Skip to main content

Full text of "Jahresheft des Vereins für schlesische Insektenkunde zu Breslau"

See other formats




■ . < 1 



"Bf- 

,'1 "■,('.. 



■; 



I 



^ 



'^. 





Tahresheft , 

des Vereins 

für 

schlesische Insektenkunde 



zu 



Breslau. 

(Früher: Zeitschrift für Entomologie.) 



5. Heft. 

Ausgegeben am Montag, den 2. September 19 12. 



TP' h 



31 



BRESLAU. 1912. 

In Kommission 

bei 

Maruschke & Berendt. 





4 



i 






Jahresheft 



<ß » 



des Vereins 

für 

«^^i^sisclie Insektenkunde 



zu 

/ 



Breslau. 

er: Zeitschrift für Entomologie.) 



5. Heft. 



Ause-eofeben 



■"»^ö 



^im Montag, den 2. September 19 12. 



-»->-<s>-<-<- 



BRESLÄU. 1912. 

In Kommission i^ 

bei I 1 

Maruschke & Berendt. \\ 



rfÄÄ.-'i^V^^ 



Vereinsnachrichten. 




Vereinsnachrichten. 



Jahresbericht für igii. 

Der Verein hielt im verflossenen Jahre 46 Versammlungen 
ab, darunter die ordentliche Hauptversammlung- am 20. Januar. 
85 Vorträge und Demonstrationen entomologischen Inhalts 
belebten diese Abende. 

Die Zahl der Mitglieder betrug am Beginn des Jahres 2 Ehren- 
mitglieder, 20 korrespondierende und 81 ordentliche Mitglieder. 
Durch den Tod verlor der Verein seine ordentlichen Mit- 
glieder Herrn Fabrikbesitzer Dr. phil. h. c. M. Wiskott hier 
und Herrn Apotheker Nitsche in Neisse, es traten aus die 
Herren Oberpostassistent Cohrs in Oederau und Obergärtner 
Wohn ig, dagegen trat ein Herr Postsekretär Labandowsky 
in Oppeln. 

Der Verein zählte daher am Jahresschlüsse 2 Ehren-, 20 kor- 
respondierende und 78 ordentliche Mitglieder. 

Als Geschenke erhielt der Verein für seine Bücherei: 

R. Dittrich und H. Schmidt, Fortsetzung des Nachtrages 
zu dem Verzeichnisse der schlesischen Gallen, von 
Herrn Dittrich. 
Fahre, Ein Blick ins Käferleben, Geschenk des Herrn 

Dittrich. 
Fahre, Bilder aus der Insektenwelt, 2. Heft. Geschenk 
des Herrn Dittrich. 



H VereinsnachricTiteu. 

Schnabl, tJber die Gattungsrechte der Gattung Pego- 

myia Rob.-Dsy., vom Verf. 
Sparre-Schneider, Maalselvens insektfauna I Coleoptera, 

vom Verf. 
Sparre-Schneider, Hillesö. Et htet Supplement, vom Verf. 
Zacher, Studien über das System der Protodermapteren, 

vom Verf. 
Ferner einige kleine Separata, von verschiedenen Mit- 
gliedern. 
Der Verein spricht den gütigen Gebern an dieser Stelle 
nochmals seinen Dank aus. 

Auf Vereinskosten wurden gehalten: 
i) Stettiner entomologische Zeitung, 

2) Wiener „ 

3) Zeitschrift für wissenschaftliche Insektenbiologie, 

4) Daniel, Münchener koleopterologische Zeitschrift, 

5) Schmiedeknecht, Opuscula Ichneumonologica, 

6) Spuler, Die SchmetterHnge Europas, 

7) vSeitz, Paläarktische Großschmetterlinge. 
Auswärtige Mitglieder, welche die Vereinsbücherei benutzen 

wollen, haben das Porto für den Hin- und Rücktransport 
der bestellten Bücher und die Abtragsgebühr für Breslau, 
das Paket mit 15 Pf. zu bezahlen. Die Bestellungen der Bücher 
sind an den Vereinsbücherwart Herrn Rektor Paul Nagel 
hier, Lohestraße 22/24, zu richten. 



Als Vorstand wurden für das laufende Jahr 1910 gewählt: 
Herr Stadtrat a. D. und Stadtältester Kletke, Bahnhofstraße 5, 

als Vorsitzender, 
„ Gymnasialprofessor Dr. Goetschmann, Göthestraße 66, 

als stellvertretender Vorsitzender, 
„ Realgymnasialprofessor R. Dittrich, Paulstraße 34 n, als 

Schriftführer, 
„ Ober -Zoll -Sekretär Schumann, Opitzstraße 54/56, als 

stellvertretender Schriftführer, 
„ Eisenbahnsekretär J a n d e r , Lohestr. 1 2 H^ als Kassenwart, 
„ Rektor Paul Nagel, Lohestraße 22/24, als Bücherwart. 



Vereinsnachrichten. 



ni 



Die geehrten Mitglieder werden ganz ergebenst ersucht, 
etwaige Wohnungs- und Aufenthaltsveränderungen baldigst 
dem Schriftführer anzuzeigen. 



6,00 
3.00 
5.00 
3.00 
2,00 

1,50 
1,00 

1,50 
1,20 
1,00 
1,00 
1,00 



Die früheren Jahrgänge dieser Zeitschrift sind für Vereins- 
mitglieder durch den Schriftführer (Paulstraße 34 II), für Nicht- 
mitglieder durch die Buchhandlung von Maruschke & Berendt, 
Ring No. 8, zu folgenden Preisen zu beziehen: 

Alte Folge*) Jahrgang 1--15 herabgesetzt Mk. 15 (für Mit- 
glieder 7,50 Mk.), 
„ 1—6 für Mitglieder Mk. 4, 

I— 3 (i Band) Mk. 1,50, 
„ 4 — 15 (je I Band) Mk. 1,50. 

Band VII ist nie erschienen. 

Neue Folge Band i Mk. 1,50 

2 , 

» 3—6 (je I Band). . , 

.. 7 

„ 8 — 1 1 (je I Band) . , 

,, 12 , 

„ 13 — 16 (je I Band). , 

„ 17 — 28 (je I Band). , 

„ 29 

M 30 

„ 31, 32 

Jahresheft „ i — 4 

Entomologische Miscellen 1874 

Festschrift zur Feier des 50jährigen Bestehens des 

Vereins Mk. 5. 

Neue Folge Heft i — 6 für Mitglieder zusammen ,, 9. 

») * ^3 " »' j> »> ^5* 

Letzner, Verzeichnis der Käfer Schlesiens II. Aufl. „ 8. 

Für Mitglieder „ 4. 

*) Anm. Aus den Vereinsakten konnte festgestellt werden, daß die Hefte 
X — XV der alten F. unrichtige Jahreszahlen auf dem Titelblatte tragen. Es sind 
herausgegeben Heft X— 1857, XI— 1859, XH — 1860 oder 61, XHI — 1862, 
XIV— 1864, XV— 1866. 



für 

Mitglieder 

die 

Hälfte. 



IV Vereinsnachrichten. 

Fauna transsylvanica von Dr. G. Seidlitz in Ebenhaiisen 
(Baiern), Heft i — 6, die schlesischen Käferarten enthaltend, 
kann von den Vereinsmitgliedern sowie von Lehrern und 
Schülern beim Schriftführer zum ermäßigten Preise von 8 Mk. 
(für Auswärtige 8,50 Mk. bar oder in deutschen Briefmarken) 
bezogen werden. 



Vereinsnachrichten. 



Auszüge aus den Protokollen. 

6. Januar 1910. Herr Rinke zeigt eine Aphantopus hype- 
ranthus, die in Schidlow bei ühla.u gefangen wurde und 
aus deren Leibe während ihres Lebens eine stark behaarte 
Käferlarve hervorkam; der Leib des Falters weist eine 
Öffnung auf. 

Herr Dittrich berichtet nach deutsch.-ent. National- 
Bibliothek II ' über die Besiedelung der Insel Krakataua 
mit Insekten. Als jetziger Bestand der Fauna sind 62 
Hymenopt, 30 Col., g Lepid., 21 Hern., 24 Orth. usw. be- 
kannt geworden. Als Hauptmittel der Übersiedelung von 
den Nachbarinseln aus ist das Treibholz zu betrachten. 

13. Januar. Herr Dittrich legt vor: Die Süßwasserfauna 
Deutschlands. Eine Exkursionsfauna etc. von Professor 
Dr. Brauer Heft IIA Diptera. Das Heft hat ein bequemes 
.Taschenformat und enthält eine Menge Abbildungen im 
Texte, denen zufolge auch die Entwickelungsgeschichte 
möglichst berücksichtigt ist. 

20. Januar. Herr Wolf legt vor seine Schwärmersammlung, 
darunter Daphnis hippothous, Dolbina exacta, Kentrochrysalis 
strecken, Sphingulus mus usw. 

Herr Dittrich berichtet nach Ent. Nat.-Bibl. über das 
räuberische Verhalten einer Fliege Bengalia latro Meij. 
gegenüber Ameisen auf Java. Das Tier lauert an Ameisen- 
straßen und nimmt beladenen Tieren die Beute auf bisher 
noch unaufgeklärte Weise fort, um sie auszusaugen oder, 
wenn der Raub ein pflanzliches Produkt ist, wegzuwerfen. 
Auffallend ist, daß sich einerseits die Ameisen so leicht be- 



VI Vereinsnachricliten. 

rauben lassen, andererseits die Gewohnheit des Rauhens 
selbst, da die Fliegen in der Gefangenschaft ohne weiteres 
rohes Fleisch annehmen. 
27. Januar. Herr Stertz zeigt Metopoceras canteneri (Süd- 
Portugal), Agrotis decora sehr dunkel (Pyrenäen) und elfen- 
beinfarbig (Abruzzen), Celaena amathusia Rbr. Herr 
Goetschmann hat aus Wien erhalten: Parnassius nord- 
manni, Calophasia camphora, Tephroclystia fenestrella, Nu- 
meria pulveraria var. saturata, Larentia bogumilaria var. 
erythraenia, Zygaena maritima ab. transalpina, Oreopsyche 
sulphella, Sesia agdistiformis. 
3. Februar. Herr Dittrich teilt nach Prometheus mit, daß 
sich auf Corsica die braunen Exemplare der Mantis reli- 
giosa auf braunem, wie die grünen auf grünem Unter- 
grunde finden, daß aber in verschiedenen Fällen braune 
Tiere auf grüner, sowie grüne auf brauner Unterlage be- 
obachtet wurden; derselbe legt ferner eine außerordentlich 
kleine Pimpla maculator vor, die bei Herrn Rinke aus 
einer gespannten Pygaera anachoreta im Falterkasten aus- 
gekommen war. Der Umstand, daß sich der Falter voll- 
kommen entwickeln konnte und die Schlupfwespe s. klein 
blieb, kann wohl nur so erklärt werden, daß die Raupe 
sehr spät gestochen wurde, so daß der Einfluß des Schma- 
rotzers nur unbedeutend war und die Entwickelung des 
F'alters nicht wesentlich störte; andererseits war wohl 
wiederum die Beschaffenheit der Leibessäfte des Wirtes für 
die Schmarotzerlarve nicht sehr günstig. 
10. Februar. Herr Dittrich berichtet nach Natur wiss. Wochen- 
schrift über weitere Versuche des Herrn Professor Meisen - 
heyner an Lymantria dispar. Entfernt wurden die An- 
lagen zum rechten 'Flügelpaare an Raupen zwischen der 3. 
und 4. Häutung. Die Falter, welche in ziemlich großer 
Zahl erhalten wurden, zeigten entweder gar keine Regene- 
ration oder mittelmäßige oder endlich fast vollständige 
Flügel und zwar wiesen sowohl die kleinen wie die großen 
Regenerate die vollständige Form und Zeichnung auf, letz- 
tere natürlich den Größenverhältnissen entsprechend mehr oder 



Vereinsnachrichten. Vil 

weniger zusammengerückt. Der Flügelansätze wurden auch 
solche Raupen beraubt, die auf der rechten Seite kastriert 
waren; auch bei diesen trat Regeneration in der Art ein, 
daß die Plügel die volle Zeichnung des betreffenden Ge- 
schlechtes zeigten, so daß selbst in diesen Fällen die sekun- 
dären Geschlechtscharaktere sich unabhängig von dem Vor- 
handen- oder Nichtvorhandensein der Geschlechtsdrüsen 
erweisen. Für die größere oder geringere Regeneration 
stellt sich folgendes Gesetz heraus: Nach der Operation 
tritt eine Ruhepause in der Entwickelung ein, während 
welcher die Folgen der Operation, an der eine größere 
Zahl von Raupen zu Grunde geht, überwunden imd die 
Regenerations-Vorgänge eingeleitet werden. Je kürzer diese 
Ruhepause ist, je schneller sich die Raupe also erholt und 
weiter entwickelt, desto unvollkommener ist die Regenera- 
tion; je länger die Ruhepause währt, je später also die Falter 
erscheinen, desto vollkommener ausgebildet sind die Flügel. 

Herr Schnabel legt vor einige interessante Melanis- 
men und Albinismen seiner Sammlung; darunter Arctia 
quenselii zwitterhaft, Sphinx pinastri sehr dunkel, Arctia 
caja sehr hell und dünn beschuppt. 

Herr Nagel spricht über alpine Mikros, die als Höhen- 
zeichen für etwa 1800 m dienen können; sie sind Sonnen- 
tiere, sehr fhnk, manche schwer zu fangen; sie sitzen oft 
an Steinen und Felsen ; es sind Arten der Gattungen Orenaia 
und Titanio. Einige Arten waren ig 10 häufig, andere sonst 
häufige sehr selten. 
17. Februar. Herr Dittrich legt einige Beispiele von Tier- 
gesellschaften in Pflanzengallen vor; Herr Linack berichtet 
über eine Zucht von Limnaetia phragmitella aus Rohrkolben. 
Die stark aufgeblähten Kolben enthielten Raupenkolonieen 
und wurden im Frühjahr eingetragen. Die Zucht ist sehr 
leicht, da die Raupen von den trocknen Samen leben. Zur 
Verpuppung bedürfen sie Rohrstöcke, in die sie sich ver- 
kriechen ; die Falter leben sehr versteckt und wurden im 
Kasten z. T. erst aufgefunden, als sie tot unter den Sten- 
geln lagen. 



VIII Vereinsnachrichten. 

24. Februar. Herr Mensik hat im Dezember Phygalia pae- 
daria gefangen; Herr Goetschmann legt vor Hiptelia 
bogdanowi aus Turkestan. 
3. März. Herr Rinke zeigt einen zerlegbaren Raupenkasten, 
den er von Herrn Reimann — Oppeln erhalten hat. 

Herr Jan der legt vor Lymantria dispar in verschiedenen 
Varietäten: i 9 ganz grau, i (^ albinistisch, i 9> dessen 
rechter V.-Flügel verkürzt und dessen Binde verlaufen ist, 
ferner sehr kleine 9 aus Bozen, Sibirien und ab. orientahs. 

Herr Berger teilt mit, daß ein größerer Teil der Pan- 
toffeln in seinem Lager zerstört sind durch ein Insekt, das 
wahrscheinlich durch die Einlage (Umhüllung von Tabak- 
ballen) hineingekommen ist. Es handelt sich, wie die zahl- 
reichen Käfer und Larven zeigen, um Anobium paniceum. 

Herr Dittrich berichtet nach Entom. Tidskrift über 
Coleophora lariciella in Schweden. Das Tier ist dort weit 
verbreitet und richtet ebenfalls viel Schaden an, aber nicht 
so viel wie in Deutschland, da die Entwickelung der Raupe 
aus dem Ei etwa 6 Wochen statt wie in Deutschland 10 bis 
14 Tage in Anspruch nimmt. Die Lebensweise der Raupen, 
die Art ihres Fraßes und die Verfertigung und Vergröße- 
rung des Sackes sind in dem Aufsatze durch Abbildungen 
veranschaulicht. 
10. März. Herr Goetschmann legt vor einige von Stau- 
din ger erhaltene Falter, darunter apollo var. stubbendorfi. 
ab. tsingtauana, ferner Hydroecia petasitis, deren Raupe Vor- 
tragender mutmaßlich einmal im Grunwalder Tale gefunden 
hat, und Apatura clytie, wahrscheinlich ein Zwitter, endhcli 
Melitaea athalia, sehr schöne Varietät von den Silsterwitzer 
Wiesen. 

Herr Dittrich berichtet nach Prometheus über das 
Leben zweier mexikanischer Seidenspinner. Flerr Wolf 
zeigt Käfer iius S.-W.-Afrika und einen Bockkäfer aus Java. 
17. März. Herr Goetschmann legt vor einige P"alter aus 
Turkestan und aus ItaHen (erhalten durch Turati), Herr 
Wolf die Gatt. Callimorpha, Coscinia, Hypenthina, Hypo- 
crita, Epimedia und Deiopeia. 



Verelnsnadi richten. IX 

24. März. Herr Czaya II spricht über Baruthe als Sammel- 
platz und zeigt Zygaena trifolii und var,, die von den dor- 
tigen »Sumpfwiesen stammen. 

31. März. Herr Schumann spricht über die Zucht von Sme- 
rinthus quercus. Die Pnppe ist sehr empfindlich gegen 
Feuchtigkeit, verlangt aber feuchte Luft; man baut ihr in 
einem Karton eine Umwallung aus Erde, bedeckt diese 
wieder mit Pappe und bringt darüber Erde, so daf^ die 
Puppe zwar mit feuchter Erde umgeben ist, selbst aber nie 
mit Wassertropfen in Berührung kommt. 
7. April. Herr Rinke teilt mit, daß Colias myrmidone auf 
dem Lamsdorfer Schießplatze in 2 Generationen fliegt und 
zwar Ende Mai und im August. Er legt eine Anzahl dort 
gefangener Stücke vor, unter denen sich mehrere Abera- 
tionen, z. B. flavescens und alba befinden; letztere P'orm 
ist in Schlesien fast gar nicht beobachtet worden. 

Herr Goetschmann spricht über die Gatt. Elachista. 
Die Raupen dieser Falter minieren in Gräsern und zwar 
meist in den Blättern und erst ziemlich erwachsen auch in 
den Stengeln. Zur Verpuppung verlassen sie die Mine und 
verpuppen sich, teils frei auf der Erde liegend, teils nur mit 
ein paar um den Leib gezogenen Fäden. Die Puppenruhe 
dauert 8—10 Tage. Die meisten Arten überwintern als 
kleine Raupen. 

21. April. Herr Schumann hat im vorigen Jahre ca. 1500 
aus dem Ei gezogene Räupchen von Arctia villica in der 
Umgebung von Landeck ausgesetzt und am 2. Osterf eier- 
tage 17 überwinterte Raupen gefunden; dieselben waren 
zwar etwas kleiner als um diese Jahreszeit die Raupen in 
der Umgegend von Breslau zu sein pflegen, doch waren 
sie anscheinend gesund, sodaß die Weiterentwickelung zum 
Falter zu erhoffen ist. Herr Jan der legt vor Hypena 
crassipedaria var. podagraria aus Armenien. 

28. April. Herr Wolf legt vor die P^amilie Papilio seiner 
Sammlung. Besonders bemerkenswert sind 2 Papilio 
machaon, die von Herrn Hoy aus Thüringer Puppen ge- 
zogen wurden. Die Färbung beider Falter ist aufzallend 



X' VereinsnachriditeB. 

dunkel, besonders ist das Schwarz sehr intensiv und über 
eine große Fläche verbreitet, die roten Flecke auf den 
H. F. weisen einen schwarzen Punkt in der Mitte auf, die 
Schwänze der H. F. sind sehr klein. 

5. Mai. Herr Hoyer verliest einen Artikel des Freiburger 
Boten, die Wiedereinführung des Apollo betreffend; Herr 
Dittrich berichtet nach Naturwiss. Wochenschrift über das 
Ausschlüpfen der Stechmücken aus der Puppe, Maikäfer 
gibt es um Breslau nur wenig (Nagel). 
19. Mai. Herr Dittrich legt zur Ansicht vor: Die Süßwasser- 
fauna Deutschlands VII (cfr. 13. I). 
26. Mai. Herr Dittrich berichtet nach Naturw. Rundschau 
über die Duftschuppen der Neotropiden, die sich auf den 
Flügeln in ein oder zwei Duftfeldern befinden, ferner über 
Conchylis ambiguella Hb. und seine anscheinende Verdrän- 
gung durch Polychrosis botrana Schiff., die in Deutschland 
heimisch ist und jährlich 3 Generationen, statt wie C. am- 
biguella 2 hat. 

2. Juni, Maikäfer waren in Görlitz massenhaft (Dittrich), 
am Zobten in ziemlicher Menge (Hoyer), um Landeshut 
sehr spärlich (Förster). Phyllopertha horticola ist um 
Breslau ziemlich selten (Dittrich, Rösner), bei Herrn- 
protsch häufig (Hoyer), 

9. Juni. Herr Hoyer berichtet über eine Arbeit des Herrn 
Dr, med. Hoffmann in Coblenz über die Mittel gegen 
Mücken- und Wespenstiche, Herr Nagel über seine Pfingst- 
ausfUige i) nach Baruthe, wo im schönen Walde kein Fhig 
zu bemerken war, Pfingstsonnabend, 2) nach dem Waiden- 
burger Gebirge am 2, und 3. Feiertage. Wetter schön, 
am 2. kurzes Gewitter. Auf dem langen Berge flogen 
Sciaphila wahlbomiana und Platyptilia tessaradactyla in großer 
Menge, letztere an Gnaphalium dioicum. Interessant ist, 
daß Mnemosyne spärlich beobachtet wurde, die also noch 
nicht, wie vielfach behauptet wurde, aus dem Gebirge ver- 
schwunden ist, 

16. Juni. Herr Dittrich berichtet nach Naturw. Rundschau 
über Nepenthes- Tiere. Während in den Kannen der 



Vereinsnachricbten. XI 

Nepenthes-Arten viele Insekten den Tod finden und durch 
die von der Pflanze abgesonderten Enzyme verdaut werden, 
finden andere Tiere in der Kannenflüssigkeit ihr Lebens- 
element. Herr H. Jensen hat in jahrelanger Beobachtung 
9 verschiedene solcher Tiere feststellen können, nämlich die 
Larven von 3 Fliegen-, 4 Mücken-Arten, einen kleinen 
Rundwurm und i Milbe, Die Fliegen und Mücken wurden 
erzogen, durch Herrn J. C. H. de Meijere untersucht und 
sämtlich als neue Arten erkannt und benannt. Die Cuticula 
der Larven ist nicht besonders dick, es müssen also die 
Larven besondere Schutzstoffe gegen die Wirkung der ver- 
dauenden Fermente besitzen. Das konnte auch durch Ver- 
suche bewiesen werden. Wurde Eiweiß mit Pepsin- oder 
Pankreatinlösung zusammengebracht und dazu zerquetschte 
Maden der betreffenden Fliegen getan, so wurde die ver- 
dauende Wirkung der Lösungen verzögert; zerquetschte 
Mückenlarven wirkten nur bei Pepsin-, nicht bei Pankreatin- 
lösungen verzögernd. Die Larven der Nepenthes-Fliegen 
gehen in gewöhnlichem Wasser zu Grunde, während um- 
gekehrt gewöhnliche Larven in der Kannenflüssigkeit sterben. 
Herr Czaya I berichtet über seine Reise nach Ragusa, 
der Herzegowina und Bosnien; Herr Nagel macht dazu 
einige lepidopterologische Bemerkungen. 

23. Juni. Herr Rinke teilt mit, daß mnemosyne am Horn- 
schlosse durch Arbeiter gefangen wird; Herr Goetsch- 
mann meint, daß die Art dort bald vernichtet werden 
würde, und legt vor Leucania brevilinea, Asteroscopus nube- 
culosus var. atra und Phigalia pedaria ab. monacharia, alle 
3 aus England. 

30. Juni, Herr Rinke zeigt Giftgläser. In einer Cyankalium- 
lösung wird Gyps angerührt, derselbe dann in die Gläser 
gegossen, darüber Watte und endlich Seidenmull gelegt, 
der mit Schellack seitlich befestigt wird. 

Herr Czaya II zeigt matronula, die zweimal überwintert 
hat; das Tier gibt beim Anfassen einen schwirrenden Ton 
von sich. Derselbe berichtet ferner über einen Flugort der 
Art bei der Oberförsterei Mehlteuer bei Strehlen, wo Jungen 



XII Vpieinsnachrichten. 

mit an langen Stangen befestigten Netzen die Tiere fangen. 
Es wäre wünschenswert, daß das wertvolle und schöne Tier 
an dem Hauptflugorte geschützt würde. 

Herr Goetschmann legt vor als neu für Schlesien: 
Coleophora filaginella Fuchs von Filago bei Wilhelmsruhe. 
I. August. Herr Goetschmann teilt mit, daß für die schle- 
sischen mnemosyne eine neue Varietät var, silesiaca ge- 
schaffen und deren Preis bei Staudinger auf i M. angesetzt 
sei; darin Hege für die wilden Sammler (vergl. 23. 6.) ein 
Anreiz zum Abfangen ; der Preis müsse herabgesetzt werden. 

Herr Dittrich berichtet nach Naturw. Wochenschrift 
über die Fortpflanzung von Lymantria dispar. Juli 1909 
wurde eine ziemlich erwachsene 9 Raupe von dispar auf 
Crataegus gefunden und isoliert weiter gefüttert; Mitte Juli 
verpuppte sie sich, am 15. 8. kam der Falter aus, der drei 
Tage später ein Gelege von ca. 230 Eiern in 2 Ballen ab- 
legte. Der Kasten mit den Eiern wurde im Keller aufge- 
stellt und sich selbst überlassen; die Eier wurden weder 
mit Wasser bepinselt, noch besprengt. Am 16. 4. 19 10 
kamen zuerst 3 Räupchen aus, dann später auf geschütztem 
Balkon die übrigen. 191 Raupen gefüttert vom 8./6. ab 
mit Crataegus kamen zur Vef puppung; es waren sowohl 
9 9' ^vie cf cT- Erstere wurden sämtlich isoHert (147 Stück). 
Sämtliche 9 9 blieben unbefruchtet und legten Eier ab, 
nur eins wurde zur Befruchtung zugelassen und lieferte 
Eier, aus denen Raupen auskamen ; die unbefruchteten Eier 
ergaben keine Raupen, woraus aber noch nicht gefolgert 
werden kann, daß die Parthenogenesis nur für eine Gene- 
ration gültig ist. 

Herr Jan der hat bei Schreiberhau Psyche-Säcke ge- 
funden und darunter lebende 9 9 und (^ cf entdeckt. Nach 
4 Wochen waren in dem Kasten lebende Psyche-Raupen, 
während kein einziges totes cf ^^ finden war. Aus letz- 
terem und der langen Zeit konnte man vermuten, daß es 
sich auch hier um Parthenogenesis handelt. 
18. August. Herr Czaya II berichtet über die große Fliegen- 
menge, die dem Sammler auf den Seefeldern lästig wird. 



Verelnsnachricliten. XtIT 

Herr Jan der legt vor die Raupen von Psyche stand- 
füssi, die er mit Leontodon füttert. Derselbe teilt ferner 
mit, daß sein öjähriger Enkel infolge des Sammeins von 
chr3^sorrhoea-Raupen schwer erkrankt sei. Abgesehen von 
einer sehr starken und schmerzlichen Anschwellung der 
Hände und des Gesichts trat trotz der bald angewendeten 
Gegenmittel Nieren-Entzündung mit Blutharn ein, so daß 
das Kind 8 Tage lang dem Tode nahe war. Ein kleines 
Mädchen, das die Raupen mitgesammelt hatte, aber nicht 
richtig behandelt wurde, hat eine Mittelohr-Entzündung da- 
vongetragen und leidet noch jetzt, 2 Monate nach der Ver- 
giftung, an Ausfluß aus den Ohren. 
25. August. Herr Goetschmann legt vor als eine von Herrn 
Rebel benannte neue Art: Lithostege bifissana Rbl. vom 
Jordan aus der Sammlung Wutzdorf. 

Herr Dittrich berichtet über die Arbeit von H. Vogt: 
Geometrie und Oekonomie der Bienenzelle ig 11. Durch 
zahlreiche genaue Messungen weist Herr Vogt nach, daß 
die Bienenzellen niemals die genauen Winkel haben, die 
ihnen durch die bisherige auf Maraldi gestützte Theorie 
zugesprochen wurden; aber die Bienen haben den Instinkt 
regelmäßig sechsseitige Zellen zu bauen und tun dies, soweit 
es ihre Sinnes- und Arbeitsorgane gestatten. Die Boden- 
pyramide ist viel spitzer, als bisher angenommen wurde, 
ihre Wandflächen sind 1,5 mal so dick (im Durchschnitt) 
als die Prismenflächen, in den Kanten verdickungen ist '/•* 
der ganzen Wachsmasse der Zelle enthalten; die Zellen sind 
durchaus nicht mit dem Minimum des Wachsverbrauches 
erbaut. Die bisherige, jetzt 200 Jahre alte Ansicht, welche 
nicht auf Messungen, sondern auf Spekulation aufgebaut 
war, hat sich trotz aller Angriffe so lange gehalten, weil sie 
sowohl den Teleologen, wie den Materialisten in das philo- 
sophische System paßte. 

Herr Rinke berichtet, daß daplidice in diesem Som- 
mer häufig an der alten Oder geflogen und daß Jaspidea 
celsea ihm aus einer Raupe aus Mittelschlesien ausgekom- 
men sei. 



XIV Vereinsnachrichtea. 

Herr Czaya II legt vor alniaria var. scotlca gezogen 
aus einer ganz normal gefärbten Raupe. 
I. September. Herr Rösner berichtet nach der Schles. Mor- 
genzeitung, daß eine Saturnia pyri eine Stunde lang in 
einem Cyankaliumglase gelassen, dann gespießt, ausgestopft 
und gespannt wurde, am andern Tage aber noch Flug- 
versuche machte. Jedenfalls ist aber die Flasche nicht mehr 
genügend wirksam gewesen. Herr Tischler erzählte, daß 
ein Bekannter Hirschkäfer- cf C? ^!^ Tag in Spiritus gehalten, 
dann genadelt und zum Trocknen in die Sonne gestellt 
habe. Die Tiere wachten wieder auf, rissen sich los und 
eins derselben versuchte sich mit einem hinzugebrachten 9 
zu begatten, woran es jedoch durch die Nadel verhindert 
wurde. 

Herr Tischler legt folgende für Schlesien seltene oder 
neue Käfer vor: Cicindela litterata Sulz., Athous undulatus 
Deg., Melandrya dubia var. Goryi Lap., Cryptocephalus 
5-punctatus Harr., Callidium angustatum Kriechb., Acmaeops 
marginata F., zum Vergleich: Cortodera humeralis Schall.; 
Miscodera arctica Payk., Cicindela campestris L. rote Dek- 
ken, Carabus granulatus L. Flügel entwickelt, Carabus granu- 
latus var. forticostis Kr., Saphanus piceus Laich., Strangalia 
arcuata Pz., Anoplodera 6-guttata var. exclamationis F. 

Herr Nagel zeigt Argynnis pales var. arsilache, ge- 
fangen auf den Iserwiesen bei ziemhch schlechtem Wetter, 
ferner pales aus Tirol, der Schweiz, von Bossekop, Del ins 
aus Graubündten, Ematurga atomaria var. unicolor von Bozen. 
8. September. Herr von Varendorff spricht über die geo- 
graphische Verbreitung der Käfer im Riesengebirge. 
15. September. Herr Goetschmann spricht über die P'amilie 
der Lithocolleten, die Lebensweise und die Art des Sam- 
meins und Züchtens. Die Raupen leben in Minen und ver- 
puppen sich auch in denselben, daher braucht man nur zur 
richtigen Zeit die Blätter, selbst abgefallene zu sammeln 
und in Gläsern nicht zu feucht zu halten. Die meisten 
Arten leben in 2 Generationen von Mitte IV bis Ende V 
an Stämmen, wo sie leicht zu fangen sind; die 2. Generation 



Vereinsnachrichten, XV 

findet sich von Anfang VIII bis Mitte IX und ist viel 
schwächer und weniger gut ausgebildet. 

Herr Dittrich berichtet nach Prometheus über die 
Lebensweise und Bekämpfung der Blutlaus. 

22. September. Herr Dittrich legt vor Dolerus dubius in ver- 
schiedenen Varietäten. 

29. September. Derselbe teilt mit, daß Niptus hololeucus als 
Kleiderverwüster in Schönau aufgetreten sei. 
6. Oktober. Herr Schumann berichtet zur Einbürgerung 
amerikanischer Falter, daß Attacus cynthia sowohl im Süd- 
park als auch im Scheitniger Park gefangen worden sei;' 
er selbst hat Catocalen ausgesetzt und legt ein Stück von 
Catocala scintillans vor. Eine Gefahr zu reichlicher Ver- 
mehrung ist nicht zu befürchten, da die Zucht im Zimmer 
nur 50 0/0 Falter ergeben hat. 

13. Oktober. Herr Rösner zeigt ein schönes Nest von Vespa 
media an einem Birnbaumzweige. 

Herr Dittrich berichtet nach Prometheus über das 
Sinnesorgan am iten Hinterleibsringe von Nachtfaltern, das 
als Gehörorgan gedeutet worden war. Diese Auffassung 
ist nicht zu halten, da nach neueren Untersuchungen die 
Falter ebenso gut hören, wenn die Gruben mit Fett ver- 
stopft sind; auch als Gleichgewichtsorgan kann es nicht 
dienen, da so behandelte Falter ruhig fliegen. 

23. Oktober. Herr Dittrich spricht über das neue Gallen- 
werk: H. Roß: Die Pflanzengallen (Cecidien) Mittel- und 
Nordeuropas, ihre Erreger, Biologie und Bestimmungstabel- 
len. Jena. Fischer, 9 Mk. Das Werk, welches auch die 
wichtigsten, durch Pflanzen hervorgebrachten Gallen ent- 
hält, gibt zuerst eine allgemeine Übersicht über das Wesen 
der Gallen, die Erreger und ihre Lebensweise, das Vorkom- 
men an den Pflanzenteilen und die Zucht und Präparation 
der Tiere und Pflanzen, dann Bestimmungstabellen für die 
Gallen nach den Pflanzengattungen, die in alphabetischer 
Reihe geordnet sind und bei jeder Gattung nach den Pflan- 
zenteilen. Bequeme Abkürzungen gestatten auch in den 
Tabellen biologische für die Zucht wichtige Angaben. Am 



XVT Verelnsnac'hric'hten. 

Schlüsse sind die Gallenerreger nach Gattungen und ge- 
sondert nach Arten geordnet aufgeführt, bei ersteren auch 
die Autoren, die der Kürze wegen in den Tabellen fehlen. 
2 loo Gallen sind aufgeführt und kurz aber ausreichend 
beschrieben. lo Tafeln geben 233 gute Abbildungen häufi- 
gerer Gallen, außerdem sind 24 Textfiguren vorhanden. 

Herr Czaya II legt vor Cirrhoedia ambusta F. Die 
Raupe wurde von Herrn Lehrer Hensel Oldern unter der 
Rinde eines Birnbaumes gefunden und mit Birne gezogen; 
auch der Falter findet sich auf der Rinde von Birnbäumen. 
Das Tier wurde bisher nur auf der rechten Oderseite be- 
obachtet. 
27. Oktober. Herr Kletke legt vor einen Kasten mit lebenden 
Nashornkäfer-Engerlingen, Herr Vogel wird die Tiere 
aussetzen, da die Versuche des Herrn Hoyer, solche in 
Lohekasten im Freien zu ziehen, nicht geglückt sind und 
das Verschwinden des Tieres, dessen Lebensbedingungen 
durch die Verringerung der Lohegerbereien bedroht sind, 
sehr zu bedauern wäre. 

Herr Borkenhagen berichtet über seine Sammelreise 
in Süddalmatien, das ein Dorado für den Schmetterlings- 
sammler ist. Vorgelegt werden von Gravosa bez. von der 
Insel Lacroma: Vanessa egea, Satyrus sp., Charaxes jasius, 
Limenitis camilla, Sphinx nerii, die in Mengen fliegt und 
von der ein sehr großes, frisches Tier erbeutet wurde, Ar- 
gynnis pandora. Der Abendfang ist nicht angenehm, da er 
den dortigen Leuten unbekannt ist und deshalb auffällt. 

Herr Nagel zeigt eine Anzahl häufiger bosnischer Fal- 
ter, nämlich Lycaenen, Coenonympha und Larentien; Herr 
Goetschmann aus einer Bestimmungssendung des Herrn 
Rebel: Scythris lusitanica und eine neue Art. Crambus 
sordoniellus n. sp. Sardinien, Catapsilothrix goetschmannii 
n. sp., Salebria semiflavella, Evergestis luridalis, Oxypteryx 
Jordanella, Ossonoba paulusi von Palästina. 
3. November. Herr Dittrich berichtet nach New York Entom. 
Soc. über parasitäre Kastration bei nordamerikanischen 
Buckelzirpen. 



Verein SU achrichten. XVIT 

lo. November. Herr Gaertner hat im vorigen Jahre bei 
Reinerz aus Erfurt bezogenen Samen von Sedum album 
zwischen Felsen ausgesät ; die Pflanzen sind gut aufgegan- 
gen und haben schön geblüht und nun hat er Anfang VI 
aus Regensburg erhaltene apoUo-Raupen an diesen Stellen 
ausgesetzt. Palaeno flog dieses Jahr später als sonst, am 
23. 6. wurden 5 dd, 2 2 ? erbeutet, darunter eine werdandi. 

Herr Di tt rieh legt vor die schlesischen vScolia- und 
Tiphia-Arten nebst anderen Vertretern dieser Gattungen aus 
verschiedenen Weltteilen. 

Herr Schumann hat in Ransern keine dumi gesehen, 
dagegen am 28. 10. cf cf '^^^ der Dampferhaltestelle Oswitz, 
am 31. 10. fand er stellatarum frisch geschlüpft, am 5. 1 1. fan- 
den sich in Oswitz brumata zu Tausenden im Walde (ebenso 
in Scheitnig an Eichen [Vogel]). 
24. November. Herr Czaya I legt vor italienische Makkaronis, 
die von Käfern zerfressen sind. Er soll als Sachverständi- 
ger entscheiden, ob die Käfer hier die Makkaroni befallen 
haben oder ob sie mit den letzteren eingeschleppt worden 
sind. Es kommt also darauf an, festzustellen, ob der Schäd- 
ling bei uns einheimisch ist oder nicht. 

Herr Dittrich berichtet nach Prometheus über die 
Schädlinge des Tabaks in Amerika. 
I. Dezember. Herr Schumann legt vor Falter aus Blumenau 
Brasilien; Herr Vogel macht aufmerksam auf 2 Zeitungs- 
notizen, i) daß die samoanischen Kokospalmen durch 
Oryctes nasicornis geschädigt werden. Das ist zu bezweifeln, 
da der Käfer eine ganz andere Lebensweise führt, vermut- 
lich handelt es sich um den Palmstecher; 2) bezüglich 
2 Nester von Lasius fuliginosus, die im hiesigen zoologischen 
Museum aufgestellt sind. 

Herr Mensik berichtet schrifthch über seine Beobach- 
tungen in Chrudim während des Jahres 191 1. März und 
April waren naß und kalt, und nur Hybernia rupicapraria 
erschien in normaler Zahl. Die darauf folgende ungewöhn- 
liche Trockenheit und der heiße Wind haben ungünstig auf 
die Entwickelung der Falter eingewirkt, abgesehen von den 



XVni Vereinsnachrichten. 

Weißlingen und Pararge megera, die in beiden Genera- 
tionen in unverminderter Menge erschienen. Fast alle 
übrigen Tagfalter, namentlich Vanessen und Lycaenen 
waren spärlich vertreten. Bei Coenonympha pamphilus 
zeigten einzelne Stücke teilweisen Albinismus, dagegen waren 
bei Epinephele justina die albinistischen 9 9 g^^ nicht zu 
sehen. Erfreulich ist es, daß die Nonnen und auch die 
Schwammspinner diesmal ausblieben. Sphingiden und Noc- 
tuiden waren selten, von Spannern nur die gewöhnlichsten 
Arten häufig. Noch auffallender war der Mangel an Micro- 
lepidopteren. vSelbst die meisten .sonst häufigen Crambus- 
Arten waren dies Jahr selten. Pyralis farinalis war reichlich 
gediehen. Im Spätherbst wurde die Witterung normaler. 
Die in dieser Zeit erscheinenden Falter sind wie gewöhnlich 
und auch in der sonst beobachteten Anzahl aufgetreten, 
Herr Mensik schreibt die Falterarmut dem Nahrungsmangel 
der Raupen zu; infolge der andauernden Hitze vertrock- 
neten die Futterpflanzen. — Des weiteren berichtet Herr 
M. ausführlich über seine Zuchtversuche mit Ourapteryx 
sambucaria und Macrothylacia rubi. Von letzterer Art be- 
hauptet er, daß die Raupe nur auf Kleearten lebe, was für 
unsere Gegenden entschieden nicht zutrifft. 
8. Dezember. Herr Kletke spricht über leuchtende Schmetter- 
linge; als solche werden aufgeführt eine Psychide, die Lattich- 
und Sphinx-Eule. Der Leuchtstoff kann von den Fühlern 
abgewischt werden und dürfte, da die Tiere tagsüber im 
Mulme leben, von den in diesem vorhandenen Leuchtbazillen 
herrühren; zudem sind besondere Leuchtorgane nicht vor- 
handen. Auch leuchtende Mücken sind in letzter Zeit ge- 
sehen worden. Weitere Beobachtungen sind wünschenswert. 
Herr Dittrich berichtet nach: »Deutsches Ent. Nat.- 
Museum* über die Erfolge, die Herr L. Howard bei der 
Bekämpfung von dispar und chrysorrhoea in Amerika durch 
ihre natürlichen Feinde gemacht hat. Obgleich riesige 
Mengen von europäischen vSchlupfwespen, Dipteren und Cara- 
biden zur Vertilgung der Raupen eingeführt wurden, war 
der Erfolg sehr gering.^ 



Vereinsnachrichten. XIX 

22. Dezember. Herr Du da spricht über die Familie der Do- 
lichopodiden, ihre Gattungen Chrysotus, Argyra und Dia- 
phorus, die Lebensweise der Tiere und legt einen Kasten 
seiner Sammkmg mit den betreffenden Arten vor. 

Herr Dittrich zeigt einige interessante Eichengallen 
aus der Cecidotheca italica. 

29. Dezember. Herr Raebel legt vor oberschlesische Falter; 
Herr Stertz spricht über Caradrina noctivaga var. meineri 
(Aegypten), Hepialus n. sp. Tunis, Lycaena n. sp. Assuan, 
Demas coryli ab. weimeri Holland, Acidalia degeneraria 
und floridaria Pgl. (3te Generation) Corsika, Somabrachys 
aegrota Tunis, Polia dubia und ab. johni Stertz. 



Wetterbericht für igir. 

Januar i. — 10. meist bedeckt, Schnee und Graupeln 3. — 5., 10., 

Regen 6., 7., Reif 7., 9., Nebel 7.— 9. — 2,9 |-i,6o. 11. bis 

20. Schnee 13., 17., Regen 15., 18. — 20. — 40 [-3,9'^. 

21. — 31. Schnee 22., 25., 21., 30., Regen 21,, 26. — 28., 
Nebel 21., 22. — 6,g [-4,1^. 

Februar I. — 10. wSchnee i.— 4., 6. — 9. — 5,5 |-o,8<'. 11. — 20. 

Schnee 12., 13., 20., Regen 17. — 19. — 12« (14./2.) bis -j-ö.ö». 
21. — 28. Schnee 21., 22., Regen 22., 24., 26., 27. 0,20 — 6,4". 

März I.— 10. Graupeln 6., Schnee 3., 8., Regen i. — 3., 5., 6., 
Reif 4., 10. 0,4 — 4,40. II. — 20. Schnee 15., 17., 18., 
Regen 12., 15., 17., Nebel 13., 16. 0,0 — 5,1«. 21. — 31. 
Regen 25., 26., Nebel 23., 24., 2g., Reif 22., Tau 29., 30. 
3,4—14,7". 

April I. — 10. meist kalt,± sonnig, Nebel 2., Regen 2., 3., Schnee 4. 

— 2» f- 10,66. II. — 20. wärmer, mehr bedeckt, Regen 12., 

13., 17., Schnee 13., windig 14. — 16., Reif 14. 2,6" — 17,2«. 
21. — 30. meist warm und sonnig, kühler 25, 30., Regen 
und Sturm 27., 29. 9,8" — 17,8». 

Mai I. — 10. sonnig, schön i. — 5., dann meist bedeckt und trübe. 
Gewitter mit Regen i., 5., 9., Regen 7., lo. 8,2" — 16,6". 
II. — 20. sonnig, z. T. dämmerig 11. — 13., 15., sonst 4l be- 
deckt und gewitterdrohend 14., 16., 18., Regen 17., 18. — 20. 



XX Vereinsnachrichten. 

10,7" — 20,1^. 2 1. — 31. + bedeckt, z. T. Regen, 21. — 24, 
früh sonnig, nachmittags bedeckt, 25., 26.^ 27. trübe, kühl, 
nachmittags Ferngewitter mit Regen, 28. — 31. sonnig, schön. 
6,10—18,90. 

Juni I. — 10. sonnig, schön, z. T. windig i., 4., 6., 7., 10., Regen 
4., 5., 10., Gewitter mit starkem Regen 5., 9. 10,1 " — 20«. 
II. — 20. meist sonnig, schön, z. T. kühl, bedeckt, trübe 14., 
17., mitunter Regen i r., 12., 14., 15., 18., 19. 11,5 — 20,3». 
21.^ — 30. meistsonnig, warm 21. — 25., 30., bedeckt, trübe, nach- 
mittags aufhellend 26. — 29., Regen 25., 27., 28. 14,7-" — 23«. 

Juli I. — 10. meist sonnig, bedeckt oder trübe 5. — 8., Regen i., 
2., 4., 5., 8., Gewitter 2., Wind 9., 10. 14,6" — 21,40. 11. — 20. 
meist sonnig, warm, z. T. windig'. Regen und Gewitter 18., 
windig 15. — 17. 14,30 — 22,2^. 21. — 31. sonnig, meist heiß, 
Gewitter mit Regen 24. — 26., Gewitter 26. 20,0" — 25,70. 

August I. — 10. sonnig, warm, nur 5. bedeckt und kühler, 
4. schwül, nachmittags Gewitter mit längerem wolkenbruch- 
artigen Regen und Hagel. 20,30 — 24,20. 11.^ — 20. 11. — 15., 
20. sonnig, heiß, 16. — 18. bedeckt, z. T. drohend, 14. starker 
Regen, 16. trübe, kühl, mit böenartigen Güssen. 12,20 — 24,30. 
21. — 31. wechselnd sonnig und bedeckt, mehrfach drohend, 
Gewitter mit Regen 22. — 23., Regen 30. 15,7" — 25,60. 

September i. — 10. meist sonnig, warm, bedeckt nur 5., 6. 
Regen 5., 9., 10. (Oder sehr wasserarm), 130 — 23,50. 
II. — 20. sonnig 11. — 14., 16., 20., trübe 15., 17. — 19., Regen 
15., 17., ig., Gewitter 14., 17. 9,80 — 200. 21. — 30. meist 
bedeckt, sonnig nur 20., 21., Regen 22. — 24., 28., 30., Nebel 
26.-28. 8,i0— i6,8o. 

Oktober i. — 10. bedeckt, windig i., 2., sonnig, + kühl 3. — 5., 
Nebel 6. — 7., sonnig S.— 10., Regen 2., 6. 4,80 — 15,50. 
1 1. — 20. sonnig, meist angenehm, bedeckt oder trübe 11. — 1 2., 
mehrfach Nebel, Reif 16. 1,2« — 11, lO, 21. — 31. sonnig, 
bedeckt, trübe 24., 27. — 30., Regen 22., 26. — 29., Graupeln 

30., Reif 31. 3.9"— 13.5"- 
November i. — 10. sonnig, bedeckt 5. — 6., Regen 4., 5., Reif 3. 
4,70 — 130, II. — 20. meist sonnig, trübe 11., 14., 19., Regen 
u., 19., Nebel 13. — 15. 5,30—6,90. 21. — 30. meist trübe, 



Vareinsnachrichten. XXI 

sonnig 20., 21., 29., Regen 21., 22., 29., 30., Schnee 24. — 27. 
(schwach). — 0,7 " — 6,2". 
Dezember i. — 10. sonnig 5.— 10., bedeckt i. — 4., Nebel i., 6., 
7., Reif 7., 8., Regen i., Schnee 3. — 1,20 — 5,5". 11. — 20. 
trübe 12., 13., bedeckt 16., sonst sonnig, Regen 12. — 15., 
17., 20., Reif 15., 16., iS., 19., Nebel 16. 0,7" — 3,9". 21. — 31. 
-f- , sonnig nur 23., 24., 31., sonst bedeckt oder trübe, Regen 
21., 24., 25., 27., Schnee 28.— 30. —2.70 — 5,70 



XXn Vereinsnachrichten. 



Professor Dr. phil. 

Theodor Goetschmann f. 



Nachruf. 

Theodor Goetschmann wurde geboren am 6. Mai 1852 
als Sohn des Pastors Goetschmann in Fischbach Kr. Hirsch- 
berg, besuchte von 1867 — 1873 das Gymnasium in Ilirschberg, 
studierte in Halle a. S. Chemie und Naturwissenschaften, war 
von 1877 — 78 Assistent am chemischen Institute der dortigen 
Universität, wurde November 1878 zum Hoktor promoviert und 
bestand 12. Januar 1880 das Examen pro facultate docendi. 
Von Ostern 1880 — 81 war er Probekandidat in Landeshut, dann 
Hilfslehrer ebenda, wurde 1^82 in derselben Eigenschaft nach 
P>reslau an das Elisabethgymnasium berufen und hier 1885 als 
ordentlicher Lehrer angestellt. Professor ist er seitdem 19. De- 
zember 1902. Nachdem er bereits vor längerer Zeit an einer 
schweren Lungenentzündung gelitten hatte, stellten sich in den 
letzten Jahren vielfach körperliche Beschwerden infolge von 
Arterien Verhärtung ein. Durch den Verlust seines begabten 
älteren Sohnes auch im Gemüte tief niedergedrückt, empfand 
er um so mehr die Leiden der sich steigernden Krankheit, 
welche schwere Atemhemmungen und Herzbeklemmungen, 
sowie schlieljlich das Erloschen der Sehkraft herbeiführten. In 
Obernigk, wo er Erholung suchte, erlöste ihn ein sanfter Tod 
am 30. Mai d. J. von seinen Leiden. 



Vereinsnachricliten. XXIIT 

Aufgewachsen in dem lieblichen RiesengebirgsorLe hatte 
er unter Leitung seines naturliebenden Vaters volle Gelegenheit 
mit der Natur vertraut zu werden. Er lernte die Vögel seiner 
Heimat, ihre Lebensgewohnheiten, den Nestbau und die Eier 
kennen, sammelte und züchtete mit besonderer Liebe Schmetter- 
linge und legte durch botanische Beobachtungen den Grund 
zu seiner späteren , nicht unbeträchtlichen Pflanzenkenntnis. 
Während der Universitätsjahre ruhte natürlich die Liebe zu den 
Faltern, erwachte aber aufs Neue, als er in Landeshut den tüch- 
tigen Entomologen, Kunstgärtner Teicher, kennen lernte. Schon 
hier, noch mehr aber in Breslau wandte er sich mit Vorliebe 
den Kleinfaltern zu. Durch den Porzellanmaler Albrich wurde 
er in den von diesem geleiteten entomologischen Abendzirkel 
eingeführt, einer Vereinigung, deren Mitglieder sich besonders 
mit dem Fangen und Züchten von Großschmetterlingen be- 
beschäftigten; für seine besonderen Zwecke fand er daher hier 
keine Anregung, trat deshalb nach 2 Jahren aus der Vereini- 
gung aus und in den Verein für schlesischc Insektenkunde zu 
Breslau ein, in dem er an Herrn Dr. med. M. F. Wocke, dem 
schlesischen Altmeister, einen ausgezeichneten Lehrer luid Be- 
rater fand. Goetschmann erzählte oft, daß er bei den ersten 
mit Wocke gemeinsam unternommenen Ausflügen zum eignen 
Sammeln nicht kam, da er zu viel zu beobachten und zu lernen 
hatte. Unter Wocke's Leitung bildete er sich zu einem hervor- 
ragenden Kenner der palaearktischen Kleinfalter her£ius, wobei 
ihn seine von Jugend an geschärfte Beobachtungsgabe und ein 
ungewöhnliches Formen- und Namengedächtnis unterstützten. 
Da er rotblind war und infolgedessen überhaupt nicht besonders 
Farben unterscheiden konnte, stützte sich seine Artenkenntnis 
ausschließlich auf das Unterscheiden und Festhalten der Zeich- 
nung und die für so viele verhängnisvollen Fcirbenunterschiedc 
beirrten ihn niemals. Allerdings war er auch verhindert nur 
auf Farben (insbesondere rote) gestützte Varietäten zu erkennen. 
Unermüdlich beobachtete, sammelte, züchtete und präparierte er, 
letzteres mit groI5er Geschicklichkeit und oft bis in die Nacht 
hinein, wie er denn auch bei seinen entomologischen Ausflügen 
z. B. nach dem Zobten wohl die Rücksicht auf seine Gesund- 



XXrV Vereinsnachrichten. 

heit außer Acht ließ. Er trat in Tauschverbindung mit hervor- 
ragenden Lepidopterologen des In- und Auslandes und ver- 
größerte so beständig seine Sammlung, die an Umfang schließ- 
lich die seines Lehrers Wocke übertraf. Aber so groß die 
Sammlung war, er wußte genau, welche Arten und woher er 
sie besaß. Material für wissenschaftliche Arbeiten hätte ihm 
seine Sammlung gewiß ausreichend geboten, aber er konnte 
sich, überaus bescheiden, wie er war, nie dazu entschließen, 
etwas zu veröffentlichen. Erst in den letzten Jahren nach der 
Neuherausgabe des Staudinger-Rebel'schen Falterkataloges sah 
er die Notwendigkeit ein, auch den Katalog der schlesischen 
Falter einer Neubearbeitung zu unterziehen und widmete seine 
wenigen Mußestunden der Vorbereitung zu dieser Arbeit. Leider 
erlitten diese Arbeiten durch die zunehmende Kränklichkeit der 
letzten Jahre starke Einbuße. Der Wissenschaft bleibt sein 
Name erhalten durch die nach ihm benannte aus Syrien stam- 
mende Tineide: Catapsilothrix goetschmanni Rebel. 

Das Schicksal der Sammlung von Microlepidoptcren, der 
größten zur Zeit in Schlesien existierenden, ist ungewiß, da sie 
verkauft werden muß. Hoffen wir, daß nicht auch diese Samm- 
lung, wie vorher schon die des Dr. Wocke, welche nach Peters- 
burg gekommen ist, ins Ausland wandert, sondern daß es in 
unserer Provinz Freunde der Natur geben wird, die die nötigen 
Mittel bereit stellen, um die Sammlung Schlesien zu erhalten. 

In unseren Verein trat Goetschmann 1S85 ein, war von 
1888 — 1892 Bücherwart, von da bis 1905 stellvertretender 
Schriftführer und dann bis zu seinem Tode stellvertretender 
Vorsitzender. Einfach und bescheiden in seinem Charakter wie 
im Auftreten, immer bereit, sein reiches Wissen und Können 
den Vereinsmitgliedern zur Verfügung zu stellen, war er an 
den Vereinsabenden in der Regel der Mittelpunkt der Versamm- 
lung. Alles wartete auf sein, mitunter ziemlich versj)ätetes Er- 
scheinen, oft wurde im Scherze gewettet, ob er noch kommen 
würde. Sobald er aber da war, hatte er hier einen Streit über 
eine Ungewisse Art zu entscheiden, dort einen ganzen Kasten 
von Faltern zu bestimmen, so daß er stets ausreichend be- 
schäftigt war. Nur in seltenen Fällen und bei ganz schwierigen 



VereinsnacliricliteTil XXV 

Gattungen wagte er nicht sofort die Entscheidung', sondern 
nahm den Falter mit nach Hause zur Vergleichung. Auch bei 
den Vereinsausflügen erwies er sich als guter Gesellschafter 
und angenehmer Sammelgenosse. Alle Mitglieder unseres Ver- 
eins schätzten und liebten ihn und alle ohne Ausnahme emp- 
fanden sein Hinscheiden als einen unersetzlichen Verlust, den 
wir tief beklagen. 

R. Dittrich. 



XXVI Vereinsnachrichten. 



Kassenbericht für igii. 

Kassenbestand Ende igio 144 Mk. 79 Pf. 

Einnahmen: 

i) an Mitgliederbeiträgen 271 Mk. — Pf. 

2) an Zinsen 5 „ 80 „ 

3) an freiwilligen Bei- 
trägen 2 „ — „ 

4) an Erlös für verkaufte 

Zeitschriften etc 24 „ 50 „ = 303 „ 30 „ 

.Summa 448 ]\Ik. 09 Pf. 
Ausgaben: 

1 ) an Druckkosten für das 

Jahresheft IV 196 Mk. 05 Pf. 

2) Feuer - Versicherungs- 
Prämie 4 „ — „ 

3) für Miete und Behei- 
zung des Vereinslokals 31 „ 20 „ 

4) für angeschaffte Bü- 
cher, an Buchbinder- 
Kosten, Porto, Druck- 
sachen, Papier u. s. w. 86 „ 36 „ = 317 ,, 61 „ 

Bleibt als Kassenbestand Ende 191 1 130 Mk. 61 Pf. 

Anm. Nach Beschluß der Haupt -Versammlung vom 
15. Januar 1886 werden alle Restanten durch den Kassenwart 
gemahnt. 



Vereinsnaclirlditen. XXVII 



Verzeichnis der korrespondierenden 
Vereine und Gesellschaften. 

1. Aaran, Aargauische Naturforschende Gesellschaft. 

2. Agram, Societas historico-naturalis croatica. 

3. Albany, New-York State Museum (University of New- York). 

4. Albany, New-York State Education Departement (State 
Library and Home Education). 

5. Altenburg, Naturforschende Gesellschaft des Osterlandes. 

6. Amiens, Societe Linneenne du Nord de la France. 

7. Aussig, Museums-Gesellschaft. 

8. Bamberg, Naturforschende Gesellschaft. 

g. Basel, Naturwissenschaftliche Gesellschaft. 

10. Bayreuth, Naturwissenschaftliche Gesellschaft. 

11. Bautzen, Naturwissenschaftliche Gesellschaft »Isis.« 

12. Belfast, Natural history and philosophical Society. 

13. Berlin, Deutsche entomologische Gesellschaft. 

14. Berlin, Entomologischer Verein. 

15. Berlin, R. Friedländer c^ Sohn, als Herausgeber der Zeit- 
schrift: Entomologische Litteraturblätter. 

16. Bern, Schweizer entomologische Gesellschaft. 

17. Bonn, Naturhistorischer Verein der Rheinlande und West- 
falens. 

18. Boston, Society of Natural-History. 

19. Braunschweig, Verein für Naturwissenschaft. 

20. Bremen, Naturwissenschaftlicher Verein. 

21. Breslau, Schlesische Gesellschaft für vaterländische Kultur. 

22. Brooklyn, N. Y., Institute of Arts and Letters. 

23. Brunn, Natur forschender Verein. 



XXVm VereinsnacTiriditen, 

24. Brunn, Mährisches Landesmuseum. 

25. Brunn, Lehrerkhib für Naturkunde. 

26. Brüssel, Societe Entomologique de Belgique. 

27. Buda-Pest, Redaktion der Rovartani Lapok II Bogar-utcza 3. 

28. Buffalo, Society of Natural History. 
2g. Chicago, Academy of Sciences. 

30. Claremont (Californen U. S.): Pomona, Journal of Entomology. 

31. Crefeld, Verein für naturwissenschaftliches Sammehveseri. 

32. Danzig, Naturforschende Gesellschaft. 

33. Dresden, Entomologischer Verein »Iris.« 

34. Dresden, Naturwissenschaftliche Gesellschaft »Isis.« 

35. Elberfeld, Naturwissenschaftlicher Verein. 

36. Florenz, Reale Stazione di Entomologia. 

37. Frankfurt a. M., Internationaler Entomologischer Verein. 

38. Frankfurt a, O., Naturwissenschaftlicher Verein des Regie- 
rungsbezirks Frankfurt a. O. 

39. Geneva, New-York Agricultural Experiment Station (New- 
York U. S.). 

40. Gießen, Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heil- 
kunde. 

41. Görlitz, Naturforschende Gesellschaft. 

42. Graz, Verein der Ärzte in Steiermark. 

43. Greiz, Verein der Naturfreunde. 

44. Güstrow, Verein der Freunde der Naturgeschichte in Meck- 
lenburg. 

45. Halle, Kaiserlich Leopoldinische Carolinische Deutsche Aka- 
demie der Naturforscher. 

46. Halle, Entomologische Gesellschaft. 

47. Hamburg, Verein für naturwissenschaftliche Unterhaltung. 

48. Hanau, Wetterauische Gesellschaft für Naturkunde. 
4g. Helsingfors, Societas pro Fauna et Flora Fennica. 

50. Hermanstadt, Siebenbürgischer Verein für Naturwissenschaft. 

51. Hirschberg, Haupt vorstand des Riesengebirgs- Vereins. 

52. Innsbruck, NaturwissenschaftHch-Medizinischer Verein. 

53. Kassel, Verein für Naturkunde. 

54. Kieff, Naturforschende Gesellschaft. 

55. Kiel, Naturwissenschaftlicher Verein für Schleswig-Holstein. 



Vereinsnachrichten. XXIX 

^6. Kischinew, Bessarabische Gesellschaft der Naturforscher und 
Naturfreunde. 

57. Königsberg", Physikalisch-Ökonomische Gesellschaft. 

58. Königsberg, Entomologisches Kränzchen. 

59. Kopenhagen, Kgl. Dänische Gesellschaft der Wissenschaften. 

60. Landshut (Baiern), Botanischer Verein. 

61. Linz, Verein für Naturkunde in Osterreich ob der Enns. 

62. Luxemburg, Verein Luxemburger Naturfreunde »Fauna.« 

63. Madison (Wis. U. S.) Wisconsin Academy of Sciences, 
Arts and Letters. 

64. Manila, Departement of the Literior. 

65. Milwaukee, Wisconsin Natural History Society. 

66. Missoula (Mont. LT. S.), University of Montana. 

67. Moskau, Societe Lnperiale des Naturalistes. 

68. München, Entomologische Gesellschaft. 

69. Münster, Westfälischer Provinzialverein für Wissenschaft 
und Kunst. 

70. New-Brunswick,New-Yersey Agricultural Experiment Station. 

7 1 . New- York (N.-Y. U. S.), Entomological Society. 

72. New- York, The American Museum of Natural History. 

73. Offenbach, Verein für Naturkunde. 

74. Olmütz, Naturwissenschaftliche Sektion des Vereins »Bota- 
nischer Garten.« 

75. Paris, Dollfuss: Feuille des jeunes naturalistes. 34 Rue 
Pieron Charron, 

76. Paris, E. Deyrolle, als Herausgeber der Zeitschrift: Le 
Naturaliste. 

77. St. Petersburg, Societe Entomologique. 

78. St. Petersburg, Musee zoologique de l'Academie Imperiale. 

79. Philadelphia, The Philadelphia Museum. 

80. Pisa, Societa Toscana di Scienze Naturale. 

81. Portici, Laboratorio di Zoologia Generale e Agraria della 
Reale Scuola Superiore dAgricoltura. 

82. Posen, Deutsche Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft. 
Naturwissenschaftliche Abteilung. 

83. Prag, Deutscher Naturwissenschaftlich-Medizinischer Verein 
für Böhmen »Lotos.« 

a 



XXX Vereinsnacliricliten. 

84. Prag, Lese- und Redehalle der deutschen Studenten, Ferdi- 
nandstraße No. 12. 

85. Prag, Societas entomologica Bohemiae, 

86. Preßburg, Verein für Naturkunde. 

87. Reichenberg in Böhmen, Verein der Naturfreunde. 

88. Riga, Naturforschender Verein. 

89. Rom, Societa Romana per gli studi zoologici. 

90. Sao Paulo, Sociedade scientifica. 

91. Säo Paulo, Commissäo geographica e geologica. 

92. San Francisco, The Californian Academy of Sciences. 

93. Stockholm, Entomologische Abteilung des Reichsmuseums. 

94. Stockholm, Entomologiska Föreningen. 

95. Toronto, University of T . . . . 

96. Trencsin, Naturwissenschaftlicher Verein des Trencsiner 
Comitates. 

97. Tromsö, Museum. 

98. Troppau, Naturwissenschaftlicher Verein. 

99. Upsala, Centralanstalten för försöksväsendel pä jördbruk 
somrädet. Entomologiska afdelningen. 

100. Urbana (111. U. S.). Illinois State Laboratory of Natural 
Sciences. 

101. Washington, Smithsonian Institution. 

102. Washington, Entomological Society. 

103. Washington, Carnegie Institution of W . . . . 

104. Wien, K. K. Zoologisch-Botanische Gesellschaft. 

105. Wien. K. K. naturhistorisches Hofmuseum. 

106. Wien, Entomologischer Verein. 

107. Wien, Entomologischer Verein >Polyxena.« 

108. Wien, Entomologische Vereinigung »Sphinx.« 

109. Wiesbaden, Nassauischer Verein für Naturkunde, 
iio. Zwickau, Verein für Naturkunde. 



Vereinsnachrickten. XXXI 



Verzeichnis der Mitglieder. 

