. 290. 



Wider- 

Staridsfähi'^- 

ki'it der 

Kultur- 

pflauzeu 

gegen un- 

Küustige 

Witterung. 



104 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

Ton Eoggenpflanzen starben über "Winter ab: 

GeAvielit von 100 Saatkörnern Yerlustprozent 
4,24 13 

3,51 31 

1,76 57 

Da unreifes Saatgut mangelliafter ist, zeigt sich die gleiche höhere Frost- 
emj)findhclilveit bei Aussaat unreifen Samens. 

Ein -weiteres Mittel ist frühzeitige Saat, damit die Pflanzen mehr ge- 
kräftigt in die Frostzeit einti-eten; Einhaltimg der richtigen (nicht zu be- 
ti-ächthchen, -säelmelu^ flachen) Saattiefe. So gingen in Prozenten zugrunde 
von Eoggen bei einer Saattiefe von 

2,5 5,0 7,5 10,0 12,5 15 cm 

11,0 resp. 6,2. 11,3 resp. 20,2 13,1 resp. 30,3 12,2 resp. 38,9 44,4 72,7 

Bei dem g\;ten Erfolge der flachen Saat ist auch der gröfsere Schutz 
gegen das Auswintern beteiligt, da sich die Pflanzen besser bewurzelt haben, 
ferner bei flacher Saat der eigentliche Bestockungsknoten dem Kom zunächst 
steht und das lange Mittelstück zwischen Samen- und Kronenwiu-zeln wie 
bei tiefer Saat nicht ziu" Ausbildung kommt. — AUes, was die physikalischen 
Eigenschaften der betreffenden Böden, ilu'e Wasserkapazität verbessert, trägt 
zugleich zur Yermindermig der Fi-ostgefalu' bei. 

2. Widerstandsfähigkeit gegen Nässe. 

Hierher gehört die Eegidienmg der Feuchtigkeitsverhältnisse der Acker- 
erde durch Drainage u. s. w., dm"ch entsprechende Bodenmischungen, Form 
der Ackei-fläche, Herbeifüluimg der Krümelstruktur u. s. w. 

3. Widerstandsfähigkeit gegen Trockenheit. 
Bewässening ; Ansammlung von Wasser im Boden durch Bi-achhaltung ; 

entsprechende Erdmisclumgen ; möglichste Einsclu-änkung der Bearbeitimg; 
Lockerimg der Obeitläche; Walzen; Verwendung einer geringeren Saatmenge. 

4. Widerstandsfähigkeit der Pflanzen gegen das Lagern. 
Anwendimg solcher Kiütiu-methoden, durch welche die Belichtung ge- 
fördert wird, eine entsprechend dünne Aussaat, Drillkidtur u. s. w. 

"^keitX'r Über den Einflufs des spezifischen Gewichts des Saatguts 

PioduktionB- auf das Produktionsvermögen der Kulturpflanzen, von E. Wollny.i) 
vom'spez! Li den Untersuchungen fnüierer Autoren über den gedachten Einflufs 

^SaatKuts^^ waren die Erti^äge fast ausnahmslos zu gunsten des spezifisch schwereren 
Saatguts ausgefallen. Da indessen bei der Herstellung des boti-effenden Saat- 
guts auf die absolute Gröfse der Samen resp. KnoUen keine Rücksicht ge- 
nommen wiuxle, kann diesen Versuchen keine Beweiskraft zuerkannt werden. 
Die Versuche des Verfassers mit Kartoffeln imd Erlisen fülu-ten zu dem 
Schlüsse, dafs das spez. GeA\dcht des Saatguts bei annähernd gleicher Schwere 
der einzelnen Samen und Knollen auf die Menge und Güte der Eniteprodukte 
keinen bemerkbaren Einflufs ausübt. Soweit nicht besondere Verhältnisse 
vorliegen, z. B. das Saatgut sein höheres spez. Gewicht der vermehi-ten Ein- 
lagenmg wertvoller Stoffe verdankt oder das höhere spez. Gewicht mit 
sonstigen günstigen Eigenschaften verlaiüpft ist, kommt die absolute Schwere 
allein in Betracht, da nur diese in geradem Verhältnis zu der Menge der 
wertbildenden Bestandteile des Saatguts steht. 



1) Forsch. Agr.-Phys. Bd. IX. H. 3, S. 207. 



Pflanze. 



105 



Bedeutung der Zucht neuer Kulturvariotäten und besseren 
Saatguts, sowie des Samenweclisels für die Landwirtschaft, 
von CalberlaJ) 

Die schwedischen Bestrebungen auf dem Gebiete der Saat- 
kornproduktion, von C. Boysen. 2) 

b) Getreide. 

Über die cliemische Zusammensetzung und i)hysikalische 
Beschaffenheit amerikanischer Cerealicn (Weizen, Hafer, Gerste, 
Eoggen), von Gl. Richardson. 3) Dritter Bericht. 

1. Weizen. In Foilsetzimg früherer Untersuchungen (Jahresbcr. 18S4, 
S. 107) wiu-den Varietäten in Colorado gewachsenen Weizens der Ernte 
1884 chemisch und physikalisch geprüft. Fiu^ die aufeinander folgenden 
Jalu-gänge 1881 — 1884 ergiebt sich folgende dm-chschnittliche Zusaumien- 
setzung : 

cht 
.-Gel 

Die Zusammensetzimg der Kömer wechselt sehr nach den Jalirgängen. 
Der geringe Proteingehalt 1884 könnte die Nachwirkung des imgünstigen 
Jalu-ganges 1883 sein; hierüber werden die fortgesetzten Untersuchmigen 
der Ernten 1885 entscheiden. Es sind aber auch andere Ursachen bei 
der Yerschlechterung beteiligt. Der Vergleich der einzehien Varietäten er- 
giebt, dafs sich dieselben verschieden verhielten: bei einem Teil ist die 
Tendenz ziu- Abnahme des Prozent -Gehalts an Stickstoff imd des Kom- 
gewichts erkennbar, bei anderen ist eine A^erbesserung eingetreten oder sie 
sind gleich geblieben. Die jälulichen Schwankimgen müssen alsdami dem 
Jalu'gang zugeschrieben werden. Der Jahrgang hat offenbar einen gi"ölseren 
Einflufs als ii-gend etwas anderes. — Im Volumgewicht ergeben sich in 
den einzelnen Jahrgängen grofse Verschiedenlieiten ganz Avie ein Korn- 
gewicht. So wogen die Coloradoweizen 1884 

per Busliel G8,G — 62,2 poimds 

per 100 Körner 0,200—3,160 g 

Proteingehalt 14,88—9,45 '^lo. 
Dabei ist höheres Volumgewicht kein allgemein gültiges Zeichen gro- 
fserer, schwex-erer, gut gereifter Körner. Z. B. wogen von Reds pring Wheat : 





1881 


1882 


1883 


1884 


Gewicht von 100 Körnern, g 


4,865 


4,283 


3,941 


4 222 


Proz.-Gehalt an Wasser . . 


9,86 


8,80 


9,38 


7,54 


Asche . . 


2,28 


1,99 


2,09 


1,81 


Fett . . . 


2,41 


2,38 


— 


2,29 


Kohlehydi'aten 


70,48 


72,03 


76,79 


74,19 


Rolifaser . 


1,57 


1,76 


— 


1,64 


Albunünoiden 


13,40 


13,04 


11,74 


12,53 


Stickstoff 


2,14 


2,09 


1,88 


2,00 


Kleber feucht 


33,12 


34,69 


— 


33,31 


„ trocken 


11,74 


12,89 


— 


10,42 



Zusammen- 

setzuugeu 

.physikal. 

Bes chaffen- 

heit amerik. 

Cereahen. 



') Jahrb. der deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft Bd. I. 1886, S. 104. 

2) I). hmdw. Presse 1886, No. 99. 

3) Third Keport of the chemical composition and physical properties of Ame- 
rican Cereals. Washington 1886. Government piinting office. 



106 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 





Biishel pounds 


100 Körner 


Dakota . . 


. . 65,3 


3,312 


55 


66,5 


2,802 


55 


. . 66,2 


3,368 


55 


. . 65,2 


3,389 


55 


. . 65,2 


2,921 


Minnesota . 


65,5 


2,780 


Manitoba 


. . 67,1 


3,465 


Dakota . 


. . 63,4 


3,074 


Minnesota . 


. . 64,9 


3,331 


Oregon 


. . 57,2 


4,253 


55 


. . 59,8 


5,144 



u. s. w. 
Die Weizenkörner haben eine besondere Neigung je nach den änfseren 
Umständen abzuändern. Besonders der Charakter des Jahrganges nnd des 
Klimas hat lüeranf eine mächtige Einmrkimg, wie sich namentlich in Co- 
lorado zeigt. Die abweichenden klimatischen und Bodenverhältnisse ver- 
schiedener Örtliclikeiten erzeugen auch besondere Varietäten und modifi- 
zieren jene, welche in diese andersartigen Yerhältnisse gebracht werden. 

2. Hafer. Hier folgen Angaben über Korngewicht, Spelzen- imd 
Bushelgewicht zalili-eicher Proben verschiedener Bezugs- imd Produktions- 
orte. Im Norden gescliieht die Saat im April oder Mai, die Ernte im 
Juli oder August, im Süden im November bis Januar resp. ün Mai oder 
Jmii. Die nördlichen Hafer sind Ideinkörniger, kompakter, selten begrannt, 
die Sj)elzenhülle gut ausgefüllt; die südlichen Hafer sind grofskörnigor, 
begi'annt, rotbraun, die Spelzen vom Kerne sclüecht ausgefüllt. Das Kern- 
gewicht der südlichen Hafer ist gröfser als das der nördlichen; wegen der 
aufgeblasenen Spelzen ist ilir Yolumgewicht geringer. Diese Yerscliieden- 
heiten entsprechen im Dm-chschnitt von 179 Analysen keineswegs eben- 
solche Abweichungen in der chemischen Ziisammensetzimg. Nur die Pacific- 
Hafer waren proteinärmer und rolifaserreicher. Der dm-cliselmittliche Pro- 
teingehalt betrug in. Prozenten bei Hafer aus den 

nördlichen Staaten 10,96 Atlantic slope 10,76 

südlichen „ 10,66 westlichen Staaten 11,24. 

Pacific slope 9,60 

Wemi auch der Hafer im allgemeinen, was die Zusammensetzung des 
Kenis beti'ifft, nicht sehr empfindlich ist gegen die umgebenden Verhält- 
nisse, so fmdet man natiuiich im einzelnen auch grofse Differenzen. So 
schwankte im Extrem der Prozent-Gehalt an 

Wasser von 4,67—11,13 Kolüehydraten von 62,82—71,91 

Asche „ 0,87— 2,94 Eolifaser „ 0,88— 2,08 

Fett „ 6,50—11,20 Protein „ 9,10—19,44. 

Anderweitige Differenzen in der Zusammensetzung sind aus der neben- 
stehenden Tabelle (S. 107) ersichtlich. 

Verfasser meint liier, es sei wohl nur sclieinbar, dafs Hafer in man- 
clier Hinsicht in dei' Zusammensetzimg weniger scliwanke als man erwarten 
konnte; der Hafer scheint ebenso von änfseren Umständen lieeinflufst zu 
werden wie Weizen, aber woniger regelmäfsig. AVahrscheinlich rühren 
die Differenzen in der Ziisammensetzung hauptsäclilich vom Boden. 



rflaiiz e. 



10 7 





Gewicht 

pro 1 
100 Kerne 


Spelzen- 
gcwicht 

Bushel- 
gewicht 

AVasser 


< 




1 <o 


09 

1 






g 


% Lhs o/„ 


% 


^0 


7o 


% 


/o 


Kleinste Körner ' 1,512 


31,21 29,7 


7,32 


2,24 


8,72 66,39' 1,33 14,00 


Gröfste „ 


3,786 


40,85: 43,3 


7,01 


2,42 


7,87' 66,802,07 13,83 


Vollste „ 


2,880 


32,87 31,3 


5,83 


2,52 


7,68; 68,93 1,56 13,48 


Spelzigste ., (chaffiest) . . 


2,113 


25,40 38,2 7,05 


2,10 


7,8r 67,32 1.54 14,18 


Körner vom höchsten .... 


3,148 


20,72 43,2 ,6,55 


l,55i 10,57 


68,3(; 1,07 


11,90 


„ „ niedrigsten . . . 


2,372 


44,63 38,8 


8,75 


2,15 


9,47 


66,17 1,56 


11,90 


Proz. Korngewicht 
















Körner vom höchsten IProtein- 


2,670 


39,17 40,0 


6,78 


2,07 


7,40 


63,21 1,10 


19,44 


„ „ niedrigsten) gehalt 


2,060 


29,50; 47,8 


7,78 


2,02 


7,32 


71,91 1,87 


9,10 


Höchstes j Bushelgewicht . . 
Niedrigstes | ° 


2,958 


30,24 


48,8 


4,80 


2,08 


7,27 


66,82 1,00 


18,03 


3,068 


31,66 


24,7 


6,59 


1,80 


8,98 


66,201,20 


15,23 


Durchschnittsgewicht für die 












1 
1 




Vereinigten Staaten . . . 


2,507 


30,03 37,2 


6,9312,15 


8,14 67,09,1,38 


14,31 


3. Roggen. Untersuclit ^^nmle]l 56 Proben. Als Extreme der proz. 


Zusammensetzung wm-den gefunden: 




Wasser . . 7,00— 10,00 7o 




Asche . . . 1,32— 3,72 „ 




Fett ... 1,38— 2,01 „ 




Kohlehydrate 68,74—77,54 „ 




Eohfaser . . 1,10— 1,90 „ 




Protein 




8,75 


-15, 


58 


) 











Der Roggen seheint gegen Idimatische Einflüsse sehr empfindlich zu sein. 

4. G-erste. Von 12 imtersuchten canadischen Gersten hatten 9 
weniger als 9% Protein (Durchschnitt 9,83 7o); nur 6 enthielten 60 7o 
mehliger oder halbmehliger Körner. Diese Gersten stehen zwar hinter den 
feinsten deutschen ziu-fick, erreichen oder übertreffen aber die Durchsclinitts- 
produkte anderer Länder. Der Wassergehalt ist wesentlich geringer als 
der G-ersten feuchterer Klimate. Ein wichtiger Faktor der Qualität ist 
jedenfalls das Klima und das Ernteverfahren. — Was die Gersten der 
Vereinigten Staaten betrifft (64 Proben), so sind die nordwestlichen am 
meliligsten, die (istlichen weniger mehlig als die westlichen. Nur zwei 
der 64 Proben entliielten 80 °/o imd mehr mehlige oder halbmelüige Körner. 
Das Volumgewicht ist wie bei den canadischen, das Korngewicht aber im 
Dm-chsclmitt gröfser als bei den letzteren; das Durchschnittsgewicht A\ard 
dm-ch die schweren nordwestlichen Gersten so hoch gemacht, während das 
der östlichen nicht gröfser ist als bei den canadischen. 

Unter den Analysen fanden sich die folgenden Exti-eme: 





Max. 

7o 
. . 9,15 


Staat 


Min. 

7o 
4,53 


Staat 


Wasser . . 


Minnesota 


California 


Asche . . 


. 4,43 


Calilbrnia 


1,50 


Minnesota. 


Fett . . . 


. 3,54 


Indiana 


2,06 


Oregon 


Kohlehydrate 


. 76,79 


Montana 


68,99 


Colorado 


Rollfaser 


. 4,65 


Ohio 


2,64 


Illinois 



108 



Boden, "Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Anbau 
schwedi- 
scher 
Getreide. 



Max. Staat Min. Staat 

7o »/o 

Proteiii .... 14,88 Dakota 8,75 Kentuclcyu. Oregon 

Gew. von 100 

Körnern g . . 4,90 California 2,630 Pennsylvania 
Bushel-Gew. . . G0,2 Utah 50,4 do. 

Prz.-Geh. an mehl. 

n. halbm. Körnern 100,00 Montana 16,0 Yennont. 
Die Vereinigten Staaten können ebenso gute Malzgerste produzieren 
-ft-ie andere Länder. Schwierigkeiten bieten die Trockenheit und Hitze des 
Klimas und die Neigung ziu- Mlsfärbung diu'ch Somm erregen. Yielleicht 
empfielüt sich die ausgedelmtere Kidtur von "Wintergerste. 

Bei einigen Proben w^uxle auch das Spelzengewächt ermittelt; das- 
selbe schwankte von 12,55 — 16,94<^/o. 

Im ganzen scheint die Untersuchimg zu ergeben, dafs zwar zm- Zeit 
die canadischen Gersten jener der Vereinigten Staaten überlegen sind, dafs 
dies aber mehr dem Mangel verständiger Auswald der geeigneten Örtlich- 
keiten und des Verständnisses der Kulturmethoden in den Vereinigten 
Staaten zuzuschreiben ist. Verfasser verlangt deshalb die Einrichtimg von 
Versuchsfeldern, um die nötigen Ermittelungen machen zu können. 

Verfasser sclüiefst seine umfangreichen Untersuchungen (ynr haben 
aus räimilichen Rücksichten niu- über das "Wichtigste referiert; weiteres 
siehe an anderer Stelle des Jalu-esbeiichts) mit den Woi'ten: „Die ßesiü- 
tate, welche in diesem und den früheren Berichten gesammelt imd disku- 
tiert sind, haben die beträchtlichen Variationen gezeigt, welche in den 
physikalischen und chemischen Eigenschaften unserer Cerealien vorhanden 
sind. Sie haben sich nur über wenige Jahi-e erstreckt und über Bedin- 
gimgen, welche nicht genug variierten oder nicht genug unter Kontrolle 
standen. Sie haben jedoch gezeigt, dafs manche der modifizierenden Ur- 
sachen in der Hand des Farmers oder der Versuchsstationen liegen, ferner 
in welchen Richtimgen Fortschritte erzielt werden könnten. Die prakti- 
schen Versuche müssen jetzt mit Untersuchungen der Resiütate im Labo- 
ratorium zusammen-wörken. Solange dies nicht geschieht, werden die Fort- 
sclu'itte langsam und unsicher sein. '^) 

Anbauversuch mit schwedischen Saatfrüchten in "Weihen- 
stephan, von E. Lehnert. *) 

Im Jahre 1883 und 1884 wiu-den verscliiedene Saatfrüchte aus Schwe- 
den, bezogen durch die Zentralstation in Mahnö, auf je 1 a Fläche angebaut. 
Die Ernteergebnisse sind, ausgediückt in Meterzentnern, folgende. 
Im ersten Jahre (ungedüngt nach Brache): 

Korn Spreu Stroh 

1. Sommerweizen aus Upland 18,3 0,5 36,8 

2. Schwedischer Rispenhafer 10,3 7,3 37,1 

3. Schwarzer Hafer aus Wisengtö 11,9 5,2 35,9 

4. Sechszeilige Gerste aus Helsingland . . . 18,0 3,8 27,1 

5. Zweizeilige Gerste aus Upland 17,8 4,9 27,6 

6. "Weihenstephaner Gerste 17,5 5,4 26,6 

7. „ Hafer 21,5 7,9 35,5 

1) Zeitscbr. d. bajT. landw. Ver. 1886, August, S. 546. 



Pflanze. 109 

liu zweiten Jaliro (niit ]\Iisttlüngimg jiacli sicli selbst rcsp. nach Gerste) : 

Korn Spreu Stroh 

1. Sonunenvoizon aus r]»land 17,U 0,8 11,0 

2. Schwedischer Rispenhafor 22,4 4,0 12,G 

3. Schwarzer Hafer aus Wisengtü 29,G 7,0 lü,3 

4. Sechszeilige Gerste aus Helsingiaud . . . 23,9 4,5 17,7 

5. Zweizeilige Gerste aus Upland 27,7 5,G 24,2 

6. Schwedischer Winterweizen 30,3 9,7 24,1 

7. „ Winterroggen 38,2 2,8 24,6 

8. Weihenstephaner Gerste 12,5 2,7 10,5 

9. „ Hafer 20,5 0,7 33,9 

10. „ Winterroggcn 25,2 3,2 55,4 

11. „ Winterweizen 29,3 10,0 00,3 

Die schwedischen Früchte sclieinen höheren Korn-, geringeren Sti-oh- 

eiti-ag zu geben als die einheimischen Saaten, ebenso scheint die Qualität 
besser, insbesondere hatte der Roggen ein schöneres, gröfseres Korn. 

Anbanrersiiche mit schwedischem Saatgetreide, vonL. Just. ') 
Im Jahr 1885 ^\nu•den in Baden die Anbauversuche mit dem 1884 
geemteten schwedischen Geti-eide wiedei'holt. Die Witterung des Sommers, 
ebenso die Qualität des Saatguts liefs viel zu wünschen übrig, so dafs kein 
endgültiges urteil gefällt werden kann. Die bis jetzt gewonnenen Resul- 
tate sind ausfülirlich mitgeteilt. 

Answahl der Weizensorten, von F. Schindler. 2) ^-^"^^"^^^ 

' ' der Weizen- 

Die Weizensorten sind im allgemeinen um so erti-agroicher, je gröfser sorten. 
das Korn ist. Es ergiebt sich das aus der folgenden Tabelle: 

1000 Körner Mittlerer 

Sorte Anbauart wiegen Ertrag 

g p. ha in g 

Rivet's Grannen weizen .... England 40,54 38,9 

Shirriff's Square headed (Nachbau) Dänemark 42,05 32,0 

Ebenso Prov. Sachsen 40,94 20,78 

Probsteier (Nachbau) Nordböhmen 39,33 20,3 

Landweizen ,, 37,77 19,75 

Banater Wintenvoizen (Nachbau) . Neutraer Komi tat 37,14 15 — 20 

Winterkolbenweizen NiederösteiTeich 32,09 12 

Weifsenbm-ger Graner Komi tat 32,10 ? 

Theifsweizen Bokeser Komitat 31,37 0,4—11,2 

Da mit der Korngrölse der Klebergehalt abnimmt, ergiebt sich ein 
Widersj)ruch zwischen Handels wert luid Kiüüu'wert. In den meisten Fällen 
wud man am besten die Mitte halten und auf mittleren Klebergehalt bei 
entsprechender Komgröfse sehen. In Gegenden, wo zufolge des Klimas 
nm" melili-oicho Weizen erzeugt werden, wird man möglichst grofse, in 
Kontinentalklima Ideinkörnige imd sehr kleberreiche Sorten produzieren 
müssen. Die Ansprüche an das Korngewicht kömien daher nicht überall 



^) Zweiter Bericlit über die Tbätigkeit der Grofsh. bad. pflanzenphysiol. Ver- 
suchsanstalt zu Karlsruhe im Jahre 1885. Karlsruhe 1886. 
2) Wiener landw. Zeit. 1886, No. 27. 



110 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

die gieiclien sein, sie "wechseln namentlich nach den klimatischen Bedingim- 
gen. Das Vohimgewicht kann nur bei gleichartigen i;nd möglichst gleich- 
geformten Sorten desselben Ursprunges als entscheidendes Kriteriimi ver- 
■\vendet -werden, bei heterogenen Sorten steht es erst in zweiter Linie. 

desWelzeus! Über den Klebergelialt des Weizens, von F. Schindler. ^) 

Verfasser zälilt als thatsächliche oder auch wahi'scheinliche Ursachen, 
"welche auf den IQebergehalt des "Weizens Einflufs haben, auf: 1. die kli- 
matisclien Verhältnisse. Das Seeklima erzeugt kleberärniere, das Kontinental- 
klima kleberreichere Sorten. Der Witterungsverlauf kann Abänderimgen in 
diesem Verhalten heiTorrufen. 2. Die Dauer der Vegetationsperiode. Frühe 
Eeife giebt höheren Klebergelialt, bei sonst gleichen Vegetationsbedingungen. 
3. Der Einflufs der Sorte. 4. Kultur und Düngung. So werden z. B. in 
Sttdrufsland in jenen Gegenden, in denen das Land besser bearbeitet imd 
gedüngt wird, gTöfsere Weizenernten, aber auch gröfsere Tuid weniger harte 
Körner erzeugt als in der Steppe. Einseitige stickstoifreiche Düngimg er- 
zeugt stickstoffi-eichere Körner. 5. Fruchtfolge. So Avar Weizen nach 
Zuckeriiibe stets kleberärmer als nach Luzerne. Der Hauptumstand bleibt 
aber immer das Klima. 

Anbau eng- Anbau englischen Woizeus in Österreich, von F. Schindler. 2) 

"Weizens. Zunäclist Avorden die Erfahrungen besprochen, die man namentlich in 

der Pro^inz Sachsen hiermit gemacht hat. Dort wmxlen schon zu Anfang 
der siebziger Jahi-e Spalding's Prolific, Hallet's Pedigree, Eed Golden-Drop, 
Kefsingland und Eivet's bearded gebaut. Spalding's Prolific war wegen 
seiner geringen Bodenansprüche und relativ guten Kornquaütät früher sehr 
beliebt, ist aber nicht ganz frostsicher imd "wird in Sachsen neuerdings 
durch bessere Varietäten verdrängt. Hallet's Pedigree giebt auf schwerem 
Boden imd in mildem Klima hohe Ertiiige, ist aber frostempfindlicli imd 
von geringer Kornqualität. Ebenso verhält sich Golden-Drop, dessen Kultui" 
in Deutsclüand zm-ückgeht. Kefsingland hat die Nachteile der beiden 
vorigen, wird aber wegen seiner hohen Korn- und Stroheiträge und ge- 
ringeren Bodenansprüche noch vielfach kultiviert. Eivet's bearded (Eauh- 
weizen) spielt, obwoM häufig auswdnternd und nicht gut verkäuflich, bei 
seinen aufserordentlichen Erträgen eine grofse EoUe. Er bestockt sich im 
Frülijahi* spät, aber stark und reift spät. Auch übeiTeif fällt er nicht aus. 
Wegen der Frostempfindlichkeit wird sein Anbau vom September bis Januar 
empfohlen. Li manchen Jalu-en brachte die Januarsaat hohe Erträge, wäh- 
rend die Herbstsaat aus"wänterte , in anderen umgekehrt. Shiniff's stpiare- 
headed vereinigt alle Vorzüge der englischen Weizen, hohen Ertrag, steifes, 
nicht lagerndes Stroh, geringes Befallen durch Eost, wälu-end seine Frost- 
empfindlichkeit gering ist. Er ist die frosthärteste englische Sorte. Da 
er auch vei'käuflich ist, hat er sich rasch verbreitet. Nach A^ersuchen, in 
Mälu-en von Proskowetz ausgefühi-t, bewälirten sich hauptsächlich Square- 
head und Eivet's bearded. Banatwcizen eignet sich füi- die feuchte March- 
niederung gar nicht, namentlich im Vergleich zu den englischen. Es ge- 
hört aber zum Anbau der beiden englischen Sorten schwerer Boden, reich- 
licher Dünger und sorgfältige Pflege. 



1) Wiener landw. Zeit. 188(j, No. 35. 
i*) Wiener landw. Zeit. 1886, No. 40. 



Pflanze. 



111 



Der Anbau des englischen AVeizens. ^) Die Müller und Land- 
wirte stehen beti'cft's des englischen Weizens auf verschiedenem Standpunkte. 
Die ersteren venverfen den englischen "Weizen, nanientlicli den sog. Eauli- 
wcizen (Eivet's Enitweizen) wegen des geringen Klebei'gchalts und der 
geringen Backfälugkeit , sie kaufen lieber russischen Weizen zu höheren 
Preisen und verwenden mit englischem gemischten einheimischen Weizen 
nur imgem und als Mischungsware zu russischem, was auf die Verkaufs- 
verhältnisse ungünstig zurückwirlct. Die Landwirte berufen sich aber auf 
die höheren Erträge, welche durch die bestehende Preisdifferenz nicht auf- 
gewogen werdeiT. Es wiixl auch vorgeschlagen, die Müller sollten eben 
nach dem Klebcrgehalto bezahlen, dann würde sich die Produktion von 
selbst in die gewünschten Bahnen begeben. Weiter wird darauf aufmerk- 
sam gemacht, dafs der in Oberhessen erzielte englische Weizen eine andere 
Beschaifenheit habe als der in Norddeutsclüand gebaute, er ist nämlich 
schon in erster Generation kleberreicher und wird deshalb auch ebenso 
gern gekauft wie einheimischer. IJbrigens giebt es Lagen genug, in wel- 
chen deutscher "W^eizen naeli wie vor gebaut werden wird, da der englische 
^^''eizen kräftige, gut kultivierte Böden verlangt. In Gebii-gsgegenden, bei 
undurclüassenem oder zu leichtem Boden ist der Anbau englischen Weizens 
nicht am Platze, wozu noch die Gefalu- der Ausmntenmg kommt. 

Über fremde und einheimische Weizenvarietäten, von F. 
Schindler. 2) 

Die Qualität des Korns englischer Varietäten erleidet beim Anbau au 
anderen Orten oft grofse Änderungen, namentKch im Stickstoffgehalt. Selir 
deutlich geht dies aus der folgenden Zusammenstellung hervor: 

Wassergehalt 100 Tle. 

TVT I o i Bovenienz der liifttrocknen Trockensubstanz 



i^aiuBU uöf Durue 


bezw. Anbauart 


Substanz 


enthalten 






0/ 

/o 


Asche 


Stickstoff 


Rivet, Original 


England 


11,83 


1,93 


1,677 


,, Nachbau 


Kwassitz, Mähren 


10,95 


1,94 


2,403 


Shiriiff's Square head . 


Prov. Sachsen 


11,28 


1,61 


1,967 


,, Nachbau . . 


Kwassitz 


11,51 


1,87 


2,507 


Mold 's red prolific. Original 





11,41 


1,6 G 


1,603 


„ ISTachbau 


Kwassitz 


10,77 


1,47 


1,987 


■n •■< 


Ober-Grafendorf 


10,07 


1,73 


2,563 


Kolbenweizen . . . . 


Nieder-Östcrreich 


10,73 


1,97 


2,773 


Weifsenburger .... 


Graner Komitat 


11,23 


1,86 


2,821 



Bei einer gröfseren Zalil von Untersuchungen erkennt man, dafs die 
Weizen des Ostens aschereicher und wasserärmer sind als die des Westens. 
Mit dem gröfseren Aschenreichtum geht ein gröfserer Gehalt an Rohfaser 
imd Kleber einher. — Der Nachbau fand im Jahre 1885 statt, wo exti'eme 
Trockenheit herrschte. Dies mufste sofort auf erhöhten Klebergehalt der 
englischen Weizen hinwirken. 

Über die mit anderen fremden, nicht englischen Varietäten erzielten 
Resultate liegen zu einer genauen Besprechung ;mgenügende Angaben vor. 



Anbau von 
Weizen. 



^) Verschiedene Artikel der Landvv. Yer.-Zeitsclir. f. Hessen 1886. 
2) Wiener landw. Zeit. 1886, No. 47. 



112 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

Genannt sind der Probsteier, im nördliclien und nordwestlichen Böhmen 
verbreitet, derselbe soll leichter lagern imd von Rost befallen werden ; dann 
der Frankensteiner , mit dem sehi* imgleiche Resultate erzielt \vurden, er 
soll die Eigenschaft, festes, selten lagerndes mid wenig dm-ch Rost leidendes 
Sti'oh aufserhalb seiner Heimat rasch verlieren; der Urtoba- imd Jiüi- 
Aveizen. Priiagle's Champlain ist ein kleinkörniger, rjualitätvoller , wider- 
standsfähiger, gut verkäuflicher Sommerweizen mit befriedigenden Erti-ägen. 
Heine's verbesserter Sommerkolbenweizen erzeugt selbst bei reiclüichen Stick- 
stoffgaben steifes, nicht leicht lagerndes Stroh, hat gute Kornqualität imd 
selu' befriedigende Erträge. Der abändernde Einflufs des Klimas zeigt sich 
auch beim Banaterweizen, der in Nordungarn den Charakter des Steppen- 
Aveizens verliert und zum oberungarischen Weizen, einer eigenen Form von 
robusterer Entwickelung, Gröfse, von mehligerem Korn mid gröfseren Er- 
ti'ägen A\ii-d. 
Wert von Über den Wert verschiedener Weizensorten, von F. Heine. ^) 

Weizen- ' ' 

Sorten. Verfassor imterscheidet die englischen Sorten in begramite (rauhe) und 

unbegrannte (glatte) imd die letzteren wieder in braun- und gelbkörnige 
mid weifskörnige. 

1. Von den begrannten Sorten ist besonders zu erwähnen Rivet's 
bearded, seit etwa 1865 in Deutschland eingeführt, in England anscheinend 
nicht mehr gebaut. Trotz sclilechter Backfäliigkoit des Mehls und geringer 
Winterfestigkeit Avegen der Widerstandsfähigkeit gegen Windschlag, späteren 
Reife und hohen Erträge zu empfelüen. Bessere Qualität imd selir gute 
Ernten lieferte der St. Helenaweizen. 

2. Als anfangs der COer Jahre die englischen Weizen mehrfach nach 
Deutschland kamen, waren erst die dunkelkörnigen dunkelährigen (glatten) 
Sorten am beliebtesten, welche geringe Ansprüche an Boden imd Düngung 
machten (Spalding's proüfic, verdrängt durch BroA\dck's red und Mold's 
red prolific, Avelche erti-agreicher, wenn auch anspnichsvoUer sind). Mold's 
red i)rolific empfielolt sich wegen seiner hohen Bestoclamgsfähigkeit. — 
Gute Erfolge gab bei vierjährigem Anbau der Bordeauxweizen (Ble rouge 
inversable), Avenig Stroh, schAver lagernd, mit vorzüglichem Korn, dessen 
Klebergehalt gröfser sein soU als bei den englischen Sorten. — Bestehorn's 
brauner gab nur mäfsige, B.'s Dickkopf mittlere, B.'s Dividendenweizen 
bessere Erti'äge. Letzterer pafst vielleicht für geringere (sandigere) Böden. 

3. Unter den heUälu-igen dunkelfarbigen Sorten nimmt der seit 1876 
aus Dänemark in Deutscliland emgefülirte Shirriff's Square -head die erste 
Stelle ein. Er giebt hohe Erträge, hat steifen kurzen Halm, macht aber 
gi'ofse Ansprüche an Kiütur- imd Düngungszustand des Bodens, verlangt 
frühe Saat, bestockt sich scliAvach und giebt mittelgutes Mehl. Für 
üppige Böden vorzüglich geeignet. Die übrigen weifsälmgen dunkel- 
farbigen Sorten A\TU-den durch den Square-head verdrängt, indem sie zwar 
mehr Stroh, aber weniger Kömer geben (hierher Hallet's red predigree 
nursery, Goldencbop, "Wliitc chaff red, Nord-Allertnn, Tluimp, Kessingland, 
Foiton u. s. w.). 

4. Die Aveifskörnigen lieUälrrigon Sorten (Mold's improved golden, 
Hallet's improved Avliite, Hunter's AAdiite u. s. av.) sind empfindliclier imd 



1) Hann. landw. Ver.-Bl. 1886, No. 45. D. landw. Presse 1886, No. 87. 



Pflanze. 



113 



Wcizcu- 
sorten aas 
Palästina. 



leiden melu" von "Wittenmgseiiiflüssen als die dunkelkörnigen, ilir feineres 
Melü wird von den deutschen Müllern nicht liüher bezahlt, -vAie hei den 
englischen der Fall ist, sie geben geringere Erträge. Hierher gehöi-t der 
amerikanische Weilswcizen, Martin Amber, Vilmorin's Alcph. Eine Aus- 
nahme macht ]\Iain's Standup, der dem Sf[uare-head im Körncrertrag gleich- 
kam, im Strohertrag gröfser war und feinere Kfk-uor lieferte. 

'). Zu den weifskörnigen dunkclährigen Sorten gehören etliche neue 
Züchtungen (VLhnorin's Dattel und Lamed), welche selu- hohe Ei-ti-äge gaben 
und vielleicht fih' Deutsclüand wertvolle feine Soi-ten sind. 

G. Die flamnälu-igcn Sorten haben den Nachteil, bei Eegenwetter 
leichter auszuwachsen. Eine sehr ertragreiche, widerstandsfähige Sorte ist 
der Aveifskörnige, wei Isälmge Mainstay. 

Anbauversuche mit Weizensorten aus Palästina, von Edler, i) 
Die Proben waren als Dalaige-, Hauran-, Weizen von der Ebene 
Jesreel, von Tabor, aus dem Jordanthal bezeichnet imd wiu-den in Göttingen 
ini Herbst und Frülijahr ausgesät; die Herbstsaat geschah am 1. November, 
die Frülijahrssaat am 8. April. Die Herbstsaaten litten stark dm^ch Frost, 
die Frühjahrssaaten lagerten stark. Sämtliche Proben erwiesen sich als 
Triticiun dmiun, alle bestanden aus einem Gemisch verschiedener Sorten, 
die sich diu-ch kiu'ze oder lange, helle oder dimkle Ähren und Grannen 
imd verschiedene Gestalt der Körner unterschieden. Die Sommersaaten 
blühten 10 — 15 Tage und reiften etwa 1 Monat nach den Wintersaaten, 
erstere gaben aber fast alle höhei-e Erti-äge. Die Kömer waren scluiimpf- 
lich und hatten glasigen Bruch, überall war Yolum- und Körnergemcht 
gegenüber der Originalsaat zm'ückgegangen. Der Klebergehalt war gröfser 
geworden. 

Kreuzungsprodukte verschiedener Weizenvarietäten, von W. 
Rimpau. 2) 

Kreuzung von AVeizcn und Roggen. 3) 
Die Kultur verbesserter Weizensorten, von C. Milien.*) 
Die Weizenanbauversuche in Saint-Remy, von Cordier. 5) 
Zur Qualitätsbeurteilung des Hafers, von W. Hoffmeister.^) b^^teiUnTf 
Es sollten durch Untersuchung einer gTöfseren Anzalil Haferproben die des Hafers 
Gröfsen und Grenzen der Yerscliiedenheiten sowolü im chemischen Gehalt 
als in den physischen Eigenschaften festgestellt und wo möglich Be- 
ziclumgen zAvischen chemischen imd physikalischen Eigenschaften aufge- 
fimden werden. Die Schwankungen im Korngewicht u. s. w. sind aus der 
folgenden Tabelle ersichtlich. 



Litteratiir. 



1) D. landw. Presse 1886, No. 83. 

2) D. landw. Presse 188G, No. 91. Wittmack, Führer durch die vegetabiHsche 
Abteilung des Museums der k. landw. Hochschule zu Berhn (1886, Paul Parey). 

3) Landw. Centralblatt für die Provinz Posen 1886, No. 38. Dies Wunder wird 
aus England angezeigt. 

*) Journ. agric. par Barral 1886 (XXI). IL No. 907. 344. 
6) .lourn. agric. par Barral 1886 (XXI). H. No. 911, 495. 
6) Landw. Jahrb. 1886, XV. 277. 



Jahreebericht 1886. 



8 



114 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dtinger. 



Pvr\V»r» 


Gewicht von 1000 
Körnern (g) 


Kömer im 
ig 


Gewicht nach Prozenten 


Proteingehalt 


riODe 


des Kernes 


der Spelzen 


% 


1 


37,87 


26,406 


72,8 


27,2 


7,81 


2 


32,50 


30,709 


74,2 


25,8 


7,67 


3 


34,55 


28,944 


71,8 


28,2 


8,30 


4 


28,23 


35,423 


73,1 


26,9 


7,72 


5 


33,99 


29,420 


73,0 


27,0 


8,53 


6 


31,89 


31,357 


72,4 


27,6 


7,41 


7 


39,01 


25,643 


72,8 


27,2 


6,87 


8 


33,64 


29,726 


73,4 


26,6 


7,52 


9 


37,79 


26,462 


71,0 


29,0 


7,27 


10 


36,07 


27,723 


73,5 


20,5 


8,74 


11 


24,42 


40,950 


65,3 


34,7 


6,74 


12 


34,48 


29,002 


71,7 


28,3 


7,68 


13 


37,82 


26,441 


72,0 


28,0 


8,31 


14 


40,6 


24,630 


72,8 


27,2 


8,81 


15 


28,70 


34,843 


72,4 


27,6 


8,12 


16 


28,90 


34,602 


73,0 


27,0 


8,31 


17 


34,14 


29,291 


75,3 


24,7 


7,87 


18 


33,57 


29,788 


72,2 


27,8 


6,75 


19 


36,4 


27,472 


73,4 


27,6 


8,31 


20 


37,7 


26,525 


72,4 


27,6 


9,56 


21 


36,8 


27,197 


72,6 


27,4 


7,43 


22 


37,78 


26,409 


73,3 


26,7 


8,62 


23 


33,6 


30,303 


70,2 


29,8 


7,62 


24 


35,5 


28,196 


72,3 


27,7 


8,87 


25 


38,0 


26,315 


70,9 


29,1 


7,61 


26 


31,6 


31,645 


72,5 


27,5 


7,12 



Entwickelung des Hafers auf reichem und gedüngtem Boden. 
Von den Ernten von G Parzellen A\au'den der dm-clisclinittliche Proteingelialt, 
dann jener verscliiedener KorngTöfsen von der nämlichen Parzelle bestimmt. 



Par- 

zellen- 
No. 



Durch- 
schnittsgew, 
von 1000 
Körnern 

g 

30,80 
26,28 
29,57 
27,44 
31,04 
30,47 



Gehalt 
an 

Stick- 
stoff 

% 
1,76 
2,00 
1,76 

1,82 
1,78 
1,79 



1000 Körner wiegen 



Stickstoffgehalt 



grofse mittlere kleine grofser mittlerer kleiner 



41,77 

42,42 

42,10 

41,9 

42,60 

42,85 



30,15 
30,06 
30,05 
30,38 
30,52 
30,22 



16,88 
1G,12 
16,24 
15,90 
16,34 
16,98 
14,64 



0/ 

/o 
1,70 
1,77 
1,73 
1,77 
1,72 
1,71 



0/ 

/o 
1,83 
1,88 
1,84 
1,87 
1,84 
1,85 



Vo 
1,91 
1,94 
1,92 
1,93 
1,88 
1,92 
2,11 



]\Iit zimehmendem Dmchsclinittsgewichto der Könier nimmt der Dui'ch- 
schnittsgehalt an Stickstoff ab. Die annähernd gleichgrofsen Kömer der 
verscMedenen Parzellen haben auch amiäliemd gleichen Proteingehalt. Die 
Anreichenmg an Protein geschah auf Kosten der Korngi'öfse. 

Entwickelung des Hafers auf zu dürftigem Boden. Füi' die 
proteinärmsten der eingesandten Proben ergab sich: 



Pflanze. 



115 



Pro- 


1000 
Körner 
wiegen 


1000 Körner wiegen 




Stickstoffgehalt drr 




ben- 

No. 

1 


gröfsere 


mittlere 


kleinere kleinste 


gi'öfseren 


mittleren kleineren 


kleinsten 


37,8 


S 
47,8 


g 
38,8 


g 
27,0 


g 
17,8 


o; 

/o 
1,38 


1,34 


0/ 

/o 
1,36 


/o 
1,22 


2 


28,2 


41,5 


31,1 


25,1 


13,9 


1,42 


1,21 


1,25 


1,30 


3 


31,9 


45,8 


35,8 


22,8 


1G,0 


1,38 


1,23 


1,24 


1,24 


4 


33,G 


4G,7 


40,8 


21,1 


16,9 


1,35 


1,24 


1,29 


1,30 


5 


37,8 


49,4 


43,5 


29,5 


20,8 


1,10 


1,01 


1,02 


1,04 . 


G 


24,4 


42,0 


21,0 


— 


15,1 


1,32 


0,98 


— 


1,09 


7 


34,1 


41,0 


37,2 


24,8 


1G,9 


1,34 


1,32 


1,29 


1,27 


8 


33,G 


43,G 


35,6 


29,3 


20,1 


1,18 


1,06 


1,14 


1,16 


9 


3C,8 


47,3 


32,3 


— 


22,5 


1,35 


1,29 


— 


1,27 


10 


33,0 


41,8 


30,4 


— 


17,5 


1,50 


1,27 


— 


1,26 


11 


38,0 


49,0 


41,9 


33,4 


23,5 


1,32 


1,08 


1,21 


1,20 


12 


31,G 


47,9 


33,9 


— 


17,6 


1,33 


1,1G 


— 


1,23 




Der Proteingelialt nimmt mit 


der K 


orngrörs 


3 ab, wenn auch 


manch- 



mal imbedeutend. 

Fettgehalt bei verschiedenen Korngröfsen. Die kleineren 
Samen sind im allgemeinen reicher an Fett als die grölseren; die protein- 
reiclieren sind fettänner als die j^roteinärmeren. 

Aus den vergleichenden Analysen vollkommen ti'ockener und von der 
äufseren Samenschale befreiter Samen ergiebt sich deutlich: 1. dal's mit 
wachsendem Protcingehalt der Fettgehalt abnimmt; 2. dafs mit dem An- 
steigen des Proteingehaltes der Aschegehalt zuninmit; 3. auch die Kiesel- 
säme scheint das gleiche Yerhältnis zu zeigen; 4. konstant nimmt mit 
dem Protein- der Phosphorsäm-egehalt zu ; 5. erweitert sich das Verhältnis 
der Phosphorsäiu'e zum Stickstoff. 

Versuche über den Kulturwert verschiedener Hafervarie- 
täten 1885, von 0. Beseler und M. Märcker. i) Der Anbau geschah auf 
armem luunosem Lehm von mittlerem Ki-aftzustando. Die Düngimg bestand 
in 300 kg Chilisalpeter (pro Hektar). Saatmengo 68 kg, Drülweite 21 cm. 





Ernte von 1 ha 


1 1 ^1 








1- 

m 
£ 

:0 




Ö £ 

's« 

il 
^1 


-*-> 


Sorte 


a 


2 ^ 

o &, 
02 


B 
i 

CO 




Geldwert 
100 kg Kör- 
ner =lßM 

100 kg 
Spreu und 
Stroh = 
2 ]\I ^ 


Ol 
IS] 
CO 

.2 bO 

B^ 

CD ^-^ 




kg 


kg 


ig 


M 


W 


tg 


0, 


> 


1. Neuseeländer . . . 


2C09 


4637 


7246 


510,18 


36:64 


51,20 


342 


115 


2. Hallet's Canadischer 


31 03 


4899 


8062 


604,06 


39:61 


48,00 


381 


115 


3. Ehönliafer . . . 


3118 


4691 


7809 


592,70 


40:60 


49,00 


364 


121 


4. Schwedischer . . 


3727 


5205 


8032 


700,42 


42:58 


42,80 


348 


125 


5. Triumph .... 


2733 


6311 


9044 


563,50 


30:70 


42,00 


408 


130 


6. Beseler's .... 


3Ü04 


5665 


9269 


689,94 


39:61 


44,80 


297 


125 


7. Gelber flandrischer . 


3182 


6115 


9297 


631,42 


34:66 


43,20 


311 


180 


8. Bestehom's . . . 


3667 


5000 


8667 


686,72 


42:58 


47,60 


319 


125 


9. Weifser sibirischer . 


3120 


5101 


8320 


604,46 


38:62 


50,80 


361 


115 


10. Heusdorfer August . 


3531 


4Ö0G 


8427 


662,88 


42:58 


44,80 


351 


124 


11. Böhm. Postemer 


3548 


5048 


8596 


668,44 


41:59 


42,80 


290 


122 



Kulturwert 
verschiede- 
ner Hafer- 
varietäten. 



1) Magdeb. Zeit. 1886, No. 69 und 79. 



8* 



116 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

Die Witterung war der Entwickelimg des Hafers im allgemeinen nicht im- 
günstig. Neuseeländer \mä Eliönliafer hatten schwache Halme mid lagerten be- 
reits im Jimi stark. Stärkere Halme hatten HaUet's Canadischer, weifser sibiri- 
scher, Heusdorfer und Posterner Hafer, sie lagerten Anfang Juli. Bedeutend 
stärkeren Halm hatten Beseler's, schwedischer und Bestehoim's Hafer, bei ilmon 
ti-at Lagerung erst "Slitte Jidi infolge anhaltenden Regens ein. Die stärksten 
Halme hatten flandrischer und TriumpMiaf er. Letzterer ist ein „Strohi-enommist". 

Proz. Zusammensetzimg der Haferkörner a) des Saatgutes, b) der Ernte. 
(Die Nummern der Sorten wie oben). 





1. 


2. 


3. 


4. 


5. 


6. 


7. 


8. 


9. 


10. 


11. Mittel 


Wasser . . 


ja) 15,0 
b) 15,0 


15,0 
15,0 


15,0 

15,0 


15,0 
15,0 


15,0 
15,0 


15,0 
15,0 


15,0 
15,0 


15,0 
15,0 


15,0 
15,0 


15,0 
15,0 


15,0 15,0 
15,0 15,0 


KoMaser . 


a) 12,4 

b) 12,0 


9,2 
9,7 


10,0 
11,3 


9,6 
9,2 


11,8 
12,4 


10,5 
8,9 


9,3 
9,3 


9,3 

8,9 


11,4 
10,1 


9,1 

8,8 


9,3 10,2 
10,0 10,0 


Asche . . . 


a) 3,7 

Ib) 2,7 


2,5 

2,8 


3,1 
2,9 


3,7 
3,1 


4,3 

2,8 


2,8 
2,9 


4,4 
3,1 


3,5 
3,1 


3,0 

2,7 


3,4 
3,1 


3,5 3,4 
2,9 2,9 


Fett . . . . 


.( a) 3,9 
|b) 4,3 


4,6 
4,8 


4,6 
5,0 


4,2 
4,1 


4,2 
4,5 


4,3 

4,0 


5,3 

4,8 


3,9 
4,2 


5,2 
5,1 


5,1 

5,1 


4,8 4,6 
4,6 4,6 


Eiweifs . . 


(a) 10,0 
b) 12,4 


10,5 
10,7 


12,1 
10,4 


10,0 
10,8 


12,8 
11,1 


8,7 
11,1 


9,3 

10,5 


9,9 
10,5 


8,7 
11,1 


8,9 
9,8 


8,5 9.9 
10,8 10,8 


Stickstofffr. 
Extraktst 


a) 55,1 
. \ b) 53,6 


58,1 
57,0 


55,3 

55,5 


57,5 
57,8 


52,0 
54,2 


58,7 
58,1 


56,8 
57,2 


58,4 
58,5 


57,0 
56,0 


58,5 
58,2 


58,7 56,9 
56,7 56,7 


Wie 


im Yorjalu-e 


wai'en im 


allgemeinen die pi 


■oteinreichsten Yarie- 



täten die am wenigsten ei-tragreichen. Die ertragreichsten Varietäten hatten 
auch dm'chschnittlich die gröfsten Körner (die geringste Anzalil pro 10 g), 
es bedingt aber die höhere Korngrölse imd das gröfsere Kornge-vvicht nicht 
ausschliefslich den höheren Ertrag, sondern es wiu'de auch von den erü-ag- 
reicheren Varietäten eine gröfsere Körnerzahl pro Hektar produziert. — Die 
vergleichenden Berechnimgen des Nährgeldwertes der pro Hektar geemteten 
Nährstoffmengen u. s. w. erweisen, wie mchtig es ist, die besten Varietäten 
anzubauen, indem Merdm-ch wolü um ^3 höhere Ernten erzielt werden köimen. 
Haferaubau- Aubauversuche von Hafer Sorten, von J. Kühn. ^) Saatquanttun: 

60 kg pro Hektar. 23,5 cm Drillweite. Boden: Dilmiallehm. Der Hafer kam 
in zweiter Tracht nach stark gedüngten Futterrüben. Angebaut -wnu-den: 
Triumph-, gemeiner weifser Rispen-, weifser canadischer Rispenhafer; Bese- 
ler's Hafer, Diett-ich's Hafer, brauner begrannter Falmenhafer. Ernte des weifsen 
canadischen und des Fahnenhafers am 11., der übrigen Sorten am 25. August. 

Ertrag pro ha 







Stroh 


> 


^H 




3 ^ 


|2S 




Namen der Sorten 


imd 
Spreu 


Körner 


^M 




8> 


l"^W 






kg 


kg 


wie 100 : 


kg 


g 


kg 


1. 


Triumphhafer von Metz 


5 933 


1 722 


29,00 


48 


23,21 


196,65 


2. 


Canadischer Rispenhafer 


5 446 


2 904 


53,33 


523/, 


31,60 


346,37 


3. 


Triumphhafer von Platz 


6 235 


1916 


30,74 


48 


22,23 


239,50 


4. 


Beseler's Hafer . . . 


5 869 


3 075 


52,39 


45 


29,76 


299,50 


5. 


Dieü-ich's „ . . . 


G439 


3 066 


47,62 


46 Vs 


28,28 


301,69 


6. 


Gemeiner Rispenhafer . 


5 341 


2 921 


54,70 


443/, 


26,69 


269,90 


7. 


Falmenhafer .... 


5 690 


2 776 


48,80 


44 V2 


24,05 


309,80 



1) Landw. Zeit. u. Anz. Cassel 1886, No. 22. Landw. 1886, No. 45. 



Pflanze. 



117 



Proz. Zusammensetzung 


der 


^eernteten Haferkömer (W 


issergelialt 


überall 15%): 












Nummer der Sorte 
■wie oben 


Protein 


Fett 


Nfreie Extrakt- 
stoffe 


Holzfaser 


Äsche 


1. 


11,42 


4,24 


55,42 


11,15 


2,77 


2. 


11,94 


4,78 


55,19 


10,54 


2,55 


3. 


12,50 


4,13 


53,29 


12,41 


2,72 


4. 


9,74 


4,25 


58,19 


9,87 


2,95 


5. 


9,74 


4,07 


58,24 


9,95 


2,90 


6. 


9,24 


4,19 


58,00 


10,27 


3,30 


7. 


11,1G 


4,11 


55,50 


11,17 


3,0G 



Entgegen der gewüludichen Regel hat No. 2 hohen Körnerertrag und 
hohen Proteingehalt. Der TriumiDlüiafer hat sich auch bei diesem Versuch 
als Körnerfrucht ungünstig verhalten. In anderen Yerhältnissen mag sich 
dies, nach anderweitigen Versuchen, besser vei'halten, auf keinen Fall darf 
er allgemein als eine der ertragTeichsten Sorten bezeichnet werden. Wegen 
der kräftigen Habnbildung luid des späteren Rispenausti-iebes ist er aber 
zu Futtergemenge weiirv'oU und zu diesem Zwecke zu empfehlen. 

Anbauversuche mit Hafer in Saint-Remy, von Cordier. ^) 
Die Herbstsaat des schwarzen Hafers von Colomnier ging dm-ch die 
Februarfröste aus. Man erntete auf einem sandigen Lehmboden (nach Kar- 
toftehi, Reihensaat am 23. März, der Winterhafer am 4. November) pro Hektar: 







Körner 


Eektoliter- 


Stroh 




i. 






(hl) 


Ge wicht 


(kg) 


LmtedaiuLu 


Schwarzer ungar. Hafer 




69,82 


45 


5000 


25. vn. 


Früher Hafer von Etampes 


55,18 


44 


5000 


14. , 




A. rousse com-onne . . 




49,50 


48 


3125 


27. , 




Canad. pedigree-Hafer . 




44,44 


50 


4111 


15. , 




A. Joanette ou de Chenailles 


42,00 


50 


3500 


19. , 




A. courte ou pied de mouche 


41,86 


43 


3400 


29. , 




Schwarz, tart. pedigree-Hafer 


39,04 


48 


3625 


27. , 




Belg. Winterhafer , . 




38,50 


50 


2962 


22. , 




Früher Hafer von Georg 


len 


35,44 


47 


2500 


15. , 




Kleiner nackter Hafer . 




21,42 


70 


4375 


29. , 




Grofser nackter Hafer . 




18,75 


72 


2400 


15. , 




Haferanbauversuch( 


3, von F. H< 


3ine. 2) 






Geemtet ^vurden pro Hektar in Ki 


Logramm : 








1884 1885 


Protein-Proi 
1885 


5. Protein pro Hektar 
kK 


Probsteier Anderbecker 


4178 3638 


10,63 




386,6 


Bestehorn's ameliore . 


4404 4104 


11,19 




459,2 


AVeifser dänischer . . 


45 


30 3790 


11,31 




428,6 


A'erbess. schwedischer . 


4812 4162 


10,63 




442,4 


Französischer Proüfic . 


— 


3294 


11,75 




386,2 


Pringle's Trimnph . . 


— 


3468 


11,75 




407,4 





_') Joiun. agric. 1886 (XXI.) T. IL 13. Nov., No. 918, S. 790. 
'■') Mitget. von J. Märcker. Magdeb. Zeit. Landw. Centralbl. f. d. Prov. Posen 
1880, No. 16. • 



118 



Boden, "Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Anbau von 

Triumph- 

)i afer. 



Qualitäts- 
beurteilung 
der Gerste. 



Anbau von Triumphliafer, von S. Angele. ^) 

Derselbe bestockt sich stärker als die übrigen Hafersorten, man braucht 
deshalb nur die Hälfte des Saatquantums und erzielt eine gröfsere Menge 
Stroh. Seine Reife tritt aber wesentlich später ein, der Samen war sehr 
leicht und enthielt wenig Melil. — In einem anderen Versuch wm^en die 
zahlreichen Bestockimgstriebe bei warmer, trockener Witterimg nur teilweise 
reif. Als der Anbau neuerdings geschah, war daneben gebauter Frühhafer 
schon reif, wäln-end der noch grüne Triumphliafer von Rost befallen wm'de 
und deshalb abgemäht werden mufste. 

Zur Qualitätsbeurteilung der Gerste, von W. Hoffmeister. 2) 

In derselben "Weise \äe der Hafer ■\\'urde eine gröfsere Zahl von Gersten- 
proben imtersucht. 

Entwickelung der Gerste auf reichem und gedüngtem Boden. 



6 

Ö 


1000 
Körner 
\viegen 
durch- 
schnittl. 


Durch- 


1000 Körner wiegen 


Stickstoffgehalt in den 




gehalt 
an Stick- 
stoff 


grofse 


mitt- 
lere 


kleine 


klein- 
ste 


grofsen 


mitt- 
leren 


kleinen 


klein- 
sten 






g 


% 


g 


g 


g 


g 


7o 


0/ 

/o 


% 


7o 




1 


38,3 


2,34 


48,5 


40,0 


27,6; 23,7 


2,20 


2,36 


2,47 


2,43 


ungedüngt 


2 


38,G 


2,40 


49,0 


32,2 


20,3 — 


2,38 


2,39 


2,66 


— 


ebenso 


3 


35,87 


2,34 


50,7 


33,8 


21,4 


— 


2,20 


2,35 


2,60 


— 


Cliilisalpeter 


4 


34,50 


2,54 


52,5 


34,5 


19,4 


— 


2,40 


2,64 


2,77 


— 


Chilisalpeter 




1 


















4- Super- 






















phosphat 


5 


37,1 2,56 


48,9 


33,0 


17,3 


— 


2,52 


2,53 


2,81 i - ! 


ebenso 


6 


34,5 1 


2,67 1 


49,5 


33,6 


19,1 


— 


2,56 


2,75 


2,85 


-1 


Chilisalpeter 



Bei starker Proteinentwickelung nimmt das Durchschnittsgewicht der 
Körner ab. Die annähernd gleich gi'ofsen Körner haben nicht gleichen Stick- 
stoffgehalt, derselbe wü-d diu'ch die Düngimg erhöht. Mit Abnahme der 
Komgröfse steigt der Proteingehalt. 

Entwickelung der Gerste auf anscheinend zu dürftigem 
Boden, 

(Siehe cUe TabeUe auf Seite 119.) 

Die grofsen Körner sind stickstoifreicher als die kleinen. Indessen 
wurden auch Proben untersucht, bei welchen die Unterschiede im Stickstoff- 
gehalte nach der Korngröfse unwesentlich oder ganz verscliAvunden waren. 

Eine weitere Tabelle führt für eine Reihe Gerstenproben, ausgesondert 
nach der Komgröfse, den Gehalt an Asche, an Phospliorsäure imd Stick- 
stoff auf. 

Der Aschegehalt nimmt im allgemeinen mit dem Proteingehalte zu 
und er ist meistens innerhalb derselben Sorte bei den Ideineren Körnern 
gröfser als bei den grofsen. Der Phosphorsäm-egehalt ist bei den stickstoff- 
ännsten Körnern ebenso hoch als bei den proteini'eichsten , er ist es auch 
innerhalb derselben Sorte bei den ärmeren Grofsen gegenüber den reicheren, 



*) Der Ratgeber in Feld, Stall und Haus. 
2) Landw. Jahrb. 1886, XV. 865. 



1886, AprU. 



Pflanze. 



119 





lüOO Körner wiegen 




Stickstofl'gehalt der 




nung 


grofse 


mittlere 


kleine 


kleinste 


grofsen 


mittleren 


kleinen 


kleinsten 


der Probe 


g 


g 


S 


g 


7o 


% 


% 


7o 


1 


54,8 


40,9 


32,G 


2G,9 


1,53 


1,24 


1,26 


1,30 


2 


57,8 


45,0 


29,G 


— 


1,59 


1,38 


1,35 


— 


3 


43,8 


35,4 


21,1 


— 


1,79 


1,59 


1,40 


— 


4 


59,4 


49,32 


30,05 


— 


2,08 


1,85 


1,85 


— 


5 


48,2 


36,3 


21,5 


-. _ 


1,86 


1,70 


1,72 


— • 


G 


47,4 


35,7 


27,9 


— 


1,92 


1,82 


1,79 


— 


7 


58,9 


40,2 


34,7 


— 


1,77 


1,54 


1,56 


— 


Imperial- 










! 








gerstc 


















8 


49,1 


37,1 


25,2 




1,86 


1,67 


1,61 


— 


9 


G9,0 


51,4 


38,9 


— 


1,69 


1,55 


1,45 


— 


Schwell. 


















Gerste 



















ja häufig noch etwas höher. Infolge dessen gestaltet sich das Yerhältnis 
der Phosphorsänre zum Stickstoff bei den stickstoffämisten weit enger als 
bei den reichsten, imd zwar wiederum sowohl iu Beziehung zu verschie- 
denen Sorten als auch zu verscliiedenen Gröfsen derselben Seilte. 

Über das Yerhältnis des Spelzengewichts einer Anzahl in 
Ostpreufsen geernteter Gerstensorten, von Klien. i) 

Bei 27 Gerstenproben schwankten die Spelzengemchtszalilen zwisclien 
8 und 140/0; ^^ö geringste Menge hatte eine Chevalier-, die gröfste eine 
Wüitergerste. Varietät, Bestellung, Boden, Düngung üben auf das Speizon- 
gewicht grofsen Einflufs. Bei von einem Düngungsversuclie stammenden 
Proben fand sich, dafs die mit Superphosphat (mit imd olme Stickstoff) 
gedüngten Parzellen die gi-öfsten Spelzenmengen gaben, wähi-end die mit 
Präpipitat gedüngten Flächen spelzenärmere Gerste geliefert hatten. — Die 
spelzenreichen Sorten waren vom Brauer nicht gekauft worden. 

Über mehlige und glasige Gerste, von Chi\ Grönlund. 2) 

Bei der Umbildung des Gerstenkorns von der glasigen in die mehlige 
Form spielt nicht allein das Einweichen, sonderji auch anderes entschei- 
dend mit. 

1. Gerstekultiu'en in einem Garten mit verschiedenen Düngestoffen 
gaben gleichmäi'sig eine stark glasige Frucht, woraus folgt, dafs andere 
Verhältnisse sich mit Eücksicht auf die Entwickehmg der meliligen Gei'ste 
weit mehr geltend machen als die Düngimgsverhältnisse. 

2. Die stark glasige Fracht ist gleich nach der Ernte mn- wenig 
empfänglich für die Einwirkung der Feuchtigkeit bezüglich der Umbildung 
zu melüiger Gerste. 



Spelzon- 

gewicht von 

Gersteu. 



Mehlige und 
glasige 
Gerste. 



1) Königsberger hrnd- und forstw. Zeit. 188(3, No. 24. Durch Centr.-Bl. Agrik. 
1886, XVI. 647. 

2) Zeitschr. ges. Brauw. 1886, No. 14 u. 15. Kef. Centr.-Bl. Agrik. 1886, 
XVI. GIG. 



120 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Beregnete 
Gerste. 



Gersten- 

anbau- 

▼ereuche. 



3. Wenn, sie einige Zeit gelagert hat, ist sie weit geneigter, cliu'cli 
Einwii'kimg der Feuchtigkeit mehlig zu werden. 

4. "Weniger stark glasige Gerste ans guten Malzgerstegegenden wurde, 
wenn sie gelbreif geei'ntet war, gar nicht oder in geringerem Grade inbezug 
auf die Meliligkeit verändert, falls sie gleich nach der Ernte in Wasser 
gelegt wiu'de. Wemi sie vor dem Eimveichen geti'ocknet ^viuxle, wurde sie 
dagegen selu' mehlig. Die voRreife Gerste wiuxle, Avenn gleich nach der 
Ernte in Wasser gelegt, weit melüiger als zuvor. 

5. Verschiedener Weichegrad in Yerbindimg mit Trocknen bei höheren 
oder niederen Wäa-megi-aden gab verschiedene Resultate. Je höher der 
Wännegrad, mn so melu' Körner AAiutlen nielilig. 

6. Die aufbewahrten Gersteproben ^vau'den nach 1- oder 2 jährigem 
Liegen an einem ti-ockenen Orte gar nicht oder nin sehr wenig inbezug 
auf die Meliligkeit umgebildet, wogegen sie dm'ch Liegen an einem feuchten 
Ort weit mehliger werden konnten, wenn sie es auch nicht immer wurden. 

7. Gerste, welche kürzere Zeit der feuchten Luft ausgesetzt wiu-de, 
änderte sich gar nicht oder nur wenig diu*ch die Temperatiu: des Zimmers; 
weit melu' in einem Thermostat bei 25 ^ C. imd in hohem Grade, wenn 
sie 48 Stmiden der feuchten Luft ausgesetzt wmxle. 

8. Viele Gründe sprechen dafür, dafs nicht nm- nach, sondern auch 
während der Ernte die Beschaffenlieit der Körner in Verbindung mit der 
Art des Trocknens die gröfste Bedeutimg rücksichtlich der Entwickelung 
von Mehlkömem hat. 

9. Die verschiedene Eniteweise vdvö. nach solcher Richtimg auch von 
Bedeutimg sein können, ohne dafs man aber aUgemeingiltige Regeln auf- 
stellen kann. 

10. Die Gerste kann auch, oluie dafs man sie nach der Ernte der 
Feuchtigkeit aussetzt, durch den Einflufs der Kulturverhältnisse selbst mehlig 
werden; allein weder die Beschaifenheit des Samenkorns, noch die Vor- 
fnicht u. s. w. können die klimatischen Verhältnisse übenvinden. 

11. Die Menge der Proteinstoffe steht oft im umgekehrten Verhältnisse 
zum MeliligkeitsgTad. Von dieser Regel giebt es jedoch viele Ausnahmen. 

12. Es ist noch nicht festgestellt, warum die mehlige Gerste fiu- die 
Brauer gröfseren Wert hat als die glasige. 

Über beregnete und nicht beregnete Gerste, von Fr. Farsky.^) 
Probsteier Gerste la^ 8 Tage lang bei regnerischem Wetter auf dem 
Acker ausgebreitet. Die Körner waren zum Teil g-ekeimt. Von den ge- 
simden Köniem keimten 98, von den beregneten 45%. Sowolil die Ei- 
weifsstoffe wie die Kohlehydrate unterhegen durch das Beregnen einer weit- 
gehenden Zersetzimg ; die Lösliclikeit der organischen Bestandteile des Gerste- 
koms nimm t dui'ch das Beregnen zu. 

Gerstenanbau versuche mit Saatgut verschiedenen Ur- 
sprungs, von M. Märcker. '^) 



^) Fünfter Bericht über die Thätigkeit der landvv.-clieni. Versuchsstation in 
Tabor 1886, ö. 1—3. Durch Ratgeber in Fehl, Stadt und Haus 1886, September. 

2) Bericht über die Resultate der Gerstenausstellung des Magdeburger Vereins 
für Landwirtschaft u. landw. Maschinenwesen am 22. Oktober 188G. Magdeb. Zeit. 
1886, No. 513, 527, 537. 



Pflanze. 



121 



Im Jalu-e 188G Avm-den folgende Gersten angebaut: 1. Eine Gerste, 
gezüchtet von v. Trotha-Gäusefuilh von ausgezeichneter Qualität (Chevalier- 
nachzucht). 2. Sualgerstc, mit der Chcvaliergerste der Hauptsache nach 
übereinstimmend. 3. Dänische Gerste, Nachzuclit der vorjülnigen Original- 
saat. 4. Slovakischo Gerste. 5, Slovakische Landgerste, mild und sein: 
ertragreich. 6. Schottische Perlgersto. 7. Goldene Melonengerste, beides 
Züchtungen von Oakshott in England. — Der Anbau geschah an 18 Yer- 
suchsorten. Der Boden wai" überall milder Lehmboden, Vorfrucht Zucker- 
rübe, Düngiuig Superphosphat (18 Pfiuid wasserlösliche Phosphorsäiu-e pro 
Morgen) imd teils I/2 Ctr. Chihsalpoter, teüs ebensoviel schwefelsaures 
Ammoniak. Saatquantum 25 kg pro preuls. Morgen, Drülweite zwischen 
7 luid 8 Zoll. Die Witterung war dem Wachstimi der Gerste im allge- 
meinen günstig. In der ersten Hälfte des Juli beschleunigte eine abnorm 
starke Hitze den Eintritt der Reife übermäfsig. 

Zusammensetzimg der Saatgersten. 
Protein Innere Beschaffenheit der Körner hl -Gewicht 



Sorten -Nr. 



% 
9,2 
7,6 
9,7 
9,3 
9,7 
8,6 
9,4 



glasig 

32 

30 

32 

2 

26 

4 

44 



mehhg 
22 
56 
26 
72 
34 
42 
14 



halbmehlig 
4G 
14 
42 
26 
40 
54 
42 



67,8 
67,8 
67,2 
62,4 
66,0 
67,0 
61,6 



Sorten -Nr 



Im Mittel aller Versuche erntete man pro Hektar Küogi-anun 
Kömer Stroh 



1. 
2. 
3. 
4. 
5. 



Maxim. Minim. 
3716 1600 
3588 1752 
3704 1400 
3446 1454 
3670 1838 



Körner : Stroh (incl. Spreu) 



2772 
2658 
2609 
2926 



4006 
3782 
3220 



1,43 
1,51 
1,51 
1,45 

1,10 



Mittel Maxim. Minim. Mittel 
2701 5032 2640 3850 
6700 2658 4179 
5540 2068 
5282 2078 
4440 1846 

Abgesehen von No. 5, welche in quantitativer Beziehung keine Be- 
rücksichtigauig verdient, steht das einheimische Saatgut (No. 2) in den Er- 
ti'ägen hinter den ausländischen Varietäten diu-chaus nicht zurück. 

Nach dem Urteil der Preisrichter gruppieren sich die angebauten 
Varietäten folgendermafsen : 

3. 4. 



Hochfein 

Fein a 

Fein 

Gut 

JVüttel 

Unter I\littel 



1. 



4 
10 



5. 



= -1.3= = 



16 10] 
3 
9 
9 



6 
6 
5 
12 



17 
10 



9 
20 



Zalil der Proben 30 31 30 32 31 

No. 1 steht obenan, dami folgt die Saalgerste. 
Saatgut hat in der Qualität das fremde geschlagen. 



5 5 

Das einheimische 



122 



Boden, "Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Litteratur 
über Gerste. 



Der mittlere Proteingehalt war: 
bei Gerste No. 1. 8,86% 
2 8 77 
„ 3. 8,78 „ 
„ 4. 8,74,, 
,, o. o,yJ „ 
Die besten Gersten hatten: 

den geringsten das höchste 

Proteingehalt hl - Gewicht 



Das lil-GeA\'iclit 
68,0 
68,2 
68,0 
68,1 
67,1 



den geringsten Gehalt an glasigen Körnern 
glasig mehlig halbmehlig 



Hochfein a 


7,C% 


Hoclifeüi G 9,6 kg 


Hochfein 


5,1 


36,0 


58,9 


Hoclifein 


8,0,. 


Fein a 


68,0 „ 


Fein 


13,4 


29,6 


47,0 


Fein 


8,0 ., 


Fein 


68,8 „ 




7 * 




•^ ' ; ^ 


Gut 


8,4 „ 


Gut 


68,5 „ 


Gut 


17,2 


24,8 


58,0 


Mttel 


8,9 „ 


Mittel 


67,8 „ 


Mittel 


22,5 


20,8 


46,7 


Unter Mtt. 


9,8 „ 


Unter Mitt. 66,3 „ 


Unter Mitt. 38,3 


12,1 


49,6 


Es betiiig der 


mittlere 


Gehalt an 
















glasigen mehligen halbmehligen 














Körnern 










Gerste No. 1. 


23,1 


23,2 


53,7 










„ 2. 


21,9 


22,3 


55,8 










„ 3. 


20,9 


22,8 


56,3 










„ 4. 


18,2 


22,4 


59,4 










„ 5. 


25,9 


18,2 


55,9 







Die Anwendimg von Chilisalpeter resp. schwefelsam-em Ammoniak gab 
folgende Eesultate (Eiixäge pro Hektar): 

pro Hektar 100 kg Chilisalpeter pro Hektar 100 kg schwefeis. Ammoniak 



Sorten- 


Körner 


Stroh 


Protein 


hl-Gew. 


Kürner 


Stroh 


Protein 


hl-Gew. 


No. 


kg 


kg 


% 


kg 


kg 


kg 


"/o 


kg 


1. 


2692 


3933 


8,88 


67,9 


2710 


4024 


8,83 


68,0 


2. 


2788 


3767 


8,76 


68,1 


2756 


3789 


8,78 


68,2 


3. 


2659 


4265 


8,80 


67,8 


2656 


3774 


8,73 


68,1 


4. 


2604 


4092 


8,77 


68,0 


2G14 


3381 


8,71 


68,2 


5. 


2594 


3987 


— 


— 


2897 


3059 


— 


— 


Mttel 


2739,4 


3851,0 


— 


— 


2726,6 


3743,2 


— - 


— 


Ohne No. 5. 


2685,8 


3967,5 


8,80 


67,95 


2684,0 


3967,5 


8,76 


68,13 



Die Differenz zu gmisten des Chilisalpeters ist verschwindend gering, 

Cliilisalpetergerste entliielt im Mittel 21,8, Ammoniakgerste 23,5 ^/q 
mehlige Körner; auch hinsichtlich der Feinheit tiberwog die letztere, die 
Differenzen sind aber germg, die Befürchtungen über die qualitätsschädigenden 
Wü-kungen des Cliilisalpeters bei mäfsigcr Gabe übei-trieben. 

Die Düngmig mit Phosphorsäure hatte nur bescheidene Wirkmig imd ilir 
Einflufs auf die Qualität war dementsprechend auch kein ausgesprochener. 

Die bei der ersten mährischen Gersten-Ausstellung prämiiex'- 
ten Gerstensorten, von A. Zoebl. i) 

Beurteilung von Braugerste, von E. Möller-Holst.2) 



1) Allg. Brauer- und Hopfenzeit. 1887, No. 16. 

2) Allg. Brauer- u. Hopfenzeit. 1886, No. 54. Centr.-Bl. Agrik. 1886, XVI. 720. 



Pflanze. 



123 



Zur Beurteilung der Braugerste, von E. Möllcr-Holst. ^) 
Erste Untcrfränkisclie Gerste-AusstoUung in Würzburg. 2) 
Über Prüfung der Gerste auf Mehligkeit, von L. Aubry. 3) 
Wie erzielt man gute Braugerste? von C. Nerger.'*) 
Die Saatfruclitauslese auf nassem Wege, von J. Wolff. 5) 
Um die (spezifisch) scliwcrsten K()rncr zu bekommen, wird empfohlen, 
eine starke Salzlösimg (Viehsalz) zu machen, in welche ein steijibeschwerter 
Korb konuut. In diesen Avia-d die bereits bestgereinigte Saatfrucht geschüttet 
und das Schwimmenbleibende abgeschöpft. Die Samen werden nachher in 
Wasser abgewaschen imd getrocknet. 

Konservierung feuchter Körner, von K. Sydow. ß) 
Um das Yerderben nicht ti'ockeu geernteten Getreides zu verhindern, 
empfiehlt sich Einrichtmig von DarrA^orrichtimgen, wie solche auf den Gütern 
der nissischen Ostseeprovinzen verbreitet sind. Auch ausgewachsenes Ge- 
treide wird hierdiu-ch gut backfällig. 

Über den Einflufs der Ernte-, Dresch- und der Aufbewah- 
rungsmethode auf die Güte der Körnerfrüchte, von E. Wollny.^) 
Hackkultur des Getreides, von Rimpau. ^j 

Anleitung zum Getreidebau auf wissenschaftlicher und prak- 
tischer Grundlage, von A. Nowacki. ^) 

Die Kultur der Getreidearten mit Eücksicht auf Erfahrung 
und Wissenschaft, von E. WoUny. ^0) 

c) Kartoffeln. 
Die wilde Kartoffel von Paraguay, von F. Nobbe.^^) 
Die Pflanzen entwickelten ein merkwürdig starkes Stolonensystem 
(Rhizome erster Ordnung über 2 m lang) mid lieferten Knollen von 22,9 % 
Trockensubstanz imd 17,1 ^/q Stärke. Die KjioUen waren gekocht migeniefs- 
bar, glasigsclüeimig, solaninhaltig, noch nicht ausgereift. Im Gehalt an 
Wasser-, Roh- und Reinasche, Stärke, Fett und Stickstoffsubstanz imter- 
schieden sich die Knollen nicht wesentlich von dem durchschnittlichen 
Gehalte der kulti\ierten Sorten. Verfasser liefert auch eine ausfülu-liche 
morphologische Besclu-eibimg der Pflanze; zu welcher Species sie gehört, 
ist noch nicht entscliieden. 

Über den Einflufs der Bodenart auf den Ertrag, Stärke- 
gehalt und die Erkrankung verschiedener Kartoffelsorten, von 
G. Marek. 12) 

1) Allg. Brauer- und Hopfenzeit. 1886, No. 54. 

2) Allg. Brauer- und Hopfenzeit. 1886, No. 128. 

3) Zeitschr. ges. Brauw. 1885, No. 4. Centr.-Bl. Agrik. 1886, XVI. 503. 
*) D. landw. Presse 1886, No. 99. 

5) Landw. Ver.-Zeitschr. f. Hessen 1886, No. 9. 

6) Fühling's landw. Zeit. 1886, 52. 

'') Zeitschr. d. bavr. landw. Ver. 1886, September — November. 

8) Jahrb. der d. Landwirtschafts-Gesellschaft 1886, L 118. 

9) Berlin 1886, bei Paul Parey. 

10) Heidelberg 1887, bei C. Winter. 

11) Landw. Versuclisst. 1886, XXXHL 447. 

12) Fühling's landw. Zeit. 1886, H. 2, 3. 



Saat&ucht- 

aiiHlese auf 
uasecm 
Wege. 



Konser- 
vierung 
feuchter 
Körner. 



Wilde 
Kartoffel. 



Einflufs der 
Bodenart 
auf Ertrag 

u. 8. w. bei 

Kartoffel- 

sorten. 



124 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Es \\iircleii Schächte von je 25 m Länge, 2,25 m Breite und 0,28 m 
Tiefe ausgehoben und 1. mit Lehmboden, 2, Sandboden, 3. Thonboden, 
4. Moorboden, 5. Himiusboden gefüllt. Dazu kam G. ein IdiustKch her- 
gestellter kalkhaltiger Lehmboden. Ausgebaut wiu'den 46 Sorten. Die 
Residtate waren: 

1. InbezugaufKnollengröfse. Ln Durchschnitte aller Sorten er- 
zeugte 

der kaUdialtige Lehm Knollen von 38 g 
„ Moorboden „ ?, 37 „ 

„ Thonboden „ -,36 „ 

„ Hiunusboden „ „33 „ 

„ Lehmboden „ „30 „ 

„ Sandboden „ »28 „ 

Jedoch erreichten die einzelnen Sorten teilweise auf verscliiedenen Boden- 
arten das gi'öfste Knollengewicht, die Melu-zald. auf dem gekalkten Lehm. 

2. Inbezug auf die pro Staude gebildete Knollenzahl. Im 
Diu-chschnitt aller Sorten erzeugte pro Stock KnoUen auf 

Sandboden . 



Hiuniisboden 
Thonboden . 
Lehmboden . 
Moorboden . 
Kalklialt. Lehmboden 



20 
18 
17 
15 
11 



Die höchste EjioUenzahl erreichten die meisten Sorten auf Sandboden. 

3. Inbezug auf den Ertrag. Im Dm-chschnitte aller Sorten waren 
die Erti'äge in DopiDelcentnern pro Hektar berechnet: ^ 

Thonboden .... 306,6 

Hmnusboden . . . 296,1 

Moorboden . . . . 291,0 

Sandboden . . . . 276,5 

Lehmboden. . . . 244,5 

Kalkhalt. Lehmboden 210,0 
Aber nicht alle Sorten erreichten ilu-e höchsten Erträge auf dem Thon- 
boden, ein grofser Ted gab vielmelu* am meisten auf Hmnus-, Moor- imd 
Sandboden. 

4. Inbezug auf den Stärkemehlgehalt. Im Mittel aller Sorten 
markierte sich der Einflufs des Bodens in folgender Weise: 

Moorboden 
Sandboden 
Humusboden . 
Thonboden 
Lelimboden . 
Kalkhalt. Lelmi 
Ein Teil der Sorten en-eichte den höchsten Stärkemelügehalt auf dem Sand- 
boden, andere auf Hmnus-, Lelmi und kaUihaltigcm Lehmboden, etliche so- 
gar auf dem Thonboden. 

4. Inbezug auf den Stärkeertrag pro Hektar gab 
Thonboden . . 45,78 Doppclcentuer 
Humusboden . 45,57 „ 



. . 15,4 7o 


. . 15,1,, 


. . 15,9,, 


. . 14,8,, 


• • 14,5,, 


• • 13,7 „ 



Pflanze. 125 

Moorboden . . 45,3G Doppelccntner 

Sandboden . . 41,58 „ 

Lehmboden . . 3G,75 „ 

Kalkhalt. Lehm 30,03 
Die meisten Sorten lieferten die gröfste Stärkemenge auf Moor-, Thmi- und 
Humusboden. 

5. Inbezug auf die Zalil erkrankter Kartoffeln. Fiu- sämt- 
liche Sorten ergaben sich folgende Durchschnittszahlen für die Zahl der 
crla-ankten Kartoffeln : 

Lehmboden . . . 31,9 7o 
Thonboden . . . 36,1 „ 
Humusboden . . . 33,6 „ 
Kalkhalt. Lehm . . 33,2 „ 
Moorboden ... 26,1 „ 
Sandboden . . . 14,3 „ 

6. Inbezug auf die Gewichtsprozente erkrankter Knollen. 
Nach dem Durchschnitt aller Sorten beti-ug die Erlo-ankungsziffer bei den 
einzelnen Bodenarten: 

Lehmboden . . . 31,1 7o 
Thonboden ... 28,6 „ 
Kalkhalt. Lehm . . 26,9 „ 
Hiunusboden . . . 26,4 „ 
Moorboden . . . 18,1 „ 
Sandboden . . . 10,4 „ 
Hieraus ergeben sich folgende allgemeinen Eesultate für die einzelnen 
Bodenarten : 

a) Für den Thonboden. Der Thonboden gab hohe Erträge an 
Knollen und an Stärkemehl, doch stand der Stärkemelilgehalt der auf ihm 
gewachsenen imd meist zm- Füttenmg geeigneten Kartoff ehi jenen von an- 
deren Bodenarten nach. A^on den angebauten 46 Sorten gaben die folgen- 
den 17 ihre höchsten Erträge auf Thonboden: Eichter's Imperator, E.'s 
lange weifse, R.'s vierzigknoüi go, Champion, Frühe Nassengrunder, Lippe'sche 
Rose, Daher 'sehe, Prima Donna, Red skin FloiubaU, Peru, The Farmer 's 
blush, Allvohol ^äolett, Anderssen, Sieberhäuser, Tliusnelda, späte Rosen — 
mit Ausnahme der Richter'schen Sorten Yor^^deg•end Futterkartoffeln. 

b) Für den Sandboden. Derselbe erzeug-te kleine, aber viele Kar- 
toffeln, er war l^esonders der Entmckelung der frülu-eifen imd der Speise- 
kartoffel günstig. Er förderte den Stärlonehlgehalt in den einzebien Sorten 
und ergab noch him-eichenden Ertrag an Stärke vom Hektar. Die Ge^vichts- 
I>rozente erkrankter Kartoffehi wai-en bei demselben selu^ niedrig. Hire relativ 
höchsten Erträge gaben auf dem Sand Blauäugige sächsische Bisquit, Gelb- 
fleischige Bisqiüt, Trophime, Richter's lange weifse, Improved peachblow, 
Englische, The farmers blush, Eos, Friihe Rosen; ilu-e höchsten Stärke- 
mengen Gelbschalige Bis(|uit, Fnilie Nassengnmder, Garnet - Chili , Gelb- 
fleisclüge Zwiebel, Auroiva. Sieberhäuser, Scluieeflocke. 

c) Für den Moorboden. Derselbe erzeugte grofsen Kartoffel- und 
guten Ej^oUenansatz mit hohen Erträgen. Er produzierte genügend stärke- 
reiche Kartoffeln und imterlag den Einflüssen der Erkranlamg 'nicht in so 
merkbarer "Weise wie der Lehm- und Thonboden. Die höchsten Erti'äge gaben 



126 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

Alkohol, Eichter's Schneerose, Magnum bonum, Achilles, Daber'sche, Frühe 
Yeriuoiit, Hertha, Aurora, Thi;snelda, Neue Lippe'sche luid Sclmeeflocke 
— teils Brenn-, teils Speisekartoffeln. 

d) Für den Lehmboden. Im allgemeinen hat dieser Boden nur 
rdedere ]\Iittelzalüen geliefert. 

e) Für den Humusboden. Dieser verhielt sich äluilich ^vie der 
Lehmboden. 

f) Für den kalkhaltigen Lehmboden. Die starke Kalkimg scheint 
keiner Sorte gut bekommen zu haben, der Diu'chschnittsertrag war auf 
diesem Boden am kleinsten. 

Im Mttel aller Bodenarten Lieferten 

1. die gröfsten Knollen: Gamet-Chili 85 g, Eichter's Imperator, 
Späte Eosen 61, Neue Lippe'sche 49, AcliiUes, Degen's Bisquit 47, Lippe'- 
sche Eose, Eed skin Flom-ball 43, Gelbfleischige Zwiebel 42, Bi-eese's 
prolific 41, Magmun bonum 39, Sieberhäuser 38 g. 

2. Die gröfste Knollenzahl pro Staude: Alkohol violette 31, 
Gelbe Eose 29, Alkohol, Eichter's 40 knollige. Frühe Nassengnmder 26, 
Troplüme, Peru, The Farmers blusli 25, Blaue Jenaer 24, Thusnelda 27, 
Champion 21, Eos 20. 

3. Die höchsten Erträge pro Hektar in Doppelcentnern: Späte 
Eosen 409, Eed skin Floiu-baU, Eichter's Imperator 401, Peru 389, Frühe 
Nassengrunder 380, Alkohol 359, Eichter's 40knollige 352, Gelbe Eose 
350, Eichter's lange weifse 348, Eos, Allcohol violette 343, Neue Lippe'sche 
336, Garnet-Chili 329, Ceres 328. 

4. Die höchsten Stärkegehaltsmengen: Alkohol 18,3%, Tro- 
plüme 17,6, Eichter's Edelstein und Lnperator 17,1, Champion 16,8, Gelbe 
Eose 16,7, Eichter's Schneerose, Eos 16,6, Anderssen 16,2, Daber'sche 16,1, 
Gelbfleischige Zwiebel 16,0, Sieberhäuser 15,9%. 

5. Die höchsten Erträge an Stärke pro Hektar in Doppel- 
centnern: Eichter's Imperator 68,60, Alkohol 65,85, Gelbe Eose 58,52, 
Eos 57,06, Eed skin Floiu-baU 56,24, Degen's Bisquit 54,94, Späte Eose 
53,60, Alkohol violette 53,55, Eichter's lange weiTse 52,21, Peru 51,45, 
Eichter's 40kiiomge 50,81, Champion 49,60. 

6. Die geringsten Gewichtsmengen erkrankter Kartoffeln 
in Prozenten: Garnet-Chili 0,0, Mag-num boniun 0,5, Imperator 1,7, 
Gelbfleiscliige Zwiebel 1,7, Anderssen 3,0, Eed skin Flom-baU 3,3, Sieber- 
häuser 3,7, Eos 3,9, Improved plachblow 4,9, AcliiUes, 5,1, Peru 6,5. 

Das Abwelken der Steckkartoffeln, von A. Leydhecker. i) 
toffein. Zum Versuche diente eine Fläche von 16 a, welche im Vorjalire 

Sommerhabnfrüchte geti'agen hatte. Im Fi-ühjalu- wnirde mit StaUmist ge- 
düngt, das Feld in Kämme gelegt. Ausgelegt \\'ui'de am 5. Mai. Als 
Saatgut dienten 8 Sorten : 1. Schottische Champion. 2. Marmont. 3. Euphyllos. 
4. Daber'sche. 5. Early Eose. 6. Blaue Eiesen. 7. Eed skin Flom-ball. 
8. Eichter's Imperator. Von jeder Sorte Aviuxlen möglichst gleichschwere, 
mittelgrofse KnoUen ausgesucht, zur Hälfte kühl imd dimkel gelagei-t, 
ziu- Hälfte auf einem Schüttboden dünn ausgebreitet. Nach 7 Wochen 



Abwelken 
der Saatkar 



1) ÖsteiT. landw. Wochenbl. 1886, No. 4 u. 5. 



Pflanze. 127 

liattcu die Sorten im Durchschnitt 10,75 0/q au Gewicht verloren, beson- 
ders 1. (15,5 %), am wenigsten 2. (8,1 ^Jq). Bei keiner Sorte waren die 
Keime stärker angetrieben als bei den kühlgelagerten, frischgebliebenen 
Knollen. Entfernimg der Saatkämme 50, Höhe etwa 20 cm. Die KnoUen 
w^u-den 5 cm tief imd 32 cm entfernt untergebracht. — Bei eiiicni zweiten 
Versuche mit Sorte 1, 2, 4, 5 kam verschieden schAveres Saatgiit (grofse 
und ganz kleine Knollen) zur Anwendung. Die Hälfte dieser Knollen ver- 
weilte 50 Tage an einem warmen, luftigen Orte. Aussaat am G. Mai. 

Die anhaltend ti-ockene AVittermig nach dem Anbau hielt das Wachs- 
tum der Kartoffebi aufserordentlich zm-ück, besonders jene aus gewelktem 
Saatgut. Erst si)äter, als reicldichc Niederscliläge gefallen waren, ver- 
schwanden die Unterscliiede in der Krautbildung frischen imd welken Saat- 
guts. Ernte vom 2. bis 7. Oktober. Erträge (kg von ^/g a): 



2. Saataait 



11 2. bis 7. Oktober 


. Erträge 


(kg von 1/2 


frisch. 


mittelschwer. 






To. der 
Sorte 


Grofse 
Knollen 


Kleine 
Knollen 


Zusammen. 


1 


G9,9 


9,9 


79,8 


2 


60,1 


6,6 


66,7 


3 


110,6 


12,5 


123,1 


4 


53,1 


9,8 


62,9 


5 


63,9 


8,2 


72,1 


6 


57,0 


6,3 


63,3 


7 


57,3 


6,9 


64,2 


8 


70,5 


3,3 


73,8 


welk. 


mittelschwer. 






1 


84,0 


10,5 


94,5 


2 


64,8 


6,3 


71,1 


3 


123,6 


18,3 


141,9 


4 


53,1 


9,9 


63,0 


5 


68,2 


4,2 


72,4 


6 


61,2 


9,6 


70,8 


7 


60,6 


7,8 


68,4 


8 


72,0 


6,3 


78,3 



Im Durchschnitte der 8 Sorten brachte somit das angewelkte Saatgut 
einen Mehrertrag von 

gTofse Knollen 5,64 kg, 
kleine „ 1,17 „ 
6,81 kg. 
Das Abwellcou mrkte bei den verschiedenen Sorten verschieden aus- 
giebig. 

Der zweite Yersucli ergab in Kilogramm: 
1. Saatgut grofs. 

No. der Sorte 

1 
2 

4 
5 



CJrofse 


Knollen 
welk 


Kleine 


Knollen 


Zusammen 


Irisch 


frisch 


welk 


frisch welk 


71,7 


73,5 


7,8 


11,8 


79,5 85,3 


90,0 


98,2 


9,0 


9,9 


99,0 108,1 


67,5 


120,8 


11,3 


16,8 


78,8 137,6 


66,9 


66,6 


8,0 


8,4 


74,9 75,0 



128 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



2. Saatgut Idein. 

No. 



Häufeln der 
Kartoffeln. 



der Sorte 


Grofse Knollen 
frisch welk 


Kleine Knollen 
frisch welk 


Zusammen 
frisch Avelk 


1 


58,6 68,4 


13,6 7,5 


72,2 75,9 


2 


54,5 72,2 


10,2 10,0 


64,7 82,2 


4 


63,9 63,9 


11,1 21,6 


75,0 85,5 


5 


54,0 64,8 


6,6 6,9 


60,6 71,7 



Der Boden, auf dem der Yersucli stattfand, war frischer und etwas 
bindiger und nicht so freigelegen wie jener des ersten Versuchs. 

Das Häufeln der Kartoffeln, von Paul Gabler, i) 20 Knollen 
jeder Sorte, annähernd gleich gi-ofs und gleich schwer, wiu-den am 20. Mai 
ausgesetzt, je 10 Stöcke am 29. Jimi imd 20. Juli behackt und behäufelt, 
je 10 nur behackt. Fehlerhafte wm-den bei der Ernte nicht beobachtet. 
Ergebnisse: 



Kartoffel-Sorten. 



