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Full text of "Jahres-bericht über die Fortschritte der Chemie und Mineralogie"

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MOCHCM. 




THE LIBRARY 

OF 

THE UNIVERSITY 

OF CALIFORNIA 

EMIL FISCHER COLLECTION 
PRESENTED BT HIS SON 




Prof. Hfinnann R 

Basel 

^ ROtlr.jyorrtp. : 



Jahres-Berlcht 

iiber 
die Fortschritte 

der 

Chemie und Mineralogie; 



JTacob Berzeliu«. 

Kisgereiebt ad die schwedische Akademie der Wiffcnschttlteii 
den 31. M«K Ji^igp^^ 



Fünfundzwanzig $ier Jahrgang. 



Tübingen, 

Laupp'ftGlie Buchhan il long. 

1846. 



Qbanistry 11^. 



QDI 
J--4 



BK>CHCM. 
UMARY 



1 t. 



Unorganische Chemie* 

fimimr dtr Seite 

MmUrie. f 

Eioiacbe Körper 4 

PFänme, EntwickeluDg derselben durch cbemiiche VereiDigunft 5 

Tberxnometer für niedrige W2{nnegrade. PI eis ehrt 

Krroroeter 10 
Das Leidenfrosfscbe PhSooroen 13 
Tension des Wassergases IS 
EUkhitUät. Elektrische Aequitalente IS 
Hv^lroelektrische Säule mit reinem Wasser IT 
Lichlentwickelung bei der elektrischen Entladung 18 
Gms€. Trocknen derselben 31 
Condensation derselben 21 
M^tm€iM€ Zusammenhang zwischen der chemischen Ginstitution der 
^^tmittke Ver- Körper und dem specifischen Gewicht und Siedepunct 
keJtew«. derselben 24 
Löslichkeit verschiedener Körper in Wasser bei unglei- 
chen Temperaturen Sl 
J^Hmgtmiehit. gl 
Atomgewicht vom Schwefel und vom Quecksilber gg 
Atomgewicht des Kupfers 40 
Atomgewicht des Goldes 40 
Atomgewicht des Eisens 41 
Atomgewicht des Zinks 44 
Atomgewicht des Chroms 45 
Atomgewicht des Calciums 4T 
^bmtpkmri* Gehalt derselben an KohlensXure xu Paris, verglichen 
ttke Lttft. mit deren Gehalt auf dem Lande 49 
Luft in Wasser 51 
SHAstmff. Stickosvdol in fester Form 53 
Salpetrige Saure mit glühenden Metallen 54 
Verbindung von schwefliger Säure mit salpetriger Säure 54 
Verbindungen des Stickosydes mit Säuren 55 
Untersalpelersäure 56 

•2 



M6432^?9 



IV 



Schwefel. 



Phosphor 



Chlor. 



Jod, 



Bor. 
RohUnstof. 



Büduog der Saure desselben 

Specifisches Gewicht der wasserhalligen Schwefelsäure in 

Gasform 
Arsenikhaitiger 
PhosphorwasserstofT 
Phospborstickstoff 

Neue Verbindung von Schwefel mit Chlor und mit Sauer- 
stoff 

Chlorwasser 

Neues Oxyd davon 

Verhalten der Jodsäure als Oxydationsmitlel 

Wasserhaltigie Jodsäure 

Verbindung desselben mit Stickstoff 

Verbindungen desselben. Elaylgas 

Oxamid 

Verbindungen des Chlorkohlensloffs 

Koblensuperchlorid-schweflige Säure 

Kohlenchlorür- schweflige Säure 

Formylchlorid-Dithionsäure 

Kohlensupercbloriir Dithionsäure 

Koblensuperchtorür-Oxalsäure 

Elaylchlorür-Dilhionsäure 

Mellan 

Mellanwasserstoffsäure 

Producle der trocknen Destillation der Xanlhan- und Rho- 
dan- Verbindungen 

Destillationsproducte der Xantfaanwasserstoffsiiure 

Producte bei + 140<> 

M ellanwasserstoffsäure 

Producte bei + 145<> 

Xanlhansulfid , Porranwasserstoffsäure 

Producte bei + 160^ 

Phajanwassersloffsäure 

Producle bei + 170<* bis + 180«' 

Xythanwasserstoffsäure 

Producte zwischen + ISO«» und + aOO^^ 

Producte bei + 225° 

Leukanwassersloffsäure 

Producte bei + 290« bis + JOO« 

Polien 

Alphensuind 

AlphanwasserMoifsäure 

Phalensulfid 

Phalanwasscrstoffsäure 

Phelensulfid 

Phelanwasserstoffsäure 

Argensulfid 

Arganwaaserstoifsäure 

Glaucen 



Seite 
61 



€3 
63 
64 
67 
69 

TO 
T2 
TS 

84 
87 
87 
88 
88 
90 
90 
90 
91 
92 
93 
95 
96 
98 

99 
102 
103 
103 
105 
lOS 
107 
107 
109 
109 
111 
112 
112 
113 
113 
116 
116 
117 
117 
117 
117 
117 
117 
120 



Seite 

Cyanoiydsulfid 126 

Zersetzung der Rbodanure durch trockne DeitilUtion ISO 

Verbindung des Urensulfids 130 

Os«M. Hervorbringung desselben auf cbemischem Wege 131 

Jffetalle. Verbindung derselben mit Wasserstoff 134 

ReductJon der Chlomietalle durcb Wasserstoffgas 135 

Wirkung von Schwefel auf Metalllösnngen 136 

Herrorbringunff der Nobiliscfaen Figuren auf Metalle 137 

FaSIung von Messing auf Metalle 13T 

Zusainmensetinng der Hjdrate Terschiedener Metalloxyde 138 

jtikmU mmd Tetrasulfuretum Yon Ammonium 141 

Erdem *t2A»MieScfawefelcalcium 143 

MeUtiU. Phosphorcaldum 143 

Alaminium 145 

Zirkonium und ZirkonerJe 147 

Norerde 149 

Andere neue Erden 149 

timt MetmUe. 

AuHwk^nn ArsenikgehaU desselben 150 

Ckr0m, Osydoiydul desselben 151 

Krystallisirtes Chrorooiyd 153 

Chrorasuperoiyd 153 

Tsta». Oxyde desselben 155 

Titanoxyd oder richtiger Titanaesquioxydul 158 

Ni0hium. 158 

Tmmtmium, Neue Reducüonsmethode desselben 161 

ürmm. 162 
KUfr0v«sffrve 
MeimlU. 

Eitern. Passiver Zustand desselben 165 

Eisenozydhydrat 1^5 

Eisennure 1^6 

JCa^«lf. OzydatioBSstufen desselben 1^6 

Oxyd-Sesquioxyd 167 

ffiekel* Oxyd desselben in der Modification fi 170 

ZitJu Krystallisirtes Zinkozyd aus einem Hobofen 171 

Zimm. Oxjdt deaselhen 172 

Biet. Bleisuperozydhydrat 179 

9f^itmmik. Ozydbydrat und die übrigen Oxydalionsgrade daton 180 

Kmffer, Verbindunff desselben mit Wasserstoff 181 

Kupferoxydul 18S 

Kupferoxydoxydul 1^^ 

Kupfersäure 1B4 

Scbwefelkupfer 185 

Qmechsil^er. Tiansportirungsraelhode desselben 186 

SÜher. Einfache Reduction des Chlorsilbers 186 

Silbersuperoxyd 186 

Uebertug von Silber sur Verfertigung von Spiegeln 188 

GsU. Sein Oxydul 1^9 



VI 



Osmiwm 

Iridium. 
PUtim. 



Smhe, 



Goldpurpur 

Goldoxyd 

Gold^ure 



Oxyde desselben 

Katalytiscbe Kraft desselben 

Platinoxydal-Ammoniak 

SUcktofiplatin 

Amalgam von Platinoxydul-Amid-Ammonium 

Scbwefligsaure Salxe 



Seite 
192 
196 
199 
201 
205 
212 
213 
213 
215 
215 
210 



Mehrere neue Klassen von Salsen mit schwefliger SSnre 

und den höhern Oxyden des Sückstofls 221 
Wirkung der Salpetersäure auf Chlor und Jodverbin- 
dungen 225 
Zinnsaure Salze 228 
Bleisaure Salze 228 
Antimonsaure Salxe 229 
Osmigsaure Salze 232 
Salxe Yon der sogenannten Reisetaschen Piatinbase 234 
Mellaniire 248 

SmUe von K«« Rbodankalium 253 

lium. Tritbionsaures Kali 253 

Tetrathionsaures Kali 254 

Kohlensaures Kali 255 
Kaliumdoppelsalz won Arsenik mit SauerslofT und Schwefel 255 

Eisensaures Kali 258 

Thonerde-Kali 258 

Zinkozyd-Kali 259 

ßfairiumsmUe. Saures schwefelsaures Natron 200 

Doppelsalze vom schwefelsaurem Natron 261 

Eisensaures Natron 201 

Wasserfreies schwefligsaures Ammoniak 262 



Amumoniak- 

smlte. 

S»l%e von 

Erden. 



Mangmntnhe 
SüensmUe. 



KobmUsalze, 
ZinktmUg, 



Eisensaurer Baryt 262 

Schwefelsaure Kalkerde 263 

Phosphorsaure Kalkerde 263 
Arseniksaure Kalkerde und arseniksaures Ammoniumoxyd 265 

Chromsaure und kohlensaure Kalkerde 266 

Phosphorsaure Talkerde 266 

Kohlensaure Ammoniumozyd-Talkerde 267 

Chromsaure Talkerde und chromsaures Kali 268 

Salze von der Zirkonerde 269 

Manganoxydulsalse von Eisen zu befreien 271 

Eisenchlorid 272 

Reduction der Eisenosydsalze zu Eisenoiydulsalzen 273 

Kohlensaures Eisenozydul 274 

Kohlensaures Kobaltoxyd 275 

Phosphorsaures Ziokoxyd 276 

Kohlensaures Zinkosyd- Ammoniak 277 



VII 



BIcwtfbc. Jodblä mit Salmiak 

Schweleltaitres Bleioiyd 

Bssif^aret Bleioxr^ 
ßFismutkMmUeJ[blo\6n\we wom WitrouUi 

Schwefelsaures Wiimulkoxyd 

DoppeljaU mit schwefelsaurem Kali 

Salpetersaures Wisrouthoxyd 

Phosphorsaures Wismuthoxyd 

Kobleosaures Wismuthozya 

Oxalsaures Wismuthoxyd 

Wismulhialse ▼on Arsenik »u befreien 
KmpfirMmlu. Kupferchlorid mit Schwefelquecksilber 

Schwefelsaures Kupferoxyd 

Kohlensaures Kupteroxyd 

Essigsaures Kupferoxyd mit Quecksilberchlorid 
QiMeJbtl^cr- Quecksilberchlorid 

jslsc- Doppelsais mit sweifach-chromsaiirem Kali 

Qnecksilberjodid 
Sükertmiae. Cyansilber 

Kohlensaures Silberoxyd-Amrooniak 
GMämiae. GoldcyanUr 
PimtimsmUe. Kalium-Plalin-rhodanid 
triduamgmUe. Iridiurosesquichlorür 



VrmmsmUem 

Amt £m 0ms mt * e , 

CkrwmumUe. 



Ckemisekm 
äämmhfse. 



^jqßmrmU. 



Doppelsals von Iridium und Osmiumchlorid mit Chlor- 
kalium , behandelt mit schwefliger Säure 

Tartarus antimonialis 
Chromchlorid 
Chromcyanür 
Essigsaures Chromoxydul 
Schwefelsaures Chromoxydul-Kali 
Doppelsahe ?om Cbromcblorid 
Chromcyanid 
Kalium-Chromcyanid 
Chromalaun 

Entdeckung und Bestimmung des Schwefels 
Entdeckung von Cblorlithium im Chlomatrium 
Scheidung des Wismuths bei Analysen 
Schweflige Säure als Scheidungsmittel nnlauglicb 
Cyankalium als Scheidungsmittel des Nickels von Kobalt 813 
Döbereiner*scbe Methode, Platinerxe tu analysiren 31S 
Gerichtlich-chemische Analyse 314 

Arsenikprobe. Fresenius und ▼. B a b o 314 

Entdeckung von Phosphor 318 

Quecksilberchlorid 318 

Apparat sum Waschen in WasserstofTgas oder in Koh- 
lensäuregas 320 
Gasidthrohr 333 
Tiegelsange 323 



Seile 
211 
211 
219 
319 
285 
286 
286 
286 
281 
281 
288 
288 
289 
290 
292 
292 
293 
293 
294 
295 
296 
291 
291. 

298 
300 
302 
303 
305 
305 
305 
306 
301 
308 
309 
310 
311 
311 
812 



vni 

Mineralogie. 

Seite 

Mineralogiache Haodbücher 325 

PMudomorphosen 336 

Neue Minera' Polykraa 326 

lien, Malakon 327 

Keilbauit, Yttro-Titanit 328 

Iberit 330 

Kaliphit 331 

Digenit und Ctiproplumbit 332 

Vanadiosaures Kupferoxyd 333 

Pfieht ojryiltVfeGediegen Titan 333 

MUeralien, Gediegen Zinn 334 

Arsenikantimon 334 

Wismutbsilber 384 

Cuban 335 

Buntkupfererz 335 

Nickelglanz 335 

Scbaalenblende 336 

Tellurwisroutb 337 

Realgar 337 

Oxtfdirle Mi- Quarz 338 

neralien, Rutil, Brookit und Analas 338 

Diaspor 338 

Manganoxyd und Mangansuperozvd 339 

Wad ' ^ ^ J 34^ 

Eisenoxydbydrat y Turgit 342 

Einfßche Si- Tafeispalb 343 

ÜMie. Talk 343 

KeroÜt 343 

Serpentin 344 

Pimelit 347 

Thonerdesilicate. Andalusit 347 

Staurolit 348 

Sillimanil 348 

Cimolit 349 

Manganoxydulsilicai. Tepbroit 350 

Pfaotizit 350 

Zinksilicat. Willemit 351 

Hopeit 351 

Kupferoxydsilicat. Dioptas 352 

Silicate mii Feldspatbe 352 

mehreren Ayenturin-Feldspatb 353 

Basen. Rother Albit von Kiraito 354 

Saccbarit 355 

Melilit and Humbold tili t 356 

Geblenit 356 

Parantin 356 

Nepbrit v 357 

Pennin y Chlorit und Ripidolilh 358 



IX 



Leucfateiibcrgit 

Glimmer 

Asinil 

Aegirtn 

Verwitterte Hornblende 

Baltimorit 

Dipyr 

Pyroxen 

Vanadia-Broniit 

Hyperslhen 

Pbakolith 

Granaten 

Pyropbyilil 

Beaumontit 

Orlhil 

Bodenit 

Eudialitb 
TUmmmU. Spben 

Greenowit 

Titaneisen 

Perowskit 

Ttchewkinil 

Aescbynit 
TMiteUfc. Tanulil 

Wöhlerit 

Pyrocblor 

^Uun>lith 

Monazit 

Yttrotantalitb 
^»iMMMÜilc. Antimonigaaures Queckstlberoxyd 
järstmimle, Pbarmakoiitb 

Skorodit 

Arseniktintcr 

Eisensinter 

Beudantit 

Arseniksaures Kupferoxyd 

Rolzkupfererz 

Kupferglimmer 

Linsenen 

Eucbroit 
Barmte. Borsaure Kalkerde 
Ciflr^MMife. Magnesit 

Dolomit 

Dutenmergel 

Kohlensaures Eisenozydul 
Fk^gmKmie, Phosphorit 

Talk-Apatit 

Thotterde*Phosphate 

Fiscberit 

Peganit 



Seite 
359 
859 
360 
360 
360 
361 
363 
363 
363 
363 
363 
364 
364 
36S 
36S 
365 
366 
366 
368 
368 
370 
310 
371 
373 
375 
375 
a76 
376 
87T 
378 
379 
379 
380 
381 
381 
381 
381 
383 
383 
383 
383 
383 
383 
385 
386 
387 
388 
389 
390 
390 



Seite 

Wawellit 390 

Pfaoiphornures Kupfer 891 

Sulfate. Gyp« 893 

Alumini t 892 

Magnesia-Alaun 894 

Pickingerit 894 

Brocbanlil und Krisuvigit 395 

HnUiismUe. Chlor- und Bromsilber 395 

Jodsilber 395 

Brdkmne. Piauzit 396 

MeieTsiem 396 

Fer meleorique de Grasse 899 

Apatit in Meteorsteinen 899 

GthirßMmrten, Thonscbiefer 400 

G>ncretion ip Tbonscbiefer 408 

Thonstein 402 

Salzthon 403 

Alaunscbiefer 404 

Phosphorsa'ure in Urgebirgsarten 406 

Organisehe Chemie. 
Pflanzenchemie» 

Htrmmsgekom' 

men€ Sthriflen 407 
Luft in den Pflanzen und ihre Veränderung durch Ta- 
geslicht 409 
Entwickelun^ von SauerstofFgas durch den Einfluss des 
IJchts auf grüne Theile der Pflanzen, ohne Kohien- 
sKure 411 
Einfluss ungleich gefslrbter Lichtstrahlen auf Pflanzen 413 
Versuche über die Absorption des Stickstoffs aus der Luft 415 
Düngung mit Ammonialcsalzen 420 
Nilscblamm 421 
Pflanzen'' Ameisensäure 422 
säureii. Essigsäure ^ 423 
Zweifach essissaures Kali 424 
Formyloiyd-Schwefelsäure oder Essigschwefelsäure 425 
Formyloxyd-Weinschwefelsäure 429 
Chloroxalsäure oder Chloressigsaure 481 
Weinsäure und Traubennure 431 
Weinsäure mit einigen andern Basen 436 
Traubensaure Doppelsalze mit arseoiger Säure 440 
BernAeinsäure 441 
Bemsteinsaure Salze 444 
Aepfelsäure 456 
Aepfelsaures Bleioxyd 457 
Fumarsäure 457 
Maleinniure 464 



XI 

Seile 

Zocker^urc 469 

BeoMMSdiiire. Bereitungimetkode derselben 478 

ZenelMiiigsproducte der BensoSSMlure 480 

Stickstoffbensoyl 48t 

SpiryliM Säure mit Brom 483 

Amid der Spirjlsäore 488 

Chioa^iure 489 

Mekoaiiäare und Komen^Sure 490 

Komensaure Sake 493 

PyroRiekonsSure 495 

Parakomeniäure 498 

Galläpfelnure 500 

PyrogalluMa'ure. Anwendung derselben 500 

Gerbiniure aus Galläpfeln 50t 

Valeriansäure 503 

Valeriansanres Zinkoiyd 503 
Valeriansäure wird nicht aus Indigo durcb Kalihydrat 

gebildet 503 

Rutinsaure 504 

feyeta^tlijefce Reactionen auf derselben 508 

SmixboMen, Strycbnin. Eine daraus gebildete Säure 513 

Morphin 513 

Narkotin 515 

Cotamin 519 

Narkogenin 523 

Cbinolin 526 

Pflansenbasen aus Senföl 530 

Verwandlung des Harmalins in anddre Basen 530 

Leukoharmin 531 

Chrysoharmin 53t 

Porphyrharmiii 533 

Lopbin 533 

Amarin 587 

Neue Pflanienbasen aus Naphtalin-Producten 540 

Pflansenbasen aus der Eschscboltua California 543 

^U^emeiie Stärke 546 

Begimmdikeüe Arrow-Root 550 

^er PßmMzem, Zucker 550 

Zucker mit Kalihydrat 551 

Mctacetonsäure 553 

Saft Ae» Zuckerrohrs 555 

Zuckergehalt in den Runkelrüben 555 

Probe auf den Zuckergehalt einer Flüssigkeit 556 

Mannasucker und Mannitschwefelsäure 557 

Mannaxucker in verschiedenen Pflansen ' 564 

Mannaxucker ist nicht in den Quecken enthalten 564 

Gummi und Pflansenschleim 564 

Metapektinsäure 565 

Pektin und dessen Veränderungen 566 

Pektinsäure 567 



XII 



Fette OeU. 



Flüchtige 
Oele, 



Harze. 





Seite 




Pektinige Säure 


571 




Pflanzenleim 


5TT 




Pflanzen-Albumin 


579 




Holz. Lignin 


581 




Ligninschwefelsäure 


582 




Stengel von Lein und Hanf 


584 




Taquanuss oder die Frucht von Pbytelepbas macrocorpa 


1 585 




Holzy Schale von harten Früchten u. s. yr. 


585 




Pilze 


588 




Margaramid 


590 




Leinöl 


592 




Reinigung des Leinöls von Schleim 


598 




Wachs 


598 




Verfälschung des Wachses mit Talgsäure 
Terpenthiriöl 


600 




600 




Pyroterebi nsäure 


605. 




Terpenthinhydrat 


606 




Oel aus frischen Fichtennadeln 


606 




Flüchtiges Wachholderbeeröl mit Salpetersäure 


607 


i 
1 


Oel aus Athamanta oreoselinum 


608 


1 


Sassafrasöl 


609 


1 


Chamillenöl 


610 


1 


Nelkenöl 


611 




Oel aus der Gaullheria procunibens 


611 




Oel aus Betula lenta 


613 




Ostindisches Grasöl 


615 




Oleum Rad. Gei urbani 


616 




Bittermandelöl und dessen Metamorphosen 


616 




Stilbylcblorür. Chlorstilbase 


621 




Salpetrigsaures Stilbylozyd 
Stilbinsalpetersäure 


624 
624 




Stilbylsäure 


626 




Stilbesylsäure 


626 




Schvirefelesyl 


628 




Kripin 


631 




Amaron 


635 




Bitlermandelöl mit Cyanwasserstof&äure und QuecbiU 






bercblorid 


637 




Knoblauchöl 


639 




Allyloxyd 


650 




Senföl 


653 




Tonkastearopten in Asperula odorata 


657 




Asarin 


657 




Helen 


659 




Helenschvirefelsänre 


660 




Scharfes Stcaropten aus Feigen 


661 




Carapher, künstlich hervorgebracht 


662 




Anime und Dammar 


662 




Jalappenharz 


663 




Rhodeoretin 


664 





XIII 

Seite 
RhodeoretinsSSure 666 
Jal^ppa-Betahan 669 
Harz anj Ipomoea orkabentis 670 
Reäna Calophylli 671 
Hane in der nhabarberwunel 673 
lUiabarber-Gaininahan. Aporetin 673 
Rbabarber- Betahan. Pbaeoretin 674 
Rfaabarber-Alphaban. Erythroretin 675 
Fmrhsi^fe, Chrysopbaotäure 678 
Porree. Jaune Indien 679 
Purron 686 
Phlobaphen , ein FarbitofT in verscfaiedtocn Baumrinden 688 
Blattgrün 692 
Indigo. Metamorpbosen-Producta davon 693 
Polindenoxyd 694 
Rabindensäure 695 
Chlomibindensäure. Acide chlorisamique 697 
CUornibindcnamid. Chlomanüd 699 
Bicbloriaamid 700 
Rubittdensäure mit Bhrom. Indelibrome 700 
Metamorpbosen-Producte Ton Animooiak mit Indenoxyd 701 
Isatimid 701 
Isatilime 702 
Amisatime 704 
Carmindine bibroniSe 704 
Kißemikum' Athamantin 705 
lw£r KhT^er Oreojelon 708 
mms PfUmzen. Oreoselin 710 
Limonin 713 
Asparagin 714 
KrystalTisirter Körper in Convallaria majalis 716 
Ponicin 717 
Geumbitter 718 
PtmdmeU ilcr Hefe 720 
^FcM^oAraii^.Gährungrrersucbe durch andere Körper als Hefe 741 
Untertvchong des bei der Gähmng gaiiormig Entwi- 
ckelten 743 
Untersuchung der Weine 744 
jfftkgt-Ver^ Aetbyljodür 746 
kimdmnffeu, Aetbylbromür 749 
Zweifiicb-scbwefelsaures Aetbyloscyd 749 
Formyloiyd-schwefelaaures Aethyloiyd 751 
Salpetriesaures Aethyloxyd 751 
Zweifach-borsaures Aethyloxyd 751 
Kieselsaures Aethyloxyd 753 
Essigsaures Aethyloxyd mit Chlor 757 
ChJoroxalsaures Aethyloxyd 760 
Bernsteinsaures Aethyloxyd 761 
Spirylsaures Aethyloiyd 765 
Anilsalpetersaures Aethyloxyd 767 



XIV 

Seite 

Milcbsaures Aethyloiyd 768 

Buttersaures Aetbyloxyd 768 

Aethyloxyd-Sulfacarbonat 769 

Kali-Aetoyloxyd-Sulfocarbonat 771 

Aethyl-Sulfocarbonat 772 

ßUylverhin» Elayljodur 774 

düngen, 

jicetylverbin" Acetyljodiir 776 

düngen. 
j4myl»erbin- 

düngen, T76 

Amylen 783 

Amylsulfbydrat 785 

Amylbisulfocarbonat 786 

FrodutH der Milcbsäure 787 

Mtiuren Gäk- Lactid 788 

rung. Lacton 789 

Milcbsäure Kalkerde aus Destrin u. s. w. bereitet 791 

Milchsäure mit den Oxyden des Eisens 792 

Milchsaures Cadmiumoxyd 792 

Buttersäure-Gäbruni; 793 

Buttersäure. Einwirkung von Chlor darauf T94 

Butyramid 798 

Butyron 798 

Butyron mit Salpetersäure 800 

Ghlorbutyron 803 

Butyral 803 

F^uUGakrung 805 

Baregiuy künstlich hervorgebracht 807 

Idrialin, Idryl und Idryloxyd 808 

Frodutie der Assamar 810 

Einwirkung Methyloxyd-Verbindungen. Spirylsaures Melhyloxyd 813 

einer kökerenBrom- und Cblorspirylsaures Methyloxyd 817 

Tempermtnr Cblorspirylsaures Metbyloxyd 820 

nuf or«jf«iuseJkeAni|saipetersaures Methyloxyd 822 

Stoffe. Spirylsaures Methyloxyd mit fixen alkalischen Basen 824 

Bernsteinsaures IVielhyloiyd 824 

Naphtalin. Melamorphosenproducte desselben 824 

Destiüationsproducte der Cbina«iure 827 

Chinon 829 

Farbloses Hydrochinon 831 

Chinhydron. Grünes Hydrochinon 833 

Chlorchinbydron 837 

Schwefelhydrochinon 838 

Bildung des Chloranils 845 

Chlorindoptensäare dabei als Nebenproduct 846 

CMoranilammon 848 

Anisol 853 

Destillationsproducte vom Drachenblut 855 

Dracyl 856 



XV 

Seite 

Dracylialpetemure 858 

Dnoonyi 860 

sm •der Tfcct- 

Um dmmmn. 8€3 

Ascbc Yon Pflanien 865 

Thiet'chtmie. 

Elektrische Ströme in den Nerven der Thiere 867 

Blait. Anaivse desselben 868 

Ansuefune des Hämatins 869 

Blei im Blut 8T2 

Fihrin 872 

Eisenfireics Hamatin 876 

Lymphe 878 

PareDcbym der Lunge 878 

Athmen 879 

Magensaft 882 

Nutrition 884 

Leber 888 

Galle 889 

Verbrannter Duoger 894 

Knochen 894 

Haare 896 

Harn 896 

Harnsäure 902 

Metmm0rpkü' Alloxantin 903 

Mem-Rr^dmete Dialursaure^ 903 

wn, der tfam^Zweifach*thionursaures Animoniumoxyd 905 

Miure. Neue Alloxanschweflige Säure 905 

AUoxan^nre 906 

Blauer Harn 906 

Ucbergang der Heilmittel in den Harn 906 

Mitck. 907 

Buttersäure aus Milch 908 

Si^fe vom Brüten der Eier 908 

Tkierm. Muskeln von einem Alligator. Kreatin 908 

Leberthran des Rochens 909 

Oel aus Seidenwiirmem 910 

Harnstein von einer Sanschildkrole 910 

Belugenstein 910 

Geruch Ton Bibergeil 911 

Fischbein. Balenin 911 

Farbe in den Krebsschalen 911 

MeteorsUin 912 

Guano 912 

Asche Ton Tbiersloffen 913 



gedruckt in der Dieterichscken Univ. -Bnchdraekcrci. 



Vnorgmtisehe Chemie» 



Veber die Natat der Materie hat Paraday ^) eU Natur der 
nige Belfaehtttiigen mitgetheilt. Er erinnert daran , Materie. 
daaa die sogenannte Atom- Theolrie, nach «welcher 
man sich die Materie als ans Untheilbaren Atomen 
bestehend vorstellt, die durch Kräfte in einer be- 
stimmten Entfemnng Tön einander tnsammenge* 
hallen werden, ohne dass sie sieh berühren, eine 
blosse Hypothese sei, n&tzlieh und fast nnenl- 
behrlich wegen der Klarheit , welche nnseire An- 
siehtett dnrch die Anwendung dieser Vorstellung 
anf die chemische Phinomene erlangen, aber doch 
nnr «lae Hypothese, deiren geringe Wahirseheiti- 
lichkeil er darzulegen sich bemüht. Der Einwurf 
gegen if/e Annehmbarheit dieser Hypothese grün- 
del sieh anf Folgendes: die Atom -Theorie be- 
traditet die Materie als aus kleinen Partikeln he* 
stehend, getrennt durch Zwischenräume ton ün- 
gleicher Grösse. Was wir als eine feste Materie 
belraeliteii, besteht also ans kleinen festen Theilen, 
getrennt durch den Raum (the Space), sie ist alsd 



*) Lond. EdiDb* and Dublin PliilQiiot>lueal Magai. aml 
Jonm. of Söence« XXIV, 136. 

Bercelfus Jahres- Bericht XXV. 1 



ein Zellgewebe von Ranm^ dessen Zellen dnrcli 
die materiellen Atome erfiillt werden. Betrach- 
leii wir nun diese Materie im Verliältniss zn dem 
elektrischen Strom, so sehen wir^ dass Gold, Sil- 
ber, Kupfer und Eisen den elektrischen Strom 
mit grosser, aber unter sich ungleicher Leichtig- 
keit durchlassen 3 der Raum lasst also den elek- 
trisclien Strom durch sich hindurch , weil der 
Raum das einzige Continnum in der Materie ist 
und die Atome in seinen Zellen liegen. Wenden 
wir dann dasselbe auf ein Stück Gummilack an^ 
so finden wir , dass der elektrische Strom nicht 
hindurch geht. Der Raum lasst also, aus densel- 
ben Gründen, den elektrischen Strom nicht durch 
sich. Ware nun die atomistische Ansicht richtig, 
so müsste der Raum den elektrischen Strom in 
dem einen wie in dem anderen Falle durch sich 
hindurch lassen. Diese Ansicht kann sich also 
nicht behaupten , was man auch daraus erkennt, 
dass Kupfer, welches bei einem bestimmten Räume 
eine ^ fast gleiche Anzahl von Atomen wie Eiscq 
enthält, den elektrischen Strom 6^ Mal besser 
leitet als Eisen. 

Nach dem auf solche Weise bewirkten Umsturz 
der Hypothese von Atomen kommt Farad ay nocli 
auf andere Schwierigkeiten bei dieser Ansicht, z.B. 
dass auf einen gleichen Raum von Kalium und von 
geschmolzenem Kalihydrat oder geschmolzenem 
Salpeter in dem Hydrat fast 1^ Mal so viele 
Atome Kalium und ausserdem ungefähr 4^ Mal 
so viele Atome Sauerstoff und Wasserstoff (die 
letzteren doppelt) enthalten sind , und dass die 
Anzahl der Kälram-Atome in dem geschmolzenea 
Salpeter ungefähr gleich , aber die Anzahl der 



&iiientoff- ond Sliekstoflatome in dem Salpeter 
7 Hai grosser ist , als die von Kalinm in dem 
freieii Metall. 

Dass die Atom -Theorie eine Hypothese ist^ 
kann nieht bestritten werden, aber sie ist ein 
ScUnsBaUTdD nnsähligenThatsaeben für die unse- 
ren Sinnen nicbt direet darstellbare Ursache der- 
selben. Ist dieser Sehlusssats unrichtig, so mnsses 
e\ne uidere IJrsacbe geben , welcbe eben so be- 
friedigend mit der Erfahrung zusammenhangt. Ha- 
ben wir beine solche gefunden , so müssen wir 
bei der beharren, welche wir bereits haben. Der 
ron dem elektrisehen Strom entnommene Beweis 
ist in sieb selbst nichts. Ehe irgend ein Schlnss 
daraus gezogen werden kann, müssen wir wissen, 
worin der elektrische Strom besteht« Ist er ein 
unwägbares Flnidnm , welches durch den Zwi- 
schenranm der Materie bindurchfliesst , oder ist 
er eine Answeebselnng der entgegengesetzten 4* 
■ud — E zwischen materiellen Theilen, eine Aus- 
wecbsdong, welche auf Entfernung stattfinden 
bann und nicht der unmittelbaren Berührung be- 
darfl Dasa das Erstere schwerlich bewiesen wer- 
dem Jesob, ist leicht einzusehen^ wenn aber das 
Lefzlere grossere Wahrscheinlichkeit für sich bat, 
so liegt ja olTenbardas Vcrhältniss zu dem elektri- 
schen Strom in der Naiur der materiellen Atome, 
und der Gegenbeweis stimmt Tollkommen mit der 
Ansiebt überein, die er über den Haufen werfen 
sollte. Was im Uebrigen das Wunderbare in der 
Vorsfellnng betrifft , dass bei gleichem Baum in 
chemischen Verbindungen eine grössere Anzahl 
materieller Atome enthalten sei, als in den festen 
CmndstoffeD, so vergessen viele too denen, welche 

1* 



liieräber ikre Ansichten äassern^ das» in den letz- 
tercn nnr eine, nnd eine setiwäebere Kraft wirkt, 
\ nämlich die Zusammenhangskraft (Cobaesionskraft), 
während in den ersteren zunächst die Vereinigongs- 
kraft die Atome der ungleichen Grundstoffe yerei- 
»igt , wahrscheinlich ohne Abstand , und nachher 
die Zusammenhangskraft die zusammengesetzten 
Atome mit Abstand. 
Einfache lieber die Natur der Grundstoffe als einfache 

orpcr. Kipper oder Elemente sind mehrere Speculalio- 
ncn niitgetheilt worden. Low *) hat in einer eig- 
nen Arbeit: An inquiry into tbe Nature of sim* 
ple bodies of ehemistry , zu zeigen gesucht , dass 
die Körper, welche wir einfacbe nennen, unmög- 
lich die Elemente der Natur sein können; er be- 
trachtet sie nur als unzersetzte, und mit Vortheil 
ftir seine Ansichten fuhrt er z. B. die Aehnlich- 
keit zwischen Ammonium (]KH^) und den alkali- 
schen Metallen, so wie die zwischen Gyan und den 
einfachen Salzbildern an. Bei den Betrachtungen 
darüber, welche von ihnen die Elemente für die übri* 
gen sein können, findet er es wahrscheinlick, dasa 
diesKohlenstoff und Wasserstoff sein können, weil 
deren Atomgewichte die niedrigsten sind. Sauer- 
stotf ist also = fi^C, Stickstoff = U^C^, Phos- 
phor=B5C2, Schwefel z=HH:2, Selen =:H'sC% 
Tellur =H^^C^, u.s. w. In ungefähr demselben 
Sinne äussert sich Wilson**) in Bezug auf 
f Brown's, Knox's und Ri'gg's Versuche um 

zu beweisen, dass Stickstoff, Kohlenstoff nnd Kic- 



*) Edinh. new phil. Journ. XXXVII, 107. Lond. and 
Ediob. Pbil. Mag. XXIV, 296. 
••) Das. p. 1. 



§d sBsuiaMOgeselst seien. Ich gehe nicht gei- 
ler ia die hieraber dargelegten Ansichten ein, 
dncn Abenteaerlichkeit der Verfasser ausserdem 
seihst crisennt. Erst dann wenn einmal einer von 
des Köipem welche wir jetet als Grundstoffe be- 
trachiea, entschieden und sicher in andere ge* 
Ihefll wird j ist die richtige Zeit da, diese Frage 
in eise ernstlichere Deberleguug zu ziehen. 

Graham*) hat seine Versuche über die Wirme- ff^Arme. 
Entwickdeog durch chemische Vereinigung (Jah- ^''^^^1;^}^^^^^ 
rcsb« 18459 S. 14) fortgesetzt und in dieser Un- durch cbemi- 
fetvuchung die Warme- Entwickelnng von Kali mit ''^^^^'^'''' 
Siuren bestimmt. Die Versuche wurden 



in derselben Art ansgefiihrt, welche im vorigen 
Jahrcftberiebte mitgetheilt worden ist, und auch 
mit desselben Apparaten. Aber die Wasserquan- 
tiüt wnrde nun von 1000 auf 1544 Grau ver« 
mefcrt, «od die angewandten Quantitäten von Kali 
■adSiare auf jdiese Wassermenge entsprachen der 
flilfte ▼OB dem Atomgewicht des Körpers in Gra- 
nes ^ oo z. B. ist das Atomgewicht der Salpetersäure 
z=,9lSly und hiervon wurde die halbe Anzahl von G ra- 
mea nsgewaadt. Das \Vasser wurde zwischen der 
Sinre sad dem Kali getheilt^ beiden FInssighei- 
tea vratde von der Vermischung einerlei Tempe- 
valnr gegeben , und von dem Kali war stets ein 
gcri^cr Ueberscbuss abgewogen. Die Tempera* 
tar der Fliissigheit wurde sogleich nach der Ver- 
miscbaag bestimmt. 

Aaf diese Weise ergab es sich, dass, wenn die 
QaaattliteB von Kali, Saure und Wasser in der 
Rechaang verdoppelt wurden , um den ganzen 



-) Lond. and Ediob. Pbil. Mag. XXIV» i. 



Atomgcwicliten zu easpreehen , 1 Atom Kalihj- 
dnit mit folgenden wasserbaltigeo Siuren eine 
Qoantitilt Wärme entwickelt^ welebe bier in Fab- 
renbeit'scben Graden gegeben ist: 
Mit SebwefelMure 11^38 Fahr. 

,9 vorher geschmolzenem KS^ . 19^,38 

„ Salpetersäure 10o,50 

,, Salzsäure 10o,50 

,y Essigsäure 10o,34 

yy Oxalsäure 10o,48 

„ &€« 120,40 

,, fi€^ 100,40 Tür jedes der 

„ 1JC2 60,70 drei freien 

„ ^ Atom Arseniksäurc . . . 9o,22 Oxalsäure-Atome. 

,y ^ Atom & + As 80,10 

,, 1 Atom Phosphorsänrc • . 10o,00 

,, ^ Atom Phosphorsänrc • . 90,00 

yy KCr« 80,06 

Es ist hierbei bemerkenswerth, dass diese An- 
zahl von Thermometergraden einander so nahe 
kommen^ sie stimmen im Uebrigen mit de- 
nen nach Andrew's Versuchen im Jahresbe- 
richte 1843, S. 22, angeführten uberein; aber 
diese Säuren waren alle wasserhaltige y und da 
sich die Säure nach der Vermischung mit Was- 
ser yermuthlicb mit noch mehreren Wasseratomeu 
vereinigt hat, deren Wärme •Entwickelung ver- 
schwand^ ehe die zur Vermuchung bestimmten 
Flüssigkeiten einerlei Temperatur annehmen konn- 
ten, so drücken diese Zahlen nur das empirlscbe 
Versuchs- Resultat aus, worin noch Vieles fehlt, 
um einen Begriff über die relative Wärme -Ent- 
wickelung von wasserfreiem Kali mit wasserfreier 



Sive geben su könoen y und worin , wie auck 
Graknni bemerkt, noch die Besümmüng derVcr» 
ioderwig ia der specifischen Wärme mangelt^ wel- 
che die Flüasigkeil dorcb dieVermiscbung erleidet. 

Grab an fand, das» das Resultat, wenn der 
Yersncb bei ungleichen Temperaturen angestellt 
wurde, nicbt ganz gleich ausfiel. Der Versuch 
■dl Salpelersawre gab, bei 6(F Fahr, angestellt, 
die oben angegebene Zahl, aber bei 40^ wurde 
nur 100,38 erhalten. Diese Verschiedenheit zeigte 
sieh aneb hei anderen Säuren. Bemerkens werth 
iaf die grossere Wärme - Bntwickelung mit zwei- 
fach -sebwefelsaurem und ozalsaurem Kali, die 
sich aber doch durch das Binden von Wasser erklärt. 

Beim Vermischen solcher Salze, welche Dop- 
pelsalze bilden, wurde keine Wärme- Entwiche* 
lung bemerkt. Von Quecksilberchlorid und Chlor- 
ammonium entstand ein Bruch von 1 Grade, wel- 
cher wobl dem Binden von 1 Atom Wasser in 
Gestall von Krystallwasser zugerechnet werden 
konnte. Krystallisirte schwefelsaure Thonerdc und 
schwefelsaures Kall entwickeln keine Wärme, wenn 
sie zusammen aufgelöst werden und Alaun bilden. 

Gra baai bat noch andere Versuche vonTcm- 
peralnr- Veränderungen hinzugefügt. So fand er 
z. B. bei der Bildung von arseniksaurem Kali in 
ihren 3 Sättigungsgraden von 1 Aequivalent Säure 
mit I, S nnd 3 Atomen Kali, dass 
i Aeqaivalent Arseoiksäure i Aequivalent Phosphorsäurc 

mit i AI. Kali l(K>,aO 100,00 

S „ Kali 8^10 80,08 

3 „ Kali 50,88 70,54 

kcrvorbrachten. 

Ein Atomgewicht Salpeter, berechnet nach den 



8 

vorhin angefalirlen Grundlagen y bracLte bei 62^ 
Fahr, eine Erniedrigung der Temperatur von 5^ »TS 
und bei 46^ von 5^>94 hervor, ^as ungefähr eine 
für jeden Grad^ um welchen die Temperatur nie- 
driger wurde , mit Oo,26 zunehmende Erniedri- 
gung der Temperatur ausmacht. 

Wenn in derselben Wasserquantital steigende 
Atomgewichte von Salpeter nach einander aufge- 
löst wurden , so erniedrigte sich die Temperatur 
für jedes hinzugefiigte Atom in folgendem Verhält* 

um 50,72 Fahr. 
„ 50,28 

„ 4^60 
„ 40,28 
„30,82 

Daraus folgt also, dass der Wärme- Verlust 
grösser wird, wenn sich die Wasserquantität ver- 
grössert. Hiermit übereinstimmend fand er auch, 
dass sich, wenn die nun fast gesättigte Lösung 
mit noch 1544 Gran Wasser von gleicher Tem- 
peratur vermischt wurde , der Wärmegrad des 
Gemisches um lo,Si8, und, wenn noch eine ahn* 
liehe Quantität Wasser zugesetzt wurde, um 0,38 
erniedrigte. 

Salpetersaures Ammoniumoxyd erniedrigte die 
Temperatur unter ähnlichen Verhältnissen, aber 
auf die angegebene Wasserquantität zu 2 Atom- 
gewichten jedes Mal angewandt. 

Das erste und zweite . * um 8o,34 



pisse : 




durch das erste Atom . 




„ zweite Atom 




„ dritte Atoni . 




„ vierte Atom t 




„ rünfte Atom . 




„ seehste Atom 



3 




4 




70,52 


5 




. 




60,85 


7 




» 




60,28 


9 




10 




50,85 


fl 




IS . 




50,17 



13 


Had 


14 


15 


99 


16 


17 


99 


18 


19 


» 


20 


21 


9» 


22 


23 


5> 


24 


25 


?> 


26 


2(7 


55 


28 


Sd 


5? 


30 


31 


» 


32 


33 


55 


34 


35 


» 


36 



. um 5^46 

. „ 40,92 

. „ 4^62 

. „ 40,35 

. „ 40,13 

. „ 40,03 

. „ 30,67 

; „ 30,56 

. ,, 30,33 

. „ 30,23 

. „ 30,13 

. „ 20,95. 

Audi diese Lösaag erniedrigte die Tempera- 
iuT dareb erneuerte Verdünnungen mit Wasser 
▼OB gleicher Temperatur. 

Er fand ferner bestätigt , was wir lange vor- 
ber wassten , dass ein Gemenge von Saure mit 
dem Lösangswasser die Temperatur noch mebr 
als Wasser aliein erniedrigt. Dagegen trägt Salz- 
siare wenig bemerkbar zur Erniedrigung der Tem- 
petatnr beim Auflösen der alkalischen Clilorure bei. 

Wasserffeies essigsaures und kohlensaures Kali 
eifc^ten die Temperatur um 2o,45 bis 2o,46. 

Fatiscirte Oxalsäure erniedrigte die Tempera- 
tar«aaiO,00; durch krystallisirte Oxalsäure wurde 
sie um 30,06 erniedrigt. Die erstere, hatte also 
Wanne entwickelt, welche die Temperatur der 
Loanag am 20,05 erhöhte. 

IVeatniles oxalsaures Kali mit Krystallwasser, 
K€ + 1^ senkte die Temperatur um 2o,66. Was- 
serfreies um 1^358. Die Vereinigung mit Krystall- 
waaaer hatte also die Temperatur um io,OQ er- 
hobt ^ was fiist genau die Hälfte von dem ist, was 



10 



sich entvrickelte , weou H€ aufgelöst wurde und 
in Ü^€ überging 9 so dass die Warme beim Bin- 
den von 1 Atom Wasser in beiden Fallen unge- 
fahr gleich ist. Beim Auflösen Ton oxalsaurera 
Kali in Wasser, welches Oxalsäure enthielt, wurde 
nicht bemerkbar weniger Warme absorbirt, als in 
reinem Wasser, so dass die Vereinigung des neu* 
traten Salzes mit Säure zu Bioxalat nicht mit 
Warme - Entwickelung begleitet zu sein scheint. 

Folgende Verbindungen scheinen bei ihrer Lö- 
sung in Wasser Wärme in unter sich bestimmteo 
Verhältnissen gebunden zu haben: 

erniedrigte die Temperatur um Verhältniss. 

Krystallisirtes I^€ 80^66 6 

„ H€ 30,05 7 

„ Ä€2 60,60 15 

„ K€* iOo,93 25 

Als Nachtrag zu seinen in den Jahresberich- 
ten 1843, S. 22 und 1845, S. 22, angeführtea 
Versuchen gibt Andrews *) an, dass „die Ent- 
wickelung von Wärme bei der Redaction irgend 
eines Metalls aus neutralen Auflösungen durch 
ein und dasselbe andere Metall stets gleich sei." 
Er bemerkt jedoch , „dass die Wärme -Entwicke- 
lung, wenn eine Veränderung bei irgend einem 
Metall stattfinde, dadurch verändert werde." Am 
meisten von allen trägt der elektrische Strom zu 
einer grösseren Wärme-Entwickelung bei, welcher 
durch die Berührung zwischen dem gefällten und 
dem rällenden Metall eitsteht. Aber dies kann durch 



') Lond. and Edinb. Phil. Mag. XXV, 93. 



11 



lidkl^c Yerkehmogen grössteniheiis so Yenuieden 
wnimy dass der FeLier nicht bemerkbar wird. 
Abria *) bat die Wärme- Enlwickelong beim 
Vembcbeo der Scbwefelsäure mit eioer versckie- 
\ Assabi Ton Wasaeratameo einer neuen Un- 
knag «nlerworfen, welche mit vieler Ge- 
aaaigfccit und Sorgfalt aasgefiibrt worden an sein 
•dieint^ aber deren nähere Einzelheiten hier zu 
hcsckraben au weitläufig werden würde. Ich 
habe in den Torbeif ehenden Jahresberichten die 
Resnllalc der Versuche von Hess und von Gra- 
baut iber diesen Gegenstand mitgetheilt, und 
ieb will hier deren Schlussresnltate mit denen von 
Abria ia Rucbsicbt auf die relative Wärme- 
qaaatilit znaammenstellen. 

Hess. Graham. Abria. 
Das erste Wasseratom, welches 
sieb mit 1 Atom wasserfreier 
Säare Tereinigt entwickelt 8 — 1 
Daa sweite Wssseratom . . 2 2 Vs 

„ dritte „ . . 1 % Vs 

„ vierte ' „ . . Ij — Viz 

„ läntle „ . . *j Vs Vi6 

„ sechste „ •. » 1* — • Vi* 

Ea Terstebt sich , dsss die hier ausgesetzten 
ZaUea aar das Verhältniss zu der nächstfolgen- 
dea, aiebt aber absolute Quantitäten ausdrücken, 
so dass 8 in der ersten Reihe und 1 in der letz- 
ten aiebt bedeutet, dass Hess die Wärme •Ent* 
wiekelaag 8 Mal grösser als A b r ia gefunden hätte. 
Aber er bat doch gefunden, dass das erste Atom 
Waaaer, welches sich mit 1 Atom wasserfreier 



-) Ano. de Ck et de Pbys. XII, 167. 



12 

ScbwcfeUaure vereinigt y 4 Mal so viel Wirme 
entnrickelt, vfie das nachher hinzohommende zweite, 
Mrahrend dagegen Abria das Verhältniss =3:1 
gefunden hat. 

Folgende Uebersicfat weist die üebereinstim* 
mung zwischen den direeten ond den berechneten 
Resultaten von Abria^s Versuchen aus: 
1 Gramm Schwefel- Relative Grösse der Wärme-Eotwickc- 
säure, ^S, n>it ^""S ^^' ^'^'' Vereinigung 

Gefunden Berechnet Unterschied. 

1 Atom Wasser 64,25 64,25 — 

2 „ „ 94.69 96,37 V57 

3 „ „ 113,06 112,34 Vi56 

4 „ ,r ^24,43 124,36 Vi^jq 

5 „ „ 131,66 132,36 Viss 

welche Unterschiede sammtlich nur als unvermeid- 
liche Beobachtungsfehler angesehen werden hönnen. 
Thermometer Pleischl *) hat die Anwendung des Schwc* 
Wärmegrade. f^^Ucohleustoffs ZU Thermometern, mit denen hohe 
PleischTs Grade von Kälte gemessen werden sollen, vorgc- 
ryoraeer. g^iifug^Q ^ anstatt dcs Alkohols , welcher bei — 
100^ dick und zähe wird. Er vermischt den Schwe* 
fclkohlenstoff mit sehr wenig Jod, wodurch er 
eine violette Farbe bekommt und dann leichter 
sichtbar wird in dem Thermometerrohr. Ein sol- 
ches Thermometer nenut er Kryometer (von x^OQy 
Kälte) y und er hat gefunden , dass die Ausdeh- 
nung und Zusammeuziehung des Schwefelkohlen- 
stoffs durch ungleiche Temperaturen denen des 
Quecksilbers so nahe kommen, dass die beobacli- 
teten geringen Abweichungen in die Grenzen der 
Beobachtungsfehler fallen. Der Schwefelkohlen- 
stoff erstarrt weder in niedriger Temperatur, noch 

-) Poggend. Ann. LXIII, 115. 



13 

vorfkkt er aicli darin, attd man kaDn alao mit 

hatmnent direct die hoben Kältegrade 

%y welche darch feate Kohlenaänre und rei« 

acm wnaeerfreien Aether hewirkt werden. 

BeatigBy*) hat den Sehlaaa seiner Unter« Das Leide n- 

iKhnngen «her das Leidenfrost'sebe Pbäiio- ^l'.r^^'^^ 
r , ., , . * - . Phänomen. 

men milgeliieilt, Ton denen der Anfang im Yor- 

beigehendea Jahresberichte , S. 85, angefahrt 
wnrAe. Er sacht hier mit einer Meoge interes* 
santer aad sprechender Versuche darzulegen, dass 
die Exflosionen von Dampfkesseln, welche bin« 
Sg slaf linden, nachdem bei einer befiirchteten 
CebcffJklfnng des Dampfkessels das Ventil geöff- 
net wnrden ist , davon herröhren , dass das Was* 
■er hri + "^^ seine Berfibrang mit dem Kessel 
reiiicrt nnd in den sogenannten sphäroidischen 
Znsland ftbei^bt, wobei die Pression des Dampfa 
abnimmt. Ist aber dann das Ventil geöffnet wor- 
den, MoenlBCsicb die Temperatar bald aaf + l4iV> 
•der die Temperator, in welcher die Beriihrung 
«folgt, wo sich dann in demselben Angenblick 
eine aolche Masse Ton Wassergas bildet, dass 
der Keaad gesprengt wird. Von den Tiden Ver- 
svehen^ frelche er zur Dnlerstiitzung dieser An- 
sicht angestellt hat, mag der folgende angeführt 
werden. 

Man Tcrferttgt sich aoa einem Metall, z. B. 
ana Eisen, einen kleinen birnformigen Kessel, er- 
hiCzl ihm nber einer Sptritnslampe bis fast zum 
Gliben, tropft einige Grammen Wasser hinein 
and Terschliesst ihn mit einem passenden Stöpsel, 
inieh welchen ein au beiden Enden offenes feines 



*) Ann. de Cb. et de Pbyt. XI, IS. 



14 



Oiäsrohr geLt. Aas diesem Rohr tritt nun einp 
geringe Quantität Wasserdampf aus, aber töscLt 
mau dann die Lampe aus^ so wird der Dampf 
bald darauf mit Gewalt herausgetrieben und kurze 
Zeit nachher der Stöpsel mit einem starken Knall 
herausgeworfen. Hat man den Apparat so einge- 
richtet, dass ein wenig Wasser hincingetropfl 
werden kann, welches die Abkühlung rascher 
bewirkt, so geschieht dies um. so viel schneller. 
Tension des Magnus *) hat die Tension des Wassers vo» 
Wassergases. _ ^^ gj ^.^ ^ 1040,68 untersucht. Diese vor- 
treffliche Untersuchung fällt ganz in das Bereich 
der Physik, gleichwohl erlaube ich mir, hier die 
nach den Versuchen berechneten Spannkräfte Icir 
die Temperaturen, welche in dem Luftkrcise vor- 
kommen , auszuziehen , weil sie bei hygrometri« 
sehen Beobachtungen anwendbar sind. 





Spano- 














Tempe- 


kra-fte 


Tempe- 


Spann- 


Tempe- 


Spann- 


Tempe- 


Spann- 


ratur. 


IQ Milli- 


raUir. 


kräfte. 


ratur. 


kräfte. 


ratur. 


kräfte. 




meiern. 






1 






— 20^ 


0,916 


-60 


2,886 


+ 80 


7,967 


+ 220 


19,6T5 


190 


0,999 


50 


3,115 


90 


8,925 


230 


20,909 


180 


1,089 


40 


3,361 


100 


9,126 


240 


22,21f. 


170 


1,186 


30 


3,624 


110 


9,751 


250 


23,582 


16° 


1,290 


20 


3,905 


120 


10,421 


260 


25,026 


150 


1,403 


10 


4,205 


130 


11.130 


270 


26.54T 


140 


1,525 


00 


4,525 


140 


11,882 


280 


28,14a 


130 


1,655 


+ 10 


4,867 


150 


12,677 


290 


29,832 


120 


1,796 


20 


5,231 


160 


13,519 


300 


31,602 


110 


1,947 


30 


5,619 


170 


14,409 


310 


33,464 


lOO 


2,109 


40 


5,032 


180 


15,351 


320 


34,41^ 


§0 


2,284 


50 


6,471 


190 


16,345 


330 


37,47i 


80 


2,471 


6 


6,939 


200 


17,396 


340 


39,630 


70 


2,671 


7 


7,436 


210 


18,^05 


350 


41,893 



*) Poggend. Ann. LXf, 222. 



15 

^cftalidie Vertache sind «nch von R eg nan 1 1 *) 
aigestdlt worden. Seine Zablen kommen den 
rarfceigebendeD nabe, aber sie stimmen niefit 
yfSttig danail iberein» 

E. B ee qa er eP') hat durch sehr schöne Ver- ^MiricHAi. 
smAt die Faradaj'sche Entdeckung bestätigt, ^^^j^^I^qi^^ 
das« derselbe elektrische Strom, welcher durch 
ndbere Körper der Reihe nach hindurchgeht und 
diese aenelsty in allen entsprechende Aeqniva- 
lesle ¥nn etaander trennt« Faraday's Angahe, 
dnse auf diese Weise nur solche hiuäre Körper 
dtfcelsenetxt werden können, welche aus lAtom 
TVB jedem Element bestehen , bat er nicht bestä- 
tigt gefiiaden. Der elektrische Strom , welcher 
I Acqnivnleiit Wasser in O und in 2H zersetzt, 
icncist Kopferehlorid in 2C1 und in Cn, und 
Enpferchlorar in 2C1 und in 2 Cn. Die Dop- 
spieleu dabei dieselbe Rolle, wie das 
AlMs. Das W^sa^ratoffsuperoxyd wird in 
20 ud io 2H zersetzt, die «Jso das Aeq«i?a- 
Irnt denaelben ausmachen. Solche Chloride, die 
aas ftAlomea Radieal und 3Aequii«lenten Chlor 
bealc^esi, werden, wenn der Strom: totark bt, in 
1 Ae^vifaleat Chlor und in 2R€i zeraeizt. Ist 
er %UiAery se wird 4ueh das letztere zersetzt, 
aber das QnaatitatiYe wird dann schwieriger zu ^ 
hcabncbtea. Sanerstoffsake werden auf glei- 
che Wciae , wie Haloidsalze zersetzt , wenn 
'ie Säare vnd der Sauerstoff der Base als 1 Ae- 
fuivalcat von einem einfachen SaUbilder betradk* 
ti werden. 



•) Conptes rend. T. XVUI, 537. 
••) Ann. de Ch, et de Phys. Xf, 163. 25t. 



16 



Inzwischen bleibt kier nocb sehr Viel tu an- 
tersucheo übrig , ehe specielle GeseUe aufgestellt 
iverden köoneii. So faod Becqnerel s« B»^ 
dass eine ivarme Lösung voo l^b^ll zwei Atomen 
und PVlk^ drei Atome Blei auf jedes Atom SSure 
gab. Die basischen Bleisalze der Essigsdure da- 
gegen gebet! bei jedem Ueberscbuss an Base 
nur 1 Atom Blei. Weiter unten werden wir fer- 
nere Beweise sehen, dass die so langie ver- 
nachlässigte Elektrolyse in kurzer Zeit allge- 
meiner angewandt werden muss, wodurch dann 
wohl eine hinreichende Erfahrung gewonnen wer- 
den wird 9 um klarer einzusehen , was jetzt noch 
nicht deutlich verstanden wird, und um die bei 
der jetzigen besehrankten Erfahrung zu früh gezo- 
genen Schl&sse welche die Gesetze f3r diese Zer- 
setzungen betreffen , zu berichtigen i 

Daniell*) hat in Gesellschaft mit Miller 
seine Versuche über denselben Gegenstand fort« 
gesetzt 9 welche zu einem ihnlichen Resultat fuh- 
ren. So fanden sie z. B. , dass Kalinmeisencyn* 
nur so getheilt wird ^ dass sich Eisenoxydul um 
negativen und Kaliumeisencyanid am positiven Lei- 
ter absetzt. Aus den verschiedenen Modifieatio« 
neu der PhosphorsUnre erkielten sie nach dem Sät- 
tigen mit Alkali die Phosphorsanre am -f- Leiter in 
nnverSnderter Modifieation. Aus arsenigsaureni Al- 
kali wurde Saoerstoffgas am -f- Leiter abgeschieden, 
zum — Leiter ging Alkali und Arsenik fiel iiber- 
all in der Flüssigkeit nieder (vermuthlich jedoch 
als braunes , festes Arsenj^wasserstoff) , aber es 
wurde kein Wasserstoffgas entwickelt. In Betrefl 



*) Lood. and Ed. Phil. M«g. XXV, 175. 246. 



17 

Jv mSkmrmu Eiasellieiten mass ich tof die Ab- 
hifl— g Terireiseu. 

C^BBcl*) bat neue Versache aiigeslellt sor 
IMcpug der Riebtigkeit seiner scbon lange 
TertbeMligtea Ansiebt , dass das Reduelions« 
ninemen in der Elebtrolyae eine Feige der 
Zcrseixmig des Wassers und der reducirenden 
Knft des Wasserstoffs in Siatn naseenti sei. Es 
ist sonAcibar y dass man , ^wenn man findet , dass 
Kalimi dareh einen sehr gelingen elektrischen 
Stpsai ledacirt werden kann, wenn Qttecbsilber 
der B^liTe Leiter ist ', nicht auch sogleich ein- 
üAtf dass die EE, wenn dadurch direct dieses 
Metall icdacirt werden kann , auch wähl Oxyde 
▼an einer weniger festen . Znaammensetsung re- 
dndren kianen. 

Gassiot**) hat einen hydroelektrischen Apparat Hvdroelektri- 
insa»ne.geseut, worin die Flössigkeil reines de- »j^^^^^^^^^ 
stillirtes Wasser ist. Er bestehr ans 3580 Paa- 
fcn, welclie von Zink nnd Koprereylindern ans* 
it werden^ nnd wovon jedes Paar in 
Glssgefass gestellt ist, welcbes ausser* 
■nl Laekfimiss wohl überzogen nnd auf ei* 
niebl leitenden Unterlage von ebenfalls ge* 
■ Glas ruht. Er ist auf 40 Borten von 
Eickcnkolz aufgestellt, welche ebenfalls stark la- 
kirt siad^ nnd wovon jedes 80 Paar trügt. - Je- 
des Bort steht anf einer lakirten Platte von Spie- 
gdgks. Alles dieses bezweckt die vollkommene 
kolimng des elektrischen Apparats. 

Heines Wasser ist fast genau ein Nichtleiter 



*) Looa. and Ed. Pbil. Mag. XXIV, 161. 
-) Das. XXIV, 460. 
Benernit Jahres - Bericht XXV. 2 



18 

für die Elekiricilät, in Folge deaaeu dieser. Ap» 
parat in dieselbe Klaase gehört^ wie die troeknen 
Saulcn^.und dadurch bekommt er eine bedeutende 
elektrisdie Tension an den Polenden, welche nach 
völliger Entladung eine gewisse Zeit bedürfen, 
um sieh wieder zu erhöhen. 

Gassiot gibt darüber an, dass jedes beson» 
dere Paar für sich eine elektrische Tension be- 
sitzt, die von einem guten Ekktrometer angege- 
ben wird, und diss diese Tension, bei einer so 
grossen Anzahl von zasammengestelllen Paaren 
so hoch steigt, dass die Enllndnng mit «inen» Fun- 
ken geschieht, in sichtbarer Entfernung zwischen 
den Pöleaden« Diese Tcnnon ist vnabhengig von 
jeder Art bemerkbarer chemischer oder dynami^ 
scher Wirkung. Werden die Polenden bis anf 
einem bestimmten geringen Abstand eimindcr ge- 
nähert, so dass die Entladung mit Fmiken ge- 
schehen kann^ welche auf einander folgen, oiid hat 
man einen elektromagnetischen MuUi'pIicator in 
der Leitung angebracht, so weicht die Aiagnelnn- 
dei darin für jeden Funken ab* Die chemischen 
zersetzenden Wirkungen bei der Entladung die- 
ser Säule durch Lösungen' sind sehr schwach,, aber 
im Uebrigen denen gewöhnlicher hydroelektrischer 
Ströme völlig gleich. 
Licbtentwicke- Ueber die Liebt* Entwickelong bei der Entin- 
eleftrischen^ ^^'"S zwischen den RoblenspilBcn der Bnnseii- 
Entladung, sehen Säulen sind von Fizean und Foucault *) 
in(crc86ante Untersuchungen angestellt .worden. 
Wiewohl diese in das Bereich der eigentlichen 
Physik gehören, so will ich doch einige ResnU 

') Ann. de Ch. et de Pfays. Xf, 370. 



19 



Metafiihren, oLne in eine Präfang des pho* 

toaetrischen VerTakrens einzogelien. 

16 Bimsen' sehe Patre gaben eine Lielilent- 

vrickelung, deren relative Stärke zu der 

der folgenden sie ausdriieken mit . 235. 

80 ähnlicbe Paare gaben 238. 

138 gleich grosse Paare, verbanden mit 
48 Paaren von dreidoppelter Ober- 

fliebe gaben 385 

Das Liebt von der Knallgasflamme anf einen 
Gylinder von Kalk verhielt sich in der Stärke zam 
Soanenliebt, vrie 6,85 zn 1000, oder = 1 : 146 
nm 46 Bunsen' sehen Paaren = 1 : 56 
%o« 46 Paaren mit dreidoppelter 

Oberfläche ..... =rla34,46. 
Das Licht wurde zwischen Cylindern ent« 
wickdl, verfertigt ans Coaks anf dieselbe Weise 
wie die Koblencylinder für den Bunsen'sclien 
Appnmt« Man kann nicht den Versack in Glas 
anstellen, weil Kohlentheile abgestossen werden, 
die sieh an dem Glase befestigen und dieses trübe 
msclicm. £r muss in offener Luft angestellt wer- 
den. Holzkohle verbrennt dabei zu rasch. Fort« 
wwSkreni springen Kohlentheile von dem -}- Pole 
nacli dem — Pole über, nnd die an diesen ab- 
gesetzten haben die Farbe und Eigenschaften des 
Gnpbils. Zwischen Metallkegeln erhält man den* 
Lichtbogen, aber stets gefärbt, selbst zwi- 
Platin. Ist der -f* P^l Silber und der ^ 
KoUe, so destillirt Silber nach der letzteren über, 
nd nachher kann der Abstand verlängert wer- 
den, obne dass der Lichtbogen unterbrochen wird, 
welcher nnaussprecblich schön und beständig ist. 
Wird dem Strom die entgegengesetzte Richtung 



20 



gegeben 9 so dass das Silber üegatiY wird^ so be- 
kommt man swaranfangs den Bogen ^ aber bald dar* 
auf sebmilzt das Silber und dann fvird der Liebt- 
bogen unterbrochen • Nachher ist es schwierig, 
ihn durch Näherung der Leiter in den Gang zu 
bringen, und der dann entstehende Bogen vibrirt 
mit einem eigen thiimlichen Laut. Wenn Wasser 
mit einem Apparate von 80 Paaren und feinen 
Platindrähten zersetzt wurde , so erhitzten sich 
die Drähte ohne rothgliihend zu werden, aber 
die Gase, welche sich auf ihnen entwickelten 
und sie umgaben, wurden leuchtend. 

Bunsen *) gibt an, dass der Bogen zwischen 
Kupferkegeln blau ist, und dass er, wenn man 
ihn mittelst eines Tubus durch ein Prisma be- 
trachtet, die Frauenhofer'sehen Linien auf eine 
prachtvolle Weise zeigt. Bei Anwendung ande- 
rer Metalle zeigen sieh diese Linien sehr Ter* 
schieden , in einer bewunderungswürdigen Man- 
nigfaltigkeit. Das mittelst einer Camera obsenra 
auf eine weisse Wand projicirte Bild des Bogen» 
gestattet die genaueste Beobachtung dessen , was 
in diesem Fall vorgeht. Die Oberfläche der Kohle 
siedet, vermuthlich von geschmolzener AacLe. 
Während der negative Pol allmälig durch übersprin- 
gende Kohlentheile regelmässig anwächst, wird 
nur dann und wann eine grössere Kohlenmasse 
von der negativen zu der positiven Kohlenspitze 
zurückgeschleudert. — Diesen Rückgang der KoLle 
vom — zum -f- Leiter hat auch Zantedesehi **) 
beobachtet. Auch Casselmann ***) hatdiePba- 

*) öfversigt af K. V. Akad. Förbandl. 1844. p. 144. 
-*) Am angef. O. 
'**) Poggend. Ann. LXHf, 383. 



21 

besekrieben , welche in den angefahrten 

Lichtbogen stattfinden. 

lieber die Möglichkeit des TÖlligen Trocknens Gase, 

der Gase sind ron Favre*) Versuehe angestellt T''^l[oen 
__ - • » ■ •• . , derselbeii. 

worden. Er hat gerunden , dass die nach der 

▼on Dnmas eingefiihrten Weise über concen- 
trirte Schwefekaore oder iiber geschmolzenes Ka- 
lihydiat geleiteten Gase kein Wassergas enthal- 
ten , welches darch Vermehrung des Gewichts 
der in .einem Bolir enthaltenen wasserfreien Phos- 
pfcorsinre cnideckt werden köni^te. Mit Chlor- 
eafciom kaf er keine Versnche angestellt. 

J¥af lerer**) hat die Erfindang gemacht, Condensation 
dass man den Kolben einer gewöhnlichen Wind* «Verleiben. 
hfichsc ohne Gefahr znr Condensirung von Gasen 
aawenden kann, weil er ans Eisen geschmiedet 
und daranf berechnet worden ist, einen höheren 
Dreck ron Innen aushalten su können y als bei 
diesen Yersnchen erforderlich wird. Bei -{- 25^ 
wurde Koklens&nre zu einem Liquidum mit ei- 
nem Dmek Ton 50 bis 60 Atmosphären conden- 
sifft. Wenn der Kolben in Eis eingesetzt wurde, 
so gesdah dies bei 36 Atmosphären. Die fliis- 
s%e Koklensiure nimmt nach Natter er VVqo ^^^ 
Volnui des Gases ein , und sie lisst sich dann 
leicht herauslassen zum Erstarren in Gestalt von 
Scknee. Dnrcb 4000 Stösse mit der Druchpumpe, 
weicke so gestellt worden war, dass sie hei je- 
dem Pompenznge Kohlensäuregas einsog, wurde 
\ Liier flüssiger Kohlensäure erhalten. Wenn 
Bian das Kohlensäuregas ans kohlensaurem Natron 



*) Ann. de Cb. et de Phys. XII. 323. 
**) Pog^nd. Ann. LXU, 132. L'Insüt. 569. p. 391. 



22 



mit Schwefelsäure bereitet , was am bequemsten, 
aber nickt am wohlfeilsten ist, so belaufen sich 
dennoch die Kosten Ton so Tieler flüssiger Koh- 
lensäure, dass man damit 10 bis 15 Pfund Queck- 
silber zum Erstarren bringen kann, nicht auf 
mehr als auf ^ Conv. Thaler. Kohlenoxydgas 
wird nicht bei 150 Atmosphären Druck conden- 
sirt. Der Mechanicus Edw. Kraft in Wien ver- 
fertigt diese Condensations- Apparate fiir 140 Gul- 
den Conv. M. Auf diese Weise hat er durch ei* 
nen ähnlichen Druck auch Stickoxydul (s. weiter 
unten diesen Artikel) condensirt. 

Faraday*) hat in dieser Beziehung ausfuhr- 
liebere Versuche angestellt. Er hat gleichzeitig 
Compression und den hohen Kältegrad angewandt, 
welcher durch ein Gemisch von Aether nnd fe- 
ster Kohlensäure unter dem Recipienten der Luft« 
pumpe hervorgebracht wird, 'Die Resultate die- 
ser Versuche, welche später noch beschrieben 
werden sollen, sind folgende: 

Elaylgas (Ölbildendes Gas) condensirt sich zu 
einem klaren farblosen Liquidum, welches nicht 
erstarrt, und welches Oele, Harze und bitumi- 
nöse Stoffe auflöst. 

jReme Jodwasserstoff s'dure wird zuerst flüssig 
und darauf erstarrt sie zu einer klaren, farblosen, 
durchsichtigen Masse, welche Risse bekommt nnd 
wie Eis aussieht. 

Bromwasserstoffsäure wird ebenfalls fest, färb* 
los und durchsichtig. 

Chlorwasserstoff säure wird schon durch einen 



*) Chemical Gazelle, No 55» p. 56. 



23 



AloMSpiiireB • Dnick flüssige aber sie Iwao nicht 
xofli EfsUrrea gebncLt werden. 

Kestiswperfiai0rid wird bei dem höchsten Käl- 
tegrade flisaig. Das flüssige Snperflnorid ist waa- 
serldar vnd leichtflüssig wie Aether. Einmal con- 
densirt hat es nachher eine Tension toii nur 9 
AlBMMpfairen. 

B9rauperfin0rtd und Phosphorwasserstoff ge« 
bcB keine Merkmahle von Coudensation. 

VFasserstoffndfid wird fest und bildet dann 
eise hrystaflrniiche, farblose, durchsichtige, dein 
C^mfhtr oder Salpetersäuren Ammoniunioxyd ahn- 
Jicii «nssehende Masse. 

Die K9hleHSÜure erstarrt so Tollkoanmen färb* 
loa nnd dnrebsichtig, dass das Rohr wie leer aus* 
sieht. In diesem Zustande übt die SUnre eine 
Prceeion von 6 Atmosphären aus. 

CUwraxyd achiesst in orangerothen , spröden 
KrjataUen an. 

Siiekax^dul erstarrt durchsichtig und krystal- 
linifleh, nnd übt in diesem Znstande nicht völlig 
einen Atniospliaren- Druck ans. In flüssiger Form^ 
s^ wie ea dnreb blosse Pression erhalten wird, 
rendonatet es rasch , aber es kühlt sich dadurch 
so se&r ab, dass es erstarrt, wiewohl es sich da- 
bei weit nnter die Temperatur erkältet, welche 
feste Kohlensaure und Aether hervorbringen . Setzt 
man das oflene Rohr, welches flüssiges Stickoxy* 
dnl entbalt, in dieses Gemenge, so geräth das 
Stiekoxydnl sogleich in heftiges Sieden. Fara- 
lay beabsichtigt daher die Kälte, welche flüssi- 
^ Stiekoxydnl hervorbringt, zugleich mit star- 
\tm Druck auf Sauerstoffgas, Wasserstoffjgas nnd 
Stickgas anzuwenden. 



24 

AmmQniakgas wird erst flüssig und dsrsaf er« 
sttrri es za weissen KrysUllen, welche schwerer 
sls dss LiqoidvBi siod, in der Lnfl schweek rie- 
chen und eine geringe Tension haben. 

Arsenikwasseriioff und Stiekoxyi haben sich 
noch nicht condensiren lassen* 

Alkohol j Terpenthinöl, Camphin und JTaul- 
8th6n verdicken sich j aber sie erstarren nicht. 
Zusammen- H. Kopp*) hat einen höchst wichtigen Ver- 

der^emäen^''^'' »i(g«^i>«il^ ^m den Zusammenhang swi- 
Constitution schcn der chemischen Constilntion Tcrschiedener 
u^lf^^^^^ flüssiger Körper und einiger ihrer physischen Ei* 
cifiscben Ge- gcnschaftcn , insbesondere dem specifischen Ge- 
"^dtlinkidlv' ^'^^^^ ^^^ ^^^ Siedepnnhte, nachzuweisen. Schon 
selben. in mehreren der vorhergehenden Jahresb., besonders 
1844, S. I, habe ich Versuche von ihm über die- 
sen Gegenstand mitgetheilt, die nun in dieser 
Abhandlung noch weiter entwichelt worden sind, 
wiewohl er selbst das Ganze nur als einen Anfang in 
diesem Gebiete der Forschung betrachtet, dessen Er- 
gründiing.aber, wie sich wohl voraussagen lässt, 
durch Geduld und Ausdauer glücken wird. Indem ick 
dieResultate, welche hier grösstentheils aus den Ver- 
suchen Anderer über die specifischen Gewichte und 
Siedepunkte gesammelt worden sind, nnd deren 
Abweichungen von dem Resultate des Princips, 
welches er gesucht und angewandt hat, mit den 
varitrendcn Resultaten vergleiche, welche die Ver- 
suche über die bestimmten Proportionen im An- 
fange der Forschung nach diesen darboten, wo 
Berechnungen nach den für jene Zeit guten Ana- 
lysen verschiedener Chemiker gemacht wurden, 



*) Ann. der Ch. u. Pharm. L, 71. 



25 



Muigl sick eine grosse Aehnlichkett in derUa- 
Mkrheit, in wie weit der aogewandle Groadsalx 
dnrdi die empirischen Angaben nnteratützt wirdy 
■ad dennoch sind die cbemischen Proportionen jetzt 
zar völligen Gewisslieit gcbracLt. Auf den Wege, 
welchen Kopp eingeschlagen hat, und welcher 
AtF des echten und wahrhaften Maturforschers 
ist , kann es nicht fehlschlagen , dass auch das« 
selbe mit aetner Untersuchung stattfinden wird, 
wenn er eiaoMi dahin gekommen sein wird^ selbst 
die Reiahcft und die physikalischen Eigenschaften 
iajtmigea Korper zu bestimmen^ welche den Be- 
weis Ar den Grundsatz abgeben sollen. Erst 
aaf diese Weise wird es möglich werden zu be- 
tlinmes, ob die Abweichungen Beobachtungsfeh- 
ler sind, oder ob sie gegen die Richtigkeit des 
Graadgesetzes streiten. 

Ohne in die Einzelheiten dieser Untersuchung 
eiagehen su können , was für meinen Jahresbe- 
rieht zn weitläufig werden würde, werde ich hier 
aar den Hauptsinn daraus auffassen. 

Aelhylosyd=C^HioO oud Methyloxyd z^C^H^O 
unterscheiden sich im specifischen Volum mit 
2,34^ Dm welches das des ersteren grösser ist als 
das des letzteren. In der Zusammeasetznng un- 
terscheiden sie sich durch C^H^, welches in dem 
ersteren mehr als ih dem letzteren enthalten ist. 
Danach will es scheinen, als wäre 8,34 das spe« 
cifisehe Volum von C^ H^ in flüssiger Form. Aber 
dann mnssten auch C, H und O in diesen flüssi- 
gen Verbindungen ebenfalls ein constanles speci- 
fisches Volum haben , welches , wenn es für je- 
'en derselben gefunden werden könnte, ein 
aenes Licht über deren relative Verhaltnisse vcr- 



26 



breiten wurde« Da sich das apeeifiecbe Volani 
mit der Temperatur TeräDdern uioss, es aber 
Hiebt entscbieden ist, dass es in allen diesen Ver- 
bindungen dureb die Temperatur gleicb aflicirt 
wird, well ihre Ausdehnung dareb eine gleiche 
Anzahl von Graden nicht gleicb ist , so muss es 
doch ein Temperatur- Verhaltniss geben, worin das 
apecifische Volum eines jeden Grundstoffs in ih« 
nen gleicb ist, und es muss dieses sich eine 
gleiche Anzahl Ton Graden unter dem Siedepnnkte 
der Verbindung finden; d. b. bei dem Siede- 
punkte muss es bei allen gleicb sein und darauf 
gleichförmig für jeden Grad abnebuien, um weK 
eben sich die Temperatur darunter erniedrigt. 

Dieses specifische Volum der angeführten Grund- 
stoffe in diesen flüssigen Verbindungen bat sieb 
nicht direkt auflinden lassen. Aber durch Vor- 
gleichungen glaubt Kopp mit einiger ZuTcrläs- 
sigkeit beobachtet zu baben , dass sich das spe* 
cifische Volum nicht bemerkbar verändert, wenn 
1 Aequivalent Wasserstoff gegen 1 Atom Sauer- 
stoff ausgewechselt wird. Wasserhaltige Essig- 
saure C^H^O^ z. B. bat 1040 unter ihrem Sie- 
depunkt dasseslbe specifische Volum wie Alko- 
hol, C^H^^O^, 1040 unter seinem Siedepunkte, 
ungeachtet der letztere auf S Atome Sauerstoff 
weniger S Aequivalente Wasserstoff mehr enthalt« 
Dasselbe Verhalten zeigt sich aucb beim Holzal- 
kohol und wasserhaltiger Ameisensaure. Ich über- 
gehe noch ein Paar Beispiele, welche zu einem 
ähnlichen Scbluss führen , und fuge hinzu , dass 
Kopp selbst darauf nur, als auf eine grosse 
Wahrscheinlichkeit Werth legt , welche auf Vor» 
suche angewandt zu werden verdient. 



27 



Be» Siedepunkt dea Wassers i«t sein specif« 
Ttlm 117. Wenn dann die Hälfle davon dem 
^ Ssnemlofs angehört, so ist O = 50,S5» H = 
5^ uid daa des einfachen Äloms U =29985. 

Wenn nun diese als Lekanut angenommen 
werden, so kann das des Kohlenstoffs aus dem 
Alkohol gefunden werden. Wasserfreier Alko- 
boI,C^H^2 02, hat bei seinem Siedepunkte ztzlÜ^t 
ein specifisches Volnm von 777,7. Wird davon 
das Volam von 12(1 -|- 20 = 468,0 abgezogen, 
so Ueibi Tür 4 Yol. Kohlenstoff 309,7 übrig, 
■oJ das specifische Volum des Kohlenstoffs in 
diesen llnssigen Verbindungen wird 77,4. Wen- 
del nan den Aether an , welcher bei seinem Sie- 
depunkte 665^1 specifisches Volum hat, so er- 
hält man für das specifische Volum des Kohlen- 
>tofs die Zahl 78. Es ist klar, dass die geringe 
Ahweichong von 77,4 und 78 auf der ungleichen 
Sjchcrbeit beruht ^ mit welcher die specifischen 
Volnminn dieser Flüssigkeiten beim Siedepunkt 
kestinint werden konnten. 



IKe Frage, ob die relative Grösse der speei- 
SMekem Vnlamina beim Abnehmen der Tempera» 
tnr narerindert bleibt, seheint aus den ironKopp 
aageslelllen Untersuchungen bejahend beantwor- 
tet zu werden, und er hat eine danach berech- 
nete Tabelle über die relative Grösse der Volu- 
vian aiitgetkeilt , eine gleiche Anzahl von Gra- 
iea anter dem Siedepunkte einer jeden Verbin- 
«mag; er kommt alsdann auf Beispiele , wcl- 
d^e xcigea^ wie das specifische Volum, l^pecifi- 
«bea Gewicht und Siedepunkt, wenn die Zu- 
^»■Maselznng und das Atomgewidit bekannt sind, 



28 



berechnen lassen^ wenn swei Ton diesen beslimmt 
worden sind. 

Ich fahre keine Ton den zahlreichen Beispie* 
len an, sondern ich bemerke nur, dass ausser 
TortreflTlichen Uebereinstimmungen auch mehr oder 
weoiger bedeutende Ahnreichnngen yorkommen, 
welche gross genug sind , um , wenn sie nicht 
Yon BeobacbCungsfehlern herrühren , die YÖllige 
Richtigkeit des Grundsatzes in Frage zu stellen, 
aber nicht so gross, dass nicht daraus klar ein- 
leuchtet, dass man den Grundlagen Tür diese Ver- 
haltnisse sehr nahe ist, und dass man sie richtig 
zu erreichen hoffen kann. 

Ein ahnlicher Versuch ist Ton Schröder *) 
gemacht worden, aber er geht von anderen Prin* 
cipien aus, welche ich hier mit seinen eigenen 
Worten geben will: 

1. Die Aequivalente der organischen Körper 
haben bei correspondirenden Abstanden von ihrer 
Siedbitze in Gasform gleiches Volum (ich habe 
wenigstens bis jetzt hiervon keine Ausnahme con- 
statiren können**), und im flüssigen Zustande 
Volnme, welche gleich sind der Summe der Vo- 
lume ihrer Elemente , und im Verhiltniss einfa- 
cher ganzer Zahlen stehen. Kennt man daher 



*) Die Siedbitxe der chemischen Verblödungen, als das 
wesentlichste Kennieichen xor Ermittelung ihrer Componen- 
ten, nebst Tollständigen Beweisen für die Theorie der Mole- 
culanroluroe der Flüssiglceiten. I Theil, enthallend die Koh- 
lenwasserstofle und die Kohlen wasserstofibiyde, Ton IL S ch r ö> 
der, Prof. d. Phys. und Cbem. zu Maoheim, 1844. Ein 
kurzer Auszug in Poggend. Ann. LXII, 184. 337. 

•*) Weiler unten werden wir eine solche für wasserhaltige 
Essigsäure kennen lernen. 



29 



dEeBkneAtei^ZaMminensetzoiig und die Siedbilze 

euer SebstaBZ , so ist ilir specifisclies Gewicht 

jyfc c a . Rennt man ibre EleiiieDtsr^Zassinmen* 

idzBBg luid ihre Dempf-Diefate^ so ist ibr Ae* 

^nleat gegeben. 

S. Die AeqoiTaiente der flnehtigen orgsniscben 
Koiper, so wie sie im Verhaltniss za den übit- 
cben Atomgewichten derMeloUe festgestellt sind, 
■nd die Aeqni^olente aller Componenten, aus wel- 
chen sie sBsananiengesetzt sind, eiitfaalten lanter 
I > a pprf s*sie nnd lassen sich daher halbiren. Die 
Alnniggwichtc der meisten Metalle sind also in 
itr That, wie Gerhardt zn beweisen gesncht 
bat, nm dns Doppelte zu gross angenommen in 
V'ctgleich so den Atomgewichten Ton SanerstolT, 
Wasserstoff, Kohlenstoff, Stiehstoff^ Schwefel nnd 
SabhiUem. 

3. Wenn das specifische Gewicht in Gasform, 
'^sder stau dessen das Aeqnivalent) die Elementar« 
ZasMLcnsetzong und die Siedibitze einer Sab- 
•lanz gegeben sind, so lassen sich ihre Gompo« 
seniea angeben, so oft dieselben nicht ohne Ana* 
kvgten sind , d« h. so oft sie nicht Componenten 
tmihäli^ die bis jetzt noch nicht ermittelt sind, 
itnm Einilnss auf die Siedhitze noch nicht fest- 
gfsteili werden hoonte. 

4. Dnigehehrti hennt man die Componenten 
einer Snbslanz , so ist gegeben : 1) ihr Aeqoi- 
lalenl, S) ihr Volnm in Gasform oder ihre Dampf- 
nebte, 3) ihr Volum in flüssiger Form oder ihr 
oecif. Gewicht, und 4) ihre Siedhitze. 

Seil r od er hat nachher diese Principien auf 
fie bis jetzt bekannten Verbindungen angewandt, 
«f welche sie angewandt werden honnten , um 



30 



datznlegen , dMs aie übenU nil einer wahrlian 
erstaunendea Uebereinstimuiung cinlreffen. 

Zwiacken SeJiröder's und Kopp's Bekand- 
langsweise liegt, ansser in den angewandten Prin- 
cipien, eine wesentliche Versekiedenheit. Sekrö- 
der ist ükerali der Meinung ^ 'das Riektige ge- 
funden zu kaben:, alle angeführten Beweise sind 
seiner Ansicht nack evident , : es ist davon üker* 
zeugt und will anek seine Leaer davon überzeugt 
kaben. Diese Leiektgläubtgkeii in Tkeoretisiren 
ist in neuerer Zeit eise Mode geworden, die 
Tnr die Wisseusckaft bedenklieb werden kann. 
Kopp uiackt dagegen seine Leser nickt klos auf 
das-aufinerfcsani, was^tir einen Satz sprickt, son- 
dern auckauf das, was lin^e^e» zeugt. £r hat nicht 
diese LeicklgUttbigkeil| er will seine Leser nicht 
von dem überzeugen, was er selbst nickt reckt als 
völlig bewiesen erkennt , und er fukrt auf diese 
Weise Niemanden irre. Er suckt das Wakre, 
aker er drückt okne Rückkalt aus, was %r*nttv 
bis auf Weiteres als wakrsckeinlick gefunden bat. 
Dies ist die einzige Art, niemals den reckten 
Weg zum Wakren zu verfeklen. Er kat auch anf 
Vieles in Sch'röder's Berechnungen aufmerk- 
sam gemacht , was keine gründliche Prüfung^ *) 
aushält, und auf andere Umstände von groaser 
Wichtigkeit, zu welcken seine Cnteranckungen 
gefnkrt kaben. Es siebt aus, als wären die 
Sc kröder' sehen Grundsätze von derselken Art, 
wie unvollständige Tkeorien, welche bei der An« 
Wendung zuweilen zu ükerrascbenden und rick^ 
tigen Sätzen fiikreu und in anderen Fällen irr« 



*) Poggead. Aon. LXIII, S83. 



31 

Uitää. — loswuchen twd Beider Arbeileo toa 

Wi^tigkeit für die Entwiekelang der Wissen- • 

sekafty «nd ieh gkabe daher den. Leser dAmnf 

sofiBerkaa« maebea zu mössea. 

Poggiale*) list seine im vorigen Jshresbe- Loslichkeit 

rickte, S. 149, angeTübrten Versncbe über die '"'^'^'^^^^^'^ 

Loslicbkeit Tersebiedener Körper in Wasser fort- Wasser bei un- 

reselxt. In Betreff der speciellen Resultate sei- «'^''^? '^^"'^ 
° * • pcratureD. 

ncr Veraocbe mnss icb auf die Abhandlung Ter- 

iveiseQ* ^ 

Die Re?»ion der Atomgewichte der Grundstoffe Atom^wicbte. 
»ebreltei zum grossen Gewinn für die Wissenschaft 
fort. Reror ich jedoch die neuen » in dem ver- 
flossenen Jahre ausgeführten Versuche anführe, 
wiil ich hier eine Revision der im letzten Jahres- 
berichte aagefnbrten Marignac' sehen Atom-Ge^ 
wiebtabestimmvngen vonCblorhalium, Chlorsilber, 
Silber, Ralinoa und Chlor mittheilen« Ich habe 
dort Marignac' s Atomgewiefatszahlen angefahrt, 
rcdncirt anf den luAleeren Ranm nach den spe» 
ciEschea Volnmen der Elemente im Chlorsäuren 
^beroxyd, nnd so wie sie als Mittel- Resultat 
ans allen Versnchsreihen folgen. Eine spätere 
Arbeil nur Revision von Atomgewichts -Bestim- 
■nngen hat mieh veranlasst, diese Versnobe, gc- 
vfiss die anverlassigsten , welche wir bis jetzt 
besitzen, einer genaueren Prüfung zu unterwer- 
fen, wobei ee mir schien, dass die Rcduction auf 
den InfUeercn Raum , nach der Condensation in 
«er gewissen Verbindung, zu keiner Anwen- 
^g fuhrt, weil sie in Verbindungen verschie- 



*) Demieme Memoire sor la solubilil^ des sels daos Peau. 
^^t Pogfl^le. Paris 1844. 



32 

dencr Arl verschieden Ul, nod 'weil aDSsevdem 
die Mittelzakl von mehrereo Versuchsreihen nickt 
immer zu der richtigen fuhrt, wenn nicht alle 
Versuchsreihen von der Art sind, dass eine gleich 
grosse Präcision in dem Resultate möglieh ist, 
in welchem Falle eine Reibe, worin völlige Sicher- 
heit weniger znvermnthen steht, selbst wenn sie 
wenig abweichende Resultate von deuen der Reihe 
gibt, worin die Sicherheit möglicher ist, doch 
ein weniger richtiges Resultat liefert, wenn diese 
Abweichungen für die Berechnung aus einem Mit* 
tel- Resultat angewandt werden. 

Marignac fand bei 7 Versuchen, dass chlor- 
saures Kali 39,155 bis 39,167 Procent Sauerstoif 
verlor. Die Mittelzahl von allen Versuchen gab 
39,161 und 2 von den 7 Versuchen hatten diese 
Zahl gegeben (Jahresb. 1844, S. 58). Und diese 
ist die Basis für alle folgenden. Diese relativen 
Zahlen 39,161 und 60,839 entsprechen 6 Atomen 
Sauerstoff und 1 Atom Chlorkalium, und 395I6I s 
60^839 =600:932,1365. Die Sicherheit dieser 
Zahl ist von ausserordentlicher Wichtigkeit, welche 
nicht übersehen werden darf. Nach den letzten Zah- 
len fallt sie zu 931,92 (39,167 Proe. Sauerstoff) 
oder zu 932,371 (39,155 Proc. Sauerstoflf) ans, was 
also die Grenzen ausweist, innerhalb welchen die 
richtige Zahl liegen mnss. Es ist inzwischen 
wahrscheinlich, dass die Mittelzahl der richtigen 
so nahe wie möglich ist. 

Um nun aus dieser Zakl = 932,1365 das 
Atomgewicht des Silbers, Chlors und des Kalinms 
abzuleiten, stellte Mar ignac folgende zwei Ver- 
suchs-Reihen an, bei denen er die in den beiden 
vorhergehenden Jahresberichten angeGIhrten Um- 



33 



stmk htm hmck Mß , mn diie gvösate mögllclie Ge- 

Mugkeit m« emichen. 

J. Wasde iiestiaunt^ wie viel Cblorkalimn er- 
brJeriich war, um ein liestinmites Gewicht von 
ia Silpeieraiiure aufgelöstem Silber ^n ßllen, 
weaach aich das Gewicht Toii Chlorkalium zu 
Um Gefwida de9 Silbers Tcrhidt = KCl : Ag. 



CUofbnuni. 


Silber. 


A(orogew!cbt des Silben 


l^iA Grammen 


4,7238 


1349,60657 


15^0 


» 


21,7250 


1349,95400 


15,02M 


>» 


21,7590 


1349,63788 


15,1310 


j» 


21,9090 


1349,69123 


iuteo 


» 


22,0320 


1349,68656 


17.3500 


» 


25,1220 


1349|69067. 



Bei 5 Tou diesen Versiicben stimmt das Atom- 
^wicIU bis auf die 5te Zahl überein , aber bei 
dens Aweiteu in der Reihe, ist die^c Zahl 
Als um 3 höher. Die übrigen 5 bewei» 
MO, da« Imct ein Beohacblungsfehler stattgeraii- 
itm bat, der nicht bemerkt worden ist. Es würde 
aI»o cui Fekier sein, wenn man beim Berechnen 
der MUlelmahl das BesuUat der 5 Versuche durch 
Aawoiduag dieses Versuchs erhöhen wollte, so 
4m8B demnach dieser sein Stimmrecht irerUereu 
B^w. Streng genommen dürfte vielleicht auch 
Jer erste Versuch nicht angewandt werden, un- 
geachtet das «lauadi berechnete AtomgCwiclit bis 
auf die Sie Zahl übereinstimmt. Die JMittelzabl 
ras 4em 5 übereinstimmenden Versuchen ist 
am/UtaSS , wonm die 3 leUten Deoimale ohne 
^Siaebliieil weggelassen werden können. 

2. Wnrde die Quanlilüt Chlorsilber bestimmt, 
«dche erbaltcn wird, wenn man ein bestimmtes 
Bcnclius Jalirej- Bericht XXV. 3 



34 

GeHFielit Chlorkaliam mil MlpelerMmreiti Silber* 
oxyd ausfaUt. Das Gemelli de» Gklorrilbera ver- 
hält aicii dann zu dem des Cbl^rkalianis^ wie de- 
ren relative Atomgewiebte. - 

Cblorkaliiim. €blorsilb«r. Alomgtftvicht'des Cblursilbers. 
1 7,034 Gi-amm. 32,761 1792,75708 

14,427 „ 27,749 17^,87835 

15,028 „ 28,910 1793,1 904j6 

15,13 t „ 29,102 1792,81187 

15,216 „ 29,271 1793,14326 

Mittelz«lil == 1792,956. 

3. Darauf wurde bestimmt, wie viel Cblorsil- 
ber ans einem bestimmten Gewicht von aufgclö- 
slem Silber hervorgebracht wird , wo dann nach 
dem Atomgewicht des Silbers das des Chlorsil- 
bers berechnet werden kann. 

Silber. Chlorsilber.' Atomgewichl des Cblorsilbers. 

78,853 Gramm. 106,080 1792,94360 

69,905 „ 92,864 1792,92789 

64,905 „ 86,210 1792y68452 

92,362 „ 122,693 '' 1792,87840 

99,653 „ 132,383: 1792,94080« 

Von diesen Resultalen weicht -das des drillen 
Versuebs &u sehr, namlieh um St6 in. 4eii -ersten 
Decittialen ab , und es innss daher auS' deni oben 
angcfiibrlem Grunde ausgesehlossen . wenlen. Oie 
Mittclzahl von den 4 übrigen isl =: 1793592271, 
sie weicht also von der der • v«rhergeh enden 
Reihe um 33 in der aweiten und dritten Dcci- 
malstelle ab, was eine bis jetzt ganz nngewöbn* 
liehe Uebereinstimmnng ansniMobi; Ninimt taan 
nun die Mittclzahl von beiden Reihen, so iui sie 
17»2,a393, was ohne Fehler gerade za 1792,94 
genommen werden bann. Wirdvon dieser Zahl «Ins 



35 

ÜMigewIebf des Silber« = 1349^06 abgezogen, 
MUetbt fir das Aeqnivalentgewichl des Chlors 
= 443^. 

Zidbt man dann von dem Atorogenieht des 
CUoikaliano 1 AeqMiTatcotgetvielit Clilor ab , so 
bktbt Ar da» Katium 48S,8565. 

Wir crbaicen demaacfa folgende Resultate : 
i AlMDgewicbt Silber . . , 1349,66 
I Aeqaivalenlgewiebt. Chlor ' 443,28 

i Ateaigewieht Raliiim ... 4SB,ibt 
I Atomgewicht Cblorkaiium 932,1366 

i Alomgewieht Cblprsilber. . 1792,^94^ 
welche dann einen grossen Einfluss auf den gröbs- 
ten Tbeil der Atomgewichts- Bcslininiiingcn an- 
derer Grundstoffe haben. 

Dass Marignac's im vorigen Jahresberichte 
«■gegebene berechnete Zahlen in den Deciuia- 
len Ton jenen abweichen, kommt ferner noch da- 
TOR her, dass dieser noch eine 4te Reihe angewandt 
balle 9 welche die Analyse des chlörsauren Sil- 
heroxjds betrifft. Aber die geringe Beständigkeit 
vnd leichte Zerselzbarkeit dieses Salzes machen 
ea zn so scharfen Bestimmungen unanweudbar, 
wesiinib diese Versuche nach meiner Ansicht kein 
Stimmrecht haben , wie nahe sie auch mit den 
lorfcei^benden übereinstimmen. 

Unterwirft man die übrigen M arignae' sehen 
Vetsneiie einer ähnlichen Revision^ welche ich 
aber hier anzuführen nicht für nöthig halte ^ so 
lallt das Atomgewicht auf folgende Weise ans : 

Aeqmvalentgewieht des Sliehstoffs . 17^,06 
„ „ Broms . • 999,62 

f9 „ Jods . . . 1585,992. 

3* 



36 

Atomgewidit O. L. ErdmaDti und Mareliand*) baben 
Tndl'om'^''^''^ Atomgcivicht des Quecksilben and gleichzei- 
Quecksilber, tig auch das des Schwefels einer Revision unter- 
worfen. Das Atomgewicht des Quecksilbers wurde 
von Sefströni bestimmt,, welcher dnroh die 
Analyse des Quecksilbersoxyds fand 9 doss 100 
Tbeile Quecksilber darin mit 7,89, 7^ and 7,97 
Tb. Sauerstoff Ycrbnnden sind« Danach wird das 
Atomgewicht des QnecHßilbera =1207,93 ISO&fiVi 
und 1354,705. Er nahm dann die nftittlere Zahl 
Ton> diesen als die der Wahrheit am nacbsten kont- 
meude an. Ungeachtet sich das Queekailberoxyd 
nicht recht wohl zur Bestimmung des Atomge- 
wichts vom Quecksilber eignet , weil ein Fehler 
im Sauerstoflgehait einen mehr als 12 Mal grösse- 
ren Fehler in dem Atomgewicht des Metalls ver- 
anlasst , so haben E r d m a n n und M a rc h a n d 
doch versucht, das Atomgewicht dieses Metalls 
aiiT diesem Wege genauer zu bestimmen. Sie be- 
reiteten reines Quecksilberoxyd, zersetzten eine 
bestimmte Menge davon, vennischt mit Kohle von 
Zuf^kcr, in einem Strom von Kohlensäuregas, und 
wogen dann das reducirte Metall. 

Quecksilberoxyd 'gab Quecksilber. Atoingewichl dtfj Metalls. 

81 ,999 'Gramm.. 75,9278 Gr. 1250,623 

51,0265 „ 47,2495 „ 1250,980 

84,4905 „ 78,243 „ 1252,390 

44,«235 „ 41,3215 „ 1251,408 

118,3938 „ 109,6308 „ 1251,065 

Mittelzahl = IS51,S93. 

Ergeben der Afernndung zu geraden Blnilipla^s 



•) Jouni. fiir pract. Ch. XXXI, 392, 



37 



um AeqmvaleBtgevrkhl des Wassersloffi» oehäicn 
Ht Jm AtOMgewicbl gerade zu 1850,0 an. 

Am Atongewicht dea Sciiwefek wurde von 
KrdMaan aiid Marehand auf die Weise be- 
tt iMM t , dmaB sie eine besliinonte Gewich tsineuge su- 
Uiairtea Zianobera durch Deslillatiou niil Kupfer 
zenelKle», imhI dann das Genviefal dea Queebsilbera 
bfrttwicn, rfaeh dem Atomgewicht dea Queek- 
iilbeia wvrde daa dea Schwefels beatimmt. 

Qaecluilber. Atomgewicht des Schwefels. 



344515 


29,6180 


199,98 


24,gUO 


21,4010 


200,14 


J7^I20 


32,0125 


200,12 


80,7517 


69,6309 


199,75. 



Milldxabl = 200,045, wonach sie gerade fiOO 



Das illere Atomgewicht des Schwefels war 
ans euem Versuche von mir abgeleitet worden, 
hei dem ieh ein beatimmlea Cewicht Blei mit Sal- 
pcteflsiure oxjdirte, dann Schwefelsäure hinzu- 
fügte 9 verdunstete , und zuletzt über einer Spiri- 
Inslampe die Sehwcfeisäure abrauchte. Dann wurde 
daa Atoaigewjcht des schwefelsauren Bleioxyds 
nacb dem des Blei's berechnet und davon 1 Atom- 
^cwiebC Blei und 4 Atomgewichte Sauerstoff ab- 
gezogCÄ. 

Das Atomgewicht des Bleies ist seitdem eigcut« 
lieb nicht verändert worden, ungeachtet Elemente 
in einer geringen Veränderung darin vorhoinmcn 
bei den apäteren UuCcrsuchuugeu über das Atom- 
rwiebt des Blei's, welche von'mir *) angestellt 
"«arden in der Absicht um zu erforschen^ ob das 



*) KoasI- Vet Akacl. Handl. 183a. p. 48. 



38 

Atoiiigewiclit des Bleies mit eineui so grosseo Feb- 
1er beiiafitet sei, dass es eio gerades MaUiplmn 
vom Aeqaivalentgewichl des Wasserstoffs sein 
könnte.* Zieht man ans allen den sar Rednctton 
des Bleioxyds mit Wasserstoff angestellten Vcr- 
sucLen, welche erst in der 5ten Zahl eine Ab- 
weichung zeigen, eine Mittelsahl, so wird das Atom* 
gewicht des Blei's =1294,645 anstatt 1894,498. 
Die zur Bestimmung der Quantität von sehwc« 
fclsaurem Bleioxyd , welche von einem bestimm- 
ten Gewicht Blei *) erhalten wird, angestellten 
Versuche, bei denen jedes Mal iO Grammen Blei 
angewandt wurden, gaben folgendo Resultate: 

Schwefelsaures Atomgewicht Alomgcwicbl des 

Bleiozyd. desselben. Scbwefets. 

14,638 1895,10 200,255 

14,640 1895,36 200,715 

14,644 1895,88 201,235 

14,652 1897,60 202,945. 

Das letzle von diesen weicht zu sehr von den 
übrigen ab, um Stimmrecht haben zu können« 
Zieht man aus den anderen drei ein Mittelresiil- 
f at , so wird das Atomgewicht des Schwefels 
= 200,835. 

Gegen diese Bestimmungsmethode des Atom- 
gewichts vom Schwefel erinnern Erdmann und 
Marchand, dass das schwefelsaure Bleioxyd im 
Glühen leicht Säure verliere. Aber wird dieses 
auf der einen Seile zugegeben ^ so ist es auf der 
anderen leicht, den Ueberschuss an l^äure auszu- 
treiben , ohne das Salz dabei zu zersetzen, uud 



*) Afhandl. i Fysik, Ke/ni och Mineral. V, 394. 



39 



igefcUdit Jtmy so fallt dadurch daa Atoiiigewiekl 
ieiSebvafels um so viel niedriger aus. Diese 
JmAt timi also oiehl mit dtesein Fehler be- 
Utd. laxwiseben wanle ich doch noch zu et- 
ler l ifc r e a Reihe tob Versuehen *) Teranlassl. 

NKkdcBi die Alamgeirichte des Silbers und 
JcsCkkfsilbers aun von Marignae so genau 
WtÜBal worden waren ^ hielt ich es fiir w ahr- 
lAcnlttk, dass die Vemvandlung "einer bestimm- 
tes Ccwidilsmenge Chlorsilbers in Schvrefelsil- 
kriicneff sicheren Kenntni^s von dem Atom- 
graicil rfes Schwefels fuhren werde , besonders 
ü rficK Verwandlung In einer Temperatur ge- 
idida, worin das Chlorsilber nicht schmilzt. 
An ndiKren Versuchen dieser Art , bei denen 
^ Sckwefelsilber, nachdem das Gewicht dessel- 
kfl kstinait worden war, von Neuem in Schwe- 
UirancnCoffgas ^ Stunde lang bis zum Glühen 
niibl werde , ohne dass es sein Gewidit yeräu« 
^y habe ich folgende Resultate erhalten i 



ClibnilW. 


Scfawcfeisilber. 


Alomgewicbt >Iei 


Alomgewicbt des 






Scbwefelsilberi. 


Schwefels. 


e^ISGru. 


5,715 Groi. 


1550,760 


201,100 


9m „ 


7,98325 „ 


1550,388 


200,728 


«0,1775 „ 


8,80075 „ 


1550,300 


200;640 


l2,MJi „ 


11,2405 „ 


1550,410 


200,750 



Der erste Versuch ist mit einem Beobachtungs* 
Ulerbebaftel, welchen ich erst bemerkte, als 
Kk äa niehl mehr bcricbligeu konnte, bestehend 
a eisern geringen Anflug von Schwefel in dem 
^iolfrea Theil des Rohrs. Wird dieser vcrwor- 



') Koflgl. Vet Akad. Handl. 1844 , welche sich jedoch 
•xk noier der Presic befinden. 



40 

feil, so wird die Mill^balil aus den Arel ftbrigea 
Versuchen Tür das Atomgewiclit des Sehyrefefaiil» 
bers = 1550)360, und wird davon 1 Atomge- 
wicht Silber = 1348,66 abgesoge«, so bleibt für 
das Atomgewicht des SiAiwefels ss 200,706^ Wfto 
der Mittelsabi aus den Versuchen mit sehwe* 
felsaurem Bieioxyd so nafiio wie Mi^liehJeomml. 
Da die Mittcisahl ms beiden Reihen dein Resul- 
tat des vierten Versnehs gana nahe kommt', «o 
nehme ich 200,75 titr das Alomgewieht des Sehwe* 
fels. Aber durch diese VcrSnderuMg entstehen 
auch Veränderungen in allen den Alomgewiehten, 
welche auf Schwefel oder Sehwefekflure beruhen. 
Es wird vom Calcium =351,61, vom Magnesium 
=: 158,14, vom Thorium = 841,6, Tom Zirko- 
nium = 419,25, vom Tuntulum = 908,3659 das 
Aeqnivalentgewicht des Arsenihs wird ^r 938^88 
und das des Fluors s 235,435. 
Atomgewicht Erdmann und Marehand *) haben Cemer 
<)«s das Atomgewicht des Kupfers untersucht, darck 

Kupfers, « . . • tü <• i . -nr «• 

Heduction des Kupreroxyds mit Wasserstoffgns^ 
sie haben folgende Resultate erhalten: 

Kupferoxyd. Kupfer. Atomgewicht des Kupfers. 

63,8841 51,0320 397,071 

65,1466 52,0290 396,635 

60,2878 48,1540 396,758 

46,2700 36,9449 396,187 

Mittehahl =396,633. Diesen Versuchen man- 
gelt jedoch die Gcuäiiigheit, welche sie erreichen 
können, weil einer in der dritten und alle in der 
vierten Zahl abweichen. Bei meinen Versuchen 



*) Journ. f. pract. Chem. XXXI, 389. 



41 



Ab das AlotBgewicIit des Kupfers variirte das 
AlMgcwMt zwischen dlfUfiO and 395,6Kt. Das 
Mcre Atomgewicbt in Erdmaon's und Mar* 
tband's Yenochen kann Tön zu starkein Glttben 
Jes Oxyds Tor dem Terstrehe abhingen y indem 
wir weiter vnten seben werden, dass das RitpFcr- 
tiyd beim starken Ginben Sinerstoff Tcrltert. 

Dm das Atomgewicht des Goldes von dem des 
QsceksUbers abgeleitet und dieses nun in Frage 
gestellt worden ist , so habe ich Versuche ange- 
stellt^ SBi CS durch Analyse des Chlorgold - Ka- 
IfSBt zn bestimmen , wo die Verglcichuug zwi- 
scben dcia relativen Gewicht des Goldes und des 
Kalinms einen sicheren Grund fnr die Berech« 
aaag abgibt ^). 



Alofne;e wicht 
des Goldes. 



D^ewsoflics 


Naclid.Redactiiiit 


ChlorUlium. 


Gold. 


Alomgewkht 


Sab. 


Vfat$enlotfgts. 






des Golde«. 


4,1445 


2,9775 


0,8185 


2,159 


2458,745 


2,2495 


1,61625 


0,44425 


1,172 


2459,120 


5,1300 


3,6360 


1,01375 


2,67225 


2457,120 


3^130 


2,45125 


0,6740 


1,77725 


2457,92 


4,t997S 


3,01975 .-d 


0,8295 


2,1880 


2458,73 



Hittdzabl = 2456,83. 

leb fiibrte im Ictzlen Jahresberichfc^ S* 121, Atomgewicht 
die Untersuchung von Svanbe'rg und Norlin <^<'' ^^'«"«* 
iber das Atomgewicht des Eisens an, ohne dabei 
iber die Einzelheiten der Versuche berichten zu 
bsaneD, indem sich damals die Abliandlung dar- 
ober Bodi im Druck befand. Ich will dies hier 
aacb tragen. 



*) Kongl. Vet Akad. Handl. föt 1844. 



42 



Es worden swei Versuciis - Reiiicn angestellt: 
Oxydation mit Salpetersäure and Rednction von 
gewogenem Eisenoxyd mit Wasserstoflgas. 

Zu der ersten Reibe wurde Klavierdrakt von 
No 12 angewandt , in welchem nach ihren Ver- 
suchen die Sparen von Kohlenstoff und Kiesel unbe- 
stimmbar gering waren. Er wurde in einem ge- 
wogenen Glaskolben aufgelöst, darin zur Trockne 
verdunstet und geglüht y so lange der Rückstand 
an Gewicht verlor. 



Eisen. 




Eisenoiyd. 


Atomgewicht de« Eisens. 


1,5257 Gnn. 


gaben 


2,1803 Grm. 


349,610 


2,4051 „ 


>i 


3,4390 „ 


348,936 


2,3212 „ 


n 


3,3194 „ 


348,802 


2,32175 „ 


i> 


3,3183 „ 


349,468 


2,2772 „ 


» 


3,2550 „ 


349,335 


2,4782 „ 


» 


3,5418 „ 


349,502 


2,3582 „ 


j» 


3,3720 „ 


348,915. 



Mittelzahl = 349,225. 

. Die zweite Reihe geschah durch Reduction von 
reinem gegliiheteu Eiseuoxyd mit Wasserstoffgas. 
Die Resultate davon sind folgende : 



Eisenoxyd. 


Eisen. 


Atomgewicht des Eisen*. 


2,98353 Gm. 


2,08915 Grin. 


350,379 


2,41515 „ 


1,6910 „ 


350,2755 


2,99175 „ 


2,09455 ,. 


350,185 


3,5783 „ 


2,505925 „ 


350,523 


4,1922 • „ 


2,9375 „ 


351,1835 


3,1015 „ 


2;i7275 „ 


350,916 


2,6886 „ 


1,88305 „ 


350,644. 



Mittclzahl :;= 350,5867. 

Hier findet die Eigenthiimlichkeit statt , dass 
beide Reihen um eine verschiedene Mittelxalil 



43 



^wukeiiy veneiiieilcii o»l in der dritten Zahl^ 
mJ dM0 diese Abffeiehnng fir die Reibe con« 
sM ist. Daraus moes dann nothwend^ folgen, 
^tt ciae ton beiden Methoden einen eonatanten 
FeUer bat, weleber darauf hinansgebl, dae Rc- 
saltat XQ bocb oder zn niedrig sn geben. Es 
will scbeinen, dass dieser Febler der Oxydalions* 
rdlie angebore, indem bei den Veraneben, welche 
Toa mir %m Prüfung angestellt wurden , wobei 
ich ein darch Umschmelzen mit Eisenoxydul 
TOD fioUe und Kiesel gereinigtes Eisen an- 
ffindle, 'bei 2 Versncheu folgende Resultate er- 
bauen worden : 

Eiieo. £i«enoxyd. Atomgewlcbt des Eisens. 

1^86 2,265 350,369 

1,4133 2,0185 • 350,270, 

weldie Resullnte in die Grensen der Resultate 
^t Redoctionsveibe fallen und ausweisen , dass 
die Oxydalions - uud Reduetions- Reiben um ei- 
nerlei Zahl sehwsnheu müssen. Fir die Berecb- 
nang des Atoingewiebts Yom Etseu naeh diesen 
^enadicn ist es also erforderlich, die 7 Vennebe, 
frelebe om 349 sehwanhen , ganz zu terwerfen, 
üdon ihr Fehler wahraeheinlich darin besteht, 
dass sich beim Glühen Bestandtbeile von der Saure 
nit dem Kalt des Glases vereinigen und dadurch 
ciaeo seheiobaren Zusebuss zu dem aufgenomme* 
feea Saneraloff maeben. 

Legi mnn nun die Resnltate von meinen beiden 
Oxydation» -Versuehen zn den 7 Reductions-Ver- 
evcben, so haben wir 9 Versuche, um daraus 
^'weMittelzahlzu nehmen, welche dann =350,527 
*ird. 



44 

Aiieli BrciiaaBn u«MlM«rckaadl haben eine 
Reihe ton Versuehen über db» Atomgewieht vom 
Eisen augealellty bei dkneii sie Eisenoxyi uk 
Wasserstoff reducirten. Die Yersncbe wurden 
mit giösseren Gewichtsqoadtililteaangcslellt, «wi- 
schen 9 nnd S8 Grammen. Die Resultate rarii- 
ren unter sich viel mehr als die von Svauberg 
und Nor! in. Ich will hier das Maxiaum und 
Minimum anführen : 

24^2366r. Eisenoxyd gaben 16^956 Gr. Eisen. Atgew. =349,70. 
14,251,, „ „ 9,892,, „ „ =360,74. 

Sie unterscheiden sich also um eine ganze 
Zahl schon in der dritten Ziffer. Nach ihrer Ge- 
wohnheit berechnen sie das Atomgewicht des Ei« 
sens gerade zu 350, ungeachtet es 5 von 8 Ver- 
suchen höher gegeben haben. 
Aiomgewidii Favre *) hat das Atomgewicht des Zinhs nn- 
es ^in s. i^i^ii^iii ^ welches er , wie im vorigen Jidiresbe- 
richte angeführt wurde = 412,5 oder als ein ge- 
rades Multiplum vom Aeqoivalentgewicht des Was- 
serstoffs gefunden hat« Die Beschreibung seiner 
Versuche war damals noch nicht zu meiner Kennlnise 
gehommen. Die Versuche geschahen auf zweier- 
lei Weise. 1) Durch Verbrennen von ozalsan* 
rem Zinhozyd in einem geeigneten Apparate, Aut^ 
fangen der Kohlensaure nnd Vergleichnng ihren 
Gewichts mit dem des zuriiekbleibcuden Zitth-» 
oxyds, dessen Atomgewicht dann naoh dem 4er 
Kohlensaure berechnet werden honnte. Das Atom- 
gewicht wurde nach dem Mittel von 4 Venttchen 
= 412,63. 2) Durch AuOöseu von Zinh in ver- 



') Ann. de Cb. et de Phys. X, 163. 



45 

Scbwefelsisre und Veirvfanclelii des sich 
Md entvrickelnden WMserftloflgase» dureli Hib- 
iMeiCca über gtiliendes Kupfefoxyd in Wm* 
«r, wobei sieb dami di« QttaaCitil des Wasters 
n der des «nfgdlwte» Zinks Ycrbieit wie • aiire 
Alaagewicbie. Die Mitlelsalil von -ilieacn Vev^ 
swhcB war = 412^16» Zer Coalrofimiig der 
Riditigbcil «Heeer aoif künslltelien Uavwegen er- 
Mlaic« BesddUte w«fden die im vorigen -Jah* 
fcAencble, S. 131', aMlgeflieiltea Versnobe von 
A, Erdasann angestellt« ' 

Bd den Vcraneben .ober niene Vdabindnngen Atoin{;ewicht 
dMCbrons, wekhe ^n PeIigo4 aagealdUt wor^ ^^* ^^^''"''- 
den sind imd welebe icb weiler «inicn anlnliren 
wctde, bat derMibe das Atongewicbi des Chroms 
aiedriger geffiandcn, als die von mir beatimmte 
ZsU, nnd nicht höher als 335 oder nicht niedril 
fer als 3Sfö. Aas Ton >niir bealimmte Atomge- 
wicht wer nach einer sienlieb indirecten Methode *") 
iprtininit vtonlen. Ninlieb dadnach, dassieh das 
Gcwtcbt von derjenigen Qnanlilat von ehromsao- 
reni Bleiosjd heatinimte, wielehes ans einer foe- 
stsaasnlenQnantital.waoserrBeien salpeleteanrenBlei- 
osjrdo erhalten wnrde^ woheü fO Gr. salpelersao* 
«Bleioxyd M77£Gr. cbromsauresBlcioxyd ga- 
ben, nnd von iOGr« ebromaaiirem Bleioxyd S,425 
Gr. Cbranioxyd erhalten wurden* Danach wurde 
dm Atnmgewicht des Chroms zn 351,815 berech* 
^et» Die Analyse des waaserfreicii -Chlofehroms 
Keferle 15^1 Gr. Cblorsilber . auf 3^ Gr. 
Chmannxyd, so dasa sie au derZdil 375 fnhrte, 
«ril dos Sola basisch war^; nnd die Anaiyse des 



') AlhandL i Fysik, Kemi ocK Minemlogi. V, 477. 



46 



ckroniMonsn Baryls gab ton 10 Gr. datOD O^lfiSS 
schwefeUfloren Baryt «od 3,043 Gr. Ckromoxyd, 
eaUpreckend dem Atomgewiclit = 335^65, wes- 
halb ich glaubte » vorzugswebe den zuerst ange- 
führten Versuch ^tahleu zu miissen, welcher ein ewL- 
sehen das voa beiden fallendes Resultat gab. — 
Indem ich die Vnmöglichheit einsah^ auf 'diesen 
Wegen eia genaues Reiullat in evhalMn, for- 
derte ich' Berlin sn ¥eranehen.i«nf, das Atom- 
l^wicht siolierer bu ^bestimmeb , und zwar durch 
die Analyse des neutralen- ejuromsauren Silber- 
okydsy welches eine. hinretehende «Hitze verträgt, 
um sichert wasserfrei erhalten- zii werden; Dies 
liai derselbe . ausgeführt. Dirs Stiberidalz wurde 
mit Salzsäure «nd Alhohol behandelt, das zurück- 
bleibende Ghlorailber iin einem Gefasse darch 
Abgiessiingen gewasclien , . ges^hmolzeh nnd ge- 
wogen* Die davon •'durchgegangene Flüssigkeit 
wurde mit.Anuneniah im Oebeieehiiss vermischt, 
dann zur Trockne verdunstet und aus dem Rttck- 
stsnde der Salmiak mit Wasser ausgezegeii^ wor- 
auf das zurückgebliebene Chremoxyd geglüht und 
gew4>gen- wurde. Fünf Versnebe gaben das Atana- 
gewicht = 328,8 388,40 308,83 387,83 and 
3281^4. MiUelsahli OS 388,39, welche also zwi- 
schen die. von Pel iget angegebenen Zahkn Hlllt. 

Bei dem Niederschlsgeu des Salpetersäuren 
Bleiclsyds mit .neniralen chronisauren Kali fnnd 
er, düSB daa cliromsaure Bleioxyd stets eine Meine 
Porla^n von; dem Sdlz mit sidt niederschlügt, vr«l- 
ches zuletzt im Uebersehuss in del* Ltwung bleibt, 
und dass also dadurch ein zuverlässiges Resultat 
nicht zu erkalten steht. . 



47 

ErdmaoD und Marcband*) haben in Bc- Atomgewicht 
ngatf »eine in Jahresbericbtc 1844, S. 106, ^ ."^.^^ 
ai^brten Versnche über daa Atomgewicht des 
Calcioa» und auf die dabei gemachten Einwürfe 
g^SCD ibre Versnehe mit gefällter kohlensaurer 
Ralkerde seine eignen Versuche bestätigt , dass 
ainlicli Wasser «iarin enthalten ist, welches sich 
nieht dier daraos entfernen lässt^ als bis auch 
RoUtiiavredanna wegzugehen anfangt, und das» 
aUo bei ibrcD ersten Versuchen iiber das Atom- 
^ewidit des Calciums die Kohlensaure, wonach 
«Im Atongewicht berechnet wurde, eine nnbe- 
slimmltj nenn aoeh nicht grosse Quantität Was- 
ser eatballen halte , woraus wiederum folgt, dass 
ivean diese Quantität bekannt gewesen und abge- 
Mgea Ironien wäre , das Atomgewicht höher als 
^ansgefallen sein würde. 

JHzI baben sie natürlichen kohlensauren Kalk 
»«Ijiirt, welcher 0,036 bis 0,049 Proceiit frem- 
der Siole eingemengt enthielt, näfilich Talkerde, 
Maaganoxyd und Eisenoxyd. Nach dem Troch- 
äen bei -f-200^ wurde er kaustisch gebrannt und 
aas den Rückstande wurde, nachdem davon ab- 
gno^enwar, "was nicht Kalk ist, das Atomge- 
wieil der Kalkerde aus dem Gltihvcriuste berech- 
net, mgenom mm , dads dieser wasserfreies Koh- 
'»säsregas sei. Die Mittelzabl von 4 Versuchen 
pk ßr das Atomgewicht des Calciums =250,39. 
fliese Versuche haben 2 Dnvollkommenheilen. 
Ke erste besteht darin, dass der natürliche Kalk- 
^palli dieselbe Eigenschaft besitzen kann, Was« 
"^ zurückzvbalten , bis die Kohlensaure dar- 



*) Journ. fiir pracl. Chem. XXXI, 269. 



48 

aus wcggolit, wie der Luiisiliclie koUlenfianre 
Kalk. Darüber isl von ihnen kein Versuch aa- 
gestellt worden. Ic(i habe ihn jedoch gemacht 
und geTunden, dass vollkommen klarer isländi- 
scher Spalh, nachdem er zu einem feinen Pul» 
ver |;erieben und bei -|* SOO^ getrocknet worden 
ist, beim Glühen in einer Retorte siclübar Was* 
ser gibt 9 welches dem Kohlensanrega« Iblgjt» slck 
dann im Retorteuhalse absetzt und dessen Quan- 
tität also die übersteigt , welclic durch die Ten* 
sion des Wassers dem warmen Kohlcnsäuregas 
folgt, welches ich in dem Retorlenhalsc nicht 
abkühlte. Demnach ist also Mich dieses Mal das 
Atomgewicht des Calciums vom Kohlensäurcgas 
-|- einer geringen, der Quantität nach uubestiinin* 
ten Quantität Wassers berechnet worden. Der 
andere Fehler liegt darin , dass der Kohlensäurc- 
gehalt der Talkerde, des Maiiganoxyduls und Ei- 
seuoxyduls als mit der Kalkerde verbnnden be- 
trachtet worden ist. Diese Quantität. mag gering 
sein I aber sie hat Einfluss bei der Alomberech» 
nung. Ich löste den Dop|ieIspath in Salzsäure 
auf und (allte die gesättigte Lösuilg mit Kalk- 
wasser. Der Niederschlag war weiss und wurde 
in der Luft grün und nachher gelb, was beweist, 
dass das Mineral die kohlensauren Oxydiile Jener 
Metalle enthält. Nach allem Diesem fügen sie 
hiuzu, dass kein Griuid vorhanden sei, in dem 
Resultat ihrer ersten Versuche eine Veränderung 
zu machen , welches 250 ergeben hatte* Aber 
dass sich dieses auf ein durch den Waasergehnlt 
fehlerhaft angenommenes Gewicht von Kohlensäu- 
regas gründet, haben sie zugegeben. Mag dann 
die Frage nicht unbefugt angesehen werden: Wcl- 



49 

«kl VerlHNieii leaan man zu Atonig«wielit6-Be- 
itiHiBogea liabeS) bei deoen 00 etwas gesehe- 
kl k«n. 

Bei dem von mir im Jahresberichte 1844 , S. 
UOy aagefBlirteii Atomgewichl des Calciums muss 
eiae Yerinderang gemacht werden , welche ans 
1er Hcnlisetsiiog des Atomgewichts vom Schwe- 
M fa%t nd wonach das Atomgewicht = 251,4884 
skr «U,«» wird. 

Ceher die Atomgewichts • Bestimmniigen von 
Marig^ae liahcB Erdmann nndMarchand*) 
cia^ BeneriuingeB milgefheiltf welche dahin 
fihfca, Ans sie im Gvulide wohl fehkrhaft ge^ 
aagsein kMntea, am das Atomgewieht des Chlor» 
la «M» Maltiplsm ton 19,5 ca machen« Hier- 
«af haaii nnr die Antwort gegeben werden : man 
erst eben so siithere'^ eben so viele > und 
ichreren Seiten so mit einander nberein- 
Versncibo, wie Marigoao» und be- 
■rtheile dann was das Resnltat beweist. 

Vchcr den Gehalt der Lnft an Kohlensaure in jitm^gpk&ti^ 
der SCadtParis sind von Bonssinganlt ") ^^^^ q^^^^J^I^\ 
inlercssaate Versache angestellt worden. Ich y^^^ 3^ KohV 
weide 'bkr in der Kurze die Resultate seiner Un-J<^»säure zu 
: tcnncbnng anfuhren. Nach einer ungePähren Be- cbenjinrt'^de- 
f rechnnng werden in dieser grossen Stadt in 24 reo Gebalt 
- Standen folgende Quantitäten Kohlensäuiegas her* ''''^'f'™^'^ 
twg e b r acbty nämlich durch: 

1 " i. ' .' i ', ••. '!;;•»;: Hfl •!' !> > 

i ' \ I 



*) Jmku. t praet. Cfaem.'XXXI, 318. 
*) Ann. de Cb. et de Pbyj. X/4i0. 
BcRdiiu Jabrej- Beriebt XXV. 



50 



das Atkme» des Volks 336,777 ( 


Cttb. 


Meter. 


» 


der Pfetde f »2^70 






Verbrennung 


von Holz 855,385 








Holzkohle 1,250,700 








Steinkehte 314,215 








Wacfcs 1,071 








Teig 25,T» 








Gel S8,M1 







Zusammen = 2^944)631 Gab* Meter. 

Da also iu 24 Stunden fastSMilL Ciib. Meier 
(ungeflUir 90 M(Uioneii Cttb. Fos») Roklenaaure- 
gae tiglich in dem Ranne, weldMMp von 4er Sudi 
Paris eiitgenemnleii '#ird , eviwioledl werden , ao 
sollte mavi daselbst nnd in einigtsr BntfenMNig da- 
Tou eine« fcemerltbtren Ontevsokied in dein Ge* 
hult der Afnto9pblre an Keblenslnregas ervravien, 
abei* dieser Unters«|lted wird durch die Neignng 
^Aev 6«se Mr Dlffusinii hanei' bemerkbar* Bei 
deti-tongetsflsefat Jahr lang feflgesetiten VeMnisken 
z« l^urfs 'WeMlea folgende ViiAtftionen eiMlen s 

Kohlen^üre. ' * 

ia40 Januar . . 3,5 10000 Tbeile vom Volnm der Laft. 
August .' . 3,8 ,, ,, 

September 4,0 „ . ' a> 

Octoiber. .\'S,'8 ,, ' „ 

. Npvcinljcr' .' 5^7 „ ,, " 

Ikfcember .' S|8?'" ' „ „ 

1841 März \' .*'M. \ ,> >y 

Mai • .' 4,0 ,, ' ^ ,) ' 

Juli • • • 4,3 jf >> 

oder nngeßhr dieselben Variationen, ffie mu aV 
len anderen Orten, und die ßeobMhloqigeii, ift^. 
che gleichzeitig am Peris nnd tSt. ClondgesGlia*' 



51 

fceo, gaben an dem enteren Orte 4,13 nod an 
dem letzteren 4,14. 

Aber als die Yergleicbenden VersneUe gleicli* 
zettig an einem entfernteren Orte geaebalien, nam* 
Udi sn Andilly bei Montmoreney, ao Isonnten kleine 
Unterschiede entdeckt nerden> aber so hUeJMf dit^« 
sie aidi erat am dentlicbaten jipifimeaen^ weou 
■Mn den Knblenaaoregebait %u Paria s 100 setasi» 
wa er dann au Andilly 94 bia 98 nnd zuweilen 
ancb deraelbe war. Diesea Reaultat stimmt aucb 
mit der Erfabrnng überein | die man ü^er das 
raacbe Yerscbwinden des l^obli^nai^r^gaa^s aoa 
Rinmen gemacbt hat, in welcbep g»ips#e Volks« 
VersamroliiDgen alattf^nd^n u^d w^rii* ^inm Alcfige 
Tan Licbtern nnd Lampen br^inten. 

Morren *} (d. Aeltere, in Reones) bat eine Luft im Was- 
gnwae nnd wichtige Arbeit itber den Liaftgehalt . ^^''' 
im Waaaer, beaondem im Secwaaaer (der Gegend 
Ten S. Malo) anagefUirt^ Tvelebe folgende Resul- 
tate gegeben bat i ■ ' 

1. Das Seewasser enfh&lt weniger' Luft als 
snaeea Wasser. In snssem Wasser Yariirt der 
Loflgehalt .ifon Vso ^'^^ V25 o^^' selbst V20 ^om 
Velam de» Wassers. Süsses Wasser Terliert sei- 
nen Lnftgehalt leichter als Seewasser. 

2. Cnter Normal- tlmslaiiden enthalt bei Mi- 
bem Himmel das süsse Wasser (sei es de^tillirl 
oder fliessendes Flnsswasser) eine Luft^ welche 
32 Proc. Sauerstoffgas upd 2 bis 4 Proe. Koh- 
lensinregas enthält. jDnter ähnlichen Umständen 
ist der Saoerstoffgas-Geha'lt in, der LtiFt aus See- 



-) Ann. de Ck et d# P|iy9.,XlI, 6. 

4* 



52 



wasser ==33ProG« und der der Kohlensiore =9 
bis 10 Procent. 

3. An sonnenklaren Tagen Tariirt die relatire 
Proportion von Satierstoffgas j Stickgas und Koh- 
lensSuregas sehr stark im Seewasser, nnd mehr bei 
rohigem als bei stürm isdiem Wetter. 

'4. Nach mehreren sonnenklaren Tagen befindet 
sich der Sauerstoffgehalt im Zunehmen nnd er- 
reicht sein Maximum , wenn die Luft am klar* 
sten ist. 

5. Je mehr sich das Sauerstoffgas vermehrt, 
desto mehr Tcräudert sich das Kohlensinregas (in 
Folge der Zersetzung des letzteren durch Pflan- 
zen und kleine Thiere unter dem Einflüsse des 
Sonnenlichts); aber die Relation zeigt sich nicht 
constant. 

6« Die firenzen zwischen dem Sauerstoffgc- 
halt an dem triibeaten und an dem klarsten Tage 
liegen zwischen 31 und 39 Proc. Sauerstoffgas 
in dem Luftgehalt) welcher an diesen verschie* 
denen Tagen aus dem Wasser gezogen wird. 
Aber da das Seewasser bei schönem Wetter mehr 
Luft entliält» so kann man mit Zuversicht sagen, 
dass der Sauerstoffgasgebalt auf 5^ Liter Seewas- 
ser von dem triibesten bis zu dem klarsten Tage 
von 29,7 bis 53,6 Cub. Centimeter variirt, wel* 
che Grenzen also weit ausgedehnter werden , als 
wenn die Rechnung bloss vom Volum der Luft 
geschieht. 

7. An Orten, wo das Seewasser mehr ein- 
geschlossen , und gewöhnlich eine üppige See- 
Vegetation vorhanden ist, kann die Variation auf 
5^ Liter von dem Seewasser von 20,78 bis zu 
76 Cub. Centimeter Sauerstoffgas gehen. 



53 

8. lo dem freien SeewMaer entdeckt das Mi- 
knwcop eise buchst unbedeutende Anzahl von In- 
fasiaBatfcieren. 

9. .Wenn sieb der Saoeratoffgehalt im Seewaa* 
8er in grosserer Menge entwiebelt , so tbeilt er 
iicb ?on dem Wasser der Luft mit. 

10. Dies zeigt sieh am besten bei eingescblos- 
UBcn und mit einer retchen Vegetation ausgestat* 
ttlen Seewssser-Pfiiblen. Sammelt man da die 
Lttfk gsnz nabe über der OberSäcbe des Wassers 
sof, so findet man darin 23 bis 24 Proeent Sauer« 
stotjgu. 

I^atterer*) bat, wie ieb schon im Vorher- SUtksiBf. 
sehenden anführte, das Stiekoxydul in fester nnd ^f^.'jll^'^trln!" 
litsiger Form hervorgebracht. Er bereitete das 
fiu ans snlpelersanrem Ammoniumoxjd und pumpte 
es in den Bebalter,' hü dieser ^ Kilogramm an 
GetriAt zugenommen hatte. Wenn man dann das 
■iis^ Oxydul durch eine ateehnadelfeine OelF- 
anng in ein Glasgeßss ausströmen Hess , so bil- 
dete sich sehr wenig Oxydul in fester Form , in* 
dem sidi der grösste Theil davon gasförmig cer- 
sIrente. Auf einen Tisch gefallene Tropfen hom- 
sen zuerst ins Sieden und erstarren darauf. 
Wurde die Ansslrömnngs - Oeffhung ein wenig 
|iosser gemacht, so floss das Ozydul flüssig aus 
«sd er bekam ein Trinkglas voll davon. Dieses 
Uqnidum erbalt sich besser als flüssige Kohlen- 
Unre und kühlt sich durch seine Verdunstung bis Zu 
tiaer niedrigeren Temperatur ab, als Bohlensaure. 
Cm zu diesem Zweck eingericbli^tes Thermome- 
; W sank bis — 109o, und aU es dann beransge- 



) Po^gend. Ann. LXII, 133. 



54 

zogen wurde, erstarrte disOxydnl an der Kiigel, uod 
die Temperatur aank bis sa —llSf^, welclies der 
Schmelzpunkt za sein sekeint, während — 105^ der 
Siedepunkt ist« Das Liquidum siekt milchig aus, 
▼ermutklich Yon aufgescblSmmtem festen Oxydul. 
Sein specir. Giewickt ist nake 1,15. Wird es 
auf ein freies Filtram gegossen, so erstarrt es 
zu einer festen , nickt porösen , weissen Masse, 
indem einige klare Tropfen diirckgeken , worauf 
es liald erstarrt zu einem Rohr, welckes sich 
durch das Nackfolgendc verlängert. Es sckmilzt 
dann nickt in der Luft, sondern es verdunstet 
allmalig und wird direet zu Gas. Sckivefelkoh- 
lenstolF und Pkospkorchloriiv erstarren ntekt bei 
der niedrigen Temperatur von -^ 115^. 
Salpetrige Bekamitlick katDolong gefunden, dass gas- 

Säure mit glU- förmige salpetrige Säure', weirn man sie über 
*'*"''',"„^^*'*^'gliikcndc Metalle leitet, das MeUll otydirt und 
zu Stickgas reducirt wird. Marekand*) gikt 
an, dass die Temperatur, wenn dies vollständig 
gesckeken soll, ziemlick kock sein muss. Beim 
gelinden Glüken wird Stickoxydgas gebildet. 'Wird 
das Gas iii kaustisckes Kali geleitet , so wird es 
davoM aksorkirt, und wird die Lösung von Sauer- 
stoffgas oder atmospkirisckevi Luft beriikrt, so 
oxydirt es sich zu salpetrigsaurem Kali, wodurck 
es gelb wird. 
Verbiadun^ Promy hat Verbindungen der sckwefligen 
gTr"s3jr7mii'**'''® "** salpetriger Säure von mekrfaeker Art 
salpetriger entdeckt, die «her für sieb keine Daner za be- 
Saure. sitsen sekeiireii , sondern nur in Verbindung mit 
Alkali , wot4n sie mekrere neue Klassen von 8al* 



*) Journ. f. pract. Cfaem. XXXll, 4d2. 



55 

Eem fctidcD. Die Unleraoelittitg iat nielit YoUca« 
4el, aber wm bis jetsi über 4me Saise bekaoat 
gMiacbt worden ist) werde icb weiter noCen bei 
dca Selsen aafiUiren. 

BekaonCUeh gliiekte ea Rose, eine Verbind^Ag Verbindungen 
¥OB Süekoxjd mil wasserfreier Sehwef^käHve ber-^"^'. ^^ckoxyds 
▼onsbriageB (Jahreab* 1840, S. 55), welehe keine / 
Merkosahle TOB kfyatalliaischer Textur halte, Neusil- 
ber babeoA. Rose und De la Provos taje, j<e- 
der fir sicli, eine friiber bekannte Ve^bindniig 
▼an krjslalUniaeher Textur nntersnciit, Ton wel« 
cber der eralere gefunden zn haben gkufitis, da^a 
sie eine Verbindung ton Stiekoxyd mit Sdhwefel* 
säure sei, und der letalere, dssa sie ans. | Atom 
salpetriger Saure i|nd fi Atomen SebweleUaiiffe 
bealebe (Jabresb. 1842, S. 45). Diese Vorhin, 
dnatgen bat nun Koepie *) in Untersuchung ge- 
sogen und er bat durch unwiderlegbare Versuch«^ 
bewiesen, daaa die kryataUiairte Verbiudui^g niebt 
ans eoneentrirter Schwefelsäutc »nd reinem Stick« 
oxjifpm evbatlen wird. Pieselbe Erfahrung bsben 
ancbMosanler**) und BsrreswiK**) gcnucbt, 
beide dsdnrcb, dass sie die Säure über QiiecksU» 
ber niiC reinem Siickoxy^gss in Berührung brach- 
ten, welebea dann nicht eher a^sorbirt wiurde, 
ala bis man ein wenig Saucrstoffgas* bineuliess, 
wodurch . sich die krystallisirte Verbindung sp- 
gleich bildete. Schon lange Zeit vorher hatte 
Gay-Lnssac dasselbe gefunden und gezeigt, 
daas diese krystallisirte Verbindung nicftts ande- 



*) LlnMiluf, No 573, p. 425. 

**) öftersigt af K. V. Akad. Förhandl. 1B44. p. M4. 
*'0 Llnatiiut, No 915, p. 10. 



56 

res ist , als eine Verlbiiidang von Sehwefelsänre 
* mit salpetriger Säure. Diese Frage kann alse non 
als entsehieden angesehen werden. 

Aber in Betreff der von Rose bervorgebracli- 
ten krystallinisehen Verbindung vOn Stiekoxyd nod 
wasserfreier Sehwefelsinre erklart Koene, dass 
aueh diese kein Stickoxyd ^ sondern salpetrige 
S&nre enthalte, wozu er den Beweis von dem 
von Rose angegebenen und anders schwierig er- 
klärbaren Umstand hemininit, dass sie bei der 
Destillation mit Alkohol salpetrigsanres AethyU 
oxyd liefert. Dies kann jedoch erMSrt werden, 
wenn sich bei derselben Gelegenheit auch schwe- 
felsaures Amhioniomoxyd bildet, was nicht unter- 
sucht worden ist. Aber da K o e n e auf den Grund 
seiner Versuche behauptet, dass Rose kein rei- 
nes und von darin abgedunsteter Salpetersäure 
oder salpetriger Saure freies Stickoxyd gehabt 
habe, und dass sich wasserfreie Schwefelsaure 
nicht mit dem Stickoxyd vereinigt, sondern in 
dem Gas abdunstet, so iSugnet er direct Rose' 8 
Erfahrung und macht dessen Angabe zu einem 
reinen Irrthnm. Koene gibt nicht an^ ob er 
sich darüber Sicherheit verschafft habe^ dass die 
von ihäi augewandte rauchende Säure wirklich 
wasserfreie' S oder nur ]älS, welche beide fest 
und rauchend sind ^ gewesen sei. 

Untersalpeier- Bekanntlich nimmt die D u m a s' sehe chemische 
Schule, welche den metaleptischen Ansichten hul- 
digt, an, dass die Verbindung ^ sich in manchen 
Fällen wie ein einfacher Körper verhalte und in 
mehreren chemischen Verbindungen z. B. 1 Ae- 
quivaleut Wasserstoff oder 1 Atom Sauerstoff er« 



saure. 



57 



seixe. Diese wenig annehmbare Ansicht wird von 
Koene*) bestritten, welcher mit den Resultaten 
Toa mehreren früher angestellten Untersacbangen 
darxnl^en «nchl^ dass sich, wenn *N auf eine 
nicht Bancrstoffhaltige Verbindung von Kohlenstoff 
■ttd Wasserstoff einwirht und sich damit yerei- 
nigt, das eine Atom Sauerstoff mit dieser zu 
dncm Oxyde verbinde) welches mit der dadurch 
gebildeten salpetrigen Säure in einer salzartigen 
Yerbtndnag bleibe , so dass , wenn das zusam- 
■lengesetxte nicht oxydirte Radical durch R aus- 
gcdrileht wird 9 die Verbindung RO -{- 9 und 
aidt R -f- IV entsteht 9 oder wenn der Körper, 
anf welchen das M einwirkt, Sauerstoff enthält 
und 1 AcquiTalent Wasserstoff yerliert, 1 Atom 
Wasser abgeschieden und eine Verbindung von 
einen organischen Oxyd mit salpetriger Säure ge- 
bildet wird. Wenn, wie dies gewöhnlich der 
Fall ist , Salpetersäure auf den organischen Kör- 
per einwirkt, so geschieht es, dass 1 Atom Sauer- 
stoff ans der Säure 1 Aequivalent Wasserstoff weg- 
nimmt nn^ 1 anderes Atom Sauerstoff daraus den 
of^ganischen Körper in Oxyd verwandelt, mit dem 
sich die salpetrige Säure vereinigt. Dies ist ganz 
dieselbe Ansicht, welche ich zur Erklärung der 
chemischen Natur dieser neuen Producte angewandt 
habe, gegen die er jedoch zuletzt einige Bedenk- 
lichheiten aufwirft , hergeleitet von der Anwen- 
dung seiner Ansicht von der chemischen Zn- 
tammensetzung der dithionigen Säure und 



") la einer der Kongi. Vet Akademie eidgesandlen Ab- 
kandlnng, welche in den. Akad. Uandl. fiir 1844 enthalten ist* 



58 

der Trithionslure 9 welche er mit S und mil 
8 4~ S ausdrückt, d. h. dass io ihnen 1 Atom 
von dem Radical 1 Atom SauerstoiF ersetze. Zu* 
letzt kommt er auf einige Betrachtungen über 
die wahre chemische Natur von 71 und schliesst 
diese mit folgenden Worten : ,,Wenn ^ als S[*|- ^ 
oder als ^ -}~ ^ anzusehen wäre , so müsste es 
in beiden Fällen eine grössere Festigkeit in der 
Zusammensetzung haben als H-)*^, weil die er- 
Bteren ans Stickoxyd mit Salpetersaure gebildet 
werden können und die Stabilität, nach der Hy- 
pothese, auf dem Verwandtschaftsgrade beruht, 
d. h. dass sie proportional ist dem Vereiniguugs- 
streben zwischen den binären Verbindungen, weU 
che diese Zusammensetzungen ausmachen« Aber 
da die Erfahrung zeigt, dass die Untcrsalpetcr- 
saure weniger stabil ist als die wasserhaltige Sal- 
petersäure , so kann sie nicht als eine Verbin- 
dung Yon Salpetersaure mit salpetriger Säure oder 
mit Stickoxyd betrachtet werden." 

Die Gründe Tür diesen Schluss sind nicht rich- 
tig, aber der Schluss selbst kann es darum docL 
sein. Nichts ist gewöhnlicher, als dass ein hö- 
herer Oxydationsgrad von einem Radical ei- 
nen niedrigeren reducirt, wenn ein Zwischen- 
grad zwischen ihnen existirt. So z. B. wird 
die Eisensäure in dem eisensauren Kali durch Ei- 
senoxydulhydrat zu Eisenoxyd reducirt, ungeach- 
tet der Verbindung der Eisensänre mit dem Al- 
kali, und dies beruht also nicht auf einem 
Vereinigungsstreben zwischen den Productcn9 
dem Eisenozyd und Kali, welche nicht czt* 
stirt. Wasser ist stets eine stärkere Basis als 



59 



eine Ton den Osjdalioasgradeii des Sticlc5t<iff». 
Akr Behnen wir den GegensUnd von allgeinei- 
nerca Gesichtspankteii av» In Betriebt, s^ be- 
boanat Koene'd Schloss, dassl^ein eignes Oxyd 
»ei, einen hoben Grad von Wahrsclieinlielikcir. 
Wir Laben namlicb eine grosse ÄnzaLI von Oxy- 
den, welebe zwiseben ft und einem höheren Oxy- 
dadoDsgnd von B liegen, entffeder ist er ft oder K. 
Deigleicben dmisttren beim Mangan , Chroms Wis* 
Mlb, Antimon, Osmiom, Stickstoff, Chlor. Bei 
einigen Metallen, z. B. Kobalt, Niehel , Blei, 
Zinn 9 Palladium, Iridium und Platin existirt er, 
uugcnebtet dieselben keinen höheren Oxydations- 
grad haben y und bei den 4 letzteren ist er 
baU eine Salzbasis und bald eine Säure. Da 
wir sehen , dass die Natur in Allem allge- 
■elae Gesetze befolgt, welche fiir den einen 
wie fiir den anderen Grundstoff gelten, und es 
wohl nicht richtig sein kann , die Formeln Mn, 
€r, €o, Hi, P, Pd, Pt, &n, i^e ansUtt An, Cr, 
Co, fK, hl, Pt, Sn, Fe anzuwenden, so scheint 
damns z« folgen, dass es richtiger sein müsse, die 
Znaammensetzung für die damit analogenVerbindun* 
gm anderer Gvondstoffe z. B. doreh K, Cly*Bi, Sb 
anssmiriicken , wodnreb die Verbindungspeihen 
dieser Körper mit dem Sauerstoff fiir die bis jetzt 
behamt gewordenen Oxydationsgrade zur völligen 
Analogie mit den übrigen Grundstoffen nbergc* 
hcn. Die Oxydationsreihe des Stickstoff» wird 
du» »^ ii, Üy PÜ, '», und in der That inden wir 
Rose's schwefelsaures Stickoxyd aus NS znsam- 
mengesetzt, woraus also folgt, dass das Atom von 



60 



dem Stickoxyd niehl von ^, sondern von ifi ans- 
gemacht wird. Diese wäre also die aUgemeine 
Zasammensetxang dieser Oxyde in völlig isolirter 
Form ; aber diese Zasammensetzong verbindert bei* 
neswegs, dass die Oxyde, deren Bestandlheile loser 
zasammengehalten werden, wenn sie mit anderea 
Körpern, z. B. mit Wasser oder Basen ^ in Be» 
riibrnng kommen, sieb in Yerbältnissen umsetzen, 
welcbe darcb das Vereinigungsstreben des binza» 
gekommenen Körpers bestimmt werden , und dass 
aus 4 f^, beim Hinzukommen von einer geringea 
Quantität Wasser H^ -(- ik^ entsteht, gleichwie 
wir wissen, dass mehr Wasser, wenn es dieser 
Verbindung hinzugesetzt wird, das erste Glied 
darin auflöst, so dass aus 3N H^ und 41^ ent- 
stehen. Wie es sich in der Wirklichkeit verhält, 
kann nicht auf dem Erfabrnngswege entschieden 
werden , aber die letztere von diesen Ansichten, 
ist vollkommen eben so wahrscheinlich wie die 
andere , und die Analogie mit der Verbindungs- 
reibe anderer Grundstoffe legt vielleicht eine ver* 
grösserte Wahrscheinlichkeit auf ihre Seite. 

Koene bat in derselben Abhandlung auch Un* 
tersuchungen über die Einwirkungen von Salpe« 
tersäuns und Salzsäure auf einander angefiibrt, 
durch welche er mit zweckmässigen Vcrsachen 
völlig bestätigt bat, was wir friiber, nach dem 
Bekanntwerden von H u m p h r y D a v y's Veraachen 
geschlossen hatten, dass nämlich aus salpetriger 
Säure and Salzsäure kein Königswasser entsteht, 
sondern dass dies nur mit Pi^ und mit N geschieht. 
Sind Salpetersäure und Salzsäure concentrirt, so wir- 
ken sie noch mehrere Grade unter demGefrirpunkte 



61 

aaf ctii«B4l€iF, sind sie mit Wasser gemengt ^ so 
ist dssu, je nach der ungleichen Verdonnnng, 
mehr oder weniger Wime erforderlich, und nach 
starker Verdannnog hedarf es des Zusatzes eines 
Körpers, welehier sich mit dem Chlor zn Teretni« 
gen strebt« MifAhrle im ietsten Jahresberichle, 
S. 68, Bandrimont's Angabe an, dass sieh bei 
dieser Einwirhnng eine besondere Verbindong 
biUe , weiche in Gasform davon abdestillirt nnd 
dnrdi Kalte condensirt werben bann an eU 
nca Liquidum von orangerpther Farbe, welches 
am einfaehsten. als ans ft -{- SSCl zusammengesetst 
angesehen werden kannl Dasselbe bann ein Ses^ 
qniaci-Cbkrid sein 0= SffiCl^ + 3K. Koene 
seUt die WirkUebheil dieser VerbiAdung in Frage 
und bebanplet, ^.dass si^ ^bt gebildet vy^de 
wenn reine .San^eu angewaqilf. werden. 

Peligol*) bat eine v^n ibm 9<>g<i9annte neue Sekwefkl, 
Theorie für die Bildung der S^bw^felsiore geg.ebfnit 5^^^""/J^Y. 
Als H. DaTj 1812 die lurjstallisirte Yerbiodung ben. 
▼on Schwefelsanre und salpetriger Säure /ent- 
deckte, xog er aus dieser Eintdecbung denSchluss, 
dass ihre Bildung eine nothWicindige Bfedingnug 
fBr die Hervorbringung fon Schwefelsaure in den 
Bleibammern sei, und dass si^h, wenn Stickoxyd- 
gas^ schweflige Saure und feuchte Luft zusammen 
kommen, diese Verbindung bilde, die durch das 
Wasser in den Bleihimmem in SehweMsSore, 
Salpetersaure und Stickoxydg^s zersetzt in^erde. 
leb zeigte darauf in meinem Lebrbuehe derCbe^ 
mioy dass die. Bildung dieser VerbUidftog^ dabei 
ohne besonderen Einfluss ist, dass in der mit 

♦) Ann. de CL ti de Phys. XII. 263. 



62 



Feucbügkeil gesittigtea Luft .der Kinmieu aus 
dem Slidsoxydg^ase Dämpfe von sulpetriger Säure 
gebildet werden, die «iek darcU scUweQige Säure, 
wenn deren QnantlUt binreklU, in Sii^koiydgas 
und ii^ waaserJiaUjge Sebwefelsänre verwandelt. 
Peligot's neue Tkeforie beateM 4irin > dasa das 
filickoxydgaa 9^ aber nicht salpetrige Säure bilde. 
Ob diese unbedenlende Venndernng <in der 
Theorie begriindeC ist, bat er keineswegs .duseh 
Versuche bewiesen. Cs ist wahr, dasa sich i$ aas 
Sttekoxydgas bildet , wenn dieses troekisn ist nnd 
wenn der Sanerstbfffatnreieht; abeK:is4:derSaueiw 
Stoff nteht in binreiehendev Quantität msrhanden, 
so^ bildet sieh entweder ^ oder «in Gemenge da* 
von mit Ü. Peligot scheint die^ fiienge von äl- 
teren Versuchen gtent vergessen tvt .haben, bei 
denen das Stichoiydgas als endkHnetrisehes Mit- 
tel angewandt wurde, welche man kuletst ganz 
fallen liess, aus deiii Gnmde, weil das StieHoxyd- 
gas, iVenn es im' tieberschuss vorhanden war, ^ 
und, wenn die jLuft im tJeberschuss' vorhanden 
war, Pt bildete, und •au38erdem.nq0h ein Gemenge 
yon beiden , .WM .■■^■nfr^ leicht ans dem vermin* 
derten Volum, des Laftgemeoges zu schliesscn war. 
)V,eua nun. Wasser hinznkoniimt und die Luft da- 
mit gesät|igl jist , so, wirkt das Vereinigungsstre- 
ben des Wlf^ers;, iirpdip^ch , tfie vrir^vrisfion , ^ 
ua^i^tzlwii?d^ Er^gA Vi%|i.i^np, WQduv^ Peligot 
lM8»imm« hAe y daas es '9( und Akfatlj^ ff H ist, 
was gebildet wird, ^d^ feUen dsf&r' alle' Versuche, 
und di^ neue Theotie wird zu der Angabe redu- 
cirt , dass wenn ^ aus ^ mit trockner Luft . im 



63 

«SS eoUtdit, dsssslbs ssch out o4er ohne 
r <tfrh Ms an Saverstoff nnd bei denyMaximum 
A FcMckligkell in der Luft entstebeo soll* Die 
^s Ums SBgefsbrten Versuche weisen nor sos^ 
mm schweflige Sinre alle köherea Oxydaliona- 
;ade des Slidkstoffs xa Stiekoxyd Tedncirt und 
Sckwerelsäore bildet* Seine neae Tbeorie ist 
dio irvahrscbeiiilich aicbi riehtig. 

Biaeaa*) bat das speeifische Cewiebl der Specifisdies 
i«sseriialtigeo Scbwefelsüure ia GasCorm bestiaunU 2^^£^S^^ 
Er tmmd es swUeben S|15 and 9>16» — Wasser- Schwefelsäure 
iicie Scbwefebiäore bat 2,7694 sfeeiC Cewiebt '"^ ^*''''""- 
a Gssfbrai, aad eatball ^ VoL Sebwefelgas aad 
U Vol. Saaerstaffgas.; 2 Vat ?oa diesem Gas 
Toreinigen sieb aiit 2 VoL Waasergas zu wasser- 
haltiger Sckweielsiare, und djuese 4 VoiaaiiBa b^ 
taden sieb dann in dem Gas der wasserballigea 
Siare Tan 4 Vol. zu 3 eondeasiril , denn 

2 VaL Sebwefeltäare 5^a8S 

2 Vol. Wasserstoffgas **) 1|2470 

6,7858 

=2,2619. 

Das Wasser ist also bb anf seia balbes Vo- 
lam caadeasirt ^ordea. S. ferner Ametseosaare 
■ad Essigsaure. 

Dapaaqaier ***) bat aaf de» Arsenikgebalt auf- Pk^tpkor, 
aerksan gemaebt, welcher bekadaUieb oft ia dem ^^'^^J!',^'''*^' 
Phosphor Toriumimt and welcher ton der asreinea 
Scbwefelüänre herrührt^ miltd^rmaa die.sa sei» 



-) Comptes rend. T. XIX, 771. 
**) Nach Gay-LiiMac^i WäguD^^. 
•-) JoorQ. de Pharm, et de €h. VI, m. 



64 

ner Bereitang angewandten gebrannten Knochen 
senetet hat. Ein arsenikhaltiger Phosphor ist 
gefärbt, je nach dem nngleiehen Gehalt, gelb 
oder braun, und er ist eine Auflösung von Phos- 
phorlirsenik in reinem Phosphor. L&sst man ihn 
in Wasser liegen , so ist die Haut , mit welcher 
er steh dann überhleidet, nicht rein weiss, sondern 
gefärbt, weil das Phosphorarsenik aussen daran 
zurückbleibt, nachdem die Snsserste Schicht den 
Phosphor durch Oxydation auf Rosten der Lnfl 
in dem Wasser rerloren hat. Wird diese Haut 
mit Aether i>ehandeit, so I5st sich darin der Phos- 
phor mit Zuriicklassung von Phosphorarsenik auf. 
Man prüft den Phosphor auf Arsenik, indem man 
ihn zu Saure oxydirt und die Säure mit Schwe* 
felwasscrstoff biehandelt, wodurch das Arsenik 
niedergeschlagen wird. 
Pbospfaorwas- Ucbcr die Verbindungen des Phosphors mit 
serstoff. IVasserstoff sind sehr wichtige Untersuchungen 
von Paul Th6nard*), einem Sohn des beruh m* 
ten Chemikers T h £ n a r d , angestellt worden. Er 
fand , dass , wenn man bei der Bereitung des 
selbstentznndlichen Phosphorwasserstoffgases mit- 
telst Wasser nnd Phosphorealcinm da«4vas darck 
eine angemessene Vorrichtnng leitet, worin es Ibis 
zu — 15 oder — fi(F abgekühlt werden kann, aick 
ein farbloses Liquidum aus dem Gaa condensirt, 
welches., nachdem sich jenes daraus abgesetst 
hat, sein Vermögen 'sich von selbst in der Laflt 
zu- entzünden verioren hat. 

Jenes Liquidum ist Pfi^; es ist farblos, unter 



*) L*Institut, No 537. p. 122. ^ Journ. f. pract. lOb 
XXXIII, 79. — Journ. de Pharm, el de Ch. VI, 174. 



65 



10^ Iropfeaförmig fluBsig und klar, sehr flüchtig 
mmi, Terdviistet über dieser Tempentar. Es ent- 
ludei sieh, wenn es mit der Luft lo Beröhriing 
fcoBiity and verbrennt mit der gewöbnliehem 
Fhmaie des Phosphors. Lässt man es in brenn- 
Uten Gasen, z. B. in nicht scibstenizundlichem 
Pbospiiorwasserstoffgas oder in Wasserstoffgas ab* 
doMtea , so werden diese dadurch selbstentziind- 
lidi. Dem direclen Sonnenlichte ausgesetzt, wird 
es icssetzl, wobei sieb nicht selbst entzündliches 
PhospborwasserstoffgM entwickelt und festes pul- 
▼erfSraigcs Phospborhydriir zurückbleibt. Das 
eislerc ist = PH' und das letztere nach Th^- 
nard'o Vcrsnchen, welche noch nicht bescbric- 
bem werden sind, = P^H. Bekanntlich hat Le- 
▼ errier das Hydrnr = PH gefunden. Da die 
ZnsaBnieosetzung der flüssigen Verbindung ans 
den rehtiven Proportionen von festem und gas- 
ionnigem Phosphorwasserstoffgas, so wie sie so er- 
balten werden, hergeleitet worden ist, so wäre es 
wicbtig die Sicherheit der Gründe zu kennen, 
wonacb die feste Verbindung zu P^H bestimmt 
worden ist. 5 AequiTalente PH^ zersetzen sich 
imbei in 1 Aequivalent P^ und in 3 AequiTa- 
lente PH'. Salzsäure, Bromwasserstoffsaurc, Phos- 
pborehloriir und mehrere andere Körper zersetzen 
CS naf dieselbe Weise. Anch Wasser zersetzt 
CS in ähnlicher Art, aber unvollständig, und ein 
Theil P*H dunstet in dem Gase ab, wodurch dies 
sdhntentznndlicb wird. 

T binar d erklärt also die Selbstentznndlich- 

kett des Pbospborwasserstoffgases als abhängig von 

1cm darin abgednnsteten PH^, und dies scheint 

sack ans dem Umstände zu folgen, dass starke 

BtncKM Jabres- Bericht XXV. 5 



66 



AbküblangPH^ aus dem selbslentzändliciieo Gase 
coodensirt and dieses dadurch seine Selbstent* 
ziindliebkeit Terliert. Verliert ein Selbsten tsänd- 
licbes Gas bei der Aufbewahrung seine Selbst- 
en Izündlicbkcit, während ein gelber Auflug auf 
der Innenseite des Getasses gebild^ wird, so hat 
sich das Pfi2 durch Licht in Pfi' und in P^H 
zersetzt, welches letztere den gelben Anflug bil- 
det. Alles dieses ist aller Wahrscheinlichkeit nack 
richtig ^ aber daraus folgt jedoch nicht unbedingt, 
dass die Selbstenlziindlichkeit des Phosphorwas- 
serslofigases stets und ausschliesslich von dieser 
Einmengung herrährte, und Thinard hat nickt 
gezeigt, dass das selbstentznndlichc Gas, welches 
mit WasserstoiTgas gemengt erhalten wird, wena 
man Phosphor mit einer Lösung Yon Kalihydrat 
in Wasser bebandelt, die flüssige Verbindung ab- 
setzt. Seine Versuche betreffen nur das ProducI 
▼on der Einwirkung Ton Wasser auf PfaosphorcaU 
cium. Ich habe gezeigt , dass der Phosphor m 
seinen Verbindungen mit Schwefel zwei Modifi- 
cationen von gleicher Zusammensetzung hat, von 
denen die eine sich rasch in der Luft oxydirt und 
sich dann durch die Wärme, welche dabei ent* 
steht, leicht entzündet. Die andere kann monale* 
und jahrelang aufbewahrt werden , ohne dass sie 
sich oxydirt. Diese Verschiedenheit in dem alio- 
tropischen Zustande des Phosphors existirt sicher 
auch in anderen Verbindungen, so dass sie aucK 
bei den Wasserstoffverbindungen stattfinden kaao. 
Es ist selbst möglich, dass in Zukunft einPfi^ ent- 
deckt wird, welches nicht selbstentzündlich i^t. 
HeinrichRose hat gezeigt, dass gewisse Chlor« 
metalle das PR^ absorbiren, sei es das selbsteaat«> 



67 

liniHieke «ler das nicbl selbstentziindlicbe , aod 
iämj wean es dtnas diircli Wasser «usgelrleben 
wird, das Gas sieh BichC selbstentzüiidlich ab- 
icbeidet, selbst wenn es das absorbirte Gas vor- 
her wnr ^ wird es aber daraos mit Ammoniak ans- 
getricben , so scheidet es sich selbstentzttndlich 
ab, selbst wenn es das absorbirte Gas vorher 
sieht war. — Dies erklärt Th^nard so^ dass 
das AmoMniak bei seiner Vereinigung mit ,dem 
Chlorid eine so hohe Temperatur hervorbringt, 
dass das nicht seihst entsondiiehe Gas darch diese 
Teapemt«r entsändet wird. Ist diese Erklärung 
richtig? Dies verdient untersucht zu werden, 
■sd wir nsüssen hoffen , dass der aasgeseichnete 
Chemiker, von dem diese Erfahrung herstammt, 
die Riehtigheit prüfe. Dies ist von Wichtigkeit 5 
denn wenn das 9 was Tb^nard über die Wir- 
ksng des Ammoniaks angibt , nicht richtig ange* 
wandt ist, so ist es klar, dass es ein selhstent- 
xindliehes PhosphorwasserstolTgas gibt, welches 
diese Eigenschaft nicht von darin abgednnstetem 
Pa2 iMt. 

Wir kommen auf diese Verbindung beim Phos- 
pfciwealcinm wieder znriiek. 

Bsimain *) gibt folgende leichte Bereitnngs-p|,o,pbörstick< 
■cihnde des Phosphorstichstoffs an. Man legt «tofT. 
Qnceksilberchlorid - Amidid in einen Glaskolben, 
ethitct gelinde nnd wirft Phosphor in Meinen 
Stiehcn nach einander hinein , so lange er dar- 
iuf einsawirken scheint. Die Masse wird von 
Zeil sa Zeil umgerührt und zuletzt so erhitzt, 
dass der Kolben im Boden fast glüht. Dadurch 



*) Lond. aod Ed. Phil Mag. XXIV, 192. 

5^ 



68 

▼erfläcbtigen sicli Salaiiak, ein Cebenehass an 
Phosphor and Quecksilber, während Pbospbor- 
stickstoff zuriickbleibt« 
Chlor. D ra p er ^) hat die Versuche genauer besehrie- 

ben, aus denen er den Schluss zog, dass Chlor- 
gas durch Sonnenlicht eine permanente Verände- 
rung erfahrt (Jahresb. 1845, S. 57)« Ei^ bereitete 
Chlorgas beim Feuerlichte in zwei gleichen Roh* 
ren über einer gesättigten Lösung von Kochsalz. 
Er liess dann das eine im Dunkeln und stellte 
das andere einige Minuten lang ins directe Son- 
nenlicht. In beiden Röhren wurde dann das Gas 
mit Wasserstoffgas vermischt. Im Dunkeln stieg 
das Liquidum in keinem von beiden; wurden sie 
aber in ein Fenster mit schwachem Tageslichte 
von Norden gestellt, so condensirte sich das Gas 
allmälig in dem Rohr, welches vorher dem Son- 
nenlichte ausgesetzt genesen war, aber es dauerte 
mehrere Stunden lang, ehe sich eine Verminde- 
rung des Volums in dem anderen zu zeigen an- 
fing. Drap er erklärt dies so, dass sich ein 
Theil von der Licbtmaterie mit dem Chlor verei- 
nige und latent werde, und nennt dieses tithoni- 
zed Chlorine. Aber das, was sich so mit dem 
Chlor verbunden hat, reicht jedoch nicht hin, 
eine Vereinigung im Dunkeln hervorzubringen, 
sondern es muss diese durch neues in geringer 
Menge hinzukommendes Licht unterstützt werden. 
Wird das Gemenge von Chlorgas und Wasser- 
stoffgas dem zerstreuten Lichte ausgesetzt, so geht 
immer eine kurze Zeit darauf hin, ehe das salzige 
Liquidum zu steigen beginnt. Diese Zeit ist es. 



*) Lond. and Ediob. Phil. Mag. XXV, 1. 



69 



in wekher dw Chlor tilbonisirl wird, worauf dag 
Liqaidom anfangt zn steigen, erst langsamer und 
dann gleicliniisaig fqr eine gleielie Zeit. Ein'aol- 
^C8 Gemiaebe in einem graduirten Rohr, wel- 
ches 10 Minnten lang Tageslicht bedurfte bis das 
Gas aning sein Volum «u Termindem^ wurde im 
Dnnheln dem Lampenlieble ausgesetzt, wo es dann 
zur Eihöhnog des Liquidums ftr den ersten Grad 
«BO, Cur dca zweiten 165, für den dritten 130, 
fir den Tierten 95 und für die folgenden Grade 
gleieh riek Seknnden , nimlich 93, erforderte. 

INe E^enschaft welche das Chlorgas durch 
das direele Sonnenlicht erhält, behielt es bei 
•einen Versnchen noch, als es eine Woche 
lang im Dnnheln aufbewahrt worden war. Dass 
dis Chlor die Lichtmaterie absorbire und behalte, 
daron ist er so überzeugt, dass er dies auf fol* 
gende Art za beweisen sucht t Von zwei Kprpu- 
vetten , Ton ungleichem Durchmesser ,^ wurde 
die engere in die weitere gestellt und beide 
mit SabUtonng gafiltU» in welcher sie in ei- 
ner Gaswanne umgekehrt und dann im Dunkeln 
znent mit Ghlrnngas nnd dartmf mit Wasserstoff- 
gas geAUt wurden. Wurden sie dann ib zer- 
sIrenCca Lieht gebracbl, so stieg das Liquidum 
vid raaeher in der äusseren als in der inneren, 
weil das Chlor seindr Meinung nach in der äusse- 
ren einen Tbeil von dem Lichte zurückgehalten 
hatte 9 welches zur Tithonisirung des Chlors in 
4er inneren erforderlich ist. 

Es ist immer das dunkelblaue Licht, welches 
Jiese Wirkungen am stärksten hcryorhringt , und 
sich Draper'a Versuchen steht die Wirkung 



70 

der yerschiedenen Strablen im FarbeDbilde in fol- 
gendem Verhältnisse: 

Aeosserstes Rotk . • • Indigo ' 66,6 

yy Orange . • tfi Grenze znm Violett . 50,0 

jy Grün . , • 1,9 Violett daran • • . 44,4 

Grenze ron Griin zu Blan 25>0 Violett weiter davon 20,0 

Blau 42^9 Aeosaerates Violett . 18,1. 