Ehrenmitglieder. 

Edmund Reitter, Kaiserlicher Rat in Paskau in Mähren. 
Gerhardt, Oberlehrer in Liegnitz, Kaiserstr. 20. 

Korrespondierende Mitglieder. 

Dr. Penzig, Professor der Botanik und Direktor des botanischen 
Gartens in Genua. 

J. Weise, Lehrer in BerHn, Griebenowstr. 16. 

O. Schmiedeknecht, Professor, Dr., Blankenburg in Thüringen. 

Dr. G. Seidlitz in Ebenhausen, Oberbayern. 

H. Friese, Dr. phil. in Schwerin (Mecklenburg). 

G. Sparre-Schneider, Kustos am zoologischen Museum in 
Tromsö. 

Dr. D. H. R. von Schlechtendahl in Halle a. S., Wilhelmstr. 9. 

Dr. Karl Daniel in München, Zieblandstr. 37/0. 

Dr. Josef Daniel, Chemiker am k. b. Hauptlaboratorium bei 
Ingolstadt. 

Ew. Rübsaamen, Oberleiter der staatlichen Reblausbekämp- 
fungsarbeiten in Metternich bei Koblenz, Triererstr. 41. 

Rebel, Professor, Dr., Kustos am K. K. Hofmuseum in Wien, 
Burgring 7. 

Dr. Em. Lockay, Bezirksarzt in Prag 1061 H- 

P. Gabriel Strobl, Direktor des Privat-Gymnasiums und des 
Naturhistorischen Museums in Admont (Steiermark). 

Püngeler, Rudolf, Amtsgerichtsrat a. D. in Aachen. 

G an gl bau er, L., Direktor am K. K. Naturhistorischen Hof- 
museum in Wien, Burgring 7. 

3* 



XXXII Vereinsnachrichten. 

Alfken, J. D., Lehrer und Assistent für Entomologie am 

Museum für Naturkunde in Bremen, Delmestr. i8. 
Schulz, W. A. in Villefranche (Rhone) Station Viticole et de 

Pathologie \''egetale. 
Pax, Ferdinand, Dr. phil., Professor der Botanik und Direktor 
des botanischen Gartens in Breslau IX, Göppertstr. 6,8 pt, 
Standfuß, Professor Dr. phil., Direktor des entomologischen 
Museums am eidgenössischen Polytechnikum in Hottingen, 
Zürich. 
Pfankuch, Lehrer in Bremen, Rheinstr. 73. 
Hieronymvis, G. H., Professor, Dr. phil., Kustos am Königl, 
botanischen Museum, Steglitz bei Berlin, Grunewaldstr. 27. 

Ordentliche Mitglieder. 

1. An sorge, Baurat, Ober-Landes-Bauinspektor in Breslau X, 
Schießwerderplatz 11. Col. 

2. Au ras, Lehrer, Groß-Peterwitz, Kr. Trebnitz. Col. 

3. Bäuerlin, Kaufmann in Breslau II, Neue Taschenstr. 11. 
Lep. 

4. Becker, Stadtbaurat a. D. in Liegnitz, Weißenburgerstr. 3. 
Dipt. 

5. Benner, Pastor an der Königl. Strafanstalt in Rawitsch 
(Posen). Lep. 

6. Benner, Dr. phil., Oberlehrer an der Oberrealschule in 
Hirschberg i. Schles., .Steinstr. 14. Lep. 

7. Berger, Kaufmann, Breslau II, Tauentzienstr. 54. Lep. 

8. Borkenhagen, Ober-Zoll-Sekretär in Breslau XVI, Auen- 
straße 1 7 . Lep. 

9. Czaya, Fr., Kaufmann in Breslau XIII, Kaiser- Wilhelm - 
Straße 4. Lep. 

10. Czaya, Curt, Dr. jur., Referendar in Breslau XIII, Kaiser- 
Wilhelmstr. 4. Lep. 

11. Dittrich, Rudolf, Realgymnasialprofessor in Breslau IX, 
Paulstr. 34 1^- Hym. Vereinsschriftführer. 

12. Drechsler, Dr. phil., Gymnasialdirektor in Zabrze O/S. Col. 

13. Du da, Dr. med., Kreisarzt in Nimptsch. Dipt, 

14. Fauna, Entomologischer Verein in Leipzig. 



Vereinsnachrichten. XXXIII 

15. Fein, Geh. Baurat a. D. in Köln, Bremerstr. 10. Col. 

16. Förster, Superintendent und Pastor primarius in Landes- 
hut i. Schles. Lep. 

17. Gabriel, Generalmajor in Neisse. Col. 

18. Gaertner, A., Partikulier in Breslau V, Victoriastr. 16. Lep. 
IQ Gillmer, M., Dozent in Cöthen (Anhalt), Franzsir. 13. Lep. 

20. Görlich, Rentier, Groß-Lichterfelde W., Göbenstr. 16 l- Col. 

21. Goetschmann, Dr. phil., Gymnasialprofessor in Breslau II, 
Goethestr. 66 m- Lep. Stellvertretender Versitzender. 

22. Grützner, Realschul-Oberlehrer a. D., Strehlen. Lep. 
2->y. Gruhl, Dr. phil., Breslau I, Garvestr. 2a. 

24. Hanke, Königl. Eisenbahn-Sekretär a. D., Rentmeister in 
Kentschkau, Post Schmolz. Col, 

25. Hedwig, Lehrer in Breslau VI, Alsenstr. 45. Hym. 

26. Hentschel, Lehrer in Schweidnitz, Margarethenplatz 13. Lep. 

27. Herzig, Joh., Civil-Ingenieur, Stuttgart, Seestr. 68. 

28. Hirsch Wälder, Lehrer in Breslau X, Friedensburgstr. 4. Lep. 

29. Hoy, Friseur in Breslau XIII, Kaiser- Wilhelmstr. 25 a. Lep. 

30. Hoy er. Städtischer Tierarzt in Breslau, Bärenstr. 21, Col. 

31. Jan der, Kgl. Eisenbahn -Sekretär a. D, in Breslau II, 
Lohestr. 1 2 H- Lep. Kassenwart. 

32. Katter, Dr. phil., Gymnasialprofessor in Putbus. Col. 

33. Kleinert, Eisenbahn-Ober-Sekretär in Breslau III, Ber- 
linerstraße 3911- Lep. 

34. Kletke, Paul, Stadtrat a. D., Stadtältester in Breslau II, 
Bahnhof Str. 5. Col, Vorsitzender. 

35. Kletke, Erich, Apothekenbesitzer in Gleiwitz, »Mohren- 
apotheke.« Lep. 

36. Kolbe, Rektor in Liegnitz. Col. 

37. Kothe, Kgl. Seminarlehrer in Frankenstein i. vSchles. 

38. Kükenthal, Dr. phil., ord. Professor a, d, Universität 
und Direktor des zoologischen Instituts in Breslau XVI, 
Parkstr. 15, 

39. Labandowsky, Postsekretär in Oppeln, Sedanstr. 34 II- Lep. 

40. Latussek, Lehrer in Breslau IX, Martinistr. 6. Lep. 

41. Linack, Regier.-Baumeister, Liegnitz, Schubertstr. 14, Lep. 

42. Martini, Wilhelm, Kaufmann in Sömmerda. Lep, 



XXXIV Vereinsnachrichten. 

43. Marx, Dr. med., Oberstabsarzt a. D. in Neisse. Col. 

44. Meilin, Oberleutnant a. D., vereid. Landmesser und Kultur- 
Ingenieur in Hirschberg i. Schi., Bergstr. 3. Lep. 

45. Mensik, K. K. Kreisgerichtsbeamter in Chrudim (Böhmen). 
Lep. 

46. Müller, Oberförster in Tscherbeney bei Kudowa. Lep. 

47. Nagel, Paul, Rektor in Breslau II, Lohestr. 22/24. Lep. 
Bücherwart. 

48. Niepelt, Naturalist in Zirlau bei Freiburg i. .Schles. Lep. 

49. „Oberschlesien", Entomologischer Verein in Beuthen O/S, 

50. Pfitzner, Pastor in Sprottau. Lep. 

51. Pietsch, Zollinspektor in Habelschwerdt. Col. 

^2. Rehfeldt, Oberst in Wilmersdorf bei Berlin I, Prinz- 
Regentenstr. 8. Lep. 

53. Riesengebirge; Entomologische Vereinigung für das... 
in Hirschberg i. vSchles. 

54. Rinke, Ober-Zoll-Sekretär in Breslau XVI, Lehmdamm 70. 
Lep. 

55. Roesner, Sprachlehrer in Breslau VI, Friedrich- Wilhelm- 
straße 7 in. Col. 

56. Säjo, Karl, Professor in Örszentmiklos bei Gödoliö in 
Ungarn. Col. Hym. Hern. 

57. Schmeidler, Rechtsanwalt und Notar in Liegnitz. Lep. 

58. Schnabel, Rechnungsrat in Breslau XIII, Kaiser- Wilhelm- 
straße 35. Lep. 

59. Schnabl, Dr. med. in Warschau, Krakauer Vorstadt 59. Dipt. 

60. Scholz, Eduard, Lehrer in Königshütte O/S., Wilhelm- 
straße 15 II- Col. Hym. 

61. Scholz, Richard, Rektor in Liegnitz, Grünstr. 511. Col. 

62. Schumann, Ober -Zoll -Sekretär in Breslau V, Opitz- 
straße 54/56. Lep. Stellvertretender Schriftführer. 

63. vSokolowski, Lokomotivführer a. D. in Liegnitz, Neue 
Goldbergerstr. 20 H- Col. 

64. Stanke, Baumschulenbesitzer in Groß-Mochbern bei Bres- 
lau. Lep. 

65. Stephan, J., Lehrer in Seitenberg bei Landeck. Lep. 

66. Stertz, Kaufmann in Breslau XHI, Hohenzollernstr. 75. Lep. 



Vereinsnachrichten. XXXV 

67. Tischler, Theodor, Lehrer in Rodeland, Kr. Ohlau, Post 
Laskowitz, Bez. Breslau. Col. 

68. Tischler, Max, Lehrer in Schlesisch- Falken berg, Post 
Wüstewaltersdorf. Col. 

69. V. Varendorf f, Landrichter in Hirschberg i. Schles., Wil- 
hehnstr. g. Col. 

70. Vogel, Magistrats-Sekretär in Breslau IX, LIedwigstr. 31. 

71. Wocke, Felix, Dr. jur., Justizrat in Frankenstein. Lep. 

72. Wolf, Ober- Zoll-Sekretär in Breslau IX, Gertrudenstr. 18. 
Lep. 

73. Zimmer, Professor, Dr. phil., Kustos am K gl. zoologischen 
Universitäts-Museum in Breslau IX, Paulstr. 3811- 

74. Freie Standesherrliche Bibliothek in Warmbrunn. 



lanilxalt. 



Vereinsnachrichten pag. I 

Nachruf , XXII 



Gerhardt, J. Zum Sexus der Käfer pa 

I, Zu Anthonomus varians Payk 

„ Neuheiten der schlcsischeiiKolcopterenfauiia 

„ Neue Fundorte seltener schlesischer Ko- 

leopteren 

Kolbe, W. Beiträge zur schlesischen Käferfauna .... 

f, Ouedius boops Grav., picipennis Heer und 

fulvicollis Steph 

Scholz, Ed. J. R. Hymenoptera aculeata. Seltenere schlc- 

sische Vorkommnisse 

„ Nestbau des Halictus quadricinctus F. . . . 

Pfankuch, K. Typen der Gravenhorst'schen Gattungen 

Banchus, Exetastcs und Leptobatus (Hym. 

Ichneum.) (Ichneum. Europaea Bd. III, 

P- 373—436) „ 20 



-»— OljiEa-t- 



Abhandlungen. 




Zum Sexus der Käfer. 

Von J. Gerhardt — Liegnitz. 



Es lag schon längst in meiner Absicht, auch diejenigen 
Käferarten meiner Sammlung' nach ihrem Sexus zu trennen, 
deren sexuelle Unterscheidung von den jetzt meist benützten 
Fachschriften unterlassen wird. Die Resultate meiner oft nicht 
unbedeutenden Bemühungen wollte ich der Publikation vorbe- 
halten, wurde aber wiederholt zur Veröffentlichung aufgefordert, 
mit der ich, doch nur partiell, nun beginne. Anordnung und 
Nomenclatur bestimmt der Catalog von 1906. 

Interessant war mir eine Wahrnehmung an der früher als 
Varietät von Clivina fossor L. angesehenen C. coUaris Hbst. 
Ihr Mesosternum und die mit großen Porenpunkten versehenen 
Bauchsegmente sind dicht chagriniert. Die mikroskopisch 
kleinen runden Felder des Chagrins erscheinen aber stets durch 
eine mitten hindurch sich ziehende grade Linie halbiert. Bei 
C. fossor sind alle Chagrinfelder einfach, ungeteilt. — Ein Be- 
weis mehr für die Echtheit der Art. — Der Geschlechtsunterschied 
liegt in dem Chagrin der Schmalhälften der zweiteiligen Bauch- 
segmente, deren Chagrin ist beim ^ weitläufig, das Segment des- 
halb glänzend, beim 9 viel dichter, deshalb wenig glänzend. 

Die Decken des 9 von Bembidium atrocoeruleum Dft. und 
stomoides Dej. sind dicht und deutlich chagriniert, daher matt 
und nach der Spitze hin meist braunrötlich. 

Durch feinere und dichtere Chagrinierung der Decken lassen 
sich auch die 9 von Tachypus- Arten, von Bembidium punctu- 



latum Drap., bipunctatum L., Küsteri Schaum, und Andreae Fabr. 
von ihren c? unterscheiden; desgl. von Agonum livens Gyll. 

Bei Acupalpus meridionalis L. ist das letzte Bauchsegment 
stärker chagriniert als die übrigen, beim 9 ebenso stark, aber dich- 
ter. Bei Anthracus consputus Dft. sah ich diesen Unterschied nicht. 

Lionychus-, Dromius- und Demetrius-Arten haben beim 
(^ am letzten Bauchsegment in der Mitte des Hinterrandes 
eine kleine dreieckige Ausrandung, die dem 9 fehlt. Bei Dro- 
mius marginellus Fbr. scheint dieses Kennzeichen zu fehlen. 
Vielleicht fehlen mir cf cf. 

Das (^ von Odacantha melanura I.. ist kleiner als das 9 
und Glied i der Hintertarsen deutlich kürzer als 2. Beim 9 
ist dieses Glied fast oder ganz so lang als 2. 

Omalium rivulare cT '• Bauchsegment 6 flach ausgerandet, 
7 bis zu seiner Mitte aufgeschnitten, die Ränder des Schnitts 
auseinander tretend, wenn der Penis vortritt, sonst liegen sie 
parallel nebeneinander. 9^ Segment 7 nie aufgeschnitten, 
immer einfach. Dieselben Geschlechtsunterschiede in der Bil- 
dung des 6. und 7. Bauchsegments besitzen auch die übrigen 
Omalium-Arten, incl. Phlaeonomus, Xylodromus, Phyllodrepa, 
Acrolocha und Acrulia. Wenigstens ist Segment 6 des cT 
immer einfach, hat nie einen Ausschnitt, aber ist nicht gerade 
am Hinterrande immer flach ausgerandet wie OmaHum rivulare, 
sondern auch manchmal gerundet vortretend. Selbst die zahl- 
reichen Anthobium-Arten und Proteinus zählen dazu, wenn bei 
ihnen auch noch andere Organe z. B. Fühler und Flügeldecken, 
oder Farben- und Skulpturunterschiede den Sexus verraten. 
So sind z. B. die Eindrücke des Halsschildes bei Anthobium 
limbatum beim cf tief, beim 9 seicht; so hat nur das (f von 
Anthobium signatum ein ganz schwarzes Abdomen, beim 9 
dunkelt höchstens die Apikal-, nie die Basalpartie. 

Lesteva longelytra Goeze (^ : Bauchsegment 7 tief drei- 
eckig ausgeschnitten, doch meist so weit zurückgezogen, daß 
nur die seitlichen Spitzen vorragen. — 9 • letztes Bauchsegment 
ohne jede seitliche Vorragung. Bei allen meinen Lesteva-Arten 
sind ganz ähnliche Segmentsverhältnisse vorhanden, so auch bei 
Anthophagus caraboides L. und praeustus Müll. 



- 3 - 

Orochares (^ : Bauchsegment 6 kurz dreieckig und Seg- 
ment 7 lang dreieckig ausgeschnitten. 9 : Bauchsegment 6 
einfach, aber Segment 7 tief dreieckig ausgeschnitten, doch ge- 
wöhnh'ch nur die Seitenspitzen zu sehen. Zweimal soviel 9- 

Olophrum cT : Bauchsegment 6 einfach, 7 tief ausgebuchtet, 
aber nur die kräftigen Seitenteile sichtbar. 9 '■ Segment 6 und 
7 einfach. Ähnlich ist es bei Deliphrum. Bei Lathrimaeum 
treten die zurückgezogenen Seitenteile selten deutlich vor. Sonst 
wie Olophrum. 

In derselben Ordnung der Segmentsbildung rangieren die 
Gattungen Amphichroum, Acidota, Arpedium, Cylletron, Phillo- 
rinum, Microlymna, Boreaphilus, Eudectus und Coryphium. 

Trogophloeus rivularis Motsch. cf • vorletztes Glied der 
Fühlerkeule so lang als breit; beim 9 etwas quer. 

Auffallend ist zuweilen das höchst ungleiche Zahlenver- 
hältnis in den Stücken von cf und 9- Ich zählte unter 164 
Stenus tarsalis nur g cf, unter 72 St. cicindeloides 2 (^ und 
unter gi St. similis 10 cf. 

Bledius arenarius Payk. Hinterrand des 6. Bauchsegments 
nicht in der Mitte vorgezogen, 9 daselbst spitz vorgezogen 
und daneben gebuchtet. — Bl. subterraneus cT : 6 daselbst kaum 
vorgezogen, 9 wie bei der vorigen Art. 

Medon brunneus Er. (f : am leichtesten erkennbar an den 
beiden schwarzen Haarpusteln am Hinterrande des 6. Bauch- 
segments. 

Xantholinus tricolor Fbr. cf : Letztes Dorsalsegment am 
Hinterrande in der Mitte tief dreieckig eingedrückt und hinten 
abgestutzt oder ein wenig ausgerandet. 9- dasselbe Segment 
am Hinterrande abgerundet. Bei unsern einheimischen Xantho- 
linus- Arten ist beim (^ das 6. sichtbare Bauchsegment viel 
deutlicher und weitläufiger punktiert als beim 9. 

Atheta pygmaea Grav. (^ : letztes Dorsal- und Ventral- 
segment grade abgeschnitten, die Hinterränder etwas verdickt 
mit Neigung zur Crenulierung. 9: Bauchsegment 6 flach aus- 
gebuchtet, mit glattem Hinterrand. (Gb.) 



Zu Anthonomus varians Payk. 

Von J. Gerhardt. 



In der Knieholzregion der Hochsudeten herrscht die Stamm- 
form vor: schwarz, Fühler incl. Keule, Beine, Halsschild und 
Decken rot, letztere an den Seiten und meist auch an der Nat 
schwarz. Dagegen waltet in der Ebene die Form mit ein- 
farbig roten Decken — ich nenne sie rufipennis ^ vor. Ihr 
schließen sich die sehr seltenen Stücke an, die ein ganz schwarzes 
Halsschild haben, sonst aber der Stammform gleichen; Herr 
Rektor Kolbe führte sie als Aberr. suturalis ein. Ein Ural- 
stück dieser Aberr. in meiner Sammlung hat fast einfarbig rote 
Decken, seine Seiten sowie die Nat sind kaum dunkler und die 
Beine mit Ausschluß der Hinterschienen gelb. Am meisten 
weicht die bekannte Aberr. perforator Hbst. von der Stamm- 
form ab, da sie ganz schwarz ist. 

Das Pygidium tritt beim & immer vor und hat eine tiefe, 
breite Mittelfurche. Beim ? ist das Pygidium verdeckt, seine 
Mittelfurche ist viel dürftiger, seichter und kleiner. 



Neuheiten 
der schlesischen Koleopterenfauna 

aus dem Jahre 1911. 

Von J. Gerhardt. 



Gabr. = Generalmajor z. D. Gabriel — Neisse. 
G. = Gerhardt, Oberlehrer — Liegnitz. 
Rtt. = Reitter, Kaiserlicher Rat — Paskau. 
T. = Tischler, Lehrer in Rodeland, Kr. Ohlau. 



1. Cicindela litterata Salz. Von dieser für Schlesien 
wieder neuentdeckten Art sagt T. : »Dieses Tier ist im Kgl, 
Forst Niefe Kr. Namslau in großer Menge vorhanden. Jeden- 
falls im Zusammenhange mit dem Vorkommen dieses Käfers 
steht das Vorhandensein einer unserer seltensten Pflanzen, der 
Linnaea borealis, die dort in großer Menge blühend vorkommt. 
Bekannt ist dieser Fund auch erst voriges Jahr und denke ich 
in den urwaldmäßig dort wachsenden Tannenforsten noch 
manches Andere zu finden.« — Nach Letzner wurde C. litterata 
von Schilling 1831 in i Ex. bei Kamnitz unweit Wilhelmstal 
gefunden. Seitdem nicht wieder. 

Bembidium assimile var. productum Schilsky. 

2. Phloeonomus bosnicus Bernh. Beskiden Rtt. 
Stenus tarsalis Ljungh. a. obscuripes Gabr. Tarsen 

schwärzlich. 



— 6 — 

3- Deubelia picina Aube. Neisse, im Angeschwemm- 
ten (Gabr.), 

Psammoecus bipunctatus F. a. connexus Gerh. Die beiden 
schwarzen Makehi der Decken durch dunklen Schatten mit der 
Nat verbunden. 

Cor3'mbites tessellatus I.. var. nigropilosus Gabr. FUigel- 
decken anliegend schwarz behaart. 

Hypnoidus dermestoides Hbst. a. fiavipennis Gerh. Decken 
gelb, erhärtet, a. humeropictus Baiss. (G.) 

Elater nigroflavus a. concolor Gerh. Decken einfarbig gelb. 

4. Lema septentrionis Ws. 2 Stück aus dem Schwarz- 
wasserbruch bei Liegnitz. (G.) 

Plinthus Tischen a. negoianus Rtt. Glatzer Geb., Alt- 
vater. (Gabr.) 

5. Dorytomus nebulosus Gyll. Ostrawitza. (Rtt.) 
Anthonomus varians a. rufipennis Gerh. Liegnitz. 

6. Apion distansDesbr. Tritt an Stelle unsers A. scalp- 
tum Key, der zu streichen ist. — A. Hookeri a. nigricans Gerh. 
Von der schwarzen Farbe des cT aber dem längeren Rüssel 
des ? (G.). A. virens a. coeleste Rtt. und a. tristiculum Rtt. 
Liegnitz (G.). 



Neue Fundorte 
seltener schlesischer Coleopteren. 

Von J. Gerhardt. 



G. = Gerhardt. Gh. = Gabriel. Rtt. = Reitter. T. = Tischlei 



• Cicindela campestris L. mit mehr rot- als grünschim- 
mernden Decken im Kgl. Forst Rodeland. (T.) 

Miscodera arctica Payk. Rodeland unter Moos und in 
Fanggräben. Plümkenau O/Schl. (T.) 

Acupalpus exiguus Dej., zwar in Niederschlesien meist 
gemein, aber schon in Mittelschlesien bei Neisse selten. 191 1 
das erste Stück. (Gabr.) 

Hydroporus latus Steph. und elegans Strm. Rode- 
land (T.). 

Lathrobium dilutum Er. Neisse, im Angeschwemmten 
(Gabr.). 

Quedius cruentus Ol. Neisse (Gabr.). 

Conosoma pedicularium Grav. var. lividum Er. Grf. 
Gla'tz: Kunzendorf bei Neurode (Gabr.). 

Gnypeta ripicola Ksw. Grf. Glatz: Hausdorf er Wasser 
bei Neurode (Gabr.), 

Atheta languida Er. und A. fungi a. fuscicornis 
Kolbe. Neisse, im Angeschwemmten. A. luridipennis 
Mannh. Grf. Glatz: Hausdorf er Wasser (Gabr.). 

4 



— 8 — 

Cephennium Reitteri Bris. Rodeland, unter Laub; 
auch ganz rot. (T.) 

Agathidium marginatum Strm. Grf. Glatz: Neurode, 
aus Moos (Gabr.). A. sphaerula Rttr. Neisse (Gabr.). 

Helophorus confrater Ksw. und H. crenatus Rey. 
Neisse, im Angeschwemmten (Gabr.). 

Danacaea morosa Ksw. 2 Ex. Grf. Glatz: Kunzendorf 
(Gabr.). 

Laricobius Erichsoni Rosh. Neisse, in Strauchbündel 
(Gabr.). 

Meligethes lumbaris vStrm. u. bidentatus Bris. Grf. 
Glatz: Kunzendorf (Gabr.). 

Rhizophagus cribratus Gyll. Neisse: verpilzter Pappel- 
stumpf (Gabr.), 

Cryptophagus validus Kr. Neisse, in einem Keller 
1 Stck. (Gabr.). 

Elater auripes Rttr. Glatzer Geb. und Altvater. Leicht 
mit nigrinus Payk. zu verwechseln, aber größer und das Hals- 
schild mit einer Mittelfurche. (Gabr.) 

Acmaeops marginata Fbr. Rodeland, von Kiefern. 

Leptura sexguttata var. exclamationis F. i Ex. und 
L. arcuata Pz. 2 Ex. Oderwald bei Smortawe Kr. Brieg auf 
blühenden Dolden. (T.) 

Phymatodes angustus Kriechb. i Ex. Rodeland, von 
Fichte. (T.) 

Gj'^mnetron bipustulatum Rossi. Neisse i Ex. (Gabr.). 

Apion confluens Kirb}^ i Ex. Schweinsdorf (Gabr.). 
A. corniculatum Germ. Nimptsch, Neisse, Schweinsdorf 
(Gabr.). A. affine Kirby. Grf. Glatz: Kunzendorf (Gabr.). 

Apion virens a. coeleste Rtt. und a. tristiculum Rtt. 
Liegnitz, Heßberge (G.). 



Beiträge zur schlesischen Käferfauna. 

Von W. Kolbe. 



Staphylinidae. 

Ancyrophorus longipennis Fairrn. unter Steingeröll in Flußbetten. 
Grafsch, Glatz: Bett der Wölfel bei der Sperrmauer (lo/io). 

Scopaeus cognatus Rey. Liegnitz: Heßberge (10/09). 

Medon obscurella Er. in faulenden Laubhaufen. Riesengebirge: 
Ober-Petersdorf (7/10). 

Philonthus astutus Er. wie vor. Art. 

Aleuonota pallens Rey im Anspülicht. Liegnitz: Katzbach- 
ufer (8/88, 5/96). 

Atheta debilicornis Er. im Anspülicht. Liegnitz: Katzbach bei 
dem Alt-Beckerner Wehr (9/1 1). Bisher aus den Beskiden 
aufgeführt. A. subterranea Rey unter feuchtem Laub. 
Liegnitz: Wasserwald bei Kaltwasser (6/93, 6/07), Peist bei 
Panten (6/01). Fehlt in der letzten Auflage des Verzeichnisses 
der schlesischen Käfer. A. divisa Thoms. und nigricornis 
Thoms. an Wildfutterresten. Riesengebirge : Kiesewald (7 / 1 o). 

Stichoglossa corticina Er. in faulenden Buchenstöcken. Glatzer- 
gebirge: Spitzberg zu Maria Schnee (10/10). 

Pselaphidae. 

Trimium carpathicum Saulcy wie vor. Art (10/10). 
Bythinus nodicornis Aub. Liegnitz: Heßberge (10/09). 

Liodidae. 

Anisotoma humeralis ab. globosa Payk. Liegnitz: Peist bei 
Panten (7/02). A. orbicularis Hbst. Riesen gebirge : Kiese- 
wald (7/06, 7/10), Bober-Katzbachgebirge: Lahn (7/90). 



— 10 — 

Agathidium mandibulare Strm. Glatzergebirge : Grundwald 
unter der Mense (10/09). Meine Angaben im Jahresheft 
1908, 19 sind auf A. sphaerula Reitt. zu beziehen; ich fand 
letzteres bisher: Isergebirge: Kammhäuser (7/88), Walden- 
burgergebirge: Hochwald (8/95), Heßberge (10/97, 10/09). 
Bober-Katzbachgebirge: Jannowitz (5/02), Riesengebirge: 
Seidorf (5/04), Kiesewald (7/10) und oberer Schneegruben- 
weg (7/10). A. marginatum Strm. Die (^ (^ mit Hörnchen 
auf der linken Mandibel sind selten; ich sammelte solche in 
2 Stück aus dem Anspülicht der Katzbach bei Liegnitz 
(9/99, 9/10). 

Leptinidae. 

Leptinus testaceus Müll, in einer hohlen Weißbuche. Glatzer- 
gebirge: Grunwalden an der Mense (10/09). 

Trichopterygidae. 

Ptenidium turgidum Thoms. in faulenden Fichtenstöcken. Lieg- 
nitz: Heßberg (10/09) ziemHch zahlreich. 

Ptinella testacea Heer in modernden Eichenstöcken. Lieg- 
nitz: Oderwald bei Maltsch (5/. 8/09, 7/10). Fehlt in der 
in. Auflage des Verzeichnisses der schlesischen Käfer. 

Trichoptervx Chevrolati Allib. in faulenden Baumstöcken einmal 
zahlreich. Liegnitz: Heßberge (6/09). T. brevipennis v. 
Waterhousi Matth. unter faulendem Kartoffelkraut. 
Liegnitz: Rehberg bei Fanten (4/06). 

Hydrophilidae. 

Anacaena bipustulata Marsh, ist auch schlesisch. Ich 

sammelte bisher je i Stück aus Anspülicht der Katzbach. 

Liegnitz: Wehr bei Alt-Beck ern (9/10, 6/12). 
Philydrus fuscipennis Thoms. (neu für Schlesien!) fand 

sich in i Stück aus der Liegnitzer Gegend in meiner 

Sammlung. 

Cantharidae. 
Cantharis fulvicollis ab. maculata Schilsky. Liegnitz: Feist 

bei Fanten (6/89, 6/95), Oderwald bei Maltsch (6/08). 
Rhagonycha translucida Kr}^!. Liegnitz: Heßberge (7/03). 



1 



— 11 — 

Malt h ödes debilis Kiesw. (neu füi" Schlesien!). Liegnitz: 
Oderwald bei Maltsch (6/08). 

Dasytes aerosus Kiesw. ab. variicornis Schilsky zog ich 
mit der Stammform zahlreich aus trockenen Eichenästen, die 
ich bei der Oberförsterei Panten, Kr. Liegnitz, gesammelt 
hatte. Die ^f cT erscheinen einigte Tage vor den 9 9 • 

Danacaea morosa Kiesw. auch im Glatzergebirge (7/85). 

Cleridae. 

Necrobia ruficollis Fbr. ab. Knochei m. Auch die Spitze der 
Flügeldecken ist ausgedehnt rot, so daß nur eine breite blaue 
Mittelbinde verbleibt. Ich erhielt i Stück dieser auffallenden 
Abart mit zahlreichen Exemplaren der Stammform von 
Herrn Knoche in Antwerpen. 

Byturidae. 

Byturus fumatus ab. bicolor Reitt. bei Liegnitz nicht selten. 

Nitidulidae. 

Epuraea neglecta ab. convergens Reitt. mit der Stammform 
zahlreich an einem Eichenschwamme. Liegnitz: Peist bei 
Panten (8/05). E. thoracica Tourn. Beskiden : Weißes Kreuz 
(7/07), Altvatergebirge: Roter Berg (7/08). Dafür E. Deu- 
beli Gangib. für diese Orte zu streichen (Jahresh. 1908, 1909). 
Ebenso letztere für das Riesengebirge (Jahresh. 191 1). 

Meligethes atramentarius ab. Kirschi Reitt. Liegnitz: 
Wasserwald bei Kaltwasser (5/92). 

Chrysomelidae. 

Zu der Verwandlung der Luperus-Arten, über die bisher sichere 
Angaben fehlten, machte mir Herr Dr. Urban — Schönebeck 
a. E. freundlichst folgende Mitteilungen : Die Luperus-Larven 
leben ganz ähnlich wie die von Phyllobrotica in der Erde 
und überwintern auch dort. Die Puppen fanden sich Ende 
April vor. Die Käfer erschienen im Mai. 

Curculionidae. 

Gymnetron pascuorum ab. bicolor Gyll. Liegnitz: Peist wiesen 
bei Panten (8/00). 



Quedius boops Grav., picipennis Heer 
und fulvicollis Steph. ii 



Von W. Kolbc. 



Genannte 3 Quediusarten sind auch in unserem schlesischen 
Faunengebiete heimisch. Sie gehören zum Subgenus Rasphirus 
Steph., dessen Vertreter durch sehr große, fast die ganzen Kopf- 
seiten einnehmende Augen und kurze Schläfen ausgezeichnet 
sind. Einander sehr nahe stehend, sind die 3 Arten nur bei 
sorgfältiger Vergleichung sicher auseinander zu halten. 

Am leichtesten noch ist Qu. boops Grav. zu unterscheiden; 
er ist von geringerer Größe (4 — 5 mm), hat einen querrund- 
lichen Kopf und eine weitläufigere Punktierung des Abdomens; 
die 6. Ventralplatte des cf besitzt vor der winkligen Ausran- 
dung des Hinterrandes keinen Eindruck. Neben den Exem- 
plaren mit der dunklen Normalfärbung, bei welchen höchstens 
die Flügeldecken gebräunt sind, kommen auch solche mit deut- 
lich gerötetem Halsschild und Decken oder nur gerötetem Hals- 
schild vor; ich bezeichne diese als ab. coloratus m. Die 
ebenso gefärbte ab. brevipennis Fairm, ist durch breiteren 
Kopf und kürzere Flügeldecken charakterisiert. Die Art ist 
von der Ebene bis in die mittleren Gebirgslagen verbreitet, 
tritt aber vorherrschend in der Ebene auf. 

Qu. picipennis Heer ist wesentlich größer als der vorige 
(ö — ö'5 nini), besitzt einen kurzovalen, höchstens gerundeten 



— 13 — 

Kopf und ein dichter punktiertes Abdomen ; die 6. Ventralplatte 
des cf hat vor der winkligen Ausrandung des Hinterrandes 
einen dreieckigen, geglätteten Eindruck. Für die Exemplare 
mit helleren Decken und gerötetem Elalsschild erscheint die 
ältere Bezeichnung ab. rufipennis .Steph. angebracht. Die 
Art ist von der Ebene bis auf die Gebirgskämme verbreitet, 
aber etwas weniger häufig als boops. 

Qu. fulvicollis Steph. steht zwischen den anderen beiden 
Arten; er entspricht in der Kopfbildung dem boops und in der 
größeren Gestalt und dichteren Punktierung des Abdomens dem 
pilipennis. In meiner Sammlung steckte er bei picipennis; ein 
gleiches dürfte auch in mancher anderen Sammlung der Fall 
sein. Es gelang mir seine Abzweigung, als ich die Kopfbildung 
der Tiere genauer verglich. Der Kopf von fulvicollis ist zu- 
sammen mit den Augen stets querrundlich, die steil abfallenden 
Schläfen bilden mit der abgeschnürten Halspartie einen mar- 
kanten Winkel. Wohl ist dieser Schläfenwinkel auch bei pici- 
pennis-Stücken mit stärker gerundetem Kopfe recht deutlich, 
aber er bleibt doch immer noch erheblich stumpfer als bei fulvi- 
collis. Die Bildung von Kopf und Schläfenwinkel leitet 
bei der Unterscheidung der beiden Arten am sicher- 
sten. Nach gleichem Gesichtspunkte fand ich auch ein umfäng- 
liches Material der beiden Arten aus der coli. Eppelsheim des 
Wiener Hofmuseums gesondert. 

Die Größe von fulvicollis (5 — 6 mm) überschreitet die von 
picipennis nur unwesentlich. Die Punktierung des Schildchens 
ist etwas spärlicher und die des Abdomens ist im allgemeinen 
kräftiger und weitläufiger. Die 6. Ventralplatte besitzt den- 
selben Eindruck vor der winkligen Ausrandung wie die vorige 
Art. Die sonst noch von Autoren angegebenen Unterschiede 
sind wenig oder gar nicht verwendbar. In der Färbung neigt 
fulvicollis augenscheinlich mehr als die anderen 2 Arten zu einer 
Rötung des Halsschildes hin; doch tönt auch bei ihm hier die 
Farbe bis zum reinen Schwarz ab. Exemplare von letzterer 
Färbung bezeichnete ich als ab. nigricollis m. (Jahresheft 
1909, 20); sie sind bei uns fast zahlreicher als die der Normal- 
färbung. 



— 14 — 

Qu. fulvicollis kommt bei uns wohl ausschließlich in den 
oberen Gebirgsteilen vor. Meine Sammelstücke stammen aus 
dem Altvater-, Glatzer-Schnee- und Riesengebirge. Ein Exem- 
plar mit stärker gerundetem Kopfe aus dem verlorenen Wasser, 
Kr. Liegnitz, das ich in dem Jahreshefte igii, 8 für fulvicollis 
ansprach, habe ich schließlich zu picipennis gezogen. Unter 
den Eppelsheim'schen Stücken, die mir noch durch die Freund- 
lichkeit Ludwig Ganglbauers zugänglich gemacht worden sind, 
fanden sich Proben aus Spindelmühle und von der Wiesenbaude 
(Dr. SkaHtzky), sowie aus der Grafschaft Glatz (v. Bode- 
meyer) vor. 



Hymenoptera aculeata. 
Seltenere schlesische Vorkommnisse. 

Ed. J. R. Scholz — Königshütte, 



1. Prosopis cervicornis Costa i 9 Krehlaii. Achillea 27. 7. 11. 

2. „ bisinuata Forst, i 9 cito. dto, 

3. Colletes marginatus Sm. i 9 Krehlau. 7. og. 

4. Halictus semipunctulatus Schck. O. Schi. 

5. „ smeathmanellus Sm. i cf Krehlau. 

6. „ nitidus Pz. i 9 » 

7. „ brevicornis Schck. i (^ „ 

8. „ tetrazonius Klg. Tarnowitz. 
g. Anthrena similis Sm. i 9 Krehlau. 

10. „ lapponica Zett. Petrowitz, Idaweiche Anf. VI. 

Vaccinium. 

11. „ afzeliella K. i i 9 Tarnowitz, i cf Krehlau. 

12. „ flessae Pz. i 9 Zülz. 

13. „ carbonaria F. gesellig an Chausseegräben. 9 u. 

cf an Armeria. Krehlau VII. 

14. „ chrysop3^ga Schenck ? u. cf zahlreich an Thymus. 

Krehlau VII. 

15. „ fucata Sm. i $ VII. ig 10 Heidelgeb. 

16. Dasypoda argentata Pz. i cf Krehlau (ausgegraben). 

17. Melitta leporina Sm. Krehlau. 

18. Systropha curvicornis 111. Krehlau. 

ig. Xylocopa violacea Ltr. i $ Beuthen O.-S. 

?o. Anthophora borealis Mor. i 9 Krehlau an Echium. 



- 16 ~ 

2 1. Anthophora bimaculata Pz. 190g und ig 11 sehr häufig: 
K rehlau. 

22. „ pubescens F. Krehlau nicht selten. 

23. Melecta armata Pz. Krehlau. VI. Anchusa. 

24. Crocisa major Mor. i 2 Krehlau 19. 7. 11. Thymu.s. 

Neu für Deutschland nach Alfken. 

25. Nomada Roberjeotiana Pz. M. — E. VII. igii. 9 und cf 

in Menge an Thymus mit Antlir. chrysopyga. 

26. „ Goodeniana K. i 9 Jamnatal. 

27. „ sexfasciata Pz. i 9 Heidelgeb. 

28. Osmia nigriventris Zett. Monströses 9 von Tarnowitz hat 

zwischen den Fühlern ein wagrecht abstehendes 
Hörnchen. 

29. „ villosa Schck. i 9 Heidelg. 21. 6. 10. Lotus corni- 

culatus. 

30. „ fulviventris Ltr. Ratibor, im Heidelgeb. VII. ig 10 

gemein, Cirsium. 

31. „ papaveris Spin, i 9 Zülz 6. 7. 11. Cirsium. 

32. „ parvula Duf. et. Per. Panewnik, in Anzahl in Rubus- 

Stengeln nistend. 

33. Megachile apicalis Spin. Krehlau i 9 VII. og. 

34. „ ligniseca Grav. i d' Heidelg. VII. 10. 

35. „ rotundata F. i cf Krehlau VII. og. 

36. „ versicolor Sm. i cT Lauban. 

37. Stclis aterrima Pz. i 9 Krehlau. Echium. 

38. „ breviuscula Nyl. i 9 i cf Krehlau 7. 11. i cT VII. 10. 

Heidelgeb. 
3g. „ phaeoptera K. VI u. VII. ig 10 Heidelgeb. sehr häufig. 

40. „ minuta Lep. 2 d Heidelg. dto. 

41. Coelioxys mandibularis Nyl. i 9 Krehlau VII. og. 

42. „ acuminata Nyl. i 9 „ 25. 7. 11. 

43. „ afra Lep. i 9 „ 20. 7. 11. 

44. „ quadridentata Sm. Heidelg., Krehlau, Tarnowitz. 

45. Bombus pratorum L. var. Burellanus K. cf zahlreich Heidel- 

und Schneegeb. 

46. „ soroensis F. R. soroensis F. v. rarus Friese und 

Wagner. 2 $ Heidelgeb. 



— 17 — 

47- Bombus soroensis R. proteus Gst. v. perplexus Rad. 3 9 
Heidelgeb. 

48. „ pratorum L, R. jonellus K. häufig Petrovvitz, Alt- 
Hammer, Jamnatal, Tarnowitz. Ein 9 zugleich mit 
der Stammform an Dentaria glandulosa (sgd.) ge- 
fangen. IV. igii. 

4g. „ lapidarius L. v. albicans Schmk. Erlitztal. 

50. „ silvarum L. R. equestris F. 6 9 von Ratibor. VII. 

19 10. I 9 von Zülz an Cytisus capitatus 6. 7. ig 11. 
I 9 Krehlau, i 9 Gleiwitz. 

51. „ subterraneus L. R. distinguendus Mor. i 9 Görlitz, 

I d Tarnowitz, i 9 Seefelder (an Pferdekot ge- 
fangen). 

52. „ hortorum L. V. nigricans Smkn. Ratibor VII. ig 10. 

53. „ hypnorum L. v. Hofferi Verli. 9 9 u. d'd VI. u. 

VII. ig 10. Heidelgeb. 

54. „ terrestris L. v. cryptarum F. Heidelgeb., Oberschi, 

mehrfach. 

55. „ terrestris L. v. audax Harr, i 9 Krehlau. 

56. Bembex rostrata F. i 9 Laband. (Das i. oberschl. Stck. 

aus der Sammlung des Herrn Rechnungsrats Klose 
zu Gleiwitz.) 



Nestbau des Halictus quadricinctus F, 

Ed. J. R. Scholz — Königshütte O./S. 



Im vergangenen Sommer 191 1 hatte ich Gelegenheit, eine 
Anzahl Nester unserer größten Schmalbiene, Halictus quadri- 
cinctus F., zu untersuchen. Da diese Biene an und für sich nicht 
häufig ist, genaue Angaben über ihren Nestbau, von solchen 
ganz allgemeinen Inhalts über Halictus abgesehen, mir bisher 
nicht bekannt wurden, so will ich den Nestbefund hier mitteilen. 

Die viergürtelige Schmalbiene nistet bei Zülz im Kr, Neu- 
stadt O.-S. in Lehm- und Sandgruben. An der Nordwestwand 
einer solchen fanden sich vier Nester dicht nebeneinander. Die 
Biene hatte sich zunächst ein etwa 1,5 cm weites, etwas ge- 
bogen und stets nach unten abfallendes Rohr gegraben, das 
bis 6 cm lang sein kann und dieses dann zu dem hohlkugel- 
artigen Brutraum stark erweitert. Seine Größenverhältnisse 
schwanken, der Höhendurchmesser von 7 — 4,5 cm, der Ouer- 
durchmesser von 6 — 4,5 cm. Die Wände sind wie die Röhren 
sauber und glatt. 

In dem zunächst massiven Kern, der durch eine Anzahl 
schwacher Säulchen mit der Innenwand der Hohlkugel ver- 
bunden bleibt, bohrt die kunstfertige Biene nach und nach eine 
Anzahl (7 — 11) walzenförmiger, bis 23 mm langer Zellen ein. 
(Vgl. hierzu die auf falscher Anschauung beruhende Mitteilung 
bei Lozinski, Zt. f. wiss. Insektenbiologie Bd. VII H. 10 pg. 319.) 
Ihre abgerundeten Enden läßt die solchermaßen entstandene 
Lehmwabe deutlich erkennen. Die Zellen selbst sind nicht 
alle ganz wagrecht orientiert. Die ebenmäßig glatten Innen- 
wände sind mit einer, manchmal gelbhchen, leimartigen Sub- 



— 19 — 

stanz imprägniert. Alle untersuchten Nester hatten unter der 
Wabe einen mehr oder weniger senkrechten, bis 12 cm langen 
Blindgang, in dem sich regelmäßig die Bienenmutter vorfand. 

Am 5. 7. fanden sich ausgewachsene Larven wie auch 
schon Puppen vor, deren Augen deutliche Pigmentbildung, 
das erste Zeichen der beginnenden Verwandlung, zeigten. Die 
Stamm-Mutter dürfte also mindestens die ersten der ausschlüp- 
fenden Jungbienen, die bei mir bis Ende Juli sämtlich geschlüpft 
waren, überleben. Die Jungbienen aber verhelfen vielleicht 
noch einer 2. Generation, eine gerade bei Anthrena und Ha- 
lictus nicht seltene Erscheinung, zum Dasein. 

Im Wabenraume eines der untersuchten Halictus-Nester 
entdeckte ich zu meiner Überraschung ein Weibchen der Grab- 
wespenbiene Sphecodes similis Wesm. An einen Irrtum meiner- 
seits ist schon deswegen nicht zu denken, weil ich zufällig 
einen naturkundigen Begleiter (Seminarlehrer Buchs, Zülz) als 
Zeugen habe. Wir hatten beide nur den einen, etwa 1,5 cm 
im Durchmesser mächtigen Eingang bemerkt. Der Eindring- 
ling war an seinen zerfetzten Flügeln als ein älteres Tier 
kenntlich und sein Aufenthalt im Halictus-Nest (bei Gegenwart 
der Bienenmutter) ist sicherlich kein zufälliger. Es wäre auch 
absurd in diesem Falle anzunehmen, daß ein nur etwa 6 mm 
großes Sphecodes-? sich in das vergleichsweise riesige Schmal- 
bienen-Nest bloß verirrt haben sollte. Zudem waren, wie schon 
oben erwähnt wurde, wohl noch Nester derselben Art, aber 
solche anderer Arten ganz gewiß nicht in der Nähe. 

Eine zufällig beschädigte Zelle barg vier grünliche Haut- 
flügler-Larven, deren Zucht leider nicht gelang. 

Von Sphecodes subquadratus Wesm. erzählt Smith (vgl, 
Schenck: Die Bienen Nassaus, pg. 117), daß er eigene Nester 
baue und es ist wohl an dieser Tatsache bei diesem vortreff- 
lichen Beobachter nicht zu zweifeln. Hingegen kann nach dem 
oben soeben mitgeteilten Sphecodes similis Wesm. kaum noch 
zu den Sammelbienen g^erechnet werden. Das nähere Verhältnis 
aber zu seinem mutmaßlichen Wirte, Halictus quadricinctus F., 
bedarf noch notwendig der Klärung. 



Die Typen der Gravenhorst'schen Gattungen 
Banclius, Exetastes und Leptobatus (Hym. Ichneum.) 

(Ichneum. Europaea Bd. III, p. 373—436). 
Von K. Pfankuch — Bremen. 



Durch Vermittlung meines verehrten Freundes Herrn Prof. 
Dr. Dittrich in Breslau wurde es mir möglich gemacht, wieder- 
um eine Anzahl Typen aus der Gravenhorst'schen Ichneumo- 
niden-Sammlung vom Universitäts-Museum zur Durchsicht zu 
erlangen. Der Museumsleitung sowie Herrn Prof. Dittrich 
spreche ich hierfür meinen herzlichsten Dank aus. 

Bei meinen Angaben zu den Typen obenerwähnter Gat- 
tungen habe ich mich hauptsächlich an Prof. Schmiedeknecht's 
verdienstvolles Werk, seine Opuscula Ichneumonologica, ge- 
halten. Es ist das beste und umfangreichste Werk, das wir 
aus der neueren Zeit besitzen, und verweise ich hiermit auf 
dessen ausführliche Beschreibungen. Die Tribus der Banchini 
steht im 4. Bande auf den Seiten 1875 — 1936. Auch Cl. 
Morley (British Ichneumons, vol. 3, Pimplinae, p. 281 — 306), 
Brischke, Holmgren und C. G. Thomson sind berücksichtigt 
worden. 

Schmiedeknecht stellt die Banchini-Gruppe zu den Ophio- 
ninae, doch erwähnt er dabei, daß dieselbe Übergänge zu anderen 
SubfamiHen zeigt, so besonders zu den Pimplinae. Dem stimme 
ich zu, und Morley hat wohl infolge der mannigfachen Über- 
einstimmungen mit letzteren diese Tribus (unter dem Namen 



— 21 — 

Banchides) dazii gestellt. Nach meiner Meinuivg- passen die 
Banchini ganz gut dahin. Selbst Gravenhorst hat einen Beweis 
der großen Ähnlichkeit mit den Pimphnae insofern gegeben, 
als er die Art Meniscus murinus unter verschiedenen Namen 
dreimal dabei aufführt (Nr, 7, 8 und 27). 

Weiter hat Gravenhorst sich darin versehen, daß er bei 
der Gattung Banchus die Geschlechter verwechselte, indem er 
die Analklappen der Männchen für den Bohrer ansah. Ratze- 
burg macht bereits 1844 in dem i. Bande seiner »Ichneum. d. 
Forstinsekten" darauf aufmerksam. Betreffs der Gattung Cida- 
phurus Forst, und der Untergattung Corynephanus Wesm. 
siehe Schmiedeknecht's Bemerkungen auf Seite 1923 und 1932. 

Die Gravenhorst'schen Typen, die den Banchini angehören, 
verteilen sich auf die Gattungen Banchus, Exetastes, 
Xenoschesis undLeptobatus. Sie mögen (nach Schmiede- 
knecht) auf folgende Weise unterschieden sein: 

1. Diskokubitalnerv winklig gebrochen, mit mehr oder minder 
deutlichem Nervenast (ramellus) 2 

— Diskokubitalnerv nicht winklig gebrochen , ohne Ner- 
venast 3. 

2. Fühler gegen die Spitze hin kaum verdünnt. Bohrer so 
lang oder länger als der Hinterleib. 

Leptobatus Grav, 

— Fühler gegen die Spitze hin verdünnt. Bohrer weit 
kürzer als der Hinterleib. Exetastes Grav. 

3. Mittelrücken mit ganz schwachen Furchen. Fühlerschaft 
außen bis fast zur Basis ausgeschnitten. Schildchen oft 
in einen Dorn endigend. Mittelsegment an der Spitze 
gerunzelt. Nervellus weit vor der Mitte gebrochen. 

Banchus F. 

— Mittelrücken mit deutlichen Furchen. Fühlerschaft außen 
nicht ausgeschnitten. Schildchen ohne Dorn. Mittel- 
segment an der Spitze mit glänzendem Raum. Nervellus 
in der Mitte gebrochen. Xenoschesis Forst. 

Ich führe die Arten in der Gravenhorst'schen Reihen- 
folge auf. 



— 22 — 

i) Banclius tomentosus Grav. = Exetastes tomentosus Grav. 

Es sind 2 9 9 vorhanden. 

Diese Art sieht beim ersten Anblick genau wie Banchus 
compressus F. aus, ist indes nicht so robust. Wegen des 
gebrochenen Diskokubitahierven nebst Ast gehört die Art zu 
Exetastes. Auffallend ist zunächst die dichte Behaarung des 
Kopfes, des Vorderleibes und der Hüften; die Haare sind lang 
und hellbraun. Holmgren ist durch dieses Merkmal veranlaßt 
worden, diese Art (allerdings mit einem Fragezeichen) zu Are - 
netra zu stellen; Brischke zieht sie ebenfalls dazu. Sodann 
sind auffallend die sehr langen, ungekämmten Fußklauen, die 
den ganz kleinen Pulvillus um ein Vielfaches überragen. 

Inbezug auf die Färbung dürfte diese Art unter den übri- 
gen Exetastes -Arten einzig dastehen, indem bei ihr alle Seg- 
mente breit gelb gerandet sind. Der Bohrer ist von reichlich 
halber Hinterleibslänge. 

Kopf sehr quer, von vorn gesehen dreieckig, ganz schwarz 
und matt, Wangen lang, gleich der Breite der Kiefern an der 
Basis, Stirn vertieft, runzlig grobpunktiert, Kopf hinter den 
Augen stark verschmälert; Fühler langgestreckt, so lang wie 
der Körper, schwarz, in der unteren Hälfte die einzelnen Glie- 
der an der vSpitze rot, die Geißel an der .Spitze unterseits fein 
sägeförmig; Mittelrücken glänzend, dicht mit groben Punkten 
bedeckt, Mittelbrustseiten vorn ebenso, hinten etwas gerunzelt, 
ohne glänzendes Spekulum; Beine recht schlank; Nervulus 
hinter der Gabel. 

Schwarz. Gelb gefärbt sind: die Hakenflecke am Mittel- 
rücken, der Callus, der Rand der Flügelschüppchen und bei dem 
einen 9 auch ein kleiner Fleck auf dem Schildchen; dann alle 
Hinterleibssegmente an der Spitze. Rotgelb sind: die .Spitzen 
aller Schenkel, die Schienen (die hinteren an der Spitze ge- 
schwärzt) und alle Tarsen, die Hintertarsenglieder an den Spitzen 
gebräunt. 

Länge: 9 — 10 mm. 

Nach Gravenhorst ist ein 9 bei Berlin gefangen. Merk- 
würdig ist, daß diese Art in Deutschland noch nicht wieder 
gefunden ist. 



— ^3 — 

2) Bauchus compressus F. 

"Es sind 3 9 9 und i & in der Sammlung. Die Farbe der 
Binden ist hellgelb. Bei dem & geht die Färbung derselben 
vom 4. Segment an in ein Braunrot über; das Mittelsegment 
ist un gefleckt. 

Var, I und Var. 2 fehlen. 

3) Bauchus pictus F. 

1 9 ^"if^ 3 cfcf sind vorhanden. Das Gelb des Scheitels 
geht bisweilen in ein Rotgelb über. 

Var. i: fehlt. 

4) Bauebus falcatorius F. 

Es ist eine Anzahl von (^ (^ und 9 9 vorhanden. 
Var. i: fehlt. 

5) Bauchus monileatus Gray. 

2 ? 9 und I (^ sind da. Die Vorderschienen sind beim (^ 
(auf Grav.'s Etikette als 9 bezeichnet) röthchgelb, nicht aus- 
gedehnt blaßgelb, wie Schmiedeknecht schreibt; die Vorder- 
und Mittelhüften vorn mit großem gelben Flecke; Segment 
I — 3 sind schmutzig-rotgelb gerandet, die übrigen Segmente 
verschwommen kastanienbraun gefärbt. 

6) Exetastes aethiops Grav. = Xeuoschesis aethiops Grav. 

= Xenoschesis nigripes Schmiedekn. 

Es finden sich i 9 u^^d - <S d' ^'^^^ 

Diese Art steht, wie schon Morley gefunden hat, H. fulvi- 
pes sehr nahe. Sie unterscheidet sich von dieser Art durch 
die Skulptur des Mittelsegments und die Beinfärbung, Das 
Mittelsegment bei H. aethiops ist ohne Zweifel glatter und 
vorn auch feiner gerunzelt. Dieses gibt Schmiedeknecht auch 
bei seiner neuen Art H. nigripes an. Ferner schreibt er: »Die 
area posteromedia ist nur an den Seiten unten durch eine 
schwache Leiste begrenzt, die genäherten Längskiele vorn in 
der Mitte des Metathorax sind kaum angedeutet.« Auch das 
paßt auf die Typen. 

Bei dem typischen 9 ist die Beinfärbung heller als Schmiede- 
knecht angibt. Hier sind die vorderen und mittleren Schenkel, 
Schienen und Tarsen ganz gelbrot, die Hinterschenkel bravuirot. 

ä 



-^ ^4 — 

Bei den (^ ^ entspricht die Färbung der Beine den Sclirmede- 
knecht'schen Angaben. Ich ziehe nigripes zu aethiops. 

Beim 9 hat das Kopfschild einen rötlichen Endrand, bei 
den (^ (^ ist es gelbrot und hat in der Mitte über sich einen 
gleichgefärbten Fleck. 

Var. I : fehlt. 

7) Exetastes brunnipes Grav. = Meniscus murious 

Grav. var. 

Ein merkwürdig dunkles Weibchen von M. murin us! 
Mir ist eine solche Ausdehnung von Schwarz bei dieser Art 
noch nicht vorgekommen. Hinterleib und Hintertarsen sind 
vollkommen schwarz; der an der Basis der Hinterschienen 
charakteristische helle Ring ist hier sehr reduziert. Ich habe 
bereits früher nachgewiesen, daß Gravenhorst eine dunkle Art 
des Meniscus murinus auch zu den Tryphoniden gestellt 
hat unter dem Namen Tryphon murinus (c?). 

8) Exetastes latus Grav. 
Die Type ist nicht vorhanden. Schmiedeknecht vermutet 
in dieser Art eine dunkle Varietät von Meniscus murinus 
Grav. Nach meiner Ansicht kann dieselbe nichts anderes sein. 

9) Exetastes fulvipes Grav. = Xenoschesis fulvipes Grav. 

Ich finde 4 9 9 "^"or. Die Färbung der Fühler wie die der 
Flügelschüppchen und der Oberkiefer variiert. 

10) Exetastes fornicator F. 

2 cf cf und eine Anzahl ? ? sind vorhanden. Alle Schenkel 
und Schienen sind gelbrot, die Hinterschienen an der Spitze 
gebräunt; die Hintertarsenglieder bräunlich, an den Spitzen 
heller. Bei dem einen c? ^^^^ bei einigen 9 9 ist das 2. Seg- 
ment verschwommen rötlich. 

Var. i; fehlt; sicher dieselbe Art. 

I o b) Exetastes calobatus Grav. 

2 9 9 vorhanden ; aus Oberitalien stammend. Schmiede 
knecht und Morley haben die Art richtig beschrieben. Auf- 
fallend ist die Färbung der Hinterbeine: Hüften und Schenkel 
rot, ihre Spitzen schwarzbraun; alles andere schwarz. 



I 



— 25 — 

ii) Exetastes clavator Grav. 9 = Exetastes 
ciiictipes Retz. (9) 

Mehrere 9 9- I^ie Art E. cinctipes ist leicht kenntlich 
an den recht schlanken, weißgeringelten Fühlern und an den 
Hintertarsen, bei denen Glied i und 5 rot, 2 — 4 gelb gefärbt sind. 

Morley erwähnt in seinem eingangs angeführten Werke, 
daß diese Art in England die häufigste sei. Er macht inter- 
essante und ausführliche Angaben über die Entwicklung, die 
Lebensweise und das Vorkommen dieses Tieres. 

12) Exetastes tristis Grav. = Exetastes guttatorius 

Yar. tristis Grav. 

Ein 9- Gehört zur Gattung Exetastes, nicht zu Xeno- 
schesis. Ich vermag das 9 ^^ der Skulptur von E. gutta- 
torius nicht zu unterscheiden. Die einzige Abweichung besteht 
in der Färbung des Hinterleibes und der Beine. Segment 2 
und 3 sind kastanienbraun gefärbt, Segment i und Segmente 
4 — 7 ziemHch breit rot gerandet. Alle Schenkel sind dunkel, 
die vorderen braun mit gelbroter Spitze, die hinteren schwarz. 
Ich kann das Tier nur als eine dunkle Varietät von E. gutta- 
torius ansehen. Aus Oberitalien. 

13) Exetastes ichnenmoiiiformis Grav. 

2 9 9 sind vorhanden. Diese große Art ist leicht zu erkennen. 

14) Exetastes guttatorius Grav. 

Es sind mehrere cf cT und 9 9 vorhanden. Bei den meisten 
weiblichen Exemplaren ist der Hintertarsenring schwach aus- 
gebildet. Ich selbst besitze 9 9 dieser häufig vorkommenden 
Art, die vollkommen schwarze Hintertarsen haben ; die cf cT 
zeigen dagegen den Ring recht deutlich. 

Var. i: fehlt leider. Thomson hat auf diese Variation seine 
Art E. guttif er gegründet. Ich muß mit Schmiedeknecht ge- 
stehen, daß es mir bislang nicht gelungen ist, diese Art von 
E. guttatorius zu unterscheiden. 

15) Exetastes osculatorius F. (J' = Exetastes ciuetipes 

Retz. ((f). 

3 dd. Wegen der vom 9 stark abweichenden Färbung hat 
Gravenhorst das cf als eigene Art beschrieben. Ich kätschere 



— 26 — 

die Art E. cinctipes hier bei Bremen jedes Jahr im Grase, 
vornehmlich die Weibchen. 

Var. i: fehlt. Sicher die Stammart, nur mit schwarzem 
Schildchen. 

16) Exetastes bilineatus Grav. 

1 cf aus Oberitalien. Der gelbe Fühlerring ist hier nur 
schwach ausgeprägt, indem die Fühlergliedcr 13 — 18 nur auf 
der Oberseite schmal weißlich sind. Es wird dieses dasjenige 
cf sein, von dem Gravenhorst sagt: »Labro, coxis et trochan- 
teribus totis nigris, semiannulo albo antennarum obsoleto, puncto 
scutellari albo, segmento i fere toto nigro.« Das andere d fehlt. 

Der ganze Kopf ist schwarz, hinter den Augen verschmä- 
lert ; der Ramellus ist lang, die große Areola sitzend, der rückl. 
Nerv aus der Mitte austretend. Gelb gefärbt sind: der Hals- 
rand, 2 Flecke am Vorderrücken, der Callus, die Flügelschüpp- 
chen, ein Strich unterhalb derselben und ein Pleck auf der 
Mitte des Schildchens. Gelbrot sind: die vorderen Schenkel, 
Schienen und Tarsen, die Hinterschenkel bis auf die schwarze 
Spitze und die Hinterschienen bis über die Hälfte herab; ferner 
Segment i hinten, Segment 2 — 5 und Segment 6 am Hinter- 
rande. Weiß sind die Hintertarsenglieder 2 und 3 und die 
Hintersporne. Alles andere ist schwarz. 

Das 2 dazu ist mir unbekannt. 

17) Exetastes nigripes Grav. 

2 &d und I 9 sind in der Sammlung. Diese Art ist kennt- 
lich an dem schwarzen Schildchen und an den ganz schwarzen 
Hinterbeinen. Folgendes sei zu Schmiedeknecht's Beschreibung 
hinzugefügt: Gesicht fast, Kopfschild ganz matt; Fühler beim 9 
von ^Ji Körperlänge, beim cf nahezu so lang als der Körper; 
die glänzenden Flecke hinter den Fühlern fehlen. IMittelrücken 
fein punktiert, Mittelbrustseiten gröber, alle mit Glanz; das 
Mittelsegment nach hinten stärker gerunzelt, glänzend; Quer- 
leiste vorhanden, von deren Mitte nach vorn 2 mehr oder 
weniger lange, kräftige, parallel laufende Leisten ausgehend; 
die Skulptur beim 9 gröber als beim &. Das i. Segment nicht 
kurz, nach hinten allmählich verbreitert. Bohrer fast so lang 
als das 1. Segment, 



— 27 — 

Schwarz. Beim 9 sind gelbrot: Segment i — 4 (Seg- 
ment I an der Basis wenig schwarz) und die vorderen Knie; 
braunrot sind die vorderen Schienen und Tarsen; die Hinter- 
schenkel sind dunkel, verschwommen rötlich. Beim cf sind 
gelbrot: Segment i — 5 (Segment i an der Basis schwarz), 
die Vorderseite der vordersten Schenkel und ihre Schienen, die 
Spitze der Mittelschenkel und die Vorderseite der Mittelschienen ; 
ihre Rückseite nebst den 4 Vordertarsen braunrot. Sonst 
alles schwarz. 

