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Full text of "Journal für Geburtshülfe, Frauenzimmer- und Kinderkrankheiten"

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J O Ü R NA L 

für 

GebTirtsb.ülfe.5 Fraueniimmer^ 
und iCinderklrankheit^n 

Heraüsgegebea . 
T o n 

A. tlLlAS vo:8r SlEfioLÖ 

der Philosophie , Medicin , Chirurgie und Gebüitshiilfe Doctor* 

kifaiigL preiKs. geheimen Medicinalrathe , ' Ritter des rothen Adler- 

Ördens und des könig?. Hannoverischen Ouelphen - Ordens dritter 

Klasse » Ö. o. ' Professor der Medicin und &eburtshülfe auf der 

Universität zn Berlin , Biiector der k. Entbindungsanstalt , der w.' 

JKedicinal ' DepntJtiion im IMUnisterium der Geistlichen • Unt6r- 

tiebtM - und Medicinal - Angelegenheiten und mehterer . 

geehrten Oesdllsöhaften Mitgliede. 



Dritter Band, 



I 

FRANKFURT am MAIN, 



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1 w » 



Erster Bericht der Entbindungs* Anstalt 
der königlichen Universität zu Berlin 
und der damit in Verbindung stehenden 

^ Poliklinik für Geburtshülfe , Frauen- 
zinimer- und neugeborner Kinderkrank- 
heiten, vpm Wiiiter- Semester 1817- 1 8« 

Vom Herausgeber« 

T3\e im 'Hex\>ate r&i7 bei der t/oiverfität eu Berlin 
errichtete Entbindangaanstalt wurde in der Mitte No« 
vembers desselben Jahrs eröffnet« Von dieser Zeit im, 
warden, im Verlauf des Winter • Semesters bis zum 
leiten April 1818^ 64 Sgjiuva^fffiC^in dieselbe aufge- 
nommen und von ^ii^M^Mo 1^ntVn£^»!^se der auf« 
genommenen mufsmw^en gro(serT7nreM^ noch 

vor, der £ntbindi*i^ wAftM? Atl|l||f2i ^tden. Von 
den 55 gebornen Iündernjwar^33 mäM/icfaeq, und 
22 weiblichen GeschR«it|^^' W% ^^^^^^^ ^^^ Kinder 
i&ur Geburt war. folgende: 5fllnriCS''mit dem Kopf ein; 
X mit dem Steif«; 1 mit einer Ober^Extremitat; 1 hatte 
eine Queerlage und bot alle 4 Extremitäten, dar. Ton 
diesen Geburten wurden 43 durch eigne Wirksamkeit 
der Natur ToUendet , bei denen die Rinder alle mit d«m 
SiMMOZDs Journal UI, Bd, xsSt. ' A 



KopF» und zwar S3 in der ersten normalen Lage^ mic 
dem Hinterliaupt nach der linken, >o in der zweiten 
normalen Lage mit dem Hinterhaupt nach der rechten 

-Mutt^seite^ ins Becken getreten waren. Die 12 andern 
Geburten erfoderten künstliche Hülfe^ bei 9 Kopflagen 
xnufste die Zange angelegt werden ; ^bei der Steif^l^ge 

' wurde das Rind ebenfalls mit Hülfe der Zange ent* 

wickelt; bei der vorliegenden Ober * Extremität wdrde 

die Wendung giema^cht; die Queerlage mit deii vorlie* 

genden 4 Extremitäten in eine Pulsgeburt i^mgeänderr. 

Die Indikationen zur Anlegung der Zange waren. 

^ bei de^ Köpflagen 1) von Seiten der Mutter: ab* 

sQlute Enge des Beckens ^ Entkräftung» Ausbleiben 

der Wehep; 2) von Seiten des Kindes: abnorme 

Gröfse des Kopfs und dadurch herbeigeführte Einkei- 

Ivmgj Gefahr drohende Kopf(^'chwulst» =— Bei dwf 

Steifslage wurde Hülfe mittels t.^er Zange nöthig« weil 

neben demn)och in der mittlem .Beckenöffaungstdben« 

- ' den Steifs^ die Nabelschnur vorgefallen war. 

Sämmthobe Entbindungen hatten für die Müttet 
den glückUeb«teu Erlolg/ Dodx tifiter den Kindern 
zählten wir j[Xeicben^ von denen 4 <odt geboren wur* 
den, das ^te^) starb finige l^age mich der Geburt aa 
pneumonischen Affektiotten. • 

Das Nacfa^eburtsgeschält wurde bei 54 Geburten 

,g«nz der Natur überlassen^ und von dieser glücklich 
vollendet, einmal nur näachte eine heftige ttämorrha^ 
gie gleich nach der künstlichen Entwickeh^ng des 
Kindes, die künstliche Lösung der Nachgebnrf noth« 
wendig* 



Die Kabelachnm wird In der iatblndangMnttatt 
»ob dem jedeamal^eti Praktikaoten , doch ni« früher, 
•li wenn sie zu pulsire&anrgchört bat, die Betpiration 
ioi Kindes voIlkocuneQ eingetreten, d«r kleioere 
Äreidant alao regolirt i»t and die Nachgeburt von 
ihrem Zusemmenluknge mit der Gebürmatter geti«nnt 
•ich in de* Matt«r«cheide beendet» aber dana jedeamal 
nnteirbunden, ehe sie abgeachnitten wird} nnr btt 
einem »poplektischen Znaunde ex plethom fand in' 
^nigen Fällen hiervon eine Aasnahme Statt $ doch 
W«d ancfa in »ojch^n rdUan, nach der geMheheoen 
Blntenttiehung, die l^nterbindung geniacht. 

Zu den Wichligeren in dleaem Halbjahr vorgekom- 
aene» Gebnrußlien gehören nechitehende t 

■ßme mit Hfilfe dar Zange glücklich voll-: 
endete Steifsgeburt bei vorgefallnet 
Nabel$c^Q:ur> / 

TVilhelmine H., eine .9jährige, nnvt^heir.- ' 

»bete, 2oai ,er«eatoale schwangere Blondine, ans 

Spandau gebürtig, von eebwüchlieher Konstitution, 

von zartem doch regelmSftIgem Körperbau, wurde in 

den lezten Tagen des Novembers in die Anstalt anfge- 

Bommen. Sie war von Jugend auf gesnnd gewesen, 

•eit ihrem i7ten. Jahre regelmäfsig menstrnirt, und 

ihrer Angabe nach seit Anfangs April schwanger j di« 

Bewegung des Kindes fühlte sie seit Anf;ings August, ' 

Ifüber mehr in der Unken, später in der rechten Seite! 

«b vorliegender KindstheÜ war bis zute Eintritt der 

Gebart nicht tu erreicfaeh. -. Bei der«m 112. Deaember ■ 

. A'a 



eingetretetie)ti' b^burt * f dhlte man vor iMi Blaaen« 
6prung,c durch den geöffntteii Mtittevimiiid ' deutKcb 
eine Unter-E^^tremit'ät^* und niü dieser bewegHcb übnor 
dem EingaY/g dM kleltleti' Beckena einen ^ rtrodCehea 
Tlieil. Die iBxfreünitäi vtfrsdiw^nd im Verlauf der Qe» 
bürt allmähllg unds mit' dem Blaaendjirbxig trat der 
Steife 11^9 kleine Becken; er rückte^ achtiäh bis in di« 
mittlere B^dLenöffnun^ :>titiin -würde die <3fdb«ir€ der 
Natur überlassen haben» wenn nicht neben' dem Sle^iar 
die* Nabelschnur vorgeFallen Wäre> welche sehr bald zu 
pülsiren^'^sfufbörte; Da «dl^ Leben deaJK.tndes» dessen 
Bewegangen die 9|Iatter noch 'vor dem Blasensprunge, 
lebhaft gefühlt' hatte, 4terdittdi oFfenfbar ' gefahrdeit 
wurde, so War schnelle Entwickeluhg dvingeäd an- . 
gezeigt, iStnä wurde auch glücklich mit Hülfe der 
Z'ange *) bewerksteljigt. ' Das Kind war weiblichen 
Geschlechts,' aspbyktisch, doch waren geringe' Bemü- 
hongen, Reiben," Bürsten, Besprützen^ mit kaltem 
Wasser^ hinreichend, < eS' ikis Dieben . zurüvkznrlifien : . 
die Ausschliefsung'^er-Nachgeburt erfolgt bald, die , 
Eptbundene. befand sich vellkoounen wpfaU^iup4 ward . 
nach 14 Tagen gesund. mißibjrem Kinde aias der An-* 
atalt entlassen« * -. ' . , . , 



^).Ich bediene mich gewöhnlich einer meiner fangen mit 
geVägerer Kopfltrümmnngund habe selbst bei dem ein- 
geheilten Stcif»e nie cfinc )fiachtbeillge Förge' von dem 
Oebradcbe eiaes solehch Instruments fir das. Kind 
;i enUteben sitJbeAf . ^ *. .4, .-, ^ •; ^' 



- . . ' — 5 . -^ ^ \ 

Etne bei hinein mäi'sigeft/ Grade TMi^Eiii^ 

keilung -gläcklleliiToUe&dete. Zangen« / 

gebart»' 

Wilhelm ine Mo, eip0..36)abrige Witt we, von 
mittlerer GröCse, sehr fett und wohlgenährt^ hatte' 
schon 5 mal leicht and glücklich aufgetragene Kinder 
geboren j und , wäh^rend d^r früheren Schwangerschaf- 
ten,' sich im Wochenbett immer sehr Wohl' befunden« 
Auch in dieser Scbwän^rscdaft war si^ Vollkommen 
gesund und sah mit grofser ' Zuversicht wledejr einer 

Jcidilf5öj:ntbind5iug,e^;g^ien^v .^ :*-,'_, ;^l 

.. Am 27Aen Dezember Abends stellten ^^p ..ibrs^ 
Bec|^^^ng, i^ch zur richtigen ,Zeit^ d^ ersten, Wehen 
ein;;,dqch.^a$te sie^:4ep gjan^^^q^ Ta,g ül^er;^^bon ein^ 
4pcobe Meii^ fsl5ciiexi-^l^aj9S^rjS^vfrk>fe^^ d^fs dip 

waren: der Kopf stan4,,?jv5rii|clj^© dejr abera^ijUidjwi^lp 
lern Beckcsnöffnung ,. und hatfe /diente npr/paale Lage: 
die Wehen warev "^"^gclnaäü^g, doch yo^i ,,gwi°8^F 
Intensität, u^d blieben fsn^.Uch n^ch depi S{^f na{>run^ 
der am ÄatfnJMörjg^s S9S^^;ÜM,«rfö^&^rf»6»?i^%» 
di^ Gjjhjärendft fi^hjtp siciv$«^ipättct:i |i[jre J3^^^,^',Ü>«*!® 
£engen an zu schwellen, heifs, trockenen werden; 
die.&op%^iihini41it deeMKind<tsi9¥af> s^K hedeate«^ t 
man safr'&9ch deshalb gegeuioVbirllffDi^enst'besoisders 
da sich ancK noch mehrmaliges pAVt^^^tMürktAwi ein^ 
stehe, 
binder 
FSdionieter { 




«Aue Uuschliilgutfg der 35 2S>}1 lirngw IfTsbfBlscbiivir»^ 
ward lekht beseitigt^ ;dte /AiisschUeriiing, d#rwH4$:bge«» ' 
bort der Natur überlassen: Miuter und Kind befanden 
aich im Wochenbiß tt vollkommen wohl, und Terlieaaen 
Mch >i4 Tagen ♦) geannd die Anatalt, / ' ' * ''^' 



JEine.n^Orni^le. schnell verlaufende/.wcceti 
einer starken ihr folgenden Hämorrha' 
. gicj. merkwürdige Geburt» ^ 

Job an n e W« y eiir geaundeat r JcrSf dgea, ijf jährig^ 
piefistmjdcbep/ >^ar' VegelmäTaig gebaut, -und acboi; in 
Ihrem i^t^nJalfre Von einem aüsgetrag^nea leb^kiden 
^liide telM und giicirlich entbunden. 3ie bef^nd-aidi 
seit eiHigen Wdcheh' in der Anatait s gleich nach ihr^ 
iAüfnaäniarachien^die' Geburt eintreten zu wollen, ea 
'afelhen afch regelm'atrige Wtihen ein ; der Muttermund 
dehnte sicVindbr Gt6h9 einea Acbtgroachenatttcka au^, 
die Qläiie fieiig an aidbrzn bitden; indessen nach meh« 
gieren Sturidi^ yerscbwanden die Wehen und niit ihnen 
*die angegebenen Erscheinungen, ao daia aie adion am 
andeVn Tage die ihr ang^wiesetien '^ Geäch^fie ohne 






^ * ^) Pie^e Zeit Ul ^ureh das hebar Rcserrpt;ttffa. jkfeig|. Hi. 
J^'* - nitrtefiioniar ^t:i^9>Ükk^Jit -VnteTvi^kHf, lind'oMedi«!« 
-nb nat^AiieMf^ifti^fiten füf^idie EiUlfttaunf^f der «ich hia 
^yr.)^%/^fy^^iil*^^^nM^^?^ Wöchnerinnen heatimmt» 
^.,, nur kn Falle ei a^r Hranlcfacit werden 'sie ap lange in 

, der An3tklt verpflegt « bift Vie v<>lliQmmen1herge8i#Ilt 

• ibax'iff -;Lau ex -i^- > .7. :1 .Vr - -vv .. 



Xäheveracbten konnte. Erst i4Tage«pSter9 aidftStw 

llezeinbeiMorgtn«^ •tellltn «ich neue Gebartsacbmerzen 

ein : die lielden ersten Gebu^tfperioden verliefen ganz 

Tegdmäbig^ der Kopf hatte die zweite fiprmaie Lage; , 

gegen lo Uhr Abende eifplgte der^lasenaprang und in 

demaelben. Augenblick mit einer gowalti^en ffeftigkeaC 

die g^nxU«be.Aua«diItef8nog eines agiagetragenen» le- 

bendent Sy^BerL PL schweren Wi^chpf^; die Gebär« 

mut^r zog sich kräftig zusamiBt^en nnd entleerte sich 

naeh kurzer Zeit aach noch der Nachgeburt« Die schnelle 

£ntleer«ng 4er GebärmUtl^ # das plötzlich geänderte 

VilaütätsTerhähturs begründete ohne Zweifel eine eben 

so plötzliche Atonie diesce. Organs/ nnd führte eine 

gewaltige Häqüdirrhagie berbei'i die* mit Ohnmächten > 

nEULTmoTkalteu.E^ltieinit4teo^ kl^ipew kaum fühlbareiji 

Pulse he^0ite$. wmt. Per in kvarzen 2w)sebenrändien 

wkd6rboltß Gebraudi der titM, Cimfamomi mit Spir. 

Sulphur. mäJä^p kalte Umschlage über den Unterleib 

nnd Injektionen von Essig in die Wntterscbeide stell«* 

fen bald die normate Th^tigkeit des iii<srnj wieder hei^ 

und stittten den ^Intflnfsf der auf das Wochenbett auch 

nicht den mind^psten nacbtbeili|sen Einflnfs hatte»; 



. ißeleg^fur die Trügliphkeit der Zeichen 
einer ZwiUingssch^aviigersphaft» 

Sleonor« H«f ' e^) ^6jSbrige9 Pienstmädch^t 
ton iingewphnUch'grpfsem 9Mrkem Körperbau und 
fesundoiTf kräftiger KoinstiMit|on 9 ward in der Uitte 



äes Dezember In die Anstalt* an FgetioJmtt^i^. Die B6^ 
suhate cieir Untersuchung waren f(>lge^die: der Lel6 
war ungewöhnlich atatk» m%\k In die>Breiley "^iOBge* 
dehnt:: ih der Gegend des zwäTj'VenitrtGbetten aber 
nicht herTOrgetriebenenr Nabels '^ War elr^aoSentücb^jt^ 
swei Hälfteyi^«N^ettt>'dar0 mjm:^ie:flteirr:gtd£it^B Zi^ 
Teraicht hätt-^ ttsfgea können : Mjt üma^^Jiiff'aikßr g^mtst» 
iUs! dazu kam,' daß^ ungeachtet dir- Kd|>Pyoriag^ :4ftl ■ 
Scbwangei'e gleich Itbliaft in btiden^ Stilen. 4ie iBswittr 
'^ang des Kindes^^fUhltö und dafs intfn^ -toi^eräiilaiera 
fJnterspchadg^ adcb^ deulU^ in* beiden nSe||eft>Kilid£' 
tbeile: unterscheide» konaie; • Af» i8/#aM(iiit verfe^iv* 
deten die^rat^ü Welieü den Eintrit» dibr Gebart^ .wb 

. . waren in )dep greCateb Erwartling'^ bb>rich' unsere Dia« 
gnose be^l^igen würdeV oder lilchl^ de»;. Verlauf der 
<jeburt war «itWäa langsam, und ergt'^im^4^^Mcn^Hih 
gegen 5 UhT ward^dle Kreissende von eineol füditige» 
*Vl BerK Pf. sdhweren Knaben enibubdeiV ^aW daraiif 

*!£Og<sicli die Gebärmütter regelmäiaigsasaratmen»^ di« 
Kachg^bärr Ward ausgeatofsen und der Geburtsakt war 
iFOllendel« Mutter und Kind erfreoten^ch übrigent 
im Wochenbett des beaten Wahisejos, > > 



l;i^e Hr Kutter und Kind giiickllcb voU- 
endete ZangeogeburU 

^ Henriette Fo ein kleines, schwächliches^ Sojäh- 
yigds Berliner' 'DienstmädchM, ihrer Attig^he na<^ seit 
'Ende April 1817. sch>^dnger, füblfo^ili der-t^acht^btia 
12. zum iS. Januar, ihr to Rechnung nach um i^T^ge 



$n buh die ersten GebBrtt^cboifcrzeii : geg^mM^H 

geu besetchoeteii: dl«. ▼QürbereUeode». Wehen undda^ 

tiphUldende Biaie dß^tiajtrktldu .«weitea Periodei 

d^ ^opf staittd beweglicb iai £fingwgA jiis k^eineii v 

Backens i ^ ^eciieift.sellMt we« ^w«f iteiäbü inkUairfi 

^ph in seAen»I>iLrdb«iC«ieni itgftimMg: > DieK^eilr 

sende War. iU^e? .alle Si^ohreifattBgrub^dttldig., schwim 

md Xixmte gßjgtz ff^^mg: gegen ^eodili^f«enJi» 

.Weben nadb., dM :eQgf)n;.Gebiiriaitfaei|ei ^«»rdfa htifl» 

«mpfindUcb, nnd deTaludb «uteitien» m^.MtacmeA. Cbi^ 

wlicn QndF^derbbdun^rAbtikd^tenGhleiiSdiyramfn 

^iTaig fonjemirfr^ ,dseelk8Bliste»,haldyi (witifabt ui eilen 

•Füllen» woesange^wendet'wurde» »teirljcberOietiat^. .^) 

• -Die £mpfindlicbkeitd^r Getsoirtaaieiie veKäch{w.a»d^ 

•le wuTdpn S€^tü.|Afg^^BairJ)g«bifilI <; ddcMnttefcvluawl 

äehnt^ sieb naab und tMidi ana ^' die sehr alraff ange« 

af^oneeo, derbep.£iheiua^^^i^rdc]»5 f«ieii..iit<laftFort* 

.rücken der Gebar t;;sajb«bmdern stbiami^i künAtlhik 

-^getprengt. I>er» Kofi warde nnnlwn' dea kaHStiffin 

''*) Di6se'Bähuii^^tf dir-C'ehft^^ ^IreiÄ^itr ÖEW^, 

^"^ febrachteeVvSe^jnoiiiiae» auf deibtüihltteväuiiiid ^fXbff 
- anwenden. |ijM»ö 5: jreiftfi^tcn ,di9i<ft^fell^;j4|r j|^onde;qa 

.. .. brauch] ichcn undT nicht genug «u tadelnden paiDpfba" 

i. ' / /. 17 *?• ^\^i^'f ?;:j~ ii.£> It. . 

der, mittcfst eine» Gefäfs^s angewendet, vr^ljches in 

den Nacbtstudl 'oder* untei* den Gebärstuhl gescit 

wird j der Cefahr'rttöht i^tr,0rvtf5b'htii',^^tfle<; flir «Jas Kind 

darch plötzliche« Herabfallen bei schnell erfoJgea^r 

Geburt in den heif^en Absud entstehen £ann. 



— 10 — 

Wekexr» in iet zi;ire!l«ti donnalen X^gt laiigsam tiefor 
gitr leben ^. indessen war darch 'die längere Datier '40t 
Geburt, beek»iaclere atick^vatö- durch dM kinidiacbif Cü»« 
flsen ddr rOebärend^ti die Naturkraft ' eiwdid{ifri die 
W)ibeb iilielieii pa^i und mab nMftt«^ ittiki eö^ nehr^ 
dii^ch eine becAchtliciieKopFgeachwalet'j^ftdef hilt«^ 
%ti»» k^natlidwc£n|.widceliibg Kindes i^hrelten. 

AlD 1(4^ iäniiar liegen joUhr Morgws ymrdeti, da mM 
eifaier leicbte^e' Operation jeiixgegen aabv ohne ^6 g«« 
'«rMinitdia Xagfrvdmr KreisaenlAeäi im Bett auf meinem 
fiebuTt^aseir' sa^'^vefrlUiderny .xiie Zangetolöffef^ sttlr 
^fee ifeeBitlet stehend» eingeführte und ohne Schwiti- 
^gkeit^^fi^'^B^rl. Pf. schwerer, aueg^tragener, !•• 
i^eaideir Knabe «ür Welt, befördert, If ntter und Kind 
lewililfsiii :ftiich:«4 f^en gesnnd di«, AiistalU 



- * 'Amt^'Iaidmst wtftrdeL0ii:i^eB^i Mae S^andati>. 
4sS Jtfhr alt r;^>^£09^<nd^>^^gela3äfsig gebautes Dienst« 
'Dft$'d(iheiA/i'^da«'eehon fvüfaer ein «u)B^ragen#s aber 
todtes Kind geboren hatte, weil nach dem Blasenspruhg 
,#^:1Pliär4gHVi ^ ßobgrmiijter tp.llig ^erto^cO^,. fi<^ 
f^ hefitges,rgat}idim^£rbre<^9n einstellte, dat den 
igewöhaiielaenf Wne#efa Mitteilt nicht weicheii wollte^ 
'nnd die ni^t 'crfärke, etw4s lax werdende K«^fge- 
khivtrisy'nh''^dkr«al}eii des'Kiiides^m^ Hefs', mit 
^utfe cler Zange ' Ton einem äüsgeträgenen 8% Ber* 
iiner Pf upd scb^veren , ' lebendm , Jaädchm glücklich 
entbunden 9^ ^n4ij(eirlie^, ml^ ibrsim Kinde ^es^d 4i« 



Miüü sehi? 'schwere für l(uttei: u|i4.K*i;iid 
glücklich, y er l^ufeadeZfiQge&pperatiQnu 

Fried rike L.» 20 llifar aU, aftis emtMii Dorfe bei 

Berlin gebürtig 9 ehiegr^^Tse, regelmtfsrg gebaute, ge« 

sanie» aehr gut genäbrte BlAdioei whlrde la .der 

Hitte dea Dcxembera aufgenommen.' Sie wollteia den 

lezten Tagen de« Mönif iHlr£ 1817 znte Teistenmd 

menairairt gewesen und Adfaiiga April schwanger gc^ 

Worden acyn i sie erwartete daBer ihre £ntbindnng im 

Anfang des Jenners ; der gesedkV^ Leib nnd di^ beibdid 

-verstrichene Vagidalportiönathntelen mit diesen 'Ana* 

aagen überein : der Leib war ungewdhnlkb stark aus^ 

gedehnt 9 und Ue£i» besöndeirs da A\bt Sth^rängeref ein 

* greiser, sehr ' robuster Mann seyn seifte^' ein grofses 

Hlnd etwarten. Bei Ihrer 'Abfnahme war noch kein 

vorliegender üindscbeii dafcb die innert Untersttdiang 

zu Fühlen. -'- ■' - • i. - . - 

Erst aiu 17* Febrnar, Mt^rgens 1 Xnii*, Stellten sich 

die Vorboten der nahen <}ebtii>t ein>; qaan fühlte jeet 

den'Xopf des Rintfcs bewegfich über dcirf -Eingangis 

des kleinen Beckens: der Muttermund dfßsete' sich 

langsam; w«r geg^ö Ab<^nd 'vöIlkönimeV^ti9g^d^hnf: 

nm 8ühr sprang die- Bfeiei cfs entleerte^isich' eine ge« 

ringe Menge FriicBtwasserss der Köpf träC liiun ina 

kleitie Becken/ ifnd rückte^ im VerlauEerhiger %tnn. 

den bis in die mittlere Apettnr vor: no stand er noch 

am 18, Fefirnar IVFdrgens 2 Uhr' unbevfsfiegtich » niit 

seinem Qneerdurcbmesser im Queerdnrchmesser des 

Beckens, mirdem Hintethkupt ip der finkeh Sdte. 

Die Thätigkeit des Gebärorgans war erschöpft; eis 



. ■ ■ -- ^« — , , ' ■ ■ 

otdl^ ii^h V^tiitttrüioheni giü^ee ErbrecUen ein) die 

^ GebnriatheHe' waröb hi^i götcb Wollet , «clmserzhitfu 

kurz Mn %|H5^a.d^r QinJ^jif Wgyoi;h^dieiir: «^e']|^opf- 

^e^cKvmil«^ war faetiacbtlicl^fi«« ward« deätif^lbdic Zan^ 

*Qg«lffi«?.'>P<5»U4cmÄrfti»t*^Ä^aftaufwaad^t »a^h fii- 
^ ^er halben Suiiide«in:93erl.;ader 12 Medic.;,F/aBid 

^, P4S Kiod'^ m&onlic^pi^X^^ble^bti war^b.eijnfod/. 

aoglei€|^^«^Kch8ch]|itteA . ugd liUe. .nQtbigen .|(elejbvLn^.- 
j^Ut^^Vfirm^ht» et vetf^esig 'mä^stn ibfio^he ejnp 
,Yipr^.le«:up^ f he die, fti^c.t«^;,R^ppi,r^tiftn x^p^ übv 

V daa l«et)ca^ desKliidea b^^k^^fr.^^^^A^^?^^^'^®^^ 

f>\f.iEfl$t)BS^*»e wur .Wl\f;ejicböpft;; -rr. Qb^^fsi^jpp 
wechselten mit leichten konvalsivischen Be^fg^gj^^y 
in^n . ^c}ite Jbnen^ ^urp^ii *flpi;ht?gie ^Rd?^^J;t9^tul be- 
igcgne»> dte awph^bal^ ^j^p;^e3!wüa5Phten £r^9]|[(^^ig^!ßn^: 
die Mat|ec>^rbolte lich goyoUko^men» d^^Csb di^qhan 
,|i.ach.f8ii?^gflttj?^m?den ihr.K^i??^ an dje Bmit^legfis^ w4 
«nach 4[4 T^fgffa ^Ip Anstalt ge8^I)d verlassen koA^te^ 9 
ahne d^fa liych nur diej«iinde.slep.kr|iü^uftenJ^r4chei^ 
nm}g?H ^«er^hweren Qper^tic^igef9lg^)y|;^ix.., .. 
^ ^ . .Die, Iffnge des Hindea.be^rtigji^^i Pariser Zoll«, der 
^ÜnoiangdasKppfef iSViZpllPar,;*- dprQ^eerdurd^- 
4ne«ser d^saelbeo. 5 Zojil 9 Linifn ^ar»; ;^^ .der^lapgf 

V Durchn^ea^er 4Z0U S'/f^J^inie Par,; -^ der. Diajgonal- 
durchi»cafei^5v;Par*2;%^i d^.8ghMltci:lpeUfi 4ZQIJ ^ 
5% I#aii« Parisfär« '^ . .,..»' 



Wehn gleich auch, lo ^diqsevi Falkf wie in dea 
meist^i) wo. von verspScei^exi.GtfbiirteD die Rede ist, 
es^8cbw«f zu^erwelsep ßeyn uHtköcbie 9 oh nicbt von 
Seiten der £Qtbundeii4sn «in BecbnaogsfeUej? yorgefa!- 
Un ist., 80 scAieiiit floc<b;die*,l>^dei|lepdevOrürie dea 
Kii^des,. vprglUhen nnf de^- B><Muttatei^ der. Uoterr 
eochnng iiaa Dezember $*ß}C Aoa^gen der Per.309 z« 
bestätigen und ans zu'd§{')A^pafap3et da^adieif Kind 
wob\ ui|i 14 Tage bis 3 «VJTo^b^n : i^iiger -als ,die ge« 
wohnliche. Paqer dex Schw.axigef|chafc ^tK^gfi^ wpiE^ - 
den sei» zu berechtigqp, : *' , .. 



Schon ank folgende^». Tage nach dieser lEntbin- 
dnng.tnacble das l&vrsanoaaentre/fen mebre/er Umstände 
von tienem das iliriegen der Zange. noth^e<idig«' Die 
Geschkbte (liese» Gebuivtsfalla ist folgende : . 

C h a r J 0t 1 6 B. , 26 Jabt alt > ein unverbeifathft.- 
tes DienstmädiAei/ von ifitittJerer GrÖfse , ges^ii^der 
Konstitfixion und. rege! mafsigem Körperbau , warde 
£nde Ji^nuv« iu di^ Anstalt aufgenQmn;i.en. Sie^ war 
bis 3^u;> ^aer ibr^ar, israten Schwangerschaft immer 
gesund gewesen und hatte sicl^; auch während d(Br 
Schwabgiriobaft rcx:bl ;woU befunden , nur in den 
kzteu Wx>£hen klagte. sie über einen Reichten rheuma- 
Wichen ;Schffiei:z; des i Unken. Scbenlcels » gegen den» 
cb^U weil er nui:.Ieicht;y^ar^^ ihr ganz allein ein war- 
mes. Yerhalt^qempfi^hlen wurdei 

In^deir Macbt;yom ,i$teu «uim- igten Februar sji;ell« 
ten sich di^ eirsCfn Qebtti^^hgiiilv^^Xiein«^ doch schon 



belnalie i4 Tage zuvot*, war die^Va^inft(port]oti*'gafis 
vollkommen v^rsfricheti» Vittd der insePe HttUemittQd 
in «1er Grörse eines Sechsera gedfFnet: tuweilea fühlta 
inan schon die iioh dpannende Blase. Gleich mit deni 
Eintritt der erstell Weben risset^ die Eih'aate» utad dae 
Fruchtwasser flof^ in i^eichlicheir Melige ifbVohne daft 
dinr Muttermund sieb weiter ^Is Oben ,aogegebe|i wurde^ 
geöfFnftt hatte: sie fühlte'^dle'Bewegtiti^ des Kindee 
in der linken Seite: der 'VH^rliegende Kopf' war bis i|i 
äie'mfttiere Beckenöffdung vötgerüc^kt^ und hatte die 
fite normale Lage t die Webeti waren Anfange regeU 
mäfsig; der Muttermund dehnte sieb vollkommen aus; 
der Kopf rückte noch etwaa tiefer, blieb jedocb selbst 
Während starker Weben, enflllch^nbeweglidi zwischen 
derinittlem und untern "Beckenöffnung: gegi^n Mittag 
blieben die Weben ganz aus; mehrmaliges Erbrechen, 
der sinkende Pdls machten d<^n Zustand der Matter^ 
sehr starke Ropfgesc^Wutst den des-Kinded bedenklich, 
es wurde deshalb gegen 2 Uhr die Zange angelegt, und 
^nicht ohne Anstrengung ' ein Kind männlicfaeti Ge- 
ischlechts zur Welt befördert ; auffüllctid war eine 
doppelte Umschlingung der nur 14 Zoll lio^en^ 'Nabel« 
schnür um den Hals. 

Das Kind war in hohem Grade aspb^ktiaeh ; das 
dunkle blaurothe Ansehen des Gesichts,' die hervor* 
getriebenen , gerötbeten Augen deuteten auf --einen 
^poplektischen Zustand, dessen Grund vielleicht In 
der biBi der Entwickelung des Kindes möglichen Zu- 
schnürung des Hals^^ durch ^die kurze Nabelschnur, 
liegen mochte ; dit-ilidit'mebr putsirendt Mabelscbnnr 



mrä aniifiterbitndeii sogleich durcnscbnitten» und an» 
dem kindUcheii Theile derselben eine kleine Blulent* 
kerang veranatnltet : diese leistete augenblicklich die 
gewünschte Urlrkufig; denn mit dem foitsprüuenden 
Blntitrahl verkündete ein lebhafter .Schrei d^B ssurück» 
gekehrte Leben des Kindes : man sachte nun' dorch 
Bürsten, Besprützen mit kaltem . Wasser etc. mehr 
JEnergie in den Lebensanfserungen des Kindes zn er« 
wecken; die Respiration blieb indessen ängstlich -,' 
keuchend» •%<..* 

Am folgenden Morgen » am sote.n Februar hatte 
sidi der Zustand dea Kindes sebr yerschlinimert : man 
hörte es schon im.Neben«immjeiP stöhnen; die Bru|t 
fühlte sidi dabei heifs an : ungeachtet aller angewand« 
ten Mühe hatte es -nicht gesogen , auch war die.ge- 
wdhnlicVie EntieeruDg des meconiums nicht erfolgt : 
M wurden ihm einige Blutigel an die Brust gesett» 
CS erfcielt ein erweichendes Klistier » auch versucfata 
man .ihm ^üonen Haferschleim einzuflössen». DieBIn^^ 
eotziehoDg führte eins grofse Erleichterung herbei , 
die Bsspiration wurde ruhiger, die Temperatur der 
Hsnt verminderte sich : doch war die Besserung von ^ 
karzer Dauer; gsgen Abieod stellten sich heftigcuKon- 
vuJsipnen ein » unter welchen es in der Nacht vom 
2otei^ zum 2iten Februar starb. 

Bei der vargenommeuen Sektion fand man dii 
IfUDgen, wie bei einem Kiode das noch nicht geathmec 
hat, sehr klein» nach hinten eurückgezogen f von 
«iaokler Farbe und ieberartiger Konsistenz : selbst die 
klebsten Stücke derselben , sanken im einem mit 



■**. i6' *-^» 

Wasser vpD 'mUfleref* T^n3peratai^]ang^fiillt«n äit&0^ 
isu fiodcn : im Herren war das foramen^ ovale ge^fj^ 
net : ^^ tn d^r Sehedelhöhle' vf^fen die GePäfde deir 
iiarten HirnBant und d^s Gehirfis s^ibat, Vom Blute 
'atrotzend > di^ Konsiatenz d^aaeiben- äebt breiig : : die 
£ingeWeide der Vikerleibaböhltf waven geaünd » doc^ 
alfe aekr blutreich«* x»' 

' ' Nath diesem BeFucde lat «a nicht unwahrscfaeii»- 
Aicix , dafa duixh die feUerhafte BildliAg dbr Brttarein-* 
geweide des Kindes die Uninöglicl^keit der Herat^llang 
tleaaelben bediiigt wffrde. , . / 

- Bi^ Entbtmdetife^baBind sich nach dec Opera tioa 
ganz wohl; das Nachgeburttgeaehäft^verüef sehr rasch 
tndcl leicht, es watd ihr nur, vAi gewöhnU6h die grörste 
l!^uhe empfohlen« Schon gegen Abend desselben Tag^ 
^^Igti^n sich Fieberbewegungen: die Gj^bartatbeile 
'^areti etwas angeaeh wollen ) schmerzhaft; dabei war 
'die 'Haut teatht, der Durat aber aehr grofs; aie er« 
trielf: - ' ^ 

R. Kali nitric. dep^ Jj. 
G. Mimosae gjj. 
jiq. destilt sßmpl. |vj. ' 

MDS. zweistündlich. einen Efslöffel voll: 4äbei Fo» 
itientatioden der Gehitalien. mit einem Absud der aro- 
matischen Kräuter» 

' Am 2ateh Februar Morgejos» Patientin hatte 
weilig geschlafen: klagt beaonders> über Hitze:, die' 
Geschwulst <ind die Schmerzen der Genitalien haben 

sich 



ifcb gemindert; ^ie hat seit einigeii'l^ägen un^eacbut' 
dnes beigebifacht€ri ^Kli^lerl Keiüi^' Ldbesftffniing ge'""* 
habt, weswegen ihr das JEleeUkarium UtutivUm 'Phariit} ^ 
BdriMf. gereicht Wurdet .< ••» i . ' 

Am 2öten , A b e tiHl i: -^" ]^tl^6tin Wägt rfncto ' 
fixen S'cfamerz Inder Ltetläefigegetid' AeV liibkeii''Seite^'^ 
«tekann denUnkeii Schenkefiiar 'ante# gtöfdeti Schttier- * 
feen aasittecken'nnd elf^'nüir nitt is'lafie'im'Bett itif- ^ 
richten': si^^fiebert dabei stark; dei PdU hat eine Pre« 
(^pebjffvtm t^o'äfctil^geh ; öier hirt heiligen Dürit^'^eii-'^ 
' nende trockne Haut • der Leib "^lit -gifspannk ; ' tief "d« ^ 
fierähtmig ^feWdltth i*^^d»bei'ftf«f^l§d die Ldck^if?^ 
auch ist aie Milch st^^rettdn» 'nnj^eaChtetdaeKindiitätr^ 
trmkt, nicht ^estön. '' '" * * ' ^ • i'i w 

Die Aife^tVon war^'rWiif WBanciÄiatdflsch, niAd** 
ecViennach de^Siti des ;Schmef2e8iind deV gesttl/teii^ . 
fewegaog des Schenkels» besonders den Psoasmuskel 
^der linken Seite ergriffen zu haben: es ist nicht an« 
wahrscheiniich.^ dafj^ iiVaxh den, oben* erwäjinten^ 'l'^u^., 
malischen SchoMerE im linken Schenkel ^ wahrend der \ 
lezten Zeit der Schwangerschfift hie^ eine Praedis« 
Position begründet worden sei«~ ^ 

Es wnrden sogleich to Ünz^nBlur am Aitn'ge- 
lassen 9 eine emuUio oleosa nifrcfräj^Caiiaplahnäta voÄ** ^ 
dÄi spCiieb^ aftoilimt. 9^ herK^hyäüf!^ 'lihci Haferi** 
schleim znip Getränk verordnet; *r * * ^«*' -^^ '• 

Am luehy Morgens« Fätieniftf ftar gikt* nitht 
(cscblafen : * Vlie Schnbenlen' sintf'^ n^dft ' gterch iiefti^ t' ** 
der Schenkel unbewfeglichr fiebW» Durst» Hiti^e^*^^^ 
gestern^ Abend i? -Sünge uiäaäÄiftft iliiötkett{ 4«' •'fiV^ 
StuitOLiyslonriMil, lll.Bi. \iSt^ * B 



wnrdt fogletch ^^ 2td y^fiaej^litlßii v;op to Uomh 
Teraii9taltft, itnd>dlt getteta vfrordneMn AxzMieit 

beibehalten; . . . n 

• » - .» . .. ^ , 

"Nach diesem Aderlab Jieficn die Sdbmersen nad^ 
die brennende 33iue ▼ertehwand » ^^er. C^irst iRi«rd 
näTdifer^ ee a^Ute aicb. ^ind» Trajffpira^f^ eiaf 
aie erhielt non gegen Mittag alle^ 8 Stiinden eiaeti 
Grj)|i Cnfowel» und «ei^te die CeF^fp^^m««« f ^t 

Am Abend d^i^elben Tagea ^a^ 4a« Fieber whr 
' ^^^t^^ ^^^ ^'^^ glieichjüäfaig wen» i|iiflofiettcb|^|^; 4!« . 
•c^nserzen beinahe g^qt yerfchwnndei;i: 4)|eBfWiegnng . 
4ee fehenketa geschah ohne Mühe« Die Krice durch 
Kaiil ntid Miereii ward nao darch zweckmäfaige Mittel' 
«Hiterftützt nnd (dadurch die Krankheit aa' ▼ollkom«» 
mea^, gehoben f d^fs Fatjentiii adion fim jSjten Mar« 
die. Aiitt^t vollkommen geaund Terlaaaea konnte« 



Eine ücl votli^gefider Ober-Extremität^ 
wegen Kleinheit deis todten Künde's sehr 
*' leichte Wendung auf die Füfse# 

I^aro 1 i n e H« y aus J e n a # eine 42^ährige Blon« 
4iMfr TÖn tartem Körperbau, nnd schwächlicher Kon» 
atllQ^ion i war nie bedeutend krank» doch litt sie fett 
ihrem i8Lten Jahre» ^ ia welchem sie auip erstenmale 
, nienaYruijrte,an ^ffferwäfarendenVnoirdnungen^iiidie« 
aer Fjanktiqju Im.ai9ten ^#hr li^ard #ie zuqi era^enmal 
ecj^wangeri befand sich, während der Schwangerschaft 
▼qU^oQuueii y(9fÜ9 npft^gf bar zur gesetzmäüiigei^ Zeie^ 



— 19 - ' 

#JA todt^ ffindf ' ohne dsn^ ihrer Antrag« nach, irgehd 
etwas voracgegfltigeii \v*äre» was den' Tod hätte veran- 
hnen können/ IW VerlatoPdea Wochen betta war «ehr 
regelmälaig^ — Im Jnny 1817 ward aie zam zweiten* 
mal schwanger» und Jni Pöbrtfar d. J. in die Anstaic 
anfgenoimnen; Sie war atrdi in dieser Schwanger« 
cdiaft» einige leichtier ajrmpäthlscbe AffelLtionen der 
Digeationsprgane in den ersten Mönated anageqoiii« 
nven» immer gesund nnd fühlte bei ihrer Ao/nahme 
die Bewegung dea Kindef in der rechten Seit^ ' 

Iir dar Kacht vom iired zutii izten ftfärz' iteliW 
sieb die erateii Wehen ein rdoc!^ hatte sie schon seil eint« 
gen Tagen über ein FrSsteln» leichtes Unwohlsein, 
Mängel i«i£rslti.8t geklagt, ttäbi^ glaubte aie aber noch 
immer die Bewegungen des Rintles zu fahlen. - Die* 
Ausdehnux?^ ^fe^ £eibel war Vegelmäf^ig , man ftlhlte 
inüetlicb dentiicfa in dei' rechten Seit^ Kindstheile» bei 
^er innern Untersuchung wir bis Znm Eintritt der 
Geburt kein, Theil toriiegend zu fühlen; jezt fühlte 
man hinter der Scb^ambeinTerbindung eifie Ober- 
Extremltät« Ber Kopf des Kipdes tag in der linken» 
die^Füfse in der rechten 'Mutterseite: die WehM waren 
' itgelmäfsig,' dehntetl^den Muttermund bis gegen Mittag 
voi&ommen aus und drängten die Ober- Extremitäten 
tiefer ins Becken* Ohne den Bbsensprung abzuwar* 
tCQ, ward jezt zur künstlichen^ Hülfe geschritten. 
Beim Zerreifaen der Eihäute flofs eiu dunkelgePärbtea» 
lüokendes Fruchtwasser ab ; die Füfse des Kindes 
wurden rasch entwickelt, die durch die Füfse geschlun- 
gene bläulich scbwarze Nabelschnur leicht gelinst» und 

B a ^ 



' . . * r , 

^ llttiupf and Kopf ciiies iidton gtiKziny^^^ympag ttb/i^r-^ 

• gcgaogcnen, - rQti,ä^t.^id^(jPif Ä^^Ä^R^. «asljjifiS 
«tiok^ndcn, t^l^v^kljeinejQy; nurj^V^j^. achwjMr|Bp,K<ia^ 
ben,phhe alle Mühe her^iMgelci^t». 7^ CieJ^M^g^a»^ 
folgte bald nnd.leicht,« ,ai;^<4^ ei« w^ sehr k^in Qnä 
scbiDo in Fäaln^fs^ übei^^i^ngeti« . .. . .,\. j, ., . ^^./^ 
Die £ntboiideM iühUe sicB ^eligr f cl^wac]} ; ^klagte 
am. andecn Tdge ftberjti^fvyejb, . Zer^^hVHfc^pJjeit in 
ftUen ßi^edern ; dre Lpciiieo flössen xiQjr %^W^ .Ql^d^ 

. rochen ffiut. ahschif^Uch: .de^r Pj^U Vf^.» k){^D , ,^fi^^r«- 
ha£K;H^;Sie^erliie]^.^|e^^4fx; Falefiana^ im A^fgvd» mit 
ti^ q^ C. m^äW. ^.Ifnje^OÄea iV0n4eijWBg^.C^aipilIfen- 
Absi}d in die Mi^tte/eafhe^ Jei^t nähf^i^e^^iatr ^h 
erbqlt0^.9icb iabw,^8Q Jb^d, dafs sie.scitLO^ ^ ^^^^! 
M^z gesund entlassefl, werden i;onnt^ . . a t,ji> ., .-^.,4 
ll^if Torgenom^ienA.S^ktlQp gi|1> darchaun .^^ineiji, 
Aufachiufa üb^ ^iQ,^To4e6dr8ac];ie^^dea ;Kinde8» .'^'^ 
kaijn.dakhejr wohl ^nn^uxien^ iA|^U.iL^r<;lhjeine eig€iM^ 
k^ankbsifte Dispoaitioa jdcfs Ute^ins^ste^fis die ^uli[i|ion.. 
ies Kindes gestört^ (..wpfür ancb die gr^fse Kleinheit^ 
desselben apricht^. und dadurch vielleicbl der Tq^ di^a. 
Kindes herbeigeführt W9rd€n sei,- , , . . , 

Dieser Fall erinnert uns zugleich 'wieder; daran ^^ , 
wie wenig man^bei d((r Eptschefdang» ob efn Kind, 
noch lebe oder nich^» den Aussagen der Gebäreiiden : 
dafs sie das Leben des Kindes fühlen^ jt^aueti dürfe» 

, . Die Gewohnheit des mehrere Monafe gehabten Ge» 
fülils von wirklicher Bewegung währf^^dder Schwaq- 

,,geT8cl»aft, scheint eine.aoiche Täuschung im. Verlauf 
der Geburt veranlasfl^n zu könneu^ ^flMwenn der 



s>. 



Toi de« Kindes achon leit einigen Tagen §tMgt i«k; 
ihnlich.wie nach Ampatafionen Ton gröbern -Glied» 
maEsen, die Amputlrten oft necb'der'OperaCion noch 
Schmerzen m dem schon abgesetzten (jliede za fühlen 
glaaben. ^' 



Eine füj Mutter und Kind glucklich vcj- , 
laufende Entbindung^ mit der Zange^^ 

Karolitre B., ans Berlin» eine unretheirt« 
thete gesunde, gut genährte, phlegmatische Btondiney 
von 26 Jahren f wurde erst in ihrem siten lahre teen- 
ftruirt. Sie wurde ihrer Ans^age'nach anr gten Jun« 1817 
schwangeT« und (fihlte am *2iten Oetoher die ersten 
Bewegungen ihres Kindes: —' Hiemit genau überein- 
^stimmend zeigten sieh in der Nacht Vom Stenznm 
9len März die ersten Schmerzen ,' die jeddch deii'Tag ' 
über beinahe ganz wieder aüllärten ; ^^ gegen Ahend ' 
stellten sich voik neuem stHrkere* Kontraktionen ihder 
Gebarmutter «in, und bald nach Mitternacht, tfliseifr * 
\die Eihäute, obgleich der Mattermnxrd erst in der . 
Gröfse eines Zweigroschenstücks' geöffnet War ; der 
Kopf desKindes stand im Eingange'deskMnen Beokf ns» 
Die Wehen fiengen bald daran f^an*sehr uniregelmäfsig 
und schmerzhaft zu werden , ähi Muttermund wurde ' 
krampfhaft zusammen/ und nach oben- gezogen :- es 
imrde deshalb ein Schwamm, in warmto Chamilten*^ 
aplter in hjroscfamuS' Absud getaucht» 'in die Scheide 
gebracht^ und auf diese Weise Mutte^mmid und Gelii- , 



, ' ^ — 22 — 

uTifii f^menlirt ; et wurden ihr eisige i^nfü Olui«> 
miliefithee gereicht j doch hatte keins^on beideti eii»«: 
günstige Y«räiilG|euuig zar Folge» . 

^ Anisioten Morgens' 8, Uhr. war der Leib bei^dc^^ 
Berührung aufserordentlich empfindlich 9 hart i der. 
FalB gerefzt,^ härtlich , die Kreii^ende hatte viel Hitze» 
brennenden Dar^t^ >nn4 ttmufhörlich die unerträg» 
Uchaten Schmerzen« £8 wnrde ein Aderlafa am Arib 
von ungefähr 8 Unzen instituirt, undlnjektfonen voir 
f inenl Infus, kerhae kyosciami in die Scheide gemacht« 
lUe £aip^4iichkeit dea Leibe^ verachwand hieniaQh ' , 
allmählig, die Wehen wurdeki normaler; gegen «2 Uhr 
w^r .der Muttjermimd in der Grobe ein^a Tbalers ge» 
öffnet, und d<tr &opf in der e#aten nermalen Lage bie- 
in djie mittlere Apertur vorgerückt; die Wehen kamen 
nur aelten* und ea dauerte, daher bia nach 4 Uhrt eh^ 
der Muttermund vollkommen auage^ehnt war ; dev 
Kopf ataDdiuln di^ae Zeit zwiacben der mittlem und , 
ufiteriBi Apertur, die Kopfgeachwalatwar aufteroirdent* 
lieh gnof^.und prall^ «pracbaüso für d^ Leben des Hin« 
den, obgleich die Gebärende ea acbon aeit mehreren 
Stnpcleii nicht mehr jsu fühlen v^fratclii^rte; da ii^defa \ 
der lange. Stand des Hiiidea im BeckenJbm doch liach-. , 
Ih'eilig werden. fc^imty» okid da übeifdiefa die Gebärende 
durcli die Lange. naddorcb die Unregelmäfsigkeii de^ 
G#j^äriing8akie9 giKi^^ fl[0chdpf| war,, ea wurde ea für . 
rat^mer gehalten» der Na^ur zi}.Hülfii».zu kommen, 
uf^d daä K^.nd. mit.Bilife .der Zai^e zu entwickeln, 
Paa/Kibd, ein. Knabe, wog 674 Saliner PE^nd,. batike . 
eiop. Länge jfi^.i^ Par« Zoll,, war acbeiniodt^ doch 



-— ■ «3 « 

utr Binprftfitä initkallatt Wasi^ir^- Rdben, Bürateii 
kuneiGhcnd iba bald ins Leben xnHickztirafefi. Ein^ 
Viertebtimde nach dar Gebart del Kindea ward aadi 
Um K'cbgebnri anagaecbloesaii i Mutter und Kind bliait 
ben geeond and irerli^ten ntcb i4 Tagen die Anstalt 



Eine kuDstlicbe Fuffgf^burt bei einem 

fehlerhaften Be.cken von. 3% Zoll 

conjtigata*.. 

Dorothea Z. aiit Berlin , SS Jabr nUy eto« 
kleine 9 echw'icblicbe Fra«, Ütf ala Kind beaondero 
lange an tkrofttfölen ÄnaadMügen afUer Art» wurde Im 
ibfem i'^ten -Idbre iibae Beacb werden menatmlrty nnä 
bUeb «i regebn*ab% bia zu ihrer eraten Schwanger* 
aclufi; Sie rarhelrathete ^äkh in ihrem fiSaien Jahto 
ao einen hieaigfn Weber, und iai aeit dieaerZeit znm 
TtenMal acfcwanger» dodi^bat aie bia jezt noch kein 
Icbeadaa Kibd^ , aie ei^lil^ nämlich, ana ihr nicht be- 
kannten Ursachen» amal eine Frühgeburt, bei;welcheii 
aie ungemein viel Blut vertoren haben wiU; die m» 
dem Kinder wurden zwar ab^getragei^ , ^der macht« 
aber jedeamal eine £dilerhafie Lage derael^n kthiat 
liehe Hülfo a^thwendig» in dei^a Folge wahrschein 
lieh a Kinder gleich todt geboren lirQirden» nnd^ie an 
dem beiden korz nuk dei? Geburt atarben* 

Sie glaubt <m Julj v*. J; wieder acfawanger gewoi 
itn zu eeyn# befand aich während der ganzen Seh wai 
gaiichi^ oiid Httdi bei ibret A'uAiahmo in di^ Anata 



pehnrtm erregten den Vfr^acbt .el^iea. feblerhufteit 

^^f^Ü^fpa, weswegen ^iQf g^o^ue lUntersacliuiig ihre^ 

ganipen Körpers' für .ndtbiß igejhaUen^wur^. £8 fand 

tiiclvJ^ilLrti^U dafs.diQ 9sbaUer und ^j|^ 4)^l«)^n der 

rechten Seite höher stand, 'als die derjinken; das as- 

sacrum war mehr als'gewdh^rUdrlconvexj die Neigcuig 

des Beckens war normal; der Leib wfir sehr in die 

Br(!to'^sged^fant^'Hind8tlieile'^lLonni:e''inan t>ei der 

äussern Jüniersudiiiiijg sö Wenig als bei der ifinern. un-^ . 

^ terscheiden; die Bewegung des Rindes fühlte sie lel)- 

^ti if|^.jp«l^tba^ch; ; bei - 4e>, Innern Ubteraachung 

kofinle- x^an d^s JProa^on^orimn leicht erreicheii; diiT 

' C^npingßta ßM Beid(epe.inglipgs\wufdt.9'9r«utif}st des 

^ JTfi^^a^^WtftcbAO , ,CmnffiU J:ifmii$euis Mxki.Si}/r Pariser 

. Am sgten Märt trat die Gebuft ei»y «um fühUo 
nun hei der inneoi Un.l;i9ivuchang;vor. dem ittaieii-. 

' sprujbg alle 4 Extremitäten vörli^geq 1 mld»dar«h die* 
äussern Bedf^ckung^n den Mopf des Kindes. in der reich«' 
tf n Mutiisrsciite : alt;derMattierjDittn4 »Ich iroHkoinnien:. 
geöffnet hatte 9 «worden die J&ihäute gerias^n nnd daa^ 
Kinrd hei »beiden Füfseo heraaegeleittt9..dieXäsiing> 
der Ober rExiremitäteo nachts, keine 6öhmerig|Leit». 
deato mehr, aber die Heransleitung .des. Koj^fa. : Paal. 
Kind war. lodt» es etaisb^w^rschcfiniidi apoplektisch, 

;bei der ^längern Dauev der Entwick^nng dts.&oi»foa. ^ 
Die Anstrengung w;äbrend. der Gefanrt;^ die längere . 

I Däuser .der schwierigen» achm^zhaften Operation fa^«» 
ten. eine gänzUche..£rafiböpfaxig.der.£nlbaiideiiiui zw/ 



, — ^5 -*-^- 

T^f die .noch durch -tme eintrefeDde Hamorrbtgie» 
die iavoUkoiimiezier Atome der Gebärmutter^ begrihi* 
det war, aasaerordentlich vermelirt wurde» Weder 
auAMrenoch inneire Mittel :ireniiO€hteii neue Erregbar« 
kiüi in der Gebanniitter hervorzurufen , tiDd die zur 
AusscUtebaug der Nachgeburt ^öthigen Koatraktidnen 
zo erri^eii: der Zustand wurde höchst bedenklich | 
der Pub war kaum zn fühlen » dieJSxtremit'iten war« 
4ea marmerkalty die Enjtbun^Äne war aus der tiefen 
Ohnmacht kaum zit erwecken: dabei blieb' die Gebär- 
mutter ausgedehnt und schlaff» und. das Blüt rieselte 
-ManQj^rlieh: ee blieb daher nichts übrig als die Nach- 
geburt zn losen und fortzuneiunen ; diefs und die An« 
vendnng ron Esaig • In)ek|soiien , innerlich die fVnc« 
t»ru Cümamond hatten bald den gewünschten Erfolg ; 
dei BlutHub lieb nach , die Gebärmutter zog »ich re-» 
gAiäüiggasammen; die Entbundene erholte sich bald 
uad be&nd neh wider Erwarten , heftige Nachwehen 
am Tage naeh der Entbindung ^abgerechnet, im Ver- 
lauf- des Wochenbetts ganz munter: doch eihiejt sie# 
um die Schwäche, ^ie ab Folge des groben Biütver- 
Ifistes zurückgeblieben. wlur, zu heben. Anfangsein 
leidstes In/iisum f^alerianae^ später den corbex Chinas 
im Etekokt , verbunden mit ^ einer leicht nährenden 
Diät, Und kehrte am igten* April gesund zu ihrem 
Gatten zurück. '^ 

Das Kind wog S% Berl. JPfund $ hatte eine Länge 
von 20 Parieer Zollen: der Umfang und die Durch« 
mcner dea Köpb^ waren nicht ungewöhnlich, nur fü)r 
die fehlerhafte Ccnjr>;tf^a zu grob. 



r 



V HöfifaAt vraiimheinlich war e0 imniek' AilMlbetlUi-^^ 
SernHty w^ auch bell den frühem £ntbiiidangeO|^ bi»* 
eoaders bei den Fehlerhaften Liigen des Kinidie, -«tt 
denen diese Fil'au fast pradisponirt zn veyn sch^tnjt^ ' 
dep nn glücklichen Ausgung füir das Kind herbeiführte«. 
Da sicih Termuthen .Hers» dafs eine Frau ron SS 
Jehren, für deren Frnchtbarfceit iure firübere^ebetf^' 
9eischi<(bt0 nur tu febr sprach, Mröhl Onodi öfter 
«cbwanger wiirden m8<!:hte; so wnrde ih>r geratfaen»'' 

xbei einer itienen Schwangerschaft sogleich Hütfe In de«*^ 
Anstalt XU Sachen }' man wollte dann entweder dtin^ 
die dazu Tprgeschlagen>en Mittel die starke Aasbtldung' ^ 
derTrachf zn verhüten, oder durch eine künstlida 
bewirkte fküher^ Ehtbiödttng vielteichi ein lebcuidee [ 
Kind %^ erhalten suchte *y^ nm so aaehrv *b aiob 
die hiesige Anstalt für verpflichtet hielt,; leatee neue^ 
dings von 'eii;iem deutschen GeboUshelfer mit so vi«* 

*ler' Wäim^ empfohlen^ Yerfahren einer sorgfltHigva 
Prufuag zu unterwerfen. Die Ereignisse vom Som^ 
iner^semeater 181:9 werden^ über diesen Gegenstand di» 
«rstto Resultate enthalten f und jener vorläufig eebom 

^ in einer Inaugural-Dissertatinni abgehandeil werden^ 

. ^) Üiese Frau bat . sich seit jener Zeit Wirklieh bereite 
swcinial gemeldet; das erstemal im Noyenber: 181$ |. 
< da» stemal imJulyd. J;$ leider^ kam, sie aber beid« 
Male über SchmerKen» über Blutabgang Lla^^end : sie 
war Beide Malo^im Steti Monat schwanger, «««^ ««• 
geachtet die nöthigen Mittel sogleich angewandt wur- 
- den-t konnte doch dU früh gehurt nicht verhl|tel 
v^erden* 



•^ Ä7 ~- 
ivelcb« ttater wJ^n^r Letioog tos jiintai mtlAn 



Ifaturlicli erfolgte Geburt eines todtea 
Kindes* 

DoT othea B. , 28' lahre alt» regelmäbig gebpnt» 
gasnndy feit ihrem i6ten Jahre manstruirt, gebar im 
Sfpsten fahre ein ansgetragenes lebeodea Kmd, war jezt 
zum zweitenmal schwanger , und erfreute sich auch 
wahrend dieser ganzen Schwangerschaft des besten 
WohTseyns. '^Bei ihrer Aiifnahme in die Anault, in 
der Mktedes VEätzi fühlte man noch keinen yorlie*' 
senden ThaUf 4«t Leib war sehr breit, ihre Angaben 
^ iiber die Bewsgong des Kindes unbeatimmt,' 

Am iSien März Nachmittags trat die Geburt ein» [ 
man ffiUte jezi den Kopf des Kindes über dem Becken- 
etngang: die Gebortiperioden verliefen sehr langsam» 
die Wehen waren selten und schwach : erst am i4ten 
■eigens halb 5 Uhr rissen die Eihäute und eine Vier« 
telstnnde später ^ward ein todtes zum Theil schon von 
dar Epidermis enti>löfstes Mädchen geboren« ^ Merk- 
wdrdig war es, dafs auch in diesem Fall die Mutter 
kurz vor der Geburt das Leben des Kindes gefühlt zu 
haben versicherte. Die Nachgeburt ward bald nach dem 
Kinde ansgeschlÄssen » sie war schon sehr abgestorben 
aad deutete also auch auf den seit längejfer Zeit er- 
lolgten Tod def Kindes, 

Die SektiM zeigte alle Organe deaJü^des gehörig' 



jBigebildet . mtd V«n normaler B«f chaHmheit^^ tiild^ gab^ 
HOS übereile Todeauriäcbe kein Lieht, -^ Die^Muiitr^ 
wurde bald gesund entlassen-. 



, Glücklich, für Mutter u^d Kind erfolgte^ 
Entbindung mit der Zange. 

Am i7teti April mufste Louise B.« eine ^6j'^Ii^« 

' rige^ acblaoke, kaum ausgebildete Berlinerin milHütfin 
der Zaoge entbunden^ werden , weil 'die Naturkrlft^e 
zur Ausscbliessiing des Kindes nicht hinreichten» Bei 

'ihrer zarten, schWächlicheq S.oi|stitiido<i , bei ei^^ia^ 
fast phthisischen Habitus waren die weniMn Kräfte^ 
durch die sich verzögernde , . schmerzhafte Geburt 

, vollends aufgerieben word[en » die Wehen blieh^i^ e||d-p 
lieh ganz ans, es bildete sich starke Kop^eschwuJse» . 
{künstliche Hülfe war also vollkommen indicirt «' -— * 
wenige Traktionen reichten hin^ ein lebendes M4dcheii 
heraudznleiten« . , . . 

Die Mutter befand, sich iiii Wochenbett sehr wohl^ 

^ die 'Milchsekretion trat reichlich ein, sie saugte Ihr . 
Kind selbst, und verUefs nach 14 Tagen gesnhd die^^ 
Anstalt, 



Sehr schwere für^ das Kind ungliicklich 
.vo]|lendete Entbindung mit der ZJangp* 

. Christiane M., aus Zittau, 29 Jahr alt, un« 
verheirathety' wurde im März auf^j^ommeo, Sie war 



-■ . - ^ -- 

ininlefeT Grob^ QDii^T^iiiii.craleniiuhalbwtnger.r Bei 
ihrem r<g«lmärtig^0) Qj^i^pcvbaii:, ter AikA in stinea 
PoTfluses^rn. norfl^iaU^^eiir. 0lii«aä4t«rip^ 
Becken» bei i&OBi ^^[^iiiiot^UdcDr&GiUrn^.getreteaeii. 
Kopf, liefs skli unter den oben angegebenem tVerbalt* 
nUaen eine nonnale, gliicklich» Geburt erwarten« 
Die Bew^gQOg de« Kindes f&blte eie in der linken 
SettCi .....:•...;. \. / ■ - ' '^-'^'^ :: « ' • .. 

. , Am- il6|BB Afflrii.» ..stelUen.iaidi 'NachoAtagt ' diar 
ersten TTebeii ein ; * w^wr^it Am Venlailß der Gebort 
b^ldy wegen der atarkeii^^ InklTnaUon.ide^-Becken»» 
4^ uijtcren Theile <Je^Kpr|fefj^feiö^.a^Ä «rJ^ft^cX4gP? 
gegebei^ : — die Wehcp w|rcn .widej E^^jjitaij finkr^f- < 
tig« Eru am ft7Uen Jtf <)rg9;9^ gpg^^ P ^^' V.?^&^ n;ieh. 
'voUkommen. znsgti^^ifm^ ^^nl^etx^x^ ,BIa9f^j 

^^ ^gf ruckte /ai^sana vpr,un4 at^d jjieygfi^^.Vlu^^ 
T^rmitt«^ nohawegli/^;jp der naU^tTf^kf^P^^^RT.^^» 
dem Hinterhanpt g^^pp ^|e .|ecl)tc Piftjfiq^; K*tf testen . 
•ich Yomitaritipnea eipt , 4Ie ^hoiti|j|;j^^,|^hwaUeA 
«»xwardeq empfindliotir hMf^}^ maft/fofla^lrfif te i»ip , 
eine Zeitlang init ejjpejtp^ Jaijen Atistid'jroij^SQfrWtif-^^ 
lenden Krämern, iind ^\pf^.^djji:j|^eg9n ifi.Ubr 
geuÖtWgt, . die v5an&§;;,an^w|?ndQj|*, ^;Nu^,n9Jif «ebf 
gro(aem Kraft ai^wapd wx^f^e nach vi^^fi Traktionen 
^ groiae Kopf eines atfrk^ii Mädct^^a^hj^rauä beför« . 
^rt, die nait deir gtQ{ate'n>9ekai:]:U€bkei^ Fc^iFfgesezten 
Battuagaverancfae yermocftteA nic^t , ,daf ^i^A^i^s^Le^' 
I'caznrüdbftnrafen« Auf die, IMEutter hi^^tt^^ die- Opera« 
&o^ eine entzündtiche Geschwirlat der. GenUalien ab- 



— ija *^ 

gerechnet» aSi*'diircii irdmMische l^'pniehiitioDeti bal^ 

gemäfd^wtmle» keiiieii^ weiteren naditheiligen Kin«' 

, tutSf -<»' A$ einige Tagir nach' der.Ettcbindairg ihre 

Brüste bedenteiid enschwollen^^ ^bi^lt lie das KiJS 

--miphuriamr tda «bletts^ea l^itfel; aie würde gesanci 

' entlaeseii» . .ii •. . * *; . • . -T 



Entbindungsgeschichte einer kleinen rer^ 
Hfkcht^iktLn Person- mit'iel'riiMA Hrifsgestal- 
^-tdie^a^u engen -Beoftcni» ><;?: 

Lo^rtT S;, 35 Jahr alt; ihis fotadam» einV 
Jkilehie '^^tthVR/he\ dnttk die in ihri;r Jagend ge- 
'Kabte JtAixVAI^/i 'tfehr verunstaltete/ ünverh^hratbettf' 
Persom-^'Bie'ist S Pnß'g Zoll hoch^lhre Mckeiiwlr-' 
|]«l6äuie üit^niich dier rechten. 'SeSt6 hin'cingebogto und^ 
itigleicfa iünA ' innen 'getrieben, so» dafs das Siernüm 
dadurch -etwas 'hervorragt^ das rechte äch^tterblatt ist 
dttrch'ditfse Verbiegnng atark'bervbrget,riebexir dle^ 
Neigiiü'^;des' 'Beckens ist ansseirordentlich gerin'j^f'ao»^ 
dits der' oMre Abschnitt der Führimgsiinie des Beck^toi 
mit der Centralltnie des Kört>er8 beinahe paratieler*'^ 
scheint^' die jrriifh» ossis iliiitet lilftken Seite steht nm^ 
fi Zoll hSher als die rechte;' der qneere , Dor^hnadi-^ 
ser des grofsen Backens beträgt io Zoll Pariaer; daa- 
oi jacrzmi ist stark gt'w'öVtii ;,* xiii Ptomon^ärium leicht'* 
sa erreichen^ die Conjugaia wurde mitteUt des Bair«^ 
deloeqtteskhttt Cömpas JtSpaisseur auf S Pariser Zoll ** 
bestittinät; besondere , Verlegungen < oder Hervorra* 
gongen im Betken aelbsr waren nicht za entd^ck^n : ' 



ürnifiere Apermr ist foliferhiift» dto htrtbfteigeiideir 
Arne der SchMmImn« bilden «iitea .0pJlMA WipM» 
iiod 4ie Entfemniig der Mden Sittknofren war za 

Aqswt der 2i&M&fV£i» woran ate bia za ibr^m t4tea 
Iifcrf laborirta^ war sie biaber geanndf Ma ial aak ihrea^ 
i^en labre ziemlich iregel0|arajg m^alhiirl, — Ueber 
die Zeit dar Konceptiom in diestr ibrejr M#¥Pi Schwan« 
firachjiEt waifs eia kalM.gan« bastiwnt^ Antwort zo 
§ri>an ; die Bewcgoog d0S Ki^daa gbnbt fj#Ji|i Anfang, 
lannara.zQm arateiinif}e gefühlt zii habM : ai# war in. 
dar 'Schwangersdiaft gawnd § doch hatte iia. Un Gu* 
zaii iuMner labr wenig Eblnst. : .^ 

Bei der eratan .UnieraQchnng im,Fabmar zSafl^ 
fohlte man den Gebärpaottergmnd unter der Herz^ 
grabe; dei/Na\>el war vi^ratricben | \ die< Bfi«Kchdei;ken*. 
mär ge$psinDt: die % ZoIMange Sch^idenpprtion etan4 
zwäcbeo der mjt^ejteBi'Und Unstern Be^anoiffnaQg, . 
gleich hinfar der Symjthysis o$sitim ptttis ; Mn var^e-^ 
gender KindstfaeU war nicht «u entdecken;. — dia 
Ijßgi der. GebnrUtheile gams dt« vordare« 

Am afiten Fabruar (ahl^a man «unt . «ratenttalt 
den Kppf beweglich über der pbern Aparfnx« .: v . 
Am ipten März hatte eich der Leib etwas gesenktf . 
der Nabelt^ war har^prg^trieben), dia yag^nalportion 
% Zoll lang» atand >ezl m^hr hinten nach dem Krpi;k9r ' 
b^ gdüihrt: 4^ Kopf war j^och bewe^ich ^b^js de« . 
Sttging^« • , ; 's. ' . ■-'. '-, » 

Am Sptan Macz \ der tieib hat aicb noch infhr > 
gSMokty dmr^Jlopf iac inä kleine Becka;^. geübten. 



' ■ ♦ ' 

^Aoi' 2d€e& ' April Morgensl g4%Mi '^Ühlr^^v^MteW. 
ikh" die ^k^to' McbUn W^M^a :)[&itit der Kopf War 
icfaon bi^ ttdter die minlere ÄpertiiK vor^etückn* i «^ 
Gegen 7 Uhr Abends- «rar .der Matterinand:^tvf^ 
± FtnU^rlü^eSe geöffnet, dasFrücbWamr schon früher 
Abgetönter gegen Mitternach« dbr M utterniünd^^ll^ 
kommeif geitfFitot, der Kopf tfickte während* d^^ 
kfSftige^ 'Wielten* tiefcfr $ er luitte die erste '^braaiM^ 
liage , die*' Näth^ waren -codi- bidft Teil:t#6chetf^ 
äO j dafil^> dte dttnnen 1 KfopfkilOfsben stark ftbereÜi-; 
sinder - geschoben werden li^oMtiMa^) es S^Kien'^dtl 
als Wüf«UP^i« mtürkrstft hinf^cbeii den G^törangs^^ 
akt selbst zu vollenden ^ indessen ward ihr 'd^et^^ 
AnsgangISia Bedtefls doch ein^zagrofses Hlbd^ifs, 
wfelehe&( etidlit:b,"als am Siteii MarzMorg^ns &ClSr dhr^* 
!Kopf noch «unbewegHch atä Ansgarfgii stand ,\ das Aton*^ 
l^eii der Zange fiotbwendig nsachte: nidi. wenigen^- 
Minuten war die • Kreissende * von einem* lebebdea' 
Kinde, mannltdien Geschlechts entbunden: die Natk^ . . 
gebart löste sich bald*: eine kleine Blut ang die naich v / 
ihrer Ausschliessung eintrat ward dnrch^ kälte Ute« ' 
,eehUlge Mlf' d«n Vnferleib^, nnddirrch den Öebratich : 
des EUx. Oitd. SaUeri in 4q» Ciiinmwnii bald ^ge^^ 
.holjcn, '^'•.- ./ .: v'^ ;-./m:. : , • ". -.1..- J 

Das Kind Wog 6*/» Ber^/ Pfand , War'' xS^Zölt^ 
laisg ; der Umfai^ des Kopfs betrag 1 1 Va*Bef4. ^ZoU ; 
d«r Qaeerdardum^sser desselben ^ 4^;^^'''^Biirir{;>^'^^ 
der lange Darebmesser 4" 2%"' BerK; — ÄShTOfri:^ 
gonaldurshme^er 4' 11 '' Berl. ; :a: die Sclltafcer« 
breite 4" i%"'BferL Maalk i ^ : • ^r ,: ^ 



_ 33 -.. 

Die ^ntbtmdene hetsmd tficfa andff^rovdentltch wohl, 
find versucbte, al j die Milchsekretion eiutrat, ihr Kihd 
tu sangen: da sich aber sehr bald Brustbeschwerden 
einste/icen, sie sich sehr niatt zu Rihlen anfieng, ao' 
ifinfstesie es wieder entwöhnen. Sie erhielt' als tfblei« 
fendes Mitte) wiederholte Gaben des Kali sutpJiurici ^ 
nnd wuFde am'^sgten May giesttnd mit ihrem Kind^' 
entlassen. 



Aafser denen , bei Gel|qgenbeit einiger Gebarli'v 
FäUe erwafanten'^Rrankhjait^ der WöchnerjLnnen kam 
in diesem Semester nur. noch eine wichtige Peritonitig 
nach eiper gao% leichten i^urinajen Entbindung vor » 
deren Geschichte aber « da sie sich bis ins folgende 
Stmest» hinüber zo^, zweckmäfsiger bei der folgen- 
den \3ebeT8\cbt mirgetheilt werden soll. 

5eiir häußg waren bei den jungen empfindlichen 
Berlinerinnen die durch gesogenen Brustwarzen # bei 
welchen mit dem besten Erfolg das von Dapnemann 
im Hufelandachen Journal empfohlene Mittel angc* 
wandt wurde* Es ist = folgendes; 

R, Ol. amygdal, ree^ 5*i^* 

Gummi araib* 5'J* ' i 

. fiat c, ^^ 

. jiquae Mdsan 2 j; . v 

emuls/ cui adde 
Sahami peruv, "5h ^* 
Hieraiit werden die wunden Broatwarzen t*ägUch meh- 
revemal beitrichei/, und dann oft mit Wasser gerei« 

nigt* ' .:. . r '. :' . . 

SnmoLt>s Joitrnül. UI.Bd, \*Sl ^ C 



. . Vntet den Kinderkrankbeiten kamen, anfaer Sto« 
i:KI|]g^n in den Digjestionsorgaiien » diff auch wohl von 
'Aphthen begleitet wurden / uns nur die sögenannto 
bjepharophtihalmia renens natorum t upd aucb di^ae im, 
Ganzen nur selten vor: ihre B^andlnpg iat i^ All- 
gemeinen hier in der Anstalt 9 folgendem Im erstem 
Stadium wird das Auge nur mit einem feinen in war^ 
inen Chamilienabsud getauchten Läppchen bedeckt; ica. 
2ten und'Sten Sudium wird folgendes CoUyrimn mit 
irleiem Glück angewandt r 

B* jfq.Rosun^ij^ lUueilag. sdmHiCyionior.'^l^^ 
Acet.' saturninl gU^ viij — X, Spirii. eamphorät. 
gt0. XV'- XX» MDS. Täglich 6-8 mal einige Tropfen 
ins Auge zu tröpfeln; -^ bei grofser Empfindlichkeit 
werden wohl noch einige Tröpfen Tinct, Opiicfoeat. 
zügesezt« . . , 



- AnCser den in der Entbindungsanstalt vcirfani^n« 
den Geburten bietet auch die Poliklinik nicht selten 
Gelegenheit zum Unterricht d#r» btesondevs in Fällen, 
wo Hebammen um Hülfe nachsuclien müi(3en. Der« 
gleichen Fälle» meistens schwierige, oft wphi gar von 
den Hebammen schon verpfuschte» werden dem Schü- 
' 1er doppelt lehrreich; denn aufser der grade angezeig* 
ten Hülfsleistung, lernt^^^r au^ch, da die^Hülfesnchen- • 
den gewöhnlich zu der ärmsten Volk&klasse gehören, 
sich in einem engen, beschränkten B^ume .unter den 
luagünstigsten Verbäitnissen frei und jtpit Umsicht be-^ 
wegen'; er wird auf Volrkehrungen aufmerksam )' die^ 



— 55^ -', 

er iq^ der Entbindungsanstalr, wo er bei eeineV Att« 
knnh schon alles ^ugeriUiet findet, wo ihm ja jedem 
AogenUicke atLe Hülfümttterzo GeboCe stehen» gar 
l^ht übersehen kann » und wird dadurch allmählich 
tu der ibfu bevorstehendeti prakti3chen Lanfbahn hin« 
geleitet. . 

Aursev einigen Entbindtmgen mittelst der Zange t' 
wo die künstticfae Hülfe tbeiU durch Erscböpfang der 
Gebarenden, theils durch -relativ zu groben KopF , 
oder bedenkliche Kopfgeachwnist indtclrt* wurde, und 
für Mutter and Rind glücklich voirendet wurden» fiel 
auch nuchstebende Zwillinge - ti'rühgeburt vdt $ dii 
toiner nähern Erwähnung nicht unwertb scheint» . 

Zwilliirg$ - Frühgeburt« 

¥tan K., eine gesunde, rüstige Prau voii $7 

Jahren, Jiatte in den ersten lahren ihrer Verheiratbung 

ans ihr nicht bekannten Ursachen zweimal eine Früh^ 

gebart erlitten » In den sp^t^ren Jahren leicht und 

glücklich ausgelragene bebende Kinder geboren und 

selbst gesäugt. Kurze Zeit nach der lezten Entbin* 

dling im JDezember iß 16 giengen ihr einzelne Stücke 

einer taenia ab« Der deaifaaHb zvl Bath gessogene Arzt, 

rieth ihr» das Kind zu entwöhnen und verordnete 

6 Wochen hintereinander die Tinct* arotnnt, atida 

tSglich ä mal za So^ropfen. Bei dem Gebrauch die* 

ses Mittele blieb die Menstruation ans» die eich schon - 

wieder etogesteltt hatte f doch^ wurde died von ihr 

aicht weiter beachtet ; vielmehr als eine Folge der 

gebrauchten Säuren angesehen* €egen Ende des July 

Ca 



erbielt sie von /lemtelben Arzte einige drastitche'Par« 
ganzen, wonach der Abgang itt taeniazn vieieh £Uent 
erfplgte,' .Sie erholte sich beim Gebrauch von robori«» 
Ten/den Mitteln sehr b^ld» ward aber zu ihrem n^cht 
gelingen' Erstannen gewahr» dafs - das' Ausbleiben der 
Menstruation, nicht eine Folge der Arzneien», sondern 
einer neu^n Schwangerschaft sei« Sie befand sich dabei 
-wieder .Tollkömmen wohl 9 bis am j8(en November 
igi7 ^ich ganz unvermoihel Wehen einstellten; die • 
(Sebnrt wai: der Unteranchung^nach wirklich, liitigetre« 
ten> das Fruchtwasser schon abgeSoisen. . DieWs^en 
^a^ei^ •schwach, erst am igten November^ Morgens war\ 
der Mi^tj^rmund vollkommen ausgedehnt und t^m 5/« 
Uhr erfolgte die Ausschliefsung eines weiblichen Kin- 
des, der Grpbe nadi von ,7 Mondsmonaten , das sein 
Leben sogleich durch ein ziemlich vernehmUches'Ge* 

'schrei bekundete: wenige Min.uten später fand sich 

r bei der vorgenommenen Untersuchung eine neue Blase 

gestellt^ durch welche man neben deqi kleinen Kopf 

Ndes ,2tep Kinder eine Ober -Extremität liegen fühlte: 

.bei der Kleinheit des Kindes konnte man die Aus« 
Schliessung ^desselben auch unter diesen Umständen 
der Natur überlassen : ?-* sie erfolgt^ nach einer halben 
Stunde ganz leicht Auch d^s ;£wejte Kind lebte» war 

'^ Weiblichen Geschlechts un^ noch kleiner als das erste. 

^ liic» zusAX&«3oenh'4ngenden Nachgeburten folgten bald ; — 
die Entbundene prfr^ute sich im Wochenbett des besten 
WofaUeyna^ die Kinder starben aber beeide am Sten 
Tage nach der Geburt« 



:i 



Neben der geburtshülfiicfaen Klinik besteht nanaa 

der bie«lgen Schale auch noch eine Poliklinik für die 

Behandlung von Krankheiten^ der Weiber und neage« 

bornen Kinder; eine Vereinigung ü die am $o zweck*, 

mafsiger ist, insofern vorzüglich der Gebortshelfer in 

diesem Theil der praktischen Medizin' am Rath gefragt 

wird : and um so holhwendiger , weil nicht jederzeit 

in medizinischen Lehranstalteti grade die Krankheilen 

des weiblichen Genitalsjstems deren Wichtigkeit, deren 

grober Einflnls aaf den ganzen weiblichen Organismae 

Ton jedem praktischen Arzt anerkannt wirdf theils ane 

Hangel an Zeit,- theils aber auch wirklich ans Mangel 

einer genauen Untersuchung gewöhnlich oberflächlich 

behandelt werden« -— Der Schüler sieht hier die trau« 

Tigen Folgen einer ungeschickten » rohen Oebnrts« 

bü\(e; er wird aaf manche Misgriffe in dör Behandlang 

der FFeii6erkrankheiten ohne vorangegangene U^ter« 

suchuDg' au&nerksam ; er schärft sein Gefühl, indem 

er den gesunden Vom pathologischen Zustande f di« 

rerschiedenen Nüancirungen des lessteren , den schwan« 

gern Tom nngeschwängerten Zustande unterscheiden 

lernt, und wird dadurch auf Fälle vdrbereitet^ die ihm 

auch in der Folge als gerichtlichem Arzte vorkommen 

kömien» 

Die vBCk liaufe dieses Semesters behandelten Krank« 
heiten waren folgende: Störungen der monatlichen Rei- 
nigung; Bleichsucht; chronische kntzündnng der 
Gebarmatter ; Vorfälle der Gebärmutter 9 und der 
Scheide ; — Vor - und Rückwärtsbeugung der . Gebär« 
matter; h'ämorrhoidalische Anschwellungen» Skirrkoe * 



^ 38; -T- , 

und Kfebfi der Gebärmutter; Erbrerkci» der Schwan* ' 
gern 9 *-" BauchfellentzUodling im WocMobett ; ^^ , 
JLUexwg ies P«oa8muekel9 als Folge einer Entzüii« / 
dang im Wochenbett« — ,Oie Zahl 'der kranken Kin» 
der war aehr gering;, und Diarrhoe , Brechduürcbfall , 
▲ngenUederenUündungen^die gewöhnlichen |8Lrank4iei^ 
ten deraelban.i Unter den BilduDgafehlejrn kam fehler« 
haft« Bildung des Zangenbändchens öfter, und einmal 
.eine fehlerhafte Bildiiog der weiblichen G^bnrtstheile ' - 
▼or;'. es war eine nnvolikommene Verwachsung der 
kleinen Schaamlippent mit deren Operation die Klinik 
eröffnet wurde« 

Atresia Nymp^arum incompletus , ;^ 

Die Nymphen eines % jährigen gesunden Mäd«^ 
cfae^s aus Biesenthal 9 wären bis auf eine ^^ am obern 
£nd^ der rivya, gleich untiir der ClUoris beßndlicliea 
Oeffhnn|[ von der .Grö&e eines dünnen Federkiels, mit^ 
einander -yeiwach$en« Herr Doctor Götze, aua 
Meklenburg, |ezt praktischem Arzt und Geburtshelfer 
An Neoi* Brandenburg« einer meiner würdigsten Schü* 
ler,: der, mir in der Folge durch Minen nnermüdeten * ^ 
F4eifa^ besondere werthvvurde, machte am aStenNov. 
i8i7^die Operation mit einem gewöbnlichea Bistoi^rie 
auf einer Hohlsonde; eine neue Ver^chsiing wurde 
durch ein eingebrachtes mit Sftir, vini befeucbtete4 
Charpiebänscbcheti verhinderte später wurde die 
Wunde einfach mit Bleisalbe, irerbunden ^ und so n^cb 
8 Tagen voilfcommen geheilt» 



- 39 — 

Eine yollkominen gebeilte Phthisis 

psoica* 

Dorothea H., 27 Jahr alt, die Fratt ^inet hle^ 

»gen ArbeitsmaüHes» 'wurde am 'Sieh Oktober 1817 

Kam Sten mal leccht und glückiich von einem lebenden 

dnagetragenen Kinde entbunden : die Nachgeburt soll 

^on der Hülfe leistenden Hebamhie gewaltsam fortge« 

oommen seyn. Wenige Tage nach der Entbiiidung 

steilten Sich brennende Scbmerzen im Uaterleibe ein » 

die von einem sehr heftigen Fieber begleitet witrden ; *- 

die Krankheit blieb» da Patientin wegen ihrer groben 

Armuth zu keinem Arzte schicken konnte und wollte» 

aUeln der Natur überlassen , bis sie endlich am itcn 

Dezeulber in unserer Klinik' um Hülfe nachsuchte; 

Man fand «ie im Bett auf dem llücken liegend; sie 

k\agie über -heftige Schm%rzen in.dier linkeü Inguinal- 

gegead, wo man deutlich eine Geschwulst fühlte, bei 

deren Berührung die Schmerzen lieh vermehifteii, die 

sich bis auf die Lendengeg^nd und bis aiif den Sdien-^ 

kel forterstreckten : der Schenkel selbst, den sie etwai 

an den Leib gezogen hatte, war ihr wie eingesdilafen^ 

sie war-nicnt im Stande ihn auszustrecken, auch machte 

ihr das Aufrichten im Bett die gröfsten Schwierigkeit' 

ten und vermehrte ihre Schriaerzen aufserordetttlich : 

sie fieberte dabei sehi?itark| der PulsnYar häufig, klein 

und schwach ; sie hatte brennend heifse Banken und 

Handteller : ihr Ansehen wa«* im hohen 0rade »bge« 

uhrt und elende -^ der Urin jumentöSr 

Dieser g^geriwaftige Zumöd verglicben tuit ^^m 
firfiliereii entasücydlieheJQ bald nadbi det Entbindung» bei 



/dem aiifsar den^befiigen Schüierzen im Leibe beson- 
ders schmerzl^afte Affekj^on und Uribeweglichkeit des 
ganzen linken Schenkels zn ihren Hauptklugen ge* 
. hörtey'Jiefsen uns über eine vorhandene Vereiterung^ 
des Peoasmaskels weiter keinen Zweifel : die Ge« 
•cbwalst in der Inguinaf^egend nnter dem ligamm* 
ium Poupar^ii machte uns HoFfaUng^ daCs eich dec 
Abscefs. nach aufsen , öffnen würdQ« r, 

Sie erhielt zur Minderung ^es Fiebers und zjui: 
Aufrechtbaltung der Kräfte ' die . ^nuüra dighalis 
aeth^rea^ alle 3 Standen zu 6 Tropfen : ein Infusion 

florum Jmicde et herbae Mdhsfte: — zweistündlich 
einen £(slöffel; und milde, leicht nährende iDiät; — - 
ixit Beförderung des Aufbrechen^ nach aufsen, wurdest 
über die Geschwalst Breitimichläge von^Hb. Cicptaep 
hyoseyami mit den Speciebus emoUierUibus gemacht ; — > 
mit der Tinetura digUalis stieg sie allmählich bis za 
lo und 12 Tropfen; wegen grojier Schlaflosigkeit , 
wodurch ih^e Kräfte* noch mehr aufgerieben.wurden , 
erhielt sie Von Zeit zu Zeit des Abends Pulver aur 
Mxtriutum und ^ hbae hyosc. ana gr& 

, Bei diesen Mitteln blieb sie bis zt^m i^ten Deccm« 
beri die Geschwulst hatte sich allmählich immer n^ehr 
auf eine Stelle cpucentrirt; war weich ,. flnctuirtod 
geworden; dsu allgemeine Befinden war im Ganten 
wenig geändert; an diesem Tage Öffnete sich der 
Abscefs von selbst ^^es enfleerfe sich mit grofser Vehe« 
menz eine gewaltige Menge milden, Eiters ; die schnelle 
Entleerung wahrscheinlich ;hatte Obnmachtex^ herbei« 
gefübrt und hinterliefs eine grofse Mattigkeit; die 



_ 4i .^ 

OpffiiDog wurde sogleich, um den Lnftzugtng allzu« 
baitea, mit einaoi sUrkeii Klebepflaaler verschlossen ; 
uad die Iineliuna digi^oUs fortgelassen ; dagegen er« 
Ueh sie ein decoctum Uehenii islandiei^ za dem später 
Con, CftlBoe gesetzt wurde: die Diät wur<e äUmäh- 
lich verbessert , sie erhielt Fleischbrühsoppen , gutes 
Biert wobei sie sich rasch erholte. Ein geringer Aus* 
SaSs von "Eiter dauerte noch beinahe 14 Tage lang iPort, 
und wurde durch warme Breiumschläge unterhalten» 

Arn 26ten December konnte sie ohne Beschwer« 
den im Bett aufrecht sitzen, den Schenkel leicht und 
frei bewegen» alle Schmerzen waren verschwunden, 
das Fieher hatte aber noch nicht ganz nachgelassen» 
und der Urin behielt einen eiterähnlichen Bodensatz. 
Sie erhielt aus diesem Grunde wieder ein leichtes In^ . 
J1UIUR /Untm 4xm9ae^ die Tinctura digüalis täglich 
ewige mal £a 6 Tropfen , neben dem dtcoetum liehen» 
üiand, eif cort. Chinae offiein. 