Er hat dureh directes Sonneniieht die allotro- 
pisehe Verwandlang des Phosphors in rothen, 
in Krystallen aublimirbaren nachgemacht , and 
findet^ daaa aie Ton derselben Art sei, nämlich 
ein tithoniced Phosphorns. 
Neue Verbin- V(^ir kennen bekanntlich zwei Verbindtingen 

c1."°^r/°"..von Chlorschwefel mit Schwefelsäure, nämlich 

Schwefel mil ' 

Chlor und mit das Acichlorid, S€P + -b^ und das Quinquaci- 
Chlorid = S€13 4- 5$, Mil Ion hat noch eine 
andere entdeckt, welche aber nicht zwischen 
diesen beiden liegt^ sondern ans 1 Atom 
Schwefelsäure und 1 Atom.SchwefeUoperchloriir 
besteht, d. h. Schwefrfaci-Chlorür ist ;^ S€F + 
a. Diese Verbindung ist. sichwjerig . r^in lu er* 
halten« Sie bildet sich, wonn.iman.einoa mil 
Chlor so viel nb möglick gosätligten. Cblorsckwe- 
fei mit Chlorgas im Maximum «vnn Fenefatigkait 
bebandelt, wobei sick das nAUgebildeio Aeicblo- 
rttr im farblosen Kry«itaUen absetzt Man ftkllt 
eine Flasche Ton 4 bis 5 Lit^r Inhalt mit Ght^kr«* 
gas, welches vorher durch Wasser geht, .gieant 
dann dO bis 30 Grammen Ton den^ Chlorsch^re« 
fei und 2 bis 3 Grammen Wasser hinnin. . Dann 
wird die Flasche wohl verschlossen , gnt anage- 
schüttelt und vier bis tiinf Stunden lang in ein 

*) Journ. de Pharm, el de Ch. VI, 413. - 



'1 



GcsUcbe TOD Kochsalz und Schnee gestellt. Das 
Chlor Terwandclt sich dabei io Salzsaiiregas, wel- 
ches nachher durch Irochne Luti herausgetrieben 
wird, worauf man die Flasche von Neuem mit 
fenchtem Cblorgas füllt, gut umschüttelt und ab- 
kohlt. Dies wird so oft wiederholt, bis sich der 
Cbiorscfawefel in eine Masse von Krystallen yer- 
wandelt hat, die aber noch mit Chlorschwefel 
durditrinkl ist. Unter dieser Masse befindet sich 
dann ein schwereres, gelbliches Liquidum, wor- 
ober hcine weitere Mittheilungen gemacht worden 
s«W. Um DUO die krystallisirte Verbindung zu 
reinigen 9 wird Chlorgas in die Flasche geleitet, 
welches vorher über Schwefelsäure getrocknet 
worden ist. Dieser Chlorstrom muss. 10 bis 19 
Stunden lang unterhalten werden , wahrend man 
mit einer glühenden Kohle, die man unter die 
Fbsehe halt) die Krystalle von der erwärmten 
Stelle- an eine kältere treibt , um während des 
Durchgangs in Gasform so viel wie möglich die 
^Wirkung des Chlors zu Tollenden und die Kry* 
staue von Chlorschwefel zu befreien , was jedoch 
nicht so Tollatandig glückt, dass nickt einige Pro* 
cmle dariq zurückbleiben. Diese Verbindung 
kryslalliairt theils in feinen Nadeln und theils in 
breiten rhomboidalen Blättern. Sie erhält sich 
nicht beim Zusammentreffen mit Wasser, indem 
sie dadurch sogleich zersetzt wird mit einer schwa- 
chen Explosion, so dass es unmöglich war, sie in 
dieser Form zu analysiren. Wird sie aber in ein 
gehörig trocknes und .an einem Ende zogeblase- 
aes Bohr gebracht, dessen anderes Ende dann 
ausgezogen und zngeschmolzen wird, und darin 
aun sich selbst überlassen, so findet man sie 



72 

uach 2 I>i9 3 MoDaten halbgeschinolzea und breiig 
geworden, und nach 3 Monaten kal sie sieb ia 
ein klares Liqaidam verwandelt, welches sich io 
dem Maasse, wie der Chlorschwefel Tollkom- 
men davon abgeschieden ist, fast völlig farblos 
zeigt. Im entgegengesetzten Falle hat dies Li- 
quidum einen Stich ins Gelbe. Dies scheiat nur 
eine isomerische Veränderung zu sein, indem sich 
nichts daraus abscheidet, weder in Gasform noch 
in fester Form. Dieses Liquidum erhalt sich bei 
— 18^ flussig und sinkt wie ein Oel in Was- 
ser unter, von dem es dann allmälig zersetzt wird 
in Schwefelsäure , schweflige Siure und in Salz« 
säure , 1 Atom von jeder der crsteren und S Ae- 
quivalente von der letzteren. Für die Analyse 
wurde es durch Salpetersäure zersetzt. 
CUorwasser. Riegel und Walz*) haben das Vermögen 
des Wassers untersucht , bei verschiedenen Tem- 
peraturen mit ungleichen Volumen Chlorgas ge« 
sättigt zu werden, und ihre Versuche stimmen 
mit denen nach Pelouze im Jahresberichte 1844, 
S. 61. mitgetheilten bis in die gewöhnlichen 
Grenzen der Beobachtungsfehler üherein. leb 
will hier die Resultate beider anfiihrep , reducirt 
auf eine vergleichbare Form , wobei das Volum 
des Wassers = 1 ist. 

Pelouze 
00 Temperatur 1,75 bis 1,80 
+ 50 „ - „ - 
80 ^j 

90 „ 2,70 „ 2,75 

100 .,^ 2,70 '„ 2,75 



R. nnd W. 


1,50 


bis 1,60 


2,05 


„ 2,10 


2,50 


„ 2,60 


2,65 


„ 2,70 


2,90 


„ 3,00 



•) Jahrb. für pr. Pbarmade, IX, 154. 



73 




Pelouze 


R. und W. 


12» TeMpentnr 2,50 „ 2,60 


2,65 „ 2,75 


14» „ 2,60 „ 2,60 


2,60 „ 2,65 


16» „ 2,45 „ 2,50 


2,35 „ 2,40 


30» „ 2,00 „ 2,10 


1,80 „ 1,85. 



Für deo Apotheken - Bedarf empreklen sie das 
Wauer bei -(- IS^ zu sättigen und es dann in 
'cB Anfbewahrnngsraum in ungeraiir dieser Tem- 
penlir ZD erhalten. Ein guter Korkstöpsel ist 
nacli ikrcr Ansicht eben so gut wie Glasstöpsel 
{iet entere pflegt jedoch gewöhnlich gebleicht, zu 
werden). Zur Beslimmnng des Chlorgehalts im 
Qlomasser halten sie die Indigo -Probe für die 
kfoemste , aber am sichersten , dass man eine 
gewogene Quantität von Quecksilber im Ueber- 
sdiots mit dem Chlorwasser schüttelt, bis des&en 
Geraek nach Chlor verschwunden ist, worauf 
'am das vermehrte Gewicht des Quecksilbers den 
Chlorgehalt ausweist. Wird die davon abfillrirte 
Flüssigkeit nacliher mit salpetefsaureui Silberoxyd 
Stallt, 80 ist ein Theil von dem Chlorgehalt oxy- 
'iH gewesen und Salzsäure durch Zersetzung des 
Waners gebildet worden. Die Grösse dieser 
Z^netzQog weigt das Gewicht des Chlorsilbers 
*0S' Der osydtrte Theil kann chlorige Säure ge- 
wesen sein^ weil sich dieselbe nach ihren Ver- 
fielen io der Kälte und in verdÜDutcm Zustande 
Hlea Salzsäure erhält. 

Bekanntlich war die Oxydationsreihe des Jods Jod. 

^tt kochst nnvoUkommen bekannt. Wir ha- ^^"" ^'y^ 
L^ II » • davon. 

^ allerdings niedrigere Qxydationsgrade als die 

^*ve vermuthet» aber sie konnten niemals auf 

^ befriedigende Weise dargestellt werden. 



74 

Dies ist nun Mi Hon*) geglückt, indem er ein 
Jodoxyd in isolirtem Znstande dai^estellt hat, und 
ausserdem eine Verbindung , in ^velclier offenbar 
ein uocb niedrigerer Oxydationsgrad entbalten isl. 

Er hat den Einflnss der Salpetersäure und der 
Schwefelsäure auf Jod und auf Jodsänre unter- 
sucht,, und dabei stiess er auf diese ftieuen Ver- 
bindungen* Ich will in der Mittheiluiig die Ord- 
nung seiner Versnebe befolg<rn. 

Salpetersäure, welche mit 4 Atomen Wasser 
verbunden ist, iibt keine Wirkung auf Jod aus. 
Mit 3 und mit S Atomen oxydiH sie das Jod in 
der Wärme und bildet Jodsäure, wcilcbe in klei- 
nen Warzen ansehiesst = 31 + 0. 
* Enthält aber die Säure weniger als 2 Atome 
lY^sser, so greift sie das Jod in der Kalte an, 
wenn dieses fein zertheilt ist, wie es am besten 
erhalten wird, wenn man Jodkalium mit Cblor- 
jod niederschlägt. Man reibt das gut von Was* 
ser befreite Jod mit ungefähr seiner zehnfachen 
Gewichtsmenge solcher conceutrirter Salpetersäure 
in einem Mörser zusammen. F^ach kurzer Zeit hat 
das Jod sein Ansehen gäiizlich verändert und sich 
in ein gelbes Pulver verwandelt. 'Dann wird die 
Säure abgegossen, wenn sie sich^eklärt hat, und 
durch eine neiie eben so grosse Quantität wieder 
ersetzt, die man damit zusammenreibt und iiacU 
dem Klären davon wieder abgiesst. In ilieser 
Säure ist dann viel Jodsäure aufgelöst enthalten. 
Das gelbe Pniver ist saipetersauves Jodoxyd. 

Um dieses sul^erMure Jodoxyd ion der freici 
Säure zu befrisien , verstopft man das Rohr eine; 



-) Aan. de Cb. et de Phys. XII, 330. 33€. 353. 



75 



Tridiiers mit Asbest , legt die Hasse in den 
Triebter nndl laset sie darin abtropfen. Weiter 
koouat man nichts nnd das Salz kann nicht ohne 
ZenefzBog weiter behandelt werden* Dnreh 
Wime bb4 dnrcb Wasser wird es in Salpeter- 
siare, Jodsinre und in Jod zersetst, und durch 
Salpetersinre wird das Jodozyd darin , selbst in 
^r Kalte ^ in Jodsaare Terwandelt, wenn ihre 
EiawifkBBg einige Stunden lang fortgesetzt wird. 

Man nimmt dann die Hasse ans dem Trichter, 
kgt sie anf einen trocknen Ziegelstein nnd lässt 
•ie dtnnf so lange in der Lnft liegen , bis sie 
liebt mehr tob Salpetersanre rancht. Wenn sie 
sieht BMhr niueht, so bringt man sie in einen 
Exiiecalor iber trocknes KaUihy4rat, bis man sieht^ 
iui sich ihr Ansehen nicht mdw Terandert. Dann 
kit ein masoigtr Wassergehalt, der bei dem Ver- 
weilen in der Lnft anf gesogen worden war, das 
J«doxyd von der Saure abgeschieden, welche dar- 
isf verdunstete und von dem Kalk eingesogen 
wirde. Hierauf wascht man sie auf einem Fil- 
traoi zuerst mit Wasser, um Säure zu entfernen, 
»ad daau mit schwachem Alkohol, um, abgeschie- 
«ieaet freies Jod wegzunehmen , woranf man sie 
iber Schwefelsäure trocknet. — Auf diese Weise 
erbilt man jedoch nicht mehr als Vxo Tom 6e» 
wicht des Jods an Jodoxyd ^ das Uebrige Tcrwan- 
Mt sich in Jodsäure, welche Ton der Salpeter* 
uare aufgelöst wird. 

Die Behandlui^ der Jodsäure mit Schwefel- 
^nre gibt eine reichere Ausbeute. Das Studium 
'es Verballeos der Schwefelsäure zu Jodsäure ist 
wichtig such wegen den Terschiedencn Heinun- 
S«B, wekbe dariiber geäussert worden sind. Gay- 



76 

La 88a c fand keine YerbioduDg zwischen diesen 
Saaren. H. Dary entdeckte und beschrieb eine 
Verbindung, welche Serullas nicht darznstel- 
len Termochte, und nachher haben viele Chemi- 
ker Davy's Erfahrung für einen Irthum gehal- | 
ten. Millon bat geseigt, dass sie kein Irthum i 
war und er bat mehrere Verbindungen dargestellt. 

Die Jodeaure löst sich in siedender concentrir- 
ter Schwefelsäure auf, und kühlt man sie dann so» 
gleich ab, damit keine Jodsäure zersetzt wird, so 
erhält man Verbindungen zwischen beiden Säu- 
ren* Setzt man aber das Erhitzen fort , so geht 
Sauerstoffgas weg und man erhält Verbindungen 
von Schwefelsänre mit Jodsäure und Jodoxyd, 
und wird das Erhitzen noch mehr verstärkt, so 
werden diese zersetzt, indem sich Jod entwickelt, 
und andere neue Verbindungen gebildet werden. 

Man erhitzt 150 Tb. concentrirter Schwefel- 
säure in einem Platintiegel bis nahe zum Sieden 
und rührt 30 Tb« fein zertheilter Jodsäore in 
kleinen Portionen nach einander hinein. MeLr 
löst sich nicht darin auf« Nach der Auflösung 
wird der Tiegel sogleich vom Feuer genommen 
und eine Stunde lang stehen gelassen. Setzt sick 
dabei ein gelbes Pulver ab , was bäuflg in Folge 
einer zu starken Erhitzung stattfindet, so wird 
die Säure davon abgegossen und dann unter ei* 
ner dicht schliessenden Glocke stehen gelassen. 
Während 5 bis Stunden setzt sich nun eiwu 
weisser pulverförmiger Körper daraus ab , von 
dem man, wenn er sich zu vermehren aufgehört 
bat , die Säure abgiesst , indem man das weisse 
Pulver auf einen trocknen Ziegelstein legt, den innu 
in einen Exsiccator mit einer möglichst kleinena 



77 



Gtocfce Bod mit eiaer möglichst grossen Oberfläche 
▼Ol SchfrefeUiure stellt. Diese polverförmige Ver- 
bfodaog wird durch Wosser zersetzt, welches 
Schwefeloiore mid Jodsäare von einander trennt 
■od anflöet. Die Verbindang besteht ans J-}* 
3S + Sä. 

Nach einigen Tagen fÜngt eine" andere Ver- 
bindung an sich abzusetzen j aber es sieht aus, 
als wurden mehrere gebildet , eine nach der an- 
deren, welche immer weniger Sebwefelsiure im 
yerhallBMS zur Jodsaure enthalten. (Wahrschein* 
lieh gcsehieki die Absetzung derselben aus dem 
Grunde, dass die Schwefelsaure Gelegenheit hat, 
immer mehr Fenchtigheit aufzunehmen. 

Aus einer Lösung von Jodsäure in warmem 
fi'S setzt sieh die angeführte Yerbindumg =^§' 
sb, aber sie enthält 10 Atome Wasser =61 -f* 
385S. 

Wird bei dem Auflösen der Jodsäure in fast 
siedeader concentrirter Schwefelsäure die Erhitzung 
forlgesetzt, bis einige SauerstoOgasblasen wegge- 
gangen sind , so setzt das Liquidum beim Erkal- 
ten eine reichliche Menge schwefelgelber Blätter 
•b, Ton denen man die Säure abgiesst, und wel- 
che man dann auf einem Ziegelstein trocknet, 
wie Torhin angeführt wurde« Diese Blätter be- 
stehen ans 1 Atom Schwefelsäure, 4 Atomen Jod- 
ilore, 1 Aequivalent Jodoxyd und 1 Atom Was- 
ser« Miilon hat sich in Betrachtungen einge- 
iisacn, wie diese Verbindung angesehen werden 
teil, welche mit der allgemeinen Annahme schlie- 
«cn^ dass sie eine eigenthümliche Verbindungs«^ 
iri sei , welche den elehtronegaliven Oxyden an- 



78 



gebore. Ohne dies bestreiten zn wollen, will icb 
docb zeigen, dass es eine ziemlich einfiiebe Weise 
gibt, sie in Uebereinstimmung mit anderen Ver* 
bindnngen zn betraehten, wo Saore und Basis vor» 
banden sind, wenn man das Aeqnivalent des Jod* 
oxyds = 7 in 2 Atome tbeilt , aus den Gründen, 
welcbe ich bei der Salpetersäure angefiibrt habe. 
Dann wird die Formel = JS + J J^ + B. 

Lasst man die Entwicbelung Ton Sauerstoffgaa 
beim Auflösen der Jodsäure 7 bis 8 Minuten lang 
fortdauern, so wird die Flüssigkeit gelb und setzt 
beim Erkalten gelbe Krystalle ab , welebe gelber 
sind als die vorhin angeführten Blätter* Sie ent- 
halten 1 Atom Jodsäure weniger als diese nnd sind 

JS + 3'h + H. 

Diese beiden Salze werden durch Wasser zer- 
setzt in Schwefelsäure , Jodsäure und in abge- 
schiedenes Jod. Sie sind leicht löslich in erhitz- 
ter Schwefelsäure, aber unlöslich in kalter, und 
setzen sich beim Erkalten sogleich wieder dar- 
aus ab. 

Setzt man die Erhitzung so lange fort, bis 
zuletzt Jod anfangt mit dem Sauerstoffgas weg- 
zugehen, so entstehen anders zusammengesetzte 
Verbindungen derselben Art, welche ebenfalls 
gelb sind, aber hänfig gemengt. Vorzüglich Ton 
zweien derselben hat er die Zusammensetzung be- 
stimmt. Die eine bildete gelbe Warzen nnd be- 
stand ans 2j$ -f- H* Die andere bildete ornn- 
gegelbe krystallinisefae Krusten und setzte sieb 
erst nach Verlauf eines Tages ab« Ihre Zusam- 
mensetzung drückt er mit J^O^^-f lOS -f-H aus. 
Wir kommen weiter unten darauf wieder zorack. 



79 



Da in diesco Pillen bei der Zersetzung der 
JodaaBre durch Hitze und dureb die Einwirkung 
der Schwefelsaure niedrigere Oxydationsgrade her- 
vorgebracht worden sind, so wäre VeranUssung 
▼orhaadeo gewesen , zu versuchen , ob es nicht 
dttreb niigleiche Zusätze Yon Jod zu der Lösung 
▼on Jodaanre in Schwefelsaure bei einer weniger 
hohen Temperatur glückt, Verbindungen der 
Schwefelsäure mit noch ntedrigeren Oxydations* 
graden des Jods hervorzubringen. 

Die beiden neuen Oxydationen des Jods, wel- 
che Millon hervorgebracht hat, nennt derselbe 
Adde kypojodique =. J und Jlcide sous - hypojodi^ 
yace*) = J^0^9. Sie hsben also Namen von Sau- 
ren erbalten, ungeachtet sie hier als schwache 
Basen aoftreten und ihnen, wie wir sehen wer- 
den j die Eigensqliart sich mit Alkalien zu vcrei- 
aigen fast ganz mangelt. Der Nauie der erstercn 
ist mit dem von N,, Acide hyponitrique , analog 
gewählt worden. Aber es ist ein falscher Be- 
griff, sie eine Säure zu nennen. Da die 
proportionale Chlorverbindung den Namen Cklor- 
oxyd erhalten hat , so uiuss sie Jodoxyd genannt 
werden. Was die letztere Verbindung anbetrifft, 
so ist es nicht leicbt einzusehen, wie sie als^ein be» 
sonderer Oxydationsgrad betrachtet werden könnte. 
Man mSssle dann die ganze- Anzahl der Oxyd- 
Oxydnle z. B. der Metalle als solche betrachten, 






*) Eine Ztuamnieosetzung von sous und bypo , zwei gleich- 
bcde Uteoden Worten aus verschiedenen Sprachen, kann wohl 
chwerlich von Jemand gebilligt werden, welcher darauf 
Wcrtb legt, das« die Bildungninserer Nomenklatur nach rich- 
ogeo PriDcipien geschehe. 



Bi 

4*J d^s erste ulied in ' j veryrantlelt tvird; öder so 
viclj|.da9s,,yo)p 4^.^^ ein Aequivalent Jod erhalten 
wird* Naicli^dem sjc(i das Jod/»nbIimat oacti dieser 
Zeit nickt mehr vermehrt , wird der Riichstand 
aus,dc;qi^|lAbr -^eransgenQOiniep, mit Wasser und 
d^n,i9,il|it,^jhol)o| ^ewasclien und getrocknet. 

' 'Er iütern ni>hr oder wieiiigCi! hellgelbes rPatl-i 
ver.' '6aV Hiit 'iS&IpMersänre bereitete Oxyd iatl 
tiefer 'gelh^ -Wie SchweM. Dem Sonrnenliclrt'ius* 
gescifzt'Vierihtferl' es «ich nicht bder doeh nur ans- 
s'erst ' liAbt<tleu'tend. E« TerSiiFde¥t-?s{el» weder 
durch die^i^UFt n6cl2 dikrbh dercin Feudi tiglMfitend 
es ist Hof Kt!?n^'WeiW^ bygroSeopiseh'. (Ith bem 
sitze islAt['¥.^^''J^far eine mil" 'gatigst von^dAn £nt- 
deel;e^'*nitl^theirtei''Por<tfM Jodotyd f nnd isW hat 
sith noch nhve'rlJiiäert erhi4teh). Ztvtschen.^f'iTOP 
oAd 180^' z^^/etztli^M^'siel^ in Jbd<>ttnd in JoiAume. 
Von klilftfitf Wftss^ "^Wd-'b^- we^Äp au^elö^lfjmck 
vei<lnaer|i;''ab^ ^lrf(Aif4iisdendM> Wa«iei^:>vifa es 
ziefailich '¥tfMik *}rtp(JodteuM> nud io J4m1 zerMint. 
Dnrüb Atkolittl vri^d- M ebefifiills. weder airfgdiösf 
noch verändert. Es ^lökt' Meh'* nickt in kalter 
ScHW^Mhl^re ^ «()^ in-deil W^imümM «s da- 
voW aufgelöst' *ttlid aus ' d^r Lclsnag scliiesst beim 
Erkah^h sciiweffilb'iitii-es JV>d'o)cyd' rr T&^ -^^ an. 
$alpe((^rääiti'e föst eif'ln; di^f' Kälte nicht auF, tibcir 
sie' zersetzt eä'ih der Wlffme gleichwie Wusser^ 
SalzsMre bildet darriritCblotjod-i^dtebfov. ' E«ne 
Ltfsiing von Kiin 1n *Wiisst!r ^VMwkridd^ ifeh da- 
ibiV'sögWi^h^'tn' JödItaliüA'Wnd ih jvhTsMH» Vtfeliy 
Itb^r' von in ^iheitn ^hi^ cdntf^^Alrirten Alk'(fth«i auC- 
geib-StcW^AIbilP tiitid^t «s ^in weKi^'Alktdi'ilnd 
vfird dÄdnreh zi«gelfblli<) worauf M bah! Verstört 



83 

wini , wenn iniiB nicht die Losung BOgleiek ab- 
gtesot, Ale Kaliverbindlang auspresst und über 
Scbwefelsiare trecknet. lalfist man es in der Flüs- 
»jgkelt liegen 9 so färbt es si4;h bald gelb und 
4unm ist es die oben angefiihrle Verbindung von 
Sali mit dem Doppeloxyd, aus dem dieses mit 
Saure abgeschieden werden kann. 

Der Gehalt an Sauerstoff in diesen Verbin- 
dmgen ist dadurch bestimmt worden, dass eine 
gewogene Quantität von der Verbindung durch ge- 
wogene, wasserfreie Kalkerde in höherer Tempe- 
rafar getrieben wurde, wobei das Jod mit der ftalk- 
erde rcrbonden zurückblieb, so wie auch die Schwe- 
felsaure, wenn schwefelsaure Verbindungen uu- 
tersaeht wurden, uud wobei das Wasser in eben- 
Uts gewogener Schwefelsäure aufgefangen wurde. 
Der Verloat an Gas war Sauerstoff, dessen Ge- 
wicht nnsserdem , verglichen mit dem aufgesaip; 
netten so wohl übereinstimmte , wie bei Vcrsn- 
eben dieser Art verlangt werden kann* Die Ana- 
Ivae des mit Salpetersäure bereiteten Jodoxyds 
gab folgende Resultate t 

1,187 Gr. Oxyd verloren 0^33 Gr. Sauerstoff = 20,48 Proc. 
0^7 „ „ „^ 0,171, „ " ^„ =20;08 „ 

^aeb der Rechnnng muss der Verlust 20,17 
Proe. betragen. Die Analyse ist also hinreichend 
;eua. Aber wenn das Jod seinen Sauerstoff 
^friiert lind sich in höherer Temperatur mit der 
Kilkerde vereinigt, so wird für jedes Aequiva- 
leat Jod 1 Atom Sauerstoff aus der Erde ansge- 
tiiebeo. Ob dieser Abzug gemacht worden ist^ 
Wnmt mit keinem Wort an irgend einer Steife 
a der Abhandlung, vor.. Es darf nicht, ^er- 
aathel werden , dass ein mit allein R<>cht «p be- 

6* 



84 

riibmter Chemiker, wie Millon, dieteo Abzug 
vergessen liatlej aber es hatte «usgesprodiea wer- 
den müssen, dass er geschehen sei, weil im cnl- 
gegengesetzlen Falfe das Jodoxyd = I nnd das 

Doppeloxyd = J 4" ^^ *^>Q würde. 
Verhalten der Millon *) bat ferner die Wirkungen der Jod- 
oVd"tions- ®*"'*® ■'* OxydationsmiUel stodirt, als welches sie 
mittel. insbesondere kraftig auf organische Znsamensetzun- 
gen wirkt. Diese Versuche, wiewohl sie nur 
in allgemeinen Ausdrücken mitgetheilt worden 
sind, haben ein besonders hohes wissenschaftli- 
ches Interesse. Dieses Studium hat er mit dem 
einfachsten denkbaren Beispiel angefangen, näm- 
lich mit der Verwandlung der Oxalsäure in Koh- 
lensaure, und er hat es unter einer Menge von 
verschiedenen Umstanden studirt. Die Oxalsäure 
verwandelt sich ganz nnd gar in Kohlensäure, 
während die Jodsäure zu Jod reducirt wird. Ist 
die Quantität von Jodsäure zur Zersetzung der 
Oxalsäure hinreichend , so beschleunigt ein üe- 
berschuss an Jodsäure die Operation nicht. Die 
verschiedene Quantität von Wässer scheint keine 
besondere Wirkung darauf tu hiben, aber die 
Temperatur übt eine desto ' grössere darauf aus. 
Zwischen -{- iS^ und -f- 28^ Schlägt sich erst 
nach 3 oder 4 Stunden Jod nieder, nnd es ge- 
ben 5 bis 6 Tage darauf hin, ehe die Oxalsäure 
zerstört worden ist. Bei -|- 10^ hat nach 24 Stun- 
den keine sichtbare Wirkung stattgefunden, aber 
bei -(- 000 ist die Oxalsäure in wenigen Minuten 
zerstört. 



*) Jouin. de Pharm, et de Ch. VI, Itl. — Ann. de Cb. 
et de Pbys. Xm, 19. 



85 



fias Liebl bat ebenftlh einen nniiiiUclbaren 
I Enlatt dannf . Ein Gemenge, welche» bei + iO^ 
uwirbam aiebi, beginnt sogleieb Kablensäuregas 
II cotwickeln, wenn die Sonne dannf lallt, selbst 
hage Zeit Torber, ebe sieb die Tempeftlnr be« 
neriEkr erhMien bonnle. Die Optrafiom gesebiebt 
^BB eben so nseb, wie bei Tageslichte in eitler 
Tenperalnr Ton -4- W^* 

Aber aneb die batalytisebe Kraft besfiinnit hier 
iied«nisdie Wlrbnng, wenn keine Wime an- 
gewiadt wird. Wenn Ton zwei gleieben Gemen- 
gcB, die gleichviel Gas in einerlei -Zeit geben, 
^s eine «lit Platinsebwanm TerBiisefat wird , so 
haa dieaes in einerlei Zeit vngeflibr 60 Mal so 
viel Gas geben, wie- das andere« Platinbleeh übt 
Jicfle Wirhvng nkht ms. Die Qitantitit von Pla- 
tiaichwaMni hat einen bedentenden Einflnss, aber 
'le Verdoppdnng seiner Qnantilal vermekrt die 
Wirkaag nicbt am mehr ab um \. Hineingeleg- 
te lad rermebrt die Wifhaamheit liemerkbar, da- 
^er wird ancb die Operation aiehlbar besebiennigt, 
«eaa sieb Jod darin niedersnseb lagen- anfüngt. 
IMIeapnIrw bat eine alinliebe Wii4samg* 

Aigtgen besitst Cya nwaoac ratoffslore die Ei- 
Seasekaft den PprIgMIg de^ 'Osydatieti ganz anf- 
sshckea. Ein Gemenge Ton 10 Grammen Oxal- 
•iare and M Gr. JodMInre in SO* Gr. Wasser 
•■fgdost , warde^ als es in vdlligei' Zersetznng 
^fen war^ mtf «O TiopTen BlnnSiure Ter* 
anekt, welche 15 Procent Ton ihrem Gewicht an 
«userArcfer Maiisihire enthielt. Die fintlricfae. 
^■S von ifioblensiaregas U^te sogleich 'Sfuf^ so 
^s sie nickt einmal bei + dOo bis Mo wieder 
Wrvargernren werden konnte. E^ erhielt sich 



86 

14 Tage lang unvUffindlerA. . Aber nach 3 Waclieii 
liatte dieCyaoKvafifievatoflbäure Joäcyaa gebildet, und 
dann fing 4ie Gafientwifkeluog von Neneoi wie- 
der an« Beldieaer Gelegenbeil bildet 5ic;h aiicb 
ein fiteaig Jedwasf efstoffaipii^e, welebe f(ich nnge- 
aehlet i^t Gegenwürl von Jiods^ujce .unv/erändert 
erkalte wniroi» aber die Einm^ngupg tqu Jodcyan 
die Ursaebe ist , indem dieses fiir 4cr^ weebsel- 
seifige Zersetsnag ein abnlidiea .HiaderfiiAs ist, 
wie die Cyanviasseratol&aiire fKr die Qxydalion 
der Oxalsmrew 

Die Eif^wirbong der Jodsiure auf tern$re «od 
quaternare.KMLydirle Körper ist den^nnregelmassig- 
sten Verscbiedenbetteii unterworfen« Gewisse da- 
▼on werdto ginzlifih zu Kohlensäure and j(a Was- 
ser zerstört, andere geben iatermediilre yerbia- 
düngen, .afeid andere werden gar iiieht dsdurch 
äbrstört« Es ist Mar, dass, wenn dies Verballeu 
eiikaial speeifisch ansgeaiiUelt.sein wird, Auswege 
zur Absebeidung , Reinigung u < ß* w, gefvonnen 
w^erdea: können, von welehea wir aoeb beineo 
BegfilT. haben. 

Millo» hiLl die Toa ihm mit Jodsamre geprüf- 
ten Körpnria drei Kkssen getbeilt. . Die ersle wird 
Toa denen aiisgemaefal,: welebe.f^ie die Oxalsäure 
zersetzt werdifin ^ als Ameisensülire , Weinsäure, 
Citrof^en^aure,. M^bonstnre, MiUhsiure, ScMeim- 
säure, Stirbe, Zucker, Dextrin, Gummi, Mikb- 
zueker,..Salictn. Bei/|Uen diesen, wird die Ver- 
•nderuHg Awpch Cyänwasserstoffsiiiire unterbrochen, 
Adbsl bei -f.lO(K>, aber PlaOoseliWSmm uyid Son- 
neiiliekt ib^sehleunigea sie.^:,>Die zsutetle nmfasst 
dlejei»igetf, irelche die Jofdsfiuffe. mir einer, so po- 
sitiven. ;Kjraft zersetzen, daef» diese nicht durch 



EsngsiDte, Butlenaore, !ftwnRl4«IM#'fi'.>.r.:?il<*W* 

"■Id^i.I . . .. r- , .jäBL , .:■; •r»in's'l lüi" il'l 

»mit kvHA\v'ifiumw,iAi^\mM*>ff^:'. M 

»«Wffiwe Jodaiare , veranrf^{yg{j4||f|^ WÄW 

•iAM.«rtHttt.».,w r;.,.,«!,;) iib 3lriur|«iA .1....''« ■"■:';"!' 

««Uai«>r,>>i»«ii,l>«iuMM» im Mk'tdMi.Wr* ««>■• 

^wbiBJoBgep /B!ill!Jl!BU|l«»Oi,kö«»¥f« «JwK Wf«l*!^^P 
•«I wieder heig|^f^i^l|, »ff/e^ei»., ,w<5iifl, «}••• ^kn 

') Poggtod. Ann. LXll, 4^> .i.uii.' i 

") LoDd. and Edinb. Phil. ^^g.^XlV, 194» 



88 

BontickitoffUift finita Bf^MllMliitet'. AlsiMstc 
Bn-eitungsmetbffde de« BoMtlüksioff» ']|tbt ef jetat 
tolgead« «tai 18 thiiUe QtMdtsilbercyAiiid, 'l^Th. 
WaÜMirftele Borsittre nnd i Th.'^liW^"WiWI«n 
VUMiiudit'tind'erililkt. ' ' < 

Er gibt ferner aa , das« es xwei BoritMMHiffe 

giB^VOB atiiito delr eliie ^War ufebt üi d«r Wciss- 

'^tfl&btujfc '^er^i^t wird V'itcb aber '^oi^b 'Was- 

b«^^&iei gew81ÄflteberTeinp«viNÜr ttad^aa^kSal«- 

iliTre^zeMilit: Er piMsjthorMriH iii«b»«li«iai Er- 

'bfi^cfn. Diesijrntes, weiai<!^\^att«nJ'Wird, «»«iin 

iriaii ■Bbi'sivre akd MelliW j^Mslilitien '«rbfttt. Dfer 

*4Vaeife , "ttrydüfer silpelersiare'uid 'RMngirtvaster 

^Viiirtilgf, "UU w^iteUn' Vtfr dÜniri^AMtire so stark 

^hospboriäbilkr-iit dc^'%iri|;e, ii««fclier >lih«li der 

'B^bafadloä^- der üötiAdMn'BiliMm' Mt ''K«*igs. 

■«^sser alälHIdkUUblV'' ' '; - '■'•'■' 

«•ileiutof ' "'"'Ebelli^'e'a ^j''^bt'-al8 vöVtreffiiebÜ diid' leichte 

und Verbin- K^^>,t^^^eD^^d^^„Blaylga8e8(iHbil'dettdeu 6a. 

b«n. fl^)- föIgfMl^ Ih i Mmi trUM tik efaiekn »Mgenes- 

EUylgat. geiieii Apparate ein Gemenge Ton 8 fiieilen ge- 

äektnhikeMier mfA dlilitt fein getiebeMriß^rftanre 

. 'Ikii^l Tfc:'l¥aiMferfk«ien Alkohols. Die Bonime 

¥rfr«lhiigl sieh mit i Atom WsMOir noil <dot" Alko* 

liol Wird seriietst) «hne^efhofelT'su' -werden. Das 

ihM kommt in ^nete gIftiehniMslIgen 8troW4 

Oxamid. ' VtflijheP^ hat ifli olttei^ sohf > attsf&hrlilsheQ 

Ablnindtung <tt beweisen ^esneht, dass das Oxa- 

mid nteht als ItH*-(>€ betrachtet wenden mussc^ 

nnd ttass'das Amid nidKts sei, *so lange es nicht 

fBr sich diiYgesteUt wek'den'hönne. Dagegen sei 



*) L*Institut, No S48, p. 318. 
**) Poggcod. Ann. LXl, SS9. 



89 



Der Betreu' ditur bM' darltt 'Itegeto , diss mnü, 
weoa tiuelMuug'^ön OtikiäA ftf'yUÄMttdfciii' Wäh- 
ler mit einer LtisMi^' loa esA^iiiaiiem BMäiirjfd, 
die Bit kaiisliselieiD AmnoaMk versetst ^pMlnlliAi 
Ut, vemiackWHfii;' tL&t'miiinehUf lilkfilt, 

ler aber JSk'^ettettjih ^Vk%xMiAT^ettk Bkiöi^d 
Uli rou btti^CUtJ^ettMlffrii^«di^^diM, 'WäAn 
das Wm^toAi dM«k'»'AYöW 'fiUtdijrilrMti 
weiden siL HEite^rla^li^ ^büMYtVl^iltfM^lllfb 
ksemletcn ^ Weriitf ''•ar>idi«MddoUyii«(dliM" VwiA- 
die iegto^ 4tt<i fcMimi vUki^iriflUef ^«dllch Ar 
väly KeMisrndvo diMfO](«ihi4<Miitik^7U*4Ailei. 

Ei W'«ioqn.feiMt8ii>Zheir:iAM\iflndimAAlii 
veibaiMliiagcD idnrdigeguiBeh '»midi Int fgentgl, 
wie aie ia DdMteioetikumfag mit! dUser AUidit 
ktnchlet werden sollen ; zul^ftiik^mmA enabfidie 
AnidederMeteUe nad der Melalhakb^ *wo er «in 
asiunen^seteteiaadicUiroiiM^taUySticUBt^Mid 
Wasmi^likff bildhl^ ;dine«a beiiieijkenylidbB^^^ 
hU-Aaade, die einftthaten, «m leUbteiietaiaaBieben 
■ttd IM acMrierigsteo misaxoTetatebradeniAinid- 
▼crfcudliaga didganteeA^ihelMidhiMlfr wvttUiger 
BiiMMe tmli detf^ Amid - Ankicbt 1 4leliM^0d fiir 
'«Mibe 4eff «roodphiier «ind y< Während bie da- 
pgea nacli seiner Ansieht zu AnsnahadsB.iilMr- 
pktt, welche mal ieinea ^ cnn «criendAiMlalinie 
«Hfclirt weiden mnsstcn. Wie. kiebl» würde e» 
>eia, die orgMisebe 'AhthMnn^ derJOMdmie in 
«sen nndtttcfadvingHefaefei^Nebel in^rmmifimielm, 
wean man agfsngen wollte anf diese Weise zu 
ikcorelisiren. Wir habta gevris« nodi «nriehtige 
Aasichlen in Menge, alfer tWoMen' wii* sie gegen 



' !. /* 



90 

fifid^re v^rUciscVeii.^ .|iip.^^ßaf;|i yrfi^lgsfens die, 
yffclAc.ßfk i|fjrc,6te^|(q. ^öifiiieq^. 9«Ueii , deallicU 
rr,cMig<U" ifiid,iC% ^fir,!*.^fiT)"^ *f?»«W5 blosse Va- 

r^l^Wfi^'JM .1'»/ ilrij« >iiii,;.*. lii'jil'.^.l:. -i ;i . 
Koblensuper..9iiml»l4mK(^9lMiifaelni4llt4^^^^ «»(* 

Ä%c '^^^ «lrfwy«i%;AnlL«u8^»«if»gepiiwrlMg«hndeii, 

Säure. .llM*lUh.%>C«eti0^f&,.^blld^e|i ilin des- 

biill/JMiWp0ib/ibitU^8e&wf|%e Die 

.Qrämle Oä diese iVfar&qderiuig^biD: der. Andeht, 

iwaktbb lieUb iinii ^slgcndlSBiiiiiktfatellen -»iweide;^ 

.sbBtHieQ AiHrKgBlligiaii «abi. '^DiiillvrAiCMig dk- 

.8eriVtrliiQddBgl^««seIck«' iiik iKäktigsiissskr^kö «II. 

fas«i<st)4ifl;g8iMii.i7geichiel4, likt'i ans Kolke ▼»! 

9M6lito'.<iHU,ftCf^ebigeci«a8x«r4Mtii gelehrt.; Sic 

<'«w4oa^eliilkli:JdUisltBB ,; tehs.«» ScUWeCbHUik- 

•ItneloffiDhiBbi'Saiafine i.uad*' ^iti Bhivusleii^ in 

reittIte/MirsdklofaeUcoflinkaekBiheL 4-,3M .aiHige 

.'Ik^udlaii|;< «lebcblttsbt- \üuA\ deirf. Goneiige: :daim 

dk8liyidl;pii«%eliei ;);sie -.ibit^^ditii: iWaste0ia»|iUii 

-'iiUirgeiitui'i.fir.if A rs JtiiMi^. •; uir-. .. .^ . 

Koblenchlo- m« .! AebkndektitiaD/sie niA lekaALösdn^'wonßAwet' 

^^'^f^'^f'&iyigt^^^uteAm iUiuiliol.odier.Wsseery .oder von 

•iZinhchlWnr ^ bd^i SkkmcklnmBäfMf^^ i» . Wasser, 

s#*l«stf4M/sidi liiil Slaibet*>WM>itt^'Entfviclcelttng 



91 

aof. Sie verliert di^be« i Aequivaleot Cki^f 1^4 
vemaaieit siek jlrfufeii ii^ ICoMeiM/iIorM-^cAi|/^r 
Ug€ Smre = CCl ^S, wtklie die £i^i*cLftr* 
le» einer SidreiftesiUI aiid*.f«elcke; sick ior-d^lr 
FloMigkeit «nlMt. DicMiSibve wird dntfdi d«l 
Zitritt der Luft 8eMetcty'iiHdifiki..iio'£aiier8löffg«0 
^laae ftii8«vbivl.> Sie kobold» deebaib Aie&ti'^ft- 
uwr «otemrebl: (Werden« "BleiiiarfdMMaiiiitj-aielitl 
iktt nere lleaetios wcg^f'^KblUeilnti mirieiite 
Pnbe TMü der Verbindaag dieser 'Slmnet' mit JSeli 
giligsl mitgeibeilt, zadumn^BgcslStfel'aub KS6€A^ 
ff SC€I. Chlor wird AivoH nbsorHryl tiiicl ;^tf«Vai 
KMensuperchhrid - sektv^ge Sdiirt' liiktfei^gfe- 
sckitgeo« . ' '..•.•■■>. .1- -;,• . ..ii", .•,..,..,.1, . 

Wird ibre Lögung in Wasser ibit Kali 'ge^ Formylcbiq- 
«ittigt und gekoctft, so bildet sieb di*eb I*»^ ""^ " ?jj;''"" 
corporimag vo« ^esttiiidtbeHeli des -l^alMM Mvie 
slirkere Sinref. Eine solcbe'AothabtM iPokr^'W*^ 
wr, Bicbt als Wasser, sAndertvials Wasserstoff 
asd Saaerstoff,* ist ansserdem ein aSebt liiig^vrehn«- 
liclics Verbahen . Die Säore verliert f.. Aoful va* 
kat Cblor «nd urereinigS aiöb< läU den Bealaad» 
tlieilea von i Atoaa WaAsiefA, v.mUL dnd|Mreb ehl- 
*^i mit 1 Atom viMii.deni KaUi^fiio^^Sfls.^, dest* 
■eaZaaam^eaaetzDng aidi> miiA ;)- (C^H?»l^nfr S) 
Midriieken lisa*. . Die Siiure i dkrAi i^ :iilao : Di* 
HiioasiMe, gtpaaH mitiFafffaijliBklörld^ 'v#esk«lli 
«ie Formylekhrid -iDiihiQnlifäurÄ . g«naMit ' weeden 
W. Diesei Saure bat K«ilr«:'da#ge8teUl'^ lin- 
itm or das Katiaklz in, Alkdköl auflösl^ wdldas 
^i dti^tts iQit SokwefdUaarc niederaeblng^ i»el- 
cbe varsieblig binuigeselzt wMde* Dann wurde 
^eUiii^gülirirt und rardunatct« ;Am dorn saa- 



92 

tcn Rückstand tog Aellie^ iie • iiene Saure 
mi8 , welche nach der frehviUigeii Verdonetang 
de» Aethers reia sut iekblieb , aber nachher zer^ 
floss. ini luftleeren Ranne über Schwefelaaure 
krJ^sUllwIrl «ie aohffierig In kleinen Prismen, 
welobe in der Luft wieder xerfliesaen, aber obne 
«iefa^amdcbfigeil durch die* Luft in ihrer Zuaam« 
«aeinoctaung zn irenUidern« Sie iat eine sehr aUrke 
Saure ^■' sie -wird bei der 4roeknenDeatillalion durch 
eine höhere Tenperatnr serscM} aber Königs- 
VMßset :nnd Snlpeteraäure wirken nicht auf ihre 
2^i|san^en8etoung und sie lassen sie nach ihrer 
Ab4estiUation nnveränderl zurück. 

Koblensuper- Eine andere Saure wird erhalten ^ wenn man 
^ibiodsä^ Kohleusupcrchlorid- schweflige Sfiure, C€l* + S, 
in KaUlange oder Baryt wasser bis zur TöUigen 
Sättigung .der Base auflöst und die Lösiing ver- 
dunstet y -worauf ein neues Salz ausehiessl nnd 
das leiokter lösUche Chlorkaliuai oder Cblorba- 
rinm in der Lösung zuriicklässt. Diese Salze be- 
stehen aus R -(- €€i^ + S. Die Saure darin ist 
also gepaart mit KoUensnperchlorür, und sie kann 
MCohle h&mfe tchiUfmr*BiAi6n$äure genannt werden. 
Sie enlsteht auS fi Atomen C€P -f- S, welche 
1 Aequivätent Ciiiolr • verlieren , bei dessen Ver> 
einigung taiit Kalium sich 1 Atom Sauerstoff von 
dem Alkali abscheidet und ein Bestandcheil der 
neuen 'State wird. Aus dein gereinigten Baryt- 
sulze bann die^Barylerde Misgerallt und die Siure, 
welebnf dann in der Lösung bleibt , dnrob Ver- 
dunslCB • im Bxsiccator krystallisirt erhalten wer- 
den. See zcrfliesst in der L«fk. In den Kvystal- 
len ist die Säure mit 3 Atomen Wasser verbunden. 



93 

Kolbe bat mir gütigst Proben von den Sal- 
zen dieser Saare mit Kali, Nairon nnd Silber* 
oxyd mitgelbeili« ; Die . beiden eraieren sind kryi- 
sUUiairt uod. di|a letalere ist ipulv^rlormig ^ und 
merkwürdig g<ewig'aacb einer 20 Monaten langen 
Anfbewabrmig,. obM besonders vor dem Zntriit 
des Tageslicbtes gescbüi^l gew^aeii za sein , nnr 
wenig grauliob-gewordi^n« 

Ln genaueal0n:ZiiSAaaaflenbai^^ biennil steblKoblensoper- 
dieDamas'flebeCblomigsigsia«}, über deren ver- ^'"'^^J^J;"^ 
scbiedene Znsammensetftnngaart icb eine andere 
Ansicbt ak Dnmas gebebt babe, welcber sie als 
Essigsanre belraehtete^ ia deren Rudieal derWari 
serstoff dorcb Cblor ensetzt wonilefi sei, während 
ieb sie als Oialsänre attsah ^ gepaiurt m|t Koblen* 
snpereblorttr, wofiir die vorbecgebc^nd^ Saure nun 
ein 80 spreebendes analogfss Beispiel gibt« Die 
von mir geiusserte Ansicbt bat dnrcb Kolbe'^ 
Versuebe eine weil^re Stiitke aneb dureb eine 
neue Bereitnngsoielhode erbalten. Wird Koblen* 
ehiorid , C €1 , unter einer Bedeekung von wenig 
Wasser in einer Atmospbare Von CUorgas dem 
dtrecten SonnenLiebte aq^gesetzt, so absorbirt das 
Chlorid Cblorgas, es verwandelt sieb in Super* 
eblornr und- t* Atom Siipercblorür w^hselt im 
Bildongsmoniente die BestandlbeUe mit 3 Aloroen 
Wasser, wodurcb 1 Atom Oxalsäure entsicibt/i 
welebe sieh mit 1 Atom unzersetzten Kofilensiji- 
percblorurs vereinigt zu Koblensnpercblorür-Oxal- 
säure (Chloro:|alsäure), welche ausser neu gebil- 
deter Salzsäure in dem Wasser anfgelösl bleibt. 
Wenn man sagen kann, dass Dumas' s Ansicht 
dureb die von ibm angewandte Bereitnngsmetbode 
aus Chlorgas und Essigsäure gerechtfertigt gqwe- 



94 



seil sei, so ist es klar, d^ss die entgegengesetzte 
Ansicht ^arck'Kolbe'9 Bereitangsmethode völlig 
gerechtfertigt ' wird. ' Keine enthalt aber einen 
eigentliehen Beweis, dieser leitet sieh allein ans 
den jetzt- angeHihrten , der Ghloro^ralsSure analo- 
gen Sittren ber^ bei denen die Dtomas^sehe 
Ansieht keine Analogie mehr bat. 

DieCbloroxalsäure wird aoBserdem nach Kolbe 
auf eine noch andere Weise erhalten, wenn man 
nHmlteh Gbloral kiige Zeit mit ränctiender Sal- 
petersaui^e kocht-, nach der Zerstörung des Ghlo- 
rals den grössten Tbeil der Salpetersäure abdestil- 
ttH, und dann den Rückstand im Inflleeren Ranme 
über Kalkh jdrat Vetdnnstet , wobei die Chlorozal- 
fiäiire in Rrjfsthllen zurückbleibt, sehr rein und 
frei sowohl von Oxaisaure als auch vou Essigsaure« 
''- Für diese Ansichten ist es Reibe geglückt, 
neue und wo möglich noch sprechendere Beweise 
zu finden > näbilieh durch Sabstituthsn des Chlors 
durch Wasserstoff in dem Paärling*), welche gleich 
gut geschieht,' es 'mag Dithiorisäure oder Oxal- 
säure dicl^ureisein, uni) wo ies sich also zeigt, 
dass die SSure Eins , und der Paafrling ein An- 
deres ist. '^ •• . 
' ' Wird Kohlensuperehlorär-Dithionsänr« in Was- 
ser aufgelöst und reines Zink hineingelegt , so 
löst sich dieses ohne Gasentwickelung auf, und 
iik der Lösung ist dann 1 Atom Chlorzink, Zn€l, 
auf 1 Atom Pormylchlorid - dithionsanres Zink- 
oxyd, ÄnSC«H«€P enthalten. Durch Verglei- 
chuhg dieser Formeln erkennt 'nian,' dass 1 Ae- 
quivarlent Chlor mit dem 2bk 'verbirnden aiis- 



•) öfVfirsJgl af K, V. Alcad. Förhandl. 1B44. p. M#/ 



95 

;elrefeBeti tit/nftd ihsB der* Wftfts^M^lf^ wel- 
cheo 1 Atofti Zink bei i(ftiB«rO«yd»rio» ftl^'i Atlmi 
Wasser ausgesfchiedeifr-biin,' in drw'Paarling ein* 
gelrctett ist, Hin das Clifer'^isa erael^iii 

Setz! man bfei diesfe'r LS^utig *ikis Ziiiks ein Elavlchlorur- 
wenig Scbwefelsidrre VAizu , so'^ecbi/etii' steh 1K * lonsaure. 
AeqaiTalciite Chlor ani'^ btid diese Lcisiiii'g ent- 
halt dann schwefeisabre^Zitflsoxyd,' Clilorzink und 
ein Zinksalz von einer neuen 'SaiiVe==:2nSC^tl^€l^ 
worin also die ttiibioh^aure das Elaycltornr, tum 
Paarling hat == t^tf^bll*;^!^ 1 ^^le Jci^n Elajl- 
chforur - Ditbionsäure g^n,annt werden* . Wie viel 
Zink oder SebweteUSure man auch 'zusetzen mag, 
fo kann doch dem Elaylchloriir njcht weiter sein 
Chioraquivalent entzogen werden. Aber wird, die 
mit Koblensupefcnlpriir;» l^ormylclilorid oder mit 
ElaylcLIorür gepaarte/ Ditliionsäure . dem elekiri-, 
sehen Strom von 2 liis 3 Paaren des Bunsen'- 
schen Kofilenzink -f Apparates zwischen zwei 
Zinkscheiben ausgesetzt^ so wird dt: r Chlorgehalt 
gegen eine gleiche Aequivalenlzahl Wasserstoff 
ansge Wechsel ty und alU 3 geben eine neue Säure^ 
worin d^r Paarling <Jlt.5 ist, =; CH^' + S. OQGri^n- 
men Koblensup^rcJf|ornr-p/ith^oigpiinre können auf 
die angeführte Weise in 10 bis 15 St^nden in 
die neue Saur^^ verwandelt werdeni« 

A«r Siiniiolie Weise >Mrd die CMoroxalsäore 
in Eseigeäufn ^«»wniidelt^«« «äd die HypetilfS^^ 
weklie ieh »(«cinew^'LehrlMicbe y >5l4 deutsehe 
Anfl. Thil^ S; 70» j ragefnhrt Labe, daf^ft die 
EsUgsiur«' weliL niekts anderes abi eine gepaarte 
Oxalsäure sein könnte, deren Paarling CH^ wiire, 
scheint dadureh einige Stütze zu gewinnen.' 



96 

Inzwiftolien verdieat diese Sabstitotioiisart des 
CUors fdurcU Wassentoff^ welche wir vorher sei- 
leu bervprzaliriogeii vermochlen^ grosse Aarmerk* 
ssmheit uod «Ugemeiiie Anweodaiig» Die.Resul- 
.taley zqi den^n sie.filhreii kson^ werden sicher 
von grosser Wichtigkeit werden. 

Das nun Angeführte macht nnr eine Torlanfige 
MittheUung von Resoltaten ans^ und ohne Zwei- 
tel haben vrix über einen jeden von diesen neuen 
Körpern genauere Angaben zu erwarten. 
Mellan. Ich (lihrte im letzten Jahresberichte ^ S. 94^ 

an, dass Völckel das Mellan nicht als einen be- 
stimmten Körper von stets gleicher Zusammen- 
setzong betrachtet. Dies hat Liebig *) zu einer 
neuen Untersucbnng veranlasst, wodurch er die 
Unrichtigkeit von Völekers Angabe darzulegen 
sucht. Ohne zu bestreiten, dass Mellan im iso« 
lirten Zustande, so wie es bei den Versncbeu zn 
seiner Hervorbringung durch trocitne Destillation 
von Schwefelcyan erhalten* wird, bei der Verbren- 
nungsanalyse kleine Quantitäten von Wasserstoff 
in seiner Zusammensetzung zeigen kann, so hat 
döcb Liebig den rationelleren Weg eingeschla- 
gen , und bat reine Mellanverbindungen unter- 
sucht. ^ Die von ihm ansgeflihrten Analysen, be- 
sonders von Mellankalium' und Hellansilber, schei- 
nen nberzengend zu beweisen',' dass ein Atom 
Metalt dariü ml B Atomen Knklenstoff ndd 4 
Aeqiiivalenten Stiehatoff .vevbnnden ist, tind dass 
also» wie L i.e b i g von Anfang a« nagegeben hatte, 
i Aeqnlvalent Mellan aus C^N? bestellt« Aber 
es war hier, eigentlich die Ftagn ,! ob. daa l|eUan 



*) Ano, ckr Phem. u. Phars». L» 3^8. JH^ 



97 



oabesImHiie QuantilateB Wassenlolf eolliiU, nnd 
im der Thal wurden bei seioen Versuchen mit 
MelhuBiUier 9 welches Torfaer scharf gelrocknet 
worden war, dorch die Verbrennongsanal jse 1,40 
Proceat Wasser, und bei denen mit vorher ge* 
schoMdscncm Mellanhaliom 0,68 Proeent Wasser 
erhallen^ Von dem Mellansilber bekam er ^ Pro* 
Cent Silber zn wenig, nnd von dem MeUanka« 
Uam 1 Proeent oder etwas darüber Kaliam zu 
wenig, ohne duss hieranf Versuche angestellt wor- 
den zn sein scheinen nm aufzuklären, wovon 
dieee Abweichungen herrühren, welche inzwischen 
gar zn gross -sind, um als Beobachtungsfehler 
betmchtet werden zn können* 

L i e b i g kommt hierauf zur Beschreibung, wie 
Jas M ellnn rein erhalten werden soll. Aber wer 
Jen Vorscbitflen folgen wollte, wurde in sehr 
grosse Verlegenheit gerathen. Das reinste MeU 
hn, welches er bekam, wurde durch trockne De* 
ttiUntion des .Qoecksilbermellanörs gewonnen, in« 
dem er die Erhitzung unterbrach, als von den 
sieh entwickelnden Gasen, Stickstoff nnd Cyan« 
gas, -1 TOn Kali absorbirt worden. Fragt man 
dann i wie wird das Queeksilbermellanür erhal- 
len? so gibt Li eh ig an, dass die Bereitung dea- 
lelben ans salpetersanrem Qnecksilberozydul nnd 
Hellanknlium nicht gut sei , weil dabei Mellan* 
vasserztoffsäure mit niederfalle. Beim Trocknen 
wird der Niederscblag grau, und er besteht dann 
izs einem Gemenge von Mellanid mit Quecksilber. 
Fillt man MelUnkalium in der Kilte mit Qoeek* 
lilbercblorid , so erhalt man einen schleimigen 
Niederachlag , welcher beim gelindesten Erwir* 
■en sein Aussehen verändert, indem. sj^h eine 
Benelias Jahres - Beriebt XXV. 7 



98 

kaltunihaltige V^rbindang äbselftfr' WetAien da« 
gegea die Losuirgeh heUn V^mffl^hi , • ko bleibt 
das Gemenge einige Miiititen lang klar * und dsrch- 
sichtig, aber dann ttirbt es 'si^b' amd' gibt beim 
Erkalten einen kaliumfreien IWede^srebtag, (n wel- 
chem sieh der Qaecksitbergehalf idii^etv Waschen 
vermindert. Dass sieh Qcteekslfbef nicht darch 
Wasser auflast öder oxydii^V' Ut bekannt ^ aber 
Wod'iirch vermindert es sidi h!^? \iiithlkU tfer Nie- 
derschlag Chlorid? oder ffitd dasr^Mbltan tenetml 
darüber kommt kern Wt>rt -vof.'''Der*glinze Avti- 
kel ist ein* Gemeikge voii RhapdoMen, Y6lk denen 
recht viele nicht vom Mellarn bandeln. ^'^ 

Mellanwasser- Ufellanwasserstoffiäure vtird*' erhallen , wenn 
stoffsäure. ^^^ .^j^^ Lösung von MeltankafHiltti mit Salzsaure 
vermischt. Sie Ischetdet' «ich 'dann erst nach ei- 
ner Weife ab; in GestAlt eitler bletrdend weissen 
Gelee 9 wenn die Lösung stark War« • Ans' einer 
Verdünnten Lösung schlagt sie sieh in weissen 
Flocken htcder. Nach dem Wäschen und Trock- 
nen ist sie weiss, erdig, ablarbenil; * Sie löiiit sich 
fast nicht inr kaltem und nur ' seh)* wenig hi sie* 
dendem Wasser, aber die^e Lösung *r9fh et stark 
das Lackmuspapier. Sie ist utklöslich in Alkohol, 
Aether, fetten und fluchtigen Oelen. Sie treibt 
schwächere Säuren ans, so t, Ba' löst sie sich 
eben so 'leicht in warmem essigsiiuren KaK, als 
in Kalihydrat auf, 'und die Lösung erstarrt beim 
Erkalten zu einem Brei von Krystallen, weldie 
Mellankaliunv sind. In der Wärme treibt sie in 
Irockner Forib JödwasserstöfllVittre aus Jodkalium. 
Bei der trocknen Destillation wird sie zersetzt, 
wobei sie zuerst Stickgas und Blausinre gibt, in- 
dem sie eine gelbe Farbe bekommt, und darauf 



99 

gilil &le Cyangaa. Man erball sie selten so frei 

isa Kali 9 dass sie nicht ein wenig Cyankalium 

zaräckliesse« Beioi Verbrennen mit Kupferoxyd 

sibt sie KoblensMire wd Wasser in dem Ver* 

^illniece, wie 100x23,44. Sie wird im Sieden 

mo Sinren aufgelöst, aber dadurch zenetzt, iu- 

iem sich in der Lösung ein Ammoniumsalz bil- 

<iel. Die übrigen Prodncte sind nicht näher 

fttadirl worden» 

Einen weiteren Auszug aqs dieser Abhandlung 

welcher die Mellanmetalie anbetrifft, werde ich wei« 

ter vntenbei den Salzen geben. Aber ich hann den 

Wunsch nicht nnterdriichen, dass dieser interessante 

Körper van Neuem genauer untersucht werden möge 

toueiaem Chemiker, welcher keine eigne vorher dar- 

ikcr ansgespreehene Ansicht zu Tertheidigen bat. 

V öle hei hat eine Reihe Ton Untersncjkungen Productc der 

iker die Veränderungen mitgelbeiU, welche die •j^^j^J^oo ^ 

Mgenannten Sohwefelcyanverbindungen erleiden, XaDtkan- und 

wenn num sie der trocknen Destillation bei he« R>>.odan-yer. 

bindiiiieeii« 
ftisttten Temperaturen unterwirft». Diese sehrver* 

AensUoUe Arbeit ist reicii an neuen Entdeckun- 

^, und zeigt, dass Verli^ioduiigen von Koh- 

laiftloff, StikstoiT und Schwele! vielleicht eben 

M zaklreiebe und mannigraltige nenn Körper gc* 

kcn, wie die von den drei erelen Grundstoffen 

nit Sauerstoff, von denen, der Indigo wohlbe* 

kiante Beispiele gegeben hat* 

Aber bevor ich über diese Resultate berichte, 

will ieli einige Worte über die theoretischen An« 

liditen anfuhren, welche den Betrachtungen die« 

Kr Schwefelverbindungen zu Grunde liegen. Be* 

Uantlich theilt Völckel nicht die Ansichten, 

welche ich über diese Verbindungen für die wahr« 

7* 



100 

tcbeinliGhsteii lialle. Er betrachtet sie alle 
als Doppels ulfide , wovon Wasserstoflsulfid daa 
eine ist. Ich habe schon im vorigen Jahresbe- 
richte, S. 91, beantwortet, was er gegen meine 
Ansicht darüber angeführt hat, und ich glaube 
gezeigt zu haben , dass die Grunde , auf welche 
er seine Ansicht stutzt, nicht mit derselben über* 
einstimmen. Unbekannt mit dem , was ich am 
angerührten Orte geäussert habe, hat er mir jetzt 
von Neuem eine weitläufige , wie er es nennt , 
Widerlegung gewidmet *). Völckel ist völlig 
im Voraus fiberzeugt, dass seine Ansicht die ein* 
zig richtige sei ; dies ist sogleich ein Hindern iss 
für eine unparthciische Prüfung entgegengesetzter 
Meinungen^ die Wärme, mit der man etwas als 
wahr und recht betrachtet, führt zuweilen zu nicht 
freundlichen Ausdrücken gegen den, von wel- 
chem man glanbt, dass er die Wahrheit ver* 
leugne, und anstatt seiner Meinungen wird seine 
Person den Fehlhieben ausgesetzt). So glanbt 
Völckel, dass ich bei der Aufstellung meiner 
Ansichten inconsequent sei. Ich habe erklärt, 
dass Sauerstoff kein Bestandtheil eines Radieals 
sein könne, und habe Schwefel, Selen und Tel* 
lur in dieselbe Klasse mit dem Sauerstoff zu* 
sammen gestellt; aber ich nehme dennoch 
an, dass Schwefel ein Bestandtheil von einem 
ternären Radical sein könne. Liegt darin eine 
Inconseqnenz , wenn man den Schwefel zu I, 2, 
3 oder 4 Atomen als Radical in den Säuren des 
Schwefels annimmt? 

Er erklärt es ferner für eine Ineonseqoenz^ 



*) Poggend. Ana. LXII, 106. 



101 

wen« ieb es für eiae Probe von etttiUD Scliwefel- 
mIs aeliniey 4eM destclbe bei «einer ZereeUnag 
Waiseratoflsalfid entfviekelt , wlhreod icb ein* 
rinnic, dess Snlfocarbonale nnd Snlforenate anf 
die Weise sersetol werden , das» sieb das Was- 
»eistolTsalfid nil dem abgesse|ii«denen Koblensol* 
fid oder Urensulfid TereiuigU Dies iatwabr; 
aber wie langen Bestand bat die oene Verbin* 
dnng? Sie erfordert beslininite Handgriffe vm 
berroi^ebraeht za werden f und es da^f t niebt 
lange 9 so werden die Best^ndtbeilej. wieder ge* 
trennt. Dnfeb d^iaelben Handgriff* kann man 
Wassersloffsnlfid mit Arseniksnlfid nnd mit Scbwe- 
fei ▼creiaigen, aber knrxe Zeit naebher folgt das 
Wasserstoffsulfid seiner Tension ^und gebldavon 
miide9 weg« In allem diesen liegt keine Analo* 
gie mit der RbodanwasserstoibSare oder mit den 
nenen Süaren Ton abnlieber Art 9 welche Völ- 
ekel nnn entdeekt bat| und Ans denen bei. -f-ldO^^ 
l«y> nnd aO(F kein WassecstoffsulBd entwickcJit 
wird. Als eine fernere Ineovse^nenn yon mir 
gibt Völekel die Annabme an» daqs Aetbylsulf« 
bydral (Mereaptan) unverändert Ji|»erde«|illini« 
DsM sich eine fläebtige Scbwefpljbase , mit. dem 
Waaserstolsulfid verfläebtigt, ohne 4^0» J>^u ver- 
lieren, ist nach meiner Ansicht nutüfUch, nqd 
die Verbindung einer Basis mit; Wass^erstoffsolfid 
entspricht ausserdem: einem anderen Begriff, als 
eine Verbindung zwischen einer offieabar elektro» 
ue^tiven Sehwefelverbindung ujud Wasserstoff- 
sulfid. Darin liegt keine StnUe Tur die Annahme 
von Wasserstoffsulfid in der Rhodanws^crsloV' 
»iure. Auf meine Aeussjerung t das^ 4i^ pbysi- 
kaliachen Eigenscbaflen der , Rboda« Wasserstoff- 



102 

Mure, des RhodimlKälnniis nnd de« Bisenrliod«- 
nid«, z. B. 6^i*ocli oiid Geftehmftek di»r cr«leren 
und Pai4ie der letfcter en , nicftl init der Annalime 
voll WusMeratoffdUlSd m der RkedanffMserst^iff- 
eiure, ?on' SdiwefelkeKam m deui RhodevlMliem 
«od voo liliMmMftqaisvlfsvel io dem Eisesrlioda* 
nid üb^reimitiminten , mlwortel Völekel: de 
guMibas tiofti edt dispuUadifni. Mtfgeei dib^i auek 
kleiben. - tth bettvedie Bricli!'^ Vö4ck«l von sei- 
ner Ceberseugnng ftbtriinnf^ tu teaeben, aber iek 
bann aoeb nicbt naeb einer 96 beSehafffenen Wider- 
legung^, wie die j^tzt *a'ngf«fiilrrle , 'bei der Wahl 
zwiscben beiden nebr ^iet Weniger warbrftefaein* 
liehen AnsfehteneÄenilefiy däda 'die von ibm als 
die riebligsie angesisbene* eine grlfssere ' Wabr* 
«efceinlicbkeit ^Ae. Zum 'Sefaluda wiU ith benier» 
ben, dasi 'Vieltiilthf' keine ^b diesen Ansieblea 
richtig ist. Wir bsiben in d«M letzteren Zeiten 
sogenannfe'gepaarteVerbtndnngen kennen gelernt^ 
weiche aus einem, 'dnttfbsrfn Vereinigmigsstre* 
üen wtrkMmen BestandCheil nnd einem anderen 
pasaiTcn besteben', i/«'etetiek' Jeniim 'in alle seine 
Verbindnngeh folgt. Bei der Menge ron Ver- 
bindungen , wetebe ich jetift aiifiibren nerde, 
kann es Mcbi «ein, dasft das Active nur derselbe 
Körper UVj oder'bSebsteiis einer oder zwei, und 
»SS die 'Verindemngen nur- in dem 'Paailinge 
BY^llBnden. B^ iit klar, dasi in diesem Falle 
keiner von nns 'das Richtige gefanden bat: 
DestiUationt- Völckel hht seine ersten DiestlHations ^ Ver^ 

5SihanwSr •"^'•* "*** *^^ Xantbanwasserttolftaürc (üeber- 

serstoffsäure. aehwerelblän88üre) In eiher Retorte angestellt, 

weiche itt ein Oelbad eingesalbt Worden war, das 

bei jeder*' l^onderen 'Destiiiatfon iir einer be* 



101 

XevipMitar evMItu wnrde* Dadi^rdi 
IftMmimtß^thimm^lwchK, welche h^ 
-h S^' M* + 10? h^hei wieder i^erttöcl wofflien 
«■d ud«« liorvunbraolrtc». Qie X4otliMVi»HPcr- 
iidbwm ji#M .dudirdi eiiiegllieil« la iJSckw^fel 
mi an '.flUiodi iw ^^i ifWin fywliijre MifeWt ..«vAfro- 
Sckuwleirtl«!!» ||ii|k.K«Wen»tffff 1V#ggl)gMg«P »t 

■ad. {tiMi.YivrlijiidMSilTfa Ki^lewMT.f *V«fWr. 
•Ic« «tfd ,SlMkt«»iri(N<lU¥iUi} lO» lelfAv» ?r(M)ucl 

cker.y;i«i*..i^ei 4-iD0(y>,«M .d|irilb«r, ./m^ duin 

lüde«« 4fe4dliM|iUil i^isqU^ti ial.ai»d »«VYfsUen 
oicfcto d»To«:geipiUd«l wird*. 
.M^fhiMmuu diej:aolMnn«Mer8U4UiHreM<ii ei- Producte bei 

dtüB ia 'dieser .Te«ipc|riiMir«i^ ü^jeatüiJHsMlt. »ich 
Rh«drttr«t8frM9ff|aHre imd .nichUiA^adMef/ Dii^ 
Ztbmetm^kQgigßf^hißhi Ungßum wid •«• bleibt viel 
XMaliaj«was9eM(lolWi4ire w^mim 9ur jiok. Wivd 
die Vltmenmeh.Mm H^mfsnpluviqQ n»il ▼ielem 
Waaeer .g^liMlm: bia aioU die »XMilbairrvaAafjrWoff^ 
finre «%al9at k^tr^ aq .U«ikliJS^bw«fel...«ogAUtel 
xaviflky «fidt an» der. WalHiBldöaiia^ eibalt maa 
lie XMlbanf^>ai»ei'M«draaiiiyerheiin Erkulteii .«iriedor» 
vfikntad.M der.-Miantagi.eiaf.^tfnig iUtadaAwaaaftrv 
ilaiieJMff«: 4<ad):&bodlipaiiH^ .^wiwkbldikte» 
il» Prodacte des Siedens der Xantbanwasserstoff« 
siar« a^il Waasfr. Bei -t 1|0^ nird ai^ ajso 
nnr in Sctivre^ei^ 'ui|d iD^.^|ipd«Q>ras8erB^)ird»ur(5 

zcrsetu*. .. ,..;•.•.:.-.■■■■' -.r.. 

Wird die TenpetaUir bia auf -fr* «4Sp ecbökt, MelUnwasjcr- 

slofTjäure. 



104 

■o Terfindert sirh die ZeneUangsweise ^ «• gabt 
zufUTy wie vorher, RiiodanwaBteMtofliiiare weg, 
aber zugleich komint auch ein wenig Sehvrefel- 
kohlenetoir, jedoch kein WeMentolTsatfid. • Der 
RückflCand gibt, wenn man ihn mit WaMer aus- 
kocht, nnseraetzte XantbanwataerstolUkire, wftk» 
rend ein brauner Rückstand davon übrig Ueibt, 
aus dem Terdiinntes kaltes kanslisciies Kai« oder 
selbst Ammoniak den Arbenden Ktfrper anflSs€, 
wihrend Schwefel zurückbleibt. Ans der alkalU 
sehen Losung schlagen 'Sinren die neue Verbin- 
dung mit dunkelbrauner Farbe und der Hnmin* 
sSure etwas ahnlich nieder. Sie ist nnlSslieh in 
Wasser, wenig löslich in Alkokfol, nnd wbd bei 
der trocknen Destillation durch rasches Brhitsem 
zerstört, ohne Rhodanwasserstoffsiure zugaben. 
Sie wurde aus C^H^N^S^ zusammengesetzt 
gefunden. Ich bemerke jedoch , dass die Ana* 
lyse I Wasserstoff zu viel gegeben hat. Völ* 
ekel betrachtet sie nach der Formel G^H^M^S^ 
+ H^S zusammengesetzt, und nennt das erste 
Glied darin MelenButßd') nnd das, was darin 
nicht Schwefel ist, Jfefe». Nach den von mir 
befolgten Ansichten wäre sie Mellanwasseratoff- 
saure nnd ihre Zusammensetzung sC^H^N^S^ 
+ H- < Atom Mellanwasserstoffsanre euUtaht 
aus 4 Atomen Rhodanwasserstoffslttre, wenn diese 
fl Atom Schwefelkohlenstoff abgeben. Ich wieder- 
hole hier eine schon öAeni ausgesprochene Bemer« 



*) Die VoIckePtchen Namea sind darin unvollständig, 
6u$ nach seiner Ansichl Wasserstoffsolfid darin enthalten 
sein soll und dies doch nicht durch den Namen ausgedrScict wird. 
Der richtige wurde hier MeUm$ul/U^^mutr0i0fiiilfid sein! 



105 

hmmgy der muk mcht die ABfinerlneiBJieiC^ irelehe sie 
TefftdUenl , gewidmel su. hebeni seheittt , deis näm* 
lieb dli€ VereiaignDgaiirafk des.WassentoCiiaüUB 
nm S«lfarelea to achwaeh iet, daas irar die Toa 
KaUoaiy Malriam, Berinm md Strontiam eine 
t ih ege TeBperetiir amlieUeir» Aber die Verbio- 
daagen dee WeitecBleliiilfide ttil orgenieehen SuU 
fidcBy welebe wir wirUicb ab aolehe kennen, Ter« 
ee eebon dnreh seine Tenaion bei gewöbn* 
Alewspbiren-Dmek« Es ist also vnnog« 
lieb eine tbeoretiacbe Anaielit gut ü: beiseen^ 
wdebe bei deai WassefsIdSiulßd einen Grad Ten 
Vereinignagskrafk nuninssetzt, der den stariieten 
Scbsrefelbesen feblt y z. B« denen von Caleinm 
nnd MagnesioiB ^ und ireleben es beweisbar so 
•dwacb besilst, dass- die geringste Temperatnr-i 
Efbobmg dasedlbe gasfKmHg entwickelr, aber 
welehcr aaeb dieser Ansiebt Temperatnren weil 
ibee -)" '^^ wftrde Tertragen können. Die Art 
selboly wie diese Verbindnngen berro^bisaebl 
«mden, entbilt den Beweis gegen die Riebtig«» 
keil Ceser Aneiebl. 

Wild dieXantbanwasserstoffstnre bis m -f* tBO^ Prodocte bei 
erbilet nnd dann in dieser Teuperalnr «^l^^y Xaotlienrama 
so Teiiiebtigen sieb, gleiebwie bei -f* i^^y Rko^ Pomnwasier- 
danwasaeislofsinre und Sebwefelbeblensloff. in <to^»^ 
der Betörte bleibt ^ ansser nmerseCiter Xantban* 
»loiUlnrey ein Gemenge von Sebwefel ond 
neuen -Körper tnrilcb. Die erstere siekt 
■an nnt siedendMi Wasser aiis> nnd daranf den 
•enen Körper mit eebwaeber * kalter Ralilaiigej 
wobei der SebweM ungelöst bleibt. Die Lösung 
ist beanngelb unddioSioren eAlagen daraus den 
nenew Körpier in gelben flocken nieder, die beim 



106 

Troelmen iUi» fc« *g oM i* wevdeiii Ihch der F«rbe 
hat er de» Namab XmtOkkmulfid eebdjbeoJ VöI. 
ekel, welelier io' dfesee ;¥erbipiddBgee ein ler^ 
aires Aadical voik C^JN^H MiiiBniii«,.'i>>>^'^in'^** 
neb die^Eadong'^ gegeben, neoKsdem voDxaiir 
genaeblen VeMebltg-.fllr^'die fieeea^amg dcvMl^ 
hsn*« . VeranilUiGbiJiaiiet «nlelBeABSickt'veo die-» 
sen/ VeB biwfd iingen » däreh'-« Himti Verseebie für. ^e 
gefeUeai; geltlten-^ • daserricb delr Diane Xastban 
niobt erbalCe* 3säbne,.idaliir er Jear. webig •dawii 
abweiebenden KamksbiXaiktfaitt.gewabUibel«' >Abee 
wie d»'.aileh mit deri VeHMderliöhbeit« ibeineij Ahm 
atebteb : ateben '. SMgy ea dmfte es.' -deeh biesei^r 
seiiiy.eineA andereii>, .deiir XanlkanrwenligetYlbii- 
liehea JNaaieii «a (wäblev, letezif {kh dieüHeilcv' 
toog-mii yso^^itrerecUAge'^.: wa^. ^ebeBfaUaseiiije 
Varietiit VOR -fielb bedeüiet, %,\Jk JBorrmä^dßd. 
la BebneiF der £odigaag. ifci»y. e^!/ miiea« aia < ^o» 
deäea». welehe bieinea AoaiebMb^r feigen 5-4» «» 
Teaeaderl wer den^ 9mA i die ^eirbiadttog anisa idaaii 
Pü$ifahwassers^9äM9n:hi8h9/Miä :Sie besieht aue 
C5H*N*S2=C3H2N*S2 + Hj :aeA V-ötckel 
.( •... . M C'^H^IV^S -^ A^S. Ste.iat.eJAiJtatfaDdtifk^Zer- 
»lertwg'der Mellaaifttiaeeielbffiiiuafir: VbaTfl.Alom 
G^JBPmS? geht 1 AleiaiSbbiiitrelhobbi^aleffiweg, 
wbbrtHlAa AteaieCm^mS^ »«rftdldiieibea. 
. :.&e;ibt uiJjjiiitekMki .Weaaer^iUhöhel aad Ae» 
Iber^ :vAfmdecl,;eieb,nie|a .dHreb.vefAdiiaie^Safi« 
reaiaad. vereinigl BicllJ0febt «^1 /Alkali;^ i^faMue 
dabn.ikve Salae iait..aff4«aeli SleOiUeb äiioek dop« 
pfeife iZetaeleiibgievhiilleiiiiwenite« .Daa Bleisalx^ 
welebes 4eicbt bllftlacli .aledenraAll > Aber durditBe* 
babdlaag iuitr.P49igewrei]ieHA<ali;iivird9.3nr«isd«! ei-* 
aecVttfcrattebiiag ^aMet^oirfei»,; üe «»4 kriyuagdU»^ 



i • 



107 

unl^Refc in Wässer-, AKbhol whd' AMker , und 
wird Biclit dtirck Yerdtiimte Saai^ll' teHitzh Bei 
der Anriyse wurdi»'«« äoa Pfr^fCr^fl^fV^Stt^^u. 
sjunmengeflelx^ gi^rdüilMl. ^ ' ' ' ' 

Erbilt mifr'4ie*!ljmk*ik#M#^'rMddUare' einige Producte bei 
Standen kmgiwkimw^dmfenX^zvi'mheh '^^SO^p^Xnw^r^ 
und 480^) «»'«nt^ielinln sieli'tRhodatt^assenrtoff^' stof&äure. 
sinve'^ SehwefelkoMeni^fff vliid>*GyiAitW8ei^^ 
Bitfre. Aer Roehtiiid JM'daivn «In^ifette g«lbe 
Ma^ae^ welelii^tiblitttfe iieli^'KiA)i«v enilai«^ nim« 
lieh, änsser iiniwir«IIM»r XanihinwiiMMMtoiniinre/ 
em wenig |HlodMWfti«ini>fltoflUlal«V' BllOJf«ttlnilto^ 
nram , einen - ravMn»^tf V M liVbiM^r t(UlicUMV K^-^ 
per'^ anf df«ii<wiv'wi^^er «mtidkUomiiiM werden^ 
und defavtefeK^ ^Wi» vi^olhfl» ^ zmmI 'daa -I^rodBel 
bei + ««QK)Uiifi*ien;'-'M l'i!iJ«;-5f.'l — • 

Die Xanthidbi«rAteeMtdffban»t^ WM«wi€(>g«fi#lMfeu 
Ucb nnl Wnaaelh atfagekodiJ und defBwkMänd inf 
ähnliche« Wiäf« nik Kalilauge trthafcdair, ans web 
eher daiua> Säiiraii; dea .nenen: rSörper 'niederaoUit 
gen . In! 4iu%eq«M^Henen , gclhen: Flneheo. - V JrK 
ehel hat ihn Bha^nsulßA igenhnaifti. >¥5n (patos^ 
dnDkeige1b,.(Pbajaofiiaa*antoff8inlie). /Er heatehl 
ana GSHioKi^8^::::CaH^Ni2S94^af&3s€^liaNJ?S^ 
-|- B. Von 4i AtdmedivKkmhamwaasenilDaBittM 
werden 1 Aleai FhajanwaaaeraiefianTev4 AtonM 
SchwilMkoUendleir, l>ihloii< Wkasei«lo&dMd snd 
5 Atome SebmafiDl' «rhallen. Dieas.' iat jedoeh 
nicbt gefnndan^ snademberaobneti : Beiideia ¥ar# 
snehe entstahtc hdin ftS^ weil ttieaes tait BiiodaiM 
waaaerateffiaaie drriiBUdnngi.TiMi AHHaoiftiah ve^ 
anhsal«' Bs •st-^iUar^ 'dada tdie ZetiefiinngapriM 
dnoley 84» wie ate leilMken werdlnr^ n«detnnls din 
hier angegebenen. ^nd^i nüddaaadaa Reebnunga» 



108 

Resolut Bicbl die richtige Aoaicht toh Oer Zer- 
setsung Beio kano« Völckel war lange noaicber, 
ob der neue Körp^ ein gemengtesProdoct sei, aber 
die übereiostimmenden Reaollate der Aoalysen sei« 
ner Saixe scheinen ansnweis^ , dass er es ist. 

Er ist dunkelgelb, nnlöslieh in Wasser, Al- 
kohol , Aelher , und venindert sich nicht durch 
Sieden mit Terdiinnten Smimsbl« .Von Terdiinnten 
Alkalien wid «^ leicht. aufgelöst. Die wiarmeLtf* 
sung in Ammoniak gibt beim Brkallefe» eine gelbe 
Gallert, weldie beim Eintrocknen alles Ammo« 
niak Torlierl und die Pbajanwasserslfffsanre so- 
ricklisst. Bei der trocknen Destillation wird sie 
dureh rasches Brbilsen .mit. einem eigenthumli- 
eben brenslichen Geruob serstört,. wobei ein 
schwarzer Ruckstand bleibt, der viel Cyanammo* 
nium und ein' .weisses Sublimat gibt. 

Er hut swei Blieiealie damit iervorgobraebt. 
Das eine nemümle = Pb + G^RBN^S«, wel- 
ebes aus dem Kalfumsalze durch stark sau- 
res essigsaures- Bleiokyd niederschlagen wird, ist 
gelb, floehig, «nd wird beim Trocknen bmungelb« 
Es wird nicht durch Sänren zersetxt, aber wohl 
dorch WasserstoffittUid, welches Schwefelblei und 
freie, aber ungelöst bleibende Phajanwasserstoff« 
siare herirorbrüigt , worin also nach der Vi öl* 
ch ersehen Ansicht die metalliaeheSuhwefelbase 
nicht daa Wesserstoffsuliid auszutreiben vermag, 
was theoietbch gans uugerdait erscheint« Das 
kmscJU» Salz wUmI 'mit «iner Lösung erhalten, 
die' nur sehr wenig von dem neutralen Bleip 
seine enthält , nnd bestdit «us< 3 Atomen tou 
dem- neutralen Salke, verbunden mit 4 Atom Rlei* 
osyd. fis ist dem neutralen Salse ihnlieh, und 



109 

Ml wabnebeinlich ein znftUiges Gemenge von 
nentraiem und einem basiseberen Salse, ab- 
klagig Ton einer sBofklligen Qnai|lilit an freier 
Siore. 

Setzt man die Xantbanwasaeratoffalore binrei» Producte bei 
ehead lange Zeil einer Temperalnr ana , welebe Tj. igeo/' 
xwisehen + 17(K> und + 180^ ßllt, ao erbilt Xythanwiu^r- 
Biin dieaelben flucbtigen Prodnete wie vorher, *toirsXure. 
aad die Xantbanwaaaeratoffalure wird darin noeh 
nicht vollständig zeraetat. Der in Wasser leieht 
lösliche farbloae Körper wird dabei in etwas grtf» 
nerer Menge erbalten, und nach dem Anshocben 
Biit Wasser bleibt ein Gemenge von Phajanwaa« 
sentolsaure mit einem neuen Körper zurück. 
Beide lösen sich kalt in verd&nnter Kalilauge, 
«her nacL dem Ausflillen zieht Ammoniak die 
PimjaDwnaserstoffsiure ans, mit Znrucklassnng des 
neaen Körpers, welchen V öl ekel Xyihen$ulßd 
(Xjlhanwasserstoffsiiore) nennt, von iv&ogf bräun« 
lieh. Er besteht ans CioHi4Ni8S« = C^OHisNi^S' 
4-HS = CiOHi2i(f 1854^11^ underenUlebtnaeh 
der Rechnung, wenn 9 Atome Xauthanwasser» 
fttoftaare in fl Atom Xythanwasserstoffsaure , 8 
Atoaie Scbwerelkoblenstoff, 2 Atome WasserstofF* 
sniSd und in 5 Atome Schwefel getbeilt werden. 
Er ist schmutzig brsnn , unlöslich in Waaaer, 
Alkohol, Aether, auflöslich in fixem Alhali , un- 
löslich in Ammoniah, unveränderlich in verdünn* 
ten Sauren. Seine Atotn-Zusammensetznng, d. b. 
das was 1 Atom ausmacht, ist nur auf Wahrsebein* 
liehkeit gegründet, indem keine Verbindung mit 
einem Metall hervorgebracht und analysirt wer- 
den honnte. 

Es wurde angeführt, dass in den in Waaaer 



110 

löslichen Producteo vda der Zerstöning derXtn- 
tUanwts/MsrstoSiiSttre über -)- 100^ eigenUAÜmlicIie 
Körper eiithtlteii «eien. H«t die Temperatur nicbl 
•f- 160^ überstiegen 9 so besitzt die Lösung in 
Wasser^ naclidem sieh die. Xaathani/vasserstoff- 
sittre daraus abgesetzt hat» die Eigenschaft» nach 
, stirkerer Verdanstttttg zu gelatiniren. Ueberstieg 
die Temptratur + 180^» so enthält das Wasser» 
womit der Rückstand ausgekocht wurde, noch meh- 
rere neue Körper. Die abgesetzte Xanthanwas« 
serstoffsaure lässl beim Auflösen in Alkohol einen 
Körper ungelöst zurück» welcher jedoch in kei« 
ner hinreichenden Quantität erhalten wurde , um 
genauer untersncht werden zu können« Aber die 
von der Xanthanwasserstoffsänre abfiltrirte Was* 
serlösung setzte nach weiterem Verdunsten ein 
weisses krystallinisches Mehl ab» und nach star- 
ker Concentrirnng gelatinirte sie. Dieses Mehl und 
der gelatinirende Körper sind Tersehieden. Der 
mehlfermige Körper setzt sich » so wie er einmal 
in siedendem Wasser aufgelöst ist» in Gestalt ei- 
nes weissen kryslallinisolien Pulvers ab » welches 
sowohl in kaltem Wasser als auch in Alkohol 
wenig löslich ist. Seine Lösung in siedendem 
Wasser rölhet Lackmus» aber seh wach. Sie ftlll 
essigsaures Bleioxyd und salpetersanres Silber- 
oxyd mit weisser Farbe» schwefelsaures . Kupfer« 
oxyd mit gelbUcUer Farbe» aber sie gibt mit 
schwefelsaurem Zinkoxyd keinen Niederschlag. 
Dieser Körper ist schmelzbar, aber fängt einige 
Grad^ darüber an sieh zu zersetzen, wobei sich 
Sehwefelkohlenstaff und die übrigen Pcoducte von 
der Zerstörung der Xanthanwasserstoffsänre' ent- 
wickeln. 



111 

Seine Znsftinmenselzttng wurde ^ so freit d«- 
reo Erforecboog uil dei^ erliilteseii gerivgen Qa^n«* 

I liiit davon möglich ViFar, = C^HifN^^S^ gefan- 
den. Aber Völebol .lialt doeb dieten Kör* 
per %vegeii de^ Schwierigheit , «eiae Bildung 

I direet «bzufeiten 5. für niohl iingemengt^ sondern 
er glaubt, das» er ans airei Köepem bestehe, von 
denen der • eine =s G^H^N^S^ und der andere 
= C^H^JN^S sei. Es irevdiih ein^e Versnehe 
znr Untergtiitznog dieser .-Ansiebt nngefüJirt , die 
aber nicht reebt eutscbeidehd au sein sebeiuen. 

Der gelaünirende Körper wird lerbslten, wenn 
man die stark gelatinirle Masse auf Löschpapier 
legt und die Lösnlig von Rbodanamnoniam und 
Rhodnnvrasserstoffsänre davon öospresst. Er wird 
dann in sehr wenigem siedenden Wasser aufgelöst, 
wobei ein wenig XantbsnwSsserstoflBMre rnriich» 
bleibt, die LÖsoiig 9iur Trockne verdonstet, 4er 
Rfickoland mit wenigem kslten Wasser abge* 
spiUt und dann in Aihoböl aufgelöst, wvkrlier 
eine geringe Einmengong- non depi nelilförmigen 
Körper zurncblässt. Die Lösung in Albohol lasst 
dann diesen Körper beim Vevdunslen bis aOr 
Trocftne in Gestalt eines, vveissen Pulvers siiriicb. 
Er lost sich i^icbt sowohl in kaltem Wasser' als 
sneh in Alkohol j iröthot »sobwapb Lackmus und 
fallt Metallsalzc, gleichwie der mebiförmige Kör- 
per. 'Er wurde aus C^^tt^ff^s^S^ ausammenge- 
setzt gefouden. * . 

Erhält man die Xanlbanwasserstoffsaure hin- Prodocte 
reichend lange Zelt in einer Temperator, welche i*Tg*ä*" j 
zwischen -)- i80^ und -f* ^^OOO liegt, so bleiben ^ 200^. 
die fluchtigen Producte dieselben, aber der Scbwe« 
felbohlensloff nimmt zu und zuweilen bildet sich 



112 

aneh WiS9eratoflSiulfid$ die XanUmnwissentoff- 
•Sore ist nun ganz zerstört, die Masse halbge- 
schmolzen und brsun. Wird der RneIcsUad dann 
mit Wasser gekoeht , so .erhält man eine zuwei- 
len farblose und zuweilen gelbbraune Lösung« 
Im ersteren Falle setzt die Lösung beim Erkalten, 
ein weisses, und in dem letzteren ein braunes Pul- 
ver ab. Nach stärkerer Verdunstung schlägt sieh 
noeh ein dritter Kö'rper nieder, welcher weiss ist. 
Aus dem in Wasser Unlöslichen löst schwache 
hake Kalilauge einen Körper auf, welcher daraus 
mit einer braunen Farbe niedergeschlagen wird. 
Was sich darin nicht auflöste, löst sich in war- 
mer Kalilauge auf, und wird der daraus mit Säu- 
ren erhaltene Niederschlag mit schwefligsaurem 
Natron gekocht, so löst dieses den Schwefel dar* 
aus auf, welcher mit gefallt worden war^ wäh- 
rend ein weisses PuUer ungelöst bleibt, "welches 
£eueenst«[/U (Leukanwasserstoffsäure) ist, auf wel- 
ches wir wieder zurückkommen , indem es sich 
in höherer Temperatnr in grösserer Menge bildet. 
Was die kalte Lauge aufgelöst hat, ist allem 
Anscheine nach ein Gemenge von mehreren Kör- 
pern, welche aus Kohlenstoff, Wasserstoff, Stick- 
stoff und Schwefel bestiehen, die aber noch nicht 
auf eine befriedigende Weise haben getrennt wer- 
den können. Von gleicher Zussmmensetzungsart 
sind auch die in Wasser unauflöslichen Körpei^ 
welche oben angeführt wurden. 
Prdducie Bei -f- 835^ sind die flüchtigen Producte die- 

Uulcat^sT' selben wie bei -f 2000. Der Rückstand in der 
stoffsäure. "Retorte ist zusammengebacken und braungelb. 
Siedendes Wasser zieht daraus Körper aus, wel- 
che den Torhin angeführten ähnlich sind, ohne 



113 

aber ilaiiiit ideiilisch ZU 6€in. Ans dem in Was- 
ser (Jnlöslicben zieht kalte Raliltage einen braon- 
gelbea Körper in kleiner Menge ans , wibrend 
das Meiste nnaufgelöat bleibt, sieh aber in sie- 
dender Kalilange anflöst mit dnnkelgelbbranner 
Farbe. Sänren schlagen daraus das Leucensulfid, 
gemeugt mit Schwefel nieder , welcher daraus 
dnrdi Rochen mit nentralem scbwelligsauren Na- 
Iran ausgezogen werden kann , worauf das Leu« 
censnifid mit graulich weisser Farbe zurückbleibt, 
aas welchem Grunde der Name iron Xevnosf weiss, 
abgeleitet worden ist. Es ist puUerförmig , nn« 
loslicb in Wasser, Alkohol und Aether, und mit 
branner Farbe auflöslich in siedendem kaustischen 
Kali, aber es wird nicht von Siuren angegriffen« 
Es beoteht aus C»Hi0N'0S>. Aber da es mit Me- 
fallen nur schwer Verbindungen bildet, so konnle 
sieht definitiv geprüft werden, ob dieses 1 Atom 
entspricht. 

Zwischen + S9(K> und 30(K> erbilt man das Producte 
letzte Prodnct von der Xanllianwassersloffsäure. ^f* + }^^ 
Es ist dann aller Schwefel in Gestalt von Schwe- Poli^n. 
felkohlenstoff entfernt worden, und ein Körper zu- 
riickgeblieben, welchen Völckel anfangs Polihi 
nannte, und welcher ans C^H^N^ besieht. Wir 
werden darauf wieder zurückkommen und ihn 
als identisch mitLiebig's Melamin kennen lernen. 

Auf ähnliche Weise hat Völcker) die Zer- 
setzungsproducle vom Rhodanammouium (schwe- 
felblansauren Ammoniak) bei verschiedenen, aber 
bestimmten Temperaturen untersucht. Die Destil- 
lationsproducte von diesem Salze sind friiher von 



*) Joggend. Ann. LXI, 358. 
Benelius Jahres- Berichl XXV. 8 



114 

Licbig untersuclit nordeo. Völckers Besiil- 
Ute neiclien in versctiiedeneu Piinclen von des 
letzteren Angaben ab. 

Er bereitete da9 Rhodanammoniiini aus Rlio- 
dankaliiim auf die Weise, dasa er Kaliumeiscu- 
cyanür mit Scb^vefcl sehmolzy die Masse in Was- 
ser auflöste, das Eisen durcb KrU ausralUe, die 
(iltrirte Lösung mit der erforderlichen Quantität 
Salmiak vermischte, zur Trockne verdunstete und 
dann den Rückstand mit starkem Alkohol auszog, 
welcher das Chlorkalium grösstentheils zuriick- 
liess. Die Alkohollösung wurde nun verdunstet. 
Das Salz enthielt allerdings ein wenig Chlorka* 
iiuoi , welches der Alkohol aufgelöst hatte, aber 
welches keinen Einflnss ausübte. Das Rhodan» 
ammonium schmilzt, aber es wird noch nicht bei 
-^ 170^ zerseUt* Liebig gibt an, dass die Zer- 
setzung einige wenige Grade über ^ iOO^ an- 
fange und dass sie um so sicherer und besser 
sti^ttfinde, je weniger man die Erhöhung der Tem- 
peratur über die beschleunige, in welcher das 
Salz anfangt zersetzt zu werden. Es bleibt uii» 
verändert flüssig bis -f* 205^, wobei ein schwa- 
ches Sieden entsteht, welches kurze Zeit dauert, 
und wobei zuerst Ammoniak und dann Schwefel- 
kohlenstoff entwickelt werden, ausser einigen ande- 
ren Körperu, welche weiter unten angeführt wer- 
den sollen. Dieses Sieden hört jedoch bald auf 
und dann verändert sich das Salz iil dieser Tem- 
peratur nicht weiter. Einige Grade darüber Tängl 
es wieder an zu sieden, aber dies hört wieder 
auf, und bei r)- 290^ ist die Zersetzung noch un- 
vollständig, wiewohl das geschmolzene Salz eine 
dunkle Farbe bekommt. Erst zwischen -f- 260^ 



115 

iiod VlQfi ffird die ZerseizuDg fortdauernil. Die 
Gasen tfrickelimg ist d«nn zuerst selir iicfiig, und 
wenn diese dann anfangt aufzuhören, wird der 
Vcrsnch unter broefaien. 

Die fliichtigen Produete sind : Zuerst Aoimo- 
oiak j dann Schwefelkohlenstoff, darauf Schwefel, 
höhere Sulfureta von Auiuionium, Rhodanamuio- 
Binm , und In dem Retortenkalse setzen sich fe« 
deräbnliche Krystalle von Ammoniuui-Sulfocarbo- 
nat an, von den ein Theil dem Gase durch das 
Ableitungsrohr bis in das Sperrvfssser folgt, wo- 
dareh dieses zuerst gelb und in Berührung mit 
der Lufl ro(h wird, wie dies von diesem Salze 
bekannt ist. 

Der RiicksCand in der Retorte, welcher hei 
-|- 260^ noch flüssig ist , erstarrt beim Erkalten. 
Er enthält noch viel Rhodanammonium , ausser 
einigen neuen in kaltem Wasser löslichen Stof- 
fen« Die Lösung ist gelb und es bleibt ein 
schmutzig grauer Körper uuaufgelöst. 

'Der inJVa98er unlösliche Mücksiand wird mit 
kaltem Wasser gut ausgewaschen, welches dann 
der Lösung zugesetzt wird, und darauf mit Was- 
ser gekocht, worin er sich grösatentheils auflöst, 
mit Znrücklassuug eines geringen braunen Rück- 
standes. 

Die siedend heisse Lösung ist gelb und setzt 
beim Erkalten einen gelben Körper =: a ab, wäh- 
rend die Flüssigkeit farblos wird. Verduustet 
man sie dann bis zur Hälfte , so schlägt sich ila- 
bei ein weisser pulverförmiger Körper nieder = b. 
Wird darauf die Flüssigkeit bis auf \ von ihrem 
nrsprfinglichen Volum verdunstet, so schlägt sich 
daraus ein dritter, pulverförmiger Körper = c 

8- 



116 

nieder. Die Lösung entliilt dann, aoftser ein we- 
nig von c, Rliodaiiammoninm und einen vierten 
Körper, welcher kryttallisirt s=: d , und welelier 
ausserdem in der ersten Lösnng in kaltem Was- 
ser in grösserer Menge aufgelöst enthalten ist. 

1. Der Körper a besteht wiederum ans zweien, 
einem gelben und einem weissen. Der gelbe kann 
daraus durch kleine Quantitäten siedenden Was- 
sers ausgesogen werden , aber keiner von beiden 
wird auf diese Weise frei von dem anderen er- 
ballen. Der gelbe beträgt davon den geringsten 
Theil. Der weisse ist unlöslich in Alkohol und 
in Aether. Beide enthalten nngetähr 63 Proc. 
StickstoflTund ungerähr 28 Proc. KohlenstolT. Der 
gelbe 4| und der weisse 3f Procent Schwefel. 
In dem gelben sind 3,81 und in dem weissen 
4,49 Proc. Wasserstoff enthalten. 
Alphi^nsuirid. S^ Der Körper b , gereinigt durch Wiederanf« 
Alplianwa«5€r.|g^g„ Und Verdunsten, setzt sich in GesUlt eines 
weissen, nicht hrystallinisehen Pulvers ab, und 
wird von V ö I c k e 1 f&r eine bestimmte , un- 
gemengte Verbindung gehalten , welche er y/U 
phinsulfid {von aXqiog^ weiss) nennt. Sie besteht aus 
CioH20Kaos2 =C»oiIi8N«oS + »S =Ci«>Hi«N20S« 
-\- H. Sie ist wenig löslich in kaltem Wasser, 
leichter dagegen in siedendem und in Alkohol. 
Sie sclimilxt beim Erhitzen, wird aber wenig über 
dem Schmelzpunkte in die gewöhnlichen fluch ti- 
geu Producte zersetzt, mit Zurttcklassung eines 
graugelben Körpers, welcher in stärkerer Hits« 
ebenfalls verschwindet. Ihre Lösnng in Wasser 
röthet schwach Lackmus^ gibt mit salpetersanrem 
Silberozyd einen weissen in Säuren unlöslichen, 
mit schwefelsaurem Rupferoxyd einen weissgrii- 



117 

mit Quecksilberclilorid upd mit schwefcl« 
Muren Zinkoxjd eineo wcUsen Niedersclilag, aber 
durch BleifliJxe wird sie iiiclit* gefallt. 

3* Der Körper e, gereinigt durch wiederbolle Pbal^nsnlfid. 
AuÜMong uod Abscheidung I wobei das sich i:u* gtoff^m,'' 
erat AbseUende nidit aogewaudt wurde » weil es 
AIpbattwaaaersloflsaure entbaUen konnte^ hat den 
Namen Phalin$ulfii erhalten. Er ist ifu Aoaehea 
«ad in eeineu cbemiaeheu Verhaltuiaaen dem irar- 
kergchenden ähnlich, aber er bat eine davon abwei- 
cbendeZuaammenaetzung, nämlicb =: C^^IP^N^^S^, 
wovon nach der Theorie entweder I Aiom Wafiser- 
Moffaulfid oder 1 Aequivalent WasaeratolT abgebt. 
Die Zetaetzongs-Producte beim Erbita^ii »iiid de- 
nen des vorhergehenden Körpers ähnlich* 

4. Der Körper d, gewaschen mit Wasser und Phel^nsulfid. 
stark ansgepresst» wurde in warmem Alkokol auf- ^^^fj^^urT'* 
aafgelöst« Die Lösung war etwas gfiiblieb und 
setzte beim Erkalten zuerst kb^iqe gelbli«;be Kry- 
stalle all»» Beim freiwilligen Verdunsten setzte 
sie ein Krystallpulver ab. Das sich zuletzt Ab- 
sclzcnde wurde nicht angewandt, in. der Vermu- 
tbung, dass es nicht rein sei. Dieser Körper ist 
PheUnsw^H genannt worden. Seine Lösung in 
Wasser röthet Lackmus und gibt ähnliche Nie- 
derschlage mit BfelsUsalzen , wie die der beiden 
forhergehendeo Körper, mit dem Uuterscbiede, 
dass sie nicht Zinksalze .mit. Er besteht aus 
CI4H28IV28S2, mit dem gewöhnlichen theoreti- 
ftchen Abzug von Wasscrstoffsul&d oder nur von 
WasaarstolT. Die Zersetznngsproducte bei der 
trocknen Destillation sind denen der beiden vor- 
hergehenden Körper ahnlich. 

Wird die trockne Destillation des Rbodanaui- Aigensulfld. 

Argaawauer- 
stoHiiäure. 



118 

moniiis fortgesetzt, bis die Temperatur auf -{-300^ 
gcsliegcn ist y und darin erhalten > so gesehielit 
die Zersetzung viel vollständiger. Die fliiclittgen 
Producte bleiben dieselben, aber der Rückstand 
bekommt andere Eigenschaften. Das Rhodanam- 
nionium ist jedoch noch nicht ganz zerstört wor- 
den. Der Rückstand ist fest. Kaltes Wasser 
7.teTit daraus Rhodanammoninm aus und lasst den 
gKfssten Theil mit gelblicher grauweisser Farbe 
zurück; Er 'wird mit kleinen Quantitäten Was- 
ser wiederholt ausgekocht und die dadurch erhal- 
tenen Lösmigcn vermischt und bis auf ein gerin* 
gcres Volum verdunstet. Beim Erkalten schlagt 
sich dann daraus ein weisser krystallinischer Kör- 
per nieder, welcher ein Gemenge von Phelan- 
wasserstoffd'äure mit einem neuen Körper ist, wel- 
cher Argihsulßd (von ugyog ^ weiss), Arganwas- 
serstoflfsaure , genannt worden ist. Dieses Ge- 
menge wird gut ausgepresst, die Pbelanwasser^ 
stoffsäure daraus mit siedendem Alkohol ausge- 
zogen , welcher auch einen kleinen Rückhalt von 
Rhodanammoninm auflöst. Das Ungelöste wird 
mit kaltem Alkohol ausgewaschen, ausgepresst^ 
in siedendem Wasser aufgelöst und die Lösung 
der freiwilligen Verdunstung überlassen , wobei 
sich die Arganwasserstoffsäure in kleinen farblo- 
sen Krystailen absetzt. Sie schmilzt beim Er- 
hitzen , aber sie wird ein wenig darüber mit 
ähnlichen Producten, wie die der vorhergehenden 
Körper, zersetzt. Ihre Lösung in Wasser rea* 
girt schwach sauer und gibt weisse Niederschläge 
mit salpetersaurem Siberoxyd und mit Quecksil- 
berchlorid, aber sie fallt nicht xlie Salze von Blei 
und Kupfer. Sie besteht ausCi^H^^N^^S^ (Da 



119 

I ^ ^ ^ • ^ 

aber keine ibrer Verbind iingen mit MeUilco aua- 

lysirt worden ist, »o wäre es wohl möglicli, dass 
sie nar die balbe Anzahl von Atomen enthält). 

Alle diese jet2t beschriebenen, ans dem Rho- 
danammonium erhaltenen Körper stimmen darin 
mit einander nberein y dass sie 2 Atome Schwe- 
fel, eine gleiche Anzahl von Stickstoff- und Was- 
»erstolf - Atomen und halb so viele Atome von 
Kohlenstoff enthalten. Die Arganwasserstoffsänre 
ist die letzte von den schwefelhaltigen Verbindungen, 
welche Tom Rhodanammoniom hervorgebracht wer- 
den. Schon bei der Temperatur,' in welcher Ar- 
«^anvrassersloffsSore gebildet wird , entsteht einb 
Portion von dem schwefelfreicn Melamin. Was 
sich Yoo dem Rückstände bei -|- 300^ nicht in 
einer geringeren Portion Wassers auflöst, enthält 
Melamin , gemengt mit einem anderen ähnlichen 
nicht schwefelhaltigen Körper. Wird dieser Rück- 
stand mit Wasser mehrere Male nach einander ge- 
kocht , 90 setzt die erste Abkochung , welche 
•gleichwie die folgenden farblos ist, beim Erkal- 
ten einen weissen voluminösen Körper ab , wel- 
cher schwierig durch Fillriren abgeschieden wer- 
den kann, nnd welcher beim Trocknen zu einem 
sehr geringen Volum zusammenschrumpft. Der- 
selbe wurde aus 27,05 Kohlenstoff, 68,38 Stick- 
ütoff und 3,97 Wasserstoff znaammengesetzt ge- 
fnnden; aber da diese Resultate keinem ehifacken 
Atoiu-Verfcähnisse enlsprechon , so ist er wahr- 
scheinlich ein Gemenge. Er wurde in so gerin* 
ger Menge eirbviten, dass keine weitere Versnebe 
damit angestellt werden konnten. Die zweilennl 
dritte Abkochung setzte dagegen beim firkalten 
Melamin ab, welches fast rein war. Aber dm 



120 

Ungelöste enlhftlt hwh den grötsteo Tlieil davon ^ 
Es wird uiit SaUsäure gekocht, welche einen 
durch Ammoniak fällbaren Körper auszieht, der 
ebenfalls in zu geringer Menge erkalten wurde, 
um genauer untersucht werden zu können« Der 
mit Salzsaure ausgekochte Rückstand wird mit 
verdünnter Kalilauge siedend bebandelt, welche 
einen »it Saure daraus (allbaren, gelblieben Kör- 
per auszieht. J>ann ist der Rückstand Melamin. 
Es ist weiss mit einem Stieb in's Gelbe, was Ton 
einer Spur eines fremden Körpers herzurühren 
scheint (yielleicbt auch voti einer grösseren Dich- 
tigkeit, als wenn es si<b aus seiner Lösung in 
siedendem Wasser niederschlägt, wo es weiss er- 
halten wird). 

Das Meiamin, oder das oben sogenaimte Fo- 
lien, ist in siedendem Wasser in sehr geringer 
Menge anflöslich, woraus es sieh, wie wir ge- 
sehen haben, beim Erkalten in Gestalt eines weis- 
sen Pulvers niederschlagt. Es ist vollkommen un- 
auflöslich in Alkohol und in Aetber, gibt bei der 
trocknen Destillation dieselben Producte wie die 
▼orbergehenden Körper, mit Zsjrüeklassong des 
grauweissen Körpers, welcher im Glühen V4ur- 
sehwindet. Es löst sieb leicht in einer starken, 
siedenden Lösung von kaustischem Kali und ent« 
wickelt, wenn man die Lösung kocht, Ammoniak. 
Glauc^o. In einer noch höheren Temperatur als -f-300^, 

z. B. bei + 3100 bis + 3200, {gt die Ai^an- 
wasserstolsanve fast ganz zerstört, UAd Mur nocb 
Spuren von Rhodanammoninm übng, die durch 
Unterhaltung der Temperatur anch verschwinden. 
Dann bleibt Melamiu zurück. Aber wird es ei- 
ner noch höheren Temperatur ausgesetzt, so ent- 



121 

• 

wielreh aicli Aromotiiak , iodcm der Torbin ange- 
foliHe weisagraue Eörper surückbleibc , welcher 
ülüMem genannt worden ist. Ein Atom Mela- 
nin = C'^H^N^, verliert 1 Aequivalent Animo« 
nitlrzz »H'^ und C^N^H^ bleibt zurück, wel- 
ches die Formel des Glaui^ens ist. Es wird in 
ilirkerer Hitze zerstört > indem es yersebwindet, 
CjanwasserstolTsänre, Stickstoff und Cyan gebend. 

Die Zersetzung des Rbodauammoninms bei ei- 
ler Temperatnr von + 9SßP bis StTQo gesfbieht 
Inf die Weise, dass Ammoniak weggeht uJud Rbo* 
ilaowasserstoffsiure zurückbleibt, die aber im Bil- 
iliapnomeDle iu Xanifaanwasserstoffsänre zerfällt, 
welcbe letztere mit dem Ammoniak Cyanammo- 
Bio« bildet. Die Xantbaowasserstoflbänre wird 
ixMk zersetzt, während der fortdauernden Zer- 
»eUoog des Rhodanammoninms (dessen Ammo- 
Diik-Eatwickebi9g die Bildung von Schivefelam- 
ttoaiam und von Ammonium-Snlfocarbonal veran- 
lust) in den gelben Körper, welcher oben mit 
a bezeichnet wurde, und daranf entsteht unter 
Abgftba von «lehr Schwerelkoblenstoff und Scfawe* 
f«l iie A^Bwasserstoffsaure. Die Bildung des 
^leliaius kann a«inmarisch auf die Weise darge- 
stellt werAlen , dass 4 Atome Rhodan Wasserstoff- 
*«ure 4 Atome Schwefelkoblenatoff abg^en und 
1 Atom Melamin znrücklassen* 

Völckel stellt dann die sehr wahrscheinltche 
Vermuthnog JMsf, dass Liebig's Melam nichts 
>ideres sei als ein Cieraenge von Melamin und 
GUoeeo. Er setzt ferner seine Behauptung fort, 
^^ Mellan und Hellanwasserstoffsänre ebenfalls 
iinr solche Gemenge seien. Dies mag mit dem 
MelUn in seinem rohen Zustande der Fall sein 



122 

können 3 aber wir müssen , nach dem was oben 
über das Mellan angefobrt wurde, über die Na- 
tur desselben in diesem Zustaade keinen Scliluss 
zieken , sondern diesen Körper beurlkeilcn , so 
wie er in den Mellanüren entkalten ist, weil dies 
sonst nur ein Kritiksiren über das robe Prodnct 
sein würde. 

In einer späteren Abkandluug*) hat Völckel 
genauer den Körper studirt, den er zuerst Polieii 
nannte , und hat gefunden , dass es mit Melamiii 
identisch ist. Wir haben gesehen, dass sich sein 
Polien in geringer Menge in kalter kaustischer 
Kalilauge auflöst. Im Sieden löst es sich etwas 
mehr darin, aber unter Entwicketung von Am» 
nioniak. Concentrirte Lange löst es in Menge, 
aber mit Zersetzung auf. Dagegen TcrhSlt es sich 
gegen Säuren wie eine schwache Basis, indem es 
sich darin auflöst, aber durch Wasser daraus wie* 
dcir niedergeschlagen wird. Der Niederschlag ist 
jedoch eii| basisches Salz, ans dem man mit AU 
kali die Säure ausziehen kann. Leitet man über 
völlig trocknes Melamin einen Strom von wasser- 
freiem Salzsäuregas , so wird dieses Gas absor- 
birt, und nachdem der Ueberschuss an Salzsäure- 
gas durch trockne Luft entfernt worden Ist, hat 
man salzsaures Melamin. Bei zwei Versuchen 
halten 100 Th. Melamin 28,S56 Th. Salzsäure 
aufgenommen, woraus ein Atomgewicht von 1597,7 
folgt. Aber da das Polien im Voriiergehendeu 
= C*H®N® gefunden worden war, so ist es klar, 
dass dies nur § von t Atom ausmacht, und dass 
die Formel :=. C^H^^N** werden muss , welche 



•) Poggcnd. Ann. LXII, 90. 



123 

Ü8 Atomgewicht rr 1575,96 gibt , welches wie* 
■ derom ▼otlkommeu L i ^ b i g' § Metamiii' is(. Durch 
Kochen mit Terd&nnrter Salssivre verändert es 
^ lieb nickt 9 aber bei der Bcfhandlong mit cou'cen« 
irirterSaissSure wechselt es an die Säure fi^Ac^|u!* 
nlcnte Amnaoniah aus, indetn es anstatt dersdben 
SAlotne Was#^r anfnimnit, wodurch Ailtonielin 
cDUteht, welches zr C6H^«'NJ0O2 igi^ und des- 
ien Zusammenseteung von'' VOlif^el eb^n so, 
Vie Yon Liebig gefunden wurde'. 

Aus der sauren Fliissigfcert ,' ^itelches saltsan- 
rcB Amuelhi 'eifthäif , 'wird 'das 'Animelin' durch 
Ammoniak niedergeschlagen,' ikt Gestalt einer weis- 
sen voluminösen Masse, deren' Eigenschaften und 
Verhältnisse mit Liebig's Airgabeü nberciiislini- 
Mcnd gefunden' wurden. - • . . i 

Wird Melamin mit coiicentrirlcn SauersloflTsän* 
reu, z.B. mit Schlvefeldäure oder mit Saipetetsäure 
übergössen^ so werderf die 3' einfachen Atome- 
Ammoniak gegen 3 Atome Wasser ausgewechselt, 
^i»d dadurch enist^ht L i e b i g' s Ammelid = 
C^H^Rp Q5 ^ dessen 'Atom wohl verdoppelt wer- 
*leii BiQsa , indem es sonst nldit gewöhntich ist, 
^^S8 Stickstoff ^und Wasserstoff in 'gut bestimmten 
Alomgewiditen* von organischen ' Verbindungen 
lach einer ungeraden Zahl enthalten siiid. 

Wird die Einwirkung dieser' Säiiiren auf das 
^nimelid noch weiter fortgesetirti' so Werden noch 
3 eiofache Atome Ammoniak ^egen 3 Atbme Was- 
ser ausgewechselt, Wodurch Cyanur^nsäuri'e = 
C«H6N«0« entsteht. 

lu Betreff des* Namens Polien, so kann er nicht 
beibehalten werden , sondern er muss gegen Me- 
Win vertauscht werden , nicht blos deswegen, 



124 

weil dieser «ehoii früher dafür gegeben norden 
iat^ aoudern aucL ans dem Grande, weil Polieo 
den Numen für ein Radical yoralelU, wäbreud 
dagegen dieser Körper eine von jenen Basen 19 1, 
worin 9icli Ammoniak mit einem atiekßtoffbaMgeo 
tSörp^ gepuart hat = »^^ + C^H6Ni<>. 

Hierauf nabm er ein^ Unlerspu^hong mit Lie- 
big'fl Me|am vor, nnd erhielt bei der Aaalyae 
dieselbpq Resultate wieJLiebtg) welche ziem- 
lich der Formel C^^H^N^^ = Ci2i|^8]y22 «ntspre- 
chen. Aber als das Melam mit siedendem Was- 
ser behandßU wurde, so löste dieses daraus einen 
Körper auf, vyeleber sich daraus beim Erkalten 
in Gestalt eines weiss<en Piilvers niederscblug, 
welches bei der Analyse ans C^^H^^N^^ zusam* 
mengesetzt gefunden wurde, ii^d bei dem die un- 
geraden Zahlen auszuweisen scheipen, dass es ein 
Gemenge ist, worin er Melamin anniipmt und ei« 
. nea Körper, welcher aus C^H^^N^ bestehen kann, 
und ^yelchen er Ammelen ufnij^t» 

Was nach den wiederholten Aushochupgeo von 
dem Melam übrig blieb, ypar ein weisser Körper, 
welchen er Albeif oeonl, wicbher aus C^^H^^N^oQ^^ 
zusammengeseUt gefiiodeo wurde, und welcher 
bich durch anhaltendes Kochep mit schwacher Ka- 
lilauge in Ammejin verwandelte« 

Völckel ist. picht zufrieden mit den Benen- 
nungen 4^ben und Ammcltn , und schlägt vor, 
dass sii? «on mir in einen» der Jahresberichte ver- 
ändert werden möchten. In Betreif von Alben, 
so ist die bestimmte Endignipg en, welche ein 
tcrnäres RadicAl bezeichnet^ nicht gnt lur einen 
Körper gewählt, welcher 3 Atome Sauerstoff ent- 
hält. Setzt man voraus, dass ein lernäres Radi* 



125 

etl = €»Hi8M8o exUlirt, so wArtle Alben der 
Name für dieses sein« nnJ seine Verbiiidnng mit 
Ssoeratoff ist dMm Albenozyd. Will man Ihm 
fiaeit rein empiriseben Namen geben, so kann es 
Albin genannt werden, weil die Endigang in kei- 
nem bestimmlen Begriff entspricbt. Was das Aro- 
nelen Ijretrilfk, so ist es ein bis jeUt noch zu 
problematischer Körper, um mit einem Namen 
belegt werden zu mfissen. 

Koeht man Melamin mit yerdllnnler Kalilauge, 
sa lost es sich sehr langsam nnler Bntwickelnag 
FOD Ammoniak auf. Die Lösung ist etwas ge- 
färbt, nnd nach starkem Einkochen krystallisirt 
darans ein Sals, welches dnreh ein wenig ausge* 
fllltes, onzerstörtes Mekmin Teninreinigt ist. 8St* 
ligt man die Mntteirliiige mit Essigsünre, so schlagt 
sich daraus Ammeiin nieder« 

Das Kalisais besieht aus cyaniir^nsanrem Kali 
nnd einem Kalisalz mit einer anderen Siure, wel- 
che Liebig ^) schon früher bemerht, dargestellt 
und analysirt hat, aber ohne derselben einen Na- 
men zu geben. Setzt man zu einer concentrirten 
Losong von diesem Salz eine Siure, so schlägt 
sich die Siure daraus in Gestalt einer weissen 
Masse nieder , welche sowohl in siedendem Was- 
ser als auch in siedendem Alhohol löslich ist, 
nnd aus denen sie in weissen glänzenden Nadeln 
anscbiesst. Ihre Lösung reagirt sauer und Rillt 
salpetersaures Silberoxyd. Völekel hat Lie- 
hig's Analyse dieser Saure berechnet und für die 
krysUlUsirte Säure die Formel SH-f C^H^Ni^'O^ 
ond ftir das Silbersalz die Formel = 2Ag -4- 

*} Ann. d«r Cb. und Pharm. LXHI. 98. 



126 

C8H2N10O2 erhallen. Liebig hielt den Was- 
Bcrstoffgehaifc aU unwesentlich, aber Völckel 
betrachtet ihn in Folge 4ev Melamorphosen « Er- 
aclieinungen aU der Säure weaentlich angehörig. 
Offenbar ist sie eine von den gepaarten Sauren, 
worin 1 Atom von dem Paarung mit S Atomea 
Saure oder deren Salz verbunden ist. 
Cyanoxysulfid. Der gelbe Körper, welcher durch Chlor aus 
einer abgekühlten conceutrirten Lösung von Rho- 
dankalium (Jahreab« 1S44 , S. 80) niedei^schla» 
gen wird, ist von Völckel*) von Neuem zum 
Gegenstand einer Untersuchung gemacht worden . 
Er hat ihn Ofanoxysulfid genannt, und er gibt 
an, dass wenn man ihn zuerst mit einer conceii* 
trirten Lösung von kaustischem Kali reibt, die 
Masse dann mit einer grösseren Menge Wassers 
verdünnt, die dadurch erhaltene klare Auflösung 
mit essigsaurem Bleioxyd niederschlagt und dann 
Essigsäure hinzulugt , bis die Flüssigkeit sauer 
reagirt, man eine gelbbraune Bleiverbindung 
erhalte, welche nach dem Trocknen 45,94 bis 
46,83 Procent Blei enihalt , und in weicher er 
durch Verbrennung iO,55 Procent Kohlenstoff ge- 
funden hat« Diese Data stimmen sehr gut mit 
der Formel 2Pb -f C^N^S^O überein, woraus 
er den Schluss zieht, dass das von ihm früher 
(Jahresb. 1844, S. 91) bestimmte Atom-VerhSU- 
niss richtig sei. Mach allem diesen ist dieser Kör- 
per doch ein Gemenge , wie das früher bekannte 
Verhalten desselben zu Kali ausser allen Zwei- 
fei setzt. Dass er stets von gleicher Zusammen- 
setzung erhalten wird, beruht darauf, dass die 



*) Poggend. Ann. LXll, 607. 



127 

Korper, toii denco er «usgemaelit wird, sIeU in 
einerlei Verliältnis^e gobildel werden. Völckel 
gbobi beBlimnien zu können, dass er gemengt 

sei aus C+H2N+S5 nnd aus C+H^N+g,, in wcl- 

cbem letzteren Gliede er zu der metaleptisehen 
Ansiebt übergegangen ist, dass 1 Atom Sauer- 
stoff I Atom Scbwefel vorstellt. Alles dieses ist 
jedocb nichts anderes als eine blosse Vcrmutbnng» 
gestützt auf eine Berecbnnng , die das Atomver« 
faällaiss gestattet, und sie kann sieb in der That 
ganz anders verbalten« Es ist deutlicb, dass ein 
Oxyd in der Scbwcrdverbindung enthalten ist, 
aber welches Radical das Oxyd bat, ist unbekannt. 
Da hier 2 Atome Blei als mit diesem Körper ver- 
bunden angegeben werden , so kann in der Be- 
rechnung der Fehler begangen worden sein, dass 
das eine Atom Blei als Oxyd mit dem sauerstoff- 
haltigen Körper verbunden ist und das andere mit 
der Schwefclverbiudung» Bei so verwickelten 
Verhältnissen muss mau nicht gar zu viel Ver- 
trauen der einen oder anderien scheinbaren De* 
bereinstinimung schenken. 

£r hat ferner gefunden *) , dass sich die Xan-, 
thanwasserstoffs'aurc in der Kälte nicht durch trock- 
ne« Chlorgas verändert , aber dass sich , wenn 
man sie damit im Wasserbade behandelt, Salz- 
säure, Chlorschwcfel und Chlorcyan entwitskeln, 
nnd ein braunrother chlorhaltiger Rückstand ge- 
bildet wird, welcher aber nicht immer von ei- 
nerlei Zusammensetzung erhalten wird. Er ist 
unlöslich in Wasser, wenig auflöslich in Alkohol, 



*) Poggend. Ann. LXVII, 105. 



128 

aber er löst sich in siedeDder Kalilauge auf. Aii- 
aserdem bildet sieh in geringer Menge ein weia- 
aer in Alhohol löslieher , aber in Waaaer unlös- 
licher Körper, welchen er nach 3 Analysen aU 
ans CioH^N^^'S^CP zusammengesetzt betrachtet. 

Manche Leser dieses Berichts werden Tielleicht 
denken , dass ich mich bei diesen Untersachnn» 
gen gar zu lange aufgehalten habe, bei denen 
doch viele Bestimmungen noch nicht mit der Si- 
cherheit gemacht sein können, dass sie als de» 
finitiv anzunehmen seien« Aber Untersuchun- 
gen , welche eine so Tollständige Folge bilden, 
sind für die Wissenschaft von einem weit höhe- 
ren Werth, als zurdllige Entdeckungen neuer 
Verbindungen, und die Wissenschaft ist V öl ekel 
grosse Verbindlichkeit schuldig für die Ausfitb» 
riing dieser mühsamen Arbeit und für die wich* 
tigen Aufklarungen , welche durch sie gewonnen 
sind. Ich werde jetzt zur Vergleichung die pro* 
centischen Resultate der hier analysirten neuen 
Verbindungen anführen, welche bestiiumte Na- 
men haben. Im Vorhergehenden habe ich nur 
die Formeln dafür angegeben* Sie können, wenn 
man sie alle neben einander stellt, mit Leichtig- 
keit verglichen werden: 



129 







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^•nelins Jahres -Berichl XXV. 9 



130 

Zersetzung Ucber die Zerselzung der RbodAiiore Lai Ger- 
durKo^foT'**'^ der französiÄcLen Academie der Wissen- 
Destillation, scliafleii durch Dutnas eine Tabelle mitgetheilt, 
fveleke ^ese Zersetoungs-PkäDomene ganz in ih- 
rer Einrachbeit darslellL ,, Dieses Stadium^%. so 
beginnt er , ,^at mich zar Entdeckung .mehrerer 
Fehler gefährC, welebe sich in allen chemischen 
LekrUichern fortgepflanzt haben, nnd vvelehe anf 
eine besondere Weise die Geschichte von diesen 
Körpern verwirrt haben. Ich werde inzwischen 
zeigen, dass AetCn zahlreiche Metamorphosen von 
grosser lEiofa&hheit sind,'' Darauf folgt die Auf- 
stellung von dem was vorgeht, und was ich nicht 
anführe, weil Völckel **), mit dessen vorher- 
gehenden Versuchen nichts von allem diesem über- 
«instiinml, seine Angaben über die Zersetzung 
einiger Ahofdanüre von festen Basen geprüft und 
dieselben ganz ungegründet gefunden hat, woraus 
er den Schlnss zieht, dass Gerhardt's Studium 
von der leichten Art gewesen sei, weiche am 
Schreibtisch gemacht wird , und welche Probabi« 
Kläls • Theorien ■ ak^ Folgen von Versuchen auf 
dem Erfahrungswege gibt, was immer den theo- 
retischen Darstellungen solcher Personen ein Cave 
aufdrückt. Derjenige, welcher ein Mal eine Er- 
dichtung für geprüfte Wahrkeit ausgegeben hat, 
muss darauf rechnen , dass er nachher in Allem 
kein Vertrauen findet. 

Verbindungen Völckel***) hat ferner seine Ansichten über 

.T ^^*,^t ^'^ Verbindungen des Urensulfids mit Schwefel 

Urensulnds. 



*) CdMptes aend. 1S44. Prem. 
**) i^o^cad. Ano. KXUI, 106. 
•••) Das. p. 96. 



Sem. p. 158. 



131 

niidl Mit 8ebw«felbMeji milgedieilt. Sie siad ei« 
g«Bllidi aickU anderes, «le ei«e Aublelluiig» wie 
er die riehlige Nator versehiedeaer Verbindangen 
betrachtet^ welche »dnal nicbl dahta gereehnel 
werden 9 s« B. FJaYeao besieht aus tt AloM* 
Urenselid ead 1 Alon WasseMoffsuUidy das Btit 
heaa ans 1 Atem voa jedeai ^ das Ucensnlfid in 
beidea za C^M^B^S geaeamea» Was ieh Ure». 
salftd genantaty aeaat er Xwetfach-MIrtniHlßd^ tmi 
Z eise' 8 Hydaasolhiii (Jahresberiehl 184fi^ S. 94) 
aeant er Doppelt -SekiJü^lwtmerH^ Sehw^tU 
cyms. In Betreff der Grinde für dieae Aastcb- 
tea nass ich aaf die Abbandlaag verw^seti* 

Sehänbeia *) hst taehrere Yersoeba iher Oxon. 
die Herverhrtagnag^ des Ozens aaf leia ehaali- °'|^''^^,1 
sehen Wege autgetheilL Man legt Phaspkbr» ben auf cbemi- 
staehe ia aiebrere geasfce aaf der Ittaensoite feuchli ^^ ^«8«- 
Flaschen, sa dasb sie iftiahA laii dem '.Wasser i« 
Beiuhraag honnaeD, vesschlieäaf die Flascheti .UU" 
TellheinBMn und lassl sie se hai; -f m^ hia MP 
stehen. Ueber + iiß hfkHn aicb der Phea|iber 
leicht eatzande*^ and uliter rf- ilK gesohieht das 
Process id laagsam« Wean dairt die Laft. ia dtoa 
PJasehen rin hin^inj^hakeaes Slitk Lachmnsp4^ 
pter hlcicbl, Ba<wiad.derBliaapba(r'hferan8geaoa^ 
mea , die gebildete phns^rfiosig^ ftate and «Phosl 
pborsaore gut mit.Wassi^r heraaigaipull, se dsss 
aicbls daven zarächblelbft^ niidMlaraaTieiaeXö- 

tang vea Jadhalinai hhieia^[a^siaii aäd dki.etab 

•• • . j j 

« . • . • .♦»-. !.-'. ... '. >•/ ' • » 

ÖfTewigl aif'lt; 1^. Akad. Fötiaüai. 'l^^Pl/ p. t*. IMJ, 
p. i8. ArchHei de PEUctriut^, No i5' ^hw, '-^ ' k^ög^^Mt 
An». LXfIi, Mt. Ueber dis £r^«]gnBgid«»4>iaaft^aurahB4 
mischta Wege, to« C. F.S^kftsbeiivJasellWfc f^Sr-^Ä- 

9* 



132 

Ptascbe nacb der anderen mit derselben Lösung 
bebandeU, bis in jeder Flasche der Geroelt naeh 
Oau>B ganz verschwunden isL Die Lösung wird 
dnrcb freigewordenes Jod braun* Man bereitet 
darauf neue Portionen Osonluft, nachdem die 
Flaschen Vorher mit ein wenig kaastisehem Kali 
ausgespfih worden sind, um das Jod daraus xu 
oitfernen , und nachdem man darauf mit Wasser 
nachgespült hat.' Ma'n wendet dann dieselbe Jod« 
lösung 2um Anssiehen des Ozous an^ bis diese 
Lösung farblos geworden ist. 

Er hilt sie dann für Oxonhalium« Sie ist 
neutral, aber sie seist heim Verdunsten ein weis* 
sea Pulver (jodsaures Kali?) ah und wird dadurch 
alMisch, worauf sie zuletxt ein etwas alkalisches 
Safo zurüchlisst , welches bei der Reactionsprü- 
fmag die Gegenwart von ' jodqanrem Kali seigt. 
Es wttvde kein Versuch angestellt, um, z.B« mit 
Alkohol , auszuziehen , was nicht jodsanres Kali 
wdr , i sondern es wurde dieses Salz , ' so wie es 
erhallen wv^de, mit Siuren geprüft, welche dar- 
ans einen scharfen Geruch entwickelten, der zwi«> 
sehen' dem von Brrai und Jod steht, aber keinen 
Oi^ngeirttck. . Dieses riechendc!Gas'bleichte, färbte 
Papier, welches. mit einef^miü .Stärke gemischten 
Lösto^ Ton Jodkaitum Imtriplidn war, blau, .und 
wnrde^alib'^b.Oion Angeselien» ' 

^^IDinscr'-Vershcbtbewmt gar nichts 5 denn wenn 
das Salz kiiv Haioidsalz ist i so >iiirüssle die $a«re 
eine WasserstoSsaure, aber keinen SalzLilder ent- 
w^eke\n. E^jji|^|iiQfl e^ «jber füne, b^ngierkbare Quan- 
titilt jodsajiri^i^H^lüV^ so l5%n4|jd«wh die Einwir» 
kstegr^ler (lod4i||rev(die: JodwAoscrsloffsiNure »er- 
selztr^ wterlfeh ,> > aVer' 'dann uiüsst« , im Fall eio 



133 

SalzbiMer in die Vcrbiodung eingetreten ist, diese 
Lösung Kali enthalten haben , dessen SauerstolF 
die Bildung der Jodsanre yeranlasste. 

Er bat nachher gefunden, dass beim Verbren- 
nen im Allgemeinen Ozon gebildet wird, * Trifft 
raao Yorkehrnngcn , um die sich bildende Flus- 
sigbeiC aufsammeln zu können , wenn man ein 
Gemenge von Luft mit Aelhergss durch erhitzten 
Platinschwamm treibt, so enthalt diese Flüssig- 
keit einen Körper, welcher bleicht, Oxydulsalze 
und scbweflige Säure oxydirt, Indigschwefelsaure 
gelb färbt, Schwefel aus Wassersloffsulfid nie- 
derschlägt, und metallisches Quecksilber auflöst. 
Dasselbe ist der Fall, wenn man Wasserstoffgas 
anstatt Aethergas anwendet. Ein mit feuchtem 
Kleister^ welcher Jodkalium enthalt, bestrichenes 
Papier wird blau, wenn man die Oxydations- 
flamme des Löthrohrs darüber weggehen lasst^ 
dies geschieht nicht in der Reductionsflamme, so 
dase durch diese, wenn das Papier vorher blau 
gemacht war, die blaue Farbe verschwindet. 

Es bleibt immer noch übrig, diesen proble- 
maiiseben Körper iii einer solchen Verbindung 
hervorzubringen , dass er mit ander<Sn von der* 
selben Art verglichen werden kann, und dass 
seine chemischen Eigenschaften genau studirt wer- 
den können. Die Hervorbringuug des Ozons ne- 
ben Sanerstoffgas durch einen starken hydroelek- 
Inselien Strom dürfte doch immer noch die si- 
eherste Quelle zu seiner Gewinnung in einiger 
Menge sein, und es wird nicht fehlschlagen, dass 
er auf diese Weise, wenn auch nicht ohne Ro- 
llen, in der für eine zweckmässige chemische 



134 

Untersuchung hinreitbenden Qntntitat ffbd ge» 

saMnelt werden können. 

MeiMe. Ich habe im Jahresberichte 1844, S. 134, eine 

Y**"J?^"°Ä?* Angabe von Dupasquier angeflihrt. dass man 
derielben mil » . «^ ^ . c i r i •• 

Wasserstoff, bei der Aoflosong von Eisen in bchwefelsaure ein 

Wasserstoffgas erbalten soll , welches mit Eisen- 
wasserstoffgas gemengt sei, und im Jahresb. 1845, 
S. 139, eine Angabe von Meurev über die BiU 
dnng von Wismuthwasserstoffgas. Diese Anga- 
ben sind nun von Fresenius*) und Schloss* 
berger genauer geprüft worden, wodurch sich 
ein vollkommen negatives Resultat ergeben hat. 
Sie fanden, was Dupasquier in Betreff der 
Verbrennung des Gases gegen eine Porcellanplatte 
angegeben hatte. Aber wurde das Gas zuerst 
durch Wasser in zwei Flaschen und dann durcU 
ein langes Rohr geleitet, welches befeuchtete 
Baumwolle enthielt, so fand sich darin keine 
Spur von Eisen, welches dagegen in den Wascli- 
flaachen, besonders in der ersten angetroffen wurde, 
so wie es siueh nicht ganz in der ersten Hälfte 
von der Baumwolle fehlte, so dass es deutlich 
eine Folge von dem feinen Ranch war, welcher 
beim Auflösen aufgespritzt wird« Aber dagegen 
brannte dasGas mileiner deutliehen grünen Fkmme. 
War das Rohr, aus dem es hervorströmte, etwas 
weiter, so gab es keinen Fleck an Porcellan, aber 
wurde es feiner ausgezogen, so gab es einen nm 
so viel grösseren Fleck , je feiner das Rohr war, 
und dieser Fleck war rothgelb , aber eisenfrei 
und er bestand ans Phosphorsaure und Phosphor- 
oxyd. Sie leiteten das Gas durch Lösungen von 



*) Ann. der Ch. u. Pbarm. LI, 413. 



135 

Metollialzen ond faiid«D| dass diese diidarcli ge- 
trabt worden. In dem PfiederschUge faadcn sich 
PkiMplioraietoll und Sdiwefelipetsll , l^ber keine 
Spar Too Eisen. Diese Versuche fveisen «Uo 
nns: i) dass Eisen keine gasförmige Yerbindong 
Bit Wesserstofgts eingeht^ und 2) dass Yvenn 
de« Eben Phosphor enthält^ viel davon keim Anf- 
loseo in SchwefelsSnre oder Salzsaure in Gestalt 
van Phosphorwasserstoffgas weggeht. 

▲neb Meurer's faetische Angabe fanden sie 
bestätigt, aber nicht den Scblnss daraus. Sie 
eHkielteo beim Verbrennen des Gases gegen Por- 
eellnii Fleefce^ aber diese enibielten kein Wismuth, 
snndcm Antimon, herrührend davon, ,dass in dem 
im Handel vorkommenden Wismuth häufig Anti« 
mnn enthalten ist. Ans reinem Wismuthehlorid 
wurde nach dem Vermischen mit Zink und ver^ 
dunster Schwefelsaure keine Spyr von irgend et- 
was Metallischem in dmn WasaerslQffga8q,erbalten. 

Im (Jebrigen bestätigen sie auch durdi ihre 
Versnebe die Angaben von M eurer und Mo- 
aander über das Verhalten von frisch gefälUem 
Sebwefelautimon und Scbwefela^enik bei der 
Jlfarsk' sehen Probe (Jahresb. 1845, S. 140). 

Peligot *) bat auf die grosse Leiehtigkeit auf- Redaction der 
merksam gemacht, mit welcher Chlormetalle io^^^^h'^vl^a»^^^^ 
höherer Temperatur durch Wasserstoffgas redu- stoffgas. 
cirt werden. Eisencblorür z. JB. wird zu einem 
znsammenhangenden, faspigen und geschmeidigen, 
fast silberweissen Eisen reducirt. Zur Bereitung 
von absolut reinen Metallen ist dies eine vortreff- 
liche Metkode , weil , wenn auch das Oxyd des 



') i/lDstUut, No 562, p. 329. 



136 

Metalls durch WasserstoffgaB redacirt werden 
I kann^ es häufig nicht eben so leicht ist, durch 
Fällung ein absolut reines Oxyd darzustel- 
len y als durch Umkrystallisirungen ein vollkom- 
men reines Chloriir oder Chlorid zu bereiten. 
Das Chlor wird von einem Theil der Metalle mit 
grösserer Leichtigkeit abgeschieden, als Sauer- 
stoff, so z. B, habe ich *) gefunden , dass sich, 
wenn man sublimirtes Chromchlorid bis zum dunk- 
len Rothglühen in einem Strom von wasserfreiem 
Wasserstoffgas erhitzt, Chlornr bildet, dass sich 
aber, wenn die Hitze bis zum YÖlIigen Rothglä- 
hen gelrieben wird , die aber doch noch das Glas 
aushält, das Chromchlortir zu melaliischem Chrom 
redncirt. Dagegen wird Silberoxyd durch Was- 
serstoffgas schon bei -|- 100^ reducirt, während 
sich Chlorsilber nicht eher reducirt als bei der 
Schmelzhitze des Cblorsilbers, und dann sehr 
langsam nnd schwierig. Erst in der Glühhitze 
geht dies rascher. 
Wirkaoff von Frcundt**) hat einige Untersuchungen über 
MetaUläon- ^^^ Verhalten gewaschener Schwefelblumen zu 
gen. den Auflösungen Terschiedener Metalle angestellt. 
Er ffind, dass sich durch Erwärmen und Schüt- 
teln mit neutralem salpetersauren Silberoxyd Sciiwe- 
felsilber und Schwefelsäure bilden, bis eine ge« 
wisse Portion Säure freigeworden ist. Wird diese 
dann genau gesättigt, so bildet sich Schwefelsil- 
ber Ton Neuem. Salpetersaures Quecksilberoxy- 
dul gibt ebenfalls Schwefelqneeksilher , aber auf 
das Oxydsalz wirkt der Schwefel nicht. Er fkUt 



*) ÖfTcrsigt af K. V. Akad. Förhandl. 1844. p. 205. 
*•) Archiv d. Pbarrmac. XXXIX. 286. 



137 

Center Sdiwefelblei ans baisisclieni eMigsaareo 
Bleioxyd , bis dieses Salz neutral geworden ist» 
Er wirkl anch auf Zinnsalz, aber ob dies auf das 
Cblorar oder Chlorid gescbieht, ist nicht ange- 
fahrt worden. Ein Uebersehuss an Stufe ver- 
hindert die Wirkung. Mit den Salzen von Ku- 
pfer ^ Eisen und Zink findet keine Veränderung 
statt 9 so wie auch nieht mit basischem Wismuth« 
cklorid ond Brechweinstein, selbst nicht mit Gold- 
cblorld. 

Deber die Methode , Metalle auf hydroelektri* Hervorbria- 

un Wege mit Oxydschichten zu aberziehen, ^"^«^^^^ p*. 
welche mit rerschiedenen Farben spielen (No bi« garen auf Me- 
li'oebe Figuren) siiid Ton Becquerel d. Aelt.*) °* 

Yoraehriflti^n mitgetheilt worden , auf welche ich 
tenreise. 

Er bat ferner über die Fillnng der Metalle 
auf einander eine Menge Yon Untersuchungen an- 
gestellt **) , theils ohne und theils mit Beihülfe 
des hydroelektrischen Stroms. Dadurch hat er 
gefunden, dass ein fester Ueberzug Yon dem ge« 
ßlUen Metall stets am besten aus den Doppel- 
chlorüren von Kalium oder Natrium mit dem Me- 
tall gineht, welches gefallt werden soll. Im Ue« 
brigen moss ich auf die Versuche Tcrweisen, wel- 
che die meisten so redncirbaren Metalle umfassen. 

Eben so] hat J a c o b i ***) eine Methode be- FSilung too 
schrieben , um mittelst des hydroelektrischen ^^]°^|/''^ 
Stroms ein Metall mit einem Messing - Ueber^ 
tag zn überziehen. Das Metall wird der ne- 



*) Journ. f. pracL Cbem. XXXIfl, 65. 
**) Comptes rend. 1844, Prem. Sem. p. 449. 
***) Poggend. Ann. LXII, 330. 



138 

gative Leiter in einer ziemlich starken Löauiig 
von Cyankalinm, wo der positive Leiter von Ku- 
pfer ist. 3ald darauf wird dann ao viel Kupfer 
in der Fiüssigkeit aufgelöst ^ dass es den negati- 
ven Leiter zu überaieben anfangt* Wenn hier- 
von die erste Spnr bemerkt wird^ so wechselt 
man den positiven Knpferleiter gegen einen Lei- 
ter von Zink, welches sich nun aufzulösen an* 
faagt; während sich dann der Kupfergehalt all« 
malig auf den negativen Leiter nfederscblägt, 
kommt auch Zink und die Farbe geht in Gelb 
über. Nachher kann man 9 um den Ueberzug 
dicker zu erhalten, eine Messingscheibe an den po* 
sitiven Leiter anbringen« Im Cebrigen geht diea 
auch y wenn man mit Zink anfangt und dann Ku- 
pfer darauf legt. Die Farbe des Messings kann 
man beliebig modificiren durch ungleiche Ausfal- 
lung des einen oder anderen Metalls. 
ZotammeD- Schaffner*) hat Analysen von einigen Me- 
Hydra°ie ver- ««UosydhydraUn roitgetheilt. Sie wurden im AU- 
schiedenerMe- gemeinen bei -^ 100^ getrocknet^ und das Was- 
talioijde. g^y wurde tbcils durch den blossen Glühverlusl 
und theils durch Auffangen desselben in Chlor- 
calcium bestimmt. 

Chr^mox^l^drat y im Sieden gefallt mit Ka* 
lihydrat aus Chromchlorid, gab 30,46 bis 30,7G 
Procent Wasser czCr -f- 4H, weiches 30,02 ent- 
hält. Wenn das Oxyd in der Kälte durch Kali 
gefallt, in einem Ueberschuss davon wieder auf- 
gelöst und aus dieser Lösung durch Salzsäure nie- 
dergeschlagen wurde , oder wenn es mit Ammo- 
niak gefällt wurde, so enthielt es nach dem Trock- 



*) Ann. der Cbem. u. Pharm. LI, 168. 



139 

Hl der Wärme 35,27 bia 35,93 Proceot Was- 
ser = Cr -f 5B, welches 35,94 enthalt ; aber 
Aadi dem Trockneu über Schwefelsäare wurden 
darin fast 6 Atome Wasser gefanden. Vergleiche 
Jahresbericht 1843^ S. 104. 

Matigamsuiker0xydhy4raij gebildet durch Aus- 
setaea v«n Oxy'dulhydrat an die Luft bis zur völ- 
ligen Oxydation, enthielt 9,70 Procent Wasser, 
9^ enUpreehend Mn^ä. Gefallt durch Koehen 
von scbwefelsanrem Manganoxydnl mit onterchlo- 
r^gsanrem Natron, enthielt es 6,46 Proc. iflln'H 
esthäU 6,38. 

Manganoxydhydrai j geßllt dnrcb allmalige 
Oxydation von Chlormangan nach dem Vermischen 
mit Salmiak nnd Ammoniak, gab 20,22 bis 20,75 
Proeent Wasser. Mnjft^ enthält 20,36 Procent. 

fVismuthoxydhydrat konnte nicht frei yon Sal- 
petersäure oder von Chlorwismath erhalten wer- 
den. (S. weit«' onten die Oxyde des Wismntbs). 

Cadmiumoxydhydrat wurde = CdH gefanden. 

Zinnoxydulhydrat j gefällt mit kohlensaurem 
Kali nnd getrocknet bei -|* 80^, gab nach dem 
Erhitzen in einem Strom von Kobleusäurcgas 6,46 
Procent Wasser. Sn^A enthalt 6,3 Proc. 

Zinnoxydhydrai j mit Salpetersaare bereitet, 
gab bei 5 Versuchen nur 8 Procent Wasser, was 
Sn^H^ nahe kommt. Bei -f 150o getrocknet gab 
es 5,12 Procent Wasser = Sn^H, was 5,67 Pro- 
eent voranssetzu (Vcrgl. ferner Fr emy's weiter 
unten vorkommende Untersuchung der Zinnoxyde). 

Bkioxydkydrai y gefallt mit Kali aus essigsau- 



140 

rem Bleioxyd , gab 3,6 Proceot Wasser. ^b^H 
ealhält 3^3 Procent. 

Eüenoxydhydrat y so ffie es durcli kanstisches 
Kali oder Ammoniak niedergeschlagen wird, ist 
= feil, nnd enlliäU iO^Sl Procent Wasser. Das 
sick beim Oxydiren Yon metallisebem Eisen in 
Ittflhakigem Wasser bildende ist bekanntlich 
= 2Fe + 311. 

Kohaltoxydhydrat vmrde = (]oH gefanden, 
aber das 

Nickeloxydhydrat entkielt 23,4 bis 24,09 Pro- 
cent Wasser, was I^i^H^ entspricht, welche For- 
mel 24,17 Procent voraassetxt« 

Kupferoxydhydrai ist = CnÖ. Das branne 
Oxyd, welches im Sieden durch kanstisches Kali 
im Ueberschuss gefallt wird, enthält nach meh- 
reren Analysen 4,8 Procent Wasser^ was sehr 
nahe Cn^fi entspricht. 

Quecksilberoxydhydrai y fgetMi durch kansti- 
sches Kali aus einer Lösung von Quecksilberchlo- 
rid , enthält 19,96 bis 20,5 Procent Wasser = 
HgH"^, welches 20,45 Proceiit verlangt. Sonder- 
bar genug wird es am häufigsten wasserfrei erhalten« 

Silberoxydhydrat schien nach dem Trocknen 
bei -(" «^^ ^^^ i Atom Wasser zu enlhallen. 
Richtiger wäre es gewesen, dasHydrat über Schwe- 
felsäure XU trocknen, weil der Gehalt bei -|- 90^ 
nur eine blosse, ron der Zeit abhängige Zufällig- 
keit sein kann. 

Antimonoxydhydrat wurde durch Auflosen Ton 
Schwefelantimon in kaustischem Kali, Ausfallen 
des Schwefels aus dieser Lösung durch Schwefel- 



141 

Kopferoxydy vod nachlieriges NiederseUa- 
ge« des Aatimonoxyds dvreli EssigMiiM erhalten« 
Es entbiell 10^9 bis 11,2 Wasser; %hiP eathäll 
10^59 Procenf. 

Pritzsche*) hat eine oene, krystaUisirende AUmU- wU 
Schirrefelvngsstufe tom Ammonium beschriehen, j^'J^^^m^ 
ie welcher dieses mit 4 Atomen Schwefel vet^ Tetrasalfun- 
hnndea ist. Sie wird erhalten, wenn man io die^»"^ ^^P ^™- 
MnUerlsDge , aus welcher sich das Pentasulfure« 
Inm (Jabresb. 1843, S. 89) abgesetzt hat, ab« 
wechselnd Aromoniakgas und Schwefelwasserstoff« 
gas einleitet, wahrend die Flüssigkeit so viel wie 
Böglich abgekühlt erhalten wird, Sie erstarrt 
dann zuletzt zu einem sehwefeigelben Magma von 
Krystallen« Wird sie hierauf gelinde erwärmt, so 
losen stell die Krjstalle auf, und das Snifnret setzt 
sieh darauf beim langsamen Erkalten in Krystal* 
len von 1 bis 9 Linien Durchmesser und mit rein 
schwefelgelber Farbe wieder ab. So lange die 
Rrystalle noch in der Mutterlauge sind, oder nach 
dem Herausnehmen von einer Atmosphäre umge* 
ben werden , welche Schwefelammonium enihalt, 
behalten sie ihre Durchsichtigkeit, aber im ent- 
gegengesetzten Falle werden sie sogleich trübe, da- 
durch, dass Schwefelammoninm davon abdunstet, 
wodurch sich zuerst höhere und rölhere Snlfureta 
ktlden, worauf blosser Schwefel die Oberfliche der- 
selben überzieht. Bei «der Analyse wurden darin 
!S,OTh. Ammonium nnd 78,0 Th Schwefel gefun- 
den =:9ßl'^S^. Sie fiind wasserfrei und leicht auf* 
löslich -in Wasser. Eine concentrirte Lö'snng lässt 
rieb aufbewahren , aber ans einer Tcrdünnlen Lö« 



-) Jbaini. f. pract. Cfaem. XXXll, 313. 



142 

s«»g BeliHlgt Mtth Scbwefel nieder. Die Qumili- 
tit, welche eicii davon niederaehlagt , i«t seliff 
varlirend , wahraeheinlich yoü der Verdännang 
abhängig. Der gefällte Schwefel iat weich und 
hiebfigy nnd Fritzsche betrachtet ihn im Za- 
Stande von S/, besonders da er allmälig zn ge- 
wöhnlichem brystallisirten Schwefel erstarrt. Aber 
es ist möglieh , dass die Klebrigheit einen ande« 
ren Grund hat. Bnthall die Flussigheit frei ge» 
wordenes Ammoniah, so hat sich Wasserstoffsulfid 
gebildet, welches den Schwefel in eine ähnliche 
zähe Masse Terwandelt, die an die Finger klebt 
wie Terpenthin^ welche aber allmälig das Was- 
scKtoffsnlfid Torliert nnd erstarrt. Das Tetrasul- 
furetum löst sich leicht in Inftfreiem Alkohol, 
wird aber die Lösung von der Luft berührt, so 
absorbirt sie Sauerstoff, wodurch sich viel krj- 
stallinischer Schwefel abscheidet und sich ein 
noch nicht untcrsnchles , aromatisch riechendes 
Prodoet bildet. Es wird in der Wärme zersetzt, 
indemi sich Schwefelammoniom , 9^H^S, Yerfläch- 
tigt und Schwefel zurückbleibt ^ ohne dass die 
Masse schmilzt, bis dieser Schwefel durch die 
Hitze flüssig wird, wobei aber der noch nnzer- 
setzte Theil feste Form behält. Fritzsehe gibt 
an , dass sieh dabei Ammoninmsulfhydrat in Kry- 
stallen snbtilnire. Aber in diesem Falle miisstc 
auch Ammoniak frei gemacht werden. 

Versoehe, niedrigere Schwefelongsstnfen fcry- 
stalltsirt darzustellen, glückten nicht. Die erhal- 
tenen Krystalle waren Ammoniumsulfhydrat^ nnd 
diese waren grossblättrig, farblos und wasserfrei. 
Aus einer Lösung von dem Disulfuretum wurde 
nur das Tctrasulfnretum krystallisirt erhalten, wo- 



143 

Bich es aasstelif, als kfealen die aiedrigeraii 8al- 
r«rela nichl bei Gegenwart t6n WiisSer krffltalli- 
fiirt dargestellt werden. 

la Bezug aaf das, was Icli im JabresfcerielileSchwerdcaU 
Ifti4, S. lii ^ ilMff einea von mm angesActtleä ''*«""- 
Veraach MittbeUle , bei dem dorek Bl«DBen Ton 
canrariacliem Mamor bereitele Kalkerde AutA Glfi^ 
lies in Sehwefelwasserstoffgas ia SebwefeMaleimn 
verwattdelt wurde, welebes sebwacb rBthlkbe 
Kanscr bildete , «»d welebes aicb , ito einer ver^ 
scblosaeaeai Flasobe mit Wasser nbergosaen^ meb^ 
fere Monate laogunveraaderC esbieit, bal H.llea« *) 
•na reiner Kalkerde dnreb Glnbcli in> Sebwefel- 
wasacrateiTgas Schwelelealeiutai dargealellt, das* 
selbe Bs^rere Male mit doreb Aaskoebea wm Liift 
befreitem Wasser bcbaadelt , oad bat avlelat nur 
Kaflkwaaser erkalteu , worauf steh der daaa ttoeb 
uagelSate Tbeil in Salcsaoi^ ebne. Eatwicbelling 
TOB Schwefelwaaaerstoffgaa aaAösCa, Wovaaa Also 
folgt, dasa Wasser über Schwehsaiciam biofig g^r 
weehaelt, Kslkerde uad Calciumsallbf drst benro»- 
inringt. Gesebieht dies nitbl jedes Mal iai einer 
gfomerea QoaatitSt , so gkidien sieb nuaefo Er- 
Tab rangen sehr gat aus« 

Pa al Tb e BS rd **) bat die Bildung tob Phos- Pboipfaorcal- 
pborcaiciam ualersueht, and auf eibe aebr befrie- ^*""' 
digeade Weise die Pbaadmeae erfovsehi, wdebe 
bei der Einwirkui^g von Phosphor auf glühende 
Kalberde beim Aussebluss der LiA atattfiaden. 
Thenard hielt Kalkerde in einem angemesseben 
Appsrate glabead und leitete Pbospbov in Gaa* 



*) Poggend. Ann. LXl, 069. 

*') Jottin. d« Pbarm. el de Cb. VI, 174^ 



144 

form hindorch^ worauf er bestiMmte, wie viel 
die Kalkerde dabei an Gewicbl sagenommea bolte. 
Diese Gewicbta^VermebrQng entapricbl 1 Aequi- 
Talent Pbospbor auf 2 Atome Kaliserde« Dm zu 
bestimmen 9 wie die Bestandtbeile dieser Verbin* 
düng geordnet seien y sebnttcte er ein bestimmtes 
Gewiebt davon in Salzsäure , welcbe es auflöste 
unter Entwiebelung von nicbt selbst entznndli- 
cbem Pbosphorwasserstoffgas und unter Absebei* 
dnng von festem Pbospborbydrnr. Die Liosung 
iik. Salzsäure wurde abgescbieden ^ und der pbos- 
pborsaure Kalk daraus durcb Ammoniak nieder- 
geseblagen und dann sein Gewiebt bestimmt. Ein 
^icbes Gewiebt Pbospborealeium wurde zuerst 
mit Salzsäure bebandelt und dann y naebdem das 
Pbospborwasserstoffgas weggegangen war^ Salpe- 
tersäure binzugesetzt 9 um das geßillte Pbospbor- 
bydrilr in Pbospborsäure zu oxydiren. Als dar- 
auf diese Lösung mit kanstisebem Ammoniak^ nie» 
dergeieklagen wurde , so erbielt er genau 2 Mal 
so viel pbospborsauren Kalk, wie aus der Löaung 
in Sabsäure* Da dureb die Versuehe über den 
Aässigen Pbospborwasserstoff bekannt geworden 
war, dass sieb dieser so tbeilt , dsss aus SPfi^ 
3 Atome PH' und i.Atom P^H entsteben, so 
•wurde ^Mureb das Gewiebt des in Gasform weg- 
gegangenen Pbospbors bekannt. 

' 'Hieraus folgt dann, dass von 14 Atomen Ralk- 
erde und 7 Aequivalenten Pbospbor ein Gemenge 
oder . eine Yerbindung von 2 Atomen neutraler 
pbospborsaurer Kalkerde und 5 Atomen Pbospbor- 
ealeium entsteben, worin jedes Aeqnivalent Pbos- 
pbor, gleiebwie in den neutralen Salzen, 2 Atome 



145 

Caleinin aafiiimml^ so dass die Formel =: 2Ca^P 
+ 5Ca2P wird. 

Dieses Gemeoge wird, wenn man es mit Inft- 
rreieni Wasser behandelt, auf die Welse zersetzt, 
dass sich das Caicinra za Kalkcrde oxydirt, wäh- 
rend sich der Phosphor mit dem Wasserstoff zu 
Sossigem Phosphorwasserstoff vereinigt. Die Fiüs- 
»Igkeit wird alkalisch und sie enthält kaum eine 
Spar TOD nnterphosphoriger Sänre; aber bleibt 
sie sieh überlassen , so zersetzt sich die flüssige 
Verbiudong in Festen nnd in gasförmigen selbst- 
eulzondlichen Phosphorwasserstoff. Allmälig fangt 
danu der feste Phosphorwasserstoff an, nnter dem 
Einflüsse der Kalkerde das Wasser zu zersetzen, 
indem sich allmälig Wasserstoffgas entwickelt und 
unterphosphorigsanre Kalkerde gebildet wird. 

Beim Uebergiesseu mit starker Salzsäure wird 
das Phosphorcalcium zersetzt, das Chlor verei- 
nigl sich mit Calcium und der Phosphor mit Was- 
scrstoff, aber die Verbindung Pfi^ zersetzt sich 
so augenblicklich in P^H und in Pfi^, dass nicht 
einmal so viel von der flussigen Verbindung iibrjg 
bleibt, um das P&^ selbstenizündlich zu machen. 
Mit schwacher Salzsäure erhält man dies dagegen 
selbstentziindlich. 

Wöhler*) hat einige nähere Untcrsuchuu- Aluminium. 
gen aber das Aluminium angestellt , so wie dies 
dorch Rednction von Chlorainmininm mit Kalium 
erhalten wird. Es ist ein ziemlich leicht schmelz- 
bares, geschmeidiges Metall. Betrachtet man das 
erhaltene Metallpulver unter einem Mikroscope, 



•) Öfverstgt af K. V, Akad. Förbandl. 1845, p. 25. und 
Annal. d. Ch. u. Pbar. Ulf, 4M. 

Berzeliuft Jahres -Bericht XXV. iO 



146 

80 siebt man , dass es aus laoter Kugeln besteht. 
Einige derselben sind zuweilen schon mit dem 
blossen Auge erkennbar, und Wo hl er hat sie 
Ton der Grösse eines Sleeknadelknopfs erhalten. 
Diese lassen sich zu düinnem Blech ausschmie- 
den 9 ohne an den Rändern Risse zu bekommen. 
Das Metall hat die Farbe und den Glanz von Zinn 
und Ueibt an der Luft blank. Es hat durch- 
aus keine Wirkung auf die Magnetnadel. Specif. 
Gewicht = &,67. Von kaltem Wasser wird es 
nicht verändert, aber bei -}~ 100^ oxydirt es sich 
darin mit Eutwickelung von Wassierstoffgas* In 
kaller Kalilauge löst es sich mit Brausen auf. In 
Sauerstoflgas eniziindet es sieh niqht eher , als bis 
es darin zum starken Glühen gekommen ist^ aber 
dann brennt es darin mit weissem Feuer wie 
Zink, die Thoncrde schmilzt und scbliesst häufig 
Kugeln von Aluminium ein, so dass sie gegen die 
Verbrennung geschlitzt werden. Steckt man aus- 
geschmiedetes Aluminium in eine geschmolzene 
Perle von Boraxglas , und erhilzt in der innereu 
Flamme , so schmilzt es zu einer Kugel , die 
sich, wenn man zu lange darauf blässt, oxydirt 
und verschwindet. Es schmilzt auch in Phosphor- 
salz, aber mit grösserem Verlust, weil sich die 
Phosphorsäure leichter reducirt, so dass aus der 
Kugel während des Blasens grosse Gasblasen auf- 
steigen. Ein Versuch, eine grössere Menge von 
Aluminium in einem Tiegel mittelst Boraxglas 
zusammenzuschmelzen, missglückte; wahrsckein* 
lieh weil sich das geschmolznc Aluminium auf 
die Oberfläche begab und verbrannte; das Borax- 
glas war nachher in eine braune Schlacke ver- 
wandelt, wahrscheinlich getärbt durch Bor. 



147 

Blankes ausgesclimiedctcs Alnininiiiin redacirt 
uiclil das Metall aas aeutralem saipelertaurem Sil« 
beroxjd oder Bleioxyd 5 berührt mao es aber darin 
■it Zink , 80 überzieht es sieh mit reducirleiii 
Metall, so lange die Beriihrnug Fortdauert, vvas 
aberauniörty wenn man das Zink fvegnimmt. Setzt 
uan aber Ammoniak zu dem Silbersalze oder legt 
man es in eine Auflösung von Bleioxyd in Kali so 
werden sie mit Leichtigkeit reducirt. Das ab» 
gesetzte Metall kann leieht von dem Aluminium ab- 
gelöst werden, welehes blank darunter liegt. Ku* 
pfer scLIägt sich aus einer Lösung von sehwefel* 
»Urem Knpferoxyd schwierig darauf nieder , aber 
es wird sehr dicht. Dagegen fallt es kein Kupfer 
10s einem in Ammoniak aufgelösten Kupfersalze. 

R« Hermann *) hat eine Monographie der Zirkonium 
Zirkonerde mitgetheilt. Er bereitete sie aus ^irkonerde 
den grossen, reinen Zirkoncn vom Ilmenge« 
btrge. Das Mineral wird zu Pulver gerieben, 
das Pnlver geschlämmt und in guter Glühhitze 
mit seiner vierfachen Gewichismenge Naironhydrats 
zusammengeschmolzen. Die Masse wird in Salz- 
sSnre aufgelöst, die Lösung von dem unzcrsctzten 
Tbeil abEltrirt und zur Trockne verdunstet, wor- 
auf, wenn man den Rückstand zuerst mit Salz- 
siare durebfeuchfet und dann in Wasser auflöst, 
die Kieselerde ungelöst zurlickkleiht. Aus der 
iltrirten Fliissigkeit krystallisirt nach dem Ycr- 
dunsten basisches Chlorzirkoninm , welches' durch 
Cmkrystallisirungen gereiutgt wird. Dann wird 
daran» die reine Zirkonerde durch Ammoniak nie- 
dergeschlagen. Durch Kali wird sie stets kalihal- 



*) Journ. f. pract Cbem. XXXI, 75. 

10* 



148 

tig crballeD} lo weUliem Falle ihr Hydrat nicmaU 
beim ErbilzeD verglimmt Er ecblägt auck die 
Lösung in salzsSurekaltigeni Wasser^ nachdem 
daraus die Kieselerde abgeschieden worden ist, 
im Sieden mit schwefelsaurem Kali nieder, filtrirt 
den Niederschlag ab', nentralisirt die freigewor- 
dene Säure mit kohlensaurem Kali und kocht von 
Neuem mit schwefelsaurem Kali , wodurch noch 
mehr Zirkouerde erkalten wird. Der gewasckenc 
Miederscklag, weicker basiscke sckwefelsaure Zir- 
kouerde ist , wird mit seiner doppelten Gewickts- 
menge Natroukydrats gegliikl, das Natron mit 
Wasser gut wieder ausgcwascken, die ungelöste 
Zirkouerde In Salzsäure aufgelöst und mit kau- 
stisckem Ammoniak daraus niedergescklagen. 

Aus eisenkaltigen Zirkonen glückt es niemals, 
nack der von Bertkier angegebenen Metkode 
eine eisenfreie Zirkouerde zu erkalten. 

Er fand, dass das sublimirte neutrale Chlor- 
zirkonium aus 38,5 Zirkonium und 61,5 Cklor 
bestekt, aber er kat nickt die Einzelkeitcn des 
Versuchs angegeben, wie viel Chlorsilber und wie 
viel Zirkouerde er auß einem bestimmten Gewicht 
davon erhielt. Hiernach berechnet er das Aequi- 
valenlgewicht des Zirkoniums zu 831,3, was um 
7,1 niedriger ist , als ick bei der Zirkonerde ge- 
funden habe, welche aus klaren Hyacintken von 
Expailly abgeschieden worden- war. Aus ceylo- 
nischen Hyacinthen ausgezogene Zirkonerde gab 
das Aequivalentgewickl des Zirkoniums =:851,4lO# 

Er kat ferner gefuivdeu , dass das Hydrat der 
Zirkonerde , w^nn es über Schwefelsäure bei *f- 
18« getrocknet worden ist, 22,83 Procent Wasser 
entkält = ZrH^ 



149 

L. Svanberg*) hat gefanden , dass die Zir- Norerde. 
kooerde in den oorwegiscben Zirkonen ein Ge- 
nenge von Zirkoncrde und einer anderen Erde 
iat 9 welcbe jener ahniteh ist y eich aber doch in 
nebreren ihrer Eigenacharten yon der eigentlichen 
Zirbonerde unterscheidet. Sie bat ein niedrige- 
res Atomgewicht, wird nicht durch schwefeUan« 
res Kali gefallt, ihr Salz mit Oxalsäure ist leich- 
ter läslich als das der Zirkonerde, und ihr Chlo- 
rid löst eich in yiel grösserer Menge in Salzsaure. 
Er bat diese neue Erde Norerde und ihr Badical 
Ner (Norinm) genannt, von Nore, dem Genius 
ron Norwegen. Sie ist auch in den Zirkonen 
Tora Ilmengebirge enthalten, und scheint auch in 
geringerer Menge in den Hyacinthen yon Ceylon 
und Expailly yorzukommen. 

Er hat ferner gefunden **) , dass die Zirkon« Andere neue 
erde ans dem Eudialyt, ausser Ceroxyd und des- ^"' 

sen Begleitern , zwei andere Oxyde oder Erden 
entbilt, denen er noch keine Namen gegeben bat, 
nnd wovon die eine auf den ersten Blick der 
Yttererde ähnelt, sich aber davon durch ihr nie* 
drigeres Atomgewicht unterscheidet, so wie dnrch 
basische Salze, welche sie mit Schwefelsäure in 
Verhiltnissen bildet, welche ein nach der For- 
mel R zusammengesetztes Oxyd ausweisen und 
nelcbe sind: S'S^, RS und S^S, und durch die 
grosse Leichtlöslichkett ihres schwefelsauren Dop- 
pelsalzes mit Kali. 

Die andere ist ein gelbes Oxyd, welches durch 
stärkere Oxydation die Farbe verliert. Es ist 



') Öffersigt af K. V. Akad. FÖrhandl. 1845. p. 37. 
•*) Daa. p. 39. 



150 

jedoch nur in so geringer Menge vorhanden, daas 
seine Eigenthiimlichkciten noch nicht hinreichend 
hestimmt werden konnten. 
; Ich werde wohl in einem folgenden Jahresbe- 

I richte über diese Eutdccknngeu weiter berichten 

können, wenn sie im Druck ausruhrlicher niitge- 
theilt worden sind. 
Elektronega- In der kürzlich herausgekommenen Sien deiit- 
**'ADiinKln * «chcn Auflage meines Lehrbuchs der Chemie habe 
Arsenikgebali ich im Th. II, S. 282, angerührt, dass man nach 
desselben. £iebig^s Rcinigungsmclhode des Antimons Yon 
Arsenik das erstere niemals so frei von Arsenik 
erhalte, wie nach der von W ö h 1 e r angegebenen 
Beinigungsmethode. Dies scheint L i e b i g übel ge- 
nommen zu haben und er erklärt *), dass die von ihm 
angegebene Reinigungsmethode in dcmLaboratoriam 
zu Gicssen „vie/e hundert Male ausgeführt wor- 
den sei und niemals fehlgeschlagen habe.'' Er 
kann also nicht begreifen, worauf mein ,,yerdam- 
mungs-Urtheir' beruht. Ich will es hier sagen: 
es beruht auf Versuchen von mir selbst, vonMo» 
Sander und von Berlin, welche zum Zweck 
hatten , in der schwedischen Pharmacopoe eine 
Berettungsmethode von arsenikfreiem Antimon an- 
geben zu können, was nach Lieb ig' s Vorschrift 
immer fehlschlug. Es kommt ganz und gar dar- 
auf an, wie man sein Antimon auf einen gerin- 
gen Gehalt an Arsenik ^a prüfen versteht. Wird 
dies nicht recht genau gemacht, wiewohl nichts 
leichter ist, so kann man sich täuschen, und 
hier kommt es nicht darauf an, wie viele hun- 
dert Male man dieselbe Operation ausführt , son* 



*) Ann. der Ch. und Pharm. L, 293. 



151 

dem mit wie gewisseobafter Genanigkeit man sie 
einige wenige Maie macht. Meine und die Er- 
fahrug der eben genannten Chemiker besieht 
darin5 dass Liebig's Reinignngsmelhode nicht 
die letzte Spur von Araenik aaszieht. 

Liebig'a oben erwähnter Artikel hat B a- 
cholz *) zu der Mittbeiliing veranlasst, dass ihm 
Liebig'a Methode niemals geglickt sei, selbst 
wenn er den erhaltenen Regnlus noch 12 Mal 
mit kohlensaurem Natron nmgeschmolzen habe, 
nnd dnaa ihm Trommsdorff der Aelt. seine 
ebenfalls negative Erfahrung mitgetheilt hätte. 
Dagegen bat Trommsdorff d. J. eine Parthie 
arsenikfreies Sebwefelantimon bekommen, woraus 
er einen arsenikfreien Regulus Antiroonii bereitet 
und in den Handel bringt. 

Der Redacteur des Pharmaceutischen Central- 
blatia **), welcher sieh vorgesetzt zu haben scheint, 
es übel zu nehmen, wenn Jemand nicht Lie- 
big'a Ueberzengung theilt , hat zu Liebig's 
Vertheidignng das ganz spashafte Argument aus- 
gedacht , ^,da8s es so arsenikhaltige Sorten von 
Sebwefelantimon geben dürfte , dass L i e b i g' s 
Methode für sie unzureichend zu sein scheine." 

Peligo t^*)hat den Oxjdationsgrad des Chroms Chrom. 
untersucht, welcher bei der Zersetzung des Chrom- ^*>'°'^y^" 
ehloriira (Jahresbericht 1844, S. 231) durch kau- 
Btisehes Kali abgeschieden wird. Dabei scheidet 
sich allerdings Chromoxydul ab, aber dies bat 
ein so grosses Vereinigungsstreben zum Sauer- 
stoff , dass es Wasser mit Entwickelung von Was* 

•) ArchiT d. Pharraac. XL, 7. 
•^ Pbarmac. Cenlralblall, 1844, S. 910. 
***) Ann. de Ch. el de Pbys. Xll^ 539. 