Bei dem einen & ist das Kopfschild größtenteils rostrot; 
bei dem anderen hat es eine rostrote Ouerbinde und über den 
Kopfschildgruben befinden sich 2 ovale, gleichgefärbte Flecke. 

Länge: 12 mm. 

Var. i; cTcT und 9 9 von Exetastes uotatus Holing. 
Diese Art steht der obigen sehr nahe, unterscheidet sich von 
ihr durch 1) den Höcker zwischen den Fühlern, 2) das gelb 
gefärbte Schildchen und 3) durch die Skulptur des Mittelseg- 
mentes. Letzteres ist nur wenig gerunzelt und nach hinten in 
der Mitte fast g-latt und glänzend; die Skulptur beim d ist 
gröber als beim 9. Bei dem einen cf sind die Hinterschenkel 
kastanienbraun gefärbt. Bei der Gttg. Exetastes variiert die 
Färbung der Hinterschenkel. Die Vorderschienen sind vorn gelb 
und die Mittelschienen haben an der Basis einen gelben Ring. 
18) Exetastes Inquisitor Grav. (9). 

Es ist ein 9 von fast 14 mm Länge vorhanden. Ich halte 
diese Art für eine gute. 

Kopf mit langen Wangen (= Breite der Mandibelbasis), 
Kopfschild glänzend, mit einzelnen groben Punkten; Stirn ein- 
gedrückt, dicht punktiert, schwach glänzend. Mittelrücken und 
Mittelbrustseiten regelmäßig dicht punktiert, mit Glanz. Mittel- 
segment nach der Spitze hin stärker gerunzelt, mit Rinne in 
der Mitte. Bohrer so lang wie das i, Segment. 

Rot sind die Spitzen der Mandibeln und der Rand des 
Kopfschildes; gelb: 2 Scheitelflecke; (Gravenhorst erwähnt die- 
selben nicht); gelbrot: Segment i — 3 (Segment i an der 
Basis schwarz) und Hinterrand von Segment 4 — 7, Spitzen der 
Vorderschenkel, die Vorderschienen und die Vordertarsen, die 



— 28 — 

mittleren gebräunt. Die Hintertarsen nebst den Spornen sind 
rostrot; die Hinterschienen braunrot, an der Spitze schwarz. 
Flügel getrübt. 

Brischke ist der einzige, der nach (Travenhorst diese Art 
wieder erwähnt. Ob er sie richtig erkannt hat, ist nicht zu 
ersehen. 

ig) Exetastes flavitarsus Grav. (ö^) = Exetaste» 
Inquisitor Grav. (cT). 
2 cfcf sind in der Sammlung. Ich ziehe diese Art zu No. i8 
wegen i) der gleichen Größe, 2) des glänzenden Kopfschildes, 

3) der gleichen Färbung am Kopfe (auch 2 Scheitelflecke!), 

4) der hellen Hintertarsen, 5) der getrübten Flügel. 

Gravenhorst hat auch bei dieser Art den gelben Scheitel- 
fleck übersehen. Schmiedeknecht's Beschreibung auf Seite 1905 
stimmt. Der Name flavitarsus fällt somit, 

20) Exetastes bicoloratus Grav. 

I cT und I 9. Das 9 ist von Holmgren zu E. laevi- 
gator gezogen und, nachdem ich die Type gesehen, mit Recht. 
Das (^ von bicoloratus gehört aber nicht dazu; ich ziehe es 
zu E. crassus (No. 22) und zwar wegen 1) des kräftigen Kör- 
pers, 2) der kräftigen Fühler, 3) der lang und ziemlich dicht 
gekämmten Klauen, 4) der übrigen gleichen Skulptur, 5) der 
Färbung der Hinterbeine, 6) der getrübten Flügel. 

Segment i — 5 ist gelbrot, das i. Segment an der Basis, 
das 5. vor dem Hinterrande schwarz; Segment 6 und 7 schwarz, 
gelbrot gerandet. Alle Schenkel sind gelbrot, die vorderen an 
der Basis nicht schwarz. 

In einer Bestimmungssammlung, die ich vor einiger Zeit 
von Prof. Dittrich erhielt, entdeckte ich 2 (^ (^ dieser Art. Das 
eine hat an der Basis geschwärzte Vorderschenkel, außerdem 
sind die Hinterleibssegmente bei beiden mehr braunrot und die 
Hinterschenkel bräunlich. Bei dem einen der cf sehe ich auch 
den von Schmiedeknecht bei E. crassus erwähnten Ouerein- 
druck auf dem 2. Segment deutlich. Länge 12 — 13 mm. 

21) Exetastes robustus Grav. 

I (^ aus Volhynien, i 9 ^^^s Taurien. 



— S9 — 

Diese Art fällt auf durch den kaum nach hinten ver- 
schmälerten Kopf, durch die weiße Flügelbasis, den breiten 
Postpetiolus und durch den in beiden Geschlechtern in der Mitte 
recht breiten Hinterleib, indem die Segmente 2 — 4 viel breiter als 
lang sind. Das Schildchen ist weiß, die Hinterknie sind schwarz. 
Das Mittelsegment ist ziemlich kräftig gerunzelt, nicht 
»schwach«, wie Schmiedeknecht angibt. Bohrer mindestens so 
lang als das i. Segment. 

9: Segment i — 3 gelbrot, Segment i an der Basis schwarz, 
die übrigen Segmente und die beiden letzten Bauch- 
segmente hellgelb gerandet. 
cf: Segment i — 3 und Seiten von wSegment 4 gelbrot, die 
übrigen Segmente schv^'^arz, rotgelb oder gelb gerandet. 
Unter den Flügelschüppchen befindet sich ein gelber 
Strich. — 
Stigma schmutzig gelb, Kopfschild bei beiden Geschlechtern 
matt, rostrot gefärbt. Das 2. Segment zeigt, von der Seite ge- 
sehen, hinter der Mitte einen flachen Ouereindruck. 

22) Exetastes crassus Grav. (9). 

Es ist I 9 vorhanden, das nach Gravenhorst's Angabe aus 
Ungarn stammt. Diese Art scheint mir die größte (9 = 14 mm 
lg.) und kräftigste unter allen Exetastes zu sein. 

Schmiedeknecht, der diese Art auch in Thüringen, aber nur 
im weiblichen Geschlechte, gefangen hat, gibt eine gute Be- 
schreibung derselben. Er schreibt eingangs unter Exetastes: 
»Eine ziemliche Sonderstellung nimmt E. crassus Grav. ein, 
einesteils durch den robusten Bau, anderenteils ganz besonders 
durch die ziemlich dicht und lang gekämmten Klauen. Ich 
würde denselben zu einer eigenen Gattung erhoben haben, 
hätte ich nicht gefunden, daß auch bei anderen Arten, wenn 
auch nur zerstreute, Zähne oder Borsten auftreten, so z. B. bei 
E. ichneumoniformis und bei dem gemeinen E. laevi- 
gator. Eine scharfe Trennung läßt sich also nicht durchführen.« 

Der Bohrer ist so lang wie der halbe Hinterleib, der Ner- 
vellus an der Basis auffallend geschwungen. Bei der Type 
fehlt die rostrote Binde auf dem Kopfschilde. 



— 30 — 

In der unter No. 20 erwähnten Bestimmungssammlung fand 
ich I 9 dieser Art von nur 1 2 mm Länge vor, das einen röt- 
lichen Fleck auf dem Schildchen zeigte. Auch in Gravenhorst's 
Sammlung steckt bei E. bicoloratus ein ? auf einem großen, 
schwarzen Kokon, das gleichfalls auf der Schildchenmitte rötlich 
gefleckt ist. Es ist auch E. crassus Grav. und besitzt auf 
der Oberseite der Hinterhälften einen ziemlich großen, roten Fleck. 

23) Exetastes laevigator Vill. 

Mehrere cf c? und 9 9 sind da. 
Var. i: fehlt. 

24) Exetastes nigripennis Grav. = Cteuopelma Digri- 

pennis Gray« 

I & und I 9 sind vorhanden, die zusammengehören; beim 
& ist indes ein falscher Kopf aufgeleimt. 

Diese Art unterscheidet sich von den übrigen Cteno- 
pelma-Arten durch die bräunUch getrübten Flügel und das 
schwarze Gesicht (das cf nach Grav.'s Beschreibung). 

Kopf (9) glänzend, lang braun behaart, hinter den Augen 
nicht verschmälert; Kopfschild in der vorderen Flälfte stark 
herabgedrückt, mit langen , braunen wagerecht abstehenden 
Borstenhaaren, grob punktiert; der untere Kieferzahn etwas 
länger als der obere, die Kiefern weitläufig grob-punktiert; 
Wangen sehr kurz; Gesicht vorstehend, ziemlich dicht mit 
groben Punkten bedeckt; Scheitel hoch, fein punktiert; Fühler 
wenig kürzer als der Körper. 

Vorderleib glänzend, braun behaart, weitläufig fein 
punktiert; Vorderrücken nicht bereift, ßlappig, die Furchen recht 
breit und flach ; die Mittelbrustseiten glatt, hie und da mit etwas 
Skulptur; Mittelsegment glänzend, mit schwach gerunzelter 
Oberfläche, Leisten kräftig, area basalis in die area superomedia 
übergehend, die area posteromedia durch eine Leiste von letz- 
terer getrennt; die costula fehlend, die area coxalis glatt, Luft- 
löcher oval. Flügel bräunhch getrübt, beim 9 etwas stärker 
als beim cT; areola sitzend (9) oder kurz gestielt (cT), der 2. 
rückl. Nerv hinter der Mitte austretend ; nervellus schwach ante- 
furkal, etwas hinter der Mitte gebrochen. 



— 31 — 

Hinterleib glatt und glänzend, mit bräunlicher Behaa- 
rung, gestielt, mit breitem Petiolus, der allmählich in den am 
Ende seitlich abgerundeten Postpetiolus übergeht, mit Basal- 
furche; Bohrer so lang wie das i. Segment. 

Färbung schwarz. Braunrot sind (9) Taster und Füh- 
ler, letztere nach vor hin unterwärts etwas heller; rot: die 
Oberkiefer größtenteils, 2 Scheitelflecke, 2 Schläfenflecke, das 
Schildchen (größtenteils) und das Hinterschildchen, die letzteren 
beiden beim cf schwarz; gelb rot: Flügelschüppchen, Flügel- 
wurzel und ein Strich darunter, alle Schenkel, Schienen und 
Tarsen und die Spitze der Hinterschenkelringe; ferner beim 9: 
Segment i — 3 und die Bohrerspitze, beim cT: Segment i an der 
Spitze (breit) und Segment 2 und 3, letzteres an der Spitze 
schwarz. — Stigma braun, nach der Flügelwurzel zu heller. 

Aus Österreich, 

25) Exetastes illusor Grav. 

Eine Anzahl cfcf und 9 9 sind in der Sammlung. Ich 
fange diese Art nebst E. guttatorius bei Bremen am häufig- 
sten. Morley zieht E. illusor zu E. nigripes, ich glaube 
indes, sie doch als Art ansehen zu sollen. 

V a r. I : i 9 =^ obige Art, bei der der Hintertarsenring 
wenig deutlich ist. 

26) Exetastes gracilieornis Grav. 

2 9 9. Die Areola im Flügel ist sitzend. Die hinteren 
Schenkelringe sind mehr oder weniger kastanienbraun gefärbt; 
die Spitzen der hinteren Schenkel und Schienen sind gebräunt. 
Spuren von Ouereindrücken auf Segment 2 sind vorhanden. 

27) Exetastes albitarsus Grav, = Meniscus 
muriuus Gray. 

I & und 499 sind da. Diese Art ist bereits früher ge- 
deutet worden. 

28) Leptobatus Ziegleri Gray. 

Die Type fehlt leider in der Sammlung. Strobl ist der 
einzige, der nach Gravenhorst diese Art erwähnt und beschreibt 
(Mt. Ver, Steiermark vol, 40, p. 47, 1903). 



— 32 — 

2g) Leptobatus ruflpes Grnel. 

Es ist I 9 vorhanden. Segment 2 und 3 ist bei der Type 
kastanienbraun gefärbt, beide Segmente sind breiter als lang. 
Das Schildchen hat einen großen gelben Fleck. 

30) Leptobatus degener Grav. 

I cT ist vorhanden. Das Schildchen ist schwarz; das Mit- 
telsegment zeigt eine kräftige hintere Querleiste und eine deut- 
lich umleistete Mittelfurche. Das 4. Segment ist teilweise ver- 
schwommen rot gefärbt. 



©. Opitz'Eche Buchfiruckcrci, Namslau. 



w^ 




l3a.lia,lt. 



Vereinsnachrichten pag. I 

Nachruf , XXII 



Gerhardt, J. Zum Sexus der Käfer , . 

„ Zu Anthonomus varians Payk 

„ Neuheiten der schlesischenKoleopterenfauna 

„ Neue Fundorte seltener schlesischer Ko- 

leopteren 

Kolbe, W. Beiträge zur schlesischen Käferfauna .... 

„ Quedius boops Grav., picipennis Heer und 

fulvicoUis Steph 

Scholz, Ed. J. R. Hymenoptera aculeata. Seltenere schle- 

sische "Vorkommnisse 

„ Nestbau des Halictus quadricinctus F. . . . 

Pfankuch, K. Typen der Gravenhorst'schen Gattungen 

Banchus, Exetastes und Leptobatus (Hym. 

Ichneum.) (Ichneum. Europaea Bd. III, 

P- 373—436) 



pag- 



1 

4 

5 

7 
9 

12 

15 
18 



20. 



3®!>-^ 



Das Vereinslokal befindet sich im 
Dominikaner, Ketzerberg 15. 







m 





Jahresheft 

des Vereins 



für 



schlesische Insektenkunde 



zu 



Breslau. 

(Früher: Zeitschrift für Entomologie.) 



6, Heft. 



Ausgegeben am Montag,, den i. September igi, 





o\ Qonj 



LAU. 1913. 



In Kommission 

bei 

Maruschke & Berendt. 



^'«isonian OeV?!? 








' U^e^y/i^t^H/^ 



Jahresheft 



des Vereins 

für 

sclilesische Insektenkunde 



zu 



Breslau. 

(Früher: Zeitschrift für Entomologie.) 



6. Heft. 



Ausgegeben am 

Montag, den i. September 1913. 



'»-<5>-<-<- 



BRESLAU. 1913. 

In Kommission 

bei 

Maruschke & Berendt. 



Vereinsnachrichten. 




Vereinsnachrichten. 



Jahresbericht für 1912, 

Der Verein hielt im verflossenen Jahre 46 Versammlungen 
ab, darunter die ordentliche Hauptversammlung am 19. Januar. 

106 Vorträge und Demonstrationen entomologischen Inhalts 
belebten diese Abende. 

Die Zahl der Mitglieder betrug am Beginn des Jahres 2 Ehren- 
mitglieder, 20 korrespondierende und 76 ordentliche Mitglieder. 

Durch den Tod verlor der Verein seinen stellvertretenden 
Vorsitzenden Prof. Dr. Goetschmann hier, sein Ehren- 
mitglied Oberlehrer J. Gerhardt Liegnitz und sein korrespon- 
dierendes Mitglied, Direktor der zool. Abteilung am K. K. 
Hofmuseum Dr. Ludwig Ganglbauer Wien; allen 3 hoch- 
verdienten Männern wird der Verein ein treues Gedenken 
bewahren; es schieden aus die Herren Dr. Zacher Dahlem- 
Berlin, Dr. Fax hier und Professor Dr. Hieronymus Berlin, 
der in der Hauptversammlung zum korrespondierenden Mit- 
gliede ernannt wurde; es traten dagegen ein die Herren Lehrer 
Hedwig hier, Oberarzt Dr. von Schuckmann Plagwitz 
a. Bober, Bautechniker Raebel Zabrze O/S. und Lehrer Hinke 
Lüben Schles. 

Der Verein zählte daher am Jahresschlüsse i Ehren-, 20 kor- 
respondierende und 76 ordentliche MitgHeder. 

Als Geschenke erhielt der Verein für seine Bücherei: 
R. Dittrich und H. Schmidt, 2. Fortsetzung des Nach- 



II Vereinsnachrichten. 

träges zu dem Verzeichnisse der schlesischen Gallen, 
von Herrn Dittrich. 
Eine Anzahl Separata, allein 36 (für die Bücherei zurrt 
Teil neu) von unserem korrespondierenden Mitgliede 
Herrn Weise; darunter aus Genera inscctorum von 
Wytsmann die Chrysomelidenfamilie Hispinae, ferner 
Chrysomelidae und Coccinellidae von Madagaskar, 
den Kanaren und den Inseln Ostafrikas, vom Kili- 
mandjaro u. s. w. mit trefflichen Abbildungen. 
Der Verein spricht den gütigen Gebern an dieser Stelle 
nochmals seinen Dank aus. 

Auf Vereinskosten wurden gehalten: 

1) vStettiner entomologische Zeitung, 

2) Wiener „ 

3) Zeitschrift für wissenschaftliche Insektenbiologie, 

4) Daniel, Münchener koleopterologischc Zeitschrift, 

5) Schmiedeknecht, Opuscula Ichneumonologica, 

6) Spuler, Die Schmetterlinge Europas, 

7) vSeitz, Paläarktische Großschmetterlinge. 

Auswärtige Mitglieder, welche die Vereinsbücherei benutzen 
wollen, haben das Porto für den Hin- und Rücktransport 
der bestellten Bücher und die Abtragsgebühr für Breslau, 
das Paket mit 15 Pf. zu bezahlen. Die Bestellungen der Bücher 
sind an den Vereinsbücherwart Herrn Rektor Paul Nagel 
hier, Lohestraße 22/24, ^u richten. 



Als Vorstand wurden für das laufende Jahr 1912 gewählt: 
Herr Stadtrat a. D. und Stadtältester Kletke, Bahnhofstraße 5, 
als Vorsitzender, 

„ Oberzollsekretär Wolf, Gertrudenstraße 18, als stellver- 
tretender Vorsitzender, 

„ Realgymnasialprofessor R. Dittrich, Paulstraße 34!^, als 
Schriftführer, 

„ Magistrats-Sekretär Vogel, Hedwigstraße 31, als stellver- 
tretender Schriftführer, 

„ Eisenbahnsekretär Jan der, Lohestr. 1211^ als Kassenwart, 

„ Rektor Paul Nagel, Lohestraße 22/24, ^^s Bücherwart. 



Vereinsnachrichten. 



in 



Die geehrten Mitglieder werden ganz ergebenst ersucht, 
etwaige Wohnungs- und Aufenthahsveränderungen baldigst 
dem Schriftführer anzuzeigen. 



Die früheren Jahrgänge dieser Zeitschrift sind für Vereins- 
mitglieder durch den vSchriftführer (Paulstraße 34 H), für Nicht- 
mitglieder durch die Buchhandlung von Maruschke & Berendt, 
Ring No. 8, zu folgenden Preisen zu beziehen: 

Alte Folge*) Jahrgang 1--15 herabgesetzt Mk. 15 (für Mit- 
glieder 7,50 Mk.), 
1 — 6 für Mitglieder Mk. 4, 
„ I — 3 (i Band) Mk. 1,50, 

„ 4 — 15 (je I Band) Mk. 1,50. 

Band VII ist nie erschienen. 

Neue Folge Band i Mk. 1,50' 

2 „ 6,00 

„ 3—6 (je I Band) . . , 

.. 7 

„ 8 — II (je I Band). , 
I ■? 

>; * — I 

„ 13 — 16 (je I Band). 

„ 17 — 28 (je I Band). 

„ 2g 

., 30 

.. 31. 32 

Jahresheft „ i — 5 

Entomologische Miscellen 1874 

Festschrift zur Feier des 50jährigen Bestehens des 

Vereins 

Neue Folge Heft i — 6 für Mitglieder zusammen 



3.00 

5.00 
3.00 
2,00 

1.50 
1,00 

1,50 
1,20 
1,00 
1,00 
1,00 



für 

Mitglieder 

die 

Hälfte. 



Mk. 5. 
„ 9- 



i — I 



'> 



Letzner, Verzeichnis der Käfer Schlesiens IL Aufl. 

Für Mitglieder 



15- 

8. 

4- 



*) Anm. Aus den Vereinsakten konnte festgestellt werden, daß die Hefte 
X — XV der alten F. unrichtige Jahreszahlen auf dem Titelblatte tragen. Es sind 
herausgegeben Heft X— 1857, XI— 1859, XH — 1860 oder 61, XHI— 1862, 
XIV— 1864, XV— 1866. 



IV Vereinsnachrichten. 

Fauna transsylvanica von Dr. G. Seidlitz in Ebenhausen 
(Baiern), Heft 1 — 6, die schlesischen Käferarten enthaltend, 
kann von den Vereinsmitgliedern, sowie von Lehrern und 
Schülern beim Schriftführer zum ermäßigten Preise von 8 Mk. 
(für Auswärtige 8,50 Mk. bar oder in deutschen Briefmarken) 
bezogen werden. 



Auszüge aus den Protokollen. 

5. Januar. Herr Dittrich spricht über die Beine der Honig- 
biene, Herr Nagel legt vor Drepana falcataria 9 X cur- 
vatula (j^ = rebeli und Taeniocampa rorida H. S. — 

19. Januar. Herr Dittrich legt vor einige Raubwespen aus 
Nordafrika, Herr Wolf die Arten der Gatt. Bombyx und 
Lasiocampa. 

26. Januar. Herr Jander hat im Juni von Herrn Hoy 62 caja- 
Raupen erhalten, die sich sehr gut entwickelten und 61 Falter 
lieferten; aus einer copula wurden im August wiederum 
Falter erhalten, die im Oktober die 3te Generation lieferten 
und jetzt hat die durch abermalige Inzucht erhaltene 4te 
Generation eines Jahres zu Weihnachten wiederum sehr 
I schöne, gut ausgebildete Falter mit vielen Variationen ge- 

liefert. Ein Tier dieser letzten Zucht, das wunderbar ge- 
färbt und gezeichnet ist und den allgemeinen Eindruck 
einer gelben Catocale macht, wird vorgelegt und später 
photographiert werden. Z. Z. füttert Herr Jander die 
Raupen der 5ten Generation. 

Herr Czaya II legt vor 2 Lumiere'sche Platten mit 
Photographien von Faltern, deren eine gut gelungen ist. 
Eine kurze Geschichte der Entwickelung der farbigen Photo- 
graphie wird gegeben und das Verfahren beschrieben. 
2. Februar. Herr Wolf zeigt Dianthoecia filigramma Esp. aus 
Südungarn und var. xanthocyanea Hb. aus Oberschlesien, 
g. Februar. Flerr Jander legt vor eine winzige Hipocrita 
jacobaeae L. S. U. mit einer Flügelspannung von 8 mm 
gegenüber der normalen von 37 mm. Das Tier ist voll- 



VI Vereinsnachrichten. 

kommen gut ausgebildet und normal gefärbt und stammt 
aus der von Herrn Hoy erworbenen Sammlung Niepelt. 
Eine der am 26/1. vorgelegten ähnliche caja wurde erzogen. 

Herr Wolf zeigt Deilephila euphorbiae (^ X elpenor 9 
= harmuthi, Herr Dittrich einige exotische, dunkel- 
flügelige Hymenopteren.» 
16. Februar. Herr Goetschmann macht Mitteilungen über 
die Lebensweise der Raupe von Lycaena Corydon; Herr 
Nagel legt vor eine Tauschsendung aus den Abruzzen 
mit Bryophila amoenissima, Tapinostola sohn-retheli Pglr., 
Euprepia rivularis var. nov. u, a. m., Herr Dittrich einige 
Ilymenopteren aus Dar-es-Salaam. 
22i. Februar. Flerr Schnabel bemerkt, daß die Häufigkeit 
von Lycaena corydon Hb. im Gegensatze stehe zu der ver- 
muteten Lebensweise der Raupe in Ameisennestern. 

Herr Raebel berichtet in einem Briefe an Herrn 
Wolf, daß Agrotis umbrosa Hb. und Mamestra cavernosa 
Ev. 9 i" Donnersmarkhütte am Lichte gefangen wurden, 
neu für Schlesien. 

Herr Wolf spricht über Danais chrysippus 9 und 
HypoHmnas misippus L.; beide kommen an demselben Orte 
vor und fliegen langsam. Chr3^sippus hat einen öligen Ge- 
schmack und wird deshalb als Futter verschmäht; misippus 
ist ihm auffallend ähnlich. Die chrysippus - (j^ cf fliegen 
schnell, sind angriffslustig und werden nicht nachgeahmt. 

Herr Mensik hebt in einem Briefe an Herrn Nagel 
hervor, daß nach seiner Ansicht die reichhchere Ernährung 
der Vanessa -Raupen durch die in Jauche gewachsenen 
Pflanzen eine bedeutende Vergrößerung der normal auf den 
Puppen vorhandenen Goldflecke hervorruft, die bis zum 
vollständigen Goldigwerden der Puppen führen kann. 

Herr Nagel legt vor Eulen und Spanner aus der 
Tauschsendung von den Abruzzen. 

Herr Goetschmann bittet, ihn bei der Neuheraus- 
gabe des P^alterverzeichnisses zu unterstützen und in den 
Fachzeitschriften zu achten auf Notizen, die sich auf schle- 
sischc Falter beziehen. Es handelt sich dabei um 1) das 



Vereinsnachrichten. VII 

Vorkommen und die Zeit des Auftretens der Raupen, 2) die 
Futterpflanzen und zwar a) die Hauptnährpflanze, b) andere 
Nährpflanzen, 3) die Anzahl der jährlichen Generationen, 
4) das Auftreten der Falter. 

Herr Czaya II bemerkt, daß Atropos infolge des un- 
günstigen Mais im vorigen Jahre sehr schwach vertreten 
waren. Die hier auskommenden 9 haben leere Eierstöcke 
(Goetschmann). 

Herr Dittrich berichtet nach der Denkschrift zum 
loojährigen Bestehen der Aargauischen Naturforschenden 
Gesellschaft, daß im Hallwyler See bis in Tiefen von 50 m 
die Larven von Chironomiden gut vertreten sind. Die Be- 
stimmung derselben ist sehr schwierig, da über die Meta- 
morphose meist noch wenig bekannt ist und möglicherweise 
die Ausbildung des Imago-Zustandes überhaupt unterbleibt. 
In 10 m Tiefe wurde eine neue Form von 23 mm Länge, 
in 4 m Chironomus fulviventris Joh. n. sp. entdeckt. Die 
Tiere sind blutrot, wie fast alle aus dem Tiefenschlamm 
stammenden Larven; sie stecken in dem Schlamme ohne 
besondere, zusammengekittete Röhren, wie sie ihre Ver- 
wandten in Bächen und Tümpeln haben. 
I. März. Herr Wolf zeigt Apatura iris ab. jole Schiff, und 

Übergänge zu jole und var. bieti Obth. aus Tibet. 
8. März. Herr Jan der legt vor A. Caja aus verschiedenen 
der besprochenen Inzuchten und teilt mit, daß die Raupen 
der 5ten Inzucht sehr kräftig und größer als im Freien 
sind; Verluste kommen kaum vor. 

Herr Wolf spricht über die Erebien seiner Sammlung; 
Herr Dittrich berichtet nach »Ent. Mitteil. I, 3« über Be- 
obachtungen Emery's an Polyergus rufescens. Da an den 
Raubzügen außer g'eflügelten 9 auch flügellose, befruchtete 
teilnehmen, muß die Begattung teilweise auch im Neste 
stattfinden. Zur Begründung einer Kolonie ist ein Hilfs- 
ameisennest nötig, dessen Königin von dem Polyergus- 9 
getötet oder in die Flucht geschlagen wird. Ist dies der 
Fall, so nehmen entweder die $ des Nestes die Siegerin 
als Königin an oder, wenn sie mit Zurücklassung von 



VIII Vereinsnachrichten. 

Puppen entflohen sind, entwickeln sich diese zu Imagines, 
die dann die Hilfsarbeiter abgeben. Das Nest muß ziemlich 
volkreich sein, sonst kann es nicht bestehen. Amazonen- 9 
dringen auch einzeln in die Nester der Hilfsameisen ein. 

15. März. ]lcrr Wolf spricht weiter über die Erebien seiner 
Sammlung; Herr Dittrich berichtet nach Prometheus über 
die Papatatschi-Mücken des Ost. Küstenlandes und die durch 
sie hervorgerufenen Krankheitserscheinungen. Diese be- 
stehen bei den Personen, welche in ihrer Heimat wenig von 
Mücken zu leiden haben, in einem + verbreiteten und an- 
dauernden Hautausschlage ohne sonstige innere Wirkungen, 
bei den andern in + starkem Fieber, verbunden mit Übel- 
keit u. dergl. Auch in der Heimat treten bei manchen 
Personen nach längerer oder kürzerer Zeit Rückfälle ein. 
Die Bevölkerung der Gegenden macht keinen sehr gesun- 
den Eindruck. 

Herr Nagel bemerkt, daß ihm in Mostar empfohlen 
wurde, abends wegen dieser Mücken nicht Licht zu machen; 
Herr Goetschmann, daß auf unserm Riesengebirg.skamme 
kleine, schwarze Fliegen auftreten, die sehr stechen. 

22. März. Herr Dittrich legt vor einen Stachelbeerzweig mit 
dem Freßgange und der Larve von Sesia tipuliformis Gl., 
Herr W^olf Parnassius apollo v. graslini vom Adjar-Gebirge. 
Herr Rinke spricht über: Sichere Unterscheidungs- 
merkmale für Larentia spadicearia gegenüber ferrugata und 
unidentaria: 

1. ]^ie zwei schwarzen Fleckchen in der Wellenlinie der 
Vorderflügel unterhalb der Spitze liegen immer in 
einem dunklen Grunde, während sie bei den beiden 
anderen Arten stets auf weißgrauem (jrrundc sind, 
d. h. mit anderen Worten: das Saumfeld ist bei spa- 
dicearia immer viel dunkler, und diese dunkle Fär- 
bung reicht bis zum Innenrande, was bei den anderen 
Arten nicht der Fall ist. 

2. Die Einfa.ssung des Mittelfeldes der Vordcrflügcl ist 
rein weiß, auch ist .sie etwas breiter als z. 11 bei 
ferrugata, wo sie lichtbräunlich ist 



Vere'insnachricliten. 1^ 

3. Das sicherste Merkmal ist die 274—2^/2 mm breite 
dunkle Saumbinde der Hinterflüj^eloberseito, bei ferru- 
gata und unidontaria sind die Flügel einfach licht- 
bräunlich. Die in diesem dunklen Saumbandc sich 
vorfindende weiße Wellenlinie fehlt bei unidentaria 
und fcrrugata. 

4. Der Mittelpunkt der Plintcrflügel ist größer und dunkler. 

5. Die Unterseite aller Flügel ist weißgrau bis licht- 
braungrau mit scharf markierten braunen bis dunkel- 
grauen Querlinien; das lichte Band, das saumwärts 
das Mittelfeld einfaßt, ist besonders licht und scharf 
begren/t. Die 4 schwarzen Mittelpunkte sind immer 
vorhanden und sehr ausgeprilgt. (Bei ferrugata und 
unidentaria ist die Untenseitc eintönig graubraun mit 
undeutlichen Qucrlinicn; die 4 Mittelpunkte sind nur 
schwach sichtbar). 

6. Die Fransen der Unterseite sind grau, immer dunkel 
gefleckt und zwar dort, wo die Rippen einmünden. 
(Bei ferrugata und unidentaria sind die Fransen reh- 
braun und sehr schwach dunkel gefleckt z. T. ganz 
ungefleckt,) 

Herr Fein (Köln) teilt mit, daß er Ceutorrhynchus 
picitarsis Gglb. = tarsalis Boh. (Schönh.) auf dem Gelände 
südwestlich von Wohlau am 3/5. 1883 gefunden habe; neu 
für Schlesien; Bestimmung von Reitter. 
29. März. Herr Jan der legt vor Bupalus piniarius L. in ver- 
schiedenen, besonders 9 Varietäten und Ematurga ato- 
maria L., gefunden auf Heide. 

Herr Dittrich berichtet über die Lebensweise, beson- 
ders die Ernährung der Larven bei 3 afrikanischen Arten 
der Eumeniden-Gatt. Synagris. S. calida L. versorgt die 
aus Erde und Lehm gebaute Zelle mit dem Ei und einer 
Anzahl Schmettcrlingsraupen und verschließt dann die Zelle, 
ohne sich weiter um die Nachkommenschaft zu kümmern; 
S. sicheliana Sauß. legt in die unvollendete Zelle das Ei, 
bewacht die Zelle bis zum Auskommen der Larve, versorgt 
diese nach und nach mit dem nötigen aus Raupen be- 



X. VereiiKnacTiricliten. 

Stehenden Futter und schließt die Zelle, wenn die Larve 
etwa ^/4 ihrer vollen Größe erlangt hat und das letzte not- 
wendige Futter eingetragen ist. S. cornuta L. endlich ver- 
sorgt die ausgekommene Larve täglich mit dem nötigen 
aus zerkauten Raupen bestehenden Futterbrei und schließt 
die Zelle erst, wenn die Larve vöUig erwachsen ist. Es 
liegt hier also eine Stufenfolge von der Art der einsam 
bis zu der der gesellig lebenden Wespen vor. 

12. April. Herr Dittrich legt vor die Abbildung einer neuen 
Termitoxenia, gefunden in Ceylon von Prof. Dr. Büttel — 
Reepen und macht aufmerksam auf das Werk : Franz J. 
Salay: Katalog der Makrolepidopteren Rumäniens (nach 
Ent. Mitt. I. 4). 

HerrGoetschmann äußert Zweifel über die Richtigkeit 
der von Herrn Hoff mann (Krieglach) gegebenen Unter- 
schiede zwischen spadicearia, ferrugata und unidentaria 
(vergl. 22/III); Hoffmann scheine ferrugata nicht zu kennen. 

19. April. Herr Rinke verliest aus einem Sitzungsberichte 
des Berliner Ent. Vereins über die Unterschiede und Be- 
ziehungen zwischen den genannten 3 Falterarten; Herr 
Wolf spricht über die albulus-Gruppe von Parnassius del- 
phius Ev. seiner Sammlung. 

26. April. Herr Dittrich macht aufmerksam auf 2 hübsche 
Abnormitäten von Calopteryx virgo cf, die Herr E. Scholz 
Königshütte gefangen und in der Zeitschr. f. wiss. Tns.-Biol, 
abgebildet hat. 

3. Mai. Herr Wolf legt vor einen Kasten mit Parnassius 
apollonius Ev. seiner Sammlung; Herr Dittrich berichtet 
nach Prom. über i) die Verbreitung der Nonne in Deutsch- 
land und die Beziehungen derselben zum Klima (Juli-Iso- 
therme 16 0; Regenmenge bis 70 cm), 2) über die Gewin- 
nung des Chinawachses. 

10. Mai. Herr Dittrich berichtet nach Prom. über die großartige 
südafrikanische Kommission zur Vertilgung der Wander- 
heuschrecken und über die durch die Verfolgung bereits 
erzielte Verminderung der Schädlinge. 



Vereinsnaclirichten. XI 

31. Mai. Herr Wolf teilt mit, daß Cheimatobia brumata L. 
in Oswitz verheerend auftritt, Sträucher und Bäume kahl 
frißt; Maikäfer sind in Zobten spärlich (Di tt rieh), ebenso 
in der Trebnitzer Gegend, dagegen um Habelschwerdt zahl- 
reich auch an der Buche (Latussek). 

Herr Wolf legt vor die Gatt. Chrysophanus und 
Lycaena seiner Sammlung, Herr Vogel die Raupen von 
Agrotis praecox und tritici, beide an der alten Oder in 
tiefem Sande gefunden ; eine praecox-Raupe war von einer 
an ihrem Hinterende sitzenden Spinne fast völlig ausge- 
sogen; Herr Nagel zeigt Hypsopygia costalis var. lugens 
Rbl. aus Turkestan. 
7. Juni. Herr Dittrich berichtet nach Prom. über einen neuen 
Schädling des Apfelbaumes, der von Herrn Dr. Zacher 
festgestellt wurde. Es ist eine als Schädling bisher noch 
nicht bekannte Wanzenart Campylomma verbasci H. S., die 
an Rinde und an jungen Triebspitzen der Bäume in großen 
Mengen auftritt und 2 Generationen (V, VIII) zu haben 
scheint. Die Triebe bleiben im Längenwachstum zurück 
und es gelangen dafür die tiefer gelegenen Augen zu ver- 
frühtem Austreiben. Die Biologie der Art ist noch nicht 
völlig geklärt. Verbreitet ist die Art auf Verbaßcum und 
Bäumen mit wollig behaarten Blättern (Apfel, Quitte) in 
Mittel- und Südeuropa und bis Turkestan. 

Herr Wolf spricht weiter über die Lycaenen seiner 
Sammlung. 

14. Juni. Herr Dittrich zeigt die Cephiden seiner Sammlung. 

21. Juni. Herr Dittrich legt vor zur Ansicht Biologien ein- 
heimischer Falter, 10 gut illustrierte Blätter für 7,50 Mk. 
Es sollen im ganzen 3 Serien erscheinen. Die Abbildungen 
sollen die viel teureren biologischen Kästen mit natürlichen 
Faltern und Entwickelungszuständen ersetzen und dürften, 
da sie sämtlich gute Darstellungen bieten, die für die 
Schulen gebräuchlichen, etwa ebenso großen Demonstra- 
tionskästen vollständig ersetzen. Wünschenswert wäre es, 
wenn die Futterpflanzen ebenfalls mit Namen bezeichnet 
würden. 



XII Vereinsnachricliten. 

Herr Wolf spricht weiter über die Lycaenen seiner 
Sammlung. In Wilhelmsruh und Oswitz treten die Schaum- 
zikaden in großer Menge auf (Nagel, Vogel). 

Herr Hirschwälder hat Par. mnemosyne L. im Drei- 
wassertale zu Pfingsten nur wenig beobachtet, dagegen ge- 
funden, daß das Tier an den Abhängen des Hornschlosses 
noch reichlich fliegt und stark verfolgt wird; derselbe zeigt 
ferner Raupenkästen aus Karton von vSigismund in Hirsch- 
berg, große 0,50, kleine 0,20 Mk., praktisch für Reisen, da 
sie zusammenzuklappen sind. 
g. August. Herr Dittrich berichtet nachProm. über Solenobia 

triquetrella als Doppelgänger des Sauerwurmes. 
16. August. Herr Latussek legt vor einige Käfer aus Neu- 
Guinea; Herr Rinke teilt mit, daß er bei Nieder- Adelsbach 
Syrichtus sao Hb. und Phibalapteryx aemulata Hb. neu 
für Schlesien Ende V, Anfang VI gefangen habe; derselbe 
hat bei Verlorenwasser Sedum album ausgesetzt und es 
haben sich nach Herrn Schumann große Polster ent- 
wickelt; ebenso wurde die Pflanze an günstigen Stellen bei 
Hohendorf angepflanzt. Es empfiehlt sich demnach, im 
nächsten Jahre mit der Aussetzung der Apollo-Raupen zu 
beginnen. 

Herr Jan der hat noch 1882 einen Apollofalter an der 
Silberlehne bei Freiburg fliegen* gesehen. 
23. August. Herr Dittrich berichtet nach Naturw. Rundschau 
über die Arbeit von G. W. Müller: Der Enddarm einiger 
Insektenlarven als Bewegungsorgan. Der Verfasser be- 
merkte bei der an eine Spannerraupe erinnernden Kriech- 
bewegung der Larve von Luciola italica ein eigentümliches 
Kratzen; es zeigte sich, daß am Hinterrande mit Häkchen 
dicht besetzte Schläuche ausgestülpt waren, durch die das 
Hinterende festgelegt wird. In ähnlicher Weise wurde bei 
einer Staphyliniden-Larve der Enddarm vorgestülpt und an 
die Unterlage angeheftet. Ahnliche Verhältnisse zeigten 
sich bei anderen Larven von Käfern, Chrysopa vulgaris, 
Rhaphidia und Panorpa. Immer handelte es sich um den 
ausstülpbaren Enddarm, der in seinem Bau nicht wesentlich 



Vereinsnaclirichten. XIH 

verändert ist (Staphyliniden, Carabiden, Chrysomela, Coc- 
cinella, Silpha, Pyrrochroa, Chrysopa, Rhaphidia) oder höch- 
stens etwa derb und radiär ausgebildet ist (Telephorus, 
Elateriden), oder aber der Enddarm trägt bewaffnete 
Schläuche, 2 bei Carabiden, 4 bei Staphyliniden, Carabiden 
und Panorpa, zahlreiche bei Luciola. Früher schon wurden 
vorstülpbare Warzen u. dergl, beobachtet, aber nur in einem 
Falle erkannt, daß es sich um den aus- und einziehbaren 
Enddarm handelt. 

Herr Rinke hat auf dem Mittelfelde zahlreiche Rau- 
pen von menthastri gefunden; unter ca. 100 waren nur 6 
nicht von Tachinen befallen. 
30. August. Herr Wolf legt vor Orrhodia rubiginea F. und 
zwar die ^Stammform und die Varietäten und spricht über 
die Verbreitung derselben. Die Raupen sollen nach Weymer 
in den Nestern von Lasius fuliginosus leben. 

6. September. Herr Wolf bemerkt, daß in Jahresheft V p. IX 
bei Hypena crassipedaria die var. podagraria zu streichen 
sei, da eine solche nicht existiere und wohl eine Verwechse- 
lung vorliege; derselbe zeigt ferner seine CoHas-Sammlung. 
Herr Rinke legt vor mnemosyne var, silesiacus, die sich 
in nichts von der Stammform unterscheidet und ebenso 
variiert wie diese. Herr Nagel zeigt 3 für Schlesien seltene 
Falter aus Reichenstein, nämlich Penthina gentiana Hb. 
(früher nur von Zeller bei Glogau gef.); Cerostoma horri- 
della von einem Apfelbaume, an einem solchen fand auch 
Standfuß das Tier, und Alabonia bractella, bisher nur 
aus der Grafschaft bekannt. 

13. September. FTerr Dittrich legt vor die schwarzen schlesi- 
schen Pompilus- Arten und gibt die Unterschiede an ; Herr 
Wolf zeigt den iten Teil seiner Acronycten- Sammlung; 
Herr Vogel bemerkt, daß nach Wocke Erebia ligea nur 
in den Jahren mit ungerader Zahl fhegen solle, er habe aber 
dies Jahr solche gefangen; Herr Nagel und Herr Wolf 
bestätigen dies. 

20. September. Herr Dittrich berichtet, daß Herr Christ. 
Ernst i. J. 19 10 Fhegen (Fannia manicata) beobachtete, die 

2 



XlV Vereinsnaclirictiten. 

auf einem Hollunderbusche ganz wie Lasiiis emarginatus 
Blattläuse melkten und zwar so, daß sie mit sehr raschen 
Bewegungen der Vorderfüße den Hinterleib der Blattlaus 
so lange streichelten, bis der süße Tropfen hervorquoll; 
dann senkten sie in diese den Rüssel, wie alle saugenden 
Fliegen tun. Die mit der Lupe gemachten Beobachtungen 
konnten an 2 aufeinanderfolgenden Tagen angestellt werden, 
später ließen sich die FHegen nicht mehr sehen, ebensowenig 
im Sommer 191 1 (Naturw. Rundschau). 

Herr Borke nhagen spricht über die günstigen Erfolge, 
die er bei der Zucht südlicher Schwärmer und anderer 
Falter aus den Puppen bei der Anwendung von Leinwand 
hatte. In den Puppenkasten kommt unten eine Schicht 
trockener Sand, darüber ein in Falten gelegtes Stück alter 
Leinwand, darüber wieder Leinwand. Jede Puppe liegt in 
einer Leinwandfalte, wird aber von der Decke nicht berührt; 
angefeuchtet wird nicht. 
27. September. LIerr Borkenhagen zeigt Raupen von Ache- 
rontia atropos L., gezogen aus Eiern von Gravosa, gefüttert 
mit Bocksdorn. Die Tiere (11) sind am 8./g. aus 12 Eiern 
geschlüpft, 3 zeigen nach der 4ten Häutung die seltenere 
schwarze Färbung, die bei der Fütterung mit Lycium nor- 
mal sein soll. Die Tiere fangen erst an recht zu wachsen, 

Herr Rinke teilt mit, daß in Seidenberg eine Raupe 
von Sphinx ligustri L. auf Kirschlorbeer gefunden und von 
da auf Liguster gesetzt wurde, von wo sie aber am nächsten 
Tage wieder auf den Lorbeerbaum zurückgekehrt sei. 

Herr Dittrich berichtet nach Prom., daß die in Kali- 
fornien auf den großen Melonenfeldern oft sehr schädlich 
auftretenden Blattläuse jetzt mit Hilfe der Coccinellide 
Hippodamia convergens bekämpft werden. Die Käfer 
verbringen den Winter in gemeinsamen Lagern im Gebirge. 
Diese Plätze werden im Herbst aufgesucht, auf Karten ver- 
merkt und registriert und dann im Winter ausgenommen. 
Die völlig erstarrten Tiere werden durch Siebe von dem 
Laub und Reisig getrennt, in Säcke verpackt und in be- 
sonders angelegte Ansiedelungen gebracht, wo sie nochmals 



Vereinsnachricliten. XV 

gesiebt und dann in Haufen von 33000 Stück durch Ab- 
wiegen getrennt und in Kästen gebracht werden. Diese 
bleiben bis zum Frühjahre im Gebirge, kommen dann in 
KaUlagerhäuser, dann zur Bahn und werden in Kühlwagen 
auch an die Orte gebracht, wo sie auf den Ackern verteilt 
werden sollen. Auf einen acre sind 3000 Käfer erforderlich, 
im ganzen wurden 30 Millionen Käfer verteilt. Die Blatt- 
läuse wurden stark vermindert und die Zahl der Käfer, die 
am Ende des Sommers wieder zu denselben Winterquartieren 
im Gebirge zurückkehren, war noch größer geworden. Säjo 
wirft die Frage auf, ob nicht Hippodamia convergens auch 
in anderen subtropischen Gebieten, in denen höhere Gebirge 
liegen, mit Erfolg akklimatisiert werden könnte, sowie ob 
nicht auch eine ähnliche Methode bei unserem Siebenpunkt 
angewendet werden könnte zur Bekämpfung des Heuwurmes 
und anderer Schädlinge; allerdings sei der Umstand nach- 
teilig, daß der Siebenpunkt niemals in so großen Massen, 
sondern mehr zerstreut überwintere. Herr Dittrich weist 
außerdem auf eine kleine Arbeit von J. Weise in Wiener 
Ent. Zeit. H. 27 N. 3 hin, worin die Angabe, daß der 
Siebenpunkt den Heuwurm verzehre, als falsch abgelehnt wird. 
Herr Wolf legt vor seine Agrotis-Sammlung Teil II, 
Herr Nagel 2 dem Schulmuseum gehörige Glossina pal- 
palis, die Tsetsefliege, den Wirt der Trypanosoma gam- 
biense aus dem Gebiete der Schlafkrankheit Rumonga am 
Tanganjikasee. 
4. Oktober. Herr Wolf legt vor den 3ten Teil seiner Agrotis- 
Sammlung; Herr Dittrich berichtet nach Naturvv. Rund- 
schau : Yukatan ist innerhalb von 2 Jahren durch eine Bak- 
terien-Epidemie von den periodisch das Land befallenden 
Schwärmen der Heuschrecke Schistocerca pallens Thunb. 
befreit worden. Die Krankheit dauert etwa 12 — 36 Stun- 
den und ist durch starke Diarrhoe gekennzeichnet. Der 
Darminhalt der Tiere liefert eine fast reine Kultur eines 
Bazillus, den Herr F. d'Herelle isoHert und dessen be- 
sondere pathologische Wirkung er festgestellt hat, des 
Coccobacillus acridiorum n. sp. In Argentinien hat derselbe 



!KVI Vereinsuachricliten. 

Forscher die Wirkung des Bazillus auf wSchistocerca para- 
nensis Burm., die alljährlich große Strecken des Parana- 
gebietes verheert, geprüft und ist dabei zu überraschend 
günstigen Ergebnissen gekommen. Die ersten, durch 
längere Kultur geschwächten Bazillen bewirkten den Tod 
erst nach 36 — 60 Stunden. Der Darminhalt dieser Tiere 
wurde aber wieder benutzt u. s. f., nach der loten Serie 
trat der Tod der infizierten Tiere schon nach 6 — 8 Stunden 
ein. Das war nicht nur im Laboratorium, sondern auch im 
Freien der Fall. Auf einer Prärie von 35 ha wurde i 1. 
Kulturflüssigkeit ausgegossen. Nach 5 Tagen fand man 
zahlreiche tote Heuschrecken und bald traten selbst in 50 km 
Entfernung neue Infektionsherde auf, die von den geflügel- 
ten Heuschrecken (32 km in einer Nacht zurücklegend) 
herrührten. Auch andere Heuschreckenarten wurden an- 
gegriffen. 

II. Oktober. Herr Dittrich berichtet nach Naturw. Wochen- 
schrift über die Untersuchungen des Herrn Dr. Stellwaag 
über den Flug der Bienen. Diese Untersuchungen wurden 
angestellt an im Fluge durch Chloroform getöteten Bienen 
und ergaben, daß die Bewegungen der Flügel nicht durch 
die kleinen, direkt zur Flügelwurzel führenden Muskeln, 
sondern durch die von kräftigen Muskeln herbeigeführten 
Bewegungen der Rückenplatte des Thorax gegen dessen 
Bauchplatte verursacht werden. Die interessanten Photo- 
graphien der verschiedenen Flugstcllungen werden vorgelegt. 
Herr Latussek zeigt Acrolepia assectella, erzogen aus 
Zwiebelsamen, und Acalla hastiana von Weide mit den 
Schmarotzern Pimpla turionellae und Meteorus sp. 

18. Oktober. Herr Wolf legt vor den 3ten Teil seiner Agrotis- 
Sammlung; Herr Dittrich berichtet: Die nördlichen Graf- 
schaften von Californien wurden 191 1 von einer Raupenplage 
und hinterher von gewaltigen Schwärmen von Schmetterlingen 
heimgesucht und zwar von der Vanessa verwandten Eugonia 
caHfornica. Die Falterschwärme wanderten südwärts, wäh- 
rend der Nacht ruhten sie zwischen den Blättern der Bäume 
und Sträucher, an Hausmauern oder sonstwo; nach 9 Uhr 



Vereinsnachrichten. XVIT 

morgens sah man sie in voller Wanderung. An einer Stelle 
zählte man in einer Minute durchschnittlich io8 Falter, An 
feuchten Stellen oder an Flußufern, wo sich die Tiere zum 
Trinken niederließen, wurden 150 Stück auf einen Quadrat- 
fuß gezählt. Unter diesen Schwärmen räumte ein Stärling 
Euphagus cyanocephalus gewaltig auf, indem er die Falter 
von den feuchten Stellen aufpickte, oft 5 in einer Minute. 
Große Scharen dieser sonst schädlichen Vögel waren von 
Morgens bis Abends mit dem Vertilgen der Falter beschäf- 
tigt; außer dem Stärling waren noch 4 andere Vogelarten, 
von denen 3 gewöhnlich schädlich sind, in geringerem Grade 
mit dem Fange der Falter beschäftigt. Der Nutzen der 
Vögel ist in diesem Falle ersichtlich. (Naturw. Rundschau.) 
Herr Borken hagen hat in Carlowitz Schwalben 
Coenon. pamphilus fangen gesehen, Herr Du da hat FHegen- 
schnäpper und Rotschwänzchen beim Fangen von Bienen 
beobachtet. Herr Tischler bestreitet, daß letztere Bienen 
fangen, dagegen fangen Fliegenschnäpper besonders Drohnen 
oder auch die Königin aus dem Schv/arm heraus. 
2$. Oktober, Herr Wolf zeigt den 5ten Teil seiner Agrotis- 
Sammlung; Herr Rösner Calandra oryzae aus den von 
Herrn Czaya erhaltenen Makkaroni. Die Tiere waren 
noch nicht ganz ausgefärbt, konnten aber an vollkommen 
ausgefärbten als hierher gehörig erkannt werden ; unter den 
Tieren fand sich auch eine einzige Calandra granaria. Herr 
Dittrich legt vor Mutilla europaea und differens und be- 
spricht die Unterschiede der beiden Arten. 

I. November. Herr vS c human n teilt mit, daß in der Schau- 
sammlung des zoologischen Museums Anobien nicht nur 
Holz zerstört, sondern auch in den Spiegelbelag der Falter- 
kästen labyrintische Gänge gefressen hätten; Herr Wolf 
legt vor den 6tcn Teil seiner Agrotis-Sammlung. Herr 
Rachel Larentia designata ab. islandica Stgr. gef. in Ober- 
schlesien (neu für Schlesien). 

8. November, Herr Wolf zeigt den yten Teil seiner Agrotis- 
Sammlung und spricht besonders über Agrotis ripae; Herr 
Dittrich legt vor die schlesischen Macrophya- Arten mit 



XVIII Vereinsnachrichten. 

blutroten Hinterschenkeln, darunter M. diversipes Schrk. 
neu für Schlesien, gefangen von Herrn Duda bei Nimptsch. 

15. November. Herr Wolf spricht über den 8ten Teil seiner 
Agrotis-Arten, insbesondere über die Varietäten von tritici 
und segetum; Herr Vogel hat bei Lomnitz von Parasemia 
plantaginis nur ab. hospiton (nur 2 Stück hatten gelbe Unter- 
flügel) und ab. borussia in einem Stück gefangen; Herr 
Nagel in Ramsau nur die Stammform, Herr Wolf bei 
Beuthen nur ab. hospiton. 

22. November. Herr Nagel spricht über die Absicht des 
Herrn Rechtsanwalt Bohn, den Apollofalter am Geiers- 
berge einzuführen, Herr Wolf über den gten Teil seiner 
Agrotis-Sammlung. Herr Rösner legt vor Necydalis major, 
den er bei der Arbeit beobachtet hat, Agapanthia coerulea, 
Platyris minuta, dessen rechter Fühler am Ende gespalten 
ist, und Spondylis buprestoides, der nur an einem Tage, da 
aber sehr zahlreich beobachtet wurde. 

Herr Stertz spricht über seine Reise nach Algier und 
Tunis und legt vor Hypoplectis heuricaria Oberth. 9 C?» 
Larentia vallantinaria Oberth., Larentia oxybiata Mill, 9> 
Zygaena therryi 9 cf. Phragmatobia breveti Obth., Phrag. 
pudens Luc, Euchloe falloui 9 Allard, Cymbalaphora po- 
welli, Anchoscelis polybela Stdgr., Lasiocampa n. sp. oder 
decolorata var. 9 cT» Las. trifolii var., Parnassius apollo 
dubius 9 > Epinephele daoludra 9 Moore, Chrysoph. v. mar- 
gelanica (^ Stgr. 

29. November. Herr Di t trieb berichtet nach Prom. über die 
Bekämpfung des Schwammspinners und Goldafters in den 
Vereinigten Staaten. Bei der Zucht der aus Europa einge- 
führten Schmarotzer dieser Falter haben sich verschiedene 
sehr interessante Erscheinungen gezeigt. Pteromalus egregius 
griff bald die Goldafter-Raupen, bald Apanteles lacteicolor 
Vier, deren Schmarotzer an; ebenso war Monodontomerus 
aereus bald Schmarotzer iter Ord. in den Raupen, bald 2ter 
in den Tachinen. Anastatus bifasciatus war Eierparasit, 
ebenso Schedius kuvanae aus Japan. Die Tiere verflogen 
sich z. T. sehr schnell und traten als Schmarotzer in weiten 



Vereinsnachrichten. XIX 

Entfernungen von dem Orte aus, wo man sie freigelassen 
hatte, bald verbreiteten sie sich nur in der nächsten Nähe 
dieses Ortes. 

Herr Wolf legt vor die Pachnobia- und Mamestra- 
Arten (i. Teil) seiner Sammlung und berichtet, daß Cheim. 
brumata zwischen dem lo. und 20. November in Oswitz zu 
Tausenden aufgetreten sei, dasselbe war der Fall in Scheitnig 
(Nagel); Herr Czaya zeigt Käfer aus Ostafrika. 
6. Dezember. Herr Wolf legt vor den 2ten Teil seiner Ma- 
mcstra-Arten ; Herr Dittrich berichtet weiter nach Prom.: 
Eine Tachine Blepharipa scutellata legt ihre Eier einfach 
auf die Blätter, welche die Schwammspinnerraupen verzehren, 
und die Larven kommen in deren Darmkanale aus ; ähnlich 
verfährt eine japanische, der europäischen nahe verwandte 
Tachinen-Art. Interessant ist auch, daß diese Larven sich 
mittels eines kelchartigen Gebildes an ein Atemloch der 
Raupe anlegen und durch dieses atmen. Eine in den Eiern 
des Goldafters schmarotzende Hymenoptere Trichogramma 
ist mit der amerikanischen Tr. pretiosa so nahe verwandt, 
daß sie nicht von ihr unterschieden werden kann, führt aber 
ein anderes Leben. Bei Parthenogenesis bringen nämlich 
die europäischen Trichogramma 9 und cT, oder nur 9» 
pretiosa aber nur (^ hervor. Tachina larvarum ist ein wich- 
tiger Feind des Schwammspinners in Europa, die nahe ver- 
wandte Tachina mella Walck. geht den Schwammspinner 
aber nicht an; beide Arten paaren sich aber untereinander. 
Auch die amerikanischen Parexorista cheloniae Rond. glei- 
chen den europäischen völlig, kreuzen sich mit ihnen, greifen 
aber nicht wie diese den Goldafter an. 

Herr Vogel hat eine Methode entdeckt, das Weiß- 
werden grüner Falter beim Aufweichen zu verhindern. Er 
bringt z. B. bei Habryntis scita Hb., die in Lomnitz häufig 
ist, und bei EUopia prasinaria Wattebäusche am Thorax 
unter den Flügeln an, so daß die Nässe nicht an die Flügel 
kommt, aber die Flügclmuskeln erweicht, und läßt unter 
wiederholtem Anfeuchten der Watte die Falter an der Luft 
den Tag über stehen, ehe er spannt. Die vorgelegten, so 



XX Vereinsiiachrichten. 

behandelten Falter zeigten ihre schöne, grüne Farbe; die 
nach Regen oder Tau gefangenen Tiere sind fast ganz weiß. 

13. Dezember. Herr Reimann (Oppeln) legt vor Vanessa 
urticae L., gezogen unter verschiedenfarbigem Lichte. Die 
im roten und gelben Lichte gezogenen unterscheiden sich 
in nichts von den gewöhnlichen, die aus dem grünen Lichte 
sind heller, am schnellsten ging die Entwickelung im blauen 
Lichte vor sich; ferner Bombyx quercus, deren Raupen 
sich sehr verspätet hatten und überwintert wurden. Der- 
selbe berichtet ferner über einen selbst gefertigten Apparat 
zum automatischen Köderfang. 

LIerr Wolf zeigt die Dianthoecia- Arten seiner Samm- 
lung; Herr Mensik hat Herrn Nagel Lyc. icarus mit sehr 
hübscher Färbung, Lyc. bellargus 9 ^^^^ Borkhausenia 
pokornyi geschickt. Herr Nagel spricht über die Gatt. 
Cemiostoma. Es sind dies Blattminierer, die sich z. T. als 
Falter gar nicht unterscheiden, aber in ihren Minen und 
Puppen verschieden sind; C. scitella lebt auf Weißdorn, ihre 
Räupchen hängen oft in großen Mengen von den Bäumen 
herab. 

Herr Dittrich berichtet nach Prom., daß Apanteles 
lacteicolor Vier, in Europa als Schmarotzer in jungen Räup- 
chen vom Goldafter und immer einzeln lebe; eine ganz 
gleiche Form aus Japan lebt dagegen gesellig in alten 
Raupen und wurde deshalb als biologische Art A. con- 
spersae benannt. Während bei uns die Goldafterraupen 
auf Crataegus, Obstbäumen u. dergl. leben, fand sich in 
Südfrankreich bei Hyeres kein Tier der Art auf solchen 
Bäumen, dagegen lebten dort die Raupen in lichten Ge- 
hölzen auf Arbutus unedo (Erdbeerbaum). Die Nester 
waren weit loser gewebt und durch die Maschen krochen 
junge Räupchen aus und ein, um selbst im Januar an den 
Blättern zu fressen. 

20. Dezember. Herr Stertz teilt mit, daß er dies Jahr in 
Algier eine g'anze Anzahl Tiere gefangen habe, die voriges 
Jahr nicht erschienen waren und legt vor: Parnassius mnemo- 
syne 9 cT "^'- gigantea Türk, wahrscheinlich eine zwerghaftc 



Vereinsnachrichten. XXI 

Höhenform, Crocallis auberti (^ , C. boisduvallaria cT (Algier), 
Agrotis multifida Breuer cf, Thaumatopoea heracleana var, 
colossa (Algier), Sesia hymenopteriformis Beil., Sciapteron 
dispar Stgr. 9 cf (Bon Saudi Algier) und Somabrachys 
unicolor (^ (Algier). 

Herr Nagel spricht über Brachyta interrogationis L., 
die in zahlreichen Varietäten auftritt, und zeigt ein ganz 
schwarzes Tier, das nur an den Flügelrändern gelbe Punkte 
aufweist; das Tier wurde mit anderen derselben Art an 
Aquilegia-Blüten auf dem Sellajoche gefunden, von den 
anderen stammten i Stück von der Seisser Alp und 4 vom 
Splügen (gef. im Grase). 

Herr Rösner legt vor Buprestis rustica und Saphanus 
piceus; letzterer wurde aus dem Wasser gefischt. 



Wetterbericht für \g\2. 

Januar i. — 10. bedeckt oder trübe i. — 7. mit Regen und Wind, 
schwacher Schnee 7., 8. — 10. heiter, Oder mit Eis g. ^7,4** 

h5'4*'' ^^' — 20, meist heiter und sonnig, z. T. scharfe 

Ostluft, Schnee 16., Oder steht 11. — 14,7** 5,3"- 

21. — 31, wechselnd hell und bedeckt, schwacher Schnee 27., 
29. und 31., scharfer Westwind 27. — ii" f-^^*^- 

Februar i. — 10. trübe und Schnee i. — 3., sonnig mit z. T. 
scharfer Luft 4. — 9., Nebel und abends Regen 10. — 14,1° 

höö"- ^^- — -O- trübe und naßkalt 11. — 16., 19., 20., 

sonnig 17., 18., schwacher Schnee 12., 15., 16., Eisgang 17., 

Nebel 20. — 0,2" h7'4''- ■^i- — -9- meist trübe und Nebel, 

Regen nur 25. und 29. sonnig. 1,7» — 8,5". 

März I, — 10. wechselnd bedeckt und sonnig, z. T. angenehm. 
Regen 4., 5., windig 6., 7., 10. 4,2° — 9,5". 11. — 20. trübe 
oder bedeckt z. T. nachmittags aufhellend 11. — -14., 17. — ig., 
sonnig, rauh 15., 16., meist heiter 20., Graupeln 11., Regen 
II., 16., 17. 0,80 — 8,3". 21. — 31. wechselnd bedeckt und 
sonnig. Regen 21, 26. — 2g., 31., starke Winde 21., 27. — 2g., 
31. 5,10—14,60. 

April I. — 10. meist bedeckt, nur zeitweise sonnig, Regen i., 
2., 4. — 8., Schnee 10., vielfach windig, Böen 6., g. 1,4 — iio. 



XXII Vereinsnachrichten. 

II. — 20. bedeckt 11., 12., 13., 20., sonst meist heiter. vSchnee 
10.— 12., 14., Nebelregen 14., Sonnenfinsternis 17., windig 
II., 12., 20. —0,6" [-10,40. 21. — 30. meist sonnig, nach- 
mittags z. T. bedeckt, bedeckt mit Regen 25., 30. schwache 
Schneeflocken. 5,20- — 12,50. 

Mai I. — 10. meist sonnig, trübe 4., 7., io„ Regen 4., 7., 9., 
Gewitter mit starkem Gusse 7. 4,4» — 13,0". u. — 20. meist 
bedeckt oder trübe, sonnig 11., ig., 20., Ferngewitter 12., 
Gewitter mit Regen 13., 16., Regen 15. 10,6" — 20,2". 
21. — 31. meist bedeckt, sonnig nur 21., 22., 31., Regen 
(z. T. schwach) 22. — 26., 28. — 31., Wind 25., 30. io,oo — i8,g". 