1. 

2. 

3. 

4. 

.5. 

6. 

7. 

8. 

!). 
10. 
11. 
12. 
13. 
14. 
15. 
16. 



Imperator . . . 
Fürst Bismarck . 
Herknles . . . 
Paterson's Viktoria 

Seed 

Red Skin Flourball 
Magnum bonum . 
Aurora . . . . 
Schneeflocke . . 
Hertha .... 
Späte Rosen . . 
Richter's Elegante 

Eos 

Bovinia . . . . 
Champion . . . 
Bisquit . . . . 



behäufelt 

unbehäufelt 

behäufelt 

unbehäufelt 

behäufelt 

unbehäufelt 

behäufelt 

unbehäufelt 

behäufelt 

unbehäufelt 

behäufelt 

unbehäufelt 

behäufelt 

unbehäufelt 

behäufelt 

unbehäufelt 

behäufelt 

unbehäufelt 

behäufelt 

unbehäufelt 

behäufelt 

unbehäufelt 

behäufelt 

unbehäufelt 

behäufelt 

unbehäufelt 

behäufelt 

unbehäufelt 

behäufelt 

unliehäufelt 

behäufelt 

unbehäufelt 




1884 



1885 



8150,0 
6900,0 
8300.0 
8100,0 
9150.0 
8250,0 
5550,0 
5100,0 
6400,0 
4750,0 
5200,0 
3750,0 
4450,0 
3750,0 
3750,0 
8400,0 
3100,0 
2500,0 
5050,0 
3250,0 
2750,0 
2650,0 
3600,0 
i 3600,0 



+ 18,1 
+ 2,4 
+ 10,8 
+ 8,2 
+ 34,7 
+ 38,6 
+ 18,6 
+ 10,3 
+ 24,0 
+ 55,3 

+ 3,7 
0,0 



3600,0 
3250,0 
3100,0 
2300,0 
3950,0 
3900,0 
2450,0 
2950,0 
1700,0 
3000,0 
4250,0 
3950,0 
5350,0 
5700,0 
4400,0 
4300,0 
3050,0 
2050,0 
5150,0 
5100,0 
1750,0 
2200,0 
4100,0 
2200,0 
3500,0 
3400,0 
6000,0 
4700,0 
5150,0 
6050,0 
3350,0 
3400,0 



Ertrag 



Mehr- jj 
ertrag i 
durch i 
Be- li in 
häufeln 

g 



+ 10.7 
+ 34,7 
+ 1,2 

- 8,2 
-76,4 
+ 7,5 

- 6,5 
+ 2,5 
+ 48,7 
+ 0,9 

- 25,7 
+ 86,8 
+ 2,9 
+ 27,6 
-17,4 

- 1,4 



Mehr- 
ertrag 
durch 
Be- 
häufeln 
/o 



7400,0 
5450,0 
6900,0 
6450,0 
7400,0 
5550,0 
5300,0 
4500,0 
6450,0 
5200,0 
5100,0 
4950,0 
6000,0 
6400,0 
5300,0 
5150,0 
6350,0 
5000,0 
8500,0 
7650,0 
5300,0 
5350,0 



6250,0 
5250,0 
8300,0 
6300,0 
6100.0 
6450,0 
5800,0 
5600,0 



+ 35,7 


+ 6,9 


+ 35,1 


+ 17,7 


+ 24,3 


+ 3,0 


— 6,6 


+ 2,9 


+ 27,0 


+ 11,1 


- 0,9 


+ 19,0 


+ 31,7 


- 5,7 


+ 3,5 



1) Georg. 1886, No. 3. 



Pflanze. 



120 





1883 


1884 


1885 


Kartoffel-Sorten. 


Ertrag 
in 

g 


Mehr- 
ertrag 
durch 

Be- 
häufeln 

7o 


Ertrag 
1 in 

g 


Mehr- j i Mehr- 
ertrag p , ertrag 
durch ^^^^ durch 

Be- "1 j Be- 
häufeln 1 häufeln 

% 1 g % 


in Tii i- • 1- behäufelt 

17. Blaue fnsche . . ^^^beliäufelt 

-.o -.TT -c 1^ • behäufelt 

18. Weifse Danziger . ,„,y,,häufelt 

,,. ., behäufelt 
!••• ^^"^-^ unbehäufelt 

20. Früheste Sechs- behäufelt 

wochenkartofiel unbehäufelt 
--,1 /-, 1 1 1 behäufelt 

21. Goldelse. . . . ,,^|,e|,äufelt 

22. Schneeglöckchen . ^^^^ 

nn A j behäufelt 

23. Anderssen . . . ^^^b^häufelt 

24. Weifse späte Roseu I;'//;2;äufeit 






3350,0 

2800,0 
3450,0 
3450,0 
4700,0 
3900,0 
2050,0 
1450,0 
3850,0 
1 4300,0 
3750,0 
4250,0 
2000,0 
2100,0 
5000,0 
3850,0 


+ 16,0 
0,0 

+ 20,5 
+ 41,3 

— 11,6 
-13,3 

— 5,0 
+ 29,8 


_ 

5850,0 
4100,0 
6150,0 
6150,0 
4250,0 
4200,0 
5050,0 
5900,0 
6750,0 
7150,0 
5400,0 
3450,0 
4200,0 
3250,0 


+ 42,6 
0,0 

+ 1,1 

— 16,8 

— 5,9 
+ 56,5 
+ 29,2 



Die einzelnen Sorten verhalten sich demnacli gegen Behäufeln ver- 
schieden, manche gaben stets Melu--, andere Mindererti-äge. Bei den Fntter- 
kartoffeln, weniger bei den Speisekartoffeln, treten die A^orzüge des Be- 
hänfelns am deutlichsten hervor. Verfasser meint, dies rühre vom "Wasser- . 
gehalte her, der bei ersteren gröfser sei; das Behäufeln wii'ke liier als 
Schutz gegen Fäulnis imd andere Erla-anlamg, nicht von der bewii-kten 
geringeren Feuchtigkeit des Erdi'eiclis an sich. 

Im Jahi-e 1883, welches nafs war, hatte bis auf einen Fall die den 
Boden austrocknende Behäufelung überall günstig gewirkt. 1884 war mehr 
trocken, die Behäufelung bewii'kte deshalb nm' 13mal Mehrgewicht, Imal 
Gleichgemacht, 8 mal Mnderge wicht. 1885 war feucht, nasser nur gegen 
den Herbst liin. Es ergab sich 15mal ]VIelirge\\acht, Imal Gleichgewicht, 
5 mal ]\Iindergewicht durch das Häufeln. 

Die Ergebnisse sollen si^äter mit den Niedersclilägen der einzelneji 
Monate verglichen werden. 

Kartoffelanbauversuche, von 0. Cimbal. i) Kartoffei- 

' ' anbau- 

Bei dem ti'ockenen Sommer 1885, welcher die Spätsorten wesentlich versuciie. 
benacliteilig-te, wiu'den auf lumiosem, gut kiütiviertem Lehm die folgenden 
Ei-ti'äce erzielt. 



1) Landw. 1888, No. 16. 



Jahresbericht 1886. 



130 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Name 



orgen 
nach 


'S § 




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'S § 


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Stärk 
nach 


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1 

2 
3 

4 

5 

*6 

*7 

8 

*9 
10 
11 
12 
13 
14 
*15 
*16 
*17 
18 
19 
20 
21 
22 
23 
24 
25 
26 
*27 
28 
29 
30 
31 
32 
*33 
34 
35 
36 
37 
38 
*39 
40 



Hermann .... 
Koniblimie .... 

Hero 

AnreKe 

Matador 

174 von 81 (Paiüsen) . 
A.r. 1 9 von 1 882(Paiüsen) 

Cliarlotte 

A.R. 27 vonl882(Paiüsen) 

Amaranthe 

Odin 

Hortensie 

Eicliter's Inii)erator . 

Ajiderssen 

162 von 1881 (Paiüsen) 

Tremont 

Wormleigliton's Sämling 
Improved Peacliblow . . 
Alkohol, violett . . . 

Rosalie 

Early Hammcrsmitli . . 

Alkohol 

Kleopati\a 

Blanka 

Guillet 

Hei-tlia 

153 von 1881 (Paiüsen) 
Lippische Rose . . . 

Eos 

Gelbe Rose 

Richter's Schneerose . . 

Champion 

Clarks ]\Iamc crop . . 

Euphyllos 

Wliite Elefant .... 
Red-Skin-FlonrbaU . . 

Calico 

Gelbfleisch, säclis. Zwiebel 

Roche 

Weifsfleisch.sächs.Zwiebel 



151,20 

156 

254 

160 

172,80 

149,40 

180 

163,80 

147,60 

156,60 

148,20 

160,20 

140,40 

143,10 

149,40 

136,80 

160 

149,40 

152,40 

158,40 

144 

127,80 

153 

144 

149,40 

165,60 

130,20 

147,60 

131,40 

131,40 

145,80 

136,80 

122,40 

160,20 

150,30 

140 

136,80 

141,30 

136,80 

126 



22,61 
21,86 
22,13 
21,30 
19,58 
22,61 
18,76 
20,43 
22,61 
20,43 
22,13 
20,01 
22,61 
21,94 
20,86 
22,61 
19,16 
20,43 
20,01 
19,16 
20,86 
23,05 
19,16 
20,43 
19,58 
17,59 
21,74 
19,58 
21,94 
21,74 
19,58 
20,86 
23,05 
17,23 
18,36 
19,58 
20,01 
19,16 
19,16 
20,43 



3418,632 

3410,16 

3408,02 

3408 

3383,424 

3379,034 

3376,8 

3346,434 

3337 

3309,66 

3279,666 

3205,602 

3174,444 

3139,614 

3116,448 

3093,148 

3065,60 

3052,242 

3049,524 

3034,974 

3003,84 

2945,79 

2931,48 

2941,92 

2025,252 

2912,904 

2895,768 

2890,008 

2882,916 

2856,636 

2854,764 

2853,648 

2821.32 

2760,246 

2759,508 

2741,20 

2737,368 

2707,308 

2621,088 

2574,18 



Bemerkmigen 
zu einzelnen Sorten 



HervoiTagende, 
sehr gut be- 
"wälirte Züch- 
timg. 

Ebenfalls "wie- 
der gut bewälirt. 
Noch weiter zu 
prüfen. 

Palst wahr- 
scheinlich für 
leichte Böden, 
zu Brennerei- 
zwecken. 
Massenkartoffel 
ersten Ranges. 
Beachtenswerte 
Neuzüchtimg. 
Wie 3. 
Wie 6. 
AVie 3. 

Wieder gut be- 
Avährt. 
Empfehlens- 
werte Sorte. 



Neuheiten. 



Pflanze. 



131 



Name 



Chardon 

Dabor 

Mai;imiu bomiin . 
Späte Aveilsc Rosen . 
Frühe Nassenginmder 

Cuzko 

Amerik. Magnmn bonum 
N. R. 9 von 1881 . . 

Gleason 

Pringle 

Giiesenliäger . . . . 

Aiu'oi'a 

Achilles 

St. Patric 



S 'S? 

1«^ d S 

p ffi a 

p- o a 



J" -ä 



85 von 80 . . . . 
Silberliant .... 
Gesundheit .... 
Schobnaster. . . . 
Van der Veer . 
Early Eose .... 
Brannschweiger Zncker 

Idaho 

Plentiful 

The farmers blnsli 

Janowky 

Matschlefs .... 

Peerlefs 

Adirondak .... 
WeltAvmider. 
T^'rian piu-jjle . 
Marzipankartoffel . 
Boston Market . . . 
Maikönigin .... 
Eichter's frühe Zwiebel 
Königin von Rumänien 
Telephone .... 
Eai'ly Maiflower . 
Rosy Morn .... 
*Early Simrise . . . 
Heinemann's Delicatefs 
Late beautis of Hebron 
Earlv Olüo .... 



126 

113,40 

129,00 

144 

145,80 

142,20 

138,G0 

118,80 

120,G0 

117,0 

109,80 

118,80 

124,20 

111,G0 

99 

100,80 

108,0 

104,40 

115,20 

117 

100,20 

114,30 

95,50 

93,00 

107,10 

04,50 

97,20 

90,90 

97,20 

84,00 

72,00 

85,50 

77,40 

72 

74,70 
75,00 
04,80 
07,50 
71,10 
06,00 
79,20 
08,40 



20,43 
22,01 

19,58 
17,59 
17,23 
17,59 
17,97 
20,80 
20,43 
20,80 
22,13 
19,58 
17,97 
19,58 
21,74 
21,30 
19,58 
19,58 
17,59 
17,05 
18,36 
10,88 
20,22 
20,43 
17,59 
19,58 
18,76 
20,01 
18,30 
18,30 
20,80 
17,23 
18,30 
19,10 
18,30 
17,59 
20,01 
18,30 
17,23 
18,30 
15,37 
17,59 



!3 c 

^ <^ a 



Bemerkungen 
zu einzelnen Sorten 



2574,18 

2503,974 

2573,508 

2532,96 

2512,134 

2501,298 

2490,642 

2478,168 

2463,858 

2440,62 

2429,874 

2320,104 

2231,874 

2185,128 

2152,20 

2147,04 

2114,04 

2044,152 

2020,308 

1994,85 

1949,832 

1929,384 

1928,988 

1912,248 

1883,889 

1850,31 

1823,472 

1818,909 

1784,592 

1553,250 

1501,92 

1473,105 

1421,004 

1379,52 

1371,492 

1329,804 

1290,048 

1239,3 

1225,053 

1222,770 

1217,304 

1203,156 



76, 77 scheinen 
keinen beson- 
deren Wert zn 
liabcn. 

80. GartenkartoffeL 



132 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Kartoffel- 

aubau- 
versuche. 



Name 



*83 

84 

85 

*86l 

87' 

88 

*89 

*90 

*91 

*92 

*93 



Stolz von Amerika 
Wlüte Staar . . 
Alpha .... 
Rubicimd . . . 
Dr. Stej^hau . . 
König von Rumänien 
Pm-ple and Gold . 
Early Hoiiscliald . 
Queen of tlie Valley 
Joseph Rigault. 
Harlequin . . . 








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1 



S-?a 



«2 Ö'^ 

ö i> ä 



W^ 



W Ph 



70,20 

60,30 

63 

47,70 

68,40 

58,50 

52,20 

43,20 

50,40 

39,00 

14,40 



16,54 
19,16 
17,97 
23,05 
15,92 
16,54 
17,59 
19,16 
15,92 
14,51 
17,59 



1161,108 

1155,348 

1132,11 

1099,485 

1088,928 

967,59 

918,198 

827,712 

802,368 

574,596 

253,296 



Bemerkimgen 
zu einzelnen Sorten 



83. Taugt nidhts. 

89. Wie 80. 

90. Vielleicht frühe 
Marktkartoffel. 

91. Wie 83. 

92. Wie 80. 

93. Für die grofsen 
Kultin-en imge- 
eignet. — Die 
meisten übrigen 
Sorten sind erst 
noch weiter zu 
prüfende Neu- 
heiten. 



Vergleichende Anbauversuche mit verschiedenen Kartoffel- 
sorten im Jahre 18 85, von F. Heine. ^) 

Der Boden war nicht ganz normaler Zuckerrübenboden, aber solchem 
sehr nahekommend. Gedüngt war mit Stallmist imter Beigabe von Cliili- 
salpeter imd Doppelsuperj)hosphat. Die Eiti'äge, pro Morgen berechnet (die 
bisher auf Grund vieljälu'iger Versuche besten 12 Sorten sind mit 2 Stern- 
chen, die unter den 1883 zum erstenmale geprüften Sorten besonders her- 
von-agenden sind mit einem Sternchen bezeiclmet): 



No. 



1. 
2. 
3. 
4. 
5. 
6. 
7. 
8. 
9. 
10. 



Namen der Sorten 



**Gelbe Rose 

**Richter's Imperator 
**Magnmn bonum .... 

Rosaüe 

**EuphyUos 

**Eos ^ 

Paiüsen's No. 39 von 1874 
**Frühe Nassengrunder . 
*Amaranth 

Richter's lange weifse . . 



Knollen- 
Ertrag 

pro 
Morgen 

Pfd. 



17 223 

15 420 

16 532 

16 261 

17 613 

13 799 
17 048 

14 637 

14 629 

15 118 



Stärkegehalt 



7o 



stärkemenge 

pro 

Morgen 

Pfd. 



21,04 
23,08 
21,46 
20,91 
18,99 
24,05 
19,21 
22,12 
21,78 
20,78 



3584 
3559 
3548 
3400 
3345 
3319 
3275 
3238 
3186 
3142 



1) D. landw. Presse 1886, No. 24 u. 25, auch Sachs, landw. Ver.-Zeitschr. 1886, 
No. 7, S. 167. 



Pflanze. 



133 




Paulsen's No. 31 von 1874 

**Eichter's Sclmeerose . . . 

*Hermanii 

Schulmeister 

Richter's No. 17 von 1875 . 

Prima Domia 

Richter's No. 2G1 von 1877 

Gamet Chili 

Hortensie 

Adirondack 

Sächsische Zwiebel . . . 

Silberhaut 

^''^Lippische Rose 

**The farmers bhish . . 

Idaho 

Dabersche 

**Aiu'ora 

^'■'Champion 

Weilse CaUao 

*Matador 

Rosa Elephant 

Hero 

Panlsen's No. 8 von 1874 . 

Acliüles 

**Alkohol 

Bm-bank's Seedling , . . 

Wlüte Star 

Bresee's prolific . . . . 

Indispensable 

"Wittersche Dauer . . . . 

Fürstenwalder 

Richter's No. 200 von 1876 

Improved Peachblow . 

Granat 

Zborow 

Richter's No. 83 von 18GG . 

Sutton's reading hero . . . 

Pringle 

Richter's No. 422 von 1877 

Redskin floui'ball . . . . 
^Aiu-elie 

Leschen 

"Waschewer ...... 



15 030 
14 786 
12597 
14 096 
14138 

14 496 

15 082 

12 789 
14 636 
14 716 

13 709 

13 470 

14 312 

14 044 

15 351 

12 764 

13 406 

14 438 
13 953 

16 071 

13 389 
12 913 

15 417 
12 162 

12 155 

14 065 
14 040 

13 570 

14 418 
12 848 
12 138 
11877 
12 386 
12 823 
14 104 
14 234 

11 756 
12411 

12 323 

12 251 
11607 
11479 

13 220 



20,76 
20,97 
23,97 
21,21 
20,99 
20,40 
19,52 
22,94 
19,95 
19,68 
21,70 
21,43 
20,14 
20,52 
18,68 
22,36 
21,25 
19,62 
20,27 
17,38 
20,83 
21,58 
18,06 
22,77 
22,72 
19,63 
19,46 
20,13 
18,94 
21,24 
22,26 
22,73 
21,74 
20,81 
18,76 
19,90 
22,31 
21,04 
21,14 
21,19 
22,26 
22,50 
19,46 



3120 
3101 
3020 
2990 
2968 
2957 
2944 
2934 
2920 
2896 
2888 
2887 
2882 
2882 
2868 
2854 
2849 
2833 
2828 
2793 
2789 
2787 
2784 
2769 
2762 
2761 
2732 
2732 
2731 
2729 
2702 
2700 
2693 
2668 
2646 
2634 
2623 
2611 
2605 
2596 
2584 
2583 
2573 



134 



Boden, "Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



No. 



Namen der Sorten 



Knollen- 
Ertrag 


Stärkegehalt 


Stärkemenge 
pro 


Morgen 




Morgen 


Pfd. 


7o 


Pfd. 


11827 


21,71 


2568 


12 091 


21,08 


2549 


13 415 


18,91 


2537 


12 836 


19,60 


2516 


12 575 


19,71 


2479 


13 365 


18,46 


2467 


12 032 


20,43 


2458 


12 226 


20,06 


2453 


11490 


21,30 


2447 


11950 


20,32 


2428 


10 477 


23,10 


2420 


11 966 


20,16 . 


2412 


12 667 


18,51 


2345 


10 939 


21,35 


2335 


10 890 


21,13 


2301 


10 785 


21,26 


2293 


11380 


19,95 


2270 


10 789 


20,94 


2259 


11394 


19,76 


2251 


10 297 


21,85 


2250 


11006 


19,95 


2196 


10 682 


20,43 


2182 


9 255 


22,29 


2063 


10 529 


19,09 


2010 


11 166 


17,55 


1960 


9 645 


20,27 


1955 


8 661 


22,12 


1916 


9 612 


19,56 


1880 


9 429 


19,82 


1809 


8 645 


19,51 


1687 


8 334 


18,80 


1567 


8 944 


16,96 


1517 


8 073 


18,51 


1494 


7 258 


18,12 


1315 


4 641 


19,16 


889 



54. 
55. 
56. 
57. 
58. 
59. 
60. 
61. 
62. 
63. 
64. 
65. 
66. 
67. 
68. 
69. 
70. 
71. 
72. 
73. 
74. 
75. 
76. 
77. 
78. 
79. 
80. 
81. 
82. 
83. 
84. 
85. 
86. 
87. 



Paiilsen's No. 8 von 1880 . 
Richter's No. 130 von 1876 
Early liouseholcl .... 
Bresee's prolific v. Eifxirt 
Extra eai'lj^ Vermont . 

Kuzko 

Frülie Rose 

St. Paü'ic 

Holborn's Favoinite 

Frülie Zucker 

Paiüsen's No. 50 von 1874 

*Charlotte 

Richter's No. 295 von 1877 
Winninger Dabersche . 

Odin 

Netz 

Hambui'ger 

Ellipse 

Paulsen's No. 17 von 1877 
Richter's No. 14 von 1875 

Trophime 

Frühe blaue 

Early beauty of Hebron . . 
Richter's No. 42 von 1876 . 
Foster's early Peachblow. 

Grampian 

Richter's No. 25 von 1876 . 

Kleopatra 

Bisquit 

Fürst Bismai"ck 

Howora 

Willarcl 

Reine des hatives .... 

Thal -Königin 

Vermont Champion . . . 



Nach den Erfalu-ungen des Verfassers bedarf es eines mindestens 4- 
jälu-igen Versuchsanbaues, um den Wei-t einer neuen Sorte dem älterer 
gegenüber sicher festzustellen. 

Auf Grund der längere Zeit festgesetzten Anbauversuche lassen sich 
die besseren Sorten in folgende Reilienfolge nach den Durchschnittszahlen 
ilirer Leistimgen bringen : 



Pflanze. 



135 



Namen der Sorten 



Prüfungs- 
Jahre 



Rosalie 

**Eos 

*Araarantli 

*Hermajin 

**Alkoliol 

**Richter's Imj)ei'ator 

**E\i])hyllos 

**Li2jpisclie Rose 

Richter's lange weil'se . . 

** Aurora 

**Friihe Nassengiimdcr . 

**Gelbe Rose 

**Magmun boniun . . . . 
**Tlie farmers blusli 

Pmdsen's No. 39 von 1874 
**Richter's Sclineerose . 
**Chamiiion 

Hortensie 

Prima Donna 

Paidsen's No. 31 von 1874 

Kuzko 

Idaho 

Fürstenwalder 

*Matador 

Rosa Elephant 

Aelülles 

Richter's No. 17 von 1875 . 

Dabersehe 

Richter's No. 83 von 1876 . 

Paidsen's No. 8 von 1874 . 

Piingle 

Wittersclie Dauer . . . . 

Burbank's Seodling 

Lnproved Paechblow . 

Zborow 

Paidsen's Nr. 50 von 1874 

Sächsische Zwiebel 

Indispensable 

Gamet Chili 

Troplünie 

Wlüto Star 

Silberhaut 

Leschen 

Frühe Rose 

Bresee's prolific . . . . 



2 

9 
2 
2 

8 
8 
9 
9 
5 
9 
G 
9 
5 
8 
7 
8 
G 
2 

9 
2 

5 
5 
9 
2 

3 

8 
2 

8 
2 

8 
5 
2 

5 
5 
5 
5 
5 
2 

8 
9 
3 
4 
4 



Reifezeit 
1885 



mittelspät 

spät 

spät 

sehr spät 

mittelfrüh 

spät 

mittelspät 

spät 

mittelspät 

spät 

mittelspät 

mittelspät 

spät 

mittelspät 

mittelspät 

mittelspät 

spät 

mittelspät 

mittelspät 

spät 

mittelspät 

mittelfrüli 

mittelsi^ät 

spät 

mittelspät 

spät 

mittelspät 

mittelspät 

mittelspät 

früh 

mittelfrüh 

früh 

ndttelfrüh 

mittelspät 

mittelfridi 

selu- spät 

mittelspät 

mittelspät 

mittelspät 

spät 

mittelspät 

ndttelfrüh 

friüi 

früh 

fi-üh 



136 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



No. 



Namen der Sorten 



Prüfungs- 
Jahre 



Eeifezeit 
1885 



46. 
47. 
48. 
49. 
50. 
51. 
52. 
53. 
54. 
55. 
56. 
57. 
58. 
59. 
60. 
61. 
62. 
63. 
64. 
65. 
66. 
67. 
68. 
69. 
70. 
71. 
72. 
73. 
74. 
75. 
76. 
77. 
78. 
79. 
80. 
81. 
82. 
83. 
84. 
85. 
86. 
87. 



1877 



1877 



Eedskiu floiU'baU . 
*Am'elie 

Paiüsen's No. 17 von 

Granat 

Oclin 

*Cliarlotte 

Hero 

Extra eaiiy Vermont . 

Adii'ondack .... 

Sclnümeister 

"Waschewer .... 

AVeifse CaUao . 

Eicliter's No. 295 von 

Frühe Zucker 

Richter 's No. 261 von 1877 

Howora 

Richter's No. 200 von 1876 

Winninger Dabersche . 

Frühe blaue 

Early household .... 

St. Paü-ic 

Sutton's reading hero . . . 

Wülard ....... 

Richter's No. 422 von 1877 

Netz 

Paiüsen's No. 8 von 1880 . 

Holborn's Favomite . . 

Richter's No. 14 von 1875. 

Hambui'ger 

Fih'st Bismarck 

Richter's No. 130 von 1876 

Bresee's profilic von Ei-fm-t . 

Grampian 

Bisfj^uit 

EUipse 

Early beauty of Hebron . 

Richter's No. 42 von 1876 . 

Foster's early Peacliblow 

Kleopati'a 

Richter's No. 25 von 1876. 

Thal- Königin 

Reine des hätives .... 

Yermont Champion . . . 



mittelspät 

spät 

mittelspät 

spät 

mittelspät 

sehr spät 

spät 

früh 

mittelspät 

mittelsj)ät 

mittelspät 

friüi 

spät 

früh 

mittelspät 

mittelspät 

mittelfrüh 

mittelspät 

fr-üh 

ft-üh 

mittelfi-üh 

spät 

ftiüi 

spät 

ft'üh 

spät 

mittelfrüh 

sehi' fr-üh 

fr'üh 

spät 

spät 

früh 

mittelfrüh 

früh 

mittclspät 

mittelspät 

spät 

mittelfrüh 

spät 

früh 

mittelfrüh 

selu- früli 

sein- früh 



Am meisten emiofielüt Verfasser No. 2, 5, 6, 7, 8, 10, 11, 12, 13, 
14, 16, 17. Als Sorten, welche befriedigend holie Erträge geben und 



Pflanze. 



137 



gleichzeitig als Speise-, Brennerei- und Futterkartoffeln passen, nennt Yer- 
tasser No. G, 13, 16, 11, 12. 

Kartol'fclanbauversiiclie, von ¥. Janowsky. ^) 

Verfasser hat 49 Sorten nach dem Gülich'schen Verfahi-en angebaut 
und m-tcilt über die einzelnen Sorten Iblgcndermarscn. Yon den Speise- 
kai-totreln sind vorzugsweise zu eniplcklcn: Wcil'so i'undc Sechswochen, als 
l'riihe Speise- luul als selu' orti-agreicho Bronnerei- luid Futterkartofiel. Ilu' 
nalie kommen Magnuni bonum, Silberhaut, Goldelse, Frülie lange weifsc Sechs- 
wochen, Gelbe Rose, Frühe von Chicago, Richter's blaue Niere. Als Bi'cnn- 
kai'tolieln stehen bezüglich des Stärkeertrags, Dauerhaftigkeit und Widerstands- 
fälligkeit obenan: Frülie Nassengnmder, Frühe Rose, Sieberhäuser, Schnee- 
flocke, Alkohol, Trophiino, Champion, Ekirly Rose, Brownell's beauty. Für den 
Landwirt und den Bi'onner sind zu emi^felücn aufeinanderfolgend: Frühe 
Rose, Sieberhäuser, Hertha, Frülie Nassengrunder, Troi^liime, Champion, Alko- 
hol. Yon den Bremicreikartoffeln verdienen als Speisekartoffehi empfohlen zu 
werden: Frühe Rose, Early Rose, Champion; als Futterkartoffeln: Fnihe 
Nassengrmider, Frühe Rose, Hertha, Sieberhäuser, Schneeflocke. Als Futter- 
kartoffeln erweisen sich besonders wertvoll: Thusnelda, Achilles, AVliite 
Elephant, Hercules, Avelche zugleich für Brennereien wertvoll sind. Fafst 
man den landwirtschaftlichen, tecluiischen und den Wert als Speisekartoft'eln 
zugleich ins Auge, so dürfte die Reihenfolge sein: Frühe Rose, Weifse 
nmde Sechswochen, Sieberhäuser, Magnüm bonum, Hertha, Thusnelda, 
Achilles, Goldelse, Silberhaut, Trophime, Champion, Alkohol, Frülie lange 
weifse Sechswochen, White Elephant. 

Über Kartoffelbau, von Liebscher. 2) 

Die Kartoffel als Futterpflanze, von E. Pott. 3) 



Kartoffel- 

aubau- 
vtTHuche. 



d) Eüben. 

über Schofsrüben, von Fr. Herles.^) 

Die Ansichten über die Zusammensetzung der Schofsrüben sind sehr 
abweichend, teils soUen dieselben den gleichen Zuckergehalt besitzen wie 
nonnale Rüben, teils lüerin ziu'ückstehen und mehr Nichtzuckerstoffe ent- 
halten. Verfasser fülii-te seine üntersuchimgen im Jalire 1884 mid 1885 
aus. Die Rüben ^\nirden zemeben, bei jeder Sorte der Brei gut diu-ch- 
einandergemischt imd je ein gleiches Gewicht des Breies auf einer starken 
Sphidelpresse ausgepreist, der Saft bei einzelnen Versuchen mit 3^/^ Kalk 
geschieden, saturiert und auf den Reinheitsquotienten untersucht. 

(Siehe die TabeUe auf Seite 138.) 

Um das „Mark" zu bestimmen, wurde der Rübenbrei ausgewaschen, 
erst mit kaltem, später mit lauwarmem, endlich mit heifsem Wasser mid 
nach Austi'ocknen bei 100 ^ C. gewogen. 



1) Österr. landw. Wochenbl. 1885, No. 48. Centr.-Bl. Agrik. 1880, XVI. 193. 

2) Jahrb. der deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft 188(3, I. 12G. 
^) Zeitschr. d. bajr. landw. Ver. 188(5, November und Dezember. 

*) Öster. Eübenzuckerzeit. 188G, XXIV. N. F. XV, August^Septemberh. 618. — 
Auch Zeitschr. f. Zueker.-Iud. in Böhmen 1886, 458. 



Kuben. 



Schofs- 
rüben. 



138 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 





■ a> 
■^ bc 


ö 




a 


CO .MS 

.-Sa 


its- 

nach 

-ation 






Eübe 


Durc 
Schnitts 




w 

'S 


Sc 


Keinhe 
quotic 


Keinhe 
quotient 
derSatui 


Varietät 




1. a)NonTiale 


365 


16,2 


13,57 


2,63 83,76 


86,16 


Elektoral 




b) Scliorsrübe 


351 


16,85 


15,67 


2,18 


87,06 


89,88 






2. a) Normale 


321 


15,5 


13,37 


2,11 


86,38 


90,32 


Deprez pere 




b) Scliofsrübe 


332 


16,7 


14,30 


2,40 


85,62 


89,74 






3. a) Normale 


242 


18,6 


15,81 


2,79 


85,00 


88,69 


Biendorf 




b) Scliofsrübe 


276 


17,7 


15,60 


2,10 


88,13 


90,92 






4. a) Normale 


631 


15,2 


12,48 


2,75 


81,90 


— 


Betterave riebe 


rosa 


b) Scliofsrübe 


576 


14,3 


12,18 


2,12 


85,17 


— 






5. a) Normale 


371 


15,3 


12,15 


3,15 


79,41 


— 


Imperial 




b) Scliofsrübe 


400 


16,6 


13,56 


3,04 


81,09 


— 






6. a) Normale 


393 


17,0 


13,95 


3,15 


82,05 


86,52 


Biendorf 




b) Schofsrübe 


363 


16,55 


13,84 


2,71 


83,87 


88,09 






7, a) Normale 


480 


16,5 


13,26 


3,24 


80,36 


85,18 


Imperial 




b) Schofsrübe 


418 


16,1 


13,23 


2,87 


82,17 


86,92 






8. a) Normale 


460 


17,0 


13,76 


3,24 


80,94 


— 


Betterave riche 


rosa 


b) Schofsrübe 


500 


15,6 


12,95 


2,65 183,01 








9. a) Normale 


266 


16,95| 14,05 


2,90 ! 82,89 


— 


Imperial 




b) Schofsrübe 


270 


16,80 


13,94 


2,66 


83,37 


— 







Grefunden wm-de: 





^' s 


ö 


1 






Kübe 


Durch- 
schnittsgew 

Saccharome 


Polarisatio 


Differenz 

Keinheits 
quotient 

Mark in 
Proz. 


Saftgehalt 
Proz. 
100 M. 


Varietät 




1. a) Noi-male 


382 


16,2 


13,14 


3,06 81,11 


3,59 


96,41 


Betterave riche 


rosa 


b) Scliofsmbe 


342 


14,3 


11,90 


2,40,83,21 


3,12 


96,88^ 




2. a) Normale 


406 


16,3 


13,14 


3,1680,61 


.3,10 


96,90, 


■)■> 


b) Schofsrübe 


444 


15,5 


13,66 1,84'88,12 


3,76 


96,24 




3. a) Normale ; 344 


16,3 


13,44 2,86 82,45 


3,87 


96,13 


Biendorf 




b) Schofsrübe ! 358 17,5 


15,02: 2,48'85,82 


4,25 


95,75 






4. a) Normale 1,384 16,1 


13,74' 2,30 85,34 


4,10 


95,90 


Imperial 




b) Schofsrübe 


432 


16,6 


14,36 


2,24 


8G,o0 


3,80 


90,20 







Da man das Schofsen für den Zuckergehalt scliädlich hält, werden 
vielfach die Blütenstengel abgeschnitten in der ileinung, die Schofsrübe 
liiedm-ch ziu' A^erarbeitnng geeigneter zu machen, obwolü auch hierüber die 
Ansichten sehr geteilt sind. Verfasser fand: 



Pflanze. 



189 





1 1 o 




Rübe 


'S tr 

2 i 


s 

o 


risation 
'erenz 


"a 'S 


<U 1— 
^ ^ (D 

■"^ j= 'S ^ 


CO 


des aus- 
■cfsten 


Varietät 




3 


'S 


Polai 
Difl 




ucke 
R 

Saft; 
ar.d. 










Q CQ 








N 


_l. 




a 




l.a) normale 


317 18,7 


15,26 


3,44 


81,60 


14,00 


91,74 


60,30' Imperial 


b) beschn . Schofsrübe 


37616,7 


14,24 


2,40 


85,26 


13,80 


90,20 


02,70 




c)nichtbeschn. „ 


333 


16,0 


12,66 


3,34 


78,75 


12,00 


94,78 


65,20 




2. a) normale 


402 


16,75 


14,23 


2,52 


84,95 


12,95 


91,00 


60,20 


5? 


b) beschn. Schofsnibo 


302 


16,65 


14,35 


2,30 


86,18 


14,00 


97,56 


65,4 




e)nichtbeschn. „ 


357 


14,40 


11,65:2,75 


80,70 


10,90 


93,58 


64,0 




3, a) normale 


443 


15,80 


13,78 2,02 


87,21 


13,15 


95,42 


67,20 Betterave 


b) beschn. Schofsrübe 


400 


14,55 


12,47 


2,08 


85,70 


12,00 


96,23 


67,60 richerosa 


c) nichtbeschn. „ 


432 


14,25 


11,82 


2,43 


82,94 


10,90 


92,21 


70,8 




4. a) normale 


420 


16,30 13,62 2,68 


83,55 


12,10 


89,13 


61,60 Biendorf 


b) besclin. Schofsrübe 


400 


15,80 13,56i 2,24 


85,82 


13,15 


96,97 


71,70 




c) nichtbeschn. „ 


373 


15,95 


12,99 


2,96 


81,44 


12,20 


93,91 


62,2 





Bemerkt nuifs werden, dafs nähere Angaben über das Verhalten der 
beschnittenen Schofsrüben (Wiederausti'eiben von Nebentrieben u. s. w.) fehlen 
nnd dafs anch ans anderweitigen Gründen die Verwertung der obigen Zalüen 
für physiologische Zwecke erschwert ist. 

Je zwei dicht nebeneinander gewachsene Rüben, die eine normal, 
die andere geschofst, gaben: 

Grofse Rüben Kloine Rüben 

no 
Durchschnittsgewicht (g) . 
Spez. GeAWcht des Safts . . . 
Zuckergehalt des Safts (»/o) . . 
Asche des Safts (^/q) .... 
Organische Stoffe dos Safts (^/q) 
Wassergehalt des Safts (%) . 
Reinheitsquotient scheinbarer (^/q) 
Reinheitsquotient wirldicher „ 

Mark 

Zucker in der Rübe (O/q) 
Saftfaktor (O/o) 

Schlüsse: 1. Schofsrüben unterscheiden sich inbezug auf Zuckergehalt 
und Roinlieitsquotienten nicht unvorteilhaft von gewölmKchen Rüben, ja 
der letztere pflegt sogar höher zu sein, was für eine frühere Reife der 
Scliofsrüben spricht. Dieser Reinheitsquotient bleibt auch nach der Saturation 
der Säfte ein höherer. 2. Das Abbrechen der Samenstengel ist dm-chaus 
nicht empfelüenswert, weil solche Rüben nicht nur zuckerärmer werden 
Tuid der Reinheitsquotient bedeutend sinkt, sondern auch das Verholzen 
der Zellen befördert "wird. 3. Die Schofsnibcn selbst mit verliolzten Fasern 
haben nicht melrr Mark als gewöhnliclie, auch unterscheidet sich dasselbe 
nicht wesentlich von jenem ]iormaler Rüben. 4. Der Saftgehalt (Saftfaktor) 



normal 
2390 


geschofst 
2450 


normal 
322 


geschofst 
336 


1,0540 
9,52 


1,0553 

9,75 


1,0830 
17,22 


1,0806 
16,55 


1,103 

1,847 

87,62 


0,766 
1,954 
87,53 


0,682 
1,418 

80,68 


0,670 
1,480 
81,30 


71,57 

76,89 

3,64 


71,69 

78,18 

3,27 


86,31 
89,13 
4,675 
15,74 


85,30 
88,50 

4,265 
15,40 


— 


— 


91,40 


93,05 



140 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Aufs Chi elseu 
der Zucker- 
rüben. 



Ver- 
einzelnen 
iler Zucker- 
rüben. 



Elektrische 
Kultur- 
versuche 
bei Zucker- 
rüben. 



von Scliofsrüben ist niclit nur nicht kleiner als jener normaler Rüben, son- 
dern vielmelir gröfser. Inbezug anf Zuckergehalt, Reinheitsgrad und Saft- 
menge lieg-t keine Ursache vor, Schofsrüben von der Yerai-beitimg aiiszu- 
sclüiefsen. Im Yerlaiif der Fabriksarbeit in der Cami^agne 1884, die be- 
sonders reich an Schofsrüben war, wurde kein Unterscliied gegen die nor- 
male Ai'beit der Vorjahre imd der näclisten Campagne beobachtet. 
Das Aufschiefsen der Zuckerrüben. 

Nach den Ermittelmigen des landwii'tschafthchen Vereins zu Halber- 
stadt Avnd dasselbe durch folgende Ursachen bewnkt: 1. Diu-ch selu' frülie 
Saat. 2. Durch die Einwhkmig der Nachtfröste. Schutz dm-ch Bedeckmig 
mit Strohmatten vennindert den Auf schuf s. 3. Kleinkörniger Samen giebt 
mehi- Aufschiüs als gTofskörniger. 4. Zu tiefe Saat. 5. Rübensamen von 
einjährigen Samenträgem giebt wieder auf schief sende Rüben. 

Das Vereinzelnen der Zuckerrüben, von H. Briem. i) 
Das rechtzeitige Verziehen der Zuckennlbensaat hat sehr grofsen Ein- 
flufs auf Ei-ti'ag imd Zuckergelialt, es mufs aber so aiisgefülui werden, dafs 
mit gröfster Sorgfalt gerade die la'äftigsten Pflanzen stehen gelassen werden. 
Die Pflanzen eines Büschels sind in der Stärke oft imgemein verscliieden, 
so dafs ihre Gewichte im Verhältnis von 1 : 100 und dai'über stehen können, 
wie ja schon die Keimlinge desselben Knäuels kolossal von einander ab- 
weichen können. So wogen die fünf Keimlinge eines Eaiäuels, nach Ent- 
wickelung der Kotyledonen gewogen: 0,154, 0,112, 0,077, 0,0G99, 0,0232 g. 
Das Vereinzelnen der Zuckerrüben, von H. Briem. ''^) 
Der Rübensamen wurde am 1. April in den Boden gebracht. Die 
Entfermmg der einzelnen Büschel betnag 40 : 25 cm. Der Versuch wurde 
in drei Teile geteilt, in dem drei Kategorieen von verschieden stark ent- 
Avickelten Pflanzen stehen gelassen wm-den. Als mittlere Gröfse, wie sie 
sich beim Vereinzelnen im grofsen ergiebt, ^viuxlen Pflänzchen ausgesucht, 
Avelche im Diu-chsclmitte 0,89 g wogen, als Extreme blieben Rüben, Avelche 
4,08 resp. 0,254 g wogen. Die Gewichte der vereinzelten Rüben ver- 
halten sich wie 100 : 21,8 : 6,2. Das Vereinzelnen geschah am 21. Mai, 
die Ernte am 25. Oktober. Die Erträge waren: 

Mittleres Gewicht (g) 
Versuch der Pflanzen heim 
Verziehen 
4,08 450 

0,89 . 435 

0,254 351 



Mittleres Emtegewicht einer Pflanze g 
Wurzel Blätter Zusammen 



I. 

n. 
m. 



733 
656 

483 
— Eine stärkere 



283 
221 
132 
Die Ernten verlialten sich yno 100 : 89,4 : 64,9 
Pflanze wird die beim Verziehen eintretenden Bescliädigimgen eher über- 
winden als eine schwäcliere. 

Elektrische Kulturversuche bei Zuckerrüben, von Braune. 3) 

Nach dem Auflaufen der Pflanzen wurden 7 Reihen von 56 m Länge 

fiir den Versuch bestimmt. In die Fluchtlinie von 2 Reihen wiu-den 2 



») Wiener landw. Zeit. 1886, No. 48. 

2) Wiener landw. Zeit. 1886, No. 95. 

3) D. landw. Presse 1886, No. 13. — Öster. Kühenzuckerzeit. 1886 (XXIV.) XV. 
Märzh. S. 165. 



Pflanze. 141 

Platten, jode mit 80 bis 50 cm Umfang, an den Enden G5 cm tief ver- 
tikal unter die Erdoberfläche gebracht und oberirdisch diu'cli Draht ver- 
bunden. 2 Reilien b bekamen an den Enden je eine ebenso grofse Kupfer- 
jihitte in gieiclier Tiefe des Bodens. Auch diese Platten A\^u-den ober- 
irdisch dm-ch Dralit verbunden, aiifserdem aber die Verbindimg mit einer 
Batterie von 14 Meidinger- Elementen hergestellt. 3 Reihen c, zwisclien 
d xmd b gelegen, blieben neutral. "Wähi-end des Wachstums waren keine 
merklichen Unterscliiede in der Entwickehmg zu erkennen. Der Sti-om 
■war Anfang August noch sehr stark, Anfang September fast immerklich. 
Geerntet wurde am 2G. Oktober. Es gaben: 

Brix Zucker Nichtzucker Quotient 

ParzeUe a 230 Ctr. pro Morgen 18,0 15,3 2,7 85,6 

„ b 235 „ „ „ 17,9 15,5 2,4 86,6 

„ c 210 „ ., „ 16,7 10,0 . 1,7 89,7 

Die Resultate der in Böhmen im Jahre 1885 ausgeführten Bw>en- 

'- 1 T • IT-. Kultur- 

Ivulturversuche mit verschiedenen Rübenvarietäten, von A. No- versuche, 
woczek. ') 

Zum Anbau kamen folgende Sorten: 1. Vilmorin blanche amelioree; 
2. Yilmorin-Imperial, Kreuzung; 3. Imperial, weifs, verbesserte; 4. Y.-I., 
Ivl.- Wanzleben er; 5. BA. Blanche amelioree; 6. AB. Amel. blanche forme- 
conique; 7. BH. Hätive blanche; 8. RA. Amel. rose; 9. RH. Hative rose; 
10. BB. La reine du Nord; 11. BA. Amel. Maiu-us Deutsch.; 12. AA. 
Rose de Brabant; 13. SpM. Specialität Mette; 14. A^J. Imperial, weifs, 
verbesserte; 15. VR. Imperial, verbesserte, mit Rosaanflug; 16. YV. Yil- 
morin blanche amel. — Bezugsort: 1 — 4 Braime-Biendorf; 5 — 9 Simon- 
Legrand in Bersee (Nord); 10—12 Maimis Deutsch in Paris; 13 — 16 
Mette in Quedlinbui-g. Die folgenden sind teils imbekannter Abstammmig, 
teils Nachbau von Originalvarietäten: 17. Michowskj-'s Yilmorin blanche; 
18. Quedlinbiu-ger (mit unbekannter Marke); 19. Bramie's Yilmorin blanche; 
20. Braune's Kl.-Wanzlebener (die beiden letzteren Nachbau der Kaadener 
Zuckerfabrik). Die Yersuche fanden teils auf dem Yersuchsfelde in Kaadcn, 
teüs aufserhalb an verschiedenen Orten Bölimens statt. Die Witterimgs- 
verhältnisso wären wolil der Zuckerbildimg günstig gewesen, im Frühjahre 
fand aber wegen der geringen Niederschläge nur ein imvoUlvommener imd 
später Aufgang statt, was den Ertrag heruntersetzte. 

Die Nachzuchten bewährten sich sclilecht, indem sie in der Qualität 
gegen die Origiiialvarietäten zm'ückblieben. So gab z. B. die Originalsaat 
22,1% Sacch., 18,8% Polar., 84,9% Quot, 
der Nachbau 20,7 „ „ 17,5 „ „ 84,4 „ „ 
imter den nämlichen Wachstumsbedingungen. 

Die Resultate der übrigen Yersuche beweisen die Wichtigkeit der 
Samenauswahl ebenfalls. AYir müssen bezüglich der Einzellieiten auf die 
tabellarischen Zusammenstellimgen des Originals verweisen. 

Die Resultate der im Jahre 188 6 in Böhmen ausg.eführten 
Kulturversuche mit verschiedenen Rübenvarietäten nebst einigen 
Reflexionen zur Frage der Rübensamenzucht, von A. Nowoczek.2) 



1) Österr. Rübenzuckerzeit. 188G (XXIV.) N. F. XV. Januar-Heft, S. 1. 

2) Österr. Rübenzuckerzeit. 1886 (XXIV.) N. F. XV. Nov.- und Dez.-Heft. 



142 



Boden, "Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Prüfung von 

Rübsamen- 

sorten. 



Zucker- 

rUben- 

anbau- 

versuche. 



Allgebaut wiu'den: 1. von Braune -Biendorf No. 1, 3,4 wie oben, 
dazu Vihnorin, Kl.-Wanzlebener Ki-euzung- ; 2. von Simon-LegTand, dieselben 
wie oben; 3. von Mette-Quedlinbrn-g 13, 14, 16 \\de oben; 4. drei Züch- 
tungen von Sclilickmann, Auleben; 5. Jirku's (Mähren) Birnbaumer; 6. Bren- 
stedt's (Schladeu) Elite; 7. Dippe's (Quedlinburg) Zuckerreichste; 8. Hro- 
matka's (Brunn) iloravia A und B; 9. Vilniorin blanche amel. Original; 
10. Knauer's Mangold A und B, Elektoral, verbesserte weifse Imperial. — 
Bezüglich der Anbauergebnisse müssen wir wegen dei'en grofsen Umfang auf 
das Original verweisen und ims begnügen,' auf das umfassende Unternehmen 
in obigem hingewiesen zu haben. 

Prüfung österreichischer Rübensamensorten, von E. v. Pros- 
kowetz jun. i) 

Die an 8 Yersuchsorten angebauten 5 Sorten sollten beweisen, dafs 
auch im Inlande gute Rübensamensorten gezüchtet werden können, ferner 
sollte den Züchtern der betreifenden Sorten ein Fingerzeig gegeben werden, 
inwiefern ilu-e Züchtungen der Verbesserung bedüiftig seien. Die Yersuchs- 
resultate und Prüfimgen der Qualität der Rübenernteii sind im Original 
nachzusehen, da eine Wiedergabe an dieser Stelle unthunlich ist. 

Vergleichender Anbau von acht Zuckerrübenvarietäten, von 
A. Petermann. 2) 

Das Versuchsfeld war sandig thoniger Boden; auf Feld I waren un- 
gedüngte Bohnen, auf Feld 11 Zuckerrüben in Kunstdünger Vorfrucht. Ge- 
düngt wxuxle pro Hektar mit 400 kg CMlisalpeter und 800 kg Superphos- 
jiliat. Angebaut waren folgende Sorten: 

Amelioree Vilmorin (Vilmorin- Paris). 

Birnbaum (Jirku- Birnbaum, Moldau). 

Kalinofka (Wolkhoff-Kalinofka, Rufsland). 

Colletrose Despretz (Despretz-Templeuve, Frankreicli). 

Elektoral Knauer (Knauer-Gröbers, Proufsen). 

lOein-AVanzlebener Original (Rabethge & Giesecke- Klein- Wanzleben). 

Klein -Wanzleben er anielioivo (Dippe- Quedlinbiu'g). 

Imperial (Dippe - Quedlinburg). 

Erträge pro Hektar in Kilogramm. 



1. 
2. 

3. 

4. 
5. 
0. 

7. 
8. 



Feld I 



Feld II 



Feld I 



Feld n 



i 


Rüben 


Blätter 


Rüben 


Blätter 


Gehalt 


Rein- 


Zucker 


Gehalt 


Rein- 


Zucknr 


Vh 










an Saft 


heits- 


in der 


an Saft 


heits- 


in der 


CO 










7o 


Quot. 


Rübe 


% 


Quot. 


Rübe 


2 


53 317 


38 652 


55 799 


36506 


96,0 


81,2 


12,70 


95,4 


81,7- 


12,08 


7 


59086 


27131 


60 275 


24317 


95,5 


81,7 


11,77 


94,9 


81,3 


12,05 


8 


54405 


37598 


53455 


32252 


95,1 


82,6 


12,10 


94,5 


83,0 


13,26 


1 


47 846 


27517 


48390 


27951 


95,7 


83,3 


12,83 


93,9 


84,8 


14,08 


4 


62 700 


40 348 


68512 


— 


96,9 


79,3 


10,29 


95,4 


82,1 


11,35 


6 


55 060 


48 659 


53459 


34696 


95,7 


83,4 


12,06 


95,2 


84,8 


13,63 


3 


50 658 


30549 


54417 


30 344 


94,2 


82,2 


12,55 


94,7 


84,0 


12,88 


5 


56 641 


25492 


54201 


25 728 


93,8 


81,2 


12,12 


94,7 


80,5 


11,21 



1) Österr. Rübenzuckerzeit. 1886 (XXIV.) N. F. XV. Aug.;Sept.-Heft, S. 611. — 
«\.uch Mitt. des Vereins zur Förderung d.landw. Versuchswesens in Österreich, I.Heft 1886. 

") Bull, de la stat. agi-icolo experiment. de l'otat ä Gembloux, No. 35, Januar 
1886. Durch Centr.-Bl. Agrik. 1886, H. 11, S. 774. 



Pflanze. 143 

Der Saftgehalt dov Rüben ist im allgemeinen zu 95 % anzunehmen, 
derselbe ist a])ei aus Kilben mit festerem Zellgewebe schwerer auszu- 
pressen. Sellist clor Kopf enthält wolil ebensoviel Saft wie die Rübe 
selbst. 

Riibenanbauversuche in der Provinz Sachsen 188G, von ^nbaü- 
M. Märcker. ^) Siebenter Bericht. v< .buche 

Die Yersuche waren gegen das A'orjahr erweitert, indem sich hieran 
21 Yersuchsan steller beteiligten und 2G Proben Rübensaat geprüft wurden. 
Die Yermittelung der Rül)cnsamen und dessen Auswahl wm-de nicht den 
Züchtern überlassen, sondern der in Konkiu-renz zu stellende Samen miü'ste 
von einem gi-ofsen, gieichmäfsigen Posten von mindestens 100 Ctr. stammen 
imd ■\\iu-de von einer Yortrauonsperson entnommen. Angebaut A\'iu'den 
folgende Yaiietäten : 

A. Zuckerrüben von Yilmorin-Abstammung. 

1. Gebr. Dippe's verbossei-te weifse zuckeiTeichsto Elite. 

2. Yilmorin's blanche amelioree Original. 

3. Grasshoif- Quedlinburg, Yilmorin Nachzucht. 

4. Schäper-Rofsla, Barbarossa (Yilmorin Nachzucht). 

5. Schreiber & Sohn-Hermgen, Yilmorin. 

G. Sclilitte & Co.-Aumühle, Yilmorin Nachzucht. 

7. Hornimg & Co. -Frankenhausen, Yilmorin Nachzuclit. 

8. Zuckerfabrik Körbisdorf, Yilmorin Nachzucht. 

B. Zuckerrüben Kl.-Wanzlebener Abstammung. 

1. Kl.-AYanzlebener Origmal, ältere Zucht. 

2. do., neuere Zucht. 

3. Dippe's verbesserte Kl.-Wanzlebener Elite. 

4. Grasshoif- Quedlinburg, Kl.-AVanzlebener. 

5. Braime-Biendorf, verbesserte Kl.-\Vanzlebener. 
G. Sclireiber & Sohn -Heringen, Kl.-Wanzlebener. 

7. Schütte & Co. - Aumttlüe, verbesserte Kl.-Wanzlebener. 

8. Wilke-Gr.-Mölu"ingen, Altmärker Kl.-Wanzlebener. 

9. Hornimg & Co.-Frankenhausen, Kl.-Wanzlebener. 

10. Rabbethge- Einbeck, Kl.-Wanzlebener. 

11. Weinschenk -Liükau, W.-Pr., Kl.-Wanzlebener. 

C. Yilmorin Kl.-Wanzlebener Kreuzung. 

1. Braime-Biendorf, Yihnorin Ivl.-Wanzlebener Ej-euzimg. 

2. Strandes -Zehringen, do. 
8. Yibrans-Üffingen, do. 

D. Yerschiedene Yarietäten. 

1. Yümorin Colletrose, Original. 

2. Gebr. Mette -Quedlinburg, Spezialität. 

3. do. verbesserte Aveifse Ln^ierial. 

4. Strande's -Zehringen, verbesserte Glattblättrige. 

Als (Ivorrigierte) Älittelzahlen ergaben sich: 



^) Magdeburger Zeit. 1886, No. 551 und 561. 



144 



Boden, "Wasser, Atmospliäre, Pflanze, Dünger. 





Ertrag pro 


Zucker in 



Brix 


Vo 
Zucker 




Zucker pro 


Zuckergehalt 


Varietät 


Morgen 


der Eübe 


Quotient 


Morgen 


in der Rübe 




Ctr. 


7o 








Ctr. 


Max. 


Min. 


AI 


148,8 


16,28 


20,75 


17,86 


86,2 


24,24 


17,8 


14,8 


A2 


151,7 


15,59 


20,10 


17,05 


85,5 


24,19 


17,6 


14,4 


A3 


177,0 


14,89 


19,10 


16,04 


84,7 


26,29 


15,9 


13,4 


A4 


144,5 


15,93 


20,35 


17,39 


85,8 


23,12 


18,1 


14,9 


A5 


141,4 


15,39 


19,89 


16,91 


85,1 


21,83 


16,9 


13,3 


A6 


147,2 


16,45 


20,39 


17,77 


87,6 


24,30 


18,0 


15,4 


A7 


152,8 


15,93 


20,26 


17,47 


86,7 


24,56 


17,0 


15,5 


A8 


163,9 


16,06 


20,44 


17,39 


85,6 


26,29 


17,4 


15,4 


Mttel 


153,4 


15,80 


20,16 


17,24 


85,9 


24,35 






Bl 


201,6 


14,74 


18,79 


16,00 


85,8 


29,78 


16,9 


13,1 


B2 


189,4 


15,38 


19,02 


16,39 


86,6 


29,10 


17,5 


14,7 


B3 


183,4 


16,16 


20,15 


17,51 


87,3 


29,55 


17,3 


15,4 


B4 


179,0 


14,29 


18,36 


15,36 


84,2 


25,55 


15,3 


12,9 


B5 


201,5 


14,75 


18,56 


15,84 


85,9 


29,57 


16,7 


13,2 


B6 


205,3 


14,89 


18,68 


15,96 


86,0 


30,86 


16,5 


13,3 


B7 


184,9 


15,71 


19,77 


17,02 


86,4 


29,08 


16,9 


14,4 


B8 


209,5 


14,34 


18,54 


16,05 


84,4 


30,09 


15,7 


13,0 


B9 


166,2 


15,40 


19,43 


16,93 


86,7 


25,82 


16,3 


14,6 


BIO 


183,1 


15,21 


18,98 


10,17 


85,5 


27,72 


17,2 


14,7 


Bll 


196,2 


14,84 


18,39 


15,76 


86,2 


29,32 


17,0 


13,5 


Mittel 


190,9 


15,06 


18,97 


16,27 


85,9 


28,77 






Cl 


197,9 


15,28 


19,19 


16,35 


86,1 


30,06 


17,1 


13,9 


C2 


164,4 


14,79 


19,03 


16,07 


84,9 


24,55 


15,9 


13,7 


C3 


174,4 


13,81 


18,14 


14,92 


83,5 


24,01 


14,9 


13,1 


Mttel 


178,9 


14,63 


18,79 


15,78 


84,8 


26,25 






Dl 


204,0 


13,74 


17,48 


14,60 


84,4 


28,03 


14,9 


12,6 


D2 


198,1 


14,98 


18,96 


16,30 


86,9 


29,66 


16,0 


13,6 


D3 


185,0 


14,61 


18,67 


15,78 


84,7 


27,02 


15,6 


13,0 


D4 


193,3 


14,29 


18,51 


15,44 


83,6 


27,79 


15,9 


13,7 


Mttel 


195,1 


14,41 


18,41 


15,53 


84,9 


28,13 







Diese Tabelle beweist, dafs die deutsclie Rttbensamenzüchtimg in den 
letzten Jahren eminente Fortscluitte gemacht hat. Eigentlich sclüechte 
Züchtxmgen existieren unter den zur Prüfimg gekommenen überhaui^t 
nicht. 

Wie in den frülieren Jalu'en "war der Eüiflufs von Samem-üben, welche 
man nach der Polarisation aussuchte, auf die Beschaffenlieit der Nach- 
kommen ein selu- bedeutender. Z. B. erntete man 



Pflanze. 



145 



b) 



Ctr. 
jjro Morgen 

1 92,0 

2UG,8 



Zucker in 
der Kübe 

% 
1G,5 
14,4 



Zucker im 
Saft 

% 

17,8 ) 
15,4 I 



Kl.-M'auzlobener 



a) 
b) 



2U2,U 
195,7 



1G,0 
15,3 



17,3 
16,G 



1 



I 



Vilinoriu blanche 
anu'lioree. 



a) 1G4,1 17,0 18,2 

b) 1G3,4 1G,5 17,G 

a) sind die Ernten der A]>k")innilingc der zuckerreiclisten, 

b) jene der zuckerännerei\ Mutten-üben. 
Auswahl der Samenrüben, von F. Kndelka. i) 

Kleine Sclieiben von 1 — 2 cm Breite und Höhe von den reinge- 
waschenen "\\''urzelenden werden in eine Salzlösimg gelegt, deren Konzen- 
tration dem Zuchtmaterial derartig angepalst ist, dafs niu' ^/^ bis 1/5 aller 
Rüben luitersinkt. Je geringer das Prozent der als spezifisch schwerer abge- 
sonderten J^üben ist, desto gröfser der Unterschied im spezifischen Gewichte 
beider Rübengrup}>en, desto höher ist in den ausgelesenen Rüben die Polari- 
sation \md fast projjoi-tional mit dieser letzteren steigt der Reinhcitsr|Uotient. 

Zuckerrübenanbauversuche in Gröbers, von Knauer und 
P. Grassmann, mitgeteilt von M. Märcker. 2) 

Der Rübenbau, von F. Knauer. 3) 

Zu den Veröffentlichungen über Zuckerrüben-Samenzucht, 
von-G. Marek.*) 

Das Wichtigste über die Zuckerrübe und deren Kultui*, 
von H. Briem.5) 11., 12. u. 13. Fortsetzung. 

Essais sur ix^ielfj[ues varietes de betteraves, von A. Nantier.6) 

Relations entre la densite, la ricliesse et la purete des jus 
de betterave, von Pagnoul. '') 



Answahl der 
Samenrttbeu. 



Litteratur. 



e) Futterpflanzen. 

Futteranbauversuche in der Schweiz 1884/85. 8) 

Angesät ^^au■den auf besseren Bodenarten die folgenden ^lischimgen 
(pro Juchart): 

mit 4() % Zusclüag % kg 

I. Rotklee 100 11,20 

IL 1. Rotidee 90 10,08 

2. Ital. Raygi^s .... 10 2,80 

m. 1. Rotklee 65 7,28 

2. Ital. Raj'gi-as .... 35 9,80 

1) Deutsche Zuckerindustrie 1886, No. 28, Centr.-Bl. Agrik. 188(), H. 10, S. 718. 
'^) Magdeb. Zeit. 188.5, No. 599, Centr.-Bl. Agrik. 1886, H. 3, S. 188. 
3) 6. Aufl. Berlin 1886 bei P. Parey. 

*) Fühlings landw. Zeit. 1886, H. 1, S. 32. Kritische Erörterungen über ver- 
s<-lnedene einschlägige Publikationen. 

5) Öster. Riibenzuckerzeit. 1886, (XXIV. N. F. XV.) März-, Juli- u. Oktoberheft. 
'') Ann. agron. 1886, T. XII. No. 4, S. 204. 
') Ann. agron. 1886, T. XII. No. 5, S. 221. 
^) Schweiz, landw. Zeitschr. 1886, Heft 3 u. 4. 

JaUreabericht 1886. 10 



Futter. 

pflanz"!!. 

Futter- 

anbau- 

versuche. 



146 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



r\^ 



Y. 



YI. 



vn. 



Ym. 



IX. 



mit 80% Zuschlag 






% 


kg 


1. Rotklee 25 


3,60 


2. Bastardklee . . 






25 


2,25 


3. Ital. Raygi-as . . 






25 


9,00 


4. Engl. Raygras . 






25 


9,90 


1. Rotklee . . . 






10% 


2,399 


2. Bastardklee . . 






16^/3 


1,50 


3. Weifsklee . . . 






16 2/3 


1,50 


4. Franz. Ray gras . 






16^/3 


8,696 


5. Ital. 






16 2/3 


5,997 


6. Engl. 






16 % 


0,597 


1. Rotklee . . . 






12 1/2 


1,80 


2. Bastardklee . . 






12 V2 


1,125 


3. Weilsklee . . . 






12 V2 


1,125 


4. Luzerne . . . 






12 V2 


2,362 


5. Franz. Ray gras . 






12 V2 


6,625 


6. Ital. 






12 V2 


4,500 


7. Engl. 






12 1/2 


4,950 


8. Knaulgi*as . 






12 V2 


3,375 


1. Rotidee . . . 






12 V2 


1,80 


2. Bastardklee . . 






12 V2 


1,125 


3. Weilsklee . . . 






12 V2 


1,125 


4. Franz. Raygras . 






12 V2 


6,525 


5. Ital. 






12 V2 


4,500 


6. Engl. 






12 V2 


4,950 


7. Knaulgras . . 






12 V2 


3,375 


8. Timotheegras . 






12^/2 


1,462 


1. Rotidee . . 






11 


1,584 


2. Bastardklee . 






11 


0,990 


3. Weifsklee . . 






11 


0,990 


4. Franz. Raygras 






11 


5,742 


5. Ital. 






11 


1,980 


6. Engl. 






11 


2.178 


7. Knaidgras . . 






11 


2,970 


8. Timothee . . 






. 11 


1,287 


9. AViesenschwingel 






. 11 


4,158 


10. Goldhafer . . 






. 12 


2,592 


1. Rotklee . . 






. 11 


1,584 


2. Weifsklee . . 






11 


0,990 


3. Bastardklee 






. 11 


0,990 


4. Franz. Ray gras 






. 11 


2,871 


5. Ital. „ 






. 11 


1,980 


6. Engl. 






. 11 


2,178 


7. Tiniothee . . 






. 11 


0,643 


8. Knaidgras . . 






. 11 


2,970 


9. Wiesenschwingel 






. 11 


4,158 


10. Goldhafer . . 






. 11 


2,376 


11. Wiesenfuchsschw 


anz 




. 12 


2,052 



Pflanze. 



147 



mit s;0 0/j^ Zusclilag 
X. 1. KotkloG . . 

2. AVeil'sklco . . 

3. Bastardklee . 

4. Franz. Raygras 

5. Ital. \, 
G. Engl. 

7. Tiraothee . . 

8. Knaulgi'as . 

9. "Wiesenscliwingel 

10. Goldlialer . . 

1 1 . Fuclisschwanz 

12. Kammgras . 

13. AViesenrispengi'as . 
Auf der Fürstenalp (1782 m) wuchsen die Pflanzen im Saatjalire sehr 

schön, besonders Mischungen III u. TV. Über Winter gingen aber Rotklee, 
Luzerne und die Raygräser ganz oder fast ganz aus; Bastardklee hielt besser 
ans als Rotklee; "Weifskloo hatte sich ziemlich gi\t erhalten, ebenso Knaiü- 
gras. Timothoe, Goldhafer, Wiesenschwingel, Wiesenfuchsschwanz, Kamm- 
gras, AViesenrispengi-as hielten sich selir gut. Phleum, Poa imd Festuca 
sind aber auch die Naturgräser der Alpen in dieser Höhe. Der Ei-ti'ag 
der einzehien Parzellen war um so gröfser, je mehr die winterfesten Gräser 
überwogen. Man erhielt in Heu pro Juchart: 





% 


kg 


. 11 


1,584 




11 


0,990 




11 


0,990 




10 


2,610 




10 


1,800 




10 


1,980 




10 


0,585 




10 


2,700 




9 


3,402 




9 


1,944 




9 


1,539 




10 


0,900 




10 


0,630 



Mischung 


Ctr. Pfund 




Mischung 


Ctr. 


Pfund 




I 




— 90 




YI 


18 


90 




n 




5 31 




yn 


25 


02 




m 




6 57 




Yin 


28 


26 




i\ 




9 63 




IX 


29 


52 




\ 




8 37 




X 


36 


36 




Die abg( 


3storbenen Pflanzen 


waren 


nicht eigentlich ausgewintert, 


son- 


dorn infolge 


der 


langlicgenden 


Schneedecke sozusag 


en ■\ 


-erhimgert. 


Die 



Pflanzen mit reicher Reservestoffablagerung in Rhizomen kamen dagegen 
gut durch den Winter. 

Zur Aussaat auf Alpen könnte sich etwa eine Misclumg von je 10 % Weifs- 
klee, Bastardklee, Rotklee, Timothee, Wiesenschwingel, Goldhafer, ÄViesen- 
fiichsschwanz, dichti-asiger Rolirschwingel , Fioiingras, Kammgras eignen. 

Bei den übrigen A^'ersuchen ergab sich als beste Mischung : 
25.S A %'' Heuernte 1884 Heuernte 1885 



3 5 
6 £ 






Bodenart 


Zahl der 


Beste 


Zahl der 


Beste 




S "" 


rt 




Schnitte 


Mischung 


Schnitte 


Mischung 


2 


759 


s' 


Lehmboden 


2 


n 


2 


DI 


3 


531 


SE 


Sandig. Leliniboden 


1 


X 


— 


— 


4 


557 


S 


„ zäh 


1 


n 


3 


n 


6 


570 


NE 


Kiesboden 


— 


— 


3 


in 


7 


1234 


E 


Sandig. Lehmboden 


1 


n 


— 


— 


8 





S 


'P 


1 


n 


— 


— 


9 


430 


SE 


Milder Lehmboden 


1 


XI u. yii 


2 


n 


10 


530 


NE 


Lehmboden 


2 


IV 


1 


III 


11 


465 


SE 


Schwerer Thonboden 


2 


n 


1 


n 



10^ 



148 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 











Von 






f" 




Erster 


Zwei- 


beiden 


Verhält- 




p 

c 




Schnitt 


ter 


Schnit- 


nis des 




a 


Heimat 
des 


15. und 
Iß.Jimi 


Schnitt 
3. Aug. 


ten 
zusam- 


zweiten 
Schnittes 


Bemerkungen über die Vegetation 
etc. 


fe5 
p 


Klees 


! 1 men 
pro Hektar 


zu dem 








Dpp.-Ctr. 


Dpp.-Ctr. 


Dpp.-Ctr. 


ersten 




1 


Sachsen 


258 


194 


452 


-250/0 


Beim ersten Schnitt blühte etwa V3 
der Pflanzen. Frei v. behaarten Pfl. 


2 


Schlesien I 


240 


180 


420 


-25 „ 


Blühte beim ersten Schnitt vollstän- 
dig. Frei von behaarten Pflanzen. 


3 


Mähren 


205 


164 


369 


-20„ 


Beim ersten Schnitt blühte etwa V3 
der Pflanzen. Frei v. beliaarten Pfl. 


4 


Steiermark 


172 


149 


321 


— 14 „ 


Blühte wie No. 3. War etwas kürzer 
als die übrigen Sorten. Frei von 
behaarten Pflanzen. 


5 


Kanada 


209 


126 


335 


-40 „ 


Stengel und Blattstiele waren stark 
behaart. Ist nach der Weizonernte 
nicht so schnell nachgewachsen wie 
die übrigen Parzellen, blieb stets 
etwas kürzer und behielt immer 
eine etwas dunkel -trübere Farbe 
als die anderen Kleesorten. Beim 
ersten Schnitt stand etwa ^/- der 
Pflanzen in Blüte. 


ü 


Holstein 


2G3 


207 


470 


— 21 „ 


Blühte wie No. 3. Zeigte im Früh- 
jahr 1885 stets den üppigsten 
Stand; war jedoch nicht ganz 
gleichartig und auch mit einzelnen 
behaarten Pflanzen versehen. 


7 


Ungarn 


241 


172 


413 


— 28 „ 


Beim ersten Schnitt blühte die Hälfte 
der Pflanzen. Frei v. behaarten Pfl. 


8 


Amerika 


222 


164 


386 


! - 26 „ 

1 


Ganz wie No. 5. Beim ersten Schnitt 
blühten etwa 2/3 der Pflanzen. 


9 


Rheinprovinz 
(angeblich) 


187 


200 


387 


+ 7 „ 


Blühte wie No. 3. Mit einigen be- 
haarten Pflanzen versehen. 


10 


Böhmen 


223 


159 


382 


— 29 „ 


Blühte wie No. 3. Frei von be- 
haarten Pflanzen. 


11 


Schlesien U 


206 


154 


360 


— 25 „ 


Blühte beim ersten Schnitt vollstän- 
dig. Mit einzelnen behaarten 
Pflanzen versehen. 


12 


Kleegras 

(engl. Eaj'gras 

und 

schlesischer 

Klee) 


195 


43 


238 


— 78 „ 


Bei dem ersten Schnitt zu Anfang 
der vollen Blüte. Der Klee war 
sehr durch Raygras verdrängt 
worden, so dafs das Ganze etwa 
aus Vs Klee und ^/g Gras bestand; 
der Stand war dicht und normal. 
Im Frühjahr 1885 entwickelte sich 
das Gras etwas eher als der Klee, 
aber nicht sc früh als das italie- 
nische Raygras auf der Trillke. 
Zum Vergleich mit dem reinen Klee 
war eine Parzelle bis zum 15. Juni 
stellen geblieben ; der übrige ganze 
Schlag war bereits früher teils zum 
Grünfutter, teils zum Trocknen ab- 
gemäht worden. Der zweite Schnitt 
war arg durch Mäuse zerstört. 



Pflanze. 



149 



Kotklee- 
saaten. 



Anbauversuche }ii*it vcrschiodonon Eotkleesaaten im Jaliro ^"hfeVuYr 
1884/85, von H. Patenscn. i) 

1. Versuch auf tiofgTiindigoin Lehm. Sämtliclier Klco kam gut 
dm-cli den (günstigen) Winter. Erzielt wiuxlen folgende Erträge: 

(Siehe die Tabelle auf Seite 148.) 



Der Durchscluüttsortrag- der 11 Sorten ist HdO Cti 
zu diesem Durchschnitt haben ergeben 
in der Gesamternte 
ein Plus von 
holsteinischer SO Ctr. 
sächsicher 02 „ 

schlesischer I 30 „ 
imgarischer 23 „ 

ein Minus von 
rheinischer 3 „ 

amerilcanisclier 4 „ 
böhmischer 8 „ 

mährischer 21 „ 
schlesisclier II 30 „ 
kanadischer 55 „ 
steirisclier C9 „ 



Im A^'erhältnis 



im 2. Schnitt (Durchschnitts- 
ein Plus von ertrag 170 Cti\) 

holsteinischer 85 Ctr. 

rheinischer 30 „ 

sächsischer 24 „ 

schlesischer I 10 „ 

migarischer 2 „ 

ein Minus von 

mäJirischer G „ 

amerikanischer G „ 

böhmischer 11 „ 

sclüesi scher II IG „ 

steirisclier 21 „ 

kanadischer 44 „ 



2. Versuch auf einem anderen Gute. Boden: mitteltiefgTÜndiger 
Lehm, etwas bergige Lage in einem gröfseren Thale. 

(Siehe die TabeUe auf S. 150 u. 151.) 

Im A^erhältnis zum Gesamtdm-chsclinittsertrage von 9 Parzellen (430 Ctr.) 
ergaben 

im 2. Schnitt (Diu-chschnittsertrag der 
nämlichen 9 Sorten 176 Ctr.) 



ein Plus von 






ein Plus von 






schlesischer I . . 


. 33 


Ctr. 


Hildesheimer . 


. 19 


Cü-. 


amerikanisclier . . 


. 31 


7? 


französischer I . 


. 15 


11 


Bullenklee . . , 


. 10 


11 


französischer III 


. 10 


11 


französischer I 


5 


11 


sclüesischer I . 


. 10 


11 


ein Minus von 






steirischer 


5 


11 


Hildesheimer . 


i 


11 


amerikanischer . 


. 


11 


französischer III . 


. 13 


11 


schlesischer H . 


. 


n 


steirischer . . . 


. IG 


11 


ein Minus von 






Hildesheimer No. 5 


. 34 


11 


Hildesheimer No. 5 
Cowgras . 


. 9 
. 47 


11 
n 



Nach der Schätzung (am 19. September) eines eventuellen 3. Sclmitts 
hatten die 3 französischen Klees eine üppige Entwickelmig ; No. 2, 4 bis 7 
hatten das Land fast ganz bedeckt; No. 9 war im Wachstum etwas zmfick; 
No. 8 war niclit üppig; No. 10 am weitesten zurück. 



1) Milchzeit. 188G, No. 6 u. 7; auch Georg. 1886, No. 9 bis 11. 



150 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Heimat 

des 
Klees 



; Von 
Zwei- beiden 
ter I Schnit- 
Schnitt, ten 
4.AiigJzusam- 
j men 
pro Hektar 
.-Ctr. Dpp.-Clr. Dpp.-Ctr. 



Erster 
äclinitt 
IG.Juni 



Verhält- 
nis des 
zweiten 
Schnittes 
zu dem 
ersten 



Bemerkungen 

über die Beschaffenheit der Saat 

und über die Vegetation* 



Frankreich I 244 



Frankreich II 



Frankreich HI 



Hauptvereins- 
bezirk 
Hildesheim 
(Harber) 

Aus Hildes- 
heim bezogen 
Heimat ? 
Steiermark 



Schlesien I 



Amerika 285 



168 



191 



176 



435 



344 



231 



228 



229 



233 



277 



186 



417 



195 423 



167 



181 



186 



176 



396 
414 

463 

461 



-22 o/o 
+ 6 „ 



-20 „ 



-14 „ 



27 „ 



33 „ 



38 



Bei der Aussat wurde die Qualität 
der Sorten geprüft und die Farbe 
mit I, das Korn mit H bezeich- 
net. I mittel, II gut. 

Qualität der Saat: I schlecht, II 
mittel. Die Saat war sehr schlecht 
gelaufen, so dafs der Klee selir 
lückenhaft stand. Nach und nach 
wurde das Land mehr bedeckt. 
Neben dem Klee wurden beim 
ersten Schnitt noch 33 Dpp.-Ctr. 
Klatschmohn (Papaver rhaeas) pro 
Hektar berechnet geerntet. 

Qualität der Saat: I gut, II gut. 
Alle drei französisch. Sorten waren 
hartstengelig und grofsblätterig, 
mit einigen behaarten Pflanzen 
vermischt. Bei dem ersten Schnitt 
blühte die Hälfte der Pflanzen. 

Qualität der Saat: nicht sehr gut 
gereinigt, weil nur zum eigenen 
Gebrauche bestimmt. Mit einigen 
behaarten Pflanzen versehen. Stand 
bei d. ersten Schnitt in voller Blüte. 

Qualität der Saat: I mittel, II gut. 
Frei von behaarten Pflanzen. Stand 
bei d. ersten Schnitt in voller Blüte. 

Qualität der Saat: I und II fein. 
Frei von behaarten Pflanzen. Beim 
ersten Schnitt blühten etwa ^/i 
Teile der Pflanzen. 

Qualität der Saat: I und II fein. 
Fi'ei von behaarten Pflanzen. Beim 
ersten Schnitt war etwa die Hälfte 
der Blüten entwickelt. 

Qualität der Saat: I und II nicht 
ganz so gut wie 7, aber doch 
mittel. Beim Mähen des Hafers 
und im Herbst 1884 war der Klee 
etwas gegen die übrigen Parzellen 
zurück. Sämtliche Stengel und 
Bhittsticle der Pflanzen sind be- 
haart. Die Behaarung ist nicht 
so stark als bei den in Einum 
angebauten amerikanischen Klee- 
sorten. Beim ersten Schnitt blüh- 
ten etwa ^/i Teile der Pflanzen. 
Im Frülijalir iiielt dieser Klee sich 
etwas in der Entwickelung zurück, 
er war etwas kürzer als die neben- 
stehenden Sorten. 



Pflanze. 



151 




Von II 
beiden '\ Verhält- 
nis des 
.Schnitt| ten | zweiten 

° I Schnittes 

men | 

zu dem 

ersten 



, Erster I Zwei 

'o \ -iii ter Schnit 
löchnitt L 1 •,. . 
' 'Schnitt ten 

16.J • ' 



pro Hektar 
Dpp.-Ctr. I Dpp.-Ctr. j Dpp.-Ctr, 



9 Schlesien II 



10 



11 



Cowpras oder 

Bullenklee 

(Trif. pr. 

perenne) 



Kleegras 
(italienisches 
ßavgras und 

Eotklee) 



248 



311 



163 



170 424 



129 



440 



114 



277 



-290/0 



59 



30 „ 



Bemerkun<,'on 

über die Beschallenheit der Saat 

und über die Vegetation. 



Qualität der Saat: I und 11 gut. 
Frei von behaarten Pflanzen. Beim 
ersten Schnitt stand der Klee 
halb in Blüte. 

Qualität der Saat: I gelblich, II 
mittel, also feiner als der gewöhn- 
liche Rotklee. Beim ersten Sclmitt 
waren noch keine vollen Blüten 
vorhanden, entwickelten sich 2 — 3 
"Wochen später als die übrigen 
Sorten. Frei von behaarten Pflan- 
zen. Der Klee war sehr üppig; 
andere Unterscheidungsmerkmale 
wurden nicht beobachtet. Die 
Stengel waren ebenso stark, wie 
beim schlesischen Klee. 

Qualität der Saat: gut. Das ita- 
lienische Raygras entwickelte sicli 
im Frühjahr wesentlich früher als 
der Klee. Zur Zeit des ersten 
Schnitts war das italienische Ray- 
gras in voller Blüte, es war schon 
recht hart geworden. Nur eine 
Versuchsparzelle war zum Ver- 
■ gleich mit dem reinen Rotklee so 
lange stehen gelassen. Das übrige 
Kleegras auf dem Schlage war 
teils grün verfüttert, teils vor etwa 
acht Tagen zum Trocknen abge- 
mäht worden. Der Klee war fast 
ganz zwischen dem Grase ver- 
schwunden, trotzdem dieses nicht 
sehr dicht stand. 



Yon Versuch 1 entliielten in der Trockei 


isubstai 


Protein 


Fett 


% 


0/ 
;0 


Rotidee No. 2 20,04 


2,97 


4 22,00 


2,8.3 


f) 19,97 


3,03 


G 19,12 


3,00 


7 18,66 


2,90 


10 20,00 


2,97 


Kleegras 14,46 


2,29 


VoiT Yersueh 2 




No. 1 19,04 


2.72 


Cowgi'as 18,24 


3,51 



152 



Boden, "Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Aubau- 
■versuche 
mit ver- 
schiedenen 
Kleesorten. 



Anbau von 

Sorgho und 

Mais. 



Die Versuche bestätigen den zweifelhaften Wert des amerikanischen 
Klees, Avenn er auch im Nährwerte gegen deutschen nicht zurücksteht. 
Über die Widerstandsfälligkeit gegen Winterkälte geben die A^ersuche keinen 
Aufschlufs. — Das Cowgras hatte kerne bessere ReiDroduktionsfähigkeit als 
die übrigen Sorten imd entsprach überhaupt den seinem Rufe nach zu 
stellenden Anforderimgen nicht, so dafs der Benutzung desselben zu den 
bisher üblichen Zwecken (Wiesen und Weiden) wesentliche Bedenken ent- 
gegenstehen. 

Bemerkenswert sind die wesentlich geringeren Erträge des Kleegi'ases 
bei beiden A^ersuchen gegenüber Kleereinsaat. Das englische Raygras scheint 
wegen seiner späteren Entwickelung den Klee weniger zurückzuhalten als 
das italienische. Wenn auch auf kleeunsicheren Böden die Vorteile des 
Kleegrases nicht geleugnet werden können, so Avird es doch auf kleefähigen, 
gut laütivierten Böden besser sein, höchstens wenig Gras einzusäen. 

Anbauversuche mit verschiedenen Kleesorten, i) 

Amerikanischer Klee wurde bedeutend mein- befallen als sclüesischer, 
keine entscheidenden Unterschiede im Ei-ti-ag. An zwei anderen Orten da- 
gegen erliielt man pro Morgen von 

1. 2. 

deutschem Klee . . . . 33 Ctr. 
amerikanischem Klee . . 21 „ 
italienischem 13 „ 

Bullenklee hielt sich sehr g-ut über AVinter. — 
namentlicli auf kalkarmen Böden leicht versagen; wegen seiner langsameren 
Entwickehmg wiixl in rauhei^em Klima ein zweiter Schnitt oft unmöglich. 

A^ergleichende Anbauversuche mit Sorgho und Mais, von 
Troschke.2) 

Ausgesät "wurde am 18. Mai badischer Oberländer-, amerikanischer 
Pferdezahnmais imd Sorghum saccharatum. Mitte Jimi ANiirden die Pflanzen 
verzogen, so dafs bei gleichmäfsigen Abständen auf 1 m^ je 20 Pflanzen 
sich befanden. Die Ernte erfolgte bei beghmender Blüte, Avelche beim 
Oberländer am 5. August, bei den anderen am 5. Oktober einti-at. Gleich- 
zeitig A\uu-den deutsche imd italienische Kolbenhirse ausgesät (pro m^ bei 
Panicmn gennanicum (Setaria germ.) 30, bei Setaria italica 33 Pflanzen- 
büschel zu 2 Pflanzen. Die Ernte erfolgte bei S. germanica bei beginnen- 
der Blüte am 18. Augiist, bei S. italica am 5. Oktober beim Erscheinen 
des Blütenstandes. 

Geemtet AVTirde an frischer Masse pro m^ (g) 
Badischer Mais Pferdezahnmais Sorgho S. germanica S. italica 

G7G0 9704 4500 3750 4488 

AVassergehalt ^/q 

84 86 ■ 67 75 78,5 

Trockensubstanz (kg) 

1,08 1,36 1,485 0,94 0,96 

100 Teile enthalten: 



16,34 Ctr. 

8,73 „ 
14,37 „ 
Amerikanischer Ivlee soll 



^) Pomm. landw. Wochenschr. 1886, No. 1. 

2) Landw. 188G, No. 9. Auch Pomm. landw. Wochenschr. 1886, No. 2. 



Pflanze. 



153 



Und. Mais Aiuerik. Mais S(ir''li 



Ital. Hirse 



Deutsfhe 
Kdlbenhirse 



Wasser . . . 
Koliaschc . . 
Rülif'asor . . 
Rolüett . . . 
Roliproteiii . 
Stickstofffreie 
Kxü-aktstotle 



fri8ch 
84,00 
(»,05 
4,74 
0,34 
1,28 

8,G9 



tmckcn 

5,90 

29,G5 

2,15 

8,00 



frisch 
8ü,00 
0,78 
4,04 
0,32 
1,03 



trocken 

5,-GO 

28,89 

2,30 

7,38 



frisch 

07,00 

1,02 

10,93 

0,70 

2,14 



trocken frisch trocken frisctli trocken 



4,91 

33,13 

2,12 

0,49 



78,5 
2,4 
0,4 
0,5 
2,0 



11,4 

29,8 

2,5 

9,5 



75,0 
2,9 
8,5 
0,0 
2,4 



11,7 

54,2 

2,3 

9,0 



10,2 



40,8 10,0 42,2 



54,25 7,83 55,83 17,01 53,35 

Futtermais luul Sorghum als (Irünfuttor. 

A'erg'leicheucle Uutersuchuugon von vier Lupinenarten, von 
Trosclike.2) 

Es sollte untersucht ^vcrden, ob unter den Ai-ten der Gattiing Lupinus 
nicht solche wären, welche für die Zwecke der Gründiingung, die zm- Zeit 
häufigst gebauten Ai-ten (gelbe, blaue, weifse ostprcufsische) in irgend wel- 
cher Beziehung üljerti'ätbn. Im Sommer 1885 kamen zum Anbau die eben 
angegebenen Alten und dazu L. Crnikshanksii , welche durch besonders 
la-äftigen Wuclis hervon-ag-t. Jede der Yersuchsai-ten ^^^u•de in vier ver- 
schiedenen Vegetationsperioden (1. zur Zeit des Beginns der Blüte des 
Hauptstengels, 2. der voUen Blüte des Hauptstengels, 3. der vollen Blüte 
der Nebentriebe, 4. der vollen Ausbildung sämtlicher Hülsen) analysiert, 
nachdem zuvor eine Bestimmung der Gesamtmenge der von je 100 Pflaiizen 
produzierten oberirchsclien Trockensubstanz sattgefunden hatte. 

Je 100 Teile Trockensubstanz enthielten: 

Periode I. 



Reinasche 

Rohfaser 

Rolüett 

Protein 

Stickstofffreie Extraktstoöe . 



L. Cruik- 
shanksii 



Reinasche 

Rohfaser 

Rohfett 

Protein 

Stickstofffreie Extraktstoffe . 

Reinasclie 

Rollfaser 

Rohfett 

Protein 

Stickstofffreie Extraktstoffe . 



0,57 
20,30 

3,99 
22,00 
41,02 
Periode U. 

5,84 
28,81 

3,57 
21,18 
40,00 
Periode HI. 

5,30 
38,09 

3,23 
19,19 
33,59 



Gelbe L. 



5,92 
31,51 

3,18 
19,93 
39,40 

5,81 
31,10 

3,58 
18,13 
41,38 

5,87 
35,51 

2,47 
19,09 
30,40 



Weifse L. 



Blaue L. 



7,13 
29,79 

3,00 
17,79 
38,00 

6,79 
31,97 

2,94 
15,79 
42,51 

0,82 

31,53 

3,22 

15,01 
43,42 



7,74 

20,87 
3,33 

20,88 
41,48 

0,41 
30,00 

3,01 
17,99 
41,99 

0,10 
31,10 

2,89 
10,09 
43,10 



Unter- 
suchung von 
Lupinen- 
arten. 



1) Sachs. landw. Zeitschr. 1880, No. 7. 

'^) Pomm. landw. Ver.-Wochenschr. 188G, No. 20. 



154 



Amerik. 

Wiesen- 

scbwingel. 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 
Periode IV. 



Reinasclie 

RoMaser 

Eohfett . 

Protein 

Stickstofffreie Extraktstoffe 



L. Cruik- 
shanksii 



Gelbe L. Weifse L. Blaue L. 



5,04 

38,95 

3,02 

18,10 
34,89 



5,20 
37, G7 

1,77 
17,15 
38.21 



5,78 

37,24 

1,80 

15,78 
39,40 



5,38 
32,62 

2,34 
16,94 
42,72 



Je 100 Pflanzen produzierten an ol »erirdisclier Trockensubstanz: 



Lupine Cruikshanksii 
Gelbe Lupine . 
"Weifse „ . . . 
Blaue 



Per. I. 



435 g 
440 „ 
597 „ 
254 „ 



Per. 11. 



024 g 
500 „ 

875 „ 
415 ., 



Per. m. Per. IV. 



1944 g 

139G „ 

1141 „ 

532 „ 



3195 

1884 

1743 

939 



Bereclmet man aus diesen Tabellen die absoluten Mengen der in je 
100 Pflanzen entlialtenen StickstoffsTibstanz und Mineralstoff'e — als für die 
Zwecke der Gründiüigung l:>esonders Aviclitig — so erhält man folgende Zahlen : 

Je 100 Pflanzen enthielten 

A. an stickstoffhaltiger Sulistanz (berechnet mit Eiweifs) 



Lupine Cruikshanksii 
Gelbe Lupine . 
Weifse „ . . . 
Blaue 



Per. I. Per. n. ! Per. in. Per. IV. 



B. 



95,9 

87,7 
106,2 
53,0 
an Mineralstoff"en 

. . li 28,6 1 
. . II 20,0 ' 
. . II 42,6 I 
• • :: 19,7 



132,2 

90,7 
138,2 

74,7 



373,2 

275,0 
171,3 

88,8 



397,3 
334,0 
375,3 
158,7 



36,4 
29,1 
59,4 
26,6 



103,0 

82,4 
77,8 
32,8 



110,6 
97,9 

101,0 
50,7 



Lupine Cruikshanksii .... 

Gelbe Lupine 

Weifse 

Blaue , 

Die blaue Lupine steht in jeder Beziehung gegen die anderen Arten 
ziu-ück, die gelbe und Aveifse sind annähernd gleichwertig, das Maximum 
der Produktionsfähigkeit zeigte schliefslich L. Cruikshanksii. Dieselbe wird 
zu Anbauversuchen emi^fohlen, obwohl ihre lange Vegetationsdauer der 
Samengewimiung Schwiex'igkeiten bereiten könnte und die Pflanzen in der 
Jugend vielleicht empfindlicher gegen niedere Temperatiuren sind. 

Der amerikanische Wiesenschwingel, von F. G. Stehler.^) 
Derselbe ist dem Roste, besonders dem Kronenrost (Puccinia coronata), 
der namentlich im Hochsommer und im Herbste aTÜtritt-, sehr stark aus- 
gesetzt, wodiu-ch der Ertrag wesentlich herabgemindert wird. Infolgedessen 
gehen viele Pflanzen sehr bald ein und der Bestand wird lückenhaft. Der 
Ertrag ist nicht nur im Herbste, sondern auch im ersten Schnitte geringer 



») Schweiz, landw. Zeitschr. 1886. (XIV.) H. 9. S. 445. 



Pflanze. 



i; 



als beim rheinischen Wiesenschwingel. Ans diesen GrüiKlr-n ist die Ver- 
wendung- von amerikanischem AViesenschwingel in Grasmischungen nicht 
nur nicht zu empfolüon. sondern es ist von der Aussaat desselben ab- 
zuraten. 

Samenmischungen l'ür ein- und melirjillirige Kleegrasfelder, 
von Neergard. ') 

(Siehe die Tabelle aiü" Seite 15G.) 

Spergelsamen, von Möller-Holst. 2) 

Der kleine Spergel hat kleinere, schwarze Samen imd wird etwa 
4(» cm lang; dagegen Sp. u. maxima hat gröfsere graue Samen und wird 
7.") cm lang. Die Samen des kleinen Spergels sind, oft vermischt mit 
wildem Spergel, leicht zu haben, vom Riesenspergel ist es dagegen schwer, 
guten keimfähigen Samen zu erhalten, weil man bisher wenig AVert auf 
die Zucht desselben gelegt hat. 1/2 kg enthält vom Riesenspergel 367 000, 
vom kleinen Saatspergel GIOOOO, vom wilden Sj)ergel 1160 00 Körner. 
1(H)0 Körner wiegen 1,36 resp. 0,32 resp. 0,43 g. 