152 

serstoffgas zersetzt und Cliromoxyd • Oxydul bildet^ 
Peligot lieiss die blane Lösung des Cliloriirs in 
einer Eprouvette iiiier Quecksilber anrstelgea und 
setzte dann Kalibjdrat hinzu, wodurch unter Ent- 
wicklung Ton Wassersloffgas ein braunes Oxyd 
niederfiel, was dann auf ein Fillrum genommeo, 
mit siedendem Wasser gewaschen , und über 
Schwefelsäure getrocknet wurde. Es siebt wie 
spanischer Schnupftaback aus. Erhitzt man es in 
einem kleinen Destillations- Apparate, so entwickelt 
sich Wasserstoflgas unter lebhafter Feuer -Er- 
scheinung, indem Chromoxyd zurückbleibt« Durch 
Berechnung nach den Gewichten des angewandten 
braunen Oxyd-Oxyduls und des erhaltenen Chrom« 
oxyds, so wie nach dem Volum des entwickelten 
Wasserstoffgases, wurde es aus Cr € r -|-H zusam- 
mengesetzt gefunden , worin der Sauerstoff der 
Hälfte des Wassers hlureiclieud ist, um des Oxy- 
dul in' Oxyd zu verwandeln. Inzwischen fand er, 
dass das Oxyd-Oxydul immer eine geringe Spur 
von Kali zurückhielt, welche durch das soi^fal- 
tigste Auswaschen nicht daraus entfernt werden 
konnte. Das getrocknete Oxyd-Oxydul wurde we- 
nig von Säuren angegriffen. 

Schon vor länger als einem Jahre theillc 
mir Moberg, welcher zuerst das Chroluehlorür 
entdeckte, mit, dass er aus diesem Chlorür ein 
Ibraunes Oxyd erhalten habe, aber da er bei meh- 
reren , mir ebenfalls mitgetheilten Versuchen zur 
Analyse desselben stets mehr Sauerstoff erhalten 
hatte, als das Oxydul enthalten konnte, und weni- 
ger als dem Oxyd^ entspricht, ohne einzusehen, 
worin der vermehrte Gehalt an Sauerstoff sei- 
nen Grund habe, so scheint er, soviel ick 



153 

fveiss, scioe Vcrffuclie darüber niebt publicirC za 
babcD. 

Freoiy*) hat gefunden, daaa nentralea chrom- Krystalluirtea 
saures Kaii, wenn man es in einem Strom yoa C^romosyd. 
wasserfreiem Cblorgas bis zumGltibcn erhitst, in 
ChroBioxyd and in Chlorkalium zersetzt wird. 
Das dadoreh sich bildende Chromoxyd wird kry- 
stallisirt erhalten. Bei einer Temperatur bis höch- 
stens zum Rothbrannglähen schiesst es in breiten 
Butlern von grüner Farbe an. Aber beim star- i 

kea ftoihgtühen bildet es kleine branne und harte 
Krysfalle, ganz ähnlich denen, welche nach Wöh* 
ler beim Dnrchleiten des Chrom • Biaci - Chlorids 
dvreh ein glühendes Rohr erhalten werden. 

Krfiger**) hat gezeigt, dass sich Chromoxyd« Cbromsuper- 
kydrat^ wenn mau es aus einer verdünnten Lö- ^^y^' 
sung von Chromcklorid fallt und nach dem Aus- 
waschen lange Zeit stark erhitzt, so dass aber die 
Temperatur nicht bis zum Glühen geht, super- 
oxydirt und braun wird, so dass es dann von sie- 
dender Salzsaure mit Enlwickelung von Chlor anf- 
gelöst wird. Dagegen löst es sich nicht in Salpe- 
tersaare. Durch kaustisches Kali wird daraus ! 
keine Cbromsaure ausgezogen. Beim Erhitzen i 
bis zom Glühen gibt es Sauerstoffgas, aber den 
grössten Theil davon in dem Augenblicke, worin 
es verglimmt. Dann bleibt grünes Oxyd zurück. 

Das Verglimmungs- Phänomen des Hydrats gc« | 

schiebt am leichtesten und brillantesten in Sauerstoff*- ' | 

gas, wodurch er anfangs zu der Vermuthnng geführt 



*) Journ. de Pb. et de Cb. V, 105. Ann. de Cb. et de 
Pbys. Xn, 45T. 

*0 Poggend. Ann. LXI, 218 und 406. 



154 

wnrde, daes eine Oxydation and darauf wieder fol- 
gende Abscheiduog von Sauerstoffgas das Pfaanömeo 
bedinge. Aber nachher fand er, daas es anch so- 
wohl in Kohlensaaregaa als anch in Wasserstoff- 
gaa stattfindet, wiewohl dann eine stärkere Hitze 
dazu erforderlich ist. Ein bis zum anfangenden 
Glühen in Kohlensäaregas erhitztes Chromoxyd- 
hydrat verglimint in derselben Temperatur so- 
gleieh^ wenn die Kohlensäure gegen atmosphäri- 
sche Luft gewechselt wird. 

Das neutrale chromsaure Chromoxyd, welches 
durch Fällen ans Cbromchlorid mit neutralem 
chromsauren Alhali erhalten wird uäd welches eine 
wirkliche Verbindung der Säure mit dem Oxyd 
ist, aus welcher Kali die Säure auszieht ^ was 
anch Wasser beim langen Auswaschen thut, gibt 
beim Erhitzen Wasser, was jedoch erst über 
-{- llOo yöllig daraus weggeht, und lässt schwar- 
zes Chromsuperoxyd zurück. Da das gelbe chrom- 
saure Chromoxyd =:€r-{-3£r ist, und also auf 
5 Atome Chrom 12 Atome Sauerstoff enthält^ das 
Chromsuperoxyd aber = Cr ist , so muss das er- 
sterc bei dem Cebergang in SC zwei Atome 
Sauerstoff abgeben. Es ist zu bedauern, dass 
darüber kein Versuch angestellt worden ist. Auf 
jeden Fall kann dies eine leichte Methode werden, 
Cliroinbioxyd zu bereiten. Beim Glühen verglimmt 
es unter Eutwickelung von Sauerstoffgas zu Oxyd. 

Fremy bat (am oben angef. Ort) angegeben, 
dass Chromchlorid, wenn man es in einem Strom 
von wasserfreiem Chlorgas bis zum Glühen erhitzt, 
das Chlor absorbirt und sich mit brauner Farbe 
sublimirt. Es ist zerAiesslich und leichtlöslich in 



155 

WaMcr mit bnoMr Farbe. Aber bein ErbiUen 
verliert e« das Cbier wieder, so daM graoe« Chlo- 
rid in' der FlQaaigkeit zuriiekbieibt. Es yerlialt 
sieb eben so wie die Salze von Cr, welebe eben- 
falls mit braoner Farbe löslich sind und leicht sn 
grioen Cbronioxjdsalzen redncirt werden. Wahr« 
scbeinlich ist es CrCP, aber Fremy hat es nicht 
anslysirt. 

H« Rose*) hat die Titansäure genauer s(u- Titan. 
dirt. Ans ihrer Lösung in Salzsäure oder Schwc Oiydejessel- 
febinre wird sie vollständig durch hauslisehes 
Ammoniak niedergeschlagen und die Säure kann 
dann völlig ausgewaschen werden. Aber der Nie- 
derschlag ist nach dem völligen Auswaschen ein 
saures Ammoniaksalz, welches ans 87,69 Tb. 
Titansäure, 2,47 Tb. Ammoniumoxyd und 9,84 
Tb. Wasser besteht =»H«Ti^+ 4Hti. 

Die TiUnsänre geht so leicht durch Wärme 
in die unlösliche Modifieation über, dass wenn 
diese Verbindung mit siedendem Wasser ausgewa- 
schen wird, sie sich nicht mehr klar in Säuren 
auflöst. Selbst wenn wasserfreies Titanchlorid mit 
Wasser verdünnt wird, so ist die dadurch ent- 
stehende Wärme hinreichend, um eine Portion 
Titansänrc auszufällen, so dass die Lösung trübe 
wird. Trocknet man den Niederschlag mit Am- 
moniak bei einer etwas zu starken Wärme , so 
löst er sich ebenfalls nicht klar in Säuren auf. 

Dieselbe Eigenschaft bewirkt, dass sie durch 
Kochen ans ihren verdünnten Lösungen in Säuren 
niedergeschlagen wird. Inzwischen lässt sich eine 
verdünnte Lösung von Chlorlitan nicht vollständig 

Poggend. Ann. LXI, 507. 



156 

darcli Kocken niederscblagen ^ and der Thcil, 
welcher sich dann damas abscheidet, geht gern 
milchig durchs Filtrutn, was nicht der Fall ist, 
wenn sie aus der Lösung in Scliwerdsäure aus- 
gefällt worden ist. Wenn sie durch Kochen aus 
der leicht löslichen ModiGcation = Tia in die 
schwerlösliche r=:Ti/? übergegangen ist, so erlei- 
det 'sie beim Gliihen nicht dasselbe Verglimmen, 
wie die mit Ammoniak gerällte« Sie wird nach 
dem .Erkalten rein weiss, wahrend sie in der 
Hitze gelb war. Dagegen ist die mit Ammoniak 
gefällte, nachdem sie das Verglimmungs- Phäno- 
men erlitten hat , stets mehr oder weniger dunkel 
gefärbt. Sie bat dadurch ein höheres specifisches 
Gewicht erhallen. Tl/? ist unlöslich in Säuren 
mit Ausnahme von heisser coucentrirter Schwe- 
felsaure, worin sie sich auflöst, wenn man sie 
fein pulverislrt hat. 

Die Tilansäure kommt im Mineralreiche in 
drei ungleichen Zuständen vor, in denen sie 
die Namen Rutil, Brookit und Anatas erhallen 
hat. Der Rutil, welcher am allgemeinsten vor- 
kommt, enthält anwesentliche Spuren yon Eisen- 
oxyd und Manganoxyd. Seine Farbe rührt nicht 
von diesen her, sondern sie ist dieser ModiGca- 
tion der Titansäure eigenlhiimlich. Sein specif. 
Gewicht schwankt sehr wenig um 4,25. 

Der Brookit krystallisirt in einer andern Form, 
als der Rutil, die nicht auf die Form, welche 
dieser hat, reducirt werden kann. Aber in 
Farbe und Glanz ist er ihm ähnlich. Er enlhält 
ebenfalls ein wenig Eisenoxyd, von dem Rose 
1,41 Procent darin fand. Aber sein specif. Gc- 



157 

wiekC gellt nicht Löher als 4,167 bei voclaroh* 
sieliligeii Krystalleii, Bei den dardMieliligen Kry» 
stallen ist es aiir = 4,128 bis 4,131. Darch 
strenges Gliben kann es bis sn 4,173 erhöbt wer* 
den, aber es ging selbst in einem Porcellanofea 
nicht darüber hinaus. 

Der Analss ist, iiogeachlet seines Farbenspiels 
Ton Blaa^ Gelb und metallisch glänzend, was er 
zuweilen zeigt, nichts anderes als Titansäure, und 
er enthalt kaum ^ Procent Eisenoxyd. Seine 
Rrystallform, wiewobl analog der des Rutils, lässt 
sieh doch nicht zu der von diesem reduciren. 
Sein Pnlver ist weiss und sein specif. Gewicht 
= 3,89. Aber durch äusserst scharfes Glühen 
sintert er etwas zusammen, indem er braun wird 
und sein specir. Gewicht auf 4,234 und 4,851 
steigt. Auf nassem Wege bereitete reine Titan- 
sinre bekommt durch gelindes Glühen das specifi- 
sche Gewicht des Anatases, nämlich ungefähr 
3,93. 3,892 war das niedrigsle und 3,965 das 
höchste TOn 5 Versuchen. 

Wird sie stärker geglüht, z. B. in der höch- 
sten Temperatur, welche eine Spirituslampe mit 
cjlindrischem Docht geben kann, so bekommt sie 
4,098 specif. Gewicht, nud wird sie lange Zeit 
geglüht, so steigt dasselbe auf 4,2 und selbst auf 
4,254, besonders nach dem Glühen im Poreellan« 
ofen. In allen diesen Fällen wird die weisseate 
Titaasänre braun. Die durch Rochen aus der 
Säure gefällte Titansäure verändert ihr specif* 
Gewicht durch ungleich starkes Glühen auf gleiche 
Weise, aber sie wird nicht braun, sondern nur 
gelblich. Die Ursache dieser verschiedenen FSr- 



158 

bang kann tiichl eingeseben werden, nnd sollte 

ein Gegenstand weiterer Untersnehnngen werden, 

TiUnoxyd oder ▼• Kobeli*) hat folgende Bereitung des Ti« 

nclitigerTitaD-|^Q^gqQjQ^yj„|g angegeben : Man löst mit Am- 

sesquioxydul. • • 

m^niak ausgefällte Titansäure bis zur Sättigung 

in Salzsäure auf, und legt pulverfomiiges Silber 
hinein, so wie dies durch Beduction von Chlor- 
silber erhalten wird , uud kocht. Dadurch wird 
eine schön blau gefärbte Flüssigkeit erhalten, aus 
welcher Ammoniak das Sesquioxydul mit schwarz, 
blauer Farbe niederschlägt. Die Anwendung des 
Silbers zur Reductiou hat den Vortheil vor Ziok 
nnd Kupfer, dass die Lösung nachher nur Ti- 
tansesquichlorür enthält, wenn sie nicht gar zu 
concentrirt gewesen war, indem sie dann ein we- 
nig Chlorsilber auflöst. 
Niobium. H. Rosc**) hat in dem Bayerischen Tantalit 
von Bodenmais ein neues eleklronegatives Metall 
entdeckt. Es war schon bemerkt worden, dass 
dieser Tantalit, sowie auch ein ähnlicher aus 
America ein geringeres specif. Gewicht besitzt, und 
Th. Thomson, welcher ihn analyslrt hat (Jah- 
resb. 1840, S. 308) hatte gefunden, dass das spe- 
elf. Gewicht der daraus erhaltenen Tantalsäure 
ebenfalls niedriger war, als der ans den finnlln- 
dischen und fablnner Tantaliten. Daraus scbloss 
Rose, dass sie nicht einerlei Körper sein könn- 
ten , und seine Untersuchung bestätigte , dass der 
bayerische Tantalit, so wie aach der amerikanische 
Golumbit nnd Torrelit, ausser Tantalsäure, noch 
eine andere , derselben ähnliche SSnre enthält, 



*) Poggend. Ann. LXII, 599. 
**) Poggeud. Ann. LXUI, 317. 



159 

die sich in ▼enekiedeneii ikver Big€OBclHifken we- 
sentlieh yon der TantaUaure nnteracheidet. Das 
Radieal dieser Siare nennt er Niobium (von Niobe, 
der Tochter des Tantalus) und die Siare Pfiohsäure* 

Verglichen mit der Tanlalsäure hat sie fol- 
gende Verschiedenbeiten t Das speeif. Gewicht 
der Niobsänre ist niedriger als das der Tantal« 
siare, aber ihr Atomgewicht ist höher. Die Tan- 
uUiure bildet nach dem Glühen ein weisses Pul- 
ver, welches auch in der Hitze weiss ist, die 
Kiobsinrc ist gelb in der Hitze, wird aber beim 
Erlralten weiss. Sie bildet kein weisses Pulver, 
sondem glanzende Klumpen ,* wie die mit Am- 
moniak ausgerällte gegliihete Titansfiure. Nach 
dem Zasammenscbmelzen mit hohlensaurem Na- 
tron lisat sich das tanlalsäure Natron wenig anF- 
]ösen, sondern es vermischt sich mit Wasser zu 
einer milchigen Masse. Das ntobsaure Natron ist 
löslich und bann in deutlichen Krystallen erhal- 
ten werden, oder in Gestalt eines krystallini^ 
sehen Pulvers. 

Ans tantalsanrem Alkali schlägt verdünnte 
Schwefelsiinre in der Kalte die Tantalsauve nicht 
Dieder, sondern erst im Sieden. Die Niobsftnre 
wird dadurch schon in der Kälte ohne Rfichstand 
ibgesebieden. 

Werden die Verbindungen dieser Sauren mit 
Alkali zuerst mit einer Saure und dann mit Gall* 
ipfeltinctnr vermischt, so schlügt sich die Tan- 
blsaure mit hellgelber Farbe nieder , aber die . 
Xiobsäure mit einer dunkclorangerothen Farbe. 
Dieses Reagens ist am leichtesten anzuwenden, 
wenn mau prüfen wHl , ob man es mit Tantal- 
siurcy oder mit Niobsaure oderuMt einem Ge- 



160 

menge von beiden, w4uriQ die letztere vorwaltet , 
ztt tliua hat. 

Aus mit ein wenig verdiinoter Sclivvefelsmure 
sauer gemaditeni tantalsaurem Alkali scheidet eine 
Lösung von Kaliumeiseneyannr einen gelben Nieder- 
schlag ab, der sich in einem grossen Ueberschuss 
von Salzsäure auflöst. Unter ähnliehen Umstän- 
den gibt die Niobsäure einen stark rolh gefärbten 
Miederschlag, der in Salzsäure wenig auflösticli 
ist« Kaliumeisencyanid gibt mit der Tantalsänre 
einen flockigen, weissen Niederschlag, aber die 
Niobsäore einen atarhen gelben* 

In einer mit Salzsäure vermischten Lösung 
von tautalsaurem Salz bewirkt hineingestecktes 
Zink keine Farbenveränderung, aber zuletzt fangt 
tantalsaures Zinkoxyd an sich mit weisser Farbe 
abzusetzen. 

Unter ähnlichen Umständen erhält man mil 
der Niobsaiirc eine schöne blaue Flüssigkeit, und 
dies 'geschieht um so rascher, je grösser der zu- 
gesetzte Ueberschuss an Salzsäure war. Lässt 
ntan sie. lange Zeit zusammen stehen^ so geht die 
Farbe «der Flüssigkeit in braun über, und sie setzt 
dann einen reichlichen braunen Niederschlag ab. 

Tantalcblorid ist, so wie man es durch Glü- 
hen der Tanlalsäure mil Kohle in Chlorgas er- 
hall, gelb, flüchtig und leicht schmelzbar. Das 
auf dieselbe Weise erhaltene Niobchlorid ist weiss^ 
erfordert eine höhere Temperatur, um sublimirt 
zu werden, und sebmilzt nicht eher, als bis es 
. sich verflüchtigt. 

Das Niobium lässt sich rcduciren, wenn man 
Niobchlorid sich mit wasserfreiem Ammoniakgas 
aättigco lässt,.. was mit starker Wärme-£ntwicke- 



161 

iuDg and Bildung einer gelben Masse geseliiehf, 
ond dann diese Masse in einem Strom von Am* 
noniakgas bis zum Rotbgiilben erbilzt , wodurch ' 
Salmiak vreggcbt und das Niobium in Gestalt 
eines uck^Tarzen Pulvers zurückbleibt, welches^ 
wenn man es auf einem Filtrum wascht, gleich- 
wie Bor mit durchs Filtrum geht, was aber 
durch Zosatz von Alkohol vcrbiodert werden kann . 
Das Niobinm ist, gleich dem Tantalum, in sieden- 
dem Königswasser nnilö'slich^ aber es löst sich 
gleich dem letzteren in einem kalten Gemenge 
von Fluorwasserstollsaure und SalpetersXni'e« 

Rose hat einen ahnlichen Versuch mit Tan* Tantalum. 
talehlorid gemacht. Es absorbirt das Ammoniak. !Jomm^^o"dV 
gas selir schwierig, weil es sich mit einer Rinde desselbeD. 
von der neuen Verbindung iiberkleidet« Erhitzt 
man es in einem Strom von Ammoniakgas^ so 
reducirt es sich , aber es erfordert dazu eine hö- 
here Temperatur, als eine Spirituslampe zu geben 
vermag. Das Tantalum bleibt dann als eine 
schwarze zusammenhangende Kruste zurück, wel- 
che sich nicht in Salpetersäure oder Königswas- 
ser aullöst. 

Rose bemerkt, dass die Tantalsäure aus dem 
PjTOcblor, welche Wöbler beschrieben und als 
eine isomerische Modificatiou betrachtet hat, so 
wie das was ich in der 5ten Auflage meines Lehr- 
hucbs dei* Chemie als ^Tanlalsäurc, »Tanlalchlorld 
und fantalsaures Tautaloxyd aufgenommen habe, 
Verbindungen von Niobium sind. 

Dasselbe kann von Hatchetl's Columbinm 

gesagt werden, von dem als Hauptebarakter die 

Eigenschaft angegeben wurde, dass das Oxyd 

davon mit Zink und Säuren eine blaue Ver- 

Benelios Jahres- Be riebt XXV. tl 



162 

bindung bilde ^ v?e88lialb ich sleU die Aurnabme 
des NameoB Columbiom dir TauUlain bestritt, 
ungeachtet Wollastou^s Versuche dessen Iden- 
\tität mit Eckebcrg's Tantalum zu beweisen. 
^lehtrepositive Im Jahresberichte 1844 , S. 201 y Tiihrte ich 
%rao!'' Peligol's Hypothese an, dass 2 Atome Uran 
und 2 Atome Sauerstoff, mit einem Wort 2 Atome 
Uranoiydul ein zusammjengesetztes Radical bil- 
den sollten, welches in dem Cranoxyd mit 1 Atom 
Sauerstoff verbunden sei, indem ich bemerkte, dass 
die neurranzösische Schule eben so der Aufstel- 
lung ungewöhnlicher, auf unsichere und zu we* 
nig geprüfte Gründe gebauter Theorien ergeben 
wäre,i als die ältere vorsichtig, gründlich und 
tiefdenhend war. Dieses, meiner TÖlIigen lieber- 
Zeugung nach richtige Urtheil) welches nicht 
bloss durch diese Peli gotische Hypothese^ son- 
dern auch durch eine Menge anderer neuerer, 
französischer theoretischer. Spcculatipiien .veran- 
lasst worden ist, hat Peligot zur Acusserung 
seiner Unzufriedenheit bewogen,,. un4 in einer 
Abhandlung über das Uranium*), welche eigent- 
lich nichts anders als eine gegen mich gerichtete 
Streitschrift ist, über deren allgemeinen Inhalt 
mich zu äussern ich für zwecklos halte, kommt er 
zuletzt auf ein Factum, mit dem. er mich als üeg^ 
reich widerlegt erklärti Dieses Factum ist fol- 
gendes : Weinsäure gibt mit Uranozyd ein kry- 
stallisireudes Salz, welches sp &Tr ist, und ver- 
mischt man eine Lösung top . weinsaurem Antt- 
mottoxydkali mit einer Lösung von aalpetersan* 
rem Uranoxyd s= l^PiP, so erhält man «inen gei- 

*) Ann. de Ch. et de Phy«. XII, 549. 



163 

ben, gelalinösen MiederscLlag , welchen ich bei 
den Salzen weiter unlen genauer anfahren werde, 
nnd welcher aus 6Tr + Sbf r besteht. Es ist 
also klar, sagt er, dass 1 Atom Cranoxyd hier 
1 Atom Kali, welches nur I Atom Sauerstoff 
enthält ,^ ersetzt, und daraus folgt, dass das 
Cranomyd aus dem Radical Ü, verbunden mit 
I Atom Sauerstoff, zusauimengesetzl betrachtet 
werden muss. Darin besteht nun der Beweis 
für die neue Theorie, nnd da das Antimonoxyd 
im Brechweinstein als das Natron im weinsauren 
KaIi*Matron ersetzend angesehen werden kann, so 
gUnbt er, dass auch daraus erfolgen müsse, dass das 
Atttinonoxyd aus dem Radical Sb, verbunden mit 
1 Atom Sauerstoff, bestehe. 

Peligot scheint nicht recht bekannt gewe- 
sen zn sein mit dem Verhalten der Weinsäure 
zu Basen von der Formel JR. Sie gibt nämlich 
mit dem grösstcn Theil derselben vorzugsweise 
Verbindungen nach der Formel JftTr, wie z.B. 
mit Eisenoxyd, Chromoxyd, und gibt mit den- 
sdben noch Fällungen mit Brechwetnstcin, welche 
nach derselben Formel zusammengesetzt sind, 
welche Peligot für die Dranverbindung fand. 
Aber da , wenn durch Breehweinslein ein lös- 
liches basisches Salz gefällt wird, der Ueber- 
scfauss an Basis kein Lösungsmitt^sl hat, nachdem 
die starhere Säure mit dem Kali in Verbindung 
getreten ist, so fällt dieser Ueberschnss in Ver- 
bindung mit dem unlöslichen Antimonoxyd -Dop- 
pclsalzc nieder, und man ksnn also 1 Atom Kali 
durch 1,2 und mehrere Atome von U ersetzt er- 
halten, ohne dass dieses das Geringste in Rück- 

11* 



164 

Sicht auf die theoretische Zasammensetznng toii 
R beweist. Löst man z. B. Eisenchloriil in Was« 
ser auf und setzt zu der AufiSäung kaustisches 
Ammoniak, so lange sich der entstehende Nieder- 
schlag noch nach einer Weile wieder auflöst, so 
erhält man ein im Maximum basisches Eisen- 
chlorid in der Flüssigkeit aufgelöst. Filtrirt mau 
dann und tropft eine Lösung von Brechweinstein 
hinein, so erhält man einen gelatinösen, braunen 
l^iederschlag 9 welcher aus weinsaurem Antimon- 
oxyd - Bisenoxyd besteht^ aber worin I Atom 
Weinsäure mit mehr als mit I Atom Eisenoxyd 
verbouden ist. Bei der fortgesetzten Fällung wird 
der Niederschlag, allmälig heller und zuletzt rost- 
gelb. Filtrirt man dann und setzt die Fällung 
fort, so erhält man einen rostgelben, pulverfor- 
migen Niederschlag von Fe fr -{- SbTr. Fällt man 
Chromchlorid mit Brechweinstein, so erhält man 
einen hellgrünen Niederschlag von €rTr 4- §bTr, 
aber nachdem eine gewisse Portion davon nieder- 
gefallen ist, so bat die Flüssigkeit einen lieber- 
schnss an Säure, und man kann dann noch be- 
liebig viel Brechweinstein zusetzen^ ohne dass 
sich noch was abscheidet. Setzt man jetzt kau- 
stisches Ammoniak in kleinen Portionen nach ein- 
ander hinzu, so erhält man einen dunkelgrünen 
Niederschlag, der mehr als 1 Atom Chromoxyd 
enthält verbunden mit 1 Atom Weinsäure. Was 
also Peligot über das Verhalten des Uranoxyds 
zu Weinsäure beobachtet hat, stimmt völlig mit 
dem gewöhnlichen Verhalten der Weinsäure zu 
den nach der Formel ft zusammengesetzten Oxy- 
den übereiu , und würde zu dem Schluss fi&hrcn, 



165 

das8 alle to zaMinmeBgesotxteii Oxyde aus i Atom 
Saoerstoff und einem zasammengeselzlcn Radical 
bestehen , welches letztere von 2 Atomen Oxydul 
aasgemacht yrird. Eine solche Theorie eine un- 
gewöhnliche zu nennen ^ wäre zu wenig gesagt. 
Sie ist eine ungereimte. 

Ueber den sogenannten passiven Zustand des Eise». 
Eisens sind Versuche von Beetz *) und von Ohm^A ^^'i':^'^ ^"- 
angestellt worden, welche darauf ausgehen zu 
beweisen, dass dieser Zustand nur der Oberfläche 
des Eisens angehört, und verschwindet, wenn 
man diese abfeilt oder abscheuert. Sie rührt dann 
von einer dünnen Verbindung her, welche das 
Eisen bedeckt, und welche eine Schicht von Oxyd- 
Oxydul oder von Schwefeicisen sein kann. In 
Betreff der angestellten Versuche mnss ich anf 
ihre Abhandlungen verweisen mit dem Bemer- 
ken, dass ihr Schluss sehr wahrscheinlich rich- 
tig ist. 

Phillips***) hat folgende Vorschrift zur Be- EUenoxyd- 
reitong von reinem Eisenoxydhydrat mitgetheilt: hydrat. 
Man löst 12 Atomgewichte schwefelsauren Ei- 
seooxyduls und 12 Atomgewichte kohlensauren 
Natrons in siedendem Wasser auf. In der Lö- 
sang des Natronsalzes wird 1 Atomgewicht chlor- 
sanres Kali aufgelöst und dann diese Lösung zu 
der bis zum Sieden gebrachten Lösung des Ei- 
senoxydulsalzes unter Umschtittcln und unter ste« 
tem Kochen hinzugesetzt, mit der Vorsicht, dass 
die Entwickelung von Kohlensänregas nicht ein 



*) PoggeDd. Ann. LXII, 234. LXIII, 415. 
••) Das. LXIil, 389. 
•••) Journ. de Pharm, cl de Ch. VI, 419. 



166 

Uebersteigen der Masse veranlasst. Das Oxjd 
wird sehr rein erhallen und es ist nach dem Aus- 
waschen = f^e -|- ^^' ^^^ Wassergehalt beträgt 
18,3 Procent. Dieses Hydrat ist neu, wenn anders 
nicht die als reines Oxyd betrachtete Verbindung 
ein basisches Oxydsalz enthält, was nicht gepriift 
worden zu sein scheint. 

Eisensüure. Fremy*) hat endlich eine ausfuhrlichere Ab* 
handlung über seine Versuche mit der Eisensänre 
mllgctiieilt , deren Zusammensetzung und Ver- 
hältnisse sowohl durch seine Torläufigen Nach- 
richten, als auch durch die im vorigen Jahresberichte 
roitgcthcilten Versuche von H. Rose, Denham, 
Smith und Wachenroder bereits bekannt ge- 
worden sind. Ich komme bei den eisensauren 
Salzen darauf wieder zurück. 

Die Versuche, ein dem SchweFelkies propor- 
tional zusammengesetztes Eisenoxyd hervorzubrin- 
gen , missglückten gänzlich. 
Kobalt. Beetz **) hat eine sehr schöne Arbeit über die 

Oiydaüons- Oxydatiottsslufen des Kobalts mitgelheilt. Das 

Stuten des- », 

selben. Robaltoxyd = Co wird sehr leicht erhalten, 

wenn man entweder kohlensaures Kobaltoxyd oder 
das rosenrothe Hydrat glüht, wobei der Zutritt 
der Luft verhindert ist. Aber da sich das Hy- 
drat während des Waschens und Trocknens in 
der Luft höher oxydirt, so muss es in einer At- 
mosphäre von Wasserstofijgas gewaschen werden, 
wozu er einen sehr zweckmässigen Apparat be- 
schrieben hat. Das Trocknen muss in einem ge- 
hörig luftleeren Räume über Schwefelsäure gc- 

*) Ann. de Cb. et de Phys. XII, 365. 
••) Poggend. Ann. LXI, 472. 



167 

sebeken. Er controlirte die Zosammensetzong 
dieses Oxydes durch Reduction in WaaserstoiTgas 
und er bekam bei eiDem Versuche 78,41 und bei 
einem anderen 78,25 Proeent Metall. W(rd die 
Zasanmensetznng des Kobaltoxyds nach Rot- 
bofFs Fällnng des Chlorbobalts mit salpetersan- 
rem Silberoxyd und nach Marignac^s Atomge- 
wicbt des Chiorsilbers berechnet, so enthalt das 
Oxyd 78,656 Procent Metall, womit also der Redoc- 
tions-Yersuch sehr wohl iibcreinstimml, wenn 
man in Betracht zieht, dass es fast unmöglich ist, 
eine geringe höhere Oxydation des Oxyds zu ver- 
bindern. 

Bekanntlich geben kaustische Alkalien in wohl 
doreb Auskochen von atmosphSrischer Luft be- 
freiten Lösungen von Kobaltoxydsalzcn entweder 
sogleicb einen rosenrothen Niederschlag, welcher 
= CoH ist, oder zuerst einen blauen, welcher 
nachher, in Folge der Einwirkung des Alkali- 
Ueberscbuases, in der Kalte langsam und in der 
Warme sogleicb in das rothe Hydrat übergebt. 
Der blaue Niederschlag enthalt ein Gemenge von 
Hydrat mit einem blauen basischen Salze, wie dies 
schon Winckclblech gezeigt hat, aber die re- 
latiTen Quantitäten, worin sie mit einander ge- 
mengt sind, sind nacb Beetz zufallig, so dass 
sie also keine Veranlassung geben , ihn als eine 
cbemisebe Verbindung yon beiden zu betraehlen. 
Diese blauen Verbindungen wurden auch von un- 
losliehen Salzen erbalten , z. B. von dem koblen- 
saaren und dem Oxalsäuren, welche dabei allma- 
lig in Roth übergingen. 

Das Kobalt bildet zwei f^erhindungeti von Oxyd - Sesqui- 
Oxyd und Sesqtüoxydy welche bereits früher ^X^- 



168 

beobichtet worden sind, die eine von Winckel- 
blech und die andere YOn Hess. 

Wird pulverisirtes KobaltmeUll oder das Chlo- 
riir, das Hydrat, sowie das kohlensaure und Oxal- 
säure Salz davon beim freien ZuCritt der Luft bis 
zum Glühen erhitzt, so wird Sauerstoff absorbirt, 
und man erhält ein scliwarzes Oxyd, worin schon 
Winckelblech 24 Procent Sauerstoff oder 6 
Atome Metall und 7 Atome Sauerstoff fand. Beetz 
hat mit vier Rcductionen durch Wasserstoffgaa 
diese Angabe bestätigt. Es ist also = 4Co -}- "Co« 
Es ist bei Analysen kobalthaltiger Körper die si- 
cherste Form , wonach sich die Quantität des Ko- 
balts bestimmen lässt. Beim Zusammenschmelzen 
mit kaustischem Kali erleidet es keine andere Ver- 
änderung, als dass es nach dem Auflösen des 
Kali^s feiner zertheilt ist, es enthält aber dieselbe 
Quantität Sauerstoff. 

Die zweite, deren Bereitung und Zusammen- 
setzung schon von Hess angegeben worden ist, 
wird erhalten, wenn man das Scsquioxyd bis zum 
Glühen erhitzt, so lange sich noch Sauerstoffgas 
daraus entwickelt. Es enthält 26,54 Procent 
Sauerstoff und besteht ans Co-f-^o, gleichwie 
die vielen bekannten Oxyd-Ozydule. Der Unter- 
schied in ihrer Bereitung besteht also darin, dass 
2 Atome von derersteren, während derselben. Sauer- 
stoffaufnehmen, dass sie aber niemals das 8te Atom 
Sauerstoff aufnehmen können, wogegen bei der ande* 
ren Sauerstoff weggeht, aber nicht dieses 8te Atom. 

Kohaltses^uioxyd wird, wie bekannt, erhalten, 
wenn man salpetersanres Kobaltoxyd erhitzt^ so 
lange man noch den Geruch nach salpetriger Säure 



169 

beBerkt BiAe x« 8Urke Hitze , z. B. Rotligtii- 
Im, zenlört es wieder. Beetz fand die dardr 
aag^beae ZuMuiineiisetzuBg = Co richtig. Das 
Hydrat yoq dcnoi Seaqaioxyd, welebes durch nn- 
terchlorigaanres Alkali ans Kobaltoxydaalzen nie- 
dergeschlagen wird 9 hat man von ungleicher Zn- 
Mnmcflsetzoog angegeben. Beetz fand bei einer 
Toa ihm aasgefiihrten Falihng die Zosammenset- 
zang des Hydrais =€0»^, und bei einer ande- 
irea =z €08^, ohne dass es ihm gltichte den Um* 
«Und tu entdechen, von dem der ungleiche Was- 
Beibehält abhangig ist. Wurde das Kobaltoxydhy- 
'nt längere Zeit, mehrere Monate lang, unter 
"«astischero Kali der Einwirkung der Luft aus- 
gesetzt , bis es von oben nach unten hin ganz 
«anlselbraun geworden war, so gab es €oM^, aber 
cme Lösung von Kobaltsalz in iiberschtissigem 
IttQstischem Ammoniak, welche in der Luft bis 
zvm tief Roth oxydirt worden war, gab beim 
Zersetzen mit kaustischem Kali im Sieden €oH'. 
^ voo Hess angegebene Hydrat = €oH hat 
Beetz aicht erhalten können. 

l)ie sogenannte Kolaltsäure , deren Existenz 
^^oWinckelblech in Abrede gestellt worden 
^^9 hat auch Beetz nicht erhalten können. Die 
tief rothen Lösungen, welche von schwefelsaurem 
^'cr salp«tersaurem Kobaltoxyd mit einem grossen 
Vd^eisehnss an Ammoniak erhalten werden, wenn 
^^ sie sich in der Luft oxydiren lässt, bis sie 
Jteiaen Sauerstoff mehr absorbiren, sind Doppel* 
salze von dem Sesquioxyd und Ammoniomoxyd, 
vereinigt mit Ammoniak und zusammengesetzt 
^ch den Formeln »H^S + €08^ 4. SPOI^ und 



170 

»H^N + €o»s + 3»H^ Diese Saixe werden am 
besteo erhalten, wenn man ein trockne« Kobalt- 
salz mit Ammoniak im Uebersckass übergiessl^ 
bis die anfangs braune Masse klar und die tief 
rotbe Farbe des Burgunderweins erbalten bat, 
worauf man sie im luftleeren Räume über Schwe- 
felsaure verdunstet. Das salpetersaure Doppelsalz 
gibt Krystalle, aber die anderen Salze nur eine 
trockne Masse. Die Lösungen dieser Salze wer* 
den durch Kochen zersetzt, indem sich das Am- 
moniak mit Wasser vereinigt zu Ammoniumoxyd, 
dass die Saure sättigt, wodurch dann Scsquioxyd- 
hydrat niedergeschlagen wird. Vermischt man 
sie vor dem Kochen mit mehr Ammoniumoxyd- 
salz , so dass sich das Sesqoioxydsalz mit 3 Ato- 
men Ammoniumoxydsalz vereinigt, so schlagen 
sie sich beim Kochen nicht nieder. Mit Kalisalz 
scheint kein entsprechendes Doppelsalz gebildet 
zu werden. 
Pfiekel. Bunscn hat mir privatim folgende merkwür- 

?'3jJe«eU,cnjigg Entdeckung mitgetheilt: „Genth hat die 
cation /?. Producte der Kupferschiefer- Hütten untersucht, 
und durch diese Untersuchung viele wichtige Re- 
sultate erhalten , unter anderen folgendes : Beim 
Garmaclien des Kupfers bildet sich auf dem Heerde 
eine zerbrechliche Scheibe, welche abgeschieden 
wird und aus zwei dünnen Kupfer -Lamellen be- 
steht. Dieselbe enthalt 15 bis SO Procent von 
durchscheinendeu robinrothen regelmässigen Oc- 
taedcrn , die man immer für Kupferoxydul gehal- 
ten zu haben scheint. Aber diese Kryslalle sind 
vollkommen unlöslich in concentrirter Schwefel- 
säure, in Salpetersäure, Salzsäure und in Königs- 
wasser. Sie verändern sich nicht im Mindesten 



171 

dnrck Scbnelzen mit IsoLleotaiireni Nairoii oder 
Salpeter. Aber werden sie mit sftorenn scbwefel- 
saarem Kali gesebmolseti , wo lösen eie sieb in 
Gliben auf nnd bilden damit ein Dappeisalz von 
Scbwefekäare mit Kali und Niebeloxyd. Diese 
Krystalle sind reines Niekeloxyd, ebne Binnen* 
gaag Ton Knpfer, Kobalt oder Arsenik. Sie ha- 
bcn genau das Atomrolam der Talkerde und wer- 
dea dareb Gliben in Wasserstoffgas zn cbemiscb 
retacn Niekelnietalt rediieirt, vfelcbes die Form 
der Krystalle bebült, und frelebes dabei in klei- 
nen silberweissen regelmässigen Oetsedera erbal- 
tea wird. Dieses Oxyd kommt bei dem Kupfer* 
proeess in soleber Mefage ^or, dass man sieb jetzt 
mit Versuchen im Grossen bescbaftigt^ um es auf 
mehelmetall zu benutzen." 

la Betreff analoger Verbältuisse Terweise ieb 
dea Leser auf den Artikel Mineralogie , Magnesit 
and kohlensaures Eisenoxydul. 

Hansmann*) bat ein aus einem Hobofen er« - Zink. 
baltenes krystallisirtes Ziokoxyd besehrieben. Es ^/J^'^."']',^^ 
besitzt die Form Iheils von einem regulüren secbs-einem dohofen. 
seittgen Prisma , und theils> aber weniger biufig, 
von einem BipyramidaldodecaSder, oder von Com- 
btnationen desselben mit einem sechsseitigen Prisnia. 
Er hat sieb auch überzeugt^ dsss die Durchgänge 
des nat&rliehen Zinkoxyds von Franklin dem 
regulären sechsseitigen Prisma angehören, wie 
Phillips und Breithaupt angegeben haben, 
und dass Mo hs's Angabe, nach weicher sie einem 
geschobenen vierseitigen Prisma angehören, nicht 
richtig ist. 



*) Studien d. Gott. Dergm. Vereins, II, 215. 



172 

5**7* ^^^ fbfarte im TOibergeheiiden Jaliresbcriditc, 

^^ benf^^ ~ S- ^33 9 einige Angaben von Freaiy über die 
Terschiedenen Modifieattonen des Zinnoxyduls an. 
letst ist seine Abhandlung darüber ausfuhrlick 
mitgelheilt fvorden *)• Er bebandelt in dieser Ab- 
handlung den Satz, dass mehrere Metalloxydhy- 
drate ^ welche sich mit Alkalien yereinigen kön- 
nen^ dieses Vermögen verlieren, wenn sie wasser- 
frei werden, nnd er sehreibt gerade dem Wasser- 
gehalt die Möglichkeit dieser Vereinigung zo. 
Aber er scheint dabei ganz die Teranderte isome* 
risehe Modtfication ausser Acht gelassen zu haben, 
welche mehrere Hletalloxyde annehmen, theils durch 
dem Einfluss der Wärme, theils bei gewöhnlicher 
Temperatur durch katalytischen Einfluss, wobei 
das Oxyd das Vermögen Ycrliert, sich in Verbin- 
dung sowohl mit Wasser als auch mit Salzbasen 
EU erhalten, wiewohl er bei dem Verhalten des 
Zinnoxydnis bekennt, dass dabei etwas sein müsse, 
was mit dem Einfluss der Schwefelsaure bei der 
Aetberbildung zu vergleichen wäre. Das erste 
Beispiel, wovon er hier ausgeht, ist das Verhal- 
ten des Chromoxyds zu Kali, worin es sich, wenn 
es in der Kälte ausgefällt worden ist, mit grüner 
Farbe auflöst, aus dem es aber, wenn man die 
Lösung kocht, vollkommen wieder ausgefallt wird. 
Dabei scheint er sich vorgestellt zu haben , dass 
das so gefällte Oxyd wasserfrei sei« Dies ist un- 
richtig5 es enthält selbst mehr Wasser, als Oxyde 
gewöhnlich zu enthalten pflegen; aber es ist in 
eine andere Modification übergegangen, nnd es 
beweist dadurch, dass dieser Umstand es ist, und 



*) Ann. de Ch. et de Pbys. XII, 460. 



173 

nicht der Verlttst dt» Wassergehalt», weither es 
von dem Kalt ahselieidet. 

Das Zinnoxydol , welches ia kaastisch^iii Kali 
anfldslich ist, bat eine grosse Neigvffg, eine ibn- 
lidie Veranderang so erfahren. Aber dabei Ter* 
llerf CS auch sein Wasser, und eine gewisse Coo- 
ceatmtion der Lösung in Kali befördert diese Ver- 
anderang so sehr, dasa sie darin, wiewohl läng* 
sanier, ohne Beihülfe von Warme stattfindet. Ich 
führte im vor igen Jabresberichte- an, dass die neu 
g^hildete Modification schwer und hrystalliniseh 
iaC$ jetzt fiigt er hinse, dass es sich, wenn diese 
Einwirhang der KäUlösung auf cingemengtes Hy* 
drat langsam stattfinde, in ziemlich grosse, harte, 
glänzende, schwarze Krjstalle verwandelt. Die 
Temperatar, bei welcher diese Krystelle mit einer 
Art Decrepitation , jedoch ohne Gewichtsverlast, 
in eine voluminöse Masse von oliven farbigen Blät- 
tern abergeben» wird hier zu -f*250^ angegeben. 
Dieselbe olivepfarbige Modification wird erhalten, 
wenn man Zinnoxydulbydrat mit haustischem 
Ammoniih hocht. 

Die beste Methode, die im vorigen Jahresbe- 
richte angeiuhrte Modification von rother Farbe 
darzustelleu, besteht darin, dass man das mit Am« 
moniah gekochte Oxydul vorsichtig trocknet, dann 
mit Salmish nnd wenig Wasser mengt und damit 
von Neuem einirochnet, wo es dann mit rother 
Farbe zuriickbleibt, wenn man den Salmiak wie« 
der mit Wasser auszieht Es gluckt auch mit 
Chlorkalinm oder Chlornatrium, aber es muss im- 
mer in geringer Quantität ausgeführt werden. 
Durch Reiben wird das rothe Oxydul wieder oli- 
venfarbig. 



174 

Beini Stmlaui des ZiBnoxydsJwgUnt Fremy 
mit der FesUtelluDg des SeUes» dass dasselbe nie- 
msls als Base asf trete ^ sondern stets als eine 
Säure^ die e^ Aade stannUfue nennt* Von seineo 
Verbindnngen mit Sänren meint er» dass sie vre- 
nig Bestand besitzen» weil sieh das Zionoxyd ans 
seinen Anflösongen durch Koehen • niederachlagl^ 
wobei er wiederum zum Theil den Cebergang 
ans der einen isomerischen Modifieatton in die 
andere ubersiebt* Er seheint ebenblls ntcbi das 
sehr gewöbnliche Verhslten der Qxyde eingesehen 
zu haben» dass sie die Rolle einer Säure gegen 
ein elehtropositiveres und die einer Basis gegen 
ein elehlronegativeres spielen» wovon das Zinn- 
oxyd keine Ausnahme macht» und diese vorgefass- 
ten Meinungen haben einen grossen Einfluss auf 
den Gang seiner Untersuchung ausgeübt. 

Die Modiication des Zinnoxyds» welches ans 
dem fluchtigen Chlorid durch Alkali niederfallt» 
und welche ich mit Sna bezeichne, nennt er 
Acide stannique und die» welche durch Salpeter* 
säure erkalten wird = Sn^, nennt er Acide meta" 
stannicfue. 

Snß ist » so wie ^s durcb Salpetersäure erhal- 
ten wird» ein Hydrat» welcbes aber leicht einen 
Theil von seinem Wasser verliert» sowohl heim 
gelinden Erhitzen als auch beim Trocknen im 
luftleeren Räume über Schwefelsäure. Er trock- 
nete e^ daher nach gutem Auswaschen in einem 
Sirom von wasserfreier Luft und er fand dann 
darin nach einer Mittelzahl von 3 Versuchen 19,8 
Proeent Wasser — Sn H^ » was nach der Rech* 
nnng 19»39 Procent Wasser enthält. Wurde da- 



175 

geg«i das Oxyd bei -f- ^^^ gelroekoet, so ent- 
ball es nach einer MittelzaLl von 5 Versuclien 
7^ Procent Wasser. Sn^tt^ entbält nach der 
Rechnong 7,42 Procent Wasser. 

biB/9 löst sieb bclcaniiUich in bansiiscbcm Kali 
vod Natron auf, aber in Ammoniak ist es nnanf- 
loslicb. Frem y bat gefunden, dasa es sieb, wenn 
nnnn es ans seiner Lösung in Kali durcb eine 
Sinre niederscblägt, wobei es bebaontiicb die Ei- 
gcascbaften von Snß unverändert bebält, in dem 
nun sertbeiltcn Zustande in kaustischem Ammo- 
niak auflöst. Durch Kochen der Lösung wird es 
daraus wieder abgeschieden. Ünß lost sich in 
coneealrirter warmer Schwefelsaure zu einer sy- 
rn|»artigen Verhiiidiing auf, welche sowohl von 
Wasser als auch von Alkohol aufgelöst wird. 
Ana der Lösung in Wasser schlägt sich beim 
Koelien Sn^H^ nieder, aber dieser Niederschlag 
ist in kaustischem Ammoniak unauflöslich. 

Freniy löste 8»ß in reinem Kalihydrat auf, 
ivelehes etwas concentrirt war, nnd lallte diese 
Lmnng mit Alkohol, wodurch sich die Kaliver- 
bindung in ißestait einer gnmmiähnliehen , zer- 
fliessliehen Masse abschied, welche gewaschen nnd 
ans A Sn'-(*dH zusamitiengesetzt gefunden wurde. 

Wurde dieses Salz in vielem Wasser aufgelöst 
und daraus durch Alkohol niedergeschlagen, so 
entstand ein gelatinöser Niederschlag, der eben- 
falls in Wasser löslich war, und welcher ans 
K Sn^ 4" 30 zusammengesetzt gefunden wurde. 
Die Fällung , dieses Salzes inuss sich naltirlich 
damnf gründen, dass sich in der Lösung ein Salz 



176 

bildet 9 welehes auf jedes Atem Kali «weniger als 
3 Atome Sn enftlialt, aber dieses Salz wnrde nicht 
weiter untersncht. Er Mite aas einer gesättigten 
Lösung Yon Snß in kaustischem Natron durch 
Alkohol eine Verhindung von I^aSn^, und damit 
endigen sich Fremy's Versuche über die Sätti- 
gungscapaciat Ton Sn/?. Er hat eine sehr inter- 
essante Verbindung von iinß init Zinnoxydul ent- 
deckt, die erhalten wird, wenn man das ersferc 
mit Zinnchlorür behandelt, wodurch es gelb wird* 
Wird es dann mit siedendem Wasser wohl aus- 
gewaschen, so hat man das gelbe Oxyd frei von 
jedem Chlorgehalt. Es besteht aus Sn-fSSn/?» 
und ist wasserhaltig. Es verliert das Wasser bei 
-|- 140^ und wird dadurch braun. Aus wasser- 
freiem ^nß und Zinnchlorür wird es sogleich 
braun erhalten. Nach dem Erhitzen in offener 
Luft wird es beim Erkalten weiss, weil sich da- 
bei das Oxydul zu Oxyd oxydirt. Es löst sich 
mit gelber Farbe in kaltem Kalihydrat, aber die 
Lösung wird durch .Kochen farblos und setzt, 
wenn, man sie rasch einkocht, metallisches Zinn 
ab. Es löst sich in Salzsäure und die Lösung 
enthält- dann Zinnchlorür und Sn€l'/J, welches 
durch concentrirte Salzsäure daraus niedergeschla- 
gen werden kann. Fremy hält die Reactiondes 
Chlorürs auf 8nß für eine leichte und sichere 
Methode, um dieses von den Oxyden des Anli* 
mons zu scheiden. 

äna, welches aus dem fluchtigen Zinnchlorid 
(Spiritus Libavii) niedergeschlagen wird, bereitet 
er durch Fällung mit kohlensaurem Kalk , um es 



177 

frei von Alliali e« erluikett. E0 aehBgt sieb ge- 
latittM nieder, aber es läBSI »ieh leidit anf dem 
Fillram «iiftvfatebeB. Er. troebnete es dann in 
der Luft ood ifiyl.io diesen^ ^H^andc dariu ei* 
neu Geball Yon 82b5' Procent : Wasser, wonacb er 
dafür die Ferviel 3ädi:4.7H aufsUJU.. Aber eine 
solebe Znsiininienstliiliflig tst im böcbsten Grade 
oBwahrsekeioIii^h , .und . ma« bilt' .gr^^sse .Yerenlat» 
sMg an Termnlben^ dass ein greisMr Theil:daTon 
lijgroscapiaebee Wetoer^iet«. Naeb! dem Trodkn 
neo bei -f iJUI^ eotbftit es ^ gleiebff ie &nßy 7,43 
Pfoeeat Wa8Serv'älle^ bei* dieser Temperatarist 
es asefa in diese -Me^iilestioii übergegangen, was 
aneb dnrcb Keeben'tnil Wasser gesehiebt. Es 
gibt mit^ SLinneblorikr das gelbe Oxyd-Oiydut, end 
wird dieses in Salzsaare anfgelöst, so.entbalt die 
Ixwang nan SnCl^a. Dies ist badidem Traek- 
■eo' nnlöslicbl ib .Amnioniab). wird: es aber effst 
in Kali anfgelöst .und daraus! wieder' dureh eine 
Saore niedergescblagen , se läsiues .sieb in Am- 
moniak auf* ., 

Er loste diescf Modificalion des Zinnoxyds in 
Icaflrslisebem Kali Waf,' welcbes im Ueberscbuss 
angewandt wurde'^ tih^ er bekam aui der Lösung 
zinnsaures Kali,' brysUftidtrt in gescbbbenen, durcb- 
siebtigen, rhoiriboedrischcn Prisiill!ii von alkaii- 
seher Reactiota. 8(^ waren in Wasser Icichtlö'j- 
Keh , nnloslicb in Alkobol und aus KSn 4'^^ 
znaammengcset^t, worin ^er Wassergehalt 'fiS^? 
Proeent betrügt 4 der sieb aber jiidit bei +1400 
a«i8treiben li»L . Bdim fipbiise» kis nam Gläb^n 
aerfallen dieitryfclsU&«u etnee.Wttisseit pnlteiANr- 
milden Blaas«yiiinAisae<vteliciren:idabisi< 17'I^oeent 
Benelius Jahres - Bericht XXV» *2 



178 

Wasser. Danii tösen sie sieb sdilvierig in kaltem 
aber leicht in aiedendein 'Wasser. Stark und* ao* 
balteml geglübt gebt' ein Theil 4er Siure diria 
in Sa/? über, und Wasser zieht dann zinnsaures 
HliH mit übersefaössigem Kali aos. ' 

Das Natrcmsalz wird efbalten, wenn man das 
WinnoxjA iii einem Uebenebnss Ton kaostisebenoi 
Natron auflöst ontb dreaei Lijanng bis aninr Sieden 
erbttst, wodnreb sieh die^ neuCrate Verbitidnng 
ans der alkalisoben Flissigheit niedersebligt. Man 
lässt sie danbifbUöpfeo^ lifel.aie in kaltem Was* 
ser anf und Verduristel die Jbösang bis zur Ktj^ 
stallisation» Das Salz kryllalllsirt in scebsseiiU 
gen, isirblosen Tafeln, itil leiolitlnalicb in kaltem 
Wasser, sebwerloaliöb. in siedenAem, nnltfslicli 
in Alkohol nnd besteht ans iiaSn + JüA. leb 
bemerke , das» iM o b e r g , welcber' die Rrystall* 
form des zirfnsanren Kali's und des zinnsanren 
Natrons eben so> wie Fremy besekrteben bat, in 
beiden nur 3 Atome Wasser angibt. 

Fremy hat sich eine eigne Ansicht über die 
Terschiedeaen Modificationen des Zinnoxyds ge- 
macht, indem er sie mit Gr.aham's 3 Phosphoc^ 
ssuren vergleicht«. Dadurch^ dsss er es ausser 
Acht gelassen hat zu untersuchen, welche Ver- 
bindungen ^on an/} erhalten werden , wenn man 
es in einem Ueberscbusa von kaustisehem Kali 
oder Natron auQfJst, mit derselben Behandlung^ 
welche er fiir Sna anwandte, und da^s er nnr 
eine mit Sn^ gesatügte Lösung in Kali durch 
Alhobol niedei^cschlagen bat, fonite er keine 
anderen Verbindhingen davon kennen, als w«i- 
ehe.. Zinnsänre». «n Ueberscbusa. entballen.. Und 



179 

d« er E&a^fi aU «o 'nentnbft Sak IwIfMditel) s# 
liat er sieh Torgeäiellt, dass die ZhiMioren «tt« 
3 AtoiMn. Zaub liiid. 6 AloiMn Savcaraleff beatt»» 
itü, und das» ibr Al^ngenicbt =280S|87 aei. 
Dadorek ]coi*fiit er-^za dem Reanlut, di»a &nfi 
eine einbsaiscbennd dnfe eiüe dreiba^iacbe'SMure 
sei, das erstere ebtspireebend Grabaiu'fl Meta- 
pbospborsatilre and dtfa lef:MeTe der gi^MlinlicIiieiir 
Pbospboraänr^. Er bedanerfiea, dkM'fer tficbt 
die zWelbasische ZiuiiBfiore babe enldl^cbeUr^btJih- 
Beo, welche der Pyrophospborsäor^ ü^iitapticbt/ 
aber er glaubt etwas delr Art in deiä 1»ei'-^ 140^ 
getrocbnelen Hydrat = Sn^iE^ gefün^eD zu baben. ' 
Es ist offenbar, dass weoa er yersncbt b$Ue> iiicbr • . i > 
gesälligte VerbinduDgen Von Sli/9y ntid. mit Zinn- 
säore übersäüigte Verbiadtioge^ Yon Sna ^^rzu- 
slelleo, mU eiaeni Wort^^^^weaa.fur,^ beide etiler, 
gleiclien Behandlung unterworfen, baben würde, 
80 würde er entdeckt liaben^ dass beide eine gleiche 
Silliguogscapacität besitzen^ dass I>eide gleicb 
ZBs«ininengcse(z(e Salze mit einem Uebcrscbus^ 
Ton Sn geben ^ und es würde ihm sicberlicb gft- ^ 
gluckt sein, auch zu .entdecken,} nicht K^Sn^, .^Q-*. 
dera&Sn^9 ^*« in setnei^ ReiU febll, und «( 
Italic dadureb Yermiedeny auf eln^ falscbe Hypo» 
thcse eioe aodereieben so.aMridi^lige zu griindao* 

Beetz*) bat das intf Ti^rigen Jabrc«*re»i€htei'Blcisuperoxyd- 
S. 136, angeführte BIcisÄpteroxydliydrat, iteJebe» ^^y*^"*' 
Becq^erel auf • bydroeleklrisefaem Wege, her- 
vorgebracht und beschrieben bat^ einer neuen 
Untersuchung uüterworfet» ' lind dabei gefun- 

•) Poggtnd. Ann. LXI, 214. ' i . » : ^ 

12* 



180 

iMk, dR09 ei UetftupefQKfd not in Geatalft ei- 

aev Eimnettgiiiig enlhiU,. Und dMs es dadnnJa 

seine gelbe VuAe iMt. = Er Oind es aus «Mb-f H 

zaMmmengeselzt. Die Vertfucbe gaben 7^7 ins 

7,67 Pffocenl Waeeer.v idievReehy^ng» gibi 7^40 

Procent .f^htr ick)<iiiiiBs..^iqfb9i «erimiem, d^^a 

ein aolcliß^ ^.jVc«^ u<^cb niiiJif bekanuJt ist» and 

dasa FreiasD. gefunden liat^.dasa eißo gt^sättigte 

Lö8ang.vo|]|.,^ejai(ydjin Kali beim Vermtacken mit 

Wasser .piiKtg^ll^c? Hydrat, abscheidet^ we.pA »« 

eine JLiQSHpg V9p fileisttper^oxyd in Kali,bjj»eiatro^ft|^ 

und dass ; dies^. Hydrai ^j^'e Oxj.d^ fintbajt. . ,.• 

n'ümuih. ^ Ar.pj)e**) bat 4aa WismntUoxydliydrai un- 

ö*y^.M'[»\ (ersucht . ()s wird erballen ^ wenn man salpcter<| 

gen Oxyda- saure^ Wismutboxyd in eine Lauge von kausti- 

tionsgrade gcbem feali.. (röpTk , wobei es als ein weisses PiiU 

ver 'niederräilt ; trelclics ubit warmem Wi^Äe1^ 

woM ausg^whikhen <witd. E^ enthäli( 3,00 ^o- 

cen( Wassert '.äfSi setzt Ü^Qß iProcent voraus. 

Das ßioxyd des Wismutbs« Bi oderBi^ ist 
von H e i ii t z ***) uulersucbt und weiter bestätigt wor- 
den. Derselbe ^and ancb, dass wenn man es aus 
gescblainmtem Oxyd bereitet^ indem' man dieses in 
einer Lauge* Von -katistischein 'Kali aufriibrt und 
dimn Cblon^gas blnein leitet, es mit Kali verbun- 
den erliaften%vt¥d^ ' Der > gelbe Niederseblagj wel- 
cbef sie^ '^bilde^ bar/ iiaefadem altes Oxyd tu 
das Biox^d;. übergegangen ist, besteht danp aus 
K fli^ -f 3» Adei^. aus. K fit + SftiH. 

Aoeb glückte ea ihm, Arppe's Wismnili- 

•) Ann. de Ch. tl de Pbyf. X|J> 4*2* 
•*) De Chlorelo bumutico, Spec. Acad. 9. Ocf. 1844. p. 7. 
*'*) Poggend. ADD. LXIII, 63 



1dl 

siure, «f ddie er anAnglich nicht erfiilteil konnte, 
unter Arppe's Beibilfe lieTerzubringen *)• Sie 
wird am liesten evheilen, wenn man Wismnlli- 
oxyd oder WUniotlibioiLyd in einer eoncentrirten 
Lenge von Kelihydret enfflebleininC nnd Cblorgas 
lange Zeit hineinieitet. Hit einet sehwieberen 
Lange wird nur daa Bioxyd erbalten. * Ea iftt aber 
dennoch aebwierig, anf dieae Weise die letale 
Portton TÖllig in Saore zu verwandelii. Das Pro- 

doet dieser B^bandluog ist == fe Si -f* ^ 9 ^^^^ 
gewöbnlieh immto gemengt mit ein wenig nocb nicbt 
völlig in Sanre ferwandelten Oxyd oder Bioxyd. 

Wftrtz**) bat eine Verbindang yoii Kupfer Mupfer. 
mit Wasserateir entdeckt, welcbe Mut die Weise ^y^JJ^J^ISt 
erhalten wird, dtss man iO TliCile iinicrpbospbo- Wasferstoff« 
rigsanrer Barylerde in Wasser anflösl^ die Lö- 
sung mit einer etwas Terdünnten Scbwefelsäure 
▼ermiaebt, um dadurch den Baryt ausznralleu, 
llltritt^ nnd eine Lösung ton 8 Tbeilen krjslal- 
Itairtem scbwcfelsanren Kopferoxyd in der mög- 
lichst geringsten Menge ron Wasser hinzusetzt. 
Dieaea Gemische wird dann warm gestellt, aber 
90, i䧧 die Temperator nicht -f- 70^ überferteigt« 

Die onterphospborige SSore toydirt sieh dann 
anf Kosten des Knpferoxyds und Ai^ Pävbt' der 
Lösung gebt in Folge der Bildung -Von pbosphö^ 
sanrem Kopferoxyd in Grün über; DArafiif Wtrd 
der ganze Oxydgehalt zn Oxydul redücfrl, We^ 
ehea in der sturen Flüitsigkeit aufgelöst bleibt 
(mit der sich , wenu man sie jetzt prüft, nun 
Kupferexydttl durch Kali niederschlügt). Nacb- 



*) Poggend. Ann. LXItl, 560. 
'*) Ann. de Ch. et de Pliys. XI, 350. 



182 

dem. dieBotUttgefunden, ^ •siydlfft >tt«h die an- 
lerpho9pliorig^ Sivre auf Ktoien d^s. Wassers 
und des. Kvpferoxydttls , iadeni.Bieh der Wasser- 
stoff mit. .dttm Kupfer vereinigt und damit einen 
Miederselilsg kervdrbvingt , der anfangs gelb ist, 
aber dessen -Farbe allmälig dankler und zuletzt 
kernesbsann .«¥,ird. Sieht man Gas davon anf- 
steigen, so ma«s die Flnssigkeiftabgekühk wer- 
den^ weil dies gasförmig weggehender- Wasser» 
Stoff ist, was immer über 70^. /gfpcbieht. Der 
Niederseblag wird, a^if ei« FiUmm genommen, 
auf deifi er in einer Almosphärc^ von KQiileo$Iu- 
regas oder Wasserstoffgas gewasf^^n wi^en Mnss. 
Denn wird er ausgepresst nnd.bei gewöbvlieber 
Lufttemperatur in einem 3(wm ^n wasserfireiem 
Koblenpiinregss oder Wssaer^^lAffgas getrocknet. 
Er ist ein dunki^Ibrannes Pulyer, welches nickt 
obi|e Zersets^ung den Stritt der J(#aft vertragt. 
In troekner Gestalt fangt :es .scho0 bei -}-,$$^ «n 
Wasserstoff abzugeben., und. bei 4*60^ gescbtekt 
diese Zersetzimg, wenn die Luft dabei Zutritt 
I1M9» mit zischendem Lant und /einer Poerepilaiion, 
wodurch er nfnher geworfen, wird. In ainar aa- 
gerdlltpn. FUscl»^ nniter Wasser lässt er sich am 
befteun. ,YC|rw|br6p. . Im luftleeren Baume- vftrliert 
ei;. lyas^r^tioff. . Es ist zu bedsueray dsss keia 
y^rsucb angestellt wurde um zu bestimmen^ wie 
weit dies geschieht. In trockne^r Luft schwärzt 
er sich und in ; feuchter Lqft verwandelt er sieh 
im Kupferoxjdulbydrat. . In CUorgas entzilndet 
er sich. Von concenlrirter Salzsiure wird er 
unter Entwicklung von Wasserstoffgss aufgelöst, 
wobei sich gerade doppelt so viel Wasserstoffgas 
entwiekelt , als darin enthalten ist*. In dem fein 



183 

aMiibeilien ZasUnde, worin üÜjl liier dat Kopfer 
befindet 9 seneUt er die Salsaäure^ 80 daas der 
Waseerstoir von beiden gemeinsckaftlich nreggelil. 

Ans der Uoaiclierheil In der Bereilungime* 
tkode iai es klar, dass diese Verbiadung 2ur 
UnlersueboHg nickt leicbt mit ihrem gansen Was- 
serfttoffgebalte erballcn werden kann. Bei der 
Analyse, welcbe aaf die Weise ausgeführt wurde, 
daas er das feuchte Hydriir erhitzte, das Wasser. 
Btoffgas durch Messung, und das Gewicht des zu- 
rückbleibenden Kupfers als Kupferoxyd bestimmte, 
wurden bei 4 Versuchen 1,215 bia 1,229 Procent 
Wasserstoff erhalten. Dies entspricht wohl kei- 
ner bestimmten Verbindung, aber ein Wasser- 
stoiTgebalt yon 1,554 Procent entspricht €uB, 
und Wiirtz halt es für walirscheiulich , dass 
dieses die richtige Zusammensetzung des Hydriirs 
sei« Zn bemerken ist übrigens, dass er keinen 
Beweis dafür anführt^, dass das Kupfer frei yon 
Phosphor gewesen ist. Mach Versuchen, die im 
Laborat. zu Göttingen über diesen Körper gemacht 
wurden, scheint er wirklich unterphosphorige 
Saure zu enthalten. 

Wittateiu /) gibt folgende Bereitungamethode Kupferoxydul. 
des reinen Kupfcroxyduk an: Man löst 1 Theil 
schwefelsaures Kupferoxyd und 1 Th. Milchzucker 
in 10 Th. Wasser auf, filtrirt und vcrsclzt die 
Lösung kalt mit kaustischer Kalilange, bis sich 
alles Kupferoxyd zu' einer blauen Flüssigkeit auf- 
gelöst hat, wozu ungefähr 3 Theile Kalilauge 
Ton 1,333 apecif. Gewicht erforderlich sind. Dar- 
auf wird diese Flüssigkeit im Wasserbade er- 



•) Buckn. Rcp. Z. R. I^XXIV, 114. 



1^ 

liitzt, and wenn das gefkiUe^ anfangs braune Oxy- 
dol allmälig eine so helle Farbe angenommen hat, 
dass es fast zinnoberrolb erscheint^ so wird das 
Gefäss von Feoer genommen^ das Oxydul Jtuf ein 
Filtrum gebraebt^ gewaschen und getrocknet. 
LUsat man es länger auf dem Wasserbade, so gebt 
es in einen krystallinischen Zustand über, iBdem 
CS eine dunkle kermesrolhe Farbe annimmt. Das 
so bereitete Oxydul ist wasserfrei und entkült 
nichts Organisches. 
Kupfer-Oxyd. Favre*) and Maumine haben gezeigt^ dass 
*^ " ' Kupferoxyd , wenn man es einer Glühhitze aus- 
setzt^ welche ungefähr zum Schmelzen von Rapfer 
hinreicht, Sauerstoffgas in einem gleiehmassigen 
Strom ausgibt, der dann auf ein Mal aufbörf^ 
ohne dass er sich nachher durch eine stärkere 
Hitze wieder hervorrufen iässt. Anf diese Weise 
verlor es nach 4 Versnchen Sj/0 bis 8,2 Procent 
Sauerstoff. Dabei bleibt ein geschmolzenes sehwar* 
zes Oxyd -Oxydul zurück. 5 Atome Kupferoxyd, 
welche auf diese Weise zersetzt werden, wirden, 
wenn daraus 2 Atome' Sauerstoffgas weggehen, 
8,08 Procent an Gewicht verlieren iind 5Cu-f-30 
zurücklassen. Dieses Oxyd -Oxydul besteht also 
aus 2€u -}- dn , und war bis jetzt unbekannt. 
Kupfersäure. Kruger**) hat eine Säure vom Kupfer ent- 
deckt, welche in Verbindung mit starken alkali» 
sehen Basen erhalten werden kann, die aber 'auch 
in dieser Verbindung so leicht zcnrsetzt wird, 
dass sie sehr bald anfangt Sauerstoffgas zu ent- 
wickeln und sich in Kupferoxyd zu verwandeln. 



*) L'lnstitul, No 537, p. 123. 
••) Poggcnd. Ann. LXU, 445. 



166 

Kroger rttibrt «ntereliltfrigsMii^e K^lk^rde mit 
WiMBcr «D and setst aalpetersanres Kupferoxyd 
himzm. Zaent entsteht ein grinKdlfer Nieder- 
s^l>g9 iwelcber allü^g eine dnnMere Farbe er- 
bilt, Ib» er xoletcr earmoisinrotli geworden ist. 
Er ist dann fcupfersaiBre Kalfcerde, ven der sich 
beld- oeehker Saoerstoffgas 'anftngt mit Brausen 
in eaffriekeln. Er Terauchte es vergebens ^ die- 
selbe nnf eineü'Piltmni «u Bammeln, indem erste 
nicmnls anders als zersetzt abgesehieden erhalten 
konnte. Mit Baryt wird anf äbnliebe Weise eine 
foike Verbikdang eirtialten. Wird ehlorigsanres 
Kali oder Natron zn dem Gemische mit salpctcr^ 
sanrem Knpferoxyd angewandt, so erliilt man 
kvpfersanres Alkall' in der Lösung , welches eine 
weinrotlie Farbe besitzt, die jsber bald nachher 
mit heftiger -Entwicklong von Sauerstoffgas und 
mit Abacbeidung Yon Kupferoxyd verschwindet. 
In starken oder in verdünnten Lösungen geht die 
Zersetzttiftg gkich rasch. Mit einem hydroelektri- 
schen Strom gl&ckte die Bereitung nicht. 

Fremy*) detonirte eine etwas zinkkaltige Kn- 
pferfeUe mit 'Salpeter und- erhielt eine braune 
Maffze^ aus welcher Wasser etvras mit Rosenfarbe 
anflönte« Die Lösung entwickelte Sauerstoffgas 
and wurde unter Abscheidung von Kupferozyd 
larkloo. 

B rn n n e r *^) hat gezeigt, dass ein Niederschlag Schwefelku- 
von Sehwefelkupfer durch Schwefelwaserstoff zur P^^*** 
Beztimmung des Kepfergehalls bei Analysen an- 
gewandt werden kann, wenn man ihn nach dem 



*> Ab9. de eil. et de Pbys. XU, 510. 
*^ Llniütttl, No 5ftS> p. W. 



18« 

Anfswiiiiifla uml Trockn«». im eiawi. Sivwi voa 
W««#«rslofgM glälilf nodunck jeder Uebeteehais 
yam ScbweCßl yffßggßht uuil d^r jRwkeUnd €«8 
wird» dessen ZoeiiiiMpieoeet^wig^. er bei einen m1- 
ebeo Versaebegepvlift nnd riditig*. gefunden bei. 
Queeksilbtr. Nudideoi der ÜAndel mit Chine lebbefter zu 
Jn'jrÄe^^'de« engefengen hal^, i^l auch QneekeiUier 
desselben, unter den Weeren von daher tu uns gehoninien^ 
welches in Bambusrohren venl^ahrt Isl. Man bat 
in die Internodien der AbsaUe ^in Leeh gemenbl, 
durch dieses den inneren Raum des Robrs mil 
Quecksilber gefiiUt und. dann das I^oeb >ieder 
mit Harz zugeschnmlten, Naebdem dann alle In* 
ternodien auf diese Weise mU Quecksilber ange- 
füllt worden sind, bat man das; ganze Robr asit 
einem mit Harz getränkten Zeuge umgeben. Ein 
•olches Rohr enthalt ungeßbr 86 Pfund Queck- 
silber« 
Silber. LevoP*) gibt folgende einfa^b^ ^ednetions- 

duction des' >^^^''<^^® ^^* Chlorsilbcrs an« . (lau iibergiesst es 
Cblorsilbers. mit einer Lauge von kaustischem iKali, worin et- 
was Zucker aufgelöst worden^iist^ und koebl. Der 
Zucker reducirt in kurzer Zeif das Silber unter 
Entwickeln ng von Koblensaufogas, worauf dasselbe 
leicbt ansgewasolien nnd rein .end pulverfönoaig 
erhalton werden kann. 
Silbersuper- Fischer***) hat einige Versuche über, das 
. ^^y^' SUbersuperozyd angesjteUt und hat gefunden, dass 
es< eigentlich nicbt als reines Superoxfd erhalten 
wirdj sondern, als ein basischee Silbersalz, worin 



*) Journ. de Pharm, et de Cfa. VI, 330. 
**) Revue tcientif. et industrielle. XIX, 101. 
***) Journ. f. practp Chem. XXXIII, 237. 



j t87 

der üdbendiaM- an Ais« ytmJiemsßüperoxjA ge« 
bildet wird,, mit' tm^t «omfoU weoo '»an Bftljpvier* 
Stares als wanti iMo sefcvmMswBrM Silberoxjd 
za seiner Bereftuag »nv^tedet.' 

I Um diese Verbindung zu erhalten, stellt er 

I auf einen Glasfus» in einer Platinscliale einen 
I porösen Cy linder, der unten mit Blase überbun- 
den ist, und giesst dann eine Losung von salpe- 
tersanrem oder scbwefelsaurem Silberoxyd sowobl 
in die Schale, als auch bis zu der nöthigen Höhe 
in den Cylinder. Mit einer Lösung Ton 1 Tbeil 
salpetersaurem Silberoxyd in 8' Tb, Wasser ge- 
seblebt der Process am schnellsten und mit der 
grössten Ausbeute. In den Gylinder wird ein 
steifer Platindraht eingeführt, die Platinschale 
mit dem einen Pole eines 4 bis 5 paarigen Koh- 
len«Zinls*Apparats in Verbindung gebracht, und 
der Draht mit dem andern Pole. In i Stunde 
kann man dann bis zu It' Grammen Superoxyd 
erhalten. Ist die Schale der — Leiter, so setzt 
steh das Oxyd in kleinen Krystallen ab , und ist 
der Drtht der — Leiter, so ^etat es sich in grö- 
sseren und schöneren Krystallen ab* 

Das Superoxyd Bornas durah Waschen von dem 
Salz, welches es ana der Mutterlange enthalten 
kann, befreit vverden, aber e« iat nicht leicht z« 
bealimmen,'W.aa^, dies geacheben ist, indem auch 
die kryataUiaitte Verbindung Silbersalz enthält, 
welches allmalig, in sehr kleinen und in £ur 
jede gleiche Qnfintitit anfgegoaaenen Wasaera glei- 
chen Portionen nach einander ausgezogen wird, 
ohne daas es glückt, dasselbe völlig auszuwaschen, 
weil gleichzeitig nucb Silberoxyd von dem Was- 



188 ' 

Mff MfgeKst umI eine denkeUieii eatepffechendle 
Q«iotiläl.vQii.'S«iierilQ%a8 Cret nifd. 

Nach dem Tw^Antn 4n iler Luft Ui -f fiOo 
▼erliert es bei 900» S;4Ui bii 2^ Procent Wasser, 
welches Fischer als cheqiiscli gebundenes be- 
(racLtet. ZwiscLen + 150^ und + SOO^ YerUerl 
das Superozjd e^einen Sauerstoff und. in stärkerer 
Hitze auch die Bestandtheiie der Säure. 

Nach seinen Analysen besteht die aus Salpeter- 
saurem Silheroxyd hervorgebrachte Verbindung aas 
Agl^ -f 4Äg + 2B> und die ans dem schwefelsau- 
ren Salze erhaltene aus AgS -f- 4 Äg + 2K. Es Ist 
ungewöhnlicher, dass ein höherer Oxydationsgrad 
den Ueberschuss an Basis ausmacht, als wenn ihn 
ein Sttifuret bildet. 

Ucbewug jon D ra v t o n *) hat In Euglaud ein Patent auf eine 
Silber zur Vcr-„ , _ •* ^ 5;.,, „ , , 

fertigung von Methode genommen, um Silb0r zur Belegung der 
Spiegeln. Spicgiel anzuwenden, welches iu der Yollkommen- 
heit der metallischen Fläche die gewöhnlichen Spie- 
gel mit Zinnamalgam fibertreffen soll* Man neu- 
Iralisiiet eiae Lösung von Silber; in Si^lpetersäurc 
mit Ilirschhornspiciiqs., bis sich ein wenig koh- 
lensaures Silberozjd niedergeschlagen hat. Dann 
wird die klare Flüssigkeit abfillrirt und mit einer 
Lösung von 'Oleum Cässiae'lif klkohol Tcrmlscht. 
'Diese Mischung wird nun fSti%r die 'wohlgereinigtc 
Glasplatte ansgestrithen und dann 'eine Altiohollö- 
Bikng Ton Oleum Caryophyllorntn ''darüber getropft. 
Man kann diese letztere Lösuiigjanch einen An- 
genbKck rör dem Aufstrcichen ^rasch 'mit der er- 
sterenmiscltefi. Erst nach V^' Stunde sieht man 
einen purpurfarbigen Sthtmmer iri diesem Ueber- 



*) L. and. fi. Pbii. M^g. XXV, 54«. 



189 
%mg aidi ¥Mkt«(liii9i;-4er «di t«rBial»Hy bis.er 

OpeMlioB Utidtilii» baeadPgt^^vo.dMs «lan, wmA 
die Ptette-iPtDgelieitf*! mvii^.,aii|e|i .Spitgel vpn der 
gfOMte« VolUiQiiwlffiiliaUfiliaKfidAilip.reb enlataaden, 
djM8 d«B auf d^m QlMie p^ihuiffte -Silber J^ie toU- 
koaaette Polim^ de»! ^%t» b«l. . DieMr Spfcgel 
kt d»rek dte^VolUiM^t9ey|lffit4«r:Ji|U5UllflaGbe dunk- 
ler iuid«lebi b^sl nabfS 4m 9UMlspiegeUi» welcfii^ 
Bo acbr die geff^^Iieb^pMÜrtM^pi^eUbertrer- 
fen. Aber gegiirpi,OrßytD%^^ Spiegel isl der Ein-. 
WMud genarbt ;iwr,d4liie 4»#« m^i iMtcb,.#iHiger,Zeit 
bier ond dajbrMMM Ci^4b6,b^iW)eo^..Vi;ifb^ lom 
der VeHMitzsi^det'. ^tiVfiledii^tifii 4^ Silbers an- 
gewaadtep fl|icji(#gfe9 4M^ Ifen^ipbce« eehei^eo^ 
an den Stell W^ ü^o'SfMff^H.fVAiP |l^ .Ocl ziff»)M*/eu. 
das filAi'Qiid 4M;3Ubi)rb^lkeWHS'S^iWP^'^.^'^^* 

F i g a i e r *) bat : ^U^ ,f^biQ . l^i^^ßiel^.XInienu- Gold. 

eb«0güberdicftxyd^d«i«^Wef/M4vpr^g«^ 
daa Oxydvl pnMgftbeiil., iSf|irflibl «U^.GoUcbiorfir 
al& a«^b das G#|dQK;dUl7ir^r4^p. vov^.^lip48M ent- 
deekl und in d^ii K. V. Ihfidlingar b^scbrieben» 
woriff jedeck i^ifi Tbeil.:|i|f^nfi;i, dieaelb^qJ^f^f*« 
fendeii iibbandtui^ efft i^^^rjf^ 1Q5., Pl«t^ faod» 
leb war dKiAal|..niit Unl^rpfffbungeii aber die.^- . 
niacban PMporiiaiieii besqbMfllgt ui^d ricble^e da- 
lier «eine Aafinesbaiiiiib^it ,b#iipiaaeblieb auf! dfia^ 
waa die .ZnaawBf Metiifiii^ aab<(rifft,i.80 da^.icb* 
niek' fjaal nur idaa^t b«g»«gte^ >daa .QüjiU»!. uffd. 
daaCbioiftr daüg^telU uo^ dei^ea ZipMoimeoselzuDg 
bealiflMalM« haben»;. Kagbherjbat,:^ viel iolrwiM«f» 
kein Cbemikee daflMt;Ver|9l^9|aiigM^Ut^ Ifi? jet«t 
.1-, .fit/ *.'. i-'i ■ .^■ • j-r '• . ••:•»/ 



19Q 

finn Figuier, des»«« Versuche' ¥«iMehied«oes in 
meinen wenigen Aitgaben'*überdii« Oxydul berich- 
tigen, z. B. das« es^röH'Mi und' leicht sersifetzt 
werde, während Fi-^^Te't' gefunden fallt', dasees 
braun ist und ziemK^ tinvetiiHdeilicb« Fignier 
meint, däsa ich irieitte Versiithe so angesleHt hStte, 
dasa ich das GoldcfhlorÜT nicht tein erhallen habe. 
Die von mir dariiliter'ttti^gethifilte Analifse Weist 
atto besten ans , wi^ r«in leb es bekommen habe. 
Das Goldoxydttl IcMftinach Ptgüief^s Versn* 
chen anf mehrfache Wels< erfaalfen weirden, von 
denen die Ton niii^^mgew^ndl^', tnTch wcfleher das 
Chforiir durch hansfiseh^s Kali »evftetat wird, nicht 
zu den besten geWort' JKi^ gflbt mc^ folgende an: 

1. Wird ein dnrljli Yerdun^ten im Wasserbade 
neutral' gemachtes CMldbUovid in -Wiisser anfge« 
löst und in diese Ei^ong eine Auftäsung von sal- 
peter^auretn Qteedkiilbi^fözydnr getropft, mit der 
Vorsicht, dass n)^t der ganze Goldgehalt ausge- 
fSlII wird, so wecitfsdt das- Qtte^hsilberoxydnl ge- 
rade anf seinlen Sauerstoff gegen -Chlor aus, und 
man erhalt citoe LJMUng von Qfte^hsilberchlorid, 
wahrend Goldoütydal tiiederßilt in Gestall eines 
dtinhdvidletlen Pulvers, WetIA es einmal statt« 
Bndet, dass sich die AUsAigheit donbefviolelt ftrbt, 
ohne das Oxydal «ftKusistten, »0 gescArleht dessen 
Abscheidung sogleich , wentt man '^e erwirttit« 
Tropft mifn das Chlorid indis salpetevMure'Qnech- 
sliberoxydtti. So erhalt mau-, ifiie* bekanni ist, Mer- 
eadieu^ Quecfcsfiberpüi<pfit> tteltther lüohita an- 
der^ ist,' ah "ein Cremenge von Quetheilbetchio- 
für und Goldolydttl, Hvekhes siettf gebUdet wivd, 
wenn das Quechsilbersalz vorwaltet. 

2. GoldchlorSr^ da^ariih belvitet, ' dass man 



191 

ims Chforjd eistr'Teiiiperfttiiv TOft ^ 160^ «• Iftnge 
•Dssetzl^ als sicli uoeh Clilor entwickelt, behau- 
delt HMn mit einer Liage TOn kiostiselieiii Kali, wö^ 
bei der grässt« Tbeil de» Oxydah in Gestalt eines 
scbwem Tieletten PulTers ungeMst bleibt, wlbrend 
lieh eia Tbeil daTO» in dem Kalt mit gelber Farbe 
■nflöBt. Wird da^nn die abgegossener Lange- g<^nan 
oder besser sebr nabe, aber nteht TöUig, niil Sal^ 
petersinre gesättigt, so sclieidet sieb das Olydul 
dnmns in Gestalt einer dunkel Tiislett^n Oatlerte lab. 

3. Wird Goidoxjd ans einei^ Lfisung von Gold« 
oxyd^Kali mit Salpetersinre niedergesehlagen^ dann 
die Flisoigkeit mit Bssigsiore Termisebt littd dar- 
mit bis fast anr Trockne abgednnstet, so scbeidet 
sieb der gröaste Tbeil des Giildes in Gestalt von 
Goldnxydnl ab. 

4. Goldoxyd-Kall mit IJeberscbnss an Kali setaft 
beim Concentriren, «nihreilen aocb nbne Erb<Hinng 
der Temperatur, aber ^m lelebttestenbeim Kocben, 
Goldexydnl ab«- Dnreb einen Znsalc von es^g- 
•nnrem, citronensanrem oder von iveinsaiiretti Kalt, 
•der im Allgemeinen von in Wasser aufgelösten 
orgnniseben' Stoffen-, wird, wenn man das Gemi- 
sebe kocht nnd in di^r Wlrrnie Vcrdnnstet, Gold- 
oxydal abgescbieden. 

Das Galdorfdul bat folgende Bigenscliaften': 
Es int ein violetten Pulver von so intensiver Farbe, 
dass ea sübwara a«§siebt. Fl guier bilt es Air 
ein Hydrat, abef ier bat ntebl angegeben, wie viel 
Wasser darin enthalten ist. Nach dem Trdckuch 
bei +IMO Ist es blau violett: Bei -f- fid(F wird 
ea in Gold nnd in* Sa^d^StoIfgas terselst. Es ist 
nnltfslieb in 'Wasser,' wle^oM es bei Seiner 'Be- 
reknüg aniv^^tt ^^tlcMndef ) -dasaeti sieb nl^t ab« 



192 

• 

8cbei<Ut, soiid^Q ein« .dankle Ti^letle Flii<«tgl(et& 
gibt, welche durch das Filtrumgfihl, aberessckei- 
dci sich imineff durch ErhiUeu >ab* £• iat unlöslieh 
in Alkohol. Von Salzaaure wird es in metalliaches 
Qald nnd in Goldchlorid zeraetKl. Jodwaaaerat«ff» 
«üure und Bromwi^aseratoffBäikre bildeii damit Jodiir 
ui^d,BrouiUr von dunkelb/rauner Farbe. Die.eratfire 
gibt bekanntlich kein Goldjodid;. ^Yall Königsw«a- 
Ber wird es voilatiMidig. aufgelöst. Saueratoffeia« 
ren ,: aelbal dje atärket^n , wirken* nickt' daiMiif. 
Feuerbeständige kaustische Alkalien loaen ^ä im 
jeralen..Augcnblicke ^tuf, aber nicht, uacbdem es 
aith einiiial abgeschieden hat. Anloioniak Tcrei«- 
nigt sich damit zu einer Art violetten Knallgoldea» 
welohes verpufft, selbst beim Reiben mit einem 
harten Körper, aber weit schwacher als das gis- 
.wohnliche Knallgold« Es bat Qiehr BeUändigkeit 
ikls das Goldo9:yd > welches schon bei -f* ^^^ ^^^ 
4ucirt wird, iyi welcher Temperatur.. sich dasrOiiyr 
dol noch erhält.* Eji* verlnägt den Einfluss .des 
Sonnenlichts ohne dadmrch zerstört zu werde», 
was aber mit dem Qs^yd stattfindet« Bei der Ana- 
lyse fand er darin 3,85 bis .3>95 Proceat Saner- 
Stoff = Ap,. was nach dem A^tomgewichte d<^ Gol- 
des, welches ich im Vorhccgeheaden angeCähri 
habe 9 3,91 Procent Sauerstoff {enthält. Dil» ist 
die Zusammensejtzung^ ^welche, ich/ you Anfang 
an land^ ' vfrie^pbl ^ie ; damals pnrKus der.Za« 
laammenseUuitg des CUiloriiJrs , hi^rgisleitet werden 
.;)sonnte.' ...:...•.'... 

Goldpurpnr. Figuier hat auch den Goldpnrpfir wilersueht, 
dessen Zusamm^afet^nog hi$ jetzt nochk so vKe^ig 
erkläi:Uch wi|r^ . £s •gliickteiihm'» alle .EUfmfff^e 
9ur. B^timmoAg seiner i^^r 4«|NBfal9gea, .hiiA ^cr 



193 

ist deonocli irre gegangen. Schon darch die ge- 
nauere Kennlnifls, welche ifvir durch seine Un« 
tersochung Ton dem Goldoxydul gewonnen haben, 
ist es offenbar, dass die Farbe darin dem Gold- 
ozydnl angehört, und dasa die rothe, bis in die 
schvrarzviolette übergehende Farbe, welche das 
Goldchlorid organischen Stoffen mitlheilt, z. B. 
wenn man Goldchlorid an die Finger bekommt, 
von gebildetem Goldoxydul herrührt. 

Er bereitete den Goldpnrpur nach der gewöhn- 
lichen Vorschrift, kochte ihn dann mit kausti- 
schem Kali und filtrirte das gebildete zinnsaure 
Kali ab , wodurch der Purpur von einem zufälli- 
gen Ueberschuss an Zinnoxyd befreit wurde, wel- 
ches bei seiner Bereitung mitfolgt und welches 
bei verschiedenen Versuchen niemals gleich viel 
betrigC and dadurch ausweist, dass es eine zu* 
fallige Einmengung ist. Nachdem die alkalische 
Flüssigkeit abgetropft war, lödte sich das auf dem 
Fillrum zurückbleibende in dem Wasser auf, wo- 
nul es gewaschen wurde, zu einer blau violetten 
Flüssigkeit. Der Goldpurpur wurde auf diese 
Weise ganz aufgelöst. Er fand, dass der Purpur 
aus dieser Lösung durch einen Zusatz von wenig 
Salmiak wieder ausgefallt und auf diese Vi^eise 
ganz rein erhaUen wird. Durch Erhitzen bis zum 
Glühen fand er darin einen Vi^assergehalt von 
8,709 Procent. Durch Behandlung des geglühe- 
len Rückstandes mit Königswasser wurde das Gold 
aufgelöst und mit schwefelsaurem ^Eisenoxydul 
wieder ausgefallt, und auf diese Vi^eise bewies 
er, dass der Goldpurpur besteht ans: 

Benelius Jahres- Bericht XXV. 13 



194 

Procent«. Atome. Berechnet. 
Goldoxydal 44,41 1 44,30 

Zinnsäure • 48,61 3 48,02 

Wasser . . 8,71 4 7,68. 

. 101,73. 100,00 

=Anän3-|-^ä- Ein nacb Pelletier'» Methode, 
ivelche weiter unten angeführt werden soll, be- 
reiteter Purpur, welcher stets ohne den zufalligen 
Ueberschuss an Zinnoxyd erhalten werden soll, 
gab ohne die vorhergehende Behandlung mit Kali: 
Goldoxydul 44,76, Zinnoxyd 48,70 und Wasser 
8,28; Gewichts-Ueberschuss 1,74 Procent*). Diese 
Analysen stimmen also mit einander überein. Es 
fehlt nur darin eine directe Bestimmung des Sauer- 
stoffs in dem Goldoxydul, welcher nach dieser 
Formel 1,73 Procent ausmacht. Aber darüber 
findet sich in der Untersuchung keine Spur, und 
wäre Figuier hierauf bedacht gewesen, so wurde 
er bald gefunden haben , dass seine Formel nicht 
die richtige Zusammensetzung des Goldpurpurs 
ausdrückt, weil alle Versuche über das Verhalten 
desselben ausweisen , dass er nur Wasser abgibt, 
aber nicht die geringste Spur von etwas Gasför- 
migen. Dass das Gold nach dem Glühen darin 
reducirt worden ist, liegt doch sichtbar vor Au- 
gen. Ich habe vor längerer Zeit gezeigt, dass in 
dem Goldpurpur eine Verbindung von Gold nnd 
Sauerstoff mit Zinsesquioxydul enthalten sein müsse, 
gerade in dem Verhaltniss, dass wenn das Goldoxyd 

•) In dieaen^ beiden Aufstellungen verredinet sicli Figuier 
bei dem Wassergebalte. In der ersleren setzt er ibn tu 6,98 und in 
der letzteren zu 7,53, und gerade durch diese Verrechnung blieb 
ihm, mit oder obne Vorsatz, der Gewichts-Ueberscbuss verborgen, 
welcher ihn zu einer richtigen Beurtheilung hätte führen können. 



195 

redocirt nird, sicli das Zinsesquioiydal gerade ia 
Zinnozyd verwandelt« Piguier^s Aualyse gibt 
deo Seblussel zu diesem Verhältnisse. Der Gold- 
purpor ist namlieh nach den hier mitgetheiiten 
Zahlen zusammengesetzt aus Äu lSn-{-SnSn -)- 4H, 
nack welcher Formel er besteht aus : 



Zinuoxyd 


. 32,736 


Zinuoxydul . 


. 14,618 


Goldoxydul . 


. 44,772 


Wasser . . 


. 7,874 



100,000. 

Beim Glühen wird das Goldozydnl durch das 
Zinnoxydul reducirt und es bleibt ein inniges Ge* 
menge Ton 1 Aequivalent Gold mit 3 Atomen 
Zinnoxyd zurück. Dadurch werden alleVerhält- 
nuse desselben klar, z. B. dass Salzsäure mit 
dem ungeglttheten Purpur Ziunchlorid bildet und 
metallisches Gold zuriicklasst , und dass Königs- 
wasser aus dem geglöheten Purpur Gold auflöst 
und Sn^ zuriicklasst. Diese Aufklärung haben 
wir Fign ie r^s Untersuchung zu danken. Erwürdc 
vielleicht in seinem Urtheil nicht fehlgegangen sein, 
wenn er nicht durch Fremy's bereits angeführte 
Ideen über die Natur und die Sättigungscapacität 
der Zinnsäure irre geführt worden wäre. 

Ab sicherste Bereitnngsmethode eines Gold- 
purpurs Ton stets gleicher Zusammensetzung gibt 
F i g u i e r das Ton Pelletier Torgeschlagene Ver- 
fahren an. Man löst z. B. 20 Grammen Gold in 
100 Gr. Königswasser (aus 1 Theil Salpetersäure 
nnd 4 Tb. Salzsäure gemischt) auf und dunstet 
alle freie Säure von der Lösung im Wasserbade 
ab. Das Chlorid wird wieder aufgelöst^ die Lö- 

13* 



196 

sang darch FilUiren Ton ein wenig abgesetztem 
Gold befreit, so weit verdünnt, dass die Flüssig- 
keit % Liter beträgt, nnd gra^iulirtes Zinn hin- 
eingelegt. Naeh einigen Minnten wird die Lö- 
sung trübe und brann , und nach VV Stande ba| 
sich der Purpur aus einer äusserst sebön purpur- 
gefärbten Flüssigkeit abgesetzt, welche dann in 
einigen Tagen den Theil des Purpurs absetzt, 
welcher noch aufgelöst geblieben war. Zuweilen 
erhält sich der Purpur aufgelöst; man giesstdann 
die Lösung von dem Zinn ab, vermischt sie'mil 
ein wenig Kochsalz und erhitzt gelinde. 

Beim Abgiessen des Purpurs von dem Zinn 
bat man darauf zu achten, dass nichts von dem 
schwarzen schwerern Pulver mitfolgt, welches 
sich gewöhnlich dann abseheidet, wenn man kein 
völlig reines Zinn angewandt hat. Aber dasselbe 
kann leicht durch Schlämmen abgeschieden werden. 

Auf diese Weise erhält man stets einen Pur* 
pur ohne eingemengtes Zinnoxyd, so dass er im* 
mer gleich beschaffen ist, wodurch er aber in ge- 
ringerer Menge erhalten wird, als wenn man ihn 
durch Fällen mit Zinulösung bereitet, wobei das 
zufällig eingemengte Zinnoxyd das Praeparat 
schwerer macht, aber auch weniger sicher für die 
technische Anwendung. 
Goldoxyd. Fjguier gibt folgende Bereitungsmetbode des 

Goldoxyds an , welche leichter als die gewöhn- 
liche ist. Man löst neutrales Goldchlorid in Was- 
ser auf, sättigt die Lösung so genau wie möglich 
mit kohlensaurem Pfatron und kocht si^ dann eine 
halbe Stunde lang. Dadurch scheiden sich unge- 
Tähr 87 Procent von dem aufgelösten Golde in 
Gestalt von Goldoxyd ab. Der in der Flüssig- 



197 

keiC anfgelöst gebliebene Theil wird erhalleo, 
vrenn man ein urenig mehr bohlensaures Natron 
inaetzt, welches unter schwacher Entwicklung, 
von Kohlensioregas lösliches Goldoxyd • Natron 
bildet, wodurch die FInssigheit eine gclbgröne 
Farbe bekommt. Dnrch genaue Sättigung des 
Alkalis mit Schwefelsäure und Erhitzen des Ge- 
misches wird dann Goldoxyd daraus niederge* 
schlagen. Bei einem üebcrschuss an Säure wurde 
sich ein wenig Goldchlorid wiederbilden. Der 
letztere Niederschlag ist hellgelb, der erstere dun« 
kelbraun. Der unterschied ist in einem unglei- 
chen Wassergehalt begründet. Der hellgelbe ent- 
hält 29 und der dunkelbraune nur 24 Procent 
Wasser^ was seiner Meinung nach durchÄu4-8H 
und dnrch Au -f* 10^ ausgedrückt werden kann, 
wiewohl diese Wassergehalte zum wenigsten sehr' 
ungewöhnlich sind. Das Goldoxyd verliert bei 
-}- 245 ^ seinen Sauerstoff und wird reducirt. Was- 
serstoffgas verändert es nicht eher als beim ge- 
linden Erhitzen, wo dann Reduction mit einer 
über die Oberfläche des Goldoxyds hinweggehen* 
den Feuererschein nng stattfindet. Wird Goldoxyd 
in warmem Wasser mit Jod vermischt, so schlämmt 
sich in der Flüssigkeit ein hellgelbes Pulver auf, 
welches nach dem Abgiessen des Trüben aufge- 
sammelt werden kann. Er hält es für Goldjodid, 
welches vorlicr nicht erhalten werden konnte. 
Aber er hat nicht bemerkt, dass sich Sauerstoff- 
gas dabei entwickelt. Es muss also eineVerbin« 
düng des Oxyds oder Oxyduls vom Golde mit 
Jodsäure sein. Beim Erhitzen des Goldoxyds in 
Alkohol wird das Gold reducirt. 



198 

Das nach Figaier'a Methode darg;calellte 
Goldoxyd löst alch fast nicht in Kalihydrat auf. 
Löst man aber das auf anderem Wege bereitete 
Goldozyd in haustiscbem Kali auf, so wird durch 
Conceutrirung der Lösong im Exsiccator ohne 
Beihiiire von Wärme ein gelbgriines Sals erhal- 
ten, welches sowohl in Wasser als aach in Al- 
kohol löslich ist. Aus der Lösung in dem letz- 
teren wird das Gold durch Kochen metallisch nie- 
dergeschlagen« 

Figuier hat sich viele M&he gegeben zu be- 
weisen, dass meine Vermuthung, nach welcher 
ein zwischen das Oxyd und das Oxydul Tallcndes 
Goldoxyd =Äu vielleicht existire, unrichtig sei. 
Nachdem er uns nun das Goldoxydul und die Far- 
j>on-Niiancen , welche dasselbe veranlasst, kennen 
gelehrt hat, gebe ich gern zu, dass die Gründe, 
welche mir die mögliche Existenz desselben ver- 
muthen liessen, nämlich die rothcn Verbindun- 
gen , welche von dem Golde hervorgebracht wer- 
den, ganz weggeräumt sind, indem diese ganz deut- 
lich dem Oxydul angehören. Aber er ist in die- 
sen Beweisen so weit gegangen, dass er, nach* 
dem er gezeigt hatte, dass Goldoxydul durch or- 
ganische Stoffe ans dem mit Alkali versetzten 
Goldchlorid niedergeschlagen wird , darzulegen 
sucht, dass die rothe, bis in die schwarzviolette über- 
gehende Farbe, welche organische Stoffe vom Gold- 
chlorid annehmen, nicht von dem Goldoxydul her- 
rühren, sondern von mit denselben verbundenem 
metallischen Golde« Inzwischen ist es klar, dass 
das fehlende Glied = Äu oder Äu existiren muss, 
wenn wir auch noch nicht die Umstände ge- 



199 

fandea liAbeDy unter denen es hervorgebraebt 
wird« 

Dagegen hat Piguier darzulegen gCBucbty,GoldiSure. 
das« das Gold einen höheren Ozydalionsgrad hat, 
als das Oxyd , nämlich durch den Versuch^ 
dass sieh 9 wenn man Goldoxyd in kaastischem 
Kali auflöst und diese Lösung im Sieden Terdun- 
stet, Goldoxydol niederschlagt (worin auch eine 
seiner Bereitungsmethoden besteht), ohne dass auf 
diese Weise der ganze Gebalt an Goldoxyd dar- 
aus abgeschieden wird , so dass eine Lösung von 
Goldoiyd in Kali übrig bleibt, welche kein Oxy- 
dul mehr gibt. Bei den mebrern Versuchen, welche 
er in der Absicht anstellte um zu erkennen, ob 
dabei Sauerstoffgas entwickelt werde, bekam er 
stets ein bestimmt verneinendes Resultat. Hier* 
aus schliesst er, dass sich durch die Einwirkung 
des Kali's ein Theil des Goldoxyds auf Kosten 
eines anderen Theils von demselben höher oxy» 
dire und der letztere dadurch zu Oxydul reducirt 
werde. Diese Annahme kann nur in einem Falle 
richtig sein, wenn nSmlich das von ihm ange- 
wandte Kalihydrat vor der Auflösung so stark 
«nd anhaltend geglüht worden ist, dass es bei sei- 
ner Auflösung in Wasser, in Folge der Zer- 
setzung von Superoxyd, Sauerstoffgas entwickelt. 
Es kann dann nichts Organisches enthalten, und 
wird selbst mit einem solchen Kali Goldoxydul 
im Sieden niedergesdilagen , so ist Figuier's 
Scblnss richtig. Aber in Frankreich bereitet man 
gewöhnlich zu den meisten Zwecken ein Kali, 
welches Potasse a l'alcool genannt* wird, und wel- 
ches kleine Quantitäten sowohl von essigsaurem 
als auch von oxalsaurem Kali enthalt, welche beim 



200 

Scbmelsen eine Lolie Temperatur vertrageD^ olMie 
zersetzt zu \?erdeii. Diese Veranreinigungen sind 
,jip den meisten Fällen^ wo das Kali Anwendang fio* 
dct, ohne allen Einflass^ aber in dem vorliegen- 
den veriinlassen sie eine reichliche Ausfallang von 
Goldozydul. Fignier gibt auch a», dass sicb^ 
als er die vermutbete Goldsäure abzuscheiden ver* 
suchte , sehr viel Koblensänregas entwickelt bätte» 
von der er annimmt, dass sie von der Luft her- 
rühre, wobei gewöhnlich Goldoxyd gefällt und 
der in der Flüssigkeit aufgelöst bleibende Rest von 
dem Golde grün wnrde^ dann Sauersloffgas ent- 
wickelte und metallisch niederfiel. Es sieht also 
aus, als sei hier das Goldoxydnl nicht in Folge 
der Bildung eines höheren Oxydationsgrades her«- 
vorgebracht worden, sondern durch die reduci- 
renden Stoffe, welche das Kalihydrat enthalten hatte. 
Deber die Rolhrärbung von schmelzendem Gla- 
se durch Gold haben Splittberger*) und Schu- 
bart**) Abhandlungen mitgetbeilt. Splittber- 
ge r hat auf eine ziemlich wahrscheinliche Weise 
gezeigt, dass beide Oxyde des Goldes, ungeachtet 
der hohen Temperatur, in geschmolzenem Glase 
enthalten sein können. Das Oxyd hat eine zn 
geringe färbende Kraft, um bemerkbar zu wer- 
den , so dass das goldhaltige Glas> wenn man es 
beim völligen Zutritt der Lnft sclimilzt, farblos 
wird, während bei dem sogenannten Anlaufen, 
einer Art Rednctionsfeuer, das Oxyd zu Oxydul 
reducirt wird , und das Glas seine schöne Farbe 
bekommt 3 wird aber dieses Anlaufen zu weit ge- 



*) Poggend. Ann. LXI, 144. 
") Journ. f. pract. Cbem. XXXIIl, SOS. 



201 

trieben orfer im AUgcmeriieB eine sti starke Hilie 
gegeben, so rediieirt sieh Gold su Metall, wel- 
cbes sieh in .feinen gelben Sehoppen abscheidet, 
wodurch das Glas tröhe wird^ und, wie man zu 
sagen pflegt, im surächgeworfeneo Lichte hepa* 
tisirt. Alles dieses hat dnrch Figuier's Unter- 
soehvDg völlige Aofklärong erhalten« 

Fremy*) hat wichtige Untersuchungen über ^'"^'^ 
das Osmium mitgetheilt. Seine Bcreitungsme* 
thode besteht in Folgendem t Man schüttet ein Gc« 
menge von 100 Grammen fein pulverisirten Os« 
minm -Iridiums und 300 Gr. Salpeters in einen 
grösseren Thonticgcl, erhitzt denselben in einem 
gut siehenden Ofen und erhalt ihn im lebhaf- 
ten Rothginben eine ganze Stunde lang. Dabei 
raucht viel Osmiumsaure weg, deren Einathmung 
höchst gefahrlich wird, wenn der Ofen nicht gut 
zieht. Dieser Verlust entspricht nach seiner An- 
sieht nicht der grösseren Schwierigheit und den 
grösseren Kosten, wenn man den Versuch in ei- 
ner Retorte von Steingut ausführen wollte. Die 
geschmolzene Masse wird, wenn sie breifönnig 
geworden ist, auf eine Metallplatte ausgegossen, 
was aber in freier Luft geschehen muss, nm den 
Einflnss der vielen Osmiumsäure zu vermeiden, 
die sieh dabei entwichelt. Die Masse wird rasch 
xeietossen und in eine tnbulirte Retorte gebracht, 
in deren Tnbulns ein Rohr eingesetzt ist, um da- 
durch Salpetersäure nach Bedarf eingiessen zu 
können. Die Retorte wird mit einer Vorlage in 
Verbindong gesetzt und, nachdem Salpetersaure 
^^■Bg^o^*« . worden ist, im Sandbade erhitzt. 



*) Ann. de Cb. et de Phys. XII, 511. 



202 

D«dorcL bildet and entivkkelt sieb eise Menge 
Osmiumsaure, welcbe eebr rein übergebt und Bick 
in der Vorlage anaammelt. Wenn zuletzt ein neuer 
Zusatz von Salpetersure keine EntifvieUung ^on 
Osmiumsaure mebr veranlasst , so ist die Opera- 
tion beendigt. Die Masse in der Retorte wird mit 
Wasser vcrdiinni nnd auf ein Filtrum gegossen, 
worauf dann die Oxyde von Osmium und Iridium 
zurückbleiben, welebe sich naeb dem Auswaseben 
vollkommen In Königswasser auflösen, und aus 
dieser Lösung werden sie durcb Salmiak in Ge- 
stalt von sebr sebwer löslicben Doppelsalzen nie- 
dergescblagen. 

Wird dieses braune Gemenge von beiden SaU 
zen mit Wasser angerubrt und scbweflige Saure 
hineingeleitet, so zersetzt sieb das Iridiumchlorid 
zu Sesqoichlorür, welches sich in der Flüssigkeit 
auflöst, wäbrend dadurch das Ammonium*Os« 
miumchlorid nicht zersetzt wird nnd ungelöst 
bleibt* Auf diese Weise lassen sich diese bei- 
den Metalle , welche sonst ziemlich schwierig zu 
trennen sind, leicht von einander scheiden. (Wir 
werden weiter unten sehen, dass diese Angabe 
nicht völlig richtig ist). Die Lösung setzt beim 
Verdunsten das Ammonium -Sesquicbloriir in Kry« 
stallen ab, welche, wenn man sie vorsichtig in 
einem Tiegel erhitzt, metalliscbeo Iridium in der 
Gestalt der Krystalle zurücklassen. 

Das Osmium* Doppelsalz lasst, wenn man es 
in einem Strom von Wasserstoffgas erhitzt, me- 
tallisches Osmium zurück. - Fremy verbrannte 
Osmium in Sanerstoffgas nnd erhielt dadurch das- 
selbe ResnlUt wie ich^ nämlich dass die Osmium- 
saure = ö's ist. 



203 

Wird die OsiDiamtinre mil starker Kalilauge 
gesittigl und ein wenig Alkohol hineingetropfl, 
so erhitzt sieh die Flassigkeit, indem sie einen 
Stich ins Roaenfarbige annimmt, und sieh ein 
reiehllebes krystallinisches Pulver Ton Osmium* 
tesquioxyd, Ös, und Kali niederschlügt. Premy 
nennt diesen Oxjdationsgrad osmige Säurey Aeide 
osmievx« Spe kann nicht durch eine Säure von 
dem Kali abgeschieden werden, weil sie sich, 
sobald sie von dem Alkali geschieden wird, in 
Osminmozyd, Ös, und in Osmiumsaure, Os, theilt. 
Bei den Salzen komme ich auf die Verhinduu« 
gen der oamigen Säure mit Basen wieder zurück. 

Vermischt man eine Lösung von osmigsanrem 
Kali in kalten Wasser mit Salmiak', so schlägt 
sich ein gelbes Pulver nieder, welches eine ei- 
genlhümliche ZnsammenseHsuug besitzt, die von 
Frem y mit vielem Scharfsinn bestimmt wurde. Die 
osmige Säure oxydirt, wenn man sie mit Ammo- 
niak in Berührung bringt, auf Kosten von 1 Atom 
ihres Sauerstoffs 1 Aequivalent Wasserstoff in dem 
Ammoniak, wodurch 1 Atom Amid, NH^ und 1 
Atom Osmiumoxyd ,0s, entstehen , welche mit 
einander in * Verbindung treten zu ös + PW*. 
Aber gleichwie die osmige Säure bia jetzt niemals 
hat isolirt werden können, so hat auch dieser Kör- 
per, welchen Fremy Osmiamid nennt, nicht Tiir 
«ich hervorgebracht werden können , indem er 
dann immer mit dem Körper verbunden bleibt, 
welcher zugleich vorhanden ist. Z. B. tropft man 
Ammoniak in eine Auflösung von osmigsanrem 
Kali, so wiad. sie gelbbraun, und das Amid bleibt 
mit dem unzersetzten Salze in Verbindung. Ver* 



204 

miacbt man eine Losnng Tim Salmiak mit einer 
LöanngTonosmigsanrem Kali, so bildet die Hälfte 
Ton dem zugeaetzlen Salmiak Cklorkaliam, nnd 
die andere Hälfte eine in salzhaltigem Waaaer nn- 
löaliche Verbindung von 1 Atom Salmiak und i 
Atom Oamiamid =^ KB^Cl + HB^Öa ; und diese 
Verbindung ist es, welehe Fremy besonders stn- 
dirt bat. Sie bt ein gelbes krystallinisches Pul- 
ver, welcbes sich mit gelber Farbe in reinem Was- 
ser auflöst, aber in Alkohol unauflöslich ist* Durch 
siedendes Vi^asser wird sie zersetzt ^ indem sich 
Osmiumsänre entwickelt und Os niederschlagt. 
Vermnthlich wird dabei durch die höhere Oxyda- 
tion des Osmiums Ammoniak wiedergebildet. Er- 
hitzt man sie Tur sich in einer Retorte , so snb- 
limirt sich, unter Entwickelung von Stickgas, Sal-, 
miak , während Osmium zurückbleibt. Hierin be- 
steht eine vortreffliche Methode, das Osmium ans 
osmiumsaurem Kali abzuscheiden, indem man das 
letztere zunächst durch Alkohol zu osmigsaurem 
Kali reducirt, dann dieses durch Salmiaklösung 
zersetzt , und den mit dieser gewaschenen Mieder- 
schlag erhitzt , wodurch er den ganzen Gehalt an 
Osmium metallisch und mit Metallglanz liefert* 

Werden jene Verbindungen, welche Osmiamid 
enthalten, mit Kalihydrat im Ueberschuss behan- 
delt, so zersetzt sich die Amidverbindung auf die 
Weise, dass sich das Osmiumoxyd auf Kosten 
von Wasser zu osmiger Säure oxydirt, und das 
Amid sich als Ammoniak entwickelt. 

Fremy zeigt an, dass er sich mit einer Mo- 
nographie des Osmiums beschäftige, aus welcher 
diese Angaben eiif Auszug seien. 



. 205 

Osaao bescbrieb 18S8^) ausfahrlidie Ver« Rutbeoium. 
saebe miC den Körpern, welcbe Ton den sibiri- 
scben Platinersen zorackbleibeii ^ iiacbdeoi dieae 
zam Ansziaben des Platina mit Königswasser beban* 
delt worden sind, und er glaobte dabei zwei neue 
MeUlloxyde gefunden zu babeo, van denen er das 
Radical des einen Kuran und das des anderen 
Ruihem oder Ruthenimm nannte. Das letztere 
wurde von ibm rcdueirt erbalten, indem er es in 
starker Hitze mit scbwarzem Fluss behandelte, 
wobei sieh in dem Flusse ein Metallstiiek ansam« 
melle^ welches eine zwischen Goldgelb und Schwe- 
felkiesgelb fallende gelbe Farbe hatte. Diese Ver- 
suche^ wiewohl mit vieler Sorgfalt angestellt, 
klarten doch nichts auf, obschon sie darlegten, 
dasB hier noch Verschiedenes zu erforschen übrig 
hlieb* Dies hat Claus**) veranlasst, mit dem 
Rückstände dieses Platinerzes eine ausführliche 
Untersuchung vorzunehmen, wobei es ibm gelang, 
ein neues Metall daraus abzuscheiden, dem er^ 
um den Bemühungen seines Vorgängers Gerech» 
tigkeit wiederfahren zu lassen, den Namen jRw- 
tkenium gegeben hat, indem verschiedene ejgen- 
tfaamliche Verhältnisse dieses Metalls in aufgclö* 
ster Form schon von Osann bemerkt worden sind, 
wiewobl die metallische Masse, welcher er diesen 
Namen gegeben hat, keine Aehnlichkeit mit dem 
von Claus dargestellten Ruthenium hat. 

Bei diesen Versuchen hat Claus auch. Gele« 



•) Poggend. Ann. XIV, 829—371. 

**) Nach einer priyatim niitgetheilten bandschriAlidieo Ab- 
bandlnog, woraus sieb ein Auszug in der Oefversiglen af K. 
V. Acad. Handl. fiir isis, p.l jGndet 



206 

genheit gehabt, Premy'a Angaben über osmigaaii- 
res Kali zn nntersucben und zn bestätigen , und 
er hat ausserdem Tersehiedene Verhältnisse yotM 
Iridium* und Platinsalzen entdeckt, welche ick 
bei diesen Salzen anfuhren werde» Dm das Ru- 
thenium ans dem Platinruckstande darzustellen^ 
verfalirt er nach folgender Methode t 

15 Pfund davon wurden mit 30 Pfund Salpe- 
ter in einem guten Feuer zwei Stunden lang zu- 
sammengeschmolzen , die nachher erkaltete Masse 
zn Pulver gestossen und mit Wasser ausgelangt. 
Die Lösung war brannroth und enthielt in dein 
Kali, ausser salpetriger Sinre, die Oxyde von 
Iridium und Ruthenium 9 so wie Titansäure, Kie- 
selsäure und Chroni^äure aufgelöst. Der grössle 
Tbeil von dem neuen Metall bleibt jedoch in dem 
Rückstände, welchen Wasser nicht aufgelöst halte. 
Dieser Rückstand wird in einer Retorte mit sei« 
ner halben Gewichtsmenge Königswasser behan- 
delt und damit bis fast zur Trockne destillirt, 
wobei sieh Osmiumsäure in der Vorlage ansam- 
melte. Die Masse in der Retorte wird mit Was- 
ser ausgezogen und die Losung abfiltrirtj das 
Meiste war dabei ungelöst geblieben. 

Aus der erhaltenen Lösung fällte kohlensau- 
res Kali ein Gemenge von Eisenozyd und Ru- 
theninmoxyd, welches in Salzsäure aufgelöst 
und woraus durch Zink eine Portion Ruthe- 
nium niedergeschlagen wurde, während ein Thcil 
davon in der Lösung von Eisen und Zink zu- 
rückblieb. 

Die alkalische Flüssigkeit war braun, aber sie 
wurde nach einiger Zeit, in einem hölzernen Ge- 
lasse aufbewahrt, nur gelblich. Wnrde ate jetzt 



207 

mit einer sehr eeiieenlrirten Läsnog von kohlen- 
Marem Kali yersetat^ bo entstand ein weisser Nie« 
derschlag, der in der LnfC röthlieh^ aber beim 
Trocknen wieder weiss wurde. Er [pste sieh mit 
grünlicher Farbe in Salzsäure > wobei viel Titan- 
säure xnrnekblieb. 

Die Lösung wurde dann mit Salpetersäure ver- 
mischt ^ gehockt und dann verdunstet^ wobei sich 
Iridiumoxyd mit blauer Farbe abschied. Aus der 
filtrirten Lösung fällte Cblorkalinm Kalium «Iri- 
dinmehlorid. Die davon abgeschiedene dunkel- 
braone Flüssigkeit wurde bis zur Trockne ver- 
dunstet und das Salz in Wasserstoffgas geglüht^ 
so lange sich Salzsäure davon entwickelte« Was- 
ser sog dann Chlorkaliom aus^ während ein 
metallisches Pulver von Iridium^ Ruthenium und 
Rhodium zurückblieb. 

Sowohl dieses Metallpulver, als auch ein Theil 
von dem in Kali und darauf in Königswasser un- 
löslichen y schwarzen , pulverformigen Theil von 
dem Platinruckstande wurde nun auf einerlei 
und zwar auf folgende Weise behandelt *) s Er 
wurde mit Chlorhalinm gemengt und in kleineren 
Portionen in einem Strom von Chlorgas geglüht^ 
das dadurch erhaltene Doppelsalz in Wasser auf- 
gelöst und die Lösung im Sieden mit einer star- 
ken Boraxlösung vermischt , wodurch Eisenoxyd 
niedergeschlagen wurde ^ Verunreinigt durch Ru- 
Iheniumoxyd und Rhodinmoxyd* Dieser Nieder- 
schlag wurde in Salzsäure aufgelöst und die beiden 
letzteren Oxyde aus der Lösung durch Zink metal- 
lisch niedergeschlagen. Durch Glühen derselben 



*) Dieser Rückstand wog nun llVs Pfund. 



208 

mit Rocbsulz in eiDeut Strom von Chlorgas wurde 
ein Doppelsalz erhalten, woraus Alkohol dasRa- 
thenium-Doppelsalz auflösfe und das Rhodium- 
Salz zurückliess. 

Der grösste Theil von dem bedeutenden Rück- 
stände wurde noch ein Mal in starker und lange 
anhaltender Hitze mif Salpeter geschmolzen und 
der erkaltete Rückstand mit Wasser ausgezogen, 
worin sich, dann unreines Rutheniumoxyd »Kali 
auflöste. Der Rückstand gab, wenn er nochmals 
mit Salpeter geschmolzen wurde, noch eine Por- 
tion Rutheniumoxyd- Kali, und was nun nicht von 
dem Salpeter angegriffen worden war, war eisen- 
haltiges Rhodiumoxyd frei von Ruthenium« Durch 
Behandlung mit Köchsalz und Chlor konnte dar- 
aus das Rhodium in Gestalt eines löslichen Dop* 
pelsalzes erhalten werden. 

Um aus der Lösung von Rutheniumoxyd-Kali 
das Rutheniumoxyd zu erhalten, wurde das Kalt 
darin mit Salpetersäure gesattigt, wodurch ein 
sammetschwarzer Niederschlag entstand, der beim 
Auflösen in Königswasser eine anfangs grüne und 
nachher gelbe Lösung gab. Die Lösung wurde 
bis fast zur Trockne verdunstet, so dass noch 
ein wenig freie Säure darin zurückblieb, wodurch 
dann beim Wiederauflösen des Salzes Kieselerde 
zurückblieb. Die Lösung und das Waschwasser 
wurden concentrirt und mit einer gesättigten Lö- 
sung von Chlorkalium im Ueberschuss vermischt, 
wodurch sich das Doppelsalz in Gestalt eines kry- 
stallinischen, fast schwarzen Pulvers niederschlug, 
welches in reinem Wasser wieder aufgelöst und 
nmkrystallisirt wurde. Dasselbe diente dann zur 
Abscheidung von Ruthenium und Rutheniumoxyd. 



209 

Znr Darstelinng des Riithcniams nurde das Dop. 
pcIsAls in einem Strom von WasserslofTgns er« 
bitzl und dann daraus das Clilorkalinni mit Was- 
ser ausgezogen, worauf das Metall in Gestalt ei- 
nes duukelgraoen Pulvers zuriiekblieb. Beim Bc- 
bandeln vor dem Lötbrolire in Borax sintert es 
sebwaeh zusammen, indem es ein Aggregat tou 
einem grauen Metall gibt, ungefabr wie Platin, aber 
es ertbeilt dem Glase im Oiiydalionsfeuer keine 
Spur von einer Farbe. Wird Kuthcninmoxjd 
auf dieselbe Weise redueirt, so erbält man das 
MeUU bellgrau und metalliscb glänzend. Das 
Ruthenium verhält sieh zum Rhodium, wie das Iri- 
dium zum Platin» Es hat dasselbe Atomgewicht 
wie Rhodium und es gibt Verbindungen mit Sauer- 
stoff und Chlor in denselben Verhältnissen. Zum 
Sauerstoff hat es ein grösseres Vereinigungsstre- 
ben ^ als die iibrigen Plalinmetalle. Es ozydirt 
sich daher leicht beim Glühen und kann nachher 
in slärkerer Hitze nicht wieder, wie jene redu- 
cirt werden. Beim Kochen mit Königswasser 
wird es zwar angegriffen , so dass die Flüssigkeit 
eine hraun« Farbe bekommt, aber der grösste 
Theil bleibt unaufgelöst, bis die Lösung durch 
neues Königswasser ersetzt wird, worauf sich 
wieder ein weuig von dem Metall au0öst, so 
dass grosse Mengen von Königswasser erfordere 
lieh sein würden , um darin nur sehr wenig Ru- 
thenium aufzulösen. Um von dem reducirten 
Ruthenium eine Lösung zu bekommen , muss es 
entweder durch Schmelzen mit Kalihydrat und 
wenig Salpeter oder mit Salpeter allein ozydirt 
werden, wodurch man eine lösliche Verbindung 
von Rutheniumoxyd mit Kali bekommt, oder es 
1 BcrMÜus Jabrcs- Bericht XXV. |4 



210 

musa mit Oilorkaliam oder Chiornatrlain Tennisclit 
und in einem Strom von Chlorgas erbitzt iiverden. 
Wird Rülheainm allein in Chlorgaa erhiUt, so 
geht mit dem IJebersckiisa TOn Chlor ein gelber 
Rauch weg, der sich absetzt, aber der grösate 
Tbeil Yon dem Metall bleibt unangegriffen zarück. 
Durch Schmelzen mit saurem sehwefelaanren Kall 
wird ea nicht angegriffen. Daa Symbol für das 
Metall kann Ru werden. 

Das Rutheniumoxyd besieht aua 2 Atomen 
Metall und 3 Atomen Sauerstoff = Ru. Es wird 
erhalten, entweder wenn man eine Chloridver- 
bindung durch Alkali niederschlägt, oder wenn 
man das Metall in einem Silbertiegel mit Sal- 
peter zusammenschmilzt, bis das Schäumen da- 
bei nachgelassen hat, worauf sich das Ganze 
mit gelber Farbe in Wasser auflöst. Aus die- 
ser Lösung schlägt dann Salpetersäure das Ru- 
theniuraoxyd nieder. Es ist schwarz, voluminös, 
und hält nach beiden Methoden dargestellt ein 
wenig Kali zurück , welches durch Waschen 
schwierig vollkommen daraus zu entfernen ist. 
Es löst sich in Salzsäure auf und dadurch wird 
am besten Rutheniumchlorid dargestellt. Wird 
Ruthenium in offener Luft geglüht, so oxydirt es 
sich zu einem schwarzen Pulver, welches, wenn 
sich sein Gewicht nicht, mehr vermehrt, Ruthe- 
uiumoxyd-Oxydul = Ru -|- Ru ist. Aber das Oxy- 
dul oder eine seiner Verbindungen sind bis jetzt 
noch nicht dargestellt worden. Da sich das Ru- 
theninmoxyd leichter und bestimmter, als die 
Platinmetalle, mit Kali zu einer in Wasser lös- 
lichen Verbindung vereinigt, so hat Claus das* 



211 

selbe Rnlheniansiiire genannt. Ich glaube , daas 
hier eben so wenig Grund vorhanden ist, dieses 
Oxyd eine Sanre zu nennen 9 als diese« Prädicat * 
dem Bleioxyd und Zinnoxydul beizulegen, wel* 
che ebenralls .lösliche Verbindungen mit Kali 
geben, zumal da das Rntheninmoxyd Salze mit 
Sauerstoffsauren bildet, wiewohl diese noch nicht 
zum Gegenstande einer Untersuchung gemacht 
worden sind. 

Schwefelruihenium wird erhalten , wenn man 
die Lösung des Chlorids durch Schwefelwasser- 
sfoir niederschlägt« Der Miederschlig ist = »n, 
und hat eine braungelbe Farbe. Er zeichnet 
sich nach meinen Versuchen vor den Schwefel- 
Verbindungen der übrigen Platinmetallc dadurch 
aas, dass er sich so gut wie augenblichlich in 
einer Salpetersäure von 1,22 specif. Gewicht mit 
Entwicklung von Stickoxydgas auflöst, ohne dass 
sich Schwefel abscheidet, indem eine rolhgelbc 
Lösung von schwefelsaurem Rntheniumoxyd ge- 
bildet wird. Durch Erhitzen beim Ausschluss 
der Luft backt das Salz zusammen, es wird hell- 
grau und metallisch glänzend, und durch Rösten 
im schwachen Gliihen verwandelt es sicli in ein 
gelbes Pulver von schwefelsaurem Ruthenium- 
oxyd mit einem Ueberschuss an Rasis. 

Das Ruthenium wird nicht vollständig durch 
SehwefelwasscrstoiT gefällt, und die von dem Nie- 
dersehlago abfiltrirte Flüssigkeit hat, wiewohl 
dajrin noch überschüssiger Schwefelwasserstoff vor- 
banden ist, eine schön blaue Farbe, eine Eigen- 
schaft, welohe kein» von den übrigen Platiume- 
tallen besitzt, obsehon mehrere dertelbcn nicht 

14* 



212 

▼öilig durch Schwefelwassenti^ niedergeschlagen 
werden. Die BeschaileDheit der übrig bleiben- 
den blauen Verbindung ist noch nicht untersucht 
worden. Sie wird auch beim Ausfallen mit Zink 
eriialten, wiewohl sie zuletzt durch das Zink zer- 
setzt wird. Sie entsteht auch durch Vermischen 
mit Qnecksilbercyanid. 

Das Ruthenium war anfänglich leicht mit Iri« 
dium zu verwechseln, weil die braune Farbe von 
den Lösungen der Chloridsalze desselben voll- 
kommen dieselbe wie die des Iridiumsesquichlo- 
rürs ist. Aber Claus hat zu zeigen gesucht, 
dass die Farbe der Lösungen von diesem von ei- 
nem Rutheniumgehalte herrührt, aber nicht dem 
Iridiumsalze angehört. Aus einer solchen schwarz- 
braunen Lösung von Iridiumsesquichlorür wird 
das Rutheniumoxyd durch eiue Lösung von Borax 
niedergeschlagen , während das Iridiumsalz nicht 
dadurch zersetzt wird. Eine damit nickt völlig 
übereinstimmende Erfahrung bei den Iridiumsal- 
zen soll weiter unten augcfiihrt werden. Das 
Ruthenium-Doppelsalz ist auch in Alkohol löslich, 
so dass es durch diesen aus dem Iridium -Dop- 
pelsalze ausgezogen werden kann. Auf diese 
Weise glückte es, den Untersckied zwischen bei- 
den darzulegen. Von dem Rhodium ist es leicht 
durch die dunkelbraune Farbe und durch die Lös- 
lichheit seiner Cblordoppelsalze in Alkokol zu 
unterscheiden. 
Indium. Bei den Versuchen, Iridium und Rntheniu« 

äbei'''' "»*«"n*n*cr«u vergleichen, entdeckte Clans, wie 
oben erwähnt wurde, das reine Iridiumsesqui- 
chlorür, welches unter den Salzen angeführt wer» 
den soll. Als eine Lösung davon mit kaustischeoi 



213 

Kali in gering^ Ueberseiisss vennischt wurde, 
entotaDd kein NtederscbUg, vrnrde aber die al* 
kalisebe Flaasigkeit ferdanslet^ bo seLied sieb 
allmilig ein blaaea Oxyd daraus ab, welebes eine 
Verbindang von Iridinm mit 2 AtMnen Sauer* 
Stoff war, aber 4,273 Proeent Kalt enibielt. Bei 
der Analyse fand sieb ein wenig Saoerstoff miAr 
darin, als lir entspriebt, namlicb nach einer Hit- 
telzabl von 3 Analysen 15,5 anstatt 14,0 Proe« 
Wnrde dieses Oxyd dann bis zn -f I8ffi erbitU 
und eine Zeitlang in dieser Temperatur erbalten, 
was eigentlicb gesebab, um den WaasergebaU 
daraus zn entfernen, so fanden sieh darin naoh 
einer MittelzabI von 3 Analysen 17,13 Procent 
Sauerstoff, was ansznweisen scheint, dass sieb 
das Iridiumozyd in Verbindung mit einer Basis 
höher oxydiren kann , und dass Ir, gleichwie Gs, 
eine Saure bildet, welche sich mit Basen verei- 
nigt, und welche yielleicbt in der Verbindung 
enthalten ist, die auch durch Schmelzen des Iri- 
diums mit Kali und Salpeter erharltett- wird , wo- 
bei jedoch yiel yon dem blauen Ir ungelöst bleibt 
und die Lösung selbst blan wird. Da Ir 19^ 
Procent Sauerstoff enthilt, so sieht es wohl aus, 
ab sei der mit Kali in Verbindung getretene 
Tbeil von Ir während der Einwirkung der Hilae 
in & übergegangen« Clans glaubt, dass das Iridium^ 
oxydi alets blan sei, wenn es frei von Rutbeninm« 
oxjdi ist. 

Döbereiner*) gibt an, dass die hatalytische PUün. 
Kraft des Platins, mag sich dieses in GesUlt von ^^1^'^^^ 

selben. 

^) Jahrb. Iiir pr. Pharmacie, IX^ 233. 



214 

Mgeoanutciu Pialiniiiobr, oder von Platinscbwaiiim 
befinden oder selbst der Rüekstäud sein, wel- 
dber bei der Behandlung des Piatinerzes zoriiek- 
bleibt, bedeutend ^ergrössert werde, besonders 
itt Rucksiebt auf das Vermjjgen , Sauerstofl%as zu 
eottdensiren , nenn man es mit eioer scbwacben 
KalUauge befeuchtet. 
Platinoiydul- - Reiset") bat angegeben, dass die von ihm 
Ammoniak, ^mj^^iit^ Platiubase , das Plattnamid- Ammonium, 
oxyd, wenn man sie so länge der trocknen De- 
stillation bei -(* 100^ unterwirft, als noch etwas 
Flüchtiges davon weggebt, einen porösen, grau- 
lichen K^irper zurücklässt, welcher so wohl in 
Wasser als auch in Ammoniak ganz unauflöslieb 
ist , und welcliffr zusammengesetzt ist aus : 
Atome. Procente. 
Platin . • 1 . 79,68 
, Stickstoff .2 11,43 

^ Wasserstoff 6 3,35 

Sauerstoff . 1 6,54 

, Zufüge dfsrifwelaleptiscben Theorie, nach wel« 
cber Reiset ,Beine. Erklärungen darstellt, ist er 
Ammoniuu^oxyd, worin 1 Acquivaleut Wasser- 
stoff durch ein Atom Plaliu ersetzt worden is^ 

Pt ' 

S3 9(y,^ ^ O» .JNkcb gewöbnlieken cUemiscbeo 

Ansichten »t er ganz einfach Flaiinoxydul- Am^ 
tMnUk =Pt +ffRS. Wird er an einem Punkt 
bis ain -^ 1M)§^ erhitzt ,' so entzündet er sich und 
glüht, worauf dann die ganze Masse, ohne wet* 
ter erhitzt zu werden, zu verglimmen fortfiibrt 
mit einem ziisebenden Laut und mit Zurücklas- 



*) Ann. de Ghem. ci de Phys. XI, 423.. 



215 

svng Ton Ptatin. Bei der troeknen DeslUlation 
zersetst er sieb langMin' nnd mit Entwiekelong 
▼OD Wasser, Stickgas mrd Ammoniak. Mit Saner* 
sloflbaoren yereinigt er sich za sehwerlöslichen 
Salzeo, welche beim Erbilzen detoniren, und 
welche Doppelsalze von Platinoxydul nnd Am- 
moniaraoxyd zu sein scheinen, die aber nicht 
weiter nntersucht worden sind. 

Wird das Platinozydul* Ammoniak in einemStickstoffpUtio. 
kleinen Destillations - Apparate nngefShr bei •{" 
180^ erhalten^ aber so dass sich die Temperatur 
nicht -f- 190^ nähert, so entwickelt sich Animo- 
niak und Wasser, wahrend der Stickstoff mit 
dem Platin yerbunden bleibt als Sticksloffpla- 
tin *). Von 3 Atomen PtP^H' entwickeln sich 3 
Atome Wasser und 2 Aeqnivalente Ammoniak. 
Ein Atom ?(Pt' bleibt zurück, welches bei -}- 
195» und zuweilen bei + 19(M> auf ein Mal in 
Platin nnd in Stickgas zersetzt wird, lieber die 
Beschaffenheit dieses interessanten Products ist 
nichts angegeben worden. Bei der Analyse des- 
selben wurden 3,7 Procent Stichgas erhalten^ 
nach der Rechnung hatten 3,8 Procent erhalten 
werden müssen. 

Peyrone**) hat gefunden, dass, wenn man Amalgam von 
ein Gemenge von Platinamid-€hIorammonium (■"<lAmId"-°Ammo- 
wenig Wasser auf ein Amalgam von Kalium giesst, nium. 
sich Chlorammonium in dem Wasser bildet 
■nd ein schwarzes Pulver auf dem Quecksilber 
abscheidet, welches eine Quecksilber- Verbindung 
ist, worin er, ausser dein Quecksilber, Platin 



•) Da«, p. 429. 
^) Ann. der Ch. und Pharm. Li, 14. 



P'i 216 

uni sehr viel AmmoiiiAk lud. Hier eoUtelit die 
Frage, ob das Platioannid mit dem Qaeohsilber 
verbooden ist, oder ob sieb ausserdem der Paar- 
liog in Anmoniam verwandelt bat. Der Gegen- 
stand verdient weiter untersnebt zu werden. 
SmUe. Mnspratt*) bat eine Untersncbung über die 

^531^'^"'^^ eebwefligsauren Salze mitgelbeilC. 

Das Kalüah scbiesst beim Verdunsten im Ex- 
siecator in grossen KrystaUcn an, wekbe Rbom- 
benoctaeder sind, sieb leicbt in Wasser aber 
scbwer in Alkobol auflösen. Sie schraeeken bit- 
ter und zerfliessen etwas in der Luft. Das Salz 
bestebt aus kS-f-SH, worin der Wassergebalt 
18,5 Proeent beträgt. Das zweifacl*»'$cktveßigsaure 
Kali wurde in Krystalleu erbalten, als er eine 
Lösung von dem neutralen Salze mit sehwefliger 
Saure übersättigte und Alkobol anf die Flüssig- 
keit gdss. Es krystallisirt in wobi ausgebildeten 
rbombtseben Prismen, welcbe 7,46 Proeent oder 
1 Atom Wasser enthalten. Wasserfrei wurde 
dieses Salz erbalten, wenn eine warme und con* 
centrirte Lösung von koblensaurem Kali mit scbwef- 
ligsaurem Gas übersättigt wurde, wobei es in dem 
Maasse, als es sieh bildete, in harten Körnern an* 
seboss. In der Luft verliert es keine seh weflige Säure. 

Das Natronsah krystallisirt in grossen gescbo* 
benen Prismen, weleke 10 Atome oder S8,7 Pro- 
cent Wasser enthalten, welches in der Luft unier 
Effloreseenz daraus weggebt, wobei sich aber 
gleichzeitig auch viel schwefelsaures Natron bildet. 
Das zweifach 'Schwefligsaure Natron schiesst in 
undurchsichtigen Krystallen an, deren Form nicht 

*) AtiaaL der Cbem. und Pharniac. L, 359. 



217 

beBlmmt werden Itonnle. In Wasser ist es ziem- 
lieb seliwerlöslich, aber nnloslicb in Alkobol. Ee 
enfbilt 8,62 Procent Wasaer« 

Das ^mmoHiumoxytUah wird in seideglansen* 
den , nadeiförmigen Krystallen erbalten , irMrziig- 
lich wenn man Ammoniabgae in Alkobol anflöst 
und dann schwefligsaures Gas bineinleitet« Es 
scbiessl dann in seideglänzenden weissen Mädeln 
an, welcbe 1 Atom oder 13,4 Procent Wasser 
enllialten. Es löst sieb langsam in Wasser, die 
Lösung reagirt alkaliseb und besitzt einen unan- 
genebmen beissenden Gescbmack. Bei der trock- 
nen Destillation gibt es zuerst sein Wasser ab, 
dann verliert es die Hälfte von seinem Ammoniak, 
indem sieb wasserfreies zweifaeb • scbwefligsanres 
Ammoniumoxyd snblimirt. Das saure Salz wird auch 
erbalten, wenn man Ammoniakgas nnd schwefligsau- 
res Gas zusammen in Aelher einleitet. Dabei schlägt 
es sich in feinen Körnern nieder, welclie neutral 
reagiren nnd sieb sowohl in Alkohol als auch in 
Wasser leicht auflösen. In der Luft gebt die 
Hälfte von der Säure daraus weg, während sich 
die andere Hälfte in Schwefelsäure verwandelt. 
Er versnchte die getrockneten Gase in Aether cin- 
zuJeilen, welcher durch Rectification über kausti- 
sehe Kalkerde von Wasser befreit worden war, 
um scliwefligsaures Ammoniak darzustellen, aber 
er bekam zweifach scbwefligsanres Ammonium* 
ozydi, was wohl ausweist, dass der Aether nicht 
wasserfrei gewesen ist. 

Die schweflige Säure gibt mit Erden nnd mit 
Melnlloxyden unlösliche Salze, die sich aber in 
Wasser auflösen , welches viele schweflige Säure 
enthält. Löst man sie darin warm in einer ver« 



uni sehr viel Ammoiiiak lud. Hier eoUtelit die 
Frage, ob das Platinannid mit dem Qaeohsilber 
Terbandea ist, oder ob sieb Ausserdem der Paar- 
liDg in Ammoniom verwandelt bat. Der Gegen* 
stand verdient weiter untersocbt zu werden. 
SmUt. MnspratI*) bat eine Untersncbung über die 

^531^*'"'^^ eebwefligsauren Salze mitgelheilC* 

Das Kalisalz sehiesst beim Verdunsten im Ex« 
siecator in grossen Krjstallen an, welche Rboro- 
benoctaeder sind, sieb leiebt in Wasser aber 
scbwer in Albohol auflösen. Sie sehmeeken bit- 
ter und zerfltesaen etwas in der Luft. Das Salz 
besteht aus KS-^^SH, worin der Wassergebalt 
18,5 Proeent beträgt. Das zweifach-schw^igsaure 
Kali wurde in Krystallen erbalten, als er eine 
Lösung von dem neutralen Salze mit sebwefliger 
Säure übersättigte und Alhobol auf die Flüssig* 
beit göss. Es hrystallisirt in wohl ausgebildeten 
rbombiseben Prismen, welche 7,46 Procent oder 
1 Atom Wasser enthalten. Wasserfrei wurde 
dieses Salz erhalten ^ wenn eine warme und con- 
centrirte Lösung von kohlensaurem Kali mit scbwef- 
ligsaurem Gas übersättigt wurde, wobei es in dem 
MaassCy als es sich bildete, in harten Körnern an- 
schoss. In der Luft verliert es keineschweflige Saure. 

Das Natronsalz hrystallisirt in grossen gescho- 
benen Prismen, welche 10 Atome oder S8,7 Pro« 
Cent Wasser enthalten^ welches in der Luft unier 
Efflorescenz daraus weggeht, wobei sich aber 
gleichzeitig auch viel schwefelsaures Natron bildet. 
Das zweifach^ schwefligsaure Natron sehiesst in 
undurchsichtigen Krystallen an, deren Form nicht 

*) AnaaL der Chem. und Pharmac L, 359. 



217 

bMiUBml ygifewden konnte. In WsMer ist «s skin- 
lieb seliwerlöaiich, aber «Alöalick in AlkolioL Ee 
enfliik 8,62 Procent Waner. 

Das ^mmonmmoxydgah wird in seideglansen* 
den 9 nadeUormigen Kryalalien erbalten , irMrziig- 
lich wenn man Ammoniakgas in Alkohol anflöst 
und dann scbwefligaaures Gas hineinleitet. Es 
schiesst dann in seideglftnzenden weissen Kadeln 
sn, welche 1 Atom oder 13,4 Procent Wasser 
enlliahen. Es löst sich langsam in Wasser, die 
Lösung reagirt alkalisch and besitzt einen unan- 
genehmen bsissenden Geschmack. Bei der trock- 
nen Destillation gibt es zuerst sein Wasser ab, 
dann verliert es die Hälfte von seinem Ammoniak, 
indem sich wasserfreies zweifach -schwefligsaures 
Ammoniumoxyd snblimirt. Das saure Salz wird auch 
erhalten, wenn man Ammoniakgas und schwefligsau- 
res Gas zusammen in Aether einleitet. Dabei schlagt 
es sich in feinen Körnern nieder, welclie neutral 
reagiren und sich sowohl in Alkohol als auch in 
Wasser leicht auflösen. In der Luft geht die 
Hälfte von der Säure daraus weg, während sich 
die andere Hälfte in Schwefelsäure verwandelt. 
Er versuchte die getrockneten Gase in Aether ein- 
zuleiten, welcher durch Rectification über kausti- 
sche Kalkerde von Wasser befreit worden war, 
um schwefligsaures Ammoniak darzustellen, aber 
er bekam zweifach schwefligsaures Ammonium* 
ozyd, was wohl ausweist, dass der Aether nicht 
wasserfrei gewesen ist. 

Die schweflige Säure gibt mit Erden und mit 
MetsUoxyden unlösliche Salze, die sich aber in 
Wasser auflösen, welches viele schweflige Säure 
enthält. Löst man sie darin warm in einer ver- 



f^ 216 

ujski selir viel Ammoiiiak ftad. Hier eoUtelit die 
Fnge, ob das PUtiaannid mit dem Qaechailber 
verbaudea ist, oder ob sieb auaaerdein der Paar- 
ung in Ammoniam verwandelt bat. Der Gegen* 
atand verdient weiter uateraucbt zu werden. 
Smht. MnapratI*) bat eine Untersocbung über die 

^53l^'^*''^sebwefligaanren SaUe mitgelbeilt. 

Das Kalüah schiesat beim Verdunsten im Ex- 
siccator in grossen Krjstallcn an , welcbe Rbom- 
benoctaeder sind, sieb leicbt in Wasser aber 
schwer in Alkobol auflösen. Sie schmeeken bit- 
ler und serfliesaen etwas in der Luft, Das Salz 
bestebt aus KS-f>SH, worin der Wassergebalt 
18,5 Procent beträgt. Das zweifach'ßckw^igsaure 
Kali wurde in Krystallen erbalten, als er eiae 
Lösung von dem neutralen Salze mit sebwefliger 
Säure übersättigte und Alkobol auf die Fiüsaig- 
keit göss« Es krystallisirt in wobt ausgebildeten 
rbombiseben Prismen, welcbe 7,46 Proeent oder 
1 Atom Wasser enthalten. Wasserfrei wurde 
dieses Salz erbalten ^ wenn eine warme und con- 
centrirte Lösung von koblensaurem Kali mit sebwef- 
ligsaurem Gas üb^^rsatii^t »unJe^ \vobei *^a iu dtin 
Maasse, als es »icli bildete^ itt tiftrt«u luinierti mm* 
seboss. InderLuriv^rlicrJes ht^nicschwefli^Sitirr. 

Das Natronsaiz Lrystanisirl in t:;ro«rSc» gt^atbo- 
benen Prismen, ivciche 10 Atome od<^r 5tl,7 IVa* 
Cent Wasser enlbaltcn, welchem in der Ltifl uitter 
Efflorcseenz da rem» iv^f^gebt «^^^^^^^ ,]i|t 
gleiebzeitig auch viel 8c1iweM^^^^^^^^^^||M| 
Das zweifach ' seh weftijs^^^^^^M ^^^Kl[f {,^ 
undurcbsicbtigen Kry^ijj^ PKnTuicli 

*) Anaal der Chcrti, 



r 



i 




22t 

4 

Vrtmj*) bat inelirere neue VerbiniiangMi dtr» Mehrere neue 
gestellt, welche ans scliwefliger Säure und dcu flauen yoq 
bölieren Oxyden des StickslolTs uoter dem Ein- schwefliger 
flusse Ton Alkali entstehen. ^äure und den 

höheren Osy- 

Leitet mao gleichgeilig sdiwefligsaures Gas uod^^n ^«^ Stick- 
salpetrigaaarea^Gas i« eine slarhe Löanng yon Ka» *^^ ^ 
libfdrat, indem »an dies letztere Gas aus star- 
ker Salpetersäure mit Stärke entwickelt, so bildet 
sich ein neues Kalisalz, welches aueh erhalten 
werden kann, wenn man sebwefligsaures Kali mit 
salpetrigsanren Kali vermischt, oder wenn man 
das Jetztere mit nelem Kali yermischt und schwer- 
ligsanres Gas hineinleitet. Die Flüssigkeit wird 
bald trübe und setzt lange seideglänzende Nadeln 
ab, welche in einer alkalischen Flüssigkeit wenig 
oder nicht löslich sind* In wenig Stunden kann 
man hunderte Ton Grammen dieses Salzes erbal* 
len. Dieses Salz ist auch in reinem Wasser ziem« 
lieh schwer löslich, indem es nicht mehr als 8 Pro- 
cent von seinem Gewicht auflöst« Es ist neutral. 
Fremy gibt die Zusammensetzung dieses Salzes 
= 4k-|-7S + »89S + 3H an, und nennt die 
Saure Smlfammonsäure. Weder die Ansicht von 
der Zusammensetzung, noch der Name dafür sind 
snnehmbar. 

Eine weniger nnwahrscheinliche, aber vielleicht 
auch nicht richtige Formel wäre = (KS + KH^S) + 
3&S2-f ^* Sie ist gleichwie die erstere un- 
richtig, weil ein schwefelsaures Salz nicht neutral 
sein kann, in welchem mehrere Atome Schwefel- 
saure nicht durch einen Körper gesättigt sind, 

*) Comptcft rend. Sept. 16, 1844. 



222 

der ihr 4ie fiigonsditft einer freieii Siiirc neh- 
men kunn. 

Das ^mmoniumoxf/dsah wird anf ähnliche 
Weise erhalten, aber es ist viel leichter in Wasser 
auflöslicb. Vermncht nMn die Lösung desselben 
mit löslichen Salasen von Baryt, Slrontian, Kalk 
a. s. w«, so schlagen sich deren Verbindungen in 
Gestalt eines weissen krystallinischen Pulvers nie- 
der. Aber dieselben haben wenig Bestand, in- 
dem sie sich bald nachher in freie Schwefelsäure, 
schwefelsaures Ammoniumoxyd und in das neu* 
trale schwefelsaure Salz der Erde zersetzen. 

Fremy gibt den sonderbaren Umstand an, 
dass man, wenn das Barytsalz genau mit Schwe* 
feisäure zersetzt wird, die neue Säure frei in der 
Flüssigkeit bekommt, dass diese scharf sauer ist, 
dass sie durch Sättigung mit Basen dieselben Salze 
wieder gibt, und dass sie sich so gut wie sogleich 
in Schwefelsäure und in schwefelsau reä Ammoniak 
zersetzt. Hat die von ihm aufgestellte Formel 
darin einen Fehler, dass sie 1 Aequivalcnt Was* 
sereloff zu wenig ausweist, so kann das Kalisalz 
= (ftS-f-NS3S)4.3JtS2-f3H sein, und es ge- 
hört dann offenbar in dieselbe Klasse von Salzen, 
welche Jacquela in (Jahresb. 1845, S. 196) ent- 
deckt hat, und dann beruht die Verbindung auf 
der Gegenwart von schwefelsaurem Ammoniak und 
ihre Zersetzung auf dem Umstände, dass dieses 
Salz in schwefelsaures Ammoniumoxyd übergeht, 
eiue Veränderung, welche diese Salze stets er- 
leiden, wenn man sie koclit. 

Werden diese Salze einige Stunden lang mit 
Wasser übergössen stehen gelassen, so erleiden 



223 

sie eioe Zerselzong, weidbe darin bestebt, dass 
die Fliiasigkeit darch ein Bigiilfat aaner wird, nnd 
d»s9 eiD anderes Salz gebildet wird , welches, 
wenn die Basis Kali ist, sieh zwischen -)- 55^ und 
700 auflöst, aber beim ErkaUen in sebönen Krystall* 
Lamellen auscbiesst. Für dieses Salz gibt er die 
Formel Sfc + SS + MH^S, und nennt die Säure 
darin Sulfamids'dure. Das Salz ist sehwerlöslieh 
in keltern Wasser, so dass dieses nur 1,66 Pro« 
cent dsYOD auflöst, in welcher Lösung es durch 
Kochen zersetzt wird. Es ist wasserfrei und lufk- 
besläiidig. 

Das uämmoniumoxydsah dieser neuen Art wird 
auf ähnliche Weise bereitet, und es ist so leicht 
iösiieb, dass es schwierig krystallisirt erhallen wird. 

Es ist klar, dass die Formel für diese Salze, 
oacfa der vorhin angeführten Voraussetzung von 
i Aequivalent Wasserstoff zu wenig, = (RS + 
^»^S) +2ftS werden kann, in welchem Falle das 
erste Glied in dieser Formel für das Ammonium« 
salz Rose's Farasulfat-Ammon P^'^S+ N^^^S^ 
wäre. Aber in dieser Formel ist 1 Aequivalent 
Wassersloff und 1 Atom Sauerstoff mehr enthal- 
ten ^ als in der von Fremy« Dies kann jetzt 
oicht geprüft werden, weil er die Einzelheiten 
eeiucr Analysen noch nicht mitgetheilt hat« Auf 
jeden Fall will es scheinen, als hätten wir hier, 
anstatt zwei neue Klassen von Säuren, zwei neue 
Arten von Doppelsal^gen. 

In einer späteren Mitlheilung *) giht er an, 
dass wenn man schwefligsaures Gas in eine vorher 



p Comptes read. Oku 21. 1&44. 



224 

alkalisch gemaclile Lösung von salpetrigsanrem 
Kali einleitet 9 «iie Flüssigkeit gelatinös vrird und 
ein weiases Salz abaetct, welches fvi« zweifach- 
taigsaures Kall aussiebt, und welches eine andere 
Natur hat, wie die Torhergchendc«. 

Offenbar ist dies dieselbe Methode, welche 
als eins Ton den Bereitungsverfahren für die erste 
Art der vorhin angeführten Salze angegeben wor- 
den ist, ohne dass etwas angefiihrt wird, wo- 
durch man das eine oder das andere Salz erhalt. 

Das erhaltene Salz enthält Kali^ Verbunden 
mit einer neuen Saure, welche er ^cide suU 
fonitreux nennt , und welche nicht von den 
Basen abgeschieden werden kann, ohne sich 
sogleich zu zersetzen. Das Salz besieht aus 
3K + 2S+2S+K-|.2H, was zu fiKS+IKS^I^+SH 
zusammengepaart werden kann. Es wäre also 
ein Doppelsalz von schwefelsaurem Kali mit dem 
Kalisalze von einer gepaarten schwefligen Säure, 
worin salpetrige Säure der Paarung ist, gleichwie 
das Stickozyd in den von Pelouze entdeckten 
Salzen, in welchen Stickozyd der Paarung ist. 
Aber offenbar kann die Formel auch =feS^-(- 
ftS^+M+SH oder SKS^ + M + SH werden. 

Wird die -Lösung dieses Salzes in Wasser mit 
mehr Kali versetzt und schwefligsanres Gas bin- 
eingeleitet, so schiesst daraus ein anderes Salz 
in breiten rhomboidalen Tafeln an, welches einen 
scharfen alkalischen Geschmack hat. Es ist lös- 
lich in Wasser und wird nicht durch hinznge* 
fugte Schwefelsäure oder Salzsäure zersetzt. Die 
Säure in diesem Salze nennt er Acide sulfonitru' 
que» Die Zusammensetzung dieses Salzes stallt 



255 

Preniy attf sweierki Weise auf: 4 ft 4- 7S-|- 
SinP oder4li[ + 9S + eä + lst+2ii. 

lieilet man sckwefligteures Gas in eine alliali* 
sdie Anfliwnng dliesea Salsee, so geht es in das 
zaersi angefniirte Sab Sber, welches Fremy 
•«Ifiunnionsanres Kali nennt. 

Diese Angaben gehören za denen ^ welche 
g^ewöhnlich TorlanEg der fransösisehen Aeadeniie 
der Wissenscbaflen mitgetheilt werden« Wenn 
in ZuVanfk die ausführliche Abhandlung heraus* 
iBomait^ so wird sie za ilirer sichereren Beurthei- 
luBg Veranlassung geben« 

Schlesinger*) bat die WIrkang der Salpe* Wirkung der 
tersinre anf einige Chlor- nnd Jo^^-Verbindun.^Jj'g^or^'^^^^ 

gen intcrsncbt. Jod-Verbin- 

Quecksilberehlorür. Wenn das specif. Gewicht ^"»fi^»* 
der Salpetersäure nicht 1,30 abersteigt, so wirkt 
sie wenig auf das Ckloriir ein, selbst im Sieden« 
Wendet man aber eine ranchende Saure von 1,46 
an 9 nnd erhitzt man das Gemische, so oxydirt 
sicli das eine Qnccksilberatom darin mit Entnicke- 
long Ton Stickoxyd, indem das Chloriir gelb wird. 
Piacfadem aber alle Wirkung aufgehört hat, hat 
sowohl die Sfture als auch das Ungelöste alle 
Farbe rerloren, und an der Stelle des Chlorürs 
liat sich ein federabnlich krystalliairter Körper 
gebildet, welcher Quecksilberchlorid ist, wahrend 
die Flüssigkeit Chlorid und salpetersanrcs Queck- 
•ilberoxyd aufgelöst enthält, welche nach der Vcr- 
dnnstung gemengt zurückbleiben. 

Die Zusammensetzung des Queckailhtrchlorids 
wird nicht im Mindesten Ton der Salpetersaure 



*) Budin. Rep. Z. R. XXXV, 74. 
Beneliiu Jabies- Bericht XXV. 15 



226 

vermodert, wie concentrirt nmd in weleher Tem- 
peratur man «ueb letztere anwenden mag* 

QueehsUbtrjedär veriindert sieh schon dnrcb 
eine Säore, welche 1,30 specif. Gewicht bat, wenn 
man sie damit kocht, indem es sich soletst in 
rothes Jodid verwandelt, von dem beim Erkalten 
der warmen Siure noch mehr anschieast. Wird 
darauf die saure Plnssigkeit langsam verdunstet^ 
so gibt sie kleine, farblose, tafelfSrmige Krystalle, 
welche nach SchleSinger's Analyse ans AgN 
-f- SHgi bestehen. Dieses Salz wird durch Was- 
ser zersetzt , welches das Salpetersäure Quecksil- 
bersalz daraus auszieht, wodurch das Ungelöste 
roth wird. Es kann auf mehrfache Weise direct 
zusammengesetzt und dadurch in griisserer Menge 
dargestellt werden« 

Lieb ig bat früher eine Verbindung von die- 
sen Salzen beschrieben, die aber roth geßirbt war. 

Quecksilberjodid wird in der Kalte wenig von 
einer Salpetersäure angegriffen, deren specif. Gc* 
wicht = 1,30 ist , aber im Sieden wird Queck- 
silber oxydirt, während sich Jod sublimirt. Man 
erhält eine granatrolhe Lösung in der Säure, 
welche beim Erkalten das Salz in rothen Schop- 
pen absetzt. Das Quecksilberjodid ist in der Sal- 
petersäure von 1,3 so auflöslich, dass die Säure 
bei + 500 bis + 600 mehr als die Hälfte ihres 
Gewichts auflöst. Kocht man eine verdünnte Auf- 
lösung von salpetersaurem Quecksilberoxyd mit 
Quecksilberjodid, so erhält man eine blassgclbe 
Lösung, welche soviel Jodid enthält, dass sie 
sich beim Erkalten mit rothen Krystallschuppcn 
davon anfüllt. Die abgegossene Flüssigkeit kann 



227 
zu JMftM Zfvtelt SU ötiy ftts mMi wül^ angewandl 



Salpelenäure wirkt kalt wenig auf daa lodkl; 
k4»elit mui aie aber damit, «o antwickelt and sub- 
lirnirt sich aekr viel Jod, das Jodid wird anfangs 
ck^eoIaiiebraiHi «ad «s yärwaiidelt sich dann in 
ein Toiaminöses^ weisses ^ in Wasser nnlösitcbe» 
Palver. Die Sälpeterslm« enthalt dann aalpatcr- 
saures Qneeksilhtfraa^'d » aber kein Jad aufgelöst. 
Schlesinger heatipnmte den Gebalt von Qneck* 
silher in diesem weissen Polver nnd bekam 34,89 
bis 36,30 Procent, wonach er es als Hgl' be* 
trachtet. Aber es scheiuK Jodsaures Quecksilber- 
ozyd sein an miisseq,. welches 36,16 Procent 
Quecksilber enthalt. Er gibt jedoch an, was nicht 
wohl damit nbereinstimnit, dass es beim Erhitzen 
in einem Kolben zuerst Jod und darauf sublimir- 
tes' Jodid gibt* 

Sitbercklorid wird von Salpetersäure eben so 
wenig angegrilK^n , wie das Quecksilberchlorid. 

Silherjodid verwandelt sich dnrclk Kochen mit 
raneheuder Salpetersäure in jodsaures Silberoxyd, 
wäbi«nd ein Theil davon sich zersetzt in Jad, wel- 
ches sich snhlimirt, nnd in Süberoxyd, wekhes sieh, 
in der Saure auflöst* Das jadsanre Sah gibt beini 
Erhitzen Sanerstoffgas und scbmilat an einem gra* 
natrolben Lif|uidhim , welches gelb erstarrt nnd 
Jodailber ist» 

Chlm-blei wird im Sieden zersetzt nnd aus deii 
erkaltenden Flüssigkeit setzt sich salpetersanres 
Bleiozyd ab» 

Jodblei wird aagenblicklich durch eine Saure 
von 1,30 specif« Gewicht in Jod und in salpeter« 
sanres Bleioxyd aerselat. 

15* 



228 

Kitffctehhrmry Kupfer^Umrid: mbA K«ptti]0- 
diir werdea zersetzt und geben salpetevsiiBres 
Kupferoxyd. 

fVümuthchlorid und ünluhlerid vertdUen «icU 
eben ao. ' 

^ntimanchhrid gtbl mit SalpeteiMiiili Amli^ 
noDfliure. 

ZinHchlorür Tempfindell sieh 'dadsrbb in dn/?. 
Die enle Binwiilning IbeUl deeChlofur inSnCl^ 
nnd in Sn^^, aber näebher gebt' das GblOr ureg. 

Manganehloriir löst sieb mit bellgelber Farbe 
in der Saure auf, aber die Ixisung wird bald dar- 
auf tief braun und nndurcbsicbtrg. Dann enibaTt 
sie MnCl' nnd MuN^'^ welches diurch Kochen zer- 
stört* wird mit Zuriicklassnng yon Ifu^ in der 
Auflösung. . ^ . . : V 1 : •. 

Chlorbarium scheidet, wenn man eine in der 
l?^ärme. coneentrirte Lösung :4*^a °^^ starker 
Salpel^rsi^iire \ecniischt,'. salpete^n^e Baryterd«^ 
in Körnern ab.» währ^end Salzsäure in der Fliis- 
sigkeit frei wird^ 

. : ChiMTStrowHum y Jodiariuwii nnd die Verbin» 
dlingen der alkalisehen Metidle mil Chlor, Brom 
nnd Jod können mit Salpetersäure in salpsteBssure 
Salze TeiiwaadeU werden« . 
Zinntaurc In' Betreff der zinnsauwn> Sabe Tsrweise ich 

Salze. ^„f Freiny's, S. 172 aDgeführte Untersuchungen 
nber die Zinnoacyde« 

Bleisaure Sake. Premy*) hat die VerBlttJUmg des Bleisaper- 
ozyds mit kaustischem Kali studirt, worüber schön 
einige Worte Im vorhergeiienden Jahresberichte^ 

*) Ann. de Ch. et de Pbys. XU, 490. 



229 

S. 190, aMgefäfcft worden sind« Er hai diesem 
Soperoxyd «len Namen BhU'dure gegeben. 

Wird' BlekraprroKyd mit einer böclMl eoncea- 
trirteii'LifiiiiBg iroaffKaliliydmt in einem'ailliemen 
Gaßeae gekoelil, afll Met tich d4a Snperdx^d ganz 
aaf. - Man Termiadit danii die mit dem Superoxyd 
gcaittigte LfQgnng mit acbr iwenig. Wasaer und 
laaal ue.fim Exaiccetor verdonalen, wobei daa blei- 
aaure Kall in, farbloaeDy dorebaicbligen, rbomboe- 
driscben Kryatalleo anscbicsst. .Es ^erfliesst in 
der Luft. Seine Losung in Wasser wird beim 
Verdiinnen zersetzt , indem sie. braun und trübe 
wird und Superoxyd absetzt. In baiilialtigem ^ 

Wasser ist es obn^ Zersetzung anflöslieb. Es 
bea^cV ans k Pb -f« 3lL Der Wassergebak beträgt 
14^ Proeenl.. 

• ^A Nmtrqnsßh wird au^ ^nlicbo.'Wei0<;. ^i^ 
Lalten und ist weniger leicbt. loslicb^ eis das 
Kalisalz. 

Die Lösungen .di^er Salze fallen aus Erd- 
und Melalloxydsalzen entoprecbende Verbindungen. 

Premy löste gewöbnlicbes Bleioxj^ bis zur 
Sättigung in bauslisehem Kall auf und vermischte 
diese Auflösung mit, einer Lösung von b^eisanrem 
Kall'y w;odurch ein reichlicbei^. gelber Niecferscblag 
entstand. Dieser Niederschlag^ galj nach dem Aua- 
waschen und Abscheiden neim gelinden Erhitzen 
Wasser ab und yrurde schön roth wie Mennige« 

Fremy*) bat auch eiiiige Untersuchungen Antimonaure 
Tiber die Verbindungen der AntimonsSure mit AI- ^alw. 
kafien ansgefiibrt, wozu auch seine im Jahresbe- 
richte i845, S.184, angeführte Methode gehört, 



*> Ano. de Cfa. et de Pfays. XII, 499. 



230 

;d88 Anlimomsaiirc Kaii als FiiltiDgflmittel lür Na- 
tron ananw^aden^ Die Angaben Iahet 4ie.Si4tt- 
giingseapacUal der AntinoiiAanfft, nieltlie daselbst 
angeßUhrt wuffdea^ sind Mildfem venndeistfiovden, 
und aifid nun nach dein Förmekrt ft2^»6^'ft»b nnd 
ft^b^. Er schein! die tenchiedenen iseuierischen 
Modificationen der'Antifläohs&ure» vrelche ich be- 
schrieben habe, 'bemerkt zn haben, 'abür ohne 
bei den Angaben dirraar anfmerksam^tf' machen. . 
Er gibt an, das« wenn das Salz, Reiches beim 
Verpuffen v6n Antimon mit Salpeler zurückbleibt^ 
mit lauwarmem Wasser gut ausgewaschen ifvird, 
oder auch wenn man Antimönsiure nei einem 
guten Feuer mit Ralihydrat schmilzt,* Kis eine 
davon herausgenommene Probe in Vfäihfit ohne 
Rückstand anflöslick ist, und dieses Salz nach 
dem Erkalten in Wasser anfgelöst ühd im Exsic- 
cator verdunstet Wird, daraus Kry^falle* von einem 
Kalisalze anschiessen, welche in der Luft zer- 
fliessen. EKeses Salz besteht nach seiner damit 
angestellten Analyse aus ft^tb. Es ist iii sieden- 
dem Wasser löslich ; wird aber diese Lösung ver- 
dunstet , ' so' setzt sich das bekannte gnmmiahn- 
liche Saiz ans der alkalischen Flüssigkeit ab, in- 
dem es. darin nnanflöslich ist 9 wenn das Alkali 
eine gewisse Coneentration erreicht hat« Das 
gummiähnliehe' Safz ist =z JSsb. 'Er nennt es 
Antimoniate gommeux. Weisen diese Krystalle 
vcm ftfib mit kullern Wasser behandelt, so zer- 
setzen sie sich, indem Kalt aufgelöst wird und 
am Ende zurückbleibt, was er Aniimoniaie grmu 
nennt. Das Wegwaschen des freien Kali's muss 
mit kleineren Portionen Wasser nach einander 



231 

gesdMken, ioiImi sich da» Ungelöste nacLIier in 
reineBi W«88er auflest. 

Es bestellt Meli seiner Analyse aas RS-b^^TH, 
worin der Wassergebalf SJ,8 Procent betrügt. 

Diese beiden Salze, das guinmiäknliche und 
das Icomige haben eine gleiche Zusammensetznng, 
aber sie sind bestimmt verschiedene isoineriscbe 
Modificationen. Die AuDosung des . gjnmmiähn- 
ticken Salzes fallt nicht eine Losung von Koch- 
salzj, was dagegen augenblichlicb durch eine Auf- 
lösung Ton dem körnigep geschieht , in so fern 
dieses gehörig durch Answaschcn von freiem Kali 
befreit worden war, indem dieses stets hinder- 
lich wirbt. 

Nach meiner Erfahrong bringt jedoch das gum« 
miähnliche Salz nach, einigen wenigen Stunde^i 
die Abscheidnng d0S Njitronsalzes in Meinen Krj- 
statlen hervor, weil d^s, Katpon eine bestimmte 
Neigung hat , aus .der gomifiiäbfilichen. Modifica« 
lion in die hrystalli«yirjende uberaogehen. Selbst 
das gammiähnli^he .Kalisabs. belilei^ft sich nach 
meinen Versachen beim YerduAstf;«« mit einer 
Hant, welche KirjfUUe von der .köi^ig^ Modi- 
fication enthält, und ,es ist noch nicht versucht 
worden, ob es nicht ganz in diese äl^geht, yvenu 
man eine eoneentirirte,J[(4Ösnng A^cfoif . iBngß Zeit 
sieh selbst überliisst. Da alle Aif^ ipitimonsanren 
Heiallsalze, welche da^ Yerglinimap^s^^lE^hänonien 
darbieinn, dnrch Fälljpag iiiil ^jein,gttn^iäbnli€hen 
Salze heryorgebraeht ^ev^esen finjd> jfp, ist es Mar, 
dass das Feuer-P(ipnoii|en vqni di;in..fJcbergange 
in dieselbe Modification verursacht wird^ welche 
die Antunonsänrein dem ktfrnigen Kalisalz^Jbesitzt. 



230 

;d8s Antkiiomsaurc Kaii als Füiliiiigamiltel IBr N«i- 
tron aiia«in«nden. Die Aogaben über ilie.SätIt- 
gitogseapacitat der AntioiouiBfty -nieltlie daselbst 
»DgeCUurt wiiffden^ aiod acildena verandeütuvorden, 
und aipd nun naeh dete Fdrateln-s it^^/ft&b oiid 
ftS-b^. Er scheint die terschiedenen isMnerincbeii 
Modifieationen der'AntindobaSure^ vrelcbe Ith be- 
schrieben habe, 'bemerkt tn haben, abür ohne 
bei den Angaben dirraof adfmerhsain Ktf macben. . 

Er gibt an, dass wenn das Salz, welches beim 
Verpuffen von Antimon mit Salpeter zurückbleibt, 
mit lauwarmem Wasser gut ausgewaschen y^ird, 
oder auch wenn man Antimonsäure iiei einem 
guten Feuer mit Ralihydrat schmilzt,' bis eine 
davon herausgenommene Probe in Vfäise^ ebne 
Ruckstand auflöslich ist, und dieses Sal2 nach 
dem Erkalten in Wasser aufgelöst üiid im Exsic- 
cator verdunstet wird, daraus Kry^faile von einem 
Kalisalze anschiessen, welche in der Luft zer- 
fliessen. Dieses Salz besteht nach seiner damit 
angestellten Analyse aus ft^Sb. Ea ist in sieden- 
dem Wasser löslich ^ wird aber diese Lösung ver- 
dunslet , ' so setzt sich das bekannte gommiaho- ] 
liclie Salz aus dfv allta Li scheu Fltissighi^it sb^ in- 
dem es. darin unatiflösltch isl , wcim d*9 AIVaU 
eine gewisse Concentratiou crreicttt hat. ^*\d 
gummiähnliclic Salz tat =^ ^%h. Br ueuul J^ 
Antimoniate jommcwjc. Wc^V* *'•" Ktyrt^lV , 

V4m Ä2|b mit heitern V^^jagg^ J^^^V'*^ ^"'^ 

setzen sie stcli , »ludf^m^ 
am Ende zurtjckble%Vb\, 
nennt. Das Wrr^ 
mit kleinereu f^ 




ges^Miben , jodMi sieh das UsgelSste Mcliber in 
retDem Wasser auflast. 