Esgiengnun von Tage zu' Tage besser» das Fie« 
her verschwand ganz : ihr Ansehen ward immer geaun« 
der: siefieng an ihre häusliche^ Geschäfte zu verrich^ 
sen nnd war gegen Ende des Januars so vollkommeu 
keigesiellt 9 dafs man ihr weiter keine Arzneien zu 
reichen für nöthig hielt« Bey dieser Gielegenheit kann 
ich nicht umhin die besondere Thätigkeit und Sorg« 
falc zu rühmen , . mit welcher der erste Assistent der 
Entbindungsanstalt Herr Meyer aus Berlin, einer 
meiner ersten upd vorzüglichsten Schüler» diese Kranke 
i&tsr meiner Leitung behandelt^ hat» 






Prolapsus uteri et väginae* 

Eine hier in Berlin bei der äraüern KUsae.iidge*' 
wöbnlich oft yo;rkomiiiende Ki^ankheit, grdCstenfhisili , 
Folge der atarkeii Anstrengongeti während der Geburt 
auf den Gefourttstühlc^p und der hiermit verhundenen/ 
in jeder Hinsicht ^ nachtheiligen, heifsen Pampfbad^rt 
^ea zu f/üken Yarlksaeils des Wochenbettea« und we»^ 

- ten Gehens in dieser grofsen Stadt 'bei 'der gerfngerea 
und ärmtien Volksklaaae» des festen Einschnäreha 
und eigenthümlicben modernen Gaii^s der gebildeten 
und bemittelten Frauen und Mädchen u* s. w« ' In der 
Begel ist damit» als Folge d«r örtlichen ErschlaEfung, 
'ßuor albus baid. im grössern bald Jm geringeren Grad« 
verbunden. * /< 

Unsere Behandlung ist sehr einfach; Zurü(:kbrin- 
gung der vorgefallenen Tbeile, Und örtliche Stärkung 
der Genitalien, wenn nicht erst eine besondere krank« 
hafte Öomplication die Erfüllung dieser Ai^zeig^en gleich 
im Anfange unter^agt^ Die sonst gewöhnlich zu deul 
^steu Zwecke empfohlenen Peasarien werden ni^- ge- 
braucht: ein einlacher/ weicher^ cylinderförmig ge^* 
achnittener Waachachwäram vertritt ihre Steile, un^ 
versagte selbst in ganz veralteten Fällen, in weichet! 
mehrere' Jahre hindurch bekaupte und gerühmte Pea*^ 
iarien von verschiedenen Formen angewendet wurden^ 

'seine Ditaste nicht: ef ,wird# um den zweiten. Zweck' 
SU erreichen, in passende Aufgüsse oder^ Dekokte ge^ 
taucht, bei denen man von den mildereii. nach un4 
nach zu den stärkeren übergeht, / 



•-— 4^ -i** 

£iii«r der wichtigsten Fälle i|i folgendtr : 

Ghariotte W,, eine Wittwe von 38 Jahren, 

neidete ticli am igten Februar iSiQ in anderer Klinik* 

Sie hatte nach einer achweren Ztngenoperation vof 

5 Jakren einen Forfall bekommen , der durch eine 

bild darauf gemachte Fofsreise von mehr als 5o Meilen 

«nsBerordentUch ▼eracblimmert wurde:- seit einiger 

Zeit tin%t der vorgefallene Tbeil «ü zu schwellep t er 

wird'Bchmerzbaft, auch zeigt eich ein Aueflofs einer 

blutigen Feuchtigkeit nnA ineantinentia urinae. Das 

Allgemeinbefinden i^t gut. — Bei der Untersuchung 

fand sich ein Frölapsus uUn üompletus : dier Uterus 

hieng in der Gröfse eines fiühnereiei aus den Genita- 

lien heraus, fühlte sich heifs an, und war bei der Be- 

tübun^ schmerzhaEt; das Perinäum ist stark verlezt; 

. die vordere Wand der.Schdde ist mit herausgezogen* 

Bei d^m ^genwärtigen Zinsfaiide war nicht an. Zu* 

rückbringung de« TergefaUeiven Uterus zu denken; 

um das Volumen ^u« vermindern» die gegenwärtige 

£ntzandnng zu heben, wurden 4 Blutigel unmittelbar 

au di« Vagiudlportion ges£zt^ und Fomentation von 

einem Ltfusum herbae hyoseyami e^ hetbv^ Jlliihaeae 

am^ ml deiti besten Erfolge'gematfat; die Gebärmut« 

ter lieb sich noch au dem folgenden Tage ganz zu« 

rgekbringen ; es w%rde der Patienti« die gröCsteRuhe 

empfohlen, und ein Schwamm, der in das obenge^ 

esnote Jnfusmn^ mit einer geringen Menge der ^f «« 

M^nina, getaucht wtirde» einbracht, um die Ge» 

hannnttej in ihrer jetzigen Lage zu erhalten. Nach 

8 Tagen war alle Smp&odlichkeit verschwunden, es 



wurde deshalb der Ueberging zu tintmlnfüswn Salviae 
et summkaium JÜillefolii gema^ht^ da« man gegen 
, ^£nde des März «mit einem Oeqoetum eon* quer^us e^ 
salieis vertauschte. -— Diese Mittel sezte eie nun uxt^ 
unterbrochen forty und war dadurch in dar Mitte dem 
Aprils so weit hergestellt» dafs sie ohne ^Gefahr den 
Schwamm weglassen und an eine neue Verbeirathniig^ 
denken konnte, wovon aie der Vorfall bisher abge» 
halten hatte. r 



Hfiemorrhoide^ uteri, . — intumesceti4iV 
l^aemörrhoidalis. 

m, 

Dafs Hamorrhpiden bei Jüngern sowohl als beson« 
^ ders bei verbeiratheten Frauen von schon vorgerückte- 
re^ Alter, besonders in Berlin» l^eine so gar seltene ' 
Erscbeinung sind, ist eine bekannte Erfahrungssache; 
eben so begannt sind die sie herbeiführenden Schäd« 
lichkeiten: der schwangere Uterus» in sofern er die 
Circulation im Unterleibe stört; die Qeburten» indem , 
sie« besonders schwere langsam verlaufetide, Gelegen- 
heit zum Druck. der Hääiorr|ioidd]gerär8e geben und 
dadurch nach diesen Theilen Kongestionen erzeugen^ 
welche durch die schädlichen Dampfbäder ndch ver- 
mehrt werden; dazu kommt woh^boch sitzende Le- 
bensart, das feste Einschnüren, Erkältungen» dieVecr 
hakung des Stuhls aiTs Gemächlichkeit^ der häufige 
Genufs dea^ Brandweina bei der ^rmem Kiassei der 
Gebrauch der Kohlenbecken u. s. w. -^ Nicht minder , 
bekannt ist es, dafs Blutungen au«- der Vagina und 



f 



^ 45 - 

' mvsiem Uterus sehr häufig die Stellender vorhandenen 
Bimorrhoiden vertreten , und die Form unregelmäs« 
ifger, zu kopiöser Menttruatioti annehmen. Wie oft 
wird dies aber besonders von angehenden praktischen 
Aerzren übersehen ! — DfeKmnken^ erhalten J^idum 
Balieri mit Tinstura Cinnamcmi^ weil sie an einem 
Blotfiafsder Gebärmutter leiden; und ihrZastand ver- 
sdilimmert sich dabei mit jedem Tage» da hingegen 
die Behandlung der anomalen Hämorrhoi4en oft in 
kurzer Zeit Besserung herbeiführt. 

Man erkennt diesen Zustand dc^ch die Untersn* 

chuog, die Vaginalportion i^t dick, wulstig, doch 

{^latty höckerig, oft mehr oft weniger härtlich; doch 

nie stemhart wie beim Scitrhus^ der Grund und Kür« 

per der Gebärmutter, sind in ihrem Umfange vergreis- 

sert^ und es Väfst sieh durch das Scheidenge wölbe die' 

Anschwellung der venösen Gefafse so. wie an dem 

Scfceidenfhetie fühlen} gleichzeitig pHegt wohl der 

Mastdarm angeschwollen und hervorgetrieben zu seyn, 

und die Kranl^en klagen über hartnäckige Stuhiver« 

stopfung« Junge erst verheirathete Frauen haben als 

Folge der öfters bis in die J^utter scheide sich verbrei«* 

tenden varicoseu «4°^^^^^^^S^^ ^^' venösen Gefafse 

heftigen Schmers bei dem Beistblafe> dieMutterscheide 

ist abnorm verengt und die Conzeption gehindert, 

bssonders, virenn nach mehrmals von mir in meiner 

Ynvmen Praxis angestellten U/itersuchungcn eine 

Bäckwärts- oder Vorwärtsbeugung 'der Gebärmotter 

damit verbunden^ ist. , 

Aber nicht immer ist mit dieser hämorrhotdali- 



^' , 



' . , r-" 4:4 ^- ' - : ■ 

sehen AniBchweUiitig'Bla^flafsi^erbiiiideii: Btatt des«0ii 
aehea wir bei Schleimhämordtoiden oft eitien sehr ko-» 

. jfiosesi fluor aliüSf and bei blinden Hämorrhoiden ^t 
gar keinen Auafiab; in dem lezt^rn Falle pflegt dann 
eine bedeutende Empfindlichkeit der Vaginalporito« 

, 8P wie der' ganzen Scheide 5uit 2a finden. Nicht «at« 
ten ftnden wir bei dieser Anschwelinng». wie ecfiOn 
bemerkt 9 anc|i noch eine fehlerhafte Lage der üebäT'» 
matter, eine normwidrige Senkung, Tor- oder Rück.« 
war tabengung derselben mit oder ohne Umbei^unguach 
den Schaaflpbeini^ odertiacb dem Küeazbeine herunter f ; 
sie geben sich durch dk ihnen ^igenthümlicb^n Zei^ 
chen, durch dat Gefühl« als. wolüeetiyaa aus den.Qe— 
achlechtstheilen fallen»' dnrch Ziehen imKrensv durch 
Urin- und^Stuhlbeschwerden zuerkennen und müssesi 
bei der Behandlung besonders berüct<sichtigt Werden*. 

^ Die Prognose Vichtet sich, natürlich sehr nach der 
Dßuer dex Krankheit und nach der I^orm des Uebel- 
seyn^: je länger um so schwieriger die Heilutig: bei 
bli^tigen Hämorrhoiden kann man sich eher «inen 
glücklichen J^rf<t|g versprechen, a^bei den.schlelml«- 
gen und blinden \ bei den leztern kann leicht Ueber« 
gang in Scirrhus und bei unzweckmäfsiger Behand-> 
luns» in ^in bösärUges Geschwür » in earcinöma uteri 
erfolgen, pie Kur hestekt in Anwendung Ton Blut*- 
Igel an die Kreuzgegend, in die N^fa^ des PdupartSchen 
Bandes beider Seiten^ über den Schaambcincn und ' 

' auch an das Perinäam applicirt, in d«r Zwischeitxeit 
von zweien monatlichen Perioden, zuweiten bei hef- - 
tigen Schmerzen und Brennen in der Kreuz * Und 



-tl-. 



Scfriamgtgend eiai^ tage Vor dem Eintritte ^ danrit 

verbinden wir abSihrende antiphlogistische Attneyen^ 

denen wir zulezt roborijreiide beifügen V den iar^arus 

iepuracusj — tartatisittms ^ die mmgnesia^ die üAo-' 

' harhety das lue^ ^ulphurist in Verbindung mit der.Pi^« 

menotzenrimde j dem ^mn^p der Colnmhawurtelf der 

China ii«8.w.» eine zweckmäfgige Diät, nnd Injectio« 

nen in die Matterscfaeide von €i€utm^ hyoscjuwmst 

foliis lauro ceruii , fioribus rosarum rubrarum^ htrba 

SaluiM n. a. w. Ein Sidhwamm würde sötbigeafalla 

bei fehlerhafter Lage der Gebäcmatter zur Unter« 

stntzong derselben nnd Herstellung derjiormalenXagej» 

. aber nicht früher |» angewendet, als^rt ohne Schmerz 

zuTemrsacben» vertragejb werden könnte« 

Wir lassen hier nur ein Beispiel von einem glück« 
\\c\i behandelten Falle folgen, deren vrix uns mehrere 
zu erfreaea batteof , 

Friedrike W.t 33 Jab.r alt, Fran eines hiesigen 
Soldaten, hatte ml^hrere ausgetragepe Kinder ohiie 
künstliche Hülfe geboren, und litt bereits seit 2 Jahren 
. an prdfaser Menstruatioi^ , sie wurde seit dieser Zeit 
von verschiedenen Aerzten ohne Erfolg behandelt nnd 
meldete sieb am 6ten Dezember in unserer Klinik* , 

Sie klagte übc^r einen fortdaueri^den, Blufabgangy 
dfr besonders alle 3 WQcheii^ wo sich ihre Metistrua* 
tion einzustellen pflegte, sehr kopiös ^ürde; sie' 
fühlte sieb eehr matt , hatte .dabei ziehen d^ Schmerlen 
m der SchoQ&gegend , und litt ausserordentlich an 
&a)ilver8topfung* n * , 

Bei der Untersuchung fand.man die Vaginatportion 



' / ^ _ 48 — 

ungewölinUcfa ItSt siehetid i&tcimescirf r bei detBcf^SIi« 1 

, xoDg etoräs empfindlich. - 

Sf0;erbi(e]t folgendes )^(v«r: ' -j 

Bßc>4 Magnejf* carbohi §ij« ' t \ ' 

/ ' ^Flaptdin. tartic^ äuräntr^ß. 
MDSi Morgend und Ab'end$ i Theelöffeh ' . 

Wejg'^n der EmpfiDdlichkeit Injektionen von cl-^ 
nem Infusufh herbap hyoseyätni ef y^lchäeae. 

Am lÄteö Dezember halten die Schmerzen sowohl,'* 
ail$ der Biüffluls'nachgelflsaen ; dagegen zeigte sich jezr 
•in «fchleiihigör'AjCisflufs äu» deiiG^nitaUen; eis wurde' 
ihr» um die Senkung der Gebärmutter zu heben, ei-' 
nen Schwamm zu tragen verordnet, der in das frühere 
'Infusnm getaucht wurde* Patientin brauchte den gan- 
zen Januar über dieselben Mittel fort, sie. fühlte sich' 
,dabei sehr iHrohl, die Menatruatioh erschien nicht ihchr 
' eo'kop^ds, doch folgte ihr jedesmal ein schlelxtilger' 
Aüsflufs, der langer als 8 Tage andauerte: dies und 
der noch fortdauernde dchwächezustand bewogen uns, 
den Ueb^rrgang zu biftern Extrakten, zum Extractum 
TaraKaef, Millefolii zu machen, und dem früher ver-' 
' ordneien Infusum all Sekretion besch/ünkendes Mittel 
iie Aqua- iSaiurHina hinzuzusetzen. Wir erreichten 
^hierdurch uiisern Zweck vollkommen : selbst die Sen- 
kung der Gebärmutter war durch das Tragen des 
Schwammes gehoben, und die' Fi'an gegen Ende des 
~ Februars vollkommen hergestellt. 



\ ■ ■ • , ' • • 

— 40 — 

Sclxrliu« et Carcinoma- üt^rL^ - 

Gebön hi^ in Berlin leider auch zu den oft Vor» 

kommenden Krankheiten , and zwar zu denen ^ bei 

beleben der Arzt sich freuen- roigV^yv^iShtk tr^diedriiy^ 

geödeten Symptome gläckUoli^ beseitigt Und dadurch 

dem Kranken das Traurige selnel^ I^a^e weniger fühU 

bar gemacil^ bat : eine gründt^e Heilung bei voHI« 

kommen ausgebildeter Krankheit gehört Woh1'bi»)«zt 

noch zu den fromaaen Wünsdien unserer- Heilkunst! 

Es wurden in diesem* SemeiSter mehrere Krank« 

der. Art, sowohl des Unterriehts ^Is auch des Verdtibbs 

•wegen, in^ der Klinik behandelt«^ i>%l^-Anfönger TDufS 

die rauhe, uuebene» steinharte» dkirrftstirende V^ginül» 

Portio» selbst gefühlt haben,- cUn^sie-vön Induration«^ 

Attschwettau^u der • XSt^b^rteutt^r 'unterscheiden 2fit 

können: ermn£i& blumenkoblärti^enfixkrescenzc^n 

^es Carcinoma selbst unrersucfar, den eigenthümiichea 

specifiken Geruch .desselben wj pnigrt ei|e'«MiiDnial 'gei* 

rochen habei^, um es nie yrti^^zu V^ke^nen. ^ 

Bei ^tm> ausgc^ildete^^Schrrbüs versuch teifv wir 
vielfach und andauernd <bs neiXi^lictf 'gerühnite/eiimur ' 
carbonimm^ rktid.^icßarei^lendulOfj^ f on der fezte* 
vea das Extrakt innerlich, uhij^ d^S/infinsum^^änsserlich, 
doch sahen wir d^refaanae keinen^' ^Tatzen: dagegen 
leistete Calomel nxijt Esttituctum Chutüe bei einem 
Scirrfais ineipiens gute Dienste« 

lo einem Fall , wo CaroinamA uteti mit einer po«> 

Ifpösen Bxcrescenz; an der Vaginalportion verbunden 

Wir, virarde ^le Exstirpatiau derselben gemacht. Die« 

aer in vieler Bucksicht interessante Fall, ist folgender - 

SimnoJki>s JournaL UI,^d. liSu D , 



Louise B.t 5x J«h« alt» an «ioen hi^sigaaSchnei- 

dex VÄiifiiratfect , wa» ^i« gewöhiilk;h«n Kwdei'krank- 

Jieit^Ä.abgerechttet» von Jngend auf geiswaa, wurde 

«obqn^iDiihrem. 1?*«» *ilire leicht tnenstrtiirt, unA 

ftUeb «s regfilm#^Wi z4 ibir«r»r8t€a SAwatigersch^ft :' 

ip üirffB aSten lator« ^ebar sie da« Crate, auagetrageo^p» 

ifebend^ Kind , aWd «w^i Jahr s|i'a£er das z^ite i beide 

£iitbti|di;mgen waren leicht, doch mir grofsem Blwt- 

Verlust vefbundep ; ihrer höchst drückenden, arnaaelir 

gen Lage wegen niulste sie lingeachtc^t ihrer grofsen 

j^chwäcbe, beid|»inal.schoxi am^ten 3?age nach derißat- 

j^ndung ihre:h'nJSß\ic):\fnGe9chlküß wieder irerrichteii.: 

•ie^sängte ihre. ]S^der selbst, sie nahm nacK der &wei«- 

fen EnlbiadaQg^sG^ar noch ein zweiteß Kind aiij wel«* 

Ifhexii a|e neben .d^9i: iitrigen' die Brnst reiähte > und 

fnikraftete sifli ;i4adorch ausserordehtlid)* Einigt 

]Miona|p vor W^ifeia^cbten des hhts *8i7 Mi sie ei«l^ 

«teile Trien||fM>f*«uMüL geracte auf den Hintern,, nni 

f ühlto^^C^nt^f '^i^ dumpfen Schmerz in djer 

r^l^gfigP'^es l^reu^lnr : ''^^A[er Immer zunehmenden ^ 

Kraf(tosigM|iJ%w%e|^ Sie die beiden Kinder. 

Sie Wmerki#^^^ ^JMie sergy einen Ausftufs einer wäs^ 

.ser%^]^S^^^^l^^^^g^^ sdiarfen Feuchtiglceit , 

von sehr unaB^tfli^Cmem Geruch,* hatte beim Cöitüs 

.die l^eßigstfsn; ^famer^en > und jedesinal nadi demsdi- 

ben einen Abgang einer, grofi^n Quantität eines acÜwar^ 

zep 9 aehf übeflrteohend«n. Blutes: sie hatte dabei das 

Gefphl einer drucksenden Last im kleinen Becken* 

Sie fragte endlich, als ihre Kräfte schon $t> gesunken 

waren , dafs sie das Bett nicht mehr verlasseh konnte« 






=-. 5i - 

aoen AnX um Bjkthw AexJbr.iiH^Värltp, dafs aie aip;G^ 

iSnniitteTk|-«bs foide und fie'eine Zeitlang behandefje* 

Im Februar »SiB* wandle 3{ch Patie^iia am die 

hiesige ILÜDik; — si^^war acJion im hohen Grade ab- 

'gezehrly batt^ lentosc^endes. F^h^ : der ^igenthüm- 

iicfae,. abacbeulich^ 6er ac^. des GebärnoQttserkreb^es 

erfiUke die . Atmosphäre de« kleinen Zimmers , \ind 

Uefa scbon beim KiotrjLtr die. Kr^nkb^it efrathen :. b^i 

der UnterauchuBg £ai|d man eine feste 5 ,- aiqh .uneben 

anfilbleode Gescbwolat, yon der,-Gröfse ^ines.Hübpei;- 

^ea.ia der Scheide, di^ u^it einem dünnen Stiele ap 

der Vagimdportion befestigt ^war^ und eijie genauere 

IJntersucbnng der Geb.är]p;i;utter für jezt nicbt erlaubt^: 

um ao weniger, weil. V^^iet^tw d^bei über .heftige 

Schmttxen klagte. ;*.:•• t. .. 

1^ wurde raslji der Ei^tsdilttfs gefafst» di^polyppsp 
fxcreaeeziz mir einer.P.artbi^'^!^ scirrböseii^ und kreb/i- 
haft^i Scheidenpörtion ^za exat^rpirei?^ und der 7te Fe- 
bruar zur 'Operation fe^tgQs^t,, )ch machte, die Eic- 
aiirpation mit einer eig^n^ ^s^rQinmten.Scheer^i 4^re^ 
ich mleh zur Ai]erottiii)g;der GebärmutterpQiypen b^ 
diene •); wahrend d«r Opera^iofi seibat verlor ]^tie|i^ 
tin fiiat gaat kein, Blut« :aber. ungefähr einfi St^pd^ 



*) Ton einem meiner würdigsten Schüler, dem bereits 
crw3hxiten ersten Assistenten der Anstalt, ITeiirii Meyer, 
wird nächstens eine Inaugaral' Dissertation erschei« 
Ben, welche die Bifschreibung meiner Methode, und 
mehrerer - glücklich' vevrichteten Operationen nebit 
Abbildung der Scheer^n enthalten wird« 



-• ■ > . -^ 51 - . : ■ - 

ipater stellee skhmiie gewaltige Bjafiing eWi^}'^^ 

dtirch feingebrachte tämpom gestillt Wuvde. •**- i*i.* 
Am 8tenFebruiir batte^ch'Piitie»tiii etwa^-eirholt; 

doch ßebette sie bed«äteBd>. de# Unterleib Wi^ bei der 
^Berührung ictimeif^faaft ; stiiTft'Tageti tMtte «ie keine 
i:.^ibe9oßiiliH*g: sii erllnet^ ^lfi^Rli9tier^ ÜtMfi^iM'Oel- 
'Einaision ron 6 Unzen^iibll G'Drächmeif Ko/l' tiM^rit^ 

tufii; -^ difcrTaihpöas'WürdMiV «lit^dieBlumill^^üfge- 
'Kört hfatte^- voYsiditlgftlMÄtisgrttmitlöeni^ '«'Bei der vor« 

genoinmerien'4JnterrfucJking'^'zeJg*e'»idi^'^ie:^GebS<-tatt»- 
^r in ihrens ganzen Umfang ^t»^r^9stt^'bat€^sciib^ 
liäft. £s würden ifajekrtMen von eitiihi« iafustnn 
'Hjf^öscituni/tt Cicütae verc¥itS6U ' s^ . .:. r' : i 
'^ - '£8 srelltö sich ^n'üh 'tiii geringer Aosißn Fe, einer 
^echleimigeo» oft etwaÄ blutig gefävbt^n Feoektigkelit ^ 
ein> der^h Geruch abi^r'bet wcäü^ nlcbt #0'«bBGbüulich 
"V^ar,^-ald frfthei-rda» FCbber mindere ^icip-vspii Sage' 
zu l'age: diu erhielt bit ti^ Ext rsictedti einem sirotiuit»» 
sehen Wasser, und bafddii^üf ein^JDsedi^^.iJeftea. iiu 
4äHd, mir dem.Zusätee'cfilftorl&ftiSi jrtf<l^4?a^omv4ro« ^ 
mhC' und'sesste dabei* Wie Ijljtsktietten rcnoNdedi /i>^ 
süln Öieutae fleifsig idtr^i zu^ltf ich llrit diesen Mitteln 
Vu^^^ allÄrahlig zu einer besierd^, r;ileicbir?i]äitrendto 
Diät übergegangen: Patientin fühlte sich iiach i^ Ta- 
gen schon so wojilj dafs sie deil Tag über auf^einige 
Stunden das Bett^ verlassen konnte. 
.. Der oben erwähnte Ausßnfe dauerte indessen un« 
.unterbrochen fort, ward allu^ählig immer kopiöser, 
lind fieng von neufem an mehr, zu stinken^ sie.erhielt ' 
deshalb am 26ten Feb^tiar daa Jt^idum KßUfci täglich 



3aii za so Tropfen mit eifiem schleimige Vehikel, 
und Injektionen von :der. Aqua Lauroeerasi; doch b#« 
hielt sie das decoctUm liche^is\isL bei« 

Am Sten März. Patientin leidet schon seit nueh« 
rerea Tagen an Stuhlverstöpfung» die 6ich durch Kli- 
stiere nicht heben lassen will : sie erhielt deshalb heute 
^das Eleetuariufn lenitipum za anderthalb Unzen in 
6 Unten Wasser ,' 2stünd1ieh i EfsiöffeL — Hierdurch 
wuvde die Obstruktion woht beseitigt » Indessen der 
Au^&ufs aus rder Seheide wurde mit jedem Tage ah- 
scheuiidker ; bei der am itten M^lrz vorgenommenen 
UntervBchung fand man den 'Umfang der Gebärmutter 
bedeuiend vergröfert» und aw der sehr empfindlichen 
* Vaginaiportieti wieder neue £xkresoenzen ( sie erhielt 
nun: 

iVec. <iwmmi OglhärK ^^. - 
— JCmö 5j. 

'£x£r. cäimduL JM^ ' 

Mß L a. piiuL poTid. '"sriy. eonsperg. ^ rad. Liquir* 

DS^ täglich 3mal6^Stück9 und folgende Einsprütznng: 

^ Rec* Rad, bistörtue . ' - . 

Cqrt, gveröus^ ana 5^). 

40q*, e, s* qt, Aq^foM^ ad Colab. |xi j« 

uddß . 

,Aium» ^ erudi Z^]. 
^ Diese injektion wurde in der Folge mit einem. 
' hfusum SaUfiae vertauscht, dem Alt Tinctura Myrrhae 
ZDgesezt wurde : zu gleicher Zeit erhielt sie zur Ui;l- 
terttützang; der Kräfte r . _ 



- — ai^rani* .aiia jl?. 

^ Colat. ivij. adde ^ _ , p 

, Tincturae äromat. acid* ^\}* 

. fifichf^ d^sto weiiig er fiabm das lenteacireDd« Fiep 
ber nait jedeös Tage «u« dabei stellte sichoed&napedurn 
»in: der Leib ward auffallend atärker^t man füblte 
demlioh dne umschriebene runde Hättet Üiq^efäh^r 
eilte Handbreit unter dem Kabel, doch keine 'Fluktud-i 
tion; sie erhielt jeKt eia Mnfusim digiüalis^ at^wech.** 
selnd nsit 4eQ obe»genannieis Mitteilt« r-^ Eafanileh 
sich baldiprolFuse, erschöpfende Nachtschweifse, iin4 
am lyteh April hefiige Diarrhoe ein^ wogegen ihr foU 
genrdes gereicht wurde; ,. 

Rec. Cort, Cas&wiltt$e Siil* 

€oq. e, Aq. fönt, i, q* aä^Remarif ^vjt 
^ Jai fintm: corb. addc 

rad. calamiatom» ^Sp 
■\ Colat. adde , ' ^- , > 

, Gummi mimosae ^ß; • 

Ttncturafi Qpii simpU^U^ x^ 

Die Diarrhoe wa^d abet ittimer profuser» fieng an 
kadaverQ$ zu stii^ken : ^ie erhielt das decoct. raid. Salep 
ihit Tinet:- Opii in steigenden dabpn und feiAteiban» 
gen von Spir roris mnrini mit T4net, Opii in den Ün- 
tferleib. — Hierauf verschwand sie einige t* age lang, 
ki^brte aber un» so heftiger unt^r ObnmäiCb(«a Wieder | 



— 55 — . 

ik Zeichen der Kolltquition traten immer ththt het' 
voTf und to starb sie endlich am' iiten May« «— Die 
insdehnvog des I^eibee faaUe tie^mend ziigenoitimen ;, 
man fühlte jezt die runde una9chriiri>ene Härte « die 
nichts anders seyn konotef als die Gebärmutter, in der 
Gegend des Nabels 9. luid kleine rande Erhabenheiten» 
die man deutlich durchfühlen konnte» erinnerten aü 
die AehnUcl^keit mit Kindstbeilen und erregten den , 
Verdacht einer geg^enwärtigen Schwatagerschaft , ob* 
gleich der Ehemann, Umgang mit seiner Frau gehabt 
zu haben^ hartnäckig läugnete, und man auch yvirk« 
lieh nicht wohl einsah > wie er , bei der Beschaffenheit 
. der Genitalien vor der Operation, wo die polypöse 
£Kcre86enz.den gröfsten Theil der Scheide ausfüllte, ^ 
habe Statt &nden ködnen, ganz abgesehen von der 
BesOTgamaation dei Gebärmutter, von dem greulichen, 
tkelbaüea, stinkenden AüsSufsj von dem febrilischen 
ZnstsiDde der Kranken^ ^ 

Auf der anderen Seite wäre es merkwürdig, dafSi 
wenn wirklich Schwangerschaft gegenwärtig war, durch 
den starken Blutverlust nach der Operation, und durch 
das' eingreifende Veitfahren der mechanischen Hülfe 
um ihn zu stillen, nicht abortus hätte herbeigeführt 
werden sollen: ferner hätte !^atientin auch nach der 
Ausdehhang des Leibes schon Bewegungen der Flucht» 
wenn wirklich eine da war , spüren müssen/ 

Am iSten May wurde die Sektion gemacht; -«r 
iis erste was- uns nach Eröffnung der Bauchhöle in 
die Augen fiel, war die aasgedehnte Gebärmutter; ' 
•ie hatte ein bliekhes» lividcs Ansehen; an d^m zu« 



^i' 



9adkgeititigtenl:ractuM Itüestinotum , bemerkt« imiti 
mehirer« dankel gefärbte, wie brandig S teilen ; im 
kleihen Becken batte&Aicb Zwischen der Urinblase und 
d^r 'Gehikmutter Eitersack« gebildet; .undLidurth' die 
Gebärmutterwandungen fiiblte man ^ezt ganz deutlich. ^ 
^ine Froebt : die Genitalien wurden eorgrälti^g beraue* 
präpsirirt und dann die Scbeide geöffnet» sie war gane 
exulcerirt^ kotnmunicic'te jbdoch weder mit der Bauch« 
höhle 9 noch mit dem intestinum rfetum; eben 90 war 
die Vaginalportion durch da^ Krebsgeschwür gänzlich 
zbfstprty doch war d^r inner« Muttermund fest ge* 
schlössen. Die Gebärmittter ward nun geöffnet , und 
man fand in den f^ibülien eine Frucht, die man der 
Grölse nach vom Anfang des 6ten' MondsmonatS' hat* 
ten mufste; *«— die übrigen Unterleibseingeweide zeig* 
ten nichts merkwürdiges!: die Oeffnung der andern 
beiden Holen untsrfaUeb ^nf vieles Bitten der Ange« 
hörigen *), 



.♦^ Pie^^r ^kxAtx «weite Fall, bey iitm ich Schwanger» 
tctiaft bey Anw^sepbeit des Krebsge^ßchwures der Ge- 
, bäi;iisutter beobachtete Querst sah ich ihif i8i5 ia 
'der BQtbindupgsaiistalt s^u Würzbiirg, ,^48 Kind Würde 
Vollkomnien ausgetragen ip konnte aber nicht geboren 
werden , ibh fürchtete schon w3l^rend den Wehen eine 
rtaptuftt uteri i da sich ptfr die noch gesund^ Partbie der 
fdnen Sfit0 der Scheidenportion erweiterte,, und ich 
9ah mich geiiötbigt^ di^ Entbiddung mitteilt der Wen« 
dung >u bftpbleanigea^ Im Wochenbetts f9)gte so 
99ht bald i9t Toi ttn4 die s^gestslito äsmoa aei^e 



In diesem ersten Seme$ier, WinterhaibenTahre {^^ 
besuchten einhnndeirt vier Und. fotafzig Zuhörer die ^^ 
Vorlesungen und die. mediciDisch - gebaruhülfliche 

•ine solelic >3«i^*'<>>^*>>>g ^^^ GebjkwuUer» der Scheid« / 
and' der Tom Kreb^gesc]} würe ganz durchfcessenen Urin« 
hlase» dafft man eine Schwangerschaft kaum hUtte mög* 
lieh halten sollen« liier in Berlin beobachtete ich in 
d^r privaten Praxis bey ein^r Frau den Scirihus in 
Verbindung mit Schwangerschaft|p die man bey meinem 
Ausspruche^ da man mich eigentlich nur wegen des . 
jcirrhösen Leidens consultirle, unmöglich hieh; die 
Folge rechtfertigte meine Diagnose» die Qeburt eines 
ganz reifen lebenden und schönen Kindes trat ganz 'na- 
türlich ^, aber achnell gieng auch, die scirrh^se In- 
duration in das KrebsgeschwUr über j- die üngMcklicIie 
-wurdet aufs' neue schw^ngerj abortirte imüten Monate 
, in Begieitang einer unbeschreiblich heftigen^ bämorrha* 
gie^ bey der ich nun ihren Tod erwartete, nocli ge» ^ 
^ lang es mir, sie» za erhalten, allein die Krankheit geht^ 

den bekannten traurigen Gang und dif Bedauruugs- 
werthe» noch in den besten Jahren, und in den gluck- 
lichsten Verhältnissen, das Leben vorzuglich Hebend, 
wird» nur wenige Monate ^^ vielleieht auch nur we- 
nige WocheA onier den Ihrigen seyn« Bey dieser Ge- 
legenhe^ swei> Bemerkungen, Nie habe ich beooach« 
tet, daOi die Männer» welche mit den Frauen denBey- 
•chlaf ausübten » die am Krebse der Oebitrmtitter litten» 
angesteckt wurden» ein j^eweis, da£f kein sogenanntes 
Krehsgift exisiirt» we|ch6s sich durch unmittelbare 
Berflhriing ipittheih» tondern in dem Organe selbst 
HUT das KtebsgMchwUr eigener Natur entsteht» wenn 



— 58 -T , .• '. 

Klinik $ worunter 59 Praktikanten nod auch mehrerf 
y bereits an^gesteUte praktische Aer^te^ Mit wakr«m Ver- 
gnügen erinnere ich mich der lebhaften Theilnahnie ^ 
welche allerzeigten, und mii^ das belohnende Gefühl 
gewährten, in ihnen den Eifer und die Liebe für einen 
80 wohlthätigen Zweig der Heilkunde erregt zu haben» 
Folgende aber hatten eich vorzüglich ausgezeichnet : 
H^rr CaVl Meyer aus Berlin, Assistent der An- 
atalt; — Doctor Eis^nhardt aus Berlin; — Dr. 
Götze aus Mecklenburg; — Dr. Ro);iler>qs dem 
Grofäher:iogthum Hessen ; — Dn Mahlend orf aus 
Berlin ; — Dr. M e h li s aus Clausthal | — S c h ü l't e 
aus Fredeburg in Westphalen; -— D ahmen aus dem 
Qrofsher^ogihum Niederrfaein ; — J)r. ji u m m e 1 aua 
, Lauchstädt; ^ Dr. Mappes aus Frankfurt a. M^; — 
Dr. Goliin aus Dresden; — ;- Eichwald aus Cur- - 
land; und — Dr. Lange aus Östffiesland. 

' in ihm durch pätholögisth^ UmSaderiing äit BeditigQn- 

gen der scirrhösen IndutaücAi gesetzt sind. Di,e zwreito 

Bemerkung ist, dafa ich bey Frauen, welcbi^ ara ao- 

' genannten Kirebageschwüre der Gebtlrmutter leiden, d eil 

Gescblecbtstrieb oft aclion sehr erhöht gefudden< habe* 

, Bey Kranken, die an der Lungensucht leiden, ist es- eine 

> ' bekannte Erfahrung 9 'wenigstens bey Männerir« Ob 

^ »lebt der Reiz der fressenden lanche bey dem Kreba- 

gesohwüre der Gebärmutter die vertidassonde Ursache; 

ist? '-*.•'.• ' ' ' ' 



- 59 -' 

Tl. ' .. 



Von der Zurückbeugung der Ge* 

bärmutter im ungeschwängetten 

Zustande. 

Tom KSnlgl. Bairischen JVI'ecIicinalrathfe u. GeiMraUtiibs- 
a<«te Dr. Brünning hausen su Würebarg* 



jLJie Zar^ckbeiigQfig der GebSrmntter (^Retroyersio 
s.\ Reelinatio uteri) eine Krankheit, welche *— '. sich 
d^lbst überlassen — '- den gewissen Tod unter den qüal- 
TolUten Martern der Harn- und Stubl-Verhaltnbg her- 
vorbringt, ist erst seit 5o Jabren ihrem Wesen, ihren 
Ursachen 9 und Folgen nach richtig erkannt» und seit«* 
dem nicht selten b^pbachtet worden. Zam Glücke 
führte die richtige firkenntnifs der Krankheit zugleich 
auch jene ang/emessene HeHmetfaode derselben herbej» 
nach welcher sie nunmehr in den meisten Fällen aufs 
glücklichste behandelt wird. 

Die Beobachter dieser .Krankheit stimmen darin 
überdn: dafs sie gewöhnlich im drkten odör vierten 
Monat der Schwangerschaft votkomme; dafs sfe so- 
wohl bej zum eratenmale geschwängerteti , ak bey 



— 60 ^ 

laehrmal se^wairger gew^wn^n^ineit^^ be^ magern, «Is 
. hej fetten Subjecten , and am liebsten i)ey weitjeda 
Becken sich einstelte,; 6^ts Mutteracheiden - VotrfäUe, 
oder vorher edktene Einreissüngen des Mittel fleiscbes 
ihre Entstehung begüastigep^'dalis gewaltsam wirkende 
Ursachen, als das Heben grofser Ladten, Fallen auf 
den Hintern tu s« w« sie plözUch heTVorbringe; daC^ 
beschwerliches Urin lassen'^ und Leibsverstopfung', 
/welche in völlige Verhaltung übergehen» sie b^gldt^*; 
und dafs » wenn jezt nicht geholfen' wird, Entzündung 
und ihre Fplgen, 'Zerberstung der .I^arnbla^i und df^ 
gewisse Tod erfolgen. . 

Nach dem Tode Ivibe man alsdann die schwangere 
Gebärmutter. — die Beckenhölfle ganz auffüllend .^ — 
in einer solchen verkehrten Lage gefunden, dafs sie 
mit ihrem Grunde tief unten. im Becken, zwUcJien deni 
Mastdarme und der Mütt^rscb^ide , ^ und mit ihrer 
Mündung bpcb' oben ah der Sqhaambein^uge zwjsphezx 
den Beckenknophen so fest eingcrklemmt ge;yv4esen, difa^ . 
sie nur mit anderster Gewalt, habe herausgezogen w^r-. 
den können. ^ \, < i ■ , ,. V, 

Dieses war die, allgemeine Meinung über die £nt« 
at§bung8art und das fbrnere Fortschreiten dieser 
Krankheit, bi& Losmeier.*) vor 25 Jahrep — auf 
eigene Beobachtung geatüzt — in einem vortreflichen 
Aufsatze behauptete : dafs sie nicht gewaUaam und 

'4i)S^Thedens neue Bemerkungen upd^ Srfahruiigen 
xurBereicbexuiig der Wttndairzaeykunst etc»,;3rThI. 



yl$üliiii ^'9ündem daik.tfe «Umäfalidi :tef stehe;' dafs 
<tf «cton vorband^iY-sefe, noch «lie'ilarnv^rbaftuog 
Qiid'^idilverst^pfiicig «mtralen;' und v^mU diese Zu* 
fiHie sich nicht eher ;cififaQäeD, bis die ■ scli vangere, 
tmd sehen mcklich znrückgebengteGebari^Hilter darch 
Ifare aawachseDde Gmfse die HMrnt6hr»'^hd dete. MmC^ 
darm xQgleicb. zusammendrückte.« 

Obechtm^eiriMlciikeitiie.X^ fahrttilg darüber an- 
foha-en kcmnte, -9» irefn^niheiSe. er dodb'Sebe slibäi'rfsin- 
«ig» dafs die Zorückbengnag: schon im: Anfange de^ 
Schwangerschaft 9 ja^^gac im nicht schwaugerft.Zo« 
Stande entgehen köitnie, ' Selbst ohne da£s die Kranke 
etwas davon wisse. ; . 

So richtig dies» Bei^cfkinig über die jallmählige 

Ät&«ibtt4iing dieser Kiankbei&aibch ist, indem sie sich 

in den meistea^ biMier • bekannt gewordencu Fällen 

dwrdi die £r£ibrang bestätiget bat 9 so war eie doch 

darin ZQ ai%emeis 9 dafsr sie behauptete : die Zarück- 

bengnng entstehe nie pidzU^^ niiid sie. könne nicht 

anders als allmäiilig entstctben» . Denn es sind ganz nn« 

zweifelbaf/ie Fälle bekannt» wo sie durch Gewaltthä- 

d^eit schiußll entstandeii ist» Ich nenne z% B. jeneii 

den Dr. Weinert *) ereählt,. w^ eine iung;e» zum 

ersteomale im rierten Monat schwangere» sonst ge- 

nmde Fran , welche , nachlitsm ^« ntn Fenster - Vor* 

hänge abzunehinen , »uf einen Stuhl gestiegen , und 

Ton doDseiben nnglüGklichet Weise rücklings herab« 

^Lodsr's Jovnul ffiv. dis tCbirergi«/ i^ebiirtshftlfs 
etc: irBsnd« 'S. i,27v 



gehüekif 80j|;letdi heftige Si^ideta^eii;ikii.Ilu<ike]95 Iiii4 
im Leibe mit einev 4c» .anaagenf^famen^/mpfiiidiiitgiy 
als weoU etwas aus der Geburt heraustreten' woM)te.be» 
J&ominren, und wo. am folgeaiien Tage scbdai Harn''- 
und 'Stahl «*> Verhaltung aich einsteüte« M«n ^ fand als- 
dann die GefaSInnntter zarückgebeugt«: **^ So ein Fall 
von bussaussay *);. von^^J&^väns ?^^).ii]9dxcvittl» 
leicht noch mehrere, diegmir nidit bekannt geworden». 
- "' Mehrere Sdiriftsteltev^ haben %war gesagt f d^r^dlB 
Zurü^kböngung der Gebiavmütter auch im ungeechwäiiiH 
garten Zustande vorko«tnet| könne, und dieMBi^i» 
lichkeit dieses Ereignisses ist nicht «u^foezweißem aber 
man h^t noch keine individuelle Erfahrungen davcm be- 
kannt gemacht, aufser einen, Fall von' K ir ach n e r **♦) 
hey einer Sajahrigcn, »n 4 einen von "Seh neide r**?i*) 
bey einer 57 jährigen' Frau/ In diesen beydeniFällea 
acheinen aber vielmehr andere krankhafie Zustände 
des Uterus vorhanden gewesen zu seyn» j&ey welchen 
gleichwohl ^äUG^h die Zürütkbeugung n^W gewi^sien 
Umstänjäen geschehen kdnn. • , . * : 

Ich habe vor kurzem, den aelfenenFall derZtiHick« 
bej^gting einer nicht schwangeren Gebärmtitterhedh- 
achtet» £iiK ungewöhnlicher Zufall> ohne welchen sie 

*) Jbüriuil de Mecleoiiie, Ciiirurgie, Ptarmacie. Tom; 67. 

Bicht^x-s chirurgische Bibliothok Baitd 14. 8.. laÖ« 

♦*) Metdical Commcmtsriee« Vol, VL : Richtet's ehi- 

rurgiscfae Bibliothek. Band 5» S. 680. 
***) Stark'a Archiv für ^leGebtttfÄhttlfe, 4rBd, S.637, 
' **♦*) Richter'» chirurgische Bibliothek» Bd*ii/S.3i<>, 



— ^3 — 

Yenautblich Tetbor^n geblieben wäre, führte zu ihrer 
hüken Eatded^ang, und ich erhielte dacHirch die 6e- 
legenbieity diese Krankheit gleichsam in Ihrem Entste« 
hsn zn beobacbten» Die Geschichte ist folgende : 

Am 2xten Jonias d. J. wnide Ish aa der Frau ei^ 

nes Gastwirthes auf dem Landis» welche an einem pro« 

fnsen MmterblutSasse littr gerufon. Diese Fran war 

So fahre alt^ von mittlerer Gröfse» mehr hager als 

fett» sonst gesund »nd wohl gebem; sie hatte schon • 

4 Kinder glücklich geboren , und vor 7 Wochen das 

lezte, die Geburt ^ea Kindes nnd die Nachgeburt war 

leicht und* schnell vor sich gegangen , und sie hatte 

dabei nicht viel Blut verloren. In derSchv^angerschaft 

hatte sie Blutaderknoten an den Unterschenkeln nnd in 

den GeburUibeilen gehabt , welche aber in den ersten 

VIocben des Kindbetts vergangen waren. Das Kind 

bat sie 6 Wochen lang gestillt. 

Vier Wochen nach der Niederkonft hob sie im 
Keller tm Falschen mit Braadwein , und trug es an 
einen andern Ort; sie glaubte sich dabei im Leibe weh 
gethan zu haben ^ wie^sie sich ausdrückte, ohne dHs 
dabei gehabte EmpBhduug genauer bezeichnen zu kön« 
uen. Den Tag dürnach bekam sie einen starken Mut* 
terblatflnfs^ welcher bisher taglich fortfuhr, und wo- 
durch tbdils frisches, meistens aber geronnenes Blut 
in grofsen Klumpen abgieng. Sie wurde dadurch sehr 
geschwächt» und mufste wegen Abgang d^r Milch ihr 
ffind abgewöhnen!» Ein benachbarter Arzt verschrieb 
ibr blutstillende .Arzneien 9 ohne die Geburtstheile un- 
tersucht zu haben ; als diese nicht halfen , wurde ein 



t » 



/ . ^ u ^ . 

anderer Atzt gerufen; dieser unt«jrsu<Obie ne inu^rUck 

'und sa^te: dte GebätmuiUr iia|)e .atch geschiotAC^n, 
und «tände.gütt es seye abear ein JBlüCgewächrvorJbaa*' 
denf welches die Verblntungiferqrsacbe* £r ▼^rachrieb 

. x&ineralische. Säi^teii^ ZimmliinhCtm* Atüanmoiken 
j2iid liel^ kAitft. FofpentatiQiieo «über dte Geburmfaeil^ 
mach««* Ai]fei4i jauch die^^iifrüchte^tje nicbia« . N«ii| 
wurde der erate Arxt wlodeT geräfecf dieser yeieotdnetm 

,ijir eine Mixiair nail;> Moschus, verklärte aber denA»*« 
yerwandten, die Erau werde am Nerven fieber sterbiPU* 
&le wurde nun immer seh wacher >- bekam öFt^fe^ lan^^ 
anhaltende Ohnmaphten^ und bei meinem .ßeajoij^ 
^nd ich Vi« ohne Farbe, und. natürUcbe Wäjrme mit 
aehr hiasaen Lefzen,, ihr: Pub. war achwa«h# schnell» 
«ird leer ,. vod $ie bekan^ oft Bktikelbeit ¥or d^n A»*. 
gen ^ und Qhrensauaen. Der gestrige Blutflufs u^d 
die Ohnmächten waren besonders stark gewesen« 

Ich vermuthete anfangs, ea möchte ein .St4ick von 
der Nathgeburt zurückg^bUeben soyn, allein die. Bfebf 
amme und .die Umstehenden veraicberten^dafs aUeex 
abgegangen seye 9 auch fand aich-niplila davon bei der 
Untersuchung« Der Muttermund at^dd in der Mitte • 
iiea Backens in mittlerer. Höhe; Per äussere Mutter- 
mund war «och offen, und ein dicker Fadeu gerönne* 
npn Bhites hieng daraus hervor. Der, fhoere M^lt^- 

' mund war geschlossen. Das Perinäum war bei einer der 
vorhergegangenen Geburten bis an den After ^ing^rls* 
aen worden. Uripbeschwerden hatte die Frau nicht, aber 
sie sagte: ßie habe seit 3 Wochen ein Gefühle als wenn 
£twas Jiicht an seinem rechten Platz wäre» >sie empfände 



-- 65 - . 

dsM einen drückendni Schmerz unten im fieibe, und 
. wenn eie zu Stuhl gietige» undi drückte ^ eo wäre es» 
ils /wenn ein Grenader Körper hinten cnm Kreuzb^intt. 
hinaus woUe» Ick dachte nun an eine Umbeugung 
der Gebarmutter ^ und in der That fand diese sich 
Tor i der Mutfeevpiund Stand zwar in der Mitte dei 
Beckens 9 .und war nicht gegen 'die Scluambeine ge* 
richtet^ hingegen war er aber auch nicht gegen die 
Höhlung des heiligen Beins gerichtet» wie es in diesem 
iSeitpnnkte hSttd acff n sollen. Hinter der hintern Wand 
der Mntterscheide aber fühlte ich, deutlich gegen die 
Mitte des heüigen B^ins eine feste .Geschwulst von. der 
GroCse eines mittelmälsigeti balbdurchschnittenen Apfels« 
Ich hielte diese Geschwulst (ür dieGebärmutterji welche 
tick auch lünten in die Feite des Bauchfells zwischen 
den Mastdarm und flie Mutterscbeide iturückgebeugt 
harte. Ich rersnchte sie mit zwei Fingexn.in der Mutv 
tn-scheide sufwjufs ^if, diücken, aber ohpe Erfolg ; ich 
lieb daher die Frau gnet über das Bette vorwärts auf 
die Kni^ und auf 4i9 Einbogen siph legen » führte 
2wei Finger m d^n Mastdarm > und schob die Gebär- 
mutter ganz leicht über den Vorb^rg des heiligen*Beins , 
nadi vorne fiinüber. Ich liefe di^rauf die Frau wieder. ^ 
Inf dem Kücken liegen 9 und nun zeigte die Untere 
tuchttog^ da(s die Geschwulst zwischen der Scheide 
ibd dem Mastdarnie Verschwunden» und dflfs der Mut«» 
termand nach dem heiligen Beine zu gerichtet war« 
. Bis Frau hatte nun auch das Gefühl von drückender . 
Sdiwere gegen den Mastdarm verloren« . 

Da ich wegen' der langen Dauer der widernatur' 
SiMaOLj>s Journal. lU\Bd. u St, /E 



9 ♦ 

V _ 66 -^ 



liclien Lage der Thelto einen Rückfall beiorgte, so 
lÄacHte ibh cfne^ cyliciderförmigen 'Fessus uttgefähr- 
-6 Zoll lang und i% IZbll im Dc^rcbmesaer ; ich nlahm 
daza eineh \yohl ausgewaschenen Sdfiwamnir Hefe i^aV 
durch einige Stiche so^ zusamiiaeii|i'aben> dafs er di6 
gedachte Gestalt, tekain, UeCs iü^ idftli^iner Le!nWaind' 
* ühcriiehen , tihd nachdem er mit frischer B|iltct'be>* 
atrichen war, sft^clcte'ich ihn hoch in die l^ütCerscheider ' 
hinauf in der Kichtnng gegen den Mastdarm^ und den 
Vorberg des heiligen Qeines» Ich fieth- altfdiai^iny nochb- 
einige Tage ruhig im Bette so Viel möglich auf dem . 
Bauche oder nathBequemlichkeit auf den Seiten» nicht 
aber auf dem Bücken liegen zu blexb'en,' und den Uriit 
nicht lartge abzuhalten, >-► ' 

Verblutung 18t ih der Regei kein Zu&II der Zu*- 
rUckbeügung der Gebärmutter ,iii diesem FaHe 8chie|i^ 
sie aber gleichwohl vop derselben herzurühren» indem*, 
, sie mit derselben gekommen» und^Vär ihr nicht da 
war; ich liefs' daher blod aus Vörsiifht blutstillende 
> Idittelin Bereitschaft halten» sie aber noch nicht an* 
w^sndqn , weil ict mit Zuversicht Jroffte, dafs die Bin-' 
tung nunmehr aiifhören werde» und auch wii^klich er* 
. hielt ich bald darauf die Nachricht, dafs nach der Ein- 
richtung kein Tröpfen Bluts mehr geflossen iBeye» ^nd 
dafs die ,Frau bis auf die Schwache vdn dem grofsen: 
Blutverluste sich wohl befände. Spater ef hielt ich die' 
, Nachricht , dafs sie auf den Gebrauch nährender växd 
stärkender Mittel ganz gesund sey. 



- 6r ^ . - , 

• 
Woher tührte dicker starke nnd anfialtendtt MnU 
UtblnifLxdSf der darch die gewöhnlichen Mittel nicht 
gestillt werden konpte ? — • Ich gestehe gern , defe ieh 
esnicbt weiCsi; wenn nicht etw« durch die widernatür« 
llclie Lage des reklinirten Uterua die BintgefaCie deisel* 
bau einen solchen Drack erlitten haben» daCs die Venen 
weniger BInt znrückfüfirtra als die Arterien zufiihr« 
ten, welches dadurch wahrscheinlich wird, dafs die ia 
der Schwaogerachaft gehabten Blutaderknoten bei die^ 
•er Frau eine gröfse Schwäche des Yenenajatems vor^ 
auasezten*. * ' 

Die Zurückheugung der Gebärmutter scheint in 
diesem Falle plötzlich bei dem Aufheben des Brand- 
^einfärschens entstanden zti aeyn , denn die gewöhn« 
luÄien Zufalle der Zurückheugung: Harn- und StuhU 
beschwerden oder gar Verhaltüng, waVen vorher nie 
wogegen gewesen. Wäre die Zurückbbugung durch 
die Untersuchung wegen des zufilligen Blutflusses ni^ht 
entdeckt worden^ so wäre sie ohne Zweifel noch lange 
^trhotgen geblieben, und sie wäre nicht eher entdeckt 
worden» als bis diese Fran wiederum schwanger ge« 
worden wäre> wozu die JVIÖglichkeit ungeachtet der 
Reklination wohl nicht, zü bezweifeln ist, dc^ wo das 
fi'at izerauagekommenisty da hätte wohl Saamen hm-« 
einkommen können; alsdiann wurden wohl mit der 
erfolgenden Vergrofserung der Oebärmutter, Harn« 
viod Stuhlbeschwerden sich eingestellt haben, und im 
Steir» 4ten Monate der Schwangerschaft die völlige 
Verwaltung erfolgt aeyn. 

Auf aplcbe Art, glaube ich, hat es sich mit Knen 

E 2 ' ^ 



.» 6B 9-* 

. Zai^ückbengnogen verbaltepy weUhe^ wie liOsmeier 
renuuthets allmahlfg entstanden ^ und erat bei der 
völligen Särn - und Stt^hlverhaltung entdeckt worden 
/aind» Die erate Urabeugung kann bei einer grofsen 
Diapoaition » ala: weitem Beckeo> Mutteracbeideniror^ 
fall an der hinteri!i Flächet erachlafften JMutterbän^ 
derp f langem Aufhalten dea Harns u.- s. yr. durch ir- 

' gend eine andere gewahthätig wirkende Ursache, 'gdß ^ 
Fallen^ Heben« Drangen beim* Sti^hlgange n. e* «v^« 
plötzlich entstanden seyn , aber sie wurde nicht eher 
entdeckt, als bis die allmäbligver^röfserte Gebärmutter 
anfieng , das kleine Becken ausa^ufüllent ' 

bafa der Muttermund bei dieser Znriickbeugnng 
nicht nach der Sch^ambeinfuge gerichtet stand t Bon^f 
dern sich mitten im Becken befand^ und zwar in einer . 

' Bichtunf;, dafs der untersuchende Finger durch den 
äussern Muttermund in den Mutterhais wie in. einen 
Fingerhut gerade von unten eindringen konnte ^ diesm 
Erscheinung kann ich nicht erklären « wenn ich nicht 
annehme^ dafs die Gebärmutter selbst retortenärtig 
gebogen war» ein Zustand; deasen Existenz Q der "^y 
in einer Reihe von zweihundert eigenda angestellten 
Beobachtungen bei andern Schieflagen diese« Organa 
bia zur Ueberzeugung erwiesen b#t. 

^) Ueber das Unwabre der gemeinen BegrifTa von der 

Schi^fstehung der ^Gebärmutter, nebs^ einer genaaeren 

^ Bestimmung dieses Zustandea. In - dessen Abband* 

langen und Versuchen gebartahfllflicheir 

Inhalts^ im zweiten Tbeile^ids ersten jdandes. 



~ 69 - 



in. 

Vagi tu s u t e r i n u s , 

^eobacktet rem Boctor Bredenollsu £rwittct im 
Wettpbaleii. 

JuLenr Hetzger und mehrere andere Herren beatrei« 
ten mit leidenscliaftlichein Eifer die Mögliclikeit'dea 
PagUus nterinus (siehe Hm« Met^gera Sopplemenc 
zn tdaem karzgefaläten Syst, der gerichtl. Arzneiw*)* ~-* 
Hen Metxger tncht aoj^ar Herrn Ficker'a Beob* 
achtnng €Lbet dUsea Gegenftiand Oiehe Beiträge ztuf 
ArzDeiwtBßenaeb. •*- inderStlzburger med. chir« Zeitung 
iSoiilh 2* S.358) mit ungeziemenden Worten lächer- 
lich za machen* Aliein aolche 4tind ähnliche Beurthei« 
langen können mich nicl^t^abacbrecken , nacl^^ebende 
Beobachtung dem. medizinischen Fablikum bekannt 
za machen« 

Am Soten April 1810 wurde ich w einer Kindbet« 
.terin gerufen. ^-^ Bei der 'iassem Uhtertuchung fand 
ich den Unterleib aehr stark » jedoch gleichförmig ans- 
gedehnt; bei der inneren den Kindskopf in der ersten 
NormaUage- vorliegend« - Nach Aussage der Hebamme 
hatte das Köpfchen, aller Wefaeh ungeachtet, schon 
über 24 Standen in dieser Stellangi ohne vorzurücken^ 
|estaaden$ es xeigte sich eine beträchtliche Kopfge« 



• .-7 7^ — • . > ■ 

flchWalst; ich beendigte deshalb ^ie Geburt durch dio 
Zange y und brachte ein kleines Knäbchen zur 'Welt, 
welches mit dem so sehr ausgedehnten Unterleitie in , 
: , gaur keinem Verhältnisse stund. Der Unterleib blieb 
ausgedehnt, und die Blase des Zwiilingsbruders stellte 
sich ein« dessen Querlage mich zur Wendung i^öthigte« 
Ich sprengte die Blase, zog, da ich nicht beide Putschen 
zugleich fassen konnte, den linken Fufs an, und legte 
ihn an die Schlinge» Wie ich meine Hand wieder ein« 
Führte , um den andern Fufs zu holen, fieng das Kiud 
so vernehmlich und deutlich an zu- schreie^n^ als ein 
schon gebornes (den dtunpfern Ton abgerechaet) katnn 
schreien kann; wiedeirholte den Schrei wenigstens 
zwölfmal, utid ich bin> überzeugt» es würde nodk län« 
ger geschrieen haben , wenn idi meine Hand in der 
Lage; worin ich sie jezt hatte, noch^ langer imChätig 
gehalten hätte. -<> ' Dieses Schr,eiea hörten mit mir . 
die Hebamme, drei Nach bar frauen« der Mahn des 
Hauses, und die Kindbetterin. 

.^ Ich habe diese Beobachtung absichtlich ohne 2i^ 
rerei, wie die nackte Wahrheit, niedergeschrieben^ « 
und wenn das ganze medizinische Publikum mir wi« 
'derapricht, so behalte ich doch die UAerzeugong für- 
InicK, dafs der yagitns ^erinus nicht allein mpglich 
sey» sondern sich wirklich zuweilen in der Erfahrung 
darstelle. . • i 

Der bat gf^wiCs das Geschrei des schon gebornen 
Zwillingsbruders für/^d^i^zM» u^erinuui gehalten ! höre 
ich einen Leser urtheilen. Allein'' dem dient hiemit 
zur Nachricht, dafs derersteZwiUingsbrnder iuimittet> 



bf nach der Gebart in ein «nilegeiief Zinuner gektaAt 
ifcnle» weil daa CiitbtndangQzimmer nicht konnte 
gdittUft werden; ;.;U]:\d dafs doch wohl ein ebengebornet 
•chwachlicliee &md unmögUcb. djrei verBchlossene Ge-' 
mädier so, mit seUh^m Geschrei erfüllen kann, däts 
ei in das viene# < worin wir ans befanden 9 dringen . 
konnte» .&..,. ^ ^ 

Es sey mir nnn noch erlaubt , die Möglichkeit, 
wo nicbt dio llMhwendigkeity des f^agitus u^erinus 
in diescm*FalIe darzuthun* 

Damit ein KJUid/ im Mutfterleibe schreien könne, 
wird aas8erdem# dafs e$ lebe, dafs/ es Stimm- nnd 
Athem« Werkzeuge , nnd zwar, regelmässig gebildet^ 
kabe etc. was ^icb von selbst versteht» erfodert: 
i) freier ZaUitt^er Luft; 
O) mbgUche Ausdehnung der Brust» 
j^di^ Mit meiner Hand drang eine lilenge Luft > 
in die Gebärmntttr^ welches in diesem Falle um so 
eher möglich war» da a) die Scheide durch den Durch« 
gang des ersten Kindes sehr erweitert» und b) bei ei- 
ner früheren Niederkunft dieser Kindbetterin durch 
ungeschickte Behandlung de/ |Iebamme , der ganze 
Damm eingerissen- war. Auch konnte die Luft leicht 
zu der Nase und dem Munde des Kindes dringen, 
weil das Köpfchen mit dem Gesichte nach vorn , tnit 
der linken Seite deß Köpfchens auf dem linken Darm« 
beine der Mutter lag. 

jid 2. Die Gebärloautter, w;elche in diesem Au- 
genhlicke ganz untfaätig,. und sehr ausgedehnt war, 
lieb eine binlangUche Ausdehnung der Brust zu. 



.Wenn nun in diaBem Fall6 die Requisite zum 
Ein« UDdAusatbmen da waren, and d^e et^te Athipeit 
in der Hegel ecfareiend geacliielit, $p ist nicht o^r dije 
Möglichkeit, sondern beinahe die Noiiiweadigkeit des 
iBchrcden^ für diesen Fall dargetfacin^ 

Ich war siihon- einmal Irüher beimeinett verehrten 
Lehrer^ d^m Herrn Elias TOn Sieboid in der Gci« 
li^rsnstaU zu Würzburg Obrenzeuga eines T^^r^xu 
literinus^ allein gegen dieses deiitfiefae Schreien war 
jenes zu Würzbbrg nur dumpfes Oetcln, immerhin. 
aber vernehmlich genug, um vom 'Herrn von Sie- 
bold und allen Anwesenden ffir FagUns nierinus 
tAl'irt zu werden* 



! 



— 73 -4 



IV.. 

Geschichte einer merkwürdigen 
Zwillingsgeburtu, 

Von J>r. G* G. Dethardiag in Rostocli. 

.Unter den merk würdigateii Oebartifillen » weldie 
mir' während einer drejfsigjährigeA Aneübnng der Ge« 
bnrtshülfe ▼origd^ommen siod, redine ich unter andern 
mdi tollende Zwillingsgeburt» durch deren Bekannt« 
macäkung ich meinen Herren Kunstgenoisen in. der 
6e6uj*f9liiiife ieinen iinangeneliiaen Dientt zu erzel« 
gm Koffe^ 

Die Frau eiset Mühlenpächtera in der Nähe von 
Bostock, • einige drey&ig^ Jahr alt.« von. geanndem« 
achlankem Körperbaa ^ Matter dreyer geninder Kna« 
beuy weiche sie leicht und glücklich geboren t auch 
aiflamtüch seibat gesttUt hatte» wurde^ da sie noch dal 
^ie Kind saugte» zum vierten Male schwanger. Im 
Verbnfe dieser Sßhwaugerschaft empfand sie mancher« 
lejr Beschwerden^ welche ihr bej den firühertii Schwan* 
gerschaften fremd gewesen waren« .Früh Morgens 
muiste eie sich uaMur, wie es sonst der Fall gewesen 
war y^ erbrechen, wodurch sie sich sehr erleichtert 
fübitm tind dann gut essen und trinkeu kOnotsw 



-iT?' 



Der Unterleib war schon In ier etilen Hälfte der 
Schwangerschaft .stark ausgedehnt und die Bewegun« 
gen waren auf allen Seiten fühlbar. t^Tttr mit Müha' 
und Beschwerde konnte sie ihre häa^lichjsn JSeschäfte 
verrichten. Gesch willst der Füfse» der Geburtstheile 
und des Unterleibs, we|che sie bey ih^igo ersten Schw^« 
ger^chaften nicht empfunden hatte» wkr aber dieses«- 
mal sehr beträchtlich und lästig. Vebtliens befand sici 
^ich den Umstanden nach recht wohl« 

\ Etwa sechs Wochen vor ihrer Entbindung hätte/ 
, ich Gelegenheit diese Person zu sehen und zu sprechen« 
Ihr ganzer Habitus verrieth unstreitig eine ZwiUings« 
'Schwabgerscbäfty weiche Vermuthitog ich ai^jch ihrer 
anwesenden Schwester mittheilte» um sich auf <iiesea 
Fall Tcrzubereiten nnd die nöthigen Yorkehrungen^zu . 
treffe. , . ; 

Endlich rückte die Geburtsstujide, nach Ablauf ^ 
ihrer Rechnung heran» Eine gewöhnliche , obgleich 
nicht ganz ünerfahrne Hebamme vom Lande wurde 
geruFeir. pie Wehen Waren stark und schmerzhaf ( 
schneidend. Dds Kinds - Wasser BoTs nach gesprunge- 
ner Blase ab i^nd das Rind ftrat^ mit dem KopJEe rich^ 
tig gestellt^ ins kleine Becken« Sowohl dieHebanam^ 
«Is die l^mstehenden hofften bef der Stärke der W^hen ^ 
(die jedoch iuicht Vom Kreutze »ach. dem^choofae hia* 
unter, «(ondern immer queer über den Unterleib^ gient 
gen) und bey dem. tiefen Stande des Kindes 9 die.Ge* 
buFtbaid»beendet zu sehen» Abejr sergeben«; derKopC 
wollte durchaus nicht durcbschnetdeni Alle auf dein 
Lande' in solchen Füllen gewöhnlich^ Hausmittel »:.Ka* 



- 75 - 

Biilfentbee,' Moccacenntirs« Franzbranntew^In, v* a, 
worden nicht ^spart und vermehrtan ohne »Erfolg 
die obengcdachtexi 9 immer' empfindlicher werdenden 
Schmerzen. I>et Kopf stand zam Darchschi^eideny . 
ohne jedoch za erfolgen und war äufierlicb' sichtbar. 

Die Schncievzen im Kreutze^ und quer über dem 
Unterleibe wurden endlich so heftig und bciängitigten 
die Gebärende so sehr/ dafs sie nur aufserbalb des 
Bettes 9 aof dem Rande eines Annstuhia hängend ,> 
einige Linderung ihrer grolsen Leiden zn erhalten 

Nachdeoi die Frau, in diesein bejammerswürdigeii 
Zustande bis zum vierten Tage elend zugebracht hatte# 
wurde ich nm Hülfe angesprochep» In der Nacht 12 
X3hckavi ich an und fand die Muit^ auf dem Stuhl^ 
Vingend, heftig üb6r Schmerzen im Kücken klagend» 
diCf wie gesagt, sickijiier über den Unterleib binzo« 
gea i weahalb sie sich von zwej nebenstehenden Per- 
sonen 4ber das^reutz festhalten lieb, wodurch sie 
einige Linderang zu erhalten glaubte« Die Hebamme 
berichtete mir den Verlauf der Entbindung^ indem sie 
zagleich bemerktef wie dar- Kopf sich im Dnrchschnei^ 
den be&nde» aber Uolz.ibrer angewandten Hülfe nich.t 
erfolgen wolle, welcbes sieh auch bey paeii^er Unter« 
ancfanng bestätigte. ^ bch entdeckte ferner bei der Unter« 
enchavg des sdhr stark ausgedehnten UjiterleibeS| eine 
enffallende Zosammenschnürung in der Mitte der eben« 
Ealb stark ausgedehnten Gebärmutt^« welche gleich- 
sam wie zwex ditr Länge nadi aneinander liegende J^yer^ 
oder wie, die Gläser einer Sanduhr gesiaitei w^r. In 



der Zttsammensehnttrung gab die Malter auch den Sitz 
der Geburtsschmerzen an. Der niedrige Stand de« im 
Durchschneiden befindlichen, KopFea^bestimmte mich« 
um die Leiden der p^bärenden so bald als möglich 
2u beendigen, zur Anlegung der Zange« 

In Ermangelung eines GreburtsatuUea bereitete icli 
in der Geschwindigkeit ein Querfager über das Bettt 
liefs Skr Gebarenden flüchtiges Kampfer - Liniment 
. auf dem Unterleibe einreiben und brachte sie^ laach : 
trorber gegebenem Opiat auf das Querlager» Mit Teich« 
ter Mühe brachte ich einSn, noch lebenden , atarkeii. 
'Knaben zur \VeIt, welcheu ith, nach unterbundener 
Nabelschnur den Umstehenden zur weitern Pflege über- 
gab , um fernere Untersuchungen anstellen zu kon« 
neu. Durch diSe Austreibung ^'ei% Kindes war nuiä niie^ , 
untere . Ausdehnung der Gebärmutter zusamrae.nge« 
fallen und verschwunden ; dahiligegen die obere Bälfic 
derselben noch ihre Form -und Härte behielt» Während 
dessen hatten die Wehen ganz nachgelaaaen» ' Ich ging 
hierauf mit der Hapd» 'der Nabelschnur folgend^ in die 
zur Hälfte entleerte Gebärmutter und entdeckte in 
dem Grunde derselben eine GefFnung » welche^ zur 
zweiten» durch die sehneidcndto Wehen enlstan^em^ 
Höhle führte« Nur mit Mühe konnte Idi zwey Tin« 
iper in dieselbe etnl)Hngen. Ich fand hier 'Uoch eine 
tm^erletzte Wasserblase und in derselben die iorlie« 
genden Füfse des zweyten Kindes. Bej^ der bisheri«^ 
gen normwidrigen Wirkung der Gisburts- Wehen unci 
da die Mutter schon so viel gelitten hatte* durfte ich 
es ni^ht wageu die £ntwickelnn|; dea zwey teo Kindes 



. .— ff - 

der Natnt zu uberUa^en, welches ich unter gfinitiga« 

nn Umständen > Mrenn die Gebarende in der Stadt 

gewesen and ich dieselbe nnter meiner nähern Anf? 

eicht iiatte behalten könneUf wohl versucht hätte. , Ich 

enrschlofs mich deshalb die Blase zu sprengen und das 

Kind bej den Füfsen herauszuziehen. Die Sprengi^ng 

der £lase geschah nur mit Mühe» da die Häute sehr 

hart und fest waren. Mit einiger Anstrengung konnte 

Ich )ezt di^ hier zusammengeschnürte Gebarmutter er« 

weitem, um mit der Hand zu den Fiirsen de| Kindes 

zu gelangen; endlich glücjkte esmii" einen Fafs anzun 

ziehen und mit einer Schlinge festzuhalten ^ worauf 

auch der zweite entwickelt durch die Verengerung der 

zusammengeschnürten Gebarmutter gezogen und so 

dM&lnd xur Welt gefqrdert wurde. Es war zur gröCs» 

ten Freude der Elter^ ein gesundes 9 lebendes kleines 

Mädtben, welches freilicbdurchdas Anziehen» von der 

Zasammenschnjirung der Gebärmutter an den Füfsen 

etwas gedrückt war , vjoTon jedoch keine nachtheiii- 

gen Folgen\za befürchten waren. 

Die gedoppelte Nachgeburt folgte » da ich die gc- 
ballte Hand eine Weile in* d^r SSusammenschnürung* 
derGebärmntter gehaltet! hattet während dessen «ich 
leztere allmählig ikusammenzbg; und' mit Hülfe eines 
gelinden Zuges an de;r Nabelschnur von derselben ent« 
leert wurde. ' ' 

Die Mutter vergafs sehr b^Id vor Freude über das 
lebendig geborne Mädchen ^ ihre ausgestandenen Lei- 
den und Schmerzen und wurde nach. Anlegni^g einer 
breiten Leibbinda ins Bett gebracht und ihrem !^a« « 



»tän'de gemäb behandelt. Der zuerst geborne Knabe 
übertraf merklich an Grofse und Stärke das ktei« 
nere, an den Füfsen etwas gedrückte Mädchen ; wel- 
ches eich jedoch 'nach einigen Weinbädefn sehr bald 
ctholte<r - ' ' V ^ 

I^z skh liie Mutter mit ihren iieugebornen Kin^ 
dem» den Umständen nach» wohl hefand, begab ich 
mich in die nicht weit entlegene Wohnung des Guts* 
liesitzerv. Nach Verlauf einer halben Stunde aber, wie 
ich, eben im Begriff war mich 2ur Ruhe zii begeben» 
erhielt ich plötzlich die Nachricht» dafs die Wöchnerin 
an den heftigff^en Leibschmerzen litte und, mit kalten 
Schweifsen bedeckt , sich viel evbrechen müfste* £i« 
lends begab ich mich wieder zur Wöchnerin und fand 
die mir überbrachte Nachricht bestätigt« Die Ursache 
dieser Zufälle war keine andere » als die nach der star- 
Jcen Entleerung der Gebärmutter nicht fest genug um 
> den Unterleib angelegte B'ih(|le« Ich liefs den Unter«, 
leib gehärig mit flüchtiger Kampfer- Salbe einreiben, 
und zog die Binde m^hr an und befestigte sie* Innerr 
.licH liefs ich eine Kampfer -Emulsion mit frisch' aus- 
, geprefstem Mandelöhl nehmen, worauf die Schmerzeti 
unter einem starken Abgänge des geronneneu Blutes 
^allmähllg nachliefsen; 

Das noch jammernde kleipe Mädchen wurde aber* 
mals in Wein und Wasser gebadet, worauf es ebenfalls 
ruhiger ward«. 

Beim anbrechenden llorgeb befand sich dlj? Mut* 
tier, durch einigen SchTaf gestärkt, ziemlich munter 
und heiter > nur klagte sie noch über N^chwehen, 



- ' ■ . ' — 79 ~ 

vrefebe sicK bin und ivieder einfanden. Nitch dem 
ibrrgesezten Gebrauch obiger Emulsion hörten auch 
diese allmahlig ganz auf. Ich mufste die Wöchnerin 
lezt Yeriassen» i!a aie ^ich qebst ihrenrZwillingskindern 
recht wohl befand. Das kleine Mädchen liefs ich noch . 
fernerhin in Wein und Wasser baden, wonach es eich 
sehr erholte, so daTs es seitdem Zwillingsbiuder im 
Wachsthnm in der Folge nichts nachgab. 
^ Die Mutler jedoch konnte ^ da sie beide Kinder * 
selbst stillte» sich nicht so bald wiedisr erholen; bekam 
deshalb^ bei. einer ihr -verordneten kräftigen ^ nahr- 
haften ^Diät^ innerlich noch stärkende Mittel , welche 
ihr sehr wohl bekamen. Beide Kinder siiid noch nacfk 
Verlauf zv^eier Jahre gesund und mcuiter; Ein undi 
üxk Vierteliahr nach diesjer Entbindung hielt die Mut< 
ter wiedernm glückliche Wochen un4 gebar einefli 
5ohii^ — ^ , / 



— 8o ,-- 



Geschiclite einer- füf» Mutter und Kind 
glücklich vollführten Kaisergeburt 

Dr. Ferdiiia^iid Spitebarth, praktUcheiii Artie und 
Geburt8h«l£er su Sehweite ii| der Grafschaft Mark ;^ 

JLia den faT€htt)ar8een nnd kühniten UntemefamaDgen 
in d^t chirurgvichen Technik gehört nnatreittg der 
Kaiserschnitt <— 'IVelche Kühnheit! «— ^em|swor» 
denen Menschen, dem von der Natur jede Möglichkeit 
▼ersagt Ist» ausser dem Schoofse deriMatter sein selbet«, 
'atälidiges Leben im Angesicht der Welt 2u äussern^ 
mit bewaffneter Hand einen 'VVeg zn bahnen , nm ihn 
aus der blutenden Wukde der traurig leidenden Mutter 
ans Licht der Welt bringen au können I — Es liegt 
ih derThat etwas Furchtbares» aber auch etwas Grofsei 
in diesem Verfahren, — « Man kann mit Recht sageUf^ 
dafs hier die Kunst das Leben uiad die Natur (im bes* 
sem Sinne) -beherrsche, da si^ ohne diese Hülfe« fast 
immer ihrer, eigenen Anstrengung erliegen, und stets 
die schönsten und höchsten Prodnctel ihrer eigenen 
i*hatigkeit vernichten mufs« 

Ueberzeu^t, dafs jeder Fall einer Kaisergeburt^ 
abgesehen von dem Erfolge, schon der glücklichen 



. _ 8i ~ . 

8eb«o&«it wegen, für die ^rttiKclie Welt nibbf obM 

/oferette $eyii kAxin* glaube icb, dafa dieje&igni Fällb 

docb betOBdera aufgazeicfaiiei zu werden, reidieüea^ 

wo dd« Leben der Malter ofid'd^'&üidea dvrcfaldice^B 

beroische Mitt^ tthaiteü w^ade W JNictit ii«b:die 

ohaebin zablreicheo Urkür|^eti^«li vermehren ^ weich» 

Bns beaobdeea die. leicbUinuigeiScbneideltiiit fiaozöat^ 

yim Cbiiargen in grofser Menge liefert ^'t'^t cotidda^ 

dwbb irieltiiabt einen andern Mat^ricieaa' au über- 

cefigca, .4a^n ErVaoheinnng iii^denlTegen dee^tlBgeb 

CUiib«ei an wunderbare^atitatlen bekannteb^öeaetaen 

der Venmnfi und. der N4tor eieelteödf a £rtfiU|l)fnj^bn) 

^kii«;^ ^twaa 9elten«3'!»r^e;.9''^).i Mit €'meitt^W0t^ 

nitbt um 4ttk äccptiker zwi(lfcerzt«ge» / eendef nr^^^BM 

es en^tlaÜiU^b för die iLbn«^ ^e»ileii kanb^*.MreBnignt 

lun^ene VllW.ven iUiaet^biteeiivibeiloddtvardti.««^ 

aiebung auf d^a opeiatire VeafAfeni^nit grqfser0e^ 

naiiigkeit abgegeben werdeiii, um/grp&en. GeMerd dülT 

diircb vitlbiebtin der Folge Gele§eiibeit ^u viar kkaiffei^ 

eine Operarmie« und B^etnUiiti'i^aweJea aoiBinnitielBi^ 

•) Maa iebe;<rr:iMi «t, B» tt»»^|: i^j^.Jiy^iBfi^öfM^iiiiei 
i5Öi , desfai» lataini^^^e^Stfi^it^i^ift jib^sj, df^ee 9^ 
geastajid und -die Aiun.er^iung von Deckel in ,^e^^ 
Ueberseumig von Baud^loc^ue's Anleituijg Äur 
EnibindungstuiiÄt, TlieU It S. 3oä; se^* ' '_ "^ ;^ 

**) Man erinnere tub bier der gewaltigen Kraft der . 
Danmei) spitzen eines Stuttgarter Arztes ^ die ^och 
iraftiger wirilen Wie Öimsoii« iTaar» *sO wie über- 
liaupt an'ltie ma^netii^cb^'lEi^ii'i^agitizeH'iinVe^ 
Tage.' '-;'■- •' - ' '^'^'-^'»"^-^^ •".' .. • '-^-J .i>.J. .'W/ 

^iM9qU9i Journal. III. B^. xs St, r ^ . 



^ B2 — 

wdehe dinr Mckrzdil T<in*Operirten cunen •^wctlicheg 
Ansgai^dcr SacM verjpricbt, da:wir bis jestloidfltr «ioen» 
glüddidwn Ohog^Tikr huldigen miissM^. wnm nxiaer 
VMr&brm .mit £fhailnog des Lebeas beider^ belubiit 
w^uä^ Diede GrüodA.lisbaB midi bewegen» nach- 
•tefaemb Ge^ditdileiBipfir glädUichen &«isefgebarr« in 
diCMB sllgemsia b^iabtML Blattcfi»; . dem. afAtlicbea 
Pohliko .vorxfübigfcn« . . / \~. . .. j ; ., ^ 

Am iStoiJaljt'di^desJftlirs wmrds ich ati%ff0dcr<# 
derEbeAPM cim^BSkldte«» NaiBaisiChjrUliaji.M&iT 
liOr^ weldierimihiesigett 6«saBdfariiiiiitQ^w«bats Im 
f«ebai|[eschäft beizustelMtik Die Prta- iwar ein« Erst^ 
^obär^nde, jetwat Si^ Jabr «It, ..ducfh iKÜh .^lltfai# 
ffl fc ss ftfib *m4 ipS^ oa€ala»dene sc^werO'OichlEiißyi^r 
^tlpz^vsTwachsene., ttod iti <ibj«r Körpctfeatwidkeloiig 
M^lcuiIUB0kriich Vorgtschif itutne' Peraoo 9 ^ d«fii sie himm 
4^FiifSf^rQfs, läqleevsfr^lMiger^ und dabdi in der Bildaog 
deto Biteie saiuikückgebli^beii war» dafs oft cjne Min« 
Iptfvfacast «rn * bervors|ecb6iidei«s Convolat roD Ornat« 
dxfIitJE)' TeMBSthen iN>lll»« alt ^ hier bei^^fineir Frtn der. 
Fall war 9 welche im Begriff stand» diese reizende ^a* 
Itiigabtf *» ta! ao th wendigen' r ^Weskeu« iu-^^ebrancfaeta. ^ 
l&i um sie bei ttieiiiei- Ankoxifft gegen 2 Ufar Nach- 
mittiTgs im B^tte liegetiäy und bei ihreinAnblidce^ ich 

gestehe es^ überlierinich ein ordentliches, Schaudernt 

.1. .. » . ' . ..'•..1.' . «. 
durch die bange Erwartung der Dinge die da kommen 

sollten veranlafst^ indem man gleich' beim efiiten An* 

hlick der t^erson sehen konnte, welche Seh wiengkei« ' 

ten der Qel^iirt ▼on^%ii;i(^];f^der Mutter entgegenstehen. 

mrttrden. Uebrigens berichtete die/Hebamme^ das Gebar* 



fddlft Mjr «eh t Uhr die SIinph^Mg^Cang^^ daa BcckAii 
ITf gewalüg <^^ y die W^en regelma&ig . «ber a^r 
idrarüdu W^Mr. sey itWßr noch nicht «bgeflOMei»» 
aber seit einigea Sta«dte t^ <i^ Hopf fühlbar gev^9* 
den« -^ Auf mein^ fTra^,. ob der If actermond «cbo<i 
aiemJich erweiset and ^eJ}|aM wenigitena bei den 
Weboi/üUbav aej3. ^rfa{eltacb l^^kie gewiaa^Antwo.r^ 
indem, die H^lbamme erklürt^e» aiecb keine Slaae g^ 
tuUt» a^^eiiie.£rweit<M^og,aea]|I,attermundeaf wie 
et ihr acl^oie , Mit ErscbeinDng dea Kopfea bemerkt 
w habea. Hiefauf nnteraupllte kh oad fwiz ^. . 
O^^ueaejrlicJi.y i . . 

den Lea> fo überhä^gi^l^r d#fa er, bei faalhori«^ 
sonUl^Lag^ die Qberfi«^4^4Ul bia ^nißenhulb Quer» 
hand.vou der li}gQinai|;e^i>4 ad^äna beriihne. Det 
Uteiu^ baue eine Querlage j jacJn Jundus lag htiph. in 
der Jiokear^eiif^ aein Kürpc^ at^e^l^ unter dem ver* 
atricÄeoen A^abei her. £tn>f»^im«n^^ unter«c.beiden7 
. der Kiadeatbeit |ivar nirg^d; fübjbar. .. Oaa Os sacrum 
und die angrenzenden Lenden wirbelbeine waren ao 
nach ioo^ gebogen , dab eine 'gebalite Faust bequem 
in dar HiUung /üben konnte« . Von oben ging daa 
Hti'igenbein in-^aiark gewsiibtei) Karben Bogen ab« 
wärts mid das Os coccyiJs vf^r^^rk na^ innen ge«^ 
kehrt. ' \ 

z) infierlieh; 
Der Eingang zur ^cbeide/war ao enge, dab zwei 
^ger flicht bequem eindringen konnten j der Ariam 
fmbis war von beiden Seiten eingedrückt» und bildete. 
^äanh einen obern kleinen) fiögen« wcMrin zwei 

. - F a • 



Querfinger nicht Jfln'ge^^ konnten. Mehr^^wäirts wr^ 
die abft^igen^en Aeste der ScbMoibekie mit den auF* 
•wärtssteigenden der- Sltzkaotben- zcHanamentreteii^ 
*Wardedie Oeffn^ßg etWas weiter, so dthS'Qvterfinger' 
am weitesten 'Punkte bätteÄ gut eingebradit waxäetf 
können ,' wenn 'die Vagina iea gestattet hättet. An' der- 
Synchondrasis pubit war ebenfalls eine.Siegting^ natrh 
auaserlf'SO dafs dais gamceSchaambein in seinen hoH« 
«ohtalen und abst-etgen den Zweigen r^^ehvidrig gebo-.; 
geh war. ~ ' Der mittlere Kaum der kleinen Beckens 
war im Verbältntfs' zum- Körper mehr ala gewöhnlich 
weit. Vom Eihgangz^am kleinen Becken bi$ Fast zdr 
Mitte des Ojjij laer/ fnlilteman einen barteü ktiglich» 
ten Körper , den die ;fepfiere Unteraucimng ala eineit 
Auiwaciia vom PrtAnBnt&rio auswies ; und wefciiea 
die Hebammd für dtha Kopf des Kiildes gehalten hau 
te.L — ' Dieser KttocfaeÄa^bswuchs konnte 'allerdings im 
ersten Augenblicke lliti sehen« Er war von bedeuten« 
der Gföfse» nach unten vdIMcommiin kugticfat« ao dafs 
die untere Kreisfläche sich am Osse sacto wieder In 
die Höhe hob» und al^o seine tiefere Rüt>dinng mehr 
in die Mitte deB kleinei»Beckens fiel. Nach den 8chaam« ^ 
beinen» und zur 8eke aifi den RSfrbeinenv längs der^ 
lAuea imominaCMf war 'd)Sr Knochen dait ein^m ^iiig«v 
ganz zu umgehen* Nach meinem Handmafs, welchem 
ich so genau wie möglich nach einem Pariser MaCs« 
^abe bestimmt habe» (indein mir dfeUnzäranglichkeit 
der PehimHer^owi^hl atia anderer als eigiener £rfiaH« 
rnng bekannt i«^t> suchte ich fe/t die'Gförse der Ge* 
cichwulst und die Dimensionen der oberen Beckenäper« 



— 85 -- 

mr 211 beftümmen, und fand: i^t» di« Kn^^chenge« 

«frinttit m der Atcliiiing der Coniagatü, also vom 

' jßffe sacro bU za ihrer Spitze^ nach der Spuhandro$is 

fntbisf gegen zwei Zoll» in .der.RicI^tUDg der^Quer* ' 

btfdceoachse aber beinahe SZoU betrage« Die Exostose 

Ibiidete übrigeng Iti dier Oegen'd^der Sjmphitis sawrp» 

ilino» einen garnz spitzigen Winke) mit der Linea in* , 

ntadnata^ nnd dev. Radni der obern Bedcenöffnung 

wurde nun längs der Linea ■iim0minata bis zur Schtanä» 

beinTereiaiguii^ immer weii«r» ao dafs in besagtem 

Vfinkelianm eine Fingerspitze, aber unmittetbar am 

sn^ebogepen horizontalen Schaambeinaste«. beinahe 

9twd Qaerhngcr Platis bitten, r- Von der Spitze des 

Khocbenauswttchses bif zu den aosgebogencn Schaam* 

beiiken ^%lso die sigentlighe Conjugata) hatten zwei 

Qaet&YigeT htnreicheAd Plal^ tind konnUs ihnen noph 

^ine ieicbre Bewegung gestattet: werdep* Ich ^schätete 

dioConjngatadahier i Zall4Linien. ^ EineQuerbecken? 

adi8e,..imjebaruhülflicben Sinne« gab es nicht» Weil 

^Exostose zu tief ins. Becken ragte* Aber in dejr 

Gegend, wo man eitie soidhe «Achse annimmt, ipafs 

aatn. an beiden Seiten" der Exostose etwa % Zoll. — 

Eis Kuttermmid oder {{indediheil Var durchaus nicht 

ntüUcDi pb'ich mich gleich durch zweimalige Unter-* 

flichangt sowohl im {jiegesi ^Id beim Stehen ^ genau 

^af zu achteiithf mühten -^ . X)a die Besultate der 

Dntcrsacbong die Momente »ur Indicdtion desKaiser- 

Mhaitu abgaben f ich aber eingedenk , wie leicbt bei 

I^attjpsucbnng der Art Irrthum vorfallen kann» mich 

lucht auf die aqsgemittelu VnbewegUchkeit de^ vor- 



. \ 



- 86 - . 