Im Jalu-e 1SS3 wiu'dcn von Sp. a. maxima zwei Proben ausgesät, 
von welchen Samen a dem 1,5 mm-, Samen b dem 1,25 mm-Sieb ent- 
nommen war. Man erntete 

vom Samen a 
Qual. 1,75mm Gew. v. 1000 Körner 2,06g in % 1,3] . 
„ „ „ ,, 1,50,, „ „51,0 



1,5 
1,25 



1,12 



34 



'M 



86,0% guten Samen, 



vom Samen li 



7 ,4 % unentw. Samen, 



gual. 1,75mm Gew. v. 1000 Körner 2,00g in^ u,ll 

15 13^ '>,S 5*77 5 



1,25 



1,00,, „ „48^91 



^/o guten Samen, 



15,3 % unentw. Samen. 
Die Ernte von a ist in jeder Hinsicht besser als jene von b. 
Versuche mit verschieden grofsen Samen von Sp. sativa (1,25 \ind 
1,00 mm) fülnten zum nämlichen Resultate, der gröfsere Samen lieferte wie 
in jeder Beziehung bessere Samenernte. 

Weiter wurde ausgesät vom Ernteprodukt des Samens a und b, von 
beiden guter Same (GnJfse 1,5 -f- 1,25 mm), der aber natürlich seiner 
Zusammensetzung entsi)rechend (siehe oben) bei a bessere Durclischnitts- 
ipialitüt hatte als bei b. Man erntete 

vom guten Samen der Nachzucht von a 
Qual. 1,75mm Gew. v. 1000 Köirner 1,57g in % 0,4] 
„ 1,50 „ „ „ „ „ 1,32,, „ „62,0 92,1 0/0 guten Samen, 

„ l,iiO „ ,, „ „ „ i,Uo „ ,, „_J,<j 

4,3 ^^/otuientw. Samen, 
vom R'uten Samen der Nachzuclit von b 



Qual. 1,75 mm Gew. 
11 ' lr>0 „ „ 

1 25 



lOUU Körner 2,0 g 
1 '^1 

V 11 ^1- ^ 11 

1 0'^ 

11 n -i.,'J-. „ 



%0,1] 

„ 24,3 [ 80,1 % guten Samen, 

„55,7j 

1 7,4 % im entw. Samen. 



1) Schlesw.-liolstein. landw. Woelienbl. 1886, No. 2. 
^) Landw. 1886, No. 26. 



Samen- 
inischun,' 
fUr Klee- 
grasfelder. 



156 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



CO 

B 

B 


Knaulgras (Dact. glom.) . 
Französ. Raygras . . . 
Wieson-Schwingel . . 
Hartblättrigor Scliwingol 
Wiesen-Fuchsschwanz 
Gem. Rispengras (P. triv.) 
*Wiesen-Risi)ongras . 
Acker-Trespe (Brom, arv.) 
Honiggras (Holcus lanat.) 


Rotklee 

Wcifsklee 

Schwed. Klee (Trif. hybr.) 
Hopfenklee (Med. Inp.) . 
Wundkloe (Anth. vuln.) . 
Engl. Raygras .... 
Ital. Raygivas .... 
Timotliee . . . . . 


11 

1— ' 
o 

g 






— . 


O 


CO CO CO 1 1 00 1 to to 


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O OJ CO 




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2. 


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1 LO LO 1 1 1 LO CT CO 


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CO 
CO 


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CO 

^1 


1 L\2 LO LO 1 1 O 1 rf^ 

o 


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CO 


S^ " cc N tn 


o 


1 1 1 1 i 1 1 1 1 1 '^ '^ 1 1 1 1 s 


C5 kräftig ^5 

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CD 

CD cf5* 
CO fB 




1 lO 1 1 1 1 1 LO 1 


1 *- *^ 1 1 1 Im 


~j leicht Q^ 

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<-♦- CD r-f- rn ^ 

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^' '^ 

CD 


CD CD 




lO lO 

1 IC to 

CO CO 

Auf leiclitem tnul trockenem Boden nehme man 

statt des ital. Raygrases 2 — 3 Pfd. weidie Trespe. 

Die zweckmäfsigsto Zeit zum Nachsäen ist im 

Herbst, aber nicht nacli Mitte Sept.; sonst 

besser im Friilijahr! 




5. p: 





Pflanze. 



157 



Ebenso hatte sicli in der Nachzucht der vcrscliiedcu grolsen Samen 
von Sp. sativa die Qualität der Ernte bei den guten Samen der kleineren 
Saat noch mehr verschlechtert mid die Zahl der unentwickelten Samen ver- 
grölsei-t. — Nur ein genaues Sortieren der Aussaat ist im stände, die gute 
Qualität des Spargelsamens zu erhalten und zn vermelu-en. 

Symphytum asperrimum als Futterpflanze, von E. Pott, i) 
A''erfasser führt aus, dafs dieser Ptlanzo ein hcrvoiTagendor Platz ge- 
bühre, von dem sie nur durch unbegründete Vorurteile abgehalten sei. Sie 
liefert selbst auf nicht klcefüliigen (sandigen und moorigen) Boden und 
ohne abnorm grofse Düngungen selu' hohe Erträge eines stickstotlreichen 
Futters, das allerdings sehr wasserreich ist. Die Pflanze ist aber gegen 
Trockenheit, Nässe und Frost -wenig empfindlich. Die Blätter werden von 
den meisten landwii'tschaftlichen Haiistieren gern aufgenommen. 
W a g n e r "scher F u 1 1 e r b a u. ^) 

Nach einer Mitteilung von Krocker erhält man in Westfalen pro 
Hektar in 3 Schnitten 140 — 180 Ctr. Heu. Auf dem kalkarmen, kalireichen 
Grauwackeboden des westfälischen Saitorlandes wurde folgende IVIischimg 
gesät : 

Trif. hybrid um ... .8 Pfd. 

„ repens .... .8 „ 
Lotus corniculatus . . 3 „ 
Medicago lupulina . . 3 „ 
Vicia cracca .... 2 „ 
Alopecurus pratensis . 3 „ 
Phleum pratense . . 3 „ 
• Festuca pratensis . . 3 „ 
Dactj'lis glomerata . . 4 „ 
Avena elatior .... 5 „ 
Lolium italicum . . . 3 „ 
Die Sandwicke im Jahre ISSG, von Schirmer. 3) 
Die im August imd September, allenfalls noch im Oktober gesäte Sand- 
wicke hat den Vorzug, Frühjahrssaat ist nur bei feuchten Böden zu em- 
pfelilen. Die zeitig bestellte Wicke wiutle cim-ch Schafe beweidet und ent- 
wickelte sich im Frülijahi- selu- schnell. Sie konnte schon Dklitte Mai als 
erstes Grünfutter VerW' endung finden. 

Kochia villosa, Chenopodium nitroriaceum, Atriplex num- 
niularia als Futterpflanzen.*) 

Nach Prillieux bedecken Arten verschiedener Chenopodeengattimgen 
in den Ebenen des südlichen Austi'aliens gi'ofse Flächen und bieten ein 
ausgezeicluietes Futter. Sie vegetieren auch bei gröfster Trockenheit. Im 
südlichen Frankreich (bei Antibes) imd in den salzhaltigen Gebieten der 
Insel Camargue gedeihen die genannten Pflanzen sehr gut, und man hofft 
in den salzdurchsclnvängerten Ebenen der Camargue ergieljige Schafweiden 
mit Hilfe dieser Pflanzen herstellen zu können. Diese Pflanzen i)assen viel- 



Symphytum 
asperrimum. 



1) Wiener landw. Zeit. 1886, No. 92. 

2) Landw. Yer.-Zeitschr. f. Hessen 1886. 

3) Landw. 188G, No. 47. 

*) Östcrr. landw. Wochenblatt 1886, No. 26. 



Waßner- 

sclicr 
Futterbau. 



Saudwicke. 



Ver- 
schiedene 
Futter- 
pflauzen. 



158 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Bieneu und 
Botklee. 



Ind. Kaps. 



Litteratur. 



Ver- 
schiedenes. 
Aaclepias. 



Asclepias. 



leicht auch für die Küsten von Isti'ien imd Dalinatien. die Heidegegenden 
ilitteldeutsclüands und für die nordischen Dünen. 

DerBesuch des Rotklees durch die Bienen, von C.Schachinger.') 

Es wird angegeben, dafs in diesem Jahre (188G) die zweite Mahd des 
Rotklees vorzugsweise viel Honig lieferte; infolge der Trockenheit blieben 
die Blütenröhren kürzer imd lüerdurch den Bienen zugänglich. 

Weifser indischer Raps. 

Dieser wird neuestens statt des zu Grünfutterzwecken sehr gefragten 
weifsen Senfs unter dem Namen „Gell)saat" angeboten und verkauft, tlher 
die Brauchbarkeit zu dem angegebenen Zwecke ist zur Zeit nichts bekaimt. 

Der Anbau von Zwischenfrüchten zur Futtergewinnung und 
G-ründüngung mit besonderer Berücksichtigung der stickstoff- 
sammelnden Pflanzen, von M. Märcker. 2) 

Die Kultur des Timotlieusgrases, von R. Finder. 3) 

b) Verschiedenes. 

Über Asclepias Cornuti und die verwandten Arten, von G. 
Kassner.*) 

Die Gewinnung der wertvollen Bastfaser ist erschwert dm-ch den Inhalt 
der Milchsaftgefäfse. Derselbe mufs daher vor der eigentlichen Röste ent- 
fernt werden, was durch Extraktion mit Benzin, Schwefelkolüenstoff u. dergl. 
geschehen kann luid sich deshalV) empfiehlt, weil im Extrakte sehr wertvolle 
Stoife, Wachs und Kautsclndc enthalten sind. Die Ausbeute an Kautschuk 
ist verschieden je nach den extrahierten Pflanzenteilen. Getrocknete Blätter 
gaben im Mai 0,15, im August 1,13, im September 1,61% gereinigtes 
Produkt. Das Wachs ist im Extrakt zu etwa 50 % enthalten. — Die Ver- 
arbeitung der Stengel auf Extrakt und Faser wird so zu erfolgen haben, dafs 
man erst durch Walzen die Holzkörper zerknickt und die Holzteüe entfernt. 

Zwei nahe verwandte Arten, Calotropis (Asclepias) gigantea und C. 
procera (C. Hamiltonii) werden in ilu-em Heimatslande Indien teils in der 
Volksmedizin, teüs zu technischen Zwecken verwendet; der Bast dient zm- 
Papierfabrikation, der eingetrocknete Milchsaft als Substitut der Guttapercha. 

Zur diesjährigen Kultur der Asclepias Cornuti, von G. Kass- 
ner. 5) 

Die Befruchtung der Asclepias Cornuti durch Insekten, von 
G. Kassner. 6) 

Der Blütenbau beweist, dafs eine Befruchtung niu- durch Insekten 
stattfinden kann. Aufser den Ameisen, welche sich ohne Vorteil für die 
Pflanze den Honig der Blüten zu Nutzen machen, werden dieselben von 
Bienen mid zwei Arten von Wespen oder Fliegen (?) besuclit, und durch 
diese die Befruchtung vermittelt. Verfasser sali Insekten, welche zwei Paar 
Pollinarien, je eines an einem Bein, lierumscldoj)pteii. Manclimal vermögen 



') Österr. landw. Wochenblatt 1886, No. 44. 

^) Jahrb. der d. Landwirtschafts-Gesellschaft 1886, I. 80. 

3) Österr. landw. Wochenblatt 188G, No. 35, 36, 37. 

*) Landw. Versuchsst. lSb6, Bd. XXXIIL 241. 

6) Landw. 188G, No. 60. 

6) Landw. 1886, No. 73. 



Pflanze. 



159 



sie die PoUinaricii nicht hcrausziiroilsen, die Insekten vermögen sich nur 
mit Yerhist ihrer Beine wieder zu befreien. 

Ascleinas Cornuti, von G. Kassner. i) 

Über Asclepias syriaca.^) 

"NVinterlein, von A. Leydhecker. 3) 

Derselbe wird selten gebaut, obwohl nach den Erfalunngen in Kraiii 
und anderen Gegenden dessen Kultin- durchfülirbar wäre. Ani' dem Vei- 
suehsfelde der landw. Anstalt Tetschen-Liebwerd Avurden bei mehrjälu'igem 
Anbau folgende Erfahrungen gesammelt. Die Ansaat geschah Anfang Sep- 
tember. Vor Einti'itt des Winters war der Stand gut geschlossen, die 
Pthinzen kräftig entwickelt. Trotz einer Kälte von — 17^0. ohne Schnee- 
(U:'cke trat der Lein tadellos ins Frfihjalu- ein. Die Stengel des Winterleins 
waren stärker als die des Sommerleins. Die Blüte trat um 12 — 13 Tage 
früher ein als die des Rigaer, der Unterschied in der Reifezeit betinig mu- 
i) — 10 Tage. Die Faser war ziemlich hart und rauh, jener des Sommer- 
leins nachstehend. 

Winterlein, von Hutter.'^) 

Diese Varietät des gewölmlichen Leins (L. usitatissimum) miterscheidet 
sich von letzterem durch stärkere Bewurzelung, Verästelung und reicheren 
Samenansatz, was von der längeren Vegetationsdauer, aber auch von der 
Verdünnung des Standes durch Auswintern rülii-en dürfte. Winterlein 
könnte an SteUe der Rapssaat treten, eignet sich aber bei uns nicht ztu- 
Gewinnung fester, feinerer Faser, w^eil der hierzu nötige gleichmäfsige 
(liclite Bestand über den Winter imd das erste Frühjahr niclit erhalten 
bleibt. Auch ist er sehr unsicher mid entbehrlich, weil durclischnittlich 
der gewöhnliche Lein bessere Erträge giebt. Winterlein wird seit Jahren 
im gröfseren im Herzogtiun Ki-ain kidti viert. 

Der Flachsbau in Frankreich, von G. Dangers. 5) 

A^ersiiche über Kultur und Verarbeitung des Flachses, von 
Strehl und Fritze. 6) 

Genista linorum, eine neue Gespinstpflanze, von V. Th. 
Magerstein. 7) 

Diese Art liefert sehr zähe Faser, welche seit einigen Jahren zu Bind- 
i'aden, Stricken, Segeltucl^ aber auch selu^ feinen Geweben verarbeitet wird. 
Sie hat den Vorzug, durch Nässe viel weniger zu leiden als sonstige 
Pflanzenstoffe. Die holzigeii Abfälle, welche bei der FasergeAvinmnig er- 
lialten werden, eignen sich zur Cellulose- oder Papierfabrikation. Die Pflanze 
gedeiht auf sterilen, unfruchtbaren Böden und wahrscheinlich in den meisten 
Ländern Mitteleuropas. Da die Blüten sehr honigreich sind, eignet sich die 
Pflanze aucli sehr für die Zwecke der Bienenzucht. 



Winterlein. 



Genista 
liuoruui. 



1) Wiener landw. Zeit. 1886, No. 8L 

2) BuU. d. seanc. de la soc. nat. d'agric. de France 1885, No. 8, S. 532. 

3) Österr. landw. Wochenblatt 188G, No. 32. 
*) Österr. landw. Wochenblatt 1880, No. 27. 

5) Fühling's landw. Zeit. 1886 (XXXV.), H. 11, S. 651. 

6) Landw. 1886. Centr.-Bl. Agrik. 1886, XVL 484 
') Österr. landw. Wochenblatt 1886, No. 48. 



IGO 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Hopfeu- 
Xiitteratur. 



^nbau vou 

Teichrohr. 



Ver- 
schiedene 
liitteratur. 



Der Yersuclisgarten des deutschen Hopfenbaiivereins in 
Spalt, von C. Kraus. ^) Dritter Bericht. 

Beobachtungen über die Kultur des Hopfens im Jalire 1885.^) 

Der Sommerschnitt des Hopfens und seine Wirkung auf die 
Ertragsfähigkeit, von 0. Koch. 3) 

Zahlreiche Artikel zum Hopfenbau.*) 
Anbau von Teichrohr. 5) 

Da Eolu' zu verschiedenen Zwecken verbrauclit wird, kann sich dessen 
Anbau auf sumpfigen FLächen u. dergl. sehr wold. lolmen. Am einfachsten, 
aber auch imsichersten ist die Ansaat. Der Samen reift im November, ist 
meist taub und wird in Lehm geknetet, aus welchem man eigrofse Klumpen 
formt, die am Rande des Sumpfes ausgelegt werden, so dafs sie nur flach 
vom "Wasser bedeckt sind. Bei der Yermelu-ung dmch Stecklinge verwendet 
man im Jiuii gesclmittene junge Halme. Die sogenannte Bültenpflanzung 
(Verwendung einzelner, aus einer bereits vorhandenen Anlage ausgestochener 
Büschel von ungefälu- 0,05 m^) kann das ganze Frühjahr über geschehen, 
die Pflanzen wachsen gut an, entwickeln sich aber oft später selu' lang- 
sam. Am sichersten ist die Pflanzung von Rhizomen, welche in Stücke 
geschnitten werden, die man in bewegtem Wasser zu befestigen (Eudegen 
in Drainröhi'en, welche senkrecht in den Boden gesteckt werden) hat. Die 
Halme werden später nach dem Ufer zu umgelegt, damit sie sich bewurzeln 
und aus den Knoten neue Sprosse machen können. Besonders im ersten 
Jahre darf das Rohr erst im Spätherbste \md nicht zu tief abgeschnitten 
werden, damit das Wasser nicht In die holüen Halme dringt imd Fäulnis 
veranlafst. 

Anbau der Quinoapflanze, von F. v. Thümen. 6) 
Diese uralte Kiüturpflanze der Gebiete an der südamerikanischen West- 
küste könnte auch für rauhere imd hochgelegene Landstriche Europas sich 
eignen, wo G-eti'eide nicht mehr gebaut werden kann. Am häufigsten -wird 
in Südamerika die gemeine weifse Quinoa (Reismelde, Chilireis, jieruviani- 
sclier Spinat, Reisspinat, Anserine Quinoa blanc, White Quinoa) mit grofsen 
Blättern, melüig weifsbestäubt, angebaut. Die in Chili vielfach kultivierte 
rote Qumoa ist rot, ohne mehlige Bestäubung. Selten gebaut sind die 
schlitz- und lanzettblätü-ige Form. 

Anbau des Buchweizens, von F. v. Tliümon. ^j 
Anbauversuche mit Hülsenfrüchten, von E. Hamann. 8) 
Zuckergewinnung aus Sorgho und Mais, von Drummoud. 9) 
Bericht über die einsclüägigen Versuche in Amerika. 



^) Sep.-Abdr., 31 S. Allgem. Brauer- und Hopfenzoit., Nüi'nberg 1880. 

2) München, Th. Ackermann, 1887. Allgem. Brauer- und Hopfenzeit., Nürnberg 
1886/87, 32 S. 

j) Allgem. Brauer- und Hopfenzeit. 188G, No. 119. 
'*) Allgem. Brauer- und Hopfenzeit., Nürnberg 188(J. 

5) Landw. Centr.-Bl. Posen 188G, No. 17. 

'0 Wiener landw. Zeit. 188(J, No. 14. 

7) Wiener landw. Zeit. 188(5, No. 10. 

8) D. landw. Presse 1880, No. 11. 

") Österr. Rübenzuckerzeit. 188G (XXIV.) N. F. XV. November-Heft, S. 730. 



Pflanze. 



IGl 



Der Weinstock und die Bodenfeuchtigkeit, von E. AVollny. i) 
Kulturversuche mit verschiedenen Gewächsen auf den Rie- 
selfeldern der Stadt Berlin. 2) 

Le topinaiiiliour au point de vu de la culturc et de la 
destillation, von 11. Tellier. 3) 



Anhang. 

Unkräuter. 

Vertilgung von Wiesenunkräutern durch den Auftriel) von 
Schafen auf die Wiesen zur Winterzeit, von F. Alzer. *) 

Viele Unkräuter ^verden vom Scliaf zur Winterzeit in Ermangelung 
besserer Pflanzen abgefi-essen und geschwächt oder ausgezogen. Klapper- 
topf (Hahnenkamm) wii'd diu'ch melirero Jalu-e hintereinander wiederholtes 
Beweiden im Frühjahr gi-fmdlich zerstört. 

Vertilgung des Schachtelhalms. 5) 

Entwässerung des Grundes. Gegen alle anderen Vertilgiuigsmetlioden 
ist das Unkraut unempfindlich. — Ein einfaches ]\Iittel zur Vertilgung auf 
Wiesen ist Bcstrouung im Herbst mit gesiebter Steinkohlcnasche, nötigen- 
falls wiederholt. 

Vertilgung der Quecke.^) 

Empfolüen wird, stark verfpieckte Felder nach der Getreideernte so- 
fort flacli zu scliälen luul Buchweizen, Raps oder Senf zu säen, welche 
nötigenfalls durch Düngung mit Guano oder Cliilisalpeter zu üppigem Wachs- 
tum gebraclit werden sollen. Die Saat benutzt man als Grünfiitter oder 
Gründüngiuig. Die Quecke geht unter der Beschattimg aus. Oder es Avlrd 
flach geschält und immer meder geeggt, sobald die Quecken aussclüagen. 
!Man kaiui auch die Austrielie durcli Schafweide beseitigen. Vor AVinter 
wird dann bei jeder Vertilgungsart zur vollen Tiefe gepflügi: und in rauher 
Furche liegen lassen. 

Vertilgung der Distel. '^J 

Ausstechen mit Disteleisen, Ausziehen mit eigenen Zangen, besonders 
im Frühjahre und nach Dm-chweichung des Bodens durch Regen, Umpflügen 
mit dem Rajolpfluge und darauffolgendes Herausziehen, Anbau mehrjähriger 
Kleearten, welche die Disteln ersticken oder dm-ch das wiederholte Ab- 
mähen deren Aussterben ermöglichen, Vertilgimg der Pflanzen an Sti-afsen, 
Wegen u. s. w. Seichtes Abschälen des Ackers mit daraiiffolgendem Eggen 
u. s. w. Auch Rapsbau, richtige Fruchtfolge mit ausgedehntem Haclcfrucht- 
bau imd Tiefkultur sind empfelüenswert. 

Vertilgung des Huflattichs, der wilden Möhre und dergl. 8) 



1) Allgem. Weinzeit. 1886, No. 25, 27. 

2) D. Gartenzeit. 1886, No. 10. Centr.-I]l. Agrik. 1886, H. 9, S. 645. 

3) .Journ. d. fagric. 1886 (XXI.) T. II. Novembre, No. 918, S. 782. 
*) Landw. Zeit. Westfalen u. Lippe 1886, No. 5, 

5) Wiener landw. Zeit. 1886, No. 56. 

6) Fiihling's landw. Zeit. 1886, Hft. 5, S. 305. 

7) Landw. Zeit. Wetsfalen u. Lippe 1886, No. 3. 

8) Östorr. landw. AVochenbl. 1886, No. 47. 

Jahresbericht 1886. 11 



Anharg. 



Unkräuter. 



Wipsen- 
krüuter. 



Schachtel- 
halm. 



Quecke. 



Distel. 



Huflattich 
u. s. w. 



162 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



"Würger. 



Man inaclie mit einem Eisen ein Loch in das Herz der Pflanzen nnd 
ti'äiifle Peti'oleiim ein. 

Beschreibung und A^ertilgung des Kleewürgers, von L. Just. *) 
Die Würger oder Sonimerwurzpflanzen, von F. v. Thünien. 2) 



Ver- 

mehrungs- 
fähigkeit 
auf un- 

geschlecht- 
licLem 
Wege. 



Deutschlaud, 



Püanzenkranklieiten. 

Eeferent: Clir. Kellermann. 

A. Krauklieiteii durch tierische Parasiten. 
I. Reblaus. 

Lebens geschieht 6. 

Boiteau, P., Fortsetzung der bei der Erziehung der Rebläuse 
in Röhren erzielten Resultate. 3) 

Der Yerfasser hat die 19. Generation auf ungesclüechtlichem AVege er- 
zogen, ohne dafs ein Rückgang in der Vermelu-ungsfähigkeit eingeti-eten ist. 

Auf dem JH. österreichischen WeinbaukongTefs in Bozen *) stellte Bolle 
die jedenfalls noch der Bestätigung bedürfende Behauptung auf, dafs es 
zweierlei geflfigelte Rebläuse gebe, die eine Fonn sei 0,7 mm, die andere 1 mm 
lang. Aus den Eiern der einen Form sollen nur Männchen, aus den Eiern 
der anderen Form nur "Weibchen hervorgehen. 

R Osler Aviderspricht dieser Behauptung. 

Geographische Verbreitung. 

Nessler, Die AYurzellaus in Lutterbach. 5) 

Die Reben, an welchen die Reblaus gefunden wmxle, waren vor 8 
Jahren in Mülühausen gekauft worden und rülu-en walu-scheinüch von BoU- 
weiler her, avo die Reblaus bereits im Jalu-e 1876 nachgewiesen wiuxle. 
An 9 verschiedenen Stellen sind in Lutterbach 1400 Reben von der Wur- 
zellaus befallen. 

Bis Ende Juni 1886 wurden nach Veröffentlichung des Reichsamtes 
des Innern in der Gemarkung Ockenfels 55 infiziei-te Stöcke, bei Linz- 
hausen 1 infizierter Stock, im ganzen 6 verschiedene Ansiedelungen neu 
aufgefimden. ^) Bei Lolu'sdor'f wurden 8, 18 imd 2 infizierte Stöcke gefun- 
den. Bis zum 15. Juli wurden rechtsrheinisch 71, Unksrheiniscli 73 infi- 
zierte Stöcke entdeckt. 

Die Reblausherde in Rlieinpreufsen und im Elsafs. ^) 

Ein Verzeicluiis der vom 15. Jujxi bis Ende Juli 1886 neuaufgefun- 
denen Herde. 



1) Karlsruhe 1886, 8. S., 1 Tafel. 

2) Österr. landw. Wochenbl. 188(5, No. 38. 
•") Compt. rend. 1886. CIL 195. 

4) Weinl. 1886, XVIII. 530. 

5) Badener landw. Wochenbl. 1886, 251. 

6) Weinl. 1886, XVIII. 367. 

7) Weinb. 1886, HL 281. 



Pflanze. 



1G3 



Bis 4. Soptomber 1880 winden im Kanton Züi-ich 22 22G mit Rcb- Schwei«. 
lausen behaftete Stöcke aufgefunden. ') 

Im Jahre 1884 wurden im Kanton Neuehatel 1800 kranke Rebstöcke 
konstatiert, im Jahre 1885 aber 5200 Stöcke. 

Im Kanton Genf ist die Vermehrung noch gröfser. In den neu in- 
fizierten Gemeinden Yernier imd Confignon mufsten 36G3, bezw. 41871 
Stöcke vernichtet werden. Die Gesamtzahl der im Kanton Genf gerodeten 
Stöcke belauft sich auf GOOOO gegen 30G51 im Jahre 1884.2) 

Nach T isser and's offiziellem Bericht 3) über die Phylloxera ^\iu'den Frankreich. 
diu-cli die Eeblaus seit dem Beginn ihres Auftretens in Frankreich bis zum 
Jahre 1885 melrr als eine Million Hektare Weinland vernichtet. Yor der 
Invasion hatte FranlaTich 2 503 000 ha, zu Anfang 188G ungefähr 2 000000. 
Durch Neuanpflanzinigcn Avurde der entstandene Yerlust demnach ziu' 
Hälfte wieder ausgeglichen. Das Unterwassersetzen wurde angewendet bei 
24 339 ha, der Schwefelkohlenstoff bei 40 585 hä, die Sulfokarbonate bei 
5227 ha; 75 2G2 ha sind mit amerikanischen Reben bepflanzt. 

Die AiTondissements Sancen-e (Cher), Bressuire (Deux-ScnTCs), Cholct 
(ilaine-et-Loire), Besanpon (Doubs), Gex (Ain), die Kantone Donnemarie und 
Montereau (Saine-et-Marne) wurden für phyUoxerieit erklärt.*) 

In Syi'mien nimmt die Reblaus rapid überhand. In der Gemeinde Kroatien. 
Ledince ist ^s? ^^ ^^^' Gemeinde Kamenitz ^/^ der sämtlichen Stöcke ab- 
gestorben. Infizierte Weingärten fanden sich ferner in den Gemeinden 
Rakovatz, Beocsin, Bukovatz, Slankamen, Beschka, Carlowitz. 5) 

In Kroatien sind von den 117 315 Joch Weinbergen gegeuAvärtig 
58 82G Joch beckoht.6) 

Bis Ende 1884 wai-en in Ungarn 280 Gemeinden in 20, bis Ende 1885 Ungam. 
409 Gemeinden in 38 gespen-ten Bezirken von der Reblaus verseucht.'^) 

Im Werschetzer Gebiet sind sämtliche Fhu-en befallen. 8) 

Im Ofener Gebirge breitet sich die Reblaus in erschreckender Weise aus. ^) 

Desclozeaux, Die Reblaus in Poi-tugal. lO) Portugal. 

In Portugal belief im Jalu-e 1885 sich das von der Reblaiis befallene 
Areal auf 18 000 ha, davon sind 2073 ha vollständig zerstört. Das Übel 
breitet sich von Jahr zu Jahr mehr aus. 

Auf der Insel Madeira sind 2500 ha ergriffen und 2000 ha voll- 
ständig zerstöi't. 

In Australien ti'itt die Reblaus iai der Provinz Geelou verheerend auf. Australien. 

Sonstige neue Fundorte der Reblaus: 

In Deutschland: Lutterbach bei Mülhausen di-ei neue Reblausherde 
entdeckt am 21. Juni, ii) 



1) Weinl. 1886, XVni. 48ß. 

'^) Weinl. 1886, XVIII. 377. 

3) Journ. agi-ic. par Barral 1886, I. 404-408. 

*) Journ. agric. par Barral 1886, I. 408. 

5) Weinl. 1886, XVIII. 318. 

6) Weinl. 1886, XVIII. 414. 

7) Weinl. 1886, XVIII. 90. 

8) Weinl. 1886, XVIII. 353. 

9) Weinl. 1886, XVIII. 341. 

10) Monit. vinic. 1886, XXXI. 290. 
") Weinl. 1886, XVHI. 319. 



11* 



164 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

Li den G-emarkimgen Liiizhauseii und Ockenfels des Kreises Neuwied 
imd in der Gemarkung Lolu-sdorf des Kreises Alu-weiler 27 Reblausherde.') 

Hagenlieiin im Oberelsafs unweit Basel. 2) 

Bei Cannstadt und Sclolofs Berg 3 Herde. 3) 

In der Schweiz: "Winkel, Eegensberg und Dielsdorf im Kanton Züiich.*) 

Founex im Kanton Waadt. ^) Höngg, Oberstrafs, Oberweningen, Schöflis- 
dorf*») im Kanton Zih-ich. 

Chancy, Dardagny, Rufsin, Bernex, Essertine, Chouilly, St. Julien, 
Myes bei Coppet, St. Blanc bei Auvernier im Kanton Genf. 7) 

In Steiermark: Kolos bei Pettau. 8) Samitscli. 9) 

In der Kapkolonie: In unmittelbarer Nähe der Kapstadt bei Mowbray 
und Rondeboseh ; bei ]VIoddergat. ^^) 

In Ungarn: Albertfalva im Pester Komitat, Förök Balint^^), Szerep im 
Biharer Komitat, Felsö-Nana im Heveser Komitat, 0"-Ker im Baeser Komitat, 
Kis-Taresa, Mogyorod und Yersec im Pester Komitat, Jobbägyi im Ne%'yrader 
Komitat ^2)^ Yaradia, Peczel im Pester Komitat, Feregyhäza und Fibiscli im 
Ai-ader Komitat. >3) 

In Algier: Unweit von Philippe^■ille am Eingang des Thaies von Saf- 
Saf.'*) Zeüfa.i5) 

Bekämpfung. 

Verordnung, betreffend die Einfuhr und die Ausfuhr von 
Gewächsen, sowie von sonstigen Gegenständen des Wein- und 
Gartenbaues.'^) 

§ 1. Der örtliche Geltungsbereich der Verordnimgen vom 11. Fe- 
bruar 1873 (Reichs-Gesetzbl. S. 43) und vom 31. Oktober 1879 (Reichs- 
Gesetzbl. S. 303), sowie vom 4. Jidi 1883 (Reichs-Gesetzbl. S. 153) ist foi-tan 
dasjenige Gebiet, welches dm-ch das deutsche Zollgebiet und die aufserhalb 
der deutschen ZoUgi-enze belegenen Teile des Reichsgebietes gebildet wird. 

§ 2. Gegenwärtige Yerorcbmng tiitt mit dem Tage ilu-er Verkün- 
digung in Ki'aft. 

Jablanczy, Vorkehnmgen im Bezirke Korneuburg gegen das "Weiter- 
schreiten der Reblaus.'^) 

Rebschiüen zm- Heranzucht amerikanischer Reben, sowie ein Versuchs- 
weingarten soU im Infektionsgebiet angelegt werden. 



1) Weinl. 1886, XVUl. 319. 

2) Weinl. 1886, XVm. 593. 

3) Weinb. 1886, IH. 321. 

*) Weinl. 1886, XVEI. 332. 

5) Weinl. 1886, XVm. 341. 

6) Weinl. 1886, XVm. 449. 
') Weinl. 1886, XYLU. 377. 

8) Weinl. 1886, XVIII. 341. 

9) Weinl. 1886, XVHI. 377. 
10) W^einl. 1886, XVEI. 281. 
") Weinl. 1886, XVIII. 367. 

12) Weinl. 1886, XVIII. 486. 

13) Weinl. 1886, XVIH. 332. 

1*) Monit. vinic. 1886, XXXI. 178. 

15) Monit. vinic. 1886, XXXI. 218. 

16) Reichs-Gesetzbl. 1886, 191. 

17) Weinl. 1880, XVIH. 39. 



Pflanze. 1G5 

H. Göthe, Haben die Erfahrungen in Frankreicli die AVider- 
standsfähigkeit derjenigen amerikanischen Rebsorten, die als 
Pfropfnnterlage empfohlen werden, dargethan? Yorti-ag. ') 

Der Redner bespricht die mit den widerstandsfälligen Reben in Fi'ank- 
reich gemaclitcn günstigen Eriahrungen, sowie die Ursaclien der gröfseren 
Widerstandsfähigkeit dieser Sorten. Er giobt zu, dafs ungünstige Boden- 
verhältnisse, unpassendes Klima und maiigolhafte Kultnrverliältnisse die 
Widerstandsfähigkeit beeinti'ächtigen. 

Er liält es für notwendig, dafs auch bei uns Versuche mit wider- 
standsfähigen amerikanischen Reben angestellt werden. 

Moritz, lU»er den dormaligen Stand der Reblausfrage ins- 
besondere in Deutschland. Vortrag. 2) 

Der Redner begründet seine Ajischauung, dafs die bisherige Ai't des 
Vorgehens gegen die Phylloxera bei uns sich durchaus bewährt hat. Ferner 
erklärt er: „Etwaige jetzt schon versuchsweise bei \ms auszuführende An- 
pflanzungen ge])fropfter amerikanisclier Reben in den Weinbergen schliefsen 
eine grol'se Gefalu' der Verschleppung des Insektes in sich und sollten 
daher nicht gestattet werden." 



Litteratur. 

Andrade Corvo: Le virus de la tuberculose de la vigne et ses raicrobcs. — Bull. 

des söances de la soc. nat. d'agric. de Fi'ance. 45, Xo. 10. p. 697 — 704. 
Aussigny, L. d': Culture des vignes americaines et reconstitution des vignes de- 

truites dans le Rcrry. 8*^. 26, pp. et. planche. Issondun (Impr. Gaignault). 
Auvran, Frederic: Le Phylloxera. — 8". 24 pp. Alger (impr. Fontana e Co). 
Babo, Über die Herstellung veredelter Wurzelreben. — Weinl. 1886, XVIII. 25. 

— — Über das Auspflanzen von Weingärten mit amerikanischen Beben. — Weinl, 

1886, XVIII. 13. 

— — Die Kesultate diesjähriger Versuche über das Veredeln von Schnittreben. — 

Weinl. 1886, XVm. 361. 
Bazille, G.: Les vignes de V Herault. Le Peronospora. — Joum. agr. par Barral 
1886, 1, S. 938—939. 

— — La defense et la reconstitution des vignes. — Joum. agric. 1886, 21, 22, 

480—492. 
Bericht über die Yerljreitung der Eeblaus in Österreich 1885. Veröff"entl. im Auf- 

tra<,^e des k. k. Ackerbauministeriums. 8°. 35 S. mit einer Karte. 1886. 

Wien k. k. Hof- u. Staatsdruckerei. 
Bericht über die Sitzunc: der Central-Commission für Keblausangelegenheiten in Wien. 

— Weinl. 1886, XVllI. 481. 
C<inipte rendu des travaux du Service du phylloxera. Anno 1885. Proces verbaux 

de la Session annuelle de la commission superieure du Phylloxera. 8*^. 

437 pp. et carte de France. Paris (Imjjrimerie nationale). 
Crolas et Yermorel, V.: Manuel pratique des sulfurages, guide du vif,'neron pour 

femploi du sulfure de carbone contre le phylloxera. 112 edition. 8°. 

107 pp. Lyon. 
Danesi, Leobaldo: Una visita ai vigneti fliosserati in Francia: relazione a S. E. 

il Ministro di agricoltura, industria e commercio. 8". 12 pp. Palermo 

(tij). Yirzi). 



*)Dahlen, Ber. über die Verh. des YIU. deutschen Weinbaukongresses in 
Colmar (Elsafs) 1886. 

^) Dahlen Ber. über die Verh. d. VIII. deutschen Weinbaukongresses in Colmar 
1880, Mainz, 95. 



166 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

Daurel, Jos.: Quelques mots sur les vigues araericaines, leur greffage, las produc- 
teurs directs dans la region du Sud-Ouest; etude pratique sur cet impor- 
tant moyen de reconstitition des vignobles. 2e edition. 8°. 72 pp. Bor- 
deaux. (Feret & Als). 

Desclozeaux: La lutte antiphylloxerique en Algcrie. — Mouit. vinic. 1886, 31. S. 306. 

Decret fixant les arrondissemeuts declarö sphvUoxeriques. — Jouru. d'agric. prat. 
21. A. T. 1, No. 886, p. 539-540. ' 

Die Durchführungsverordnung zu dem österreichischen Gesetz vom 27. Juni 1885, be- 
treffend die Mafsregeln gegen die Reblaus. — Weinl. 1886, XVIU. 448. 

Ducasse: Reconstitution du vignoble fran(,'ais par la marcelline, Systeme rational de 
defence contre le phylloxera. Paris, G. Massou. 64, p. 8. 

Gadeau de Kerville H. : Enumeration et description des galles observees jusqu' 
alors en Normandie. Seconde memoire. — Bulletin de la societe des 
amis des sciences naturelles de Ronen. Anne 1884, p. 311 — 377. — Ref. 
Botan. Centrlbl. 1886/87, S. 145—140. 

Gastine G. : Sur la diffusion du sulfure de carbone. — Jouru. agric. par Barral. 
1886. 21, 22, S. 585—589. 

Sur la diffusion du sulfure de carbone. — Ibidem. 1886, 21, 22, S. 822—826. 

Göthe, R. : Über das Veredeln der Reben auf amerikanischen Uuterlagen. — Dalilen. 
Ber. über die Verh. d. VIII. deutschen Weinba\ikongresses in Colmar. 1886, 
Mainz, 109. 

Hartrich, C: Über die japanischen Gallen. — Arcli. Pharm. Bd. 222, S. 904—907. 
Ref. Botan. Centrlbl. 1886/87, S. 146. 

P. de Lafitta: Über die Verteidigung der Rebe durch die Vernichtung des Eies der 
Phylloxera. — Compt. rend. 1886, C. H. 347. 

Larbaletrier, A. : Le Phjdloxera vastatrix. S*". 36 pp. av. flg. Paris (Le Bailly). 

Lern in a, V.: Sur Tappareil digestif du Phylloxera. — Compt. rend. 1886, CII. 220. 

L. V. R. : Alta Vitis-riparia- Stöcke in Österreich. — AVeiul. 1886, XVIII. 556. 

Laliraan: Sur la selection des vignes americaines. — Journ. agric. par Barral. 1886. 
2. S. 750—751. 

La commission superieure du phylloxera. Rapport de M. Tisserand, directeur da 
l'agriculture. — monit. vinic. 1886, 31, S. 81 u. 82. • 

Les arrondissemeuts phj'Uoxöres en 1886. — monit. vinic. 1886, 31, S. 102. 

Loi ayant pour objet l'organisation des syndicats en Algerie pour la defense contre 
le i3hylloxera. — Journ. agric. par Barral. 1886, 21, 22, S. 231 — 232. 

Mach: Zusammenstellung der wichtigsten, namentlich der widerstandsfähigen ameri- 
kanischen Rebsorten nach Millardet. — Weinl. 1886, XVEI. 62, 75, 80. 

Menudiar: Situation plivlloxerique dans la Charente- Interieure. — Journ. agric. par 
Barral. 1886, 21, 22, S. 941—943. 

Millardet, A.: Histoire des principales varietcs et especes da vignes d'origina ameri- 
caine qui resistent au phylloxera. 4". 36, 246 pp. et 24 planches. Paris 
(G. Masson). 

Miraglia, N. : Sulla filossera in Sicilia: lettera alla Sicilia agricola. — Estratt. d. 
La Sicilia agricola. IV. No. 41, 8". 8 pp. Palermo. 

Passy, L. : Le phylloxera en Californie. — Bull, des seances de la soc. nat. d'agri- 
culture de France. L 46, No. 7, p. 388-393. 

Ritter, C. : Kritik der Dr. Kesslar'scheu Beobachtungen an der Reblaus. — Wainb. 
1886, III. 139. 157. 

Rougiar, L. : Instructions pratiques sur la reconstitution des vignobles par les cepages 
americains. Choix de varietcs, multiplication, etablissement du vignoble, cul- 
ture et furaure, traitement des maladies. — 8". 110 pp. av. flg. Mont- 
pellier. (Bureaux da l'Eclair.) 

Sagnier, H. : La marche du Phylloxera en Franca. — Jdurn. agric. par Barral 1886, 1. 
906—907. 

Sahut, F.: Les ecoles de greffage. — Juurn. agric. par Barral 1880, 21, 22, S. 933 
bis 935. 

— — De l'adaptation au sol dans la question des vignes americaines. — Journ. 
agric. par Barral 1886, 21, 22, p. 609-615. 

Sr.: Der Kampf gegen das Wintcrei. — Weinl. 1886, XVIIL 61. 

Siemenroth, R.: Die Reblaus in Frankreich im Jahre 1885. — Gartenflora 1886, 
35. 229—235. 



rflaiize. 



167 



Targioni-Tozzetti, Adolfo: Delle pini renenti infezioni filosseriche della Germania 
e deir impiego dei metodi ourativi e doUe viti americane in alcune provincie 
francesi. — Atti della reale Accaderaia-economica- agraria dei Georgofili 
di Firenze. Ser. IV. Vol. IX. Disp. 1. 

Die Tliätigkeit der (ungarischen) Landesphvlloxera- Versuchsstation im Jahre 1884. — 
Weinl. 188G, XVlII. 11)8, 24(J, 258, 319. 

Vassilliere: Les sulfureuses a tractiim aniraalc. — Journ. agric. par Barral 188G, 
21, 22, 207. 

Die Verbreitung der Reblaus in (Vsterreich im Jahre 1885. — Weinl. ISSO, XVIII. 590,002. 

Über die Lage der verlausten W(Mnl)erge in d. Charento inferieure. — Weinl. 1886, XVIII. 7. 

Versuche mit dem Veredeln einheimischer Reben auf amerikanischen Unterlagen. — 
Weinb. IH. 110. 

Zur Phviloxcrafrage in Deutschland. — Nordd. Allg. Zeit. — Weinb. 1886, III. 362. 



II. Die übrigen Schmarotzertiere. 

Nematoden. 

G. Pennetier, Grenze der Lebenszähigkeit der Weizenälclien.i) 

Seit dem Jahre 1872 wurden Radenkörner trocken aufbewahrt. Die 

in denselben eingesclilossenen Älchen lebten, wenn sie befeuclitet wurden, 

Jahr für Jahr Avieder auf; erst im Jahre 188G, also nach 14 Jahren, 

konnten sie nicht mehr zum Leben gebracht werden. 

Kriegesmann, Rttbennematoden in Getreidefeldern.^) 
Auf einem Haferfelde zeigten sich auffällige Ki-ankheitserscheinungen. 
Professor Frank, A\-elcliem die erla-ankten Pflanzen zugesandt A\nu-den, führt 
die Erkrankmig auf das Vorhandensein von Heterodera Schachtii zurück. 

Hellricgcl, Zur A^ertilgung der Nematoden mittelst Fang- 
pflanzen. 3) 

Zweimalige Ansaat von Rübsen im Jalu-e 1882 hatte nicht den ge- 
hofften Erfolg; als aber im Jahre 1884 die Kühn' sehe Methode genau 
nach Vorschrift angewandt und eine viermalige Aussaat von Rüben vor- 
genommen wurde, waren die Nematoden vertilgt, so dafs im folgenden 
Jalu-e 200 Ctr. Rüben pro Morgen geerntet "wnirden. Durch das Unter- 
bringen der Rüben wird der Acker so stickstoffreich, dafs die Qualität der 
Rüben im nächsten Jahre sich verschlechtert; es ist daher ratsam eine 
Halmfrucht einzuschalten. Sollen schon im nächstfolgenden Jalu-e nach 
der Kühn'schen Bearbeitung Rülien gebaut Averden, so darf nicht mit Stick- 
stoff, sondern nur mit Phosphorsäm'e gedüngt werden. 

V. Thümen, Die Älchenkranklieiten unserer Kulturgewächse 
und die Anguillulaarten, welche dieselbe hervorrufen.*) 

Der Verfasser stellt die durch die Untersuchungen von Kühn und 
von Prillieux bekannt gewordenen Thatsachen geschickt zusammen. 



Lebens- 
zähigkeit 
der Weizen- 
älcheu. 



Hederoder.i 
Schachtii. 



Nematoden- 
vertilgung. 



Älchen- 
krackheiten. 



Insekten. 
Rhynchoten. 
F. Karsch, Die Erdlaus, Tj'chea Phaseoli, eine neue Gefahr Ji^^f^l^^^ 
für den Kartoffelbau. Nebst einer kurzen Übersicht der KartofTelfeinde 
aus der Klasse der Insekten. Berlin, Fi-iedländer & Sohn, 188G. 



1) Compt. rend. 1886, Cni. 284. 

2) Landw. Wochenbl. Schlesvv.-Holst. 1886. XXXVI. 494. 

3) Landw. Centr.-Bl. Posen 1886, XIV. 227. 

*) Osterr. landw. Wochenbl. 1886, XII. 214—231. 



168 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Diaspis 
pentagoua. 



Eurydema 

üleraceum 

«nd Eur. 

ornatum L. 



Blutlaus- 
TCitilgung. 



Bectler beobachtete im Jahre 1S85 bei NörcUiugen ki-anke Kartoftel- 
pflanzeii. An vielen Stauden waren die Stengel in etsva 15 cm Tiefe 
imter der Erde vei-ti'ockiiet und konnten leiclit herausgezogen werden. An 
einigen angefressenen Stengebi und an feineren Wüi-zelchen fanden sich 
kleine Insekten, welelie von Beclder irrigerweise als Forda formicaria, von 
dem Verfasser aber als T^'chea pliaseoli Passerini bestimmt wurde. Diese 
Erdlaus wurde bisher in Deutscliland niclit, auf der Kartoffel aber überhaupt 
nicht beobachtet. Es gelang nicht, mit Sicherheit einen Zusammenhang 
zwischen dem Tode der Kai-toffehi und der Anwesenheit der Erdlaus zu 
konstatieren, wiewolü sie, da andere Insekten nicht beobachtet wurden, in 
hohem Grade der Tötung der Kai-toffeln verdächtig ist. 

Der Verfasser giebt eine genaue Besehreibung der Kartoffellaus nebst 
drei Abbildungen. Ei" sclüägt vor, die bis jetzt noch luibekannte Lebens- 
weise und die Existenzbedingmigen der Kartoffellaus genau zu studieren, 
diejenigen Pflanzen von unseren Kartoffelfeldern möglichst fern zu halten, 
auf denen die KartoffeUaus sonst zu leben pflegt, also : Schminkbohne, Kolü, 
Amaranth, "NVolfsmilcli , endlicli ein besonderes Augenmerk auf das Ge- 
bahren der Ameisen in den Kartoffebi zu ricliten luid keine auf che Kar- 
toffeUaus bezüglichen neu entdeckten Thatsachen der Öffentlichkeit vorzu- 
enthalten. 

Cantoni teilt mit,') dafs in der Nähe von Mailand, im Val freddo 
du Lambi-o, eine neue Krankheit des Maulbeerbaumes auftritt, welche dm'ch 
eine Pflanzenlaus, Diaspis pentagona, hervorgebracht ^^ärd. An derselben 
Stelle sind die Pfirsichbäimie von der gleichen Ki-ankheit heimgesucht. 

V. Thümen, Noch ein neuer tierischer Kartoffelschädling.''*) 
Im Juli 1886 wxnde auf Kartoffelfeldern bei Steglitz, Dalüen und 
Lichterfelde das massenhafte Auftreten zweier Wanzen beobachtet, durch 
welche das Kartoffelkraut zum Absterben gebracht wurde. F. Kar seh be- 
stimmte dieselben als Eurydema olcraceum L. und Eurydema ornatmn L. 
Die Tiei-e waren bisher nur als Feinde der Kohlpflanzen bekannt geworden. 
Göthe, Auf zum Kampfe gegen die Blutlaus. 3) 
Die WundsteUen soUen während des Winters tüchtig abgebürstet wer- 
den. Als Flüssigkeiten sind dabei zu verwenden: Aschenlauge, Gaswasser, 
Kalkmilch, eine Mischung von Soda und Alaun. 

Glaser, Zur Bekämpfung der schädlichen Bhrtlaus.*) 
Ziu- Vertilgung der Blutlaus genügt einfaches Zerdrücken derselben 
mit etwas zusammengeballtem Zeitungspapier. Irgend welche ätzende 
Flüssigkeiten sind imnötig. 

Der Vei'fasser stimmt in diesem Punkte ganz mit Kessler überein. 
Die überaus trägen Flügelläuse tragen das Übel vermutlich nicht weiter. 
Wahrsclieinlicli fällt diese RoUe den überaus kleinen Jungen zu, welche 
mit Hilfe des Windes oder durcli Vögel auf andere Bäume gelangen, wäh- 



*) Bull, de seances de la soc. nat. d'agric. 1886, XLVI. 303. 

2) Österr. landw. WoclienbL 188(5, XU. No. 383. 

3) Landw. Zeit. Westfalen u. Lippe 188G, XLIII. 63. Auch Gartenflura 1886, 
XXXV, 84. 

*) Landw. Zeitschr. Hessen 1886, 102. — F. Kessler, Die Entwickclungs- u. 
Lebensgeschichte der BluÜaus. Cassel 1885. 



Pflanze. 



169 



rend Kessler amiiinint, dals die t'berti-agung an andere Orte nur dm-cli in- 
fizierte Büumchen erfolgt. 

M. Schultz eniplielüt zur Yeitrcibung der weil'sen Rosen-Scliildlans ^'/."^„gen? 
(Asijidiolus rosae Bouelie) die Rosen im Herbste mit einer Lösung von schiuuaus. 
1/4 Pfd. Selnvefelkaliuin in Yg ^ l^alten Wassers zu- bestreichen. *) 



Hymenoptereii. 
F. V. Thümcn. Abermals ein neuer Parasit der Rebcnwurzeln.2) '^^"^^^espon 
Der Verfasser berichtet über Rebwiu'zelgallen, welche in Novellara in wurzein. 
der italienischen Pro^'inz Emilia aufgefunden -wurden. Dieselben -wiirden 
luich der im Bulletin der italienischen entomologischen Gesellschaft von 
^fagi-etti veröffentli(.-hten Untersuchung durch eine Gallvvcspe aus der Gattung 
Biorlüza hervoi'gerufen. 

Lepidopteren. ' 

Purghart berichtet über das Aufti-eten von Conchylis epilinana in gp^i'^l'/o^ 
Nou-Bydzow (Böhmen). 3) 

Besnard berichtet über die A^ernichtung der Raupen einer Kloe, ^^^,^g°gtg^" 
Luzerne, Bohnen und Lein bewohnenden Zygaenaraupe. •*) 

AVahrscheinlich handelt es sich um Zj'gaona filipendiüa L., welche im 
Dei)artement Aisne, in Belgien imd in Rufsland bei Riga wiederholt auftrat. 

Willot rettete seinen Lein dadurch, dafs er die Felder 6 bis 7mal 
nacheinander mit einer ca. 6000 kg schweren Walze behandeln liefs. 

Raupen an Stachel- und Johannisbeerbüschen sollen dadurch vertilgt 
werden können, dafs man 2 g Alaim in 20 1 Wasser löst und mit dieser 
Lösung die Pflanzen besprengt. ^) 

J. Schlamp, Das Schwefeln als Mittel gegen den Heuwnrm. 

Durch Anwendung des von dem Spengler Engel in Nierstein a. Rh. 
erfundenen, patentierten Schwefelungsapparates gelang es, den HeuAvunii zu 
vernichten. ^) 

Zur A^erhütung von Nachteilen sind die Gescheine erst immittelbar 
vor der Blfite zu schwefeln. Der Apparat kann diu'ch L. Reichardt in 
Nierstein bezogen wei-den. '') 

Artunovie, Über ein neues Mittel zur Bekämpfung der Tor- 
trix uvana. 8) 

Zur Vertilgung des Sauerwurms wird ein Trichter von Blech ange- 
wendet, an dessen unterem Ende ein Leinwand säckchen befestigt ist. Am 
inneren Rande des Trichters befindet sich ein die Trichtermündimg zm- 
Häll'to schliefsendes nach innen gewölbtes Blechplättchen, auf welches eine 
Traube bequem aufgelegt werden kann. Mit Hilfe einer nur am Rande 



Kaupen- 
vertilgUDg. 



Heuwurm- 
veitilgung. 



Gartenflor.i 1886, 595. 

2) Weinl. 1880, XVIU. 115. 

3) Wiener landw. Zeit. 188Ü, XXXVI. 579. 

*) Bull, des seances de la soc. nat. d'agr. 1886, XLA7. 380. 

5) Österr. landw. W(K-henbl. 1886, XII. 240. 

6) Weinl. 1886, XVIII. 163. 

7) ibid. 1886, XVIII. 271. 
^) ibid. 1886, XVm. 351. 



170 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



mit Haaren versehenen Bürste lassen sich die Ränpchen nnd die ange- 
fressenen Beeren dnrch leichtes Bürsten in den Trichter befördern. 

Das von Schlamp empfolilene Schwefeln ist nach dem Verfasser erfolglos. 



Anthomyia 
Ceparum. 



Meromyza 

saltatrix 

und 

Elachiptera 
coruuta. 



Dipteren. 

Eitzema Bos, Beiträge zur Kenntnis landwirtschaftlich 
schädlicher Tiere, i) Die graue Zwiebelfliege (Anthomyia antiqiia Meigen- 
A. CeiDarum Bouche). Mit Holzschnitt. 

Die Zwiebelfliege veranlafst in Holland und England alljährlicli be- 
deutenden Schaden. Sie tritt zuerst in der zweiten Hälfte des April als 
vollkommenes Insekt auf und setzt ilire 1 mm langen, länglich ovalen tmd 
schmutzig weifsliclien Eier einzeln an den Blättern der jungen Zwiebel- 
pflanzen ab. Der Angriff auf die Zwiebel erfolgt entweder von der Hölümig 
des Blattes oder vom Boden aus. Achsenteil und innere Blattschuppen 
werden von den Maden zerstört. 

Es empfiehlt sich, die befallenen Zwiebeln sorgfältig mit Hilfe eines 
Messers aus dem Boden zu entfernen. "Wollte man die Zwiebel mit den 
Fingern ausziehen, so Avürde die vermoderte Zwiebelbasis mit den Larven 
im Boden bleiben. 

Zur vollständigen Entwickelung braucht das Insekt höchstens 6 Wochen. 
Es entwiclcelt sich noch eine zweite imd wahrscheinlich auch noch eine 
dritte Greneration. Die Überwinterung erfolgt im Puj^penzustande. Es 
leuclitet ein, dafs man niemals zwei Jahre hinter einander Zwiebeln auf 
demselben Acker säen darf. 

Zur Belvämpfung eignet sich ferner tiefes Umgraben im Herbste, damit 
die auslaiechenden Fliegen niclit an die Oberfläclie gelangen können, aufser- 
dem das Aufstreuen eines Gemenges von Sclilamm, Eufs und Holzasche nach 
der Saat oder das Eineggen von Hühnermist, endlich dünne und späte Aussaat. 

Frisclier Stalldünger auf Zwiebcläckgrn ist scliädlich. Möglicherweise 
ent^^dckelt sicli die erste Generation der Fliege fakultativ auch im Dünger. 

V. Thümen, Neues über zwei Getreide schädigende Fliegen.^) 

Lindemann stellte fest, dafs Meromj^za saltatrix Meig., welche in 
Rufsland sehr häufig auf Sommerweizen, Roggen imd Gerste beobachtet 
wütl, als Larve in den Blättern der genannten Pflanzen minierend lebt. 

Die Larve von Meromyza saltatrix ist weifs mit grünlichem Ton. Die 
Kopfstigmenträger sind dick, kurz, von pilzartiger Gestalt, ihr keulenförmig 
verdicktes Ende zeigt 7 auf Warzen gelegene Traclieenöffnungen. Die 
grofsen schwarzen Kopf haken besitzen 2 stumpfe Zähne. Die tonnen- 
förmige Puppe ist hellgelblich, mit deutlichen Einschnitten. Nach zwei- 
wüchentlicher Puppen-Ruhe sclüüpft die Fliege aus. 

Elacliiptera cornuta Fabr. lebt nicht nur, wie dies durcli Nowicki 
bereits festgestellt war, auf Gerste, sondern auch auf Sommerweizen. Die 
Larve dieser Fliege zerstört ebenso wie diejenige von Oscinis frit die noch 
zarten Blätter der Knospe. Die angefressenen AVeizcnjtflanzen gehen aus- 
nahmslos zugrunde. Die Kopfstigmenti'äger der Larve von El. cornuta sind 
geweihartig schlank, ihr dünner Stiel trägt sieben Äste, während Ose. frit 



1) Landw. Versuclisstationen 1886, XXXIII., 207. 

2) Österr. landw. Wochenbl. 1886, Xn., 76. 



Pflanze. 



171 



Iiinselförmige Kopfstigmenträger, welche aus seclis oline Stiel aufsitzenden 
Fäden bestehen, besitzt. Erstere Art hat sägeartig grofszähnige Kauniuder 
an ihren Kopfhaken, bei letzterer sind dieselben kaum gekerbt. 

Nowicki, Über die Verheerungen des Weizens durch Chlorops 
taeniopus Meig., das bandfüTsige Grrünauge. ^) 

Der Verfasser, welcher bereits im Jalire 1871 eine Monographie „Über 
Chlorops taeniopus Meig. imd die Mittel zu ihrer Bekäm]:)fung" veröffent- 
licht hatte, bereiste, als im Jahre 1885 das Übel neuerdings heftig auftrat, 
Teile von Preufsisch- und Österr. - Sclilosien , Rufsisch-rolen und Ungarn. 
Übei-all erwies sich als Ursache der Erkrankung des Weizens Chlorops 
taeniopus. 

A^om Winterweizen war der Banater fast frei ; Kolbenweizen war mehr 
befallen, als Grannenweizen, der frühe Weizen weniger, als der späte, der 
auf guten Grundstücken weniger, als der auf schlecliten; Sommerweizen 
war am meisten mitgenommen. 

Als Bekämpfungsmittel sind demnach zu empfehlen: Aussetzen des 
Anbaues des Sommerweizens, richtige Wald der Sorte für den Anbau des 
Winterweizens, möglichst frülie Aussaat Ende August oder anfangs September, 
Einschränkung des Anbaues auf die besten Äcker, sorgfältige Zerkrümelung 
des Bodens. 

F. Co Im- Breslau, Kartoffelfäule durch Insektenlarven. 2) 

Im Juli erhielt der Verfasser erki^ankte Kartoffelpflanzen von Grofs- 
Kottiüin in Oberschlesien und von WiDielmsbrück bei Polnisch- Wartenberg 
an der schlesisch- polnischen Grenze. Die Krankheit hatte sich dadurch 
zu erkennen gegeben, dafs das Laub, sich gelb färbte, worauf dann die 
Pflanzen allmäldich von unten her abstarben. Der unterirdische Teil des 
Stengels war regelmäfsig abgestorben und meist in Fäulnis begriffen. Auch 
oberhalb des Bodens waren die Stengel bald mehr, bald weniger weit ge- 
bräunt. Von dem Markcj^linder fanden sich nur melu' wenige, moderige 
Überreste. In einer ge^\^ssen Höhe hörte die Hölüung i)lötzlich in scharf 
abgegrenzter Wölbung auf; von da an war das Markgewebe völlig gesimd. 
In einzelnen Stengeln breitete sich die Fäuhiis auch auf den nicht aus- 
gehöhlten Ted aus. Im Holzcylinder waren Frefsgänge bemerklich, die 
aber meist leer waren. In einigen wenigen FäUen fanden sich Maden und 
in einem Falle aiich eine Tönnchenpuppe. Die Eosenkartoffel und die 
als „Aurora" bezeichnete Sorte sind besonders dui-ch die Krankheit gefähr- 
det. An einzelnen Stellen war die fünfte oder sechste Pflanze abgestorben, 
an anderen erst die zwanzigste. 

Die aufgefundenen ]\Iadcn geliören einer Fliegenart an. Sie shul bcin- 
farhen, fufslos, rpiergeringelt, kegelföi-mig, walzlich, mit breiterem, abgerun- 
detem, gelblichem Hinterende und zugespitztem, schwärzlichem Vorderende. 
Die Länge beträgt 7 — 10 mm, die Breite 1,5 — 2 mm. Das rüsselartige 
Vorderende besteht aus 3 ferm-olmartig einziehbaren Ringen. Die Mund- 
öffnung besitzt 4 V-förmig verbimdene schwarzbraune Nagehaken und links 
und rechts zwei kiu-ze Palpen. Im .3. Ringe münden die Stigmen der 
beiden Tracheenhaujjtstämme, welche die ganze Länge des aus 10 Ringen 



ChloropB 
taeniopus. 



Kartoffel- 
fäule durch 
Insekteu- 
larven. 



') Wiener landw. Zeit. 188Ü, XXXVI. 506. 
2) D. huuhv. Zeit. 1880, XHI. 395. 



172 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

bestehenden Leibes diirchzielien. Das Hinterendo ist nnterwärts in einen 
dreieckigen Fortsatz verlängert. Gereizt rollt sich die Larve in einen Ki-eis. 
Die Tönnclienpuppe ist hellgelbbrami, 7 mm lang, 2,5 mm breit, walzKch 
eiförmig, an beiden Enden mit 2 schwarzen Spitzen. 

Am 25. Jiüi schlüpfte aus der einzigen gefundenen Pu2)pe eine Fliege 
aus, welche aber am 27. Juli und zwar tot untersiicht werden konnte. 
Es ist eine der Kolilfliege offenbar nahe venvandte Blumenfliege Anthomyia. 
Länge 6 mm, Kopf mit zwei grofsen, runden (im Tode) dunkelbraimen, 
silbergei'änderten Augen. Stirn braim, Fühlerwurzeln orangegelb, Fülüer 
schwarz, kurz, Gesicht und Eüssel dunkelbraim, Brust matt aschgrau, am 
Kücken mit imdeuthchen, schwarzen Längsstreifen, die mit schwarzen 
Z'vs'iebelborsten besetzt sind. Schildchen dreieckig, aschgrau, mit 3 schwar- 
zen Längssti-eifen und schwarzen Zwiebelborsten, Hinterleib grau, walz- 
lich, küi'zer als die Flügel, ' Beine schwarz, Flügel giasheU, irisierend, an 
der Wurzel gelblich, etwas dachig zusammengeneigt, mit schwarzem, die 
Spitze umsäumendem Vorderrand luid schwarzen Adern, ähnlich wie bei 
Chlorops. Queradern rechtwinldig, gerade. 

Anhangsweise bemerkt der Verfasser, dafs er schon im Jalire 1876 
Kartoffelpflanzen aus Reiclien bei Gidn-au in Oberschlesien gesandt erliielt, 
deren Stengel von einer Fliegeiilarve ausgehölüt waren. Die in Spii'itus auf- 
bewalu"ten Lai'ven wai'en identisch mit den neuerdings aufgefimdenen. 

Die Kranklieit schemt eine weitere Verbreitung zu besitzen. Der 

Referent beobachtete dieselbe seit melu-eren Jalu-en in der Nähe von Wun- 

siedel im Fichtelgebirge, ohne aber in den ausgehölüten Stengeln Insekten- 

lar\'en auffinden zu können. Im Fichtelgebirge leidet besonders die als 

„Peruaner" bezeiclmete Kartoffelsorte. Die Krankheit befällt hier immer 

niu' einzelne Stöcke, an den einmal befallenen Pflanzen zeigen aber in der 

Regel alle Stengel die Krankheit. 

Mafsregeia Das österreicliisclie Ackerbauministerium beauftragte mit Rücksicht auf 

Ceddo^myia ^^^ Auftreten von Cecidomyia destructor imd Oscinis s. Clilorops Frit die 

dtstructor. Landesstellcn in Lemberg luid Czernowitz, die Landmrte über die ihren 

Feldern drohende Gefahr zu belehren und sie mit den Vorbeugungs- und 

Vertilgungsmitteln bekannt zu machen. ') 

Coleopteren. 
Vialla, Ein Mittel zur Bekämjifung des Luzernekäfors. 2) 
Coiaspis Das Mittel zur Vertilgung der in manchen Gegenden Frankreichs die 

Luzernefelder verheerenden Colas])is atra besteht darin, daJs die befallene 
Luzerne abgemäht Avird und dafs alle 20 m 15 — 20 cm breite Streifen 
stehen bleiben. Will man die Auswanderung der Käfer von dem befallenen 
Felde verliüten, so läfst man ringsum einen zusammenhängenden Streifen 
stehen. 

An den nicht abgemähten Stellen sammeln sich die Tiere an imd 
kömien mit Hilfe von Schüsseln, wie sie zum Fangen der ErdflfUie ange- 
wandt werden, von Frauen gesammelt und durch kochendes Wasser getötet 
werden. Das Einsammeln wird melu-mals wiederholt. Zur Anwendung 
des Verfahrens ist es notwendig, dafs die stehenbleibende Luzerne hoch 

1) Österr. landw. Wodienbl. 1886, XII. 216. 

2) Jouru. d'agric. prat, 1886, XXI. 582. 



Pflanze. 



173 



gonng sei, um das Alischüttolu und das Sainmclu in den Schüssolli zu er- 
möglichen. 

A. Hortmanii liool»achtote bei Zuckau das massenhafte Auftreten eines 
die Lupinen schädigenden Käfers, ^j F. Kar seh bestimmte denselben als 
Sitoues griseus Fabr. 

E. S. Zürn, Die Erdflöhe und ihre Bekäm})fung. 2) 

Der Verfasser zählt die häufigsten Arten auf inid schildert ihre Lebens- 
weise. Es emiifiehlt sich, die befallenen Pflanzen wiederholt mit recht 
kaltem Wasser, dem etwas grüne Seife, Kalk, Petroleum, Scliieferöl, Jauche 
oder Knoblauch beigemengt ist, zu überbrausen. Auf gröfsere Sti'ccken 
hilft am besten ein Bestreuen mit Cliilisalpeter, Kochsalz, Braunkolüenasche, 
Kalk, Gips, Sägespänen u. s. w. Das Besti'euen soll nach einem Regen 
oder nach einem Bogiefsen vorgenommen werden. Ein breiter Rand frischen 
Pfordedüngers schützt noch intakte Beete vor der Einwanderujig der Erd- 
flöhe von lienachbarton befallenen Beeten. Mt Teer imd Vogelleim be- 
strichene Brettchen halten eine Menge Käfer fest, wenn man die Bretter 
liber die Flächen hinlegt, wälu-end ein anderer durch Bespritzen, die Erd- 
flöhe in die Höhe treibt. 

Gr. Joseph, Über zwei Arten der Blattkäfergattung Phra- 
tora als Schädlinge. 3) 

Der Verfasser sclüldei-t die Lebensweise und Entwäckelungsgescliichte 
von Phratora -s-ulgatissima L. und Phr. Vitelliuae L. , welche an Korb- 
weidonlvultiu-en massenhaft aufti-aten. Die Vertilgung wird am besten da- 
durch bewerkstelligt, dafs man die liarven auf Scliirme abschüttelt, welche 
man unter die Zweige hält. 

Klipstein, Schaden durch Engerlinge im Rüfselsheimer Gre- 
meindewald.'*) 

Im Frühjahre ISSl wurden im Rüfselsheimer Gemcindcwald im Grrofs- 
herzogtum Hessen 2 Kiefernschommgen, eine 4 — 9jährige und eine 2jährige, 
im ganzen auf einer Fläche von 21,5 ha, durch Engerlinge fast vollständig 
zerstört. Ein kleiner Teil des älteren Bestandes blieb Avalirscheinlich da- 
dm'ch erhalten, dafs nach imd nach 81 lebende Maulwürfe ausgesetzt 
wm-den. Die wiederholt hergestellten Kiefernsaaten -wm-den 1884 und 1885 
aufs neue von Engerlingen zerstört. Die Mögüclilceit einer Wiederkultm- 
ist erst dami zu erhoffen, wenn die Zalil der Engerlinge durch Wittenmgs- 
ehiflüsse, wie im Jahre 1885, in welchem die ausschlüpfenden Maikäfer zu- 
gi'unde gingen, vei-mindert vnvd. 

Cogho, Vorschläge zur Vertilgung der Maikäfer und da- 
diirch der Engerlinge. 5) 

In der ersten Zeit nach dem Auskriechen streben die Maikäfer mehr 
als später einem im Freien nachts aufgestellten Lichte zu. Stellt man einer 
glänzenden Blech- oder besser noch Glastafel gegenüber eine Blendlaterne 
auf, so fliegen die Käfer gegen die Tafel imd fallen in einen unter der 



1) Prakt. Laudw. 1886, V. 331. 

^) Wiener landw. Zeit. 1886, 395. 

3) Landw. 188G, XXII. .573. 

♦) Forstw. Centralbl. 1886, Vin. 53G. 

6) Landw. 1886, XXH. 406. 



Sitoneti 
griseus. 



Erdflühe. 



Phratora 

vulgatissima 

und 

Viteiliuae. 



Schaden 

durch 

Engerlinge. 



Maikäfer- 
vertilgung. 



174 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Kebstecher- 

vertilgung. 



Drahtwurm. 



Kornkäfer- 
vertilguug. 



Tafel angebrachten Sack, au dessen oberem Eancl ein breiter Streifen "Wachs- 
lein^vand eingenäht ist. 

Bauer, Yertilgung des Eebstochers. i) 

In der Gemeinde Yillanders in Tirol, in -welcher die Eebstecher all- 
jähi-lich grofsen Schaden amichteten, wm-den diu'cli Einsammeln 428 200 
Käfer und 4 097 000 Eier vertilgt. Auf diese "Weise wm-de man des Schäd- 
lings mit einem Aufwand von 150 Eres. Herr. 

Tyniecki.2) 

Der Verfasser berichtet, dafs der Drahtwiu-m in Galizion in dem letzten 
Jahi'e grofsen Schaden an Getreidewinterungen, sowie an Kartoffehi anrichtete. 

Ziu- Vertilgung des Draht^N-xirmes empfiehlt die Landw. Zeit. f. d. nord- 
westliche Deutscliland als bewälu-tes IMittel das Einstreuen von Kalk oder 
Cliilisalpeter. 3) 

E. Schultz (Tornow), Vertilgung des Kornkäfers auf den Korn- 
böden. *) 

Der Käfer erscheint meist in der zweiten Hälfte des April, wobei er 
aus den Kissen des Holz- luid Mauerwerkes hervorkriecht. Nach der als- 
bald erfolgenden Begattung werden die Eier in der in gröfserer Zahl an 
einzelne angebohrte, aber nicht weiter angefressene Körner gelegt. Die 
Maden verzehren das Mehl ilu-es Geburtskornes und zerstreuen sich dann, 
indem jede ein anderes Korn anbolirt. Anfangs Oktober verki'iechen sie 
sich zur Verpuppung in die Eitzen des Bodens. Die Begattung und Eier- 
ablage dauert nicht bis zum Tode des Käfers im Oktober, sondern nur bis 
Ende Juli. Es giebt also einen Zeitraum von etwa 2 — 3 AVochen in jedem 
Jahre, in dem sich der Käfer nicht melu- begattet, die ganze Brut aber 
in den vorhandenen "Weizen-, Eoggen- luid Gerstenlcörneru eingesclilossen 
ist. In diesen "Wochen ist der ganze Von-at von jenen Früchten zu ver- 
füttern. Dabei mufs sorgfältig darauf geachtet werden, dafs nicht einzelne 
Körner ziu'ückbleiben. Das Koni der neuen Ernte wird vom Käfer so- 
wolil, als von der Made nicht berülu-t. 



Sapokarbol. 



Beizen des 
Saatgutes. 



Anhang. 

K. G. Lutz, Das Sapokarbol ein Eadikalmittel zur Ver- 
tilgung der Blutlaus und anderer schädlichen Insekten. 5) 

Der Verfasser empfielilt das von Th. Lutz in den Handel gebrachte 
Sapokarbol (flüssige Karbolseife) ziu- Vertilgung der Bhitlaus, der Blatt- und 
Sclüldläusc und anderer Lisekten. Zm- A'ei-tilgung derselben soll eine 1 — 2- 
prozentige Lösung venvendet Averden. 1 1 Sapokarbol kostet im gereinigten 
Zustand 1 M, im ungereinigien 1,50 M. Die Pflanzen soUen durch das 
Mittel nicht beschädigt werden. 

F. V. Thümen, Das Einbeizen der Maissaat mit Petroleum. 6) 

Die pflanzeni)hysiologische Versuchsstation Karlsruhe stellte Versuche 



1) Weinl. 188(3, XVIII. 333. 

2) Wiener landw. Zeit. 1886, XXXVI. 079. 

3) Nach Hihlesheinier land- und forstw. Ver.-Ul. 188ü, XXV. S. 615. 
*) Landw. 1886, XXII. 57!). 

<^) Stuttgart, Hoffmann, 1886, 24 S. 

6) Wiener landw. Zeit. 1886, XXXVI. 699. 



rflauzo. 



175 



Schutz der 

Saatbeete 

gegen 

Vögel. 



lusekten- 
vertilgung. 



ilarülior an, ob sicli das Einbcizcii der Küi'iier mit Petroleum zum Scliutzo 
der Saat gegen Tiere, insbesondere gegen Blanijulus venustns Minert em- 
|iiehle. Die Keimfähigkeit wurde durcli das Einbeizen bald mehr, bald 
weniger beeinträchtigt. Der Verfasser sclüägt vor, Mennige, welche sich 
gegen die Krähen bewälu-te, auch gegen laiechendcs Ungeziefer zu versuchen. 

Brill, Schutz der Saatbeete gegen Yögel. i) 

Es emj)fiehlt sich zum Schutz der Saatbeete Dralitgeflechtc aus ver- 
zinktem Eisendraht zu verwenden, welche auf Ilolzgostelle aidgelegt und 
allseitig niedergebogen werden. Bei Eichel- und Buchelsaat ist eine Maschen- 
weite von 38 mm, bei Eschen-, Erlen-, Ulmen- imd Nadelholzsaatbeeten 
ein Dralitgeflecht von 20 — 25 mm Maschenweite anzuwenden. 50 m 
Drahtgeflecht von 122 cm Breite 38 mm Maschenweito und einer Draht- 
stärke von 1,2 mm liefert die Finna Bei'iihard Ebelhig in Bremen für 
36 M 5 Pf. 

Dybowski, Vernichtung der Insekten in Gewächshäusern. 2) 

Der Verfasser empfielüt einen von Bleu erfundenen und von Martre 
in Paris in den Handel gebrachten Apparat, in welchem in Wasser ge- 
löster, aus den Staatsfabriken stammender Tabaksaft zm- A^erdampfung ge- 
bracht wird. 

Nessler, Über das Vergiften schädlicher Insekten. 3) 

Zur Vertügimg der Blutläuse eignet sich folgende Lösung: 30 g 
Schmierseife, 2 g Schwefelkaliiun und 40 ccm Fuselöl mit Wasser auf 1 1 
gebracht. Die Materialhandlung von Delm in Karlsruhe liefert 1 hl des 
konzentri eilen Giftes, Avelclier auf 5 hl verdünnt werden kann, für 40 M. 

Zur Vertilgung der Eauj)en in Gespinsten verwende man eine Lösung 
von 2 g Sohwefelleber und 15 g Schmierseife in 1 1 Wasser. Das näm- 
liche Gift düi'fte, w^enn man die Zweige der Bäume im Monat März damit 
bestreicht, ziu" Vertilgung der Blattläuse geeignet sein. 

Larven und Insekten in Wunden und Hölüungen der Bä\une können 
durch eine mit AVasser auf 1 1 gebrachte Alischung von 30 g Schmier- 
seife, 30 ccm Fuselöl und 20 g Eohkreosot getötet werden. 

Einige Larven imd Käfer, Avelche in die Stämme der Obstbäume sich 
einbolu'en imd von flüssigen Giften nicht erreicht werden, können dadm'ch 
vernichtet Averden, dafs man mit Schwefelkohlenstoff getränkte AVatte ein- 
stopft luid die Öffnung mit Lelun versclüiefst. 

Louis Passy, Die dem Hopfen, den Cerealien und den Fi'ucht- i>em Hopfen 

•^ ' -•■ ' etc. schad- 

bäumen schädlichen Insekten.*) 

Der Verfasser referiert über zwei von Charles AVliitehead in England 

tibai- den genannton Gegenstand herausgegebene Broschüren. 



liehe 
Insekten. 



Säugetiere. 

lisation de 
im Königreich Sachsen und die damit erzielten Erfolge.^) 



Dr. Crampe, Die Organisation des Mäusevertilgungswesens Mäuse- 

i- T c OD Vertilgung. 



1) Allg. Forst- u. Jasfl-Zeit. 1886, LXII. 433. 

2) Journ. agric. par Karral. 1886, XXI. (1) 623. 

3) Badener lanihv. Woclienbl. 1886, 60. 

*) Bull, des seances de la soc. nat. d'agric. de France. 1886, XL VI. 220. 
5) Landw. 1886, XXH, 149—155. 



176 Boden, Wasser, Atraospliäre, Pflanze, Dünger. 

Die Oi'ganisation des ]\Iäiisevertilgungswesens in Sachsen kennzeiclmet 
sich cliu'ch folgende Eüuichtungen: 

1. Es sind vorhanden Ortsverbände und Gemarkungsverbände. 

2. Zu den Ortsverbänden gehören sämtliche Grundstücksinhaber einer 
\md derselben Gemeinde; zu den Gemarkungsverbänden eine gröfsere oder 
geringere Zalil von Gemeinden neigst den dazwischen liegenden und be- 
nachbarten Rittergütern luid exempten Gnindstücken. 

3. Au der Spitze des Gemarkungs Verbandes steht ein seitens der Ge- 
meindevorsteher imd der Rittergutsbesitzer gewählter Vorstand. Derselbe 
befiehlt, zu welcher Zeit Mafsregeln gegen die Feldmäuse ergriffen werden 
sollen, beaufsichtigt die Ausführung imd liringt etwa vorkommende Contra- 
ventionen ziu' Strafe. 

4. An der Spitze jedes Ortsverbandes steht der Orts- oder Gemeinde- 
vorsteher. Derselbe ist dem Gemarkungsvorstande untergeordnet und hat 
dessen Anordnungen zur Ausführung zu bringen. 

5. Auf Anordnung des Gemarkungsvorstandes wird innerhalb des 
ganzen Verbandes, und zwar von sämtlichen hierzu gehörigen Gemeinden 
und Rittergütern, an einem und demselben Tage gegen die Feldmäuse vor- 
gegangen. 

6. Die Vertilgung der Feldmäuse innerhalb der Orts verbände erfolgt 
auf Kosten der beteiligten Grimd Stücksinhaber luid nach Mafsgabe der 
Gröfse der Flächen ihrer Besitzungen. — 

Diese Eimichtungen haben sich in Sachsen nach Mitteilung v. Langs- 
dorff's ausgezeichnet bewährt. Wälu-end vor Organisation des Mäuse- 
vertilgungsverfahrens ein Mäuse;] ahr dem anderen folgte, war nach Einfüh- 
rung desselben das Land von Mäusen frei. Im Frülijalu^e 1885 unterliefs 
man die Vertügungsmafsregeln, da man keine Mäuse bemerkte. Die Folge 
war, dafs im Herbst Avieder eine grofse Zalü von Mäusen auftrat. Nun 
wül man es in keinem Frühjahr mehr unterlassen, die Mäuse nachdi-ück- 
lich zu verfolgen. 

Nach V. Langsdorff's Erfahrungen ist auf einen sicheren Erfolg nw 
dann zu rechnen, wenn gemeinschaftlich und gleichzeitig gegen die Feld- 
mäuse, sei es im Frühjahr oder im Herbst, vorgegangen wird. Man kann 
es den A^'erbänden überlassen, welche Mittel sie anwenden wollen. Im all- 
gemeinen führt Gift am sichersten und in kürzester Zeit zmn Ziele. 

Einen Patentmassenfänger füi' Feldmäuse liefert 0. Reufs, Branden- 
burg a. H. für 18, beziehungsweise 15 M. ^) 
Schutz der Yeliu, Schutz der Tanne gegen Rehverbifs.'^) 

'''^'Beife!^'^" Als Schutzmittel gegen das Abbeifsen der Gipfelknospen luid Triebe 

in den Tannenkulturen eignet sich das Bestreichen derselben mit Holzteer, 
welcher mit Terpentinöl verdünnt wird. Steinkohlenteer darf, weil er mit- 
unter die Pflanzen beschädigi, nicht angewendet werden. 

Selir empfelüenswert ist auch eine Mischung von 3 — 4 Teilen frischem 
Kulimist und 1 Teil alt abgelösclitem Kalk. Mit dieser Mischimg wird die 
Endknospe samt den umgebenden Seitenknospen eingehüllt. Durch die 
Käppchen, welche im Frühjahr leiclit durchbroehon werden, wird das Aus- 



1) Österr. landw. Wochenbl. 1886, 12, S. 296. 

2) Forstw. Centr.-Bl. 1886, Vin. 590. 



Pflanze. 



177 



Schutz 
gegen Reh- 

verbil's. 



ti'cibeu (1er Knospen ehvas vciv.ögoit uinl die Gef;ihr des Erfrierens der 
jungen Triebe verringert. 

Schubert, Schutz tlor Kulturen gegen Rehverbifs. ') 

Der Verfasser empfiehlt eine I\Iisclnuig aus 1 Teil Teer, 3 Teilen 
Kuhmist und 2 Teilen Jauche. Gegen das Fegen der Rehböcke wurde 
das Teeren elicnfalls mit Erfolg angewendet. 

Beling, Waldbeschädigungen duicli die Röthelmaus im Win- Rötiicimaus 
ter 1885/8G.''i) 

Von der R()tiielmaus Arvicola glareolus Sclu-eb. war es l»ishei' l)ekannt, 
daCs sie die Lärche, Schwarzkiefer, Aspe und einige forstlich wenig in- 
b('t rächt kommende Laublu'Uzer: nämlich Faulbaum, Salüweide, Trauben- 
hohnuler und Stechpalme beschädigt. Nach den von dem Verfasser im 
Frühjahre 186G gemachteii Beobachtungen benagt die Röthelmaus auch 
junge 1 — 2 m hohe Buchen. Stellenweise erstreckte sich der Frais bis 
8;"3 cm am Stamme aufwärts. Gerade die stärksten Lohdeii waren am 
meisten mitgenommen. Zwischen die Buchen eingesprengte Hainbuchen 
und eine ebendaselbst stehende Eberesche waren ebenfalls bescliädigt. Auch 
bei der Hainbuche scheint die Röthelmaus gerade die ki-äftigsten Stämme 
zu bevorzugen. Dieselben waren oft bis ziu- Spitze vollständig enti'indet. 

"Während bei der Rotbuche die Seitenzweige nicht oder nm- an der 
Basis benagt waren, zeigten sich bei der Hainbuche tlie Zweige auf bald 
mehr, bald minder weite Entfernung benagt; letztjährige Seitentriebe waren 
nicht selten abgebissen worden, um foi-tgesclileppt zu werden. 

Da die Röthelmaus leicht in Fallen geht, so kann man den Beschä- 
digungen durch rechtzeitiges Wegfangen Einhalt thun. 

Zum Schutze der Obstbäume gegen Hasenfrafs empfiehlt Schreiter 
die Anwendung eines Gemenges aus Lehm, Kulimist, Kalk, ilistjauche und 
RindsgaUe. '^) 



SchutE 
tfogen 
Hasen. 



Litteratur. 

A. R: Der Getreidelaufkäfer (Zabrus gibbus Fab.) — Wiener landw. Zeit. 1886, 36, 
S. 314—315. 

Aloi. A. : Di un nuovo insetto, dannoso alle viti, del genere Cecidomyia, scoperto 
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scienze naturali in Catania. Ser. III. Tome XIX. Catania. 

Babo: Der Birnknospenstecher. — Auf dem Lande. 1886, III. 169. 

Borbäs, Vince v. : Rügygubacs a tölgyön gyümölcsgubacs kepeben. — Eine Knospen- 
galle auf Eichen in Form einer FruchtgaUe. — Erdesz. Lapok. p. 744 — 748. 

Borgmann, Cheiraatobia Bnimata L. inid Boreata Hiibn. — Verhandlungen der 
XL— XIII. Vei'sammlung des Hessischen Forstvereins, p. 30, Hanau. 

Calloni, Larve di Cicidomyia siüla Viola odorata, con regolare fillodia dei fiori 
primaverile ed estivo. — Rendicondi del real. Istituto Lorabardo di scienze 
e lettere Milano. Ser. II. Vol. XIX. No. 4. 

D'un nouvel insecte uuisible aux ngnes du genre Cecydomyia decouvert dans les 
vignes de la plaine de Catane. — La Sicile vinicole. A. 1886. No. 13 u. 14. 



1) Forstw. Centr.-Bl. 1886, VIH. 592. 

^) Ibid. 1886, VLU. 461. 

'^) Fundgrube. Nach Fühhng's landw. Zeit. 1886, XXXV. 55. 

Jahresbericht 1886. 12 



178 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

Fiedler, K.: Über das Auftreten der Heuschreckensolnvärnie. — Wiener landw. 
Zeit. 36. Jahrg. No. 52, p. 395. 

Gaucher, K. : Die Blutlaus. Populäre Abhandlung über dieselbe, nebst Anführung 
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Goethe, R. : Gegen die Blutlaus. — RegeFs Gartenflora. Heft 3. 

Hiller: Ist der Sperling ein nützlicher Vogel? Gartenflor. 1886, H. 16, p. 473 
bis 476. 

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Izard, J. : Plus de cepages americains, ils meurentü! reconstitution de la vigne par 
les cepages fran(;ais. Carcassomie, imp. Parer. 14, p. 8. 

Klee, W. G. : The Woolly Aphis and its repression. — The Gardener's Chron. New. 
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Kessler, H. F.: Weiterer Beitrag zur Kenntnis der Blutlaus, Schizoneura lanigera 
Hausm., und deren Vertilgung. — 8". 36 pp. Cassel (Ferd. Kessler). 

— — Notizen zur Lebensgeschichte der Rosenblattlaus, Aphis Rosae L. — 8". 11 pp. 

Cassel (Ferd. Kessler). 

— — Erwiderung auf die Kritik der Dr. Kessler'schen Beobachtungen an der Reb- 

laus. — Beilage zu Allg. Weinrevue. — Weiub. 
Kieffer, J. J. : Neue Beiträge zur Kenntnis der in Lothringen vorkommenden Phytop- 

tocecidien. — Zeitschr. für Naturwissenschaften. Halle, Bd. LVHI. N. F. 

Bd. IV. p. 579-589. 
Koch, F. W. : Der Heu- und Sauenvurm oder der einbindige Traubenwickler (Tortrix 

ambiguella) und dessen Bekämpfung. 2. Aufl. 8". 30 pp. u. 2 Tfn. Trier 

(H. Stephanus). 
Lichtenstein, J. : Les Pucerons : Monographie des aphidieus (Aphididae Pass., 

phytophtires Burm.) Partie I. Genera. 8°. 188 pp. 4 planches. Mont- 
pellier (Hamehn fröres). 

— — Monographie des pucerons du peuplier. 8°. 42 pp. et 4 planches col. Mont- 

pellier (Coulet), Paris (Bailiiere et fils). 
Low, Fr.: Beiträge zur Kenntnis der Helminthocecidien. — Verhandlungen Zoolog, 
botan. Gesellschaft, Wien 1885, S. 471—476. Ref. Botan. Centr.-Bl. 1886. 
7. S. 107—108. 

— — Bemerkungen über Weyenbergh's Lasioptera Hieronvmi. — Verhandlungen der 

zoologisch-botan. Gesellsch. in Wien. Bd. XXXV. 1885, p. 511—514. 

Erschienen 1886. 
Osborn, H. : Note on Phytoptidae. Proceedings of the American Association for the 

Advancement of Science. Vol. 32. Minneapohs Meeting. August 1883. 

Salem 1884, S. 322. 
Ormerod, Eleanor A. : The Hessian Fly, Cecidomyia destructor, in Great Britain; 

being observations and illustrations from life, with means of protection and 

remedy, from the Department of Agriculture, JJ. S. A. 8". 25 pp. London 

(Simpkin). 

— — Report of observations of injurious Insects and common Farm Pests diiring 

the year 1885. With methods of prevention and remedy. IX. 8°. 108 pp. 

London (Simpkin). 
Planchon, J. E. : L' Eriueum sur les fleurs de la vigne. — Revue mycolog. VIII. 

p. 184. 
Puls, J. C. : Encore un ennemi des fraisiers. — Bulletin d"arborieulture, de flori- 

cnlture et de culture potagere. No. 7. 
Rolfe, R. A.: Acorn Galls. — The Gardener's Chron. New. Ser. Vol. XXVI. No. 656, 

p. 104, No. 658, p. 168. 
Sarrazin, F.: L'Anguillule du Ble. — Revue mycologique. T. VIII. p. 178. 
Scholtz, M.: Wie vertreibt man die weifse Schildlaus der Rose? — Regel's Garten- 
flora. Heft 21. 
Einige Schildlausarten. — Jahrbuch für Gartenkunde und Botanik. Heft 8/9, 

p. 263—267. 
Sprenger, C: Gryllotalpa vulgaris. — Gartenflora 1886, H. 18, p. 519—528. 



Pflanze. 179 

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S. 177—180. 

Tlieen, H. : Die Feinde des Landmanns aus der Welt der Säugetiere, Vögel, In- 
sekten, Würmer und Weichtiere. — Trakt. I.andw. 188G, 5. No. 39—44. 

Thomas, Fr. A. W. -. Suldener Phytoptocecidien. — Seji.-Abdr. aus Verhandl. der 
k. k. zool(ig.-b(itan. Ges. in Wien. 8", 14 pp. Wien. 

— — Über die SItiekenblattgalie von Yitis vinifera und ihre Unterscheidung von der 

Reblausgalle. — Entomolog. Nachrichten. Xll. No. 9, p. 129. 

Über Weinblattgallen. — Entomolog. Nachrichten. XII. No. 13, p. 199. 

F. V. Thümen: Die traubenfressenden Vögel. — Weinl. 188G, XYIII. 169. 

Trail, J. W. H. : A new gall-midge, Hormomvia Abrotani sp. n. — The Scottish 

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AVachtl, F. A. : Zwei neue europäische Cecidomyiden. Ein Beitrag zur Kenntnis 

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Ref. Botan. Centrlbl. 188(3, 7, S. 13. 
Wegener: Die Blutlaus, ihre Kennzeichen, ihr Leben, ilu'e Schädlichkeit und die 

Mittel zu ihrer Vernichtung. — Landw. Bl. Oldenburg. 1886, 34, S. 40—42; 

51-53. 
Westwood, J. 0.: The Orange Coccus parasite. — The Gardener's Chron. New. 

Ser. Vol. XXVI. No. 070, p. 563. 

— — Galls on the roots of Orchids. The Gardener's Chron. New. Ser. Vol. 24. 

1885, S. 84, Ref. Botan. Centrlbl. 1886, XXV. 371. 

B. Krankheiten durch pflanzliche Parasiten. 

Bakterien. 

A. Mayer, Über die Mosaikkrankheit des Tabaks.^) Mosaik- 

Iii den holländischen Provinzen Gelderland und Utrecht, in welchen des Tabaka. 
der Tabakbau in hoher Blüte steht, ti^itt seit Jalu'en eine Krankheit des 
Tabakes aiif, welche in folgender Weise zu kennzeichnen ist. 

An der auf das Feld versetzten jungen Pflanze entsteht Jiach 3 bis 5 
"Wochen eine landkartenartige Färbung der Blattflächen von liell- und dun- 
kelgrün. An den dunklergefärbten Stellen zeigt das Blatt ein stärkeres 
Dickenwachstum ; infolge dessen entstehen unregelmäfsige A^'erbiegungen der 
Blattoberfläche. Endlich sterben die helleren und dünneren Partieen vor- 
zeitig ab. Ist ein Blatt der Pflanze erkrankt, so zeigen alle jüngeren 
Blätter der nämlichen Pflanze die Krankheit ebenfalls nur in einem ent- 
sprechend frülieren Stadiiun. 