Es beslelit naeh seiner Analyse' aas R§li^7M, 
worin der Wassergelialt SJ,8 Procent betriigf. 

Diese beiden Salze, das guinmiäbnliehe und 
das kömige haben eine ^Icicbe Zusammensetzung, 
aber sie sind bestimmt verschiedene isomerische 
Modificalionen. Die AuAösung des . gjummiähn- 
liclien Salzes fallt nicht eine Lösung von Koch- 
salzj; was dagegen 'augenblicklich durch eine Auf* 
fosung Ton dem körnigep geschieht,, in so fern 
dieses gehörig durch Auswaschen Von freiem Kali 
befreit worden war. indem dieses stets binder- 
licb wirkt. 

Nach meiner Erfahrung brii^gt ji^doch das gum* 
miähnliche Salz nach . einigen wenigen Stunde^ 
die Abscbeidungdes Njitronsalzes in Mc^inen Krj- 
statlen hervor, wcU dp8\^ Natfon eine bestimmte 
Neignng hat , aus der .gumif^iälfliUchen. Modifica« 
lion in die krystaUie^rende überaogehen. Selbft 
das gttmmiähnli^Vci JUlisabs, bekleidet sich nach 
meinen Versuchen beim Yerdipj^lßni mit einer 
Ilavt^ welche KiryfUUe von ^erkörpigen Modi- 
fiei|lion enthäU, Pii>d ^es ift n^tph ipichl versucht 
BD, ob es nicht ganz in dieae^^l^gehl, yvenn 
j^e €one<$nt^ix:l;$^,jl,^iig A^^.rU^S^ '^^'^^ 
9t nl^erla^^t. Da alle dijif .||ptin^oasanren 
McülUal/c, ueicJtc das Vcrgliuimmigs-Pljüüoiiicn 

guinmialmlichcii 




1 



232 

Das kö'roige Matronsalz besteht naeb Fremy's 
Analyse ans iVafb + H. Der Wassergebalt be- 
trägt 23,9 Procent. Dieses Salz ist fast ganz 
unauflöslieh in kaltem und wenig oder nicht lös- 
lich in warmem Wasser. Aus diesem Grunde 
empfiehlt Fremy das körnige Kalisalz als ein 
Tortrefflich.es Reagens anf Natronsalze ^ welches 
jedoch sehr yielen Einschränkungen unterworfen 
ist (Vergl. Xihrcsb. 1Ö45, S. 184)- 
Osmigsaure Osmigsatircs Kali wird n'ach'Premy *) erbal- 
Salze. 1^^^ wenn man Osminmsaure mit Kalihydrat sät- 
tigt und einige Tropfen Alkohol hinznmischt^ wo* 
durch sich die Flüssigkeit stark erhitzt, einen 
Stich ins Rosenrothe annimmt^ den Geruch nach 
Aldehyd entwickelt und dann osroigsaures Kali 
in kleinen körnigen Krystallen abscheidet. Man 
erhSlt es auch, wenn min Osmiomoxyd in einer 
Lösung von osmiumsanrem K&li auflöst, welche 
ttberschfissigcs KnlI enthält, oder wönn man eine 
Lösung von dem osminmsadrdn' Kall mit einer 
^Lösung rün sülpctrigsauretn' Kafi- vermischt, in 
vrelchem Falle sich die salpetrige Säure auf Ko- 
sten der OsmtuAisSure oxydirt. Wodurch aber die 
osmige Säbre iairgitedi gebildet wird und das Salz 
allmälig in Octaidem , wclüifae abuweilen gross 
werden, ähsebiesst.' ■ '.. * • - / 

Ich m'us«^ liier im Vörbeigehien erwähnen, dass 
dieses Salz sbhon 1829" ton' Arfveds ort darge- 
stellt wurde, ti^efcher mir daAials'eiUe kleine Probe 
ziemlich sc&fAl^r'oCta^driscbdt' KtyMalli lA'iHheiltö, 
die ich noiih besitze mft 'der Bezeichnung, 'dass 
sie eine Yeirbittdcrtig voii Kali 'mit' Osmiumökyd 

*) Ana;^de Ck <* dePfays. XOy 810. 



S33 

•cie«* Ah%f Arfnedsoa Läl sie iiieilitls 'be- 
schrieben , viid ee wird abo dadMch Fremy^s 
VerdieBflt der Entdeekiuig niekl «vfgefaoben. Aueh 
Claaa bat bei seidep VerancbeQ über des Ru« 
Ibenium dieses Salz erhallen und* mU deinselbea 
Resultat y Mrie Freiny^ aoalysirtf , .Der letztere 
beschreibt es als rosenfarbig^ Die^ Proben, welche 
ich Ton Arfviedson und vpn Claus «erbalten 
hab^,.sittd braun, .yerinnthlicb in Folge des lai^- 
gen Einflusses, der Luft. Es bestfbt aps fiös + 
2H. Der Wassei^eh«Ubelriigt 0,95 Procenl, nach 
Freniy's und Clans iibereii|islin)ni^nden Analjen. 

Das Salz verändert sieb nicht in troekner Luft, 
aber in feachter Luft entwicheft es Ösmiumsäore, 
indem Osmiumoxyd abgeschieden wird. ' Dteselbe' 
Veränderang erleidet es in reinem 'Wasser, Ung- 
sam in der Kälte, aber sogleich' beim Koch'en, 
wobei sieb dann osminmsiiores Kali in der Fliiisig- 
heit bildet. B^im' Erhitzen iii der^^Lilft verliert 
es zuerst Wasser, diirilttf oxydirt es iiicb böbier 
und Terwandeft sich dadurch in ösmiumsaures Rali^ 
wobei aber" AeiU ein wenig'Wön der SSiurc W^g^ 
gebt, und das 'Ganze sich nicIitVi^ltig oxydireii 
lässt. In einer säüersttoffgasifr^Ten Ltifc, 2.0. In 
Stickgas, erieldet es beim «GlSb^li', 'nachdem das 
Wasser darinv Wggegatfig^ -istv ' keine weitere 
VerSnAerisng meht. .BelnJ ^ErbiftM ;itt ' KollI(^n^ 
sSifregas büdehsicb k6bk*;^i^^Ka)i, Osminlkt- 
oxydf und Osttttümsäui^ev Hihd iii Wsss€fr«le%its tii#- 
tallisehes Osmilm nnJ Kalibydtät.' Es wird datch 
Sieren Mmefet; SebwelekMve MAeidet OstniaM- 
oxydbydrat = Ösif, was Fremy analysirte, und 
Osmiumsaure darUnS äh y v^ibrend schwefelsaäres 



234 

Ktli gebildel wird« Stlpeteraiiive oxydirt dicM- 
migc&asre ia Osmiiunsäitre« Saksiareenlwiekelt 
OsoiiunMur^ umA teheidel Kttüun-OMiiDMchlorld 
ab. Sehwefdi^asBentoff BeUigt dataua 'Ob toll* 
Isoameii nieder. 

Osmigsaures Patron Wird auf abnllche Weiae 
wt(B das Kalisalz erhalteD» Es zersetzt sieb nicbt 
durch Wassekr, ist aber darin leicht aüflosliefa 
mit Rosafarbe. Es wird durch Albohol nieder- 
geschlagen und ist unlöslich in' Aelher. 

Durch doppelte Zersetzung werden die osmig« 
sauren Salze Ton Baryt ^ Ströntian, Ralk n. s. w. 
erhalten. Sie zersetzen sich leicht bei der Auf* 
bcwahrung, indenii Osminmsaure davon abdunstet. 
Salse TOD der Ich führte in den Jahresberichten 1840 und 
R^ftrÄ^n*^** ^""'8« vorläufig milgetheilte Angaben von 
Platinbase. Relse4 über eine basische Verbindung von Pla- 
tin I Sauerslaff und Ammoniah an , welche alle 
Eigenschaften eines Alkali's besitzt, stärker als 
Ammoniak. Reiset hat nachher die Bckannl- 
machnng seiner Versuche verzögert bis zqm ver- 
gangenen Sominer*). Ifh werde aus seiner Ab- 
handlung das. Hauptsäclilichste luittheilen, was 
er über diese Basi§ ausgemittelt hat. ^ 

. Sie. wird iibgesebitdM: e^liaitcin^ wenn mau 
ibr schwefeba«re3 #Sidz in Wasser .auflöst vnd 
die Lösung gemu mit ^arytwMa^ aiisClUl^ wor- 
auf die Fiüssigkißit.filtri^l und iip .£uiecalor ver- 
dunstet wird, dagiil sie JseaiQ Kf^blensäilre anzier 
ben kann» zuletzt. nber im lufUc^(i:en. Räume, woi- 
bei eie dann zq eineI^ Mease von Kryatallaadeln 



*) Ann. de Gh. et de Pbys. Xi, 417. 



235 

evslant, weiekt bek» YviUigKn TvMlmca aiHkn^h* 
•idilig wecden« • 

Sie nrfcirelit kattstisdi «HsalMcby sefflieasl tu 
der Luft nad xicbl ^Amift' nidi KoblessSui« aii« 
Die Krjstall» gehmty «wena.vM» 0ie einer Tcm- 
peral»» roa + 'l^'^uiseUilyii AaqairaJent An- 
BiMliftk «ttd .i AlOBi W^acrüb^ wekke •oaaoi- 
mcn 17,44 Proceat^ .MmimSwu j • «ie <iidi*lteii 1 
Atem Kr;atelk#aMer. ••.' .:, . h. j . 

CU9ri6rmmd€rIieU^eaehmSü$ii. Et wird 
erbaltoBy wcbiI BMiri «aiJ it g td u n f »' Wqgt bereltd- 
Im PJalioebbriw iMt.'Ald»4iii(dK kddit, welebes 
▼•B Zeil SU ZeitOBtetzt.wirdyibis ^icb^da» Cblo- 
rir aach eioigea Simtdea Mifgciäalibal. • Die Lö- 
snog wird filtrirt , wenn sie Iriiba ist | imä dann 
Terdannlet) ' wobei sie gelblkrhe KryaUlle gibt, 
welebe cnweilen . jniiiräre «CcnlidieM' llMig erbat* 
tCB werdka böaaen.» welcbe'^aber^i de «ie klein 
sind j fest gens weise cvecbein«atf'> Diese Kryetelle 
ealbelten 5,07- Proecsit odte i Alom Krystellwas- 
eer, welebee sie ewisckea« >4-.tliOP and -f lllOo 
verliecen, aber im der Lnfliel'gewlibfiiioher Teae- 
peretar ak bewaaderaagewlirdiger 'Sebiielligbeil 
wieder eafnehibea«' GräseeA Krystalle bebellen 
debei ibre Sana , ebor sie :ateepiwigea ^ wea» sie 
deaa erbellen , aiit einer Gewalt , dassTbeile de- 
▼ea aaibergeevorfim wetflea. »Bei>4^fl&09 wird 
des Sris seböftiigelb^'iadeBi'es -eili- wenij^ Ammo- 
aiab Terliert. .Bei + 300^ ifnird .es ^Ihüadig 
serselKt jn Sliekgee, Saizeiaeegee) Seleiieb und 
netellieebeePlatiit. Des^waseerfMe Seh löst sieb 
bei + i€P,&ia 4 Heilen Weeeer, aad <i^ ist in 
siedeadeai Weeeer necb vkr 4^cbier • löelieb. 
Daeeb Albabol aad Aetber JwinI es ane 4einer 



^236 

Lftov^g* i» Wasser «hei«' wmsesJu^fslallmisdies 
Pulver niedergeschlagen. In der Ritte entwidselt 
leis ttut kaostißdbeiirAllcalieil keui:Ani«M»BiaIfi^ und 
m Sieden kanm eimm Spnrdiimi'. ' 

Die Saner8toiiMlz0tiTwi -diceer Basis werden 
erhalten, wenn man; idie -Lösung ^ÜDsesSakes ge- 
-WM mit einem« SübcvsalcV lerielzS, wnbei. eich 
«lann'Chliirsilber^niBBavsdiligU •«•: 

Aber andere Haloidsalze .ton^tdUSerBnsia wlsr- 
Idnn* gcbildsli '^weni^^m'in ydielAnflösomg^des sehwe-» 
•folsaniieis;Salaea.|fBdb«taailiseineD Lösong ^von der 
Bilrifim-VeilMnBiifagi^cnifihlafciUeraJwrsetal. . 6e- 
sdUIihilidie VeMbi^nog ifinxmiiiaid'wird dann 
nocb.'mrnkfllridkij^f'se nehaesstoft.ibsineoe Salz 
•beitn iBakaltton Miiit -n*, .'* * .V'!>;' •. l 
J'. Dad.iAmiüedwird ausr dbdnechwleflBlsanreai 
-Salze lind: BmmbiArimih erhalten. irjBslirysiallisirt 
dh/Würfelnf. undu^eind Lösung;. in Wndser'irird 
'jiicht dacrii KoGhnni:izekseftzh»!if r .: ; :j ti*^ . 
-' i JDas «Ibdün wtrd*! anC iluiüebe leiste , wie das 
tbrheigehendifr. eahakeuk) fsrhrystallisirt in perl*> 
ntnaerglanlieäbdnn.'S€lQjipinyi' welciie' wasserfrei 
Jsifll^. '';Wirii difk^LSsnngi'diescA Salzea gekeeht, 
ra^ledMiek^lt-siol Amniiwiiak ^.andfiln<Siofa .ein in 
iWasaer w^nigiaM^ösliclies, ipömemnaehgelbies Pol* 
^er rabse&fct.-.. 'DJeheft'PkiliKer ';lMialebt. alw 1 Aloat 
iPIatii^jodilr , -ondl! i Ae^iHTalenll : Ammonlah« Es 
jMt'Msicj^^tkiiiJitininkAnnboniakl-und. bringi/ilamU 
^wSedtriidascfleitoeUte Sal^ hervor. 
iMiuDia: /Qi^tt^Ki^iennle.fcueht hetr^oi^hniGlit wer^ 
iden.i üäifigt !niaii:4ie in' Wasaecialifgelöste Basis 
flsit iCyaiiwas^asatn&itire) ^6 lileibt Cjanammo- 
.dini» Jn idei Elii8ligkeii;>wnhwnd sich flatineya* 
jaür-iAmmoniak lin 'Aealiii eines wnlsseiiPnlvem 



537 

siedcficliligC. IKm«b Ustf »idi tfwftr in Arnim- 
sink « SMen tmlf aber, em aeliiMl laniis mU 
«Ayensdenter ZttMnBwiuMtEiii^ wieder' an. 

Das schwefelsaure. Smk wird erhalte», wena 
MO die Aallimpg des Ckbiftrs ia der Warme 
genau nil eifeev iiii Sieden geeatligtea L^nnff 
Ten sc&wefeisavEeni SUberoiyi sersetel nad neck 
warm fiitrivL Das Sals ackieset dann thaila in 
kleinen wasserfreien Kö'mern an, weloke Yi|elen 
GUns keaalzen nnd wdcke siek niskt in ei^r 
Tcnperalnr Ten. + 430^ ^evindern, und tlieils 
in Kfysfaila ek i nq ien, webke 1 Atem Rrjslaliwas- 
ser enlkalten, was sie äusserst leickt TselieBen, 
wednrdi sie dann nndnreksitktig werden« 1 Theil 
Salz lest siek hei + «60,5 in 32Tkeilen Wasser 
nnd in ml weniger siedendem« 

Das smlpHersaure Sah schiesst leicht in weis- 
sen dnrebsi^tigen Nadeln an. Naek dem Troek^ 
nen in der. Lvft kann es dann, hie an -j- 9ßOf^ er«* 
kital werden ,. ohne dass es sein Gewieht ^ranh 
dert. In kSkeier Temperatur brennt es mit Ver« 
pnfnng ak. 

Des kokiensailce Sab wkd in rwei Sittigvngs*- 
finden erbahen. Das Zweifach* kMemsaure wird* 
geküdet,. wenn: man 'Kehleosänregas in die'^nfU*- 
snng der Basis bis znr TÖlUgte Sattigmig eiiilei^ 
tel^ wobei sieh eia Theil dea Salzes in Gestalt 
eines weissen Kjryatallmehls , w4lehes wasserfrei' 
ist, niedetachlagt. Ein anderer Tbeil bleibt' in 
der Anflfisnng znvttek. Wird die Auflösnng' ge*. 
fcoeht, so geht Kohlensäure weg und in der L}^^ 
snng kleiki das Sesquiearhonat zurück, welches 
dnrck Verdunsten in Gestalt einer weissenSalzmasse 
erkalten werden kaim. Das neutrale kohlensaure 



238 

&I& wird etluittetty ntMn mni die LSsrag der 
BMe m effener Luft «tehe« ÜMt^ w» sie dasa 
langsam KeiileneSoffe aniaeht, alMr es ist oiefat 
genauer liesebrieben worden. 

Behanatlidi belialt .CyoranMnottinn , selbst 
wenn es mil otganiseben Stoffen 9 wie s. B. 
in 4en salasaoren Pflantenbasen , gepaart ist, die 
Bigensebafty mit Pktfaiefalorid ein scbwerlSsliebee 
Deppelsala in bilden* Diese Eigensebaft bat das 
Cblorammoninm aneli in . der Reiset' sehen Basis 
behalten. Wird eine Lösung von Platinchlorid 
in die des Ghlor&rs der Base getropft , so erhält 
man einen reiehlicben oÜTengrenen Miederftcblag, 
Tropft man nmgehehrt diese Cbloritrlösnng in die 
Ton Platinehlorid y so dass die letzte im Deber- 
Bchuss bleibt , so sehlagt sieh em rotbes hrystal- 
linisehes Pulver nieder, welches anch erbalten 
wird, wenn man grünes Platineblorid-Ammoniab 
mit einer Lösnng von Platinehlorid hoebt, in wel- 
cher es sich dann auflöst, aber beim Erhalten als 
diese rothe Verbiildnng in Gestalt Meiner glän- 
zender Krystalle wieder absetzt. Die darüber 
stehende Flnssigbeit ist rodi und* scheint* die von 
Magnus entdechte Verbindung tou Cbloriir und 
Chlorig zu enthalten , welche ▼ielleicbt das Ses« 
quichlorfir des Platins ist. 

Bezeichnen wir mit Rs als Symbol die Rei* 
sei' sehe Verbindung von Ammonium mit Platin* 
amid, so besteht der olivengrüne Niederschlag 
aus SRaCl -{- Pt€l«, und der rotbe ans Rs€l 4- 
PtCI«. 

Platinchlorur-Animoniafa hanu in zwei isome« 
rischen Zustinden erhalten werden^ von denen 
der eine gr^n und unlöslich, und der andere gelb 



239 

wmA loilidi ist md krytldHisirl arlttllM werdea 
Ifiaaa. Rettet bet gesetgt^ daM eich die graiie 
yerUndMig^ vtea« mae sie mit einer Löteeg Ton 
ulpetenavren oder ediwerelseiarem Amnenlnai* 
exjd edcr von Setniiak anhaltend kecht^ allnilig 
anlest nnd heini^ Erkalten in Gestalt ven schönen 
gelben Behuppen Wieder abscheidet. In dieser 
Medificatien löst sie sich leicht in hanstischem 
Ammoniak nnd Tcrwandelt sich dadurch in RsCl, 
woTsus man erkennt, dass die Hervorbringnng des 
Salaes aus dem grünen Chloriir-Ammoniak durck 
Kochen mit Ammoniak auf der Verwandlung ans 
der grünen Modificatieo in die gelbe beruht* Ich 
erinnere daran , dass bei dem Pailadiomchlorür* 
Ammoniak ein Mhnlicher Uebergang sehen früher 
bekannt gjeworden ist. 

Sofvokl das gelbe Platinehlorur-Ammoniah, als 
aneh das oben angeführte gelbe Platinjodur-Am» 
moniak wechseln, wenn man sie mit Silberoxyd* 
salzen bis zur Vereinigung des Silbers mit Chlor 
oder mit Jpd behandelt , die Base mit der Siure» 
nnd es seUagen sich beim Erhalten Verbindun- 
gen von dem PlatinoajdnIsaU der Snoren mit Am» 
moniak in der gelben Modification nieder. Diese 
Salae röthen Lsckmuspapier. 

SehwefeUaures PlaiinoxyduU^mmoniak schlägt 
sich beim Erkalten in Gestalt eines weissen Kry- 
stallmehls nieder, welches i Atom Wasser ent- 
halt, was nicht bei -{- IfiO^ daraus weggeht, und 
welches daraus erst in höherer Temperatur ent- 
fernt werden bann, in welcher sich das Salz 
zerseist. 

iSalpelersottres Platinoxydtd - Ammoniak ist 
leichter löslich und gibt beim Verdunsten im luft« 



240 

leerea Raiiaie eiiM weme krysUlfiniseke Sils- 
kruäte^ die wasserfrei hiy oad welehe beim Er- 
iiilsen mit Hefligkcil zersetsi wird, eise Vegeta- 
tion von zertheiltem PUlia zurtteklassend» Sols- 
siure oder lösltcLe Chloriire Boblagen ana den 
Lösnngea dieser beiden Vet))iiidttngen , selbst 
weoh sie sehr ▼erdüniit worden siody aaeh eini- 
gen Aiigenblieken das schuppige gelbe Platin* 
chloriir • Ammoniak nieder. 

Beiseins theoretische Anstebicn über diesB 
Verbindiingen entsprechen den von Dumas in 
Frankreich verbreiteten metalepttscheu Ideen. Er 
betrachtet die zuletzt angeführten Verbindungen 
als Salze von einer eigenthiimlichen Basis, in den 
Haloidsalzen bestehend aus i Aequivalent Am- 
moniak und t Atom Platin, und' in den Sauer- 
stofTsalzen aus 1 Aequivalent^ Ammoniak und 1 
Atom Platinoxydul, so wie die Base in den er- 
steren als damit ähnlich aber Zusammengesetzt 
aus 1 Atom Platinoxydul und 2 Aequivalenten 
Ammoniak. Bei sc t stellt dabei die Ansicht auf, 
dass diese Basen ein Ammoniumsslz enthalten, 
worin 1 Aequivalent Wasserstoff durch 1 Atom 
Platin reprasentirt werde. Die eine Base sei also 

nicht Pt -{- 9«s, sondern » p^ -{- O, und die an- 
dere eine Verbindung davon mit 1 Aequivalent 
Ammoniak. 

Beiset hält diese Ansichten für einfacher, 
als die von mir im Jahresberichte 1843, S. 109» 
aufgestelUc, nach welcher das Basische in dem 
zuerst angeführten Körper Ammonium ist, ge- 
paart mit Platinoxydul -Amid. Es kann nicht gc- 
läugnet werden, dass Beiset's Meinung, wenn 



241 

man bei ikr AoflaeHiiiig Yon th«orettti!lien An- 
sieblen.mir Riickaklit auf leielite Erbliningsgrande 
niinmf^ rgroseen Werth bat, denn man braucht 
aar 1 AeqaiTalent Ammoniafc xa der etneii Baae 
biASBSvfSgan , so bat man in det Tbeorie gleich* 
wie bei dem Veranehe die andere gegeben. Aber 
Theorien radaaen anf mehr ab auf einen FaU 
paaaen, aie müesen für ähnliche Fälle über die 
ganze WbsenaebafI anagedehnt werden können 
und da eben so gnt paasen. Darin beatebt das 
Kennseieben ihrer Annehmbarkeit 

Von den beiden in EeieelU Abbandlnng be- 
sebriebenen Verbindungareihen haben mehrere 
Metalle die letztere mit dem Platin gemeinaebaft- 
licb^ nnd waa für sie angenommen wird, mnaa 
aneb fnr die iibrigen Metalle richtig, aein, welche 
alle mit Ammoniak verbundene Metallaalce geben. 
Entweder mu^aen wir aleo fiir aie alle eigentbSm- 
lieben Basen annehmen, welche yon Ammomiam 
anagemachl werdeii, .worin 1 Aequivalanl Waa- 
aeraloff dereh.l Atom Metall eraetzt ist, waa aber 
nur fnr die paast, welche nur 1 Aequivalent Am- 
moaiab enthalten, oder wir mnaaen die entspre- 
cLenden Verbindongen von Platin ala Platinaalae 
betraebten, ähnlieh anderen Ammoniah-Metall- 
salsen. Wenn, mau das gelbe, in siedendem Was- 
ser wenig loalicbe Piatin-Ammoniabcblorür nach 
einem anderen Grund zusammengeaetzt betrach- 
tet, weil ea gelb nnd ctwaa in Waaaer anflöslich 
ist, so läast man so wohl ausser Acht, dass viele 
entapreebende Ammoniah-Metallsalze löslich sind, 
ala aneb dasa das Platinchlorür in zwei Modifi- 
cationen bekannt ist, in einer grünen unlöslichen 
und in einer rotben oder gelbrotben löslichen, 
BeneHus Jahres- Bericht XXV. 16 



242 

md data, jede dierselbcn ifcte Va? bindmig nit Am* 
•mottbk iHiiMi^iiiiMB, im wclcber dim Madificalion 
des Plutiasftiztadie G^entchtften der Ammoakk- 
Terbittdwftg heetimoii* ' 

R« i« et «hat den Korper IPtPIft^ berroi^elirMbl, 
%Te1cber seioer MeiftUDg nach der eMtropoeitire 
Bestall dfbeil itt den Sauerstofffsalaeii der letrleren 
Reihe ist. Aber derselbe hat bejne alkaliaebe 
EtgeMcbafien y ist untösti^ in Wasser, and er 
vereinigt sidh Alt Sioren zo acbwertöiAiebeii g^- 
ben Salzen 9 die, gkiehwie MeCailsaize im All- 
gemeinett, LacbnMispapMr rötfa««. RiebM man 
uan seine AnfmeAsamfcdt a^den Umatand, dass 
die Bawa in der ersten Reibe Iw sieh iargealelll 
ifi^erden kann, dhaa aie «Ikaltseb ist wie einkan- 
sHaehes Alkali und ihre Salze uenlral sind , daas 
sie dieselben SStligvngsgrade nnt Kefalensünre 
gibt^<<W4e Amtaoniamoi;jd n. s.w., eo d&rfle es 
«lobt #ebf schwer werden , zwiseben den beiden 
Anaichle« %u wählen^ Ton dedea die eine Am- 
menimnoxyd, gepaart mit einer PhlinTevbindnng, 
ais dae AlMiache daein angibi, wd die andere 
Plttinoxydnl, verbunden mit 8 Atomen A mm e 
niak, ala Base darin annimmt. •— Wende« man- 
die beiden tkeoeetisehen Anaitibten giciebceitig 
auf die 6r ose' sehe Barns an,, wnlebe Platindilo- 
riiramid-Ambioninmoxjid iet^ ae wind die Wahl 
noch ieidhter. 

Ueber densetben Gegeualand ist eine andere 
Abhsndlung TonPeyrone*) mitgetfaeih' forden, 
frllher als die Von Reiset, welche Tielleleht den 
Letzteren veranlasst hat^ die Yersndie, auf wel- 



^ Atttial. der€facni,,uiid Pkaimas. LI, t^ 



243 

ehe er üe sebon 1840 milgetbeilleii ResuUeU 
gegriadet halte, rascher als er beabaiehtigt hatte, 
milzotbeileft. ' 

Peyrone bat eine andere Methode^ wie Rei- 
set, angewandt, iim diese Verbindungen bervor- 
znbringen, hnd er vermutLet, dass sie so, wie 
sie dadnreb erlialtien werden , wie wobi sie eb^n 
so zusammengesetzt sind, wie die nach Reiset^s 
Methode, isomeriscbe Modifieati9nen seien, was 
aber doch nicht der Fall zn sein scheint. 

Es lejMttadiw^fligsaQrts Gas in eine Läsuiig 
TOA PhünekIkmA 9. bis ^ein Tropfau von der tlm^ 
sigheit niehk atebr durch eiaeq Tvopfeo Suhau^b' 
lössBg getrnhi wird. Mao e^hAll dadnreb ein Us- 
Uehos Phitioehlorar , gemengt mit Schwefelsaure 
und mit SalseSure. Wird dann die Flüssigkeit 
mit Aaaasoniak im Uobeirschuss Termischt, so. er« 
hält man aioen aas dem gelben und dem gk^iitieQ 
Platinehlorir* Ammoniah gemengten Niederieblag* 
Wvrie dicker . Niederscbtag warm ib Salssaure 
gelSet uad diaOsttng Altrirt^ «o blieb. das grüne 
graaatentbeils unau%elöst, und Aus dar Xiöfiuag, 
weleha ia haltem Wasser aafgefaageo wurde, 
schlag aieh iie gelbe Veibindaag nieder^ anfangs 
pulvevföcmig lad nachher in krystaUinrisebeq Sebup* 
pea, welche durch wiederholte aiedaaiie Anflö« 
snag «nd UmhrystaUisalioii gereinigt witrde. Die- 
ser Körper^ war damals noch unbekannt. (Rei* 
sefs gedmckte Anj^hea darüber sind spiler.ier^ 
schieMo)» nmA er fand zu seiner Verffuudelnilig) 
daaa argaaa dieoelbe Zusammensetzung hAtte^ wie 
der graue, BimKeh z=^ Pl€lj«l'. 

Yeti diesem Korper giibl'ei) aia, dass er sich 



244 

ia SalpeterB&ore in der Wirme auflöse okne Ril<A^ 
stand von 'metaliiselieni Platin , nnd dass er ans 
dieser Lösung wieder anseliiesse , anfangs in re- 
gelmässigen , dnrehsiebtigen nnd eilronengtlben 
Octaedern, weiche das Gross'sche Chloriir zu 
sein scheinen , worauf der Rest zu einem Syrup 
eintrockne. Der darin enthaltene Körper ist noch 
nicht untersucht worden , aber er gibt krystalli- 
nische Doppelsalze mit den Chloriden Ton Quecb* 
Silber und Platin. 

Von concentrirter Schwefelsaure wird das gelbe 
Pla^eblorUr • Ammoniak erst in ider Wirme zer* 
setzl^, idiit Entwickelnng von* SalMifnre und von 
schwefliger .Sinifb , indem ein eboeoladebraunes 
scfaweiFelsaures Platinoxydnlsalz entsteht« Es wird 
von kohlensaurem Alkali aufgelöst, nnd der Cblor^ 
gehalt kann daraus mit einem Silbersalze ansge* 
ftllt werden , worauf die Fliissigkieit eine sehr 
lösliche Verbindung enthall, welche ftiehl z«r Cn* 
terdnehung kam* 

Noch eine andere Bereitnngsmethode dieses 
gelben Körpers ist- folgendes Man löst Plaiineblo- 
riir im Sieden in Salzsäure auf und sattigt mit 
kohlensaurem Ammoninmoxjd , worauf dann in 
der granatrothen Lösung das löslidie Doppelsalz 
vpn Mi«'€l *|- PtCl enthalten ist, wdehes mit 
mehr kslilensanrem Ammoniumoiyd versetzt »nd 
gekocht wird,' indtftei man dabei allmallg noek 
mehr von diesem Sak hinzusetzt, bis die Flüs- 
sigkeit eine strohgelbe Farbe angenommen bat. 
Bi^l dem Kochen siMagl sich ein lii^f dunkelgrü- 
ne» Körper nieder, weleber- siedend abflltrirt 
wird , worauf sieh aus dem Dnrebgegangeften die 
gdbe Verbindung beim Erkalten ibsntnt« ; bt noch 



245 

Bu Tid IwUeiMilnres •lAnuoönianiMyd übrig ge« 
hliAny 86 evLill« Aks«« kitht viel daTon in der 
Auülhnmg wnrvkhj tteAalb.es dann gut ist,» den 
gröaaereo Heil von' «Uesem IJebcvsebnsa mil Sals* 
aiore n siltigen/^! De« gelbe Körper isl.mtt ein 
wenig ¥on dein grillen Igeinengt, :iind man rei- 
nigt ihn danran doiMfh^AnfltJaen in eiedendem Was- 
aeV) worin er. nngeliiBtabrfiekbtelbt, wahrend der 
erstere aieb bnini Bakah^ aus- der XiHsimg in 
Schoppen absetzt. ^ < i ')<' 

In der Motlerlange^ wprans /sich 4^s gelbe 
PlafioeilorBr^Anoion^ak i(|ige9ciiie,4e;\ ba^ bleibt 
nnn dtis Reis et' sehe Cklorur zi^ri^ijjk^ .vrqlcl^ee 
mit Alkohol daraiie in Gestalt^ etiles ßis^peew^^^ep 
PolTers ausgeßllt werden kann, gemengt jedoch 
mit einem geringen Fast ' onB^biüi^kbaf <!n "'Rückhalt 
von der gelben Verbliiänng'^^Wöii' der es durch 
wiederbolte Anflöiiiiigen üntf'l((i*y8taUlsirQn^to ge- 
reinigt wird. Es schicBBt ita ftirbtosen, dnrcfh^tiib- 
tigen, >iers<£tigeti Nadelte ah , weAih^ sich Von 
der von Reis^t^besdh rieben en Verbindung ' nur 
dadnrcb anterscheidcn , dass die Iet£lei*en einen 
Stieb ins Gelbe haben, Wcftao sie'^gro^s siiid. Zu- 
sammensetzung nbd ibrigeVerhiUtniss^'sidd gleich. 
Anf diese ' VerschiedenheH in der TaVbe 'stutzt 
P y r o n e seine Ansicht , dass' sein Silz eine an» 
dere Modificatioii sei. '' Aber ich mnss bemerken, 
dass die grossen und recht schönen Krystalle, 
welche Reiset mir Ton dieser Verbindung 1841 
mittheilte, fast weiss sind, und dasS das Gelb- 
liche darin nngleieh vertheill isl, so dass es sebci- 
nen will, als gehöre es einer geringen Quantität 
ron einem fremden Farbstoff an , wahrschein lidi 
dem «gelben Platindilornr • Ammoniak. 



246 

Pjrone fiflid, daM diesasiSals^ #eiiii man 
et in OelliAdc s^iaeke* +flM91iibd 4- S40P et* 
kitzt, Ammoniak eotwidialt iiad gelbaa.PJatiii- 
chlorttr^Anmontak CDtvfiaktll., vteldiea. atck in 
siedendem Wasser anflpsl.' Diese, Tempcialnren 
alimmen nickt mit R^iaet?si^Anga1>e> übertin^ 
nacb weleb^r das Platinckldtür - Ammeniak bei 
4- IBOO in^ S^ksinll^latin f Terrnndrit wird und 
dariifMr explodirt. P e 7 t<e ä.e' fand^' .dass- dies nfekl 
eher als bei -{- ^70^ geschieht. ' .. : 1 

Das 66 ^liiift ^rwfihnie Salz Um , wenn man 
es nlit Salis'trtiirte' vermUcht tiA)ft tlainit *ftis 'znr 
Trockne yerdilnstet 9 . ein Gemenge * roh Salmiak 
und Von gdB^m'PiitinclilorUr. Ammoniak zurück. 

» .Vh9;:sclm^(^lfiaur^ Sfah wird ans der Ghlor- 
nrbtndiing.. erhjilt^n ,, ;v^eqp. man (i\i^ A|iflU>siing 
dersejibe/^,, 9iit.. sl^urkor, Schwefelsäure im Heber* 
scbuss y^fmUchk^ Wo4<irph sjck ein schuppiges^ 
sauresupd in der sauren )E<*lus8igkett schwer lös- 
lipbes Sa^. niederschlägt, .^ei ,. den Versuchen zur 
Bestimmoog der Schwefelsäure darin fielen die 
Resultatq varUrend aus^ und sie aiud deshalb nicht 
angegeben igrorden» , Die A^ngabe derselben wäre 
jedoch lehrreich gif wesqn , weil ^ es sich ^ damms 
gezeigt haben würde , ob sich das saure Salz ßi* 
nem ßisulfat nähert » oder ob es nur, vfit 4>es 
mit fchwefelsaurcm Ammoniumoxyd der Fall ist, 
ans 3 Atomen neutralem Salze und ,1 Atom über* 
scküssiger Säure besteht. 

Das saure Sals wird dnrebi Wasser sterseisl 
und ans der Lösung schiesst das neutmle in gro- 
ssen farblosen 9 durehsichtigea Qnadratoelnedern 
au. Das Sßh bedarf seine SO bis GOfaehe Ge- 



247 

licb lud in Alt^ol «M>ftflö«Ueli« Dießß Angj^beo 
wetchen be4eitfe«d,niin. 4weiir ^^ ßcM^I ^* 
AU Pe^yv^n«; ^ Sub^rSrai^b Rei>6k€t!« Meüiode 
ktHkeiey ^eboMt «6 «bMfulIß iß QuiMiralocItedfrn 
a»9 di« aber gelb vfmven^ 

Aw wet. hßs^^g im wa^^es T^er^wiMitl^ Scbwc^ 
feUwre scbiMtl daa aaune scb«p(iiige Salx an.. 
Werden sie zv^nnive« ^ i^eiJt vMdui|&let, m ^ird 
die Messe lebwer« iimI setzt PlalUi sb^ wenn 
Wasser biaxQbQmqit. 

Das $alp9ier$aure Sah wird dureb Salpeter« 
säore aas eiaer gesättlglen Lösung des Cblorfips 
in feiiien farbUsen Madcln. niedergeseblagen , von 
denen dae freian Sanifen anit Alboibol abgewascben 
werden können. Dieses Sab k^nn dann anfgeUtet 
nnd amkrjslallisirt werdei^. Qeim Erbitzen brennt 
es wie Scbiepspalver ab. Es löst sieb in seiaer 
zebnfaeben Gewi^btsmenge siedenden Wa8S<6/rs. 
Mit SalpeterssMre und ein wenig Albobol gibt es 
beiok ErbiUen cipen reizenden Dan^pf und setzt 
cinea weissen, ins Gelbe spielenden Körper ab, 
der noeb nicbt nnlersucbt wordj^iiist. Lässt fnai^ 
diesen steelienden Dapnpf yon einer Lösung des 
Kitrals in Salpetersiiure auflösen , so yerwandelt 
sieb das Salz in einen ultramarinblauen Körper. 

Aus dem Ghlnriir fällen Oxalsäure und Alka- 
lisalze Ton anderen Säuren die Verbindungen mit 
diesen Sauren, 

Peyrone fand, dass die Auflösung des R ei- 
set' scben Clilorürs, wenn man sie mit Platin- 
chloriir digerirt, dasselbe in grünes Platincliloriir- 
Ammaniak verwandelt. Er bält dies letztere ganz 



248 

einfach für eine Verbfaidong zwischen beiden, w&h- 
jrend dagegen das gelbe dasPlatinchlorir-Ammoniak 
wSre. Diese Ansiclit konnte einige Bedentnug* 
erhalten , wenia 'sidh anch* aridere von diesen Sät- 
zen, jedoch nicht von Satsbildern) sondern von. 
Sanerstoibäuren auf ähnliche Weise damit yerei* 
nigen, was er aber nicht Yersacht hat. Und w&re 
die Hypothese richtig, so würde kaustisches Kati 
das grüne Magiins' sehe Salz* auflösen, zersetzen 
und das Doppelchlorür von Platin und Kalium 
bilden, wobei sich die aligescbiedene Base, so 
wie auch das Doppelchlorür in dem Wasser auf- 
lösen müssten. Dass dies nicht geschieht ist 
bekannt« 

Er hat nach Reiset's Mediode die Ton die- 
sem angegebenen Sake bereitet und dadurch des- 
sen Angaben bestätigt« 

Die Wissenschaft wird diesem jungen Chemi- 
ker stets verbunden bleihen, wenn er, wie er 
Ycrsprochen hat^ die angefangene Untersuchung 
fortsetzt 9 und besonders, wenn er sie auch auf 
Palladium, Iridium, Osmium und Rhodium aus- 
dehnen würde. Wahrscheinlich können diese Me- 
talle ahnliche Verbindungen bilden, nnd wenn 
es auch mit einem oder mehreren davon nicht 
der Fall sein sollte, so ist doch das bestimmte 
negative Resultat von Werth« 
Mellanttre« Lieb ig ^) bereitet Mellankaliom auf folgende 
Weise: Er fallt zuerst Kupferrhodanfir aus einer* 
Lösung von 3 Theilen schwefelsauren Eisenoxy- 
duls und 2 Theilen schwefelsauren Knpferoxyds, 
indem' er sie mit Rhodankaliom vermischt, so 

•) Ann, der Cb. u. Pharm. L, 387. 



249 

langt afab iioeli' Modavilr dadliieb meäenAtift^ 
wa» Mdi dem AbgimMs der PMeeigkeil mit ▼er* 
dfioater ScbweMifiivfe meeerirt wird^Us e« rein 
weiM geworden hk* Deranf wird 'et mit Wtster 
gewttchen y anf etnem Ziegelttein getrocbnel und 
snletxt in einer r Plaiim^lMlef «l4br frisiem Ftaer 
erliitst^ bis et wakierfrei geworden itt, webei et 
eise brinnliebe * Eirbe < anninimlw ' Dann werden 
3 Tbeile Rhedinkidiiini in einem Init teinem De- 
ekel ▼cvaehenen ^iterneii Tiegel getebmohBen, and 
2 Tbeile riwi dem «e gnbeÜKneinii'KnpCerrboda« 
nnr in Meinen' PerlientD • naeb'ifinimder binsuge^ 
tcbutlell und damit dttrcbgcräbrt , wäbrend die 
Hitie allmUig TtittSrktlwird: Bei jedem Zotatz 
geritb die Matte int fiieden , in Folge der Ent* 
wiekelng ▼on SebweCtUoUentleir^ ' dessen Dampfe 
tieb enUnnden«. Wenb datnA alles : fainavgekom- 
men itt, so wird das Fever Yerttlrkt, bit der 
Tiegel im Boden rotb glnbt, nni dann so nnler- 
bdttn , bit kein Sebwefelboblentteff mebr daron 
weggebt. Dann miscbt man auf jede 16 Tbeile 
▼on dem angewandten Rhodanbaliom 1^ Theil 
starb geglttbeten nnd Csin geriebenen keblentanren 
Kali't himzuy wodurch die vorber dicke Masse 
dünnflüssiger wird , wAbrend sieb' Roblens&öregaa 
mit Biaosen entwickelte Sobald die ganae Masse 
dann rnkig fliesst, wird sie vom Fener genom- 
men. Nacb dem Erkalten löst man sie im Eisen* 
tiegel in siedendem Wasser auf und filtrirt die 
Losung Ton dem Ungelösten ab. Die Flüssigkeit 
wird nun dnrcb Verdunstung coneentrirt, worauf 
sie beim Erkalten richtig brystallisirtes McUanka- 
lium gibt« 

Die Erblirnng davon ist s das Kopferrbodanur 



25Q 

m«d .düffdi £q HikM Mfil«rt> imd i« ttinCkimage 
v»n McIIm «Bdf-SfefcwtfeUHipfiur verwMdd«^ wttler 
Eativaokd«Q|| Iri^n >Seli«iscreUMllil0ii0loff^ ajkc« dft 
dtsMdltA «iüftiurkftMA'SaUbildff aU BUdM 
Uly 09 wird dhidiiMhi 4«i RbodM Mi« »einer Ver« 
ktadang mUiIUiiHin'i4«*gelritbtayweliei sieh des 
Rhodw zer8ebii;»'ififliv¥«MlKeUcfi8leff^ emvftchek 
und eteh ia Mellmi .Keffw«odell,iwelebes eidr eet* 
»essQito de« KeliiMeeibeeiadteigil.: De« ZiuMi» von 
AlkaliJMH Mtei9Hefkk^';aieh<nit aUtei mC diese 
Weise gebiUeleia Melbn «■ /vehrebigen. Man 
erhalt JMeUaAhaUttihi :: euek .inline \ dasaeih^ > aber 

Sebmilit niak Kaliiineisenejennr ndt Sehwefel 
und' vermehist dia» dabei- dtt Hitze snletat so, dess 
diwr Adiei entsUflidenfeM Ekentbodanür YöUi§ in 
Sebwefekia^n seiwelftt irfvirdi ae bildeiMsh^ gleSeb« 
wie vaai Küpferrbodanöv, Mefiah, nnd.iejin er^ 
bilt neben necb nicht aersetxlem RhodaDkalinm 
aebr viel Mellankaliimi y vtekbes abgescbkden 
werden kann. * . - 

Das MellankaUum sdiieaat beim Erhallen einer 
in- der Wanne .ecineeiilnMrliln l^isnng in enneen* 
triach. griip|iirtan; farbkaen .Nadein an, mil denen 
sieh ^k-FÜlaaigheii oA: ganz. anfüllt. Die Nadeta 
seigen aieb nilet dbin Mihroscnpe dnrohaiditig. 
Sie ei»tbalten 5 Aloine oder Sßfi Procent Kry- 
ataUwaaaer>:der Veraucb gab 25,41 Procent^.wo* 
Yon ein HTbeü mlar VemitlaBiing in der Luft 
^«tK*oS)^n anjkret Tbeil bei 4-100^, und 
daa klzie Atom. erst, nuter AiifUihen s wischen 
+ 190P nnd + 1500, nacbdem daa Sais geaebmol- 
xen vfSkV. Beim stärheren Erhitzen in eineni De- 
stillat ionsgefaase gibt es Stichgas msd Gyangas, 



2&i 

jo4«m CjMlmlittVi zoiKeUfMit. In der LhA 
aemiiBl eft $idl Mm SoLi^silii. leicht, iiiid 0^111 
el^kdl dadiiviii fByimwiJr^s'JKfU. aii|L «in wdßxpß 
in W%uttt.Mti mkWMit^ lö^li^fi$ ß%lz. £a d«rf 
nicht in eiM« |»cf#««9 vom P4^in ges^Iuq^o/zcn 
wetdcnyiii^l :4ilMl MeüU Binijk dtvo« angfq^rit 
f0B #M« 1 E« i»t/|ciohltö«|ic}i in Waaiev und un* 
Balick iii 'JUkoM« ? WirA eine sicdf nde Löauog, 
wdche X* BdmrAcii i^i nn nu 'JiryaUlUsUen , i^kU 
einer glcicben Gewictitoo^a^g^ fi^endM Alk^* 
lioU Teriniidit mtd :d«|iii sali« Ui^«ain erkalten' 
g0l»9BemfM edaiUiiilMl.4*^«Sak in eehr afdiöucn 
KryataUen.!- )....,.•.•• 

JM/maiiiilriiMii. wiad erhaUen, wenn. man da$ 
Barimi«ib 4ii|i k»iileiiiaiinm Natron . aerselat. E« 
aekieaal in.WAiMiQ^. toeidagläMendeii landein an» 
wal«l|0 Waftef rnenlludtiiii ^ .aicb^laiiJa in Wanaer 
itain9Jebcr..ipiüjMieli in Alkefcot «ind. 

Mellanmnmonium Yfitä auf abniichc W^im er* 
kalten» «wie^daa .^Irinmaala. E« iai dem Kalium- 
aaUe gamt ämlieli und entfielt Kryatallwaaaer., Mrel- 
diea dafata ausgetrieben werden kann. Daa waa? 
aerfreie Sab gibt bei der tmeknen QeatiUation 
Ammeniak 4(nd wird gelbt nweuf. ea.dkaelben 
Prndncle mß die ])IeUapiLWim«eratff0#ättre gibt. £4 
ist leicbt löalicb« in Wapaer ui^ nnlöaUcb in AI7 
kebei- . , , . 

MelUmhßrium wird dui:eb. MeUankalinm aua 
einer Lösung Ton Cblorbaripm niedergeachlagqn 
in Geatall einer mceiaseni dicken Maaae , die sich 
in siedendem WMser anfloat, werans ale beim £r^ 
kaU^ in dnrKhsiebtigen) kurzen Nadeln anscbiesst^ 
^teWbe 6 AV>me Waasjcr enlbadten^ von denen ea 
5 bei -^h 1300 veriiert. 



252 

MMansirontium ist dem ▼orbet^ebenden Min- 
ttdt and wird ancb awf dieselbe W«i6e efballen, 
über CS ist um so viel leichler iöslicb, dass die 
im Sieden gesattigte Ltfsüng davon beim BrUtten 
zu einem Brei von Krystalien erstarrti 

MellancaletUm wird aaf äbtiltdie Weise ethal* 
tcn, aber es ist in siedendem Wasser noeh^leieh* 
ter löslich) als das Stronttamsak^ IKe JRrystalle 
enthalten 4 Atome Wasser, wovon 8 Atome 1>ei 
4-150** verloren gehen. • * •" 

Mellanmagnesium sehlUgt eilch niebt sogleich 
iitede'r, wenn man MdlanhaKlim mit einem Talfc^ 
erdesals vermischt^ aber es scfaiesst dann aHhnllig 
in 'zosammengewebten Nadeln an; ' ^ t^'Ai/ 

Diese firdsalze sind sehr weni|f Ktfiteh ifliei* 
ntem aalzhaltigen Wasser, besondem^die 9 enle-» 
ttn.' Ay« ihrer L^'snng In' 'retliem^kalleD' Wasser, 
werden sie dairc^ das Cblor&r'defr:Radicali>«MS* 
geftllt. 

RtMpfermellanitr. Die Bereitung 'dessdbenisl 
im Vorhergehenden angeführt wtfrden. fis ist w^iss, 
so lange es wasserhaltig ist, aber es wird bräon- 
lieh, wenn man das Wasser daraus aiistreilit. 

kufftrm^eUanid wii'd durch Mella^haiiiim' aus 
einer Lösung Ton sebwefefsaurem Kupferoxyd hnil 
papageigruncr Farbe niedergeschlagen. Es enthMlt 
5 Atome Wasser, wovon 4 bei -}- 1909 weggeben. 
Dann ist es schwarz. Es ist nur wenig löslich 
in siedendem Wasser^- 

ilfeUaii«t76er fallt weiss und gelatinös nieder, 
und wird bei -f- IfiO» wasserfrei. 

Im Uebrigen fällt Mellanhalinm schwefelsaures 
Manganoxydul weiss und gelatindi, Etseuo:xyduh 
sähe weiss mit einem seh wachen Stich ins Grüne, 



253 

Bisemexyisahe galbi J6»fralls«&e pCnidibiairotb, 
ChrwmMwid grio, und Tarlansji wliHatus weise. 
Alle diese Niedeneblige sind sdiwerlöslich ia 
Wasser. 

Lieb ig*) gibt folgende Bereilangsmetbode dea5«b« vom Km- 
RhodaDbsliHiBS sls Torlbeilbaft an : 46TfaeUe ^^^^viAii^^xum 
serireies Kalittoieiseiicyaiiiir, 17 Tb. wasserfreies 
boUensaores Kali qnd 32 Tb. Scbwefel worden 
usanmeD gestebmoken, anfangs in gelinder Wime, 
solange sidiKoblensänregaa entwickeil,, und nacb- 
dcn^ diese Cssentwifibelung naebgebssen bat^p ia 
sebwaeber GlSbbitze. Die gesclunolzene Masse 
wird bnsgegossen y txk. Pulver gerieben , aufgelöst 
und krystalliiirt. Sie enlblUi keine andere fremde 
Stoffe als ein wenig scbwefelsanres Kali. Der 
Verlauf der Operation ist : Zuerst wird eine He- 
par gebildet, welche nacbber das Kaliumeisencja- 
nir zersetzt, mit dessen Cyan das Rhodan gebil- 
det wird, welcbes sich mit dem Kalium vereinigt. 
Das Eisen verwandelt sich in Scbwefdieisen. . Diese 
Bereitnngsmetbode.soU nach Liebig von allen 
die vorlkeilhafteste seinr 

Ilacb Marcband**) gibt, kein .Sals eine so 
starke Temperator-Erniedrigung wie dieses, weun 
man es in Wasser auflöst, i l^fund Rbodanka« 
linm und 1 Pfund Wasser hatten, nachdem si^ bei 
•f-18^ vermischt worden waren, in einigen Miuu- 
ten eine Temperatur von — 21<> angenommen. 

Plessig^) beteilet 4ritbionsanre.8 Kali anf fol- Tritbionsaures 
gende Weise i Mnn vermischt Wasser mit Ve sei- ^*''' 



O Ann. der CL und Pharm. L, 349. LI, 228. 
**) Journ. f. pract. Chem. XXXil, 499. 
') Ann. de Qu et de Pbys. XI, 185. 



254 

nes Volumtf Aiholtol; and setzt ca diesem Gemeage 
eine höcbst cöiieeiitffrle LSsiing von dilliioiiMiireiii 
Kali ih kleiheii Portiottto so lange ^ dass nicbfs 
von dem Salze anfangt aasgeßUt zu werden. Hat 
dies stattgefunden , so wird die Plnsstgleeit abge- 
. gosseii und mit einem Strom ton sckwefligoaurem 
Gas gesättigt in einer Temperatur Voa nugelahr 
4*90^; hat Sie diese Temperatur tob Anfang an 
erhalten, so efliill sie sieh in Folgender Absorption 
des Gases. Wenn die FlüMsigkeit gelb wird und 
nach schwefliger S&nre rieehlV'M) wiird das jStn« 
leiten des Gases tmteirbrochen; Nach tfi bis S4 
Stunden Ist die Farbe und der Genicb yersebwiin* 
den ) und irithions^ures Kali bat lieh in Kryslal« 
ten in Menge abgesetzt. Wenn man dann die 
Mirtleriauge mU mehr von der LtfSMng des ditbion* 
sauren Kali's vermischt und das Einleiten des 
schwefligsanren Gaies wiederhol! ^ so erhSlC man 
niehr von demselben Salze.' 

Die Kryslalle werde« in Wasser von ^90^ 
bis -{-60^ aiifgetöst, die L(»sun]g von abgesetztem 
Schwefel abfiltrirt, noch warm aiil Vs Alkohol 
von 84 Proc. 'vermiscbt und erkalte* gelassen, 
wobei das iSala ttOlig rein in Kristallen erhalten 
wird. Es bilder 4seitige , zweiseitig zugespitzte 

Prismen/'- 

Tethrationsau- Aus deif')llatierlauge, woraus sie da« erste Mal 
res Kali. ^nscboMen, scheidet sieb, wenn man sie bis za 
+ 60« erhitzt, eine gewisse Quantität Schwefel 
ab, und nadi dem AbUltriren desselben gibi sie 
beim Vermischen mit starkem Alkohol ein neues 
Salz in Krystallefi von anderer Form, welche te- 
tratbionsanres Kali sind. 



J255 

H. R«8C^) lial gtiVigt)' d«#S diifl kdiiesMUffe Kobleosaures 
Kali 9 wckkes »ns Crenm tHHari «rbakeii wird, ^^^^ 
oicbC aifl frei vm Natron aageBoniinen wet4eD darf. 
Bei «inen aageetellten VerBudie mt a«B*gebraDa> 
t€in Cranor tartori bereitetem kokleasauren Kali 
wovdeB durch Säülignng mit Baleflävre and Ana* 
fallong mit PlalinVhlorid auf M,I9 Tb. Cblorka- 
IiBDi 1^ Tb. Cblomatrittm erbalten. 

Bvuqnel und Ctoez **) baben gefimdcn) dassKaliurodoppe]- 
zweifadi-araenibaaiirea Kali^ wenn man eine ▼öl-^.l'"^«^^^»!!^ 
lig geeüügte Lösung daiFon in kaltem Wasser mituad Schwefel. 
einem raseben Strom von Schwefel'Vfasserstoff zer- 
setxt^ zaerst gelb wird, dann Arsenifcsuifid absebei- 
det, und darauf ein Salz in farblosen Krystallen 
absetzt; nacbdem sieb dieses In einiger Menge ange* 
sammek bat, kann man ein wenig kanstisehes Kali 
zusetzen und mit dem Einleiten des G^ses fort- 
fakren, um noeb etwas mckr tou dem SaUe zu 
erbatten. Man erbült jedoch niemals viel daron. 
Das -Meiste van dem Arseniksulfid scblSmmt man 
mit der Mutteriadge ab und den Rest mit kleinen 
PottioMn Wasser» Ihm Salz wird dann ausge- 
preast uad getrocknet. ' Sie beben sich riele Mfibe 
mit der Analyse desselben gegeben und es znsam* 
mengeselzt gefanden aus t 

Gt&indcn' Atome Bereebnet 

Arsenik S8;02 1 36,26 

Scbwefel 16,10 2 16,37 

Sauerstoff 12,43 3 12,21 

Kali 23,69 1 24,01 

Wasser 9,50 2 9,15 



*) Poggeod. Ann. LXt, 394. 

••) Ann. de Cb. et de Pby«. XÜI, 44. Coniptcs Rend. 
Dec. 2. iS44. 



266 

Dieses Salz besitzt folgende Eigeoscbafteii : 
Es Ist farblos, bildet feine Prismen^ welebe .1 bis 
S Centimeter lang erbalten werden können. £s 
ist scbfverlöslich in Wasser, und was sieb darin 
auflöst, zersetzt sicU bald nacbber unter Abschel«> 
s düng von Schwefel. Dies gesdbiieht auch y wenn 
,nian die Lösung im luftleeren Räume verdunstet; 
iwenn die Lösung nicht alkalisch und etwas ge- 
sättigt ist, so glückt es Krystalle zu bekommen, 
wenn auch ein Theil zersetzt wird. Das wohl 
getrocknete Salz verändert sich nicht in der Luft. 
Bei 4* 170^ verliert es sein Wasser, wobei es gelb 
wird , aber nicht schmilzt. . In höherer Tempera- 
tur schmilzt es, gibjt dsnn Schwcfelarsenik ab, und 
darauf metallisches Arsenik. Der Ruckstand ist 
dann rothbraun und enthalt ein Gemenge von schwe- 
felsaurem Kali und einem Sehwefelsalz von Kalium 
und Arsenik. Beim Kochen entwickelt es eine 
Spur von SchwefelwasserstofT, indem gelber Schwe- 
fel niederfällt, der keine Spur von Arsenik ent- 
hält, wenn er auch zuweilen braun wird. Die 
filtrirle Flüssigkeit triibt sich in der Luft und Säu- 
ren schlagen daraus Schwefelarsenik nieder. Schwe- 
felsäure ist nicht darin enthalten. Säuren fällen 
direct Schwefel aus der Lösung des Salzes* KocUt 
man es mit Salzsäure, so schlagt sich der Schwe- 
fel fast seiner ganzen Quantität nach daraus nie- 
der, und dann enthält die Salzsäure arsenige Säure 
aufgelöst, welche man daraus auskrystallisirt er- 
halten kann. Löst man das Salz in kaltem Was- 
ser und vermischt man die Lösung sofort mit ei- 
ner Lösung von Chlorblei, so ist der Niederschlag 
weiss, aber er bleibt nicht lauge unverändert, son- 
dern er schwärzt sich. Wird er aber, so lange 



2S7 

er notk.w4MW^ uUMmt^remt ffflc^ 
von SchwefdsMfAiaerscfftt^t so' ethiUVmin, sehnt* 
rdMvres B)«ioxji ai|4.i^'?(JFliUMglBetl ent|i«lt eine 
Saure anfgdö'st^ w.^lcieJLackniu« 8^l|U)|k irfit|iet^ die 
aber ziem|icli li«14 Sc^frffel .a|>4cli|,eid4)t .qn^ zer* 
setzt wiH« ••..:', , .:: ., .■ . 

Die Analyst des Raliskizes sclifcint zMverlässig 
gemaclit zo sein. Die Verf. dtetlen' 3' mJÜgUclio 
Zosammenaetzungen danaeh auf: die cralc =J2ft As 

4- Jki^-f- 6B9 i. h. jl Ataise Bittaeniatmit I iKt#tai 
BistfffaiMniaf; dlie zweite' =rfi%S'+ffil,di b. & 
Atome BiarsMiat und S' Atome fi^kwefelwMser' 

Stoff, und ^ie drille = KÄs. d. b. ein Kalisalz 
Ton einer Arseniksäure • worin 2, Alome Saoer- 
Stoff don^h 2 Atome Scliwefel (ersetzt worden 
sind 9 und die^e balten sie Tiir die ^abrscbein- 
liebste. Nacb der drillen geben sie die Erklärnng, 
dass wenn die nene Satire aus,l Atom aracniger 
Sänre und- 2 Atomen Scbwefel besieht^ sieb die- 
ser Scbwefel abscbeidet, und^ie Salzsäure mit 
Äs in Verbiiidang tritt* Aber diese Praedi;[i08i- 
tjOA 'ßndei nicbt statt, .wenn, die Säiire^ Crei in 
Wasser aufgelöst ist und dfr Sebwefel .dennocb 
niederfallt. Die zweite, weno: ancb .weij|ig wahr- 
scbeinliche Hypothese erklärt* diese/i Pbanoipen 
vogezwnngen, indem der Wasserstoff des Schwe- 
felwasserstoffs . mit 2 Atomen Sauerstoff yon der 
Arseniksäure Wasser bildet, während Scliwefel 
Biederfallt und arsenige Säure entsteht. Das oalz 
ist merkffiirdig uitd seine richtige ]Natur dürfte 
noch nicht als richtig erforscht angeschen werden 
können. Eine mit Schwefelwasserstoff gepaarte 
Benelius Jahres - Bencht XXV. 17 



258 

ArMtiiMore tot genvira nifebts GewöknlieheB, aber 
UDiuögliohf durfte sie niekt ersclieiiieh« 
Eiscnsaures - Ficfiüy*) ^*^^^ folgende Bereitotigfltnethode 
dieses Krilsalzcsals die leichteste und siebente Tor : 
Man erhitzt einen Tiegel zwischen Kohlen bis zam 
Glühen 9 wirft z. B. 5 Grtuimen reiner Eisenfeilc 
hinein > und, wenn diese glühen, 10 Grammen 
pulyerisirten 3Algcter^ der vor dem Stosscn ge- 
schmolzen worden war. Das Eisen yerpufft damit 
sehr heftig, nnd, wenn dies stattgefunden hat, 
wird der Tiegel bedcefct und erkalten gelassen» 
Der; ytolcttitotfae Rfickstaiid, welclier sich Jejcbt 
aus deni Tiegelnehuien lUsst, wirdjui einer ItTOck* 
nen Flasche zum Gebrauch aufbewahrt. Er ent- 
halt ausser dein eisensauren kali Kaliumsuperoxyd 
und löst sich deshall) mit schwacher Entw'ickelung 
Yon Sauerstoffgas ' in Wasser auf. Will man dae 
cisensaure Kali rein haben, so löst maii,es in we- 
nig Wasser, giesst die klare Losung ab, und setzt 
so viel .von einer höchst concentrirten Lösung von 
Kalihydrat hihzu^ däss das eisensaure Kali in der 
alkalischen Flüssigkeit unlöslich wird und in Ge- 
stalt eines schwarSKcn Pulvers niederfällt, von dem 
man die 'Lauge von 'binem trocknen Ziegelstein 
unter einem Exsiccator einsaugen lässt. Darauf 
wird es auf uhgtasirtem Porcellati gelinde erhitzt, 
in ein Gldsrohr eingebracht uud dieses sogleich 
zngeschmolzen , um aufbewahrt zu werden. 
Thonerde-Kali. Frcmy*^) bereitet eine krystallisirte Verbin- 
dung von Thonerde mit Kali auf folgende Weise : 
Die Thonerde wird mit Kalihydrat in einem sil- 

*) Aha. de Cbem. et de Pliys. XII, 368. 
**) Da«, p. 362. 



259 

bemen Tiegel gesclimolcen iMid dtnn anfgclÖBt, 
odte Thoaerdeliydnit dnrck Kockcn mit Kaliby- 
drat iiii%elÖ6l^ und die Lösiug im laflleereo Raikne 
verdwiBleC« Die Yerbindnng mit Tbonerde echieeet 
tmlebt in glMseadeo, barles KrysUUea an» welche, 
am sie Ton der Motlerlauge zu reisigen , noch 
einmal anfgelöft und auf dieselbe Weise wieder 
krjsUUiairt werden können. Sie besteben aus 
ftÄl + 3H; der Wassergebalt betrSgt 21,6 Pro- 
cenl« Das Sals ecbmeckt kaustiseb, löst sieb leicbt 
in Wasser, is» nnISslieb in Alkobol. Wird die 
Lcnsaog in Wasser mit noch mebr Wasser ver- 
dünnt, so seblilgl sieb Tbonerdebydrat daraus 
■ieder und in der Lösung bleibt ein Alaminat^ 
welebes mebr Kali enthilt. 

Fremy*) bat eine krystallisttte Verbiadungzinkoiyd-Kali. 
TOn Zinkoxyd mit Kaltkydrat erbalten, konnte die* 
selbe aber niebt immer bervorbringen* Es wurde 
eine coneentrirte Kalilange mit Zinkoxydbydrat 
gesittigt und Alkohol darüber gegossen. Dann 
seboss Zinboxydkali in laugen Nadeln daraus an. 
Im Debrigen gibt er an , dsss eine gesSttigte Lö- 
sung Ton Zinkoxyd in Kali, wenn man sie mit 
Wasser Terdünnt, Zinkoxyd abscheidet » welches 
wasserfrei ist. Er bat aneh gefunden , dass das 
Zinkoxydbydrat, wenn es geko4}ht wird, sich nicht 
mehr in Kali auflöst. 

Dies ist ein Opfer für die vorhin angeführte 
Theorie, dass Metalloxyde sich nicht mit Alkalien 
vereinigen können, wenn sie sich nicht im Zu- 
Stande von Hydraten befinden. Man versuche 
nor gegliihetes Zinkoxyd mit Kalilange zu behan- 



•) Ann. de Chtm. el de Pbys. XII, 382. 

17- 



^60 

dbin^ nnd * mim wird sieh •^»gleich Ton *'<der 

ünrieliligheit • äberzeugcdi' Die Latfge löst idiis 

gegHihcte Zinkoi^yd' anf, wiewbbt dies etw«8-4aii^ 

saoMr gesekielit, als wenn das Oxyd zu^rst'^rch 

.Kali gefällt und dann in 'einem OeberseliaM daven 

aufgelöst wivd. 

l^atriumsahe ' ^ e 11 m a n.n nnd W i 1 1 s t e J n *) liaben • sehr* anf« 

Saures schwe- klärende Yersnclie über saures sehwcfelsanres Na- 

'*'**tro" ^*" '"^^^ angcslellt, woraus es sich geceigl bat^ dasn 

sioli dieses Sa|z fas)t. gertan so 9 • wie die Bisuifate 

von ßaryterde und Kalkejtde yorball«' . 

Schmilzt man< 1 ''Atomgewrebt ' scbwefelsanres 
Nairon Und 4 AtomgewicbtSckweCslsänre zlisain- 
men, tost die Nasse dann in siedendem Wasser 
auf und lässt die Lösung krystallisiren , so* ist 
„ ditv erste Ansekuss, je nadi der Verdüunnng der 
Lösung, entweder nentralee Salz, sauer durch 
ein wenig Mutterlauge, öder es ist dasselbe zu- 
sammen krystalUsirt mit dem Satiren, wabrscheinlieb 
aher nicht in * einem bestimmten Yerhälinisse« 
Wird die Mutterlauge dann biS' znm Krystalli^i** 
ren eingekocht , ■ so schiesst Bisuirat aus einer 
Lange an, welche frioie Sehwefebaure enthalt. 
Legt mai|,das Bisnlfat auf Löschpapier, welches 
zuweilen gewecli^elt 'wird^ 'so wird das Papier 
unaafbörlick feucht, ohne dass das Salz zerfltesst. 
Das eine Alom Scbwefclsätoe zieht Feaohtig* 
hat aus der Lnft aii , lost dabei wabrscheinlieb 
ein wenig. Btsnlfat auf und skigt sich in das Pa- 
pier. Ndch lähgerer Zeit bleibt zerfallenes nev- 
trales "Salz . zurück^ unter welebem das Papier 
nicht mehr feucht wird. 



*) Bucha. Rep. Z. R. XXXiV, 156 und 361. 



26i 

A«r» ( *): li«t die. inlereMs^le .BienMrknng ge> Doppeltalze 
».cht, ik» dk: Vmche, ,.esh»lb. «• i» AHge.J^-.JlfNlt'-. 
meiaeB so B€kmitAg,\^iy Xk^fclsplze vop scLive« 
felsaur^n Malroii ünil mebiereu toto il4»o< Qxy4len, 
weldii^ sie BO.;lficht. mit scbvrefelaaiirein.Kati ge- 
ben , httY4tnkkfm%et^f, IQ de«i9kigv^4eii <jiehalt en 
KrjvUUvMi^er lifgt, jwelcbea eck^eMseures Na- 
tron In niedrigen Temperaturen aofnioMit, au.4cr 
St«Ue.4c8.aliderfl| Sii^eev nhttfa|«<d496 niriaicli 
JnryetolUaiat». Dngeg^n. #rMit .ii»^.4M8e 'D<^ppel- 
aalne aebr leiaht, wenn/beidtoSab«! in einen ge- 
borgen Vetbillnttae jn .aied^wdl^yn W^aaer aof- 
gelöat «Verden ^4 qnd iteian nia«(- die. Iti^ung nidit 
uDler .+ 3e?^5 abkäblco ;laaat, d. b«; picht unter 
die Tempfjratnr y worin daa achwjifelsaare Natron 
sein KrjaUUwaaaeir Terli^irty oder^ji^enn van eine 
verdnnntere AuOöaf ng. bei dieser Tepiperalur yev^ 
dankten nnd kryataliiairen iiiaat.. Auf diese Weisf 
bat er Doppelsalise herTorgebraeht von 1 Atom 
scbwefelsanrem Natron mit 1 Atom der scbivefcl- 
sauren Salie von, Talkerde ^ Zinkoxj^, ^laenoxj- 
doiy Knpfsroxyd, nnd.Manganoxydttl, von denen 
die drei ersten 4 Atome und die beiden letzten 
nur 2 Atome Kryslallvvaaser entbaltjcn. Löst man 
sie in warmem Waaaer auf nncl iasst man die 
Lösung bia auf die gewöbnlicbe Temperatur der 
Luft erkalten^ ao kr jatallisiren .sie getrennt aus, 
aber sie vereinigen sieb wieder. unter den vorhin 
angeführten Umständen. 

Eisenaaurea Natron bildet sich nach Fremy**) Eisensaurcs 
nur wenig durch YerpuDfuii^ mit salpct^rsaiircrn Natron. 



•) Phil. Mag. XXIV. 502. 

*) Ann. de Ch. et de Pbys. Xli, S7t. 



262 

Natron ^ so dtss iMurcb die BerftituDg deseolbeii 
niclit gltiicken f?ill. Dagegen wird es idilcLeicIi* 
tigkeit erhallen 9 wetoti inan Efseiib^dhyiinit in 
einer eoneentrirten Lange Von- Isaoatisehena' Nilron 
aofschläuHnt und Chlor UibeUileitet;'^ Aber (Ucses 
Salz kann nicht d*teh eineU ' U^sber^cbnss an Na- 
tron ansg^ll werden , ii^ie dies mit 'den Halt- 
salze geseki^lil.' ' 

j^mmoniak' H. Ros<! *)'ibai gez^i^f dsss As gelbtbtlie 

WasMTfrcies schwefligsanftie: AtnntfMiak , 1f«M»os dniwh Wecii^ 

schwefligsaurcsselseilige Oond^KTSatiOn TOflX wassei^iiSin Annno- 

Ammoiiiak. „-^{^g^^ „„j s«h'w«Aigsatti^ni Gas erhalten wint, 
die immer tu gtekkenYoliinien' otaftfindet, nnd 
welches Salz ans PfS^^^ bestellt ', beim Anlösen 
in Wasser nicht schwefligsaores Ammoniumoxyd 
bildet, sondert!/ 'dass von 2 Atomen aufgelöstem 
Salze 1 Atom schwefelsaure^ Anraionitfmoxyd und 
1 Atom trini ionsau res Ammonidmozyd' gebildet 
wird , indem von 4 Atomen S 1 Atom 5 und 
1 Atom S'O^ entsieht« Die Reactionen, welche 
er bei der Prüfung der Auflösung dicseis Salzes 
erhielt, l(;gen dieses sehr befriedigend dar« 

Smlze von Eiscnsaurer Baryt, welcher durch Fällung 

Erden, cincs aufgelösten Barvtsalzes mit- eisensaurem Kali 

Eisensaurer ■ • * ' • ■ ^ j • • 

Baryt. erhalten wird, ist nach Fr^'my**) dasjenige, 

welches sich yon allen eisensauren Salzen am 
besten erhält. Es kann auf' dem Fillrum gewa- 
schen werden , ohne dass es durch das Papier re- 
ducirt wird. Man kann es mit Wasser kochen, 
ohne dass es wenigstens sogleich dadurch zersetzt 
wird. Durch stärkere Säuren 'wird es zwar unter 



*) Poggead. Ann. LXI, 397. 
*-) Ano. de Cb. et de Pbys. XIT, «TS. 



9oa 

EmkmUMm^ vw SMeMlnlltgaii sersffiyly «bsr da- 
gegen Jisfl «A aidi mit .f0ftli«r*E*«tt^e iai B«sig89ure 
anflüMiy entvvD^r m», das». 4^9 ^uifpri^iüt»^ nur 
als iHNumgamttal jifi^kt^ Qfkffodus^ :4i« J^iimfäiir^ 
frei utatd ttnil «iek duf «ll .di^.'^ifiivirkiMi^: der £»- 
sigatafc iviiül» Wifd «Jbicr di^M JUfftnilg «rivärnil, 
8o ftallf «ekelt aieb Si|^enl9ffgiiiB>:JiidcyM fSMignattrea 
EtacMXfd «nuidit. 

Ws-ckettkO'de»**); Jial f^tigt« 4A0a.Jcli«fe« Schwefelsaure 
felsanre Kal^de mU ,aid|iiTefeh^i>Yaii>:ff«^i «in io I^l'«»^«' 
Waaaer ackvrar löalickes Doppelaalff .g(l»tt^ gUich» 
vrie juil «dkwi^elaanjreiil Natroi^ -K^hj^ ü^^u^ cinie 
LöaiMig JOB 2weifiifi^«ai;bvreCelai^Wffi ; KaJi iii.it 
Kreide y^.a« eol^wiekeU ;.aÄ(^ JKohlwfffilirf.? .^»'^ 
sjck d#» Pppf cMz j^»d«wl|lägt t^MI #•»: 4p* 
Flliasigkeit iveaig 4cliv^peAJbnia^^.iialj(.|^ 
e?lial|U . Pi#. aUu^niioui, «i^SKnaii^e.lfär^rig^ef 
tLode^^^eil Gjpa)i$a^p .dp^^j^ .ßvi|^ke|t)iin jKJiiB« 

ge^caoateP Cypa/ea ,ip.Alaun|ir^s«K, .q«d^:^ia|cl^f^ 
W|edeT^lles.g<4f<^ea.Bp!e^ ffi; »ft;!^lf 

Forv^ea gegofAeo wird ,' |¥p er d«iij|,:J«<fc^^^r*^ 
uod ;|xock|ijet, d#M er 4i€ ^Inr^ dea.^Marqiffrs h^l, 
beroki .^iffeiibar «uf .4er ^ilißi^g üufi^rj^hfkliAm 
Dopp^l^ea, mir dem:^ich,aj^er4ie Wis^iliek^ 
nock aickt jbes^b'äfligl b»!^ 09 dasaea also aeioea 
ofaemischen Eigen8Qb9l(i.eif^ njif h afii^k pnbckannl ist. 

In diesen, hetzten. Jahren, ist «es g^nz gewöha-Phospborsaure 
lieh gevreaen , daas d jejc^uigen , wclcjUe sieb mit Kalkerde. 
Unlersoehungen über ^ie Knochen oder .flen 
phospborsaurea Kalk, im Allgemeinen besehäf- 
tigten, erkürten^ dass das von mir beschriebene 



*) Archiv der Pbamaso. XL, 7. 



,j'./r 



«rde<^ weÜisliKs '^^kattilli' wird') eatwed^r wemi'nuifi 
ChliMrftiilMiftli''* ii& Wue'^Ltteudg yiMr «gewöhniieheiii 

eine ijöMilg" «v^n ^h^ifplJOYtfiliii^bttr BiiUs Siii/^Afa* 
6ätfi^e*gM«tt'<dibi^k liM8tU«Ue^ AmnMniak nmtk\lky 
und wetete^^'ftleitdi g^ttigfr^biibd;' •bs'SiiAto^ 
men Kalkerde und 3 Atomen •Pliöi|>ltDi^|ur«:>be'> 
siebt B^fiÜa3J^4>£«ep»^ tnüebts^ landerM: aeij/ aU 
cinfadi hiimhe'^iph^^irk'KAht^ae =i'Ca#. 
Eties bat' diieb';^^aiilater> hi^W '^Mg^^A^oe 
Verandbli ^b^usfeHtil«*), W«lebe - vdHkMumsH dte 
Eüiste^s' eiltf^*VeH»tndttiig'vta liMottf iielilHirete 
WtiA "2 Atbiü^tt bMisijbi^' pysphb^Mfreitf'it*^^ 
bieMätiglE liabenv>^^ätobl!dica Wii Mi Vlei^ftlltlWg 
Jrt^k>(r6^phoiyainiM''KfidW'^4^^ dWU«h l^tilfgSii 

Aflf*W^«t8^«lfe8«rf SälW; iEntbäU*^ 
Kalk,' at» die >bo#|rlMii3iUre Mtti^n'l^iito°^^ 
kflfi Aitf^lliliftiioiiihk Im C^böi<schtt^^«1unkng(is«tl^t^ 
aW A>i1(l^|<^8icb zogf^icll ^ tf iedeVaclillf^ '^ii bai 
^Wb^riif^^äriz^' «v^ieii M4:fa ' dent «r^t^reii ''beÜ 
tfil8ebt^ Kber -^ iaf rfif 'til#W Weise 'AicbtUri^- 
licji ,' den' ganzen' '' T^dkikchh^'in Nta'^ zn vcr- 
wÄhdcIn. Tropft riiiitt'dli'^egeii eint 'Lösung von 
p.Tio^pliqrsiitirem AiftWnrü-inW^a;' die mir Ammo- 
niafc im grossen CTebet'scbdds/vei'nfiscbt 'idt, In 
eine Lösung vdri Cbld^i^alciüm , kö ßctkÜ^i sieb 
typ nieder. Dir erste TVicJcwclirag ist gclatj. 

•) Öffcrsigi af K. V. Akad, FöduBdl. 1844. p. ia6. 



26& 

DÖS, hdb.dailNidiligi^ nad» 0diwwHBl»aM'iiirGii. 
her MWZM^mobffH^t wNatli.dew3?rbcl»6n oml'Glii» 
hea hildd ttl» harte H«fa«MMikMiliMiigM«le Kl*^ 
nlt glarfigei4 BibochtM^^riictzlivk i^gegeh* isloD- 

ciur$ aBd<Mudusddbi»Tiötknen.«Dd GlohMiUldäl 
er eibe aveMhe Mtee/j iniliididigeiii/Bnieb-i Sie 
siad iabo ««dirIiBiebk)hniiABte]^iBii'.ztt'UiiteD0cli«ideiik 
* Wa e h'ssnodlei *)i.ih«ft*if«^a^gt ^i; dns;. pho&* 
photaaliref IKnlb ) d«Mh GläLeoiiädll . IdbLIenMiiiten 
Kali plürtieIL'Bäraiit2^.Mlbd,.i]UHl'efv.ha( alle! DU« 
jenigeo ^ Iwelehl^: aitLvfaifl diet Aai4lj«e'<Ta^ .PAati^ 
zeiiaac^^ l>f a^^ig^^ f^C .dm J^Rfta^dtaiifiu^f^rilF^ 
sat« ge^^fhU.'^W 4^?;.ÄlW«gsW*.:d«m Wf» 

eiQ VQO..I^|M>m^«J|; .et^^flcHl^fuI^^^ ar5cn[k«u"rcs 

Ai»mpi^tqqi|Q3(y4.«npd .^fMl^rdaiifnit^^ArfffniHsiiMlPC^ Ammonium- 

rbombiscben System angel^ffafp^iii, pH4,.;f?eli^s,i9rr 
haUm Vif^ydiiveviii: n)a4(b«iM ^4s^ :dcin . 

arseiHlE8afire9::^aM{^z^.lM| SMp^BMfsäuKe wU ApHf ^ 

moniak iii^dc;vac}imgt.| o£r/.b|^tj4^W ferwr^jcfwi' 
deo,") , dMft.^^rani^ei, d|^iSi^i)f)uqg. diese», Sa)zc|ß 
daa AmiikOiipfK *fl<cb| i^.:g|röa9^rc(r jdisiige bvizji* 
ge&eUl wtfrf » :«»l^ daj»,i|iiiA rti», kleiner: TJiüil v^|t 
denaelb^u^afffg^ilt, isl„ .if^ie^iJFlbaMgbeit^ dAHUiab: 
giessi. nod aicl) ,se||>^t^üJti$Jtl)ißsU.4a9:»>i^9^ dAriim 
aUmälig .auf .d/rr.Ionejp»cite, ,dcj^ Flasche au scliiessj^ 
aber nicbt in rhottibiacbeu jK^y^tal^cn ., souJicrfi^ iif 



*) Annal. der Chcm. uadPliaimiad LT, 1#^. 
**) Arch. der Pharm. XXXIX, 10. 



. 266 

Wärfek oder in FodriMQ d«r ragaUnBo iSyfttens, 
60 dMft ftlfla« .diese»! SaUf 4imai^. Mt>.. ««eil es 
ditf^dibe Z^HMmmedMtaiiiigiluit ««10. des «ffMe.- 
Chromsaure f A ■ ib p n *) . Jifll \ eib ': Dbppelwlsl iMBÖhri^bea^ 

fiAienett ckrömnurerlKalkedW^z^ttaaidiengeaelst 
UI9 und welche» jgebildal irante^ ads er diioni» 
saoreA Kalk' ia Sd^eteiUMnie^laäflöitey wid die 
Löftttog. in der Wa|»(i6^dDi|* keUiensanräm ^Natron 
anTäUte. Es i Udet.: ein ffchWerdjpiIbea * Pnher. 
Die Flüssigkeit i4nrde> favbloa nard «ntkielt küne 
Chromsaare mekr/ Di» Salz ' ward« knalysirt iind 
2iisAmmen^e8etil^efbn<lefi aits Ca'C^^tlä&J Hier 
mnss ein Irrthnili- bregan^M vi^dhleo sein. Un- 
ttiijglieh bat koMensaure Kalkei^e g^bildM wer- 
den können^ ohne dass der Kalk data von der 
Ghromsänre ge^ebliftdeh iirurde,'''die donkn in der 
. Flüssigkeit entlialfto^aein Inilsate ^ worin sie je« 

'\ doch niebt geftftfdM Wtttde,- tlhgl^iehtät 4^8 ge- 

nute Kalksaie ebi^iiTalis-^tbht dadir«#loreilii Drittbeil 
von der Siui^e entbidt.'^ : ' '^-'1 ' i 

Pbospborsaure ■' ' Sehaffä^fT*^ büt 'dte^jibobphoirsaiil« Talkcrde 

Talkerde. uAterÄuebt. W^ifeÄ «eklf - vei^lhint^ Lösungen 
von pkOsphorsanfeiü^Nktron- «iid ' schwefelsaurer 
Taikerde Vfirmisclit* und" dann S4 Stunden lang 
stehen gelassen^ so ä^htesst die pbosphorsanrc 
Taikerde in seide|fl9ii2ekidett Nadeln Hn, welche 
gescbmacklos «od- in^Waiscr nMnflöslieh sind. 
Sie bestehen ) ' wie* schon Graham gezeigt hat, 
aus Bflg^^'-j-i:^,- ^orin de^ Wassergcball 34,75 
Fröcent betrügt; Bei -f iOO^ gehen 8 Atome 



*) Bucbn. Rep. Z. SL XXXI V, 246, 
**) Ann. d. Chera. u. Pfaarrtk. L..14&. 



567 

▼OQ diesen WaM^ dum« weg , 4<mif swisehe« 
+ 1800 iiiid..+ 49^ vnedeniDi6Atoiiie.j iiqiI4m 
leixle eret in Gliilieiu Warde^dia neatraleSiil;^ 
nebrere Male üeeh eiMader inU 5VM»er gekoclil^ 
bis dieaesna^ki einei»9 eine Weile ffrlgesetMea 
Sieden deml «iehi la^^r die EigeesebaCt hekeei, 
LaeksHieiHipier z« iMben^ so blieb aer des ba- 
sisdU Sek ttmAtkf welehee naeb dem Troekeea 
bel+ «MP «MlilgAP 4. 7Ü bestsDd. 5 Alone 
▼em dicseai Wasser geben daraus bei 4^ ISOP^ weg 
ond Site beiden übrigen beim Glüieii. Dieses 
Smim ist ein sebweres weiwes Pniver , welches 
^•eb in Sfiimsh löst, ab» wenig in fitsigsMarel 
Wird es bis zum Gfibe» erbiut, se TerglisMnC 
es bei dem Uehergange in prjrofdiospborsanres 
Ssk-^ welcbes -ein*, nener Beweis' ist ^ dass die Pf ^ 
nspbesiiborsanie 'basische Sabe gibt^, und* dass sie 
dieselbe Sältigndgseapaeit&t bat, wie d»i^ gewäbn» 
Hebe. 

Das mit dem Salze geüoefate Wasser »enthill 
2we)faeb*phospborsaafe Talfc^rde^ welobe naeb 
dem Wegdnnslen des Wassers in Gestalt eines 
sanren Sjr«ps zurückbleibt 9 der nicht krystaUAr 
sirL Wird diefCiir jait Alkohel yermbebt^. so .t/ftt" 
setzt er sich, so dass neutrale phosphorssure Talk- 
erde niederfeUt) w4lcke nur 1 Alom Wssser ent-. ,,,„., 

hei€=Äig^#+ii. '' ^. :...;''::;■; 

Favre *) hat das längst bekannte Doppelssla Kohltiunure 
Ton kohlensaurem Ammoniumoxyd und Talkerde ^f^'^l)^''^';^^^^^ 
nntersockt 9 welches noch nieht aualysirt worden 
war. Es wird auf mehrfache Weise erhalten* 
Schüttelt man eine Lösmig von; Ammoniumozyd- 

*) Ann. de Cb. et de Pbys. X, 4T4. 



266 

'iftttl*)ioliät itiiC 'Magüe^ite äAb«*/ '«ir^isetzt die daron 
^feder abfiltkfi^e Ldening'ilfts Süt «UniiNg in Kr^- 
«Ukleii ab^. * Setzt infaB' das SiiliiiUdn langi^'Zeit 
föirty ond ist dad< AtHMoarliTtDOxydsais im fJtsbei«- 
4l<*hiiS8'TAriiandeii, tf0 rerwandelt 0icli diegaioize 
Magnclsia! itr4kSieiiige? KryatiMd 'Völi dieMm Sab. 
A4ep -ani iMslt^ll^Wird^es 'i!ft4iahetiy wmtk .man eine 
^iJUigte 4).lNiuiig Vott'Magficsia aM»a m'Kii&teir- 
'SAftctf und .Waaaei llclrcitet und.'.diese mit k^btot» 
jsavröm Antmoniak ini'UebferseliiMa vtssaeCBt^' (wo> 
niger.uin&lättfiich wicd es- erkalten^ -itfenii man bine 
.verdünnte Löinug !v«a einem Talkferdeadze.-iii .«iine 
iMMUDg ▼onrlsolftleiBaauiwBl.AQimdninmojfc^d: tropft, 
nndniMclftittelt^ ft6 langef leinNiedeirfcchlag'.eat- 
•teilt)) Wevalmf* ateh .haeli eintgea' An|(enbliekea 
4lä8 Dbppelsalc -in kleinen giänzenden,' regelmiaair 
l^n, vIeflBeitigiad, und rechtwinkligen PriataieaL'dafy 
«iifiit abfelfil« ' Sie lassen aick leicbt abacheideii 
und trocknen^ woranf sie in einem trocknen^ £ie^ 
fiisse: anfbewalirt werden können.. Dieiie Rrfstalle 
(keatteben eua »H^C +%€4^4il; Kaltes Wiis- 
M» zei^settst sie» indem sieb diiriii dasAmmonidtti* 
i^kydsalz aiillöst> ebne dass dlä'^ Fbt^ . der Rl^- 
il^l6 zerstört vfM ^ uikd tfeirtrale koblensanre 
iTafkerde zuifilekbleibt; • ' *'*- ' ' 

Chrorasaure ' ' A n t h 'n ^) hat ein Dopp^kldz ▼^»n ebrömsau* 
Chrom«u"rcJ'®" Kali lind cbromsaurer Talkerde besebctcben. 
• Kali. ^ fis w«fde dorch Sättigen des, xweirach-cb remsau- 
" .' ; r6n Kali's mit Magnesia . alba eriialten ^ iVo dann 
ßvs der verdunsteten Lösung das Doppelsalz in 
schönen gelben Kr]fstallen anscböss, welche aus 
HCr + ägür + 2li bestehen. 

*) Buchn. Rcp. Z. ß. XXXIV, 248. 



369 

HeraiarBii^)' htt Tettebi^deneSAlte ^on der Salze von der 
ZiTkauewiB mBijMrI. Wiewokl in Folge der, S; ^<'^<>°«'^«- 
149 aiigef&brteii E«tdeelcviig Ton Str« b b er g , be- 
treffenil die ^irbooeide in ^n nordiscben and sU 
biriscben Zirkeben, die autersaebtc Erde ein 6e^ 
menge von zwei Erden • gewesen: Bein nnwe, so 
will ieb bier doeb die* Versncb^ anfiibren. > 

CUarxirkenium wnrde doreb Gläben der mil 
Koblenpnlyer gemengten Zirkonerde in einem Strom 
Yon Cblorgas dargestellt j wobei sieb das Cbtor- 
zirboniam soblimirte. Es ist eine weisse Salz- 
masse ^ die in der Lnft raucbt. * Auf der Zunge 
erregt sie ein Gefühl wie ein glühendes Metall 
und ziseht mit Wasser wie 'glühendes Eisen. 
Sie löst sieb vollständig darin auf, aber wird die 
Losung verdunstet y so schiesst ans der sauren 
Mutterlauge ein basisches Salz in weissen, stern- 
förmig gruppirten feinen Prismen an, welche aus 
Zr€P + Zr»^ -^ 24» besteben. Der ganze Was- 
sergebalt beträgt 42,& Procent. Das Salz ist leicht 
loslieb in Wasser und in Alkohol. Wird diesem 
Sab gelinde erhitzt , so werden die Krystalle 
trabe , ohne ihre Form zu verlieren , und dabei 
gebt Wasser lUtd Salzsäure weg. Der Rückstand 
ist dann £r€l' + 2iLr. 

Die sehwefehaure Zirkonerde j welche sich 
niederschlägt, wenn man eine starke Lösung von 
schwefelsaurer Zirkonerde mit einer gesättigten 
siedenden Lösung von schwefelsaurem Kali ver- 
mischt, fand Hermann aus ZrS -}* 5Zr ^Kusam- . 
mengeselzt. 



*)'Jouni. itir pract Gbein. XXXI, 81. 



270 

SehwefiLifsnurt' MSrk^merde sthVkgi sich aas 
einer Auflösung tob schweftbaiirer- iUckonerde 
durch schwefligsanres AmalOftinmoxyd nieder, 
aber aie löst rieh n .einem Doppebalze wie« 
der auf, wenn mehr von dem Fällitngamittel hin- 
zukommt« War die Zirkonerde. eisenhallig^ ao 
wird daa Eisenoxyd auch aufgelöst. Keins von 
ihnen wird dareh haastisehea* Alkali gefallt , aber 
das Eisenozyd kann aus der alkaliseken Lösnng 
durch Schwefelwasseratoff ausgefällt werden. 

Basisehe .salpetersaure Zirkonerde bildet sich, 
wenn man das neutrale Salz einige Zeit einer 
Temperatur von -{- 100^ aussetzt , indem Salpe- 
tersäure und Wasser daraus weggehen, und das Salz 
sich in eine blasige Masse verwandelt, welche aus 
ZrPl -f- Zr besteht, und welche sich sowohl in 
Alkohol als auch in Wasser leicht auflöst. 

Wird die Lösung dieses Salzes mehrere Male 
nach einander bis zur Trockne verdunstet, bis 
bei dem Eintrocknen keine Salpetersaare mekr 
weggebt, so bleibt eine gebtinöse Masse luriick, 
welche beim völligen Eintrocknen Risse bekommt 
und durchsichtig wie Gummi wird« Sie scheint 
aus irU + &£r zu bestehen. 

Phosphorsaure Zirkonerde, gebildet durch dop- 
pelte Zersetzung oder Vermischung der Lösung von 
einem Zirkon erdesalz mit Phosphorsäure, schlägt 
sich als eine gelatinöse Masse nieder, welche nach 
dem Waschen und Trocknen durchscheinende 
Klumpen bildet. Sie ist = Zr^K In der Flüs- 
sigkeit, woraus sie sich abgeschieden hat, ist je- 
doch keine so unbedeutende Quantität in der freien 



271 

Siore »nfgelöst geUiebün^ welche durch deren 
SäCligiiBg «a^ßlU werden kenn. 

Mhhlensmure Zirkonerde wird erbalten , wenn 
man ein Zirkonerdesalz mit kohlenaanrem Alkali 
▼ennisclit, so lange noch ein Miederacblag ent- 
steht, wobei riel Kohlenainre weggeht. Der 
Niederschlag ist weiss und flockig. E*r wird mit 
kaltem Wasser gewaschen und über Schwefelsiure 
getrocknet. Er wurde aus %r^£ -(* 6H zusammen- 
gesetzt gcfonden. Er vertragt keine Warme, ver* 
liert seine Kohlensäure beim Kochen und einen 
grossen Tbeil derselben auch beim Trocknen in 
der Warme. Beim Glühen geht alle Kohlensiore 
daraus weg. 

Remp*) gibt folgendes wenig kostbares Ver- MetalUmhe. 

fahren an , um Manganozydolsalze frei von Eisen ^"«anoxy. 

o 4 dulsalse von 

ZB erhalten« Man löst Maogansuperoxyd in Salz« Eisen zu be- 

saure oder in Sehwefcflsänre auf und kocht) bis freien* 
sich kein Chlor oder Sauerstdffgas mehr entwickelt. 
Dann fallt man das zngleieti aufgelöste Eisenozyd 
durch kohlensaures Alkali aus, welches in klei- 
nen Portionen nach einander zugesetzt wird , bis 
sich dadurch kein Eisenoxyd mehr abscheidet^ 
oder bis eine tob der Lösung genommene Probe 
mit Kalinmeisencyanür keinen Stich ins Blaue 
mehr gibt* Das Salz ist nun für technische Zwecke 
hinreichend rein. Für ehemische Zwecke wird 
es erhalten, wenn man das Manganoxydul nach- 
her durch kohlensaures Alkali daraus niederschlagt 
und den Niederschlag nach dem Auswaschen in 
Sauren auflöst, — (Dm einen Alkaligehalt in dem 
Salze zu vermeiden, kann man auch eine Portion 



*) Lond. aod Ed. Pbil. Mag. XXV, 519. 



572 

Yon der LöBnng mit kobleottitt^tti.AltaiU aaafal- 
leo und dann dafl*:Eiaelioxyd*iiilt. fiesem. ansgc- 
Allil«n , Gaidonat ' diurcb Digestion .datait* nieder- 
telilagea)*. - ' '•»:* " • - " .:w 

Eiten. ' Um den längen Zeitanfivatid, weichet xor Berei«* 

Eisenchlorid. taiig detf Eiseneiilorida naehM ob i^a Methode (Jah- 
reab. I8AI9 S. 153) erforderlich ist, xn TCrmeidcia, 
aehlagtiGobley*) yor^ dasiBiuUteinpnlver inSals* 
aäure f aüzoloBCQ Jitszipr Sflttigiingond'die JLösung im 
Wasserbadtf zu Terduna^, (wob^ afcer nicht die 
Dimpfe des Wasstrbades init der Lösung in Be* 
rjibrqQg kommen dürfen^ indem diese dadurch so« 
gleich Salzsäure gibt), ^pd das Verdunsten fort- 
zusetzen, bis sie nicht mehr nach Salzsäure riecht 
und bis eine herausgenommene* Probe erstarrt. 
Die syrupformige Flüssigkeit wird .dann in ein, 
vorher mit gcölt^ {icinwand gplinde ansgeriebe- 
nes PorccIlangcfäfl[s,gegoss<^ und bed^kt bei Seite 
gestellt. Plach 24 Stj^nden ist sie erstarrt , wor-i 
anf ^an die Masse. h/transnimn^t^ .in Sticke ^er* 
schlagt und diese in. einer trocknen ut^d verschlos- 
senen F^asebe auf(iewafart , wprii^ ^ k/eine Ver- 
änderung erleiden. Dieser Körper ist.nun =:Fe€l^ 
+ 5H oder di^em nahe kommend, indem dto 
Wassergehalt davon abhängt, ob die Verdiraslung 
zu rechter Zeit unterbrochen wurde. Sobald das 
Liquidum nur noch' 5 Atome Wasser enthalt, geht 
dieses Wasser langsamer weg, so dass man die 
Verbindung gewöhnlich ni^erabr mit diesem Wa»> 
sergehalt bekommen kann. 

W i 1 1 s te i ^ *) hat das Eisenchlorid untersucht. 



*) Journ. de Pharm, et de Cb. V, 301. 
••) Bucbn. ReperU Z. R. XXXIV, SS. . , 



273 

welclies ans einer Losnng Ton EieeneLlornr «n- 
schiebst 9 nachdem 8ie mit Königswasser beLan- 
delt nnd dann verdunstet worden ist^ zuletzt im 
Exsieeator. Die syrupdicke Masse erstarrt dabei 
zu einer Masse von Meinen rbomblschen Tafeln, 
welclie 6 Atome oder 25 Proe. Krystallwasser 
enthalten. 

Verdunstet man anstatt dessen im Waaserbadc 
bis zur Trockne, so erhält man eine zerfliessliche 
Salzmasse, aus der sich durch Znsatz von Was- 
ser ein basischeres und unlösliches Salz abschei- 
det« Der eingetrocknete Rückstand wurde aus 
Fe€l^4-2te + Jl zusammengesetzt gefonden. We- 
gen der Zersetzung durch Wasser ist Witts te in 
unschlüssig, ob er nicht als ein blosses Gemenge 
zu betrachten sei. Aber es ist nichts gewöhnli- 
cher, als dass gewisse basische Salze durch Wasser 
in neutrales oder weniger basisches Salz, welches 
aufgelöst wird, nnd in ein basischeres Salz, wel- 
ches ungelöst bleibt, zersetzt werden. 

Der gelbe Niederschlag, welcher sich bei der 
Oxydation des neutralen Chlorürs in der Luft 
bildet, wurde ebenfalls von Witt stein aiialy- 
sirt nnd ans FcCI« + 2#c+ 3H zusammengesetzt 
gefunden. 

Heber die Reduction der Eisenoxydsalze zu Rtductlon der 
Oxydnisalzen sind mehrere Versuche «"gestellt E««2|>^^^^^^ 
worden. Napier*) hat gezeigt, was auch schon dulsaken. 
früher bekannt war, dass diese Reduction durch 
die n.etsten Metalle geschieht, Gold und Platin 
ausgenommen. Stcnhousc**) hat gezeigt, dass 

Lond. and Edinb. Pbil. Mag. XXIV, 365. 

••) Da«. XXV, 199. 

Beneliu« Jahres- Berichl XXV. *8 



274 

dasselbe in sebr burzer Zeit dturch organische 
Stoffe in einem verscklosseuen Gelasse' in der 
Kalte gescliieht. Die Versuebe • wurden mit fri- 
scbem Gras , Hen , Holz und Sägespänen ausge* 
jiihrt^ so wie aucb selbst mit Torf und Holz- 
boble, deren redocirende Wirkung am raschsten 
stattfand. Zucker 9 Stärke, Gummi, Alkohol und 
Terpenthinol brachten diese Wirkung erst im Sie- 
den berror, und selbst aucb dann nur unvoll- 
ständig. 
Kohlensaures Wittstcin*) bat das kohlensaure Eisenoxy* 
Eisenoiydul. j^j untersucht, so wie es durch siedende Fällung 
aus schwefelsaurem Eisenoxydul mit kohlensaurem 
Natron erbalten wird. Es schlägt sich dabei 
schwer und körnig, wie kohlensaure Kalkerde, 
. nieder, aber es wird graugrün in Folge einer 
unvermeidlichen Oxydation während der Beband« 
lung. Dieses Product erkannte er bei der Unter* 
sucbung als ein Gemenge von kohlensaurem Ei« 
senoxydul mit Eisenoxydhydrat =: Fe^ft'i und in 
dem kohlensauren Salze fand er i Atom Krystall- 
waaser. Dies ist wenig wahrscheinlich. Kohlen- 
saures Eisenoxydul ahmt genau den hobleasan- 
ren Kalk nach , es fallt zuerst voluminös nieder 
und körnt sich dann und wird schwer, wie die- 
ser, wobei es nicht wahrscheinlich ist, dass es 
Wasser bindet. Ausserdem weist die grünliche 
Farbe aus , dass es in dem Niederschlage nicht 
mit Eisenoxydhydrat gemengt war , sondern mit 
Eisenoxyd - Oxydul. 

Wird dieser Niederschlag in feuchter Luft lie- 
gen gelassen, so oxydirt er sich sehr bald, in- 



•J Buchn. Rcpcrl. XXXV, 65. 



275 

dem er bicIi erwärmt uod zolelzt ganz und gar 
io Eiaenosydbydrat verwandelt. Aber dieses Ozyd- 
liydrat fand er bei der Analyse ans 3Fe -|- 811 
(21,075 Procent Wasser) zasammengesetzt ^ was 
darin seinen Grund bat, dass das mit niederge- 
seblagene OxydnI-Oxydbydrat sieb bei derOxyda« 
tion in der Luft in J^e^H', das Carbonat aber in 
Fe&^ Terwandelt. 

Beel^*) hat das koblensaare Kobaltoxyd in Rohmlualze, 
mebreren Verhältnissen untersucht. kÄoi^d" 

Der Niederschlag, welcher durch hohlensaures 
Alkali erhalten wird » besteht , nftchdem er in ei- 
ner Atmosphäre von Wasserstc^gaa ausgewaschen 
und im luftleeren Räume getrocknet worden ist 
aus SCioC + 3C!o -^ 411, wie dies schon frikher 
bekannt war* 

Lost man diesen in Kohlensäure und Wasser 
auf, so erhält mau ein Bicarbonat, dessen Lösung 
eine rosenrothe Farbe hat. Wird dann diese Lö- 
sung mit ein wenig kaustischem Kali gefallt, oder 
erhitzt man sie zum Sieden , so entsteht wieder 
dasselbe Salz , welches so eben angeftibrt wurde. 
Die freiwillige Verdunstung derselben ist nicht 
▼ersucht worden. 

Wird eine Kobaltlösung mit zweifach -kohlen- 
saurem Natron gefällt, so erhält man dasselbe 
Salz, aber es bleibt ein anderes Sab in der Flüs- 
sigkeit aufgelöst, aus welcher durch Kochen das- 
selbe Salz niedergeschlagen wird. Uekerlässt man 
aber die Fliissigkeil eich selbst, so setzt sie ein 
anderes kohlensaures Kobaltoxyd ab, weichet 



•) Poggcnd. Ann. LXT, SSO. 

18- 



276 

Beetz ms SCoC-|-2<!lo + SH zosammengesetzt 
fand* Es wird alimälig darch Waaser zersetzt 
and iD das vorhergehende Salz verwandelt. 

Fällt man ein Kobaltsalz siedend mit kohlen- 
saurem Alkali, welches im grossen Ueberschass 
hinzugesetzt wird 9 so erhält man einen schönen, 
indigblauen Niederschlag, der durch fortgesetzt 
tes Kochen grün wird und dann sowohl Alkali 
als auch Sesquioxyd enthält. 

Die blaue Verbindung wurde nach dem Wa- 
schen und Trocknen in Wasserstoffgas ansCÜoCM 
-^ 3GoH zusammengesetzt gefunden. Sie enthält 
also 1 Atom neutrales Salz weniger als das ge*» 
wohnliche. 

Schubert*) Hess eine Lösung von Kobaltoxyd 
in Kohlensäure und Wasser unter einem Exsicca- 
tor stehen und erhielt dadurch ein kohlensaures Ko« 
baltoxyd in warzenförmig vereinigten rothenNadela 
angeschossen. Aber er analysirte es nicht. Lieso 
er dagegen die Kohlensäure in der Luft aus der 
Lösung weggeben, so fiel ein rotbes Pulver nieder. 

Ich habe schon bei der vermeintlichen Kobalt* 
säure im Vorhergehenden zwei Doppelsalze von 
sehwefelsaurem und salpetersaurem Kobaltsesqui* 
ozyd und Ammoniumozyd angeführt, worauf ich 
hier hinweise. 
Ziüksahe. Sehaffncr**) hat das phosphorsaure Zink- 

Z?DkoI^""'<>»y* «nlersucht. Es besteht aus Än*P -|. 4K, 
was 1 Atom Wasser mehr ist, als Graham ge- 
funden hat. Es wird nicht, wie das Talkerdcsalz, 
im Sieden zersetzt. 

•) Journ. L piac». Cbcm. XXXIII, 251. 
**) Ano. d. Cbem. und Phaim. L, 148. 



277 

F»?re*) bM ein Sdz «aterancbf, welches Kohlensaures 
allmälig aas emer Lösung von friscli gerälhem f^^o^y^- 
Isohlensaurem Zinkoxyd in einer concentrirten Lö- 
sung von koblensaurem Ammoniak anschiesst^ und 
es znsammengeseUt gefunden aus 2 Atomen neu- 
tralem kohlensauren Zinkozyd mit 1 Atom Am- 
moniak =:S2uC4*^^^- In siedendem Wasser 
verliert es Ammoniak und Kohlensäure und setzt 
sieb dann als schweres Pulver ab. 

Ans der Flüssigkeit, welche diese Krystalle 
abgesetzt bat, schlägt sich durch Kochen dieselbe 
paiverförmige Verbindung nieder. 

y öl ekel**) hat ein Salz analysirt , welches Bleümbe. 
erhalfen wird, wenn man eine siedend gemengte ^^i^l^\ ^^^ 
Lösung von Jodkalium und Salmiak mit essigsau- 
rem Bleioxyd vermischt^ mit der Vorsicht, dass 
kein bleibender Niederschlag entsteht. Beim Er- 
kalten schiesst dann daraus ein Salz in seideglän« 
zeuden hellgelben Nadeln an, welches ans 2 Ato- 
men Jodblei und 1 Atom Chlorammonium besteht 
= SPbl + »H^€l. Es wird auch erhalten, 
wenn man Jodblei in einer siedenden Lösung von 
Salmiak auflöst und die Lösung dann langsam er- 
kalten lässt. Es wird durch Wasser zersetzt, in- 
dem sich darin Salmiak auflöst mit Zurücklassnng 
von pnlverformigem Jodblei. 

Lawrence Smith ***) hat die Einwirkung Schwefelsaures 
verschiedener Ammoniumoxydsalze auf Schwefel- tsieiozyd. 
saures Bleioxyd untersucht und gefunden, dass 
sie alle dasselbe zersetzen. Salmiak und salpe- 



^ Ann. de Ch. et de Pliys. X, 47d. 
*') Poggend. Ann. LXIT, 253. 
'**) SiUimaDs Americ. Journ. XLVni. 95. 



278 

t«r9aure8 Aminoniunioxyd bringeo, wenn man sie 
damit kocht , scLwefelsanres Ammoniumoxyd und 
Chlorblei oder aalpetersaures Bleioxyd hervor. 
Kohlensaures nnd oxalsanrea Ammoniumoxyd be- 
wirken ähnliehe Veränderungen. 

Essigsaures Ammouiumoxyd löst es im Sieden 
auf und wird es damit bis zur Trockne yerdun- 
stet 9 so schiesst schwefelsaures Ammoniumoxyd 
in einer nicht krystallisirenden Masse Yon essig- 
saurem Bleioxyd und essigsaurem Ammonium» 
oxyd an. 

Weinsanres Ammoniumoxyd löst es, wie be- 
reits bekannt war, schon in der Kälte auf, nnd 
wird das Ungelöste einige Zeit darin liegen gelas- 
sen, so verwandelt es sich in weinsaures Blei« 
oxyd. Kocht man sie zusammen, so trübt sich 
die Lösung atlmälig von kleinen Krystallen , wel- 
che weinsanres Bleioxyd sind , was sich absetzt. 

Citronensaures Ammoniumoxyd löst es kalt in 
noch grösserer Menge auf, und kocht man es da- 
mit, so löst sich noch mehr darin auf. Beim Er- 
kalten schlägt sich dann ein pulverformiges Dop- 
pelsalz von citronensanrcm Bleioxyd und citronen- 
saurem Ammoniumoxyd nieder, welches nach 
dem Auswaschen keine Schwefelsäure enthält. 
Es versteht sich, dass die Lösung der Ammoniak- 
salze hierbei concentrirt sein muss. Die Zer- 
setzung ist immer durch die Löslichkeit des Blei- 
salzes dariu bedingt. Mit verdünnten Flüssigkei- 
ten erhält es sich in Folge seiner Unlöslichkeit 
darin. 

Kersten^) hat gezeigt, dass schwefelsaures 



*) Journ. fiir prict Chem. XXXI, 491. 



279 

Bleioxyd, weon nan 6s in Wasser liegen lisst, 
worin sugleich organische Stoffe vorhanden sind, 
mit der Zeit sn Scbwefelmetali redneirt wird, 
gleichwie bekanntlich dies mit den schwefelsauren 
Alkalien^ dem Gyps und anderen schwcrelsaiireu 
Salzen der Fall ist. 

Wittstein*) hat eine Reihe von Versuchen Essigsaures 
über die ungleich gesättigten Verbindungen des ^'^'^^y«- 
Bleioxjds mit Essigsäure angestellt und aus die« 
sen Untersuchungen folgende Schlüsse gezogen : 

Die Essigsäure kann sich nicht mit mehr als 
mit 3 Atomen Bleioxyd auf 1 Atom Säure ver- 
binden. Eine Verbindung , welche 6 Atome ent- 
hält, existirt nicht. Was man Tür eine solche 
Verbindnng gehalten bat, ist ein Gemenge von 
Pb^Ac mit fileioxyd gewesen. .(Darin hat sich je- 
doch Wittstein geirrt, denn diese Verbindung 
schiesst in langen Nadeln an. Wahrscheinlich 
hat er xu concentrirle Lösungen gehabt, worin 
es sich nicht bildet, weil es darin unlöslich ist). 

Um l^b^Ac zu bekommen, muss man einen 
Ueberschass an Bleioxyd auivenden, der grösser 
ist, als eigentlich erfordert wird. 

lieber die Wismuthsalze sind Untersuchungen Wismuihsake. 
von Arppe**) und von Heintz***) ausgeführt 
worden. Arppe hat sich hauptsächlich mit den 
Verbindungen des Wismulhs mit Chlor und mit 
Jod beschäftigt. 



*) Buchn. Rep. Z. R. XXXIV, 181. 

'*) De Jodelo Bismutico, Spec. Acad. die 5 Jun. 1844. 
De Chlorclo Bismutico, Spec. Acad. d. 9. Od. 1844. Itel- 
aogfonsiae. 
***) Poggend. Ann. LXllI, 55 und 567. 



280 

ChlorwistmUh^ angescliotseii ans einer in der 
Warme' gesilligten Lösung in Salzsäure, enlhill 
2 Alome oder 5,31 Proeent Krystallvrasser. 

Das basische Chlorwismuth , welches Wasser 
ans dem neutralen Salz niederschlägt, wurde ana- 
lysirt und zusammengesetzt gefunden aus Bi€l' 
+ SSi + 3ä. [Bei + 1250 wird es wasserfrei. 
Jacqnelain gibt an, dass ein eben so zusam« 
mengesetztes , wasserfreies basisches Salz erhal* 
tcn werde , wenn man krystailisirtes Chlorwis- 
muth so lange erhitzt, als noch Salzsaure da- 
von weggeht, während ein Strom von Wassergaa 
darüber geleitet wird , weisse glänzende Schup- 
pen bildend, die sich nicht im Feuer Terändern. 
Dagegen wird das zweibasische Salz, welches auf 
nassem Wege erhallen wird, durch trockne De- 
stillation zersetzt, indem Chlorwismuth iiberde- 
stillirt und ein Rückstand bleibt, der in der Hitze 
gelb und nach dem Erkalten weiss ist. Nach der 
Analyse ist er ein sechsbasisches Salz =: Bi€l^ 
+ 6Bi. 

DoppeUahe von Chlorwismuth. Diese haben 
keine Neigung zu zerfliessen , aber sie werden 
durch Wasser zersetzt, indem zweibasisches Chlor- 
wismuth uqgelöst zurückbleibt. 

Die Kaliumsalte* 1. Löst man 2 Atomge- 
wichte Wismuthozyd in Salzsäure auf und setzt 
dann 1 Atomgewicht Chlorkalium hinzu, so er- 
hält man durch Verdunstung lange rhombische 
Prismen , zuweilen mit zwei an den Seiten abge- 
stumpften Kanten, so dass sie sechsseilig sind. 
Sie bestehen aus 2KCI + Bi€|3. 

2. Werden 3 Atomgewichte Wismuthoxyd. in 



281 

Salzsiore aof|^eIö8t and S Atomgewieble Chlor- 
Isaliom hinzogesetot, 80 erbilt man b«iai Yerdon- 
8tea ein anderes Salz, welebes ebenfalls in rhon* 
biseben Prismen anschiesst , die aber regelmassi- 
ger sind , und aus 3K€l -(" Si€l' besteben. 

JDie Nairiumsalze. Löst man S Atomgewicble 
Wismutboxyd in Salzsaure auf und setzt dann 1 
Aiomgewicbt Cblornatrium hinzu, so schiesst nach 
dem Verdunsten ein Doppelsalz in sechsseitigen ge- 
alrelflen Prismen an, der Form des Salpeters äbn- 
licb. Sie besteben aus SNa€l + »i€|S + SH. 
Atta der Mutterlauge werden, wenn man das 
CLlornatrium in grösserer Menge angewandt hat, 
▼OD Neuem Krystalle erbalten , welche den Tor- 
Vergehenden ahnlich sind, aber welche das Chlor* 
Bulriam in Verhällnissen enthalten, dass sie viel* 
aaebr einer ZusammenhrystaUisirung als einer che- 
mischen Verbindung gleichen. A r p pe fand z. B., 
auf 1 AequiYalent &i€l', 18 Atom Cblornatrium. 

Die jimmoniumsalze sind ganz dieselben, wie 
sie von Kalium erhallen werden. Sie bilden sich 
auf dieselbe Weise und haben dieselbe RrystaU- 
form wie diese. 

Jodwismuth» Das Jod vereinigt sich schwie* 
rig mit Wismuth, es dunstet heim Erhitzen gröss- 
tentheils weg und lasst das Wismuth zuriich. Am 
besten wird es erhalten, wenn man I Theil sal« 
petersaures Wismuthoxyd in 8 Theilen Wasser 
auflöst, welches mit so viel Salpetersaure ver- 
mischt worden ist, dass es nicht dadurch zersetzt 
vrird, und eine Lösung von Jodkalium in 8 Thei- 
len Wasser hineintropft. Der Niederschlag, wel- 
cher violetbraun ist , wird rasch mit kaltem Was- 



282 

ser gewaschen , ausgepresst und getrocknet. Er 
ist dann fast schwarz und nimmt unter dem Pi- 
still einen metallischen Strich an. 

Noch feucht wird er leicht durch Wasser zer- 
setzt , besonders durch warmes , zu einem rölhli- 
chen basischen Salze. Nach dem Trocknen ist 
dazu Kochen erforderlich und es findet dann doch 
nur schwierig statt. Er ist sowohl in Salpeter- 
saure als auch in Jodwasserstoffsiure auflöslicli 
'und wird daraus sowohl durch Wasser als auch 
durch Alkohol basisch niedergeschlagen. Die mit 
Alkohol ausgefällte Lösung ist gelb und wird 
beim Verdunsten kastanienbraun. Wenn die Lö* 
sung anfangt sauer zu riechen, so setzt sie kleine 
schwarze Krystalle Ton Jodwismuth ab, welche 
das Waschen mit Wasser vertragen ohne davon 
angegriffen zu werden. Naeh weiteren Verdunsten 
gibt sie ein saures Jodwismuth, welches am besten 
auf die Weise erhalten wird, dass man Jodwis* 
muth in Jodwasserstoffsaure auflöst und die braune 
Lösung, in einer Evaporationsglocke verdunsten 
lässt , wobei dann dunkelbraune , rhombische Oc- 
taedcr oder geschobene Prismen anschiessen. Sie 
sind saures Jodwismuth und bestehen aus BiJ' 
-f-HJ + SH, worin der Wassergehalt 10,01 Pro* 
ccnt beträgt. Diese Krystalle rauchen selbst in 
trockuer Luft sehr stark und geben Jodwasser- 
stoffsäure uud Joddämpfe ab. Dagegen ist das 
saure Salz nicht zerlliesslich. Durch Wasser wird 
es, wie das neutrale Salz , in basisches Salz zer- 
setzt. Die saure Flüssigkeit eulhält keine Spur 
von aufgelöstem Wismulk. 

Zweibasisches Jodwismuth , Bil3-|-2Si, wird 



283 

erhalten, wenn man das neutrale Salz mit sie* 
dendea Wasser zersetzt. Es hat eine rolhe Farbe. 
ist unlöslich in Wasser, Jodhalinm, Chlorkalium 
ood in den entdprechenden Natriumverbindongen. 
Durch Kalihydrat wird es schwierig zersetzt, selbst 
im Sieden kaum Tollsländig. Beftser und voll- 
fttandiger geschieht dies in hohlensanrem Ammo- 
niak, wenn die Wirkung durch Wärme unter- 
stützt wird. Beim Erhitzen in offenem Feuer 
verwandelt es sich unter Entwickdnng vou Jod 
in Wlsmutkoxyd. 

FSnfbasüehes Jodwismuthj Bil^ -^ SSi, soll 
erhalten werden, wenn man Jodwismuth durch 
Eintropfen des Nitrats in eine Lösung von 1 Th. 
Jodkalinm in 1700 Theilen Wasser, oder durch 
Eingiessen einer Lösung des Jodttrs in Salpeter* 
»iure oder Jodwasserstoffsäure in eine grosse Quan- 
tität Wasser oder auch in .eine geringere Quan- 
tität Wasser^ welches eine kleine Menge kausti- 
schen Kallas enthält, sowie auch, wenn man Jod- 
wismuth mit weniger Jodkalium übergiesst, als 
dasB es sich ganz darin auflösen kann. Die Ver- 
bindung ist brandgelb und Tcrhält sich in ihren 
übrigen Reactionen wie die vorhergehende. 

Dapptlsalze von Jodwismuth. Kalium -fVis* 
muthjodäry &Kl-|-BiP, wird erhalten, wenn 
man eine etwas concentrirte Lösung von Jodka- 
linm mit Jodwismuth sättigt , wobei sich das zu- 
letzt hinzugesetzte in das brandgclbe basische Salz 
verwandelt. Die Lösung ist roth und gibt in der 
Evaporationsglocke rothe Krystalle, welche läng- 
liche sechsseitige Schuppen bilden, die dem rhom- 
bischen System anzugehören scheinen. Sie ent- 



284 

baltcn Wasser, dessen Quantität grosser als i 
Atom aber weniger als 2 Atome gefunden wurde. 
Sie werden durch Wasser zersetzt, welches zwei- 
basisches Jodwismuth abscheidet. 

Vermischr man die Lösung des Jodhaliums 
mit einer Lösung von Jodwismuth in Jodwasser- 
stoffsanre in hinreichender Menge, so schiesst 
daraus beim Verdunsten im Exsiccator zuerst ein 
Ueberschuss an Jodhalium an, wenn dieser vor- 
handen ist , und darauf feine schwarze Krystalle 
von einem sauren Doppelsalze, welches aus 4iKi 
-(* BiP-)- HI besteht. Sie rauchen in trochner 
Luft, geben Jodwasserstoffsäure ab und werden 
roth. Sowohl die schwarzen als auch die rothen 
Krystalle lösen sich in wenig Wasser vollhommea 
auf. Durch mehr Wasser wird Jodwismuth dar- 
aus abgeschieden, und durch noch mehr Was- 
ser das zweibasische Salz. 

Heintz hat ebenfalls die Verbindungen des 
Wismuths mit Cblor und mit Jod untersucht. Er 
analysirte wasserfreies Chlorwismuth und fand des- 
sen Zusammensetzung mit der theoretischen Vor- 
aussetzung übereinstimmend. 

Das basische Chlorivismuth, welches durch 
Wasser niedergeschlagen wird , fand er eben so 
zusammengesetzt wie Arppe. Dagegen erhielt 
Heintz ein anderes basisches Salz, welches bei 
der Sublimation des Chlormsmuths in Wasser- 
stoffgas gebildet wurde, und welches sieh zwi- 
schen dem sublimirten Cblorwismuth ansetzte, vod 
dem sich aber das neutrale Salz verflüchtigen 
Hess, und welches durch die angewandte Hitze 
nicht verändert wurde. Es wurde eben so zu- 



. 285 

sammeogesetzl gefanden ^ wie das Yorbergebende, 
and CS scbeint von ihnlicber Art gevi'esen so sein, 
wie dss Jseqaelain'sebe Salz. 

Das Jodfvisniath erbielt Heiotz in einer AC- 
mospbäre Ton Kohlensänregas sublimirt. Znersl 
ging ein wepig Jod weg, und dann folgte Jod- 
vrismulb in Gestalt eines rotbbrannen Gases, wel« 
cLes sieb zn grinen metalliscb glänzenden Flitlern 
eondcnsirte. Die Zusammensetzung =BiI' und 
Eigenscbaften stimmten ganz mit dem überein, 
welches anf nassem Wege erbalten wird. 

Heintz bemerkt, dass das Wismutboxyd eine 
beslimmle Ungeneigtbeit bat neutrale Salze zu 
bilden, und es gluckte ibm nicbt, irgend ein an- 
deres neutrales Salz sn finden , als das fcryslalli« 
nirte salpetersaure Wismutboxyd. Aber er bat 
sieb aocb nicbt fiele Mnbe gegeben, die Um» 
Stande aufzusucben , welche zur Henrorbringung 
voa denjenigen dieser Verbindungen , deren Exi- 
stens fcrmuthet werden konnte, erforderlich sind. 

Er löste Wismuthoxyd in Schwefelsinre anfSchwefelsaures 
onil f erduBstete die Lösung bis zur Trockne, aber"^^""""*^^ 
da er keinen Punkt bemerken konnte, bei dem 
ein couslantes Prodoct zn erbalten sein würde, 
so ginbete er den Rückstand starker, bis er 
gelb geworden war und aufhörte^ Schwefelsaure 
in grösserer Menge zu entwickeln. Hier ist je- 
doch ijpmer der Punkt zu beobachten, wann die 
Schwefelsäure einige Grade über ihrem Siede- 
punkte Tcrdunstet worden ist , wo dann wahr- 
scheinlich die neutrale Verbindung zurückbleibt, 
Dttd die Saure eine noch bedeutend höhere Tem- 
perstur erfordert, um daraus ausgetrieben zu 
werden. Die' Zusammensetzung des Rucks tandes 



/ 



286 

war =ßiS. Er löste sich nicht in Wasser aber 
wohl in Salpetersiure und in Scbwerdsäiire. 

Versetzt man eine gesättigte Losung von Wis- 
muthoxyd in Salpetersäure mit Schwefelsäure, so 
entsteht ein Niederschlag, welcher sich unter 
einem Mikroscope als aus lauter feinen Nadeln 

bestehend zeigt. Die sind aus BiS^-f*^^ ^^* 
sammengesetzt. Der Wassergehalt darin beträgt 
7,85 Procent. Mau erhält auf diese Weise kein 
anderes Salz, wie viel Schwefelsäure man aueli 
zusetzen mag. Uebergiesst man es mit Wasser, 
so zersetzt es sich, und der wohl ausgewaschene 
Rückstand besteht dann aus BiS -{- 2H« 

DoDpelsalx mit Durch Vermisohen einer Auflösung von* sal- 
^ reim kX~ P^^^'^'^"^!^*'' Wismuthoxjd mit einer Lösung Ton 
neutralen oder saurem schwefelsauren Kali im 
Ueberschnss entsteht ein Niederschlag, welcher 
ein Doppelsalz ist, welches aus 3 Atomeh schwe- 
felsauren Kali's und 1 Atom neutralen Schwefel- 
sauren Wismnthoxyds besteht = 3RS-(*BiS3. 
Aus einer möglichst verdünnten Lösung schlägt 
schwefelsaures Kali ein anderes Salz nieder, des- 
sen Zusammensetzung nicht immer recht constant 
erhalten wird, sich aber doch so deutlich der 
Formel 2k'ä + Bi S^ + H nähert, dass kein Zwei- 
fei übrig bleibt, dass dieses Doppclsalz den Haupt- 
bestandlbeir davon ausmacht. Diese beide* Salze 
werden dusch Wasser zersetzt, wobei sie BiS -{- 
2H ungelöst zurücklassen. 

Salpelersaures Dag jkrvstallisirte salpetet^sanre Wisniulhoxyd 
Wismulhoxyd. _ -.•■,. ^- . . «r 

besteht aus SiK^ + Oil, worin der Wassergehalt 

16^86 Procent beträgt. Bei der Analyse des ba- 



^ 287 

sischeo Salzes, ^elclies WaMer daraus absebet- 
det y bekam er laoCer ▼■rrhreBde Resultate, nain- 
lieb 79 bis 82 Proeent Oxyd ond 15,10 bis 18,29 
Proe. Salpetersaore. Eine denlliebe Folge dayoii, 
dass nicht die Umstinde wahrgenommen wurden, 
unter denen ein beslimmtei Ton den mcbveren ba- 
sischen Salzen erhalten worden wäre, welche Sal- 
petersäure mit dem Wismutboxyd bildet, and von 
denen hier nur Gemenge erlulten wurden* 

Der Niederschlag, weleher durch phösphor-Pkosphonaures 
snares Natron in einer Lösung von sslpetersaurem'^^'^''^^'y''' 
Wismnthoxyd gebildet wird, ist =Bi§. Er ist 
ein hrystallinisches PuWer, fvelchcs in Salpeter- 
saure so schwer auflöslicb ist, dass man diese 
mit Yortbeil anwenden kann , um dasselbe aus« 
xawasehen« Es verändert sich nicht dureb Was- 
ser, schmilzt nicht, rednoirt sich beim Erhitzen 
in Wasserstoffgas zu Phosphorwismoth , welches 
in noch stärkerer Hitze einen Theil von seinem 
Phosphor verliert, welcher davon abdestilliH« 
Durdi Koblenoxydgas wird eis nicht reducirl. 

Durch Fällen einer Lösung von safpetersaifrem Kohlensaures 
Wismutboxyd mit koMensaurem Alkali und fio^^^ismuthoMyd. 
eben mit der alkalischen Fliissigkeit im Ueber- 
schnss erhält man einen Niederschlag, welcher 
ans BiC besteht. Derselbe löst sich in Salpeter- 
saure und in Sdlzsätare mit Brausen auf» • . 

Fallt man eine Lösung von salpetcrsaurem Oxalsaures 
Wismutboxyd mit Oxalsäure, so erhält man cin^"™"^^»^*'- 
oxalsaures Wismutboxyd , welches ein Paar Mal 
mit Wasser ausgekocht und dann mit siedendem 
Wasser ausgewaschen werden muss, um es von 
Salpetersäure zu befreien. Dann bildet es ein 



288 

Whistes 9 kryslallinisckes PuWer, welches sieh in 
Salzsäure auflöst, aber wenig in Salpetersaure. 
Zwischen -(* 20(F und -l"- 240^ wird es zersetzt, 
wobei es nur Kohlensäure gibt, wenn es rein 
war. (Vom Rückstand ist nicht die Rede.) 
Es besteht ans !tili€S-(-3II, worin der Wasser- 
gehalt 4,06 Procent beträgt. Heintz glaubt, 
dass das zuerst sich niederschlagende Salz =:Si€' 
sei^ welches nachher durch das Kochen und Wa- 
schen in siedendem Wasser in dieses Tcrwandclt 
wurde. 
Wismutlisalze Stromeycr*) gibt an, dass wenn man kry* 
'^^"bJfrSi'! *"sUllisirtes salpetersaures Wismuthoxjd zn PuWcr 
zerreibt und dieses mit starker Saipetersänre aus- 
wäscht, alles Arsenik daraus ansgezogen wird. 
Rupfersmhe. Rammelsberg**) hat eine Verbindung be- 
mli'^SchwcfcU'^'***^ welche durch Vermischung einer aie^ 

quecksilber. denden Auflösung von Kupferchlorid mit friscit 
durch SchweFelwassarstoff gefälltem Schwefelqneck- 
silber. Hg, erhalten wird , wodurch sich dieses 
in einen otangegelben Körper verwandelt, der 
sich durch fortgesetztes Kochen nicht weiter mehr 
verändert. Er wurde zusammengesetzt gefunden 

Dilhionizer Säure 5,01 

Schwefel . . • 13,09 

Chlor .... 9,13 

Kupfer .... 16,02 

Quecksilber . • 57,04. 
Rammclsberg hält ihn für ein Gemenge 
von 2 Atomen schwefelbasischcm Quecksilberchlo- 
rid (Hg €1 -|- Hg) mit 3 Atomen Schwefelkupfer, 

') ArchiT d. Pbarm. XXXIX, 165. 
*') Poggend. Aoo. LXI, 401. 



289 

Cii , ein wenig freieai Scbwefiel^ und 17,81 Pro- 
ceiit von einein von ihm FrUher dairges leihen dt* 
diionigsaaren Doppelsalze == 3fig& -f* ^u^* 

Beim Erhitzen schmilzt er, und darauf gibt 
er Schwefel, Quechailberchlorid nnd zuletzt Zin« 
nober. Der Ruckatand ist dann fest» Er wird 
nicht Ton Salzsäure augegridTen, aber von Salpe- 
tersäure wird er mit Zuruchlassung von Schwefel 
aufgelöst. Durch Kali wird er schwarz, und die 
PiliasiglieU enthilt dann Chlorkaiiuni und dithion- 
sanres Kali» 

Die Knpferebloridlosung, woraus dieser Kör« 
per niedergeschlagen wurde, ist braun niid schei- 
det beim Vermischen mit Wasser Chlor&r ab. 
Ausserdem enthalt sie Quecksilberchlorid, aber 
keine SchwefellMure. 

leb führte im vorigen Jahresberichte, S. 996, Schwefelsaures 
einige vorlaufig mitgetheilte Angaben fiber die Kupferosya. 
Zusammensetzung basischer Salze ton Knpferoxyd 
mit Schwefelsäure an. Denham Smith*) bat 
nnn seine Versuche dariiber aosfübrlieh mitgellieilt. 

Werden 9 Atomgewichte schwefelsaures Ku- 
pferoxjfd in Wasser aufgelöst nnd die Lösung 
mit 1 Atomgewicht Zinkoxyd gekocht, so entsteht 
ein grnner Niederschlag, welcher aus OnsS-f-^ 
besieht. 

Wird ein, mit Kali im Ueberschuss aius 1 
Theil schwefelsauren Kupferoxyds gefilltes Ku* 
pferoxyd mit einer Lösung von 1 Tb. desselben 
Saines gekocht y so bekommt man dasselbe Salz. 

Fallt man eine Lösung von schwefelsaurem 



') Lond. and Ed. Phil. Mag. XXIH, 196. 
Benelius Jahres - Bericht XXV. <& 



290 

Kupferoxyd mit kaasliscbem Kali so genau aus, 
dass in der Flüssigkeit kein Kupferoxyd zurück- 
blcibl, oder fällt man eine Lösung von diesem 
Salze unvollständig mit koklensaurem Natron*, so 
ist der Niederschlag = Ou^S + 3g. 

Dieses Salz wird blassblau und mit 5 Atomen 
Wasser erhalten, wenn die Lösung, wclcbe mit 
kaustischem Kali gefallt werden soll, sehr ver- 
dünnt ist nnd das Alkali in der Quantität hin- 
zugesetzt wird, welche zur Ausfällung des Ku- 
pFeroxyds errorderlich ist, und so dass die Flüs- 
sigkeit gerade bemerkbar alkalisch reagirt. 

Setzt man kaustisches Kali zu einer nicbt ver* 
dünnten Lösung von schwefelsaurem Kupferoxyd 
bis zu einem geringen Ucberschusse , so prhält 
man einen hellblauen Niederschlag = Clu^S-f 68^ 
welcher auf eiiiem Sandbade 2 Atome Wasser 
verliert und olivengrün wird. 

Kane's Salz =Cu8S bat Sraith nicht her- 
vorbringen können. Er schliesst seine Abband- 
Inng mit wichtigen Einwürfen gegen Graham's 
und Kane's Ansichten von diesen Verbindun- 
gen , in Betreff welcher ich jedoch auf die Ab- 
handlung verweisen muss. 
Kohlensaures Ceber kohlensaures Kupferoxyd sind Versuche 
Kupferoiyd. ^^^ Brunncr*) und von Favre-) mitgctheilt 
worden. 

« Brunner fand, dass das in der Kilte gcfallle 
Maue kohlensaure Kupferoxyd aus Cu^C + 2H 
besteht, und dass es unter Wasser ia erhöhter 

•) L'Inslilul, No. 54T. p. 214. 
•') Ann. de Ch. et de Phys. X, 116. 



291 

Temperator^ die ab«r niisht bU zum Sieden gelien 
darf, grün wird^ zasammea sinkt nnd sieh körnt, 
oLne eine Spnr Kohlensäore zu verlieren. Aber 
es verliert dabei 1 Atom Wasser and wird dtfiC 
+ II. Wird es mit Wasser gekoekt , so geht 
Koblensinregas davon weg, wodnreh es braon 
und naehker sekwSVz wird* Am Ende geht diese 
Entwickelnng von KohlensSnre sehr langsam vor 
sich* Brunner hält es für ein Gemenge von 
Oxyd mit noeli unverändertem Ou^C. 

Favre bat dieselben Verbindungen unlersncht, 
aber er bat bei der Redaclion seiner Versuche 
den merkwürdigen Irrtbnm begangen, dass er für 
die grüne Verbinduug zwei Reihen von Analysen 
angibt^ welche die Zussrnmenselzung von der 
blauen nach Brauner geben, und daraus schliesst 
er, dass die grüne = (!!u2 C -)- i^ und die bleue 
CluSC + SH sei. 
. Brunner's Zahlen stimmen für die grüne 
Verbindung TöUig mit den meinigen überein. 

Aber Favre hat eine neue Verbindung ent- 
deckt, welche erhalten wird, wenn man kohlen- 
saures Rupferoxyd in kohlensaurem Ammoniak 
auflöst und die Lösung mit ihrem doppelten Ge- 
wicht Alkohol verdünnt, worauf man sie sich 
selbst nberlasst. Nach 12 Stunden hat sich das 
Salz abgesetzt in langen dunkelblauen Nadeln, 
welche CuC + WBt' sind, und welche durch Was- 
ser zersetzt werden, mit Zurücklassung von grü- 
nenr kohlensauren Knpferoxyd. Beim gelinden 
Erhitzen in einer Retorte gibt es bei + 2000 
kohlensaures Ammoniumozyd , Kupfer, Kupfer- 
oxydnl nnd ein wenig Stickgas* 

19* 



392 

Essigsaures W ö h 1 e r *) iittt gefunden, dads wenn man in der 

^^^^Q^l^i. Kille gesittigte Lösungen von QueeksilbercMorid 

berchlorid. nnd essigsaurem Ktipfcroxyd Terntiselil and das 
Gemtsclie in einem offenen Gefässe sieben lisaf, 
daraus ein O^ppelsala in tief blauen, aus feinen 
Nadeln zusammengesetzten Halhkugeln anadbieaat. 
Das Sals bestelil nacb Hiitlerotb'a Analyae 
aus CuÄc 4- ffiHg€l. Es ist untöslieb i« btltem 
Wasser. Siedendes Wasser sieht daraus Queek- 
silberclilorid und ein wenig essigsaures Kupfer^ 
axyd ana , mit Zuriieklassnng eines basiacben 
K upfero x y daaizes . 

Queehsäher' I"^ Jahreaberichte 1844 , S. 66, maehle ick 
'*['*^- auf einige Verliiltirtsse des Qnechsilberoxyds auf- 
cblorid. nierksam , je nachdem es auf trocknera oder nas- 
sem Wege bereitet norden ist , welche zwei iso- 
meriscbe Modifiealionen auszuweisen sebienen, 
gleichwie beim Schwefelquecksilber und Qaeck« 
silberjodid. Diese Aosiekl ist nun von M illon **} 
bestätigt worden, welcher fand, dasa das mit kau- 
stischem Kali gefällte gelbe Oxyd durch Digestion 
mit einer Lösung von dem Chlorid ein gelbes J>a- 
sisches Salz bildet, dass aber das rothe Oiyd eiu 
schwarzes Salz liefert , während aber beide eine 
gleiche Zusammensetzung haben. Dabei geschieht 
es, dass wenn man die geringste Quantität von 
dem schwarzen Salze oder von dem rothen Oxyd 
bei der Bereitung des gelben Salzes zusetzt, sich 
alles in das schwarze Salz vcnvandelt. 

Auch R o tt c li e r ***) bat dieselben basischen 



•) Privatim mitgetheilt ' 
**) Linstitut, No 564, p. 346. 
•••) Das. p. 84T. 



£93 



CUorifle mmi ^mmmämiL i\m «IriUes beobachtet, 

nmMIm» YiwiM Mi4 kpfstadlknacb 'sei» soll, aber 

«c*bai dieiZii«laiincBbelBaiig;dca8elbc» niebl bo- 

•IimbmmU - BBrdb.Kcyita Waaaai wird cai bnun, 

•b«r ifdl alibwi^BigaF darek wi^Mtfieian^ Alkobol. 

M • 1 lan faad* aniaeadem , . dasa- tresn aaaovniDoppelsaU mit 

der kälte eeaäüicrte LöaniMM irieieber AtMire- .>'>^«>^«<^- 
o o ö o o cbronuanrem 

ai^V««^ Kali narni^fwi^U^I «»4 (i«nft nvhalleii 
läa«l, iiab 4aiMM «k«ne «i«]4lie KyfataUe abadAHi, 
iia ilienifiäiiM9Qii]Ci|^ppifti naorfeMWuiUigttiRri*- 
«M mH4uM^T Ztas(Mlaling. J>a# Sah beatebl aaa 
it€r9 + Bgd, gibt. eif> gelb^ PüK«r iind beim 
Erhitwv MUiOMvIe» Clflarii. Aeiber »bd Arfb^ 
boi fliebeBuderaiis.Cbkeid »va und baaeft 4aä Ka- 
liaala zorock. . :-. i i ; . j ! , ■ 

JttiUoii,l|ii4Lfacfi, 4|88i Qpe|ih9iU<#raUorid Quecksilber. 

i«^ ei»er L^tmtii 4myib JM. z<|i|8etei.,vriiiAy/iDdf« '®^'^* 
aid^ J«d«4 J9M^4<ikU^ WhI €liJb|M::bor«Ddgb* 
bi^«Tp«4t; iftpSf^M yvijrd 4««) Jedfd. beim Bf 
biUa» 191 CVhmifiß ze^«4tol> indei»: aid» da««, 
wiliyr^ElrttrifAfJlllog'^M Jftdi» Q«eck«ilbei«Iiietid 
bildet... a.:)U. 

.Selm4/>itep:)di|i4nrik«lmeak8aai gMi«ehl, daae 
aic^ iU^ 9nec.MU|#lj<)(did Vi alW» aeinen Lö- 
anitgea >iii .4«r .gi()f>e« AiodifiA>tJMMii .befii>d«l> toh 
de« aiKii di«8^v90lb ajiBds LöaA man daa Jodid 
ia Alk|ibl4 wf ' w^ tropft man dieae Maang in. 
kallfa Wl»»*«^>..^o .wWÄ«t ea aicb gelb .«itJcr, 
l4l A»gesm 4w WMner bMv w eiÄtm gcnviaaen 
Grade erwünnt worden , so ist der JHiederaebkg 
rolb gefifokU.,/M4i* crbiiU daa Jodid mir^ilen aus 



*) UlnstituI, No 534, p. 102. 



294 

der Alkobollösfing selbst >gtfir migesiskMBeii. Die 
Doppelsslze sehiessea hiufig gelb sn «ad werden 
nadhher rolh. Litsl man Am Jedid in eioer^Lö» 
sung TOB Cbloridy so kryetaitisiren sMJi zesMsnea 
dsnias sehr bisig gelb eos'y abier.dfeiKrystalle 
«Verden naebber-asit der Zeil volb oiid > sogleich, 
weaa man sie zersAössl. 
Siibersmhe. Glassford ttttd Napier ^) ' babev Versiidte 
Cyaosilber. „ü j^ Sibercjanid aiigetfVdIt: Vm ti ttin %n 
erkalten, empfeblen sie, daba mMieiiie'Lösnng 
▼o« Kaliamsilbeteyaiiid aiit.salp^tiMNi«re«i ^Iber- 
oxyd Medersobligt , jndeia : alle < fireiiideii * Stoffe, 
wekbe dieses DopplfsaU eollialteä . bsia , e». B» 
Kaliaioelaeiicyamfir oder CUlort esbittAmigeii , . in 
der FlUssigbett anfgelöst kleiben, wenii diaa di« 
Fällung aicbt gar zu weit fortsetzt« 

Das Cyanid wird fiber 4- tSt*^' kranil i * «o wie 
aneb welsn man es d^m ^nnenlidite'' ifttssetsl. 
Btit deas gleteben Vofam Wi^Mlv v«MiiniJty*Scbwe- 
felsinre ziersetzt es im Sieden mit Entwickiflung 
von CyanwaatersCoffstttrs. Salp^iwliiirte Wirkt 
niekt darauf. iSalzsiore bihl^t daant €hlorsSlber 
und Cyanwasserstoffsaore. Im Sieden löst ee sieb 
in eoneentrirten Lösungen' >d«r'Glllörür^' Von Al- 
kalien und von alkaiiseben Bhlen. Bs lobt sieb 
in Kalinmeiseneyaniir und man kann aus dieser JLö- 
sung ein oder einige bestimmte Balz^ erkalten , Hie 
aber niebt genauer ontersuebl worden sind.' Es 
wird aucb Ton ditbionsanrem Natron aufgetöet, 
worauf die Lösung beim Verdunsten ein krj^Ul- 
lisirtes Salz liefert. 
' Sie beben gefunden, dass das Doppelsatz da- 

') Lond. and Ed. PhiL Mag. XXV, 66. 



295 

von mit Cyankaliam nach dem Verdonsleu, ausser 
den gcwöhnticLen Krystallen in sechsseitigen Blat- 
tero, Meine rbombisebe Prismen gibt. Die ersle- 
ren sind wasserfreies R€y-)- Ag€y, und die letz- 
tere enthalten 1 Atom oder 4,34 Proee&t Wasser 
KCy-{- AgCy -{-H. Die Krystalle losen sich in 
8 Tbeilen halten und in 1 Th. siedenden Wasr 
sers, vertragen das Kochen, verändern sieb nicht 
in der Luft, werden aber Im SoQnenlicbte äusserst 
leiebt braun. 

Die Lösung dieses Salzes gibt mit: 
Seil wefef saurem Manganoxydul keinen Niederschlag. 
Eisenoxydulsalzen einen brtfuhweissen ,^ 

Eisenoxydsalzen einen braungclben . ' ^, 
Kobaltsalzeu eiuen rothen sich ins Vip« 

lettc ziehenden ,Niederscb(agy 
Zinhsalzen eioen weissi^n ,i 

Zinnoxyd nlsal^ einep gelbweisseii . . ,, 
Bleisalzen einen weissen', ,, 

Rnpferoxydsalzen einen bellgriineii ! yy 

Quecksilberchlorid einen weissen ,^ 

Das von Lieb ig hervorgebrachte DoppelsaU 
von Chlorsilber und Cyankalium haben sie nicht 
darstellen können. Silbereisencyaniir wird voi^ 
Cjanfcalium aufg^löst^ und waren die Proportionen ., .. . 
rijchtig, ßo erhält man' Raliunisilbcrcyanid un4 ' ' ' 
Kaliomeiseneyanur In getrennten Kry^tallen. . Eine 
ibnliche Wirkung . libt . Cyankaliuqci auf Siiberei- 
sencyanid aus. 

Ich habe gefuDdc.n *)) dass sich kohlensauref Kohlensaures 
Silberoxyd sehVieieht und ohne Farbe in kausti* Amomniak. 
schem Ammoniak auflöst, und dass dann Alkohol 



') Öfversigt af K. V. Akad. FörhaDdi. 1844. p. 2U3. 



296 

ms dieser hÖBvofg ein weisses kry^t^^if|j|8^ies 
Salz nied^ersclilägt 9 welci^ea ko,bJ«ii9i\ifi!if9 Siilier- 
oxyd-AmmoiiUk «9t Wirj^ der. Alkobif j( fi^en an^ 
d^^e Lö8U|ig gegq89en^ un^ da^U 9^ <^IV^m ^^\^^ 
Orte steben ]^^a98e9, .80 ^cbi^ast diaae^be 9cbi^ie* 
rig an den Berii^rungsflaclien der Flnasigkeiten 
in rbomjbiscjlien BlSttern af . Ich versu^^bte cur 
leicbteren Krystallisirong deaselben einen Theil 
mit Albobol auszufallen ui^d dann durch Ertrar» 
mnng der Flüssigkeit dasselbe wieder dari^ auf- 
zulösen. Dies fand zwar statte aber da^ei bil- 
dete sich z^gleich auch das gerahrliche Bert b ol- 
le fache Knallsilber, yirelcbes sich. den Krptallen 
einmengte y die nachher i^raus anschössen. Das 
Salz wird in der Luft zerstört und läsat gelbes 
kohlensaures Silberoxjd zui^iick. Es ist äusserst 
leicht in Wasser auflöslicb; und die Lösung schiessti 
wenn man sie der freiwilligen Verdiinsti^ng über- 
lasst, an der Oberfläche aii^ aber dabei geht gleich* 
zeitig Ammoniak TOn d^m Salze weg, so dass 
man eine gelbe krystallinische Kruste %on kobr 
lensaurem Silberoxyd erhält. Es ist unlöslich in 
Alkohol, aber ammoniakIVcier Alkohol zieht dar- 
aus Ammoniak ^ad9 und lä«8t Kohlensaures Silber- 
oxyd zurück. 
GoldsmUe. Glas s förd* Und Napiei'^) haben das Cold- 
J^^^^' cyanür und dessen Doppelsalz mit Cyankaliun} 
studirt, slber 'da Himiy's Versuebe (Jabresb. 
1844, S. 223) tliesen Gegensthnd Wc^it vollständi- 
ger aufgeklärt haben , so übergehe ich hier ihre 
Versuche. Dasselbe gilt von 'J*tiVreinow^8.**) 
Versuchen über diese Verbindungen. 

*) L. and. E. Phil. Mag. XXv/56. 
**) Pharmac. Centralblalt, 1844, S. J&O. 



297 
CU««^) iNit ei» Dopfdbala von RliodMika* PUifmalu. 

^9Alf yerU«i4««g9 b^fvoryeiMnitliC.. Es wwde 
»nf 4ie Wme «sUlteii, dm« ee PUiiMaltti»k i||i 
SAüAen in ebex toiiiciealffiiA«ii'}Lo8.uiif to« Rho- ' ' 
ibüMiMi «pflÖAle. Beim £kkalten sdbM» dänii 
d^ Diij^pfl^s an« der Lösattgt in Mliöaen moh»- 
berMthen 1kri%Vtiktn m, wtk^lie •«« i Atom |IIh^ 
4a«I^Uai» umI 1 AloatFUtlmhodMÜd beslehtv. 
IridivM «ab ti* iki^idiaav.'alMriwkiiigeK aeiipii 
gulirM«! ^ßh^ : . 

IM^ (h^yde tlM. Iridinin; 'Oamiiiro und. BI10- 
diom wecifeitt T^iRiJUMdaBivmaeratofliioM atifge* 
4w<9 4i? I^'fMpgM'AherksMta aeiflieaaliebe Mm» 
•im «NTJtefc» im luek itniaerdtlB Jaielit serstiteen. 

CUn» A^A'ftmerr daan biek KaliMiikidittini* IridiumseMiiii- 
^<irid, ifenii oiM #a ml 8 Tbkifen Waaü^r W '^''''"'' 
riilpft i#4 dlirk ddreb'8ek«f«Ili]j;aMm Gari, weK 
ckea kintM^ekeft «ritd, Mraetstt» g^s darin 
ai^oit» ^mA 4oa laidk, wmh ntei dann die freie 
Sin?» . in . der iof k mMneäm 'Lnstfng geiian naift 
Kali ailtigt, KaÜMeltidinniiiiaqÜekkriu in klea. 
MW^^CpUföiriiiigniilKryatallendaiiaoadkselsft, welche 
gleM miek('(ib|ie^:BfMnng a4JiOjglaniend aind nnd 
in fl^lb n9di'6jrw{a#ii^Uf»« jAieeea Säle beafekt 
n^fsb iiein^r AiltflyMki ad« &KGl-tfrlrCl^. E$. kt 
leifM Jt^liffll in Wüsant; Wiid» die fifteire. iiaek« 
m^ Alkali ^aaauigl,. aoiidefn 4Ueif»s»ng venkini 
•tel, ae^ aebieael darans liin keainee Selsien^ ge^ 
nic;ingl'mjft ^Miniiblaamilkten nnd einein fiM^kleaen 
(aebvc^PgwitMven)-^ vfel(dift>necb nftchUiioteiekettd 

ui^lcrsiicbjt woiika:^iid in - . ' ' ^ 

: i ' 5 . , • . • -v . 



298 

Do el \i Fremy's Entdeckpng, Osiniiiin and Iridiani 

von Iridium in ibren Doppeltallen dnrcL sehwellige Siure zu 
"'^lo^fdTmh'*^'^''^"' ist allerdittgB sehr anwendbar, on einen 
Chlorkalium, grossen Tbeil von dem 0«niittniBalre zu acbetden, 
^^j!^weei ^'^^^^'^''^^ ^'^^H in evatauttlicbev Quantität darin ent- 
Säure. kalten «ein kann^ ohne daas es ans d^r Farbe de6 
Salxes erkannt -wird , aber man darf niebt glau* 
ben, daas sie emeqaantitative'Sebeijdttngsmetbode 
wäre. Ich habe beide Salse'fur sieh mit sehivef«- 
liger Säure bcbai»dclt «nd gefnndnn^ daas sie sieh 
beide dadurch ganz gleich zersetzen, und dasa 
dies nur ongleicb leicht geschieht. Das Iridifim- 
salz wird zuerst zersetzt und aufgelöst, ntid^^cr- 
eetzt maii' es nicht röllig, sondern nnterblrieht die 
Zersetzung, wenn rder Riehsland noch stark dlin- 
helbraun ist, so nlöchle ieh gimbeii', dh^ Wan^den 
•»fgelöslett Thisit^rrei vonOsüinn et^filt, ühet 
ich« habe dies.iiichl geprüfti* Setzt Wsn 4le Zer- 
setzung fort^ bis der Rilchstated kcM^n rolh ist, 
so erhält man ^as «na of gelöste - (MmlMftsalz frei 
Von Iridiiim, aber In tder L^ysutig i8t"iritel<)sillinm- 
sedquicIilorütf'Mfgelöst entkiibenV •' 

Zersetzt maui^diri' velnen Salze -für 'steh' niid 
unterwirft man sJe« dann '(derselben Behafidlong, 
Bo zeigen sie eine' bewmidenisWilrd ige AehnKch* 
Iwit, so dass mair iwohl glauben 'könnte, dass man 
es mit eine#lei Mdtall zu thnn hätten ftle Osmium« 
iösnng wird jidoch durch die sdiw^ige ^nre, 
wenn, diese 'im «tUeberacliass ▼orbanden idt, fast 
farbtos, aberisle nimm^bbimVettlttOateti diebranne 
Färb» wiedevi «n. Da^iEirblose,' stehwefligsanr«; 
Doppelsalz von Iridium hat grosse Ncignng, re* 
gelmässig anzuschiessen« Es ist jedoch fllr sich 
schwerlöslich 5 das von Osmium hi viel sehwerer 



299 

loBlieh und nimmt g^rnPalyerform an. Die Ses* 
qoielitoriIrMice s!d<F beide braim und IcrysUllisiren 
erat bei der freitVilligen VerdunstoDg sehr con- 
cenfrirter LSsüfagen nnregeliht^sTg und schwierig. 
Die sefaweflige Stiure maclit jedoch diese Re- 
daction zo SesqüichlorBr sdir yemickelt, in Folge 
der schwel^attren Doppelsalze, welche sich ein- 
mengen. Ich barbe daher eine andere Methode 
versoeht, hatt|itsachllch in der Absieht, nin'das 
Rttlbenitim ahaebeiden tn hJTnnen, dessen Sis^üi- 
chlor&r^Doppelsalc in Alkohol änflöslich ist. JDas 
Giifortd*l>oppelsaiz wurde mit' Wasser hei -^ 6Ö^ 
bis -f-8flK> digenrt und frisch gefttftea Qüechsil- 
berchlor&r in kldttlen Portionen nach einander hln- 
zogeaelst. -^ Üari Doppelsalz wird in dem Maasse 
anfgelösty als es' sieh dadin^b zersetzt, und wenil 
man sieht/ Aiifi'sich alles' Salz anfgetöst hat dnd 
n^h ein ikeni'^ Qn^i^ksilbiei^^hloriir ungefSlt ist, 
so wird Mtrirt. '^etzt man 'das Queeksilbersalz im 
Ueberscbnss hinzu und kocht, so T^ird das adf-' 
gelöste Salz zti Chlornr rediicirt, ni^d zuletzt bleibt 
anch daTon -sehr wedig übrig, feo dass miin ' einen 
sebwarzeh , piilvetiRirmigen l^iederschläg' von Iri-' 
diein ^dtf OsttteTib erhilt, icArbAnden mit einem 
besttnmifeit Atomve^halinisse Qnccksifber. Davon 
entsfehl afuch' ■ lihmer eWasr, wenn der Veiosuch 
mit aller SiHgMt iiusgefiUivt'nn4 nicht «n weit 
getrieben wird. ' Verdaiist4t n(an''dle bra!nnfe Ses-' 
qaiehlorärtö^ungs. durch Vordbnsten, im Fall dies 
erfordfeeriith* iat^! «nd tropQ- man 'sie. dann in AI* 
kohol, 80 acl^fagt sich daa.SesqnifbloriirrDoppd« 
salz von Iridium oder von Osmium, frei von Ru- 
theaiuffl^ nieder, oder beide gemengt, wenn sie 
zugleich vorhanden waren. In dum Attohol blei- 



300 

ben Qo^cksilberGUQrid und d#s. B^vlkcf Mwn^fenfui* 
cIiIoriir-Dof^elsiili; liurgcilöst, i^elch^ l«(^f^ oi|cL 
i;eliodeni Glübea de».Sabca.siirj^hlf||bl^ ,i . . 
In Betreff der donklea F«r|)i;^ vKe|f^^e.4«f J>«P- 
pelsalze des IridiiWfe8qQiAlilarS^.|ii^|jg^eB))flleii, 
und w^clie CUif 9.d9C C^geaw^rl v^ Rutlif^HMim 
ziiscbreibi) so ist dieses. Af^eh ,4m^^ iiDfi^^.dic Ur- 
siiqb^ 4ttvp.f). P%9, KaljoBf-4ri4Mipe|y^ridj^tf4 in 
einer liösungp ia Wfifs^r diifob AMrlft^ctiteft.^ie* 
dfs|^ zer^et^t , die ds^cj^ Vi(egKflr^l|4ei^ Pb^ile b«* 
1)99 einen ||ebw«q^e^ Cieinfpl^ n^fj^ CbUn? iio4 «i«n 
ikMU «ti^e üus^ecat dunkel gjeC^rbti^jHäi^iHigrW^klic 
aehr Venig ven 4eiACIilocid?D|Vi^l^l'f shaeUt^ 
und esf fTird daji^p darch . Aljf^bpli Mfi iVMt kraii» 
^.er und. bald, m^gl^iinliciier (xfi|*3t*iui i|«dBli#) 

FsAp {>M:dci;g?i}cii|agifi^ii 4flr Wed«?^i4iVg jtönt «ioli 

leicht Jf WfMf Jf ,n|i4; gijjil) :!(ii»( «nbfiMrigi fcrjstoUi' 

li^h .i^n. TrjfLfl^ y/n^ ,Se/|qi^'Morwtin4 Cb.UrU 

Uransalie. ,.i:.yeUg,T«lOl,HH|e .|«im.(IiM«ri^irl|l¥^gWi *Mr *•€ 
y^^jcbin^^nglPA d^« ü»n# C(^fee8p.t^t J^M^m 
er z^^rpt eryjjrii b|i»Je, dass 4J#,hQh«fMv4f)bw^- 
felsafiir^n S^J^ ^ftfk.fJranpiFad, iv#^lf;M ifh.i^.4«!* 
J^irttbericiil^ 4§,4^; SivlÄI, avgrfiilifft k^H^ «icfcl 
«cl)^fie9 w.^dcjf, kiipntfn^ b^t e^ 49c||| ^ fipB# da- 
ro^s «aniU«h:«lä?dMife|SAl^Ul> 4B)saaob<mHn ana 
eiiier TicA Mu«ttren<&lntliilmrige|/als.&ali/angAMndC 
UMI^>..find .er befiMilHe M: d«vo»^anC ^tt«oi<<Zäe^ 
gelattttie int Bxaitealan Ek wntdt atiali&Bfl + » 
zaalVMmngesetzl gefunden. * IH BHreff Yon'tOTs^ 



.:) 4Bn. a4Xhi.üi.^f Pby^ XU, ^U.: . k 



301 

crklirt er, dass er es ntclit habe dantellea k(>ii- 
nen und glaubt , daaa es nicht existire. 

Zweirach-schwefelsaures Metbyldxyd Wurde mit 
Uranoxyd gesiüigt und verdunstet, itobei ein Sy- 
rup zorfiekUieb , der erst nach mehreren Mona- 
ten in einer sehr trocknen Luft Krystalle gab« 
Das SaU ist zerfliesslich. Wenn iSHe Melhyloxyd 
bedeutet, so kann die Formel für seine Zusam* 
mensetzung mit lÜleS -4" ^^ 4- H ausgedrückt 
werden« 

FFein$wurts üranoxyd wird erhalten, wenn 
man üranoxyd bis zur Sättigung in Weinsäure 
auflöst und die Losung zur Krystallisation ver- 
dunstet. Durch Krystallisation beim Erkalten und 
durch freiwillige VerdunsUing wird das Salz mit 
▼erscfaiedenen Wassergehalten erhalten. Das was- 
serfreie Salz besteht aus 6Tr. Das in der Wärme 
angeschossene enthält I und das andere 2 Atome 
Wasser, wovoil 1 bei + ISO^ weggeht. Aber das 
zurückbleibende Atom läset sich noch nicht ein- 
mal bei -|-S00^ daraus entfernen. 

fVeinsaures Üranoxyd» jintimonoxyd schlägt 
sieh in der Kälte gelatinös und gelb nieder, wenn 
man eine Lösung vou salpetersanrem üranoxyd 
mit einer Lösung von weinsaureni Antimonoxyd* 
Kali vermischt. Werden siedende Lösungen von 
1 Tbeil salpetcrsaurem Uranoxyd und 3 Tb« Wein- 
säuren Antimonoxyd-KalPs vermischt, so setzt sich 
daraus beim Erkalten eine Masse von seideglän- 
zenden, slrahligen, gelben Krystallen ab, welche 
sich mit kaltem Wasser sehr wohl auswaschen 
lassen. Das Salz besteht ans ütr-f&bTr + mil, 
aber nach dem Trocknen im luftleeren Ranme ent* 



302 

balt es 2 Atome Wasser. Bei -f- fiOO^ fvird es 
inetamorpkosirt , indem es 4 Atome Wasser auf 
die Weise verliert, welche bei weinsaurea Anti- 
monoxyd^Doppelsalzen gewöLnlicIi ist. Inzwischen 
wurde bei der Analyse des so veränderten Dop- 
pelsalzes Vs mal so viel Wasserstoff erhalten^ als 
der Versuch hätte geben diirfen. 
Antim^nsahe. Schweitzer*) bat Versuche mit weinsaurem 

T9iianisanti- ^„|-i„Q„Q„d-KaIi in der Absicht angestellt^ um 
monialis. , / . _ , ° _ _ 

auszamitteln , welche von den vorgeschlagenen 

Formeln für die Zusammensetzung desselben als 
am richtigsten anzusehen sei, ob ftTr-f-^hTr 
oder lif r -f'SbTr^ -f tC Sb. Er fand dass Amroo- 
niak das Antimonoxyd daraus niederschlagt und 
»k*fr 4- kTr bildet, und dass Salpetersänre Sbtr 
dadurch daraus abscheidet, dass sich Salpeter und 
ilTCr^ bilden, womit weinsaures Antimonoxyd keine 
Verbindung eingeht. Er gibi daher der ersterea 
und angenommenen Ansicht den Vorzug. 
CJwmtahe. Peligot**) bat das von Moberg (Jahresb. 
1844, S. 219) entdeckte Chromehlorär untersucbt. 
Er gibt unrichtig an, dass Moberg die Zusam- 
mensetzung desselben nicht ausgemittelt hätte, und 
erklärt durch Zeugen bestätigen zu können , dass 
er es ein ganzes Jahr früher entdeckt habe, als 
Moberg's Arbeit herausgegeben worden wäre. 
Es klingt wunderbar genug, wenn Jemand, der 
die kleinste neue Beobachtung sogleich in der 
nächsten Versammlung der französischen Aeade- 
mie der Wissenschaften an seinen Namen hängt, 



*) Journ. f. prack. Cbem. XXXIII, 470. 
**) Ano. de Cfa. el d« Pbys. XII, 528. 



303 

eüi fast dreijiLriges GelieimniM «qb eintr so ca* 
pilalen EntdeckoDg, wie diese^ macht. 

Peligot fand, dass inaoi wenn Cbrorochlorid 
aus Cbromoxyd und Kolile durch Gliihen in Chlor- 
gas bereitet wird^ bei einem Pnnhte, wo noch 
nicht alles Chromoxyd xerselzt wordeu ist^ nach 
beendigter Operation in dem Gemenge Ton Kohle 
und Chromoxyd feine weisse Nadeln bekommt, 
welche Chromehloriir sind, nnd welche sich un* 
ter Entwickelung von Warme mit blauer Farbe 
anflösen. Inzwischen fand er Moberg's Berei- 
tnngsmethode , durch Reduction des Chlorids mit 
Wassersfoffgas, doch anwendbarer. Will man in 
diesem Falle das Chloriir ohne alle Einmengung 
von nengebildetem Chromoxyd erhallen , so muss 
das Wasserstoffgas nicht allein trocken sein, son- 
dern auch frei YOn allem eingemengten Sauerstoff- 
gas. Er leitete daher sein Wasserstoffgas über 
glühendes Kupfer und trocknete es dann über con- 
centrirte Schwefelsäure und über Chlorcaicinm. 

Das zu diesem Chlornr reducirtc Chlorid bil- 
dete eine zusammengewebte weisse Masse, die 
sich hei Abschlnss der Luft in luftfreiem Wssser 
mit blauer Farbe auflöst, welche aber mit ausser- 
ordentlicher Begierde Sauerstoff einsangt nnd grün 
wird. Er fand die Zusammensetzung desselben 
gleichwie Moberg (Jahresb. 1844 S.238) =Cr€l. 

Eine recht merkwürdige Eigenschaft dieses Cblo- Cbromchlorid. 
nirs besteht darin, dass dss indifferente Chrom« 
Chlorid, welches ganze Monate lang unter Wasser 
liegen kann^ ohne dass sich mehr als eine Spur 
davon anflösC, wenn man es mit einer, selbst äus- 
serst schwachen Lösung von dem Chlornr über- 
giesst, sich ans dieser Modification in die löslicliq 



304 

mit einer sdlcben Schttelligkeit l^rw»iideU, dUs 
es sicii sogleieii mit Wärnic-EntWicl(elung auflöst. 
Dies ist eine reitt kitalytisclie Wirkung, vreil sie 
auf terlt&ltnissmassig grosse Quantitäten Ton dem 
indifferenten Chlorid ausgeübt wird. Die Ent« 
wiekelung von Wärme gehört der raschen Verei- 
nigung des Chlorids mit Krystallwasser an. Pe- 
ligot fand namiieh, dass diese L&snng des Chlo- 
rids, wenn man sie im luftleeren Räume yerdun« 
stet, körnige Krysuile gibt^ welche aus €r€P 
-|-12ä bestehen^ worin der Wassergehalt 39Pro- 
ceiit beträgt. Als er das aus ch^omsaurem Blei- 
oxyd mit Salzsäure und Alkohol gebildete Chrom* 
ehlorid yerd unstete, so bekam er keine Kryslalle, 
sondern eine trockne grüne Masse, welche C Atome 
Krystallwasser enthielt, aber sich mit Entwiche- 
lung Yon Wärme in Wasser auflöste. Diese bei* 
, den Salze sind zerfliesslich. 

Wir kommen aber wieder auf die Lösung des 
Chloriirs zurück. Wird sie mit Salmiak vermischt, 
so färbt sie sich durch Oxydation roth. (Chlo- 
rid -Doppelsalz ^ welches weiter unten angeführt 
werden soll.) 

Kali schlägt daraus , wie .. bereits angeführt 
wurde, unter Entwickelung von« Wasserstaffgas 
Oxyd -Oxydul nieder. 

SehwefelkaliuM , h, fallt sebwarzes Cr aus, 
welches im Ueberdchnss des Pillungsmittels un- 
auflöslich ist. Chrofaisaures Kali sebeidet daraus 
einen bräunen Körper ab, welcher Cr Ist, und 
welcher sich in einem Uebcrscfausse des Fällungs- 
mittels in!t grUhör Farbe wieder auflöst. Sie 
schlägt Calomel aus einer Lösung von Qoeck- 



305 

sUbefcblorid und Kupferchlorür aus einer Losung 
▼on Knpfercblorid nieder , u.s. w« 

lefa babe geCdnden, dasa Cyankalinm aus dem Cbromcyinur. 
Cblornr Cbromeyanär mit weisser Farbe nieder- 
seblagty weicbes in einem Ueberscbuss von Cyan- 
kalium nnanflöslicb ist 

Peligot fand ferner^ dass^ wenn man ver- EssigsaurM 
dinnte inflfreie Lösungen von dem Chlorür und^^''^'"<^'7<^^« 
▼on easigssurem Natron zu gleichen Atomgewichten 
veKmi8cht> das Gemische si^ch roth färbt und nsch 
einer Weile kleine rothe Kryslalle von essigsau- 
rem Cbromoxydul absetzt, welcbe niederfalleui 
niid welche nach dem Aufsammeln auf einem Fil- 
trum in einer Atmosphäre yon Wasgerstoffgas oder 
Rohlenainregaa gewaschen werden müseen. Das 
Wasser dazu mnss durch Aufkochen von Luft be- 
freit nnd auf -j^SOP wieder erkaltet sein.. Was 
•ich während der Zeit oxydirt, wird jedoch von 
dem W«8chwasser mit griin^r Farbe aufgelöst 
nnd damit vr^g^fährt. Dieses Salz besteht aus : 
drAc + H. 

Es ist sowohl in Wasser als auch in Alkohol 
wenig auflöslich, und es oxydirt sieh selbst in ei- 
ner trocknen Luft zu einem in Wasser löslichen 
Pulver =€rÄc2. 

Wird Chromchloriir io einer Lösung von seh we« Schwefelsaures 
felsanrem Kali aufgelöst und die Lösung mit lufk- Cbromoiydul- 
freiem Alkohol vermischt^ bis sich ein Niederschlag 
zu bilden anfängt, und die Flasche dann wohl 
verschlossen, so setzen sich daraus im Laufe eini- 
ger Wochen blaue rhombische Prismen ab. Diese 
bestehen aus ftS + CrS -f ß». Das Salz wird 
in der Lnft sogleich grün. 
Benelios Jahres - Beriebt XXV. 20 



306 

Ich liahc gefundcü*), dass beim F&lleo der 
bUneo Salze von Cfaromoxyd mit kohlensaurem 
Ammoniak in geringen Ueberschnss kohlensanrcs 
Chromoxvd in der blauen Modification erhalten 
wird. Löst man dieses in kalter Salzsaure auf, 
was langsam stattfindet, so erhält man blaues 
Chromchlorid in Lösung, deren Verdunstung im 
Exsiccator ich nicht versucht habe. In gelinder 
Wärme wird sie sogleich grün. 
Doppelsalze Wird eine Lösung von zweifach -chromsanrem 
Chlorid. " It'l'i? Natron oder Ammoninmoxyd mit Salzsaure 
und wenig Alkohol versetzt, und diese Flüssig- 
keit im Wasserbade bis zur Trockne verdunstet, 
wobei es Salzsäure sein muss, was zuletzt weg- 
geht, so bleibt eine rothe, sich stark in's Violette 
ziehende Salzmasse zurück, welche aus R€l 
-}-€r€l' besteht, und welche also ein Doppel- 
salz von beiden Chlorverbindungen ist. Sie löst 
sich mit rothvioletter Farbe in wenig Wasser, 
aber diese Farbe geht in wenig Minuten in Grnn 
über, und bei einer freiwilligen Verdunstung, der 
Lösung scbiesst daraus das alkalische Chloriir an, 
uro dessen Krystalle das Chromchlorid einen grü- 
nen Syrup bildet. Durch Verdunstung im Was- 
serbade wird daraus das Doppelsalz sehr unvoll- 
ständig wiedergebildet, wenn nicht Salzsäure hin- 
zugesetzt wird. Die Salze zerfliessen und zer- 
setzen sich in der Luft. 