U€genä€n Harpert, nicfac änf die sonderbare Stelloi»^' 
desselben CdiezwarebenfslU darauf hinwies, dafs dex-^^' 
selbe ein Theil der Motter sejn nmsse) ▼eridssoü woll^ 
t/Bf nnterstfchte noch durch den Mastdarm« Giqg die- 
ser tiber di« Gescfawoht weg, so war kein Zweifel an 
einer Exostose, und ats ich auch diesen Beweis chircia ' 
die Untersuchung erlangt hatte, erklärte ich mich gc* 
gen die Angehörigen über d\e Nothwehdigkeit diesei" 
zwar geßbr liehen 9 aber imnaer möglich glücklichen 
Operation» und verian^te d*n Beistand einiger Sach* 
verständigen« 

Da Qfiein hieMger College, Herr Dr, Castrin^ 
giirs, abwesend war^ so fiel die Wahl auf meinen 
Freund, dön Herrn Dr^ Droste zu Gevelsberg. — 
Dieser kam init seinem Bruder > dem je;tt als praktl^^ 
sehen Arzte in Osnabrück fungWndeh Herrn Dir. Au- 
gust Droste^ der eben seine akademische Laufbahn 
beendigt hatte, gleich nach erhaltener Auffoderüng, 
an. -^ Beide Herren waren nach vorhergegangener 
Untersuchung vollkomröen mit wfr Über di^ Nbthw^n*^ ' 
digkeit des Kaiserschnitts einig, Du sich dife Gebärende, , 
nach geschehener Vorstellung, willig 2ur Operatkin 
hingab f so wurde theils auf deren Verlangen^ thcils 
defshalb der Wundarzt , Herr le 1 1 i n g h a> s yott 
Voerde, h«rbeigezogeÄ , weil dieser im geburtsbtllf^ 
liehen Fache viel Ruf und Glück hat; — ^ Da* derselbe 
erst Abends 9 Uhr ankam, die Wehen bls^ahin äus- 
serst schwach» und das Befinden der Gebärenden an- 
verändert gebliieben war, so wurde beschlossen» die ' 
Operation bis zum werdenden Tsge auszusetzen, um 



•■'■.- ^7 -' . ' ■ ■ :. 

bei volhm Liclite mitinebr Umslct^t uvdBichfriiett 
Terfahren 2« kämMn» I>«r Gebärenden gipb nion #in 
Opiat. ^ ' 

Am i6ten July, Morgen« etoiräl tror 6 Ühr, bega- 
ben wir uns in die Wohnung der Gebäreoden. Dieiü 
hatte die Machr aeiemlich gut. geschlafen , und nur dann, 
und wann einige 8ch]Mra:cheWebeqD, gehabt; die Heb* 
amine sagte n^ir^ et sey nocb'allbs beim .Aiten. — In 
einem Nebenzimmer wurden - die- «nr 0]itoa€ton' sofaoxi 
in Bereitscfaifft gesellen Ingredienziefa geordneil; ^obei 
ich» sowie bei der ganzep Operation, so ZU- M^erke 
ging» wie mein bochverehrtei^ Lebirer, Heiv Hefralh 
Osiandev, i|pi siten fände' »einer Gebar tsfatttM ^nge- 
geben'bat. - .-,'., 

Die yerbabdstücke (4 gebdrl^ iange 3 iQuerßiigef 
breite, tn der Mitte schmälere iMItpBaeterstreffen^ 1 
ffiil» mit OU hy^ivfom. bestrichei^e tlumiUUamoo^ und 
die O 8 iandersdie Leibbinde), Nadel unä Faden, Ge^ 
rifse mit warmem Wasser iittd Wein» J( gfofiie Bade* 
schwämme, und die geeigi^et^n^Medicamentis 2ttr Er- 
frischung der ix!^ Opei4renden, waren abf BMlüftÜHrleis; 
neben d^m» auf eiiiem gebxirig bohen und längen 
Tiecbe, gemaebten Lager» nacb ui^serei* Bequisttiltcb- 
keit gestellt. Die entkleidete^ Kreissende, deren Bem^e. 
vorne anfgescbnitten 'und mit Bändern vergeben war; 
wnrde auf das Lager, horizontal » doch nii# dem Kopf^ 
ftwae erhaben, gelegt | sie seibar Verband sich niit ei^ 
nem Tuebe» (tie Augen; Das Binden- der Hände und 
Füfse» mit Servietten an dieFüfae der Tisches, Wnid^ 
um eo lieber Unterlässen » 4dä'zwet*^siehere Letzte sie 



■ : '' ■ -:, ^ - ..■ 

heim^iimälHm^i n^i^ith'gisMiennmb^ dafs mür die«uv. 
Biia^'n ötw^isi op£eWnäfs% nitd dafum fUccbterlici» 4^7 
acfaeint, ' , , * . 

Bei ä0r Operatite warj^deiü der'Heriwn GehülFen 

f^ip Geschäft auj^ewiea^n, . 

Der.Horr Djr, Dr^^ste der älter« aollte auf den 

Zliat?i»d;d^rJKjfei^swieir%vÄjCh«o, ilir diej^foder|ichcn 
' ]^rfrischsiii^0>] uiidMädicäiiiiuite raicheo»: $ie wa»chcii 

«k(Gf«t di^b^jHigteif^&sbwäitiQiejnit Waiser Q^^ Wein. 

l>ftitJW>r?äl^Mfi9 Ge^Öfiuen an^egeii:« Der Herr D«^ 

£)r,patQj^«ij jünger« ^irigirte. .an dier Unken Seite 
i der £Lrfi9#eitdep st^hfifnd, die io laue« Ctobi ^ataucbte 

Ser^vi^tm^ ni9 den Vor^U dir G^#rm« :^«verhüt«B» 

Herr Jfeliinghatr« reichte die Inatrumente ^ yuelchß 

Ki)opft>4eH>ttrie beauciadem und war augewiea^p, ^adi 
Ht^l»tu>|^:dMJUmlea, mjad Herautsujihme de.r {^Ucepta» die 
Wun.de ^iifai»meq?iudrjickep; Anf cUriNi^toiiSeitfder 
, Ge Wtenflw f tand 4cb, /iuä die Qp^ritHm «lu.v.errif htcii, 
i.. J?ei^ I;)!|i^«rieib der Gebärendep w^r.de nun poch- 
m^J^gWMjPOteraucbr* di« Qben angegf bene QaerUg^ ' 
d^a Urerüa; betätigt gefunden, kein KiniiealMl mi^ , 
Sicberkeit Urlianntj ,uin ^o mehr 4b«r ei«gßaebe^A 4afii 
der: $i;bni|t. in der tl^m^ß ladba^ vffgtn d«« starkejn 
^äageba^cbf Sfhwi^fekeiten b^ben würdet wie W^^ 
wre |inA>wfl9«ntI4cb:J^au:y«rjat acboö bahaufi^e» 
babe^, G^rfl^ Jb^^jte ich: den ; Sehnig aabräg io ^ea " 
ile4t. ^4ömfÄ rfcbiisr'Sfit« geww|cbf, jtedgx^h da dl^^ 
Opeiraüqp meipf^rai^ deribrt vfar, iiOai/Mfiirtil müBechf 



iSachtheil, ^1# vOmVdrfall der OedanoM furch- 
fett^ auch Bach nreiziem Gefühl urfheilen löuratef dafa, 
je* adm^Iler die Operation beetidigt 6C3m würde ^ um 
so mebr könne em günttigte Aasgaog wahrtohetoiioh ' 
ym'den^f so konnte ich aus dieaen 6rünt}en mich nicht 
eatschliesaen, den achrägen Schnitt vorzunehmen, der» 
ila nsn immer Blotlung aaa den Aesten der Epigaatrica 
(wenn anich xier Stamm vermieden wird) erregt, so* 
wdhl den schnellen Fari|^ng der Opera tiöc,. durch die . 
tvolhwendigeUnlerbindong, hindert,, als er auch.h^i 
d«r gerhigsien Verletzung dee dünnen PeritOnänmar 
wddbe gewandte KUnstler, geschweige denn Anfioger» 
nicht immer vermeiden können » Icic^hc schon i^or Er* ' 
Öffnung der Gel^rmotcerhäle» Blut in die Beuchbole 

\}m den erwähnten Hindernissen, so viel als mög- 
Mcfa zu begegnen 9 $o lieEi ich die Oehlsfrviette, in \ 
dsrliniceii Seit^ der kreiasenden hoch, von da etwas - 
' schräg abwärts^ übec (fen i^abfl pach rechts und tie&c 
legen | wobei Herr .Dr. Or^st^ )un. äuroh einen 
paneodenDrack an.den E^idpunkten so. viel bewürkte, 
to der Uterus etwas mehr in senkrechte .Stellung 
butty und dek l^cibaech nicht so. faängendhwurde ala 
vorbsr« Nachdem ich ann eine L^nge von öhngefähr 
jZoü genommen hattet dnrdischnitt ich» in der ge« 
liiUsten Hautfiilte, die Haut bis »hf dieX/iMra alba; 
fäkat» dann den Schnitt awei Querfinger. vom Nabel 
mtfismt bis iVa^^ZoU ttbe^ den Schambeinen In z>yei 
(tagen Zügen fort« Die Blutung .war äusserst unbjB.» , 
tracbtlicb^andnich'&weimaiigete BefenOhten* mit kaU 



• ^ — go — : ■ ■ 

lern \Valsiev sabe man keinen Tropfen n>ehn Hierauf 
warde mit- deuselben Messer, nämlich mit dem ^an^ 
vMoceu Bisbouriß^ die Linea Ma oben an der Nu^ 
belgegend durdMchnitten ; welches leicht ^ gesch^lien 
konnte da diese sehnigt- membVanöse' Verbindung ix.xi« ' 
gewöhnlich «lüone ^ind leicht war. Gleich nach 'dem 
Einschnitt in die Liitea mlba^ ' fiob eine wässerichte* 
Flössigkeit aus der BanchhÖle» deren Menge eine ge« 
wohnliche Theetasse*, reichlich füllen konnte, nnd 
nun zeigte sich > atatt cfe^i mit dicken Adern yeraehcs 
nen vollen Uteräs» ein Darm tbeih AUe^ Versuche 
denselben dnirchzweckmäfsigen Druck aus der Wunde 
zu entFern^fn > waren vergebens. Längeres VeMucben 
konnte übleToigen haben» Ich schnitt deCswegen mit 
dem concaven Bistourie zui dem Finger» die JUi^ idba 
nach un^en hin auf: dodi schon zwei Zoll liber dem 
Sahambogen^' ^''^ stark einen halben Zoll hoher Um 
die ' Hautwühdf >^ fühlte ich den Blasengrund ,' uad^ 
muffte das 'Messer herausnehmen. Jezt drangen mit 
Heftigkeit die Gedärme hervor, wutden aber augeji# 
blicklich von Herrn Jel 11 nghaus durch, in warmes 
Wasser und Wein getauchte Tüdier bedeckt« — - X)a 
der Schnitt nai:h unten nidit gdiörig hatte vollführt 
werden können, die Wunde aber offenbar zur bichtett 
Hebung des Kindes zu kleiar war,' sSo schnitt ich oben 
an der-' Nabelgegend eilst .notb etwas senkrecht/ dimii 
etwa % Zoll acbräg neben dem Nabel aufwiirtSt Durch 
verstärkten Druck in der linken' und recht.en Seite i 
nach obehangegebener Art, geläng es.nnn, den Uterus^ 
mad zufrst die linik den Fimbrien 'ersehenen schön 



i 



btSaHchett Eierstocke, sichtbar , zu maehen, tmd ihn 

ismn ganz in der Wmnde za fixiren; jedoch $o dafs, 

an der linken Seit^ nach unten wo die GedSrme lagto, 

Biaum genug für diase blieb , ohne $ie zu quetschen* 

We grofaen* Gefatse am fündo dea Uterus, zeigten 

die Maa«e aeiner Lebenskrafr* Ein Zug mit dtm con- 

«exeu Mtfaser ,- öffnete diese Wunderhüfe über ein Zoll 

lang, nnd em Strond von Bfutaua den weiten GePafsen, 

drang der kühnen I^and entgegen. T)ie Eihäute wari^n ^ • 

auf eine glückliche Weise beim Einschnitt unverlezC 

gdbUeben« Jezt schob ich tcbneil das'^concave Mcfaaer 

awiscfaen zwei Finger der linken Hand h^altend^ in die 

Geblrhöle^ oberhaib der Eihäute, und schnitt dann 

den Uterus, das Hesser auf dem linken Zeigefinger . 

föhrend, der Lang^ der Wund^e in der Line» alba 

nach^ durch. •— Dann sprengte ich die Eihäute» fafste^ 

mit der rechrexi Hand unter die vorliegende linke 

^cbulfer dcB Kindes^ VntWickelte dessen linken Arm, 

sog ntin Torsichtig an dem öbern Theil desselben , das 

Kind nach dV Ifnkeh Seite der Mutter, gteng rasch mit 

der linken Hand an die rechte Kopfseite des KindeiF, 

hob den Kopf auf Und brachte ihn so in und durch 

die Wunde jßu Tage. Der übrige Körperx des Kindes 

folgte ganz leicht« Rührend war der Anblick als der 

linke Arm des Kindes entwickelt war, und sich die 

Finger der Rand In der blutenden Wtmde der Mutter^ 

gleich Rettung winkend , bewegten. Das Kind neben 

der Mutter auf das Lager gelegt ( welches wegen der * 

langen Nabelschnur leicht geschehen konnte)/ sperrte 

seine grolsen blatteü Augen auf, und verkündigte sein 



pase^'^n durch licllcs lautes Schreie^. <^ Nach doppelt H 
unterbun4ener Nabelschnur wurde das^^Vbe zur w^i« 
tejTD Pflege d<ir Hebamme überge.^en. I^ztfsrst«, zcb 
schnell mit der rechten Hand^in die Höfe des Utec^is^ 
tnit der linken gieng ich an die äufsere Fläche i^ei a»ei( 
Fundus 9 löfste schnell und leicht die Placepta, wetclio 

. ich hieraasaahiit* Da ich während der Ttennung dWr . 

i PUcenta; die Contractionlhätigi^ic der .GebärinutMr 
fühlte» so drückte ich nach herattSgenomniener l^acsh« 
gehurt» mit der linketi Hand die Wondlefsen de« 
, Uterus gelinde zusammen, und: der sich immer mehr 
contrahirende Uterus begünstigte auf diese Weise da» 
Zussnamenkommen der Wundränder» so d^fs sienach 
Herausnahme der linken- GUnd dicht neben eiosnder 
lagen « ..und fast gar nicht klaften« Blut war. fast gar - 
nicht lä die Beckenhöle gedrungen^ :. : 

Nach Qera^usnahme der.Placenta wurden die Gc'* 

V därmevondeofi Wundarzt Jelliqgha US schnell und 
geschickt 4n die Bauchhöle zurück gebracht» und di^ 
Baucfawunde von beiden Seitto durch Druck vereinigt» 
wobey Jmmer ^arme nasse Scfayvämme aufgelegt war* 
den, »^ Jezt legte iph ^ie Bau<cl|naht mit 5 Fäden «n^i 
yfohey UI19 Einklemmung der Gedärme 9U Termel4«it» / 
Herr Jell inghaus jedesmal, djsa kleinen Finger det 
linken Hand > unter den zuzuziehenden Fi^de«;i iegte » 

^ und so alle JE;inkIeiQmung dje Me?.. h^a^ders zu fürch^ 
ten >var, glücklich vermieden w^rde* IJieraiif wurden 

^ die 4 langen ileftpfiaaterstreifen.io^ ^pg^^g^ dafs» die 
Wunde an der ^&chamgegead etwa einen ^ «riertel Zoll 
bpy, blieb, da^n ^lifit fd^t» je4Prlif3ftp8ss^r:das unter 



• • . • ~ - • ', • - 

I 

ihm ii«gen<)e ateta Uhtr kalbe« Zolt ( ib den Seiten 
etwas i^iehr)» ttn^tiif d^r Waml# Mrareii Wegen der 
Ausach Aitta der Pfla^tet- kleme ZwhcbenrSihMe« Ueber 
die PJ^ater kanten Oeblplnniaaseauai: , hierüber eine 
leicbte breite Gompt^^e; nnd übet dleae die Oaian- 
dersche Leibbinde. « ' » . . ! ' ^ 

Mit Anlegung^dei^1)Ititigen Näbt'bescbaftigty trat 
ein äufaerat uhangkhIeHinitfr und Gefafllr drohender 
Umstand, eir^ mir Würgen v^rban<?enea Erbrechen ein» 
WQbej daa eiile Sttindi vorher ^^osaene Butterbrod 
nebatKaffe, wieder atjagehrdchcfia wurde. •<— ' Der ge« 
achickt^n -Unterstützung dea Unterteibea, wekhe äert 
Dr* Drxrate jnn. und Herr Jellinghaua ▼errich« 
tete, verdankte man es, dafa die Gedärme nicht znm 
zweiten 4VIaI vordrangen. ~ Nach dieaem Erbrechen . 
emeucrte aich ein heftigea krampfhaFtea Aufstofaen 
mehremalf nnd machte ea nothwendig i))r eine Gabe 
th^aiseher Tinet, mir Spirit. uitr. ' dtda. -zq geben 9 
woratif dieaea unangenehme Ereignifa etwaa nachlieb. 
Deb^fifaupt war" der Znatand der Operirten tinmittel- 
bar nach' der Opertfion nnd dem Erbrechen , änfseral 
bedenklich« ^Ein kalter ächweifa bedeckte IfopF, Brüat 
nnd Hala, 4hr PtiJa 'war zitternd üJid äufserat frequent 
faat unzählbar f d1<e £ktremit*äten ganz kalt, daa 6e<* 
licht n^bac den Lippen so blafa wie i>e7 einer Todten« 
Oefteres Waachen mit warmen Weint/ und einige Löffel 
▼oU Wein in Zwiach^nräumen ge^eba% er Fleischte ibre> 
Kräfte etwaa« * . 

Nfcb angelegten^ Verbände wurde tie. in einem 
Betttache liegend » in dda [i^ aie flach bereitete und . 



■ .-.-94 - ■ . ■ 

e> wärmte Betl^ horizonui ni^dai^Iegt; 4er KepFIa^ 
. etwas erhab^n^ ,. ^ie. wvmle l^chi. bcidecfct, durch trohm 
Hoffaoog belebt« Zuin Getränk, da sie bediSjadlg .zj% 
t^ioken y^r^pgte9 ein leichtes QfnreteowMMr u^zum 
inserlicheii Gebrauche eine öbligie Emolaion gegebeo» 

Ich mufs hier noch, die BemefJiang nachfüg^o , 
4ara.nad|.Anlegi|iig dea Verbai^des surrst von mir 
durch die,Vi^naudter9tic)u^W,arde» mn zu et fahren» 
ob Blut durch die Scheide gehe» Ich fühlte je^t de^ 
geöfPneten. Muttermund In der rechten SeUe^ zwiscbep 
der Exostose und dem Jlilfiknochen atebend, aber 
Blut drang nich| durch denselbeut waa abef einige 
Minuten später, ale ich Herrn Jell.ingbaua ^.ur 
ynteraucbung auffoder^te t 4er Fall war , indem ßt 
4ie mit Blut gefärbten Finger zurück zog- 

Um nicht gar m weitläuftig au werden, übersehe 
ich die ge^ue Angabe dß$ fernen^, Befinde/iS der 
Operirten , . wejchea .ich in meinem Tagebuch^, yq^ 
Stunde zu Stunde in den ersten s4 Stunden aufge* 
zeichnet habe^ upd. bemerke. {>IofB» dals bis zoivt^yten 
Jnly Morgens 4 Ubi* als wo ifich.daa Erbrechen zulezt 
x^ig^e j im Ganzen ii Mal gebrochen waren, dah aber 
das belästigende Aufstofseu, ein fast unlöschbarfr 
purst;, die äufserste Hi^äUigkeit^ und. das Zittern def 
sehr sdbnellen kaiym fühlbaren Pulses» beständige d^m 
Leben Gefahr drehende Begleiter des. krankhaften.^«* 
Standes unserer Entbundenen ware^i. Oie Todteiikälte 
des Körpers y sowie der kalte Schweib^. hatten sich 
zwar nach den ersten 4 Stuhden verloren ^ auch hatte 
die Kranke um to Uhr Abende wok ifiten Uiin gelaei 



- ~ 

MOf dagegen » ^telk« sUh gegen üe^e ZeU. f rennen 
aa Leibe, Stiche in der l^ebeirgegeiid und s^hneid^f^^^ * 
Schmerzen im Unterleibe .ein. Das Ger^tenwasser p 
welches ibr widerlich warde^. ward ^iit Zi^ckerwasser 
vertauscht, worin ihrem Wqnache gemäfs etwas Zitro» 
oensaare getröpfelt wurde« Eben so i^rgii^g es mit der 
etwas süfsen Oehlduxtur^. die daher mit eifier Emul- 
sion .ans Gummi ar^l^ie. mit Crtmor tart^ vertauscht 
wiude« ^^ £rat aoa i7teaNaclits' 12 Uhr stellte sich 
ein er4]aickeiider Schlaf ein, pnd die sehr schmerz- ' 
haften Empfindungen im Unterleibs» legten sich eiwa?^ 
besoiulere da das B^feuci^t^i^ der Verbandstücke mit 
Jq. rosar. und smtumia zu gleicl^en TKeilen , welches 
ihr wegen der Kiiblnng Linderung gab , fleifsig fort« 
' gesetzt wurde^ dabei vertrug sie die SaUemuUion iffn^ 
das aäuerUdi«; Zuckerwass^r sehr gut« — > Die E^t« ^ 
ziindnn^szu/aifie welche am I7ten und ißten am hef* 
üfften wAren^^ so dafs die geringste Berührung Aeß 
Leibes lebhaft schqierzte» legten sich am iQten gegen 
Abend etwas» . der Unterleib war aber noch ^ehr heib^ 
stark angetrieben und das lästige Anfstolsen poch, 
jedoch weit seltener ils die Tage vorher» eingetreten. 
Am i8ten wurden zuerst frii[che Compresseii und Binde 
angelegt« und am rgten ^bends erhielt si^ ein Lave- 
ment von Hafergrütze mit Salz| welches au^fa eine mit 
Erleichterung bi^leitete Würkung hervorbrachtci« — > 
Am Aoten hatte sie l^eftige jedoch kfampflMif te Sphmer-. 
zcn im Leibe, #0 dafs Jcb» pach abgenommener Binda 
md Gompressep» den Leib ^ch wellenförmig bewegen, 
iahe. . Diesfss Wühlen» w^e die Kranke es nannte, ver*» 



} 



- 96 



^ursacht^ fo lebhaften Scfamerzi dafs sie sidi det Scltrei^ ; 
ens nicht erwehren könnte* — Ein Lavement voti j 
iauer Milch > und warme Weinuberachiäge bedch^^rg«^ \ 
tigten aber diese Unfölle. Dabei- warde die Emufsiö i 
cum Cr^morfaVi n^it dem Zusatz von ei^M liqJ'C^'Cl 1 
sueetJU verordnet; "^ > . . .: i ■: 

AxA ftuten wurden zuerst die Hefrpifa^f eir ^'bge^ i 
' nonimen^ weil, sie losllMsen wollten. Die Wand«^kh^ 
gut aus, hatte sich anr vielen Stellet^ schön fest verei- 
nigt, und • Überali go^unde Granolaiionen; -^ • £>^ 
Verband wnrdis wie früher angelet;" und ein Jnjmum 
Chinai gegeben. '— Von je:fct an achritr die BesseVuiig 
mit unserer Kranken täglich merklich vorwärts/ Die 
fiOchien t welche Avährend der ganzen Z^it regehn'afslg 
geflossen warcfn , verwandelten sich nadh upd* niicfer iiü 
einen guten' Eiter, welcher stets f^^r t;a^{naRi äbftof;]. 
Die starke Aihfireibungvdes Unterleibes verlor .5ich all-^ 
m'ählig, es stellte sich erquickender Schlaf und Appe- 
tit ein, und am iten Äugusrwar diQ Vernarbnng de^ 
Wunde so vollkommen erfolgt, dafs Wofs dJe Leib- 
binde angelejgt wurde. Nachdem sich am fl7ten Inly 
an dem. linken Fußi eine vedöm^töse Geschwulst ige- 
zeigt hatte, weichte bis ztitii 4ten Auguit so'ztügenoih^ 
nien hatte; dafs sie die '^nze Eittrennfat Ins isöm 
Hüftgelenke etanabm 9 und selbst die Stfhämle'fzen 
niehfc frei liefs ; so wui^e atxi '5ten Atifgästdift ganze 
Extremität eingewickelt. — innerlich erhielt sie iaich , 
der China noch das BisM und als ^e hierdurch in 
dem Allgemeinbefinden soweit fortgerückt vira/^daß'y 
aufser dem Oed^m'^i wetclies sich endlidr'atich der ^ 



r 



- 97 



^■' ^ileB Zztremhät mietbtUle $ keio welMres It^dea 

L iqpigni w«r; «o wurde am «9100 Aug. ZV^« ibraocal 

t mit Boob Juniperi gegeben 9 woranf das Oedem in 9 

\ Tagen ^ vollkommen verach wand 9 daCi# ander einer 

1 gf rillten Steifigkeit des rechten Fofses , keine Ge* 

i achwalat an den antern £xUemiV4^^n mehr wahrge- 

. nonunen werden konnte. -*- Ihre Kräfte kamen jezt 

•chuell rorück und im Anfange des Septembers konnte 

sie ohne Hülfe' schon wieder über die Stnbe gehen. 

Die Wände ist sehr fes^ vernarbt , nur an dem Quer« 

schnitt, obeti rechter Seite des Nabels in dem Rectns 

abdomiiiis, ut eine Stelle etwa einem Groschen grofs 

stvris erhaben und dünner^ die übrige Nafbe ist fest 

ttnd stark. 

Oegetkv^artig Vo ich dies schreijbe, nämlich Anfangs 
October, ist die Mollerin wieder so wohl und munter» 
daüsieMlIea ihren h'äuslicheh Verrichtungen wie vpr- 
to vorstellen kann, nnd« sie freut sich bei dem An* 
Uick eines gesunden wahlgestalteten Kirides» das sienm 
io mehr mit mütterlicher Liebe beschenken mufs» als 
tic durch seine Erhaltung dem Rande dei Grabes nahe 
I |ibracht, hat einsehen gelernt^ wi^ wunderbar die 
Bind einer hohem Kraft ^ien Menschen oft in den aller- 
(efihrlichsten Zuständen» erhalten kann. -^ £in bö« 
'^'gendes und angenehmes Mot^ergefühl, die Selbst* 
*^^ogdes Kindes» ist ihr zwar nicht zu befriedigen 
«rhobt^ ind^m die Miichsekretion, nachdism sie so weit 
^^tn ersten 10 Tagen künstlich kervorgernfen war, 
'^^man die Depo'tenzirun^ des Uterinsjstems gewifs 
•'warten konnte» wegen'ihr^r körperlichen Schwäche 
^'*MOLt)s Jof^riuä. ULBd. itSt. 'O 



I 



unterdVückt \^Qrden liiufste* ^ Dafür abeir erfr<»ut ,9!« 
itfch sicher . eln^r fdsierii' und . dau«md«i:ii . Gesund-^ 
heit'. . ; - v . . ■ . ^ , , « . '• , * • - 1 



Man erlaute ittit. noch einige Bemerlcjangen. 
__ - . ^ • . - ^' . ' ■ ' • ^ , . ~ . ♦ • . » 

iDer nif ist unglückliche Erfoig nach ^ler Kaiser- 
geburt > (Baudelpcque bestimmt das Verhältpifs der 
gli^c^lichon zünden unglücklichen - .1 : .xp» ) war der 
Grund ^ warum die Geburtshelfer in .einer andern alf 
der Früher üblichen Operationsart, immer- eiqgröfaeres 
Heil erwarteten« .wozuaiQ aber biofs theoretische An- 

sichten bestimmten; Auf diese Weise entstanden die 

» 

yerscl^iedenen Arten dea Kaiserschhi^.d^ die i^auvfr ja t^ 
zwar von urfverwerfliche/i Prinzipien geleitet dnrcl^ 
den Querschnitt über dem Nabe] vermehjrte. Aber alle 
diese Verschiedenheiten, Jiabeui. keine j^iiiistigern^Ke.«? 
aultate . gegeben , obgleich Lauverjat einigf» , gelan- 
jg^e, Fälle von seiner .Operationsart aufge;Keichhet hat^ 
die aber wie die Kritik sagt, wohl v^t, Recht ^. andern 
umständen zujgeschriehen werden müssen.. 

Durch die fortschreitende praktisclie. Chirur^e 
wurde es bald bewie^Ut dafs die Eröffnung.der Bauch- 
hole kein^ %q gefähiiiche Scylla sey» ala.qian. früher 
geglaubt haben mochte« Denn sie zeichisete una Fälle 
au( wodie Heilung penetrirender selbst mj[t Yerietzungi 
innerer Theile verbundener Bauthwunden glücklich 
von Statten , gegangen wai^^ Die. Gefahr bei dem, Kai« 
aertchnict konnte demnach nur d^ Verletzung des auf 



— 99 - , 

^ i0 höfbittn StuH der Vitalität trkbetid^o Utertu xuge* 

«durieben weräen » welche noch dadurch vern^ehrt 

iriurde« dsSs darcbi diese Laeaton die Attstretoag von 

Bhit In Bauch und Becketi " Hole, gestattet wurde« 

DieteVerletaiuig all Ursache folgender: Metritle, duurcb 

di0 Zere^2iiii|^ and Fäuloifif des eaegetreienen'BiOtei 

inteasive^ und diir4k>gteicb%eitig& Ijrftgaiig von Perl« 

loniiU nnd £Qleritia extensive' i-^mqüchrt^ war .der 

Gnmd wodocch «de<n Leben Ge&br ii^nd der To^ her« 

irorgebradit wnvde*::.Nach eifier jeden alaoam^hriach 

einer SchDiitwündein die lebende Gebärmutter , mnCf 

aediwendig Entzündung folgen^ /ron ihrer Verhütung 

ka^n also keine Ride seyn « #ofal aber davon» . diest 

Entzündons nichijlnrch änbere Verhaliniaie ib^^ilflA 

a^ten^ve «u ate^elsn^ «^ Diese. jSsetgerong geeCbiehS 

aber nadi.naniMtti Daßkhaitto'hei dem Küaiters^imir 

darch nkbta mehr » .. atU* dürda Anstretung des Bhitet 

in Banch nnd Beokenbök « imtiahesuntfuer den chasDi^ 

«eben Reiz su Unleirhaltiniig. ^dlätetgarnng «ka:i*l 

Bemnut^KisclieiftirZ^tlendea'abgeb^b.jnafii«' Ob 4ift 

Wwdfl einige «fuginblieke fitiitin .oder weniges m^ 

der atmo^luiria€heitLafti»£flriUucung stehe» dAreu£ 

k4>inint woM weniger 4tt« .^ .>**"' ^ 

Vor HebKUDg; des Kindes^nii {SsMinang.de^,P]a<* 
c^t^ darfte Sn der Be^el selteir Blni in dif^.Ba^shhi^ 
dtingen »da Me Gebärnitttl^r sicbnfcli Oeffnm«« ^ei 
Baucfabede<kiiiigcii^c^;Biark. iril diei)lB^»fld^ de«#etbM 
drangt 9 und>also ihre Wundrander mehr zu Tage lie-* 
^> aladlaeitfrtsefer und fest. wtilaMeiiid^niUtojteir der 
Bradiwmidew^'i^d(ese«^aMiiig| b^fy^ fol» Jelbst, 

' G Ä 






'^' 



•— 100 •— 

, dafi der Akt der •X>'^n*^u>ig ^^' ^kc^nta einer de^ 
wiphtigsien 6ei der Operation oey. . Aeussett sich w^h^ 
rend desselben dM^Cont^etions- Kraft des Üteriae hm<- 
reiehend, wie es in oben erzähltetn Falle geschähe, so 
dürfte ein Zusamriien^rücken der Wundräoder, darcb 
ihre nähere Vereinigung , das sicibevsfce Mktel^ ^7°^ 
bei geöffneteoi MatiemHinde eine Erglefsung, von Elut 
an BätLch nnd Beckenhdle 11:11 verhüten. Im Falle iabeif 
dmrtfa vorgegangene Anstrengung e«e* das Gabäror^aa 
aar ^gehörigen Coütraction nnfähig-seyn sollte» wü^da 
> stbwerjich der Druck der "Hand ^ioreicbei)« In einen» 
fokhen Falle würde icjbi nicht anvteben» dieHand durch 
Eitiiaucfaen in kaltes Wasser zu kälten» und durch 
Aasteir die Cootraetion^am kräftigsteA^^regende Mittel 
de^^Zweck zu erteichen suchen »< da:gew>£svom Aoa^ 
t^ccieii^des filates in mefarer wähnte Holen. mehr Nach- 
tfaeii als VQn der nassen Kalte zu' ern^arten ist.'-*« 
Wenii aber allem Kunstanfw^nde ohnerachtetdeiinoch 
B^tc^ifi^ c^e innertf'Hölen driügt, sollte alsdann nicht 
die ^ttiircbsiecbuBg. ägSi^Scheidenghindes natt einem 
Purinen TfOccart'Aüdixlidi seyvi können ^ indem man . 
iuircli> diese n^t eiaem^ Weckern ^ Bourdontiet^ zu ver-> 
^topfende Oeffnung dem Blute eineii Ausweg vfr^ 
sdKj^ffie ? . — ^ Dieäb Riagetmöchte ich|^rBe von eineoft 
Aleii^air der Kuiist beantwortet wissed. ' Idi:haltevv«e-» 
lligste&i ^iese Ofieration Bit nichi -sa madttbetlig ala 
die Fäulniis dee Bliaes in der BaucUi<Upi f)w 

- ' '"i 1' ' • * * ■.'.'■''' • . ' . 

' *)' Di#t«ir VoTSchUg 'diaifee niir dsit4 mit 3icbesh«it^ und 

.Elfolg uu90Miitp W9$iam9 i) .Wfliui-diA.fiffb]hrmutuc | 



-~ 101 — 

Eia «tiderer -nicht minier günstiger Umstand für 
uoMre Operitte lag; darin, dafs bald nach den acbwi* 
denAraaaamngen des OebnrtagaschMftes Hülfe gasiicht 
wurde-— . Wären die Wehen kräftig gewesen, so' 
würde ich nicht angestanden laben , beim Keraenlicht 
zu opcriren, nidein sicher vorhergegangene acarlce An- 
strengung den gUitiklichen Ausgang der Operation hin- 
dert. Wie oft mag es sich ereignen , däfs ^in solchea 
nnglüAliches Weifa durch Unwissenheit und Äohheit 
selbstsüchtiger Hebammen auFs Aeusserste abgemattet 
iind geebltert wird ? Von der Beobachtung geleitet, 
dals siA zuweilen verzögernde Geburten noch, durch 
blofse Naturkraft glücklich eidigen,, glauben viele 
HAammen, unfähig durch Messung des Beck#nB die 
Mof^Wchkiät einer na^ütlicbte Geburt zu bestimmen, 

sidi btmu iß asm Qrada contr^bht h|it, dafi mair^^ 
* oAjiSdi«|02a verletzen» d«n Trx>cc«rt durch dai SAhcia«n- 
• gawölbe atofaen ka^n ; «) >yen»[ •iphim Falle dar notU- 
weadjgen Contraction dier Geb3irinutt«r zwischen dieser ' 
keine Gefirme mit in difl Beckenhöhfe U^rabgedv2ng^ 
Babeni die mit dem Instrumente zu lädiren »ind t uni 
3) wenn man mittelst der Untersuchung mit der Spitsa ' 
ifs Fingers durch filhlbare Fluctuaiion die Gewifsbeit 
•rillten bat, däfa sicii das Blut, Eifer, seröse, amnio-* 
- tische nnd andere afc^ sehr anriechende FlOssj^eiteu 
bis Iii die Beckenhöhle aUf das Seheidenge wi^lbe her« 
abgesei^ haben; denn sind jene, besonders das Blut,^ 
. zwis^h^ . den GedSrmea trnd. auf ihrer ÖbeiASche vn^ 
briaicety |o yfüxAM die OpSTatipfi >on keinoss Nützen 



Mdx tin iolchei'iFenrMMter FoU köaiie nocb ohne 
Kaust beendigt werden, und dkaer Glaube bestiiOKtti 
sie^Tage lang ia warlexif' ohne die ge^gnece Hülfe zn 
▼erlangen, . v 

Man stelle iBicb das Bild eines solche^ gebärenden 
Weibes lebhaft vor, und semhi mrd Üicber an dtm 
gtückUäien £t|oIge der Keisergebnrt zweifeln müaaem 
Fast jede Scbwan^re^ tat nämlich ^ur Z^i^ der heran«« 
rückenden Geburt am den Ausgang derselben nnd um 
ibr Leben bekömmert* Rückt die Geburt nun in. der 
Äusserung der iminerisiärker werdenden Weben ker« 
,ver9 so ist ibr einziger Trost> die Hoffnungt durch • 
eine baldige glücldicfae Entbindung dieser Epoche en^t« 
rückt zu werden. Aber Vergebens kämpft Qun d#f im« 
gläcklicbe Weib 34t ^^^^^^ ^4 Stunden und l%nger^ Alle 
ihre Körperkraft versiegt ; die Hoffnung zu einer 
^Ckklicheh Entbindttog fangt an Q!tr wanken.^ Jezt 
erklärt/die Hebafnme des Beistandes des Geburtshelfers 
zu bedürfen, Neufe Angst und Sorge erregt diesee den 
Meisten fürchterliche Wort. Die schwache fCraft wird^ 
durch den Einfiufs des mächtigen Willens von Neuem 
vergebens hervorgerufen. Der Geburtshelfer tritt ans 
^ettei untersucht ^nd erklärt den Kaiserschtiitt für 
iiothwendig, Welth ein f archterlicher. Zustand ! *- 
Zwei 9 drei Tage hatte sich das Ikrme Geschöpf T^i^g^ 
hens gequält; hatu Sorge, Angst und Schmerz n^U 
Ermattung dea Hörpera bis zur Grente der ¥effz weif' 
luag erduldet, und nun ist ihre einzige Anssieiit die, 
durch ern« höchst gefähreolle Opelration dem Grabe 
zugeführt zu werden, — Das Muttergefühl ^ die 



lü^Hge T^-iebfeder — die Liebe zu Ihrem *hütfloteii 
KM« •ist der Grand waram sie iicK der Operation 
ixiiterxiehi; Die 2;aMreJtang za derselben erregt neae 
qnalvolle Augenblicke;^ die bange Vorstellung ^ dem 
L«beAenCtlseeii «o werden, tödtet vollends den lesten* 
Best der pliysltclieii Kraft» die Schmerzen bei dbr Ope» 
radon nnd der unvermeidliche oft enorme Blutverlust 
bei derseibeo lasten nur kannä einen Funken von Le« 
bes^^ktäft in dem diM*^b geistige un^ körperliche An« 
sttengtmg gtnz erschöpften Körper zurück. Ist es nun 
^ahradittnlich, dafj eite Operation unter solchen üm- 
staodeo, aoch von der geschicktesten Meisterhand 
notemommen nnd beendigt, glOtklich in ihrem Atis* 
gang füi das Leben der Wöchnerin eeyn könne ? ich 
«leiiieT Seite xweiße sehr, glaube aber, dafs es bei vie- 
len Fallen veronglückter iUisergeburten niclit viel 
besser «» den psythiscben und pb^siscben Zosrand 
deriCrdesee^eA gestanden haben mag. — Und worin 
Hegtder Grund? *-^ blofs l«i- der ünwissenheft der 
Qebaaiaie, die ntcht verstand i durch Messung der 
BecMnweite nn^iYmitteln, ol| die/Ce^urt vor «it^ Fo^ 
rem gehöre oder nicht, um im leztern Falle, gleich 
pach vi^be^g^gangMer j£HpU)catioB.> die Hiiife! eines 
GebvrtjdielfeK^fadtfrn znköeinen» ' . 

• ' 4her känm^m denn die lieb^m^etf die Backen- 
weite nklM; yiFenigftleneao gnnau besimumen als es da^u 
srbMieriicb: yt 3 : -^ loh xK^nfs gesteben , daCs , ob ich 
gtekh ein^ aiemüish weit ansgedeWte g^a^Uhi^iliche 
iMmsB habe^ In welcher ich gagenaa Bebsmme^ habe 
kennen ^elerntf tfcelae ciniiigei/dtwm^ fiihig wft, ein 



• ■■■•,. . . -^ 

Becken «o zu messen f daf« sie bjBatiinaiett könne , ob * 
es der Natur moglicb sey» die Geburt selbst zu been- 
digen *)• Die. meisten Hebammen untersuchen nur 
n^it einem Finger , reichen höchstens nach dem Pro« 
tnontorio hinauf, beküinmern sich aber wegen der 
Beschaffenheit desselben eben so wenig i|ta um. die 
Grobe der Conjugata. Dafs die genaue Kenntnifs der 
Weite eines Beckens in obenerwähnter Art für die 
Hebammen äusserst wichtig sey, wird Jeder mit mir 
zugeben; dafs ab^ in Gegendenty wo es den Heb- 
ammenlehrern in praktischen Anstalten nicht an Ge- 
legenheit fehlt, die Hebammea hierin praktisch zu 
unterweisen , dieselben auch in dieser Beziehung ge« 
schickter seyn können als es hier der Fall ist, wo de^ 
Unterricht sich fast einzig auf die Theorie beachrinkea 
*mufs, glaube ich gerne, weil diese Kenntnifs durchs 
aus nicht blofs theoretisch erlangt werden kann. 

Es ist freilich sehr erfreulich» dafs in unseren Ta« 
gen für den bessern Hebammenunterricht vielgesche« 
hen ist« Aber mangelhaft mub er immer bleiben 9. eo 
lange nicht überall hinreichende Anstehen zur prak« 

*) Dis'Schwierigleiteii hierbei rerkenne ich keineswegs» 
kenne anch die ▼ertehiedeiien (rmstande, welche bei 
kleinen Beeken (und kleinen Früchten) eine natarliehe 
Gebnit getutlen« Aber in jedem Fallet wo ein sehr 
kleine» oder gar abnom^ gebogene» Beeken Toifaanden 
ift» »«dlte die Hebadune gehalten seym» weorero ' 
Hülfe ZQ ftiehen« und fenei llftt eioh doah gewiftaoch 
Ton ihr erwaitent deft eie es kenne. 



-f-^' to5* '*— 



tlffteii Vnt kwM ß ^bm mg de^aelben eingeridkm «iiii« 
Mochte der Staat darch Errichtung derselben d(Bn Leh- 
rern GeUgenbelt vd^edufFen, diese Scliartflf im Heb- 
ammieQfmen aaaztiwetaen; er würd^ dadurch sicher 
maiidiem iui|;llicklich leideilden Weibe;» und eidi selbst 
durch die £rhakiu>is des Lebens manthes Staatsbürgers 
aütaen« 



— io6 — 



Zwei meik^viitdige Kaiserschnitte,, ver- 
richtet an einer noch lebenden Person 

von ' * 

J. Loritisert Magister der Cbirurgic und Ceburtsbülfe- 
eu Nimcs in Böhmen, 

Am 26ten August ir8o2 wurde 'IcH zu der hier In 
Nimes wohnenden , armen Weberin , E^arbära (jrö- 
gpr, gerufen, um in Geburtsnathei^ Hülfe zu leisten» 
Ich fand eine Frau von 2^' Jahren, ziemlich achwach* 
Hcher Leibeerconstitution » die mit Schmerzen ihr^r 
ersten Entbindung entgegen harrte. Auf meine Fragen 
nach xlem früheren Gesundheitszustande erfuhr' ich» 
dafs die Kteissende in ihrer Kindheit an der englischen 
Krankhi^it gelitteti hai^, und aus dem daraus entaprun« 
genen Unvermögen , aufrecht zu gehen ^ durch eine 
geraume Zeit meistens auf Häfiden und Füfsen- zu ' 
"kriechen genöthigt war. Mit dem 6ten lahr ihr^s AI« 
ters hatte sie dieses Uebel verloren, in. der Folge eine 
ziemlich gaie relative Gesundheit genbsseif und im 
i6ten Jahre ohne alle Beschwerde ikre Regeln bekam* 
men. Seit einem Jahr verheii'athiRt , war sie während 
des ganzen Verlaufs ihrer Schwangerschaft fortdauernd 
-bei gutem Wohlbefinden gewesen. 



iliu Morgto des Tages , an weictera idlgei;tffen 
frarda, waien die ersten Wehen eingetreten « und am 
J.O Uhr einige Wasser abgefiossen. — Die Rebamme . 
erklSrte'mir , dafs die Zeit der Schwangerschaft richtig 
-vorüber und der Kopf dies Kindes deutlich zu fühlen 
sej, dais sie aber wegen einem ihr ganz sonder4)ar 
vorkommenden Bau 4M Beckens das Kind nicht zu 
erlialteB glaube«^ 

Als ich darauf ^ie Untersuchung selbst vornahm« 
entdeckte ich sogleich die üble ' Beschaffenheit des 
Beckens, fühlte zwar den K«pf und den schon ziemlich 
erweiterten Muttersbutid» aber anstatt eines normalen 
'RMXkme$ zwischen d.en in Frage stehteden Beckenfcm>« ^ 
eben i fand ich blofs eine , von der Sympkiiis ossium 
ftvbis bis zum vorragenden oii«Mr/4iit reichende läng-' 
liehe OeJETnung, durclr welche man bequem nur init 
einem Finger kommen konntei Die £?«« itebii wa- ' 
ren bi$ zy^, i% Zoll aneinander gedrückt, dieSchaam» 
heinwdJbung zugespitat, ^und das es sacrum und «ve* 
€ygU B9cb innen, stark hervorragend. 

Nach dieser ^nauto Exploration entstand in mir 
^ die ^[ewisse UeberzieugaAg« dafs in k^nem Fall nach ^ 
aUea Beg«ln der Kunst das Kind auf dem natürlkbett 
Wege geboren werden könne. Während mich die» 
I^mstände zum Mitleiden bewegten, und mich der 
Entschlafe -zur Operation des Kaiserschnittes^ und die . 
Erwägung alier damit verbundenen Schwierigkei^exf 
beschäftigtet wurde ii:h v02i der Gebärenden eirwär« 
tungsvoli. tu^ meiii Urtbeil gebeten. ' AJs ich hierauf 
me^e Meiau^g-izSigeind surückfaidit, foderte die Frao 



; ^ ^ -^ "los — ' ; - 

mich auf», ihr alles zu sagen , und/erkräi;te,^ dab äje zu 
dem Aeuasersten bereit sey« Ich ben atzte bliesen Zeit- 
' piinkt minhiger Ei^tachioasenheit und trug der LeU 
denden mit Schonung zuerst die Möglichkeit ,' dann 
aber die Gewirsheit vor^ dafa zu ihrer sowohl als ihree 
Kindes Bettung kein anderes Heil üfoig sey, als die 
Operation des Haiserschoit;t9. *Mit Erstaunen, aber 
unverzagt hprte die Frau meine Erklärung, und ge- 
stand, dals sie sich willig in ihr hartes Schicksalfügen 
wolle. Nur ihre drückende Armuth — ^^nsserte/ si« --^ 
mache ihr in der gegenwärtigen Lage fast eben soviel 
Kanuner, als Ihre Schmerzen, AU de über diesen 
Punkt vallkommen beruhigt wurde, bat sie heiter and 
irertr4iuensvoli noch einmal um meine Hülfe 9, tröstete 
eelbst ihren Mann und die Verwandten , «nd sah der 
Operation mit Entschlossenheit .und Rahe entgegen. 
Ich verordnete eite berohigende Arznei^ liefs ein er« 
weichendes Klystier beibringen , und traf die nöthlgen 
Vörbereitangen zur Operation, die ich wegen der nicht 
sehr heftigen Wehen und andern guten Ums|änd^n hi$ 
aaf den folgenden Morgen bestimmte. Ueberdiefs zog' 
^ch noch an demselben Abende den damals iir Nune» 
anlesenden Herrn Dr. Beirut, nuiimehrigen Profes* . 
aor der Staatsarzneikunde in Wien ztkllathe, upd liefe 
noch einige in der Umgegend wohnende 'kunstver* 
wandte Freunde zur. hülfreichen Unterstützung ein« 
l^den. 

In der Nacht wurde die Hreissende durch einige 
Standen Schlaf erquickt , und die Wehen hatten sich 
nur achwach geäussert. Am ' folgenden Morgen «erw 



. . — 109 — 

idikn mein würdiger Freand, der Wnndarzt und 
GebnrUhelfer Herr Gilrth aus .öabe!| nobst dem 
Herrn Chirnrgus K r a u f s ana WarteDberg. Es warda 
in Beisein de« Herrn Dr. Bernt die GeVärendenbcIi* 
nsali nnterancht, über den Befand consuidrr, nad ein», 
ibätliig die Operation beacblossen. Wir vereinigten 
ttns bald über die Art nnd Weise des ganzen J^rgangs, 
Und kamen darin übe^ein, denScbnitt n^ben derline» 
ütha zn machen f die Wunde acflbst aber nicht durch 
die bhitige Nath, sondern aus guteu Gröodcn durdi 
staike Heftpflaster am verifinigen. 

Nach den.zweclcm%rs%stenVorkehrungeh9 woran« 
ttr auch die Ausleerung des Harmes imd Darmnnratlie 
gehörte, traten wir gemeinscbaftUch an das Geburts* 
' heile, und nachdem wir die Gebärende ermuntert» 
uud ihr üa GJas ' Tökayer Wein mit einigen Tropfen 
Tiaaurä opii gereicht hatten , brachten wir sie durch 
isA Unterschieben einer Matraze meine liorizontale 
Lage und übeipteugteii itns noch eiomal deutlich von^ 
der Bewegung des Kindes. Als nun die GehÜlfen 
zwedunäÜBig angestellt waren , faltete ich die Hauitait 
des FiDgera der linkeniHand, während ein anderer 
sie von der isntgegengeseaten ^eite fafste, und schnitt 
vüt eineflD einfat:faen^ geraden Bistouri^ zWei Finger 
von der linea alba enlfernt^ linkerseits die Haut und 
die Muskeln des Bauches durchs, worauf die Wunde 
nach oben und unten mittelst einer Hohlsoude gegea 
9 Zoll in die Lädgd^ erweitert wu|de« Sodann durch- 
schnitt ich'ttiit Vorsicht das Fe^itonaum, undeiwei-^ 
tttte diesen Schnitt ebenCalla mittelst einer Elögelsonde 



~ 110 — 

j$nd eine§ Kni]rpn>i9to|i)ri'S, während 'mein verehrter 
Gehül£e, Herr Gürtht jciJen VarF^ll des Netzes uiid* 
^ier Gedtrni^ fiorgfältig zu terhind^ro auchte. Dict 
Bhttung war ilnbedeu^eDd uod liefs^ich dqrol^ ei^. 
Gepbcb TOn kaltem Wäseer und Aqua vulneraria The^ 
40nii mit leichter Mühe stufen. . Nun erfcbie» deic 
J^Ofper <||ürGebäraiulter selbst. Ich mschte in dier Mitte 
. desselben mit Vorsidit einen fiinsqhnitt, in den ich 
meinen Zeigefinger der linkeix^and einbringen koxin-v 
t0f nnä eruEfttterte mf demselben mit der Knopf bistouri 
nach ab - and aufwärts die Wunde. ' Während ich das 
Messer bei Seite, legte , brachte Herr Gürch seine 
Hs<»d in .die.aeharmntter^ und zog einen lebendeo^ 
gesundes Knaben Jiervbr^ worauf d je Placenta mit den 
Häuten ohne Hinderaifs nachgeholt wurden« 

/ Durch, die schnelle tind krääfgie. Zuoammenzie* 
kling der Gebärmutter wurde, eine nachtfaeiUge BAi« 
lung verhindert, das TorhaBdene Blut aber mittelst 
eines. Schwaniokea aufgesogen. . Als nun dasi Bluteo. 
gänitiek nachgelassen hatte»^ wurde die änfsere Baucb«' 
wundedurck starke HeFtpfiaster von dichter Iiein#an4 
verein igt, am untern Theil derselben ein weiches» 
Bou^rdonet eingebracht, dann: mit Ciiarpie, und' m^ 
Wein getauchten Comptesseo bedeckt , mnA hieratif^ 
mittelst einer achtzehnköpfigen Ba^hbinde, die mit 
Bändern Varäshesi «war, verbunden. 

Die Qperictcf ka^ altes dieses mit der aeltenstetit 
.£nt9chIossenheit aus# ohne eisen Lau| von slck höl^n« 
zulassen. Ans vollen Herien>dank'te sie nun ikit^n 
Aetiera jind mofste nait £ritst>£uc &ahe. erniwbnt.wer». 



den, iä sie $|>or derFrejid« ibre<*^«nd««k Hindcf 
juuim za berahigep.wfr, J^atehdcm .»{o auf fiA yor^ 
bereiicie« Bett gebr^fcdt war» worde ibc iio>cbiiiftU Clvtr^i^ 
Tokajer unrein. mit j^iii»o>|thict,qir gereicht» upd auc^ 
der Verband mit waraiea Vf^n. befeii^lef« . I>ae l^iad 
war ^aad und iiroMl0BtlV4tt.uj»d «einef .GrÖfae padi 
ztt den mittleren zu rf^^9^. Ef .w«jrd^ 9<h;U aa dem» 
»elbeikTage eibet. Amme Ai>ei^8obeii» 

NadkmUtaga..kJ#g|e 4ie Krai^,über öftere Zu* 

"^«ammeaziehangefi üf^.UoterlejJbe, ynd deffl^^lf iijber* 

traE den nojrmalf 9 f f>wohl , an Fsequeof: . vis-: diärke^ 

Uebngens befand aie- sieb ^wobl ui^.pabiu stündlich 

kleine Gaben Lai^nfM^^ . ^\ ^ , , 

j Nach einer gröfitenthdis durcliscblajEenen Nach^ 
etsdden am fojgenden I^Ifitrgett dif ^et^nrtareinigupg 
dnxcb d\e Scheide tnd aaßb der Verbfn^i.)var vcm;^ 
einer iiiinb'dieoFeachtigkeittiarcbnäfjSt]^ derParn üp|f 
oAne jBeAcl!iwerd5|, nud der fals.kam dem ^Oi^naale^ 
aehr nahe. Gegen Mittag stellte aJ/cb Dmrst tß\\pmtp^ 
eigctotbümÜGben Jl)reQnepden Gefühle im üalsf ein 
und am Abende klagte die Kranke üb^r ein^ lästige 
Spannung des Baaches, welche sieb fortwäbreiid y^x^ 
mch/te. ^ ^ -^ ,...'.: ,' ; 

Am s^exk wjir^de . die Aiiftreibung .des Unterlei'* 
be<i so bedeutend, da(s »te sogar das Athembplen er^ 
Schwerte, und die |)andec, der Bandage nacl^ladseii . 
werden muhten, Zpgleic^ fQblte die Pftif ntin ^ine 
Uscandige Neigung zum* Erbrechen , und brs<|l| nui| 
mki|r2^en IntervaUen wirklieb eine Menge Subleimi 
GsUe .nod einen Spulwurgi aus» Ptt^c^ diese An«; 



; streiiguiigiii muMen 'natfirliish die Bauchdngeweide » 
- inabeaondreaber dto Wunde ittrk' ergriffen werden. 
4kli löste den Verband^ und fand ohngeachtet der Star*. 
ken Heftpflaster die Wttndrand^r aaseinand«^ kUffend^ 
den ganzen UnterMb bie znrHenrgrube meteoristiscia 
«ufgejhrieben I .und in der linken Scbaamgegeiid eine 
Sng^itatibn , düor sich bäi tom Schettkel erstreckte« 
Die Wnnde^ ans welcher ^eine Menge blutigen Serums 
geflossen war« wurde hierauf gereinigt « ihre RäAder 
$0 viel als möglicb einander genihert^ ^ie Heftpflaster 
un^ der Verband erneuert« Als Artnej wurde diet 
Rirerisch» Potion abwechselnd mit kleinen Gaben 

L 

Opüim $ und. da die Kranke einen sehnlichen Häng 
nach SSuren äufserte» zum Getränk Limonade ver- 
^ ordnet« Auf den Unterleifi wurden aromatische üm<* 
achläge^mit VVeiA applicirt, und in die Scfaeidev aus 
ivelcher perioden weise die Beinignog flofs, erweichende 
Injektionen gemacht« Die Leibesöffnung unterhielt 
man durch Rlystleic^. . ^ 

Gegen Abend desselben Tages fühlte sich die 
Kranke sehr matt, da durch daa unaufhörliche Er- 
* t^rechen lalle ' Arzneyen und. Nährungsqiittei wledeir 
ausgeworfen wurden. 

• Am agten hatte das Erbrechen nachgellusen » der 
Durst' war jgemalsigty der Puls mehr gehoben , und 
.di^ Spannung des Leibes etwas vermindert. In dea 
Brüsten konnte man noch keine Milchansanuulnng . 
wahrnehmeri , dieGeburtsreinigung flofa in betricht* 
licher Menge. Am Soten gewahrte man 'an der Kran* 
ken mehr Heiterkeit ttnd einlnrernehmlicherei^nicfae» 



~ 1« ~ 

^Afaber. Ali kfa^die Wtifij^e «ondirte, flofstina 
fRiA» litoga ^latfger Jaache atkii derseliien« Dies 
iReber bildet« atc& dan tn ^«in^r regdtuäfaigen con^ 
t^uBM Mäuitens aus, remlttiite «in Motten nnd exa« 
cerUrlc gegen Abend. ' Den andem Tag ttncermchta 
khdieeiwaa mifaf arbige Wünd"« läit dem kleinen Fin« 
^,*tind fand» dafs sieh die Ichdr Wf der Innern 
Flacbe der beiden Wttndrindet «wischen das Zellge- 
webe gesenkt» nnd auf dMse' TTeise kleine Säcke ge- 
bildet batte^ an« welchen durch einen gelihden Druck 
die aolserst üMriecbende Feuchtigkeit in' grofser 
Men^ entleert wurde« Auch aus der Stheide ging 
bald darauf eine Flüsflülgkeit von' dertfelb^n Bes^haf- 
fettheit ab. Das übrige Befinden der Kranken war 
nntci den gegebenen Umstäirden* leidlich zu nennen. 
^hxk iten mid aten September dauerte der Aüs- 
ßüüsBOwohl aus der Wunde , als auch and der Scheide 
Ibrt, die AufblShning des Leib^ hatte wieder ^uge- , 
amnmen, nnd in d;er rechten Leistengegend äurserte 
sich eine für die Kranke sehr^ lästige Empßnduiig^ dit 
am 3ten zniki wallten Schmerl gesteigert wurde. Zu 
gleicher Zeit Termehrte sich dfid Heftigkeit des Fiebers 
M lang« bie ich mi 4ten wifeder^ine ungefaeure Menge^ 
^bel riechenden Eiters aus dar untern Gegend der 
Wände entleerte» wbirauf die ZußUe sich verringer- 
ten« Die Wunde^ %urde sorgfältig durch Injectioiien 
prmigt und-alU Arzney die China mit' kleinen -Gab'eä 
Ppiam gereicht« Ein schwächender Durchfarll^ wel- 
cher sich seit eini|;en Tagen elngestiUt hatte» wurde 
darch diese lilcteltgeüoben, und die gesuhkene Efeltttt 



angezeigten scboi^rzhafttfa^ Stella» Tom untere Winkel 
^er VVA^^iif; bia^^ege^ d^ Poopartsc^e Band hin« eia«^ 
ijThabei?JbeU^yQii,i:q|ljligheK;Farbe,^ ^ xfi Pactut-. 
i;en an&^ng, i»yd,^a« wejl^fr, aU.ick sic.den fdlgpn«- 
den^T^ (>ffae<4r 4 öftrer, gfpfse QuMtität aiinke^dexa 
£iter9f ne.b»t eiiv?oi^ßng<;relangeiPi pndi ^ickcm Pfropf 
h^ryor^ebracbt wucde...;I)i]e Winv^^ipP!^!^ waren dajccl:^ 
heftige Er schütter ^^igffi ^ .d^^ fin eipgetretenejr track^-^ 
ner.Hn^t^ii i^€^a(^achte^ >tark von einander g^tri^en« 

Erst ani Qtei» g^\gr|nQ. di^ Wapd^ ein beapere«^ 
Ansehn un^" ^'^ ^^ndj^r fingen an-, sifch nach obeia 
zu ecbtkfsfn^ w^l[i.rej;i4;au3 den^ pnterp, Th«U^ «uiao^- 
gedett eifx-Ac^inu^zigei;, £itfr Aots^- Das Kjiikd^. wi^ln 
cl^es klurz, vorher fünei;^fm(lejror Aumim überg^lMP'warv 
den. mql^te^. bekam. ei^en DuK€ifii^)lmit Kranp^fen, 
Und~fit«rb ^n di^sc^m Tage. , , » 

InAwM^^t ^9. der Hastei^ und die.Sf:b9iier«i/ 
2;en im, Unjt^rleiib^^n^fhliefseD« ging: die Yereinagiuig 
der Wnndß immer rasdiec vor aich, upd.am ^iten war 
aie durch frische rothe. Fleisch Wärzchen bereits über dio 
Hälfte gesobipssen. Man. suchte die .Yexi^rbAng durd|. 
immer erJoeoerteHeftpli^ater Z4i,bc|8c^lei^pjgiea»> währeiKl 
in ,difi «untere .Qeffaung immer .ifM)ch das gewöhnliche 
Spurdo^ev eingelegt wuf4«. . 2;irke!bindeA uui dea ' 
Leib uaterstütnen die Heilung j i^^d^W/aren ao ^inge-' 
xjt^btqt,^ daff myoi nur V die unumfeirzuti.entfernctii 
brav^hte, UQ^ zt^4em noch offneii Tbc|i|<d«r Wunde 
^&}f^^S^* APÄtatt .4er :Cbipa:< w«Wie dio:Kratfkei 
hiB't^j^ Peberdn^^».gMQ»ineQ hsHf^Lwwde 4ie kräf« 



.^' IIA — . . \ ' 

^NAtiaiag p^W^ny^m^thf^ Mit jfd«tti Tage 

lib« die KraHka Uirer y<}I{agon G^nesnog «siegen , . 

die Krä£t4cnahsnen aag«o«cheiaIicl| 211 , niid «in 2atea 

war dikyaUkoinaiezie.Veifiiarbiiog.der Wood« erfolgt« 

1Smi:iiafdenkJeai^Btweg^iig^.exlaabt» bis die Frau 

nadt euQiger Zeit^ Vorllkoniime«» hergeatelb 2a ihren 

gewohiiteoQeeQbä€tiga«g«izarüekHAren>ponte. Ich 

hm gsmdffk^ die. glücklldie^Heiloo« dj<i9e« « Falles 

gvöfiten^bell» d«r zwecktnäfstgen Veceini^ung der 

Wände ditch Heftp0aater «o^nfcteeiben« ,$d^n vor 

der Operation machte es ti^n^ .^jv^cluiigen Thei^ finsrer 

Becatiien^ anef .obcdie WtMide durch ein e:blaMgC oder 

«Bt>Iattga.Nai& ca ver/tii^gexi aej« nnd der £rfolg 

ennea.flaitaeblaaefa' während dea Verlaufes den Hei« 

Imiflaat nnividera^recbUcb. bewieaen| weiche^ bedeu« 

tante VcMrzü^e diß y^mmgung .mit Seftpfiaiter und. 

e) Wiude>hei dem^dfiigeQ Meteorf amua ^^und £r- 
br^hen^ «iwwkbe aafft eok^a OperaUonen tin« 
.>ahAbiUiek.erf^lg€i^^. dnxcb die blutige Nath. 
€paiiiMni^y vermehrte ^EUtti&üiidtingV^ialleicha ^ 
«ich iZ^rcafaung^entttanden a^jnl . ' .. ; . 
' i) Sönitfn beider bkitigen Na|b vTeirleichter andere 
Tbsile.lBMgekknimt. ^der.Wlezt werben. . 

a) Gewäart die unblul^e filath den grofsen Var* 
ifadUy dafo man gleacbaaib. Herr über die Wunda 
bleibt^ tmi äfim itoge die fi^je Beobachtung 
vargönaH, iati tNar auf >dicee Weise ist ea mog- . 
Udk^T^äJk man cUe WnaideuaglMi^ aeinigen, dpf. 

Ha 



, ^ • . -.. Irt> -. 

AttsBufs desEitm b^tardern \mA «tftb/dieinher« 
. X ■ \. Wand nach Wlllkübr «nteriStttfaen kattn. £9 iat 
« i^tfder defikbalr noch tnöglkh« dafa bei der blu* 
tigen Nath , $e\b& iv^tift diron t«« «^ und i^ «nge« 
fährten Umatliyie nichr eis tiiteii 9 alle die/vä- 
geheare Menge Yon Flüsftigkeft, grkde zn |6d w 
0'effnttiig*der Wtmde^ .welche nana», untern 
-Witikel derselben eriialten soll, anägtefMtt'werd«, 
Denn ohngeachtet bei ▼orliegefidem Fälle em im«* 
metwährend^r AttsBofs aaa der Scheide atatt faudl 
und die darihttifsten Bandagen anfangs i&glich 
jdreimäl gewechselt -Verden ma£|tco , «o flofs 
dennoch b^i jedeamaligem Yerbindeli ^w enof na« 
Quantität übelriechender Fenchtigkeitte aaa dtr^ 
Wiinde, ja ea'hatten «ich sogar atif der «annera 
' Fläche derselben £itersllbke im SieÜgewebe gebiU 
^et» aas Vielehen » wenn man sie sättlelat deä 
Fingers oder der Sonde zerstörte, offtS:-- & Unzeli 
'^ eines stinkenden Ichors iLerttörsttirzteH. . 
^^ Nach den angeflllHrileü Omständeswfaalte ichdafnr^ 
daß die GasterokysUnßimniB bei wehiher dte blatige 
Katbaägew^det wirdj wohf immer o^^r dodi in den 
, allermeisten Fälleid eine&tiogänstigeB>AtisgiiQgpneh- 
ikien -müsse» da- durdi die Versenkung dvr grofstn 
Menge 'Von Eiter nildr latiche^in der BaachhMft» 'FäuU 
xrifs \ini Brand mit ihreikrf'olgen noihwendig verjin- 
lafst werden« Hingegen iat Im der* Vertiii%vtBg^urcfa 
Heftpflaster und Binde * der flbiserachintt ^einieswegea 
eine so gefährliche Operation als man ina^Mbein wähnt^ 
und tcb glaube meine Beheopfung dadurch jr^tferti«' 



fmznkötknen» dafs ichjhr nochntph einea Beleg in 
der folgenden Geschichte liefece. *)* 'Dieser zwejie Fall 
ist ma so mehliger » d«. hier her -die «Zerceissnoji tt» 
Gebinnotter^orhergessgt, richtig beFanden» nad die 
SjMke dennoch glücklich Aimdrirofiitoinmen geheilt 
iMude» t t ' 

Im Monat September iSp4 entdeckte mir dieselbe 
Baxbara Grög[f r jfiit hMger: flssorgnile » ^ dafs aie 
sidi abermale echwanger, fühle #> und ihce^Mze Hoff* 
nvng imv auf noeine B^lt6:9^fU0* . Als« ich mich dnrdt 
^.Untersachnng von ihrem jZnstandei ülwrKeugt hatte,' 

Uieb mir nichts übrig, als. Vorkehrungen zu einem 

^) Aach ich gebe der idlefnigen Vereinigang; mittelsi Hefi» 

pftaster usd einer aweckiliSf^ig^n Bandage den Vorzugs 

•obald man den Zwed mit Siohetfaeit etreidien kann« 

ißieia ifiek' immer Ufat tlÄb j^n» hewirkeOf wie ^ec 

-ron mir noch am 5teiiffaga d«r bereits eingStretenen 

' Cejbnrr naeh fruchtlesar teai#engiÜEig » ibef* irüherer 

laW€Ssnhe(t«wsyer flibaS^ni^n, ondnu^b dsm wegen ' 

/▼odiegeiidcr Schtiltfir deA<Kf||dea bereits vorsusgegan- 

gsneaVcraachs der Wendang einet Qeburtsbslfen» von 

mir omeniommene und im aweitfn Stüek sritsn Ban« 

des diese« Jonrmils erzUblte Ksiaertchnitt be Weift; 

Dia FnichtwwBaer ,war eanz. abgeflot^en und die Ge- 

I>IrmiitteT fiber das noch lebend ^ur Weh beforderta 

I^nd io dem Grade' contrahirty dafs eine iiberaat grofse 

Panliie der Gedlrme^ durch die Baucbwunde hdrror-i^ 

itarzte» *ond nur durch Hfllfe der blutigen Nath zu- 

xtfckgehklten' werden konnte, wekbe flbrigens die beste 

Taratnigung der Baochwunds <^ne nacbtheilige Zu« 

Blle bewifkta« a\ H* 



swi^teii . Kaiserachnitit : aü trafen ^ dt«' 'iivig^iii«i(li«'h9 
Scl>w9n^r«.hie2U-v0jr^ixber«it6ii, und fbrer idf^ck»^ 
idk Axmuth mit deii-effodeirlicben BÄiHIrfniaaeti «cb» 

^ Ai& a^tcii Felrvai'^^cxS' Vurdd ich gegenoAtond 
zu der Gebärenden gerufen, und fand alle nattidtdieti 
Vorber^ilunlgei^iziir Geti«HFl. ' l)«r«ft ilieif efn«n<^äler 
grofs ^'gtiwi^n MkmwMkA- kohntß'tikii^* ^txAUHi 
die ^a&fi«9deit^ HäHit«^ "^lifad deaK^f^ ddd^fttnites 
föblcnr des Nai^fii, .iM^*»»edä^ Wdehe^f reif m^V^hA^^, 
«ende drejröml W»i«?Ki>i> :^tkng die Bfte«^ «ftW^Vwr* , 
' stärkten- :6idt;die:1^%bei}«--- '^ -•'" tlr\ ^' ' 

^Am folgepde^ .^pr^en^ji](3 4^n aö^cp :^^bi:4?Tj 
verfügte. ich micb pait i^eipen, y Wb^ten J^^^^^ und 

pollegent dem Her^4i Wl>»d ♦ iii\d "Gebiif <#ar?;j: ftü r i hf 
au9 Gabel ,^ den ßej^f^pMn^^f «lid K raii flk:«ti« War- 
teabergf uiidHerifnFSf<;k\V)an aii8.]Seiiaudei.ziider Ge« 
.bäreüden» 'mti 'die X)frelrafiefl» > ta TeMcMw, > BeiI^ 
Bintntt hi die Stube föli<*ii*i^lieKr^aBkda^d«l?^ 
und den Qesicbtstügi^H IpafierkBfclx Tera^^^ 
burtswehen waren '^ih^Vith ver$chwuwd«i](, flle^Pulac 
gesunken UiSd d^i^'Üiirörl^lS e^ iiber 'dieif^fte zu* 
sammengefatlen» JSei paheVer XJntersucbupg konnte 
liian den Kopf zwar fühlen , docb böher als zuvor^ 
Im rechten Hypochondrio^ war eine harte ErhabenlieU 
sichtbar* Aus diese» seif; einer Stunde vprgef^tepen 
Veränderungen scbloft icl* mit Wabrsch^ inliqbkeit auf 
einen BiTs der GehSri9»t:^tt^r, und tbeiUe die«« Yerhiu- 
ihupg meinen CoHe^es mi.t. Auf un^e Frag6n:jcnP2äbIle 
die Leidende folgendies; Es wäre gegen .M^rgi^ eine 



^ «9 ^ 

liefapoee Ffftaa^dki "i^ ihr ^O^otAmeti^ wäohe, nadr« 
tet 6ie den Kopf d«t Kitnlds j|kßihrt\ tröstlicK ver- 
aichcrtef es sey ttne^natärHblie £nftbinddiig doch wohl 
vioijlicfa, wetilit sie (dieGebartiide) während der Wehen 
^üdi flach MiSgli^tkeit anstren^eh 'wolle. Sie habe iich 
dnrch «Heaen Rivth'f Weither durch dka Zaredien ihrei 
Üannee noeh «ntewtütt iynrde, 'verlöten lassen ^aicli 
durch Di^ck^n nnd Trisiien G^wklt anzathan. Hier* 
anf haM^^ie ehat VierftetaftittdV'Vbf ütisererictiknnfe 
f!#tzlidPein Beraten im Leibe gefühlt , worauf die 
^Aen sogleich v^sckWahdlin i¥«^^«. > 

Durch üie^^Etzählnng erhielt uusere Vermlithtmg 
nodi mehr * WiAy^chelhlichkeit ; öbsebon kein 'Blut 
durdi dSa Scheide, flofs. Mathdeirh ^iVX'eiditede in dib 
adion obenbeachriebeni t^age gebracht War» ' 'wurde 
der BauchscEnilt äuf'dfe vorige Wrfse nAen der liii^a 
alba, jedoch rethter;s0}ts gemadit, da hieir ^egen'äer 
gebildeten Erhabenheit der Rifs zd virKätirh^iii war. 
Als wir die Banchdeckeh Utod das 'I^eriton'älith trenn« 
ten^ faiideki wir aasre DiagWoie votlkömmbn bes^Ugcr 
I]iaa Kind war-dutch elneb^ an dlsrhti^tern Fl'äpli^'^ea 
'Utema entstanditoen Rifs' mi^'Üen Fürseti sammt dem 
Mutterkuchen in die Bauchhöhle gef^tten» und wurde 
todt, aber okue Schwierigkeit aus d«m Vöthandenen 
Risse hierrdr^ÄVgdn/ und'^ih^s Tageslic^ göbVachh 
Währefnd da« Blut udd äntttre likdid Biincbhöhte et« 
goaaene FlBsMgkeiten mit' Spritzen und binsaugendeh 
. Schwämmifhi so gut als möglich enißsrnt wurden « ^i^oje 
sich die OebSrmuttei; sehi^ stiiA'ell und kräftig zusam- 
men« Hieraiif vereinigten wir die^ündränder wie das 



Chkelbinden, weidu». leztcire imiia^oinatWGbea^uti. 
gen Dekpktenbffqaqhtßt.vardeii. ,,.. 

,baftig^^it bewieieo^ nur T(«rfinIäGptt» die yii^«^ i^öc^ 
»«.¥^««Säpgeo^n iff>ft<r«5iifiun|5«q^i^r ^Äji^em^Iaine Aa,- 

ßtet^, Verbund crscbip;!,'^!^ Eibtecjjflp wte im erMc^ra 
;?a]l'. ugd kehrts Fgy<»djfc^ wieil^i); «?;j«riirj|,^,an««-, 

Li f. anodyi,:, Ti^b. .Ci^iipnpr,^,, ,^;^, 4?f«*?«4, Word- 

:SV|a«5?nff«?»>^oIfce- ..49a Ajbende des^bflii .Tag«s 
^J'-fey?^*' «?^ j'asJE^brgcben.steflw aicb:n«»u«^djiDg8e^. - 

: . - :^«? JP'S«P.^*n T^a« i^'iiil?« die f^|i|,^e;ühM einei» 
Schmera ,w «ie,T:/iH:b;^fl^I?ai:iii^^^jiugggf^d upd bekam 
,gp&«0 4'»««<J «.%n Ht'g«4J|"i?b(>r.^wer., Sieerbie>c 
.4ilr Arssflei d«ö Ct^na ^nd j5U)r>Njihj;q,^g'feräftige Fleiack- ' 

»V ,^.9» 22teP, fJf^fWf.aü, der Verlwod.ziim ersteig. 

mal ernpi^ert wqrde,^ f^pd ipan cJie.Wuodr^I^der^iird» 

•^!®-?Mf.¥S'?.^ '?*f*;P*'*)'J^?',.'90?fa dicht>ei»amDO«i,-und 

•^4er. Ansfluf^ deif ^UwÄtwiicheii. Feuchtigkeit warde 

^di^rch, Injecti(^iie,tt, Bf föj^äflrt, ^n eiqgetraesiter Hoaten 

liefs bald-wieder nach, jsij?ddi?£*CTetion dealJemka- 
^naU QQterstüzten Kl^stler^. 



r 



— , 121 --t ' 

Den Tag darauf war der PtaU und die Respiration 
viel freier y doch stellte ßicli noch mehripals das t^xr 
brechen einer schleimigen Galle ein*' Die Brüste blie- 
ben achJapp und milchleer* 

im 24ten zeigte sich der Unterleib gespannt nnd 
aafgebläht; es vraten in der Nacbt mehrere St lihlans« 
Jcerangen erfolgt^'nnd die Wunde hatte ein friachee 
Anaehn. Anf fallend war es mir,' dals sich selbst bei 
der IJnieranchang mit dem Finger und der Sonde kein 
Eiter entdecken Hefa. 

Am 25ten beschleunigte sich d^r Pols and an der' 
Krtnken äusterte sich grobe Unruhe. AU ich beim 
Verband noch keinen Eiter erblickte» und die Wunde 
am untern Winkel gsgen die Schaambeingegend aondir- . 
ia« atüizte urplötzlich, eioe Menge, so ^übelriechenden 
Eiters hervor , dals die neben mir f te^n49 Hebamme 
cbüBuchüg.wvutde. Ich entleer.te, den Eitersack durch 
äusfemDr^ck und wiederholte EinsprfUzungen und 
brachte noch ein besonderes Bourdonet in die Qeff« 
»nng* Ihirch dieß.^beide» in welche ebenfalls Injectio* 
tien^ gemacht wurden^ ßofs bedeutender als je eine 
ätzende nnd käsigie Materie^ die das Orificium excorirte» ' 
Auch die folgenden Tage hielt dieser Ausrufs noch 
aUf doch befand sich die Kranke viel heitrer und wohler 
sb je zuvor. Die China wurde mit kleinen Gabeii 
Titti^. opii noch fortgesezt. Am 28ten zeigte sich in 
^jer rechten Schaam- und lieistengegend eine entzün- 
dete Erhabenheit» deren Umfang noch an demselben 
Tage merklich zunahm, und am 2ten März, da die 
Flactnation achon sehr bedeutend war i durch künst« 



liehe Hülfe geöffniet wnrde» Wodurch ^ine Menge übel- 
riechenden Eiters herausgeschafft wurde» Eben soiiihe 
entzündliche Geschwülste, jedoch von geringerer Grorse, 
entsUnden am rechten Vorderarm und am linki^n' El- 
lenbogen, die ebenfalls durch das Messer geöfiiiet war« 
den und £it^ von sich gaben. Auch während des 
Harnens gieng tegelmäDiig eine grofse QuahfitMt Oer« 
selben Flüssigkeit ab. Am i5ten, als die Wunde -schon, 
-über die Hälfte geschlossen und überhaupt von sehr 
eutem Ansehn war, vermehrte sich das Fieber und icb 
Entdeckte in -der linken Leistengegend abermals eine' 
rothtaufarti^ entzündete Stelle, die in der Tiefe Unk-- 
tuirteund bestimmt auf ein^ neue Deposition hin wi«^« 
19ach einigen Tagen entleerte * ich durch einen Schnitt 

'tand durch -zweckmäfsige Injectionen aucli^aus dieser 
Geschwulst cin^ gfröfse Menge Eiter; • 

*Die Vernisrbung' der Hauptwunde, wie andh das 
allgemeine Wohlbefinden der Kranket nal^men-ttterauf 
so auffallend zu, dafs Ich bald nachher das Verghügeti 
genofs, die Frau vollkommen gehellt In meiYier Wbh- 
üiütig zu si;hen und ihren herilidisten Dank zu ekd« 
-pfimgen; " • - - 

Sie crfiretft Ttffch tis auf den heutigen Tsg einer 
ungestörte 'Gesundheit,' verrichtet die härtesten Ar- 
beiten, und fühlt t^ich ohngeathtjftt ihrer dürftigen Cm* 

/stände um so glück liqhier,* als bei ihr keine Schw'änge- 
, rung mehir Statt findet, bbschon die Catathenien in 
der Ordnung "wiederkehren, * » 

Sapienti Sät. -. '» 



— ^^28 r- 



.. ..-f. . . . '..-..... . . . 

IHerkwurdisger. find $eltil6r:Fall.:6iiier£iiif. 
' p&ä^fs ausser *der'Gebärmtitter -und 
' ihr -^^sgang. . ' 

* .: • . >TPIJ» r. 

JOfftor vo^ Wffa^ou^^, .Q..Ö. Lehrer der, ^ntbiactiiiigi- 
lunde iui4 Direl^tor de^ (ntbindungs- Ins^rtuts an. der 
boheit tJmTer^ität sa Warschau, Bitter des Militär - 
Ycrdiens^Ofd'e'hs goldnen Kreiizis. ^ **" * 

L}'^ C&efrjQ-eia«« draieh* Jtiden ia^ito Stadt Mied« 
ijmtem deryVoywohsthzH Podlachieni-Rafbnie ]g€(- 
taaTinty ron kleiner Statur, bfönd, magdr^^sth^SitMiefa« 
to cfaie dende'tm'd'k'^gik^eXebenMrtf, ^9'8id'%^i 
dider Measthcnakla^se gewBEinfiefa'tst/^ebfinden,- und 
seit ftfenk ifiten fahre v^ih^tbet; gisbKr ki ^ta er- 
sten fBnf Jahren ibre^ßiie&tan des tWi geiübdd Kin« 
fcr, weicbe rie «elbstVlugter^^adiVirt^aüfdleiwr faiif 
hbre» traten ihre ftegöln aiebr tinordenttitli^4nd epar« 
tain em; bISebisn 'zuweilen Ifngere Zeit^tiiz «va, und 
hielten überhaupt keine bestimmte Perioden. — Der 
Aussage ^Änbwürdiger f^VBöitm^'ntiA <lem A^sch^ine 
nzth hatjBie während dieser Zeit stbortirt^'ohiie jedoch 
dadarch nachiheilfge Folgen für ihre Gesntiaiielt erllc« 



•— '.i24 --^ 

teü sü liarben» HhD-'24teii tnier «äten Jalnre ihres Alter« 
und dem Sten oder gten ihre« Ehestandes verlor sie 
ihre Regeln wiederum gänzlich als Folge einer neuen 
Schwang^schaft 9 wovon sidi nach 8 bis g Monaten 
verlschiedene 2^i€hen einstellten» nur mit dem Unter- 
schiede, dab die gewöhnücbe Ausdehnung und Ter« 
gröfserung des Unterleibs» wie sie bei einer. wahren 
^ch^an^sshiikStattAiiiJet^ r^ebtas; I^ie gewpjÜQ^^ 
Zeit ^ der. .Schwangericbtft ..a&d 4(iiehrere Hpij^te ;P?fh* 
her verflossen 9 aber keine Geburt erfolgte » — nhA' 
endlich traten die Regeln wieder ein» jedoch unordent» 
lieb. — So vergiengen ^Wi^der ein Paar Jahre» und 
neue !2leic1ieii einer Schwangerschaft trateii ein« 'Per 
" Verlauf dieser SchwaDeerschaft war ordentlich : denn 
ntkch 9^Monj|ten gebar sie ein gesundes Kind, 

Im Verlaufe dieser erwähnten lezten Schwanger« 
^ch^^ liefii ü^^f wiemafi mir sagte» C^eiiu bisher ' 
Jiatt^.il^tliefe Person noch nicht gesehen) emev^tk^ 
Uchf^ GeschwcUet rings um den N^el herum wahrneh* 
men » ^ ^elf hOi .nach Angabe der Hebamme bei den^ 6e« 
burtsweb^n siditbar sich ausdehnte und vergr«^/S^Ktau . 
. : Jfßk Jfk^n diefs £ilr eii^ßu Nabelbruch liieU»^ weiches 
fdntüPk ^i^^ Cy^rulik '*') bekräftigt ward ^ -so .wurden 
ibiofs Binden augelegt und der Zuftand dem weitern 
\Zufali überlfie^n« Dama^U, war die Geachwuli^». wie , 
mir versichert wtrd, von der Grj^e eines .starjcen . 

^) Cyrulik bedeutet . hitr «I JLaajs einen JttdsB» der sich 
, *nvit. den^niedem wiittd^rzilichen Httlfleiimogeii, als; 
j^lyj^iiM ge^e^f Aderl^f flen tt. s. w* beschUltig(> 



ttDie-£ies, gsiiz>jaii4, weifte sifcbieQtailiidflt^ diMJi 
im und wenig beWeglUh. Drbrigtnabatte die KrMike 
«kfat )dse geringsten Zntätl^ dut bei Npbett^ü»hl^ %a* 
gegen ^ eeyn pflegte« Ifacb der Geburt blieb längere 
Zeit bnultircb aller In' Jftcto quo § die Oeectatvlik sdim' 
ittoBäbiigxii;, dieMvUer, welche ihr Kind eelbetsiogtet 
wurde dadurch noch megerer uhd schwächer 9 erholM 
•ich aber bald wieder, als da« Kind starbt ihre^R^geln 
traten nun wieder ein^ tmd 1*te wurdetiAdieiiiemJahrtf 
VUSL irierteii Mal schwaager^' ' .^, J. 

In dieBerSchwanger^chaft nahm^nnn dieGaschWalst 
b der Gegend 'des Nabel« beträchtlich zlijr' «tld virard 
ivaditen Monate schmerzhaft^ redi und •fiizündet« . 

Ein Cyrulik hanrerwei^ihende'BreiaitischlX^ean^ 
^t'fveudet; der Fr folg war» daCs 4larch dif Heftigkeit 
der Wehen bei crfqlgender:4}efbinr| die Gt»chwnlstisich 
ofEDele^ and sebr viel £ieer «axMBoJCf» *IK«iXaM»ortenr? 
di^ ttbrignii glücklkK, dter Mmter aüngte.ito Kittd 
and «befind sich leidUcfa ; : die : GeschwttlM^iMtte aber 
brt» blieb hart iiod «jÄtsündM^,-^ »nnd'von jitx^ti 
ward ich. mit der Ibraokebgdlchicht« bAJUint und wiir 
Batk enodic* . . '> v r \ . • >.* ^ . v 

Nachdem ich V091 allem g^naaunieneicbet^vlBoiBdetti 
^'^9 icfaritt ich ^r Untersndrang defGesch Wulst» 
Ui gestehe, dafs bdräer erstte oMcftichliEheik Afleicb« 
^"iA andr die TiMrübergebende Idise^eikiee MabfUaniche* 
«flriff;. dafidi bald rilbi^aeiigK» ttiich GeMW ud An-^ 
•Ickt von etwaa a^derili. z^-: ^ . - . 

l>ie^ Geschwiüst Ton 4fr Gf öliM^inteAtrattfiMAieies 
^ •fautt Cocoennla wir rqpüär.nmd jeformt^ ^dai 



'Ceiitriiidi war dar llabeI»-^K|edo<b gi^zwiG^crtita^ 
den( wjur $Ji» seiner ehemefigen Ckatrisalion befend emcli 
die OtiSnxing'^' durchs welche tiur übeirie»heDder^. 
fatleliigte» £it^^ abgieiig/ . Bfei d^r/Sbi^diraDg traf iol| 
!d a&iendkhAlr Ti^fo 'a«rmdflitffeebitodev. bä«dlciM.Kdr« 
pet^ die ich für eim93:gaiiE .aodef«»>:al^gevKShttUcbe 
Baudieingeweide hielt.' * ^ ^c 

Ich rieth^ übeffzei^gli iron der GegejD^^t ft4nnd«r 
K^^» '.wetttfr. Aicbta# ^la dii» Oeffnung .t>Cfen; zm er<< 
halten nnd durch Prersschwammaämahltg zd emeieiirarau 

Als. so: über *ein halbes Ja^. vergangen. civar ^ wäh- 
lend, dem icfa.ven Zeit -zu Zeit. NajphrichterUelrlBnd 
auch die Hienkia.eeUist bäsücbte, 'kam eines Tag^a dar 
<}7rnlik init. der ]Nacbridii^i.a mcr^ dafs ai^ Ifaaire ja. 
' der jQeffnttiig zeigten* .;• . '^ ■' -^ 

', ^Ich gi^ng/iii|h;«»at Kranken uted £sbd ^ulG3kK 
Haainr;ile.dfr OaGlnang> . is^lche .ich enttamte^ tmd 
diauf ^fer «ine eiJirk^e Portion fühlte^ welche nticK 
gemkchfeeitt lEMlscbilitt au^ez^gen wurde« ttiid;stth:aift 
etnefei ^iebteiirfTTerkl.eisterteBtiUonipen Haaire^ eineml 
WeichselaopC^ätnliüb |wTink(hlOttdei( Farbe^iiikefar ail» 
zwei Zoll in der Länge und einen Zoll iniBnachnieeaetl 
h§Umi^iBBLtAea^.i .. .-> ..; a. /; cu., - , ^ :- i:i>;-': ' 

Jliebts dealb wen^er TOrdiindeftd eicht daeVpliiwr 
iMn^fder fieMUnttist^iaudxdie IfiilBJiukd £;ntftätida^g^ 
derselhttn; dauerts-fiert» wad m^^ ale 9 Monafeaiüia^: 
dniAb gieitgteJäemeSoe»KMeafiaiirkIiim|i^^ Ida^^ 
nichts von anderer Gestalt, ab,,v-n« >(: v.:j »^:/-i . 

Beik er^iiifanie»: giaEnth Xlwaip&m vmD Häiren 
flhorg^. ich: wki«ide»Ui||faJaiiaenldflmfie)raaJHao^ 



r/' 



«sd Professor Creklerski. So dauertt. von jener 
Zeit an bis in Monat Februar dieses Jähret die£iterung 
brif ohne mf^rklicbe Veränderung, Beinigung un4 
VeibajjÄ worden unterhalten. 

In besagtem Monat bericlitete naad mit^ dafs sich 
HBQ etwas Harteaia der Oeffnung befinde. 

Ich besuchte jezt die Kranke mit dem Herrn Dr, 

larts» erstem Regimentsarzt des iten Uhlaaen-Be^ 

giments. Wir fanden , aU ich einen beträchtUchea 

Einschnitt in die Geschwulst linkerseits gemacht ^hiUte^ 

harte y knöcherne 'fheile^ die dem Finger und der. 

Soade^t^en stand^n^ und durch dichtes Zellgewebei 

sa mit der Geschwulst ,var wachsen waren« daia wis 

Miib^ hatten, die Treimnng durch das Kbmet zm be^ 

Vuken^ znmal da sich starke Blutung einatetlte* . . 

I>s8£me» wat erschien» waii w Vollkoniiiie^ ge-* 
badet^r;dii^^i)£4bn»i4ßni^:eii^<?arjöserSt4>skzalln9 noch 
tb rers^amaieitieit 2;|khfi 1^ eii^kIeineMLasicbeiistäd(ft 
Mebr ia der /Tiefe dieeer Geschwulst entdeckten 
vir noch einen härtüd^.Kdrpert 4eir wir mit mit 
«uierster BeachwerUchkfcit lostrenntti «nd: hsrao^ailK 
^ konntei?. Es war mn htimig - fenbrfiehirtjges, ■ m»^' 
veplniifeig jrunilea Stück y mit Ha&ren'beeeatr in ihai 
11^ aoch «in Zaha bffindlidi* 

Die Blutung y^aiü faetlrächtlioh n (wir:fa|)|ifs«len <v^mi 
Aneaeien Operiren ahHehen» und es 'schien.' atidi'aUee 
CBtferat zu aejtey Jwariioeb die UnlLe HaUMeitodefGe*- 
<di^l^ «leiten halte. Dieredtt« ist. hart und zeigen 
tader Untersuchung, dafi^audi hier ffcaidartlgelöif- 
I«r enthalten sind» . 



^ Die 0chwächliche Beschaffenheit der Kranken, die 
beträchtliche Blntnng bei jeder Unternehmung und 
^ das Sdiwinden der Kräfte lassen keine "grofse Hoff« 
nnngen zu weiterm Operiren übrig. 

/ Uebrigens ist die Form und Substanz der ganzen 
Geschwulst nicht sackartig ; es ist vielmehr eine Pseifdo- 
Concretion von sarco-membranösem Gewebe t und 
Verwachsung der eingetretenen Theile mit den natür* 
Kchen, durch die fortdauernde Entzündung und die 
daraus entstandene Ausschwita^nng erzeugt. Viele die* 
ser Theile scheinen auch wiedelr in Verdeibnifs und 
Eitierung übergegangen zu seyn; daher w^r alles un* 
vollkommen, ein «Zahn cariös, und das gröfseventie 
Haaittn besezte Stüdc auch Schon seiner wahren ei'steQ 
Gestalt beraubt. 

Auf eine Sektion und lyeiter« Untersuchung nach 
dem Todis dieser Frau ist nicht zurechnen, da solche 
nach den iaraelitiscben Reltgionsgesetzen^ besonders 
"ausser dem S{iit|^U nicht gestattet ist. 