Nicht selten trifft man mehrere kranke Pflanzen neben einander; oft 
aber wechseln gesunde imd kranke Pflanzen in der willkiu-lichsten Folge 
mit einander ab. Nie bildet eine kranke Pflanze einen Ansteckungsherd 
füi' ilu'e Umgebung. 

Yermiudonmg der Ernte, Unbrauchbarkoit der Blätter zur Cigarren- 
fabrikation wegen ihrer Kräuselung und Brüchigkeit und schlechter Brand 
sind die Nachteile, welche durch die Krankheit hervorgenilen werden. Die- 
selbe wird in Holland von den Praktikern als „Bunt" (bont), Rost (roest) 
oder als „Sclimutz" (vuil) bezeichnet. Der Verfasser schlägt vorläufig den 
Namen ,3[osaikkranklieit des Tabakes" vor. 

Die Frage nach der Ursache der Kranklieit, welche von den Praktikern 
in der verschiedensten AVeise beantwortet wird, erwies sich in diesem Falle 
als eine besonders schwierige. Eine Aschenanalyse der gesuiidon und der 



1) Landw. Versuclisstat. 1880, XXXIL, 451. 

12* 



180 Boden, Wasser, Atmosphäre. Pflanze, Dünger. 

kranken . Blätter , sowie eine Analyse des tabakla-anken Bodens führte zu 
keinem Eesultate; die Abkunft der Samen er\vies sich als einilufslos. Es 
zeigte sieh, dafs die Krankheit immer wieder auf dem Lande erschien, auf 
welchem sie einmal aiifgetreten Avar, dagegen auf dem Lande, auf welcliem 
zum erstenmale Tabak gebaut ANiuxle, wegblieb. 

Nach Anguillulen oder sonstigen tierischen Parasiten, sowie nach Pilzen 
wiuxle vergeblich gesucht; dagegen stellte sich heraus, dafs der dm'ch Zer- 
reibung der Blätter erhaltene Saft von kranken Pflanzen ein sicherer In- 
fektionsstoff für gesunde Pflanzen ist. Mt Hilfe einer mit dem Saft ge- 
füllten Kapillarröhre, welche man in einen dicken Blattnerven eines älteren 
Blattes von oben her so einsticht, dafs sie haften bleibt, ohne auf der 
Unterseite des Blattes dm-chzudringen , läfst sich fast immer eine gesimde 
Pflanze zu schwerer Erkrankung bringen. ZA\äschen der Imi^fung und der 
ersten zweifellosen Erscheinung der Erkrankung verstrichen in der Regel 
10 — 11 Tage, dann tritt die Erkrankung nicht an den geimpften Blättern, 
sondern an den jüngsten, zur Zeit der Impfung noch nicht entwickelten 
Blättern auf. Die Pflanze wird dann in allen üu'e]i jüngeren Teilen, die 
Blüte vielleicht ausgenommen, krank. 

Es gelang nicht, in dem ausgepreisten Safte einen bestimmten, die 
Krankheit hervorrufenden Organismus aufzufinden. Die aus dem Safte er- 
haltenen Bakterienkultm'en wirkten in keinem Falle infizierend, auch die 
mit verscliiedenen Bakterien und mit faulenden Stoffen vorgenommenen 
Impfungen waren erfolglos. 

Filtrierter Impfstoff wii-kte elienso, wie nicht filtiieiter; durch das 
Mikroskop liefs sich aber erkennen, dafs die im Saft vorhandenen kleinen 
Körperchen, von denen möglicherweise eine nicht bestimmter zu bezeich- 
nende Art die Fähigkeit hat, die Krankheit hervorzm'ufen, klein genug 
sind, um durch das Filtrierpapier liindm-ch zu gehen. Bei Anwendung 
doppelter Filter erhält man ein klares Filtrat, welches keine Ansteckungs- 
fahigkeit mehr besitzt. Sonach ist die an imd für sich unwahrscheinliche 
Möglichkeit der Ansteckung durch ein luigeformtes Ferment ausgesclüossen. 
Es gelang auch nicht, durch Füllung mit Alkohol und Wiederaufnalune 
mit Wasser ein Präparat zu erhalten, welches noch Infektionsfähigkeit besafs. 

Dauernde Erwärmung des Saftes auf 60 ^ beeinti-ächtigt die Infektions- 
fähigkeit nicht nachweisbar, erwärmt man auf 65 — 75^, so wird dieselbe 
geschwächt; melu'stündiges Erhitzen des Saftes auf 80 ^ tötet die An- 
steckimgsstoffe. 

Die gemachten Erfalirungen weisen darauf liin, dafs geformte Körper- 
chen und zwar Bakterien die Ansteckung veranlassen. Die nähere Kennt- 
nis von Form luid Leliensweise der beti-effenden Bakterien ist noch nicht 
erreicht. 

Die Verbreitung des Kranklieitsstoffes mufs in der Erde der Tabak- 
pflanzungen und i\Iistbeete gesucht werden, da bestimmte und namentlich 
bleibende Plantagen der Krankheit besonders ausgesetzt sind. Übrigens 
ist noch kein Fall konstatiert, dafs die Ki'ankheit mit der Erde übertragen 
wiutle. 

Tritt die Krankheit auf, so Avechsele man die Erde der Mistbeete und 
fülu'e auf den Tabakplantagen einen Fruchtweclisel ein. Die auf dem Felde 
stehenden kranken Pflanzen und die nach der Ernte auf dem Felde ver- 



PHanzo. 181 

lil<nl)onilon Strüiiko beseitige mau so, dafs nichts nui' «las TaliakfcM /.urück- 
kehrt. Man tlünge woniriglieh mit Stoffen, wolclie keine amlereii Organis- 
men in sich einsclilielsen oiler nur mit einer Sorte natürlichen Düngers 
und sammle in jedem Falle die sich dabei ergebenden Erfahrungen. 

L. Savastano, Die Kraukhoiten des Oli vonbauuu's und die Krankheiten 
. ' (los Oliven- 

Tuberkulose insbesondere. ') baumcs. 

An 1- bis 15jährigen glattrindigen Zweigen ti'eten Anschwellungen 
aul', welche nach des Verfassers Ansicht durch Bakterien hcrvoi-gerufen 
wt^rdi^n. Der Bakterienhei'd pflegt sich im Bastteile zu bilden. Zugleich 
liegiiuit eine Gewebewucherung in der Umgebung derselben. Der Verfasser 
kultivierte die Bakterie auf Kartoffeln und in Gelatine. 

Seine Infektionsversuche beseitigen den Zweifel an der Richtigkeit 
seiner Ansehaiumg, dafs wirklich Bakterien die Ursache der Erkrankung 
seien, nicht. 

Peronosporeen. 
Peronospora viticola. 

V. Thümen. Über das Auftreten der Peronospora im J. 1885.2) Verbreitung. 

Die Peronospora ti-at im östeiTeicliischen Küstenlande und in der 
Görzer Gegend später auf als im Jahre 1884, so dafs die Beschädigung 
der Ernte weniger empfindlich war. In Südtirol zeigte sich eine auffällige 
Abnahme der Krankheit. 

Bei Treviso in 01)eritalien ^^^u•den in diesem Jahre mit gutem Erfolge 
Schutzschh'me aus Schilf angewandt, welche den Rebstöcken entweder auf 
der Windseite angelehnt oder horizontal über zwei bis drei Pflanzen an- 
gebracht wairden. 

Ritter teilt mit, dafs die Peronospora ^^.ticola besonders an der mitt- 
leren Mosel, aber aucli am Rhein bei Horchheim, Pfaffendorf, Oberwesei, 
Bacharach und Steeg heftig auftrat. 3) 

E. Räthay, Peronospora-kranke Trauben aus der Umgebung 
von Monastero bei Aquileja. *) 

Thümen gegenüber, welcher die sog. Lederbeeren oder die Vinazza- 
krankheit auf einen sehr kleinen Ki-eis beschränkt und dui-ch einen eigen- 
tümlichen Pilz Acladium interaneum hervorgerufen sein läfst, l)ehauptet 
der Verfasser, dafs Thümen's Acladium mit Peronospora viticola voll- 
kommen identisch sei, und dafs die sog. Leder- oder Vinazzabeeren perono- 
sporakranke Beeren seien. 

Die Behauptimg Rathay's wird durch Millardet bestätigt.^) 

Giuseppe Cuboni, Das Wiedererscheinen der Peronospora. ö) Fruiizeitiges 

'- ^ ' Auftreteu. 

Der v erfasser macht auf das ungewöhnlich frühe Aufti'eten der Perono- 
spora in Italien aufmerksam. Während in fi-üheren Jahren der Püz sich 
erst im Juli und August zeigte, wiu-de er im Jahre 1886 in Tezze am 
23. Mai beboachtet. 



1) Compt. rend. 188(3, CIU. 1144. 

2) Wiener landw. Zeit. 1886, XXXVI. .50. 

3) Weinb. 1886, m. 330. 

*) Weinl. 1886, XVIII. 4961. 

5) Weinl. 1886, X\1II. Ö19. 

6) Eivista di viticoltura, 1886. X. 289. 



182 



Boden, Wasser. Atmosphäre, Pflanze, Diinj;er. 



Perono- 
spora- 
Gifte. 



Beduktioa 
des Kupfer- 
eulfates bei 
der Gärung. 



Kupfer- 

gefaalt 

behaudelter 

Weine. 



Graf de Lcatour, Einige A'ersnche der Bekämpfung der Pe- 
ronospora mit Kupfervitriol. ^) 

Der Verfasser, Avelclier in Südtirol Versuche im groisen anstellte, kon- 
statiert, dafs durch zweimalige Bespritzung mit 3 %iger Kupferviti-iollr)Sung, 
welche mit etwas Kalk vermiselit war, das Laub der Reben aucli in den 
allerungünstigsten Verhältnissen erhalten blieb. Die auf diesen Reben 
erzeugten Trauben erreichten ihre volle Reife, wälu'end alle unbeliandelten 
Reben ]tIoste von 11 — IS^/o Zucker aufweisen. Weder bei Verfütterung 
des mit 3 ^loigev Kupferviti-ioUösung besprengten Grrases, noch bei Grenuls 
der behandelten Traul:ien wurden schädliche Wirkungen wahrgenommen. 

In dem Wein, welcher von den behandelten Stöcken gewonnen wurde. 
fanden sich im Liter 

l)ei Portugieser 0,03 mg Kupfer, 
„ Burgunder 0,26 
,^ RiesKng 0,12 
,, Traminer 0,05 
., Coloni Weifswein, meist Gatedel 0,02. 2) 

H. Quantin, Über die Reduktion des Kupfersulfates bei der 
Weingärung, ^j 

Sechs Flaschen Avurden mit frischem Weinmost gefüllt. Der Inhalt 
der ersten Flasche erhielt keinen Zusatz. In die zweite kam eine gTofse 
Menge Calciumsulfat, in die 3., 4., 5. und G. wurde 5, 10, 50, 100 hun- 
derttausentel Kupfersulfat gegeben. 

Die Flaschen waren mit durchbolu'ten Korken versehen und mit 
Rölu'en, welche in Bleisalzlösungen tauchten. Die zu Flasche 1 und 2 
gehörigen Bleisalzlös\ingen zeigten nach G Tagen einen Niederschlag von 
Schwefelblei, 24 Stunden später bildete sich auch in der Vorlage von 3' 
ein geringfügiger Xiederschlag, dagegen zeigte sich bei 4, 5, G keine Spur 
eines solchen. 

Bei Luftabschlufs filtriert zeigte die Flüssigkeit von Flasche 3 nicht 
mehi" als ^/jooo ™8' K^U'^^i' "^^ Liter; der Luft ausgesetzt hatte sie nach 
der Filtration 1 Ijis 2 mg im Liter. 

Der Gipszusatz hatte keinen Einflufs auf die Menge des produzierten 
Schwefelwasserstoffs. Eine Menge von 0,5 g Kupfersulfat pro Liter wird 
demnach durch die Gärung vollständig reduziert, diese Menge ist aber 
gröfser, als diejenige, welche bei der Beliandiung der Reben mit Kupfer- 
sulfat in den Most gebraclit wird. Es mufs vermieden werden clie Hefe, 
welche das Kupfersulfid entliält, mit der Luft in Berührung kommen zu lassen. 

Bolle, Über den Kupfergehalt der Weine aus Weingärten, 
die zur Bekämpfung der Peronospora mit Kupfervitriol behan- 
doll wurden.*) 

Bolle hält Mengen von 0,1 — 2 mg Kupfer im Liter AVein für unschädlich. 

Von zwei aus Frankreich bezogenen Weinpi"ol)ep , welche von mit 
Kupfervitriol-Ätzkalk l)ehandelton Stöcken stammten, outhiolt die eine (der 



') Weinl. 188(J, XVIII. 50."j. 
'^) Weinl. 1880, XVItl. 511). 
3) Compt. rend. 18(iü, CHI. 888. 

*) Atti et niemorie der Societä agraria in Görz I88G, No. 5. Ref. nach Mach's 
Bericht Weinl. 188G, XVIII. 2'.r2. 302. 



rnanze. 183 

Vorlauf) 0,08 mg im Liter, dio audcio (der Prclswoin) 0,1 :52 mg. Gayon, 
welcher ilieselben AVoine gicicli nacli dem Abstich imtersucht hat, fand in 
dem einen etwas weniger als 0,1 mg, in dem andern dagegen 0,05 mg. 

Bei Znsatz der ilillardet'sclien Misclumg, sowie von Kn]ifervitriol ohne 
Kalk zum Moste ergab sich, dafs die nach der Gärung zurückgebliebenen 
Kupfermengen regelmäfsig sehr gering waren, insbesondere bei Scliwefelzusatz. 

Durch reine Kupfervitriollösungen werden, auch wenn man eine nur 
1/2 pi'ozentige Lösung anwendet, die Blätter regelmäfsig beschädigt. 

Dagegen bringt die Miliard et'sche Mischung keine oder nur eine 
ganz geringfügige Beschädigung hervor. 

Die in Tirol übliche Yei-fütterung der Weinblätter müfste bei An- 
wendung der Ku])fervitriolmet]iode ebenso, wie das Verfüttern der gebrannten 
Trester unterbleiben. 

Crolas et Raulin, Behandlung des Weinstockes mit Kupfer- 
salzen gegen den (falschen) Meliltau. ^) 

Die Weinstr)cke wurden mit Kupfersulfatlösungen von verschiedener 
Konzcnti-ation (i Wochen l:)is 2 Monate vor der Ernte behandelt. 1 kg 
Trauben hielt 1 — 3 mg Ku])fersulfat zurück, ^/^q dieser Menge bleiben 
in den Trestern, ein grofser Teil des Restes geht in die Hefe (49 — 130 mg 
in einem Kilogramm), so dafs der Wein und insbesondere der Nachwein 
nur sehr geringe Spuren zurückhalten. Es ist Avalu-scheinlich , dafs der 
Wein, wenn er älter wird, noch mehr Kupfer durch Absatz verliert. 

In einem Fall zeigte übrigens ein AVein 4 mg, der von Reben 
stammte, welche mit der „bouille bordelaise" (Millardet's Mischung) behan- 
delt worden waren. 

Es ersclieint also notwendig, um Schädigmigen der Gesiuidheit zu ver- 
meiden, bestimmte Vorschriften über die Ai-t. des Verfahrens und die Zeit 
seiner Anwendung zu geben. 

Besondere Vorsicht ist bei den zum unmittelbaren Genufs verwendeten 
Trauben anzuwenden. 

Giuseppe Cuboni, Bericht über die Versuche zur Bekäm- 
pfung der Peronospora, w^elche in der kgl. Weinbauschule in 
Conegliano ausgeführt wurden.'^) 

Es wurden verschiedene Mittel auf ilu-e Wirksamkeit geprüft. Die 
Kalkmilch hatte einen Gehalt von G — 7%. Dieselbe wurde, bevor sie in 
die Pumpen gelangte, durch ein feines Kupfenb-ahtnetz filtriert. Von den 
verschiedenen Piunpen, welche verwendet wiu-den, bewählte sich am besten 
NoePs Rotation spumi)e. Die Besprengung mit Kalkmilch wurde in den 
Morgen- oder Aliendstunden im ganzen 5 mal vorgenommen. Die Vegetation 
wimle durch die Kalkmilch in Icoiner AVeise uachtoilig beeinflufst. Xur 
ganz junge Triebe wurden dureli sein- dicke Kalkmilcli beschädigt. Die 
gekalkten Weinstöcko wurden v(ju Tortrix uvana weniger heimgesucht, als 
die nicht behandelten. 

Auf die Blüten wirkte die Kalkuüich nicht schädlich, so dafs das 
Mittel ohne alle Gefalu- in jeder Phase der A^getation angewendet werden 
kann. Das durcli starke Besonnung hervorgerufene A'ertrocknen zalüreicher 



1) Compt. reiid. 1SS(J, CIIL 10G8. 

2) Eivista di viticolsura 1886, X. 705. 738. 



184 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

Beeren im Juli trat bei den gekalkten Ti'auljen -weniger liäufig ein, als bei 
den nic-ht gekalkten. Die behandelten Stöcke waren noch Ende Oktober 
voll lielaubt, wälu-end die nicht behandelten dm-eh die Peronospora \\m 
diese Zeit schon vollständig entblättert waren. Ferner ergab sich ein er- 
heblicher Unterschied bezüglich der Qualität der Trauben, sowie der Reite 
des Holzes zu gnmsten der behandelten Stöcke. 

Da das Kalken ein Yorbeugimgsmittel ist, so mui's es angewandt 
werden, soliald die Temperatiu'- und Feuchtigkeitsverliältnisse die Entvvicke- 
lung des Pilzes begünstigen. Es ist unnötig, die Behandlimg während der 
trockenen Sommermonate zu wiederholen. 

Die ganze Oberseite der Blätter mui's von einer Kalkhaut überzogen 
sein. Die Kalkhaut liaftet am besten bei jenen Reben-A^arietäten, deren 
Blätter auf der Oberseite behaart sind. 

Die gekalkten Trauben sind auch gegen das Oidium geschützt; es 
empfiehft sich aber nicht, auch die Trauben zu kalken, da dadiu'ch die Wein- 
säure neuti-alisiert imd die Gärung nachteilig Iteeinfluist wird. Es ist daher, 
sobald das Oidium droht, das gewöhnliche Schwefeln nicht zu unterlassen. 

Aufser Kalkmilch wurden angewendet Kalkpulver, Natiiumkarbonat, 
Schwefelblumen, S^^/ßige Kupfersulfatlösung, Podechard's Pulver, Millardet's 
Mischung, Leim, gepiüverte Kreide, eine Mischung von Kalk und Asche, 
eiiiz 4% ige Lösung von Knpfersulfat, Bedeckung mit Strohmatten, eine 
Modifikation von Millardet's Mschung, bestehend aus einem Hektoliter 
SO/piger Kallonilch, Avelcher eine Lösung von 4 kg Kuj)fer in 100 1 Wasser 
beigefügt wmxle, Morganti's mid Ottavi's Pulver, Schwefelkaliiun, Kupfer- 
sulfat in Piüverform. 

Der Verfasser berichtet ausfüluiich ül)er die Art der Anwendung 
dieser Stoffe, sovde über die mit denselben erzielten, meist negativen 
Resultate. Mein- oder weniger günstig wh'kten die Kupfersulfat enthaltenen 
Mischungen, reines Kupfersullat bewirkte indessen Beschädigmigen der 
Blätter, welche bei Millardet's Mischung nicht eintreten. Am besten be- 
währt sich die von dem Verfasser angewandte Modifikation der letzteren. 

P. Hugounenq, Anwendung von Schwofelkalium, Oidium und 
Peronospora. ^) 

Der Verfasser macht den Vorsclüag, eine Autlösung von Schwefel- 
kalium mit Schwefelsäure oder primärem Natriumsulfat zu versetzen und 
dann die Flüssigkeit mit Hilfe eines Verstäubers sofort auf die befallenen 
"Weinstöcke einwirken zu lassen. 

E. Prillieux, Resultate der gegen den falschen Meltau und 
gegen die Tomaten- und die Kartoffelkrankheit gerichteten Be- 
handlungen.^) 

Die „bouillie bordelaise" erwies sicli als wirksam gegen Peronospora 
viticola. Eine zweimalige Behandlung ist erforderlich. 

An Peronospora iiifestans erkrankte Toiiiatcnptlanzon im Garten der 
Schule von Ecidly wmden durch eine Beliandlung mit der nämlichen 
Flüssigkeit wieder hergestellt. Das gleiche Resultat erzielte Jouet in 
Medoc bei Tomaten imd Kartoffeln. 



1) Journ. de ragric. 1886, I. 708. 

'-*) Joum. agric. par Barral 188(J, IL 288. 



Pflanze. 



185 



Desclozoaux, Pi-akt isclio Bohainlliing' des (falschen) Mohl- 
taues. ^) 

Man löse in 100 1 Wasser 8 kij,- Kupftn-suUat uml mische damit eine 
aus 15 kg gebranntem Kalk nnd 3() 1 Wasser hergestellte Kalkmilcli. Füv 
lOoO Beben sind etwa 50 1 der Älisclumg erforderlich. Die Behandlung 
muls beim ersten Erscheinen der Ki-ankheit eintreten. Man besprenge die 
Blätter mit Hilfe eines kleinen Besens. Von den übrigen Rezepten, welche 
der Yeifasser anführt, sei hier noch eine pulverförmige Mischung, bestehend 
aus 100 kg Kalk, 20 kg Kupfersulfat, 10 kg Schwefel piüver, 15 kg Holz- 
asche nnd 50 kg "Wasser erwähnt. Der Schwefel dürfte wolü überflüssig 
sein. Die Kui)fervitriollösung ist mit dem an der Luft zerfallenen Kalk 
imd den übrigen Bestandtoiion zu mengen. 

R. Dolenc, Ein Bespritzungsapparat gegen Poronospora für 
kleine Weingartenbesitzer und niedere Rebenerziehungen. ^) 

Der an einer von dem Arbeiter auf dem Rücken getragenen Butte an- 
gebrachte Kautschukscldauch endigt in eine mehi'fach durchlöcherte Röhre, 
welche von einem in einer Blechhülse steckenden ans Sorghumrispen ge- 
bildeten kleinen Besen umgeben ist. Dadurch, dflfs man den Besen lu-eis- 
förmig schwing-t, wird die Flüssigkeit in Tropfen gestalt herausgeschleudert. 

W. V. W. empfieldt und beschreibt einen von Meyer Sohn in Paris 
(117 Rue d'Alioukir) hergestellten Spritzapparat gegen die Rebenperono- 
s2)ora, welcher so■\^■olIl zur Anwendung von trockenen Piüvern als \on 
Flüssigkeiten sich eignet. Zur Erzeugung des nötigen Luftsti'omes dienen 
Schuhe mit doppelten Sohlen, zwischen Avelchen sich Blasebälge be- 
finden. 3j 

Eine „Peronospora-Pumpe" fertigt R. Czermak in Teplitz (Böhmen).'*) 

A. J. Mayer in Paris (Rue d'Aboukir 17) hat einen A^erstäuber kon- 
stniiort, welcher diu'ch eine Person mit Hilfe eines Kautschukblasebalges 
betrieben werden kann und je nach der Gröfse ß — 12 Frcs. kosten soll, ^j 

Gaj'on und Millardet, Das Kiipfer in der Ernte von Reben, 
welche verschiedenen Behandhmgsweisen mit kupferhaltigen Mischungen 
unterworfen A\iuden. <^j 

Die Verfasser wandteii verschiedene kupferhaltige Mischungen an. Das 
in einer Tabelle niedergelegte Ergebnis ist das, dafs die Ait der Behand- 
lung zwar einen Einfliüs auf die Kupfermenge der Traiiben und des Mostes, 
nicht aber auf die nach der Gärung im Wein verbleibende Kupfermenge 
hat. Die letztere ist in allen Fällen eine miiümale, 0,01 — 0,30 mg im Liter. 

In einem Falle entliielt ein Prel'swein 9,5 mg im Liter. Die Reben, 
von welchen dieser Wein stammte, waren nicht geschwefelt worden; auf 
diesen Umstand glaubten die Verfasser den abnorm hohen Kuj)fergehalt 
zurückfülu-en zu müssen. 

Trübe Weine entluüten stets etwas melu' Kupfoi', als vollständig klare 
Weine. 



1) Monit. viuic. 1886. XXXI. 50. 

2) Weinl. 1886, XVIII. 338. 

8) Osterr. landw. Wochenbl. 1886. XII. 263. 
*) Ö.sterr. landw. Wochenbl. 1886, XII. 240. 

5) Österr. landw. Wochenbl. 1886, XU. 151. 

6) Compt. rend. CHI. 1240. 



Be- 

apritzungs- 
apparatc. 



Kupfer in 

der Ernte 

von Eeben. 



186 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



"Veruichtuni? 

der Perono- 

spora. 



Verfahren 

zur 

Bcsiegung 

der Kartoftul 

kranklieit. 



L. de Sardriac ') empfielüt einen von den Brüdern Japy in Beaueom-t 
konstruierten und \\m 27 Frcs. käuflichen Yei-stäuber von Flüssigkeiten inid 
pulverfümiigen Substanzen, bei welchem die staubartige Yerteilimg dm-ch 
eine rasch rotierende Büi'ste be^\drkt "\wd. Der Apparat kann angeschnallt 
und von einem einzelnen Ai'beiter bedient werden. 

Derselbe. Broquet in Paris (nie Oberkampf 121) konstruierte einen 
auf einer Tragbahre oder einem Schu Vikarren montierten Verstäuber. ^) 

Der Apparat besteht aus einer metallenen, 50 1 fassenden Tonne, einer 
Saug- und Druckpumpe und zwei an Kautschukschläuchen befestigten Ver- 
stäubem, welche sowolil einzeln als gleichzeitig Vienutzt werden können. 

Derselbe. Vermorel in Yillefranche (Ehone) konsti-uierte einen Yer- 
stäuber, mit Avelchem auch dicke, flüssige Substanzen, wie Kalkmilch, ver- 
stäubt werden können. Ein Ai'beiter vermag täglich 1 ha zu behandeln. 3) 

Derselbe, Yerstäuber für die Behandlung der Weinstöcke.'*) 

Der Yerfasser beschreibt einen von Noel in Pai-is konstruierten, auf 
der Aiisstellung zu Conegiiano mit der goldenen Medaille gelmmteu Yer- 
stäuber. Derselbe besteht aus einem Rohrstutzen aus Kupfer, Avelcher aus 
zwei rechtwinkelig verbimdenen Teilen zusammengesetzt ist; diese stehen 
mit einander nm^ durch einen engen, seitlich mündenden Kanal in Ver- 
bindung, so dafs die Flüssigkeit bei ihrem Eintritt in die zweite Abteilung 
in eine la-eisförmige Bewegung versetzt wird. Der Rohrstutzen endigt in 
einen beAveglichen Knopf, der in der Mitte eine kleine, nach aufseu kegel- 
förmig erweiterte Öffnung trägt. Durch diese Öffnung tritt die Flüssigkeit 
als ein feiner Nebel aus. Der Preis beläuft sich auf mu- 6 Frcs. Der Ab- 
handlung sind insti-ulvtive Abbildungen beigegeben. 

H. de France, Die Yernichtung der Peronospora. ^) 

Mit 7 verschiedenen Yerstäubern \\nu'den A^ersuclie angestellt über ilu'e 
Verwendbarkeit ziu- Verteilung der von Miliard et empfohlenen, gewöhn- 
lich als „bouilHe bordelaise" bezeichneten Mischung. Die besten Resultate 
wurden mit dem von Pariot & Cie. in Casti-es (Tarn) hergestellten „bom- 
bardeur pidverisateur ä jet ä volonte" erzielt. Es gelang mit diesem Apparat, 
pro Minute 4G Stöcke zu behandeln, wobei auf 100 Reben 1,7 1 Flüssig- 
keit zur Yerwendvmg kamen. Die Verteilung war eine feine und regel- 
mäfsige. 

Peronospora infestans. 

F. Nobbe, Über das Jensen'sche Verfahren zur Besiegung 
der Kartoffelkrankheit. 6) 

Im Jahre 1883, 1884 und 1885 wmxlen auf Sand- und Lehmboden 
Versuche mit dem Sclnitzhäufelpflug vorgenommen. Die Schutzhäufelung 
wnirde teils kiu:-z vor dem Absterljen des Krautes, teils bald nach der Blüte 
vorgenommen. Dabei ergaben sich Schwierigkeiten wegen der zu weit vor- 
gescluittenen Entwickelung des Laubes. In fast allen Fällen trat eine Ver- 



*) Journ. agric. par Barral 1886, II. 22. 

^) Journ. agric. par Barral 188(3, I. 224. 

3) Journ. agrie. par Barral 1886, II. 219. 

*) Journ. de l'agric. 1886, I. 699. 

ö) Journ. agric. ])ar Barral 1886, II. 144. 

6) Sachs, landw. Zeitschr. 188G, XXXIV. 133, 149. 



arten. 



Pflanze. 187 

niiii(l(M'unij^ (los Kiti-a,i;fs ein, Avi^lc-lio ülirigens wogen der in allen Füllen 
'/AI Spät vnrgonoininoiioii Iläurelung zu erwarten war. (Der Ref.) Die Kar- 
totTolkranklioit ti-at an den Versnchsptlanzen nielit anf. Die Versuche werden 
foi-t gesetzt. 

G. Mai-ok, Tboi' (l(Mi Kinriuls der Bodenart auf den Ertrag, , '•:'''fl"i8 
Stärkegelialt und die Er krau kuiig verschiedener Kartoffel Sorten.*) art auf den 

Aus doi- uiiifangriMclion Ailioit seien hier nur die auf die Erkrankung ^^'^^^ **"• 
l)ozügliehoii DurchsohnittszifTorn der 4G verwendeten Kartoffelsorten angefülu-t. 
i"]s crkrankton dorn (i''\vichto nach: 

im Lohnibodon .... 31,1 ^/^ 

., Thonhoden 28,G „ 

,. kalkhaltigen Lolunboden 2G,0 „ 

,, Hnmuslioden .... 2G,4 „ 

., iMoorboden 18,1 „ 

„ Sandboden 10,4 „ 

Uredineen. 
J. ^Mülloi-, Die Kostpilzo der Rosa- und Rubusarton und die auf Rostpiize 

\ au Kosa- 

ilmon vorkiiunnondoii Parasiten. ^) und Rubus- 

1. Pliraginidiuni subcorticium (Schrank) Winter vegetiert intercellular. 
Die reicli sejttieiton, vorzweigten Hyphen fuhren im Inneren orangefarbene 
Fetttropfon. Von Ende April ab erscheinen auf der Unterseite der Blätter, 
auf den Blattstielen, den Nebenblättern, Kelchen nnd Stämmen die Aecidien, 
welche an den Blattstielen nnd Stämmen grofse nnregelmäfsig begrenzte, 
bis 10 mni lange Lager bilden. Die Aecidiumsporen haben ein äiifserst 
foin schaliges, fast glatti^s Epispor und eine dicke Xembran nnd sind vor- 
wiegend polyedrisch, bis 28 /i lang und bis 20 ^i breit. Die Aecidien 
fohlen nur in den Moiiati'n Dezember bis März. Die sie begleitenden oder 
ihnon vorausgehenden , an (]on Stämmen jedoch stets fehlenden Spermo- 
gonion entwickeln sich als tellerartige Gebilde innerlialb der Epidermis. 
Die ovalen Spermatien sind 2 — 4 ,« lang, 1,35 — 2 /.i breit. Die Spermo- 
gonion treten stets auf der Blattoberseite anf. 

Bald nach dem Erscheinen der Aecidien entstehen auf der Unterseite 
dei- Blätter die Uredohäufchen, welche einen Durchmesser von 0,75 mm 
eiroichen. Die blalsorangegelben Uredosporen sind bis 28 ,« lang nnd 
1 !» II dick, von länglich i-under, eiförmiger imd elliptischer Gestalt. Ilire 
^Membran ist bedentend dün.ner nnd heller, als die der Aecidiumsporen. 

Nach einiger Zeit treten in den Uredohäufchen Teleutosporen auf. Ihre 
Gestalt ist, abgesehen vf)n doi- mein- oder weniger langen Spitze, eiförmig. Die 
braune bis schwarzbranno Toloutospore besteht in der Regel aus 4 — 9 Zehen. 

Der A^erfasser schildert eingehend die Entwickelimg des Aocidiums 
nnd die pathologischen Veränderungen, welche dasselbe an der AVirtpflanze 
liervorrnft. Die durch den Pilz veranlafste Hyperti'ophie des Rinden- 
Ijarenchyms ei'klärt der A'erfasser aus die von den Pilzhyphen herbei- 

i) Fiihlings lan.lw. Zeit. 188(3, XXXI, 74, 146. 

^) Die lainhv. .bihrb. 188H, XV. 719. Mit Tafel XII u. XIII. Vergl. d. Jahres- 
bericht. Neue Fol^e. Vlll. ],. 22Ü-227. 



188 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

gefülu-te Aufhebung der Gewebespaunung ; es geschieht dies dadurch, dafs 
die H}'|:)hen sich zwischen die einzehien Zellen" liineindräu gen. 

Nach verschiedenen vergeblichen Yersuchen gelang es im August, die 
Aecidiumsporen zur Keimung zu bi'ingen imd das Eindringen der Keim- 
sclüäuelie in die Spaltöffnungen zu beobachten. Dagegen waren die Be- 
mülumgen, die üredosporen zur Keimung zii veranlassen, ohne Resultat. 
Man könnte annelimen, dafs diese Sj)oren überhaupt die Keimfähigkeit ein- 
gebilfst haben, wenn es nicht Tulasne gelungen wäre, nach verscliiedenen 
vergeblichen Yersuchen ilire Keimung zu beobachten. 

Die Teleutosporen, deren Entwickelung der Verfasser ebenfalls genau 
schildert, wiu'den noch nie zur Keimung gebracht. Es deutet dies darauf 
liin, dafs der Pilz in anderer Weise, als durch die Wintersporen wälnend 
des Winters erhalten wird. In der That beobachtete der A^erfasser die 
Überwinterimg eines Aecidiummycels an einem im Kalthause aufbewahrten 
infizierten Stamm von Rosa canina. Es genügt daher zm* Bekämpfung 
der Ki-ankheit nicht, das abgefallene Laub sorgfältig zu sammeln und zu 
verbremien, vielmelir müssen aiich die an der Basis mit Aecidien behafteten 
Stäimne beseitigt mid die anderen infizierten Stöcke bis unterhalb der in- 
fizierten Stelleu zm-ttckgesehnitten werden. 

2. Phragmidium Rosae aljiinae (D. C.) AVinter auf Rosa alpina imd 
den Bastai'den derselben unterscheidet sicli von dei- vorausgehenden Ai't 
dadm-ch, dafs seine Teleutosporen 7 — 13 zellig, bis 120 /< lang \md bis 
30 [-1 breit sind. Da hier die Aecidien nie an den Stämmen vorkommen, 
so dürfte es zur Bekämpfung dieses Pilzes genügen, die mit Teleutosporen 
besetzten Blätter zu vernichten. 

3. Plu-aginidiiun tuberculatum n. sp. wiu'de von dem Verfasser im 
lebenden Zustande vereinzelt auf Rosa canina gefunden. Es sclicint eine 
geringe Verbreitimg zu besitzen. 

Die kreisrunden Aecidien entstehen im Mai auf der Unterseite der 
Blätter. Ihr Diu'chmesser beti-ägt 1 mm. Die dichtgedrängten, das Lager 
kranzartig umgebenden Paraphj^sen sind gegen dasselbe geneigt. 

Die schön orangefarbenen Sporen haben eine sehr dicke Membran, 
sind bis 30 /< lang und 20 ^i breit. Das Epispor ist grob warzig. 

Die SjJermogonien liegen den Aecidien gegenüber, bisweilen finden 
sich auch einige auf der Blattunterseite. Die ovalen Spermatien sind 
2,475 — 3,30 /< lang und bis 1,65 /< breit. 

Uredo- imd Teleutosporenlager sind selir klein. Die Membran der 
üredosporen ist dicker als die der vorher besproclienen Arten ; die Staclieln 
des Episporiums treten mehr hervor. 

Die meist aus 5 Zellen bestehenden Teleutosporen sind 54 — 81 i» 
lang und 27 — 35 f^i breit. Die Begrenzungslinie der ganzen Spore ist 
keine gekerbte, sondern eine gerade. Die Endzelle hat stets einen kreis- 
förmigen Querschnitt. 

Auf Ruliusarten faud der Verfasser bei Pommei'switz iu Olx^r-Schlesien 
mehrere Rostarten : 

1. Phragmidium violaceum (Schultz) Winter. Die Uredo- und Teleuto- 
si:)orenlagei' waren rimde Häufchen von 0,5 mm bis 2,5 mm Durchmesser 
oder langgestreckte, oft den Nerven folgende Polster. Den meist 4 zeUigen 
Teleutosporen felilt oft die halbkugelige Papille. 



Pflanze. 180 

Die Uredolager zoig-tcn im frisclieu Zustande ein rosa -fleischfarbiges, 
im trockenen ein gelbes Aussehen. Die Membran ist ungemein dick und 
mit kurzen, groben, nicht sehr dicht stehenden Stacheln versehen. Älm- 
liclie Beschatl'enheit zeigt die Membran der Aecidiumsporen. 

Der Verfasser beobachtete das Keimen der Uredos])oren in destilliertem 
\\'asser, sowie das Eindringen der Keimscldauclienden in die Spaltöffnungen 
der Blätter im September. 

Die Teleutosporen überwintern an den grünen, sowie an den ab- 
gestorbenen Blättern; die Keimung der Teleutosporen erfolgt unter gün- 
stigen Umständen schon im März. Der Verfasser scliildert eingehend den 
Kei mungsproze fs. 

Die Keime dringen stets da ein, wo 2 oder melu- Epidermiszellen 
zusammenstofsen. 

Phragmidium Rubi (Pers.) Winter zeigt die von AVinter angegebenen 
3Ierkmale. Der Verfasse)- entdeckte eine Varietät dieses Pilzes, welclie er 
als Pliragmidimn l^ubi miuiatum bezeiclmet. 

Plu'agmidium Rubi Idaei bildet seine Aecidien meist auf der Blatf- 
oberseite. Die Sporen sind mit langen Staclieln verselieu. 

Die von Kühn im Schwarzwalde bei Badenweiler entdeckte Cluyso- 
myxa albida fand sich auch an der besagten Stelle in Ober - Schlesien. 
Der Verfasser beschreibt die Uredo- und Teleutosporen, sowie die Keimung 
der letztei-en. 

Eine der Uredo von Chrysomyxa albida sehr nalie stehende Uredo- 
form, die anscheinend an den Blättern überwintert, besitzt einzellige Teleuto- 
sporen von 31,5 u Länge und 16,8 — 18,9 ,« Breite. Dieselben liaben 
einen endständigen kreisrunden Porus. Ob diese Uredoform zu Cluyso- 
myxa gehört, ist noch festzustellen. 

An derselben Örtlichkeit fajid sich auf Rubus fruticosus ein beachtens- 
Averter Pilz, welchen der A^erfasser einstweilen als Uredo aecidioides n. sj:). 
bezeichnet. 

Der Pilz besitzt Spermogonien aid der Blattoberseite und aufserdem 
auf der Oberseite und Unterseite an den gegenüber liegenden Stellen Uredo- 
lager. Der Verfasser schildert eingehend die Entwickebmg und den Bau 
dieser Gebilde. Die goldgelben, einzeln al:»gesclmürten Sporen sind kugelig 
und haben einen Dm-chmesser von 18,9 u. Die ganze Pilzform über- 
wintert im Blattgewebe; die Uredosporen keimen im Frühjalu-. 

Die von den besprochenen Ui-edineen befallenen Pflanzen ti-agen n\u' 
wenige und kümjnerliche Früchte. A^erniclitung des befallenen Laubes ist 
zmn Zwecke der Bekämpftmg anzuraten. 

Auf den Uredineen der Rosa- und Rubus -Arten parasitieren ver- 
schiedene Pilze. Der A^erfasser fand zwei neue Arten auf, welche er ein- 
gehend scliildert. Es sind dies Fusarium spermogoniopsis n. sp. und 
Fusarium uredinicola n. sp. 

Den Scldufs der Ai-beit bilden ^Vlitteilungen über die chemische Be- 
schaffenheit der Uredineensporen. 

Prillieux teilt mit,') dafs Lee o rate in Dijon, dessen Birnbäume dui'ch 
Roestelia cancellata sehr zu leiden hatten, keine A^erringerung der Krank- 



RoeBtelia 
caucellata. 



^) Bull, des scances de la soc. nat. d"agric. 188G, XL\^. 283. 



190 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

lieit beobachtete, nachdem die das zugehörige Gvmnospoi'aiigiuia fuscum 
ernährenden Sträucher von Jiiniperus Sabina entfernt Avorden waren. Später 
fand der nämlielie Beobacliter aiif einer Yarietä'^ von Juniperns Ox^'cedrus, 
Jimipenis niacrocarpa, au derselben Stellen einer Eostform, welche Prillieux 
für Gymnosporangium fuscum ansieht. 

Cornu bemerkt dazu, dafs das auf Juniperus Oxycedrus vorkommende 
Podisoma möglicherweise von demjenigen, welches auf den Birnbaum über- 
tragen werden kann, verschieden ist. Zweimal mit jenem Pilz auf Birn^ 
blättern von Cornu angestellte Infektionsversuche schlugen fehl, 
reridermium Comu teilt mit, ^) dafs Peridermium pini AVallr. var. Corticola nicht 

dm-ch Coleospoi'ium senecionis Fr., sondern durch Croiiartium asclepiadeum 
Fr. hei-vorgerufen werde. Er rät daher, die Pflanzschulen für Kiefeni auf 
Süikatböden anzulegen, auf welchen Cjmanchum vincetoxicum, die Wirt- 
pflanze des Cronartium, nicht vorkommt. Diese Angabe widerspricht den 
Resultaten Wolfs, welcher auch mit den Sporen der rindeubewohnenden 
Form Seneciopflanzen infizierte. Gegen die Beliauptung von Cornu spricht 
auch eine Beobachtung des Referenten, an dessen Wohnoi't Peridermium 
pini forma corticola ab imd zu vorkommt, während C^^nanchum vollstän- 
dig fehlt. 

Ustilagineen. 
Verluste P. Grafsmauu, Die Verluste beim Weizenanbau infolge un- 

Knpfer- z wcckmäf slgor Anwendung des Kupfervitriols als Schutzmittel 
Vitriol. gegen Schmierbrand. ^) 

Die in der Praxis ziu- Verwendung kommenilen ]\Iengen A'on Kupfer- 
■sitriol und die Art der Anwendung sind sehr verschieden. Auch darüber 
heiTSchen verschiedene Ansichten, ob ein längeres Liegenlassen des ge- 
beizten Saatgutes vor der Einsaat schädlich sei. Der Verfasser unternahm 
daher Beiz- und Keimversuche im Laboratorium und Anbauversuche auf 
dem Felde : 

1. ob durch Verwendung unnötig grofser Mengen KuiDfervitriol die 
Keim- und Ertragsfähigkeit des gebeizten Weizens beeinflufst werden kann, 
imd welche Verluste danius entstehen; 

2. ob und in welcher Weise ein längeres Liegenlassen des gebeizten 
Saatgutes vor der Einsaat demselben schädlicli sei. 

Es \\au-deu 24 Stimden nach dem Beizen zum Keimen angesetzt 
Maschinendruschproben, bei welchen 1 — 20 Pfd. Kupfervitriol auf 20 Ctr. 
zur A'erwendung kamen. Die in einer Tabelle niedergelegten Resultate 
zeigen, dafs Keimla-aft und Keimenergie umsomehr verringert wird, je 
gröfser die Menge des zur Beizung verwendeten Kupfervitrioles ist. Ebenso 
zeigt sich eine Zmiahme des Prozentsatzes der kraidcen Keimlinge. 

Als Folgerung für die Praxis ei-giebt sicli, wo möglich nur unver- 
letzten Handdruschweizen zu verwenden, der durch eine Gabe von 5 Pfd. 
pro Wispel (20 Ctr.) nicht geschädigt wird. Läfst sich (He Anwendung 
von Maschinendruschweizen nicht umgelien, so müssen 3 Pfd. Kupfer- 

^) Bull, des soanccs de la soc. nat. d'agric. de France 188f), LXXXVI. 248. 
Siehe d. Jaiiresb. 20. Jahrg. 318. 

•-ä) D. landw. Presse 1886, XIII. 451—453. — Landw. Jalul.. 1886, XV. 292. 



Pflanze. 



191 



vitriul als Grenze innegehalten werden. Dabei ergie1)t sicli allerdings ein 
Yerlnst von 14 % Saatgut, aber die Ernte ist sicher brandt'rei. 

Der Verfasser prüfte ferner die Keimkraft gebeizten Saatgutes nach 
einem Tage, nacli 2, .'5, (1 und 10 Tagen. Es ei'gab sich, dafs eine 
Verzögerung der Aussaat über 24 Stunden hinaus einen beti'ächtlicheu, 
von Tag zu Tag zunelunondon Ausi'all au gesunden Keimlingen her- 

VOlTUft. 

Aufserdem wird durcli verspätete Aussaat das Hervorbringen des 
grül'sten Teiles der üborluuipt vegetationsfähigen Keimlinge bedeutend ver- 
langsamt. Endlich wii'd durch längeres Liegenlassen das A'erhältnis der 
gesmiden Keimlinge zu den kranken ein immer \uigünstigeres. 

Beim Beizen ist der "Weizen nicht einfach anzufeuchten, sondern nacli 
Kühn's Vorschrift 12 — IG Stunden lang einzuweichen. Die obenauf 
schwimmenden Brandkörner müssen abgeschöpft werden. 

Finder, Zur Frage des Beizens von Weizen mit Kui)foi- 
vitriol. 1) 

Der Verfasser pflichtet den Ausführungen Grrafsmann's im allgemeinen 
bei, sucht aber nachzuweisen, dafs die durch Maschinendrusch zu erreichende 
gröfsere Sicherheit vor Verschleppung der Brandgefahr und wirtschaftliche 
Rücksichten zu gunsten des Maschinendrusches sprechen. 

Schröder-Nienburg, Verwendung der Salicylsäure gegen den 
Brand im Gretreide.^) 

Der Verfasser empfiehlt die Anwendung einer Salicylsäurelösung .3 g 
pro Liter. Die Körner sollen nur bis zm- völligen Benetzung, also 2 — 5 
Minuten mit der Flüssigkeit in Berühnmg gelassen werden. 



Utizen des 
Wiizeus. 



SalicyJsäure 

gegen den 

Brand. 



Asconi yceten. 

A. de Bary, Über einige Sklerotinien und Skerotienkrank- 
heiten.3j 

Der Verfasser ergänzt die von ihm in seiner Morphologie und Bio- 
logie der Pilze über Peziza Sclerotiorum Libert mitgeteilteji Thatsachen 
hauptsächlich nte'h der biologischen und physiologischen Seite hin. 

Das Keimen der Sklerotien tritt unter geeigneten Verhältnissen zu 
jeder Jahreszeit, am leichtesten aber, auch bei der Kultur im Zimmer, im 
Spätsommer und Herbste ein. Trocken aufbewalu'te Sklerotien bewahrten 
ihi-e Keimfähigkeit cb'ci Jahre lang. Aus einem Sklerotium könneii sich 
bei entsprechender Gröfse mehrere Apothecien entwickeln. Das Apothecium 
besitzt die Gestalt eines von einem cylindrischon Stiele getragenen Trich- 
ters oder einer Trompete. Die Mitte der inneren Fläche des Trichters 
setzt sich in einen engen Kanal fort. Die zur Reifezeit ellipsoidischen 
Sporen sind farblos, 11 — 12 /< lang \md 4,5 — C // breit. Das Apothechun 
ist mattzimmt- oder dunkeUehm-farbig. 

Die ausgeschleuderten oder massenhaft stäubenden Sporen sind sofoil 
keimfähig. Li reinem Wasser treiben sie nur km-ze Keimschläuche; in 
Nährlösimgen oder auf geeignetem festenr Xährboden entsteht ein statt- 



1) D. landw. Presse 188G. 471—47!). 

'■ä) Wiener landw. Zeit. 1886, XXXVI. 501. 

3) Botan. Zeit. 1886, XLIV. 377—393, 409—433, 449— 4G5. 



Sklerotieii- 
kraukheiteu. 



192 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze. Dünger. 

liclies Mycel, welches Aviedenim Sklerotien bildet. Die Mycelfäden sind 
farblos, reiclilich septiert, mit 16 fi und darüber stark werdenden Haupt- 
verzweigimgeu. Treffen die wachsejiden Mycelfäden auf einen Widerstand, 
etwa anf eine Glasfläche, so bilden sich zalrh'eiehe, kurze, büschelartige 
Verästelu]igen, „Haftbüschel'', welche sich später braun färben und bei an- 
daTiemdem Widerstand des Substrates schliefslich absterben. 

Auf guten Nährlösmigen bildet das Mycel dichte, meist ebene Häute. 
Auf der filzigen Obei-fläche der letzteren entstehen die Slderotien häufig 
in konzentiisch ringförmiger Anordnung. Der Flächendm-chmesser der 
Sklerotien beträgt einige Millimeter bis über 1 cm. 

Parasitisch lebt der Pilz auf feucht aufbewalu-ten Knollen und Rüben- 
wurzeln, so an Daucus und Brassica. Zweitens dringt er in die vege- 
tierenden Stöcke krautartiger Dikotylen ein. Dikotyle Keimpflänzchen 
werden ebenfalls von ihm zerstört. Die lebenden Daucusrüben werden in 
feuchter Umgebung von der Mycelhaut umwachsen; zalilceiche Zweige 
dringen in das Rindengewebe interceUidar ein. Die vom Pilz befallenen 
Gewebe werden weich und schliefslich verAvandelt sich die Rübe mit Aus- 
nahme des axilen HolzkfJrpers in eine breiartige Masse. Ähnlicii verhält 
sich der Pilz gegen die Rübe von Brassica Rapa. Auf den RübeuAnu-zehi 
von Beta, Raphanus, Föniculimi, sowie auf den Schnittflächen von Kartoffeln 
imd Topiaambm'knollen ist die Püzentwickelung kümmerlich. 

Besonders häufig ti'itt der Püz an den in Vegetation stehenden Stöcken 
von Phaseolus vulgaris, Petunia violacea, nyctaginiflora und Zümia ele- 
gans auf. 

An diesen Pflanzen bleibt er in der Regel auf das Innere beschränkt; 
er durchwuchert das Pareuchym der Rinde und des Markes, nur hie imd 
da in das Innere der Zellen eindi'ingend. Die Slderotienbildung findet im 
Marke statt. Bei dünnen Stengeln füUt das Slderotium, indem es das 
Mark verdrängt, den Markraum der ' ganzen Breite nach aus. In den halb- 
reifen Früchten von Phaseolus entstehen die Sklerotien häufig in den 
Zwischenräumen zwischen den Samen, bei Zinnia elegans im Blütenboden. 
Bei sehr feuchter Luft bildet der Pilz auch auf der Stengeloberhaut Mycel- 
büschel oder Füzliäute. Bei manclien Pflanzen beobach^t man dasselbe 
bei feuchtem Wetter an don unmittelbar über dem nassen Boden befind- 
lichen Stengelteilen. An den Keimpflänzchen unterV)leibt gewöhnlich die 
Bildung von Sklerotien. 

In feucht gehaltene lebende Gewebe dringen die Keimschläuche der 
Pezizasporen nicht ein, vielmelu- ^vird der Pilz erst zm- Infektion befähigt, 
wenn die Keimscliläuche durch saprophy tische Ernährung l)is zu einem 
gewissen Grade herangewachsen und erstarkt sind. Der Verfasser beschreibt 
eingehend die von ihm angestellten Infektionsversuche. Das Mycel wächst 
kräftig bei wenigen Graden über dem Gefrierpunkt und entwickelt sich 
besonders üppig bei 20 ^ C. Reicliliche Wassei^zufulu' und sauerstoffhaltige 
Luft ist zm- Entwickelung notwendig. 

Das Nährstoffbedürfnis ist wesentlich das gleiche, wie jenes der näher 
darauf unter.sucliten Schimmelpilze. Die zur Ernährung geeigneten Fruclit- 
säfte können ersetzt wei-dcn durch 5 — 10% Lösungen von reinem Trauben- 
zucker, welchem die nötigen Stickstoffverbindungen und Aschenbestandteile 
beigefügt sind. 



Pflanze. 193 

Der Aiii;iilV auT Il'IhmhIo rilanzou ci-rolgt in der AVoisc, dals zuerst 
naJ'tbüsc'liel gcbiklct werden, die darunter liegenden Zellen der Wirt])flanze 
sterben dann ab, endlioli dringen die Hyphen von den Rüsclieln aus in 
das bereits desorganisierte Grewebc ein. Die Bildiuig der Haftliüscliel erfolgt 
nur in feuchter Luft, nicht innerhalb einer Nährl'Jsung. Im letzteren Falle 
dringen die Fäden ohne Bildung von Haftbüscheln ein. Die Büschelbildung 
ist die Folge eines mechanischen Reizes. Der Pilz wMct diu^ch eine von 
ihm ausgeschiedene Flüssigkeit tötend auf das Gewebe der Wirtpflanze. 

Aus den abgestorbenen Zellen tritt eine andere Flüssigkeit aus, welche 
diMU llaftbüschel Nahrung zufülut. luid die Ausbroitiuig des Pilzes veran- 
lafst. Im Innern der AVirtpflanze schreitet die Desorganisation dem Vor- 
dringen des Pilzes immer eine Strecke weit voran. Das Protoplasma stirbt 
ab, löst sich von der Membran los und wird manchmal milsfarbig. Die 
Luft in den Intercellularrämnen Avird durch Flüssigkeit verdrängt. Die 
Zellmembranen treten aus ilirem gegenseitigen Verbände. Die Mycclßiden 
dringen, soviel ermittelt werden komite, immer in der gelockerten ^littel- 
lamelle der Seitenwände der Epidermiszellen in das Innere. 

Der aus Pilz behafteten Rüben ausgepreiste Saft ruft schon nach 
2 — 3 Stmiden bei 20 ^ C. die beschriebenen G-iftwii'lauigen an geeigneten, 
dünnen, mikroskopisch kontrollierbaren Schnitten von Dauciis- Rüben, Fal)a- 
Internodien etc. hervor. Auf die unverletzte Oberfläclie eines Fabainter- 
nodiums gebrachte Tropfen des Prefssaftes wirken äufserst langsam, oft 
erst nach 48 Stmiden, mitunter gar nicht. Der Saft enthielt sehr viel 
Fehling'sche Lösung reduzierendes Kolüehydi-at und Avenig durch Kochen 
fällbare Eiweifskörper. Der Saft reagiert stark sauer; er ist reich an 
Oxalsäm'e, welche an Kalium gebunden ist. Die Vermutmig, dafs die Oxal- 
säure oder ilu- Kaliumsalz jene charakteristisclie Glewebezerstörung hervor- 
nife, bestätigte sich nicht. Dagegen liegt die Annahme nahe, dafs das 
Gift in die Reihe der gelösten Fermente oder Enzyme geh(")rt. Durch 
momentanes Aufkochen wh-d die Giftwirkung zerstört. Dm-ch Alkohol wird 
ein feinkörniger Niedersclilag gefäUt, welcher, dm'ch dekantieren Tind ab- 
dunstenlassen von Alkohol befreit imd dann wieder mit destiUiertem 
Wasser aufgenommen, die spezifischen Giftwirkungeu, wenn auch in abge- 
schwächtem Grade zeigt. Aus Gl3^cerinaiiszügen fällt Alkohol einen Nieder- 
schlag, dessen wässerige Lösung die beschriebene Giftwh'kung ebenfalls 
hervoriiift. Das Gift wirlct nur in saurer Lösung. Dasselbe wii-d, durch 
kolilensam-en Kalk neutralisiert, im wirksam; dm'ch freie Säuren oder durch 
saure Salze wird die Wirkungsfähigkeit wieder hergestellt. Das Enzym 
stammt aus dem Püze und kann den zerkleinerten Mycelhäuten durch 
Ausziehen mit Wasser entzogen werden. Die aus den Slderotien aus- 
tretcTide Flüssigkeit zeigt eine sehr energische Wirkung. Durch dieselbe 
werden die ZeUhäute sogar in eine struktiuiose Masse verwandelt, in 
welcher Chlor-Zinkjod keine Celluloserealrtion melu" hervorbringt. Es ist, 
wie der Verfasser überzeugend nachweist, kein Grund vorhanden, aiü'ser 
dem die Zellwand lösenden 'Enzym, noch das Vorhandensein eines zw^eiten, 
das Protoplasma angreifenden Enzymes anzimehmen, vielmelir kommt diese 
Tliätigkeit auch dem die Zellwand zerstörenden Enzjun zu. Stärkekörner 
und dünner Ivleister werden dm'ch den Pilzsaft nicht verändert, Rolu'zucker 

Jahresbericlit 1886. 13 



194 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

Avird durch den rein darauf kiüti-vierten Pilz invertiert. Cellulosemeni- 
branon aucli anderer Pflanzen, als die liier in beti-aclit kommenden, werden 
dm-cli die Pilzsäfte invertiert. Das Lösungsprodukt der ]\Iittellamellen ist 
höchst wahrscheinlich eine Hauptnahrungsquelle für das Myceliiun; aller 
Wahi'scheinlichkeit nach ist dasselbe eine Zuckerart. 

Der Pilz übenvintert in der Form von Sklerotien, welche mit der 
Erde und den toten Pflanzenteüen verschlej^pt werden können. Tote Pflanzen- 
teile liefern im Freien das ^Material ziu- Entwickehmg der Pilz-Mycelien 
aus den Sporen. Invasion xmd Absterben erfolgt gewölmlich von der Boden- 
obeifläche aiis. 

Nach de Bary's Erfahrungen befällt der Püz spontan: Phaseolus 
vulgaris, Petimia nyctagmiflora imd violacea, Zinnia elegans, Helianthus 
annuus, Anacyclus officinanmi, Daucusrüben, Solanum tubei'osimi. Andere 
Autoren beobachteten den Pilz an Helianthus tuberosus, Daucus, Brassica, 
den Betarüben und Cichorienmu-zeln. 

Bis jetzt ist keine einheimische Pflanze ]>ekannt, deren erwachsene 
Teile spontan von der Sklerotinia ergxiffen werden. Die Avenigen hoch- 
gradig empfänghchen Spezies stehen einander verwandtschaftlich sehr 
fern. Auff'ällig ist auch die grofse indiAäduelle und örtliche Yerscliieden- 
heit des BefaUenwerdens. So scheint die Topinambrn-la-ankheit bei Proskau 
in Schlesien häufig zu sein, wälu-end sie in der Gegend von Strafsbm-g voll- 
ständig felüt. 

Die Ursache dieser Erscheiniuigen sieht der A^erfasser nicht lediglich 
in der zufälligen Verbreitung des Pilzes, sondern auch in der individuell 
verscliiedenen Disposition für- die Angriffe desselben. Der Verfasser belegt 
diese Ansicht diu'ch entsprechende Versuche. 

Es giebt Spezies, welche im erwachsenen Zustande den Angriffen des 
Pilzes widerstehen, im Jugendzustand aber empfänglich sind. Der Haupt- 
grund der in Frage stehenden Umändermig ruid ungleichen Empfänglich- 
keit dih^fte in der Beschaffenheit der ZeUmembrauen zu suchen sein. Ver- 
holzte oder verkorkte Membranen werden von dem Enzym nicht angegriffen; 
aber auch bei krautigen Pflanzen zeigen sich Differenzen, welche auf eine 
verschiedene Beschaffenlieit nicht ziu'ückzufülu-en sind. Es scheint, dafs der 
verschiedene Wassergehalt der Membranen von Einflufs ist. Feuchte Lage 
erhöht die Disposition. 

Der Verfasser stellte Lifektionsversuche mit Mycelium an juugcn 
Pflanzen von Triticum vidgare, Mais und an Laub und ZAviebeln von Hya- 
cmthus Orientalis an. Das Mycel diingl von den Haftbüscheln aus leicht 
dm'ch die SpaltöfFiiimgen in die Blätter der geuamiten Gräser ein, ob auch 
auf anderem Wege, konnte nicht festgestellt Averden. Im Parenchym des 
infizierten Blattes A^erbreitet sich das Mycel reich verzAveigt und ki'äftig; 
die Erscheiniuigen gehen aber nicht Aveit über die infizierte Stelle liinaus, 
Avelche vei-ti'ocknet , Avährend die übrige Pflanze intakt bleibt. An den 
Blättern und saftigen ZAviebelschuppen der Hyacintho konnte nicht einmal 
immer ein Eindiingen des Mycels beobachtet Averden. 

TichomiroAv's Peziza Kaufmanniana auf Hanf ist aller Wahrschein- 
lichkeit nach mit Peziza Sclerotiorum identisch. Die im Bezirke Jelina und 
Ki-asnoie des Gouvernements Smolensk auftretende Krankheit fehlt in den 
vielen Hanffeldern der Rheinebene. 



Pflanze. 195 

Die von Fi-aiik Lesclmobciie Sklcroticnkranldicit des Rapses ist mög- 
licherweise ebenfalls auf P. Sclerotionim zurückzul'üliren ; allein clic Be- 
obaelitungen Frank's sind ungenau, und es scheint, dafs die von Frank 
beobachteten Brotytisg-onidien , welche der P. Sclerotiorum fohlen, der P, 
Fuckeliana angehörten. 

Die auf Trifolium jiratonse, repens, incarnatuiu und hyliridiun para- 
sitiereiide Peziza ist der P. Sclerotiorum sehr ähnlich, aber dennoch strenge 
von ihr verscliieden. 

Die Äluiliclikeit bezieht sicli auf den fakiütativen Parasitismus, die 
Notwendigkeit saprophy tischer Anzucht fih' die parasitische Existenz, 
Enzym- imd Oxalsäure -Bildung und die Ai't der Zerstcirung des Wiit- 
gewebes. 

Ziu- Bildung von Haftbüschelii ist die Kleepeziza weniger geneigt, als 
V. Sclerotiorum. Auf der Oberfläche von Nährlösungen wächst das Myce- 
lium zu Häuten lieran. Die Kleepeziza vegetiert vorzugsweise im Innern 
der geeigneten Pflanzenkörper. Die H^nnenialfläche der Apothecien ist glatt 
]conkav, wie ein Ulirglas imd entbehrt der centralen trichterigen Ver- 
tiefung. Die Ascosporen haben diu'chschnittlich die Länge von 18 fi bei 
ü /< Breite. Bei der Keimung im "Wasser werden an der Spitze der Keim- 
schläuche kugelige Körjiei'chen abgesondert von 2 — 3 jit Durchmesser. Setzt 
man Nährlösung zu, so tritt Mycelsclilauchbildung ein. Dm-ch reicliliche 
Spermatienbildung in Wasser ist die Kleepeziza sow^olil von P. Sclerotio- 
rum, als von P. Fuckeliana imterschieden. Sie stimmt in dieser Beziehung 
mit P. tuborosa und anderen Species überein. Keimfähige Gonidien wiuxlen 
'an diesem Pilze nie gefmiden. Junge Sämlinge dikotyler Pflanzen ergreift 
und zerstört das Mycelium ebenfalls leiclit. Spontan ist der Pilz sicher 
m\v als Parasit des Klees bekannt. Direkte Infektion mit Ascosporen 
glückte dem Verfasser nicht. 

Nicht immer kommt es zur Bildung von Sklerotien. Von den vor- 
genommenen Infektionsversuchen gelang ein Teil, ein anderer schlug felil. 
Demnach herrscht aucli liier eine individuell ungleiche, Avohl durch Stand- 
orts-, bezw. Ernährungsverhältnisse bedingte Disposition für die Angriffe 
des Pilzes. 

Die Kleei^eziza stellt der auf Anemone nemorosa sclmiarotzenden Peziza 
liiberosa am nächsten; Infektionsversuche mit der Kleepeziza auf Anemone 
nemorosa ergaben aber stets ein negatives Resultat. Rutsti'ömia homocarpa 
auf den Rhizomem von Aegopodium und Antliiiscus silvestiis ist ebenfalls 
der Kleepeziza selu' ähnlich; die mit der letzteren an den genannten Pflan- 
zen angestellten Infektionsversuche waren aber ebenfalls erfolglos. 

Die von Hofmann nach Fries eigener Besclireibung gewälilte Be- 
zeichnung P. ciborioides Fries kann nicht richtig sein, da nach der ur- 
sprünglichen Beschreibung P. ciborioides keine Sklerotien bildende Form 
ist. Eriksson hat dem Pilz daher den neuen und i)assenden Namen 
Peziza, resp. Sclerotinia Trifolioruni gegeben. 

Nach AVakker wächst auf Crocus und Scilla eine Species, welche 
von P. Sclerotiorum sicher vei-schieden , der P. Trifolioruni dagegen sehr 
ähnlich ist. Die von dem Verfasser mit Hyacinthus und Crocus vorge- 
nommenen Infektionsversuche ergaben sämtHch ein negatives Resultat. 

13* 



190 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Sklerotien- 
krankheit 

der 
Kartoffeln. 



Gloeo- 
sporium 

nervi- 
seqnium. 



Gnomonia 
erythrosto- 



F. Cohu, Die Sklerotienkrankheit der Kartoffeln, i) 
Bei Scliarfeiiort in der Provinz Posen fanden sich in KartoiTelstengeln, 
welche schon im August abgestorben waren, Slderotien, Avelche wahrschein- 
lich der Peziza Sclerotiorum angehören. 

F. V. Tavel, Beiträge zur Entwickelungsgeschichte der Pyre- 
nomyceten. ^j 

Gloeosporium nerviseijuium (Fiick.) Sacc. bringt namentlich die Blätter 
junger Platanen häufig zum Absterben. An den infizierten Stellen zeigen 
sich gewölmlich an der Oberseite bei schwacher Yergröfserung braune oder 
schwarze Pusteln von rmidlicher oder länglicher Foiin. Die Zwischen- 
wände der Epidermiszellen sind zerstört, die Aulsenwand mit der Cuticula 
ist blasig emporgewölbt. Auf dem Grund der Blase findet sich ein fein- 
zelliges Pseudoparenchym, das Sti'oma, von w^elchem aus Hyphen in das 
Iimere des Blattes zerstörend eindringen. In die Höhlung der Blase 
wachsen zahlreiche Basidien, welche am Ende keulig anschwellen imd 
Sporen in grofser Masse absclmüren. Die letzteren sind einzellig, elliptisch 
oder bmiförmig, farblos, 9 — 14 |U lang und 5 — 6 fi breit. 

In Näludösmig oder in Wasser keimen die Sporen nach wenigen 
Stimden. Das daraus sich entwickelnde Mycel bildet in der Nähilösimg 
Gonidien, indem an den Imrzen ZeUen der dickereu Hyphen Ausstülpmigen 
entstehen. Gleichzeitig kömien auch aus jmigen Hyphen Basidien entstehen, 
welche Sporen absclmüi'en. 

Die auf jede der genamiten Arten entstandenen Sporen gleichen den 
auf den Blättern entstandenen. Infektionsversuche mit den Gonidien an 
Platanenblätteni waren vergeblich. 

Die auf abgestorbenen Zweigen, deren Blätter im vorausgegangenen 
Jahr von Gloeosporium befallen w^aren, auftretende Disciüa Platani (Peck.) 
Sacc. hängt möglicherweise mit Gloeosporium zusammen. Der Verfasser 
besclu'eibt diesen Pilz und das Ergebnis der mit demselben in Nährlösungen 
angestellten Versuche. Das gemeinschaftliche Auftreten der beiden ge- 
nannten Pilze, so^^ie die täuschende Älinlichkeit ilu^er Sporen läfst einen 
Zusammenhang vermuten; es liefs sich aber weder in der Natur, noch dm'ch 
Infektionen ein solcher nachweisen. Die Frage bleibt also noch eine offene. 

Die von dem Verfasser aufserdem besprochenen Pilzformen sind ledig- 
lich Saprop]i}i:en. 

B. Frank, Über Gnomonia erythrostoma, die Ursache einer jetzt 
heiTSchenden Blattkranklieit der Süfsku'schen im Altenlande, nebst Bemer- 
kungen über Infektion bei l)lattbewohnenden Ascomyceten der Bäiune über- 
haupt. 3) 

Zwischen Harburg luid Stade tritt seit 7 Jaliren eine die Kirschen- 
ernte vernichtende Epidemie auf. Die Blätter bekommen schon in der 
2. Hälfte des Juni grofse gell)0 Flecke, die sich vergröfscrn mid vermehren. 
Die erkrankten Blätter sterben schon im Sommer, fallen aber im Herbste 
nicht ab, sondern sitzen bis in den nächsten Sommer liinein an den Zweigen. 
Die Früchte der erki-ankten Bäume gehen fi'fih zugrunde oder sie vcr- 



1) D. landw. Presse 188G, XIU. 637. 
^) Bot. Zeit. 1886, LIV. 825. Tfl. VH. 
3) Ber. deutsch, botan. Ges. 1886, IV. 200. 



Pflanze. 



197 



krüppolii. Bei mehrjähriger Dauer der Kraukhoit wird der ganze Baum 
zum Absterben geliracht. 

In dem luingenbleibenden Laulte finden sicli die Perithecicn von 
Gnomonia erythrnstoma , welche im ■\[osopliyll nisten. Im Frülijalir ent- 
wickeln sich in jedem Ascus 8 eUijisoidische, einzellige, larlilose Sporen. 
Dieselben siiul sofort keimfähig. Sie werden aus der Mündi;ng des Porithecien- 
halses horvorgespritzt. Es tritt dies dann ein, wenn das reiclüich ange- 
fouchtete Blatt allmählich trocken wird. 

Die auf gesunde Kirschblätter oder junge Kirschen ejaculierten Sporen 
entwickeln eine kleine Ausstülpimg, die sich der Epidermis fest anprefst. 
Aus der Mitte der Ausstiil])ung dringt der Keimschlauch durcli die Aufsen- 
wand einer ElpidermiszeUe. Von der Epidermiszelle aus dringt er interceUidar 
weiter. Das Mj'cclium besteht aus sehr dicken, dm'ch einzelne Sclieidc- 
wände septierten, reich mit körnigem Protoplasma gefüllten Sclüäuchen. 

Auf der Unterseite des Blattes entstehen zerstreut stehende Spermo- 
gonien, welche langfadenförmige und scliwachgekrümmte Spermatien aus- 
stofsen. Die letzteren kopulieren mit den aus den Si^altüffnimgen büschel- 
förmig hervorgewachsenen Trichog^men. Diese Befruchtiuig hat die Bil- 
dung der Perithecicn zm- Folge. 

Z\u- Ausrottung der Ki'ankheit mufs das den Pilz enthaltende, an den 
Zweigen hängenbleibende alte Laub von den Bäumen vollständig abge- 
pflückt imd verbrannt werden. 

Gnomonia gehört zu den sog. einfachen P\i'cnomycoten , deren Peri- 
thecien ohne Sü'oma vereinzelt in der unveränderten BlattsTibstanz sitzen. 
Dieses von den übrigen blattbewohnenden Ascomyceten, insbesondere von 
dem so ähnlichen Polystigma abweichende Verhalten führt der Verfasser 
auf den Umstand zurück, dal's die von Gnomonia befallenen, frühzeitig 
abgestorbenen Blätter nicht abfallen, so dafs der Pilz das die Perithecicn 
nach dem Abfallen imd Verwesen der Blätter am Boden schützende Stroma 
nicht bedarf. 

Linhardt^) entdeckte auf dem tatarischen Ahorn in Ungarisch-Alten- 
burg einen bis dahin imbekannten Parasiten, welchem er den Namen 
Exoascus Aceris Linli. gab. Auf der nämlichen Wirtpflanze findet sich 
Aseomyces poh'sporus Sor., welchen Sorokin in Rufsland entdeckte. 

Ludwig, Über Alkoholgärung und Schleimflufs lebender 
Eich bäume, veriu'sacht durch eine neue Species der Exoascusgruppe und an^iebemiou 
einen neuen Nostoc.^) ^^"'°""- 

In der Umgegend von Greiz tritt an Eichen, seltener an Pajipeln und 
lUrken, eine alkoholische Gärung mit nachfolgendem Schleimflufs auf, 
durch welche die Rinde und zuweilen auch das Holz vernichtet wird. Der 
nach Bier riechende Schaum enthält einen Fadenpilz, dessen Zergliederungs- 
produkte die Gärung hervorrufen, der Seldeim aufserdem Saceharomyces- 
fornien und Leuconostoc. 

Der Fadenpilz zeigt eine sympodiale, meist einseitige Verzweigung. 
Der Pilz vermehrt sicli durch liasipotale Gonidienbildung oder duix-li Quer- 



Esoascns 
Aceris. 



Alkohol- 
gärung 



1) Nach Anzeiger Land- u. Forstw. 1886, II. No. 23. 

2) 59. Vers, deutsch. Naturf. u. Ärzte. Botan. Centralbl. 1886, VII. 122-124. 
Ber. deutsch, botan. Ges. 18SG. IV. XVII. 



198 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Gibellina 
cerealis. 



Phoma 
uvicola. 



Poljstigma 
iul»uin. 



Orchideen- 
wurzelpilze. 



Zergliederung des Mycels, durch innere Geminenbildung und durch Bildung 
verdickter- Zellen. Die Saccharomyceszelleii, Avelche wahrscheinlich von 
dem Fadenpilz abstammen, bilden Endosporen. 

Der Fadenpilz erzeugt auTserdem am Ende kürzerer oder längerer Äste 
verkehrt eiförmige Asci mit je 4 mützenförmigen Sporen von gelbbrauner 
Fai'be. Der A^erfasser nennt den Pilz Endomyces Magnusii. n. sj). 

Der Pilz des Schleimflusses Ijesteht aus kettenartig aneinander ge- 
reihten Kokken mit gallertigen HüUon. Der Verfasser bezeichnet den Pilz 
als Leuconostoc Lagerheimii. Zahlreiclie Insekten werden durch den aus- 
fliefsenden Saft angelockt. Dieselben übei-tragen die Krankheit auf frische 
Eindenveiietzungen. 

V. Tliümen, Eine neue Weizenkrankheit. ^) 

Der Verfasser berichtet, dafs Passerini in der Zeitscliiift des landw. 
A^ereines zu Parma eine neue Weizenkrankheit beschrieb. Im Bezirke von 
Vigatto zeigte sich seit 1883 an den Weizenhalmen ein weifslicher, später 
braun werdender Pilzüberzug, vom ersten Halmknoten ausgehend, auf den 
Blattscheiden und Blättern. Die infizierten Blätter gehen alsbald zugi-unde, 
während die Älu'e nicht zur Reife gelangt. Passerini erkannte in dem 
Püze einen noch nicht beschriebenen Ascomyceten, w^elchem er den Namen 
GibeUina cerealis gab. 

Prillieux teilt mit, 2) dafs Viala luid Ravaz in der Nähe von Ganges 
(Herault) Phoma uvicola, welche den schwarzen Rost der Amerikaner (blak- 
rot) hervorbringt, entdeckten. Das infizierte Terrain hat eine Ausdelmung 
von etwa 30 ha. 

M. Cornu, Eine neue Krankheit der Mandelbäume. 3) 

In den Departements Gard, HOrault, Var, A^aucluse, P^i-enees-Oiientales 
und Bouches- du -Rhone tiitt Polystigma fulvum Tul. auf Mandelbäumen 
sehr häufig auf. Süfse imd bittere Mandehi werden unterschiedslos be- 
fallen. Die durch den Püz auf den Blättern hervorgerufenen orangefarbenen 
Flecken nehmen die Hälfte der Oberfläche ein. Der Pilz veranlafst zweifel- 
los beträchtliche Ausfälle in der Ernte. 

W. Walirlich, Beitrag zur Kenntnis der Orchideenwurzel- 
pilze.4) 

In den Wurzeln der Orchideen i)arasitieren regelniäfsig Pilze, welche 
ihren AVirtpflanzen keinen nennenswerten Schaden zufügen. 

Die von verschiedenen Forschem im AVurzelparenchym beobachteten 
gelben Klumpen sind Haustorien, welche sj'jäter von Hyphen umsponnen 
werden. 

Die Fruktifikationsorgane sind Fusisporiumsporen von c^^lindrischer 
Form, 1 — 3 zellige, derbwandige Alegalosporen. An den feucht gelegten 
AViu'zeln zweier tropischer Orchideen, Amanda suavis und V. tricolor ent- 
standen Perithecien mit Ascosporen. Es scheint, dal's in den Orchideen 
verschiedene Pilzarten parasitieren, welche aber bei allen exotischen und 
einlieimischen Orchideen, welche untersucht wurden, zu der nämlichen 
Gruppe gehören. 



1) Wiener landw. Zeit. 1886, XXXVI. 073. 

2) Bull, des seances de la soc. nat. d'agr. de France 1886, XLVI. 147. 

3) Joiirn. de ra^ric. 1886, XXI. (1.) 749. 
*) Butan. Zeit. 1886, LIV. 481—497. 



Pflanze. 



199 



Die in Yandawiuv.cln parasitiei'CiKlcii Pilze sind Nectriaai'ten. L»en in 
Yanda sua-sis vorkommenden Pi^Tonomyceton bezeichnet der Verfasser als 
Nectria Yandae, den in Vanda tricolor Yorkomnienden als Necüia Gorosh- 
ankiniana. Die Diagnosen der beiden einander sehr ähnlichen Pilze sind 
angegeben. 

P. ]\Iagnns, Melasinia Empetri, ein nener Parasit auf Enipetrum 
nigrum. ^) 

Im Angnst 1884 entdeckte der Yerf asser auf der Insel Wollin an 
diesjälu-igen Trieben von Empetrnm nigrum eine dm"ch einen Pilz hervor- 
gerufene Erkrankung. Der kranke Trieb ist verlängert, seine Blätter er- 
scl leinen Ideiner. Der Stamm ist von schwai-zen Pusteln (Pykniden) be- 
deckt, auf deren Iiuienwand Sterigmen entstehen, A\*elche kleine einzellige 
Conidien absclniiü-on. Es liegt die Yermutung nahe, dafs zur Melasmia 
Empetri eine Ilysteriacee als Ascusfnichtform gehört. 

Basidiomycetcn. 

Schnetzler, Über den AVurzelpilz des Weinstockes. 2) 

Hartig gegenüber, Avelcher in seiner Arbeit über den Wurzelpilz des 
^^'einstockes die Ansicht ausspricht, Schnetzler habe sich dm-ch die Ähnlich- 
keit der Mycelformen verleiten lassen, Dematophora necatrix mit Agaricus 
melleus zu verwecliseln, weist der A^erfasser darauf hin, dafs Jean Duf'our 
sechs Fruchtträgor von Agai'icus melleus auf an der Wurzelkrankheit leiden- 
den Weim-eben des Kantons Zürich und in der Nähe des Kaiserstiihls auffand. 

F. V. Tliümen, Eine bisher "Avenig beachtete Weizenkrank- 
heit. 3) 

Sklorotium fulvum Tr., welches sich sein- häufig aiif Weizenblättern 
findet, entsteht niclit, wie man bisher annahm, auf abgestorbenen, sondern 
auf noch lebenden Weizenblättern. Die Sklerotien sind rundlich oder ellip- 
tiscli, zuweilen auf der Oberfläche runzelig, bräunlich rotgelb, im Innern 
weils; ihr Durchmesser beträgt etwa 1 mm. Im Herbst des nächsten 
Jahres wachsen zierliche, weifs gefärbte, in ilirem oberen Teile sich mehr- 
facli verzweigende Fäden ans den Slderotien empor, es entwickelt sich die 
Typhula graminum Karst. Oben an den Fäden entstehen rotgelbe Höckerchen, 
die Fi'uchtkörjjcr des Pilzes, welche zahlreiche Sporen abschni"iren. 

Anhang-. 

Prillieux, Kranke Trauben in den Rebpflanzungen der 
Yendee.*) 

Die erkrankten Beeren trugen eine grofse Zahl nngelarbter Concep- 
takeln. Im vertrockneten Zustande ward die Beeren ]ielll)ra\ui. Die 
aus den Conceptakeln hervorgegangenen Sporen waren ebenfalls braun. 
Das ]\Iycelinm war septiert, verzweigt und von dichtem Protojjlasma er- 
füllt. Der Pilz war zweifellos Coniotliyrium Diplodiella Sacc. 

In den Traubensticlen auch der nicht befallenen Beeren fand sich 
häufig das nämliche Mycelium und brachte die Stiele zum Yertrocknen und 



Melasmia 
Empetri. 



Agaricus 
meUeus 
am Wein- 
stock. 



Skleroliam 
fulvum. 



Conio- 

thyrium 

DiplodieUa. 



') Ber. deutsch, botaii. Ges. 188(i, IV. 104. 

^) Botan. Centralbb 188G, YLl. 274. 

-) Österr. landw. Wc.clienbb 1886, XII. 17.5. 

*) Uorapt. rcnd. 188(i, CHI. 052. Weitil. 188(i, XYIII. .579. 



200 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Septoria 
ampellua. 



Kranklieiten 

der Kultur- 

I flanzm. 



die Beeren zum Abfalleii. Fi'uelitkörper des Pilzes fanden sich an den 
Stielen nicht. Die Krankheit war von Spegazzini in Oberitalien ent- 
deckt nnd auch von Viala und Ravaz im Departement der Isire auf- 
gefunden -worden. Der Verfasser ist überzeugt, dafs vielfach das Ab- 
fallen der Traubenbeeren nicht, wie man geAvöhnlich annimmt, auf die 
Wirkung der Sonnenhitze, sondern auf die Anwesenlieit dieses Pilzes zu- 
rückzufühi'en ist. 

P. Yiala und L. Ravaz, Über die ^Melanose, eine Krankheit des 
Weinstocks. ^) 

Die Melanose ist seit langer Zeit in Carolina und Texas bekannt ; 
in Eiu'opa wmxle sie mit wilden amerikanischen Reben eingeführt. Der 
Schaden, "welchen die Krankheit hervorbringt, ist ein geringfügiger. 

Die erla'anktcn Blätter zeigen anfänglich selu" kleine, hellbraune Flecken, 
welche sich langsam ausbreiten imd sich tief brami färben. Ihre Gestalt 
ist eine unregelmäfsige , ihr Durchmesser beträgt 2 bis 5 mm, höchstens 
1 cm. Scliliefslich werden die Flecken schwarz mid die befallenen Ge- 
webepartieen sterben ab. 

Im Sejitember und Oktober bemerkt man auf den Flecken kleine, tief 
braungefäi-bte P^^kniden, deren Scheitel weifs bestäubt ersclieint. Der weifse 
Staub wird aus den im Innern der Pykniden entstandenen 2 f.i breiten 
imd 40 bis GO fi langen Sporen gebildet. Dieselben sind gekrümmt, mit 
3 bis 4 Scheidewänden versehen und enden in eine Art von Stiel. 

Die Verfasser halten den Pilz für identisch mit der von Berkeley 
und Curtis anf Vitis vulpina beobachteten, aber nicht genau genug be- 
schriebenen vSeptoria ampelina. 

Die Sj:>oren des Pilzes bringen auf gesunde Blätter der Riparia sauvage 
übertragen, i-egelmäfsig die Melanose hervor. 

Die lüankheit findet sich auf den Varietäten und Hybriden der A^itis 
riparia und Vitis rupestris. Ausnahmsweise kommt sie auch auf Vitis 
vinifera vor. Auf den Zweigen xmd Früchten wmxle sie voii den Ver- 
fassern niemals beobachtet. 

.1. Eriksson, Beiträge zur Kenntnis der Krankheiten unserer 
Kulturj^flanzen. 2) 

Bei Pajala nördlich von Harapanda in Schweden wurde Heterodera 
radicicola C. Müll, als Schädiger in den Gerstenpflanzen beobachtet. 

An TimothygTasT)lättern trat im Juli 1883 auf dem Experimontal- 
felde der schwedisclien Landbauakademie Rufstau auf, welcher wahrschein- 
lich durch Scolicotrichum graniinis hervorgenifen wuitlo. Eine ähnliche 
Blattfleckenkrankheit trat an derselben Lokalität am Hafer auf luul bo- 
wü'kte das frühzeitige Absterben der Haferblätter. 

Plu-agmidium subcoiücium Wint. ist in der Umgegend von Stockholm 
häufig und bewhlvt mitimter das Abstorbon ganzer Kultui-on. Der Ver- 
fasser hält es für wahrscheinlich, dafs das Mycel im Stamme überwintert. 
Haft vergleiche übrigens die einschlägigen Bcobachtuugcn Miiller's auf 
Seite 187 dieses Berichtes. 



•) Cornjit. reiid. 188(i, CHI. 70G. 

^) Medolelamlen fran Kongl. Landtbniks-Akademicns Experimcntalfält, No. 1, 
S. 1, Stockholm 1885. — Nach des Verf. Kelerat Bot. Centralbl. 188ü, VII. 335. 



Pflanze. 201 

Der Rosenmehltau (Spliaerothcca pannosa "NVallr. Lev.) tritt in Schweden 
seit der Mitte der 40er Jahre auf. Der Verfasser vermutet, dal's die 
Perithecien niclit die einzige Überwintenmgsform des Pilzes sind, son- 
dern dafs dersellie auch ein saprophytisehes liefepil/.ähuliches Stadium 1)0- 
sitzt. 

Der Weifsdorn-^rehltau (Podns})hära Oxyacantliae) venvüstet in der Um- 
gegend von Stockhohn "Weilsdornptlanzen von 1 — 2, ja nocli von 4 Fufs 
lliilie. Die Perithecien werden vorzugsweise an den Blättern gebildet. 
Das Einsammeln mid Verbrennen der befallenen Blätter diufte zu em- 
pfelüen sein. 

Uncinula Aceris Sacc. befällt junge Blätter von Acer platanoides auf 
der Ober- und Unterseite, Uncinula Tulasnii Fuck. ältere Blätter derselben 
Pflanze auf der Oberseite. 

Aji Verbena hybrida wurde von dem Verfasser bei Rosendal eine 
nur im Gonidienstadium aul'tiotoudo Fonn, Microsphära fcrruginea Eriksson, 
beobachtet. 

Im Jahre 1882 fand sich an dei'selben Örtlichkeit eine ebenfalls luu- 
Gonidien führende I^ilzfonn auf Hyssopus officinalis, Oidiuni Hyssopi 
Eriksson. 

An Ericaai-ten tritt eine andere nur Gonidien bildende Pilzform auf, 
Oidiuui ericinum Eriksson n. sj)., welche häufig das Absterben der Pflanzen 
veranlafst. 

Oidium Chrysanthemi Rab. tritt bei Stockholm an den in Gewächs- 
häusern kultivierten Chrysanthemum indicum auf. Perithecien wui'den bis- 
her vergeblich gesucht. Der Pilz scheint ein saprophytisehes Stadium zu 
besitzen. 

Eine an Acacia Lophantha auftretende Mehltauform, welche Perithecien 
in gröfster Menge entwickelt, ist der Erysiphe Martii Lev. als forma Acaciae 
Erikss. nov. forma beizuzälilen. 

Das Rosenasteroma ti'at im Jalu-e 1884 bei Stockholm in sehr be- 
denklicher Weise auf. Einzehie, von dem Verfasser namentlich aufgeführte 
Sorten wurden stärker, andere weniger stark befallen. 

Als verheerende Krankheit tritt in Schweden der Blattschorf, Fusi- 
(ladium dondriticum (Wallr.) Fuckel, an Blättern und Früchten des Apfel- 
baumes auf. 

Der Birnenschoi'f, Fusidadium i)}Tinum Fuck., kommt bei Stockholm 
seltener vor, als der Ai:)felschorf. Der Verfasser schildert eingehend das 
Auftreten der beiden Krankheiten. 

Auf den Kirschenfrüchten tritt seit dem Sommer 1884 bei Stockliolm 
ein I'ilz auf, welcher die Blätter imd Stämme nicht befällt. Der Verfasser 
hält es für richtiger, den Pilz nicht zu Acrosporium Bon., wie dies Raben- 
horst that, sondern zu Fusieladium zu rechnen imd bezeichnet denselben 
als Fusieladium Cerasi Enckss. 

Xyloma Mespili De Cand. richtete an Birnwildlingon im Sommer lsS4 
bei Roseiulal grofsen Schaden an. An M}Ttus communis laurifolia tritt 
ein blat1 bewohnender Pilz besonders im Sommer auf; derselbe erzeugt auf 
der Blattunterseite Gonidien tilgende Zweige. Die Gonidien sind gekrümmt, 
rotgelb, 3—6 zellig, 60—100 ^i lang und 2—4 /t breit. 

Der Verfasser bezeichnet den Pilz als Cercospora ]\Iyrti n. spec. 



202 



Boden, Wasser, Atmospliäre,- Pflanze, Dünger. 



Tilze an 

Nadel- 
hölzern. 



Pilze auf 

Kultur- 

3)flanzen 



Fusicladium 
liyriuum. 



Phoma 
Armeniacae. 



Wurze'fäule. 



Rostrup, Berichte über Untersuchungen, auf Veranlassimg des 
Finanzministeriums 1884 und 1885 unternommen, betreffend die Angriffe 
von Schmarotzerpilzen auf Koniferen, speziell der Yerschiedenen Pinusarten 
in allen Staatswäldern Jütlands 1885. (Dänisch.)^) 

Im Distiikte Eandböl wurden junge Eottamien durch Nectria Cucur- 
bitula zum Absterben gebracht. 

Die Balsamtanne im Distrikt Palsgaard war von Trametes radi- 
ciperda angegriffen. 

Telephora laciniata erstickte an mehreren Orten junge, unter Tannen 
herangewachsene Buchen. 

Im Distrikt Silkeborg waren die Pinusarten mit Ausnahme von P. 
austi"iaca von Caeoma pinitorquura angegriffen. 

Lophodermium pinastri ist die Ursache der Erkrankung von Pinus 
austriaca. Die Krankheit beginnt in den Si)itzen der Äste. 

Eostrup, E., Übersicht über die 18 85 eingetroffenen An- 
fragen, Krankheiten bei Kulturpflanzen betreffend. Kjöbenhavn. 1886. 2) 

Bei Kopenhagen erkrankten Gerstenpflanzen Ende Juni. Die kranken 
Pflanzen blieben niedi'iger als die gesunden, die Blätter Avaren bleich, weifs- 
lich gestreift. Die Pflanzen welkten, ohne Früchte zu entmckeln. Diu-ch 
die Spaltöffnungen waren Pilzlij-j^hen hervorgetreten, von welcher jede eine 
verhältnismäfsig grofse, hellgelbe, ungleich zweikammerige Gronidie trug. 
Der Verfasser bezeichnet den Pilz als Scolecoti'ichum Hordei n. sp. 

Auf norwegischen Kleepflanzen Aviuxle eine Typhiüa, auf Kartoffel- 
pflanzen eine noch näher zu untersuchende Rhizoctonia aufgefunden. 

Schröter entdeckte die Überwinterungsform von Fusicladium ji^Tinum, 
welches die schwarzen Flecken auf der Birnschale erzeugt und die Blätter 
der Birnen zum vorzeitigen Abfallen bringt, und berichtete darüber in der 
Dezembersitzung (1885) der Sektion für Obst- und Grartenbau in Breslau, •'^j 

V. Thümen, Ein bisher unbeschriebener Schädling der Apri- 
kosen (Marillen)-Früchte.*) 

Auf der Oberfläche zeigen sich anfänglich weifse, später hellbraungraue, 
tief eingesenkte Flecken von 1 mm bis 1,5 cm Durchmesser. Die Frucht- 
schale ist in eine papierdünne Haut umgeAvandelt. Auf den Flecken finden 
sich fast kugelige, schwärzte Perithecien mit pseudoparenchymatischer Hülle. 
Im Innern finden sich zalilreiche Ideine, ovale oder kurz ellipsoidische, 
einzellige, hellgraue oder bräunliche Sporen von 2 — 3 mm Länge und 0,9 
bis 1,4 mm Breite. Der Verfasser nennt den neuen Parasiten Plioma 
Armeniacae. 

Mortillet, Die verleumdete Wurzclfäule. ^) 

Der Verfasser sucht den Nachweis zu fiiliren, daCs die gefürchtete 
Wurzelfäule, als deren Ursache von vielen l^ösleria hypogaea angesehen 
werde, keineswegs als eine besondere Krankheit des Woinstockes anzusehen 
ist, sondern dafs die auf abgestorbenen Rebenwurzeln vorkommenden Pilze 



') Nach Botan. Centrlbl. 188G, VII. 105. 

2) Nach Botan. Centrlbl. 188G. VII, 106. 

3) Nach Garteiiflora 18SG, XXXV. 93. 
*) Österr. landw. Woc-honbl. 188(j, 2(j2. 

ö) Journ. agric. par ßarral 1886, II. 384. 455. G59. 



Pflanze. 



203 



Icdiglicli Saiirophytcn sind. Der Yeifasser macht besonders darauf auf- 
merksam, dafs die sog. Wurzelfiuüe regelmiifsig an den dm-cli die Reblaus 
zum Absterben gebrachten Rebon^\n^rzeln auftiitt. 