Werden sie in trockner Form mit wasserfreiem 
Alkohol behandelt, so löst dieser daraus grünes 
Chlorid auf, und das Ungelöste zerfällt zu einem 
schön rosenrothen Krystallmehl, welches auf ein 

♦) Öfvcrsigt af K. V. Acad. Förhandl. 1844. S. 206. 



307 

FiltraiD gtnoDmeiiy init ^gMerfreiem Alhohol ge- 
waschen' Bod in 4er Wime getroeknef wird* Dieee 
Salze bestehen aas SRCl + CrCR Sielassen 
sich in einer Ifoehnen Flasche gnl aafbewshren» 
sber in der Lnfl yerffandeln sie sieh langsam in 
eine von zerüessliehem gränan Cbromchlorid durch- 
feaehtete Masse von dem alhsUscheu Salze« In 
Wasser lösen sie sieh mit gelhrether Farbe auf, 
welche in wenig Angenhlichen in Grün ühcrgehL 

F r em y *) hat das rosenrathe Kalinmsals ge- 
sdimolzcn crhslten^ als er neutrales chromssnres 
Kali mit Kohlenpalver vermischte nnd das Ge- 
menge in Chlorgas gliihete. Dadurch behsm er 
KoUenoxydgas^ snblimirles Cbromchlorid nnd das 
geschnNilzette Salz als Riichstaad. Er amaijN 
fiirte es nicht, nnd bchatipfet dass es nicht auf 
nassem Wege gebildet werden hönne, weil es 
auf die angeführte Weise durch. Wasser zersetzt 
werde. 

Chromcyanid ist bis jetzt nnbehsnnt gewesen« Cbromcyanid. 
Ich**) habe es erbslten^ indem ich Chaomchlorid 
in eine Lösung yon eisenfreiem Cyanhalinm trapAe^ 
wabei es sich granweiss niedersehligt, ohne «ich 
sichtbar in der forblosen Flüssigkeit aufzulösen. 
Tropft man umgehehrt Cyankalium in das Chlorid, 
so löst sich der Miederschlag lange Zeit mit un- 
▼eriinderter grüner Farbe wieder auf. Ist die Lö- 
sung warm, so löst sie mehr von dem Cyanid, 
als in der Kälte soff dasselbe geschieht mit eineir 
blatten Lösung von Chromaiann, welcher dabei 
sogleich grün wird. Zuletit lasst es. sich jedoch 



*) Aon. de Clieiii. et de Phys, XII» 4«0. 
**) Öfrerfligt af K. V. Acad« FärbandL ISM. p. U7. 

20* 



306 

völlig aaBOllen^ Nach Atn AnlNmiiiiolii ist m 
bkngrau»^ iiad^näeb ' ifomuWaacbM «and. Tfockneft 
hal es noch dieselbe Farfie , aber elwaa dlinUer. 
Setet ■lanein^ni.öMkiigiyott CyaDkalinm 2a Jer 
Lösong de« CbramobloMs in Alkohol, welcbe bei 
der Zetaelaiingidei; 'Doppclsake erhallen fiird^.aa 
sehligl sich idaraui. ^io gdMiBMesv Jolihek iriblei- 
tes CkrecncpiiU iniede^i : wolehes^ naeh; deaa -Wa- 
sehen und Troehnen scUvfais^'Ut . und -einen glasi- 
gen Brach hat , .dberioinr grahhtaiiea PvWer gibt, 
wie daaoim Walsser gefallle. t. 
Kalium- Das Chaameyanid kannr btt ^nnabschlnasi ge« 

Chromcyania.^!.^^ «verdte y' ohne ^ss es si^ aecsetal. Das 
schffme^.aQr..deni.BmebglaiSge behalt beim 01a* 
heb «n Wasseäita%kssein^ Farbe. iindisciMen gla« 
sigen Bnieh. Bm liih|.aiek.idi'iSiedeft.«iit gröiier 
Farbe in Sakaäureauf und Wird dureh AmmOBiah 
Ulmgrau darans jiieder^sohlagen. Das noch leuchte 
Cyanid lösl eich in Sauren, selbst in EssigSMte 
; ' mit griper .Farbe auf« Durah häusltsches Kali 
n und loa. in der Wärute zu OiLydhydrat zersetat* 
Die Lösung hal einen Stieb -- ins Gelbe ^ou anfge* 
löaleaa Cyanid w Geaüult^yon.' einem Doppelsalse. 
£ine atarhe Lösung yfmn C^aahaliim JEosI, . wenn 
man .sie mit noch, rfeucktciu Chromeyanid in einem 
▼ersehfessenen.Ciufa^se laugo.Zeit digcurl^ dasselbe 
sUmmlig mit gelbe^ Barbe .auf und Alkohol Fallt 
4lann;äos der. Lösung einen jgelben Niederschlag, 
dev ein Doppelaalz ist, welches nach dem Anlo- 
sen in wenig Wssser bei freiwUliger Verduinatuiig 
kryslalUsirt. Bs iit leicht löslich in Wasser und 
die Lösung entwickelt, wenn man sie mit Salmiak 
▼ermischt nnd.digcrlrt, Cyansmmouium, ipdeoi das 
Cyanid n^edtrräHt. ChrjMncyaiiid(>Eiaeneyaaür bil- 



309 

dM «ich niülilJ.'dlifeei) indem. Kalhunewtiiejaaiir 
^ede^-ldie JblflBen «odi die gviineii: €liro«eebe 
ßkUJLj 'meitmttmU'moA wdb-oi;'« Setel'.ineii «her 
4mm SafanlefcJitnMi «iid verdanst^l^' ee^cnl^ididt 
sieb CyBnamnioiiiNini/nipddiff'Viti&iiidong' seist eieh 
in ^e^Calt einer tief grünen Geller) , a|k ,. welche 
nach dftüf Wa9cheii nnd Trocknen sebwarz ,aa8- 
siebt, aber ein gräoe9 Pulver gibt. ^ 

.Diese yerbindiing.,gibt jftn^gelbea 'jTqpeUal/, 
mil^^K^l^ipi^elsj^ncjaniir,; -welches orbalten . wird, 
wenn man eine Lösung von dem Chlorid mit der 
L^simg Ton Kalinirkiielsenci/iinfir in geringerlfr Quan« ' / ' 
lllVt Verüinfiscltl , als ziJrltrsAztmjg dbs^ Clil'drids 
erPoi-derKchl^t, ond'danfnmitAlkoholnicdei'dcblägt. / 
DÜr fff«d6i<sefa^fag iirr daM^clg<ilb, und war die Pliis. : . . 
aig'keh'^bri 'sefhcf^lHlUiing warm und wfl^d nfcht 
meirr :Aine^cn''h{VriftgterBgt, lIs b% der NfederscMag 
anYSngt perman^nt'za WeMen^ so eclrrcs A' er beim 
ErhaRen 'in gelben Rirjafslfen an. Das Silz wird 
dann mit 'AWohoVansgeWksehen.' ffls enthsiit Was- 
ser) weIcSbes unter F^tiscii^n'yerloYcu gebt, wobei 
die^'-tSiVbe hellei^ wii'd. Dtarcb Wasser wird es 
aiersc^l, welche« 'Kaliumeisencyabu^' ausiiebt, ein 
we^ig* Yod det Db^pelreifbindjirig auflciät, und ein 
anderes palverförÄlge^ gelbe^ Tripelsalz zarüek- 
liast^, "it^lcfaes Wei&1]ger K^ilinmeisiincyAnür ei6thält« 

' 'RViiger*)'bif( gezeigt', 'das^ wenn man Chrom- Cbromalaun. 
alann thit sehr' Wenig Wisser l^ocht, so dass er 
grBn wilrd^ und ttfh dann mit Alkohol wieder aus- 
flrnt; der Afköbol 'eThcn Thcil der SchwefclsSure 
aussieht, und dann die syrupdicke Fiiissigkeit, 
welche abgeschieden %vird, (i S -J- €rS^ ist. Wird 



•) Poggcnd. Ann. LXI, 118. 



310 

dieses Salz wieder in Wtsaer snlgelösC aad die 
Lösung sieb selbst fiberUssen, so gehl es nieht 
mehr in den blauen hrysUUisirenden Cbremalaiin 
fiber, wenn nichl die abgegebene QuanlilMt Schwe- 
felsäure wieder hinzngefilgl wird. 

Nach Leykauf *) kann diese mit Allsohol gc- 
fälhe Verbindung, wenn man sie in einer ange- 
messenen Menge Wassers auflöst und die Lösung 
mit ein wenig Gummi vermiscLl^ als grüne DInte 
und zum Mahlen vbn Kartcii angewandt werden. 

Ch€wuteh€ Kenp**J.^al folgende Melbode angegeben, um 
Entdeckung S^l^^^t^l <■> Miueralsubstanzcft zu entdecken und 
und Bestim- zu bestimmen« Man reibt ein Scbwefelmetail zu 
Scb^fel& ^'^"^^^ leinen Pulver, vermischt dieses mit der 
dreifachfen Gewichismenge Chlorsäuren Knli'a, legt 
das Gemenge in ein Rohr, wie man es zu einer or- 
ganischen Analyse anwendet, und erhitzt dies Rohr 
ganz so, wie bei einer organischen Analyse, bis 
sich alle^ darin oxydirt hat, worauf man die Salz* 
massc aus dem Rohr auflöst. Die klare Lösung 
wird abgegossen und das Usigelöste mit Königs- 
wasser l^ehan^elt, um Kieselerde aufzulösen und 
abzuöcbeiden« Dann werden die Lösungen ver- 
mischt und durch Chlorbarium niedergeschlagen. 
Auf diese Weise geschielit die Operation rasch 
und sicher. Es scheint als könnte diese Opera* 
tious*Methode noch zwechmassiger werden, w^nn 
man die schwefelhaltige Substanz zuerst mit einer 
abgepassten Quantität kohlensauren Kali's vcmi- 
sch^i würde, um die freigewordene Säure aufzu- 



*) Pharmac. Ccntralbl. 1844. S. 927. 
'*) Cbemica] Gazette, No 37, p. 914. 



311 

»ebne« oiid die Bildang; von baaiscLeoi Salz mit 
den Btelallaxyd zo vermeiden. 

Dieselbe Methode aci aueh anwendbar zar Be- 
atimmiing des Sehwefel- and Pbosphor-Geballs in 
organiaeben Körpern , (erfordert aber bier gewiss 
grosse Vorsicht). 

Als eine leicble Entdeckungsmethode eines ge- Enideckung 
ringen Gebslls von Cblorlithium.im Cblomatrinm ""onCUorli- 
gibt Stein *) an^ das Gemenge vor dem Lölhrobre Chlornauium. 
in dem Oebv eines Pialindrah ts zusammen zn 
eckmelzen und noch warm In Talg einzutauchen, 
worauf man diesen , nachdem der Draht daraus 
wieder hervorgexogen worden ist, anzündet. Ist 
der Litbiou«6ehalt bedeutender, so sieht man an 
denk Rande der Flamme den röthlicben Schimmer, 
welcher Litbion aaszeichnet, aber er kommt im- 
mer hervor, wenn die Flamme iu Begriff steht zu 
verlöschen. Mit 1 Procent Chlorlithiom ist er sehr 
schön, aber auch bei Vio Procent noch bemerkbar. 

Bekanntlich schlägt kohlensaures Ammoniak dasscbeidung des 
Wismuth aus Salpetersäure nieder ^ aber A r p p e **)^»inutb< bei 
bat gezeigt, dass in Fällen, wo Salzsaure in der 
Lösung enthalten ist, das Wismutboxyd wohl aus- 
gefüllt wird, aber In Gestall von basischem Chlor« 
wismuth, gemengt mit kohlensaurem Wismulk« 
oxyd , und dass dieses basische Salz dann nicht 
durch einen Ueberscbuss des Fällongsmittels zer- 
setzt wird« Wird dann der Miederschlag vor dem 
Wägen geglüht, so raucht neutrales Chlorwismulh 
weg, oder mau erhält mit dem freigewordenen 



*) Journ. ßir pract Chein. XXXI, S63. 
**) De Jodeto Bismutico, Spcc. Acad. Helsingforssiae. 
5. Juni 1845. 



312 

Osyd ftas übcrbasiscIi^'Silz^ iiiiä in beiden PMIett 
wird das Gewicht anricfatig. — ^ fir »ebeiDt nicbt 
versucbt zu babeti^ die WisinnthlSsoiig in eine 
Löenng des koblensauren Ammoniatnoxyds zu 
tropfen, wodnrcb wabrscbeittlieb kein bisiadies 
Salz niedergeschlagen tvird. Anstatt dessen f&llt 
er das Wisnitith ans einer chlorhaltigen Losung 
durch Schwerel Wasserstoff, wäscht den Niederschlag 
rnit^ Wasser, wrelches Schwefelwasserstoff enihilt, 
tost ihn dann in reiner Salpelersiare, nnd sdhli^ 
hierauf diese Lösung durch kohlensanarcs Aanno* 
niak nieder. 

Schweflige Als Scheid ungsmittel verschiedener K<n*per gah 
SSurcalsScheiBcrthier vor einigen Jahren das ungleiche Ver* 

untauglich, halten derselben zu schweiiger Säure an, indem 
dieselbe mit einer Menge von Oxyden schwerllks- 
iiche Salze gibt, von denen sich gewisse im Sie« 
den niederschlagen, andere aber sicli erhalten, z.B. 
löst sich ein Gemenge von Thönerde - und Beryll* 
erdehydrat in 8chi<refliger SSure auf, und wird 
dann die Lösung gekocht , so fällt die Thonerde 
nieder, aber nicht die Beryllerde. Diese analyti- 
sche Methode ist von Böttinger*) einer sehr ver* 
dienstvotlen Prüfung unterworfen worden. Der- 
selbe hat gezeigt, dass wenn auch Berthier's 
Versuche richtig sind in so weit sie die rei- 
nen, ungemengten Oxyde betreffen, sie doch in 
ihrer Anwendung zu chemischen Analysen ffitiz 
unrichtig sind. Denn t) bekommt man gemengte 
Niederschläge in allen versuchten Fällen , und 
2) oxydiren sich die Niederschläge während des 

Waschens auf Kosten der Luft,, wodurch sich ein 

<^ ■ ■■ ■ ^ t 

*) Annal. der Chem. uod Pharmac LI» 397. 



313 

IMklieB 8«hw«leliaiire# Sfth bildet, welcWs illeiii 
Waschwtsser folget. 

Ith tühHe im Jaiiresbericbte 1844, S>. 177, Cyankalium 
eisige Zweirel «n^ ob eioe von L i e b i g iiDgegebeiie^ ^^^ ^^^ 
SebeidsngsmetbMie von Kobalt nad Mlcbel dereb Nickels tod 
ein Gemenge tod eyMsaiiretD Ktili nüd CjiiialniliMi ^^^ ^ 
in Rttckricht hnt lielcbtigkelt and Sieberbeit det 
Toiber bebanriteii Metbode Airish A^fösen l«i Aitf- 
moniak Ulid AnsftUen mit Kali torgezogei» wer- 
den könne. Dieae Zweifel^ trekhe iebMcb hege, 
bmben Liebig') missfallen, derntfil bäbanfi- 
tel^ dasB ich seine Methode unrichtig an|jeg]eben .> 

halte y wiewohl ich sie dorcha^a nicht angefahrt '* 

habe^ sondern nur die Zweifel, daher ich die na« 
here Üarstellung, der Methode nicht fiir nöfbig 
bielt. Er beweist nun die Zayerlasai^keit der 
Methode mit folgenden Warten s „e« Uegi in den- 
selben die ßrösste Bereicherung , tvelcAe dfr Mi^ 
neralanaltfse in den letzten Jahren an allgemei' 
nen Seheiäungsmiiteln zu TheU gewvrden («t". 
Indeaaetf Moaae fVorte sind keine Beweise. 

leb fftbrte im JabresberiiAite 1837, S. 160, D ob er ei- 
eine Ton Döbiereiner angegebene Methode •nj^^^j/piaJi^ 
Plaflnerce zu - analysiren , darin besteb'entf, dassene tu analy- 
man die fremde« Metalle ans der Lösung deA *'''^°* 
EtteB dnreb Kalkmilch aasßllt. Diese Methode 
grfindet sieb auf die von Sir Jobn flerscbei 
gemachte Erfahrang , - dass Platinlosiingcn an ei- 
nem donklen Orte nicht durch Kalkhydrat gefilllt 
werden^ was aber geschieht, wenn man sie damit 
iii's Sonnenlicht stellt. Glaas**) hat diese ana« 



*) Ann. d. Chem. u. Pharm. L. 294. 
'*) Joum. für pract. Chem, XXXIIi 463. 



314 

JyiUdie M^lliode geprüft und gffimden, das» aie, 
wicvYohl die Aogabe von HerscLel gegriiodet 
hif doch nieht aU analytische Melkode anwend- 
bar ist. Das Platinoxyd wird mit den übrigea 
.Metallen gerallt, so bald eins von denselben vor* 
banden ist, was vor anderen mit dem Eisenoxjd 
sUtlfindet. Ich führe seine speciellen Resultate, 
.welch« er mit diesen Metallen für sich erhalten 
Jfat, nicht an, um nicht zu weitläufig zu werden. 
Sie bewejisen, dass diese Methode nicht «nge<* 
%vaudt werden kann. 

Gencbtlich- Fr e s c n i u s *) hat einen sehr Icscnswerthen 
Analyse. Artikel milgetheilt : lieber die Stellung des Che- 
mikers bei gerichtlich-chemischen Untersuchungen 
nrid über die Anforderungen , welche von Seiten 
des Richters an ihn gemacht werden können. Ich 
mache die Chemiker darauf aufmerksam, welche 
von Amis wegen Aufträge dieser Art bekommen. 

Arsenikprbhe. Fresenius nnd v. ßabo**) haben die bis 
undV.BaboJ^'^^ ange%vandten Methoden , in geriehtlicb«che- 
mischen Fällen Arsenik zn entdecken , einer 
sehr ausführlichen und gründlichen Kritik unter- 
worfen^ die Un Vollkommenheiten und Verdienste 
derselben dargelegt und mit der Angabe einer 
ihnen eigenthümliehen Methode geschlossen, wel- 
che alle anderen zn übertreiren scheint, und wel* 
che in der Hauptsache darin besteht, dass das 
Arsenik aus den organischen Stoffen mit SaUsäure 
ausgezogen und durch einen Zusatz von chlorsau* 
rem Kali in Gestalt von Arseniksänre aufgelöst 



*) Ann. der Cb. u. Pharm. XUX, 275. 
••) Dat. S. 287. 



315 

erbaken wird;- dasa 4uiii im(M aua dieser LöauAg 
da» Arsenik ab ScIwefelaKseiiikiiiiederseUagl uad 
dieses mit k^bleosaurem Na)jrou,;vnd Cyankalinm 
In einem Strom von trocknem KoUensäuregas 
reducirt. 

Die Einalelbeiten davoil: ,siiid in der Kune 
folgende : Von djer anr Dntersuebung milgelheU- 
ten Probe wird ^ abgenommen, und bei Seile ge- 
stellt 5 im Fall .die Prilfong mit den äbrigen:^ 
vemngliiekt« ' Diese % weKdbn mit Saksauh^e.vor- 
wisebt) welebe im Gewidit iingefAr der tr«ieb«cii 
Sobstanz in 4e« JHssse gUHcbkomml <fder ein We« 
nig mebr betrügt« D^un. nird Wssser blnavig^- 
setzt > so dass daraus ein; diMHMir?Brei wird. Es 
versiebt sieb von selbst, jdass man sieb dnfeb 
eine besondete PrSfimg von der Abweäenbejit des 
Arseniks in der' Salzsäure vorber übterzengt bat* 
Das Gatfze wird, in einer Pore^llsnscbala im.Wäst* 
serbade erbitzt, and nsehdem sie warm gc^nroidtfn 
ist, in Zwiscbenraumen ron 5 Minuten mit ^ 
Drachme fein geriebenen eUorMur^ Kali's nseb 
einander vermi seht, bis die Blasse bellgelb' und 
dinnfliissig geworden ist. Dsnn werden a^if ein 
Mal 8 Draebmen eblorsauretf Kali's binzi^eselzt 
(icb bemerke , dass ' die Abbandlung nicbis über 
das Veriiällniss des Gewiebts der anfanglieben 
Masse zu dem Gewichte von dem ebIorsai|ren^ .K«ili 
enthält). Mach dem Erkalten wird alles idurdi 
Leinwand filtrirt und das Ungelöste mit ai^df^no 
dem Wasser ansgewascheu , so lange d^as .Wae^jr 
noch freie Säure enthält, ^ors^nt man das W*#cbv 
Wasser und die Lösung im Wasserbiicle bis auf 
ungeßbr I Pfund vecdunstcL Diese. Fl^ss^lltfSit 
wird mit in Wasser aufgelösler schwefliger Säure 



316 

rermitfcht^ bis der Gench dliiNieli nkbt melir ver- 
•ebwmdet, und dAUir dtttait eine Stunde bag er- 
bitat^ 80 dafts tllle schweflige Sivre eutfernt ist. 

In die so erhaltene , gewöhnlich dunkle «sure 
Lh'sBDg^wird SebwefelWMserstoff eingeleitet , bis 
sie «in Fcdge- eines * darin 'sargeCKsten Uebersebus- 
ses danach irieeht ^ und dann 12 Standen lang in 
einer Tebpeffatar- von •4^i9(ParhalteD, bis der 
Oenieh>naek Schwefelwassefstoff wieder Terscbwun- 
dear-itf«.* Der dadoMih gebitdeic^iNiedersehlag wird 
auf aineln <Fillfiitti'^esaBini«lt aad^ ^<Waseerbade 
Ifatroekael« IKe irtoiehna- Missed -l^alche ein m- 
reines SehwefslaMeaÜK kty wird kroplknweise mit 
»aaehenÜer IMflettesitare "t^r^tat-y liia • sie damit 
ddrdbf^adilet ist • and die Stare im Wairs^rbade 
davolK, wiedar wb^adnnatat. Wit - dann aarnelE- 
bleihty : wird mit «onoenfiirter reiner Sebwefbl« 
«ihre darobfeaeliliBt aaid 'damit 3 Standen lang im 
Wasserbade faei^s eilrallen, woranf man -es- in 
dinattt Oelbadi>'JbiS''iaiv -(f-41iOQ erhilct , so >da86 
die verkohlte Ifease ^i^WJde Wird. D^r Rteksliknd 
wird im Wasserbade mit 10 bis ÜO TiieHcH Was* 
ser^diandelt'^ filtrirt tfkid der Afidesfand gewa- 
sehen, bis das Derchgehende keine fif^ie Sänre 
mehrenlbSlt, tfnd* das-WaschWasser der Lösang 
binctfg^niigt. Die 'fiösnng wird wie vorher dareb 
SifhWefelwiisserälbff gefilllt; der INiedersehlag anr 
etn l^tram genommen , davon wieder mit kansti- 
sebam ' AmmOaiah abgelöst , die Lösung im Was- 
s^rbade -verdunstet, der Rnek^tand bei + 100» 
^roabn<$t'md mit- dem Gcftsse gewogen. Man 
nMnil einen Tbeil davon, tiicht alle» fdr -den Fall 
«l*es' Uafalls bei der. Prfifnng, und wiegt das 



ai7 

GeCilM YfieA^y wodimli mMi Am Gewidil mthUu 
Man bat sich dann vorher ein Guemeoge tod 3 
Tbeilen vt aaserfreien kphleaaavrea JHatroqa und 
1 Theil CyankaUun gamaekt» .wetpjkcs kbitere 
oadi Liebig's Methode (Jahresb« «844, S, |7$) 
bereitet worden, iai. Von diesem <Geine«ige jMnnit 
man 12 Mal so Tiel, als das Sehvyeri^Mrsenik be- 
trigt^.innd. r^ibt beide init einander in einem trooM 
nen, glatten , am besten Aebatmörser innig zu- 
samivenk Die Bednction geschiebt i« einem. Ba- 
rometerrobr, wtkbes an einem Endk 2a «inaia 
feineren Rohr abagezogen wd an dorn anderen 
Ende offen ist« Man biegt nun einen .Streifeil von 
steiffem Papier zn eineeik HalbdjUodsr zosiimmont 
der genau -pasat um darcb das weitere Ende ii| 
das Rohr, eipipesdiohen werden an können, breitet 
das GesMnge darauf ans 9 von einem Ende bis zn 
dem anderen, aebiebt es in dfis Rohr hinein, kehrt 
dann das Rohr znr Hälfte her«m, so dass das 
Gemenge.ans dem Halbeylinder auf die freie Hälfte 
dies Glases lallt, zieht das Papier wieder heraus, 
und verbindet das weitere Ende des Robr mit 
einem kleii^n Apparate, weleber Kohlensinregss 
entwickelt, •wflck^s yorbi^r zum Trocknen durch 
Scbwerelsänre goht find welches sieb so langakm 
entwickeU, 4^aß in 1- SecipAde nur eine Blas^ 
durah die Säure gebt, raseb«r darf .dies nicht 
stattfindsu* • Wenn dann die Kohlensäure keine 
Luft mejbr mitfiibrt, so wird das Gemenge in dem 
RoUr mit einer Spiritnslampe erhitzt, toi| dem 
weiten Ende allmälig bis zu 4cm ausgezogenen, 
wobei das Kohlensäuregas die Arsenikdämpfe in 
dieser Richtung fuhrt, und zuletzt werden diese 
in das ausgezogene Ende getrieben, worin sie 



318 

sich ansammeln and an dem Glaae einen spiegeln* 
den Anfing bilden« 

Sind findere Metalle mit Torbanden gewesen, 
so findet sieh Blei in der Kobie naeh dem Ans« 
zieben der Scbwefeisaure, Qneeksilber und Rupfer 
in dem was Ammoniak Ton dem Schwefelarsenik ^ 
anfgelSst hatle, und Zinn und Antimon in der 
Masse, woraus sieb das Arsenik snblimirt bat. 

EniJecIcung Bei Vergiftungen mit Phosphor ist es sehr 
TonPbosphor.^;^l.i;g^ den Phosphor in nieht oxydirtem Zu- 
Stande abscheiden zn können, indem mit der Dar- 
legung von Phosphorsäure , welche nnsebadlich 
ist, nichts besonderes bewiesen wird. Rnnkel*) 
hat bei einem Fall von einer yermatbeten Vergif- 
tnng mit Phosphor ans der Speise, von welcher 
der Getödtete znlettt gegessen hatte, den Phoa- 
phor daraus durch Schältein mit Schwefelbohlen' 
stoff ausgeeogcn , welcher naeh dem Abdestillircii 
ans einer Retorte in niedriger l^eblpcra tu r den 
Phosplmr zurSchliess , so dass er durch seine 
Brennbarkeit mit Phosphorflaiiime und Rauch er- 
kennbar war. 

Quecksilber- Bei Vergiftungen mit Quecksilberchlorid tritt 
''^^''"'^- immer die Schwierigkeit auf, dieses Gift auf* 
znfinden , da es 'sich in fester Form mit Fi- 
brin, Albumin nnd den festen Bestandtheileii 
des Körpers vereinigt nnd in dieser Form nnltis* 
lieh ist. Clatnor Marquart ^) hat Gelegcnbeit 
gehabt, eine Untersuchung mit einem knrk vor- 
her Verstorbenen anzustellen , welcher selbst be- 
kannt hatte, dass er 8 Loth Sublimat zn sicli 



•) ßuchn. Reperl. XXXV, 114. 
") Jahrb. für pr. Pbarmacie, VIII, 1. 



319 

geoonnien habe. In dem fl&Migen Inhalt des 
Magens fand sich keine Spur mehr von Queckail* 
l>er, aber aus den in Wasser nnlöslicben Contcn- 
lis konnte mit Salssäure und unterchlorigsaurer 
Kalkerde eine Spur von Quecksilber ausgesogen 
werden. Wurden aber die Magenhiute zerschniC- 
fen nnd derselben Behandlung nnlerworfen^ so 
entstand eine klare Lösung, ans welcher Schwe- 
felwasserstoff reichlich Schwefelquecksilber prae* 
etpttirte, durch dessen Untersuchung sich die Be- 
actionen auf Quecksilber darstellen Hessen* 

Diese Untersuchung fuhrt jedoch immer die 
Unsicherheit mit sich, dass hier, nicht die Frage 
▼orliegt, Quecksilber aufzufinden sondern Queck« 
silberchlorid. Denn die Contents des Magens 
können das Chloriir enlhaUen , welclies ans ganz 
unschuldigen Ursachen genommen sein kann, und 
keinen Theil an dem Tode gehabt hat. 

In dem Torliegenden Falle liegt die ganze Si* 
cherheity dass der Verstorbene durch Sublimat 
getödlet worden ist, abgesehen davon, dass der- 
selbe es vor dem Tode selbst bekannt hatte, nur 
in dem Umstände, dass das Quecksilber ans den 
gewaschenen fiantCD des Magens ausgezogen wurde, 
mit dem sich Sublimat chemisch vereinigt^ was 
mit Calomel nicht stattfindet« 

Es bleibt also noch übrig, um diese Art von 
gerichtlich -chemischen Fällen nnzweideutig zu 
machen, nach einer Methode zu suchen, wodurch 
der Sublimat ans der tkierischen Verbindnng durch 
Aether, concentrirtes Cblorkalium oder CUorna^ 
triam u. s. w. ausgezogen wird, welche vielleicht 
eine überwiegende Vereinignngskraft dazu haben, 
so dass es oiTenbar wird, dass das Qneehsilber als 



320 

Chlowl aiid nicbt als CU^riir vorbanden g«. 
wesen iat. 

Als ReacUon auf die Gegenwart von Qaeck- 
silber iadieser aufgelösten Form empfiehlt Framp- 
ton*) die Lösnng mit palrevformigem SUber zu 
digerireOf so wie dies leicbt dovcU Reduetion des 
Cblorsilbers mit Zink erbalten wird 3 oder uacli 
S. 196 mit Kalilange und Zneker. Dadnrcb wer- 
den Chlorsilber und Qneeksilberamalgam gebildet, 
aus welchem das' Quecksilber dorcb Glühen ia 
einem an dem einen Ende zugebUsenen und ge- 
bogenen Rohr als Metall entwickelt wird« 
Appuruu. Beetz**) bat einen Apparat beschrieben, um 
v^as^en "n ^^^ Wasserstoffgas auszuwilscben. Er ist zweck- 
Wasserstoffgas massig, kann aber nicht ohne Zeichnung verstan- 
"^^ft^i^""*^ werden. Derselbe bat die Unbequemlichkeit, 
welche jiidoch i« dem Fall^ , wo^io er von ihm 
angewandt wurde, gleichgültig war, aber nicht so 
in anderen Füllen, daas er nur den Inhalt des Fil- 
trums, aber nicht die filtrirte Flüssigkeit gegen 
die Luft schützt. 

Folgender, ohne Zeiehnung leijcbtYerständlicber 
Apparat erfüllt alle Zwecke, welche beim Aus* 
waschen in einem anderen Gas, als Luft, verlangt 
werden: Man legt eine matt geschliffene Platte von 
Spiegelglas in eine Unterlage von Holz ein, wel* 
ehe auf der Unterseite eingeschobeiiQ^ Querleisten 
bat um zn varbiodern, dass sie sich w^ft. Ausser- 
dem lasst man eiM. Gbsglocke mit dijdk umgebo- 
genem Band machen , so dass dieser gesehlif- 
fen werden kann, um luftdicht i^uf die Glasplatte 



Bueho. Rep. Z. R. XXXUI, 234. 
**) Pog^end. Ann. LXI, 473. 



321 

zu fassen. Die Gloeke mass wenigstens 16 Zoll 
faoeii sein and 3 Tubnli haben , einen grösseren 
in der Mitte und zwei am Rande. Am beqaem* 
8ten ist es, wenn sie nacb oben zu so wenig wie 
möglich gewölbt ist. In den im Hittelpunkte be- 
ßudliehen Tubulns wird ein solcher Scheidetricb- 
ter eingeschliffen, wie ich in meinem Lehrbnche 
der Chemie, 4* deutsche Ausg. Bd. X, S. S70, 
beschrieben habe, dessen Rohr 1^ bis 2 Zoll in 
die Glocke hineinreicht und dessen Hahn ein hin- 
reicbend grosses Loch hat, um nicht durch einen 
Niederschlag verstopft zu werden. Soll nun eine 
Filtifttion im Wasserstoffgas gemacht werden , so 
setzt man unter die Glocke ein passendes Filtrir* 
gestell mit Trichter, Filtrum und das Gefass, von 
dem die filtrirte Flüssigkeit anfgenoramen werden 
soll. Der Trichter wird darin so hoch gestellt, 
dass die Oeffnnng des Rohrs vom Sckeidclrichtcr 
wenigstens 1 Linie in den Rand des Filtrums hin- 
unter reicht. Der Rand der Glocke wird nun mit 
Gerat bestrichen und luftdicht auf die Glasplatte 
gesetzt. Durch den einen Tubulus, in welches ein 
Glasrohr mittelst eines Korks eingesetzt ist, wird 
Wasserstoffgas in die Glocke geleitet, welches sieb 
aus einer GasentwickeluAgsflasche entwickelt, und 
durch den anderen Tubulus, welcher ebenfalls mit 
einem Kork und Rohr versehen worden ist , wel- 
ches ausserhalb der Glocke ein Stuck nach unten 
gebogen ist und in einem Geßsse mit Wasser 
endigt, wird das Gas herausgefiihrt , und dieses 
forlgesetzt , bis alle atmosphärische Luft In der 
Glocke durch Wassersloffgas verdrängt und ersetzt 
worden ist. 

Anstatt einer Glocke mit 3 Tubulus kann man 
BerzeliuB Jahres * Bericht XXV. St 



322 

mit dciuscibon Vortheil eine Gloeke aBwendeD^ die 
nur 1 Tubulus oben im Centram hat, wenn in die 
Bodenplatte 2 Löcher eingeschliffen nnd in diese 
die Röhren eingekittet worden sind , welche das 
Gas zu und ableiten, was darin einen Vorzag hat, 
dass die Glocke rascher Ton Luft befreit wird, 
indem diese nach unten austritt, und das Wassev- 
stoffgas sogleich hinauf in den oberen Theil der 
Glocke steigt. 

Enthält dann die Glocke nur Wasserstoffgas, 
so wird der obere Stöpsel aus dem Scheidetrich- 
ter herausgezogen und dieser mit der Flüssigkeit 
gefilllt, welche filtrirt werden soll. Reicht diese 
dazu nicht hin, so wird so viel lufltfreies Wasser 
nachgegossen, dass er voll wird, und dann der 
Stöpsel wieder eingesetzt. Der Hahn, welcher 
bis dahin verschlossen war, wird nun vorsichtig 
geöffnet, so dass die Flüsaigkeit nicht zu stürmisch 
ins Fillrum stürzt. Sie steigt darin nicht höher, 
als bis die Röhre unter die Oberfläche der Flüs- 
sigkeit in dem Trichter gekommen ist. Während 
dem wird die ausgeflossene Flüssigkeit durch Was- 
scrsloffgas aus der Glocke ersetzt, was während 
der ganzen Filtration fortdauert. Sobald die Flüs« 
sigkeit in dem Filtrnm sinkt, so dass die Trichter- 
röhre enthlösst wird, tritt Wasserstoffgas in die- 
s^be und dafitr Flüssigkeit mit dem Niederschlage 
H^aus. Ist der Scheidetrichter leer und noch 
Flüssigkeit zu filtriren vorhanden , so wird der 
Hahn zugeschraubt, der Stöpsel herausgezogen 
und der Trichter wieder gefüllty worauf alles wie- 
der wie vorher von Statten geht. Während der 
ganzen Filtration lässt mau einen schwachen Strom 
von Wasserstoffgas hindurchgehen, .was abißf auch^ 



323 

wenn alles dicht seUieMt, attterUsten werden 
kann. Dieser Apparat errüllt bequem and vor* 
freilich seinen iitvreek. £r braucht nicht imaier 
so gmas an aieiii^' immer aber moss doch die 
Biflire des Scheidetrichters von so dichein Glas sein, 
dass sowohl die Oeffhong dsrio als aach die in 
dem Hahn gross genug ist> um nicht durch den 
Niederschlag Tcrslopft an werden, und dass Gas 
und Flüssigkeit sich einander auswechseln können. 

Reich *) schlägt vor, anstatt Kuallgas zum Löth. Gaslöihrohr. 
Tohr mit zosammcngepresslem Gase, 2 Theilc Koh- 
lenoxydgas und 1 Th. Sauerstoflgas anzuwenden, 
mit deren Feuer ungefähr dieselbe Hitze hervor- 
gebracht werde, wie mit WasserstolTgas und Sauer- 
stoffgas, und mit unendlich geringerer Gefahr vor 
einer Explosion. Man braucht das Gas nur vor 
dem Hahn durch ein Glasrohr bis zu der Lölh- 
rohr-Oeffnung zu fiihren, um die Entzündung nach 
Innen zn verhindern. Man mnss vor die Oeffnung 
eine angezündete Spirituslampe halten , weil das 
Gas leicht verlöscht und die Flamme wegnehmen, 
ehe der Hahn zugeschraubt wird. Auf diese 
Weise hat er Kieselsäure zu Glas und i-^ Gramm 
Platin zu einer Kugel geschmolzen. — Es ist klar, 
dass eine Zwischenlage von einigen Scheiben ei- 
nes feinen Metallgewebes dieses Instrument ganz 
gefahrlos machen wird. 

Schubert**) hat eine Tiegelzange bescliric- TiegeUange. 
ben, welche zweckmässig zu sein scheint, die aber 
selbst vermittelst der von ihm dafür gegebenen Zeich« 
nung schwierig zu verstehen ist. Ich gebrauche 



*) Journ. f. pract. Chemie XXXIll, 477. 
•*) Da«, p. 253. 



324 

zum Abnekmett oder Anfsetsen von Phtuitiegeln 
auf die Lampenflamme eine aelir einbche Zlaoge^ 
welebe am besten daicL VergleiclHiog mit einer 
Papieraeheere Teratanden wird^ deren aosaerate 
Enden an die hintere Biegung Ton zwei einander 
entgegen gekehrten C geltfthet sind, welche bo- 
wehl [die kleinsten als grossten Piatintiegel von 
gewöhnlicheren Grössen gleich gnt fassen. 



Mineralogie. 



IKe ForlseliriCte, welcb€ die MiDertUgie i« Mineralogische 
den leUteren Jahren gemaebl bat, sind in keinem Handbucher. 
aBefahrUcheien Werke eoropiischen Urspranga 
znaanmengefasat worden j dagegen sind im Laufe 
des Terfloasenen Jalira zwei Arbeiten dieser Art 
in den Tereinigten Staaten von Nordaroerica berr 
nnagdLommen, nSmIich die zweite Auflage you J. 
Dana' 8 System of Mineralogy j welcbea alle be- 
kannt gemachten Entdecknngen in 4J0 allgemeine 
Daratellnng der Wisaenachart. eingeführt enthalt, 
dnrchgangig . bereichert mit wohl anagerüLrten 
Zeichnungen von Krystallfigoren 3 and die von 
Francis Alger veranaAakete 5te Auflage von 
Phillips jBfemenlary ireaüse an. Minerahgyy 
mit bedentenden Zusätzen van. dem Herausgeber, 
und ebenfalls mit dem neuen Zuwachs der Wis- 
senschaft und wohl ansgefiibvten Zeichnungen von 
Krystallfignren bereiebert. Durch diese Arbeiten 
ist einem wahren Bctdnrfniss für die Gegenwart 
In der Mineralogie abgeholfen worden. Ram- 
melsberg bat ein Sopplementbeft zu seiner 
vortrefflichen Arbeit: Bandwörterbuch des ehe- 
mischen Theils der mneralogiey gegeben, dem in 
Zukunft mehrere nachfolgen sollen. 

Berxelius Jahres - Bericht XXV. 22 



526 

Pseudomor- ff a i d i n g e r *) bat die bekaaalen MteUmorpIio- 
pbosen. ^^Q der Mineralien auf eine sebr wiasenachaflliehc 
Weise abgebandelh Der Gegenstand ist eben 
8o inleressant als wiebtig, und er yerdient wobt 
in gründlicbe Betracblung gezogen zu werden. 
Und dies ist in dieser Abbandinng gescbeben, 
welebe aber beinen bürzeren Auszug gestaltet^ 
so dass ieb bier nur auf die Originalarbeit ver- 
weisen bann. 
Pfeu9 MiHerm- f n den Granitgingen auf Hitterö in Norwegen, 
^'^' welcbe merb würdig sind wegen der Tielen un- 
gewöbniicben Mineralien, die darin entbalten sind, 
z.B. Gadolinit, Ortbit, pbospborsanre Yttererde 
n.s.w«, bat Scbeerer*') zwei neue Mineralien 
gefunden, welebe er Polybras und Malabon ge- 
nannt bat. 
Polykrat. Der Pohfhras (von noXve und ftgaasy was ans 
Vielen eonstitnirt ist) ist in langen, platten li» 
neaUbnlieben Krystallen angescbossen , welclie ^ 
bis i^ Zoll lang sind nnd dem rbombiseben (ein* 
und ein-axigen) System angeboren. Sie baben 
eine aebwarze Farbe mit vielem Glanz, sind in 
iusserst feinen Splittern briunlieb , obne Dureb* 
gange, baben einen- musebeligen Broeb, und sind 
niebt vMlig so bart, wie Feldspatb* Speeif. Gew. 
= 5|tO. Sie geben ein braunes Pulver, dacre» 
pitiren beim raseben Erbitzen, yerglimmen beim 
anfangenden Gliiben nnd werden braun, wie das 
Pulrer. Sie scbmelzen niebt vor dem lA'tbrobre, 
geben mit Fl&ssen ein Glas, welebes in der insae-^ 
ren Flamme gelb nnd in der inneren braun ist. 



Poggend. Aon. LXII, 161. m. 
**) Dat., p. 439. 



327 

Mit Soda auf Platin geben sie eine aebwacbe 
Reaelion aaf Mangan« Von SalssSure werden sie 
schwierig, aber von erikilzter SebwefeUinre ^olU 
standig aufgelöst. 

Er ist sowobl im Ansehen als aneh in der 
Znaammenselznng 4eni Polymignit ähnlich , aber 
er entbilt Bestsndthelle y welche in diesem nicht 
enthalten sind, nämlich Tsntalsänre (Niobsinre) 
und Uranoxydol, so wie ein wenig Kalkerde und 
ManganoxydoL Eine qQanlitatIve Analyse wurde 
damit nicht yersncht, da noch heine recht si- 
cheren Methoden bekannt geworden sind, um 
diese Bestandtheile quantitatir zu scheiden. 

Der Malakon (von /naXaKog, weich) ist kry- Malakon^ 
stallisirt, theils in isolirten Krystallen und theils 
in Gruppen, dem quadratischen (2 und 1-axigcn) 
System angehörend. Die Farbe aussen dunkel 
ins Braune fallend, im Innern weissblsu ins Graue 
fallend, mit schwacheip Glssglsnz. Er besitzt . 
Andeutungen zu Durchgängen, die Harte nngerähr 
wie Feldspsth. Specif. Gewicht = 3,90. Gibt 
beim Erhitzen zuerst Wasser und verglimmt dann 
im Glühen, was jedoch ein geübtes Auge er- 
fordert niA bemerkt zu werden. Hernach hat 
er eine ins Gelbe ziehende Farbe und ein spe« 
cif. Gewicht = 4,8S , wozn jedoch der Verlust 
an Wasser HaupUächlich beitragt. Er schmUzt 
nicht Tor dem Löthrohre, löst sich in Gestalt Ton 
Stücken nicht in Flüssen auf, aber als feines 
Pulver wird er davon aufgelöst mit Zurücklsssung 
eines Kieselskeletts und mit schwacher Eisenfarbe. 
In Pulverform wird er nicht von Salzsäure auf- 
gelöst, aber ToUständig durch Schwefelsäure zer- 
setzt, und sm schnellsten durch Fluorwasserstoff- 

88* 



at«9 

ajlnre. ; War das Pulver geglal|t WjOffilea , so iat 
es in allen ' diesen Sauren unanflösliel^, ;und es 
niuss daher durch Gliiheii mit hqhlenaaurem Na* 
fron zersetzt werden, wobei sich depr Malakon 
wie Zirkoii yeijkält* . 

Er wurde zasammengesetzt gefunden ans: 

Rieselsaiire . 31,31 

Zirkonerde . 63,40 

£isenoxyd . 0,41 

Yttererde . . 0,34 

Kalkerde • . 0^39 

Talkcrde . . 0,11 

Wasser . • 3,03, 

was die Formel sSZrSi + S gibt. Walirscheiu- 
lieh ist ein grosser Theil von dieser Zirkonerde 
Norerde, deren Atomgewicht zwar nicht gleich 
mit dem der Zirkonerde ist,: aber doch nicht so 
davon abweicht, dass es hier einen besonderen 
Unterschied veranlasst. Nach der Rec|inung be- 
steht er aus: ; 

Atome. 
Kieselsäqrci 32,43 2 

Zirkonerde 64,P6 2 

Waaser . a,51 i 

Er ist also wasselfialtiger Zirkon, aber in der 
c^Modificafion, aus der er durch Glühen in die 
/^Modification llfbergeht, wodurch er sich in wall* 
ren Zirkon verwandelt. 

Keilhauit, Axel Erdm'ann*) und Th. Scheerer**) 

Vttro-Tilanit. ^ 



** 



*) KongL Vet. Akatd. Haad). fdr 1844 
•) Poggead. Ann. LXIII, 459. , 



329 

haben elo im JaLr 1841 Ton Weibye gefunde- 
nes Mineral bescbrieben, nelcbes in einem Feld- 
spathbrnch auf Buön, 1^ Meile Ton Arendal, vor- 
kommt, und welches der Erstere Reilhauit, Pro- 
fessor Reilhan zu Ehren, und der Letztere 
YUra-inianii genannt hat in Röcksiebt anf die 
Bestandtheile. ~ Es ist derb, hat aber ^inen 
deutlichen iind zwei wenig deutliche Durchgänge, 
ist schiv^rzbradn , gibt ein graubraunes Pulver, 
und ist in Splittern mit brannrolher Fache ducch- 
scheinend. Es hat auf der deutlichen Durchgaogs- 
fliche Glasglanz, der auf der übrigen muschli- 
gen Bruchiiaehe in Harzglanz übergebt. Harte 
zwischen Quin nild Feldspath. - 'Specif.- GvwiehC 
= 3,09. Es' verändert sieh nicht im Glühen und 
verglimmt nicht, aber stark geglühete SplitteK 
werden hell grSi^gelb' und' geben dann ein Pul- 
ver von helkr THonfarbe. ' 

Vor 49in,JLQlhrobre schmilzt es ^i\\ Blasi^n- 
werfen ziQmliqjh leicl|t zu i$inec schwarzen, glän« 
zenden Schlacke. , Von Borai: wird ^ es. n^lt Ei«, 
senfarbe aufgelöaf , die in guter Reduction blut^ . 
roth wird. In Phpsphorsalz löst es sich mit Ei- 
senfarbe , und mit Znrücklaasung« eines Kieselaks-. 
letls auf. Im B^eduttlonsfeuer .bekommt die Perl^» 
einen Stick ins Violette. Mit Soda erbjilt, m^n 
eine Manganreaction. 

Als fsioes. Ptalver wird e« vollständig vo» Sab-' 
sinre aiifgfilQsli^.nad.MiiacJb .deri Aniily^e. tan E.v4- 
mann bestsfales lois,; . 



330 



1. 2. 

KieaelÄ'ure 30,00 Sauerstof%e]iall =15,585 24,45 Sauerstoffgelialt=lS>298 

Kalkerde 18,92 5,374 18,68 5,307 

Eisenoiya 6,35l 6,48) 

Thooerde 6,09> 4,951 5,80> 4,958 

Manganosyd 0,671 0,861 

Ccroxyd 0,32 — 0,63 — 

Titansäure 29,01 11,517 28,14 11,158 

Yttererde 9,62 1,915 9,74 1,939 

E r d m a n n berechnel danacb die. Formel 3Ca'Si 

A 
+ Mi + Vti», ode*3(CS«+ V iS)+ r5R6, we- 

VFoLI er bemerkl^ daas das analytische Resultat 
nicht scharf dieser Formel entspricht. 

Iberii. Bei MontoTal in der Gegend too Toledo kommt 
ein Mineral yor, welches von Qrn. SandÖTtl 
in das Mineralien «Cabinet des Reiehs-Mnsenms 
gesandt worden ist, nnd welches neo zn sein 
scheint* Dasselbe ist yon Norlin*) analjsirt 
und nach Iberia, Jhtrii gtaannt worden* Es ist 
in grossen Krystallen angeschossen , welche dem 
hexagonalen System anzugehören scheinen und 
4 Durchginge haben, einen parallel mit der Basis 
des Prisma's und die anderen mit 3 Seiten in 
dem sechsseitigen Prisma. Es ist hell graugriini 
gibt einen weissen, sich ins Grüne ziehenden 
Strich, hat Glasglanz bis Perlmutterglanz, ist un- 
durchsichtig. Hirte zwischen Gyps und Kalkspath. 
Specir. Gewicht = 8^89. 

Vor dem Lölhrohre schmilzt es zn einer dunk- 
len , geflossenen Perle und gibt Wasser im Kol- 
ben. Schmilzt mit Soda zu einer nndurehsiek* 
tigen Perle. Auf Platinblech gibt es eine schwache 
Reaetion auf Mangan. Löst sich leicht in Borax 

*) Öffersigl af K. V. Acad. Förbandl. 1844, p. 319. 



Thonerde 


30,T41 




Eiaenoxjdal 


15,467 


3,437\- 


Kali 


4,571 


0,775 


Natroo 


0,043 


0,011 


Htnganoxjdul 


1,327 


0,298 


Kalkerde 


0,397 


0,113 


Talkerde 


0,806 


0,312 


Wasser 


5,567 


— 



331 

a«f mit Ebeafarbe^ so wie «ndi io Pbosphonali, 
gibt aber dabei ein Kieselskelett. Dnreh Kobslt- 
solntioa wird das Polfer im Gläben dvnlielblaa. 

Es worde zusammengesetzt gefunden ans : 
Rieseisiure 40,901 Sauerstoflgebslt = 2t,254 4 

I4;357 3 



4,946 i 



4,946 i 

Es ist also =fS^Z^S^^^.f worin unge- 
fähr ^ Ton dem Eisenosydul durch Manganoxy- 
dni, Kalkerde Tslkerde^ Kali und Natron ersetzt 
worden ist. 

lyanoff *) bst ein Mineral aus Ungarn (obne KallphiL 
bestimmtere Angsbe des Fundorts) beschrieben, 
welches eine braune faserige Masse bildet, die so 
spröde und lose ist, dass sie Tom Nagel geritzt 
nird. Es gibt ein rothbraunes Pulver, ist nn- 
durchsichtig, bat Gissglanz, und lässt sich leicht 
in der Richtung der Fasern theilen. Specif. Ge- 
wicht = fi,8. Schmilzt Jeicht auf der Kohle vor 
dem Löthrohre zu einer braunen Kugel. Gibt 
eine Bisenfarbe mit Flüssen ' und wird grün mit 
Soda auf Platinblech. Gibt im Kolben viel Was- 
ser und löst sich leicht in Salzsiure. 

Ivan off berechnet die Zusammensetzung des- 
selben zu der folgenden Formel : 

*) Annuaire da Joumil dci Minet de RoMie. Annee iS41. 
St Petenb. 1844. p. iS4. 



332 
S^''Si+ ^eH»-hBflB^ »Mh fölgeader Audyse i 





Gefunden 


Berecbnet 


Eisenoxyd 


28,80 


28,79 


M«ng«Qsaperoxyd 28,13 


30,96 


Wasser 


19,01 


18,98 


Kieselsäure 


12,10 


12,i9 


Zinkoxyd 
Kalkerde 


6,301 
2,55/ 


9,Ö6 


Tilansäare 


1,20 


— 


Thonerde 


0,60 


— 


Talkerde 


0,70 


— 



99,39 99,98. 
Digenit und Brelthaopt*) hat zwei neue Kapfererze ans 
Cuproplumbit. Chili bescL rieben , deren Fundort nicht genauer 
bekannt ist. 

Das eine, welches den Namen Digenit erhal- 
ten hat 9 war derb^ dunkel bleigrau , metallisch 
glänzend. Gab einen schwarzen Strich. Hat ei- 
nen muschligen Bruch^ keine Merkmahle von Blätr 
trigkeit, Härte zwischen 2,5 und 3^25, und specif. 
Gewicht z= 4,680. 

Dasselbe Mineral kommt, wiewohl friiher nicht 
als eine besondere Mineralspecies betrachtet, hei 
Sangershausen in Thüringen Tor^ dessen specif. 
Gewicht aber nur 4,568 ist. Schmilzt vor dem 
Lölhrohr wie SchwcfelkupCer. 

Wurde zusammengesetzt gefunden aus^ 
Kupfer 70,20. 

Silber 0,24 

Schwefel (Verlust) 29,56' . . 

, \ ' ' . '.' i' \'\ i\ . • 

was sich €u-|-4Cu nähert. ; | ., 



•) Poggend. Ann. LXI, 671. 



333 

Düs aodtrty wdelie» nit eiMai Uebenuge ▼•■ 
deoi iNHrbcrgcheiiieii bededkl geAndlm wurde, be- 
kam den lÜMmtU'CuproflumHL Es ist HMUiUiteb 
gliajfend) bryaUllkmch milden purehgängeii des 
Bleiglmnz%Byh^ die Farbe Ten Knf^fe^koz, gibt 
eiiiiw scbwarzen Slfidi^ astleicfat sii' seMpreageB 
und so bsrt wie das Yorhefgebende* Specif* Ge- 
wicht z=:6,4a;.i.SebBiilat leicht avf der.Kohle vor 
Jkm Lötfa^dbre^.mit'deiii Gemek.Babb sohwefliger 
Siare ud. mit^ehiein Bleibeacbhig aitf dier Hoble. 
Worde ' aosammengesetot geCandeii msb 
Schwefelkupfer, €a 24,45 
Scbwefelblei ' 74,99 

Sebwefetsilb^r 0,57 

100,00, 
wonacb die Zassminenselzangsforniel daf|ir wird: 
€« + 2I^b. 

Am ösllichen Abbange der Urarseben Gebirgs-yanadinsaurtp 
bette bat mao bei Wosskresaensk *) in einer au(^'>P^«''''y^- 
Scbwefelkupfer , gediegenes Kupfer and Malacbit 
betriebenen Grube yanädinsaures Kupferoxyd z:z 
CuV gefunden, darin vorkommend theila als pul- 
Terförmiger Anflug, tbeils in nierenförmigen Grup- 
pen, gebildet aus Blattern, welche ein^ citron- 
gelbe Farbe und Perlmutterglanz haben« Wer es 
gefunden und ■ analysirt hat, ist nicht angegeben 
worden* , ) 

Rogers D gibt an, dass man in einer. verlas-iVieAi oxyiliVf« 
aenea Grube, bei Mei*byr-TydwjU in England jge- ^Jj^^Jf^:^ 
diegenes Ti^tn* in. ^ej^selben kupfef rothen nnd wi^r- tan. 
felförmigen Krystallen gefunden bat, wie früher 

') L*lnstitttt, No. 525, p^68. • ' * 
••) Daa.No. 529, p. «O.t ' 



334 

in den BodcnftteioschUckeii mehrerer HoMtfen. 
£e ist aneh an nehrereii Orten im eudliehen We- 
lee gefnnden vrorden^ nd ee soll sehon seit dem 
Jahre 1794 in d^ßn Bne auf dem Eisenwerk Cljde 
gefanden nnd damals an Hany gesandt werden 
sein, welcher es für wirfellonnigen Sehwefelkies 
gehalten hätte. 
Gedieged Zinn. Nach Hermann^ kommen unter dem Golde 
in den sibirischen CMdwfischen seltene hleine^mne 
metsUische Körner Tor, welche gediegenes Zinn 
sind, Yeranveinigl durch eine nnbcdealende Quan- 
tität von Blei. 
Arsenikanti- Rammclsbcrg**) hst das Arsenik - Antimon 
™®"* Yon Allemont in Frankreich analysirt vnd es aus 
ShAs' zusammengesetzt gefunden. 
Gefunden Berechnet 
Antimon 37,85 36,38 

Arsenik 62,15 63,62. 
Wismutlisilber. Domeyko*""*) hst das Wismnthsilber Ton S. 
Antonio in Copiapo im südlichen Amerika analy- 
sirt. Es bildet weisse, geschmeidige, metallische 
Blatter, welche zusammengesetzt gefunden wnr* 
den aus: 

Silber 60,1 

Wismuth 10,1 

Kupfer 7,8 

Arsenik 2,8 

Gebirgsart 19,2. 
Domeyko glaubt, dass das Kupfer mid Arse* 
nik €ns As (Jahresb. 1845, S. 299) ausgemacht bit- 
ten. Die Silberverbindung wire dann =BiAg^. 

*) Journ. f. pract Chem. XXXIÜ, 300. 
*) Poggend. Ann. LXI, UT. 
*'0 Ann. des Mine« 7. Ser. W^ 105. 



335 

Das Im leteten J«Iir(MlieriekteS.S79angefolirle Cuban. 
neae Mineral Cuban, deasea Pandort auf Cuba da- 
mals nicbt genauer bekannt war, soll sieb bei Ba* 
cnranao, 3 Standen von Havanna entfernt finden *)• 

Gbodnew*') bat ein Bnatkupferers in bexa-Biiatkupferen. 
edriscben RrystaMen analjsirt and es sasammen- 
gesetzt gefanden anst 

Gefunden Bercdinet 
Sebwefel 26,S4 26,61 

Kapfer 57,89 58,47 

Bisen 14,94 14,85 

Riebaland aaeb d. Verbr. d. Scbw. 0,04 

99,71 
=: ife^e + 3^0. Damit stimmt aacb Varren- 
Irapp's Analyse (Jabresb. 1841, S.219) überein. 

Der bei Scbladming TOrkommende krystallisirte Nickelglaas. 
Iffickelglanz(Jahresb. 1844 8.244) ist von Pless**) 
nod von Löwe***) analysirt worden $ 

Pless. Löwe« 

IMl * ^ s Uli 1^' '> 

Sebwefel 16,35 16,11 16,91 14,63 13,45 14,42 
Arsenik 39,04 39,88 39,40 48,75 49,84 50,90 
Nickel 19,59 27,90 28,62 26,96 25,55 25,91 

Kobalt 14,12 0,83 2,88 

Eisen 11,13 14,97 12,19 9,66 9.28 9,71 

Bei der Vergleicbung dieser Analysen siebt es 
ans, als wecbsehen sieb Arsenik und Sebwefel in 
unbestimmten Verhallnissen einander aus. Pless's 
B^esultat gibt die Formel SNiS + KiAs, worin 
Fe, Co nad Ni zusammen mit Ni ausgedrückt 
werden. Die Berechnung gibt 

') Poggend. Ann. LXI. 675. 
**) Daf. p. i96. 

***) Ann. d. Cbem. and Pbaim. LI, 350. 
t) PfiTalim milgetheilt 



336 

'Beredmet. lOefmided . . 
I Sckwera IMl i&fl!f 
iANmitt. , 3%3&. 3S,99 
Wi:, Citr, F4J 46,14. 44,17- 
. firiüQtevfcbeidel eiiclk '«lao von* dem JSickelglanz 
yan I^oofflm.Kirclispid, FirJlii .Ita 1 ÜtoniiNiclIel 
mehri denn die Formel von dieaei» ilt^liS^ -«f* 
NiAs. • •, 

PI es 8 fubri ein Paar Analysen von Lerch 
an^ nelcke mit denen von Löwe iibereinalinimen't 
worin wahrseh eittlich' eine EünieiigMi^'nP'ta Atv 
aeniknickel stattfindet« 

T. Kobell*) hat einen in Octaedern. trjftal* 
lisirten ^ häufig vorkommenden Mickelglanz vom 
Friedrich Wilhelmsatollen bei Lichtenberg im Berg- 
amte Stehen in Bayern aualysirt^ und zuaamincn« 
gesetzt gefunden aus : ^ 

Schwefel 14,00 

Arsenik 45,84 

Nickd 37,34 

Eisen 2,50 

Blei - 0,82 

Spur von Kobalt -^ — * 

100,00 
V- K b e 1 1 ^ibt dafür die Formd = N! S^ + NP As^. 
Scbaalen- K ersten**) hat d7e schaalige Zinkblende un- 

blende. fersucht, welche bei Raibel in Kärnthdn vorkomnit. 
Sie ist nichts anderes als Schwefelzink =^ '2nS, 
verunreinigt durch eid* wenig Schwefelcisen , tnit 
Spuren von Schwefelantimon und von SchWefel- 
blei. 



') Journ. f. pract Cfatiti. XXXIU, 402. 
") Poggend. Ann. LXUI, 133. 



337 

Seheerer *) bat unter t^iMr Leilnng won sei* 
nen Sckälein eiae strablig •AgetfchdtwBe^ kraune 
Zinkblende analjsiren ksMo^ w«leb« nabe bei der 
Ageff»»Kirehe beiCbritotianin ▼orkomant* Siif gab; 



SehirefU 


33,76 


32,33 


Zink 


46,45 


51,44 


Eiaen. 


16,88 


14,57 


K>|irer 


.Spar 


— . 


Feacktigk«U 


0,23 


— • 



97;3a 98,34. 
Der Scbwefel in beiden Analysen reicbt niicbt bin, 
nm mit den Metallen R zu bilden ^ es mnsa ako 
aneb Sauerstoff darin enthalten sein. 

Damoar **) hat das Tellorwismnth (Bo8nine)TeIlarwismtttli. 
ans Brasilien analysirt. E9 kommt in metallglan- 
zenden, weissen Sehilppen vor, -nelehe naeh sei* 
ner Analyse bestehen aus t 

Atome 

Schwefel mit wenig Selen 4»58 3 
Tellur 15,158 3 

Wismndi 78,40 8 

98,66. 
= BiS5 + 3BiTe. 

D e 8 c 1 o i z e a n X **^) jliat ^ie Krystallform des Realgar. 
Realgars beschrieben und abgebildet. Die Grund- 
form desselben ist ein geschobenes , rhomboidi» 
sches Prisma ypn 74^20"^ an welchem die Basis 
mit jeder der Si^itenkantei^ einen Winhel iron 
104^ 11' 38'" macht, und an dem sich eine ron den 
Seitenhanten der Base zu der Höhe des Prisma's 
Teriiält z= 169 : 47. 



•) Nyt Magai. für N. Videnjk. IV, 348. 
*') L'Inst., No 568, p. 382. Aon. de Gb. e& de Pbys. XIII, 373. 
•••) Ann. de Ch. et de Phys. X, 422. 



338 

Oxydirie Mi^ • 6. Rose '') ImI die KryfttaUforaitii des Qaar- 

"oTa^"'' le» MsfÜlirUeli abgehandelt. Aber da sieh dieser 

Gegenstand nieht xn einem leiichtfasslieben nnd 

sngleieb bnrsen Ansinge eignet, so nnss ich anf 

seine mit Zeichnungen yersehene Abhandlung ?er- 

weisen. 

Rntil, Brooldt H. R OS e bat 9 wie ich schon S. 155 gezeigt 

undAnatas. |^^i,^^ dargelegt, dass Rutil, Brookit und Anatas 

nur yerschiedene isomerische Modifteationen der 

TitansSure sind, die sich dadurch als trimorph 

ausgewiesen bat. 

Die Krystallvarietaten des Anatases sind von 
Descloizeanx**) beschrieben und abgebildet 
worden, und Damonr'***) hafdurch eine Analyse 
Rose's Angaben über den Autil und den Anatas 
, bestätigt. Der letztere von Brasilien hatte 3,857 
specif. Gewicht nnd enthielt 1,11 Proe. Eisen* 
ozyd und 0,90 Proe. Zinnoxyd. Der Rutil ron 
S. Yrieux hatte 4,209 specif. Gewicht und ent» 
hielt 1,55 Procent Eisenosyd. 
Diaspor. Haidiuger *}*) hat einen kurzlich bei Sehern- 

nitz angetroffenen Diaspor beschrieben, welcher 
daselbst theils derb und theils in Krystallen vor- ' 
kommt, welche in den derben Massen sitzen. 

Haidinger fand, dass die Krystallform des- 
selben dem orlo typen System angehört, dem ent- 
gegen, was man vom Diaspor yermulhet hatte. 
Er hat Zeichnungen davon gegeben. Der Diaspor 
ist farblos , aber er hat oft einen Stich ins Ro* 
senrothe bis ins Veilchenblaue. Sein specif. Gev^. 



*) Poggend. Aon. LXH, 325. S33. 
**) Ann. de Cb. et de Pkyt. X, 418. 
♦••) Das. p. 414. 

t) Poggend. Ann. LXI, 307. 



339 

=s 3,303. Hirte = 6. Er deereptlirt beim Er- 
bitzea , gibt den g;rS*8teii Tbeil seines WsMers - 
erat in Glüben ab, scbmilst aicbt^ und gibt reines 
Blau mit Kobaltfolofion. Mit Soda anf Platinblecb 
gibt er die gefärbte Manganreaetion , aber er er- 
fordert dasa starkes nad anbaltendes DaranfbUi« 
sen. Die geflrbte Masse zeigt in Terscbiedenen , 
Riebtangen ein besonderes Farbenspiel zwiscben 
Veilebeabha, Rotbblaa and Grün, welebes im 
polarisirten Liebte noch seböner und merkwürdi- 
ger wird. 

Er ist Ton Lowe *) analysirt worden , n^elcber 
ibn sasammengesetzt fand aas: 

Gefunden Berechnet 
Thonerde 85,131 85,10 

Wasser 15,000 14,90 
100,131. 
Er hat also die Formel des Diaspora =A18 oder 

Bekanntlich haben Hansmann nnd Tnrner Manganoiyd 
(Jahresb. 1830, S. 188) die Manganoxyde in ^""^i^^fj^' 
mineralogische Speeies eingetbeilty aemlieh 1) la 
Manganit (Manganoxydhydrat) :r= JInÖ, 9) Hans- 
mannit (Manganoxyd -Oxydul) = ]$ln -|- &n, 3) . 
Braunit (wasserfreies Manganöxyd) = Sn , nnd 
4) in Pyrolasit, Braunstein (Mangansaperoxyd) 
= ftn. Diesen fügte nachher Phillips (Jahres* 
bericht 1831, S. 166) eine 5le Art hinzu, welche 
derselbe Varvieit nannte, und welche ans Üaä 
+ 9 An bestehen sollte, worüber ich aber die 
Yermatbung aussprach ,. dass es heine chemische 



*) PrtTatim mitgetheüt. 



340 

VerbiiidoDg wfire^ sondeni ein Gemetige in Folge 
einer Epigenie, wodurch das Wasser in dem ETy- 
drat allmilig geg^n Smerstotf nnsgewechselt wnrde. 
Diese Vermatfaung bat Breitlianpt *) znr 6e* 
wissbeit erbeben, indem er die Verindernngen 
des Manganits am Fundorte selbst nntersncbt bat, 
wobei es sieb zeigte^ dass dieses Mineral, beson* 
ders an den Orten, welebe den Saalbandern am 
nacbsten liegen, nnd an dienen, wenn aneb nur 
langsam, ein Lnfitweebsel stattfindet, allmalig in 
den sogenannten VarTicit übergebt, wobei er seine 
äussere Form beibebalt, aber so, dass man an den 
Stufen den veränderten Tbeil dureb den Verlust 
von Festigkeil von dem'nocb nicbt Teranderten 
nntersebeiden kann. Was den Pyrotusit anbetriflTl, 
so tbeil t ibn Breitbaupt in 2 Arten, nämlich 
in Polian oder lichimanganerz y welcbes in so 
barten Rrystallen vorkommt, dass sie am Stakl 
Funken geben, und in PFeiehmanganert.y wel- 
ebes ebenfalls in Krystallen von äbnlicber Form 
vorkommt, aber welches abfärbt und einen lose- 
ren Zusammenhang bat. Diesen Polian bat- Platt- 
ner, auf Breithaupt's Bitte, analysirt und 
dabei bat er sich als Mangansuperoxyd mit 0,615 
Procent fremder Einmengungen herausgestellt, von 
denen 0,318 Procent in Feuchtigkeit bestellen. 
Breitbaupt hat beobachtet, dass die Krystalle 
des Polian's ebeofalls aus dem harten Zustande 
in den loseren übergeben, so dass man sie an 
einerlei Stufe 'finden kann. Dieser Uebergang ist 
vr^niger leicht zn verstehen* Breitbaupt äussert 
sieh ausfdhrlicfa darüber j mir will es scheinen, aU 



*) Poggcnd. Ann. LXI, 187. 



341 

bestimie er entweder in dem Debergange aas einer 
isomerlseben Modification in die andere ^ x. B. 
ansiin/; in Ana, oder er entiteht, was aneb 
stattfinden kann^ dnreb den Einflnsa Ton Basen, 
welcbe ihn in Folge ibrea Strebens, sich mit dem 
Sttperoxyd sn Tereinigen^ allmalig anflockern, 
ohne die kleinsten Theile darin zu Terrüeken, so 
dasa die anasere Form Terandert wird. 

Noch eine andere Art-Abandemng des Brann« Wad. 
Steins ist das Wad* Ein solches ist Ton Ram- 
me 1 sb er^*) untersucht worden. Dasselbe stammte 
Ton Kubbach bei Rübeland am Hars her nnd 
besass die Glashopfstrnctnr^ schalenförmige, über 
einander gelagerte Schichten bildend, Ton bräun- 
lich eisengraner Farbe, fettig anznfüblen nnd Ton 
Fettglanz. Es gab : 

Sauerstoffgas 13;48 

Manganozydul 67,50 Sauerstoffgehalt =:15;i4. 



Kalkerde 


4^2 


Baryterde 


0,36 


Kali 


3,66 


Wasser 


10,30 


Eisenoxyd 


1,01 


Kieselsiure 


0,47J 



J'JH Fremde Körper. 



Rammeisberg berechnetdies zntlSln^-)*^' 
worin ft ans Mn, fc, Ca nnd 6a besteht, gemengt 
mit 35,13 Procent unverindertem Superoxyd. Aber 
wenn das Tcrbundene Superozyd 38,32 Procent 
betragt , so ist offenbar wahrscheinlich , dass die 
Formel =lliIn^ + 3S[ ist, auch wenn das ent- 
wickelte Sauerstoffgas derselben nicht entspricht. 

*) Poggend. Aon. LXII, 157. 
Beneliu« Jahre«- Bericht XXV. S3 



342 

Eine VerbindoDg von Basen mit gewissen Atomen 
Mo kann eine höhere Temperatur erfordern, als 
angewandt worden ist, um alle den Sauerstoff 
abzugeben , den es verlieren Jsann. 

Igelström *) hat unter L. Svanberg's Lei- 
tung ein Wad von Mossebo, Mölltorps Kirebspiel 
in Westgolhland anaiysirt, welches naeh dem 
Trocknen bei -{* 100^ zusammengesetzt gefunden 
wurde aus: 

Manganoxyd 82,514 

Eisenoxyd 0,773 



Thonerde 


6,301 


Wasser 


5,583 


Kieselsaure 


1,430 


Kalkerde 


1,911 


Talkerde . 


0,694 



99,227. 
Alkali oder Baryt sind nicht darin enthalten. 
L. Svanberg glaubt, dass es von einem Man- 
ganoxydhydrat und Thonerdehydrat ausgemacht 

werde =S 



All 



Risenorjrdhy- Hermann**) hat ein Eisenoxydhydrat analy- 
rat. |^''S>(< sirt , welches in den turginschen Eupfergruben 
nicht weit von Bogoslawsk im Ural vorkommt. 
Es bildet derbe Massen, hat eine braunrothe Farbe 
und einen flachmuscheligen matten Bruch, gibt 
einen glänzenden Strich , hat 3,54 bis 3,74 spe- 
cif. Gewicht. Wurde zusammengesetzt gefun- 
den aus : 



♦) Öftenigt af K. V. Acad. FörhandJ. 1844. S. 221. 
••) JouTD. ßr pract Chem. XXXBI^ 96. 



343 

Eisenoxyd 85,34 
Wasser 5,31 

Gebirgsart 7,50. 
Er berechnet danach die Formel zu 5ä^e-f-ä, 
and macht es also zu einem neuen Eisenoxyd- 
hydrat, welches er Turgit nennt. Da es ein ein* 
faches Gemenge von Oxydhydrat mit wasserfreiem 
Oxyd sein bann, sojst bein hinreichender Grund 
▼orhanden, weder das Ganze für ein Hydrat zn 
haken 9 welches auf einem anderen Wege nicht 
bebannt geworden ist, noch eine neue Mineral- 
species daraus zu machen. 

Weidling*) bat den Tafelspath von Gökum Einfkehe Si- 
in Upland analysirt. Er ist CS^ mit sehr unbe- Xa^ls'^'th 
deutenden Einmengungen von fremden Stoffen. 

Marignac**) und Descloizeaux haben Talk. 
den blättrigen Talk aus dem Chamouni • Thal 
analysirt. Die Blätter haben eine grüne Farbe, 
Perlmutterglanz und sind biegsam. Er besieht 
ans : 

Kieselsäure 62,58 62,41 

Talkerde 35,48 35,49 

Eisenoxydul 1,98 2,06 

Wasser 0,04 0,04 

Spur von Mangan 
= lilgSi + 31hg oder M^S^. 

Meidling***} hat den Kerolit, ein talkarti- Kerolit. 

*) ÖfTersigt af K. V. Acad. Förkandl. 1844. p. 92. 
**) Ann. de Cb. et de Pbys. X, 432. 
***) Entea Suppl. z. d. Handwörtorb. des chcmitchen Tfaeils 
der Mineralogie von Rammeisberg. S, 78. 

23* 



344 

get Mineral toh Ztfblitz anilytirl, und zasam- 
mengesetzt gefanden ana : 

KieseUaure 47,128 
Talkerde 36,128 

Eisenozydal 2,922 
TLonerde 2,570 

Waaaer 11,500 

100,248. 
Mit AoascUaBS der Thonerde (was jedoch 
miniöglieli aeine Richtigkeil haben kann), hat 
RammeUhergdie Zosammenselzmig zu S(&ig'Si^ 
-f SH) + l^gH berechnet , vras wohl einfacher 
darch 3 (ftg« Si + B) + (lilgSi + H«) ausgedr&ckt 
werden kann. 
SerpeotiD. Ivan off*) hat einen krystallisirlen Serpen- 
tin ans der Talov'schen Kopfergmbe im Ural ana- 
lysirt. Er bildet Mass apfelgrüne Lamellen, 
welche hartem Asbest ähnlich sind, FeCtglanz 
haben, sich leicht in der Richtung der Strahlen 
theilen lassen, ein weisses PaWer geben nnd 2,55 
specif. Gewicht haben. Vor dem Lothrohre ver- . 
hält er sich wie Serpentin. Er wurde zusam- 
mengesetzt gefunden aus : 

Kieselsäure 40,80 

Talkerde 40,50 

Eisenoxydul 2,20 

Manganoxydul 0,20 
Kalkerde 0,42 

Thonerde 3,02 

Wasser 12,02 

99,24. 



*) ÄDnuftire du Journ. det MGnes d« Riitfie Ann^ 1841. 
St. Petersb. 1844. S. 883. 



345 



Mit Anssdilosä der Thonerde bereclinet er 


ihn zD2M[g3Si> + 3AgBS welches die Formel 


des Serpentios ist. 




Marchand and Jordan*] 


1 haben einen gel- 


ben Serpentin Ton Fahinn 


inalysirt , welcher 


enthielt : 




Jordan 


Marchand 


Kieselsaure 40,32 


40,52 


Talkerde 41,76 


42,05 


Eisenoxydul 3,33 


3,01 


Thonerde — 


0,21 


Wasser 13,54 


13,86 


Kohlige Snbstanx — 


0,30 



98,95 99,94* 
Dies gibt ganz dieselbe Formel wie die Torher- 
gehende. 

Schweitzer*^) hat 6 serpentinartige Mine- 
ralien analysirt: 

1. Vom Findelgletscher bei Zermatt. Es ist 
eine derbe , gelbgriine, durchscheinende Masse 
TOn S9547 specif. Gewicht. 

2. Vom Monte Rosa bei Zermatt. Es ist 
derb, schwefelgelb ins Griine, an den Kanten, 
durchscheinend, haftet an der Zunge, und hat 
2,548 bis 2,553 speeif. Gewicht. 

3. Vom Col de Briona im Canton Wallis. 
Es ist eine hrummschiefrige Masse, die ins Ter- 
worrene Fasrige übergeht. Lanchgrün, in dün- 
nen Blättern halbdnrcbscheinend. Hat Glasglanz 
auf der Oberflache , ist matter auf dem Bruche, 
in Blatter theilbar, Ton faserigem Gewebe. 



*) Journ. f. pracl. Chemie XXXII, 499. 
•^ Das. XXXIII, 3Ta. 



346 

4* Von der Serpeatinkoppe Ate elonire 
im CanCon Wallis. Es ist eine diehte, Laib kranim* 
sebiefrige, balb faserige, schwarzgrüne Masse, die 
wenig glänzend nnd in feinen Splittern dorch- 
Bcbeinend ist. 

5. Von Zem? im Zillertbal in Tyrol. Es 
ist derb, aber strablig faserig, bei^grfin, in dün- 
nen Stücken dnrebscbeinend , anf der Oberflacbe 
fettglanzend , auf dem Bmch scbwaeb seideglan- 
zend. Lasst sieb leicbt theilen. 

6. Von Zermatt. Ist eine krnmmsebiefrige 
Masse, leicht tbeilbar in die dünnsten Blätter, 
blangrün, balb durcbscbeinend mit laucbgruner 
Farbe. Lasst sieb in einer Ricktong mit einem 
Messer scbneiden. Gibt ein weisses Puher. 

Die Analysen gaben i 
1 2 3 

Kieselsäure 43,60 43,66 44,22 
Talkerde 40,46 41,12 37,14 
Eisenozydul 2,09 1,96 5,44 
Wasser 14,73 13,57 12,43 

Thonerd e — 0, 64 1,10 

100,88 100,95 100,33 100,00 88,47 99,70. 
Für die ersten 5 gibt er die Formel SAgl?i 
+ 2%4.3H, nnd für 6 =2ilgSi + lilg +3Ö. 
Es yerstebt sich, dass lütg eine grössere oder ge- 
ringere Quantität te einschliesst. 

Süersen*) bat in dem Zöblitzer Serpentin 
vergebens Vanadin gesucht, aber ungefähr 3 Gran 
Chromoxyd in einer Unze Serpentin gefunden 
(Jahresb. 1845, Sv 115). 

•) Journ. I. pracl. Chcm. XXXI, 486. 



4 


5 


6 


44,22 


41,69 


43,78 


36,41 


40,33 


28,21 


4,90 


2,07 


10,87 


13,11 


12,82 


14,60 


1,36 


1,56 


2,25 



347 

S^hmidt^ bat noter H« Rose'a Leitvng Pimelit. 
einen Pimelit aas Selileeien untersneht* Er ist 
apfelgrÜD) derb, L«l einen mnseUigen Brneh, 
fnklt sich mager, an 9 haftet an die Zunge , hat 
1,458 speeif. Gewicht, nach dem Glühen nar 
noeh 1,443. Wird in der Lölhrohrflamme grau 
ohne SU schmelzen. Scbmilat nicht mit Soda, 
gibt aber bei der Reductionsprobe yiel Nichel in 
metallischen Flittern. Er löst sich in Borax mit 
der gewöhnlichen Farbe des Michels. Im Reduc- 
tionsfener wird das Glas gran, ohne Koballfarbe. 
Mit Phosphorsalz gibt er ein tief branngefarbtes 
Glas, welches beim Erkalten fast farblos wird. 
Bei einem grossen Zusatz wird ein Kieselshelett 
erhalten. 

Pas bei + lOO^' TöUig getrocknete Pulver wurde 
analysirt und zusammengesetzt gefunden aus : 

Kieselsäure 54,63 

Nickeloxyd 32,66 

Talkerde 5,89 

Kalkerde 0,16 

Eisenoxydnl 1,13 

Thonerde 0,30 

Wasser 5,23 

Dies gibt die Formel 2I^fihi + A, worin ein 
wenig Nickeloxyd durch Talkerde und Eisenoxy- 
dnl ersetzt ist. 

JBaidinger**) hat sehr interessante Unter- Thonerdesili- 
socbungen über durchsichtige, grün gefärbte ^„^J,„,jj 
Andalusiten beschrieben, welche Ton dem ver- 
storbenen Dr. Pohl mitgebracht und im Rio 



*) PoggeoJ. Ann. LXI, 388. 
-) Da». S. 295. 



348 

dot Americanosy zu Minai nOTas in Mimi G^raes 
io BrMilien ab abgerundete Gerolle gefanden worden 
waren. Sie zeigten, gleichwie der Diaspor, S.SSS, 
einen Di- und Trichroianiua , in Betreff weleher 
Phänomene ich auf die Abhandlung yerweiaen nmss. 
Suurolit Jacobaon*) hat unter H. Roae^a Leitung 
den Staurolith yom St. Gotthardt analyairt ond 



■ geiundent 
KieMkinre 


30,31 


30,91 


29,72 


29,13 


Tlionerde 


46,80 


48,68 


54,72 


52,10 


Eiscooxyd 


18,08 


15,37 


15,69 


17,58 


Mtoganoxyd 


— 


1,19 


— 


— 


Kalkerde 


0,13 


— 


— 


— 


Talkerde 


2,16 


1,33 


1,85 


1,28 



97,48 97,48 101,98 100,10. 
BehanDtlich ist dieses Mineral schwierig zu 
zersetzen y ein Grund, weshalb die Analysen, 
welche wir davon besitzen, unter sich sehr Tarii« 
reu. Die beiden letzten Analysen sind als die am 
besten geglückten anzusehen, und sie geben die 
Formel ii^Si oder A^S, wenn in AI das Eisen- 
ozyd einbegriffen wird, welches in wechselnden 
Verhältnissen die Thonerde ersetzt. Das nach 
der Formel berechnete Resultat ist : 

Kieselsäure 29,25 

Thonerde 54,23 

Eisenoxyd 16,52 
Sillimanit Staaf**} hat unter L. Svanberg's Leitung 

den Sillimanit Ton Pettypang bei Saybrook in 
Connecticut ( Jahresb. 1844 , S. 278) analyairt, 
und darin gefunden: 



*) Poggend. Add. LXII, 419. 

'*) Öfserfigt af. K. V. Acad. Förhandl. 1944, p. 91. 



349 

RiesekSnre 33,362 Sanentoffgelialt = 19,432 2 

Thonerde 58,622 ^'^^^^X «pn^i i 

Euenoxyd 2,174 0,652^^'"^* ^ 

Talkerde 0,398 
Kalkerde Spur 
Flüditigea 0,428 

98,984. ^ 

Er ist also eben so zasammengesetzt ^ vrie der 
Disthen, =A^S^. 

I lim off*) hat den Cimolit analysirt, welcher Cimolit 
ein mächtiges Lager bei dem Dorfe Ekaterluowsha 
im Alexandrowschen Districte bildet. Er besteht aus 
weissen, nnregelmässigen , compacten Massen, ist 
durchsichtig, etwas fettig anzurühlen, und hat 
einen erdigen Bruch. Sein specif. Gewicht = 
2^277. Er sangt Wasser mit Geräusch ein, aber 
er zerfallt nicht dadurch, wiewohl er sich leicht 
damit zu einer zusammenhangenden Masse anrüh- 
ren lässt. Er schmilzt nicht vor dem Löthrohre, 
gibt ammoniakalisches Wasser und schwärzt sich 
im Kolben. Wurde zusammengesetzt gefunden ans: 
Kieselsäure 66,00 63,52 
Thonerde 24,18 23,55 
Wasser 9,47 12,10 

99,65 99,17. 

Er ist = AlSi', was nach der ersten Analyse 
▼erbnnden wäre mit 2, und nach der letzten mit 
3 Atomen Wasser. Für die erste Analyse war 
die Probe bei einer zu starken Hitze getrocknet 
worden. Er hält daher die letztere, oder ASP 



*) Annualre du Journal des Mine« de Rusäe. Annee 1844. 
St Petenb. 1844. p. 336. 



350 

I 

-f-3^f für die richtige. Maltet *) hat einen 
Porcciiantlion Ton Nowth in der Nähe von Dublin 
analysirt, welcher ebenfalb AS^ enthielt, mit 
Trisilicaten von Kalk and Eisenoxyd in geringer 
Menge. 
MaDganozy- H. Rose**) hat den Tephroit von Sparta in 
Tephroit ^^^-'^^^7 analysirt. Es ist ein aschgraues Mi- 
neral, welches sich in der Luft schwärzt^ eine hry- 
stallinische Textur und Diamantglanz hat* Wurde 
zasammengesetzt gefunden aus : 

Kieselsäure 28,66 

Manganoxydal 68,88 

Eisenoxydul 2,92. 

Er ist = ItlnSi 4- 2]An oder = mnS. 
Phoiiut. H. Rose führt an,, dass ein anderes, gelb- 

braunes Mangansilicat Yom Harz, Photzit genannt, 
unter seiner Leitung Ton Simpson analysirt 
worden ist, mit folgendem Resultat: 

Kieselsäure 75,74 

Manganoxydul 12,84 

Kalkerde i,46 

Eisenoxydul 1,44 

Talkerde 1,50 

Wasser 8,69 

101,67. 
Dies gibt ziemlich ungezwungen die Formel 
MnSis + 2(l, wenn Ca, Mg und f^e einen Tbeil 
des Manganoxyduls ersetzen. Aber Rose hält 
mit vielem Grund ein so zusammengesetztes 
Manganoxydulsalz für wenig wahrscheinlich, und 



•) L. aod E. Phil. Mag. XXV, 149. 
••) Poggcnd. ADD. LXII, 145. 



351 

er betnchtet dasselbe als ein Gemenge tob einem 
anderen Mangansilieat mit fein zertheiltem Qiiars* 

LeTy*) hat wasserfreies^ basisehes kieselsan* ZinksiHcat. 
res Zinkoxyd beschrieben, welches er, znr Dn- ^' ^™'^ 
terscheidong Ton dem wasserhaltigen, ff^illemii 
genannt hat« Es wurde Torher Hebetin genannt. 
Das Mineral kommt ziemlich hänfig bei Moresnet 
Tor, theils massiv, theils warzenförmig, thcils in 
sechsseitigen Prismen, die sich in ein stumpfes 
Rhomboeder endigen. Die Krystalle sind farblos 
und durchsichtig, wohl ausgebildet aber klein. 
Oft sind die Seiten ein wenig wellenförmig, nnd 
zoweilen sind die Krystalle gelblich oder bräun- 
lich gefärbt. Specif. Gewicht = 4,18. Es hat 
einen Durchgang recbtwinklig * gegen die Axe. 
Die Bruehfläche ist muschlig. Die Krystalle ritzen 
Glas und Apatit, aber sie werden von einer Stahl- 
spitze geritzt. Vor dem Löthrohre werden aie 
trübe und geben im Reductionsfeuer einen Zink- 
rauch. Mit Säuren gelatiniren sie. Sie wurden 
zusammengesetzt gefunden aus: 

Kieselsäure 27,05 

Zinkoxyd 68;40 

Eisenoxydul 0^75 

Glühverlust 0,03 

96,23 

= 2e:nSi4-22n oder = Zu^Si. 

In den Höhlungen des Galmei's von Moresnet, HopeiL 
so wie auch von Vieilla Montagne bei Liittich (Jah- 
resb. 1826, S. 198) kommt ein sehr seltenes Mi- 
neral in kleinen Krystallen vor, welches Hopeii 
genannt worden ist. Levy überzeugte sich, dass 

*) Ann. des Mines 4. Ser. lY, 513. 



352 

ۥ Zinkoxyd und Cadmianioxyd enthilt, tob de- 
nea er glaubt, dass sie darin mit Boraäare oder 
'mit Phospborsaare Terbonden seien. 

Hermann*) bat krystallisirtes^ wasserbaltiges, 
kieselsaures Zinkoxyd yon Nertschinsk analysirt. 
Es hatte 3,871 specif. Gewieht, und gab: 

Kieselsinre 25,38 25,96 

Zinkoxyd 62,85 65,66 

Wasser 9,07 8,38 

Bleioxyd 2,70 — 

Danach berechnet er die Formel 2nsSi-f-2H. 
Aber er fuhrt nicht an, welche von den Analy- 
sen der Berechnung zu Grunde liegt. Nach der 
angegebenen Formel ist das Mineral zusammen- 
gesetzt aus 24,08 Kieselsaure, 85,43 Zinkoxyd 
und 9,89 Wasser. Da nun Hermann weniger 
Wasser erhalten hat, als erhalten werden musste^ 
wenigstens bei der Analyse, welche die grösste 
Quantität Zinkoxyd gab, während in beiden Ana- 
lyscn zu viel Kieselerde gefunden wurde, so will 
CS danach scheinen, als wenn das Untersuchte 
vielleicht nichts Anderes gewesen ist, als die ge- 
wöhnliche Verbindung = 22n^Si -f- 3ä, .was wohl 
am besten durch die Krystallform des Minerals 
aufzuklären sein durfte* 
Kupferoxyd- Damour**) hat den Dioptas analysirt und da- 
Dioptas. ^^^^^ vollkommen dasselbe Resultat, wie Hess 
(Jahre8b.l830, S.i97) erhalten, nämlich 2CuSi+Cn 
+ 3H oder £u3Si3 + 3li. 
Silicate mit K ersten***) hat drei Feldspathe von Eger- 

mekrerem ■ 

pf*"*- •) Journ. für pract Chem. XXXIII, 98. 

Feld.palhc. „j ^^^ ^^ ^^ ^^ j^ p^y^ ^ ^gj 

*") Poggend. Ann. LXIII, 123. 



353 

saod in Norwegen nnlersadity nnd sie znsani« 
mengesetst gefunden «qb: 

las 

Kieselerde 52^0 S2,45 52,20 
Thonerde 29,00 29,85 29,05 
Eisenoxjd 1,95 1,00 0,80 
Kelkerde 11,69 11,70 12,10 
Taikerde 0,15 0,16 0,13 

Natron 4,01 3,901 

Kali 0,50 0,60/ ' 

Ihre Formel wird J^Si + SSi, welehea die Zu* 
Mmmensetzungsart dee Labradors ist. 

Seheerer*) hat einen von Weibye inöster- Afentnrin- 
ädalen bei Tvedestrand gefundenen ATentorin- Feldspatfa. 
Feldspath Ton ausgezeichneter Schönheit analy* 
sirt und zusammengesetzt gefunden aus: 
Kieselsäure 61,50 
Thonerde 23,77 
Eisenoxjd 0,16 

Kalkerde 4,78 

Natron 8,50 

Kali 1,29 

100,00. 
Er ist also ein Oligoklas. Das Farbenspiel 
darin rührt Ton einer unzähligen Menge äusserst 
kleiner Eisenoxydkryslalle her^ welche mit ihren 
am meisten entwickelten Flachen (oP) sowohl 
wechselseitig als auch mit gewissen Combioations- 
flachen des Oligoklases parallel liegen. DaTon ist 
die Folge ^ dass wenn Sonnenlicht darauf fallt, 
sie alle dasselbe gleichzeitig reflectiren, aber sie 
sind zugleich auch so diinn, dass sie mit der 



*) Nyt Magai. for Naturfidenskabenie. IV, SU. 



354 

ratlen Farbe des Eigenoxyds dorobsichtig sind. 
^ Unter einem zusammengesetzten Mikrosbopeseigen 

sieb diese Krystalle Yon der Masse des Minerals diebt 
nmscblossen. Eine äbnlicbe Eiiimengnng Ton 
kleinen Quantitäten eines fremden Minerals in 
anderen betraebtet Scbeerer als die IJrsacbe 
der uuwesentlicben Bestandtbeile , vrelcbe so oft 
bei Analysen erbalten werden. 

Rotber Albit Cbodnew*) bat unter Rose's Leitung den 
von Ktmito; rothen Albit von Kimito in Finland analysirt und 
zusammengesetzt gefunden ans : 
Kieselsäure 63^80 
Tbonerde 21,31 
Kalkerde 0,47 

Natron 12,04 

Nali 1,98 

99,60. 
Dies ist wiederum die Zusammensetzung des 
Oligoklases oder Natronspodumens =kSi-|-RSi^. 
Diese Ungleiebbeit in der Znsammensetzung mit 
dem sogenannten blumigen Albit tou Finbo bei 
Fablun, dessen blumiges Gefiige jener yollkom- 
men nacbabmt, wäre in der Tbat sebr merk- 
würdig. Die rotbe Farbe riibrt niebt Ton Ei- 
senoxyd ber, denn dieses konnte nicbt darin 
gefunden werden. Bei Finbo und Ytlerby triflTt 
man bäufig die Mineralien rotb an , welcbe am 
näcbsten den Yttro-Tantalit umgeben, was auswei- 
sen dürfte, dass der letztere das Färbende darin 
ist, wiewobl in äusserst geringer Menge. 

Im Cebrigen sind in H. R o s e' s Laborato- 



') Poggend. Ann. LXI, 890. 



36S 

rium*) die Albite tod Scbreibenhao (Rlctenge* 
birge), Yom St. Goltliard ond von Snarttm io Nor- 
wegen aoalysirt worden, deren Zaklenresaltate 
bier anzarnhren ich für überflüssig erachte. 

Deville**) bat einen feldspathähnliehen^ bry« 
stallisirten Oligoblas vom Pic von Teneriffa ana- 
lysirt. 

Ein an» ähnlichen Bestand Iheilen zusammen- Saccharit. 
gesetztes Mineral kommt in Scbleslen zusammen 
mit dem Pimelit vor^ vvelcbes wegen seiner Aehn* 
lichheit in der körnigen BUdtltag mit Hutzucker 
den Namen Saccharit***) erhalten hat. Es ist 
tbeils rein weiss, theils In Polge einer Einmengung 
von Pimelit ins Apfelgrüne fallend. Spec. Gew. 
= 2,668. Schmilzt nicht vor dem Löthrohre und 
sehr schwierig mit Soda> aber es löst sich in Bo- 
raxglas klar und in Phosphorsalz mit Kieselske- 
lett auf. Es wurde unter Rose's Leitung von 
Schmidt analysirt und zusammengesetzt gefun- 
den ans: 



Kieselsäure 


58,93 


SauersCoffgehalt 


= 30,613 


Tkonerde 


23,50 


10,9761 
0,397/ • • 


=■ 11,37 


Eisenoxyd 


1,27 


Nickeloxyd 


0,39 


0,085] 




Kalkerde 


5,67 


1,592 




Talkerde 


0,56 


0,220 > . . 


. 3,798 


Kali 


0,05 


0,009 




Natron 


7,42 


1,892) 




Wasser 


2,21 




. 1,96. 



') PoggeDd. Ann. LXI, 890. 392. 393. 
••) L'Inslilul, No 549. S. 227. 
•••^ Poggend. Ann. LXI, 385. 



356 

Far das wasserfrete Mineral wird die Formel 
= As !?i3 + ^ SiS und fdr das wasserhaltige = 
2(fts Si2+3R Si^ + 3B. Dies ist die Zusammen, 
setzongsart des Leucits. 

Melilit und Descloizeaux*) hat die KrystallForm des 
Humboldtilit Bieliiitg und Humboldtilits (Jahresh. 1845, S. 313) 
untersucht. Sie ist bei beiden gleich und wird 
von einem Prisma mit quadratischer Basis ausge- 
macht. Er hSlt es für sicher, dass der Sommer- 
willit und Sarcolit vom YesuT, welche in dersel- 
ben Form hrystallisiren , von derselben Vcrbin* 
dnngsart ausgemacht werden, nämlich Yon 2^1^ 
§i -f JK Si 9 worin tl = da ist , in etwas ersetzt 
durch Mgy tiy ^a nndS ist=:£l gemengt mit Fe« 

Gehlenit. Damour**) hat den G^hlenit ans dem Fassathale 
analysirt und die dafür früher gefundene Zusam- 
mensetzung und Formel = 2ilsiSi-f-R^Si bestä- 
tigt gefunden, ft ist darin hauptsächlich Kalk, 
ersetzt durch ein wenig Natron und Talkerde, und 
R hauptsächlich Thonerde, zu ^ ersetzt durch Ei- 
senoxyd. 

ParaniiD. Berg***) hat unter L. Syanberg's Leitung 

das violette derbe Mineral analysirt, welches im 
Bocksäters Kalkbruche in Drothems Kirchspiel in 
Ostgothland vorkommt. Es besteht aus ; 



*) Ann. de Chem. et de Pbys. X, 69. 
*•) Da«, p. 66. 
*'*) öhtrngi af K. Vet Acad. Förband]. 1844| p. 94. 



357 



itt«8elaattre 


4M&3 


Thoncrde 


26,339 


£iMaoxjd 


0,316 


Kakerde 


17,002 


talkerde . 


0,543 


Kali 


0,318 


Nitro« ' 


4,710 


Flüchtiges 


1,596 


Unzereetztes 


0,98S 



98,165. 
Dies Resultat stimmt nahe mit dem der Ana- 
lyse iiberein^ welche Hisinger mit einem aLn* 
lieh gefärbten derben* Mineral yon Borkhnlt *) 
Misgeführt bat, und davauft ergibt es sieh, dass 
diese Minerrilen Pliianlin sind sfi^Si^ + ^l^'' 
worin ft baaptsachlieh Kalkerde ist, ersetzt in 
geringer Menge durch Natron und Talkerde. 

•Rammeisberg**) hat den echten türkischen Nephrii. 
Nephrit analysirt und ihn bestehend gefunden aus ; 

Kieselsaure 54,68 

Ralkerde 26,01 

Talkerde 16,06 

£isenoxydul 2,15 

Mangaoosydol 1,39 

Gliihverlttst 0,68. 

Dies nähert sich ti^'^i^. Aber der Gehalt an Kiesel- 
säure ist ein wenig M geringe, jedoch niclil mehr, 
dass wenn die Metailoxyde in Gestalt von Ozyd- 
Ozydnlen das Ffirbende ausmachen, die. Formel 
ziemlich passt. 



') Alliandl. i Fytik, Kenii ocb Mineralogi. IIT, 306. 
**) Poggend. Ann. LXlf, 148. 
Bcmlius Jahrts- Bericht XXV. &4 



358 

Pennin, Chlo- Marign'ac*) oodDeseloiseasx Laben den 
"' "^^^.^'P'- Pennin und den Hexagonal • Cblorit unteraacht. 
Den Pennrn fanden aie nacb der Formel SligÄl 
4* Sttg^Si -{- iOA zusammengesetzt: 
Gefunden Berechnet 



Kieselsäure 


33,95 


33,69 




Tlionerde 


13,46 


13,75 




Cliroiuoxyd 


0,24 Fe 


1,90 




Eisenoxyd 


. 6,12 fe 


3,58 




Talkerde 


33,71 


33,95 




Wasser _ 


12,52 


13,13 






100,00 


100,00 




Der luexagof«Ie 


CUprU 


wnnle nadt 


der F«r- 


mel %ll-)>flli|g9 




fuoden , indem er 


gab.; 


. ; ■ 






Von AI« 


Von Sibirien 




KieselsSnre 


30,01 


30^7 




Tbonerde 


19,11 


19^9 




Eisenoxyd 


4,81 


A42 




Taikerde 


33,15 


33,19 




Wasser 


12,52 


12,54 





99,60 . lOO^S, 
was sie zu der folgenden interessanten Zusam* 
inenstellung mit dem Ripidolith (Jaliresb. 1841, 
S. 233) veranlasst bat: 

Ripidolilb —iMgA^-^SMg^S^^g* 

Ghlorit c=:iJirgA^i^4Mg*S'Af» 

Peanin =a2Mgjfi'^5Mg*SiA^K 

In allen diesen Formeln ist ein wenig Talk» 

erde durch Eisenoxydul und ein wenig Tbonerde 



•) Ann. de Ch. et de Phy* X, «T. 



369 

dorch Euenoxyd, mit eiD«in Wort eio ^veoig 
idgll dureh fefe ersetzt. 

Hermann *) maclit daraof aufmerksam , dass Leaditen- 
der Leochtenbergit (Jaliresb. 1844, S.267) nach ^^^^'^' 
der davon angegebenen Znsammensetznng za der« 
selben Verbindongsart , wie jene gehören müsse. 

Lohraeyer**) hat unter H. Rose'a Leitung Glimmer. 
den hexagonalen Lithionglimmer von Zi^untJii 
analysirt, nnd zusammengesetzt gefunden ausi .{ 

Kiesekäure 42,97 

Tbonerde 20,69 

Eisenoxyd 144^ 

Manganoxyd 0,83 

Kali 10,02 

Natron 1,41 

Lilhion 1,60 

Fluor 6,35 

Chlor 0,21 

Flüchtiges 0,22 

.98,38. . . 
Dies eotsprleht ziemlich gut der Fdrmet KV 
+ S2Si5, wenn in K ein wenig Natrium und hU 
thium eingeht) und wenn 1 ein Gemenge Von 
Thonerde und Eisenoxyd ist. 

Eben so hat Chodnew einen tehwMrzgrü- 
nen Glimmer vmn Vesuv unte^sncht, welcher be* 

•tand aus: 

Kieselsäure 40,91 

Thonerde 17,79 

Eisenoxyd 11,02 



*) Journ. f. pract Cbem. XXXI, 99. 
••) Poggend. Ann. LX1, 31T. 

24* 



360 

Talkcrde 19,04 

Kalkerde 0,30 

Kali 9,96, 

er cnllitelt aber weder Flaor nocb Chlor. For- 
mel lÜlg^Si + 11819 wenn in Mg Kali and in AI 
Eiacnoxyd eingebt. 

Axinii. H a i d i n g e r *) ha t die Farben* Verhiltniasc des 

AxiniU untersucht nnd gezeigt, wie sich das Par- 
benspiel za der Krystallisation Teilialt. In Be- 
treff der speciellen Angaben muss ich auf die Ab- 
handlang verweisen. 

Aegirin. ' Scheerer**) hat daraaf aiirmerhsam gemacht, 
dass das Mineral, welches von Esmarh Aegirin 
genannt worden ist, von zwei einander ahnlichen 
aber nicht identischen Minerallen ausgemacht wird, 
von denen das eine, welcbes analysirt worden 
ist, eine Art Hornblende ist. Das andere, wel* 
ches mehr dem Augit ahnlich Ist , scheint jedoch 
eine eigen thiimliche Species zu seio. Beide kom- 
men zusammen anf einer Insel am Skamsfjord in 
der Nachbarschaft von Brevig vor. Das ejgen- 
thimliehe Mineral bildet einige Zoll lange und 
haafig eia Paar Zoll dicke, schwarze Krystallc. 
Es ist noch nicht analysirt worden. 

Verwitterte Hammelsber g ***) hat unter seiner Leitung 

HornbleDde. verwitterte Krystalle der Hornblende von Wolfs- 

berg bei Cernosin im Pilseuer Kreise In Böhmen 

analysiren lassen. Sie liessen sich einem Theil 

nach durch Salzsäure zersetzen. Was sich da- 



•) Poggeiid. Ann. LXin, 147. 
••) Das., LXI, 543. 
••) Das., LXll, 142. 



361 

Jiircli nidit xerselsle^ virorfle nachher anf anilerte 
Weise anfgeacl^Iosseo. Bie Analyse gab:- 

Dnrcfa Säure Durch Säure 
Zersetztes nidit Zersetztes 



Kieselsäure 


37,03 


48,94 


Eisenoxyd 


'25,59 


25,54 


Tliouerde 


16,50 


12,76 


Kalkerd« 


8,15 


11>39 


Talkerde 


3,70 


1,37 


Wasser 


8,35 


— 



99,32 100,00. 

Das erslere kann die Formel ft'§i-f-4li8i-f 6H, 
md das letalere die Fonnel StlSi •f'idKSiierLal- 
ten. Das letzte enthalt also 2Si nehr M^ das 
erslere. 

Die unveränderte Hornblende- Art selbst bei- 
stand aus : . . . 



Kieaelssare 


40,27. 


Eisenoxyd 


15^ 


Thonerde 


16,36 


Kalkerde 


13,80 


T*lkerde 


13,38 


Wasser 


0,46 



99,61. 

Man erkennt also, dast beidm'Verwitteni hanpt- 
saekliefa KalWerde und Tatberde weggeführt sind, 
vnd dass sich das 'Eisenoxydnl. höher oxydirt hat. 
Wahrsdieinlieh ist dabei ein kohlensaurehaltiges 
Wasser das Lösungsmittel der Erden gewesen. 

Von dem im vorigen Jahresberichte, S. 293, Baltimorli. 
angeführten Baltimorit hat Rammeisberg*) ge- 
zeigt, dass er mit t. Kob.ell's schillerndem As- 



*) Poggend. Aon. LXII, iS7. 



362 

best identisdi ist» weleher letxtere den Kamen 
Chrysotil erMten hat^ dess^i Zasammensetsiing 
niit2lftg^Si -\-diil auagedruckt werden kann^ worin 
ein Tkeil der Mg durch i^e ersetzt ist. 

' Dipyr. Delesse*) hat den Dipyr von Mauleon ana- 

lysirt^ welcher besteht aus: 

rtreselsaure 55,5 * 
Tbonerde ' 24,8 
Kalk 9,6 

Natron 9,4 

KM : .0,7* 

Dies ^ntsiirieht ziemlich dtir Formel =ä NS^ 

Pyrozen. Unter L.Svanberg's Leitung sind zwei Pyr« 

oicene von «cfawediseken Fondorien, der eine, von 
Längbansbyttan, von Rentersköld**; und der 
andere, von Nordniark, von fiaron Fn n c k analysirt 
worden. Sie gaben : 

L. N. 

Kieselsaure 53,558 52,176 

Kalkerde l 23,863 22,002 

Talkerde 16,271 7,058 

Eiaenoxydul 4,478 16,125 

MMganozydui 1,874 1|609 , 

ThMerde. 0;2ft9 : uQ^^S 

Vanadin- Scha fh äu tl ^''^ 'hat einisn vanadinhaltigen, 

grossblältrigcn Brouzit Von Bracco analysirt, wel- 
cher bestand aus : ' ' 



Brontit. 



' '•) Annal. des Mincs, i Scr. IV, 609. ' 

*♦) Öfversigl af K. Vct Acad. Förhandl. 1844, p. 92. 
***> Ann. d. Chem. und Phatrn. U, 254.. 



363 

Kieaekäure 49,500 
Tlipnerde 5,550 

Kalkerde 18,126 

T«lkefde 14,118 

EueiMXsydttt 1^177. 
VaoadiiiiQxjd. 3,650 
Natron . 3,750 

Waiwer . 1^770 

90,741. 
DantotiK*) Ikaft 4en Hyperalkuta vdn (^ibHdor Hypersiheo. 
«■•lyürl und ibD-,iiusamnifageaeUt>gtriiiideil ins: 
Kteleleivl« . :61,36 
Kalkerde .3^00 

Taifcerde 21,31 

Eiaenozydnl 21,27 
MaogajiMjrdiil 1,32 
Tkonerde . 0)87 
98,72. 
Dies entsptieht Mlbdürftig der Formel ft'Si^ 
od^r rS^j oluie dass man ein bestimmtes Verbält« 
niss erkenüt j ' naeb iivelchem' die Bisilieale der 
▼ersebiedotton Baoe« si^b Tereiaigt haben. 

B a mm Is b e r g ''*) bat den Phaloolitb Ton Lei|Mi PbakoHth. 
itt'BMimeii analysirt wad dabei melmr Wasse^ «M 
KieselKifire , -aber wenigiff ÜaHt gefaadea^ als 
die im Jabresbetiebte'lMd, S>}M6^ aageillhrte 
Analyse' von Anderson aMweWt. Bammels- 
berg bat aamlicb gefanden: < ' '' ' 

Kieselsiiire 46,46 46,20 * 
rTboMrde 21,45 .22,30 
Kalkard« 10^5 10^4: l ! 



') Attm cla».Mioe»i 4 Ser. V, IST. 
**) Poggend. Ana. JLXil» 149. 



364 



Granaten. 



Pyrophyllil. 



Talkerde — 0,34 

Natron 0,951 

Kali 1,29/ ^''^ 

Wasser 19,40 19,05 

ms er berechnet za 2ft$'r+ AP^t^-f 1<^. Er 
bemerkt, dass seine Analyse mit* der des Levyn's 
von Connel ganz i^bereinstimnlte. 

Unter L. Svaüberg's*) Leitdfng sind zwei 
Granaten von seliwedischen Fundorten analysirt 
worden , der em^ >rpn Garrpekilüergy Tom Grafen 
Wilb» W»chtlneiater,' vnd der- aadei«, ^on 
Brena in Vestra Wingäkarü^Kirtb^iel in West- 
iland, von Bahr. 



Kieselsiorfe' 


39,419^ 


: a!7,i6 


Thoncrde " ' 


20,&T«: 


19,30 


Eiscnoxydol ' 


«>St9. . 


37^5 


Mangaooxydol 


7,507 


•3,19 


Kalkerde 


2,632 


0,90 


Talkerde 


.3,6^. 


;2,03 



98,345 100,afc . : 
i TesebemaeLer?) hat ea sehr: vnahracbeio- 
lieh gemacht, däss der Vermioiitlt .vm' Mübvfg 
in Massaehn^eti dasselbe Mltteral^f ;itieiRfi90|ibyl- 
lilisl, indem ew sowohl aioimtlMke anasemChfr 
riKStera deaftelben -liesilftt^ «k .a«ah daiseii V«r» 
Mteii vor demJUMirobre bal^iungieaebtel Tbowr 
adn'a Ani^lyse (Jubre^b. 1838, TiO^eli^ fu S.^$) 
sehr von der von Heraiann (Jabiresb« 1Q3I, 
S. 168, und 1834^ S. 187) abvveiehlt, 

Dieses Mineral wurde Im ve^gawgekvßn Herbst 
auf der Hald« der verlas$«nen Vestane iSsengrnbe 



*) Öfjersigt af. K. V. Acad. Forbandl. 1644^ p. 91 
") Lond. and Edinb. Pbil. Mag. XXV, 134. 



365 



i« Rirehfptel Nisdtai ^ GoQYenieiiieiil Chriatiao- 
«Ui, von Jobanneftsefl *) gefaaden, ood'ilie 
ZusamincnBetzQqg mit der Aogabe Yoa Hermana 
fibereiBStimnuend gefanden. 

Vor einigen JaLren beschrieb Lev j ein neaes Beaumoniii. 
Mineral, welches er Beaumontil nannte (Jahresb. 
1841, U, S. S17). Von diesem hat Alger**) dar- 
gelegt , dass e». nichts anderes ist als Henlandif , 
was auch mit einem anderen Mineral der Fall ist, 
welches nach Hilchcoch den eigenen Nahmen 
Lineolnit erhalten hat. 

In Bezug auf • H, Rose's Angabe (Jahresb. Onbit. 
1845, S.M8), nach welcher derselbe Beryllerde 
in dnin Orthk Ton Hitterö gefunden hat, hat 
Seheerer***) seine Untersndrang «her die Zo- 
snmmensetznng dieses Qtthits mit besonderer Rfich» 
sieht auf die Ent4jevehttng der Berjilerde darin wie- 
derholt , ohne jedoch ein<^ Spur d^selben darin 
SU erhena^n. Ejr hat fffffoer. eÄne allgemeine 
Cebersicht der Ziisamnuensetzung, .der Art -Ab« 
inderungen nn^ d«r tCrjatafjtfbr^n der Orthite mit* 
getbeilt, welcbr für die richtige Kenntnis» die- 
Sics Minerals Ton grosser Wicfatigheit ist, jedcicb 
von der Besdbaflenh^it , ^ass sie. einen kurzen 
Auszug nicht gestattet. 

Bji^eithanpt^) hat Torlänig, angezeigt, dass zu Bodenii. 
Boden bei Maüenbnrgjm sä<;l^sascben Erzgebirge 
ein cerinmhaltjges, Q^thitabnliches Mineral gefun- 
den worden sei, für wclcbef.^r :«Hfh sogl^icb d^n 

Pfamf p JBodenit beiwit hat. . ' 

— _— — ^___^. • 

*) ÖfrersSgl »f R. V. Atid«' FcH^bandl. 1845, p. 9. 
**) Sillimans Aroeric Journ. XLVI. 231. 
'**) Poggend. Aon. LXI, %Z$: .' . 
i) Das. LXII, 273. 



Eudialitb. 



Tiianate. 
Sphen. 



366 

Rainmel8berg*)li«t im fiudiaUlk tjim iGrter 
Und aoalyairt ood zaaaniaieagieiiaUt gefundcD fisas 



Kieselsidre 


4»,59 


49,92 


Zirkonerde 


15^ 


16,88 


Eisenoxydal ■ 


10,49 


6,97 


Manganoxydul 


0,25 


i,15 


Kalkerde 


ll;09 


11,11 


Natron 


11,81 


12,2« 


K«K 


0^0 


0,6S 


Cblor 


1,19 


1,19 


Glübverlust 


1,23 


. 0,37 



99,79 400,52. ; .^ 
..RammeUberg atetit. Ibigmde F^^mcla aU 
mbrschfiinlkb dafär auf« 9 fts sii ^ Zir SR Ucac 
Fdrmol ivird dnrdi den Van STaaberg^ia' dam 
Eodialith geTiindenen naaeo HoipiSr (vgl; 8« 449) 
eise VeräaMleniiig^tfrlenraa. 

n. Rose **)bäf deii 'Sphen irbln ZillertUal, von 
Areudäl und ton Paasad analysirt. Diesea Mineral 
gebdftsn denen^ die aefaHvierlgsö^a anafysirenaind^ 
däsa man ein riditiges Resntiät erbat. Daa MU 
nerol worde tbetU dttrcb eoncentt&le SAi^efel- 
allere nnd theth däi'ebSchnielzen mit sanrem scbwe» 
felsanren Kali zersetzt. In dem ersteigen Falle er- 
hilt maii einen in siedendem bobltoaanten Natron 
unlöslichen Rückstand der Kieselsaure elu^Mengl, 
der nicht nnzersefates Mineral ist , 'sbhdehi eine 
Verbfttdong in anderen Y^biltnisiBett ^ nnd weK 
ehei^' versetzt und' anal^airt werden muss^ nnd'in 
deihi letzteren Fälle' etbaltfmftn'zn Ttel RieseUSirre, 
weil diese eine Portion 'scbwefetsanrcs Kali Nl'der 
Art bindet, daes; Waaaer« fit lucbt anaai^l.. Die 



Poggend. Ann. LXIII» 142. 
*0 Das; LXU, p. 253. 



3«7 

Kieielsaiire oiaes dt&€^ na'ebher im Sieden mit 
koblensaurem Natron behandelt und das darin Un- 
gelöste wieder mit saeitremr aehweftelsairem Kali 
geaebnK^cen werden.- In allen Besiebdngen iat 
es e^bwierlg, bei diesen An&lysen keinen lieber- 
aebnes zo bekommen. . 

'Dieverscbledenen Analysen gaben: 
kieselsaure 33,82 32,29 31,20 30,63 
Titansäore , 41,84 41,58 40,92 ' 42,56 
Kalkerde 22,86 26,61 22,25 25,00 
Eischoxyd *--^' -' Ä\(fr / 5,63 3,93 

' '^ 98,52f' l'<»i;55' 100,00 loSl^i. • 

Ro 8 e berechnet üie ZfusainhaensetzDiig = £a' 8i 
-)-Ti'Si,' wooach das berechnete' Resultat ^o aus- 
fillt: 

Kieselsattrc 30,93^ ' 
' Titansäare 40,47 . 
Ralkerde 28,60, 

womit die Resultate der Aiialyien ancb nberein^ 
znstimmcn scfaeiaen,' wenn einTh'eirTon Ca dareb 
j^e ersetzt wird. Aber der theoretische Grund, 
worauf diese Forme! gebaut ist, scheint mir niehl 
recht annehmbar zn dein. ''Wenn nlimlich auch 
die Titansanre als Basis betrachtet wird, so ist 
sie doeb ikis solche ao novergleiebbar viel sdiwi- 
cber ali die Kalberde,» dass <etn <i«» MaiBimmn ba^ 
sisehe» Salz dieser Crd« sie von derSSure,- wi»^ 
mit sie Terbnafden 4st,: tinslreiben m«s«, AndWeMi 
die Kalketde denauaeh. nicht darekdie Sanrc^ wdebe 
aie daTOü ^fi^m^i^n\}k^\^ gesattigt wird, sojausa 
sieb der fJeberschuss von der Kalkerde mit der 
ausgetriebenen Titamaore vereinigen. Diea scheint 
mir unbestreitbar richtig «n sein« Ist dem Jiun 



368 

aber sa.^ so mase die Foraudi io SCaSi + ^aTe^ 
«rogefindert werde«. 

Grecnowit. Icb ecwäboli^ litt letot^n Jiibffsberieb^eS.SSl, 
dM9 Brfsilbanpt Gründe Mutgttimieu li»be» den 
Greeuowit als einen Sphe^^^inlMsliraebteti, y^oßia die 
Kalberde dureb Manganoxydul ersela^t worden aei. 
Delesae*) bat eine bnrze Macbricbt TO.n aninen 
darüber angesteHten Versuchen niitgelbeilt^ welcbe 
auaireisen, dass Kalbcrde die bauptsaeblichste Ba- 
sis darin ist, udd er gibt folgende Formel (2 ft^ 81 
-f Rti^) + ^iHtis^ d. b. 7 Atoipe Ay 5 Atome 
§i, und 8 Atome l^i^ vrekbe nach richtigeren An- 
sichten znsammengepaart die Pormel SCal"!^ + 
SCaSi geben ^ und aUo eine wirklich neue Spe- 
cies von einfacher Zusammensetzung ausmacbeA« 

Titaneiscn. Bekanntlich haben Mosander's Untersuchun- 
gen mehrerer Arten von Titancisen ergeben, dass 
titansaures Eisenoxydnl, ^eTi, dajrin ^halten isl, 
gemengt mit Fe in ungleichen YerbahnisseQ, un- 
gefähr so% wie isomorphe; Körper häufig zusam- 
menkryatallisiren. Diese Isomorpbie erklirre Mo- 
Sander so, dassTi und Fe, .wie bebannt« isomorph 
sind, und dass, wftnn man in einer solchen kry- 
sifiUisirten Verbindung Fe als dureb Ti eisetzt 
iMtfUebtet, daa^sMe es Fe wird, dessen Kryp^tali« 
fofm «0 diam btabeii müsse*. '04CMe£rMini9g fin* 
M ü. Böser), mehr geiß^eAekiJaJbegmldel, 
«jadsHcbAdidieft di«ae Isomorpbi^ piiok eine]^ addeinen 
AnUditsaedd&MU^ iAl*ilieb-dada«eb,'da8s llfPeTi 
in der TbärFelßl sind, -undi dass das TiUnei^en 



*) L'httikat, .Mo. a08, pitm, 
'*) Po^end Aott. LXII, iia. 



369 

an sich selbtl niebto «nAefes ist^ aU «iae Vc?bia- 
dang Ton Eiaenoxyd und Titansetqnioxyiinl, wo- 
dnrcii eine Ursaelie zur laMnorphie mil dem 
Ebenozyd besier einleneLle, Rase btt (Hr diese 
Ansicht viele StStaen gesanmelt, welcbe jedoch 
simmtlich mehr oder weniger indirect sind. Anch 
T. Kobeli *) fast sie zn nnterstiitzen gesncht. 
Aber sie hat so wichtige directe Grande gegen 
sich 9 dass sie schwerlich das Borgerrecht in der 
IVissenschafI erlangen hann. Ein grosser TheiL 
des Tilaneisens z. B. ist magnetisch ^ was nicht 
der Fall sein hifnnte, wenn das Eisen als Oxyd 
darin wäre« Aber aosserdem^ wie anch 2 Atome 
Eisen , 2 Atome Titan nnd 6 Atome ^anerstolF 
zusammengelegt sein mögen, um Titaneisen zu bil* 
den, so müssen doch alle Sauerstoffatome sowohl 
Ton dem Bisen als anch von dem Titan berührt 
werden, nnd wie ist in einem solchen Falle zn 
bestimmen, welchem Metalle ein oder mehrere 
Sanerstolhitome angehören? Das Sichere ausser* 
dem ist, dass hier die Atome der Grundstoffe der 
Vereinigungshraft auf eine solche Weise folgen, 
dass die innigste Vereinigung entsteht, worin sie 
in der vorhandenen Atomzahl verbunden werden 
können, d. h. das elehtropositive Metall bildet die 
starhste Basis, nnd das elehtronegative die starhste 
Saure, woraus theoretisch die Verbindung FeTi 
folgen muss. 

Delffs **) hat bemerht, dass von dem Tilan* 
eisen 2 Arten vorhommen, von denen die eine 



*) Poggend. Ann. LXII, 5f». 
*') Jahrb. für pr. Pharmacte, VlII, 235. 



370 

m der rhomboSdrisekea Form des Eisenozyd« an* 
sehicsit^ die Mid#rfe libcr in d<fr deai regali* 
reo Syslem angeliörendea Focm des Eisenexyd- 
Oxydolsy was in der ietolerea Art ein Gemenge 
▼on Pefe, mit einem tilansaaren Eisenoxydal 
Toraussetst, welches damit isoroorpb sein kanny 
nämlich f*e*Ti,' worin ebenfalls 3 Atome Metall 
mit 4 Atomen SanerstolF verbanden sind. Ana- 
lysen sind noch nicht mitgetheilt worden. 

Perowskit. H. Rose *) hat nnler seiner Leitung den Pe« 
rowshit (Jahresb. 1841) S.910) anal ysiren lassen. 
Er ist tbeils schwarz und theib braun. Der 
schwarze wurde von Jacobson nnd der braune 
von Brooks analysirt. Sie fanden: 

Schwarzer "Brauner 



Titansinre 58,96 


59,00 


Kalkerde 39,^0 


36,76 


Talkerde Spur 


0,11 


Eisenoxydol 2,06 


4,79 


Manganoxjdul Spar 


^pnr 



100,22 100,07, 

was nngezwnageo die Formel CaTi gtbt^ Worin 
Ca in geringer Quantität durah fe ersetst wor* 
den ist. 

TschewLinii. H. Rose **) bat ebenfalls den Tsehewkinit 

(Jahresb. 1841, S.fi09) analysirt und ihn zusam- 
mengesettt gefunden aus: 



*) Poggend. Ann. LXII, i$tk 
'•) Das. p. 591. 



S71 



' Kieselftinre 


21,04 




Titansliate 


20,ir 




Ceroxyd i 
JUBÜianDx^d| 
Dldymoxyd ) 


47,29 








EiaevoKydol 


11,21 




Maoganoxydul 


0,83 




Talkerde 


0,22 




Kalkerde 


3,50 




Nalroa und Kali 


0,12 
104,38. 




Der Ueberackuas rükrt 


davon ker. 


daaa daa 


Ceroxyd ala Oxyd gewogen worden iat, 


wakrend 


es in dem Mineral aU Oxydul Torkomml 


i. 


Die Titanaaure war nickt TöUig rein* 


Wurde 



My mit Koklenpul?er gemengt, inCkloi^a geglükt, 
so wurden^ ausser äberdcstiliirendem Titancklorid, 
kleine Quantitäten sublimirten Cklorberylliums und 
Ckloralnmininms erkalten , und aus der Kokle 
konnte ein wenig Cklory ttrium ausgezogen werden. 

Eine nack dieser Analyse berecknetc Formel 
wiirde alao wenig xurerläasig sein. 

Hermann*) kat dep Aesekynit Ton Hiask AescbyniL 
(Jakresberickt 1830, S. 195) untersnckt, den 
er ganz anders als Hart wall zuaammengeaetzt 
fand 9 nack welckem dari» 56 Procent Titan- 
saure und 15 Procent Ceroxyd entkalten sein 
sollen^ wäkrend Hermann Tiel Tantalaäure und 
bedeutend weniger Ceroxyd darin gefunden hat. 
Er glaubt, dass Ha rtw all keinen Mchten Aeacky« 
nit zur jDntersuckung gckabt kalte. Ake^ Hart- 
wall analysirte das Mineral von Miask^ krystalii- 



*) Journ. f. pract. Chemie XXX 1, ^9. 



372 

sirt in rhombiscbeii Prismen, aosscfn braun dnr^b 
einen ocberartigen Anflug, und im Innern scbwarz 
mit glänzendem Bruch , mit etwas MetallglanE, 
das Mineral dem ich den Namen Äeachynit gab, 
das also der achte Äeschynit gewesen sein mnss. 
Hermann's Beschreibung stimmt damit überein« 
Hier bann also nur die Rede davon sein dass 
eine der leiden Analysen unrichtig ist, oder, 
was wahrscheinlicher ist, dass in dem Minerale 
Ceroxydul durch Eisenoxydul, und Titansäure 
durch TantalsILure in varüreuden Verhältnissen er- 
setzt wi'^l* 



Hermtna fands 




Tantalsiare 


33,89 


Tilansiare 


11,94 


Zirkonerde 


17,52 


Eiaenoxydnl 


17,65 


Yltererde 


9,35 


Lanthanoxyd 


4,76 


Ceroxydnl 


2,48 


Kalkerde 


2,40 


Wasser 


1,56 



101,05. 

Ausserdem Spuren von Fluor, Manganoxyd, 
Talkerde, WoiframsSure. Er gibt fiir «das Mine- 
ral die Formel =2tt^^i^, welche nicht Aiit der 
Rechnung fibereinstiromt, denn der Sauerstoff" der 
Zarkonerde ist = 4,741 und der Sauerstoff' lu den 
Basen ft=: 7,542. In der Formel aber Tcrhält er 
sich =18:18, was für den Sauerstoff in ft=7;il 
gibt. Aber ist Niobsäure in der Tantalsäure und 
Norerde' in der Zirkonerde enthalten? Fragen, 



373 

welche der Vevf. au der Zeil, wo er die Analyse 
aunfiilirf e y nicbt im SUnde war za beaatworten. 

H« B o B e ^) ' liaC, tlieils selbst, llieils durch seine TmntmUte, 
ScKttler^ mehrere Taotalite uateipsucht, besonders 'Tantalit. 
TOB Bodeofmait) welche, wie bereits S. 158 ange- 
führt wurde , die Gntdechung des Niobiuau yer- 
anlaasteo. In den hier angeführten analytischen 
Resultaten ist der Gehalt an Niobsaure mit der 
Tantalsanre zosammCn unten der gemeinschaft- 
lichen Benennung Tantabäure aufgenommen wor* 
den. Die Analyseo galten: ~ 



*) Poggend. Ann. LXIU, 317. 



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• I • ■ 



Berxeliuf Jahres- Bericht XXV. 



35 



374 



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des Pulvers 



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375 

Man sieht liieraos, das8 mit dem vermeLr- 
ten apecif. GeivicLfe der Gehalt an Tantalsänre 
steigt. Der letzte macht davon eine scheinbare 
Ansnahme, aber nas darin an Tantalsänre fehlt, 
wird durch einen grösseren Gehalt an Zinnsäure 
ersetzt. 

Ich erwähnte im letzten Jahresberichle S. 289 Wöblerii. 
eines yon Scheerer entdeckten neuen Minerals, 
Wöhlerit genannt, eines Silicio-Tantalats von Kalk- 
erde nnd Zirkonerde* Scheerer*) hat nachher 
angegeben^ dass Weibye auf Rödkindholm bei 
FredriksTaern ein sehr ähnliches, nnd Scheel 
in der Nachbarschaft der Eisenhütte Barkevif , 2 
Meilen von Brevig an dem Strande des Lange- 
snndsQords ein ebenfalls ähnliches Mineral ziem- 
lich häufig gefunden haben. Es bildet da nie- 
rentSrmige Massen. Bei einer vorbereitenden Un- 
tersuchung hat es sich gezeigt, dass es ekenf 
falls ein Silicio - Tantalat ist, ohne Spur von 
Phoaphoraänre und Flnor, nnd es seheint ein 
WöhleriC xn sein, in welchem die Zirkonerde 
dnrck Eisenoxyd ersetzt ist. 

Hermann **) hat den sibirischen Pyrochlor pyrochlur. 
einer Analyse unterworfen^ deren Resultat sehr 
abweicht von dem von Wähler (Jahresb. 1841, 
11^244), besonders darin, dass er die von Wöh* 
1er gefnndene Thorerde für Zirkonerde erklärt, 
ond dass er darin* ein wenig Titansäure angibt. 
Er fand nämlich: 



*) Poggend. Aon. LXI, 222. 
*') Journ. für pracl. Chem. XXXI, 94. 

25* 



376 



Mikrolith. 



Monazit. 



TaaUUiure 


62,25 


TilaMäiure 


2,23 


ZirkdneDde 


5,47 


Ceroxyd 


3,32 


Laalhiiaoxyd 


2,00 


YUercrde 1 
Manganoxyd/ 




0,70 


Eisenoxyd 


5,6S 


Kalk 


13,54 


Kalia« , 

Natriumi 




3,72 


LilUium) 




Fluor 


3,23 


Wolframsäure 


Spur 


Wasser 


0,50 



102,74. 

Er gib! d^fiir die Fovmel ftft^Ta +«Ta -f- BF, 
woriA ft==£;a, Ln nnd Y, R=£r, Fe and Ce, 
aiulR = K, Na nnd Li ist. 

Welcben Werth alles dieses hat, beruht nat&r- 
iicbemeise aaf einer grandlicben Prafang, welelie, 
fvie wir vermaUien müssen, nicht ausbleiben wird. 

T e 8 c h e m a c h e r *) hat gezeigt, dass der Mikro- 
lilh (Jabresb. 1836, S. 206) nichts anderes ist, als 
P^roehlor. i 

In Uebereinslimninng mit der Correction in 
Wöhlers Angaben, hat Hermann *7 eine ilin- 
liehe in Bereitsehaft jfiir Kerstens Analyse des 
Monasits (Jabresb. 1841, S.4t45). Deraclbe be^ 
steht naeh Hermann aus« 



*) Lond. and Edinb. PhiJ. Mag. XXV, 133. 
•*) Journ. f. pract Chtm, XXXIU, 00. 



377 



Photphoraünre 


28,05 


Ceroxyd 


'40,12 


Lanihanoxyd 


27,41 


Kalkerde 


1,46 


Talkerdc 


0,80 


Zbuoxyd 


1,75 



99,59, 
mit einer Spur tod Manganoxyd und Eisenoxyd. 
Nach Hermann hat Kersten eins von den in 
warmem Wasser weniger, als in kaltem löslichen 
Salzen ron schwefelsaurem Lanthanoxyd für Thor« 
erdesalz gehalten. Zu Kersten's Entschuldigung 
durfte angeführt werden 'hönnen, dass er, ehe er 
die Ton ihm gefundene Erde für Thorerde erklärte, 
mir eine kleine Probe davon in einem Briefe zu- 
gesandt hatte, mit der Bitte, dass ich sie unter- 
suchen möge. Dass das was ich damals prüfte sich 
wie Thorerde verhielt, und dass es weder Geroxyd 
noch das damals noch unbekannte Laathanoxyd ent- 
hielt, kann ich veraiehern. . 

Hermann*} hat ferner angeführt, dass der Yurountalit. 
Yttro-Tantalit, zusammen mit Monazit und Aeacby- 
nit, bei Miask vorkommt. Er bildet tbeils glatte, 
abgerundete Körner, die so gross wie Erbsen sind 
und kier und da Krystallflächen zeigen können, 
theils platte Stucke von ^ Quadratzoll Oberflache 
und 1 bis 2 Linien Dicke« Auf der Oberfläche 
hat er einen bräunlichen erdigen Ueberzug, aber 
der Bruch ist schwarz, glänzend und muschiig. 
Er gibt ein schwarzbraunes Pulver. Specif. Gew. 
= 5,388. Er decrepttirt im Kolben und wird 
braun. Mit Phosphorsalz erhält man eine Rcaclion 



*) Journ. für pract. Cbem. XXXI1I| 87. 



378 

anf IJranoxyd. Er warde znsammeugeselzt ge- 
funden aus : 

TanUlaanre 61,33 

YUererdc 19,73 

Eiaenoxydul 7,23 

Manganoxydul 1,00 

Kalkerde 2,08 

Umnoxydul 5>64 

Zirkonerde 

Ceroxyd 

LanUianoxyd \ 1,50 

Titanoxyd 

Wolframaaurej 

Gliikverinst 1,66 

100,17. 
Die Formel wird kier, vrie für den Yltro-TanU- 
lit gewb'knliJi iat, =tl3Ta. 
ÄDtimonigsau- Domeyko *) kat augegeben, daas in allen 
"^""bSörd '~ Q««<:l>»Ubergrnben yon Ckili mit dem Queckail- 
bererz eine Gangart Torkommt, weleke zu | voa 
einem mit Eiaenoxydbydrat gemengten Quarz ana- 
gemackt wird, der mit blauem kokleaaanrem Ku- 
pferoxyd, mit einem ataklgrauen metalliseb glän- 
zenden Minerale, daa naek seiner Untersnckung 
ein sekr Quecksilber -kaltiges Faklcrz, d« k, ein 
Kupfer- und Queeksilkcr • Sulfantimonit ist, und 
endlick mit einem feinen kellrotken Puher ge- 
mengt ist, weickes letztere für Zinnober gekallen 
wurde, in welckem aber Domeyko keinen Sckwe* 
fei fand, sondern weickes nack seiner Analyse ans 
antimonigsaurem Quecksilberoxyd besteht, worin 
die antimonige Sfiore = Sl> ist. Er fand darin : 

*) Ann. des Mines 4. Ser. VI, 183. 



379 



l. 


TOB lllapel 


von Pumugni 


Antinmige Sinre, Sb 


21,« 


2,8 


Qaecluilberoxyd 


23,8 


4^ 


£iseaoxjd 


38,0 


3,4 


Kieaderde 


4M 


H,2 


WsMcr imd Varlii«t 


42,0 


14,0 




170,0 


35,9. 



BUenoxyd und Kmelerde geholfen der Gang« 
•rt a»9 so wie aueli dat viele Wasser vom Eisen- 
oxydbydrat und von kygroseoptschcin Wasaer lier* 
riibrt. «w 

Ram rae laber g^) hat den PliaranacoUlh von jäntniate. 
Glieksbrnnn im Thüringer Walde analysirt. Er •'^*''"'»^*»^''* 
besteht ans : 

Ärseniksäure 51^58 

Kalkerde 23,59 

Eisenoxyd uud Koballoxyd 1,43 

Wasser 23,40 

= ta^As + eÄ. 

Damour**) hat den Skoröditvon Brasilien and Skorodit. 
von verschiedenen europäischen Fundorten analy* 
sirty und hat gefunden, dass sie alle einerlei Zui 
aammensetzung besitecn, und D e s «il b iireao % *""*) 
bat sie in Betreff ihrer Kryslalirorm mit einaiidev 
Terglichen^ welche ebtfnfalla bei diesen dieselbe 
ist, was auch schon G us ta v Rose (Jahresb. 
1833, S. 196) lange vorher dargelegt hatte. Die 
Veranlassung zu dieser Untersuchung wa|r, dass 
der brasilianische Skorodit, welcher von mir 1824 
analysirt wurde, wobei ich eine Gcwichtsvcrgrössc; 



*) Poggend. Ann. LXII, 150. 
**) Ann. de Cb. cl de Pbys. X, 406. 
••*) Das. S. 402. 



380 

rang erkidt, nad dessen Lösang in SalssSnre mit 
Kaliumeisencyanid einen bianen Miederaelikg gab, 
so berechnet wurde ^ dass er die Base in Gestall 
von li'e'f'e enthalte ,• weshalb Bendant eitie be- 
sondere Species daraus machte, die er Neodese 
nannte. Aber Damonr bat auf eine zuverlässi- 
gere Weise dargelegt, dass das Mineral kein Ei- 
senoxydnl enthält, indem er die Aoitfsung davon 
in SalzsSure mit GoMeblorid vermischte, aus dem 
dann keine Spur Gold redncirt wurde« Unsere 
Besnltate stimmen im Uebrigen mit einander über« 
ein. Br fand in den Skoroditen von 

VavJry - €orawalI Sachsen Brarilien 
Arseniksäure 50,95 51,06 52,16 50,96 

Eiseuoxyd 31,89 32,74 33,00 33,20 
Wasser 15,64 15,68 15,58 15,70 

= Fe As + 4H. 
Arseniksinier. Hermann*) hat die ocherfarbige, harte Kruste 
untersucht, welche Berylle, Topase und Quarz- 
kryslalle von Nertecbinsk bekleidet, und welche 
gewöhnlich aehr leicht davon abzulösen icit* Es 
ist ein basisches arscuiksaures Eisenozydsalz^ wel- 
ches er au« SF^As' ^ 4Fe + 36H znsammenge« 
setzt, bnd : . . 

• i'i . •.GtftiD4«n Bcfecbnet 

Arseni^säurc 48,05 48,37 

Eipciioxyd 36,41 36,51 
Wasser ' 15,54 15,12 
Es fcommt ganz und gar darauf an, wie genau 
die Analyse ist, um zu entscheiden ob nicht dieser 
Ueberzug amorpher Skorodit ist, indem er auf 9 



•) Journ. £. pract Chera. XXXUI, 95. 



381 

Atome Skorodit nnr am 1 Atom BUenoxyd ab- 
weicht^ welches dieser mehr enthilt. 

Rammeisberg*) hat den* Bisensinter vom Eisensinier. 
StieglitistoUen im Radfaaniberg zu Gastein analy« 
sirl« Er war nierenförmig nnd im Uebrigen dem 
gewöbnliehen Eisensinter oder Eisenpecberz gleich« 
Er wurde ans SF^S + SFe^As + 40H »sammen- 
gesetzt gefanden: 

Gefunden Berecfanet 
Arseniksäure 24^64 24^95 

Sehwefelsäure 5,20 5,21 

Eisenoxyd 54,66 54,24 

Wasser 15,47 15,60. 

LcTy halte den Namen Betidantil einem Mine- Beudantit. 
ral Ton Hornhausen in Nassau gegeben (Jahresb. 
I8889 S. 167), Yon dem eine sehwarze und eine 
grüne Varietät rorkommt. Damour und Des- 
cloizeaux**) haben mit chemischen und krystaU 
lographischen Gründen dargelegt, dass es ganz 
einfach Würfclerz ist. Die schwarze Varietät ist 
dnreh Schwefelblei gefärbt. 

Hermann***) hat den Olivenit von Cornwall Arsenikfaures^ 
analysirt. Er fand darin 2^ Procent Phosphor- Kupferdiyd. 
säure mehr als t. Kobell, und stellt sogleich 
eine neue Formel auf, um daraus eine Verbindaug 
Ton Arseniat und Phosphat zu erhalten. 

Hermann fand in dem Holzkopfererz oder HoUkupferen. 
faserigen Olivenit von Cornwall: 
Kupferoxyd 51,03 

Arseniksäure 40,50 



') PoggeiK^- Ann. LXII, 193. 
**) Ann. de Cd. ef de Pbys. X, 73. 7t. 
***) Journ. i. prsct Chem. XXXUl, 2H. 



382 



Kupfcr- 
glimmer. 



Linsenen. 



Pito^pborsiure 1,00 
Eisenoxydul 3|64 

W«88er 3,83 

:=s4Cvfl%S'\-7tn'\^SRf was oteiibar ein Ge- 
menge Ton basischen Salzen ist. Er gibt dafür 
die Formel Ca'lsÖ^ + SCn^Jisä. Es ist jedoeb 
nabrsefaeinlich keine cbemiscbe Verbindong zwi- 
schen diesen beiden. 

Den Kupferglimmer Ton Cornwell fand er zn- 
sammengesctzt aus : 

Kopferoxydul 44^25 

Eisenoxydul 2,92 

Ärseniksäure 17,51 

Viertel phosphorsaure Thonerde 3,93 
Wasser 31,19 

wofür er die Formel £!u^A8-f-24ä gibt. Aber 
der Wassergehalt Ist dafiir zu gering und die 
Formel muss werden = Cn^As -f GCuH -)- I8H. 

Auch das blaue Linsenerz hat er analysirt und 
zusammengesetzt gefunden aust 
Kupferoxyd 36,38 
Thonerde 10,85 

Eiseuoxyd 0,98 

Arseniksäure 23,05 
Phosphorsäure 3,73 
Wasser 15,01 

Wenn man in des Grafen Trolle Wacht- 
meister Analyse von diesem Mineral (Jahresb. 
1834^ S. 177) die Gangart abzieht,, so stimmen 
diese Analysen ziemlich gut übercin. Hermann 
gibt die Formel (Cu^As -f fi4fi) + Äl^As, worin 
ein kleiner Theii von AI durch Fe upid ein klei- 

•V. .V. 

ner Theii von As durch P ersetzt wird. 



383 

Sowobl WSbler') «k Küho*') litbeo den Bn- Euchroit. 
chroiC eloer neaen Analyse unterworfen , die im 
Uebrigen mit der ilteren von Tnrner (Jabresb. 
1827, S. 214) ubereiastimmt. Sie fanden : 
VV. K. 

ArsenikBänre 33,22 34,42 
Kupferoxyd 48,09 46,97 
Wasser 18,39 19,31 

= C;u2As + 2CaH+5il. 

Auf der trocknen Ebene nm Iqnique in Süd- B0rmie. 
Amerika kommen scbneeweisse , feine Kry8Ulle^'''^^'j;^'''~ 
von borsanrer Kalkerde ron ^ Zoll Länge in reicb- 
licher Menge und xnsammen mit Glauberit und 
Talkerdealaun Tor, welcbe letzteren weiter unten 
angefahrt werden sollen. Die Krystalle sind you 
Hayes***) analysirt und zusammengesetzt gefun- 
den worden aus: 

Borsäure 46,111 

Kalkerde 18,890 

Wasser 35,000 

= taßo^-f 6ä. Dana gibt in der dritten Auf- 
lage seiner Mineralogie , S. 243, eine Zeiebnung 
Yon diesen Krystallen, aber diese sind in Folge 
eines Irrtliums von Ha y es für den sie begleiten- 
den Glauberit genommen worden« 

Das Mineral von Snarum in Norwegen) worin die CmrboHate, 
Serpentin-Kryslalle sitzen , ist in Scbecrer^sf) ^»S"««^^' 
Laboratorium untersucht und nicht als ein Bitter- 
spatb y sondern als reiner Magnesit erkannt wor- 



*) Ann. d. Chem. u. Pharm. LI. 285. 
••) Das., p. 123. 

•••) SiUiman's Americ Journ. LXVH, 215. 
f ) Nyl Magas. Sor Naiurfidenskaberne. IV, 842. 



384 

den. Es wardcn dariu gefanden nacii der Ana- 
lyse von: 

Münster Tönsager 
Kohlensaare 52,57 52,66 

Talkerde 46,93 46,22 

Eisenoxydul 0,87 1,12 

Es hat eine spätbige Textar, die Durchgänge 
des Kalkspaths, und 3,668 specif. Gewicht, so 
krystallisirt ist es bis jetat nur bei Cltenthal in 
Tyrol und bei Vermont in Nordamerika gefanden 
worden. 

Auch ich habe Gelegenheit gehabt , mit dem 
Mineral von Snarum in Norwegen einige Versnche 
anznatellen. Legt man kleinere Stücke davon in 
kalte Salzsäure von 1,13 specif. Gew., so ent* 
wickelt diese keine Kohlensäure , aber sie Tärbt 
sich allmälig gelb von aufgelöstem Eisenoxydby- 
drat, indem der Magnesit ganz farblos wird. Es 
hat also seinen Stich ins Gelbe nur von Eisen- 
oxydhydrat. Zwischen +G(P und +80^ sieht 
man sparsam Blasen sich bilden, welche daran 
sitzen bleiben, von denen sich aber dann und 
wann eine ablöst und aufsteigt. Mit einem Wort, 
, Salzsäure wirkt wenig oder nicht darauf. Das- 
selbe ist der Fall mit verdünnter Schwefelsäure. 
Diese Erfahrung ist auch an dem tyroler Magne- 
sit gemacht v^orden. Er muss zu dem feinsten 
Pulver zerrieben und anhaltend mit Salzsäure ge* 
kocht werden, wenn man ihn auflösen will. Die- 
ses iudiffercnte Verhalten gegen Säuren hat bis 
jetzt nicht die Aufmerksamkeit erregt, welche es 
verdient. Es ist jetzt leichter, als früher, zu ver- 
stehen. Wir wissen nämlich , dasa die Talkerde 
in dem Minerale PerikUs (Jahresb. 1845, S. 289) 



385 

to der Uomerisciieii Mai^iieatioo vorkönunt, Yf^lche 
wir mit itgß ausdrüelieii kKnncn, kmI w#iin sit 
das böhcre apeeif. ^wioht = 3^75 hat« Dies iet 
also ganz deraetlie Zustand ^ in weteLem sie sieh 
M dem Magnesil befindet; beide erfsrdern starke 
Stittre, feines Pnlver ond anhaltendes Koehen, niii 
dnreh die Einwirkung der Sanre in den Zudand 
von iiga nbenugehen und anfgeldst «n wenlenl 
Jedermavn weiss^ wie rasek sieb -sonst die kokleät» 
sanre Talberde mit Asassen . in Sanren aaflSat. 
Die Modifieatiön fi wird nuek nicht bellen ia de« 
Dolomit angelrolTen. ' (Si weiter Tanten koklenssn- 
res BisenoxjduL) 

H a i d i Dger "*) kal die Krystallverbiltnisae bod Dolomit. 
das LichlbreebnngsTennlAgen des Uass nelkenbmu* 
nen^ durchsicbligen Dolomite rom Zillerlbnl bei 
scbrieben. In Betreff der Einzielbeiten moss-^iob 
auf die Abhandlung verweisen. 

Igelström**) bat den, weg^n seiner sonder- DutenmergeL 
bnren Bildnbg bekannten. DuVenmergel von Giwarp 
i» SekMen analyjir^ und lusämiMngesetzt -gefun* 
den anss. 

iKobleiiaanre 41,3a 
Kalkerde 49,04 

Talkerde . 0,27 

Eisenoxydul ' 1,53 
Mänganöxydol 0,74 
Tbonerde 2,46 



Darin 

unanflöslielier 
TLeil 



Kieselsaure 2,92 

Tbonerde 1,56 

Talkerde 0,03 

Eisenotydcrl 6,01 

100,76. 



*) Poggcnd. Ann. LXHI, 153. 
**) Öfveriigt af K. V. Acad. FörfasndL 1844 p. 221. 



386 

Kohlensaures Way *) hat die UntersachoDg eines sogenenn- 
Eisenoxydul. |^^ Späth eiteastekis niigelkeiil, ansgezeicbiiet ne* 
gen seines grossen Gebslts an kohlensanrem Ei- 
senoxydul, welcher in der Gegend Yon Hnll in 
England vorkommen soll» ohne genauere Angabe 
des Fnndortsy wo er einen Gang Ton 3 — 4 Laeli«> 
ter Mächtigkeit und mehr als 100 Lachler Länge 
bildet. Er ist derb 9 braiinsehwaca- gefärbt, hat 
die Durehgänge eines Rhomboeders, jedocb etwas 
gebogen .und. von Perlmntterglanz. Er ist niebt 
magneliscb, hat 3,747 epeeif« Gewiekt* 

In Masse Snaljsirt wurde er zusammengeselnt 
gefunden aus: 

Kohlensaure 36^08 KoklenSanrem Eisenoxydul 83,60 
Eisenoxydul 50,75 Kohlensaurer Kalkerde 7,47 

fiisenoxyd 8^93 Eiscnoxydhydral 10,01 

Kalkerde 4,24 101,08 

Wasser -1,08 

101,08 
fT^ Die koklensaure Verbindung befindet sich bier^ 
gleichwie in dem Magnesit, in der /^Modiiieatiott. 
Sie löst sich nicht anders in starker Säure, als 
im Sieden und als feines Pulver. Lisst man das 
Mineral in Stücken voi^ der Grösse einer Erbse 
in Salzsäure liegen, so hat diese in kurzer Zeit, 
die durch Wärme noch mehr abgekürzt werden 
kann, alles Eisenoxydkydrat daraus ausgczogco 
und das Carbonat zu einem weissen krystallini- 
schen Pulver zerfallen zurückgelassen, welches 
sich dsnn nicht ai^dcrs als durch fortgesetzte sie- 
dende Digestion mit starker Säure auflöst, und 
auch dann nur sehr langsam« 



*) L. and E. Phil. Mag. XXV, 129. 



387 

Dieses Palver bestellt aus. kleinen , rhomboe« 
drisehen^ farblosen, dnrehseheineaden Kryslallen, 
welche xusenmengeselzt gefunden wnrden aas: 
Koblensaurem Enenoxyikil 9I924 
KaUensanrer Kalfcerde '^ 8,97 

Der BeviUas' weist ans, dass das Eiseaöxjdnl 
die Medffieatlsifr Ftfl hat, ^eti^ie^aucb in diesem 
Carbonat TeMssrairmt, nnd es «efgi sieb, daSs sie 
anek die Ralkerde in dieselbe« vei*setst bat, indem 
deren Carbonat niebt für sieli auft dem Eiseiiovy* 
dal ausgezogen wird. 

Dass sieh Kalberde, Talkerde, Eisenoxydul 
U.S.W« in einer Menge von Siliestei^ in der /jMo- 
dificalion befinden , ist allgemein' bekannt. Aber 
sie kann der Kieselsaure zugeschrieben werden, 
welche eine so grosse Neigung bat in^dieselbe iiber- 
zugeben. Hier zeigt es sich nun, dass sie onab- 
liängig von derselben existiren kann. Von der 
Kalkerde haben Vrir eine Modification, welche durch 
zu starkes Brennen, wie man- dies ntmatj' todtge- 
brmHHi wird, indem sie «ich dann. Hiebt meh^jnit 
Wasser zu ein^m Hydrat vereinigt. ^ Es verdient 
nnlersnebt zn werden , ob. sie ni^bt ^ereAe dMO 
KaJkerde in der /^todijlcati^n ist. 

Daubenay*)' gibt an , daas der PlM»spliorit Phos^uie. 
zn Estremadura ein äusserst mächtiges ,. gangför- I'bosphorit. 
miges Lsger ^on 16 Fnss Breite, ein Paar.eitgli» 
sehe Meilen Länge qnd. unbekannter Tiefe bilde. 
Er enthält 8(^ Procent basisfsbiQr phdspborsaurer 
Kalkerde nnd 14 Proc. Flusspatb. Das Kalksalz 



*) L'lastitul, No 568. 8. 3Sö. 



388 

ist = tii^P. . £a i#ifd von GlimmersUtierer (Sliisle 
anloMie) utngebeD. 
Talk-ApaUi. Hcviii«'B»*)i4iat ein€B telkhaltigen Apatit ans 
dem SchischiiMBolita Gebirge beiRioaioak in Sla- 
tonst analysirt. Er Jsemut da in Chlorilacliiefer 
Tor, milchweiaae regelmMssige ^ sechsseitige Pris- 
iiaen bildwd^ ifrelebe ihi^ik gros« u«4 . eisfacb, 
tbeila in $t<rrnn»ni^|<en€rm|ipen |:i«ialiMnei%€iraeb- 
atay aber.hättfig ^ der Oberiäebe etwas vertriu 
tert »ind.. SpeeiC» j6f w. =2,70 bia 3,75. Warde 
ziiMniPiH0iig^4Ut:geCkiilden ansi:! 



Kalkerde 


37,50 


•Wkewle 


7,74. 




21,69 


S0b!nr4ftlM«M 


2,10 


Chlor 


0,91 


Fldor liod: Vetlttst 


2^23 


Eiietioxyd . 


1,00 


UnW»lfclv?9 _ 


9,50 



'.-.1, r __ 

. . :. 100,00. 

«. \EI^ mMbI dasahs. sogldicb ein.neäes, ia be» 
sümmlea KTerhällaisseh zusammengesetites Mine* 

ral zr3Ca'P-f*^g^'^9 ^"'"^ Rechenscbafr zn ge- 
ben^ womit die 2,1 Proeent Sehwefelsitire und 
0,91 Procent Cbloir ttnd die niebt bestimmte Qnan- 
tititt Ftnor Terbnnden ^gewesen stnd , und obne 
nacbznwetsen , was das 9i^ Proeent ausmacb^nde 
Untltoli«be war. Bat es der krfsUllisirlen Ver- 
bindung angehb'rt «nd sieb bei delr Anflösnng in 
Salzsäure .abgesehieten, oder konnte ein so regel- 
mässig* angescbossene^', fat^bloses Mineral so viel 



*) Journ. f. pract. Chem. XXXI, 101. 



389 

M«tiBrg^8tdn , wekkes hier ein geftribtev Cklofil- 
8«hiefer'i8t, enllialtoii?' 

Herrn Ann *) hat mehrere Thraerde • Piras- Tfaonerde- 
phete analymn. i. Der>lil«iie Tiirhi« wmrde aus ^^W^ate. 
il^P^ + 4AI -f- ASH sosammengesest geninden : 

Gefunden. Berechnet. 
Tbonerde 47,45 46,89 

Pbospfaorsaore 27,34 32,57 

Wasser 18,18 20,54 

Rapferoxyd 2,02 

Eisenoxyd 1,10 

Manganoxyd 0,50 

Phospborbanrer Kalkerde 3,41 

100,00 
Es hat ihm dabei kein Bedenken gemacht^ dass 
die Analyse 6|Precent Phospborsiare zn wenig 
gegeben hat, nm dem Thonerdegehalt in dieser 
Permelzu entsprechen • 

2. Der grnne Türkis bestand ans : - ' 



Tbonerde 




50,755 


Phosphoniare 




5,640 


WMier 




18,125 


Kapferoxjd 




1,420 


Eisenoxyd 




1,100 


Manganoxyd^ 




0,600 


Kieselerde 




4,260 


Phoaphoraaarer Kalkecde 


18,100 






100,000 


3. Das Tbonerde 


• Pbospbat 


, welches m den 


Graben nm Nischney 


-l^gikk in Kiafteta yoo Sand- 


stein und Tbonscbiefer rorkommt, wo es das Mut- 



*i Joum. f. pract Cbem. XXXIII» aSt. 
Benelius Jahres -Beriebt XXV« 96 



390 

tergetlma ia «nMMmenlilngtiitoi 9 BAimmtmietk 
Platten beUeidel, die sich leiekt ftUSie» bue«. 
Dm«Ibra ^ImA krytlnUiniscb, mein oder vreniger 
dwMgrao ifefÜrbt' Md-darcbscbeintiid« JBiep «nd 
da finden sieh dnrclNUcbtige Krysialle, welche 
sechsaeitige Prismen zn sein scheinen« Specif* 
Gewicht =^2,46. Die Analyse gab: 

Tbonerde 3M7 

Phospborsaure 39,03 

Wasser 37,^0 

Eisenozyd^ Manganoxyd 1,20 

Kopferoxyd 0,90 

Phosphorsanrtn K%lk und Gungurt 3j00 

Hieraus macht er die Formel Al^^ + S4li, 

wiewohl die Analyse 9 Preeent Tbonerde qndl-| 

Pfooent Wasser in wenig («r eine salehe Fnrmnl 

gegeben hat. Er belniehtet ei als eipe neue Spe« 

FUcheriL cies^ welche er FiseherUf nennt« dem Zooingen 

Fischer von Waldheim Kn Ehren. 
Peganit 4. Den Pegonit von. Langenstrigis in Sechsen 
(Jabresb. 1833 9 S. fiOl) fand er 9(nMminenge- 
setst aus: 

Thonerde 44,49 

Phosphorsaure 30,49 
Wasser 22,82 

Fremdes 2,20 

Dieselbe Formel mit 18 Atomen Wasser. Seine 
Analyse gibt 8 Procent Thonerde mehr nnd 3 
Proceet Photphoraftnve wofuget, eb Erdmann's 
Analyse > ▼«p d^mvelbeii Minfviila. Wer hat 
Recht? 
WawelliL 5. Der Wawellit von Zbirow bei Berann in 
Böhmen wurde antfimmengeeetat gefunden ans : 



S91 



Tbonerde 


36^9 


IMioapboniare 


34,29 


FiaerwaMentoffMinre 


l,T8 


EiseoDxjd 


1,20 


Wasier 


26,34 



Es gibt d«fllr diePopiDel (Ai+3FH)+e(AHfs 
-\' I8B). Dless ist fluorwassersCoffsaure Thooerde, 
Terbooden mit baiiscLer pbospborsaarer Tbonerde. 
Aas welcbem Grande bier ein floorwAsseratoffsaures 
Salz angenommen wird, da bebanntlicb aolcbe Salze 
Hiebt fxtatiren, kann man nicht verateben» Seine 
Formel , reducirt aaf Flaoraluminium, nnteraebei- 
det sieb im Debrigen von meiner dadoreb^ daaa 
er den Ctebalt davon nar b^lb so gross annimiQtj 

ak^r iui;b meiner ForiQe) =Alf '-f 3(Al^#3+19ä 
ist« Meine Analyse gab mebr Flnor als soine, 
wiewobl allerdings nicbt völlig der' Forme) ent« 
spreebend* Aber, wieForcbhammor's Analyse 
der Topase ausgewiesen bat, ao istniebts sebwic* 
rigor als bei diesen Analysen den ganzen Flnor- 
gebalt beranszabehommem 

Kiibo*) bat einige Arten von pbospborsan-Pbospbonaures 
rem Knpferoxyd analysirt. "^«P**'- 

i. Das hrystallisiffte von Libetbtn gab: 

Kupferoxyd 66,94 
Pbospborsäure 29,44 
Wasser 4,05 

Dies gibt die Formel Cu^l + 2Cu + 1i, oiaC^^fJ^. 
S. Das fasrige vop domselben Orl^, ffiit con^cen- 
triscb sebaaliger Absonderung, entbielt: 



*> Ana. d. Cbem. und Pbaim. LI, 130. 

26* 



392 

Kiipferoxycl 69,61 

Phospborsäare 24,13 
Wasser 6,26. 

Dies gibt die Formel du^P + SCn+SH, oder 

3. Der undeutlich kryslallisirte , sogenaoBte 
Pliospliorochaicit von Rheinbreiteubach bestand ans: 
Kupferoxyd 68,87 

Phospborsäure 21 ,41 
Wasser 8,59. 

Dies gibt die Formel = CVP-|-4C;u -f 3H, oder 

Vergleicht man diese Formeln unter. sich, so 
scheint der Wassergehalt darin auszuweisen, dass 
sie alle basisches phosphorsaures Kupferoxyd ent- 
halten, verbunden mit Kupferoxydhydrat. Denn 
man hat: 

1 = (iu3p ^ CuH. 

2 = Cu5# + 2C:uH, 

3 = tnsp ^ 3Cu». 

Smifrie. Descloizeaux*) hat die Krystallformen des 
%P«- Gypses ansruhrlich abgehandelt. In Betreff des 
Inhalts mnss ich auf die Abhandlung verweisen. 
Aluminit. Marchand"*) hat mehrere Aluminite unter- 
sucht. Der lange bekannt gewesene Aluminit von 
Halle wurde nach der dafür angenommenen For- 
mel = AI S5 + 2Ä1»5 + 21R oder = ÄjS + 9H 
Eusammengesezt gefunden. 

Beim Graben eines Kellers auf einer Anhöhe 



*) Ann. de Ch. et de Phys. I, 53. 
••) Journ. f. pract. Cbemie XXXIIf, 6. 



393 

sädlich Yon Halte, Hrn. Pres 8 1 er angeliörig, 
fand sieh ein anderer Aluminit, fvelcher be- 
stand aus: 

Thonerde 36,0 

Schwefelsaure ' 17,0 

Wasser 47,2, 

= ÄlS' + 4AIBS + 24H, oder = £1^8' + 36». 

An demselben Orte fand sieb noch ein anderer^ 
welcher bestand aus: 

Thonerde 39,50 

Schwefelsäure 11,45 

Wasser 48,80 

Marchand gibt dafür die Formel = Al^S^ 
+ 36K. Zieht man in Betracht y wie die Formel 
aussieht, wenn das neutrale Salz mit dem Hydrat 
der Base yerbunden ist, indem man dannSAIS' 
+ 13AIH3-I- 686 erhält, so zeigt es sich, dass 
"^les ein Gemenge sein muss. Auch stimmt das 
berechnete Resultat nicht recht gut mit dem ge- 
fundenen überein. 

Steinberg*) hat einen anderen Aluminit be- 
schrieben, welcher ebenfalls bei Halle, 100 Schritt 
Yon der südlichen Seite der Stadt entfernt, beim 
Graben gefunden worden war. Er war weiss, 
aber ins Gelbliche spielend, wenn er dnrchnässt 
irorde. Er bestand ans : 

Thonerde 36,17 

Schwefelsäure 14,54 

Wasser 49,03 

= AlS5 + 5ArH5 + 30H, oder Äl^S + ISH. 



*) Journ. für pr. Cbemie, XXXU, 495. 



394 

Marchand fand, daaa dieie Aluninite bei 
-I- 100^ gerade diä Hilfte ihr^ Waaaera ▼«rli^ren, 
selbtt wenn die Anzahl der Wasseratome eine un- 
gerade ist. Dies dürfte jedoeh wohl nicht mehr 
beweisen, als dass mies von dem in den For- 
meln angegebenen Wasser bygroseopisches ist, 
und dass ein Theil von diesem selbst bei -}* ^^^ 
darin zarückMeiben kann. 

Maffoesia- Auf der Iniqne-Ebene im siidlichenPern kommt, 
mit dem bofsanren Kalk, dem Glaubersalz und mit 
anderen Salzen, fein Salz in Massen von paralle* 
len Fasern vor, die sich llngs dieser Fasern thei- 

Pickeringit. len lassen. Es Ist Pickeringit genannt worden. 
Hayes*) hat es analysirt and zusammengesetzt 
gefunden aus: 

Schwefelsäure 36,322 

Thonerde 12,130 

Talkerde 4,682 

Eisen und Manganozydul 0,430 

Kalkerde 0,126 

Salzsäure 0,604 

Wasser 45,450 

99,744 

sMgg 4^ £18' 4^11211. Wann di« Alamkartea 
eiM octaSdrische Form bftben , enthalten sie 84 
Atome Wasser. Aber da ea bekannt gewolfdeii 
ist, dass sie unter bestimmten Umstanden be* 
stimmte Quantititen Wasser verliei^en können, so 
kann hier der terlnderte Wasaelrgchalt mit der 
faserigen Form nnsammenhingen. Der Ton S t ro- 
meyer untersuchte afrikanische Magnesia »Alaun, 



*) Sillimans Americ. Joura. XLVII» 360. 



395 

w«Mitf Jed^eh m ^ »m Mattgaiios}4ttl«Alaan 
hntämA , ealhlell 45^74 PiNMMt Wasier. 

RaAiliielaberj^*) terbn^rt dann» daaa trenn Brocbaotii und 
Magiiua' Atialyaa dea Brochauttta (Jalireab. 1830, ^Hsuvigit 
S. 180) nach Abzng der Gangart, iricblig bereeb- 
net wird, die Formel niebt die dafür angenom- 
uene = Ca^ S -|- 3^ tvird , aondern Cn^S -f- dlA, 
oder = Cu S -f 3dnH. Dieselbe Formel wird dann 
aneb firden KrisuYigil (Jabreab. 1844» S. 264) 
gallig. 

Domeyko*^) bat gexaigt» daaa^daa Cblorailber Chlor, uod 
Ton GbaMfeiUo ik Copiapo mit BromaUber in ▼«- Brom«ilber. 
riirandcB Verbiltniaaeil , von ^ bia taweilen fakt 
nw Hilftai gemengt iat. In dieaem brombaltigtil 
Cblorailber bat er jedoeb liiemala eine Spnr too 
Jod finden bSnacn. 

Dagegen bat man eine Silbetfmader^ 19 Mai^ Jodiiiber. 
len östlicb tön Coquimbo in Algodonea an einem 
Orte^ genannt Rineon de Laya, gefanden , worin 
aefcr reinea Jodailbar torkommt» ebne einen' Ge- 
lialt an Chlor oder Brom. Ba kommt tor tbeila 
in kleinen nttregelmaaaigen Theilan ton aebwe- 
feigelber oder anweilen grifeUeh gdber Farbe, 
theüa» aber aaltenar, bildet ea kleiiha ttoregel- 
miaaige Gangtr&mmeri Ba iat dnrebaebeinend 
vnd nicht weitb wie Cblotfailber» sondern kann 
no Folter gerieben .werden. Hat 5,504 apecif. 
Gewicht nnd sebmilxt in der Lichtflamme. Der 
Amalgamationa-Proceaa scheidet darana daa Silber 
aebr ontoUatandig ab. 



*) Poggend. Ann. LXII, iS8. 
**) Ann. des Minct, 4 Ser. VI, 153. 



396 

Erdkant. HtidiBger*) hat eia Erdharz aus einer Brami* 

^^"*^'* hohlengrube bei Piaoia, nördlich von Neasladt, 

beschrieben, wonach er e» fiuitfitl- genannt hat« 

Es bildet in der Brannkohle bis zu 10 Zoll micfa- 

t^;e Ganglrümmer. 

Es ist schwarzbraun, amorph, gibt einen gelb- 
braunen Strich, und ist in dünnen Kanten etwas 
durchscheinend. Der Bruch nnvollstindig mnsch- 
lig, wenig glänzend. Harte =1,5. Specif. Gew. 
= 1,22. Lasst sich zwischen den Fingern zer- 
drücken. Schmilzt bei -{- 315^. Kann angezündet 
werden, verbrennt mit vielem itus und lässt 5,96 
Procent Asche zurück. Löst sich unyoUstindig 
in Spiritus, besser in Wasserfreiem Alkohol, voll- 
kommen in Aether und in Kalilauge. Rauchende 
Salpetersaure verändert dasselbe, indem es dadurch 
gelbbraun gefärbt wird. Bei der trocknen Destil« 
lation gibt es ein gelbliches saures Od. 

Meteonlein. hl der Nachbarschaft des Dorfes Klein-Wenden, 
i|n Kreise Nordhansen, ist am 16. Sept. 1843 ein 
6 Pfd schwerer Meteorstein , bei klarem Wetter 
und mit heftiger Detonation herabgefallen. Der- 
selbe ist nach einem sehr interessanten Verfahren 
von Ramm eis borg**) analysirt worden. Er 
wurde zusammengesetzt gefunden ans : 



*) Poggend. Ann. LXÜ, 375. 
**) Das., LXII, 449. 



397 



^ Sehwefd 


2,0» 


Pkoaphot 


0,02 


Eiten 


23,90 


Nickel 


2,3T 


Zinn 


0,08 


Kapfer 


0,05 


Chromoxyd 


0,62 


KieseUinxe 


33,03 


Talkerde 


23,64 


Eiaenoxydul 


6,90 


Thonerde 


3,75 


Kalkerde. 


2,83 


Blanganoxydol 


0,0T 


Kali 


0,38 


Natron 


0,28 




100,01 


Nack der IJntersacbang) welehe Ra nme la- 


be rg mit dem Stein ala ( 


einem Goaenge Ton Mi- 


neralien angestellt hat, ist er gemengt ans: 


Niekelelsen 


22,904 


Ckromeisen 


1,040 


Magnetkies, ^c 


5,615 


Olivin 


38,014 


Labrador 


12,732 


Angit 


19,704, 


und ein jeder dieser Beslandlkeile besteht \Tie 


dernm ans. 




Das Niekeieisen: 




Eisen 


88,980 


Nickel, kobalthalUg 10,351 


Zinn 


0,349 


Knpfer ■. 


0,213 


Phosphor 


0,107, 



396 

WM wobi äbereinttlimmt mit dcdi) weither in dem 
Pallas' sehen ngid in dem Elleob^gener Eisen 
enthalten ist. 



Das Chromeised : 


• 


Chronioxyd 


59,85 


Eisenoxydul 


27,93 


Tallserde 


12,22 


Der Magnetkie« ist = 


^e. 


Der Olivia : 




Kiescisinre 


39,60 


Talkcrde 


47,37 


EisebMydul 


10,72 


MangtäOxydu 


1 0,19 


Kalke^e 


2,12 


Der Labradort 




Klafcdsiura 


12,282 


ThOtaerdc 


9,077 


Kalberdc 


3,843 


Kali 


0,921 


. Natroa 


0,708 


t 


30^31 


Der Augit: 




Kieselsiare 


54,64 


Talherde 


23,60 


Eisenoxydnl 


16,66 


Kalkerde 


2,01 



Was diese beiden letzteren betrifft^ welche 
gemengt znr&ckbleiben ^ nachdem der nicht mag- 
netische Theil davon naeb der Zersetxnng mit 
Salzsaare atiag^lEogen worden ist^ so ist deren 
Natur weniget sicher, und er ist zn diesen Re- 
sultaten dadnMdi gekommen ^ des« er annimmt. 



399 

dass das in SalssiEr« Ualösliche noch 31,63 Pro- 
cenl Olivin cnthallte hat, auf weldhan die SBore 
Biebt «iBZOwirliea fvUrniag« Werden die Betland«- 
tfaciie wwk diesem Oli?in al^gexogen^ eo lassen 
sieh die Ibrighleibenden BesUndtheile in 80,831 
Labrador und nn 47^351 Angit snalinilnenpaaren. 
Naiarlieherweise hann man sieh hier auf heine 
andere Weise helfen als mit toinfer solchen hypo- 
Ihetisehen Methode* Aber es iai dabei doeh im* 
met m(»{^ich^ dass das Ualtfsliehe aus Mineralien 
Ton anderer Zusammensetxnbg geraengt sein honnte, 
sn Welchem die Beslanddieile dea abgexogenen 
OliTini Wesentlich gehö'rt haben. 

Aber nngeachtet dieser ntayermeidlichen Un* 
YollhomDenheit ist diese doch die Tollatandigste 
Meteorstein «Analyse 9 welche wir besitxen. 

De Lnynes*) hat ein Meteoreisen nntersneht,Fermeteorique 
welehee Fer raetforiqoe de GraSse genannt wird, ^^ ^"'*^' 
nnd dessen Gesehiehte nicht welter angegeben wird, 
und auch mir nnhehannt ist. Er hat darin 87,83 
Procent Eisen nnd 17,37 Procent Niehel gefan« 
den, mit Sparen von Kupfer ond Mangan, aber 
hein Robalt. 