Juni i. — 10. meist sonnig, warm oder schwül, bedeckt 2., 3., 
10., gewitterdrohend 2. — 5., 8., Gewitter 5., 8. (schwere Ge- 
witter in der Provinz 8.), Regen 3., 4., 10. 14,5" — 22,3". 
II. — 20. meist bedeckt, z. T. nachmittags aufhellend, z. T. 
starker Regen 12. — 16., 18. — 20., Gewitter 15., 20., Wind 
15. — 18. 12,40 — 19,8". 21. — 30. sonnig, z. T. verschleiert, 
bedeckt 22., 26. — 27., 30., Regen 21., 26., 30. 15,60 — 21,80. 

Juli I. — 10. meist heiter, Gewitter mit Regen 3., 9., Regen 
nachm. 2., nachts 2., 5. 16, i« — 22,40. 11, — 20. sonnig, 
schön, nachts Regen 16. 17,60 — 22,60. 21. — 31. ^^ heiter, 
Gewitter mit Regen 23., 26., 28., 29., Regen 22., 24., 30., 
Gewitter ohne Regen 24. 17,10 — 24,60. 

August I. — 10. heiter i. — 5., 10., bedeckt oder trübe 6. — 9., 
Gewitter mit Regen nachts 3., 6., Regen 3., 6., 7., 8. 
15 — 220. 1 1.— 20. früh sonnig, dann meist bedeckt und z. T. 
starker Regen, ganz bedeckt 12., ohne Regen 11., 15., 17. 
bis 19., sonnig 18., Gewitter 20. 14—20,10. 21. — 31. wech- 
selnd, trübe mit Regen 21. — 23., 31., sonnig oder -±_ be- 
deckt 22., 26., 29., 30., Gewitter 21. 12,4 — 19,20. 

September i. — 10. bedeckt, kühl und windig, sonnig nur 4., 
ohne Regen i., 2. 8,7 — 14,20. 11. — 20. wechselnd bedeckt 
oder trübe und verschleiert sonnig, ohne Regen 13., 19., 20., 
Hagel 16. 8 — 11, 60. 21, — 30. meist sonnig oder nachmit- 
tags + bedeckt, trübe oder bedeckt 24., 26., Regen 23. — 25., 
27. 7,2—8,60. 

Oktober i. — 10. meist sonnig, trübe 2., 3., 7., bedeckt 10., 



Vereinsnachrichten. XXIII 

Regen i. — 4. 1,8 — 11,3". 11. — 20. meist sonnig oder heiter, 
trübe oder bedeckt 11,, 15., 20., Regen 15., 18., Reif 12., 17. 
5,g — q.qo. 21. — 31. meist bedeckt oder trübe, -(- sonnig 21., 
29., schwache Tropfen 22., 2^., 27., Regen 24., 30., 31. 
1,3— II 0. 

November i. — 10. bedeckt oder trübe, sonnig z. T. 4., 8., 
Regen i. — 3., Schnee mit Regen i., 5., Schneesturm 3., 
Nebel g., 10. — 2,6 — 5,1«. 11. — 20. bedeckt oder trübe, 
z.T. nachmittags aufhellend 11. — 13., 19., 20., meist sonnig 
14. — 18., Regen 11., 12., 20., Wind 11. 0,2 — 6,30. 21.^30. 
trübe, z. T. später aufhellend 21., 22., 25., 26., 29., sonst 
-f- sonnig. Regen 2"i., 22., 25., 28., 29., Reif 28,, 30. 1,9— 3,60. 

Dezember i. — 10. -j- sonnig, bedeckt 3., 4., 10., Regen i., 9., 
Graupeln 3., Reif i., 2., 5. — 9. — 0,8 — 2^,2'^. 11. — 20. meist 
bedeckt oder trübe, -\- sonnig nur 18., 20., Regen 1 1., 14. — 16., 
19., Nebel 11., 12., 14,, Sturm 15. 2,0« — 7,90. 21. — 31. sonnig 
schön 21. — 23., bedeckt 24. — 28., heiter 29. — 31., Regen 
26.— 30. 1,5—9,3". 



XXIV Vereinsnachrichten. 



Kassenbericht für 1912. 

Kassenbestand Ende igi i 130 Mk. 48 Pf. 

Einnahmen: 

i) an Mitgliederbeiträgen 253 Mk. — Pf. 

2) an Zinsen 6 „ 74 „ 

3) an Erlös für verkaufte 

Zeitschriften etc 60 „ 95 „ = 320 „ 69 „ 

Summa 451 Mk. 17 Pf. 
Ausgaben: 

1 ) an Druckkosten für das 

Jahresheft IV 1S4 Mk. 70 Pf. 

2) Feuer - Versicherungs- 
Prämie 4 „ — „ 

3) für Miete und Behei- 
zung des Vereinslokals 59 „ IG „ 

4) für angeschaffte Bü- 
cher, an Buchbinder- 
Kosten, Porto, Druck- 
sachen, Papier u. s. w. 115 „ 3g „ = 363 „ 19 „ 

Bleibt als Kassenbestand Ende 1912 87 Mk. 98 Pf. 

Anm. Nach Beschluß der Haupt -Versammlung vom 

15. Januar 1886 werden alle Restanten durch den Kassenwart 
gemahnt. 



Vereinsnachricliten. XXV 



Ludwig Ganglbauer f. 



Nachruf. 

Er war geboren am i. Oktober 1856 in Wien als Sohn 
eines Finanzbeamten, besuchte von 1866 bis 1874 das Schotten- 
gymnasium und studierte dann auf der Wiener Universität 
Zoologie und Botanik, 1878 legte er die Prüfung für das Lehr- 
amt an Mittelschulen ab und war von 1879 — 1880 Probekandidat 
am akademischen Gymnasium in Wien. Am i. Oktober 1880 
wurde er zum Assistenten des K. K. Zoologischen Hofkabinettes 
in Wien ernannt; am 31. Dezember 1885 wurde er Custos- 
Adjunkt, 17. Dezember 1892 Custos, 25, April 1898 Custos 
I. Klasse, 21, Dezember 1904 nach dem Abgange Professor 
Brauer's Leiter der zoologischen Abteilung am K, K. Hof- 
museum, endlicii i. Mai 1906 Direktor dieser Abteilung. In- 
folge der übergroßen Anstrengungen, welche die Verwaltung 
dieser Stellung und die Arbeiten für sein Lebenswerk mit sich 
brachten, erkrankte er, mußte sich 191 1 einer schweren Darm- 
operation unterziehen und starb, ohne wieder die Gesundheit 
erlangt zu haben, am 5. Juni in Rekawinkel, seinem geliebten 
Sommeraufenthalte. 

Von Jugend auf voll Interesses für die Naturwissenschaften, 
das er auch durch Sammeln von Käfern und Pflanzen be- 
kundete, wurde er auf dem Gymnasium durch den dortigen 
Fachlehrer noch mehr angeregt. In seiner Stellung am Hof- 
museum hatte er Gelegenheit, sich ganz seinen Lieblingen, den 
Käfern zuzuwenden, über die er, unterstützt von den reichen 



XXVI Vereinsnacht ichtefl. 

Schätzen des Museums und durch die auf seinen Landaufent- 
halten und vielfachen Reisen gemachten eignen Sammlungen 
zahlreiche Einzelarbeiten veröffentlichte. Von seinem Haupt- 
werk »Die Käfer Mitteleuropas« erschien 1892 der ite Band 
(Carabidae), 1895 der 2te (Staphylinoidea i. Teil), 1898 der 
3te (Staphyl. 2. Teil und Clavicornia), 1904 der 4te Band i. Hälfte. 
Das somit leider unvollendet gebliebene Werk soll zu Ehren 
des Meisters durch seine Schüler und Freunde fortgesetzt werden. 
Dieselben beabsichtigen auch die Stiftung eines Ganglbauer- 
Preises, der zur Prämiierung von systematisch - deskriptiven 
Arbeiten über palaearktische Käfer bestimmt ist. 

Eine Zusammenstellung der zahlreichen Einzelarbeiten, die 
in verschiedenen Zeitschriften erschienen sind , veröffentlicht 
Herr A. Hetschko in der Wiener Ent. Zeit. XXXII H. i 

P- 7 — 15- 

Unserm Vereine gehörte Ganglbauer seit Januar 1904 als 

korrespondierendes Mitglied an; mit mehreren unserer Mit- 
glieder stand er in Verbindung; sein Hinscheiden ist wie für 
die Wissenschaft, so auch für unseren Verein ein schwerer 

Verlust. 

R. Dittrich. 



Vereinsnachrichten. XXVII 



Julius Gerhardt. 



Nachruf. 

Mit Bild. 

Am i8. November des vergangenen Jahres starb der Ober- 
lehrer Julius Gerhardt zu Liegnitz im Alter von nahezu 
86 Jahren. In ihm schied der Nestor der schlesischen Botaniker 
und Koleopterologen aus dem Leben. 

Gerhardt wurde am i8. Januar 1827 zu Buchwald im 
Riesengebirge geboren. Sein Vater war ein tüchtiger Schuh- 
machermeister, der die Herrschaften des Ortes und der Um- 
gegend zur Kundschaft hatte. Der rege Verkehr im Eltern- 
hause erweiterte den Gesichtskreis des geweckten Knaben. 
Neben dem Unterricht in der guten -Dorfschule genoß er Privat- 
stunden bei dem Ortsgeistlichen und bei einer Schwester der 
Frau Gräfin von Reden. Auch die schöne Umgebung des 
Heimatsdorfes übte einen anregenden Einfluß auf den empfäng- 
lichen Knaben aus und führte ihn frühzeitig zur Beschäftigung 
mit Naturgegenständen, besonders mit Pflanzen, die er gern 
sammelte und trocknete. Der Schule entwachsen und auf den 
Lehrerberuf sich vorbereitend, erhielt seine pflanzenkundliche 
Betätigung eine zielbewußtere Richtung, als er von kundiger 
Seite mit dem Bestimmen der wichtigsten Gefäßpflanzen nach 
einem wissenschafthchen System vertraut gemacht wurde. 

Nachdem Gerhardt das Bunzlauer Lehrerseminar absolviert 
hatte, wurde er Adjuvant in Kunitz bei Liegnitz (1847). Hier 
stand er in der Botanik bereits auf eigenen Füßen, und hier setz- 
ten auch seine koleopterologischen Beobachtungen ein. Von jetzt 



XX VIII Vereinsnachrichten. 

ab arbeitete er auf beiden Gebieten mit gleicher Liebe und 
Sorgfalt, und er blieb seiner Beschäftigung auch nach seinem 
Übertritt in den Liegnitzer Schuldienst (1850) und nach Begrün- 
dung eines eigenen Hausstandes treu, auch zu einer Zeit, da ihn 
die karge Besoldung und die Sorge für die zahlreiche FamiHe zu 
mancherlei Nebenbeschäftigung nötigte. Er benützte jede freie 
Stunde, um in seinen Lieblingsstudien vorwärts zu kommen. 
Seine botanische Tätigkeit schloß er 1885 mit der Veröffent- 
lichung einer Flora von Liegnitz ab, einem Werke, das den 
erfahrenen Fachmann bekundet. 

Als Koleopterolog hatte sich Gerhardt bald an Letzner an- 
geschlossen, den er gewöhnlich nach Schluß der Sammelsaison 
in Breslau besuchte, um mit ihm die gegenseitigen Erfahrungen 
auszutauschen. Das Zusammensein der beiden befreundeten 
Männer war für Gerhardt stets ein Ereignis, von dem er gern 
erzählte; verfolgten beide doch das gleiche Ziel: die Erforschung 
der heimatlichen Fauna. Zur Erreichung dieses Ziels entfalteten 
sie eine eifrige Sammeltätigkeit, der sie erst im hohen Alter 
naich und nach entsagten. Gerhardts Forschungen erstreckten 
sich fast ausschließlich über Teile Niederschlesiens. In erster 
Linie kam hierbei die nähere und die entferntere Umgebung, 
seines Wohnortes in Betracht, an deren Erschließung mit den 
Jahren auch jüngere Kräfte teilnahmen. Das Gebiet war als 
Bindeglied zwischen den Vorbergen und der Heide für den ver- 
folgten Zweck günstig; trotz seiner weiten Ackerflächen sind 
ihm doch eine ganze Anzahl ergibiger Sammelstellen v^erblieben, 
die unter Gerhardts Vorantritt fleißig ausgenützt wurden. So 
konnten Jahr um Jahr immer wieder Zugänge dieser engeren 
Lokalfauna verzeichnet werden, die oft auch Neuheiten für die 
ganze Provinz darstellten. Es war eine Zeit frischer, froher 
Tätigkeit, als Gerhardt hier im Mittelpunkte der Bestrebungen 
stand. In den Ferien wandte er sich gern dem Gebirge zu. 
Hatte er in den jüngeren Jahren vorzüglich die höheren Partien 
des Riesen- und Isergebirges durchstreift, so hielt er sich später 
an Orten auf, deren Sammelstellen leichter zu erreichen waren: 
in Lahn und Ketschdorf (Bober -Katzbachgebirge), Neuhaus 
(Waldenburger Gebirge), Ullersdorf (Rabengebirge). In den 



VereinsnachricTiten. XXIX 

letzten Jahren seiner Sammeltätigkeit zog es ihn wieder nach dem 
Orte, wo seine Neigung sich zuerst geregt hatte, nach seinem 
Geburtsdorfe Buchwald. Er war in den genannten Ortschaften, 
die er stets mehrere Jahre hintereinander besuchte, eine be- 
kannte und behebte Persönlichkeit. 

Gerhardt besaß ein ausgesprochenes Sammeltalent: körper- 
liche Rüstigkeit, scharfer BHck, Findigkeit und Ausdauer ver- 
einigten sich in ihm. Selbst an recht sterilen Örtlichkeiten wußte er 
nccli interessante Entdeckungen zu machen, und günstige Ge- 
biete wurden für ihn zu wahren Fundgruben, die er immer und 
immer wieder aufsuchte. Er unternahm seine Ausflüge stets 
mit klugem Vorbedacht und bediente sich der verschiedensten 
Fangmethoden; außerordentliche Erfolge brachte ihm der aus- 
gibig-e Gebrauch des Käfersiebes. Überall sammelte er mit 
der größten Gemütsruhe, ohne sich durch neugierige Zudring- 
lichkeit stören zu lassen. Er prüfte alle Verhältnisse und durch- 
stöberte auch weniger dehkate Orte und Stoffe. Naturgenuß 
war für ihn gleichbedeutend mit Beobachten und Sammeln. 
Beides war ihm so zur zweiten Natur geworden, daß er selbst 
auf seinen Gängen durch die Stadt nicht untätig blieb. 

Bei dieser langjährigen, intensiven vSammeltätigkeit brachte 
Gerhardt ein außerordentlich reiches Material zusammen, mit 
dessen Bearbeitung er es von Anfang an sehr genau nahm. 
Er hatte eine hohe Meinung von zuverlässigen Autoren, verließ 
sich aber in letzter Instanz doch nur auf sein eigenes Urteil. 
Theoretischen Erörterungen fernbleibend, beschränkte er sich 
auf die morphologische Untersuchung der Objekte und deren 
Wertung im Rahmen des Systems. Stieß er in der Literatur 
auf Unsicherheit oder Ungenauigkeit, so ruhte er nicht eher, 
als bis er Klarheit geschaffen hatte. Dies brachte ihn mit fast 
allen namhaften deutschen Koleopterologen in Verbindung, die 
ihn hochschätzten und mehrfach neue Arten und Abarten 
nach ihm benannten. Wir können 7 solcher Dedikationen 
aufführen: Nebria Gyllenhali v. Gerhardti Gabr., Eudectus 
Gerhardti Pietsch, Limnebius Gerhardti Heyd., Olibrus Gerhardti 
Flach, Anaspis thoracia a. Gerhardti Schilsky, Notaris Gerhardti 
Letz. = aterrimus Hampe, Ceuthorrhynchus Gerhardti Schnitze. 

3 



XXX Vereinsnaclii icliten. 

Er selbst lieferte 20 Neubeschreibungen, von denen folgende 
14 die Priorität behalten haben: Pterostichus sud oticus, Haliplus 
immaculatus, Xylodromus affinis, Stenus neglectus, Stenus Kolbei, 
Lathrobium Letzneri (Var. v. fulvipenne Grav.), Atheta silesiaca, 
Hydrobius Rottenbergi (Var. von fuscipes L.), Laccobius bigut- 
tatus, Lathridius campicola, Sphaeriestes Gabrieli, Anaspis pal- 
palis, Gonodera arenaria, Orchestes Ouedenfeldti. Weiter 
zählten wir 94 Abarten (Varietäten und Aberrationen), die 
Gerhardt charakterisierte und benannte. Außerdem bearbeitete 
er kleinere Gruppen und verkannte Arten neu. Er ist in seinen 
deskriptiven Arbeiten sehr genau und durchaus klar, und er ist 
auch einer der ersten unter den Koleopterologen, die der Grund- 
skulptur eine erhöhtere Beachtung schenkten. 

Gerhardt richtete seine Aufmerksamkeit ausschließlich auf 
die Käfer Schlesiens. Alljährlich veröffentlichte er in dieser 
und der Deutschen Entomologischen Zeitschrift Berichte über 
die Auffindung neuer und seltener Arten in unserem Gebiete, 
wobei er auch die Sammelergebnisse und Beobachtungen seiner 
koleopterologischen Kollegen verwertete. Er wirkte durch diese 
Veröffentlichungen anregend auf die weitere Erforschung unserer 
Heimatsfauna. Dankbar müssen wir auch der Unterstützung 
gedenken, die Gerhardt anfangenden und auch fortgeschritteneren 
Kräften gewährte und die wir als einen Ausfluß seiner persön- 
lichen Liebenswürdigkeit und seiner Begeisterung für die Sache 
zu betrachten haben. Traf eine .Sendung von außen ein, so 
legte er seine eigene Arbeit beiseite und unterzog sich bereit- 
willigst der begehrten Determination oder Revision. 

Gerhardt war ein • schlesischer Koleopterolog«, wie ihn 
L. Ganglbauer in einer Arbeit zutreffend bezeichnet, und er wurde 
es noch mehr, als er nach Letzners Tode (i88g) die Vollendung 
der Neuauflage des Verzeichnisses der Käfer Schlesiens über- 
nahm und ganz im Sinne und Geiste des Autors ausführte. 
Durch die Sichtung und Zusammenfassung aller Einzelveröffent- 
lichungen und die Wiedergabe der eigenen reichen Erfahrungen 
der beiden Verfasser liegt in diesem Verzeichnisse ein Werk 
vor, das in prägnanter Kürze über die bisherigen Beobachtungen 
Aufschluß gibt. 19 10 wurde es Gerhardt durch den Beistand 



Vereinsnachrichten. XXXI 

von befreundeter Seite möglich, das Verzeichnis noch einmal 
in revidierter und erweiterter Auflage herauszugeben. Das gut 
ausgestattete Buch wird den schlesischen Koleopterologen auf 
lange Zeit unentbehrlich bleiben. 

Als Gerhardt 1894 in den Ruhestand übertrat, wurden ihm 
mancherlei Ehrungen zuteil; u. a. würdigte der Kultusminister 
Bosse seine wissenschaftliche Bedeutung, indem er dem ein- 
fachen Volksschullehrer den Oberlehrertitel verlieh. An diesem 
Zeitpunkte erwarb auch die Stadtgemeinde Liegnitz seine Samm- 
lungen, ließ aber die Käfersammlung bis zu seinem Ableben 
in seinen Händen. Es war ihm vergönnt, noch 18 Jahre in 
geistiger und körperlicher Frische und Regsamkeit zu schaffen, 
bis ihn eine kurze Krankheit hinwegnahm. Am 21. November 
haben wir die vergängliche Hülle des verdienstvollen Mannes 
in die Erde gebettet; er hatte für die Ansprache in der ernsten, 
weihevollen Stunde selbst das seine Denkungsart charakteri- 
sierende Schriftwort gewünscht: 

Groß sind die Werke des Herrn; 

wer ihrer achtet, hat eitel Lust daran. 
Unserem Vereine gehört Gerhardt seit 1868 an; 1895 wurde 
er zum korrespondierenden und 1907 aus Anlaß seines Soten 
Geburtstages zum Ehrenmitgliede ernannt. 



Übersicht der Gerhardt'schen Arbeiten. 

D. = Deutsche Entoniologische Zeitschrift (Berlin). 

Z. = Zeitschrift für Entomologie (Breslau). 

Orchestes Quedenfeldtii n. sp. Jahresber. d. schles. Gesellsch. f. vaterl. Kultur 

1865 (Breslau). 
Zwei entomol. Riesengebirgs-Exkursionen v. O. Pfeil u. J. Gerhardt. D. 1865 

p. 219—233. 
Über die größeren deutschen Arten der Genus Limnebius. D. 1866 p. 395 — 404. 
Amphibolus striatellus Bris. D. 1867 p. 392 — 93. 
Lathrobium Letzneri n. sp. D. 1868 p. 257 — 58. 

Die Wasserkäfer der weißen Wiese im Riesengebirge. D. 1869 p. 259 — 61. 
Hydrobius Rottenbergi n. sp. Z. 1872 p. i — 7. 

Über Limnebius sericans Muls., picinus IMrsh., Fussii n. sp. D. 1876 p. 163 — 69. 
Anaspis (Silaria) palpalis n. sp. D. 1876 p. 381—83. 
Zur Gruppe A der Rottenberg' sehen Laccobius-Arten. Z. 1877 p. 8 — 27. 

3* 



XXXII Verelnsnachricliten. 

Über sclilcs. Anaspis- und Silaria-Aiteii. Z. 1877 p. 28 — 31. 
Omalium affine n. sp. Z. 1877 p. 32 — 33. 
• Zur Unterscheidung der Arten aus der Gruppe des Haliplus ruficoilis Deg. Z. 1877 

I^- 34—37- 
Zwei neue Jlaliplus-Arten (H. innnaculatus u. borealis). Z. 1877 p. 40 — 41. 
Über Herbst- und Winterkäfer. Z. 1879 ]). 66 — 69. 

Zu Philonthus ebeninus Grav., concinnus Skarp. u. dimidiatus Sahlb. Z. 1888 p. 7 — 9. 
Käferfänge unter Menschenkot. Z. 1888 p. 10 — 13. 
Beiträge zur Unterscheidung unserer schles. Coeliodes-Arten aus der Gruppe des 

C. (piercus. Z. 1889 p. i — 5. 
Zu Stenocarus fuliginosus Mrsii. und guttula Fbr. Z. 1889 p. 6. 
Ein nocli unbeschriebener Käfer (Olibrus Gerhardti Flach). Z. 1889 p. 7. 
Mniophila muscorum Koch und Wroblewskii Wank. Z. 1891 p. 30 — 32. 
Zu Platysihetus cornutus Gyll. und alutaceus Thoms. Z. 1893 p. 4 — 5. 
Slenus Kolbei n. sp. D. 1893 p. 359 — 61 und Z. 1893 p. 6 — 8. 
Bericlitigungen und Ergänzungen zur II. Aufl. des Verz. der Käfer Schlesiens. 

Z. J893 ]). 19-21. 
Die Artenrechte von Elmis Mcgcrlei Dft. Z. 1894 p. 5 — 7. 
Über das Reinigen der Käfer durch Kochen. Z. 1894 p. 8 — 10. 
Seminolus (Byrrhus auct.) arietinus Stcff. sji. pr. Z. 1895 p. 12 — 16. 
Opatrum riparium Scrib. D. 1896 p. 383—84 und Z. 1897 p. i — 4. 
Zu Cleonus turbatus Fahrs. Festschrift des Vereins für schles. Insektenkunde 

1897 p. 21—22. 
Zu Ceuthorrhynchus barbarcae Sffr. Desgl. p. 23 — 25. 
Der Wasscrwald bei Kaltwasser Kr. Lüben. Eine koleopterologische Skizze. 

Desgl. p. 25-31. 
Nachträgliches über Seminolus arietinus Steff. Desgl. p. 32 — 35. 
Hyperaspis concolor Suffr. — eigene Art. Z. 1898 p. 17 — 21. 
Eine neue .Stenus-Art (St. neglectus). D. 1899 p. 220 und Z. 1899 p. 20 — 22. 
Leptacinus linearis Kr. sp. pr. D. 1900 p. 72 — 74 und Z. 1900 j). 10 — 14. 
Eine neue Käferarl (Salpingus Gabrieli). D. 1901 p. 156 und Z. 1901 p. 18—21 
Über Xantholinus linearis Kr. und longiventris Heer. D. 1901 p. 205-8 und 

Z. Ol p. 1—5. 
Ein Beitrag zur Kenntnis der Orthoperen. Z. 1902 p. 23 — 25. 
Enicmus anthracinus Mannh. sp. pr. D. 1903 p. 238 — 39 und Z. 1903 p. 14 — 16. 
Acritus nigricornis E. H. D. 1903 p. 239 — 40 u. 1904 p. 368 u. Z. 03 p. 12 — 13. 
Eine neue deutsche Käferart (Isomira arenaria). D. 1904 p. 366 u. Z. 04 p. 79 — 82. 
Beitrag z. Kenntn. einiger Ernobius-Arten aus d. Gruppe d. nigrinus Er. D. 1905 

p. 221 — 22 und Z. 05 p. 6 — 8. 
Zu Enicmus minutus L. und anthracinus Mnnh. D. 1905 p. 271 — 72 und Z. 05 

p. 1 1 ~ 1 2. 
Zu Atomaria proli.xa Er. und pulchra IMärk. Z. 1904 p. 83 — 84 und D. 1905 

p. 271—72. 
Eine neue Homalotide (Atlieta silesiaca). D. 1906 p. 239 — 40 u. Z. 06 p. 10 — 12. 



Vereinsnachrichten. XX XIII 

Vax Ilonialota oilwta Er. 1). 190(1 p. 463 — 64 iiiiil Z. of) p. 13 — ^14. 

Athcta Gabricli n. sp. D. 1907 p. 331—32 und /. 07 ]i. 11— (3. 

Über Anthicus floralis L. und quisquilius Thom. D. 1908 p. 205 — 07 u. Z. 08 

P- 1-3- 
Über Gyninclroii bcccabungae L. und veronicae Gcim. D. 1908 p. 207 --08 und 

Z. 08 p. 4-6. 
Diverses aus der sclilcs. Käferfaiuia. Z. 1909 p. 11 — 13. 

l'tcrostichus (Steropus) sudcticus n. sp. D. 1909 p. 50[— 02 u. Z. 09 p. 14— 15. 
Kleine Bcoliachtungcii an schics. Käfern. D. 1909 p. 423. 
Eine neue scidcs. Käferart (Lathridius campicola). D. 191 1 p. 283 und Z. ir 

p. 5-6. 
Beiträge zum Sexus der Käfer. D. 1911 p. 338 und Z. 12 p. I— 3. 
Zu Eiodes oliesa Schmidt und dubia Kugel. D. 19 ri ]i. 340 und Z. 11 p. 4. 
Zu Clivina fossor L. und collaris Ilbst. D. 19 12 p. 464. 
Zu Anthononuis varians l'ayk. D. 1912 p. 464 und Z. 12 p. 4. 
Sanunelberichte. D. 1866, 68, 69, 72, 76, 78, 87—91, 93 — 99, 1900—12. 
Zugänge (Neuheiten) der schlcsischen Koleopteren-Fauna. Z. 1890 — 99, 1900—12. 
Neue Fundorte seltener schlesischer Käfer nebst Bemerkungen. Z. 1893, 95—99, 

1900 — 1910, 1912. 

W. Kolbe. 



XXXIV Vereinsnachrichten. 



Satzungen 

des 

Vereins für schlesische Insektenkunde 

in Breslau. 



§ I. 
Zweck des Vereins ist vorzugsweise, die schlesische In- 
sektenfauna zu erforschen und ein Jahresheft herauszugeben. 

§ 2. 
Der Verein besteht aus ordentlichen, korrespondierenden 
und Ehren-Mitgliedern. 

§ 3. 
Jeder Freund der Entomologie, gleichviel ob innerhalb 

oder außerhalb Schlesiens wohnhaft, kann Mitglied des Vereins 
werden. Zu Ehren- und korrespondierenden Mitgliedern er- 
nennt der Verein solche Entomologen, welche sich wesentliche 
Verdienste um den Verein oder die Entomologie überhaupt er- 
worben haben. 

§ 4. 

Die Aufnahme in den Verein findet auf Vorschlag eines 
Mitgliedes nach Verlauf von 14 Tagen durch geheime Abstim- 
mung statt. Einheimische, welche dem Verein beizutreten 
wünschen, müssen vor ihrer Aufnahme einmal einer Vereins- 
sitzung beigewohnt haben. 

Zur Aufnahme als ordentliches Mitglied des Vereins ist 
eine Mehrheit von zwei Dritteilen der anwesenden Mitglieder 
erforderlich. 



Vereinsnachrichten, XXXV 

§ 5- 
Jedes ordentliche Mitglied zahlt als laufenden, im voraus 

zu entrichtenden Beitrag jährlich 4 Mk. wenn es in Breslau, 
3 Mk. wenn es außerhalb wohnhaft ist. Dieser Beitrag ist 
spätestens bis Ende März an den Kassenwart einzusenden; 
Beiträge, welche bis Ende März nicht gezahlt sind, werden 
durch Postn ach nähme eingezogen. Als Quittung gilt eine, stets 
nur auf ein ]'dhr lautende Mitgliedskarte. 

Wer nicht vor Jahresschluß dem Vorstände seinen Austritt 
anmeldet, wird noch ferner als Mitglied betrachtet. Korrespon- 
dierende und Ehren-Mitglieder zahlen keine Beiträge. 

§ 6- 
Wer trotz schriftlicher Aufforderung zwei Jahre mit seinen 

Beiträgen im Rückstande bleibt, kann durch Beschluß der 

Hauptversammlung aus dem Vereine ausgeschlossen werden. 

§ 7- 
Alle Einnahmen des Vereins dürfen nur zur Deckung der 

Druckkosten für die Vereinsschrift und zu anderen dem Vereine 

dienenden Zwecken verausgabt werden. 

§8. 

Zur Leitung der Vereins-Angelegenheiten wird aus den in 
Breslau ansässigen Mitgliedern alljährlich ein Vorstand gewählt, 
welcher aus einem Vorsitzenden, einem Schriftführer, deren 
Stellvertretern, einem Kassenwart und dem Bücherwart besteht. 

Der Vorstand vertritt den Verein gerichtlich und außer- 
gerichtlich; er ist jedoch nicht berechtigt, die Mitglieder hin- 
sichtlich ihres Privat Vermögens zu.. verpfHchten. Er darf viel- 
mehr für den Verein Rechtsg'eschäfte nur vornehmen mit der 
gleichzeitigen Vereinbarung, daß die Vereinsmitglieder nur mit 
ihrem Anteile an dem Vereinsvermögen haften. 

§ 9. 
Die Vereinssitzungen finden regelmäßig wöchentlich ein- 
mal statt, und kann in denselben über alle nicht der Haupt- 
versammlung vorbehaltenen Gegenstände beschlossen werden; 



XXXVI Vereinsnaehrichtcn. 

außerdem finden Mitteilungen und Vorträge über entomolo- 
gische Gegenstände statt. 

Veröffentlichungen über die Vereinssitzungen sind dem 
Vorstande allein vorbehalten. Derselbe veröffentlicht nach 
seinem Ermessen von Zeit zu Zeit Berichte über die Tätigkeit 
des Vereins in den hiesigen Zeitungen. 

§ ^o- 
Im Monat Januar jeden Jahres findet im Vereinszimmer die 

ordentliche Hauptversammlung des Vereins statt. In derselben 
wird vom Schriftführer über das verflossene Vereinsjahr Bericht 
erstattet, vom Kassenwart Rechnung gelegt und vom Bücher- 
wart über den Stand der Bücherei berichtet, worauf die an- 
wesenden Mitglieder ohne Rücksicht auf ihre Zahl den Vor- 
stand für das neue Jahr durch einfache Stimmenmehrheit in 
geheimer Abstimmung wählen. 

Sollte innerhalb des Jahres ein Mitglied aus dem Vorstande 
ausscheiden, so hat der Gesamtvorstand das Recht, sich nach 
Maßgabe des § 8 zu ergänzen. 

§ II. 
Außerordentliche Hauptversammlungen müssen wenigstens 

4 Wochen vor ihrer Abhaltung sämtlichen Mitgliedern des 

Vereins schriftlich angezeigt werden. 

§ 12. 

Die Bücherei und sonstige durch Kauf oder Geschenke 
erworbenen Gegenstände, desgleichen das durch die Beiträge 
der Mitg-lieder entstandene Vermögen bilden das Eigentum 
des Vereins. 

§ 13. 
Durch den Austritt oder Tod eines Mitgliedes oder durch 
die Eröffnung des Konkurses über sein Vermögen wird der 
Verein nicht aufgelöst. Das betreffende Mitglied scheidet aus 
dem Verein aus, ohne daß es resp. seine Erben einen Anspruch 
auf Abfindung hat. Die Ansprüche aus §§ 738, 740 B. G. B. 
stehen ihnen nicht zu. Den verbleibenden Mitgliedern steht 
aber auch ein Anspruch an ihn oder seine Erben aus § 739 
B. G. B. nicht zu. 



Vcrcinsnadi lichten. XXXVII 

Nur durch Beschluß einer Ilauptversammkmg kann eine 
Änderung der Satzungen erfolgen. Zur Gültigkeit derselben 
ist eine Mehrheit von 3 Vierteilen (■'',4) der erschienenen ordent- 
lichen Mitglieder erforderlich. Zur Änderung des Zweckes ist 
die Zustimmung aller Mitglieder erforderlich. 

Eine Änderung der Satzungen ist in der nächsten Vereins- 
schrift mitzuteilen. 

§ 15. 
Ein Antrag auf Auflösung- des Vereins muß mindestens 

4 Wochen vor der Hauptversammlung sämtlichen ordentlichen 
]\Iitgliedern mitgeteilt werden. Zur Gültigkeit des Beschlusses, 
welcher nur in einer Hauptversammlung gefaßt werden kann, 
ist eine Mehrheit von 3 Vierteilen (•''/4) der erschienenen ordent- 
lichen Mitglieder erforderlich. 

Bei Auflösung des Vereins fällt das Vereins-Eigentum 
demjenigen gemeinnützigen Institute zu, welches die die Auf- 
lösung bescliHeßende Hauptversammlung als Empfänger be- 
zeichnet. 



XXXVIII Vereinsnachrichten. 



Verzeichnis der Mitglieder. 

Ehrenmitglieder. 

Edmund Reitter, Kaiserlicher Rat in Paskau in Mähren, 

Korrespondierende Mitglieder. 

Dr. Penzig, Professor der BoUmik und Direktor des botanischen 

Gartens in Genua. 
J. Weise, Lehrer a. D., Petersdorf Riesengeb. N. 208. 
O. Schmiedeknecht, Professor, Dr., Blankenburg in Thüringen. 
Dr. G. Seidlitz in Ebenhausen, Oberbayern. 
EI. Priese, Dr. phil. in Schwerin (Mecklenburg). 
G. Sparre-Schneider, Kustos am zoologischen Museum in 

Tromsö. 
Dr. D. H. R. von Schlechtendahl in Halle a. S., Wilhelmstr. 9. 
Dr. Karl Daniel in München, Zieblandstr. 37/0. 
Dr. Josef Daniel, Chemiker am k. b. Hauptlaboratorium bei 

Ingolstadt. 
Ew. Rübsaamen, Professor, Oberleiter der staatlichen Reb- 

lausbekämpfungsarbeitcn in Metternich bei Koblenz, Trierer- 
straße 41. 
Rebel, Professor, Dr., Kustos am K. K. Hofmuseum in Wien, 

Burgring 7. 
Dr. Em. Lockay, Bezirksarzt in Prag 1061 H- 
P. Gabriel Strobl, Direktor des Privat-Gymnasiums und des 

Naturhistorischen Museums in Admont (Steiermark). 
Pün geler, Rudolf, Amtsgerichtsrat a. D. in Aachen. 
Alfken, J. D., Lehrer und Assistent für Entomologie am 

Museum für Naturkunde in Bremen, Delmestr. 18. 



Vereinsnachiichtcn. XXXIX 

Schulz, W. A. in Villefranche (Rhone) Station Viticole et de 

Pathologie Vegetale. 
Pax, Ferdinand, Dr. phil., Professor der Botanik und Direktor 

des botanischen Gartens in Breskiu IX, Göppertstr. 6,8 pt. 
Stand fuß, Professor Dr. phil., Direktor des entomologischen 

Museums am eidgenössischen Polytechnikum in llottingen, 

Zürich. 
Pfankuch, Lehrer in Bremen, Hohctorstr. 63/65. 
Hieronymus, G. H., Professor, Dr. phil., Kustos am Königl. 

botanischen Museum, Steglitz bei BerHn, Grunewaldstr. 27. 

Ordentliche Mitglieder. 

1. Ansorge, Baurat, Ober-Landes-Bauinspektor in Breslau X, 
Schießwerderplatz 11. Col. 

2. Arndt, cand. med., Breslau X, Dchmdiunm 48a. Neur. 

3. Auras, Lehrer, Groß-Peterwitz, Kr. Trebnitz. Col. 

4. Bau erlin, Kaufmann in Breslau II, Neue Taschenstr. 11. 
Lep. 

5. Becker, Stadtbaurat a. D. in Liegnitz, Weißcnburgerstr. 3. 
Dipt. 

6. Benner, Pastor an der Königl. Strafanstalt in Rawitsch 
(Posen). Lep. 

7. Benner, Dr. phil., Oberlehrer an der Oberrealschule in 
Hirschberg i. Schles., Wilhelmstr. 53 a. Lep. 

8. Berger, Kaufmann, Breslau II, Tauentzienstr. 54. Lep. 

9. Borkenhagen, Ober-Zoll-Sekretär in Breslau XVI, Auen- 
straße 17. Lep. 

10. Czaya, Fr., Kaufmann in Breslau XVIII, Gryphiusstr. 13. 
Lep. 

11. Czaya, Curt, Dr. jur., Rechtsanwalt in Breslau XVIII, 
Gr3'phiusstr. 13. Lep. 

12. Di tt rieh, Rudolf, Realgymnasialprofessor in Breslau IX, 
Paulstr. 3411- Hym. Vercinsschriftführer. 

13. Drechsler, Dr. phil., Gymnasialdirektor in Zabrze O S. Col. 

14. Duda, Dr. med., Kreisarzt in Nimptsch. Dipt. 

15. Fauna, Entomologischer Verein in Leipzig. 

16. Fein, Geh. Baurat a. D. in Köln, Bremerstr. 10. Col. 



XL Vereinsnachriclilcn. 

17. Förster, .Superintendent und Pastor primarius in Landes- 
hut i. Schles. I.ep. 

18. Gabriel, Generalmajor in Neisse. Col. 

19. Gaertner, A., Partikulier in Breslau XIII, Augustastr. 52 hpt. 
l.ep. 

20. Gillmer, M., Dozent in Cöthen (Anhalt), Franzstr. 13. Lep. 

21. üörlich. Rentier, Groß-Liehterfelde VV., Göbenstr. 16 l- Col. 

22. Grützner, Rcalschul-Oberlchrcr a. D., Kattovvitz O/S., 
Grundmannstr. 17. Lep. 

23. Grulil, Dr. phil., Breslau I, Garvcstr. 2 a. 

24. Hanke, Königl. Eisenbahn-Sekretär a. D., Rentmeister in 
Kentschkau, Post Schmolz. Col. 

25. Hedwig, Lehrer in Breslau VI, Alsenstr. 45. llym. 

26. rientschcl, Lehrer in Schweidnitz, Margarethenphitz 13. Lep. 

27. Herzig, Joh., Civil-Ingenieur, Stuttgart, Seestr. 68. 

28. Hinke, Lehrer in Lüben, Vorwerkstr. 4!- Col. 

2g. Hirschwälder, Lehrer in Breslau X, Friedensburgstr. 4. Lep. 

30. Lloy, Friseur in Breslau XIII, Kaiser- VVilhelmstr. 25 a. Lep. 

31. Hoyer, Städtischer Tierarzt in Breslau, Bärenstr. 21. Col. 

32. Jan der, Kgl. Eisenbahn-Sekretär a. D. in Breslau II, 
Lohestr. i2ii- Lep. Kassenwart. 

33. Katter, Dr. phil., G3^mnasialprofessor in Putbus. Col. 

34. K 1 e i n e r t , Eisenbahn-Ober-Sekretär in Breslau III, Ber- 
linerstraße 3911- Lep. 

35. Kletke, Paul, Stadtrat a. D., Stadtältester in Breslau II, 
Bahnhofstr. 5. Col. Vorsitzender. 

36. Kletke, Erich, Apothekenbesitzer in Gleiwitz, »Mohren- 
apotheke.« Lep. 

37. Kolbe, Rektor in Liegnitz. Col. 

38. Kothe, Kgl. Seminarlehrer in Frankenstein i. Schles. 

39. Kükenthal, Dr. phil., ord. Professor a. d. Universität 
und Direktor des zoologischen Instituts in Breslau XVI, 
Parkstr. 15. 

40. Laban dowsky, Postsekretär in Oppeln, Sedanstr. 3411- Lep. 

41. Latussek, Lehrer in Breslau IX, Martinistr. 6. Lep. 

42. Li na ck, Regier.-Baumeister, Liegnitz, Schubertstr. 14. Lep. 

43. Martini, Wilhelm, Kaufmann in Sömmerda. Lep. 



Vereinsnacliriduen. XLI 

44. Marx, Dr. med., Oberstabsarzt a. D. in Neisse. Col. 

45. Mellin, Oberleutnant a. D., vereicl. Landmesser und Kultur- 
Ingenieur in Hirschberg- i. Schi., Bergstr. 3. Lop. 

46. Mensik, K. K. Kreisgerichtsboamter in Chrudim (Böhmen). 
Lep. 

47. Müller, Oberförster in Tscherbeney bei Kudowa. Lep. 

48. Müller, P., in Zobten, Rergstr. 116 17. Lep. 

4Q. Nagel, Paul, Rektor in Breslau II, Lohestr, 22/24. Lep. 
Bücherwart. 

50. Niepelt, Naturalist in Zirlau bei Freiburg i. Schles. Lep. 

51. »Oberschlesien « , Entomologischer Verein in Beuthen O/S. 

52. Pax, F., Dr. phil., Privatdozent, Kustos am Kgl. zool. 
Museum in Breslau XVI, Fürstenstr. 97. Lep. 

,53. Pfitzner, Pastor in Sprottau. Lep. 

54. Pietsch, Zollinspektor in Habelschwerdt. Col. 

55. Raebel, Bautechniker in Zabrze OS., IJrbanstr. 10. Lep. 

56. Rehfei dt, Generalmajor in Wilmersdorf bei Berlin I, Prinz- 
Regentenstr. 8. Lep. 

57. Riesengebirg'e: Entomologische Vereinigung für das... 
in Hirschberg i, Schles. 

58. Rinke, Ober-Zoll-Sekretär in Breslau XVI, Lehmdamm 70. 
Lep. 

59. Roesner, Sprachlehrer in Breslau VI, Friedrich- Wilhelm- 
straße 7111. Col. 

60. Sajo, Karl, Professor in Örszentmiklos bei Gödoll«) in 
Ungarn. Col. Plym. Hem. 

61. Seh meid 1er, Rechtsanwalt und Notar in Liegnitz. Lep. 

62. Schnabel, Rechnungsrat in Breslau XIII, Kaiser- Wilhelm- 
straße 35. Lep. 

63. Schnabl, Dr. med. in Warschau, Krakauer Vorstadt 37. Dipt. 

64. Scholz, Eduard, Lehrerin Königshütte OS., Kaiserstr. SoH. 
Col. Hym. 

65. Scholz, Richard, Rektor in Liegnitz, Grünstr. 511- Col. 

66. V. Schuckmann, Dr. med., Oberarzt in Plagwitz-Bober. 
Lep. 

67. Schumann, Ober -Zoll -Sekretär in Breslau V, Opitz- 
strasse 54/56. Lep. 



XLII Vereinsnaclirichten. 

68. vSokolowski. Lokomotivführer a. D. in Liegnitz, Neue 
Goldbcrgerstr. 2oii- Col. Arach. 

69. Stanke, Baumschulenbesitzer in Groß-Mochbern bei Bres- 
lau. Lep. 

70. Stephan, J., Lehrer in Friedrichsberg bei Reinerz. Lep. 

71. Stertz, Kaufmann in Breslau XIII, Charlottenstr.24. Lep. 

72. Tischler, Theodor, Lehrer in Rodeland, Kr. Ohlau, Post 
Laskowitz, Bez. Breslau. Col 

73. Tischler, Max, Lehrer in Schlesisch- Falkenberg, Post 
Wüstewaltersdorf. Col. 

74. V. Varendorff, Landgerichtsrat in Cunnersdorf bei Hirsch- 
berg i. vSchles. Col. 

75. Vogel, Magistrats-Sekretär in Breslau IX, Hedwigstr. 3 i., 
stellvertretender Schriftführer. 

76. Wocke, Fehx, Dr. jur., Justizrat in Frankenstein. Lep. 

77. Wolf, Ober-Zoll-Sekretär in Breslau IX, Gertrudenstr. 18. 
Lep. Stellvertretender Vorsitzender. 

78. Zimmer, Professor, Dr. phil., München, Kgl. zoologisches 
Museum. 

7g. Freie Standesherrlichc Bibliothek in Warmbrunn. 



In.}na.lt. 



Vereinsnachrichten pag. I. 

Nachrufe pag. XXV, XXVII. 

Scholz, Ed. J. R. Zur Lebensweise einiger Stechimmen 
Schlesiens. Das Weibchen des Odynerus 

(Lionotus) orbitalis Thms pag. 1. 

Kolbe, W. Beiträge zur schlesischen Käferfauna... ,, 5- 



-•— säst»-»- 



Abhandlungen. 




Zur Lebensweise einiger Stechimmen Schlesiens. 

Das Weibchen des 
Odynerus (Lionotus) orbitalis Thms. 

Ed. J. R. Scholz. 



Über die Insektenwelt des Wohlauer Kreises, hauptsächlich 
eines Landstriches, der durch die Ortschaften Kunzendorf, 
Pronzendorf, Hammer, Schlaupp- Winzig begrenzt erscheint, ist 
in dieser Zt. schon mehrfach die Rede gewesen. Ich erinnere 
hier an die seltenen Stechimmen Sphex maxillosus Fabr., Cro- 
cisa major Mor. Aus derselben Gegend gab ich den Fund der 
seltenen Sandwespe Psammophila Tydei Guill. bekannt, der 
aber auf Stücke der sehr ähnlichen Ps. affinis K. gegründet 
war. Ein neckischer Zufall hat es aber nun doch gefügt, daß 
ein Pärchen der echten Ps. Tydei Guill. an der Straße Krehlau- 
Steinau a /O. gefangnen wurde. 

Über jene Wehrstachelträger, welche der Hautflüg'lerforscher 

unter dem Sammelnamen >>Rubus-Bewohner« zusammenfaßt, ist, 

soviel mir bekannt, aus dem Westen Deutschlands bisher nichts 

veröffentlicht worden. Trotzdem ich nun in den letzten Jahren 

! ein reichhaltiges Material, das im wesentlichen die angeführten 

I Landschaften des Wohlauer Kreises, das Heidelgebirge der 

' Grafschaft Glatz und einen größeren Teil von Oberschlesien 

umschließt, zusammengebracht habe, das jetzt schon fast sämt- 

4* 



— 2 - 

liehe von Verhoeff) und Höppner") beschriebenen Rubus- 
Bewohner (und dazu einigte neue) umfaßt, so habe ich noch 
Bedenken, dasselbe im Zusammenhange zu veröffentliclien. 
Einige Bestimmungen von Schmarotzern (Col. und Hym.) stehen 
zudem noch aus, so daß ich vorläufig nur einige wichtigere 
Tatsachen mir hier niederzulegen erlaube. 

Odynerus (Lionotus) orbitalis Thomson. Aus 
einem bei Hammer Kr. Wohlau gefundenen Rubus- Neste 
schlüpfte zuerst ein (^ , einige Tage später (26. 6. 12) ein 9« 
Dazu ist zu bemerken, daß das cT ^^^^ die auffälligen, bei 
Schmiedeknecht pg. 295 angeführten Merkmale aufweist und 
zweifellos zu orbitalis Thtns. gehört.'^) Somit erscheint das 
später aus dem gleichen »Zweizcllen<-Nest erzogene 9. 'i's zur 
gleichen Art gehörig-, genügend legitimiert. Da nach Schmiede- 
knechts Angabe das orbitalis - 9 noch unbekannt sein soll, lasse 
ich hier eine kurze Beschreibung folgen: 

L. orbitalis Thms. 9- Körperlänge 8 mm. Fühlerlänge 

3 mm. Kopf hinten nierenförmig ausgeschnitten, 

Mandibeln dreizähnig, schnabelartig. 

Färbung: Gelb sind der Endrand von Segment I und II, 

ein Fleck auf der Stirn über den Fühlern, eine Ouer- 

leiste des Hinterschildchens und 2 Punkte in der 

Mitte des hinten tief ausgeschnittenen Prothorax. 

Die Beine sind bis auf die Schenkelbasis (die schwarz 

ist) rostbraun, desgleichen auch die Flügelschuppen. 

Die Basis der Rückensegmente ist fein, der Endrand 

gröber punktiert. 

Das ganze Nest bestand, wie erwähnt, nur aus 2 Zellen. 

Die Niströhre hatte nicht ganz 3 mm im Durchmesser. Jede 

der beiden Zellen, etwa 8 mm lang, war aus feinkörnigem, 

weißem Sande derart gebaut, daß nur der Bodenbelag, die etwa 

2 mm starke Querwand und der Nestabschluß aus diesem Ma- 



') Verhoeff C. : Beiträge zur Biologie der Hymenopteren. Jena 1891. 
Dgl. Biol. Aphorismen über einige Hym. etc. Bonn 1891. 

2) Höppner H. : Zur Biologie der Rubus -Bewohner. Zt. f. wissensch. In- 
sektenbiologie. Berlin Bd. IV — VI. 

^) Beide Stücke haben Herrn Prof. R. Dittrich vorgelegen. 



— 3 — 

terial bestand. Letzterer enthielt außerdeni noch beigemengte 
Markteilchen. Somit hat sich Lionotus orbitalis in der Betäti- 
gung seines Bauinstinkts nicht unwesentlich von den anderen 
Odynerus, die sämtlich völlig geschlossene Lehm- bezw, Sand- 
zellen bauen, entfernt. Der weißliche /Wandkokon« lag denn 
auch unmittelbar den vSeiten-Wänden der Niströhre auf. Die 
ganze Nestanlage mißt 23 mm, 

Odynerus (II oplomerus) laevipes Shuckard. Selten 
kann man diese Faltenwespc auf Blumen antreffen, um so 
häufiger finden sich in Schlesien (d. h. in den bisher unter- 
suchten Landschaften) ihre Bauten. Erwähnenswert sind einige 
Bauten der Wespe von Idaweiche O/S. Die Landschiift von 
Idaweiche-Petrowitz ist gekennzeichnet durch Kiefernheide und 
Moorwälder. Ich daif erinnern an die Funde der Osmia nigri- 
ventris Zett. Hym. Apid. und Somatochlora alpestris Selys. Odonat. 
Libell. aus jener Gegend. Eine Anzahl Laevipes-Nester von 
hier zeigt nun neben dem gewöhnlichen Baumaterial, grob- 
körnigem Sande, der zur Auskleidung der Zellenräume aus- 
schließlich Verwendung findet, auch deuthche Marklagen bei 
Herstellung- der Zwischenwände. Von mehr als Hundert Laevi- 
pes-Bauten zeigen nur diese von Idaweiche-Petrowitz eine ab- 
weichende Bauweise. Sie beweisen erneut, daß eine Variabilität 
des Bauinstinkts innerhalb der Artgrenzen sehr wohl vorkom- 
men kann. 

Passaloecus monilicornis Dhlb. ist Rubusbewohner. 
Sein Nest ist dem von Cemonus unicolor sehr ähnlich. Bei 
letzterer lebt häufig EUampus pusillus F., die im Freien nur 
selten angetroffen wird, und vereinzelt Chrysis cyanea L. 

Osmia tridentata Duf. et Per. ist mehrfach aus Schlesien 
bekannt. Ein Nest aus Hammer Kr. Wohlau war unmittelbar 
auf den leeren Zellen der Odynerus laevipes Shuck. aufgebaut, 
besaß einen doppelten Nestabschluß und entließ aus seinen 
5 Zellen nur Weibchen. 

Anthidium strigatum Latr. baut zitzenförmige Zellen 
aus Kiefernharz, die große Ähnlichkeit mit »Schaf lorbeeren« 
haben. Sie sind anscheinend v. Büttel — Reepen, Friese und 
Schmiedeknecht noch nicht bekannt gewesen. Das Dreizellen- 



— 4 — 

Nest im IMuseum zu Halle mit einer Notiz von Burmeister wurde 
mir von Herrn Prof. Dr. O. Taschenberg zur Ansicht gesandt, 
wofür ich auch an dieser Stelle nochmals danke. Die Harzzellen 
dürften aber nicht nur an Steinen, sondern auch an Baumstämmen 
und Zweigen befestigt werden. Ich habe sie an Steinen nirgends 
getroffen, bitte aber den freundlichen Leser darauf gelegentlich 
zu achten. 



Beiträge zur schlesischen Käferfauna. 

Von W. Kolbe.') 



Die folgenden Mitteilung-en sind in erster Linie als Er- 
gänzungen zur 3. Auflage des Letzner-Gerhardt'schen Verzeich- 
nisses zu betrachten, Herr Generalmajor Gabriel (G.) beteiHgte 
sich an der Arbeit mit zahlreichen Aufzeichnungen, besonders 
nach Reitters Fauna germanica Bd. I— III. Die Aufzeichnungen 
haben Herrn Reitter zur Bestätigung seiner Angaben vorgelegen. 

Tachys bisulcatus Nie. Liegnitz: Katzbachwehr bei Alt- 
Beckern im Anspülicht (6 12). 

Acupalpus luteatus Dft. (neu). Paskau auf Sumpf- 
terrain nach Rttr. i Stück steckte in der Klette'schen Samm- 
lung mit der Bezeichnung :^Schlesien« (G.). 

Amara Quenseli Schön h. (neu). Rttr. besitzt 2 Stck. 
aus dem Altvatergebirge (G.). 

Haliplus fluviatilis ab. striatus Sharp. Liegnitz: Arnsdorfer 
Grundsee (9 95), Katzbach ober- und unterhalb der Stadt (6/ 1 2). 

Hydroporus semirufus Germ, (wieder hinzu). Riesen- 
gebirge nach Ganglbauer und Rttr. (G.). 

Agabus Solieri Aube. Riesengebirge. Gerhardt führt diese 
Art nicht mehr auf; Rttr. dagegen gibt an, schles. Stücke ge- 
sehen zu haben (G.). Die Angelegenheit erscheint noch nicht 
spruchreif. 



*) Der Verein spricht den Wunsch aus, daß die schlesischen Herren Kole- 
opterologen ihre neuen Entdeckungen in Zukunft Herrn Rektor W. Kolbe in 
Liegnitz anstelle des verstorbenen Herrn Oberlehrer Gerhardt mitteilen möchten. 



— 6 — 

Micropeplus longipennis Kr. (neu). Lissa hora nach 
Rttr. (G.). — M. fulvus Er. Glatzergebirge: Maria Schnee in 
einem Holzschuppen (10/12). 

Olistherus substriatus Gyll. (neu). Lissa hora-Gebiet 
nach Rttr. (G.). 

Anthobium aucupariae Kiesw. Liegnitz: Heßberge (5/89), 
Riesengeb.: Gr. Schneegrube in Sorbusblüten nicht selten (712). 

Geodroniicus suturalis Boisd. (Verzeichn. p. 416.) Lissa 
hora im Angeschwemmten nach Rttr. (G.). 

Thinobius Klimai Bernh. (neu) und minutissimus 
Fauv. (neu). Paskau: Ostrawitza nach Rttr. (G.). 

Trogophloeus memnonius Er. Riesengebirge: Zackenbett 
b. Ob. Petersdorf (7/12). — Tr. fuliginosus Grav. Liegnitz: 
Oderwald b. Maltsch unter feuchtem Laub (4/1 1). — Tr. corti- 
cinus V. planicollis m. Die Eindrücke des LIalsschildes sind 
kaum angedeutet. Liegnitz: Katzbach b. Alt-Beckern im An- « 
Spülicht (6/12). — Tr. nitidus Baudi (neu). Liegnitz: Katz- 
bacli b. Alt-Beckern und Schimmelwitz im Anspülicht (5/. 6/12), 
Riesengebirge: Zackenbett b. Ob. Petersdorf (7/12). 

Stenus fossulatus Er. Glatzergebirge: Wölfeisgrund und 
Maria Schnee ( 1 0/ 1 2). — St. neglectus Gerh. Herr L. Benick-Lübeck 
behandelt die Art eingehend in d. Entom. Mitteilungen Bd. II 
pag. 44—48 und spricht sie als St. morio Grav. v. neglectus 
Gerh. (brachyptere Form) an, teilt mir jedoch unter dem g. 4. 
d. J. freundlichst mit, daß die Meinungen über seine Auffassung 
geteilt seien. Gerhardt selbst schrieb ihm: »Es wollte mir für 
den Augenblick nicht recht einleuchten, daß es nur eine brachytere 
Form von morio sei, doch habe ich nach längerem Vergleichen 
aller meiner beiden Arten die Zweifel fast fallen gelassen.« Das 
Tier wird zunächst noch als Art weiterzuführen sein. 

Paederus sanguinicollis Stcph. und ruficollis Fabr. trennt 
Rttr. mit Recht als besondere Arten; sanguinicollis ist in den 
schles. Beskiden an der Ostrawitza (G.), Rzeka (Olsagebiet) 
und Weichsel (K.) nicht selten; das Vorkommen von ruficollis 
wäre noch festzustellen (G.). Die IL Aufl. d. Verz. führt beide 
Arten getrennt auf. 



-_ 7 — 

Lathrobium bicolor Er. (neu). Ostrawitza im Anspülicht 
nach Rttr. (G.). 

Cryptobium fracticorne v. brevipenne Rey (brach3'ptere 
Form) in Schlesien auch nicht selten. 

Xantholinus meridionalis Nordm. v. pascoriensis 
Reitt. (neu). Ostrawitza im Anspülicht nach Rttr. (G.). 

Gauropterus fulgidus Fbr. Riesengebirge: Ob. Petersdorf 
in einem faul. Laubhaufen (7, 12). 

Baptolinus longiceps Fauv. Glatzergebirge: Maria Schnee 
unter Fichtenrinde (10/10), Riesengebirge: Ob. Petersdorf in 
einer Holzschleife unter Abfällen (7/12). 

Quedius ochripennis Men. Stammform. Liegnitz: Heßberge 
in faul. Heu (9/12); a. nigrocoeruleus Fauv. Liegnitz: Peist 
b. Panten (8/94). — Qu. xanthopus Er. Riesengebirge: Kiese- 
vvald an grünem Fichtenreisicht (7 12). 

]\Iycetoporus flavicornis Luze. Glatzer Schneegebirge: 
Heuberg in einem faul. Fichtenstumpfe (10 12). — M. solidi- 
cornis Woll. = Reichei Pand. v. subjaronus Reitt. (neu). 
Paskau in Schlesien nach Rttr. (G.). 

Placusa complanata Er. Liegnitz: Heßberge (9/90), Riesen- 
gebirge: Kiesewald unter Fichtenrinde (7/12). 

Cyphaea curtula Er. (neu). (Verzeichn. p. 416). i Stck. b. 
Paskau i. Schlesien von Dr. Graf gefangen nach Rttr. (G.). 

Aleuonota gracilenta Er. Riesengebirge : Zackenbett b. 
Ob. Petersdorf in Moos (712). 

Atheta longula Heer. Wie vor. — A. cambrica Woll. W'ie 
vor. — A. currax Kr. Wie vor. — A. boletophila Thoms. 
(neu). Beskiden nach Rttr. und Gabr. 

Chilopora longitarsis Er. Riesengebirge: Zackenbett b. 
Ob. Petersdorf in Moos (7/12). 

Ocalea rivularis Mill. Wie vor. 

Oxipoda Skalitzkyi Bernh. (Verzeichn. p. 4 17). Riesengebirge 
(Dr. Skalitzky), Beskiden (G.). — O. funebris Kr. Walden- 
burger Gebirge: Neuhaus (7/93), Riesengebirge: Schmiedeberg 
(7 9g), Kiesewald (7 12). 

Stichoglossa corticina Er. Riesengebirge: Kiesewald 
(7/12). 



— 8 — 

Euplectus brunneus Grimm. Riesengebirge: Ob. Peters- 
dorf in einer Holzschlcife unter faulenden Abfällen (7/12). — 
E. punctatus Muls. Liegnitz: Heßberge (6/1 1). 

Bibloporus bicolor Denny. Riesengebirge: Kiesewald in 
dem Moos eines faul. Bretterdaches zahlreich mit sehr vielen 
Exemplaren von Oxypoda planipennis Thoms. (7/12). 

Batrisodes adnexus Hampe (Verzeichn.p. 417). Teschen nach 
Rttr. (G.). — B. venustus Rchb. Riesengebirge: Ob. Petersdorf 
in einer Holzschleife unter faul. Resten (7,12). 

Bythinus clavicornis Panz. nebst v. inflatipes Reitt. Lieg- 
nitz: Oderwald unter feuchtem Laub (7/10, 411). — B. puncti- 
collis Denny. Riesengebirge: Kiesewald (7/12). 

Cephciinium carnicum Rcitt. (ab). Nicht schlesisch 
nach Rttr. (G.). 

Neuraphus bescidicus Reitt. (ab). Nach Eauna ger- 
manica = rubicundus Schaum (G.). 

Stenichus exilis Er. Riesengebirge: Ob. Petersdorf wie 
Eupl. brunneus (7 12). 

Euconnus styriacus Grimm, (neu). Lissa hora: Rzesitza- 
tal nach Rttr. (G.). 

Catops coracinus Kelln, Riesen gebirge: Kiesewald an 
faul. Bananenschalen (7/12). 

Necrophorus antennatus Reitt. (Verzeichn. p. 417). Paskau 
nach Rttr. (G.). 

Liodes parvula Sahlb. Riesengebirge: Kiesewald (712). 

Agathidium badium Er. Riesengebirge: Ob, Petersdorf in 
einer Holzschleife (7 12). 

Orthoperus punctulatus Reitt. (neu). Lissa hora: 
Rzesitzatal nach Rttr. (G.). 

Ptenidium laevigatum Er. Riesengebirge: Ob. Petersdorf 
in einer Holzschlcife (7/12), Glatzcrgebirge : Maria Schnee in 
einem Holzschuppen (10/12). 

Actidium aterrimum Motsch. (neu). IJssa hora: 
Rzesitzatal nach Rttr. (G.). 

Micrus fiücornis Fairm. Liegnitz: Katzbach b. Schimmel- 
witz und Alt-Beckern in Anspülicht (6/12). 



— 9 — 

Ochlhcbius exculptus Germ. Riesengebirge: Zacken bei 
Ob. Petersdorf (7/12). 

Plydraena dentipes Germ. Wie vor. 

Laccobius alternans Motsch. (Verzeichn. p. 417). Paskau 
nach Rttr. (G.). 

Cercyon subsulcatus Key. Liegnitz: Katzbach bei Schim- 
melwitz und Alt-Beckern nicht selten (5/, 6/12). 

Dictyopterus Fiedleri Reitt. (neu). Bei Teschen von 
Th. V. Wanka gesammelt nach Rttr. (G.). 

Thaneroclerus Buqueti Lef. (eingeschleppt). Diese 
ostasiatische Cleride fand ich in 2 Exemplaren in einer Liegn. 
Kolonialwarenhandlung in Java -Kaffee, der von Araeocerus 
fascicularis massenhaft besetzt war (8/88). Die Bestimmung über- 
nahm freundlichst Herr Kustos Sigm. Schenkung. Der Käfers teilt 
mit seiner hochroten Larve offenbar den Araeocerus-Larven nach. 

Epuraea angustata Strm. Glatzergebirge : Maria Schnee 
(10/10). 

Meligethes cocruleovirens Forst, (neu). Liegnitz: 
Oderwald bei Maltsch (6/12), Riesengebirge: Kiesewald (7/12) 
in den Blüten von Chrysanthemum Leucanthemum, selten. Ich 
verdanke die Auffindung einer freundlichen Mitteilung des 
Herrn W. Reinecke in Gernrode a. Harz, welcher den Käfer 
in der dortigen Gegend ebenfalls von der Margaretenblume 
sammelte. — M. Czwalinai Reitt. (wieder hinzu). Schlesisch 
nach Rttr. (G.). 

Rhizophagus puncticollis Sahlb. (neu). Rzesitzatal 
a, d. Lissa hora nach Rttr. (G.). 

Laemophloeus duplicatus Waltl. Liegnitz: Peist b. Panten 
(6/ II). 