Übrigens geht der Verfasser offenbar zu weit, wenn er die Existenz 
l)arasitischor Pilze auf Eebeiiwurzeln überhaupt leugnet; zugegeben mag 
werden, dafs die Sache sich in vielen Fällen so verhält, wie er sie schildert. ^) 

Zur Vertilgung der Flechten auf Fnichtsti-äuchern und Obstbäumen 
emj^fiehlt M. Scholtz die Anwendung einer Oxtüsäurelosung. 2) 

Fr. V. Thümen, Über eine neue Krankheit des Weizens, hervoi'- 
genifen durcli ein gleichzeitiges Auftreten mehrerer parasitischer Pilze. 2) 

Die Ai-beit ist lediglich ein Referat über Untersuchungen Morini's, 
welclier an AVeizonptlanzen in der Umgebung Bolognas das gleichzeitige 
Aufti-eten von 11 parasitischen (? d. Ref.) Pilzen beobachtet hat. 

V. Thümen, ßie Verwendung der Salicylsäure in der Land- 
wirtschaft, der Reben- und Gartenkultur. ■^) 

Der Verfasser macht auf das bereits von Schröder-Nienburg em- 
pfolüene Verfalu-en aufmerksam, eine Salicylsäurelösimg zum Einbeizen des 
Saatgutes behufs Verhütung des Auftretens der Brandpilze anzuwenden. 
Eine gesättigte alkoliolische Lösung soll mit dem zehnfachen Wassercpiantum 
verdfinnt werden. Die Beizflüssigkeit mufs haudhoch über dem Getreide 
im Botticli stehen. Durch fleifsiges Umrühren sind die einzelnen Körnern 
anhaftenden Luftblasen zu entfernen. 

Gegen Peronospora viticola, sowie gegen das Rosen-Asteroma wendete 
der Verfasser Salicylsäm-elösungen mit Erfolg an. 

Der französische Minister für Ackerbau erliefs verschiedene Ausschreiben, 
durch welche Spezialausstellungen für Instrumente, die sich zur Bökämjjfung 
von dem Ackerbau und speziell dem Weinbau schädlichen Pilzen Tuid In- 
sekten eignen, angeordnet mid Preise ausgesetzt werden. 5) 



Flechtea- 

vortilgung. 



Weizeu- 
kraukheit. 



Salicylsäure 
alH He- 

kämpfimgs- 
mittel. 



Mafsregeln 

gegea 
schädliche 
Organismen. 



Litteratur. 

Allescher, A. : Verzeichnis in Südbayern boobaclitcter Pilze. Ein Beitrag zur Kennt- 
nis der bayerischen Pilzflora. (9. Ber. d. bot. Yer. Landshut 18SG, p. 1 — 400.) 

D'Arbois de Jubainville, A.: Le Peronospora viticola dans les Vosges. — Eevue 
mycologiiiue. YIII. p. IGO. 

Arcangeli, G. : Osservazioni sopra alcune viti esotiche e sopra nna nuova forma di 
Peronospora. — Processi Verbali dolla Societa Toscaua di Scienze natural!. 
1885. S. 181—183. Eef. Bot. Centr.-Bl. 188G. 7. S. 261. 

— — Sopra la malattia delF olivo, detta vol _i;arraente rogna. — Istituto botanico 
della r. universita di Pisa. Ricerche e lavori. I. 

Arthur, J. C: Ilistory and biology of ])ear blij^ht. — Extrait frora the Proceedings 
üf the Philadelphia Academy of Natural Sciences, p. 322 — 341, Philadelphia. 

Azzi, Em.: Piclazione sul congresso internazionale per apparecchi anticrittogamici, 
tenutosi a Conegliano veneto, il 12 niarzo 8". lü. pp. Angelo Lodigiano 
(tip. Bezzonico). 



^) Vergleiche diesen Jahresbericht. Neue Fulgo. VI. 190. 

2) Gartcnflor. 188(J, GOT. 

8) Fühlinf,'-s landw. Zeit. 188G, XXXV 367. 

*) Fühlings landw. Zeit. 188G, XXXV. 206. 

5) Journ. agric. i)ar Barral 1886, I. 432. 471. 



204 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

Baccarini, P.: La Peronospora viticola uel Settentrione d'Italia. — Malpighia. I. p. 56. 
Barclay, A. : Ona Uredinee affecting the Himalavan Spnice-fir, Abies Smithiana. 

80, 11 pp. Calcutta. 
Beck, G. : Über Ustilago Maydis. — Sep.-Abdr. aus Verhandlungen der zoologisch- 

botau. Gcsellsch. in Wien 1885. 8« p. Wien 1886. 

— — Über Ustilago Maydis. — Sep.-Abdr. aus Verhandlungen der zoologisch-botan. 

Gesellscliaft in Wien 1885. S". 1 p. Wien 1886. 
Beschreibung und Vertilgung des Kleewürgers. Im Auftrage des Grofsh. Ministeriums 

des Innern, herausgegeben v. d. Grofsh. badischeu pflanzenpliysiologischen 

Versuchsstation. Mit 1 Tafel. Karlsruhe. 
Bolle, G. e F. de Thümen: Contribuzioni allo studio dei funglii del Litorale Austriaco 

con speciale riguardo a quelli che vegetano sulle pianto utili. — Rivista 

Italiana di Science Naturali e loro applicazioni. Anno I. Fase. III. 1885. 
Braschi, A. : Della Peronospora viticola e dei mezzi per combatterla. 8°. 31 jip. 

Siena (tip. Lunghetti.) 
Briosi, G. : Esperienze per combattere la Peronospora dolla vite, esseguite nell" anno. 

1885. 80. 180 pp. Milano. 
Briinchorst, J. : Über Wurzelanschwellungen von Alnus und den Elaeagnaceen. Mit 

Tafeln. (Untersuchungen aus dem botan. Institut zu Tübingen. Bd. II. Heft 1.) 
C a n d e , A. : Interessante istruzione ai contadini per dare il latte di calce contro 

la Peronospora e l'Oidium (crittogama), 80. 8 pp. Padova (tip. del Seminario). 
Cantoni, Gaetano: La Peronospora; osservazioni e rimedi. — Rendiconti R. Isti- 

tuto Lombarde di Scienze e Lottere. Ser. IL Vol. XIX. Fase. 2. 

— — La Peronos])ora viticola; osservazioni e rimedi. — Rendiconti del r. Istituto 

lombardo di scinze e lettere. (Milano.) Serie 11. Vol. XIX. No. 2. 

— — La Peronospora viticola. — Rendiconti del Reale Istituto Lombardo di scienze 

e lettere. XIX. 1/2. 

— — La Peronospora delle viti, danni che arreca, e come combatterla. — 80. 19 pp. 

Milano. (tip. del Patronato). 
Carpene: Fra i litiganti la Peronospora gode. — Rivista di viticoltura e di enologia, 

Conegliano X. No. 9. 
Cettolini, Santo: Peronospora e calce. — Rivista di viticoltura. 1886, X. 481. 

— — La Peronospora viticola: monografia. 2e edizione. 8o. 44 pp. Milano. 

— — Dei Polverizzatori. — Rivista di viticoltura 1886, X. 354. 

— — Le pompe alla prova. — Rivista di viticoltura. 1886, X. 513. 

— — Nuovi esperimenti sulF azione della calce. — Rivista di viticoltura. 1886, 

X. 6Ü9. 

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Pflanze. 205 

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206 Boden, Wassser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

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Tr entin: Una nuova malattia deUa vite. Eivista di viticoltura 1886, X. No. 14/15. 
Tretti, Giov. : II latte di calce ed i suoi trionfi contro la Peronospora, TOidiura et 

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208 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

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der Ked. von J. Borodin. Bd. XVI. 2. Heft. 1885. (Russisch.) 

C. Krankheiten aus verschiedenen Ursachen. 

Schnee- Büliler, Untersuchungen über Schneelnnichschaden. i) 

bruch. Zuverlässige Angaben über die Bedeutung der Schneebrucliscliäden 

sind wegen der Lückenhaftigkeit unserer Kenntnisse niclit aufzustellen. 
Das einzige ]\Iittel zur Yerliütung besteht darin, die Bestände so zu erziehen, 
dals die Anliäufuug von Scheemassen auf den Ästen möglichst erschwert 
und die Tragkraft der Bäiime möglichst erhöht wird. 

Über die von den Baumla-onen zurückgehaltenen Sclmeemengen hat 
der Verfasser Beobachtimgen angestellt und dieselben in einer Tabelle 
niedergelegl. Bestandsclüufs, Astbau imd Belaubung bewirken die gröfsere 
oder geringere Belastmig der verschiedenen Holzarten. Die Nadelhölzer 
bilden folgende Reihenfolge: Tanne, Fichte, Föhre, (entnadelte) Lärche. Die 
Belastung siaikt bei allen vnchtigen Holzarten vom 50. bis zmu 60. Jahr, 
sie ist am gröfsten etwa vom 20. bis zum 50. Jahr. Ursache der yer- 
scliiedenen Belastung ist nicht das Alter an sich, sondern der mit dem- 
selben wechselnde Beschlui's der Bestände. 

Die Reisigmassen eines Bestandes, welche die Sclmee auffangende 
Fläche bilden, nehmen vom 50. Jalu-e an rasch ab; überdies verteilt sich 
die Reisigmasse bei zimelunendem Alter auf eine geringere Zalü von 
Stämmen. Die Belastung der einzebien Stämme in demselben Bestände ist 
eine verschiedene und für die stärkeren Stämme eine verhältnismäfsig gi'öfsere. 

Beim entblätterten Laubholz und bei den Lärchen sammelt sich der 
Schnee hauptsäclüich auf den untersten Ästen und im Innern der Krone, 
wälu'end bei den wintergrünen Nadelhölzern gerade die obersten Astquirle 
den gröfsten Teil des Schnees zm-ücklialten. Ungieiclnnäfsige Entwickelung 
der Baumkrone bewirkt eine einseitige Belastung mid vergröl'sert die Ge- 
fahr des Bruches. 

Die Dm'chforstung l'ülu't zunächst eine Verminderung der Belastung 
herbei. Eine weitere füi" die AViderstandsfähigkeit des Bestandes, ungleicli 
wiclitigere Folge tritt erst nach Jahren ein, nämlicli eine glcichmäfsigerc Ent- 
wickelimg der Kronen, durch welclie eine einseitige Belastrmg verhütet wird. 

An dem vor den Wind gescliützten Stellen treten lokal 1 ledeutendere 
Niederschläge auf und führen liier zu stärkeren Verheerungen. 

Aus dem Gesag-ten ergiebt sich, dafs Lockerung des Kronensclüussos 
und gleichmäl'sige Entwickelung der Krone anzustreben ist, und dafs bei 
der Sclilagfülirung und Aneinanderreihung der Altersldassen die jüngeren 
Bestände vor lokaler Schncoanhäufung geschützt und eventuell besondere 
Holzarten angezogen worden müssen. 



1) Forstw. Centr.-Bl. 1880, 8., S. 485-506. 



Pflanze. 209 

Fm- die Beurteilung- der Widerstandskraft ist es von "Wichtigkeit, 
die ]\Iinima von Niederschlag zu kennen, bei welchen Schaden eintritt. 
Der Schneefall vom 28. September 1885 in der Ost -Schweiz giebt in 
dieser Richtung ATifseldul's. In den Nadehvaldungen hat ein Niederschlag 
von 4G mm, in den Laul)waldungen sogar ein solcher von 2G mm Höhe 
geschadet. 

Die dominierenden Stämme haben den gröfsten Teil der Schneemasse 
zu tragen. Da die "Wirkung der Last mn so gi'ölser wird, je gi-öfser die 
Entfernung der Krone von der Baumachse wird, so mufs im Bestände 
durch das Schlufsverhältnis jenes Ausbiegen unmöglich gemacht werden. 

Je frülier die Durchforstimgen beginnen, um so gleichmäfsiger ent- 
wickeln sich die Kronen. 

Die Knickimgsgefalu- wächst bei gleichbleibendem Diu-climesser mit 
zunehmender Länge und ZAvar im quadratischen Verhältnis der letzteren. 
Nun ist aber -unterhalb der Krone, dem Angriffsi^unkt der Schneelast, der 
Durchmesser der Bäume nur halb so grofs als am Fufspunkt. Das Ver- 
hältnis des mittleren Dm-chmessers in 1,3 m Höhe zur Bestandeshöhe er- 
reicht im 30. bis 50., teilweise noch, im 60. Jahre sein Maximum. Pflan- 
zimgen zeigen günstigere "VVerte als natürliche Verjüngimgen, ebenso lichter 
gezogene, als dichter bestockte, weil die Dm-clunesser bei einer von Natur 
aus oder infolge von Dmx-liforstimgen geringeren Stammzahl stärker sind. 

Walther, Beschädigung der Kiefer durch Beimischung oder ^„'^l^^je' 
Unterbau von Buchen.*) Kiefer 

Im Gunderhausener Gremeindewald der Grofsh. Hess. Oberförsterei Bucuen. 
Nieder-Ramstadt werden die Kiefern \'ielfach durch die im Unterstand un- 
gewöhnlich lang werdenden Aste der Buche beschädigt. Die vom Winde be- 
wegten Queräste der Buclien wirken als Reib- imd Säginstrumente an den 
Kiefeni, olme dafs die Buchem-inde selbst dabei erheblich Not leidet. Der 
bedrängten Kiefer mufs dm-ch Wegnahme der Buchenäste geholfen werden. 
Die beschädiglen Stämme werden an der genannten Örtliclikeit i lu- häufig 
vom Kiefemblasenrost befallen. 

Tschaplowitz, Untersuchungen über die Ursachen des ^"^f^^-l^^ 
Gummiflusses der Kirschbäume. 2) flusses. 

Der Verfasser bestimmte bei gesunden imd la-anken zweijährigen 
Bäiunchen Trockensubstanz, Stickstoif, Aschenmenge imd Aschenbestandteile. 
Die kranken Stämmchen waren in der Entwickelung ziu'ückgeblieben , ihr 
Wassergehalt war geringer als der der gesunden. Die miteren Stamm- 
stücke der kranken Stämmchen waren reicher an Stickstoff als die der ge- 
smiden. Obere und untere Stammstücke entliielten auch melir Asche, als 
die entsprechenden Teile der gesimden Bäumchen. Natron, Kali und 
Magnesia überwogen bei den ki-anken Bäumchen, wälu-end Kalk und 
Schwefelsäure zurücktraten. 

Der Verfasser glaiibt aus den beobachteten Thatsachen den Scldufs 
ziehen zu düi-fen, dafs „eine einseitige, ganz besondere cliemische Körper 
in gi'öfserer Menge zufülireude Ernälu-ung die Ursache der Gummosis bilde" 

1) Forstw. Centrlbl. 1880. VIH. 538. 

2) Sonderabdruck aus Möllers Deutsche Gärtner-Zeitung, 1886, No. 17. 

Jahreebericht 1886. 1^ 



210 



Boden, Wasser, Atmosphäre Pflanze, Dünger. 



Gelbfleckig- 
keit. 



Eisen- 

oxydul- 

ver- 

bindungen. 



Käuclieruug. 



und ist nui- darüber in Zweifel, ob die Mehraufnalmie von Nati'on und 
Magnesia oder Stickstoff an der Krankheit scludd trägt. 

Der Referent kann nicht umhin, diese Ansicht des Verfassers für- eüie 
in der Luft schwebende A^erniutinig zu erklären, so lange nicht durch 
exakte Kulturversuche ein xu-säcMicher Zusammenhang zwischen einer 
]\Ielu'aufnahme gewisser Stoffe und der Kranklieit nachge-wiesen ist. 

P. S r a u e r , Über G e 1 b f 1 e c k i g k e i 1. 1) 

Bei vielen Pflanzen entstehen gelbe Flecken auf den Blättern, ohne 
dafs Pai'asiten vorhanden sind. Der Verfasser untersuchte derartige Fälle 
an Pandanus javanicus, Cypri2)edium laevigatum, Cattleya, Ai'alia j)almata, 
Panax arboreus, Hedera Helix, Camellia japonica. Als gemeinsames Merk- 
mal sind Zellstreckungen zu verzeichnen, welche der Verfasser auf eine 
übermäfsig gesteigerte Wasserzufuhr zurückführt. Die häufigste Veranlas- 
sung ist nach Ansicht des Verfassers eine relativ grofse Bodenfeuchtigkeit 
zu emer Zeit, in welcher die Pflanzen durch niedere Lufttemiiemtiu-, ge- 
ringe Lichtmenge oder eingetretene Eidieperiode an einer entsprechenden 
Ei'höhung ilu-er Assimilation und Transsjnratio]! gehindert sind. 

O.Kellner, Untersuchungen über die Wirkung desEiseii- 
oxyduls auf die Vegetation. 2) 

Der Verfasser stellte Versuche über die Wirkung des Eisenoxj'diüs 
auf die Vegetation an. 

Die Beimengung von Magneteisensand zmn Boden hatten keinerlei 
Wirkung. Die Anwendimg von Eisenvitriol zeigte ebenfalls weder eine 
imgünstige, noch eine günstige Wirkung. 

Die Versuche wurden nicht weiter fortgesetzt, da neuere Publilvationen 
von Griffiths^) dieselben überflüssig machten. 

Griff iths konstatierte, dafs Eisenvitiiol in mäfsigen Gaben ei-ti'ags- 
erhöhend auf Leguminosen und "\^^urzelge"\^'ächse einwirkt, während Cerealien. 
davon nicht beeinflufst werden. Eisenvitiiol ist nach Kellner's Ansicht 
zu den indirekten Düngemitteln zu zählen, welclie auf die im Boden vor- 
handenen Nährstoffe auflösend und verteilend wirken. 

Das Vorhandensein löshcher Eisenoxj^dulverbindungen im Boden deutet 
einen Sauerstoffmangel an ; sie sind die beständigen Begleiter von saiu-em 
Humus. Wahrscheinlicli ist der Sauerstottiiiangel allein die Ursache der 
schlechten Entwickelung der Kulturpflanzen auf derartigem Boden. 

Die Räucherung der Reben gegen Frttlij ahrsfröste bei 
Freiburg i. Br. *) 

Die Versuche ergaben, dais gleichmäfsige Bedeckmig mit Rauch vor 
Eintritt des Frostes bei 2 o R. vollständig, bei S^ R. nm- teilweise, dar- 
über hinaus nicht mehr schützt. Das Räuchern begaini bei V2 ^ ^- Neben 
Teer wurden Nefsler'sche, von der Freiburger Gasfabrik zu 3,5 Pf. das 
Stück hergestellte Räucher-Kuchen verwendet. Man bedarf aber von diesen 
Kuchen eine grofse Menge, wodurch die Kosten sehr beträchtlich werden. 

Zweijälu-ige Erfalu-ungen lehrten, dafs umfassende Räucherungen bei 



1) Forsch. Agr.-Phvs. 1886, IX. 387. 

2) Landw. Versuchsst. 1886, XXXII. 365. 

3) .Journ. ehem. soc. 1884, 71. 1885, 46. 
*) Weinb. 1886, EI. 194. 



Pflanze. 211 

parzolliei-tein Besitz auf Grundlage der Freiwilliglceit nicht aufgebaut M'er- 
den können. Die Kosten imd Mühseligkeiten werden überdies oft auf- 
gewendet werden müssen, oluie dafs es nötig gewesen wäre. Bei gröfserer 
Kälte ist alles vergebens. Der von Nefsler empfohlene Schutz dui-ch 
Strohdecken ist zuverlässiger, aber für den Grofsbetrieb zu kostspielig. 

Rettich, Wie ist das Lagern des Getreides in Niede- ^"«' s«k«"» 

• 1 r, IS das Lageru. 

r u n g e n z u v c r m e i d e n ? ^j 

Der Verfasser emptielilt an solchen Örtlichkeiten, an welchen das 
Lagern des Getreides häuhg beobachtet wird, die Stallnaistdüngungen ganz 
oder zeitweise auszusetzen und lediglich Superphosphat zu verwenden. 

Als Mittel gegen das Lagern des Getreides wird von einem un- 
genannten LandA\irt das "Walzen empfohlen. 2) 



Litteratur. 

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^) Landw. Ann. Mecklenb. ref. nach Schweiz, landw. Zeitschr. 1886, XIV. 454. 
2) Prakt. Landw. 1886, V. 371. 

14 * 



212 



Boden. Wassar, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



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Eägeabfälle. 



AbfällR aus 

amerik. 
Bftumwoll- 
sameumebl. 



Der Dünger. 

Eeferent: E. A. Grete. 

I. Düngerbereituiig und Düngeranalyseii. 

Die Zusammensetzung von Käseabfällen giebt E. y. Wolff i) 
folgendermafsen an: 

3,67 o/o 



Stickstoff . 
Reinasche . 
Phospliorsäure 
Kali . . . 
Kochsalz 



14,28 
2,12 
0,44 
5,00 



Düngwert der Abfälle aus amerikanischem Baumwollsamen- 
mehl, von J. König. 2) 

Die Zusammensetzung ist folgende: 



') Württemb. landw. Wochenbl. 1885, p. 265. 

2) cf. Hann. landw. Ver.-Bl. 1885, pag. 589, nach Centr.-Bl. Agr. 1885, p. 210. 



Dünger. 



213 



Allgemeine gchalenabfäUe 
Abralle 

Stickstoff 3,63 o/o 2,08 o/o 

Asche 3,48 „ 3,67 „ 

Darin : 

Phosphorsäure 1,12 „ 0,74 „ 

Kali 1,23 „ 1,34 „ 

Demnach Geldwert pro 100 kg 2,60 M. 1,60 M. 

Düngwert des eingedickten Osmosewassers, von A. Gawa- 
lowsky. 1) 

Das auf 42 b_ eingedickte Osmosewasser von Mährisch -Krommau 
enthielt in 100 Teilen: 

Wasser 24,5 0/ 



in AVasser löslich 



KaU 

Natron 

Chlor 

Schwefelsäm-e 

Stickstoff 

(als Salpetersäiire, j^moniak 
und lösl. Proteinaten) 

Zucker ^ 26,7 

Sonstige organische Stoffe 30,3 



8,8 
1,9 
0,7 
0,6 

9 99 



in Salzsäiu'C lös- 
liche Asche 



''4 
0,09 „ 
0,09 ^ 
0,07 „ 
fehlt. 



^) Neue Zeitschr. Kübenzuckerind. 1885, pag. 265. 
2) Arch. Pharm. 1885, p. 978, nach Centr.-Bl. Agrik. 1886, p. 712. 
^) Mitteilungen der deutschen Gesellschaft f. Natur- und Völkerkunde Ostasiens. 
Sonderabdruck aus Bd. lY. No. 35. 1886. pag. 219. 

«) Centr.-Bl. med. Wissensch. 1885, p. 705 u. Centr.-Bl. Agrik. 1886, p. 285. 
^) Jahresbericht der Versuchsstation Tabor 1886, p. 20. 



Eingedicktes 
Osmose- 



Kalk 

Magnesia 

Eisenoxyd und Thonerde . 

Schwefelsäure 

Phosphorsäm-e 

Der Verfasser bereclinet hiernach pro 100 kg Osmosewasser zu einem 
Wert von 13 M. 

Dieser Berechnung sind jedenfalls viel zu hohe Einheitspreise zugmnde 
gelegt. 

Abwässer einer Poudrettefabrik, von A. Müller. 2) 
Das rohe Abwasser enthält: 1,259 o/^ Trockem^ückstand mit 0,83 o/^ 
Rcinasche, welche zusammengesetzt war aus: 

0,09 0|o Schwefelsäure. 0,004 o/^ Magnesia. 

0,280 ., Clüor. 0,200 „ Natron. 

0,220 „ Kalk (+ Kieselsäure). 0,096 „ Kali. 

Die Zusammensetzung einiger Meeresprodukte, die in Japan 
als Düngemittel verwendet werden, teilt 0. Kellner mit^): 
(Siehe die TabeUe auf Seite 214.) 
Abwässer der Stärkefabrik Wittingen.*) 

Chemische Zusammensetzung des Niederschlages in Ahsatz- 
gruben einer Zuckerfabrik, von Farsky. ^) 



Abwässer 

einer 
Poudrette- 
fabrik. 



Japanische 
Daugemittel. 



Abfälle 
der Zucker- 
fabriken. 



214 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 





Fischdünger in Form voa 


1 

1 






Laminar 


Name 


ganzen getrockneten 
Fischen 


Seegurke 
(Holo- 


Holo- 
thuria 


See- 
Stern 


ria japo- 

nica, 
Meeres- 








thuria) 


Sp.? 


alge aus 




Heringe 


Sardinen 








Jesso et- 
was welk 


Wasser .... 


9,43 


11,57 


16,36 


10,73 


8,44 


9,95 


32,68 


50,75 


Organ. Substanz . 


74,94 


69,38 


65,81 


75,03 


5,57 


33,18 


20,87 


14,21 


Darin: 


















Stickstoff . . . 


8,06 


8,60 


8,94 


9,14 


5,31 


2,08 


1,41 


0,35 


Fett 


12,18 


16,60 


0,94 


3,89 


4,89 


2,13 




, . 


Sand etc. . . . 


3,25 


2,03 


10,48 


3,15 


13,87 


43,18 


3,08 


21,94 


Asche .... 


12,38 


17,02 


7,35 


11,09 


43,94 


13,69 


43,39 


9,74*) 


Darin: . . . 


















Kali 


0,62 


0,88 


0,67 


0,69 


0,68 

mit 

15,06 

% C02 


0,71 


0,08 

mit 

17,30/0 

CO2 


lß,73 
In der 
Asche 
in 0/„: 


Nati'on .... 


0,46 


2,11 


1,42 


0,97 


3,49 


3,40 


1,70 


35,03 


Kalk .... 


5,27 


5,99 


2,12 


3,98 


17,17 


0,99 


21,90 


7,45 


Magnesia . 


0,67 


0,84 


0,22 


0,42 


2,03 


0,22 


0,45 


0,44 


Eisenoxyd . . . 


0,34 


0,24 


0,30 


0,30 


0,55 


3,56 


0,72 


0,53 


Phosphorsäure 


5,96 


5,02 


2,86 


3,99 


0,71 


1,65 


0,61 


1,25 


Schwefelsäure . . 


Spur 


0,17 


0,14 


0,30 


0,99 


0,10 


0,08 




Kieselsäm-e . . 


0,06 


0,09 




0,08 


0,65 






13,23 


Chlor .... 


0,86 


2,11 


0,22 


0,27 


1,29 


3,56 


1,63 


31,45 



Der bei Reinigimg der Abfallwässer mit Kalk sicli bildende breiartige, 

kalkalisch-reagierende Niederschlag kann aus salz. Verbindungen bestellend 

angenommen werden: frisch 

Wasser 43,5840 O/q 

Schwefelsaures Calcium 0,0983 „ 

Calciumoxyd 0,0347 „ 

Magnesiumox.yd 0,0024 „ 

Kalium imd Natiiumchlorid 0,0239 „ 

Kohlensam-es Calcium 4,0081 „ 

„ Magnesium 1,3065 „ 

Eisensulfid 0,2727 „ 

Phosphorsaures Calcium 2,1757 „ 

Silikat, in Salzsäure löslich (bei 110« C.j 10,4066 „ 

„ „ „ unlöslich . . . . 22,8144 „ 

Organische Stoffe 3,3063 „ 

Sand 12,1994 „ 



100,02300/0 

Stickstoff 0,0183 „ 

Phosphorsäure 0,9967 „ 

Kaliumoxyd 0,0356 „ 

(0,5500 „ 



wasserfrei 


0,17420/0 


0,0616 „ 


0,0043 „ 


0,0424 „ 


7,1032 „ 


1,8369 „ 


0,4833 „ 


3,8558 „ 


18,5492 „ 


40,4342 „ 


5,8595 „ 


21,6202 „ 


100,02300/0 


0,0324 „ 


1,7667 „ 


0,0031 „ 


0,9745 „ ) 



*) Mit 3,36 "/o Kochsalz, bei Berechnung der Aschenanalyse nicht berücksichtigt. 



Dünger. 



215 



Die Zusammensetzung einer pliospliathaltigen Erde von 
Bergstacltl teilt Farsky mit. i) 

Die dimkelgraue, von oinoin alten Kupferbergwerke stammende Erde 
bestand aus: 



riiosphat- 

haltige 

Erde. 



Wasser bei lluo C 12,240 0^ 

Schwefelsaures Kupfer Spuren | 

„ Eisen (Ferro-j .... Spui-en | 

„ Xatrium ll,GoG „ } 

Basisch kolüensaures Kupfer (wasserlialtig) 5,7G0 

Kohlensam-es Calcium 15,824 

Phosphorsaures Calcium 36,024 

„■ Eisen (Ferri) .... 7,240 

„ Aluminium 0,968 

., Magnesium Spuren 

Kieselsam-es Aluminium 1,928 

Organische Stoffe 1,346 

Verkohlte organische Substanz .... 5,948 
Unlöslicher geglühter Rückstand (Sand, 

Glimmer) 1,060 



im Wasser löslich. 



in Salzsäiu'e 
löslich. 



unlöslich. 



100 

Der Phosphorsäurereiclitimi macht das Material sehr w^ei-tvoll für die 
Landwii-tschaft ; das Vorkommen des Phosphates in grofserer Menge ist in- 
des noch nicht festgestellt. 

Über Düngerverluste in kleineren Wirtschaften, von J. 
Spöttle. 2) 

Ka da verdünger, von Sehr öder- Berlin in den Handel gebracht, 
hat nach Untersuchungen von Toepelmann^) folgende Zusammensetzung: 

Wasser 7,32% 

Organische Substanz .... 13,37 „ 

Asche 15,67 ,, 

Sand und Thon 63,64 ., 

Ammoniak Spur 

Lösliche Phosphorsäiu-e . . . starke Spur 

KaU „ „ 

Gesamt-PaOj 0,87% 

Stickstoff" 0,97 „ 

Wert 0,75 M bei einem Verkaufspreise von 6 M! 
Über die Konservierung des Stallmistes, von Hickcthier mid 
Holdefleifs.*) 

A^'ier Haufen von je ca. 120 Ctr. Kulidünger wurden 7 Monate lang den 
senkrecht fallenden atmosphärischen Niederschlägen ausgesetzt, nachdem 
dreien derselben verscliiedene Beimischungen gegeben waren, um deren 
Einflufs auf die Zersetzung des Stallduncrs kennen zu lernen: 



Kadaver- 
dUuger. 



Konser- 
vierung von 
StaUmist. 



') Jahresher i eilt der Versuchsstation Tabor 1886, p. 21. 

2) Zeitschr. d. bayr. laiidw. Ver. 1886, p. 463. 

3) Fiüüinf^'s landw. Zeitg. 1886, p. 631. 

*) Centr.-Bl. A.£,'rik. 1886, p. 24, nach Landw. 1885, No. 79 u. Zeitschr. landw. 
Ver. in Eheinpreufsen 1886, No. 20. 



216 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

No. 1 No. 2 No. 3 No. 4 

ohne Bei- ■<. ir ■ ■*. mit Super- mit Erde 

mit Kaimt , i f ■ v j i i. 

mengung phosphatgips bedeckt 

All frisclieni Dünger waren 

verwendet . . . .123 Cü-. 121 Cü-. 121 Ctr. 120 Ctr. 

Darin Trockens. anfangs 23,49 ,, 24,95 „ 22,00 „ ? 

Trockens. nach 7 Monaten 16,17,, 21,98,, 17,04,, ? 

Verlust absolut . . . 7,32 Ctr. 2,97 Ctr. 4,96 Ctr. ? 

Yeiiust in Proz. der ur- 

sprüngl. Trockensubst. 31,2 % 11,9 O/q 22,5 % ? 

Gehalt an Stickstoif . . 0,3960,, 0,4008,, 0,4113,, 0,4356% 

Gesamtmenge an Stickstoff 48,71 Pfd. 48,50 Pfd. 49,77 Pfd. 52,27 Pfd. 

Stickstoffvorrat nach 7 Mo- 
naten 37,35 „ 48,57 „ 52,05 „ 51,13 „ 

Verlust resp. Zunahme -11,36 Pfd. 4- 0,07 Pfd. + 2,28 Pfd. - 1,14 Pfd. 

Verlust resp. Zunahme 

in Prozent . . . . - 23,3 O/q +0,15% +4,0% -2,2% 

AVälu-end der Stallmist olme Beimengmig, mit Superphosphatgips imd 
mit Erdbedeckung (Haufe 4) fast gleichmäfsig stark veiTottet waren, zeigte 
der mit Kainit versetzte Haufe noch die gleiche Sti*uktur iTnd selii" gelinge 
Zersetzung. Auch Superphosphatgips vermochte den "S'eiiust an Trocken- 
substanz etwas einzusclu-äiiken, der bei gewölmlicher Lagerung sehr erheb- 
lich ist. In Übereinstimmung damit steht auch der Stickstoffgehalt der 
4 Dilngersorten nach dem Lagern. 

No. 1 zeigi einen ganz bedeutenden Verlust, wähi-end die 3 Zusätze 
dfeii Verlust ganz aufziüieben oder bei Erdzusatz selu- zu bescliränken ver- 
mochten. SuperjDhosphatgips verursachen sogar noch infolge Absorption von 
Ammoniak aus der Umgebung einen nicht imerheblichen Zuwachs im Stick- 
stoffgehalte des Stallmistes, falls man nicht eine Ungenauigkeit bei Aiis- 
fülirung der Operationen annehmen wiU, da doch auch dem Kainit, wenn 
auch in geringerem Mafse als dem Superphosphatgips, die Fälligkeit zu- 
kommt, Ammoniak zu binden. 

]\Iit den so konservierten Düngern ^^^_mlen auf 7 Parzellen von je 
8,86 a Gröfse Düngungsversuche zu Kartoffeln ausgefülii-t, i) so dafs je 
zA\äschen 2 gedüngte Parzellen eine ungedüngte gelegt wiu-de. Das Er- 
gebnis war folgendes, auf 1 ha berechnet. 

Erträge Stärkegehalt pto^HekSf 

pro Hektar in Proz. abgerundet 

1. Stallmist ohne Konservienmgsmittel 20506,5 kg 19,1% 4160 kg 

2. Ohne Dünger 18270,7 „ 19,1 „ 3700 „ 

3. Stallmist mit Superphosphatgips 

konserviert 25421,0 „ 19,5 „ 5260 „ 

4. Olme Dünger 18929,3 „ 21,2 „ 4260 „ 

5. StaUmist mit Kainit konserviert . 22071,7 „ 17,4 „ 4080 „ 

6. Ohne Dünger 19889,0 „ 20,3 „ 4280 „ 

7. StaUmist mit Erde bedeckt . . 24311,0 „ 18,5 „ 4780 „ 



1) Landw. 188G, No. 1, und Centr.-Bl. Agrik. 188G, p. 14G. 



Dünger. 



217 



Ein Ycrgleicli mit den Ei'trägen der nngedüngten Parzellen zeigt, dafs 
eine Konsernerung des Stallmistes mit Kaiuit dessen Wirkung erheblich 
verzögerte resp. verringerte und eiiien bedeutend schädigenden Einfluls auf 
die Qualität der Kartoffel ausübte. Ungleich günstiger wirkte aul' das Ge- 
samtergebnis die Zufulu- von Erde und Superphosphatgips zum Stallmist, 
wenn auch in beiden Fällen die Qualität der Kartoff'eln kaum eine Besse- 
rung erfühl'. 

Beiträge zum Studium des Stalldüngers, von A. Andoynand 
und Ed. Zacharewicz. ^) 

Nach Boussingault beti'ägt die Jalu-esproduktion an flüssigen resp. 
festen Exkx-ementen : 



flüssige Exkremente 


Stickstoff 

c/ 


Phosphorsäure 


Kali 


Wasser 


beim Pferd: 1200 kg mit 


/OO 

14,80 


Spur 


8,03 


910,8 


bei der Kiüi: 3080 „ „ 


9,69 


Spm- 


13.19 


921,0 


feste Exkremente 










V)eim Pferd: GOOO kg mit 


5,5 


3,0 


wenig 


— 


bei der Kuh: 10 000 „ „ 


4,2 


1,0 


wenig 


— 



Harnstoffbestimmiuigen im Kuhharn gaben den Verfassern im ]yiittel 
pro Liter 21,9G g entsprechend 10,2 g Stickstoff, dem noch ca. 1 g Stick- 
stoff als Kaliumliippm-at lünzuzurechnen ist, Sa. also 11,2 g, wälirend 
Boussingault 9,G9 gefmiden hatte. Das Mittel aus diesen Bestimmungen 
beträgt also 10,50 g Stickstoff. 

Im Jahre 1884 Amrden noclmials täghch Bestimmungen einzelner Be- 
standteile des Kulihams vorgenommen, die folgende Resultate ergaben: 



Kuh 

No. 

1 
2 

3 

4 

1 
2 

3 

4 

1 
2 

3 

4 

1 
2 

4 



Probenahme 



2. Mai 5 



Uhr abends 
morgens 



3. Mai 5 Uhr 



10. Mai 5 Uhr 



abends 

:\Iittel 
moi'gens 



Mittel 
morgens 



28. Mai 5 



:ynttei 

Uhr morgens 
mttel 



Harnstoff 

g 
25,0G 
25,12 
25,12 
19,54 
33,71 
25,0G 
25,12 
25,12 
23,G1 
24,73 
24,74 
27,12 
27,12 
27,12 
26,53 
21,85 
2G,G4 
2G,G4 
35,04 



Kali 

S 
13,9G 
1G,G8 
14,30 
13,82 
14,69 
14,78 
15,25 
14,78 
14,30 
14,77 
14,30 
14,30 
13,83 
13,83 
14,06 
14,78 
14,39 
14,30 
14,49 



Gesamt- 

Kohlen- 

säure 



Halb 
gebundene 
Kohlensäure 



5,50 
5,52 
5,49 
5,53 

3,99 
4,71 
4,G9 
4,35 

5,54 
5,53 
5,35 



2,36 
2,36 
2,38 
2,35 

1,67 
2,44 
2,36 
2,36 

2,37 
2,43 
2,36 



Stalldünger. 



1) Ann. agron. 1885, p. 129 und 337, nach Centr.-Bl. Agrik. 1886, p. 513. 



218 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Kuh 

No. 



Probenahme 



Kaü 



10. Juni 5 Uhr 



Das Mittel 
pro Liter, 





Harnstoff 




g 


morgens 


17,3G 


;: 


17,36 


5) 


18,20 




14,94 


Mittel 


16,96 


morgens 


17,3G 


Tl 


17,15 


V 


18,58 


1» 


17,08 


Mittel 


17,54 



KaU 



Gesamt- 


Halb 


Kohlen- 


gebundene 


saure 


Kohlensäure 


2,20 


0,77 


2,18 


0,74 


2,19 


0,79 


1,82 


0,79 


2,18 


0,77 


3,14 


0,79 


2,19 


0,78 


1,38 


0,76 



1 10. Jmü 5 Ulu- morgens 17,36 13,51 

2 ,, „ 17,36 12,23 

3 „ „ 18,20 13,51 

4 „ ., 14,94 11,04 

13,73 
13,51 
13,06 
12,87 
12,39 
13,95 — — 

aus allen Eesultaten der Kalibestimmungen giebt 13,94 g 
wälirend Boussingault 13,19 g fand, Avoraus sich als 
Durchschnitt 13,56 g Kali pro Liter herausstellt. 

Ein Teil des im Futter enthaltenen Kalis wiirde indes im Harn nicht 
gefunden, mufste demnach mit den festen Exkrementen ausgeschieden sein, 
und zwar betrug der Verlust desselben in den 3 Füttenmgsperioden (2. und 
3. Mai, 10. und 28. Mai, 10. Juni) 9,47 g; 8,53 g imd 3,67 g Kali pro 
Liter Harn berechnet. 

Die Untersuchiuig der festen Exkremente von 4 Kühen ergab folgendes 
Resultat : 





No. 
der Kuh 


Pro 1 1 Urin 




Pro 1000 Teile fester Exkremente 






Harn- 
stoff 


Kali 


Wasser 


Asche 


Organ. 
Sub- 
stanz 


Phos- 
phor- 
säure 


Kali 


Stick- 
stoff. 




1 


19,82 





796 


34,4 


169,6 


1,29 


0,47 


4,69 


-t? 


2 


22,29 


— 


868 


21,2 


110,8 


1,68 


0,46 


3,84 




3 


19,10 


— 


805 


33,1 


162,1 


1,78 


— 


4,49 


^< 


4 


20,66 


— 


813 


32,6 


154,9 


1,79 


— 


4,32 


^B 


Mittel 
Stickstoff 


30,46 

9,54 


— 


— 


— 





1,63 


0,46 


4,35 




1 


14,27 


3,56 


516 


65.9 


418,3 


1,09 


0,41 


4,26 


to '^ 


2 


12,43 


— 


407 


68,7 


524,2 


1,22 


0,40 


4,64 


^"^ 


3 


13,82 


— 


451 


74,5 


436,5 


1,13 


0,43 


4,35 


^< 


4 


12,85 


— 


489 


67,4 


443,6 


1,20 


0,40 


4,23 


"•1 


Mittel 
Stickstoff 


13,34 

6,22 


— 


— 


— 


— 


1,16 


0,41 


4,37 



Bei einer Jahresproduktion von 10 000 kg pro Jalu- entlüelt der Dünger 
einer Kuh jälu-Uch 42—43 kg Stickstoff, 4,2 kg KaH und 12 kg Phos- 
phorsäure. 

Ein Teil des im Futter aufgenommenen Kalis wh-d in den Ausschei- 
dungen nicht wiedergefunden und ist nach den Verftissern wahrscheinlich 
durch die Haut ausgeschieden. 

Die Exlcremente zweier Pferde ergaben folgende Zusammensetzung: 



Dünger. 



219 



^ 


Probenahme 


Pro 1 1 Urin 


Pro 1000 Teile fester Exkremente 


•1 

p 


Harn- 
stoff 


Kali 


Wasser 


Asche 


Org. 

Sub. 


Phos- 
phor- 
säure 


Kali 


Stick- 
stoff 


1 

2 

1 
2 

1 
2 


1 27. April \ 

5 Uhr abends | 

j 29. April j 

1 8 Ulu- morgens / 

21. Mai \ 

5 Uhi- morgens/ 

Mittel 

Stickstoff 

Bestimmungen von 

Boussingault: 


34,70 
37,23 
30,56 
32,06 
33,63 
32,94 


12,99 
10,09 
10,28 
9,56 
10,35 
10,08 


758 
689 


23,0 
26,9 


219 

284 


4,07 
3,98 


1,95 
1,09 


5,62 
5,73 




33,50 
15,63 

14,80 


10,56 
8,03 


— 


— 


— 


4,03 

3,0 


1,53 

sehr 
wenig 


5,67 
5,5 



Auch in diesem Falle waren die Hautausscheidungen sehr reich 
an Kali. 

Zusammensetzung von Superphosphatgips, von A. Peter- 



niann. 



') 



Einige Proben enthielten: 

I 

Gips (wasserhaltig) 57,16 

Phosphoisäm-e (nitratl.) . . . . 1,09 

„ (in Säm-e löslich) . 1,04 

Sand und Kieselsäure 23,62 



n 

59,15 
1,52 
1,31 

18,52 



in 

75,14 
1,22 

1^81 

8,52 



Doppelsuper phosphat und Superphosphat-Grips, von P. 
Wagner. 2) 

Superphosphatgips-Einstreu, ]\Iitt. von Schippau & Co. 3) 
Fabrikation von Doppelsuperphosphat - Gips mit 9,5 — 10 0/^ P2 Og, 
von welcher 7 — 7,5 % löslich, 2,5 — 3 ^/q unlöslich sind. 

Über die zweckmäfsigste Anlegung von Dungstätten mit 
Jauchebehältern.*) 

Neues über Dilngerfabrikation, von Stiitzer. 5) 
Verfasser fürchtet von der fortgesetzten Verwendung der mit Schwefel- 
säiu-e hergestellten geringprozentigen Superphosphate Nachteile für die 
Pflanzenproduktion und empfiehlt daher, leichtlöslichen Phosphorsäuredünger 
ohne zu grofsen Schwefelsäuregehalt, wie z. B. in Doppelsuperphosphaten 
oder phosphorsaiu-es Ammoniak, herzustellen. 

Über den Wert der badischen Torfe als Streu- und Dünge- 
mittel, von J. Nefsler. 6) 



*) Bull. stat. agric. experimentale de Gerabloux. Jan. 188G, n. Centr.-Bl. Agrik. 
1886, p. 713. 

2) Landw. Ver.-Zeitschr. f. Hessen 1886, No. 27. 
8) Sachs, landw. Zeitschr. 1886, No. 3 u. 39. 
*) Rheinpreufs. landw. Zeitschr. 1886, No. 51. 
*) KheinpreuTs. landw. Zeitschr. 1886, No. 45. 
6) Badener landw. Wochenbl. 1886, No. 3. 



SuperphoB- 
piiatgips. 



Badischo 
Torfe. 



220 



Bodeu, "Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



1. Wert des Torfes als Einstreu. 

Die Fähigkeit des Torfes, Wasser zurückzuhalten, wird bedingt diu'ch- 

a) die Lockerheit der Masse, 

h) den Gehalt an sclilammartigen Teilen, 

c) die Art des Trocknens, wobei dem Durclifi-ieren des Torfes grol'se 
Bedeutiuig zukommt, da durchfrorener Torf rascher und weit mehr Wasser 
aufnimmt als nicht gefrorener. 

2. Dttngerwert des Torfes. 

Hierbei ist zu berücksichtigen der Gehalt an organischen Stoffen 
(Humus), an Stickstoif, Phosphorsäure, Kali und Kalk. 

Badische Torf Sorten lieferten folgende üntersuchmigsresultate : 











100 Gew.- 




CO 


100 Gew.-Teile Torf enthalten 




Teile Torf 
nehmen 




'S § 






auf 


Fimdorte der Torfe. 
















, 




Gewi 
trocke 


t-l CO 


1 


1 

05 
< 


2. 


'S 


'S 


CO 
CO 

CS 


% 
a 
o 

a 
a 




i^g 
















< 


Bei Litzelstetten . 


268 


88,16 


1,68 


6,60 


0,066 


0,145 


2,02 


420 


1,71 


„ Liggeringen . 


647 


87,49 


2,31 


14,16j0,099 


0,16613,65 


187 


1,85 


„ Markelfingen 


169 


88,12 


1,64 


5,07 


0,092 0,19 


2,18 


756 


1,60 


„ Frickingen . . 


263 


90,80 


2,32 


9,11 


0,085 0,09 


2,90 


518 


1,69 


„ Segeten . 


280 


92,40 


0,82 


0,70 


0,067 


0,06 


0,07 


400 


1,92 


„ Willaringen . . 


242 


91,69 


1,94 


5,79 


0,091 


0,06 


1,49 


407 


1,37 


„ Bernau . . . 


255 


91,83 


0,75 


1,09 


0,063 


0,04 


0,30 


349 


1,63 


„ Muggenbrunn . 


343 


92,80 


0,63 


1,70 


0,091 0,05 


0,14 


331 


1,81 


„ Oberhausen . 


344 


89,00 


1,23 


27,76 


0,086 0,17 


3,67 


310 


1,71 


„ Neudorf . . . 


189 j 91,50 


1,68 


20,60 


0,063 0,05 


3,45 


310 


1,56 


„ Kaltenbi'onn . . 


— • — 


0,933 


— 


— 


— 


— 


650 


2,53 


Von Norddeutsclüand 


, 125 86,07 


0,40 


0,73 


0,022 


0,16 


0,11 


800 


1,72 


Sommen-oggenstroh 


— 


85,07 


0,43 


4,66 


0,30 


1,12 


0,42 


315 


0,26 



Thomas- 
Schlacke. 



II. Düngerwirkuiig. 

Ein Düngungsversuch mit Thomasschlacke bei Hafer, von 
H. Bieler jr.2) 

Auf 6 je 1^/2 Morgen umfassenden Parzellen eines mittelschweren 
Lehmbodens, der im Yoijahre Mohirüben in Stalhnist getragen hatte, ^\^lrde 
der Versuch in der Weise ausgeführt, dafs nel)en einer ungedüngten Par- 
zelle alle übrigen je 1 Ctr. Chüisalpeter erhielten. Aufserdem wiu'de eine 
mit 2 Ctr. Thomasphosphatmelü , eine andere mit Ammonsuperphosphat 
(6% N und 12 O/q P2Ö5)' ^"^^'^^ andere aufser mit diesen Düngern noch 
mit 3 Ctr. Kainit versehen. 



^) Im Liter Lösung von anderthalb kohlensaurem Ammoniaks 5,0 Ammoniak. 
2) cf. Mitteil, des Vereins zur Förderung der Moor-Kultur 18S6, p. 10, und 
Centr.-Bl. Agrik. 188G, p. 29. 



Dünger. 



221 



Das Resultat Avar derart, dafs olme Zusatz von Kali der durch 
Thomassclüacke erzielte Ertrag; hinter dem dureli Ammonsuperphosphat er- 
zielten zuriickblieb, mit Kali dagegen die Anwendung von Thomasschlacke 
gegenüber dem Ammonsuperphosphat bedeutend vorzuziehen war. Eine all- 
gemeinere Bedeutimg hat aus nalieliegenden Gründen dieses Ergebnis nicht. 

DüngTingsversuche auf Hochmoorboden, welcher durch 
Brennkultur ausgenutzt worden ist, von ^L Fleischer, A. Salfcld, 
F. Cxaaz, B. v. d. Hellen, i) 

Die ]\Ioorversuclisstation hatte sich die Aufgabe gestellt, die gewölm- 
lich durcli Brennkultiu- genutzten Hoclmioore mit künstlichen Düngern 
möglichst schnell kultru-fäliig zu machen, imd zwar hatten sich für diese 
Versuche ganz besonders geeignet die Kartoffeln, als erste Frucht gezeigt. 
100 T. ti'ockenen Moorbodens aus dem grol'sen Boiu-tanger Moore bei 
Schöningsdorf enthielten an wertvollem Stoffen im Vergleich mit einem 
Niedenmgsmoore : 



pro ha 
0—15 cm 
Schönings- 
dorf 

kg 

237100 

2821 



420 
830 
355 



pro ha 
— 15 cm 
Cunrauer 
Drömlings- 
moor 
kg 

560 000 

11900 



180 

21460 

1352 



DüngangB- 

vcTsnche 

auf Hoch- 

moorbodeu. 



Oberfläche Untergrund 
0—15 cm 15—30 cm 

:\lineralstoffe 24,33% 4,45 %| 

Organische Stoffe. . . . 75,67 „ 95,55 „ | 
Darin Stickstoff . . . 1,19 „ 0,68 „ 

Unlösliches (Sand, Kiesel- 

säiu-e, Thon) . . . 19,95 „ 2,45 „ 

Kali 0,18 „ 0,16 „ 

Kalk 0,35 „ 0,38 „ 

Phosphorsäm-e .... 0,15 ,, 0,11 „ 

Die auf solchem Boden ausgeführten Versuche hatten ergeben: 

1. Auf dem blofs durch Brennkiütiu' ausgenutzten, bislang olme Düngung 
gebliebenen Hochmooracker sind bei Kai-toffeLn von Kunstdünger niu- 
hohe Erträge zu erwarten, wenn das Land vorher gekalkt ist (etwa 
mit 4000 kg pro Hektar). 

2. Düngung mit Kainit erhöhte, selbst wenn das Salz unmittelbar vor 
der Kartoffeleinsaat aufgebracht AAiutle, die Erti'äge. 

3. Superphospliat übte wenigstens auf ungekalktem Boden einen ent- 
scliieden schädlichen Einflufs auf die Kartoffelernten aus. 

4. Günstig wirkte präzipitierter phosphorsaiirer Kalk und roher Baker- 
guano, fast ebenso gemahlener Phosphorit. Knochenmehl kam erst 
im 2. Jahi'e ziu" "Wü-lamg. 

5. Düngennengen von 80 kg Kali imd 00 kg Phosphorsäure pro ]ia 
waren viel zu gering, dagegen zeigten doppelte Mengen gute "Wirkung. 

6. Stickstoffdüngimg in Form von Chilisalpeter und Ammnnsulfat wü'kte 
sehr günstig, anfangs selbst hohe Gaben bis zu 125 kg pro Hektar. 

Älmliche Erfalunmgen hatte man auf andern Mooren gemacht, und es 
soUte daher unter Benutzung derselben festgestellt werden, weldies Quan- 
tum der Nährstoffe den höchsten Nutzen abti'age. 



1) Centr.-Bl. Agrik. 1886, p. 100. 



999 



Boden, "Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Zu diesem Zweck wurde eine Fläclie von 60 a im Hellweger Moor, 
welche nach frülierem Abbrennen wieder mit Heide gleichmäfsig bewachsen 
war imd auf eine Tiefe von 15 cm pro ha 20 700 kg fester Stoffe, 
1396 kg Stickstoff, 124 kg Kali, 560 kg Kalk und 188 kg Phosphor- 
säiu-e, also bedeutend weniger als das friüier erwähnte Moor enthielt, nach 
gieichmäfsiger Kalkimg mit Kartoffeln bepflanzt, die, wie aus der Tabelle 
ersichtlich, ist mit verschiedenen Mengen der einzelnen Nährstoffe ge- 
düngt waren. Diese Düngmig war so eingerichtet, dafs innerhalb je dreier 
Versuchsreihen 2 Pflanzennälirstoffe auf allen Parzellen in gleichbleibender 
Menge sich fanden, wälu-end das Quantimi des dritten Nälu'stoffes variierte. 
Die Höhe der Erträge findet sich in folgender Tabelle: 







Ertrag 


e der EinzelparzeUen in 


Durch- 


Parzelle 


Düngung 










schnittl. 




kg 


kg 


tg 


kg 


Ertrag 


I. Eeihe 


2 5 kg Kali in Kainit 

75 „ Stickstoff in 

Chilisalpeter 












1, 6,35,40 


„Phosphorsäm-e 


8114 


8 623 


11650 


13665 


10513 


2, 7,34,39 


100.. 


20 502 


21401 


21286 


18282 


20368 


3, 8, 33, 38 


125 „ 


20968 


22814 


20671 


19773 


21057 


4, 9,32,37 


150 ., 


21713 


99944 


21900 


21379 


21809 


5,10,31,36 


175,, 


21514 


23 553 


21477 


21770 


22079 


n. Reihe 


150 kg Phosphors, in 

Thomassclüacke 

75 kg Stickstoff in 

Chili Salpeter 












11,16,45,50 


„ Kali 


8807 


9381 


7 843 


7407 


8360 


12,17,44,49 


100 „ „ 


19714 


18875 


16169 


17480 


18060 


13,18,43,48 


150 „ „ 


20 807 


19 680 


18786 


19 343 


19 654 


14,19,42,47 


200 „ „ 


21955 


21300 


19366 


20 600 


20805 


15,20,41,46 


250 „ „ 


19893 


20210 


20871 


20202 


20294 


m. Eeihe 


250 kg KaK in Kainit 

150 „ Phosphors, in 

Thomsasclüacke 












21,26,55,60 


kg Stickstoff 


12790 


10258 


?) 


13064 


12037 


22,27,54,59 


30 .. 


17164 


17518 


18936 


18 707 


18081 


23,28,53,58 


45 ,, 


20099 


18221 


20 313 


19786 


19605 


24,29,52,57 


60 ,. 


20917 


20 084 


20 457 


21457 


20729 


25,30,51,56 


75 „ 


22201 


21179 


20 291 


?) 


21224 



Aus dieserx Resultaten ergiebt sich zunächst die Thatsache, dafs das 
Fehlen eines Pflanzennährstoffes in der Düngung die Ernte sehr verschieden 
beeinflufste, demi man erntete pro 1 ha an Kartoffeln 

beim Felden von Kali 8 360 kg 

„ „ ,, Phosphorsäure . . 10 513 „ 

„ Stickstoff. . . . 12 037 „ 
Kali wurde aber von Kartoffeln auf diesem Hochraoorboden relativ am 
schwersten entbelirt. 



Mehrertrag 

über unge- 

düngt pro 

Hektar 


Zucker- 
gehalt 

der 
Rüben 


Düngungs- 

kosteu pro 

Hektar 


Netto-Rente 
pro Hektar 


tg 


0/ 

/o 


M 


M 


6106 
6031 


13,3 

13,4 


60,00 

78,00 


92,65 

72,78 



Pflanze. 223 

Fenier aber ergaben sich als günstigste Düngermengen für Kali 200 kg, 
für Phosphorsäure 150 leg luid für Stickstoff 60 kg pro Hekt<ar, über welche 
liinaus eine Steigenuig der Düngung keinen Vorteil mehr Vtrachte. 

Rübendüngungsversuche pro 1885 in Hildesheim und Göt- R'"'eu- 
tiugen,^) von Müller. voroucbe. 

Jeder der 14 Versuche ^\^u•de auf 11 Pai'zellen ä 5 a Gröfse, von 
denen 3 imgedüngt blieben, mit Zuckemiben zum Vergleich der Wirkung 
verschiedener Phosphorsäm^cformcn ausgefülu-t. Die gedüngten ParzeUen 
erhielten je 2 kg Stickstoif in Chilisali^etor \uid 3 kg Phosphorsäm-e in 
verschiedenen Phosphaten. 

Der Mehrertrag über die Erträge der ungedüngten Parzellen nebst der 
Rendite betnie: im ]\Iittel: 



Diingiuig 



Peiner Phosphatmehl 
Präcipitat .... 
Superphosphat (früli, vier 

AVochenv.d.BesteUimg) 7833 13,5 81,60 114,23 

Superphosphat (kurz vor 

der BesteUung) . . 7538 13,3 81,60 106,85 

Gleiche Mengen Phosphorsäm-e waren also im Superphosphat am wirk- 
samsten, es bleibt aber unentsclüeden, ob gTöfsere Gaben von Phosphatmehl 
oder Präcipitat bei billigerm Preise als der des Superphosphates nicht ist bessere 
Residtate geliefert hätten und letzteren an Wirkung gleich gekommen wären. 

Trotz der Verscliiedenheit des Ertrages war die Qualität der RüV»en 
durch die Phosphorsäuredüngung in verschiedener Form nicht lieehiflufst 
Avorden, wie aus obiger Tabelle ersichtlich ist. 

Im Ansclilufs daran Bericht über die übrigen Düngungs ver- 
suche im Jahre 18 85, von W. Edler. 

Prüfung des Düngerwertes der T homa s schlacke, von j^^^t^^"^"/. 
^^' r i g h t s n und M u n r o. ^) schlacke. 

Die Versuche wiu-den mit Thomasschlacke imd verschiedenen anderen 
Pliosphaten in Downton einerseits auf einem leichten Kalkboden, in Feny- 
hyll anderseits auf einem schweren Thonboden zu Rüben ausgeführt. 

An beiden Orten waren im übrigen die Versuchsbedingimgen sowie 
die Angabe der Parzellen, deren jede 4 a grofs war, ganz gleich. Die 
Stärke der Düngimg mit Superphosphat betrug 508 kg pro Hektar, mit 
welcher gleiche und steigende Mengen an Phosphorsäm'C in andern Phosphaten 
in Vergleich gestellt woi-den. Die 6 imgedüngten ParzeUen waren zwischen 
den 35 ^'ersuchsparzeIlen so verteilt, dafs jede gedüng-te Parzelle wenigstens 
sich an eine ungedüngte anlehnte. 

Die Resultate waren folgende : 

1) Hüdesheimer land- u. forstwirtschaftl. Vcreinslb. 1886, p. 73 und Centr.-Bl. 
Agrik. 1886, p. 669 und Journ. Landw. 1886. p. 327. 

^) Report of th. College of Agrikulture Downton, Salisbury etc. 1886, nach 
Centr.-ßl. Agrik. 1886, p. 654. 



224 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



In Downton 




No. 
der Parzellen 



35 und 31 

21 „ 24 

3 „ 32 

8 „ 34 

5 „ 30 



18 
4 

10 
6 
1 

14 



t 
29 
33 
20 
26 
17 



16 „ 19 
2 „ 28 

12 „ 15 
9, 11, 13 

23, 25, 27 

22 



Sclilacke (Kalk 41,4%, PgOg = Uß2%). . . 

Snperpliosphat (12 0/o lösl. P2O5) 

Präzipitat (Kalk = 29,9%, PgOg = 30,89%) . 

Superphosi^liat 

Schlacke und reiches Snperpliosphat (lösl. P2O5 = 

9,070/0 Ges. P.3 05 = 22,34%) 

Schlacke 

Reiches Snperphosphat (20,1% lösl. P2O5) . . . 

Präzipitat 

Snperphosphat imd Vitiiol 

Schlacke 

Mit Schwefelsänre aufgesclilossene Schlacke (lösl. 

F,0, = A,26%) 

Eohe mid anfgesclüossene Sclilacke 

Koprolithen (25,1% P2O5) 

Aufgeschlossene und rohe Schlacke 

üngedüngt 

Eisenvitriol 

In Terry hill: 



No. 
der Parzellen 



Angewandter Dünger. 



21 
5 

35 

18 
3 
1 
4 

16 
8 

10 
6 
2 

14 

12 
9, 

23, 



nd 



11, 
25, 



24 
30 
31 
7 
32 
26 
29 
20 
34 
33 
19 
28 
17 
15 
13 
27 

22 



Snperphosphat 

Schlacke und reiclies Snpei-pliosphat . 

Sclilacke 

Schlacke 

Präzipitat 

Schlacke 

Reiches Snperpliosphat 

Snperphosphat und Eisenvitriol .... 

Snperphosphat 

Präzipitat 

Rohe nnd aufgeschlossene Sclilacke . . 

Koprolithen 

Mit Schwefelsäure aufgeschlossene Schlacke 
Aufgesclilossene und rohe Schlacke . . 



üngedüngt . 
Eisenvitriol 



Dünger. 225 

Alis diesen Ergebnissen werden folgende Sclilüsse gezogen : 

1. Rohe, gemahlene Thomasselüaclve hat einen sehr beh'ächtlichen Dünger- 
wert. 

2. Auf Kalkboden stellt eine Düngung von 508 leg Thomassclüackc pro 
Hektar in der "Wü'kung hinter einer gleichen Gabe mineralischen Super- 
phosphats zurück ; auf Thonboden ist sie der letzteren gleich oder über- 
legen : auf beiden ist sie einer gleichen Gabe Koprolithen überlegen. 

.8. Vergleiche mit präzipitierter, mit unaufgeschlossener Phosphorsäure in 
der Sclilacke oder in Kaprolithen auf kalkhaltigen, leichten Böden 
fallen zu gunsten ersterer aus. 
4. Selbst in ilischimgen von Superphosphat mit Thomassclüacke, in 
denen ein Teil der Phosiihorsäure präzipitiert wird, ist die Thomas- 
sclüacke mit einem besondern Düngei'wert anziisctzen. 

Yergleichende Düngungsversuche mit Thomasschlacke und ^nf Moor! 
anderen Phosphaten auf Moorboden.*) bciea. 

Ln Ansclüufs an die Versuche des A"orjalu-es (cf. d. Jalu-esbericht f. 
Agi-ikultm-chemie 1885, p. 278) fanden 1886 Beobachtimgen über die 
Nachwirkung der Phosphorsäm-edüngungen statt, die ergaben, dafs die- 
selbe bei Anwendung von Kalkpräzipitat im Durchschnitt ebenso grofs war, 
als dm-ch Thomassclüacke. Aufserdem war im Gegensatz zu den Ergeb- 
nissen des Vorjahres der UnterscMed im Quantum der angewendeten Plios- 
phorsäure an der Nachwirkimg w^enigstens zum Teil zu bemerken, wälirend 
die gi'öfseren Gaben keine Unterschiede in der Wirlnmg zeigten. Nicht so 
günstig, wie auf den neueren Dämmen zu Klee und Hafer, fiel das Er- 
gebnis aiü' älteren Dämmen aus, auf denen im A^orjahre die Phospliorsäiure 
keine Wirkung ausgeübt hatte. Eine Nachwirkimg blieb lüer bei Hafer 
ganz aus und machte sich bei Klee niu- in geringem Mafse bemerkbar. 
Auch auf einem andern 3 Jalu' alten Moordamme zeigte sich zu Eoggen 
Kalkpräzipitat \md Thomasschlacke schon nach der ersten Düngung von 
erheblicher und zwar gleicher Wirkimg ; es nehmen sogar mit gesteigerter 
Phosphoi'Säurezufuhr (bis zu 55 Pfd. pro Morgen) die Erträge ganz regel- 
mäfsig zu, so dafs durch Vergröfserung der Phosphorsäuregabe die Er- 
zielung noch höherer Mehrerti'äge wohl anzmiehmen ist. 

Vergleichende Düngungsversuche mit Thomasschlacke und vergleich 

D n !D von 

anderen Phosphaten. Ref. M. Fleischer. 2) xhcmas- 

Auf einer wenig ertragsreichen Wiese des Regierungsbezirkes Königs- uudan.?en;a 
berg -w-urde unter Beidttngung mit Kainit durch Thomasschlacke annähernd Phosphaten, 
ebenso viel geerntet als dm-ch Kalkpräzipitat, und zwar waren in beiden 
Fällen 1 G kg Phosphorsäure pro Morgen zur Anwendung gekommen ; ein 
Beweis, dafs auf den kalkreichen Böden (20,77% CaO) dennoch das 
Thomasphosphat dem Kalkpräzipitat hinsichtlich der Wirkung an die Seite 
gestellt werden kann. 

Die im folgenden mitgeteüten Versuchsergebnisse betreffen Hochmoor- 
boden mit und ohne Sandbeimischung: 

') Zeitschr. d. Vereins z. Förderung d. Moorkultur 1886, No. 21 u. Centr.- 
Bl. Agrik. 1886, p. 732. 

2) Mitteilungen des Vereins zur Förderung der Moorkultur, 1886, No. 23, p. 17, 
nach Centr.-Bl. Agrik. 1886, p. 815. 

Jahresbericht 1886. 15 



226 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

1. Versuch mit Roggen und Hafer auf Hochmoor- Sand- 
Mischkultur in Wörpedorf. 

Neben einer Dimgung mit 37,5 kg Kali pro Morgen auf sämtlichen 
Parzellen wurden pro Morgen 18,75 kg — 25 kg — 31,25 kg — 37,5 kg 
Phosphorsäure angewendet. 

An Roggen wiu'de geerntet : 

Mehrertrag durch 
Phosphorsäuredüngung 
Korn Stroh Korn Stroh 

kg kg kg kg 

Ohne Phosphorsäm-e .... 419 1206 — — 

Diu'ch präzipitiertes Eisenphosphat 

(Nienbm-g) 448 1319 29 98 . 

Durch präzipitiertes Kalkphospliat 506,5 1441 87,5 220* 

Durch gemalüene Thomassclüacke 509,5 1428,5 90,5 207,5 

Somit zeigt sich wiederum die Thomasschlacke dem gefällten Kalk- 
phosphat gleichwertig. 

Für das folgende Jalu- (1886) erhielt dasselbe Feld gleichmäfsig 300 kg 
Kainit pro Morgen, doch keine Phosphorsäiu-e , um die Wirkung zu beob- 
achten. 

Die Haferernte liefs eine solche bei allen 3 Phosphor säuredüngern 
(des Jahres 1885) deutlich erkennen, am geringsten beim Eisenphosphat, 
bedeutend stärker, doch annähenid gleich bei den beiden anderen Dünge- 
mitteln; ja auch hier war die Thomassclüacke wenigstens mit Rücksiclit 
auf den Kornertrag dem Präzipitat liberlegen. 

2. Versuch mit Kartoffeln und Hafer auf nicht besandetem 
Hochmoor in Schanzendorf. 

Neben 275 kg Kainit imd 75 kg Chilisalpeter wnirde einem in alter 
Kultm- befindlichen Boden eine Phosphorsäuredüngiuig von 31,25 kg 
pro Morgen in Eisenphosphat, gefälltem Kalkphosphat, Phosphorit und 
Thomassclüacke gegeben. Diese Düngung hatte indes zu Kartoffeln keinen 
nennenswerten Erfolg. Die mit den gleichen Düngemitteln erzielte Hafer- 
ernte aber des folgenden Jahres liefs deutliche Unterschiede erkennen und 
zwar in der Weise, dafs durch Phospliorit nur eine sehr mäl'sige Erliühimg 
des Kornertrages, eine etwas gröfsere durch Eisenphosphat erzielt wurde. 
Gefälltes Kalkphosphat und Thomassclüacke dagegen hatten sich am besten 
bewälu-t, ^vlU'den indes hinsichtlich des Strohei-trages dm'ch Phospliorit 
übei-ü'offen. 

Thomassclüacke hatte die höchste Rente gegeben. 

3. Versuch mit Kartoffeln und Roggen auf nicht besan- 
detem Hochmoor in Schanzendorf. 

Versuchsfeld von gleicher Beschaffenheit wie das soeben erwähnte 
imd in gleicher Weise gedüngt, jedoch ohne Phosphorit. 

Trotz starker Schädigamg der Kartoffeln durch den Frost war doch 
zu erkennen, dafs die Phosphorsäure auf den Kartoffelertrag nicht ge- 
wirkt hatte. 

Nach Wiedei'holung der gleichen Düngung lieferte der Roggen, der 
aiüseiüem 50 kg Chüisalpeter als Kopfdüngung erhalten hatte, im nächsten 
Jalue pro Morgen folgende Erträge : 



Dünger. 



227 





Korn 


Stroh 


Korn 


Stroh 




kg 


kg 


kg 


kg 


Oluie Phüsphorsäure . . 


. 328 


778 


— 


— 


Dureli Eisenpräzipitat 


. 398 


892,5 


70 


1x4,5 


„ Kalkpräzipitat . 


. 415 


935 


87 


157,0 


„ Tliomasselüaeke . 


. 420 


937,5 


82 


158,5 



Infolge der geringen Kosten der Thomasphosphatdüngung hatte nur 
diese eine Rente ergeben. 

4. Versuche auf nicht besandetem Hochmoor in alter Kul- 
tur (Giersdorf). Die Gninddüngung bestand auf G Parzellen aus 300 kg 
Kainit pro Morgen und 50 kg Chilisalpeter als Kopfdüngung. Auf 2 Par- 
zellen wurden 22,5 kg Phosphorsäure pro Morgen in feingemalücneni Lalm- 
phosphorit und in Thomassclüacke gegeben. Eine Wirkung der Phosphor- 
säm-e auf die Kartoffelernte war indes nicht zu beobacliten. Ebenso wenig 
war die Haferernte des folgenden Jahres diu-ch die in ähnlicher Weise aus- 
geführte Düngimg mit 200 kg Kainit und 25 kg Phosphorsäiu-e erheblich 
beeinflufst. Dagegen lieferte der naclifolgende Gras- imd Kleesclmitt ganz 
bedeutende Mehrerträge infolge der Phosphorsäuredüngung, die besonders 
beim Thomasmehl im ersten Schnitt auifäUig hervorti-at. 

In Summa erntete man 

Ohne Phosphorsäiu-e . . G472,5 kg Klee -Gras 
Mit Lahnphosphorit . . 10980,0 „ „ 

„ Thomassclüacke . . 12502,5 „ 

Den mitgeteilten Resultaten zufolge ist Hochmoorboden füi- Kartoffel- 
kultur vorzüglich geeignet, bei welcher eine Phosphorsäm'ezufuhr uiu-entabel 
ist, für andere Kultm-en dagegen (Roggen, Hafer, Klee-Gras) ist hauptsächlich 
Düngung mit Thomassclüacke zu empfehlen, da diese bei gleicher Wirkiuig 
gegenüber dem gefällten Kalkphosphat bedeutend geringere Kosten verursacht. 

Düngungs versuche auf AViesen. ^) 

Aus dem Regierungsbezirk Stade liegen eine Aiizalü von Versuchs- 
resultaten vor, die auf natüi-lichen Wiesen dxu-ch eine Diuigung mit 150 kg 
Kainit und 150 kg Thomassclüacke, sodann mit diesen Düngern imter Zu- 
satz von 15 kg Chilisalpeter erhalten wiu-den. Die Düngungen waren in 
allen Fällen erfolgreich, doch läfst sich die Wii-kuug der Thomasschlacke 
aus den Resultaten nicht erkennen, da keine Vergleichsparzelle mit Kainit- 
düngimg allein angeordnet wurde. 

Düngungsversuch mit verschiedenen Phosphaten und mit 
I Chilisalpeter auf Niederungsmoor, von Plötz-Döllingen.2) 

Die auf einem Niederungsmoor im Gebiet der schwarzen Elster ge- 
legenen Parzellen wm-den mit Hafer bestellt, litten indes während des gan- 
zen Sommers imter den imgünstigsten AVasserverhältnissen. Die Ernte ist 
demnach jedenfalls ganz luinormal, doch zeigt sie den Eiiülufs der versclüeden- 
artigen Düngungen recht gut, weshalb die Resiütate hier Platz finden mögen : 



1) Landw. Zeit. f. d. Eegieningsbez. Stade 1886, No. 2, 15. 17, 19, 20, nacli 
Centr.-Bl. Agrik. 1886, p. 824. 

2) aiitt. d. Ver. z. Förderung der Moorkultur im deutschen Reich 1886, No. 22, 
p. 315, nach Centr.-Bl. Agrik. 1886, p. 826 und Zeitschr. d. landw. Ver. der Prov. 
Sachsen 1886, No. 11. 

15* 



DUüguug 
vou Wiesen. 



Düiigungt 
auf Kiede- 
ruQgsmoor. 



228 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



DtlDgung 
mit 

Phosphaten. 



Düngun? 
mit ver- 
schiedenen 
Phosphaten. 



Düngung. 



150 kg Kainit 

150 kg Kainit, 20 kg Phos- 
phorsäiu-e in Thomassclilacke 

Ebenso 

Ebenso 

Im Diu'clisclinitt 

150 kg Kaüüt, 20 kg Phos- 
pliorsäiu'e in Kalkpräzipitat 

Ebenso . 

Im Durclisclmitt 

150 kg Kainit, 20 kg Phos- 
phorsäm-e iii Schlacke, 25 kg 
Chilisalpeter 

300. kg Kaimt, 40 kg Phos- 
phoi'säure in Schlacke . 



Ertrag an 



Kom Stroh 



kg 



253 

556,5 
646,5 
640 
614,5 

467,5 

630 

549 



633 



kg 



509 

1240 
1378,5 
1285 
1301 

1075 
1280 
1177,5 



1303,5 



Wert 

der 

Ernte 

M 



45,51 

103,98 
118,93 
115,35 
112,75 

88,35 
114,00 
101,18 



115,06 



Kosten 

der 
Düngung 

M 



540 il064 1 96,72 



14 



14 



16 



Mehrertrag 
durch Phos- 
phorsäure- 
düngung nach 

Abzug der 

Phosphatkosten 

M 



54,47 
69,42 
65,84 
63,24 

32,84 
58,49 
45,67 



59,55 



39,21 



Somit Avar die Thomassclilacke dem Kalkpräzipitat in der Wirkimg 
überlegen. 

Vergleichende Düngungsversuche mit Thomasschlacke und 
anderen Phosphaten, von Fittbogen.^) 

In Fortsetzimg der vorjäluigen Versuche erliielt Verfasser dieses Jahr 

folgende Eesultate: 

(Siehe die TabeUe auf Seite 229.) 

Neben Chilisalpeter kamen zwar aUe Phosphate zm- "Wii-kung, aber 
mit Thomasmelüphosphorsäiu'e imd zwar mit 80 kg pro Hektar wm-de der 
höchste Ertrag erzielt. 

Düngungsversuche mit verschiedenen Phosphaten, von 
J. rittbogen.2) 

Bei den mit kleiner Gerste in ausgeglühtem Sande angestellten Ver- 
suchen \sairde pro Glastopf folgende Grimddüngung gegeben: 0,2235 g 
ChlorkaUum, 0,096 g schwefelsaiu-es Magnesium, 1,312 g salpetersam-es 
Calciimi, 0,535 g Eisenoxydhydrat. Die Phosphorsäure wiu-de in ver- 
schiedenen Verbindmigen gegeben, xmd jeder Versuch 4 mal konti'olliert. 
Das Mittel aus den 60 Einzelergebnissen war folgendes: 
(Siehe die Tabelle auf Seite 230, imten.) 

Aus diesen Resultaten ist vor allem der Sclüufs zu ziehen, dafs die 
Thomasschlacke ebenso wie die Präzipitate recht gut in Konkun-enz mit 



^) Mitt. über Moorkultur, Torfverwertung und Meliorationswesen, Beiblatt zum 
Landboten 188G, p. 64 und Centr.-Bl. Agrik. 1880, p. 815. 

2) Landbote 7. Jahrgang, No. 12 und Centr.-Bl. Agrik. 1886, p. 520. 



Dünger. 



229 



■ 


Pro Hektar (im Mittel aus zwei Parzellen) 


Düngung 


Haferemte 


das 










Maximum 




das Maxi- 


(neben 20 kg Stickstoff in Chili- 
salpeter) 


Kora 


Stroh 
und 


des Korn- 
ertrags 


Kartoffel- 
ernte 


mum des 
Ertrags 






Spreu 


= 100 
gesetzt 




= 100 ges. 


Ganz ohne Düngung . . 


1178 


2194 


68,2 


8 544 


70,3 


Blofs Cliilisalpeter 


1530 


8574 


88,7 


9140 


75,1 


40 kg Phosphorsäure in 












SuperjDhosiihat .... 


1G2G 


2648 


94,2 


9 394 


77,2 


40 kg Phosphorsäure in 












Superphospliat .... 


1G60 


2614 


96,2 


11126 


91,5 


Im Diu-ehsclinitt . 


1643 


2631 


95,2 


10260 


84,4 


40 kg Phosphors, in Knochen- 












präzipitat 


1508 


2522 


87,4 


10264 


84,4 


80 kg Pliosphors. in Ejiochen- 












präzipitat 


1596 


3194 


92,5 


10246 


84,2 


40 kg Phosphors, in Schlacken- 












präzipitat 


1576 


3042 


91,3 


10860 


89,3 


8 kg Phosphors, in Schlacken- 












präzipitat 


1532 


3266 


88,8 


9216 


75,8 


40 kg Phosphors, in Eisen- 












präzipitat 


1380 


2350 


79,9 


9216 


75,8 


80 kg Phosphors, in Eisen- 












präcipitat 


1632 


3068 


94,5 


11388 


93,6 


40 kg Phosphors, in Thomas- 












schlacke _ 


1506 


2796 


87,4 


11280 


92,7 


80 kg Phosphors, in Thomas- 












schlacke 


1726 


2836 


100,0 


12162 


100,0 



den Supei-phosphaten treten können, allerdings ist dazu von ersteren etwa 
die doppelte Menge Phosphorsäiu-e nötig, beim Nienburger Präzipitat war 
sogar diese noch nicht zm- Produktion einer Normalernte ausreichend. 

Anwesenheit von Huniussäiu-e oder humussaiu-em Calcium hob ilie 
Wirksamkeit der Phosphate wesentlich. 

Die Felddüngungsversuche mit Hafer und Kartoffeln auf humosem 
Sandboden haben das aus den Resultaten der Topfversuche gewonnene 
Urteil über die Präzipita te, besonders aber auch über die rohe Thomas- 
schlacke niu- bestätigt. Auch hier zeigte sich die Wirkung der Düngung 
mit den in der Tabelle angegebenen Phosphaten diux-h Supei'[)hosphat er- 
zielten ebenbürtig. Bei Thomasmelü hatte man diesen günstigen Erfolg 
mit den geringsten Kosten en-eicht. 

Neben einer Gnmddüngiuig von 20 kg Cliilisalpcterstiekstoff pro 
Hektar kamen 2 Phosphorsäuremengen, 40 kg und 80 kg, in den ver- 
schiedenen Pliosphaten ziu- Anwendimg, jedoch ohne wesentlichen Unter- 
sclüed im Erfolge, so dafs es genügt, das Diu-chschnittsresultat aus aller. 
entsprechenden Phosphatparzellen in folgender Tabelle anzuführen: 



230 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Düngung 



Hafen'ersuche 



Pi 



Pro Hektar geern- 
tet in Kilogramm 



W 






a)-< Ol 
..^ Kr 



i«ll 



Kartoffelversuche 



p< 



a a ^ 

Kd c es 

2 ro (X) 

|a 



<C N! 



iJ8 



d^ 



Xejillon.-Siiperph.+ Chüisalp. 
AVilhelmsb. Präzip. + „ 
Thomassclüacke + „ 
Scheihler's Präzip. + .,. 
Nienbm-ger Präzip. + „ 

Chilisalpeter 

ünge düngt 



3 1348 1636 2984 96,8 2 14336 
3 1330|l626 2956 95,5 2 14576 

3 1393 1968 3361100,0 3 14507 

4 1323 1733 3056 95,0| 2 15384 
4 1327 15612888 95,3 3 15587 
2 1288 1824 3112 92,5 2 13964 
2 1095|l407 2502 78,6 2 11412 

Wenn auch der Erfolg hauptsäelilich dem Chilisalpeter zuzuschreiben 
war, so zeigten doch auch die Phosphate eine deutliche annähernd gleiche 
Wirkimg imd zwar war dieselbe dm-ch Thomasschlacke mit den geringsten 
Kosten erzielt. 



91,9 
93,5 
93,1 
98,1 
100,0 
89,6 
73,2 











a 


Pro Topf wurde 


g 








2 

=3 


2 
■3 


geerntet 


•S 




Trockensub- 




„ 






1* 


Ö 




stanz 


^ 


iä 


No. 


Phosphat 


r 

00 


a 


CS 

CO 

05 

a 


a 
u 
■■0 


Oberird. 
Teile in 
Summa 


a 


trag des K 

phosphates 

gese 






g 


s 


s 


g 


g 




H 


I 




Monocalciumphosphat 


0,142 


— 


— 


10,38121,57 


321 


100,0 


n 




Dicalciumphosphat 


0,142 


— 


— 


9,54 


20,90 


292 


96,9 


in 


1 


Thomassclüacke . . . , 
(19,040/oP2 05) 


0,142 




— 


8,28 


17,87 


249 


82,9 


2 


Thomasschlacke . . . i 


0,284 




— 


9,44 


18,97 


283 


88,0 


3 


„ ... 


0,426 


— 


— 


9,42 


19,36 


308 


89,8 


4 


„ ... 


0,284 


11,00 


_- 


10,30 


20,10 


288 


93,2 


5 


,, ... 


0,284 


— 


11,83 


9,47 


18,43 


270 


85,5 


IV 1 

1 


Scheibler'sches Präzipitat 
(31,420/0 P2O5) 


0,142 


— 


— 


7,02 


16,66 


227 


77,2 


2 


Scheibler'sches Präzipitat 


0,284 


— 


— 


9,21 


19,03 


276 


88,2 




3 


»5 ti 


0,284 


11,00 


— 


10,96 


21,26 


315 


98,6 




4 


11 V 


0,284 


— 


11,83 


10,73 


22,08 


320 


102,4 


V 


1 


Nienburger Präzipitat . 
(21,66 0/0 P2O5) 


0,142 


— 


— 


3,87 


10,03 


151 


46,5 




2 


Nienburger Präzijjitat 


0,284 


— 


— 


7,97 


17,74 


253 


82,2 




3 


5? 5) 


0,284 


11,00 


— 


12,01 


23,23 


356 i 107,7 




4 


» » 


0,284 


— 


11,83 


9,89 


19,29 


280 


1 89,5 



Dünger. 



231 



Yergleicliencle Düngiingsversuclie zu Roggen mit Thomas- 
schlacke und anderen Phosphaten, von M. Sievert. ^j 

Auf 4 Parzellen, die auf den Morgen berechnet 30 Pfd. Phosphor- 
säure in vei-schiodcnen Pliospliaten und 10,5 Pfd. Stickstoff im Ammon- 
sulfat resp. Kuochcmnelil erlüclteu , wurde folgendes Erntei-esultat erzielt : 



Phosphate 
zu Roggeu. 





durcli : 


CO u 
<D <D 

O 


Stroli 

und 

Spreu 


Körner 


1 1 

CO -.S 

c X 


Wert des 
Körner- 
ertrages 


Ertrag 
durch 
Thomas- 
schlacke 






Ctr. 


Ctr. 


Ctr. 


M 


M 


= 100 


I. 


Thomassclüacke 


43,36 


29,00 


13,76 


10,72 


81,87 


100 


n. 


Knochenmelil . . 


45,G4 


31,28 


15,36 


13,36 


91,39 


111,06 


iii. 


Superpliosphat . . 


51,20 


34,50 


16,64 


16,40 


99,00 


120,09 


IV. 


Cm-a^aorohpliosphat 


48,9G 


33,30 


15,60 


12,48 


92,82 


113,09 



Auch bei Berücksichtigmig der Düngimgskosten ergiebt sich füi' Super- 
phosphat der höchste Ertrag, an den sich unmittelbar der dm-ch Cm-ayao- 
phosphat erzielte als zweiter anreiht. 

Einen weiter gehenden Sclüuls aus diesen Residtaten zu ziehen, dürfte 
bei der mangelhaften Versuchsanlage nicht statthaft sein. 

Düngungsversuche mit Thomasschlacke auf AViesen, von 
Stutzer. 2) 

I. Versuch: Auf hiunosem, lehmigem, feuclitem Sand wirkte Thomas- 
mehl (25 kg Phosphorsäure pro Morgen) besser als Superphosphat (12,5 kg 
Phosphorsäiu-e pro Morgen). 

n. u. m. Yersuch: A\if einer an Grundwasser leidenden, sowie auf 
einer anderen sam-en "Wiese wiu-de dasselbe Resultat erzielt. 

Der Wert des Thomasschlackenmehls als des zur Zeit bil- 
ligsten Phosphorsäuredüngers, von P. Wagner. 3) 

Die Thomasschlacko und deren Anwendbarkeit für Bayern 
mit Bezugnahme auf Phosphoritmehle, von H. v. Liebig.^) 

Thomasschlacke und Rohphosphatmehle, von H. u. E. Albert- 
Biebrich.^) 

Düngungsversuche zu Gerste und Hafer mit verschiedenen 
Phosphaten, von H. Sellschopp-Lexow. 6) 

Dei- Ei'trag an Gerste auf gutem Roggenboden wiu'de dm-ch Cliili- 
salpeter allein bedeutend gesteigert imd Beidüngungen von Phosphaten 
hatten keinen erheblichen Erfolg melu\ Durch Thomasschlacke in Verbin- 
dimg mit Chilisalpeter erntete man sogar weniger als mit letzterem allein, 
so dafs entweder der Sclilacke eine imgünstige Wirkimg beigemessen, oder 
der Ausfall der Ungleichheit des Bodens zugeschrieben Averden miüs. Super- 
phosphat erwies sich nahezu gleichweitig mit Präzipitat. 



1) Westpreufs. landw. Mitteil. 1886, p. 171 u. Centr.-Bl. Agrik. 1886, p. 744. 

2) Eheinpreufs. landw. Zeitschr. 188G, p. 279. 

8) Landw. Ver.-Zeitschr. f. Hessen 188G, No. 2 u. Fortschritt 188G. 
*) Zeitschr. d. bajT. landw. Ver. 1886, p. 375 \i. Fühling's landw. Zeit. 1886, 
Heft 2, p. 65. 

6) Zeitschr. d. bavr. landw. Ver. 188G, p. 548. 

6) Landw. Ver.-BL Mecklenb. 1886, p. 17 u. Centr.-Bl. Agrik. 1886, p. 447. 



ThoDias- 

Bchlacke auf 

Wiesen. 



Thomas- 
sclilacke. 



Phosphate 
zu Gerste 
und H .fer. 



232 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Der Wert 
der PLos- 
phorsänre 
in der 
Thomaa- 
scblacke. 



Beim Haferdttngungsversiicli zeigten sich ganz die gleichen Verhält- 
nisse. Thomasphosi^hat mit Chilisalpeter brachte wenigei- Gewinn als 
letzteres allein, und Snperphosphat, sowie präzipitiertes Phosphat vermochten 
niu- in sein- bescheidenem Mal'se den Ertrag noch zu erhöhen. Der Sti'oh- 
ertrag "wnii-de diu'ch Superphosphatdüngiuig sogar heraljgedi'ückt. 

Versuche über den AVert der Phos'phorsäure in gemahlenen 
Thomasschlacken, von M. Maercker. ^) 

Die Versuche ^^^u■den mit Gerste, Hafer, Kartoffeln und ZuckeiTÜben 
auf den versclüedensten Bodenarten zm- Vergleichung der Wirkung von 
Superphosphat imd Thomasschlacke ausgefülu-t. Daneben kam aber noch 
ein Präzipitat zm- Anwendimg, welches einen grofsen Kalküberschufs ent- 
hielt, um damit die Zusammensetzung der Thomassclüacke nachzualunen, 
dieser Dünger wirkte indes, wie nach Fittbogen's A^ersuchen erldärlich ist 
(cf. d. Jalu-esbericht 188G, p. 228), besonders auf humusärmeren Böden sehr 
sciüecht. 

Der Mitteihmg der einzelnen A^ersuchsergebnisse reiht Verfasser dann 
eine Besprechung derselben an. 

1. Die A\''irkung der Phosphorsäure im allgemeinen. 

Trotz der vorausgesetzten Übersättigung des Bodens der Provinz Sachsen 
mit Phosphorsäure infolge der fortgesetzten reiclüichen Düngung mit Phos- 
phaten, besonders zu ZuckeiTüben, waren die Mehrerträge durch Phosphor- 
säiu-e doch teilweise nocli sehr bedeutend. 

Eine gute AVirkung erfolgte: 

bei Gerste von 18 Versuchen in 11 Fällen also 61% 

„ Hafer „12 „ „ 9 „ = 75 „ 

„ Kartoffeln „10 „ „ 4 „ = 40 „ 

„ Zuckerrüben „ 25 „ „ 14 „ ^ 56 „ 

Schädlich hat sie dagegen von den 65 A^'ersuchen in 19 Fällen == 29% 
geAvirkt, was indes zmn Teil der grofsen Regenarnuit des Jalires 1886 
zuzuschreiben ist. 

2. Die Ertragserhöhungen durch die Anwendung der Phos- 
phorsäure im allgemeinen. 

Die Phosphorsäure zeigte sich sehr wii'ksam, denn man erzielte da- 
durch folgende Mehrerti'äge : 

bei Gerste 248 kg Körner und 225 kg Stroh pro Hektar 
„ Hafer 581 „ „ „ 357 „ „ „ „ 

„ ZuckeiTÜben 3366 kg pro Morgen 
„ Kartoffeln 4547 „ „ „ 

3. Über die AVirkung der verschiedenen Formen der Phos- 
phorsäure. 

A. Gerste. 
Die Durchscluiittsernte betrug bei den acht vergleichbaren Versuchen 
mit einer günstigen Phosphorsäurewirkimg : 



1) Magdeb. Zeit. 1886, No. 587, 601, 609 und 1887, No. 7 u. 17 nach emem 
Separatabdruck. 



Dünger. 



233 



Korn 

kg 

Olme Phospliorsiuu'C . 2485 

Präzipitat 2517 

Superphosphat . . . 2733 

200 kg- ThomasscMacke 2G5G 

400 „ „ 2665 

600 „ „ 2694 



Struh 

kg 
liro Hektar 

3795 
4033 

4020 
4068 
3972 
4015 



Mehrertrag 



Korn 

+ 32 

+ 248 
+ 171 
+ 180 
+ 209 



Stroh 

+ 238 
+ 225 

+ 273 
+ 177 
+ 220 



Verhältniazahlen 
Körner Stroh 



B. Hafer. (5 vergleichbare Versuche.) 

Ohne Phosphorsäure .2548 4167 — — 

Präzipitat 2806 4628 +258 +451 

Superphosphat . . . 3129 4524 + 581 + 357 

200 kg Thomasschlacke 2848 4463 + 300 + 296 

400 „ „ 2836 4456 +288 +289 

600 „ „ 2941 4234 + 393 + 67 



C. Kartoffeln. (3 vergleichbare Versuche.) 

Mehrertrag 



kg 
pro Hektar 



Ohne Phosphorsäure ... 15693 — 

Präzipitat 15469 — 224 

Superphosphat 20240 + 4547 

200 kg Thomasschlacke . . 15189 — 504 

400 „ „ 15752 + 59 

600 „ „ 17600 + 1907 

D. Zuckerrüben. (10 vergleichbare Versuche.) 

Ohne Phosphorsäure ... 32063 — 

Präzipitat 34456 2393 

Superphosphat 35346 3283 

400 kg Thomasschlacke . . 33589 " 1528 

1000 „ „ 34756 2693 



100 
101,3 
110,0 
106,9 
107,2 
108,4 



100 
110,1 
122,8 
111,8 
111,3 
115,3 



100 

106,3 

105,9 

107,2 
104,7 
105,8 



100 

111,0 

108,5 

107,1 

106,9 

101,6 



Verhältniszahl 

kg 
pro Hektar 

100 
98,6 

129,0 
96,8 

100,4 

112,1 



100 
107,5 
110,2 
104,8 

108,4 



Vergleich der Mehrerträge durch Superphosphat und Tho- 
masschlacke in Yerhältniszahlen: 

Gerste. 

40 kg Phosphorsäiu'e im Superpliosphat . 

40 „ „ in Thomassclüacke 

•^o ,, „ „ „ 
120 

Hafer. 

40 kg Phosphorsäure im Superphosphat . 
40 „ „ in Thomasschlacke . 

°o ,1 ,, ,, „ 

120 



Kömer 


Stroh 


100 


100 


69,0 


121,3 


72,6 


78,7 


84,3 


97,8 


100 


100 


51,6 


82,9 


49,6 


80,9 


67,7 


18,8 



234 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

Zuckerrüben. 

80 kg Phospliorsäm-e im Superphosphat . . . 100 

80 „ „ in Thomassclüacke . . 46,5 

200 „ „ „ „ . . 82,0 

Wenn nun gleiche Mengen Pliosphorsäure in Superphaspliat und der 
Thomassclilacke sich bezüglich ihrer Wirkung verhalten bei: 

Gerste Hafer Zuckerrüben im Mittel 

wie 100 100 100 100 

zu 69,6 51,6 46,5 55,7 

so sollte man glauben, durch gröfsere Gaben an Thomassclilacke die voUe 
Wii'kung des Superphosphats erreichen zu können, das war jedoch nicht 
der Fall, wie die Tabelle seigt. A^ieUeicht ist auch hierfür der Grund in 
Trocknis des Versuchsjalires zu suchen; es kann indefs auch der gröfsere 
Kalküberschufs höherer Gaben, wie beim Pi-äzipitat, schädlich gewirkt haben. 