Aios dieser deschichberaihlung ergiebt sich , daTa 
etüe 'Empfängnifs ausser der Gebärmutter Statt gefun- 
den- habe, 'Und^dals durch den allgemeinen Heiltrieb 
der Natur und der etetta Tendenz derselben, sich von 
allem schädlichen und heterogenen zu entledigen, de« . 
abgestoibdne £i mit äeinem Inhalt besonders durch die 
später ecfolgte Sehwangersqhaft nadi der NabeJgegend 
zu gescbpheotf daselbst durch die entstandene Ent»ü»«» 
düng und ausgeschwitzte plasäsche Lymphe engeheftfet 
und verwaäiseu» und endlich durch die entstandene, 
Eiterung deformirt und ai|Sgestofsen.worden sey. 



. 0er Unterleib der Kranken ist dermalen klein, 
welch and die Gegenwart noch anderer Kindathelle 
in der^ linken Seite nicht wahracheinlich ; Tiehnehr 
icheiot sich der ganze Inhalt .des ausser der Gebärmat- 
tcr befindlichen Eies in jener Gegend und Geschwulst 
vereinigt «a haben» ; l 

In der rechten Halbseite, der Geschwulst sind aber 
^ewifs, wie schon bemerkt wurde 9 noch Kindestheilt 
Terlinden« 

Uebrigena ist alles so \inter einander verwachsen, 
hSs man durch's Gefühl nichts g^Qan bestimmen kaqn. 

TieUeicfat dstU Zejt « ' £f I^lnng und bessere Um« 
silade noch eiiiiges Licht . über diesen seltnen Fall 
.' terbreiicü ! r - , ., ^ 



;/ . •' 



SitMOLiys Journal. ltl,Bds isSt. 



^ \ 



_ i3o ^ 



Deutsche Litteratar. 



• Lehrbiieher der.^Eütbindtingskunde und' 
^Hebaiülöenkun'st. 

yVetftiar» im Verlage ded.jE«ande8-'tndustrfe*Coinpto£r9r 
'l%i&i Theoretisch •^praktisches Handbuch der 
Gebartshülfe» zuitn Qdbl'act|:he bei akademischen 
VorlesnkigeD und füi^ angehi^nde Geburt^elfeir^ 
von Lud. FriedV. y. Froriep, des kÖDiglich 
Württemb^ergischen CIvlU Yerdieüst - Qrden^ 
lUtter^ der Philosophie, Medicin und Chirurgie 
Doctor» Orofsberzögl« S« Weimar* Etaenachi« 
achem Ober-M^dicinalratbe» wie auch mehrecer 
gelehrten Gesellschaften Mitgliede« Sechste ver-. 
mehrte und verbesserte Ausgabe ^ mit einem , 
Uupfen ' * . 

Der Verfasser beschenkt uns hier in dieser neuen 
Auflage sufaer'tinigen Zusätzen mit einem neuen Ka« ^ 
pitei i^über die künstlich veraalafsle Früh«» \ 
geburt'%. soweit er sie, nicht selbst mehr prakti*'. 



*■ / I <- . 

I • • ^ ^ 

sdker Geburtshelfer nad Lehrer, nach eigner Erkl^rnngp 
wib'end aeitaes Aafentb;|lta in London durch Be« 
natzupg der l>esteii QaeÜen und durch Uoterbaltung , 
mit erfahruii gareichen denkenden Geburtahelfern da« 
aelbfC hat kennen lernen. 

pieae Operatioi^ deren Tendenz ist, bei zu engem' , 
Becken eine für Mutter und Kind weniger gefährliche 
und der Natur angemessenere Entbindung zu veran* 

laaaen, ala dies bei 4^r Perfoi^ation und dem Kaiser« 

• . • t t • ... . . 

achnitt der Fall iat> aoll ihre Indication in einem engen 

Becken finden^ durch welclbea kejp auagetragenea kind 

lebend geboren werden kann* purch naturgetreue 

Beobachtnn^ctQ hat aich nehqalicb. ergeben» aj dafa 

ein Kio4 uqi' fo leichter durch ein enses Becken gehe/ 

)e junger ea ist und je kleine^ alao sein Kopf,^^^ dafa 

Weiber im achten Monate ihrer. Sphwanger9<;haft niÄ» 

icrkommen und dann geborene Kinder, obgleich ii och 

n/c&C^nz zeitig,' dochihr Lebep f^rtset^en könr^n, 

Hieraas schöpfte man nuq die Hoffnung^ auch in einem 

aolchen Falle, wo die Auaschliefsung der Frucht zu 

der Zeit nicht vollendet würde, in der die GröCse der- 

selben öhr Weijte des Beckensi J^ioch angemeat^en wär<6# 

ciae glückliche 6eburt -bewirken zu können, wenn 

tnap nach der relativen Gröfse des Kindea zur Weite^ 

des Beckens gegen das.Ei^de d^s 7tei> oder 8ten Son- 

aenmonata die. Eihäute künstlich mit /einem vorsieh'* 

^Z dur^h den äuCsert) und Innern Muttermund ee«* 

.föhrten Catheter.oder Sunde, öffnete und ^o daß Fruchtr, 

Wasser allmählig^jibfliessen llefs» vi^orauf nach einiger. 

2cit (nach 24Sti)inden bia zuln ötenXage) sich Wehen' 

^ l 2 



einstellen»' der Mattermdnd' 'sich erweitern und die, 
Geburt mit langsamem Verlaufe erf'olgen würde. 
^ Dafs diese Methode' gröFse Aufmerl^sam'keit und 
genaue IPrüfung von der einen" Seite» von der andern 
ab^ auch strenge Vordicht und Sorgfalt verdiene, sie&t 
mau leitilit ein/ und* wie Referent überhaupt wünscht» 
d^fs vor ider Hand diese Art zu Entbinden noch nicht^ 
von jedeni Geburtshelfer ausgeübt, sonciern erist noch' 
sorgfältiger von Vorstehern grofserer Entbjndungsan«^ 
stalten» wo allein nur eine genaue , mebrtagie;e'y uq-' - 
unterbrochene Beobachtung möglich ist * geprüft wer«' 
den möge 9 so hatte er insbesondere m vorliegendem 
Handbuche die In^iicatrönen zii' dieser O^ratTönsme- 
t\^ode \ genauei auseinandergesetzt ' und uie Einwir- 
kung des künstlich' erregten' Abganges des'.frucbtwas- , 
sers.auf Mutter und Kind gewissenhafter beachtet zu 
finden gewünscht» da bei natürlicben Frühgeburten . 
schon eine eigne Prädisppsition von Sieiten der Matter' 
oder des Kindes da zu sey n scheint, 'und dieserben da«' 
her in ^inem solchen Falle auf eine natürlichere , we- 
niger gewaltsame Art zu^ entstehen pflegen /als faier^ 
wo diese Bedingungen rehlen und die Entstehung der ' 
I^rüheeBurt erst durch ein "stürmisches» den ganze» \ 

Gebärun'gsakt gewaltsam u m wanderndes' Mittel V den 

•',<"' ,^i ■• •• *" t* ■ ". I •'■ ■' ■ 

künstlichen Blasens^rung »herbeigeführt wird» ', 

Contrsrindikation dieser Operation soll sejn ä) ein* 

todtes Kind, wo man natürlich die Perforation vorzie»' 

hen würde, o) eine gefährliche Krankheit der Mutter^' ,; 

dW erst beseitigt werden mufste» Allein die Kenn- : 

zeichen vt)m Tode des Kindes sind in vielen Fällen * 



Mbr unsicher m>d trüj^Ucby und eipe j^eCihrlicb'^ 
£r4nkbeit der Matter echeint^ja nach einer in die« 
aem .Handbache ang^fübrtea Be^bachtdiig' .eher die 
künstlfcbe Frühgeburt an^&azeigeiif alt z» Verbieten^ 
ifidem der Verfasser §* a8o« wo er noter den Abortoe 
veraalasflendeo Uriacben zu^rs^.aUjD a)c^te (nicht leicht 
aber chronische) asthenische KmnkbeiKo bestimoiCy 
die Beobachtung aiiubeilt|, dafsin der T/plms-Epide- 
mie i8i3 in Wüjftte/pbi^g viele davon befailenje 
Schwangere mit au(^n^heiI|li^ei^. Besserung aboirt 
tirteo, ... 



. übingen , bei Chr. F^ Oslander : . D r. F r i e d r i c h^^ . 
Benjamin bsianders, K. Q. H,. IJofraths« - 
nod Professors der Medicin nnd Entbinaung^^ ' 
kuastf Direktors d4s K. Entbindungshospitals« . 
Mitgliedes der K^önigl. Soc der Wissenschafteii 
za Göttingen etc. etc. Handbuch der Entbin- 
daogskunst. Ersti^n Randes erste Äbtheilung. \ 
1818, zweite Abtheilufig 1819* 

Um die seit dem Erscheinen seines Grundrisses der 
Entbindungskunst vor 16 Jahren von ihm selbst ge* « 
machten Erfahrungen nnd neuen Ansichten über 
manche Gegenstände dieser Kunst seinen Zuhörern , 
umständlich bekannt zu, machen und die Resultate '^ 
«incr Unterjsucbungen upd meines Studiums im Felde 
Aer Entbindungskunst niederzulegen» giebt der Ver- 



Fasser dieses Hai^dbuch heraos« ' tJm nictit, ivi« St. 
; jPaulttSscfirieb: „eirtHönend^Erz und eine kfin^ 
. gende Schelle xu seyn," hat' er itit derselben 
: Dedtlichkeit und Klarheit geschrieben , die In seinem 
, iGrundrifs der Entbihdc^n^sknnst 80 sehr an^gestaüiir 
Wordien ist/ und um <fen Leser 2um Gerne - Lesen un^^ 
tum Festhatten deS'Gelesenen zu ermuntern» was ge« 
nannteiti Grb** Irifs W^br^faeinlkh abgieng^ yjreil dea 
darin enthaltenen Lehren die meisten Lehrer der EnU 
bindun|;siün8t (et Ablh. L $. 68.) bei weitem nicht 
fagen, hat er sich, erlaubt» recht munter zu Schrei« 
. ;ben und höchst dreltige Erzählungen von einer Schwan* 
'gerung beim Heidelbeeren • Pflücken mit blau gefärb« 
Hern Hinterem» von einem Postillion, der mit der 
^ ffP^itsche Gv'K. schwingen IcoYinte» vom Hosenmacher 
{^aiwerk u. s. w. .eii&zuflicken> Üebrigens ist er am 
iVi^end seines Lebens nicht tiur in der Anordnung die-* 
9es tiandbuchs mit der dhs Grundrisses» • und in seinen 
. Ansichten (zur Forderung der Entbindungskunst ?.}, 
'Sondern atich in seiner angeborhen Derbheit (angebor« 
ne FreimÜthigkeit Von ihm genannt) derselbe geblie- 
ben, worauf Referent rhm'äber nicht 'ähnlich antwor- 
tet, weil ihm leztere Gabe entweder nicht so zu Tbeil 
\ geworden oäcr von ihm nicht 40 ausgebildet' worden 
ist, indenci er (fie Ueberzeugung hegt, dafs Von jeher 
nicht allein der Vervollkommnung der Geburtshülfe» 
scäidern jeder Wissenschaft überhaupt Scbmähungea 
0egen Andersgesinnte sehr hinderlich waren. 
i Von der Geschichte der Entbindungskunst hat uns 
der Verfassert wie er sie selbst neifntj i:iur eine Bkitze 



I • 



^0;e&en| und zur leichtern IJebersicIit dei gegenwärti* 
jiniZastandes dieser Kantt> dieGeburuh^lfer Dentsch* 
Andsin drei Klassen ab^etheitt, dabei aber die vierte, 
ioDi sic& viel Geschrej. un^ (.arm machende t über- 
gangen, wahrscheinlich weil sie wenig Anhänger ge« 
/aoden hat und nocli findet» und theils deshalb, theiti 
weil viele von d^Ren., die sie sicl^ mit Mühe ac^uirirt 
hat, taglich ihr noch abtrünnig werden, vom VerEas« 
scr nicht des Anführena wardig geachtet worden ist, 
nehihlich die Klasse derjienigen Gebalrts« 
titlfer,' die an der Natur zu viel herum- 
künsteln und lieber gar keine Natnrtbä« 
tigkeit haben möchten'^ zum Besten der 
Menschheit oder des Mammons des Geburts- 
helfeis^ ^ . 

Hinsichtlich der Hypothese über die Zeugung des 
MeoscbcBf bi$ jezt so genahnt, weil darüber nur a 
priori geschlossen werden konnte, indem noch nie-' 
mand die Veränderungen in dien weiblichen Gebaits- 
Aelfen während des Zeugungs- und Befruchtungs- 
Aktes selbst beobachtete, ist vom Verfassernun jedcf- 
Dunkel gehoben, und Zweiter 'müssen seine Ansicht 
zugeben, wenn sie nicht vielleicht deswegen anstehen, 
weil es dem einen Theil kein Ausländer, dem andern 
kein Naturphilosoph sagte, sondern nur ein schlichter 
deotscher Landsmann, ein Arit, der seit etlich und 
dreirslg Jahreuv die' Natur im Stillen erforschte t ohne^ 
lieh Mühe zu geben ^ seine Entdeckungen geltend zu 
milchen. Der Verfasser lehrt uns nehmlicb §• 377, ; 
dats, wenn eutweder der Same selbst aW Flüssigkeit , > 



- «36 — 

ojer/ was sehr wvfartdieiDlidi sei, in manchen Filli 
nor in Dunstgestalt dorch den Mattergang, die Gebar— 
matter ond die Matterröbren bis an die Eierstöcke be£ 
Torhandener Beceptivitat im weiblichen Körper ^eUnge^ 
anf der Oberfläche der Eierstöcke kleine Mohnsamen«- 
^ofse oder Frieselähnliche JB]äschen entstehen, wel« 
che er für wahire Ejchen hält, nnd, nm sie nicfac 
ohne Namen za lassen , Eierausschlag , Eocatubemäm 
o^orum nennt , welcher durch eine specifik geizende 
UMaterie im Samen ebeh so. erweckt Verden; soll, wie 
ein Aasschlag v^n eigner Art nnd F^rm» z.B. darcb 
Brechweinstein, verschiedene Rhnsarten , .Insecten«* 
; nnd contagiöse Menschen -'Gifte entsteht. Nicbr alle 
t ei^tst^ndenenEjchen aber würden auf einmal hekeimr, 
I sondern wahrscheiniich nnr das oder die» yrelche auE 
i derselben Stelle des Eiersiocks sich erhoben haben , 
1 mit der das genitale F^irus in Tropf- oder Donst-Ge* 
.( stalt in Berührnng kam* .Die Eierstöcke würden nehm- 
lieb, wenn durch den Zengungsprocefs die Empfang« 
I ; i{ifsFähigkeit aufgeregt und in Thätigkert gesetzt sei ,|^ s 
von dem Saum der Mutterröhren. nmfa(st, das vom 
Samen oder Samendanst zunächst bekeimte Ejchen 
. schwelle an , durch das Anschwellen berste die äufserst 
dünn^, vom Bauchfell herrührende Decke des Eyer^ 
' . Stocks, lind der Keim» in eigne. Membranen einge- 
hüllt, tretein ein^r Kügelchenform hervor/ wie Eiter, 
, der eine reife Pustel zersprengt habe, werde in die 
Mutterröhre C^yerg^ng) aufgenommen , daselba^ mit- 
; telst eines Motus peristalticus und wahrscheinlich mit 
»dem in den Matterröbren zurück Siefsenäen Sajnea 



f|l 40g.) ibrtbeViregi» in die jGebärmutter geführt, wo- 
dsrcb ^in Reiz entsiehe» , durch den sie sasammengezo*' 
^en^iind das bel<^bte Ejchen, mit seinem Sch>verpankf^ 
der sein Anh^ngepankt wird» an die rechte Seite der 
Gebännntter angedrückt werde., (Es könne jedoch in 
einzelne^ Fallen aach eine MJsnge Eichen eines Ejer« 
fCocks mit einem M^l bekeixnt werden» wenn wahr« 
echeinlicfa durch eine von Natur zu weite Multerröhre 
der ganze Eierstock gleichsam mit Samen übergössen 
werde). An die rechte Seite der Gebärmutter» wo 
r sich in der Folge der Mutterkuchen bilde und wo er 
im gewöhn liehen natürlichen Zustande immer ange« 
trotkn M^ürde» pflege sich da^ Ey aber aus dem Grunde 
anzabängen, weil der vveibliche Mensch entweder un« 
mittelbar nach dem Schwangerwerden oder doch bald 
datanf sich zur Ruhe, lege und alsdanq instinktmäfsig 
die rechte Seite zur Lage wähle» wodurch das kleine 
Ejcben in dem ohnehin rechtshin gezeigten umijezt 
auch auf der rechten Seite liegenden Uterua sich mit 
seinem Schwerpunkt an$etze; links angeheftet finde 
man t^ hingegen bisvf eilen als Folge eines aus Galan« 
terie erzwungenen Znstandes» indem de^ Mann nach 
der Umarmung den Ehrenplatz der Frau auf seiner 
rechten Seite lasse» sie aber nöthige» mit dem ihm zu* 
gewandten Gesicht auf ihrer linken Seite zu schlafen^ 
wahrend er selbst auf der rechten Seite schlafe \\\ ^>— , 
Der Verfasser hat daher vollkommen recht» 'wenn er 
mit heftigem Unwillen gegen euch» die ihr sogar die 
\Mnittn Thierchen beobachtet und zergliedert ^^ um 
(iidorch vieneicbt das mystische Dunkel über die Zeu* 



«rgnng der Thiere nnd aomit ^och des Menschen lösm 
dsu fernen, vorzu^^lich Jörg und Oken (nicht Ocken^^ 
i^rfliHt J^t; nun ist der Vorhang gelüftet» nnd wir 
^«seheD so hellt dafs uns sogar deutlich wird» wie/ bald 
. ^iüp m'ännliche^y bald eine welbtidve Frucht erzeugt 
^ f^erden könne, Diefs rührt nehinlich von der atn^os«-^ 
Ipharischen Elcäitricitat her» welche den gröfsten Ein- 
Aufs. auf Zeagutigsbegierde » Zengungsrähigkeit un'df 
'Fruchtbarkeit hat» Im Manne ist die änimalUchW 
Efektricität in der Regel gröCser, als im Weibe» inpk- 
leztern aber nach der monatlichen Beinigung stärker. 
Welches von beiden zeugenden Theilen nnn eine 
gröfsere Menge animalischer JLlektricitäfc .besitzt» das 
bringt durch die Zeugung sein Geschlecht hervor » dei 
Mann das männliche» das W!eib das weibliche; eswiir- 
ilen daher fast durchgängig nur Knaben erzeugt wer- 
den» w,enn der Mann die Frau nicht auch'gleich nacfar 
der Reinigung besuchte» wo dann freilich die Elektri- 
cität in ^ezterer gröfser ist» und daher ein Kind weib-* 
liehen Geschlechts durch die Beugung entstehen mufj! 
(Wie mag es wohl bei Zwillingen sejn» Wovon das eine 
Kind' männlichen» das andere weiblichen G/eschiechte 
ist?) Was der Verfasser über die G'eistesräbigkeiten ei- 
nes Menschen» je nachdem er von rohem Sament 
gleich nacli dem Essen » oder von gekochtem Samen» 
nach gehöriger Verdaunng der Zeugenden» gezeugt . 
worden se^» und daher weniger oder inehr von jenen 
gottlichen Gaben empfangen hkbe» erklärt» woHen Wir 
~ nicht näher auseinandersetzen , sondern v^om Verfas^ 
'ser erklären lassen /der ja selbst di6 Samenbläsdien 



So» Hbnne ab Aafbewahrangsort des Samens jnglebt 
und den künitlichen vevwickelten Bau der Hoden für 
ein Zeichen aoaieht , dafa zur J^rzeugong des Saineos 
viel Zeit nnd^ eise grofse Bereitung gehöre/ «• Wie 
aber nun das ina Eyeirausschlage ^om Satoen oderSa* 
tneodimst berührte Ejcben bekeimi« d« I. belebt werde, 
finden Wir.$. S8o angezeigt ^ nämlUh durch eine vom 
Vittfr und der Mutter ausgehende Lebenskraft und 
BilduiDgsti'ieb^ eine Aonahine, die, wenn sie auch 
nach des TerEassera eignem Geständnifs §• eit^ nichts 
erklartt doch zehnmal besscrr und ver^nüuftiger $eyn 
soll, als solche anmafsende £rki)irungenj die am Fir* ^ 
nament anfangen und bei, der Mulbei aufhören !!- 
Beider zweiten Erklärung» die der Verfasser $.407 
giebt, wo im £7 durch positive und negativa Eiektri« 
dtat sich ein lebendiger Magnet mit anziehendem und 
zorücksto/sendem Pol bilden soll , hat sich Referent 
Hiebt BO sehr über diese ErkTarungsart^. sondern über 
die Yergleichung mit dem Bebrüten eines Yogeleyes 
gewandert, da sich doch Hr. O« im vorliegenden Werke' 
als ein grofscr Feind aller VergIeichungendes*Mentffcfaen, 
mit den Thtefen zeigt! ^— Gegen den Buhm, dem 
sich der Verfsisser Seite 252 in der Anmerkung beilegt, 
j^etn schliebter deutscher Landsniann zu seyn, ohne sich 
Hübe zu geben 9 si^ine Entdeckungen geltend zu ma- 
chen^ 9 möchte man einwenden , dafs dafür weder die 
• . Anmerkung Seite 5og und 5io spricht» wo er sich über, 
Herrn Oken wundert, dafs er in seinen Schriften 
airgenda die Quelle» woraus er manches neuejBchöpfte, ' 
nämlich di« Vorlesungen d^* Verfassers in^ Jahr x8oS 



— i4o — 

uiidj8o6f neniit^ noch der Tadel^ der Seite 645 dei} 
Heraasgeber trifft» Hrn. O. bei der angeführten Wage 
nicht als den Erfinder angeführt za haben» Um diesen 
y^rstofs gut zfi machen, bittet der Herausgeber die 
Besitzer von seinem Programm ^de paediometro** ^ den 
Aasdruck f,MaehinaKlindworthiana^'~iiä einen ^rojsen 
Fehler anzusehen, and dafür Maehiuu Osiaaderiana 
za setzen. — Was übrigens dea Herausgebers Kinderr 
wage anbelangt, so erklärter nochmals, dafs er dieae 
Erfindung für zu gering achtet, als da(s er aich, wenn 
fie nicht den Beifall dea H« O« findet, darüber «ehr 
grämen sollte; dafs er von der andern Seite aber doch 
überzeugt sey, zwei auf Einen Mi^^^lpttnkt wirkende 
Federn müssen weh dauernder sejn, als wo Eine Feder 
im Winkel nur auf einen Punkt hingezogen wird# 
was nicht allein Jedermanns gesunder Menschenver- 
stand einsieht, sondern die Erfahrung auch bestätigt 
hat« Nachdem nämlich mit einer und derselben Wage 
des Herausgebers über 400 Kinder gewogen' worden 
aind> ist nach genaa^angestellter Untersuchung und 
Vergleichung die Elasticität der Federn noch ungeän- 
dert, wie vorher, und bei Unterstützung der Federn 
und der ganzen Cohstruction der Wage ist o^ne^mali- 
tiöse oder höchst unvernünftige Gewaltthätigkeit und 
Ueberspannung derselben nicht leicht eine Zerstörung 
der Federn möglich. — Darin aber, dafs der Heraus- 
fflhtt eine Stelle aus den neuen Oenkwürdigkeheb d^a 
Verfassers angeführt, nicht aber der in einem Cro- 
gramm üblichen Kürze wegen den ganzen- Titel, son- 
dern nur /• c. aufgesezt.hat, sieht er für Niemand eine 



^iloAe £rg5tziichkeiCj son^rn liiir eise Besiatigan^^ 

$intt aa8gcaproGh6f]6n Äfeinang über dit Scbiichtheit 

dbi dedücfaejc H. 0.> der sich nie Mühe glebt, sich ' 

geltend w maehen ! ^ Eben 80 wenig kümmert den 

Heransgebery . was H. O« Seite 471. Anm. gegen sein ' 

Gelmrfskissai sagt, nithr etwaii» als wenn ihm dies« 

Eifindan^ nnd Bekanntmachang gleichgültig wäre» 

sondern weil er im Yöraas auf die Empfehlung der 

Stohlherrn nicht gerechj^et hat. So viele Kreissende 

iom höchsten bis 2qtn niedrigsten Bange, deren Oe> 

luttshelfer er war/ auf diesem Kissen entbunden wor- 

den sind; haben^ sich über dessen Unbeqnemfifchkeit 

tkidki beÜagt^ ja esist vom' ihnen wegksn 'des Ahstkndes» 

^omit 8&e nmter der Decke, sogar bei künstlicher Hülfe» 

6hn'e entblöbt zu werdiSn, entbanden werden kenn- 

ten — em Umstand, der vom Geburtshelfer nicht ge-, 

nng beobsLchitt werden kann — sehr geachtet worden* 

Für den Gebartabelfer , *^ü mal den korpulenten, mag' 

es freilich bequemer seyn, sich breit vor den Gebärstuhl 

<a setzen; vielleicht aber b'ribgt H. O., wenn er dieses 

Kissen sineira et studio Sn dieser Welt noeh recht ken» 

tten lernen sollte, in der Pöige noch die Verbeiserungan» 

öm korpulentifn Geburtshelfern dann mehr BequemV 

KeSkeic zu gehen. H'atte H« O. nicht unterlassen , de$ 

Berausgebers Schrift :'f^Ueber ein bequemes und ein* 

facfaes Kissen zur Erleichterung der Geburt und Ge* 

bnrtshülfe, init i Kapf. fite Aufl. Berlin 1819*' 'zu le- 

icn, SO; würde er gefunden haben» wasi es nach seiner 

Bestimmung leisten soll; 30 ist es aber H, O. damit^ 

wie dem Heraasgeher mit dev Commentmtio eu» gegan-' ^ 



.>— 1*2 — ' ^ 

gi^\ ^ D!er9 ziur Beantwortung a^f 4^8, vi^ziu-der 
Ileraasgeber npthgedrangen wurde. ' ' • . 

Uebrigena^ enthalt dieBes Handbuch vMe xntereB^ 
aante Bemeifkungen und Beobachtongen nicht ^lleii]^ 
^hinsichtlich der Epjibindungtkunat, sondern auch ^de^ 
gericbtiichen Medicinj, die mit aller Aufmerksamkeit 
gelesen zu werden verdienen* 



Würzburg in der Staherscfaen Buchhandlung: Lehr» 

b.uch der Geburtsfaülfe zum Unterricht für Hebn 
i ammeuf entworfen von Dr. Elias von Si«« 
hold 9 Königl* Preufs. geheimen Medidnalratfae^ 
pffentl« ordentl. Professor der Heilkunde t^nd Gie- 
Geburtshülfet Direktor der Königl. Entbindung«« ^ 
' anstatt der Universität zu Berlin- u. a. 'W« I]bfUtei 

verbesserte und veri^ehrte Auflage« i^3\q. 4^5 S» 
8. Mit einer KupfertafeU ~ ^ . 

Da diesea Lehrbuch zu Folge der i8i5 eracbieiie« 
^nen Orgiiiisation des Hebaminenwesens io^ SLönigreicIr 
Baiern ah Lehrbuch, in den das^gen Hebammel)aqhn)l,en, 
eingeführt ist^^so hielt sieh dar Verfasser dadurch 4ioch ' 
mehr verpflichtet, diese, neue Auflage, mit Bückf^Niht 
auf die wesentlichen gesetzlichen. BesTimmungen Jener 
Organisation, einer sorgfältigen Prüfung zuuiuterw€r« 
fen i die Wii^ke der' Rece^nsent^ , wo aie aii| ^.iner 
Ueberzeugun^ uti^d^m Zustande des Hebandmenwesena 
in den, meisten Staaten Deutscfaiapd^ übereiiii^timpatenii" 
und.alle durch seilten af|S|pebri0itetenVrirkungskreis in ^ 



JkrliaßiA «rworbenQfi j^iffa^rusg^n «uf dM fArgf^Uig- 
le» xa b^nuuen > nniTd^urselbeii dieoDöfflichste Brauch« 
j^kelt für den ynterricJit zu geb«p, {n den Hai^pu. 
^rundaätzen i&t sich dieses Buch gleith ge&iebc^n. Ztt«^ 
aebe^ VermehriiipgeQ jgehört die Beschreibung , den 
«jGe2)raiich und die Abbildung des Geburtskisaens^ wel— 
Äts dft Verfaa^er atati dea Gebäramhles zur Beförde- 
niDg einet mehr pa\\ij}ichfin , humanen ^ 4!^n Anstand, 
nicht )>eleidigenden Entbindung im Bet^e und zur B^-«* 
- Kitigung dea Un wesena^^waa so häufig mit dem Gehär-^. 
atiiU znmgrofsen Na^|be(i der Gebarep4^n gerieben 
wird^ mit voller Ueber^eqgung und erprobter. Erfah- 
ipiig empfiehlt^ ]>ie beappdern Riegeln für die Unter« 
' snchung, welche der Verfasser, in der zweiten- Auflage 
weg\kb und sich auf dip Anleitung in d^r Schule aelbsc 
bcschiänkle, sind hier M^ieder aufgenommen, die Lehre 
▼OS der jße&andlüng der regelmäfsigen .Geburt beapn« 
dera in Beziehung auf die Nabelschnur undNacbgebxirt 
genau revidirt und die Nabelschnur nni^nt^rbunden zu 
lassen, als ein für ]EIebaitimen seh|^ gefährlicher Grund« 
Satz, nicht geleiirtv^rde¥|j^ die wichtigen Kapitel von 
dam Gebärmuttcirblatflqase.und Schei^i(itode der Neu-' 
f/Asmßk sind neu j^nd bestinümter beaFbeitet und ein 
etgaesKapitel von der überzeltigen Geburt eingerückt; . 
die Wendung wird mit vieler Beschränkung anempfob« 
lea und dabei theils auf die Bereinleitnng des Fufsea 
zur Vorbereitung und Erleichlerang des Gesdiäftes für 
den tu . Hülfe gerufenen Gebttrtshelfer nach dem Ab- 
gänge des Fruchtwassers^ .theila auf die* EntwickeluTig 
des Rampfea, Ide^ Hände und der^Ropfs blofs durch 



. eigene Wirksamkeit Aer ITatar Rnckdicht genoo^Qcieri ; 
die/£rkeniätnifsy TJrsa^enV Folgen "und Behan^tul^j 
der fehlerhaften Lage der Gebärmatter nach der\EIn 
bindung genau abgebandelt» und zur Verhütung ''der^ 
'aeüJben die Untersuchung einer^Äen Wöchnerin ^eni^- 
stens mit der sechsten Woche > nach der Entbindung 
und vor eineth neuen BeischTäfe' ängefathen i die ^^rei-^ 
tung und Anwendung der Mutierkranze endlich, w4)- 
•che einige itletiammeih bucher äüfgenoininen liäbeii» 
sind weggelassen , da sie au^ wahrer Veberzeugu'ng 
und vieler Erfahrung der Verfasser firr umiöthig Halt^ 
und durcli ihre ungeschickte Anwendung von tlebam^ 
meh sehr nachtheilige Folgen entstehen 'sah ; er hat 
dafür das Einbringen eines fein jpräparirten Seh warn mes 
mittelst eines Stäbchens empfdKIen^ /wodurch in viefeä 
Fällen vollkommene Vorfalle völlig zurückgehalten 
und geheilt wiiräen, was äie Pessarien nicht hatten 
bewirken können. Uebrigens umfafst der sechzehnte 
und lezte Abschnitt als eine Zugabe'die Anleitung zu 
noch mehteren disu Hebammen für' die Ausübung der 
Geburtshülfe, Und bei kranken FibauehzioVmern tlielfi 
nothwendigen, t&eils nützlichen Verriclitnngen. Ändere 
minder wesentliche Zusätze* wird ein jeder bei'di^m 

' Vergleiche mit der vorigen Auffäge sehr leicht finden. ^ 






B. ^ 

Fermisciite sebürtshülfllche SchrifteiL 

iN&oherg ii|i7 Bei Joh;Leoii]i.Scbrag: Ai\f<*itz« übeir 
einige phys^olögiflclie utid pnktiacbe Gegendtäodd 
d^ Gebürlshiilfe von. Br« lacob F^iedricb 
IScbweighäader. 8*. 3o7 Seiten; 

Kack stSjähriger Ansfibnilg der Geburtshiilfe tbeiÜ 
^i YerEisser » nacb seiner Aeusaerang in >der Vorrede 
itxor Beförderung d^ir Kuolt/' das Ergebnis aeiheir Er« 
lAnrngen mit nnd aisÄQ^s Nachdenkens über organische 
Verrichtungen» vrelche in det Gebürtshülfe ztt berück« 
ttdhti^en sind. -^ Der Verfasser ist übrigen^ nicht in 
Abrede, dab seine Anfsätte über physiologische Ge^ 
geastande fiel b7i>othetischei darbieten und dab er 
i|adi in Aniehnng der von ihm vorgietrageneh prakti« 
kiies Thätaachen.^ welche sich auf Erfahrung un^ Be- 
obachtung der Natnir gründen ^ auf Widerspruch ge» 
fiifstsejn inüsae^ er ist aber bescheiden genug zu be- 
hennen^ dafs er Wohl Eines oder das Andere wieder zu-' 
t^<^äahebmen vermocht werden dürfe tind ^ besserii 
g^röodeteti Nachweisungen seine, Meinung und An^ 
iicht hiniianziisetzeh bereit sey; Dar Jnhalt ist folgen« 
^r: i) über die Lebensäusserungen ; 2) über den Blut« 
haf; 3) von den Verrichtungen . der Lungen und det*' 
LAer in Beziehung auf die Erzeugung der Thlerwänne 
find auf den Unterschied iwischeil der Frucht ui|d<det^ 
&wachsenen ; 4) Ehiigea über den Baa der Geschtech):»«^ 
SiMBoxjis JouTmt,iil,Bd. isSii K 



^ ' ' —.-.146 ,— 

theile dei Weibes ; 5) über die Verrichtungen derselben j 
6) übeir die Bybäule und den Ort der Eiop^anzung des 
Mutterkuchens; 7) über die . Emälirung der Frucht 
und dem Nutzen des Mutterkuchens; 8) vpn dem Ver- 
halten der Gebärmutter bei der Ceburt; 9) vom der 
Stellung des Kindes zu der Geburt . und dem Durch« 
gange desselben durch das Becken mit dein Kopfe vor- 
an ; 10) von dem.t>upchgang des Kindes durch das 
V .Backen mit dem Steifse oder mit den FüTsen . voran ; 
' li) von der gewöhnlichen Todesart derKindier, "welche 
während'der GebuVt sterben, und von derBehatodlung 
neugeborner Rind«r; io) vo^ dfer Blausucht neugebor- 
' »er Kinder ; i3) von den Geburtsschmerzen ; i4) über 
'^ Benennung und Eintheilung 4er Geburt ; i5) von der 
^* gewöhnlichen Geburt^ 1^ von äer ungewöhnlichen 
Geburt ixiit deni Steifse öder mit den Eüfsen voran; 
17) von* der .pesicht»g^burt; 18) von der Wendung ; 
^ 19) "über diie gewalts^e; Geburt und über die durch 

Kttnst vefanlafste^ Geburt; 20) von dem Schützen des ^ 
, '^j[ittelfleischcf^vorV«Hetzung; 21) über den Abgang 
' der* Nachgeburt ; 92) von den verschieden^^) Instru* 
xnentalgeJbürten; 23) Einiges über die Verhäiinisse der 
praktischen Geburtahülfe ; 24) ^on der Geburt bei vor« . 
ajikommender^abelschnur; 25} von «der Hülfe bei vor* 
ankommendeih -Motterkucben ; 26) über die Zuckiin* 
'gen der Gebärenden; '27) von der krampfhaften Zu« 
' sammenriehungidi^r Mutterscfaelde f si8>von dei:Rück« 
7 beugung der Oebä^rmutter ; 29) von der UrniVendung , 
^väer GebarnauHer ; 3o)^ über die Fehlgeburt^ die Holen 
' und den Mufterpolyp; 3i) von dem üfutterkrel^se; 



$2) .von der.MatUrrqhretischwaiigerschaft; 33) von 

^ dem Gebtiuch der Qaecksilbermittel bei Kindern Iq 

. der ersten Leijbeiidperiode ; $4 ) über das Zueignongt^ 

. geschäft and über 4i|Wirkungc;iDiger Arzneimittel, r-* 

Aaf Widersprach ist der Verfasser g^fafat i der rnhige, 

leter wird ihn leicht ^uber viele Stellen machen können. 



Tübingen» bei Chr« Ff. Oslander i8j8s Nachrichten 
▼an Wien über. Gegenstände der Medicin > Chi« 
rnrgie und Gebtnrtshülfp von Dr. Johann 
Friedrich Oslander, ausserordentlichem' 
Professorder MedicinzuGöctingen« 8# 279 Seiten« 

t3er Mangel einer Schrift aua neuem Zeiten abex* 

Vti^n bevvog den Verfasser %iir Herausgabe vorliegen^* 

. der Nacjirichten «^ einer Ausbeufe seiner in Wien ge<« 

macfateji Beobachtungen und täglich aufgezeichneten 

.Bemerkangen, damit junge Aerzt^, die zur Vervoll* 

.kommnang ihrer Ausbildung reisen wollen^ hierin 

aufgezeichnet fanden | was sie ii;i Wien zu erwarten 

• haben 9 and weil er. glaubte , dafs auch andere Aerzte 

nicht ohne Interesse Beiträge zut Henntnifs de^ Zu- ' 

Standes der Medicin , Chirurgie und Gebürtshülfe da««' 

lellMt lesen werden* — • Inhalt: I) das allgemeine 

Krankenhaus von Wien und diemedlcinischen Kliniken 

in demselben; II) ^ht medicinisch* chirurgische Lehr« 

kursusi det Universität I Ilt) die> chirurgische Klinik 

der Universität im allgemeinen Krankenhaüse; IV) die 

RKnik der Augenheilkunde 1 V) eine chirurgische Ab« 

. ' ■;■■ -■ fe.a •■ -■ - ,: 



tfaeiiung des allgemeinen Krankeiiliaiis^st VI), 4ie Apo« 
. tbeke des allgemeinen Krankenhauses ; VII) die Thier« 
arznelschule; VIII) das Findjclhaus ; IX) das Institut 
'. fiir kranke Kinder; ^) die CkseUschaft ^räktUchelr 
Aerzte; XI) vermischte beoierknng^n gröfatentkell» 
Mibieir medicinisch'> praktische Gegehstafide ; XII^ das 
Geb'ärhaus und disr geburtshülflicl^e Unrerrichtih Wi^ti« 
' Referjent mufs hierbei bemerken» dals der Verfasser 
bei der Nachricht über die praktische Schäle der Gip« 
burtshülfe» welcher tterr Prof. Boer als (jebtirtsheK 
fer vorsteht, seihein Vorsatz^ die Gegenstands eher von 
ihter Licht- als iSchattepseite aufzufassen ühd ^orzu« 
stellen, nicht getreu geblieben zu seyn scheint.' Uebri' 
gentf wird sich dei; Verfasser überzeugt haben, wiesehr 
angehende 6eburtsliel/er vor solchen Schulen zu war- 
nen sin;l, wo excentrische Grundsätze . vorgetihagta 
werden , wo man au^ der einen Seite zu viel von d^r 
Natur, auf der andei'n zu viel vQn der Kunst ^rwattet^ 
und wie wahr der Hpra zische Ausspruch istf „it»s> 
dium tenuere.beati^^ XitI) Die Josephiulsche Akade^ 
mie und das anatomische kabinet derselben; XIV) das. ' 
päthöIogiscKe Itabinet der mediciniscben KHnik ifn^- 
allgemeihen Krankenhauses XV) Sammlung voü ana- 
tomisch* pathologischen Präparaten und Instrnmentefi^ 
welche im Universitätshause aufgestellt sind ; XVI) AU 
Kaiserliche zoologische Kabinet. 



p^.- 



Wien 1818 im Verlag bei Frat 12; Wimmer : Dn WiN 
h^lm Joseph Schmitt'^, k. k4!psterreiclii«* 
acheoRathes und Professors zn Wien, Samailttng ^ 
zweifelhafter Schwapgerachaftsrille nebst einer 
kritiscben EJin(eitÜDg i^ber die Methode des Ua* 
tersacbez^s, zi^m GAbrauche für angehende G^ 
buruhelferl 8, ' a.80 Seiten, 

Für angehende Gf bnr(shelfer , ^ denen. ^chön d!« 
Ilntersni^upg dea jBchwai^ern Weibef, nii4 der sehr ver« 
schie4eBeo KtixÜsIagen , vorzüglich' aber die Frage: ob 
eine Person schwanger se^ oder nicht und Jezteren 
FaiU» an welcher einer Schwangerschaft ähnlichen Krankr 
hett sie leide, a^hr schwer wird» bestimmt der ver« 
dienstvoUe Verffisser vprliegende Sa^nmlung zweifei* 
hafttr Schwanger^cjiaftifäUe» derfsr in der jßinleitapg 
,eioe sehr j^weckmarsige Abweisung zuni UntersaeHen 
vQran^seodiet. Das Ganze ;^e]rf4Ut in zwei Abtheil^n^ 
gen: die erste enthält scheinbare > durch die Explora« 
tion widerlegte, oder doch nicht bestätigte Schwanger« 
schaffen nnd die Zustände 9 die am meisten Aehnlich* 
keitmit ^in^r Schwangerschaft haben;» als: 1) Hydrops; 
2)0besit'4t; 3) Menstruatioiis- Anomalien; 4)lfrank« 
hafte Metant^orphosen der J5ebärn)utter| 5) hysterische 
Zostände; 6) reine Illusion ; 7) unbestimmbare Zustän« ' 
de« In der 2;weiten Abtheiluhg wenden Fälle bezweifel«* 
ter, verkannter, .veiheimlichter, dur(:li die Explora- 
tion bestätigter Schwangerschaften i^ng^führt» ^. Re« 
ferent bej^eniit» diese Sammlung mit Interesse gelesen 
zu haben 9 und glaubt, nicht nur anfangenden» son« 



itin ^u€b( selbst gsübten Gebiirbbetfem dieses Bfidte' 
empfehlen zu koonen. ' / 



Msiiijs, bei Florian kupferberg iSift «mtien : »AIU 
gemeine gebuftshülflichfl Betrachtungen - u^d 
über die künstlicb<^ Früh|;ebäirt Von I^ r. C a tl 
.' Wenzel^ - ' . .- - ....,;' ..,. .-, . 

• .- Vorliegendes Werk ünifafst, wie auch der Titel 
mideutet., zweierlei Betrachtungen. In dem ersten 

' Hanp^abscihnitte wird eine Ucb'crsicht des jetzigen 
Standes der geburtahülflicben Ansichten und besonders 

' der Verfarhrungsart bei wichtigeren geburtakülflichen 
-Opepatlonen 9 wie diese von Verschiedenen Geburta* 
belfern auf yerscHiedene Weise gelehrt tmd atisgeübt 
worden sindji vorgelegt und mit einem prüfenden tJr- 
theile über die I^othwendigkeit und Zweckmäfsigkeit 
derselben begleitet; wobei eine bcsohdere Geneigtheit 
fui^ Vereinfachung und naturgemäfserib Leitung des' 
Geburtsgeachäfta sich auflspricht und die Nachtheile ei- ' 
ner überall thätigen pft zwecklosen iind deshalb yer« 
wetflicheh Kun^thülfe dargetbao werden« Es ist be- 
sonders aber der praktische Tbeil der Geburtshölfe 
in der Absicht abgehandelt} um gleichsam eine Vorbei 
reitung i^u schaffen für den Inhalt des zweiten Haupt- 
abschnittes. Pieser bat deniZweck» eine in Deutsch- 
land .bis jezt theils unbekannte i theils verkanntef 
iheils ohne^F^üfung verbannte Operation 9 die künst« 
lieh v^ranlafste Fi^lhgebiin nämlich» in ihrer ganzen 



Wesenheit d«rzasteIIeQ;y da« darüber Bekaant^^ mit 
. eigenep Erl^brangen bemchert, iniUatbeileii^ .und 
* hiednrch tiefem geburifbülfiiduen Verfabren die Auf«« 
in«rk9an)keit upd {^üfung deir.deat^cb^ii.Qet^artahelFer 
zi^izuwenden«, DeKHeiir.,yer£a0;,ei äussert aich übe;r 
das allgemein in; P?tt*^^JVl4.^®!r*^beiid gewordene 
UjTjtheii g^gendlet^ Opm^tk^ e^hr, raiCsfäjögjj da et 
faar gaiv«; prUfifiig^Q^ |)liel)i^ und erklärt, daü ihn eine 
Vorliebe : fiir- diese; KanstbandJnng iftion , vor ^vielen ^ 
Jabren.z« A,ä9.iibi:)ng;^d^icj[Jben: yerjiplarst babe.. Er 
liefert dann eine Darstellung der bekannten Thatsachen 
über die käiS^ttiche FtöbgeblistV! fHbrt die tfeintiiig 
anderer' GebnrtBbelMr daräUir <iii>y >ubA theilt- seine eir ^ 
genen Beobachtungen mit* . Es aiad dtefs drei.gans. 
gtüdkiiche Fälle , deren < besondere . BekaMiliiiMbdng . , 
sicii' der Herr Vef fesser nodi foriifljialten bat. ' pai^iif , 
macht derseKb «di^ Ustfaeil ^ Und ^die Efhkf^Pgf^f ^ 
welche in Enj^kod darübaih belbeMt gewor4en ßini $ 
nnd der Operation dort eine«|i'sebr:(^stigen'Ruf ver^r,.- 
scbafFt haben 9 bekennt, und ei^sfae tfiit vielem« EiSer ; 
die von der moMÜBchen nnd^nristiachen Seies «fgea. , 
die VoUBibrnng der Operatidn g^mediten^Ei^yvirendun- ^ 
Ijen zu widerlejgen, Ueber die Anaeigen n,nd Gegen« 
anzeigen dienet* Qperaticm ist ^ noch keija^genügeodesj 
Drtheil auegesproehen { ee bedarf z^r Aufstellung dert' 
lelben woU, einer erweiterten Erfahning nad fortge«, 
Iteter \B<oba€fatnng» ^ 






l^tipiigt fax Indastrie-Comptolr: SdiriEtea zur B«i 
lorderupg der Heniitn^ des Weibes and Kinder 
ini AngemeiDen tuid zwt Bereieberaiig der 6«r 
burtshülfe insbesondete » von Br. Johanit 
Christlatf G9ttfrie4 'org, ord» ^ffientf» 
Professor der Qebnrtstt&lfe an der tJillversiiät zi^ 
ttmpzlgj Obergelrartshelfer und Direktor der da^^ 
' eelist"^ be&ndlldien EtiAindtitijgsidlal^' wid meb« * 
''\ ^rer^r ^elehl^ten-^escllsdisiften Ifitgliede. Zvciceif ' 
Thetl y mit zwei Kn^E 1818L 8. 38o5eiten. 

" An> den ersten l^^eil dieset Sdviftea« fngfzeig^^ 
iitf erstto8tück dce erstenSändes dieses Journals,, fiojg^ ^ 
fndliA'def' mk Sekdsii^t erwünichl« zweite Tfieil^ 
der ^m- frühem ktnuichtlick seinoigelviltvoIlenlDluMit« 
nidft tjiichstehty ja vor diesmi nodi dlld^rc^ gewann^ ^ 
daTfr 4*« 'Vetfasser' das*JUoU theib vor» ib^V^ 9«ch der 
Geburt mir in ;die4pii2rd dkserAUuipdlnngen br^chte,,^. 
und ^wiQp tti(r voüepa BedH» indem es ja der G:ebart8K 
beMer m seinem Wi«k«n^reise gewöbnlidi mit Mut« 
t€t iM^a i^äad zn thun^ l^t lund beidem gl^id^ Berück« 
•ichtignng, giei Aea Studinm ; nnd glfiobQ ßo^Eak^ 
iscbnld^ ist. Uel^idiefs fand d«r Verfaeseir i|) ^i; E^t- . 
brndnngssefa^Ie der UaiTersität %« {^ip^ii^^^br yiel , 
Ocflegfnhelt» sowoU über daaPI^XSialogische, ^Uüb^.. 
drt; BatKologiAdiei&es lUndfia BeoKti&niigQn/^a sana- 
ineln, un;d überzeugte sieb zugleich, dib öfiaQ Hinder«^ 
krankbeiten nur in einem splcb>n Hanse pder in einen^ 
Kinderspitdie gründlich studieren könn^ jßr bäh e;^ 
daher füv seine Pflicht^ Totn meinen;! Stndinm des ^h^äß 



^ ,i53, -. • 

)icb€|i Körper« e^n sowohl öffentlich Bechensdiaft 
'j2)zalegeii, als ypn seiner Behandlung des Weibes» 
und macht une dahex die «chöne Hoffnung, die ja recht 
hald realisirt werden möge» sowohl die Physiologie, 
?l8 die Pathologie des Kindes in hesondern Schrifteii •' 
folgen zu lassen » sobald er nur seine Materialien poch 
einigermalsen ergänzt habe. — Inhal Uverzeichnils : 
J) über die Pntrescenz der Gebärmotter; 11) Über n»-.. 
tilitiche nnd küpstlifhe Beschädigungen und Verletzun- 
gen der Mutter und des Kindes durch die Anstrengung 
in der Gebart» besonders in medicinisch- gerieb tUcber^ 
Hiiidchi, wozu die erste Kupf^rlafel gebort; III) i^bet 
die neulich wieder vfirgeschlageue und sogar dringend 
anempfohlue Mesmersche Behandlungsart der Nabel- 
schnui nach der Geburt des Kindes; IV) zijr Physiolo-f 
p» und Pathologie des Embryo^ V) feinere Abband- 
luDgen mnd Bemerkungen : %) über des Verfassers Per? 
fontorittm nach Art eines Trepana, woza die s;te 
Knpfertafel gehört; ö,) tlber das rechte Verfahren, bei 
der Gebart das l^ittelfleisch zn unterstützen ; 3) übf r 
die B^atnng des "^Muttermimdes in der Qeburt; 
4) über die künstlich yeranlabte Frühgeburt; 5) eU 
nige Winke für die Behandluug der Geburt bei zu en- 
gem Becken; €)1lber.da9 unbestimmte und schwan-» 
keode Benehmen vieler Aerzte und Qebc^rtshelfer be| 
wichtigen Angelegenheiten; 7} über Herzpolypen bei 
peugebpmen Hindern ; VI) Annalen derEntbi^dungs- 
ichule za I«eipzig ypm iten Octpber i^ii bis Spten 



Berolini, Typis Reimerianis : de Pacdioirietro cOm- 
mentariuty quo ad audiendam orationem in de- 
^icando instituto regio obsfetriciö-dittico univ^r- 
eltatir litterariat berolinensis h^behdanoi invitat 
Elias de Siebold, Med. Chir. et Art. obstetn 
-Doct,^ Professor P. O. etc. elc. c. tab, aen. '^ 
/ ■ MDCCfcXVlH. 4. ^ 

Der Verfasser wählte bei seinem Antritt als ijfeek* • 
. tot der Königl. Etitbinduftgsan^tJlt 9tn dtt Universifät 
. XU Berlin zum Gegenstande seines Programms did ÄK 
' «chrcibüng einer von ihm erfandenen andnicht allein' 
»um Gebraach in einer Eni^bindungsanstan, sondern-' 
auch bei raediciniseh./ gerichtlichen Fällen wegen di» 
I Bequemlichkeit, mit dem sie der Är;^t und Geb^ft»-. 
helfet hei sich führen kann, brauchbaren Kinderwa^e.- 
Nachdem er eine XJebersicht übet den Ürspnwig der 
Kinderwagen und die Verbesserungen, die n^h und 
na^ch damit vorgenommen würden, gegeben hat, be- 
achrcibt er seine Kinderwage, von der er zur deut- 
licheren Ansicht eine Kuptertafel beigefügt hat, und» 
theilt ihre Anwendungsart mit. Im übrigen Ist dabiÄ^ 
'das zu bemerken,^ 'was unter der Anzeige von Hertn^ 
Hofrath Oäiander's Handbuch der Entbindmngökunst 
*"' gesagt worden ist. 



— »55 -■" 

Serolim 9 Tjrpi8 löaniiU Fridenci ^Starckii : Eliae « 
^e Siebold, J^fledfcinae et Artls obstetriciae 
Doctoris et Professoris, Oratio' ad inauguran*, 
dum institutom obstetricium univergitiitis regiao 
litterarum berolinensis die J» mena» Maji Ao« 
MDCCCXVIli. 4. 

Zar Weihe der Königl. Entbindlurägäan^talt an der 
Universität zu Berlin sclirieb der Verfäqser .diese Hede,. 
worin er über die Vörtheile einer geburtshülflichen ' 
Klinik^ dem Studinm u,nd der praktischen Ausübung 
derselben handelt« "fer erhielt zum zweitenmal den ' 
ehrenvollen» zugleich aber auch sehr schwierigen A^f- 
trüigy ein ge))ttrtshülfliche's Institut nach seinen An- 
'sichten zu gtüädeii. Demnach ward ein Gebäude^' 
durch Königliche Gnade zu diesem Zwecke erkanft,' 
hiDMicn vier Monaten soweit hergerichtet » däfs es sei- 
ner Bestimmung vollkommen entspricht undisin inz^^e« 
rer vortheilhafter Einrichtung keinen^ Entbindungs- 
hause nachsteht« Hier sind nicht finstere , feiichte 
Stuben oder grofse Säle, zum Schlaf-, Wohn- pnd 
Wochenzimmer der Gebärenden eingerichtet » sondern 
freundliche, helle,, mit allem Nöthigen versehene Zim* 
iner, in welche die ankommende Schwangere sich 
freudig begiebt , und wo sie ein anderes zu ihrem 
Wohii-,"ein anderes zu ihrem Schlaf-, und ein dritjtes 
und viertes zu' ihrem Gebär- und Wochenzimmer anr 
gewiesen bekommt; hier findet man nicht jene schrek- 
kenerregende, 4 und 6 heinige Folterbank» 4en_Ge« 
bärstuhl» gleichsam znr Bichtatätte für Gebärende i» 



der Mitte des \vetten Raums aufgepflanzt, sondern im - 
stillen f einladenden Gemach ein durch grtinseidne 
^Yorhänge fnihig verdunkeltes Ruhe- und Gebärbett* 
Der Hörsaal ist' elegant und hir^Iänglich grofs; ah ihn 
gr'an^t ein Kabinet'» worin sich die Sammlung der"* 
geburtsbülflichen Instrumente und Präparate befin- 
det« — Hiernächst zei^t der Verfasser , wie nbthig 
jedem . Arzt » Torzüglicb dem - gerichtlichen , ;mag^ er 
Geburtsh Ulfe ausüben 9 odernicht^ die Kenntnif$,4ex^j 
eelben ist, theils zur Berichtigung ' seiner Diagnos^»,^ 
um nicht etwa^ Hrankheit ipit Schwangerschaft' oder f 
Schwangerschaft mit Krankheit zu Terwjechseln und- 
^ darnach einen ganz falschen und höchst nachtheiligen 
Heilplan einzuleiten^ theils |n solchen Fällen, ,W9 kein^ 
Geburtshelfer oder Hebamme schnell' zu hab^n sind« 
selbst Hülfe leisten zu können > theils um ,in gericht« 
licher Einsicht ein sicheres Urtheil fällen zu können ; 
/ er warnt, die Geburtshülfe nicht von der Medicin ^u 
trennen ; .führt Gründe an» warum nach seiner Ansicht 
die Geburtshülfe nicht bloa. vo^ Männern , wie vorge-^ 
schlagen worden ist» ausgeübt werd<Bn dürfe» und. 
räth, die Behandlung der Neuentbund^nen und Neu- 
gebornen ^em •Geburtshelfer^ der zugleich Arzt oder 
Wundarzt mit gründlichen medicinischen Kenntnissen 
sejn fnufsy anzuvertrauen. Den Schlufs macht er mit 
^eip Wunithe, dafs Anfänger mit regem {lifer un4 
Liebe die ihnen hiermit eröffnete Apsti^lt benutzei^ 
mögen* 



Berlin» bei. Ferdinand Dümmler: k!)r« A. £« v« Sle- 
bold, König]/ ^reufs; Geheimen IVieUicinärAth 
etc. etc. über eiq bequemes und ein fachet Kissea 
tut Erleichterung /der Geburt und Geburtshülfe, 
MU ein^r KupfertafeL kräte Auflage ftSiSV 
zweite mit IZuiBät^en vermehrte Auflage^ i8ig* 8. 

tTm ded Gebürstuhl^ dessen Anblidk einen to un- 

spgenefam^n Cindrack auf die Kreiasende macbt^ «pd 

Erkalluiigy Blutdüsse,, Vorfälley Einrisse etc« so oft 

reranlafot, zu Terbaan^n, ei*&nd und besthiteibt der 

Terfsster dieses Kissen i worauf Kreissende fortan in 

ibrem Bette , Aa^ ihnen tum Schlafen , znr Erholung 

und Ruhe dient » nichts Abschfeckendes für sie hat» 

.ihnen eine ganz n^ürlitßhe^ angezwungene Lago zur 

Gebart anweiset, sie vor Erkaltung, Ent£löl>ung, 

Blutflüssen und anfdern Nachth«Uen schützt, entbun- ' 

den Vrerden können« Da^ditfises Kissen aufserdem vor 

dem Gebärst ttbfe noch den Vorzng hat, dafs d«r Ah- 

ttand und tias Ehrgefühl der Kreissenden, die auf dem-* 

selben einbanden werden, nicht im mindesten belei«« 

digt wird^ dafs es den zu Entbindenden , ^ie so schon 

oft Schmerzen genug leideJD, ohne diese zu vergröfsern^ 

.ohne Anatrengung, GeräosclT und Beschwerden letlbt - 

untergeschoben und so nach der Entbindung wieder , 

entfernt werden kann, 'wurde ea selbst und die9d^ 

Schrift, so zahlreich rerlapgt« dafs von lezterer ei^ 

halbes Jahr nach ihrem ersten £rs(;heinen schon eine 

zweite Auflage nöthig ward, welche mit einigen Zu* 

Sätzen vermehrt der ersten gleich geblieben ist ^ da det 



J^ Verfa8fer'cUriiiri;^iae Verbesserung nöthig fand« Neu« 
^rlicbst ist nur noch em Gefäfs von Zmn , Blech etc. ^ 
das genati in den Ausschnitt und in welches -wieder 
das den Ausschnitt verschliefsende kluine Kissen paflit» 
hinzugekommen» weil man nicht aUer Orten gte^ch 
ein bequemes Oefäfs vorfindet y' und ohne/ die^s doch^^ 
das Bett einigerm^sen ▼erunreioigt wer^eu kan^*. 

' Der di^esem Kissen von einem Reeensentisn gemachte 
Vorwurf t d^fa es in Federbetten nicht Festigkeit ^• 
\7ähre,^ wird leicht dadurch beseitigt, dafs n^an ein 
Bret^von der Breite der Bettstätte nnf} Grölse de^ Ris- 
isens unter dasselbe sphiebt» wo^durch ihm die noth-« 
wendige Festigkeit gegeben wird. Das Wegnehmen, 
des Kissens nach der Entbindung geschieht, am besten 
mittelst eines breiten Hiiiidtaches oder Lakens , wel« 
ches man vom Rückfen herunter unter die Kreuzge-* 
gend der Entbundenen bringt ^ womit üß von 2 wer' 
Personen erhoben werden kann,, ohi^e sich zii'bewe* 
gen und einer Entblöfsungaus%use^](C&9f während man ^ 
das Kissen hervorschiebt und wegnimmt, ;,Uebrigena 

'wird dieses Kissen bei der immer mehr Sitte werden- . 
den Gewohnheit» im Bette zu entbindent umsonoth* . 
wendiger, als die Verunreinigung der Betten dadurch 
verhütet wird, welche Gebärende^ so sehr gesdiont zu 
sehen wünschen* 



. — ±5g —•. 

Was Var Hessen der GeburtshüIFe, was die Gcburts« 

hiHfe Hessen? gelegen heitfsctirifc bei Georg 

'Wilhelm S t ein 's > Abgänge von Marbarg^nach 

Bonn«, Mit dem Brustbilde Georg WiUielm 

. Stein V des äftern. 1819^ 4. 87 Seiten* 

Pamit das dentschd Vaterland kennen lerne , viras 
es sicjb selbst hinsichtlich der Gehurtshülfe zu verdan- 
ken habe» erscheint diese Schrift^ iii der eine kmize 
Geschichte. der.Gebuitshülfe überhaupt enthalten ttnd 
Hessen als -das Land in Deutschland genannt und in/ 
Hesseh Georg Wilhelm Stein der ältere, als derjenige 
aufgeführt ist , der dieses Land zum Heerd der Cultur 
der Gebnrtshülfe ^ durch welche Deutschland über 
Frankvet^ und England hervorragt » machte« Damit 
aber'Manche der deutschen Landsleute sich. nicht über 
die 'Auszeichnung» die dem Hessenlande werden sollj 
f reifem^ sucht sie der Verfasser vorräufig,.zu einiger 
Besinnung zu bringen»' und diese Besinnung , sagt 
er 9 mufs bald kommen» wenn sie es nicht ablehnen 
wollen • 4eräber nachzudenken ». wie es sich wohl be- 
antworten lasse» wenn da gefragt würde'; 1) ohDeutsch- 
land vor Stein dem altern Eigeiithümlichkeit in dem^ 
Fach gehabt oder mit jemand anderem sie begonnen 
habe? 2) ob nicht mit der Epoche Steins des ält^n die 
Fortachritte dtB Fachs ein Vorzug Deutscliiands gewor-> ' 
den und bis jezt geblieben seyen? 3} wo liis zum Jahr 
i8o3' etwas Deutsches sei, was nicht Nachahn^ung ode^ 
Modification der Erfindungen und Lehrsätze Steins 
Wate 9 endlich 4> ob Jemand bei allem Lärm, der Zeit 



/ 



,■ ■/ • ^ -^ " ' w |6o- '^ , 

tnit aHem Neuern nur tb vitl bel^annt. geworden B6yi: 

inöge; nin sagen zu können^ ,ln lleasen. habe das durch 

,,• Stein den altern begonnene Streben nach dem Ziel 

•eine Fortiettung nicht b^urko^det. Inballsirerzeich- 

nirs^I) Entw^ckeluQg der Lehret) und Mittel der Ge-^ ' 

._ bürtshülfe bis auf i Stein den altern; II) ^tein der 

, ältere ) oder die 'ältere Schule der <jebürt0hülfe ib Hes^ 

sen ; HI) Steins des altern Zeitgenossen $ IV) did 

neuere Schule der GöburtshUlfe in Hessen, oder did 

t^eriode Von^Ende a8o3 bis Anfang 1819, 



Entwickelungskrankheitetli 

Tübingen, bei Chr^ Fr. Psiandert Dn Friedri^ti 
Benjamin Oslander, i^.G«H«Hofrathy.u.s»wri 
Uejber die Entwicklungskrankheiten in den Blü^ 
\ thenjahren des weiblichen Geschlechts« Erstef 
Theil, Göttingen 1817; zweiter Theil, Tübingeit ■ 
i8i8, 8. ' . ' , 

Dieses V|ferk| Vom Verfasser bestimmt , den Arz{ 
auf die unge^Qhnlichen und wunderbaren £rscbei<4 
nungen an Geist und Körper kranker , in, der Blüthd 
ihrer Jahre befindlichen Frauenzimmer $ als auf einen 
Gegenjjjand von grofter Wichtigkeit * autmerksam iu '» 
tnadien, ihm zugleich ein gröfseres Interesse für diei 
seltnen p97chischjen Erp^heinungen beizubringen und 



• V 



lim zit eiti^ eristliclien Erwägung und sörglilli^ft 
Aebandiiing def selben 2a ermuntern^ eiil^ält eine 
Sattinalaiig trerschiedekteK niabin - einschlagender Ge« 
Mhichten. per Verf^i^ser. eikrärt ^^ dtthei deshalb ^9tk 
fitstd/iachen ausgegan^n zu seyo » weil er aus £rfah« 
Tang ckae Kislonsche WiiMe» in iMychfischetii pb^iwlita 
«inil medietoUciien Dingte«. Int das KaCzliefete mdü 

, ganzen praktisdien Hetil wissen acliafk. batüe, «Ikl Thea^ 
«etieiren feifae# ohne £ni|xj«te (il# 4ab MetmihnAk^* 
barste in 4er nsedsciniecben i^aW erkainH habe; »-»^ 
Entwiekelangakrankheaieä itt dek Biftthenj^lmn «de« 
,wei61icken OeicUeehCa «lennt et diesen igetk&c^hkhel« 
len, welche -six^fa bei ekijBm w^lritcbeb Meaadien: .mn 

, die Jtfbre der Mannbarkoil kiir^ VDr^ ^bsi trnd.hadl 
dea& ersten Ef scheinen der monatlichen Beinigung bh 
isti dem vollkomnaen ordentlichen -Flieben. derselben 
ereignen 9 und sich durch eine ädtsdtiae Zerrüttung 
des Vor5tethiQgsyermo|i;ens der /Seele » neben . nnge«» 
wÖhnlicbenAeufsernng^n Wh öhl^ Seelenk rafte^ durch 
Exaltation der Phantasie und vorübergehende Scharfe 
des Verstände», des Witzes nnd der anrsern $tnn#» 
besondere dea Gesichts und Geruch«; durc^b ein^ be* 
wundernswürdigea Vorgefühl und eine daraus ent» 
epriDgende Dtvinationsgabe, oder die daraus her^u« 
leitende zutreffende Voraussagungen ; dnrch eine, 
wechsetsweise erhobene und verminderte Reizbarkeit 
und Empfindlichkeit durch ttnwiUkührliche Muskel^ 

4>ewegungen und ungewöhnliche Muskelstärke, durch 
abwechselnde Harte» Steifigkeit und Gelenksamkeit 
der Glieder ; endlich .dnrdh ein wunderbares Gemiac^h 
SiMaoLDs Jouhud. iu/ßd, xs St^ Lv ^ 



TOnManiet HeUnchoIie üfid Krämpfen ailer Art vor 
allen Hrankheiten in an4ei'n Lebensperioden des weib- 
lichen Geschlechta auf das auffallen dtte auskeidinen; 
Demaach handelt er in ersten Theils erstem Kapitel » . 
dem kein zweites folgt, i) von krankhafter Mitleiden« 
•diaft nnd s) Nachahmungssucfat ;• 3} von mysteriöser 
Melancbolie;; 4) von Komanensficht; 5) von unersätt- 
licher L|ist nach Leiden und Ungemach; 6) von der 
Fallsucht; 7) , vom Yeitstan^z ; 8) von den .OhnmAch- 
ten; 9) von der SchlafiTednerei ; 10) von der. Geistee-* 
^höhnng und- der oft zoti-effenden Voiratiasagting oder 
äer- Gabe^ der f Weissagung ; 11) von der Starrsucht , , 
delbstreizung» Feuerlnat und Lichtgier* ^~- Imzv^ei- 
tea TheMe theilt uns der Verfasser seine Ansicht von 
^ec mpdicinischen und psychologischen Behandlung 
dieser krankhaften Zufalle mit, räth Aerzten, nicht 
blos.^wie gewöhnlich den Körper, sondern auch den 
Geist der Kraiiken zu berücksichtigen , handelt vom 
Mesmerismns und dessen Ursprung, geht dann 'zur 
Erklärung der] Lungenentzündung und Lungeneite« 
rting über; empfiehlt bei Behandlung derselben Ader« 
Tasse', den Gebrauch: der Mudge'schen &'nathmung9- ^ 
maschine» und beim JBiternngsfieber {Jehris pyogent* 
iiea) d.i. Entzündüngsfieber mit schon bestehender 
und fortdauernder Eiterung, als das kräftigste, wohl- 
tbätigste und sicherste Mittel den Bkyzucker linit dem ( 
Zusatz eines narkotischen Mittels > nemiich des Opi- 
ums oder des Hyoscyamus-Extraktsr den Bleyzucker^ 
um den tückischen Entzündiiiigszusland der Lungen, 
die kleinen,' peripo«nmonischen, immer wiedek* zu« 



.— i63 f-r- 

vückkehrenden^ heimlich eintretenden^ neue Vomicäf^ 
neue Eiterstöcke bildenden und sich dadurch von der 
einfachen I^ungenentzündung und Lungeneiternng 
wesemlich unterscheidenden Zufälle dadurch zu hcben^ 
tiDd die beständige Unterhaltung des Eiters zu unter« 
drücken} das Hjoscyamus- Extrakt oder Opittm aber, 
um deilBeiz zum Hnstep anfxuheben, lyeil sonst keina 
Bezwingung der Entzündung und keine Heilung der ^ 
. Ltmgengeschwfire mogUdi sei. Eben so soll auch der 
innere Gebrauch dps Bleizuekers bei der poch heim« 
tückischeren Entzündung der innern Oeschlechtstheile 
in der jungfräulichen Entwickelungsperiode auch in 
Ferbindung mit Bilsenkrautextrakt oder Opium die 
heilsamste Wirkung haben. -— Das Ganze schliefst 
der Verfasser mit der medicinischen Behandlung der 
Nerven - und^ Huskelaffectionen in den Jahren der ' 
jungfräulichen Entwickieluiig kranker Frauenzimmer t 
'handelt dabei i) von dem animalischen Magnetisiren, 
das er besonders nur in solchen Fällen anzuwenden an«* 
räth, wo man 'den Kranken wegen tonischen und 
klonischen Krämpfen weder Arzneien » noch Ktystiere 
beibringen kann, um dadurch , wenn auch keine voll« - 
kommne Heilung hervorzubringen» doch dieZuduin« 
gen oder den Starrkrampf zu beseitigen ^ die Schmer- 
zen zu iitidem und nun den Gebrauch innerer fiilit» 
tel zulässig 2u machen^' Vernünftig wird aber nach 
seiner Ansteht magnetisirt: «)' wenn der» welcher 
durch seine animalische Elektricität auf einen andern 
kranken Menschen eiiiwirken will^ siol^ erst selbst 
prttf^ « ob er reich an animaiiscber Elektricität ist und 



an ^mter^JElel^tjridtäUafane etwas abgeben k^nn ; , di0K 
• terr BiektHeitätsreichthum Hfitdeckt er aber aa sicE^, 
wenn ^cbneeflotken oder $taub rapider and häufiger 
aicfa an ibn anhangen, als aii einen andern [[Jf) we^Q - 
der ArZit^ der ada eogenaimter Maguetisk aiif andere 
•iowirlcen will , seine völlige Mannskraft \u^t und 
, karit xnvor keinen Samen v^Wust erlit;t, da 19 dem 
Ne^rvenmark und in dem Samen die animaliach-eiek'* 
triscbe Materie vorzüglich embalten nnd nach Gmelia 
Begaifuttg im^raode niehla andera, als ibierischer 
ittagiiJBla«»üs'»ey* 2) Von der mfiktaWiscban Elektrici- 
tä^ oder dem mineraliscben Magnetismus. 5> Von d^ 
Cbmbinationselektjricität durob Verbindung zweier 
m^taUiselwr üLörper^ die in der Opposition SSiire und 
Kali hervx)|ähKingen, ö^r dje« <jalvanismu«, ^J Voa 
der Pciktiolisfilektricität, durcb Beihen von Glasscbei«- 
hen JMimiftcgebracht^ Fon Ititsik» Ad^riasaeiT, Zink- 
bhunen, l^iechmittein, BaWrian, .Kampfer, Bell^i- 
^ismcit^ ala in Veracbiedenen Krankheiten diese* Air 
tera^ sebr wixkaameyi MitieJn» .— Referent kam» nicht 
unbemerkt. Jaason.^ sich an vielen Stellen ü,ber den 
KertKn Verfasser sfibr gp.^nodert^u haben» dafe er 
jaoandie^Beobacbtiin^n ans dem thieriscben Magneiis» 
mus , a^ E, über das. JJn wirken des Magneiisevra auf 
den* Willen <4ea Magnetisirten « die ^r sich picbt erklä-? 
ren konciiet la^berliob 9^u mac^hen aqcbte und TSu-, , 
sdmngvnapAteti da^r; doch selbst au andern Orten so 
sehr. gegüRidiaif II ige«, eifert» die alle^ für irrig er*^ 
klären ^«vollmi , waa ihnea ujawahr^cbeinlicb yo^« 
komiufc ..r -.'."■■': 



-- i65 — 

Elberfeld, bei Heinrich Biiscbler, 1817. 8* 400B* ^ 
,,ldeeir za einer Geschiebte der Entwickeiang 
des kindlichen Atters. Psychologische Unter- 
auebangen, , Von Jobann Christian Au- 
gust Grobman^n^ Professor de^ Philosophie 
In Hamburg»** '. 

Dieses Werjk hat für den Arzt der sieb mit Ernst 
für die medicinische Behandlung der Kinderkrankheit 
ten interressirt in so fern^ seinen Werth $ ^Is ihm dar* 
in Aofseblüsse über das geiatrge Leben» und dieBeibe- 
folge der sich entwickelnden Kräfte des kindlichen 
Altera mitgetheilt werden« Zugleich sind sehr nütz- 
liche bieraas hervorgehende Wiüke für die Einwir-^ 
kung auf Neigung und Thätigkeit des Kiildes hinzu« 
^«fügt die, wenn gleich mehr für dep Erzieher geeig- 
net^ .auch dem Arzte lehrreich werden, indem sie 
An mit der kindlichen Natur und deren Eigentbüm- , 
liebkeit vertrauter mracben« 



— i66 ,- 

D. .- ; ■'. ~p • 

C'rauenzimmer -Krankheiten« , 

lyiaihz bei Florian Kupferberg: Carl WenzeJ, über . , 
die RrankbeUen dea Uterus» 1816^ gr. Fol. ; '* 

. « Der durch iieine früheren medi^niachen Schriften 
.irübmlichst bekannte Verfasaer übergiebt unter diesenk 
' Titel dem Publikum die Resultate ftojähri^er Beobach- . ^ \ 
' tungen über die mann ich faltigen Krankheiten dea tJte« 
rua und der ihm zugehörigen und zunächat liegenden. 
Theilei Beobachtungen, zu denen ihm seine ausge* , 
breitete medizitiische geburtshulfliche Praxis reichliche 
Gelegenheit darbietet« / 

Et liefs ea sich ganz besondere angelegen sejm^ 
die Terschiedenen krankhaften Zustände dieser Gebilde 
auch nach dem Tode sorgfältig zu untersuchen; ^ 
liefs ihm belehrend scheinende Fälle genau nach der 
Natur abbilden und fügt in sehr sauber gearbeiteten 
Kupfei:tafeln zwölf selcher Abbildungen dem Werke 
bei> die gewifs 'den Zweck , /die gerade erwähnteii 
Beobachtungen dem Leser mehr zu versinnlichen, 
▼cfllkommen erfüllen : — ^ ob abei^ überhaupt derglei« 
chen Abbildungen pathologischer Zustände des Utei^na, 
die dech nur durch das Gefühl erkannt werden kön- 
nen 9 grofsen* praktischen Nutzen haben mögen ^ ob 
der Geburtshelfer einen krankhaften Zustand , den er 
nur. in der Abbildung sah , durch die Untersuchung 
erkennen wird) möchte fast zu bezweifeln seyn« 



— 407 T- 

Der Verfasser Vit$tf in der richtigen Üeberzeq- 
gang, äafa man nur anschauliche Begriffe Von /den 
Krankheiten irgend cünes Organs bekomnien könne, 
wenn man genau mit der Struktur desselben im gesun- 
den Zustande» mit seinen physiologischen Y^rrichtili^- 
gen bekannt scy 9 eine kurze Betrachtung des Uterus 
im, gesunden Zustande vorangehen» und geht dann 
«rat ^a den vorkommenden krankhaften Erscheinun- 
gen über, und macht hier de^ Anfang mit der Ent- 
zündung« 

Die Erscheinungen bei der Entzündung bringt. 
Herr Wenzel .mch seiner Erfahrung unter zwei An- 
sichten : 1) die Entzündung des den Uterus umklei- 
denden Bauchfells mit einem entzündlichen Zustande 
der Oberfläche des Uterus ; mit dem häufigen lebens- 
gerährlicben Ausgange in 'Exsudation ^ dem charakte- 
ristischen Kennzeichen .des* wahren Puerperalfiebers; 
2) die ungleich seltnere £ntzü.ndung der Substanz des 
Uterus» mit ihren Ausgängen in Bra^d» in die seltene 
Eiterung, und in Induration* 

Es folgt dann die. Betrachtung der krankhaften 
Zustände 9 welche der Verfasser für Felgen krankhaft 
gesteigerter Congestionen hält; hieher gehört: die 
Verdickung der Substanz des Uterus mitYergröIserung 
aeinee Umfanges ohne Zeichen von Induration; -r- ab- 
norme Vergröfserung mit abnormer Gewichtszunahme^ 
und endlich eine weitläufigere Betrachtung der indu- 
ralion^der Gebärmutter, , mit ihren Folgen für die an- 
grenzenden Theile, mit ihrem Uebergai^ge in den ge- 
achwürigen Zustand > nebst einer Prüfung der vorge- 



•chlageh^n Heil^er8it<cbe » gaxlr nach den , in seiner 
Schuft : dber induratloa und Ovschwiir in Indarirteo 
Thetlen^ Msgeeprocbeneti Idtea« «^ 

Das ganz6 Werk zeicfifiet sich durch El^nz» und 
TorziigUcfa dttrc^ ReichhaUi^efefmchtharer Ideen 4^ür 
die Behandlnng\der Gehurteti uttd de? verschiedenen' 
Franenzimmerkrankbeiten aüt, nar würde man eine 
gewis^ Breite » einei häafige Wie^erbohing, bei dem 
übrigen Tieften Gateii gern ir^rmifaeii. 



r" ' 



^ 



^ i^ ^ 



f ö hf 8 1 f 



h Erster Baricht der. ^ntbiftdungtanttalt der Kö- 
niglichen UniTertitSt su Berlin und der damit 
in Verbindung »tehen^en Poli&Iinik für Ge- 
burtshülfe , Fraucnsinj^mer • und neugehorner 
^ Kiaderlträukheiten ¥Oih Wintersemester 1817-18. 
Vom Herausgeber. • • .• • ^ . « 

n. ^ Von d^T Zurfickbeuguiig . 4ar . Gebarnfutter im. 
ungeschwängerten > Zustande. Vom Köaiglich- * 
Baieriscben.'Medicinalrath« ''und Generalstaba- 
arste D r«, B rün ninghausen en Würzbnrg. \ 59 

in« Vagitus uterinus, beobaciitet, vom Dr. Brede- 

noll zu Erwitte in Westpbalen. * • • . ^6^ 

IV. Geschichte einer merkwürdigen ZwiUingsgebnn 
▼ou ^r. G. G. Detharding jn Bpstpck. . 73 

V. Geschichte einer für. Mutter und Kind gJOckHch ' 
^Tollfuhrten Kaisergeburt, von D r. F e r d i n a n d 
Spitsbarth\ praktischem Arzte und Gcburta- 
helfer su Schwelm in der Orafs^haft lllark. ,. ', 80 



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*'■■/■ ' .7"'™' ; '^' ^-"^ "■; " . ■ ■ ™- te£e 

VI., Zifirei merlcwürdige l^ai^^crscliiiittf ^errichtet an 
einer noch lebend'ei^.Person Yon^* Lorind^r, 
.Magister der Ghirorgie und Geburtshülfe zu 

ISfimes in Jföfi'men.v • • » « • • 106 

'•'".;*' . ^ I . f 

yil. 'Merkwürdiger und. seltner Fall einer Empfang* 
nifil ausser der; Gebär mi^tter. ' Vbn Dr. vo^ 
Waiilbourg/ o. ö. Lehrer d^ Entbindungs^- 
Iiunde und Direktor des Entliindungs - Instituts 
'«)4 }^felrr3i0]itfn üniTersfr^i lu.Warsoüau «te.j h lad 

yilL DeuUcbe Litteratur. •* • • . • i3o. 









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J O U R IH A L 



fUr 



Gebuttshölfe, Frauen^imHier- 
und Kindeyrkrankheiten 



Öei^äüsgegeben ^ 

V 9 II 

A. iELIAS VON SIEBÖLD 

iet Philosophie i Mediciii, Chinirgie ntld Geburtshülfe Doctor, 

konigl. preti^B. gdieimen Medicinalrathe , Bitter d^s rothen Adler- 

OxAen» tind des köuigl. Haiinövr'scheh Gnelphtn * Orden» dritter 

Klasse , '6, o. Professor der Medicin uiid Geburtshülfe ati£ der 

ÜiiiveTsität zli Berlin» Difector 4er k'.'Entbindiwgsanstalt, der w. 

JMediciaÄl- Deputation im Ministeriiim der Geistlichen, Un^er- 

xzchts- |ind MedicinaK Angelegenheiten nnd mehrwer 

gelehtt^o Gesellschaften JVl^tgliede. 



'^Dritten Bandes Zweites Stüch^ 
M»t 2 Kupfertafeln. 

FRANKFÜRT Xi MAIN. 

m mx P H A tr z V a ^ e » ar J ä Ä P r« 

•,..-^ , Vi 8-2 1.' ^ . ■•, 



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^r^ 



IX. 

Zweiter Bericht der Entbindiings- Anstalt 
der königlichen Universität zu Beiiiz^ 
und der damit in Verbindung stehenden 
Poliklinik für Geb^rtshülfe , Frauen- 
zimmer- und neugeborner Kinderkrank- 
heiten« vom Sommer -Semester 1818. 

Xn d^' Lauf dieses Semesters ^ vom iten M97 bi^ 
lezsin Oktober^ wurden 79 Personen entbunilen, doch 
beobachteten wir, da zweimal ZwiUingsgeburten vor- 
kamen, 81 Geburtsfälleidie Zahl der gebornen Kinrder 
war demnach 8x^ von diesen wären 40 männlichen 
Und 4^ weiblichen Geschlechts. 

Die' Stellung sämmtlicher Kinder zur Geburt war 
folgende: 76 traten mit dem Kopf, 4 mit dem Steifsj^ 
1 mit den Unter »Extremitäten eiii» Vop den 76'Kopf- 
geburten wurden 68 durch eigene Thätigkeitd6r Na- 
tur vollendet^ vx^n diesen hatten Sy die erste, 9 die 
2te normale Lage: bei zweien blieb uns die Lage un^ 

« bekannt; daa eine ^nämlich ward auf dem Wege dev 
Schwangeren nach der Anstalt,' ohne Beiseyn eine^ 

. Geburtshelfers ^ das zweite , eine 6monatliche Frticht^y 
StUMOLDs Journal. IIL Bd. SLsSi, M 



wurde zwaT ^ia der Anstalt, aber weni|^e Augenblicke 
nach der Äpkunft der Hrejssenden^ mit ungerissenen 

• Hauten iiud ao schnell geboren» dafs die Lage über- 
sehen wurde« — Bei 8 Kopfgeburten war An^vendung 
der Zange nöthig;/— von den 4 Steifsgeburten wurden 
3 der r^atur überlassen , bei einer mufste die^Kunst 
Hülfe leisten; --^ die Fufsgeburt wurde ebtofalla " 
künstlich .vollendet. ^ ) m 

> Die künstliche Hülfe in den verschiedenenTätleti 

beim vorliegenden Kopf wurde indicirt durch Ent«- 
kräftung der Mutter ^ durch das Ausbleiben der Wehen ; 
durch Enge des Beckens ; in einem Fall durch die ne- 
ben dem Kopf vorgefallene Nabelschnur. Bei de|r 
Steifs^age mufste die Kunst helfend eintreten 9 weil das 
Kind mit dem ^Öauch naqh oben gekehrt war» üi^bei 
der Fufsgeburt» weil die vorfallende Nabelschnur nicht 
mehr p;alsirte* > . 

Das Nachgeburtsgescbäft koiinte in allen Fällen 

der Natur überlassen werden. " : ' 

" Unter» den Wöchnerinnen Hatten wir* 2 , unter 

den Kindern 10 Leichen , von denen 5 todt geboren 

wurden. - 

Eine besondere Erwähnung verdienen nächste« 
hende Fälle: • ' 

Schnell erfolgte Frühge^bart eines 
» /todten Kindes. 

Anna S. , aus Joachim sthal^ ein sSjähriges 
,M[ädchen , von mittlerer Gröfse, schwächlicher Consti« 
tutton» indessen doch bisher ganz gesund, wurde ihrer 



Angabe nach in der Mitte des Augusts 1817 zum en« 
stenmal schwanger, fühlte die ersten Bewegungen dei 
Kindes in. den «r&ten Tagen des Jüniiars » uiid erwar« 
tete ihre Entbindung- uhgefähr in der Mitte des Maj-« 
monatSr Schon am fiten May stellten sich Morgens 
gegen 5 Uhr unvermuthet, ziehencle Schmerzen im 
Kreuz ein, die mit jeder Stunde zunahmen: da sie 
ihrer Rechnung nac|i die Entbindung noch gar nicht 
erwartete,, so glaubte sie, 4>fs die Schme^ze^ sich 
wieder verlieren würden, indessen ^^ürde^i sie gegen/ 
10 Uhr Abends so heftig, dafs sie sich auf ^en W>g. 
nach äfit Entbindungsanstalt machte; die Schmerzen 
nahmen mit jedem Schritte zu und plötzlich stürzte 
das Kind hervor:' sie wurde fiogleich hieher getragen^ 
und bald nach ihrer Ankui^ft erfolgte auch die Ans« 
achliefsung der NachgebuVt« Das Hind war nur klein^ 
achlecfar genährt , und trug die Zeichen, der Verwesung 
achon Im hohen Grade an sich« Das Befinden der Enta^ 
bnndenen ,war ausserordentlich gut, die Milchsecretiöa 
trat bei . ihr sehr mäfsig ein , und verlor sich nach . 
einigen Gaben arcanum dißplicatum bald gänzlich^ eo 
dafs sie *am i5ten May gesund^ entlassen werden 
iLonnte* -<- Sie wi^fste weder eine Ursache von dem 
Crühern Eintritt der Geburt ^ noch von dem Tode 
des Kindes anzugeben. 



M 2 



;^ 174 .- 

V Glücklich für lyrutter und Kind ver« 
4aufende Entl>indung mit der Zange. . 

: Frau Dorothea W*,, aus Oderber g, 28 Jahr 
alt^ von mehr als mittlerer Gröfse, breitschuitrig, aus«, 

^ aerordentJifb gut genährt» von Kindheit an gesund^ 
wurde bereits zweimal 5 1beit}emal durc^h künstliche 

\ Hülfe, das' erstemal durch die Zange^ das fite^al durch 
die Wendung von todten Kindern entbunden« Mit 
dem heifisesten Wunsche, ein febendes Kind zu bekom- 
men , wandte «ie ' sich iin April . vertrauungsvoU an 
uns, mit der'Bitte^ diese ^3te Entbindung hier in der 
Anstalt abwarten zu dürfen. Ihr äusserer Bau ü^fs 
auf ein regeiin^^fsiges Becken schliefsen^ hiemit stimmte 
auch die innere Untersuchung übexein: dbcb war ihr 
-Xieib sehr .stark ausgedehnt , und deutete wohl auf ein 
grofses Kind. . 

' Am Soten April traten Wehen ein, der^äassere 
und innere Muttern^und öffnete sich; nach einigen. 
Stünden aber ^rs'chwanden sie wieder g^nz, bis zum 

^ 4ten Mai, wo sie sich gegen Abend von neuem ein- 
stellten.. Der Kopf war jezt über dem Eingange des 
kleinen Beckens bewegliclf fühlbar; die Gebärmutter 
hatte eine Schieflage nach der rechten Seite hin, wes- 
wegen die Kreissende eine Seitenlage beobachten mtifs- 
te; die Wehen waren häufig genug > doch im Ganzen 

* aebr unwirksam; der Muttermund dehnte sich lang- 
sam aus» und dfr K^pf trat eben so langsam tiefer» 
y Erst am 5ten Mai, Nachmittags n Ühr war der 
Muttermund vollkommen geöffnet ^ die sehr straffen 



.^ — 1-7:5' ^v • 

Eihäate wurden gesprengt; •>-- der Kopf stand mit dein 
Hinterfaanpte nach links, ao, daff man die kleine 
Fontanelle noch mehr im.Queerdnrchmesser des Bek^ 
kens Fühlte:; ä^e Erschöpfung d^r Gebärenden haltet 
ungeachtet ihiigr^ kräftigen Qonstitutipn , einen ^oheu 
Grad erreicht «. es liefs sich daher voraussehen , dafe 
wenn auch die Natur wirklich die Geburt aliein toII« 
enden sollte 9 .^es doch nur bei dier Gröfse. d^s Kin« 
des sehr langsam und m^t Gefahr für das Leben des 
lezteren würde geschehen können: man lentschlofe 
sicli deshalb die ;AusschliersuQg des Kindes mit Hülfe 
der ^ange zu beschleunigen; — es war zur Freude der 
Matter ein lebender munterer Knabcj von S^LBtrhp^» 
Das Wochenbett verlief sehr glücklich. 



Eine leichte Zangengeburt^ bei dei- 
das Kind todt geboren würde.' 