Telmatophilus caricis a. longicoUis Reitt. Liegnitz: 
Hummel. — T. brevicoUis a. fulvus Reitt. Liegnitz: Schwarz- 
wasserbruch (3/96). 

Micrambe abietis Payk. Riesengebirge: Kiesewald an 
grünem Fichtenreisicht (712). 

Chryptophagus Milleri Reitt. Glatzergebirge: Maria Schnee 
in Holz- und LIeuschuppen nicht selten (10/10, 10/12), Beskiden: 
Jaworowy in einer Heuhütte (7/07). 



- 10 — 

Atomaria Herminae Reitt. (wieder hinzu). Paskau: Zarien 
nach Rttr. (G.). — A. alpina Heer. Liegnitz: Forst Rehberg bei 
Panten unter abgeschälter Kiefernrinde, z. zahlr., frisch entw. 
(9/10). 

Enicmus brevicollis Reitt. (neu). Lissa hora an 
schimmHger Baumrinde nach Rttr. (G.). 

Cis fissi colli s Meli. (neu). Südabhang der Lissa hora. 
1 Stck. an Buchenschwamm nach Rttr. (G.). — C. reflexi- 
collis Ab. (neu). In Schlesien einzeln nach Rttr. (G.). — 
C. restitus Meli. (neu). Paskau nach Rttr. (G.) — C. bicornis 
Meli. (neu). Beskiden. 2 Stck. v. Rttr. (G.). 

Diphyllocis opaculus Reitt. (neu). Beskiden. i Stck. 
V. einem dürr. Ast nach Rttr. (G.). 

Ennearthron pruinosum Perris (neu). Paskau in 
den Gängen des Cryphalus tiliae Panz. nach Rttr. (G.). 

Aglenus brunncus Gyll. Liegnitz: Schimmehvitz in einem 
faul. Grashaufen (g 10). 

Cer3'lon biscidicum Reitt. (neu). Lissa hora. Unicum 
nach Rttr. (G.). 

Cyphon padi L. kommt bei uns in folgenden Farbenabstu- 
fungen vor: i) Decken dunkelbraun mit heller Spitze (a. dis- 
color Panz.), am häufigsten und wohl Stammform, 2) Decken 
hellbraun, Nat und Seiten dunkler (a. gratiosus Kol.), 3) Dek- 
ken ganz hellbraun, Spitzenmakel verwischt (a, simplex 
Schilsky). — C. PaykulH a. alpinus Bourg. mit heller 
Deckenspitze und a. macer Kiesw. klein, hellbraun, beide eben- 
falls schlesisch. 

Eubria palustris Germ. Riesengebirge: Kiesewald auf 
einer feucht, Waldblöße (7/12). 

Latelmis MüUeri Er. (neu). Beskiden. i Stck. bei Rttr. (G.). 

Attagenus Schaefferi Hbst. Riesengebirge: Kiesewald (7/12). 

Heterocerus pruinosus Kiesw. (neu). Breslau und 
Paskau nach Rttr. (G.). 

Selastosomus aeneus v. beseid icus Reitt. Beskiden bei 
Althammer nach Rttr. (G.). 

Hypnoidus flavipes Aube (neu). Ostrawitzaufer nach 
Rttr. (G.). 



— 11 ~ 

Cardiophorus Erichsoni Buyss. für C. rufipes Geoffr. 
einzustellen. Letzter im Rheinland (Ct.). 

Athous villosus Geoffr. (neu). Lissa hora einzeln 
nach Rttr. (G.). 

Xylobius Seidlitzi Cziki (neu). Altvater. i Stück 
b. Rttr. (G.). 

Agrilus pseudocyaneus Kiesw. (Verzeichn. p. 417). Ostra- 
witzaufer b. Paskau auf Weidenschößlingen oft in Unzahl nach 
Rttr. (G.). 

Ptinus Edmund i Pic. (neu). Schlesische Beskiden nach 
Rttr. (G.). 

Anobium Thomsoni Kr. (neu). Paskau nach Rttr. (G.). 

Dorcatoma setosella Muls. (neu). Schlesien ohne 
Fundortsangabe v. Rttr. (G.). 

Anitys cognata Muls. (neu). Bei Paskau einmal an 
einem anbrüchigen Tulpenbaume mit rubens v. Rttr. gesam- 
melt (G.). 

Orchesia acicularis Reitt. (neu). Schles. Beskiden an 
dürren Zäunen nach Rttr. (G.). 

Phloeotrya subtilis Reitt. (neu), Beskiden b. Teschen 
nach Rttr. (G.). 

Lagria atripes Muls. (neu). Paskau, Nimptsch, je 
1 Stck. (Gabriel). 

Otiorrhynchus spoliatus Stier 1. = chalceus Stierl. (ab). 
Gehört nach Rttrs. Tabelle in der Wiener entom. Zeitg. 19 13 
dem Salzkammergute an (G.). 

Rhytidosoma fallax Otto (neu). Riesen- und Glatzer- 
gebirge (Gabriel). 

Apion subulatum Kirby wurde von Herrn Sokolowsky 
aus den Samen von Lathyrus Sylvester (Wölfeisgrund) gezogen. 



Gegenwärtiger Stand: 

74 Familien, 1061 Gattungen, 4521 Arten. 



O. Opitz'iche Buchdrucker«!, Namalao. 



-"^m 



r 




\ 



Inlxa-lt- 



Vereinsnachrichten pag. I. 

Nachrufe .- pag. XXV, XXVII. 

Scholz, Ed. J. R. Zur Lebensweise einiger Stechimmen 
Schlesiens. Das Weibchen des Odynerus 
(Lionotus) orbitalis Thras pag. 1. 

Kolbe, W. Beiträge zur schlesischeh Käferfauna... „ 5- 



Das Vereinslokal befindet sich im 
Dominikaner, Ketzerberg 15. 







Jahresheft 



des Vereins 



für 



schlesische Insektenkunde 



zu 



Breslau. 

(Früher: Zeitschrift für Entomologie.) 



7. Heft. 



Ausgegeben am Donnerstag, den 15. Oktober 1914. 






BRESLAU. 1914. 



In Kommission 

bei 

Maruschke & Berendt, 





4 



;.-f:\ 



Jahresheft 

des Vereins 



liir 



8chlesische Insektenkunde 



zu 



Breslau. 

(Früher: Zeitschrift für Entomologie.) 



7. Heft. 



Ausgegeben am Donnerstag, den 15. Cktober 1914. 



BRESLAU. 1914. 

In Kommission 

bei 

Aleiruschke & Berendt. 



Vereinsnachrichten, 



^ 



Vereinsnachrichten. 



Jahresbericht für 1913. 

Der Verein hielt im verflossenen Jahre 45 Versammlung-en 
ab, darunter die ordentliche PTauptversammlung- am 17. Januar, 

84 Vorträge und Demonstrationen entomologischen Inhalts 
belebten diese Abende. 

Die Zahl der Mitglieder betrug am Beginn des Jahres i Ehren- * 
mitglied, 20 korrespondierende und 76 ordentliche Mitglieder. 

Durch den "Fod verlor der Verein seine ordentlichen Mit- 
glieder Dr. med. Schnabl in Warschau, Kreisgt'richtsbeamter 
^Mensik in (hrudim und Kaufmann Martini in Sömmerda; 
der Verein wird diesen allen ein treues (jedenkon bewahren. 
Es schieden £ius die Herren Professor Dr. Zimmer in München 
und Lehrer Hentschel in Schweidnitz. dagegen traten ein die 
Herren Dr. phil. E. Fax, Kustos am Kgl. Zoologischen Museum, 
cand. med. Arndt und stud. rer. nat. Moser, sämtlich in Breslau. 

Der Verein zählte daher am Jahresschlüsse i Ehren-, 20 kor- 
respondierende und 74 ordentliche Mitglieder. 

Am 4. Juni unternahmen 5 Herren des Vereins einen von 
schönem Wetter begiinstigten Ausflug nach Ober nigk-J aekel 
und am 6. Dezember fand ein von 13 Mitgliedern besuchtes 
gemeinsames Abendbrot im Vereinslokale statt. 

Als Geschenke erhielt der Verein für seine Bücherei: 

i) R. Dittrich und H. Schmidt: 3. Fortsetzung des Nach- 
trages zu dem Verzeichnisso der schlesischen Gallen, 
von Herrn Dittrich. 

2) Hinke : Julius Gerhardt (Nekrolog), ein Sonderabdruck 
aus den Entomologischen Blättern, vom Herrn Verfasser. 

3) Sparre - Schneider : Til Dovres Lepidopterfauna, xom 
Herrn Verfasser. 



II Vereinsnachrichten. 

Der Verein spricht den gütigen Gebern an dieser Stelle 
nochmals seinen Dank aus. 

Auf Vereinskosten wurden gehalten: 
i) Stettiner entomologische Zeitung, 

2) Wiener „ „ 

3) Zeitschrift für wissenschaftliche Insektenbiologie, 

4) Daniel, Münchener koleopterologische Zeitschrift, 

5) Schmiedeknecht, Opuscula Ichneumonologica, 

6) Spuler, Die Schmetterlinge Europas, 

7) Seitz. Paläarktische Großschmetterlinge. 

Auswärtige Mitglieder, welche die Vereinsbücherei benutzen 
wollen, haben das Porto für den Hin- und Rücktransport 
der bestellten Bücher und die Abtragsgebühr für Breslau, 
das Paket mit 15 Pf. zu bezahlen. Die Bestellungen der Bücher 
sind an den Vereinsbücherwart Herrn Rektor Paul Nagel 
hier, Lohestraße 22/24, zu richten. 



Als Vorstand wurden für das laufende Jahr 1913 gewählt: 
Herr Stadtrat a. D. und Stadtältester Kletke, Bahnhofstraße 5, 
als Vorsitzender, 

Oberzollsekretär Wolf, Gertrudenstraße 18. als stellver- 
tretender Vorsitzender, 

Realgymnasialprofessor R. Dittrich, Paulstraße 34 11, als 
Schriftführer, 
„ Magistrats-Sekretär Vogel, Hedwigstraße 31, als stellver- 
tretender Schriftführer, 

Eisenbahnsekretär Jan der, Lohestr. 12II, als Kassenwart, 

Rektor Paul Nagel, Lohestraße 22/24, als Büclicrwart. 

Die geehrten Mitglieder werden ganz ergebenst ersucht, 

etwaige Wohnungs- und Aufenthaltsveränderungen baldigst 

dem Schriftführer anzuzeigen. 



Die früheren Jahrgänge dieser Zeitschrift sind für Vereins- 
mitglieder durch den Schriftführer (Paulstraße 34 H), für Nicht- 
mitglieder durch die Buchhandlung von Maruschke cV Berendt, 
Ring No. 8, zu folgenden Preisen zu beziehen: 



Vereinsnachrichten. 



III 



Alte Folge*) Jahrgang 1-15 herabgesetzt Mk. 15 (für Mit- 
glieder 7,50 Mk.), 
1—6 für Mitglieder Mk. 4, 
„ I — 3 (i Band) Mk. 1,50, 
„ 4 — 15 (je I Band) Mk. 1,50. 
Band VII ist nie erschienen. 
Neue Folge Band i 



Mk. 



3—6 (je 1 Band), . 

7 

8 — II (je I Band), 

12 

13 — 16 (je I Band). 
17 — zS (je I Band). 



29 
30 



Jahresheft 



1.50 




6,00 




3.00 




ö.oo 




3.00 

2,00 

1.50 
1,00 

loo 


für 

MitgHeder 

die 

Hälfte. 


1,20 




1,00 




1,00 




1,00 





-1 ¥ '> ■> 

!> O ' > O- ' 

1—6 

Entomologische Miscellen 1874 

Festschrift zur Feier des 50jährigen Bestehens des 

Vereins Mk. 5, 

Neue Folge Heft 1 — 6 für Mitglieder zusammen ,, g. 

?i I ^ 3 >' " " )i 1 5* 

Letzner, Verzeichnis der Käfer Schlesiens IL Aufl. „ 8, 

Für Mitglieder „ 4. 

Fauna transsylvanica von Dr, G. Seidlitz in Ebenhausen 

jlt (Baiern), Heft 1—6, die schlesischen Käferarten enthaltend, 

kann von den Vereinsmitgliedern, sowie von Lehrern und 

Schülern beim Schriftführer zum ermäßigten Preise von 8 Mk. 

(fih- Auswärtige 8,50 Alk. bar oder in deutschen Briefmarken) 

bezogen werden. 



I 



*) Anm. Aus den Vcrcinsaktcn konnU' festgestellt werden, dal» die Jlefic 
X — XV der alten F. inirichtiyo Jahreszahlen auf dem Titelblattc (ragen. Es sind 
herausgegeben Heft X— 1857, XI— 1859, XII— 1860 oder in, XIII— 1862, 
XIV— 1864, XV— 1866. 



I 



IV Veicinsij.ulii irhten. 



Auszüge aus den Protokollen. 

3. Januar 1913. Herr Dittrich legt vor die ite Lieferung des 
Handbuches der Entomologie, Herr Stertz: vSaturnia pyri 
(^ ab. cerberus Stdf. (Jerusalem), Lemonia pia Pglr. (^ Type 
(Totes Meer), Lemonia philopalus Guclt. i (^ (Algier), Le- 
monia sacrosancta Pglr. (^ Type (Totes INIeer). 

Herr Nagel zeigt einige schön gefärbte P'alter aus 
Reichenstein, darunter eine besonders sch()n rote Rodo- 
strophia vibicaria. 

10. Januar. Herr Kletke macht auf den Erlaß des bayrischen 
Alinisteriums aufmerksam, durch den der Fang des Apollo- 
falters und seiner Raupen verboten wird; derselbe berichtet 
ferner: Während der Polarexpedition der Belgica- wurde 
bemerkt, daß viele Insekten in hochnordischen Gebieten 
flügellos waren. Da auch gewisse Insekten der Alpen Ncr- 
kümmerte Flügel haben, brachte Prof. Dewitz (Metz) einige 
Wespennester 48 Stunden im Eisschrank unter und fand, 
daß die dann auskommenden jungen Wespen flügellos 
waren; bei einem entsprechenden Versuche wurden Fliegen- 
larven etwa 2 Monate lang in einer etwas unter dem Ge- 
frierpunkt liegenden Temperatur gehalten ; die meisten 
Fliegen hatten dann verkümmerte Flügel. 

17. Januar (Hauptversammlung). Herr Wolf legt vor seine 

Smerinthus populi mit Abarten, Flybriden p. p. 
7. I-Y^bruar. Herr Wolf zeigt die Arten der Gattungen Ce- 
laena, St^getia, Luperina und Pseudohadena seiner Samm- 
lung, Herr Dittrich eine kleine Sammlung von Käfern 
aus Blumenau (Brasih'en). 



Vercinsnachrichteii. V 

14. Februar. Herr Nagel teilt mit, daß der von Herren J.inack 
und Goetschmann auf den Silsterwitzer Wiesen gefangene 
und für neu gehaltene Falter Chrysopora stipella Hb. ist; diese 
von ihm auch in Morgenau beobachtete Stammform ist neu 
für Schlesien, während die var. naeviferella schon länger 
bekannt ist. 

Herr Stertz berichtet, daß auf seinen Knieholzbüschen 
in Jaimowitz Lophyrus im vorigen Jahre in unglaulMichor 
Menge aufgetreten sei. 

Herr Dittrich berichtet über 
(iottf. Adlerz: Tiphia femorata F., ihre Lebensweise 
und Entwicklungsstadien. Arki\' für Zoologi \U X. 2. 

Fabre hat entdeckt, daß Scolia bifasciata Cetonia-, 
Sc. interrupta Anoxia- Larven angreift, der Stich wirkt 
augenblicklich und die Unbeweghchkeit der Larven ist an- 
dauernd. Die Wespenlarve frißt etwa 1 2 Tage an ihrem Opfer. 

Borg so e beobachtete Beziehungen zwischen Tiphia 
fem. und Rhizotrogus solstitialis- Larven, konnte aber die 
Entwicklung nicht voll beobachten. 

Adlerz sah auf Öland viele Tiphia iMitte Vll auf einem 
sandigen Platze fliegen, wo Ende VI Rhizotrc^gus ochraceus 
Knoch massenhaft aufgetreten war. Die 9 suchten in die 
Erde an den Stellen einzudringen, wo sie Rh.-Farven wit- 
terten und dazu Gänge der Larven zu benutzen. .Sie sticht 
die Larven in die Brust und lähmt dieselben dadurch so 
lange, daß sie das. Ei unbehindert auf die Bauchseite legen 
kann an eine Stelle, wohin die J.arve mit ihren Kiefern 
nicht kommen kann. Das Ei liegt quer in einer der F'alten 
zwischen dem -2. und 5. Gliede; es ist mit seiner ganzen 
LTnterseite befestigt näher an einer Bauchkante. Nach 
3 — 4 Tagen schlüpft die Larve aus. Die Wirkung des 
Stiches dauert nur kurze Zeit, dann gewinnt die Kärferlarve 
ihre Beweglichkeit wieder, kriecht umher und frißt (iras- 
wurzeln fast während der ganzen Entwicklungszeit des 
Schmarotzers. Das Ei und die Larve sind vergleichsweise 
gut geschützt, doch kommen Verletzungen beim Herum- 
kriechen des Wirtes vor. Die Tiphia-J.arve .saugt zunächst 



VI Vereinsnachrichten. 

nur die flüssigen Säfte ihres Opfers und nimmt während 
dessen wenig an Größe zu. Erst wenn der Blutverlust des 
Wirtes so groß ist, daß derselbe stirbt, bohrt sich die 
Wespenlarve in die Haut ein, frißt nun die festen Teile des 
Wirtes und nimmt nun sehr schnell an Größe zu, so daß 
sie dann in wenigen Tagen erwachsen ist. Die Tarvenzeit 
dauert etwa 3 Wochen, viel länger als bei den Scolia-Arten 
und anderen Raubwespen. Auch in der Betäubung ist 
Tiphia noch auf einem primitiven Stadium. Sie spinnt sich 
einen dünnen, durchscheinenden Seidenkokon, den sie all- 
mählich verstärkt, so daß man schließli(^h die Larxe nicht 
mehr sehen kann. Der Kokon war 13 mm lang, 5 mm 
breit am Kopfe, 2,5 am fiinterende. Farbe licht braungelb. 
Die Puppe hat nc^cli niemand gesehen. 

Herr Wolf teilt mit, daß H. leucophaearia und Pli. 
pedaria am g, 2. geflogen seien und zeigt den iten Teil der 
Gattung Hadena Aor. 

In den Raudhener Forsten bei Wohlau wurden Gletscher- 
flöhe (Desoria glacialis) zu großen Knäueln zusammengeballt 
gefunden, die wahrscheinlich durch die heftigen Stürme der 
letzten Wochen dorthin geführt worden .sind. 

21. Februar, Herr Dittrich legt vor 2 dünne Zweige von 
Salix americana aus Brieg, einen berindeten und einen ge- 
schälten. An beiden zeigen sich querlaufende kleine Ver- 
dickungen, etwa den halben Zweig umfassend, und an 
diesen Stellen brechen die Zweige leicht ab. Es sind dies 
die Folgen des Saug(Mis der Schaumzikade (Aphrophora 
alni), so daß diese Tiere einen recht schädHchen Einfluß 
ausüben. Freilebende Fasanen sollen öfters solche Larven 
fressen und entweder durch den Schaum (Kuckucksspeichel) 
oder infolge der Bewegungen d(T im Kröpfe nicht sterben- 
den Larven sehr leiden und sogar zu Grunde gehen. 

2S. Februar. Herr Wolf legt vor den 2ten Teil seiner Hadena- 
Arten, Herr Stertz Drymonia vittata cf aus Abazzia. Das 
Tier war seit 40 Jahren verschollen ; er fand die Type, die 
aus der Streckfuß'schen Sammlung stammt, im hiesigen 
Kgl. zool. Museum; derselbe zeigt ferner: Cochlidion codeti 



Vereinsnachrichten. VII 

Oberth. (Algier), Agrotis glareosa (Nordfrankreich) und A. 
edda (Schottland). 
7. März. Herr Wolf legt vor Lithostege bifissana Rbl. (Jordan), 
vielleicht das einzige, existierende Stück und zum A^rgleich 
damit TJthostega- Arten aus verschiedenen Ländern; Herr 
Di tt rieh die Abbildungen von SinnesschuppcMi, die sich 
auf den Flügeln von Xothris verbascella Hb. und Scoria 
lineata SC. befinden, aus dem Handbuche der Entomologie. 

14. März. Herr Dittrich berichtet über Dr. O. Steche: Über 
die Beziehungen der Keimdrüsen zu den körperlichen (ie- 
schlechtsmerkmalen im Tierreich. (Nach: Die Naturwissen- 
schaften I. 2.) 

Das Blut von 9 Puppen von Deilephila euphorbiae ist 
grün und (Mithält unverändertes Blattgrün (Chlorophyll), das 
von (j^ ist weiß und enthält höchstens die gelben P'arb- 
stoffe, di(^ das Chlorophyll begleiten. Das Blattgrün ist also 
durch die Darmzellen der ^f Tiere zerstört worden. Bringt 
man Blut von 9 ""^1 ^f Tieren zusammen, so treten an 
der Berührungsstelle schlierenartige Gerinnungsprodukte auf, 
in denen sich die weißen Blutk()rperchen zusammenballen. 
Dasselbe geschieht, wenn man Blut von Raupen verschie- 
dener Arten zusammenbringt, dagegen nicht bei (^ und (^ 
oder bei 9 ^-^^^^ 9 derselben Art. Es ist also der ganze 
Körper der Insekten geschlechtlich differenziert, denn da 
das Blut verschieden ist, können wir dies auch für die Or- 
gane annehmen, die sich aus dem Blute aufbauen. Dieser 
Unterschied ist jedenfalls schon nach der Befruchtung der 
Eizelle spätestens gegeben, deshalb ändert auch die Ent- 
fernung oder der Austausch der Geschlechtsdrüsen an dem 
tyjjischen Stoffwechsel des Geschlechtes nichts. Auch das 
Auftreten wirklicher Zwitter erklärt sich daraus, schon in der 
Eizelle muß eine abnorme Mischung von (j^ und 9 -Anlagen 
zustande gekommen sein. 

26. März. Herr Dittrich berichtet nach Mitteilungen der land- 
wirtschaftl. Versuchsanstalt Ent. Abt. 12 über Argyresthia 
conjugella Zell, als .Xpfelschädling in Schweden. Der Falter, 
dessen Raupe sonst in Ebereschen- und P^lsbeeren lebt. 



VITI Vereinsnachrichten. 

befällt in den Jahren, in denen diese Früchte selten sind 
oder ganz fehlen, die Aepfel, besonders diejenigen, deren 
Stempel zur Zeit der Eiablage unbehaart sind und richtet 
dann ziemliche Verheerungen an. Die Nahrung scheint aber 
nicht günstig für das Tier zu sein, denn in den darauf 
folgenden Jahren tritt der Falter selten auf. Derselbe geht 
über den 65" X. B. nicht hinaus, nimmt von da an Menge 
nach Süden zu, dann aber wieder ab. 

Herr Nagel bemerkt, dal) der Falter als Apfelschädling 
hier nicht bekannt sei; derselbe legt vor Grapholita illutana 
H. S. aus Fichtenzapfen von Mirkau? neu für Schlesien, 
Gracilaria simploniella F. neu für Schlesien, bisher nur von 
Möschler in der Lausitz an Haselnuß gefunden. 

Herr Wolf zeigt vor die Eulengattungen (ladocera 
bis Ammoconia seiner Sammlung. 
4. April. Herr Rinke teilt mit, daß eine viüica-Raupe vom 
9. Februar an munter wurde, Mohrrüben, Blumenkohl und 
Brot fraß, sich dann in einer Rolle von blauem Papier ein- 
spann, aber augenscheinlich noch nicht erwachsen war, da 
sie von dem Papiere fraß (der Kot war blau); Herr Wolf 
legt die Eulengattungen Ammoconia bis Polia vor. Herr 
Dittrich spricht über das Werk: L. Lindinger: Die Schild- 
läuse. Coc<id<'n. Stuttgart. E. Ulmer. g ]\lk. Dasselbe 
gibt zunächst eine allgemeine Charakteristik der Tiere, die 
Einteilung in Familien und systematische Tabellen derselben, 
das Verhältnis der Tiere zu den Pflanzen, das Sammeln, 
Präparieren und Aufbewahren, endlich im 2ten Teile ein 
nach den Pflanzengattungen alphabetisch geordnetes und 
bei jeder derselben mit analytischer Bestimmungstabelle ver- 
sehenes Verzeichnis der vorkommenden Arten; den Schlulj 
bildet ein ausführliches Verzeichnis. Das Werk scheint für 
denjenigen, der sich mit dieser Pflanzenfamilie beschäftigen 
will, sehr wertvoll zu sein. 
II. April. Herr Czaya 11 fing am 13 3. Hybernia leucophae- 

aria var. merularia in Oswitz. 
i^. April. Herr Wolf legt vor die Eulengattungen Das3q3olia 
bis Rhizogramma. Herr Schnabel spricht über Ephyra 



Vereinsnachrlcliten. IX 

pimctaria. Dio Raupe ist in V und VIII von Eichen zu 
klopfen. Die lie Generation fliegt im Frühjahr; vorgezeigt 
werden die Stammart. ab. subpunetata, ab. ruficiliaria und 
Acidalia marginepunctata Goezc. die durch Inzucht klfMner 
und dunkler geworden ist. 

Herr Dittrich berichtet nac^h Review of Applied P!ntnm. 
A. \'. I 3 über die Heu.schreckenplage imd die Bekämpfung 
derselben auf den Philippinen. 

2,> April. Herr Wolf legt vor Hybernia leucophaearia Esp. 
uiifl merularia Weymer aus Osvvitz. 
2. Mai. Herr Wolf zeigt die Euleng'attungen Rhizogramma 

bis Jaspidea seiner vSammlung. 
9. Mai. Herr Wolf legt vor Schilfeulen der Gattungen Helo- 
tropha, Hydroecia, Nonagria und Senta, Elerr Schumann 
Danais chrysippus aus Ost-Afrika, eine Varietät, die zwischen 
dorippus und chrysij)pus steht, sowie auch alcippus aus 
Kamerun. 

16. Mai. Maikäfer waren Anfang V in Obernigk sehr zahl- 
reich!, wurden aber durch die eintretende Kälte sehr ver- 
mindert; in Oswitz gibt es zahlreiche Calosoma inquisitor. 
die sich mit der Vernichtung der brumata-Raupen beschäf- 
tigen. (Wolf.) 

Herr Dittrich berichtet nach Adlerz: Lebenserschei- 
nungen und Instinkte bei den Pompiliden und Sphegiden 
über das vStcchcn der Raubwespen. Nach Fahre stechen 
diese IMere ihre Ojjfer in der Regel nur einmal und zwar 
in einen bestimmt<Mi Xerv(Miknoten. die ( )pfer werden da- 
durch bewegungslos und bleiben längere Zeit am Leben. 
Die Wespenlarxen können nur lebendes Futter brauchen. 
Adlerz ist durch seine langjährigen Beobachtungen zu Er- 
gebnissen gekommen, die denen Fahre 's stark wider- 
sprechen und mehr mit denen der Geschwister Beckham 
(N.-Amerika) übereinstimmen. Zunächst stechen die Wespen 
nicht in l)estimmte Körperstellen, sondern dahin, wo sie 
gerade können, auch nicht einmal, sondern bei Raupen 
öfters in eine ganze Anzahl von Leibesringen; sie suchen 
auch nicht einen Nervenknoten zu treffen, sondern drehen 



X Vereinsuachrichteii. 

(Ion Stachel in der Wunde nach allen Seiten herum, wo- 
durch das Gift im Körper verteilt wird und auch schnell 
an die Nerven kommt. Der Zweck des Stechens ist die 
Lähmung des Opfers, damit das Wegtragen leichter ist. 
Die Wirkung des Stiches ist oft nur vorübergehend, so daß 
die getroffenen Tiere noch lebhafte Bewegungen machen 
und man(4ie sogar gehen können, wenn sie aus dem engen 
Nest befreit werden. Ein längeres Konservieren des Futters 
erscheint unnötig, da die Larven sehr schnell sich entwickeln 
und auch totes Futter \'ertragen, ohne Schaden zu nehmen. 
23. Mai. Herr Dittrich legt vor die Anzeige vom Erscheinen 
des Werkes: E. A. (i<)ldi : l^ie sanitärisch-pathologische Be- 
deutung der Insekten und verwandten Gliedertiere und be- 
richtet nach J. ('. Brauner über die geologische Tätigkeit 
der Ameisen und Termiten im tropischen Amerika. 
30. Mai. Herr Nagel legt vor Raupen von Bistion pomo- 
narius aus dem Ei gezogen. 
6, Juni. Herr Dittrich berichtet nach Adlerz: Lebensgowohn- 
heiten und Listinkte bei den Sphegiden und Pompiliden, 
über die Gestalt des Pygidialfeldes bei diesen Wespen. Das- 
selbe ist bei allen im Sande oder in Holz bauenden Wespen, 
welche mit dem Hinterleibsende das Schließen des Nestes 
herbeiführen, mehr oder weniger stark entwickelt, gerandet, 
flach oder am Ende rinncnförmig, stärker punktiert als der 
übrige Teil des Hinterleibes, auch mit Borsten besetzt; bei 
den Tieren aber, welche sich zum Fortschaffen des Sandes 
und zum SchHeßen des liaues in erster Linie der Kiefer 
bedienen, ist das Pygidialfeld schwach oder gar nicht ent- 
wickelt. Literessant ist, daß auch die (^ cT die für sie be- 
deutungslose starke Ausbildung des Pygidialfeldes z. T. 
ererbt haben. 

Herr Wolf legt vor die Calamia-, Luceria- und Leu- 
cania-Arten seiner Sammlung. 
13. Juni. Herr Dittrich berichtet nach »Die Naturwissenschaf- 
ten« über den Farbensinn der Bienen. Nachdem Herr Prof. 
Dr. Heß vor einiger Zeit erklärt hatte, daß die Frage durch 
seine Untersuchungen endgültig abgeschlossen sei und den 



Vereinsnachrichten. XI 

Bienen der Farbensinn gänzlich abgesprochen werden müsse, 
zeigen 2 neuere Untersuchungen, daß dies nicht der Fall 
ist. Die Bienen können auf eine bestimmte Farbe dressiert 
werden. so])al(l für sie ein Vorteil bei der Unterscheidung 
der Farben \'orhan<len ist. Rot allerdings erscheint den 
Bienen nur als Dunkel. Untersuchungen über die Wahr- 
nehmung des Grün konnten nicht angestellt werden. 

20. Juni. Herr Czaya 11 legt vor Saturnia-Raiipen, gezogen 
aus den Fiern. die Herr Stertz aus Algier gesendet hatte. 

27. Juni. Herr Di t trieb macht aufmerksam auf den Schutz 
der Schweizer Falter (nach Bulletin der Schweizer Ent. (res.). 
Iferr \'ogel hat'Fnnomus fuscantaria aus dem Fi gezogen; 
die Raupen schlüpften sehr unn^gelmäßig aus dem Fi, 
wurden mit Fsch(> gefüttert und haben .schon jetzt (\^I) die 
Falter geliefert, während diese sonst im Herbst fliegen; 
möglicher Wei.se gibt es also 2 Generationen. Unter 50 
Raupen warcMi 3 braune. 
3. August. Herr Xagel bericiitet über seine Reise nach Corsica. 

],v August. Herr Dittrich legt zur Ansic^ht vor: Fscherich K.: 
Die angewandte Entomologie in den vereinigten Staaten. 
Berlin. P. Parey. 19 13. 6 Alk. und 2) A. Jacoby: Mimikry 
und verwandte Erscheinungen. Braunschweig. Vieweg&S<ihn. 
8 Alk. und macht aufmerksam auf die Flügelverletzung"en 
an Faltern durch Vogelbisse, p. 196. 

22. August. Herr Wolf legt vor die Gattungen Leucania bis 
Caradrina seiner Sammhmg. 
5. September. Herr Wolf legt vor den 2ten Teil seiner Cara- 
drina, sowie Hydrilla, darunter C. albisignata, Herr Dittrich 
einige^ hübsche Apiden aus Corsica, gesammelt von den 
Herren Hirschwälder und Nagel; Herr Hirschw^älder 
aus der vSchmeil'schen Atlantensemimlung die Pflanzen der 
Heimat und die Reptilien. 

1 2. Septbr. Herr Dr. Speiser zeigt einige interessante Dipteren 
aus Afrika; Herr Dittrich bencht(^t nach Prometheus über 
die innere Sekretion der Keimzellen der Wirbeltiere und regt 
die Frage an, warum an den meisten Orten die Falter immer 
seltener werden. Es findet eine Besprechung darüber statt. 



XII Veieiüsnachrithten. 

Herr Wolf legt vor die Gattungen Amphipyra und 
Taeniocampa seiner Sammlung, 
ig. September. Herr Wolf macht darauf aufmerksam, daß in 
der Wiener Ent. Zeitung ein Aufruf ergangen ist. einige 
in der Schweiz fliegende Falter zu schonen, weil sonst ihr 
Aussterben zu erwarten sei. Genannt worden : Erebia christi 
Ratz., Lycaena var. l3'cidas Trapp, Oenogyna parasita Hb., 
Arctia cervini Fall. 

Herr Eatussek zeigt vor: Sarrothripus revayana ab. 
fusculana gefangen am 19/7. 1913 auf d<'m Mittelfelde in 
Breslau, neu für Schlesien. 
26. September. Flerr Wolf macht aufmerksam auf eine Zei- 
tungsnotiz, nach der sich am kleinen H<)rselberge zahlreiche 
Tagfalter an ausgeflossenem gährendem Birkensaft be- 
rauscht haben. 

Herr Nagel hat aus Haferkörnern, erhalten durch 
Herrn Rinke, Plodia interpunctella gezog(M-i. deren Rrnipen 
sich sonst. in trockenen Südfriichten finden. 

Herr Wolf legt vor die (jattungen l\'ieniocampa bis 
Dyschorista seiner .Sammlung. 
3. Oktober. Herr Wolf sah Ende IX in Oswitz noch Yd- 
nessa atalanta saugend an den Früchten von Prunus sero- 
tina; die Falter gewährten in der Sonne einen herrlichen 
Anblick. 

Herr Hirsch Wälder legt vor Vanessa urticae L. var. 
ichnusa Bon. aus Corsica, die dort die fehlende Stammform 
vertritt. J^ie Raupen sind sehr häufig, aber meist mit 
Fliegenlarven besetzt, die sich dann aus den Puppen ent- 
wickeln. Derselbe zeigt ferner vor A^anessa urticae ab. 
atrebatensis B. eine Frostform, 
lo. Oktober. Herr Dittrich berichtet nach Review of Applied 
Entom. I B. 9 über die Lebensweise der Ear\ en von Hydro- 
taea dentipes. die, mit den Larven von ]Musca domestica 
und Stomoxys calcMtrans im Miste lebend, diese in Masse 
verzehren, niemals aber, auch bei Hunger nicht, einander 
anfallen; ferner daß im Zululande St. calcitrans als Vieh- 
plage aufgetreten ist, indem sie nach Hochwasser eiternde 



Vereinsnachrichten. XIII 

Geschwüre an Srh\v(Miien, Ochsen und Maulesehi hervor- 
rufen, wodurch deren Ruhe und Verdauung' gc^stört wird. 
An manchen Orten wurde dort und ähnHch auch in den 
Vereinigten Staaten viel Vieh gc^tötct. Die Farmer liaben 
wenig Mittel dagegen, das einzige ist eigentlich die Ver- 
meidung von Afist- und Abfall-Anhäufungen. 

Herr Vog-el hat in Ramsern am q. X. ein dumi-^jT 
gefangen. 
17. Oktober. Herr vSchumann zeigt Arbeiten von brasiliani- 
schen Indianern, bestehend aus Marzfiguren, die mit ver- 
schiedenartigen Käferfiügeldecken geschmiickt sind, ferner 
antiopa traiis. ab. hygiea. 

Herr Schnabel legt vor Diastictis artesiaria F. Die 
Raupe dieses in lOeutschland seltenen Spanners lebt auf 
Weiden und soll der Fitteratur nach sich in \" und VI 
finden, während der l^^alter in VII und VIII fliegt. Herr 
Schnabel beobachtete diese Erscheinungszeiten ebenfalls 
mehrere Male, öfters aber noch fand er die Raupen in YIl 
und VIII und zog die Falter Mitte VIII und IX. 

Flerr Vogel hat Eugonia fuscantaria in der Fischen- 
allee in Oswitz in VIII, voriges Jahr in IX gefangen, die 
gezogenen Stücke aber schon in Yll erhalten. 

Herr Wolf legt vor* die Gattungen Dyschorista, Plas- 
tenis und Orthosia seiner Sammlung, 
24. Oktober. Herr Raebel legt vor Metopsilus porcellus ab. 
galbana aus Fiegnitz, eine albinistische porcellus, Biston 
hirtaria ab. hanoviensis albinistisch, Boarmia repandanta ab. 
nigricata, Tapinostola fulva (Stammform), Brephos nothum 
ab. sämtlich aus Zabrze. 

Herr Arndt hat beobachtet, daß im Riesen gebirge die 
zu den Elmiden oder Parniden gehörigen Käferarten Fa- 
reynia = Helmis latroillei Redel und maugetii Fatr. = aenea 
]\Iüller in verschiedenen Höhenlagen sich finden. vSie leben 
in (rebirgsbächen unter Steinen, Holzstücken, im Moose 
(die Farve lebt von Moostieren) und lassen .sich leicht durch 
eingelegte tote Frösche u. dergl. ködern. Aenea l(4:»t in den 
unteren Bächen und wird immer seltener, je liölier man 

2 



XIV VcrciiisiiLicliiiclilcii. 

hinauf kommt, dafür tritt aber latrcillei auf, die bis in die 
höchsten Höhen hinaufgeht und noch am Koppenkegel in 
den schwachen Rinnsalen zu finden ist. Vortragender er- 
innert an die ähnhchen Verhältnisse bei den Planarien (zu 
den Strudelwürmern gehörig), wie sie im Taunus, Huns- 
rück usw. beobachtet wurden. In den höheren kalten Bächen 
lebt die kleine Planaria alpina, die als Relikt der Eiszeit 
angesehen wird, tiefer hinab tritt die größere Polycelis 
cornuta und ganz unten die größte Art Planaria gonocephala 
auf. Polyc. cornuta ist bisher in Schlesien noch nicht ge- 
funden worden, wohl aber eine verwandte Art, und auch 
hier treten die 3 Wurmarten in denselben Höhenlagen auf, 
wie im Taunus. 

Herr Dittrich legt vor ein Nest von Bombus lapidarius, 
das bei Herrn Hauptlehrer Scholz in Hartlieb in einem 
leeren Bienenhause bestanden hat; unter den daraus hervor- 
gegangenen, von Herrn Scholz aufbewahrten Tieren befindest 
sich ein 9. bei dem auf dem Rückenschilde und am Hinter- 
leibe vor der roten Färbung golilgelbe, eine Art r)inde 
bildende Haare auftreten. 

Herr Nagel zeigt Thalpochares elichrysi Rbr., Acidalia 
infirmaria Rbr. und circuitaria Hb., Crambus corsicellus 
Dupr., ]-*empelia cortella Const., Alucita semiodact3ia Aln. 
und icterodactyla Aln., sämtHch aus C<:)rsica. 
31. Oktober. Brumata fliegt in Oswitz massenhaft (T.atussek). 
Plerr Stertz legt \'or: Lemonia \allantini Obth. (.Vlgier). 
Mamestra albicolon no\'. var. (Tirol), Agrotis simplonia var. 
(Tirol), Hadena arabs Obth. (Algier), Spinth. hirsuta Stg. 
(Tirol), Agrotis wiskotti Stdf. (Tirol), Zuleika nobiliaria 9 cf • 
Agrotis imperator (^, A. mauretanica, A. photophila (in. 
aus Algier; F. oranaria Stgr. (^ (Oran); Caradrina flava 
<^'- 1- 9 cf (Hammam R'irha), Scodiona phlebearia (Algier), 
Simyra oberthüri Algier, Apamea krügeri Sardinien, Acro- 
nycta euphorbiae var. Sardinien, Ligia anargyra Turat. Type. 
Sardinien. 

Herr Wolf zeigt die Gattung'en Xanthia, Hoporina, 
Orrhodiea seiner Sammlung. 



Vercinsnachrichteu. XV 

Herr Dittrich berichtet nach Review of Appl. Ent. I 
A g über die Schädigungen, die die argentinische Ameise 
in den Verein. vStaaten in den Häusern, in Gärten und 
Feldern verursac^ht. Herr Stertz bemerkt dazu, daß ihm 
auf Teneriffa Ameisen wertvolle Falter zerstört haben, 
7. November. Herr Wolf legt vor Colias wiskotti 9 cT. var. 
separata, aurantiaca und draconis aus Innerasien. Herr 
Nagel fing Diast. artesiaria in X, Herr Czaya II beob- 
achtete Anopheles maculipennis in Schönborn und Kleinburg. 
14. November. Herr Linack köderte in Spindelmühl Agrotis 
collina. 

Herr Herzog legt vor Argynnis paphia ab. '^(^, calli- 
morpha hybr. n^manowi, var. rossica 9 cf . ^'^i'- insubrica 
9cf, dominula 9 ""tl macht Mitteilungen über die In- 
sektenbörsen in Frankfurt a./M., Hamburg und Berlin. 

Herr Dittrich berichtet über Ed. J. R. Scholz: Bienen 
und Wespen, ihre Lebensgewohnheiten und Bauten aus 
Naturwiss. Bibl. für Jugend und Volk. Leipzig (1,80 Mk.) 
Das Werk ist gut zu lesen, enthält eine umfassende, viel- 
fach auf eigene Beobachtungen gestützte Schilderung des 
Lebens und der Bauten der einsam lebenden, sowie der ge- 
selhgen Bienen und Wespen. Zahlreiche, großenteils selbst 
nach der Natur gezeichnete oder photographierte Abbildun- 
gen tragen zur Belebung und zum besseren Verständnisse 
des Textes bei. Störend wirkt nur die jedenfalls durch die 
Bestimmung des Buches für den Laien bedingte Benennung 
der Tiere mit deutschen Namen. 

Herr Nagel hat sich seit mehreren Jahren nebenbei 
mit dem Fange von Trichopteren (Pelzflüglcr, Köcherfliegen) 
beschäftigt, dieselben dem Spezialisten Herrn Dr. G. Ulmer 
geschickt und sie jetzt bestimmt zurückerhalten. Das von 
Dr. Schneider vor mehr als 20 Jahren verfaßte Verzeichnis 
der schlesischen Neuropteren (Zeitschr. f. Ent. N. F. X), das 
infolge verschiedener LTmstände recht lückenhaft war, ent- 
hält 55 Arten Trichopteren. Zufällig hat Herr Nagel eben- 
falls 55 Arten gesammelt, von denen 33 nicht im Schneider- 
schen Verzeichnig enthalten sind. Danach dürfte die Hoffnung 



XVI 



Vcieinsnachrichtcn. 



auszusprechen sein, daß das später von Herrn Nagel zu 
erwartende Verzeichnis dieser auch in biologischer Beziehung 
hochinteressanten Tiere recht reichhaltig werden \\ ird. \^or- 
gelegt werden zunächst folgende Arten : 

Rhyacophilla septentrionis | Hydrops^^cheornatulaMcLach. 



instabilis Curt. 
Neuronia ruficrus Scop. 
rcticulata I.. 
clathrata Koj. 
Phryganea grandis I.. 
,, striata T., 

varia Fabr. 
„ minor Curt. 

Agrypnia pagetana Curt. 
Alolanna aiigustata Curt. 



Mc. Lach. 
Rhyacophila tristis Pict. 
Agapetus fuscipcs Curt. 
Oxyethira costalis Curt. 
Philopotamus montanus 

Donow. 
Holocentropus piricornis 

Steph. 
Cyrnus trimaculatus Curt. 
Ilydropsyche pelluridula 

Curt. I 

2 1. NoxcmlxT. Herr Dittrich bfrirhtet, daß nach HaimhofffMi 
i. J. 1857 aus Deutscliland 2go, ül^crhaupt aber erst 3 i 2 (iallon 
bekannt waren, während das große Werk von C. H(^uard 
für 1909 6293 Gallen für Europa und die Atittehnccrländer 
aufführt, ein Beweis dafür, wie schnell si(^h die (Tallenkunde 
Forscher und Frcund(> erworben hat. 

Herr Wolf hat heute Boarmia crepu.scularia 9 ^^'i" 
scheinend frisch geschlüpft an einem ]3aume auf der Prome- 
nade gefangen; er legt \'or die Gattungen Orrhodia 11 und 
Xylina seiner Sammlung. 

Herr Nagel zeigt den 2ten Teil seiner Trichopteren. 
nämlich : 

Adicella reducta Mc. Lach. 

filicornis Pict. 
Oecetis tc^stacea Curt. 
(xrammotaulius atomarius Fabr. 
Glyphotaulius pellucidus Retz. 
[jmnophilus flavicornis Fabr. 
„ decipiens Kol. 

stiu'ma Curt. 



Leptocerus senilis Burm. 
„ annuHcornis 

Steph. 

aterrimusSteph. 

bilineatus L. 

dissimilis Steph. 
Mystacides longicornis L. 
Triacnodes bicolor Curt. 



Vereinsnatlirichtcn. 



xvir 



Limnophilus xantliodes Mc. ' Limnophilus grisous L. 

Lach. j „ extricatus Mc. 

vittatus Fabr. Lach. 

affinis Curt. ,. sparsus Curt. 

aiiricula Curt. ., fiiscicornis Ramb, 

Herr Dittrich spricht den Wunsch aus, daß die Flerren 

Vcrcinsmiti^licdor bei ihren vSammclausfUigen auf diese Tiere 
achten und Herrn Nagel unterstützen möc^hten. 

Herr Moser liat bei Zürich massenhafte LimnophiHdcn- 
Schwärme auf Brücken und um Türme gesehen, wo sie 
wie Rauch erschienen. Herr Fax berichtet über Falter, 
die er Ixi Afonaco beobachtet hat. 

28. November. Herr Wolf berichtet nach der Gubener Zeit- 
schrift über das neue Lisektarium des Berliner Zool. Gartens. 
Herr Dittrich legt vor den iten Teil der von Herrn Prof. 
Roubal Pfibram gesendeten Käfer, Herr Nagel den 
3ten Teil seiner Trichopteren, nämlich: 



12. 



Auiibolia laevis Zett, 
Stenophylax alpestris Kol. 

stellatus Curt. 

luctuosus Pill. 
Halesus nepos Mc. Lach. 
Drusus discolor Raml). 

Dezember. 



Herr Dittri(Ti legt vor 



Ecclisopteryx guttulata Pict. 
Apatania fimbriata Pict. 
Silo pallipes Fbr. 
Brachycentrus montanus Khip. 
Oecismus monedula Hag'. 
Notidobia ciliiiris I>. 

den 2ten Teil der 



Roubid'schen Käfer und berichtet über eine teilweise Zäh- 
mung der ]\Iordwespc Psammophila hirsuta durch Herrn 
Adlerz unter P^rwähnung" der Zähmung- einer Hornisscn- 
mutt(>r, die in d(>r Litteratur berichtet wird. Herr Moser 
hat Wespen 9 aus einem Neste vom ersten Tag'c ihres 
Auskommens an gefüttert und an sich gewöhnt, bis das 
Nest verunglückte. Daran knüpft sich eine Debatte über 
das Erinnerung-svermögen und den Zeitsinn der Insekten. 

Dezember, Herr Dittrich berichtet nach Rewicw of Appl. 
Ent. über die geographische Verbreitung der Crlo.ssi na- Arten 
in Afrika. Herr Vogtd legt vor Hibernia defoliaria in ver- 
schiedenen Zeichnungen und Abarten, darunter die ab. ob- 



XVIII Vereinsnachrichten. 

scurata Stgr. HinT Wolf zeiiit die (xattungen Calocampa 
bis Cleophana seiner Sammlung. 
19. Dezember. Herr Dittrich legt vor C. Ilouard: I.cs Zoo- 
cecidies des plantes de l'Europe et du Bassin de la Afcdi- 
tcrrance Tome III 1913 und macht auf die in 4 Jahren 
enorm fortgeschrittene Kenntnis der Gallenbildungen auf- 
merksam, die sich durch die Steigerung der Xummernzahl 
von 623g auf 7556, also um mehr als 20 "/j, ausdrückt. 
Herr Wolf zeigt die Cucullien I seiner Sammlung. 



Wetterbericht für 1913. 

Januar i. — 10. heiter 1. — 6., bedeckt 7. — 10., Reif 2., 5., 6., 

naßkalt und unangenehm 8., leichter Schnee 10. — 1,6" 1-4-^"- 

II.— 20. bedeckt 11. — 13., trübe 19., sonst heiter, Schnee 11.. 
12., 13., 18. meist schwach, Luft scharf 11.. 12., 15., 16., 

Oder sieht 14. — 9.30 ^--.5"- -'• — 3'- m^^'ist bedeckt 

oder trübe, soimig nur 29., 30., Regen 21., 22., Schnee 
23.-27., 31., Wind 26., 31. -12,3"— -[-4,6". 

Februar i. — 10. bedeckt oder trübe i. — 5., 10., sonst heiter, 

Schnee 3., Oder frei 10. -j-o.S» [-7.2'\ 11. — 20. heiter. 

sonnig 11., 12., 17. — 20., Reif 13., Schnee 16., Luft scharf 

rauh 13., 15., 18., 20., Oder steht 18, — 5,6^ 1-2,4". 2 1. - 28. 

sonnig 21. — 27., trübe 28., Luft scharf 21.— 23., Regen und 
Schnee 28., Odereis geht z. T. ab 27. — 2,1*^ 1-4-^'*- 

März I. — 10. sonnig i. — -3., 6., 7., 9., 10., sonst trübe, Regen 4., 
5., 7., 8., Schnee 8. — 10. Oder steht 3. von neuem. —3.2'> 

— -j-9.8". II. — 20. meist sonnig und windig, bedeckt nur 20.. 
Reif 13., 19.. Regen 15., 10. 20., Wirbelsturm 19. 1.3'^ — 10,3". 
21.-— 31. sonnig 21. — 23., 29.-31., Regen 24., 27., 28. -f^i'^*' 

— 14,10. 

April I. — 10. sonnig i., 4., 5., 9., Regen 3., 6.. 7., 8., 10., 
Graupeln 8., böige Winde 10., sehr warm i. 3,1^' — 16,1". 
II. — 20. bedeckt 11., 13., 15., trübe 20.. Regen 17., 20., 

Schnee 11., 13., Wind 11. — 16. —0,4" [-10,5^ 21. — 30. 

bedeckt oder trübe 21. — 2^., sonst z. 'J\ früh bedeckt, dann 
sonnig, Regen 21., 23., 2=)., 29., Gewitter 27., 28. 6"^' — 20,2«. 



Vereinsnachrichten. ^' ^ 

j^f.^i i._io. meist bedeckt, sonnig nur i., 2., Regen 3., 4.-6., 
8., Schnee 6., Gewitter 5.. Wind 7. 4-5^'— i94"- ii.-20. 
sonnig 1 1.- 16.. dann bedeckt oder trübe, Regen 17., 18., 20., 
Gewitter 17.. is.. Wirbelwind 17. 8,3«- 16,4»- 21.-31. 
sonnig 22., 23., 25., 26., früh sonnig, dann bedeckt oder dro- 
hend 24., 27., 2g., früh trübe, dann aufhellend 28., 30., 31-. 
Regen 21.. 24.. 27., 28., 29.-31-, Gewitter 27., 29.— 31. 
11,80— 22,2". 
Juni I. - 10. sonnig 1. - 3- 8., bedeckt oder trübe, auch drohend 
^.._y.. g., 10., Regen 3.. 4- 6.. 7- 9-. Gewitter 3.. 5., 6. (in 
Niedcrschlesien .schwer mit Wolkenbrüchen und IMitzschlägen), 
Wind lo. i6,8o — 23". 1 1.— 20. bedeckt oder trübe 11.-14., 
sonst sonnig. Regen 11. -13., Wind 11., 12., 14., 19. 9«- 19,6". 
2i._3o. sonnig 23., 24., sonst meist bedeckt oder trübe. 
Regen 22.-27., 29., 30- drohend 23.. 28. 12,-]''- i^^o. 
j^ili K— 10. Meist bedeckt, kühl, alle Tage Regen, (icwitter 
, _ o X, öo— 17 :i'» II.— 20. meist bedeckt oder trübe, 
Regen 11.- 13., 19-, 20., sonnig schön 14., verschleiert 18. 
I ^^^0 ._ I go. 2 1 .—3 1 . meist bedeckt oder trübe. Regen 2 i ., 
22., 29. -31., sonnig 27., 28., 31. 13,7" — 20,4". 
August I.— 10. bedeckt oder trübe i., 2., 5., sonst meist sonnig. 
Regen meist kurz, aber an den meisten Tagen Gewitter (im 
Gebirge mit starkem Gusse) 2., desgl. in Breslau 10., Staub- 
sturm 8. 13,60—20,6". II.- 20. sonnig, nachmittags be- 
deckt II.— 14., 20., trübe oder bedeckt 15.— 19., Regen 12., 
I-. 18. 12,80— 16,9«. 21.— 31. bedeckt oder trübe, nach- 
mittags aufhellend 21., 22., 25.-27., 3'-, sonst meist sonnig, 
Regen 21., 25., 26., 31., Hochwasser 22. 13,3" — 20,4". 
September 1.- 10. Sonnig, z. T. nachmittags bedeckt i., 2., 
8.- 10.. bedeckt oder trübe 3.-7., Regen 2., 6., 10., schwül 2. 
1 2 — 200. I I.— 20. sonnig, z. T. nachmittags bedeckt 1 2.— 15., 
i7._ig., trübe II., 16., 20., Regen 11., 19., 20., Gewitter 15. 
ii^2">— 17,60. 21.— 30. bedeckt 22., 24., 25., sonst sonnig. 
Regen 21.— 25., windig 21., 23., 27. 7-7"— ^3°- 
Oktober i.-io. sonnig i.- 3.. nachmittags verschleiert oder 
bedeckt 6.-8., bedeckt 4., g., 10., Regen 2., 4., 5-' 9- lo- 
schwül 2., Gewitter 4., windig i.. 6., 7., 9. 7-5''— ^^'^- 



XX Vereinsnachrichten. 

II. — 20. sonnig 11. — 15., 18. — 20., trübe, Regen 16., Nebel 17. 
2,3" — 9,3^. 21. — 31. sonnig 21., 22., 24. — 30., bedeckt oder 
trübe 23., 31., Regen 23., 31., Nebel 27., 2Ö., 31. 8» — 12,6». 

November i.— 10. sonnig i., 4.-5., 7., bedeckt 3., Regen 3., 
6., g., 10., Nobel 8. 4.5"- — 11°. 11. — '20. bedeckt oder 
nebelig, dann aufhellend 11. — 14.. 20., meist sonnig 15., trübe 
17.— ig., Regen 11. — 14., 16., ig., Nebel 12., 13. 5,4"- 10,8". 
21.— 30. sonnig 21.— 26., bedeckt oder trübe 27. — 30, Regen 
27.— 30., Luft z, T. scharf. - 0,6" — 9,4'''. 

Dezember i — 10. stets bedeckt oder trübe, Regen i., 3., g., 10., 
Schnee 6., 7., g. — 1,4" — 8.S0. 11. — 20. meist bedeckt oder 
trübe, sonnig nur 14. früh, Regen 11., 14., 15., Schnee 14., 
ig., Schneesturm 14., windig 11., 12., 14., 15, 17.— 20. 
— lO — 6". 21. — 31. mci.st bedeckt oder trübe, sonnig nur 
24. früh, Regen 22, 24.. 26.-28., Schnee 2g. — 31., Gewitter 
mit Sturm 27., vSchneesturm (in Berlin und am Rh(Mn) und 
Sturmflut an der Ostseeküste 31. — 6" hS-^**- 



VcreinsnachrichLen. XXI 



Wilhelm Martini f. 



NachrLil/'") 

Wilhelm Martini wurde am 14. August 1846 im Pfarr- 
hause zu Sömmcrda geboren, in dem sein Großvater Johann 
Martini als Pfarrer wohnte, während sein Vater Hermann 
Martini als Landwirt die ausgedehnten Pfarrländereien bewirt- 
schaftete. Er besuchte zuerst die Schule seiner Vaterstadt und 
machte dann die Realschule der Francke'schen Stiftung- in 
Halle a. S. durch. Hierauf trat er in das Geschäft seines Groß- 
vaters Chr. JNlichael Dreyse als Kaufmann ein und hat das 
Geschäft durch mehr tds 40 Jahre lang versehen und geleitet. 
Dieser Familie entstammt auch der berühmte Erfinder des Zünd- 
nadelgewehres Joh. Nikolaus von Dre3^se, 

Das Jugendleben in dem wohl 20 Äh^rgen großen Pfarr- 
garten, der später größtenteils zum Stadtpark umgewandelt 
wurde, weckte schon frühzeitig in dem Knaben die Neigung, 
sich mit der Natur zu beschäftigen und er begann Schmetter- 
linge zu sammeln, nachdem ihm der Großvater eine kleines 
Falterbuch geschenkt hatte. Verstärkt wurde diese Neigung 
durch den Onkel Karl INIiirtini, der iö68 als Bürgermeister von 
Sömmerda gewählt wurde und ein eifriger Botaniker und Cole- 
opterologe war. Unter seiner Leitung widmete Wilhelm Martini 
nun alle seine ]\Iußestunden der Entomologie, besonders den 
Schmetterlingen und zuletzt namentlich den Mikrolepidopteren, 



*) Anni. Da persönliche Angaben des Verstorbenen bei uns nicht vorhanden 
waren, mulSte sich der folgende Nachruf eng an den von Herrn Professor Dr. 
A. Pctry in der Deutschen Entomolugischen Zeitschrift jlris« Jahrgang 1913 an- 
lehnen, dem auch das Literaturverzeichnis eutnoninien ist. 



XXII Vereinsnachricliten. 

deren Studium den wissenschaftlichen Hauptinhalt seines Lebens 
bildet. IMehrere Jahrzehnte hindurch stand er mit den besten 
Kennern der Mikrolepidopteren Deutschlands in res^'em wissen- 
schaftlichen Verkehr, so besonders mit H. Disque in Speyer, 
Oberamtsrichter F. Eppelsheim in (xrünstadt, C. T. Glitz in 
Hannover, Professor Dr. Goetschmann in Breslau, Major E.Hering 
in Stettin, Medizinalrat O. Tlofmann in Regensburg, Dr. M. F, 
Wocke in Breslau u. a. m. 

Wilhelm jMartini war ein sorgfältiger und gewissenhafter 
Beobachter, der mit großem Eifer die Umgebung seiner Heimat- 
stadt durchforschte, so namentlich die Keuperhügel der Weißen- 
burg bei Sömmerda, den Steiger bei Erfurt und die Sachsen- 
burg in der östlichen Hainleite. Am meisten beschäftigten ihn 
die Miniermotten und unter diesen wieder besonders die Elachista- 
Artcn, über deren Lebensweise er manche Aufschlüsse gab und 
von denen er einige neue Arten entdeckte. 

Folgende neue Arten und Formen hat er entdeckt: Tinea 
columbariella Wck., Colcophora ochrea ab. thuringiaca ]\Lu-t., 
Lita salicorniae Herg., Elachista martinii Hfm., Antispila I3etr3'i 
j\Iart., Elachista variabilis iNIart , Grapholita oxytroi)idis ]\Iart., 
benannt nach ihm wurden Elachista martinii Hfm. und ApoJia 
martinii Ptr. 

Wilhelm ]\Lirtini war ein stiller, einfacher und bescheidener 
]\[ann, frei von jeder Prätcnsipn, von großer Herzensgute und 
stets bereit. Freunde der Entomolog'ie mit Rat und 'J'at zu 
unterstützen. Er verschied plötzlich und unerwartet am 25. 
August 1913 in Bad Ems an den Folgen einer Lungenentzündung. 

Unserem Verein gehörte er seit dem Jahre 1876 an; per- 
sönlich bekannt war er vielleic^ht nur mit Dr. INI. F. Wocke, 
auf dessen Veranlassung er wohl bei uns eintrat und mit dem 
er ebenso wie später mit Professor Goetschmann beruflich ver- 
kehrte. Seine Freundlichkeit hat ^luch der Unterzeichnete 
kennen gelernt, dem er mehrfach aus Kleinfaltern g'ezogene 
Schlupfwespen, sowie 2 9 '^^^ sogenannten wSalzbiene Äleliturga 
clavicornis var. thuringiaca Fr. von Artern zusandte. 

R. Dittrich. 



Vereinsnachrichten. XXIII 

Verzeichnis der Veröffentlichungen von W. Martini. 

1. Lepidoptcrologische Beobachtungen. Katter, Ent. Nachr. 
IX. 1883, p. 14. 

2. Lepidopterologisches. Ebenda IX, 18S3, p. 53. 

3. Coloophora ochrea var. thuringiaca. Zeitschr. f. Ent., herausg. 
V. V. f. schles. Insektenkunde, 1887, p. 61. 

4. Aiitispila petryi n. sp. Stett. Ent. Zeit., i8g8, p. 398. 

5. Elachista variabilis n. sp. Zeitschr. f. Ent., herausg. v. Vcr. 
f. schles. Insektenkunde, 27. 1902, p. 26, 

6. Nepticala pulverosella Stt. Ebenda p. 31. 

7. Beiträge zur Keinitnis der Elachista-Raupcn (i. E. chryso- 
desmella Z. 2. It. serricornis Stt.) Iris, 26. 19 12, p. 92. 
Entoni. Zeitschr. Frankfurt, 26. 19 12/13, P- i74- 

8. Grapholita oxytropidis, eine neue Wicklerart aus Thüringen. 
Iris, 191 2, p. 95. Ent. Zeitschr. PYankfurt, 1912/13, p. 179 
u. 183. 

9. Ucber die Ilcineniannschc Ekichista-Gruppc. Jris, 19 12, 
p. 1S5. Ent. Zeitschr. Frankfurt, 19 12/ 13, p. 159 u. 163. 

10. Beiträge zur Kenntnis der iVrten der Gatt. EUichista. 
(i. E. colHtelki Dup. 2. E. clegans Fre3\ 3. E. subocellea 
Stph.) Iris, 1912, p. 200, (v^ergl. auch Ent.' Zeitschr. Frank- 
furt, 191 2/13, p. 163). 

11. Zur Biologie von Prays ab. rusticus IIw. Iris, 27. 19 13, p. 12. 

12. l^ie Gatt. Elachista Tr. Ent. Zeitschr. Frankfurt, 26. 19 12 13, 
p. 83. 

13. Kleinschmetterlingc an langen Nadeln oder Trägern. Ent. 
Zeitschr. Frankfurt, 27. 1913, p. 22. 

Einzelne Beobachtungen Martinis wurden ferner von Dr. 
M. F. Wocke, E.Hering (vergl. Stettin. Ent. Zeit. 1893, p. 117) 
und O. Hofmann veröffentlicht. Die von ihm hintcrlasscncn 
Aufzeichnungen über Thüringer Mikrolepidopteren werden bei 
einer Bearbeitung der Lepidopteren - Fauna Thüringens von 
großem Werte sein. 



XKIV Vereiiisnacliiichti'i). 



Emanuel Mensik f. 



Ncichruf. 

E. Mensik, geboren in Chrudim Tiöhmrn am i S.Juli 1851, 
besuchte die dortige Realschule, dann die Handelsschule und 
Handelsakademie, wurde Praktikant in einrr Samengroßhand- 
lung in Prag und bekleidete als IMagazinär und Kontorist eine 
Reihe von Stellen in Böhmisch-Brod, Wien, Mistelbach und 
nochmals Wien bis 1875, ging dann wegen Erkrankung seiner 
Mutter nach Chrudim zurück, war bis 1898 Buchhidter bei A. 
Paciik und von da ab bis zu seinem Tode 1913 Kanzleioffiziant 
am K. K. Kreisgerichte seiner Vaterstadt. 

Das K. K. Kreisgericht''') in Chrudim schrieb an den Unter- 
zeichneten auf dessen Anfrage über das Ableben unseres Mit- 
gliedes unter dem 1 9. Dezember 1 q 1 3 folgendes : 

»Herr E. Mensik stand beim hiesigen Kreisgerichte durch 
mehr als 20 Jahre in Verwendimg, wo er als ein gewissenhafter 
und verläßlicher Beamter galt. , 

Als ein Junggeselle lebte er im gemeinsamen Haushalte mit 
seiner hochbetagten Mutter, um welche er als ein gewissenhafter 
Sohn bis zu ihrem \or ca. 3 Jahren erfolgten Ableben treu ge- 
sorgt hat. 