4. Über den Einflufs der verschiedenen Formen der Phos- 
phorsäure auf die Zusammensetzung der Ernteprodukte. 

Bedeutende Unterschiede treten niclit auf, mit Ausnahme et^va bei 
Kartoffeln, bei denen die Phosphorsäuredüngung Steigerimg des Stärkemehl- 
gehaltes bewirkte. 

Der Verfasser fafst die gewonnenen Residtate in folgende Sätze zu- 
sammen : 

1. die Phospliorsäiu-e der feingemalilenen Thomasschlacken zeigte 
durchschnittlich 56 % der Wirksamkeit der wasserlöslichen Phosphorsäm-e 
der Superphosphate und zwar auch in den besseren Bodenarten; 

2. die Thomasschlacke ist daher ein Düngemittel, welches auch für 
die besseren Bodenarten aUe Beachtung verdient; 

3. bei den in Moorboden ausgeführten Versuchen war die Phosphor- 
säiu-e der Thomasschlacke gleichwertig mit der Phosphorsäure der Präzi- 
pitate; eine Beobachtung, welclie auch in Übereinstimmung nüt den ander- 
weit erhaltenen Versuchsresultaten steht; 

4. es gelang bei den 1886 ausgeführten Versuchen nicht, selbst dm-ch 
sehr hohe Gaben von Thomasschlacken , die diu-cli geringere Mengen lös- 
licher Phosphorsäure erzielten Mehrerti'äge zu en'cichen; 

5. zu einer einseitigen Anwendung der Thomasschlacke in besseren 
Bodenarten kann daher vorläufig noch nicht geraten werden; 

6. dagegen stellte sich die Rentabilität einer aus 200 kg Thomas- 
schlacke und 18 kg wasserlösliche Phosphorsävu-e gemischten Düngimg für 
Gerste und Hafer und einer aus 400 kg Thomassclilacke imd 36 kg wasser- 
löslicher Phosphorsäure pro Hektar gemischten Düngung füi' Zuckerrüben 
günstiger als diejenige der jetzt üblichen reinen Phosphorsäiiredüngung 
mit 36 kg resp. 72 kg wasserlöslicher Pliosphorsäure; 

7. ein schädlicher Einflufs der Thomasschlackendüngung auf die Ernte- 
produkte \\'iirde nicht beobachtet; 

8. die feinste Mahlung der Thomasschlacke ist absolutes Erfordernis. 
Düngungs- Ergebnisse der von verschiedenen Landwirten des Landes 
in Baden. 1885 ausgeführten Düngungsversuche, von J. Nessler. *) 



^) Badener landw. Woehenbl. 1880, No. 6. 



Dünger. 



235 



I. Versuche auf Wiesen ohne Torfboden. 

Pro Morgen (3G a) wurden 200 kg Kalisalpetersuperphosphat mit 
7 ^Iq löslicher P2 O5, 8 % Kali und 3 ^/q Stickstoff verwendet luid auf den 
verschiedenen Bodenarten folgende Erträge erzielt: 



-3 


Wohnort des 
Versuchs- 
anstellers 


Bodenart 


Zeit des 
Diingens 


Ertrag auf den 


Morgen 




"n 

M 
CO 

a 



Zusar 


nmen 

II 


-g a 


in 










kg 


kg 


kg 


Pf. 


1 




Lehm 


28. AprU 


1800 


1237,5 


562,5 


189 


2 


Krautheim . . 


Sand 


18. April 


3800 


2400 


1400 


74 


3 


Dittigheini . . 


Lehm 


13. April 


IGOO 


1600 


— 


— 


4 


Werbach . . 


Lelnn 


25. April 


4800 


3800 


1000 


104 


5 


Sti-ümpfelbnmn 


Sand 


Anfang Mai 


1200 


800 


400 


260 


6 


Schollbrunn 


Lehm ob Moos 


1. Mai 


1250 


700 


500 


208 


7 


Ettlingenweier . 


Lehm 


8. April 


2442 


1092 


1350 


77 


8 


Hochstetten 


Lehm 


27. März 


2778 


164G 


1132 


92 


9 


Berghausen . 


Lehm 


April 


2430 


1270 


1160 


90 


10 


Diedelsheim 


Lehm 


24. März 


3200 


2400 


800 


130 


11 


Königsbach . 


Lehm 


März 


290G 


1G28 


1278 


81 


12 


Aspichhof . . 


LehnT 


28. März 


209G 


1494 


602 


173 


13 


Ohlsbach . . 


Mergel 


April 


4000 


3200 


800 


130 


U 


Gaisbach . . 


Lehm 


18. März 


2250 


1575 


675 


154 


15 


ZeU . . . . 


Lehm 


April 


2300 


1800 


500 


208 


IG 


Niederschopf- 
















heim . . . 


Sumpf 


IG. April 


3150 


2475 


675 


154 


17 


Diersbiu-g . 


Angeschwemmt 


5. April 


2866,5 


2475 


391,5 


265 


18 


Bolüsbach . . 


Sand u. Lehm 


18. März 


2160 


1326 


834 


125 


19 


Engen . . . 


Schwer Thon 


Ende März 


2100 


1800 


300 


347 


20 


Aufen . . . 


Kalk 


Ende März 


1842 


1620 


222 


468 


21 


Engehvies . . 


kalter Lehm 


Anfang Mai 


1500 


900 


600 


173 


22 


Rohrdorf 


Lehm 


9. Mai 


3100 


2400 


700 


148 


23 


Oehningen . 


Humus 


22. Aprü 


— 


— 


750 


139 


24 


Beuren . . . 




24. März 


2200 


1700 


500 


208 


25 


Meersburg . . 


Lehm 


Ende April 


2750 


2000 


750 


139 


2G 


Hegne . . . 


ti'ocken 


Anfang April 


2700 


1927 


773 


135 


27 


Billafingen . . 


Lehm 


Anfang Mai 


3400 


2600 


800 


130 


28 


Billafingen . 


Lehm 


Mitte Mai 


3200 


2800 


400 


260 


29 


Mainau . 


Lehm 


18. April 


1130,5 


741,5 


389 


269 


30 


PfuUendorf . . 


Humus 


4. Mai 


4200 


2900 


1300 


80 


31 


Konstanz . . 


Humus 


Aprü 


3400 


3400 


— 


— 



II. Versuche auf Wiesen mit Torfboden. 

Pro Morgen wui'den 100 kg feingemahlene Thomasschlacke und 100 kg 
Kainit verwendet. Kosten der Düngung pro Morgen 8,80 M. Obwolil der 
Dünger zu selir vei'scliiedenen Zeiten ausgesti-eut A\nirde (von Mitte März 



236 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



bis Anfang Mai) scliien dieser Umstand olme grofse Bedeutung auf die 
Erträge zu sein. 



i 








Ertrag auf den Morgen 


Mehrertrag 


50 kg 


1) 


"Wohnort 
(Igs 


Zusammen 


Mehrertrag 


3 


Versuchsanstellers 


gedüngt 


ungedüngt 




kostet 


l_ 




kg 


kg 


kg 


Pf. 


1 


Neudorf 


2700 


1800 


900 


. 49 


2 


Eggenstein . . 






2700 


2700 


— 


— 


3 


Eggenstein . . 






3000 


3000 


— 


— 


4 


Rui'sheim . . 






2200 


1130 


1070 


41 


5 


Graben . . . 






1710 


1235 


475 


93 


6 


Hochstetten 






2315 


1500 


815 


54 


7 


Hochstetten 






3670,5 


2527,5 


1143 


39 


8 


Leiberstimg . . 






2540 


2104 


436 


101 


9 


Leiberstung . . 






2510 


1880 


680 


65 


10 


Aspiclüiof . 






1049 


935 


114 


386 


11 


Aspichhof . . 






1215 


936 


279 


157 


12 


Oberbruch . 






3372 


2802 


570 


78 


13 


Schutterwald . 








kein Erfolg 




14 


Ottenheim . . 






1000 


1000 


— 


— 


15 


Nonnenweier . 






2400 


2400 


— 


— 


16 


Wittenweier 






1600 


1100 


500 


88 


17 


Diersbiu-g . 








ohne Erfolg 




18 


Niederschopf heim 








ohne Erfolg 




19 


Merdingen . 






900 


900 


— 


— 


20 


Villingen 






1347 


1793 


54 


— 


21 


Hinterzarten 






2120 


1560 


560 


78 


22 


Kappel . 






1440 


1210 


230 


191 


23 


Engelwies . 






1800 


1200 


600 


73 


24 


ünterbichtlingen 






2500 


1900 


600 


73 


25 


Oberbichtlingen 






1623,5 


1480 


141 


312 


26 


Kaltenhom . 






3600 


2200 


1400 


31 


27 


Billafingen . 






1600 


1000 


600 


73 


28 


Pfullendorf . . 








kein Erfolg 




29 


Engen . . . 






3780 


2880 900 


49 


30 


Oelmingen . 






2417 


1789,5 627,5 


70 


31 


Mainau . . . 






0] 


me erheblichen Erfolg 




32 


Hegne . . . 






3087 


2314,5 


772,5 


57 



IVIit Ausnahme von 10 Fällen konnte überall eine Steigeinuig des Gras- 
ei-trages konstatiert werden. 

Ferner werden in einer grofsen Anzahl von Versuchen mit Kaliammo- 
niaksuperphosphat zu Reben recht gute Resultate erzielt und zwar liinsicht- 
lich des Ertrages und der Qualität des Mostes, wie auch der Kräftigung 
des Holzes. 



Dünger. 



237 



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§ 5 o 



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Gesarat- 
mehrertrag 


m .5 Jahren 

nach 
einmaliger 
Düngung 


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pnn qoi^g 


^ 


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CM O O I> 


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§ 3 

II 


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00 

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Nachwirkung 
der Düngung 


naidg 
pun qoj^jg 


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1—1 1—1 1—1 


Geerntet pro 
Morgen 


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Mehrertrag 

infolge 

der Düngung 


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238 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



dün^tu^^Vn Düngungsversuche mit verschiedenen Phosphaten in Han- 

Haimover. nover, vou F. Brügmaun. ^) 

Yon den zalüreichen Einzelversuchen mögen hier nur die Ergebnisse 

Platz finden, soweit sie die relative "Wirksamkeit einzelner Phosphate auf 

verschiedenen Bodenarten betreffen: 

I. Versuche zu Hafer. 

Auf gekalktem oder gemergeltem Lehmboden oder lehmigem Sande erwies 
sich die Anwendimg von Superphosphat bedeutend vorteilhafter als die von 
Eisenpräzipitat, ein Resultat, welches Beigabe anderer Nälirstoffe nicht zu ändern 
vennochte, nm- in einem Falle war das Präzipitat dem Superphosphat über- 
legen, ohne dafs der verwendete Boden anders zu klassifizieren gewesen wäre. 

Auf einem gekalkten oder gemergelten, trocknen, gelben Geestlehmboden 
zeigten sich Superphosphate und Kalkpräzipitat annähernd gleich wirksam. 

n. Versuche zu Erbsen. 

In einem Versuche er^^^es sich Eisenpräzipitat dem Superphosphat und 
auch dem Stallmist in der Wirkmig bedeutend überlegen. Beiden Phos- 
phaten waren Beidüngungen von Stickstoff und Kali gegeben. 

In einem zweiten wirkten Superphosphat und Knoclienmelü günstiger 
als Eisenpräzipitat. 

In einem dritten zeigte StaUmist die höchste Wii-kung und KaUv- 
präzipitat übertraf das Superphosphat. 

III. Versuche auf Moorwiesen. 

Die 4 angeführten Versuche sind zwar höchst mangelhaft angelegt, 
lassen aber in den Residtaten doch den Schlufs zu, dafs Thomassclilacke 
mit .80 kg Phosphorsäure jiro ^/^ ha mit grofsem Vorteil die übrigen 
Phosphate auf fraghchem Boden ersetzen kann. Li 3 FäUen wirkte es 
besser als Superphosphat, Eisenphosphat und Kalkpräzipitat und nur in 
einem Versuch stand es den übrigen Düngungen nach. 

Düngungsversuche in Hohenheim, von Strebel. 2) 

Eine Fläche von 3 a 82,G8 qm erhielt 1883 40 kg Fäkalguano (mit 
3,8 kg Phosphorsäure, 2 kg Stickstoff und 0,8 kg Kali) zu Kartoffeln und 
brachte gegen ungcdüngt einen solchen Mehreiirag, dafs die Düngungs- 
kosten nahezu schon im ersten Jalu-e gedeckt waren. Der dm-ch Nach- 
wirkung erzielte Mehrertrag in den folgenden beiden Jalu-en bei Sommer- 
Emmer imd Milton-Hafer war also fast vollständig Reingewinn. 

Ein Maikäferdünger mit 1,5 % Phosphorsäure, 1,5 ^/^ Kali und 10 o/^ 
Stickstoff rentierte dagegen zu Kartoffehi im ersten Jalu-e nicht, wenn auch 
durch die Düngung ein Mehrertrag erzielt -wurde. 

Erwähnenswert ist noch, dafs auf einer 4,8 a grofsen Parzelle 20 kg 
Thomassclilacke zu Hafer 16 kg Körner imd 36 kg Sti'oh melir erzeugten 
als auf der ungedüngten. 

Gerstenanbauversuche, von Dr. Rehm u. a. 3) 

Aus den Resultaten einer grofsen Anzahl von Einzelversuchen lassen 
sich folgende Schlüsse ziehen: 

') Hann. land- u. forstw. Zeit. 1880, p. 51, 71, 89 u. Centr.-Bl. Agrik. 1886, p. 154. 

2) Württemb. landw. Wochenbl. 1886, p. 05 u. Centr.-Bl. Agrik. 1886, p. 297. 

3) AUg. Brauer- und Hopfenzeit. 1886, p. 345 u. Centr.-Bl. Agrik. 1886, 367 



Düngungs- 
verauche in 
Hoheuheim. 



Gersten- 

anbau- 

Tersuche. 



Dünger. 



239 



1. Nach gilt gedüngien Hackfrüc;litoii liefert Gerste mittlere Erträge 
von oft feiner Qualität. Die rascher wachsende Frankengerste ist gegen 
Sommerdiirre empfindlicher als Chevaliergerste. Sehr starke Düngimg, be- 
sonders mit stickstoffreichen Diingern vemngert die Qualität. 

2. "Wälu-end reine StickstolTdüngnng die Quantität auf Kosten der 
Qualität erhöht, reine Phosphatdünger zwar die Qualität vei-bessert, aber 
nicht die Quantität vermehrt, erzeugt eine Düngung von 20 kg Stickstoff 
pro Hektar mit 40 kg wasserlöslicher oder 60 kg bodenlöslicher Phos- 
phorsäure reiclüichste Ernte ohne die Qualität zu verschlechtern. 

Über die AVirkungen der Kainitdüngung in Welna, von 
Pirscher. ^) 

Im allgemeinen zeigte sicli Kainitzufuhr zu dem humosen, saiu'en, feuch- 
ten Sandboden, wie er in einer Reihe von Versuchen verwendet wiu'de, von gün- 
stiger Wirkung, weniger sicher war der Erfolg auf leichtem, ti'ocknen Sandboden. 

Düngungsversuche bei Kartoffeln, von Schrewe undDr.Klien.2) Dungungs 

o a ' _ / versuche bi 

Auf einem in guter Kiütur befindlichen, diu'clüässigen Sandboden, der Kartoffeln 
im Yorjalu-e Roggen geti-agen hatte, wiuxlen 6 Parzellen in der aus folgen- 
der Tabelle ersichtlichen Weise gedüngt imd mit roten Kartoffeln bepflanzt. 
Der Erfolg war folgender: 



Wirkung 
der Kainit- 
düngung. 



Ph 



u n ff u n £: 



Y4 Cti'. Chilisalpeter pro 
Morgen breit übergesti'. 

Y4 Cti-. Cliilisalpeter pro 
Mrg. als Handdung an 
jede Kartoffel 

Ungedüngt 



^2 Cti\ Chilisalpeter, 1/2 
Ctr. Superphosphat pro 
Mrg. als Handdung 

*/2 Ctr. Superphosph. pro 
Mrg. breit übergestr. 

4 Fuder Stallmist im 
Winter gefahi-en 



Ertrag 

pro Morgen an 

grofsen und 

kleinen Kartoffeln 



43,75 Ctr. 
22,50 „ 



gr. 
kl. 



66,25 Cü-. 
45,50 Cü\ 
23,50 „ 



gr. 
kl. 



69,00 Ctr. 

43,00 Cü\ gr. 

23,25 „ kl. 

66,25 Ctrl 

46,00 Ctr. gr. 

26,80 „ kl. 



72,80 Ctr. 
42,50 Ctr. gi\ 
23,70 „ kl. 



66,20 Cü\ 
43,80 Ctr. gl-. 
23,70 „ kl. 



67,50 Ctr. 



Mm 



28,4 
78,4 

30,7 

65,7 

32,5 
60,3 

20,6 
76,2 

37,5 

87,7 

26,5 

86,0 



tS] <1> 

02 



1,1160 
1,1150 

1,1167 
1,1140 

1,1125 
1,1115 



28,12 

27,77 

28,53 
27,14 

27,93 
27,66 



1,1170|29,92 
1,114027,73 

l,1096j27,06 
1,1025 25,85 



1,1070 
1,1030 



27,70 

26,87 



22,15 



22,25 



21,30 



.5 '^ 






1,293 
0,973 

1,229 

0,841 

1,326 
1,190 



22,36 1,658 
6,918 



20,55 



19,70 



1,266 
1,016 

1,830 
0.900 



1) Landw. Centr.-Bl. Posen 1885, p. 41 u. Centr.-Bl. Agrik. 1886, p. 149. 

2) Königsberger landw. u. forstw. Zeit. 1886, p. 14 u. Centr.-Bl. Agrik. 1886, p. 160. 



240 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Hafer- 
düDguug. 



Zucker- 

riiben- 

düngung. 



JSatürlicho 
Düngung. 



Hinsichtlich der Quantität nnd Qualität der Ernte wirkte Cliilisalpeter 
und Superphosi^liat in gTöfserer Gabe entschieden am günstigsten, wälu-end 
Stallinistdüngung offenbar den Stärkegehalt herabgedrückt hatte. Beide 
Düngimgsarten produzierten indes die proteini'eichsten grofsen Kartoffeln, wäh- 
rend die kleinen auffallend proteinärmer (um ca. die Hälfte) waren imd zwar 
in weit grölserem Verhältnis, als dies bei den übrigen Parzellen der Fall war. 
Düngungsversuch zu Hafer auf Marschboden von Thun. ^) 
Auf einem längere Zeit ungedüngten Felde erhielt man im ]\Iittel von 
3 Parzellen folgende Erträge an Hafer: 

Ernte pro Hektar in kg 



Korn 
1558 



Stroh 
2833 



Spreu 
153 



Kosten der 
Düngung 




1432 



2175 



2817 



4313 



5073 



150 



167 



242 



37,0 M 



40,0 



77,0 



I. Ohne Düngung im ^Mittel. 
n. 334 kg Knochensuperphos- 
phat mit 47— 50 kg wasser- 
lösliclier Phosphorsäm-e und 

1,7 kg Stickstoff . . . 
HI. 166,7 kg Chilisalpeter mit 

25 kg Stickstoff . . . 
IV. Knochensuperphosphat nebst 

Chilisalpeter mit 47— 50 kg 
Phosphorsäm-e und 27 kg 

Stickstoff 2677 

Die geringe Menge Stickstoff im Knochenmehl auf Parzelle 11 war 
nicht imstande, den Erü-ag irgendwie zu erhöhen, obwohl offenbar auf 
Parzelle HI und FV Stickstoff (allerdings in gTÖfseren Portionen) von be- 
deutender AVirkung war. 

Das Resultat dürfte wohl auf die Schwerlöslichkeit des Stickstoffs im 
KnochenmeM zurückzufülu-en sein. 

Superphosphatdüngung bei Zuckerrüben von A. Naiatier. 2) 

In dem reichen Boden, ^vie er den Versuchen diente, der 35 000 kg 
Stalldünger pro Hektar als Herbstdüngimg erhalten hatte, konnten tue an- 
gewandten Mengen an Stickstoff (75 kg pro Hektar) imd Phosphorsäm-e 
(75 kg und 150 kg pro Hektar) zu einer bedeutenden Wirkimg nicht 
mehr kommen. Am günstigsten stellte sich noch der Ertrag nach Chüi- 
salpeter, wälirend Phosphorsäure offenbar wirkungslos blieb. 

Zur Düngung der Weinberge.^) 

Die Kalidüngung der Äcker und Wiesen."^) 

Über Düngungsversuche zii Hafer. ^) 

Die Rentabilität der Kunstdüngung, von Lüdke. ^) 

Beispiel natürlicher Düngung durch vulkanische Asche vom 
Pue de Dome.'') 



1) Landw. Zeit. f. d. Regierungsbezirk Stade 1886, No. 21. 

2) Journ. d'agric. prat. 1886, p. 198 u. Centr.-BI. Agrik. 1886, p. 742. 

3) Rhein preuis. landw. Zeitschr. 1886, No. 44. 

4) Ibid. 1880, No. 43. 

5) Zeitschr. d. landw. Vereins f. Rheinpreufsen N. F. 1886, p. 203 u. Centr.- 
BI. Agrik. 1886, p. 642. 

6) Landw. Ver.-Zeitschr. f. Hessen 1886, p. 226 u. Centr.-BI. Agrik. 1886, p. 643. 

7) Landwirt 1886, p. 89 u. Centr.-BI. Agrik. 1886, p. 712. 



Dünger. 



241 



Der diu-cli ^Vin(le foitgotragoiioii und durcli atmosphärisclie Nieder- 
scliläge dem Boden zugeführten, staubiTirmigen, viükauisclicn Asche verdankt 
die Liniagne in der Auvergne ihre grol'se Fruchtbarkeit. Die Asclie, von 
der etwa 1000 kg pro Hektar jährlich niederfallen, ist reich an Kalk, 
Kali und Phosphorsäure. 

Wirkung von Kunstdünger auf Geestland, von Scheidcmaiin. ^) 

Vergleichende Düngungsversuche mit Chilisalpeter und 
schwefelsaurem Ammoniak, von V. Magerstein. 2) 

Zu Hafer imd Gerste ^\^u'de auf Sandboden pro Hektar mit 200 kg Cliili- 
salpeter und auf den Vergleich sparzellen mit 300 kg Ammonsulfat gedüngt. 

Man erntete folgende Mengen, pro Hektar berechnet: 



Ungedüngt . 
Mit Chili sali:)eter 
^lit Ammonsulfat 



G e r 
Körner 

hl 
18,28 
2G,41 
23,74 



s t e 
Stroh 
KU -Ctr. 
15,85 
24,50 
24,62 



Für die Körnerproduktion erwies sich 



H a f 
Körner 

hl 

28,47 

38,72 

35,41 

demnach eine 



e r 

Stroh 
Kil.-Ctr. 

27,50 

39,80 

48,45 
Düngung mit 



Chilisalpeter günstiger als eine solche mit Ammonsiüfat, während bezüg- 
lich des Sti-ohertrages besonders beim Hafer dem Ammonsidiat der Vorzug 
gegeben werden mufste. 

Auffallend verscMeden war der Aschengehalt des Sti-ohes nach den 
einzelnen Düngungen. In Prozenten betinig derselbe beim Sti-oh von 

nach ungedüngt nach Chilisalpeter nach Ammonsulfat 
Gerste. . . . G,G05 6,151 5,205 

Hafer .... 10,016 8,123 6,861 

Über die AVirkung des Chilisalpeters, von V. Magerstein. 3) 

Vei-fasser suchte die Wirkung einer Kopfdüngung luid einer Grimd- 
tlüngrmg mit Chili salpeter auf einem in mittlerer Kraft stehenden Boden 
bei Kartotfehi, Gerste und Hafer festzustellen. 

Bei Kai-toffeln und beim Hafer erwies sich die Kopfdüngiuig der Boden- 
düngung ganz bedeutend überlegen, nach dem Verfasser aus dem Grimde, weil 
bei Düngung nach ersterer Methode der Salpeter den Pflanzen wm'zeln länger 
zu Gebote stand, der Stickstoff daher besser ausgenutzt werden konnte, als 
wenn derselbe von Anfang an in tiefere Bodenscliichten gebracht wii'd. 

Bei Gerste dagegen Avirkte die Kopfdüngung weniger gut als Grand- 
el üngung, weil sich in der oberen Bodenschicht eine für die Gerstenpflanze 
zu konzentrierte Salpeterlösung angesammelt haben kann, da die atmo- 
sphärischen Niederschläge nicht bedeutend gewesen Avaren. 

Über die AVirksamkeit des Chilisalpeters gegenüber den 
Ammoniaksalzen nach eigenen Versuchen und solchen vonLaAves 
und Gilbert in Rothamstedt, von Märcker.'^) 

In einem frühern Artikel ^) liat der Verfasser zwar die Überlegenheit der 



DUngUDg 
mit Chili - 
salpeter. 



Chilisalpeter 

und 
Ammonium- 
salz. 



1) Hann. land- u. forstw. Zeit. 188G, p. 792 u. Centr.-Bl. Agrik. 1886, p. 786. 

2) Österr. landw. Wochenhl. 188G, p. 191 u. Centr.-Bl. Agrik. 1886, p. 583. 

3) Ö.sterr. landw. Wochenbl. 1886, p. 142 u. Centr.-Bl. Agrik. 1886, p. 581. 

*) Magdeburger Zeit. IHSfi, No. 31 u. 175 u. Centr.-Bl. Agrik. 1886, p. 233 u. 448. 
^) S. diesen Jahresbericht 1885, p. 285. 



Jahresbericht 1886. 



16 



242 



Bodeu, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Wirkimg des Cliilisalpeters über die des scliwefelsaureii Ammoniaks nach- 
gewiesen, zugleich aber auch betont, dafs es nur eine Kostenfrage sei, wel- 
ches der beiden Düngemittel jeweils zu wälüen sei. Entsj^rechend billigeres 
Ammonsiüfat könne teureren Chilisalpeter vorteilhaft ersetzen. 

Da nun im laufenden Jalu-e in der That der Preis des Ammonsulfats 
erheblich gesunken ist, so dafs die Frage erhöhte Bedeutung gewonnen 
hat, giebt Verfasser eine Übersiclit der Resultate der bezüglichen Versuche 
aus den letzten Jahren, um zu zeigen, wde hoch der A^"irkungswert beider 
stickstoffhaltiger Salze zu veransclilagen sei. 

Bei allen folgenden Versuchen wurden gleiche Mengen Stickstoff' im 
Ammoniaksalz imd Chili salpeter im Herbst gegeben : 

1. Versuche mit Weizen. 



Düngung mit: 



Körner Pfd. pro 
Morg. 



0.2 





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Stroh und Spreu 



0.3i 

CO 






Emersleben 1881- 

Gröst 

Mahndorf 

Vitzenburg 

"Wengelsdorf 

Emersleben 1882- 



•82 



-83 



Eivetts bearded . 

,, „ ohne Phosphors. . 

„ 1883—84 Rivetts bearded . 

„ „ Browicks red . 

Rivetts bearded ohne Phosphorsäure . 

Emersleben 1883 — 84 Browicks red ohne 

Phosphorsäiu-e 

Malmdorf 1883 — 84 Shiriff Square head . 
„ „ Rivetts bearded . . 

„ „ Sliiriff Square head 

ohne Pliosphorsäure 

:Malmdorf 1883—84 Rivetts bearded . . 

Emersleben 1884 — 85 Shiriff sfpuTre head 

„ „ Shiriff Square liead 

ohne Phosphorsäure 

:\lahndorf 1884—85 Rivetts bearded . . 

„ „ Rivetts bearded ohne 

Phosphorsäui*e 



1437 
1110 
1405 
1173 
1532 
18G2 
1737 
1780 
1341 
1738 



138G 
1118 
1452 



1285 
1330 
1692 

1762 
1509 

1396 



1655 
1265 
1903 
1563 
1621 
2050 
1908 
2127 
1709 
2137 

1679 
1524 
1758 

1634 
1816 
1924 

1959 
1624 

1750 



Büttel 
Ohne Stickstoff 



Mehi-emte pro Morgen 

Verhältnis der Mehreiti-äge dm-ch gleich 

starke N-düngung ca 



1474 



1721 
1214 
2013 
1626 
1848 
1915 
1837 
2212 
1650 
2187 

1804 
1542 
2095 

1607 
1986 
1918 

1866 
1761 

1741 



2223 
2136 

1845 
1525 
2381 

2478 
2473 
3610 
3040 

22781 



2655 
2351 
2292 
1805 
3076 
2610 
2142 
4495 
4363 
4353 



17691818 
14741474 



— 295 344 



3,5 



31904393 
20623086 
27683902 



2275 
2540 
3291 

3518 
2601 

2694 



2729 
2378 
2977 
2290 
3280 
2165 
2463 
5180 
4400 
4841 

4895 

2888 
4285 



3536 2943 



3694 
3804 

3981 
3466 



4144 
3736 

3524 
3429 



39403669 



3365 
2575 



790 
3 



3489 
2575 



914 
:3,49 



Dünger. 



243 



Folglich sind gleielnvertig dorn Wirkimgswert nach 

17,9 Pfd. Stickstoff in ^j^ Ch-. schwefelsaurem Ammoniak 
und 15, .5 „ ,, in 1 ,, Chilisalpeter 

ersteres Quantum steht aber im Preis etwa '/g niedriger als das äqui- 
valente Quantiun Chilisalpetor. 

2. Versuche mit Gerste (ausgeführt 1883—1884). Grunddüngung 20 Pfund 

Phosphorsäure. 









Kömer 


Stroh und Spreu 




Ohne 
Stick- 
stoff 


200 kg 
Chili- 
salpeter 


150 kg 
schwefeis. 
Ammoniak 


' Ohne 
• Stick- 
1 Stoff 

! 
1 


200 kg 
Chili- 
salpeter 


150 kg 
schwefeis. 
Ammoniak 








kg pro ha 


kg pro ha 


kg pro ha 


kg pro ha 


kg pro ha 


kg pro ha 


Ebersroda 






2340 


2950 


2846 


2740 


3256 


2928 


Zöbigker . 






2358 


3010 


3300 


3066 


4470 


4142 


Eptingen . 






2248 


2824 


2512 


2746 


3578 


3056 


Gröst . 






3784 


4160 


4216 


4160 


5654 


4442 


Zingst 






2448 


2660 


2660 


2880 


3404 


3542 


Körbisdorf- Bäumchen . 


2038 


2970 


2472 


2408 


4246 


3186 


Frankleben 


. 




2356 


3120 


2988 


2920 


2480 


3820 


Netzschkau 




. 


2620 


2940 


2940 


3232 


3698 


3418 


Bedra . 






2274 


2660 


3262 


2188 


2728 


2284 




iüttel 


■2496 


3026 


2922 


2927 


3924 


3422 


Melu-emte 


pro ha 


— 


530 


426 


— 


997 


495 


Verliältnis 


der 


Melrr- 














ertrage 
starker 


bei gleich 
Stickstoff- 














düngimg 




t 


— 


3,74 


3 


— 


6,04 


3 



Auch bei diesem Yerhältnis erscheint die Anwendung des Animon- 
sulfats noch rentabel. 

Bei einem anderen Versuche ^\^lrde 
durch schwefelsaures Ammoniak ein Mehrertrag von 459,5 kg pro Hektar 

„ Chihsalpeter ein solcher von 514,0 „ „ „ 

erzielt, also ein Verhältnis von 3 : 3,36, während die Preise sich verhalten 
^vie 3 : 4. Düngimg mit schwefelsaurem Ammoniak statt mit Chilisalpeter 
ist demnach noch lohnend. 

3. Versuche mit Zuckerrüben. 

Hier zeigte der Clühsalpeter eine bedeutend höhere Leistungsfähigkeit 
dem schwefelsam-en Ammoniak gegenüber, als dem Preisunterschiede 
entspricht. 

4. Versuche mit Kartoffeln. 

Die durch Clülisalpeter imd schwefelsam-es Ammoniak erzielten Mehr- 
eiträge verhielten sich wie 3,43 : 3, als keine Beidüngimg mit Phosphor- 
säiure oder Stalldünger stattfand. 

16* 



244 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Bei Phospliorsäm-e - Ziifxilu' jeclocli leisteten gleiche Stickstoffmengen 
beider Salze nahezu das Gleiche, so dafs zu Kartoffeln Ammonsuperphos- 
phate Avolü zu empfelilen sind. Zu vermeiden dagegen ist eine Beigabe 
animoniakhaltiges Dünginittel zu Stalldünger, da mit derselben schlechte 
Erfahrungen gemaclit wurden. 

Zur Beki'äftigung der vorstehend angegebenen Kesultate führt Ver- 
fasser noch die von Lawes und G-ilbert bei Gerste auf schwerem Lehm- 
boden erhaltenen Zalüen an, die das ]\littel der ßesultate zweier je 16 Jalu-e 
langer Yersuchsperioden bilden: 



Gersten-Körner 


Stroh und Streu 




Kilogr. pro Hektar 


Kilogr. pro Hektar 




o 

O CO 




es -u 


cocjo 


b CO 

-.OC30 


es J3 


Ohne Stickstoff. 














1. Ohne ^Nßnei-aldüngung . . . 


1230 


856 


1043 


1539 


990 


1265 


2. 440 kg Superphosphat pro ha 


1603 


1136 


1370 


1775 


1115 


1445 


3. Sulfate von KaH, Naü'on und 














Magnesia 


1397 


940 


1170 


1618 


1005 


1312 


4. " 


Wie 3 imd 440 kg Superphosph. 


1736 


1151 


1444 


1900 


1143 


1547 


Büttel 


1492 


1021 


1257 


1708 


1076 


1392 


224 kg Ammoniaksalze. 














1. 


' 


1938 


1658 


i798 


2403 


1884 


2144 


2. 
3. 


> ^Mineraldüngimg wie oben l 


2851 
2088 


2522 
1921 


2687 3580 
2005 2669 


2763 
2167 


3172 

2418 


4. 




2826 


2619 


2723 3627 


3140 


3384 




Mittel 


2426 


2180 


2303 13070 


2489 


2780 


298 kg Cliilisalpeter. 














1. 




2200 


1780 


1990 


2826 


2214 


2520 


2. 
3. 


> Mineraldüngung wie oben • 


2940 
2203 


2631 

1875 


2786 
2039 


3910 
3094 


3109 

2418 


3510 
2756 


4. . 




2977 


2671 


2824 


4193 


3313 


3753 




Mittel 


2580 


2239 


2410 


3506 


2746 


3155 


Mehr gegen imged. diu'ch Cliiü- 














salpeter 


1088 


1218 


1153 


1798 


1688 


1743 


Mehr gegen unged. durch Ammo- 














niaksalze 


934 


1159 


1046 


1362 


1413 


1388 


Mehr durch Chilisalpeter als diu'ch 














Ammcniaksalze 


154 


59 


107 


436 


265 


355 


Verhültiiis dos Mehrertrages durch 














Chilisalpeter (100) zu dem des 














1 


^mmoniaksalzes 


85,88 


95,16 


90,74 


75,76 


83,71 


79,64 



Fem er Versuche von Völcker in AVoburn; 



Dünger. 



245 



Ertrag an Gersten -Könicru, Kilogr. jn-o Hektar. 







Ohne 
Mineraldüngung 


Älineraldüngung 


Mineral- 
düngung 




4 

02 00 

a 
ja 
o 


224 kg Am- 
raoniaksalze 


308 kg Chili- 
salpeter 


ohne Stick- 
stoff 


224 kg Am- 
moniaksalze 


o 

CO 


S na 

00 

5 2 


ic =H 

CD ^ 

5 




1877 


12G3 


2121 


1603 


1086 


2334 


1990 


3233 


3006 




1878 


1220 


2089 


1829 


1361 


2074 


2404 


2905 


2764 




1879 


917 


1533 


1178 


702 


1676 


1598 


1609 


2073 




1880 


1568 


2303 


2625 


1290 


2966 


2876 


2839 


2495 




1881 


1843 


2500 


2723 


1825 


2560 


3001 


2995 


3180 




1882 


1740 


2586 


2905 


1347 


2901 


3052 


3087 


3855 




1883 


1613 


3009 


3036 


1648 


3150 


3305 


3776 


3494 




1884 


1963 


3145 


3143 


1923 


3339 


3559 


3723 


3335 




Mttel 


1516 


2411 


2380 


1398 


2625 


2723 


3028 


3026 


Mekrerti-ag 


der Stick- 


















stoffdiingimg . . 


— 


895 


864 


— 


1227 


1325 


1630 


1628 


Verhältnis 


des Mehr- 


















ei-ti-ags diu-cli Chili- 














1 




salpeter 


(100) zu 


















dem durch Ammo- 






' 










niaksalz 


. . . . 


— 


103,6 


1 ! 


91,85 — 


100,1 1 — 




Stroh und Spreu, Kilogr. pro Hektar. 




1877 


1575 


2950 


2416 


1428 


3201 2808 


4424 


4033 




1878 


1803 


2959 


2986 


1946 


3646 


3621 


4788 


4903 




1879 


1529 


2272 


2188 


1268 


2704 


2634 


2916 


3403 




1880 


1921 


2670 


3329 


1745 


3397 


3983 


3874 


4540 




1881 


1927 


2661 


3069 


1800 


2885 


3684 


3390 


3906 




1882 


2524 


3700 


3963 


1971 


4249 


4543 


6386 


6131 




188.3 


2044 3802 


4645 


2187 


4078 


5479 


4058 


6260 




1884 


2205 3295 


3588 


2067 


3476 


4650 


4986 6008 




]HitteI 


1941 3039 


3273 


1802 


3430 


3925 


4353 4898 


Jlehrertrag 


der Stick- 














Stoffdüngung 


— 


1098 


1332 


— 


1632 


2123 


2551 


3090 


Verhältnis 


des Mehr- 














ertrags durch Chili- j| 














Salpeter 


(100) zu 














dem durch Ammo-|| 














niaksalz 




— 


82,4 


— 


— 


76,9 


— 


82,4 


— 



Die Versuchsergebnisse auf beiden Feldern stehen also im voUen Ein- 
klang mit den in Halle betreff der Kömerernten gemachten Erfaluimgen, 
dafs nämlich die Wii-kung des Ammoniakstickstoffes etv\-a 80 — 90% der- 
jenigen des Salpeterstickstoffes beti-äg-t. 



246 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Für Strohprodiiktion ist indes der ChiHsalpeter dem Aniinoiiialvsalze 
überlegen. 

Bei Kartoffeln erzielten Lawes und Gilbert dm-cli Ammoniakstick- 
stoff eine höhere Ernte als diu'ch die gleiche Menge Salpeterstickstoff. 

Sie ernteten im Jlittel von 9 Jahren: 



Ohne Stickstoff 
Kilogr. Kartoffeln pro Hekt. 


448 kg Ammoniaksalze 
Kilogr. Kartoffeln pro Hekt. 


616 kg Chilisalpeter 
Kilogr. Kartoffeln pro Hekt. 


Summa 


kranke gesmide 


Summa kranke 


gesunde 


Summa kranke gesunde 


10563 


403 10160 


19035 1 1371 


17664 


18692 1 1649 17043 



Bei Weizen erliielten Lawes luid Gilbert ebenfalls Zahlen, die mit 
den für Gerste gewonnenen gut übereinstimmen, nämlich: 

Verhältnis der 

Durch Düngung mit 96,3 kg Stickstoff pro Hektar . • F / 

K ■ 1 ^ ■ nu-T 1 j. Ammoniaksalzes 

in Ammoniaksalz in Lhilisalpeter DT 1 t 

= 100 gesetzt 
Weizenkörner . 2167,2 kg 2447,2 kg 88,56% 

Sü'oh imd Spreu 4392,6 „ 5489,1 „ 80,02 „ 

Endlich fanden Dehfeyain und Porion bei 2 Weizensorten und Ver- 
wendung der Stickstoffdünger im Frühjahr folgende Resultate: 

Körner Stroh 
Kilogr. pro Hekt. Kilogr. pro Hekt. 

f ungedüngt 3695 5950 

Blaringham l mit 300 kg Ammoniaksulfat 4850 8700 

[ „ 300 „ Cliihsalpeter . 4750 9250 

r ungedüngt 4070 7000 

Wardreque's | mit 300 kg Ammoniaksulfat 4250 8600 

[ „ 300 „ Chilisalpeter . 4225 8600 

Aus diesen Ergebnissen zieht Verfasser folgende Schlüsse: 

1. Die angeblich nachteilige Wirkung der Ammoniaksalze ist vor- 
läufig unbe^Wesen und tritt keinenfalls unter normalen Bodenverhältnissen 
liervor. 

2. Die Ammoniaksalze eignen sich hauptsäclilich für die Diuigung des 
kalkreichen, sorgfältig kultivierten Lehmboden; in diesem haben wir aber 
keine Veranlassung, ihre Wii'kung für die meisten Feldfrüchte als unsicher 
anzusehen. 

3. Eine Ausnalime liiervon bilden die Futterrüben und Zuckerrüben, 
für welche die Ammoniaksalze nicht die geeignete Form der Stickstoff- 
düngung darstellen. 

4. Der Cliilisalpeter erzeugt bei Winterweizen, Gerste und vielleiclit 
auch Kai'toffeln etwas höhere Körner- und KnoUenerträge als die Ammoniak- 
salze, wenn gleiche Stickstoffmengen beider Dimgomittel angewendet werden, 
indessen ist die bei den vorliegenden zahlreichen Versuclien beobachtete 
Differenz (10 — 15 '7o) niclit sehr grofs. 

5. Die Ammoniaksalze wirken, wie alle Düngemittel, beim Felilen des 
betreifenden Nälirstotfs im Boden proportional der Menge, in welcher sie 
angewendet werden. 



Dünjrer. 



247 



G. Durch eine relativ stärkere Stickstoffgabe in den Ammoniaksalzen 
darf man daher filr die oben genamiten Feldfrüclite dieselben Erträge er- 
warten, als dnrch eine relativ kleinere Cliilisaliietergabe. 

7. Wenn der Stickstotf in den Ammoniaksalzen seinem geringeren 
Wirkungswerte entsprecliend billiger ist, als im Chilisalpeter, darf man auf 
einen guten finanziollon Erfolg einer unter diesen A^erhältnissen billigeren 
Gabe von Ammoniaksalzen rechnen, wenn man im Yerlüiltnis mehr Am- 
nioniaksalze anwendet, als Chilisalpeter. 

8. Dieser Fall liegt jedenfalls vor, wenn der Ammoniakstickstoff um 
ein Viertel billiger ist, als der Chilisalpeterstickstoff. 

Der Strohertrag der Gerste wurde bei den vorliegenden Versuchen 
durch Chilisalpcter relativ mehr erhöht als dm"ch Ammr)niaksalze. 

Sind Handelsdünger uirtorzubringen oder obenauf zu streuen, 
von J. van den Berghe. ') 

Verfasser hat auf leichtem Sandboden mit Kartoffeln einen Versuch 
angestellt, nm die Wirkung einer oberflächlichen Düngung im Vergleich 
zu einer tiefei'cn (22 cm tief) kennen zu lernen. 

Er erhielt folgende Eesultate: 



Art der Düngung pro 1 a 



No. 
der 
Par- 
zelle 



Anwendungs- 
weise des 
Düngers 



10 

1 



I 



oberflächlicli 
I 22 cm tief 

oberfläclilich 
! 22 cm tief 

I oberflächlich 
i 22 cm tief 



Ertrag 

pro 
Hektar 

kg 



9825 



30070 
33040 

80300 
31820 

26047 
29690 



Stärke 



19,9 



15,4 
16,2 

15,6 
16,2 

18,6 
20,1 



Mehrer- 
trag durch 
üntorbrin- 
gen des 
Düngers 



9,9 % 



4,7 



10.1 



Schwefel- 



üngedüngt 

625 g Ammoniakstickstoff 

589 g Phosphorsäure . . .jl! 9 
1568 g Kaü . . . . 

626- g Salpeterstickstoff 

589 g Phosphorsäure . 
1568 g Kali .... 

625 g Ammoniakstickstoff' . l\ 

589 g Phosphorsäure . . . (jj 

Das Unterbringen des Düngers hatte also günstig auf Quantität wie 
auf Qualität der Ernte ge\\'irkt. 

Schwefelsäure als Düngemittel, von Fi\ Farsky. 2) 
Verfasser hat Erde mit Schwefelsäm-e zu einem Kompost verarbeitet und Düng^eLfttei. 
denselben zur Düngung verwendet. Eine andere ParzeUe erhielt die gleiche 
Menge nicht behandelter Erde, andere wurden niu- mit Scliwefelsäure be- 
spi-engt und einzelne endlich wurden nm' mit denjenigen Mengen Wasser be- 
sprengt, Avie sie in den verwendeten Schwefelsäuremengen enthalten waren. 
In allen Fällen war die AVii-kung der Schwefelsäure äufserst gering 
bei der Komposterde, imi so geringer, je mehr Schwefelsäure vorhanden 
war. Dii-ekte Behandlung des Bodens mit Schw^efelsäure markte etwas 
besser; die Erträge Avaren relativ um so höher, je verdünntere Säure an- 
gewendet war. Demnach wäre von einer Scliwefelsäui-edüngung abzuraten. 

1) Landb. Cour. 1885, p. 185 u. Centr.-Bl. Agrik. 1886, p. 240. 

2) 5. Ber. über d. Thätigkeit der landw. ehem. Versuchsstation Tabor 1886, 
p. 17 n. Centr.-Bl. Agr. 1880, p. 453. 



248 Boden, "Wasser, Atmosphäre, Pflanze. Dünger. 

In einem Berichte über die Resultate der Anwendung von Kainit 
für Wiesen stellt Märeker folgende Sätze auf i) : 

1. Die Anwendung des Kainits war in der grofsen Mehrzahl aller Fälle 
auf AViesen von günstigen Erfolgen liegleitet, besonders auf sandigen, toi-figen, 
moorigen, anmoorigen "Wiesen tuid auch noch auf lehmigen Sandwiesen. 

2. Dagegen wurde kein Erfolg erzielt auf kallcarmen, lehmigen Sand- 
•wiesen imd auf nährstoffreichen Marsch-sWesen. 

3. Über die Erti-agserhöhungen wird berichtet, dafs das geerntete Heu- 
quantum in mehreren Fällen nielu' als das Doppelte gegen früher beti'ug. 

4. In einigen Fällen wurde zwar der Heu ertrag nicht erhöht, aber 
eine günstige "Wirkimg auf den zweiten Schnitt ausgeübt. 

5. In 9 Fällen Avird über eine wesentliche Qualitätsverbesserung der 
Gräser teils dm-ch das Aufti'eten besserer Gräser, teils von Kleearten berichtet. 

6. Mehrfach wird das Verschwinden des Mooses durch die Anwen- 
dung des Kainits hervorgehoben. 

7. In den meisten Fällen -win-den 100 — 175 kg Kaiiiit angewendet und 
zwar fast immer mit gutem Erfolge, dagegen blieb der Erfolg bei Anwen- 
dung von 50 kg imd von mehr als 200 kg pro Morgen mehrfach aus. 

8. Am sichersten ti'at die Wii-kung des Kainits aivf Wiesen hervor, 
wenn derselbe in den Monaten November und Februar angewendet wurde. 
Bei der Anwendung im Oktober, im !März und April A\irrden dagegen 
melu-fach ^Vlifserfolge beobachtet. 

9. Auf die Zeit der Reife der Gräser erstrecken sich zu wenig Beob- 
achtimgen, um zu sicheren Schlüssen Veranlassung zu geben. 

10. In mehreren FäUen wm'den gute Erfolge der Anwendimg von 
Kainit niu' bei gleichzeitiger Darreichung von Phosphaten beobachtet. Über- 
haupt ist die Anwendung von Phosphaten neben dem Kainit nach den vor- 
liegenden Berichten ziemlich weit verbreitet imd offenbar von grofsem Nutzen. 

Wirkung AVirkuug des Rieselwassers bei der Bewässerung der Wiesen, 

des Eieael- . ° 07 

waasers. VOU J. König. ^) 

Die auf verscliiedenen Rieselwiesen seit G Jahren von der Versuchs- 
station Münster erhaltenen Versuchsresultate lassen bis jetzt folgende 
Sclilüsse zu: 

1. Die prozentische Aljnahme der Wassermenge liei einer Berieselung 
ist um so gröfser, je geringer die aufgeleiteten AVassermengen sind ; gleiche 
Flächen verlieren dagegen unter sonst denselben Verhältnissen annähernd 
gleiche absolute Mengen Wasser, mag ilmen viel oder wenig (^/^ normal) 
Wasser zugeführt werden, wenn nui- so viel, dafs die Wiesen sich stets 
im wassergesättigten Zustande befinden. 

2. Ein AVasser wird um so melu' ausgenutzt, je geringer die auf- 
geleiteten AVassermengen sind; die absolute Ausnutzung, d. h. die absolute 
ziu- Resorption gelangende Alenge Nährstoffe ist füi- gleiche Flächen unter 
sonst denselben Verhältnissen annähernd gleich, mag den Fläclien viel oder 
wenig AVasser zugeffdu-t werden. Aus dem Grunde kann ein AVasser um so 
häufiger benutzt werden, je besser es ist, imd umgekelu-t sind, um gleiche 



') Bericht im Auftrag der deutchen Landw. Gesellschaft erstattet nach Fühling's 
Landw. Zeit. 1886, p. 6.31. 

2) Kheinpreufs. landw. Zeitschr. 1886, No. 48 nach Landw. Jahrbücher. 



Dünger. 



249 



Düng-orwirkungcn zu erzielen, um so gröfscre 'Wassermengeu erforderlicli, 
je geringhaltiger ein Wasser ist. 

3. Da ein Wasser um so mehr an mineralischen Düngstoifen verliert, 
je ärmer der Boden daran ist, so kann ein Wasser auf magerem, armen 
Hoden nicht so Jiäufig mit demselben A^ortoil zur Wiederbenutzung ge- 
langen, als auf gutem, nährfäliigem Boden. 

4. Die düngende Wirkung, d. h. die Abgabe von Mineralstotfen be- 
ruht nicht so selu- auf einer Absorption diu'ch den Boden, als auf einer 
direkten Ai;fnahme dm"ch die Pflanzen je nach Bedürfnis; dieselbe ist um 
so stärker, je Icbliafter das Wachstum der Pflanzen ist. 

5. Die düngende Wirkiuig des Rieselwassers kommt jedoch nicht in 
erster Linie inbetracht, sondern vielmehr die bodenreinigende, oxydierende 
und entsäuernde Wirkung. 

ü. Das Yinzent'sche System, d. h. die einfache Hang- und Kücken- 
bau - Riesehmg , ist dort am Platze, wo man gröfsere Wassermengen zur 
Verfügung hat imd der Untergrund liim-eichend dm-clüassend ist; als eine 
mittlere hierzu erforderliche Wassernienge kann man 100 1 pro Hektar 
und Sekunde aimehmen. 

7. Hat man weniger Wasser zur Verfügung, etwa 10 — 70 1 pro 
Hektar und Sekimde, so kann man die oxydierende Wirkung des Wassers 
durch Drainage imterstützen. 

8. Die Petersen'sche Drainage (mit vielen Ventilen) ist da am Platze, 
wo CS gilt, mit den geringsten Mengen Wasser einen Effekt zu erzielen, oder 
wo man wegen zu starken Gefälles ein rasches Verscliwinden des AVassors in 
den drainierten Uutergnuid befürchten mufs, oder wo bei geringen Wasser- 
mengeu ein sehr saiu-er Boden vorhanden ist, bei Avelchem die entsäurende 
(oxydierende) Wirkung des Wassers dm-ch abwechselndes Anfeuchten und Ab- 
lassen des Wassers, d. h. dm-ch Luftzuführmig unterstützt werden mufs. 

9. Disponiert man über mein- Wasser, etwa 20 — 30 1 pro Hektar 
und Sekunde, und ist das Gefälle ein mäfsiges, so kann man zweckmäfsig 
von der Abel'schen Drainage (nämlich mit einem einzigen Ventilkasten etc. 
für eine gi-öisere Fläche statt melu-erer) GeVjrancli machen ; sie hat noch 
den Vorzug, dafs sich das Wasser ganz allmälüich erst auf einen Fufs, 
dann auf 2 etc. abstellen läfst imd nicht auf einmal wie bei Petersen, 
wodurch nicht selten infolge des auf einmal wii-kenden starken Dnickes 
der Wassersäule von 4 — 5 Fufs ein WegspiUen von feinen Bodenteilchen 
luid eine Versandung der Drainrölu-en bedingt ist. 

10. Sind noch gröfsere Wassermengen, etwa 50 — 70 1 pro Hektar 
und Sekunde vorhanden, mid hat man ferner nur ein geringes Gefälle imd 
kann die Drains tief genug legen, so dafs ein Wegspülen des Bodens 
durch die Drains nicht zu befürchten ist, so kann man die Drainage ruhig 
wie im Acker legen, d. h. ohne irgend einen Ventilkasten anzubringen. 



3. Allgemeines. 



Über die (Ammoniak-) konservierenden Eigenschaften des Ammoniak- 
Gipses und Konsorten, von Ad. Mayer. ^) vierende 

Kigen- 
schaften 
von Gips. 



Bei Anstellung von Versuchen über die Fähigkeit des Gipses im Ver- 



1) Journ. Landw. 1886, Bd. XXXIV. pag. IGT. 



250 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

gleich, mit anderen cähnlich wirkenden Stoffen, im Dünger Ammoniak zn 
binden, ist Verfasser zu folgenden, die fragliehen Vorgänge genauer wieder- 
gebenden Resultaten gelangt : 

1. Füi' die Konservierung des Ammoniaks in der Jauche ist die Zufügung 
von einer diesem Ammoniak äquivalenten Menge Gips jedenfalls ungenügend, 
gleichiviel ob dieser Gips als Lösung oder als Pulver zugesetzt wurde. 

2. Der Gips, der dem Dünger behufs Konservierung des Amiiioniaks 
beigefügt wird, mufs sich in äufserst feiner Verteilmig befinden. 

3. Den Gips der geti-ennt aufbewahrten Jauche beizumischen ist 
weniger zxi empfehlen, als denselben gut zwischen dem festen Miste zu 
verteilen, und die Jauche mit diesem wiederholt in Berülu-ung zu bringen. 

4. EisenWtriol ist in kleineren Mengen als der Gips ein noch ent- 
schiedeneres Ammoniakkonservierungsmittel. 

5. Schwefelsaures Kali, schwefelsaure Magnesia, Doppelsalze aus beiden 
imd andere Salze, die mit verdünnten Ammoniaklösungen keine unlöslichen 
Abscheidungen bilden, haben kern sehr erhebliches. Ammoniak konservieren- 
der Praxis des Vermögen. 

Dieses zuletzt angeführte Resultat, steht wenigstens soweit es die 
Magnesiasalze betrifft, nicl\t im Einklänge mit den Ei-gebnissen der ünter- 
suchmigen von Morgen ^), doch waren die von diesem eingehaltenen Ver- 
such sbedingungen vollständig abweichend und nicht den Verbältnissen in 
der Praxis angepafst. 

Im Gegensatz zu den von Joulie erhaltenen Resultaten,^) der unter 

ganz abnormen Verhältnissen arbeitete xmd Stickstoffsverluste im Stallmist 

bis zu 1/5 des Gesamtstickstoffes nach^\äes, die sich nach Zusatz von 1 1/4 ^/o 

Gips zum feuchten Miste sogar bis zu 1/3 des Gesamtstickstofls steigerten, 

wies Verfasser nach, dafs Gips imd ähnliches allerdings zur Bindung des 

Stickstoffs im Stallmist gut geeignet ist. Er fand: 

Stickstoff als 
Stickstoff Ammoniak 

Im m^sprimglichem Miste 0,4.3 ''/o 0,081% 

Im Mist nach Y2 J^hi'e o^^iie Beimengung 0,22 „ 0,025 „ 

Mt 1/2 % Gips 0,28 „ 0,060 „ 

Mit 11/2% Gips 0,43,, 0,050,, 

Mit 3/^% Eisemütriol ....... 0,33 „ 0,030 „ 

Neue Fest- Vereinbarungen zwischen süddeutschen Versuchsstationen 

BteUung des ~ 

Handels- und Düngcrfirmeu über eine neue Grundlage zur Feststellung 
Phosphat" des Handelswertes der Superphosphate und präzipitierten Phos- 
phate, von P. Wagner.^) 

Verfasser hat durch Dttngimgs - Versuche den relativeii Wirkungswert 
verschiedener Phospliate des Handels festgestellt und gefunden, dafs, die 
Wirkimg der wasserlöslichen Phosphorsäure = 100 gesetzt, 

die Phosphorsäure im Bicaleiumphospliat ebenfalls die Wirkung 100 zeigte 
die im Tricalciumphosphat dagegen 75 ^/q 
die im ausgewaschenen Dop])elsuperphosphat und 
Phosphoritsuperphospliat 70 0/o> 

') Landw. Versuchsst. Bd. 27, p. 183. 

2) Jahresber. f. Agrikulturch. 1884, p. 298. 

3) Chera. Zeit. 188G, No. 1—3; nach Centn -Bl. Agrik. I88ö, p. 96; nach 
Landw. Ver.-Zeitschr. f. Hessen 1886, No. 2; nach Fortschritt 188G. 



Dünger. ' 251 

YerfasRor suelite nun ein Lösungsmittel für dieso „lösliche", d. h. der 
■wasseiifislielien gleichwertigen Phosphorsäiu-e imd fand ein solches in einer 
saiu-en Amnioncitratlösung, die man durch Auflösen von 150 g Citronen- 
säiu-e, Neutralisation mit Ammoniak, Zusatz von 10 g Citi-onenScäure und 
Verdünnen der Lösimg auf 5 1 erhält. 

Mit dieser Mischung untersucht gaben die erwähnten Düngemittel 
folgende Weile: Gehalt an „löslicher" Phos- 

analyt. Befund phorsäurc nach dem Resid- 
tate der Düngungsversuche 

Bicalciumphosphat 29,3 30, G 

Tricaleiumphosphat 19,1 18,0 (?) 

Ausgewaschenes Doppelsuperphosphat 10,9 17,9 

„ Phosphoritsuporph. . 3,3 3,0 

Phosphoritmehl 0,G 0,1 

Die ziemlich gute (itereinstimmung dieser Zahlen veranlafste die Ver- 
suchsttationen Bonn, Darmstadt, Speier, Wiesbaden, die Methode für Unter- 
suchung aUer Superphosphate zu acceptieren. Für Thomaspräzipitate waren 
indes die analytisch erhaltenen Resultate nicht bi-auchbar. 

Über die finanziellen Ergebnisse der Stadtreinigung in 19 
niederländischen Städten im Jahre 1884. i) 

Über das Verhalten des Harnstoffs im Ackerboden, von 
0. Kellner. 2) 

Wie sind Düngungsversuche auszuführen, von P. Wagner. 3) 

Zur Stickstoffdüngungsfrage, von E. Wein.*) 

AVie können wir Einnahmen und Ausgaben unsers Ackers 
ausgleichen, ohne zu künstlichen, aus dem Auslande impor- 
tierten Düngemitteln zu greifen, von Adalb. Smolian.^) 

Gewinnung und Verwertimg der Fäkalien durch Torfstreu. 

Über das Liegenlassen des Stallmistes auf dem Felde im 
gebreiteten Zustande, von M.Speck Frhr. v. Sternberg. 6) 

Die Bedeutung der Kalisalze als Düngmittel, von W. Lobe. 7) 

Eine neue Theorie der Düngung, von Liebscher- Jena.») "^Düngung" 

Verfasser fafst im Gegensatz zu der Ansicht, dafs die Kulturpflanzen 
für die einzelnen Nährstoffe ein verschieden starkes Aneignungsvermögen 
besitzen, oder dafs dieselben den einen aus dem Vorrat des Bodens, den 
anderen aus der Düngnmg ziehen, die Eesultate seiner Beobachtungen in 
folgende Sätze zusammen: 

Das Diuigerbedürfnis der Kulturpflanzen ist abhängig, nicht niu' von 
dem Verliältnis zwischen dem Stoffgehalte des Bodens und der Ernte, 
sondern aufserdem von dem zeitlichen A^erlaufe der Stoffaufnahme und der 
•juantitativen AusbiLUnig des Wurzelsj^stems wälirend derselben. A\'ahr- 

1) Landbauw., Courant 1885. p. 214; nach Centr.-Bl. Agrik. 188(5, p. 284. 

2) Landw. Jahrb. 1886, p. 712; nach Centr.-Bl. Agrik. 1886, p. 812. 
:^) Landw. Ver.-Zeitschr. f. Hessen 1886, No. 47. 

*) Zeitschr. d. bayr. landw. Ver. 1886, p. 406. 
5) Fühling's landw. Zeit. 1886, p. 641 u. 718. 
«) Fühling's landw. Zeit. 1886, p. 723. 
7) FühUng's landw. Zeit. 1886, p. 659. 

S) Scächs. landw. Zeitschr. 1886, No. 33; nach den Sitz. Ber. der Jenaischen 
Gesellschaft f. Medizin u. Naturwissenschaft 1886. 



252 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

sclieinlicli erscheint es, dafs aiiTserdem noch die "Wiu'zelausscheidung-en, also 
auch das Lösungsvermögen der Wurzehi verschiedener Pflanzen Verscliieden- 
heiten aufweisen, deren Berücksichtigung aber bisher noch nicht mög- 
lich ist. 



Litteratur. 

Annual report of the Maine fertilizer coutrol and Agric. experiment Station. 1885 — 86. 
W. H. Jordan.) Augusta 1886. 

Memoranda of the origin, plan and results of the fuld and othar erperiments etc. at 
Kothamsted 1886. 

Methods of analysis of commercial fertilizers. Proceedings of the third annual Con- 
vention of the association of officiel agric. Cherinits. Washington 1886. 

Neuffer, K. H. : Langjährige Erfahnmgen im Düngerwesen und Katschläge für die 
Zukunft. 

Pick, S.: Die künstlichen Düngraittel. Darstellung der Fabrikation des Knochen-, 
Hom-, Blut-, Fleisch -Melils, des Kalidünger, des schwefelsauren Ammo- 
niaks, der verschiedenen Arten Superphosphate, der Poudrette etc. Ein 
Handbuch für Fabrikanten künstlicher Düngemittel, Landwirte, Zucker- 
fabrikanten, Gewerbetreibende, Kaufieute. Mt 25 Abbildungen. 2te ver- 
besserte und vermehrte Auflage 1886. A. Hartleben, Wien. 

Kesults of experiments at Kothamsted on the growth of barley etc. by J. H. Gilbert. 
Sep. aus „Agricultural students' gazette". Neue Folge. Vol. HI. T. 1. 
Annual report of the Connecticut agric. experim. Station 1885. New Haven 1886. 

Stutzer, A. : Der Chilisalpeter, seine Bedeutung und Anwendung als Düngemittel. 
Gekrönte Preisschrift. 

Third annual report of the state agric. experim. Station at Amherst, Mafs. 1885. 
Boston 1886. 

Wagner, P. : Der Chilisalpeter, seine Bedeutung imd Anwendung als Düngraittel. 
Eine preisgekrönte Schrift, auf Grundlage der Arbeiten des Preisrichter- 
komites, sowie imter teilweiser Berücksichtigung der gleichfalls prämiierten 
Konkurrenzschrift von Prof. A. Damseaux in Gembloux bearbeitet und 
herausgegeben. Berlin. P. Parey. 1886. 
— — Einige praktisch wichtige Düngungsfragen unter Berücksichtigung neuer 
Forschungsergebnisse. Sechste veränderte und vermehrte Auflage. Berlin. 
1886. Paul Parev. 



Pflanzenchemie. 

Referenten: E. v. Raumer, A. Hilger. 

I. Fette. Wachsarten. 

Oxydation Über die Oxydation der Öle, von Ach. Livache. i) 

der Oie. -g^ -vnu-den verschiedene einti'ocknende und nicht eintrocknende Öle 

mit fein verteiltem Blei und Manganniti-at geschüttelt, dekantiert imd dann 
mit Bleioxyd geschüttelt. Eine dünne Scliicht so behandelten Leinöles 
wiu-de in kurzer Zeit fest. Die unlöslichen Fettsäm-en wurden durch Auf- 
nahme von Sauerstoff teilweise in lösliche verwandelt, wobei diese Zer- 
setzung im Laufe der Zeit wuchs inid die komplexen Säiu-en in einfachere 
zerfielen. Die nicht trocknenden Öle zeigton bei dieser Behandlung nach 
zweijährigem Stellen merklich dasselbe Aussehen und die nämliche Zu- 



1) Compt. rend. 102, 1167—1170. 



Pflanzenohemie. 



253 



sammcn Setzung, vdc sio einige trocknende Ole nach einem Jahre in fest- 
gewordenein Znstande zeigten. Diese Uniwandhmg der nicht ti'oclmenden 
Ole kann eventuell beschleunigt werden. 

Über die Anwesenheit des Cholesterins in einigen neuen, vege- 
tabilischen Fetten, von Ed. Heckel und Fr. Schlagdenhauffen. 1) 

Die Anwesenheit von Cholesterm in einigen Samenölen (von Gj^nor- 
ardia odorata Roxb., Giulandina Bonducella Flom., Caesalpinia Bonducella 
Roxb. und Abnis precatorius Lam.), ferner in den Fett- und Wachsarten 
der Blätter von Erythroxylum hypericifolium Lam. wurde durch eine 
Mischung von Schwefelsäure und Chloroform mit Eisenclilorid dm-ch die 
eintretende Rotfärbung nachgewiesen. 

'Über einige Punkte in der Prüfung der Öle, von Leonard 
Archbutt. 2) 

Die Ai'beit besteht in einer kritischen Prüfung der älteren imd neueren 
Methoden zur Untersnchimg der Öle. 

Ergänzende Bemerkungen über die Methoden zur Prüfung 
der Öle, von Alfred H. Allen. 3) 



Cholesterin 

in vegeta- 

biliBcben 

Fetten. 



II. Kohlehydrate. 



von Brom und Wasser auf Lävulose, Einwirkuag 

von Brom 

auf 
Lävulose. 



Über die Einwirkun 
von M. Honig.*) 

Kiliani beol)aclitete, dafs Lä\-idose beim Behandeln mit Silberoxyd 
dieselben Oxydationsprodukte Kefert, die seinerzeit von Hlasiwetz mul 
Hab er mann bei der Einwirkung von Clüor, AVasser und Silberoxyd er- 
halten A\'Tu-den. Es war daher zu vermuten, dafs das Halogen und Wasser 
nur primäre Produkte bildeten, während erst das Süberoxyd die End- 
produkte lieferte. Zur Konstatierimg dieser Ansicht wurden je 50 g Lävu- 
lose in 300 ccm Wasser mit 50 g Brom unter öfterem Umschütteln zwei 
bis drei Wochen stehen gelassen, durch einen Luftstrom das Brom ent- 
fernt, die Flüssigkeit mit kolilensaiuem Baryt gesättigt und abfiltriert. Aus 
dem Filtrate wurden sodann mit Alkohol Barytsalze gefällt, deren Analyse 
auf vorwiegende Büdung von Trioxybuttersäm^e schliefsen Ibissen. Eine 
Bildimg von Ameisensäure und Glykolsäme in nennenswerter Weise konnte 
Honig nicht beobachten. 

Über Reisstärke. Über das Verhältnis derselben zu der bei 
der Konversion gebildeten Menge Dextrose. Über die Zusam- 
mensetzung der Amyllocellulose und ein in derselben gefun- 
denes Fett, von Livio Sostegni. 5) 

Die Angaben verschiedener Autoren über die Mengen der bei der 
Konversion der Stärke gebildeten Dextrose sind im ganzen selu' schwankende. 
Während Salomon fiü- Reisstärke das Yerhältnis von 93,5 Stärke zu 100 
Zucker angiebt, findet der Verfasser als Dm'chschnitt einer gröfseren Reihe 



1) Compt. rend. 102, 1317—1:319. 

^) Journ. ehem. soc. Ind. V. 303 — 312. 

2) Journ. ehem. soc. Ind. V. 282—283. 
4) Berl. Ber. XIX. 171. 

*) Gaz. chim. XV. 1885, 37G— 384. 



Reisstärke. 



254 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

von Versuchen 93,2 zu 100. Zur Gewdnnung der Amyloeellulose, welche 
nach Nägel i zusammen- mit der Granulöse die Stärke bildet, schlägt 
Sostegni folgenden Weg ein. Die Stärke wird etwa 6 — 8 Stunden mit 
einprozentiger Salzsäiu-e, bei einer Temperatur von 80 — 85 ^ behandelt, bis 
Jod keine Blauiarbmig mehr giebt. Die imzersetzt gebliebene weifse, flockige 
Masse wii-d daim auf ein Asbestfilter gebracht, mit siedendem Wasser aus- 
gewaschen imd bei 100 — 110^ geü^ocknet imd gewogen. Ist die so ge- 
wonnene Cellulose nicht völlig trocken, so riecht sie bald ranzig. Dieser 
Geruch rührt von eiaem mit Äther extrahierbaren, sich leicht zersetzenden 
weifsen Fett her, welches aus der lu-sprünglichen Stärke nicht gewonnen 
werden kann. Dieses Fett zeigt einen Schmelzpunkt von 47 — 48^, wird 
es jedoch mit alkoholischem Kali verseift und aus dieser Seife mit Schwefel- 
säure wieder abgeschieden, so schmilzt es bei 50 — 51^. Die Analyse 
dieses Fettes, das bis zu 15 — 20% der mit Äther behandelten Masse be- 
trägt, erM^eist, dafs dasselbe gi'öfstenteils aus FettsäTU"en besteht. 

Da es bis jetzt zweifelhaft ist, ob derartige fette Substanzen üiren 
Ursprung aus der Stärke ableiten, oder aus der Cellulose, oder aber aus 
diese begleitenden Substanzen, glaubt der Verfasser, dafs die Gewinnung 
derselben aus der Am ylocelhdose , besonders in physiologischer Bezielumg 
von AVichtigkeit ist. 

Die nach der Ätherextraktion übrigbleibende Masse ist im trockenen 
Zustande dunkel gefärbt, enthält 1 — 2 ^/^ Asche, löst sich beim Erwärmen 
in zweiprozentige Kalilauge imd hefert mit verdünnten Säiu-en behandelt, 
Zucker im Verhältnis von 98,5 Celliüose zu 100 Zucker. 

Über Läviilose, von Alex. Herzfeld und Heinrich Winter.') 

Nach einem früheren Versuche wurde konstatiert, dafs Lävulose bei 
der Oxydation mittelst Quecksilberoxyd und Barjirwasser der Hauptmenge 
nach in normale Trioxybuttersäiu-e verwandelt "ward. Wird Lävidose mit- 
telst Brom oxj'diert, so wird ebenfalls Trioxybuttersäm-e gebildet, jedoch in 
gei'inger Menge. Die freie Trioxybuttersäure ist rechtsdrehend. 

Spezifische Drehmig der Lä\nilose. Die spezifische Drelumg der krystal- 
lisierten Lävulose wurde bereits früher 2) dm-ch die A^'erfasser bestimmt. Es 
wurde in-tümlich angenommen, dafs der damals gefundene Wert mit dem aus 
dem Drehimgsvermögen des Invertzuckers und der Glukose berechneten über- 
einstimme. Erst später wiu'de gefunden, dafs der beobachtete Wert füi* 
« (D) (= — 69 . 24 : p = q) gegenüber dem berechneten « (D) = — 90,18 
viel zu niedrig sei. Die Annahme, es habe vielleicht bei der Untersuchmig 
ein Entwässerungsprodukt vorgelegen, wiu'de durch vorsichtige Wiederholung 
des Versuclis als inig dargelegt. 

Die dm-ch Krystallisation aus absolutem Alliohol gewonnene Lävulose 
besitzt demnach die Zusammensetzung Cg Hjg Og imd lenkt in wässriger 
Lösung bei der angegebenen Konzentration imd Temperatur den polarisierten 
Lichtstrahl um a (D) = — 7 1,4 ^ ab. Es wurden erhalten: 

A. p = 20,071 t = 200 

« (D) = — 71,48 

B. p = 20,197 t = 200 
a (D) = — 71,43. 

1) Berl. Her. XIX. 1886, 390-395. 

''') Zeitschr. d. Ver. Rübenzuckerind. 1884, 430. 



Pflanzenchemie. 



255 



In alkoliolischer Lcksung (absoluten Alkohol) hat Winter eine bedeu- 
tende Depression des Drehungsvennügens der Lävulose gefunden. 

Die untersuchte Liuidose war aus Inulin dai-gestellt worden. Bei der 
Polarisation einer aus Li vertz ucker gewonnenen Lä\idose -wT-u-den für a (D) 
nur die niedrigen Werte von 45,13 resp. 40,18 ^ gefunden. Entweder 
ist es also nicht möglich, mittelst absoluten Alkohols ein Gemenge von 
Glukose nnd Ljüiilose völlig zu trennen, oder der Linkozucker des Invert- 
zuckers zeigt ein niedrigeres Drcliungsvermögon als der des Liiüins. 

Winter hat aus krystallisierter wie niclit krystaUisiertcr Lävulose ein 
Kalksalz dargestellt, das die Znsammensetzung Cg Hjg Og . Ca . H2 hat. 
In absolutem Alkohol suspendiert löst sich das Kalksalz beim Einleiten 
von HCl-Gas xmd fällt nach einiger Zeit ein weifser Niederschlag aus, 
der walu-scheinlich einen Äther der Lävulose vorstellt. 



von Horace T. Brown. Entgegnung au 



Über Maltodextrin, 
Herrn A. Herzfeld. •) 

Über die Zuckerarten in keimenden und nicht keimenden zuckeiarten 

^ m Cerealien. 

Cerealien, von C. 0. SuUivan. 2) 

Die in Malz und Gerste enthaltenen Mengen Zucker nach den ver- 
schiedenen Zuckerai'ten betragen in Prozenten der Trockensubstanz : 





Gerste I 


Malz 


Gerste 11 


Malz 


Eolu-zucker . 


. . 0,9 


4,5 


1,39 


4,5 


Maltose . . 
Dextrose . . 


:;!■•' 


1,2 
3,1 


1 0,62 


1,98 
1,57 


Lävulose . . 


0,2 


0,71 



Diese Zuckerarten A\'iu-den aus den Cerealien diu'ch Extraktion mittelst 
Alkohol bei einer Temperatur von 40 ^ erhalten. 

Über die Produkte der Oxydation des Mannit mit über- 
mangansaurem Kali, von Fr. Iwig und 0. Hecht. 3) 

Bei der Oxydation des Mannit mit übennangansaurem Kali in alka- 
lisclier Lösung entstehen: Kohlensäure, Ameisensäure, Oxalsäm-e, Weinsäm-e 
imd Erythritsäm'e. Die Spaltimg des Mannitmoleküls findet sonach an der 
in der Formel angedeuteten Stelle statt: 

CH2OH — CHOH I — CHOH — CHOH — CHOH — CHgOH. 
Der eine Teil wird zu Oxalsäure, der andere zu Erytlu'itsäure oxj'diert, 
welch letztere einer weiteren Oxj^dation zu Weinsäure, Oxalsäm-e, Ameisen- 
säure etc. etc. miterliegt, da die gewonnene Menge Er}i:liiitsäure immer 
eine verhältnismäfsig geringe war. 

Die Verfasser fanden, \de seinerzeit Lanip arter, eine für die Formel 
C4H8O5 um zwei H-Atome geringere Menge Wasserstoff, wodurch sie zur 
Yermutimg kamen, die Erythritsäure sei eine Aldehydsäiu-e mit der Fonnel 
C^JIqO^^ wofür auch die reduzierenden Eigenschaften derselben sprechen 
wüi'den, welche die der Erythritsäm-e zunächst verwandten Glukonsäure 
und Laktonsäuro nicht besitzen. 



Oxydation 
vou Maunit. 



1) Berl. Ber. XIX. 1886. 433—433. 

2) Chem. Soc. 1886, I. 58—70. 

3) Berl. Ber. XIX. 1886, 468—473. 



25G 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger, 



liävulin- 
säuxe. 



Dextrose. 



Über die Bildung von Lävulinsäure ans verschiedenen 
Stoffen und ihre Benutzung zur Erkennung von Kohlehydraten, 
von C. Wehmer und Tollens. ^) 

Vm die Meinung von Kent und Tollens, dafs mu- die eigentlichen 
Kolilehj'drate beim Kochen mit verdiinnter Salz- oder Schwefelsäm-e Liunüin- 
säm-e liefern , genauer zu prüfen , wurden 17 — 18 verschiedene Stoffe auf 
diese "Weise behandelt imd hierbei Residtate erhalten, Avelche diese Ansicht 
bestätigen und zugleich konstatiert, dafs die eigenthchen Proteinstoffe im 
Gegensatz zu Chondrin kerne diu-ch Salzsäure isolierbaren KoMehydrat- 
gi'uppen enthalten. Die Gegenwart von Lä\T^ilinsäui-e wmxle dm"ch die Dar- 
stellimg des charakteristischen Silberlävidates aus den Reaktionsflüssigkeiten 
festgestellt. 

Über die Einwirkung der Blausäure auf Dextrose, von Hein- 
rich Kiliani. 2) 

Über die Konstitution der Dextrose sind gegenwärtig drei verschiedene 
Anschauungen vorhanden. Nach Baeyer und Fittig ist die Dextrose das 
Aldehyd des Mannits CH20H(CH0H)4CH0. Y. Meyer hat in anbetracht, 
dafs Dextrose die für Aldehyde charakteristische Reaktion mit fuchsin- 
schwefliger Säm-e nicht giebt, dieselbe als Ketonalalkohol betrachtet. 

Tollens hält die Dexti'ose für das Anhydi'id des siebensäiurigen Alko- 
hols CH2 0H(CHOH)4CH < Qg, ^vie Baeyer und Fittig, doch glaubt 

er, dafs die beiden an der Anliydritbildung beteilig-ten Hydronyle an zwei 
verscliiedenen Kohlenstoffatomen sich befinden, während nach Baeyer die- 
' selben an einem Kohlenstoffatom haften. Dm-ch letztere Anschauimg wird 
die Frage nach der Konstitution der Dextrose sehr kompliziert, da nach 
derselben 5 unter sich verschiedene Anhydi-ide abgeleitet werden können. 
Der Verfasser stellt nun 3 Fi-agen auf: 

1. Ist die Dextrose ein Ketonalalkohol oder ein Anliydrid des sieben- 
säiu-igen Alkohols? 

AVenn letzteres der FaU ist: 

2. Ist der Anhydiidsauerstoff mit einem oder mehreren Kohlenstoffatomen 
verbunden, d. h. ist der Zucker ein Aldehyd oder nicht? 

.3. Welche Kolilenstoffatome sind durch jenen Sauerstoff mit einander 

verbimden ? 

Durch Behandeln der Dextrose mit Blausäure glaubt derselbe am besten 
entscheiden zu können, ob ein Ketonalkohol oder ein Anhydrid voi'liogt. Im 
ersteren FaUe müfste eine Verl)indung mit nicht normaler KohlenstQff'kctte 
entstehen, während ein in Frage kommendes Anhydi-id eine Verbindung 
mit normaler Kette liefern würde. 

Bei diesem VersTiche mit Blausäure erliielt Verfasser wirldich das 
Ammonsalz einer Hexaoxyheptylsäure 

CeHisOß + CNH -f 2II2O = C^HjgOgNH^. 

Das Ammonsalz der Hexaoxyheptylsäure wurde mit Barythydrat bis 
zum Verschwinden des Ammoniakgcruehes auf dem Wasserbade eingedampft 
und der Baryt durch Schwefelsäure entfernt. Das Filti-at wm-de bis zm- 



') Berl. Ber. XIX. 1886, 707—708. 

2) Berl. Ber. XIX. 1887, 767—772 und 1128—1130. 



Pflanzenchemie. 257 

Siniplvonsistcnz eingedampft imd mit Alknliol ausgeschüttelt. Ans der Alko- 
hollösiing kiystallisierte eine neutral reagierende Substanz, die sich leicht 
in AVasser, schwer in Alkohol, in Äther nicht löste, deren Zusammen- 
setzimg der Formel C7H12O7 entspricht. Mit Metalloxyden oder Karbonaten 
entstehen leicht Salze, deren Zusammensetzung beweist, dals der oben ge- 
fundene Körper ein Lakton der Hexaox^dieptylsäure ist. Es Avm-de fi"ir das 
Kalksalz die Formel (C7Hi3 08)2Ca gefunden. 

Durch kochende, konzentrierte Jodwasserstoffsäure wurde die Hexaoxy- 
heptylscäure leicht zu einem Heptolakton i-eduziert, jedoch war die Hälfte 
der Substanz zu der entsprechenden Heptylsäure reduziert Worden. Obwohl 
dies Yerhalten nach den früher l)ei den Saccharinen und der Glukonsäure 
gemachten Erfahrungen nicht vorlierzusehen war, hatte es für die Beant- 
wortung der Konstitutionsfrage insofern grolse Bedeutung, als die Heptyl- 
säm'c leiclit zu identifizieren war und sich sowohl in ilu'en Salzen, wie in 
freiem Zustande ganz so verhielt me die noinnale Heptylsäme. 

Durch diese mitgeteilten Thatsachen ist die Dextrosekarbonsäure (Hexa- 
oxyheptj^lsäiu'e) iin zweifelhaft als normale Hexaoxjiieptylsäure charakterisiert 
tmd glaubt der Verfasser, seiner frülieren Erch'terung gemäfs bemesen zu 
haben, dafs die Dextrose nicht als Ketonalkohol betrachtet werden darf. 

"Weiterhin soll das gewonnene Heptolakton noch mit dem synthetisch 
dargestellten normalen Lakton verglichen werdeii, sovne imtersucht werden, 
ob der Dexti'ose die von Baeyer-Fittig aufgestellte Aldehydformel oder 
eine der Ansicht von Tollens entsprechende Fonnel zukommt. 

Über das dextrinartige Kohlehvdrat der Samen von Lupinus Kohlehydrat 

. '=' - -t lu Lupmus 

intens, von K Steiger.') luteus. 

Die von Ad. Baeyer und von Eichhorn in den Lupinensamen nach- 
ge\\'iesene, in verdümitem Alkohol lösliche dextiinartige Substanz -vv^u-de 
von Steiger rein dargestellt mid näher untersucht. Sie stellt über Schwefel- 
säure geti-ocknet ein weifses hygroskopisches Pulver dar, das in Wasser 
in allen Yerhältnissen löslich ist. In heifsem "Weingeist löst es sich nach 
Mafsgabe des "Wassergehaltes, unlöslich ist dasselbe in absolutem Alkohol 
und Äther. Die Zusammensetzung entsi^richt der Formel CeHjQ05. Für 
eine 10 ^/oige Lösung wiu-de eine Rechtsdrehung («)D = -f- 148,7 bei 
der Polarisation gefunden. Dm-ch Diastase wird es nicht verändert. Diu'ch 
Kochen mit starker Salpetersäure wurde Schleimsäiu-e erhalten. Älit ver- 
dümiter Salz- oder Schwefelsäure gekocht liefert es nicht Glykose, sondern 
einen Zucker, der mit der Galaktose aus Milchzucker identiscli ist. Dieser 
AATU'de kr^-stallisiert erhalten und durch üutersuchimg der Phen^-lhydi-acin- 
verbindung, des Drehungsvermögens imd der durch Brom entstehenden 
Oxydationsprodukte identifiziert. Aus Pflanzen \\nnxlen bisher Kolüehydrate, 
die mit Säuren behandelt Galaktose geben, niu' wenige isoliert. 

Es gehört hierher das von A. Müntz aus Lnzernensamon dargestellte 
..la galactine" genannte, das von R. "W. Bauer in Agai'-Agar gefundene und 
ein von A. Meyer ans den "Wurzeln von Silcne Aiilgaris gewonnenes 
„Laktorin" genanntes. 

Letzteres unterscheidet sich von dem durch Steiger erhaltenen Kohle- 
hydrat durch seine Krystallisationsfähigkeit nach längerem- Kochen mit 



') Berl. Ber. XIX. 827—830. 

JaUrosbericht 18S6. 17 



258 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Baffiuose. 



Milch- 
zucker. 



Saure 

Garung der 

Glykose. 



80 ♦^/Qigeui Allvohol iind diircli seine Spaltung bei der Inversion in Galaktose 
nnd eine nicht näher gekaimte optisch inaktive Zuckerart. Yerfasser sclüägt 
fiu- das von Müntz erhaltene Produkt den Namen „a-Galaktan" und für sein 
eigenes „^5-Galaktan"- vor. 

Über das Yorkommen von Raffinose in der Gerste, von C. 
0. SullivanJ) 

Diu'ch Entraktion der Gerste niit Alkohol luid A^ ersetzen des kon- 
zenti'ierten, alkoholischen Entraktes mit wenig Äther erhält man eine kiy- 
stallisierte Zuckerart, die mit Raffuiose identisch ist. 

Über die Existenz der näheren Bestandteile des Milch- 
zuckers in den Pflanzen, von A. Müntz. ^) 

Die beiden Bestandteile des Milchzuckers, Glukose mid Galaktose, die 
vielleicht zimi Aufbau des Milchzuckers im Tierkörper benutzt werden, 
kommen in der Pflanze vor. Die Glukose ist entweder als solche, oder in 
Form von Stärke und CeUulose in derselben vorlianden, während Galaktose 
aiis arabischem Gummi, aus allen anderen Gummisorten wie auch aus 
Pflanzenschleimen und Pektinstoffen durch Behandeln mit verdünnter 
Schwefelsäm-e erhalten werden. 

Nähere Bestandteile des Milchzuckers in den Pflanzen, von 

A. Müntz. 3) 

Die Stofl"e, aus denen Galaktose erhalten werden kann (Gummiarten, 
Schleimstoffe etc.), sind in der Pflanzenwelt sehr weit verbreitet. Sie fin- 
den sich in Geti'eidesorten, Obst, Wiu'zel- luid Knollengewächsen, Hülse- 
früchten, Gemüsen mid VieMutter. 

Anilide der Galaktose und Lävulose, von Ssorokin. 4) 
Untersuchungen von Melitose oder Raffinose aus Melasse, 
Baumwollsamen und Eukalyptus manna, von P. Rieschbiet und 

B. Tollens.5) 

Das ausführliche Referat über diese Arbeit ist bereits in diesem Be- 
richt Ym. 1885, 300 — 301 enthalten, hinzuzufügen ist mu-, dafs ToUens 
dm'ch Yersuche feststellte, dafs Eukalyptusmelitose ebenso wie Melasse- 
raffinose vollständig vergärten und beide Köi-per folglich identisch sind. 
Über eine saure Gärung der Glykose, von Boutroux. 6) 
Der von dem Yerfasser auf melu-eren Blüten und Früchten gefundene 
]\Iikrokokkus oblongus ruft in einer Lösung von Glukose in Hefe^-asser, 
bei Gegenwart von überschüssiger Ki-eide eine Bildung von Kalksalzkiy- 
stallen hervor, die in einer Lösung von Saccharose nicht entstehen. Auf 
das Kalksalz der Zymoglukonsäure wirkt das Ferment in gleicher Weise. 
Die aus dem Cadmiumsalz gewonnene freie Säure stellt einen in "Wasser 
wid Alkohol leicht löslichen Sirup dar, der sich schon bei geringer Er- 
wärmimg, wie auch durch einen Überschufs an Alkali braun färbt und 
dm-ch Ammoniak schwarz wird. Der Körper reduziert Fehling'sche 



1) Chem. Soo. I. 1886. 70—74. 

2) Compt. rend. 102. 024-027. 

3) Compt. rend. 102. 681— (i84. 

*) Joum. d. russ. phvs. chem. Gesellsch. 1886. I. 129 — 132. 

ö) Ann. 232. 169— 2Ö5. 

6) Compt. rend. 102. 924—927. 



Pflanzenchoiuie. 



250 



Lösung, sowie Silbeiiüsung. Verfasser nennt diese Säm-e Oxyglukonsäme, 
sie ist isomer mit der von Maumene dargestellton Hemi j^insäure, aber 
nicht identisch mit ilir. 

t'ber die Produkte der Oxydation des Mannit mit über- 
mangansaurem Kali, von Fr. Iwig und 0. Hecht. ') 

Über eine saure Gärung der Glukose, von Maumene. 2) 
Nach Boutroux's Ai-beit über die saure Gärung der Ghikose, soll 
die Oxyglukon säure sich von der Hemij)insäm-c dadurch luiterscheiden, dafs 
erstere mit Bloiacetat einen flockigen Niederschlag gebe. Maumene giebt 
nun an, dal's Hemipinsäure denselben Niedersclüag giebt imd beide Säuren 
daher identisch seien. 

Cyklamose, ein neuer Zucker, von Gustav Michaud. 3) 
Aus Cyklamen Em-opaeum wiuxle eine Zuckerart gewonnen, die mit 
^•erdünnter Schwefelsäure invertiert wird. Das Drehimgsvermögen desselben 
beträgt — 15,15*^ und wird durch verdünnte Salzsäiu-e auf 66,54^ ge- 
steigert. Die Zusammensetzung desselben soll durch die Formel Cj2H22 0jj 



Cyklamose. 



Verbrennungs- und Bildungswärme von Zucker, Kohle- 
liydraten und verwandten mehrwertigen Alkoholen, von Berthelot 
und Yieille.4) 

Über die durch Inversion von Lichenin entstehende Zueker- 
art, von Peter Klason. ^) 

Vor kiu-zer Zeit hat E. W. Bauer (Journ. f. prakt. Cliem. 1886, 40) 
gezeigt, dafs durch Inversion von Lichenin Dextrose entsteht. K lasen 
macht darauf aufmerksam, dafs er schon vor acht Jalu-en dasselbe gezeigt 
liat. (Lunds Fysiografiska SäUskaps ^Minnesskiift 1878, S. Gl.) 

Untersuchungen über die Einwirkung verdünnter Säuren 
auf Traubenzucker und Fruchtzucker, von M. Conrad imd M. 
Guthzeit. «) 

Teilens un^l A. v. Grote gelang-ten in ihrer ersten Abhandlung über 
die Darstellung der Lävulinsäure zu dem Eesultate, dafs Dexti*ose ebenso 
wie Lä%'nlose beim Kochen mit verdünnter Schwefelsäiu-e Lämlinsäure, je- 
doch in sehr geringer Menge giebt. Beim Kochen mit Salzsäm-e ist die 
Ausbeute zwar etwas gröfser, aber immer noch sehr gering. 

Bei genauerer Priifimg haben jedoch die Verfasser gefunden, dafs 
dies zwar für die Behandlung des Eolu'zuckers mit verdünnter Schwefel- 
säure, jedoch nicht füi- die mit Salzsäm-e gilt. Nach der Formel CgHigO^ 
= CgHgOg + CHgOa + HgO müfsten 100 Teüe Rolu-zucker, Avelchc 
52,6 Teile LäAiilose enthalten, 33,89 Teile Acetopropionsäm-e liefern, was 
auch bei der Behandlung des Rolu-zuckers mit Salzsäiu'e thatsäclilich an- 
nähernd der FaU war, es schwankte die Menge der Lävulinsäure zwischen 
33,6 imd 35,0 g und wiu-de also ein geringer Überschufs derselben der 



1) Berl. Ber. XIX. 1886. 1561. 

2) Compt. rend. 102, 1038—1039. 

3) Chem. News. 53. 232. 

*) Compt. rend. 102. 1284. 

5) Berl. Ber. XIX. 1888. 2541. 

6) Berl. Ber. XIX, 1886. 2569—2574. 



Einwirkung 
verdünnter 
Säuren auf 
Trauben- 
zucker, 
Frucht- 
zucker, 
Milch- 
zucker. 



17^ 



260 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

Zersetzung der Dextrose ziizuschreibeii sein. Bei genauer Untersuchung 
wiu'den jedoch Resultate erhalten, welche mit der obigen Annahme nicht 
stimmten. 

Es wnn-den die 20 g Rolu'zucker entsprechenden Mengen Dextrose 
und Lä^1^1ose 17 Stimden mit derselben Quantität Schwefelscäm-e und 
Wasser erliitzt, Avie in einer früheren Arbeit angegeben, das Resultat war 
in Prozenten Rohrzucker ausgech'ttckt : 

Huminsubstanzen Dextrose Acetopropionsäure Ameisensäure 

Dexti-ose 52,6 . . 0,83 43,70 2,78 1,21 

Lävulose 52,6 . . 13,78 — 16,78 6,46 

Rohrzucker 100 = 14,61 43,70 19,56 7^67 

Dieses Resultat stimmt ziemlich gut mit dem früher bei der Spaltung 
von Rohrzucker mit verdünnter Schwefelsäure erhaltenem überein. 

Bei der Behandlung von Dextrose und Lävulose in demselben Yer- 
hältnis ^^^e oben mit verdünnter Salzsäure, war das Resultat jedoch ein 
ganz anderes. 

Es ergab sich auch hier wieder auf 100 Teile Rolirzucker gleich 
52,6 Dextrose und 52,6 Lävulose imigerecluiet : 

Humin- unveränderte Acetopropion- Ameisen- 
substanz Dextrose säure säure 
Dexü-ose 52,6 g Uefern . . 4,76 14,52 15,53 6,51 

Läviüose 52,6 g „ . . 10,65 — 16,28 8,78 

Rohrzucker 100 g liefern . 15,41 14,52 34,81 15,29 

Das erhaltene Quantum Ameisensäure imd Acetopropionsäm-e entspricht 
also auch hier dem bei der Behandlimg von Rolu'zucker mit derselben 
Salzsäuremenge gefimdenen. Die gröfsere Menge Ameisensäiu-e imd Aceto- 
propionsäm'e riüirt jedoch von dem verschiedenen Verhalten der Dextrose 
gegen Salzsäm-e her, welche von 7 — 8 <^/oiger Schwefelsäm-e nur wenig 
angegriffen wird, mit 8 — lO^/^igev Salzsäm-e aber nicht viel weniger Aceto- 
propionsäm^e liefert als Lä\^üose. Der Versuch von Tollens mit Dexti'ose 
imd konzentrierter Salzsäiu-e wiu-de von den Verfassern ebenfalls angestellt 
xmd konnten dieselben auf diese Weise aus Dextrose überliaupt keine Aceto- 
propionsäiu-e erhalten, während die Dextrose fast völlig zerstört wurde. 
Konzentrierte Salzsäure wirkt also ganz anders auf Dextrose ein als ver- 
dümite. 