^ Charlotte G.; eii^e kleine; 2o)ährigCi ,unver- 
beirathete Blondine, aus, Berlin t regelmärsig" geba^ti, 
gesund, aber von zarter, sensibler Cqnstitution^ und 
zum erstenmal schwanger ^ \^urde im April in die An«. 
■^»talt aufgenommen. Sie war vorher ,j und auch wäh- 
rend der Scl^wangersohaft gesund gewesen* 

Am 5ten IVIai Morgens verlor' sie plötzlich eine. 
Menge Fruchtwasser^ ohne daff wehenartige Empfin- 
dungen^ ^^S^jg^* waren ; . sie befand sich darauf den 
Tag über nicht wohl, hatte häufiges Frösteln, und 
durchaus keine Efslust; in, der -Nacht gegen? ii Ubr^ 
zeigten, sich jdie ersten schwachen Wehen; deripnere 



Mattermund fing an sieh zu öffnen | die Gebiirt war 
ihrer HecbnUng naqh zur erwarteten. Zeit eingetreten^ 
der Kopf lag vor, und stand jezt zwisdhien der obera 
und mittlern Apertur. — Die Krelss^de war, wie 
Utah es < bei ibrer Constitution erwartet batte» über 
alle Beschreibung empfindlich und ungeduldig: der 
Muttermund dehnte sich sehr langsam aus: die ße« 
ll)uridtheiie wurden wegen ibrer grqfsen Empfindlich* 
keit. fleifbig mit einem Ja warmen Chamillen * und 
Hellunderblütben - Aufgufs getauchten Schwamm fo« 
knentirt: Vormittags ii Uhr wai: der tiluttermund erst 
in der Gröfse eines Thalefs geöffnet,' es hatte sich' 
aber schon eine starke Kopfge9cbwu]st gebildet« 

Nachmittags 3 Uhr stand der Kopf schon seit ei« , 
ner Stunde zwUcl^en der mittlem und untern Aper- 
tur, die Wehen hatten nachgelassen, und zugleich mit 
den Kräften war auch der Muth der KreissendeQ ganz 
gesunken: man hielt es daher für nöthig, Instrument 
lalhülfe^ anzuwenden. Die Operation war leidlu; das 
Kind, eiii Mädchen, gab durchaus kein Zeichen 'des 
Lebens) die Nabelschuiir wajr mifsfarbig, pulsitte nicht 
mehr,' ward deshalb sogleich ^durchschnitten ; m;ia/ 
brachte das Kind in ein warmes Bad, und wandto 
die nöthigen Bettun gs versuche an , doth vergebens, 
es war tofit : bald darauf stelltlsn sich Gontractfbnen^ 
in der Gebärmutter ein, wodurch die schon seht ab«r 
gestorbene» mifsfarbige, übelriechende Nachgeburt ^u^« 
g^stofseti wurde. 

Die Beschaffenheit der Nachgeburt machte es zwar 
^^hrscheinlicb , dafs die Ernährung ^er Frucht 9chon 



. seit einiger Zeit gestört und dadurch ihr Tod herbei« , 
geföhrt worden sey, dann Hieb, es abe^ doch an£- 
faliendy Aats sich bei einem todten Kinde eine Rop£« 
geschwnlst bilden konnte» -' 



Eine für Mutter iib4 Kiiid glückHch 
. vollendete Zangengeburt. 

Wilhelmine y., ans Berlin» 21 Jahr alt, von ' 
ttittleier GrÖfse^ zartem dbc^h ge8a|bdem und regel« 
«aäbigem Körperban, wurde in der MUte des Septeno« 
hers 1817 2^um erstetimale tuenstrairt, .und bald dair- 
aaf anj 24ten September schwanger, sie spürte bald 
dfif auf die gewphnlichen mit der beginnenden Schwan«*- 
gerscbaft verbundenen Symptome. * 

Am jz6ten Mai d« J. kam sie Über Wehen klagend 
in die Anstalt: der Leib war gesenkt der, Nabel ver« 
strichen, etwas hctnrorgetrieben# di^ Scbleimabsonde« 
rung in der Scheide bedeutend» dbr Müttermund zwi« 
sehen der obern und mittlem Apertur fühlbar in der 
GrÖfse eines ViergrosclienstUcks geöffnet, der Kopf, 
schon ins kleine Böcken getreten » stand mit dem Hin-.^ 
terhanpt nach der linken IVIutterseit^; das Becken 
war nornial. 

Nachmittags um 5% Uhr erfolgte der Blasensprun^» 
bald darauf 'kam der Kopf zur Krönung j nun llefsen/ 
die Wehen allmählig nach, es bildete sich stai^ke Kopf« 
geschwulst, der Kopf stand zwischen der mittleren 
und unlem Apertur* Um 6% Uhr Abends war er 
noch nicht von der Stelle gerückt, es ward deshalb. 



da äzi Leben dee Kin^e& durch ein rangere|;2aadera 
gefährdet werden konnte, vom Herrn Doctor Götzf 
«U0 Mecklenbnrg die Zange angelegt f und paqh'eini-:« 
. gen Minuten der Kopf des Kindes ^entwickelt: eine 
Umschlingung der Nabelschnur um. den Hals konnte, 
/li^eil eine Wehe das Kind schnell hervortrieb» nicht 
beseitigt werden :' das Kind, ein Knabe^ lebte, wog 
6V2 5erl. öder 8V4 Medic. Pfund. Die Nachgeburt 
folgte nach 10 Minuten. 

T>ie Gröfse» das Gewicht des Kindes war gan^' 
gewöhnlich» j^nsserdem waren Haare und-'Nägel aus- 
gebildet» die Stimme jftark» und sonaoh V^ohl für 
jein ausgetragenes «u halten, obgleich die Mittler stand- 
^JbaEr bei der Aussage blieb, sie könne nicht früher 
^ als am 24ten September schwanger geworden seyn. 
/ I)^s Wochenbett verlief regehnäfsig« ... 



Eine für Mntter und Kind glücklich 
verlaufende E^rttbindnfig mit der Zan- 
ge^ bei heben dem Kopf vorgefallener 
^ Nabelschnur. 

Kattiarine S.» aus Wien, 24 Jabi' alt^ von 
ziemlich starker, |;esnnder Constitution, unvexheira- 
thet, seit Anfangs September zum erstenmal schwa«. 
ger, wurde im- Miti in die Anstalt aufgenommen. 

Am 2ten Juny Morgens 8 Uhr traten die ersten 

Wehen eii^; um 6 Uhr war der Muttermund in der 

. Gröfse eines Thalers ausgedehnt^ man fehlte deutlicb 



ttne £3CtremLlat und. diejKark pulaireaae Nabel0chnus. ; 

Torliegen; b«i der äussern Untersuchung fühlte TpixT^n 

im Unter^auch auf der Ihiken Seite eine runde um« 

•chriebene Harte, die man für den. Kopf ^ielt, und 

ziwar .mit »o gröfserem Rechte 9 weil die Kreisaend« ^ 

die Bewegungen des Kipdes rechts vom Nabel fühlte;. 

Die c.WflheP'W^ren kräftig. » , . 

Nach 10 Uhr war die Extremität verschwunden» 

dagegen der* Xppf eingetreten , neben-ihoi lag an der 

Aushöblang des Kreuzbeins d»e pulsirende piabetschnur : 

da deir Mutteiniund vollkommen ausgedehnt war/aö 

wurden uun di^..£yhäute geriss^snj um wo möglich. 

-die • jNabeUchnur zurückzubiringen.; aber durch, da9 

]^ortf ücken des ^KopCs ncuifste sie wahrscheiuliql) schon 

bedeutend gedrückt werden , denn die Pulsation liela 

pach:. das Zariickbringeu 'aber gel;ing nicht» meii| 

Assistent» Herr May ef^C ich selbst war gerade auf 

J^urzeZeit verreist) zögerte deshalb keinen Augenblick^ 

das Kind mit Hülfe der Zange schnell JaerauszuJeiten: 

es war wirklich asphyk tische wurde ,aber durch Kei- 

I 
ben , Bürsteui. Bespjrützen mit kaltem Wasser bald ine- 

Leben zurückgerufen. Die Ausschliel^ung.deic Nach« 

gehurt erfolgte bald • das Wochenbett war regelmafsig^ - 

Da9^ Kind war männlichen^ Geecbiechts^ und wog 

6% Berliner 1$. - ' ■ 



Eine künstlich vollendete SieiCstehutt. 



. Litittise B«^ aus Erw^ndenburg, 21 Jahr alt^ 
eine unverheirathete Perton von mittlerer. Gröfse» re«- 






I 



gelmäfsig dach zart gebaut, niitjtigendüclier» getundeir; 
feiner Gesichtsfarbe; seit September 1817 i^um ersten- 

^ mal schwanger % kam am 5ten Mai -, über ziehende 
Schmerzen im Kreuz klagend, in die Anstalt; diesä 
Vorboten der' nahen Geburt kehrten in gröfsern Zwi- 
schenräuöieii \^5i^er, und giengen-am 6teti Juny ge^ 
gfen Morgen in ^ahre Wehen *iiber* Die Hesuhäte 'der 
'iiussern Untersuchung waren die, gew6hnlichelD ^ bei 
der Innern fühlte nian einen r'ünden härtlicheif Theil 
vorh'egen, den inan'fär den KopFbaliEen konnte," be* 
sonders auch deshalb, weil^ie' diö Bewegungen dt^ 
Kindes im rechten Äy^o^ÄoiziriW gefühlt, hattfe»/'«-'^ 
Um' 11 Uhr risden die Eihäute»' ülid nun erkannte 
man den vorliegenden Theil (ür den Äeifs ,' der iti den 
schieiFen Durthmessei' so eingetreten war, daTs'der 
Buciten nach links und hinten, der Bauch und d^r 
ilodensatk nach>orn und rechts gekehrt War, 

Die Geburt wurde bis jezt noch der Natur "üb^sr*» 
lassen , der Steifs iückte langsam fort und dehnte nach 
und nach die engen Geburtstheile der Erstgebärende^ 
'aus. ' Gegen 4 Uhr zeigte sich zuerst das serotum zwi- 
*8cben itnlahiis externis; es war geschwollen, von 
dunkelblauem Ansehen; gegen 4*^ Uhr |entwickelte^ 
'jich der "'Steifs und' die Hüften deä Kindes , und gleich 
darauf erfolgten Ausleerungen von meeonium und von 
Urin. Das Kind Wurde nun von meinem Assistenten, 
Herrn Mayer^ auf den Bauch gedrehtt der Rumpf ^ 
folgte schnell, indenl die Wehen durch ein leichtes 
Anziehen unterstüzt wurden; auch machte die Lösung 

* d^rJCxtremftäten keine Schwierigkeiten : die Anwesen- 



den borte» jezt, obgleich '4«r Kbpf oocb ganz ifli 
kleinen Becken steckte, daa Kiiid einigemal deutlif^h 
schreien , man eilte deshalb die Geburt gänzlich zu 
vollenden« Da das Herausheben des Kopfs nach detr 
gewöhnlichen Weise Schwierigkeiten*zu machen schien, 
so wurde schnell die Zange angelegt , und mit ihrer 
Hülfe ein munterer Knkbe zuf" Welt befordert. Uiige- 
fahr 5 Minuten jpäter erfolgte die Losung und Aue« 
etofsung der Nachgeburt. ' 

Üai, die Geschwulst des Hbdensacks zu beseitigen, 
wurdep Fonaentationen mit einem In/usumäet speeies 
aromatieae angewandt. 

Die £ntbundene befand sich bis zum igten Junj 
Tollkommen wohl, -an diesem, also am' iSten Tage 
Mch dfer Entbindung, stellte sich ein Schtittelfrost ein^ 
deni tald Kopfschmerzen, Ziehen in den Brüsten, 
• Appetitlosigkeit folgten-: sie erhielt ein Infnsntnßarum 
Samhuei mit vinum stihiatum: es stellte sich Schweifs 
ein und* mit ihm verschw^anden die Beschwerden; — 
Vgegen ein zurückbleibendes saureö Aufstofsen erhielt* 
•ie ein Pulver aus Magnesia t TaHarusdepuratus mit 
£i<Uoiaceharum foenieuli , iind am 24ten Jüny bittere 
Extracte' in einem aromatischen Wasser, dadurch 
wurde 'sie so vollkomiiien hergestellt, da fs siie schon 
ittL 26ten Junj gesund die Anstalt verlassenkonnte. 



' — 184 — . '. 

getretene Hand ein neue$ bedeutendes Hin^ei^nift für 
die E^htwicfcelung. desselben begründet worden» die 
Natutkraft allein» auch bei dem , Feblerbafteh Beckep^ 
zur Ausschllel^nng des Kindes zugereicht haben würde» 
Das Wochenbett verlief glücktiel^ ; Mc^tter und 
']BLind verliehen nach 14 Tagen gesund die Anstalt« 



Geschichte einer' Z'willingsgeburt'bei 
einem zu engen Becken»^ 

* Henrietten., 38 Jahr alt, aus Schöneiche 
ip der Mähe voii Berlin^ eipe fast kleine, dem Ansehen 
nach auch nur schw'ächli)|phe# unverheirathete Person 
wurde am zgten Jnny in die Anstalt anfgenonameny 
weil'si^ ihrer Entbindung sehr nahe zu sejn glaubte«:* 
Da sie als Kind sowohl, als auch spater immer gesund 
gewesen zu seyn angab un4 dem Anschein nach, wenn 
auch klein» doch regelm'äfsig. gebaut war, so war et 
um so auffallender, dafs inan bei der vorgeqoiiimenen 
Untersuchung das promoiUorium mit grofser Leichtig- 
keit erreichen konnte: die Cönfugata der obern Aper« 
iur hatte nsich ^auAelocqvLS Compas d'epaisseuri nut 
S Pariser Zoll, eipe Mifsbildung, die durch Kleinheit 
sämmtlicherBeckenknocben bedini^t wurde: mit dieser 
fehlerhaften Kleinheit des Beckens war: noch eine zu 
geringe Inclination di^sselben verbuxiden , in deren 
Folge die Lage der Geburtstheile ganz die vordere wan 
Der Leib war stark und mehr ii^ die Breite ausgedehnt^ , 
gesenkt ; bei der innern Untetsuchnng fühlte man zwar 
eineii Theil vorliegen» den man dber seinem Klei«heit^ 



nndWeichheit wegen nicht für den Hopf lialten konnter 
die Vaginalpörtion $t^nd unter der xnittlerq Apertar, 
und war ungefähr Vi Zoll Jang^ ' . 

Man konnte jezt» da die Schwangef Schaft ihrem 
Eiidejo nahe aeyn sollte, nichts anders tfaun» als ruhi- 
ges Verhalten emp£eblen und sich aq£ eine schwierige 
Entbindung gefafst machen« 

Am 7ten July erfolgte der Eintritt der 6eburt# 
man erkannte nun dutch den geöffneten IMtuttetmund 
deutlich zwei Torliegende Extrenaitäten. Abends gegen 
lo Uhr. war der Muttermund erst in der Gröfseeinea 
Viergroschenstücks erweitert» als ^ie BIjise sprang: et. 
flofs eine reichliche Menge Fruchtwasser ab , unddid . 
Füfse .und mit ihnen die [Nabelschnur traten hervor ^ 
der lezte Umstand bestimmte uns die Geburt des Kin* 
des zu beschleunigen.- Mit der gröfsten Leichtigkeit 
wurde ein sehr kleines^ scheintodties Kiud^ männlich^ 
Geschlechts entwickelt, das sich nach lo Minuten bei 
zweckmäfsigen Belebungsversuchen wieder • wholte« 
Man bemerkte jezt, dafs der Leib der Entbundeneu 
besonders in der rechten Seite noch sehr stark ausge-^ 
dehnt war, und erkahnte bei der Innern Untersuchung 
^ine neue s^cb stellende Blase und ein zweites uiit dem ' 
Steifse vorliegendes Kind: die^ Wehen waren kräftig, ^ 
trieben die Frucht raseh nach abwärts ^ und bewerk* i 
•teliigten die völlige Ausscbliefsung des Kindes ohne alle- 
Weitere Hülfe; das zweite Kind« ein Mädchen, war eben» 
falU scheintodt, wurde aber wie dis erste bald bdebt. -^ 
Die zusammenhängenden Nachgeburten beider Kinder 
wurden ungefähr nach einer Yiertelstunde ausgestofsen« 



\ 



. _ 186 — >. • / ^.. 

Der 'Knabe wog t^% Berl, oder 5Vi Med. Ffund, 
und' hatte ^ine Länge ^on tS Berliner^ Zollen ; daa 
Mädchen wog nur 5 Berl. oder 4 Med* Pfond, tind war 
xSVi Berl. ZolHang. ^ . 

Beide waren ausserotdentHch schwächlich , indes- 
sen erholte sich der Knabe allmählig; das Mädchen 
starb aber ain folgenden Tage* - 

Unangenehm war es, dafs die Autsagen. der Mutter 
über Ausbleiben der Menstruation , über Conception 
und erste Bewegui]g des! Kindes alle höchst unsicher 
und schwankend \^aren, dftfs man also nicht mit Ge* 
wifsheit entscheiden konnte , ob die Kinder etwa zu 
früh ausgeschlossen, 'Oder ob sie nur. schlecht genährt, 
in der. Bildung zurückgeblieben seyen* — Sey dem 
nun t wie ihto wolle, ^ so viel bleibt klar, die Kunst 
hätte nicht mehr leisten können , als die Natur es tfaat, 
obgleich, pur ein Kind am Leben erhalten wurde» - 

Wie aber, wenn man sich in einem solchen Falle 
gelüsten liefse, die künstliche Fiiihgeburt zu bewir« 
Iten? — 



Gesthichte einer, bei eine^m von ^er 

Sipl\ilis angesteckten Frauen2»immer 

beobachteten Frühgeburt. 

Auguste JVT«, 20 Jahr alt, aus Berlin, kam ani 
'i9ten Jnly, itbends gegen 7 Uhr, mit Wehen in die 
Anstalt, und iQtirstej weil die 2te Geburtsperiode 8i^.h 
ibreiti Ende -nahte, JBOgleich aufgenommen werden; 
die Wehen , ware^n so ausserordentlich kräftig, dab 



eise halb^ Stunde nach ihrer Ankunrt das Kind echoti 
geboren war. , 

DaJ klein»JLindy ttiarinlichen Geschlechu, wog 
nur 3% P«''*' oder 5 Medicjual-" Pfund; es war sehr 
ajchlecht genährt» und von «inem alten runzlichien 
Ansehen; dabei die Epidermis an vetschiedenen Stellen 
des Körpers, gelöst; die exkoriirten Stellen hatten^^in 
unreines 4>^^b^''»^^^ ^ie und da sah man» besondere 
häufig au den Extremitäten » feitei-nde Pusteln von der, 
^rofse einer Etbse; zugleich deuteten die vielen Woll-; 
haare aiD gitnzen Hprper» der schwache Haarwuphs au^ 
dem Kopfi di^ schwache wimmernde >8jtimme» auf die 
Unreife des Kindes. 

Es starb noch in derselben Nacht^ wenige Stunden 
nachseinet Geburt» Bei der« am andern Tage vorge* 
nommenen Section desselben fanfd maii die Lungen 
tron auffaliend harter^ fester Gonsistenz, überfüllt mit 
kleineren und gröfseren in £iterung übergegangenteti 
Knoten : Mie Lebet hatte eih\B ungewöhnliche öröfse^ 
sie füllte' fastdieganze Uütefl^ibshöhlö ans« . « 

Man ^rfjji,bcr V4)n derMuttei^ dafs sie als I^ind IrolU' 
kom9ien gesuiif) g^^^*^^ > ^^ it^rem aSten Jahre inen« 
struirt lyorden. sey« Sie. hatte, späterhin Umgang mit 
einem« liederlichen Mann^ wurde von diesem ange« ^ 
steckt, bekam znetBt fluor afbu^^ bald darauf Bubor- 
nen und endlich Geschwüre im Jlalse»; in derselben 
Zeit wajt , siß ^schwanger geworden , fühlte am i8ten 
April die. ersten Bewegungen des Kindes ^ und nach 
f^ein heftigen Aeirger am 6ten J nix die ersten Schmer« ^^ 

SiMßoxais JourTial, HI. Bd. 2sSt^ tß / 



' / 



>- i88 -^ 

Die t^öiisinen w^en nacl^ jezt gescÜwollisn, dchtei« 
neik entzündet, doch nicht exulcerlrt zu seyh. 

' t^acb der traten [Bewegung gerechti^t, wäre dai 
Kiffd ungefähr um 8 Wochen zu JPrüh geböreti; der 
angegebene Aerger kann virohl all Gelegenheitsairsache 
angesehen werden« 

Eine ändere Frage aber ist es: soll znan die eigen* 
thumlichen AFfectionen ^es Kindes als Folge einer 
achon im Uterus erfolgten, siphili tischen Infection durch 
die Mutter ansehend Man könnte diesen Fall wenig« 
Intens den einzelnen Beobachtungen von Swediaur, 
Heineckeni Stark, Vässal pnd Andern Vin die ^ 
^eite stellen, welche die Möglichkeit einer solchen 
Uebertragnng des siphilitischen Giftes Von der Mutter 
auf das Kind schon' vor der Gebart zu beweisen ' 
acheitien. 



Einq Zv^illitigsgeburt, bei welcher das 
e^rste Kind to,dt.g,6boren wurde« ., 

C h a r 1 o U e G. ^ HA 26iähr]ge8 Dienstmädchen, 
gtöü\ stark , robust , tegelmäfsig gebiut, von Jugend 
auf gesund, tum erstentnale schwangeV, Wurde im 
juny aufgetiommen«^ ihf'Lei^b war nicht ungewöhnlich 
stärkt auch tegelmäftfg ausgedehnt ; man fühlte eineil 
beweglichen ruhden Kindestheil bei der iiinetii Unter-^ 
euchung vorliegen^ den xbafl für den Kopf zd halten 
geneigt wai*. • . . - } : - 

Am Uten JuTjr atellteii' $ith dölöresf praesägimtes 
ein; erst am laten fing der Mi^ttermund au sich, ztt 



i^ffneti« und lOari fühltet nnn durch denselben deujlich 
den Hodensack äes Kindes.; die, Geburt verlief» wie 
dies bei 8teifsgebi)rteii ^fasi "iiäi^r '^er^ali h^Havg* . 
fta'm; e^^^t utii Mittag näl&hk^i iJhr'^kdm'der ^te'l^ zürn 
Darchschtieiden, das i^ind war nft dem R&dk^^ g^gea 
die SctfäatfoibeinverbihdüDg gek:tiik^ u^d tt^rfab^saiA 
mehr herv^otf mm bemerkte jeAt» darsdieü^abelsebYi^tft 
tiichl tä^lSc puÜiiW^ und i^i^wfdkiUe deshalb rjftchdM 
BWid ToUend^; ?es war ein-'Rnfiibe^ bei dem matf i"t[A^ 
gewichtet atlei^ ati^ewalidr^n mfSbei l.ein Lebeü' hi^V^h' 
Tüfen kOfttffeit Bei der XJiiteratt^hÜfig, ob^ilOebä^ 
iKiatter ' stdi-regdlm^fsig zus^rhitiengezogen %äBe ;' taiA 
matif dafs hoch ein ^weHes Kind in dersefb^h vor« 
banden war res 'Stellte sich b'iddein^fieiie Blase, und 
nacbt einet balben'Sturide War auch ifl(i6^ ^ das mit dekft 
I(o|>f,mt^den] Hititerhauptnathder recliten SefW^vorUg-^ 
ohne ali^^eitere Hälfe geBdren r ieä Wifr iin/Mädch'dn| 
echwäthlich; asphjktisch» Wui^' jödoch bald beleKf^ 

Beide Kinder waren ausgetragen, doch hur 'klein I 
der Knabe wög^ Berliner oder 6% Med. t^./ unfl Wät 
ty Berliner Zoll lang : sein Tod wurde wahrscheinHcli 
dui^h einen längieren Druck der Nabelschnur bei dem 
langsamen Fo^rtröcken des Steirsee Üei^belgeführt» 

Das Mädchen' wo^r 5% Beriiher Pfund fand hattb 
eine L'änge von ijVt Berliner Zöllen« Das Wot^^hbett , 
verlief ganz. regelmäfsig» , -. • . i 

Weder bei dieser» noch bei der ersten ^öbeir er« 
trahnt^hZwillingsschWängerscimAr hatten wir irgend chi, * 
Zeichen bemerkt , aas dem wi^ vor der Geburt des er« 
•ten Kinfd^es auf Zwilfinge bitten schlieCsen können« 

' Ä -« ■ 



Firöhget^^i^t eines, todtcin Kindes« 

'V wF. -. • ■ ■ * .\ ., '^«^";' • " * •■ ■' ■ . 

„r^ 'l^uie F.4 an» A.bl:eli,ii.r'g in Sachsen, 25 'ahv 
^\t§. Qine:;nnr^rbeiita^bete*iwr8an, lron:mIttI<erjer Gröf^e^ 
jutcht tl^.j^taüker ©OiPrtUu|km^ dpch ihr^r Aussagt 
pacb.^i%;#ag^nd auCge^dand, h^tte. voif 5 Jialiren l«icht 
4^n9n-KB(abeB[ gebaref» f.; der- während ilei^ Geburt ge« 
etprbcia^.s^yn sc^ll> gt|»di(^ 4m Januar d,J^ zum zwei« 
ienmal schwanger gewori^n.'zu seyn^, m&d v^Ueim 
Jk|>rilvdie. -ersten Be\\F^gui|gei9' des, rKLipcJe^ gelßhltha^ 
J^en} f i$:jp^dete sich SA^hqn im Jaly ia^ üpeererj^An^tll^» 
pxui erJ^igl^ die Versipbernng au%enOBiin€^ ^Werd^n» 
Am Stei^ Auguft Abends -ka/n sie'.mit Wehren in di# 
'Al)stai|^ sie. «flaue ejngige ; I>ige ffüher;. >ir|iscb^ni. nn4 
andere ähnliche Muiliche A;rbeiten vsjriticbtm mussenn 
jbei denen <di€i sich sehr sfark angestrengt ^tte>« eshat* 
t09 sieb noch -an denaaelbei^ Tage ^Fieherbewegungen 
einged|t«llt> die sie d^ Bett zu hü|en nqthigten un4 
p^t cioier groüen Mattigkeit, Hinfälligkeit verbun« 
' 4p;^ ^waren ^ seit' dein, ersten Schüttelfrost hatte sie das 
Leben des Kindes ,nipht,n^chr gefühlh 
^ Die Wehen lieüetK bald nach ihrer Ankunft in dec. 
Anstalt wieder n^ch^, sodaCs sie die Ni^cfa^ ziemlich gul 
icbM^en konntet död^a^ andern Morgen GSellten sich 
gegen 6 Uhr^ unter mehrmaligem galligem Erbrechend, 
unter öfters wiederkehren dcfn Ohnmächten, neueWehen 
, eip,f und um 8 Uhr war ein kleines Kind^ weiblichen 
. Ge9chlepl|tp,.,gcbojr8n^^ an degi man zvjrar k^ine Spuren 
eingetretener Verwesung entdeckte, das abfr durcl^ 
kein Mittel belebt wierden Honnte«. Jßs Wc^gnur 4Ber« 



; ... ■"";• . - m - ■ 

liiier oder 5V4 Medicin. PFtind^ wur 16% Beiliaer ^ölf 
lang: aiisäeir dieaer Kleinheit war es noißh aih gaaz^n 
Korpejr mit Wollhaaren bedeckt^ und beaondera ragte«| 
auch die Nymphen noch. stark hervor; Zekhea, die 
'iQsammengenoiniiiLen wohl für seine- TJnreife sprachen. 



Kine für Matter und kind glücklich 

verlaufeitde Entbindung iqit der 

Zange. 

L eilige S^, <6ine niunteref ki jährige nbyerhei?^ 
xathete Berlinerin 9 bereits zum drittenmal schwangeV» 
wurde in den lezten Tagen des July aufgenommen* •**- 
Sie war bisher immer gesund , wurde das erstemal p:iit 
I^iilfe derZai^e, das zweiteijial^ehrjeicht ohne Hülfe 
eptbundec; — beidemal verlief das Woct^enbett durch« 
aus^^Iäcklich« Auch in dieser Schwangerschaft, deren 
Anfang sie nicht anzugeben wufate, deren Ende sie 
aber sehr nahe glaubte, befand sie «ich ausserc^dent-' 
Jich wohU ., 

Am Sten August stellten sich Wehen ein; vev« 
mehrte Schleimsecretion in~ der Scheide , Oeffnen dea 
innern Muttermundes, häufiges Drängen zum^Urinii^ 
rep llefsen den Eintritt der Geburt vermuthen : nä<i^ 
^ini^en Stunden verscbAi^anden alle angegebenen Syin]^ 
tom^, und sie giisng noch bis zum^iite'n August mun^ 
ter nmher« An diesem Tage flofs gegen 2 Uhr Mor^ 
gena eind gewaltige Menge Fruchtwasser ab , es traten 
dikrauf Wehenein, die bis Nachi^ittagom x Uhr den 



Sifpf aW'^^ obem Apertur bia zwiadien die mittlere' 
.«nd antere trieben : der Kopf bitte die erste normale 
^ge; da die Weben nacUielsen y die KoptgMcbwoUt 
eebc betracbtlidi geworden wart 00 wurde die Gebort 
mittekl der Zange beacbleonigr^ Das Kii^di ein Knabe^ 
war stark» gut genährt, wog 8y4Berl. oderii^MediCt 
Pfund, wurde mit den Zeichen eines apoplektiscben 
JEnstandes geboren, der durch eine Blutentziebnng aof 
der durchschnittenen Nabelschnur schnell entfernt war- 
de« ^ — Das Wochenbett verlief glücklich; die £nt* 
bundene kehrte schon nach 8 Tagen gesund mit ihrem 
Kmde za ihser Meister zarück. 



Eine Frühgeburt im g« Mondsmonat^ 

bei der das Kind am Leben erhalten 

•wurde. 

liOuise R«f aus.Berlin, eine i^a)'4hrjge, zart 
doch Jregelmäfiig gebaute Brünette, von mittlerer Grölse» ' 
kam am titen August Morgens 4 Uhr mit Wehen in 
die Anstalt^^ die sich schon am vorigen Tage, ihrer 
Rechnung pacb aber zn früh, eingestellt hatteo« 

Sie glaubte in den ersten Tagen des Januar schwan-« 
ger geworden zu seyn % und batte^ im, Mai die erstejd 
Bewegungen des Kindes gefühlt, war vorher, und 
auch während der Schwangerschaft bis zum Eintritt 
der ersten Wehen gesund gewesen, und wufsteäurcb* 
. aus nicht das Mindeste anzügeben, was wohl den frU*» 
bern Eintritt der Geburjt hätte veranlassen köhnei). 



* Sfach 5 UJH*, also mi|;efihr e^ne Stand« nich {brat 
jlukanft^ war d^ Kind schon geboren; e^ war ein 
kleines acbwacfalichea .A(ädqben « dem man die Uiire^fo 
«oglelcb ansf^h» et wog 5^« Berliner Pfund. Die 
Nacbgebart lyard^ ungefähr x6 Minuten spateir tnsge^ 
ecblosseiit ^ 

Ef^n Angaben der Mutier ^nnd der EfMcbaffenbelC 
da« Hin d^a nach »L wäre die Geburt, um meUrere Wo<r 
eben z,a früh erfolgt, "Olp gesunde Cö^ititutSo<i der 
Entbundenen, der gänzliche Mangel einer Gelegeil- 
heitsursache ^ prangte ,u^s die Vermdthung auf, dafa 
vieileicht durch die bedeutende Hitze der lezten Wö^ 
ch^n, oder durch irgend einen andern uns verborgenen 
Sinflufa der Ayitteru^ig die Frühgeburt bewirk) worden 
aey , vorzüglich weil seit einigen VVochep auch in der 
Stadt häufige Frühgeburten beobachtet wurden, IXas 
^ind wurde indessen erbalten, und n^ch 14 Tagen mit 
^f A^utt^r gesund ^us der Anstalt entlassen. 



Nörifiale Eptbindung von einem todi« 

te.n» «chon in Verwesung übergfs« 

gangenen Kinde, 

'Poirotbea Jß.t &8 Jahr alt,'' Frau eines Soldaten» 
genofs von Jungend auf eine dauerhafte Gesundheit, > 
wurde in ihrem J4ten Jahre zum erstenmal» und in 
der Fi»1ge regelmäfsig alle^ 4 Wochen sehr stark men« 
''«truiirt. Sie yerheirathete sich in ihren^i x8ten Jahr^, 
und war seit dieser Zei^ jezt zum 6tenmal schwanger; 



L_ 



iif— ''194 '-'tsr^ 

<die Geburten waren im Ganzen , die ^rste ausgenom« 
. meki , die etwas la^gsum' verlief I inrmar leicht, und 
. dennoch wurde von ihren & Kindern nur eint (das 
. 'zv^eiue) lebend geboren; auch dies st^rb einigcMonate 
nach der <jeburt : eine Ursache von dem jedesmaligen 
.Absterben der Frucht wufste sie nicht anzugeben«' 
Merkwürdig war auch noch , dafs sie b^i den drei 4ez- 
fen Kindern I die , männlichen Geschlechts waren« ibjre* 
Menstruation bis 2ur Hälfte der Schwangerschaft sehr 
reichlich behalten hatte, was bei den ersten be^cfen^ die 
. weiblichen Geschlechts waren ^ nicht der Fall gewesen 
i^ar: nichts desto weniger waren die drei Knaben eben 
so Stark und gut genährt als die Mädchen. Aus. der 
auph bei dieser Schwangerschaft Statt gehabten Fort- 
fäauer des Monatsfiusses glaubte sie wieder einen Kna- 
ban zu fragen. ^ Sie hatte sich früh zur Aufnahme 
gemeldet , upd ward , um sie- geiiauer zu beobach- 
-ten^ schon in, den lesEten Tagen des Jniiy aufgenom- 
men; ^ie befand sich damals sehr wohl 9 und fühlte 
die Bewegurig^n des Kindes lebhaft ip der rechte^ 
Seit^i 

Aq^ loten August ward die Scl^waugerp j^ di^ bis 
dahin vollkommen gesund gewesen war^ plötzlich 
ohne alle l^rsache unwohl ; sie bekam heftigen Frost^ 
dem eine bedeutende Hitze und iSchwelfs folgte ; dabei 
war der Unterleib aijjBserordentlich empfindlich bei der 
Beri&hrnn^» der Puls frequent und härtlich; es wur- 
den ihr einige Unzen Blut aus dem Arm entzogen/ sie, 
erhielt eine gelind antiphlogistische Mixtur , worauf 
- 4ie angegebenen {(.rankbeitserscheinungen wieder ver^ 



liebwanden f ^ppli f^lilte sie vpti ^Ußitt l^eit an i^eipe 
Bewegapgen des Kindes« 

Am' i7f*n August wurde sie enrdlich ganz leicht 
und schnell entbunden^ das gaiize Geburtsgeschäft 
datierte, von den evsfen^Weheo an gerechnet, j^um 
5 Stupdcn* Das Kind war völlig 'ausgetragen , Top 
mittlerer Gröfse, wog 6>Ber.l. oder ff Med. Pfund; ge- 
gen ihre Erwartung weiblich , abcrtödt; Geruch, ;Far* 
be ' Lösung der Epidermis deuteten auf die schon ein«^^ 
getretene Verlesung j die Nachgeburt' wurde ungefähr 
xo Minuten spater ausgeschlossen. Auch sie war ^ehr 
. von der Fäulnifs ergriffen^ -»- Bei dßf vorgenomme- 
nen Section fand m^q alle Oi'gaBe 4^s Kindes voll- 
kommen ausgebildet^ im gesundesten Zust^nde^ durch- 
aus • keinejb Fehler , der ' zu irgetid einer Vermuthjing 
^beriiie Todesursache hätte ftihreß können. " * 

Schwer möchte ds^er. die Entscheidung seyn, was 
bei der gesunden Constitution der Frau, den Tod der ^^ 
l^^indcr immer erst in den lezten Tagen der Schwanger« 
echaft herbeiführte. 

Eine ganz eigen tfaumli^he Beschaffenheit des Vt6- ^ 
rinsystems > die sich Vielleicht auch schon diirch die 
Fortdauer der monatlichen Pedode währeiäd der 
Schwangerschaft ausspricht, scheint die Ernährung der , 
Frucht nur »bis auf einen gewissen Punkt kommen 
lassen ^zu können» das Absterbei^der Placenta und da« 
durch den Tod der Frucht zu veranlassen": doch worim, 
liegt diese Beschaffenheit) 

Si>Ute ein solcher Fall sich nichf auch für die 
künstliche Frftbgebur« eignen ! 



pine un^&eitige'Geburt im C[tenMQ944t' 
, ' ^ monate* 

|'rideri}^e N«, aas^Kremm^n^ e,in oCjährjgea 
Dienstmädchen von mittlerer Grp.CBe». yan kränklichem, 
Ansiehen» aeit ihrem ^^Sten Jl^hre immer aehr ettri; 
menstrttirt» gebar in ihrem igten Jahr ein au8]|etrase« 
liaa lebendes Mielchen ohne llülfa dfr l^n^st^ Am 
lÖt^n April ißi.8 ward sie ihr^r Angabe na^^h zun^ 
zweitenmal schwanger;; war Anfangs gan% gesand, 
doch ungefähr im 3ten Moni^te der Schwangerschaft 
bi?kam sie ein eignes Gefühl von Schwere in den Ge« 
bartstbeilen 9 ^In jDrängen nich u^ten, Ziehen im^ 
Kreiiz lind in den Lenden ; sie bojte sich damals Rath 
in unserer Klinik} sie |itt ah einem Verfall der Scheide,^ 
gegen ^en sie einen ScUwan^m tr^en mufste» und an 
habitabller Leihesyerstppfang, wogegen sie ein. Pulvex 
aus Magiaesia ixtid Tartarus depurqt^ erhielt«^ 

Am iOten^Septembeii kam sie Vormittags wiedf^t 
liitber, klagte über Schmerzen, die sich am Taget 
^mAier eiugjfanden hätten , uu^ ^^\^^ ziiehend vom 
. Kreaz nach 4^r S.choofsgegend erstreckten 9 d^bei^y 
ihr von neuem etwas ans den Genitalieu heryorgetreteii* 
Bei der Unteranchnng fand ujan» dftfs das Heirvorg^ 
treteue illchts anders als das achon getrennte £7 war|, 
das man bereits zwischen. den grofsen Schaamlefzen 
fühlte: sie ward sogleich ik^ ein Bett gebracht» uM 
* wenige Minuten später war dl^ Frucht, mit ungerisse«»; 
nei) E^rhSLateii geboren s es folgte ihr eine nicht unbe- 
deutende Menge geronnenen ßluts.^ 



Die Gröfae üet Frucht $üxnmtie mit d^n Aogabim 
^er Dntbundenen iiberein $ sie schien im 6teit Slonds* 
iDOoate$ ihr Geruch» ihr Anaeheu deuteten auf scboii 
begonnen^ Verwesung; sie w^r männlichen Qeschlechta« 

Die Entbundene i blieb so wohl« diirs aie ihrem 
Wunsche gemäfs adion nach, 8 Tagen die Anstalt vet« 
lassen konnte. 

AlsUmcben» die |Eu dieser zu fri}h. erfolgten Aus« 
achliefsung der Fruch^ Gelegenheit gegeben hätteii» gab 
die Entbundene star]|;e Anstrengungen» besonders da§ 
Tragen schwerer Lasten in der legten Z^t an» 



Hiebst aeltep^t Fall einer voll}iom^, 

menen Atresie der S'cheide bei einer 

Schwanger Schaft. 

Wilbelmine M«» aus Berliuir ^6 lahr alt» 
^Ine regelmüfsig gebaute» gesunde Person,' würde in 
ihrem ^4ten4ahre mfnstruirt» erlitt im^ßten eineFehlv 
gehurt vom ?ten Monate^ nach e^ier gehabten star|iLeii 
Anstrengung! wyrde Anfang Januars 1818 zum^weiten« 
naale schwanger» ui^d im September in die Konigl,£^nt« 
bindung^anstalt aufgenomlnen. 

Bei der vorgeinommenen äussern Untersuchung 
' fand man nichts von der Norm abweichendes» dagegeii 
bei der innern Konnte man» ungeachtet der g9n%o. 
ßcheidenM^al kaum die l^änge von 3 Zollen hatlet 
man mochte suchen so viel man wolltet keine Yaginal^, 
pertion» Ifeinen Muttermund» nicht die g^rlng^tt 



Qef&iUDg^mtdecken; durch deä Schddengrttti^ fählt^ . 
ginaii den beweglichen Ko^f vorliegen. , tt So viel war 
klär, dafs eine- Verwachsung der Schdide^i ygrc^an inan 
«nch durch die Kürze derselben Wohl erinnert wücde, 
^rat im Lauf der Schwangerschafr, nach schön getchehe- 
ner Gonception h^he erfolgein können^ und' doch 
.wollte die Schwangere in der ganzen Schwangeirs^^häPt 
immer "ganz j^esund gewesen seyn, nie Schmerzen in 
der Scheide gehabt haben, die auf eine fintzündang in 
derselben hingedeutet haben Würden»' in deren Folge 
durch ein^piastiäcbeAusachwitzung eine Verwachsung ' 
eiitsteben konnte. '^ . • 

. Man entschloß sich sie genau zu beobacliten, doch^ 
die Sact\e bfteb unverändert bis zum 7te|i Oktober 9 an 
Mfelcheip T#gß diq eisten>Weben eintraten^ Sjie wtii;de 
von neuem m\% der gröf^fe^i Genauigkeit unt^r9ucht^ 
indessen der Zustand war derselbe; eine Oeffnung was 
flicht zu ßndeif^ die Wehen werden ipamer lifefdgisr,^ 
' dabei fühlte die Kreissende ein starkes Drängen nach 
pnten : man hielt es dahcir für noth>yendig unter die- 
sen Umjbtänden i um einern Gebärmutterrifs zu^vor zu 
kommen 9, der allerdings sehr zu fürchten war/ eine - 
käifstliche Oeffnung zu machen« und durch^tiefs zu 
diesem Zweck mit dem Qsianderscheh Hjrsterotom vor- 
sichtig den Scheldepgrund, und /ailatirte dann die 
Wnnc^e: nun fiihlte-man durch die gemachte Oeffeung 
den wahren Schisidengrund, den in der GrÖls^ eines 
Thalers geöffneten Muttermund und den ins, klei]pe^ , 
Becken eingetretenen Kopf: die Ejhäute mufoten bei 
dor Operation wahrfireheinlich ml dur cbsU>fsen seyn ; 



. . - 199. - , - < 

a^Dii j^flFrach^yMser Qoff «niiiiUelbar nachders^lfa^ii . 
«b« 69 w^ eXYfäs i|iU Blut gePärbt ;. da" ungeacbtet kräf«' 
«Iger VVeheodie ^usjtrfiibang: de$ Kiad^s nicht^rfolgeo 
wollte, ^ werde es nach m^hrieren Standen mit Hülfe 
derZ4i9ge beratA^cileiter».^ V^arweibUchenGeedsIecht^, ' 
lebtest uöd wog föeriiöei' oder g^yiiÄIöditinaN Pfund* 

Die Entbundeß^ Jkbgfie über heftig^; Schm^r^en in ' 
'^xi,(^elmrt8theUtnt<<^l3]ad- verlor n^ch Ausaehliefaung 
der Nachgeburt» die ohne Hülfe erfolgte, eine b^eu* 
tende Menge Blut, so daia inan steh genötfalgt aah, 
Injectionen Ton verdünntem Essig an^uwisnden. 
} Am fol^eiMlen^ Tage ^.afn .fiten Oktober , war d^x 
ganze Leib schmerzhaft ^^orden^ so daf^ die Woth«^ 
nerin auch den- leisesten Druck nic^t ertrug ; der Puls 
War dabei freqtient, voll ^nd hart: ei wuräe spgleich 
i^M VetiaesectiQn asb Atnl angedteiltf tihd eine, Emuhio 
^hos» nitrosa gereich | «' ^Wnach legfimsidr wohl die 
^limer^eiij exai^rblfteiQi «ber am andern Tage so hef* 
tig'i dafs eine -neue ßlüteiitziehun^ «üthig wurde; 
BUgleicb erhielt Fatieali» alle 6 Stunden i Qran Oa/o« 
pul 9 üfier den Leib Ga^aplasmaba von herb^ Mthaeat 
0t<lfy0sci^mi mid Injectrdnen von einebfi Aufgafs die*^ 
ge^ Kräuter mit eiMt gebogen Menge des aeet^m iSa» 
twmi in die Schdde; Nach dem einige Tage fbrtgesez^ 
ten €eblrauch 4i^r Mittel besserte sicih Patibtitini die, 
Scbmet^zeki liefH^n 'iifckf es würde daher nur mit den 
Injectioiienv SiB später ails eidem infusum Sahiae mit 
17 Gaulurdi gemacht Wurden^ fortgefahren: zum 
8cUa£i der Kui- erhielt ^ebittereMittd, und so Wurde 
aieiamr fttiea Slovemhei n^kommeai g#safidttut ihrem 



liincle. entlassen i nachdeoi ipan sidi invot dttrch diis 
ÜntersYicbiiii^ überzeugt hatte, dafs4iiich die Atresie 
vollkommen gehoben und eine neue Bildung derselbeh 
verhütet worden war* • gr : 

Späterhin erzählte die t^erson «# dafdf ;sie btitjA CöU 
ttts immer bedeutende Schmerzen empfundeh -habe) 
vielleicht wurde durch diesen ein Entzündangszustand 
Üerbeigofübrty dessen Aus^anf die (fthUhniB VetWIitsh«» 
isung war. - ^\ ' , 



Eine Für Mutter :iind ipind glücfclich 
vollendete EtitBindüng mit der 

' Louise M*f aus IJei^ielb^tg» ein geinttdei 
^ajährigeS) tegelmäbiig gebautes ilMadchen» kata ate 
9ten Oktober Moiigens fväh gegeia 4^1ir m>tfc Web^ 
in die Anstalt , die sich schon^iam . voriges Tage eingc^ 
atellt hatten ^ und seit einigen Stunden sehr heftig ^e» 
worden wi|i;e)i* Sie war zum erä^enmale schWaiiger 
und ausserordentlich, empfiiMilich :. die. Wehen würea 
achmerah^ft^ quälten sie unaufhörUehi ohne den ISlopf| 
der die eräte normale Lage, bette, tiefer zn treabei^ 
{^achmiit€4g8 '|var sie im hohen Orade erschöpft; faatte^ 
schon n^ebrmaliges Erbrechen ^faabt} die. -Kopfge«* 
schwulst des Kindes war aucJ^ Black ;. ich lieCs desiuilb^ 
um ihren Schmerzen ein £nde zu inachetif*>vom 
Herrn Doctor Thor er ^ ane CroVlit^» die Zange anle» 
gelabt et eiitmtik€l{fi ipt vieler fieachickUchkeirelBett 



Ä. 2di — 



febeüdeh^ ausg«tragetien» sUrken Knabieni die ]^ach* 
geburtapeVio^e Verlief normal : Mutter uhdRind war^b 
und blieben Bb Kit ibrelr Entlasavng Vollkommen 
woblv 



Eine tvegen Gröf3e des Kindes schwere 
Zangen Operation« 

Maria D«, aus Frenz lau, eine äsfdbrige^ ge* 
iuiide, starke > gnf genährte Brühetre von mittlerer 
Grörse, warzam erstenmal^schwanger, und wurde in n\ 

' den lezren Tagen des Septembers In die Anstalt auf« 
genommen* ' ^ 

Ihr sehr stark ausgedehnter^ etwas tiberhängender 

. licib liefs eiti gröfses Kind vermnChen^ doch erwartete 
man bei ihrem regelmärsigen Öau , bei ihrer gesunden 
Constitution und bei dem vorliegenden Kopfe eine ^ 
üormal^ Geburt, 

Am^ lotctn Oktobeir stellten sich die ersten Wehen ' 
ein; der Verlauf der Geburt war ausiserordentlich lang« 

'sam^und Schmerzhaft; am liten wkren Nachnairtags 
alle Zeichen ^er Einkeiintig vorhandeh, dazu kam 
noch 9 dafs die Krebsende seit mehreren Stunden das 
Leben* dea Kindes nicht mehr gefühlt hatte; Momente 
die uns ^ur künstlichen Vollendung der Oebutt bestim« 
men mufsteh» Die Operation war schwer «^ und erfp* 
derte^ ungeachtet der Kopf in der ersten normalleii^- 
Lage schon unter der mittlem Beckenöffnutig^^dfMdy 
sehr grofse Kraftanwendung.:' auch war beini I^urch« 
treten des grofsen Köpft » obgleich er sorgPal^i^nn^r- 



BtÜtt warde« eine kleine YeVletzung des Damnle^ 
nicht zu verhüten* 

Der längere Stanii des Kindes im 6eckefi» und die 
Operation selbst bitten, wie man schon vermuthen 
konnte^ ein^n aLsphyktisch^ Zustand desselben zur 
Folget der 9 weil er offenbar durch überm'arsige Gon^ 
gestionen nach dem Kopfe ^ durch ^ineü pletboriicheil 
Znstand begründet wurde f eine Bluten tziehqng-not^- 
wtadig machte, und durch diese beseitigt wurde^ £• 
war mäjunlichen Geschlefchts» wog 9.7*4 Berliner odetf ' 
i^V? Medic.Pfnndf hatte Bme Länge von i^y« J?ariser^ 
oder 20 Berliner Zollen; eins der stärksten Kinder^ 
die in der Anstalt geboren wurden: der Umfang des 
Kopfes betrug x3% l^ariser oder 14 Berliner Zoll| di« 
^Kopfkj:iochen schienen sehr stark; die Sutoren und' 
Fobtanellen waren fast V6rkj»öcbert. 'l , ' 

Die grofse Erschöpfung der Entbuttdeneu .wurde 
durch einen' Blutflufs^ der sich kurz nach der Aus« 
Achliefsung der Nachgeburt einstellte , ausserordentlich 
vermehrt; Ohnmächten^ ZadKUngen>' marmorkalte. 
Extremitäten 9 kaum zu fühlender Puls ,. ung«achte| 
der Blutflufs durcli Essig - lajectioj^en atstirt wavf li^£r 
uns für das Leben der £ntbn|>deneti fürcbtefi : wiir ! 
wandten äussere und innere flüchtige Reizmittel ,ang: 
reichten ihr abwechselnd warme Fleischbrühe Und sahen 
^ aie Aabei-xu uAserm Vergnügen sich langs««Q wi^es, 
erholen« . • . 

Am, folgenden Tagcf, ;am ^i^teu Oktpber.» he^d; 
sich die E'Pthündene ganz leidlich», sie hatte (Ue Nacht 
geschla%n» tu^ das ll^ind an^&ulegen versucht}. 40^ 



— 4o3 — . 

i 

War il6 titilch-S^cfetion noch nichi eingetrctea: dUl 
Lochien flössen ; dk geschwoltecen Genitalien wui;dea 
mit dem Absud der species aromaticae fomentirt« 

Am z3ten Oktober« --*- ,Mit einem Scbütteifrosl:^ 
dem oDgefäfat nach einet. iViertelstmäde eine brennend« 
Hitze fcHgte^ hatteii sich gegen Morgen heftige Schmer- 
ze|i in^ Ünterleibe eingefunden , die besonders in der 
Gegend der noch ausgedehtit fühlbaren Oebärmuttet . 
durch den leisesten Druck sehr vermehrt wurden; »die ^ 
brennend heifse trockne Haut» 4er starke Durste dei^ 
•ehr frequente« liartlicbe Fuls» die Futerdrückung des 
Lochialäusses liefsen über eine Entzündung der Gebär«« 
mWex und des sie umkleidenden Peritonäum keinen 
Zweifel» Es wurde ^ogleich eine Venaesection von 
3io Unzen angestellt, eine misuturß nitrBsa, viel Ge« 
tränk , un^ Ipjectionen von einem Infuswu der erwei«, ^ 
chenden Krauter, in die Scheide verordnet« 

, Am Abend exacerbirten^ die Scfamer^sen ausseröti>. 
dentlich heftig; die Frequenz des Fulses hatte bis auf 
120 -125 zugenommen, die Haut war noch brennend 
heifs und trockeu: es wurden ihr abermals to Unzen 
Blut dem Aim ei^uogen« i)ie Arzneien blieben die«« 
selben^ 

Am .i4i)dn Oktober Morgtos Wat der Zostand 
fast noch unverändert: Patientin hatte wenig geschla^ .. 
fen, fieberte noch eben so stark» der Puls war noch 
imm^r härtlich ; die Haut heifs Und trockejd« der Durst 
kaum zu löschen 1. die Lochien flössen' nicht » d\e Milch« 
secretion war geringe « die Schmerlen unerträglich« -^ . 
Es wurde ein Stes Aderlafs von 8 Unzen vorgeuom« 



— 206 — ^ *' 

Za den wicliligcren Krankl\eit^lleri , clic, aus- 
ser den schon erwähnten» im Wochebbe tt vorkamen, 
gehören folgende ; 

Heilung einer in Eitcfrnng übergegan* 
^ genen Psoitis. 

EUaabeth F., 21 Jahr alt, aus der Gegend von 
lAagdeEturgf eine unverheiratbete, gesunde Person von 
mittlerer Gröfse» wurde am J4ten März 1818 leichk 
ppd glücklich von einem äusgetragenen, lebenden Mäd* ' 
chen in unserer Andcalt entbunden, und am £6ten März 
gesund mit ihrem Kinde entlassen: sie ging von der 
Anstalt in einen Ammendienst- 

A,m 8ten April, käc;i sie stark fiebernd in die 
Anstalt ^zurück: sie klagte über einen heftigen Schmerz 
in der jechten Inguinalgegend, der durch einen äussern 
Druck sehr vermehrt wixrde, hatte schon seit einigen 
Tagen -Diarrhoe : die Zunge war rein : dieser Zustand 
hatte sich^nach einer Erkältung eingefunden. 

Sie erhielt eine jEmzi/^iao/eoia: Einreibungen von 
einem Linimeiit aus gleichen Theilen OL hyoscyhrhi^ ' 
Unßt* ^Uhaeae^ und Ungt^ neapolitani^ und Cata. 
plasmata von warmem Hafergrützbrei über den Un« 

, terleib, 

Am.^ten hatt^ die Diarrjboe Nachgelassen» da« 
gegen war der gan^e Leib gespannt, sc)imerzhaft, die 
BeLweglichk^it des rechten Schenkeis ganz aufgehoben : 
der Puls war frpqnenter und härtlich: der Durst sehr ^ 

^ vermehrt« £a schien hienach , aU wenn sich ein ent« 



' L 



: — 207 -^ ' 

xundlichet^ZnilUaiA des^PerUonäum hesonieta n^A 
. der Gegend des rechten Fsoasmufkela hin verbreitet 
habe; e$ wurd^ ihr ungefähr 8 Unzen Blul: «ni Arm 
entzogen 9 sie erhielt zpm innern Gebrauch: 
Kec. AmmoH. muriat. 5Ji» 
G. Mimosae 5j. . 

V ßarutn Sambuci Ivjj. 
Syrup^ simpL ^^. \ ' 
Die Einreibungen, und Ca taplasmata wurden for,t« 
gesezt. 

. Am loten waren die Schnierzen» besonders bei 
einem Versacbe^ den Schenkel ,:^uszus trecken > sich 
«afznrichten , noch dieselben; das Fieber war auch 
nicht gemindert: es wurden ihr pio Blutigel an die 
Lendengegend gesezt ; die Arzneiep beibehalten'; Nach- 
mittags wurde mit Calomelj dreistündlich einen« Gran, 
der Anfang gemacht* . ^ . ' 

Am 1 Ate n hatte die Empfindlichkeit des ganzen ^ 
lieibes nachgelassen, das Fieber war mäfsiger: Haut 
und, Zunge waren feucht: der Schenkel konnte aber 
noch immer nur mit vielen Schmerzen bewegt wer- 
\den ; das Calomel wurde beibehalten« 

Am löten zeigten sich schon prödromi der Sa- 
livation; weshalb der Merkur aUsgesezt wurde.' sie 
erhielt ^iu Infusumjiorum Sambuci mit J^iniim stibiu" 
tnm, und mufstesicb mit einem InfusumSahiaegMt'^ 

gell?. 

Am i5ten und i4ten ging e's besser: die Exa- 
cerbation des Fiebers war gering : der Urin zeigte ein 



I 



^(e4^i^^i?^f 4^^^ t)llel) die 3evyegung des Schenkels auf? 
ffi^Uend erschwört ; es wurde nah der diapl;oretischen 
Mixtur fortgefahren, und die Diät aUmäiilig. verbesr 

. sert; bei diesem Vetlahrery schien sie pach und nach 

' ins Stardiura der Recopv^Iescenz überzugehen» ^\s am 
i7ien April sich eine mit Blut gemißchtet öiit Tenesmy^ 
yerbundene Diarrhoe, deren Ursache wir nicht auf? 
linden konnten, einstellte;^ di(B Schnierzen j>5i der Be- 
wegung deS'ßchpnkels datierten noch fort; dieser neue 
Umstand wurde, weil er die Patientin ausserordentlich 
erschöpfte, durch ein IJecoctum ^adicisSaUp mit gan*?; 
kleinen jGaberi Opium bajd beseitigt} aber es blieb eine 
grc'fsö MattigJ;eit zurück und flie Schmerzen bei der 

%, Bevyegung des rechten Scl^ifnkels wollten nicht nach» 
lassen: doch war sie fieberfrei. — Ei wurde derUeber- 
gang zu bittern Extrakten gemacht: die Diät war sehr 

' mikle;, -r indesseiT der Schwachezü'stand J}Iiebj es 
zeigten sich sog^r neue pieberbevyegungei^ , die all« 
mahlig dijB Forpa einpr lenba annahmen, mi^ gröfserer 
Abmagerungjj ndit einem cälo^ htcUeus^ rnlt andauern* 
^er Beschvy'erde ßeim BeNvegen des SijhenkeU yerbun- 
derj waren. S^e erhielt am yten IMai dfe Tinctj^ra dit 
^italis aethereq^ täglich Smal zu 8 Tropfen, ein Int 
fusum flotum /irnicqe ef f^crbae pienfh^ viüerit^ U||4 
schleimige Diät« 

Am 10 teil Mai bildete sichiii der rech teii InguiijaW 
ge^^end eine harte, scl}merzhafte fieschwplsti» die mav 
durch Caiäplasmatq ^on h^ria Qonii et hyospiami zur 
Maiuratiqn bringen wollte: der Urin war -jumentps; 
die Arzneiei:^ blieben dieselben^ So hUeb der Zustand 



ziemlich lange unverändert; nur das hektische Fieber 
wurde deutlichery die Geschwulst gröfser und schmerz- 
hafter. 

Am izSten Mai stellte sich mehrmaliges Erbrechen 
ein 9 nachdem schon seit > einigen Tagen alie Efslust^ 
verschwunden war :. sie erhielt kleine Gaben von Aecher 
aeetieus und Einreibungen von Tinct. Opii croeatm 
In die Magengegend: zur Minderung des Fiebers eine 
Saturation des 'kohlensaui^f^n'Kali mit Essig in destillir« 
lern yVmet, ' . 

Am 3oten Mai wurde sie zum erstenmal in ein 
laues Bad gebracht, nach welchem sie sich seh^^rleich- 
tert fählt^: sie brauchte jezt die Tinctura digitalis^ 
ein leichtes Inf usum ßar um Arnicae fort; bekam Ab* 
kochung von Salep^ zi} der einige Tropfen Aether ace» 
ti4ms gemischt wurden ^ zum Getränk; die Geschwulst 
wurde fleifsig kataplasinirt; und daf^ laue Bad ward um' 
den andern Tag wiederholt j bei diesep^ Verfahren ver- 
schlimmerte siph' wenigstens der allgemeine Zustand 
nicht; dagegen ward, die iGeschwuIst ^Ilmäfalig weicher, 

.' and hob sich ^w^it jedem Tage inplir^^ 
, Am :|.8ten Jnny wurde » weil man schon lafiger 
als 8 Tage in der Tiefe der weichep Geschwulst Fluc- 
tnation fühlte» und weil |nan eine Senkung des Eiters 

. befürchtete» fine kleine Oeffnung mit einei; Lanzette 
gemacht; es flojs eine Menge milden Eiters aus; in dii^ 
Oeffnung wurde' ein kleines Boqrdonnett gebracht, 
das Ganze mi^ einem JClebepilaster geschlossen ; die . 
Cataplasmata fortgesezt : der Ausfluls dauerte' viele 
Tage fort; das Fieber verschwand; man ging zu einem 



ptärkfnden Verfahren über» sie) liekam die GbiDaTltide, 
besisere Diät: auch die Bäder wurden fortgeaett; ßie' 
Beiveglichkeit des. Schenkels fand sich sehr langsam 
wieder; es wurden spirhuöse Einreibungen in den 
ganzen Schenkel geipacht ; sie fühlte sich von l^age za 
Tage kräftiger und war gegen ^Enda des lulj so volU 
l^ommen hergestellft, dafs sie flclbst uin ihicß £otla«« 
§ung bat *)t .' \ 



Eine im Wochenbett erscheinende 
lödtlich ablaufende Lunge nent zun* 
düng bei schwindsüchtiger Anlage. . 

Emilie S.» aus Berlin, 32 Jahr alt» ein regeU 
piäfsig gewachsenes. Mädchen 9 yon mittlerer Grö|set 
init schwächfichem, phthisiscl^em Habitus^ zum ersten^ 
mal schwanger, wurde am 4ten September ganz leicht 
und glücklich yon einem lebenden, a^usgetragepeq 
Knaben in der Anstalt entbunden.- Sie wair mit Aus* 
nähme (der gewöhnlichen 'Kindei;krankheiten immer 
gesund gewesen t wurde in ihrem i6ten Jahre men« 
atruirt, und blieb es bis zum Eintritt dieser Schwan« 
|;er6chdft iipmer regeliuäf9ig ^Ue 4 Wocheq; schon seil 

, " *) Diese Person Ist \yicder schwanger und hat sich he* 
reits im Anfange des Monats März zur Aufnahme in 
die Anstalt gemeldet. Ihr gesundes Ansehen über* 
' traf meine Erwartung; sie lilagt über nichts, als übeF 
ein dumpfes, 'schmershaftes Gefühl im rechten Sf heil« 
kel b^l 4§r Sew^gupgt 



obigerer 2eit hatte sit iiideaseii an Hasten uird Brau«. 
Jmchvirerden gelitten # die sie aber im Ganzen wenig 
geachtet, batt^. 

Sie befand sich auch in den ersten Tagen nath der 
Gebart recht wohl, und hatte , Weil die Milcbsecretion 
sehr reichlich eingetireten war,' ihr Kindiselbst zu näh- 
ren versucht; doch schon am &ten September traten. 
Brastbeschwerdeuf Beklemmung ein, die uns bestimm« 
tan ihr das Waagen zti unctersagen: nichts, desto weni« 
§er Termehrle sich das Brustleiden mit jedem Tage. 

Am iiten September klagte sie über heftige« 
stechende Si|)im^rzen in derBri^at; die Respiration war 
' beschleunigt; der Puls frequent , gefüllt, härtlich; es 
.wurde ein Aderlafs von lo Unzen am Atnt vorgenom* 
men: sie erhielt ein Decp^tum rad. Althaeae von 6 Un- 
zen mit 2 Drachmen Niirum und einejr halben Unze 
'S^rup. , 

Am isten hatte sich der entzündliche Zustand 
bedeutend vermehrt ; die Venaesection wurde deshalb 
wiederholt; sie erhielt neben der^ obigen Mis^tur alle 
8 Stunden einen Gran Calomel mit einem halbenGran. 
Herha digitalis. 

Am iSten früh« war die Respiratiojn noch immer 
aehr kurz und beschleunigt; beim Ein athmen empfand 
sie noch inlmer heftige Schmerzen ; der Puls war se)ir 
freqaent und härtlich, die Haut brennend heifs und 
trocken ; Umstände » die uns su ein^r neuen kleineren 
V^naesection von 8 Unzen bestimmten:, die ^obigen 
Arzneien wurden beibebänen, und der Patientin viel 
K^bteimiges Getränk gereicht. 



Am i5ten befand sich die Kranke nach' ciiier 
bedeutenden Bluteiitleerung durch den, Uterus gant 
leidlich; sie halle ih der Nacht etwas geschlafen ; di« 
Beklemmungen hatten nachgelassen J die Haut war 
inäföig warm und feucht, doch fehjten die Sputa gänz- 
lich, und der Puls war noch immer fr^t[ücnt und gereizt. 

Am 1 6 1 e n wurde den' früher erwähntißn Pulvern 
iur Beförderung der Sputa ein halber Gran Sulph.an* 
timonii aurat. zugtstzU ^ a 

Am 1 7 ten fehlten die Sputa noch immer'i ^&ie 
erhielt deshalb ^ 

fiec. Jmmcn. JMuriat. äep, 5]j. « 

G. arab:lL 

Sucö, Liqrnritiae ^^S, * 

■Extr, Hyoseiami gr.3^* . ^ 

\jJontis lv\. 
sttindlich. einen Efslöffel, und alle 5 Stunden ein Pul* 
ver aus He^b. digital» purp} und ^ulph. antimon. aurat, 
ana grß. 

Am löten September, befand isich die Kranke 
wle^pr weit übler als die früheren Tage. Der Puls 
war wieder sehr beschleunigt, es hatten sichneue» sehr 
starke Beklemmungen eingefunden, und beim Einath« 
m^n fühlte die Paiientiij wieder heftige Schitoerzenj 
öieSpzfta fehlten noch iinmer ; es wurden der Kranken 
2 Tassen Blqt ent;togei;i , die ihr augenblicklich grofae^ 
Erleichterung verschafften : die Arz^nei^n bliieben die- 
selben.^ Einige durchgelegeiQe Stellen auf dem |{reu9 
>yurden nait ^qua saturnina gewaschen» 



* Am igten früh klagte, die Kranke über groEse 
Mattigkeit : ihr Oesicbt war ,auffal1eDd zusammeoge^ 
fal/en; der Fula höchst frequeivt und klein; die Respi- 
ration röchelnd, schnarchend; der Auswarf fehlte noch 
ixnmen Sie erliieU ; 

* Aec. Had. Senegae eoncif, Jj]. 
infunie v fervid» e, q» 
Stent in digest» per^ ^ hör* , ' 

Colßt, refrig^ ^vj, 

ßdde; 
Liquor, ammon, anis, 5^» ' 

Extr. Hyosciaml gr.x» 
^ Mellaß, gramifi' ^i\ 
& Tiwci^tündlich 3. Efaloffel« 

Es wurd^ ihr ein Vesicatorium auf die Brust gelegt« / 
doch h^tte es Iceine Wirkung: e^ würde gegen Abend 
mit Sin^pismen vertausqb't, auch sie leisteten nichts« ' 
jyie Respiration verschlimmerte sich mit jedem Augen- 
blick; sie behielt dabei ihr völliges' Bewufstseyn unä « 
verschied endlich ^m ^oten Morgen« plötzlich mit ei— 
pigen lauten Schreien. ^ 

An^ foJgendeii Tage wurde die Section. gemacht, 
UA^ da ^'er Verlauf der Krankheit unaüber den Sitz 
des iHaaptüb^Ia keinen Zweifel gelassen hatte, so öff-* 
neten \yir, upd uns di^i[über genaueren unterrichten| 
zuerst die Brustbphlet Wir ifaiiden in derselben eine 
Aneamrnlung einer eiterartigen JFliissigkeit« > deren 
Menge wir Äufx^frß. schäzten; die Lungen, vorzüg* 
lieh die linke Vvar ni|t einer eigenthümlichen lympha^ 



fiöcben Feuchtigkeit überzogen, die ihr ein rauhes An- 
i sehen gab; an der Spitze ^deir' rechten Lu^ge zeigte sich. 
eine ziemlich grofse Oeffnung, dei'en Ränder ein .rissi^ 
ges Ansehen hatten , und beim Brück aut die Lunge 
flofs Eiter aus dieser Oeffnung; ^ie.LungfB wurde iiua. 
der Länge nach durchschnitten, dadurch erkannten 
wir den Umfang einer Vomica^ deren Platzen .wahr^ 
scheinlich den schnellen Tod herbeigeführt hatte : beioi 
Durchschneiden der übrigen Theile der Lungen fanden 
wir in beiden mehrere kleinere und grö(seve£iters'acke 
niid^Tuberkeln 9 ^die es ^Wahrscheinlich machten, dab 
die Gestorbene schon früher an phthisis tuberculosa 
gelitten habe. — Die Eingeweide der Bauchhphte» so 
wie .auch der Uterus waren im gesundest^ Zustande. 
So bestätigte der Leichenbefund nur das, was man 
aus d^m ganzen Verlauf der Krankheit leicht hatte vor- 
aussehen können, ' - 



Interessanter Fäll einer glücklich ge» 
heilten Peritoijitis pucrperalis. 

Frau Josephine M., 27 Jahr alt, aus Posen, 
eine zarte ^ regelroäfßig gebaute, sensible Blondine» 
war zum Slen'mal schwanger und wurde am i7ten Sep- 
tember in der- Anstalt leicht tind glücklich von fiintm 
ausgetvagenen lebenden Mädchen entbunden: sie he-', 
fand sith^ wie^auch in ihren frühern Wochenbeucn, 
nach der Entbindung ausserordentlich wohl; sie hatte 
Viel Milch in den Brüsten und die Lochien flössen ge« 
hörig. , '' 



— . 2I"5 —'.•.■■ • 

, Tn der Nacht vom X9ten ztim 2oten Sq>teiDl3ier, m 
welcher die» aaS' der vorhergehenden Gesthicfate be« 
kannte Emllie S. ^ der sie im Wochenzimmer zu- 
nächst lag > in Folge ihres Lungenleidens starb» fing' 
sie ganz plötzlich heftig an zu deliriren» zugleich wa- 
ren alle Zeichen einer Peritonitis ein'getretefi : der Leib 
war meteoristiscb aufgetrieben , vortrug auch nicht 
den leisesten Druck f* der Pula hatte eine Frequenz von 

-wenigstens i3o Schlägen ; die Hitae war ausserordent« 
liclr; dabei dossen aber. die Lochien, und die Brüste 
waren mit Milch gefüllt. £s wurde sogleich eip Ader« 
lafs von 12 .Unzen mit augenblicklicher Erleichterung 
der Kranken angestellt : sie erhielt eine inixturanitrasa. 
Abends traten neue Delirien ein: die Schmerzen 
waren unerträglich: das Fieber gehr heftig: die V^nae« 
•ection wurde sogleich wiederholt: nach Mitternacht 
Stellte sich Schweifs und mit ihm Bube eia* 

Anr 2 1 ten Morgens war ganz der gestrige Zu« 
•tand zurückgekehrt, wir z(^gerten deshalb auch gar 
nicht, besonders da das am torigen Tage gelassene Blut 

\eine, mehr als die Hälfte des ganzen Blutkucbens be«t 
tragende, feste Entzündungskrusle^ 25eig|te» ein eben 
ao st^arkes 'Aderlafs. anzustellen » das wieder aui dpr 
Stelhe die Kranke sehr erleichterte; ^da^ei hatte der 
Milchandrang nach den £trüsten durchaus nicht abge^ 
nommen , die Respiration war vollkommen frei , -^ der 
Lochialflufs dauerte fort; sie erhieltnebendem j^t^rii)» 
alle 2. Stunden einen Gran CalomeL Dies kräftig ein« 
greifende Verfahren war noch nicht hinreichend den^ 

( Eiltzündangszastand %vl mäüaigen : die Plasticität des 



JBIutes war noch immer dieselbe» und am Abend" war 
der Leib wieder so empfindüch wie am ersten Tage, . 
der Puls hatte dieselbe- Frequenz, es wurden deshalb 
ihr nochibals la'Unzen Blut entzogen. 

Am'22ten Morgens yvar der Znstand ertrug. 
lichei*; Patientiii hatte abwechselnd geschlafen, der 
I^opf war diirchans frei; doch hatte sie beim Druck 
au^ den Unterleib hoch immer heftige Schmerzen , die 
Hitze und der Durst waren stark» die Haut und die 
''Zunge trocken I, das Fieber war rnihiger; es wurdea 
ihr"^ii Blutige! i^n den Unterleib gesezt; die Arzneien 
beibehalten: naehöem die Blutung volllcommen gestillt 
war, wurden Inunrtionen von einem Liniment atus 
Ungtient, hydrarg, ciner^ mit Ungfient* Althatae und 
t?/. Hyoseiami in den Unterleib gemacht« --• Am Abend 
war die Exacerbation gelinde, es war ein gleichmafsig 
verbreiteter Schweifs eingetreten : die Patientin konnte 
den Druck dös Unterleibes ertragen« Von nun an besserte 
sie sich merklich mitjedem Tagie : das Calomd blieb fort,- 
dagegen wurde die Hautausdiin^tung durch ein mäfsig 
diaphoretischem Verfahren unterstüzt: und endlich ein 
vorsichtig stärkendes Verfahren eingeleitet; dabei'^cr« 
holte sich Patientin so schnell, d^fs sie schon am 5 teil 
Oktober gesund mit ihrem Hfnde die Anstalt yerlaasexi 
konnte. 

Merkwürdig war uns in ^diesem Falle besonder« 
das plötzliche Auftreten der Krankheit; denn fast in 
demselben Augenblicke, in \Tel'cHem dieEmilie ST« 
mit einigen lauten Schreien den Geist aufgab, traten 
bei dieser die heftigsten Delirieia ein > obgleich sih bid 



; — 2f7 ' — 

dabin ganz gesund geW«sen war. Der Schreck übet 
den Tod ihrer Nachbarin schien die alleinige Ursache 
der Krankheit! er mufste bei ihr nm so heftiger se'yn, 
um so greller auf ihr Gemiith einwirken , da sie« wie / 
.urir später erfahren^ eine gasx unglaobliclie Furcht 
«owohrvor den;i Tode, als auch vor Todten hatte. 



Unter den in diesem Halbjahr von uns in der An- 
'dtah beobachteten Krankheiten der Kinder» war die 
Slepharophthtämia neonatorum im Ganzen wieder 
nur selten* 

Sehr anffallend war es uns dagegen t dafs im Sep^ 
tember die meisten Binder von cAner £ntzündung des 
Nabels befallen wurden p die in einem der ersteren 
Fälle, durch die Verbreitung *auf die ütiterleibseinge* 
weide, eine solche Heftigkeit erreichte, dafs wir, un- 
geachtet ein<es eingeleiteten» antiphlogistischen -Verfäh-» 
rend, das Kind daran ^rloren: bei der Section fanden 
wir vorzugsweise die Leber» leber auch den ganzen 
Dartnkanal von der Entzündung ergriffen: die Ursache 
dieser Entzündungen lag höchst wahrscheinlich in ei- 
ner rohen , ungeschickten Behandlung ^t% Nabels vo^ 
Reiten dner Wärterin, denn mit der Entlassung der 
einen , und einei^ strengern Aufsicht besonders beim . 
Baden und £inwickeln der Kinder verschwanden diese 
Nabelentzündungen in kurzer Zeit« 

In derselben Zeit wurdli ein gesundes ^ starkes 
Kind einer gesunden Mutter 4 Tage nach seiner Geburt 
von einer Entzündung der Respirationsorgane befallen» 



— 2l8 — 

' bei dttt auch di^^unge entzündet, geschwollen Wir} 

* es starb, aller angewandten Mühe ungeachtet ,> am <)ten 

'■_ Tage suffokatoriscb» Bei der Sectian fand man die 

Lungen von leberärtiger Cojisisten^» und sehr dunkler ' 

Farbe: die2unge füllte fast die ganze Mundhöhle ans^ 

Im Oktober, verfiel ein^Kinabe* der sehr, schnell 

geboren wiirde, am Tage nach der Geburt in Convul* 

sionen : es waren damit Hejipirationsbeschwerdan ver^ 

faulideti; äie schnelle, kurze Respiration , dieäas$et« 

lieh brennencl hcifs anzufühlende Brust deiiteten au£ 

^inen entzündlichen Zustand ; es wurden 2 Bkntigel an 

die Brust gesezt» ^yelche ungewöhnlich stark sogen ( 

' Alp entsuud^ne Nachblutung wurde nur mit vieler 

Mühe gestillt: das Kind /schien ganz blutleer gewardea 

,zu,seyn:NeS yf^f indessen weit ruhiger g(^ worden» dib 

, Respirationsbeschwerdeft hatten ganz nacbgelassen : 

' nur leichte, convulsivische Bewegungen dauerten noch 

fort: auch diese wurden durch den Gebrauch der flora 

Zinci zu % Gran pro^dosi glücklich entfernt, und 

da;B Kijad erholte sich, in kurzer Zeit vollkommen» 



In der am^mlatorischen geburtsbülflictien' Klinik 
kamen im Laufe dieses Semesters drei Fälle vor ^ wo 
wir die Geburt mit Hülfe der Zange vollenden mufs« 
ten , theils weil durch die längere Dauer der Geburt ^ 
die Kreissenden 6choi;i «hr entkräftet und die Weben 
ausgeblieben waren, Jbeils Weil die starke Kopfge« 
schwulst des Kindes für das Leben des lezteren fürchten 



licfs; alle Sl verliefen glücklieb, nfad boten irtt 
nichts BeaondefM, ^er gennaejren firz'atälüDg wetthel 

d«.' '^ ■ ■ ; • - ' 

, In einem 4tiefii FMl muffte die Wendusg gcmaobC 
werden . 'Die Oesthichte ist folgende: 

Frau T*| 22 Jähr alt^ an einen Arbeitemann rer^^ 
Beirathet, eine groÜ8e,eteti gesunde, robqate Brünette, 
war tum 3tenmdl schwanger^ (die beiden ersten Ent- 
bindungen Waren leiehr, die Klbder ajUagetragen uri4 
> lebend). Sie fühlte am fiiien,Mai die ersten Geburt«« 
schmerzen; die'^zu Hülfe getufene Hebamh^e fand die 
Geburt eingetreten, aber keinen HKiodstheii vorliegen» 
die Weben waren' schwach^' jder Verlauf der Geburt 
langsam; — erJt am Siiteä^ Abende gegen 7 Uhr er- 
folgte der filasensprutig und nun fühlte die Hebamme . 
•tne DbereKtretfiitär Vorgefallen ; sie schickte deshalb 
IQ Einern Geburtshelfer^ ütid enrdiicfh riaeh vielem Um« 
herlaufen gegen xq Ufir Abends hieber, uoi Hü^fe 
bittend« 

Das FruehtwasseV fanden wir wirklich abgeflos- 
sen: die rechte Oberextremität ragte aus den Geburts- 
Aeiiefi her^r; die Kreissende war sehr erschöpft, die 
Geburtstheile geschwollen ; >- es würden einige Iri-^ 
jeetldnen ron Chämillenthee in die Seheide gemacht« 
iet Tölrllegendcr Arm an die Schlinge gelegt, und mit 
der litikei» tianl) tnit ungeheuerer Schwierigkeif, nach- 
ddnb älH^ Bchöix fest eingetretene Btust langsam in die 
tl%h6* giSMiohpn ifat^ die FÜfiste des Kindes heraus- 
geleitet; --*• der Rtimitf folgte leichteri der Kopf wurde 
ifilt, IpÖlfe der Zaj3ge entwickelt: das Kind, ein a^sge- 
SimsoLDS JouTjmd, IIJ» Bd, ^2sSt, P . 



"'S 



Cragener^ groficr , Knabe ,- war todt: iSA Nachgeburt 
folgte niigefähr nach einer Viertelstande» 

Am 23ten befand sich die Wöchnerin leidlicl^; ^i« 
'hatte wenig geschlafen) klagte über Nachwehen, wo- 
gegen trockne warme Tücher (iber den Unterleib ^b« 
. gewandt worden. - . 

Am 24ten \var Fieber mit .ßehr freqiienlem Pule^ 
EmpSodlichkeit des Unterleibea-eingetreten :. es wurde 
ein'Aderlafs angestellty und '«ine Mix^ut^ aniiiphloeim 
sUca verordnet« 

A|n 25ten war das Fieber und , die Schmerzen 
mälsiger fes wurden warme CaiiapIaswuUa von schmerz-« 
atillenden Kräutern' über den Unterleib verordnet* 

Am sGten war daa Befinden erti[%lich» > 
- Am 27t.en hatte die Frequenz ipß Pulses zuge« 
non^men, Patientin klagte über Schmerzen im Leibe» 
die jedoch ^urch einen Dra<;k nicht vermehrt wurden ;^ 
dabei konnte sie nl€b\ schlafen : die obige Mixtu« 
' wurde mit einem Zusatz von F'inum stibiatum fort« . 
gebraucht und Abends ein Pulver aus tßd. Ipecacuanha 
mit Rpcbract,. • Hyosciami gereicht« 

^Am: j£t8ten war das JBefindei? nach einer ruhigen 
Nacht gut. 

Am 29ten» Qie Frequenz des'PuIses. war dcurcli' 
einen gehabten Aerger wieder erhöht; :die Haut helfe 
und trocken 9 der Unterleib ^espaonty die. Lochieu 
unterdrückt. Sie erhielt eine Mixtur von S^ilmiak, 
vnd mufste einen in wannen Chamillenthee getauohtea 
Schwamm vor die Oeburtstheile legen. 

Am Soten war. Qesserung ^ingetjiBt^n ;^ die Lo« 



\ 






chierf flössen wieder; die Bessctung nahm nun tMg«. 
lieh zu, so dafs pach einigen T^geu zu r^ stärkenden 
Diät übergegangen I und die ^^rzneien weggelassop 
weiden konnten« 



Jn djör amlfijlaiorisclien mediciniscben Klinik, bf- 
bandeiten wir in di^em Lehrcursus 43 Kranke: dia 
voi^gekommenen Krankheiten waren ; 

^Verschiedene, Anomaüen der Menstruation j Un- 
terdrückung 4erselhen boi einem jui^igen Mädchen und 
dadurch herbeigeführie^^/oroizj; — .zu copiöse Men- 
struation 1)e^ allgemeiner und bei örtlicher Schwäche 
dea Uterinsystems; — r unregeknäfsiger lüenslruation, 
in Folge örtlicher Fehler oder in Folge anomaler Ha* 
iporrboiden; — fehlerhafte |La gen der Gebärmutter; 
Vorfall derselben; — Neij^ung nach hinten oder nach 
yorn, versio uteri arUrorsutrif retpoiisum in Verbindung ' 
mit fehlerhafter Secretion^^^mit ^«ar a/3{/j; -r- Vor&U 
d^r Scheide; •»- seirrhüs H. careingma ut^i ; ^ £qN- 
Zündungen and Absceäse der Brustdrüse. — < 

In zwei Fällen Ton ^u copiöser Heosliruation nach 
TOrhergegangenena ahortus^ leistete 6z& Mi4um ph0s* 
phoricumirefÜichß Dienste: überhaupt scheint; in d^n 
Fällen von profuser Menstruation» die sonst 3en Ge- 
brauch der Minf»ralsäuren indiciren^ ^iks Acidum.phoS" 
phorUum den Vorzug, vor jenen z^ verdienen; 

Frau Louise ^VV* , 3o Jahr al t , sei t x Vi Jahrto-. 
verheiratjiet» erlitt, im Februar 1818 eine Fehlgeburt 
vom SteaMoin^, beMer sie sehr viel Blut verlor: die 



-^ 222 — 

Menstruation trat 8 Wochen später wieder ein » nnd 
dauerte seit jener Z6it ohne Cnterbrechnog als chroni- 
scher Biu^flafs fort: sie war überhat^Xnarvon schwäch- 
licher Constitution , und fühlte sich^ wie natürlich, 
im Jun79 wo sie sich in .der Klinik meldete» nach ei- 
nem Swöchentlichea Blutffufs sehr geschwächt : ihr 
Anseilen war höchst elend; ihr Puls klein, weidi^ fre« 
quent; indessen hatte sie noch guten Appetit,,— und 
scUief des Nachts ungestört» ^ , 

Wir überzeugten uns durch diie l^ntersuchnng^i 
/da^fs der Blntflufs durch keinen Örtlichen Fehler in der 
Gebärmutter untef halten würde und gaben ihr : >' 

Rec» Jcidi phosphor, 5ij« '" 

Tinaturae Cinnamomi gj, 
A Alle 5 Stunden 20 Tropfen mit Wasser» 

Schon nach 3 Tagen hatte der Blütflufs nacbgelas« 
- ten ; sie erhielt nun ein Infusmn paassiae^ nebin dem - 
•ie diie obigen TropFeh fortbranchte. 

Nach 6 Tagen war der Blutßufs nicht nur ganz 

gehoben^ sondern auch ihr Ansehen besser, der Pnia 

Voller und kräftiger; sie sezte dexi Gebrauch der puassia 

*«ocii «llie Zeitlang forty ^ und' ward dann slVs völlig her« 

'gestellt CQQtlassen« 






Fall einer für Hjrdrometra gehaicenea 

durch die Untersucliutig erkannten 

Seh wanger scharr. 

Ein sehr ititeressanter» belebrenderi für die Wieb^ 
tigkeit einer .genauen Untersuchung sprechender Fall 
■war folgender : \ 

Am leiten July ward uns Caroline K., ein 
i8)ähriges Mädchen 9 zur Behandlung in unserer Kü« 
nik ge»;hickt 9 weil sich ihre Krankheit 9 die als iSf^. 
drometra/besiim^ait yrkr,^ für diese Klinik eignete; — 
* ije war taub, sprach sehr undeutlich und schien etwas 
stupide. Wir mufsten deshalb nachstehende Geschichte 
' Ton ihren Eltern erfragen ; ; 

. Sie war bis zu ihrem j^ten Lebensjahre gesund; 
um diese Zeit wurden ihr die Pocken eingeimpft 9 die' 
ihren regelmäfsigen Verlauf nahmen : kurz ;nach ihrem 
Abtrocknen erschien ^m rechten Arm eine Geschwnisty 
woran sie 3 J^hre l^ng behandelt würde ^ mit ihrem ^ 
Verschwinden- verlor sie auchj ihr Gehör« In ihremr 
l6ten- Jahre trat ohne Beschwerden zum erstenmale 
die Menstruation ein, erschien eine Zeitlang doch nur . 
dl« ± bis 3 Monate 9' blieb endlich ganz aus> bis sie 
sich um Weihnach'ten 1817 plötzlich einmal sehr ätark, 
und dann nicht wieder zeigte« -^ Einige Monate später 
verschwand die Efslust, und ihr Leib fing an ^n schwel- 
len ; die Eltern "suchten deshalb in banger Besorgnils 
um ihr einziges Kind» äritliche Hülfe 9 und ](:amen 
endlich am fixten, Juljr zu uns« ^ 



Patientin. , hatte ein blasses» gedunsenes« sttipfdes 
Ansehen, hatte selbst überlhr Befinden kctneBeschWr-» 
den ^urf Uhren» im Gegenih^il ecbmeckte ihr £ssen aod 
Trinker^, sie schlief gqt und halte regelmäfsige StuhU 
und ürinäüsleerungen : dagegen eriählte^ie Mutter, da(8 
ier Leib ihner Tochter mit j>äem T^ge stärker wiirde, 
dafs ihrc^üfse sowohl als ihre Geburtstheile geschwol- 
len wären , und dafs sie seit einiger Zeit einen weilsen 
Ausflnrs aus den Geburtstheilen habe,* — die Vcrm'u« 
thun^ eineV'*Schwangerschaft wurde sehr übel genom« 
xDen, und die tiöglichkeit derselben durchaus T^r« ' 
wörfen. 

Es blieb uns "nichts übrig als eine 'Untersuchung 
anzudtelljen , die folgendes ergab : 

Die Brüste waren gespanitt," turgescirten , doch 

Jiefs sich keine Feuchtigkeit ausdrücken; — der L^ib 

•war gleichm'afsig ausgedehnt, gespannt; im Liegen 

' fühlte man deutlich die ausgedehnte Gebärmutter bis 

etwas übet den Nabel reichend, die Geschwulst war 

elastisch und liefs^ keinen Theil durchfühlen, jder auf 

-eine enl!haltene Frucht gedeutet hätte: der- Nabel war 

noch vertieft ; — die äussern Geburtstheile waren öde« 

matös geschwolhsn; ein hjmen nicht vorhanden; — 

der Introitus vaginae ziemlich erweitert; die Vaginal« 

poftion stand zwischen der mittlem und ober |i Aper« 

tur, war »/^ Zoll lang, rund» weich, der äussere Mut« 

termünd etwas geöffnet, die Temperatur der^Scheide 

erhöht: durch das Scheidengewölbe fühlte man die 

ausgedehnte Gebärmutter, doch auch keinen darin 

enthaltenen Körper; nichts desto Wjeniger erklärten 



^irdie Per«OnfSr schwanger; Aie^ns dazu berechti- 
genden Zeichen waren: die gescannten, türgesciren- 
den Truste, die bei der Hydrornetra coUabiren; ^ie 
erbohte Temperatui^ der Scheide» die bei Hyirometra ' 
▼ermindert zu seyn pflegt ;j — die noch Vi Zoll lange, 
etvras geöffnete Vaginalportion , die bei einer gleichzei- 
tigen Daner der ^y^/rpiiie^ra fichon verstrichen^ dünn • 
zu fühlen gew^faen seyn müfste; ^— das allgeoGieine , ^ 
gute Befinden, der Person , das bei Hydrometra mehr 
oder weniger zu leiden. pflegt. — ^ 

Unser Ausspruch wurde schon amSoten Jnly be« 
stätjgt : die Person gestand den mit einem Manne g6> 
iial)ten Umgang ein; erzählte^ dafs sie Bewegungen 
des Kindes fühlte,' und bei der wiederholten Uhter* 
euchung fühlten wir selbst deutlich Kindstheile* 



In diesem Semester 1818 wurden die Vorlesungen» 
die Uebungen am ^a)3tom und die medicinisch-^e« 
burtshülfliche Klinik von ii3 Studirenden besucht, 
von denen an lezter 48 als Prßktikanten Theil ge- 
nommen hatten. Im Allgemeinen zeigten alle eina 
rege Theilnahme^ indessen kann ich doch diese Be« 
merknngen nicht schliefsen , ohne die Namen Folgen« 
der öffentlich herausgehoben zu haben » 'die sieh durch 
den rühmlichsten Fleifs meine ganz besondere Zu* 
friedenheit erwarben : Herr Assistent M^y er aus Her« 
lin; Herr Ludwig Götze aus^Nenstrelitzf Herr 
Doctor Köhler aus Darmstadt; Herr Dn Wolter 



/ . 



4^n Büs%^orfi Hm Wilhelm Stetier aus Scbl«^ 
•ji^p-$ Herr Carl £i;^o(iardt ans Berlin; ^erf 
{iu4vig Saar aus . Mecklefibn^-g ; Herr. Albert 
ßcrb^r aus Deutsch in Sachsen j; Herr T^h airer 
^tt» OörtiU; Herr Gyerd^äaen .aa^. Seideoberg i|i 
dacbfien. ' / 



^ 



— 22f ~ 



'" '. • • X. ... 

Geschichte einet durch den Kaiserschnitt 
glücklich beendigten Entbindung. 

'Von ', ^" 

NicolausClMfeyer, 

Doctor der Medicin und Chirurgie, ausübendem Arate^ 
Cifbartshelfer und Kreis -Physiltua in (Preussiscli -) Mini 
den, KitgUed der raineralogischen Gesellschaft in Jena* 

> (Mit Kiipferabbildungen.) 