Außerhalb des Amtes kam der Verstorbene fast mit Nie- 
mandem zusammen. Doch war er kein Pessimist, sondern ein 
Mensch von feinen gesellschaftlichen Umgangsformen, welUialb 
er in allen Kreisen beliebt war. Seine einzige Zerstreuung war 

*) Dieser Bericht, für den der UiUerzcichnele dem K. K. Kreisgericlu auf- 
richtigen Dank abstattet, ist für den Verstorbenen wie für seine Vorgesetzten und 
Kollegen so elircnvoll, daf'j er hier wörtlich ahgedruciu wird. 



Vereinsnachriclitcn. XXV 

ihm das Studium der Naturwissenschaften, dem er seine freie 
Zeit voll und ganz gewidmet hat. 

Alensik galt als ein edelmütiger Charakter von einer füh- 
lenden Xatur und dachte viel an seine verstorbene Mutter. Ja, 
er sprach sich vor seinem Tode öfter dahin aus, daß er sich die 
der Mutter gewidmete vSorge und Pflege als di(^ wirksamste Tat 
seines Lebens, in dem es nicht vergönnt war, sich dem lieben 
Studium der Naturwissenschaften beruflich zu widmen, anrechne. 

Schon im Vorjahre kränkelte er durch längere Zeit, erholte 
sich jedoch wieder. Im Februar 1913 kehrte die Krankheit 
zurück. Da er zu Hause keine ständige Pflege hatte, mußte 
er in das allgemeine Krankenhaus nach Pardubitz überführt 
werden, wo er am 23. März 1913 im Alter von 63 Jahren der 
Lungenentzündung erlag. 

Bestattet wurde er auf dem Friedhofe in Chrudim.« 

Seine Lieblingsbeschäftigung war die mit L'altern, die er 
häufig sammelte und züchtete, gewissenhaft über seine Ergeb- 
nisse Buch führend. Längere Zeit beschäftigte ihn das Problem 
der goldschimmernd(Mi \^anessa-Puppen, deren L^rsachc er durch 
Zuchtversuche zu ermitteln suchte und in dem besonderen Cha- 
rakter des auf stark gedüngtem Boden gewachsenen Futters 
gefunden zu haben glaubte.''') 

Dem Verein gehörte er seit 1901 an. Wenn ihn auch 
keiner von uns persönlich gekannt hat, so stand er doch mit 
dem Unterzeichneten, namentlich aber mit Herrn Rektor P. Nagel 
in ziemHch regem briefhchen Verkehr und seine Briefe, wie 
namentlich seine alljährlich einlaufenden Wetter- und Sammel- 
berichte mit ihren humorvollen Bemerkungen waren stets eine 
Quelle herzlichen Vergnügens für den Verein, der in dem nun- 
mehr Dahingeschiedenen einen treuen, werten Freund und 
eifrigen Mitarbeiter erblickte und dessen Andenken wir stets 
in Ehren halten werden. R. Dittrich. 



*) E. Mensik: Ergebnisse der Versuche über Goldpuppen-Bildung bei Vanessa 
urticae und wcißgoldigcii Puppen bei Van. Jo. Zeitschr. f. Entom. N. F. 1906 
j). 15 — 18, XXXI. 



XXVI Vcreinsnachriditcn. 



Dr. med. Johann Schnabl f. 

Am 12. November 191 2 starb in Warschau unser lang- 
j;iliriges Mitglied des A'ereins Schlesischer Insektenkunde (seit 
1S76). mein lieber Freund und Reisegefährte J o h a n 11 Schnabl. 

Sein (xroßvater war ein Deutscher, lN[()nigi. sächsischer Küchen- 
meister in Dresden, dessen Frau (nne Italienerin. Schncd)rs \'ater 
wurde 1789 in Dresden geboren, kam aber gegen V.ndo des 
Jahrhunderts mit seinen Fltern nach Warschau und bekleidete 
hier später das Amt eines Kaiserl. Alünzmeisters, ileni die Her- 
stellung i.\cv W(n-tpapiere oblag. 1838 wurde Johann Schnabl 
geboren; nach .Vbsohierung des (rymnasiums bildete er sich 
zunächst als Apotheker aus und studierte darauf erst Medizin. 
Sein Vater war ein ItMdeuschaftliclui- 1-Yeund dov Naturwissen- 
-schaften, in denen er sich liMdlichc Kenntnisse anzueignen ver- 
standen halle: (T übertrug diese seini* XeiQuno- auf seinen Sohn 
und beitle luuernahmen dann jeden nur mriglichen Sonntag g»^- 
meinsame Exkursionen und Samnielreisen; nach Schnalil's be- 
geisterten Erzählungen \on s^Miier Jugendzeit zu urteilen, muß 
das Verhältnis zwischen ihm und seinem N'aler ein gradezu 
ideales gewesen sinn. Zunächst war es hauptsächlich die Botanik, 
die dt-n jungen Schnabl fesselte, später Geologie und sc-hli(>ßlich 
di(> Entomologie. Käfer und Schmetterlinge wurden g-esammelt. 
ganz zuletzt erst DiiMcron; für letztere empfing er di(> Anregung 
durch vSchiner's bekanntes Werk: Diptera Au.striaca. So wurdi^ 
Schnabl allmählich auch bekannt mit den Dipterologen H. Loew, 
Probst Grzegorzek, Ferdinand Kowarz. Schnabl ließ sich als 
praktischer Arzt in Warschau nieder, bekleidete aber nebenbei 
verschiedene Amter als Stadt- und Polizei-.Vrzt; er wurde dann 



Vcrcinsnachiiclitcii. XXVII 

'rosoktor an d(^r Universität, später l.chrer dor Xaturwissen- 
schaften am (lymnasium. Hochgeschätzt war er als Arzt und 
fausfreund ; wer ihn einmal kennen gelernt, wurde gefesselt 
lurch seine Originalität, seine praktische Tüchtigkeit, seinen 
jnverwüstlichen Humor, verbunden mit großer Herzensgüte 
br war ein treuer Freund. 

Ich lernte ihn in Berlin auf dem internationaU-n natur- 
wissenschaftlichen Kongreß 1902 kennen und bin seit der Zeit 
mit ihm stets in regem Verkehr geblieben ; hauptsächlich machten 
wir gemeinschaftliche Sammelreisen, auch mit Kuntze Dresden, 
Oldenberg Berlin, Villeneuve Rambouillet und Langhoffer Agram ; 
nach dem Kaukasus, Korsika, der Dauphine, nach dem Ural, I.app- 
land, Pyrenäen, Ungarn. Stets war er der heitere, anregende 
(Tescllschafter, hervorragend durch seinen stets großen Eifer bei 
allen dipterologisehen Fragen. Seine Tätigkeit als dipterologi- 
scher Forscher ist nicht ohne Bedeutung; hauptsächlich beschäf- 
tigte er sich mit der Ci nippe der Anthomyiden und zwar weniger 
mit Besehreibung neuer Arten und Gattungen als mit der Fest- 
stellung, systematischen Einteilung und sicheren Begrenzung 
der schwierig zu behandelnden Materie; unterstützt wurde er 
bei seinen schriftstellerischen Arbeiten durch die auf dem Gebiete 
der bildlichen Darstellung hervorragenden Eeistungen .seines 
Schwagers Dr. Dziedzicki. 

Mit Hinweglassung einiger russi.sch und polnisch geschrie- 
bener kleinerer, weniger wichtiger, auch wenig bekannter Publi- 
kationen gebe ich nachstehend ein Verzeichnis .seiner wissen- 
schaftlichen Arbeiten hauptsächlich in der Dipterologie. 

1876. Sapromyza obsoletoides n. sp. Deutsche Ent, 
Zeitschr. XX p. 215—16 (1876). 

187C). Verwandlungsgeschichte der Phora rufipesMeig. 
Deutsche Ent. Zeitschr. XX p. 217 — 220 (1876). 

1877. Alicrocephalus nov. gon. Cjestridarum. Deutsche 
Ent. Zeitschr. XXI, p. 49 — ,55, taf. I, fig. i — 7 (1877). 

1880. Plelophilus Ilenricii n. .sp. 

Naturwiss. Nachr. Warschau, I, p. 13 — 17, (1880). 
1882. Stichopogon Dzicdzickii nov. sp. Deutsche Ent. 

Zeitschr. XXVI, p. 9 — 12, (1882). 



XXVIII Vercinsnaclirichtcn. 

1882. Lipoptena cervi var. alcis. Ibid., XXVT, p. 13, (1882). 
1882. Berichtigung- wegen Microcephalus, Locwi. Sehn. 
Ibid., XXVI, p. 13-14, (i8«2). 

1886. Contribution a la faune dipterologiqiie-Genre- 
Aricia. llorae Soc. Ent. Ross. XX, p. 271 — 440, tab. 
XVI— XXI (i886j. 

1887. Aricia vagans. Fall. nee. Schinor. Ibi<l., XXT. p. 458 
—466, fig. (1887). 

1887. Additions et corrections u ropuscule de J. Sehnabi 
„Contributions". Ibid., XXI, p. 1 — 2 (1887). 

1887. Entgegnung auf Herrn Prof. Jos. Mik's Kritik 
meiner Arbeit „Contributions." Entomol. Nachrichten 

XIII, p. 343— .349 ('-^HJ)- 

1888. AUocostylus vov. gen. Anthomyidarnni. Ibid. XI\", 
p. 49 — 50 (1888^. 

18S8. Nachtrag zur Gattung AUocostylus Sehn. Ibid. 

XIV, p. 82—83 (188.S). 

188S. OucUjues mots sur l'utilitr do l'extirpation (h^ 
l'organe co]:)ulateur dans la famille des Antln;»- 
niyides pour la diagnostique. ] lorae Soc. Ent. Ross. 

XXII, p. 181 — i8f. (1888). 

188S. Berichtigung wegen des Stichopogon Dziedzicki 
Sehn. Entom. Nachrichten XIV, p. 100 — 103 (1888). 

1888. Hera nov. gen. Anthomyidarum. Suum quique. Ibid. 
XIV, p. 113—120 (1888). 

1888. Contributions a la faune dipterologique. Additions 
aux descriptions precedentes des Aricia et descriptions 
des especes nouvelles. Horae Soc. Ent. Ross. XXII, 
p. 378—486 (18S8). 

i88q. Contributions a la faune dipterologique. Ibid. 

XXIII, p. 313-347 (1889). 

1889. Additions a mes travaux sur le genre Aricia 
s. lat. Ibid. XXIV, p. 263—277 (1889). 

1890. Characteres essentiales nonnullorum generum 
subgenerumque Anthomyidarum. Ibid. XXV, 
P- 493—501 (1890). 



Vereinsnachrichten. XXIX 

1890. Ein merkwürclig-er Dipteren-Zwitter. (Herpiaphro- 
diti-smiis verus?) Wien. Ent. Zeit. IX, p. 177 — 181, 

4 fig- (1890)- 
iSq6. Macrog-lossa stellatarum stürzt sich auf gemalte 

Blüten von Trapaeolum. lilustr. Wochenschr. Entoinol. 

I, p. 147 (1896). 
iqo2. Zur Amoisenpsycholngie. Allgem. Zeitschr. Entomol. 

VIT, p. öl (1902). 
190J. Dipterologische Bemerkungen I. Ueber Lispa flavi- 

cincta L\v. (f und L. Schnabli Lw. i. litt. Wien. Ent. 

Zeit. XXI, p. 66 — 72 5 fig. (1902). 
1902. Ein neues Dipteren-Genus (Xeolimnophora). Zeitschr. 

System. Hymen. Dipt. II. p. 94—95 (1902). 
1902. Limnospila nov. gon. Anthomyidarum. Wien. Ent. 

Zeit. XXI, p. III— 114, 4 fig. (1902). 
1902. Dipterologische Bemerkungen IL Ibid. XXI, p. 

127 — 135, tab. 2 (1902). 
1902. Dipterologische Bemerkungen III. Atherigona 

Rond, die nächste Verwandte der Thryptocerinen. 

Ibid. XXI, p. 199 — 202 (1902). 
1902. Eine neue Gattung der Muscaria Schizometopa. 

(Syngamoptera.) Revue Russe d' Entom. II, p. 7g — 83 

(1902). 

1902. Eine neue Coelomyia vom Kap Hörn. Ibid. 11, 
p. 160 — 162 (1902). 

1903. Ueber den variablen Wert eines und desselben 
Charakters in verschiedenen systematischen Kate- 
gorien; auch manche dipterologische „pia desideria." 
Horae Soc. Ent. Ross. XXXVI, p. 164—175, 8 fig. 
(190.3). 

1903. Ein weiterer Beitrag zur Gattung Alloeostylus 
Sehn. Zeitschr. syst. Hym. Dipt. III, p. 46 (1903). 

1903. Zur Gattung Allocostylu.s. Ibid. III p. iio (1903). 

1903. Tryptoccra (Gymnoparcia) pomonella Sehn, et 
Mocrz. sp. n. Revue Russe d'Entom. III p. 211 — 214 

(1903)- 

3 



XXX Vereinsnachrichten. 

1906. Über die systematische Stellung einiger An- 
thomyiden -Gattungen. Wien. Ent, Zeit. XXV 
p. 267 — 269 (1906). 
1 906. Einige Worte über die Terminologie der Be- 
borstung der Dipterenbeine. Ibid. XXV p. 269 
bis 272 (1906). 
1 9 1 o. tl b e r die G a 1 1 u n g- s r e c h t e der Gattung P e g o - 
myia Rob.-Desv. Horae Soc. Ent. Ross. XXXIX 
p. 105 — 114 tab. VII — IX (19 10). 
1 9 1 1 . I) i p t e r o 1 o .g i s c h e S a m m o I r e i s e nach Korsika. 
Anthomyidae. Deutsche Ent. Zeitschr. p. 62 — loo (191 i). 
191 I. B(M*ichtigung. Ibid. p. 130 (1911). 
1913. Die Dipteren der P)aikal-See-Expedition. Antho- 
myidae. A. Korotneff, Wissensch. Ergebn. Zool. Exp. 
Baikal V (19 13). 
191 1. Die AnthomyidcMi [mit II. Dziedzicki]. Nova Acta 
d. Kaiserl. Leop. Carol. Deutsch. Akad. d. Naturf. Halle. 
XCV Nr. 2 p. 53—358. tab. 111 — XXXVII (191 1). 
1913. Anthomyidae in Th. Becker, Dziedzicki, J. Srhnabl 
und J. \"illeneuve. Zur Kenntnis der Dipteren vom ark- 
tischen Ural und den nordwestlichen Tundren. Memoires 
de Tacademie St. Petersburg XXVIII 19 13. 
Aus obigem Verzeichnis geht hervor, daß SchnabI sich 
bereits seit dem Jahre 1Ö86 intensiv mit der Eamilie der Antho- 
myiden, ihrer Einteilung und Charakterisierung beschäftigt hat. 
Das vorletzt aufgeführte Werk: Die Anthomyiden vom Jahre 
191 1 faßt alle seine Studien zusammen, die darin gipfeln, den 
Nachweis zu führen, daß sich eine natürliche Einteilung der 
Anthomyiden nach der Entwicklung des männlichen Genital- 
apparates ermöglichen läßt. 34 große, zum großen Teil \on 
Dziedzicki's Meisterhand gezeichnete Tafeln mit 959 Figuren 
sind zur Beweisführung beigegeben. 

Es kommt mir nicht bei, in eine kritische Würdigung dieser 
großen ^Vrbeit einzugehen, da mir zu einer vollkommenen Kritik 
zur Zeit die erforderlichen Spezialstudien nicht zu Gebote .stehen, 
auch habe ich noch keine Kritik von anderer Seite gelesen. 
Interessant ist es aber zu sehen, daß der Wert der Hypopygial- 



Vereinsnachrichten. 



XXXI 



formen für die Systematik in der Familie der Anthomyiden sich 
bis zu dieser Bedeutung erheben Heß. Etwas Ahnh'ches sehen 
wir bei den Mycctophiliden und der Gattung Sarcophaga; ob 
die große Familie der Tachiniden sich in ähnlicher Weise wird 
systematisch behandeln lassen, bleibt noch eine ungelöste Frage. 
Ein allgemeines Prinzip auch für andere Familien daraus ab- 
leiten zu Wollen, wäre jedoch sicherlich verfehlt. Jedenfalls bleibt 
es Schnabl's A'erdienst, diese zeitweis viel umstrittene Frage 
bei der Familie der Anthomyiden vollständig behandelt und 
wissenschaftlich uns vorgeführt zu haben. Dic^s genannte Werk 
ist die Lebensarbeit eines gewissenhaften Forschers. Ihm als 
solchem sowie gleichfalls seinem Gedächtnis als treuem Freunde 
gelten diese Zeilen. 

Liegnitz, 30. Juni lyi |. 

Th. Becker. 



.1 * 




XXXII Vereinsnachrichten. 



Kassenbericht für 1913. 

Kassenbestand Ende 191 2 87 Alk. q8 Pf. 

Einnahmen: 

i) an Mitgliederbeiträgen 253 Mk. — Pf. 

2) an Zinsen 3 „ 56 „ 

3) an Erlös für \- erkaufte 

Zeitschriften etc 13 „ — „ =271 „ 56 

Summa 339 Alk. 51 Pf. 
A u s g a b e n : 

1 ) an Druckkosten für das 

Jahresheft VI 162 Mk. 55 Pf. 

2) Feuer - Versicherungs- 
Prämie 4 „ — „ 

3) für Miete und Behei- 
zung des Vereinslokals 32 „ 70 „ 

4) für angeschaffte Bü- 
cher, an Buchbinder- 
Kosten, Porto, Druck- 
sachen, Papier u. s. w. 119 ,, 74 ,, = 318 ,. 99 „ 

Bleibt als Kassenbestand Ende 1913 40 Mk. 55 Pf. 

Anm. Nach Beschluß der Haupt -Versammlung vom 
15. Januar 1886 werden alle Restanten durch den Kassenwart 
gemahnt. 

Beiträge, welche bis zum i. April nicht bezahlt sind, werden 
durch Postnachnahme erhoben. 



Vereinsnachrichten. 



XXXIII 



Verzeichnis der Mitglieder. 

Ehrenmitglieder. 

[Edmund Reitter, Kaiserlicher Rat in Paskau in Mähren. 

Korrespondierende Mitglieder. 

)r. Penzig, Professor der Botanik und Direktor des botanischen 
Gartens in Genua. 
Weise, Lehrer a. D., Petersdorf Riesengeb. N. 208. 
.Schmiedeknecht, Professor, Dr., Blankenburg in Thüringen. 
[Dr. G. Seidlitz in Ebenhausen. Oberbayern. 
II. Friese, Dr. phil. in Schwerin (Mecklenburg). 
[G. Sparre-Schneider, Kustos am zoologischen Museum in 

Tromsö. 

[Dr. D. H. R, von Schleelitendahl in Halle a. S., Wilhelmstr. 9. 
[Dr. Karl Daniel in München, Zieblandstr. 37/0. 
)r. Josef Daniel, Chemiker am k. b. Hauptlaboratorium bei 

Ingolstadt. 
!w. Rübsaamen, Professor, Oberleiter der staatlichen Reb- 
lausbekämpfungsarbeiten in Metternich bei Koblenz, Trierer- 
straße 41. 
.ebel, Professor, Dr., Kustos am K. K. Hofmuseum in Wien, 

Burgring 7. 
)r. Em. Lockay, Bezirksarzt in Prag loöiH- 
P. Gabriel Strobl, Direktor des Privat-Gymnasiums und des 

Naturhistorischen Museums in Admont (Steiermark). 
Püngeler, Rudolf, Amtsgerichtsrat a. D. in Aachen. 
Alfken, J. D., Lehrer und A.ssistcnt für Entomologie am 
Museum für Naturkunde in Bremen, Dclmeslr. 18. 



XXXIV Vereinsnachi ich teil. 

Schulz, W. A. in Villcfranche (Rhone) Station Viticolc et de 

l\tthologie Vegetale. 
Pax, Ferdinand, Dr. phil., Professor der Botanik und Direktor 

des botanischen Gartens in Breslau IX, (löppertstr. 6,(S pt. 
Stand fuß, Professor Dr. phil., Direktor des entomolog-ischen 

Museums am eidgenössischen Polytechnikum in Hottingen, 

Zürich. 
Pfankuch, Lehrer in Bremen, Hohetorstr. 63 6,5. 
Hieronymus, G. H., Professor. Dr. phil., Kustos am Königl. 

botani.schen Aluseum, Steglitz bei Berlin, (irunewaldstr. 27. 
Schmidt, Hugo, Lehrer in Grünberg i. vSchles., Krautstr. 81- 

Ordentliche Mitglieder. 

1. Ansorge, Baurat, Ober-Landes-Bauinspektor in Bre.slau X, 
Schießwerderplatz 11. Col. 

2. Arndt, cand. med., Breslau X, Lclimdamm 48a. Xour. 

3. Auras, Lehrer, Groß-Peterwiiz, Kr. Trebnitz. C<)1. 

4. Bäuerlin, Kaufmann in Breslau 11, Xeuc Taschenstr. 11. 
Lep. 

5. Becker, Stadtbaurat a. D. in Liegnitz, Wcißenburgerstr. 3. 
Dipt. 

6. Benner, Pastor an der Königl. Strafanstalt in Rawitsch 
(Posen). Lep. 

7. Ben n er, Dr. phil., Oberlehrer an der Oberrealschule in 
Hirschberg i. Schles., Wilhelmstr. 53 a. Lep. 

8. Berger, Kaufmann, Ohlau. Oderstr. 56. Lep. 

g. Borkenhagen. Ober-Zoll-Sekretär und Hauptmann d. R. 
in Breslau XVI, Auenstr. 17. Lep. 

10. Cohrs, Postsekretär in Chenuiilz, Z.schoppauerstr. 86. Hym. 

11. Czaya, Fr., Kaufmann in l*>reslau XVlIl. (Tryphiusstr. 13. 
Lep. 

12. Czaya, Curt, Dr. jur., Rechtsanwalt in Breslau XVlll, 
Gryphiusstr. 13. Lep. 

13. David, stud. med. in Breslau XllI, Sadowastr. 36. Lep. 

14. Dittrich, Rudolf, Realgymnasialprofessor in Breslau IX, 
Paulstr. 34^1- H)^m. Vereinsschriftführer. 

15. Drechsler, Dr. phil., Gymnasialdirektor in Zabrze O/S. Col. 



Vereinsnachricbten. XXXV 

ii6. Du da, Dr. med., Kreisarzt in Ilfeld bei Nordhausen. Dipt. 
I17. Eichhorn, Lehrer in Fellhaminer, Kr. Waidenburg. Lep. 

18. Fauna. Entomologischer Verein in Leipzig, 
[ig. P'ein, Geh. Baurat a. D. in Köln, Bremerstr. 10. Col. 
[20. Förster, Superintendent und Pastor primarius in Landes- 
hut i. Schles. Lep. 
[21. (xabriel, (ieneralmajor in Neisse. Col. 

!2. Gacrtner, A., Partikulier in Breslau XIII, Augustastr. 52 hpt. 
Lep. 

>3. Gillmer.M., Dozent in Cöthcn (Anhalt), Franzstr. 13. Lep. 

54. Görlich, Rentier, (xrpß-Lichterfelde W., Göbenstr. 16 I- Col. 

»5. Gruhl, Dr. phil., Wohlau, Siegesstr. 32. Dipt. 
fib. Hanke, Königl. Eisenbahn-Sekretär a. D., Rentmeister in 
Kentschkau, Post Schmolz. Col. 

7. Hedwig, Lehrer in Breslau VI, Alsenstr. 45. Hym. 

>8. Herzig, Joh., Civil-Ingenieur, Stuttgart, Seestr. 68. 
[29. Hinke, Lehrer in Lüben, Vorwerkstr. 4 1- Col. 
[30. llirschwälder, ]>ehrer in Breslau X, Friedensburgstr. 4. Lep. 
I. Hoy, Rentier in Breslau XIII, Kaiser Wilhelmstr. 25 a. Lep. 

,2. Hoy er, Städtischer Tierarzt in Breslau, Bärenstr. 21. Col. 

33. Jan der, Königl. Eisenbahn-Sekretär a. D. in Breslau 11, 
Lohestr. i2ll- Lep. Kassenwart. 

34. Katter, Dr. phil., G3nT)nasialprofessor in Putbus. Col. 

35. Kleinert, Eisenbahn-Ober-Sekretär in Breslau III, Ber- 
linerstraße 39 II- Lep. 

36. Kletke, Paul, Stadtrat a. D., Stadtältester in Breslau II, 
Bahnhofstr. 5. Col. Vorsitzender. 

37. Kletke, Erich, Apothekenbesitzer in Gleiv/itz, »Mohren- 
apotheke.« Lep. 

38. Kolbe, Rektor in Liegnitz. Col. 

39. Kothe, Königl, Seminarlehrer in Frankenstein i. Schles. 

40. Kükenthal, Dr. phil., ord. Professor a. d. Universität 
und Direktor des zoologischen Instituts in Breslau XVI, 
Parkstr. 1 5. 

41. Labandowsk3^ Postsekretär in Oppeln, Sedanstr. 3411- Lep. 

42. Latussek, Lehrer in Breslau IX, Martinistr. 6. Lep. 

43. Linack, Regierungs- u. Baurat, Liegnitz, Schubertstr. 14. Lep. 



XXXVI Vereinsnachrichten. 

44. Marx, Dr. med., Oberstabsarzt a. D. in Neisse. Col. 

45. Meilin, Oberleutnant a.D., vereid. Landmesser und Kultur- 
Ingenieur in Hirschberg i. Schi., Bergstr, 3. Lep. 

46. Moser, stud. rer. nat. in Breslau, Clausewitzstr. 25. Lep. 

47. Müller, Oberförster in Tscherbeney bei Kudowa. Lep. 

48. Müller, P., in Zobten, B(Tgstr. 1 16/17. I-^p. 

49. Nagel, Paul, Rektor in Breslau II, Lohestr. 22/24. Lep. 
Bücherwart. 

50. Niepelt, Naturalist in Zirlau bei Freiburg i. Schles. Lop. 

51. »Oberschl(\sicn «, .Entomologischer Verein in Beuthcn OS. 

52. Pax, F., Dr. phil., Privatdozent, Kustos am Königl. zool. 
Museum in Breslau XVI, Fürstenstr. 97. Lep. 

53. Pfitzner, Pastor in Sprottau. Lep. 

54. Pietsch, Zollinspektor in Habelschwerdt. Col, 

55. Raebel, Bautechniker in Zabrze OS., Urbanstr. 10. Lep. 

56. Rehfeldt, (leneralmajor in Wilmersdorf bei Berlin I, Prinz- 
Regentenstr. 8. I^ep. 

57. Riesengebirge: Entomologische A^ereinigung für das... 
in Hirschberg i. Schlos. 

58. Rinke. Ober-Zoll-Sekretär und Ober-Leutnant d. L. in 
Breslau XVI, Lehmdamm 70. Lep. 

59. Roesner, Sprachlehrer in Breslau Y\, PViedrich-Wilhclm- 
straße 7 ni. Col. 

60. Sajo, Karl, Professor in Örszentmiklos bei (rödöllö in 
Ungarn. Col. Hym. Hem. 

61. Schmeidler, Rechtsanwalt und Notar in Li(\gnitz. Lep. 

62. Schnabel, Rechnungsrat in Breslau XIII, Kaiser- Wilhelm- 
straße 35. Lep. 

63. Scholz, Eduard, Lehrer in Königshütte O/S., Kaiserstr. 80 l^- 
Col. Hym. 

64. Scholz, Richard, Rektor in Liegnitz, Grünstr. 511- Col. 

65. V. Schuckmann, Dr. med., C)berarzt in PJagwitz-Bober. 
Lep. 

66. Schumann, Ober-Zoll-Sekretär und Ober-Leutnant d. L. 
in Breslau V, Menzelstr. 1 1 . Lep. 

67. Sükolowski, Lokomotivführer a. D. in Liegnitz, Neue 
Goldbergerstr. 20 n. Col. Arach. 



Vercinsnachrichten. XXXVII 

68. Stanke, Baumscliulenbesitzer in (xroß-Mochbern bei Bres- 
lau. Lop. 

69. Stephan, J.. Lehrer in Friedrichsberg bei Reinerz. Lep. 

70. Stertz, Kaufmann in Breslau XIIT. Charlottenstr. 24. Lep. 

71. Tischler, Theodor, Lehrer in Rodeland, Kr. Ohlau, Post 
Laskowitz. P)ez. Breslau. Col. 

72. Tischler, Afax, Lehrer in Schlesisch - Falkenberg, Post 
WüsteA\'altersdorf. Col. 

73. y. Varendorff, l^andgerichtsrat in Cunnersdorf bei Llirsch- 
berg i. Schles. Co). 

■j.\. Vogel, Magistrats-Sekretär in Breslau IX, Hedwigstr. 31, 
stellvertretender Schriftführer. 

75. Wocke, Felix, Dr. jur., Justizrat in Frankenstein. Lep. 

76. Wolf, Ober-Zoll-Sekretär in Breslau IX, Gertrudenstr. 18. 
Lep. Stellvertretender Vorsitzender. 

77. Freie vStandesherrliche Bibliothek in Warmbrunn. 



Inl:ia.lt- 



Vereinsnachrichten pag. I. 

Nachrufe pag. XXI, XXIV, XXVI. 



Kolbe, W. Beiträge zur schlesischen Käferfauna pag. 1. 

„ Atheta (Traumoecia) angusticoUis Thoms. und 

ravilla Er ,, 8. 

„ Apion ruficrus Germ. sp. pr ,, 1 1. 

Pfankuch, K. Die Typen der Gravenhorst'schen Gattungen 

Hoplismenus und Metopius ,, 13. 



-»<•- 



Abhandlungen. 



^ 



I 



Beiträge zur schlesischen Käferfauna. 



"^'on W. Kolbe. 



k 



Zugänge. 

]');idi.stcr (xrafi Rttr. (Wien. ent. Zeit. 1913 p. 215). Von 
Herrn Generalmajor (Tabriol festgestellt. Neisse: am Rande 
des Parkteiches in Reisigbündeln. Wurde bisher mit B. pel- 
tatus Panz. vermengt. Bei Liognitz kommen beide Art(>;i 
vor; sie lieben Wasserränder und sumpfigen oder moorigen 
Boden. B. Grafi ist häufiger als peltatus; auf ihn werden 
sich die meisten P'undortsangaben unseres Verzeichnisses 
beziehen. 

Pseudopsis sulcata Newm. Unter vorjähriger, im Freien 
lagernder Weizenspreu. Liegnitz : Heßberggelände bei Seichau 
2 Stück (5/13). Dürften die ersten für Deutschland sicher 
nachgewiesenen Exemplare sein. 

Myllaena clongata Matth, ist wieder aufzun(^hmen. Liegnitz: 
im Anspülicht der Katzbach bei Schimmelwitz (5/12) und 
der wütenden Neisse b. Brecheishof (513). Wird schon von 
Letzner (Verz. II p. 95) aus den Bögenbergen b. Schweidnitz 
aufgeführt. 

Atheta eben i na Rey. Nach einer Frostnacht in halbverfaul- 
tem Kartoffelkraut ein 9- Glatzergebirge: Glasegrund bei 
Maria Schnee (10/12). Durch die weitläufige Punktiernng 
der Decken recht ausgezeichnet. 

Catops Dorni Rttr. (Coleopt. Rundschau 1913 H. 8. 9 p, i. 2). 
Liegnitz: Panten (9/90), Riesengebirge: Kiesewald (7/12). 
Ist bei Leipzig zahlreich aus Maulwurfsnestern gesammelt 
worden. 



Olibrus Baudueri Flach. Von Herrn Generalmajor Gabriel 
für die Gegend bei Ncisse nachgewiesen (7/10). 

Olibrus liquid US Er. ist wieder aufzunehmen. Liegnitz: an 
verschiedenen Orten, Nimptsch (Gabriel). Wurde bereits 
von Letzner (Verz. II p. 178) für die Ebene und das Vor- 
gebirge aufgeführt. 

Trachys fragariae Bris, auf Fragaria collina. Liegnitz: 
Katzbach (9/99), Dohnau (5/90), Maltsch (5/14). Unter- 
scheidet sich von Tr. pumila 111. durch die Kopfbildung: 
Stirn stärker eingedrückt, tiefer gefurcht und an den Augen 
mehr vorspringend; Seitengrübchen erheblich kleiner; Kopf- 
schild deutlicher chagriniert, emporgehoben und seitlich und 
hinten scharf umgrenzt. 

Ptinus Schlerethi Rttr. \'on Herrn Generalmajor Gabriel 
festgestellt. Falkenberg O/Sch. i Stück. Fand sich nach 
dieser Mitteilung auch in meiner Sammlung in 2 9 9. Bes- 
kiden: auf dem Jaworow^y in einer Heuhütto (7/07). 

Leptura septempunctata Fbr. Nach Reitter b. Troppau 
(Gabriel). 

Chaetocnema tibialis 111. Paskau nach Reitter (Gabriel). 

Longitarsus gracilis Kutsch. Von Herrn Generalmajor 
Gabriel festgestellt und mit der a. Poweri Ws. zahlreich 
von Thussilago farvara (Huflattich) gesammelt. Grafsch. Glatz : 
Neurode (913). Fand sich darauf auch in einer Ziegelei 
bei Hummel. Kr. Liegnitz, auf derselben Pflanze (9/13). 

Tropiphorus obtusus Bonsd. Von Herrn Rektor R. Scholz 
nachgewiesen. Iserkamm: oberhalb Flinsberg (7/09). 

Ceutorrh3mchus picitarsis Gyll. Von Herrn Geh. Baurat Fein 
südwestlich von Wohlau aufgefunden (35 S;i)) und von Herrn 
kaiserl. Rat Edm. Reitter bestimmt (Jahresheft 19 13 p. IX). 

Apion ruficrus Germ. (\^erz. III p. 380) hat die Geltung 
einer eigenen Art (s. nachfolgenden Aufsatz). 

Abgänge. 

Dyschirius importunus Schaum (Verz. III p. 7). War 

1). laeviusculus Putz. 
Dyschirius bacillus Schaum (Verz. III p, 7). Belagstück 



o 



nicht mehr vorhanden. Nach einer Mitteihnig von Herrn 

Sanitätsrat Dr, Fleischer— Brunn ist ' das fragliche Stück 

nicht D. bacillus, sondern vielleicht D. pusillus Dej. gewesen. 
Ophonus hospes Strm. (Verz. III p. 17). Ist von Reitter 

in die Fauna germanica nicht aufgenommen worden. 
Hypocyptus apicalis Bris. (Verz. III. p. 96). War ein 

nigrines Stück von H. discoideus Er. 
Atheta ravilla Er. (Verz. III p. 109). Ist als eigene Art 

zu streichen und als A. an gusticollis Thoms. v. (^ ra- 
villa Er. zu führen (s. nachstehenden Aufsatz). 
Cephennium carnicum Rttr. (Verz. III p. 133). Von 

Reitter in die Fauna germ. nicht aufgenommen worden, 
Ncuraphus bescidicus Rttr, (Verz. III p. 134) = N. rubi- 

cundus Schaum (F. g. II p. 223). 
Agathidium bescidicum Rttr. (Verz. III p. 148; = A. ro- 

tundatum a. bescidicum Rttr. (F. g. II p. 258). 
Pachysternum pusillum Kuw. (Verz. III p. 169). Ist nach 

Reitter nicht schlesisch (F. g. II p. 367). 
Mala Chi US elegans Ol. (Verz. III p. 178). Von Reitter 

in die Fauna germ. nicht aufgenommen worden. 
Ernobius abieticola Thoms. (Verz. III p. 263). War ein 

E. abietis Fbr, 
Orchesia grandicollis Rosenh. (Verz. III p. 277). Die 

in coli. Letzner und Gerhardt steckenden Exemplare gehr)ren 

zu O. blandula Brause. 
Psylliodes latifrons Ws. (Verz. III p. 325). Von Reitter 

in die Fauna germ. nicht aufgenommen worden. 
Aphthona nigriceps Rdtb. (Verz. III p. 328). Desgleichen. 

Weitere Ergänzungen. 

Dyschirius politus Dej. und intermedius Putz. Liegnitz: Odcr- 
ufer bei Maltsch (4/12). — D. laeviusculus Putz. (Jahresh. 
191 1 p. 7). Neisse: auf nasser Wiese (Gabriel). 

Bcmbidion lampros a. nigroaeneum (jerh. Gerhardt führt diese 
Form im Jahresh. 19 10 p. i ein, ohne sie zu charakterisieren. 
Nach seiner Sammlung meint er damit dunklere Exemplare 
mit etwas geringerem Erzglanz. Sie lassen sich aber von 



— 4 - 

der Stammform nicht genau abgrenzen und sind wÄhl als 
besondere Form nicht aufrecht zu erhalten. — B. ruficoUe Gyll. 
Liegnitz: Oderufer bei Maltsch (4,12). 

Amara nitida Strm, Glatzergebirge 6/13 ((xabriel). 

RhantusbistriatusBergst in Tümpeln der Iserwiese 7/96 (R.Scholz). 

Mit Pseudopsis sulcata (s. oben) kamen noch folgende schle- 
sische Seltenheiten vor: Micropeplus fulvus Er. (häufig), 
Megarthrus affinis Mill. (zahlreich), Mycetophagus 4-guttatus 
Müll, und Alphitophagus 4-pustulatus Steph. (einzeln). 

Omalium excavatum Steph. steigt bis an den Rand der Ebene 
herab. Liegnitz: ]!)ohnau (6/. 8/. 9/13). 

Lathrimaeum unicolor Mrsh., das ich im Oktober 190S bei der 
Schweizerei am Glatzer Schneeberge in i Stück aus JMoos 
siebte, konnte ich im \-ergangenen Herbste an derselben 
Stelle aus hall:>trockenen (irashäufchen in großer Menge 
schütteln, mit ihm zugleich Omalium ferrugineum Kr., 
•ebenfalls häufig (10/13). 

Trogophloeus exiguus Er. Eiegnitz: Kunitzer vSee (3 '93), Oder- 
ufer b. Maltsch (4/12). 

vStaphylinus fuscatus (irav. In seltenen Fällen Kopf und Hals- 
schild rein schwarz, ohne lebhaften Glanz; die dichte Punk- 
tierung der Halsschild vorderecken nurden (J (^ eigen (Gabriel). 

Quedius longicornis Kr. in Anspülicht. Liegnitz: Wütende Neisse 
b. Brecheishof (5/13). 

Tach3'porus tersus Er. Isergebirgc: Flinsberg, Riesengebirge: 
Spindelmühle, Kiesewald-Heuschuppen (7/13). 

H3^pocyptus discoideus Er. a. obscurellus Luze. Neisse 
(Gabriel) und Liegnitz : Jakobsd. u. Kunitzer See (4/05 u. 4/14). 

G3'rophaena Poweri Crotch. Glatzergebirge: Maria Schnee (91 1). 

Aleuonota gracilenta Er., egregia Rey. Riesengebirge: Hirsch- 
berg (v. Varendorff). 

Atheta subtilissima Kr. Neisseufer b. Neisse 5/13 (Gabriel) 
und Oderufer b. Maltsch (4 12). — xV. longula Heer. 
Neisseufer b. Neisse 5/13 (Gabriel). — A. debilicornis Er. 
in Anspülicht. Liegnitz: Wütende Neisse b. Brecheishof 
(5/13)- — A. procera Kr. Glatzer Schneeberg 6/13 (Gabriel). 

Atheta palustris Kiesw. fand sich innerhalb von 2 Tagen in 



■ frisch gepflücktem Moose des Zackenbettes b. Ober-Peters- 
^m dorf (7/13) in 134 cf cf und erst 16 9 9 ^in — ein Zeichen 
H für die auch bei dieser Art bestehende frühere Entwickkmg 
der cf(J (Proterandrie). 

Callicerus Kaufmanni Epp. in Anspülicht. Liegnitz: Wütende 
Neisse b. Brecheishof (5/13). 

Ilyobates propinquus Aube. Liegnitz: Verlorenes Wasser bei 
Panten (R. Scholz). 

Oxypoda lentula Er. in Eichenschwämmen. Liegnitz : Peist b. 
Panten (9/1 1). — O. planipennis Thoms. (früher atricapilla 
Maekl.) ist in den Fundortsangaben der Jahrgänge 189,5, 1901, 
07, 13 auf O. bicolor Rey. zu beziehen. Als Fundort für 
erstere Art dürfte nur Breslau (Karlowitz) zu Recht bestehen. 

Tyrus mucronatus Panz. Liegnitz: Peist b. Panten (8/1 1). 

Euthia Deubeli Gangib. Liegnitz: Vorderheide (Gerhardt, 
Sokolowsky), Jeschkendorf (Koßmannj. 

Liedes rubiginosa Schmidt. Neisse 6/13 (Gabriel). 

Cal3'ptomerus dubia Mrsh. in einem Heuschuppen. Riesen- 
gebirge: Kiesewald (7/13). 

Ochthebius metallescens Rosh. Liegnitz: Katzbach (5/96, 5/12), 
Moisdorfer Grund (10/90). — O. marinus Payk. Liegnitz: 
Wütende Neisse b. Brecheishof (5/13). 

Haplocnemus pini v. serratus Rdtb. zu streichen (Gabriel). 

Epuraea Deubeli Rttr. unter Fichtenrinde. Riesengebirge: 
Kiesewald (7/13). 

Cr3^ptophagus cylindricus Kiesw. unter abgeschälter Fichten- 
rinde. Glatzergebirge : Wolf elsgrund ( 1 0/ 1 1 ). 

Caenoscelis ferruginea Sahlb. unter Holzresten einer Holz- 
schleife. Glatzergebirge: Wölfeisgrund (10/13). 

Olibrus Gerhardt! Flach bei Paskau v. Reitter gefunden (Ga- 
briel), — O. bimaculatus Küst. Neisse 7/10 und Neurode 
i. d. Grafsch. 7/13 (Gabriel), Lahn (7/92). — O. affinis 
Strm. bei uns scheinbar seltener als liquidus Er. Nimptsch 
und Reindörfel (Gabriel), Liegnitz: Lindenbusch und Maltsch. 

Enicmus fungicola Thoms. Freiburg (R. Scholz). 

Anommatus Reitteri Gangib. steht irrtümhch für A. 12 — striatus 
Müll. (s. Jahresh. 1907, 08, 09). 

4 



— 6 — 

Microcara testacea L. a. obscura Steph. (bescidica Rttr.). 

Liegnitz: Dohnau (6/13). 
Helichus substriatus Mi/11. Liegnitz: Katzbach b. Schimmelwitz 

Hypnoides flavipes Aube (Jahresh. 19 13 p. 10). Riesengebirge. 
Coli. Klette (Gabriel). 

Agrilus integerrimus Ratzeb. zeigt sich auch bei uns als Ver- 
wüster des Seidelbastes (Daphne Mezereum). Die Käfer 
fressen die Blattränder buchtig aus; ihre Larven minieren 
in den unteren Stengelteilcn und bewirken das Absterben 
der Sträucher., Riesengebirge: Kiesewald (7 13). 

Episernus granulatus Ws. in einem faulenden Kiefernstocke. 
Riesengebirge: Holzberg b. Kiesewald (7 10). 

Sphaeriestes Gabrieli Gerh. wieder an Anhorn. Riesengebirge: 
Breiter Berg b. Kiesewald (7 i3\ Ein auffallend großes 
Exemplar. 

Anthicus sellatus Panz. in Anspülicht. Liegnitz: Oderufer bei 
Maltsch (4/12). 

Xylita buprestoides Pa3'k. an einer Buchenklafter. Riesen- 
gebirge: Schneegruben weg oberhalb Kiesewald (7/10). 

Cryptocephalus carpathicus Friv. Beskiden : Bialatal nach Reitter 
(Gabriel). 

Epitrix atropae Foudr. Grafschaft Glatz: Neurode (Gabriel). 

Chalcoides nitidula L. Desgleichen. 

Phyllotreta sinuata Steph. ist durch Ph. vittula Fbr. zu er- 
setzen (Reitter, E. g. IV p. 175). 

Longitarsus picipes Steph. ist durch L. Ganglbaueri Hkt. 
zu ersetzen. (Rttr., E. g. IV^ p. 192). Zu den bisherigen 
Fundorten: Neisse 5/13 (Gabriel). — L. viduus All. durch 
L. scutellaris Rey zu ersetzen (Rttr., F. g. IV p. 193). — 
L. juncicola Foudr. durch L. Waterhousi Kutsch, zu er- 
setzen (Rttr., F. g. IV p. 190). 

Rhytidosoma globulus Hbst. und fallax Otto (Jahresh. 1913 
p. 11) haben folgende Verbreitung: globulus Ebene und 
Vorberge (Neisse, Nimptsch, Liegnitz, Lahn); fallax ganzer 
Sudetenzug (Altvater- bis Isergebirge und Bober-Katzbach- 
gebirge). 



- 7 — 

Ccutorrhynchus albosignatus Gyll. Grafsch. Glatz: Wölfeisgrund 

6 13 (Gabriel >. 
Gymnotroii atitirrhini Payk. Grafsch. Glatz: Neurode (7/13 V 

Farbe des Haarkleides weiß, gelb, braun (Gabriel). 
Apion dispar Genn. Cxrafsch. Glatz: Kunzendorf b. Neurode 

6 13 (Gabriel.) 
Aphodius corvinus Er. Glatzergebirge: Wölfeisgrund 6/13 

((Tabriel), Liegnitz: Wasserwald bei Kaltwasser 5/14 (R. 

Scholz). 

Gegenwärtiger Stand: 

74 Familien, 1061 Gattungen, 4522 Arten. 



*^ 



Atheta (Traumoecia) angusticollisThoms, 

und ravilla Er. 

Von W. Kolbc. 



Sind die mit den beiden Namen belegten Käfer selbständige 
Arten ? 

Die Kataloge der europäischen Koleopteren von 1862, 
1868, 1883 und i8gi vereinigen sie; der Katalog von igo6 da- 
gegen trennt sie voneinander. Auch J. Schilsky führt sie in 
seinem Verzeichnis der Käfer Deutschlands als selbständige 
Arten auf und gibt als Verbreitungsgebiet für A. angusticollis 
Thoms. ganz Deutschland und für ravilla Er. Deutsch-Österreich an. 

Offenbar fußen diese beiden neueren Angaben in erster 
Linie auf Ganglbauers Auffassung (Käfer v. Mitteleur. Bd. III 
p. 200 und 201}, der die Tiere ebenfalls als eigene Arten be- 
handelt, als spezifisches Merkmal für ravilla aber nur das sehr 
lange und große, den drei vorhergehenden Gliedern an Länge 
fast gleichkommende Endglied des männlichen Fühlers anzu- 
führen vermag. 

Ist nun diesem allerdings auffallend großen Endgliede wirk- 
lich ein so großer systematischer Wert beizumessen? 

Jedenfalls gerät derjenige, der sich auf dieses eine Merkmal 
stützt, bald in Zweifel darüber, wohin er die zu gleicher Zeit 
und unter den gleichen Verhältnissen mit gefangenen Exemplare 
mit kurzem, normal gebildeten Endgliede zu rechnen, ob er sie 
alle als ravilla-? ? oder als die beiden Geschlechter von angusti- 



- 9 - 

colHs anzusprechen habe. Auch für mich blieb diese Unsicher- 
heit lange bestehen, da ich die Tiere immer nur in geringerer 
Zahl fing, und erst eine größere Ausbeute in jüngster Zeit hat 
mich aller Zweifel enthoben. Sie bestand in einer Kollektion 
von über 500 Exemplaren, die ich im Juni v. J. bei Dohnau, 
Kr. Liegnitz, nach und nach an einem Pilzköder sammelte, den 
ich mir aus frischen Eichenschwämmen (Potyporus caudicinus) 
in dem Fuße einer hohlen Eiche hergerichtet hatte. Darunter 
befand sich auch eine beträchthche Anzahl von Tieren mit dem 
großen Fühlerendgliede. 

Konnte ich nun schon in Rücksicht auf die einheitlichen 
Verhältnisse, unter denen ich die Tiere gesammelt hatte, er- 
warten, daß sie alle dem Formenkreis einer Art angehören 
würden, so lieferte mir eine eingehendere Untersuchung des 
Materials hierfür die Bestätigung. 

Um recht klar zu sehen, sonderte ich 200 Exemplare durch 
Freileg'ung des Geschlechtsapparates. Resultat: iio $9 und 
90 cfcf ; unter letzteren 60 "/o mit kurzem und 40 "/o mit langem 
Fühlerendgliede.*) 

Der männliche Kopulationsapparat erwies sich bei 
allen genauer untersuchten Exemplaren als völlig gleich ge- 
bildet. Es gliedert sich in den kürzeren Penis und die langen, 
scheidenförmigen Parameren. Letztere umfassen und überragten 
den Penis dergestalt, daß er nur von oben sichtbar bleibt. Da 
sie weder unter sich noch mit dem Penis verwachsen sind, so 
lassen sie sich leicht ablösen. Der Penis besteht aus einem 
srroßen, kugfelio-ovalen, oben umrandeten, dunkelbraunen Basal- 
^stück und einem kürzeren, schnabelförmigen Apikaistück. Letz- 
teres hebt im Profil höckerförmig an und fällt in einen stumpfen 
Winkel geradhnig ab; es ist unten schmal spateiförmig und zu- 
gespitzt, oben linear und von einer tiefen Längsfurche durch- 
zogen, die vorn in einem scharfen Ausschnitt mündet, der unten 
von der Penisspitze als kleines Dreieck überragt wird. 



*) Gerhardt glaube zwar, auch unter den langhörnigen Exemplaren 9 9 ^'■" 
kennen zu k()nnen ; wie ich jedoch voraussah, entpuppte sich ein derartiges Stück 
beim Offnen ebenfalls als ein cf. 



L 



— 10 — 

Sekundäre Geschlechtscharaktcre zeigen die Fühler, 
der Kopf und der Hinterleib der beiden (leschlechter. Sie be- 
stehen in folgendem : 

9 . Letztes Fühlerglied wenig vm'änderlich, gestreckt kegel- 
förmig, sanft zugespitzt, im Durchschnitt knapp zwei- 
mal so lang als das \ orhergehende Glied. 
Kopf gewölbt, mit einem kleinen und seichten, zuweilen 

strichförmigen Grübchen. 
Hinterleib in der Regel breiter und mehr parallelscitig 
als beim cf ; 6. Rücken- und 8. Bauchsegment flach 
zugerundet und nicht vortretend. 
0^ . Letztes Fühlerglied in 2 Entwicklungstufen: a) bei der 
Mehrzahl genau wie bei dem 9 gebildet, b) bei der 
Minderzahl gestreckt - zylindrisch, sanft zugespitzt, 
fast dreimal so lang als das vorhergehende Glied, 
in der Längenentwicklung ziemlich schwankend 
(forma ravilla). 
Kopf ctwcis abgeflacht, mit einem größeren, wenig tiefen, 
zuweilen queren, oft in eine Scheitelfurche auslaufen- 
den Mittelgrübchen. 
Hinterleib in der Regel etwas schmäler und nach hinten 
deutlicher verjüngt als bei dem 9 ! ^- Rücksegment 
breit abgestutzt und kaum ausgeschnitten; 8. Bauch- 
segment das 6. Rückensegment etwas überragend 
und zur Spitze ver::chmälert. 
Die V(")llige Übereinstimmung der cTd' in allen Stücken bis 
auf die Fühlerbildung in der Entwicklungsstufe b führt dahin, 
A. ravilla Er. als distinkte Art wieder fallen zu lassen, sie da- 
gegen wegen ihrer auffallenden Fühlerbildung fortan als Atheta 
an gusticoll is Thoms. v. cf ravilla Er. zu führen. 



Apion ruficrus Germ. sp. pr. 

Von W. Kolbc. 



Apion ruficrus (rerm. (Mag. II 171) wird seit 1868 in den 
Koleopteren-Katalogen als Abart von A. aestivum Germ. (Mag. 
II. 169) geführt. Gerhardt bezeichnet es dagegen in seinem 
Handkataloge von 1891 als sp. pr. (gute Art). Ich kann mich 
nach meinen Beobachtungen letzterer Auffassung nur anschließen, 
wenn ich auch zugeben muß, daß beide Tiere sehr nahe mit 
einander verwandt sind. Durch genauere Untersuchung ließ 
sich feststellten, daß ruficrus von aestivus in folgenden Stücken 
abweicht. 

A. ruficrus im Durchschnitt größer; Flügeldecken weniger 
gewölbt, matter, mit seichteren Punktstrt>ifen und flacheren 
Interstitien; Rüssel bei beiden (ieschlechtern merklich länger. 

Dcv büyelförmig gebogene Penis bei ruficrus erheblich 
stärker; die Aushr)hlung auf dessen Apikaihälfte (vor den Para- 
mcren) langelliptisch (bei aestivum parallelsei tig), weiter vor der 
Spitze endend, ihre lamina basalis mit einem runden Grübchen 
(bei aestivum mit einer Längsfurch(>). 

Zur Unterscheidung des ruficrus reicht schon die charakte- 
ristische Färbung der Beine aus. In der Regel sind nur die 
A^)rderschenkcl gelbrot (Normalform); nicht .selten haben aber 
auch zunächst die Mittelschcnkel und schließhch auch die Hinter- 
schenkel eine gelbrote Zone (a. varicrus m.); sehr selten breitet 
sich das Schwarz über alle, also auch die Vorderschenkel aus. 
so daß diese höchstens bei guter Durchleuchtung einen schwachen 



- 12 - 

rötlichen Schimmer zeigen (a. atripes m.). Letztere Form er 
innert an A. fihrostre Kirb}^ das aber kleiner, gewölbter unc 
glänzender ist, auch nicht mit ruficrus gemeinsam lebt. (Bei 
aestivum sind die Vorderhüften und sämtliche Schenkel ganz, 
die Trochanteren und.Tibien der Vorderbeine zum Teil rotgelb.) 
Auch durch ihr Vorkommen sind die beiden Arten ge- 
trennt. Während aestivum auf verschiedenen Kleearten anzu- 
treffen ist und eine größere Verbreitung hat, ist ruficrus bei 
uns nur an Trifolium alpestre gebunden. Diese Pflanze bildet 
seine auschließlichc Nähr- und Brutstätte; auf ihr tritt er bei- 
spielsweise alljährlich auf den basaltischen Höhen des Heßberg- 
geländes auf. In manchen Jahren sogar häufig. So strich ich 
davon am 2g. Juni 191 2 auf dem Breiten Berge bei .Brem- 
berg, Kr. Jauer, innerhalb einer halben Stunde gegen 700 Exem- 
plare des Käfers. 



I 



I 



Die Typen der Gravenhorst'schen 
Gattungen Hoplismenus und Metopius. 

Von K. Pfankuch, Bremen. 



I. Die Gattung Hoplismenus Grav. 

(Ichneum. Europaea Bd. II, pag. 40g — 431.) 

Zu der Gattung Hoplismenus stellt Gravenhorst im ganzen 
14 Arten. Von diesen gehören 6 zu der jetzigen Gattung 
Hoplismenus, 5 zu Platylabus, 2 zu Hygrocryptus und i Art 
gehört im weiblichen Geschlechte zu Ichneumon (Stenichneumon), 
im männlichen zu Platylabus (s. Nr. 5). Die Merkmale der ver- 
schiedenen Gattungen erübrigen sich hier, ich verweise auf 
Schmiedeknecht's „Opuscula Ichneumonologica", Band i und 2. 

Schwierigkeiten bereitete mir die Unterscheidung der Arten 
Hoplismenus armatorius F. (Nr. 4) und Hoplismenus bispina- 
torius Thunb. (Nr. 3). Durch wiederholtes, längeres Vergleichen 
dieser beiden Spezies, von denen mir meine entomologischen 
Freunde Dr. Roman (Upsala) und Cl, Morley (Monk's Soham 
House, Suffolk) in zuvorkommendster Weise Material zur Ver- 
fügung gestellt hatten, ich selbst auch eine Anzahl von Exem- 
plaren besaß, bin ich zu dem unter Nr. 3 erwähnten Resultat 
gekommen. Ich hoffe, das Richtige getroffen zu haben. Die 
Gründe für die jetzige Benennung der Arten habe ich ebenda 
auch angegeben. Die von Thomson in seinen Opusc. entomo- 
logica erwähnte Art Hoplismenus bidentatus Grav. (pag. 2081) 
konnte ich nach Einsicht der Typen nicht aufrecht erhalten. 



— 14 - 

T)ic übrigen Arten waren nicht schwer klar zu stellen, zumal 
die meisten derselben bereits früher richtig gedeutet worden sind. 

Erwähnt mag noch werden, daß die Arten der Gattung 
Hoplismenus bei mehreren Körperteilen in der Färbung 
variieren, so in bezug auf die Fühler, den Hinterleib und die 
Beine, weniger des Schildchens. Die Fühler können bei der 
gleichen Art 2- und 3farbig und der Hinterleib kann mit roter und 
schwarzer Spitze vorkommen. Die Hinterbeine sind manchmal 
ganz schwarz, im anderen Falle ihre Schenkel und .Schienen 
größtenteils rot. Frühere Autoren erwähnen schon eine Reihe 
von Variationen, 

Für das mir bewiesene Entgegenkommen durch die Zu- 
sendung der Typen spreche ich der Leitung des Museums in 
Breslau, sowie Flerrn Dr. Fax und meinem werten Freunde, 
Herrn Prof. Dittrich, den herzlichsten Dank aus. 



i) Hoplismenus moestus (jrav. 9 = HopUsmeuus 
bispiüatorius Var. moestus Grav. 

Es ist ein 9 ^'<^" "^ ''''"'''' Länge in der Sammlung vor- 
handen. Dasselbe stammt nach Gravenhorst aus Italien (Parma). 
Gravenhorst's Angabe, daß das 2. Segment allein rot ist, stimmt 
nicht, es sind bei der Type Segment 2 und 3 rot, beide in der 
Mitte querüber gebräunt; der Hinterrand beider ist schmal 
verdunkelt. Die Segmente 4 — 7 sind schwarz, schmal rot 
gerandet, das 4. Segment ist auch seitlich rot. Halsrand und 
Callus sind schwarz, der weiße Strich unterhalb der Flügel- 
basis fehlt und die Fühlergeißel ist zweifarbig, also an der 
Basis schwarz, doch haben die Basalglieder i — 6 an der Spitze 
einen rötlichen Rand; dann folgt der weiße Ring. 

Ich sehe obige Art nur als eine dunkle Variation von Hopl. 
bispinatorius Thunb. an (s. auch Xr. 3). Sie unterscheidet sich 
von der Normalform außer der erwähnten Färbung des Hinter- 
leibes auch noch durch die Farbe der Beine. Dieselben sind 
fast ganz schwarz, rot sind: die Vorderseite der Vorderschenkel 
und die der Vorder- und Mittelschienen, ferner die Vorder- und 
die Mittelknie und die vorderen Tarsen. — Ein noch stärkerer 



- 15 - 

Melanismus scheint beim cf vorzukommen. Ifolmgren*) und 
Berthoumieu*'') erwähnen, daß bei diesem nur das 2. Segment 
allein rot, die Beine ganz schwarz vorkommen. 

2) Hoplismenus bidentatus Gmel. (^ = Hoplismenus 
bispiuatoiius Var. bideutatus Gmel. 

Es ist ein gebrechliches (j^ vorhanden, welches aus Schlesien 
stanmit und das ich als Variation von Hoplismenus bispina- 
torius Thunb. ansehe (s. Nr. 3). Der Unterschied von der 
Normalform besteht darin, daß bei der Variation bidentatus die 
Hinterbeine ganz schwarz sind, während die Normalform ganz 
oder großenteils rötlich gefärbte Schenkel und Schienen auf- 
weist (s, Nr. 3). Ferner sind beim Hmterlcib nur Segment 2 
und 3 rot, während bei der normalen Form von bispinatorius 
Segment 2 — 7 rot gefärbt sind. Die Vorderbeine si id bei der 
Variation bidentatus mit Ausnahme der Hüften und Schenkel- 
ringe, die schwarz sind, ganz rot. Im übrigen stimmt die 
Variation mit der männlichen Type der nächsten Art vollkommen 
überein. Unter der Flügelbasis findet sich ein weißer Strich 
und der Callus ist ein ganz wenig hell. Ferner ist der Hinter- 
rand der Augen unten weiß, was (Iravenhorst in sinner Be- 
schreibung nicht angibt. Bei dem einen mir \on Morley aus 
England übersandten cT, das der Variation bidentatus entspricht, 
fehlt allerdings der weiße Strich hinter den .Vugen,* doch ist der 
helle Strich unter der Flügelbasis vorhanden. Bei diesem ^cT 
sind auch die vier Vorderschenkel und -schienen mehr schwarz 
als rot gefärbt. 
Var. i: fehlt. 
3) Hoplismenus perniciosus (irav. 9cf = Hoplismouus 

bispinatorius Tliimb. 

Es sind ein großes cT (10,5 mm) und 4 kleine 9 9 (7—^8 mm) 
in der Sammlung. Von diesen ist nur das cf als Type bezeichnet, 
doch entsprechen die 9 9 ganz der Gravenhorst'schen Beschrei- 
bung. Das cf fällt den 9 9 gegenüber sofort durch seine (xröf^c 



"■'■) Icbneumonologia Suecica, vol. i, pag. 209; 1864. 

'^■■') Monographie des Ichneumonitlcs d'Europe, pag. 43 (Ann. Soc. ent. France, 
1894). 



— 16 - 

auf, so daß ich nicht fehl gehe, wenn ich annehme, daß die 
beiden Geschlechter nicht zusammengehören. Die 9 9 habe 
ich zu der folgenden Art gezogen, mit der sie inbezug auf die 
Größenverhältnisse besser zusammenpassen. 

Die Art, auf das d gegründet, müßte nun perniciosus 
Grav. heißen. Indes hat Panzer in seiner Fauna Germanica 
bei den Ichneumoniden eine Tafel, welche seine Art Hopl. 
armatorius darstellt und welches 9 ohne Zweifel das zu dem 
Gravenhorst'schen d gehörige andere Geschlecht ist. Die 
Größenverhältnisse sind die gleichen. Danach müßte der Pri- 
orität gemäß die Art den Namen Hopl. armatorius Panz. tragen. 
Nun ist aber der Name armatorius schon früher an eine Hoplis- 
menus-Art vergeben worden (s. Nr. 4), kann also nicht noch 
einmal angewandt werden. Bei Roman's Untersuchungen der 
Thunberg-Typen hat sich nun herausgestellt, daß die Art arma- 
torius Panz. gleich bispinatorius Thunb.') ist. Der letzte Name 
würde hier also Anwendung finden müssen. Zu dieser Art 
gehören auch die Variationen moestus Grav. (Nr. i) und biden- 
tatus Gmel. (Nr. 2), die nur in der Färbung von dem typischen 
d Gravenhorst's abweichen. Im übrigen verweise ich auf die 
Tabelle unter Nr. 4. 

Bei dem typischen d sind die Beine größtenteils rot, 
schwarz sind die Hüften und die Schenkelringe, die Spitzen der 
Hinterschenkel, die Hinterschienen fast ganz und die Hinter- 
tarsen. Der Hinterleib ist rot, der ganze Petiolus und das 
2. Segment an der Basis schwarz. Das Gesicht ist schwarz, 
die ganzen inneren Augenstreifen und ein schmaler Strich 
hinter den Augen unten sind weiß. Das Schildchen ist dach- 
förmig, hinten steil abfallend und an der Spitze wie mit einem 
Querkiel versehen, so wie es Thomson in seinen Opusc. ent. 
(pag. 2082 bei bidentatus) angibt. Eine gleich dachförmige 
Erhöhung finde ich bei keinem d der folgenden Art (Nr. 4). 

Wie schon erwähnt, ziehe ich die von Gravenhorst zu per- 
niciosus gesteckten 9 9 zu der folgenden Art. Morley hat in 



*) A. Roman: Die Ichneumoniden-Typen C. P. Thunbergs (Zool. Eidr. 
Upsala, Bd. I, p. 239; 1913). 



— 17 — 

seiner Hoplismenus-Tabelle*) auch die Größenverhältnisse bei 
der Unterscheidung der hier unter Nr, 3 und Nr. 4 aufgeführten 
Arten angewandt, dazu aber auch noch die Färbung des Hinter- 
leibsendes hinzugezogen, die indes nach meiner Erfahrung bei 
Xr. 4 nicht immer konstant ist. Ich besitze eine Anzahl 9 9, 
die größtenteils dem Winterlager entnommen sind, die zwar in 
der Färbung voneinander abweichen, in der Größe jedoch über- 
einstimmen. Die Fühler sind entweder 2- oder 3 farbig-, das 
Hinterleibsende entweder ganz schwarz oder gebräunt oder 
<>anz rot und die Hinterschenkel rot bis schwarz. In der 
Skulptur kann ich die 9 9 gar nicht unterscheiden. Ich halte 
daher alle für die gleiche Art. Thomson unterscheidet nach 
dem weiblichen Geschlechte 2 Arten, bidentatus (9cf) und 
perniciosus (9), die indes nur auf Farben-, keine Skulptur- 
unterschiede gegründet sind. Ich stimme also in der Unter- 
scheidung der Arten unter Nr. 3 und Nr. 4 hier in der Haupt- 
sache mit Morley überein, muß dabei aber mit ihm zugeben, 
daß die Unterscheidungen sehr schwer zu machen sind. 