Über die Zersetzung des Milchzuckers durch verdünnte 
Salzsäure, von M. Conrad und M. Guthzeit. ^) 

Bei der Behandlung von IVIüchzucker mit 9 — lO^/^iger Salzsäure 17 
Stunden lang am Rückflufskühler im Kochsalzbade A\^n'den erhalten für 
100 Teile Avasserfreien Milchzucker: 

Huminsubstanzen GalaktoirT* De.xtrcse -acetopropionsäure Ameisensäure 
18,03 ' ' 27,70 ' 31,20 12,13 

Die Verfasser geben als Übersicht über das Verhalten äquivalenter 
Mengen verschiedener Zuckerarten bei 17 stündigem Erhitzen mit 9 — 10- 
^^/ßiger Salzsäure folgende Zalüen an: 



1) Berl. Ber. XIX. 1886. 2575—2576. 



Pflanzencliemie. 



2G1 



Humin- unveränderte 
Substanzen Glvkosen 



18,9 



20,G 



Aceto)>ropion- 

säure 

33,2 



Ameisen- 
säure 
13,8 



29,0 



33,2 



31,2 
31,1 
39,6 
28,4 
12,4 



12,1 
13,1 
17,6 
10,8 
4,2 



100 Rohrzucker liofeni. 
HJO [Milchzucker (wasserfrei) 

liefern 18,0 

105 Dexti'ose liefern . . . 9,5 
105 IJä^•ulose liefern . . . 21,3 
105 Galaktose liefern . . . 16,8 
105 Arabinose liefern . . . 43,0 

Über die Arabonsäure und die aus Lichenin entstehende 
Zuckerart, von R W. Bauer, i) 

Um Arabinose zu erhalten wurde lufttrockener Kirschgummi mit 1,5 
bis 2 Teilen 3,7 o/Q_iger Schwefelsäure 4 Stunden lang auf 100 <> erhitzt. Das 
Produkt wurde mit Calcium- und Baryumkarbonat versetzt, eingedampft und 
mit Alkohol cxü-ahiert. Nach Entfernung des Alkoliols und zweimaligem 
Umkiystallisiercn aus Wasser zeigte die 10%ige Lösung die Drehung 
(ß)D = + 104,2 f*. Zur Darstellung der Arabonsäiu-e wurden 10 Teile 
Arabi7iose mit 55 Teilen Wasser und 20 Teilen Brom 36 Stimden unter 
öfterem Umschütteln behandelt, das überschüssige Brom diu-ch Erwärmen 
entfernt imd durch Bleioyydhydrat das Bleisalz der Arabonsäm^e darge- 
stellt. Die spezifische Drehung der AraVtonsäure ist — 67,3 0, der 
Schmelzpmikt 89 0. Von der Glukonsäure unterscheidet sich die Arabou- 
säiu-e durch ihre Löslichkeitsverhältnisse des Cadmimnsalzes. Das Verhalten 
des Lichenins aus isländischem Moose bei der Inversion mit Schwefelsäure 
ergiebt die Zugehörigkeit desselben zu der Dextrose liefernden Gnippe. 

Verwandlung der Glukosen in Dextrine, von E. Geimaux 
und L. Lefevre. 2) 

Man läfst Glukose in 8 Teilen Salzsäm-e (d == 1,026), diese Lösung 
wird im A^acuum destilliert, der ziuiickbleibende Sii'up wh-d in Wasser ge- 
löst mid mit Alkohol von 90" gefällt. Die abfiltrierte Fällung wird in 
wässeriger Lösung mit Tierkolüc entfärbt, worauf beim Verdimsten der 
Lösung ini Vacumn ein Gummi zurückbleibt, der zu einer durchsichtigen 
Haut einti-ocknet, die sich pulvern läfst. Reduktionski-aft luid Drehimgs- 
vermögen dieses Dextrins variiert mit der Anzahl der Fällungen, denen es 
untenvorfen A\ard. 

Zur Kenntnis der Kohlehydrate, von E. Wallach.3) 

Extraliiert man die Knollen von Lis Pseud-Acorus mit kaltem Wasser, 
lallt die Lösung mit basischem Bleiacetat, entfernt das Blei im Filtrat mit 
Schwefelwasserstoff und verjagt letzteren durch einen Luftsti'om, so erhält 
man durch Fällen mit Alkohol einen Niederschlag, der durch wiederholtes 
Lr,son in Wasser mid Fällen mit Alkohol gereinigt wird. Das so erhaltene, 
blendend weifse Produkt hat die Zusammensetzung C6Hjq05 + H^ 0. 
Dieses Kohlehyib'at wird vom Verfasser Inisin genannt, es di-eht stärlcer 
links als Liulin, reduziert Felüing'sche Lösung selbst beim Kochen nicht 
und AWrd dm-ch verdünnte Säiu'en in einen Zucker (wahrscheinlich Lävu- 



1) Joura. Chem. XXXIV. 46—50. 

2) Compt. reud. 103, 14G— 149. 

3) Ann. 234, 364-375. 



Arabon- 
säure. 



Glukose in 
Dextrin, 



Kohle- 
hydrate. 



262 Boden. Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

lose) Ten\*andelt. Mit Jod giebt es keine Färbung, mit Jodwasserstoffsäiire 
zeigt es heftige Reaktion und zersetzt sich bei 100 <* mit Salzsäure imter 
Bildung von Lä%-ulinsäm-e. Von Inulin unterscheidet es sicli durch gröfseres 
Drehungsvermögen, dm'ch die Unfähigkeit doppeltbrechende Sphärokrystalle 
zu bilden und diu-ch viermal gröl'sere Löslichkeit in Wasser. 
Meiitriose. Beitrag zur Kenntnis der Melitriose (Raffinose), deren 

Nachweis und qualitative Bestimmung neben Rohrzucker, von 
C. Scheibler. 1) 

Der im Jahre 187G von Loiseau in den Rübenmelassen entdeckten 
Raffinose wm-de von diesem Forscher die richtige Formel Cjg H32 Oje + 5 Hg 
beigelegt. Im Jahre 1883 entdeckte nun Böhm in den BaiuuwoUsamen 
eine Zuckei'art, welche er Gossj^ose nannte mid von welcher bald darauf 
Ritthausen nacliAväes, dafs sie mit der von Johnston- imd von Berthe- 
lot aus der Eucalyptus Manna dargestellten Meli tose identisch und wie 
diese nach der Fonnel CigHggOu + SHgO zusammengesetzt sei. Im 
Jahre 1885 zeigte dann T ollen s, dafs man es in der Raffinose Loiseau's 
und der Mehtose Ritthausen 's mit einer und derselben Zuckerart zu 
thun habe; er entscliied sich aber auf Gi^und seiner Analysen und besonders 
wegen einer nach der Formel CiglTgiNaOu zusammengesetzten Nati-ium- 
verbindmig zunächst füi' die ältere Formel der Melitose Cj2H22 0u + SH^O. 
Verfasser schlägt vor, nachdem die Identität dieser verschiedenen Zucker- 
arten nachgewiesen, die bisherigen Namen aufzugeben imd den Namen 
„Melitriose" für dieselben zu acceptieren. 

Der "Wassergehalt der Melitriose wm-de vom A'erfasser als der Formel 
CjgHgg Ojg + 5H2 entsprechend gefunden. Die entwässerte Melitriose 
schmilzt bei 118 — 119^ mid ist selu- hygroskopisch. Da die Melitriose 
in "Wasser ^iel leichter löslich ist als der Rohrzucker, findet sie sich vor- 
■wdegend in der Melasse. Nur die Produkte der Melasseverarbeitimg nacli 
dem Monostrontiumverfalu'en sind frei von Melitriose, da dieselben bei ge- 
wöhnlicher Temporatiu' mit Strontium keine lui- oder schwer-lösliche Ver- 
bindung eingeht. Die Melitriose haltenden Rohrzucker sind an dem 
eigentümlichen KiystaUliabitus leicht zu erkennen und werden mit Recht 
pro Centner um 1 — 2 M niedriger bezahlt, da die Melitriose weit stärker 
als Rohi'zucker di-eht und die nach Polarisation gekauften Zucker daher 
den angegebenen Zuckergehalt in diesem Falle nicht besitzen. Aufserdem 
geht die Melitriose bei der Raffination in die Raffineriesh-upe über, da sie 
leichter löslich ist, imd liefern derartige Zucker eine weit geringere Aus- 
beute. Verfasser giel^t im Methylalkohol ein Lösungsmittel an, das zur 
Trennimg von Melitriose von Rohrzucker geeignet ist. 100 ccm Methyl- 
alkohol lösen bei gewülinlicher Temperatur OYg g Melitriose und nur 0,4 g 
Rolii-zucker. Sättigt man ^Methylalkohol mit reinem Rohrzucker und be- 
stimmt das Di-ehungsvermögen dieser Lösung, behandelt darauf melitriose- 
lialtenden Zucker mit dieser Lösung und polarisiert von neuem, so kann 
man aus dieser Differenz den Melitriosegehalt eines Zuckers berechnen. 
Der melitriosehaltende Zucker mufs vorher getrocknet werden, da sonst die 
Lösungsfälligkeit filr Rohrzucker ebenfalls zunimmt. Um diese Methode 
brauchbar zu machen, müssen nocli verscliiedene Untersuclumgen angestellt 



1) Berl. Ber. XIX. 1880, 2868-2874. 



Pflanzcncliemie. 2G3 

lind evontuell Korrcktionstaliolloii aufgostellt worden, deren Ausführnng sich 
Verfcissor noeli vorbeliält. 

Über Mannit im Caniliialsafte der Ficlito, von .T. Kölilor. M . ^'*"'V' 
Aiis dem Cambialsaite der Jiclite wurde neben einenr gelljüelir-n safte. 
Pulver, das aus Manganoxydul, Magnesia und Oxalsäure bestand, Mannit 
isoliert. In der Mutterlauge ■desselben scheint dem starken Reduktions- 
vernir)gen nach Traubenzucker vorlianden zu sein, der durch Spaltimg des 
Coniferins entstehen dih'fte. Die Nitroverbindung des i\Iannits zeigte nach 
längerem Troclaien einen Schmelzpunkt von 11 (J — 120^ und erstarrte nach 
dem Erkalten krystallinisch. 

Zur Kenntnis der Kohlehydrate, von M. Honig u. St. Schubert. 2) 
Verlasser stellten aus Stärke, Cellulose und Traubenzucker Dexti-ine 
d. h. Körper von der Formel CeHioOs dar. Es wiu-den auf je 1 g'Kolüe- 
hydrat 2 cct. konzentrierte Schwefelsäure genommen imd bei versclüedenen 
Temperaturen ^1^ Stunde lang stehen gelassen. Die Masse -woirde sodann 
veiTieben und in die 8 — 1 fache Menge absoluten Alkohol gegossen. Das 
Filtrat hiervon wiu-de 24 Stunden sich überlassen und darauf die zur Ab- 
scheidung gelangten Äthersäuren auf Papierfilter mit absolutem Alkohol ge- 
waschen. Zur völligen Entsäuerung wurden dieselben 1 — 2 Stuiiden am 
Kückflufskülüer mit absolutem Alkoliol gekocht und aufbewahrt. 

Die Resultate dieser Untersuchungen Averden von den Yerfassern in 
Tabellen mitgeteilt. Vei-fasser halten die aus den 3 Kohlehydraten ent- 
stehenden End- Dextrine für identisch. 

Über Gärung der Cellulose mit Bildung von Methan und Ceiiuiose- 

T 1 1 •• TT o 1 1\ Karuug. 

Kohlensaure, von Hoppe-Seyler.«') 

Dafs die in feuchten Böden aufti-etende Entwickelung von brennbaren 
Gasen durch Gärung hervorgerufen wird, kami durch die Unterbrechung 
dieser Entwickelung mittelst antiseptischer Substanzen, wie durch Erhitzen 
auf GOO bewiesen werden. Diese Gase enthalten trotz der unvermeidlichen 
Diffusion in der Regel mein- als 50 o/q Methan. Li Gasproben aus dem 
Boden eines kleinen Hafens bei Wasserburg am Bodensee, am 11. September 
1884 entnommen, wurden gefimden: Kohlensäm-e 0,0 resp. 1,1%, Methan 
61,17 resp. 69,44 O/q, Wasserstoff 10,67 resp. 9,05%, Stickstotf 28,10 
resp. 20,41 %. In Proben aus sumpfigem Wasser mit Sphagnum und 
Torfbildung am Wasserburger Bülü am 27. September entnommen: Kolüen- 
säiu-e 1,00 resp. 4,14%, Methan 66,45 resp. 53,17%, AVasserstoff 9,17 
resp. 4,44%, Stickstoff 23,38 resp. 38,35%. Die Gase waren frei von 
Sauerstoff; der Boden, aus dem sie sieh entwickelten, enthielt Schwefel- 
eisen und reduzierte Indigkarmin. Die Gasentwickelung ist abhängig von 
der Temperatur, über 18" ist sie lebhaft, unter 8 bis 10" sistiert sie. 
Sie findet sicli nicht in der Tiefe des Bodensees, wo die Temperatur auch 
im Sommer sehr niedrig ist. Am 6. September 1885 wurde sie bis 8 m 
Tiefe im Bodenschlamm konstatiert, am 8. Oktober nm- bis 6 m Tiefe, 
während das darüberstehende Wasser 12,4 bis 12,8" zeigte. Bei 100 m 
Tiefe betrug die Temperatur des Wassers zwischen Wasserburg und Ror- 



i) Monatsh. Cliem. VII. 410-415. 

^') Monatsh. Chem. VII. 4J5-483. (Mit 1 Tafel.) 

3) Zeitschr. pliys. Cheiu. X. 201—217. 401-440. 



264 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

'scliacli imter 5**, wälu'end an der Obeiüäche 19*' gemessen wm-de. Im 
Sclüamm von 100 m Tiefe wiutlen keine lebenden Organismen gefunden. 
Der Erdboden entlüelt liier Calciiunlcarbonat 20,43^/^, Magnesiumkarbonat 
2,31 o/(), Ferrokarbonat 0,67%, kein Schwefeleisen. AVird Sclüamm, wel- 
cher vegetabilische Eeste enthält, in einen Kolben gebracht luid das ent- 
wickelte Gas aufgefangen, so konstatiert man bei geeigneter Tempeiatm- 
jahrelang wälu-ende Gasentwickelung ; der Stickstoff, welcher aus der Luft 
stammt, verschwindet aus dem Gemenge, und neben Methan und Wasser- 
stoff ent-sx-ickelt sich reiclüich Kolilensäiu-e , welche im Freien dm-ch Dif- 
fusion und die Assimilation seitens der Pflanzen schnell vermindert wird. 

Die CeUiüosegärung wird durch die Thätigkeit des Bacillus amylo- 
bacten hervorgerufen. Die Versuche A\T.u'den mit Papier und Flufsschlanun 
angestellt. Verfasser konnte nm' Methan und Kohlensäure als Gärungs- 
produkte fuiden, Wasserstoff war nicht nachzuweisen, ebensoweng h-gend 
welche erhebliche Mengen anderer Nebenprodukte, während von Tieghem 
und Tapp einen beträchtliche Mengen organischer Säuren bei der Methau- 
gärmig aufti-eteji sahen. 

Eiu Zusammenliang dieser Gärung mit dem Prozefs der Büdung von 
Huminsubstanzen, Torf, Braunkohle liefs sich nicht erkennen. 

Der relative Gehalt an Kohlensäm-e in den Gärungsgasen nimmt auf 
Kosten des Methan zu, wenn der Sauerstoff der Luft Zutritt hat, wenn 
chlorophyUhaltige Algen zugegen sind und das Sonnenlicht nicht abgehalten 
wird imd schliefslich , wenn reduzierbare Stoffe (Eisenoxyd -Manganoxyde- 
Sulfate) im Gärungsgemisch vorhanden sind. 

Bei einem Vei'such unter Zusatz von Calcimnsidfat und Eisenoxyd 
wurde ersteres ziun Teil zu Karbonat verwandelt, letzteres zum Ted. in 
Sulfür verwandelt. Der Kolüensäuregehalt des entwickelten Gases betiiig 
hierbei das Zehnfache des Methans, während sonst die Mengen beider Gase 
ziemlich die gleichen waren. 
Arabü.oae. Über Arabiuose, von Heinrich Kiliani. i) 

Im Anschlufs an die Arbeiten über Läviüose und Deatrose und ilu^e 
d\u-ch Einwirkung von Blausäm-e entstehenden Cyanhydrine bringt Ver- 
fasser eine Abhandlung über Arabinose. Die aus Ai-abinose dm-ch Behan- 
deln mit Brom entstehende Aj-abonsäm-e hat nach den Untersuchungen und 
Analysen des Calciumsalzes nicht die Zusammensetzung CgHiQOg, sondern 
CsHjqOq. Es ist daher die Ai-abonsäure eine Tetraoxy valeriansäm-e , was 
aUeixlings mit den von Bauer mitgeteilten Analysen ]iicht stimmt. Ver- 
fasser vennutet, dafs Bauer nicht che freie Sä;u-e, sondern deren Lakton 
analysiert habe. Auch die Analyse des Barnunsalzes der Ai'abonsäure 
spricht dafih-, dafs sie nicht eine Tetraoxycapronsäure, sondern eine Tetra- 
oxyvaleriansäiu'e ist. 

Beim Behandeln einer wässerigen Lösung von Arabinose mit 60 bis 
TOprozentigcr Blausäure scheiden sich nach ca. 8 Tagen weifse Ki-ystaUe 
al), welche nach Entfernung der Flüssigkeit beim Kochen mit Wasser oder 
Alkalilüsung reichlich Ammoniak entwickeln. In heilser Salzsäure gelöst 
geben dieselben mit Platinchlorid einen stai-ken Niederschlag von Platin- 
salmiak. Fehling'sche Lösung vermögen sie nicht zu i-eduzieren. Die 



1) Berl. Ber. 3029—3036. 



Pflanzenchemie. 



265 



Krystalle sind in Alkohol imd Ätlier unlöslich, schwer löslich in kaltem, 
leicht in hoilsem Wasser. Die Eigenschaften dieses Körpers charakterisieren 
demselben als das Amid der Ai-abinosekarbonsäure. 

0,2945 g der über Schwefelsäm-e getrockneten Krystalle lieferten 
0,399G g Kolileiisüure und 0,1827 g Wasser. 

Berechnet für C7II15O7N Gefunden 

C 37,33 37,00 

H G,6G 6,89 

Löfst man dieses Amid in heifsem Barytwasser, dampft bis zum Verschwin- 
den des Ammoniakgeruches ein und entfernt den Baryt durch Schwefel- 
säm-e unter Zusatz von etlichen Tropfen Salzsäure, so laystallisiert bei ent- 
sprechender Konzentration ein Körper von der Zusammensetzung C^H^gO^ 
aus, der also das Lakton der Arabinosekarbonsäure repräsentiert. 
Bcrcclmet für C7H12O7 Gefunden 

C 40,38 40,41 

H 5,77 5,00 

Von der Dexti'osekarbonsäure unterscheidet sich die Arabinosekarbonsäure 
durch ihre Krystallisationsfähigkeit und dm-ch die Unfäliigkeit bei der 
Reduktion mit Jodwasserstoff eine normale Heptylsäure zu liefern. 

Die von dem Amide der Ai-abinosekarbonsäure abfiltrierte Flüssigkeit 
enthält hauptsächlich das Animoniaksalz dieser Säm-e. Durch Zersetzen 
mit Bar3i;wasser und Entfernen des Barytes durch . Schwefelsäiu-e erhält 
man nach dem Eindampfen ebenfalls das laystallisierte Lakton der Arabinose- 
karbonsäm-e, so dafs die Trennung des Amides von der Mutterlauge über- 
flüssig erscheint mid man das gesamte Reaktionsgemisch sofort mit Barji:- 
wasser zersetzen kami. 

Die Anärobiose und die Gärung, von M. Nencki. ') 

Über die Raffinose oder Melitose und ihre quantitative Be- 
stimmung, von R. Creydt. 2) 

Verfasser giebt als vorläufige Mitteilung aus einer demnächst zu ver- 
öffentlichenden Arbeit folgende Residtate: 

Man kann die Raffinose auf zweierlei Ai-t (piantitativ bestimmen: 

1. Durcli Polarisation imd Inversion und Berechnung nach unten 
folgenden Formeln. 

2. Durch Oxydation mit Salpetersäure und gewichtsanaMische Be- 
stimmimg der hierbei aus der Raffinose entstehenden Schleimsäm-e. 



Quantitative 

Bestimmung 

der 

Kaffinose. 



I. Polarisatlons- und Inversionsmethode. 

Es wurde die von Reiciiardt und Rittmann ausgearbeitete Methode 
der Melasseuntersuchung angewendet, ausgenommen kleine Abweichungen, 
die später mitgeteilt werden sollen. Bei Anwendung von 5 com kon- 
zenti-ierter Salzsäure von 38%. HCl auf 100 ccm fand Verfasser für 
je 100 Grade oder Skalenteile des Schmidt mid Hänsch'schen Halb- 
schattenapparatos, Avolclier reiner Rohrzucker oder reine Raffinose vor der 
Inversion zeigten, nachdem die Inversion ausgeführt war: 

fiu- Rohrzucker — 32,0" bei 20" C. 
„ Raffinose . — 50,7" bei 20" C. 

1) Arch. exper. Pathol. XXI. 299-308. 

2) Berl. Ber. XIX. 1886, 3115—3119. 



266 Boden, "Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

Bei Gemengen von Raffinose und Rohrzucker wurden natürlich inter- 
mediäre Zahlen erhalten. Aus diesen intermediären Zahlen kann man durch 
Kombination mit den für reinen Rohrzucker und reine Raffinose gefundenen 
"Werten den Gehalt an den beiden Zuckerarten ermitteln. Zu diesem 
Zwecke beobachtet man : 

Direkte Polai-isation = A. 

Polarisation bei 20" C. nach der Inversion = B. 

Diiferenz beider Bestimmungen (Polarisationsverminderung) == C. 
Auf diese Gröfsen wendet man die folgenden Formeln an, deren Berecli- 
nung und Erläuterung später genau angegeben wird, man erhält so den 
Pi'ozentgehalt an Rolirzucker oder Z \;nd an Raffinose oder R: 
C — 0,493 A A — Z 

^ ^ 0,827 ^ - ~lW 

2. Schleimsäure -Methode. 

Durch fremde polarisierende Stoffe ^\^rd die quantitative Bestimmimg 
der Raffinose durcli Oxydation zu Sclüeimsäure und Ermittelung dieser 
letzteren auf gewichtsanalytischem Wege nicht beliindert. 

Ein gewogenes Quantum der zu untersuchenden Substanz, in dem stets 
ziemhcli nahe an 5 g Trockensubstanz enthalten sein müssen, wird mit 
60 ccm konzeuti'ierter Salpetersäure vom spezifischen Gewiclit 1,15 zu- 
sammengebracht imd. im Wasserbade bis auf Vs seines Volumens (Volum 
von Substanz -{- Säure) eingedampft. Hierdurch ist sämtliche vorhandene 
Raffinose zu Sclüeimsäiu'e oxydiert. Nach dem Erkalten fügt man ein 
bestimmtes Quantum Wasser hinzu, um die aus dem Zucker etc. entstan- 
dene Oxalsäure am AuskrystaUisiei'en zu hindern, aufserdem befördert man 
das Ausfallen der Sclüeimsäure diu'ch Einrüliren eines gewogenen Quan- 
tums Schleimsäure. Nach einer gewissen Zeitdauer ist die aus Raffuiose 
entstandene Schleimsäiu-e mit der hinzugefügten ausgefallen, und man kann 
dieselbe auf einem verlier gewogenen Filter sammeln. Nachdem man durch 
entsprechendes Auswaschen die dem Niedersclilage anhaftenden Verun- 
reinigungen entfernt hat, trocknet man. 

Zieht man nach dem AVägen die Menge der zugefügten Schleimsäure 
ab, so kann man aus der gefundenen Schleimsäiire die Raffinose bis auf 
0,3 ö/o genau berechnen. Diese Methode ist in allen FäUen anwendbar, 
da die einzige Substanz in der Melasse, welche aufserdem Sclüeimsäure 
zu liefern imstande ist, das Lävulan von Lippmanii nur selten und in 
minimalen Mengen vorkommt. 

Creydt hat eine emph-ische Tabelle ausgearbeitet, welche erlaubt, aus 

der gefundenen Sclüeimsäiu-emenge die vorhanden gewesene Raffinose zu 

ei-mittebi. Die Formel der Raffinose ist nach den Untersuchungen des 

Verfassers 03gHe4 032 + lOHgO. 

verzucke- j)[q Glvkose uud die Verzuckerung des Stärkemehls, von 

rung des ... 

Stärkemehls. L. Cuisinicr. ^) 

Wenn man aUe Einwirkungen der organisierten Fermente verhindert, 
und zerkleinertes, in Wasser verrfüirtes Malz einer niedrigeren als der Ver- 
kleisterungstemperatur aussetzt, so bemerkt man, dafs eine wirkliche Ver- 



1) La Sucrerie indigöne XXVII. No. 9. 



Pflanzenfhemie. 267 

flüssigung des Stärkemehls stattfindet, und dafs, wenn diese nach einiger 
Zeit vollendet ist, der Saft bei der Untersuchung ausschliefslich Dexti-ose 
oder Traubenzucker enthält. Bei diesem Versuche findet die Verflüssigung 
erheblich langsamer statt, als wenn die Stärke voi-her in Kleister ver- 
wandelt worden war, aber sie ist dagegen viel energiseliei-. Eljonso ver- 
hält sich bei gleicher Beliandlung nicht gckeimtes Geti'eide. Da nun die 
Diastase Stärke in Maltose und Dextrin verwandelt, ist eine genügende 
Erklärung für diesen Vorgang auf Grund der bekannten Eigenschaften der 
Malzdiastase nicht möglich. Verfasser schliefst daher auf das Vorlianden- 
sein eines Zuckerfermentes, der Glj'kose, in dem ungekeimten Getreide, 
so^^^e auf die Entstehtuig einer verflüssigenden Diastase, der jVlaltose, beim 
Keimen. Verfasser beobachtete aufserdem, dafs Stärkekleister durch bei- 
gemischtes ■Maismehl nur eine geringe Verzuckerung erfährt, dafs Ijei Zu- 
satz von viel Malz eine rasche Verzuckerung unter vorzugsweiser Bildung 
von Dextrin und Maltose, bei geringem Malzzusatz dagegen eine langsamere 
Verzuckenmg unter fast ausschliefslicher Bikhuig von Dextrose eintritt. 
Diese Versuche beweisen, dafs man nui" wenig Malz anwenden darf, 
wenn man eine Umwandlung in Traubenzucker erreichen will, dafs aber 
diese UmwantUung sowolil mit rohem, als mit verkleistertem Stärkemehl 
erreiclit werden kann. 

Über die Natur des in süfsen Kartoffeln sich vorfindenden ^"*=''®'" '\®' 

Kartoffel. 

Zuckers, von Herm. Müller-Thurgau. ^) 

In den süfsen Kai'toffeln findet sich neben Glykose Rolirzucker. Die 
Umwandlung der Stärke in Zucker ^^^rd bei den Kartoffeln nicht durch 
ein Fennent bewirkt; gegen das Vorhandensein von Diastase sprechen 
schon die entstehenden Produkte Glykose und Rohrzucker. Der Rohi'zucker 
scheint bei dem Prozesse des Süf s werden s der Kartoffeln bei ^ ein tJber- 
gangsprodukt aus der Stärke ziu" Glykose zu bilden. 

Studie über eine Inversion der Saccharodiose, von M. A. 
Ladureau. 2j 

Über die Rohfaserbestimmung und das Holzgummi, von 
H. Hoffmeister. 3) 

Untersuchungen über die Zucker, von Berthelot.*) 
Verfasser fand in einer reinen Invertzuckerlösung Kiystallgruppen, 
deren Zusammensetziuig der Formel Ci2Hj20j2 entsprach. Gegen Feli- 
ling's Lösung verhielten sie sich etwa wie Glykose und zeigten sich mit 
Hefe völlig vergärungsfähig. Das Rotationsvermögen (a) D = 32,2 ^ ist 
also nur etwa halb so grofs als das der gewöhnlichen Glykose imd würde 
dasselbe auf eine Verbindung von 1 Teil Lävulose mit 5 Teilen Glykose 
scliliefsen lassen. Diu-ch Lösimgsmittel wird die Verbindung bereits ge- 
spalten. Eine weitere derartige Verbindung von Zuckerarten erhielt Ver- 
fasser aus BaumwoUsamenkuchen, indem er versuchte, Raffinose aus den- 
selben mittelst Alkoliol zu exti'ahieren. Die aus diesem Exti'akt erhaltenen 
Krystalle zeigten eine für Melitose sprechende Zusammensetzung. Die 



1) Landw. Jahrb. XIV. 909. 

2) La Sucrerie indigi^'ne XXVI. 477. 

3) Landw. Versuchsstat. XXXIII. 147—152. 
*) Compt. read. 108, 533-537. 



268 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Substanz -war nur etwa ziu' Hälfte vergärungsfäliig-, wälu-end eine Flüssig- 
keit hiuterblieb, die Eukalyn enthielt. Die so gewonnene Melitose stellt 
also eine Yerbindimg zweier zuckerartiger Körper vor, von denen nur einer 
durch Hefe in Gärmig versetzt werden kann. 

]\Iit Saccharose kann diese Substanz jedoch nicht verglichen werden^ 
da sie niit siedendem Alkohol in Raffinose und Eukal^Tii gespalten ^\'ird. 
Während die Eaffinose aus dieser Lösung wieder auskiystallisiert, bleibt 
das Eukaljni in der Mutterlauge ziu-ück. Wird zu wenig oder zu starker 
Alkohol angewendet, so scheidet sich ein Sirup aus, in dem das Eukalyn 
vorheiTScht. Wird dieser Sirup mit 90prozentigem Alkohol behandelt, so 
löst er sich anfänglich nicht, später entwickeln sich aber Krystalle mid 
die ganze Masse erleidet allmälüich dieselbe Umwandlung. 

Die Melitose Avie ihr Spaltungsprodukt die Rafllnose ist demnach im 
Pflanzenreiche selir weit verbreitet und entsteht durch Verbindung einer 
wahren Saccharose, der Eaffinose, nait einem nicht gäningsfähigen Kolüe- 
hydi-at, dem Eukalyn; jedoch sind beide nicht so fest verbmiden ^vie die 
Glykosen in den sonstigen Saccharosen. 



III. Glykoside. Bitterstoffe. Indifferente Stoffe. 

Quercetiu. Stildien Über Quercetin und seine Derivate, von J. Herzig, ^j 

Verfasser bezweifelt die Richtigkeit der Quercetinformel, kann jedoch 
aus seinen bislierigen Resiütaten noch keine allen Thatsachen entsprechende 
neue Formel aufstellen. Bei der Darstellung von Dibromquercitrin nach 
dem Verfalu"en von Li eher mann und Hamburger konnte er nie ein 
völlig imzersetztes Quercitrinprodukt erhalten, er hatte viehnelir im Filti'ate 
stets Zucker, was aiif eine teilweise Spaltung des Produktes hinweist. 

Quercetin zerfällt diu'ch 8 — 10 stündiges Kochen mit 50 Teilen Alkohol 
und 5 Teilen Kali in Plüorogiucin und Protocatechusäm-e. 

Gelegentlich der Darstellung des Quercitrins bemerkt Verfasser, dafs 
Essigsäiu-e, mcht Schwefelwasserstoff zersetzend auf selbiges einwirken. 
Cyciamin. Cj^clamiii uud sciue Zersetzungsprodukte, von A. Hilger. 2) 

Läfst man auf Cyclamiretin schmelzendes Kali einwirken, so erhält 
man ein Öl, dessen Analyse 85—86 «o Kohlenstoff, 11,2— 11,3 % Wasser- 
stoff und 2,2 — 3,2 ^/q Sauerstoff ergab. Aiifserdem wurde ein Harz ge- 
wonnen , dem die Formel C5 H^ O2 zukommt. Löst man den Rückstand 
der Kalisclimelze in angesäuertem Wasser, so erhält man bei der Destil- 
lation Buttersäure und Ameisensäm'e. 
Santonin. Wurmsamcu und die quantitative Bestimmung des Santo- 

nins, von F. A. Flückiger. 3) 

Auf 5 Teile des Rohmateriales werden 1 Teil gelöscliter Kalk und ein 
Uberschufs von Weingeist (spez. Gewicht 0,935) genommen und das Ge- 
misch 2 Stunden lang gekocht. Nach dem Erkalten wird die Flüssigkeit 
abgegossen und der Rückstand zwei bis dreimal auf dieselbe Art l^chandelt. 
Die vereinigten Auszüge werden vom Alkohol befreit und die Flüssigkeit 



Mouatsh. Chem. 6, 863-883. 
'■') Arch. Pharm. (3), 23, 831—882. 
3) Arch. Pharm. XIU. 1—11. 



Pflanzenchemie. 2G9 

in der Kälte mit Kolilcnsäurc gesättigt. Nach dem Alisitzen wird filtvicrt 
imd das Filti'at ziu- Trockne eingedampft. Der Rückstand wird mit Tier- 
kohle und AVeingeist von obiger Konzentration angerieben, die Masse in 
einen Kolben gebraclit und mit Weingeist digeriert.. Nach dem Abfiltrieren 
imd Verjagen des Alkohols krystallisiert das Santonin in einigen Stimden 
aus der Flüssigkeit aus. 

Die Löslichkeit des Salicins, von D. B. Dott.i) sa.\\cia. 

Dott stellt die Löslichkeit des Salicins in Wasser bei verschiedenen 
Temperaturen, wie folgt, fest: 

Temperatiu- o. Ein Teil Salicin ist löslich in 34,74 Teilen Wasser. 

V -n T> V ■)■) "^^t^^ V » 

5) 51 51 15 11 -t^i'*'-' 55 55 

28 10 

55 51 51 15 55 •^05-'-'-» „ 5, 

21 

55 55 15 11 51 -^■'-1^ 55 55 

55 55 Ti 11 -n Xl.yJ „ „ 



55 55 1') 11 15 ^5^ 55 ^^ 

11 ■>■) 55 55 51 '1" TI 15 

55 55 15 V 11 "1'-' ■)■) ■)■> 

15 51 11 11 15 '^5'^ 55 55 

2 12 

15 55 55 55 55 -J,-"--^ 55 55 

55 55 51 51 15 ^yJl. 55 55 

1 2t 

51 11 15 55 55 -»■5-J'J 55 15 

117 

55 15 55 11 55 -^5-^ ' 1^ ^f 

57 15 51 55 55 'J5OO 55 55 

Die Bitterstoffe des Hopfens, von H. Bungener. 2) Hopfeu. 

Vennischt man Hopfenmelü mit leichtem Peti'oläther zu einem flüs- 
sigen Brei und läfst ihn unter öfterem Umschütteln 24 Stunden stehen, 
so erhält man eine tief braune Lösung. Dieselbe wird abfilti'iert, der Petrol- 
äther abdestiUiert imd die zurückbleibende, zähe, fast schwarze Flüssigkeit, 
die nach dem Erkalten krystallinisch wiixl, mit etwas Ligroin angerührt 
und aiif Leinwand abgesaugt. 

Durch Wiederholung dieser Operation erhält man schbefslich eine fast 
farblose KrystaUmasse, welche Verfasser Lupiüinsäure nennt. Das auf diese 
Weise dargestellte Präparat enthält noch eine fettige Verunreinigung, welche 
durch Lösen in warmem Alkohol mid Entfernung des beim Erkalten zuerst 
sich ausscheidenden Fettes beseitigt w^erden kann. Die Lupidinsäm'e kry- 
stallisiert in schönen Prismen, sclunilzt bei 92 — 9S^, löst sich leicht in 
Alkohol, Äther, Benzol, Clüoroform, Schwefelkohlenstoff und im Hopfenöl. 
Im Hopfemnehl ist sie zwischen 5 und 10 ^/q enthalten. 

Bisher konnte nm* das Kupfersalz der Lupulinsäiu'e krystallinisch er- 
lialten werden. Nach der Analyse kommt der Lupulinsäm-e die Formel 

Ammoniakali sehe Silberlösung ^\ärd dm'ch die Säm'e leicht reduziert. 
Die Säm-e oxydiert sich selir leicht an der Luft zu einer harzigen Masse, 
welche sairren Charakter zeigt imd gleich der Lupiüinsäm^e Reaktionen 
giebt, welche auf ein Aldehyd hinweisen. In wässeriger oder allvoholischer 



GO 




110 




150 




29 




48 




56 




590 




C5,5 





750 




82,5 





88 




90 




950 




102 





1) Pharm. Joura. III. 021—622. 

2) Bull. soc. chim. XLV. 487-496. 



270 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Lösung ■wird dieselbe durch kaustiselies Kali, wie die ursprüngliche Säure 
in A'aleriansäiu-e , flüchtige Öle und harzige Substanzen zerlegt. Durch 
Kochen mit ^Yasser imter Diu-clileiten eines Luftstromes färbt sich die 
Liipulinsäm'e gelb und giebt dem Wasser einen bitteren Geschmack, die- 
selbe Eigenschaft zeigt die dui'ch Oxydation an der Luft entstandene 
harzige Masse. 

Dieses Verhalten, so^^'ie die Thatsache, dafs der Hopfen stets neben 
der Lupulinsäure das aus derselben entstellende Harz enthält, spricht dafür, 
dafs die Lupulinsäure den Bitterstoff des Hopfens liefert. 

Bei wiederholtem Auskochen von Hopfen mit Wasser enthält man 
im zweiten und den folgenden Abgüssen stets die Harzsubstanz, die aus 
der Luj)idinsäure entsteht. Durch Versetzen der Bienvürze mit 0,003 ^/q 
des Lupulinsäureharzes wird die Milchsäuregärung in derselben verliiiidei't. 
Der imangenehme Geruch alten Hopfens soll nach Verfasser von der, aus 
der Zersetzung der Lupulinsäure entstehenden Valeriansäiu-e herrülu'en. 
Karotin. Untersuchungen über die Zusammensetzung des Karotins, 

seine chemische Natur und Formel, von A. Arnaud. i) 

Die Untersuchung des Karotins ergab, dafs dasselbe sich in Lösung 
an der Luft sein- leicht oxj^diert, bei 72 stündigem Erliitzen auf 70 ^ unter 
Sauerstoftaufnalime in eine feste, ziegebote Masse übergeht, welche nicht 
kiystaUisiert und leicht in Alkohol, schwer in Schwefelkohlenstoff löslich 
ist. In frischem Zustande is das Karotin sauerstofffrei und giebt in Benzol 
gelöst mit wenig Jod eine gi'üne, kupferglänzende Krystallmasse von der 
Zusammensetzung C26H33J2. Dieser Körper, Karoten genannt, hat also 
die Zusammensetzung C2ß H33 imd das Karotin Husemann's ist eine 
Sauerstoffverbindung des Karotens. Karoten krystallisiert in metallglän- 
zenden rhombischen Prismen, welche im auffallenden Lichte blau, im dui-ch- 
faUenden orangerot sind. Es nimmt leicht Sauerstoff und Halogene auf, 
wii'd von Schwefelsäm-e miter Blaufärbung gelöst und zersetzt sich im 
Vacuum bei einer Temperatiir von über 300 0. 

Über den Bitterstoff der Kalmuswurzel, von Herrn. Thoms. 2) 

Neben ätherischen Ölen, einem AVeicliliarz und Stärke enthält das 
Ehizom von Acorus Calamus einen Bitterstoff, das Acorin mid ein Alkaloid 
Kalamin. Das Acorin, von der Zusammensetzung CggHeQOg, spaltet mit 
verdünnten Säuren oder Alkalien im Wasserstoffsti'om, sowie nüt Fermenten 
Zucker ab imd ätherisches Kahnusöl nach der Gleichung C36HgoOe = 
3 Cjo H16 "1~ C'e Hj2 Oq. Das Acorin oxydiert sich leicht wntev Sauer- 
stoffaiifnahme luid Wasserabspaltung zu Acoretin, einem indifferenten Harze, 
dem die Formel Cgp Hgg O7 zukommt und welches identisch ist mit dem 
in der Wm-zel gefundenen Weicliliarze. Die Angabe Faust's, der in der 
Kalmus^^^.lrzel enthaltene Bitterstoff sei ein stickstoft'haltiges Glykosid, ist 
daher nicht richtig und scheint Faust den Bitterstoff' durch das Alltaloid 
Kalamin venuu-einigt verarbeitet zu haben. 
Vanillin. Über das Vorkommen von Vanillin in der Asa fötida, von 

E. Schmidt. 3) 



Kalmua- 
bitter. 



i) Compt. rend. 102, 1119—1122. 
^) Arcli. Pharm. XXIV. 4(36—481. 
3) Arch. Pharm. XXIV. 534-Ö.S5. 



PHaiizencheruie. 



271 



Extrahiort man Asa fütida mit Atlier, schüttelt den Auszug mit Xa- 
triimibisultitlösuiig luid versetzt diese Lösung mit Schwetelsäm-e, vorjagt 
die schweflige Säm-e imd extrahiert von neuem mit Ätlier, so erhält man 
nach dem Abdestillieren des Athei-s Eohvanillin. Die Ausbeute ist jedoch 
nur selu' gering. 

Über die Zusammensetzung einiger Nektararten, von A. von 
Planta. 1) 

Gaston Bon nie r hat getimden, dals die Mengen von Eohrzucker 
und Glykosen im Nektar und den Nektargefafsen bei verscliiedenen Pflanzen 
xxnd auch bei ein mid derselben Pflanze von dem Aiter der Organe ab- 
hängig ist und dals letztere mit zTinehmendem Alter ebenfalls zunelunen. 
Der Wassergehalt der Nektarsorten schwankt zwischen 00 und 8.5 o/^ und 
eiTcicht bei Fritillaria imperialis 93,4 o/^. Der Nektar von Protea meUil'era 
wird in der Kapstadt zmn Sirup eingedickt imd verkauft. 

Verfasser imtersuchte eine Probe davon und fand in demselben 
ca. 73 o/o Trockensubstanz mit 70 o/q Glykose und 1,3 o/q Rohrzucker. Bei 
der Polarisation ergab sich ein Vorwiegen der Läviüose. Die Dextrose 
■\\nu:'de krystallisiert erhalten imd diu-ch ihr spezifisches Drehungsvermögen 
a D = 4" 52,30, sowie dm-ch die Bildung von Zuckersäure und von 
Glykonsäure von Kiliani identifiziert. 

Destilliert man den Sirup, so erhält man einen zimi Teil als weifsen 
Anflug sich absetzenden Körper, der Silberlösung in der Wärme reduziert. 
Der Aschegehalt des Sinips beti-ug 1,06 ^/q imd enthielt 1,04 Phosplior- 
säm-e, 7,85 Clilor und 15,0 Teile Kali. Erwärmt man uneingedampften 
Proteanektar in verlöteten Blechbüchsen 2 Stunden auf die Temperatm- des 
kochenden Wassers, so reagiert derselbe sauer, ohne Ameisensäure zu ent- 
halten, ebensowenig me obiger Sirup. Er reduzierte wie Bignonianektar 
Fehling'sche Lösimg schon in der Kälte imd hatte wie alle untersuchten 
Nektararten keine stickstoffhaltigen Substanzen in Lösung. Er zeigte wie 
der Bignonianektar Linksdrehung. Die Zusammensetzung dieser Nektar- 
arten war folgende: 



X- , , Trocken- 
Hektar von , ^^^^^^^^^ 

1 
1 


Im Nektar 


In der Trockensubstanz 


m ^ Rohr- 
^^y^''^ Zucker 


Glykose ■^^^^. Asche 


Bignonia. . . 15,30 O/o 
Protea . . . 17,66 „ 
Hoya .... 40,77 „ 


14,84 0/0 

17,06 „ 

4,99 „ 


0,43 0/0 
35,65 „ 


97,000/0 2,850/0 
96,60 „ — 
12,24 „ 87,44 „ 


3,00 0/0 
1,43 „ 



Der Nektar von Hoya zeigte starke Eechtsdi'ehung, was durch seine 
Zusammensetzung erklärlich ist. 

Extrahiert man frische Blüten von Rhododendron hirsutiim mit Wasser, 
neuti-aKsiert mit Soda imd behandelt mit Bleizucker und Schwefelwasser- 
stoff, so erhält Verfasser für" 215 g derselben 1,34 g Glukose. 

641,5 g Blüten von Robinia \äscosa lieferten 0,357 g Glukose. Rohi- 
zucker konnte nicht nachgewiesen werden. 



1) Zeitschr. phys. Chem. X. 227—24; 



272 



Boden, "Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



über das Danain, von Ed. Heckel und F. Schlagdenliauffen. i) 
Verfasser isoliei'ten ans der Wnrzel von Danais fragrans ein Glykosid, 

das sie Danain nannten. Dasselbe spaltet sich in Zncker mid Danaidin 

nach der Formel: 

Danain Danaidin 

Über Ausscheidung des Pikrotoxins aus seinen Lösungen, 
von R. Palm. 2) 

Piki-otoxin kami durch Schütteln mit frisch gefälltem Bleioxyd seinen 
Lösungen völlig entzogen weixlen. Ebenso verhalten sich Digitalin und 
Solanin. Zu unterscheiden sind dieselben leicht durch die Farbenreaktionen, 
welche iln-e Bleiverbindungen mit konzentiierter ScliAvefelsäure zeigen. 
Piki'otoxin zeigt dabei eine gelbe, gelbrote, schliefslich violetti-ote Färbung. 
Digitalin färbt sich fleischfarben, durch Bromzusatz smaragdgrün. Solanin 
dagegen wird diuikel rehfarben, auf Zuckerzusatz violett und schliefslich blau. 

Über eine Methode der Aiisscheidung und quantitativen 
Bestimmung des Digitaleins und Digitins, von R. Palm. 3) 

Der Avässerige Auszug des Krautes ^ard mit Tierkolüe entfärbt und 
mit Bleiacetat gefällt. Das Filti'at liievon wird mit Bleiessig luid alkoho- 
lischem Ammoniak versetzt, wobei sich die Gl^^koside der Digitalis ab- 
scheiden. 

Die mit Wasser angerfllu'te Fällung wird mit Sch-vyefelwasserstoff zer- 
setzt, wobei das Digitalehi in Lösung geht, während das Digitalin und 
Digitin sich im Bleisulfidniederschlage befindet. Aus diesem Rückstand 
wird mittelst Chloroform das Digitalin, durch Alkohol das Digitin entzogen. 

Da Solanin und Pikrotoxin ebenfalls durch Bleiessig und alkoholisches 
Ammoniak gefällt werden, giebt Verfasser folgende ünterscheidungs- 
reaktionen an: 

Der schleimige Piki'otoxinbleiniedersclüag färbt sich mit konzenti-ierter 
Schwefelsäure safrangelb. Der gelatinöse Digitaünniedersclilag wird durch 
konzentrierter Schwefelsäure fleischfarbig bis hellrehfarben. Die sandige 
Solaninbleifällung mrd dm-ch konzentrierte Schwefelsäure dunkekehfarben. 
Diese Ausfüllimg des Digitalins imd beifolgende Unter Scheidungsreaktionen 
lassen dasselbe auch in Vergiftungsfällen erkennen. 



IT. Gerbstoffe. 

Gerbstoffe. Untersuchungen der Gerbsäi;ren der Cortex adstringens 

Brasiliensis und Siliqua Bablah, von V. Wilbuszewitcz. ■*) 

Die cortex adstringens Brasiliensis enthält zweierlei Gerbsäuren, eine 
schwer- und eine leichtlösliche. Die Anal^^sen derselben ergaben für erstere 
die Formel C20H24O7. Nach der Löwenthal'schen Methode entsprach 
1 g KMuO^ = 1,305 g Gerbsäure. Mit Kalihydrat geschmolzen lieferten 
sie Protocatechusäure, beim Erhitzen mit verdünnter Schwefelsäure wurde 
Ellagsäure und Gallussäure erhalten. 



^) Compt. rond. 101. 1885. 955—957. 

2) Zeitschr. anal. Chem. XXIV. 556—559. 

3) Russ. pharm. Zeitschr. 24. 562 — 563. 

*) Russ. pharm. Zeitschr, XXV. 1-6, 17-23, 33—39. 



Pflanzenchemie. 273 

Siliqna Bablah, die Fnuiit von Acacia Bamlmlah, enthielt 12,12 O/^j 
Gerbsäm-e. 

Die fünf .ans derselben Frnclit dargestellten Gerbsänren waren von 
verschiedener Znsanimensetznnq'. ihre Gewinnung ist im Original ansfiUu'lich 
besehrieben. 

Neue Beiträge zur Be^tininning des Gerbstoffes, von II. R. 
Procter. ') 

Die Arbeit ist eine Ki-itik der A^'orschhäge zm- Verbesserung des Löwen- 
tliaTsclien Verfahrens. 

Neue Gerbstoffbestimmungsmethode, von Hermann Dieu- 
donne. '^) 

Verfasser schlägt eine aräometrische Bestimmung des Gerbstoffes vor. 
Zu diesem Zweck wird, das Gerbmaterial fein zerrieben, viermal ausgekocht 
und ausgej^refst und dann auf ^2 ^ gebracht. Das spezifische Gewiclit 
dieser Lösung wird mit einer Beaume'sclien Spindel, welche ein Grad 
in 100 Teile geteilt zeig-t, bestimmt. Darauf Avird eine bestimmte Menge 
der Lösung mit Hautpulver geschüttelt und das spezifische Gewicht der 
so von Gerbstoff befreiten Lösung bestimmt. Verfasser sclüägt cUe Noi-mal- 
temperatiu" von 22 <^ ziu' Ausführung dieser Bestimmungen vor imd hat 
eine Tabelle zum Ablesen der Gerbstoffmengen bei verscliiedenem spezifischen 
Gewicht ausgearbeitet. Um das Hautpulver auf seine Reinheit zu prüfen, 
genügt es, von zwei gleichen Mengen derselben die eine sorgfältig zu 
waschen mid. zu pressen und dann beide Paiüeen, die trockene luid die 
gewaschene, je in eine gleiche Menge konzenti'ierter, überschüssiger Gerb- 
stofflösung zu bringen imd der Lösung, welche das trockene Piüver ent- 
hält, die Gewichtsmenge Wasser zuzusetzen, die in dem gewaschenen Pulver 
zm-ückgeblieben war. Nach eintägigem Stehen imter Schütteln, Abpressen 
und Abfilti'ieren müssen beide Lösungen die gleichen Grade zeigen. 

y. Farbstoffe. 

AVirkungen des Chlorophylls aufserhalb der Pflanzenzelle Cbiorophyii. 
auf Kohlensäure, von E. Reynard. 3) 

Extrahiert man zenü ebene Lattichblätter mit Wasser und filtiüert, so 
erhält man eine ClilorophyUlösung, welche imter Luftabschlufs, im Sonnen- 
licht Coiipier'sches Blau, das mit hyclroschwefligsaurem Natrium entfärbt 
Aviu'de, wieder bläut. Im Dunkeln tritt die Bläuimg nicht ein, Avodurch 
die Kohlensäure reduzierende Wirkung des Clüorophylls auch aufserhalb 
der Pflanzenzelle bewiesen ist. Befreit man Clilorophyll diu-ch Lösen in 
Alkohol oder Äther vom Protoplasma imd trägt diese Lösimg auf reine 
CeUiüose auf, so ist dieses Präparat ebenfalls im stände, entfärbtes Coupiers 
Blau wieder zu färben. 

Note über einige Bedingungen der Entwickelung und der 
Wirksamkeit des Chlorophylls, von F. H. Gilbert.'*) 



1) Journ. Soc. Chera. Ind. V. 79—82. 

2) Chem. Zeit. 1886, 1067. 

3) Compt. rend. 10 1. 1293—1295. 
*) Chem. Vers. 263. 

JahresbeTicbt 1886. 18 



274 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Düuger. 

Verfasser weist einen Zusammenhang' zwisclien dem Stickstoffgelialt 
der Blätter und deren Eeichtmn an Chlorophyll nach. Stickstoffreichere 
Blätter zeigen einen gröfseren ClilorophyUgehalt als stickstoffärmere. So 
haben z. B. Legiiminosenblätter einen höheren ChlorophyUgehalt als Gra- 
mineen. 

Studien über das Chlorophyll, von Victor Jodin. ^) 

Chemische Untersuchungen über den Chlorophyllfarbstoff, 
Yon J. Wollheim. 2) 

Verfasser weist nach, dafs das Hansen'sche „ReinchlorophyU" ein 
unreines Alkaliclilorophyll ist, welches einen konstanten Aschengehalt, aus 
kolüensaurem Nati-on bestehend, enthält. Ebenso enthält das nach Sachsse 
gewonnene Chlorophyll natriumhaltige Asche, wälu-end das nach Tschirch 
aus ClüorophyUan imd Zinkstaub gewomiene Präparat Zinkox^^d enthält. 
An die Ai'beiten von Tschirch anknüpfend, hat A^erfasser ein ClilorophyU- 
l^räparat mittelst Ammoniakalkohol erhalten, das das reine Blattspektiiun 
zeigt. Nach den Erfährimgen, die Verfasser bei der Darstellung der Calcium- 
chlorophyllverbindung machte, ist Eisen kein notwendiger Bestandteil der 
Clüorophyllgruppe. Die Pliyllocyaninsäure, das diu'ch Behandebi von Chloro- 
l^liyllan mit Salzsäure und nachheriges Ausfällen erhaltene Chlorophyll- 
derivat, glaubt Verfasser unter Modifikation der von Tschirch gegebenen 
Darstellungsweise absolut rein gewonnen zu haben. Dieselbe ist aschen- 
frei, enthält daher absolut kein Eisen. 

Das Xanthophyllhydrin. Vorläufige Mitteilung von L. Mac- 
chiati. 3) 

Bei der Gewinnung von ChlorophyUen nach Hoppe-Seyler aus den 
Blättern von Evonymus japonicus erlüelt Verfasser ein gelb gefärbtes Wasch- 
wasser, aus welchem nach dem Eindampfen gelbe KrystaUe sich ausscliieden, 
welche weder in Alkohol noch Äther imd Benzol, wenig in Glj'^cerin, sehr 
leicht in Wasser löslich waren. Verfasser stellte mit anderen Pflanzen den 
Versuch an imd konnte dieselben KiystaUe dabei g■e^^'innen. Lu Spektro- 
skoj) zeigi die reine Lösimg einen Absorptionsstreifen zwischen Fund G. 

VI. Eiweifsstoffe. Fermente. 

Protejn- Ncue Untersuchungen über die Proteinstoffe, von Paul 

Stoffe. n J 

Schützenberger.'*) 

Behandelt man koaguliertes Eiweifs mit Baryt, so erhält man ein im- 
krystallisierbares Zersetzimgsprodukt, Leucein (C4H7NO2). Aus diesem 
Leucein lassen sich zwei Körper darstellen, von denen der eine den Cha- 
rakter einer starken Säiu-e zeigt, Proteinsäui-e , welche in Alkohol löslich 
imd nicht kiystaUinisch ist (C8H14N2O5). Diese Säure ist einbasisch mid 
liefeil ein gummiartiges Bai'j'tsalz. Der andere Körper ist von süfsem Ge- 
schmack, reagiert neutral imd ist in AVasser und kaltem Alkohol löslich, 
Glukoprotein (C8HjeN2 04). Ei- ist undeutlicli krystallinisch. Das Leucein 



1) Compt. rend. 102. 264—267. 

2) Tagebl. d. Naturf.-Vers. Berlin 1886, 195-197. 

3) Gazz. chim. XVE. 1886, 231—234. 
*) Compt. rend. 101, 1267—1270. 



Pflanzenchemie. 275 

selbst scheint eine ätlierartigo Yerbinduiig dieser beiden Körper zu sein 
nach der Formel : 

CgHi^N^Os + CgHieNgO^ - R,0 = 4(C,H7N02) = CißHagN^Og. 

Ein Molekül Leuce'in -würde sicli dann unter Wasseraustiütt verbinden: 
1. mit einem Molekül Oxamid, 2. mit einem Molekül Leucin und 3. mit 
einem Molekül Amidovaleriansäm-e. Es würde dann die Formel des Albu- 
mins C29n4gN8 0io sein, oder ein Multiplum. Durch Baryt -wiü'de das- 
selbe in CßHißNOg Leucin -\- CgHjj NO2 Amidovaleriansäure + ^^8^14-^2 ^5 
Proteinsäure -f- CgHj 6^204 Glrdvoprotein -{- C2H2O4 -\- 2NH3 zerlegt wer- 
den imter Eintritt von 7 Hg 0. Quantitative Versuche sprechen für diese Auf- 
fassung. 

Essigsaures Uranoxyd, ein Reagens auf Albuminstoffe, von 
V. K w a 1 e w s k y . i) 

Mit essigsaiu'em Uranoxyd können Eiweifsmengen bis zu 0,019% 
noch deutlich nachgewiesen werden. Der dm-ch dieses Reagens entstehende 
gelbe Niederschlag enthält bei geringem Überschuls der Uranlösung sämt- 
liches Eiweifs (luid eignet sich daher auch eventuell zu einer quantitativen 
Bestimmmig desselben). 

Untersuchungen über die Amidosäuren, welche bei der Zer- 
setzung der Eiweifsstoffe durch Salzsäure und durch Baryt- 
wasserentstehen, von E. Schulze und E. Bosshard. 2. Abhand- 
Imig. 2) 

Verfasser haben an ihre früheren Versuche anschUefsend die Bedingmigen 
untersucht, unter denen bei der Zersetzimg der Eiweifsstoffe inaktive Amido- 
säuren entstehen, sodann geprüft, ob aus diesen inaktiven Produkten durch 
Einwirkung von Pilzen nach der schon von Pasteur und neuerdings von 
J. Lewko witsch angegebenen Art aktive Isomere erhalten werden können. 

Die A'^ersuche über die erste Frage wurden mit Leucin angestellt; es 
gelang, das geA\'ölinliche optisch aktive Leucin dm'ch Erhitzen mit Baryt- 
wasser unter Druck optisch inaktiv zu machen. Das so gewonnene Leucin 
war schwer löslich in Wasser, 1 Teil löste sich bei 21 ^ in 102,2 Teilen 
"Wasser (21,5*^ in 102,5 Teilen). Erhitzen des aktiven Leucins mit Wasser 
in zugeschlossenem Rohr auf 170 — 180*^ hatte keinen Einflufs auf das 
Drehimgsvermögen. Amidosäiu-en können nach A. Michael imd J. Wing3) 
auch durch Erlützen mit Salzsäure auf 170 — 180 ^ optisch unwirksam ge- 
macht werden. 

Es folg! aus diesen Ergebnissen, dafs die beim Erhitzen der Eiweifs- 
stoffe mit Baiytsvasser auf 150 — 160^ gebildeten Amidosäuren oj) tisch im- 
wirksam werden müssen. 

Über die Bestimmung diastatischer Wirkung, von J. R. Dug- fia8t'a«rch°r 

gan.*) Wirkung. 

Wird eine mit Diastase versetzte Stärkelösimg auch niu- ganz schwach 
alkalisch gemacht, so nimmt die Wirkung der Diastase bedeutend ab. 



^) Zeitschr. anal. Chem. 24, 551—556. 

2) Zeitschr. phvs. Chem. 1880, 10, S. 134, ref. Berl. Ber. 1886, 19, S. 567. 
D. Ref. 

^) Berl. Ber. 1886, 17, S. 2984. 
*) Amer. Chem. Journ. 7, 306. 

18* 



276 



Boden, "Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Wirkung 

der Salicji- 

säuTe auf 

Fermente. 



Malz- 
peptone. 



Milchsaft 

der 
Pflanzen. 



Verfasser versetzte 1000 000 Teile Stärkeldeister mit 20 Teilen Natron- 
liydrat und beobachtete dabei ein Zurückgehen der diastatischen Wirkung 
auf 26 o/o der in neutralem Stärkekleister beobachteten. 

Stärkere Alkaliscenz hebt die diastatische Wh-kung ganz auf. 

Ein Zusatz von 0,003 % Schwefelsäure verlangsamt ebenfalls die "Wir- 
kimg. Die Menge der umgewandelten Stärke wächst proportional der Zeit 
der Einwirkimg der Diastase und nimmt erst dann ab, wenn ^/g der Stärke 
verzuckert ist. 

5 ccm einer Malzlösung erzeugten in derselben Zeit imd unter gleichen 
Bedingimgen 4,7 mal so ^äel Maltose, als 1 ccm Malzlösung. Bei gröfserer 
Steigerung des Malzexti'aktzusatzes war jedoch die Umwandlimgsfähigkeit 
nicht mehr propoiüonal steigend, so verwandelten 7 ccm nur das 5 — Sfache. 

Chemische und mikroskopische Studien über die Wirkung 
der Salicylsäure auf Fermente, von A. B. Griffiths. ') 

Verfasser hat beobachtet, dafs Salicylsäiu-elösimgen lebende Hefe nicht 
angreifen, wälu-end tote Hefen von derselben gelöst werden. Ki-ankheits- 
fermente werden durch Salicylsäure zerstört, da dieselbe aiif die Zellwand 
dieser Fermente einwirkt. Es scheint daher die Zellwand letzterer von der 
der Hefe verschieden zu sein. Die antiseptische Wii'kung der Sahcjdsäiu'e 
in krankem Bier erklärt sich Meraus. Salicylsäiu-e wirkt in Mengen, die 
die in der Abhandlung erwälmten weit übersteigen, nicht giftig. 

Zur Kenntnis der Malzpeptone, von F. Sczymanski. 2) 

Fibrinpepton wie Malzpepton kömien von den Eiweifskörpern durch 
Kupferoxydhydrat getrennt werden, da beide diu^ch dasselbe nicht gefällt 
werden, sondern vielmehr in neutraler, wässeriger Lösimg das Kupferoxyd- 
hydrat zu lösen vermögen. 

Die Angaben von Griefsmayer (Beii. Ber. X. 617) über die Ver- 
schiedenheit des Fibrinpeptons und Malzpeptons werden diu'cli die Eesiütate 
Sczymanski's ^vid erlegt, da beide in ihren Eigenschaften übereinstimmen. 
Das Malzpepton wie das Fibrinpepton ist optisch aktiv, beide zeigen die 
Biuretreaktion und werden durch Natriumsulfat imd Essigsäiu^e nicht nieder- 
gesclüagen. 

Proteinsubstanzen im Milchsaft der Pflanzen, von J. R. Green. 3) 

Es gelangten eine gi'öfsere Anzalü von Pflanzeimiilchsäften ziu- Unter- 
suchimg auf Peptone und peptonähnlicho Körper. In all diesen Säften 
wurde ein dialysiei'barer, peptonähnlicher Körper gefunden, der aus saurer 
und neutraler Lösung diu'ch MagnesiumsiiLfat gefällt Avird, aus verdünnter 
wässeriger Lösung diu'ch Kolüensäiu-e. Die Biuretreaktion gab derselbe 
nicht, durch Pepsin wiu'de er in wahres Pepton verwandelt. Im Milchsaft 
von Lactuca wurde ein Körper gefimden, der grofse Älmlichkeit mit der 
von Vines beschriebenen Hemialbuminose und der Phytalbuminose von 
Martin zeigte. Diese Substanz unterscheidet sich von der Hemialbuminose 
und Phytalbuminose nur dadurch, dafs sie die Biuretreaktion nicht giebt. 
In den Säften von Mimusops wurde Albumose, in Brosinum Albumin, in 
Manihot Globulin nachgewiesen. 



1) Chem. News. 53. 28—29. 

2) Landw. Versuchsst. XXXU. 389—394. 

3) Proc. Royal Soc. XL. 28—39. 



Pflanzenchemie. 



277 



Über ein Cellulose bildendes Essigferment, von A. Brown, i) 

Verfasser hält die Essigmutter füi- spezifisch verschieden von Bacterium 
aceti. Roingezüchtet erscheint dieselbe als aus Stäbchen von 2 (.i Länge 
aneinandergereiht, in eine zähe, struktuiiose, durchsiclitige Membran ein- 
gehilUt, welche ihrem Yerlialten nach ans Cellulose besteht. Verfasser 
nennt dieses Ferment daher Bacterium xylinum. Dasselbe bildet aus Dexti-ose, 
Mannit und Lämlose Cellulose. Stärke und Rolu-zucker vermag es nicht 
zm- Bildung von Cellulose zu benutzen. Aufserdem setzt es Alkohol in 
Essigsäure, Dextrose in Ghikonsäure mid Mannit in Lä\'ulose tun, wie 
Bacterium aceti. 

Studien über Diastase, von C. J. Lintner.2) 

Dm-ch Füllen der Diastase nach dem Erhitzen auf 70 o wird die Wirk- 
samkeit des Enzians beträchtlich geschwächt. Auch dm-ch Extraktion mit 
Glycerin nach Wittich wird ein Präparat gewonnen, das dem mit Koch- 
salz aus dem Malzextrakt angefällten und durch Auswaschen mit Alkohol 
und Äther gereinigten, weit nachsteht. 

Verfasser empfiehlt daher folgendes Verfahren. Ein Teil Gersten- 
grünmalz oder abgesiebtes Lultmalz wird mit 2 — 4 Teilen 20procentigem 
Alkohol 24 Stimden digeriert und der alifiltriei-te Extrakt mit dem 21/2- 
fachen Vohim absoluten Alkohols gefällt. Der abfiltrierte Niederschlag wird 
in einer Reibschale mit absolutem Alkohol veiTieben, abfiltriert, mit Äther 
verrieben, nochmals filtriert und schliefslich über Schwefelsäm-e getrocknet. 
Das so erhaltene Pulver wird nur schwer von AVasser benetzt imd mufs 
daher vor der Vei-Avendmig mit Wasser angerieben werden. Die beste Rei- 
nigimg der Diastase \xxr6. diu-ch wiederholtes Fällen derselben mit Alkohol 
erreicht imd aufserdem durch Dialyse, durch welche allein der hohe Aschen- 
gehalt derselbeii vermindert werden kann. Die Reinigimg der Rohdiastase 
diu'ch Bleiessig nach Löew ist zu verwerfen, da das durch Bleiessig nicht 
gefällte nur noch ein Viertel der ursprünglichen Wirksamkeit besitzt. Das 
Fermentierungsvermögen der Diastase steigt mit dem Stickstoftgehalt der- 
selben. Die Analyse der aschefreien Diastase ergab folgende Zahlen, denen 
die andei-en Fermente zur Seite gesetzt sind: 

Diastase (Lintner) 
Pankreasferment (Hüfner) 
Invertin (Barth, Donath) 
Emulsin (BuU) 

Mit Ausnahme der für Pepton charakteristischen Biureti-eaktion sind 
die Reaktionen der Diastase mit den Eiweifsreaktionen fast identisch, unter- 
scheiden sich aber durch die mit Guajaktinktur und Wasserstoffhj^^eroxyd 
auftretende Blaufärbimg. 

Der blaue Farbstoff ist in Äther, Benzol, Chloroform, Schwefelkohlen- 
stoff leicht löslich. Lab, Speichel, Pepsin imd Invertin geben diese Re- 
aktion nicht. 

Dieselbe Behandlimg, welche die Fermentationsfähigkeit der Diastase 
zerstört, nämlich Kochen derselben, oder Versetzen mit Alkali oder Säuren 



CellulOBe- 
büdendes 
Ferment. 



46,66 C. 


7,35 H. 


10,42 N. 


1,12 S, 


46,57 „ 


"i.^'i 1, 


14,95 „ 


0,95 „ 


43,90 „ 


8,40 „ 


9,50 „ 


0,60 „ 


43,5 „ 


7.0 „ 


11,6 „ 


1,3 „ 



Diastase. 



') Chem. Soc. 1886, I. 432—439. 

2) Journ. pract. Chem. XXXIV. 378—394. 



278 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

vernichtet auch, die Fähigkeit, mit Guajaktiiiktur zu i*eagieren. Diese Re- 
aktion ist geeignet, cüe geringsten Mengen von Diastase nachzuweisen. 

Ein Beitrag zur Kenntnis der Eiweifsbilduug in den Pflan- 
zen, von Karl Oskar ]\Iüller. i) 

YII. Alkaloide. 

Wrightin. Über Wrightiu, von H. Warnecke. 2) 

Das sclion im Jalire 1864 von Stenhause aus dem Samen der ost- 
indischen ApocjTiacee Wrightia antidysenterica isolierte Alkaloid Wrightin 
hatte im Jalu-e 18G5 von Prof. Haines (der dasselbe Conessin nannte) 
die Formel C26H21NO oder C25H22NO erhalten. Warnecke hat dasselbe 
neuerdings aus den entfetteten Samen gewonnen, indem er den salzsauren, 
alkoholischen Exü-akt mit Wasser digei-ierte und das Filtrat mit Ammoniak 
fäUte. Nach dem Trocknen war dieser Niederschlag gröfstenteils in Peü'ol- 
äther löslich. Nach Entfernung des Peü'oläthers wurde in Alkohol gelöst 
und diese Lösung bis zm* Opalescenz mit Wasser versetzt, fast sogleich 
bildeten sich seidenghänzende farblose Nadeln. 

Das reine Wrightin sclmieckt bitter, krystaUisiert wasserfrei und 
schmilzt bei 122*^ C. Mit Säm-en bildet es gut krystaUisierende Salze. 
Es sublimiert zum Teil imzersetzt. In AVasser ist es schwer löslich, leicht 
dagegen in Alkohol, Äther, Clüoroform, Petroläther u. s. w. Das Platin- 
doppelsalz ergab 26,42 ^/q Platin. 

Nach mehreren Analj'sen ergab es 80,54 — 80,70% C. und 11,4 bis 
11,46 *^/o H., 8,47—8,49% N. Die Gröfse des Molekfüs beträgt demnach 
163,45 imd die Formel wäre CjiHjgN. 

Ber. für (CiiHi8NHCl)2 PtCl^ 

Gefunden 

C22H38N2CI6 541,58 = 73,60 00,00 o/o 

Pt 194,30 = 26,40 26,42 „ 

735,88 = 100,00 

Ber. für CjiHjgN Gefunden 

I. U. 

80,444 80,54 80,70% 

10,997 11,46 11,40 „ 

8,559 8,47 8,49 „ 



Cn 


131,07 = 


Hl 8 


18,00 = 


N 


14,01 = 



163,68 = 100,000 100,47 100.59 0/0 

Das AVrightin ist somit das erste sauerstofffreie, feste, natiu'lich vor- 
kommende Alkaloid. Verfasser giebt zum Schlüsse eine Reihe von Speziai- 
reaktionen des Wrightin an. 
Conessin. Über Coucssin, von K. Polstorf f imd P. Schirmer. 3) 

Das Conessin ist identisch mit der von Haines im Jahre 1858 dar- 
gestellten Base aus der ostindischen Conessirinde, der Rinde von Wrightia 
antidj-senterica, ebenso dtirfte das von Stenhouse 1864 aus dem Samen 



1) Landw. Versuchst. XXXIH. 311—347. 

2) Berl. Ber. XIX. 1880, 60—62. 

3) Berl. Ber. XIX. 1886, 78—85. 



Pflanzenchemie. 279 

von "Wi'ightia antiilysenterica dargestellte Wrightin mit dieser Base iden- 
tisch sein. 

Die Darstellung aus der Rinde ist scliwierig und die Ausbeute ge- 
ring. So gaben 23 kg der Rinde 30 g Conessin. Die Formel des Conessins 
ist C12H20N, Schmelzpunkt 121,5 ^ (vergl. voriges Referat über Wrightin). 

Die Analyse der über Schwefelsäure geti"Ockneten Base ergab: 

I II i?f'"^^^" Ber. fürC,H,oN 

C 80,79 80,74 — 80,89% 

H 11,64 11,48 — 11,24 „' 

N — — 7,98 7,87 „ 

Verfasser stellten eine Anzahl Conessinsalze , sowie das Methylcones- 
sinjodid und Methylconessinhydroxyd dar, welch letzteres jedoch nicht in 
einer für die Analyse geeigneten Form erhalten werden konnte. 

Note über Chininhydrat, von F. W. Fletscher. i) 

Fletsch er weist durch Versuche nach, dafs das lufttrockene Chinin, 
das diu'ch Lösimg in Äther imd Verdunsten des letzteren erhalten wiixl, 
nicht wie bisher angenommen, drei ^Eoleküle Krystallwasser enthält, sondern 
nur eines. 

Untersuchungen über Strychnin, von W. F. Löbisch und P. 
Schoop. 2) 

Es wiu'den dargestellt : Nitrostrychnin-, Amidostrychnin-, Bromsti'ychnin- 
imd Strychninmonosulfosäure. 

Nitrostrychnin C2iH2i(N02)N2 O2 erhält man diu'ch Eintragen von 
25 g Strychninnitrat in 250 g englische Schwefelsäure. Das Eintragen 
miifs portionenweise geschehen, da sich die Mischung nicht über 20 ^ er- 
wäi-men daif. Nach Stägigem Stehen der Mischimg giefst man dieselbe 
in 2 1 Wasser und neutralisiert mit Ammoniak. Es entsteht ein gelber 
Niedersclüag , der nach dem Abfiltrieren imd Auswaschen aus verdünntem 
Alkohol umkrystaUisiert wird und farblose bis hellgelbe Blättclien bildet. 
Das Nitrostrychnin zeigt die Reaktion des Strychnms mit Kaliumbiehroniat 
und Schwefelsäure nicht. Es bildet gut krystallisierende Sfilze, schmilzt 
bei 225 \md löst sich leicht in Benzol, Schwefelkolüenstoff, Alkohol, Altlc- 
hyd, Äther und sehr leicht in Aceton. 

Löst man die Nitrobase in konzentiierter Salzsäure und giebt AVasser 
und Stanniol zu, so bildet sich nach 12 Stunden Amidostrychnin C21H21 
(NH2)N2 02, das nach Entfernen des Zimis mit Schwefelwasserstoff durch 
Ammoniak in dünnen Nadeln gefällt wird. Dieses giebt die Strychnin- 
roaktion ebenfalls nicht, färbt sich aber mit verdünnter Schwefelsäure und 
Kaliumbiclu'omat- rein blau. Es schmilzt bei 275 und. siedet bei 5 nun 
Druck bei ca. 280 0. 

Giebt man zu einer Lösimg von 8,5 g Nitrostrychnin in 300 ccm 
siedendem Alkohol 10 g Kali in 20 ccm Alkohol imd destilliei-t ca. 2/^ 
des Alkohol ab, so scheiden sich nibim-ote Nadeln ab, die in "Wasser ge- 
löst mit Kolilensäure Xanthostryclmol bilden, das mit Nitrostiychnin 
isomer ist. 



1) Pharm. Journ. UI. 385. 

2) Monatsh. f. Chem. 6. 844-862. 



280 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Cocain. 



Papaveriij. 



Löst man 10 g Stiyclmin in 100 g englischer Schwefelsäure imd 
giebt in Schwefelsäure aufgesclüämintes Brom 10 g allmählicli zu, so fällt 
Ammoniak, nachdem die ]\Iischung in ^/a 1 Wasser gegossen wurde, Brom- 
strj'chnin aus, das aus 50 ^/q AUvohol umkrystallisiert wird. 

Durch Einti-agen von 20 g ti'ocknen Stryclminsulfates in 120 g rau- 
chende, gekülüte Schwefelsäure, welche 20% Anhydrid enthält, entsteht 
nach 4 Tagen Stryclmimnonosulfosäiu-e, welche die Stiycluiinreaktion eben- 
falls nicht mehr- zeigt. Diese Sulfosäure wurde als Baryumsalz isoliert. 

Über die toxischen Wii'kungen dieser Strychninderivate siehe das 
Original. 

Notizen über Cocain und seine Salze, von B. H. Paul. 

Die Löslichkeit des Cocains in Wasser ist 1 : 1300. Durch Eindampfen 
der wässrigen Lösimg erfälut das Cocain eine teilweise Zersetzung, indem 
sich wahrscheinlich Ecgonin bildet. 

Beiträge zum Studium der Alkaloide; über die Untersuchung 
und Bestimmung der Basen der Pyridin- und Chinolinreihe, 
von Oechsner de Coninck. i) 

Versuche zur Synthese des Coniins, von A. Ladenburg. ^j 

Bei der Ein^virkung von Paraldehyd auf «-Picolin bei hoher Temperatiu- 
(250 0) erhält man ein in Wasser schwerlösliches Öl, von einem an Cony- 
rin erinnernden Geruch, dessen Siedepunkt zwischen 190 — 195^ liegt. 
Die bei der Analyse erhaltenen Zalilen stimmen annähernd auf die Formel 
eines Allylpyridins. 

Die bei der Reduktion dieses Körpers erlialtene Base \\n.u-de in das 
Clüorhydi'at übergefülu't , das ein weifses, kiy staUinisches , luftbeständiges 
Salz bildet. Um das in diesem Salze vermutete «-Propylpiperidin abzu- 
scheiden, wurde das Jodcadmiumdoppelsalz desselben dargestellt. Dieses 
Salz scheidet sich ölig ab und erstarrt bald zumal auf Zusatz eines KrystaU- 
fragmentes des Coniindoppelsalzes. Die Kiystalle desselben sind denen des 
Coniinsalzes sehr ähnlicli und haben denselben Schmelzpunkt 117 — 118** 
wie dieses. 

Die Analj^se gab mit der Formel (CgHjyNHJja CdJ2 genügend stim- 
mende Zahlen, auf welche Formel auch das aus Coniin dargestellte Präparat 
stimmt. Die aus den Mutterlaugen der zweiten luid dritten KrystaLLisation 
regenerierte Base besitzt grofse Ähnlichkeit mit dem Coniin sowolil in 
seinem Geruch und seiner Löslichkeit in AA^asser als auch in verschiedenen 
Reaktionen. 

Es ist dem Verfasser hiermit also gehmgen, eine dem Coniin selir 
nahestehende Base synthetisch darzustellen, deren völlige Identität mit dem 
Coniin dmch Wiederholung des Versuches entscliieden werden soll. 

Untersuchungen über das Papaverin III, von Guido Gold- 
schmidt. 3) 

Bei der Oxydation des Papaverins mittelst Chamäleon entsteht ein 
neuer basischer Körper, welchem man den Namen Papaveraldin gegeben 



1) Bull. soc. chim. XLIV. 617—623. 

2) Berl. Ber. XIX. 1886. 439-441. 

3) Monatsh. Cbem, VI. 954—975. 



Pflanzenchemie. 281 

hat, da er die Gruppe COII enthält. Die Darstellung dieses Kölners wird 
auf folgende "Weise durchgefiilu't. 25 g ganz reines Papaverin werden in 
soviel Seliwefelsäm-e gelöst als zm- Bildung des sauren Sulfates nötig ist, 
diese Lösimg wird auf 1 1 verdünnt und mit 22%iger Chamäleonlösung 
versetzt bis nach längei-eni Stehen keine Entfärbung mehr eintritt. Der 
Überschufs an Chamäleon wü-d mit schwefliger Säure entfärbt, die Flüssig- 
keit abfiltricit und mit kaltem Wasser dei' Niederschlag ausgewaschen, den 
man dann mit Alkohol extrahiert. Die alkoliolische Lösung wird sodann 
soweit eingedampft bis KrystaUausscheidimg beginnt, worauf man sie er- 
kalten läfst, es scheiden sich hierbei etwa 13 g Papaveraldin als gelbes 
Krystallpiüver ab. Das Papaveraldin ist m Wasser imlöslich, löst sich in 
kohlensaurem Alkali, in heilsem Eisessig und in nicht zu verdünnten 
3Iineralsäuren, aus letzteren fäUt es bei starker Yerdünnimg Avieder aus. 
In Alkohol, Äther und LigToin ist es wenig, besser in Benzol und am 
leichtesten in Cldoroform löslich. Konzentrieii;e Scliwefelsäure färbt es 
fem-ig gelbrot, Axelche Farbe beim Erwärmen in bordeauxi-ot und schliefs- 
lich dunkelviolett übergeht. 

Aufser dieser Base wurden als Oxydationsprodukte Dimethoxylcinchonin- 
säure C12 ^n NO4, « - Pyridintrikarbonsäm-e Cg H5 NOg , Yeratrumsäure 
C9H10O4, Meconin CiqHjqO^, Hemypinsäure CjoHjoOg und Oxalsäure 
erhalten. 

Die Dimethoxylcinchoninsäure C12H11 NO4 bildet gelbliche Nadeln, die 
bei 200 — 205 9 schmelzen imd mit Salzsäure wie mit Platinclüorid krystaUi- 
sierte Salze geben. Sie ist in Alkohol und in heifsem Wasser löslich. 
Diese Säiu-e enthält zwei Methoxylgruppen und kann in Chinolin über- 
gefülu-t werden, woher sie ihren Namen erhielt. 

Bei der Einwü"kung von Jodwasserstoff nach der Z ei sei' sehen Me- 
thode *) wiu'den vier Methoxylgruppen im Papaverin nachgewiesen, es liinter- 
bleibt das Jodhj^drat einer tetrahydroxylierten Base CjeHj3 NO4H.J. Mit 
schmelzendem Kali destilliert Dimethj'lliomobrenzcatechin Cg Hj 2 O2 imd 
Methylamin, wälu-end aus der Schmelze nach dem Ansäiiern Protocatechu- 
säure, etAvas Oxalsäm-e und Spuren einer schwerlöslichen Säure mit Äther 
extrahiert Avmxlen. Papaverinsäure enthält 2 Methoxyle. Mit Phenyl- 
hydrazinchlorhydrat und Natriumacetat in alkoholischer Lösung erwärmt, 
giebt Papaverinsäm-e eine hellgelbe Phenylhydrazinverbindung CigHjgNOe : 
Cg Hg N2, wodurch das Vorhandensein einer AldehydgTuppe bestätigt wiixl. 
Verfasser giebt nach diesen Umsetzmigen das Schema zu einer Formel des 
Papaverins : 

Oxydationsprodukte des Coniins, von J. Baum. 2) 
Beiträge zur Kenntnis des Brucins, von A. Haussen.^) 
Die bisher dargestellten Nitrosubstitutionsprodukte des Benzins eigneten 
sich wegen ilirer Unbeständigkeit weder ziu' Analyse noch zur Darstellung 
der Amidokörpei'. Haussen erhielt nun durch direkte Nitiierung des Jod- 
methylbenzins in absolutem Alkohol suspendiert mit konzentrierter Salpeter- 
säure ein salpetersaures Salz des Mononitrobnizins in goldglänzenden Na- 



1) Monatsh. Chera. \l. 989—996. 

2) Berl. Ber. XJX. 1886, 500. 

3) Berl. Ber. XK. 1886, 520. 



282 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Akonitiu. 



Hop ein. 



Morphin. 



dein krystallisiert. Die Yerliindung ist in Alkohol und Äther schwer, 
leicht in Wasser löslich. 

Zur Analyse wurde das Platindoj^pelsalz verwendet. Die Niti'obase 
selbst wurde mittelst kohlensauren Nati'ons aus dem salpetersaiu-en Salz 
abgeschieden. Die Überfülirung der Niti'obase in die Amidoverbindung 
wurde mittelst Zinn und verdünnter Salzsäure in der Siedehitze zuwege 
gebracht. 

Die Analyse dieser Verbindung ergab die Formel C23H25 (NH2)N2 04 
3 HCl für das salzsam'e Amidobruzin. 

Charakteristisch für das Amidobruzin sind: 

1. Eisenchlorid färbt dasselbe anfangs grün, später braun. 

2. Sehr verdünntes Kaliumchromat ruft eine der Strychnim-eaktion 
sehi' ähiüiche violette Färbung hervor. 

3. In konzentrierter Salpetersäure IrJst sich dasselbe mit gelber Farbe, 
die dmx'h Zimiclüorür karmoisinrot wird. 

Über krystallisiertes Akonitin, von C. F. Bender, i) 

Um reines Akonitin zu erhalten wird der eingedampfte, alkoholische 
Exü^akt von Harz und Fetten befi-eit, mit reinem Bikarbonat versetzt xmd 
mit Äther ausgeschüttelt. Nach dem Ansäuern und Eeinigen des Salzes 
mit Blutkohle wird die Base frei gemacht und das Bromsalz derselben 
dargestellt. Nach melu'nialigem Umkrystallisieren des Bromsalzes wird die 
Base -wdeder mit Magnesia abgeschieden mid aus Äther durch Verflüchtigen 
desselben krystallinisch gew^onnen. 

Über die Chromate des Strychnins, von Fr. Ditzler.^) 

Über das Hopein, von A. Ladenburg. 3) 

Die Unterscheidungsreaktionen, welche Dr. W. Williamson zwischen 
dem Morpliin und dem Hopein, einem aus dem wilden, amerikanischen 
Hopfen isolierten Alkaloid, gefunden hat, köimen mit dem reinen Alkaloid 
nicht erhalten werden. Es zeigt vielmehr das Hopein ganz dieselben 
Reaktionen als das Morpliin und wiu'de seine Formel ebenfalls mit der 
Mori^hinformel Ci7 HjgNOgHgO übereinstimmend befunden. Das von Wil- 
liamson untersuchte Präparat war nicht rein, es enthielt eine andere von 
^lorphin ganz verscliiedene Base. 

Zur Kenntnis des Morphins, von 0. Fischer imd E. v. Gerich- 
ten. *) 

Um stickstofffreie Spaltungsprodukte des Morpliins zu erhalten, bedient 
man sich der Hofmann' sehen Methode, Avelche auf der Zerlegbarkeit der 
Ammoniumbasen mittelst Wärme beruht. 0. Hesse hat auf diese Weise 
aus Acetylmethyhnorphimetin dm-ch Erhitzen auf 120 emen stickstoff- 
freien Körper erhalten. 

Verfasser haben durch Erliitzen von Morphimethin und Methylmorpln- 
mothin mit Essigsäureanhydrid neue stickstofffreie Spaltimgskörper des 
Morphins erhalten imd zugleicli eijie einfache Methode gefunden, zu diesen 
zu gelangen. 



1) Phai-m. Centr.-H. XXVI. 433. 
•^) Areh. Pharm. Xin. 10.5—109. 
3) Berl. Per. XIX. 1886, 783—785. 
*) Berl. Ber. XIX. 1886, 792—794. 



Pflanzenchemie. 283 

Kocht man Morpliinjodmothylat mit EssigsiUireanhydricl, so orliält man 
eine Diacotylverbindung des Jodmethylats, welclie mit feinzeiTielionom Silber- 
aeetat in heifser Lösung behandelt wird. Nacli dem Abfiltrieren von dem 
gebildeten Jodsilber und Erhitzen auf 180 ^ in Röhren giefst man das 
Produkt in kaltes Wasser, wobei ein dunkelflockiger Niedersclüag sich aus- 
scheidet. Dieser wird mit warmem Äther extrahiert, wodurcli man einen 
nach dem Verdunsten des Äthers in weifscn Nadeln krystallisierenden 
Körper erhält, dem die Formel Ci8lli4 0^ zukommt. Aus diesem Körper 
können durch alkoholisches Ammoniak zwei Acetylgi'upi)cn abgespalten 
werden und man erhält einen Körper von der Zusammensetzimg Ci4Hjq02, 
von der Zusammensetzung und den Eigenscliaften eines Dioxyplienantrens, 
das jedoch mit dem Grabe 'sehen Phenanthrenhydrocliinon nicht identisch ist. 

Codeinjodmcthylat giebt auf dieselbe Weise behandelt einen Körper 
von der Zusammensetzung Cj^Hj^Og, welcher ebenfalls ein Acetj'ldcrivat 
ist und beim Behandeln mit alkoholischem Ammoniak ein Phenol liefert, 
das der Monomethyläther des oben beschriebenen Körpers Cj^ Hjq O2 zu 
sein scheint. 

Beobachtungen über die Natur und die Eigenschaften der 
Alkaloide, von Ochsner de Coninck. ^) 

Über den Alkaloidgehalt des Extraktum Belladonnae, von B^nadonna. 
Herrn. Kunz. 2) 

Da Verfasser die Gegenwart von Cholin in diesem Extrakt nachwies, 
kaim die Mayer' sehe Methode, das Alkaloid desselben aus der wässrigen 
Lösung mit Queeksilberjodidkalimn auszufüllen, zur quantitativen Bestim- 
mung dieses Alkaloides weiterliin nicht mehr in Anwendung kommen. In 
Alkalien imd Alkalilvarbonaten ist das Atropin löslich, so dafs auch diese 
Reagentien nicht in betracht kommen. Andere bei der Ausscheidimg von 
Alkaloiden angewandte Methoden sind ebenfalls wegen der gleichzeitigen 
Reaktionsfähigkeit des Cholins nicht anwendbar. Verfasser giebt daher 
folgendes Verfaln-en als das bi-auchbarste an. Der Exti'akt wird mit dem 
gleichen Gewicht Wasser gelöst imd darauf mit dem zehnfachen Volum 96- 
prozentigem Alkoliol versetzt. Nachdem der Niederschlag sich abgesetzt, 
wird filtriert und der Niedersclüag 4 — 5 mal auf dieselbe Weise behandelt. 
Als in Alkohol unlöslich bleiben 14 — 34 ^/q des Extraktes zurück. Dieses 
Alkoholfiltiat wird bei 50 — CO ^ im Vacuum destilliert und der Rückstand 
mit Kahumkarbonat alkalisch gemacht. Durch Ausschütteln mit Äther wird 
darauf das Alkaloid gewonnen, die letzten Spm^en werden mit Chloroform 
entzogen, der Äther bei 40 ^, das Chloroform bei 50 ^ unter Einleiten von 
Wasserstoff verjagt. Um die letzten Spuren von Fett und Clüorophyll zu 
entfernen, wird das gewonnene Produkt mit durch Schwefelsäm-e schwach 
angesäuertes Wasser ausgezogen. Diese Lösung wöi-d wieder eingedampft und 
nach Zusatz von Ammoniak mit Clüorofoi-m das Alkaloid dai'aus extraliiert. 

Neue Farbenreaktionen einiger Alkaloide, von W. Lenz.^) 

Beim Schmelzen mit Ätzkali geben Cliinin und Cliinidin eine intensiv 
grasgrüne, Cinchonin imd Cinchonidin eine blaugi-üne, Cocain eine grün- 



1) Bull. sor. chim. 45. 131-141. 

2) Arch. Pharm. (3), XXIII. 701—707. 
=») Zeitschr. anal. Chem. XXV. 29. 



284 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Akonitnm- 
alkaloide. 



Pilokarpin. 



Hellgelbe, beim weiteren Erliitzeii bläiüiclie imd zuletzt selimutzig rosen- 
rote Fcärbimg. 

Noten über Chininsulfat, von 0. Hesse. *) 

Die Gegenwart von Cinclionidin im Cliininsulfat des Han- 
dels, von A. J. Cowley. ^) 

Vorkommen des Andromedotoxins in verschiedenen Erica- 
ceen, von P. C. Plagge, ä) 

Das Andromedotoxin, über welches Verfasser schon frülier berichtete, 
wiu-de von demselben in vielen Ericaceen gefimden: 1. in den Blättern 
und dem Holze von Andromeda Japonica Thumlj.; 2. den Blättern und 
jimgen Zweigen von Andromeda polifolia L.; 3. den Blättern und Blumen 
von Catesbaei; 4. den Blättern und jmigen Zweigen der Calyculata L.; 
5. der Andromeda polifolia angustifolia ; 6. den Blättern imd Blumen von 
Azalea indica L. imd 7. des Rhododendi'on maximimi L. 

Beiträge zur Kenntnis der Alkaloide des Aconitum Napellus, 
von Alex. Jürgens.*) 

Die Ai-beit enthält zimächst eine ausfüluiiche Besclu-eibung des vom 
Verfasser eingeschlagenen Weges zur Reindarstellung des Akonitins. Es 
-wTn-de das bromwasserstoffsaiu-e Akonitin, das Clilorhydrat desselben, das 
Jodid imd das salpetersaui-e Salz analysiert. Die Analyse dieser Salze, so- 
wie die Zusammensetzung des Golddoppelchlorides führten zu der Formel 
^33^47^012 niit dem Molekularge^\^cht 649. Das Akonitin krystallisiert 
wasserfrei, das Mittel der Schmelzpunktbestimmungen war 1 7 9 0. Die Lös- 
lichkeit des Akonitins ist am gröfsten in Benzol imd Clilorofonn. Das 
Chlorhydrat zeigt die spez. Drehung («) D = 35,89 für das darin ent- 
haltene Alkaloid 37,91 ^ berechnet. Die Farbenreaktionen mit Phosphor- 
säiu-e, Schwefelsäure und Zucker, Phosphormolybdänsä\ire und Ammoniak 
werden in dem Handelsakonitin durch einen dunkell)raunen, harzähiüichen 
Körper hen^orgerufen, der die Eeindarstellung des Akonitin erschwert, sie 
finden sich bei dem reinen Präparate nicht. Die Erkennung der reinen 
Base unter dem Mikroskop beruht auf der Schwerlöslichkeit des Jodsalzes 
in "Wasser bei Gegenwart von Jodkalium. Man löst etwas Akonitin auf 
einem Ulii-schälcheu in einem Tropfen essigsäurehaltigen Wassers und giebt 
etwas Jodkalium zu. Es scheiden sich schon bei ^/2 mg der Base deut- 
liche plattenförmige Krystalle aus. Es A\iu"den zwei amorphe Akonitbasen 
isoliert, die sich durch ilu- Lösungsvermögen in Äther und Chloroform unter- 
scheiden. 