Vorwort. 

jliS ist wohl nicht zuläagnen^ dafs diö Gehurtshülfe 
eine Kunst ist» welche, auch dem erfahrensten Heb«' 
arzte, in jedem neu yorkompaenden F^lle, neue Er- 
fahrungen giebt, und seine Kenntnisse bereichert» 
"Wenn dies auch von den meisten Zweigen der Heil- 
Wissenschaft^ und zunächst in denen der Wundarznei- 
kunst mehr oder weniger gilt, so gieht es. doch wohl 
kein inneres oder äusseres L^id^n» welches dem» seine 
Kunst auch in dem gröfsten Wirkungskreise ausüben- 
den Arzte oder Wundarzte so oft Gelegenheit gäbe» 
denselben Fall unter den mannigfaltigsten, ja immer 
neuen Nüanzen zu beobachten und aiu behandeln > alflf 



^ic& (n der • Gc^burtehülfe der Fall ist. Wie viele 
HeKärzte giebt es nicht > die in ^iner bedentendea 

' Privat -Praxis die Zahl ihrer gemachteo^ Entbindungen 
auf mehrere tausend rechnen können ? und wie grofs 
die Zahl.der, unter den Augen eines Lehrers, in'Ge« 
Im i;tsan stalten^ vorfallenden . Geburten seyn können • 
. davon führen die J^hrbejfichte dieser Anstalten die; 
gültigsten Beweise an* , Weidher Arzt und Wundarzt 
abi?r ^darf sich rühmen t einen und denselben Fall 
mehrere . tausend- , ja nur mishrere hundertknale bc- 
liandelt zu haben? und sollten wirklich einzelne in- 
nere tLTkd äussere Krankheiten ,' besonders bei Epide- 
mien, oder langen blutigen Kriegen in sehr grofser 
Zahl vorkommen, so dürfte dies'do,cfa weder in der 
Anzahl» noct in der Mannigfaltigkeit der Fälle» mit 
jenen zu vergleichen seyn. Wenn ich selber die Zahl . 

\ der von mir genofachteu Entbindungen nur nach plün- 
derten rechnen kann, so, darf ich doch behaupteui 

' dafs fast kein^Fall dem andern gleich war» und die 
auffallenden Verschiedenheiten der Fälle mufsten um 
so bedeutender seyn , da die wenigst^en derselben durch 
den einfachen Gang der Natur beendigt wurden, son- 
dem ich d^hn erst zu Hülfe geri^feh ward^ wenn das 
Ungewöhnliche der Geburt, — w:orin dies nun eb^n 
' bestehen mochte, «^ die-Hebefrau zwang, d^s Geburts« 
faelfera Hülfe zu suchen ? 

' Jeder, dieser Fälle erfodert seine eignen Ansichten 
und Berücksichtigungen » jeder giebt dem Geburtshel« 
fer Gelegenheit neue Beobachtungen zu machen» und 

* seine Kenntnisse zu erweitern. .Wie grofs 'die ^u 



übcrwmdenBcn Scbwicrigkeiten , ,-i* w^Ichö Andtren- 
gUDgen der Geistes r und iCörperkräfte eumaf^t^ensindji^ 
wenn der Zustand der Mutter, oder Lage und.^e-, 
ichaffenheit des Kirides bald Anlegung "^der Zange, 
nnd den Gebrauch anderer Instrumente, b^ld* Wen- 
dung, Enthirnungi Ze^tückelung erfddert, — kann 
nnr der beurtheüen , dcf mit d«r Wahl' dieses Ge- ^ 
flcVäftes sich alten dasselbe begleitenden 'Beschwerden 
hinbegeben hat, ' . * ' 

.W^nn ich aber annehmen datf*, dafs es den m ei« 
8ten Geburtshelfern in einem eihigermafsen bedeuten* 
den Wirkungskreise vergönnt war, mit mir^ die 
sieisten jenep schwierigen , zu einem-^ gfücklichen Er« 
folge Wissenschaft und Kunst erfoderndei^, Fälle zu 
bebandeli\> so dürfen dach nur wenige sich des 
Glückes rühmen ) dafs ihnen in ihrer kochet bedeu-^ 
tenden Praxis die Gelegenheit geworden wäre,' die 
Entbindung durch den Kaiserschnitt zu machen , noch 
weniger aber , diese diircl^ einen glücklichen Erfolg 
gekrönt zu stehen« Da mir nun dies seltne Glück 
zu Theil geworden ist, so hait6 ich es für meine 
Pflicht^' sowohl duirch eine /einfache Darstellung des 
Falles Selbst» denselben bekannt zu machen, als auch' 
im Kurzeh die Bemerkungen hinzuzufügen «^ welche 
sich mir bei tlem vorliegenden Falle, in Beziehung auf 
Frühere Beobachtungen aufdringen mufstei), wobei 
ich es gern trermeiden möchte, durch Anführung' vie- 
ler Citate sowohl Weitläuftigkeit herbeizuführen, all 
auch Bekanntes zu wiederholen» 



• = 4 



E.iiileitung. 



Frau Anna, Charlotte Wolfangel, gebörne 
Ger^esi 33 Jahr alt> war seit i5 Jahren mit dem 
Schnjeidermeisrter Johann Wo 1 fang ei in Minden 
verheirathet ) mit dem sie in' einer zufriedenen Ehe, 
4och in ,den-Iezten unglücklichen Jahren durch man/che 
Sorge n^iederge^rückt^.le'bte; ihm 6 Kinder» S Knaben 
und 3 Mädchen, g^oaf^ von denen noch fi Knaben und 
2 Mädchen am Leben sind« ^ x 

Von S^Ieinem und zierlichem Körperbau, hat sie 
zwar an mapchen , in Schwache und Heizbar keit der 
Nerven begründetea weiblichen Beschwerden, dach 
' ohne heftige Krankheitsformen, bis zu ihrer iSten £nt« 
fasjin^ung [gelitten ; ist von Sanfter und ruhiger Ge* 
ii)üthsart, und lebte im häuslichen Verhältnisse zufrie« 
den. ihr Mann geniefst einer guten Gesundheit^ 
" docfai ist er blafs und mager, wie .dies bei^einem Ge« ^ 
werbe gewöhnlich der Fall zu seyn pBegt. 

Im Jahr x8i4 kam sie roit'dem 6ten Kinde nie« 
der, dessen Gebart die Veranlassung zu dem spä« 
ter nothwendi^ gewordenen Kaiserschnitte gegeben ij^at» 

Aus den sorgfältigsten Erkiindigun^en nacH'allen 
Umständen jener Entbindung, in Yergleichung mit 
dem jetzigen Zufi^tande der Frau , ergiebt sich das eben 
ÄÖ seltne Resultat: — \ 

z) Dafs eine schwere,, aber durch die Kräfte dir 
V , Natur beendigte Geburt^, mit wirklicher Ver* / 
echiebung der BeckenknochieD, — wenigsten» 



einer unvollkommenen Trennung der Sym« 
phiseni — vor sich gtfhen könne« 
a) Dafs es Zustande der Nacbgebart gebe, 
' , welche die natürliche Entwicklung .dersel« 
^ ben — abgesehen von, den oft vorkommen-^ 
den Anwachsnngen 9 Verblutungen > Klp^ 
schnürnngen, unregelmäCBigem 9itze auf deoi 
Muttermunde, u« s. w« -<- gePahriicher ma«* 
cfaen^ als die Geburt des vorher sch'on an'« 
\ Licht gekommenen Kindes gewesen ist* 
Hier also zuvörderst die 
^Geschichte der lezten Entbindung» 
welche der durch den Kaiserschnitt voranging, und 
welche die Nothwendigkeit vorbereitet hat, denselben 
bei der foljgenden Niederkunft anzuwenden; -^ aus 
dem » in allen Stücken übereinstimmenden., mit eid- 
licher Versicherang der reinen ^Wahrhdt bekräftigten 
Berichte des, Vaters, der Mi:^tter und def\ Hebaitme 
zusammengetragen : «— 

I 9 Nachdem die Frau W« im Verläufe von etlf Jah^ 
teti^ ^ne besondere Vorfälle, 5 Binder glücklich zur 
Welt gebracht hatte , wurde sie mit dem 6ten schwan- 
ger. Die , Schwangerschaft verlief regelmäfsig» nur 
war* die Fran so nngewöhnlich stark » dafa man ihr 
Zwillinge )>rophezeihte» 

Das Ende der Schwai;igerechaft wurde im Septem-^ 
hm 1814 glikkUdi erreicht, die Geburtswehen steil« 
ten eich ein, und am i2ten Septembelr ward ein Mäd- 
chen geboren, das weder ungewöhnlichr grofs und 
Stark 9 aber übrigens gesund war, und noch am Le«' 



ben i3t« "JÜe Naefageburt hatte ikb^nach der Geburt 
des Kindes vor den MutteKmund gedrängt > war aber 
Ton ^solcher Gröfse und Festigkeit, dafs sie weder den 
vorhandenen Wehen-wich* noch durch Hülfe der Heb« . 
ämme yprw'ärts bewegt werden konnte. „Sie war", 
isagt die Hebamme^ i^rdentlich eingekeilt, wie dies 
bei einem grofsen Kopfe des Kindes, oder engen Becken 
der FaU zu seyn pflegt". . - 

Da die Hebammen nur sehr ^ungern die Hülfe ei« 
ne^ Q^burtshelfers suchen, vielleicl^t.auch um etwaige 
Kosten zu sparen , ermunterte die Hebamme die Oebä« 
rende ^ur. Anstrengung und Verarbeitung der Wehen, 
und^ obgleich schwach und matt, unter den heftigstefi 
Schmerzen, wejchedie> der Geburt def Kindes, bei 
weitern überstiegen, bewirkte sie endlich den Abging 
der Nachgeburt» die» bei einer ganz ungewöhnlichen 
Härte und Festigkeit, mit einer fast Zolldick^n äehnen- 
harten Maase^überzogen^ die Gröfse des Kindes beinahe 
übertroffen haben soll, und die sie, (die Mutter, der 

. Vater und die Hebamme , ^übereinstimmend) als einen i 
runvien festen Fetiklumpen beschreiben, der die Form' 

.und. die' Gröfae einer hieir gewöhnlic);ien runden ,, eine 
Maafs haltenden. Bierflasche gehabt haben soll '*'^, 

*) Di« ErzShhiDgen d>»r Hebammen wohl kenbend, sobald 
es das Uogewöhnlicbe einer Geburt betrifft, und mit 
^egrAiidetem Mifstiauen io dieselben, habe ich mich 
zu wiederholten Malen, YorzUglich bei ^n Ehelea« 

' ten W.^ nach dorn Hergasige erkundigt, und kann der 

. unbefangenen Versicberune dieier rechtlichen Leute» 

denen nichtig an der Verstellung der Währheir liegen 



W&brenci d^r katen Anatresgiihgen »ar Wegichaf- 
l^ng der Naphgebür^ und im Augenblickje des Darcb« 
ganges derselben (dainch die untere Beckenöffnui^ ^m« 
pfand, nach ihrer Angabe » die Gebarende einen plötz- 
lichen heftigen Schmerz, wie wenn eich etwas gewalt« 
.sam trenne y oder entzwei r^ifse» wobei eld hörbares 
Geräusch zu. bemerken, gewesen seyn soll» 

kann 9 so wi^ det Üebereinstimniung der kleinsten 
Punkte ihrer Erzählnng' keinen Zweifel entgegen sex* 
aen. — ^ Wenn übrigen^ ein ftutgetragenes Kind mit 
Leichtigkeit geboren ist« .uimL die eich zur Ent^ck- 
laag ss^el^nde Nachgeburt einen so bedeutenden. Wi* 
dastand findet» Ivöbei keine f^ste AdhSsion an die 
Gebftrmatter vorhanden ist f indem sie endlich , ohao 
beiendere kdastUche X/dsüngp iii einem Stücke zum 
Vorsehein kam; wenn der Durchgang dii^ch das uu- 
, iere Becken mit heftigeren Schmerzen» als denen bei«, 
dem Durchgänge des Kindes begleitet war», wenn 
iiberall die nachfolgendim ungewöhnlichen Erscheiltun- 
geuy iu Folge des J)urcbganges der Nachgeburt , und 
' nicht des Kindes , sich zeigten; so ist gewift- die Ur« 
Sache dieser Erscheinungen mit Tollem Rechte in ei« 
' nem ungewöhnlichen Verhtltnisse der Nacjbgeburt zum_ 
Becken zu suchen , und» ohne Leichtgläubigkeit ^ in ^ 
die Wahrheit der einfkchen ErzShlung des Herganges 
d«r Entbindung» wie der tusseren Beschaf£e^heit d«t 
» Nschgeburt« .Glauben ,zu setzen»; Dafs übrigens die 

spät^ Torgefandene VerbilduQg d.es Beckens damals noch 
kein Hindemifs des Durchganges der Nachgeburt habe 
seyn können ^ geht aar der unmittelbar yörhergegiinge« 
neii leichten Geburt dss ausgetretenen Kindes hervor. 



^ 



DieMr Schmierz hatte sieineü 6ilt in der Vereint« 
^ gang der Sphaambeink^ochen , v^rmindertte ilich zWar 
bier in der Folger, stellte sith abet* desto heftiger im 
Hinteren Theile des Bjsckent, vorzüglich in der Gegend 
• der Vereinigung der Hüftbeine mit dem heiligen Beine» 
merklich za beiden . Seiten des heiligen Beines, VQtm 
zngsweise an der rechteia Seite ein^ ttnd war dort spa-^ 
ter auch in 4en Hüftgelenken sp heftig, dafs die Lei7 
dende nicht im Stande war» eine bequeme Lage zu fin- 
den ; vorzüglich schmerzhaft war die Lage, auf dem 
Jlücken, und dieser eigen ihümliche Schmerz in>Kreuze 
auf beiden Seiten des heiligen Beines ist ihr besonders 
jUsderkAien Hälfte dieser folgenden Schwangerschaft 
unerträglich gewesen»' ' , . 

Der bei dem'' I^urohgange der Nachgeburt gehörte 
Ton mag iiilmerhin nur der oft'zii bemferket^de, klaf- 
''fendef gew^s^n seyn; denno<2h sthehit in d e m Augezi- 
t>Hcke eine Veränderung des Beclcehs vorgegangen zu 
' ^seyn, indem die Wöchnerin nach der Entbindung, bei 
jeder Drehung des Körpers, und des Beckens, welche 
immer mit heftigerem Schnaerze verbunden gewesen 
ist» noch eine geradme Zeil nach der Entbindung ei« 
nen knarrenden Ton . der auch von den Umstehenden 
bemerkt worden ist 9 gehört h^it^ wie wenn sich harte* 
Körper an eiailnder riebeh. /Dies Geräusch^ durch 
Trennung dikr Becki^nknocben bei der Entbindung, 
ist auch flöher echoii vöö AtKterss bfeöierkt worden *)♦ 

•) J. P. Mithell, de Synihondtot&mla Puhis 
• ommehtufiut. Amitd.i'jQi, fag.Qi, — Fuerunt 



Die Aussage selber aber, in deren Wahrheit icK, bei 
^Zusammennähme aller Umstände» und bei 
der Uetberzengangi ^afs die £hf reute W« keinen 
Grand haben konnten, etwas Unwahrfss zu ver^idiern^ 
wozu, si« überhaupt ^u rechtlich sind, — ^^ durchaus 

-- keinen Zweifel setzen kann,. scheint es unlaagbar za 
machten, da£i bei der Entbindung eine Verändening 
äeSy^egtuBeitlgen normalen Verhältnisses der einzel;ien 
Beckenknocl}en bewirkt worden sey, uifd dafs diese in 
einer bedeutenden AujsSehtiung der Bänder^ mit wifk* 
licher Trennuftog,der Beckenknochen bestahden habe. 
SoYcobl, die einfache Beschreibung der damaligen krank«^ 
haften Erscheinungen^ als die später, das heifst> einige 

i Monate nach der Entbindung von mir selber beoback« 
teten, weiter unten beschriebenen, rechtfertigen diese 
Ansicht auf aUe Weise, und geben zu den , schon von . 
Michel/ angeführten Beobsiduungen^^über dieTren^ 
4iung der Beckenknocheii bei der Geburt, einen nicht 
zu bezweifelnden B61eg« ^ : 

Wenn nun aber diese Erscheinungen nicht durch - 
die Geburt des Kmdes bewirkt- worden sind, sondern 
erst bei dem Durchgänge einer ubgewohnlicb grofsen 
'und festen Nachgc/burt,^ welche eine geraume Zeit 
gleichsam eingekeilt dem Durchgange ^urch das kleine 
Becken' widerstanden, und nach dem gewaltsamen 

enihi celebres virl, qui hvpc ossium pelvis secessum in 
- jpso'jHirtü videruntf vel per strepituM peretperuntf 
^el Claudicat lOTtem post pnrtnm oJfservarunt ^ öt inter 
alioi V esliytglusf Soürnäittf et doct, BieKer^ 
SxMiiotDsJo2irniiLULBd,isSt. ' Q 



;, t.--_ .236' - '■ ', ■ 

• ' ' ' ' ■ -^ • . ' • 

jDarchgaoge derselben bemerkt wurde»» so darf ^ie 
oben gemachte Behauptung; i^dafses Zaständ« 
der ^Nachgeburt geben könne, welche die 
£ntvvickluue derselben für die Gebärende, 
gefabrlich-er machen können , ala^a die 6e*' 
b.ürt de« voi'her schon an dag Licht gekom* 
menfen Kii^des gewesen ist'*, wohl als bewiesen 
aiigeseh^n werden, so selten dieser Fall aiich seyn 
mag; da mir da,riiber keine Beobachtungen andefer 
Geburtshelfer bekannt sind» * 

Die durch diesen Vorfall entstandene Schwäche 
de^ Beckens« welche in einer allgemeinen Ausdefanting 
der Bänder begründet t und mit wii'kliehier Trennung . 
der Syraphisen verbunden war, mit den heftigsten 
Schnlerzeri, hat die Frau W«, bis zu ihrer jetzigen 
Entbindung durch den Kaiserschnitt, alaio sVk Jahr 
läng« am Gehen irerjbindert. Denn nachdem, sie eine 
geratime -Zeit nach jener Entbindung unfähig gewesen 
war, das Bett zu verlassen , machte sie später die er« 
sten Y-ersucbe zum'Gehen^an' Ktücken, welche sie 
lange beibehielt ; i^nd npch in dem lezCen Jahre, wäh« 
rend dieser Schwangerschaft-, konnte sie nur höchst ^ 
langsam, mit den Händen sich an Tischen und Stühlen 
festhaltend, mühsam und mit Schmerzen von einer 
Stelle zur andern kommen« Vorzüglich schwer ward 
es ihr sich wieder aufzurichten» wenn^ sie sich etwas, 
gebückt hatte $ 'und öfter, wenn sie sich während der 
lezten Schwangerschaft niedergebückt h^tte, um etwas 
von der Erd^ aul^uheben, mufete ^\e^ ui^ sich wieder 
aufrichten zu können , ihren Mann zu Hälfe rafeii» 



Dafe »ich »^ch jciier EntCTiKiung, bei den ersteh 
Versuchen zum Gehen ^ nebeiy den schon * im. hintern 
Theile des Beckens zu beiden Seiten des heiligen Bei- 
nes, vorzüglich an der repbten Seile sich vo rundend ei 
Schmerzen, tioch ein heftiger Schmerz in den Hüft- 
geJenkejEi einstellte, läfat sich sehr einfach auÄ- dem 
Terä&derten Verhältnisse der Pfanne zum Kopfe des 
Sxhenfeelknochens erklären} die sich spätfer, $chon bei- 
der äusseren Untersuchung 9 ^ergebende VcrbUdung des 
Beckens, mit Einbiegung des rechien Scha^m^nochens 
crgiebt. diese Veränderung yiea normalen yerhältnisses 
zur Genüge. Duich den nun entstandenen schiefen 
Druck der Pfanne auf den Kopf des Schenkelknochens 
mufste nicht allein der l;ei:es» sondern auch die K,apsel«^ 
bander widernatürlich ausgedehnt werden,* b^is sich 
diese Theile allmählig daran gewöhnten ,* und der 
Schmerz erträglicher wurde» Die Form der Hüftge- 
lenke, oder vielinehr das jetzige Verhältnis des Kopfs 
«der Schenkeiknochen zur Pfanne» nach dem äussern 
Attscheiiie, wieder Gang der Frarn W. stimmt^ wenn 
aueh nicht vollständig, doch eiliigermafden mit dem 
V^rbäitniese und dem Gang« überein t welch> bei der^ 
ItixatiQ femofis spontßnea Statt finden; und wenn es 
jezt, bei dem doppelten Leiden beider Hüfrgelenke, 
auffallend ist» dafs de^ rechte FuXs-, bei aufrechter 
Stellung des Körpers, wohl einen Zoll kürzer ist a^s 
der linke y weiches keine weitere Unbequemlichkeit,, 
ab ein unbedeutendes Hiqken beim Gehen zur Folge 
hat, — 8p ist dios in dtm jetzigen Vjörbältnissie des 
Beckens begründet, und besläiigt die Wahrscheinlich- 



. < 



keity-^dafs dieTechfe Seite des -Beckens vorzüglich ge» 

\ litten habe,' ' . 

^ Die ber nnd nach der lezten Entbindung durch 
dto Kaiserschnitt vorgenommene Untersuchnng zeigte 
zunächst eine bedeutende Verengerung der unteren 
Apertur des Beckens» welche nach. hinten zu durdi 
den untem^ Theil der Sitzbeine, dem herunter und 
iiinaufsteigehden Aste derselben {ramo de," eü aseen* 
dente ossis isohif)\ die sich nach innen gegen einander 
neigten, so bedeutend hervorgebracht war^ dafs der 
Queerdurchmesser kaum x% Zoll zu betragen schien^ 
nnd nur ein Finger bequem durchdringen konnte» 
indem der Versuch , mit zwei Fingern durchzugehen^ 
bedeutende Schmei^zen erregte* 

Die vor dem Kaiserschnitt, zur genauen Bestim- 
mung des Falls, so wie die nach vollendeter Heilung 
mit mehrerer Mufse undSicherheit vorgenomniiene Un- 
tersuchnng des ganzen Beckens , g^b das bestimmte 
Resultat einer bedeutenden Zusammenbiegung dessel« 
ben, welche zunächst In einer Krümmung^ nach mnen 
des rechten Schaambeines ihren Sitz zu haben schien^ 
bei Zusammennähme aller Erscfaeinangen aber, nicht 
ohne bestimmtes Leideii der Simphisit saero iliaea,^ 
ntid einer Abweichung vom normalen Zustande derseK 
ben Statt finden köfonte, ufid offenbar durch jenes 
ungewöhnliche fefefgnifs, einer bij zur Trennung be- 
wirkten Ausdehnung aller ' Sjmphisen des Beckens^ 
und dies in Folge des gewaltsamen Durchganges der 
Nachgeburt, und nicht des' Kindes, durch d^s Becken, 

bewirkt war;. aber darch den hiedurch herbeigefuhr« 



ten kr^khaften 'Zustand d«s Beckens noch beaondera 
eine Yerbildun^ (Einbengang) dea einen oder, mehret 
rer Knochen des Jf^ecken^ herbeigeführt hattOi 

£a ist aber einleuchtend^ dafs diese Verengerung 
^des Beckens nach unten zn^ so Wie dieselbe bei der 
Entbindung, durch den Kaiserschnitt, und, als die Noth- 
wendigkeit desselben begründend, beobachtet wurde, 
in sdcliem Grade, in der ersten Zeit nach jener früherA 
Entbindung,- noch nicht Statt finden konnte; obgleich 
die bald nachher sich einfindenden , .und später immer 
fortdauernden Schmerzen in der Gegend der Vereini« 
g^ung der Hüftbeine mit dem heiligen Beine, schon 
auf ein durch die Zus9mment)eügung der BegkenkniO« ^< 
eben Statt findendes Leiden hinweisen; wahrscheinlich 
wurde aber die Deformität desBeckens, in Folge jener 
krankhaften Einwirkungen > erst später, bei den er- 
•ten immeir .unvplikomnden gebliebenen Versuchen 
zam Gehen, du^ch den Druck der Schenkelknochen 
auf das Becken, öder vielmehi^ umgekehrt, durch 
den Druck des Beckens mit der ganzen Last des Ober« 
körpers auf die Schenkel^nochen, hervorgebracht, ,biä ' 
es seinen ^höchsten Grad erreicht» und endlich das'^ 
Becken in dieser Zusammenbiegung eine gewisse Fe« 
atigkeit erlangt hat *)• , . ^ 

"'*) Wenn Mich eil, in dem angaföhnen Werke- Jtf,*y»- 
chdndrotomiä fuhis y viele Beispiele von bedeutenden . 
, ikutdelinuDgen der BetkenbSndex bi« zur Trennung der 
. Knobhen^ durch die,Gewalt der Geburt^ anführe, so stt 
•e mir i^ioTeasant, eben jezt zultn zweitenniale «n der ^ 



— ä4o — ^ 

An f fallend ist hiebei^ daf»» >da die Tran VK. von ' 
der Zeit jener Entbindung ant bis zu der tezten dnrch 
den Kaiber^c^oitt , wiegen mangelnder Festigkeit dea 
Beckens ilnd Heftigkeit der ^Schmerzen , wenig oder 
nur sich stützend hat gehen können» ihre* Kräfte tmd 
dif Festigkeit im Becken nach der Entbindung durch 
den Kaiserschnitt so sehr zunahm, dafs sie schoti am 
y!zten.Pfing9ttagef also lo Wochen nach jener Operation» 
im Stande- war, einen Spaziergang von Fast einer Stunde 
Weges zu machen, ohne dadurch besonders angegrif« 
feii zu seyn, und mich aaf der Grille, einem ^4 Stunde 
▼on der Stadt Hegenden Öffentlichen Garten» begrüfst«^ 

i ' 

' ITraa des Scjil'bssers Srnstiirg hier diese Aasdehnung- zu 

beobachten. J)lefe Frau» welche seit ihrer ersten 

schweren NiederkuAfe stett tchwäehlicb iit, leidet je« 

desmal an- einer langen Dauer einer schweren Gebart^ 

die- indef« durch die Kt^aft der Natur beendigt wird. 

Vor 2: W)si Jalnen, da ich sie im Wochenbette beobach- 

^ tete, und ^^rztüch behandelt e» so wie jezt, 7 Woc^to 

iia^h iliver lexten Entbindung, hat sich ihr Ei^rper im 

panzen %*olIsLandig erholt» jie Krlfre sind hergestellt, 

j^ppetit Iknd Schlaf gut*, aber dennoch ist sie, wegen 

einer auffallenden Schwache in den BSndern des Bei» 

kens» mit schnoeizhafter Bfweglicbkeit der Becken« 

knocheri be^ jedem Versacbe' »um Gehen, nicht ioa 

Standesich allein fortzubewegen, und niufs, obgleich 

sie sich liegend und sitzend yoltkommen stark fühlr, 

getragen, oder, trntet Schnadraen im Becken ^ gestUxt 

werden. 



wo «ie von allen Anwesenden als ein Wunder bestannt 
wurde* Der Verlauf der Geschichte desKaiaerschnittes 
wird die Umstände an|;eben , unter denen die Fraii W. 
ihre übrigen Leiden verschwinden fühlten 

^. Wenn n^un der atf eben gegebene Bericht die an-, 
fangs von mir.nnter i und a a«afges teilten B^haüptun* 
gen rechtfertigen wird, so darf ich.jeit zu d^r 

r '. ' ' ' ^ 

Geschichte des Kaiserachnittes 

selber übergehen. — ' 

Schon während det. lezteu' Hälfte dieser "Tten 
Schwangerschaft hatte die Frau w* Vorahn düngen ih- 
rer .künftigen sciiwierigei;! Entbindnng gehabt t da ihr 
Zustand durchfius verschiedene Erscheinungen von de« 
nen ihrer vorigen Schwangerschaft darbot, welches sie, 
frc^iücb, ohne Ahndnnjg von dem eigentlichen Zustande 
.'ihrea Beckens zu haben> vorzüglich auf Gichtbeschwer- 
den schob» für welche sie diese Leiden immer gehalten 
hatte. Aber ausser dem emphndlichen Drdck auf das 
Becken , hatte .der Leib eine so ungewöhnliche Form, 
dafs es der Frau , welche schon 6 Kinder gehabt hat1:e, 
allerdings auffallen mufste; und dies, mit. d^r: ganz 
verschiedenen Empfindung von der Lage des Kinder» 
, >Velches, statt sich in das Becken, hinabzusenken , ^»tets 
über demselben stehen- blieb ^ konnte sie wohl zu der 
oft wiederholten Aeusseruqg veranlassen : „Sie werde , 
nicht auf die natürliche Weise gebären,' sdndern das 
Kind werde herausgeschnitten werden * müssen*^ — ' 
Diese ^hon früh gefa&te Idee mochte in der Folge 
nicht wenig zu der ausgezeichneten Standfaaftigkeit 



^beitragen » mijt« der sie den Entschlufs äosfierte > sich 
der Operation *^a' unterwerfen., und mit.Vvelcber sie 
dieselbe ertrug. 

Ihre schon, bestehende Schwäche hatte gegen das 
Ende der Schwangerschaft sehr zagen omm^n» und 'es- 
hätte sich, ein heftiger Huatein, der ihr besonders be- 
schwerUch fiel 9 init starkem Auswurf eingefandejiy 
dafs ich, wie ich sie am i6ten März 1817 zUm ersten« 
niale sah, und die absolute Nothwendigkeit ^er zu 
machenden Operation erkannte^ wetiig Hoffnuüg zu 
4einem 'glücklichen Erfojge fassen konnte» da, sich zii 
dem beschwerlichen Husten schon ein schleichendes 
Fieber geacjlit hatte. ^ > ' 

Am i5ten März 1817 hatteti sich früh Morgens 
Wehen eingestellt, welche allmählig immer heftiger 
und der |Lranken unerträglich wurden, da sie 9 ohne 
diev Oeburt zu befördern , ^nur die heftigsten Schmer- 
zen iina EreXize und auf die Darmbeine verursachten« 
ÜmgUhr warej^ die Wasser abgeflossen, und um 6 Uhr 
Abends stellte sich , nach einigen heftigen krampf- 
haften SchauderVi , ein plötzlicher starker Frost ein* 
Wahrseheinlich war dies der Augenblick , in dem das" 
Kind starb ; denn bis d&hin hatte die Mutter, vorziig« 
lieh bei deu Wehen , noch immer Bewegungen des Ein« 
des gespürt, nach diesen Schaudern und Frost aber 
durchaus keine mehr empfunÜen«^ 

Am i6ten März Nachts' um i- Uhr kam'die^Heb«^^ 
. antme Bleien zu mir, und ber^htete : — ^die Frau 
des Schneidermeisters Wolfangel habe das Ende ih- 
rer Seh wüug^i Schaft er];eicht, die heftigsten Vfehen 



/ 



. ■ ' '" , ^ . 

\ ■ • , -^ ' 

8cyen ein^ttreten» uiid die Wasser abgeflossen; sie 

könne aber nicht'äuf iem gewöhnlichen Wege entbun* 
den werden, da.si^ vor 2 Jahren;^ in ihrem lezten Wo- 
cbenbette, an einem heftigen Gichtanfalle gelitten» 
durch den ihr die Knochen des Beckens ganz verscho- 
ben ändzasamtne^ge wachsen waren/» westia^b sie auch 
in der ganzen Zeit nicht ordentlich, habe gehen kon-* 
neu* Srö habe die heftigsten Wehea und «Schmerzen^ 
ohne da£s die Geourt dadurch beendigt werden^könne« 

Mir kam die Sache übertrieben» ja fast unglaublich^ 
"vor ; sie bestand aber auf der Dichtigkeit ihcer Aus* ' 
sage, und bat um eine persönliche tJiitersuchung. — ^ 
Ich ging sogleich mit iht, fand die Frau W* im Bette 
iiegeiidy von^den heftigsten Schmerien gefoltert» die 
sie nicht länger ertragen zu können versicherte» und 
mich deshalb flehend bat: »»ihr nur gleich den Leib 
aufeuschneiden^ .und sie von ihrer Bürde und von ih« 
xen Schmerzen zu ej^löseh, da sie überzeugt s^ey^ uiid 
dies auch schon früher geglaubt habe^ daJs sie auf 
keine andere \yeise entbanden werden könae^*/ > < 

Sie lag auf dem Rücken > weil dies/ sowohl w^en 
der .wiederholt eintretenden starken Wehen» als aut)h 
besonders wegen d^s heftigen Hustens» der^sie Unauf« 
hörllch quälte , \iTid d^r mit vielem Auswurfe verbun- ^ 
den war» die einzige Lage war» in der sie ausdauern 
könnte, indem dieser durchaus keine Seitenlage ver^. 
stattete; obgleich ihr in frilherer Z^eit, . nach dem. lezten 
Wochenbette» wegen der Sc^hmerzen im Kreuze» dies; 
die beacihwedichste Lage gewesen seye«^ ^Sie hatte ein 
blasses cachektisches Ansehen, der Puls, war klein» 



' 7 



,hSafig» 'gespannt, tind^ zuweilen auS6etze,nd» ^ni^d alles 
deutele auf einen böch3t ges^^hwäclvteii Zaatandi ' 

Ich suchte sie zu beruhigen ,^ unti' xnachre. die Uti« 
tersuchung» bei welcber ich die Aussage der Hebamme 
vollkommen bestätigt f^nd. -jpie untere Apei;tur des 
Beckens war, durch, Gegen^einanderneigung der unte« 
i^en Aeste der Sitzbeine, so verengert^ djifs ich 8;y\rischen 
dea nahe stehenden Tuberositäten derselben nicht nfiihr 
wie eii!ien Finger bequem durchbaingen konnte. Defe^ 
Muttermund war mit dem Finger nicht zu erreichen* 
Die äussere Betastung des Beckens ergab eine bedett- 
tende Verkürzung des oberen Queerdurchmessers^ 
und über demselben dehnte sich der äusserst gespannte 
,Unter(eiby in einer so ungewöhnlichen und eigen^thüm« 
liehen» nach dem Nabel ganz *spitz zulaufenden Form 

, auf» dafs kein Zweifel übri^ bleiben konntei die Fruq^t 
befinde skh ganz oberhalb äes grofsen Beckens » ohne 
in das kleine selbst, oder nur in die x>bere Apertur 
desselben ein tireten £u können. 

Die Unmöglicbkeit , ; dals ui^tel" diesen* Umstanden 
die Geburt des Kindf s auf dem natürlichen Wege vor 
sich gehen könhe^ oder dafs v<>n den) Gebrauche der 
Instrumente, etwa zur Zerstückelung des Kindes» daSi 
Mindeste zu erwarten sej , war einleuchtend , und so 
ungünstig die Frpgnöse bei Zasammdnnahme aller Um- 
stände ausfallen mufste» ,80 beschloXs ich doch auf der 
Stelle den^ Kaiserschnitt zu machen » da dies das einzige 
Mittel war, die Frau Von ihren Leiden zu befreien,^ 
und ihr möglicher Weise das Leben, zu retten* Da 
überdem die Frau W» ihte Bitte^ aufs angelegentlichste 



— ,245 — 

"wiederholte: *wihr;dochv gleich den Leib aufzuschnei- 
deby und das Kind 'hetraa9zunehnien"5.ao erklarte ich i 

ihr: „dafa die 'Lage der- Sache allerdinga von der Ar't 

eey, dafa sie nur auf dieaem Wege von ihrer Bürde 
vrie von ihren Schmerzen befreit werden könne.; doch 
967 4)ies ein Gedchäft, ^das fich nicht bei ;der Lainpe 
verrichten iasse^ sie mlisse sich d^eehalb bis zum Aii* / 

, bruche^ des Tages gedulden , da ichi dann gleich die 
Entbindung, vornehmen 9 und die nöchige Hülfe mit« 
bringen wolle'^ j , , 

Ich hatte nicht, erst nöthig, besondere Beruhi« 
gUDgsgründe über die Gefahr der Operation. hinzuzu- ' 
fügen; Frau W. fühlte ^sich schon durch die Hoffnung ' 
gestärkt und erleichtert, auf diese Weise ihrer Leideh 
erledigt zu werden, versprach vuhi^ auszuhatten « be- 
echwor mich aber / die AusfÜl^räng meines Vorhabens 
keinen Augenblick aufssuschieben , sondern mit An- 
brufph^ des Tages zu kommen ; Welchles ich versprach. 

Ich hatte mir erst kurz /zuvor, da ich zu' einer 
adlich'en Dame 5 Stunden von hier als Geburtshelfer 

, gerufen wurdet bei reicher» nach der Beschreibusg 
de« dortigen Geburtshelfers^ die mir, berder Apffode* 
vaxig^ zur Hülfe^ mitgetbeilt worden, die Noth wendig- 
keit des Kaiserschnittes v'orhanden zu seyn schien , die 
Entbindung äbelr ohne denselben, beendiget .wurde ; -p-v 
allea für diesen Fall Nöthige vergegenwärtigt! hatte 
meine Instrumente in der besteii Ordnung« unü durfte* 
inich also dem Schlafe noch einige Stranden überlassen; 
sandte abe^ noch vorher zu dem Chirurgus Hrn; Äfedi- 
cinal -Assessor Di edrichs» dessen Gegenwart ich mir 



/ f 



~ •246 ^ r: , - 

Schlag 6 Uhr in meia^m/Haase erbat, und bestellte 
^ äie Hebamme um, dieselbe Zeit in das Haus der FrauW. 
Um ß~U.hr hs|tte ich alles, was iölr an Instrumenten 
un4 Bandagen nöthig zu haben glääbte 9 in Bereit«^ 
ecli^Fr gelegt» wehin zunächst der Steinsche ^Apparat 
zum Kaiserschnitt, mehrere sthaife Bistodri's» und 
Scheeren, Heftnadeln, Bipden, Compresseni Wund- 
fiden ui^d Heftpflaster gehörten, und da der Hr« Med* 
Asses^sor P. um 6% Uhr erscbien,' machte ich ihn vor- 
läufig mit der Lage der Sache bekannt, und er erklärte 
•ich beri^j^t mir Hülfe zu leisten ^). . ^ 

. , . . • \ . ■" , 

*} Maq hat 6f 'mir nacliher^ trotz de^ gliicklichen Ans^ 
ganges 9 voif einigen Seiten^ hinter meinem Rficlceot 
' £am Vorwurf gemacht', daf^ ich nicht mehrere Aerste 
SU Zeugen aufgefodert, und mehr Hülfe gesucht habe. 
" XJLer eine meiner Herrn Collegen aber^ welcher ohnehin' 
seit langer Zeit das Haus nicht, verlasseil hatte > ist 
'ni^ht' Geburtshelfer, den Andern vermuthete ich ab- 
mresend , und einen^ Auswärtigen einzuladen, fand ich, _ 
tchon wegen des Zeitverlustes, unthunlich; wenn 
anchv nicÜt das einzige enge Stiibcfaen» in dem die ' 
» ' ^ ' Kreissende lag, did Gegenwart mehrerer Personen^ un- 
möglich gemacht hätle» da wir n»it der Hebamme und 
" dem Ehemanne , deren beider Gegenwart die Frau W« 
' tusdrücUich verlangte , ohne die, GebSrendle schon 
4 Personen waren^, welche sich eng genug' behelfen 
mufsten, indem das /Wochenbette einen^ bedautenden 
Platz einnahm. Einigen Zus ch'au^tn - zu Gefallen 
' di% Sreissende aber.in eiii anderes Haus zu biingen« - 



Die Leidende bezeugte über nxi^e Ankunft di« 
• grq&te Frende; ihr Zuistand hätte aiph in den 5 Stun- 
den -nicht veränd^t^ auseer dafs die Schmerzen ^ nach 

möchte wohl phtn $t unweise alt hatt gaweMn teyii. 
— - Ich erwähne diefs auidrUcklich > weil wii^ic)i je* 
aandy der ' wohl '^•chwerljeh viel hei.ider Opetecioa 
genuzt ^tte, diese üntexlassung hinter meinem Riicke« 
hart geudelc, und einen "ubeln «Ausgang Torhergösagf 
hatte« --— ' Ueberha'upt glaube ich nicht ^.di^fs» aussei^ 
dem die Operation Verrichtenden, mehr als ein Sach* 
Teritandiger Oe hülfe unumgänglich notl^weadig ist» ' 
dat, wenn nichts in der Anordnung Terifuml wpr* 
den» und alles wohl vorbereitet ist/ zwei Andere/ 
auch Unkundige » zur Unterstützung der Gebarenden» 
um io mehr, -^H'enn man mit^einer entseblosa^nen Frau 
SU tfaun hat, ;:u der n&tbigen Handreichung vollkom- 
inen hinreichend sind« HStCe es der Raui&i erlaubt» 
ao wurde ich indefs einen chir^rgi8chen Geholfen^ zur- 
* bequemen Darreichung der« Instrumente u. s. w. nicht 
▼erschiplht haben, so aber war durch d^n Raum alles 
in' der Nahe vo^anden, und der Tisch mit allen B«» 
dUrfnissen stand zuifo Abreichen nahe neben, dem Ope- 
firenden. Ich iSugne es aber nicht ^^ daft es fiir jeden 
Geburtshelfer belehrend seyn wird » auch nur als 
beobachtender Zuschauer dieser sehnen Operation bei- 
^ zuwcfhnen , und bei einem unerwarteten Vorlalle oder 
'Hindernisse dürfte Tielleicht auch ein» aägenblick« 
liehe C(\nsuItation Nutzen schaffen können , wenn auf 
der andern Seite die Gegenwart zu vieler Zeugen st5- 



^; r ^ ^ sfc.48. — . . ^ 

, ifaver Veraicberiing 9 hoch zugenommen hatten« Sie 
wiederholte ihce £^kJä/ttng, dafs sie nichts wünsche^ 
als dars die Operation gleich vorgenommen werde, und 
^Terlangte* dabei die, Gegen wart i^es Mannes; ' 

Vor allen Dingen ^urde die genaueste ^ntersa« 

*chnng gemeinschaftlich wiederholt, deren Resalut dat 

obed angegebene war^ und die Tndication wurde über« 

'einstimmend dahiDgestellt, — c|af| die Frau VV; nnr 

durch den Kaiserschnitt entbunden werden könne;,—* 

Die Wehen hatten noch immer wiederholt fortge-« 
dauert, und der Leib hatte sic^, nach, meiner Ansicht» 
noch spitzer Jn die l^öbe gedrängt, so dafs die ganze 
Frucht» in der^Form eines spitzen Kegels ^ zwischen 
der Herzgrube und dem ,Becken herausgetreten zu « 
sevn schien^ Die Folge bewies, dafs diese spitze Form 
9:ngleich durch den Sitz der Nachgeburt, welche nicht 
ganz in der Tiefe des Gebärmuttergrundes^ sondern 
mehr an der vordem Wand befestigt war, faervorge- 
bratht wurde» ^ 

Auf einem kleinen Seitentische wurden zunächst 

die zu der Operation erfoderlichen I|)[strutnente, ßap« 

dagen u. s. w. in Ordnung und Bereitschaft gelegt^ 

'•■-'. •• • \ ' 

rrad einwirken » und selbst die Leidende beunruhigen 

kftnn. Bei einer klinifcken Anstalt ist das Verhahnifs 

freilich anders als in der Piivatpraxi^« hier kann dia 

. Gebärende oder zu Opei:irende nicht, berücksichtigt 
« 
t werden» da es um den Unterricht zu' thiin ist, und 

der däfkt Bezahlende das Recht seiner Gegenwart fo« 

dern kann. >■ \ 



' ■ * ■ ' ■ . 

warmes Wasser und Oel, znm E^wärtnea ntad Schniti* 
digeo d^r rnstrameiit^ ward nicht vergessen; dann 
ward ein grdfserer und feaser Tisch frei in daaZinun^r^ 
gestellt, so dafs si|in von allen Seiten hinza kommen 
konnte» das nöthige L^iger von Kissen darauf bereitet, - 
und nun die zu Entbindende in eine bequeme Rücken« 
^>g^ g^^^gf » wobei der Mann die gebogenen Füiset , 
die Hebamme abeir den Kopf und OberJeih zu halten 
und zu unterstützen bi^kam« Bei der Entschlossen- 
heit der^Frau W. bedurfte es d^s Haltens der Hände ' 
nicht« Ein am Abend vorher von der HebanflnLe^ge• 
gebenes Klystier^, mit einiger Wirkung , machte dies 
. ' jezt nnnöthig* ^ 

Wenn ich auch nidit. im Allgemeinen schon mit 
ao vielen Andern z. B.,. Klein ^ Henkel, Weis- 
aenborn, u.m. den gerade^ Schnitt durch die linea: 
alba jedem andern, seibat dem von £t ein vorgeschla- ' 
genen schrägen Seitenschnitte, oder gar dem yoo Lau- 
verjat empfohlenen Querdurchschnitt, — welchen^ 
ich nimmer wählen würde, — vorzöge, so würde 
mich, in diesem Falle, die eigenthümiiche Form des 
Bauches dazu bewogen haben , indem ich in der zuge* 
spizten Erhabenheit des Kegels, mit Zuversicht die 
schmäleren Theile deS Kindes, nach meiner V^ermu- 
thung die Füfse, erwarten durfte. Bei der ausse/or» 
deutlichen Spannung des Leibes aber liefs sich nur 
hieraus, und dafs die Frau W. immer an dieser Stelle 
die stärkste Bewegung ges^purt hatte, die Lage des t 
Kindes vermuihen, etwas sicheres aber nicht bestim- 
men. Der Erfolg bewies auch^ dafs diese Vermuthun^ 



richtig gewesen , nur wurden die FÜfse noch erst von 
der NtcbgebÄrt bedeckt. 

Indem durch die Beugung der-Scbenkel die Span« 

, nung dei'Unterieibes'etwa» ▼ermindert wurde^ machte 

^ich, zurrechten Seite der Frau W* stehend, etwa^ZolI 

Unter dem Nabel eine Querfälte, welche ich mit dexn 

Bistouri rasch durchöcbriitt. Ich verlängerte, mit Ein« 

brin'gung deis Fingers, ohne besonderen Blutverlust, 

den Hautscbnitt bis etwa^ a Zoll über Ate Vereinigung 

der Schaambelne, und noch einen Zoll aufwärts gegen 

den Nabel, so dafs der Schnitt reichlich 6 Zoll,be« 

«rüg«"^)« vJezt lag die linea alha offen vor inir» ich 

machte vorsichtig eine Oeffnung in die Mitte dersel«« 

^en, gleich d^r ersten iii der Oberhaut 2 Zoll unter 

. dem Nabel, um mit dem Finger eingehen ^u können, 

\ ' • .• ' 

^ . * ) Das von einigen vorgeschlaglme Vorzeichneii der 
X KU schneidenden «Stelle lann wohl nnr yon^ deikl em- 
pfohlen werden, der teinet Sache nicht geWii^, oder 
Jurchtsam ist. Ic^i halte es untev. allen UniSi3nden fUr . 
. überfl^lssig» da der das Messer führende während des 
Schnittes Gründe finden kann,* den Torgez^ichneteit' 
, / Weg soitwSi^ts zu verlassen 9 weil ihm irgend ein.Hin- 
dernifs, -r- z.B. der gröfsere Ast einer Fdsa der, —» 
tiufstöfst. 4m wenigsten m5gte es da UQthig seyn, wo 
- ' keine Verschiebung der Süsseren Haut möglich ist, in 
welch erb Talle, und da, wo die Süssere Hat^tnarbe etwa ^ 
^ 2U berücksichiigen ist, das Vorzeichnen irielleicht ünzu- 
wehden wäre, üebrigens mufs sich der Operateur auf 
seine Kenntnifs ddr vorliegenden Thcilc^fnd auf sein» 
feste Hand yerlassen^» ' / " 



. ; • -i- ißt. -^ 

ircrlängerte- äeo Schnitt auf ,dem Finger mit dem gi*' 
knö^pfcen Bistouti» in derselben Ricbtun^ und Läoge 
wie den eraten^ ui^d dieblSulich äussernde <Sebär«' 
mutter trat berror. Indem ich deuaelb^n Schnitt 
darcfe die äussere und innere Muskelaub^tanz dersel« 
ben führte» und ebenfaUs den )?inger einbringen wolU 
te» fand ich Wideretand, und entdeckte nun, da£i dio^ 
Nachgebart ihren Sitz mehr nach vorne. hatte» und 
mit ihrem DurchmesW über zwei Drittheile des vor« 
^esezten Schnittes be^eckt^e. Hier blieb keine Wahl^ 
als den Schnitt mitten durch die Nachgeburt zu ma« 
chen> 10 gern ich dies , wegen der zu foefürchtendea 
fiutnngy vermieden hätte. Die Nachgeburt war vpflk 
bedeutender Consistenz^ doch ohne, besondere un4[ 
ungewöhnliche Festigkeit und Dicke, und obgleich 
sich mehrere der gröfsern Oefäfae in der Nähe def 
Schnittes iconzenirirten , so' war doch die Blutung; nur 
, ntabedeoCend, und betrug kaum e|n Paar Obertassea . 
voll« Durch das schon früher Statt gefundene Abster« 
ben des Kindes war die Circulation des Blutes in der« 
selben wahrscheinlich schon gehemmt worden. Die 
picken Bänder der in der Mitte durchschnittenen FU« 
centa verengerten den Baum der. beabsichtig|enSchnitt«i 
wunde y und SO ward ich genöthigt, den äusserea ^ 
Schnitt» nach oben, und unten, ^ocb um einen halbea 
Zoll zu verlängern, -Bei dieser Verlängerung des 
Schnittes gegen den Hals der Gebärmutter flöfs noch 
etwa eine halbe Tasse voll/Schaafwasser ab« Das Kind 
hatte die beste Lage, no^it dem Gesichte gegen die Ver? 
einignng des rechten Hüftbeins mit dem beiligen^Beinef 



die Füfse gegen cKe Schnittwunde gekehrt, und Indem ^ 
idi durch den Gehülfen die Ränder derselben leicht 
Von einander halten liefs, , zog ich dasselbe ohne An« 
istrengung hervor. . ' 

* Leider zeigte das Kind keine Spur von Leben 
inehr, und wa^ wahrscheinlich, wie ich schon oben 
^angeführt, am Abend vorher gestorben« Ich unteir^ 
band schnell die Nabelschnur, und lösete die Nach- 
geburt» indem ich nach' innen um die Haute mit den 
Fingern herumging, dak. ich sie durch den Wasser- 
eprung schon getrennt fand; und so brachte ich sid 
init leichter tiühe in zwei Hälften heraus, die nur da^ 
wo sie im Grunde der Gebärmutter angeheftet gewesen 
vrar)en, no^h* mit einander in Verbindung standen. 

Höchst interessai^t wät in diesem Augenblicke» da 
nun auch die I^adigeburt entfernt war, der Anblick ' 
der sich ' zusammenziehenden ' 6ebär^iutter^ .welche' 
schnell die Gröfse eines Gänseeyes annahm, und, in 
der Form» einei; auFgeplazteii reifen Feige, zu verglei- 
chen war, deren wulstige» von einander abstehende 
Ränder sich nun von der Mitte des. Grundes bi^ gegen 
^den Hals der Gebärmutter erstrickten. 

Ich kann es nicht läugnen, dafs diesi Voneinander- ' 
stehen der wulstigen Ränder ider Gebärmutter mich in 
einige Besorgnifs versezte, dafs dadurch die^Vereini«* 
gung derselben Schwierigkeiten finden möge; doch 
war hier direct nichts weiter zu thnn, als dals ich, in« 
dem ich Wigan d*s Bath *) befolgte, und^ie Gebär- 
^y ^iehe deiBseh »»drei geburtsLülfliche, Abhandlungen» 
Hamburg i8ia'\ , . 



. inutter behutsattiia das Becken, hinabdrückte,, um ihr 

dort gröfaetÄ Festigkeit zu geben, ditese Ränder, *8ci 

viel e« «ich thun lieft, einander näher zu bringei| 

suchte. Noch j#zt kann ich mich de/ Idee nicht er« 

wehren , diese beabsichtigt« Vereinigung der Bänder 

der Gebärznutterwunde mit einander habe wirkh'ch 

nicht Vollkomnfien ^tatt gefonden , sondern es hätten 

•ich die Bänder, durch die erfolgend^ Entzündung 

derselben , mit den ihnen zunächst liegenden innefeu 

BMeckungen das Beckens, oder zunächst mit der Blase 

.vereinigt, und seyen mit d.iesfcn y^er wachsen ; obgleich, 

sich die nacbherige vollständigere Zusammenziehung 

iet Gebärmutter tind die dadurch bewirkte gröfsere 

Annlhernng der Ränder nicht bestimmen läfst« 

Mir schien übrigens diese wulstige, sich fast nacl^ 

aussen biegende Form der Ränder der Sehnittwunde 

den Beweis zu geben, dafs die zusammenziehende 

Kraft der äusseren Muskellage der Gebärmutter 'die 

der inneren überwiege,- 

Ehe ich aber das Senken der Gebärmu^tter voll« 
ständig zu, bew^iikcn suchte« brachte ich durch die 
Oeffnung derSchnittwundeden Mittelfinger ein» drang 
durch den wenig geöffneten Muttermund» bis in die 
Scheide» um jedes mögliche Hin^dernifs >zum Abflnfs 
der Lochien zu entfernen. Das wenige, zur Seite ia 
die Bauchhohle abgeflossene Blut, mit dem zulezt ab« 
geflossenen Schaafwasser , wurde init einem w^fchen 
gewärmten Schwämme vorsichtig aufgenommen. 

Dieser Augenblick , oder vielmehr der schon vor«- 
l>®i'£<?gaoscne des. Zusammenziehens der Gebärmutter 

R 2 



nach ihrer Entleerung t ist der entscheidende, in wel« 
rhem der Giehülfe aufmerksam und tfaatig gejnjnviü^ 
um das Heraüsquillen der, nun vbn ihrem Druck btf« 
halten, ihre natürliche L^ge 'Buchenden Gedärme ^a' 
Terhüten. Diede treten von allen Seiten *), vorzüg- 
lich von oben her , so schnell gegen die Isedentetode 
Öeffnung vor» dafs sie,, wenn nicht genau von dem 
.Gehülfen« Acht gegeben wird, zwischen und neben sei« * 
nen Fingern durchschlüpfen , und aus der Bauchhöhle 
hervordringen. Die Schlüpfrigkeit derselben , so wie 
die nöthfge Vorsicht, sie durch keinen harten DrtHik 
zu beschädigen , erfodern hier wohl jedesmal bei die» 
ser Entbindung die gröfste Aufmerksamkeit und Ge- 
wandheit; und wenn es auch leicht zu bewerksteUigen 
iat, die vorgefallenen Gedärme wieder in die Bauch« . 
höhle zurückzubringen» so ist gewifs die Gefahr einer 
erfolgenden Verschfingung nicht klein, und die sonst 
vielleicht glückliche Operation würde durch diese an^* 
scheinend unbedeutende Vernachlässigung einen an« 
glücklichen Ausgang habenv 

Nachdem dil^e Feuchtigkeit aus der Bauchhöhle' 
entfernt,' die Einge\veide in ihter gehörigen Lage er- ' 

' *) Nicht immir diüngen sich die^GedSmis in so hohdin 
Grade, und bisweilen gar nicht heivgir, wenn des 
Kaiserschnitt früher» vor abgeflossenem Fruchtwassex 
und erfolgten Contfactionen dcrGeharmnttery angestellt'^ 
wird. Man sehe »> Wiedemann^s Kaiserschniusge« 
schichte'* in des Herausgebets Lucina i: Bd. Iff. 8f, 

-'■ ^ 5«ite384. Der Herausgeber. 



;— • a55 .,— • , ■• ■ ' 

.liaUeii waren» warden di^. Ränder äer Bauchbedeckuh« 
gea ^neU durch die blutige Nath ^) vereinigt. Dicht 
über dem Bogen der Schaanbeine ward eine ^weiZoU^ 
lange Oeffnungy zom Abflur« dea aicli bildenden £itera 
geiaadbn, und in diese eine mit einfacher Digeativ-Salbe 
ditnn imtrichene Weiche gelegt«^ Die blutige Nath 
ward durdi darüber gelegte Hel^pflaater nnteratiizt^ 
gradulrte CompreMen zu beiden Seiten der ganzen 
Wunde » und darüber dip ^reinigende' Binde angelegt» 
. lezt war der Verband beendigt, Ftäu. W. ward in 
Ihr Bette get^t» ^ind ziwar in der Rückenlage mit et« 
waa angezogeilen Füfaeb; mit Thräaen der Freude 
-ond tiea Dankea l^üfate >aie mir wiederholt die Hände» 
und versicherte, dafs von allen ihren sieben £ntbin«> 
düngen diese die leichteste t und, die vorhergegangen 
iien achmerzhafifen Wehen abgerechnebf die am wenig« 
aten achmerzfaafte gewesen $ey4> Wirklich hatte .sie 
auch während der 'ganzen Dauer der Operation keine 
Miene verzogen, hatte ruhig mit den .Anwesenden ge- 
sprochen, und nicht die kleinste Klage geäussert, bis - 
zum Augenblicke d^r Anlegung, der 'blutigen Nath, ^ 
wobei ihr die ""unbedeutenden Stiche durch, die äussere 
Haut .^ne höchst unangenehme Empfindung verur« 
aacht haben» \ 

•) Wiedisr ein Bewsit Mr die Notbwtadigksit der bloti« 
geä Nsth im, FsUa der tioii hervordringenden Dlrme, 
yn9 in dem von dem Heretngeber (117 Bd, des Jour« 
ludt} arsVdten Kaissxsehnitte» ^ 

•Der Haraofgeber» 



N 



I 



- .^Bafs, il^rer V«rdcherqDg nach , die Schnitte vom 
Anfang bis zu Ende der Operation fast ^ar nicht.^ ^a««: 
.gegen diese Stiche mit der sehr scharfen^ -Heftnadei em- 
pfindlich geschmerzt haben , läfst sich aehr leicht er* 
klärejn : ein rascher Schnitt mit einem höchst schavEen 
gewärmten und init Oel beatrichefien Instrumente ist 
an sich schon weniger empfindlich als der langsamere 
Stich 9, der, um kein Fett oder Muskeln mitsnfasse% 
die äussere Haut sueht und'.durchbo^rt, und dann mit 
langsamem Zuge deti Faden durch, die verwundete v 
Stelle fuhrt- 'Aber auch deshalb ist der erste Schnitt 
weniger scbmeBzhafti weil die höchst gespannte Haut, 
weffse Linie und Gebärmutter ^ welche jede hier an 
t)icke fast einem Kartenblatte glichen, dem scharfen 
Messer wenige Berührungspunkte darbieten, und hin« 
gegen Aie nicht mehr gespannte Haut ihre vorige £m« 
l^findlichkeit wieder angenommen zii haben scheint« 

DieOperatiön, vom ersten Schnitt ^an, bis zu dem 
Augenblicke, da die Frau W. entbunden und verbun« 
den wieder im 6ette kg, bitte aä Minuten gedauert, 
und ,ich habe dre Ueberzeugüng » dafs, wenn keine 
unerwartete Hindernisse eintreten , der Geburtshelfer 
furchtlos, und seines Geschäftes gewifs ist ^ die Opera- 
tion selbßt/nje einen längeren Zeitraum- erfodert; und 
wenn nicht die vorliegende Nachgeburt ein ^inderni^s 
gegeben b^tte, soAvürde diese auch mehrere Minuten 
kürzer gedauert haben. . . i. , 

Die Entbundetie versicherte, sich leicht, wohl, 
UQd ohne alle Schmerzen zu befinden, nur der Husten 
quälte sief «nd^ ^ vielleicht durch die Entleerung 



der Bauchhöhle, und den dadurch 8wfli9rfiwl^.I>rtck 
gegen die Lungen, — mehr aU voller ; wobei ihr, , 
dann auch echmerzbatta Stiche durch den Unterleib» 
besonders durch die an^^legte blutige Nath fuhren. 

Ich verordnete: JÄec. , OUiamyg^* 4»«^. rec. |j. 
yUdli Opi No. X. ,jif. Hjs$op. §iil, BmuU. aide, 
Extr. Hyose. 96. Syr\ Dfofpd.^i. JDS^ .>lie Stun* 
den X EWöffcl voll zu netmen. "^ 

Obgleich ich Anfangs schöto dilf völlige Ueberzeu* 
wuBg von dem bereits früher .erfolgten Todef4c»"Kin- 
^s gehallt hatte, und auch keine Spur von 4-®*^®^ "* 
demselben zu bemerken gewesen war , hatte ich doch^ 
wegen der Möglichkeit eines Scheinjtode§, dufph di^ 
Hebamme ein warmes Bad anwenden lassen,. upd ver^ 
suchte noch selber mehrere Mittel zur Belebung d.es- 
selben , welche alle fruchtlos blieben.": Das Kind , ein 
Köabe, war weder^grofs noch fleisjchig,^ sondern mehr 
mager, aber vollkommen ausgebildet i die Haut hatte 
nicht die frische Farbe eines neugeborenen, während 
.der Geburt gestorbeneu Kindes, sondern \var mehr 
grau und etwas zusammengeschrumpft, so dafs mit 
Sicherheit angenommen werden konnte, es sey ichöo 
.vor wenigstens 14 Stunden, wie die Mutter die SchaU- 
der und den Frost, mit Aufhöret jeder Bewegung ge- 
jipürt hattp, gestorb<?n» v 

Uie nähere UrHersuchung ergab einen, durch den an- 
haltenden Druck auf das Heiligebein entstandenen Ein- 
druck, des rcditen Scheitelbeines; und da mir dies in 
Beziehung auf\die Merkwürdigkeit des Falles interes-y 
sant genug zu seyn schien, so unterwarf ich den Kopf 






dArSactfntion, und füge hier die Abbildung des rech- 
ten ScheitelbeiqeA hei, Fig I«, da der auf demselben 
befindliche Eindruck den redenden Beweis giebt übet 
die ^igenthümllche Verengerung des ganzed Beckens» 
und besonders d^' oberen Osffnting desselben, so wie 
derDjainögiichkeit, diafs' das Kind auf dem natttrlicfaen 
Wege hätite koänen gebortn werden. 



Den i6ten März« Mittags ii'/J Uhr. Dia 
WÖchneHü hatte einer kurzen Rtihe genossen, sie be- 
fand silh wohlt der Puls gab keiise bedeutende Ver^ 
Änderung, etwas blutige Feuchtigkeit war durfsh die . 
Scheide abgeflossen« Sie genofs ein wen ig Haferschleim 
init Appetit. 

Abends 6Uhn Die l^cfanerih hatte zwei- 
maliges Erbfechen gehabt, es war noch Uebelkeit vor* 
handen» tttid unten in der Wund^, wo die Oeffnung 
gelassen und die Weiche eingelegt war, hatte sich ein 
anhaltender Schmer^ eingefunden , der bei je^envAa- 
stofs des Hustens 'äusserst empfiodlich ward, und die 
Neigung xnm Erbrechen hervorbrachte. So gern ich 7 
den Verband noch unberührt gelassen hätte, war er 
doch ffothw^ndig diese örtliche Ursaehe zu untersu« 
chen, c^ie ich für eine Einklenlmung eines Darms haf- 
ten mufste«v«-» Alles war noch in der besten Ordniing, 
nur die Weiche war herausgedr'ingt, und an deren 
Stelle hatte steh eine rÖthlich gelbe Masse durch dve 
Oeffnung hervorgeschobeni^ welche wir für '^n ^tückv 
des Netzes erkannten. Es ward mjt aller Behutsam- 



~ 259 — 



^ 



ktf t zoHlckgebnchf« die Weiche wieder elngel«gt, and 
eine besondere rü^de ComprASfl^ .darüber befestigt^ 
worauf sich O9ob been^gtem Verbände die'Krapke er« 
leicbtert fübi^e« Der vorher schon kleine, harte und 

.hanfige Puls war wenig verändert.. leh liefst nm dem 
Krämpfe 2U begegnen» nnd die Oeffnnng zu beför« 
dern , ein Klysdec gebend weicht aber ohne Wirkung 
gleich wieder abging* Ich kann es picht läagnep# dafs 
mir diesei^' Umstand einige Besorgnifs erregte^ 

Abends lö Vbr. Dfe Üebelkeit mit dem ört- 
lichen ^hmerz^, hatte na^chgelasäen ; auch der Hhsten 
war weniger beschwerUch wie am Abend; die Kranke 
war heiter, empfand Müdigkeit und^ Neigäng znm 
Schlafe. Der ' Pols ,war unverändert klein, hart und' 
h'dußg, 96 Schläge in der Minute, wie er. es vor der 

^Entbindung gewesen, und mit dem vy^irklich faektl« . 
sehen Zustande der Frau' überejnslimmte. £s schieil 
als pb die bedeutende Wunde, .rücksichtlicb des ^r« 
warteten Wundfiebers ^ keine abdere Widcung auf dje 
Wöchnerin äussere» als die Entbindung auf naiiir« 
liebem Wegef'gethan haben würde* 

Den t7tinMärz, Morgens 8 Uhr* FrauW. 
hatte einige Stunden ruhig geschlafen, und dexHiisten 
mit surRem Auswurfe quälte sie nocb sehr, ohne je- 
doch nochi> besondere schmerzhafte Empfindungen in 
iet Wunde zu verursachen ; doch schien er si^h nach 
dem Gebrauch der Medizin 2^ mildern, und der Aus- 
wurf leichter vor sich zu gehen. Die Haut war feudi^ 
die Zunse rein, die Miene heiter, der Puls wie vorher« 
y Es hatte sich noch kein Stuhlgang eingefunden ^ wea- 



halb ztiifn Mittag ein einfachea Klydtier au» Hafergrütze^ 
Chamillen and Oel verordnet wurde. Da dieFraaW« 
Neigung hatte etwas tu geaiefflen, bekam sie eine Ha* 
^fersuppe, und zum Getränk Gersten^chleim. Die yer?» 
ordnete Emulsion wtilrd«^ fortgesezt« ' » ' ; 

v- ' , Mittags« Dak Klyatier war ohne Wirkung fort- 
gegangen, die Suppe mit Appetit verzehrt ^ übrigens 
der' !|a^and derselbe. i 7^ ' 

A he n d a« Ausser r ' äetri ' beschwerlichen aus ten, 
mit sehr starkem Auswurfe, fühlte Frau W^ keine 
XjRbequemlichkeit^ aber' n och di^mer war keiae Qeff-^ 
niing erfolgt, der Urin indeb ohne Beschwerde. ;8bge« 
gangen. Da das Klystier» wegen der 'm>tbw«Qdigei| 
Veränderung der Lage, 'nicht ohne einige ISeschwer« 
Hchkeit, und n^öglioh nachthellige Wirkung, ^uf ,djie 
Wund^, beizubringen, und aus der Kothverhaltung i 
für' die Kranke noch keine UBhequeinlichkeit entstan« 
deli war, so Wurde es für diesen Abend aäsg^ezt. 

Den l8ten März.. Morgen^^. J>to Kranke 
hatte -wieder einige Stunden, ruhig ^esishlafen^ wobei 
sich ein m'afsiger Schweifs eingefunden^ dbsa die'Kranke ' 
«ehr erleichtert, und besonders ,. den Husten freier ge- 
macht hatte. Der Puls war weicher und voJUer, 4iA -^ 
Znzige feucht^ kein starker Durst vorhanden. Der 
Urin war abgegangen^ aber noch immer keine Oeff^ 
nung erfolgtf welches mich ein igermafsenbeup ruhige 
•te, dii ich eine mögliche V^schiingung der Gi^ärme 
.befürcbtep durfte, worüber mich tiur noch die Abwc« 
eeüheit jeder Uebelkeit beruhigte. Es wurde ein Kly- 
<atier wie das vofige» mk etwas Ssl\^$ verordnet» 



Mittags, Das Kfystier war nach elna:* Stiinde, 
oboe Wirkung, wieder abgegangen ; ^ der Zustand 
cnverändert. Die Suppe ward mit gröfsem Appetit 
verzehrt» 

Abends« Es war durchaus jkeine Veränderung 
des Zustandes eingetreten. Statt den Puls £eberbafter 
zu fiaden ^ wie ich gewifs erwartet hatte , fand ich 
denselben freier u^d roUej^». wie am- Tage vorher^ 
86 Schläge in der Minute* / 

D^n igten März, Morgen«» FrauW. hatW 
, mehrere^Stunden sehr ruhig geschlafed^ nur ^a^h dem 
£rwach^n stärketefi Husten, mit vielem, aber leich« 
lern Auswurfe^ gehabt* Obgleich noch immer kein 
Stuhlgang erfolgt w^, fand ich den Leib doch nicht 
gespannt» ^nd die Kranke fühfte weder Unbequemlich^ 
keit.iin TJ^iterleibe , .noch Schmer^ in der Wunde. Der 
Puls wai^ freier , wenn .auch nocih eben s^iaufig» tlie 
* Haut feucht, die Zunge rein , das Gemüth heiter; 
auch der Urin war noch .an? Abi^d spät', und gegen 
Mörgdn feicht und In M^nge abgegaiigen. Die Wöch«^ 
tterin hatte ein Paar Tass'en l^iehten Kaffee und ein' 
Paar Z^^iebäcke^it Appetit verzehrt. Ein Klystier 
mit etwas mehr Sal^ ward verordnet. 

Mittags. Zu. meiner grofsen JFreude war eine 
Ausleerung erfolgt. Der Verband ward nachgeseh^nr 
alles war in der besten Ordnung, did Lochien flössen 
durch die AI utter scheide , und aus der unteren Oe£f- 
nung der Wunde .fiofs eine blutige Feuchtigkeit ab« 
Au der durch die Nath ^ereinigtfit« WftndlS sehten sich 
sciion &iter;^Uden 9 a wollen* ; , 



''X'- 



^, 



. — . ab« — ' 

Abends« £• war ein zweiter Stuhlgang erfolgr, 
Ber 4ie Kranke sehr erleichtert hatte « nnd^ mir, bei 
der Abwesenheit aller Übeln '.Sxmpiome, mud eines ' 
Verstärkten Fieb^rSf'ja bei dem allgemeinen Bess^«* 
befinden, gegen den Zustand vor der Entbindung, die 
beste Hoffnung zu einem glöckljcfaei^ Erfolge giebt.^ 

Den 2oten Mürz. Morgens» Frati W* hatte 
yortreCflich geschlafen, und war heiter und froht ' 
wo^u wahrscheinlich mehrere bedeutende GescbiBnke»' 
4ie ihr zugesandt,. und In Jhr<^r druckenden Lageleio 
wahrer Trost waren, )ehr vieles beigetragen hatten* 
Der Puls hatte sich . auffallend gebessert, und war, 
wenn auch noch eben so häufig wie vorher, doch bei 
weitem voller und freier« , Der Husten leicht, der 
Auswurf (dicker 'und Aehr gekocht. Da sich wirk* 

Sicher Hunger eingefunden, so wurde eine Hühner« 
Suppe zu easen erlaubt, 

Abends. Die Suppe mit etwas Weafsbro^, auch ^"^ 
eine Tasse Kaffee, vü mit Appetit verzehrt. Alles ist 

. im besten Zustande, der Pub unverändert, nur der" 

.Husten quält noch sdir, doch Ist der Auswui^f leicht» 
'Den2iten» MoTgens. Der Schlaf ist ruhlgf 
gewesen , die Stimnmng sehr heiter , Oeffnung ist er«r 
f{>Igt; Haut ttnd Zunge feucht, der Puls immer freier 
uhd- voller« Die Lochien Biefsen reichlich durch dte' 
Scheide ab; der Eiter an der Wunde bildet eich stärker 

. und gutartig , die Ränder lege» sich gut an einander, 
nur aus dertmteren Oeffnung fliebt noch bedeutende 
blutige Feuchtigkeit ab, welchen Abflafs ich äurch 
•ine mälsigeSeitenlagey mit Uhterstützniig i^ Baucb« 



— a63 — . 

durch Kissen y zu befördern suchte. Da cUr Husten 
etwas beschwerlicher geworden war, ini^em sich 
der leichte Auswurf vermtnäerte» so ^er/ordaete ich: 
Rec» Syr* ,Ahheae ^ |j.; JISüc. gum^ arab. ^i. Sulplu, 
aUrati ^iUim/ gr.vu). Mass. plh di CynogU 9 j. ', 
MDS. Alle fi Stunden i Theelöffel ▼olK 

D en 2 2 1 e n März. Die Nacht war ruhig gewe- 
sen t die Kranke war sehr heiter, und befand. "kich 
nach ihrer Versicherung vollkommen wohl. ^ Der Aus- 
wurf Vvar' wieder freier geworden, und der Husten 
minder, anstrengend* Der Puls wie gestern.. Aus der 

. unteren Oqffnung der Wunde war eine bedeutendp 
Menge Feuchtigkeit abgeflossen , so dafs der Verband 
erneuert werden mufste, und die Seitenlage beibehal- 
ten wurde« 

t>en 2Sten März. Die Kranl^e hatte heute' 
früh» nachdem sie ziemlich gut geschläfert^, auch 
Stuhlgang und Abgang des Urins gehabt, einen hefti- 
gen Fi^st mit fieberhafter ^ßewegung des Pulses» 96 
Schläge, iin4 eine unangenehme Empfindung dfs gan- 
zen Körpers bekommen. Die Zunge war feucht nnd 
rein^ d^r Durst etwas stärker, die Haut trocken Und 
heifs, kein Appetit wie voj^her. Ich hielt den Zufall 
für eitaie leichte Erkältung / welche sich die Ktanke 

• nach der nächtlichen Ausdünstung, bei dc!t Verrieb^ 
tung ihrer Nothdurft zugezogen, und verordnete : — 
Reo. Emuls. sem, pap. alb^ c.aq.Hyssop.parai. |vij. 
Camph. c. ilfUtf. gum. arat. sbbi. gr.vj. Sjr. emulu Jj* 
MDS, AUe Stunde 1 Efslöffel yoll. zi^ nehmen» . 



^ Abeiidd« £s hatte ^ich eip mäfsiger Schweifs 

' •ihgestellty die Kranke fühlte sich leichtelr » die Brust 

war freier^ und der Puls zwar hoch fieberhaft, 106 

ISchl'age in dier Minute, aber freier und voller wie am 

* Morgen* Die Arznei wurde fortgesezt» 

Den 24ten' M\ä i- z. Die Kranke hatte ruhig ge* 
. schlafen , uud die Nacht hindurch :freie Au0dünsti;ing 
gehabt; der Puls war ruhiger, 86 Schläge in der Mi- 
nute, der Arfiem leichter, der Huaten weniger be-- 
echwerltcb* Eine Hafersuppe war mit Appetit verr 
zehrt» Die Wunde vereinigt sich gut, und die beiden 
oberen Knoten der Nath wurden gelöset. Der Eiter 
war vollkommen gutartige der Ausflufs ans der unte- 
ren Oeffnung vermindert, und die Lochien nahmen ab* 
Die Brüste, welche unbedeutend angesehwollen ge- 
wesen^ waren » schienen ihre Festigkeit zii verlieren« 
Stuhlgang war nicht erfolgt, der Abgang 'des Urins 
gehörig, auch bildete derselbe nur einen geringen' 
JBodensatz. lllit tags ward eine Hühnersuppe mit Ap- . 
petit gegessen* ' . 

D e n 2 5 1 e A M ä r z» Der Schlaf wjar 1 uhig und^ 
erquickend gewesen , vder Hunger ist stärker , der Hu- 
aten mit deni Auswurfe vermindert sich merklich. 
Die Kräfte der Branken kehren auffallend zurück, fie 
ist heiter und gesprächig, und kann, ohne irgendein^ 
Unbequemlichkeit, über eine halbe Stunde im Bette 
aufgerichtet sitzen und stricken.' Stuhlgang und Urin • 
erfolgt ohne Beschwerde. 

.Den 26ten Harz. Der dastand ist in allen 
Stücken yollkommen gut. Die üänder äer Wunde» 



— 265 — \ 

.."vefeiDigen sich vollatändig^ der lezte Knb|«n ^e^ blu- 
tigen Nath wurde entfernt, und die Weiche in' der un- 
teren Oeffnnug, welche jett^ statt de^ bliitigen Feuch- 
tigkeit , s^hr guten £ifcer,giebt» ward verkleineirt« 
Frau W. sizt ohne Beschwerde von Zeit xn Zeit aufge- 
richtet im Bette 9 und verrichtet leichte weibliche Ar- * 
betten. Die Lochien vermin dern^sich^ und derHustea 
Iäf8t> wie der Auswurf» . auffallend nach» Der Vula 
wird Toller und kräftiger» und hat keine 80 Schläge - / 
mehr in der Minute. 

Den 27ten März. Alles ist im besten Znaitände« 
Es stellt si/ch 'wirklicher Heif^hunger ein, der durch: 
die von allen Seiten reichlich gespendeten Suppen npd 
Fleischspeisen befriedigt wird. Der Husten läfst im- 
mer mehr nach.. Zur weiteren Stärkung ward etwae 
Wein erlaubt. 

Den 2,8te'Q März. ;DieBesserpng nimmt in je- 
der Backsicht zu. Als leichtes, stärkendes Mittel, iie* 
sonders auch mit Rücksicht auf die Brüst j verordnete 
ich: — Bec. Liehen, parier, ^y ^oq, c. uq. fonL ^xij, f 
ad, rem. 3vj. epLadde: Mellag. Gram. ^ Syr.Cinnam^ 
ana Sh ^I>S* Alle 2 Stunden S Efslöffel volU 

Den 29ten und Söten März, wie am vori- , 
gen Tage. , - ^ 

Den 3iten März. Um die Bauchbedeckungen 
mehr zu beleben, und die Eiterung , welche ein we- 
nig dänner geworden war^^u befördern, wurden Um- 
schläge von aromatischen Kräutern mit Wein übeic den 
Unterleib gemacht» und^da die Kranke einigemale 
krampfhaftes Auifstoisen gehabt hatte» ward verordnet: 



~ 266 — ► \^ 

tieq^ Uq*' öorfi^ cerp. suce* -JEss. easton ana 3i}« 
MnS. Von Zeit zu Zeit ja^— 16 Tropfen mit Pfcffor- 

' müntthee zii nebrnn. * 

Den itenAprlU AUe Vobequemllcbkeit ist vor« 
Über, and Alles im besten Zustande; der Eiter ist von 
gehöriger Consisten:^, die W.unde bellt Vor trefflich^ und 
nur die untere Oeffnung» deren Ränder sich frisch und 
kräftig nähern» eitiert noch bedeutend, dfe Lochien hö- 
ren fast ganz auf zu flvefsen« Schlaf, Appetit und Ex- 
cretionen wie im gesunden Ziistandei^ der hektische Puls 
läfst mit dem Husten und Auswurf immer mehr nach«. 
Den xiten April« Ailes' ist gut und wohU 
der Husten mit dem Auswürfe fast ganz verschwun« 
den ; . die Kranke sizt mehrere Stunden des Tages Im 

^ I^ehnsluhle, zu dem sie vom^ette, und dahin zurück» 
fast ohne Unterstützung geht. Sie bekommt wieder 
frische Farbe, und nimmt an Fjeische zu» Gegen .eine, 
söit zwei Tagen Sratt gefundene Verstojpfung wurde* 

- und dies auch in der Folge, mit £rfo)g AstB £leciJenii^ 
2%, Bor. nop. angewendet» 

Den S2oten April. Die gan^e Wunde hlit sich 
aufs schönste vernarbt» bis auf eine kleine unbedeu«" 
tende Stelle der unteren OefFnnng, welche noch picht 
geschlossen ist» und noch inuner etwas Eiter giebt; 

«.Sich mit den Händen anhaltend, geht Frau W. ohne 
Beschwerde im Zimmer umher. Der Husten und Aus« 
wurf ^ so .wie der hektische Puls, ist vollkommen ver«^ 
ediwunden ; der Gebrauch des Isländischen Mobses 
tiiut ihr sehr wohl, das Essen 0chmeckt| .und die 

. Kräfte nehmen von Tage ^u Tage zai ^ ^ 



Den itan Maj. Die Narbe ist voUsfiniig d^^ 
und Frau W, fühlt aich in jeder Hinsicht Tolikommen 
wieder hergestellt; sie geht hngsam ihren häualichen 
Geachäften nach, und befindet' aich besaer u^d kräfti«* 
ger, ala aie sich seit fahren faefunden« 

Am 2ten PFiogattage, alao lo Wochen nach 
der Operation, machteFrauW., welch« vorher t Jahre 
lang im Hause nur an Krücken hatte nmherkriechea 
können, den, ersten Spaziergang vor das Thor^ UKid 
erschien in einem öffentlichen Garten , eine Tiertel« 
atonde von der Stadt » wo sie von der zahlreich ver« 
sammelten Menge mit Erstaunen betrachtet warde« 
. Sie hat ah dem Nachmittage in Allem wenigstens eino 
Stunde Weges» zu Fufse, ohne alle Beschwerde zurück*« 
gelegt, und ist also vollkommen wieder hergestellt« 

Ihr Gang hat Jswar nichts unsicheres t aber doch 
dieielhe schwankende Bewegungi wie bei rhachitlsch'en 
Snbjecten , ' bei denen der Scheftkelknochen eine neuie , 
Pfanne gebildet, hat, nur nicht in dem hoben Grade^ 
denn der rechte Fufs scheint kaum einen Zoll kürzer 
als der lijoke z\X seyn, und das Hinken des Ganges ist 
nicht sehr bedeutend. ' ' 

Drei Monate nach der Operation stellten sich die 
JUenies wieder ein, und zwar ohne alleUnbeqnemlich«' 
keit , und kehrten regelmafsig wieder. Eine ge« 
schnürte Leibbinde, di^ ihr Mann ganz bequem, nach 
der Form'det Bauches und d^r Hüften eingerichtet^ 
und welche sie nach der Heilung jde^:^ Wunde gleicfi 
anlegen mufstei kann noch immer nicht von ihr ent* 
behrt werden , ohne dafs sie grofse Unbequemlichkeit, 



das OefUhl einer Schwere tind Herabsenknng itt Ge«.' 
därnae gegen die äusseren. Banchbedeckungen empfin- 
det Appetit und Stahlgang sind regefmäfsig. Eine 
hespnde|re Ausdehnang des Unterleibes ist nicht zu be« 
merken, doch hat dieser noch immer die zogespizte 
Forn» behalteq , die ihm bei der Entjbindung^ ein so ei* 
genthümliches Ansehefx gab. 

Minden 9 im November i8^8. 



Bemerkungen 

zu vorstehender Geschichte, mit besonderer Be- 
zifehung auf Wigand!» Prelsschriit. 



Wenn Wigand a. a. O* den Rath giebt,^ die 
^Nachgebu^t nach geschehener Operation sitzen zu las* 
sen» so möchte ich diesem Vorschlage unter keiner 
Bedingung beistimniien; Im obigen Falle war dies^ 
schon, wegen der nothwendigen Durcbschneidung 
derselben, durchaus unzulässig, und wurde imme;^ 
nur dann Statt finden können , wenn der Schiiitt,^ 
durch die Wände der Gebärmutter, die Nachgeburt gar 
^nicht berührt hätte, welches gewifs etwas zufälliges, 
und keinesweges immer zu verqaeid^n ist« Denn wenn 
' die Untersuchung auch ein sicheres Kesultat über den 
jedesmaligen Sitz der, Nachgeburt geben könnte, $6 
würde ich es doch unter allen Umständen vorziehen, 
lieber den einmal, mach eigener Ueberzeugung und 
den Umständen nach, gewähUen Schnitt, dieser möge 



. nnB apclr <furqlp 4ie linea al6a oder schräg darch didl 
Seite g^ßihrt wexdeti 4ö|Jen j auch 4a»ch den Muwcr*^ 
kuche« zu föhren, als. um $eines Sh^ß wUIäu dext 
Scbuitt zu vefäudetiu Die ^Fahrang hat mich be^ 
lehrt, daf» die dadurch en^tstehendip Blutung j. wenige 
•ten« b^i einem vorhejr abgestorbenen Kinde, unbe«- 
deutend iftt^ uftd würde auch bei einem noch Jejbende^ 
Kinde nie für die Mutter gefährlich werden Jj;önnen *)^ 
Der einzige Nachtheil, 4er dadurch entstehen kann^ 
dab der Schmitt gelbst dp^Wb etwa um einen Zoll län- 
ger* gemacht werden mur?, ist nicht überwiegend/ 
Wfat man aber den Mutterkuchen, nach geschehener' 
jPnthindung .durch den Kaiserstfanilt, sitzen, so kÖn*/ 
Sien mehrere Nachtheile, daraus entstehen. ' ' 

i> Die der Länge* nac(h* oder auch schräg zat* 
. Seite durchSjchnittei^e Gebäjrmutter kann sich, beiei-^ 
ner ,nur etwas fest ^nsitzeniden Nacbgeburt, nicht 
kräfkig gepug zusammen ziehen , um diese s&u emfer^ 
f^en; und dies wird' noch du^ch.das mechanische Hin« 
dernlfd erschwert, das ih der Form des Beckens den 
Kaiserschnitt npihwendig machte» . ' . 

2} Dß9 Hindernifs allein y wdehed der Geburt 4e$ ' 
Kindes auf dem natüriich^n Wege entgegen «tand^ 
kann den möglichen Abgang des Mutterkuchens durcb 

^) Der Ton mir 8n||d$teihe Kaisers^jinitt lehrt aW QeUdS 
das Gegeotheil; die filutnng War lo heftig und deitt 
L<beii der Operirten Gefahr drohend^ dafa diie Unterer 
bindfipg der Qt&ii$p nothwendig Wurde/ A. a, Q« 



Zasamm^ziehiing der GiebSrmutter verhindeni'» ond 
wenn bei der Frau W. scbop , bei der ff überen £nt« 
l>lndung^ nlicKder Geburt^des Kindes » der ^scbwterige 
Abgang ^ner grofsen und festen Placenta' eine Verän« 
dernng dea Verhältnissei der Beck enknoeben bewirken 
konnte, was würde dann^wobl, bei einekn bereits Ter* 
schpbenen und verengten Becken» mit fi^lender Kraft 
der Gebärmutter, zur natürlicbenr FortschaffFüliI; der 
N^chgebart_2U erwarten seyn? -^ ^ * - 

3) Aus den Rändern der darchschnittenen Gebaf^ 
mutter, welche sich durch die sitzen gebliebene Nach- 
geburt nicht gehörig zusammenziehen kann, wird 
eine BIfitang unterhalten,, deren Menge» Dauer und 
Nachthei^ nicht a^n bestimmen ist. 

;4) JDer gröfste Tbeil des auf diese Weise verlöre-^ 
nen , und bei der späteren Trennung/ des Mutterku- 
chens' noch abfiiefsendeii Blutes, würde '^ da di^ Rän- 
der der durchschnittenen Gebärmutter sich nicht ein- 
ander nähern können > so lange sid den Mutterkuchen 
noch in sich entfiält, — in die Bauchhöhle fiiefsen, 
und kann hier nur die naclitheiligsten Folgen verur*- 
sacben; da zum Abflufs desselben eine sehr starke Sei* 
tenlage» oder gar .die Lage auf dem Bauche, am we^, 
nigsten in der ersten Zeit , angewendet werden kann, 
auch diese nicht einmal sichere Hülfe schafft, indem 
alle» vor die gelassene Oeffnüng der Schnittwunde 
sich legende Theile, den Abflufs verhindern werden. 

5) Der gewifs sehr gute Rath -Wigand's, die 
Gebärpiutter in das Becken hihabzu drücken, und ihr 
dadurch. Festigkeit zu geben , wird d{irch das Sitzen- 




latMo des TIfiitlerjkudbena gan& unmögUdi gemacht, 
und da dh^s, bei der regelmärsigen BeschafFenheit des 
Bediene mehteinmarasgbhtyiio kann ea bei^inem 
nnreg^mäfsig gebüdet^n ,) daa den Kaiseradinitt noth« 
wendig gemacht hat^ gär nicht denkbar a^n«. £$ 
bMbt iiierbei 'aber au^h gans.dem Zufalle überlassen, 
Vrtrm die durchschnittene und Erschlaffte Gebärmutter 
•idi wirklic^h so )freitjz;asammenziehen könnte, lum 
die Nachgeburt zu entfernen^.— ob aie dann noch 
•Ich In da«. verengeHe fl^tkän hinabsenken werde ;^ 
welches abet" wohl aeltoi der -^all «seju iwürde^ und 
wodnvcfa^ also der' ganz* MUAt gfite Vorschlag ver» 
nichlet'Wxrd« •• : •,:• • .- * ,', ' > ' > * 

' 6y Nehmen wir «her 'den Fall an, dafs ein Hin* ^ 
dernifs durch di^ Form des Beckens^ — .wielches wohl 
in allen Fällen die Indication zum Kaiserschnitte geben' 
wird^ ^ oder das feste Ansitzen des Mutterkiichens, — * 
oder die Erschlaffung^ der. durchschnittenen Gebärmut« 
ter, *«> den Abgang des Mutterkuchens durch die 
Scheide unmöglich macht ; sp ' bleibt dem Geburtsfael« ^ 
^£er, der nach Hinwegnahme de$> Kindes doch gewifa ' 
gleich die blutige Nath, oder wenigstens Heftpflaster 
.und den vollständigen Verband ^anlegen wird^ wenn 
er sich nach Verlauf vod mehreren Standen nun über« 
zeugt hat, dalb die Nachgeburt nicht durch die Kraft 
der'Gebärmutter, üiH'ch die Scheide abgehen kann, — 
nichts übrig, als den Verband und die blutige Nath 
zu lösen, und die Operatioir fast zum 'zweitenmale. 
zu machen, damii^ er den Mutterkuchen entferne* 
Welche Nachtheile dies, abgesehen von der Angst . 



tigkdteu za bewirken., eo hat aacli diese Uire be^ 
stimmte Grenze $ und darf im Allgemeinen vrotil nicht ' 
länger angewendiet Vrerden , alSv der nothwendige Ab- 
Sufs es erfodert. Obgleich meine Kranke, vor de,r 
Entbindung, nur mit heftigen Schmerzen im Kreuze/^ 
auf dem Backen liegen konnte/ welches wahrschein-' 
lieh vom Drucke des Ko{^fes des Rindes herrührte, so- 
war ihr doch^ nach der Entbindung, die Lage auf deni> 
Rücken erträglich^ und die bequemste, und ^at gewiüi 
zt^r schnelleren Vereinigung der Kandier der^Wnnde 
beigetragen* . . , , 

Wenn Wigand noch statt der horizontalen 
Lage eine fast sitzende Stellung der Entbundenen im 
Bette empfiehlt 9 so ist die Anwei^dung dieses BatbeSf 
weder .mit dem vorigen, zu einer Seitenlage zu verei- 
eiiiigen» noch anders als sehr bedingt anzuwenden. 
So wenig eine durchaus horisiontale Lage schon der 
gewohnten Bequemlichkeit entspricht^ so wenig möchte, 
ich auch im O^gei;! (heile eine fast sitzende Stellaug an« 
rathen« Der Kopf^und Bücken mufs allerdings etwas 
unterstüzt seyn, dieganze Stellung mufs sich aber mehr 
der liegenden als der sitzenden nähern. Jeder Druck 
auf die an einander gebrachten Bänder der Wunde ist 
^ewifs auf alle Weise zu vermeiden, und das i durch 
eine sitzende Richtung ndth wendig entstehende Falten« 
werfen der^^ nach der Entbindung erschlafften äusseren 
Bauchbedeckungen » mufs ganz verhütet werben» 
Durch die vorgeschtegene Richtung aber werden die 
Einge\veide gewaltsam' gegen die ganze vereinigte- 
Wände, und vorzüglich gegen die u)ritere Oeffnting: 



~ 275 ' •— 

Aerselben gedrückt , und Mn HervotqueUeii derselben 
darcb diese» ja eiae Einklemmung» kann nur 7.VL 
leicht durch die siuando Richtung faerbeigefubrt wer^ 
den* Das durch diese Stellung zu bewirkende Herab« 
treten der Gebärmutter in die Beckenböhle wird gewiCs 
dttrcb das von Wigan d ▼orgescblagene Hinabdrücken 
des Uterus, unmittelbar nach der Operation, besser 
und eher bewirkt werden^ als es je durch jenes Sitzen 
möglich ist» Wenn aber W« annimmt, dafs es a 1 Fe n 
Feuchtigkeiten, bei dieser Richtung des Körpers, leich» 
ter möglich wird durch die^Mutterscfaeide abzufliefsen, 
so ,i«t er hier im grofsen Irrthum« Denn wenu» naph 
«einem Vorschlage, die Gebärmutter in die, unter den 
Umständen , welche den Kaiserschnitt nothwendig ma* 
chen, immer enge Beckenböhle. hinabgebracht ist, und 
die Bänder ihrer Wunde sich genähert-'bsben, so legen . 
sich diese gewilb so fest an die weichen inneren Be- 
deckungen des Beckens an, dafs an eiir £indf ingen 
der Feuchtigkeiten, die sich in der Bauchhöhle gesam« 
melt, ^urch den Uterus, und an «einen Abßüfs durch 
^ie Scheide gar nicht zu denken ist; wie Wigand 
dies selber nur in den ersten 2^ Stünden einräumt, 
Za ihrem AbBufs ist die untere Oeffnung der Wun^^ 
de, — > die dazu, vor ^et 2n frühen Vefreinigung, durch - 
eingelegte Weichen bewahrt wird, — bestimmt, und al* 
lein hihreicbend; und unser FaH, bei dem die Schnitt«^ 
wunde der Gebärmalter so-grofs wie möglich war, iind 
deren Ränder wulstig von einander standen, giebt den ' 
. Beweis meiner JBeliauptung ; da die Flüssigkeiten , di« 
sidi in der Bauchhöhle gesammelt» seibat bei der . 