Shepard **) gab vor einigen Jahren an^ das« Apatit in Me- 
er in einem bei Ricfamond In Virginien gefalle* teorsteiaen. 
nen Meteorstein phosphorsaOre Ralkerde gefunden 
habe, aber da nachher hierüber Zweifel ausge» 
sprechen worden, so hat er dtess jetzt ausser Frage 
zo setzen gesncht. Ungeachtet dieses Vorkommen 
heinesneges unmöglich oder nnwahrscheinlich Ist, 
da sowohl Phosphor als auch Kalk, wiewohl in an» 



') Annal. des Mines, 4 Scr. V, 161. 
**) Sillitnann*« Americ. Journ. XUJf 102. 



400 

derer Form, ia Meteorsleinen gefunden worden 
sind , so muss man es doch bedauern , dass die 
von ihm angewandte Methode dies zu beweisen, 
nickt entscheidend ist. Er nahm nämlich eins von 
den gelben Römern, die er für Apatit hielte wel- 
ches die Grösse eines halben Steehnadelhnopfa 
hatte, zerdriichte dasselbe and erhitzte es mit 
Kalium , woraof dann darauf gegossenes Wasser 
den Geruch niaeh Phosphorwasserstoffgas ent- 
wickelte. Diese Prüfung ist von der Art , dass 
sie keinen Andern überzeugt, als den welcher 
den Geruch beobachtet hat. Denn das übelriechende 
Gas, welches in diesem Falle stets entwickelt wird, 
kann dem einen Aehnlichkeit mit Phosphorwasser- 
stoff zu haben scheinen, einem anderen aber mit et- 
was Anderem. Hatte er die Löthrohrprobe gemacht 
^ und eine Kugel von Phosphoreisen geschmolzen, 
so wäre es auch für andere überzeugend gewesen. 
^«6u;5f «-<«•• H. Pleischl*) hat den Thonschiefer analy- 
sirt, worauf Prag steht. Er hat ihn zusammen- 
gesetzt gefunden ans: 

Kieselsäure 67^50 Sauerstoffgekalt = 35^073 

Thonerde 15,89) 

Eisenozyd 5,85> = 9,244 

Manganozyd 0,08) 

SCrontianerde 0,30\ 

Kalkerde 2,24 i 

Talkerde 3,67/ z= 2,843 

Kali 1,23 1 

Natron 2,11/ 

Phosphorsäure) 

Fluor M,13 

Verlust ) 



Thonachiefer. 



*) Journ. für pracL Chem. XXXI, 45. 



401 

Das Verhiltem zwMcban dem SanesAloff in 
den Basen weist ans, dass der grösste Tkeil von 
den Mineralien, deren pulverformiges Gemenge 
diesen Thonschiefer ansmaeht, dem Feldspatb 
ähnliche zasainmengesetzte Verbindangen sind 
= ll Si -f» ft Si') wiewohl darin Meine Glimmer- 
sehnppen mit dem blossen Aoge sichtbar sind, 
die sieh aber nicht mechanisch aasscheiden lassen. 

Mehrere Analysen von Thonschiefer, welche 
wir bereits besitzen, zeigen nicht dieses richtige 
Verbaltniss Ton KieselsSare, und hönnen als ans 
OligoMas, Labrador, AugiK, Hornblende, n. s. w. 
gemengt betrachtet werden. Es ist nicht der pro* 
centische Gehalt einer jeden Erde fiir sich, wel- 
cher sie als Thonschiefer characterisirt, sondern 
es ist das Gemenge derselben im feinen pulverför- 
migen Zustande zu einer Gebirgsart erhärtet, wel- 
ches den Character von Thonschiefer gibt, dessen 
procentische Zusammensetzung also stets yariiren 
muss nach den Mineralien, aus deren Pulver er 
ursprünglich gebildet ist. Von dieser Ansicht 
ausgehend erklärt sich , ohne alle Art von alche- 
mistiseher Melamorphose, der von einigen Geolo- 
gen beobachtete und st^^ng festgehaltene Umstand, 
dass in dem Thonschiefer zuweilen Krystallisa- 
tionspunkte vorkommen, welche eine angefangene 
Verwandlung in eine krystallinische Gebirgsart 
auszuweisen scheinen, wodurch sich das Gleich- 
artige zu grösseren krystallinischen Gemengtheilen 
ansammelt. 

Der von Pleischl gefundene Fluor- und Pbos- 
phorsanre-Gehalt hatte sich vor dem Löthrohre zu 
erkennen gegeben. Es ist wohl möglich, dass 
wenn man sie besonders auszuscheiden sich bemü- 



402 

hcn iroUte ^ ikr Gehall Tiel grösser gefuMdeo wer- 
den wttrde, als hier angegeben worden lU. 
Concretlon in Kersten^) bat nierenförmig abgesonderte 
TboDscbiefer. if j^^ji^ j^ j^^ ^^| ^^„ Tbonsebiefer nntersnebl, 

welcber Froebtsebiefer genannt worden ist» Sie 
sind feiiibörnig» im Brueb sebiesmemd, und ieicbi 
zu einem gelbbrannen Pnlfsr w zerreiben, Ibf 
Znsammenbang mit dem Tbonsebiefer ist. sebr fest« 
Salzsäure und Sebwefelsaiire zersetzen sie nnYoU- 
bommen. Sie wurden zossrnmengesetzt gefun* 
den aus: 

Kieselsäure 42,50 Sauerstoffgebalt = 22,07 
Tbonerde 22,30 =7 10;38 

Eisenoxydnl 18,00) 

Manganoxydal 3|60> = 5|99 

Talberde 3,10) 

Kall Spur 

Wasser tO,00 

99,50 

Ein Tbeil von dem Eisen ist darin als Ozyd 
entbalten, daber die Zusammensetzung zu ft'äi^ 
-f* 2AI Si, mit einem Wassergebalt, ausfallen kann, 
welcbe Formel dann die Torwaltende Zusammen- 
setzungsart toii den darin mit einander gemeng- 
ten Mineralien ausdrucken würde. 
Tbonsteln. In dem sogenannten rotben Todtliegenden in 
der Gegend von Cbemnitz, von Baden im Schwarz- 
walde nnd Ton Botzen im südlicben Tyrol, finden 
sieb macbtige Lager von dem von deutseben Geo- 
logen sogenannten Thonstein oder Terbarteten Thon. 



*) Joarn. t, pract Cbem. XXXI, 108. 



403 

DieMr ist yon ScbafliSvtl *) Mulyvirl worden. 
Die Probe daza war ?on Meissenj sie war fein- 
komig, fOn erdigem QrQ^b und kreidearligcr gelb- 
welaaer Farbe. Vor dem I«othrobre bebandelt oabm 
sie oacb kprzMi Gllbfn ein glän«Mdei| faat bry- 
•tallinisebee Ansseben an, indem aie nilchweise 
warde« In gutem F^ner scbmolz sie zu einer 
milcbweUsen Kagel. Sie beatand ans: 
^ Kieaekanre 76,45 

Tbonerde 14^88 

Eisen^xyd 0,90 niangaohal(ig* 

Kall 6,60 

Wasser 0,93 

99,76, 
SAirnfbinlli gibt duför A\^ Famfl 6(l(Bi + 
ll Si?) + (^e St rf AI &<!). Eine Gebirgaart als 
elnnn JKiivpir m bitnusbion^ desfo» Zusamman« 
aatiHing dnaab epM Fornidl ^oisgedriiekt werden 
bSnnUi» iai «kM gut ap bm^eni np4 {n diese For • 
mel man Uabemabnss an mfaaUawaMfdiaTb^' 
erda yn ItgM» wo «lafkere Bmw f orbandan sindt 
welebe aieb dieselbe anelgiieii b$nnan, ist fjm 
tbaomtUaher Irrlhn«. Scbafbinll bat auf die 
Aehnliebkait im der ZnaammMtatanng zwianban 
Tboaalein nnd Weiaaatain anfmtvksiim gemaabt. 

Er*) bat aneb den sogenannten Salztbon ana- Saliibon. 
lyairt, weleher eine bellgraue^ tbonabnlieKe ^ er- 
dige Masse in dem aegenansten Haselgebirge der 
alpiniacbeii Salslbrmation bildet. Naeb deaa Ana* 
langen dea Gypeee mit destüUrtem Wasser bestand 
er anss 



*) Ann. a. ClMm. und Pharm. LI, 358. 
••) Da«. S. 201. 



404 

Kiesdsiore 45^501 -, «.^ ^^^^ 
Ttonerdc 15,00/*'*^'' ^»^^ 

Talkcrdc 12,83/ ^'«^ ^^>^^ 

Eigen 6,90) 

Mangan 0,27| Fe, Mn 9>38 

Schf^efel 2,21 ) 

Bitamen , 2,35 2,35 

Kochsalz 1,06 1,06 

99,85. 

Diese Analyse ist wahrscheinlich nicht richtig 
benrlheilt worden. Da das Mineral nach dem Ans- 
waschen noch 1 Procent Kochsalz enthalten hat, 
so hat es anch noch ein schwefeUanres Salz ent- 
halten, welches sich, als es geglüht wurde, durch 
das Bitumen redneirt nnd die gefundenen Sehwe* 
felmetalle gebildet hat, von denen das eine, nämlich 
^ das Fe, ein Aehr unwahrscheinliches sein w^rde in 
einer Gebirgsart, welche in ihrer Lagerstelle stets 
feucht und in Folge ihrer porösen Beschaffenheit 
von Luft durchdrungnen ist. Wahrscheinlich hat 
das Mineral basisches schwefelsaures Eisenoxyd 
enthalten, denn es wird angegeben, dass das nicht 
geglnhete Mineral mit Entwicheinng von Kohkn- 
si«regas zersetzt wttrde, ohne dass dabei einer Ein- 
mengung von Sehw^fdwasserstoffgas erwihnt wird. 

Alaunscbierer. Forehhaminer *) hat eine Cntersnehnng iibcr 
die BiUnn^) und Zusammensetzung des Alaun, 
schiefiars angestellte • Der von Bornholm besieht 



aus : 



*) Oversigt over det K. Daliäka Videatk. Selsk Forhand- 
linger, 1844, p. 91. 



405 

Kie8eUa«re 59»86 

Thonerde 15,89 

Kali 3,72 

Ktlkerdc 0,99 

Talkerde 1,68 

Koble 8,65 

Schwefel 0,82 

Ei«eD 0,50 

Wasser 6,90 

Saiersl^, Stickstoff, Phosphor — 

99,01. 
Der rationelle Sehluss, zu welchem diese Ana- 
lyse fohrt, besteht darin, dass der Alaanscbiefcr 
hauptsächlich von einem polverförmigen, feldspath* 
artigen Mineral ausgemacht wird, welchem Thon, 
d. h. ein Thonerdesilicat , sowie Ueberreste von 
in eine hohlenarlige Masse übergegangenen orga- 
nischen Körpern und wenig Schwefelkies, der aus 
schwefelsauren Salzen durch die Verwandlung der 
organischen Masse gebildet worden ist, eingemengt 
sind. Forchhammer sucht zu zeigen, dass er 
sich aus Tangarten auf dem Meeresgründe gebil- 
det habe und dass seine Bildung noch fortdauern 
könne; Zu diesem Zweck hat er die Asche tou 
Tangarten analysirt, welche 10 bis 35 Procent davon 
gaben. Die Asche wird von Sulfaten, Phospha- 
ten und Chlorverbindungen von Kalium, Natrium, 
Calcium und Magnesium (Eisen ist nicht angege- 
ben), so wie von Kieselsäure ausgemacht. Die 
abgestorbenen Tangarten erleiden zuerst eine Art 
Weingahrung, darauf eine faule Gährung, bei wel- 
cher der Schwefelkies entsteht, und indem sich 
Tkon mit den Deberresten vermischt und dessen 
Bestandtheile von denselben umgesetzt werden, 
Benelius Jahres- Bericbt XXV. 37 



406 

erhärtet «las Gemisck zu Alaunsekiefer* Es ist 
iDÖglick) dass ein solcher Proecss in der Periode 
▼or der Bildung des Uebcrgaiigshalks stattgefun- 
den bat. Ob er auch jetzt noch vor sich geht, 
wird eine Frage, welche Beobachtungen entweder 
bestätigen öder bestreiten werden. 
Phospborsäure Fownes*) hat gcFunden , dass man ans dem 
in Urgebirgs- PorcelUnthon von Dartmoor. welcher aus verwil- 
tertem Granit ausgewaschen %vird, so wie aus ei- 
ner Menge verschiedener älterer und jüngerer vul- 
kanischer Gebirgsarten, durch Salzsäure Phosphor- 
säure ausziehen kann, hinreichend, um abgeschie- 
den und erkannt zu werden. 



*) E. N. Pbil. Journ. XXXVII, 294. 



Organische Chemie. 

PflAiu^eneheinie. 

Mlnlder bat die Herausgabe einer Allgemeinen Herausgekom- 
pbyaiologiacben Cbemie *) begonnen , welche in^nen« Schriften. 
Heften ausgegeben wird, die gleichzeitig ins Deut- 
sebe **) übersetzt werden. Sie ist eine vortreiF- 
liche Arbeit, mit dem bestimmten Streben, in 
den Erklärungen nicht weiter zu geben , als bis 
wohin eine zuverlässige Erfahrung berechtigt, 
und dadurch Ton den Probabilitäis - Physiologien 
sehr Terschieden. Während sich diese mit der 
Aufstellung Ton Gesetzen Tür die ehemischen Pbä- 
Domene in der lebenden Natur beschäftigen, aus 
denen sie dann die Einzelheiten herleiten , gebt 
Huld er den entgegengesetzten^ langsamen aber 
sichereren Weg, dass er genau die Einzelheiten 
studirt, um von diesen, Schritt für Schritt zu 
allgemeineren Ansichten der Gesetze, nach de- 
nen sie stattfinden , geführt zu werden, indem er 
stets darauf aufmerksam macht, wo der Sehleier 



*) Proefe eener algemene pbysiologifcli Scbeikunde. 1844. 
Rotterdam. Kramtrs. 

**} Versuch einer allgemaiacn pkyäologiicben Chemie von 
G. J. Mulder. Mit eigenea Zorälsen des Verf. für diese 
deutsche Ausgabe sdnes Werkes , 1S44. Braunschw. bei Vie- 
weg n. Sohn. 

27* 



408 

vorläufig tiickt gelüftet werden kann. Wir kön- 
nen nickt hoffen, dass dieses jemals vollkommen 
geschehen werde ^ aber gewiss ist es, dass wir 
nur auf diesem Wege zu sicheren Kenntnissen ge- 
langen werden. 

Bonssingaolt hat ein Handbuch der Chemie 
in ihrer Anwendung auf den Ackerbau herans- 
gegeben. Ich habe noch nicht Gelegenheit gehabt, 
dasselbe zu sehen, aber von einem Verfasser, der 
gleichzeitig ein grosser Chemiker und erfahrener 
Landwirlh ist, kann man nur so gediegene Mit- 
theilungeu erwarten, als wir von ihm zu erhalten 
gewohnt sind. 

Geckardt hat den ersten Band eines Prccis 
de Chimie organtque*) herausgegeben. Diese 
Arbeit ist für diejenigen von Interesse, welche 
genauere Kcnntniss von den eigenthnmlichen 
theoretischen Ansichten der französischen Schule 
und insbesondere von denen des Verfassers über 
die organische Zusammensetzungsart nehmen wol- 
len **). Auch gibt Gerhardt unter Lau« 
reut's Mitwirkung eine Monatsschrift***) her- 
aus, welche mit dem Januar dieses Jahrs ih- 
ren Anfang genommen hat^ einer ihrer End- 
zwecke ist, zufolge der Vorrede, den Abande- 



*) Paris. Forlin , 1844. 

**) Dumas hat sich darQber in der franxö^schen Acade- 
niie der Wissenschaften so geäussert: „W contribuera certai- 
nemcnt pour beaucoup a propager des id^es, que mon en- 
seignement cherche a repandre.*' Daraus ersieht man also, 
dass die Ideen dann hauptsäcfaiidi die iron Dumaa sind. 

^*) CoBiptes rendos mensuels de travauz chimiqucs de 
Tetranger, aussi qiie des laboraioircs de Bordeaur et de Mont- 
pellier. Böhm. • 



409 

rangen in den tlieoreliscLen AMieblen der neu- 
fransösiscben Sehole 9 wekhe ich mir in meinen 
Jahresberichten erlaube, entgegen sa arbeilen, und 
gegen welche diese Alonalsacbrift zu protesliren 
bealiniBil ist. Der Endzweck ist got» indem bei dem 
gegenseitigen Aneinanderreihen der Meinungen fast 
immer die Wahrheit besser hervorstiebt und von dem 
Leser, wenn auch nicht immer von dem Verfasser, 
bemerkt wird. BuysBallothat eine tabelhriacbe 
IJebersicht über die. elementare Zusammensetzung 
der bis jetzt analysirten Körper ausgearbeitet *)w 
Die Grundlage fiir die Anordnung in der Aufstel- 
long ist die Anzahl von Kohlenstoffatomen . in 
dem angenommenen Atomgewichte, und fBr die 
Anovdnnng bei denjenigen, welche eine gleiche 
Anzahl von Kohlenstoff- Atomen enthalten, ist die 
Anzahl von Wasserstoff* Atomen die Grundlsge 
fiir die Ordnung, in welcher sie auf einander fol« 
gen. Oa., wo anch die Anzahl, von Wasserstoff* 
Alomen gleich ist, gibt die Anzahl von . Sauer* 
Bloff-, 'Chlor* und Stickstoff* Atomen die Grundlsge 
für die Anordnung, so dsss es sehr leidit ist^ 
dmi Körper, zu finden, welchen man sucht, wenn 
man die Formel des znssmmengesetzten Atoms 
kennt. Der. Ceberblick dieser Tabellen ist von 
grossem Interesse« 

Calvert**) und Fernand haben die allge- Luft in den 

, Pfiansen und 

»^ n . . * j ibre Verlnde- 

) i|epertonuRi ^orporum organicoruni , quae secundum ^^^ durch 

alomisticam , procenticam et relativam compofltionein , anno- Tageslicht. 

tatia proprietalibus pbysicis et praecipuis, e quibus cognoscanr 

tur, fontibus, in ordinem disposita, addita praefatione Clar. 

G. J. Mulder. Cbllegit et tabulis exliibuit C. H. D. Bayi 

Ballot. 1844. Utrecht, van Dorpt. 

*') Ann. de Ck et de Php. XI, 477, 



410 

meinen Resiiluite einer von iknen ausgeführten 
Untersueliiing über die Luft mitgetbeill, welche 
in Pflanzen , 2* B» in weiten Fmchthülsen und in 
röbrenfonbigeii Stengeln eingesehlosaen ist. Zu 
diesen Versuchen wurden die mit Lufl gefiiHten 
Kapseln angewandt, welche die Fräehte von Co- 
Intea arboreseens umgeben y während diese noch 
▼egetirte« Die Luft darin wurde ea verschiede* 
Ben Periodett ded Allers der Pflanze untersucht. 
Sie war atmosphärische Luft , gemengt mit einer 
bedeutenden Quantität Koblensäuregaa, 1,48 bis 
8,942 Procent. Die Quantität Yon Sanerstoffgaa 
darin varürte von 19,30 bis zu 21,893 Procent* 
Auf diese Variation in der Mischung der Lnft 
hat nicht bloss Sonnenschein, sondern auch Ta- 
geslicht einen bestimmten Einfluss. Während der 
Nacht war die Quantität des Kohlensäuregases am 
grcissten und die des Sauerstoflgases am gering- 
sten, aber dies Verhältniss yeränderle sich sogleich 
mit der Morgensonne, das Kohlensinregas nahm 
ab und der Sanerstoffgasgehalt der Lufl su, selbst 
über die gewöhnliche Quantität der atmosphiri- 
eeben Liift hinaus. Bei trübem Himmel war die 
Verminderung der Kohlensäure und die Vermeh* 
rnng des Sauerstoffs bedeutend geringer als bei 
Sonnenschein. Z. B. , um eins Ton den yieleii 
angeführten Beispielen zu wählen , «ntfaielt die 
Luft in der Kapsel bei Sonnenschein zur Mittags« 
' zeit 21 ,246 Procent Sanerstoffgas und 2,406 Pro- 
cent Kohlensäuregas ^ aber dagegen an einem frü- 
hen Tage nur 80,595 Sauerstoffgas und 2,475 
Kohlensäuregas , und während einer Nacht 19,257 
Sauerstoffgas und 2,942 Kohlensäuregas. 

Die Lufk in den röhrenßrmigen Stengeln hat 



411 

eine veraebieiUne BesetHJTenbeity sie enthält mehr 
Kolileusänre : 8)5 bis 4,6 Procent , nnd weniger 
Sanereloffga» als die atoiMphärMdie Lnn (das Mi- 
ntoiiwi 18^691 Proeent fand neben etnem Maxi- 
mum an Koblensäure bei Arundo Donax alatl). 
Sie Teiindert diese Gebalte im Tegesliehle, aber 
weit weniger aU iwneriialb der diirchscbeinoiiden 
Kapsel, und sie befubt nieht entscbieden auf dem 
Einftnsee des Liebte, indem es dftr Fall war, dess 
eicb Sanerstoffgas und Roblcnsinregas gteicbeeilig 
wi&brend der Necbt in diesen Stengeln vermehrten. 
Sie beben aneb die Bemerknng gemacht^ dass die 
Lmtt in diesen hebten Stengeln oueb Ammoniak 
enthielt, ond mehr, wenneie am Tage, als kurz 
Tor dem Morgen eingesammelt worden waren. 

Sehults*) bat sehr nierkwilrdige Versuche Eniwickelung 
beschrieben 9 nach denen grüne Planzen, wenn^®°^*"«"'^^- 

^ gas durch den 

man sie in Wasser legt, welches frei- von Luft Einfluss des 
und Kohlensäure ist, welelies #ber mit ^ roh^^^'^^^^yM^' 

^-. _ ' , _ _ , ^"Jr j ne Tbeile der 

einer Miueralfii&nre vermischt worden ist, t. 0. mit pflanzen, ohne 
Pbospborsänre, Salpetersttnre, Sofawefel^nre, oder Kohlensäure. 
aneb mit cSner Pflanzensaere , <» B. mit Gttronen- 
ainre^ Wetnaaurc) Milebsjiurey Bssigsanre, Oxal- 
säure, satter gewordener €l«rbevlattge , Trauben- 
zucker, Hobvibtknr, Müehaifcher, Htitnns. Ab- 
kochung <, und wenn man sie dmnit in die Sonne 
stellt, am Laufe des Tages Sawmtoffgas entwi- 
ekeln ^ hinfig gofaiengl «tt ein wnnig Kohlensin«* 
ngas. Diö Quantitit der Flnseigkeii betrog 40 
Unsen^ und die der grünen Pflsfuzenlbeile , ron 



•) Die ßnideckung der wahren Pflantennahning, mit Aus- 
siebt KU einer Pflanun - Physiologie , von C. H. Schult*. 
1844. Berlin, Hirschwald. S. 25^51. 



4i2 

vielen rersebtedeDen PfiAiizen geaoiiinen ^ 1 bis 
2 Lotk oder darüber. Davon vfurden 4 — 9 Ka- 
bik-Zoll Sanersloffgas in 8 bis 10 Standen Zeit, 
bet abwecbaelndem reinen Sonnenscbein und wol- 
kigem Himmel 9 entwickelt. 

Er gibt an^ dass Sabe von den angewand- 
ten Säuren 9 ohne alle Wirkung sind, dass aber 
saure Salze > z. B. Cremor tartari, zur Gaseot* 
wiekelung. beitrage* Nach seinen Yersucben ver- 
schwindet aus der Flüssigkeit der Körper, wel- 
cher die Enlwickclung von SauerstoSgas veraoi- 
lasst^ wenn nicht nach einer eintägigen Einwirkung 
des Sonnenlichtes 9 so doch wenigstens wenn der 
Versuch mit neuen Pflanzenthcllen ausgeführt wird. 

Sind diese Beobachtungen richtig , was sieb 
wohl durch wiederholte Versuche von Anderen 
während dieses Sommers ausweisen wird, so sind 
sie eine der wichtigsten Entdeckungen in der Phy- . 
siologie des PAanzenlebens^ sie würden zeigen, dass 
die Enlwickelung von Sauerstoffs von den grü- 
nen Theilen ein Excretions-Process isl, durch 
welchen Sauerstoff aus den Stoffen abgesebiedea 
wird, welche die Pflanze theils aufnimmt und 
Iheils aufgenommen bat, nm daraus die weniger 
sauerstoffhaltigen zu bilden , welche sie bedarf. 

Inzwischen seheinen die Versuche, welche 
noch im vergangenen Herbst -von B ouss In- 
ga ult*) angestellt wurden, Schultz's Angaben 
nicht zu bestätigen. Aber aie wurden im An- 
fange November unternommen, aatürlicbecweise 
bei einem schwächeren Sonnenschein, der aber 
dennoch hinreichte^ um aus einer ähnlich beschaf* 



*) rinstitut, No 568, S. 381. 



413 

f«iieii V^nriclitmg^ welehe eide AnflSraDg von 
K0hl€ttsiore in' Watsar enthielt, SaueratoffgaB xa 
entwickeln. 

lek erwähnte im leisten JahreaberSehte^ S. 6^ Einflost un- 
Drap et' 8 Unteranehnngen über die ong^^i^be^y^l^J^^I^^'^ 
Wirfcnng^ welche die ungleich gefärbten Strahlen autPflanxcn. 
im priamatiachen Speelrum auf lebende Pflanaen 
anaiiben« Aebniiche Verauche aind von Garde« 
ner*), wie ca acbeint mit beaonderer Sorgfalt 
aaagefubrt worden, welche Draper'a Angabe 
beatätigen, daas ea die gelben und grünen Sirah* 
len aind^ welche am kräfkigsten auf Pflanzen ein- 
wirken. Aber wahrend Draper das Maximum 
von dieaer Wirkung auf der Grenze von Gelb und 
Grnn fand, liegt es nach Gardener auf der Mitle 
von Gelb. Zur Bealimroung dieser Stärke in der 
Wirkung bediente sich Gardener im Dunklen 
aufgezogener, farbloser, junger nnd einige Zoll ho- 
ber Riibenpflanzcu und bestimmte, wo sich in der 
Reibe von diesen das Blattgrün am * schnellsten 
nnd stärksten bildete. Er fand, dass sieh die Zer- 
setzung der Rohleusaure auf dieselbe Weise ver- 
hält. Folgende Zahlen weisen das Verfaaitnisa aus : 

Reth 0,000 

Mitte van Btandgelb 0,777 

Mttte von Gelb 1,000 

Mitte van Griin 0,583 

/Mitte von Blau 0,100 

Ende von Bhn 0,000 

Mehrere von Ihm angestellte Verauche, bei de- 
nen aowohl die erwärmenden als auch die chemi- 



*) SiUitnan*! Aroeric. Journ. XL VI, 1 und daraus im 
FhiL Ma«. XXIV^ 1. 



414 

sehen Siralikn abgehalten wurden) die erstercii 
durch einen Durchgang durch eine Löanng you 
Kaliumeisencyanid y zeigten , dass es hier der ei- 
gentlich leachtende Theil Ton den Strahlen Ut, 
welcher wirkt und Blattgrün hervorbringt, nnd 
dies stets im Yerhaltniss zu seiner leuchtenden 
ftraft. 

Bekanntlich neigen sich die Pflanzen dem Lichte 
zu. Gardener fand, dass diese Wirkung den 
blauen Strahlen angehört. Als er eine Reihe von 
Pflanzen im Farbenbilde wachsen liess; so neig- 
ten sie sich sammtlich nach dem Blau, sowohl 
von dem rothen als auch von dem violetten Ende, 
und diejenigen, welche im Biaii standen, neig- 
ten sich in der Richtung des Prisma's. Als er 
rotbe Strahlen durch die eine, und blaue durch 
eine andere Oeffnung in einen dunklen Kasten 
einführte, in welchem eine Reibe von Pflanzen 
rechtwinklicb gegen diese Wand mitlen zwischen 
diese Oeffhnngen aufgestellt war, so neigten sich 
diese sümmtlich gegen die blaue Oeflnung, keine 
einzige gegen die rolhe. 

Das Blattgrfin wird unaufhörlich zerstört, nnd 
die Pflanzen erlialten sieh dadnreh grän, dass es 
sich fortwährend wieder bildet* Daher kommt es, 
dass die Pflanzen ihre grüne Fnrbe in den Strah- 
len verlieren, welche dasselbe nieht hervorbrin- 
gen, und dies gesehieht um so rascher, je weni- 
ger der darauf fallende Strahl das Vermögen be- 
sitzt, dasselbe zn bilden. Demnach, ungeachtet 
dem blauen Strahl dieses Vermögen nicht ganz 
mangelt, so bleicht doch eine grüne Pflanze, welche 
lange Zeit in ungemengtem blauen Lichte verweilt. 



415 

In rodiem und yioletten liichte bleklit sie jdbeh 
noeli raselier. 

Lieb ig'« Speenlationen ' über die Ernahrnng Versudie über 
der Pflanzen aus der Lnft , woraus sie von dem^^* sü^foffiT 
Robleasinregas und Ammoniakgis' die Materialien ausdcrl^uft. 
für die Bildung Jbrer organischen Bestandtbeile 
entnehmen sollten, haben, wenn es sich aueli ge- 
zeigt hat, dass der Ammoniakgehalt in der Lult 
nicht der Annahme von Lieh ig entspricht, doch 
mehr 9 als es vorher der Fall war, die Aufmerk- 
samkeit auf das Ammoniak als Material für die 
Ernährung der Pflanzen gerichtet« M u I d e r stellte 
es als wahrscheinlich dar, dass es gebildet wer- 
den könne (Jahresb. 1845, S.561), und es ist 
ihm nun geglückt, dies zu beweisen *). Bei allen 
Oxydationen auf gemeinschaftliche Kosten von Was- 
ser und Luft wird aus dem Slickstoif der letzte- 
ren nnd aus dem Wasserstoff der ersteren eine 
kleine Portion Ammoniak gebildet , welches «ich 
mit den vorhandenen Körpern vereibigt. 

Mulder brachte wohl ausgeglllhetes Kohlen- 
pulver mit Wasser angerührt, in eine Flasche, 
welche su J mit Lnft gefuilt blieb, nnd verscfaloss 
sie. Nach Verlauf von 3 Sommermonaten wurde 
das Wasser davon abdeslillirt^ nachdem vorher 
Kalihydrat hinzugesetzt worden war. Das Destil* 
lat enthielt eine bemerkbare Spur von Ammoniak« 
Aber das Kali, welches aus der Kohle ausgelaugt 
wurde, war farblos, zum Beweis, dass sich weder 
Huminsinre noch Quellsattsibre gebildet hatten. 

Die aus Zucker durch Salzsfture gebildete, am« 



*) Scbeilcundige OnJerzoek. II, 163, und daraus im Journ. 
f. pracl. Chefn. XXXll, 344. 



416 

üMMiiakfreie Hiimiii^aave wurde mit Wasser dareb» 
feaelitet «af ähnliche Weise in einer Terschlösse- 
nen Flasche 9 welche ^ atmosphärische Luft ent- 
hielte bei Seite gestelU. Nach 6 Monaten wurde 
die Huminsinre mit Kalihydrat untersucht ^ wei* 
ches daraus eine bedeutende Quantität Ammoniak 
entwickelte« 

In einer anderen Flasche wurden auf ahnlicbe 
Weise Kohlenpulver und Kartoffelstärke mit Was- 
ser Tcrmisckt bingestellt. Nach 3 Monaten wurde 
die Flasche untersucht; es hatte sich ein Gas ent- 
wickelt > so dass der Stöpsel beim Heraussieben 
mit Heftigkeit herausgetrieben wurde. Das 6e- 
mische roch kiseahnlicb, und in dem davon mit 
Kali abdeslillirtem Wasser zeigten sich reichliche 
Merkmahle von Ammoniak. 

Eine Lösung von Milchaucker in Wasser und 
eine Lösung von Rohrzucker in Wasser wurden, 
jede für sieh, in. einer Flasche, welche ^ Laft 
enthielt, hingestellt. In beiden Flaschen, beson- 
ders in der mit der Milchzuckerlösung, wurde 
Schimmel gebildet, der sich vermehrte« Nach 3 
Monaten wurden diese Schimmel- Gewächse ans 
der Lösung herausgenommen und der trocknen 
Destillation unterworfen, wobei sie viel Ammo- 
niak lieferten* Die Lösungen hatten sich klar er- 
hilten und es war kein Gas entwickelt worden, 
abe^ sie enthielten freie Essigsäure. 

Mulder glaubt, dass sich hier auf Kosten der 
Luft, des Wassers und der Zuckerarten nickt Am- 
moniak, sondern Protein gebildet habe. Diese 
Schimmelpflanzen bestehen liach seinen Versuchen 
ans Protein und aus Pflanzen -Cellulose. Ist das 
Atom des Milchzuckers z=iC^m^H)^^ und das der 



417 

CelloloM =G2^^90^S 80 werden yon S Atonen 
Mikhzaeker 1 Atom Cellaloseaad 3 Alomo Wasser 
gebildet. Dfts Protein, iveicbes «iii C^H6»Mioot2 
besteht , kson ebenfaUs svs dem Milchzsefcer auf 
die Weise entstehen, dass Ton' 10 Atomen MUeh- 
sncker darch Anfnakme von 30 Atomen Stickstoff 
aas der Luft nnd Absebeidong Ton S7 Atomen 
Sanerstoff 3 Atome Protein entstehen. 
10 Atome Milchsmcker und 30 Atome 

Stickstoff r=lfiOC*fdftOH+30Pr+lfiOO 
3 Atome Protein =lgOC+186H+30N+ 860 
bleiben iibrig 5iH »40, 

welche 87 Atome Wasser nnd 57 Atome freiwer- 
denden Sauerstoff ausmachen« 

M n I d e r bemerkt jedoch , dass auf diese Be- 
rechnung nicht gar zu grosser Werth gelegt wer- 
den könne, indem der Versuch keine Rechenschaft 
gäbe, welchen Weg diese 57 Atome Sauerstoff 
genommen hatten. Es halte sich kein Gas ent- 
wickelt, weder KohlensäUregas noch Sauerstoff- 
gas. Die Flüssigkeit war zwar sauer geworden, 
aber 3 Atome wasserhaltiger EssigsäOre enthalten 
Ci2Hs«0», gleichwie 1 Alom Milchzucker. 

Und es muss offen ausgesprochen werden, dass 
diese Berechnungen über die Art , wie der eine 
organische Körper ans einem anderen durch Atif- 
nahme tou Sauerstoff oder Stickstoff aus der Luft 
und durch Abscheidung von Kohlensiure^ Wasser, 
Ammoniak, u.s.w., entsteht^ wenn sie nicht Irüge- 
risehe Fahrwasser zu Irrthfimem und Verwirrungen 
werden sollen, mit Versuchen begleitet sein müssen, 
welche darlegen, dass Stickstoff oder Sauerstoff 
ans der Lnft yersekwinden , nnd dass gerade die 
Körper gebildet werden , welche die Rechnung 



418 

▼onittMelsl, weil sie «Dderen Falk nieoialft aU 
eine auf irgend eine Weite enverlaasige EvMi- 
rnng aDgenommen werden dürfen. 

Mulder * zieht aus diesen Versueken folgende 
SchlBsse: 

!• Aus slidttfloüTreien, neislens krystallisirten 
Stoffien können unter dem Einflüsse von Waseer 
und Luft organisehe Körper Ton der niedrigsten 
Art entstehen, welche Stickstoff enthalten nnd 
Ammoniak bei der trocknen Destillation liefern, 
wozu sie den Stickstoff aus der Luft aufgenom- 
men haben. 

2. Das Stickgas der Luft kann direct znr Bil- 
düng von Pflanzenstoffen eintreten, wenn ea auch 
wahrscheinlich zuerst Ammoniak bildet* 

3* Die in die Ackererde eindringende Luft kann 
ihren Stickstoff mit den Körpern in Verbindnng 
setzen, welche aus Kohlenstoff, Wasserstoff nnd 
Sauerstoff bestellen, und damit Pflanzenzellen her- 
vorbringen, wie die mitgetheilten Versuche dar^ 
legen. 

Ohne im Geringsten die Richtigkeit der Er- 
fahrnngs-Angaben, welche hier angeführt worden 
sind, zu bezweifeln, so will ich doch nicht ver- 
hehlen dass ich zweifle, ob sie hinreichen, um die 
Generatio aequivoca als entschieden, und den di- 
recten Ucbergangdes Stickstoffs aus der Luft In 
die Pflanze annehmen zu können. Hier sind noch 
.viel mehr und hinreichend variirte Versuche er- 
forderlich, bevor man Grund zu einer Ueberzengung 
erhält. Der Mikhzucker und die Stärke eignen 
sieh, vor anderen weniger gut zu entscheidenden 
Versuchen dieser Art, weil es so änderst schwie- 
rig ist, sie vollkommen von den letzten Resten 



419 

in lebenden KCrpern gemengt foriieniBien. Selbst 
der Rehnncber, weleher neeb der allen Meibtde 
mit OebsenUnt gereinigt worden ist» gibt bei der 
Lassaigne'schen Probe nicbt unbedevlcnde Spv- 
rem yon Cyanhalinm. leb hoffe ^ daa$ der anage- 
zeiebnete Cbewikeri nelchem fvir die^e Vetaneb? 
sn Terdanken baben^ sie weiter yerfolgen und ibre 
Beaeltale «na«er allen Zweifel aet^u werdf . 

Malder führt sodann verschiedene Pflanznngs- 
Versuche in ungleichen Gemengen an , deren Ein- 
zelheiten hier anzofuhreQ zu weitläufig iverden 
würde. Er glaubt daraus folgende Schlüsse zie- 
hen zu hönnen : I. Enthält die Erde keine orga- 
nische Ueberreste, so sind Regenwasser uud at- 
mosphärische Luft nicht hinreichend, um die Pflan* 
zeu zu ernähren. 2. Regenwasser, Luft, Kohlen* 
pulvcr nnd Asche sind ebenfalls nicht dazu hin- 
reichend. 3. Eine Auflösung von Huminsäure in 
Wasser enthält zu wenig organische Stoffe, um 
den Pflanzen mittheilen zu können, was sie be- 
dürfen. 4. Die Clminsäure aus Zucker trägt, un- 
geachtet sie keinen Stickstoff enthält, zur Ernäh- 
rung der Pflanzen bei. 5. Die Huminsäure aus 
Gartenerde ist für sie ein kräftiges Nahrungsmit- 
tel. 6. Die mit Ammoniak verbundene Humin- 
säure, so wie die Huminsäure aus Torf nach der 
Vereinigung mit Ammoniak beypirken einen üppi- 
gen Wachsthum. 

Man findet letebty daaa dieaea ern gerader Ge- 
genaala von LIebig'a Lehre von der Ernährung 
der Pflanzen ist, nach welcher nämKch diese 
mit ihren Wurzeln nur Wasser nnd nnoi^aniscbe 



420 

SlojITe «US der Erde and Kelileostoff aas der Rd«- 
lensSiire der Luft, so wie Ainaieiiialigas ans dieser 
a'elbeliinen , um daraus mit Wasser tbre orgaoi- 
sehen Beslandtbeile zu bilden (Jahresb* 1849, 

Düngung mit Sehattenmanu *) hat Versnehe genaebt, mn 
^'^Xn''^' doreh Begiessen mit Lesungen von Ammoniak- 
salzen die Vegetation su befördern. Er fertigte 
eine Lösung von 1 Tbeil Salz in 950 Tb. Was- 
ser an. Die Salze waren Salmiak^ sehwefelsaures 
und phosphorsaures Ammoniak. Der Salmiak 
wirkte am kräftigsten. Darauf folgte Schwefel- 
saures und dann phosphorsaures Ammoniak. Das 
Begiessen geschah nur ein Mal im April oder im 
Mai. Von der Lösung wurden ^ bis 3 Kannen 
auf einen Raum yon 3 Quadratelien, auf dem Gras, 
Waizen, Roggen und Hafer wuchs, angewandt. 
Mit I Kanueu wurde das beste Resultat und weit 
mehr erhalten, als auf dem nicht so behandelten 
Theil des Feldes. Durch eine grössere Quantität 
von der Lösung bekam das Gelraide ein schäd- 
liebes übermässiges Gedeihen, es legte sich, ebe 
es Aehren ansetzte und gab in diesen weit weni- 
ger Samen. — Auf Klee und Luzern wirkte diese 
Behandlung gar nicht. 

Schattenmann macht die Land wirthe auf die 
grosse Wichtigkeit von altem Harn aufmerksam^ 
es soll in diesem, nachdem er nach einigen Monaten 
alkalisch geworden ist, das Ammoniak aufs Gc* 
naueste, aber nicht vollkommen, entweder mit 
Scbwefelsluve oder mit einer rLöenng Ton Eisen- 
vitriol gesättigt, nnd iMif diese W^iee eriie Lö- 



') Ann. d« Ch. et de Phys. XI, 286. 



421 

»mg von tebfrefeiitarMk Aflunimiale tk vtreck- 
mlMiges DüogiiBgtiiiitlel so erliatteif. 

LaB«»fgn«*) ImI den NilscMMmn «Mtysirt, Nilscblamm. 
d. h. die Srdt, wcicbe d^r Nil bti seiner jüir- 
lieben Ucbenchweaminng aef denr Lende in dem 
breite» liildHile ebeetnt, nod wekike eeil uralten 
Zeilen fibf ein DnngnngsnNttel gekallen mwde, ebne 
deeeen Daiein die Emdten febleeblilgen. 

Er ist eine feine, gelbbraune Erde» Ifciehe an 
die Znnge bellet, leidit serbi^ebell, i» Weiser 
xeefaHt ned damit ^ine Meammenlillngcnde bild- 
emne Meese bildet, wie Tben. Bei + IW> Tee- 
lacri er 8,5 Frocent Wasser» Bei der trocknen 
Deetilletion gilt er ein wenig brenzliches Wasser, 
welebee sehwaeh «mmeniekalfsoii reagirt. Alkalien 
ziehen ans dem Seklamm knmusaetige StedTe eus. 
Naeb dem Iroeknen bei 4* ^0®^ wurde er ansam- 
mcngeaetat gefunden ans: 



Kicselaiai« 


4%90 


Thonerde 


24^& 


Eisenoxyd 


13,65 


Talkerde 


«,05 


Koklearanrer Kelkerd« 


9,86 


Kohleuauser Talkerde 


1,20 


SlickstoffhalligenHamiasSaren S,80 


Waater 


10,79 



iM,eo. 

Man ersidit derans, dassdraUeberscbwemmung 
des Nils keine Mesen Wieeen-Bewissernng im 
Grossen ist, sondern dass sie aaeh zugleicb Nab- 
rnngsstoffe für die Pflanzen herbeiführt. 



*) Journ. de Ch. Med. 3 Ser. X, SOS. 
Benelius Jahres - Bericht XXV. ^8 



422 

PfirnnzensttU' B i n ea u *) bat das specif. Gewiekt der Poratyl* 
Ameisensaure. '^"'^ ^" Garforiti heaümist. Er fand es = S^IS 
bis 9,14. Dies weieht von der von Dumas ge- 
gebenen Regel ab , naeb welcber in gasförmigen 
organischen Verbindungen die einfaeben Volumina 
aller Grundstoffe von ibrer nrsprfinglieben Ansabl, 
10 zu 4 eondensirt werden sollen ; denn naeb die* 
sem speclf. Gewicht sind sie bier Ton 10 an 3 
eondensirt. 

Ich liabe in meinem Lebrbndie der Gbemie 
(5. deutsebe Anfl. I, 684) gezeigt, dass man ans 
dem speeif. Gewicbt des gasförmigen formylsanren 
Metbyloxyds das speeif. Gewicbt der wasserfreien 
Formylslnre in Gasform zu 9,5571 berleiten kann« 
Hier sibd 7 Volumina zu S eondensirt, so dass 
in jedem Volum von dem Gas 1^ Volum Saner- 
stoffgas entbalten ist. Diese 2 Volumina wasser- 
freier Säure vereinigen sieb mit 2 Volumen Was* 
sergas zu wasserbaltiger Formylsiure, und wenn 
sieb diese 4 Volumina zu 3 eondensiren, so ha- 
ben wir: 
2 Volumen Ameisensaure s= 5,1142 
2 Volumen Wassergas **) = 1,2470 

6,3612 

-^-j— =2,1204. 

In dem Vereinigungs- Augenblicke bat sieb also 
das Wasser oder die Säure zum halben Volumen 
eondensirt. Hatte keine soicbe Condensation statt* 
gefunden, so wäre die Dumas'sebe Regel befolgt 
worden. 



*) Coinptes rendus, XIX, 76T» und daraus im Joum. f. 
pract Chem. XXXIU, 423. 
-) Gay-Lussac** Wägung. 



423 

Aebaliebe Vertaeiie hat B Inf au nit wiBser- Essigsaure. 
haltiger Esaigtiure genaeht, und dabei das specif. 
G«fvidil denelben =: 2,86 gefundea* Nach der 
Tbeorie ist es r= 2,76. Hier findet Tolikommen 
derselbe Fall statt. 

fi V«K Acetylsaaregas = 7,050 

2 ~ Wassergas = 1,247 

^'^ = 2,7657. 
3 

Cabours^ hat denselbea Versneh angestellt 

imd das speeif. Gewieht des Gases =2,781 ge» 

fmden, aber, eifrig bemibt, die Damas'scheRe« 

gel za bestätigen, versuchte er, wie sieb das spe* 

eifiscbe Gewicht des Gases rerbilt, wenn die Ka- 

gel bei einer viel höheren Temperatar zngeblasen 

wird. Bei dem ersten Versuche halte das Bad 

-{- 145^ und bei dem letzten + 2190. Dann wurde 

das speeif. Gewicht des Gases = 2,17 and bei 

einem anderen Versuche, wo die Temperatur des 

o 007 
Bades + 2310 ^„^ _ 2,12. Aber ^^ =2,077. 

Es war also klar, dass das halbe Volum des Ga- 
ses der Saure oder de» Wassers, das bei 145^ conden» 
sirt war, bei einem Temperaturgrad zwischeh -f- 145^ 
und + 2310 sein Volumen wieder angenommen balle, 
dass das saure Gas bei 4- 231^ aas 1 Volum wasser- 
freier Essigsäure und 1 Volum Wasser besteht, und 
dass also dies der Dumas'schen Regel entspricht» 
Dies Verhalten verdient aHe Aufmerksamkeit and es 
ist zu bedauern, dass er es nicht auch beider For* 
mylsaare und Schwefelsiure geprüft bat, wodurch 



') Comptes rend., XIX, ITl, und daraus im Jpurn. för 
pract Chcm. XXX> 427. 

28* 



424 

ans demselben etwa« mehr ak eine bioase Aas* 
nähme für die Eaatgaänve hülle werden können. 
Zweifach- M e 1 8 c u a *) hat tMfeittteh - eaatgaamrea KaK ent- 

""^air^'' dcefct, nelchea erhalten wird, wenn man eine 
Lösung von dem neutralen S»l2e ntil einer hin- 
reiehcnden Quantität ven Eaaigairufe vernrifidit, 
die auch' verdünnt aein kann, and dann znr Kry- 
atallisation yerdonatet. Das aaure Salz krystalli- 
sirt in perimntterglänzenden Prismen, wenn die 
Flöaatgkeit raaek abgekähli wird, oder bei lang- 
samer Abkiihlvng in glänzenden plällen Prbntfe», 
wekke dem geraden^ rechlwiakligett Prisma *b- 
zugehöfen seheioeR. Die Kryatalk sind biegsam 
und haben mehrere naiiirliehe Dnrebgänge. Sie 
besitzen eine besondere Neigung, Fenchtigkeit 
aus der Laft anzuziehen, wiewohl weniger als 
das nentrale Salz, so dias sie deashalb in einer 
trocknen und veraehloasenen Flaaehe aufbewahrt 
werden mässen. Nach dem Trockne» in einem 
Strom von wasserfreier Luft verändern sie ^ich 
nicht bei -{^iSO^ im luftleeren Räume. Bei -(-^^S 
sehmeiaen sie ohne sich ta zersetaen, und da» Li- 
qafdamr eratdrrt beim Erkarllea krjatalltniach* Bei 
+ fiOCP kommt das Sak ins Sieden, indem es den 
Udberschnaa an £sa^aiiiure abgibt, die in der 
V^yrlage, wenn diese kalt ist, sogleich krystaltiairt. 
Die Temperator muaa allmälig erhöht werdeo, 
um die Säure auazntreiben , aber sie darf nicht 
bis zn 4-300^ steiget, weil daa snirück bleibende 
neutrale Saiz i« dieser Temperatur anfanf»t btenc- 
lioh za wa#d4n und breaztiebe Produet« zn geben, 
welche die überdestillirte Säure verunreinigen. 
Bas Salz be ^ielit aus ÄÄc + HÄe. 

•) Journ de Pharm, et de Ch. VI, 415. 



455 

leb habe im VorLergeheailen , S. 409, ftoge- 
fniijpl, dftSB nuin mir Torwirft, icb Torcolhalte in 
mtmtn Jabresberiebleu einseitig den Lesern die 
fcftnsöiiscben melaleptischen Theorien , welche 
doch .80 sedbr dJe Fortschjritle der Wii sensehaft be- 
fSrderlen* Vm eine kleine Probe von dem Ver- 
lust zu geben^ ipvelcben die Fortschritte der Wis- 
senschaft dadurch erleiden, bo will ich hier M ei- 
sen s Formeln Cär die Zusammensetzung dieses 
Salzes aafiihren : 

Brn4to Formel =C**^0* 

Rationelle Formel =C*J^O* + C*H*0+. 

Das zweibob -essigsaure Kali hat ejneu grossen 
tecbniaeheo Werth für die Bereitung ^oa kryslal- 
lisirter Essigsäure« Man bereitet dieses SaJz aus 
einer weniger starben Essigsäure, lässt es bry- / 

staUisireji^ trocknet es bei +196^ und destiUirt 
es bei + SS(V> bis + ^öO», wodurch man die 
Hälfte von der darin «ntbaltenen Essigsäure in 
höchst eoneeotrirtem und in krifstalUsirendem Zu- 
stande «vbält. 

Icb Abrie kn Jabresberiebte i8445 S.3S4, an, Formyloiyd- 
was iiber die von M«is««s entdeckte g^V''^^^ ^f^r^ä^ 
Sobwefelsäure, welohe aus Essignäure and wasser- scbwefelsäurc. 
freier SebwefelsMire erkaUea wicd, bekannt ge- 
worden war. Melsens*) kat nun seine^ wie es 
scheint 9 gut ausgeführten Vensnebe darüber mit- 
gelbeill. Diie VeneiaiigHag dieser beiden Säuren 
geschieht auf die im Jahresbericbte £844 ange- 

*) Mem. couronn^s et Mem. des latans ctrangeres de 
I*Acad. de Bruielles, T. XVI, und in einem sehr abgekürx- 
ten Auszöge in Ann. de Ch. et de Phys. X^ 370. 



426 

führte Weise, und die Zusammenselzang ist die da- 
selbst schon angegebene, namlich =KS-}*C^H^0, 
wonach sie richtiger Formyloxid» Schwefelsäure 
genannt werden muss. Da wir gepaarte Säuren 
haben, welche 1 Atom von dem Paarung anf 2 
Atome Saure enthalten, so kann die Formel dieser 
Säure auch =:2äS-}- C^H^O^ sein, wonach sie 
dann TaWryl- oder Succinyl- Schwefelsäure sein 
würde. Aber so lange hein Umstand fiir die 
letztere Ansicht spricht, so dürfte Grund vorhan- 
den sein, sich an die erstcre, als einfachste zu 
halten. Stass*) hat noch eine andere Ansicht 
daßr aufgestellt, nämlich = C^H^OS + S^S^O^ 
d. h. dass sie eine Verbindung von i Atom Bern- 
steinsäure und i Atom Dithionsäure wäre, welche 
also auch in diesem Falle 2 Atome Basis sättigte. 
Um diese Säure rein zu bekommen, wird das 
Barytsalz derselben mit einer getroffenen Quan- 
tität Schwefelsäure zersetzt, darauf die Säure mit 
kohlensaurem Silberoxyd oder kohlensaurem Blei- 
oxyd gesättigt, das Salz zur Rrystallisation vcr- 
dunstet, die Krystalle in Wasser aufgelöst nnd 
in dieser Lösung durch Schwefelwasserstoff zer- 
setzt. Die filtrirte saure Flüssigkeit wird im ladt- 
leeren Räume verdunstet. Sie wird zuerst syrup- 
dick und nachher schiessen dahins farblose Pris* 
men an, welche zuweilen sehr fein werden und 
die Flnssigkeil wie seideglänzende Fasern an- 
fallen. Die Krystalle sind sehr zerfliesslick. Die 
Säure schmilzt bei -^eSP und erstarrt beim Er« 
kalten zn einer seideglänzenden, krystalliniscken 



*) Bullet de TAcad. royale de Bnuellei. X, 299. 



427 

Masse. Bis za 4-100<> erbilst und Unge Zeit 
darin erhalten, krystaiitsirt sie niebt mehr oder 
nur nnvoIUiommen , Tfenn man sie dton erlsalten 
laset. Bei + 160^ fangt «e an, naeh brenzlicber 
Weinsäure zn riechen. Bei -{-200^ wird sie zer* 
setzt, wobei sie ein sanres Destillat gibt und Kohle 
znrucklässt. Es Ist schwierig, ihren Wassergebalt 
mit einiger Sicherheit zu bestimnien. Die Kry- 
staUe scheinen =2(ÖS + C2H20) + 3H zusein. 
Lässt man sie lange Zeit im luftleeren Räume mit 
wasserfreier Schwefelsaure liegen, so werden sie 
milch weiss und sind dann z= USC^H^O + U. 
Der Syrup scheint in dem Augenhllche, wo er 
zn hrystallisiren anfängt, z^HSC^H^O -{- 2H zu 
sein. 

Die Säure scbmeckt stark sauer, sehr ähnlich 
der Weinsäure. Wird eine verdünnte Lösung 
detselhen in Wasser in einem zngeblasenen Rohre 
bis zu +160^ erhitzt, so erhält sich die Säure 
mehrere Stunden lang, so dass die Lösung, wie- 
wohl sie nach angebranntem Zucker riecht, nach- 
her nicht Barytsalze niederschlägt. Dagegen ver- 
trägt sie nicht die Concentrirang im Wasserbade, 
indem sie dabei braun wird* 

Sie gibt leichtlösliche Salze mit den bis jetzt 
versuchten Baien, aber die Lösung derselben in 
Wasser wird durch Alkohol niedergeschlagen. 
Die Salze enthalten Wasser, welches sie ohne zu 
schmelzen und ohne dadurch zersetzt zu werdeh, 
abgeben. In stärkerer Hitze werden sie zersetzt mit 
ZurneUassung einer kobligen Masse. In trockner 
Form werden sie von concentrirter Schwefelsänre 
zersetzt unter Entwiekelung von Kohlensäure und 



428 

schwefliger Siiare« Ure ZpBAininenut^ong lis9l 
steh ^orch ftlS + C^B^O cuBdriiekMi. Aber 
nach den lacUleplMcben Ansichlen ist hier eine 
sweibetiscbe Siure, «sd die Salze heheii darneek 
folgende Formel: 

Das Kalisah sebieast In kleiaen Krjalallen an, 
welche 1 Atom Kryatollwaaser enthalt. 

Das Barytsalt bildet Krfstallkrnsten , die aus 
Meinen nndnrchsichtigeo Krystallen bestehen, wel- 
che fest an dem Gefaase sitzen. Ans siedenden 
Lösungen setzt es sich zuweilen in Schuppen ab, 
die auf der Oberflache der Flüssigkeit schwimmen. 
Die Krystallkrusten enihsiten 3 Atome Krystalt« 
Wasser anf 2 Atome Salz, die Schuppen enthalten 
1 Atom Rrystailwasser und sie verlieren davon^ 
wenn man sie im Inflleeren Räume über Schwc- 
felst&ure liegen liest, die HSifte, so dass das &u- 
riekfaleibende Salz i Atom Wasser auf 2 Atome 
Salz ealbllt. 

Es verliert alles Wasser uter + 250^ und 
yertrigt -]-260^ ohne zersetzt o« werden. Das 
einmal abgeschiedene Salz ist höchst schwer lös» 
lieh in Wasser, aber es löst sick leicht, wenn 
man ein wenig SalzsSare binznsetzl. 

Daa Bleioxjfdsah bildet eoiweder kleine, kurae, 
darcbsichtige, strahlenförmig vereinigte Prisaaen, 
oder Warzen von ähnUehea aber «adorebsickli- 
gM Prismen. Bs enlfcaU i Atom Krystaliwaaser, 



*) In dieser .Formel irt Cssz-—- sstZlfi, welch«» das 

nm den Melaleptikern aagenomnieac Atongcwicfat des ILofa- 
lenatoU« %u sein ■cheinl. 



429 

«Tf Iches et witeff -^ 130<^ verli^fl, fvoraiif es aber 
nicht eher anfüngl eertelz« z« werden^ als bei 
oder elwas über -f 2(MF. 

Das Silberojcydsah IsrystaUisirt beim Erlsallea 
in darcbsichtigen, platten, zweiseitig zugespiteten 
Prismen, deren Grösse von der Langsamkeit des 
Abfciiblens abiiflngt. Znweilen sind sie mit perl- 
■MiCterabnlieben BlSKem gemengt. Das Sslz ent- 
hält 1 Atom Krystallnaeser, fvelehes im InfUeeren 
iUnme darans freggebt, wShrend die Kryslalle 
Hire Dnrehsicbtflglieit verlieren. Dasselbe gesebieht 
in der Laft bei + 100^. Im Tagesliehte sehwlrzt 
es sieb langsam. Beim Erhitzen wird es halb 
flüssig, dann bläht es sieh anf, riecht zuerst saner^ 
ihttlieh wie Essigsäure (oder Ameisensäure), aber 
gleieh darauf naefa sehwelliger Säare, und zuletzt 
bleibt Silber zurück. Wird die Lösung dessel- 
ben mit SiiherOKyd im Uebersdinss gekocht, so 
löut sich das Oxyd auf, wodurch die Flüssigkeit 
eiae aifcaiische Reaelion bekommt, aber beim Er- 
kalten sehiägt es sich als ein schwarzes Pulver 
wieder nieder, zwisehen de« angeschossenen Kry- 
stallen. 

Wird das Silbersalz ak feines Pulver in AI- Formyloiyd- 
kohol angeschlämmt und treckaes Salzsäuregaa '^^'°^;;^^^«'' 
hineingeleitet, so entsteht Chlorsilber, während 
in der Flüssigkeit eine Aethyloxyd- haltige Säure 
gebildet wird, die man von dem Chlorsilber und 
dem noch unzersetzt gebliebenen Salze abflltrirt, 
worauf die -abfiltrirte Fluftsigkeü beim Verdunstca 
im Inftleejmi Räume einen sauren Syrup gibt, 
welcher nickt die Salze von Silber and von Baryt 
fallt. Er konnte aiebl so vMUg rein erhalten wer^ 
den, daas recht genaue analytiaclie Resnllale damit 



430 

zo erhalten Blanden, aber die erhaltenen nähera 
sich der Formel KSC^H^O + ÄeSC^H^O . Ae. 
= C^H^OQ, also einer Saure, welche der Wetn- 
BchwefelsSure auf die Weise analog ist, dass die 
Schwefelsaure darin mit Forrayloxyd gepaart ist. 

Als diese Saure mit kohlensaurem Silberoxjd 
gesattigt und die Lösung dann im lufUeeren Räume 
verdunstet wurde, so wurden zuerst einige Kry- 
stalle von formyloxyd • schwefelsaurem Silberoxyd 
erhalten, und nach der Herausnahme derselben 
und weiteren Concentration der Flüssigkeit erstarrte 
der Syrup zu einer warzenförmigen Krystallmaese, 
die auf Löschpapier ausgebreitet zu perlmutter- 
glanzenden Blättern zerfiel, deren Krystallform 
nach De laProyostaye's Messungen beschrie- 
ben worden sind. Das Salz zerfliesst in der Luft, 
schmilzt bei -f* '^0^ ^^^ erstarrt beim Erkalten 
krystallinisch. Erhalt man es lange Zeit bei -f- tOO^, 
so fangt es an sich auf die Weise zu zersetzen, 
dass Aether daraus weggeht, ohne dass es sich 
schwärzt, und dabei fängt es an zu erstarren. Bei 
der trocknen Destillation bläht es sich auf nild gibt 
brennbare Gase. In offener Lullt bleibt Silber 
zurück. Es schwärzt sich allmälig im Lichte. 
Es löst sich in wasserfreiem Alkohol auf und 
setzt sich aus der in der Wärme gesättigten Lö- 
sung beim Erkalten in weissen, perlmntterglän- 
zenden Schuppen ab. Die Verbrennnngs- Analyse 
legte dar, dass es aus AgSC^H^O + ÄeSC^H^O 
zusamniengesetzt ist^ Meisen s glaubt, dass die- 
ses Salz darlege, dass die von mir schon im 
Jahresb. i8.M, S. 381, geäusserte Ansicht über 
die FormylozydschwefelsHure nicht richtig sein 



431 

liöane, aad stellt im ZastnmenhiDge dtmit eine 
Yergleiehmig mit anderen Siaren anf, beaon« 
de» mit der Weinaäore, zufolge weleher die 
neae Saare der WeioBäare and Kom^iaiare ana* 
log sein würde 9 nach folgenden metaleptiscLeif 
Formeln : 

Tarlrale = C^^q2 O^ C^O', 2ft. 
Komenale =C^^q^O^, C^0% 2k. 

Snlfacctate =C*g''Q2 05, SO', 2ft. 

Die Untersuchung ist in Dumas's Laborato- 
rium ausgeführt worden« 

Ich übergehe einige Angaben über eine andere 
gepaarte Schwefelsaure- Verbindung, welche durch 
Vermischung Yon Essigsäure mit Nordhauser Schwe- 
felsäure erhalten wird , unter Entwickelung Ton 
Kohlensäure > und welche noch sonderbarere me* 
taleptiscfae Diagrsmme veranlasst hat 9 weil M ei- 
se ns beabsichtigt, sie zum Gegenstande fortge- 
setzter Untersuchungen zu machen. 

Melsens *) hat ferner gezeigt, dass ein chlor* Chloroialsäure 
oxalsaures (chloressigsaures) Salz, wenn man es ^^^!f 9^'<>>'- 
in Wasser aullöst und die Lösung mit Schwefel- 
sänre und mit metallischem Zink versetzt, sieb 
während der Auflösung des Zinks in essigsaures 
Salz verwandelt, so dass die mit Zink gesättigte 
Lösung Chlorzink, essigsaures Zinkoxyd und schwe» 
feisaures Zinkoxyd enthält. Ich erinnere hier an 
den S. 90 angeführten Versuch von Kolbe. 

Werther**) hat verschiedene Weinsäure und Weinsäure o. 

Traubeiiiäure. 



•) Ann. de Cb. et de Pbys. X, 288. 
*0 Journ. f. pract. Chera. XXXlf» 385. 



432 

inabenstttre Salae iiatecuieliC. BekaiMllicli laa- 
«Mi sich mehrese Basea aas ilirer VerUftiwig mit 
Weinaittfe oAer Tnohenaaiiipe akhl dnBeli AUm* 
lien anafaUoi. Die alkaliadM« Erden, Süberasyd 
a»d die Oxyde des QuockaiUiera geboren z« den 
wenigen 9 welcLe sich nicht in der .VechindwDg 
mit Weinsäure aufgelöst erhalten, wenn man kan- 
stisches Kali oder Natron hinzusetzt. Werther 
hatte sidi ▼orgesetzt zu erforsdien, welcher Art 
diese Verbindungen sein könnten, da man sich 
dock wohl schwerlich vorstellen könnte, dass die 
schwächere Base nicht aus dem Grunde abgeschie- 
den werde, dass das Alkali nicht im Stande ad, 
die Säure aus demselben wegzunehmen. Seine 
Verauclie weisen als aUgemeines Resultat aus, dass 
diese Verbindungen ?on zwexdcker Art sind. Die 
eine heslebt a«B neutralem Weinsäuren Alkali, ver* 
lauiden mit leinem basischen Salze von einer an- 
deren Basis, und die andere aus neniraiem weio- 
sauren Salz mit dem Hydrat der hinzugekomme- 
nen Basis. Die erstere wird gebildet, wenn man 
weinsaure Er4en oder Metalloxyde in kaustischem 
Alkali auflöst, und die letztere, wenn man kohlen- 
saures Alkall in der Wärme mit dem weiosanren 
Salze der anderen Base behandelt, so bnge sidi 
noch Kohlensäuregas entwickelt. Dies zu beweisen 
wähike er weinaaojres und .traubensaures Kopfer» 
oxyd. 

PFtiusuures Kupfsroßn/d wird in Gestalt eines 
hellgrünen Pulurers erhalten, wenn man kohlen- 
saures Kiipferoxyd mit einer Lösung Ton Wein- 
säure behandelt, bis die Säure' fast gesättigt wor- 
den ist, oder wenn man eine Lösung von wein- 
sanrem Kali in eine Lösung von sehwefelsaurem 



433 

• 

Kopfer»syil Cvopft. Ans den Niederteblagc lisal 
sich aller Alkaligebah auawaseicii , woiarcli die 
Fftfbe feiner griiii wird. Der poirevloran^ Kie« 
clerachlag veigt aiek »aler euiem Mikroailope aus 
fafelförmige» KrysCalle» besAelettc». Das Sals be- 
steLf aras CiiTf + 3H, ond der Wassergehalt darin 
beMrgf SOySSBS Proeeifft. Es IcIsC sich in »10 Tb. 
siedendem nnd in I7f5 Tb. kalten Wassers. 
Dieses Shrh losl sieb in kaiislisebeni Natmn 
^ mit Maner Farbe aof, aber nnin Tersnebt vergebens^ 
aus der LSsnng die nene Verbiitdang za brystal- 
lisiren. Bei der Coneenirirvng stirbt die Siore 
anf das Knpreroxyd ein, wodurch sieh Kopferoxy* 
dnl niederscblSgt, inderif dicf Fl&ssighetI zihe ond 
diek wird , und srcfa dann sehr schwierig wieder 
in Wasser aoflcfer. Dagegen scMSgl Alkohol aas 
der Ldsnng in Natron die Doppelrcrbindnng in 
Gestalt eines Yoluntiniteen bellbfauen Pnlrers nie^ 
der, welches in Wasser leicht läsfich ist. Dieser 
Niederschlag wttrde aber nicht ininier Ton gleicher 
Zosvmniensetznog erbalten, Termntblieh weil er 
mit zwei Verbindnngen, welche ungleich viel Oxyd 
«nthalteo, in ungleichen VeriiftHnissen Terniseht 
Tvar. Erhitzt man eine Losong von kohlensau- 
rem Natron bis zum gelindeo Sieden, und setzt 
dann weinsanres HnpFeroxyd in kleinen Portionen 
nach einander brnzir, so I6st sich dieses unfer Ent- 
wiekdung von KoblensSoregas auf, und man hat, 
wenn sich bei einem neuen Zusatz keine Kohlen* 
säare mehr entwickelt, eide itiiensiv blane Auflo« 
sung, welche vollkommen neutral ist. Hat man 
eine hinreichend verdünnte Lösung gelrabt, und 
hat man sie nieht gar zu heftig sieden lassen, so 
hat sicli dabei nur wenig Rnpfcroxydul gebildet 



434 

• 

und nvr wenig WeiDflidre iat zersetzt worden. Ist 
das Alkali nur Iialb gesättigt y .so schl&gt sieh ein 
faellblaues floekiges Pulver nieder, welches, wenn 
man es herausnimmt, sieh in reinem Wasser anf* 
löst und dureh Alkohol daraus gefallt werden kann. 
Wird die Lösung, nachdem sie eoncentrirter ge- 
worden ist, mit weinsaurem Kupferoxyd digerirt, 
so wird die Weinsäure zerstört und Kupferoxydnl 
gebildet. Ist die blaue Lösung richtig bereitet 
und filtrirt worden, so lässt sie sich im Wasser- 
bade verdunsten, und man erhält daraus warzen- 
förmige blaue Krystalle, die aus mikroskopischen 
Tafeln zusammengcßetzt sind, welche ihre schma* 
len glänzenden Seiten aufwärts richten. Am be- 
sten erhält man sie, wenn die Verdunstung im 
Wasserbade geschieht, bis man sieht, dass sich 
Oxydttlflitter auf der Oberfläche zeigen, und wenn 
die Verdunstung dann, nachdem diese Flitter ent- 
fernt worden sind, im luftleeren Räume oder in 
einem Exsiccator fortgesetzt wird. Durch Wie- 
derauflösen und Verdunsten im Exsiccator erhält 
man diese Krystalle rein. Sie sind schön blan, 
schwerlöslich in kaltem und leicht löslich in war- 
mem Wasser. Das Salz ist neutral und wird nicht 
durch Alkali gefallt, aber nach einem Zusatz da- 
von fangt es in der Wärme bald und in der Kälte 
langsam an, Oxydul abzusetzen, während die Masse 
zuletzt schwarz und kohleähnlich wird. Kocht 
man die Auflösung des Salzes, so wird sie grün, 
aber beim Erkalten wieder blau, nachdem sie Oxy- 
dul abgesetzt hat. Aus der Lösung in Wasser 
wird dieses Salz durch Alkohol niedergeschlagen, 
in Gestalt eines amorphen , blauen Pulvers , wel- 
ches sich in Wasser leichter auflöst als die Krystalle. 



436 

Di8 krystiififtirte Sdz beateLt ana 1 Atom wein- 
aanrem Natron und 1 Atom zweibaaiscliem wein- 
aonren Kapferoxyd nnd 7 Atomen Waaaer =NaTr 
+ (Cttfr + fi(]QH. Diesea Salz wird also ans 
2 Atomen kohlenaaorem Natron nnd 3 Atomen 
weinsanrem Kopferoxyd gebiidel, wobei 1 Atom 
welnaanrea Natron in der Mnlleriaoge frei wird. 

Tr€nibensaure$ Rupferoxyd aeblagt aieb^ durcb 
doppelte Zersetzung^ gebildet, als ein zeisiggrfines 
PnWer nieder, nnd ans einer starben nnd warmen 
Losung Ton Tranbensinrc setzt es sieb, wenn man 
sie mit einer warmen Lösnng von scbwefelsanrem 
Kvpferozyd ^ermiscbt, allmalig in blassgrnnen, 
wobi ausgebildeten Krystallen ab. Zu Wasser 
und Alkali Terbält es sieb eben so, wie das Wein- 
säure Salz. Eine gesittigte Anflörang davon setzt, 
wenn man sie mit Alkobol übergiesst, an den Rin- 
dern der Berühr^ngsllicbe dunkelblaue, nadelför- 
mige Kryslalle ab, wlbrend sieb auf dem Boden 
der Flüssigkeit tafelfomlige Krystalle ansetzen, die 
eine beilere blaue Farbe haben. Man kann sie 
naehber, wenn die Kry6lalle beransgenommen wer- 
den, sebr leicbt sowobl darcb die Form als auch 
durcb die Farbe onterstheiden. Ungeachtet die* 
ser Verschiedenheit wurden sie doch gleich zu- 
sammengesetzt gefunden, nimlieb =NaÜT-ftluII 
+ 3H. Hier ist also Knpferoxydhydrat direct 
mit traubensaurem Natron verbunden , ohne die 
Dazwischenkunfk von traubensaurem Kopferoxyd, 
so dass es also ein Bild ton der Natur dieser Salze 
gibt, aus denen ein 0%yd nicht durch Alkali nie- 
dergeschlagen wird, und welche also keines wegcs 
ein Doppelsalz zu enthalten brauchen. 



436 

Dimet Sals Kral nith aeltmeng iti kaltem Was- 
ser, aber kfchl M MieoieWj vnrd et Terlrigl an* 
hallendes Sieden , obbe das« siok Osydnl Mdel. 
Kommt aber das Alkali im Ueberackoas kmaar^ so 
I bildet sick bei ankattendenii Sieden Okydnl , wie^ 

wohl in der Kilte, selbsl naeh Uttgerer Zeüf keine 
solobe Zersetsnng statffindel. 

Ein anderes Sab wird erkalten^ wenn man eine 
Lösung ¥on tranbensanicm Ko^eroiiyd in kansli* 
acker Natronlnnge, die mit dem Knpfeeaalse nickt 
völlig geaaUigl worden is4^ mit Alkokol wber- 
giesst. Es setzte sick dann damns in ptseklrnli 
' dnnkelManen, regelmäaeigen Oetaedem ak, weleke 
ans Sl^aUv-f tlnH %m kesieken sekienen. 

Tranbensaures Kvpferoxyd zerselil koklensan* 
res Natron anf dieselbe Weise wie das weinsanre 
Knpferoxyd, sbcnr es gibt damit kein kryslallisi- 
rendes Salc. Alkokol scklng dsMus ein Dspfrel* 
salz nieder, welckes basisekes tranbensaores Ko- 
pferoxyd enihiell, aber darin war ein 1 Atem 
Natron anf 5 Atome Kopferoxyd enlhaken. IKe 
Zosammenselzmig wnrde nickt genaner bestimmt. 
Weinsäure mit ^em^flicre Thonerde wird, wenn man sie in 
*'"»ß^^J^"^^™Wasser aafgelöst hat, niebt dorck Alkali geftUt, 
und wrinsanres Alkali löst Tbonerdekydrat anf. 
Wird diese Lösung mit Alkali Yemviscbly so fallt 
die Vf rbindnng des Salzes mit der Tkonevde nie- 
der, in Gestalt von ölaknliehen Tropfen, die sich 
zn einer siftammenbangenden Hasse ansammeln^ 
weleke sich in Wasser anflÖBt und zu einer gum- 
miftbdlicben Masse eintrocknet. 

fVtinsaurts EUenoxydul fällt^ durch doppelte 
Zersetzung gekildet, als ein blassgrones Pulver 
nieder, welches sich leicht in Alkali auflöst, aber 



437 

io dieser AuAfisong eine besondere Neigang Lsl, 
das Ozydnl rasch in Oxyd sn verwandeln. 

fVemsaures EUenoxyd wird leiclit ans friseli 
gefälltem nnd noeb fenehtem Osydhjdral gebildet, 
aber naeb dem Trocknen wird es schwerer lös- 
lich, in dem Maasse, wie man es längere Zeit anf* 
bewahrt« Wendet man Warme an, so entwickelt 
sich, -wie bekannt ist, Kohlensäaregas , während 
Ozydnltalz in der Lösung gebildet wird. Wein- 
saures Alkali löst frisch gefälltes Eisenoxydhydrat 
leicht nnd ohne Bildung von Kohlensäore und von 
Oxydul auf, und im Sieden löst sieb auch Irock* 
ncs Eisenoxydhydrat darin auf, ohne dass sich 
Kohlensäuregas dabei entwickelt. Die Lösung ist 
weinrolh und kann weder durch Alkohol noch 
durch Verdunsten dahin gebracht werden, dass sie 
Rrystalle gibt. Alkohol schlägt daraus die Ver- 
bindung in Gestalt eines dicken Syrnps nieder. 

fVeinsaures Nickeloxyd wird nicht aus einem 
Nickeloxydsalz mit weinsaurem Kali erhalten, son- 
dern aus Nickeloxydhydrat mit Weinsäure. So- 
bald die Säure anrängt gesättigt zu werden, schlägt 
sieb das Salz daraus in Gestalt eines zeisiggrunen, 
krystalliDiscben Pulvers nieder. Es löst sich so- 
wohl in kaustischem als auch in kohlensaurem 
Alkali auf, in dem letzteren mit Entwicklung von 
Kohlcnsäuregas , aber die Verbindungen , welche 
auf diese Weise gebildet werden, krystallisiren 
nicht, sondern sie werden bei ihrer Concentrirung 
kleistcHihnlicb. Die Lösung in kaustischem AI. 
ball setzt beim Verdunsten einen grünen gelatinö- 
sen Körper ab, welcher in reinem Wasser so schwer 
anflöslieh ist, dass er sich auswaschen lässt. Die 
darüber stehende Flüssigkeit trocknet nachher zu 
Benelius Jahres- Bericht XXV. 29 



438 

einer gammiilinUeheo Masse eio. Aacfa dareh Al- 
kohol wird die Verbindung gelatinös niedergesehia* 
gen , wenn man viel davon zusetzt 9 aber syrap- 
ähnlicb durch eine geringere Qnantitil. 

fVeinsaures Bleioxyd enthält nacb Werthev^a 
Analyse 2 Atome oder 9,18 Procent Krystallwas- 
scr. Der Versuch gab jedoch nicht mehr als 8,3 
Procent. Es löst sich in kaustischem Alkali, und 
Alkohol scheidet aus der Lösung eine zusammen- 
backende Masse ab, die sich beim Trocknen in ein 
feines krystallinisches Pulver verwandelt. Wird 
der Alkohol oben darauf gegossen, so scheidet sich 
erst nach langer Zeit ein weissgelbes Pulver dar> 
aus ab, was aber Kohlensaure enthiit. 

fVeinsaures Zinkoxyd j durch doppelte Zer- 
setzung gebildet, setzt sich aus gehörig verdünn- 
ten und kalt vermischten Lösungen in kleinen Rry- 
stallen ab. Es löst sich kalt leicht in kaustischem 
Alkali, und Alkohol scheidet aus der Lösung eine 
syrupdicke Verbindung ab, welche nicht krystal- 
Itsirt erhalten werden kann. Das Zinkoxyd bat 
jedoch eine schwächere Verwandtschaft zu dem 
weinsauren Salze, indem es sich beim Kochen frei 
von Weinsäure daraus niederschlägt. Wird wein- 
saures Zinkozyd mit kohlensaurem Natron gekocht, 
so entwickelt sich Kohlensäure, und man erhalt 
kohlensaures Zinkozyd ungelöst, und zinkfreies 
weinsaures Natron aufgelöst. 

Ich bemerke, dass dieses verschiedene Verhal- 
ten von weiosaarem Niekelozyd und weinsaurein 
Ziakozyd zu Natron als ein Mittel versnekt su 
werden verdient, um diese Metalle quantitativ xa 
scheiden^ was sonst so sehr schwierig ist. — Es 



439 

wäre ein Gewinn für die antlylisebe Chemie, wenn 
dies gliekle. 

FFeiusamres Zmnejryibil löst sieh in kausti« 
sehen Kali und *die entstandene' Verbindung schei» 
dei sieh weissgelb nnd sehleinig ab , wenn man 
Alkohni hinsnmisebt. Sie ist löslich in Wasser, 
aber sie kann nicht krystallisirt erhallen werden. 
fVtinsaures Queeksilheroxydul fallt in Gestalt 
eines weissgranen, krystaliinischen Pulvers nie- 
der, welches beim Erwarmen schwer zu Boden 
sinkt. Kaustisches Alkali zieht daraus die Wein- 
säure ans und lässt das Oxydul zurück. 

fVeinsttures Quechsilberoxyd fallt, durch dop- 
pelte Zersetzung gebildet, in Gestalt einer zusam- 
mengebackenen Masse nieder, welche durch län- 
geres Sieden pul?erformig wird. Weinsäure schei- 
det es aus einer Lösung von salpetersaurem Queck- 
silberoxyd in Gestalt von grösseren Körnern ab. 
Durch kaustisches Alkali wird es rolhscbwarz, 
indem ein Gemenge von Oxyd und von Oxydul 
zurückbleibt. 

JVeinsaures Silheroxyd ist ein weisses, kry« 
stallinischcs, atlasglänzendes Pulver, welches, in 
kaustischem Ammoniak aufgelöst und gekocht, re- 
ducirtes Silber absetzt, worauf die Lösung ein 
Ammoniumoxydsalz von einer Säure enthält, welche 
nicht mehr Weinsäure zu sein scheint, weil das 
Salz viel schwerer in Wasser auflöslieh ist, als 
weinsanres Ammoniumozyd. Aber diese Säure ist 
noeh nicht genauer «ntersnckt worden. 

fVeiüsaure Ammonium^xyd* arsenige Säure. 
Es gelang Wertber nicht, Doppelsalze von sau- 
rem weinsauren Kali nnd Natron mit arseniger 
Saure hervorzubringen, aber dies glückte mit Am- 



440 

moniuDioxyd, wiewohl sehr scliwierig) indem an- 
haltendes Sieden erforderlieh war, nnd dennoch 
viel von den aanren Salae nngesättigt blieb, wel- 
ches sich dann vf ährend der Verdunstung der Lo« 
snng zuerst absetzte. Zuletzt gab die coneentrirte 
Lösung grosse, glasglänzende Krystalle von dem 
Doppelsalze, welche, in die Hand genommen, an« 
genblicklich anfingen zu verwittern* Es bestand 
aus fÖI^tr + istr + Ä. 
Traubeosaure Dagegen erhielt er mit Traubensäurc diese Dop- 
^tafs^'^'^^ pelsalze von der arsenigen SSure sowohl mit Am- 
Sk'ure. moniumoxyd als auch mit Kali und Natron. 'Aber 
die Bildung derselben findet schwierig statt. Er 
erhielt sie am besten indem er eine siedende Lö- 
sung von neutralem trauhensauren Alkali zuerst 
mit ein wenig arseniger Säure, dann mit ein we- 
nig Traubensäure und so abwechselnd mit diesen 
versetzte, bis ein gehörig gebildetes Salz entstan- 
den war, wobei jedoch immer noch ein grosser 
Ueberschuss von saurem Salz in der Flüssigkeit 
blieb. (Er versuchte nicht, Traubensäure mit auf- 
gelöstem arsenigsaurem Alkali zu sättigen , was 
doch die leichteste Methode zu sein scheint.) 
Beim Verdunsten schoss das saure Salz neben 
dem Doppelsalze an, aber getrennt, so dass sie 
Air sich erhalten werden konnten. 

Das KaU'DappcUak besteht aua I^Öv+AsDt 
+ SB» Es bildet grosse, wohl bestimmbare, perU 
mutterglänzende KrysUUe, welche bald nachher 
anfangen zu verwittern, bei + lOO» 4,33 Procent 
Wasser und den Rest davon zwischen 4- l55o und 
+ 1700 verlieren. Das Salz verträgt eine Tem- 
peratur von + 2500, ohne sich zu verändern. Bei 



441 

^255^ geben Wasser und brendifsbe Pirodacte 
weg« Das wasserfreie Salz löst sieb in sebr we« 
nig warmem Wasser aof^ aber es verträgt nicbt 
die Verduostong bb xar Krystallisatioa , sondern 
es setzt dabei saorea Kalisalz ab, so dass arsenige 
Snnre in der Matlerlauge aufgelöst bleibt, welche 
wqbl verdient bitte genauer untersudit zu werden , 
ob sie jetzt niebt eine Verbindung von dem neu* 
tralen Salze mit arseniger Säure entbielt, ähnlicb 
der :bereits angeflibrten Kupferoxyd- Verbindung 
mit tranbensaurem Natron. Das Salz wird bei 
+ 16^ von 7,96 Tbeilen Wasser aufgelöst« 

Das Natron 'DoppeUah bildet sieb viel Jeicb- 
ter und man erbält nur wenig saures Salz dabei 
abgesetzt. Es bestebt ans ]^aÜv4"diLsOT -f 5ä. 
Der Wassergebalt betrug 14,889 Proeent, wovon 
10,65 Proeent oder 4 Atome bei + lOCK wegge- 
ben, und das Sie Atom erst bei +130o. Es bil- 
det grosse, perlmnüerglänzende Krystalle, welcbe 
in der Luft nicbt verwittern, und sieb bei -{-19^ 
in 14,6 Tbeilen Wasser auflösen. Das wasser- 
freie Salz löst sieb mit Entwiekelung von Wärme 
in Wasser auf. 

Das Ammoniumoxyd - DafpeUalz sebicsst in 
woblausgebildeten Krystallen an, welebe in der 
Luft verwittern, und welcbe i Atom Krystall« 
Wasser enthalten. Bei -f- loslöst es sieb in 10,69 
Tbeilen Wasser auf, aber beim Verdunsten wird 
es wie das Kalisalz zersetzt. lieber -)- 10O> gehl 
Ammoniak mit dem Wasser weg. 

Doepping*) bat gefunden, dass sich Bern-Berosieinsaure. 
stein, wenn man ihn in kleinen Stücken, welebe 



*) Ann. d. Chem. und Pkann. XLIX, i50. 



442 

die &rÖ0se von Erbsen oder Bohnen haben , mit 
gewöhnlichem Seheidewasser destillirt, znerst in 
eine zShe blasige Masse vefwandelt, welehe oben 
auf schwimmt, die sich aber snietzt iii der Sanre 
zu einem klaren Liquidum auflöst« Dieses Liqni* 
dum wird bis zur Syrnpdieke verdunstet, mit mehr 
Scheidewasser vermischt^ von Neuem bis zum Sy- 
rup wieder destillirt, und dies mnss mehrere Male 
wiederholt werden , ehe alle harzige Materie darin 
zerstört worden ist. Zuletzt verdunstet man das 
Liquidum bis zu einem steifen Symp, den man 
dann ruhig stehen lasst. Nach einigen Wochen 
hat sich nun dieser Syrup mit Krystallen von Bern- 
steinsaure angefüllt, von der man durch Einlegen 
der Masse in einen Trichter, dessen Röhre mit 
Asbest verstopft ist, den Syrup abtropfen lasst. 
Dann werden die Krystalle in starker Salpeter- 
saure wieder aufgelöst, damit gehocht, die Saure 
wieder abdcstillirt mid die Bemsteinsänre aus 
Wasser umkrystaliisirt« Von 6 Unzen Bern- 
stein erhielt er auf diese Weise 1 Lotb reine 
Siure, allerdings viel mehr, als nach irgend ei« 
ner anderen Methode daraus erhalten werden kann, 
aber dessen ungeachtet ist diese Methode doch 
nidit oeconomisch anwendbar. Dabei entsteht im- 
mer die Frage, ob diese Saure Educt ist, oder 
ob ein Theil davon durch die Einwirkung der 
Salpetersinre gebildet wurde, gleichwie die Bern- 
sleinsanre durch Salpetersäure aus Margarins'äure 
gebildet wird. 

Ich fnhrtfl im Jahresberichte 1845, S.360, an, 
dass die . sogenannte Wermuthsäure keine eigen- 
thnmliche Säure ist, und dass sie Zwenger als 
Bernsteinsäure erkannt hat. Ein ihnliches Schick- 



443 

sal bat die Lactucasaure getroffen , indem Köhn* 
ke*) gefanden bat, dass auch diese Säure Bern- 
ateinaäure ist. Er zerschnitt zuerst die Laetuca 
▼irosa und digerirte sie mit warmem Wasser meh- 
rere Stunden lang und erhitzte sie damit zuletzt 
bis zum Sieden. Die Flüssigkeit wurde abfiltrirt, 
der Rückstand ausgepresst, das Liquidum mit 
Bleiessig ausgefallt, der Niederschlag ausgewa- 
schen und in Wasser durch Schwefelwasserstoff 
zersetzt« Die abfiltrirte saure Flüssigkeit erstarrte 
nach dem Verdunsten zu einer steifen Gallerte, 
aus welcher concentrirter Alkohol die Säure aus- 
zog, mit ZurückUssung des gelatinösen Körpers, 
welcher Braconnoi's Apiin (Jahresb. 1845, 
S. 512) gewesen zu sein scheint. Die Alkohol- 
Lösung war gefärbt. Sie wurde mit Wasser Yer» 
mischt, der Alkohol daraus abdestlllirt, der Rück- 
stand mit Wasser verdünnt und mit kohlensaurem 
Ammoniak gesättigt, wodurch der grösste Theil 
Ton dem Färbenden und kohlensaurer Kalk dar- 
aus abgeschieden wurde. Die gesättigte Lösung 
setzte nach dem Verdunsten ein saures Ammo- 
niumoxydsalz ab. Die Mutterlauge davon wurde 
von Neuem mit Bleiessig gefällt und der Nieder- 
schlag auf dieselbe Weise behandelt, wodurch 
noch mehr ton dem sauren Salze erhalten wurde. 
Dieses Salz wurde wieder in Wasser aufgelöst, 
die Lösung mit Rleiessig gefällt, der Nieder- 
schlag mit Schwefelwasserstoff zersetzt, worauf 
die saure Flüssigkeit nach der Concentration und 
nachherigen freiwilligen Verdunstung im Laufe 
von 14 Tagen eine krysUllisirte Säure und eine 
syrupähnliche Säure gab. 

♦) ArchiT d. Pharm. XXXIX, 153. 



444 

Lelztere wies sich hei einer gehörigen Unter- 
suchung hauptsächlich als Aepfelsäure ans, ge- 
mengt mit wenig Citronensäure. Die krystalli» 
sirte Säure dagegen liess sich unverändert snbli- 
miren , sie wurde weder durch Salpetersäure noch 
durch Chlor zerstört ^ und sie zeigte sich In alleu 
Beziehungen als Bernsteinsäure. 100 Pfund fri- 
sche Lactuca virosa gaben 56 Gran reiner hry- 
stallisirter Berns tcinsänre^ und 6 Drachmen ein- 
gelrockneler Aepfelsäure. L. satiya gah 122 Gran 
Bernsteinsänre und 11 Drachmen Aepfelsäure« 
Oxalsäure fand Köhnke nicht. 

Er macht auf das von Döpping (Jahresb. 
1845, S. 358) beschriebene, pflasterähnliche Blei- 
salz aufmerksam, welches sich niederschlägt, wenn 
man ein saures bernsteinsaures Salz warm mit 
Bleiessig vermischt, als ein gutes Mittel, um 
Bernsteinsäure in einem Gemenge mit anderen 
Pflanzensäuren zu erkennen. Ein Gemisch von 
gleichen Tbeilen Bernsteinsäure, Weinsäure, Ci- 
tronensäure, Aepfelsäure und Oxalsäure in lOOO 
Th. Wasser aufgelöst, setzte wenn man die Lö» 
sung fast mit Ammoniak sättigt und warm mit 
Bleiessig vermischt und kocht, an den Wänden 
des Gefasses eine körnige, pflasterähnliche Masse 
ab , aus welcher sieh das übrige Bleisalz leicht 
auswaschen lässt. 
Henisteinsaure Fehlin g*) hat eine sehr verdienstvolle Arbeit 
liber die Verbindungen der Bernsteinsänre mit* 
getheilt, zum Theil in derselben Bichtong, wie 
die von Döpping im vorigen Jahresberichte, 
S. 352 angeführte. Fehling's Arbeit enthält, 

•) Ann. d. Chem. u. PLarni. XLIX. 125. 



445 

aasser dass sie in deo meisten Fallen die iron 
Doppln g bestätigt j Verbindungen, welebe der 
letztere nicht antersueht hat , so wie er auch za- 
weilen andere Wasse^ehalte gefunden hat, nicht 
dass deswegen Döpping's Angaben unrichtig 
wären, sondern weil Ton Temperatar und Con- 
centration abhängende Umstände ungleiche Was- 
sergehalte herYorbringen, welche zu erhalten nicht 
immer in der Gewalt des Untersuchenden liegt, wie 
sehr er es auch wünscht. Ich werde daher aus 
Fehling^s Arbeit nur das anfuhren, was Dop« 
ping's Arbeit ergänzt, und das ist sehr Tiel« 

Das KaUsah. F e h 1 i n g (and, dass beim Ver- 
dunsten des bernsteinsauren Kalis ein Salz in 
rhombischen Tafeln anschiesst, die nicht feucht 
in der Luft werden, und welche sich leicht in 
Wasser und einem etwas wasserhaltigen Alkohol 
auflösen. Dieses Salz ist =8liSc-f H. Der 
Wassergehalt =: 4,4 Procent. Aus der Mutter- 
lauge schiesst das Ton Döpping untersuchte 
Salz mit 2 Atomen Wasser auf 1 Atom Salz an. 
Auch das zweifach - bernsteinsaure Kali hat er 
ohne Krystallwasser angeschossen erhalten i=:Käc 
4-HSc, in welches das wasserhaltige durch Ver- 
witterung in der Luft übe^eht. Wird dieses 
Salz in Wasser aufgelöst, welches 2 Atome freie 
Bernsteinsäure aufgelöst enthält und die Lösung 
verdunstet, so erhält man mer/bcA-bernsleinsaures 
Kali beim Erkalten der Flüssigkeit angeschossen 
= K Sc + 3H Sc -f 2H. Bei + iOO^ verliert es 
3 Atome Wasser, wodurch es sich in (K Sc 4- 8 Sc) 
+ MSc^ verwandelt. Dieses Sal« kann auch di* 



448 

förinige Krystalle, welche^ macbdem ihre Bildang 
•Agefangea hatte , im Laufe einiger Tage so zu* 
nahmen, dass aich das Ganze in eine strahlige 
Hasse yerwandelte, worin sieh die Form der Krj- 
stalle nicht uolerscheiden iiess. Das Sah löst sieh 
langsam in Wasser, ist sehr hart und Terindert 
nicht sein Aussehen in der Luft Es enthielt 
40,85 Proc. KrysUilwasser. F e h 1 i n g betrachtet 
es daher als ans SUHgSc-^lläEnsadimengesetzt^ 
welches nach der Rechnung 41,15 Procent Was« 
ser enthält. Ein solcher Wassergehalt ist sehr 
ungewöhnlich 5 aher da es nicht mehr unwahr- 
scheinlich ist, dass zwei Salze Ton ungleichem 
Wassergehalte zusammenhryslallisiren hönnen, in 
einer Art ehemischen Verbindung, als zwei Salze 
auf einem ungleichen Sättigungsgrade mit Baseo, 
so besteht dieses Salz aus 1 Atom Ton dem Tor- 
bergehendcn Salze mit 1 Atom Ton dem nächst« 
folgenden. 

Dieses wird durch Sättigung der Bernstein- 
sänre mit Magnesia alba erhalten, indem man dann 
die Lösung verdunstet, bis sie beim Erhalten Kry« 
stalle gibt. Es enthält 38,2 Procent Krystallwas- 
ser, welches 5 Atome ausmacht. Dieses Salz ver- 
wittert nicht in der Luft. Von diesen 5 Atomen 
Wasser gehen 4.bei -f- 10<K> weg, so dass MgSc+H 
zurückbleibt. Das letzte Atom geht erst zwischen 
+ lOpo und + 2000 weg. 

Das Chromoxydsah. Den Niederschlag aus 
blauem Chromchlorid mit bemsteinsaurem- Natron, 
welchen Berlin angeführt hat, konnte Fehling 
nicht erhahen, weil es nicht glückte blaues Chrom- 
cUorid zu erhalten, und er konnte die Verbin- 



449 

dsBg mit dem gruaen Chiromoxyd nacbt herror- 
bringen. Ich habe in c^m jetzt heransgekom* 
menen 3. Theiie der 5ten Anflage meines Lehr- 
bneha der Chemie gezeigt, dasshohlensanreaCbrom* 
•xyd in der violetten Hodification Ton Bernsteki- 
sanre mit blauer Farbe aafgelö'at wird , und dass 
die Lösung beim gelinden Verdunsten ein blau* 
graues Salz gibt. 

Das Bleioxydsah. Fehl in g fand, dasswenn 
das Yon Döp'ping beschriebene pflasterähnliche 
basische Salz mit der Lösung gekocht wird , in 
welcher es sich gebildet bat, es sich einem guten 
Theil nach wiederaufzniösen scheint, und dass, 
wenn diese Lösung nachher einige Monate lang, 
gehörig gegen den Zutritt von Kohlensaure ge- 
sehützt, aufbewahrt wird, einige Linien lange 
Nadeln daraus anschlesscn, welche aus l^b'Sc^ 
+ 20= 2H Sc + Pb + 2H bestehen. Die Ana- 
lyse gab jedoch kein recht befriedigendes Resul- 
tat. Zuweilen wurde dieselbe Verbindung in klei- 
nen Krystallen wasserfrei erhalten. 

Aber ungeachtet dieses Salz nun nach der an- 
gegebenen Formel wasserfrei ist. so gab es doch 
beim Erhitzen bis zu + 100^ ein Atomgewicht 
Wasser, worauf der Rückstand dann =: 3Pb 
+ C^H^O^ sein muss. 

Febling hat sich viele Muhe gegeben mit 
Analysen dieses so veränderten Salzes (dessen Exi« 
stenz Ton Döpping gelaugnet wird), weil es 
die Basis fnr seine Theorie von der Zusainmen- 
setznngsart der Bemateinsäure ist. Er erkennt 
jedoch selbst an, dass er bei diesen Analysen, 
ungeachtet der Bleioxydgehalt wohl mit der For- 



450 

mel übereiDSlimmt, doch niemals den Roblenstoff- 
gebalt richtig damit übereinstimmeiid bekommen 
babe, ond dass, wenn dieaea Salz in Wasser 
dnreb Schwefelwasserstoff zersetzt wnrde^ es in* 
mer gewöhnliche Bernsteinsanre gab^ welche er 
ausserdem durch eine Sanerstoffgas-Verbrennnngs- 
Analyse bestätigte« 

Besser mit Fehling's theoretischer Aasielit 
übereinstimmend schien ihm folgendes nberhasi- 
sches Bleisalz zu sein. Er vermischte eine Lö- 
sung Ton bernsteinsaurem Ammoniumoxyd mit 
Ammoniak und setzte Bleiessig hinzu j der ent- 
standene Niederschlag wurde wohl ausgewaschen 
und bei -}- ^^OQo getrocknet, wobei er seine Farbe 
nicht veränderte« 2^367 Grammen von diesem 
Salze gaben 0,598 Grm. Kohlensäure und 0,111 
Grm. Wasser, und 0,638 Grm. davon gaben 
0,54467 Grm. Bleioxyd. Nach corrigirlen Atom- 
gewichten berechnet gibt dies : 

Gefunden. Atome. Berechnet. 

Kohlenstoff 6,89S 8 7,408 

Wasserstoff 0,520 6 0,462 

Sauerstoff 7,210 5 6,164 

Bleioxyd 85,372 5 85,966 

100,000 100,000 

Hier unterscheidet sich das analytische ResnI- 
tat von dem berechneten um 0^51 Proeent im Kofa- 
lenstoffgehalt, nnd um 0,594 Procent im Bleioxyd- 
gehalte. Es ist Tnr die Kenntniss des Körpers 
C^H^O^ von grosser WiekUgkeit, dass dieses Ver- 
hältuiss ins Reine gdiraeht werde. Wahrschein« 
lieh wird, wenn sich die Angabe constatiren sollte, 
es glücken , die neue Säure mit wasserfreiem AI- 



451 

koliol und wenig Salssänre auszusieben, obne 
Bemsteinsiure wiedennbilden. 

Einige interessanfe Dnterancbungen über die 
Verbindungen der Bernsteinsäure mit Aetbyloxyd 
und mit Metbyloxyd werde ieh an ibrem Orte an« 
f&bren j zumal mir dureb diese die Existenz der 
Saure = C^H^^ dargelegt zu sein scbeint. 

F e b I i n g bat ilarauf das Sneeinamid und Bi- 
snecinamid nntersucbt und dureb deren Analyse 
dieselben Resultate bekommen , welcbe vor ibm 
erhalten worden waren. Das Succinaroid = 9S^ 
•f- £^0*^0^ erbiett er dureb Vermisebang von 
bernsteinsanrem Aetbyloxyd mit ilttssigem kausti* 
sebem Ammoniak, welcbe er einige Tage lang 
baußg umsehütteite und dann so lange auf einan- 
der einwirken liess , als' er eine Vermebrung des 
weissen Niederscblags von Succinamid bemerkte. 
Dann wurde dieser Niederscblag berausgenom- 
men, dureb Wascben mit Alkobol yon riickstän* 
digem Aether befreit > und in siedendem Wasser 
aufgelöst, woraus er beim Erkalten in Nadeln an- 
seboss. Bei + lOOo löst er sieb in 8,9 Theilen 
Wasser, aber bei -f IS» bedarf er dazu 220 Tb. 
Wasser. Er ist fast ganz nnlöslicb in wasser- 
freiem Alkobol, aber er wird darin in dem Maasse 
anflöalieber, als man den Wassergebalt desselben 
vei^ssert. Er ist unlöslicb in Aetber. Beim 
nscben Erbitzen bis zu + 300^ scbmilzt er 
und nimmt dabei einen Stieb ins Braune an. So-. 
fort erkaltet und in siedendem Wasser aufgelöst, 
bekommt man das Sneeinamid wieder. Wird er 
aber längere Zeit in einer Temperatur von +200o 
erhalten^ so zersetzt er sieb, indem er Ammo- 
nbk abgibt, und darauf subilmirt sich Bisuccina- 



452 

mid , mil ZarBeU«88ang von Kohle« Das SaUt- 
iDit reagirt sauer, aber es wird darch Krjstallast- 
rang aus Wasser rein erhallen. 

Das Bisuccinamid bereitel F eh It n g nach eiaer 
sehr leichten Methode. Er verdunstet bernatein- 
saures Ammoniak bis zur Trockne und suhlimirt 
das Sab. Dabei geben Ammoniak und Wasser 
weg, wahrend ein Sublimat erkalten wird, wel* 
ehes msn in Wasser auflöst nnd krjstailisirt« Diese 
Krystalle geben in sehr gelinder Hitie, welehe 
selbst noch nicht +^000 erreicht bat, Wasser 
ab nnd Tcrlieren dabei 15,942 Proc. an Gewiekt. 
Was dabei zuriickbleibt ist das Bisnc4»namid. 
Fehling halt die Krystalle für eine Verbindung 
desselben mit 2 Atomen Krystallwasser, aber es 
ist auch möglich, dass sie HB'Sc^ sein können. 
Nur aus den Proportionen kann naturlicker Weise 
nichts beurtheiU werden , weil sie in beiden Fal- 
len dieselben sind. 

Für das Bisuccinamid nimmt Fehling die 
Formel HH^ + C^H^O^ an, d. h. die Verbindung 
▼Ott 1 Atom Amid mit 1 Atom von dem Oxyd der 
Saure, welches den Paarling der Schwefelsinre 
in der von Fehling entdeckten Succinsckwefel- 
säure ausmacht, was allerdings, Wenigstens für 
gegenwärtig die wahrscheinliehBte Ansicht ?om 
der Zusammensetzung dieses Körpers zu sein 
scheint. Da er, gleichwie die (hLaminsänre , als 
eine Verbindung you Bemsteinsfiure mit einem 
Amid (IVfiSC^H^O + C^HK^^ betrachtet werden 
konnte, so yersucbte Fehling ihn mit sckwi* 
cheren Basen zu sättigen (die metamorphosirende 
Wirkung der stärkeren ist bekannt), aber er konnte 
durch Vermischung seiner Auflösung mit Metall* 



463 

Mlilötangen keine sehfverlöeliebe Verbindungen 
hervorbringen. Dagegen fand er, dasa er Blei- 
oxyd dnreh Digeation auflöaC, waa darch kursea 
Sieden beacbleunigl wird, ohne daaa aieh dabei 
Anmoniak enUriekelt , waa 4iber geaehah , wenn 
die Lö'anng in der Wime Terdnnetel wurde. Beim 
Verdunalen unter der Liiftponi|ie trocknete die 
Lösung EU einer zähen Masse ein, welclie sehr 
langsam töllig troeken wurde, die aber dann bei 
•-)-tOOo zu einem klaren Liquidum schmolz. In 
der Luft zog sie sehr rasch Feuchtigkeit an. Sie 
löste aieh leicht in Wasser, und Alkohol schied 
sie daraus wieder ab, in Gestalt einer zähen kla- 
ren Masse. Diese Maaae wurde zusammengesetzt 
gefunden aus (die Zahlen sind nach den älteren 
Atomgewichten berechnet) : 

Gefunden. Atome. Bereclmet. 

Kohlenstoff 18,57 24 18,85 

Wasserstoff 2,55 36 2,32 

Sanerstoff 15,91 15 15,56 

Stickstoff 5,23 6 5,50 

BIcioxyd 57,74 4 57,77, 

was 3 Atome Bisuccinamtd, 4 Atome Bleiozyd und 
3 Atome Waaser gibt. Da dieses Wasser nur 
theoretisch aogeoommen worden ist, und nicht ak 
solches daraua abgeschieden wurde, so kann es 
sich auch in der Verbindung als Wasserstoff initl 
Sauerstoff befinden, und merkwürdig ist, dass 
je einem Atom Bisucdnamid i Atom Wasser ent* 
spricht, wodurch das erstere, Weou darin das 
Woaser als Wasserstoff und Sauerstoff eintritt, 
in eine Säure verwandelt wird, die der OzaUäore 
ganz ftbnlich ist. Sie besteht dann nämlich aus 
Benelius Jahres- Bencbt XXV. 30 



456 

zersetzt wird , ausgetrieben werden kann , weil 
die Säure dreibasisek ist, und es sieb also als 
eine von den drei Basen darin befindet. Was 
wir als 2 Atome ItC^H^O^ betrachtet baben, ist 
nacb Fehling's Theorie 1 Atom nenlrales bem« 

steinsaures Kali, zusammengesetzt aus • |C^H^O^. 

Da die Grundlage für diese Theorie 9 die au* 
geführten basischen Bleisalze, auch Pebiing 
noch wankend zu sein schien/ so bat er auch in 
der Formel y welche er für das Bisuccinamid ge- 
geben hat, eine Stütze dafür gesucht. Wird aber 
diese Formel ^nebcn die^des Succinamtds gestellt, 
so beweist sie für die Natur der Bernsteinsaure 
durchaus nichts, während dagegen das Snccinamid 
mit der gewöhnlichen Ansicht in TÖlliger Har- 
monie steht. Diese ganze Theorie ist also nichts 
anderes, als eine Vorstellung, ohne annehmbaren 
Grund in den Thatsachcn. 

Aepfdsäure. Hisch*) hat den Saft der Kartoifeln unter- 
sucht und gefunden, dass die freie Säure darin 
Aepfelsäure ist, Ton deren Natur er sich durch 
die Analyse einiger ihrer Salze und durch die 
Verbrennungs - Analyse Ueberzengung verschaflfke* 

AepfeUaures R i e c k h e r **) hat versucht, ein basisches Blei* 
^'^'^ ' salz, durch wechselseitige Fallung von saurem 
»pfelsauren Ammpniumoxyd und dreifach •basi» 
schem essigsauren Bleioxyd, hervorzubringen. Der 
Niederschlag wurde nicht krystallinisch , aber er 
war neutralea äpfeisaurcs Bleioxyd mit 3 Atomen 
Krystallwasser. Er fand, dass dieses Salz, nach- 

•) Aan. d. Chcm. und Pharm. LI, 246. 
'*) Archiv d. Pharm. XXXIX. 33. 



457 

dem es liei -f- 100^ gescliin^lzen ivar und sein 
Krysisllwasser verloren lisUe, in einer dsraaf bis 
zu -f" SOO^ erhöhten Temperatur noch 1 Alom 
Wasser verlor, wodurch es sieh dann in fumar- 
saores Bleioxyd verwandelt hatte, dessen Zusam- 
Diensetsung durch eine Verbrennnngs- Analyse be- 
stimmt wurde. Er fand ferner, dass sich äpfel* 
saures Kali durch Zusammenschmelzen mit Kali- 
hydrat in essigsaures und in oxslsaures Kali um- 
setzt. Von 3 Atomen Aepfelsäure entstehen 2 
Atome Oxalsäure und 2 Atome Essigsaure. 

Es ist aus Pelojuze's Versuchen bekannt, Fumarsäure, 
dass die Aepfelsäure durch trockne Destillation 
zersetzt wird, wobei sie zuerst Wasser und nach- 
her Maleinsäure gibt, und zuletzt, wenn die Tem- 
peratur nicht über + 200^ steigt, Fumarsäure zu- ^ 
riidkbleibt, welche beim Erkalten erstarrt. Diese 
beiden Säuren sind unter sich und mit der Aconit- 
säure isomerisch, und sie bestehen aus H^C'^H^^. 
Sie sind wenig studirt gev^esen , aber jetzt in 
Liebig's Laboratorium untersucht worden. Wir 
wollen die Fumarsäure mit Fu und die Malein- 
Bäure mit Ml bezeichnen. 

Riech her*) hat die Pnmarsänre studirt. 
Dieselbe besitzt bestimmte und leicht erkennbare 
Unterscheidungs* Merkmahle voni der Maleinsäure. 
Die letztere ist leicht löslich itK Wasser und 
schmiUt bei -{- 130^, worauf sie sich bei -|- 160^ 
sublimirt. Die Fumarsäure be4arf zu ihrer Auf- 
lösung 200 Theile kaltes Wasser, aber sie löst 
sich leichter in Alkohol und in A'etker. Sie 



*} Ann. der Chem. und Pharm. XLIX, 31. 



4S8 

•ckinUxt schwierig «ad f«sflil«kt^l sidi tiodk miAt 
k«i ^ 2000, liea slSi^tMr EH^Ubiü« vci«MMgt 
sie sieh, eher ungeselst ia MeleimiMfe. Sie 
vertclgt die BeiMMdiiiog mit SelpetcMinret alilie 
sich höher zn exydirea. Durch eoete e a l ri rt e 
Sehwefelsiare versadert sie sich in 4er K&lie 
nicht, eher beim firwerinea demit ealwiekek sich 
sdi«vcfl^e Stfore. Sie hsan nnveiiadert mit Pin- 
tinchlorid gekocht werden, so wie «noh mit xwei- 
fach •(chromsanrem iUi und «Ml Bleisn[ferox^. 

Das Kalkah krystallisfrt srfiwierig tmA wichst 
p&tn M den RSnderti dct Flüssigkeit an^nrarts. 
Atff d«ni Boden Aeft PIfissfgkeit hefcommt man 
dafbei vvele Mtine gcflftreHte Prismen, wdldie S 
Atome -odtfr fO iProüetit Krjn^tallwiiisser Mthalten, 
was hei -^ fOO^ danus weggciit. Das Salt ist 
letfchilöslich in WM»er nnd wenig In Spiritns, 
80 daiss es dnrcfh AlktAol atiis Wasser ntiederge* 
seMagen wird, «n €k»lak mmss diekm Symps, 
weMi«r uaeh IS bis IM Standen an "einem kry- 
ntaflinisciien Pniver wk de m s e lb e n Wassergdbalt 
erstortl. 

Wenn sich das neutenle Snls in seiner IS* 
snng anit iMMdi I Alom Fonml'salire vemnigt> so 
eshMt anm dnreh Verdnastaag aia «ntaw Suk, 
in aiahi nnsgAUdatea ifarfstdllen angeücbesena, 
>«i«lclito aaDtPn4*filVi «ind, ebne Krjstallwasser. 
Aas ainer >eMceMEinen Lösnog des nentrtAea 
Selses lumn es im Gei^lalt «ines Irrystallinischea 
^rfvets oder in fieiften Mädeln attügeMIt werdea. 
Es ist ia Wasser viel sdrwwer iösKeb rfs 4aft 
neutrale Sals. 

Das Natronsah krystallisirt in Nadeln oder ia 



4d9 

Ptnmm umd «rthMt 3 Attiifte RryMallwaMer. 
Ans seiner Ldtang in Weiser wird es diirsli 
AHiofccrf üi^er gliseHs gen, la Gestelt eines krj- 
stnüinieebeb Pulfws. Das $mwne Smh sckiesM n 
wtrsenlSftviigen Kry§taHen von nlisMMntogefiiglefi 
Buttern an* fis l^tet steh in solmaelieni Spirilns, 
«her es wird darlms doreli AHnrfioi ntcdeigesclila* 
gen. Bei 4- M^o fingt es an die Sinre au ver* 
Keren^ so dass sich diese davon einem grossen 
Thell naeh absnUitaiiren Ksst. Darans seUiesst 
Riechher, aber wohl nielit mit voRem Grunde^ 
dass das Sek eine blosae ZnsannaenkryslalKsirnng 
von Sinre nnd nentrslem HÜ» gewesen sei. 

Das Ammoniumoxydsalz wurde nur sauer er- 
halten, in grossen wohl aosgehildeten Rrystallen, 
welche dem Qoifdraloctaeder oder dem geraden 
qoadratisehen I^risma angehören. Es enthalt, 
gleichwie das tCatisalz, hein Krystallwasser. £s 
löst sich sowohl 10 Wasser als anch in Spiritus. 

Die fomarsauren Alkalien scheinen nicht mit 
einender Dof>pelsaIze zu bilden. 

Das Baryisah ist sehr schwer löslich, aber es 
fSUt doch nicht gleieh nieder. Streicht man jedoch 
die Innenseite des Gelasses mit einem Glasstabe 
stellenvteise, so setzt M sieb an den geitiSehenen 
Stellen in krystallinlsehen Körnterli an, welche 
mehrere Slnnden lang fortfahren eich nn vermeh* 
ren. Aus siedetid termischlen eoncentrirten Lö- 
sungen scheidet es sich als ein Pulver ab. Es 
endMilt kein Wasser. Ein saures Baiytsnk sdieint 
nickt na existiron. 

Dne SironÜimmk verUilt sieb wie das Baryt- 
salz, aber ea setzt sich rascher ab. Es enibilt 3 



460 

Atome oder 21^06 Pfocent Wasser, welches erst 
bei 4-200^ völlig daraus weggehl. 

Das Kalksah köioint naliirlich gebildet in der 
Fumaria offieinalis vor, von der die Saure ihren 
Nsmen erkalten hat. Es wird durch Aullösen der 
Saure in einer Lösung von essigsaurer Kalkerde 
und nachherige Verdunstung erhalten, wobei es 
sich in kleinen harten, sehr glänzenden Krystallen 
absetzt, die sich schwer in Wasser lösen und 
unlöslich in Spiritus sind. Es enthält 3 Atome 
oder 25,77 Proceut Wasser. 

Das Talkerdesalz schiesst nicht an, sondern 
bleibt als eine syrupdicke Masse zurück, die dem 
Tartarus borsxatus ähnlich aussieht. Wird die 
Säure mit essigsaurer Talkerde vermischt, ver- 
dunstet, der Rückstand so lange im Wasserbade 
gelassen, als noch Essigsäure davon weggeht, und 
dann mit Alkohol behandelt, so erhält man das 
Salz in Gestalt eines weissen Pulvers, welches 
4 Atome oder 34 Procent Wasser enthält, wovon 
die Häine bei +100^ und 'die andere Haine 
unter -f 2000 weggeht. Es ist leicht löslich in 
Wasser. 

Das Manganoxydulsah schlagt sich nieder, 
wenn man Fumarsäure in einer Lösung von essig* 
saurem Manganoxydui auflöat, in Gestalt eines 
gelbweissen Pulvers, welches steh schwer in 
Wasser auflöst und unlöslich in Alkohol ist. Es 
enthält 3 Atome oder 24,11 Procent Wasser, 
weiches bei + 100<> weggeht. 

Das Rsenoxydulsah wurde nicht untersnehC. 
Das Eisenoxydsalz wird nicht direct aus Fumar- 
säure und Eisenoxydhydrat erhalten. Aber aus 
neutralem Eisencklorid schlagt neutrales fnmar- 



461 

saures Ksli ein zinittetbraniies, Tolqmböses^ basi« 
scbes Salz nieder ^ ifveleLes 2 Atome Saore auf 
1 Atom Eisenoxyd enthält. Die Zasammenselzung 
bleibt sich gleich > ob der Miederschkg kalt oder 
warm gebildet wird. 

Das KobaUoxydsahy bereitet aus essigsaurem 
Kobaltoxyd auf ähnliche Weise, wie das Talk- 
erdesalz, wird in Gestalt eines rosenrothen l^ul- 
vers erhalten , welches 3 Atome oder fiS^TS Pro- 
cent Wasser enthält. Es ist leicht löslich in 
Wasser und trocknet zu einem Gummi ein. 

Das Niekeloxydsah wird auf ähnliche Weise 
in Gestalt eines heligriinen Pulvers erhalten^ wel- 
ches 4 Atome oder 29,3 Procent Wasser enthält, 
wovon 3 bei + 10(y> und das 4te unter + 200^ 
weggeht. Es ist leichtlöslich in Wasser und in 
schwachem Spiritus. 

Das Zinkoxydsahy auf ähnliche Weise bereitet 
und in gelinder Wärme verdunstet, krystallisirt 
in 4seitigen, in der Luft unveränderlichen Pris* 
men, welche auf 2 Atome Salz 3 Atome oder 
13,1 Procent Wasser enthalten , was bei -f 1200 
daraus weggeht. Bei einer freiwilligen Verdun- 
stung schiesst es mit 4 Atomen oder 28,62 Proc. 
Wasser an, aber es verWittert dann in der Luft. 
Es ist leicht auflöslich in Wasser und in Spiritus. 

Das Bleioxydsah. Eine Lösung von Fumar- 
säure fallt es aus essigsaurem Bleioxyd pulverför- 
uiig. Werden die Lösungen heiss und sehr ver- 
dünnt mit einander vermischt, so setzt es sich in 
feinen , schimmernden Nadeln ab. Es enthält 2 
Atome oder 10,06 Procent Wasser. Wird ein 
Gemenge von neutralem und von einem basischen 
essigiMuren Bleioxyd mit vielem Wasser verdünnt 



482 

und dnon tfdt FamiiiMttrfe UMeiet, S6 MMet lidi 
ein vohmiflö'ieir NfedeMehliig , Wfeldier 3 Atduie 
oder 14,34 Pirocfent Waisset edthlR. Es IClt fticd 
elwiis fai fliedetadtiki, wenig In hairem WaMelr tf«d 
ist unlöslieh in Alkohol. Es Wird V«ti Salpfetfth 
slnve «ttfgfclfist ofid scheint ein I^oppdsaU mit 
satpeteYsäorem Bleioxyd zu gA^n. 

lP*int ttiMi Bleiessig mit PamarsSare, ode^ be- 
handelt man diis neutrale Salz mit hatkstilcheoi 
Amtnonhls, iro erhält man ein basisches Salz = 
l^b'Pa. 

Wird Bleiessig durch saures Tumarsanres 'Ktli 
gerallt, so bekommt man ein anderes basisches 
Salz, welches einen ▼oluminöseo Miedersdilag bil- 
det, der aber doch rasch zu Beden sinkt. Es 
wird bei -f'ISO^ wasserfrei und besteht dann aos 
3iH>+2Fu. 

Das Kmpfernjnftbak wird eflliahM, wenm mal 
FumarsiUre in gel hw fc r WinniB in einer fiMiD|; 
ynm essigeaurtai Knpfeiwafd muhtet, Wdnraf sich 
befai Erkniten das Sak lik ein blau^nes, kry- 
stalUmscbes Plilrer tiiedervchttgt. fioeht man di- 
gefpeti die Ldrang des SUsks mit Fornavsteie, m 
IM sieh die S«nfre m«h« mf. Ras SaU mthik 
3 A4oni% nder 88)83 Prozent Walser ^ wotm & 
Al#me unter ^ IM» Md das Sie miter ^WO^ 
weggeht. Bm «^^-SS^o fingt das Salz schon an 
zersetzt zu werden. Ans einer Ltfsung des Sal- 
zes in han^^ehem Ammoniak sdilftgt Aüuriitfl «h 
fb*iara«mes RupfcroKyd-Ammonkk nieder, wei* 
ches fehle, Mams, seidciglinzende Nadeln blM«t. 

Das ffmeekMberoJcfdulHih y dnieh dopfcHe 
Zcnetnng geirfidet, ftUt als ein weisses tipfHA* 



,463 . 

Priver liiedcr^ wrfobts kein KrysliliwM- 
ser Mlhllt. Die Fam^ieiwe lülit ilme Vetfbin- 
ifuaif; ia ^Aer iSelle ms «»Ipeteteevreui Qoe^Ml- 
l>6«>Mf4»ly ^eiber in der Wime niMint die Sripe* 
leiMiwe des 'QüeeksiUieroiLydiil nieder e«f ond 
eebeidel 4ie Fumareiare ab. 

QmedkMberchhrid <iv«rd 'Uidbi 4nteli Fnuar- 
aavM aeiseltot, Aeir treU dvreh fonaraMires AI- 
kalK» vuelofcee dairin einen gelbweiaeen Niedetnohlag 
Mdet, der »ick unler einem MUsroelMpe als ein 
Gnmenge von einem wei ssen krystaüiinseiMB Pul- 
ver «nd vnn geÜMn Nadeln nnsweist. 

Om ^Oer^aydsah fallt doreh d^pelte Zer- 
selznnf nieder. ,Beim £fiiileen brennt es wie 
ScLiesapnlVer ak. Es iit wasserfrei. 

Mit Ckrottoxyd^ Antimonoxyd obd mit Tken- 
erde sekeint die Riraarsiiire keine VerUndnng 
einnngeken. 

Rieekk*er erklärt cum Sckknee^ dass er die 
FnnMManre niokl als eine «wcakasisdie Sünre he- 
4inehlen fcönne^ da sie leine Sanve Sake mit Ba>> 
rjterde^ SUberoxyd oder mit dkn Benen büde, 
wekhe 4er Mignesinm-Rmlie mgebören. 

Die Maleinsäare ist wn Btt«liiier *) onler- Maleinsäure. 
snelK worden. Biese fianve wntde vor ibm von 
Licfcig nnok einer Analyse des zweifaek- maiein* 
sauren Silberoxyds für eine sweibasisebe erklirt. 
B«€ktier lehrt une bier die€rvtnde «ler Liebig'- 
sdMtt Scknle dafiir^ wonanh der fianplekambler 
einer xweikesiseken Sünre derin ImSlekt, dass sie 
mk Kalk» Baryt «md Silberoxyd sMM Sidne Uh 
de« nmss. Diesen Cbeiakter besilxl Mek die 



-) Ana. der Ghem. u. Phatm. KLfX, M. 



464 

Schwefelsäure. loKwiscbeD ist nocb nicht die 
Rede davon gewesen, dass diese Schule die Schwe- 
felsäure als eine zweihasische betrachtet hätte, 
was aher doch vermutblich hiernächst geschehen 
müsste, wenn sie sich consequent bleiben will. 
Wir wollen jedoch diese willkührliche. Ansicht 
in dem Folgenden bei Seile setzen, und die Re- 
sullate nach der gewöhnlichen Ansicht angehen. 

Die Maleinsäare wird in grösserer Quantität 
erhalten, wenn die Destillation rasch und in einer 
geräumigen Retorte geschieht, die nur zu \ mit 
Aep feisäure gefiilU wird. Sobald der Rückstand 
^in der Retorte anrängt dick, zähe und trübe zu 
werden, so wird sie vom Feuer genommen. Die 
Destillation geht dann noch etwas von selbst wei* 
ter, und der Rückstand erstarrt zuletzt zu troehner 
Fumarsäure. Wird dieser Punkt überschritten, 
so färbt sich die Fumarsäure, während hreuzliche 
Stoffe übergehen. Die Maleinsäure ist in der 
überdestillirten Flüssigkeit aufgelöst enthalten, 
woraus sie dann durch Verdunstung krystallisirt 
erhalten wird, in geschobenen, rhombischen Pris- 
men mit 4seiliger Zuspitzung. Sie efflorescirt 
gern bei freiwilliger Verdunstung. Ihr Geschmack 
ist sauer 9 beissend und hintennach etwas metal* 
lisch. Sie ist leichtlöslich in Wasser, Alkohol 
und in Aether. 

Das KalüaU krystallisirt schwierig aus einer 
syrupdicken Lösung in strahlenförmigen Krystal* 
len, die fast so weich wie Wachs sind. Wird 
die eoncentrirte Lösung mit wasserfreiem Alkohol 
vermischt, so schlägt sich das Salz als ein weisses, 
krystallintsches zusammen gebackencs Pulver nie- 
der, welches kein Wasser euthäll. Das saure Salz 



465 

wird erhalltti, wenn man das nentnie Salz mit I 
AtomgewicblHaleinsanre verniischt und Terdonatet, 
wobei es sich in Rrystallen von weniger deutlicher 
Form niederschlagt welche =:Kl!illl+ HiMII-|-fil 
sind. Das Kryatallwaaser- Atom lasst sich hei -f^lOO^ 
nicht daraua entfernen. Das Salz iat leicht löslich 
in Wasser» unlöslich in Alkohol, welcher auch 
keine Säure daraus auszieht« 

Das Naironsalz krystallisirt noch schwieriger 
als das Kalisalz. Es bildet zuletzt einen dick<*n 
Syrvp, der sich mit feinen Nadeln anfüllt. U|n 
es trocken zu bekommen, mnss es mit wasserfreiem 
Alkohol daraus abgeschieden, und um es von allen 
Syrnp zo befreien, mnss es dann lange Zeit mit 
Alkohol gewaschen werden, so dass es sich nach 
dem Eintrocknen des Alkohols leicht zu Pulver 
reiben lasst. Aber in diesem Zustande hat der 
Alkohol den grössten Thi^il des Krystallwassers 
daraus weggenommen, so dass das trockne Pulver 
auf 2 Atome Salz nur 1 Atom Wasser = 5,279 
Procent und nicht einmal diese ganze Quantität 
mehr enthält, indem der Versuch 4,43 bis 4,5 
Procent gab. 

Das saure 'Sah Ui ziemlieh schwer löslich^ 
und es wird daher leicht in Prismen krystallisirt 
erbalten, welche dem rhombischen System ange- 
hören. Es ist = ]^a Ml 4- » Sil + 6R. Diese 6 
Atome Wasser betragen 34,49 Procent, und geben 
bei -f- 100^ daraus weg. Aus der Lösung des 
neutralen Salzes kann es sowohl durch Maicinsinre 
als anck durch Essigsaure in Nadeln niedergeschla- 
gen werden. Es löst sich schwer in Wasser, ist 



466 

miinicMlidi ia AHcokol nd wiid i^A diasen 
aus der Lösnag in WMser «bgesducdc». 

Bächner gibt die Existeoz eines Doppekai- 
zes von I Atom RaHsalz und f Atom Natronaalz 
an, wenn man diese ziraammen in Wasser auflöst 
und die Lösang bis amr Sympeonststenz verdnn- 
stet, wodurch einige wenige R^stalfnadeln in ei- 
ner gallertartigen Masse erhalten wurden. Diese 
wurde mit Alkohol gefallt, und er beham bei der 
Analyse beide Sähe in demselben Terhältnisse, in 
welchem er sie vermischt hatte, er erhielt dasselbe, 
in welchem YerhSltnisse die beiden Salze auch ver- 
mischt worden waren, da beide Salze in Alkohol 
unlöslich sind; Diese Yersucbe beweisen also 
durchaus nichts. 

Das Ammoniutn0xyd$ah iai zerfliesslich und 
fast schwieriger zu bekommen, als das KalisaLE. 
Aber es kann aus eineip coAcentrirten Lösung 4uceh 
Alkohol niedei^eschlagen werden, wodurch man 
es trocken bekommt. Das saure Sah schiesat in 
Blattern an, welche kein Krystallwasser enthalten. 
Ea ist sehr leicht löslich in Wasser, unlöslich in 
Alkohol. £s zerfliesst nicht. 

Das Barytsah fallt ans einer concentrirten Lo- 
sung von essfgsaorem Baryt, wenn man sie mit 
eoncentrirter Maleinsäure insoweit" vermischt, daaa 
nidit der ganze Barytgehalt daihtreh g<^2ttfgt wird, 
in krystallinischeni KämeNi nieder. Isl dio Lö* 
»ung waum, s# setzt ea sidi beim Erkalten in 
atcunfiNrmtg grappialen günzenden Pfadein ab. 
Wird die niiasigkeit siedend uevdunstet, so aeUigt 
ea aiek danuia in milchweisaeny fettig anzufuhles- 
den Blutern nieder. Ba entUK S Atome Rry- 



467 

sl»UiiNM0«r, w^TiMi i ▲tom M -^iOOP dnvaiis 
w>t9gelit. 

Das smirt Sah nM, echalteiiy ive^n miui Ab- 
bin/iliice mit 4isiii wntiMlea SaIm Mt%t «od v^r« 
donstet. Nach einer ziemlich starken Coi|i;eiitnM 
lio9 sulzl es aicb in N#4Ulp ^ welcJie 5 Atome 
oder 19^67 Proetuft Wasser enthalten» waa abe bei 
4* 10(F verlieren mit ZarücMassung ksa fiaäl 
+ Hli*. Bas Sak ist leiebtiMieli in Wasser 
nnd unlöslich in Alkohol. 

Das StrotUiansah ist sehr leicht Kfolieh »nd 
krystaüfsirl in feinen ^ seldegliiineiidon Nadeln, 
welche 5 Atome Kryslaltwasser enthalten, wo¥o» 
sie 4 bei + lOO« irerlieren. 

Das saure Sah sohiesst leidit in kleinen recht* 
winkligen Prismen an, welebe 4 Atome Rryslall- 
wasser enlhalteo, die bei -|-10(F davon» weggehen. 
Bas KMsah ist leicht löslieb vmA brystolllsirt 
in leinen Nadeln, welche I Alom Wasser enthal- 
ten , was nichl bei -}* MO^ dorans weggehl. Be 
ist nnUslich in Alkohol. 

Das saure Sah schtesst in vhombiscben Pris- 
men an, welche 5 Atome Rryslaltwasser entbal* 
ten, was sich in der Lnfl darin etbMt, aber bei 
+ 100^ darans weggeht. Es ist lelchtlVslleh in 
Wasser und unlKsKch in Alkohol» 

Das TaHeerdesak ist zer&iesslich nndhann nicht 
hrystaliisirt erbalten werden. Mit Alkohol kann 
es puHerförmig rnid trocken abgeschieden erkal- 
ten werden, nnd es enthilt dünn 4 Atome Rry- 
staHwasser, von denen 3 hei -f>lM^ weggehen« 

Daa saure Sah schiestt sehr leicht in klaren 
Prismen an, welche dem rhombischen System an- 
gcbcfren. Es enthÜtS Atome Krystalluvasser, aber 



468 

es gibt bei + 100^ 7 Atome oder 34,5 Proeenl 
Wasser, indem das mit dem neutralen Salse Yer* 
bnndene Atom Säare wasseriVei wird =]Agfiir'^. 
Es ist leicht löslicb in Wasser und unlöslich in 
Alkohol. 

Die Salze mit den ihrigen Erden, so wie die 
mit Manganoxydnl und Eisenoxydul wurden nicht 
untersucht. ^ 

Das Eüenoxydsah ist löslich in Wasser and 
bleibt beim Verdunsten als eine braunroihe, buC» 
terartige Masse zurück. 

Das Niekehxydsah ist sehr leicht löslicb und 
kryslallisirt ans einer concentrirten Lösung als 
eine blassgriine Salzkruste, die sich an der Ober- 
fläche bildet und dann allmälig niederfällt. Es 
löst sich nicht in Alkohol nnd enthalt 1 Atom 
oder 4,37 Proceut Wasser. 

Das Zinkoxydsah ist ebenfalls leicht löslicli 
und krystallisirt ans einer sehr concentrirten Lö- 
sung beim fortgesetzten Abdunsten als eine Salz- 
kruste an der Oberflache, die allmälig niederaiakl. 
Es ist unlöslich in Alkohol, und enthält 2 Atome 
oder 16,71 Procent Wasser. 

Das Bleioxydsak schlägt sieh kaseähnlich nie- 
der, aber es verwandelt sich bald nachher in feine 
glänzende Schuppen. Es enthält 3 Atome Kry- 
stallwasser, Yon^denen 2 bei -f*10(F weggehen. 

Da$ Kupfhroxydsah wird am besten erbalten, 
wenn, man essigsaures Kupferoxyd mit Malein- 
säure verinisc^t i|nd re/rdunstet, wobei das Salz 
in kleinen hellb|aiien Krystallen anschiessl, welche 
i Atom oder 9,f7 Proc. Wasser enthalten, wel- 
ches bei 4* 100^ daraus weggeht. Das einmal 
abgesetzte Salz ist fast unjöslicb sowohl in Wasser 



469 

als aach in ve^iKiiiWter Eftdigsäure. LlwC man es 
in kiiisliftehem Ammoniak, ao sthUgi Alkohol 
däraoB ein duHftelManes RryataHitieM nieder^ wel- 
ekea auf I Atonr Sal« i AequiValent Ammoniali 
edihilt, ililtf ausserdem 2 AlaVbc :±= 1>I,5 Proe. 
Waa#er. 

Das Stlieroxydsah Tällt pulverförnlig^ iiiedrr, 
aber es wird, nenn mau es in der Flüssigkeit 
liegen lässl, krystaüiiiiscli. Es ist Wasserfrei. 

Das ssure Salz wii^d erkalten ^ neun man Lö- 
sungen von salpetersaurcui SilljeroiKyd nud Maleiii- 
saure von einer' geivissen Verdiirtnuug vcrmisclit 
und stehen lässt, yvo sich dann feine, weistfid,' 
glanzende Madeln daraus absetzen, die ans' AglHt' 
-f-HÜl bestehen^ ohne Krystallwasser. 

Die von Scheele für Aepfelaäure gehaltene Zuckersaure. 
Siare, welche aus Zocker durch. Saipetersäuie, 
•BSber Aepfelsänre, . erhallcu wird^ wurde von 
Heisa (Jabresb. 1839 , S. 277) rein dargestellt 
ond analj»irt. Er fand aie aus C^H^O^ zusam* 
»«i^eaelzl, und er nannte aie Zuckcjrsäure. In 
den» darauf folgenden Jahre wurde sie in dem 
Labonitolrium tn GifSsaen von T h a u 1 o w (Jahresb.^ 
ia40, S. 402) unteraindit, welcher sie, nach 
der Anlflittiug von Liebig, (iir .eine. Sbaai- 
scbe SMre ecklftrte, beatebend in wasserhallieem 
Zaalaiiile ans C^H^oX>M + 5», woraus durch Ba- 
aeirdDr 2' Atome Wafeae* ausgetrieben würden, 
ab« die iirbVigeiJ 3 erat dann, wen'H mali .aie mji 
eiaeifl gnoasen UeUeasckuto von basischem essig- 
saurch Bli^ioä^d' kocht ^ wodnrcb alle 5 Atome 
Wasser dorcb 5Atome Bleioxyd ersetzt würden. 

Gegen dieses Reanitat prolestrrte He;98 (Jah- 
Benellus Jahres- Beriebt XXV. '^ - 



470 

resb. £841, S. 297), indem er zcigle, dass «»« 
dem T hau low sehen BleUalse dorch Sehwefel- 
Wasserstoff, ausser Zuckeraäure, eine andere Sinre 
abgeschieden wird, und das« diese Sinren dareh 
ihre Zinksalze natersebiedea werden können. 
Dabei ist es nachher geblieben, bis Hetnts*) 
unter H, Rose's Leitung in dem verflossenen 
Jahre die Zuckersäure und ihre Verbindungen ei- 
ner neuen Untersuchung unterwarf. 

Heiutz fand, dass die Zuckersüure am besten 
anf folgende Weise erhalten wird : Man löst 1 
Pfund Zucker in 3 Pfund Salpetersäure von 1,25 
bis 1,30 specif. Gewicht auf, und erhitzt die Lö- 
sung in einer Porcellauschale, bis sich die' ersten 
Blasen von salpetriger Säure entwickeln. Man 
nimmt dann die Schale vom Feuer, und llsst sie 
auf -}- 5(y erkalten, in welcher Temperatur sie nun 
durch eine nntergcselzle Spirituslampe erbalten 
wird, deren Docht und Flamme man so regnKrt, 
dass die Flüssigkeit gerade + 50«^ behilt. Die 
Fliissigkeit wird häu6g umgerührt und die Dige* 
stion so lange fortgesetzt, bis die von salpetriger 
Säure herrühreude grüne F^rbe derselben ver- 
schwunden ist. Dann wird die Flossigheit mit 
ihrem gleichen Volum Wassers verdünnt, mit 
Kali gesättigt und mit Essigsäure versetzt, bis sie 
nach dieser Säure riecht, worauf sieb d«nn im 
Laufe einiger Tage saures zuekersaures Kali dar» 
aus absetzt, dessen Abseheidung aber mebfere 
Wochen lang fortdauern kann. Das Salz ist ge« 
fbbt; man iSssl es auf Löeebpapier abtn^en, 
löst es in siedendem Wasser und läast es beim 



*) Po9««im1. Ann. LXI, 31V 



471 

Brkallen daraag wieder iateliietseii , was so oft 
wiederbolt werdeo mnss, bis man es völlig rein 
nnd weiss erhalten bat. 

Nacb diesem Operations •Verfabren erbalt man 
oft nur eine Spar Ton OssIsSnre *) in der Pias- 
sigbeil, nnd bis zu 6 Proeent Tom Gewicht des 
angewandten Zockers Ton dem satfren Salze, wih- 
rend von diesem durch Bebandlang in stirkerer 
Wirme kaum ^ Procent erhallen wird. 

Das sanre Salz wird mit Alkali gesättigt und 
man pflegt dann die Siare daraus mit einem Blei- 
aalze niederzascblsgeti. Aber dieser Niederschlag 
ist gewöhnlich ein Doppelsalz ^ so dass es sehr 
schwierig wird , daraus die SSnre rein darznslel- 
len. Aach die AusRillung der, Sinre daraus durch 
Cblorbariom gibt kein gutes Resultat , weil es 
sehr schwierig oder fast unmöglich ist, einen 
Ueberschuss an Schwefelsäure oder an zucker- 
sanrem Baryt zn Termeiden. 

Heintz zii^ht es daher Tor, die Säure dar- 
an« mit einem neutralen Gadmiumsaize abzuschei« 
den ^ den Niederschlag auszuwaschen und in Was« 
aer dorch Schwefelwasserstoff zu zersetzen, wo- 
doreh die Säure frei von aller baaischen Einmen- 
gong erhallen wird, so dass die Säure beim Gin« 



*) Scboif in (Archiv d. Pharmac. XXXiV, 39) gibt an, 
da«, ^f€iin man sur Bsreitong d«r Zucker^ure eine Lösung 
Ton i TheiJ Boknoaker in 6 Tb. Salpetersäure von 1,25 spe- 
ci/. Ge wicht anwendet, und Ton Zelt su Zeit ein wenig AI* 
kohol hinzuFügt, auch bei stärkerer Erhitzung keine Oxalsäure 
erhalten wird , und dass, wenn sich diese Säure tor dem Zu- 
satz des Alkohols gebildet haben sollte, sie hierdurch wieder 
▼erschwindet AnsUtt dessen* werden salpetrigsanres Aethyl- 
oiyd nnd ein wenig Cysnwasserstofftlure entwickelt. 

31 • 



472 

ben eine Kohle gilil^ die. ^ufh o|ifie 'Rückstanil 
wegbremieii lässt^ D^bet iiinss je4QcU bemerkt, 
werden, dass Cadmiam cia a^ieiaiicb, flüebtigcs 
Metall ist^ qad da^ eine PcUfiiiig anf. ejnen Cad- 
miuingeba.it nacb vorbergegajaigeoer SäUigoog mit 
Alkali durch Scbwefplwaa^eiiptpff g^ot^b^B m-oea. 
Die abgeschiedene Säure enibijjült auch, keine Spur 
voQ der Säure 4*f) angewandten Qidiiijuinaalsea. 
Sie konnte aber, qickt kry^talli^irt erbfiteo wer- 
dep. Nach 6 Wochen, w/ic. aie im lufU/aoen 
ReuQie^iiber Scbw.efelsäure.zu eiv^er. b^rt^^ amor- 
phen Maa^e eingetrocknet , die in der liufl so- 
gleich Feuchtigkeit afizog. U e in tz . betrachtet die 
Merkmahle von. Krystallisa^onj welche andere 
Chemiker bekommen haben, alp. abhängig ¥.nn klei« 
nen Quantit^^^n der Basis ,i^ derSäpret deren 
Salz nacl|^gr9ep(er Concentratifi^i^ntavigf wh dar* 
aus. abzusetzen. . Die Säurj^ ißt leicht. Ipf^idh in 
Alkohol, aber wenig löslich in A^M^f^- iSieocbwiunt 
sich durch Scb^erels^nrei i|fid., iyirdvdi|^rf|ij^^e* 
tersäure in Oxfilsänre ve^iyundc^t*. • Wir4> *k^ Ka- 
lisalz mit Kalibydrat g«achnqu>,|zc;/Bj,. sp. setzt sich 
die Säure darii^ um in t AioniQf)ilsaufe, lAtom 
Essigsänfe. und in i.Alom Wjia^r,. waicbe.g^iiaa 
die Bestandtheile von 1 ^l^m Z^ckersäJure ent- 
halten. 

Ihre Goocpntrirte Lösung in Wasser vertiigt 
»jiehi das Sieden, ohne, sich gelb bis. hellkisaan 
zu färben. Weder die Säure iieeb ihre Sdse 
bringen bei der trocknen Destillation den Gerdcli 
nach angebranntem. Zucker oder angebrailnter 
Weinsäure . hervor. 

Das I^ßlUaf:^ ist, sehr, leicht löslich nnd.kry- 
stallisirt «sohwierig. nud. wf^pigf^r.vcgelmäwgt «ber 



473 

daza ist «9 erfo^deriich, diss eine grössere M^iige 
von dem Salze eingeftoclit fVird; so dass die Plus- 
sigkett t^eitn Erkaifefl IsryslalHsilrt. Es ist wasser* 
fret und verKndert -»ich nicht in der LafI , wenn 
sie nicht feuchtet* als das Salz ist. 

Das saure Sa/z kryslatllsirt leicht. Es bedarf 
88 bis 90 Theile Wasser von + 6^ {»ig go ^^^ 
Auflösung, aber fn siedendem Wasser ist es sehr 
leicht anflöslich. Es besteht ans 1 Atom nentra- 
lem Salze und 1 Atom wasserhaltiger Säure, ohne 
Krystaliwasser. 

Das Natronsah y soivohl das saure als ancb 
das neutrale, ist so leicht löslich, dass es einen 
Sjrup bildet, aus dem nur Spuren von einer Kry- 
stallisation zu erhalten sind. Das saure trocknet 
geivöbnlich zu einer gummiähulichcn Masse ein« 

Daa ^mmoniumoxydsalz. pas neutrale ist 
gonmiaiinlieh und zerfliessUeh. Das .faurescbietsl 
letebt in 4seitigen Prisn^en au. Es entliält kein 
Kryotallwasser und ist nicht völlig sp sokwerlös- 
lieh als das saure Kalisatz. 

Daa BmyHsah fidlt kalt inr Flocken und ans ei* 
uex #iedeidbn JLöanng als ein ICqrAai^ulTer nie- 
der ^ welche 4ich niiiler einem Mikroskope als 
kleine Prismen zeigt. Das kalt geTAlite 6ak löst 
sieb etwas beim Waeeliten auf ^ ftk im Sieden 
gefällte krj»litili«iseke weit woniger, oo dbus sieh 
dieses gut ausvlMclien iSsst. Es int wasnrftoi. 

Das Kalhsatz' scklügt arcll flockig Nieder. Es 
ist elwas^ IMlich In kaltem iiValser ntVd notfa melii' 
in siedendem , aus dem es sich beim Erkallert In 
Gestalt eines krystsMinischeh Pulvers v^ieder ab- 
setzt, welches siV^h' unter einem Mikroscope als 



474 

aus rlionibiscLcn PriBmen bcsteliciid darstellt. Es 
cntbiltl Atom KrystsUwasscr. 

Das Talkerdesah schlagt sich dscIi der Bil- 
dung durch doppelte Zersetzung erst nach dem 
Verdunsten nieder^ und dann setzt es sich in fei- 
nen Blättern ab. Wird Magnesia alba mit sau- 
rem znckersaurem Kali im Ueberschuss gekocht, 
so löst sich die Erde nickt auf, sondern sie ver- 
wandelt sich in ein Krystallmehl , während das 
Kalisalz neutral wird. Es enthält 3 Atome Kry- 
stallwasscr, welche daraus durch Erhitzen ausge- 
trieben werden können. Wird das Salz dano mit 
Wasser übergössen , so nimmt es das Wasser un- 
ter Entwickelung von Wärme wieder auf^ wo* 
durch es dann zu einer Kruste erhsKet. Das 
Salz löst sich etwas in siedendem Wasser und 
scheidet sich beim Erkalten in krystallinischen 
Körnern daraus wieder ab. Es löst sich in kau- 
stischem Kali. Aus dieser Lösuug scheide! Es- 
sigsf ufe nicht das saure Kalisalz ab , was die Bil- 
dung eines löslichen Doppelsalzcs zwischen Kali 
und Talkerde anzudeuten scheint. 

Das EiseiMxyisuU wird durch Aulösen von 
metallischem Eisen in der Säure eriialten. Bein 
Verdunsten im luftleeren Baume bleibt es gum- 
miähniieh zurick. 

EUenoxyMffdrai wird sowohl Ton der Zucker- 
säure als auch Tön ihrem sauren Kalisalze auf- 
gelöst 9 SU einer gelben Flüssigkeit, welche sich 
schwierig Ton dem ungelösten Theil des Oxyds 
abscheiden lässt^ Tielleicht ist dies ein baeisebes 
Salz gieworilcii. 

Das JSinhah wird sowohl durch Behandeln 
des Zinks mit der Säure als euch durch doppelte 



% 475 

Zersetzung im Sieden erlitHen. Es ist etwas Ute« 
lieh in siedendem Wssser und scbcidet sich dar- 
aus beim Erkalten in krystallinisehen Nadeln wie- 
der ab, welcbe « Atom Kryslallwasser enthalten. 
Durch scharfe» Trocknen verliert es die Hälfte 
von dem Wasser und es besteht dann aus 2 Ato- 
men Salz nnd i Atom Wasser. 

Das Cadmiumsalt , kalt gefällt durch doppelte 
Zersetzung, ist flockig nnd wenig löslich in Was- 
ser. Werden die Lösungen siedend heiss rer- 
raischt und das Sieden fortgesetzt, so erhält man 
es in Gestalt eines fcrysUllinischen Pulvers, wel- 
ebes lelcbt ausgewaschen werden kann. Das kalt 
gefällte Salz ballt sich beim Kochen mit Wasser 
harcihnlich zusammen , es wird aber durch fort- 
gesetztes Sieden hart und spröde. Es ist was- 

serfrei. 

Dm Bteioxydsak. Beintz fand, dass es durch 
doppelle Zersetzung nicht möglich ist, ein zucher- 
sanres Bleioxydsalz hervorzubringen, welches nicht 
mehr oder weniger von einem Doppelsalzc einge- 
ineugt enthält, bestehend aus Bleioxyd "•><» Z«;- 
ckersinre ausser der Säure des angewandten Blei- 

salzes. 

Er kochte zuckersatires Kair nnd salpelersau- 
res Bleioxyd zusammen, wodurch ein flockiger 
Niederschlag gebildet wurde, welcher hald dar- 
auf harzäbniich znsammenfloss, und darauf fingen 
fcryeUiruiischc Flitter an sich zu zeigen. Das 
dann vou dem Bodensatze abgegossene Liquidum 
gab beim Erhalten weisse KrysUUBchnppen , die 
•ich noter einem Mikroscope als regelmässige, 
•cchsseiüge Tafeln darstellten, nüd «eiche aus 
pbS -^ i»bC6II«07 zusammengesetzt gefunden 



476 

wurden. Disc« Sale ifl bst unUißlifib in W^^^^r^ 
und es iletonirU weop mim es staxd ^rbiut. Uil 
salpelersaurcm Bleioxyd koiiate kf ia Niedec^clilag 
erhalten werden, worio ulclit elwas von diesem 
Doppclsalze eingemengt erbulten war. 

Auf äimliche Weise verhiell es sieh m.i| fessig- 
saurem Bleioxyd. Alle damit hervorgebrachten 
Niederschläge enibielleu mclir o<}eriyeniger essig« 
saures Blcioxyd. ßfun wnjc^e da^ Thaulo wa- 
sche Bleisah dargesIclU und unters|icht, und es 
wurde aus basischem zuckersaurem B.leioxyd, ba- 
sischem essigsauren und kohlensaurem BJeipxyd 
bestehend gefunden. Purch Zersetzung mit Scbwe- 
felwasscrstoflr w^rde ein nach Essig rifch^ndes 
saures Wasser erhalten , von dem die Easigiaurc 
mit dem Wasser ab^slillirt wurde, währefid eine 
conccutrirle nach Essigsaure riechende Z^fs^i^r^ 
sfiure zuriickliess , woraus al^<^ bervorg^bt, dass 
die Liebig'sche Theorie, so wie die Zusammen- 
setzung und mebrbasische Natur der Zupkeniure 
eine Hypothese war, welche, keinen rieht^en 
Grund halte. ^ 

H^intr, versuchte ui.cht, 4a.a Bleisalz ^«% Ifojk- 
letisaurem Bleioxyd mit Zuckersänre her^i^r^^u- 
briugen. 

Pas ^Umuiho^yisah vWägl sii»h Kvei^ M 
flockig nieder, wem^ man mii Wusser vecdiijii^^» 
6alpeter8aui:Qs Wis^u*boxyd in eine Ldfung y^n 
zuckcrsaurem Kali tropft. Es ist =I^C^ 11^,0^ 
nnd »Uo ein basisches Salz. Aber es wird satten 
rein und firei von einer Einmengung vo« einem 
weniger bfisisdien Salze erhallen. Dm reine 
Salz enthält 71,15 »roeent Wismulboxyd. Bei 
10 Bereitungen wunle es nur bei 2 normal zu- 



477. 

sanmBpge#eUI g^fofi^en. Bei deo iilNrigtn war 
4ßt fyd^ W WitM%«Hipj^f * ;:= 67,15 hh 68,58, 
^MkA dM SMp y^ *l^ veoigfir b^si^ck , and die 
AMlys^n =yv|ep^ ip der S#fire eipen Ma^gd HQ 
Waf^rttoff all«, ao daaa es iipaifjier wird, ob 
nicht das Wismiilboxyd in diesem weniger baai* 
seben Salze bei einer gewissen Erbitzung eine 
äbnlicbe MeUmorpbose hervorbringt, wie das An- 
timonoxyd auf die Weinsäuren Salze, was aber 
denn doch nur sehr partiell geschehen miisste, 
weil die Rcsnlt^te der Analysen auf keinem gera- 
den Atom- Verhältnisse stehen bleiben. Kali und 
Salpetersäure wurden nicht in dem Salze gefunden. 

Das Kupferoxydsqh, Die Zuckersäurc löst 
Kupferoxydhydrat mit erüoer Farbe auf, und bei 
der Sättigung bildet das Salz einen grünen Nie- 
derschlag, welcher in Wasser auflöslich ist, so 
dass er sich beim Waschen auflöst. Es wird nicht 
beim Verdunsten abgesetzt, sondern es bleibt zu- 
letzt als eine amorphe grüne Masse zurüch. Es 
kann nicht durch doppelle Zersetzung niederge- 
schlagen werden. Das von Hess angerührte 
Doppelsalz mit Kali konnte Heintz nicht her- 
vorbringen. « ** 

Das Silheroxydsalz wird erhalten, wenn man 
salpetersaures Siiberoxyd mit einer Lösung von 
saurem zuckersauren Kali vermischt. Es wird 
aneii und zwar am sichersten erhalten, wenn man 
neutcales Vß^tB^uffi% K^U. fu^ saljMitßrsaiMrem 
Sil^r«xjd niederschlägt» ipd^m in^lP "mV 3i«.o|s«|> 
sawe». K^li .i9nz9f8<)Ut lässt* FäUt ipa^i e^-nmg^ 
kfflirt^ ao schwärzt ea aicb. I^iohf. Es bUA^ ein 
Krystallpulver, welches sich in warmem Wasser 
anflöat und daraus, ganz so wie das Bleisalz, in 



478 

KryaUlIfcbappen wieder absetzt. Es ist neutral 
and wasserfrei. In Ammoniak lost es sieb leieht 
aaf nnd ans der Lösung seblfigt sieb bald nacbber 
metalliscbes Silber nieder, nnd wird die Losnng 
gekocbt, so bekleidet sieh das Gefass mit einem 
Metaiispiegei. 

Nacb diesen Versacken fragt Heintz: wie 
soll diese Saure zusammengesetzt angesehen wer- 
den? Dass sie nicht die künstliche Liebig- 
Thanlow'sche Zusammensetzung besitzt, ist of> 
fenbar. Aber ist ihr Atom =H + C6H8 0^ oder 
=:SH-f C^^Hi^O^^? Er bedauert, dass seine 
Versuche nichts enthalten^ was diese Frage ent- 
scheiden könnte, aber er halt die erslere, ein* 
fächere Ansicht fiir die wahrscheinlichste* Ich 
bemerke, dass zwischen diesen Ansichten keine 
Versuche ientscheiden können, dazu ist nur ein 
wenig Consequenz im Urtheil erforderlich, weU 
che auch Heintz in seiner V^ahl geleitet hat^ 
denn wenn Jemand den Satz aufstellt, dass alle 
zusammengesetzten Atome die fi, 3^ 4, 12 etc. fache 
Menge von Grundstoff- Atomen ¥on derjenigen 
einfachsten Anzahl enthalten, welche nicht mehr 
theilbar ist, und an die wir uns zu halten pflegen, 
so bleiben alle Thatsachen vollkommen dieselben, 
nnd das gewählte Multiplum ist ein blosser leerer 
Einfall und ganz gleichgültig. 

Benzo&aure. Wohl er*} hat fiir die BenzoesSure folgende 

^metbodf Bereitungsmethode vorgeschlagen : Man löst Ben- 

derjelbeo. zoisharz mit Unterstützung von Wärme in feinem 

nngeßlhr gleichen Volum Alkohols von 0,833 speeif. 



*) Ann. d. Chem. und Pharm. XLIX, 245. 



479 

Gew. aafy renDiscbt die Lösung noch beiB» inil 
nmckeniler Salxisäure in kleinen Porlianen nach 
einander^ bia sich Harx anfangt daraus niederzo- 
aek lagen, und destiliirt dann ao lauge, ala ea die 
Consiatenk des Riickstandea gestattet. Man lasst 
dann ein wenig erkalten, fugt siedendes Wasser 
hinzu nnd wiederholt die Destillation, welche 
man ao lange fortsetzt, als noch Tropfen yon 
Benzoealker mit dem Wasser übergeken. Die in 
der Retorte zurückbleibende Flüssigkeit wird sie* 
dendbeisB und klar von dem Harze abgegossen, 
wo sie dann beim Erkalten Krystalle von Benzoe* 
saure absetzt. 

Das Destillat io der Vorlage, welcbes Alkohol, 
Salzsäure und besonders Benzoeather enthilt, wird 
mit Kalihydral bis zur Cebersältigung der Säure 
versetzt und damit bis zur Zersetzung des Aetbera 
digerirt* Nachdem dann die Flüssigkeit zuletzt 
gekocht worden ist, wird das Kali mit Salzsäure 
gesättigt, worauf b^m Erkalten daraus die Ben- 
zoSsaure anscbiesst. Die so dargestellte Säure hat 
den Benzoegeruch der sublimirten Säure. 

Sienbouse*) zieht die Säure nach Scheelc'a 
Methode durdi Kochen mit Kalkmilch aus, ver- 
dunstet bis auf ^ Rückstand, setzt darauf nach 
liiehig's Methode eine starke Lösung von unter« 
cklorigaaurer Kalkerde kinzu, erhält das Gemische 
im Sieden und setzt Salzsäure im schwachen Ueber- 
schusa hinzu, worauf man das Sieden so lange 
fortaetzt, als sich noch Chlor entwickelt. Bemi 
Erhalten aehiesst dann die Säure in KryaUUen 
daraus an, welche fast farblos sind. Man löst 



*) Aon. d. Chem. und Pharm. U, 48T. 



480 

sie wieder in siedendem Wasser auf, digerirt die 
Ld'sung mit ein wenig thieriseher Kohle, filtrirt 
siedend heiss nnd lisst erkalten, wo dann die 
Saure farbig anseblesst. 
ZerseuuDffs- Barreswil *) nnd Bondanit haben den 
Senlo^-ur J l^^talytisehen Einfluss des Bimsteins (Jahresb. 1845, 
S. 29) auf die Dämpfe der Benzoesäure beim an- 
fangenden 6lttben nntersncfat. Sie vermischten 
die Benzoisinre mit der 5 bis Bfachen Gewichts« 
menge gröblich zerstossenen Bimsteins, brachten 
das Gemenge in eine Retorte, die mit einem mit 
Bimsteinstftcken gefüllten Rohr verbunden war, 
welches bis zum Glühen erhitzt wurde« Dadn 
wurde die Benzoesinre suUimlrt nnd die Dimpfe 
derselben durch das Rohr getrieben. Dadurch 
wurde in Folge des Einflusses des Bimsteins die 
wasserhaltige Benzoesiure auf die Weise gefbeilt, 
dass aus C^^H^O^ entstanden: €»HiS d.h. 
i Atom Benzin, und C^0% d. h. 2 Atome kohlen- 
siure, oder dieselbe Theilung bewiAt, wie wenn 
benzQgsaures Alkali tirif Kalk deslillirt wird, wo- 
bei der Kalk die Kohtensiure zorückhält nnd das 
Benzin allein übergeht. Wird die TemperStitr in 
dem Rohr ztr hoch^ so verlindern sieh die Pro- 
ducte, sie werdihi bremrlith, der Bimstein ttAt 
Kohfe bcdeekt^ es setrt sich Naphtaiin ab, Mflb- 
rend Kbhienoxydgas gebildet wird. Es i^ also 
schwierig, diese Zersetzung so txt bewerksfettigen, 
dass nicht ein Paar Procent Roblenotydgas in d^r 
HohlensSure yorkomihen. ^ 

BittermandeRI (Pikramylbxyd, C^1»^0^ gab, 
wenn es auf dtesetbe Weise belitMdtlt wnrde, 
i Atom Benzin und 2 Atome Kohlenoxyd. 
*) Jouro. de Pharm, et de Ch. V, 261. 



481 

Fehling/) I14I di«^ Köe|i%t intereisavle Ent- SückstofT- 
deckug de9< SticliBtoffbeiiMyl'9 gievaclit. Er «äl* ^^^^7^- 
ligtc BenzjweMMpe mit Aii|ineiij«.l|y KerdnnfteU bi« 
zur Trockne mid nulerwarf das.ruelialudige Salab 
der trockveD DcitiUatipa bei gelinder Hilze aivi- 
einer Retorte mit Vorlage*. Zuerat giajg^ Wi^aee 
über> vreicbee Ammoniak eolbiell, darafif folgten 
Waaaerlroprea,. die mit Oel^pfien geengt warea^ 
w^cbe den 6er,neb napb BMtemandi^läl. batl^ar» 
und dieaea. wurde fortgeaetat, bia sieb , die: ge^ 
scbmolzene Blaaae in der Retorte trogen seigte* 
Dann wQr4^ ein wenjg Waa«er und An^monriab, 
AOL wied^a Ammoniak- lialtige WavBpr in der Vor« 
lagie^ w^^a vo,n clem.Oel geteeonl «vordon war» 
hinxog^aetzl ^ uimI die Peatillation ai^f diea^lbe 
Weiae Cottg]Q«^tzt« Diea wjtH<^ beliebige oft und 
ao lange nocb Masse in. der (ietori^. zuräck war 
wiederbi)It« Jed<^ Operation g^MebielU aekr Imig- 
sam. Von 12 U.ns^en BenifOeaäure wurden anf 
dieae Wei,ae im Lpfife von 5, Tagen 6-Unaen von 
dem Oel ejdialten. Ij^iesea Oel/tst Sttcbataffbenzojrl. 

Doreb Sebiittehi mit wenig Salzsäure- kaltigem 
Wasaet wird ea von Ammoniak und dnreb Scbiit- 
teln^^mU WaKa«r von Salzaaure befreit, womnr ea 
ub«r gii4<:bmi|lzfnew Cblorcaleiom entwisaerl und. 
daon rdr aielü i*e<rtiiicirt winl4 

Daa Slickatoffbenzoyl ist ein TarMoaeaf klarea^. 
flncbtigea Oel, rie^bt stark, ajagenebm und «o^ 
abniieh dem Rittermattdelöl, daaaiman es aebwierig 
durch den Geruch davon onteraebeiden kann« Der 
Geacbmack ist bremicnd, daa specif. Gewicht bei 
-f 15^ =: i,0073. Durch Wärme dehnt ea sich in 



') Ann. d. Cbtfi* und Pharm. XLIX, 91. 



ciiicui TIC« gruDDcrvu ▼ cruaiNi»BC auBy aiB TW musfsrj 

80 dass es, ungeaebtet es bei oder unter -|~ ^^ ■» 
Wasser natersinkt, auf demselben sehwimmt, wean 
man dieses darüber erWMrmt. ' Es (Üngt bei ^-190^ 
an za sieden und bekomni daranf seinen eon- 
stanten Siedeponlcl bei -{-i91o. Es bricbrdns 
Liebt stark nnd sein Brecbnngs^CoeflScient int 
nacb Reuscb's Versnchen =1,503. Es lasst 
sieh entzünden und brennt mit leuchtender rosen- 
der Flamme. 100 Theile siedendes Wasser lösea 
1 Tb. davon auf, der beim Eirfcalten grössten- 
tbeils in Gestalt Ton feinen Tropfeli wieder nie- 
derfallt. In Alkohol und in Aefber löst es sieb 
nach allen Verhaltnissen. Kalium . fvirkt niclit 
darauf, ierst nach längerem Erhitzen (arbt es sieh 
dadurch bräunlich. Beim Erhitzen mit Kalibydrat 
nird viel Ammoniak gebildet. 

Es wurde zusammengesetzt gefunden aus *) : 
Gefunden. Atome. Berechnet. 
Kohlenstoff gl ,353 
Wasserstoff 4,d78 
Stickstoff 13,207 

99,538. 
Wenn C^^-Hio— Bz, so ist dieser Körper =Bzlf, 
d. h. Sticksloffbenzoyl. Das specif. Gewicht den- 
selben in Gasform ist nach Versuchen ==3,70, 
nach der Rechnung s 
14 VoL Kohlenstoff = 11,623 
10 ~ Waaserstoff = 0,688 
S — Stiokstoff = 1,935 



14 


g1,58 


10 


4,84 


2 


13,58 



14,246 



= 3,5615. 



*) C = 75,12; H =r 12,48. » = i75,«6. 



* -11» 



S«iii< JBit^piig Ut tintächi SÖt^Bz verändert 
fticli in hfjberer Tfnpcntiif anf diu Weise, dau 
sieh die vier Acfnivitente WaaeentolT darin mil 
den 4 Atomen Samrstoff vereinigen %u WeMer> 
weiebee weggdil, «nd BsH als weniger fliicli» 
tfg zariieUileibt. Fehl in g nennt dieeen Kö'rper 
Benz^HÜrU. Et iai kein Gmnd vorbanden, einen, 
cmpiriflcben , Aiehtt sagenden Namen au wählen» 
wenn man einen rein wisaenaehaftliehen haben 
bann, 

leb riibrte im Jabresberiebte 1839, S. 353, an, 
dass Laurent einen Kirrper von derselben Zup. 
aammenaetznng geFunden bat, weteben er Ben-/ 
zoyiaaetid neni^C, und weleben er als ein Meta- 
morphosen -Prod not des Bittermandelöls erhalten 
hat. Er ist pnl verförmig ^ unlöslich in Wasser 
und in Alkohol, und er wird bei der Destillation 
scrsettt« Er ist' also eine andere isomerisebe 
ModiSeation, worin das Radieal nicht Benzojl ist. 
Ich bin überzeugt, dass wenn die Hervorbringung 
von StiebstolFspiryl flfiekt, dies noch eine andere 
isomerisebe Modification werden wird. 

Wird bei der Bereitung des Stiekstoffbenzoylst 
die Destillation unlerbrocben , wenn noch nieht 
der ganse Rüekstand in der Retorte verwandelt 
worden ist, so ist dieser Rückstand benzoesaures 
Aaraiottinmoxjdi, und das Sublimat, welches sieb, 
wie angefiUirt wurde, in dem oberen Theile der 
Retorte ansetzt, Benzoesäure. Alle Verhältnisse 
sind also hier auf sehr verdienstvolle Weise er- 
örtert worden. 

H e e r 1 e i n *) ha t unter L ö w i g's Leitung eine Spii^Iige Säure 
mit Brom. 



•) ArchiT d. Pharm. XXX VHI, 260. 



Bcur Bcuuuc uiiicrom^iau^ uucr mv TerillDVinigeu 

BQffgefälirl, "wddie voilf Droid Oil^ ^l^ligcr^ Stare 
erhlilteii werdet. Died« 'TeH»(|ltAiiDg(^t wtfrdc 
sttent tod LöHVtg (#ahre6b. M4i, 8.349) lUrge- 
stellt) aber iir ein^efu Verklltuisse iMrideiiea ftlH>ni 
und spirylJge» Siarte, was ilin fi^pällek'' ehi Ge- 
menge ifön beiden ir«tiiiiltheb lies^, ^i^ ei dick 
■dii au«!b duMSh die Ttm Hre^erleitt a«8ge(3brten 
Versttcbe Uetvoeg'eeieHl bat. 

Das Resultat davon ist, dass wenn man eine 
LjSsnng von spurylig^r Sfture m W«sser mit Brbiu- 
fi^asser ^ermiscbty vaerat' ein« Vlefbinditug mit 
wentgef Brom niedeffäll', die darauf, wenn dns 
Brom im- geringen Uebersdiuss kinzwbomint, in 
eine liökere Verbindung übergl^bt,' wobei- es Ton 
der Grösse' dieses Uebersebuseee aUiingt , ob nie 
gan£ oder nni^ zunvTlieil'iii diese übergebtl Wird 
iinn der NiederseMag in A^bobbl wfgelöAt VRti 
daraus krystallisiren gelassen, uwd nnUsrsiiebt ittmn 
besonders, tv^s zuerst und was dnlettt-ndsobiesnl, 
indem man den mi4tlereil- Ansi^Unssr'nnbei^cIcBicii« 
tigt lässt, so'entblilt der et»sle Atotebuas dbppek 
so .yiet Brom als der letzte, so^dndb,« welan ibaa 
eine Lösmi^ vonr- sp}Kflige>r Sinre in Waisscir no 
Bromwasscfk* seist, obnfe 4eo ganzen BrnngduiM 
auszdfiilteft, oMn nvr die Verbindamg bebs«irnit, 
w^t^he am mtisfttf Brom entbül», ^ddcss^weantf 
man nitfgebeft#f B^omfhisser stf d«r' tM^nfff- Aer 
spiryligen SäHl>e' setzt, ohne diescf gMWt nbsti»* 
fllten, man nil^ dili' bebommt,' Weleda atif fre- 
nigsten Brom enthält. 

Heetrlein giM felge^de 0ereifuttgsttfetb6dc 
fiir die weniger Brom-hallige Verbindung an : 
Man löst spirylige SSiire in Alkohol nnd s^ltt eine 



geringere tjtiAnlslit tfrom iiifiso, ak aieh ml der 
gausen anfgelösteA Quantität Ton Sinre Tertuii« 
gen kann. Dann wird aogleieli viel Waiaer bin» 
ZHgemisc^t, w»dnrcli sich die Verbindung vreicli 
and barsniinlicb abacbeidet, die aber gleteh dar* 
auf erstarrt* Die aaore Fliiaaigkail, weklie jetat 
tacb Bromvfasaeratoiraanre entbalt^ wird abfiltrirt, 
das Abgeacbiedene in Alkobnl aofgelöat nnd die 
Löanng der freiwilligen Verdnnatnng üherJaaaen^ 
wobei die neu« Verbindung in kleinen, feinen, 
wolligen Kryatallen anacbieaat, die aieb unter ei- 
nem Mikroacope ala quadratiaebe Priamen aua» 
weisen. Sie beatebt enipiriach aua 14C -|- lOH 
-{- 2Br 4* 40. Die rationelle Zusammenactzung 
stein Heerlein ^nz eiiirack auf. H -f C^^HioO' 
wird dureb Brom ao zersetzt, dasa sich der Was« 
serstoff in dem Wasser mit 1 Aequiyalent Brom 
zn Bromwasseratoffaänre Tercinigt, welche in der 
Löanng bleibt, während der Saueratoff mit einem 
anderen Aequivalent Brom zusammentritt zu un* 
terbromiger Säure, welche sich an der Stelle des 
Waaaera mit der spiryligen Säure irereinigt und 
damit eine Säure bildet, die sich mit Basen Ter- 
bindet und deren Salze, durch Reducliou der 
noterbromigen Säure beim Erhitzen mit einem 
Feuer -Phänomen zerstört werden. Wenn Sp 
z=z C^^H^^ ist, ao wird die Formel = Sp + Br. 
Wäre diese Ansicht richtig, so wiirden die Salze 
dieser bromhaltigeii Säure = ft Br -)- ^p ««>»• 
Dies bleibt noch zu nnterauclien nbrig. Aber 
man bat Veranlassung zn yermutben, dass sich 
dies nicht ao verhält. Andere Umstände veran- 
lassen zn der Ansicht, daas die spirylige Säure eine 
Benelius Jahres - Beriebt XXV. 32 



lenwasseratoff ist^ enlmreder = 4 Atomen CH oder 
Yielletcht 2 Atomen €B; in ersteren Falle wäre 
die Säare ilartn = G^H^O' und in dem letsterea 
= C^H^O',. beide Hir sieh noeh nnbekannl. In 
dieser Verbindung wäre, mit der Annahme der 
letzteren als wabrschetnlieheren Formel das eine 
Atom Ton dem Paarung in €Br (Oxalbronär) 
yerwandelt, und die Zusammenaetsnng der Säure 
wire dann ^ItC^^^H^Os + €H-f C»r, worin bei 
der Süttignng mit Basen das Wasseratom gegen 
1 Atom Basis ausgewechselt wurde. Die höhere 
Bromverbindnng wäre dann = HC^oH^OS +S€Br. 

Die höhere Bromverbindnng wird erhalten, 
wenn man die vorhergehende in Alhohol auflöst 
und die Lösung mit mehr Brom behandelt, wobei 
sich Wärme entwickelt^ wenn die Lösung hinrei* 
chend concentrirt worden war , so schoss daraus 
die Verbindung beim Erhalten in hellgelhlicheD, 
langen, quadratischen Prismen an. Diese haben 
einen eigenthtimlichen benzoeartigen Geruch, sind 
unlöslich In Wasser, aber löslich in Alkohol and 
in Aether, wiewohl weniger leichtlöslich, alsllte 
vorhergehende Verbindung. Die Lösung in Al- 
kohol bleicht Lackmuspapier und zerstört die blaue 
Farbe der Indigschwefelsäure. Das Papier, wor- 
auf man sie trocknet , wird spröde. 