Var. i: Das & fehlt, das etwas gebrechliche 9 ist Hoplis- 
menus armatorius F. Die Fühlergeißel ist an der Basis 
schwarz, also 2 farbig. Größe nur 7 mm. 

4) Hoplismenus albifrons Grav. cT = HoplismeilUS 

armatorius F. 

Es sind 3 cTcf vorhanden, von denen '2 aus Österreich 
stammen, eins aus Finnland ist. Sie unterscheiden sich nur in 
der mehr oder minder ausgedehnten schwarzen Färbung der 
Hinterschenkel und des i. Segments, alle haben aber das 
charakteristische weiß-gelbe Gesicht. 

Bei der Durchsicht der Thunberg-T3'pen im Museum zu 
Upsala hat nun Roman 3 9 9 unter dem Namen Cryptus 
armatorius F. vorgefunden. Da nun Thunberg seine Schlupf- 
wespensammlung nach den Bestimmungstabellen von Finne und 
Fabricius eingerichtet hat, so ist Roman der Überzeugung, daß 
die von Thunberg als Cryptus armatorius F. aufgeführten Tiere 



*) Cl. Morley, British Ichneumons, vol. i, pag. 6; 1903. 



— 18 — 

der Fabricius'schen Type entsprechen dürften. Die Bezeichnung 
Hoplismenus armatorius F. hätte demnach die Priorität. Ich bin 
Roman's Ansicht beigetreten, wenngleich ich mir sage, daß man 
natürhch am sichersten ginge, wenn man die Fabricius'sche Type 
sehen könnte. Dr. Roman hat mir nun ein 9 und ein d mit 
gütiger Erlaubnis von Herrn Prof. Sjöstedt aus dem Stockholmer 
Reichsmuseum zur Verfügung gestellt, welch' erstcres mit den 
9 9 der Thunberg'schen Sammlung übereinstimmte. Die beiden 
Exemplare hatten eine Länge von 8 mm. das Hinterleibsende 
war rot und die Fühler 2 farbig. Unter der Flügelbasis fand 
sich ein heller Strich und der Halsrand war weißgelb. Gleich- 
falls erhielt ich ein 9 von Hopl. bispinatorius Thunb., das eine 
Länge von 10 mm hatte, aus Schweden. 

Die Untor.schiede der 4, bislang erwähnten Hoplismenus- 
Arten würden etwa nach folgender Tabelle gemacht werden 
können: 

1. Größere Art von 10 mm Länge; Halsrand schwarz, 
Hinterlei bsendc schwarz oder rot, Fühler 2- oder 3farbig; 
Gesicht des d' schwarz, die inneren Augenstreifen weiß. . .2 

— Kleinere Art \on höchstens 8 mm Länge; LIalsrand weiß, 
meist auch ein kurzer weißer Strich unterhalb der Fühler- 
basis; Hinterleibscnde rot, Fühler 2farbig; Gesicht des d weiß 
Hoplismenus armatc^rius F. (= albifrons Grav.) 

2. Mindestens die Hinterleibssegmente 2 — 4 rot, die Vorder- 
schenkel und ihre Schienen rot, die Hinterschenkel nicht 
ganz schwarz 

Hoplismenus bispinatorius Thunb. (= armatorius Panz. 

= perniciosus (jrav.) 

— Nur das 2. Hinterleibssegment allein oder Segment 2 und 3 
rot, oft mehr oder weniger gebräunt; die Hinterbeine ganz 
.schwarz, die Vorderschenkel und ihre Schienen entweder 
ganz rot oder mehr oder minder ausgedehnt schwarz. .3. 

3. Das 2. ?Iinterleibssegment allein oder Segment 2 und 3 
rot, mit dunkler Querbinde; die Vorderschenkel und 
-schienen schwarz und rot 

Hopl. bispinatorius var. moestus Grav. 



- 19 - 

— Segment 2 und 3 ganz rot, ebenso die Vorderschenkel 

nebst ihren Schienen . 

Hopl. bispinatorius var. bidentatus (xmel. 
Bei der VeränderHchkeit der Floplisinenus- Arten finden 
sowohl in der Farbe als auch in der Größe mannigfache Über- 
gänge statt. Weitere unterscheidende Merkmale herauszufinden, 
wäre sehr erwünscht, mir ist es zurzeit nicht möglich. Indes 
möchte ich, wie Morley auch, die oben aufgeführten beiden 
Hauptarten doch niclit zusammenziehen, obgleich sie in vielen 
Merkmalen übereinstimmen. — cT und 9 von Hopl. armatorius F. 
stimmen also überein: i) in der Größe, 2) in dem weißen Hals- 
rande, ,^) in dem meist vorhandenen hellen Strich unter der 
Flügelbasis, 4) in dem an der Spitze roten Hinterlcibe. — Dazu 
finde ich bei meinen deutschen Exemplaren und denen aus 
vSchweden die Vorderschenkel und ihre Schienen unverändert 
n^t, während dieselben bei den beiden mir aus England ühcv- 
sandten Exemplaren teilweise verdunkelt sind; ein 9 von 
H. armatorius F. aus England hat sogar die Hinterleibsspitze 
(vSegm. 5 — 7) schwarz. — cT und 9 von Hopl. bispinatorius 
Thunb. haben folgende tibereinstimmungen: i) gleiche Größe, 
2) schwarzen Flalsrand. — Die unterscheidenden Merkmale 
zwischen beiden Arten sind in der Tabelle angegeben; die cTcf 
sind leicht zu trennen. — Morley gibt als weitere Unterschiede 
dann noch bei armatorius F. (bei ihm albifrons Grav.) die feinere 
Punktierung und die subovalen Luftlöcher an, doch vermag ich 
bezüglich dieser beiden Angaben keinen Unterschied zwischen 
obigen beiden Hauptarten herauszufinden. 

5) Hoplismenus pictus Grav. ^""9 =^ IchuoilQlOil 
(Stcnicliueumou) pictus Grav. 9 und Platylabiis rut'iis 

Wesm. d. 

I & und I 9 sind vorhanden, die, wie bereits von anderen 
Autoren festgestellt worden ist, nicht zusammengehören. Beim 
cf ist der Vorderleib größtenteils rot, auch das Schildchen rot, 
an seiner Spitze gelb. Ferner sind die Hüften und die Schenkel- 
ringe rot, die vorderen schwarz gefleckt. Das 9 entspricht den 
Angaben Berthoumieus in seiner Monographie. 



— 20 — 

6) HopHsmenns Intens Grav. (9). 
Es ist ein ? von 12 mm Länge vorhanden. Die Fühler- 
geißel ist dreifarbig: an der Basis breit rotgelb, dann folgt der 
weiße Ring und danach die dunkle Spitze. Der Kopf ist 
schwarz und reichlich rot gezeichnet. Der Mittelrücken zeigt 
3 rote Längsstreifen, das Mittelsegment deren 2 (vor den langen 
Ecken) und der Vorderrücken oben und die Mittelbrust eben- 
falls 2. Die Gastrocölen sind recht klein. Der Petiolus ist 
schwarz, der Postpetiolus deutlich punktiert und wie Segment 2 
und 3 rot; das 4. Segment ist vorn gleichfalls rot, hinten nebst 
Segment 5 — 7 braun. Die Beine sind rotgelb, die hinteren 
Hüften, Schenkelringe und Schenkel sind mehr oder weniger 
gebräunt; auch die Mittelhüften zeigen an der Rückseite schon 
die bräunliche Färbung. Das Stigma ist gelb. Weiteres s. bei 
Berthoumieu auf Seite 42. — Obiges 9 stammt aus Italien. 

7) Hoplismenus dimidiatus Grav. cf9 = Platj'labus 

exhortator F. 

Bei dem typischen 9 ist der ganze Vorderleib rot, nur 
eine kleine Partie um die Flügelschuppen ist braun. Die Hinter- 
schenkel sind in der Endhälfte, die LIintcrschienen an Basis 
und Basis und Spitze schwarz. Die 4 vorderen Schenkelringo 
und die beiden Vorderhüften sind geschwärzt. Beim typischen 
cT sind die 4 vorderen Hüften und alle Schenkelringe dunkel; 
am Vorderleib ist nur das Mittelsegment rot. — Die Art variiert 
in der Färbung. 

Roman schreibt in seiner Arbeit über die Ichneumontypen 
C. P. Thunbergs: „Gravenhorsts Art stimmt so gut mit der 
Originalbeschreibung von Fabricius (Ent. syst. II, p. 1,54) über- 
ein, daß ich sie bestimmt als die Fabricius'schc Art ansehe,' 
trotz der von Dalla Torrc zitierten Deutung Gravenhorsts 18 18 
welche jedoch der letztere 1829 (Ichneum. Europaoa) nicht 
erwähnt." 

Var. I : Platylabus exhortator F. 9 var. 

Das vorliegende 9 weicht nur in der Beinfärbung von der 
• Type ab, indem die 4 Vorderschenkel nicht rein gelbrot, sondern 



— 21 - 

in der Mitte breit dunkelbraun gefärbt sind; die Hinterschenkel 
sind über die Mitte hinaus geschwärzt. 

V a r. 2 : Plat3^1abus exhortator F. 9 var. 

Dieses 9 weicht wie die Var. i auch nur in der Bein- 
färbung ab. Es sind hier alle Schenkel noch ausgedehnter 
dunkel gefärbt als bei der ersten Variation. Aus Italien. 

8) Hoplismenus nniguttatus Grav. (9). 
I 9 aus Frankreich ist in der Sammlung. Diese Art weicht 
von den anderen FIoplismenus-Arten dadurch ab, daß die Ecken 
fehlen, die Fühler schlanker sind und der Hinterleib ^farbig ist. 
Petiolus und Segment 6 und 7 sind schwarz, das 6. Segment 
ist hinterwärts rötlich gerandet, das 7. Segment weiß gefleckt. 
Die Hinterknie sind dunkel gezeichnet. Die Gastrocölen sind 
breit quer, so daß nur ein kleiner Zwischenraum bleibt. 

9) Hoplismenus albinus Grav. 9 = Platylabus vitra- 

torius Grav. (9). 

Es findet sich ein sehr gut erhaltenes 9 in der Sammlung 
vor. Die Stirnränder sind weiß gezeichnet, die hellen Makeln 
an der Flügelbasis fehlen. Die Hinterschenkel sind sehr kräftig. 

Gravenhorst hat das zugehörige cf, wie ich bereits früher 
nachgewiesen habe (Zeitschr. Hym. Dipt. 1906, pag. 21) in seiner 
Mesoleptus-Gruppe als Mesoleptus vitratorius Grav. untergebracht. 
Diese letzte Bezeichnung hat, weil im 2. Bande der Ichneum. 
Europaea früher erwähnt (schon auf Seite 34), die Priorität. 
Diese Art ist nicht zu verwechseln mit Platylabus vibratorius 
Thunb. (= Platyl. orbitalis Grav.). 

10) Hoplismenus errabundus Grav. d = Platylabus 

vitratorius Grav. (d). 

Es sind die beiden von Gravenhorst erwähnten dd, die 
aus Volhynien stammen, vorhanden, sind aber leider etwas 
defekt, indem bei beiden die Endhälfte des Hinterleibes fehlt. 

Thomson ist der Meinung, daß diese dd nicht zu No. 9 
(9) gehören (Opusc. ent. pag. 21 10), weil Gravenhorst in seiner 
Beschreibung bei ihnen angibt: 6 margine 7 dorso albis. Da, 
wie schon gesagt, das Hinterleibsende bei beiden Exemplaren 



— 22 — 

fehlt, so kann ich über die helle Färbung desselben nichts 
sjigen. Doch sind diese cTcT mit den dicken Hinterschenkeln 
zweifellos die dazu gehörigen; zudem ist die Art über ganz 
Europa verbreitet. 

ii) Hoplismenus cothurnatus Grav. 9 = PlatylabliS 

cothiiriiatiis GraT. (9). 
Es ist ein 9, aus Österreich stammend, da. Auch die 
Wangen sind größtenteils gelb, was Schmiedeknecht nicht er- 
erwähnt. Diese große Plat3'labus-Art ist leicht kenntlich an 
den hellen Hintertarsen. Ratzeburg hat auf diese Art seine 
Gattung Poecilostictus gegründet. 

Var. i: Platylabus cothurnatus Grav. cT. 

Schon Wesmael vermutet in dieser Variation das & zu 
obigem 9 . Glied i der Hintertarsen ist hier wie beim 9 braun. 
Die Länge des Exemplars beträgt nur 8 m 



mi. 



12) Hoplismenus orbitatus Grav. & = Platylabus 

cothurnatus Grav. (cf). 
Ein typisches cf von 10 mm Länge aus Österreich. Die 
Hinterschenkel sind in der Endhälfte schwarz gefärbt, ebenso 
gefärbt ist die Spitze der Hinterschienen. Die Hintertarsen- 
glieder i — 5 sind gelbweiß, Ghed i an der Innenseite schwach 
gebräunt. 

13) H oplism enus leucopygus Grav. 9? cT? = Hygrocryptus 
leucopygus Grav. (d) = Hygrocryptus carnifex Grav. 
Gravenhorst ist nicht im Klaren gewesen, ob er ein cf oder 
ein 9 vor sich hatte. Die Type ist ein cf mit etwas weit her- 
vorragenden Penishüllen. — Der Vorderleib ist hier ganz 
schwarz, ebenso die vordersten Hüften und ihre Schenkelringe. 
IXw Mittel- und die Hinterhüften sind rot, mit einem schwarzen 
Fleck außen hinter ihrer Basis. 

Der Name leucopygus hat die Priorität vor carnifex, da 
ersterer im 2. Bande auf Seite 429, letzterer auf Seite 631 (hier 
das 9) verzeichnet steht. 



— 23 - 

14) Hoplismenus ungulatns Grav. d" ? 9? = Hygro- 
cryptus uuguhitus CJrav. (rJ). 
Die Type ist wieder ein cT, aus Taurien stammend. Diese 
Art steht leucopygus sehr nahe, ich kann beide nur durch die 
Färbung- unterscheiden. Folgende Tabelle mr)ge die unter- 
scheidenden Merkmale angeben: 

— Fühlergeißel rot, oben schwach gebräunt, Mittelsegment 

rot; flinterleib ebenfalls ganz rot, Stigma gelb 

Ilygrocr. ungulatus frrav. 

= Fühlergeißcl schwärzlich, Mittelsegment verschieden in 

der Färbung; Hinterleib dreifarbig; Stigma braun 

Ilygrocr. leucopygus Graw 

Die Beinfärbung ist bei beiden Arten fast die gleiche: l)ei 
der ersten Art sind nur die vordersten Hüften gebräunt, die 
Spitzen der Hinterschenkel (schmal), der Hinterschienen und 
Glied I, 2 und 5 der Hintertarsen schwarz (3 und 4 weiß!), 
sonst alles rot. Ob ungulatus nur als Variation oder Rasse von 
leucopygus anzusehen ist, vermag ich nicht zu entscheiden. 



II. Die Gattung Metopius Panz. 

, (Ichneum. Europaea Bd. 111, pag. 287 — 305\ 

* Die Gattung Metopius, zur Abteilung der Tryphonides 
aspidopi gehörig, ist so gut charakterisiert, daß sich hier eine 
nochmalige Aufstellung der Merkmale erübrigt. Gravenhorst 
führt in seinem oben genannten Werke 4 Arten auf, die sämt- 
lich, wenn auch teilweise jetzt unter anderen Artnamen, dieser 
( rattun g angehören. Schwierigkeiten dürften besonders dem 
Anfänger die Unterscheidung der Ge.schlechter bieten. Sie er- 
folgt am sichersten, wenn man die Zahl der Bauchsegmente in 
Betracht zieht; die $9 besitzen deren 6, die cfcT deren 8. 

Wesmael*j gibt als weiteres Merkmal an, daß bei den cTcT das 
7. Rückensegment wenigstens von halber Länge des 6. Seg- 
mentes, bei den 9 9 ersteres dagegen sehr kurz und kaum 



*) M. Wesmael, Notice sur les Ichneum. de Belgique, appart. aux {^enres 
^^etc)pius, Banclnis et Coleoccntrus (Bull. acad. sc. Belgique, 1849). 



5* 



k 



— 24 — 

sichtbar ist. Gravenhorst erwähnt bei seinen Beschreibungen 
kein Geschlecht, er hat es wohl nicht mit Sicherheit unter- 
scheiden können. Die neueste Tabelle über die europäischen 
Metopius- Arten besitzen wir von Cl. Morley.*) Er charak- 
terisiert hierin die Arten praktischerweise durch mehr als nur 
ein Merkmal. Hinzu fügt er dann noch eine neue /Vrt aus 
Cvpern (Met. notabilis) auf Seite 79. Es folgen dann noch 
Tabellen über exotische Metopius-Arten. 

i) Metopius sicarius Grav. = Jletopius dissoctorius Panz. 

Es sind 2 $ ? und i d" in der Sammlung. Die Tiere ent- 
sprechen der Abbildung bei Panzer in seiner Fauna Germanica 
(Heft g8, Tafel 14). Die Farbe der Beine ist auf der Tafel 
allerdings etwas hell geraten. 

Diese Art unterscheidet sich von den anderen Arten i) durch 
den besonders am Ende bläulich scheinenden Hinterleib, und 
2) durch die gelbe Zeichnung: die ersten 3 Segmente sind in 
den Hinterecken gelb gefleckt, erst das 4. Segment ist hinten 
vollständig (selten unterbrochen) gelb gerandet. — Die \^order- 
flügel sind vor der Spitze nach vorn etwas verdunkelt; die 
Beine sind grr)ßtenteils schwarz. Neben der Fühlerbasis findet 
sich jederseits ein gelber Fleck, das Gesichtsschild ist oben und 
an den Seiten gelb gerandet, der Schaft unterseits mit gelbem Fleck. 

Neben den drei erwähnten Tieren steckt eine Art, die durch 
den braunroten und reich gelb gezeichneten Körper, durch die 
braunroten Flecke vor den Flügelenden und die rotgelben Beine 
sich von allen Arten auszeichnet. Das i. Segment ist nicht 
dachförmig erhöht, sondern nur gewölbt und mit 2 Kielen ver- 
sehen, die fast bis zur Spitze reichen. Nach der Tabelle von 
Morley ist diese Art Metopius bicarinatus Morl. (?); 
Heimatland: Mittel- und Südamerika. 

2) Metopius necatorius F. 
In der Sammlung sind 2 9 9 und 3 cTcT. Von diesen ist 
I 9 = Met. micratorius F. und i 9 und 3 cfcT = Met. con- 
nexorius Wcsm. Met. necatorius F. ist also eine Mischart und 



*) Cl. Morley: A Revision of the Ichneumonidae (191 2), part i, Tribes 
Ophionides and Metopiides. 



— 25 — 

der Artname daher nicht zu verwerten. Förster erwähnt auch,*) 
daß obige Art in mehrere aufgelöst werden müßte. Graven- 
horst hat zu sehr auf die gleiche Körperzeichnung gesehen; 
erst (1cm scharfsinnigen Wesmael gelang es, durch das Hinzu- 
ziehen skulpturcller Merkmale die Arten zu unterscheiden. 

Yar. i: Dahinter stecken 2 9 9, die beide von Graven- 
horst erwähnt werden. Sie unterscheiden sich sogleich durch 
die Beinfärbung, indem das erste 9 ganz rote, das zweite 9 
gelb und schwarz gefärbte Beine hat. Das zweite 9 ist Me- 
topius anxius Wcsm., kenntlich iin dem breiten, fast ovalen 
Gesichtsschilde. Das erste 9 vermochte ich mit keiner der 
bislang beschriebenen Metopius- Arten, auch nicht mit den exo- 
tischen (nach Morleys Tabelle), zu identifizieren. Ich muß das- 
selbe daher als neue Art erklären und benenne es: Metopius 
similatorius. Da es in der charakteristischen Beinfärbung der 
Kriechbaumerschen Art Metopius erythropus**) am nächsten 
steht, so vergleiche ich die neue Art damit. 

Alle Schenkel rot. 
— Stirn ohne Hörn; Schildchen mit kräftigen Endzähnen; 
der ganze Hinterleib längsrissig-grobpunktiert. — Schwarz; 
gelb sind 2 kleine Stirnflecke, die in den Ausrandungcn 
der Augen liegen, -Hinterrand des Schildchens in der 
Mitte, Hinterrand von Segment i, 3 und 4 (1 und 3 in 
der Mitte mehr oder weniger unterbrochen) und Hinter- 
ecken von Segment 2; rot sind der Rand des Kopf- 
schildes, die Basis der Fühler unten und alle Schenkel, 
Schienen und Tarsen, die Hinterschienen nebst ihren 
Tarsen gebräunt. Flügel hell, grünlich .schimmernd, ihr 
Vorderrand an der Spitze verdunkelt. Umgegend von 
Budapest; 13 — 14 mm. 

Metopius erythropus Kriechb. (9). 

= wStirn mit Hörn; Schildchen mit schwachen Endzähnen; 



*) A. Förster. Eine Centurie neuer Hymenopteren ; (Verh. Ver. Rheinl. 
vol. 7, pag. 282; 1850). 

**) J. Kriech bäum er: Ichneimionidae novae e Fauna Hungarica; (Termesz. 
Füzetek vol. 17, pag. 58; 1894). 



— 26 — 

der Hinterleib an der Basis grob-rimzlig-punktiert, nach 
der Spitze hin die Punktierung immer feiner und dichter 
werdend. — Schwarz; gelb sind 2 Stirnstreifen und das 
Gesichtsschild an drei Seiten (unten schwarz), der Hinter- 
rand des Schildchens (in der Mitte unterbrochen), der 
Hinterrand von Segment i, 3 und 4 breit, von 5 schmal 
und die Hinterecken von Segment 2; rot sind die Man- 
dibeln, Palpen und Fühler, letztere oberseits dunkler; 
ferner die Flügelschuppen und der Callus, dann die Beine 
fast ganz, nur die 4 Vorderknie gelb und die Hüften, 

Schenkelringe, Spitzen der Hinterschenkel und die Hinter- 
schienen nebst ihren Tarsen mehr oder weniger gebräunt. 

Fundort nicht angegeben (Gravenhorst erhielt die Art 

aus der Sammlung des Grafen von Hoffmannsegg); 1 2 mm. 

Metopius similatorius m. (9). 

Metopius similatorius m. (9). 

Über die neue Art sei noch folgendes mitgeteilt: Gesichts- 
schild glänzend, in der Mitte erhöht, runzlig-punktiert; Mittel- 
segment sehr grob gerunzelt, teilweise gefeldert, soweit erkenn- 
bar ist. Die area media mit der area postica vereinigt und 
seitlich durch Leisten begrenzt; das Ende des Mittelsegmentes 
scheint rötlich durch und über den Hinterhüften ist das Mittel- 
segment gleichfalls rödich. Das 2. Segment ist quer, das dritte 
quadratisch, vSegment 4 und ,5 wieder quer und das 6. Segment 
in der Hauptsache quadratisch, nach der Spitze hin verjüngt. 
Die Seitenränder dieses Segmentes sind rotbraun. Auch Teile 
der Mittelbrustseiten scheinen rötlich durch. Das Stigma ist 
gelb, unterwärts dunk(4 gerandet, die Spiegelzelle sitzend; dif 
rücklaufende Ader tritt hinter der Mitte derselben aus, sie hat 
nur ein Fensterchen. — Durch die kräftigen und schön roten 
Fühler erinnert diese Art sehr an Metopius dentatus F. 

Moriey erwähnt in seiner bereits genannten „Revision of 
the Ichneumonidae" eiuf Seite 79, daß die Var. i von Metopius 
necatorius F. = Metopius leiopygus Forst, ist. Nach dem von 
mir Gesagten trifft solches nicht zu. Ich glaube, daß Meto- 
pius leiopygus Forst. 9 = Met. micratorius F. 9 ist, denn 



— 27 — 

lie 9 9 der letzten Art besitzen ein recht glänzendes, an seiner 
spitze ganz glattes 6. Segment, Zudem habe ich in meiner 
^Sammlung ein 9 von Met. micratorius F., das von Kriech- 
)aumer als Met. leiopygus Forst, bestimmt worden ist. 

3) Metopius micratorius F. (cf). 

Es sind mehrere cTd" vorhanden. Dieselben unterscheiden 
hich von den 9 9 gleicher Art sofort durch das ganz gelbe Ge- 
sicht. Im übrigen verweise ich auf Wesmael und Thomson.*) 
Var. i: Metopius nasutus Gir. d9 (= Metopius 
:lypealis Thoms.). 

Diese Art ist sogleich kenntlich an dem vorstehenden, zu- 
[gespitzten Kopfschilde; man muß sich wundern, daß Graven- 
lorst diese Bildung ganz übersehen hat. Giraud gibt eine gute 
Beschreibung dieser Art in beiden Geschlechtern,**) die den 
?ypen entspricht. Thoinsons Art ist sicher damit identisch. 

\) Metopius deutatus F. = Metopius croceicornis Thoms.**) 
Thomson hat die Art dentatus F. in 2 Arten aufgelöst, 
lämlich Met. croceicornis und interruptus. Von diesen entspricht 
lie erstere ganz den Gravenhorstschen Typen, 2 cfcT. Thomson 
gibt dabei die Körperlänge zu gering an, es muß anstatt 
12 — 14 mm heißen: 20 — 24 mm. Morley hat die zweite Thom- 

sonsche Art mit dentatus identifiziert, das trifft nicht zu. Me- 
topius dentatus F. und interruptus Thoms. dürften sich etwa 
folgendermaßen unterscheiden : 

— Der Unterrand des Gesichtschildes schwach oder fehlend, 
in letzterem Falle das Gesicht gleich in das Kopfschild 
übergehend ; Mittelsegment mit gelben Seitenflecken ; 
alle Hinterleibssegmente gelb gerandet; Fühlergeißel 
safranfarbig in beiden Geschlechtern, oberseits mehr oder 

weniger verdunkelt. ^r ■ ■, ^ 

Metopius dentatus F. 

= Der Unterrand des Gesichtschildes deutlich; Mittelsegment 
ohne gelbe Seitenflecke; die Hinterleibssegmente gelb 



ft *) C. G. Thomson, Hymenopterologische Beiträge, in: Deutsch. Ent. 

■ Zeitschr. vol. 31, pag. 195 und 196; 1887. 

■ **) J. Giraud, Verh. zool.-bot. Ges. Wien, vol. 7, pag. 169; 1857. 



— 28 — 

gerandet, doch die 2 bis 3 ersten in der Mitte breit unter- 
brochen; Fühlergeißel wie bei voriger Art, beim cf ober- 
seits aber ganz schwarz, beim 9 an der Basis schwarz. 

Metopius interruptus Thoms. 

Bei dem 9 von Met. dentatus F. ist das Gesichtschild 
schwarz und nur an den beiden Seitenrändern gelb, beim cf ist 
meistens das ganze Gesicht gelb, bisweilen, wie bei dem einen 
cf Gravenhorsts, in der Mitte schwarz. Wesmaels Angaben über 
das cf entsprechen ganz den Typen, nur sind die Hinterhüften 
bei letzteren ganz schwarz, nicht gelb gefleckt. Mein einziges 
9 paßt gleichfalls genau auf die Wesmael'sche Beschreibung. 
Die Art scheint mehr in Südeuropa vorzukommen. 




O. OpUz'sche Buchdruckerei, Namslaa. 



l 




f * 




Inlxalt- 



" Vereinsnachrichteii pag. I. 

Nachrafe pag. XXI, XXIV, XXVI. 



Kolbe, W. Beiträge zur schlesischen Käferfauna pag. 1. 

„ Atheta (Traumoecia) angusticollis Thoms. und 

ravilla Er. ,, 8. 

„ Apion ruficrus Germ. sp. pr 1 1. 

Pfankuch, K. Die Typen der Gravenhorst'schen Gattungen 

Hoplismenus und Metopius ,. 13. 



Das Vereinslokal befindet sich im 
Dominikaner, Ketzerberg 15. 

1 i 



t-- > 





Jahresheft 



des Vereins 

für 

schlesische Insektenkunde 



zu 



.1 ^ 



I 



Jahresheft 



des Vereins 

für 

schlesische Insektenkunde 



zu 



Breslau. 

(Früher: Zeitschrift für Entomologie.) 



8. Heft 



Ausgegeben am Mittwoch, den 1, Dezember 1915. 



~y*-<sy«- 



BRESLAU. 1915. 

In Kommission 

bei 

Maruschke & Berendt. 



Vereinsnachrichten. 




Vereinsnachrichten. 



Jahresbericht für 1914. 

Der Verein hielt im vergangenen Jahre 46 Sitzungen ab, 
darunter die ordentliche Hauptversammlung am 16. Januar, 
und 2 außerordentliche im Insektensaale des Kgl. zoolog. Mu- 
seums am 5. März und 11. November. 

95 Vorträge und Vorlagen entomologischen Inhalts belebten 
diese Abende. 

Die Zahl der Mitglieder betrug am Beginn des Jahres i Ehren- 
mitglied, 20 außerordentliche und 74 ordentliche Mitglieder. Es 
schieden aus die Herren Realschul-Oberlehrer a. D. Grützner 
in Kattowitz O/S., Kgl. Seminarlehrer Kothe in Franken- 
stein i/Schl. und Baurat An sorge in Breslau, dagegen traten 
ein die Herren Postsekretär Cohrs in Chemnitz, stud. phil. 
David in Breslau und Lehrer Eichhorn in Fellhammer i/Schl. 

Herr Lehrer H. Schmidt in Grünberg i/Schl. wurde zum 
außerordentlichen Mitghede gewählt. 

Der Verein zählte daher am Jahresschlüsse i Ehrenmitglied, 
21 außerordentliche und 74 ordentliche MitgHeder. 

In Schriftenaustausch traten neu ein die Kgl. Bibliothek in 
Upsala. Der Verkehr mit den in feindlichen Ländern befind- 
lichen Gesellschaften ist z. Z. eingestellt und wohl für längere 
Zeit fraghch. 

Aus dem Vereinsleben sind die beiden stark besuchten 
und sehr unterhaltenden Versammlungen im Insektensaale des 



II Vereinsnachrichten. 

Kgl. zoolog. Museums und die mehrfachen gemeinsamen Aus- 
flüge vor dem Juli des Jahres besonders hervorzuheben. 

Von einem gemeinsamen Essen wurde wegen des Krieges 
abgesehen. 

Zu den Fahnen einberufen wurden von hiesigen Mitgliedern 
die Herren: Arndt, Borkenhagen, Kurt Czaya, Hedwig, 
Hoyer, Latussek, Pax, Rinke und Schumann; von aus- 
wärtigen Mitgliedern soweit bekannt die Herren: Ben n er 
(Hirschberg), Berger (Ohlau), Gabriel (Neisse), Gruhl 
(Wohlau), von Schuckmann (Plagwitz — Bober). 

Das Eiserne Kreuz IL Klasse erwarben sich die Herren 
Ben ner und Borkenhagen ; Herr Arndt befindet sich leider 
in russischer Gefangenschaft am Baikalsee. 

Möchte es dem Vereine beschieden sein, sämtliche Mit- 
glieder, die z. Z. dem Vaterlande dienen, gesund wiederzusehen. 

Als Geschenke erhielt der Verein für seine Bücherei: 

1. Fahre, Die Schmalbiene und ihr Erbfeind. Geschenk 
des Herrn Dittrich. 

2. Wolf und Rachel, Verzeichnis der im Südosten von 
Oberschlesien vorkommenden Großschmetterlinge. Von 
Herrn Wolf. 

3. Dittrich und Schmidt, 4. Fortsetzung des Nachtrages zum 
Verzeichnis der schles. Gallen. Von Herrn Dittrich. 

4. 24 Bände koleopterologischen Inhalts, darunter wert- 
volle Werke von Erichson, Ganglbauer, Redtenbacher, 
Reitter, Seidlitz und wStierlin. Von dem Vorsitzenden 
Herrn Kletke. 

5. Embrik Strand »Lepidoptera Niepeltiana« von Herrn 
Niepelt, Zirlau. 

Der Verein spricht den gütigen Gebern an dieser Stelle 
nochmals seinen Dank aus. 

Auf Vereinskosten werden gehalten: 
i) Wiener entomologische Zeitung, 

2) Zeitschrift für wissenschaftliche Insektenbiologie, 

3) Schmiedeknecht, Opuscula Ichneumonologica, 

4) Spuler, Die Schmetterlinge Europas, 

5) vSeitz, Paläarktische Großschmetterlinge. 



Vereinsnachrichten. HI 

Auswärtige Mitglieder, welche die Vereinsbücherei benutzen 
wollen, haben das Porto für den Hin- und Rücktransport 
der bestellten Bücher und die Äbtragsgebühr für Breslau, 
das Paket mit 15 Pf. zu bezahlen. Die Bestellungen der Bücher 
sind an den Vereinsbücherwart Herrn Rektor Paul Nagel 
hier, Lohestraße 22/24, zu richten! 



Als Vorstand wurden für das laufende Jahr 19 15 gewählt: 
Herr Realgymnasialprofessor R. Dittrich, Auenstraße 7, als 
Vorsitzender, 

„ Oberzollsekretär Wolf, Gertrudenstraße 18, als stellver- 
tretender Vorsitzender, 

„ Rats-Sekretär Vogel, Hedwigstraße 31, als Schrift- 
führer, 

„ Sprachlehrer Rösner, Neue Taschenstraße 13a, als stell- 
vertretender Schriftführer, 
„ Eisenbahnsekretär Jan der, Lohestr. 1211, als Kassenwart, 
„ Rektor Paul Nagel, Lohestraße 22/24, als Bücherwart. 
Die geehrten Mitglieder werden ganz ergebenst ersucht, 
etwaige Wohnungs- und Aufenthaltsveränderungen baldigst 
dem Schriftführer anzuzeigen. 



Die früheren Jahrgänge dieser Zeitschrift sind für Vereins- 
mitglieder durch den Schriftführer (Hedwigstraße 31), für Nicht- 
mitglieder durch die Buchhandlung von Maruschke & Berendt, 
Ring No. 8, zu folgenden Preisen zu beziehen: 

Alte Folge*) Jahrgang 1--15 herabgesetzt Mk. 15 (für Mit- 

gHeder 7,50 Mk.), 
1 — 6 für Mitgheder Mk. 4, 
I— 3 (i Band) Mk. 1,50, 
4—15 (je I Band) Mk. 1,50. 
Band VII ist nie erschienen. 



*) Anm. Aus den Vereinsakten konnte festgestellt werden, daß die Hefte 
X— XV der alten F. unrichtige Jahreszahlen auf dem Titelblatte tragen. Es sind 
herausgegeben Heft X— 1857, XI— 1859, XH — 1860 oder 61, XHI — 1862, 
XIV— 1864, XV— 1866. 



IV 



Vereinsnachrichten. 



Neue Folge Band 



-6 (je I Band), , 
-II (je I Band), 



Mk. 



i6 (je I Band). 
■28 (je i Band). 



1,50 
6,00 
3.00 
5.00 
3.00 
2,00 

1,50 
1,00 

1.50 
1,20 

1,00 

1,00 

1,00 



für 

Mitglieder 

die 

Hälfte. 



3- 

7 
8- 
12 

13- 

17- 

29 

30 

31. 32 

Jahresheft „ i — 7 

Entomologische Miscellen 1874 

Festschrift zur Feier des 50jährigen Bestehens des 

Vereins Mk. 5. 

Neue Folge Heft i — 6 für Mitglieder zusammen ,, 9. 

>> '^ -l 3 " " >» " 0' 

Letzner, Verzeichnis der Käfer Schlesiens II. Aufl. ,, 8. 

Für Mitglieder „ 4. 

Fauna transsylvanica von Dr. G. Seidlitz in Ebenhausen 
(Baiern), Heft 1 — 6, die schlesischen Käferarten enthaltend, 
kann von den Vereinsmitgliedern, sowie von Lehrern und 
Schülern beim Schriftführer zum ermäßigten Preise von 8 Mk. 
(für Auswärtige 8,50 Mk. bar oder in deutschen Briefmarken) 
bezogen werden. 



Vereinsnachrichten. 



Auszüge aus den Sitzungsberichten. 



i. Januar 1914. Herr Rösner legt seine Käferausbeute aus 
Lauterbach bei Habelschwerdt vor. Darunter ist ein Te- 
tropium luridum bemerkenswert, der .sehr klein ist und 
links über dem regelrecht ausgebildeten Mittelbeine noch ein 
vollständig ausgebildetes bewegliches zweites Bein besitzt. 
Herr Dittrich macht nach Adlerz Mitteilungen über 
das Orientierungsvermögen der Weg- und Sandwespen. 
Es werden verschiedene Pralle aufgeführt, in denen die Um- 
gebung des Nestes oder des Versteckes der Beute verändert 
wurden. Bemerkenswert erschien das Erinnerungsvermögen 
einer Ammophila campestris, die nach 8 Regentagen ihr 
Nest untersuchte, in dem sich die 10 mm lange Larve ohne 
Futter vorfand. 
9. Januar. Herr Stertz spricht über Lasiocampa davidis und 
L. decolorata und zeigt ferner vor: Delius var. styriacus, 
Arctia intercalaris aberr., Caradrina flava Oberth., Holcoce- 
rus Powell. 

Herr Wolf legt die Gattung Cucullia (IL) seiner Samm- 
lung vor und verliest einen Brief über Apollo. 
16. Januar (Hauptversammlung). Herr Stertz teilt mit, daß 
die Hauptflugzeit der Falter in Algier im Juni, Juli und 
Anfang August sei, im April habe er nur 1 Agrotis am 
Lichte gefangen, dagegen habe Herr Seitz im August an 
einem Abende 270 Catocalen erbeutet. Herr Spar re- 
Schneider schreibe ihm, daß in Norwegen große Falter- 
armut herrsche, die sich durch das Verregnen der kurzen 



Vr Vereinsnachrichten. 

Sommer erklären lasse. Vorgelegt werden aus den Pyre- 
näen: Coscinia cribrum L., Cleogene peletietaria Dup,, 
Hepialus pyrenaicus Donz. und H. fuscunebulosus de Geer., 
Euchloe Belia var. Oberthüri, Colias Phicomone var. Ober- 
thüri aus Algier, i noch unbestimmte Lithocampa, i Agrotis 
ähnlich der kermesina Mab. und i Stück, das hinter Ma- 
mestra gehört. 

Herr Wolf legt vor die Gattung Zethes, Palpangula 
und Leucanitis seiner Sammlung. 
23. Januar. Herr Dittrich berichtet nach einem Aufsatze 
des Herrn Adlerz in Entomologisch Tidskrift 34. 1913. 
S. 133 über die Erhaltung von Bienen- und Wespenbauten 
durch Wasserglas. Dieses Verfahren bewährt sich sehr gut 
bei den vor den Nestern von Mauer wespen befindlichen 
Lehmröhren, nur muß das Wasserglas vorsichtig und all- 
mählich aufgetragen werden, da die Röhren sonst zusammen- 
fließen; auch die Sand- oder Lehnnvand, in der sich der 
eigentliche Bau befindet, kann durch Tränken mit Wasser- 
glas so fest gemacht werden, daß er unversehrt heraus- 
geschnitten werden kann und mit der Röhre und dem bloß- 
gelegten Neste ein vorzügliches biologisches Objekt liefert. 

Herr Arndt berichtete über histologische Untersuchun- 
gen an Larven von Tenebrio molitor. Mit Hilfe der neuen 
spezifischen Fettfarbstoffe (Nilblausulfat, Sudan III, 
Scharlach R.) gelang es ihm bemerkenswerte Einzelheiten 
über die Verteilung des Fettes im Insektenleibe besonders 
im Fettkörper desselben festzustellen. Die mangelnde 
Doppelbrechung im Polarisationsmikroskope verbunden mit 
anderen mikrochemischen Eigenschaften machen es v;ahr- 
scheinlich, daß es sich beim Mehlwurmfette um einen echten 
Fettsäureglycerinester handelt. Diese Untersuchungen dür- 
fen insofern auf das Interesse eines weiteren Kreises An- 
spruch erheben, als sie das Problem der Reservestoffe und 
ihrer Aufspeicherung bei den Insekten von einer neuen 
Seite beleuchten. Auch im Leben des Insektes gibt es 
Perioden, in denen die Nahrungsaufnahme beschränkt oder 
aufgehoben ist: auf dem Stadium des Eies, der Puppe, 



Vereinsnachrichten. VII 

während der Häutungen, ev. während der Larvenruhe, 
Ferner bei vielen Larven und Imagines, deren Larven- oder 
Imagozcit eine Vegetationszeit überschreitet (Engerling, 
Hummelweibchen). 

Diese Hungerzeiten zu überdauern stehen dem Insekt 
mehrere Wege zur Verfügung: Die einfache Herabsetzung 
aller Lebensfunktionen, also eine Art Winterschlaf (Hum- 
melweibchen), das Aufhäufen von Nahrungsmitteln (Honig- 
biene), die Speicherung von Reservestoffen im eigenen 
Leibe (alle Larven vor der Verpuppung). Gespeichert wer- 
den von Insekten neben Glykopen erhebliche Mengen von 
Fett. Die neuen Methoden der spezifischen Fettfärbang 
scheinen für Untersuchungen vielversprechend zu sein, 
welche die dunkle Rolle des Fettes gerade im Stadium des 
Ü aufs höchste gesteigerten Stoffwechsels (Puppenruhe) auf- 
klären kf'ninen. 

30 Januar. Herr Wolf legt einen Kasten seiner Sammlung 
vor, enthaltend die Gattungen Anarta bis Hepdomochondra. 
Herr Nagel zeigt einige auf Korsika erbeutete Tagfalter. 
6, Februar. Herr Moser spricht über Aglia tau und seine 
Mutationen; es werden vorgelegt die Stammform, mut. fere 
nigra, nigerrima, melaina var. anthrax und Weißmanni; 
ferner die Kreuzung densoi X densoi — 

populi cf 



/ austau ti <^ \ ^ 

\ populi V ; ^ 



populi cf 
/austauti dXr) 

[ populi 9 ; ^ 

Herr Schnabel hat am 26. Juni 1913 an einem Fenster- 
Rolladen seines Zimmers ein Falterweibchen gefunden, das 
etwa 200 Eier ablegte; die Raupen fraßen Taraxacum und 
Plantago, aber nur nachts. Im Oktober ausgewachsen 
gingen alle bis auf 20 zu Grunde; 10 von diesen verpuppten 
sich und ergaben Ende Januar den Falter, davon 2 Krüppel. 
Nach Ansicht der Herren Stertz und Wolf handelt es 



VIII Vereinsnachrichten. 

sich um dunkle Agrotis segetum. Derselbe legt ferner vor 
Selenia bilunaria gen. aestiv. juliaria 2 helle Stücke vom 
Frühjahr 1913. 

Herr Rösner spricht über südeuropäische und ostafri- 
kanische Cicindelen, die vorliegen, 

Herr Stertz legt folgende Falter aus Algier vor: 
Arctia intercalaris aberr., Cnethocampa herculanea Rbr. 
aberr., Heliophobus datini., Polia deliciosa Oberth. nebst 
var., Polia h3^perici var., Lemonia philopalus Donz., Dian- 
thoecia filigrama vera Esp. 

13. Februar, Herr Dittrich berichtet nach dem Jahrbuche 
des Westfäl, Prov.-Ver. für Wissenschaft und Kunst für 
1912/13 über willkürliche Umwandlung von Säugetier- 
männchen in Tiere mit ausgeprägt weiblichen Geschlechts- 
merkmalen. Steinach (Wien) verpflanzte weibliche Ovarien 
auf kastrierte jugendliche Männchen. Gelingt der Versuch, 
so wird der Wuchs des Tieres schwächlicher, die Brust- 
warzen und Brustdrüsen entwickeln sich wie bei normalen 
Weibchen, das Haarkleid wird kürzer, feiner und weicher, 
der Fettansatz reichlicher. Der männliche Geschlechtstrieb 
geht verloren und das Zentralnervensystem wird in weib- 
licher Richtung umgestimmt, was sich in verschiedenen 
Äußerlichkeiten kennzeichnet. So feminierte Männchen 
werden von richtigen Männchen als Weibchen angesprochen 
und behandelt. 

Herr Wolf legt vor die Gattungen Chariclea bis Thal- 
pochares seiner Sammlung. 

20, Februar, Herr Dittrich berichtet nach Naturw. Wochen- 
schrift über die Bedeutung der Flügeldecken für den Plug 
der Käfer. Nach Ansicht des Herrn Dr. F.Stellwaag sind 
die Flügeldecken als Stabilisierungsflächen aufzufassen, die 
durch ihre Fläche und durch die bei schneller Bewegung 
sekundär erzeugte lebendige Kraft des Luftwiderstandes 
wirken, 

Herr Wolf zeigt die Gattungen Thalpochares (II) bis 
Abrostola seiner Sammlung. 

27. Februar. Herr Wolf legt vor Plusia (I) seiner Sammlung 



Vereinsnachrichten. IX 

und berichtet nach dem Corr. Blatte des Naturhist. Vereins 
in Riga über Pap. machaon, Parn. mnemosyne, Apat. iha 
und andere Falter. Besonders zu erwähnen ist, daß meno- 
syne dort in den Flußniederungen lebt, während sie hier 
die Gebirge bewohnt. 

Herr Rösner zeigt Omophron limbatum. 

5. März. (Außerordentliche Sitzung im Insektensaale des 
zoologischen Instituts.) 

Herr Dr. Pax spricht über eine größere Schenkung 
von exotischen Faltern, die Herr Niepelt dem zoolog. Mu- 
seum gemacht hat; es sind zum großen Teile Ornithoptera 
und Verwandte, sämtlich schöne reine Stücke. 

Herr Wolf legt vor aus der Wiskottschen Sammlung 
einige Kästen mit Zwittern und Farbenvarietäten sowie 
Aberrationen. 

Außerdem wurden verschiedene Teile derselben Samm- 
lung und anderer Abteilungen von einzelnen Herren be- 
sichtigt. 

6. März. Herr Linack legt Eier von Ptilophora plumigera 
Esp. an Knospen von Acer platanoides vor. 

Herr Moser zeigt Käfer, Cikaden und Heuschrecken 
aus Java; bemerkenswert sind besonders 2 Cikaden mit 
wunderbarem, stark bedornten Kopfaufsatze, die wohl neu 
sind. Derselbe macht verschiedene biologische Mitteilungen. 

Herr Dittrich berichtet nach Escherich: Die ange- 
wandte Entomologie in Amerika über die Einrichtung der 
dortigen Institute und einige Erfolge der biologischen Be- 
kämpfungsweise von Schädlingen. 

Herr Wolf legt vor Plusia (II) bis EucHdia seiner 
Sammlung. 
13. März. Herr Wolf zeigt die Gattungen Leucanitis bis Pseu- 

dophia seiner Sammlung. 
20. März. Der als Grast erschienene Beamte der Deutschen 
Natur wiss. Gesellschaft in Leipzig, Herr Klemm, spricht 
über die Ziele seiner Gesellschaft und die mit der Mitglied- 
schaft verbundenen Vorteile. 

Herr Wolf legt die Catocalen (I) seiner Sammlung vor. 



X Veieinsnachrichten. 

Herr Dittrich zeigt Apiden aus Corsica besonders 
Bombus und Psithyrus gesammelt von den Herren Becker, 
Nagel und Hirschwälder, bestimmt durch Herrn Alfken. 

27. März. Herr Wolf teilt mit, daß er vor einigen Tagen 
bereits Boarmia crepuscularia gefunden hat und legt Teil II 
seiner Catocalen vor. 
3. April. Herr Dittrich berichtet nach Naturwiss. Wochen- 
schrift über den Sitz des Gehörsinnes bei niederen Insekten 
und über die Anlockung des 9 von Gryllus campestris L. 
durch telephonisch übertragene Stridulationslaute des ^f. 

17. April. Herr Wolf legt Teil III seiner Catocalen vor. 

Herr Czaya II teilt mit, daß er in Steinkunzendorf im 
Eulengebirge Anopheles-Mücken (wahrscheinlich A. maculi- 
pennis) gefunden habe. 

24. April. Herr Dittrich legt vor eine kleine Sammlung exo- 
tischer von Herrn Dr. Bischoff Berlin bestimmter Mutilliden, 
die teils ihm, teils dem zoologischen Museum gehören. 
I. Mai. Herr Wolf legt das Verzeichnis der Großschmetter- 
linge Oberschlesiens vor, von ihm und Herrn Raebel her- 
ausgegeben, sowie die Gattungen Catocala (Teil IV) bis 
Toxocampa seiner Sammlung. 

Herr Dittrich berichtet nach Naturw. Wochenschrift 
über die Springvorrichtung bei den Springkäfern. 
8. Mai. Herr Wolf legt vor die Gattung Hypena (I) seiner 
Sammlung und teilt nach der Frankfurter Zeitung mit, daß 
Chrysophanus dispar v. rutilus W. aus der Mark verschwin- 
den wird, da seiner Futterpflanze, dem Wasserampfer, durch 
die Trockenlegung des Rhinlaufs und des Havelländischen 
Laufs der Untergang bevorsteht. 

15. Mai. Herr Nagel legt Ocnogyna corsicum Rbr. aus 
Korsika vor. Die Raupen, im Vorjahre dort nicht zahl- 
reich, kommen gegen Abend auf die Wege heraus, ver- 
puppen sich im JuH. Die Puppen überwintern. Die Be- 
gattung erfolgte selbst in dem aus Versehen dunkel 
gehaltenen Kasten, Die kopulierten (^ (^ sind gut erhalten. 
Die Raupen will Herr Nagel aussetzen. Derselbe teilt aus 
der Entom. Zeitschrift Frankf. a. M. mit, daß Parn. Apollo 



Vercinsnachrichten. XI 

var. democratus im ebenen Gebiete bei Kasan auf Sedum 
telephium lebt; verbreitet bis 56" nördl. Br. 

Herr Wolf zeigt die Gattungen Hypena (II) bis Bre- 
phos seiner Sammlung, 
22. Mai. Herr Dittrich berichtet über den ornithologischen 
Ausflug nach Falkenberg O/S. mit Herrn Dr. Fax und 
über die Bekämpfung der Schildlaus des Maulbeerbaumes 
Diaspis pentagona T. T. in Italien durch die winzige aus 
Japan stammende Schlupfwespe Prospaltella berlesei (nach 
Zeitschr. f. angewandte Entomologie I 1914). 

Herr Wolf legt vor die Gattungen Aplasta bis Hemi- 
thea seiner Sammlung. 
5. Juni. Herr Dittrich macht Mitteilungen über seinen Aus- 
flug nach Bunzlau und den Ferienaufenthalt im Riesen- 
gebirge; Herr Rösner über seinen Ausflug nach dem Alt- 
vater; Herr Wolf über den mit 4 anderen Herren des 
Vereins unternommenen Ausflug nach Hennigsdorf; Herr 
Nagel über seinen Ausflug nach Gellendorf und Obernigk. 
Herr Wolf legt vor Parn. Apollo, die Stammform aus 
Schweden, an der aber weder er noch andere Herren 
Unterschiede haben erkennen können, und teilt mit, daß er 
Lar. testaceata Don. bei Gr. Wilkawe (Obernigk) habe 

P fliegen sehen. 
12. Juni. Herr Wolf spricht über P. Blaschke: Die Raupen 
Europas mit ihren Futterpflanzen. (Annaberg (Sa.) Grasers 
Verlag. 9,00 M. geb.) Das Werk gibt einen Raupen- 

jk kalender nach Monaten. Für jeden Monat werden die er- 
scheinenden Raupen aufgeführt und beschrieben. Es folgt 
ein Verzeichnis der Raupen mit Angabe der Futterpflanzen, 
die nach alphabetisch geordneten Artnamen angeordnet 
sind; endlich eine Beschreibung der Futterpflanzen, geordnet 
nach dem Alphabet der Gattungen. 6 bunte Tafeln mit 
Raupen und 28 Pflanzentafeln sind vorhanden. Zu bedauern 
ist, daß die Raupen von den Pflanzen, auf denen sie leben, 
getrennt sind. Zahlreiche ganz allgemein bekannte Pflanzen 
sind abgebildet. Das Werk dürfte für Anfänger von 
Nutzen sein. 



I 



XII Vercinsnachrichten. 

Herr Dittrich legt einige Blattwespen aus dem Riesen- 
gebirge vor, darunter Macrophya sanguinolenta neu für 
Schlesien, gefangen am Bahnhofe Hermsdorf auf Espe. 

Herr Vogel zeigt Raupen von Acron. alni, erzogen aus 
Eiern, die er von Herrn Rinke erhalten hat. 

ig. Juni. Herr Rinke meldet aus Waidenburg (Altvater), daß 

er am lo. Juni frische Melampus var. sudetica Stgr. im 

Hammertale gefangen habe, und daß Apor. crataegi L. in 

allen Teilen des Gebirges gemein sei. 

Herr Czaya I teilt mit, daß er in Herkulesbad zuerst 

gute Ausbeute, zuletzt aber mehrere Tage Regen gehabt habe. 
Herr Wolf hat Pararge maera L. in Mengen zwischen 

Heidewilxen und Mühnitz beobachtet und legt vor die 

Acidalien seiner Sammlung (Teil I). 
26. Juni. Herr Wolf legt vor Boarmia repandata var. nigri- 

cata Fuchs in Charlottenbrunn gefangen. 

7. August. Herr Dittrich berichtet nach Naturw. Wochen- 
schrift 19 14 Nr. 26 über sekundäre Geschlechtsmerkmale. 
Unter diesem Namen werden verschiedene Arten von Merk- 
malen zusammengefaßt, nämlich solche, die ebenso primär 
sind, wie die Keimdrüsen, und solche, die von der Anwesen- 
heit der Keimdrüsen abhängen. Beim kastrierten Hahn 
bleibt der Kamm klein, das Gefieder und der Sporn ent- 
wickeln sich regelrecht. Bei der kastrierten Henne ent- 
wickelt sich ein Sporn. Der Eierstock verhindert also die 
Entwickelung des Sporns. 
14. August. Herr Dittrich berichtet über 

Die geschlechtliche Verschiedenheit des Körpers 

bei den Insekten. 
Das Blut der 9 Q-P'-^PPen von Deilephila euphorbiae 
ist leuchtend grün, das der cfcJ'- Puppen farblos, wasser- 
klar. Dasselbe zeigt sich bei allen Insektenpuppen, deren 
Larven von Pflanzen leben, nicht aber bei denen, deren 
Larven tierische Nahrung genießen. Der grüne Farbstoff 
ist sehr nahe verwandt mit dem Blattgrün und wird Meta- 
chlorophyll genannt; das <^ Blut entbehrt dieses Stoffes 



Vereinsnachrichten. XIII 

und enthält nur Blattgelb (Xantophyll), letzterer Farbstoff 
findet sich allein im Körper der 9 und (^ Insekten, wenn 
sie g'eschlechtsrcif sind. Die Verschiedenheit des Blutes 
bei den Puppen rührt her von der Verschiedenartigkeit der 
Darmzellen bei 9 u'""^ (^ , nicht davon, daß etwa in den 
(^ Tieren ein Stoff erzeugt wird, der das Blattgrün in 
Blattgelb umwandelt. Denn kastrierte Raupen sowohl wie 
solche, welchen nach der Kastration die entgegengesetzten 
Keimdrüsen eingesetzt wurden, Heferten Puppen, welche 
ganz normales Blut lieferten, nämlich grünes bei den 9 . 
farbloses bei den ursprünglich cf Tieren. Auch das Ein- 
spritzen von 9 Blut in cf Raupen führte keine Änderung 
der normalen Färbung herbei. Der Geschlechtsunterschied 
im Blute ist also durchaus primär, die Darmzellen bei 9 
und cf sind verschieden. Die Verschiedenheit des Blutes 
bei 9 und (^ derjenigen Insekten, welche als Larven Fleisch- 
nahrung genießen, wurde durch Mischung von 9 und (j" 
Blut erwiesen, wobei sich ein Ausfall in Form von schlieren- 
artigen Bändern oder Klumpen zeigte. Wahrscheinlich sind 
auch hier die Eiweißstoffe bei den beiden Geschlechtern 
verschieden, und da sich aus diesen und dem Blute der 
ganze Körper aufbaut, ist jedenfalls der chemische Bau 
aller Körperteile bei 9 und (^ verschieden. 

2 1. August. Herr Dittrich berichtet nach Naturw. Wochen- 
schrift über die Fähigkeit der Hymenopteren 9 9 das Ge- 
schlecht der Nachkommen zu bestimmen. 

28. August. Herr Nagel legt ein von Herrn Niepelt dem 
Verein geschenktes neues Werk über ausländische Schmet- 
terlinge: »Lepidoptera Niepeltiana« von Embrik Strand, 
Berlin, bearbeitet vor. Es enthält Abbildungen und Be- 
schreibungen von neuen und wenig bekannten exotischen 
Lepidopteren der Niepeitschen Sammlung. 

Herr Wolf zeigt die Gattungen Bapta bis Ennomos 

seiner Sammlung. 

4. September. Herr Nagel teilt mit. daß Plutella maculi- 

pennis Curt. auf dem Kamme des Riesengebirges im Juli 

ganz gemein war; er legt ferner vor Hypatima binotella 

2 



XIV Vereinsnachrichten. 

Thnbg., Borkhausenia lambdella Don. aus Obernigk, Ornix 
caudulatella Z. aus Morgenau. 

II. September. Herr Dittrich legt europäische und aus- 
ländische Eumenes-Arten vor. 

Herr J and er teilt mit, daß an den aus Rußland kom- 
menden Gefangenenwagen massenhaft Fliegen mit gelbem 
Hinterleibe sitzen, wie aus Kohl fürt, aber auch von hier 
berichtet wird. 

i8. September. Herr Schnabel legt vor: l^eilinia pusaria 
ab. rotundaria Hw., D. exanthemata Sc, und var. Schaefferi, 
Metrocampa margaritata L. und berichtet über eine Zucht 
von Epione apiciaria Schiff. 

Herr Dittrich berichtet nach »Die Naturwissenschaften« 
über den Farbensinn der Honigbienen, v. Frisch dressierte 
in Freiburg bei Gelegenheit der Jahresversammlung der 
deutschen zoologischen Gesellschaft Bienen auf Blau. Auf 
einem kleinen im Freien stehenden Tischchen wurden Kar- 
tonvierecke ausgebreitet, die alle möglichen Grauschattie- 
rungen zwischen Weiß und Schwarz darstellten. Zwischen 
ihnen lag ein blaues Quadrat. Auf jedem Viereck stand 
ein Uhrglas; das auf der blauen Karte war mit Zucker- 
wasser gefüllt. Angelockt wurden die Bienen durch eine 
Honigwabe, Die zur gefüllten Schale kommenden Bienen 
wurden gezeichnet und kamen stets wieder. Einige 
Tage später wurden neue Kartonblätter in anderer An- 
ordnung und zwischen ihnen, aber an anderer Stelle das 
blaue Quadrat gelegt. Alle Karten wurden mit einer 
großen Glasplatte bedeckt und auf jedes Quadrat ein neues 
leeres Uhrglas gelegt. Obwohl nun keine anlockende 
Nahrung vorhanden war, sammelten sich die markierten 
Bienen auf dem blauen Felde an oder schwebten über dem- 
selben. Die Bienen beflogen sogar andere blaue Gegen- 
stände, z. B, eine Abbildung des Kartentisches und einen 
blauen Schlips, Als die Glasplatte verschoben wurde und 
damit der Bienenklumpen auf ein graues Feld geriet, flogen 
neue Bienen zu dem blauen Felde, Der Klumpen löste sich 
auf und kam wieder auf dem blauen Felde zusammen. 



Vereinsnachrichten. ^y 

Die Bienen empfinden also das Blau als etwas besonderes 
können aber wenig abweichende Nuancen von Grau nicht 
von einander unterscheiden. 

25. September Herr Dittrich berichtet nach Naturw. 
\\ ochenschrift über die Bromelienfauna von Costa Rica 

Herr Wolf legt die Gattung Larentia (I) seiner Samm- 
lung vor. 

Herr Moser teilt mit, daf3 er eine lebende Mygale er- 
halten habe; das Tier ist zuerst mit Goldfischen und dann 
mit Vögeln gefüttert worden, die es ganz auffrißt Wenn 
es angegriffen wird, faucht es. 

2. Oktober. Herr Dittrich legt die mitteleuropäischen Arten 
der Blattwespengalle Athalia vor. 

Herr Rösner teilt mit, daß Herr Ansorge seine Käfer- 
sammlung dem zoolog. Museum geschenkt hat und berichtet 
über die Sammlung und die in seinen Besitz übergeo-an- 
genen Dubletten. ^ 

Herr Vogel spricht über eine Zucht von Aorotis 
occulta L. Bemerkenswert ist die ganz verschiedene^Ent- 
wickelung der Abkömmlinge aus einer Eiablage; er hat 
von derselben ganz kleine Raupen und Falter. 
16. Oktober. Herr Moser teilt mit, daß in den Gewächs- 
hausern der hiesigen Firma Monhaupt Heuschrecken aus 
Japan ^Distrammena marmorata) eingeschleppt sind, die sich 
stark vermehren; im Frühjahr werden sie den jungen 
Pelargonien schädlich. Es sind Nachttiere, sehr flüchtig 
und daher schwer zu fangen. Eine $ Larve wird vorge- 
legt. Über Mygale berichtet derselbe ferner, daß sie bei 
weiteren Sprüngen immer auf den Rücken fällt, außer wenn 
^e eine Maus gefaßt hat. von der sie übrigens nur einige 
Knochen übrig läßt. 

Herr Czaya II hat in einer Knackmandel eine Käfer- 
larve gefunden, aus der sich jetzt nach sjährigem Trocken- 
lagern ein Käfer entwickelt hat. 

Herr Wolf legt vor Larentia (Teil II) seiner Sammlung. 
23. Oktober. Herr Fax berichtet über Fälschungen, die sich 

2* 



XVI Vereinsnachrichten. 

früher in der Wisskottschen Sammlung befunden haben. 
(Vgl. die Abhandlung in diesem Hefte.) 

Herr David legt vor Amphidasis betularia L. ab. mixta. 
Herr Fax bemerkt dazu, daß bereits Herr Goctschmann 
die richtige ab. doubledayaria Mill. gefangen habe. Die 
schwarze Aberration breitet sich von N.W. nach S.O. aus. 

Herr Dittrich berichtet nach Naturvv. Wochenschrift 
über einige Mimikryfälle bei indischen Raupen und 
Puppen. 
30. Oktober, Herr David hat eine Hyb. defoliaria Cl. mit 
3 Flügeln gefunden, von dem 4. Flügel fehlt jede Spur 
einer A.nlage. Auch Herr Latussek hat ein solches Stück 
von Biston hirtaria gefunden. 
6. November. Herr Vogel macht Mitteilungen über das 
massenhafte Auftreten von Cheimatobia brumata L. in 
Scheitnig bei Br. 

Herr Dittrich verliest den Bericht des Herrn Schmidt 
aus Grünberg. Dieser macht folgende Mitteilungen: 

In den 90er Jahren beobachtete Herr Lehrer Helhvig 
in der Carolather Heide einen Heerwurm. Derselbe war 
schätzungsweise i km lang, ^/'t m breit, an manchen Stellen 
mehrschichtig, im ganzen gradlinig. Die Tiere waren klein, 
etwa mohnkorngroß, schwarzblau; vermutlich also nicht 
Larven der Heerwurm-Trauermücke. 

Am 19./6. 1914 war bei Grünberg ein Massenauftreten 
von geflügelten Blattläusen, das sich von der Stadtmitte 
bis auf etwa i '/2 km erstreckte und von Nachmittag bis 
gegen 7 Uhr dauerte. Die Tiere waren schwarz, Hinter- 
leib kurz, grasgrün. Beine lang, an den Gelenken knotig. 
i7./'5. 1914 fand sich in dem Schlundkopfe und der 
Speiseröhre eines geschossenen Rebhuhnes eine ausgewach- 
sene 2,5 cm lange, dicke Plieg'enmade, die mit den Chitin- 
haken des Kopfendes so fest verankert war, daß sie schwer 
abzulösen war; außerdem waren noch 2 kleinere und eine 
mittelgroße Larve vorhanden. Das Rebhuhn war durch 
starkes Husten aufgefallen. Zucht gelang nicht; wahrschein- 
lich handelt es sich um Cephenomyia rufibarbis Meig. 