RUckfBla{;e nur durch a»e gelassene Oeffnung« und 
"bei einiger Ansatnmlung, mit einer oiäCsigen Seiten«* 
iBget durc^h dieselbe abflössen;, und welche, wenn es 
irgend möglich ist, elcH. gewlfs den Weg durch die 
weite Wunde der Gebärmutter gebahnt hätten, iddenl 
Weiche, Cnii^presse und Bandage ihnen .den leiefateh 
Abrufs durch iief Oeffnung erschwerten« 

Die Darreichung der Speisen, Getränke und Atz^ 
»eimittei kann, sehf leicht ^ rund, ohne einige Unbe- 
quemlichkeit, durch. leichtes Auf ii.eben des Kopfes^ge« 
achehen. Bei dem Leidefa der: Brost i meiner Kranken 
war es noch der Fall, dafs^ ihr die mehr horizantale 
pajge Erleichterung verschaffte, und ein luit'^rgeieg« 
tes Hissen ihr den Husten vermehrte , bis sich nach 
und nach (das Leiden der Brust verminderte« 

Mit dem Vorschfage Wigan d's« das baldige Her*- 
absenken der Gebärmutter in die BeckenhöhJe zu .be« 
wirket}, bin ich gewifs ganz einverstanden, und 
möchte dies für eine Bedingung dea gjfilcklichen Erfol» 
ges der Operation halten* Seinen darüber gemachten 
ibemerkungeD/ ist wohl wenig hinzuzufügen ; nuk» 
möchteich, wie sd^dm oben erwähnt ist, dies nur 
. durch augenblickliches Hinabdrücken der Gebärmutter 
mit der Hand» bei der Operation, nie>aber durch das 
'Herabziehen vermittelst eines an einem Faden he« 
festigten, und in die 'Gebärmutter gebrachten Seh waiii<» 
mes, bewirken» 

Noch sey es mir erlaubt, meine beantwortenden 
Ansichten» über die von W,, seiner Abhandlung an« 
gehängten ,^ Fragen hier mitzQtheileii.; «^ 



Dti? erate Fraget Liegt der jangfränü^^h« 
Hfigesch wängerte j XJ.terus rhachi tischer^ 
eich zum Kaitere<.bnitt q^alifizijrender. 
Ptereonen-y von Anfing an echon.höh^r» und 
zw«iT gänzlich: Ovb'erh;aib des Becrkei^eingan^ 
ger/ txnd pinf» er in dieser Höhe befrucb. 
tet werdcnt Odfepüe^t^er, gana so wie bei 
andern Personen mit guten Beck^en, gleich* 
falls tiefer ad ten in der Becken böb^e^; und 

.Steigt erst naeb erfolgter &cbwäpje;eru.og 
in das obere Becken hinanf? Oder ist die 
Tiefe ^es Beckens sqlcber höchst gebrech- 

. Jiclien Personen^ ivegen'des rückwärts 
steh-enden Kreuzbeines, so gering, dafs 
Ale Gebäratutter, .o^bgleich oben- auf d^m- 
Eingange rahend^ dennöcK- befruoh.tet 
werden ka-nn? -^ Diese Frage kann vrohi nn<r ir 
Beziehung auf. das }<q40nn^i%e Subject-, ,das den Kai*^ 
serschnitt erfodert, mit Bestimmtheit beantwortet wer« 
den« l>afs nicht immer nur ursprünglich rhachitische 
Personen sich da^u qaalifiziren> zeigt der vorliegendo 
Fall» da die vorher nie rhachUische, gesunde Mjutter ' 
secbis gesunde lebende Kinder geboren, und erst das 
Abnorme der sechsten Entbindung dieNothwendi^keit 
des Kaiserschnitts, ' durch Verbiidung des Beq^ens« 
bei der siebenten Entbindung veraniafst bat. Ausser- 
dem köifinen aber E^ostasen, bedeutende Fieischge« 
wS^ohse, weiche nicht auf deir Stelle zvl entfernen sind^i 
vnd deren Oi^enwai't erst wahrend der Geburtsajrbeit 
Ibetnerict wird^ r-r- eii| übet/ g^b^iiti^r ßrupb eine^ 



-^ 



Beckenknbcliens , — «in sur utigffWöbnlich ü^ipe« 
Becken gegen die Oröfse des Kindes, (dieff wohl höeher 
eelten) and viele- andere Ursachen ^ die nicht Uos aus 
einem rhachitisphen Zugtande herrähren, ?*-.den Hai^ 
aerschnitt indiciren, der durch. jedes Hinderiiifs 49di<* 
cirt wird , weiches- das Becken 'so -verengt y dafii es ,uii* 
möglich wird » ein Kind auf die natürlicherweise ^u 
gebären» oder dasselbe stückweise zu Tage zu forderii« 

^04)'bei rhachJtischen, sich zumKaiaer« 
schnitt qualifizirendeii Subjecten^ vor äes 
Sc^wa/n^e^rschaf t der, Uterus höheres nnd: 
gänzlich obe^rhalb des BecXeneingangee 
atehe^* ist an sich wohl ziemlich gteichgültig ; wahr-« 
scheinlich hat er ab45r in den meisten Fällen aeineo^na* 
turtichen ßtand in der Beckenhöhle , and steigt erst 
nach erfolgter Schwängerung über das Becken hinauf«. 
In dem seltene)!, fast undenkbaren Falles d|i da«:Secken 
so eng wäre, dafs es sogar d^n jungfrätiUchen Uterus 
über sich hinauf drückt , möditr die &chwäi](gerung 
selbst wohl unmöglich seyn. Fände hier ^berdas Ein- 
dringen der Buthe dennoch Statt, so lefdet es. wohl 
keinen Zweifel» dafs auch di^nn die Schwängerung ^beti 
sowohl» wie einö Schwangerschaft des Eyetstocks, oder 
.selbst ohne Eindringen der Ruthe » in dis Scheide he« 
wirkt werden kann, ' , 

Die zweite Frage: *—: Geschieht^ dies. Hiji* 
aufsteigen des Uterus» wie beisüdern 
Frauen, erst im dritten oder vierten Mo- 
nate der Schwangerschaft, oder» unl dsr 
ehgeru obereii Apertur willen» g'Ch^jniqi 



. ' ' — 279 — • ■ : 

eyttea O'der xwei>«n! — Ut wohl eben sowenig 
im Allgemeinen » äU überall mit vollständiger Gewifs« 
betC zu entscheiden ; und die zufällige Sectiou einei^ 
•olGben rfaacbitischen# in diesem Stactio der^Scbwan. 
g^scfaaft verstorbenen Person, würde nur für den ein^ 
«einen 'Fall etwas bestimmen Ic^nnen« Die fragliche 
Sache selbst ist^ in praktisch'ei: Hineicbty ziemlich 
gleichgültig; * 

Die Beantwortung der dritten Frage: — Nimmt 
der ütecuSf bei diesem Hinaofsteigenaua 
dem kleinen Becken in das grofse, immer» 
und nur diu Richtung durch die Conjugata,- 
oder begiebt er sich bis>weilen auch auf 
demselben Weg^, auf welchen'ich ihn hin« 
ab zu bringen vorgeschlagen habeS d.h« seit* 
wärtS| durch die weiteren Beckenseiten^ 
in die Hohe! — hängt durchaus von der geniiuen 
fiestimmung des jedesmaligen Falles ab. Wenn 'es 
übrigens angenommen werden kann , data der Uterus 
'tief im Becken stehe , und der gerade Durchmesser 
des obeivn Beckens so unbedeutend sey, dafs auch dec: 
kaum geschwängierte Uteius, , mit geradem .Aufsteigen 
nicht durchdringen kann ^ so ist wohl unbedenklich , 
anzunehmen^ dafs er seitwärts durch die weitere Oeff« 
nung seinen Weg nehmen werde« 

Die vierte Frage : '— Ob bei der* vorgeschla- 
genen .Methode der HierabdrückuTig der Ge« 
bärmutter^ diese nicht mit der Urin blase 
verWlichsen werdet — kann in d^n meisten Fat« 
leufv besonders «bei dem geraden Schnitte durch die 



^ 280 — ' 

(itua alba^ yroHl ihk j a ! beMicwortet.iw^rdesi^ «ad 
ich glaube, dafa diea auch ia meineiii- Falle , vörxüg» 
lieh wegen der vrals.tigen , sich tiicht gleich oäberndco' 
Räuder aer Stbnittwunde ^ Statt ^ gefanden hat.. Var* 
«abeugen ist diesem Uebel i^erneswegB; denn «JSiJeM4* 
^he Verwachsung kanp, wehn der Uterus nicht hinab- 
gedrüi:kt worden ist» mit allen nahe l^g/end^n Theilen 
geschehen > und würde , mit den Gedärmen > w^r» 
achein lieh* nach tbisiixgere Folgen haben ^ als mit der - 
Urinblase/^ Dieser Falf mag wohl bei den mehraten 
£ntbindungen durch den Kaiserschnitt eingetceten sej^n^ 
ohne dafs indefs bei einer neuen Schwängerung auf/al» 
lende Nachtheile entstanden wären , wie die bekann« 
. ten Fälle zu beweisen scheinen, in denen einezweite^ 
,una sogar eine dritte Entbindung- durch den Kaisex« 
schnitt mit glücklichem Erfolge gemacht se^n ^(A\^ 
> So lange aber keine neue Schwängerung Statt fin*- 
detf kann wohl schwerlich 'aus einer solchen Verwaeh' 
sung ein sehr bedeutender Nachtheil entstehen« Tfite 
diese Schwängerung aber ein, so werden die Folgen 
' einer soichen Verwachsung sich' jedesmal nach der ' 
Grüüse, dem UmEange derselben/ und nach der ei^een* 
thümlioheu Beschaffenheit des ^Theilea richten» tnift 
wtilchem die Gebärmutter sich vereinigt hat« — Wegen 
der mehr ruiidÜphen Form der Gebärmutter,, wird 
wohl selten die Verwachsung in- der ganzen Länge dea 
Schnittes vorhanden seyn ;- ist es abet* nur ei&kieiner 
l'heil des Uterus^ so kanni dieser Theil vieAeickt bei 
der übrigen Ausdehnung durehdie Zunahme der Frntht 
etwas zur ückbifiben , wie dies^ wahrscheiatlkh airf deir 



J 

" I 



— 281 — 

ganzen liänge der Narbe dör Fall eeyxi wird* Bei der 
eo äusficrat langdam^n Auadehnung des Ut^rua aber 
.wird sieh sowohl dieser« als der Tbeil mit welchem 
er verwachsen ist, allmählig an die Spannung gewöh- 
iijen, wenn auch einige schmerzhafte oder krampfhafte 
Empfindunge'n dabei, Stacht üiulen sollten. Wie viel 
aber die benachbarten Theile , bei, einer regelmäldigen 
Schwangerschaft 9 dorch den Druck des Kindes > vor- 
züglich bei einer verkehrten Lage desselben) schon 
leiden müssen , und leiden könne n, lehrt die .täg- 
liche ErfaVung», 

Ist der.vordere Leib des Uterus an einer Stelle mit 
der Blase verwachsen» so können allerdings bei grös- 
serer: allmähliger Aasdehnung ^ Schmerzen im Blalen« 
halse, der Uretlu>a,' Urinverhaitung, oder unwillkühr- 
UcherAbfluA desselben, eintreteni^ diese sind aber auch 
oft bei einer gewöhnlichen Schwangerschaft,, und re* 
gelmäfsigem 'Becken vorhanden, v Findet die Verwach«, 
sang mit einem Darme Statt , so mögen Schmerzen 
und Krampf, wegen der gröfseren Empfindlichkeit 
derselben, leicht bedeutender. 6eyn^ und vielleicht 
Kotliverhaltung, oder auch wohl entzündlichen Zu« 
Stand hei'yorbringen können« • 

Der vorzüglichste Nac£itheil aber, der aus einer 
solchen Verwachsung entstehen würde, ist das Hinder« 
. nifs selbst, welches dadurch» bei einer neuen Anwen- 
dung des Kaiserschnittes vorhanden sejn m6fs» Hier 
würde es nothwei;idig seyn, vor dem nreuen Schnitt in 
den Uterus, falls dieser die verwachsene Stelle beriili* 
ren muls, den verwachsenen Theil erst vocsichtig los« 



— 28,2 — • ' . ' ■ . 

tutrenneiif welches an 'sich wohl nicht so schwierig' 
6eyn dürfte, die Operation aber aufhält» ^nd eine 
\ zweite Entzündung an dem getrennten Theile verui^ 
Sachen kann. ' ; 

Die füoft^ Frage: — Ist nipht rielleicht 
die Entzündung, Geschwulst, SchmetzlLaf- 
tigkeit, des so stark verwundeten Ujrerus,' 
iix deti erjten Tagen nach der Operation 
zii heftig, als dafs er die vorgeschlagene 
Einsperrung zwischen den Knochen des 
Beckens gut vertrageil könnte? -^'oder i^C . 
vielleicht der Grad der Entzündung in 
diesem Falle besonders gering? «— Diese 
Frage ist zum Th eil von W. selber beantwortet wor- 
den. Aus der Frage selbst aber geht hervor, dab W. 
keine Erfahrungen über seinen Vorschlag genaacht hat. 
Er wurde sicji sonst leicht überzeugt haben » dafs das 

'Hinäbdrücken der, nach der Entleerung sich schnell 
zusammenziehenden Gebärmutter, weder besonderen 

-Schmer^ nach sich zielit, noch Anstrengung erfodeirr* 
Seifen» oder fast nie» wird aber das kleine Becken so 
widernatürlich eng seyn> dafs der unbedeutende me« 
chanische gleichförmige Druck desselben ^ die Entzün« 
dnng, welche ohnehin sehr gering ist, vermehren 
kann. Ist das Hinabdrücken des Uterus aber wirklich 
so zweckmäfeig, und, wie ich nicht ohne Grund an* 
genommen habe, eine Bedingung des gljicklichen Er» 
folgs der Operation » so wird der Vortheil desselben 
gewÜs den Nachtheil einer# wahrscheinlich dadurch 
aicht einmal vermehrten» aber vielleicht niöglichenr 



fttärHereh Entziioduog ^ die doch wobl oat- VorzQglicIt 
in den Baadern der Wunde ihren Sitz haben vyürd«;^ 
überwiegen« 

Will abdr W. durch die Frage: — ob diese Ent- 
zündung eic« — ^ nicbt in den ersten ^agen tu he£tij( 
eejn -werde? —andeuten, dafd dann $ein Vorsthls^ 
später auszuführen sej^ so ist seine Ansicht irrig* wie 
ich dies schon oben gezeigt habe. Die Herabdrückun^' 
dea Dierus in das ßecken kann nur aUein in dem Au«« 
genbjicke iaach Hiii wegnähme des Kindes und des Mut* 
terkuchenß geschehen » isthier nur mit Umsicht und 
StchejFheit anzuwenden» und kann später^ schon axjß 
dem G/unde^ nicht vorgenonitiien werden^ weil dies 
eine neue Trennung der Wunde, Lösung dejr blutigen 
Natb^ u» s. w, zur Bedingung macnen , und ^uf alle 
Fälle nachtheilige Folgen haben würde. 

Die Kothvißrlialt.u.ng, wdche W* bei seinem 
VorschJage, durch den Druck der Gebärmutter «ruf den 
Mastdarm, in der sechsten Frage befürchtet, wird 
Wühl, bei der gewifs bald erfolgenden Zusammenzie« 
hung des Ulero^t nicht leicht zu erwarten, und dnrch 
erweithenrfe Kl^^stiere gewifs zu beseitigen öeyn. Ia 
unserem Falle, wo , eine solche Kothverbaltung meh* 
rere Tage nach der Entbindung fortdauerle, stand. 
diese, ^n ach meiner Ueberzeugung, durchaus in^kei« 
nem Oansalverhaitnisse n:it dem Drucke der Gebär- 
mtuter kuf .den^Mastdarm. Wäre ^ies, der Fall gewe« 
Ben, so müfate not^iwendlg der Druck des angehäuften 
Kothes im Mastdarme eine für die Kranke gewifs 
selbst bemerkbare Empfindung d^s Druckes auf den 
SrMMOt,Dt Journal, IJI^ Bd, 24 Si, T 



— 284 — 

TJtenxs und d«n nntem Theil des Masfcdarmsj auch die 
EmpfindiuDg eines Dranges zum Stuhlgänge hervorge- 
bracht haben ; diese fand aber auf keine Weise Statte 
die Klystiere wurden mit Leichtigkeit beigebracbtf 
blieben ein«; Zeitlang^ u^d gingen dann ohne^eschwer- 
-de wieder weg; da, wenn sich Koch im obern Th eile 
des Mastdarmes angehäuft gehabt hatte , nun der Ute« 
TuS für sicbf und mehr noch durch ,dep Druck dea 
'über ihm befindlichen Käthes, auf daä untere Endp dea 

, Mastdarms gebrückt wäre» und das augenblickliche 
zurückgehen des Hlystieres nothwendig zur Folge g^ 
habt haben müfste^ Ich habe diaher alle Ursache > an-, ' 
zunehmen 9 dafs jener, mehrere Tage :&urückbl^iben de 
Abgang d^sKothes, seinen Graiiid allein in einer Atonie 
der Gedärme gehabt habe, die durch den» — - beider 
Lage .des ausgewachsenen Kindes ganz oberhalb des 
Beckens, — vorhergegangenen heftigen Druck auf die 
Eingeweide, und das gewaltsame Hinauf pressen der- 
selben gegen die Brust, so wie durch das plötzliche 
Kachlassen dieses Drucks ohne Zweifel bewirkt wer« 
den konnte« Sobald diese Erschlaffung nachliefs, der 
Ton einigermafsen wieder hergestellt war , stellte sich 
auch der Stuhlgang ein, und blieb nachher in der 
Ordnung. ' 

Die Ansicht Wigand's in der siebenten Frage ist 

' gewifs sehr richtig. Die länger stehenden Was« 
sev werden sowohl die Operation erleichtern könneu, 
als die ÖeCfnung des Muttermundes» die dadurch be* ^ 
wirkt wird, fiir d^n nacbherigen leichteren Abflufs dct 
Lochien immer vortheilhaft seyn wifd. D^r Nachtheil, 



der flut dem früheren Abflüsse der Wassier eotstefaen 
kanxif, ist in^^r^ nicht sehr bedeatend; det Mntt^r- 
mnnd wird bei vorhandenen Wehta sich denpoch zum 
Abflufs der Lochien hinreichend ausdehnen , und das« 
von mir beobachtete y Durchführen des Fingers durch 
den ^luttei;mund i^ die Scheide > nach Hin wegnähme 
des Kindes und der Nacbgebu/t, wird, so wie" es durch- 
aas zweck.niäfsig ist, den Geburtshelfer im n^er von 
der nöthigen Ausdehnung dt3s Muttermundes überzeu«' 
gen» und dieselbe bcföi»dern können«^ Wenn die Kr^is^ 
•ende die Lage auf der Seite. erträglich findet, welches 
nicht immer der Fall seyn wird, so kanu diese aller- 
dings den längeren Stand der Wasser unterhaken ; sind 
die Häute aber dünn » die Wehen ei^igermafsen starke 
so wird der Abflufs derselben doch schwerlich verhütet 
werden können« 



Wenn je die Stimmung des Oemüthes.auF dea 
glücklichen Aufgang c^iner Kur einen wohlthätigen 
£influfj9 geäussert, so war dies bei der oberü erzählten 
deir Fall. Das Ungewöhnlichle der Sache erregte, wie 
dies so oft geschieht, die lebendigste Theilnahme'aUer- 
Einwohner der Stadt $ und die von allen Seiten reich'* 
lieh zugesandten Geschenke an Geld und kräftige» . 
Speisen, überhoben die Kranke mancher Sorge« in der 
•ai.e sich bei ihrer drückenden Lage befand, sowie 
die bessere Nahrung zur baldigen Herstellung threc. 
Kräfte , und selbst ihrer nachberigen ^Gesundheit sehr 
vielea beitrug« -^ Wie oft hat nicht der Arzt Gelegen« 

■ ■ T a ; , . ' 



■ , .- . . ,_-^~ .286 •-_,.. •' •" ,. 

heit, zu erfahren^ dafs Me^ angewendete Knost tiicht 
'. hinreicht, den nacbthelHgen lEinfllifs .des Rummers "* 
^und der Sorge zu überwinden ; u/id wie mancher Heil- 
plan würde biß! der ärmeren Klasse einen glücklichen 
Erfolg hab^n, wenn es in der Macht, des Arztes stäh'de« 
auch das Leiden der Seele zu beben» ja oft nur die. 
wirksamen^ Arzneien durch Icräftige Nahrung zu unter-"^ 
•tützen. Möchten die im Ueberfluisse Lebenden nur 
zuweilen die Erfahrung -des theilnehmenden Arztes^ 
machen dürfen » so würden ^ie sich *viel!eichV bewogen 
finden» auch beF lAindier auffallenden <7ele/i;;enheiten9 
\durch^MitlheiInng ihres üeberflussesj zur Verminde- 
rung men sachlichen Elendes bieizutragen ! 

Auch habe ich denl Medizinal-Assessor undKreit* 
Cb>rnrgus, 'Herrn Diedrichs» meinen Dank abzu- 
statten» für die th'ätige HUlQe, die er mir, sowolil bei 
der Operation geleistet» als für die unermüdete Sorg- 
falt » mit der er die weitere zweckmäfsige B^andlung 
des Verbandes übernommen bat.^ 



Noch einige Fragen möchte ich aber zum Schlüfs 
dieser Abliandlnng aelbei^ aufwerfen : 

I) Ist es möglich 9 dafs nach glücklich beendigter 
Operation des it^iserschQittes^ die äusseren Bautbe- 
deckungen hj^ilen können, ohne dais eine vollständige 
Vereinigung. der welfsen Linie Statt findcit — Frau 
;W, fühlt noch "Immer das Bedürfnifs» das ihr, näclt 
beendigter Heilung angelegte Schnürleihchen zu tra- 
gen; sie dar^ es nie ablegen ^ qhpe dia^Empffndung zu 



haben, dafs m eine nnter^der Haut zu f^UendeSpahe^ . 
die Gedärnoe sich gegen ctie Haut h^ryordrängen, "weU 
ches ihr ein höchst anangenehm'ea Gefühl Terqrsacht» 
das nur mit Anlegung dea Schniirleibea verach windet^.« 
ideu ihr der llann ganz nach ihrem Körper paasend 
gemacht hat, und der vpn den Hüftbeinen zu der Ver«. 
'cinigang der Schaambeine sich faerabneigt, und ober- 
Wirts bis an die Herzgrube reicht« » Ich glaube aller» 
dings, dafs hier eine .Lücke in äet Vereinigung d^r 
weiTsen Linie geblieben ist, und diese dürfte vielleicht 
öfter Statt finden ; da die sehnigten Theile sich, schwe- 
rer vereinigen, als die blos fleischigen, oÜer hantigen; 
und; wenn dies ist^ so köailte dies vielleicht einen 
Grund abgeben ,. den disgonalen Schnitt in der Seite, 
* dem durch die Knea alba vorzuziehen« 

11) Wenn unter diesen Um^fäi^den eine neui» . 
Schwangerschaft eintreten sollte, und diese, so wie 
die Schwäche der Schwangeren, dem Geburtshelfer die 
Wahrscheinlichkeit geben, dafs die Schwangere das 
Ende ihrer Schwangerschaft nicht erleben werde, und 
die Entbindung , welche in dieseni Falle nothwendig 
durch den Kaiserschnitt wieder gemacht werden müfste, 
dann noch einen zweifelhaftern , und wahrscheinlich 
unglücklichen Ausgang haben würde, — * wird es dann 
erlaubt sejn , in den ersten Monaten der Schwanger« 
Schaft Mittel anzuwenden, um den Abortus zu beför- 
dern t Giebi dieae, auf hinreichende Gründe gestüzte 
Veberj^ugUBg i^^nea unglücklichen^ Ausganges der 
Schwangerschaft, oder, wenn diese bis zu Ende lau- 
fen aoUte» der zu machenden Operatio^^ demGeburta- 



bclfervda^ Recht» den zeitigen Tod des Kindes herbei- ^ 

zuführen t wie^ihm dies Recht bei jeder Entbindung 
selber znstehr^ wo er zwischen der ErhaUungjäes Le- 
beiis der Mt/tter und des Kindes, in sofern die Wahl 
hat, als die praktische Vorschrift ihn berechtigt, das 

' Lezte der Ensten aufziiopfern. ^ 

'III) Wird, weii^n eine Trennung der /iix^ aZ^a 
smriick geblieben ist, und eine neue Seh wängerscüaft 
erfolgt, dies wirklich so nachtheilige. Folgen haben» 
' dais vielleicht ein Durchtritt der Gebärmutter durch 
die Spalte der liuea alba^ und später, bei Zunahme 
des Kindes, eine völlige Incarceration, wenn nicht 
'' Zerreissung der lihea alba> zu befürchten is( ? Oder 
wird die sehnigte Narb^ so viel nachgeben können* 

. dafs kein Nachtbeil für Mutter und Kind daraus-eot« 
steht « , 

.IV) Dafs, wenn ein solcher Rrucb, (ffernia 
uteri ßriwi4h) der Gebärmutter durch die Itn^a alba^ 
weither nilr unter den angegebenen Umständen Statt 
fi^utca kann, wirklich entstandeq ist^ und dieBchwan- 
ge^rschaft bis zu Ende verlaufen sollte, über die Wahl 
dts Schnittes wohl kein Zweifel obwalten kann , und 
dieser durch die frühere Narbe, oder gleich neben der«p 
selben geführt werden mn^se'^ ist einleuchtend^ wiVd 
aber» wetin eine Spalte In der linea aZ^a geblieben^ 
und die. schwangere Gebärmuttei^ nicht durcbgetiretjca 

,. isb, der Schnitt dennoch wieder durch di(! weifse Linie 
geführt werden müssen , oder ist dann der diagonale 
In derx Seite vorzuziehen? 

Das Zurückbleiben der monatlichen Rei^gtiDg' 



■.,•:■ -.289 — • 

bei der Fräii W. yoi^ zwei Monaten ^ nach *eine,r eimU. 
gen Umarmung des Manne's , hat dien^chst^ Gelegen'« 
heit' zu diet en Fr^agen gegeben , dereni baldige Beant- 
wortung mir gewifii sebr angenehib aejn würde. 
Frau W* befindet sieb übrigens noch beute , den i6ten 
M^£ 1819', also volle zwei Jahre nach der gemachten 
Operation ) vollkomniiesr wohU > 



N a c h t r a gt 

Nachdem überhäufte ärztliche und Amtsgeschäfte 
die BeMidigotig der Bearbeitung dieses, gewifs merk- 
würdigen Falles y bis zu deni eben angegebenen Zeit« 
punkte verzögert hatten, konnte ich mich nicht ent« 
schUeben, sie dem ärztlichen ^Publiko mitzuthellen^ 
ehe sich die Schwangerschaft entschieden hätte, und 
das Aesnitat derselbeo, so wie des, nach meiner Ueber-* 
Zeugung, wieder nothwtodigen Kaiserschnittes t zu- 
gleich mit vof-gelegt w^den könnte« . Ich hielt die3 
für um so mehr nothwendigj da einer meiner CoHe- 
gen, aobi^der klaren Absicht, mir in meinen ärztlichen 
Verhältnissen zu schaden, welche sich noch auFmancha 
andere unrühmliche Weise vielfach zujerkennen gab, — 
alles angewendet hatte» die Meinung zu verbreiten, 
der von, mirvorgenompnene Kaiserschnitt sej dur^ch* 
ans unnötbig gewesen, und biosaus Unwissen- 
heit t Uebereilung, und um des flxperimentes willen, 
von mir vorgenommen worden. So unwürdig an sich 
#chon alle, hämische Aeusserungeh der Art über Ge« 



— 590 —V 

athickllchkeit öder praktische Handtlungsi^eüe einet 
Colfegen sind,, noch mehr Wnn diese blofs aus Eigen- 
nutz gemacht werden, um denweJbeb das Zu traue a 
des Publrkiims zu enta^iehen , und sich zuzueignen; 
m Viferächtlich eine solche Hindiungsweiee in den Au- 
geö Jedes braveiiVsfeiper eignen GeschickTichkeit sich 
bewäf^iten Arztes erscheinen, na ufsy uns so auffaltender 
ist die^Q äandlungisweise von ^inem Manne, der s^ch 
weder je durch auffaltend glückliche Rtiren ai!8gezeicb-» 
jiet, noch als Geburtshelfer rmreinen. nerkwüi^digen 
FaU aufzuweisen hat ^ und dies um so mehr,. Wann 
solche Schmähungen, und heimtückisch hinter dem 
. I^ücken gemachte Herabsetzungen, einen Mann tref* 
fen und ihm Schaden sollen , der sich durch eine lang- 
jährige treue. Ausübung einer glücklichen Praxis Zu- 
ti^aueji erworben, und als Geburtshelfer durch glück» 
liehe Beeoiiigung einer sehr bedeutenden Zahl der 
sctiwierigsten Fället den onbezweifeUen Beweis seiner 
fhe-vretischen und' praktischen Kenntnisse geliefert 
hatte. Jch behalte rbir es vor,^ zu einer andern Zeit, 
und an etnem andern Orte, über ein solches Beneh- 
men besonders und ausführlich zu reden f überzeugt, 
dafs jeder ehrlietende Arzt die Verachtung theileh 
wird, die eine solche Handlungsweise verdient, und 
eile, in der Fortserfcuhg und dem Schlüsse ineiner 
Geschichte den Beweis ^zix liefern , dsfs sowohl die 
frühere Entbindung nur durch den Kaiserschnitt 
beeuUigt werden konnte, als auch, — was frerfich 
jchon» aus der Bedingung der ersten Operation her- 
Torgehti ~ dafQ bW der Beendigung der neuen Schwan- 



. \ - — 991 — ^ > . ' 

gefsdiaft, die Ehtbindnng nur «olF eben diese YVeiM'/ 
hätte gemacht wer<)exi. konnex« a^ ' 



Im Apiil d; J« kam Frau W» zu .mir» 'urid ver^ 
sicherte,' dafs aie von ihrer neuen Schwangerschaft fest 
überzeugt aey, wobei sie mich u,m ynterBuchang ihre^ 
Znstandea bat.^ Diese ergab dasselbe liesuUVt, wobei 
die früheren Sparen der Verbildong und Verschiebung 
des £ecken& noch eben so 4eutlich zu fühlen waren, 
und ich hielt es für meine PflicVt, eie mit der Noth« 
wendigkeit des Kaiserschnitts 9 auch bei dieser bevor- 
stehenden Entbindung, sogleich, bekannt zu n^achen* 
Schan im Voraus mit dles^m'Gedanken vertraut» war 
sie nichts weniger als befremdet und traurig darüber, 
sondern bat. nsich nur, sie in der entsc^ieidendbn 
Stunde nicht zu ver4assen> welches ich versprach* — • 
Der Leib drüdgte sich hangend, über die Schaam her- 
vor, und das. Weglassen des geschnürten Gürteln 4var 
mit heftigem Schmerz verbunden* Die Hautnarbe war 
lest vier wachsen, doch fühlte man unter derselben eine, 
in ihrer Richtung laufende,, minder widerstehende 
Furche, nicht Spätste, da aie sich nicht als völlige 'Ij^reri- 

-nuogy sondern als eine zartere Vereinigung der iinea 
alba b/merklich machte, und am deutlichsten, in der 
I^ge von fast ^wei Zollen, dithtüber der Vereini- 
gung der Scbaambeinef da zu fühlen war, wo^lch 
früher die zum Abflufs bestimjmte Oeffnung gelassen 

■ hatte^ und wo djer Druck der geschwängerten Gebär- 
mutter eine grofsere Anspannung der aasseren Bo- 



— 20^ — 

decktingeni bewirkte* . Uebrigens befand alch Frau W. 9 
die Sotge über ihren Zustand abgerechnet« sehr wohl« 
und alle Functionen waren in bester Ordnung. 

Im Mai wiederholte ich die Untersuchung^ die 
dasselbe Resultat gab« Die Schwangera<;haft war vor- 
gerückt , der Miittermvnd- war mit deo^ Finger auf 
keine Wcii^e/za erreichen. 

Nachdem ich die> in ihrer Schwangerschaft bis zu 
, den ersten Lebenszeichen des Kindes fQrtgeri|ckte Fraa 

> am 2teh Juni gesehen j und recht wohl gefunden hatte, 
kam am 4ten Juni Morgens y% Uhr der Mann zu mir^ 
und erzählte : «- ^^seine Frau habe sich gestern ganz 
wohl befunden, und mir Appetit zu Abend, gegessen | 
hierauf wärein sie gemeinschaftlich auf ihre Schlafkam« 

> nier gegangen, um sich zair Ruhe zu legen, als aeine 
Frau beim Auskleiden. plözlichSchn^erz im Unterleib^ 
und heftiges Erbrechen bekommen, welches die' ganze 
Nacht gedauert habe^ sie sey jezt äusserst schwach^' 
und bitte mich gleich zu ihr ä:u kommen*'. Da sie in 

.2 Tagen keine Oeffnung gehabt, so verordnete ich 
' vorläufig ein Klystier, und kleidete jmich an« Im Be^ 
griff zu ihr zu gehen , erhielt ich aber schon die Nach^ 
riebt, dafs sie so eb^n' verschieden sey/ 

Wie ich hinkam I fand ich die ^odte mit aufge^» 
. t r leben em Unter leibe, der^ eine deutliche FI a^tuatioa 
fühlen liefs , welches mir die Ueberzeugupg eiiier Zer* 
reissung und Verblutung im Innern gab« Die ge- 
wünschte Sectlon ward mir zugestanden^ doch nicht 
fher als bis der Sarg fe^ti^; sey, um dann die Leiche 
gleich, hinein legen zu können ; welches mir wegen ^ef 



^ / 



— 293 — • 

^obes HUze oidht ganz angenehiU' w^r. Doch mtifste 
ich mich darein finden # und froh 8ejn# dafa mir die 
Section veratattet wurde, 1 * 

. Am iSten Juni ward dieSection mit Üülfe deaHnn. 
Rreia - Chirurgua und Medicinal - Aasessors D i e d r i c h 
vorgenommen. — ^ Sogleich bei der Trennung der 
äusseren Bedeckungen des I4|terleibes drang eine grofse 
Menge Blut hervor» womit die ganze Unterleibshohle 
angf^füHt wan *— Die linea alba hatte sich zwar ver- 
einigt, doch war diese Vereinigung äusserst zart, und 
durch die Anadeh^ung der. Frucht sel^r verdünnt; zu-« ^ 
gleich aber war die Narbe ders^il)<!n , fast' in der Kx'ejLe 
' eines Daumens 9 mit der Narbe> der Haut vereinigt. . 
Nur die unterste Stellet wo die lezte.Oeffnung gelassen 
worden war, hatte sich nicht geschlossen, und dio 
Bänder der durchschnittenen linea alba standen in der 
Länge von i'/s Z0II9 und in der Entfernung f^aat eines , 
Zolles voh einander ab, wo sie sich mit der inneren 
Oberfläche der Haut vereinigt hatten. \ 

Die Frucht, in ihren Häuten eingehüllt, und vom 
Schaafwasser umgeben» lag nach vorn frei in der 
Bauchhöhle), der Uterus a^er^ welcher in der ganzen 
Länge des früher gemachteil Schnittes von einander 
gerissen war, und dessen zerrissene Bänder kaum die» 
Dicke gewöhnliche^ Papiers hatten^ ,hatte dich hinter ^ 
die Fjrucht zurückgez<^gen> ,ohne d^^^ ^^ demselben 
eine bedeutende ZusammenzieHung zu bemerken ge- f 
• wesen wäre* Die äusserst dünnen Bänder des zerris- 
senen Uterus gaben den Beweis, daCs di^ Narbe den 
geringsten Widerstand beim Zunehmen der Frucht ge« 



/ " • I 

lerntet, vnd ^ch $0 verdünnt bat^eii,, dafs die ZerreU* 
aüFig Früher oder später nothwendig erfolgen mafste. - 
Diese Verdünnung ^tte bei der früheren üniersuobang 
'das Gefühl einer vorha^denea Furche gegeben. Dejr 
Uterus smlt der* Frucht ward berausgenommen > und 
die an der hinteren Wand des Uterus ansitzende Pia» 
centa, welche sich scbom theilweise getrennt y\ und 
wahrscheinlich auch dadurch die Blc^tergiefsung ver^ 
mehrt hatte, löseie sich'^bei diesem Geschäft , obneGe- 
v^att, völlig. Ulefus und Frucht hatten übrigens 
gan% oberhalb der Beckehhölile gelegen« ohne in diese 
im mindesten hineinzuragen. 

Die Dicht cfnbederutende, Verengerung der oberen 
Beck^enoffnung^ vorzüglich an der rechten Seite» war 
deutlich zu fühiei^, und zeigte schon j^^zt di^ Unmog«* 
lichH,eit eines Eintritts der ausgetragenen Frueht in 
das Becken, wie die No.tli wendigkeit ^'^afa der Uterus 
sich schon mit der wachsenden Frucht habe über da» 
Becken in die Höhe ziehen müssen« 

Nachdem die SchenSel gelöset, und dieUmgebnn« 
gen des Beckens losgetrennt waren, wurde dasselbe / 
heraus» und* mit dem Uterus und dei^ Frucht in Ver-' 
Wahrung genommen. Ich legte alles in frisches Was*« 
ser, ^ur Ausziohung des ^Blutes und zur Vorbereitung 
der vollständigen Präparation , als mich am folgenden 
Tage eine gerichtliche Untersuchung von d^r Stadt ent- 
fernte» da ich dann zu meinem grollen Leidwesen,* bei 
meiner Znrückkunfc , die Frucht bereits, bei- d^r 
g^fseto Hitze, 18 Grad Rr, von der Fäulnifs angegrif-^' 
fen^fand, und sie der £rde übergeben mufste» D^r, 



Utertif wat4 in Weingeist gelegt 9 das Backen vöp deki . 
, gröfsten Fl^iachmasflien gereihigt und öfter mit friächem^ - 
WiBser .begossen; aber echaq am 6ten T4ge bei det 
von iieuem vorgepommeneis Säuberung des Becken«,/ 
von dem.äemseiben anhangenden » noci^ Wenig o^ef ^ 
gar nicht in 'FäuTnifs übergegangenen Fleische» trenn« 
ten-^eichp die symph, pubiSj und die sacro • Hiacae y so 
dafs \die Ver^nigung der drei Knochenmassen auf 
keine Wei«^ .zu erhalten war. Bei der nun fortgesez- 
teo 'Maceralion fielen die Knochen, obgleich, sie bia 
dahin dariJi ßindfd^^n befestigt uihI in ihrer Lage er- 
halten waren» ba^d ganz auseinander» und* gaben den 
Beweia,. daf*^^ eine frühere Trennung der Synsphisen 
^ewifa Statt gefunden hatte, welcher Beweis noch 
durch die Andicht der verdnigetiden Flächen zur G>»fi ' 
~ nüge geführt wird, ' . / 

Die beifolgende Zeichnung, Fig* II, IIL lY. V., 
giebt eine .Ansii:ht der Form des ganzen Beckens» so 
^ie der einiie'nen drei TheUe» die kleinen Erbabei^- 
heiten C^xastosen?) auf der» d.as Oiilium mit dem sacro 
vereinigenden GercnUSäcbe» (vorzüglich an der «rech- 
nen Seite,) wo ]edß Spur eines Knorpels fehlte, zeigen 
deutlich^ dafs hier früher eii^e Trennung» und dann 
einö Neigung der Natur ,^ die neue Vereinigung und 
Befestigung zu bilden, Statt gefunden hatte; u^d da' . 
^das ganze Verhäitnifs der Beckenknochen zu einander 
beatimnit ^u erkenncui gjebt, dafsseine atigemeine £r- 
weichupg der vereinigenden Sander des Beckens Statt 
gefunden, bei der jene oben erwähnten Erscbeinilngen 
einer vorbanden gewesenen ^Trennung der Becker« 



knoehen |5cwirkl; worden , 6p beweiset die Gescbichlo 
der dem Kaiserschnitt , vorhergegangenen natüf liehen 
Geburt unbezweifelt, dafs die VeVbildung des rechten 
Scbaattibeipes damals noch nijcht vorhanden gewesen/ 
. sondern erst in Folge ^t^^ durch jenen Zustand erfol- 
genden Leidens des ganzen Beckens, nnd vielieicht 
erst bei einer nun eintretendenErweichung des ganzen 
Beckens^ ^ nnd der mangelnden Festigkeit desselben, 
dnrch die Trcnnni>g aller Symphisen , und vorziiglich 
'^ der rechten syrnph, saerö^iliaea, bei den ersten Ver- 
Buchen zum Gehen entstanden sey. Hier mufete nehm- 
lieh durch den Druck des oberen Körpers auf die 
Schenkelk^nochen, bei noch nicht hergestellter Vereini- 
gung und Festigkeit der getrennten ßeckenkaocben, 
diese. Trennung lange unterhalten werden; und bei 
ein6r vorhandenen krankhaften Erweichung derselben 
konnte nnd mufste nun jene Verbildung des rechten 
Schaambeiiles jT wie des heiligen Beines, — welche die 
Z^chnungV. deutlich darsteHt, hervorgcl)rac^t wei^dcn. 
Dar» diese aber, früher nicht vorhanden gewesen, gehf 
wie gesagt, aus der natürlichen, nnd "ohne besonder© 
Beschwerde beendigten Geburt des Äusgetragenen Hin- 
des, so wie der'früher geborenen Kinder^ hervor, und 
CS wird 'Wohl kein Geburtshelfer annehmen, dafs bei 
schon in diesem Girade, Statt findender Vcrbildung, 
da? I^nd naitirlieh hätte geboren werden können» 

Wenn nun aber , nach der natürlichen Geburt, 
cle§ ausgetragenen Kindes, die Plac^nta einen solchen 
Widerstand* fand, dafs^nait dem Durchgange dnrch 
da« Becken» «ich , alle jene Erscheinnngen bildeten» 



— 297 — 

vreiche, in ihrer weiteren Adsbildaog, die später er^ 
folgende Gebyr^. einest zwar ausgetragenen aber wader 
groben noch' starken Kindes unmöglich, und den Hai« 
seT8cbnit;t nothwendig machten;^ so ist dieser Wider« 
stand gewifs nicht in <ler damals schon vorhanden ge- 
wesenen Mifähildung des Beckens » sondern einzig in 
der ungewöhnlichen Festigkeit der sehr grofsen Pla*^ 
centa zu suchen , und die arglose Bescbireibung' der- 
selben ^ wie dies ganzen Herganges der Entbindung^ 
wird .gewifs bei jedem ruhigen Beobachter Glauben 
&nden« 

Ich darf also annehmen, dafs der .von mir im An- 
fange der Geschichtserzäbibng aufgestellte b'Mz i.: — 
,^dafs eine schwere, aber dnrch die Kräfte der Natur 
beendigte Geburt^ mit wirklicher T;rennung derBecken. 
knochen, (welches Michelle in dem augeführten 
Werke, schon bewiesen hat), Statt finden könne", -^ 
in dem vorliegenden Falle nur einen neuen Beleg fin* 
det; — dafs aber der Satz 2.: — ndat^ es Zustände 
der Nachgeburt gebe,, welche die natürliche EUitwick- 
Iting 'derselben, -— abgesehen von den nicht unge- 
wöhnlichen Fällen» — gefährlicher machen küimen» 
als die Geburt des vorher schon ans Licht getretenen 
Kindes gewesen ist" , — durch den vorliegenden Fali 
auf eine, , allerdings seltne and auffallende Weise be- 
atätigt ist. — Ich enthalte mieh gern der Wiederho- 
lan^ der, scl^on in der Geschieh tser Zählung aufgeführ- 
ten Beweise dieser Behauptung^ und wünsche nur, 
dab diejenigen, denen die Benutzung einer gröfseren» 
mir nicht zu Gebot stehenden Bibliothek i'rei steht, 



' ^ 



ähnliche Befobachtnngen ^u^Aclen und nittheilen mö- 
gen 5 so wie ich gern die Bedingungen erfahren möchte, 
unter denen,, ^ie freiwillige Trennung der Beckenkno« 
chen und die voilstäodige Absonderung derselben von , 
einander, aus den Symphisen, be^ einer gan^ uctoU« 
ständigen Maceration in andern Fällen beobachtet Mror« 
deö ist. , * 

Was die von mir atifgeateUten Fragen anbetrifft, 
60 h^ben diese in dein Befunde der Section schon eini- 
germafsen ihre Beantwortung erhalten. — s Die Ver- 
einigung (ier Linea alba hat nur schwach und unvoll- 
ständig Sutt gefunden ; die untere Oeffiiung halte eine 
wirkliche Spalte von 1% Zoll gdassen, und selbst die 
Nganze vereinigte Linie des obern ^heiis des^fantttes, 
yelcher durch leichtes Zeügewebe mit der llautbe- 
deckung vereinigt war, fand sich durch die Ausdek« ^ 
nung der Frucht so verdünnt (verschlissen), dafs, - 
wentii die Schwangerschaft weiter vorgerückt, -oder bis 
an ihr Ende gekommen- wäre, selbst hier die Mög^icb- ; 
keit'einer Ruptur hätte angenommen werden Ikönoen. 
Was aberdie Beförderung des Abortus» bei einer 
neuen Schwangerschaft mit ungünatiger Prognose an- . 
betrifft, so halte ich diesen unter ähnlichen Umstän- 
den gewifs füi^ erlaubt, und habe, die Veberzeugung, 
dafs dieser^ im vorliegen'den Falle vor der Raptnr be-/ 
v^irkte Abort, der Mutter das Leben erhalten haben 
würde; obgleich^noch unter den heuern französischen 
Aerzten , Gardien»-— im Dictiorinaire, des seiendes ' 
medhaleSf p. p^ Paris, Tom. f^lf. durchaus die Beför- 
derung des Abortus nicht zulassen will, und ihn, unter 



)e(kr BediDgangf für einen unerliitt1>t<n Xin€lermox4 
erklärt. \ 

Der von mir in der dritten Frage angenonitteiia 
Durchtritt des Uterus durch die Spalte oder Trennung 
der linea^alba^ während der 2üoebniendjen Scfawatiger« 
ecfaafc* uf|d eine mögliche Incarceration dees^^ibettt 
wird wohl kaufki. tnzunehtnjen seyn; ^da sowohl die' 
▼ereinigende Narbe , wie die Zurückbleibende. OetiT« 
nung der U 41« sich immer durch Zellgeweben das sic^ 
in Folge der Statt findenden f^tz (in düng. bildet^ mit 
der Innern Oberlläche^ der Haut mehr oder weniger^ 
vereinigt 9 wie dies auch im obige.n Falle vprgetunden 
wurde« ' 

Ad IV. wurde icht wenn eine neue Schwanger* 
Schatt bis zu Ende verlaufen sollte» unbedenkiicfa^ ^ 
. nnd unter allen Umständen , bei der neuen Entbindung 
den Schnitt Wieder in derselben Richtifng» und selbst 
durch die ältere jNarbe wählen; wenn dieä^ auch nach 
der Erfahrung sich schwerer vereinigt und heilte wie, 
eine ganz neue Wiinde« Die im Innern unvoUstitn« ' 
dig vollbrachte Vereinigung! oder auch die dann Statt 
findende . i^uiserste Verdünnung der J>Iarbe ^ würde 
den Schnitt selbst auffallend erleichtern ^ und eine 
mindere Trennung erfodern i so wie.die Natur^ im«' ' 
ler sonst günstigen Umständen, gewlfs auch hier eine^/ 
der frühem entsprechende, Heilung bewirken Würde« 



Möge die Geschichte dieses Paltes, mit den Untn* 
gefügten Bemerkungen« allen GebntUhelfem keine 



1 



— 3oo — 



fInwiUkommeQe Er$c1iimutg'styny und ihnen wenig«» 
•tens den Beweis liefern, daft eine früh genug, ^he 
iSie Kräfte der Hreissenden zu s^hr gelitten habön,) 
ieorgenommene E^nfbindung durch den Kaiserschnitt^ 
1>ei weitem nicht die Gefahr habe, welche ihr von so 
▼telen Aerzten und Oeburt^helfem beigelegt wird ^)^ 
obgleich sie auch keineflWeges mit dem strafbaren 
Leichtsinne der Siteren französischen SchtUe vorzu- 
nehmen ist. 

Minden den i*- November 18194* 

' ■* ,' / ' ■ 

^) Vtii möge die kAiis^che Früfageburt» fBr welche 110h 
.nanmehr auch in Üeatscliland mehret« Geburtshelfer 
bestimiDt erklärt and diese Operation unternommen ht^ 
beiiy den K^isereohnitt nicht ganz verdrlngen. ' Ich 
habe 2 war dieselbe, beteitf einmal angestellt, ohne mich 
noch besUmmt zu erklSven f und verfolge die weiteren 
Beobachtangen mit Strenge gegea mich selbst , und 
gegen ein Verfahren , von dem so leicht Mifs brauch tu ' 
befürchten steht. Indefs habe ich die ITeberzeugungi 
dafs in der zweiten Söhwangerschaft dieser unglück« 
, liehen Frau Wolfen gel die künstliche FrUhgeburc 

, ihre Anzeige gefunden bitte, wenn nicht die Veren^e- 

. rung des 'queereli Durchmessers von kaum iVa 2oll ans 
Antgsoge des Beckens entgegengettandea wlre; 

D. H. 



-. 3oi ^ 



A.L 



Der Führungsbogen dets Beckeus ;, .rom 
Doctor Choulant in Altenburg , neb^t 



Abbildung; 



T) 11^ Be4;V;enix« oder richtiger di^^ühtnn^slittledes B«* 
ckensfloll die Mittellinie deaganzenBaames des kleinen 
Beckens darstellet! oder wenigstene die Mitteliiiiie des 
mittleren. IXarchschnitta desselben. Es ist «ho ofFen* 
bar» da£s eine soldhe Linie nothwendig die Mitteln 
ponkte aller zwischett der Mittd dea Rrea^- imd^eiJb« 
> knochens und der Mitt^ der .Sdiaamfcige liegenden 
f{eradenDürchmes6er(also al|er denkbaren Gonjiigaten> 
des kleinen Bedcena mit einander verbinden mäbte^ 
nnd da diese Verbindung dnrch EiM gerade Linie nn« 
möglich» durch mehrere gerade nicht nattirgemafa 
wäre» so ergiebt es sich schon hierAuSj' wie unstatthaft 
essef» eine gerade Linie «ur fieckenaxe machen zu 
Wollen. .Die' wahre Becketiaxe wird eine Curve seyn^ 
die aus den Mittellinie]^ der vordem Kteuz- und Steils« 
knochenfficbe nnsammengeseyt iat^ und die Annähe« 



— 302 — 

^Dg ZQ ctieiert oder die «IlgeoieiiiQ FahrangsUniey 
crhaltsn wir am beaten auf folgen^le Wel«eT , 

Da die Oeburtahülfe statt aller denkbaren Conja« 
gaten des kleinen Beckena nur drei aufstellt, nehmlich 
die Conjogata des Eingangs, der Höhle und dr** Aus- 
ganges» welche gleichsam alle übrigen noch denkbaren 
vertreten » so ist es klar » daTs eine Curve» welphe die 
Mittelpunkte dieser drei Conjngaten verbindet^ als die 
möglichste Annäherung zur wahren Beckenaxe^ und 
als allgemeine Fflhrungslinie desBetfkehSy anzusehen 
•ej. Die Geometrie lehrt» da(s drei ausser der gera« 
' den Linie liegenden Punkte einen Kreis vollkomnaen 
bestimmen 9 so dafs nur ein einziger» durch $i€ ge- 
legter, möglich ist. Diese Eigenschaft des Kreises und 
die leichte Verzeichnung dieser Curve machen es tath- 
eem , sie , zur Bestimmung der Führungslioie des 
Beckena anzuwenden » dia man dann richtiger den 
Führuagsbogen des Beckens (Bretts dir^tor 
p^is) nennen wird« Er wird folgendermafsen ver* 
nichnei: Man zieht die drei Conjugateq» die des£in; 
fange» der Hohle und des Ausgangs» AB^ CDfJEPf 
suche die Kittelpünkte derselben O % JET» /» verbinde 
die^ durch die Linien QH und JET/» auf deren Mittel- 
punkten» i^nndüf, man Perpendikel errichtet ; der 
Punkt» in wdchem sich die gehörig verlängerten Per»' 
^ndikel schneiden» iC» ist das Centrum desFührungs« 
bogens 0HI^ durch welches sidi mit Hülfe eines» in 
der Weite OH = HK, ss IK geöffneten Zirkels der- 
selbe leicht Eiehen llTst* Der Führung^bogen ist also 
der in detic^ Harune des kleiniiB Beckens efaigeschlossbne 



i 



-- 3o3 ^ - 

Th«U eines Kreifesy weichet durch die Mttcelpufikle 
der drei Cpnjugäten gelegt i$X "^ ' 

N Maxi^ sieht ^ da£i das Ceatrum deiFfihmngabegeiit 
hier unterhalb der mitüern Conjtfgata nod etwas hin« 
ter die Schaamfage Fillt^ dafs es auch selbst in regel- 
ikiä£i%ien Becken nicht inpmer auf Einen Ort beschränkt 
•ejr, keineswegs also» i^othwendig auf den Tordera 
Anfani* der mittlem Conjogata (C) fiUtsn müsset w&i 
fnan vielleicht bei einem fiüditigen Anblickie glauben 
konnte; im Gegentheil wird, ans mathematischen 
Gründen 9 die wir hier nicht weitttnfcig Mtwid^tln 
können, in re^elmäfirigen Becken selten oder nie diese» 
Cenirnm den Anfang der mittlem Conjogata einaeb» 
men« Der Vorschlag also, den man neocrdings gethaa' 
hat» deü Führongsbogen sozn zÜhmip dals man den 
vordem Anfang > der mittlem Conjogfta tU CenCrnnit 
die Häfße dieser Conjagata als Badhie annimmt uüd 
äo den Bogen schlagt , heraht nicht aof richtigen ma* 
thematischen Grundsätsen t nnd ein solcher Fttbrungs* 
bogen trifft nur den Mitteiponkt dermittlern Gonjs]» 
gata 9 nicht aber nöth wendig anch die beiden anlernt 
entspricht also keineswegs dem Begriff einer wahren 
Fühm^gslinie des Beckens« 

Die Entwickelung der übrigen Eigenschaften mei« 
lies FUhrnjQgsbogens bebalte ich mir für fernere \Un- 
teraacbniigen vor» 

*^ S« meine Disserfationi Deeas secnnda pel&ium spinarum» 
que deformatarum etQ» LipsiaCf apud Cnohlochf i8so, v 
4. 5. 55. 



/ 



■5 



■■■,'■ 'w. 3o4 ~ . , 

* 1 . * . , - , 

^ Erklärung 4er Figur* 

^'CJB bintei'e Wand der Schaaoifage im Barchsülmltt, 
BDF vordei;e Wand des* Kreuzknochens nebst dem 

Sttifsl^nocben im DarchscfanitL 
^B oberer gerader Darcbmesserides ki^iiienBecken«, 
^ Cunjugaca des Eihgangs* 

Öii mittlerer gerader Durcbniiessery Conjugata der 

äöhle. 
£f unterer gerader Darcbmesser^ Con}agat9 def 

'Ausgangs.' 
OBi Fiifarungsbpgen des kleinen Beckens» 
K Centruim dieses Fülirun^sbogjei^Sf 



\v 



I 



xn. 

jEline binnen kurzer 2^t entstandene 

locierkwürdige Verengerung des Beckens,' 

Unmöglichkeit der öeburt auf dem 

recliten Wege,- und dadurch besichleu-^ 

. ;/ nigter Tod der Schwangern» 

Von 

L. "K o 1 1 m an li, 

prikt*Arste, Wandarzte und Geburtshelfer zu Delbrüelc^ 
im ehemaligen Fürs teathume Paderborn.' 

Die Bescbaffenheit und Merkwiijpdigkeit dei hier zu 
erzählenden Falle» erfodertei, dafs ich über die frü^ern 
Entbindungen dieser Frau, welche Aeh Gegenstand 
der nachfolgenden Erzählung liefert, Einiges vdrauü-^ 
•chidie» wodurch diese Geschichte an Klarheit und 
Interesse gewinnt» . 

Eine zwei Stunden von hier wohnende Bauers« 
frau, Namens T*, von 27 Jahren, spürte am xo» Juni, 
i8i5 gegen Abend die Zeichen ihrer herannahendeii 
Nicderjcunft^ ungeachtet sie sowohl vom Ausbleiben 
ihrer WchSti „ation , als auch vo^ der eisten fahlbaren 



Bewef^ng ihrer Fracht an gerechfiel, iiöch drei Wochen 
2«it'bU zam völligen Abfaufe des gese^fen Ternaina 
hatte. In der Macht UeFep die Wasser ab, und m^ 
dieaen fiel eipe grojae Schüpge der Nabetscbnur her« 
▼ort weiche von der Hebamipe in der Muiter^cheide 
xtirjickasuhaltep^ verflocht wurde« Ale am ii* immer 
»och l^ein vorliegender Kinde^theil gefupden werden 
fcopnte, wurde ich um tfitlas; gerufep» Ich fand an der 
Schwangero eine Icleine^ ie^^bafce, gut gebildete, blü- 
hende , aber achop seit langem labren mit acrophu» 
lösep Geachwurep am HaUe behaftete l^eraon, di^ 
eich wabrepd/ ihrer gegenw'artigep sechsten Schavan« 
gerscbaftf »tifser dep von -der gr^bep Apsdebnnn^ 
ihres Leibes herrQhrepden .Vngemäcklichkeiten , so 
dafs sie aeit kurzem kaum mehr gehen konnte, und 
einer ip der leUlerp Zeit sich eingestellten beträcht- 
lichen Fursgeschwolit, recht wohl befanden hatte« 
Die W^hen hatten mU dem Wassersprange «aafge» 
hört, pnd i^racbiepen sefit<lem noch picht wieder, ich 
£9Pd dtfp, einen Gulden grofs geöffneten Muttermund 
noch hoch up4 nach hinten stehend, vom Nabele* 
stränge eipe grolse Schlinge vorgefallen t kalt und 
schwarzltch yop Farbe, den Hopf noch ziemlich be«* 
WeglicH über dem Singange stehend, die Pfeiinath 
voq3 üokep Schambeine ;sur recbicn Kreua;* und Huftl» 
heinverbludung laufend, Die eporme» obgleich Um 
lepthalbe'n gfeichmäf^ige Ausdehnung .des Unterleibes ; 
die der Scbwi^tgern immer noch fühlbare Bewegung 
de« &inde$ nehal- der Bde^affepbeii 4^9 yorgefailepm 



NabfilitrtBfHi welche an den^ Tod im datu gehören« 
den JJÜiidet nicht sweiFeln Jieüi» «eute mich in Stande 
Zwillinge «nzoLttndiges/ 

lodern bei dem noch hohen nnd beweglichen 
Kopbu^dey und dem Mangel an Wehen die Nie» 
. deikunft ao bald noch nicht au erwarten war, Jbe« 
gabt ich micht nachdem ich daa Verhalten der Schwan« 
gern fehör% angeordnet» nnd eine Miachüng ana ei* - 
nem aromatiadieh Waaaer mit Tlm§$. CaUor. und 
Spir^ Sttlfih* aeth ▼orgeachfieben hatte ^ wegen an- 
dere Geachäfte wieder nadi Hauae, nmao ruhiger 9 
weil ich wegen des normalen BopEstan des einf leichte 
Entbindung erwarten durfte. Am 12. um 7 Uhr Mor« 
gena ateliten sich erst wieder Wehen ein» und die 
Hfftbamme fand nun nicht m«hr den Kopf, aon* 
dern einen Steifs vorliegend^ wefshalb sir 
abermals meine Gegenwart/ wünsichte. Ich konnte 
^i$t gegen i!i Uhr Mittags bei der Kreifsenden ein- 
treffen , die schön eiQe halbe Stunde frübei; cnit ^ei* 
nem todteUf faulriecbenden , von der Epidermis hin 
und wieder entblöfsten knaben^ der mit vorliegen- 
dem Stetfae geboren wurde, mühsam niedergekommen 
war ^ und welchem Kinde die vorgefallene, mifsfarbi- 
ge Nabelacbnur angehörte. Die Entbundene fühlte 
ihre Bürde um etwas erleichtert, und war sehr mun- 
ter, die Ausdehnung, des Leibes hatte aber picht sieht. 
bar abgenommen. Nachdem ich ih> einige Male et- 
was Tmet. Cinam, gegeben hatte, und aich nur seh» 
aeften schwache Spuren von Wehen einfanden, unr 
ter welchen aich die Häote des zweiten Mindest dea«^ 



^^ 3o8 — ; 

Mn K^opf normal, und noch etwas 1}€W€gIich fiber 
dem Eingange stand; tiar sehr wenig nach dem |treuz« 
beine hin spannten , hielt ich es um 2 Vht Mittag 
für rathdam, die GeburtMurch künstliches Spresgen 
der Bfase zu beschleunigen. Als ich während des 
Ablaufens d^s in grofser Ouantilät Vorhandenen Frucht« 
Wassers den Rifs der Häute erweitern wollte, fand ich 
vor dem sich stellenden Kopfe Doch eine schlaffe BIa<!* 
se, und gerieth auf die Vermuthung, dafs das oben 
abgelaufene Walser sogenanntes wildes Wassei^ ge* 
wesen seyn müsse. 'Auch diese zweite Blase spreng« 
. te ich während einer schwachen Spannung» es fioft 
, sebi* wenig Fruchtwasser ab. Nach wenigen Mtna<r 
ten verstärkten sich nun die Wehen 9 der Kopf tückts 
allmählich näher, und um S Uhr wurde ein gesan*. 
der 9 heftig schreiender Knat>e geboren. Bei der $us<> 
Sern Untersuchung des Leibes fai^d ich diesen noch 
sehr ausgedehnt y und es liefsen sich die Theile eines 
noch vorhandenen dritten Kindes durchfühlen. Ich 
fand auch schon einen Fufs in der Scheide, erreichte 
den andern alsbald über dem Schaambeine, und ent* 
wickelte dieses Kind ohne alles Hindernifs* Diesei" 
dritte Knabe war biafs und scheintodt, erholte sich 
unter meiner Bemühung sfber bald* . Sämmtlichd drei 
Kinder waren von gleicher Gröfse, völlig ausgebll« 
det, und jedes so grofs, wie manches einzeln gebor« 
ne* Die Entbundene befand sich während der gan«« - 
2:en Zeit wohl , die Gebärmutter oontrahirte sich bald, 
und 6?ne halbe Stunde nach der Geburt des dritten 
K'ftdes löftetea sich die Plazenten | und konnten durch 



••^ 3od' ~ 

einen eanften Zag an den I^abeliträngeA ^fortgenom* 
m€a Werden* Sie bestanden aus einem einzigen zu» 
aamnienhilngendeD grofseu Huchen» woran die drei hlm« 
tigen'BehällQisseder Kinder sehr schön sichtbai" waren* 
Idie Entbundene war* so wohl I dafs ich sie schon nach 
ft Tagen im Hause umhergehend antraf. • 

Späterhin wurde diese Frau al)ermali sciiwanger^ 
nnd gebar im April igi5 ein starkes noch lebeddes 
Mädchen ohne allen ärztlichen Beistand. Von dieser 
Zeit an änderte sich nun der Gesundheitszustand dieser 
Ferson; sie bekam einen anhaken den Husten mit Aus« 
wnrf ; es steUtep sich gichtische Sclimerzen in den un« 
fern Extremitäten ein, die BewegungskraEt verschwand 
allmählich in denselben » so dafs sie anfangs noch mit 
Hülfe ziyeier Krücken» und endlich seit dem Decem* 
her xiiS auc1i mit diesen nicht mehr 2a gehen ver- 
mochte^ und genöthiget war»- beständig im Bette zii 
liegen. Unter solchen Umständen wurde sie nun im 
Frühjahre 1816 abermals» und zwar zum achtenmale 
schwanger« Ihr Krankheitszustand würde dabei je län* ^ 
ger je schlimmer» der Husten verstärkte sich» der Aus- 
wurf wurde häufiger ubd eiterartig; die untern Glied« ' 
mäfsen konnten theUs als Folge der .zunehmenden 
Krankheit » theifs durch das anhaltende gekrümmte 
Liegen im Bette in den Schenkel «^ und Kniegelenken 
nicht mehr ausgestreckt werden» und der RüWgrad 
krümmte sich nach vorn herüber. Es. wurden zwar 
.viele. Aerzte und mitunter auch Pfuscher zu Rache ge* 
zögen» allein wie es bei Landleuten in chronischen 
Uebeln gewöhnlich zn geschehen pflegt» wenn das er« 



— 3iO — 

* • 

6te oder zweite vQ.rgeacbriebene Mittel nicht half ^ so 
wurde wieder ein Anderer nm Hülfe angesprochen* 
Am 17. Februar 1817 früh Morgens zeigten aich daxdi 
leise Contractionen der Gebärmutter endlich die er« 
•teti Zeichen der herannahenden Niederkunft» ein Au« 
genblick, dem von den benachbarten Franen schoA lau« 
ge mit^ banger Erwartung entgegen gesehen war, so 
dafs am Nachmittage die Hebamme gerufen werden 
tnufste. Am i8. früh S Uhr liefen die Wasser schlei- 
chend ab ^ nach einigen Stunden warde ich ersucht, 
die KreÄssende zu besuchen , bei welcher ich 9 'Uhr 
morgens eintraft Ich fand eine auPs aenfserste abge*- 
magerte, mir kauip mehr kenntliche Frau» die wegen 
Schwäche und anhaltendem Husten » oder vielmehr 
^ Il'^uspern, womif sie den Lnngenauswurf mühsam 
fortzuschaffen sich bepaühte » kaum Vernehmlich 'zu 
reden vermochte. Sie lag auf einem mit faulendem 
Urine, durchnafsten Bette , der BüCkjrad war wie ein 
Bog^en nach vorne gekrümmt« wodurch das Rinn der 
Brust nahe gehalten wurde « beide Schenkel waren an 
den Bauch hinaufgezogen» und dieKnie^ so sehr gebe« 
&^9 dafs die Fersen fast den Hioteru berührten » iind 
die Füfse fest auf einander aaisen. Wegen der heftigen 
Spannung .und Verkürzung der Muskeln und Flech- 
sen, koqqcen diese Gliedmafsen y^enig oder nichts ge« 
streckt werden. Der Leib war kegelförmig beryor* 
stehend und so sehr herüber hängend , dafs icii in der 
Lage, worin ich sie traf« die Geschlechtstheile nidit 
erreichen « und um so weniger zur Untersuchung 
schreiun konnte. Es stellten sich nur seltene und 



^ • '.' ■ — :3ii -^' '\ ;- 

«diwache Weben ein , und seit dem AbUnEe des Was* 
itfi bktle die Schwangere keine Bewegung des Ktpdes 
mehr empfonden. Während sie nun auf eine nebeii 
stehende Kinderwiege genragen worden^ liefs ich d|ia 
Bette vorerst reinigen , und za ^inem zweckinäfsigen 
Wendtrngslager einrichten » indem ich auf die Aussage 
der Hebamme^ dafs sie keinen Kindestbell finden kön- 
ne^ vermpthete, eine solche Operation wahrscheinlich, 
angezeigt zu finden. Nachdem die Schwangere auf 
dieses Lager gebracht, ttnd die Füfse derselben von Je- 
manden unterstützt wurden , schrirc ich zur XJntersu* 
cfaüng. Wiegrofs war ^ber mein' Erstaunen > äis^ich 
den 'Ausgang des Beckens f durch welches vor>noch 
nicht zwei Jahren ein starkes lebeiades Hihd leicht und 
glücklich geboren war » so sehr verengt und verscho« 
ben iFand^ dals ich zur Einbringung eines einzigen. 
Fingers kaum Raum genug üntraF! Die absteigendeb 
Schaambeiliäste vereinigten sich unter einem solchen, 
spitzen Winkel ^ dafs sie fast parallel yeriiefon, und 
in 4ie dadurch gebildete schmale Spalte auch nicht ein 
Finger durchgeführt werden konnte« Der ^^uerdurch« 
messer des Ausganges waf dVirch das Zusammentreten 
der Sitzbeinknorren bis auf % ?oU verkleinert^ der 
gvofste Baum war am hintern Endpunkte des geraden 
Darchmessers geblieben ^ wo ich' bequem mit ein^m 
Finder die tJntersachnng anstellen konnte, bei ^el* 
eher ich mich überzeugte ^ dafs /diese Verenger nng- 
nichc nur die Oeffnung ^dea Ausganges, sondern das 
ganzf» kleine Becken betraf. Der Kopf des Kindes 
«umdaufdeBi Schaambeinra^de, kontite aber nut so 



— 3l2 .*- 

wenig eWefcfat werden , daU ich keine Merkmale über 
/Tod and Leben deM Kindee daran wabrnehimen korni«-, 
te. Sehr waÜrscheinlich war es aber, dab dM Kiod 
nicht mehr am Leben acy; denn ^ seit 7 Stunden hatte 
weder die Schwangere, noch die Hebamme Bewegung 
gen demselben gespürt, und der anhaltende Druck^ 
des Kopfes gegen die verschobenen Beckenknocheb 
konnte fiir des Kindes Leben nicht anders ^ als höchsa 
nachtheilig seyn« STachdem ich der Schwangern wie« 
dereine beqtieme Lage im Bette gf^geben» und mieb 
T.on der ÜnropglichkeSt der Einführung scharfer In» 
atrumenie übersseugt hatte »; setzte ich' die Chgtückfi- 
ehe mit Ihrer traurigen L^ge behutsam in Kenntnifs». 
mit der Hinzufügung: dafs der Kaiserschnitt das ein« ^ 
zige Mllttel zu ihrer jfentbiindung siey* Die lebenssatte 
.Kranke würde sich zu dieser Operation wohl verstan- 
den haben, waren ihre Angehörigen nicht so sehr da« ^ 
gegen gewesen , welche ich durch Ueberredungskünste 
umztMtii&men mich ebpn nicht bemühete', indem ich 
für >die auf keine Art zu erhaltende Schwangere kei«: 
nen, und für dibs sehr zweifelhafte Leben d^ Kindes 
nur seht uns|chern Gewinn in dieser Operation vor« 
lOissäli. Zur Unterstützung der wenigen Kräfte , «a 
wie auch um den Schein gänzlicher Hülfloaigkeit zii * 
verilMiden , ordnete ich bei meiner Abreise eine Mi* 
schung' aus idyic. Foenic. J^eth. SulpK Sjr. Rub» Idm^ 
am 19. ritt ich Nachmittags wieder zu der Schwan^ 
gern , von welcher ich noch keine fernere Nachrt^b'* 
fbn erhalten hatte» 'Ich fand aie in einer höchst trau« . 
rigen LagCf^ und dem Tod« nahej sie scköpfite sehr 



«cbnett nnd miJiliBam Atbem^^ ^yegen SiJiwSche Ter«- 
möchte rie nicht mehr ein ▼ernehmlicbes Wort zn re- 
den 9 obgleich ale f ich mehrere Male vergebena dazu 
anstrengte; der Pule war fadenförmig;, da9 glühende 
Gesicht fmit, kaltem 9 klebrigen Schwcifse bedeckt, in- 
deb die obern und untern Extremitäten eiskalt anzu- 
fühlen waren. Seit diesem Morgen^baiten sich keine 
Contractiönen der Gebärmutter mehr eingefun<len* 
In dieser Lage verlangte sie noch eine Pfeife Kaucfai» 
Ubaky woran aiesidi während ihrer Bettlägrigkeijt ge- 
wöhnt hatte 9 und die sie ^ auch in schnellen Zügen, 
ausrauchte« Eine .Stunde darauf ,. Abends 5 Uhr » ver* 
fchied sie ruhig , ohne dafs es von den Anwesenden 
bemerkt wurde« Ich machte nun pach den Regeln der 
Kunst den Kaiserschnitt in der weifsen Linie , wobei 
etwa, drei Efslöffel voll seriise Flüssigkeit aus der Bauch- 
J}6hle 0oasen ; die dunkelrotbe Gebärmutter drängte 
ficfa^ ohne dafs von den Gedärmen etw^a sichtbar 
wurde 9 mit Gewalt vpr. die Bahch wunde» nach deren . 
EröfGaung eich der Bücken des von gar keinem Frucht« 
wasaer mehr umgebenen Kindes darböth , ich zog des« 
Mibe bei. den Füfsetf hervor; die magere, faulichte 
und sehwärziiche Nabelschnnr lief einmal um den Hals^ 
nnd der %opi war Von den Wehen zum Theit in den 
▼ereugten Beckeneingang hineingetrieben. Das Kifad 
war von.mittlerer Gröfse, und sdbon' seit einiger Zeit 
tpdt gewe^n» denn die OberKeut trennte sich hin 
und wi^eY herunter; auf den ersten Anblick glaubte 
ich'y dasaelhe habe einen Wesserkopfi die Augen wa« 
ren.aua der Orbiu hervorgetreteO) sahen dnnkelroth 



— 3i4- — 

toMf die.Sc&ed^nochen waren sämmtlich auf Ihren 
Verblndangen getrennt wtA tichiot^^od , jat Gehirn 
tvar io brei aufgelöst f und liefe aieh durch die weie 
ofFen ftebienden Näthe wie Wasser anfüUen ; der IB^opf 
hatte aber die natürliche GrÖfse^ und die aDgef&hrtn 
Beschaffenheit desselben war allein Folge, deä gegen 
das versohobene Becken" erlittenen Drackea» • Die Pia* 
zenta. sab im Grunde der Gebärmuttery und war nodi 
an keiner Stelle gelöset» Ich wünschte jetzt nichta ao 
sehr, als den Besitz dieses merkwürdigen Beckeni, 
welches mir aber leider durchaus nicht vergönnt wur« 
de. Der mittlere Theil der horiaeoncalen , und die ab« 
ateigenden Schaambeinäste waren nebst den SStebeinen 
ganz nach der Beekenhöhle hineingetrieben t so dala 
di6 Entfernung des rechten horizontalen Schaambein* 
astes rort dem gegenüberstehenden Vorberge ^ weldi« 
hier als Conjugata au. betrachten wärt einen 2Ea!lt 
und derselbe Durchnilessef der andern Seite nicht taehc 
als anderthalb Zolle betrug. Durch die lU^aua 
entstehende spitzwink:elicbe Vereinigung dj^ Scfaaam« 
beinTerbindang bestand der vordere findpunkt der eU 
gent liehen Conjugata' aus einer so schnialen Rinne # 
dafs manf keinen Finger ^führen und die' hintes« 
Seite der Synchondrose berühren konnte» 

Rhachitis und Skröpheln waren ^im vorliegenden 
Falle die offenbaren Ursachien dieser bedeutenden Me« 
tamorphose des Knochensjrstemi $ merkwürdig bleibt 
es aber immer« wie binnen so kurzer Zeit und ium 
Tbeiie während der Schwangerschaft ^ wo die ganze 
Thätigkeit des mütterlichen Organismus auf den 



Wachsthüm unci die Aüshlldung der t*^rüc1iC gericlitdi 
i^ty' ein solcher ZusUpd und in so hohem Grade zvL 
Stande kommen konnte* ^ 

Aach eine jiingere Schwester dieser Person« ob« 
gleich von hinein kräßigen und. muskulösen Baue ^• 
tragt alle Spuren der in frühern Jahren erlitti^nen 
Ahachitis an sich; sie ist wenig über drei Fuh^grohi 
die Scbenkelbeine sit]4 stark na'ch vorne durchgebo^ 
gen^ die Hüften hingegen sind sehr breite vsrelches 
gegen den kleinen übrigen Kq^rperaaffallend absticht* 
Bereits iswei Male habe ich bliese l^rati wegen eines zj/L 
engen Beckeneinganges » dessen Coi^fugata ich wegen 
des zu sehr prominirenden Vorberges auf drei Zolle ^ 
echätzte., durch die Edthirtiungded jedesmal sehr star^ . 
ken Kind6s mühsam entbunden. Bei der ietzt^rn Ent- 
bindung im verflossenen Jahre hatte ich sie im Falle 
einer abermaligen Sch^wah gerschaft zum Kaiserschnitte 
bestimmt^ welcher Operation sie aber durch den wäh« 
read ihres letztern Wochenbette« erfolgten Toä ihi%i 
langensüchtige;! Mannes entronnen ist« 



£tMBOLi)s7onrn(ii, ttt.BJ. aiHU 



« 



3i6 -^ 

mmmmmmimm 



Geschichte einer Zerreifsung der Gebar- 
inutter während der Geburtsarbeit; 

milgetheilt. toh 

X. K o t t m a n n , 

prallt* Arzte, Wundarzte und Geburtshelfer su Delbrüclcy 
im ehemalfgen FUrstenthume Paderborn« 

Jb räu W« • • «9 3o Jahre alt 9 von kleiner Statur, seit 
fünf Jahren verheirathet^ dem AosebeR nach geaand, 
mulate sich bei vielen Sorgen tuid anstrengenden' Ar- 
beitet ^ mitseiender Nahrung, kümmerlich behelfen, 
welches denn auch mitwirkende Ursache seyn mochte^ 
dafs sie in ihrem Ehestande anfser zwei Fehlgeburten 
ein ausgetragenea todtesy und zuletzt ein ach Wachei^ 
kaum eine Stunde lebendes Kind zur Welt^bracfate* 
Am Ende ihrer abermaügeii fünften Schwangerschaft, 
wahrend welcher sie sich recht wohl befand , auber 
dafs der .Leib diesesmal weit stärker , wie in den vor« n 
herigen Schwangerschaften ausgedehnt war , liefet^ 



,.', — *3i7 --*- ■ 

tm i5.' 'August 1813 die falschen Wasser in sehr gid* 
her Menge ab j^ und am 17. stellten sich gegen Abend 
die ex'aten Wehen ein, die der Schwaigern abei noch 
vor Mitternacht einige Stunden. Ruhcr iind Schlaf ver^ 
gönnten. Die anwesenden Frauen t welchen die We- 
llen zu langsiim ersthielien, rietben dei^ Schwangerä 
Mm Mitternacht drei Tassen recht starken ^ schwafzeii 
Kaffe zu trinken , wornach die Wehen sich auch stär» 
ker einfanden 9 so dafs nm i Ühr Morgens die Wasser 
«prangen« Um 2 Uhr fahd dieuntersüc^hehdeHebain« 
me den Muttermund wie einen Laubtbaler grofs ge'öli^ 
net, und den vorliegenden Kopf des Itindes gut ge» 
stellt. Die Wehen waren noch iminer nicht bö häufig, 
und kräftig, wie es die ungeduldigen Weiber wünsch* 
ten; zur bessern Beförderung derselben gaben sie da« 
her der Hreirse^deh gegen 3 Uhr etwas Br^nntewein^ 
der iblr aber so übel bek^m, dsfd sie fiach einer .hal« 
ben Stunde wünschte ^ detisejben nicht gettiinken ^il 
haben ^ indem es ihr gsir nicht wohl darauf Werdet ei . 
wurde ihr äbel, und sie müfste sich ell^l^aj htitif^ 
würgen und erbrechen. Nach Verlauf einer Viertel^ 
Minde entstand unter . gtofser Anstrengung ein abem 
tnaUges Erbrechen $ während welchem die Schwange« 
re t>]ötzUch eineti heftigen Schmerz tut Seit6 ünte& iffi 
Leibe empfand, ßleicb darauf lief etwas Blut äü| deii 
Geburutheilctn ^ der Unterleib dehnte skb zusebelidis^ 
mehr aus I fs entsUnd ein heftiges liitttü üiH ganzem 
Körper 9 die Extremitäten wurden kUt^ des Gesicht 
leichenblats nnd mit SchW6i£l hed6ekt# Augen ütiä 
fl^Fdche verlöschten^ und nach kaum einer StuAd4 



war sie eine L<eiche. Eine Viertelstunde nach erfolg» 
fem Tode kam ich erst hinzu, wo ihi^h eine karze £r« 
zählang der Um8t'an46 «ogleic^ einen Rifs der €rebär« 
matter Termatlien iiefe» welches sich durch' die als baU 
dig^ Untersuchung auch bestätigte. Meine durch den 
Muttermund geleiteten Finger gelangten in der rech« 
ten $eite der keren , ziemlich contrabirten Gebarmut« 
ter, durcii eine widernatürliche Oeffnung in die Höh« 
le des Unterleibes , wo sie das Kind mit dem sehr be« 
wegtichen Hopfe auf dem rechten Darmbeinrande ge« 
stützt, antrafen, ich machte sogleich die Gastrotomie 
in der.weifsen Lini^f um das Kind za> retten, falls es 
noch am Leben seyn .sollte. Nach geöffnetem Peri- 
tonaeo. fand ich die ^anze Höhle de^ Unterleibes mit 
flüssigem Blute angefüllt, und das Kind , 'ein woblge- 
bildetes Mädchen, an welchem aber keine Lebenszel* 
eben mehr wahrzunehmen waren , In cler rechten Sei« 
te der Bauchhöhle zwischen den Gedärmen liegend» ' 
Die Gebärmutter Jag in der linken Seite, und hatte 
sich bis zur Gröfse eines starken Kinderkopfes contra^ 
--»hin; an der rechten Seite derselben war ein vier Zoll 
langer Rifs befindlicb, welcher am Halse anfing, sich 
bis zur Mitte hinauf erstreckte» und durcii welchen 
^as ganze Kipd 'in die Bauchhöhle getreten war. ' Um 
die Beschaffenheit der Gebärmutter höhle und deren 
Wände besser untersuchen zu. können, öffnete ich^ 
xlieseibe in ifarer^ganzen Länge, fand hier aber keine 
Begünstigung zu dem entstandenen Risser die Wände 
waven gegen anderthalb Zoll dick, und In äer Gegend 



* des Kis668 war ihre Substanz waderdünjoeviioch miif 
ber. Die zloch iHcbt gelöste l'iazeora war mit dem 
Grunde adhärirC. ^ i ' 

Nebst mehreren schon .früher von Andorn beob- 
achteten; Fällen > wq nach atarken und plptzjicfaeü 
körperlichen' Anstrengungen wäb^enci* dec Gebuit(:«jb 
Gebärmutter rifs entstand» dient obige' Beobachtung 
zum abermaligen^ Beweise^ wie gefährlich ein starkes ' 
Erbrechen für die Schwa n ge r» wer den könne, beson- 
ders alsdann, wenn es mit einem heftigen Würgen 
begleitet ist, utid dafs der Geburtshelfer in diesem 
Falle darauF bedacht sejn müsse, dem' zu hefcigeQ 
uod gewaltsamen Erbrechen durch passende Mittel 
Einhalt zu thun. Merkwürdig ist es übrigens, dafs 
in den meisten bereits beobachteten Fällen der Bifs 
immer zur Seite »am öftersten in der rechten S^ite^ 
so wie a lieh am untern Theile der Gebärmutter ent* 
. stand; -die Ursache dieser Erscheinung ist vielleicht 
darin begründet, dafs di^ Gebärmuttet wände vorne 
und hinten durch die angrenzenden Theile weit mehr» 
als die Beitentheile unterstützt wer4en , und weil der 
heftige Drück, welchen der krampfhaft zusammenge« , 
zogexie Zwergmuskel während des Würgens auf den 
Grund der Gebärmutter aqsübt, in Verbindung mit 
den oft gleichzeitig sich einstellenden Wehen , isich 
am Untersten TheiU derselben am vorzüglichsten con«> 
centrirt, und daher diese Parthie am meisten einer 
Ruptur ausgesetzt wird* Dier im Vorliegenden Falle 
so bald erfolgte Tod der Schwangepi» war ohne Zwei- 



fbl der eD^Ul|cIeIlra Hämorrhagre lieizumetaeii^ ein 
Rifa ia den SeitenthieäeQ de» Uteras wird daher we* 
gen den hier yerlaiiFefi4<?n groraen Blutgefäfsen zvtrh. 
gefährlicher «eyii> äh *ain der^ vordern oder hintern 
Seite 9 wie eolchee die ^lufgezeichneteii F'ille dieser 
Art auch beeit^tigen. 






Lfitteratuf* 

- — : . 

A. 

LehrbÜclier der ßeburtshttlfc. 

vliefseii, bei G. F. Hey er« iSSLot Die Anzeigeä 

der mechanischen Hülfen bei Entbindungen p 
nebst Beschreibung einiger ^ in. neuerer Zeit em«. 
pFohl6nen geburtshuiflicfaen Operationen und ei- 
ner verbesserten (jeburtszangs von Ferdinand 
August Bitgen, deräufsern und Innern Heil- 
• künde Dr» Grofsherzogl. Hessischen MedtcinaU 
rathe, ordentl. offen t). Lehrer der \\''undarznei- 
iind EntbinduK^gskunde, Arzt und Vorsteher der 
Entbindungsanstalt an der Ludwigsuuiversitär^ 
Landee-Hebammenlehrer u«^ s. w.» mit einem 
Kupfer. ... 

Der Wunsch 9 seinen Schülern und jedem präcti« 
sehen Geburtshelfer nützlich zn seyn , bestimmte den 
Verfasser , die Anzeigen der mechanischen Hülfen bei 



^ \ 



JEntbindangeti in dieser Schrift zudamm^nztisteHen dnd 
>'^u vergleichen« Da« Gefühlte« Seil w ier igkei t, ^ aus 
^*der Frage enüraqdien; i^wo ist die Gränze^der gefahr-«» 
los auareijcheaden Selbstwirksamkeit der Natura muCst 
die unetitbebrlicbe Kunathülfe eine dynamische oder 
ix^echaiiische seyn? welches u'nt^r dea verschiedeneii 
operativen Verfahren ist in einem gegebenen Falle das 
beste ?*^ ward in dem'Verf* noch ^urcb die sich auf- 
dringende Bemerkung verstärkt, dafs die Ansichten 
der Geburtslielfer unserer Tage darüber oft in einem' 
grellen Widerspruche mit einander stehen. Doch ver« 
spricht er, sich nicht zu einer r.u'grofsen Anb'angHcbf 
keit 9Gi einen derael&to ver-leiten zu.1a^seM[y zvuaml d», 
er, ein Schüler d^s verstorbenen Frofmors Fries in-- 
Münsteiir, welcher sich vorzüglich in England bildete, 
keinem "berühmten Lefater der 'öebiirtsbülfe unsrer 
Zeit als Zögling zn^th^xe^ Practischen^ öeburtsheU 
fern glaubte er sein Werk dadurch wichtig zu machen^ 
dafs er demselben die Beschreibung des gewaklosen 
Wendens auf den Kopf oder Steifs nach Wigand,. der 
gewaitlosen Ausjifiebung des Kindisfs nach dfSQaselben f 
der Benutzung der Selbstwendung, i\er ki|nsti!then 
jgewaltlo'sen Frühgeburt nach 0. Wenzel, einiger 
Verbesserungeri des Kaiserschnitts , >o ^yi^ seiner Gey 
jburtszapge beifügte. 