Diese Verbindung besteht empirisch aus f 4C 
8H + 4Br-{.46. Heerlein glaubt, dass sie 
von Br-|-Ci* ßjpB + 30 ausgemacht ^erde, so 
dass also darin 1 Aeqnivahent von dem Watncrh- 
Stoff der Säure gegen 1 Aeqnivalent Brom ausge- 
wechselt sein würde. Das Feuer* Phänomen bei 




der Zentörmig der Sftlse iat kein Aftwei» ?4>ii 
der Gegenwart einer Sänre Vtoo Br^Nn^ weil wenn 
da9 Brom mil dem Radieal der Base tu B)romiir 
▼erbnndeB ^äüe, ¥on diesem siels Saneraioff frei- 
gemacht werden maaste. 

Er bat feaner gefunden » daas wenn man diese 
Verbindungen in Alkobol auflöat, alsdann am be^ 
aten mit Ammoniak sättigt, und hierauf Sebwef0|- 
wasserstofigas bineinleitet, dieses Gas absorbur^ 
wird y ohne dass sieb Scliwefel niederschlägt) nn^d 
dass Wasser, wenn die Zersetzung dadurch ?oUen- 
det ist^ einen . braunen harzähnlichen Körper dar*> 
ans abscheidet , der durch wiederholte Aunösnn-' 
gen in Alkohol und Wiederabscbeidungea durch 
Wasser für die Analyse gereinigt wurde. Der Ton 
der weniger bromhaltigen Verbindung gebildet^ 
Körper wurde aus 14C +10H + 2S+S0 + &Br, 
und der von der bromhaltigeren gebildete &U9 
14C + 12H + 4S -f 4Br+ 20 zusammeageseUl 
gefunden. Heerlein gibt dafür meta)epJtisob<) 

Formdn, fdr den ersten =sCi*HW o« + Bp^ 
nnd für den letzteren = C^^H^^ ^ + Br^O« + 
H^S. Nach der oben angeführten Betrachtungs- 
weise wäre der erstere, wenn man die Atomanzahl 
Tcrdreifaeht, = (Ä + C^^HSBr^O') + 2(H 
+ Ci*H8Br*S5), und der letztere =(ä +CWH8Br* 
05) 4. 2(H + Ci*H8Br+S5 + il), was sich mit 
^ Aequivalent Wasserstoff tou Heeriern's Re- 
sultat unterscheidet. Dies hat keinen anderen 
Werth als eine reine Vermuthnng. Ake» wo man 
nichts Sicheres weiss ^ muas man so viele wahr- 
scheinliche Vermnthnngen neben e'inander stellen, 

32 • 



keiner Vertiiiaeii •ehenken. 

Diese Verbii^aiigen werden von kanatiechen 
Alkalien anfgeiösl, nnd Siaren seheidcn ans der 
Löaong, anter Enlwickelang Ton ein wenig Schwe- 
felwaaaeratofl , einen Körper ab, der ein anyer- 
Sndertea Anaseken, aber natnrlieherweiae keine 
unveränderte Znaammensetsung bat, in so fern 
nicht bei der Bildung der Scbwefelbase ein Tkeil 
ven der ganzen Verbindung in ein Gemenge von 
Sebwefelalkali , Bromiir und spiryligsaurem Salz 
tibergegangen ist, waa allea wohl eine genauere 
Untersuchung Ycrdiente. Site werden bei der 
trocknen Destillation zersetzt. • 
AmidderSpi- Cahours*) hat gezeigt, dass sich spirylsan- 
ry saure. ^^ Aetbyloxyd oder spirylsaures Methyloxyd, 
wenn man sie mit ihrer 5 bis ^fachen Volum- 
menge kaustischen Ammoniaks tibergiesst, allma- 
llg darin auflösen, und dass wenn man die Lö- 
sung bis zur Hälfte verdunstet nnd dann er- 
kalten lisst, daraus hnge gelbe Nadeln anschie- 
asen , wovon durch weitere Verdufislupg der Mut- 
terlauge bis zur Trockne noch mehr, aber braun 
gefärbt erhalten wird. Bei der trocknen Destil- 
lation gibt dieser Körper zuerst ein wenig Am- 
moniak und darauf ein ölihnliches Liquidum, wel- 
ches in der Vorlage zu schwefelgelben Krystallen 
erstarrt, welche daa Amid der Spirylsfture sind. 

Es wird gereinigt durch AaDösen in Aelber 
und desaei freiwill^e Vc^rdunslung , W4>bei es 
darana in biasagelhen, glänzenden Blättern an- 
ackiessl, die einen eigenthümlichen anisartigen 



*) Ann. d« Ch. ei de Pbys. X, 349. 



Geraeh betitseB. Et sehmiht kielit nnd ersUrrI 
bc« Erkalien kryslaUinisch , bann nnterand^rl 
llberdestlllirt werden, ist wenig f öalich in baltam 
Wnstfer, löst awcli aber viel mehr in siedendem, 
nnd ecfaiestt daran« beim Erballcn in langen Na- 
dein wieder an. -Es iat leiebl löalieb in Alkehol 
and In Aether. R<tlliet Laekmntpapieir. Mit Gblor 
ond mit Brom gibt es Waaacrslnff-Auaweehaelnn« 
gen^ aber die dadureb entaCehenden Verbindungen 
nind nocb nieht nnteraneht worden. Dnrch rau- 
ebende Salpetersiore wird es in einen kryataUiai- 
renden^ aber ebenfalla niebt nntersaebten K4Jrper 
Terwandelt. Beim Kochen mit'kaaalischem Alkali 
gibt CS Ammoniak, während sich das Alkali mit 
wiederhergestellter Spirylsäure vereinigt. Es wurde 
susammengesetzt gefunden aus: 

Gefunden Atome Berechnet 

Kohlenstoff 61,25 14 61,31 

Wasserstoff 5,30 14 5,11 

Stickstoff 10,09 2 10,22 

Sauerstoff 23,36 4 ' 23,36. 

= RH^ -f C^^ H ^0 0^ In Betreff der proeentisc.hen 
Znsammensetzung ist es gleich mit der wasserhal- 
tigen Anilindensänre (oifer mit Fr itx sehe's Au- 
tbranilsaure). 

Bei einer Analyse, welche ich 1809 gleichzel- GhmatKure. 
tig mit dem Splint Ton Pinus silvestris und mit 
der Chinarinde anstellte *), fand ich in beiden ein 
Kalksalz von einer Pflanzensäure, welches sich in 
Wasser, aber nicht in Alkohol löste, und welches 
ans beiden Stoffen so ähnlich war, dass ich irer- 
mntbete, dass dariu einerlei Säure enthalten sei, 



*) AfliaDdl. i Fysik, Kenii ocb Mineral, in, (47. 



was jedoch wegen der geringen QnaDliüEten 9 dte 
ieii erhalten haue, uieht factisGh bewieten werden 
konnte. Bei den Versuchen, welche Wlihler 
über die Verwandlongen der. Ghinasinre anstellte 
(Jahresb. 18449 S. 348), sdiing ich ihm vor 9 in 
dem Laboratorium zn Götlingen unterstehen so 
lassen, ob die Säure in dem Ralksalx^ des.Fich- 
tensplinls Cbinasanre wäre, in welchem FaUe das 
Material für seine Untersuchungen leichter anzo- 
schaffen sein würde. Diese. Uaiersnehnng ist nun 
ausgeführt worden*), und es hat sieh, gezeigt, dnss 
sie nicht Chinasaure ist, und.dass nicht die ge- 
ringste Spur von Chiflon darius er|ialten werden 
kann. 

In Betreff der Zersetzung der Chinasiure durch 
trockne Destillation verweise ich auf den Artikel : 
trockne Destillation. 

t 
Mckonsaure Stenhouse**) hat die Mckonsaur^ analyairt 
undKomcn. „^j dadurch vollkommen die Analyse bestätigt, 
welche Liebig schon früher davon gemacht hat 
(Jahresb. 1840, S. 377). Die danach berechnete 
Formel gab C^H^O^. Stenhouse suchte das 
Atomgewicht dieser Säure zu bestimmen und fällte 
zu diesem Zwecke eine Lösung von essigsaurem 
Bleioxyd mit Mekonsäure, wodurch ein in kallem 
und siedendem Wasser gleicii unlöslicher, weiaaer 
Niederschlag entstand, der einen schwachen Stich 
ins Gelbe hatte, und welcher zusammengesetzt 
gefunden wurde aus (C =: 76,438) : 



saure. 



*) Ann. d. Cbem. u. Pharm. LH, 144. 
••) Das. U, 331. 



Gttaaien 


Atome 


Bereebnet 


KoUcBstoff 16,19 16,52 


14 


16,33 


Wassentoff 0,68 0,6» 


6 


0,57 


Saaentoff 10,78 19,39 


13 


19,72 


Bleioxyd 63,40 63,40 


3 


63.48, 


= al»b + CWH«0«, nooacli 


Sieal 


lioose die 



krytfUiIIiDische bei + 400o getroeknete Siare = 
H + Ci^H^Qi^^ betraclitet. Er gibt an, aber ohne 
nachzuweiaea nie er es gefunden hat, das» das 
Salz 3 Atome Wasser enthalte. Inzwischen zci» 
gen Liebig's iltere Versuche, dass die Mekon- 
säure zrrC^H^O^^-H ist, und dann ist dieses 
Bleisalz = 2IPbC^H206 + Pbii. 

Es glückte nicht, ein Bleisalz mit einem ge- 
ringeren Gehalt an Bleioxyd hervorzubringen ; aber 
er gibt nicht an, welche Versuche er zu diesem 
Zwecke angestellt hat. Dagegen bekam er es mi( 
mehr Bleioxyd, aber in Verhältnissen, welche zwi- 
sehen 68,38 und 74,76 Procent Oxjjfd variirten. 

KopCtjroxyd gibt mit der Mekosaänre zwei SaUe« 
Ein nemiralcs SaU, welches sich mit amaragdgrii» 
»er Fiirbe niedersehlägt , wenn man; mpkonsaurea 
Kali mit einem löslichen Kupferoxydsalze vermischt, 
und ein $4mres Salz, ^nrelfshcs mit gelbgritner Farbe 
nieder/ällt , wenn man eine Lösung von essigaau- 
re« KnpFeroxyd mit Mekonj^äMre vermischt. 

Die Mekonsäure fällt nichfc achwefelsMire» £i- 
sennxyd, weder in Alkohol noch in .Wasser. Wird 
aber neutralei sdiwefelsanres Eiaenöxyd mil mc- 
konsaurem Ammoniak vermischt , so schlägt sich 
nach einer Weile ein zinnobernothes , nicht kry^ 
stalKnisthea Pul Vier nieder,, vadcbcs mit kaltem 
Wasser ansgewnsckcn, werden kann. In liei«aem 



Wa^er ist es dagegen anJHMlIcli, so wie anch im 
▼crd&iinfcn Sauren, aber nieht sehr l^MÜeli in Al- 
kohol. Vermischt man die Lösung in -Wasser mit 
Kali 9 so schlagt sich Eisenoxyd nieder, wahrend 
Ammoniak entwickelt wird und die rothe Farbe 
verschwindet« Seist man dann Salzsaure hinan 
bis zur Sättigung des Alkali's, so kommt die lo» 
tbe Farbe, wieder hervor, aber durch einen lieber* 
schnss . an Saure verschwindet sie von Nenem» 
Erhält man die Lösung ip Wasser bei -|^ 500^ so 
verändert sich das Salz darin, indem das Eisen* 
oxyd zu Oxydul rcducirt wird. Wird aber das 
Salz erst in der Luft getrocknet und dann bis zu 
-{-100^ erhitzt, so erhält es sich« 

Es wurden sehr viele Analysen von diesem 
Salze angestellt, welche unter sich ziemlich gut 
übereinstimmen, die aber dennoch keine eigent- 
liche Formel einsehen lassen, wiewohl es deut- 
lich ist, dass es ein Doppelsalz von mekonsaurem 
Eisenoxyd und mekonsaurem Ammoniumoxyd sein 
muss. Es gab 4,119 Procent Ammoniak und S3,05 
Procent Eisenoxyd, der Rest war Saure und Was- 
ser. Der Roblenstoffgehalt in der Sinre war 31,33 
Procent* 

Eine Lösung von Eisenehlorid in wasserfreiem 
Aellier, mit einer Lösung von Eisenehlorid in was- 
scrfi-eiem AetJicr vermischt, gab einen roihbrau* 
nen Niederschlag, der »o löslich in Wasser war, 
difi er »ich , nenn der Aclhcr wnsscrhallig wart 
in GcBtatt eines rolhen Ocls abschied« Dieses 
Salz cttthlcJt 25,7 Proc. KoJjJenHlofT uud 30,83 
Proccot £isci]oxvd3 aber daraus kontilc heinc For* 
nicl gebiJdct werden^ nngfachtet die Znsamtncü- 
«etzung sich bei 3 Bcrcilungcit gleich blieb. Of* 



fcnbair miiBg«!! ea m Elwtf in iec KeMtoiit der 
rickliige« Co««tiliiliaa der Sittre» «o wie «ie von 
SteBhovse «u# dem BleiteUe. WgeleÄlet w^rt 
Jkm ist« 

Ltebig'a Versacke lisüen dsrgelegl, das« die KomenMure 
wssserfrele Komeiisaufe = C^H^O^ ist. Sten* ^^^^' 
bottse hat einige Salze- von dieser Säore nnalysirt« 

Stenhouae bereitet die Komensäare aus me- 
bonsaurer Kalberde ^ indeni er sie mit Saksänre 
bocbt, worauf sieb beim Erbalten barte, rothge- 
färbte Kryslalle fon dieser Säure in unreinem Zu- 
stande absetzen. Sie wird in einem geringen Ue- 
berscbusse von siedender concentrirter Kalilauge 
aufgelöst, worauf das Kslisalz beim Erbalten frei 
von Kalberde in warzenförmigen Massen daraus 
anscbiesst,* die man mit Wasser abwascbt» um die 
gefärbte Mutterlauge davon zu entfernen. Dieses 
Kalisalz wird nun mit siedender Salzsäure zer- 
setzt, die Lösung mit Tkierboble vermischt und 
dann siedend filtrirt, worauf die Säure darans beim 
Erbalten ansebiesst, welche man durch einige JUm* 
brjstallisirungen mit siedendem Wasser reinigt* 

Das Jlmmaniumoxydsah gab nach dem Trocb* 
ne« im lufUeeren Räume und hierauf bei •|-100<': 
Gefuadeii Atome Berechnet ' 



Kohlenstoff 41,96 


12 


42,04 


Wauenloff 4,03 


14 


4,01 


Stickstoff S,04 


2 


8,12 


Sanerstoff 45,97 


10 


45,83 



Das Bleisah wurde aus essigsaurem Bleioxyd 
mit Komensäure niedergescblsgen. Dasselbe Salz 
wurde auch durch bomensaures Albali daraus ge- 
fallt. Es was =x lE^b C<^ HS 0^ + B. 



iP»B iOipftr^xydiaU thHfjt mth ans warm ver- 
misch len Lötuttgen Tpn KomensSiire andfott scbwe* 
felraorem Kopferovyd in grünen Krjatattköraeni 
nieder. Die Analyse des Salzes gab: (IqC^H^O^ 
-f- H. Durch komensanres Alkali schlägt sich das- 
selbe Salz, aber amorph nieder. 

Das Eisenoxydsah*) wird erhallen, wenn man 
eine Lösung von schwefelsaurem Eisenoxyd In 
eine in der Kälte gesättigte Lösung von Komen- 
säure in Wasser tropft. Die Flüssigkeit färbt sich 
blutroth, welche Parbe nach einigen Stunden blas- 
ser wird^ während sich eine Menge von kleinen , 
kohlschwarzen Krystallen daraus abscheidet. Diese 
Krystalle sehen wie grobes Kohlcnpulver aus, aber 
sie haben mehr talanz. Sie sind sehr hart, knir* 
sehen zwischen den Zähnen , und sind fast ge- 
schmacklos. Das Pulver davon ist rothbraun. Sie 
lassen sich mit kaltem Wasser waschen ; lässt man 
sie aber in Wasser liegen, so lösen sie sich etwas 
darin auf, indem die Flüssigkeit roth wird. Die 
Losnng in siedendem Wasser ist blassroth. Sie 
wurden genau analysirt^ auch durch Verbrennung^ 
und gaben : ' 

Gefunden" Atome Bereehnei 

Kohlenstoff 35,20 34,97 24 34,94 

Wasserstoff 2^99 2,84 22 2,61 

Sauerstoff 43,28 43,50 23 43,80 

Eisenoxyd 18,53 \Sfi9 1 18,63, 

= Fe + 3C^ H2 0+ + H C^ n^ 0+ + «IL Sie aind 

iLso CID saure» Salz, Wird aher das schwere!* 

saure Etsenoxyd zu einer in der Wännc gesattig- 



") Anm der Cbem. undTb^m, XLIX, M*-' ^ 



•ien Löftoag jom der K^mentaore gesetel, «iri dtt 
Geviiali einige Sttsileii laag bei -)*- 66^ erhalleiiy 
8* seist »teil niehl dieses saure Oxydsalz ab, een* 
dem die Farbe yerschfviodet allnrälig^ die Losiiiig 
wird gelb und enlbilt dann ein Oxydolsals. War 
das scbwefelsanre £isenox;d im Deberscbnss hin* 
zageselal, «Qd jene Tempeimtiw 12 Stunden kog 
nnterbaltra worden > ae .b«tl»A «ieb Ueine» ga- 
sende , geibe Kryslalle al^pMelst , welebe ein £&• 
aeaoxjdnlsAtc waren j aber eine anderi^ 8ä»re als 
Kovensinre eqtbieUei». • JKfiasUaebes Kalt seb^ed 
darioa ißiseQWjrdnl «b» 9n4 w^Jrde die daiM>n ab- 
flJtrirte Verbind^Qg.dfr. Sint^ mit dem Kali mit 
Sabsanre nealtniUftict,. so f&i^te sie sieb nicbt mebr 
r«ilb^ wenn sebnefel^anrea £i?eiioxjd binwgemisebt 
wurde. YIm 4ifi»es fUr eine S&nre wat , w«rde 
nicbt nntersncht. 

Stenbeuse*) bat aneb die Pyromebonsanre Pyromekon- 
■ntemaebt;, Zn ibi^er Bereitung siÄreibt er Torj ^'"'^^' 
dass pMn, die MekonsMore oder Komensiare bei 
^er Te«i|Mviitttr swiscfaen + 266o bis + 8809 
des tiUiren.4oU> wobei Pyropiebonsänre, Esaigsäore 
nod ein wenig fliiebtiges Oel übergeben. Die er« 
stere^erstlurrt dunn kvyslaUiniseb^ worauf mau dM 
Oel «lui die £ssigsaaie daraue zwiscben Löscb- 
paj>ier gut ansptesst, die ausgepresste Säure um- 
suUimirt und dann ii^^ebr wenig siedendem AI- 
kobol auflöst^ iius dem sjie beim ErKalten anschiesst, 
JaBge farbige Prismen bildend^ die. man sogleieb 
abtropfen lasst uud im luftleeren Räume trocknet| 
weil sie sieb leicbt braup färben^ wenn man sie 
laqge Zeit fp, f^uc^bter Luft liegen lasst* Die Py- 



*} Ann. d* Chem. nnd Ptem. XLIX,.lia 



Destillation des saiirea iii«lMNMa«rett K«ipliBNMiy«ls 
erlmlleo. Dm aettlrale SaU gibt dagegen eelir 
wenig daTon. 

Stenhonse hat diese Siore analjsirt nnd ^- 
durch ▼ejikommen die Ton Robiqnet dafür ge- 
gebene Formel s=il + Ci0H6O5 bestStigl, weldbe 
aaeb die Znsamnieasetznng der Brenxscbleini- 
sanre ansdrückt. Diese Siare ist so wenig eleb- 
tronegaliv , dass sie , wenu sie richtig rein istt 
niclit Lftckmii«p*pier rcjtbet, selbst nicht Kohlen- 
Eftfirc oder Wasser dqs den Verhtnduiigcn dieser 
mit Alkalien austreibt. Ammoniak dunstet ToU- 
kommnn davon ab. Wird aber Kalkhydrat in ei- 
ner Lösung Yon der Säure erhitzt, so setzen sieb 
nachher beim Erkalten kleine harte Krystalle Ton 
dem Kalksahc derselben daraus ab. Kocht man 
eine Lösnng von der Sinre einige Angenblicke 
mit einem Ueberschusa an Ktipferomydbydntf so 
setzt sieb ihr Kupfer oxydsalz, in langen, dünnen, 
spröden» smaragdgrünen ffadeln daraus ab, netehe 
kein Wasser enthalten, und welche unlöslich in 
kaltem und schwer löslieb in siedendem Wasser 
sind» In Alkohol^ selbst siedendem, sind sie eben- 
falls 1%-enig löslich* Durch die Verbrenn ungs- 
Analyse wnrden sie ans Cu-fC^^H^O^ oder als 
das neutrale Satz zusammengesetzt gefunden, D^s 
Eiscnoxffdsaiz wird basisch erhalten, ivenn man 
Eisenoiydhydrat mit der Auflösung der Saure koekC. 
Es bildet ein rnthhranncB Pulver, welches lU kal* 
lern und in siedendem Wasser unauflöslich ist, 
^reiches sich aber, wenn man es mit Wasser kockt, 
indem man einige Tropfen von einer stärkeren 
Säure hinzusetzt, mit schöner rother Farbe auflöst 



und sidi dtatt bei« Erlmllm in UemM siiMvber- 
TOtlieB KrysliillMi wntAer absetit. An betten wird 
ms kryelaliieirl erhallen , wenn man eine etwas 
Terdiinnte nnd siedende Lösung der Pjromekon* 
ninre mit scbwefelsanrem Eisenoxyd Termisebt, 
und das Gemiseb so langsam wie möglkb erbal- 
len lasst) wobei das Sali in sehr kleinen Rbom* 
boedern ton blntrolber Farbe und Granalglanx 
•nachiessl« Sie sind hart nnd spröde und geben 
ein sinnoberrathes Pnl?er. Sie lösen sieh sowohl 
in kaltem als aneb in warmem Wasser wenig and 
flsil gelber Farbe auf , und sie bestehen nach der 
damit angestellten Yerbrennungs- Analyse, sd weli^ 
eher es bei + 160^ Torber getroeknet worden war^ 
anefe-f 8Gi<>H<^0^ 

]>as SMeroxydiah wird gelMidet, wenn man 
die Lösung der Säure mit Silberoxyd Termisehl. 
Es ist hellgrau und bat wenig Bestand, indem es 
sich bald nachher schwarat, selbst ohne Erwir« 
wung. In der WSrme wird daraus ohne Gasent- 
wiekelung Silber redncirt. Es sebligt sich nicht 
nieder, wenn man sal^etersanres Silberoxyd in 
die Lösung der Säure tropft, wenn nicht vorher 
ein wenig Ammoniak binsugesetat worden ist, wo- 
durch es dann einen hellgelben, gelatinösen Nie* 
derschlag bildet, welcher xiemlich leicht aoflpslich 
ist, sowohl in kaltem Wasser als auch in Alko- 
hol $ aber er TerSndert sich bald und wird braun. 
Beim starken Erhitaen brennt er mit schwacher 
Detonation nb» So weit es mit einem so verän« 
derlieben Sal«e zu erforschen möglich war, besteht 
es aus Äg + C^H<!0^. Wird die Flüssigbeit er- 
wärmt, ebne dass ipan Ammoniak binaugefigt hat, 
so schlägt sich metallisches Silber nieder. Diese 



498 

/ 

RedkMtion dM Silbenalui 9 zaaMincBgelegt mit 
der Eigeuicbaft der Pyro«ekMfliare> Eitenazjd- 
salze rolk xo färben, betraebtet Stenbonse lU 
ein leiebtea Erbemioaga-Merbnial dieser Sisre. 

In Bezog lof die Isonerie mit der Brenz- 
sebleimeäare gibt Sienbouee folgende Verglei- 
cbnng der VerhäitniMe Ton beiden Sioren: die 
Pyromebonsiore ßrbt die Anflesong der Eisen- 
ozydsalze sebön rolh , die Brenzsebleimslnre 
dagegen sebmntzig grBn. Die erstere flUc nicbt 
Bleiessig, die letztere bildet darin einen weissen 
Niederseblag. Die erstere redncirt Silber obna 
Gasentwicbelnng 9 aber mit Absetzung eines Me- 
tallspiegels, die letztere seblagt das Silber mit 
Gasentwickelung nnd als ein scbwarses Pulver 
nieder. Pyromekonsiure, Mekonsanre und Kernen- 
saure bilden mit Alkohol nnd Schwefelsiure keine 
Aetbyloxyd- Verbindung, was aber mit der Brens* 
schleimsäure sehr leicht stattfindet. 

Zieht man diese Umstinde in Ueberlegung, so 
will es scheinen, als sei die innere Construction 
dieser Sauren wesentlich Verschieden. Wir wb- 
sen nämlich, dass die Brenzschleimsanre aller 
Wahrscheinlichkeit nach eine gepaarte stirkere 
Siore ist (vergl. Lehrb. der Chemie, 4. Aufl. 
VIU, 964). 
Paräkomen- Bei der Destillation der Mekonsinre theilt sich 
^^^^' bekanntlich die Operation in zwei Abtheilungen, 
indem in der letzten eine andere krystallisirle Slure 
erhalten wird, welche ich in meinem Lehrbuebe 
vorlinfig Pyromekonslure genannt habe. Sten- 
hoase verwurfk diesen Namen aus dem Grunde, 
weil sie die Zusammensetzung der Komensanre 
hat, und er nennt sie daher FarakofmenMurey 



499 

wflldM Niaiieos-ycviadenuig Misimelimen gtScie- 
rcr Gmodl Vorbandea ist. 

Die 0«bliiiiirleii Krjstelle dieser Siore siad 
gelb*^ iber sie köaoen ddrtb Auflösen in sieden* 
.dem Alkobol and Koeben der Lösung mit Tbier- 
keble fast völlig ludilos erbsitea werden, wie sie 
sieh denn ans dem Alkobol absebeiden, worin sie 
kalt sebr sebwcrlöslieb sind. Ibr PulTer ist weiss. 
Die Sanre wird in der Lnft roth, wenn man sie 
nicbt rascb trocknet, aber sie wird dnreb Erwar- 
men wieder fast farblos. Sie schmeekt stark saner 
und hat Tiele nassere Aebniicbkeit mit der Kome»- 
snnre, selbst in Rüeksicbt anf ihre Lösliebkeit« 
Sic wnrde zasammengesetzt gefunden aast 
Gefundeii Atome- Berechnet 
Kohlenstoff 46,6} 12 46,62 
Wasserstoff 2,61 .8 2,53 

Saaerstoff 50,77 10 50,85, 
was also die Zusammensetzung der wasserhaltigen 
Komensäure ist. 

In Betreff ihrer ehemisehen Eigensebaften nn- 
tetsebeiden sie sieh dnreb folgende« die Komen» 
siore ßllt essigsanres Kupferoxyd reiehlieh und 
mit gelbgrüner Farbe, die Parakomen^nre f&Ut 
es dagegen niekt. Die Komensanre gibt mit nea« 
tialem essigsauren Bleioxjd einen reiebKchen gelb« 
liebe» Niedersehlag , der in Essigsäure unsnflös« 
lieh ist ; die Parahomensaure gibt dagegen nor ei- 
nen geringen, hörnigen, weissen Niedersdilsg, der 
sieh beim Umscbfitteln in der freigewordenen Es- 
sigsiure sogleich wieder auflöst. Dagegen verhal- 
ten sie sieh gleich gegen die Salze von alkalisehen 
Erden, gegen die Lösungen von Quecksilberchlo- 
rid nnd Platinchlorid, von denen keins gefällt 



CelMorea Eisenoxjd yerluillea sie »ieh so aksolpt 
gleich 9 dass oaiao sollte vefnittliien können^ dmmm 
die Perakomeasteie dabei* in KomeasMire mnge» 
seist werde« 
GallapfelMore. Kent*} bat folgende Bertttungsmelhode ^er 
Gallapfelsäore angegeben^ wenn man sie eilig 
nöthig bat. Man vermisckt s. E. eine Manan- 
Bonieilie voll Sehreibtinfe» die wenigstens 3 Mo- 
nate alt sein muss, mit ibrem gleicben Volum 
Aetber nnd sebnttclt wobl nm. Nachdem sie eidi 
wieder getrennt itaben, wird der Aelber al»ge||;on- 
sen nnd im Wasserbade bis zur Trockne abdealil« 
lirl, was noch ein Mal wiederholt wird. Bei der 
letzten Destillstioo bleibt eine Flüssigkeit zurück, 
aus welcher reine Galläpfelsaure anschiesst. 

Die Tinte wird .dann durch Verdunsten von 
dem darin zuruekgebliebenen Aether befreit, wor* 
auf sie wieder eben so gut wie vorher ist. 
Pyrogallut- Wimmer**) empfiehlt als beste Methode, ona 
sSure. gi^u gefvordene Haare an schwarzen, dass ninn 
derselben. Pyrogallnssiure in wenig Wasser auflöst, das ihr 
vielleicht anhängende brenilicbe Oel davon abfil- 
trirt, und Alkohol mit irgend etwas Wohlriechen- 
den binzufiigt, um den brenzlichen Geruch zu ver- 
stechen« Das Haar wird mit dieser Lösung be- 
feuehtei mit d^r Vorsicht, dass man nichts an die 
Hände bekommt, welche oft schwarz werden, nad 
diese Schwärze sitzt sicher fest. -o^iUi-i*^ 
Bchaaalljch kann diese Siure tu Mohr^s Ap* 



') S i ] 1 im a n D*j AmcHc Jpum, XLVII,. TSt Daniu In ; 
Chemie Gk, ?(r. 34, p.lSfl. m .^ 

*') Büchn. Re{>erL i. H. XXXIII, SS, 




pafftte Ar die BeiixoSsaiire aas GaHipfelit oder 
nodi besser ans troclinem Gallaprel-Exlracl subli- 
niirt werden. 

Domine^ hatGoiboort's, im vorigen lab- Gerbfa'ure lus 
resberiebte, 8. 364, milgetheille Bereitnngsme* Galläpfeln. 
tbede der Gerbsinre ans Gallipfeln genauer ge* 
prfifkr GnibonrI bielt nümlieh einen Gelialt an 
Spiritus in dem Aelber, ausser Wasser, fiir notb* 
wendig, um vortbeilliaft die Gerbsaure anssnsie* 
ben, und Domini hat nun' gefunden , dass die 
Gegenwart von Alhobol dabei <obne Einwirkung 
ist, und dass es nur eines gr&sseren Zusataes von 
Wasser bedarf, als wasserhaltiger Aether enlbilt« 
Seine Vorsehrift besteht darin , dass mau 500 
Grammen pulverisirter Gallapfel 4 Tage lang in 
einen Keller stellt, und sie dann in einem GefEsse^ 
welches versehlossen werden kann, mit so vielem 
gewöhnlichen Aether von S6o anrührt, als cur Bil* 
düng eines weichen Teigs erfordeirlich ist. Das 
Gefass wird dann verschlossen und 94 Stonden 
stehen gelassen, worauf man die Masse anspresst 
und den ausgedriiekten Synip in gelinder Warme 
auf einem flädien Gelasse austrocknet* 

Der aosgepresste Rückstand wird auf dieselbe 
Weise mit einer neuen Portion Aether behandelt, 
den man kurz vorher mit 6 Proceut Wasser ge- 
scliiittett bat, ond den man dazwischen rührt, ebd 
sie sieb wieder trennen konnten. Nach 19 Sinn- 
den wird wieder ausgepresst. Eine dritte Behand- 
lung gibt fast nichts mehr. Wahrend des Trock* 
nena bläht sich der Syrup auf, und die Saure 
bleibt zulelst in weissen Blüttern zurück, welche 



') Journ. de Pharm, et de Cli. V, 231. 
Bendiuf Jahres- Bericht XXV.| 33 



^ ,„„_„^ JJ ^ 

fliad, welche aber uteli der vor Guiboa rt vor- 
geschriebenen Methode gereinigt we^en lüttsscn, 
wenn man sie chemisch rein haben will« Die 
Operation gibt 66 Procent Gerbsaure vom Gewicht 
der Galläpfel. 

Müller*) hat eine Arbeil ibcf die Aoasie- 
hung der Gerbsäure aus gcrbsänrebaltigen Plau- 
zen mitgetbeill^ um sie quantilaliv darin %n be- 
stimmen. 

In der Eichenrinde von S« bis 3jährigen Stäm- 
men wnvdcn 10^ Proc. Gerbsäure gefunden. Die 
Rinde von Zweigen gab &!• Proc. Die Rinde von 
Salix fragilio gab 3 Proc. und die von ihren Zwei- 
gen 3^ Proc. Die Rinde von Fichten 5 und die 
von Tannen 4 Proe. 
Valeriansäure. R a b o u r d i n **) hat angegeben , dass wenn 
min bei der Destillation der Valerianawanel mit 
Wasser , um das Oel absascheiden , das Waaoer 
in der Destilltrblase mit Schwefelsäure vermischt, 
man 4 Mal 84 viel Oel und Valerlanaäure erhält, 
als ohne den ZusaU von Sehwefelfäfire^ wov«q 
flic Lrsacli{^ lUiiii befttoLff dai^s diu Wnrzel d^u 
groafttcti Th*'il tjpr Säure in Cretalt fiiies SaUes 
eiitItäJl, \T<^l<rtics tlie Schwefelsäure versetzt. 

Rshotinlin wi^ntlet auf 5 Hilogroiumen Wür- 
zet 100 Grammen SchiwcFcUaare ait , und dcstiU 
lirt mit der iiütliigcn Quaiililat AVaascr 15 Liier 
davon ab. Das D«<^tiUal wird mit kohlcasanrriti 
Natron ge^üMigt, ilns o\ien nnt «cinvtmmeiidc Oel, 
wenn es ^etue Sünrc verUircu kat^ aligeadiicdeiif 



*) Ar^bi* d. Pbirm. XXXVllI, 12t und 16G< 
•) Journ. He Pharm, et de Cfa. VI, 31Ü. 



die Flimiglieit vcrdonflitet bift »pf ^ Liter, uihI 
dmer Rnckaliuid tu« einer Aelorte mit Sdinefel- 
aüufe deslilUrl, wodorck man als DestilUt die öi- 
iliolkke Stmre und eine Löiong von der Säure 
in den uberdealiHiHen Wesaer evkiilU Auf diese 
Weiee wurden 4& bis 50 GreüMen Yaleriansiure 
erkalten, waa nngefakr J Proeenl vom GewickI 
der Wurzel entapriekt. 

DeTay. *) bereitet valerianaaurißa Zinketyd auf Valemnsaures 
die Weise, daaa er die in Waaaer kia aur Sätli- ^^"^'''y'' 
gnng aufgelöste Sftnre in der WnrnH! niit kokleu- 
saurem Ztnkoxyd sättigt, i-veiekes sugeselat wird, 
bis es siek nickt mekr darin auflöst. Die siedend 
fillrirte Flüssigkeit setzt dimi^ das Sela kü reick- 
licker Sienge ala weisse, nilbergkinzend« Sekup- 
pen ab. IXurtk' weitere Verdunatnng der davon 
akgcaekiedenen Fliiaaigkeit erhall m^n nqek niebr 
davon. Dieses Salz ist neutral, unferanderlick 
in der Luft, viel löalicker in warwem a)s in kal- 
tem Wasser. Ea ist auek in Aelker uitd in Oe- 
len auflöslick. Es wurde von dem Pii«9nn Louis 
Lncian Bonaparte aua Ibeoretiscben Gründen 
ala Heilmittel vorgesekUg^n , und es kat wegen 
d« Seknelligfceit nnd Sickevkeit, womit ea auf 
nenralgiaeke Zurüte wokllkoend einwirkt , grosse 
Bermkmtkeil erlangt* 

Ick fiikrte im Jakieaberiekte 1843, S. 40|, Valerianskure 
Gerbardt'a Angabe m, naek wekber siek Va.-|«;^^'^^^^ 
l«ria«iiaie aa» Indigo diuwii S.«|iB)elBeo mit Kali- Kalihydrat ge- 
Iiydnt bUdm soHle, «od in Jiibi««hcrieMe 1844, ^^^'*- 
S. 341, Wincltler's Wiederhohivg der V«rsD«be 
von Gerhardt, wodarcb sie sich als nngegründet 



') Bucfaa. Repert. z. R. XXXVi, 107. 

33' 



«usgewiesen liatt^n, iodem sowohl «oi lodigo aU 
lucli aus Ljcopodium eine andere Smnte erhalten 
wurde, aber ohne dasa er die BeschaffeDheit dieser 
Säure bestimmte. Dies ist nun mit sehr umstand* 
liehen und genauen Versuehen von Muspratt*) 
in Liebig's Laboratorium geschehen. Sie ist 
Essigsaure 9 meistens maskirl durch einen eigen* 
thiimlichen brenzlichen Geruch. 
Ruiinsäure. . Bornträger**) hat unter Wöhler's Leitung 
den eigenthiimlichen , mit dem Namen RuUn be- 
legten Körper untersucht, welchen Weiss nus 
den Blättern von Ruta graveoleos ausgezogen liat 
(Jabresb. 1844, S. 513). Bord träger batgefttn* 
den, dass dieser Körper eine eigenthümliche schien* 
che Säure ist, und er nennt ihn daher Rutinsauw^e* 
Ob diese dieselbe Säure ist, welche Kümnoiel 
(Jahresb. 1844, S. 345) in dieser Pflanze gefnn- 
den hat, ist schwierig zu entscheiden, indem der« 
selbe von dieser keine genauere Beschreibung mit» 
getheilt hat und auch nicht bemerkt, ob seine 
Säure farblos ist. 

Die trocknen Blätter wurden zerschnitten nnd 
mit Essig ^ Stunde lang gekocht, die Abkochnng 
abfiltrirt, der Rückstand ausgepresst, und die Plan» 
sigkeit einige Wochen lang bei Seite gestellt, ivo» 
bei die Rutinsäure daraus niederfiel nnd sich sn- 
Ifilzt in mikroscopi sehen KrystaUcn abseUte* An» 
der vcrduQsteleii AbkocIuiDg wurde noch ein we- 
nig mehr crhalteD. Üie Kulinsäurc wurde mit 
kaltem Wa59cr abgevTASchcn und dann durch Sie- 
den in einem Gemenge von i Theii Esaigsiur« 



') hün. rf, Ch*in. und Pharm. LI, 371. ; 



und 4 Th. Wasser aufgelöst und die Lösuag sie- 
dend filCrirt, wo sie sich dann nach einigen Tagen 
daraus wieder krystallinisch absetzte. Die sanre 
Flüssigkeit wurde abgegossen ^ ein grosser Theil 
da?on abdestillirt) und ags dem Rück#l|nde jchoss 
nach einigen Tagen noch mehr davon an. Die 
I abgeselzte Sanre wurde mit kaltem Wasser ge- 

waschen, in ihrer 6faehen Gewichtsmenge sieden« 
c den Alkohols aufgelöst, die Losung mit Thierkoble 

r behandelt, filtrirt und nach Vermischung mit ^ 

t Wasser durch Destillation Tom Alhohol befreit, 

l worauf die Säure ans dem Rückstände nach eini- 

9 gen Tagen an einem kalten Orte anskrystallisirte. 
fc Dureh weitere Concentration der abfiltrirten .Mut- 

terlauge wurde noch mehr davon erhallen. Ihre 
i: Anskrystallisirnug bedarf Immer einer lingeren 

t Zeit, und sie geschiebt um so besser, je kalter 
!p die Flüssigkeit erhalten wird» Man erhalt nie- 
^ mals viel davon, wiewohl sie viel aussieht, indem 
;; die Kryslallflitter leicht und voluminös sind. 

Die so gereinigte Säure ist ein blssses, griin- 

ß liebes, krystallinisches Pulver, welches sich unter 

^ einem sehr vergrössemden Mikroscope als ans 4- 

[I; seitigen, lai^g zugespitzten Prismen bestehend zeigt. 

Die Farbe kann nicht davon abgeschieden werden; 

sie scheint der Säure anzugehören , und sie zeigt 

sieb auch noch bei der dureh Säuren von Basen 

abgeschiedenen Säure. Sie ist geschmacHios und 

rötbet in ihrer Alkohollösung Lackmuspapicr. Sie 

selimilzt bei -)- 180^ zu einem gelben., zähen Li-. 

'^ qnidum, wobei sie kein Wasser abgibt, und beim 

Erkalten wieder krystallinisch erstarrt. Bei + 220^ 

fängt sie an gelbe Tropfen zu sublimiren und bei 

-|* HA^ wird sie verkohlt. In offener LuA gc- 



schuiofscn ricetit sm nacu L.araiiiei, eoizuliUet sich 
ond TOrbreniil mit Fltmine. Sie ist wenig oder 
iiieiit iöslicii ili killein Wssaei-, aber ste löst sieb 
itlintlig iiamer mehr mil gelber Farbe in sieden- 
dem und setst sich nicht daraus b^im Brknlten 
nvieder ab. Seilmt nachdctu ^ van der Lösttag 
abgednn^fef worden sind, hat sieb noeh ntcbCs 
daHns afagesettl. Etsl nach einer Mir weit fert-. 
gesetEten Viirdunstnng ftngt sie nach einigen Ta- 
gen afi 8n krystallisiren y ind es geht lange Zeil 
daravf hiu, ehe dies beendigt ist. In kaltem was- 
serfreien Alhohol ist feie fast nicht auflöslich. In 
Alkohol von 76 Plt>eent löst sie sieh im Sieden 
leieht anf 9 aller sie settt bicb nicht eher wieder 
daraus ab, als bis der Alkohol bis xor Symp- 
Consisteuz wieder abj^Vlunsket worden ist, weieber 
RttbhMand dann zu eine«i unkrystailisirten Magma 
erstarrt. Wird abel> die Lösung in Alkohol vor 
der Verdunstung mit J 'Wasseir yermischl, so kann 
man sie durch Concentiften zum Krystatiisiren brin- 
gen. Sie ist unlöslich in Aelher, selbst tu sie- 
dendem. 

Sie vereinigt sieh leicht mit Alfcniien , selbst 
wenn diese ^hr vevdtktnit AtAd,, und die Litenng 
hat eine rotbgetbe Fnfbe. Eft glttckte niebt, kiy- 
stalltsirte Verbindungen berwirzubvingen , nueh 
konnten nicht einmal durch Pülung mit MelaH* 
Sätzen Verbindongen auf einem bestimmten Vet- 
bindungsgrade erlialteo werden , ansser mit Blri- 
o^Lyd. Ist ihre Verbindlang mit Kali nicht Ttrtfig 
gesittigt) so absorbirt sie sogleich Saneirstoff ans 
der Luft, die PIHssigkeH nimmt eine dunkle Farbe 
an, wehche fortwihrend dunkler wird nnd xulet«t 
enthält die Kaliverbindung nur einen huminarti- 



gern Kihrpct. Aos einer Lötvng von ruriBMimm 
Kali iD AUtnfaot «eliligt Kohliteaiare kohlcMiures 
Kali nieder, »so dais die Rntinsiare allein in der 
I«itoMig »iräelifcleifit. 'Ihre Lösun|^ in Ammeniak 
Kaat beim V^rdnn^len die Säure ammoniakfrei 
znradk. 

Wird eine Löaung der Rntinaäure in Alkohol 
mit einer Liisiing- yon eaeigsabrenk Bleioxyd in 
Alkokoi ^temieekt, ao ackUgt aieb rotinsanree 
Bleionyd nieder, welchea eine eben ao reine orange- 
gelbe Farbe bat, wie ebvoniaattrea Bleioxyd. Ver^ 
snekt man ein SilberaaU daton nn (allen, ^o aielit 
man^ daaa dm Silber bald darauf anfingt sich za 
redoeiren« 

Die Zoeammettaetzbng der Sünre ««virrde durck 
Verbi^nttunga^Anelyeen 4er krjefadlisitlen Siure 
nnd 4bvea Mtoitalcea beetiinnit. Dieae Anilyaen 

gJwsBs 

Die Sinre Das Bleiaak 

<stibii<len At. Bereeboel Gefatfd«n ALBercchn. 
KeUenaAeff 50,27 12 50,M dM7 12 30,34 
Waaaeratdr &,M i& 5,54 2,63 12 2,52 
Sunerstoff 44,19 8 44,42 19,95 6 20,19 
Bleiosyd _ _ _ 47,05 1 46,94 

Hier sind al§ei 2 Atome Waeset dnrek 1 Atom 
Bleioxyd aitagetrieben worden, worana ea aiek 
zeigt, daaa die Stor^ aoa ÜU 4. C2»Hi<0<^ be- 
alekt. Ana dieoem Umsland Teminlket Wök- 
ler, daaa die Langaemkeit, mit weicber die Sinve 
kryatalliaivt , davon abbängen fclhine, dliaa die 
Verhindttng mit f Atomen Wasaer, weleke sebwer 
lösliek iat, beim Auflösen in der Wärme das eine 
Waaaeratom verliert und dadureb leiebt löalicb 
wird , worauf aie dann dieses verlorene Wesscr- 



scliiessl, nachdem dieses gesebeben iBt. 

FeaeimkiUseke Leforl*) bat auf die gerarbicii Reacliouen 
£iiUMei». aormerksaiu gemaebt, wclebc durcb SalpetersaMre 

Reaciionen lufiuf gewisse vegetabiliscbe Sal&basen bervorgebraclii 
derselben, werden, nämlicb auf die rotbe oder violeUe Farbe 
beim Morpbin, iioreiiiem Strycbnin uud Brncin, 
und er bat gezeigt ^ dass sie nocb stärker wird, 
wenn man ein wenig Schwerelsäure binzusetsl, 
so dass selbst Narboiin durek Salpelersaurc naic 
einem Zusatz von Scbwefekiure rotb wird. Aber 
durcb Scbwefelsäure wird diese Farben -ReaeticMi 
auf sie aucb mit anderen ozydirenden Körpern 
bervorgebracbt, z. B. mit den Sauren des Cblors, 
mit Jodsüure, Ckrouisäure, Bleisuperoxyd» u. s. w. 
E. Marcband**) bat die rothen Subslanzen 
sludirt^ weldie tou einigen Basen entsteben, weats 
man die Lösungen ibrer scbwcfelsaurcn Sabe mit 
Bieisnperoxyd kocbt, während tropfenweise ver- 
dünnte Scbwerelsäure binzugefiigt wird, bis die 
Pflanzenbase zerstört worden ist, was man daraus 
erkennt, dass eine abgenommene Probe nicht mekr 
durch Ammoniak oder Kaiihydrat getrübt vrird. 
Der Uebci*i*cbu*s an SchwcHrjE^äurc wird dion mit 
lioblensaurcm Bleioxyd ucg^euomuicn* Findet 
man dann ein wenig Bloio\yd in der Fliis5fgkeil 
aiirj^clÖHt, &ti ntrd diühes durch ScbwercL^Yasser* 
sloir dftraiit^ incdcrgcsclilagcn, worauf man diu Lo- 
sung des neu gcbrldetcn Körper» Hs zur Trockne 
verdunstet. Diesen neuen Kötfjeru tiat er den Namen 
der l'flanzeubsäc mit der Eudigung efm gcgckeu. 



*') Juurn. de Ch» med. X, 362. , , .., 



Gaelkoneliu hi amorpli, tief violell iq Masse 
und rolbgelb im Durcbseheo einer diinaen Sckicbt. 
Es sdimeekt biller, zerfliesst in der Luft, scbniiizt 
beim Eriiit^en, gibt if eisse DXmpfe, die nidit aiumo« 
niakaliseb riecbeip, sich entziiiiden hod mit ru- 
sender FUaume .Terbrennen, indem eine Hoble zu- 
ruekbleibi , welche schwierig zu Asche yerbrennL 
Es kJsl sich in Wasser mit roüier Farbe, so wie 
auch in Alkohol , aber es ist unlöslich in Aelber. 
Scfawefelaäure löst es mit rother Farbe unveran* 
dert auf*, und Wasser schlagt es dsrans nicht nie- 
der, aber die dadurch verdünnte Lösung ist gelb« 
Chlor bleicht d^e Lösung in Wasser sogleieb* 
Hit Alkalien wfrd das Cinchoi|etin purpurfarben,, 
aber es wird 4p>rch Berührung mit der Luft zer- 
setzt, die Flüssigkeit wird allmälig scbmulaig gelb, 
und Sanrefi hönuen es nicht aus der Verbindung 
wieder bersteilen. 

Die Lösung in Wasser wird durch Bleiessig 
gefallt und dadurch farblos. Der Niederschlag ist 
violett, aber er wird in der Luft rasch zersetzt, 
gleichwie die Verbindung mit Alkali. 

QuindUn wird in zwei Modificationen erhallen 
(wohl richtiger: Chinin gibt zwei verschiedene 
Körper). Mach der Verdunstung der rothen Flüs- 
sigkeit bis zur Trockne löst sich nur ein Theil 
davon wieder auf, während ein anderer ungelöst 
bleibt. Den ersteren nennt er . QuinMn modi- 
JUe. Seine Lösung ist blulroth. Er ist amorph, 
schmeckt. bitler, ist löslich in Wasser, Alkohol 
und in Aether. Wird seine Lösung in Wasser 
siedend verdunstet, so wird er zerstört, indem 
sich ein schwarzes Pulver niederschlägt, welches 
uoiösUch ist , selbst in Alkohol und Aether. Mit 



Alkalten gibt sie aogleieh schnmlsiggdbe Verbm- 
dungen y aber ohne dasd tt didtirch seratört fr ird» 
Denn wenn man das AHeali darin mil einer Sivre 
sättigt, so kommt die blaurothe Farbe wieder ii^r- 
yot. Er last sieh mit nn^erattderter Fitbe n 
eoncMltirter Schwefelsfittft'e ilMd 'in concentrirter 
Salpetersaare auf. 

Den in Waüser uftUfsliefaen Theil nennt «r 
QutH^Hn. Er löst sich in Alkohol nnd kan^k <lnr* 
aus ktTstallisirt erhalten Werden. Wasser ftllt 
ihn nieht ans seiner L(fsung itt Alkohol. Erlitt 
sieh aneh in Aether nnd in mit ein wenig Sebwe* 
felsKiire Termischlem Wasser. Mit Ahkalten ^ibt 
er gelbe Verbindnngen, aber dnreh Silsren kommt 
die rolhe Farbe wieder herror. Dnteh wieder- 
holte Auflösungen tn Splritiis und V^rdnltotntigen 
geht er aUmalig in die in Wasser UtsKehit Hodi- 
Ucation iiberi worauf er nicht mehr kryslalKailrt. 

MürphMn in braun, amorph, schwach btHer. 
Es löst sich in Wasser mit gelbrother FaAe , ist 
wenig löslich in concentrirtem Alkohol, der da- 
von nur einen Sticli ins Gelbe annimmt. Dte Lö» 
sung in Wasser röthet Lackmus, flllt aber nicht 
den fileressig. Sie wird dunkler gelb durch Al- 
kalien nnd'blasser gelb durch Sioren. Das Mor- 
pht6tiii wird Wenig von concentrirter SehwefaU 
saure , abetr leicht und mit gelber Farbe von SaU 
petersäure aufgelöst. 

Wird das Morphiitin anhaltend mit fileisoper- 
üXfA behandalt, so geht es in einen gelben, ter* 1 
fliesslichen , sauren Körper über. 

NärhotHti ist brann, amorph /iHsserst bftler, 
leicht löslidt in Wasser und Alkohol , wehfg in | 
Aether. Es tost sich mit schöner rolher Parkte j 



in concentvirter Soliwiifeh&ore auf tnd die Lö» 
flung Mh%M«t beim Verdünnen mit Wasser üicblg 
afc, abtr sie wird gelb. SsIpeleffsMure löst es 
mit gdbcr Farbe auf. 

Die Lesang in Wasser ist gelb o«d sie frird 
tieto gelb bis ine Rolbe siefa svrfwud, wenn man 
sie mit Alkali sfittigt. Sie wiHl niekt dnreb Blei- 
essig gefallt. Dnrcb eihe neue Bebandhing mit 
Meisnperoxyii geitt das Narkett^in in Wöbler's 
OpiaMSore (Jafavesb. M45, S« 417) iber. Man 
siebt, dass das BFiekdl^ der Flrrbsin^lr ist, wel- 
eber bei ddr Bereittin^g der Ojjiianslttre den ersten 
Ansehnss fäVbt. * 

<Slya&i»m gibt, eüi Prodniit, wetekem Mar** 
ebatid keinen NaAie'n gegdwei* kat^ weil es sieb 
XU oienbar der Naiar' einer Sttnre nikert. Ee 
ist ein branugelbes, bilKer eclimeekendea Pelrery 
welefaea aidi wenig ^ selbst in 'Acfdendem Wasser 
anllöst. Es Mstvick aucb wenig in AMiokel, aber 
es ist löslieb in Aether und in verdünn tee Scbwe- 
fellattre. Es sittigt Kaüh^drat so voHstiiidig, 
dsss die alkalische Reaetien verscbwindet, und 
ans diesei- Lösung wird e» dneeb Scbwefelsiure 
in geibliehen Flocken niedergeseblagen. Die Ka- 
Itv^rkindnng flllt nicht die Saite veu fCnpferoxyd 
od^ Eisenoxyd, aber wohl die ton fileioxyd und 
veM Silberoxyd. 

Der Rückstand von Bruein, wefeker naebder 
ok«h angefiibrMfn BebandlMig bleibt^ besteht ans 
zw^t Körpern y r<fn denen der eine in siedendem 
AHi^ol von 90 Proeent löslieb ist, der andere 
aber erst in siedendem Alkokol> nachdem die 
Halfle Wasser zugesetzt worden ist« 

Der in siedetiiem starken Alkohol ISsUche 



und braun geßrbl zorück. Er scbmeekt sehr 
bitter, löst sieh io Wasser mit braiingelber Farbe, 
ond ist wenig löslich in Aelker. Er löst sieh 
sebffierig in Sehwefelsänre mit rotfaer Farbe nnd 
leicht in Salpetersaare zu einer sehön rothea 
Flüssigkeit auf. Von Salzsaure nnd yön Kaliby- 
drat wird er mit gelber Farbe aufgelöst. 

Der in siedendem starken Alkohol unlösliche 
Köt^per i^t amorph, in Masse schwarz, in dfinneo 
schichten tief roth* Er löst sieh in Wasser mit 
weinrother Farbe, die durch Sauren höher wird, 
welche aber durdi Alkalien einen Stich ins Braune 
bekommt und durch Bleiessig gelb wird. Er ist 
unlöslich in Alkohol und in Aether. Von Schwe* 
feisäure, Salpetersiure und Kalilauge wird er mit 
rolhgelber Farbe aufgelöst. 
Sirvchnin. Rousseau*) hat. das Strycfanin auf eine noch 

^äcic'säX*''*'*'«*" Weise oxydirt. Er Termischte 3 Tbeile 
Strychnin mit 1 Theil fein geriebenen chlor- 
sauren Kali's und wenig Wasser, so dass ein 
Teig daraus gebildet wurde, und tropfte darauf 
einige Tropfen eeneentrirter Sehwefelsaure , er* 
liilzrc, uiul flls sicli die lUaettou irbhaTt zeigte* 
wurile die rothgcwordcnc Masse inil 8 bi» lOTbei- 
leu Wassor verilünnt tind eiingis Mtuuteu lang 
{rehocht. Beim Erknltcn bcIzIc sich , nenn die 
lieaclion nicht biiireichctttl stall ^cfiin den hall<^^ 
entweder Strychnin oder das scbwerelsaure SsU 
dcäselhcn ab. Die rjiissighcit >viirüc dann filtrirt 
II od bis zur Salzhaiit vcrdujislct^ vorauf dann 
heim Brlialleii eine aus dem Strycbnin gebildele 



iL 



*) Journ, i}e Cb. m^. 3 Scr. X, 113« 




Säare anskrystellisirt^ welche er Sirychninsäure 
nennt , gefärbt doreli einen fremden Körper. Die 
Krystalie wurden mit Alkohol gewaschen, wobei 
sie wasserfrei zuruckblieben. 

Diese Sinre bild|<et feine^ farblose Krygtallna- 
deln, welche saner aber nicht bitter schmecken. 
Sie ist leicht löslich in Wasser^ weniger löslich 
in Alkohol, nicht flüchtig und lisst beim Erhitzen 
Kohle znrack. Sie gibt mit mehreren Basen leicht 
krystallisirende Salze. 

Das Kalüak schlagt sich ans dem Alkohol nie- 
der, womit man die Sinre gewaschen hat, und 
welcher ein wenig davon "auflöst, wenn man die 
Sinre darin mit Kali sättigt. Nach dem Auflösen 
in Wasser schiesst es in 4seitigeu Prismen an. 
Das Kupferoxydsah krystallisirt in grünen rhom* 
bischen Prismen, und das Eisenoxydsah bildet 
eine rothe, zerfliessliche Salzmasse. 

In Bezug auf ein aus den Planznngen der AI- Morpbii 
gierschen Colonien erhaltenes, sehr morphinreickcs 
Opinm haben Boussiugault und Payen*) den 
Pharmaceuten Torgeschlagen , alles eingekaunc 
Opium auf seinem Morphin-Gehalt zu prüfen, um 
dis untaugliche oder verßlschte, was leider oft tui 
Handel vorkommt, zurücksenden zu können. 

25 Grammen in dünne Scheiben zerschnittenen 
Opiums werden 94 Stunden lang mit ISO Gram. 
Wasser macerirt^ darauf die Masse in einem Mör- 
ser zu einem dünnen Brei gerieben und dieser auf 
ein Filtrum gebracht, indem man das, was als 
weniger gut vertheilt zurückbleibt, Ton Neuem 
mit mehr Wasser reibt , und dann alles auf das 



*) Journ. de Cfa. med. 2 Ser. X, 1. 



ser gewascLen wird, bis &icli dieses niclil mekr 
Tarbt. DaAo wird die duebgegaogene Flüssigkeit 
10 Minuten laug mit einem Ucberscbuss ¥on Kalk- 
milch gekocbt, filtrirt» mit Salzsinre gesattigt, 
und das Morpbin daraus mit kausti&ckem Anuao- 
niak niedergeschlagen, toq dem man einen hin- 
zugekommenen Ueberschuss wieder wegkocht. 
Das gefäUte Morphin wird auf ein Filtrum genam- 
men , mit schwachem Spiritus gewaschen , und in 
siedendem Alkohol you 0,85 spacif« Gewicht aur- 
gelöst, woraus das Morphin dann beim Erkalten 
auschicsst. Die Krystalle werden durch Aethcr 
von Narkotin befreit, getrocknet und gewogen. 
Von 25 Theilfsn guten Opiums müssen 8^ Th. 
oder 10 Procent Morphin erhalten werden. 

Ein wenig Morphin bleibt immer in der Flüs» 
sigkeit zurück, aber dies verhindert nicht dass die 
Prüfung zur Vergleichung völlig anwendbar wird. 
Bley und Diesel*) haben alle angegebenen, 
verschiedenen Methoden , um Morphin aus dem 
Opium auszuziehen, an einem Orte zusammenge- 
stellt und kurz beschrieben, und zuletzt haben 
sie ein Paar Bestimmungen des Morphingeballs 
in dem Opium von Smyrna hiuzugeftigt* Zn der 
einen Bestimmung wandten sie fast dieselbe Me- 
thode an, welche so eben angeführt wurde, mit dem 
Unterschiede, dass sie das Opium luit Wasser 
auskochten, und dass sie das Morphin, nm es 
von rärben4ca StQflen au reinigen, in Salzsaore 
auflösten und die Lösnng mit Lanbholzkohle be- 
handelten. Dadurch erhielten sie 10 Drachmen 



*) Archiv d. Pharm. XXXIX. 140. 



Morpbia «u« SM ÜBzeii snjfrnaer Opiun^ oder 
nur 5^ PriM^eat Sie zieben es aber docb als 
leielMer avsfähvbar vor, mit SaUaaore saner ge« 
■laekUB Waater anzufveadlcn 9 indem sieh dann 
der R&elistand beaaer aoapreaaen laaae« Man 
braqebt aieb nickt iiiief den geringen Morphinge« 
bah SU verwundern y wenn man gewiaae Arten 
amyrnaer Oplna» einer genanen Unterauehung 
nntenvirft, indem man dann eine Menge von plat- 
len Saamen bineingebnelot findet, welcbe der an 
sich noeb unvoUatäodig g^rockneten und noch zn 
»ebr waaaerbaltigen Maaae die Conaistenz geben^ 
welchen Waasergebalt der Kanfer ala Opium be- 
zahlen musB. 

Nach ihrer Mittheilung hat Merk in dem 
Opium von Conatantiuopel 15, in dem Opium von 
Smjrna 3, 4, 6, 7, 11, 13bial5^, in dem ägypti« 
sebea Opium 6 bia 7 und in dem peraiacbnu Opium 
1 Proeent Morphin gefunden. Ich habe im Jak- 
reab. 1833, S. S78, die Analyaen von Billz, 
und im Jabreab. 1836, S. 3fl0, die von Mnlder 
und von Schindler angeführt, welche alle die 
Nolkwondigkeit beatatigen , dieae Waare zu prü- 
fen, nnd nicht daa aeklechte eben ao wie das 
gute zu befahlen , weil daa eratere häufig nicht 
den halben Werth dea letzleren hat« 

lieber die Zuaammenaetzung dea Narkotina iat Narkotin 
eine aehr achöne Arbeit vim Blyth*) anagerührt 
worden. Bekanntlieb haben die Vcrbr^ttnoog»- 
Analyaen dieser achwachen Baaia aehr nahe mit 
einander iiketeinatimmende procentiache Reanltate 
gegeben , aber dagegen die Sättignngaveranche die 



*) Ann. d. Chem. üod Pharm. L, 29. 



anlassl, selbst oachdem Lieb ig die wichtige Eo(- 
deckoog gemacht hatte , dass die Doppelsahe der 
Pflanzenbasen mit Platiochlorid den sichersten 
Weg darbieten , um zur Kenutniss ihres Atom- 
gewichts zu gelangen. Indem Blyth bei seiaen 
Versuchen diesen Weg einschlugt kam er im 
Anfange zu so variirenden Resultaten , dass sich 
daraus nichts ableiten Hess. Als er sich aber 
dann vornahm , das Verhalten dieses Salzes zu 
kaltem und zu siedendem Walser zu studiren, 
bemerkte er, dass es durch beide eine Zersetzung 
erlitt. Beim Waschen mit kaltem Wasser ging 
dieses gelb durchs während der Platingehalt in 
dem Rückstände auf dem Fillrum immer geringer 
wurde, und als er das Salz bei seiner Bereitung 
kochte, um den Niederschlag krystalliniscker zu 
bekommeti , so setzte sich nachher aus der erkal- 
tenden Flüssigkeit Opiansäure und ein rothes Salz 
von dem von Wo* hl er entdeckten Cotamin ab, 
Producte von der Reduction des zur Fällung im 
Ueberschuss angewandten Platinchlorids zu Cblo- 
riir. Nachdem er diese Verinderungen wahrge- 
nommen hatte, fällte er das Narkotinsalz kalt mit 
einer gerade hinreichenden Quantität von dem« 
Chlorid, wusch den Niederschlag mit kleinen 
Quantitäten kalten Wassers und presste ihn aus. 
(Sonderbar genug kam er nicht auf den Gedan- 
ken , zur Fällung eine Lösung von krystalliatrten 
Natron • Platinchlorid anzuwenden , welches sich 
sicherlich nicht durch das Narkotin zu einem 
Chlornr-Doppelsalze hätte zersetzen lassen). Auf 
die angefiihrte Weise kam er nun zu folgenden 
übereinstimmenderen Resultate : 



Platio. 
04486 

0,1208 
0,099t 



Doppifl- 

0,9906 

0,93ia 

0,907 

0^47 

OiZ6i7 

0,6272 



Atomgewilcht des 
Doppelsalses. 

7699^3 

77M,64 

7869,69 

7830,73 

7768,83 

7797,7« 



Atom^eWidit des Platin iu 
Narkotins. Proeenteii 



5126,13 
5147,24 
5295,99 
5256,33 
5194,33 
5223,28 



i6,oe 

15;95 
15,05 
15,73 
15,85 
15,80 



Die tieiden letzten Analysen eiod von A. W«, 
II off man n aosgcfülirt' worden, ttie JS^ittelzaUr 
von allen A tonige Wichten dc8^ I)oppfel8ätzcs ' ist 
= 79SBl,3!r und' die Air das Narlsblin =: 5208,6. 

Die bier >angefiihrten Zab'len siiid' ein wcni^' 
niedriger als nach Bly t'b's Bcrcclinung, vreil icli' 
das von Marlgnac corrigirte' A*töihgeVvicL( des 
Chlors angewandt babe, von dem 3 Aequiyalente 
nebst i Aequivalent Wasserstoff und 1 Atom 
Platin (dessen Atomge Wieb t. in F'olgc davon eben- 
falls ein wenig corrigirt worden ist, nämlicb von 
I23ä,5 zu 1232,08) von dem Atomgewicht des 
Dbppelsalzes abgezogen werden y um das für das 
Nifi'rkotin zu finden. 

Bei zwei Analysen des Doppielsalzes' durch 
Vcrbrenndng erhielt' er: 

Kohlenstoff 43,72 .43,56 
Waawait^ff 4,17 .4,30. 

Diitiacb' berechnet er die eiDfaeheh Atome in' 
SiXti SKize = 4ßC + 2611 + 9f + t40 -f Fl + 3Cr, 
wxFIidefi das Atomgewicht fiir d'Ab Döppchalr 
== 79le,9Ö' n*nd Für dad Närkolifi =^ 5342^,5« wird"; 
was ungeßbrnm 130 die Mittelzahl vonf den gefun- 
denen AtoingäWiebtenf fnt das Doppelsalz uhd' am 
eben so viel das Atomgewicht fiir das Niirbotrit 
Berzelius Jahres- Bericfal XXV. 3^ 



üUerdttfl^. nier isi areo em reuier, eDiwcaerm 
der Analyse des Salzes oder in der beredineten 
Formel. Der Feliler schetnt nicht in der Formel 
zu liegen, denn die Quantitäten von KobleaBtoff 
und Wasserstoff stimmen so mit der RecbnoBg 
iiberein, dass das Salz 43,7 Kohlenstoff und 4^0 
Wasserstoff liilte geben müssen. Es sieht dabei 
aus , als vrenn der Fehler in der Bereituni des 
Doppelsalzes begründet wäre, welches vielleicht aus 
Furcht vor einer Vcrandernog beim Aaswaschen 
nicht hinreichend ausgewaschen wurde« Denn nach 
dem also gefundenen Atomgewichte des Saltes 
würde es nicht mehr als 15^502 Procent Platin 
enthalten. 

Die Analysen des Narhotius von Regilaalt 
und von Hof manu haben gegeben: 



1 


Et. 


H. 


Atome. Bereebneu 


Rolileastoff 64,01 


64,50 


64,53 


46 64,61 


Wasserstoff 5,96 


5,97 


6,21 


50 5,85 


Stickstoff 3,46 


3,52 


3,30 


2 3^1 


Sauerstoff 26,57 


26,01 


25,96 


14 26,23. 



Die Uebereinstimmuttg zwischen den Resulta- 
ten und der Rechnung ist hier so vollstündig, als 
gewünscht werden kann. Die rationelle Formel 
für das Narkotin wäre danach die folgende: 
C46H^Oi^ + 9«s^ aber um diese zur völligen 
Gewissheit zu erheben , ist noeti eine wiederholte 
Analyse des Doppelsalzes erforderlich, dessen Be- 
reitung dann auch durch Fltllcn einer Lösung ▼•• 
Natrium •Platinchlortd in Alkohol mit einer Alho- 
hpllösung von salassaurera Narkotin versochl vrer- 
dcn muss, im Fall , der Alkohol weniger, als Was- 
ser, £influss auf die Zusammensetzung des Sal- 
zes hat. 



Wird das PlalindoppelaaU in Wisser mil Platin- CoUrnin. 
cLIorid im grossen Ueberseliusa gekocht^ so zcr- 
setzt sidi das Narkoliii darin , es entstellt Opian- 
säure und die Flüssigkeit wird schon ^ wenn sie 
noeb lange .nicht bis zum Kochen gekommen ist, 
roihy das Sals aciinilat zuletzt und wird dunkel« 
rotb. Aut der Obtfffflicbe der aiedendeu Flüssig- 
keit bilden stdb rolbe Kr jstalle , weiche , wenn 
die Flüssigkeit aiedend filtrirt wird> auf dem Fil« 
trufl» bleiben , und die Flüssfgkeit setzt beim Er- 
kalten Opianaaure in feinen Nadeln ab. Die da- 
von abgegossene liud weiter verdunstete Flüs^iig- 
keit.gibt noch mehr Opiansänre^ gemengt uiit 
Wöbler'a ilemipinaäure in rhombiselien Pris- 
men, die sieb mit baitesn Wasser von der Hemi- 
pinsaare auflösen iaaaen. Wird die Flnasigkeit 
noch viel weiter eiBgednnstet, so färbt sie sich . 
unter Entwiekeluilg von Salzsaure dunkelbraun, 
und beim Erkalten setzen sich daraus farblose 
Rbomboeder ab, welche ebenfalls Hemipfnsäure 
sind* 

Daa auf dem Fiilmui gesammelte rolbe Salz 
Ist das Platin« Doppelaalz von dem von Wob 1er 
entdeckten Cotamin {Jahresb. 1845, S. 435). Es 
bildet lange mtlie Prismen 9 welche wenig auf- 
lösltcfa sind in Wasser, und welche mit Ammo- 
niak gekocht werden können , ohne sich zu zer- 
setzen« 

Blytb aiialysirte dieses Salz und er erhielt 
ganz dasselbe Resultat vvie Wöbler, aber er 
ziebl daraus eine andere Cnrmel ,. welche wahr- 
scheinGcb ricbligeff ist , wril die Alialyae i Pro. 
Cent Kohlenstoff weniger gibt, als Wöhler's For- 
mel veiiiittgt. Wöhlcr'js Formel ist r;^ Pl€l» 

34' 



-j- t^ff^^i^-f « — Äir-^F-« Mwvymu'9 purwiii' iM^cgcu 

ist = PlCl« + »H^^i + G25H^<^0«, welche mit 
den gefundenen Zftlilen> in beiden Analysen selir 
wohl nlrereinsUninit. 

Aus diesem Salze wird.die*Base anf dieWeise 
ab|;esdiieden^ dass man Ammottiiklt'hinmset&t und 
bis zum Koebcn erhitzt, während Sehwefeiwae* 
serstoff hindurchgeleitet wird. Das Platin ver- 
einigt! sich mit Schwefel und löst sieh dann 
im Sohwefelammonium aul, wamMis- man ea mit 
Salzsäure niederschlagt und die- Lösung fiUrirt, 
Das Durchgegangene ist noch braun« K«)i'.rallt 
daraus Cotarnin^ von den aber viel in -dlsm. frei- 
gewordenen Ammoniak anigeltist bleibt , welches 
weggedunslet werden muss , worftwf sieh der Rest 
von dem Cotamin daraus abeeheidet. Der Nie« 
derschlag wird nodl eisnin(. in* Salissitire. aufge- 
löst, die Lösung mit Thierkohle- bdumdell, um 
sie ZU' entfirben, und ^nn wied^ mit Kall nie- 
dergeschlagen« 

Das Cotarnin wird von Blyth auf folgende 
Weise beschrieben: Es ist in > reinem« Zustande 
farblos, bildet stemßf¥mig'iFeti|ipigte* Nadeln (wie 
es in krystallisirten Zustande erbalten wird , ist 
nicht angegeben worden)^^ Bei -f- iOOP schmilzt 
es, wird braun und verliert 7,5 Pro«cnli Wasser, 
ohne zersetzt zu werden« Es ist* wenig, löslich 
in kaltem Wasser, etwas mehr in siedendeoKr In 
Alkohol lest es steh mit brauner Farbe, aliler es 
wird' daraus nicht wieder kl'ystallisirt erlmllen. 
Es löst sich leielit s»m>h4 in Aetber als auch in 
Ammoniak, aber von KalUange wirdies uielit nuf- 
gelöst. Salpeterstture löst es mit dunkelralber 
Farbe* anf. Seine Lösnng'in Wasser schlug« 



Atome. 


Berccboet 


25 


61,68 


30 


6,16 


2 


5,82 


8 


26,34. 



i(voLl BiMiioxyd als auch kupferoxyd aas ikren 
Sttlzen niedee. Die CotarniDsafaee sind in Allge- 
meinen aekr leieltt Jlöslieli in Wasser. 

Das Colarnin wurde sowohl in kryslalKsirtem 
»U aueli in wasserTreiem Znsfande anaivsirl. Das 
krystallUirle gab: 

Gcfanden. 
Koblcnstoff 61,41 
Wasscrslofl[ 6,38 
Stickstoff 5,52 

Sauerstoff 26,69 

Da in dem Platin -Doppelsalze nur 6 Atome 
i Sanerstoff enthalten waren , so ist es klar, daas 
( die 2 Atome 9 welche sich hier mehr gehinden 
r haben, dem Krystallwaaser angeboren , welches 
^ demnach fi Atome betragen muss, wonach die 
$ Formel = lÄ + PW' + Cä^H^oO«. In dem was- 

* secfrelen Cotarnin wurde nur der Gehalt taKoh;, 
Jeostoff ond an Wasserstoff bcstinrait, weiehe ziem- 

f lieh gut mit der Rechnung übereinstimmen« D^r 
^ Wasserverlnst beim Schmelzen des krystallisirtea 

* Cotärnina ist =z7^fH^ nach der Rechnung würde 
er 7^44 betragen, so dass die Zuftauiniens^tzHng 

i dieses Körpers ganz geniigend erforscht zn sei« 

^ scheint. 

^ Das salzsaure Salz ist sehr leicht löslich, und 

fcrystallisirt ans cinßr sehr eoncentrirten Lösung 
f in langen seidegränzenden Nadeln, welche 5 Atome 

Krystallwasser enthalten > die 14,67 Procent ent- 
^. aprcchen, und welche es bei -|* 10(K> verliert. Das 
^ wasserfreie Salz besteht ans KB^Cl+C^^^H^oO«^. 
j Blyth analysirle aach die Opiansänre und er 

« erhielt dabei d^sclbe Resultat jßf'm Wöhler, 



und daher auch deoselben grossen Cebersebnss 
im Wasserfttoffgehalt , ivclcher auch in der von 
Wohl er angenommenen Formel bemerkbar ist. 
(Vergl. Jahresb. 1845, S.419). 

Werden die im Vorhergehenden angcrülirlen 
Rhomboedcr von Hemipinsäure in siedendem Was- 
ser bis zur Salligung aufgelöst, so schiessen sie 
daraus beim Erhallen iu rhombischen Prismen an, 
welche, nenn mau sie fvieder auflösl und die Lö- 
sung freiwillig verdunsten lässl, wiederum platte 
Rhömbocder bilden. Er bekam bei der Analyse 
derselben sowie bei der ihres Silbersalzes ganz 
dieselben Resultate wie Wöhler (Jahresb. 1845, 
S. 434). 
Narkogenin. Blyth entdeckte bei seinen Versuchen, um 
das Platindoppelsalz von Cotarnin hervorzubrin- 
gen, eine andere Basis, welche er Narkogenin 
nennt. Sie bildet sich, wenn man das Ntrkolin- 
Doppelsalz mit bedeutend weniger Platinchlorid 
behandelt, als zur Bildung des Cotarninsalzes er- 
forderlich ist. Es krystallisirt in langen Nadeln, 
welche sieb sowohl durch ihre Form und Farbe, 
als auch durch ihre Zersetzbarkeit mit Ammoniak 
von den Narkotiu- und Cotarnin- Doppelsa Izea 
unterscheiden, indem diese davon nicht angegrif- 
fen werden. Durch Kochen mit Ammoniak wird 
das Salz blass und in ein Gemenge von PlatinsaU 
miak und abgeschiedene Basis verwandelt , %vor- 
aus die letztere durch Salzsäure ausgezogen \*v er- 
den kann, worauf man die Lösung mitThicrkohle 
entfärbt und dann die Basis durch Kalihydrat nie- 
derschlagt, wodurch man sie in Gestalt eines 
weissen, ausserordentlich hygroscopischen Pulvern 
erhält, welches aber nichts anderes ist als ^wie* 



523 

derhergealdltes N«Aotiii^ ^vovon der ff Arne Nar- 
Isogenin hergeleitet worden itit. In dem Doppel- 
sähe des Narkogenins mit Platincklorid wurde der 
Gehalt an Platin, Kohlenstoff und Wasserstoff he- 
stimmt, und diese Zahlen stinimlen mit der For- 
mel PtCI« + »R+€l + C56Hi50w ähercin. 

Da er fand , dass Ammoniak ans dem Narko- 
genin - Doppelsalze Narkotin abschied, nnd da die- 
ses Narkotin in Rücksichl auf die Eigenschaften 
nnd die Znsammensetzung seines Platindoppclsal- 
zcs keine Zweifel über seine Natur übrig liess, 
so blieb noch zn untersuchen übrig was sich aus 
dem Narkogenin noch mehr gebildet hatte. Dies 
mnsste natürlicherweis« in der Ammoniak-balligen 
Flüssigkeit, woraus sich das Narkotin abgesetzt 
hatte, enthalten sein. 

Diese Flüssigkeit war dunkeiroth, wie eine 
Lösung von Ammonium- Phtinchlorür, und aet3?lc 
beim Erkalten ein schmutzig weisses Pulyer ab. 
Was dieses Pulver war, wurde nicht untersucht. 
Blyth vermuthet, dass es Magnus's Plalinchlo- 
rnr-Ammoniak war, aber dieses ist grün. 

Die Lösung wurde mit Schwefelwasserstoff bis 
zur Verbindung des Platins mit Schwefel beban- 
delt, dann mit Salzsäure sauer gemacht und vom 
Schwefelplatin abfiltrirt. Das Durchgegangene 
war grün 3 wovon diese Farbe herrührte ist nicht 
angerührt worden. Durch Vermischung mit Kali 
nnd darauf folgendes Wcgkochcn des Ammoniaks 
scheiden sich kleine Krystalle von der Form des 
Cotarnins ab, welche durch WiedcrauBösen in 
Salzsäure, Behandeln mit Thierfcohlc und Aus- 
fällen mit Kali Cotarnin gaben, von dem der grosse- 
ren Sichcrtieil wegen das Pia I in- Doppclsalz her- 



§eiiie Z^99inipensetziiog d^iniU ühereins^ii^^epd 

Paraus %ieht Blyih folgende EesoljUite: iji» 
üjl^i^kog^nin Isai\a ^icÜt jTor sieb e^ialuren ; aQ lialA 
man es ^^schejdel, zersetzt es sidi auf eme solche 
)yeise, dass von 2 Alomen Nfrkogenin 1 Atom 
jCotarpip jond 1 Ato.pi Narkotin entstehen^ «rojbei 
die dem Salze .angebörenden 9 Atoine Plaünchlo- 
rid zu Cblorlir reducirt werden , indem die dar- 
aus abg/escbiedenen 2 Aequivaleiiie Cblor eine 
Zersetzung von Wasa^r veranlassen ^ wadnrcb 8 
Aiequivalente Salzsäure gefiildet vjrerden, die sieb 
mit Aipmoiiiab yereinigeii, yräbr^md die aj^gi^ftcjtije- 
denen 2 Atome Saaers^toff mit dem Narcog^nua 
zusammentreten. Man erbalt dann : 

72C + 76H + 4N+«20 
1 Atom Cotarnin und I 

Atom Nareotin r= 71€ + 76H + 4N 4-1100 



Austreten = IG 



+ so, 



welcbe f ^^om Koblensäure hildjen , so dass sieb 
jjabei 2 Aipi^e NarKogenin \fk 1 Atom Narkolin, 
1 Aiffffk jCJoVir^in ^ßji iff ^ ^iojß Kablensiiure uin- 
sctzef« 

^pjadcrbair genug ff ird ^.^in Versficb angeßi|ir|» 
uni das ^Narkogeain^al;^ dupcb Sclf^^rerelwassex^slpff 
p^e AüMnonifk zu zersjBtzen, lyelebes lelKiere 
dureji seinen Einfluss iqn Sicdep aj^f das Plajl^- 
sal^ ao grQ)>(3e Yemickelupgep macbt^ inJeip^ da- 
durch viejijkpcbt die ParsteUung von sajzsaurc^pa 
Narkogenin zu erreicfaeiiy i|od durcb Zerset^oiig 
desselben ipit Kalibydri|t vjelleicbt viel weniger 
scbwierig gewesen wire, den Vcrltuf mit Sieb er- 



ktffL ßu efl^ciifw, «p twje 09 Auch dann ¥iell«idit 
geglockt wire, andere Salze als das Flalin-Dop- 
pelsiil^ daxan lUrzuslell^a. 

P l jX h eiMür^ die A|beiam»rji|i<Me4is MiffkoliAi 
usti ßinem grossen Ueb<;radi9«.s an Vl^tlmclitocul 
auf Xolgeade Weia« : Van 

t Alpm NiurHUn und 7 Atmien JSaneratoff 

=::46C+50H4.2N4.2iP 
entstehen 
i Atom Coturnin = 25C + 9ßU + 8N 4- 60 
1 Atom wasserhajüli« 

ger Opianfaure = jiOC + 1811 4. iOO 

1 Atom Koblw^ore = C +80 

3 Atowc Wasser ^ 6 H + aO 

a^nafimmen =46iC + 50H+8N+21O 
leb bemicprlte Lierbei, dass wenn die Oplan- 
sMnre, wi^ l^fc Un vorigen Jafir^berichte zeigte nnd 
\yie alle analytischen Yersneh^ «nazuweisea sobei- 
neu) 1 Aequivalent Wasserstoff mtbr onttialt, aI» 
hier angepommeo worden ist, sieb mit dem Nar- 
holin nnr 6 Atome Sauerstoff verbunden haben 
und dass nnr 2 Atome Wasser gebildet wurden. 
In Betreff der Koklensäure , so überzeugte sich 
Blytb von ihrer Entwickeluiig bei der Zersetzung 
dadurch, dass er Wasaeritoffg^s über die im Sie- 
delt begriffene Masse leitete und dann in Kalfcwas* 
ser führte, worin dann unverkennbar die Kohlen* 
säure abgesetzt wurde, wiewohl sehr natürlich in 
geringer Quantilät. 

Von 2 Atomen Narkotin und 5 Atomen Sauer* 
Stoff werdep 2 Atome Na? kogenin , 1 Atom was- 
serhaltige Opiansüure und 3 Atome Wasser, und 
von 2 Atomen Narkogenin und 9 Atomen Sauer- 
stoff 2 Atome Cotarnin, 1 Atom wasserhaltige 



526 

Opiao8iure, 2 Atome Rohlensiare und 3 Atome 
Waaser gebildet. 
Cbioolin. Im Jaliresbefiebte 1844, S. 357, erwabote icb 
einer neuen Pflanzenbase , nirelebe Gerhardt 
entdeckt nnd künstlieb durch Destillation von Chi- 
nin^ Cincbonin und Strychnin mit sehr starker 
Kalilauge berrorgebraeht hatte und von ihmChinolin 
genannt worden war. Sie ist nun von Bromeis*) 
genauer studirt worden. 

Er destiilirte 1 Unze Ciiiebonin mit 3 Unzen 
festem Ralihydrat und ^ Unze Wasser aus einer 
tubulirten Retorte mit tubulirter Vorlage, bei ei- 
ner Temperatur, in welcher sich die Masse in fort- 
währendem Sieden befand. Als dabei der grösste 
Theil von dem Wasser übergegangen war, fing 
Wasserstoffgas an sich zu entwickeln , d|e Masse 
schäumte stark auf, ftrbte sich stellenweise pnr- 
pufrothy welche Färbung sich allmälig der ganzen 
Masse mittheilte. Mit dem Eintreten der Färbung 
begann auch ein ölartiger Körper in Tropfen mit 
dem Wasser überzugehen. Aber er fand, dass 
wenn sich die Masse nicht so stark eoncentriren 
soll , dass sie anfangt verkohlt zu werden , man 
alle 5 Minuten so viel Wasser hinzufugen muss, 
als während der Zeit davon abdestillirt. Nach 
beendigter Operation bleibt ein Gemenge von fcoh* 
leusaurem nnd kaustischem Kali zurück. 

Gerhard t's Beschreibung des Chinolins ist 
ganz richtig, wenn es auch seine Analyse nicht 
in allen Theilen ist. 

Das Chinolin sinkt wie ein farbloses, wasser* 
klares Oel in Wasser unter, schmeckt scharf bit- 



*) Ann. cler Chem. u. Pharm. LH, 130. 



527 

ter^ und fial einen Gerneii^ dier an BUnsänre er- 
innert. Es besitzt eine starke alkalisehe Reaction, 
ist wenig löslieh in Wasser, aber leieht löslieli 
in Alkohol, Aether nnd In allen verdünnten Sin* 
ren. So wie es bei der Bereitung erhalten wird, 
enthält es noch ein wenig Ammoniak nnd Was- 
ser, Ton denen es dnreh Destillation befreit wird, 
wobei es trübe wird, indem sich das Wasser darin 
abscheidet, was davon »bdestillirt und das Ammo- 
niak mitfuhrt^ wenn dann dieses Wasaer verdun- 
atet worden ist, so wird das Cbinolin wieder Mar. 
Ea kommt darauf ins Sieden und gibt sverst noch 
ein wenig Wasser ab, und dann destilHrt es ziem* 
lieh wasserfrei, nnd, wenn der Siedepunkt genau 
unterhalten und nicht sehr überschritten wird, fast 
ohne allen Rückstand über. (Gerhardt gab an, 
dass es nur mit Wasser destillirt werden könne nnd 
dass es sich für sich zersetze.) Auf Papier macht 
es einen verschwindenden Fettfleck. Bei — 20^ 
bleibt es klar, selbst in wasserhaltigem Zustande. 
Die Analyse des wasserfreien Chiholins gab *) s 
Gefuoden Alome Berechnet 

Kohlenstoff 82,848 82,865 19 83,850 
Wasserstoff 5)968 5,873 16 5,865 

Stickstoff 10,003 10,230 2 10,285» 

98,819 98,968 
Weiter unten kommen wir auf den Verlust im 
Kohlenstoffgehalt wieder zurück. =i«HS-f C^^H^o. 
Bei 0^ ist es mit 2 Atomen Wasser verbunden. 
Bei -}- 15^ wird es trübe , indem sich 1 Atom 
Wasser daraus abscheidet. Darauf klärt es sich 



*) Diese Resultate sind nach den corrigirten Atomgewich- 
teo von KoblensloiT und Wasserstoff umgerechnet worden. 



528 

«Md^AonliesfehtesMsNHS^C^Hio+ä. Die- 
Aes W«s«er«toni geht ludit bei h|»i100<' daraus weg. 
Seilte WaMcrveAindangeu würden 4er Verbren- 
jiiHiga-Aiialysc «ntenworren. Ich wMI hier 4ie tob 
derjenigen anführen, wdcbe 1 Al. Walser enthielt: 
Kehlensieff 77,974 19 78,653 
Waaaerstnff 6,843 ^J8 6,J90 

^tidisloff 9^10 2 9,647 

SaMrstoff 6,t7S 1 &,5I0. 

^JLueh Jiier zeigt sieh ein getingerer Kehlen- 
»teflgehall in dem Versiwhe« Diese Verbkidong 
kann auch zsPfR^+C^^H^o lietracfateft werden. 
Es wäre interessant gewesen, wenn Bromeis auf 
den <Sedanken gekommen wäre sn ptüfen, ob das 
wasserfreie Chinolin weniger bcetimmte alkalische 
Eigenschaften besitzt, ats das wasserhaltige , gleich- 
wie dies der Fall ist mit der Reisetaschen Pla- 
linbase« 

Salzsaures Chinolin. Das Chinolin- absorbrrt 
Salzsänregas mit vieler Heftigkeit, erhitzt sieh da- 
durch nnd st;hmilzt« Beim Erkalten erstarrt es 
dann krystalKtttsck und strahlenförmig. Aber es 
kann dann noch mehr Salzsauregas anfnehmen, so 
dass es scheint, als könnte es wirklich ein saures 
Salz btiden, welches sich wihrend des Versnehs 
einem Theil nach in dem Salzsänregas sublimirt. 
Das Salz ist zerlliesslich nnd wird flüssig in der 
Luft. Das saure reagirt stark sauer. 

Platinchlorid fSllt aus der Lösung dieses Sal- 
zes ein gelbes krystallinisehes Doppehalz, welches 
in siedendem Wasser aoflöslich ist* Veraaischt 
man daher siedendheisse nnd verdünnte Lösungen, 
so schlagt es sich nicht nieder, aber es schiesst 
dann daraus in schönen, biisehelformig vereinigten^ 



Alwne 


OereidiM»! 


19 


38,37« 


18 


2^7 


2 


4,094 


6 


31,095 


1 


28,&lü 



529 

goMg«iben Pmineii ra^ ifvekbe4l«tidi:Tried«rb»Uis 
Unlnry8t«Uts»lioB fiir die Anaijfw geMriaigt' ivur* 
den. Er fiuid damn SB^SS) 28,34 imd 28,8« P»4»« 
Cent Platin, fiorcb die- Verbvennuvgs - Aualf Mf 
dieses: Salses wurde« die Zmanmie ue c tw mg des Chi- 
nolins TolUtnudig erferscht. Ee zeigte »ieb^ das» 
CS in* wngebnndeneni Zbetande sieli: m kletnet« 
QuantitSl bei der Verbrennung Terfläeiitlgl , we* 
dureb der Koblenstoffgehalt &a geriog «äsfilk. 
Die Analyse gab : 

Gefunden 

KoUeostoff 33,367 

Wasserstoff 2,680 

SUckaloff 4,000 

Cbl<iK> (ah Verlust) 31,143 

Plali«. 28,810 

Die Vebcn^tnsliuimong zwischen derRtelmuiig' 
oiid^deiü Brfäbrungs- Resultat ist also tolUttiidig 
und d«8 Salz besteht ans Pt^l'^^IW^Cl-f C'^H^; 
Der Sfick'^toffgehalt in der Tortgeii' Analyse ist n#el/ 
diesem hier- berechnet' worden-, wVi*er sieh- njacfif 
d^rV-WilPscften Melbode bfesHnimeii Itess, was 
nicht' nrit« freiem* Gbiooliir glfickte,'-iodem'cs^ wie 
die Bcreitttftgs • Methode' airsweist, dureb itallhy^ 
dret' nicht '^ersetkt wird! 

QlMckstlbcrclildrid gtb't'nrit sal^sanremChinoltV»' 
ein sdiwerKsfJ^tfes Doppelsalz^ welefaes, wenn^er 
in einer warmen Losung gebildet^ wird , iii* peirl^ 
mnttei^länzenden Schuppen * auskryställisirt. Es* 
riecht nach Ohinoltn nnd wird in eiirer nicbt sehr 
beben Tenrperatur zerseiit, wobei es- zuerst rölb 
nnd' dann schwarz wird. 

Vergleicht man Gerhardts Analyse mit der 
nun angeTährteu^sa^sseigl ee sieh, dass er das Sklz 



630 

Hiebt riclittg getMekhet angewandt hat, wofturch 
er zuTiel Waa6er8t0ff bekam, was daoo 2 Aeqi»i- 
valente Waaaerstoff zuviel io seiner Formel ver- 
aulaaate. Im Uebrigen Ist sie ricblig. 

Die Bildung des Chinolins aus Chinin und Cin- 
ehoAin ist sehr einfach. . Vjen 1 .Atom Chinin s= 
l«fts + C20Hi802 cnUtehen 1 Atom Chinolin, i 
Atom Kohlensäure und 8 Atome Wasserstoff, wel- 
che letztere sich gasförmig eniwickeliu ' Von i 
Atom Cinchonin = NS^ ^ C^^H^^O und 1 Atom 
Wasser, welches gleichzeitig zersetzt wird, ent- 
stehen 1 Atom Chinolin, 1 Atom Kohlensäure nnd 
10 Atome gasförmiger Wasserstoff. 
PflaDsenbasen Ich führte im letzten Jahresberichte, S«, 448, 
ausSenföl. ^|^ Auszug aus Liebig's Handbuch disr Chemie 
etc., die Resultate der Untersuchungen von Will 
und Var rentrapp über die Pfla^zenbasei^ jin, 
welche .ans dem Senfpl hervorgebraekt werden. 
Die Vecisttche, worauf sie sich griinden', sio4 nun 
von Will *) beschrieben worden. ' Da der^bereits 
mitgetheilte. Auszug, in Rücksicht auf die poaiti« 
vcu Resultate über diese drei Pflanzeub^^Q? ziem« 
lieh vollständig ist, so vei^weise ich in jBetreff dfr 
• analytischen Resultate^ welche die mitgetheilten 
Formeln bestätigen, auf die Abhandlung. Aber 
diese wichtige und interessante Abhandlung ent- 
hält noph vieles Andere, was nicht die^e Basen 
.berührt, nnd worauf ich unter den flüchtigen Qe« 
Ifin beim Senföl wieder zurückkomme. 
VerwandloDg ^^^ erwähnte im Jahresberichte 1843, S.,&64, 
des Harmalinsder von Goebcl in dem Sametu von Pcganuni 
''^ "'"ir^'^'Harmala entdeckten Pilanzenbase, des Harmaliu«. 



*) Ana. ü* Cbem. ünä Pfajirm. LH, 1» 



531 

Fr i t s « e b e *) li« t gtCondcii ^ dasa diese dareb 
Oxydatian aof ungleichen Wegen in 2 andere Ba- 
sen Terwandelt wird, welche er Leuhoharmin nnd 
Chrysoharmin genannt hat, die eratere von XevtoCf 
weiss, und die letztere Ton XQvaog, Gold. 

Das XeuIrsAunnm wird erhalten, wenn man Leukobarmin. 
chromsaures Harmalin^ welches ein pulverförmi- 
ges, gelbes, in Wasser wenig. lösliches Salz isl^ 
einer etwas erhöhten Temperatur aussetzt, wo* 
doreh es sich in eine schwarze, .poröse Masse ver- 
wandelt, aus welcher es durch siedenden Alkohol 
ausgezogen wird^, nach dessen Verdunstung man 
es in farhlosen^ juadclförmigcn Kristallen, erhält. 
Diese Basis wird auch durch Behandlung des Har« 
malius mit 'einer geringeren Quantität Salpeter- 
saure erhalten* Difs Flüssigheit wird dann eon- 
centrirt und mit coneenirirter Salpetersäure ver- 
mischt , welche salpetersaures Leuhoharroin aus 
der Flüssigkeit niederschlägt, welches in der con- 
centririen Säure unlöslich ist, die das Harmalin- 
salz io der Lösung zuriiekhält. Hat man ein Ge- 
menge von Havmalin und von Leuhoharmin von 
eiiiander zu scheiden , und achtet man dabei den 
Verlust des Harmalins nicht, so löst man es in 
Alkohol, der mit Essigsäure versetzt worden ist, 
auf und schlägt dann aus der erhitzten Lösung 
das Leukoharmia durch Ammoniak nieder, wo- 
durch es sich in weissen Krystallcn absetzt, wäh- 
rend das Harmalin in Folge seiner Verharzung bei 
dieser BebaiMlIung^itt der Flüssigkeit aufgelöst bleibt.. 

Das Chi^soJiannin wird erhalten, wenn man Chrysobarmlii. 
eii^eLösujug von ach wefelsanriem Harmalin in Was* 



•) ÖlrerngW K. Y.»Acad, F^rbandL 11, 19. 



mm. 



^32 

ser zuerst mit AlkcArol null dUiMf' aUUoiiig mit 
sltrkey Sslpeter^änre vermiscbt, wodurch ein releh- 
llclier gelber tViedersclilag eotstelit , der ein Sdz 
von der ü'cfuen B«3e Ist. £>cr8eI1>c vrird' ntit' Al- 
kohol gew«))cben , io Wasser aufgelöst and'* die 
LSsUDg mit Ammoniak gef&llt. Btt eiltslafndfene 
NleSel^selila'g. ist reines CUrysOharmin, nf eldies eine 
goldgelbe Farbe hat. Diese Base' ist' von den bei- 
diin anderen Basen loieht dadurch zti nntefsdirei- 
den, diiss ihr scÜWeMsanfes Sak ^eUr wenig läßlich 
ist in einer Flthislgkei t, welcfhe fi^^ie ^cbWef^lattre 
cnthilt^ nvd ik^i ri^ also ansgelMit wird, wenn 
man diese Sfinre hinzusetzt, ^fibrend'die SnlRite 
der anddr^n Basen aitiFgeläSt bleiben. 
Porpbyrhar- Fritzsche schläft voT den Namen fnr die 
rolhe Bascr, welche GSbel HartAala genannt bat, 
in Porphyrhartnin zu verSndblrn; Diese wird all- 
malig doreh die Einwirkung von Alkohol auf die 
Samen bervorgebratht; Um sie ztf erhalten, füllt 
miin eine Flasebe mit' dein lernen bis in detf Hals 
voll, giesst Alkohol darauf, so das)» dle*ei^ gerade 
die oberste Schicht des Samens bedeckt, nnd lisst 
dann diePlasche so stehen, mitdei^Bielitebtnng, dass 
der Alkohol von Zeit zn' Zeit ersetzt* wird, in dem 
Maasse wie er verdunstet« Nachdem sieb dann 
die rothe Base gebildet bat, kaboT siä durdr Zn- 
salz vort einef Siure* zu dem Alkohol ans dem 
Samen ans^gifZ^ogen Weisen; aber" wird^dbr Alkohol 
abdestillirr, so geht die schäncf ' Purporfariie der 
Lösung verloren, und sie wird bhinnimtb. Wird 
der Alkohol ohne den Zhisatz voh' Sinre abgegos- 
sen , und der'Siame dann mit Stnre 'und ' Wasaer 
behandelt, so wird zwar die rothe Base nicht völ- 
lig ausgezogenf , aber man kann d«!^- Awmoniak 



533 

ao8 der sanren WasserlÖsang dte Base iu scbönen 
pnrporrolhen Flocken ausfallen. Es ist jedocli 
seliwierig, sie dabei völlig frei von eiogemeng* 
tem Harmalin zu bekommen. 

Lanrent*) bat einen neuen Körper bcsebrie- Lopbin. 
ben, der in die Klasae der Pllanzenbaseu gehört, 
und welchen er Lophin nennt. Er wird aaf fol- 
gende Weise erhalten : Der krystallinische Körper, 
welcher sich durch Einwirkung von flüssigem kau- 
stischen Ammoniak auf Bitlermandelöl bildet (Lau* 
r e n t^s Hydrobenzamid, Jahresb. 1838, S. 291 j nnd 
18389 S* 349^ dessen Zusammensetzung durch 
C^^a^i 4. » ausgedruckt werden kann ==: Stick- 
stoffpikramyl) , wird vorsichtig in einer Retorte 
erhitzt, wodurch Ammoniak und ein riechendes 
Oel davon fibergeheu. Wenn daa Ammoniak ent- 
wichen iai, so könnte man wohl auch den Rück- 
stand überdestilliren> aber es ist besser, dann die 
Destillation zu unterbrechen. Beim Erkalten er- 
starrt dieser Rückstand faserig kryslalliniscb. Man 
reibe ihn zu Pulver und kocht dieses mit Aether 
uns, weleber einen Körper auflöst, der In lau* 
gen glänzenden Blattern anschiesst nnd welchen 
er Amaron u'bnnt, von dem aber erst weiter un« 
ten die Rede sein soll. Das, was ungelöst bleibt, 
ist das Lophin, welches den grössten Theil be- 
trägt. Das Lophin ist unlöslich in Alkohol^ aber 
mil einem geringen Zusatz von Kalihydrat wird 
es in siedendem Alkohol auflöslich. Man erhitzt 
es mit Alkohol bis zum Sieden nnd setzt Kaliby- 
drät hinzu in kleinen Portionen nach einander, 
bis sich alles aufgelöst bat. . IMm Erballen schiesst 



*) Revue seientif. et industr. XVf, 2t2. 
BeneUus Jahres -Bericht XXV« 35 



534 

das Lophin damoB in BuftdieLa von aeidegttnzen- 
den Nadeln an , von denen, bmi« die alkallacbe 
Lösung ablropfen lassl, womui sie mit Alkohol 
gewaschen iverden. Er ffht an y daas es waL«- 
scheinlich auch durch. Auflösen in Aihohnl mit 
Salzsäure und durch Sättigen der ifarmen Auflö- 
sung mit Ammoniak erhallen werde. 

Wird eine ven den Verbindungen des Sliek« 
sloffpikramyismitSchweCslpihnimyl(Jahresb.l843, 
S. 328) desüUirt» so bekammA im» ebenTaUa Lo- 
phin in dem DesCillnte, aus deipi ef* von -dov Menge 
▼on ölahnlichen Kölrpern, wel(ake sieh dabei «»• 
gleich gebildet hah^n, dadnvcfa abgeschieden wird, 
dass man es zuerst mit ei|i wenig, Acther behnndelt^ 
und das darin Unlösliche mit Alksbol oder Aether 
kocht , %frobei da» Lophift zurik^kUeillt. . 

Diese Base ist ohne Farbe ^ Geruch und Ge« 
Schmach. Sie sehmilzl bei -f 860^, erßjtairrt keioa 
Erkalten iu Kryslallen und bedeckt dabei ihre 
Oberfläche mit einer Scbiohi von snllliwvten Na- 
deln. Sie kann unterändert iibeadastiUirt leerdisn. 
Sie ist unlöslich in siedendem- Wasser, fast un- 
löslich in Alkohol, Aether, Teiyenthiaöl und in 
Petroleum. Aue Alkohol setzt sich die dnrin 
aufgelöste geringe Quantität Ifeimt firknkteer in Na- 
deln wieder ab, aus- Petroletmi^ i^U Pnlter, aus 
Terpenthiuöl als kvystallinisdfe» Pnivcr , weiebce 
sich unter einem &|ikrosoope als gerade, pUtle, 
rhombische Prismen dnrsttUl« Das ImssAo Lösnoiga* 
mittel dafür Ist mit IMihydral ve^setete« AlholM^ 
womit es lange^ Zei4. gekiMckt w^den kann , ohna 
dass es sich if^rH^dluslL . Es nßt^iti nicht alMUsek 
auf Lachmuspapier, gibt aber Salse mit Säuren, 
die sich in Alkohol, aber nicht in Weeser auflösen. 



535 , 

Eti vertfiikigf si^ mit Brotti, oh de dass sich 
da6ei^ BnrtfiWasrscTstoffisSiirre' bildet, ttt hinein flos- 
«igeii IfA-pi^, der sicil ro' Aetb^r iTtfflAt. Wird 
di««« Zi5rfatfg ii^if itHldiöl veiWischt iind d\infn 
freiwillig verdunsten gelass^tt*, M sl^RieMt-dai^iriktf 
dUe V^rbiiidarig iw gklnfz«wi«», gtl h in ij rectangu» 
lirelr fWsaoeiy an*, ^dehe birini Erfail^eti Brom 
geben y irad wehche in/ Wasser ihre Farbe Torlie* 
reu «»d «I Pirt<ret zetfeHenv - 
Da» Lefrtiin btttmklf mm i 

Oefandea Atome B^k-eohnet 
KoUeo^off 85)64 46 85,99 
Wea^erstoff 5»36 34 5^90 
Stichstoff 9^24 4 8,71 

100,24. 
Das Atomgewicht = 4012,5 ^ wurde aus der 
Sättignngscapacitat desselben bi^stimmt, welche 
die Formel P^fis ^ £^6^28^2 oder vielleicht auch 

Salzsaures L^j^hin wird durch Auflösen des 
Lopfains in wenigem siedendem Alhohol, der mit 
Salzsäure vermischt worden ist, erhalten. Es 
setzt sich daraus beim Erkalten in runden Kör- 
nern ab« Wendet man aber mehr Alhohol au, 
und' veriMisdif man die siedende iLöädng mit 
sieJeikd^eiU Walser, sa dass sie gerade anfangen 
v^ilf ^ dFadYiVch gefallt 2 u werden, so scftiessC dar- 
aus das Skld^ b«fim E'rkallen in glänzenden Kry- 
sttflfschuj^eh tfn , die mit Wastfer abgewaschen 
wcrdfen, Worin' das* Siifzr utffauflosfieA ist. Es be- 
stellt aÄ9 HB^€1 + C+öfl^ßN«. 

DaÄ Dbppehatz uiif Platin wird erliaüen', wenn 
man die siededderf Lösungen beider Salz<^ in Al- 
kohol vemrisdif, wo es dann wenige Augenblicke' 

35- 



536 

nachher in bUss orangegelben , langen, rbombi« 
sehen Blältern darlios ansehiesat, welche mit AU 
kohol abgevvaaehen werden. Das Salz gab 18,3 
Procent Platin, nach der Rechnung kalte es 18,72 
Procent geben mfissen. 

SehwtftUüures L0plnn wird auf dieselbe Weise 
erhalten, wie das salzsaure Salz. Es sebiesst in 
glänzenden, länglichen Blattern an ; aber man er- 
hält ein Gemenge von einem sauren und einem 
neutralen Salze. Das Ammonieh in dem Lophin 
wird dureb Sauerstoffsänren in Ammoniumoxyd 
▼erwandelt, wie dies bei diesen Basen gew%n- 
lieh ist. Wasser scheidet das Salz nicht vollstän- 
dig ans der Alkoholtösung ab. 

Salpetersaures Lophin wird auf ähnliche Weise 
erhalten. Es kryslallisirt in glanzlosen Schuppen, 
enthält 2 Atome Krystallwasser, welche beim an- 
fangenden Schmelzen daraus ausgetrieben werden 
können. Verstärkt man die Hitze/ so dass das 
Salz völlig schmilzt, so entwickeln sich daraus 
rolhe DampFe, und nachdem sich diese daraus zu 
entwickeln aufgehört haben, besteht es aus 46C -f- 
36H + 4N -f 40 , vielleicht = C+^HseN^O + S 
oder = (»H2C+6H320) + ». Giesst man gewöhn- 
liehe Salpetersäure auf Lophin, so verwandelt es 
sich in eine zähe Masse, die sich in Alkobol anf- 
löst und welche salpetersaures Lophin ist. Kocht 
man es aber damit, so wird das Lophin zersetzt 
und mau erhält einen gelben flüssigen Körper, 
welcher beim Erkalten erstarrt. Laurent neant 
diesen NÜrilophyle. Die saure Mutterlange wird 
daraus mit Alkohol ausgckoebt^ und dann bildet 
er ein orangegelbes, kryatalliniscbes Pulver. Beim 



537 

Erhitzen schmilzt er zuerst, und dann fängt er 
an sich zu sublimiren, aber bald darauf brennt 
es mit Deflagration ab^ n^obei viele Kohle ziiriibk* 
bleibt. Er ist fast unlöslich in siedendem Alko- 
hol, welcher jedoch beim Erhalten einige wenige 
hryslalünische Flocken davon absetzt. Von Rali- 
bydrat wird er mit rotbbrauoer Färbe anrgelöst 
und durch Wasser daraus mit brauner Fache wie- 
der niedergeschlagen, worauf er aber beim Wa- 
schen gelb wird. Das Waschwasser löst eine 
Kaliverbiodung auf, die mit Sauren einen gelben 
Niederschlag gibt« Diese Fällungen scheinen Ni- 
trildphyle unverändert zu sein. Nach dem Er- 
hitzen bis zum anfangenden Schmelzen wurde 
dieser Körper zusammengesetzt gefunden ans : 
Gefund«!! Atome Berechnet 
Kohlenstoff 60,00 
Wasser|toff 3,14 
Stickstoff 15,70 
Sauerstoff 21,16 

_ C^6H28]^405 + 3S = (2Pffl2 + C+6H20O5) + 

3^. Natürlicherweise kann er auch noch auf an- 
dere Weise zusammengesetzt sein. Nach Lau- 
rent ist er Lophin, worin 3 Aequivalente Was- 
serstoff durch 3 Aequivalente N ersetzt sind, d. h. 
durch 2 Aequivalente Stickstoff und obendrein 12 
Atome Sauerstoff. . Dies Ist Melalepsie in ihrer 
krassesten Gestalt. 

In krystalllsirtem Zustande enthält dieser Kör- 
per 3 oder 4 Atome KrystallwasseK 

Laurent*) hat feruer einige Worte tiber eine Amarui. 
andere Pflanzenbase angeführt, welche aus Bitter- 



46 


60,52 


28 


3,07 


10 


15,30 


12 


21,11 



♦) Joum. de Pharm, cl de Ch. VI, 178. 



538 

maadelöl durch i^iomDonJuk e|Ji4t^ werd.eii Mod 
nejjche tos C+öJHl'SN^sSH' + C+ßHsoN^ beste- 
keo soll. $iegiirt mit Sslzsaur^ PHi^Cl-fC^U^N^, 
ußA diftßes Stih bildet mit Plaliiifshlorid ein Do|f- 
pelsalz io gelbeji Kry^uUeii. leb entlebqe »as 
einer |in4ereii, im Laufe d. Jahm hertv^iej&om- 
meqeii ^bb^iidliiQg *) folgende Ang.f be« Über diese 
Pil^jKep^fs^ : das Bj4termanf|^lö| wivd in Alkohol 
au%elös|, die I^ösofig ipit ApiiiiP^fhgas gesättigt 
pu4 48 Standen lang bei Seite gestellt , wobei 
sie sich mit Krystallmi aoßällt. . Man setzt nun 
Wiissfsr bii|zn und koeht^ damit alles Ammoniak 
und der grÖ99Ae Tbeit des Alkohols dsTon abde- 
stillirtj worauf man die Fljissigkeit, so lang^ aie 
noch hetfis ist^ mi| Sal^sffivre aattigt, welche Oel 
und einen krystallipiscben Körper daraus abschei- 
det, von dem die Fliissigkeil no^b b^>M abgegos- 
sen Yf'nd, Das Abgespbiedene yrird mjt mebr 
siedeiidem Wasser behandelt und ißßses dem vor- 
hin abgegossenen hinzugefügt, mür^uf ^^^ ^ 
noch wafm FJ& kaosUschem AninuMiiak vermiacbl. 
Entweder sogleich oder nach einigen Münnten 
schlägt sieb dann Amarin in weissen mikroseopi- 
seheii Nadeln daraus niieder, die wohl auagewa» 
sehen werden. Dieses Amarin wird wieder in 
Alkohol, der mit ein wenig Salzsfiure versetzt wor- 
den ist, aufgelöst und die noch heisse ^Lösung 
mit Ammoniak neutralisirt , wiirauf sie das Ama- 
rin beim Erkalten rein und in schönen sechssei- 
tigen Nadeln mit 2 oder 4seiligcr Zuspitzung 
absetzt. 

Das Amarin ist farblos, geruchlos und fnst 

*) Comptei rcnd. mensueU, S. 38. 



539 

gfltebnaddM. Ein fettditts, gerötbcics Ladnnas- 
pajpierwJrd dadorch blau. £s Immi gCAcbmoizen 
fvcrden uml etialarrt dasn krj«tallMii«efa. Es lässt 
■tcb mHrerindevl anbliiniven^ tat uullialicb i« Was- 
aer, osd siamlicb got in sied^ndein Alkabol auF- 
läalieb^ woraaa ea aieb i^eiiD Erkaltea gröaatan- 
Ibeila.in fityalaUesi wieder abacheidel. Es Im- 
stebC auB: 





Gefunden 


Aterae 


Berecbnet 


Kobleoatoff 


84,20 


46 


84,56 


Wasserstoff 


5,97 


36 


6,04 


Stickstoff 


9,70 


4 


9,40. 



DQvcb Sälligen «itt Salasäiiregaa bildet ea eia 
Oel» weiches beim Erballea xabe wird, so dass 
es IQ Fäden gezogen werden kann , aber aaebber 
efstarrt es. Das Salz iösl sieb wenig in kallem 
Wasser, aber gnt in Alkobol und in Aetber. Es 
lässt sieb unverändert überdesliUiren. Das Awa- 
rin vereinigt sieb mit Brow^ wodurcb bromwas- 
seratolTsaBres Amarin und zngletoh eine andere, 
noeb nicbt untersuebte Verbindung gebildet wer- 
den. Das Doppelsalz mit Platincblorid , gebildet 
dvrcb Vermiscbniig von siedenden AlkoboUösun- 
gen, sebiesst beim Erkalten in gelbea Nadeln an, 
welebe nach vollendeter Gruppirung eine körnige 
Masse von unregelmässigen Octaedern ausmachen. 
Es enthält 19,6 Procent Platin, nach der Recli^ 
nnng 19,58 Procent. Das schwefelsaure Salz ist 
löslieb in Wasser und in Alkohol, und wird in 
kleinen Krystallen ai^gescbossen erhalten« Mit 
Salpetersäure gibt das Amarin eine weiche, amorphe 
Maase, die sich in siedendem Wasser aulDöst und 
daraus in mikroscopischen Prismen wieder an- 
scbiesst. 



540 

Will man iienen VerbtndaDgen einen Nameii 

geben 9 so muss der Name nicbt auf eine ael^e 

Eigensehaft bindeuten , fvelebe fast alle Körper 

derselben Art auszeicbnet. Amarin ist also ein 

höchst schlecht gewählter Name, so dass er gegen 

einen anderen vertauscht werden muss. Ich schlage 

vor, diesen Körper Pikramin zu nennen, welcher 

auf bittere Mandeln hindeutet. 

Neue Pflanxen- Icl> erwähnte im Jahresberichte 1844, S. 545, 

basen aus Zinin's interessanter Versuche , nm aus Lau- 
Naphulm-Pro« « 

ducteo. rent's Nitronaphtalase (= C^OH^^O + N) durch 

Schwefelwasserstoff eine Salzbasis, das NaphU« 
lidam (Naphlalidin) , und aus Mitscherlieh's 
Nitrobenzin (= G^^H^oo^-ii) Anilin faervorzo- 
bringen. — Er hat nun seine Versuche*) mit 
Lanrenl's Nitronaphlalise (= C^oHioQ' + S) 
(Jahresb. 1844, S. 533) fortgesetzt und eine ähn- 
liche Basis , aber von anderier Zusammensetzung 
erhallen. Sie bildet sich , wenn man die Nitro- 
naphtalise in AIfcobol, der mit Ammoniah gesättigt 
worden ist, auflöst, wodurch eine tief carmin- 
rothe Fliissigheit entsteht, in welche Schwefel- 
wasserstoff bis zur Sättigung eingeleitet wird, 
wodurch sich die Farbe in grünlich Braun ver- 
ändert. Dann wird die Fliissigheit in einer Re- 
torte bis zum Sieden erhitzt, wodurch sich Schwe- 
fel daraus niederschlägt , und wenn dieser sich 
abzusetzen aufgehört hat, so wird sie mit Was- 
ser vermischt, dann eine Weile gehocht und sie- 
dend filtrirt^ Nach dem Erkalten hat sich eine 
Menge von kuprerrothen Nadeln daraus abgesetzt. 
Auf dem Boden der Retorte bleibt eine weiche, 

*) Linslitut, No. 567, S. 37S. 



541 

fast peehäkaliehe ÜMse zarnck, wekbe melirere 
Male Daeb eioaader mit Wasser ausgekoelit wird, 
weiekea «ao jedes Mal siedend davon wieder ab« 
fillrirl, bis sieh daraus beim Brkallen keine Kry- 
stalle mehr absetzen. Die Krystalle werden nun« 
gesammelt und in siedendem Wasser aufgelöst, 
ans dem sie dann beim Erkalten rein anschiessen. 
Sie sind eine Salzbasis, welcher Zinin den libel 
gewählten Namen Seminaphialidam gegeben bat. 
Gleichwie ich vorgeschlagen habe, Naphtalidam 
in Maphtalidin zu verändern, schlage ich vor, 
diesen Namen in Naphtiün zu verandern, im Fall 
man nicht, zufolge der Zusammensetzung, De- 
kmieinflammünimk vorzieht. 

Das Napbtidin aebiesst in fast metallisch glän- 
zenden Nadeln von gelber, sich ins Kupfcrrothe 
ziehender Farbe an. Es verändert sich nicht in 
der Luft, verträgt ohne Verindemng 4* 10(F, 
sebmikt bei + IQQo, fangt an sieh bei + MOo zu 
aiiblimiren, wobei es sich aber grösstentbeils zer- 
setzt. In der Lufl erhitzt lüsst es sieb anzünden, 
und es verbrennt dann mit gelber rusender Flamme 
und mit dem Geruch naeb Napbtalin. Es ist 
schwer löslich in Wasser, leiebt löslieb in Alke- 
hol und in Aelher. Die Lösung in Wasser ist 
gelblich rotbbraun. Die Lösungen in Wasser, 
in Alkohol und in Aether verandern sieb beim 
Zotritt der Luft, sie werden braun und geben 
dann beim Verdunsten wenig Naphtidin in Kry- 
ntallen wieder 5 der grösste Tbeil davon hat sieb 
in ein braunes Pulver verwandelt, welches bei 
«lern Verdunsten anfangt sicli abzusetzen. Die- 
nelbe Verbindung entsteht auch, wenn man das 
Napbtidin mit Salpetersawe oxydirt. 



542 

Von cooeeatrirter ScbfrAfdsSflM wini es »iC I 
YtoLoU roher FBthe aufgelSst mmi 4ie L«Mog er- 
leidet Meoale lang keine Veraadernag^ Dmreli 
einen Zusatz won Waaaer eratarrt aie za einer 
Maaae Toa «feiaaen, aieh ina Bnibe aliahea dea 
Krfslalkn. 

Daa Maphtidin irardle Bttflammengeaetzi gefiin* 
den ana: 

Gefunden Aloroe Bertchoet 

KoUeasloff 75,72 75,47 10 75,79 
Wasserstoff 6,33 6,30 10 6,31 

Stickstoff 18,00 18,00 2 17,90, 

= »HS 4- C^o H^ (Dekatetrylammoniak). 

Die Salze desselben erfciül man am bealen anf 
die Weise, daas man die Baee in ktltem Alkohol 
aoflöat und dann sogleich die Säara hioanaatat, 
mit «reicher die Baae verbunden ftcrden aell. 
Daa Salz, welohea wenig in Alkohol aufliMlich 
isly sehlägt sieb dann krystalUniaeb daraas nieder. 
Sätet man die Säure tropfeaweiae hinzu, ao kann 
man diea so regnliren, daaa keine freie Saune in 
die Fliaaigkeit kommt, frodnrch daa Salz ver* 
nnreinigt werden könnte. Bei der Vereinigung 
mit Saueratoflaauren verwaadelt eich daa Aunno- 
niak in AmmoninaMiKjd und mit Waaaerataffsin» 
ran in Ammoniumy auf gewöhnliehe Weise. Die 
Saiae sind farUos» und die AlkohoHösnng veiliert 
in dem Maasse, als aie aieh daraus niedergeaehla- 
gen, ihre Farbe. 

Daa aalz^asii« Salz aehlagt aieh ia Nadeln oder 
in weiaaen Schufen daraoa nieder, welche fast 
aüberglanzcnd aind und sieh trocken aaCbewabveo 
lassen, die aber in feuchlen Zustand bald braun 
werden. Es wird bei der trocknen Deatiilation 



543 

z^ntizlj ist elWA# Ipalieli m WaMcr umA in AI- ^ 
Miaiy »b^ wenig in Aelher. fi» ffovde «Mily- 
«iri nnd ms ffH^€l« + 4;»>tt^, ll.li. Dekfttetrji- 
CbUrAm^pMMpinm» co•|l|Dl««|||ge^0tot gefimdlen* 

£« bullet mil Pl#iiMihl#rU eia Doppfilaftlz, 
welche» ei» ieliwevU&iltcbe#9 IwMiugeUie» Pulver 
liildet, welebe« 34^ Proe. Pielin enibiül. Uk 
Q^ecksiUierclil^id wird ein leichA löeüebes Dop- 
pelüJil^ erhiJUen, wekbee in glincendea licbnp- 
pei» an«el»ie»#l. 

Das jcÄHi^^innre Sakf erbeben nnl Aie enge* 
ben/B Weise u^ getr(»e|g|iet bei 4* 1^^ '^^ ^>* 
nelles, weisse» Pulver^ welebes sieh in Wsseer 
anfloX, aber in dieser liÖNing beios Verdnnsten 
braim wird iind bcauiie fiJäUer sJbenlel. Dss Sab 
wnrde nii fieiianigkeil snelysii« und ans MH^S 
+ Cio|i^ d, b. sehwefeleaiNreni Dehatetryl-Ammo- 
nittflSOKjd Busanunengeeelst gefunden. 

Das )i&espAeresnsre Sah sehlKgt »ieh in glan- 
senden Selinppen nieder ^ ist wenig löslich so- 
wohl in Wasser als aneh in Aibehol und kryslal- 
üniit daraus ohne cersetxl cn werden. 

Das Oxalsäure Salz sehlSgt sieh kalt in Ge- 
stalt eines weissen KrystallpnlTers nieder. Ans 
einem waroiep (Semiscbe seiet es sieh in weiesen 
glifneenden 9)ii|lern »h« 

Wf U*) bat bei der Analyee der Eoehsobollnia pflaoienbasen 
califoprviea drei ppene vegetahUieebe SaUbasen e«^XlSa^^- 
Aet^9 welcbep er nofA heine Kawen gegeben bei. fornica. 

|. ^fia^%^Me^ welßhc roihe fiehse gtU, 
wiril auf felgende Weise erhelteus die Irnehne 
Wurzel wird vollständig mit einem Gemenge von 



♦) Jahrb. f. piacu Pharm. Vlil, 223. 



544 

EMigsiore und Wasser ansgesogeo , die rotbe 
Lösiiog verdunstet, bis sie das vierfache Volom 
von der angewandten Warze! bat, filtrirt^ wenn 
es erfbrderlieb ist> nnd mit Ammoniak gefallt. 
Der Niederschlag, welcher eine eigenlbfimliche 
violette Farbe hat, wird wohl ausgewaschen, ge- 
linde ausgetrocknet und dann mit Aether ausge- 
zogen. Die Aetherlösqngen werden vermischt 
und Salzsäuregas bineingeleitet, so lange dadurch 
ein hochrother Niederschlag hervorgebracht wird, 
den man auf ein Filtrum nimm^ und mit Aether 
abwäscht. Darauf löst man ihn in Wasser, wel- 
ches unter Abscheidnng von Harz eine blutrotbe 
Lösung bildet, aus welcher die Basis mit Ammo- 
niak niedergeschlagen wird, die man wieder in 
4^etber auflöst und mit Salzsäure daraus nieder- 
schlägt, von der sie dann wieder mit Ammoniak 
abgeschieden und mit Wasser ausgewaschen wird. 
Wenn dieses dann farblos und geschmacklos durch- 
geht, so ist die Base rein, sonst muss die obige 
Behandlung damit wiederholt werden. So gerei- 
nigt bildet sie ein gvanweisses, sich ins Violette 
ziehendes Pulver, welches mit allen Säuren hoch- 
rothe, krystallisirende Salze gibt. 

2. Farblose f scharfe^ in Reiher lösliche Pflam^ 
zenbase. Diese wird aus der Pflanze selbst auf 
ähnliche Weise durch Essigsäure und Wasser 
ausgezogen nnd dann durch Ammoniak niederge- 
schlagen. Sie wird mit Ammoniak-baltigem Was- 
ser gewaschen , so lange dieses noch eine Farbe 
davon annimmt. Nach diesem Auswaschen wird 
sie getrocknet und in Aether aufgelöst, wobei 
noch mehr von einem färbenden Stoff ungelöst 
zurückbleibt. Der Aether wird^ wieder abdestil- 



545 

lirt, der RiicktUttd io EMigsänre aafgeUtot und 
ADS dieser Losong doreb AmiMiiiak aiedergesclile* 
geo, womit der Miederseblag digerirt wird. Der 
gewǤeliene MiederBclilag wird in einer Sinre auf- 
gelöst ^ mit Thierkohle behandelt^ filtrirt and Ton 
Neuem ausgeflilU. Diese Bi^sis ist dann ein weis- 
ses y gesebmacbloses , in Wasser nnldslicbes Pul- 
ver, welches sieb in Alkobol und in Aelber auf- 
löst und in diesen Lösungen einen sebr bitteren 
Gesebmscb bat. Sie gibt farblose SaUe , welcbe 
einen bitteren und sugleieh scbarfen Gesebmaeb 
beben. 

3. Farblose^ bittere^ in fVasser löiKehe J^flan- 
zenbasef welche durch SehivrfeHsäure tnolelt ii^tnf • 
Wird aus den Flüssigkeiten erballen 5 woraus 
die beiden Yorbergebenden Basen.. ausgefüllt, so 
wie aucb ans dem Wasser , . womit sie Ausge- 
waseben wurde. Macbdem diente gesammelt, und 
genau mit Essigsaure nentiulisirt worden sind, 
wird die Pflanzenbase daraus durcb Eicbeugerb* 
saure niedergeseblagen , der gewatebeue und ge- 
tDDcbnete Niederseblag in Alkobol von 0^840 spe* 
eif. Gewiebt aufgelöst, die Lösnng niit Kalk- 
bydrat digerirt, dann die Flüssigkeit abgegossen 
vnd das Hydrat mit mebr Alkobol digerirt, so lange 
eine neue Portion Alkobol noeb etwas daraus auf- 
löst. Die AlkobpUösungen, welche aüsaliseh rea- 
giren, werden vermiscbt und Kohlensäuregas hin- 
ebgeleitet, so lange sieb noch etwas dludureb uie- 
derscblägt. D|ion wird der koblensaufe JWk ab- 
filtrirt, der Alkobol abdestillirt und der Ruek« 
Bland mit siedendem desttilirtem Wasser ausgeao- 
gen, worin ungelöst zoriickbleibt , was von den 
beiden vorbergeh enden Basen noch eingemengt 



546 

Btm konnl«. Was i9» W«s«er dihi cnsgezogen 
lt»t, ist tht wenig g^filti^t« Dfe Ldsairg nhtd bis 
zur Troekiie T<$iptftfn»fel und d«r Itirckstanfl in 
Aeth^ avfgetödf , wtfhftietf datf Flirb«nd^' uirgeföat 
tf ttrÜGiMtos«. Beim ^^ffi^MstM des Aeriiiirs seftiesst 
die BisAs diMkns M. RßhtfgcffitideA> ErlbifeiHi Itiesst 
sis fvie ein Htttt ^mäthm^n. Iif diesem Zustande 
is« sie ifhM»lielk Htoli^h in Wassei* urfd diese Lö- 
smfgftirt «iivenirttfflleifV^v^MtfgbltVei'eilGesehttacic. 
Wtftif fal^t an, dän* die BäAs ans e)n(<r eon- 
eewtt4tten Ll^wg In ^issser dnri*li AtAtntini A in 
weissen Flocken reichlicli ge Rillt wird. Dies rer« 
fiMte sidi wieüiil eineiti • Sab , und es sieht da- 
nafcA' aiM^ a'ls enlUielle die so bercfifefc? Base noeh 
eiM«f- 9iure<^ toiI> der'Si^ dnivh das Amnfsvliak ab» 
gesekie^H W&rdü , wc^ttiiftb sie sieH irt^r nicht 
ntodevbcfeligt^ tkf' Imfg^ d<c Lö'crtlng so Yerdannt 
M^ ilasi^ dte fr<*rgeiiia«<i«e Base d«rin an^ettM 
bleiben kaiMi. Sie MST sicfb* vir AMieh^l' niHl in 
Aetbev, und dte LösMgün iltfrito babeA denselb«* 
Geschmack, wie dhe Lösa«i]g in Wsssev« Mit 
Sinren biMe« sie feieMdsliebe SfMt'y wdi^be die 
ehNiMktc¥l#lisebe Rkstflien RtfbM »' das» sie', gelbst 
wenn die Lösung «nv t PMeeiit dävoti eiiibilt, 
dofisli bittCugescMte' Sri<wefelsiuf« eitte pifteMg 
irielette Ftfrb# aitnebsMrt. 

Walz ter s y ifah f, in ZflltolilAf geniffrere Be* 
sliti^nnHigeil über Aese Bisen* ittitiiifbcfiterf. 

Mlgemeine - BPeffdeati' de Gtfrolles*) Irtit die Wir- 
f'^'piflit^'''^*^ von eraeentrirtcr' Stliwerebfinre auf Rartdf- 

'"^ Starte. MMMrke' nntefrsueht und Imt gt^fnnden, dass sie 
damit zwei' Stärkd^SeliwefefsäarM gibt. 



<*7iiCevtte scientif. et'industr. XV, ^. 



547 

NmUsm dU Sli«ke 'dwch Dehandlii«; mk 
Aether and darauf mit Alkohol gehörig v#» PeN 
befreit und daon im liiftleereD.Raum^ über Schwe* 
felaiure getrocknet norden ist, wird sie mit coo- 
cenlrirter Scbwefels&ure zatammen gerieben, wo- 
dorch aieh die Starke, ohne aicb zu a^warzeii 
und ohne die Schwefelsnute zu leraetzeo, in ei- 
nen 80 Steifen Kleister varwandeb^ daaa -er bei 
de« Reiben kräftigen Widerstand leiatet« Die 
Masse nimmt dabei einen eigenen Genich an« 
Läset man sie dann 36 Stunden laug stehen, so 
ist sie dünnffussig geworden. Wird die Masse 
gleich nach der Bildung und wenn sie noch steif 
ist mit Wasser angerührt, und dieses saure Was- 
ser mit kohlensaurem Barjt, Kalk oder Bleioxyd 
gesättigt, so wird die freie Sebwefelsäure abge- 
schieden, während ein Salz von Stärkescbwcfel- 
säure in der Flüssigkeit aufgelöst bleibt. 

Dasselbe geschieht mit dem Gemische, nach- 
dem es nach 3# Standen fl<ls«ig geworden ist. 

Das Blebalz wurde vorzugsweise zu &tt IIa* 
tersnchung angewandt* Die Lösung desselben im 
Wasser verhielt sich von beiden Säuren gleich« 
Nach dem Verdunsten in gelinder Wärme bis zu 
einem gnmmiMhvlicben Liquitlnm wurde es iii>er 
Snhwerclaiure In ien kifHeeren Ramn gebracht, 
woifarah es MrjMrlliMMiMs-PttrnllttS bekam, vaa 
dean« fiMrUose Nnd'ein straMenfAmig ausgingen, 
ain» das Crsnno hry^allfsirte nicbt, sondfem es' 
biUnin irfnen gelben dicken S}rup , wdchor zu- 
letzt nn einer vreiAsen JMhisse erfiirtete, die ffest 
«n dein Glase baflete. Bei der t^ocknenr Dtotfffa- 
tiom blibte stclr das Sarlz wie ein Scbvtamn» avf, 
stleos dann saure Dämpfe ans^ welche die Augen 



548 

reizten, and welche MeUen's EssigsebvreCeltiore 
sein sollen. 



Das Salz voD der ersten dicken 


Masse wurde 


znsaniniengeselzt gefunden ans: 

Gefunden Atome 


Berechnet 


Kohlenstoff 28,31 


36 


28,88 


Wasserstoff 5,00 


76 


5,06 


Sauerstoff 40,00 


36 


40,48 


SchnefelsSiire 11,05 


2 


10,72 


Bleioxyd 15,40 


1 


14,92. 


Das Salz von der flüssige 


en Masse wurde zu* 


sammengesetzt gefunden ans: 
Gefunden 


Atome 


Berechnet 


Kobicnsloff 24,98 


24 


25,27 


Wasserstoff 4,48 


52 


4,56 


Sauerstoff ' 35,84 


24 


36,48 


Scbwefelsaure 14,11 


2 


14,10 


Bleioxyd 19,62 


1 


19,59 



Die Formel Tur das erste Salz = Cs^H^^O^og 

Die Formel fßr das zweite Salz = C^^H^^OS^S 
-|.pbS + H. 

Der Bleioxydgelialt wurde darcb Fällung be- 
stimmt » wozu 0,196 Gr. von dem einen nnd 
0^401 Gr. von dem anderen Salz mil ScbwdkU 
säure zersetzt wurden^ aber diese Quanlililen 
sind zu gering, aU dass eie zuTerlässige Resul- 
tate geben könnten« Die Quantität der Scbwefel- 
säure. sebeint so wenig wie die. des Wassers be- 
sonders bestimmt worden zu sein, sondern sie 
sind ganz einracb ein Product der Reebnong^ obne 
Controle. 



549 

Das KalkNils der.ldzleren Saure worde eben- 
fairs ODteraucItC. Es wurde beim Aiistroebnen 
klar und wie «in ediarleiea Gnnaii« Die Formel 
far die Zasanwenketzang deaaelben wo^e ganz 
dieselbe, man braucht nirr Pb in dem Bleisalze 
gegen Ca zu Tcrtanscben. 

Dieae Versoebe beweisen nnwidersprecbiieb 
die Exislenft euer Stätkesebwefeliaore, aber ancb 
nicbU mebr« Sie sind ebne alle Kritik ansge- 
fährt worden. Blondeau nimmt ad 9 dass die 
ganze St&rkemasse sieb mit der Sebwefelaaitre Yer- 
eiBfgt balle. Er fand, daea sieb, in dem Syrap 
ein kryataUiaireaidea Salz bildete, welebea br niebt 
darana abzoscbeiden Tersuebte. Man kann ab 
anagemaebt annehmen , dass Dextrin durch die 
Sefawefekäure aus der Stärkt gebildet wurde, 
und dass alles, was sieb von diesem Dextrin i^iebl 
mit der Scbwefelsinre chemisch vereinigle, neben 
dem Bleisalze aufgelöst blieb und bei seiner Ana- 
lyae mit dietom. gemengt erhalten und dadurch 
die Uvaaobe wurde , dass nur ein TheU von 
der Maaae in Krjrslallen anaeboss. Hatte er alle 
S Stunden eine Probe von der gemengten Masse 
genommen vnd anälysirt, so würde er in 36 Stun- 
den Ift verschiedene Säuren , d. h. Dextrin mit 
atarke- oder riebliger dextrin-schwefelaanrem Blei- 
oxyd in 18 verschiedenen Veibiltnissen erhalten 
haben. Hatte er versucht, die Anfläaung des 
Bleiaalzes durch Sehwefelwasaerstoff zu zersetzen, 
und ana der Llunng das Dextrin durch AHsohol 
niederzuschlagen, so ist es wahrscheinlich genug, 
daao er die Dextrinschwefelsäure frei ditvon in 
dem Alkohol aufgelöst erbditen, und damit dex- 
Benclius Jahres- Beriebt XXV. 36 



560 

Irinfrete Salze fdt die Analyse Inite darsfelleii 
kÖDitea« 

Adf diesen losen GrUad liant er dann tlieore- 
tisehe Ansiekten, welebe 4it Isomerie der Starke- 
«nd Zu^keratrten bietreffen» die aber im Uebrigen 
ganz Tcrsländig sind. Nach seinen Ansichten 
sind sie polymerische Modificationen , worin er 
sie alle als bestimmte Mnltlpla von C + SH + 
annimmt, so dass der Milchzneker diese 6 Mal, 
der Traubenzucker 18 Misl, der Rohrzucker 24 
Mal und die Stärke 36 Mal enfliilt. 

Persoz*) hat bemerkt, dass die Stärke mit 
coneentrirter Essigsänre gekocht werden kann, 
ohne dass sie sieh auflöst oder verändert. Rocht 
man sie aber mit einer verdünnteii Essigsaure, 
so geht sie in Traubenzucker über. Aneb Rohr- 
asneker wird auf diese Weise in Traubenzoeker 
verwandelt. 
Arrow-Root Oswald^*) gibt an, dass wenn die Stärke 
von Maranth arnndinacea, welche im HanM ge- 
wöhnlieh Arrow>Root genannt wird, mit Kartof- 
felstärke vertälseht ist, was sehr gewöbttliefa der 
Fall sein eoll, dies dsfdnreh erkannt werden kann, 
dass , wenn man 10 Gran von der Stärke mit i 
Unze Wasser kocht und. während des Kochens 
ein wenig Salzsäure hinziiselzt, ein reizender an 
Ameisensäure erinnernder Geruch entsteht, wel- 
cher nicht mit reinem Arrow • Boot hervorge- 
bracht wird. 
Zucker. In Rileksiebt auf die Bereitung des RafBoade- 

Zuckers aus^ rohem Zucker mit. 'de» mögliehst 

•)' Cotnpler rendus. " ' 

^') AreäiT A, Pbarni. XI,. . . 



551 

gnteslen Vorlheil bat Sebitzenbacli*) umstäad- 
liebe Vortehrifteo mitgetheill, welobe die gewöbn- 
lieb aiMgefäbpte Zircber - iUfSnationa - Metbade 
giDslieb abändern. Ibr Zweck beatebt darin, daaa 
die Verwandlang des fcrystalliairenden Zuekers in 
Syrup verbindert wird« Das Verfabren scbeint 
sehr zvreekmäsaig anagedaebt zu sein und aoU 
auch aebon an mebreren Orten mit Vortbeil an* 
gewandt werden. Da dieser Gegenstand ganz in 
dem Bereiebe der Teebnologie liegt, so muss icb 
bier auf Seb ätzen baeb's Abbandfung verweisen. 

Banm«nn**} bat gezeigt, dass die bekannte 
rotbe Färbung, welche der Zucker mit Arsenik« 
siure hervorbringt, von einer Huminbildung her- 
rührt, und dass die Arseniksaare in verdiinntem Zu- 
stande ganz dieselbe Verändernng bewirkt, wie an- 
dere Siuren. Seine Versuche wurden mit Innlin 
angestellt, welches dureb die Silnre zuerst in Zucker 
aberging, und dann in Hnmin, indem zuerst eine 
rosenrothe, dann dunkelrolbe und zuletzt die ge- 
wöbnlicbe schwarzbraune Färbung entstand* Er 
hat auch das Verhalten der Zucherärten zu eini*^ 
gen Metalisalzen verglichen , wobei sich, jedoch 
nichts eigentlich Neues hMrausgestelll bat« 

Gottlieb ***) hat unter Redtenhaeher's Zucker mit 
Leitung die Einwirkung von schmelzendem K^i* Kalibydrai. 
hydrat auf Zucker untersucht. Es wurden 3 Theite 
krystallisirtes Kalihydrat geschmolzen und 1 Tbsll 
Zucker bineingeriibrt; unter Entwicklung von Was- 
seraCoffgas wurde die Masse braan, indem sie an- 



*) Journ. f. pract. Chem. XXXHl. 
**) ArcbW d. Pbarm. XXXVH, 4t und 263. 
***) Ann« d.Gli«m. und Pharm* LIT/ IM. 

. . 36* 



552 

fangs uaeli angebranntem Zucker roeh and dannf 
einen mehr aromatischen Geruch annahm. Nach 
einigen Minuten nahm die heftig« Gasenlwicke- 
lang ab, die Masse wurde dickflnssig, blakte sich 
auf, nod wurde zuletzt steif und farblos oder nur 
gelblich. Mach dem Auflosen der Masse in Was- 
ser wurde durch Uebersältigen mit Schwefelsaure 
Kohlensänregas entwickelt and sanses oxalsaares 
Kali niedei^eschlagen« Die davon abgegossene 
Flüssigkeit gab bei der Destillatioii ein saures De- 
stillat, welches Ameisensäure, Essigsäure und eine 
Meiaceton- ncttc Saure enthielt , welche er Meimcet^nsaure 
^^^^^' uennt^ aus dem Grunde, weil sie auch aus Met«* 
cetou bereitet werden kann, wie ich weiter uoten 
anfahren werde. Das Destillat wurde im Sieden 
mit Queckisilberozyd im Ucberscliasa gesättigt, wo- 
durch die Ameisensäure zerstört wurde. Die Qucek« 
silberozydiösung wurde durch Schwefelwasserotoff 
zersetzt, und die saure Flüssigkeit mit Natron ge- 
sättigt und dann zur Kristallisation verdunolet, 
wodurch kfystallisirtes essigsaures Natron erkalten 
wurde und eine Mutterlauge YOn metacetonsanrcm 
Natron , aus welcher der grösste Theil von dem 
essigsauren Natron durch Krystallisation aooge« 
schieden werden konnte, weil das metacetonsaore 
Salz sekr schwierig krystalltsirt. Ans diesem wurde 
die Melacetoasättre durch Destillation mit Sekwe- 
felsäune erhallen. Die freie Säure hat in ihren 
physischen Eigenschaften eine solche Aehnlicbkeit 
mit der Eissigsäure, das« sie durch den Geraeh 
und Geschmack schwierig von einander nnterscbie- 
den werden können., 

Die Zusammensetzung dieser Säure wurde doteb 
die Analyse des Silbersalzes bestimmt, was erbal* 



553 

teo wurde, aU er die beisse Lösuog des Natron* 
salzes mit eiaer gleich heiasen Lösung von neu- 
tralem salpcteraauren Silberoxyd vermiaeble, fvo- 
bci ein wenig Silber reducirt wurde* Die noch 
beias fiUrirte Flüssigkeit setzte beim Erkallen das 
metacetonsaure Silberoxjd in glänzenden, weissen, 
schweren Körnern ab, welche unter einem Mi- 
kroscope sich aus slrahlig zusammengebäuften Kry* 
stallen bestellend zeigten. Durch Verdtfnstung 
der Mutlerlauge wird nooh ein wenig mehr davon 
erballen. Dieses Salz ist wenig empfindlich ge- 
gen Lieht, so dasa es sich in rcstem Zustande 
nicht schwärzt, wenn man es mehrere Wochen 
lang demselben aussetzt« Aber bei -^ 100^ fangt 
es an durch die Wärme zersetzt zu werden, in- 
dem es braun wird. Es schmilzt dann und ver- 
brennt sehr ruhig. Es wurde zusammengesetzt 
gefunden (G z= 75,84) aus: 

Gefunden Atome Beredinet 
Kohlenstoff 19,76 6 20,05 

Wasserstoff 2,74 10 2,74 

Sauerstoff 13,54 3 13,24 

Silberozyd 63,97 1 63,96 

= ÄgC^H^oO^. Die wasserhaltige Säure ist = 

Fällt man das Gemenge Ton essigsaurem und 
melacetonsaurem Natron mit salpetersaurem Sil- 
beroxyd, so erhält man, wenn dies warm geschieht, 
beim Erkalten ein Silbersalz^ welches in glänzen- 
den Dendriten anschicsst, und welches weder dem 
essigsauren nocli dem metacetonsauren Silberoxyd 
ähnlieh aussieht. Bei der Analyse zeigte sich 
dasselbe ans gleichen Atomgewichten von diesen 
beiden Silbersalzen zosanunengeaelzt. 



554 

Ein eioziges Mal wurde ein NatroD-DoppelMk 
•Dgesebosaen erliallco^ aber ea konnte dann nickt 
wieder her^orgebraclit werden. 

Da das Metaceton (Jahresb. 1837, S. 333) eben- 
falls durcb Kali ans Zucker hervoi^bracht wird, 
so biell Gottlieb die Bildung der Saure bedingt 
durcb eine Oxydation auf Kosten des Wassers, 
in Folge des Vereinigungstreben des Kali's zu der 
Saure. Er bereitete daber Metaceton, Yemiisclite 
es mit einer Lösung von zweifacb - chromsaaretn 
Kali und destillirte. Im ersten Augenblicke er- 
bitzle sieb das Gemiscbe mit befliger Eotwicke- 
lung von Koblensauregas^ so dass ein geräumiges 
Geräss erforderlicb ist, wenn nicbt die Hasse nbe^ 
steigen soll. Nacbdem diese nacbgelassen hatte, 
fand die Destillalion rnbig statt , und das Destil- 
lat war ein Gemenge von MetacetonsiofC ond Es- 
sigsänre, und gab ganz dieselben Prodacte, ^i< 
durcb die Destillation der Kalimasse cAallen wor 
den waren y und welcbe ausserdem noch beson- 
ders mit Genauigkeit analysirt wurden. 

Das HeUeeton ist =C^HioO^ und es ist also 
klar, dass die MeUcetonsaure durcb Auruabiae von 
2 Atomen Sauerstoff daraus gebildet wird. ^^^ 
das MeUeelon ist eine isomeriscbe Modifics^^" 
vom Oenyloxyd (Jabresb. 1840, S.582), «»<• *| 
wäre daber vielleicbt besser, den zusamm^S^^'' 
ten Namen Metacetonsaure gegen Oenylsaure «» 
vertauscben. Auch verdient es untersucht s« ^* 
den, mit dieser Säure durcb Scbwerdsäure nndZia 
oenylscbwefelsaures Zinkoxjd bervorzubriog«'^' 

Mit Aceton konnte auf äbniieke Weis« ke'iK 
Metacetonsänre erhalten werden« 



555 

Casaaeca *) liat an Ort and Stelle den Saft von Saft des 
dem Zuckerrobr nnleranGht, welches anf Cnba in Zuckerrobrs. 
der Naehbaraebafl von Havanna gebaut wird« Der 
auflgepresate Saft cnlbäh in 100 Tbeilen: 
Robrzneker fl0,94 

Kocbaafz und Gypa 0,14 

Organische Körper, die nicht Zacher sind 0,12 
Wasser 78,80 

Der Saft ist Mär, fast farblos mit einem ge^ 
ringen Stich ins Gelbe. Dieses Resultat stimnrt 
sehr nahe mit Peligot's Analyse (Jahresb« 1841 ^ 
S. 54&) überein ^ aber das Zuckerrohr auf Cuba 
gibt nicht mehr als 45 bis 57 Proe. Saft, und es 
enthält 16y4 Proc. Faser, während Peligot in ^ 

dem Otabeitischen Zueherrohr nur 10 Proer. Fa^ 
ser fand. Aber Peligot nahm dabei an, dasi daa 
Zacherrohr nur Faser und Saft enthalte, wclchcM 
Irrthum Casaseea berichtigt, indem die ausge- 
prassle Masse vieles Andere, als Faser, «nibalt, 
was das ausmacht, was man Bagaaae nennt. ' 

Hermann**) hat eine Tergleicfaende Unter-Zockergehalt in 
suchung «her den Zuckergehalt in den i«eisseii<>«" ben^*''"' 
ichlesisehen Riinkelruben und in der gdhen^ plat* 
tan Varietät davon, welche den grifesertn Theil 
ihrer Wnrsel über der Erde hat, ausgeTnbnt. Die 
ersleren cntbielten bei einem Giewicbt Ton der 
Wurzel, welches betrag 

6 Unzen = 11,4 Proc« Zucker 
13 ,, = 9,43 9) >9 
23 „ = 9,55 „ „ 
45 „ sss 7,43 w rj 



•) Aon. de Ch. el de Pbys.'XI, 39. 
*) Jourm für pracl. Gbem. XXXill, 346. 



556 

Die gelben, plttten entLielteo' dagegen bei ei- 
nem Gewicht Yon 

16 Uazeo = 5,86 Proc. Zocker 
40 „ =5,10 „ „ 
Die letzleren sind also bedeutend weniger zueker- 
bällig, aber Tortrefflich geeignet ab Folter für Rind- 
vieh. 
Probe auf den Barreawil*) hat folgende Probe auf den 
Zuckergehalt Za^^isergebail in einer Lösung angegeben, welcbe 

in einer FIus- . ^ , »^ . > ■ ■ ■ «• 

sigkeit oach Yorhcrgegangcner Prüfung brancbbar gefun- 
den nnd von dem Conseii d'adminiatralion mit 
1000 Franken und mit einer silbernen Medaille 
belohnt worden ist. Man löst weinsaorea Kopfer- 
OByd in haustiBchem Kali und bestimmt genau 
wie Tiel Oxyd ein bestifaimtes Votum von die* 
aer Lösung enibalt.- Diese Lösung ist dann die 
Probeflössigkeil , welche in einer ▼erschlossenen 
Flasobe unveränderl aufbewahrt werden kann. Hai 
idiHi.'iBiiBe Lösung von Zucker, welche Rohrzucker, 
Fruchttncker oder Traubennocker enthalt, so wer« 
den zwei Proben gemacht. Man gieast ein be- 
' ' sttmaates Volum vom der Probefliissigkett in ein 
Geßiss von Glas oder PorceUan, fiigt noeb mehr 
kanaiiaefaeB Kali hinzn, nm die. Operatioa zu be* 
scbleunigen , nnd erhitzt bis nahe zum Sieden. 
Daneben wird eine Portion von der zockerballigen 
Flüssigkeit, welche geprüft werden soll, in einer 
graduirten Röhre gemessen,* nnd zwar ekie grösaere 
als erforderlich ist, um alles Kupferoxyd zu Oxydul 
zu rednciren. Davon wird nun so lange aus der 
Röhre in die Probeflüssigkeit getropft, als sich aus 
dieser noch Oxydul niederschlagt, mit der Vor- 



•) Journ. de Pharm, tt dt Cb. VI, SOi. 



557 

flieLt) welebe bet dieser Probe efforderlick ist, 
dsss man iiamlicb genati de« Punkt beobachtet, 
ufo die Fällung beendigt ist, nnd er findet statt, 
weno ein Tropfen keine gelbe Wolke mebr bil- 
det» — Man siebt dann, wieviel von der Lösung 
in der graduirleu Robre noch übrig ist, nnd berech* 
net nach der bekannten Qoantitat von dem zn Oxy- 
dul redneirten Kupferoxyd die Quantität von Zucker 
nach einem Tarif, welcher jedoch in dem citirten 
Journal nicbt mitgelheilt worden ist. Was dann 
Kupferoxydul abgeschieden hat, ist Fruchtzucker 
oder Traubenzucker. Der Rohrzucker fallt es nicht 
eher, als bis er in Fruchtzucker verwandelt wor- 
den ist. Dies geschiebt auf die Weise, dass eine 
andere abgemessene Portion mit hinzugesetzter 
Schwefelsäure gekocht wird, worauf man diese mit 
Albali wieder gesättigt auf ähnliche Weise anwen- 
det, wo sie dann eine Fälluug von Kupferoxydnl 
bewMt, sowohl in Folge des primitiven als auch 
des neu gebildeten Frncfatznckers, dessen Quan- 
tität bekannt wird, wenn man die zuerst erhaltene 
Quantität Oxydul davon abzieht* 

Die Probe kann nicht angewandt werden, wenn 
die Flüssigkeit Dextrin, Stärke oder andere Stoffe 
enthält, welche Kupferoxyd reduciren. 

lieber den Mannazucker und. über eine damit Manoazucker 

bervorgcbrachte gepaarte SchwefeUänre haben wir"°^ ^h°!?'^* 
• m ' » ,y m t • schwelelsaure. 

zwei verschiedene Untersuchungen erhalten. 

Favre*) bat den Mannazucker analysirt und 

die Zufamnftensetzung desselben, übereinstimmend 

mit älteren Analysen, richtig angegeben = C^IF'^0^ 

gefunden« 



Aon. de Cb. et de Pbys. XI, 71. 



558 

Um das Atomgewicbt dafür zit bestiminen, er- 
hitzte er eine Lösang von mit Ammoniak venniseh- 
tem essigaaaren Bleioxyd bis fast zum Sieden, setzte 
dann eine concentrirte vrarme Lösung von Manna- 
znclser Lina^n^ so dass das Bleisalz im Ueberscbnas 
blieb. Dadurch entstand kein Pfiedersehlag. Das 
Gefäss wurde verschlossen und erkalten gelassen^ 
wobei sich dann daraus eine Verbindung von Blei- 
o'atyd mit Mannazucker in feinen, perlmutterglin- 
zenden Schuppen absetzte, welche in einer koh- 
lensäurefreien Atmosphäre auf ein Filtrum genom- 
men und dann ansgepresst wurden, ohne weiter 
gewaschen zu werden, weil sie durch Waschen 
zersetzt werden. Darauf wurden sie mit dem 
Filtrum über kaustischer Kalkerde in einem luft- 
leeren Räume getrocknet } nachher wurden sie vom 
Filtrum genommen und ferner über Schwefel- 
säure getrocknet , während sie dabei allmUig bis 
zu -f~ ^30^ erhitzt wurden, wodurch sich sicktlMir 
Wasser entwickelte und die Verbindung gelb wurde. 
Der Bleiozydgehalt darin variirte bei 5 Ver- 
suchen zwischen 75,0 und 75,46 Proc. Der Ver- 
brennungs-Versuch gab : 

Gefundeo Atome Berecbnet 

Kohlenstoff 12,19 12,12 6 12,16 

Wasserstoff. 1,70 1,67 10 1,69 

Sauerstoff 10,79 10,82 4 10,81 

Bleiozyd 75,32 75,39 2 75,34. 

Diese Versuche stimmen also vSUig mit fiPb 
-{-C^^Hi^O^ überein, woraus folgt, dMs d^ kry- 
stallisirte Mannazucker =8H-f C^HioQ^ ;«!. 

Durch Waschen mit kaltem Wasser wurde diese 
Bleio&yd- Verbindung langsam zersetzt, indem sich 
Mannazucker mit weniger Bleioxyd in der Plus- 



559 

sigkeil ftnfKste ond eine Verblndang mit mehr 
Bleiozyd gebildet i^arde. Wird sie «ber mit sie« 
dendem Wasser behandelt uod dieses siedend ab- 
filtrirt, so sebiesst daraus beim Erhallen die er- 
stere Verbiiiduog an, während Mannsfzacher mit 
weniger Bleioxyd aufgelöst bleibt. Er fand darin 
67,9 Proc. Bleioxyd, was sich niefat sehr von 
3t>b4-2C«HioO^ entfernt, welches 00,5 Proc. 
Bleioxyd enthalt. Aber es kann doch schwerlich 
als eine bestimmte Verbindung angesehen werden, 
sondern es ist vielmehr ein Geroenge von PbC^H^^O^ 
mit J^b^C^ H^004. Wenn siedendes Wasser nichts 
mehr aniö'st, so ist der Buckstand eine Verbin- 
dung aus S^b-fG^H^oQ^, welche bei der Ana- 
lyse gab: 



Gefunden 


Atome 


Berechnet 


Kohlenstoff 8,88 8,76 


6 


8,83 


Wasaentoff 1,29 1,19 


10 


1,22 


Sauerstoff 7,95 7,70 


4 


7,84 


Bleioxyd 81,88 82,45. 


3 


82,11. 



Aus allen diesen Verbindungen wurde, wenn 
man sie durch Schwefelwasserstoff zersetzte , der 
Mannazucker unverändert wieder erhallen. 

Der Mannazueker vereinigt sich mit anderen 
Basen ; aber da diese Verbindungen nicht krystal* 
lisiren, so können sie nicht zu analytischen Be- 
stimmungen angewandt werden. Er vertragt das 
Sieden mit iibcrscbüssigem kaustischem Kali, aber 
er gibt bei der trocknen Destillation mit Kali oder 
Kalk MeUeeton, gleichwie Zucker, aber ohne Ein- 
mengung von Aceton. Auch hat er nach diesen 
Versuchen von Favre eine solche Zusammen- 
setzung, dass zu dieser Bildung nur erforderlich 
ist, dass Wasser und 3 Atome Sauerstoff abgc- 



560 

seliieden werden. Ist Favre'» Ansicht ricbtig, so 
mnss er bei der Destillation mit SchwefeUiare 
und cbromsanrem Kali ebenfalls Hetacetonsiure 
geben , nreil er das Radical dieser Saure enthalt. 
Der Mannazncher schmilzt bei -|- 166^, ohne sein 
Gevricht zu verringern, vrorauf er bei -f- 1^^ l"7* 
stallinisch erstarrt. Er rcdncirt sehr rasch Silberoxyd. 

Mit Schwefelsäure vereinigt sicji der Manna- 
Zucker zu einer gepaarten Saure, unter Eutwieke* 
lung von Wärme, aber ohne dass er sieb dabei 
färbt. Sobald er völlig darin aufgelöst ist, vtird 
die Masse mit Wasser verdiinnt, mit Kreide ge« 
sättigt, filtrirt, und mit essigsaurer Baryterde ver- 
mischt, um die Flüssigkeit von der Scbwefelsinre 
des aufgelösten Gypses zu befreien. 

Aus der filtrirten Lösung wird dann ein basi- 
sches Bleisalz ^niedergeschlagen, indem man drei- 
fach-basisches essigsaures Bleioxyd hiiieintropft. 
Der Niederschlag wird mit siedendem Waaser so 
lange gewaschen, als das Waschwasser noch Spu* 
ren von essigsaurem Qleioxyd mitfuhrt. 

So ausgewaschen ist dieses basische Salz weiss, 
unlöslich in Wasser, leicht löslich in sehr Ter- 
dünnten Säuren, ohne dass sich dabei Koblensaare* 
gas entwickelt und ohne schwefelsaures Bleioxyd 
ungelöst zurückzulassen, was sieb aber doch darin 
beim Kochen der Lösung bildet. Das Salz ent- 
hält nach Favre keine Spur von Essigsäure. 

Es wurde zusammengesetzt gefunden aus: 





Gefunden , 


Atome 


Berecbnet 


Itohlcnstoff 


5,98 6.09 


6 


6,91 


Wasserstoff 


0,85 0,79 


10 


0,83 


Sauerstoff 


1,30 1,36 


4 


1,97 


Scbwerelsäure 


13,30 12,91 


2 


13,37 


Bleioxyd 


88,17 87,85 


4 


87,82, 



561 

Wird dieses Salz durch Schwerelwasserstoff 
zersetzt, so erhalt man die Saare in der Lösung, 
weiche sich im Exsiccator concentriren lasst, aber 
nicht das Sieden vertriigt, indem hierbei Schwe- 
felsäure frei wird. Die concentrirte Säure tällt 
nicht die Salze von Baryt oder Kalk, was aber 
nach dem Kochen stattfindet. 

Ueber diese Säure werden fortgesetzte Ver* 
suche versprocbeq* 

Aehnliche Versuehe iiber diese Säure sind gleich- 
zeitig von Knop nnd Sehnedermann *) in Göt* 
tiugen angestellt worden. Auch diese analysirten 
den Mannazucher und fanden dessen Zusammen- 
setzung am besten mit der längst angenommenen 
Formel übereinstimmend. 

Die Mannitschwefeisäure brachten sie auf die- 
selbe Weise, wie Favre, hervor, sättigten die 
Lösung theils mit kohlensaurem Baryt und tbeils 
mit kohlensaurem Bleioxyd , brachten damit neu- 
trale Salze von Kali, Natron, Baryt und Bleiozyd 
hervor und analysirlen alle diese, sowohl durch 
Verbrennung als auch durch Bestimmung des Ge- 
halts an Basis darin.« Bei allen diesen Analysen, 
von denen ich als Beispiel nur die Zahlen von 
einer anführen wiH, wurde die Zusammensetzung 
der Formel 2Üä2 + Cm^^O^ oder 2ft S + Cm »^^ 
S^ efttaprechend !gefunde0. 

Die Analyse des Kalisalzes gab: 



*) Ann. d. Cbm. m Pborm. U, U2, 



562 



Gefaodea 


Atome 


B«redinci 


Koblenstoff 14,13 


8 


13,44 


Wasserstoff 2^40 


14 


1,95 


Sauerstoff 40,64 


18 


40,24 


Schwefel 17,45 


4 


17,99- 


Kali 25,38 


2 


26,30. 



Allerdings kinkt das ResnlUt der RecbnuDg etwas, 
was ancli bei den übrigen Analysen der Fall ist. 
Aber es ist klar, dass ibre ResnUate mit denen von 
Favre unvereinbar sind« Da es niebt za YenDU- 
tben ist, dass auf der einen Seite in den Analyacn 
ein Febler begangen worden ist, so moss die Ur- 
sacbe in einem dabei staltgefundenen j auf irgend 
einer Seite nicbt beobacbteten Umstände gesucbt 
werden. Vergleicbt man in diesen Analysen die 
Koblenstoffgebalte mit dem Schwefelsiinregekalte, 
so ergibt es sich, dass in FaTre's Salse 100 
Tbeile Koblenstoff 222,5 Tb. Scbwefelsanre, ond 
in Knopfs und Sebnedermann's Salze 4BS,33 
Tb* Scbwefelsänre cntsprecben, was nicht Tollig 
doppelt so viel ist. Dann liegt die Frage zn be- 
antworten vor: gibt nicbt der Mannazncker mit 
Scbwefelsäure zwei Sauren, in welchen die eine 
doppelt so viel Schwefelsäure wie die andere eot- 
bält, und von denen Favre, durch die voe ihn 
angewandte Bereitungsmelbo*de des basischen Blei- 
salzes nur die eine, und Knop und Sehneder> 
mann ein Gemenge von beiden, aber die Schwe- 
felsäure • baltigere in einem überwiegettden Ver- 
hältnisse erhalten haben, woraus das Hinkende 
in der Ueberelnstimmang zwischen Rechnung und 
directem Resulut folgen könnte? 

.Die Letzteren nehmen auf den Grund ihrer 
Versuche an, dass die Znaammeasetftang des Manna« 



563 

znekers mit .C^H^^O^ ond Wfthrseheinlieh mit 
S-f->C^H^^O^ ansgedracict werden moMe* Aber 
biersn baben alle mit dem Maniiazaeker angestell- 
ten ABilysen angeftbr ^ Proe. Koblenstoff sn Yiel 
gegelien, and dagegen einen Wa^aerstoffgebalt^ 
welcbe der alten Formel entspricht. 

Mannitschwefehaures Kali vrird erbalten, wenn 
man die Lösung des Bleisalzes genau mit schwe- 
felsaurem oder bohlensaurem Kali ausfallt. Es 
trocknet dann zu einer gummiähnlicbcn^ gesprun- 
genen Masse ein. Das Natronsah verhält sich 
eben so. Das Ammoniumoxydsalz wird leicht 
beim Eintrocknen zersetzt, aber es ist den ▼or- 
bergehenden ähnlich. Das Baryisalz kann durch 
vorsichtige Verdunstung in körnigen Kryslallen 
angeschossen erhalten werden, wobei sich aber 
leicht schwefelsaurer Baryt bildet. Am besten ist 
es, eine warme Lösung mit warmem Alkohol bis 
zur anfangenden Fällung zu vermischen, worauf 
es beim Erkalten in Gestalt von Körnern anschiesst. 
In der Hitze des Wasserbades wird es braun. 
Das Bleioxydsalz krystallisirt nicht, sondern es 
wird gnmmiähnlich , aber es zersetzt sich noch 
leichter als das Barytsalz. Durch Alkohol wird 
es in ölähnlicben Tropfen abgeschieden, welche 
im laflleeren Räume zu einer durchscheinenden, 
gelbllcbeu, in der Luft wieder zerfliessenden Masse 
eingetrocknet werden können. Die Salze von 
Kupferoxyd und von Silberoxyd sind eben so 
leicht löslich, werden aber noch leichter zer- 
setzt. 

Inzwischen wird eine wiederholte Untersuchung 
nothwendig. 



564 

Mannazucker K n o p und SchDeilerinan.n*)' baben ferner 
nra PflanLn?'^^ Mannasoclcer in Agaricas piperala§ gefnndeD, 
worin er in grosser Menge enthalten ist. Sten- 
liouse**) hat ihn in folgenden Seegewäeliaen ge- 
fanden : Laminarla saccharinS) worin' 12,15 Proc. 
enthalten sind, so dass er mit Vortheil daravs be- 
reifet werden kann^ Laminaria digitata und Haly- 
dris siiiqnosa enthalten 5 bis G Proc. ^ Rfaodome- 
nia palmata enthält 2 Proc.; Fucus vcsiculosus 
enthält 1 — 2 Proe* Alaria esculcnta, Fucus ser- 
ralus und Fucus nodosus enthalten ihn ebenfalls. 
Riegel ***) hat ihn in Cantharellus escnlentos 
und in der GfaiTeUaria coralloides gefunden. 
Mannazucker Dagegen hat Stenhouse*|*) angegeben , dass 
QuccEn"m"«'^^ in Nadeln hrystallisirende Körper, welchen 
halten. Pfaff mit siedendem Alkohol aus dem Wasser- 
extracte der Wurzel von Triticum repens ausge- 
zogen hatte, nicht Mannazucker ist, sondern ein 
saures Kalisalz, welches er für saures oxalsaures 
Kali halt. 
Gummi und Schmi dt *}*-|*) bat in Giessen eine sehr aufklärende 
schidnnr Arbeit über Gummi und Pflanzenschleim ausgef&brt. 
Er analysirte diese Körper erhalten aus Gummi Tra- 
gacanthae, G. Cerasornm, Saiep, Semen Cydonio- 
rum, Sem. Psyllii, Sem. Lini, Radix Altliaeae, 
Salvia - Arten , Radix Symphlli und von Sphaero- 
coccns crispus. Alles daraus in kaltem Wasser 
lösliche Gummi oder Schleim hatte die Znsam- 



*) Ann. d. Ghem. und ^arm. XLIX, 241. 

'') Das. LI, 349. 
•••) Jahrb. der Pharm. V, 287. 

f) Ann. der Chem. und Pharm. Ll^ 29. 
ff) Das. S. 354. 



565 

meBselzniig der Starke oder von Gamini ftrabieum 
— 0^2^20010^ nnd das in kaltem Wasser Uiitös* 
licke aber damit AnrqoellendefBassorin) halte die 
ZnsammensetZDDg der Starke oder des Gummi's, 
getrocknet bei -flSSo, aimlieh = C^Hi«(M>. 
Sowohl die ersteren als auch die letzteren Körper 
liessen sieh durch Kochen mit verdünnter Schwe- 
felsäure in Dextrin and in Zucker verwandeln. 

Ich halte es für überflüssig, ans dieser' wich* 
tigcn Arbeit mehr als das Hanptresultat ancnfilh- 
ren, und verweise in Betreff der Analyse einer 
jeden verschiedenen Gnmmiart auf die Abhand- 
lung. Es sind darin verschiedene pfanzenphysio- 
logische Ansichten entwickelt, welche aber ausser 
den Grenzen dieses Jahresberichts liegen. 

Promberg*) hat einige Untersuchungen über Metapekim- 
Fremy's Metapeklinsäure (Jahresb. 1843, S.fi77) '^'"'^''' 
ausgeführt, weiche durch fortgesetztes Kochen de» 
Pektins mit Alkali oder mit Säure gebildet wer- 
den soll. Dabei fand er Fremy's Angabc bestä« 
tigt, dass das Pektin durch Kochen mit Alkali 
seine Unlöslichkeit in Wasser verliert, so dass es 
sieh dann nicht mehr durch Essigsiure daraus 
niederschlagen lasst. Nach halbstündigem Kochen 
mit kohlensaurem Natron nnd Sittigen der Flüs- 
sigkeit mit Essigsäure, bis sie sauer reagirtc, be- 
wirkte essigsaures Bleioxyd darin einen Nieder« 
schlag, welcher, wohl ausgewaschen und getrock- 
net, ans 41,39 Theilen Bleioxyd und 58,61 Th. 
Pektinsänre bestand, welche letztere aus Ci^H'^^ 
zusammengesetzt war (vergl. Jahresbericht 1845, 
S. 371). Das Yerhältniss zwischen dem Sauerstoff 



*) Scbeikundige OndenocJciageo, II| 215. 
Benelios Jabres- Beriebt XXV. 37 



Ö66 

m iem Qxyi md i» der Sinve ist vw der Ah^ dtse 
die »iure 10 Mul «o Ttd 8aaeitloff als das damit 
verbuadene Bleioxyd enthalt, und dasa das Ganze 
mU PbC^9H^^Q^<> aiisgedriiekt werden koaiite. 
Darauf wurde eiae auder/e Portion Pektin 7 Stan- 
den lang mit k^lilensanreni Natron im tJeberaeliaas 
gekoelit f und dadureb wurde auf Sbnllebe Weise 
ein Niederseblag erkalten, welcher ans 46)13 Thei* 
len Blebsyd und §3,87 Tb. Säure betUnd, worin 
sieb der Sauerstoff des Oxyds au dem^ der Saure 
= 1:8 verbbsU. Bs glfickte ihm nieht , einn an 
Bleioxyd reichere Verbindnng, als diese, herTor- 
znbringen, odf^r im Uebrigen Fremy's Angaben 
über die Uetapektinsiure an bestätigen. 
Pektin und des- Choduew*) hat, in L i e b i g's Lahnratwinns, 
'^"rang^n. ^' Untersuchungen fiber Paktin , Peklinsanre und 
Metapek^insiure in der Absiebt angestellt, nna die 
noch unsicheren Dsta über die Zusammenselauag 
und Sattigungseapacitat dieser Körper an erfor- 
sehen, und diese Untersuchungen haben sehr bc- 
merkenswerthe Resultate ergeben. 

Das Pektin bereitete er Iheils ans Birnen oder 
Aepfeln und tbeils aus weissen Riiben. Wean 
es aus dem ansgepressten Birnaaft mit atarkeni 
Alkohol ausgefilUt, dann mit Spiritns ansgewn- 
sehen und ausgepresst wurde, ao war es etwna 
röthlich geßriit (welche Farbe auch die von Prona- 
berg analysirtenBkiniedersohlage hatten), entlMt 
8,5 Proc. Asche, und gsb bei der Analyse, nneh 
Abzug des Gewiekis der Asche, Zahlen, welche 
mit denen von Fr am borg angegebenen nbereiü« 
stimmten. Aber da dieser Gehalt an Asche einen 



*) Ann. d. Chem. aad Pbam. U, SftS. 



567 

G«iull '•» tmßim BaMn »iitwiM^ m kdaaite das 
Rciallai nidit dia vidittg« ZoMittnienseUuig de« 
Peklias darlegen. 