Über einen basischen Bestandteil des Pilokarpins in den 
Jaborandiblättern, von Erich Harnack. 5) 

Das aus den Jaborandiblättern gewonnene dritte Alkaloid giebt in 
wässeriger Lösung mit Goldclüorid keinen Niederschlag, während das Pilo- 
karpin gefällt wird. Verfasser nennt dasselbe Pilokarpidin. Pilokarpin wie 



1) Pharm. Journ. IH. 818-819. 

2) Pharm. Journ. III. 797. 

3) Arch. Pharm. XXUI. 905-917. 

*) Russ. pharm. Zeitschr. XXIV. 721—725, 745—752, 762—769, 778—785, 
794—800. 

5) Centr.-Bl. med. Wissensch. 1885, 417—419. 



Pflanzenchemie. 285 

Pilokarpidin vovwandoln sich leicht in eine amorphe atropinaitigc Base, 
welche mit dem Namen Jaboridin belegt "win'do. Sie scheint identisch mit 
der aus Piper Jaborandi gewonnenen, Jaborandin genannten Base nnd mit 
dem von Chastaing aus Pilokarpin mittelst rauchender Salpetersäure er- 
haltenen Oxj'dationsprodukt. Die Formel des Pilokarpidin unterscheidet sich 
von der des Nikotin durch einen Mehrgehalt von 2 Atomen Sauerstoff, das 
Pilokarpin ist ein metliyliertes Pilokarpidin CuIIißN2 02. Die phj-siologische 
Wirkung des Pilokarpin imd Pilokarpidin ist gleich. 

Über den Nachweis des Broms in den bromwasserstoff sauren 
Salzen einiger Alkaloide, sowie über eine Farbenreaktion des 
Chinins und Chinidins, von A. Weiler.^) 

Die Reaktion des Atropins mit Merkurosalzen, von Alfred 
W. Gerrard.2) 

Aus der Lösung von Merkm-osalzen "wü'd durch Ati'opin Quecksilber- 
oxydul abgescliieden. 

Bemerkungen über Identifizierung von Alkaloiden und an- 
deren krytallisierten Körpern mit Hilfe des Mikroskops, von 
A. P. Smith. 3) 

Über Thebain, von W. C. Howard mid W. Roser. 4) 
In einer früheren Arbeit hat Howard die Charakterisierimg. des 
Thebains als tertiäre Base und die Spaltimg desselben unter Einwirkung 
von konzenü'ierter Clilor- oder BroniAvasserstoffsäiu-e nach einer der folgen- 
den Gleichimgen festgestellt : ^) 

1. C19H21NO3 + HCl = C17H17NO3 + C2H5CI 

Thebain MorpliothebaisL 

2. C19H21NO3 4- 2 HCl = C17H17NO3 + 2CH3CI. 

Eine quantitative Bestimmimg des bei der Einwirkung von Jodwasser- 
stoffsäure auf Thebain entstehenden Jodalltyls nach der Methode von Z eis sei 6) 
beweist, dals jene Reaktion im Sinne der zweiten obigen Gleichung statt- 
fmdet. Es ist daher das Thebain als Dimethyläther des Morphothebains 
anzusehen. 

Dafs das Morphothebain, Avir das Thebain eine tertiäre Base ist, wiu-de 
durch seine Fähigkeit, mit Alkyllialogenen zu Ammoniumsalzen zusammen- 
zutreten, bewiesen. Verfasser stellten das Morphothebainmetliyljodid, das 
Morph othcbainätliyljodid und das Morphothebainbenzylchlorid dar. 

Ein bedeutsamer Unterscliied des Thebains vom Morpliin resp. Codein 
zeigt sich darin, dafs das Thebain sich schon nach Anlageiimg eines Alkyl- 
jodides spaltet, w^ährend aus dem Codein das Methylmorphimethin dargestellt 
werden mufs und erst die aus diesem entstehende Ammoniakbase der Spal- 
tung unterliegt. 

Diu-ch die Spaltungsvorgänge der aliphatischen Ammonium hydroxyde 
imter Einwirkung von Wanne, deren Kenntnis aus den Untersuchungen 



1) Arch. Phann. Xm. 161—166. 

2) Phann. Joum. IH. 762. 

3) Analyt. 1886, 81. 

*) Berl. Ber. XIX. I886, 1596—1604. 

5) Berl. Ber. XVH. 527. 

6) Zeissel, Mon. f. Chem. VI. 989. 



286 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Strj-chnin. 



Pilokarpiu 
uad Jaborin. 



A. W. Hofmanu's herrührt, werden die Verfasser zu dem Sclüusse ge- 
fiüu-t, dafs die Basen, bei welchen eine zweimalige Addition eines Jodalkyles 
notwendig ist, \im zu einem Ammoniumhydi-oxyd zu gelangen, welches beim 
Erllitzen zerfällt, ein zweiwertiges Radikal an Stickstoff gebunden einen 
Ivolilenstoff-Stickstoöi-ing enthalten. Da sich nun das Thebain schon nach 
Anlagerung eines Alkyljodides so leicht spaltet, kann man umgekehrt 
sclüiefsen, dafs in diesem der Stickstoff nicht in einem Ring gebimden 
ist, es wäre daim nicht als Pyridinderivat aufzufassen. 

Untersuchungen über Strychnin. Abhandlung von W. F. Lö- 
biscli imd P. Schoop. i) 

Es Anu'den von den Verfassern dargestellt Xanthostryclmol aus Nitro- 
strychiün mit alkoholischer Kalilauge. Aus dem Xanthostryclmol wurde 
mit verdünnter Salzsäiu-e luid Stanniol Amidosti-ychnin gewonnen, das mit 
Essigsäiu-eanliydi-id Acetylamidostiychnin gab, C21H21N2O2NHC2H3O -f- 
H2 0. Mit verdünnter Salzsäure kann aus dem Xanthostiwchnol das Nitro- 
strychnin wieder goAvonnen werden, wobei eine einfache Wasserabspaltung 
stattfindet. Erhitzt man 30 g Stryclmin mit ebenso viel Natriimialkoholat 
in 150 ccm absolutem Alkohol eine Stunde auf dem Wasserbade, giebt 
zur Lösimg 50 ccm Wasser, verjag-t den Alkohol imd leitet in das in 
Wasser gelöste Produkt Kohlensäm-e, so erhält man einen schwach gelben 
Niederschlag. Dieser Niederschlag besteht aus einem Stiychninhydi'at, das 
Verfasser Stryclmol nennen. Es giebt mit doppeltchromsam-em Kali und 
Schwefelsäure nicht melu- die Strychninrealction , wird aber mit Schwefel- 
und Salpetersäm-e intensiv karminrot. Durch Erhitzen kann dem Strychuol 
das Wasser nicht wieder entzogen werden, wohl aber durch Kochen mit 
verdimnten Säxu-en oder durch konzentrierte Schwefelsäure in der Kälte. 
Strychnol wird leichter als Stiyclinin oxydiert und reduziert ammoniakalische 
Silberlösung. Durch Erhitzen mit wässeriger Kalilauge ^^ärd Stryclmin nicht 
in Strj^clmol verwandelt. Diu'ch vierstündiges Erhitzen mit 10 ccm kon- 
zentrierter Schwefelsäiu-e imd 10 ccm Wasser bei 100 ^ ^mrde eine bei 
270 ö schmelzende, diu"ch vierstündiges Erhitzen mit 20 Teilen 25 0/oiger 
Salzsäm-e bei 100 ^ eine bei 272 <> schmelzende Base gewonnen. 

Notiz über die Alkoholate des Conchinins, von F. Mylius.^j 

Konstitution einiger Chinolinderivate, von Zd. H. Skraap 
imd Ph. Brunner. 3) 

Über Hope'in, von C. Leuken. 4^) 

Note über Chininhydrat, von Flückiger. 5) 

Note über Chininhydrat, von 0. Hesse. ß) 

Note über Chininsulfat, von 0. Hesse. '^) 

Über Pilokarpin und Jaborin, von Harely und Calmels.^) 



') Monatsschr. f. Chem. Vn. 75—94. 
a) Berl. Ber. XIX. 1886, 1773—1776. 
3) Monatsh. Chem. VH, 139—157. 
*) Pharm. Journ. X. 553. 

5) Pharm. Journ. XVI. 897. 

6) Pharm. Journ. XVI. 937. 

7) Pharm. Journ. XVI. 1025. 

8) Compt. rend. 102, 1116—1119 und 1251—1254. 



Pflanzenchemie. 287 

Die Analvse zalürcichor Ycrliiiiduiig-en dos Pilokarpins veranlafste die 

1 o-, n • V T.^ ^ (C5H4N) t'i — CCH3 — N(CH3)3 

Verfasser, dem Püokarpiii die Formel "■ ^ * ' ' COO '' 

zu geben. Die Beweise ITir die Berechtigimg dieser Konstitutionsfonncl, 
sowie die Syntliese des Pilokarpins sollen in einer s]iäteren Abhandlung 
veröffentlicht werden. Behandelt man Pilokarpidin mit rauchender Salz- 
oder Sali)otersäuro , so entsteht Pilokai-pin CionuN2N2. Das von Chas- 
taing dabei gefundene Jaborandin Parodi's C1ÜH12N2O2 konnten Ver- 
fasser nicht erhalten. Auch beim Kochen mit verdünnter Salzsäure durch 
48 Stimden oder mit Wasser, sowie beim 24 stündigen Erhitzen für sich 
auf 120^ giebt Pilokarpin Pilokarpidin. Die Metallsalze des Pilokarpidins 
sind denen des Pilokarpins ähnlich. Jaborin wm-de aus Pilokarpin auf 
folgende "Weise erhalten. Das Pilokarpin A\au"de bei 50 ^ getrocknet und 
dann sofort auf 150 ^ erhitzt. Es entwich hierbei Triniethylamin. Beim 
weiteren Erhitzen auf 175 ^ hinterbleibt eine Masse, die mit Wasser luid 
Barytlösiuig behandelt beim Ausschütteln mit Äther an denselben Jaborin 
abgiebt, wähi-end in der ßarytlösimg Pilokai-pidin und Jaborinsäure ge- 
funden wurden. Das Jaborin ist in Wasser imlöslich luid bildet eine braime, 
eintrocknende firnifsartige Masse, welche beim Kochen mit starker Salzsäure 
oder Kahlange Pilokarpidin giebt. Es wiu'den verschiedene Salze des Ja- 
borins dargestellt. Die Alkalisalze der Jaborinsäure sind in Wasser und 
Alkohol löslich, sie wü-d dm-ch kochende Salzsäm^e oder Alkali in Pilo- 
kai'pidin imd /^-Pyridin- «-milchsüure gespalten. 

L^ber Piliganin, das Alkaloid einer brasilianischen Lycopo- i'jiiganiu. 
diacee, von Adrian, i) 

Eine brasilianische Lycopodiacee, wahrscheinlich Lycopodium Saus- 
sm-ns, enthält ein äufserst giftiges Alkaloid, das als Brechpm-giermittel wirkt. 
Die Pflanze, Piligan genannt, wird mit Wasser extrahiert, das Exti-akt ein- 
gedampft und mit Alkohol ausgezogen, die Lösimg mit Bleiacetat gefällt, 
filtiiert und das Filtrat mit Kalk vom Bleiüberschufs befreit. Nach dem 
Ansäuern mit Weinsäure wird A^eder filtriert und das Füti'at eingedampft. 
Der Rückstand Avii'd mit Wasser und etAvas Soda aiifgenommen und mit 
Chloroform geschüttelt. Aus der Clüoroformlösung wii'd das Piliganin dm-ch 
Verdimsten des Chloroforms als eine weiche, helbgelbe Masse erhalten. 

Zur Kenntnis des Dehydromorphins (Oxydimosphins, von Jul. 
Donath. 2) 

Das Dehydromorphin CnHiyOgN wird beim Erhitzen nait wenig 
Schwefelsäm-e schön blaugrün, beim Verdünnen mit Wasser rosenrot, auf 
Zusatz von Salpetersäm-e , salpetriger Säure, oder NatriuinlijTpochlorid tief- 
violett. In den Reaktionen mit Eisenclilorid , Salpetersäure, Fröhde's 
Reagens und Jodsäm-e stimmt es mit Morphin überein. 

Das Dehydromorphin wird weder von Naüiumamalgam , noch von 
Zink oder Zinn und Salzsäure zu Morpliin reduziert. 

Zwei Morphinreaktionen, von Jul. Donath.3) 

Donath giebt eine Ergänzung der Tattersall'schen Reaktion mit 



1) Compt. rend. 102, 1322—1323. 

2) Journ. prakt. Cliem. XXXIII. 559—562. 

3) Journ. prakt. Cbeui. XXXIII. 5G3— 564. 



288 



Boden, "Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Atropin. 



Syntbesevon 
Coniiu. 



Schwefelsäure und Kaliiunarsenat an. Eine Variation der Yitali'schen 
Eeaktion besteht daiin, dafs er Morphin mit 8 Tropfen Schwefelsäm-e ver- 
reibt und einen Tropfen einer Lösiuig von i Teil Kaliumclüorat auf 50 Teile 
Schwefelscäure zusetzt. Morphin zeigt liierbei eine schön grüne Färbung mit 
schwach rosenrotem E?and, wälu-end Deliydromorphin sich braungrün färbt. 

Über die Yitalische Reaktion zum Nachweise des Atropins, 
von E. Beckmann. 1) 

Oxydiert man Atropin mit starker Salpetersäm^e mid versetzt es darauf 
mit alkoholischer Kalilauge, so tritt eine intensiv \äolette Färbimg auf, die 
bald in Kirsclu'ot übergeht und darauf verblafst (Vitalische Reaktion). 
Eine ganz älmliche Reaktion zeigt das Verati^in, nur tritt dieselbe nicht 
so rasch und intensiv auf und ist in der Nuance etwas verschieden von 
der Atropini-eaktion. Eine sichere Erkennung des Atropins ist daher nur 
dann möglich, wenn vorher die Abwesenheit von Veratiin konstatiert ist. 
Sichere Unterscheidimgsmerkmale beider Alkaloide sind jedoch folgende. 
IHit einem Nitrit imd wässeriger Kalilauge giebt Ati'oi^in eine rotviolette, 
A^'eraüin aber eine gelbe Färbung. j\Iit einer Mischung gleicher Volumina 
von Eisessig und Schwefelsäm'e geben Ati'opin xmd Veratrin bräimliche, 
gi'iüi fluoreszierende Flüssigkeiten. Beim Erliitzen bleibt die Ati-opinlösung 
bis zur Bräunung farblos, während die Veratrinlösung von farblos dm-ch 
intensives Kirsclu'ot in Braim übergeht. 

Ati'opin giebt mit Salzsäiu'e gekockt keine rote Lösung, wie Veratrin 
und eine Mischung von Atrophi und Zucker wird nicht wie A^erati'in grün 
und blau, sondern gelb und braun. 

Synthese der aktiven Coniine, von A. Ladenburg. 2) 

Verfasser wiederholte seine früheren Versuche zm^ Synthese der aktiven 
Coniine in gxöfserem Maafsstabe imd kam dabei zu folgenden Resultaten. 
Nachdem durch Einwirkimg von Paraldehyd auf a-Picolin im zugeschmol- 
zenen Rolire bei 250 — 260^ Allj^lypridin dai'gesteUt war, wurde dasselbe 
durch Reduktion mit alkoholischem Natiium bei Siedetemperatiu- in «-Propyl- 
piperidin übergeführt. Diese Base nun stimmt in fast allen Eigenschaften 
mit dem Conün überein imd darf wohl als chemisch identisch mit dem- 
selben betrachtet werden. Um jedoch ganz sicher zu sein, stellte Ver- 
fasser aus den «-Propylpiperidin das Conyrin her, das mit dem aus Coniin 
gewonnenen Conyrin Avieder in allen Punkten übereinstimmte. Es winde auch 
die physiologische Wü-kimg des « - Propjdpiperidins geprüft und ebenfalls 
mit der des Coniins identisch gefunden. Das a - Propj-lpiperidin scheint 
jedoch physikalisch isomer mit dem Coniin zu sein, da ersteres optisch 
inaktiv ist, während letzteres eine Rechtsdrehimg zeigt. Der Versuch, das 
«-Propylpiperidin durch Penicülium glaucum in seine beiden optisch aktiven 
Isomeren zu spalten, mifslang. 

Da nun nach Pasteur Löslichkeitsimterschiede von rechts- und links- 
weinsauren Salzen optisch aktiver Körper vorhanden sind, so wurde diese 
Eigenschaft zm Trennung der beiden Prop^dpiperidine benutzt imd dabei 
zwei verschiedene Körper erhalten. Die aus dem rechtsweinsauren «-Propjd- 
piperidin wieder gewonnene Base zeigte auch physikalisch genau dieselben 



1) Arch. Pharm. XXIV. 481—484. 
^ Berl. Ber. XIX. 1886, 2578-2583. 



Pflanzenchemie. 



289 



Eigenschaften wie das Coniin, wodurch die völlige Identität des Coniins 
mit dem rechtsdrehenden «-Propylpiperidin erwiesen ist. 

Aus der Mutterlauge der reclitsweinsauren «-Propylpiporidiiikry stalle 
A\iu'de mittelst des Jndcadmiumsalzcs die linksdrehende Base gewonnen uml 
so auch das Linksconiin in fast reinem Zustande isoliert. 

Über das spezifische Drehungsvermögen der Piperidinbaseu, 
von A. Ladenburg. ^) 

Reduktion des Nicotins, von A. Liebrecht. 2) 

Über die bei Einwirkung von Brom auf Dimethylpiperidin 
entstehenden Verbindungen. Neue Synthese von Piperidinderi- 
vaten, von Gr. Merling.-"*) 

Über die Alkaloide der Jaborandiblätter, von Erich Harnack.^^) 

Die einfachen Salze des Pilocarpidin sind sehr leicht löslich, das schön 
krj'stallisierende Platindoppelsalz ist imlöslicli in Alkohol, löslich in sieden- 
dem AVasser. Das Jaboridin, welches beim Eindampfen in saiu-er Lösung 
aus dem Pilocai-pindin entsteht, wie das Jaborin aus dem Pilocarpin, bildet 
ein Gold- iind ein Platindoppelsalz, letzteres ist amorph. AYie die mit Unter- 
stützung von A. Plettner ausgeführten Yersuche lehrten, wirkt Pilocarpi- 
din schwächer giftig als Pilocarpin, Jaboridin schwächer als Jaborin. 

Beitrag zum Studium der Alkaloide, von Oechsner de Coninck.'^) 

Zur Kenntnis des Pseudomorphins, von 0. Hesse. ß) 

Donath hatte den Namen Dehydromorphin vorgesclüagen, Verfasser 
empfiehlt jedoch den Namen Pseudomorphin beiziibehalten und stellt einige 
geschichtliche Angaben Donath's über das Pseudomorpliin richtig, llit 
dem gleichen Ge\^'icht Rolu-zucker gemischt und mit reiner Schwefelsäure 
versetzt, giebt dasselbe eine dimkelgrüne , ins Braimgrüne übergehende 
Lösung, mit eisenoxT^ilhaltiger Säure eine schöne blaue, dann intensiv dimkel- 
grüne Lösmig. 

Über die China bicolor, von 0. Hesse. '^) 

Chinin, Concliinin, Cinchonin, überhaupt die Alkaloide der echten 
Chinarinde, sind nach wiederholter Untersuchung des Verfassers in der 
China bicolor nicht vorhanden. 

Spaltungen des Pilocarpins, von E. Hardy und G. Calmels. 8) 

Beurteilung der Reaktion des Pilocarpins, von E. Hardy 
mid G. Calmels.9) 

Über das Coffein, von Ernst Schmidt. lO) 

Verhalten des Coffeinmetliylliydroxyd bei erhöhter Temperatur. Das 
Coffeinmethylhydroxyd C8H10N4Ö2 CH3OH + Hg büdet farblose feder- 



1) Berl. Ber. XIX. 188G, 2584. 

2) Ebenda 2587. 

' 3) Berl. Ber. XIX. 1886, 2628—2632. 
*) Arch. exper. Pathol. H. 439-445. 

5) Compt. rend. 103, 62—63. 

6) Ann. 234, 253—256. 
') Ann. 234, 380—384. 

8) Compt. rend. 102, 1562—1564. 

3) Compt. rend. 103, 277—281. 
iO) Arch. Pharm. XXPV^ 522—528. 

Jahresbericht 1886- 



JaboraDcli- 
blatter. 



Pseudo- 
morpbin. 



Coffein. 



19 



290 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



China- 
Alkaloide. 



Papaverin. 



artig gruppierte Nadeln, ist leicht löslich in Wasser, Alkohol und Chloro- 
form und schmilzt bei 137 — -1380 im entwässerten Zustande, bei 90 — dl^ 
in wasserhaltigem Zustande. Bis gegen 170^ erhitzt erleidet die Base 
keine Zersetzung, bei 200 — 220 ^ entsteht mrter Auftreten eines schwachen 
Methj'lamingeruches und Hinterlassung von wenig Rückstand Coffein. Eme 
ganz ähnliche Zersetzung erleidet die Base bei der trockenen Destillation im 
Wasserstoff Strom. Das Coffei'nmethylhydroxyd liefert aber, abweichend von 
den anderen quaternären Ammoniiunbasen, bei der trockenen Destillation 
kein Methylkofteiin. ObAvolü in den Destillationsprodukten IMethylalkohol 
nicht gefunden wiirde, so dürfte unter Berücksichtigung des Verhaltens 
des Coffeinmethyljodids und Chlorids beim Erhitzen, doch die Spaltung im 
wesentlichen nach der Gleichung C3HJQN4 02C Hg OH = C8H2QN4O2 
+ CHg OH verlaufen sein. Die Bildimg von Methylamin mid Cholestrophan 
wurde auf secundäre Prozesse, vielleicht auch auf eine Zersetzung von 
intermediär gebildeten Methylcoifein zurückzufülu-en sein. 

Zur Kenntnis der Picolinsäure und Nicotinsäure, von E. 
Seyfferth.i) 

Zur Kenntnis der China-Alkaloide, von William J. Comstock 
und Wilhelm Königs. 2) 

Verfasser versuchten die Chinal»asen durch successive Behandlung mit 
Brom, Fünffaclichlorphosphor und alkoholischem Kali in weniger stark hy- 
drierte Verbindungen überziifülu'en, von deren genauerem Studium vielleicht 
weitere Aufsclüüsse über die Konstitution dieser Basen zu er-warten ist. 
Das Cinchonin kann in einem Gemisch von Clüoroform und Alkohol in 
„Cinchonindibromid" Ci9H22Br2N2 übergeführt werden, welches beim 
Kochen mit alkoholischem Kali zwei Moleküle Bromwasserstoftsäm-e ab- 
spaltet und „Dehydrocinchonin" Ci9H2oISr2 liefert. Dm-ch Behandehi des 
Dehydrocinclionins mit Fünffachclüorphosphor wm-de DehydrocinchonincMorid 
imd durch Kochen dieses Körpers mit aDcohohschem Kali „Dehydi'ocinchen" 
C19H18N2 erhalten. Dieselbe Base C19H18N2 bildet sich auch, wenn man 
Cinchen C19H20N2 zuerst in Chloroformlösung bromiert und das entstandene 
Cinchendibromid mit alkoholischem Kali erhitzt. Sie läl'st sich also auf 
folgenden beiden Wegen erhalten: 

C19H22N2O Cinchonin. 



Ci9 H21 N2 Cl Cinchoninchlorid, 

C19H20N2 Cinchen, 

Ci9 H20 Bri2 N2 Cinchendibromid, 



Ci9 H22 Br2 N2 Cinchonindibromid, 

Ci9 H20 N2 Dehydrocinchonin, 

Ci9 H22 N2 Cl Dehych'ocinchoninchlorid, 

Ci9 H18 H2 Deliydrocinclien. 
Die ausführliche Beschi-eibung der Reaktionen und der entstandenen Körper 
siehe im Original. 

Untersuchungen über Papaverin, von Guido Goldschmiedt. 3) 

Oxydiert man verdümite schwefelsam-e Lösung von Papaverin (34 g 

in 2 1) mit 15 g Permanganat in lV2Pi'oz. Lösung in der Kälte und setzt 

dann noch 35 g einer 2proz. Chamäleonlösung zu, so erhält man, nach 



1) Journ. prakt. Chem. XXXIV. 241—263. 

2) Berl. Ber. XIX. 1886, 2853—2859. 

3) Monatsh. Chem. VU. 485—505. 



Pflanzenclienüe. 291 

Entfemuiig des Mangaiinieclersclilages durch Lüsoii in schwefliger Säure 
einen Rückstand von 18,5 g Papaveraldin. 

Verfasser stellten eine Anzahl Papaveraklinvcrhindungen dar, deren 
Charakterisierung im Original zu finden ist. Durch kiu-z andauerndos 
Schmelzen von Papaverin mit Kalihydrat wurde dasselbe in A^eratrumsäure 
luul geringe Giengen Dimethoxylchinolin gespalten. Versetzt man die stark 
verdünnte, salzsaure Lösimg von Papaverin mit etwa der doppelten Menge 
Zinn und erwärmt aiif dem Wasserbade bis das Metall gelöst ist, so erhält 
man ein Zinndoppolsalz, das nach dem Entzinnen mit Schwefelwasserstoff 
ein Reduktionsprodukt dos Papaverins, das Tetrahydropapaverin, C20H25NO4 
liefert. 

Über einige neue Salze des Papaverins, von Rudolf Jahoda. i) 

Zur Bestätigung der Formel C2oH2iN04 für das Papaverin hat Ver- 
fasser folgende Salze dargestellt und untersucht. Das neutrale, bernstein- 
saiu-e Salz: C20H21NO4C4H6O4; benzoesamus Salz: C20H21NO4. C7H6O2; 
Salieylat: C20H21NO4 . C7H6O3. Das Jodsalz C20H21NO4HJ giebt das 
Quecksilberdoppelsalz (C2oH2iN04HJ)2HgJ2. Das Cadmiumchloriddoi)pelsalz 
(C2oH2iN04HCl)2CdCl2 ist isomorph mit dem Zinkchloriddoppelsalz. Aufser- 
dem M-iu'de dargestellt das Clilorbromcadmiumdoppelsalz (C2oH2iN04HCl)2Cd Br2, 
das Chlorjodcadmiumsalz (C2oH2iN04HCl)2CdJ2 und das Chlorjodzinksak 
(C2oH2iON4HCl)2ZmJ2. 

Zur Konstitution des Cinchonins, von Zd. H. Skraup.2) Cinchonin. 

Bischof imd Bach kamen in ilirer Arbeit über Hydropyrocinchou- 
säure zu Schlüssen, welche im Widerspruche zu den vom Verfasser ge- 
fimdenen Thatsachen, bei der Untersuchung der syrupösen Oxydations- 
produkte des Cliinins und Cinchonins stehen. 

Über das optische Drehungsvermögen der Piperidinbasen, 
n., von A. Ladenburg. 3) 

Zur Kenntnis des Ecgonins, von C. E. Merck.*) Ecgonin. 

Destilliert man Ecgonin mit trockenem Barythydi-at, so geht eine flüch- 
tige Base über, deren Platinsalz die Formel des Methylaminplatinclüorides 
zukommt. Da das Tropin bei derselben Behandlung ebenfalls Methylamin 
abscheidet, scheint die Verwandtschaft des Ecgonins mit dem Tropin da- 
durch bestätigt zu sein. 

Erhitzt man salzsaures Ecgonin mit Fünffachchlorphosphor imd Chloro- 
form im zugeschmolzenen Rohr 10 Sümden lang auf 100 0, so kann durch 
Ausschütteln der Chloroformlösung mit Wasser, nachdem die Phosphorsäiu-e 
imd Salzsäm-e aus der wässerigen Lösimg durch Süberoxyd entfernt und 
die wässerige Lösung eingeengt A\iirde, eine Base gewonnen werden, die 
sich von Ecgonin durch IVlindergehalt von 1 Molekül Wasser unterscheidet. 
Die Ivrystallisierte Base konnte bis jetzt noch nicht rein erhalten werden. 
Das Goldsalz derselben ergab für dieselbe bei der Analyse die Formel 
C9H13NO2. 



') Monatsh. Chera. TU. .506—516. 

2) Monatsh. Cliem. VII. 517-518. 

3) Berl. Ber. XIX. 1886, 2975—2977. 
*) Berl. Ber. XIX. 1886, 3002—3003. 

19' 



292 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Ulexiu. 



Berberie- 
Alkaloide. 



Spezifisches Grewiclit des krystallisierteii Strychniu, von 
Thos. P. Bluut. 1) 

In einer Lösung von Bleisubaeetat vom spezifischen Gewicht 1,13 
bleibt ein Kiystall von Stiychnin suspendiert. Es ist dalier das spezifische 
Gewicht des Stiychnins ebenfalls 1,13. 

Über die Zusanamensetzung und Löslichkeit von Strychnin- 
citrat, von Frank und H. Fischedick. 2) 

Strychnin giebt nüt Citi'onensäiu'e zwei saure Salze, deren eines mit 
4, das andere mit 2 Molekülen "Wasser krystallisiei-t. 

Die optische üntersuchungsmethode für schwefelsaures 
Chinin, von David Hooper. 3) 

über das Verhalten des Morphins gegen Kaliumchromat, 
von Franz Ditzler.'*) 

Ein Versuch, das Morphin als Cliromat quantitativ zu bestimmen, 
mifslang, wegen der leichten Oxydationsfähigkeit desselben auch durch die 
gebimdene Clii'omsäiu*e. 

Wiixl Morplünlösuug mit einem Überschufs von Kaliiunchromat ge- 
schüttelt, so fällt vorzugSAveise Morphin aus, wähi^end diu-ch langsamem 
Zusatz von Kaliumclu'omatlösimg zu Morphinlösimg Morphinchromat abge- 
schieden -«drd. 

Ulexin, eine neue Base aus Ulex Europaeus, von A. W. Gerrard.^) 
Zm- Entfernung des Fettes extrahiert man den Samen mit Äther, 
darauf wird er mit Alkohol behandelt. Nach dem Verdunsten des Alkohols 
liinterbleibt ein Exü'akt, den man mit "Wasser auskocht und die mit Ajnmo- 
niak versetzte, wässerige Lösung mit Chloroform ausscliüttelt. Die so er- 
haltene Base löst sich leicht in Wasser und giebt mit Säm-en gut krystalli- 
sierende Salze. 

Zur Kenntnis der Alkaloide der Berberideen, von 0. Hesse.^) 
Li der "Wurzel von Berberis Aiügaris sind aufser dem Berberidin noch 
mindestens 4 Alkaloide enthalten. Aus der Mutterlauge des salzsauren 
Berberidin gewinnt man das Oxyacanthin diu'ch FäUung mit Sodalösung und 
Ausschütteln des Niedersclüages mit Äther. Es gehen Merbei jedoch noch 
zwei andere Alkaloide in Lösung, während ein viertes in dem Nieder- 
schlage zurückbleiVit. 

Das Oxyacanthin kami rein erhalten werden, wenn man den Eück- 
stand des Ätherexti-aktes in Essigsäm-e löst imd mit Glaubersalz das Oxya- 
cantliinsulfat ausfällt. Aus der Mutterlauge wird mit salpetersa\u-em Nati-ium 
das Berbaminniü'at gefäUt, in dessen Mutterlauge noch eine basische Partie 
gelöst blieb, die Verfasser noch nicht näher untersuchte. Verfasser ver- 
ändert nach seinen neueren Untersuchungen die Formel des Oxyacanthins 
von Cj9H2iN03 in CjgHjgNOy, avozu ihn hauptsächlich die Zusammen- 
setzmig des Chlorhydrates bestimmte. 



1) Pharm. Joum. Trans. 1880, 62. 

2) Pharm. Journ. Trans. 1886, 17L 

3) Pharm. Joum. Trans. 1886, 61. 
*) Arch. Pharm. XXIV. 701—705. 
5) Pharm. Joum, Trans. 1886. 

«) Berl. Ber. XIX. 1886, 3190-3194. 



Pflaiizencbemie. 



293 



Wird die alkoholische Lösung des Oxyaeanthins niit Kalihydrat er- 
wäi-mt, so geht dasselbe in /y-Oxyacanthin übei-. 

Über Adonis ciipaniana, von Y. Corvello. ') 

Aus Adonis cupaniana kann dasselbe Alkaloi'd „Adonidiu", wie aus 
Adonis yemalis gewoimen werden. Dassellie stellt eine amorphe, farblose 
Substanz von bitterem Geschmack dar und zeigt älinliche Wii-kung wie 
Digitalin. 

Über Spartein, von E. Merck. 2) 

Spartein, C15 Hgß N2 ist eine an der Luft sieh rasch verändernde 
Fliissigkeit, weshalb für den Handel meist das schwefelsaure Salz dai'ge- 
stellt wird, das auch vorzugsweise in der Medizin Verwendung findet. 
Dasselbe wirkt auf das Centralnervensystem und fühi"t bei gi'ofsen Dosen 
den Tod herbei. Die Pflanze wurde schon früher als Yolksheilmittel be- 
nutzt, geriet jedoch später in Vergessenheit und erst in neuester Zeit 
^\■ird dieselbe wieder als Heilmittel benutzt. 

Neue Methode zur Darstellung des Sparteins und seiner 
Salze, von A. Houde. 3) 

Über Cuprein und Homochinin, von 0. Hesse. ■^) 

Das Homochinin ist nach dem Verfasser kein besonderes Alkaloi'd, 
sondern eine Verbindung von gleichen Molekülen Cuj)rein und Clünin, aus 
welchen Bestandteilen es demselben gelang das Homochinin wieder dar- 
zustellen. 

Über das Lupanin, von Max Hagen. 5) 

Dieser Körper, C15H25N2O findet sich als einziges Alkaloid in den 
Samen der blauen Lupine (lupinus angustifolius). 



Adonidiu. 



Spartein. 



Cuprelu. 



Lupanin. 



yill. Ätherische Öle, Balsame, Harze, Terpene, Kampfer, 
Kohlenwasserstoffe. 

Beiträge zur Kenntnis des Carvacrols und seiner Derivate, 
von S. Lustig. 6) 

Über einige Harzsäuren aus der Familie der Abictineen, Harzsäureuu 
von T. Perrenoud. ^) 

Es konnten aus verschiedenen Harzsorten niu" zwei Harzsäuren, Abie- 
tinsäiu-e und Pimarsäure gewonnen werden. Die Abietinsäure zeigte den 
Schmelzpunkt 1G5 *', die Pimarsäure 148". Beide entsprechen ilu-er Zu- 
sammensetzung nacli der Formel C10H14O, doch mufs diese Formel für die 
Pimarsäure vierfach genonunen werden, da ein saures Ammoniaksalz 
C'4,) H55 (NH^) O4 dargestellt wimle. Das Wurzelharz der Kiefern, sowie 
das amerikanische Colophonium enthalten Abietinsäure, wälu'end im Stamm- 
harz Pimarsäure enthalten ist. 



') Oazz. clum. Ital. XIV. 49.3. 

2) Pliarin. Centr.-H. XXYII. 10(J. 

3) Journ. Pharm. Chim. XIII. 39-41. 
*) Ann. Chem. 2.30. 5.5—73. 

5) Ann. Chem. 230, 367—384. 

6) Berl. Ber. XIX. 18SG, 11—18. 

7) Chem. Zeit. IX. 1590—1591. 



294 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Borneol. 



Terpentiuöl. 



Über das Guttapercha aus Bassia (Butvropermum) Parkii, 
Gr.' Don und seine ehem. Zusammensetzung, von Ed. Heckel u. 
Fr. Schlagdenhauffen. 1) 

Es ist dem gewöhnlichen Guttapercha nahezu gleich, giebt jedoch an 
Peti'oläther, Schwefeläther, Terpentin und siedende Essigsäiu'e weniger ab 
als letzteres. 

Über eine neue Synthese eines inaktiven Borneols, von 
G. Bouchardat und J. Lafont. ''^) 

Aus Tereben Cio Hig wird durch Erliitzen mit 1 V2 Teilen Eisessig 
auf 100 *^ ein Produkt erlialten, das mit Wasser und einem geringen Über- 
schufs von Ätzkali geschüttelt eine bei 215'^ siedende Fraktion liefert, 
welche dem Borneolacetat C10H16C2H4O2 gleich ist. Dieses Borneolacetat 
ist optisch inaktiv imd wird durch alkoholisches Kali beim Erhitzen auf 
100° wälu-end 10 Stunden in Kaliumacetat und inaktives Borneol zerlegt. 
Letzteres sublimiert leicht über 100*^, schmilzt bei 185,5 — 190*^ und liefert 
bei der Oxydation mit Salpetersäure einen inaktiven Kampfer CjoHieO. 
Behandelt man dasselbe 12 Stunden lang mit 15 Teilen gesättigter Salz- 
säure bei 100°, so erhält man ein fettes Clüorhydi-at GioHieHCl. 

Ghemische Reaktionen zum Nachw^eise des TerjDentinöles, 
von H. Hager. 3) 

Bei der Einwii-kung der öle auf eine ]\Iischung von Terpentinöl und 
Guajakharz ergaben sich drei Möglichkeiten. 

1. Die Öle sind zur Ozonbildung geeignete „Ozonoprothymölo". 

2. Sie regen das Terpentinöl im Kontakt mit Guajakharz zm* Ozon- 
bildung an, „stimulatorische Öle". 

3. Sie verhalten sich gegen Terpentinöl mit Guajakliarz indifferent 
,,adiaphorische Öle". 

Um tUese Eigenschaften der zu untersuchenden Öle zu prüfen giebt 
man in zwei Reagenscylinder je eine Messerspitze voll frisch gemahlenes 
Guajakharz und 10 — 20 Tropfen absoluten Alkohol, sowie einen K\ibik- 
centimeter des auf Terpentinöl zu prüfenden Öles. In den einen Cylinder 
B werden nun 4 — 5 Tropfen Terpentinöl gebracht und zu beiden Cylindern 
noch je 1 ccm Benzol zm- Verdünnung aufgekocht. 

Ist das Öl ein stimulatorisches und frei von Terpentinöl, so wird in 
dem mit Terpentinöl versetzten Cylinder Blaufärbung eintreten, in dem 
anderen nicht. Ist es ein indifferentes, adiaphorisches, so bleiben beide 
Cylinder imgefärltt und tritt erst auf Zusatz eines stimulatorischen Öles 
(Citronenöl, Spieköl) in dem Cylinder B Blaufärbung ein, nicht aber in 
dem anderen, wenn das Öl frei von Terpentinöl ist. 

Bemerkungen über russisches Terpentin und die Oxydlation 
desselben durch atmosphärische Luft, von C. F. Kingzett.*) 

Dm'ch eine grofse Anzahl von Untersuchungen stellt Verfasser das 
optische Drehungs vermögen der im Handel vorkommenden russischen Terpen- 
tinsorten fest. 



') Compt. rend. 101, lOGiJ— 1071. 
^) Compt. rend. 102, 171—173. 
3) Pharm. Centr.-H. XXVI. 430—432. 
*) Journ. ehem. soe. Ind. V. 7—10. 



Pflanzenchemie. 295 

Die Oxydationsfilliigkeit dersollicn ^^•il'^l durch Bestimmung des absor- 
Itierten Sauerstoffes und der dabei erzeugten Mengen von Wasserstoffsuper- 
oxyd angegeben. 

Bildung von einatomigen Alkoliolon aus Terpentinöl, von 
Cr. Bouehardat und .1. Lafont. ') 

Über das ätherische Öl der Liiidenbl-ltter (Citrus Limetta). 
Vorl. Mitteilung von F. Watts. 2) 

Aus den fraktionierten Destillationen des ätherischen Öles der Lindcn- 
lilätter wiu'den erhalten: 1. ein gegen polarisiertes Licht inaktiver Kolüen- 
wasserstoff, der sich mit Chlorwasserstoff zu einem krystallisierten Hydro- 
clüorid verbindet und mit Eisenchlorid die Ribau'sche Farbenreaktiou 
giebt; 2. ein Keton, das bei der Oxydation mit Chromsäm-e Essigsäure und 
Pelargonsäure liefert, dalier ein Methylnonylketon zu sehx scliciut; 3. ein 
Kolophen. 

Studie über einige Derivate des Menthols, von M. G. Artli.^) 
Das Resultat der eingehenden üntei'suchungen des Menthols inid seiner 
Derivate führt den A'erfasser zu dem Schlufs, dafs das Menthol ein Alkohol 
ist, welcher dem Kamplml zur Seite gestellt werden mufs. 

Einwirkung von Kali auf Harz, von Edmund J. Mills.*) 
Über das Vorkommen des gewöhnlichen Cymols und eines 
aromatischen Kohlenwasserstoffes C9H12 im Harzgeist, von Wer- 
ner Kelbe. 5) 

Untersuchungen über die Kampfergruppe, von L. Balbiano. 6) 

Untersuchung einiger ätherischer Öle, von N. Waeber. ^) 

Die Arbeit enthält eine tabellarische Übersicht von 21 ätherischen 

()len inbezug auf ihre Löslichkeit in Alkohol, iln- Refraktionsvermögen und 

die Farbenreaktionen , welche sie bei der Einwirkung verschiedener Rea- 

gentien zeigen. 

Isomerie der Kamphole und Kampferarten, von Alb. Haller. ^) 
Über einen Nitrokampfer und über dessen salz- und äther- 
artige Verbindungen, von P. Cazeneuve. ^) 

Isomerie der Kamphole und Kamplierarten, Baldriankamphol, 
von Alb. Haller. 10) 

Über die ätherischen Öle. HI. Spezifisches Brechungs- und Kamphole 

i o und 

Dispersionsvermögen, von J. H. Gladston.^*) Kamiifer. 

Schon früher Muuxlen zahlreiche Beobachtimgen über die optischen 
Konstanten der Kohlenwasserstoffe aus den ätherischen Ölen angestellt. Ver- 



1) Compt. rend. 102, 433—43.5. 

2) Chem. Soc. I. 188(J, 316-317. 

3) Ann. chini. phys. VII. 433-499. 

*) Journ. Soc. Chem. Ind. V. 221—223. 

°) Kerl. Ber. XIX. 188(), 1969—1970. 

«) Gazz. chira. XVI. 132—139. 

') Russ. pharm. Zeitschr. XXV. p. 401. 

8) Compt. rend. 103. 64- GG. 

*j Compt. rend. 103, 275 — 277. 

10) Compt. rend. 103, 151-153. 

11) .Journ. cliem. soc. XLIX. 18SG, G09. 



296 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



PheUandien 



Links- 

dreliendes 

Teriientinül. 



fasser ergänzte dieselben und stellte sie in folgeiider Tal)elle zusammen, 
um Selilüsse über die Konstitution der einzelnen Gruppen derselben daraus 
ziehen zu können. 

Sj)ezifisches 

:-— : — --: ' — ;■ ^ Doppelte Kohlenstoff- 

Ketraktions- Dispensions- binduno'eu • 

vermögen vermögen 

Cymhydren .... 0,543 0,0246 keine 

Mentlien 0,548 0,0313 eine 

Die Terpene .... 0,537 0,0295 „ 

Terebenthen .... 0,537 0,0294 „ 

Kamphen 0,528 0,0269 ,, 

Die Cedrene .... 0^538 0,0296 „ 

Die Citrene .... 0,551 0,0334 zwei 

Isoterebenthen . . . 0,552 0,0337 

Cautchen 0,554 0,0366 

Cynien 0,560 0,0400 drei 

Isopren 0,592 0,0470 vier 

Über das Phellandren, Terp en der Essenz von Phellandrium 
afjuaticum, von L. Pesci. ^) 

Das Pliellandren ist in den Samen von Phellandrium acjuaticum bis zu 
2,5 o/q enthalten. Es bildet eine farblose Flüssigkeit mit Greraniumgeruch 
luid hat die Zusammensetzung CioHig. Mit Salzsäure bildet es ein Mono- 
und Dichlorhydrat und geht bei längerem Kochen in Diphellandi^en über. 
Mit Kaliumniü'at und Schwefelsäure giebt es die Verbindung CxoHi6NON02, 
das diu'ch naseierenden Wasserstoff zu Phellandrendiamin C10H20N2 redu- 
ziei't wird, durch Ammoniak in ISTitrophellandren imd einen Körper mit 
sam-en Eigenschaften verwandelt wird. Letzterer hat die Zusammensetzung 
C10H17N3O4 und wird dm'ch Eisessig in C10H16N2O3 zerlegt. Mit sieden- 
der Salzsäure wird er unter Bildung von Hydroxylamin zersetzt, es hat 

NO 
daher wahrsclieinlich die Konstitution CioHig < ^r. = NOH. 

IN U2 

Verfasser fülu't noch eine ReUie Verl>indungen des Phellandrens und 
ihrer Eigenschaften auf. 

Untersuchimgen über das linksdrehende Terpentinöl, von 
L. Pesci und C. Betelli.2) 

Verfasser erhielten durch Beliandeln des Tei-pentinöles mit salpetriger 
Säiu-e ein grünes Öl, das neben unzersetztem Terpentin Niü'oterpentin 
C10H15NO2 entliielt. Letzteres wiu'de als ein gelbes, nicht unzersetzt 
destillier bares Öl abgeschieden, das mit nascierendem Wasserstoff in Amido- 
tor])entin verwandelt wurde. Durch Jodmethyl wii-d Trimethjdterpentyl- 
ammonium in perlmutterglänzenden Blättchen erhalten. 

Über die Einwirkung von Essigsäure auf Terpentinöl, von 
G. Bouchardat und J. La fönt. 3) 

Mit Essigsäure bildet das Terpentinöl schon in der Kälte Monoacetate, 
welche zwei verschiedenen Reihen anffeliören. Das nicht in die Verbindung 



^) Gazz. chim. XVI. 1886, 225—230. 

2) Gazz. cliim. XVI. 337—347. 

3) Compt. rend. 102, 318-321. 



Pflanzenchemie. 297 

einti'ctendo Terijentinöl ■wird in zwei Kolilonwasscrstofle C2oHiß gespalten, 
von denen der eine einwertig imd dem Terebenthcn analog, der andere 
zweiwertiges oder aktives Terpentinöl ist. 

Zur Kenntnis der Terpene und der ätherischen Öle, von 
0. Wallacli. 1) 

IX. Aldehyde. Alkohole. Stickstofffreie Säuren. Phenole. 

Über die Oxvdation der Olein- und der Elaulinsüure mittelst 'Oxydation 

der 

Kaliumpermanganates in alkalischer Lösung, von A. Saytzew. 2) oieiasäure. 

Bei der unmittelharcn Oxydation der Oleinsäure mit der gleichen 
Menge von Kaliumpermanganat Avmxle dem Filtrate mittelst Äther eine 
Säure entzogen, die nach mohnnaligom Umkrystallisieren aus hcifscm Alko- 
hol in glänzenden Blättchen kiystallisicrte , imd der Azelaiusäm-e C^llj^ 
(C00H)2 entsprach. Sie sclmülzt bei 108 0. 

Bei der Oxydation mit Kaliumpermanganat in alkalischer Lösung lieferte 
die Olei'nsäm'e ein Produkt, das in i-hom bischen Täfelchen krystallisierte 
und den Schmelzpunkt 136,5^ zeigte. Durch die Analyse und die Eigen- 
schaften der Salze dieses Produktes wurde dasselbe als Dioxystearinsäure 
*^ 17-^33(011)2 COOH erkannt. Mit Jodwasserstoff wurde sie in die Jodstearin- 
säure C28H35JO2, welche durch rauchende Salzsäure und Zink Stearinsäure 
lieferte, übergeführt. Overbeck hat bereits aus der Oleinsäure mittelst 
Brom eine Dioxystearinsäure dargestellt, die er Isodiox^'stearin säure nannte, 
luid welche nach Saj^tzew mit seiner Dioxystearinsäm-e identisch ist. 

Audi ans Elaidinsäure wurde durch Oxydation in alkalischer Lösimg 
mittelst Kaliumpermanganat eine Dioxystearinsäiu-e erhalten, die sich je- 
doch von obiger diu-ch ihren Schmelzpunkt 99 — 100^ und ilii-e bedeutend 
gTöfsere Löslichkeit in AUcohol und Äther unterschied. Der Umstand, dafs 
die beiden Säuren, Oleinsäure und Elaidinsäure, bei ihrer Oxydation mittelst 
Kaliumpermanganat zwei isomere Dioxystearinsäuren liefern, gehört zu den 
wenigen sicher festgestellten Thatsachen, die für die Jomerie beider Säuren 
sprechen. 

Über einige Derivate des Phloroygliicins, von J. Herzig.'*) 

Über Ehamnin und Rhamnetin, von J. Herzig.*) 

Bei der Zersetzung des Rhamnetins wurde vielfach Phloroghicin und 
Protocatechiisäure erhalten, es ist daher die Fonnel desselben nicht C12H8O5, 
sondern es mufs dieselbe verdoppelt werden. Liebermann imd Hör mann 
geben für die Acetylrhamnetinverbindung auf 12 C ZAvei Acetylniijleküle 
an, während Verfasser durch seine Untersuchungen feststellt, dafs auf 24 C 
sechs Acetylmoleküle kommen, die Formel desselben also C2.iHgOiQ(C2 

H3 0)6 ist. 

über das Vorkommen von Methylalkohol in den Produkten ^^fVi 

•^ alkouol 

der wässerigen Destillation der Pflanzen, von Maquenne. ^) in Pflanzen. 



1) Lieb. Ann. 2.30, 225—272. 

2) Journ. d. russ. phvs. cliem. Gesellsch. 1885. (L) 417 — 435. 

3) Monatsh. Chera. VI. 884-888. 
*) Monatsh. Chem. VI. 889-890. 
5) Conipt. rend. 101. 1ÜG7— 10G9. 



298 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



^larpienne fand bei der Destillation %-ieler Pflanzenarten mit Wasser 
im Destillat nicht unbedeutende Mengen von Methylalkohol. Ob dieser als 
solcher in den Pflanzen schon vor der Destillation enthalten ist, oder ob 
derselbe erst bei der Destillation entsteht, bleibt weiteren Untersnclumgen 
ziu- Konstatierung vorbehalten, 
jugion. Über das Juglon, von Aug. Bernthsen und Aug. Semper. i) 

Die Verfasser haben schon früher nachgcAAiesen, dafs das Jugion ein 
Oxjmaphtocliinon ist und isoiner mit dem bereits bekannten Oxy-«-naphto- 
chinon. Diu-ch die Bildung der Diniti'ooxyphtalsäm-e aus Jugion bei der 
Oxydation desselben mittelst Salpetersäure wurde gezeigt, dafs die beiden 
Chinonsauerstoffatome nicht mit demselben Benzolkern verlxmden sind, wie 
das Hydroxyl dieses Körpers. 

Verfasser bezeiclmen diese Säure als Juglonsäm-e, deren Ammoniaksalz 
besitzt die Formel C6HOH(N02)2(COONH4)2. 

Da Mylius die Voraussetzung, das Jugion leite sich von dem «-Naphto- 
chinon ab, ausführlich nachge'vv'iesen , so blieben nur noch zwei Möglich- 
keiten für dessen Konstitxition. Entweder ist dasselbe ein a-Oxy-a-naplito- 
chinon oder ein /:/- Oxy - « - naphtochinon. Für ersteres spricht schon das 
Entstehen von Salicylsäm-e imd Metaoxybenzoesäiu'e aus dem Jugion beim 
Schmelzen mit Kau. 

Ein weiterer Beweis flu- diese Konstruktion ist die von den Verfassern 
dargestellte Juglonsäure aus der «-Oxyphtalsäure. Bei der Niti'iermig der 
«-Oxyphtalsäure mittelst Salpetersäure und teilweisen Neuti-alisierung dieses 
Produktes mittelst Kalilauge scheitlet sich ein gelbes Kalisalz in rhombischen 
Blättchen ab, welches dem aus der Juglonsäure dargestellten saurem Kali- 
salz im Aussehen \md Verhalten völlig gleicht. Die Analyse bestätigte 
die Identität mit dem saiu-en juglonsam-en Kali. 

Die zu diesen Versuchen angewendete «-Oxyphtalsäure ist nach den 
Vorschriften von 0. Miller imter Anwendimg einiger Verbesserungen 
dargestellt worden. 

Die Konstniktionsformel des Jugions entspricht daher dem Schema: 

COH CO 



CioHßOa 



CH CO 

An diese Arbeit schliefsen sich noch einige Ergänzimgen früherer Mit- 
teilimgen über Jugion und Juglonsäure an. 

Über die Identität von Regianin und Jugion, von T. L. 
Phipson.2) 

Verfasser konstatiert, dafs sein aus grünen Wallnufsschaleu erhaltenes 
Produkt, das er mit dem Namen Regianin belegte, identisch ist mit dem 



1) Berl. Ber. XIX. 1886. 164—170. 

2) Chem. News 52. 39. 



Pflanzenchemie. 299 

von Vogel und Reischan er entdeckton Juglon und schlägt den Namen 
Regianon oder Regianol für letzteres vor. 

Über einige Derivate des Erytlirits und die Formine der 
mehrbasischen Alkohole, von M. A. Henninger. ') 

Über die chemische Struktur des Safrols, von Th. Poleck. ^j safroi. 

Mit Bezugnahme auf eine in Poleck's Laboratorium von J. Schiff 
ausgefülu-te Untersuchung des Safrols (Berl. Ber. XVII. 1935 — 1940), in 
welcher die Ansicht ausgesprochen war, das Safroi sei ein Parametliyl- 
propylbenzol in welchem die noch vier vorhandenen Wasserstoffe des Benzol- 
kernes durch zwei Sauerstoffatome vertreten seien, konstatiert Verfasser, 
nachdem er eine in Tokio von J. F. Eijkmann gefertigte Arbeit „über 
die Bestandteile von Illicium religiosum" zu Händen bekam, dafs das 
von Eijkmann gefiuidene Sliikimol identisch mit dem Safroi ist. Das 
von Eijkmann durch Oxydation mit Kaliumpennanganat erhaltene Pro- 
dukt, Piperonylsäure, wird ebenfalls auf diesem Vlege aus dem Safroi 
erlialten imd wurde von Schiff früher entAveder übersehen, oder nicht 
erhalten. 

Es kann demnach die früher angenommene Struktur des Safrols nicht 
aufrecht erhalten werden, sondern es ist dasselbe, wie das von Eijkmann 
gefundene Shikimols ein Methylenäther des diliydroxylierten Allylbenzols 

C,H3Jo>™^. 
(CA 

Über die Einwirkung von Schwefelsäure auf Oleinsäure, oieinsäu 
von A. Ssabanejew. 3) 

Bei der EinAWrknng von Schwefelsäure auf Oleinsäure werden zwei 
Reaktionsprodukte erhalten, deren emes in Wasser lösHch, das andere un- 
löslich ist. 

Der in Wasser unlösliche Teil wintle mittelst Äther in ein flüssiges 
und festes Produkt gescliieden. Das feste Produkt ist Oxysteaiinsäiu'e, was 
durch die dargestellten Salze und den Aethylester, wie dm-ch das Ver- 
halten gegen Jod nach Hübl's Verfaliren bestätigt wurde. 

Mit feuchtem Phosphorti'ijodid A\nu-de daraus Jodstearinsäure erhalten, 
die dann Stearinsäm-e gab. Das flüssige in ätherischer Lösung erhaltene 
Produkt wurde \säeder in einen in Alkohol leicht und schwer löslichen 
Teil geschieden, von denen ersterer sich als ein Gemisch von Oxystearin- 
säure mit nicht in Reaktion geti-etener Oleinsäure, letzterer als Oxystearin- 
säureanhydrid sich erwies. 

Die in Wasser löslichen Produkte ti-übten sich schon l>eim Stehen 
an der Luft und winxlen diu-ch Salzsäure beim Erwäi-men in freie Schwefel- 
säure und ein in Wasser unlösliches Fett zeiiegt. Diese unlösliche Sclücht 
bestand aus Oxystearinsäure, Oxystearinsüureanliydrid und flüssiger Olein- 
säure. Das mit Barjnmiclüorid dai'gestellte Salz gal» in Avässeriger Lösung 
mit essigsaurem Kupfer einen hellblauen Niedersclüag von der Zusammen- 
setzung 2 (Ci8H33 0HS03 02Cu)Cu(OH)2 -f 3 Hg 0. 



1) Ann. chim. phvs. VII. 209—233. 

2) Berl. Ber. XIX. 1886. 1094-1098. 

2) Joum. (]. riiss. phys. ehem. Gesellsch. I. 1885. 35 — 49 u. 87 — 99. 



300 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

Nach. HübTs Methode nahm die mit Salzsäm-e abgeschiedene freie 
Sälire kein Jod auf. Beim Erwärmen mit Salzsäure zerfiel sie in Schwefel- 
säure luid Oxystearinsäure. Verfasser hält sie demnach für eine Sulfooxy- 
stearinsäiu-e C17H33 0H(S03H)C00H. 

Synthese der Methylatroi)asäure, von A. Oglialoro. ^) 

Über Isozuckersäure, vonFerd. Tiemann und Rud. Haarmann. 2) 

Über den Abbau der Myristinsäure bis zur Laurinsäure, von 
E. Lutz. 3) 

Das verarbeitete M;si'istin wmxle durch Extraktion mit Äther aus den 
Früchten von Mj^istica Sminamensis gewonnen. Die MjTistinsäure selbst 
durch Verseifen des Mj^ristins mit alkoholischem Kali nach dem Krafft'schen 
Verfahren dargestellt. Nach häufigem ümkrystallisieren aus lieifsem, verdünn- 
tem Alkoliol erhält man tlie Säure als weifse, seideglänzende KiystaUmasse^ 
die bei 54 ^ schmilzt, imlöslich in Wasser und leicht löslich in Äther ist. 

Durch Herstellen des Myristinsäureäth^däthers und Erhitzen desselben 
mit SOprozentiger, wässeriger Ammoniakflüssigkeit im geschlossenen Grlas- 
rolir auf 220 — 230 ^ ^\^irde das Myristinamid gewonnen. Die Ausbeute 
beti'ug etwa 50 °/o der angewandten Substanz. Das Myristinsäureamid 
wiuxle nun fein zerrieben und 50 g desselben mit 36 g Brom in einer 
PorzeUanschale gemischt. Auf Zusatz von 10 7o Nati'onlauge wiu-de beim 
Ei-wärmen auf dem Wasserbad die Masse unter Volumvergröfserung in eine 
sclileimige, schneeweifse Masse übergefülu't. Diu'ch Ansäuren mit Salzsäure, 
Filtrieren und Abpressen erhält man den Myristintridecylharnstoff, welcher 
durch Alkohol von dem noch unversetzt gebliebenen MjTistinamid ge- 
trennt A^^rd. 

Aus diesem Harnstoff wiu-de das Tridecylamin durch Zersetzen mit 
Ätzkali und Destillieren aus Retorten ohne Külüer gewonnen. 

COC"SSp''S''^+3KHO = Ci3H27NH2+CuH2tK02 + Iv2C03 + NH3 

MjTistintridecylharnstofi' Tridecylamin 

Das Tridecylamin, dessen Reinheit diu-ch Darstellung und Analyse 
vieler Verländungen konstatiert war, wurde sodann durch Brom und Natron- 
lauge in das Tridecylnitril übergeführt. Das Nitril C12H25CN ist ein 
wasserhelles, aromatisch riechendes Öl, das in AVasser unl(")slich, aber leicht 
löslich in Alkohol und Äther ist. 

Die Überführung des Nitrils in das Amid bietet keine Schwierigkeit. 
5 g reines Tridecj^lnitril werden mit der gleichen Menge konzentrierter 
Schwefelsäure gemischt imter Abkühlung. Nach 24 Stunden giefst man 
die Mischimg in einen grofsen Überschufs kalten Wassers ein, wobei sich 
sofort das neue Amid fast schneeweifs abscheidet. 

C12H25CN + H2O = C12H25...CONH2 
Nitril Amid 

Mit der Herstellung dieses Amides ist der Abl.»au von der 14. bis 
zur 13. Reihe durchgefülu't. Um von der 13. in die 12. Reihe zu ge- 
langen, benutzt man dieselV>en Reaktionen und stellt also, vom Tridecyl- 
amid ausgehend, folgende Körper dar: 

1) Gazz. chim. XV. 1885. 514— 51(). 
^) Berl. Ber. XIX. 188(3. 1257—1281. 
^) Berl. Ber. 188(3, XIX. 1433—1441. 



Pflanzenchemie. 301 

TridecYlduodeGylliarnstoff, C < !J |! ^'^ !['^ ^ 
Duodecylamiii, C12 H25 N Hg '^ '^ 

Duodcc-ybütril, Cn H23 C N 
Uuodecylamid, C , 1 H23 C N Hg. 
Aus dem Ictztei'cn wurde dann die Säiu-e der zwüli'ten Reihe gewonnen. 

Verfasser teilt daiui noch die Eigenschaften der Körper dieser Reihe mit. 

Über die Gärung der Citronensäure, von Francis Watts. ^) 

Über die Bildung der Oxalsäure in den Pflanzen. Studie OxaUäure- 
tiber Rumex acetosa, von Berthelot und Andre. ''*) 

Die Mengen der Oxalsäure wechseln mit den verschiedenen Wachs- 
tumsstadien. Bei Rumex acetosa nahmen, nach den Untersuchungen der 
Verfasser, vom S. — 2G. Juni die absoluten Mengen der Oxalsäure um ^7 
zu und vermehrten sich ebenfalls noch vom 26. Juni bis 27. September. 
Den gröfsten Reichtum an Oxalsäm-c zeigten die Blätter, welche zugleich 
selu' reich an Eiweifsstoöen gefunden wurden. Nitrate sind in den Blättern 
nicht vorhanden. Die Oxalsäure scheint daher ein unvollständiges Re- 
duktion sprodukt der von den Blättern aufgenommenen Kohlensäm-e zu sein. 
Da die Pflanzen fiir ein Volumen absorbierter Kohlen säiure ein Volmnen 
Sauerstoff ausatmen, so mnfs bei der BihUuig der Oxalsäure aus dem 
Reduktionsprodukt CHgO, nach der Gleiclumg 2CH2O + 2H2O = 
C2O4H2 4r 6H, soviel Wasserstoff frei werden, dafs dadurch Verbindungen , 
erzeugt werden, welche wasserstoffreicher als die Kohlehydi-ate sind. Diese 
A^erbindungen sind die Eiweifsstoffe, deren gefundene Menge thatsächlich 
mit der gebildeten Oxalsäui-e harmouiert. 

Über die Bildung der Oxalsäure in den Pflanzen. Verschie- 
dene Pflanzen, von Berthelot und Andre. 3) 

Zur Kenntnis der ümbelliferons, von W. Will und P. Beck. 4) umbeiii- 

Die Beziehungen zwischen Umbelliferon und Cumarin sind durch 
eine Reihe von Arbeiten aufgeklärt. Dtu'cIi das Studium der Bromprodukte 
der ümbelliferons sowie der isomeren Dimethyl- luid Diäthylumbellsäuren 
soll die Kenntnis dieser Beziehungen niu" vervollständigt werden. 

Neben der stabilen, höher schmelzenden /:?- Dimethylmnbellsäiu'e kann 
eine wenig beständige, niediiger schmelzende «-DimethylumbeUsäure dar- 
gestellt werden. Verfasser giebt eine verbesserte Methode der Darstellung 
der «-Säiu-e an. Von dieser Säm-e stellte er das «-Umbelliferondimethyl- 
äthersam-e Barymn (CiiHa04)2Ba + 2H2O und das Calciimisalz dar und 
analysierte dieselben. Aus dem Umbelliferonäthyläther lassen sich, wie aus 
dem entsprechenden Methyläther zwei isomere Säuren gewimien, die «- 
und /j - Umbelliferondiäthyläthersäure. 

/OH: H.CO ^.CH: CH.COOH 

CgHs — ■ CßHs — C2H5 

^OCaHö ' ^OCaHs 

Umbelliferonäthyläther Umbelliferondiäthyläthersäm-e 

EiuAvirkung von Brom auf die UmbeUiferonalkyläther. 

') Journ. Soc. Chem. Ind. V. 215—218. 
2) Compt. rend. 102, 995— lüOl. 
8) Compt. rend. 102, 1043—1049. 
*) Berl. Ber. XIX. 1886, 1777—1786. 



302 Boden, ^yassser, Atmosplicäre, Pflanze. Dünger. 

Entsprecliend den ans Cumai-in entstehenden Bromverbindiuigen diu-ch 
Einwirknng von Brom anf in Sehwefelkolüenstoff gelöstes Cumarin, lassen 
sich auch aus den Unibelliferonäthern analoge Yerbindungen auf dieselbe 
"Weise geA\'innen. 

^^CH:CBrCO 

Der Monobromumbelliferonmethvläther CgHs — bildet 

"\OCH3 
ein in Wasser unlösliches, in heifsem Alkohol und in Äther lösliches Pro- 
dukt, das beim Erhitzen einen eumarinäliiüichen Geruch giebt. Trägt man 
das fein zerriebene Bromjjrodukt in überschüssige siedende, konzenti'ierte 
alkoholische Kalilauge, so erhält man luiter heftiger Reaktion die p-Me- 

^/CH:C.COOH 
thoxYcmnarilsäure C6H3 — --'' 
"^OCHs 

Diese Säure addiert leicht 2 Atome Wasserstoff, wenn man dieselbe 
in verdünnter Sodalösung mit Natrimnamalgam längere Zeit stehen läfst. 
Die angesäuerte Lösung -wird sodann mit Äther ausgeschüttelt imd die 
ätherische Lösung verdunstet. Man erhält so die Methox^diycb'ocumarilsäure, 
deren Silbersalz beim Erliitzen im Kolilensäuresti'om ein überdestillierendes 
Öl, das ]iIethoxycumaron liefert. 

Auf gleiche Weise wie die vorstehenden Yerbindungen wii-d der Mono- 
bromumbelliferonäthyläther, die Äthoxycumarilsäure und Äthoxyhydrocumaril- 
säure erhalten. 

Verfasser stellte aufserdem den Dibromuml)elliferonätliyläther und 
Dibromumbelliferonmethyläther dar. 

Durch diese Untersuchmigen ist nachge"\\desen , dafs den UmbeUi- 
feronmethyläther, sowie der Aetlfyläther wahi'e Cumarine sind, da dieselben 
bei der Einwii-kimg von Alkaliallvoholäther mid Jodalkylen wie das Cumarin 
zwei isomere Säuren liefern. Beim Behandeln mit Brom entstehen dem 
«-Monobromcumarin Perkins völlig entsprechende Verbindungen, aus denen 
durch Bromwasserstoffentziehung Cumarilsäuren erhalten werden. Diese 
Cumarilsäuren addieren leicht zwei Atome Wasserstoff und spalten miter ge- 
eigneten Beding-ungen Kolüensäm-e ab, wobei sie stjTolartige Körper liefenr : 
Cumarone von der Zusammensetzung: 

C TT • CIT 
CgH4 < Q "^ , die in Alkalien luilöslich, also keine Phenole sind, 

Algensäure. Über die Algensäuro und ihre A^erbindungen, von E. C. C. 

Stanford.!) 

Natrium, Kalium, Lithium, Ammonium mid Magnesium geben mit der 
Algensäure Salze von der Zusammensetzimg C76H77R5N2O22, wälu'end der 
Algensäiu'O selbst die Formel C76lIgQN2N22 zukommt. Auffallonderweise 
zeigen diese Salze, ti'Otz des Üboi-schusses an Metall, saure Reaktion. Nicht 
weniger merkwüixlig ist die Konstitution der dm-ch Doppelzersetzung aus 

den Alkalisalzen erhaltenen Salze der alkalischen Erden imd Schwermetalle, 

n 
denen die Formel C76H77R3N2O11 zidcommt. Viele dieser Salze lösen sich 
in Ammoniak und geben in dieser Lösmig nach dem Eindampfen glänzende, 



1) Joum. Soc. Chem. Ind. 1886, 218. 



Pflanzencliemie. 



303 



Jeivasäurc 

Chelidon- 

aäure. 



Avassei-diohte , firnisartige Überzüge. Algensaures Ammoniak, sowae algen- 
saurc Alkalien vereinigen sich mit Schellack. Erstcres Salz giebt mit dem 
dritten Teil seines Gewichtes Schellack, nach dem Eindampfen eine in 
"Wasser lösliche, zähe Haut, die durch verdünnte Salzsäure luilöslieli wird 
imd Platten von grolser Zähigkeit und Biegsamkeit biklet. 

Kritik der direkten Methoden zur Bestimmung der Wein- 
säure in Weinhefen und Weinsteinen, von A. Bornträger. ^) 

Über dfb Jervasäure, ein neues Vorkommen der Chelidon- 
säure, von E. Schmidt. 2) 

Verfasser konstatiert auf Grund einer Reihe eingeliender Unter- 
suchungen, dafs die Jervasäure identisch ist mit der Clielidonsäure. Da 
die Jerva- oder Clielidonsäure bislier nur in einer Pflanzenart der Papaver- 
aceen bekannt war, ist es von Interesse, dafs dieselbe auch in einer 
monocotylen AVurzel der Veratreen, der Nie^s^\1U'z gefimden -sAiu-de. 

Über Chelidoninsäure, eine Säure aus dem Kraute von Cheli- 
donium majus, von Ernst Schmidt. 2) 

Die von Zwenger aus Chelidonium majus isolierte Säure, welche 
derselbe Chelidoninsäure nannte, ist identiscli mit Äthylenberu steinsäure. 

Über die Propionsäure, von Ad. Renard.*) 

Notiz über die Calciumsalze der Äpfelsäure, von Fr. Iwig Äpfelsäure 
und 0. Hecht. 5) 

Da über den Krystallwassergehalt der äpfelsauren Salze Avidersprechende 
Angaben existieren, teilen A'erfasser mit, dafs das saure, äpfelsaure Calcimn 
mit 6 Molekülen Wasser kiystallisiert. Der Wassergehalt ist nicht direkt 
zu bestimmen, da beim Erwärmen konstantes Gewicht nicht zu erreichen 
ist. Das neuti-ale Salz laystallisiert bei gewöhnlicher Temperatiu' mit 
3 H2O, aus warmer Lösung hält es jedoch nur 1 — 2 Moleküle Wasser. 
Das basische Salz scheidet sich als kleisterartige Masse ab, wenn man ein 
Molekül Kalk zu einer dünnen Kalkmilch anriihrt imd mit einer Lösmig 
von 1/2 Molekül Äpfelsäure versetzt. Verfasser geben aufserdem Versuche 
über die Löslichkeit der verschiedenen Salze an. 

Die optischen Eigenschaften der Äpfel- und Weinsäure, von 
Louis Bell. 6) 

Notizen über die Äpfelsäuren verschiedenen Ursprunges, 
von Ernst Schmidt.'^) 

Über das Vorkommen der Augelikasäure in der Sumbul- 
wurzel, von Ernst Schmidt. 8) 

Die Angelilcasäure ist nicht als solche in der Sumbulwurzel vorhanden, 
sondern wird dm'ch Spaltmig einer anderen Verbindung aus derselben ge- 
wonnen. Diese Verbindung kann mittelst Petroläther den Wiu-zeln ent- 



Angelika- 
aäure. 



^) Zeitschr. anal. Chem. XXV, 327- 

2) Arch. Pharm. XXIV. 513-522. 

3) Arch. Pharm. XXIV. 531—524. 
*) Corapt. rend. 103, 157—159. 

ö) Ann. 233, 106-172. 

6) Chem. News 53, 294. 

7) Arch. Pliarm. XXIV. 535—539. 

8) Arch. Pharm. XXIV. 528—531. 



-359. 



304 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



Hanf Öl- 
säure. 



Leinülsäure. 



Erucasäure 

und 

Brassidin- 

säure. 



zogen werden. Ziigieicli mit der Angelikasäure scheint ihr Isomeres die 
Methylkrotonsäure in der Wurzel enthtalten zu sein. 

Untersuchung über die Hanfülsäure, von Bauer imd K. Ha- 
znra.^) 

Die Hanfülsäiu-e hat die Formel C16H28O2, sie addiert 4 Brom und 
zerfällt mit Kali geschmolzen in MjTistinsäure, Essigsäure und Ameisen- 
säm-e, zugleich entsteht etwas Azelainsäure, weshalb ilu" Verfasser die Kon- 
stitutionsformel CH2 : C . C14H2GO2 geben. Oxydiert man die Hanfölsäure 
mit Pennanganat, mit Braunstein und Schwefelsäure, oder mit Wasserstoff- 
superoxj^d, so erhält man Azelainsäm-e. In alkalischer Lösung mit Kahum- 
permanganat vermischt imd 12 Stunden bei 0^ stehen gelassen, liefert die 
Ilanfölsäure neben Butter- und Azelainsäiu-e eine wasserunlösliche Säure. 
Befreit man dieselbe dm-ch Extrahieren mit Äther von unveränderter Hanf- 
ölsäure und zerlegt den ätherunlöslichen Rückstand mit der 2000 fachen 
Wassermenge durch Kochen, so erhält man einen bei 133 ^ schmelzenden, 
Avasseiimlöslichen Körper und eine bei 160^ schmelzende, schwerlösKche 
Säure. Diese Säure wiu'de Sati\T.nsäure C35H62O11 genannt und bildet in 
Eisessig lösliche, seideglänzende Nädelchen, die in Alkohol schweiiöslich, 
in Scliwefelkohlenstoff, Benzol mid Jodoform unlöslich sind. Das Kalium- 
salz C32H6oOiiK2 hat 1 Molekül, das Natriumsalz CagHeoGnNag 2 Mole- 
küle KiystaUwasser. Der wasserunlösliche Körper hat die Zusammensetzung 
C32 H62 ' '9 . 

Über Leinölsäure, von Karl Peters.^) 

Um Zersetzungen zu vermeiden wiutle das Bar;\nimsalz der Leinöl- 
säiu-e nm' einmal aus Äther tmilaystaUisiert, dann in kaltem Äther gelöst 
und dann mit verdünnter Säure zersetzt. Die so gewonnene Säure zeigt 
die Zusammensetzimg C18H32O2 nicht C16H28O2. Digeriert inan diese 
Leinölsäure 8 — 10 Stunden mit Jodwasserstoffsäure imd rotem Phosphor 
bei 200 — 210 0, so erhält man nach Entfernung des Jods eine bei 69^ 
schmelzende Säure, welche mit Stearinsäure C18H36O2 übereinstimmt. Diese 
Reaktion sowohl, als auch der Bar}i;gehalt des Bar^nimsalzes dieser Säiu-e 
spricht für die Formel C18H32O2. 

Über einige Derivate der Erucasäure und Brassidinsäure, 
von C. L. Reimer mid W. Will. 

Erucasäure stellen die Verfasser sich rein dar dm-ch Verseifen von 
Rüböl mit alkoholischem Kali, Zersetzen der Seife nach dem Verjagen des 
Alkohols durch Schwofelsäure, Trennen der Fettsäuren mittelst des Scheide- 
tricliters und Lösen derselben in der di-eifachen Menge 95 "/o Alkohol. 
Kühlt man diese Lösung auf 0** ab, so scheidet sich nach kurzer Zeit die 
Enikasäure in schönen KrystaUen ab. 

Brassidinsäure C22H42O2 wird aus Erucasäure durch Erhitzen mit 
verdünnter Salpetersäiu-e l^is zum Schmelzen und Einti-agen von etwas 
Natriumnitrit gewonnen. Die Brassidinsäure ist bei gewöhnlicher Temperatm- 
in Alkoliol schon sclnver löslicli und kann daher durch zweimaliges Um- 
kiystallisieren des Reaktionsproduktes aus Alkohol rein erlialten werden. 



1) Monatsh. Chem. VII. 216—229. 

2) Monatsh. Chem. VII. 552—555. 



Pfianzenchemie. 305 

Behandelt man 100 Teile Rüböl mit 5 Teilen Salpetersäure vom spez. 
Gew. 1,2 imd 1 Teil Natrimnniti'it, so erstaiTt die Masse nach 24 Stunden 
kiy Stallini seh. Nachdem die Salpetersäure dm"ch Wasser entfernt ist, löst 
man die Masse mit Ätlier und kühlt unter O** ab. Es scheiden sich hier- 
bei reichliche Giengen Ideiner Krystalle ab, welche in gereinigtem Zustande 
bei der Analyse die Formel des Tribrassidins ergaben. Das Trierucin 
konnte so nicht gewonnen werden, dagegen wurde Dierucin gewonnen, 
indem der gelblichweise talgartige Satz, der in Rübölfässem sich öfters 
findet, wiederholt in Äther gelöst und mit Alkohol ausgeschieden wurde. 
Die Analyse ergab, dafs in der so erhaltenen Masse das Diglycerid der 
Enica säure vorlag. 

Durch Bcliandeln des Dierucins mit Salpetersäure und Natriumnitrit 
in der oben angegebeiien Weise erhält man das Dibrassidin. 

Die Äthyläther der Erucasäure wie der ßrassidinsäiu-e werden dm-cli 
Einleiten von Salzsäure in die alkoholische Lösung der Säm-en erhalten. 
Sie scheiden sich als ölige Scliicht ab imd werden mittelst Scheidetrichtcr 
von der alkoholischen Flüssigkeit geti-emit. Die Anhych-ide der Säuren 
können durch Einwirken von Phosphoiti-ichlorid auf Erukasäure und Bras- 
sidinsäure erhalten werden. 

Auf Zusatz von Alkohol zu der erkalteten ölförmigen Masse scheidet 
sich ein nur in gi-ofsem Überschufs von siedendem Alkohol lösliches Öl 
ab, dessen Eigenschaften \md Analyse ergaben, dafs dasselbe das Anhydrid 
der betreifenden Säuren ist. Das Anhydrid der Brassidinsäure kann aus 
Alkohol in glänzenden Tafeln erhalten werden. 

Leitet man in die ätherische Lösung der Anhydride Ammoniakgas 
imter guter Kühlimg ein, so erstan-t die Masse zu einem Krystallbrei, der 
im wesentlichen aus den Amiden der betreffenden Säuren besteht. 

Wie die Amide, so lassen sich auch die Anilide aus den Anhydriden 
oder den Säuren durch Kochen mit Anilin leicht darstellen. 

Durch Destillation der Kalksalze der Eruca- und Brassidinsäure wurden 
weiter die Ketone der Säm'en gewonnen. 

Einwirkung von Quecksilberoxyd in alkalischer Lösung auf ^^^lycerin. 
Glycerin, von E. Börnstein. i) 

Bei der Behandhmg von Glycerin mit Quecksüberoxyd und Barji;- 
hydrat tiitt eine Einwirkung nur langsam und schwierig ein imd steht 
überhaupt bald wieder stül, ohne die gesamte Menge des Glycerins in 
Mitleidenschaft zu ziehen. Erhitzt man die wässerige Glycerinlösimg zum 
Sieden und trägt dann Barythycbat und Quecksilberoxyd ein, so beginnt 
die Reaktion erst, wenn die Flüssigkeit stark konzenti'iert imd mit Baryt- 
hydi-at nahezu gesättigt ist. Man giebt dann so lange noch Quecksilber- 
oxyd imd Bars'thydrat hinzu, als ersteres noch seine Farbe ändert. Nach 
beendigter Reaktion wird filtriert, mit Kolüensäm-e gefällt mid auf dem 
Wasserbade konzentriert. Durch Behandeln mit starkem Alkohol ^vird aus 
der dickflüssigen Masse das unzersetzte Glycerin entfernt. Der Rückstand 
besteht aus glycerinsaurem Baiyiun, aus welchem dm-ch Zersetzen mit 
Schwefelsä\u-e die freie Glycerinsäure erhalten wii-d. Das dargestellte Cal- 
ciumsalz ergab die Formel (0311504)2 Ca + 2H2O. Die Ausbeute beti-ägt 



1) Zeitschr. d. Ver. Rübenzuckerind. XXTTT. 45—46. 

Jahresbericht 1886. 



20 



306 



Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 



43,4 Teile Säure- auf 100 Teile Glycerin, was immerhin ein günstigeres 
Resultat ist, als das bei der sonst üblichen Darstellungsmethode erzielte. 

Über die Bestimmung der Essigsäure in Flüssigkeiten, welche 
organische Stoffe enthalten, mittelst der Destillation, von H. "VV. 
Wiley. 1) 



Amido- 
8äuren. 
Harnaäure- 
derivate 
in den 
Pflanzen. 



X. stickstoffhaltige Säuren, Amide, HarnstoffderiTate. 

Ein Nachtrag zu den Untersuchungen über die Amidosäuren, 
welche bei der Zersetzung der Eiweifsstoffe durch Salzsäure 
und durch Barywasser entstehen, von E. Schulze.''^) 

Durch Barytwasser erhält man aus Konglutin eine Glutaminsäure, 
welche sich von der von F. Becke beschriebenen krystallographisch nicht 
luiterscheidet, jedoch ist letztere optisch aktiv, wähi'end erstere inaktiv ist. 
Die Polarisation Avm-de mit einer Lösung von Glutaminsävu-e in 8 ^/oiger 
Salzsäiu-e vorgenommen. Mit Salzsäiu*e liefert das Kongiutin Asparagin- 
säm-e, deren Kupfersalz der Formel C4H5NO4CU -j- 4'/2H2 entsi)richt. 

Zur Kenntnis des Vorkommens von Allantoin, Asparagin, 
Hyponanthin und Guanin in den Pflanzen, von E. Schulze und 
E. Bosshard. 3) 

Dafs der Asparagingehalt junger Triebe von Holzgewächsen besonders 
dann stark zmiimnit, wenn dieselben sich an abgeschnittenen, in Wasser 
kulti Werten Zweigen ent^Wckeln, hat bereits J. Borochin nachgelesen.^) 
Schulze und Barbieri fanden Asj)aragin in den auf diese Art gezogenen 
Trieben von Platanus orientalis, Acer pseudoplatanus, Acer campestre, Be- 
tula alba, Fagus silvatica, Tilia parvifolia, Populus nigra und Yitis vhiifera. 

In den Rinden am Baume selbst gewachsener junger Zweige von 
Platanus fand sich im Oktober ebenfalls Asparagin. 

Für die Ansicht Borodin's, dafs bei cüesen in Wasser wachsenden 
Zweigen das Asparagin infolge Zerfalles der Eiweifsstoffe und mangels an 
stickstofffreien Substanzen ziu* Regeneriermig des Eiweifses entstehe, geben 
A^erfasser Belege bei. 

Die grünen Teile junger Gras- imd Haferpflanzen lieferten kein As- 
paragin, Rotklee nm^ 0,25 g pro Kilogramm, steckte man jedoch die ab- 
geschnittenen Pflanzen mit den Stengelenden in Wasser und liefs sie eine 
Woche im dunkeln Zimmer stehen, so lieferten sie reiclilich Asparagin. 
(900 g Haferpflanzen lieferten 3,1 g, 800 g Rotklee 1,7 g Asparagin.) Nach 
der Methode von Sachsse (Kochen mit Salzsäm-e) wurde aus Hafer Ammo- 
niak gewonnen, das ein Anwachsen des Asparagins von 0,816% ^^^^ 9)10 °/o 
berechnen liefs. Allantoin A\nu'de nicht gefunden. Andererseits zeigten diese 
Pflanzen eine Abnahme der Proteinstofi'e, wenn sie 8 Tage in Wasser weiter 
kulti^^ert Avuixlen, gegenüber den gleich nach der Ernte getrockneten. Allan- 
toin wurde in den in Wasser gezogenen Trieben von Platanen neben As- 
paragin gefunden. Ersteres ist auch in den nonnal gewachsenen Platanen- 
blättem nachgewdesen worden. E1)enso fand sich Allantoin in den in Wasser 



1) Amer. Chem. Journ. VII. 417—424. 

2) Zeitschr. phys. Chem. IX. 253—259. 

3) Zeitschr. phys. Chem. XL 420—444. 
*) Bot. Zeit. 1878, p. 804. 



Pflanzencheraie. 307 

gewachsenen Trieben von Acer i^seiidciplatanus und Acer campestre, wie in 
den Rinden von Aesculus liippocastanum und Acer pseudoplatanus. Geringe 
Mengen von Allantoin entziehen sich wegen der mangelhaften Reaktion auf 
dasselbe dem Nachweise. 

Das Verfahren zum Nachweise dieses Körpers war folgendes. Die zer- 
kleinei-ten Pflanzoutoilo wiu-den mit heifsem Wasser exti'ahiert, die Avässerige 
Lösung mit Bleiessig gefällt und das Filtrat hiervon mit Quecksilberoxyd- 
niti'at ersetzt. Der liierbei entstandene Niederschlag wmtle abfiltriert, mit 
kaltem Wasser gewaschen mrd in Wasser verteilt mit Schwefelwasserstoff 
behandelt. Nach Entfernung des SchwefeLpiecksilbers wm-de die Lösung 
mit Ammoniak neutralisiert und nacli dem Eindampfen auskrystallisiert. Es 
können sich in dieser LfJsung Asparagin, Grlutamiu, Allantoin, Hypoxanthin, 
Guanin und Tyrosin Viefinden. Das Asparagin wurde in wässeriger Lösung 
mit Kupt'eroxydhydrat gefällt, wobei sich nach dem Erkalten eine Aspara- 
ginkupfei-vei'bindimg ausscheidet, welche abfiltriert imd mit heifsem Wasser 
gewaschen wiixl. Aus dem mit Schwefelwasserstoff entkupferten Filtrat 
kiystaUisiert das Allantoin aus. 

Bei Anwesenheit gröfserer Asparaginmengen kann das AUantoin nicht 
mittelst Silbernitrat und Ammoniak gefällt werden. 

Xanthinkörper konnten in den Quecksilberniti-atniederschlägen meist 
konstatiert werden. Ob Xantliin selbst vorhanden war, komite nicht er- 
mittelt werden, vielleicht wurde es durch die Bleifällung schon entfernt, 
meist wmdc Hypoxanthin und Guanin gefunden. 

Die Xanthinkörper wmtlen aus Lupinenkeimen, Kürbiskeimen, jungen 
Kartoffeln, Zuckemiben, den Trieben von Alioni mid Platanen, in jimgem 
Gras, Rotklee, Hafer mid Wickenpflanzen erhalten. Aufserdem fanden Ver- 
fasser einen neuen stickstoffi-eichen Körper in den Queeksilberniederschlägen 
der wässerigen Exti-akte junger Rotklee- und Wickenpflanzen. 

Zur Kenntnis der stickstoffhaltigen Bestandteile der Kürbis- 
keimlinge, von E. Schulze. 1) 

Li den Kotyledonen wie in den Axenorganen etiolierter Kürbiskeim- 
linge finden sich Glutamin, Asparagin, Leucin, Tyrosin, Vernin, Xantliin- 
körper, Ammoniaksalze, Nitrate und geringe Mengen Peptone. Wälu-end 
Glutamin nur in den Axenorganen vorkommt, ist das Asparagin imd Vernin 
auf die Kotyledonen beschränkt. 

Das Vernin wird wie das Asparagin dm'cli salpetersaures Quecksilber- 
oxyd gefällt, von den AsparaginkrystaUen wird das amorph abgeschiedene 
Vernin dm-ch Schlemmen getremit. 

Ein neues Asparagin, von A. Piutti. 2) Asparagin. 

Aufser dem gewöhnlichen, linksdrehenden Asparagin war bis heute 
keine weitere Modifikation desselben bekannt, obwolil schon Rammeisberg 
"wie Pasteur auf die Wahrscheinlichkeit der Existenz eines entsprechenden, 
rechtsdrehenden Asparagins aufmerksam machten. Verfasser hat sich mm 
Asparagin in sehr grofsen Mengen aus 6500 kg Wickenkeimen dargestellt 
und fand in den Mutterlaugen der gewonnenen 20 kg Roliasparagin etwa 
100 g rechtsdrehender Asparaginkiy stalle, deren Kiystalle nach den vor- 



1) Journ. prakt. Chem. XIX. 1886, 1691—1695. 

2) Berl. Ber. XIX. 1886, 1691-1695. 



308 Boden, ^Yasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 

liegenden Messungen das YoUkoinmene Spiegelbild zu den linksdrehenden 
Asparaginkiystallen sind, und deren optische Eigenschaften dieselben sind, 
niu- in umgekelu-ter Ordnung. 

Um mm die Frage zu entscheiden, ob diese beiden ]\[odifilvationen, 
welche in ihrer Elementarzusammensetzimg völlig gleich sind, etwa isomere 
Verbindungen sind, -«nirden eine Anzahl analoger A^erbindungen beider 
Körper dargestellt. Es zeigten sich diese Verbindmigen in ihrem Krystall- 
habitus wie in ihi'em chemischen Verhalten vöUig gleich. Waren jedoch 
die wässerigen Lösungen derselben optisch aktiv, so zeigten beide Reihen 
dasselbe Drehmigsvermögen, jedoch in entgegengesetztem Siime. Einige 
Stimden im Bronzedigestor mit 2 Molekülen wässeriger Salzsäure auf 
170 — ISO*' erlützt geben beide Asparagine inaktive Asparaginsäure von 
gleichem Verhalten, welche mit der von Dessaignes aus saiu:'em apfelsaiu-em 
Ammoniak dargestellten inaktiven Asparaginsäm-e identisch ist. 

Eine Mischung der aus rechts- und links-drehendem Asparagin dar- 
gestellten Asparaginsäm'en zu gleichen Molekülen liefert ebenfalls Krystalle 
einer inaktiven Asparaginsäure, welche auch nach mehi-maligem Unkrj'stal- 
lisiei-en iln-e Liaktivität beibehält. Spaltmigsversuche mit den beiden inak- 
tiven Säuren wm-den bisher noch nicht vorgenommen. 

Mit den beiden Asparaginen gelang ein ZusammenkiystaUisieren nicht. 
Die Lösungen zu gleichen Molekülen waren natürlich inaktiv, beim Ver- 
dunsten schieden sich jedoch beide Asparagine immer wieder getrennt ab. 

Da nmi beide Asi^aragine, auch bei verscliiedener Konstitution gleiche 
Asparaginsäuren liefern müssen: 

CONH2 CONH2 COOH 

CH2 imd CHNH2 = CHNH2 
1 I I 

CHNH2 CH2 CH2 

1 1 1 

COOH COOH COOH 

Asparagin Asparaginsäure 

so könnte man aus der Thatsache, dafs die aus beiden Asparaginen ent- 
stehenden, gleich konstituierten Asparaginsäuren sich zu inaktiver Aspai'a- 
ginsäure vereinigen, wähi-end diese Fähigkeit den Asparaginen selbst mangelt, 
schliefsen, dafs beide Asparagine eine verschiedene Konstitution im Sinne 
der angegebenen Fonnel besitzen, wofür auch der verschiedene Geschmack 
beider Modifikationen sprechen würde. 

Im Ansclilufs an die von Piutti in den Berliner Berichten mitge- 
teilten Arbeit über ein neues Asparagin verbreitet sich Pasteur etwa ^vie 
folgt über die wahrscheinliche Ursache der Geschmacksverscliiedenheit beider 
Asparagine: wie zwei imsymmetrische entgegengesetzt drehende Körper mit 
inaktiven Substanzen zu inaktiven, äufserst ähnlichen, ja identischen Ver- 
bindungen zusammenti-eten , während die nämlichen beiden Körper mit 
anderen unsymmetrischen, entgegengesetzt di'ehenden Stoffen zu durchaus 
von einander verschiedenen Verbindungen sich vereinigen, so krmnte man 
annehmen, dafs bei der Sinnenwahi-nehmung die Nervensubstanz selber die 
Rolle des anderen aktiven asymmetrischen Stoffes spielt und auf diese 
"Weise einmal den süfsen, das andere Mal den fast faden Geschmack ver- 
ursacht. 



Pflanzenchemie. 



309 



XI. Untersuchungen von Pflanzen, Orj^anen derselben. 
Bestandteile der Pflanzenzelle. 

Über die chemische Zusammensetzung' der Blütenstaubasche 
der Kiefer, von S. Przybytek rmd A. Famintzin. ^) 

Der Blütenstaub der Kiefer verliert beim Trocknen bei 100 — lOö'' 
6,79 7o i-ind hinterläfst nach Abzug des Sandes der Kohle und Kohlensäure 
3,30 o/o Asche. Der Stickstoffgehalt des Blütenstaubes l)eü'ägt 2,40 %. 
Die Zusammensetzung der Asche war folgende: 

Kaliumoxyd — Natriumoxyd — Kalk — Magnesia — Eisen u. Thonerde 
35,23 ' — 3,G2 ^ — 0,88 — 7,00 — 5,30 

Phosphorsäure (Pg O5) — Schwefelsäure (SO3) — Chlor — auiserdem Spm-en 

29,86 — 14,83 ' — 0,99 

von Mangan. 

Beiträge zur Kenntnis der Hutpilze in chemischer und toxi- 
cologischer Beziehung, von E. Böhm.-) 

Ziu- Untersuchung kamen Boletus luridus mid Amanita pautherina. 
Beide enthalten etwas Cholin und ersterer geringe Mengen, letzterer reich- 
licher eine giftige Base, welche dieselben Wirkungen zeigt wie das im 
Fliegenschwamm vorkommende Muskarin. Zuerst wurden die Pilze mit 
Äther, darauf mit 90 % Weingeist extrahiert. 

Ln Ätherextrakt wurde ein Cholesterin ähnlicher Körper gefunden von 
der Formel C26H44O. Aufserdem ein braunes Harz, verseif bares Fett imd 
ätherisches Öl. Der mit Alkohol extrahierte Teil wurde in Wasser aufge- 
nommen; die wässerige Lösung von den ausgeschiedenen Mamiitlay stallen 
abgegossen imd mit Bleiessig gefällt. 

Der Bleiniederschlag abfiltriert imd mit Wasser und Weingeist ge- 
waschen, mit Schwefelsäure zersetzt imd mit Äther aufgenommen. Aus 
der ät