Vereinsnachrichten. XVII 

17./7. 14 wurde ein stark verhungerter Hirschkäfer ge- 
bracht. Er trank 10 Min. lang Zuckerwasser, saugte auch 
an einer angedrückten Sauerkirsche, sie mit den Vorder- 
beinen heranziehend und festhaltend. Zum Wenden der 
Kirsche hob er diese mit den Oberkiefern hervor, 

Aurikclblüten werden von Hummeln unten angegriffen, 
in Kelch und Kronenröhre ein Loch gebissen und dadurch 
der Honig gesaugt, 

Cheimatobia boreata verursachte im Frühjahr 1 9 1 4 voll- 
ständigen Kahlfraß von Birken; an Chenopodium album trat 
Cassida nebulosa im VI massenhaft auf; die Gallen von 
Dryophanta folii, longiventris und von Neuroterus numismatis 
und lenticularis waren sehr häufig. Die Raupe des Schwal- 
benschwanzes frißt in der Dolde des gefleckten Schierlings. 

Herr Wolf legt vor die Gattungen Hybernia bis 
Amphidasis seiner Sammlung. 
II, November. (Außerordentliche Sitzung im Insektensaale 
des zoologischen Museums.) Es sprachen die Herren: Fax: 
Bericht über entomologische Arbeiten des zoolog, Museums; 
Dr, Lingelsheim: Demonstration insektentötender Filze 
Dr. Foerster: Lepidopteren der Hohen Tatra; Fax: Neu- 
erwerbungen des zoologischen Museums; Moser: Über 
Sphingidenbastarde. 
20, November, Herr Wolf legt die Gattung Boarmia seiner 
Sammlung vor, 

Herr Dittrich berichtet nach Frometheus, daß in China 
praktische Flohfallen aus Bambus hergestellt und in die 
Betten gelegt werden, um dem die Fest verbreitenden Un- 
geziefer zu steuern. 
27. November, Herr Dittrich spricht über die biologische 
Bedeutung der bei vielen Insekten auf dem Kopfe auf- 
tretenden Hörner und legt vor Osmia rufa, tricornis, cor- 
nuta und einige gehörnte Fimpliden und Tryphoniden, 

Herr Rösner legt eine frisch geschlüpfte Carpocapsa 
pomonella vor, 

Herr Wolf verliest einen unterhaltenden Aufsatz im 
Berl. Tageblatt: Entomologen im Felde. 



XVIIl ' Vereinsnachrichten. 

4, Dezember. Herr Wolf legt die Gattungen Nychiodes bis 
Boarmia (I) seiner Sammlung vor und macht insbesondere 
darauf aufmerksam, daß die B. lichenaria Hufn. aus Corsica 
heller gefärbt sind als die schlesischen Tiere der Art. 

Herr Dittrich zeigt Lehmnester von Osmia rufa, Eu- 
menes coarctatus und Odynerus sp. vor, die Herr Schmidt, 
Grünberg, geschickt hat. 
II. Dezember. Herr Wolf verliest einen Artikel der Gub. 
Entomol. Zeitschr.: Leben des Pastors Standfuß. 

Herr Dittrich berichtet nach Naturvv. Wochenschrift 
über die Gleitzone der Nepenthes-Kannen. Ameisen klettern 
auf rauhen Flächen mittels der Krallen bei eingezogenen 
Haftlappen. Diese werden auf glatten Flächen vorgestreckt, 
die Krallen seitwärts gestellt. Bestreut man die Fläche mit 
feinem Wachspulver, so finden die Haftlappen keinen Halt 
mehr. Die Gleitzone hat einen Wachsüberzug und außer- 
dem Papillen ; daher können die Ameisen dort nicht klettern, 
18. Dezember. Herr Wolf legt die Gattungen Larentia und 
Tephroclystia seiner Sammlung vor. 

Herr Nagel zeigt die schlesischen Arten der Gattung 
Carpocapsa, außerdem Grapholita funebrana Tr. (aus Pflaume) 
und Gr. roseticolana Z. (aus Hagebutten). 

Herr Rösncr legt Pachyta lamed und Acimeras 
Schäffcri vor. 



Vereinsnachrichten. XIX 



Kassenbericht für 1914. 

Kassenbestand Ende 1913 40 Mk. 55 Pf. 

Einnahmen: 

i) an Mitgliederbeiträgen 23g Mk. — Pf. 

2) an Zinsen — „ — „ 

3) an Erlös für verkaufte 

Zeitschriften etc 2g „ 15 „ = 268 „ 15 „ 

Summa 308 Mk. 70 Pf. 
Ausgaben: 

1 ) an Druckkosten für das 

Jahresheft VII — Mk. — Pf. 

(die Rechnung w^r bis zum 
Jahresschlüsse noch nicht ein- 
gegangen) 

2) Feuer - Versicherungs- 
Prämie 5 „ — „ 

3) für Miete und Behei- 
zung des Vereinslokals 57 „ 30 „ 

4) für angeschaffte Bü- 
cher, an Buchbinder- 
Kosten, Porto, Drück- 
sachen, Papier u. s. w. 113 „ 6g „ = 175 ,, 99 „ 

Bleibt als Kassenbestand Ende igi4 132 Mk. 71 Pf. 

Anm. Nach Beschluß der Haupt -Versammlung vom 
15. Januar 1886 werden alle Restanten durch den Kassenwart 
gemahnt. 

Beiträge, welche bis zum i . April nicht bezahlt sind, werden 
durch Postnachnahme erhoben. 



XX Vereinsnachrichten. 



Verzeichnis der Mitglieder. 

Ehrenmitglieder. 

Edmund Rcitter, Kaiserlicher Rat in Paskau in Mähren. 

Außerordentliche Mitglieder. 

Dr. Pen zig, Professor der Botanik und Direktor des botanischen 

Gartens in Genua. 
J. Weise, Lehrer a. D., Petersdorf Riescngcb. N. 208. 
O. Schmiedeknecht, Professor, Dr., Blankenburg in Thüringen. 
Dr. G. Seidlitz in Ebenhausen, Oberbayern. 
H. Friese, Dr. phil. in Schwerin (Mecklenburg). 
G. Sparre-Schneider, Kustos am zoologischen Museum in 

Tromsö. 
Dr. D. H. R. von Schlechtendahl in Halle a. S., Wilhelmstr. g. 
Dr. Karl Daniel in München, Zieblandstr. 37/0. 
Dr. Josef Daniel, Chemiker am k. b. Hauptlaboratorium bei 

Ingolstadt. 
Ew. Rübsaamcn, Professor, Obcrlcitcr der staatlichen Reb- 

lausbekämpfungsarbciten in Metternich bei Koblenz, Trierer- 
straße 41. 
Rebel, Professor, Dr., Kustos am K. K. Hofmuscum in Wien, 

Burgring 7. 
Dr. Em. Lockay, Bezirksarzt in Prag loöiH- 
P. Gabriel Strobl, Direktor des Privat-Gymnasiums und des 

Naturhistorischen Museums in Admont (Steiermark). 
Püngeler, Rudolf, Amtsgerichtsrat a. D. in Aachen. 
Alfken, J. D., Lehrer und Assistent für Entomologie am 

Museum für Naturkunde in Bremen, Delmestr. 18. 



i 

^^ Vereinsnacluichten. XXI 

■Schulz, W. A. in Villefranche (Rhone) Station Viticole et de 
H Pathologie Vegetale. 

■Pax, P'erdinand, Dr. phil., Geheimer Regierungsrat, Professor 
|i der Botanik und Direktor des botanischen Gartens in 
Breslau IX, Göppertstr. 6,8 pt. 
Standfuß, Professor Dr. phil., Direktor des entomologischen 
Museums am eidgenössischen PoWtechnikum in Hottingen, 
Zürich. 
Pfankuch, Lehrer in Bremen, Hohetorstr. 63/65. 
Hieronymus, G. H., Professor, Dr. phil, Kustos am Königl. 
botanischen Museum, Steglitz bei Berlin, Grunewaldstr. 27. 
Schmidt, Plugo, Lehrer in Grünberg i. .Schles., Krautstr. 8i- 

Ordentliche Mitglieder. 

1. Arndt, prakt. Arzt, Breslau X, Lehmdamm 48a. Neun 

2. Auras, Lehrer, Groß-Peterwitz, Kr. Trebnitz. Col. 

3. Bäuerlin, Kaufmann in Breslau II, Neue Taschenstr. 11. 
Lep. 

4. Becker, Stadtbaurat a. D. in Liegnitz, Weißenburgerstr. 3. 
Dipt. 

5. Benner, Pastor an der Königl. Strafanstalt in Ra witsch 
(Posen). Lep. 

6. Benner, Dr. phil, Oberlehrer an der Oberrealschule in 
Hirschberg i. Schles.. Wilhelmstr. 53 a. Lep. 

7. Berger, Kaufmann, Ohlau, Oderstr. 56. Lep. 

8. Borkenhagen, Ober-Zoll-Sekretär und Hauptmann d. R. 
in Breslau XVI, Auenstr. 17. Lep. 

9. Cohrs, Postsekretär in Chemnitz, Zschoppauerstr. 86. Hym. 
IG. Czaya, Fr., Kaufmann in Breslau XVIII, Gryphiusstr. 13. 

Lep, 

11. Czaya, Curt, Dr. jur., Rechtsanwalt in Breslau VII, York- 
straße 58. Lep. 

12. David, stud. phil. in Breslau XIII, Sadowastr. 36. Lep. 

13. Dittrich, Rudolf, Realgymnasialprofessor in Breslau XVI, 
Auenstr. 7 H- Hym. Vorsitzender. 

14. Drechsler, Dr. phil., Gymnasialdirektor in Hindenburg O/S. 
Col. 



XXII Vereinsnachrichten. 

15. Ducla, Dr. med., Kreisarzt in Ilfeld bei Nordhausen. Dipt. 

16. Eichhorn, Lehrer in Fellhammer, Kr. Waidenburg. Lep. 

17. Fauna, Entomologischer Verein in Leipzig. 

18. Fein, Geh. Baurat a. D. in Köln, Bremerstr. 10. Col. 

19. Förster, Superintendent und Pastor primarius in Landes- 
hut i. Schles. Lep. 

20. Gabriel, Generalmajor in Ncisse. Col. 

21. Gaertner, A., Partikulier in Breslau XIII, Augustastr. 52 hpt. 
Lep. 

22. Gillmer, M., Professor, Dr., Dozent in Cöthen (Anhalt), 
Franzstr. 13. Lep. 

23. Görlich, Rentier, Groß-Lichterfelde W., Göbenstr. i6i- Col. 

24. Gruhl, Dr. phil., Wohlau, Siegesstr. 32. Dipt. 

25. Hanke, Königl. Eisenbahn-Sekretär a. D., Rentmeister in 
Kcntschkau, Post Schmolz. Col. 

26. Hedwig, Lehrer in Breslau VI, Alsenstr. 45. Hym. 

27. Herzig, Joh., Civil-Ingenieur, Stuttgart, Seestr. 68. 

28. Hinke, Lehrer in Lüben, Kasernenstr. 9I. Col. 

29. Hirschwälder, Lehrer inBreslauX,Friedcnsburgstr.4. Lep, 

30. Hoy, Rentier in Breslau XIII, Schillerstr. i6a. Lep. 

31. Hoyer, Städtischer Tierarzt in Breslau, Bärenstr. 21. Col. 

32. Jandcr, Königl. Eisenbahn-Sekretär a. D. in Breslau II, 
Lohestr. i2ll- Lep. Kassenwart. 

33. Katter, Dr. phil., Gymnasialprofessor in Putbus. Col. 

34. Kleinert, Eisenbahn-Ober-Sekretär in Breslau III, Ber- 
linerstraße 3911- Lep. 

35. Kletke, Paul, Stadtrat a. D., Stadtältester in Breslau II, 
Bahnhof Str. 5. Col. 

36. Kletke, Erich, Apothekenbesitzer in Gleiwitz, »Mohren- 
apotheke«. Lep. 

37. Kolbe, Rektor in Liegnitz. Col. 

38. Küken thal, Dr. phil., ord. Professor a. d. Universität 
und Direktor des zoologischen Instituts in Breslau XVI, 
Parkstr. 15. 

39. Labandowsky, Postsekretärin Oppeln, Sedanstr. 34II. Lep. 

40. Latussek, Lehrer in Breslau IX, Martinistr. 6. Lep. 

41. Linack, Regierungs-u. Baurat, Liegnitz, Schubertstr. 14. Lep. 



Vereinsnachrichten. XXIII 

■ 42. Marx, Dr. med., Oberstabsarzt a. D. in Neisse, Col. 

43. Mellin, Oberleutnant a. D., vereid. Landmesser und Kultur- 
Ingenieur in Hirschberg i. Schi., Bergstr. 3. Lep. 

44. Moser, stud. rer, nat. in Breslau, Clausewitzstr. 25. Lep. 

45. Müller, Oberförster in Tsclierbeney bei Kudowa, Lep. 

46. Müller, P., in Zobten, Bergstr. 1 16/17. Lep, 

47. Nagel, Paul, Rektor in Breslau II, Lohestr. 22/24. Lep. 
Bücherwart. 

48. Niepelt, Naturalist in Zirlau bei Freiburg i. Schles. Lep. 

49. »Oberschlesien«, Entomologischer Verein in Beuthen O/S. 

50. Pax, F., Dr. phil, Privatdozent, Kustos am Königl. zool. 
Museum in Breslau XVI, Fürstenstr. 97. Lep. 

51. Pfitzner, Pastor in Sprottau. Lep. 

52. Pietsch, Zollinspektor in Habelschwerdt. Col. 

53. Raebel, Bautechniker in Hindenburg O/S., Urbanstr. 10. 
Lep. 

54. Rehfeldt, Generalmajor in Wilmersdorf bei Berlin I, Prinz- 
Regentenstr. 8. Lep. 

55. Rinke, Ober -Zoll -Sekretär und Hauptmann d. L. in 
Breslau XVI, Lehmdamm 70. Lep. 

i 56. Roesner, Sprachlehrer in Breslau II, Neue Taschenstr. 13a. 
Col. Stellvertr. Schriftführer. 

57. Sajo, Karl, Professor in Örszentmiklos bei Gödöllö in 
Ungarn. Col. Hym. Hem. 

58. Schmeidler, Rechtsanwalt und Notar in Liegnitz. Lep. 

59. Schnabel, Rechnungsrat in Breslau XIII, Kaiser-Wilhelm- 
straße 35. Lep. 

60. Scholz, Eduard, Lehrer in Königshütte O/S., Kaiserstr. 8oIl- 
Col. Hym. 

61. Scholz, Richard, Rektor in Liegnitz, Grünstr. . 5 H- Col. 

62. V. Schuc km an n, Dr. med., Oberarzt in Plagwitz-Bober. Lep. 

63. Schumann, Ober-Zoll-Sekretär und Hauptmann d. L. in 
Breslau V, Menzelstr. 1 1 . Lep. 

64. Sokolowski, Lokomotivführer a. D. in Liegnitz, Neue 
Goldbergerstr. 2oii- Col. Arach. 

65. Stanke, Baumschulenbesitzer in Groß-Mochbern bei Bres- 
lau. Lep. 



XXIV Vereinsnachrichten. 

66. Stephan, J., Lehrer in Friedrichsberg bei Reinerz. Lep. 

67. Stertz, Kaufmann in Breslau XIII, Charlottenstr. 24. Lep. 

68. Tischler, Theodor, Lehrer in Rodeland, Kr. Ohlau, Post 
Laskowitz, Bez. Breslau. Col. 

6g. Tischler, Max, Lehrer in Schlesisch-Falkenberg, Post 
Wüstewaltersdorf. Col. 

70. V. Varendorff, Landgerichtsrat in Cunersdorf bei Hirsch- 
berg i. Schles. Col. 

71. Vogel, Rats-Sekretär in Breslau IX, Hcdwigstr, 31. Lep. 
Schriftführer. 

72. Wocke, Felix, Dr. jur., Justizrat in Frankenstein, Lep. 

73. Wolf, Ober-Zoll-Sekretär in Breslau IX, Gertrudenstr. 18. 
Lep. Stellvertretender Vorsitzender. 

74. Freie Standesherrliche Bibliothek in Warmbrunn. 



IrLlxa.lt. 



Vereinsnachrichten pag. I. 

Fax, Ferdinand. Über die Gefährdung entomologischer Natur- 
denkmäler in Schlesien^ ,, 1. 

,, „ Über einige Lepidopteren - Zwitter. (Aus 

dem Nachlasse Max Wiskotts) „ 13. 

Kolbe, W. Beiträge zur schlesischen Käferfauna „ 16. 



-»-<&«- 



Abhandlungen. 



über die Gefährdung entomologischer 
Naturdenkmäler in Schlesien. 

Vortrag, gehalten in der Hauptversammlung des Vereins 

für schlesische Insektenkunde am 15. Januar 1915 

von Ferdinand Pax. 



Wer aufmerksam die entomologische Literatur Schlesiens 
mustert, begegnet immer wieder der Klage, daß die Insekten- 
welt einen auffälligen Rückgang zeige, daß Arten, die vor 
Jahren häufig waren, jetzt zu den Seltenheiten gehören, andere 
vom Boden der Heimat ganz verschwunden seien. Es könnte 
vielleicht sonderbar erscheinen, daß bisher noch niemand den 
Versuch gemacht hat, das gesamte für' Schlesien vorlieg^ende 
Material über diese Frage einer sorgfältigen Prüfung zu unter- 
ziehen, um dadurch ein sicheres Urteil über die Berechtigung 
und die Ursache jener Klagen zu gewinnen. Aber die Schwierig"- 
keiten, die sich einer derartig'en Untersuchung entgegenstellen, 
sind nicht zu unterschätzen. Das menschliche Gedächtnis hat 
bekanntlich die Eigentümlichkeit, Inhalte, die von Lustgefühlen 
begleitet sind, zu bevorzugen und uns daher die Vergangenheit 
im Lichte der Verklärung* zu zeigen. Die Vorstellung der 
»guten alten Zeit« wurzelt in dieser psychologischen Erschei- 
nung. Es dürfte sich daher empfehlen, die Erzählungen älterer 
Sammler, daß in ihrer Jugend die Insektenwelt reicher ent- 
wickelt gewesen sei, so lange mit Mißtrauen zu betrachten, bis 
durch konkrete Fälle die Richtigkeit ihrer Behauptung erwiesen 

3 



wird. Aber selbst bei scheinbar ganz zuverlässigen Nachrichten 
ist die Möglichkeit eines Irrtums nicht ausgeschlossen, wie 
folgendes Beispiel beweist. In dem Handbuch der paläarktischcn 
Großschmetterlinge von Max Standfuß (1896) lesen wir: 
»Plasia microgamma Hb., die sich bei Niesky in der Lausitz 
als Relikt der Eiszeit bis in die Mitte dieses Jahrhunderts ge- 
halten hatte, ist in neuerer Zeit dort nicht mehr gesehen wor- 
den.« Diese Angabe hat Standfuß dem Weck eschen ^'cr- 
zeichnis der Falter Schlesiens entnommen. Weck es Aus- 
führungen sind aber gleichfalls nicht das Ergebnis eigener 
Erfahrungen, sondern nur eine ungenaue Wiedergabe eines 
Berichts von Möschler aus dem Jahre 1858, der folgender- 
maßen lautet: „Plasia microgamma Hb. soll, doch sehr selten, 
bei Niesky vorkommen. Von Herrn Christoph und mir 
noch nicht daselbst gefunden. In der Sammlung der Erzie- 
hungsanstalt in Niesky steckt P. devetgens H. unter dem Namen 
microgamma, und ist es möglich, daß das Vorkommen dieser 
Art bei uns auf einer Verwechselung beruht." Daraus ergibt 
sich, daß ein sicherer Nachweis für das Vorkommen von Plasia 
microgamma Hb. in der Gegend von Niesky niemals erbracht 
worden ist. Auch die Behauptung älterer Autoren, daß Agrotis 
grisescens Tr. und Mamestra leineri FrV. früher im Riesen gebirge 
vorgekommen seien, dürfte auf einer Verwechselung beruhen. 
Beide Arten sind nämlich angeblich nur je einmal beobachtet 
worden. 

Die Feststelkmg, ob ein Tier an einem Fundorte ausge- 
storben ist, wird dadurch außerordentlich erschwert, daß manche 
Arten jahrelang verschwinden, um dann plötzlich wieder aufzu- 
tauchen, ohne daß es möglich ist, im Einzelfalle den Grund 
dieses unregelmäßigen Vorkommens anzugeben. So erschien 
Aporia crataegi (L.), die seit 1888 im oberschlesischen Industrie- 
bezirk gefehlt hatte, erst 1904 wieder und wird dort seitdem 
vereinzelt gefangen. Derselbe Falter trat 1906 in der Um- 
gebung von Landeshut auf, nachdem er seit 1894 nicht mehr 
beobachtet worden war. Nun ist Aporia crataegi (L.) ein recht 
auffälliger Schmetterling, der kaum zu übersehen ist. Ganz 
unmöglich ist aber die Beantwortung der Frage nach der Ab- 



nähme der Häufigkeit einer Art, wenn es sich um ein Tier 
handelt, das als Larve eine verborgene Lebensweise führt und 
dessen Imaginalstadium nur nach Tagen, vielleicht sogar nach 
Stunden bemessen ist. Jeder Sammler weiß aus eigener Er- 
fahrung, daß man solche Arten oft viele Jahre hintereinander 
vergeblich sucht, sie später aber gelegentlich einmal in zahl- 
reichen Exemplaren erbeutet, weil man den Standort zufällig 
während der Hauptflugzeit betreten hat. 

Auch bei Anwendung schärfster Kritik bleiben aber noch 
zahlreiche Fälle übrig, die keine andere Deutung zulassen als 
die Annahme, daß gewisse Insekten in Schlesien in historischer 
Zeit ausgestorben sind oder eine nicht zu verkennende Abnahme 
ihrer Häufigkeit zeigen. Das Verschwinden von Ödländereien 
in der Nähe der großen Städte ist offenbar eine der wichtigsten 
Ursachen für den Rückgang der heimischen Insektenwelt. 
Heutzutage schmiegt sich ein Gürtel gepflegter Promenaden- 
wege um Breslaus Villenviertel, wo noch vor wenigen Jahren 
Papilio machaon L. und Lycaena coridon (Pocla) öde Sandflächen 
belebten. Eucera dentata Kl., eine Hymenoptere, die früher in 
Carlowitz bei Breslau häufig war, ist seit 1889 dort nicht mehr 
beobachtet und wahrscheinlich durch bauliche Veränderung des 
Nistplatzes an ihrem einzigen schlesischen Fundorte vernichtet 
worden. Die Beobachtung mancher Entomologen, daß Lucanus 
cervus (L.), Orycfes nasicornis L. und Vanessa atalanta (L.) in 
den letzten Jahrzehnten seltener geworden seien, dürfte, wenn 
sie überhaupt richtig ist, nur für die Umgebung der großen 
Städte Geltung haben. Daneben macht sich vor allem die 
gewaltige Entwicklung der Industrie in einer für die In- 
scktcnwelt ungünstigen Weise bemerkbar. Aus Schlesien selbst 
liegen zwar noch keine exakten Beobachtungen vor, aber für 
das benachbarte Ostrau - Karwiner Kohlenrevier hat Satory 
es wahrscheinlich gemacht, daß das Verschwinden .gewisser 
Lepidopteren mit der Schädigung der Vegetation durch Rauch- 
gase und schwefelige Säure sowie der Anhäufung elektrischer 
Bogenlampen im Zusammenhange steht. 

Auch in den Dörfern hat die fortschreitende Kultur manchen 

früher ergiebigen Sammelplatz vernichtet. Mit dem Verschwinden 

3* 



— 4 — 

der alten Weiden- und Eichenzäune sind zahlreiche Standorte 
gewisser Käfer beseitigt worden. Außer Lathropus sepicola 
Müll, dürften hauptsächlich Arten der Gattungen Rhinosimus 
vmd Tropideres dadurch betroffen worden sein. 

Die stärkste Beeinträchtigung hat in den letzten Jahrzehnten 
wohl die Fauna der schlcsischen Moore erfahren. Bei Riem- 
berg ist Lyonetia ledi Wck. schon in den sechziger Jahren des 
vorigen Jahrhunderts zusammen mit ihrer Futterpflanze (Ledum 
paliistre h.) ausgerottet worden, zwei Jahrzehnte später ver- 
schwand von den feuchten Wiesen des Zobtengebirges der dort 
einst häufige Satyrus, dryas Sc Gegenwärtig sind zw^ei außer- 
ordentlich seltene Geometriden der Kohlfurter Moore, Anaitis 
paliidata imbiitata Hb. und Tephroclystia hyperboreata Stgr. 
durch Melioration in ihrem Bestände bedroht. Auch der inter- 
essanten Tierwelt, w^elche die Moore um Panewnik, Idaweiche 
und Petrowitz belebt, werden durch die Entwässerung dieses 
Gebietes die erforderlichen Existenzbedingungen entzogen. Da- 
durch werden schon in wenigen Jahren vier charakteristische 
Bewohner Oberschlesiens, die sonst fast nur in höheren Breiten 
oder in der montanen Region vorkommen, nämlich die H3'mc- 
nopteren Anthrena lapponica Zett., Osmia nigriventris Zett., 
Bonibus scrimshiranus K. und die Libelle Somatochlora alpes- 
tris Selys der Vernichtung preisgegeben. Selbst auf den 
Hochmooren des Riesen gebirges macht sich die Verarmung 
der Fauna deutlich bemerkbar. Agoniim ericeti Pz. und Ptero- 
stichus ncgligens Strm. sind hier nicht mehr in gleicher Häufig- 
keit wie früher zu finden. Die Zahl der Moorbewohner, die der 
menschlichen Kultur zum Opfer fallen, würde eine betrübende 
Steigerung erfahren, wenn der neuerdings erörterte Plan, die 
Seefelder bei Reinerz zum Zwecke der Torfgewinnung trocken 
zu legen, verwirklicht werden sollte. Naturdenkmäler, wie 
Colias palaeno (L.), Lycaena opülete Kn., Diphtera alpium (Osb.), 
Pctilampa arcuosa (Hw.), Anarta cordigera Thnbg., Larentia 
inciirsata Hb. und Elachista abbreviatella Stt. würden dadurch 
dem Untergange geweiht werden. Auch der Vorteil, den die 
nahe Großstadt aus der schon lange gewünschten Bebauung der 
Silsterwitzer Wiesen am Geiersberge zöge, ließe sich nur durch 



— 5 — 

die Vernichtung wissenschaftlicher Werte erkaufen. Miana 
captiüticüla (Tr.), Epermenia pontificella (Hb.) und Elachista 
tetragonella H. S. haben auf den Silstervvitzer Wiesen, die 
übrigens auch als Fangplatz seltener Fliegen bekannt sind, ihren 
einzigen Standort in Schlesien. Jede umfangreichere Melio- 
ration würde zunächst das Aussterben von Lycaena alcon F., 
Lycaena euphemus Hb., Melitaea aurinia Rott., Psyche viadrina 
Stgr. und Batalis palustris Z., die sämtlich als Charaktertiere 
sumpfiger Wiesen gelten können, herbeiführen. Andere Tiere 
würden bald folgen. Auf einer sumpfigen Wiese oberhalb des 
Dorfes Strachau im Kreise Nimptsch kamen noch vor wenigen 
Jahren Platystyla hoffmannseggii Meig., Diastata nebulosa P'all., 
Oxycera fallenii Staog., Odontoniyia argentata (F.), Dalmannia 
flavescens Meig. und Dalmannia marginata Meig. vor. Jetzt 
sind diese Dipteren infolge Meliorierung des Geländes ver- 
schwunden oder w^enigstens sehr selten geworden. 

Nicht gering ist auch die Zahl der Insekten, die durch 
Aufforstung ihres Standortes schwer bedroht sind. Hoffentlich 
gelingt es noch, die interessante Fauna des Segethberges (300 m) 
bei Tarnowitz vor dem Untergange zu retten. Das nordwestlich 
von Blechowka gelegene, zum Gräfl. Henkel von Donnersmark- 
schen Forst Siemianowitz gehörige Revier Segeth bildet den 
zoologisch interessantesten Teil jenes welligen Hügellandes, das 
man gewöhnlich unter dem Namen der oberschlesischen Muschel 
kalkplatte zusammenfaßt. In den Kalkboden des Segethberges 
waren ehemals Nester von Eisenerz eingesprengt, die im Tage- 
bau ausgebeutet wurden. Dadurch entstand eine Anzahl noch 
jetzt vorhandener Erdtrichter, sogenannter Pingen, in denen sich 
zunächst ein üppiger Pflanzcnwuchs, sehr bald auch gewisse 
an große Wärmemengen angepaßte Insekten des Hügellandes 
ansiedelten. Als Charaktertiere dieses Gebietes können Colias 
myrmidone Esp., Erebia medusa F., Epinephele lycaon (Rott.), 
Lycaena optilete (Knoch), Lycaena meleager (Esp.), Lycaena cyl- 
larus (Rott.), Hemaris fuciformis (L.), Heniaris scabiosae Z. 
Stauropus fagi (L.), Drepana lacertinaria (L.) Dianthoecia fili- 
grama xanthocyanea Hb. Cucullia asteris Schiff., Heliothis ono- 
nidis F., Acontia liictuosa (Esp.), Plasia variabilis Pill., Toxo- 



— 6 — 

campa craccae (F.), Pseudoterpna pruinata (Hufn.), Zygaena 
ephialtes L., die in mehreren Varietäten entwickelte Zygaena 
carniolica (Sc.) und Evergesüs aenealis Schiff, gelten. Durch 
die vor etwa zwanzig Jahren erfolgte Aufforstung des Segeth- 
berges ist bereits ein Teil dieser interessanten Lebensgemein- 
schaft vom Südabhange des Berges verdrängt worden. Wenn 
auch die meisten Tiere auf die noch unbcwaldeten Flächen 
übergesiedelt sind, so besteht doch die Gefahr, daß sie allmählich 
vollständig vernichtet werden, zumal man auch längs der nach 
Stolarzowitz führenden Chaussee neue Nadelholzkulturen an- 
g'elegt hat. Durch zwei Maßnahmen ließe sich diese in Schlesien 
einzig dastehende Fauna retten: Der vor dem Buchcnwalde ge- 
legene schon aufgeforstete Teil der Südlehnc des Segethberg'cs 
müßte abgeholzt und die noch heute mit Hochwald bestandene 
Fläche am Westhange von jeder späteren Aufforstung ausge- 
schlossen werden. Von dem gleichen Schicksal, das heute der 
Insekten weit des Segethberges droht, ist schon vor vielen Jahren 
Calocampa solidaginis (Hb.) betroffen w^ordcn, die früher auf 
dem Ziegenrücken bei Landeshut vorkam, an diesem Standorte 
aber durch Abholzung vollständig vernichtet wurde. 

Auch das Aussterben von Parnassius apollo L. ist wxniig- 
stens zum Teil der modernen Forstwirtschaft zuzuschreiben. 
Schon um 1840 begann der Apollofalter in Fürstenstein selten 
zu werden, um 1870 war er an diesem Fundort fast ausgestor- 
ben, wenn auch ganz vereinzelte Exemplare vielleicht noch bis 
1880 beobachtet worden sind. Nur wenig später erlosch die 
Art im Schlesiertal und im Rabengebirge bei Liebau. Am 
längsten hat sich der Apollofalter im Altvatergebirge und im 
mährischen Gesenke gehalten, wo er noch 1892 vorkam. Heut- 
zutage ist die Species in den Sudeten völlig ausgerottet. Wie 
ich an anderer Stelle bereits ausführlich dargelegt habe, sind 
die früheren Flugplätze des Apollofalters durch Aufforstung 
wesentlich umgestaltet worden. Dazu kam die Verfolgung, 
denen das Tier durch Insektensammler ausgesetzt war. Die in 
Entomologenkreisen oft wiederholte Behauptung, das Verschwin- 
den des Apollofalters im Rabengebirge sei auf einen Wolken- 
bruch zurückzuführen, der über dem Gebirge niedergegangen 



sei, erscheint zwar bei der geringen Ausdehnung des ehemaligen 
Flugplatzes nicht unwahrscheinlich; da aber dieses meteoro- 
logische Ereignis doch nur das Aussterben an einem Fundorte 
beschleunigt haben könnte, wird man ihm als Erklärung für 
den Rückgang des Apollofalters im ganzen Sudetenzuge keine 
Bedeutung beimessen dürfen. 

Das Schicksal völliger Ausrottung bedroht auch den 
nächsten Verwandten des Apollofalters: Parnassius mnemosyne L. 
Dieser Falter scheint früher im schlesischen Berglande häufig 
gewesen zu sein, so vor allem im Waldenburger Gebirge, im 
Eulengebirge, am Zobten, im Glatzer Schneegebirge und im 
Altvatergebirge. Schon in den siebziger Jahren des vorigen 
Jahrhunderts starb er an mehreren Stellen des Waldenburger 
Gebirges und am Zobten aus, wahrscheinhch um die gleiche 
Zeit auch am Glatzer Schneeberg. Um igoo sind die letzten 
Exemplare im Eulengebirge gesehen worden. Gegenwärtig ist 
Parnassius mnemosyne in den Sudeten auf zwei Fundorte be- 
schränkt: das Hornschloß bei Dittersbach (Waldenburger Ge- 
birge) und die Bischofskoppe bei Zuckmantel (Altvatergebirge). 
Parnassius mnemosyne ist in seinem Vorkommen zwar nicht 
an die Felsbildungen unserer Mittelgebirge gebunden, aber un- 
bewaldete Berglehnen mit starker Insolation sind auch für 
diesen Falter eine unerläßliche Lebensbedingung. Bis vor 
kurzem war der einzige in Preußisch-Schlesien gelegene Fundort 
von Parnassius mnemosyne eine nach Süden geneigte Wiese am 
Langen Berge bei Dittersbach in unmittelbarer Nähe des Horn- 
schlosses. An Stelle der Bergwiese ist seit einigen Jahren eine 
drei Meter hohe Fichtenschonung getreten, in der die Art nicht 
mehr die erforderlichen Existenzbedingungen findet. Auch hier 
liegt in dem Massenfang durch gewerbsmäßige Händler eine 
zweite ernste Gefahr für den Bestand der Art. Noch vor wenigen 
Jahren sind nicht selten bei günstigem Wetter tausend Stück an 
einem einzigen Tage gefangen worden, und als die schlesische 
Form des Parnassius mnemosyne als forma silesiaca mit einem 
Katalogpreis von einer Mark in den Handel gebracht wurde, nahm 
das Sammeln der Falter einen derartigen Umfang an, daß die 
Fürstlich Pleßischc Verwaltung nicht nur den Fang der Schmetter- 



— 8 — 

linge, sondern auch das Betreten der Flugplätze verbieten mußte. 
Leider wird die Wirkung dieses Verbots dadurch stark beein- 
trächtigt, daß der Falter auch auf den an das Fürstliche Gebiet 
grenzenden Rustikalwiesen vorkommt, wo ihm besonders nach- 
gestellt wird. 

Ist schon das Aussterben der beiden tParnassius- Arten in 

den Sudeten durch einen fast sportmäßig betriebenen Fang der 
P'alter beschleunigt worden, so kennen wir leider auch Beispiele 
dafür, daß das Verschwinden beachtenswerter Naturdenkmäler 
an schlesischen Fundorten ausschließlich auf eine übertriebene 
Betätigung des Sammeleifers zurückzuführen ist. Wie Wolf 
und Rachel berichten, waren Apatura iris (L.) und Apatiira 
ilia Schiff. Ende der achtziger Jahre des vorigen Jahrhundorts 
im Beuthener Stadtwalde zu Hunderten anzutreffen, seitdem 
sind sie an diesem Standorte, ebenso wnc Limenitis popllli (L.). 
durch sammelnde Schulkinder vollständig ausgerottet worden. 
Die am Nordabhange der Strehlener Berge auf ganz beschränk- 
tem Areal vorkommende Pericallia matromüa (L.) ward, be- 
sonders von gewerbsmäßigen Händlern, so eifrig verfolgt, daß 
zur Flugzeit des Falters häufig die Zahl der an diesem Stand- 
orte sammelnden Entomologen diejenige der vorhandenen Tiere 
bei weitem übertrifft! 

Besonderes Interesse verdienen diejenigen Fälle, in denen 
nachweislich ein Tier durch ein anderes verdrängt wurde. Das 
trifft für Lemonia dumi L. zu, die noch vor fünfzehn Jahren im 
Reptener Parke in großen Mengen vorkam, später aber durch 
die vom Menschen eingeführten Fasanen vollständig ausgerottet 
wurde. Das gleiche gilt auch für den unter dem Namen Heim- 
chen oder Hausgrille bekannten Gryllus domesticus I>. Wenn 
freilich ein Bearbeiter der schlesischen Orthopteren bezweifelt, 
daß das Heimchen überhaupt noch in Schlesien zu finden sei, 
dürfte er sich meines Erachtens einer argen Übertreibung 
schuldig machen. In neuerer Zeit ist das Tier noch im Riesen- 
gebirge, bei Grünberg, Trebnitz und an mehreren Stellen Ober- 
schlesiens beobachtet worden. Tatsächlich ist aber eine auf- 
fällige Abnahme der Häufigkeit festzustellen, die an manchen 
Orten sogar zum Aussterben der Hausgrille geführt hat. Es 



I 



I 



— 9 — 

liegt nahe, die Ursache des Rückganges in der durch den 
Handelsverkehr begünstigten starken Ausbreitung der Blattiden- 
Arten zu suchen, die bei uns ursprünglich nicht einheimisch 
waren. 

Meistens wird das Aussterben eines Tieres nicht durch eine 
einzige Ursache, sondern durch das Zusammenwirken mehrerer 
I-^aktoren bedingt. In solchen Fällen ist es außerordentlich 
schwer festzustellen, welchem Faktor der Hauptanteil an der 
Verminderung der Fauna zufällt, und oft werden wir uns mit 
der Vermutung begnügen müssen, daß wohl eine ungünstige 
Veränderung der gesamten Febensbcdingungen vorliegt. Hier- 
her gehört das Verschwinden von Satyrus circe ¥. aus der 
Umgebung Obernigks, von Lemonia taraxaci (Esp.) aus dem 
Dramatal und von Plasia ain Hochenw. aus der Landeshuter 
Gegend. Auch Arsilonche albovenosa (Goeze), die noch Ende 
der sechziger Jahre in der Weide- und Ohlenicderung bei 
Breslau häufig war, hat sich wohl den veränderten Lebens- 
bedingungen nicht anzupassen vermocht Über die vermutliche 
Abnahme der Bombas-Arten, die von mehreren Beobachtern 
übereinstimmend berichtet wird, wage ich noch kein endgiltiges 
Urteil abzugeben. Scholz glaubt beobachtet zu haben, daß 
in den oberschlesischen Fasanenrevieren nur die tief nistenden 
Bombas-Arten sich auf die Dauer halten können. Jedenfalls 
verdient aber die Frage nach einer etwaigen Verminderung 
der Hummeln nicht nur das lebhafteste Interesse des Entomo- 
logen, sondern sollte auch bei 'unseren Landwirten ernste Be- 
achtung finden. 

Demnach kann es keinem Zweifel unterliegen, daß 
die einheimische Insektenwelt allmählich einer trau- 
rigen Verarmung entgegen g^eht. Wie diese Gefahr ohne 
Schädigung wichtiger wirtschaftlicher Interessen beseitigt v/erden 
kann, ist eine am Schlüsse unserer Betrachtung unabweisbar 
aufsteigende Frage. Merkwürdigerweise liegt dem Laien immer 
der Gedanke nahe, die Tierwelt der Heimat durch Einbürgerung 
fremder Arten zu bereichern. Daß derartige Bestrebungen' 
gerade dem Gedanken der Naturdenkmalpflego widersprechen, 
welche doch die Erhaltung ursprünglichen Tierlebens erstrebt, 



— 10 — 

wird nur von den Wenigsten richtig erkannt. Aber auch die 
Versuche, das Verbreitungsgebiet einheimischer Arten zu ver- 
größern oder ausgestorbene Formen wieder einzubürgern, können 
nur selten gebilligt werden. Selbst die geringfügigsten Ein- 
griffe stellen Fälschungen des ursprünglichen Faunenbildes dar, 
abgesehen davon, daß es oft aus ]\Iangel an geeignetem Material 
unmöglich ist, bei dem Import von Tieren den Forderungen 
der Wissenschaft g'erecht zu werden. So kam der Apoilofaltcr 
in den Sudeten ursprünglich in mehreren Rassen vor, die in 
ihrer Verbreitung auf dieses Gebirgssystcm beschränkt waren. 
Nachdem sie der Vernichtung anheim gefallen sind, ist man 
darauf angewiesen, bei Einbürgerungsversuchen auf eine apollo- 
Rasse zurückzugreifen, die bei uns kein Bürgerrecht besitzt. • 
Eine ernste Gefahr für ihren Bestand erwächst, wie wir 
gesehen haben, den entomologischen Naturdenkmälern Schlesiens 
daraus, daß die Kultur in neuester Zeit auch von solchen 
Flächen Besitz ergreift, die bisher der wirtschaftlichen Nutzung 
entzogen waren. Selbstverständlich ist die Kultivierung von 
Mooren und anderen Ödländercien eine volkswirtschaftliche 
Notwendigkeit, gegen die nur ein weltfremder Idealismus Ein- 
spruch erheben kann. Aber gerade, weil sie eine Notwendig- 
keit ist, der wir uns auf die Dauer doch nicht entziehen können, 
muß es jedem Naturfreunde als eine nicht länger zu vertagende 
Pflicht erscheinen, innerhalb des heutigen Areals der Ödländercien 
kleine Reservate abzugrenzen, die von allen Eingriffen der 
Kultur verschont bleiben. Vom Standpunkte des Entomologen 
käme in Schlesien außer dem Segcthberge bei Tarnowitz, den 
Silsterwitzer Wiesen am Nordabhange des Geiersberges und 
einem Stück Moorland in der Gegend von Kohlfurt haupt- 
sächlich das heute allerdings wohl noch nicht bedrohte Ver- 
lorene Wasser bei Fanten in Betracht, dessen nordische Relikten- 
fauna uns die Forschungen Kolbes enthüllt haben. Gegenüber 
den Schädigungen der Insektenwelt, die durch die rasche Aus- 
breitung der Landeskultur bedingt werden, ist die Gcfiihr der 
Ausrottung durch Sammler offenbar nur von sekundärer Be- 
deutung. Ihr könnte dadurch erfolgreich begegnet werden, 
daß man den Fang gewisser Insekten [Pamassius mnemosytie F., 



— 11 — 

IJmenitis popiili (E.), Pericallia matronula (L.)/ J" Schlesien 
vollständig verbietet. Leider fehlen gegenwärtig noch die ge- 
setzlichen Grundlagen, die zu einer befriedigenden Lösung dieser 
Frage erforderlich sind. Während andere deutsche Bundes- 
staaten schon Naturschutzgesetze erlassen haben, befindet sich 
in Preußen ein derartiges Gesetz erst in Vorbereitung. Wir 
sind daher in Schlesien vorläufig noch im wesentlichen auf 
freiwillige Maßnahmen der Besitzer angewiesen, und daher ist 
es verständlich, daß das Maß des Erreichten hinter den berech- 
tigten Wünschen noch zurückbleibt. Auf Anregung des Schle- 
sischen Lehrervereins für Naturkunde hat, wie schon erwähnt, 
die Fürstlich Pleßische Verwaltung den Fang von Parnassiils 
mncmosyne L. an seinem letzten schlesischen Fundorte verboten, 
und ein verständnisvoller Naturfreund schützt das auf seiner 
Besitzung am Fuße des Habelschwerdter Gebirges befindliche 
einzige schlesische Nest von Forniica exsecfa Nyl. vor Zerstörung. 
Eine wesentliche Förderung praktischer Naturdenkmalpflege 
dürften wir erhoffen, wenn die in Schlesien bestehenden ento- 
mologischen Vereine, die sich bisher nur mit der Erforschung 
der heimischen Insektenwelt beschäftigt haben, sich auch den 
Gedanken des Schutzes zu eigen machten. Der Verein für 
schlesische Insektenkunde scheint mir vor allem dazu berufen, 
in unserer Provinz auf diesem Gebiete die Führung zu über- 
nehmen. 



Verzeichnis der benützten Literatur. 

Dittrich, Rudolf, Verzeichnis der bisher in Schlesien auf- 
gefundenen Hymenopteren I. Apidae, in: Zeitschr. Entom. 
N. F. Hft. 28, 1903. 

Gerhardt, Julius, Verzeichnis der Käfer Schlesiens. 2. Aufl., 
in: Zeitschr. Entom. N. F. Hft. 10 — 16, 1891. 

Kolbe, W., Das verlorene Wasser bei Panten, in: Zeitschr. 
Entom. N. F. Hft. 22, 1897. 

Mitteilungen der Schlesischen Komitees für Naturdenkmal- 
pflege, Nr. 5, 19 15. 



— 12 — 

Möschler, Heinrich Benno, Die Schmetterlinge der Ober- 
lausitz, in: Neues Lausitz. Magaz. Bd. 34, 1858. 

Pax, Ferdinand, Über das Aussterben der Gattung Par- 
nassius in den Sudeten, in: Zool. Annal. Bd. 6, 1915. 

Pax, Ferdinand, Unveröffentlichte Werke schlesischer Fau- 
nistcn, in: Arch. Gesch. Naturwiss. Technik Bd. 5, 1915. 

Satory, Ferdinand, Lepidopterologische Erinnerungen an das 
Ostrau-Karwiner Kohlenrevier, in: Internat. Entom. Zeitschr. 
Bd. 7, 1913. 

Scholz, Ed. J. R., Bienen und Wespen, ihre Lebensgevvohn- 
heiten und Bauten. Leipzig 19 13. 

Sommer, C, Beiträge zur Lcpidopterenfauna der preußischen 
Oberlausitz und Niederschlesiens, in: Zeitschr. Entom. N. F. 
Hft. 23, 1898. 

Standfuß, Max, Handbuch der paläarktischen Groß-Schmetter- 
linge für Forscher und Sammler. 2. Aufl., Jena 1896. 

Stephan, Julius, vSchutz den Schmetterlingen, in: A. d. 
Natur 1907. 

vStephan, Julius, Naturschutz, in: Schles. Zeitg. 2. Sept. 191 1, 

Wocke, Maximilian Ferdinand, Verzeichnis der Falter 
Schlesiens, in: Zeitschr. Entom. N. F. Bd. 3, 1873 u. Bd. 4, 
1874. 

Wolf, Paul und Raebcl, Hermann, Verzeichnis der im Süd- 
osten von Oberschlesien vorkommenden Groß-Schmetter- 
linge, in: Entom. Zeitschr. Bd. 27, 191 4. 

Zacher, Friedrich, Beitrag zur Kenntnis der Orthopteren 
Schlesiens, in: Zeitschr. vviss. Insektenbiol. Bd. 3, 1907. 



13 



Über einige Lepidopteren-Zwitter. 

(Aus dem Nachlasse Max Wiskotts.) 
Von Ferdinand Pax. 



Die große Sammlung paläarktischer Makrolepidoptcren von 
]\Iax Wiskott, die 191 1 durch testamentarische Verfügung in 
den Besitz des Breslauer Zoologischen Museums übergegangen 
ist, enthält, wie ich bereits an anderer Stelle (4) ausgeführt 
habe, neben einem unerschöpflichen Material für Forschungen 
auf dem Gebiete der Variabilität, Vererbung und Bastardierung 
auch zahlreiche Belegstücke für das Vorkommen von Zwitter- 
bildungen unter den Insekten. Wiskott selbst hat die Lepi- 
dopterenzwitter seiner Sommlung in zwei Schriften (7, 8) ein- 
gehend behandelt und war in den letzten Jahren seines Lebens 
mit Vorarbeiten zu neuen Studien über das Problem des Herma- 
phroditismus beschäftigt. Leider ist es ihm nicht mehr vergönnt 
gewesen, diese Untersuchungen zu einem Abschlüsse zu bringen. 
Immerhin erscheint mir der Inhalt der kurzen Aufzeichnungen, 
die sich in seinem Nachlasse vorfanden, wichtig genug, um ihn 
der Öffentlichkeit zu übergeben. 

Der Wunsch, seine Schlußfolgerungen auf sicherer Grund- 
lage aufbauen zu können, hat Wiskott veranlaßt, alle ihm 
zugänglichen Lepidopterenzwitter mit den subtilsten Methoden 
der Forschung auf ihre Echtheit zu prüfen; dabeiist er zu dem 
Ergebnisse gekommen, daß sich auch unter den 183 Zwittern 
seiner eigenen Sammlung sechs mit ungewöhnlichem Raffine- 
ment ausgeführte Fälschungen befanden, die sämtlich von einem 



— 14 — 

Wiesbadener Sammler stammten. Tafel I ist die Reproduk- 
tion einer Photographie, die Wiskott aufgenommen hat, 
nachdem er die Falsifikate in ihre einzelnen Teile zerlegt hatte. 
Demnach handelt es sich um folgende Arten: 

Bombyx lanestris L., vollkommener Zwitter, angeblich in 
Wiesbaden aus der Puppe gezogen. Beschrieben 
in: Festschr. Ver. schles. Insektenkde. (iSgy), S. iio, 
abgebildet: ibid. Taf. III Fig. 6. Nachweis der Fäl- 
schung: Taf. I Fig. 3. 
Satiirnia hybr. emiliae Standf., vollkommener Zwitter, 
angeblich in Wiesbaden aus der Puppe gezogen. 
Beschrieben in: Festschr. Ver. schles. Insektenkde. 
(1897) S. 124, abgebildet: ibid. Tafel III Fig. 18. 
Nachweis der Fälschung: Taf. I Fig. i. 
Harpyia erminea Esp., vollkommener Zwitter, angeblich 
in Wiesbaden aus der Puppe gezogen. Beschrieben 
in: Festschr. Ver. schles. Insektenkde. (1897) S. 127, 
abgebildet: ibid. Taf. I Fig. 20. Nachweis der Fäl- 
schung: Taf. I Fig. 2. 
Notodonta ziczac L., anscheinend in der Literatur noch 
nicht erwähnt. Nachweis der Fälschung: Taf. I Fig. 5. 
Agrotis segetum Schiff., vollkommener Zwitter, angeblich' 
gefangen in Nassau. Beschrieben in : Festschr. Ver. 
schles. Insektenkde. (1897) S. 128, Abbildung: ibid. 
Taf. I Fig. 2 I. Nachweis der Fälschung: Taf. I Fig. 6. 
Selenia liinaria Schiff., unvollkommener Zwitter, angeblich 
gefangen bei Frankfurt a. M. Beschrieben in : Festschr. 
Ver. schles. Insektenkde. (1897) S. 129. Nachweis der 
Fälschung: Taf. I Fig. 4. 
Nach der sorgfältigen Prüfung, die Wiskott selbst vor- 
genommen hat, besteht über die Echtheit aller übrigen Zwitter 
nicht der geringste Zweifel, so daß also seine Sammlung durch 
die Ausmerzung dieser Fälschungen an wissenschaftlichem Wert 
nur gewonnen hat. Schwieriger dürfte es sein, gewisse in der 
entomologischen Literatur verbreitete Irrtümer, die durch die 
Wiesbadener Fälschungen hervorgerufen worden sind, zu be- 
beseitigen. Seit jeher war man nämlich bestrebt, auf statistischem 



- 15 - 

Wege Aufschluß über die Verbreitung und, wenn möglich, 
auch über das Wesen des Hermaphroditismus bei den Lepi- 
doptcrcn zu erhalten. Schon die älteren Arbeiten von Lcfe- 
burc (3), Hagen (2) und Bertkau (i) dienten diesem 
Zwecke. Das gleiche Ziel verfolgten in neuerer Zeit die Unter- 
suchungen von Wiskott (7, 8) und besonders diejenigen von 
Schultz (5, 6). An den Resultaten dieser statistischen Auf- 
zeichnungen wird man daher kleine Korrekturen anbringen 
müssen. . 



Literatur. 

1. Bertkau, Ph. , Beschreibung eines Zwitters von Gastropacha 

Ouercus nebst allgemeinen Bemerkungen und einem 
Verzeichnis der beschriebenen Arthropodenzwitter, in : 
Arch. Naturgesch. 55. Jg., i. Bd., i88g. 

2. Hagen, H., Insektenzwitter, in: Stettin. Entom. Zeitg. Bd. 22, 

1861 und Bd. 24, 1863. 

3. Lefebure, Description d'un Argus Alexis hermaphrodite, 

in: Ann. Soc. Entom. Tom. 4, 1835. 

4. Fax, Ferdinand, Dr. Max Wiskott f, in: Deutsch. Entom. 

Xation.-Bibl. Bd. 2, igii. 

5. Schultz, Oskar, Gynandromophc Makrolepidopteren der 

paläarktischen Fauna. Teil I in: 111. Wochenschr. Entom. 
Bd. I, 1896; Teil II ibid. Bd. 2 1897: Teil III ibid. 
Bd. 3, 1898; Teil IV in: Berlin. Entom. Zeitschr. Bd. 48, 
1904; Teil V in: Entom. Zeitschr. 20. Jg., 1906. 

6. Schultz, Oskar, Wie viele Fälle von Gynandromophis- 

mus sind bei den einzelnen paläarktischen Alakrolepidop- 
teren-Spezies beobachtet worden?, in: Entom. Zeitschr. 
18. Jg., 1904. 

7. Wiskott, Max, Lepidopterenzwitter meiner Sammlung, in: 

Festschr. Ver. f. schles. Insektenkde. Breslau 1897. 

8. Wiskott, Max, Lepidopterenzwitter meiner Sammlung, in: 

Deutsch. Entom. Zeitschr. Iris 1897. 



16 — 



Beiträge zur schlesischen Käferfauna. 

Von W. Kolbe. 



Zugänge. 

Medon piceus Kr. (Verz. 11 S. 122) ist wieder einzu- 
setzen, IJegnitz: Elbrandtshöhc bei Dohnau unter Eichenlaub 
in Mehrzahl (5/89, 10/14). Die Heßberge sind als Fundort zu 
streichen. 

Psylliodes chalcomcra 111. (Verz. III S. 326) ist von 
Ps. hyoscyami L. zu trennen (Reitter, Fauna germ. IV S. 210). 

Ceutorrhynchus angulicoUis Schnitze auf Litho- 
spermum arvcnse. Glatzergebirge : Kunzcndorf bei Neurode 
(6/13). Von Herrn Generalmajor Gabriel festgestellt. 

Ceutorrhynchus 4-punctatus Stierl. auf Pulmonaria 
officinalis und Symphytum tuberosum. Brieg: Hochwald (5/02), 
Schvveinsdorf (5/98 — 5/10), Glatzergebirge (6/13), Neisse (5/15). 
Von Herrn Generalmajor Gabriel festgestellt. Liegnitz: Heß- 
berge (coli. Gcrh.). 

Abgänge. 

Lesteva Pandellei Fauv. (Verz. III S. 54) ist irrtümliche 
Bestimmung. Das Belagstück, an dem leider der Vorderkörper 
fehlt, gehört zweifellos zu L. pubescens Mannh. 

Ceutorrhynchus rugulosus Hbst. (Verz. III S. 369) 
ist als Abart zu C. chrysanthemi Germ, zu stellen. Dr. Tyl, 
Wien, entomol. Zeit. 19 14 S. 113 (Gabriel). 



— J7 - 

Weitere Ergänzungen. 

Carabus auronitens a. subcatenu latus Westh. Riesen- 
gebirge: Kiesevvald (7/13). C. arv'ensis v. alpicola Heer. 
Ricsengcbirgskamm 6/05 (R. Scholz). 

Notiophilus pusillus Waterh. Altvatergebirge: Schäferei (7/14). 

Amara cursitans Zimm. Bober-Katzbachgcbirge: Jannowitz 
7/14 (R. Scholz). 

Pterostichus sudeticus Gcrh. ist wieder durch Pt. Illigeri 
Panz. zu ersetzen, da sich die Typen als verhältnismäßig große 
und dunkle, aber nicht rein schwarze Stücke der letzteren Art 
erwiesen haben. 

Haliplus fulvus Fbr. n. var. multistriatus R. Scholz. 
Die Zwischenräume der Flügeldecken nahezu ebenso stark als 
die der Hauptreihen. Nach einem Exemplar aus Ungarn mit- 
geteilt vom Autor. Könnte auch bei uns vorkommen. 

Lathrimaeum atrocephalum Gyll. a. nigripenne m. Kopf, 
Flügeldecken und Abdomen schwarz, Liegnitz: Heßberge 

(5/13). 

Anthophagus bicornis Block a. marginicollis Epp. Alt- 
vatergebirge: Schäferei (7/14). 

Eudectus Giraudi Rdtb. auch im Riesengebirge: Breiter 
Berg bei Kiesewald (7/13). 

Medon dilutus Er. ist für Liegnitz zu streichen. Die in 
coli. Gerh. vorhandenen Exemplare gehören zu M. piceus Kr. 

Xantholinus glabratus Grav. Lüben: Brauchitschdorf 6/13 
(Hinke). X. glaber Nordm. a. angularis Gangib. in einer 
hohlen Pappel. Liegnitz: Jakobsdorfer Weg (4/14). 

Philonthus rubripennis Ksw. Neisse 4/14 (Gabriel). 

Gymnusa variegata Ksw. unter Laub auf queUigem Grunde. 
Liegnitz: Beckengrund bei Dohnau (4/13). 

Myllaena elongata Matth. (Jahresheft 19 14 S. i) in Moos 
an Moortümpeln. Altvatergebirge: Abhang des Altvater mehr- 
fach (7/14). Kommt also in der Ebene und auf dem Gebirge vor. 

Aleuonota macella Er. unter Laub auf quelligem Grunde. 
Liegnitz: Beckengrund bei Dohnau (4/13). 

Ocyusida rufescens Kr. an bemoosten Stämmen. Riesen- 
gebirge: Kiesewald (7/13). 



- 18 "- 

Oxypoda funcbris Kr. Altvatergebirge: Abhang des Alt- 
vater (7/14). 

Dinarda dentata v. pygmaea Wsm. bei Formica rufibarbis. 
Liegnitz: Rehberg bei Panten 4/05 (R. Scholz). 

Euplectus punctatus Muls. unter Eichenrinde. Neisse 4/15 
(Gabriel). 

Agyrtes bicolor Fbr. 2 Stück im Grase kriechend. Glatzer- 
gebirge: Wölfclsgrund 11/14 (Gabriel). 

Anisotoma humeralis a. giobosa Pa3^k. Liegnitz: Wasser- 
wald bei Kaltwasser 6/95 (R. Scholz). 

Leptinus testaceus Müll, in einer Waldhütte unter modern- 
dem Heu. Altvatergebirge: Karlsbrunn (7/14). 

Hister merdarius Hoffm. Liegnitz: Dohnau 5/14 (R. Scholz), 
Panten (6/91). 

Rhizophagus aeneus Rieht, im Anspülicht. Liegnitz: Katz- 
bach bei Dohnau (8/13). 

Psamoecus bipunctatus Fbr. a. unicolor m. Flügeldecken 
einfarbig gelb, ohne Spur eines schwarzen Punktes. Liegnitz: 
Jakobsdorf er See (4/14). 

Laemophlocus duplicatus W^altl. unter Eichenrinde. Neisse 
5/15 (Gabriel). 

Pteryngium crenatum Gyll. Glatzergebirge: Schmelze bei 
Reinerz 6/14 (R. Scholz), 

Cryptophagus cylindricus Ksw. an Wildfutter. Bober-Katz- 
bachgebirge: Rohrlach 7/14 (R. Scholz). C. quercinus Kr. in 
faulendem Heu. Altvatergebirge: Alte Schäferei (7/14). C. Milleri 
Rttr. unter moderndem Stroh. Liegnitz: Seichau (5/13), Lesch- 
witz (5/13), Riesengebirge: Kiesewald (7/13). 

Olibrus pygmaeus Strm. einmal sehr häufig auf Schimmel- 
kraut (P^ilago minima). Liegnitz: Kohlhaus a. d. O. (5/13). 

Corticaria abietinum Motsch. an Fichten. Riesen gebirg'e: 
Kiesewald (7/13). 

Rhinosimus ruficollis L. Ein bemerkenswertes Stück mit 
messingfarbenen Decken. Glatzergebirge: Wölfeisgrund 6/14 
(Gabriel). 

Hylophilus populneus Panz. Neisse 4/14 (Gabriel). 



- 19 — 

Tetratoma ancora Fbr, Glatzergebirgc: Schmelze bei Reinerz 
6/14 (R. Scholz). 

Conopalpiis testaceus Oliv, an einem Eichenstumpf. Lüben: 
Koslitz 7/13 (Hinke). 

Scaphidema metallicum P'br. a. bicolorFbr. bei uns selten. 
Licgnitz: Peist bei Fanten (5/06). 

Diaperis boleti L. a. fungi Motscli. fast ebenso liäufig 
als die Stammform. 

Alphitobius piceus Ol. unter Laub 3 Exemplare. Bischofs- 
koppe: Hubertusplatz 7/10 (Hinke). Wohl durch Touristen mit 
Südfrüchten verschleppt. 

Donacia Malinovvskyi Ahr. ist wieder durch D. fennica 
Payk. a. Malinowskyi Ahr. zu ersetzen. Die a. arundinis 
Ahr. fällt ganz weg, da das FühlerwurzelgHed der schlesischen 
Stücke wenigstens unten teilweise gelb ist (Reitter, F. g. IV, S. 76). 

Cryptocephalus violaceus Laich. Liegnitz: Oderwald bei 
Maltsch (5/14). 

Chrysomela hyperici Forst, a. privigna Wse. weniger selten, 
besonders im Wasserwalde bei Kaltwasser (6/94). 

Phytodecta viminalis L. a. cincta Wse. Liegnitz: Heßberge 
(Koßmann); a. Gradli Heyd. Liegnitz: Peist bei Panten (5/86). 

Sclaerophaedon carniolicus Germ. a. obscurus Wse. Glatzer- 
gebirgc: Grunwald a. d. Mense (10/09). 

Luperus pinicola Dft. a. sylvestris Wse. Riesengebirge: 
Kiesewald (7/13). 

Lochmaea crataegi Forst, a. c? binotata Dft. Goldberg(5/86). 

Galerucella calmariensis L. a. lythri Gyll. Liegnitz: 
Jeschkendorfer See (4/08). 

Epithrix atropae Foudr. a. nigritula Wse. (selten) und 
4-maculata Wse. (fast ebenso häufig als die Stammform). 
Liegnitz: Heßberge (10/85, 6/86). 

Hippuriphila Moderi L. a. praescutellaris Pic. Liegnitz: 
Jakobsdorfer See (4/86), Rehberg b. Panten (5/08). 

Mantura chrysanthemi Koch a. Crotchi All. Liegnitz: 
Hummel (6/99), Panten (6/05). 

Chaetocnema compressa Letz. Liegnitz: Oderdamm bei 
Maltsch (4/. 8/15). 



- 20 - 

Psylliodes napi Fbr. a. Brisouti Bed. nicht ganz selten. 
Liegnitz und Jannowitz. 

Phyllotreta diademata Foudr. auf Nasturtium amphibicum. 
Liegnitz: Oderwald bei Maltsch häufig (7/. 8/1 1). 

Aphthona pallida Bach a. geranii Wse. Liegnitz: Karthaus- 
wiesen (8/97). A. violacea Koch auf Ephorbia palustris. Lieg- 
nitz: Kohlhaus a. d. Oder nicht selten (6/13). A. coerulea 
Geoff. a. metallescens Wse. Liegnitz: Vorderheide (5/91), 

Tropiphorus obtusus Bonsd. (Jahresheft 19 14 S. 2). Glatzer- 
gebirge: Grunwald a. d. Mense 6/14 (R. Scholz). Scheint durch 
den ganzen Sudetenzug verbreitet zu sein. 

Balaninus pellitus Boh. an Ahlkirsche. Neisse 4/15 (Gabriela 

Aphodius granarius L. a. Ragusanus Rttr. und brun- 
nescens Rttr. Ersterer bei uns vorherrschend und von der 
Stammform nicht abgrenzbar; letzterer selten (R. Scholz). 

Aphodius corvinus Er. n. a. rufipennis R. Scholz. Die 
Flügeldecken rotbraun. Liegnitz: Kl. Reichen. Vom Autor 
mitgeteilt. 

Potosia cuprea Fbr. v. sternohirta Seidl. Riesen gebirge: 
Ziegenrücken (R. Scholz). 

Gegenwärtiger Stand: 

74 Familien, 1061 Gattungen, 4524 Arten. 




O. Opifz'sche Buchdruckcrci, Nanislau, 



"^. - J 



^ 



r 




Zi^Daa^lt- 



Vereinsnachrichten pag. I. 

Pax, Ferdinand. Über die Gefährdung entomologischer Natur- 
denkmäler in Schlesien „ 1. 

„ „ Über einige Lepidopteren - Zwitter. (Aus 

dem Nachlasse Max Wiskotts) „ 13. 

Kolbe, W. Beiträge zur schlesischen Käferfauna ,, 16. 



-*-*-€>-*-<- 



Das Vereinslokal befindet sich im 
Dominikaner, Xetzerberg 15. 






jT-. - 



SMITHSONIAN INSTrrUTION LIBHAHItS 




3 9088 01269 9336 




I«