Er veränderte daber die BereiKiuigBnelb4»de des 
Pektins aof die Weise, daas er das «il Allsobel 
asMgefallte Pektin wieder in Waseer «nflöMe, die 
Lösung mit SalssSnre vermisdile $. nm die darin 
vorhandenen SalEe- zn aersetaen , ntad das& er ea 
dann wieder mit Alkohol anafallle iind aoswtiaeh, 
Naeh dem Aaspressen und Troekilen bildete ea 
dann eine harte Maese, die sich schwierig an Pul- 
ver terreibeh licss, welche sich in Wasser auf« 
loste, nnd weldie beim/Verbrennen 1^9 Prec« 
Asche ^nrttcMiess, die keine Kohlensäure enthielt^ 
nnd welche dem gröeSlen Tbeile naeh pbosphor- 
sanres Eisenoxyd war^ Das so bereitete Und bei 
4.129^ getroeknele Pektin gab bei der Analyse 
(C = 75,84)t 

Gafund«ii 

Kohlenstoff 43^0 43,79 

Wasseratoff ^,63 5,41 

Sanerstoff 50^67 50,80 

Dieses Pektin gab Niederschlage mit essigsao*r 

rem BleiSxyd ndd iteit essigsaurem Kupfeioayd,; 

die »icbl ton eonstanter Znaammensetzung erhell. 

ten worden. Die Bleioxydverbindnng enthielt ein» 

Mal S3,0 »ttd ein anderes Mal 30^6 Proe. Blei* 

oxyd. Mit HMfe Ton Kali vedneirte es aus sehvie-' 

felsanretti ISnpferoxyd das Oxyd nn Oxydol. . 

Die Pektinsanre sCellle er ans RiibeA dar, Welche Pektiosäure. 
zn einem Brei zerrieben, dann ansgeptfesst^ mit 
Wasser wohl ansgewasclicn und wieder aasgepresst 
wurden. Der eusgepresste Rückstand wurde ^ 
Stunde bttg mil einer stark verdiinnleei Kalilpug« 

37* 



Atom« 


Bcreobnel 


i$ 


44,09 


42 


5,51 . 


24 


50,40 



568 

ansgeh^ehl Mid die gebildete Läsiiig darck l^in- 
vraiid filtrirt. Aus dieser nun irfiben Fläsftigkeit 
wurde die Pektinsäure durch Salzsäure uiederge- 
sclilagen^ gut attsgewascLea , zuerst mit -sanrem 
und dand mit reinem Wasser, und zuletzt mit 
Alkohol, worauf sie sinsgepresst und in Ammo* 
niäk aufgelöst wurde. Die Lösung giiisg uun leicht 
farblos und klar .durch Papier , und nach diesem 
Flltriren wurde fiSe mit Salzaailrc vermischt , die 
dadurch ausgefällte Pektinsäiiire gewaschen, znerst 
mit saurem und dann mit reinem Wasser und zu- 
letzt mit Alkohol. Das Wasdien zuletzt mit AI- 
kohol hat den Vortfaeil, dam wenn die Mineral- 
saure durch das Wasser weggefahrt worden ist, 
die Pektinsäure zu eii»cr s^hwi^rig auszuwaschen- 
den Gallert aufquillt, welche Gelatinirnng der Al- 
kohol verhindert, so dass man die Säure als eine 
faserige, holzähnliche Masse erhalt, die sich leicht 
auspressen und trocknen lasst. Sie ist farblos, 
aber wird sie lange Zeit bei 4* 120^ erhalten, so 
nimmt sie einen Stich ins 'Gelbe an. Sie ver- 
brennt ohne sich aufzublähen, und läset dabei nicht 
völlig 1 Proc. Asche zurück,, die hauptsächlick 
phosphorsaures Eisenoxyd ist» Sie isi in siedem- 
dem Wasser wenig ode|w nicht löslich, aber leicht 
und ohne Färbung in verdünnten Alkalien, und 
die Lösung darin gibt mit allen unorganiselien 
Salzen, Quecksilberchlorid .ausgenommen^ gallert- 
artige Miedersehläge. Naitb veraehiedenen B«rei- 
tuAf^^-Operationcn erhalten .w«rde sie zusammen- 

geseta^t gefunden aus : 

Gefunden Atome Berechnet 

KohlcnstoiT 42,25 42,39 14 42,42 

Wasserstoff 5,29 5,13 20 5,05 

Sauerstoff 52,46 62^48 13 52,53 



569 

Chd^uew glaubt jedoch, dass die Atottien- 
Ansabl doppelt so gvosa sei, wodurdi die'Siore 
nach der Manier der Gieasener Sekole eu eiaer 
rweibaaiacben wird. 

PekiinS4$ure Sähe fverdea auf mehrfache Weise 
erhallen. Am besten fanrd es Chodaew, dass 
man die Lösung der Säure in einem Alkali mit 
Cblorbarium niedersehlägtf Der dadurch gehiidete 
gallertartige Klampen wird in der Flüssigkeit mit 
der Hand gefasst und ausgepresst, d»nn.mit rei- 
nem Wa<iser angerührt und auf dieselbe Weise 
noch mehrere Male ausgeprcsst. Dadurch gbht die 
galfertarlige fieachaffenheit verloren, nnd er be- 
kommt dieselbe ' faserige hokähnliche Beschaffen^ 
heit wie die Sivre, so dass er sich dann leicht 
und vollständig auf einem Filtrum auswaschen lässt. 
Diesen Bandgriff schreibt Chodnew für alle ge- 
fällten pektinsauren Salze vor. Nach dem Trock- 
nen sind sie dann leicht zu pulverisiren. Das 
Barytsalz wird durch Digestion mit uberschiissi- 
gcm kohlensaurem Ammoniumoxyd zersetzt, um 
daraus die Baryterde abzuscheiden« Die Fliiasig- 
keit wird filtrirt »nd freiwillig verdunsten gclas« 
sen, wobei das kohlensaure Aramoniumoxyd weg«* 
geht. Ilienmf wiitl diese Lösung des Ammonium- 
oxydsalzies zur Fallung des Salzes von jeder be- 
liebigen Basis angewandt. Auch lassen sich die 
Salze von Kali und Natron init Vortheil dazu an- 
wenden, welebe so bereitet werden, dass man die 
Säure in dem . Hydrat des Alkali's bis zur SäUi« 
gnng auflöst, die Lösung filtrirt, das Salz mit 
Alkohol ausfällt und mit Alkohol auswäscht. Diese 
Salze werden zwischen -j- I5(F und -f *6(K> gelb- 
braun. 



570 

Das KaUsmh^ tut diese We^ise hereilct, isl 
naek de» Troeiuimi be» if i^O» fäicfig, Msig, 
nmd CS lässt »iek ikaonzi» Plibrer senreiben. . Biei« 
Verbrennen bläbt es sieb etwab 9n(y yna^mtAmii 
dem NaitOBsalae dar Fall iM, Aber aicbt nit den 
übrigei». Ea iat löalicb in Waaaet mid die Lö« 
aung iat mllig neulral. 

Daa lVaüt9fU$ml% verUilt aiolr dbe« ao. 

Das ^mmomiwmojn/ds^^ ebemUh^ aJicr ca^ wird 
diuick Trodkaen bei -f 1€0<) aa«er ond r^ddtiaiin, 
und OS löatieieli dann nait dieaer Farbe in W»s* 
aar atiFv . * 

Das Brnrytsatu ist ein gekiiniiaeir NiQileracUag. 
E» iv»rde meb diaai Troebnaa bei: -f-lOQR «m« 
lyaitt und zuBaaiwengeactat gefiMaden aus : 

|;4)J^lew4olü 30,5a 

Wi^M^salolSr 3„ß4 

I^WerBioff 37,90 

B^yi(er«)e 22^8 
33 Bn 4^ Cw-Hao^Oi^, 

Baa. iraZX^ak yerhüt akk f^mn aben sa wad 
g«b bei der Verbreniinngsi- Ainalyse. eben «a ke« 
fmdigenda Reaolt*le* 

BmB.mmoaeyds4d» fällt kalt gjkliartaaiig ind ai««- 
teal niadjer^ Dtnwb siedende Fällung erbäli maa 
aber ein baaiscbea Salz, wcldiea ein- verscbiede- 
nca Anaehes hat, und welclies cv^ eben ao ciaann- 
mengcaetzfr fand, wie das leUtese Tan Fvojnb erg, 
inaofem, dasa ea 4fi,13 bis M^SiPwoc. BleinByd 
entfiiall« Bei der VerbrenmiBga^Anal^e gab ca : 



14 


30,^0 


20. 


?i69 


13:., 


3«iJ3 


i, I 


. -27^8 



Alome 


ficrecbMt 


28 


23,38 


38 • 


2^3 


26 


27,72 


a 


46,37 



571 

KohleiHstöir 23,06 

Wassersl^ff 2^» 

SauefHteff 2Sfi7 

Bletaxyd 46^2 
= «(PbCi*H"Oi«) 4- PbU. Ahet für i\M For- 
mel li«t «r i Aeqmval^M WaMerstolT nhA I AUiii 
Saaerstoff ki der Sinr« z« frei ficfhoilliDe* ^ m4 
et mit d«r Anzahl*« ^oa I AtofW Wass«^^ recht«' 
fertigt. DeAsM ungeachtet &ält er »ie doch fHr 
reUerbaft, aber er aletlte hcfine nette ^liiMyae mH 
dieaeaa Salze *ii', •• 

Daa SMitr^xgdsdh miiaa anfil vlAli'g ateatralem 
salpetersaUfeur Silbevoxyd getaut ifetdta. pev- 
geringste U^bi^ts^baM arti Salpetevaiotfe veraalaast 
die Bitfnrett^afttg toa freief P«ktidaiaite. Bs kt< 
d«tt ib^eii ähnlMl und wnrde' iteaulaMngesetst^ 
gefaikdeh atfat 

Okfaod«fi 

Kohlenstoff 26,45 

Waaüeralaff 3,10 

Sauerstoff 33,7& 

Sitberoxyd 36,70 
= Ag + Ci*H20Oi5. 

Eine inderö Art- Abänderbog de« P^iktioB ururdc **«!j|'nj«« 
von €hodneiV erhatleki , alls er die zerriebenen, 
wohl aüsgepresdten, gewasöftönekl nnd wieder ao^- 
gepreaaten ftitbeil mit einer sehr Terdüriutert Sal^« 
sanre kochte, und die abfiltrirte, schwach opalisl- 
rende Lösung mtt Alkohol ausfllhe , den Nieder- 
schlag mit Alkohol und ihrauf ttaft Aethe^ ä^^s- 
wasch und dann trocknete. ÖaiJ Ködien- mil Srflrf^ 
säure hat keinen andereki Antli'^iÜ an iWr Adsfetift- 
hang der^ünre, ab difas sie die Kalkorde %^<<^ 



Atom« 


fttnehial 


14 


26,73 


20 


3,18 


13 


33,13 


1 


96,96 



Säure, 



572 

nimmt, mit welcher dieselbe YerkuDcIeD ist, uod 
welche sie unlöslich macht« Wird die- zerriebese 
und ausgewaschene Biibenmasse mit einer wcdi- 
gcr stark verdiinntcn Salzsaure aoge rührt, daau 
in der Kalte einige Stunden lang stehen gelassen 
und die Masse dann ausgepresst, ao löst sieb 
die neue Varietät in darauf gegosaeneiB aiedeo- 
den Wasser auf, so dass sie sich durch Alko« 
hei daraus niederschlagen lasst* Sie bildet daan 
»ach dem Trocknen bei 4* 120^ eine farblose, fa- 
serige, hoUige Masse, die sich nicht zu Pulfcr 
zerreiben lässt, welche sich aber sowohl in rei- 
nem als anch in alkalischem Wassi^r anflöst. Sie 
liat den Namen pekiinige Säure erhalten. 

Ihre Lösung in Wasser reagirt schwach sauet. 
Kali fiillt daraus^ wenn man sie damit iibersättigt) 
eine Gallert, eben so Kalkwasser. Saljietersao- 
res Silberoxyd gab keinen Niedernchlag, aber sie 
nahm eine dunkle braunrothe Farbe an, ohne trübe 
zu werden. 

Sie wurde zusammengesetzt gefnadeo aus: 
Gefunden Atome Berecboet 

Kohlenstoff 43,02 42,92 28 43,18 
Wasserstoff 5,72 5,59 42 5,39 

Sauerstoff 51,26 51,49 25 . 51,22 
. Die Salze dieser Säure bestehen, wie wir sacb- 
her sehen werden, aus A+C^SH^O«*, folg««^ 
weist die nuq angerührte Analyse z:zÜ + C^^^^ 
02* aus. 

Das Silberoxydsah wird erhallen , wenn ^^^ 
eine Lösung von der pektinigen Säure in Wasser 
mit nenlralem Salpetersäuren Silberoxjd im Uebe^ 
schnss vermischt und dann Alkohol hinsufügly ^^ 
durph aich das Si^jz gallevibartig abscheide^ ^'^ 



.^^ 



28 


34,86 


40 


4,03 


24 


38,57 


1 


23,40. 



573 

dem A«»ivMclien mit Alkftliol ist i^a farblos, aber 
es iiiamit bei -^ 1(10^ eioe« Slicb ins Reibe ao. 
B» wiurde siMammeiigeaetzl gcfundea ans: 
Gefunden Atome Berecbuet 
Kohlenstoff 33^62 
Wasserstoff 4,12 
Sauerstoff 39,00 
Silberoxyd 23,26 
Das Bleioxydsalz wird dorcb essigsaures Blei- 
oxyd ans einer Lösnog der pebtinlgen Siare in 
Wasser niedergescblageo, vnü ist bei dem Fällen 
gallertarltg. 

Es wurde zusammenges^tat gefunden aus: 
Geftinden Atome Berechnet 

Kohlenstoff 33,79 34>25 28 34,17 
Wasserstoff 4,13 4,32 40 4,07 

Sauerstoff 39,98 39,28 24 39,07 
Blcioxyd 22,10 22,15 1 22,69. 

Die pektinige Sinre nntersebeidet sieh in der 
Zosammensetaong von 2 Atomen Pektinsaore durch 
2 Atome Sauerstoff weniger, eis diese enthält, 
oder wenn dieae analysirten Verbindungen, wie 
es oehr wahraebeinlieh Ist, 2 Atome pcbtinige 
Säure =2Ci^H»>0i^ enthalten haben, durch 1 
Atom Sauerstoff. Davon ist der Name pektinige 
Säure abgeleitet worden. 

Von dem Pektin unterscheidet sie sich durch 
1 Aequivalent Wasserstoff weniger, und es wäre 
vielleicht möglich, dass, da die Analyse des er- 
steren nioht recht sicher ist, beide eine gleiche 
Zusammensetsung haben, dass aber in die pekti- 
nige Säure durch die Behandlung mit Salzsäure 
1 Atom Wasser in cheniische Verbindung einge- 
treten ist. Chodnew betrachtet die Uebcrcla- 



674 

sliminiing in def ZuMnmicasetsiing aU tttekC acbr 
unwAlirscIieiiilich , •her er glawbl doch , dus der 
Name pekCinige Siure beibekallen werden nasse. 
Dies 48t nm so richtiger, als sie dann wohl iso- 
merisch , aber nicht identisch sind , da sich das 
indifferente Pektin nicht chemisch mit Wasser ver« 
einigt. 

In Betreff der PektinsaiHre glaubt Chodnew, 
dass sie piieht ßUt soli^h^ in den Pflanzen entbal- 
UBy sondern ein Projuet der Wirkung des AI- 
kali's sei. Denn werden die ansgepresslen Rü- 
ben mit. A^mpniak gel^oitht,, so ist in der da- 
durch erhaltenen Lösung nichts enthalten, was 
durch Säuren oder Alkohol getatinbt, indem das 
Ammoniak nicht die ISalksake MraetsU Aber 
wenn man nach dem Ausziehen d«r peklinigen 
Säure durch Kochen mar terMnnter Salzsiura den 
ungelösten Rftehstand auswiscbl üml ihn dann 
mit kaustischem Kali auskocht ^ so erhält mmn in 
diesen eine andere gelalinirende Sänie aufgelöst, 
wefche naieh dein AusfilHte mitiSaksiüre, Waschen 
mit Alkohol »nd Aethoit, uudTrookneU bei +1800 
zusammengesetst gefbnden wuMle aus: 

Gefunden Atome Berechnet 
Kohlenstoff 41^52 4f,39 28 41,68 
Wasserstoff 4,75 4,92 38 4,71 

Sauerstoff 53,73 53,69 27 53,61. 

Sie enthält also f Ae^uivahei^t Wasserstoff tve- 
uiger und i Atom Sauerstoff mehr afai S Atfranc 
Pektinsäure. Er nennt sie üeberpekHn$&we. Die 
Pektinsiure kann dann angesehen werden, ah ent- 
standen aus 



575 

i AI. pekti«. S&M€ «il Waaecr = S8C-MftH-f SSO 

lAt. DeherpeJuinaiare = 88CH>38iH-^ 

«Atome PehtinMiKre =56C+60H+$2O 

Es ist daber scbr zu bedauern, dass dieser 
neue Körper nlcbC eben so ansfubrlicb untersucbt 
trordett ist^ wie die yorbergebeiidett. Es iM belns 
▼onr seinen Sahen mrl irgend einer Basis anaFfsirt 
und kein Begriff von seiner Sältigungscäpaeitat 
gegeben worden. 

Als Beweis der Ricbtizbeit seines Schlosses 
liinsicbtlich der Bildung der Pektinsäure fnbrt er 
an, dass sich die pebtinige Säure durch sohwaebes 
Erwärmen mit kaustischem Kali in Pektinsaurc 
verwandelt. Der dann daraus mit Saure abge- 
schiedene gelatinöse Korper gab bei der Verbren* 
nungs -Analyse ganz die Zusammensetzung der 
Pektixisaure. Aber wenn 

2 Atome Pektinsaure sind = fi8C+40H+fi6O 
Otidf 1 Afom pektittige SHure = a8C-f40H4-<*0^ 
und der Unterschied also wird* =z SO, 

so hätte durch Versuche gezeigt werden müssen, 
^voher dieser SauerstoflP gekommen ist. Durcfi 
Umsetzung kann dies hier nicht geseheben sein', 
n'ie im vorhergehenden angenommen wird, dass 
GS bei der Bitdung der PektinsSure aus Pefttiif 
und Ueberpektinsaure staltfinde. Der Versuch 
Baffe ausweisen Httssenr, dass Sauerstoff ganz 
rasch ans der Luft aufgenommen worden ist, aJber 
ein hiecSber angestellter Versneh wird niekt an^ 
gef&hrt Fimlet aber eine solche Absov|rtion 
statt, sd beweist der Veraaek nickts für die ■>!• 
dang Jtoä Pektinsanre aus Pektin und Ceberpciklht* 
since, — Mit einem Wort , dieses »letal: mige* 



576 

füiirte Tlieil der Unlenacliaiig üiiiss weiter ver- 
folgt werden , vin recht klar s« werden« 

Er hat ferner auagemiltelt, dass unreife Frachte, 
z. B. unreife Stachelbeeren, nicht Pektin, sondern 
peklinigc Saure enthalten. 

Die Masse, welche von Aepfelq, Birnen und 
Ruhen zurückbleibt, nachdem sie mit verdünnter 
SalzsaOre, kaustischem Kali, Alkohol nn^ Aether 
behandelt worden ist , ist' ein in diesen Flüssig* 
keiten unlösliches Zellgewebe, welches eine pek- 
tinartige Zusammensetzung hat. Sie wurde nach 
dem Trocknen bei -|- 115^ zusammengesetzt ge- 
Tunden aus: 

Gefunden Atome Berechnet 

Rüben Aepfel 

Kohlenstoff 45,97 45,94 

Wasserstoff 6,13 6,25 

Sauerstoff 47,90 47,83 

Sie enthielt sehr wenig Asche z=Q,15 Proc., 
welche abgezogen wurde. Auch diese analytische 
tJntersuchnng muss genauer geprüft werden, weil 
die Zusammensetzung so nahe mit der des Zell* 
gewebes, welches die Stärkekörner umkleidet, zu- 
sammenrällt, dass man wohl eine geringe Einmen- 
gung von noch nicht ausgezogenem incrustirenden 
Stoff yermuthen kann. 

Zwischen allen diesen Kö'r|^rn stellt er nun 
Colg^nde Vergleichnng auf: 

Pektinartiges Zellgewebe s= 28C+41fi+9S0 

Pektin s=ttC+4aH-fS40 

Pektinige Slure, wasserhaltige rr S8C+49H+950 
Pekfinsänre seJttC-h'tOil+aeO 

UeWrpektinsäute . sa8€+38H-f S70 



28 


45,90 


44 


6,01 


22. 


48,09. 



577 

]>ie Toa Pttmy «ngegebeae MclftpelitiMSiire 
konnte Chodnew eben so wenig wie Frombetg 
hervorbringen, wenigstens nicht «Is einen mit dem 
Pektin isomeris^Len Körper. Frciny gab sn, dass 
sie sowohl darek Kochen mit verdünnten Sauren 
als auch durch Kocben mit kaosüsckem Alkali ge- 
bildet werde. Mit Säuren erhielt Chodnew 
Zucker, Ameisensäure und Huminsäure. Durch 
längeres Kochen mit kaustischem Alkali hatte zwar 
eine solche Veränderung stattgefunden , dass Es« 
sigsäure in den meisten Fällen nichts niederschlug, 
dass aber Mineralsäuren weisse Flocken abschie- 
den, und sieb in der Kalilösung eine neugebil- 
dete Säure von anderer Art befand, welche Chod- 
new noch nicht genauer untersucht hat, von der 
er aber vermuthet, dass sie Aepfelsäure sei, so 
dass künftig wohl die Metapektinsäure gestrichen 
werden kann. 

Mulder *) hat den Pflanzenleim analysirt, von Pflaozenleim. 
dem ich schon früher im Jahresbi^richte 1843, 
S. S66, Analysen von Scheerer und Jones 
mittheilte. Das Mehl von Waizen wurde mit 
Wasser ausgeknetet und die dadurch von löslichem 
Albumin, Stärke, Gummi und Zocker befreite Masse 
mil Alkokol behandelt, worin sieh der Pflanzen- 
leim auflöste. Ans der abfillrirten Lösung in AI- v 
kobol wurde dann derselbe durch Wasser nieder- 
geschlagen , worauf er , zur weiteren Reinigung, 
noch 2 Mal in Alkohol aufgelöst und dnreh Was- 
ser daraus wieder niedergeschlagen wurde. Dar« 
aaf wurde er bei 4* ldl09 getrocknet. In diesem 
Znstande enthält er so wenig nnorganiseke Stoffe, 



*) Sckeik. Ondenock., U, 154. 



578 

d*sft seiae AiCJie mi^ ^ l^uivilbea vott 
Gewiehle betrog. 

Der PflinaBenleim wurde dareh Salpeteniore 
zersetzt und die dadordi gebildete Scbwefelsänre 
durch Chlorbarium niedergeschlagen. Der erbat 
tene schwefelsaure Baryt entsprach bei eineiii Ve^ 
suche 0^57 und bei einem zweiten 0,62 Proccst 
Schwefel. 

Nach dem Filtriren wurde der Ueberscliass an 
Baryt durch Schwefelsäure ausgefällt und cio Stock 
gewogenen Eisendrahts in der Flüssigkeit aufgC' 
löst, durch kaustisches Ammoniak wieder niede^ 
geschlagen und das Eisenoxyd geglüht. Es ivog 
genau so yiel, als es nach dem angewandten Ge- 
wicht Eisen wiegen musste^ so dass also keine 
Phosphorsäure in der Flüssigkeit enthalten war. 
Es ist demnach klar y dass der Pjlanzenleini kei- 
nen Phosphor enthält. « 

Durch die Verbrennungs- Analyse wurde das 
Ganze zusammengesetzt gefunden aus (C == 76,43): 





ßetvmdfin 


Aiome 


Bemboei 


Kokknstoff 


54,93 


54,75 


200 


54,89 


WsHentoff 


7,11 


6,99 


310 


6,94 


SÜckstoff 


15,71 


15,71 


50 


15,90 


Stuentoff 


21,68 


ai,93 


60 


21,55 


Schmefel 


0,57 


0,62 


1- 


0,72. 



Dit gtrundenen Zahlen liegen nngeTabr mitun 
zwiaeheo den Rosdtaleii von S c h e e r e r's ^^ 
Jones'» Annlyaen, tind sie weisen ans, im^' 
Pfianaenleim aiia 5 Atomen Prolein bestehe ^^^ 
banden mit 1 Atom Sekwefel. Wir haben ii^ 
folgende Proteinverbindungen mit Schwefel ^b' 
mit Phosphor 



\ 



579 

Kr j9l»Uin (#o» 4ftn Auge) 15 Fioteui **f S 
Caseio 10 H +S 

Pflmvmleim 10 », IfSS 

Fibrin 10 „ +S + P 

Albumii) (ausHttboereiera) 10 „ +S-]-P 
Albmnin (aa« Seram) 10 ^ 4*^^ + ^* 

Liebig*) bat ausgcrecbnet, dass das AlbaminPflanxen-Albu- 
in den Pflanzen entateben bann ans: '"'°* 

4 Atomen Zucker = 48C-f* 96B + 480 

6 Aeqnival. Ammoniak = 36H +12N 

= 48C+132H+480+12N, 
indem davon 4 Atome 
SauefstoJDT nnd 30 At, 

Wasser austreten = 60II-|-340 

worauf 1 At. Protein 
übrig bleibt =:=48C+ 72H+140+12N. 

In Betreff dieser Berecbnnng kann viel gesagt 
werden^ sowohl in Htieksicbt auf dieselbe im Beson- 
deren, als aucb in Betreff der Reehnenlnst derProba- 
bUItats«Physiologen im Allgemeinen. In Beireff des 
Speciellen bei dieser Bereebnnng^ so hat Mnl- 
der gezeigt, dass das Atom des Proteins die Grand« 
Stoffe swar in ungefähr derselben proeentiseben 
Quantifit enlbSlt, aber niekt in den von LIebtg 
angenommenen Atomxahlen, sondern, wiewiranck 
sebon vorhin gesehen haken , = 40C-f 6SH+10N 
-]~lfiO, und dies hat M nid er htwiesen dqrek die 
Quantitäten Protein, welebe sieh mit dem Atom- 
gewiebte von Bleioxyd, SekwefelsSure , chloriger 
Säure, nnd mit binBukommenden Sauersfoffatonolen 
zu Bi* nnd Trioxyprolein, u.s.w., vereinigen. 

*) AoD. der Cbem. u. Pbarni. LI, 286. 



580 

Es sclieiDt sekwierig erklfirbsr su seiii^ wie 
ein so aafgczeielineter Chemikier, wie Lieb ig, 
solcken ThaUacben zowiiljer, deren Unriebligkeit 
er nicht dargelegt bat, bei einer willkübrlieh an* 
genommenen Formel-Berechnong bebarrt, ebne sieb 
auf irgend einen dieselbe bestätigenden Sittignngs- 
Versneb zu stützen. Möge Liebig oder seine 
Schüler erst durch gute Versuche darlegen, dass das 
Protein in seinen bestimmten Verbindungen auf 
1 Atom von einem unorganischen Körper 48 At. 
Kohlenstoff enthält^ unterdessen aber muss das Be* 
harren bei seiner Formel als ein Vorsalz angese- 
hen werden, eine in dem Laboratorium zu Giessen 
ausgerechnete Formel nicht zu verändern, wiewohl 
ihr durch unbestrittene Thatsachen widersprochen 
ivird^ eine Festigkeit im Vorgefassten , die sich 
auch in vielem Anderen zeigt, z. B. in der fort- 
wahrenden Anwendung des in dem Laboratorium 
zn Giessen bestimmten, deutlich zu hoben Atom- 
gewichts flir den Kohlenstoff = 75,84. — Li diesem 
Falle findet nun der Umslaud statt, dass wenn M n 1* 
der's Formel die richtige ist, wie Tbatsacken bis 
jetzt darlegen^ so taugt die ganze Reebnong zu 
nichts, sondern muss ganz umgesetzt werden, 
obgleich, wie Kohlrauscb*) in seiner Kritik 
der Liebig'scben Rechnen weise ricbtig bemerkt, 
es nichts gibt, fiir dessen Bildrag man nicht eine 
Probabilitats-Rechnung bekommen kann, wenn man 
ein Ozyd von Kohlenstoff und Wasserstoff, Ammo- 
niak, Wasser und Sauerstoff aus der Luft anwen- 
det und sich dann die Freiheit nimmt, nach dem 



*) Physiologie und Chemie in ihrer gegenwärtigen Stel- 
lung. Göu, 1844. 



581 

Erforietiilis 4ef Plrobibilil&to-TliMrie Wasserttoff- 
aUm«, W«8ser, R«41eiiaiOT0 oder Stnerstoff und 
in Ycincliiedeiien FiikiD «neb Ammoftiafc tbzüsckeU 
d«n. KohiraoBeb hat mit SehirftinD uttd aaf 
eine beivsligende Weise die «chiwaSebe Seite dieaei; 
falaeiieA Bebaudlongs- Methode der Wiasenaebaft 
dargelegt. 

Cbevandier^) bat avefiilürliebe ünterandinii* Hotz. Listiii 
gen Ober Bohgewiebae nnd über die Brutto -Zu- 
aammenaetsung ^rer^biedener Hokarten angeatelU. 
Ana dieser analMirlkben Arbeit kann ieh bier n«« 
die Resultate tor^ ansamnieagefaaat mittbeflen. 
Folgende iNsreebiedene Hotzarten worden dnMk 
Verbrennttiig analyairt und gaben : 

Boebe Eicbe Birke Pappel Weide 
Koblenatoff 49,89 50,64 50,61 50,31 51,75 
Wasserstoff 6,07 6,03 6,23 6,32 6,19 
Sanerstoff 43,11 42,05 42,04 42,39 41,08 
Stickstoff 0,93 1,28 1,12 0,98 0,98 

Die Ascbe wurde besonders bestiniint und ab- 
gezogen. Es Tcrsteht sieb, dass dies Brutto^Ana* 
lysen sind, in deren Resultate das Lignin und die 
in dessen Zellen abgesetzten Stoffe inbegriffen sind. 

Folgende auf Ilntersnehungen gestutzte Berecb«' 
nuugen werden angeführt: 

Auf einem Hectare eines Buchenwaldes , den^ 
sen Untergrund bunter Sandstein ist, werden nach 
einer MitteizabI jahrlich hervorgebracht r 

1. 9 Cubic-Meter Holz, welche 3650 Kilo* 
gramme wiegen, nnd welche ISOft'Kifogrm. Koh^ 
lenstoff, 96 Kilogmi. Wasserstoff und 3,4Kilogmi. 
Stickstoff enthalten^ ansser 50 Kilogrm. Asebe. 



*) Ann. de Cb. et de Pbys. X, 129. 
Benelius Jahres - Bericht XXV. 38 



582 

a. Davch dicate Z«iv?«dia wiirAe ta d Jjiliren 
der gansfi K^liIeBiiiiMgdiili ib der darüber rakcn- 
den Atmd«|4aife geittlieh Tersilict rwerdea (Totans- 
geaetat, diaas aller Rohbiiatoff aa» der Laft mmt- 
genommen wird^ nnd daaa nieliffr davon dnrdi die 
Verweaung dea^AbfaUa in dieaelbe xiiriichkebrte). 
Lignin- Blondeau de Carollea*) bat die Li|^ia- 

scl]w«f«Uäiire.6Gbwefelailure einer Untcraiiebiing unterworfen. 
Er aneht zu beweken^ daaa daa Lignin ans 
einer gleielien Anzabl von KobleMtoff, Waaoersloff 
nnd Saneraioff-AoqfniTalenAan atiaaniaaengeaelzt aei. 
Er bebandelle Baumwolle im 6ie«len mit Wasaer, 
Salssäure, baastieebem Kali, Alkohol und Aetber, 
wie dies ziirlsoUrung dea Zellgewebes gewöbnücb 
geschieht ^ und er analyairle sie darauf naeb dem 
Trocknen .bei '^lAQ^, wodurch er erhielt: 
Gefunden Atome Bereehoet 
Kohlenstoff 40,5» 1. 40,00 

Wasserstoff 6,6Q 2 6,66 

Sauerstoff 52,7& 1 53^28« 

Es war ihm kein Hindemiss das berecbnete 
Resultat als richtig anuinehmen^ dass der Ver- 
such 0,58 Proe. Kokleostoff zuviel gegeben bntte, 
und dass alte Anderen, welche sidi mit der Ana- 
lyse des Zellgewebes besciiaftigt haben, ungefähr 
43 Proc. KohlensldT bekommen hatten. 
. Die. 80 behaiLdelte Baomwollenniasae wurde mit 
conceiitrii'ter Schwefelaaure gerieben,. bis sie sich 
damit in eine gummiähnliche Mas^e vcrwaadelt 
hatle, wobei, sich ein eigeuüiümlichcr Geruch ent> 
wickelte, uud die Farbe durch <^elb in dunkel 



*) Revue scientif. cl induslr. XIV, 476. Daraus im Jotirn. 
f. pract. Chemie XXXU, 427. 



5ai 

Violett fibergiDg, w« iko die Btfdaag ?od Z^ber 
oder Hunift niebt abncn licie» ^ davon wurde 
in mimt gv<M[^e Me»ge von Wetser gegosftün, 
nater gleieltf^g^i* Umräbveft. Die Fiiisiigkeit 
fvnrde iltrirt, mit kobleoMnreni Bkkrxyd geeät« 
tigt nnd im loflüeeren lUame vetdoMtet, worin 
sie eine gammiibnlicbe Meese xariiebliest) in weif 
cber sick dentUcbe KryatellisotiooMperen teigten^ 
welebe aber wieder Teraebwanden, als die Maaae 
eintrocknete^ wodercb aie weise und leicbt polve» 
riairbar wurde. Bei der Analyae wurde dieaca 
Bleisais znsammengeaetst gefunden aus l^bS «f* 
Ci8H$6 0i8g^ aä, nach aeioer Beveebnnng. 
Ich balte es fiir überflfiaaig die Zablen ancnfab* 
ren, welebe alle gut damit übereinstimmen; aber 
das Ganze gebort jedoeb xn Angaben, welebe eben 
BO gut wie seine bereits angeflibrte Starkcsebwefel- 
sinre .besser untersucbt sn werden bedürfen. 

Das Barylsah verhielt sich auf äliuticbe Weise 
lind gab eine eben so schöne Uebcrcinfilinimung 
mit der Rechnung in der Analyse. Dasselbe war 
auch der Fall mit dem Ralksalze. Aus dem Blei- 
salze konnte durch Schwefelwasserstoff eine Saure 
abgeschieden werden, welche beim Verdunsten im 
luftleeren Räume syruparlig erhalten wurde, mit 
Merkmalen anfangender Krystallisation , was sich 
dann beim Vermischen mit VTasser langsamer auf- 
löste. Die Säure blick syrupartig und zcrfloss in 
der Luft. 

Ein zweites Drittheil von dem mit Schwefel- 
sänre vermischten BaumwoUcn-Lignin wurde erst 
nach 12 Stunden mit Wasser verdünnt und dann 
mit kohlensaurem Kalk gesalttigt. Das erhaltene 

3Ö- 



584 

Ktllesalz \9nrdB aus C^^^H^O^PS + CaS -f SH 
ausammengeselzt gefvndea. 

Das letzte Drittlieil wurde enl 4|b 84 Steiideti 
mit Waaaer Tardiinnt. Es war aeHH^rs and gab 
eine sehr dunkle Lösung, aber der grösste Tbeil des 
Färbenden wurde daraus beim Sättigen, mit Kalk 
niedergeschlagen ^ so dass die Lösung 4es gebil- 
deten Kaifcsalsea nur gelbbraun und nach dem 
Trocknen im luftleeren Räume gelb war« Dieses 
Salz bestand aus C^H^O^S + CaS + 2k. Weit 
entfernt zu vermuthen^ es hier mit gemengten 
Prodocten, von Traubenzueker , Humin und Hu- 
miosäure, Aineisensäui^, u. s. w. zu thun zu liiJ»eny 
sckliesst Bloudcau daraus, dsss die Schwefel* 
aäure durch ihre längere Einwirkung das Lignin 
aihnälig immer mehr condensirt habe« 
Stengel Ton K a n e *) hat eine vergleichende Uotersncbong 
''^'"Ha°nV^"^^' elementaren ZusammenseUung der Lein- nnd 
Hanfstengcl ausgefiihrt, sowohl vor dem Rotten 
als auch nach der Abscheidung der Baslfaser, so 
wie auch des beim Rotten von dem Wasser Ans* 
gezogeneu und der Asche. Die Arbeit scheint 
eigentlich in agronomischer Beziehung angestellt 
v¥orden zu sein, und sie bietet desshalb keine fiir 
die eigentliche Chemie besonders interessante Re- 
sultate dar. 

Die Asche von beiden zeichnet sich durch ei- 
nen grossen Gebalt an Phosphorsäurc aus. Der 
hei dem Rotten ausgezogene extractive Körper ent« 
hält zwischen 3 und 4 Proc. Stickstoff. In Be- 
treff der weiteren Einzelheiten muss ich auf die 
Abhandlung verweisen. 



') PhU. Mag. XXIV, 98. 



585 

Connel^) lial die Körper uiilrrsiicht, weklie Taquanuss, 
in dem sogeDannten vegetabilischen EKenbein ent-^^^^ PbTteJle-' 
halten sind , deasen Analyse ini letzten Jabresbe- pbas macro- 
richte, S. 463, mitgetLeilt wurde. Connel fvandle ^■'P^- 
xa seiner Untersuchung Dreltspäne davon an, wo- 
von 100 Theile entlirallen : 

Gnmmi 6,73 

Legnnim ' 3,80- 

Albnmitt 0,42 

Fettes Od 0,7i 

Asdie 0,61 

Wasser «,37 

Verhirtetes Zellgewebe 81,34 

Y. Baumbauer *^} hat seine im vorigen Jah- Holt, Schale 
resbericbte, S. 462, angerührleii üntcrsucbungcnp^!^^j^*'^*^^ 
über die Zdsammensetzung des" Zellgewebes \on 
Pflanzen fortgesetzt, und er bat dazu sowohl die 
harte Schale von Früchten als auch verschiedene 
Holzarten angewandt. Es hat sich überalt gezeigt, 
dass diese ans Cellolose besteben, gefüllt in thr^ 
feinen Zwischenräumen mit dem incrustlrcncleh 
Stoff, hanfig in verschiedenen Arten iu einer be- 
stimmten oder gleichen Qnantiiät gegen die Cel- 
Ittlose, und von gleidier Znsammensetsung. So 
fand er z. B.^ dass die harten Schalen der Fru<ihtc 
von Coeos nudfera , C. lapidea, Amygdalus per^ 
siea nnd Juglans regia nach der Behandlung thtt 
Wa»eer , Alkohol nnd Acther eine ganz gleiche 
Zusammensetzung hatten, welche sich auf folgetide 
Weise ausdVüdten lisst (G = 75,12) : '' ' 



•) Pbil. Mag. XXIV, 105. 
**) ScheikuDd. OndtnocL fl, IM. 



586 



Aioroe 


Pröc«nte 


K*bl«A«t«ff 64 


51,94 


Waiiervioff ^ 


$,93 


Snoerstoff ,39 


42,13. 



D^raaf . xeig^ er durch . Versnobe , bei wel- 
eben die iocrustirenden Sloffe durch a^f einaBder 
folgende Bebiandlungeo mit haustiacbeiii Alkali, 
Salzsäure^ Aihobol, Aether und i^olelzl Gblor in 
Wasser ausgesDgjpn norden^ dass das^ "waa dadurch 
sowohl Yon diesen als auch vou dem Holz von 
Ulmus campeslris^ Cytisus Labarnum, Liriodcn- 
dron tiilipirera und von FlacbsseilcA übrig bleibt, 
aus reinem Zellgf^wcbe besf$lit| nach der früher 
gcrundenen Formel : 

Atome ' Bereclmet 
Kohleo9toff 24 43,292. 

Wasaerstoff 42 6,291 

Sauerstoff 21 ^p,ii6. 

, Daraus, folgt , dass sich die znsammeogelegtea 
Pcsta^idtheile der iucrustirenden Stoffe iu den an- 
i;cfiihrteu Nusssfhalen ausdrüchen lassen^ 
>vea,i;Tpn =64C+88H+390 

i At, Cellulpseiü^gezogeii wir d =24C-f 42H+210 
durch =40(H-46H+180. 
ScL^ffAejr*) bat aualytische Cotersuchauigea 
Über das Mark . in dem HoUunder ^ und io des 
Stengeln der Klette und Sonnenblume angestellt, 
a^chdem er es mit Alhobol, Aether und' Wasser 
^esgf zogca hatte. A^cr er b^t dabei alles ausser 
Acht gelassen ^ was vpr ihm in dieser BesMchung 
von Paycn^ Fr.ombcrg, Baifmbauer, u.m.a. 
geschehen ist, um das eigentliche Zellgewebe von 



• • 



) Anu. d. Cbeni. u. Jf^karts. L, |48. 



587 

den iaenislifaidM StoSeo lo befreien. Deneben 
berecbael et «m ikoAnailyicii besondere Fonueln \ 

fikv jeden dieser Kiepert niebl allein naebdem sie 
bei + ftOAO gvireebnel) aettdem asob naebdem aie 
bei 4^fiM^ bräun gebtaimt werden sind* Die 
Analjec des flelinndetaMrriia gab ein Reaullal, 
welcbee der Zna aiui ena etem g des reinen Zell- 
geffebes sebr nabia boniml. Die der anderen wei* 
eben etwas mebr, jedeeh ntebl sebr Ttel davon ab. 

Wi'bnben geselMn ^ ' dass das Zellgewebe in 
den Rüben In Ittnsiisdieni Kali aufläeHob ist, und 
dass es eine Ztaaninienselznng bat, vrelcbe die«- 
selbe «vie die. der StärbeböUen zai sein scbetnt. 
Weiter unten Werden wir mekrere Beispiele Ton 
der Ezktens dieses Materials Tür das GerHste wisi* 
dier Pflanzen bennen lernen« • Sie müssen also 
durcb besendere Namen uftlersebleden werden. 
lA seblage idaber vor, den Namen Pflanaen^Cel* 
Inloee gans wegaiUassen, um eine Terweebselung 
mit dem e« vermeiden , was im Tbietreicbe Gel* 
Inloae genanol wird, and das, was im Holae und 
in den barten Scbalen die Zellen bildet, Xylon^ 
nnd den .Körper, weleber das weicbere Zellenge- 
rliale ansmacbt , Amyl^n an nennen (die leiaUe 
SiUms dn- beiden Worten ist lang); diese Namen 
simd iFon den griecbiseben Worten für Holz und 
für Btlaba bcrgeleitet worden. Das erstere enistebt 
au» dem letateven. Das Amylon ist sCi^H^O'«' 
oder =C«*H^02o, und das Xylon =C2*H«0«^ 
Um an dem barteren Körper au werden, bat sieh 
also das Am;Ion mit den Bestandtbcilen von 1 
Atom Wasser vereinigt. 



588 

' F r o m b e r g *) b*t eifke aosfiiliviiclie' Ualeran- 
chimg iber die aogenavaten ncrvstureiidea Kör» 
per im Holce angestellt, so wie sie durcb Bdiaad- 
lang des fein zertbeiiien HoMes iBft 'Alksli and 
mit Säuren erhalten wecdcn* lUbnl bat er mebr 
gesucbt, durch eine bewondeenftwfirdig gmsqe An- 
zahl von Analysen dieeleaMntatreZüsaaMnenselsiiiig 
der Körper zu bestimmen , . weÜhe naehher ans 
diesen Reagenlien abgeaehieden xterden bönnGn, 
als vvie die so erhaltenen Metamorpbosen-Producte 
gßoauer suelrrovaehenandsB« nniefsi^iden, was 
er aber in ifiner Fortsetzung za:tbnn ibeabsicbligl. 
Dadurch bat er sieh einer uneidiöfft mShsanien Ar* 
bek unterzogen, deren Resultate^ was ihr wisöen- 
Bcltaßlicher Werth anbefaiffC, nicht die Arbeit be- 
lohnt, weil, wenn man ein Hai ansgemltielt bat, 
wfelche Körper äich auf diese Weise bilden hon- 
nen, ea daiin ziemlich gleiebgiilAig sein bann, in 
welchem relativen Verhältnisse sie bei diesem und 
jeniim Versuche entstanden sind« Inzwischen hat 
er gefunden , dass nicht allein die incsnaiirenden 
Körper, sondern auch, dass das Zellgewebe selbst 
allmälig voii dem hausiiscben Hai! angegriffen wird, 
gleichwie von Schwefelsaure, und dass ulmin* nnd 
bkuninartige Sauren, Zucker und Apogtucinainre 
in diesen Fällen gebildet werden. Jedeeb kann 
iiese grosse Arbeit erst durch die zu 'erwartende 
Fortsetzung ihren eigentlichen Wertb erhallen. 
P'Iie. D öp p i n g **) hat in Verbindung mit jScJiloas- 

berger eine sehr wichtige Untersuchung nber 
mehrere Pike ausgeführt, wobei sie ein beaondc- 



*) Scheikund. Ondenoek. 11/323. 
**) Aon. der Cbem. und Pharm. LH, 106. 



589 

res AagcdtBork .auf 4te BcstUDbiiiag dei Gehtlfii 
an StUliAloff in denselben irkditeten, in Beseg «nf 
die emibrendon EigenseLaften derseOien. 

Dabei fanden sie, dass sieb unter den in Was* 
seranflöslieben fiesfandtbeilen niebt allein Manna- 
zoeker, sondern auch ein solcher Zucker befindet^ 
nfdcber gäbrnngsfabig isl^ und dass die Pilze mit 
Wasser übergössen in einer angemessenen Tem- 
peralur biufig nacb einigen Tagen in freimllige 
Gäbrung geratben , worauf Alkobol aus der Flis« 
sigkeit abdestillirt werden kann. 

Lässt man friscbe Pilze in einer verscblossenen 
Flasche mit Gssentiviekelungsrobr stehen, so be-' 
ginnt in ihnen eine mit Gasentwickelung verbifn- 
denc Veränderung* Die dabei entwickelten Gase 
wurden auf die Weise untersucht, dass daraus 
zuerst das Kohlensäuf egss ' in Kalkwasser aufge- 
fangen wurde, worauf das davon niieht absorbirte 
Gas nach dem Trocknen äurcb H inüberleiten ilber 
gKtbendes Knpferozyd verbrannt wurde, wodurch 
sich Wasser und Kohlensaure bildeten« Das brenn- 
bare Gas, welches die Pilze nacb F. Hsrcet'a 
Ycrsucben entwickeln, ist demnach nicht, Wie 
dieser vermuthcte, reines Wasserstoffgas, sondern 
es enthalt auch Kofalenwasserstoffgas. 

Das mit Wasser, Alkohol und Aetber ausge- 
zogene Pilz-Skelett wurde von verschiedenen Pil- 
zen durch Verbrennung analysirt. In einem ein- 
zigen davon, Polyporus destrnctor, welcher an 
lialb verfaulten Pappelstämmen wächst, und wel- 
cher sich nach dem Trocknen leicht zu einem fast 
völlig weissen Pulver zerreiben lässt, wurde rei- 
nes Xylon = C2*H*202i gefunden. In den übri- 
gen war der ineiustirende Stoff enibalteu, so dass 



590 

der K#lileo6loigeb«It zwiadieii 45 aad 90 Proc. 

trariirte. Folgeode Tabelle wmt die Gelialte an 

Wasser, Stiefcstoflf mid Asebe in den Klsen naeb 

Proeenten ans: 

Wasser ^'ockne Sück$iae^Südu»oU,Aadkt 
Theile frisch trocken inden 











irockncn 












Pik« 


Agaticus deliciosns eiiUiiilt s 


; 86,90 


13,10 


0,61 


4,68 


6,90 


— arvensiB — 


90,61 


9,39 


0,68 


7,26 


10,82 


— gluUnosus — 


93,71 


6,29 


0,29 


4,61 


4,80 


— russaU — 


91,20 


8,80» 


0,37 


4,25 


9,50 


— caqUitrelliis — 


90,60 


9,40 


0,30 


3,22 


11,20 


— mnsairias . — 


9«,5j5 


9,44 


2,598 


6,31 


9,00 


Boletus aureo« — 


94,25 


5,75 


0,26 


4,70 


6,80 


Polyporusfomentaritts — 


— 


— 


— , 


4,46 


3,00 


Daedalea qaercioa — 


— 


— 


— 


3,19 


3,10 



. Sie beabsicbtigen die eigentkumlichen Säuren 
der PUze za ontersuchen. Es wäre zu wunscben, 
dass sie dabei aueh den in den Pilzen eutbaitcnen 
•tickstoff balligen Körper genauer studirten^' wel- 
cben sie in der Abhandlung als einen proteinarli- 
gen anfübren, der aber in seinen Eigeusebaften 
den gefvöbnlicbcn proteiuarligen Körpern uiebt 
ähnlieb ist, aber dagegen viele äussere Aehn.licb- 
keit mit dem Zomidin in den Flüssigkeiten des 
Fleisclies besitzt. 

In der Asche der Pilze wurde yjcl pliosphor- 

sanres Salz gefunden und mehrere enüiielten auch 

Mangan. 

Ftiie OeU. . Boullay*) hat gefunden, dass wenn man ein 

Margaramid. f^n^^ Qcl mit Ammoniak verseift und längere Zeit 

mit dem Ammoniak im Ucbcrscbuss. stehen lässt, 



*) JouriL de Pbarm. et de Cfa. V, 390. 



601 

sich ciu Amid von dftf Mu^mstare bildet, wel- 
ches Allmälig krystallisirt. Die h^^lit Bcreiliings- 
melhode deisclbea bentebt darin 9 dM« man alar- 
lieii Alkobol mit Ammoiliakgaa BÜI^t and darin 
dann so viel Baumöl auflöst, als aufgenommen 
werden kann, und nun die Flaachc YerBchloasen 
iSogere Zeit bei Seite stellt Wemi dann das 
Liquidum «»tweder jepaeenttirft oder sehr stark 
jibgelmhU wird, Aoiaeloen/sifik eeideäbolkbe Kry- 
«laUft daraus ab,' von .denen .'inaii. dini Mutterlauge 
nbtrojifien ; Uaet* .Darauf werden sie in AUiobol 
4mf|iettst und uilikvjp4talliaift. 

- Vermutblicb erhalt man es aocb ohne so Tielb 
Koa<en und Zettvedusl^ wenn man geaebmolzene 
Margarinisäare mit AoMnoniakgaa «fitligt, so lange 
aie'uoch etwas uondcm Gas anfnimmU Aber 
dies ist nicht untersueht worden. 

Das Margaramid ist färblos, fest, vöUig neu* 
tral, unltfslida. in Wasser, viel löalioliev iu wkr« 
mem Alholaol und Aelher als in kaltem. Es scbicsst 
daraus beim langsamen Birkalten. in gläozeodeii 
Nadeln' an, aber beim jrasclito Abkühlen in War* 
zcn von weissen, durchscheinaudeu> Blättern. Es 
oclimilzt bei ungeßkr +6IK>, es kann enlaiindct 
werden und breoni wie Talg. Glcicbwie die Amide 
im Allgemeinen , wirfl es nickt durch verdiinntes 
kaustisches Alkali angegriffen, aber mit warmen 
und coneentirirten: Losungen dafou gibt eA mar- 
gariasanres Alkali und- Ammonialu fiegen.Sauito 
verhält es sieh eben sd wie AmIde.tMGoneenttiiHe 
Schwefelsäure veBtinigl sieh dimiil au einer rosen- 
tebigen cWatöbnliebcn Masse; welche bei +100^ 
scbuiilzt und dabei eine stärkere rothe Farbe be- 
kommt. Es wurde aasasnakieugeselct gefunden aus : 



'Atome 


BcreckDct 


34 


78,8 


70 


i3^ 


2" 


5,2 


« 


0,0 



592 

Gefunden 
KoUeattoff 75,63 

WMMTCtoff iSfii 
Slichatöff 5^ 

Stueratoir 5)99 

Mil Ricimsöl eMklt nuin auf Ümltcbe Wwe 
einen krystallisirelidcli Kör|fcr^ von 4ein Boallay 
vemolliet, dass er das Amid von der Ricinaanre ist. 
Leinöl. Saec*) hat die Znaamineiraetzang^ des Leiaök 
untersttcbt« Er wandle es kilt atiagepreast «nd 
frisch an. Es verseiftisich.lsriehl mit haosliselieBi 
Natron zu ein^r gelben Seih, von einem eigen- 
thumlidien Fet^eraeh') aus derca Lösong ihirch 
Salzsäure die fetten iäiurett in Ceslait eines lliis* 
sigen Oels abgeschieden werden, worin sieb bald 
nachher Krystalle von Margarinsaure zn zeigen 
anfangen. Wird das übrige Liquidum starb ab- 
gebuhlt nnd in dieser Temperatur filtrirt und ans- 
gepresst^ so erbilt man den grösstea Tbeil dieser 
Säure in fesler Gestalt. Albohol lost dann die 
Oelsäure auf und sebeidet ein wenig mehr Mar- 
garinsäore daraus ab. 

Auch mil Bleiozyd verseift es sich leichl in 
gelinder Wärme, iitdeip es ein^ sehmierige, bell* 
graue Bleioxyd-Verbindniigliildet, und viel ia dem 
Wasser aufgelöstes Glyeerin gibl. Ans dieser Blei- 
ofxyd-Seife löst Aelher das Ölsäure Bleioxyd kmL 
Aber die Oelsäure des Leiiiöls, welche wir £em- 
M&ure nenneo > honnen , bat eine so grosse Nei- 
gung sieh durch den Zutrilt der LuA zu veifän-- 
dem, dass sie, selbst in dieser V^rbinduag da- 

*) Ktkwd. OlMftn. «md.Pfaanik LI, BIS. 



593 

dunü Itäsbt xcMlürt wird. Der AeHier muss da- 
iier ffeivoaXiifl sein^ imd die Lösong des Blei- 
Mlzes 011108. in einer AtDiO0)>liiyre ?on KofalensfiiMre- 
gM.oder Waticynioffgiia «bdeelillirl werden. Des 
zoraekbletbende.öluiufe Bleidxyd kton allerdings 
mit Salzsäure zersetzt werden, aber um die Ver- 
indernng der Sanre za vermeiden , so geschieht 
die Zersetzung am besten dvrch Schwefelwasser- 
stoiFy worauf die Oelsaure aus dem Scbwefelblei 
mit Infltfreiem Aetfaer ausgezogen wird^ den man 
sogleich wieder abdestillirt , mit Beachtung der 
vorbin angeführten Vorsichtsregeln^ welche Sace 
jedoch nicht angewandt zu haben scheint^ weil er 
nur eine rasche Verdunstung angibt. Die Oelsänre 
ist dünnflüssig, heUgelb, geruchlos, und im Uebri- 
gen der gewöhnlichen Oelsaure ähnlich, von der 
sie sich jedoch durch ihre Zusammensetzung un- 
terscheidet. Sie wurde zusammengesetzt gefun- 
den aus (C = 75^0) : 

Gefunden 

Kohlenstoff 75,56 

Wasserstoff 10,65 

Sauerstoff 13,79 

= 8-1- C^^H^^O^ Diese Formel ist jedoch nicht 

durch die Analyse irgend eines Ölsäuren Salzes 
bestätigt worden. 

Die gewöhnliche Oelsaure ist nach Varren- 
t r app's Analyse = H + C^WH)^ (= 78,845 C, 
«1,615 H und 9,540 0, C = 75,12). Der Unter- 
schied zwischen ihnen ist daqu : 

Leinölsinre = 46C-).76H+50 

Gewöhnliehe Oelsiiure =44C+78H-f40 
Unterschied =r*faC— aH+10. 



Atome 


Berechnet 


46 


76,03 


78 


10,74 


6 


13,23, 



594 

Die Margarkisliiire zeigte ndi i» Rtidielelt uf 
ihre Eigenschaften unä ZueffttniMeetziiog, weiche 
sowohl dorch die Amilyie der Qintvt ab aach ih« 
res Bleisalzes bestiHMnt wiw^e^ voHinniiDeB gleich 
mit der in den ni^t trochnendm (Mea. 

Um sie rein zq behouinien, wandle er elo eig- 
nes Verfahren an, welches darin bestand, dass er 
die Natronseife ?on Leinöl in halb trodenem Zu- 
stande und zerkrümelt zu einer dünnen Schiebt 
ausbreitete und sie sich so in der Luft veräadern 
liess, wodurch die Oelsäure zerstört wurde uod 
die. Seife nach 2 bis 3 Wochen zu einer dunkel- 
gelben Masse eingetrocknet war, welche er lo ei- 
ner siedenden verdünnten Lauge von kaustischem 
Kali auflöste, wodurch eine dunkelbrauoe, h^^ 
schwarze Fliissigkeit erhalten wurde, aus der mA 
das unzerstörte margarinsaure Natron durch nocli- 
salz abschied, während die Producte von der zer- 
störten Oelsäure in der Lösung zurückbliebeo. 
Durch Auflösen in warmer Lauge und Wiede'* 
ausfällen des margarinsauren Natrons mit Koch* 
salz, was noch einige Male wiederholt wurde, be- 
kam man dieses Salz rein. — Aus der brannen 
mit Kochsalz gesättigten Lösung schied SaUs«"''^ 
nach dem Filtriren einen brataen harzartige« K(rr- 
|>er ab. 

Dm Leinöl wurde durch VerbvenaAing *"*'-' 
sirt und znsammenfgescfzt gefoodea ans: 
Gefunden Atome Bcrcclinel 
Kohlenstoff 78,^5 S28 77,92 
Wasserstoff ia,S;^ 870 iO,58 
Sauerstoff 1f,12 . 54 Üfi^' 
Dies kommt sehr nahe: 



lAt.iMtg«ites.Lip7losyd = 37C+ 7»H+4 O 
10At.lcmaiwHi»Lipykxydsa90C +8fOW 

=:5S7C;-hS70H+64O 

Sft€e beilicilil, dbis die» dca Atomzahlcn de» 
Leinöls 80 enlepreeke, dase e» eieli nur um 10 
Atome Seuentoff witeraeheide^ frelcbe die Formel 
ndbr Iral^ was »ber der grossen Neigttng des Oels 
zugesdurieben werden könne^ sich in der Lnfk zn 
oxydiren, worin es sieb sebr rsseb mit einer Hsnt 
bedeckt« ^* Die»e Bemerhnng ist jedoch insofern 
nicbt richtig, sIs sie wohl als eine Erhlamng des 
IJmsiaildcs angesehen werden kann, dass das Oel 
mehr Sauemioff cnihiehe, als die Formel answeist, 
aber sie kann nicht auC das umgekehrte Verhält - 
niaa angewandt werden, dass sie weniger enthalte. 
Ausserdem findet noch eine- Abweichung statt, 
welche Sacc nicht benierbl hat, nämlich dass in 
den Atomsahlcn des Ods 1 Atom Kohlenstoff mehr 
als in der Formel enthalten ist« 

Aber ungeachtet dieser Abweichungen halte ich 
die Vergknckun^ für sehr interessant* Unmöglich 
wird die Zusammenaetcong des Oels genau mit 
der Formel übereinotimmen köiinen, weil alle diese 
Oele eine kliiine QunnliliKt fremder darin aufge» 
lösler Stoffe endulten, deren Abscheidong auf 
mehrfache Weise glückt, aber wozu er keinen 
Versuch angestellt zu haben scheint. 

INe eigoitlich wichtige Seite der Untersuchung 
des Leinök liegt in dem Studium der Metamor- 
]>bo8ett der Leintisaure, wekke ^e ausgedehnte 
Anwendung des Oels zu Firnissen begründet. Er 
hat sie nicht ganz ausser Aeht gelassen, aber an- 
statt diese Untersucbung zn vereinfachen durch 
das Studium der freiwilligen Veränderung der 



596 

Leinökiare oder ihrer Mse in dtfr Luft ^er 
durch ozydirende RfagenCiea^ ^Mche deü oicjiiir- 
tan Körper oichl» Anderes miüheileoy z.B. BIcI« 
sopermyd, Salze tod leicht. zn Oxydul reducirba- 
rem MeUlloxydea, unteffehlorigMiureB Aifcali^a.8. w., 
•o bat er nur die fireift iUige Zersetzung des leia*^ 
Ölsäuren Natrons angewandt, um dasmargarinsnnre 
Natron rein zu behommen. Er bestrich die Ober* 
fläche Ton Holz mit einer Lösnog von leinölsan- 
rem Bleioxyd in Aetber und fand, dass sie eiaen 
gelben Ueberzug znriichliess , welcher nicht fest 
faaflkete, sondern sich leicht abschuppte^ aber die 
eigentlich ausgeführten Versuche gesehaihen. mit 
Salpetersäure und Leinöly wodurch sich Prodaete 
einmengten, welche sich nicht so leicht erhenaea 
Hessen , da jedes derselben nicht vorher in abge* 
schiedener Form bekaamt war. 

Wird 1 Theil Oel.anf ein Gemenge von 2 Tb. 
Scheidewasser mit dessen 4faclien Volum Wasser 
gegossen, so ficht 'Sidi das Oel bei gelinder Er- 
wärmung schön roth, darauf fangt dasselbe an 
sich zn zersetzen, Indem Gasblasen darin anfstei* 
gen , die aber nicht nach adpetriger Sänre rie- 
chen« Bald daranf . verwandeU sich das Od in 
eine rothe, ipembranähhliche Masse, unter starker 
Entwickelung von rothen Dämpfen. Durch das 
entwickelte Gas wird die Haut zn einer grssaen 
Blase ausgedehnt, so dass sie zerrieben werden 
muss um sie in der Plmssigheit znrüdczuhsiten. 
Diese Membran ist zähe und elastisch und sie neigt 
sich beim Aussieben seideähnliek. Zuletzt wird 
sie gelb und einem sehriiierigen Harz ähulicb,i wel- 
clies beim Erkälten erstarrt und dann eingemengte 
Krystallschlippen zeigt. 



597 

Aas der samen MmtorfaiDge sehieasen beim 
Erkalleo Ozabiore and Korksinre an. 

Der baraäliiilkhe Ki»q»er w«rde »il Wasser 
gekocht) am ihn yon der sauren Molterlauge zu 
befreien^ wobei er sieh mit Blasen anfüllte und 
die Dämpre einen an Pfeffermiinze erinnernden 
Gerneh hatten. Darauf löste er sich in kaltem 
Alkohol anf , wobei er ein wenig Margarinsäure 
znrnekliess. Nach der Verdunslnng des Alkohols 
blieb ein rothbrannes Harz zuräck, weiches sich 
mit kaostischem Alkali zu einer rothen Masse ber- 
einigte^ welche die ganze Flüssigkeit za einer 
Gallert abs<wbirte. Sauren schieden daraus ein 
dnnkeibrannes Harz ab^ welches aber auf der 
Flässigheit schwamm. 

Dieser Körper ist bis za einem gewissen Grade 
in reinem, siedenden Wasser auflöslicb, wobei er 
sieh theilt in ein Harz, welches leichter als Was- 
ser ist und darauf schwimmt, und in ein anderes, 
welohes zu Boden sinkt. Die Lösung in Wasser 
liess beim Verdunsten das Harz onverindert zuriiek. 

Die Producte der fortgesetzten Zersetzung des 
Leinöls durch Salpetersäure sind ausser diesem 
Harzt Oxalsäure, eine grosse Menge Korksaure, 
Pimelinsäure, Kohlensäure und Wasser. Die Lein« 
Ölsäure allein gibt ein schmieriges, gelbes Harz 
nnd Tiele- Korksänre. Dieses Harz wird beim 
Kochen mit Wasser zuletzt braun. 

Die Margarinsäure allein gibt Bernsleinsänre, 
aber keine Korksäore oder Pimelinsäure, nnd da 
die leUtere ebenfalls nicht aus Oxalsäure gebildet 
wird, so ist es klar, dass zu ihrer Bildung ein 
Gemenge von Oclsäure und Margarinsäure erfor- 
derlich ist. 2 At. Bernateinsäure und 1 At« Kork« 
Bencliut Jahres- Bericht XXV. 39 



59Ö 



Leinöls von 
Schleim. 



•iore geben unter HiRidkonimett von S At. Kob* 
lenstoff die Elemente fiir 2 AL Pinelinaävfe. 
Reinigung des Ein Ungenannter *) acbUgt vor» das Leinöl mit 
acIiwefeUaureni Bleioxyd in dem Verbältuisse tu- 
aammen zu reiben 9 dass ea wie eine Mileb aus* 
aiebty es dann im Lanfe von 3 oder 4 Tagen Ton 
Zeit zu Zeit damit umxnaebntteln, nnd daraaf du 
Bleiaalz daraus wieder absetzen zu lassen. Nach- 
dem dies stattgefunden bat» ist das Oel Uar und 
blass^ und auf dem acbwefelsaurem Bleiozjd liegt 
eine sebleimige Haut, welcbe davon abgeboben 
werden bann , naebdem das klare Oel abgegoMcn 
%vorden ist. Das Bleisalz kann dann zur Reini- 
gung einer neuen Quantität Oel augevrandt we^ 
den. Es wird angegeben, dasa das abgegossene 
Oel ein> raseb troefcncnder Firnisa sein soU^ der 
zu bellen Farben anwendbar sei« 

Levy bat bei der Ycrsammlnng der Skaadi- 
naviscben Natorforacher an Chrisliaiiia im 3vli des 
verflossenen Jabra verscbiedene ebemisebe l}Dle^ 
snchnngen über mebrere Arten von Wacbs 01I' 
gelheilt ^ aber iefa bebe noeb nicbt Gelegsnbeit 
gebebt sie im Druek zo seben« 

Mulder**) hat das waebsartige Fett aus ver- 
sekiedehen PAanzentbeilen unterauebt. 

Das aus Vogelbeeren (den Fräcbten von Sor- 
bua aucoparia), ausgezogen dureb Aetber und ao 
viel wie mögt iefa von dem rotben Farbesteff ^^ 
freit, wurde eben so zusammengesetst gefoD* 
den , wie das auf ähnliebe Weise ans der Wo^ 
zelrinde des Apfblbauma erhaltene, nämlich ans 
(C = 70,44) t 



Wachs. 



•) Chcm. Gazelle, No. 37, p. 525. 
*') Scheik. Ondenoek., tl, 15t. 



AepfelbAURi Vogfll»eer«n Atome Bcrftchnet 
Kohlensloff 69,17 68,89 40 68,67 
Wasserstoff 8,91 9,22 64 8,94 

Sauerstoff 21,92 * 21,99 10 21,39 
Aus Gras and den Blattern von Syringa vul- 
garis wurde Wachs durch Aether ausgezogen. Die 
erhaltenen grünen Lösungen wurden abdestillirt, 
der Rückstand in warmem Alkohol aufgelöst, wor- 
aus sich dann Wachs beim Erkalten absetzte^ wel- 
ches einige Male anfgelöst und daraus wieder ab- 
setzen gelassen wurde, um es rein zu erhalten. 
Bei der Analyse wurde es zusammengesetzt ge- 

Funden aus : 

Gras Synnga vulg. Atorae 

Kohlenstoff 79,83 80,46 15 

Wasserstoff 13,33 13,28 30 

Sauerstoff 6,48 6,26 1 

Dies stimmt so mit den Analysen, welche van 
der Vliet (Jahresb. 1840, S. 477) und Levy 
(Jabresb. 1845, S. 467) mit gewöhnlichem Wachs 
anagefiihrt haben, überein, dass Mulder glaubt, 
dass es für gewöhnllobes Wachs genommen wer« 
den könne« 

Er stellt einige Vermulhnngen auf über die Bil- 
dung von Wachs aus Starke und Wasser unter 
Abscheidnng von Sauerstoff durch den EinBuss 
von Blattgrün. Aber solche Vermnthungtn kom- 
men noch viel zu früh, weil wir noch keine 
richtige Kenntniss von der Natnr des Processes 
gewonnen haben, durch welchen Sauerstoffgas aus 
den grünen Theilen der Pflanzen im Tageslichte 
entwickelt wird 5 solche Vorstellungen fallen daher 
zu sehr in das Gebiet der Probabilitäts-Physiologie, 
dessen Betretung wir vermeiden müssen. Mul- 
der bat jedoch für seine Vcrmnlhung den Grund, 

39* 



ouu 

«lagg man durch Aospreftsen der Sifte von frisclieii 
grünen Pfianzcn ein SalzmeLI erlialte, worin gleich- 
zeitig BlaUgrün und Wacbs und käufig auch Stirfce 
eutlialten sind. Das Blattgrün wird aaBserdem 
stets von Wachs begleitet. 
Veriälschung Man hat angefangen, das Wachs mit Talgsinre 

*^*0y*^^* zu verralsehcn, welche weniger kostet ala das 
mit 1 algsaure. * •■ » 

Wachs. Regnard*) gibt folgende Methode aa, 

um sie darin zu entdecken : das Wachs wird mit 
reinem Wasser gekocht, welckea ein wenig Xalg^ 
säure auflöst und dadurch die Eigenschaft erhält, 
Lackmuspapier zu röthcn. Wird es mit klarem 
Kalkwasser geschmolzen und darauf flussig erhal- 
ten, so biidet sich talgsaure Kalkerde, wodurch 
die Flüssigkeit trübe wird und die Eigenachafl 
Ycrliert, die blaue Farbe des gerötbeten Lackmas« 
papiers wieder herzustellen. Unter reinem Wachs 
bleibt die Flüssigkeit klar. 

Da ein Chemiker gefunden hat, dass sich Talg- 
säure beim Zusammenschmelzen von Wachs mit 
Kalihydrat bildet, und dieses von Anderen (Jak* 
resb. 1845, S. 468) in Abrede gestellt wird , so 
kann leicht die Frage entstehen, oh nicht das in 
dem ersteren Falle angewandte Wachs mit Talg- 
säure Ycrfalscht gewesen ist. 
Flüekiige Ich erwähnte im Jahresberichte 1843^ S. 301, 

rr ^^'t'- .1 ^^' Versuche von Bromeis über die Behandlttttfr 
TerpentfaiDol. , — , t . • . ^n ■ i . 

des 1 erpentbinöls mit Salpetersäure, wodarcfa er 

eine krystallisirende Säure bekommen hat, für die 

er die Formel B-t-C^^H^sO^ gab, während der 

Wasserstoffgehalt in seiner Analyse der Formel 

H + Ci^ H^o O^ entspricht. Nachher führte ick im 

*) Journ. de Ch. med. 2 Ser. X, 828. 



Jabresberickte 1844, S. 409^ an, dass Weppen 
dorch Digestion des Terpenthiools mit Bleioxyd 
eine dabei gebildete und mit dem Bleioxyd yer- 
bundenc Saure enthalten babe, welcbe uacb der 
Zersetzang des Bleisalzes durch Schwefeifvasser- 
Stoff mit dem Scbwefelblei angelöst blieb, ans 
dem sie dann mit Alkohol ausgezogen und nach 
dessen Verdunstung brystallisirt erhalten wurde. 
Nach einer Analyse von Kolbe bat sie dieselbe 
procentische Zusammensetzung wie liic von Bro« 
in eis analysirte. Keiner von ihnen bat ein Salz 
von dieser Saure durch Verbrennung analysirt. 

Rabourdin*) bat die Untersuchung über das 
Verbalten des Terpenthinöls zn Salpetersäure wie- 
der aufgenommen. Er fand, dass wenn man 100 
Tbeile gewöhnlicher Salpetersäure (Acide nilriquc 
du commerce, deren Stärke nicht angegeben wor- 
den ist} mit einem gleichen Volum Wasser ver- 
Sännt und 5 bis 6 Tbeile Terpenthinöl hinzumischt 
und das Gemische im Wasserbade zwischen -]- 80<> 
nnd -{* 90^ erhält, eine heftige Entwickelang von 
Gas stattfindet, worin kein Stickoxydgas enthalten 
ist. Wenn diese Gasentwickelung anfängt nach- 
zulassen, so wird mehr Oel hinzugesetzt, und 
man kann auf diese Weise 'allmälig bis zu 40 
Tbcilen Terpenthinöl binzomischen. Man erhitzt 
dann bis zuoi Sieden, so dass sich die in Harz 
verwandelte Masse auflöst. Darauf wird die saure 
Flässigkeit mit Wasser verdünnt, wodurch sich 
ein safrangelber harzäbnlicher Körper niederschlägt, 
der aber nicht weiter untersucht wurde , was er 
wob! verdient hätte« Nachdem dieser abfiltrirt 



♦) Journ. de Pharm, et de Ch. VI, 185. 



002 

worden ist, wird die Fliissiglseit im Wasserballe 
bis znr Sympdicke verdnnBlet« Sie mnss nun tiff 
dunkdbrauii sein und sie gibt nach einiger Zeil 
einen reicblicben blättrigen Ansehuss, von dem 
man die Mutterlauge abtropfen läast. Der Anselnss 
wurde dahn durch wiederholtes UililsrysUilb!' 
ren mit siedendem Wasser gereinigt. Darcli i'v 
Analyse wurde er als das Qaadiroxabt von An- 
mduinnioxyd = NS^C -f SMC + 4H ei^lsannt. 

Der abgetropfte braune Syrup setzte ^ sh «^ 
mit seinem gleichen Volum Salpctersnote Termlscbt 
und damit wieder bis zum Syrup eingelsoclit wor 
d<in war 9 eine Söure ab, welche nach folgendet 
Methode In grösserer Menge efhalten wurde. 

Man erhitit gewöhnliche SalpotersSnre (AcIJc 
nitrique du commerce) bis zu -*)-00^ nni sctit 
SalpctersSure in kleinen Portionen nach mwifi 
hinzu , welches die SSure mit einer sokben Bef 
tigkeit zersetzt 9 dass sich mitunter kleine Defc- 
grationen zeigen. Man setzt das allmalige Bio- 
zumisehen fort, aber nicht s» weit^ dass nicht noch 
linzersetzte Salpetersäure in CJeberschuss bleibt 
Zuletzt erhitzt man bis zum Sieden, so dass sk^ 
das Harz auflöst. Nach dem Erkalten vrivd ivf 
ses durch Wasser daraus niedergescbiagen «•« 
die davon abfiltrirte sauH> Flüssigkeit im Was«^^ 
bade bis zur Syrnpdicke verdunstet« Beio) E^ 
kalten schicsst dann viel OiKalsaure daraus to 
Die Mutterlauge^ lisst man davon abtropfen, ver 
dünnt sie mit Wasser, um daraus einen RöckkiH 
von dem Hlirze abzuscheiden, worauf man sie vvi^ 
der bis zur Sympdicke verdunstet. Im ^f^J^. 
niger Tage scheiden sich dann daraus reichn^ 
Krystalle von der neuen Säure ab. Sollt« die^ 



■ickt danvs aiiMiit«Bseo, so «lass der Sjrop mit 
scfBciD glekiMB Vobm Stlpttersiure Teraiitchl 
nod damit vtieder aiigcdiitislei werden. Mao lätst 
die Ki'jatalle aiitropfien, wäsdit sie inil weaig kal- 
tem Wasser ab vnd reinigt sie derek 9 oder 3 
Unk^jitaUisimngeB mil siedendeiii Wasser. Ze- 
letzt löst man sie in Alkobel nnd überlisst die 
Lösung der freiwtlligMi Verdunsteng, wodarcb 
sie grösser erhallen «rerden» Sie bilden dann ge* 
Tade> rectahgnlare Priemen mit langer 4se»tiger 
ZttspitKung, oder keiMinlicke OetsSder. Sie sind 
sebr sebwer lösliek in kaltem Wasser^ leiclit lös- 
lieb in AUiehol und in Aetlier. Der Gescbmaeb 
ist rein and sebnrf sauer. Sie verändern sieb nicbt 
durchSalpeCersänre, -vi^erden aber dureb Sebwe- 
fekaore gesehwarst. Bei der Iroeknen Destilla- 
tioa sebmelccai sie bei 4* ^HN)^, kommen düntt bei 
dieser Temperator ins Sieden, indem sieb Koh- 
leBS'aoregaa eatniekelt and eine andere SSvre ftber- 
destillirt) oboe dass ein Rückstand J>!eibl. Sie 
worden xosammengeseizt gefunden ans (C =s:75>0) : 
Die urasserbaltige Säure. Das SilbersaU. 
Gefunden At. Bereelmet Gefunden At. Ber. 
Kohleostoff 63,08 14 53,17 56,33 14 56,38 
Wasserstoff 6/16 20 6,32 6,13 18 6,04 

Sauerstoff 40,51 8 40,51 37,54 7 37,58 
= CHH«07 und H + C1+BW07. 

Alle Salsa dieser Saure sind leicbt löslicb in 
Wasser. Nur Eisenoxydsalze geben io ibreo Sal- 
zeo out albaiiseber Basis einen Niederseblag. 

Das BUisah wird durcb Sättigen der Säure 
mit kobleneaoreoi Bleioxyd erbatteo. Naeh dem 
Verdoosten der Lösung bis zur Syrupdieke sebiesst 
es daraus in kleioen Krystallen a«, welcbe sich 



zu blumenkoblihnliclieii Verzweigungen sumui« 
menfügen. Es ifll sehr leicht löslieh in Wasser 
und sebmeekt süss wie Bleizneher« Bein Kochen 
mit Bleioxyd löst es noch mehr Oxyd auF^ wo- 
durch es basisch wird, aber aufgelöst bleibt, und 
noch schwieriger als das neutrale Sak krystallistrt« 

Das Silbersalz wird durch doppelte Zersetsnng 
▼on neutralem Salpetersäuren Silberoxyd mit dem 
Kalisalze der neuen Säure eilialten, beide in etwas 
starken Auflösungen, aus denen es sich in Gestalt 
eines weissen Magma's niederschlägt, weiches nach 
dem Abtropfen in siedendem Wasser aufgelöst wird, 
woraus es dann beim Erkalten in gläuseuden, vier- 
seitigen Nadeln ansehicsst. Wahrscheinlich wird 
dieses Salz am besten erbalten, wenn man koh- 
lensaures Siiberoxyd direct in der siedenden Siure 
auflöst, 'die Lösung filtrirt und krystallisiren liest. 

Kabourdin nennt diese Säure jicide ierehü 
lique^ was wir mit Ttrebinsäure übersetzen kön- 
uen, und er glaubt, dass sie eine isomerische Mo- 
dification von der von Bromeis beschriebeBcn 
Tcrpenthinsäure sei, ein Punkt, welcher genauer 
bestimmt werden muss. 

Bromeis hat für seine SSure dieselbe Formel 
gegeben, wie Rabourdin fiir diese. Aber ich 
habe im Jahresberichte 1843, S. 302, gezeigt, dass 
sein analytisches Resultat genau für die Formel 
fi + C^^H^oO^ passt. Ist dieser Unterschied in 
der Zusammensetzung gegründet? Das Verhalten 
zu Erden und Metalloxyden ist insofern gleich, 
dass sie durch Bromeis' Säure ebenfalls nicht ge- 
fällt werden, selbst nicht durch basisches eseigaaures 
Bleioxyd. Aber sie unterscheiden sieh dadurch, 
dass seine Säure schwieriger schmilzt, sich dann 



UUiß 



aufbläht und bei der trocknen Destillation verkohlt 
wird, wahrend Rabourdin^a Säure tchmilzt und, 
wie wir gesehen haben, sich ohne Rückstand sub- 
limirt. Auch ist die angegebene Krjstailform nicht 
völlig gleich. Bromeis gibt vierseitige, an den. 
Enden schief abgestumpfte Prismen sn. 

Weppen's Säure hat ganz dieselbe procenti» 
sehe Zusammensetzung wie die von Bromeis. 
Ihre Sättignngseapacität ist nicht ausgcmittelt wor- 
den. Gleichwie Bromeis^ Säure gibt sie keine 
Krystalle, sondern eine braune und zähe Masse, 
so ofksie bb zur Trockne abgednnstet wird. Da« 
gegen fällt ihre Auflösung in Wasser die Metall- 
salx«, wenn man sie mit deren Lösungen ver« 
mischt. Die Untersuchung dieser Verhältnisse 
wäre ein nicht unwichtiger und nicht sehr scfawie* 
Tiger Gegenstand für chemische Forschung. 

Wird die Terebiosäure der trocknen Destilla- Pyroierebin- 
tion unterworfen, so entwickelt sich Kohlensäure- ^'"''^' 
gas, während ein Ölartigcs Liquidum iiberdestil- 
lirt^ welches, um es von milgefolgter Terebin- 
säure zu befreien, noch ein Mal überdestillirt 
werden muss, worauf es dann Pj/roterebinsäure ist: 

Die Pyroterebinsäure ist ein farbloses, ölarti- 
ges Liquidum, welches da» Licht stark bricht und 
einen Geruch hat, der an Buttersäure erinnert. 
Der Geschmack ist brennend, ätherartig, worauf 
sich auf der Zunge ein weisser Fleck bildet. Sic 
erstarrt nicht bei — S0<>, siedet unter -f" ^00^, 
hat l,Oi specif* Gewicht. Sie verändert sich nicht 
in der Luft und. braucht 85 Theile Wasser zu 
ihrer Auflösung, aber sie lost sich viel leichter 
in Alkohol und in Aether. Sie wurde zusammen- 
gesetzt gefunden aus: 



DUO 

Gefttoden Atome Berechnet 
Kolilenstoff 63,04 12 63,09 
Wacteratoff 8,78 20 8,76 

Sanentoff 28,18 4 28,15. 

Ohne ^ine Analyse von einem Salxe dieser 
Säure anziifilliren , gibt er dafür die Fernel = 
H + C12H18 03. Demnach wird 1 Alom von der 
'wasaerhaUigen Terebinsäure durch die (ro^kpe De- 
stillation in 1 At. wasserhaltige PjreterebittMure 
tind in 2 Atome Kohlensanre sersetst. Die Saise 
von dieser S&nre sind sehwierig krjstallisirt zi 
erhalten. Die meisten sind in Wasser anflösiicli; 
so dass verdünnte Lösungen von Mctallsalzen oielit 
durch pyroterehiasaures Alkali gefallt werden. Ans 
coneeutrirter Lösung des Bleisalzes und des Sil- 
bersalzes wird das Blei« und Silbcrsah niederge- 
schlagen. Das erstens wird sehr leiehl dorcb Ti- 
geslieht geschwärzt und das letztere verliert beim 
Waschen Saure, so dass es basisch wird. 
Terpenibioby- Ramm eis borg ') hat die KrjsUUfofm i» 
^'^^' Terpenthinhydnits beschrieben und abgebiMet. 
Es bildet rhombische Prismen, mit Winkeln voo 
770,37' und i02o, 23', dem trimctrischen (1* »«' 
1 tauigen) System angehörend. Häufig Ui der 
sehäfere Winhel durch eine schmale Flache er- 
setzt. Sie sind 4seitig zugespitzt^ aber sie esdi* 
gen sich nicht in eine Spitze, sondern sie bil* 
den mitten auf eine keilförmige Zuschärfnng von 
12*0^ 6', 47'. 
OelausfrUcheo Hagen'') hat das flüchtige Oei nntersscM« 
Fichiennadeln.^^l^^^g duroh Destillation der frbchen »•<'«'" 



*) Poggeod. Ann. LXIII, 5tO. 
•) Da». S. 574. 



von Pinag silvestm mit WMser erhallen wird. 
Es ist gr&nlieb, wird aber dorcb Reetifttation inil 
Wasser farblos, indem aaf dem Wasser ein grü- 
ner, dickflüssiger Baisam Enrüekblcibl. Wird es 
für sich destillirt, so gibt es wenige Grade über 
+ 100^ ein farbloses Ch»l, worauf der Siedepunkt 
fortwibrcnd steigt, während das Debergebende 
gelb wird und in der Retorte ein braunes Hare 
2uriekbleibt, welcbea in stirkerer Hitze brcnzliebe 
Prodtiete gibt. 

Das mit Wsaser feetifieirtb Oel bat 0,868 spe- 
eif. Gewicht bei + 18^. Es rietht angenehm ge>- 
wnri&LaA und bricht das Licht sebr stark. Durch 
Destillation mit kauslischer Kaliiange veriindert es 
sieh nicht und Kalium wirkt in der Kalte nicht 
darauf. Es hat die Zusammensetcung des Ter* 
peftithinöls^ absorbirt Salzsaurcgas , erhitst sich 
dabei und wird braun, aber es gibt damit hcinen, 
oder nur Spuren Ton krystailisirtem Terpentbiu« 
Kampher. (Vergl. Jahresb. 1845. S. 476.) 

Stenhonse*) hat durch Analyse dargelegt, Flüchtiees 
dass das flüchtige Oel in den Wachkolderbeeren Ye'ä m^^^^ 
dieselbe Zosammenseteung wie Terpeuthinöl hat. Salpetersäure. 
Aus diesem Grunde wölke er prüfen, ob es a«ch 
nach der von Wiggers angegebenen Methode 
(Jahresb. 1842, S. 335) mit Salpetersäure einen 
hrjstallisirten Körper bertorbringC. Nach eini- 
gen Monaten hatte sich eine gelbliche krystalii- 
sirte Masse abgesetzt, welche durch wiederholte 
Umkrystallisationcn mit Alkohol in grossen, farb- 
losen , rhombischen Prismen erhalten wurde , die 
bei der Analyse gaben (C = 75,12) : 



*) Ann. d. Cbem. und Pbarm. L, 156. 



Gcfiinaen 


Atome 


Berechni 


Kobleostoff 69,42 


5 


69,82 


Wasserstoff 11,62 


10 


11,60 


Sauerstoff 16,96 


1 


18,58. 



Dieser Körper ist olso dnrcb die Vereioigung 
von 1 Atom Oel mit 1 Atom Wasser eotstanden 
= H*{-C^H®. Dürck DestilUtion mit ivasserfreier 
PkospLors'aore ^ird das flöebtige Wachbolderöl 
daraus mit anveränderten Eigenschaften wieder er- 
kalten. Die Krystalle lösen sich mit rotber Farbe 
in Sckwefelsanre, wobei sie Dampfe entwickels, 
welcbe Lackmuspapier rötben. 
Oel aus Alba- Winckler*) und Scbnedermann babeo 
raantaoreoseli'das flücktige Oel untersucht, welches durcli De- 
stillation des frischen Krauts von Athamanta oreo- 
selinum mit Wasser erhalten wird. Es hat einen 
starken , gewürzbaflen Geruch , ähnlich dem Ol. 
bacc. Juniperi. Specif. Gew. = 0,843 und Siede- 
punkt -|- 163^ Es entkält keinen Sauerstoff nsd 
ist eine von den vielen isomcriscken Modificaüo* 
nen der Grundform des Terpenthinöis mit G^H^* 
Es vereinigt sich mit Salzsauregas su einem flüs- 
sigen Oel, welches bei — 15^ nichts absetst, ter- 
penthinahnlich riecht, bei + 1900 siedet und zo- 
sammengesetzt ist aus: 

Gefunden 
Kohlenstoff 69,68 
Wasserstoff 9,75 
Chlor 20,86 

100,29. 
Daraus folgt, dass das Atom desOek von C^^H'^ 
ausgemacht wird. 



Atome 


Berechnet 


20 


69,6S 


34 


9,83 


2 


20,52 



') Ann. der Chein. u. Pharm. LI» 336. 



Alome 


Berecbnct 


9 


72,0 


10 


6,6 


2 


21,4. 



Saint Eirre*) hat das Sassafrasöl untersnebt. Sassafrasol. 
Als es fiir sieh destillirt wurde, fing es bei + ^ ^5^ 
an zn sieden, worauf der Siedepunkt bis auf -^828^ 
stieg, wo er sich dann erhielt, bis nur noch ein 
braunes Harz zuräck war. Es wurde zusanmen- 
geaetzt gefunden ans: 

Gefunden 
Kohlenstoff 72,07 
Wasserstoff 6^40 
Sauerstoff 21,53 
Diese Berechnung kann nicht richtig sein. Man 
erhilt bei Analysen dieser Art niemals zu wenig 
Wasserstoff. Es ist klar, dass das Oel ein Ge« 
menge ist und keine Formel geben ^ann. 

Wird das Oel mit Ammoniakgas gesättigt, so 
Bchiessen daraus bei starker Abkühlung weit un- 
ter dem Gefrierpunkte sehr grosse Krystaile an, 
welche farblos sind und schiefe rectangularc Pris- 
men zn sein scheinen. Dieses feste Oel wnrde 
frei von Stickstoff und im^ Uebrigen zusammenge- 
setzt gefunden aus: 

Gefuodeo 
Kohlenstoff 73,94 
Wasserstoff 6,24 
Sauerstoff 19,82 
— C^oHioO^. Ihr specif. Gewicht in Gasform 
▼ariirte bei 3 Versuchen zwischen 5,80 und 5,95. 
Wenn sich die 22 Volumina zu 2 condensirt ha- 
ben, so wiegt das Gas 5,60. Dieses krystallisirte 
flüchtige Oel ist nicht weiter beschrieben worden, 
und das Interessanteste, das amrooniakhaltige Li- 



Atome 


Berechnet 


10 


74,07 


10 


6,17 


2 


19,76, 



*} Ann. de GL et de Pbys. XII» 107. 



qoidum^ woraas es «ngeftchössfii war, ist nicbt 
weifer berührt worden. 

Wird gewöhnlielies Saasafmeöl mit Bron über- 
gössen, so entstellt eine beFtige Einwirknng, in* 
dem. sieb gasförmige Bromwasserstoffsanre eot- 
wiebelt, und, wenn dies beendigt ist, so krysttl* 
lisirt das Oel. Ein wenig kalter Aetber zieht 
dann einen Ueberschuss Ton Brom ans , so wie 
einen Bromkoblenstoff. Die Kryatalle lösen sich 
in siedendem Aetber und scbiessen daraus bei der 
Verdunstung in Groppen von farblosen Nadeln so. 
Sie sind jedocb schwierig rein zu bekommen, so 
dass die Analysen nicbt recht zu einer Formel 
passen wollten. C^OH^O^ + Br^ kam jedoch der 
Analyse der am besten gereinigten Krystalle sm 
nächsten , aber mit einem Unterschied von 0,6o 
Proc. Kohlenstoff, welchen sie zu wenig enthielteo. 

Von Chlor wird das Oel zähe. Leitet mm 
schweflige Saure bincin, so scheidet sieb eine Ver- 
bindung von einem Theil des Oels ab, welche is 
dem unveränderten Thcile untersinkt, die shcr 
nicht untersucht wurde. 
Chamiilenol. Born träger*) bat unter Wöhler's Leitosg 
das blaue Cbamillenöl analysirt. Die blaue Farbe 
seheint dem Oel anzugehören. Bei der Desliik' 
tiou ist der erste Tropfen eben so blau wie der 
letzte, und Lösungen des Oels in Aetber und Al- 
kohol sind ebenfalls blan , wiewohl das Gas des 
Oels keine sichtbare Farbe bat. Beim SehäUels 
mit Aetber scheidet sich eine kleine Portion ei- 
nes ungefärbten Oels ab, aber in starker Abboh- 
Inng setzt sich daraus kein Stearopten ab, son* 



') Ana. d. Chem. und Pharm. XUX, 241. 



Uli 

dern das Ganze wird nur diekflüssiger. In ver- 
schiedenen Perioden der DestilUtion analysirt zeigte 
es sieb ziemlicL gleiek zneanimengeselzt, wiewobl 
das zuerst übergebende Oel stets ItoblenstoffbaÜi« 
ger war 9 wie das, was zuletzt destUIirle. Der 
Dutersebied entsprach 1,3 Proeent, wie dies aus 
den beiden zuletzt angeführten Analysen zu er- 
sehen ist. Vermntblicb ist es gemengt aus einem 
saeerstoffTreien Radical mit dessen Oxyd, von de* 
neu das Radical ein wenig fluchtiger ist, als das 
Ozyd. Die Analysen gaben s 

Koblenstoff 79,85 79,81 79,56 78,26 
Wasserstoff 10,60 10,69 10,83 — 

Sauerstoff 9,55 9,50 9,61 — 

Winckler*) destillirte Nelkenöl mit Wasser Nelkenöl. 
und bekam als Rückstand eine graue schmierige 
Masse, welche ^ vom Gewicht des Ocls betrug, 
und woraus Aetber verharztes Nelkenöl auszog, 
wahrend ein weisses PuWer ungelöst znrückblieb. 
Dieses Pulver wurde fein gerieben und mit Salz- 
saure und Wasser bei -f- 85o digerirt, wobei die 
Säure Kalk auszog und einen krystalliniacken Kör- 
per zurücUieis, der in siedendem Waaser unauf- 
löslich war, sich aber in siedendem Alkohol auf- 
löste und daraus in krystallinischen Nadeln an- 
schoss, welcbe Win ekler als Caryophyllin er- 
kannt zu haben glaubt, dessen Kalkverbiudung 
also in dem Rückstande des Oels enthalten war. 

Ich führte im letzten Jahresberichte , S. 487, Oel aas der 
an, dass das flüchtige Oel, welches mit Was8cr^*^J|Jf^^^^ 
aus dieser Pflanze abdestillirt wird, spirylsaures 
Methylozyd und von dieser Seite von Cabours 



*) labrb. f. pract Pharm. VH, 355. 



einer genaoereu Uatersucbung antenvorfen wor- 
dcD sei. lieber das Resultat dieser Untersnchoag 
werde ieh Gelegenbeil nebmen, beim spirylsaarcn 
Melbyloxyd aosfiibriicb zu bericbten. 

Aber es eotbält noch ein anderes flaclitiges 
Oel y wiewohl in sehr geringer Menge , ungefähr 
j\fy welches GauHherilhn genannt worden ist. 

Um dieses von dem spirylsauren Methyloxyd 
abzuscheiden , wird es mit einer Lauge von kau- 
stischem Kali destillirt, worin die Spirylsäore su« 
rückgehalten wird, wahrend das fliichtige Oel and 
ein wenig nengebildeter Holzalkohol mit dem Was- 
ser überdeslilliren. Es wird dann von diesen ab- 
geschieden und der möglicherweise der Zerselsang 
entgangene Aether durch ein wenig Kalilauge weg- 
gewaschen. Darauf wird es mit Wasser gewa- 
schen^ über Cblorcalcium getrocknet und für sich 
rectißcirt. 

Es ist Farblos, dünnflüssig, riecht angenehm, 
etwas ^fefferartig. Siedepunkt = -|- 16(K>. Spe> 
cir. Gewicht in Gasform =4,dS. Durch Salpe- 
tersäure wird es oxydirt und aufgelöst 9 nroranf 
Wasser einen harzähnlichen Korper daraus nie- 
derschlägt. Mit Chlor und Brom entwickelt es 
die Wasserstoffsäuren derselben, indem es sich 
mit einem Theil des Salzbilders vereinigt und da« 
durch zähe wird. Es wurde zusammengesetzt ge- 
funden aus: 

Gefunden Atome Berechnet 
Kohlenstoff 88,0 10 88,23 
Wasserstoff 12,2 16 11,77 
100,2. 
Dies ist die Zusammensetzung des Terpenthinols, 
dessen specif. Gewicht in Gasform es auch hat. 



Proeter *) hat gefunden^ dtM Mt TheUe wnOt\ aus Beiula 
der in Amerika waebsenden Beiula lenta (sweel '^"*^' 
bireh, blackbirch) dataeibe Oel enthalten, «^ie 
die Gaultheria proeambeoa, aber daaa. dieses Otl, 
wiewohl es durch Destillation mit Wasser daran» 
erhalten wird^ doch dem grösseren Theil nach da- 
bei ftoeammengeselzt wird, gleichwie Bitterman- 
delöl und Senfid-. fir sog di^ Rinde des fiolac» 
mit Alkohol und datanf mit Wasser' aiii. In kei-* 
nem ton baden war das flochtige Ool onlhalten. 
Als er aber dann den Alkohol Tcrdttnatele , den 
Rnckstand mit dem Wassertxtraet lermischle und 
nun deslilltrte, so bekam er ein Dach d^m Oel 
riechendes DästUlat, welches die Reaclionen des 
Oels bcnMKrbraehte^ z. B. die purpurrothe Farbe 
mit *Eisenox|dsalzen; 

Das OeL ans der Betnla lenla hat den Geruch 
und Gcschmaek :des Oels ans der Gaultheria- (s<: 
welter unten spirylsaores Methyloxyd bei ded 
Metliyloxydverbindungen) und 1,173 specifisches 
Gewicht« .Es .wird in der Lnft rotb, aber bei der 
Rectifioation farblos. Es löst sich unbedentend 
in Wasser, aber leicht in Alkohol BOd in Aethert 
Seine Lösung färbt sufgelöste Bisenoxydsalae purh 
purrotli. Es yereihigt sich mit Alkalien, Erden 
und mehreren Melatloxyden^ und lässt sich durch 
Schwefelsäure un^Ycrändiort wieder abdestüKren. 
Durch Kochen -mit nbersditissigem Kali gibt es 
spirylsaures Kali', und durcli Auflösen in Ammo* 
oiak das Amid der Spirylsäure, .welehes daKlus 
in Krystallen. ethalten wird. Im UebrigeA gibt es 



Berxelius Jabres- Bericht XXV. 40 



mit CUor, Jod and Salpetertanve alle dinelbei 
Prodnctc, vrie spirylumve» Melhyloxyd. 

Um Keontnisfi fiber den K$rper in dem Alko* 
holoExtracte zo hckomaien, weldber die BiMoDg 
des Oels mit dem Wasserexlracte veranUstt, sog 
er die zd Pulver geriebene Riode mit Alkokol 
aoa , destillirte den Alkohol wieder ab ^ nnd lie« 
handelte den Rückstand mit Wasser. Die dadafcli 
erhaltene Lösung wurde mit Blcioxydkydiat dige- 
rirt, um dadurch Gerbsiure, Farbstoff und Zacker (1) 
wegzunehmen , die iast Farblose Llisnng bis k« 
Trockne verdunstet und dev Riickstaad mit Alke* 
Jiol behandelt. Diese Lösung i« Alhohol gab dtao 
beim Vevdanslen einen Syrop , welcher so einer 
gummiähnlichen Masse eintrocknete , in wekker 
sich keine Merkmale von KryslalKsation seigteS) 
und worin nach seiner Ansicht ein eigenthimlicker 
Körper enthalten sein sollte, wekher kryslaUisiren 
misste, was aber durch einen anderem eingemeBg' 
ten Körper verhindert werde. Er nennt deoselki 
Gauliherin. ' Als diese trockne Masse der trock- 
nen Destillation unterworfen wnrde, gab sie G>d>* 
tberinöl, gemengt mit brenzlichen Producten. Sie 
gibt dieses Od auch durch Destillation mit Te^ 
dünnter Scbwefelsiure oder Salssanre. Dsrck 
Destillatieii mit verdünnter Salpetersaure gibt n« 
gelbo^ in Alkohol lösliebe Nadeln, welche mit den 
Wassee in die Vorlage übergeben. Von raocko- 
der Salpetersäure wird sie mit gelber Farbe aef* 
gelöst y und Wasser scheide! dann gelbliche Kr}- 
sUiUe daraus ab. 

Wird dieser gnmmiihnliche Körper mit Baryt- 
kydrat gekocht, die Flüssigkeit filtrirt, die Bsrjl- 
erde genau darana abg^achiedca » «ttd die Saure 



dann mit kohlenstnrem Bleioxyd gesifligf, so er- 
hilt man ein lösliches Bleisalz , welches , durch 
Scfayrefelwassersloir zersetzt^ eine sanre Fl&ssiglieit 
gibt, aas welcher durch Verdunsten eine Sinre 
kryslallisirt erhalten wird, welche er für neu hSlt 
und welche er Gaulihtrinsäure nennt. Sie ist 
leicht Kislich in Alkohol, schwer löslich in Aether, 
gibt gnmmiäbniiche Salze mit Basen, aus denen 
durch Destillation mit Tcrdünoter Schwefelsinre 
Ganitherinöl erhalten wird. 

Aus dem Wasserextracte der Rinde konnte nichts 
abgeschieden werden, was dem fimulsin 'ähnlich ist« 

Stenbonse*} hal das sogenannte ostindiscbe Osiindischcs 
Grasöl untersucht, welches aus Andropogon Iwa- ^^^^* 
rancnsa erhalten werden soll, aber welches er mit 
dem Oel von Andropogon calamus aromaticus (dem 
Nardns der Alten) für identisch halt. 

Das Oel ist gelb, hat einen angenehmen Ro« 
sengerucb , der schwacher ist als von Ol. Rosae. 
Es schmeckt scharf und angenehm, an Citroneuöl 
erinnernd. Es ist neutral und schwimmt auf 
Wasser. 

Die Probe, weldie vermutblicb alt war, ent- 
hielt viel Harz, welches bei der Rectification mit 
Wasser in der Retorte zurnckblieb. Das Destil- 
lat war farblos. Der Siedepunkt fand bei -f 147o 
statt, worauf er bis auf + ^^O^ ^^^^gy ^^ «^ '*"^° 
stationär blieb. 

Das Oel wurde zusammengesetzt gefunden aus 
(C = 75,12); 

Kohlenstoff 83,6! 
Wasserstoff 11,47 
Sauerstoff 4,92. 

') Ann. d. Chem. u. Pharm. L, 157. 

40- 



u^u 



Dieses Oel ist aber ein Geniacli von sweieo, 
einem sauerstofflialligen and einem aanerst^^ffTreien. 
Das erstere wird durqli Behandloiig. mit Natrinm 
unter Enlwickelong von Wasserattfffgaa zerstört, 
indem siqb eine harzähnli^Ue . Mag/se bildet , Yoa 
der daa saocrsloflPTreie Oel abgegossen . nnd destil- 
lirt werden kann. Bei der Analyse wurde dieses 
voUkommen eben so zusammengesetzt gefanden wie 
Terpentbinöl =C^H^. Dieses Oel absorbirt rasck 
Sauerstoff aus der Luft und l^sßi bei jedesmaliger 
Rectification Harz zuriiek. 

Oleum Rad. Gel Büchner d. Aelt. *) bemerkt 9 das. das flucli- 
urbani, ^j^^ £)^,^ welches \n kleiner Menge durch Destil- 
lation der Nelken würzet ^9ad* Gei nrbani) erhal- 
ten wird, mit seiner jiehnlicl^keit, die es im Ge- 
ruch mit dem Nelkenöl hat, auch die Aefanlich- 
keit damit verbindet^ dass eifi Theil desselben eine 
Säure hty welche sich mit ^ Elisen .Tereinigt^ so 
dass er .sich mit allfalischen Ifösufig^mi^ela dar- 
aus ausziehen lässt^ und dann aus^der lÄjBung durch 
Schwefelsäure wieder «abdesjUlürt werden Jkaaa. 

Es verdiente wohl untersucht zu werden, ob 
nicht dieses Oel, wie Rabourdin to^ dem Vs- 
lerianaöl angegeben hat, in weit grösserer Menge 
erhalten. wird, wenn man bei der Destillation der 
Nelken würze} mit Wasser Seh wefelsäure hinzttseUt, 
um das. saure Oel voii den Basen ahzuscheideo, 
womit es verbunden sein kann und von denen es 
zurückgehalten wird. 

Bittermandelöl Ich führte im letzten Jahresberichte,. S. 481. 

uiJrjiJ!"' ^."" *" *'•"""* geglückl.ist, das R.dicl 
des Bittermandelöls darzustellen^ welches er Siil- 



*) Bucbn. Rcpert z. R. XXXV, 19. 



ben genrnnt hat. Er hat iinn seine Versuche aas- 
fohrUchcr beschrieben *)• 

Man erhitBt in einer Retorte mit tubnlirter 
Vorlage und Gasableitungsrohr Schwefelpiliranijl 
— CHfifia + 2S (Jabresb. 1843, S. 326). Es 
schmilzt dabei bald. Lasst man es dann rasch 
erhalten, so erstarr! es langsam zu einer klaren, 
durchsichtigen Masse, nelche vor dem Erstarren 
in Fäden gezogen werden kann, und welche, nach« 
dem sie erhärtet ist, keine Merkmale von Krystal- 
lisation zeigt. Wird' sie wieder geschmolzen und 
einige Minuten lang geschmolzen erbalten, so ent* 
wickelt sie eine Menge Schwefelwasserstoff, wäh» 
rend sich in der Vorlage ein wenig Schwefelkoh- 
lenstoff ansammelt, von dem jedoch der grösste 
Theil durch das Schwefelwasserstoffgas weg- 
geführt wird. Hat diese Gasentwickelung aufge« 
hört, so krystallisirt die Masse beim Erkalten, 
und man kann dann die Temperatur sehr erhöben, 
ebne dass der Rückstand in der Retorte eine Ver^ 
ändcrnng erleidet, und bei einem gewissen Punkte 
dcstillirt er unverändert über. Das, was hierbei 
übergeht, ist ein Gemenge von zwei Körpern, von 
denen einer, das Pikram jl, flüchtiger ist und wäh- 
rend der ersten Hälfte der Destillation in gfrösse* 
rer Menge erlialten wird. Der andere weniger 
flüchtige Körper ist eine Schwefel verbin düng und 
macht den grösseren Theil von dem aus, was» nach- 
her nberdestillirt. Rcide kryatallisiren beim i)r* 
kalten, der erstere in Schuppen und der letztere 
in Nadeln. Man scheidet sie dnrch Kochen mit 
Alkohol, worin sieb die Sehwcrelvcrbindung we* 



*) Revue scientif. et industr. XV, 378. 



Dig auflöst und woraus das Pikratnyl beim Erkal- 
ten anschiesst. Man lässt die Krystalle abtropfeii, 
legt sie in einen Glaskolben mit flacbem Bodeu 
und übergiesst sie darin mit mebr siedendem Ac- 
ther, als xu ibrer Auflösung erforderlicb ist. Der 
Kolben wird dann offen gelassen und der Aetbcr 
langsam daraus verdunsten gelassen ^ wobei das 
Pikramyl in sebönen und reinen Krystallea an« 
scbiesst. 

Das Pikramyl bildet farblose^ rbomboidale Blat- 
ter i die denen von Napbtalin nicht nnikalich 
sind 9 und von denen Laurent eine Zeich- 
nung und Winkelberecfanung gegeben hat. Sie 
haben Perlmutterglanz und sind höchst ahnKck 
den blättrigen Krystallen vom Stilbit, wovon Lau- 
rent den Namen Stilb^n abgeleitet hat. Die Win- 
kel des Rhombocders sind 530, 3' „aj isqo^ 7. 
Schmelzpunkt =-{-1180; ^ber in der Ruhe liasl 
es sich zuweilen bis auf -f- ^^0^ abkühlen, selbst 
bis zu 4- lOQOy ehe es wieder erstarrt und kry* 
stallisirt. Wird es berührt, so erstarrt es bei 
+ 1180. Siedepunkt = 2920. Specif. Gewicht 
in Gasform = 8,2 bis 8,4. Es destillirt unver- 
anderl über, ist unlöslich in Wasser, leiehter lös- 
lich in siedendem als iu kaltem Alkohol, und schieast 
daraus beim Erballen wieder in Krystallverbindun- 
gen an, welche aus einer Reihe von rhomboidalea 
Blattern gebildet werden, die mit den spitzen Win- 
keln und in der Richtung der längeren Diagonale 
zusammengewachsen sind., Aether löst mebr da- 
von auf als Alkohol. Es löst sich in Schwefel- 
säure auf und gibt damit eine gepaarte Schwefel* 
säure, welche noch nicht untersucht worden is^t. 
Concenirirte Chromsänre wirkt in der Wärme hcf- 



tig auf das Pikramyl cia und gibt bei der Deatil* 
lation mil wenig Waaaer ölartige Tropfen, welche 
allem Anscheine nach Pikramylbioxyd, d. h. wie- 
derhergestelltes Bittermandelöl sind. 

Das Pikramyl wurde zosammengesetat gefun- 
den ans: 

Gefunden Atome Berechnet 

Kohlenstoff 93,f8 93^32 14 93,334 
Wassersto ff 6,66 6,66 12 6,666 

99,84 100,04 
14 Volumen Kobleiigas und 12 Volomen Wasser« 
stoffgas haben sich zu 1^ Volnm Pikramylgss con- 
densirt, denn 

44 Volumen Kobiengas =: 1 1,62314 

12 ,, Wasserstoffgas = 0,82560 

= 12,44874, 
was mit 1,5 dividirt 8)2Mf gibt, also sehr nahe 
der Zahl 8,4, welche nach der Dumas'schen Me- 
thode erhalten worden ist. 

Bei dem einen von seinen Versuchen fand Lau- 
rent das specif. Gewicht des Gases ndr =3 8,2. 
Dieser Versuch wurde nach einer von ihm ausge- 
dachten Methode ausgeführt, nach welcher er je- 
doch kein so genaues Resultat geben kann , wie 
nach der von Dumas. Aber durch Verrechnung 
in den Gewichten der Volumen war Laurent zu 
dem Resultat gekommen) dass das berechnete spe- 
cif* Gewicht des Gases =8,13 sein sollte, und er 
gab daher dem nach seiner eignen Methode ge- 
fundenen Resultate ss8,2 den Vorzug, 

Dasspeeif. Gewicht des Pikramylgases ist so 
hoch, dass man daraus deutlich einsieht, dass es 
nicht aus C^U^ bestehen kann, weil sieii dann 
diese 13 Volumen zu nur | von I Volum verdich- 



tet haben wurden. Es ist also klar, dass die ge- 
ringste Anzahl von einfachen Atomen, weiche es 
enthalten kann, ^ C^^^tL^^ ist, was anch gut mit 
dem bekannten Verhalten des Pikramylbioxyds 
(Bittermandelöls) übereinstimmt, welches durch 
Aufnahme von 1 Atom SauerstolF in 1 Atom was- 
serhaltige Benzoesäure übergeht« 

Pihramylchlorür (Chlorure de Stilbene L.) wird 
erhalten, wenn man Chlorgas von geschmolzenem 
Pikramyl absorbiren lasst. Es vereinigt sich im 
Anfange mit dem Chlor ohne dabei S^lzsiure zu 
entwickeln , und sobald man deren Bildung be- 
merkt, wird das Zuleiten des Gases unterbroehen. 
Es ist jedoch nicht leicht, diesen Punkt genau zu 
treffen, und oft fangt ein Theil von dem Chlorur 
schon an durch das Chlor zersetzt zu werden, ehe 
alles Pikramyl mit Chlor verbunden worden ist. 
Auf diese Weise erhält man nicht weniger als 4 
Körper von ungleichen Eigensehaflen, von denen 
zwei isomcrische Pikramylchloriure sind, welche 
Laurent durch a und ß unterscheidet. 

Das Chlorür a ist wenig löslich in Aether, 
und bleibt ungelöst, wenn man die Masse mit 
Aether behandelt. Abgeschieden und in einer 
grösseren Menge von siedendem Aether aufgelöst, 
und die Lösung in einer unvollkommen verschlos- 
senen Flasche allmälig verdunsten gelassen, seliiesst 
es in kleinen, geschobenen, rectangulären, zwei- 
seitig zugespitzten Prismen au, die sich in einer 
richtig getroffenen Hitze unverändert sublimirco 
lassen. Sie sind unlöslich in Wasser, fast nicht 
löslich selbst in siedendem Alkohol. Durch eine 
siedende Lösung von Kali in Alkohol werden aie 
zersetzt. Sie wurden zusammengesetzt gefunden aus: 



CMaadcii 


Atome 


Bcreeknel 


Kohleostoff 66,32 


14 


67,60 


W«Hersloff 4^84 


12 


4,85 


Cbior 28,84 


2 


28,15. 



Das Chlorör ß wird aus der Aelhcrlösung, 
welche das Ckloriir j» ungelöst zarfiekgelassem bat, 
wean maD sie mit Alkohol vermisdit und freiwillig 
▼erdoDsten iMsst , erkalten , wobei zweierlei Kry- 
stalle ansehiessen^ von denen die eine Art durch- 
'sichtige rectangnlare oder achtseitige Bialler und 
die andere weisse undurchsichtige Linsen bildet, 
und Yon denen die Mutterlauge abgegossen wird, 
welche einen ölartigen Körper aufgelöst enthält. 
Man sneht dte durchsichtigen Tafeln dazwischen 
heraus und kryslalUsirt sie aus einem Gemenge 
TOB Alkohol und Aeiher um. Durch ihre Kr;- 
stallform nnd durek ihre leichte Löslichkeit in 
Alkohol und Aeiher nnterscheiden sie sich von 
den vorhergehenden, mit denen sie eine ganz gleiclie 
Zusammensetzung haben. 

filo'amyilhrovMkT (Bromure de StilbfeneL.) wird 
erhalten, wenn man feingeriebenes Pikramyl mit 
Brom übergiesst, wobei sick nur eine Spur von 
entwickelter BromwasserstoiTsanre zeigt. Es enC^ 
spricht der Modifieation o^ und es löst sich nickt 
in Alkohol und in Aetker, Durch Waschen mit 
Alkokol wird es rein erhalten. Es besteht aus 
C;i4Hi2Br. Bei der trocknen Destillation wird es 
zersetzt. 

Wird das Pikramylckloriir a mit einer sieden« Sillbylcblorür. 
den Lösung von Kali in Alkohol behandelt, so 
entstehen aus 2 Atomen Chlornr und 1 Atom Kali: 
1 Atom Chlorkalium, 1 Atom Wasser und 1 AI. 



CLloriir von eiiieiii nenen Badieal^ dessen Zaun- 
menseUnng mit der Verbindong von I At. Pikn- 
myl und 1 At. C^^H^^ versinnliehl werdea ktni, 
so dass das taeue Radieal aus C'^H^^bestebt. Es 
wird ans der Alkoboltösnng dnreb Wasser niede^ 
geschlagen, in Gestalt eines Slartigen Rörpen, 
welcher unverändert fiberdestillirt werden ktoo. 
Es ist sowohl in Alhohol als auch in Aelher lös- 
lich und wurde cnsaniniengesetct gefanden iob: 
Gefonden Atom« Berediaet 
Kohlenstoff 77,0 S8 78^6 

Wasserstoff 5^ 22 5,15 

Chlor 17,7 2 16,49. 

Die Analyse hat jedoch 1^ Proe. Kohlenstof <« 
wenig gegeben, was wohl durch wiederholte Aia- 
lysen hatte berichtigt werden hfinnen. Aber Las- 
rent macht auf die ansserordentliche Rostbtrkeit 
dieser Präparate anfmerksam, für welche das Bit- 
termandelöl das rohe Material ist, welches saMe^ 
dem von diesen Priparaten viel weniger wieder gibt 

Laurent belrachtet diesen Körper als eise 
Art ternären Radicals, welches er Chlostilbasc 
nennt. Da wir ihm in seinen theoretischen As- 
sichten nicht folgen , so können wir aoeb aiekt 
die auf diese gegründeten riamen annehmen, b* 
dem wir anstatt dessen ein organisches Rsdieil 
— C28H22 annehmen, welches sich mit CUor, 
Brom und Sauerstoff vereinigen kann , so fvoll^ 
wir dieses SiUbyl nennen, und demnach die C\A(^ 
Verbindung Stilhylchlorür a , cur Unterscheidssg 
von , der nächstfolgenden • 

Stilhylehloriir ß wird auf gans dieselbe Weit« 
aus dem Pikramylchlorär ß erhalten. Es ist, gleich' 
wie das vorhergehende ein ölihnlicher, destiUl^ 



barer Körper. Die Versehiedeaheiteii i& den Eigen« 
sciiaflten sind niclit angegeben worden, worauf er 
die Annahme einer besonderen Modification von 
dem vorhergehenden gegründet hat. 

SUlbyUrieUorid (Chlorure de Chlostilbaae L.). 
Ei wurde oben angeführt, das» mit dem Pikra- 
mylehloriir ß weisse, undnrehsiehtige Linsen an- 
aehiessen j diese sind dieser Körper. Er ist etwas 
weniger löslich in Aether als das Pikramylchlo- 
rür, und dadurch kann er davon gereinigt wer- 
den, wenn man ihn einige Male mit Aelher uro« 
krystallisirt. Es schmilzt bei -{-85^, und wurde 
zusammengesetzt gefunden aus: 

GefuDden Atom« Berechnet 
Kohlenstoff 59,27 28 58,90 
Wasserstoff 3,90 22 3,85 

Chlor 36,83 6 37,25 

— C26H22€13. Es wird durch eine siedende Lö- 
snng von Kali in Alkohol zersetzt in Chlorkalinm 
und in einen ölähnlichen, chlorhaltigen Körper. 

Chlorobromid von SUlbyl (Bromure de Chlo- 
stilbase L.) wird aus dem Stilbylchlorür erhalten, 
wenn man es mit Brom sätligt, wobei sich 3 At. 
von dem Chloriir mit 6 Aequivalenten Brom ver- 
einigen zu C28H22€l3-|*2C2^H22£r3. es besieht 
also ans 1 At. Trichlorid und 2 At. Tribromid. 
Die Verbindung ist fest, pulverförmig und schwer 
löslich in Alkohol und in Aether. Durch Auflö- 
sen in Aether und langsames Verdunsten der Lö* 
sung kann es in kleinen sechsseitigen Prismen 
erhalten werden, Laurent unterscheidet davon 
zwei Modificationen mit o und mit /?, deren Un- 
terschied aber nur darin bestehen wurde, dass die 
letztere Modifiealion unregelmässige Kryslalle gibt. 



Atome 


Berechnet 


28 


74,7 


22 


4,9 


:} 


20,4. 



Dorcli DealilUtion wird es zersetzt io Bromwas- 
serstoffsaore und in einen neuen Körper, welcher 
in Nadeln anscliiesst. 
Salpeirigsaures Wird Pikrauiyl mit Salpetersaure gekoebt, so 
Stilbyloxyd. erhält man einen harzähnl ichen , gelben Körper, 
der nach gehörigem Auswaschen zusammengesetz 
gefunden wurde aus : 

Gefiinden 

Kohlenstoff 73,4 

Wasserstoff 4,8 . 

Stickstoff — 

Sauerstoff — . 
Die Abweichung in der Analyse ist gar zn gross, 
um der Formel eine besondere Glaubwürdigkeit 
geben zu können, und der Gehalt an Stickstoff 
ist nicht besonders bestimmt worden« Die For- 
mel würde sonst z=: C^SH^^ O + W werden. L a u- 
• rent nennt ilin Nitrosülhase. 

Durch eine weiter fortgesetzte Behandlung mit 
Salpetersäure wird die Zusammensetzung verän- 
dert^ und Laurent behauptet, dass für jedes 
Aequivalent Wasserstoff, welches daraus austritt, 
N an dessen Stelle kommt, und er gibt für eine 
solche Masse die Formel =€^»11211^30^ mit der 
Bemerkung, dass die Wirkung der Salpetersaure 
noch nicht vollendet gewesen sei. Hier würde 
also 1 Acquivalent Wasserstoff durch ^ Aequiva- 
lent Stickstoff uud 2 At. Sauerstoff ersetzt wor- 
den sein, und in der Vermuthung, dass es mit 

H20 

C28H20O2 -J. 2» oder Qfl^ ...^ geendigt haben wurde, 

nennt er es Niirosiilbhse. 
SUIbinsalpeter- Lässt man die Einwirkung der Salpetersäure 
nJ^o'^lilbi^ue.*^"'^ ^"^ Pifcramjfl noch weiter fortgehen, so löst 



Ö2Ö 

sich in der Säare ein nen^s Prödnet auf, welches 
darch Wasser daraus in Gestall eines gelben Pol- 
veis niedergeschlagen wird. Ans diesem Pulver 
zieht mit Ammoniak Tcrmischies Wasser eine 
Säore ans , welche dann gereinigt dnrch Salpeter- 
nänre daran» abgeschieden wird. Sie ist palver- 
formig 9 etwas gelblich^ fast nnldsüch in Wasser^ 
löslich in Alkohol und nach mehr in Aether* 
Beim Erhitzen schmilzt sie und dann kann sie in 
feinen Blättern snblimirt erhalten werden. Sie 
wurde zusammengesetzt gefunden ans s 

Gefunden Atome Berechnet 



Kohlenstoff 


■ 54,70 


28 


55,80 


Wasserstoff ' 


4,60 


22 " 


3,58 


Stickstoff ' 


'4,60 


2 


4,58^ 


Sauerstoff 


37,10- 


14 


36,76. 



Offenbar ist diese. Atomb^i^/Bcbnong, ganz un- 
richtig. L a a r e n t kajqu -einen analytischen 
Versuch, nicht so falsch ausfuhren^ dass er ^ 
von dem ga.na^en Wasserstoffgchalt der Sänre zu 
viel bekommt, und wahrscheinlich gehen mehrere 
Atome Wasser in diese Verbiodu^ ein. Lau- 
rent fällt das Ammoniaksalz dieser Säure mit 
salpetersaurem Sllberoxyd und fand in dem Nie- 
derschlage 41 Procent Silber, wonach er berech- 
net, dass 1 Atom Säure 2 Aequivalentc Wasser* 
Stoff verliere und sich dafür mit 2 Atomen Silber 
vereinige zu = 2Äg + C28H^8N2014, ^^as in 
eine gewöhnliche Form verwandelt geben wiirde : 
2Äg + C^^a^^07§r. Aber <lle Analyse hat dar- 
gelegt , dass der Wasserstoffgehalt darin viel grö- 
sser ist. Die freie Säure wiirde sopst 2H -{- 
C28H1807W, oder = »C^öfliöO^ + Ü» sein. 



526 

Siibylsäure. ^^^ krystallisirte Kö*rper, welelier erhalten 
wird, wenn man fenefatea Chlorgas in Bittemian- 
delöl leitet (Jahraab. 1845^ S. 484) , wnrde Ton 
Laurent ebenfalls erhalten, als er das Oel mit 
ranehender Sehwefelaäare behandelte. Er hat bei 
der Analyse dieselben proeentisehen Resnltate er- 
halten, wie Li eh ig (am angef« O.), aber er be- 
reehnet sie auf ein« «ndere nnd wahrscheinlichere 
Art , nämlich : 





Gefunden 


Atome 


Beredmet 


Kohlenstoff 


75,82. 


28 


76,35 


Wasserstoff 


5,45 


24 


5,45 


Sauerstoff 


18,20 


5 


18,20, 



— flC^^H^^ + 50. Er nennt ihn deshalb Sur. 
oxyde de Stillhne oder Acide stilbetix. Aber beide 
Namen sind, gleichwie die Formel wahrscheinlich 
unrichtig, indem sie Stilhen oder Pikramyl als Ra- 
dical Toraussetzen ; denn mit Kali giebt er einen 
ölahnlichen Körper, welcher nach gehörigem Trock- 
nen aas C28i]22 0^ -f- k bestehen soll, und wel- 
cher also stilbylsaures Kali ist, in welchem Falle 
der Körper = H + C^SH^^O* wäre, d. h. wasser- 
haltige Stilbylflnire. Laurent hilt ihn für einen 
Körper, worin 1 Aequivalent Wasserstoff durch 
1 Atom Kalium ersetzt worden ist , und gibt da- 
für die Formel C^SH^^K +50. 
Sülbcsylsäüre. Wird CLlorgas mehrere Tage fang in Bitter- 

mandelöl bis zur Sättigung <;ingelcitet^ nnd die 
Masse zuletzt damit erwärmt, so erstarrt sie nach- 
her beim Erkalten zu einem Brei yon Krystallen, 
den mau in einem Glastrickter, dessen Röhre 
Glaspulver enlhält, ablropren läset. Nachdem die 
saure Flüssigkeit abgelaufen ist, %Tird die Masse 
ausgepressl und mit einem* kaltem Gemenge von 



627 

Aallier iiadi Alkdiol bduuidelt, wobei ein Körper 
uogelofi zwriekbleibl, wekber sieb darauf in sie- 
deade« Aetb^r asflösl ond daraBB in regelmäasi* 
gen KryaCallen von 6 bis lOaeiligeai Prismen an- 
scbiesaty fveicbe dem gescbobenen Prisma mit 
rhombJidKer Baaia angeketefl) xuiveilen an den En- 
den zvf^iaeitig siigeapiM und anfreilen gerade ab- 
geatüBipft, Er nennl 4ieaen Körper Suroxide de 
SiUU$e oder ^dde rtUbeseux, Er ecbmilzt bei 
-f- i45<>y und läaat man ibn erbalien» ebe alle« 
geaebmolzen iat, ao erstarrt er an prismatiseben 
KrjataU^n« ErbiUt a^an ibn aber, bia er völlig 
fliissig geworden isl^- so bleibt er flnssig» bis nalie 
z.a der Tampeiiatar dar Lnft, worauf er zu einer 
dnrebaiditigen ^ gonHuiübnlichen Masse erbärlet. 
Erbitat man ibn danit wieder gelinde^ so erstarrt 
er sn,undarehsicbtigea»9 ans feinen Nadeln znaam» 
mengeaetaten; Warzen. Er ist. wenig löslieb in 
kaltei^ Alkobol und Aetber, und die Lösung rö« 
tbet darin iii^bt Imdkmuspapier. Bei der trock* 
neu Destillation - gebt ein ölartiges Liquidem nber^ 
welches erstarrt mit eioer^ wie es acbeint, anderen 
Kryatallform. Er ist löslieb in Alkali, und die 
Lösung, aeinea Ammoniaksalzea in aiedendem AI« 
kobol gibt mit aalpetersaurem Silberoxyd ein in 
glänzenden Sebuppen brystaUiairendes Salz, worin 
409? Procent Silber gefunden worden« Die Säure 
wurde zusanunengesetzt gefunden aast 

Gefunden Atom« . ^rechn«! 

Koklenstoff 71,60 28 71,80 
Wasserstoff 4,33 20 4,28 

Sauerstoff 24,07 7 23,92. 

Nach der Quautilät Silber, wciclic aus dem 
SUberaalze erbalten wurde, muss sie aus 2H -f- 



C^SH^^OS besteben, worin das WMser AmmU 
2 Atome SUberokyd orietzC Wird» Dni eiae Her- 
leilang von Lmnreot's Nftmev ibeizabehalten, 
könnte sie bis abf Weiteres Siilbekybäure ge- 
bannt werden. 

Der mit AIIboIioI gemengte Aefber^ wdlsfcer bei 
der Berettnng der TorhergehendsiK- SStire diese 
migelöst zuräokgeiassen halte', entbalt Bensoe- 
sSnre anfgelöst- and noeh einen andereia^lsl^staUi- 
sirenden Körper, welcher bbi ' der freiwilKgen 
Verdunstung ans der Fliissigbeit anädiieAst, and 
woraus schwaches Ammoniak* "die Säure auszieht* 
mit Zuriicklassung Aes andereitfftihrpers In langen, 
feinen, nadelform igen, ' glän^üeilden. Krystallen. 
Dieser Körper verhiklt sich naeh detti Sehnelzca 
ganz ähnlich, wie der TOrhergchende , nnd krj- 
stallisirt wieder, wenn nmu die ^iwehsichtige 
Masse von Neuem erwärmt. Bbi »der- De^tilUlion 
gab er einen anderen Körper, ^igesehossen in ge- 
wundenen Nadeln. Er löst ^ck 4n siedendem 
kaustischem Ammoniak^ aber iStoren schlagen aus 
dieser -Lösung nichts nieder. ■ ' 
Schwerelesyl. ^^^ hehren nun zu den Prodocteo deV Destil- 
lation des Schwefeipikramyts 8Ur6ck; Ich führte 
an, dass dabei zwei Körper übergehen,' ein flnefc* 
tigerer, das Pikramyl, und ein etwas weniger 
flüchtiger , sobwefelhaUiger; Den letzteren hat 
Laurent Thi&n'^essale *) genannt ;> wir wollen ihn 
Schwefelesifl nennen. Von dem Pikramyl wird es 
dadurch befreit, dass man-ibn als feines Pulver 
wiederholt mit Meinen Quanlitäfen Aether ans- 
koclit, worin sich das Pikramyl anfföst, mit seLr 



*).Ilbvii0 scientif. el. mdusAridi/ XVI, '197. 



wenig ?ou deiD Sehwefelesyl. Dann löst man es 
in einer, anf ein Mal dartiber gegossenen grosse* 
ren Quantität Aether auf, oder, wenn man die- 
sen sparen will, anstatt dessen in Petroleum, 
worin es sieb in der Warme in grösserer Menge 
auflöst als in Aelber. Beim Erkalten krystalli** 
sirt es in kleinen, ans Nadeln zusammengesetzten 
Kugeln. Es ist farblos, geruch- uud gescbmaek- 
los, und in Nadeln angesebossen. Schmilzt bei 
-f- 178^» Beim Erkalten erstarrt es zu einer auf- 
gebiahten Masse von Nadeln. Aber die Tempe- 
ratur sinkt häufig weit unter den Sebmelzpunkt, 
ehe es wieder anschiesst^ zuweilen erstarrt es 
dnrehsichtig, aber es krystallisirt , wenn man es 
wieder erhitzt, besonders wenn man einige Yor* 
her krystallisirte Nadeln hineinwirft. In stärke- 
rer Hitze gibt es einen riechenden Dampf, wel- 
cher nichts schwefelartigea hat ^ es lässt sieh dann 
entzünden und verbrennt mit rusender, röthlicher 
Flamme. Es ist fast unlöslich in siedendem AU 
kohol , sehr wenig löslich in siedendem Aether. 
Siedendes Petroleum ist das beste Lösungsmittel 
dafar. Es wird durch Kochen mit Alkohol und 
Kalihydrat nicht zersetzt. Siedende Salpetersäure 
greift es schwierig an , und die Flüssigkeit ent- 
hält nachher keine Schwefelsäure. Brom ent- 
wickelt daraus Bromwasserstoffsäure. Kalium bil- 
det damit beim Erhitzen Schwefelkalinm und eine 
kohlige Masse. Mit Salpeter, chlorsaurem Kalt 
und einem grösseren Ueberschuss von kohlensau- 
rem Natron gemengt, brennt es beim Erhitzen 
mit einer Reihe von Detonationen ab. Geschah 
das Erhitzen in einem laugen Rohr, so folgten 
diese Detonationen dicht auf einander 10 Minu- 
Bfnelius Jahres- Bericht XXV. *^ 



Gefiindcn 


Atome 




86,35 


26 


86,2 


4,90 


18 


4,9 


8,80 


1 


8,9 



ten laog. Es wurde xasaminengeietzt gefaadeii 
aus : 

Kobleastoff 

Wasserstoff 

Schwefel 

_ c^^His -f. S. C^^His ist also hier das Radi- 
eal EsyL 

Wird das Sehwefelesyl mit Brom behaadelt, 
so entwickelt sich Bromwasserstoffsäure mit lief* 
tigkeit) und es verwandelt sich in einen pulTer- 
förmigen Körper, welcher mit Alkohol ausgewa- 
schen werden kann, und welcher sich sowohl in 
Aether als auch in Petroleum auflöst. Er bedarf 
starke Hitze zum Schmelzen und er schiesst dann 
beim Erkalten in rhomboidalen Blättern an« Er 
kann unverändert sublimirt werden. Nach einer 
Bestimmung des Gehalts an Kohlenstoff und Was- 
serstoff darin, berechnet Laurent dafür die Zn- 
sammeusetzung zu C^^H^^SBr^, und er nennt 
ihn Bromethion-'essUe. Er kann sein: C^^H^^S' 
+ aC26Hi^&rS oder eine Verbindung von I At. 
Sulfid mit 2 At. Superbromid von dem Rndlcal 
C^^H^^, welches wir, auf Versuch, En/l nen- 
nen können, indem das S durch den diesem im 
Alphabet vorangehenden Consonanten gewechselt 
wird. Für Laurent ist er Tkionessale, worin 
4 At. Wasserstoff durch 4 At. Brom ersetzt wor- 
den sind, welche letzteren die. Rolle des Was- 
serstoffs spielen. 

Wird Sehwefelesyl lange Zeit mit Salpeter- 
saure gekocht, so verwandelt es sich zuletzt, ohne 
dass sich Schwefelsaure in der Plussigheit bildet, 
in eine gelbe, poröse, spröde Kruste, wdehe 



Laurent NUrÜhianesäUe nennt. Dieser Kör« 
per ist onlöslieh in Wasser und in Alkohol; sie- 
dender Aether löst eine Spor davon auf, die sieh 
beim Erkalten dsrans wieder niederscbligt, in Ge- 
stalt eines bellgelhen, ioekigen PoUers. Er 
sehmilct leicht und erstarrt wieder za einer gel- 
ben, durchsichtigen Masse. Beim stärkeren Er- 
hitzen fangt er Feuer und lisst viele Kohle zu- 
rück. Eine Lösung von Kali in Alkohol wirkt 
nicht darauf. Wurde zusamuiengesetst gefunden 
aus: 

Gelanden Atome Berecbnct 

KohlenstoflF 57,9 26 57,5 

Wasserstoff 2,7 14 2,6 

Stickstoff 10,5 4 10,3 

Schifefel — 1 5,9 

Sauerstoff — 8 23,7 

Für Laurent ist er Thionessale, worin 2 
Aequivalente Wasserstoff gegen 2 Aequivalente 19 
ausgewechselt worden sindj welche lelztereu die- 
selbe Rolle , wie der Wassserstoff spielen. Of- 
fenbar enthält er Erjl, verbunden mit Schwefel, 
Sauerstoff und salpetriger Säure. Drücken wir 
C26fii^ mit Er aus^ so hat er die Formel = £r 
ErP(^, und er ist dann schwefelbasisches salpe* 
trigsaures Eryltrioxyd. 

Wird rohes Bittermandelöl einige Zeit mitSchwe* Kripin. 
felammonimm gemengt stehen gelassen nnd dann 
destillirty so geht zuerst Wasser und Schwefel« 
ammonium iiber mit flüssigen ^ ölähnlichcn Kör« 
per» 9 und darauf folgen krystallisirende Stoffe. 
Man sucht die flüssigen abzunehmen und die kry* 
stallbirenden besonders anfansammeln. 

41* 



632 

Diese letzteren werden von Pikrauiyt, Sehwe- 
felesyl und Lopbin ausgemacht, Körper, die schoa 
in diesem Jahresberichte angeführt worden Biad, 
gemengt mit einem noch nicht erwähnten Stoff, 
welchen Laurent Pikryl nennt, welchen Ki- 
rnen ich aus zweierlei Gründen verwerfen mass, 
ninilich weil die Bndignng yl ein Radical bezeieh* 
. net, was er nicht ist, und dann weil er vod m* 
HQOQj bitter, abgeleitet, und* dabei doch gMX 
geschmacklos ist. Mit einer Umsetzung der Buch- 
staben will ich ihn vorschlagsweise Kripin neD* 
neu , ein Name, der so rein empirisch und be- 
deutungslos ist , wie möglich ^^ denn es ist jetit 
noch nicht möglich , die rationelle Zusammen- 
setzung dieses Körpers einzusehen* 

Wird dfs krysUllisirende Dcstillations-Prodod 
fein pnlverisirt mit Aether übergössen, so losen 
sich darin Pikramyl und Kripin auf, ^übrend 
Lophin und Schwefelesyl zurückbleiben. Aus itt 
Lösung schiesst beim Erkalten das Pikramyl gro- 
sstenthcils an, und darauf noch ein wenig beim 
Verdunsten. Die Lösung wird dann davon abge* 
schieden und langsam verdunsten gelassen, wöbet 
sie einen dicken, Ölähnlichcn Rückstand gibt^ i^^ 
mit Krystallkörncrn von Kripiu angefiillt ist. Dorcb 
Schütteln mit wenig neuem Aether löst sieb das 
Oel von den Körnern auf und es wird die Lösung 
sogleich davon abgegossen. Die Lösung gibt beim 
langsamen Verdunsten von Neuem Körner, welcbe 
auf ähnliche Weise von dem Oel abgescbiedeo 
werden , und dies wird so lange wiederholt , ab 
man noch Körner bekommt. Diese Körner sisii 
braun* Man löst sie in Aether, woraus sie re- 
regelmässig wieder anschiesaen, aber noch gefirbf. 



033 

Dureil einige Ilmkrystallisirangeo aus einem Ge- 
menge von Alkohol und Aelher werden sie farb- 
los erhallen. 

Das Kripin krystallisirt in Oetaedem , deren 
Basis nicht völlig recbtwinkliGb ist , die Spitaen 
durch Flachen ersetzt^ ond mit 2 entgegenge- 
setzten Basenkanten die durch Flächen ersetzt sind, 
»o dass die Krystalle von der Seite als zweisei- 
tig zugespitzte, flache, Sseitige Prismen aussehen. 
Es schmilzt Schwierig und erstarrt durcbsiehttg. 
Es löst sich nicht in Wasser, wenig in Alkohol 
und leicht in Aelher. Verändert sich nicht durch- 
Kochen mit Kali ond Alkohol. Durch Kalium 
wird, es in der Wärme zerselzl^ ans dem Pro^- 
duet davon zieht Aelher einen Körper aus, wel- 
cher in rhombischen Blättern krystallisirt erhalten 
werden kann. Durch Cliromsäure wird das Kri- 
pin in eine brani«c Masse verwandell, die sich 
einem Theil nach in Aelher auflöst. Dm darin 
Unlösliche lässt sich in höherer Temperatur zu 
weissen Blällem sublimiren. Das Kripin verei- 
nigt sich leicht mit Chlor und Brom. Es wurde 
zusammengesetzt gefunden aus: 





Gefunden 


Atome 


Berechnet 


Kohlenstoff 


80,80 


42 


80,80 


Wasserstofi' 


4,59 


28 


4,50 


Stickstoff 


4,76 


2 


4,50 


Sauerstoff 


19,85 


4 


10,20 



Ist M C*2Ha«N» + 40 oder C+^H^+O* -f »H«? 
Es ist uoch nicht möglich zu entscheiden, wie es 
hetraehtet werden muss. So viel kann aus der 
Bereitungsmelkode geschlossen werden, ilass es 
nicht C^2i|280 ^ pjp sein kann. 



0^4 

Das Kripiu gibt mil Clilor und Brom unler 
Entwickeluiig Ton freiiig Waaserstoffsittre guu- 
luiäholiche, in Wasser und in Alkohol niilöslicke 
Masaeni die sieh aber leichl in Aelher lösen und 
daraus dureh Alkohol niedei^eseLlagcn werden kön- 
nen« Sie wurden analystrt, aber die ResnlUle 
gaben bei dier Berechnung Briiehe von Aequiv«- 
lenlen und wiegen dadurch, eine unvollendete Eii»- 
Wirkung aus. Ich führe daher nicht die Resulltle 
d^r Analysen an. Es hatte mehr von dem Sab- 
bilderaufgenonunen, als dem daraus ausgetretenei 
.Wasserstoff entspricht. 

Wird das Kripin mit Salpetersaure behandelt, 
so verwandelt es sich in eine harsahnliche Mus«) 
dia, sich dureh fortgesetztes Kochen wieder «nf- 
löst^ worauf sich beim Erkalten ein schön gel- 
bes Krystallpulver abscheidet, von dem noch mebr 
durch Wasser daraus niedei^eschlagen wild. Di^ 
ser Körper ist unlöslich in Wasser, wenig lö^ 
lieh in, Alkohol und leicht löslich inAetber. Bei 
der trocknen Destillation detonirt er. Wurde zu- 
sammengesetzt gefunden aus: 





Gefunden 


Atonie 


D6r6€0lf€t 


KobleoBtoff 


56,80 


42 


56,3» 


Wasserstoff 


2,37 


22 


2,45 


Stickstoff 


12,60 


8 


12,50 


Snuerstoff 


28,23 


16 


28,75, 



— C^2 11280^ + 4N. Laurent betrachtet ihn al« 
Kripin , worin 3 Aequivalente Wasserstoff durcü 
3 » ersetzt sind, und er nennt ihn Nüripicryk' 
Vergleicht man den Wasserstoffgehalt der As«* 
lyse, so hat diesre zu wenig Wasserstoff gegci>^'' 
was wohl schwerlich der Fall ist. Nimmt iD«n 



die Formel C^^H^oQ^ + SU an, so wM das 
berecbnete Resttltat (C = 75,IS) : 

Atome Procente 



Kohlenstoff 


21 


56,543 


Wasaeraloff 


10 


2,224 


Stickstoff 


4 


12,549 


Sauerstoff 


8 


28,674 



was besser mit dem Resultat des Versvebs über- 
einstUnmt. Der Körper ist also ein salpetrigsaa» 
res Koxyd tou dem Radieale = Cs^H^Oo 

Wird das Sticbstoffbensoyl = C^^H^ON^, so Amaron. 
wie man es gewöbniicb durch Behandeln des ro- 
hen Bittermandelöls mit flttssigem Ammoniak 
erhilt (vergl. die Bereitung des Lophins, S« 
533) der troeknen Destillation unterworfea, so 
erhält man ein geringes^ flüssiges ^ ölartiges De« 
stillst , während sich Lophin und Amaron in die 
Wölbnag und in den Hals der Retorte sublimi- 
ren. Diese werden auF die Weise von einander 
getrennt, dass man sie zu Pulrer zerreibt, das 
Oel daraus' durch ein wenig Aether aaswäscht, 
und dann das Lophin mit eiucm mit Salzsäure 
vermischten Wasser auszieht, indem man dieses 
damit bis zum Sieden erhitzt und dann siedend 
davon abfiltrirt. Das zurückbleibende Amaron 
wird mit Alkohol gewaschen und getrocknet. 
Will man dieses krystallisirt erhalten , so löst 
man es in wenigem siedend heisscm Petroleum auf, 
woraus es dann beim Erkalten anschiesst* Das 
erkaltete Petroleum wird von Neuem mit dem 
ungelöateii gekocht, worauf es beim Erkalten noch 
mehr Krystalle gibt. Auf diese Weise verliert 
man weniger, denn etwas bleibt in dem erhalte- 
tem Oele aufgelöat« 



Das AmaroB schieast in fckien Nadeln an, ist 
geackmack- und gerucklos, sckmilzt bei -|* 233^ 
und erstarrt in slrakligen, langen Krystallnadcin. 
Es ist uulöslicb in Wasser , wenig löslick in AI* 
kokol, selbst in siedendem. Aetber löst im Sie- 
den etwas mebr auf^ aber scbr wenig. Beim Er- 
kalten scbiesst es daraus an. Kalte Sek wcfelsiure 
löst es mit einer präcktig reiben Farbe auf. Lasst 
iiian die Lösung allmalig Feucbtigkeit aus der 
Luft anzieken, so krystallisirt das Amaron nos, 
indem die Farbe verloren gebt» Durch Salpeter- 
säure wird es nicht zersetzt. Im Sieden wird eis 
kleiner Tfaeil davon aufgelöst, welcher beim Er- 
kalten daraus anscbiesst« Durch Kochen mit Kali 
und Alkokol verändert es sich nicht* Es wurde 
zusammengesetzt gefunden ans: 

Gefunden Atome Berechnet 

Kohlenstoff 88,36 32 88,46 

Wasserstoff 5,16 22 5,07 

Stickstoff 6,48 2 6,47. 

Es sckeint ein mit Stickstoff verbundenes Ra- 
dical zu sein = CS^H^^ ^ ^^ Denn wäre es 
ein ternäres Radical^ so würde es sieb durch 
die Salpetersaure wakrsckeinlich , wenn nieht 
zersetzt , doch wenigstens in Oxyd verwandelt 
haben. 

In Betreff des Namens Amaron , so habe ich 
dabei dasselbe zn erinnern^ wie beim Pikryl, in« 
dem er nämlich von amarus, bitter, abgeleitet 
worden ist, ohne dass diese Ableitung durch ir- 
gend eine Eigenschaft des Körpers gerechtfertigt 
wird. 



Yölckel*) hat beobachtet , dass weno ma» Biuermandelöl 
Biltermandelöl mit Salzsäure yermiacht und to ei-'^^^^fj^^^' 
iier Temperatur verdunstet , welche nicht YöUig und Quecksil- 
bis zu + 100^ geht, sich nach einer gewissen terchlorid. 
Concentratiou beim Erkalten ein gelblicher, ölar- 
tiger Körper abscheidet, der durch Schiitteln mit 
Wasser von Salzsäure und dann im luftleeren 
Räume über Schwefelsäure von Wasser befreit 
wird. 

Dieses Oel hat kaum einen Gerueh, 1,124, 
specif. Gewicht verändert sich nicht in der 
Luft, löst sich wenig in Wasser, leicht in Al- 
kohol und in Aetherj die Lösung darin ist neu* 
tral auf Lackmus^ und besitzt einen bitteren Ge- 
scfamaek. Wird es in einem Destillations-Appa* 
rate erhitzt, so fangt bei -|* 100^ ein wenig Bit- 
termandelöl an überzugehen^ bei 170^ theilt es 
sich in Cyanwasserstoffsäure und in Bittermandelöl. 
Durch eiue Lösung von kaustischem Kali in Al- 
kohol theilt es sich auf ähnliche Weise in freies 
Bittermandelöl und in Cyankalium , welches sich 
in der Flüssigkeit auflöst. Durch Vermischen und 
Verdunsten mit concentrirter Salzsäure gibt es 
Salmiak und Mandelsäure. Es wurde zusammen- 
gesetzt gefunden aus : 



Gefunden 


Atome 


Berecbnet. 


Kohlenstoff 7J,98 


16 


72,21 


Wasserstoff 5,34 


14 


5,25 


Stickstoff 11.01 


2 


10,51 


Sauerstoff 11,67 


2 


12,03. 


Es ist also zusammengesetzt 


ans 



*) Poggend. Ann. LXII, 444. 



I Al.Cyanwasser8toff8ättre=: SC-f aN+ SH 
1 At. Bittermaodelöl = 14C -f iSH+20 

= lGC+2N+l4H+20 
Bei der Einwirkung von concentrirter Salz- 
säure enUteken aus 1 At. von dieser Verbindung 
und 4 At. Wasser, 1 At. Mandelsanre zzCi^H^H)^ 
•^ 8 und 1 At, Ammonials. 

Prenleloup*) bat eine ähnlicbe Verbin- 
dung von Bittermandelöl nit QuccksilbercbloriJ 
bcrvocgebracht. Er wandte 120 Grammen Aqua 
desU Laurocerasi , i Grm. Quecksilbercjanid und 
i Grm* coucentrirter Salzsäure an, vrelcbe er xn- 
sammen verdunstete, wobei sieb ein ölartiger Kör- 
per abscbied* Derselbe wurde auch erbalteo, «b 
er von einem Gemisch von 2 Thellen Bitternntn' 
delöl , 1 Th. QuecksUbercyanid und i Tb. sUr 
ker Salzsäure die letztere in einem Bad von Roeli« 
Salzlösung wieder abdestillirte. Beim Bebandelo 
des Rückstandes blieb die neue Verbindung tu- 
räck. Ohne den katalytiscben Einfluss der Sab- 
$äure wurde sie auf keine andere Weise erkalten. 
Sie ist ein gelbes Oel, ähnlich dem Ziminetöl) 
und hat den Geruch des Bittermandelöls. Specif« 
Gewicht = 1,1092. Sie siedet bei + 3l2o und 
destillirt unverändert über, aber darauf hat sie 
1,0847 specif. Gewicht. Nach dem Erkalten et- 
starrt sie , was sie vor der Destillation nickt ein- 
mal bei — 12o thut. Sie löst sich in 20TbeUeB 
Wasser , in viel weniger Alkohol und am besten 
in Aether, der sich damit nach allen Verhällois' 
sen vermiscben lässt. Durch Schütteln mit einer 



*) Jouro. de Pharm, et de Ch. VI, 49. 



Lösnog Yoa SalmiäJi wird sie zerseUt, itt Bitter- 
mandelöl, welciies frei wird^ und tu ein Doppel- 
salz von Quecksilber und Ammonium, welcbes 
eich in der Flüssigkeit auflöst. Kocbsalzlösnng 
zersetzt nickt mekr davon, als was sich darin 
auflöst* 

Wertheim*) hat unter Redtenbacher'b Kooblauchöl. 
Leitung das fluchtige Oel aus Allium sativum un- 
tersuch t. Diese Untersuchung gehört zu den sekö- 
neu Beweisen , wie weit man in einem sckwieri* 
geju und verwiekelten Gegenstande kommen kann, 
wenn man richtige Grundsätze nnd ein klares Ur- 
theil auf denselben anwendet. 

Der Knoblauch wurde mit Wasser destillirt, 
wodurch aus 100 Pfund davon 3 — 4 Unzen Oel 
erhalten wurden, abgeschieden zum Theil auf 
dem Wasser, i^ährend ein anderer Theil in Ge- 
stalt eincA milchftbnliehen Gemisches von dem 
Wasser zurückgehalten wurde« Der grösste Theil 
des Knoblauchöls ging im Anfange der Destiila- 
tion über* 

Es war ein dunkel braungelbes, flüchtiges Oel, 
schwerer als Wasser, und von dem starken , wi- 
drigen Gerueh des Knoblauchs« Es ist sehr schwie- 
rig dasselbe durch Rectification mit Wesser zu 
reinigen, indem es wiederholte ümdestillationen 
erforderlich macht. Versucht man es für sich zu 
destilliren, so f)ingt es bei -f- i40<^ an seine Parke 
zn verandern ; es färbt sich dunkel brauogelb nnd 
nachher tief dfrnkelbrann. Bei + 190^ tritt darin 
ein Zersetzungsproeess ein, begleitet von Warme- 
Entwickelung, während sich Dämpfe von einem 



*) Ann. der Chafii. u. Pbarm. LI, 289. 



iiaertraglidi stiokenden Gerach entwiekelo , &us 
deneu sich keine Spur von KnobUuchöI coiMleu- 
6irt, und in der Retorte bleibt eine zähe sckwan- 
braune Masse zurück. 

Um diese Zersetzung zu vermeiden^ wurde das 
Oei durch blosse Verdunstung in einer Retorte 
mit Vorlage aus einem Kochsalzbade destillirt, 
dessen Temperatur dabei nicht höher als einige 
wenige Grade über -{- 100^ stieg. Aber auch da- 
bei theilte sii^h das Oel iq einen flüchtigeren Tbeil, 
welcher zuerst überging, und in einen weniger 
flüchtigen, der nachfolgte. Beide waren klar, 
gelb gefärbt, der letztere tiefer gelb, und beide 
hatten den Geruch des Knoblauchs , aber oiciit 
so widrig als das rohe Oel. Der flüchtigere TJjeii 
schwamm auf Wasser, der weniger flüchtige sank 
zu Boden. In der Retorte blieb zuletzt eine duo- 
kelbraune, schwerflüssige Masse von einem sehr 
widrigen Geruch, welche ungefähr ^ von dem 
Gewicht des rohen Oels betrug. Das so rectifi* 
cirte Oel ist schwerlöslich in Wasser, leicht lös- 
lich in Alkohol und in Aetber. Es verändert sicli 
nicht durch verdünnte Säuren und Alkalien. Aber 
von concentrirter Schwefelsäure wird es mit ei- 
ner lief purpurrothen Farbe aufgelöst', die beim 
Verdünaen mit Wasser verschwindet, indem das 
Oel , allem Anscheine nach , unverändert wieder 
abgesciiieden wird. Es saugt begierig wasserfreies 
SalzsKuregas ein und wird dadurch indigbl«"? 
aber diese Farbe geht durch Verdunsten oder 
Verdünnen der Säure wieder verloren. Salpcle'' 
säure wirkt heftig , fast explodirend daraof eiu, 
indem Oxalsäure und Schwefelsäure bervorgebracbt 
werden, worauf Wasser aus der sauren Fluwig' 



keit gelbe Flocken absckeidel. Doreh Metalloxyd« 
salze wird es aoeh nicht Terindert, aber ei ver- 
einigt sich mit einigen derselben j wie weiter utt; 
ten angefiilurt werden 'soll. 

Bei den damit anagefiibrten Analysen gab es 
sieta Tariirende Gebalte an Koblenatoff nnd Was- 
serstoff: 55,4 bis 60,5 Proe. Kohlenstoff und 7,7 
bis 8,42 Proc. Wasserstoff. Aber bei der Ver- 
gleiehnng des Kohlen • und Wasserstoffs von je- 
der Analyse zeigten sie sich stets in dem Ver- 
hältnisse von 6 At. Kohlenstoff zn 10 At. Was- 
serstoff, Die Bestimmung des Schwefes geschah 
mit concentrirter Salpetersinre. Das Oel wurde 
in eine kleine Glaskugel mit fein ausgezogener 
Spitze eingewogen , diese Spitze in der Mitl^ 
umgebogen, parallel mit sich selbst, und dann 
in die Saure gelegt. Auf diese Weise trat beim 
Erhitzen sehr wenig Oel auf einmal heraus in 
die Siure^ so dass die Zersetzung ruhig stattfand, 
wiewohl sie lange Zeit erforderte. Aber auch 
die Quantitäten des Schwefels Tariirten , und als 
das Gewicht des Schwefels dem des Kohlen • nnd 
Wasserstoffs zugelegt wurde, so fehlte noch mehr, 
als einem unvermeidlichen Verlust zugeschrieben 
werden konnte. Daraus wurde der Schluss ge- 
zogen, dass das Oel auch Sauerstoff enthalte und 
aus einem Radical = C^H^o bestehe, verbunden 
niit Schwefel und mit Sauerstoff, dass es also ein 
Gemenge von einem Oxyd und einem Sulfuret 
sei, welches in ungleichen Verhältnissen vorkom- 
men kl^nnte. Es wurde daher versucht, das in 
dem über Chlorealcinm getrockneten Oele enthal- 
tene Oxyd durch Kalium zu zerstören , was auch 
gliiokte. Dabei entwickelte sich eine geringe 



Meoge von einem brennbareo Gase , welches nit 
blauer Flamme Yerbnnote, fvabrend das Kaliam 
von einer harzabnlieben Maaae umgeben worde 
Als die Gas - Entmckelung gau aafgebört halle, 
wurde das Oel abg^ossen, welches sich nicht 
mehr veränderte, und rectificirt. Es wurde nun 
farblos, schwamm auf Wasser und besass den 
characterislischen Geruch des Knoblauchs. 

Die um das Kalium herum gdiildele Ha^e 
zeigte bei der Untersuchung einen Gehalt an Sehwe- 
felkalium, und da das Oel vor der Behandlang 
mit Kalium gelb war und ein Theil davon in Was- 
ser untersank, so schlössen sie daraus, dass das 
rohe Knoblaucböl ein Gemenge vcm xwei Salh* 
rcten und ein ein Oxyd des Hailicals C^'Il"^ acK 
da»s das Kaüuin das liöberc StiirorHum zu dem uie- 
drigcreu rcdücirt und das Oxyd zi*rAtort liab^, w^** 
spätere Vcrsuebe aneb hewjescfi. Das niedn^crt 
Sttlfurcttini , welches aiiF die aMgcHilirtc Wei*' 
erlialten wurde ^ und welches den rciclilidifltf« 
Bestandtitcil des Knoblan^litils austkiachte, tet^^^ 
nich bei dei' Analyse zusamtnengesclxt aus {^^ 
75,13 5 S = 200,75): * 



GefunJen 
Koblcnstoir e2j<>8(> 
WasscrsioiT «,780 
Schwefel 27,230 



Atome Berechnet 

6 63,138 

10 8,741 

1 28,1 2f 



= C6Hio + S, Sie geben dem RadJeat den N»- 
men ^llt/t. Eiu Buchstitbc uipIv oder tvtnl^^^ 
kann scbr glciehgiiltig sein , aber jjfitnti genof' 
iwf 11 , uäre ^liiyl eben so Icicbl (für die j***^" 
h{)rsehe nud directer lur Attdentuitg des Naniw>* 



der Warsei, oiaiUcL AUiBm, gewesen* Dieses 
Oel ist also jiUyUulßirei. 

Es besitzt folgende Eigenschaften i Es ist ein 
i farbloses, fluebtiges Oel, welches das Licht starb 
I bricht, nnd welches sich nicht bei der Destilla- 
I tion zersetzt, wenigstens nicht, wenn, es wahrend 
I des Siedens nicht mit der Lufl in Berührnng 
bomnit. Das speeif. Gewicht ist nicht weiter an- 
\ gegeben, als dass es leichter als Wasser ist. Es 
^ ist schwer löslich in Wasser, leicht löslich in 
j Alkohol und in Aether« Gegen Sänren und Al- 
\ kalien verhält es sich wie das rohe Oel. Es ver- 
ändert sich nicht durch Kalium und kann d^von 
abdestillirt werden. Mit den Chloriden von Pla- 
tin und Quecksilber, so wie mit den ^alpetersau* 
ren Salzen von Palladiumoxydul nnd Silbcfoxyd 
bildet es eigenthiimliche Verbindungen. 

Bei der Frage, in welcher Form dieses Oel 
in dem Knoblauch enthalten ist, lassen sie es un* 
entschieden, ob es in diesem Zustande in dem 
rohen Oel enthalten war, oder in dem Gemenge 
von Oxyd mit zwei Sulfureten, welches als wäh'* 
rend der Destillation des Oels entstanden gedacht 
werden kann , wenn sich ein Tkeil des Schwe- 
felallys auf Kosten der Luft oxydirte und sich 
der Schwefel davon mit einem anderen Theil ver« 
einigte , und sich so das höhere SuKuretum bil- 
dete. Vielleicht würde dieses nicht so schwierig 
darzulegen sein , wenn man das Schwefelallyl 
trocken oder feucht einige Zeit und in versckie« 
denen Temperaturen über Quecksilber in Sauer- 
stoffgas Hesse, wobei dann Sauerstoffgas aufge- 
nommen werden müsste, bis sieh so viel von dem 
höheren Sulfurct gebildet bat, als davon entste- 



Iien kann. Eben so vväre aucL eine Untersoclmng 
der, dem Ansehen naeh Yerliarzten Masse, \fekh 
das Oel bei der Destiilation für alch oder mit 
Wasser zurücUässt , nicht ohne grossen Werlb, 
indem sie ans wahrscheinlich mit Körpern von 
interessanter Zasammensetznng bekannt macbei 
könnte* 

Um die Existenz eines Allyloxyds in dem ro- 
hen Oel ausser alle Frage zu setzen, so Hessen 
sie Kalium ganz kurze Zeit einwirken, wobei die 
erste Wirkung darin bestand, dass es sich mit 
Schwefel verband auF Kosten des höheren Solfo- 
rets , worauf das Oel abgegossen und analfsir^ 
wurde. Wahrend das rohe Oel kaum 60 Proc 
Kohlenstoff enthält, so fanden sie jetzt, nachdem 
der Ueberschnss an Schwefel weggenommen war? 
64,73 bis 65,17 Proc. Kohlenstoff, ausweisend, 
dass nun Oxyd zuriickblieb, gemengt mit dem 
niederen Sulfnretum. Der Koklenstoffgehalt des 
Oxyds [at nümlich nach der Formel C^H^'^O :^ 
73^5 Proc, Auch bei diesen Analysen ?crW^ 
sich das Gewicht des Kohlenstoffs zu dem d^ 
Wasserstoffs = GC : lOH. 

Fetiiindimgen drs ScktvefelttUtfts. I* Mit Pi"' 
tinchlorid, A^ermischt man eine Lösung des J^"'' 
ftircls in Alf;oliol mit cin^r Löating von PU^^* 
c;lilorid in Alhohol, die Iclzlcrc Lösung aiu ^^^^^^ 
im gcrüigen Ucberscliiiss , und setzt man d>"* 
Waaser hinzu , gerade bis das Gemische aiif'"y 
sich stark zu trüben , so schlägt sich dar«"* »" 
d^r Rultfl nllmnlig ein gclbca Pnivcr nieJfr, ww^ 
chee y\ie Platinsalnijdh aussieht« Dasselbe w"^"' 
wenn seine Bildntig atifgehört hat, abfi"''»'*' "" 
geiYAscIien j zuerst mit Alkohol nnd daritff n>* 



24 


17,95 


40 


2,47 


9 


17,85 


6 


13,C9 


4 


48,64. 



Wasser, worin es Fast gMii|anaiiflMicb ist. Nach 
dem Trockneo bei -{- I00<> wurde dieser Körper 
zusaminengesetzt gefunden aus*): 

Gefunden Atome Berechnet 
Koklenstoir 17,87 
Wasserstoff 2,86 
Sckwefel 18,29 
Chlor 13,04 

Platin 48,50 

Die Bestandtheile lassen sich sehr wahrschein- 
lich auf folgende Weise zusammenpaareu : Pt€P 
+ 3PtS2 + C6H10CI + aCßflioSj aber es ist 
nicht leicht zu sagen, ob sie alle eine gemein- 
schaftliche Verbindung ausmachen, oder ob sie ein 
Gemenge von zweien bilden. Wert heim stellt 
sie nach folgender Formel zusammen : (PtCI^ -|- 
C^Hioci) 4. 3(PtS2 + CöflioS). Ich will die 
Möglichkeit von zwei schwefelbasischen Salzen 
hinzufiigeu = (Pt€l2 + SPtS«) -f (COH^OCI + 
SC^H^^S). Diese Verbindung ist schwerlöslich 
in Alkokol und in Aetkcr, nackdem sie einmal 
feste Form angenommen kat, wiewoki sie in dem 
Alkokol aufgelöst kleibt, worin sie sick gebildet 
kat. Das Vorkandensein von Alkokol ist jedoch 
zu ikrer Bildung nickt erforderlick , iudem sie 
auch In Wasser erkallcn wird , aber in geringer 
Menge , weil das Sckwefelallyl so wenig darin 
auflöslick ist. Bei der trocknen Destillation l'ässt 
oie Sckwefelplatin in einem so aufgelockerten Zu- 
stande zurück, dass es beimErkilzen Feuer fäugt 
ond verglimmt, kis nur noch reines Platin übrig 



*) Diese und die Zahlen der folgenden Analysen sind 
nach G = 7S>84 berechnet. 

Berzelius Jahres- Bericht XXV. 42 



ist. Von SalpeterBinre ifvird sie leicht anrgelö^t 
and die Lösung enthält dfinn Platinchlorid und 
schwefelsaures Platin. Salzsäure übt keine Wir- 
kung darauf aus. Von Schwefelammonium wird 
sie sehr leicht zersetzt^ aber um ganz dadurcli 
zersetzt zu werden , muss man sie längere Zeil 
auf einander einwirken lassen. Die vorher gelbe 
Verbindung wird dabei keruiesbraun. Alles Cblor 
ist dann gegen Schwefel ausgewechseil worden 
and das Ungelöste ist dann frei von Chlor. Di<! 
im luftleeren Räume getrocknete Verbindung wurde 
aus C^H^OS + PtS^ znsammenigesetzt gefunden. 
Ich halte es für überflüssig, die Zahlen der Ana- 
lysen anzuführen, indem sie keinen Zweifel über 
die Richtigkeit der Formel übrig lasten. Di^ 
Existenz dieser Verbindung gibt der W ertheim- 
scheu Formel fi&r die erstcrc Verbindung ein et- 
was grösseres Gewicht. 

Diese Verbindung wird bei + lOQo mf <*>' 
Weise zersetzt , dass sie 5,09 Proc. oder ^ ^oi 
dem ganzen Gehalt an Schwefelallyl verliert, wo^ 
auf sie eine Temperatur bis zu -f- 140^ vertrig'' 
ohne sich weiter zu verändern. Aber beim i^ 
LUzen bis zu + 1600 gehen 10,16 Proc. Scbvre 
felallyl unverändert davon weg , oder ^ von des- 
sen ganzen Gehalt. Wenn wir für die Formel- 
Bezeichnung C^H^o mit All ausdrücken, so wir<l 
sie zwischen -)- 100^ und + 140^ =rÄll^i't' + 
SÄU^t und bei + 1600 = All ^ji^t^. Wertheii" 
versuchte mit Schwefelallyl und einer Losong^ 
Schwefelplatin in Schwefelammonium die Ver- 
bindung des Schwefelallyls mit Schwefelplatin «i'^ 
zustellen , aber dies glückte nicht. 



2. MU Queeksilherehhrid. Vermilckt man con« 
cenlrirte itösungeo von Schwefelallyl und von 
Quecksilberchlorid in Alkohol, so entsteht ein 
reichlicher ureisscr Niederschlag , dessen Quanti- 
tät allmälig zanimmt, besonders wenn man ton 
Zeit zu Zeit ein wenig Wasser hinzusetzt. Die- 
ser Niederschlag besteht entweder aus zweien, 
oder er lässt sich auch durch Kochen mit Alko- 
hol in zwei theilcn , von welchen sich der eine 
in Alkohol auOöst, während der andere darin we* 
nig anflöslich ist. 

Die Lösung in Alkohol kann durch einen Zu« 
sstz von Wasser ausgefallt werden. Das Ausge- 
niilte ist weiss und pul verförmig, aber es wurde 
nickt weiter untersucht , als dass es bedeutend 
mehr Quecksilber enthält als das, was der Alko- 
hol nicht auflöst, und welches den grössten Theil 
ausmacht« 

Dieser TheU ist nach dem Waschen und Trock- 
nen ein weisses Pulver, welches sich im direeten 
Sonnenlichte scjiwarzi, wenig in Alkohol und Ae- 
ther löst, alter nnlöslich in Wasser ist. Beim Er- 
hitzen bis zu -4* '^^ schwärzt es sich , riecht 
nach Kuoblauchöl und zugleich nach schwefliger 
Säure. Bei der trocknen Destillation sublimirt 
sich Quecksilber und Quecksilberchl6rür. Es be- 
steht ans (Allel + 2Hg€l) + (A'II + Sl)g) oder 
aas (AU + AU€l) + 2(Äg + Hg€l). Wird 
diese Verbindung mit einer etwas verdünnen i^- 
song YM hanstischem Kali beba^elt, so scheidet 
sich Queeksilberoxyd ab, wodurch si« sich braun- 
gelb färbt. Dieses Oxyd wird dann mit Salpe- 
tersäure ansgezogen , wo dann ein weisser Kör- 

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per zurückbleibt, Toa dem es Wertheim Tär 
möglich liält , dass er = All -f* 9Hg sei. 

3. Mit salpetersaurem PalladiumoxyduL Die 
Leiclitlgkeity mit welcher Palladium durch AlkoLol 
reducirt wird^ macht dieses Lösungsmittel iveoi- 
gcr geeignet um eine Verbindung hervorzubriogeo, 
weshalb. die Lödung von salpetersaurem Palltdion* 
oxydul in Wasser im Ueberschuss auf das Scbwe- 
felallyl reagireu gelassen wurde. Sie bracLle da- 
mit allmälig ein hell kermesbrannes Pulyer he^ 
▼or , im Ansehen ganz ähnlich der Verbiadoog 
mit Schwefelplatin. Es ist unlöslich in Wasser, 
Alkohol und Aether, und es wurde nach den 
Trocknen bei -f lOO^ aus All^l^d' zusammenge- 
setzt gefunden, lieber + 100<> gibt es Schwefel- 
allyl ab^ bei stärkerer Erhitzung entzündetes sick 
und verbrennt mit dem Geruch nach schwefliger 
Säure, indem Palladium zurückbleibt. Bei der 
Bildung dieses Körper» wechselt 1 At. Allybol* 
furet seinen Schwefel gegen den Sauerstoff In 1 
At. Palladiumoxydul aus, wodurch Schwerelptl* 
ladinm und Allyloxyd gebildet werden , welcbei 
mit Salpetersäure und Palladiumoxydul eio m^ 
ches Doppelsalz bildet. 

4. üfil salpeiersaurem Silberoxydi VcrmiscW 
man eine Lösung von salpctersaurem Silberoxy* 
in Alkohol mit Schwefelallyl, welches aber nickt 
in Ueberschuss hinzukommen darf, so scbBf^ 
sich in kurzer Zeit Sehwefelsilber mit sehvrartcf 
Färbe nieder; dieser Niederachlag vermehrt sidj» 
während sich ein krystallinischer Niederseblag >" 
mälig einmischt. Wenn sich dann der Niede^ 
schlag nicht mehr vermehrt, so giesst tun 



sehr eaiire:Flä8»ig1i€it davon ab, und koehl den nun 
grau geffordeuen Ntedenichbg mit Wasser, wel« 
cbea siedend von dem ungelöst gebliebenen Scbvire- 
feisilber abfiltrirt nnd an einem dunklen Orte ru- 
hig stehen gelassen wird. Dann sebiessen platte, 
glänzende^ farblose, faclierformig vereinigte Pris» 
men daraus an, die man zuerst mit Alkohol nnd 
dann mit Wasser abwäscht, auspresst nnd im 
Dunklen in gelinder WSrme trocknet, worauf sie 
sich als ein weisses, glinzendes Pulver zeigen. 
Diese Verbindung ist löslicher in Wasser als in 
Alkohol und in Aetber, nnd in allen drei Flüs- 
sigkeiten leichter in der Wirroe als in der Kalte 
auflöslich. Beim Erhitzen brennt sie mit kleinen 
Explosionen ab, mit Zurücklassung von Silber. 
Salzsiure scheidet Chlorailber daraus ab , worauf 
die Flüssigkeit einen eignen Geruch bat. Von 
Salpetersaure wird sie heftig zersetzt, nnd in der 
Flüssigkeit findet sich dann keine Spur von Schwe- 
felsaure. Bei der Analyse wurde sie zusammen- 
gesetzt gefunden aus : 

Gefundea 
Kohlenstoff 16,22 
Wasserstoff 2,26 
Stickstoff 6;35 
Sauerstoff 25,96 
Silber 49,21 

Zieht man hiervon AgN ab, so bleibt C^H^OQ 
übrig, was All oder Alljlozyd fsf. Es ist also 
ein Salz von AgH -|- All , woctn das Allyloxyd 
iu derselben Art gebunden enthalten ist, wie das 
Ammoniak in AgS -f »H^. Da das Silbersais 
ein grösseres Vereintgungsstreben zum Ammoniak 



tome 


Berechnet 


6 


16,57 


10 


2,27 


2 


6,4S 


7 


25,49 


1 


49,22. 



hat als zum AUyIoxyd, so sdieidel sieh dieses 
Geatalt eines Ocb aua dem Salze ab^ wenn m 
dasselbe in wenigem kanslisehem Ammoniak anflö 
Aus Alljloxyd wird mil nencm «alpeleraanrc 
Silberoxyd das schwer Uisliehe Salz sogleich ^ti 
dergebildet. Man erhält dieses Oxyd noch leid 
ter aus dem rohen Oel y wenn man dasselbe n 
einer richtigen Quantität von einer Lösnng to 
salpetersanrem Silberoxyd vermischt^ wobei -sm 
das schwer lösliche Salz sogleich ans dem 9 11 
dem Oel vorhandenen AUyloxyd biMef, ebe boci 
Schwerelflilbf*r entstanden sein konnte* Giff»«t '^f 
dann das Od ab tiud scliciilet das Saiz von [4f' 
Allylu»yd. Wa^T^crlosiitig, SO kann man das AUyloxyd «Ipfrf 
Amnioniak frei machen, welches dann oben tni 
der FInssigkeit scEjwimmt. Davon abgcscliIirJfc 
und rectificirtj ist es ein wasscrklarcs ^ farblw« 
Oel von einem eigen tbiim lieben f un^ngevehmf^ 
Geruch. 

Es ist za hcdanern | dass dieser Interei^^^ 
Körper nicbl genau