In dev Einleitung stellt dei* Verfasser als das wichr 
figste Verbesseruugsmittel der Geburtshülfe die innige 
Verbindung derselben mit der lieükunde . i^u,f « eine 
Ansicht, der Be^rent volJkprnmen beitritt, die aber 
l9*f?^r yoij yielep Aoristen harfnaxsMs ^^^^ be^rjttea 



^wird* Er «kgt: diejenigen ^ wekbe die Enlbindanga« 
IcunddaUein nnabhängigea Fach , blos und allein für ^ 
nnd aus sich^ ^u vollenden bemüht waren ^ babeo 
derselben mehr getch|ide|L , als genützt» Nor dadurch 
iat es in allen besondem 'Zweigen der Heilkunde bes« 
aer geworden 9 dafaman sie aU ein einziges Ganze zu / 
beiracbten anfing, 'und dem danken wir es, dafs sich 
jetzt die Sorge des Geburtshelfers auf weit . mehr > ^Is 
Sicherung der blofsen. Scbeldung von Mutter und 
Frucht # erstreckt« Nachdem man die Trennung un» 
ter innerer und äufserer Heilkunde aufgehoben . hat> 
fragt Niemand mehr» ob ^ie Geburtshülfeder Medizih 
oder der ^Chirurgie anaacbUefolich angehöre.. Seit die^^ 
eer Zeit ist die Aüsübiipg der zur Wissenschaft und 
-Kunst gewordenen -Geburtshülfe nicht me.j|ir in den 
Händen chirurgischer Automaten« Seit dieser Zcij: 
giebt es auch ^e- dyniani'ische und .eine ^diätetische, 
Gefahren vorbauende Gebjiirtshülf^i während m^u , 
•onst kaom mehr als eine operative«, und. zwar blos 
«ttr Zeit der Geburt ausgeübte Hülfe kannte etc« W9 
man den höchsten Zweek^, nämlich Gesution, Geburir 
«ind Wochenbett so zu leiten , dafs Matter und Kind 
in vollkommener Integrität erhalten werden > nicht 
errßichen k^nn^ mufsrinan sich nach besten pjiysioloV 
•gischen und pathologischen Grundsätzen begnügen ^ 
ilemaelben so ni^he als möglich zu kommen^ und Sphädf 
li^bkeiten die durjchaus niqht zu vermeiden sind, so 
^u vertheilen« dafs sie Mutter -und Kind sSugleich tr^* 
gen und nicht aliein des £inen Gesundheit oder Leben 
gefährden 9 in Fällen 9berf ^0 der Tod der Äjutt^r 




und der Friicht unTermeidli^h ist, »fach KrSften fär 
die Erhaltung 4e8 einen Lebenf , welches nnr noch zu 
retten kt, thätig zu ieyn* In den Fällen aber» wo 
die Entbindung bloB durch den Tod 'der Mutter oder 
des Kindes y beendet werden kann, zieht er. das Le* 
lien der Erstem jenem deSsLetxtern vor , selbst dann 
noch, wenii nur die Wahl unter Lebensgefahr" der 
aKutter und Tod des Kindes statt h|it, wo aiao die 
Möglichkeit der Erhaltung des Lebens auf der einen 
mit dembestimmten Verluste desselben auf der, andern 
Seite in Widerstreit kommt, weil die Erfahrung bis 
"fetzt gelehrt' habe i dafs mehr Mütter durch den Kaiser« 
schnitt umgekommen sejeuf als denselben glücklich 
tiberstanden haben, und daher 4>« Wahrscheinlichkeit 
des Todes die gröfsere aej. So lange die Anzahl Aar 
diese Operation überlebendeii Mütter nicht wenigstens 
der daran Versterb<inden gleich tey, erkla'rt. er, von 
diesem Grundsatze nicht abzugehen» durch die An« 
sieht geleitet-, dafs d^s in dem Matterleibe enthaltene 
Kind noch kein völlig ausgebildetes menschliches \V€* 
&en sej^ dafs es erst nach vielen Jahren diejenige Aus- 
bildung, welche die Mutter bereits erlangt hat i errei« 
che; dals es bis dabin durch tausend Gefahren um« 
kommen , oder siech und elend werden könne, und 
dafs es uagewifs sei, ob dasselbe nicht bereits, an einer 
unheilbaren Krankheit leide« w Ans dtaiflielben Grunde 
aej der Werth einer Frucht um sp geringer zu ach^ 
len , je jünger der Etobryo sey. Der Zweck der Ehe- 
snüss^ nach seiner Ueberzeugung nicht einzig und al- 
lein auf die Zengüng von Kindern hinausgehen. Da 



^ 3a5 — 

^ai Kind durch die WiUkübr ider Eltern entstehe f M 
•theine es gleichsam von einer Sache zur Person zu 
weEden, so daCi es, je junger «et sey^ um ao näher 
der Willkühr der Eltern stehe. Daher höre bei der . 
Mutter^ im Augenblicke der gegebenen Alternative un« 
ter ihrem und des Rindes Leben^ die PSicht gegen letz«* 
terea auf, Jndem bei der Mutter das Recht «der Koth« 
wehr für ihre eigne Existenz eiiiträte,^ 

Als die wichtigsten , annoch zu beachtenden Gh* 
hnriaregfln stellt de^ Verf» folgende auf: 

X. Man beobachte die Selbsthülfe der Natur in^ 
allen leichten nnd schwierigen Gehurtsfällen genauer, 
wie mar^ bUher allgemein gethan bat« 

2. Man finde künftig immer mehr und mehr sei" 
nen gtöfsten Triumph darin »^ knit der aller weh igate;n 
Kunsthülfe zum Ziele zu gelangen. ' 

S« Man sey bemüht;» di^ Indikationen der 
•ämmtlichen verschiedenen bekannten Hülfsleistüngen 
immer genauer festzusetzen: ' 

4« Man würdige durch fortgesetzte Etfa^rnn* 
gen besonders folgendil Hülfen : 
' a) die Anwendung der Zange in der öbern Bek« 
kenapertur; ^ 
in) (Ixe Benutzung ^er verschiedenen Lagen bei 

Entbindungen; * ^ 

)p) die Wendung auf den Kopf; ^ 

d> die Wendung durch äufserliche Handwirfcun^ 

m) die Benutzung der Selbst Wendung | 
f) die künstliche Friihgeburt; 



g) Mothe's Scbeidenschnitt; ., ' , */ 

, h) den ^choorsfugeBScbüitU , ^ 

5, Man aojUe^ bemühe seyn» für djen KaiferSiOhnitt 
* eüie^ we^ger gefährliche Operation ausfindig zu 

. xnachen» 
X ^ €. Ma|^ sollte" sich, eine grgfsere Herrschaft über 
^ie Gebä|rra9tter durch dynamische Mittel zu ver- 
schaffen suchen; wie viele arge mechanisch^ Mittel 
{gönnten «I^dann entbehr^, oder auf $ehr leichte und ^ 
gefafiriose Weise angewandt werden? 

Der Ir^halt de$ ßucbes selbst zerfallt in' zwei Ab- 
ibelluDgen, Die erste enthält eine ZuaammensieUung 
der Anzeigen für die Anwendung der eijoarnÜicbeii 
yerschiedeiien mechanischipn Hülfen bei .fintfc/indun- 
gei?^ Der Zweck der Geburtshülfe ist, sagjt der Ver- 
fasser: Förderung des glücklichen MepschensKeizD^nd« 
Um diesen Zweck* zu erieidien, mufs der Gebxirts- 
belfer die Bedingucgen JicenDen, unter Velchen die 
Geburt x* verzögert, a» befördert, 3. möglichst g;e- 
l^rlos. erbalten, werden kann* , 

. 'Die'Verzö^eru/ig der .Ejatbinduog ge- 
/echieht: ü) durch Verminderung der austreibenden 
Selb^twürksanikeit; 2) durch fiewerksteliigüpg eines^ 
.für d^n schnellen Durchgang der Frucht ungiinsUgen 
Lagenverhältnisses unter den Tfaeilep dieser und der 
Mutter; 3) difrch Zurückhalten der sich durobdr^n- 
^enden Tbeile; 4) durch Minderung des ^ecl^enr^« 
m'^B vermöge Einbringung fremder Stoffe. 

Die Beft>rderung der Entbipdung ge- 
schieht umgekehrt, eptvyeder 4urch blofse U^terstü- 



tzung der SelbstansscbliefsaDg dder darcb ginzlichef 
Btellvertretpndfi ^ künstliche ^Entfertinng der Frucht» 
Die Gefahrtbserhaltang delr E/itbin*^ 
^Xin g , geschieht aufser 'der, für die' Besieguog der 
vorkomnaenden Krankheitszufälle oft unuiiagärjglich 
-noth wendigen Verzögerung oder Beschleunigung der 
Geburt 9 in der kunstgerechten (ärztlichen oder wand« 
ärztlichen ) Behandlung derselben, v 

L Die Verhältnisse) unter welcl^en die Entbin- 
dnnfi: zu verzögern ist, sind nebst Anzeigen und 
Gegen^nzeigeni) Frühgeburt, 2) zu schnellen Ver* 
lauf drohende Frucht^iisschliersung* 

IL Die Verhällnisaey unter welcheq ^e Entbin« 
dang 2u befördern ist» sind nebst Anzeigen und 
Gegenanzeigen 

,(A.) von Seiten der Mutter: 
1) allgemeine Schwäche, 2) Obnmftcht, 3)]^räai« 
pfe , 4) heftige Schüierzen, die ein zu heftiges gePähr« 
liebes Angegriffenwerdeu des ganzen Nervenkreise^ 
beCurchten lassen, i^ekhes sich als Anwan^elung von ' 
Krämpfen, Ohnmächten, Schlagflufs u. s. w* verkün«* 
digt, 5> heftiges Erbrechen, 6) Schlagaafs, 7) Stick- 
flnfs> 8) Entzüpdnng edler Theile, 9 J heftiger Fie* 
berzustand, 10) BlutBüsse, ii)^ Schlag- und Blut- ^ 
adergeschwülste, 12) Brüche, i3) Vorfälle^ i4)£nt« , 
sündungszustand der Gebärmutter» lö) Verletzung ' 
der Bauthdecken, 16) Verletsmng der Mutterrscheide, 
17) zurückgebliebene abgetrennte Kisdsthejle , i8> ' 
zarückbleibendor Mattetkucheo^ 



(ß) Von^^eiten des Kindes: 
i) Aufhören der NabelschnfrrbeweguDgy 2)yor«' 
fall der Nabelächnuir » 3) Zerreirsun^ der Nabelschnar» 
4) Scheintod des Kindes, 5) eingetretenes wieder nn« 
' terbrochenes Athmen» 6) Zuükttngen des Kindes , 7) 
Verletzung de^ Kinder »^ 8) Druck edler Theile de« 
Kinder 9 9) Tod der Mutter. 

<C0 Von Seiten 4«r Mutter und des Einlies 
unmittelbar: 

1) Verletzung der Gebärmutter^ 2) Sitz des Mut« 
terkuchens auf dem Muttermunde, S) zu frühe Los- 
trennung de3 Mutterkuchens, 4) zu kurze Nabel« 
schnür 9 5) Bauchfell - Hohlenschwangerschaft« Der' 
Verf.. schlägt hierbei vort die Frucht vor dem fünf- 
ten Schwangerschaftsmonat zur Sicherung des Lebens 
der Mutter durch einen Sthnitt zu ^ntfefnen» nach 
dem fünften Schwangerschaf tsmönate aber die Fjcnchü 
völßg reif werden , und entweder durch Eiterung aus** 
stbfsen zu lassen oder auf blutigem Wege zu entfer« 
neu. (Referent yermifst bei der vorgeschlagenen Hin« 
Wegnahme (Jer Frucht; auf blutigem Wege als Gegen«* 
anzeige diejenige Lage des Kindes aufgestellt t wo ee 
in der Bauchhöhle hinter den Eingeweiden der Mut« 
ter' sich befindet, und nur durch .die grafslichste und 
schmerzhafteste Operation für die Mutter wegen der 
Entfernung der Eingeweide und laicht ohne den. up** 
ausbleiblicben Tod derselben würde herausgenommen 
werden können« > 6) MutterrÖhrenschwangerscbaft« 
7) Mutterscheidenschwangerschaft^ (Kennt Referent 



nichts Wo bleibt abet die £ieratodkaschwaDge^• 
edufi?) 
(D. ) Von Seiten der Mutter nnd de« Kindes 
mittelbar: ' 
' i) fehlende oder zu schwache Wehen ^ 2) krampC» 
baFte Weben» S) Schief läge der Gebärmutter» 4) Han«' 
gebanch, 5) Schiefheit der Gebärmutter; (beiS» 4» 
5 empfiehlt, der TerfaAser gapz richtig eine der fehler« 
haften Lage dir Gebärmutter entgegen wirkende La- 
ge der Kreieaenden, welche meistens schon hinläng« 
lieh genug ist, die Geburt zu berördern) 6) Regel wi* 
drigkeit in Bezug *auf das Fruchtwasser» 7) Regel« 
Widrigkeit in Bezog auf die^ Eihäute» 8) Enge des Be- 
ckens, 9} Yerknöcheriing der Beckenknochenfugen, 10) 
zu starke Senkung des Beckens nach vorn , 1 1) Ver« 
engerung und Rigidität der weichen Geburtstbeile^ 
ad) Nicliteintreten der Kindstheile in das Becken ^ 
x5) Eiukeilang der Kindstheile, 14) Ankeilnng» 
(d. u wo der vorliegende Kindstheil wegen unre« 
gclmäfsigen Znsammenziehungen der Gebärmutter 
oder Schiefläge derselben gegen eine Gegend des Be* 
ckens fest angedrängt wird), i5) zu bedeutende Grö« 
fse der Kindstheile, x6) jiberzählige Kindestheile, ij) 
Wasserandit des Kindes, 18}^ Verkoöcherung der Kopf« 
knochen, 19) Querlage des Kindeskörpers, 20) Stand 
der grössern» daher ungünstigem Kopfdurchniesser 
in günstigen Beckendurchmessern» (Hierbei bemerkt 
der Verf. ganz richtig, dafs es ein irriger Wahn sey, 
bei Scheitel«- (Stirn •!} pnd Oesichtsgeburten jedes- 
mal HiilCe anwenden zu müssen ) fii.) Stand der klti« 



-^ 330 -^ 

neu Kopfdurchmesser in den kleinen Becken durclw 
messern# ssü) ungünatige Lagp des Hinterhaupts nach 
,yorn oder hinten. (Eine Stellung der kleinen Fon-* 
/ tanelfe an der Schoofsfnge hei der Gesichts^eburt kennt 
Bef. nicht)» 2Z) Stand der gröfsern Kopfdarchmeaser 
in den kleinern Beck^ndurchmessern , 24) Sc|iiefla£ef 

des Kopfs. (Hef. sah vollkommne Ohren -, noch we- 

» 

niger Wangenlagen nie in der Natur» wohl aber im 
^Phantom einiger die, Natur nicht* treu beobachtendeti 
Geburtshelfer) 25) ungünstige Stellung des Steifses, 
26) ungünstige Stollung der Schultern. 

(Referent wünschte hierbei noch manches «su bc^ 
inerken, wenn es der JLaum dieser ßlätter gestatteteX 

III. Die Verhältnisse^ unter welchen die Lei- 
stung der besondern Hülfen bei' vorkommenden %^^ 
fährlichen GeburtszufaHleu angezeigt wird. 

Hierbei ist zu berücksichtigen: 

1) ob sich das zu wählende Verfahren im ge-' 
gebenen Falle anwenden lasse f 2) ob durch dasselbe 
der vorgesetzte nächste und letzte Zweck am gewis« 
sesten erreicht werden könne ^ 3) ob eä am schnell^ 
sten zum Zwecke führet 4) ob sich der vorgesetzt^ 
Zweck ^nicht auf eine weniger nachtheilige oder ge« 
fdhrliche Weise durch ein anderes Verfahren erlan« 
gen lasse, 5) ob durch das einzuschlagende Verfah-'. 
ren die Alternative — ' alleinige Kettung der Mutter 
oder des Kindes ^^ umgangen $ und von den durch 
Nothwendigkeit beschränkten letzten Zwecken der* 
Geburtshilfe überhaupf ein möglichst hoher erlangt 
werden könne. 



Zixf möglichsten GeFkhriöserhaltang; 
der £i3tbinduDg ist erFoderlich / i) di^ Bentt« 
> f2ung der Bev^egung ond Ruhe Kreissender . und Neu«» 
enibandener» Als Anzeigen für die Bewegung stellt 
dier Verf. filhFauf; erstene zur Veibütung einer dro- 
henden Frühgeburt^ welche a^uF einer örtlichen Blut* 
Anhäufung im Fi'achthälter beruht^ während in den 
oberflächlichen Tfaellen und besonders in den äufsern 
OHeätaafsen durch Unthätigkeit der Hant^ Sitzleben^ 
ErkäUnng etc, Blutmangbl statt findet, (ReFerenC 
gl^nbt^ dafs in diesem Falle die vom VerFassef; empFoH« 
len'e sanfte^ mehr oder weniger anhaltende, Bewegung "^ 
eher den Abortus beFördcin wird^ indem bei schon 
eingetretenem ungleichem Umtriebe des Bluts (dasselbe! , 
in dem geschwächten Theile noch mehr angehäuFc 
wird« Blute/^el, zwar nicht unmittelbar an die änfsern 
Oeburtstheile und an das Perinaeum gesetzt» sondern 
als revnlaivis'ch wirkende Mittel in 'die Kreuig^end 
und in beiden Seiten in die Nähe des Poupartischen 
Bandes gesetzt« .werden es nach ReFerentens ErFahrun« 
geii in. solchem {''alle M^ohl besser als jede Bewegung 
' entleeren und nicht Hämonhagien zur Folge haben , 
ntit welchen Wehen und so iet<;ht Abortus erFölgen* 
Eben so wenig kann ReFerent den Übrigen Anzeigen 
beitreten, nach Welthen gesunde Kreissende mit nicht ^ 
relativ zu grofsem Becken während der zwei ersten' 
Oeburtszeiteh^ und bei Verzögerung der Geburt, we« 
gen schwacher und nicht anhaltender Wehen^ bis ge« 
gen das Ende der vierten Gebnrtsseit sich abwechselnd^ 
im Zimmer ^-bewegen und auF dem^ Stuhle oder Bette 
SiMMOLDi Journal. JJ/. Bd, fli ^f. ^ Y 



_ 332 ~ , 

attrfbaltcn sollen. Wegen dieser Anzeigen mufs den 
YerF» der strengste Tadel jedes nur einigermafsen er- 
fahrnen GeburUhelfers treffen, wenn man p ihn niclif 
mit dem i, errare humanumest^ entschuldigen will; 
äenn 

a) hat er dabei die Lage des Kinde« ganz nnberück* 
«Ichiigt gelassen. Wird wohl der Verfasser bei Quer^^ 
läge des Kindes^ z. £« Schulterlage» die Krcitsende 
sich bis gegen das £bde der vierten Gebnrtszeit im' 
Zimmer bewegen lassen? oder ist diefs überhaupt 
möglich ? 1 ' ♦ 

b) Darf wohl bei vorliegendem Kopf , wenn der« 
selbe noch nicht in^s kleine Becken eingetreten ist, 
die Gebärerin umhergehen, ohne dafs zu befürchten 
i^eht, der gut stehende Kindeskopf werde eine Schief- 
lage abnehmen t ' 

c) Kann der Geburtshelfer in jeden! Fall immer 
genau unterscichen» ob nicht der Ausgang des Be- 
ckens relatiy. zum Eingange etwas zu weit ist, oder 
ob nidit die anfangs seh Wachen • Wehen plötzlijch 
kräftiger werden , ur^ eine so schleunige Geburt be* 
wirken können ^ dafs das Kind der stehenden Mutter 
entfällt ? und welche Nachtheile können hieraus für • 
beide entspringen! 

d) Was ist zur Bekräftigung der Weheü zutrag« 
lieber als mäfijige Wärme? Und beobachtet man^ nicht, 
dafs selbst mit vermehrter Hautausdünstung und all« 
gemeinen Schweifsen die Wehen Zunehmen?. und die* 
>6e sich in ihrer Intensität mindern, sobald durch £r« 



. — • 333 :^ - \ , 

.k'jltang« durch Verlassen de0' Bettes^ iitid hin und 
hergdien jene ut^ terdrü 6k t Werden ? Gani vorzügl^ 
ist Sn dieser Hinsicht die-Entbindung im Bette* 

e) Der Verf» erklärt in der Vorrede XXtl, däfs man 
besonder! die Natur beobachten müssen hier finden 
wir aber nicht, ditfs die Thiere, welche doch der Na» 
tnr am getreusten bleiben» sich be^yegen^ sondern 
am einsanien Orle meistens ganz stille, rahig und lie« 
gend ihre Wehen Verarbeiten und gebären. , . 

f) Wird darch den Bath des Verfassers nicht def 
Anlafs, ^zu Vorfallen der Scheide und des Mastdarms ge* 
geben, und besonders auf dem Lande der, Gebärenden 
80 nachtheiligen , Entbindung im Stehen , aufs neue 
der Weg gebahnt? • 

Die Anzeige zur ^ewegung und Hübe Nenent* 
bundecer» nach der Uieberschrift des Verfassers, wird ^ 
rermifst, 

s) Die Benutzung der Stellung. und Lage Kreis- 
Sender und Neuen tbunden er. (Hier sind dem Ref. 
die unter 12, i3» x6 an gezeigten Lagien neu^ so wie 
die Theorie derselben )• 

' S) Die Anwendung von Haut" Äfcer» und Schei-? 
den »Bädern und Gebärmuttereinspritzungen, Wenii 
der Verf. S* 179/ bemerkt, dafs das allgemeine' Baden 
der Säuglinge im'Ganzenmehr ab« als anzurathen sey» 
80 kann ihm Ref, hierin durchaus nicht beistimmen , 
indem er iv^ Gegentheit, zur Beförderung der den Kin* 
dem Bö nothigen Hautausdünstung und Reinlichkeit 
.und zur Verhütung von Ausschlägen» die Bader am zu* 
träglichgteif hält, und taglich zweimal zum grüfsteu 

12 



\ 



~ 334 ~ 

Vortheil anwenden Uhu Schon cUeNatnr eelbel scheine 
uns diesen. Weg zu feigen; das neiige|>orne Kind 
vrar vorher schon nmgeben vom Frachtwalser , im 
aielnem Fottus - Lebeii, an • dieses Element gewohnt ^ 
die Saagethiere, Hände , Katzen, Kühe, Pferde lo- 
cken ibr.e Jangen die erste Zeit ihres Lebens, nach der 
Gebort beatändig, und diese gedeihen dabei wanderbar; 
äa«.3icien schadet gewifs nicht, nur in der Bestim« 
mung des Grades der Temperatür , der Zeit, Dauer ^ 
dc^ GePyirb'eS) der. Menge des Wassers ^ und des Ab«- 
trocknens wird gefehlt, nur wohhinterrichtete Hebam« . 
men, Wickel- oder Kinderfrauen sollten die Kinder 
b^cien^ sie mufs man darauf aufmerksam mAfhea^ 
dafs das Bad nicht zu kalt^'und za warm, son-* 
clt;rn milchwarm oder von der Temperatur der 
W.^rme des Fruchtwassers sey; Referent hat bei den 
^^^virigen Vorsichtsmafsregeln niemals Nachtheil ge« 
pt^^vn , und mufs es dem Daden gerade zuschreiben^ 
u.ijin seinem Wirkungskreise die Kinder höchst eeltea 
ei kranken* 

4) Die Anwendung des Calheters» 
, 5) Mechanische Behandlung ^bei Krämpfen dfev ~ 
Kreissenden und Neuen tbuti denen« 

6) IVIecbaniscbe Behandlung der Ohnmacht und ' 
des Schf^intodes der Kinder* ' . ^ 

7) Mechanische Behandlang der Ohnniacht und 
, des Scheintodes der Rreissenden und Iteuentbunde* 

iien* - 

^ ' 6) Mechar^ische Behandlung von Schlag « und 
Bintadergeachwüisien bei Kreissendem . 



■ ,-. 335 -, , ' 

{^> Bttid«D 4nd Einwickeln der Susiern ,611edma« 
lies Kreissender upd Neuentbundener« ^ 

lo) Mechanifche Behandläpg Kreiaeendei'» wel« 
che. an UnterleifoBbrüched leiden. ' ; 

Ii) Unteratülznng des treibet Kreissender und 
fifeneathnndenen ^ 

12) Beiben ded Unterleibs KreiMender und Neu« 
entbundener* , ^' / ^ 

iS) Vnterstfitzung des MiüelBeisehes. 

14) Blutige Naht 4es Dammst 

i5) EinsLCbneiden des Damms. ' ' 
" 16) Beiben des Muttermundes. IVerwerBick) , 
. *J7) flünstliche Krönung. /' 

i8)%;rdffiiung und Erweiterung» des GebSrmut- 
termundes und krempfhafter VeMPgerungWim Oe- 

bärmatterkörper« 

J9) Kinschneidea des Muttermundes. 

20) Mechanische Behaadlung des VbrEilis det 
Mutterscheide. ^ . '^ 

2O Mechanisctie BAsndföng des VorfiiUs dee 
Mastdarms. 

aa) Mechanisdie »ehaodlung des Vorfalls der 
GeBärmutter. ^ - . > 

äS) Mechanische Behandlung der Vor- undBudcif 
wärtebeugurtg der Gebärmutter* (Die hierbei empfoh- 
lenen Handgriffe sind schm^rehaft, können leicht 
Entzündung bewirken, oHm einer ueoefrÄhlerhaftöÄ 
Lage vorzubeugen.)' « , * 

' 04) Mechanische BehandUmg der uingtetülpte» 
Gebirmutter. (AucU hier Uels sich noch «Maches 
erinnern. >■ i ^* ' 



' T! 



' -v , '^._ 338 -— ' 

58) Künstliche Frühgeburt. 

Diese Operation £ndet der Verf. angezeigt bey «i* 
nem JBecken» welches im geraden Darchmesser des 
Eingangs und im queren d^r Vüxxi und dbs Aaa^'/ 
g:ang8 nicht unter 2^4 iioll und nicht iibei; 3 Zoll 
nifst, zwischen der 3a. und 36«^ Schwanger ach^ftawö- 
che. G^genangezeigt aoll rie seyn: * a) vbr der 28. 
Schwangerschaftawoche, b) wenn die angegebenen 
V Durchmesser unter 2% Zoll betragen ^ c)' wenn* der 
Schwangerscbaftsmonat nicht gehörig gewifa ' auazu« 
mitteln iat«^ Zur ^Operation ailbst empfiehlt er ein 
cignei Instrumenta mit einem Böhrcben zum Anaaa« 
gen; an die Fruchtblase und einem anä^n gegenüber« 
atehenden^ welchea nach gemachtem Einstidk' das ah- 
fliefsende Fruchtwasser aufnimmt. ^ 

Sg) Wendung. ' 

Der Verf. versteht unter derselben mar Lagen« 
Verbesserung des Rindes , Einleitung ^^% Kopfd oder 
der F&be in das kleine Becken t ohne ; küuatliche. 
Herausleitnng derselben» ao wie äie schön von W^ 
gand empfohlen, und von Hef. ün i. St. des i« Bda* 
dieses Journals angezeigt worden ist ; nur weicht der 
. Verf: von Wigand (nicht Wiegand) darin ab, daff 
er das Kind «ie auf den Steifs, sondern bei hinrei«' 
chender Menge von Fruchtwasser in jeder Lage, wel« 
che nicht Kopflage ist, 'auf den Kopf wenden will; 
Unter den Gegenan zeiget^ stellt er* unter andern di« 
Hegel auf: „Wenn das Fruchtwasser 'abgefloflisen ist, 
die Gebärmutterwandungen sich Fest an die Kintfs- 
thflle 2iisapimengezogen haben und der Gebrauch 



_ ^ 339 ^ 

ktampf -»^^und- entzündon^swidriger Mittel , sowie öli- 
ger ^nd 8<ihleimiger Eineprit^ungen nicht; bioreicht , ' 
am die Wendung gewaltthäygkeitslos ansführbar zu 
macben» ao aoH man. von der ^elbstwendmog Hfilfe 
erwarten. Wenn übrigens ätt Verf. & 155* erklärf| 
in seiner Priyatpraxia von der I^age der Kreissendeä 
auf den Knieen und Ellenbogen so vielfacBen Nutzen ' 
gezogen zu hab^^^ dafa er selten eine at^ere Lage 
bei der gewöhnlichen Wendung^ vorzdglitb'Wenn die 
Gebärende einen Hängebaüch habe , annehmen lasse»' 
90 möchte ihm vieles dagegen einzuwenden' se^^ 
vorzüglich we^n des nachtheiligen Drucki^ und Ue« 
rerreizudg der Utinblase und deren' Sphincters; "des '^ 
Unanständigen ühd Genirten fUr den 6.eburtshelfer 
xücht zu erwähnen« ' '^ 

40) Entwickelung des ganzen Kii^deskörpers nach 
erfolgter Ausschliessung des Kopfs. (Auffallend fin- 
det Ref. hierbei 2 Anzeigen, No.5 unß 10 ^ wo der 
Verf« sagt; i^Zur Verstärkung der Wehen empfiehlt 
sich hier aufBer der Aeibung des Unterleibs j beson« 
ders der Gebranch eines einzelnen Zang^nföffels zur 
Reizung der Gebärmutterwandungen bei schon gebor« 
nem Kopfe, ^ ferner: „aollten zu grofse Scbulte^n 
oder zu breite Brust eines lebenden Kindes die ge« 
fabrloae Durchführung desselben unmöglich machePt 
ao tritt die Anzeige des Schoosfugenscbnittes ein.)'* 

41) Entwickeleing des ganzeil Kiadskörpers, nach« • 
dem die untern GlieUiBifsen in:den Matteimund g^ 
treten sind. < Vieler beacbavMwertb») ^ . 



o 



4o 



1 



^ 4ft) 6«wiUa2|me Ehtbindung (von Andern Jtctou^, 

;eheni€ni Jorce.^m^thtkX.) , 

43) Entbirnapg. (D^rf nach det Re£» Ansicht 
nur dann gemacht werden «^ wenn njan vom Tode des 
Kindea ^ewi[5 überzeugt is^.i . . '. 
. 44) Zera tiickelung und .Gebrauch scharfer JB[<iken 
^ und Zangen« : ;. 

'4^1 .Scjjioolabjelnfugenschniu ]^ 
.46 und 47 > Bauchhöhlen - und Bauchmutterröh- 
r^oachUiU-t^..; .^ ^,.^ .....:. \; f. ' 

48).Qeb'4fi»^ff!rschnitt». , 
L, 49 tt<i4':^P):3cheideqbauffl^hQ)iIen» und Scheiden« 
mutterroh^ena<fl?|iittA (Nach de« R^f#. Anficht dürfte 
dmr von^MoU^e .empfohlene Schnitt durch* die Schei'. 
de nur dann nützlich werden« wenn bei Schwanger- 
achafc aufser .der Gebärmutter die Frucht hinter der 
Gebärmutter und; den D'jrmen läge, 80 daf^ tnan 
durch den ßauc^sclinht ohne den gewissen Tod der' 
lyi.utter nicht dazu* gelängen Icöhnte.' ^ .. -- 

61) BaiichfellhoHlenscbeidenschnUt (nachJ^erg)/ 
5t) BaachacKeidenschnitt. '.• - 

Der Verf.* rättmt dieaer'Öperatiöri vo^ dem Rai- 
aerschnitt folgende Vortheile^in: ,^'a) die BanchfelN 
höhle wird dabei nicht eröffnet T bj' dahe^* wirä die • 
Eiii Wirkung 'deV tiiftauf das Bauchfeit und die Gen 
d^rme abgehalten j c) es" kann keine 'K^rgiefaurig von" 
Blut öder'äucfern 'Pfdssigkeiten in die 'B^nciifeilhühle' 
State haben I ^^. :iilie Gebäripi!Etite|r.wSu^ 
nidit« odejp'>tfnr..in ihrem BibeiifeitihcÄLe. dabei ^ver-^^ 
wandet; e) mitfuii^iae^aack .vomiiijüexy £>ruc:k9:dejr. 



G^i^ärme auf die Gebärnmtter.| and ein -df dufcb* be* 
wirkte« Klaffen ihrer Wunde nicht zu befürchten*^ 
Die Operation 8^lb$t\ ist kürzlich folgende: es 
wird ein halbmondförmiger Schnitt von der Gegend 
des Hüftbeinkammee^bie nahe zur School^beinfage 
durch die .Haut gemacht ^ die Muskeln Toraicbtig» 
ohne das Bauchfell zu verletzen difrc;bschnitten| |laa 
Zellgewebe, welches das Bauchfell bedeckt, vorsieh, 
tig getr$]rio.t und so die Bauchhöhle unterminirt , um 
hinter die Wände d^r Scheide, zu gelangen» welche 
dann eingeschnitten wird« Jetzt wartet man $ ob We« 
hen eintraten Hind nach geöffnetem Muttermunde das 
Kind auf diesem neuen We^e austreiben $ geling! diefs 
nicht» so schneidet man nöthigenfalls den M^.ti^rmund 
auf, um den Durchgang des Kinde« zu erleichtern« 

Die zweite Abtbeilunji des Buchs enthalt eine 
Beschreibung; ' 

x) Des gewaltlosen Wendens auf den Köpf oder 
Sieifs nach Wigand, . ^ ^ 

i) Des gewaltlosen Auszichens des Kindes pach 
■Wigand, .' '^' .' ' ^' , ".^ 

3) Der Benutzung der Selbstwendvijpg. 

4) Der künstlich gewaltlosen, Frühgjeburtf. 
5^ Des Bau^hscheid^i^scbnitts; ,. ^ ; 

6) Des Gebärmutterschjriitts« .... 

7) Des Scheidenscbnitts nach Mothe« 

.8) Einer neuen Geburtszange des Verfassers neigst 
Abbildung und Erklärung^ "' 

Da von den meisten dieser Operationen schon 
ff üher gehandelt worden ist» so ist nur noch 9a be« 



werkeci, diGl dtr Verfasser ii^ /denjenigen Fatten, mto 
cla3 FradfatwaMer zum. grobem Tbeil abgeflossen i«t 
nnd sich die Gebgrmatterwandungen fester ^m die 
Kihdstheile angelegt haben, die Hülfe bei Qaer* und 
Schieflage 'des Kindes ' altein von der Selhstwendan^ 
abwarten, zu müssen glaubt , 7 nnd nur nöthtgen Falls ^ 
zur Unterstittzung der NaturthStigkeit sich der Wi- 
gand'schen Wendungsmeth6de bedienen will. I^efa« 
rent zweifelt,- ob der Verfasser hier 4ixß hinteicfaen« 
der Erfaftt'ung spricht; ursprünglich gebildete Schief- 
und Querlagen des Kindes» .wobei selbst die Form 
desi Uterus schief und mehr oder weniger quer ist^ 
und wobei auch die Placenta nicht im Grunde der 
Gebärmutter adbärirt» werden durch Wigands Selbst« 
Wendung nicht ge|ioben; Schulter- Hals- und Hu!t« • 
. lagen 9 kommen bei Schieflagen des Uterus (iUus uteei 
ohliquusj non forma uteri obliifua e^ (ranrversa ) vor / 
und werden'öft durch S^ilenlagen gehoben» ohne von 
aufsen auf die Gebärmutter zu wirken» Möge doch 
der Verf. die Kupfertgfeln von Hunter aosehfn, und 
darnach die Selbstwendung beurtheihsn. 

. Was die Beschreibung und Abbildung der Geburtsr 
zange betrifft , so bekennt Ref. offenherzige dafs er 
sich das Schlofs trota dieser Ver&innlichungskni(tel doch ' 
nicht versinnlichep konnte« S 

Schliefslich bemerken wir noch, dafs der Eifer und 
die Mühe nicht zu Verkennen ist , die der Verfasser 
auf Abfassung dieses Buchs verwendete» und dafs et 
Aeifsig über die Entbindungskunüe» der ersieh wid« 
mete, nachgedacht habe $ dabei mUssen wir aber anf« 



:r ^^; 3A3 — . 

»icKtig gestehe»!: dafa wir^ vorzügKch bei £m|fieUnng 

der v^rsokiedenen Gebnir^slfgen« oft, eneUn^en, 6b 

H^ir nicht in den. dargelegten Ansicbtea mehr Rück» 

schritte j als F</|rtschrit|e in nnserer Kantt Fanden o^d 

mitsmntfaig uns des vreitern Lesens enthalten haben 

. ^trürden , w^nn uns nicht andere Steilen wieder eitno* 

ihigt hätten» Durch die Menge Anzeigen nnd Gegen* 

an^igen bei jeder auchgeringen.Operatioa iet für den 

Schüler das Stadium und für den denkenden Prakti« 

ker j der nach der Individnal^tat des Falls nacli besten 

Einsichten un^ nicht nach den Vorschriften Anderer 

zä handeln gewohnt ist» die Befolgung derselben tu 

schwer und mühsam gemacht worden* / 

Tubingen bei Chn Fr. Oslander: Dir. Friedlich 

Be&lamin Oslander*^, K. G. H« Hofrathe 

nlid Professors der H^^l^cin und Entbinduiigs« 

kunstf Direktoirs des, Kön. Entbind ungs^Hospi« 

' . taU; Mitglieds der JLön, Societat der Wissen«^ 

ichaften zsl Göttingen etc« Handbuch 'der Enti^ 

falndungskun^t« Zweiten Bandes erste Ai^thei« 

lung. igM* 8. 

In diiesem Bande ist dek* Verfasser hinsichtlich 
der Ordnung, und der Ansichten seinem, Grundrisse 
der Entbindungskunsft gefolgt; nur ist das Ganze 
mehr mit Beobachtungen und Citaten ausgeschmückt^ 
und die Lehre von der Di'it und Pflege der Wöcb« 
nerinnen und neugebarnen Kinder sehr vortheilha6t 
nmgearbeitet worden* "— Inhalt t r) Erklai^ung der 
Geburtslehre» 2) von der Geburt lind ihrer £!nthei« 
lung^; S) VOR den Kräften nnd VVirkung^n der Na» 



~ 344 — 

tiir zo AüMloffliuig der Leibesirocbt, oder won der 
GebttrUthatigkeit der Natur; 4) von den fiiDf ver- 
ichiedeiien Zeitraamen der natürlicfaen Gebart un& 
den ' Ereignisaen in denselben; 5) von den diateli- 
acben Anordnnngen in der Schwaogerschaft, ale Vor- 
bereitung za einer gläcklichen IViederknnft ; 6) von 
der Hülfe der Kunst bei der natürf leben Geburt; 
7) von der Diät und Pflege d^r Wöchnerin und ih« 
les neugebornen Kindes* 

Leipzig bei J. H. H in rieb s: Ueber das pbjsiölo« 
giscbe und patbologiscbe Leben de« Weibes»* 
xr Tbeil, oder Handbuch der Gebürtshülfe für 
AerzU und Gebnrtsbelfen 2te ganz umgearbei- 
tete Auflage» TOn Dr. Johann Christian 
Gottfried loerg, o« ö. Lehrer der Geburts« 
bulfe an der Univfrsit'at za Leipzigs Dir^tor 
der Entbind ungsscbtile etc. mit 1 K. 1820* gr. g. 
6. S22. 

In der tieberzengang', dafs die l^ntbindungskunst 
aU solche nichts enthalte» als einzelne aus deni Le- 
ben, des Weibes herausgeschnittene oder abgerissene 
Functionen» denen die Praxis» sowohl die eigent- 
lich medicinische» als die chirurgische, nie recht bei- 
kommen könnte» so lange' ihr die physiologischen 
. und pathologischen Vordersätze fehlten, und dafs ein 
gründliches Studium der eigentlichen . Gebnrtshülfe » 
ohne selbiges^ mit dem Wesen und der Natur de$ 
Weibes zti beginnen und ohne dasselbe durch alle 
> Stadien nnd alle Verhiiltniase der weiblichen Existenz 
durchzuführen 9 unmöglich wäre^ entschlofs sich der 



■ ., • ■. ■— ,345 ''— - " ^ 

TerEas^er, da er \tit seih früheret filUhdiuach ä«t 
Gtfburtshülfe^ Vota Ishr Igo? und iet Hrankheittii 
lies .Weibea v. Jabr- 1809 ven Nenem für die Bremse 
bearbeitete, beide Haridbücber nnter dem gemein- 
achaftUchen Titel : ,,Üeber das physiologische und 
paihologiache Leben 4w Weihes" za vereinigen^ üna 
dadarch wenigsten« anzudeuten, dafs hierin di6 Lehti 
von dem Lebep des Weibes in der Pubertät^ Schwan« 
gerscbafts-y Geburts* und Wochenbetts*Zeit nird im 
der Decrepititäi afuf Physiologie und Pathologie ge« 
gründet* sey. Wir erhalten also, hier beide Handbii» 
eher 10 einer neuen umgearbeiteten Auflage und ia 
einem fetnern y bequemern Gewände. 

t^ur ist mit dem Verfasser zu bedauern , dafs , 
derselbe an der allgemeinen Beform» die Materien 
und einzelnen Kapitel ih einer besserit Ordnung zut 
geben f durch den Umstand gehindert wurde, dafä « 
beide Tfaeile in zwei verschiedenen fiuchhandfungen 
verlegt' worden sind» wodurch jede Verlagshandtimg 
eine ganz andere Sehrifc überkommen hattl»« .Dea 
zweiten Theil oder das Handbuch der Krankheiten 
des Weibes verspricht der Verfasser auch noch in 
diesem Jahre, verbessert erscheinen tu lassen. 

Inhalt« Dieses erste Buch zerfillt in S Theite, 
wovon der erste die Physiologie, der zweite die Pai 
thologie, und der dritte die diätetische un(( thera* 
peutische Behandlung der Schwangerschaft titod der 
Geburt enthält* 

. Der physiologische Theil umfafst die Anatomie 
der weiblichen Oeburtsorgane » und die tegelmärsiga 



^. 346" — : 

Sehwangmchaft und Gebart» JZa letzterer zihlt der 
Verfasser alle^ Hopfgebarten mit dem HinterhiiuptV 
Scheitel and* Gesicht i^oran, und die von' der Kati^ 
zu beendigenden Ausschliefsangen des Kindps nait 
voraasgehendem Ste^ifs, Knieen, Fütsep. 

Def pathologische Theil bandelt in fünf Abs^buit*^ 
len Ton den normwidrigen Geburteli ' wegen norm« 
-widrigen Verlaufes der Schwangerscbaft (Schwanger* 
acbaft anfser der öebannutter , Molen •> zu kurz-# 
zu lang dauernde Schwangerschaft); von den norm« 
widrigen ^Geburten ^ durch abnormes Befinden der 
Gehären deh regelwidrig gemacht (wegen kranldbaf^ 
ter ZuTälle an den Gebärenden oder wegen FMern 
an .der Gebärmutter, an der Scheide und am Becken)) 
TOü den Fehlern des Byes und den daraas entstehen* 
den' Hegel widrigkeiren in der Geburt $ von dem feh* 
lerhaften Benehmen der Heb^^mmen^ der Geburtshel- 
fer und der Gebärenden aeibät und den daraus entste- 
hendeB Normwidrigkeiten fär die Geburt, und end* 
lidh vüta'* dem normwidrigen Abgang* der Nachgeburt 
und regelwidrigen Verlauf des Wochenbettes (Patres- 
cenz der Gebärmutter, Puerperalkrankheit)« Der 
dritte Theil endlich, welcher die diätetische und the« 
rapeutische Behandlung der Schwangerschaft und der 
Geburt abhandelt, enthält, die Lehre von der geburta- 
hülBichen Unterauchung, von der Behandlung der 
normalen Geburt , von den in' der Geburtshülfe nö- 
thigen Operationen , und die speciefle Therapie der 
Geburtshülfe, welche das Verfahren des Geburtshelfers 
t he$timmt $ wenn ^m Gebartsgeschäft durch norm* 



ij^idrlgen VerlatiF der.ScbwangerschaFt^ dfanofues ficM 
fiodeti der Gebärenden , dea^ Eyes oder dessen InhaltA 
regelwidrig gemacht wird, ntid sich Regelwidrigkoif 
ten in der fünften Geburtsperiode ulid im Wücbeti« , 
bette einstellen. 

Die KupF^rtafel stellt Soers Gcbttrtszang^ von 
i&lt geringer Abändetnng des g^fedstcrten jLöfFels uqd. 
Griffs, welcher letztere nach Boie*r nicht mit Ledet 
überzogen» sondert] vrellenartig gearbeitet ist/' Di^' 
Vortheile, die der Verf. dach §. 414 ^ 41g diese« 
2ang9 vor andern beilegt^ widers|)recheil 2ata l^eil 
der Erftihrungi Dafs did Ztnge ,des Befer» der von 
Bber hinsichtlich «der prak tisch eif Brauchbarkeit nach-*' 
stand j indem sie naeh mehrmaliger Anwendutig ^ich 
liog und ein Löffel daVon fast grade a^ogj Ivar nach 
des Hef. U^berzeugnng blos dir Schuld des Verferti# 
f^rtMdXhx und nicht die dir gröfselrli BeckenkrfincN 
. mang, wie Jeder überzeugt seyn wird, welcher sich' 
dieser Zange» voh Heitie in Würzburg verfertigt» be« 
dient ;^ Und toch mit dieser Zahge k^inn man, yielfälli^ , 
ger Erfahrung zufolge 9 ein glücklicher und sin^ 
riiger Operateur seyn! ' 

Der Plan ^t% Terf. , did beiden frühem ttandbit<« 
cib«t bei dieser neueu Auflage mit einander systema«*' 
tisch in Eins zu verjbindeii, ist sehr lobens wer th | Ref» 
ist' von dem grofseii Nutzen dieser Vereinigung %\kt 
gröfsern Deutlichkeit u^d Farslichkeit für das Stu« 
dium dee Geburtsarztes überzeugt» und findet nicht#^ 
weiter zu wünschen f als dafs der Verfasser doch di6 
Btreicberungta der Geburtshülfe mit nctieil ErfahtttO« 
4tMmojLDs Uunißi, Ui. Bd. tr ^r* Z ' • 






^ 348 ^ 



fen imd Vflcbeaaeruiigen nicfit so ^as mk $ftlUsdiwQi« 
gsn übergangen hätte und ferneic übergehm mochte. 
tBitettin gedruckt hei C. W« Straqk ond in Com« 
inT^ion der Nicolaischen Bnchbandlnng: Joh^ 
Barns» Lehrers der Oebürtshülfe^- und üUtgKe-p 
des der K, FacuUät der Aerzte und Chirurgen 
SU Qlasgpw« Grundsätze der Oeji>|irUbülCe, «ue 
dem Englischen übersetzt von Qr« E. H* Cw 
Köl'pin, Kß Preuft« Re^eriingQi« und ic^ci'^ 
nalralb« zu Stettin» ^820« & 654« S« 
Obgleich der rein gebaruhulBiche Theil dieset« 
Tyei^ im Ganzen^ der. unbedeu,teiidere iaty.nnd wiic 
daher dasselbe 1 in dieser fie^iehung,, nicht osit dem: 
Herrn yebersetzer Zur eignen Fortl^Udung der gi* 
-"^nröbi^liehjen >GebUirtsheiC^ ip kleinen S|ädun und ant 
dem Cande empfehlen möchten i umso Mren%er d^. 
\vir ganz sicher" bessere^ vollst&ndig^e und ;£weckmii^ 
fslg^e. deutsche I^ebrbucher der GebmrtshQIfei haben 9, 
so wird docb getn ein Jeder ^ dermit der Englischen. 
Sprache nicht vertraut ist, dem Dr« Kölpln fär die. 
Uebers^ta^ung dieses trefflichen Werks # den^ gröieten 
Dank wissen« Es macht une nicht allein mit den 
letKigen Grundsatzen.derv englischen Gebuttsbülle be» 
kannit # Sonden liefert uns auch in^seto reichhaltigen^ 
Absphnitten ttb<»r Krankheiten der nicht schwängern^ 
'eehwan^^rn und. entbundenen Weiber 1 ingedrSngter 
>Kuip6et. einisn solchen . Schatz eigner und. fremder Er« 
fahrungen 9 so vorzüglich praktische Semerknngen^ 
dife wir ee mit lRol|emJäeGht.den benen neueen Schrift . 
teil 'abei^ dieaeB,Gt«eMlwdf an di<e Seite «a stell». 



tlÜ J^^4l^to ^j'ai^ixi ^ tind uns fan# wnndeAi miU^ 
§täi diti iiii Vkirk Wtiäiiieif dhb vittt6 AtiÄfage 0r« ' 
icbeh könnte, ^be id ilem übers^tzrusHg^ jb^uuclu - 

aimiitn eid f4iäm$i iiiä (^ine Lähiil^viti in Kr« 

Ute fJAefseiinhg dÜ yväfdlgih HttiA R^gi^f« 
itLügi^ nüid ^edizinalrati^ef Dr. K ö If i n ilt lin Öaii« 
aEto ithi iihä ncJiÜg^ nur W'^re ssd MrÜnl^iitohi ähti 
der ii^ttUitz^r dU^tfinäeiniigeüi vvtlcht did h^Üeiii 
iüflag« väni Jahr iSif tnihiit § ^oriHaiidig^f; JiU e« 
^fildhäirn ist I n^ciigl^frägeä b^ite§ di ielbat kteinartf 
te^tn&iiuiig^hi bei dtsm äteten fortaehtliiieft tintit 
ManiieV Wie fiüf n3^ ton fiedeütun^ ühÜi tbeh ä^ 
v?%rd6 d^/ äüü Oi^ginäl äägetiängte ÄbaeblÜtt ä(^l»^ ^ 
Rinderkrantiier&n i ühs giWifsl^eht i^ilkötiüxieä ge^' 
i»^ä i^^iie^öA siiii (ik föni tAittäÜttt iü d<Ent« 
-1£läll;i<^ä^ ahgeg^beh^li Gründe des FortJasä^a»^ h'iciit , 
iü v^rWditiini Üübmlkhe J^rWl^hißung ^ber t^rdieitr 
d^l^woiiftytig6'2v^e^kf £rrichtüfig tttid Vefb^isjlff ütig 
dert^^dici^al-AnSiaUen iü Fomtaern ^ ded de^ tdbAr« 
^ffs^^f zugleich iäit ddi'aö diciK adiOfi ttifdilTnattolleiK 
if ri)6ft vefband^ 

WUn^ Öei C: f. £<<«&: t^Uliefiü JdÜfli} 
BiWihitt'i'i d^f Rfödl tifad Chir. Üott. tü* ^ 
•erf< koni|i. Öiterrdicfa. Rsitlieäi dfd^ ofFi j^to^^ 
i'eaäori der ö^btiftaiiälfe, getithth Atthtikknä6 ' 
tküd Medi^^iHäi^ iÜ'iega- f olitei ab dcff k« k. . 
tsed. tkir^ Jpäepiuj- Aätdeinx6 £ii Wieb et£/ ge« 
tattillelt# oblttfttieiK^i ÖckriftM mit Zwättm ^ 



, ^^_ ••..-. 35Ö - ■-•■ 

. und einem .Anhange:, über den, herrschen^9, 
Lehrbegriff von £intackung des Matterl^^chenf» 
1820. 8. 
\ Der Yerfasser hal hier aeine In mehrep^a Zeit«« 
echriften zerstreuten obstetricischen Aufsätze : 1) über 
den Werth der Zange, in des Refer« Lucina £d« V«. 
St. 1. 2) i?e la ddotUy eine historisch- kritische Re- 
vision, in des Befejr« Jciurnal für Qeburtshülfs etc« 
^d« ii St. 1. 3) Erfahrungsresnitate liber die Explo* 
yation bei dem Scirrhus und Krebse und an^iern krank« 
liaftep vZustärlden des Uterus, in Harle» Archiv der 
deutsch«, ^ed. und Chir^ Bd« I. St. 1. 4) über obste«* 
tricische Kunst und Künstelei, und 5) Siendsdireibeii 
an den Herrn Herausgeber des Journaf^ für Geburtsh., 
"^Fraiienz* und Kinderkrankheiten, die Zangenentbin^ 
'dunfe im Retfe betreffend« im genannten Journal* 
Bd* II« St« 1 und £• und 6}^über das Phänonien des 
blutigen Erbrechens. und Stuhlabsetzens j^eugehor^er 
Kinder, in^ den Medicin. Jahrb. des k« k. öster« Staa« 
tes« Bd. I V.S> 2», zusammengestellt. Diesen folgen mehre^ 
re^Zusätze, eine Ausbeute seiner darüber angestellten Re« 
AsxidA^p.nnd Bemerkungen. Endlich folgt ein Anhang 
über den herrschenden Lehrbegriff yon Einsackung dea.. 
Mutterkuchens, welche der Verfasser Jäugnet, worüber 
Refer« seine An|i€ht zu einer amdern ^eit ^inittheiiea 
wird, . ./ .■ >- , ,[ , \ /: :. ^.: ■ 









■ ( . 



„ B.- ■ ■.,■■.;„;.;,,. 

Vermischte Schrif tea und AbhändkingeKi 

liber . ' 

Geburtshülf e^ / ^ 

Xjeipsig im Industriecomptoir: J o h« Ch-ti sf.'^ 
Gottfr« Jörg, Etwa^ über ärztlicke ün^ 
CbirurgiacbePraxis, ein offne« Schrei*' 
ben an den Herl-n Kaufmann Halber« 
ata dt in 'Leipzig. 1820» 8. 



Eine bei der Gattin des, Kaufmann Halberstadt in 
Iieipzig von Osiande'r verrichtete Operation gab 
dem Dr. Jörg Veranlassung zu dieaer kleinen 
Schrift« > 

Jörg hatte jene Fraii früher in Gemeinschaft 
mit zwei andern Leipziger Äerzten behandelt und 
ac^on im Jani 1819 das Leiden derselben» welches in \ 
diefliem Schreiben nicht genauer bezeichnet wird, f«st ' 
utid männiglich für unheilbar erklärt. Der Ehemann» 
dtesen Vertrauen Jörg nifcht vollkommen besessen zu 
haben scheint, suchte zu seiner Beruhigung bei * 






Q 8 i f a cl • » HiSII«, di^ftr kafft im OfMmbw t* It 

^|9$cli Leipzig« machte eme Operation, und ipiach drei 
Tagen war die Frau todt, iii^d. Jorge Prpgqoee er? 
tollt- ' ^ • 

Die Kranklieit dieser Fr/iahntte abi^f ift Leipzig 
eelbat bei den Laien bedeutendea AuFsdben erregt nnd 
212 manchen pffefitUchen fchiefen. Urtheilen übeir 
JQrgf Knnatfertigk^it^ an manchen Zweifeln 4111 fiß 
Bichtigkeit seiner Beh^ndlfing. Veranlaaaiipg gegeben^ 
^arum fü))}(8i^ jfx^rg l^ewa^epf iiach dem erfolgten 
Ableben def Fran , in diesiem Sdireiben j^ffentlticfa an 

V feine frübere Voraq^s^gung deaaelben zu erinnern« 
£f la^aißht in dem^lb^n darauf auFmerl^siiin^ dafs d^sß - 
klugen Praktiker in aolch' einem unangi^nehiifienF^II 
drei IiüIf9X|«ittfI za aeiner Rechtfertigung zn Gebote 

.eti|nden; die ricbtige Prognose; rr?. die echriftlicheii 
Veirprdpnogen^ rrr nnd die.|ieicii^oÖff||U^ ^rr- Hie 
^rpgfiQse, für den Laien de^r wichtigste, der .am 
mei^tfir^ ii7 i^Ie i^vtgtjqi faHendf Betels, iat in dieserili 
Pull di|rc^ fle^i Tod ^er Frau yoll^ona^iej^ in J|£rfal<- 
It^^^g gega:(igen und diadutch folgUch (i|acb Jpr|^) dif 
llichtjgkeit «einer Piagnoa^ , so vfip seipf kl^KQ ^io^» 
eicht 11) it^ ganzen Kranl^heitsf^U b^at^igt un^ led^f 
^uher§ ^vvreifei l^inr^t^^^l^nd vyide^I^t* -r* Di^ aqhjrift« 
li^faefi Yerprdniingfi^ ui^d ^|e L^icb^qffaung JiLÖnV 
sei} 4eii{^fie9 >^e»ii|[f? iR«Srfi9»rWf 8ie;gel|pren yor 
«P W^ffWtch^ftlicMfPTum. Ö^ Vfiirfenseir. f r|ijnw:.t 
f ^^lei<c^ nocb daran'^ dafs r^l^bl ^1^ tech|)|sche G^t 
f cfaickl)chkei t §llf in 9 sppd^n yreit luebr die richtige 

^ Bf ^rtbeilnng, pb eii^f Qpex%tios aH|S( aU^emei|xei^ HHe ' 



jUcimachen 'BUcksichten iKolaiilg #eyoder tikkt, deti 
gaten f wiMeiischafttich gebildeten Chirni^Q 'char^^ 
ieriaire, und beutet ziomlicfa reratäiidlich in, daLti 
•ine Operation bei dieser Kranken ga'nz am nniechtea 
Örite'walr^ 

Dasdelbe mufa ancb lyei einer andern Kranken 
Statt geFanden haben i die O 8 i a n d i$ r ivahrend aeiaer 
AnweaenWit in Leipzig operirte» nnd die ebenfalla 
drei Tage nach der OpetnAoh starb« Jörg verspricht 
den Kttnalveratändigen eine Erzählung beider Fälle^ 
^«nd eine detaillirte Würdigang beider Operationen 
hn dritten Theiie seiner Sthriften zar Kennt«- 
viljs des. Weibes und' Kindea» 



lieipzig im Indnstriecooiptoir; ' Job, Christ», G0tt« 

fried Jörg» Aphorismen über die 

Hf-ankheiten des. Uterus und der Ova* 

rjcn, «ur Würdigung zweier vom 

Herrn Hefrath Oslander in Leipzig 

unternommenen O peratidnei^« I^Sto^S» 

Früher als es der Verfasser anfangs beschlossen 

liatte» liefert er uns in dieser Schrift die Erzählung 

und kritische Beleuchtung jener beiden erwähnten 

Operatioosfillle ^ zu denen er als Einleitung einige all« 

gemeine Betrachtungen über die weiblichen Genitalien 

und deren Krai^heiten vot-ausschicktt Der Inhalt dern 

aelben ist in Kurzem folgender; 

Der Verfasser spricht iax erften Kapitel von dem 
Standpankt der weiblichen Genitalien ^ die er in 
drei ilauptgruppen abtheilt: i.) die Ovarien« -^ a) 



" ,• ' " » • '• 

4a« Uteriiisy$teni,.vza welcherp er den'UteriM, die FtkU 

iopkschen Röliren, die Scheide und die auhem Ge^ 
fcblechtstheiie (Vprorgane der Scheide) rechnet, -*- 
utod 3) die ^^rüste. £s ist hier von den bekannten, 
gegenaeitigen Beziehungen»- Sympathien der inneril 
Mreifalichen Genital i^sn mit d^n verachledenen einzelnen 
^ystepien de$ Or^nismusyvon iiirer ipeziehung zqm 
Ges^mmforganismua die Rede ; -^ bei dieser Gelegen- 
]ieit vergleicht der Verfasser, den Uterus, die Matter- 
trompeten und die Scheide y indem er auf die Analo«. 
gie des Bftues und der Functionen aufmerksam raiacht, 
mit einem gesteigerten Darm«- oder uropo^tischen Sy-f 
etem! — £r erw'^hnt ferner d^ß bekannten Vcrschie« 
Neuheiten und Veränderungen der Genitalien lo den 
▼erschiedetien Lebensaitern , und die durch d^s höhe« 
. re Alter bedinf^te OtspOeition zur Desorganisation der« 
aelben : die Differenzen während und anfser dep \er» 
#chiedenep Functionen derselbep, die d^mit^ ^usam- 
lÄeö'hangenden Ortsveranderungen, sovyie die dadurch 
^eg^bene Gelegenheit zu krankhaften Ortsveränderun- 
gt^Uf Bei dei^ Betrachtung der Genitalien iq Bezie* 
liting zu einand^er, v/ird den Ovarien die niedrigste , 
eine 'höhere dem Uterus, und den Brüsten in ge\yisser 
SIeziehang die höchste Stelle angewiesen, 

im zvyeiten Capitel werden die na cht heil igen 
£infli}8se, welchen das weibliche Geschlechtssys t^m ' 
unsgesetzt ist» abgehandelt^ Es gehörep dabin; allge^ 
^meiqe Krankheiten j niederschlagende Gernütbabewe« 
gungen, Anomalien des Darmkanals und der uropoSt ^ 
tiWbw Qyg^nej wid^m^turlich^ und kiinstUcbe ftei^ 



zutigta der GehitaKen^ ferner äi« yerschiedenen.ntich^ 
tbeiligen Einflü^se^ welche durch Schwangerschaft 
uni Geburt » .besoAders durch voreilige küc^liche 
Hülfe bei deraeHbeD, durch unberufenes > vorwitziges 
Trci^nen der NJachgeÜurt; durch Mifsfalle, nnzeitige 
und frühzeftig<>Geblirtefi herlbeigeführt werden, Schade 
licbkeit^n » welche der Verfasser vorzüglich als Jcuhe 
Veranlassung des ^irrhu9 ubd des Kartinoms ansieht; 
ferner sjrphiiitische Ansteckung/ welche ,näch d^m 
Verfasser zwar zu vielen Leiden und Ausartungen ^ 
aber nicht zur Bildung des Skirrhus und Karcrnoma 
Veranlassung geben kann y eben so <venig; wie Abnor- 
mitäten, in der Lage der Gebärmutter^ das Tragen voi< 
Matterkränzen, Schwämmen u. s« m^. diefsf nach dem 
Verfasser 9 im Stande ^ind, «— Endlich gehören zu 
den Schädlichkeiten auch noch i^nbesonnene Vnferdrü« 
cjLung der verschiedesen Aussonderungen aus den 6e« v 
'achlei^htstheilen^ di?8 ßuor albus^, der zu häufigen 
Menatruatifin ; ebenso' wie die unvorsichtige x\nwen* 
. dung der emmenagoga und pellentia^ ' 

.' Im dritten Kapitel kommt der Verfasser zu den 
Krankheiten der weibUchen Genitalien und zu deren 
mannicbfaltigen Complicationen. Er theilt sie i) in me- 
chanische Krankheiten, die sogenannten Dislocationen 
derselben., 2) in Krankheiten von vermehrter und 3) 
*"^' von. verminderter Vitalität. Zu den niechanischen 
^; Krankheiten gehören Vpr fälle des Uterus und ddr Schein 
de , Vor* • und Rückwärtsbeugu^g , . SeitenbeXigung 
, und Umstülpung des Uterus ; *— alle haben ^ wenn sie . 
Unge 9ndau(9rp« £pt?&üiaidupgt Verhärtung upd Ver^ 



— 356 ir^ 

wachsvng mit den benichbarttii Theilen tut Folge 
Zci den Krankheiten ^er verqielirlen TitjAiSt TecittMt 
der VerfaMer (die pathologtachen Erteagniaan» 
in den Ovarien^ deren Uraacbe er vorzügJich im 
unbefriedigten Geichlechtatriebe aucht^ mit ihnen ist iit 
der Regel VcrgröTaerung, Verdickung» Verhärtung und 
. Verwachanng^der 'Ovarien mit den nJihegelegenen Oe^ 
bilden ▼erbunden'; <— ferner die pathologiacbeai 
JPradnkte dea ITternai Polypen fSte« tarne, 
Oatroateatome, Sarkome, Membranen, 
Auaaoiidernngen yon Blnt^ SqbLleim und be« 
aondera die £ n t z ä n d u n g« AHe dieae Krankheiten wir* 
ken, wenn ate lange andaaern^ nicht nur auf die nahe . 
gelegenem Organe, aondern «nf den ganzes Röiper 
nacbtheilig ein*«^^ Zn den Krankheiten von verminder«^ 
ter Vitalität gehpren die^ Verhärtungen in den 
Ovarien, im Uterua, in der Scheide und in den äM« 
aern Genitalien , gewöhnlich Folgen vorange^angenev 
£ntzundong; es können aber auch /fast alle Kra^nkhei* 
ten der zweiten Klaaae durch Verminderung ihres Che« 
vakters in diese Abtheilung übeftrete». Die Vethär« 
tungen kommen in den ap^tern Lebensjahren bespn« 
^ejf§ bäufiff am TJterus und an der Urinblase vor» 
dehnen sich seltner auf den Mastdal^m aus> und ge« 
ken,. wenn neue Schädlichkeiten einwirken, in denge» 
achw^ärigen 2nstan4 über: sie erstrecken sich, ^nu 
Morgagnus undSandifort sdioh anführen» und 
was der Verf. durch viele angestellte Leichenöffnungen 
immer bestätigt fand , aeihst in den Fällen , wo dM 
Leiden, der Exploration nach» auf. den Gebärmuttee^ 



iNTOigär atußh auf die übfi|[en Partiax». UM Uiefinty«» ' 
aiema^ «^ äieai^lbe HöinuTig findet- knaa, auCier bei 
Weps^eh audi ;b0i avulern nea^rd Sehrilietdlern ükev 
^ieampi Gegeioatand öftere aatgespcochen* . 

Im vierteo Kapitel wifd die Frage: f»aiad inehee« 

« I^rankbeiten des Uterus ond der Oearien darcjb dii«' 

largisebe Qpf raliDnen zu heilen '?<^^be<|flCwor tat. Se 

i^thier beapndfrs rom Skirrhua und KaiftinoiDf von 

^arkgu^jm und Tamofen auf der ämisesfai Fläche der . 

Gebärmedter» und von den krankl\a£teB Vergrö&eruu«' 

geu 4«r Ovarien' die Redst. In Beat^ung^ auf Skirrhue 

ttfid KarzlAOm der Gebänputter, äufsert der Verfasser» - 

dUfil» 4a 3ktfrbas übejrhpiipt durch die Opera tioa nuv 

mulec der Bedinguiig geheilt werden k tone , wenn 

9Uf krankhafte!} Parthian d^ leidenden Theile wag^^ 

l^nonimen ^nidp^ an einen giücklidi^n Erfolg der £ Je« 

HHirpation hier gas nidit zu denken 'se^f iaso{e»i bei. 

' dei* erwähnten Verbreitung des Uebels auf das ga««# 

Uceriflsy^leoij wohl Niemand alles Xrankkafte fortzui> 

isQhinen im Stande aeyu möchte |, te bSit^es nicht eia# 

D^al für wahrscheinlich , dafs das EKStirpiren des iSkIr-« 

tkVi$»m oder Harcinomatöaen am Uterus einen Stiilstan^l 

in dex Krankheit oder einige ^Erleichterung für die 

franke hexbolftihren könne , sondern . glaubt ^ dafii 

•benao wie vr^nn bei Ansrouung anderer krebsfaaf&ei» 

Theil^t di^Op^rfttion nicht zun wirklichen - Heiläng 

fühlt, aui^h hier die Kranlcen durch die £xstirpatioit^ 

schneller weggerafft werden » als wenn man die Kreba«^ 

Ijiarilefi irar^chtig achmerzlindejcnd behindelt* £r^be^ 



. ' ;, — 358 -- 

sweifek deshalb geradezu den gerühmten glfiekllchen 
Erfolg der vcm O aia n der voi^geachlagenen undm^hr« 

. fach ausgejibten Operation nnd verwirft tie ganz und 
gar. Die AuarottifDg von Sarkomen nnd Tamoren 
anf der änfsern Fl'iche des Uterus durch die Scheide^ 

V gehört, nach dem Yerfaiser, zu den Operationsv«r«u- 
eben 9^ bei welchen die Chirnrgle ^um Hazardapiele 
herabgewürdigt wird ; sie wird , nach ihm , nie ohne 
Lebensgefahr der Kranken ausgeführt: werden können. 
Die Oeffnung- krankhafter V Tergröfserter Ovarien, 
um eine Ausleerung des in ihnen £niha2tenen zu.be-> 
wirken 9 hält er bei dem zelligen Bau .derselben« bei 
der djimit verbundenen Verhärtung , hei der Verbrei'^ 
tnng des Uebels auf die nahbelegenen Theilei bei der 

^ gewöhnlichen Verwachsung mit denselben , ebenfalls 

. für zwecklos« Nach diesen Vorausschicknngen geht 
er nuh im fünften Kapitel zur Erzählung :der beiden 
TQn Osiander in. Leipzig verrichteten Operationen' 
über. ^ 

Erster Fall. M, M. eine Frau von ohngePahr 
-41 Jahren 9 von sanguinisch-cholerischem Tempera^' 
inent, früher bis auf gastrische und hämorrhoidaliscbe 
B^chwerden immer gesund^ litt seit Ostern 1818 ^la 
Unordnungen der Menstruation» die zu oft ubd zat 
reichlich erschien » sie wurde um diese Zeit vom Dr» . 
Po lack behandelt« Späterhin 9 als sich nach den 
Gebrauch des Karlsbades öftere Blutungen aus den 
GeSchlechtstbeilen einstellten,, zu denen sich Schmer« 
.sen in der Beckenhöhle^ ^tublverstopfung und Urin* 
b^scb werden gesellten f wurde Dr. Jörg zu Rathe 



r 
* \ ' 

getogen» ^«r luich a;Dgedtettt6r TJatersacbiifig jias Lek . 
den Bir Scirrhaa des'Utartie, der •k^ achdn der hin« 
tern Wand der .Urinblaae mitgetheiU habe^ erkrärte. 
Die. KrafiM ^urde .wiH) objgfe^cb* m%n schon damala 
.a^n H^lung ptcht^m«^ da/shte^ nach einem ratioueU 
toi BtttpMn , (wie:?. «<r .wkd nicht erzählt ^, behan« 
deljt. D^ I^eiden der Fatiecitia .yer^chllaanierte aidk^ 
dabei alhqählich und im Iciny 1819 ^Jck)Mtim iövgp^ 

.JPoli|ck lind der 3pu Rathe gezogene X>r, Ei afdld» 
dafa der akirrhna..dejr &ebäi!nian«jr, der 

^ eicTli df.r hintecn, filaaenwand.nciitgc^^heilt 
hab^f itn Be^rjff arehe iü Hat 0110:0, tn über«« 
zugehen« Späterhin wurde die l(.ran|(e yoioi Br, 
Hahnemal)ti> dafm/^gemfiasqhaftlich, yom DrVTi« 
l^aiua und Roaenniüiler behan^el^» wie? — 
wird ebcaiifaUs nicht a^igegelieii) pur -csayi^. geht hec«, 
tßr^ dafs diese Aerzte mit den A-^lier^^ liie^jipbtiicb 
deJT. Diagnose nicht glekher* M^inuf^^\r4K({n^^ find 
dab, im Octgber i&ig iuK dielLraiike ein.Iiamrect- 
pient an geschafft wurdev Im Pezei|iber kam end«'. 
lieh Oslander nach Leipzig, erklärte, dad^die 
Kjrapke -nicht an/ Scirrhua oder OaxcinQme 
dea Uterus leidci» 'i|ond^rn dafs #r einen' fluctui« 
ren.den .Körpief }eo6ei);s,pder l^int^r .der Mutieiacheidf 
fühle; den er Fiir ein Sarkom halte und öffnen woUe* 
£r unter^^hm im S^ia^yn* der Hofrät^e J'ilesiua 
und Br0 a ern m ü 1 1 e r . die Operation-^ . von deir ^ J ö r g, 
Bur^ajizugeben weifs^ dafs etwas veraUet^. Urin aua» 
gefloaser^ seyn aolU wea:(vegw man geglaubt habe, 
der Op^x^teUr habe ai^en H^cessus de;,yrmi^sii g«« 



— 360-« 

IröfFm. O^tAftdcff soll üoeB im fa|d niKli' d«^ 
Oporation Htffidttfig zar ff iederherlH^hhig dei^ KrtiA^ 
k«kt g^tnacbc kabe^i iode^ste iiä ätitUtn Tag£ vrai«* 
«ito tadc. tHe Sfekftiolf Wal^dtf VAii Itöfteffa ßot^'n- 
«lüliert ifi Ciejf^tfW«r£ da^ tlerf^t&i{ CHitii und 
. Ti^^siui Ifei'^ithtet; dar geftefarW gfekaötfiByf i cakI; 

mild iib Aw^til« iolgtoikief d^ Ltlcbitarif iftatht^ttS' 
•&i«n iolMNrJFeill# «ttteoniidcalialchefr Gerticli i -^ iii^ 4c(V 
BdtkeDhdUe f^md afefir eifte otingdT^Hi' lo XJnzeii bb^ 
tragdndi»^ dlMf^hl^ok fäk tltiltk iferMstiit^ti HütMF 
' SfiiflitKe, h«Mgf «tlukradir Jß'Ffibi^iteit; db HaitiMafse^ 
war all efnigeä Süell^ä ob^rHäcHlicfa (eicdt i^«effnddV 
dttA;b^t)gig bi^ auF n tiiid i2| Linien* ireYdfckt nndf 
ltall(i9« athieki auf der KAkeii Sdte eineü flacheitlfte« 
c^mvks gebAiMt zu ha^ejti^ i^oä eibetü Ötlc^ iii die«'" 
aübe' iWtf dicb*i>6#defgettaÜ9te]7tJdtei'ailchatig keiner 
^t^ tßdfflv ' Di6 ^otOtf iitfjb ntii Struktur dei' 
»örfw« Jfbf ÖebÜMBnAcfl' wifr natürlkb^ ^ag^ifti \^air 
di^r tet^^tie ütieri und di^ oberer Ende der Mutteif-& 
aebeidey walcfies dan Mutlerbab üihfafsti Volti^^^efr- 
alö^tit'dn aicfiwilraSgrilne^, grünbränneif; F^ai^be^ troti 
weid£M* Koti^lsteh« tittd^mit emer' atlnkefidbn j^a<thef 
b^dlR^tf rvriiiclieii dem MätteMiafide' und der ifani 
uKKifoiMtotfden' Waüd det* Tagina war eine klbine ^r« 
vAeiteirüni;, in dd^ ein Sttfekehbn Wa^dfisciiv^at£2iii ' 
1% Von entern &atkoiti der Vagrni oder de^itJ^usr; 
ödf^^ ron eineuir edtl^^ef ten Sacl^ War tAcMtn in fiti« - 
deii'^ eben so wenig fand aicH in der Scheide cind 
Spuir veit einem- Stich irit dem Troikart; . ' 



SJwatUr FalL N^ N» Eine Fva» «ob $7 Jaii^ 
IM« bBtkMD wmßk ihrem Utzüati YVödUdbeit vor 4 
JddrcsBy «in« AMcllifiNBUiwg dw Unteflcäiet« die äl}« 
miküg, to tttuMmiy «Ufe bU iultOLt «Kmv ip. den ktz«^' 
1^19 Mhi«i«lte» «chiMaiig^rii tticfat u^k^nlich war; di^ 
OfdcUWidü df« Ldtbca^ Wat bart^ tiAabeo), die Men^ 
atniatidn war ttnregelmäbigi €a gesflUe aidk zu ib««- 
Yfflgk Leidea» daa^iht Hbidsarzt Dn Scbiiiteakalbj 
. tuail qiräter Dr. Jörg^ für ein padiologisdea Pro«' 
djoltr im Ufcesiia oder int Chrariai» «rkliUtei eiii^ leis|i<« 
leaciwttdes Fieber^ (^ofae Abtuagertttig'v -^"^»^a 7k^> 
liwR» fai dte$em Zuataitde sab« sie Oa lender ^ ec«^ 
UStte .den Zuataiid ebc^falla für ^ine aarfcoxnatiache 
AMsrtniig dea linken OiFarinma» ttnd- acblog Tor>^ 
nitielal einet Fonktof die^ Tieileicht darin enthaltieiiei. 
FKiaaagkatt au. cntltferen, und dadttttek t'ielleifht «u« 
gickb die oxgaatoßb« i^ratof nfig tmi AuioattnK zu 
- bewiirkea^ £r anadite nuh dön WnaMicbeder Kra^«^ 
ken die Qpevnüou w^kticb^ indeüeff aie w^ 2a a»^ 
aaboyl^ zu abgräahrt^ umJietgeateil^ weiden^ ibtt kön- 
nen; «<- aieatarb ana^ dritten t^git f^oebder Opeicatiota 
«mei^ den gewolmltdien ZufäUea einer Entk^Stfcnng«. 
•>f IK# Sektion beatäiigtsa die Aicbtif^eicdar lUagnaae^ 
. nim.£tfid^ein6 Pfund aeb werde aua^ mefaii^venlbft mit^ 
einandfo «erwecbaeneo Sücken^b^tebiendeeOrarianav 
wekbee die ganw untere HAttm d«^ Bauk3ifai&iri#aaSitf 
fällt^f Und nacb <d»en^ bin mit Um Qeübmmr aack^ 
nnten n»d bintett^ nod' aeitwärta miti den- Watidtii' der 
Bwckb&Uvri^arwaebaett w«r» In d^> gekwdeii Mu^i^ 
teiecbeide fiinA«M» dit^ |- Zoll im Ümdm^mn betsar^ 



gende von OsiandiBr.genHichie Öefi^nung, die 8kh 
obDgefähF SZo]l4i6phit}8' kranke Oratitim etBlreckte^' 
Um fatfldm G«0Ghiehten mebif ölaabwüMigkdl; za 
T#rd€haff«n-9' ban^äep Verfa^m didaer^Schrift, die Na<* 
meo <i0>^ TeiBchiedeiieii Aer^te^^ ao w^ die Namen der* 
bei den Sel^tionen Gegenwärtigen in Form der Unter«»' 
achrift. beidracken lasaen. '*'.-• s 
«Im .eiecbaten Kapitel folgen tiöcb einige Betn«r'>> 
kangea zii deiii erzäblteh Krankien geacbicbten. Jn Öe-»- 
2ieb)ang a\if di^ erate Geschiebte erklärt der Verfasser «^ 
daf^ 'die Sekiip^ die Richtigkeit aei^er Diagnoae voll«»: 
kommen erwiesoi, and das Leiden des Uterus als Kar« 
ctnow «uf. das Evidenteste, ausgesprochen. habe. Eir- 
^erzeiiti •ve*«dem'Oaianden dafa. er sich ^irrt. 
baba; varmathlicb habe dae-Fehlea der eigen thÜniU« 
eben blumenkoblartjgen Ttil^erkeln^^und die üeber-« . 
tlimmnxig des kairdbiomatösen Gerisclis darch deaairinö«"- 
aen. Ton.ileviincQntinentia urinaoe zu dieaem. Irstbam 
Veranlaasimg gegeben: j(klt»gt bei den vielen £rfah« 
r«ingea .Qaiandersjiin dijssem. Gebiet der FrauenkMnk*^ 
heften ^ doch ein wenig droüig!^ Das Operiren in soU 
sehen Fällen kann. er ihm aber mtbt.vlnrzeihen. Was 
4i^e Operation' betrifft y :so ¥eiKniitbet:Jörg, da& der 
Operateur, bkrfa. die Jfuttersdteide' oben links neben 
4/em:terat)i»ien Müttei-baUenjdunchaloben habe:; and 
daSß die ejcwShale bei de^ Offerten ausgeflossene Flüs«. 
sigkeit^ ans At^ JSaiiffhhöhte g^konnwaaey ; er hält ea 
fürail^gemdajbt* daüädkUrinblasetniobtangebolirt wor<» 
den. fl^y:». weil iaich in der.aelben^ duvchajii' keine Spnjr « 
▼4n eintem SUfih0. 4ea Xroikaxta^ g^ifiaaulen habe^'^.. 



Voh der zweiten, Operatiqri «Igt Iclfer Verfaaierj SäÄ 
#i« abgedehen von dettileäte^cirendeh Fieber, voii dem 
Ocdem, dem ganz . abgezehrten IfÖrper^, der gahs ge* 
ahbketi'en Lebenskraft, nicht ininäer falsch, nicht we« 
i)igeir gegen. alTelndieationen« und im nicht gieringiern ' 
Grade auf dad Ohngefahr |oi^ unternommen word^il^ 



feinige Wö/:hert »äch de» Erscheinen' d^r 3orgi 
acbeii A^hori^men efhi^Iten Wir: 
Tübingeri beivChr. Fr* dslahder': Dn t^ricdr; 
Benjamin Osiander's einfache fcrzäh« ' 
long derTtiiranUsdung %\3l seiner Rdfei 
iiach Leipfftig ihi Öecember 1819 und 
dea* daselbst v<erfichteten t:biirutgi« 
d<;h(»h 0]^täratiöiie.n. 1820. 8. 
jeine neue Erzählung . der beiden >rwkhnten krank« 
htitafalle'f xnit. t^eni' Motto: '^ißont Jeüs! f^uousqui 
danum pröeux viri firöifädii impuämtta^ Atque quU 
dem e»iuimal'ft idio omnia nie finxiise^ üt noiniUfü],^ 
gioriotti mhi immpaharem. Quasi iieri^ ptüs insdö liU 
p€reßldriosnm.4esset!** Wir erfahren auädlsrselben mit 
£tatauu«u^ dafa'dle vöti S&fg mitgetheilteii Kranken« 
^eachicbten und S^ektidnsberithte ^ ungerichtet ihrer 
begUubigeiiden (Xiiterdehtiften, niehrere Uhwahrheheil 
und Uürithtigkeitefi entbalterl aoll^n^ünd dats hiebt 
Oaianderaonderii Jörg eich vbllkomitien^iii der 
J9iign4i#i |(kirri habe* Osiamdera Erzählung der er« 
iltco ktatäfafaeUsi^äcbichtey wip sie ihtoi tfaeild äi^ 



_ 364 „^^ 

•cbrifdicben tbells aus mündlich^ KeUiielieti äet 
Aerzte und der Apgehdrigeu d«r PailenUn bekannt^ • 
wurde, ist folgend^« 

M« .M. eine sonst 'gesunde Frau ron etlicb und. 
40 lahren, fieng einige Jabre vor ibrem Ende an» übet^ 
allerlei Beschwerden der .Menstruation j defBämör- 
rboiden , der Urinausleerung» des Stiibiganga u» s, W» 
zu klagen : bekam eine Göschwulst d^s Unterleibes in 
der rechteo Seite und einen Abgang von blutigem 
Wasser« Ihr damaliger Hausarzt erklärte. dies für Fol- 
gen einev Gebärmuttprverbäf tung und eines Gebärmut* 
ter]&rebses. Sie 'wurde, anfangs mil^ geltnde äbführe^«^. 
den Mitteln f später ^ mit! zertbeileuden und acbmerz-^ 
lindernden 4 upd im f^^brnar/i8<9fr also zu. 'det^Zext 
yrx^ Dr. Jörg scho^ zu Rathe gezogen war, mit JExir. 
Conti, Calendulae^ den gewöhnlicbetx Mitteln gegeu 
S^irrhus und Krebs der Gebärmutter inneriich un4 aus-* 
serlich behiindelt.' O s i a Uid e r theilt uns die schriftli- 
eben Verordqungen jener, Aerzte «..die wti y^f^hl mit 
^ grufaerm Hecht in der J ö r g sehen Schrift «rwariet bät^ 
ten 9 der Zeitfolge nach wö^rtli^ mit;,. . Im März wurde ' 

' ^cp ^genannteto Mitteln täglic^ eiq. Gran €älomd t,nge^ 
setzt 9 und um. der Ktankeu ScblaC «u verschaffen 
'•^^uq Lauroeer^si init Tin^p* thcbäi^^ verordnet; auf., 
den äüfserlich fühlbaren skirrhc^en Tumpr wurde ein 

^ Opiatpflaster gelegt^ Als aber alles nicht helfen wollte^ 
so., wurde im Junj der. frisch aüsgepreXste Saft dee 
Qalium mparine versucht, worauf mau. dimn wieder 
zum Queck8iU)er und zwar zum Sublimat hk Pulvelr«^ 
form übergieng« Bei dieser Sehau4Jbingy<itfeSiÄiTa« ^ 



• . . *^ §65 = ' ■ 

Höh faerbelttihrte, iihirtn 4re )ir§fk:e' der Brank^i;i' ife« . 
deuteiid gesunkeh , .mdlesden ^irliölfe sie sich auf dein 
Lahde bei dem Gebrätich der geheimen Mittfe! iled DrJ 
Hahneitoann, bis der im Herbst wieder eihgeuet^nö 
tiebräticii ^e3 Queckailb^r» einen fleuei^ und stark ereä 
Ausbruch des Speichelflusies' titfd völlige ^'MefkaihU 
krahkheit init schreckliche^ Mundge8chwüreh'*fe^'ri[fÄ- 
führte. 'Im t)ecember*iVürÄe der rerstorbenö anjlö^* 
miacHe Mti, ^(Dn.ÄoÄiJriifiüller) zu RaüVe gezo- 
gen > der zur Herstellung 3er Kräfte starkencfe SlitteV 
Verordnete. ' Üih difese Zelt Wüfdte'Ösiah dfer zürn 
erstenmal wegen * tlieser Kranken um RätV gefragt: 
der Bau^a^zt schrieb ihlä^ dafa die Fraii an eirier\ 
Ktankheit ' des tJteras Itidhf dereii Symptome figlich 
inehr eifi earctnofna Uteri odtt tint skirrhöse Verjbari' 
tung derselben verrathe;' dais sich diese skirrhösent, 
Vel-hS'rttfn geh weit lÄei* deii Wabiel erstreckten', eine 

. ;Sn5amm^nh'ä:ngenäe,*''b'e^egtiche Oeschwulst darstelle 
ten y brttl' il^re 'Gestalt von 2'eit zii Zelt verändertet] i 
in der Vagina rage ian der Stelle der commissura an« 
ierior ^eine kügelrandey hart* Geschwulst von drei 

. ZoU im Üt^rchmesser herab ^ welche für das Collum 
uteri gehalten Werden müsse/ indem man an Hex Iln<* 
ken Seite derselben das rundlich ge(^ffnete orificiuni 
uteri wahrnäHmcfV an der entgegenstehenden FlSchö 
der Tä^ina ifühle man mehrere harte, durch tiefe Cin^^ 
ithnitte getrennte glatte Wülste : die berrschendeni 
Symptome sejen : Verhaltung der Blähuiigen bis znnoi 
jedesmaligen Stuhlgang, unwillkiihrlicfaes Abschiefseii 
des Urins, lo qH «icti ilie Kjrai^ke anfriciite^ nntf 



S^mer^en gegen den Mottermniid bm.: Abüntk einel^ 
Jaache aas der Scheide eey nickt v«rh^aden;,SclIwäche 
nod AbqiiigeruDg faqcle State» ,doch M7. die Verdaifiing 
nicht gestört, der Appetit zmu Essen gesund, nhd dae 
^mpfanaatische Fieber gegen Abend sehr mifaig. 
Ösiaiider erklärte schriftlich» dsfs er das JLeiden der 
Kranken^ dieser Beschreibaqg naoh, nicht Piir Scirrhus 
od^r Karcinom, sondern, wahrscheinlicher für Sar* 
kome der <pebärinutter halte» und kaipa. gegen Ende 
Decemb^rSf auf den Wtinseh des Gatten der Kranken ^^ 
nnd wrie er erzählt gi^Qz, gegen den.Wc^itscb der Leip. 
i^iger Aerzte^ selbst nach Leipzig» £r. fand, die l^rank'e- 
im strengsten Sinn bis. auf Haut und Knochen abgema-^ 
ffert« sie sallvirteentseulich». ihr Mand war voU rnn* 
der ,. weifser, ▼^»riiefier Geschwüre ^aur brauqrothem 
Oruritie, die er für Merkurialgesch)VÜ!re hielt: /bei 
der.aufsern tJntersocbung fand er nach VVegnabpe ei<^ 
nes gro£sen dem Gerach nach» GicutapAssteri» -womit 
der Bauch. bedeckt war. eine Gesell wu Ist in- der regio 
hypogastriea dextra welche er mit Bestimmtheit für 
die angefüHte nach rechtshiii gebogene, ,Uri|}blMe er«* 
klärte, bei der innern TIntersnchuhg liidt. iBir 4ie' tt^ 
wähnten glatten Wülste ^fiir die nmgehogene Gebär« 
mutier mit den Ejerstöcken} die für den Muttermund 
gebaii9»e rundliche OeCfnnng für eine widernatürlich« 
Oeff^uDs der Scheide: von Scirrhus und Carci- 
noma fand er nichts; die nntersnchepdcfnJPinger 
waren weder mit Blut noch mit Jauche bedeckt» un<l 
hatten keinen andern > als den gewöhnlichen nichts 
einmal sehr merklichen Vaginalscbleimgerncjb. Osir 



. ,-v ..'^ '-367 — - . • ,' ^\ 

"itn d er wdr der Meynung dals man vor Affetä ^Shi. 
SpeicbelffuC» zu hemmen, die Kräfte der Kraiilc^fi 
za heben« und die tJrinbtabe zu .entleeren aucÜ^ 
vrüsse; und die graten Zwecke zu erreiehen, achta«;^'^ 
tt Schwefelmilch und China ' und zur ^ntleerpng 
der Urinbiaae^ da die Application de8*Katheters> wer- 
gen der Umbengung derselben, ohne Erfolg blieb, 
die Punctnr durch die Scheide vor-;^ er machte ^nit 
Einwilligung der Kranken ', in Gegenwart ihr^r betden 

«Aerzte die$e Operation f mit einem gebdgenen Trei* 
^art, und leerte dadurch ungefähr xa bia 14 t}i>zer^ 
irübed^ alten Urin aua» wonach zur grofaen Freude 
der Anwesenden^ die so lange mit'PBastern'^behandel^ . 
te szirrhöse Geschwulst verschwand j — der anwesi^nde 
Mztnahm die Röhre des Troikarta selbst aus der Schei- 
de, und überzeugte sich, dafs defr Troikart wirklich 
die Vrinblase durchbohrt habe« Nach Entleerung der 
Vrinblase schob Oslander mit Leichtigkeit «len um; 
gekehrt hinter der Vaginalhaiit liegenden kleinen Ute^ 
rua mit sernem/zw^o in die flöhe, und damii waren 
aach die vermeynten skirrhösen Harten!' in der Vagina 

. verschwiuidcu. In die erWährite'Oeffnung der y^igina, < 
wurde ein kleinier Schwamm, mit ttw^d^s aquasatuniina 
und etlickj?n Tropfen Tinct. Qpii angefeuchtet, ge-p 1 
trachtj es wurden stärkende Mittel verordnet, dte 
aber kaum ^noch niedergescbluckt werden kopnten ; 
am* dritten Tage nach der Operation stellte ^ich Mor- 
^ns Erbrechen und Durchfall ein , was gegen Mitt^ 
nach dem Gebrauch von Tinap, Rhei oompos. , Tinea, 
Cinnanomi und Opii nacUliefs; Nachmittags schwan« 



- 3Ö8 - 

^^ pUHzUcb dip Mundgeflcbware, der ^p^icbelflnGi 
(iiarirter die Kräfte der lirapken sanken '^offdlepd und 
Abends uqi 8 lihr machte ein sanfter Tod ihrem Ijci« 
•den ein Ende, ' Der Abends bei Licht angeseilten Lei« 
eben Öffnung wobnte Oslander nicht bei, was maii 
ihm 9acb um so v^bniger ;&nr L4St legen kann , da die 
Sektion von einem Kunstverständigen in Gegenwart 
' zweier A^rzte gemacht vyurde^ und Oslander die 
Aussagen d^s Anatomen al9 dre strengste Wahrheit ant 
zunehmen vets'präch : dieser soll ihm noch an dei|)sel« 
beh Abend im Bejsejn der beiden letzten Aerzte dpx 
Verstcnrbenen arklärt l^aben^* dafs aicb auch nicfaf 
eine Spur von'Krebs oder Skirrbaa gefun- 
den habe» Oslander bat sich den' Sektionsbericht 
aus» erhielt ihn' aber nieht| obgleich ^r später aud| 
noch schriftlich darup) bat, dagegen schrieb ihm ein 
Freund des jährend dieser Zeit verstorbenen AnatOr 
meuf dafs der von Jörg naitgetheilte Sektionsbericfa^ 
falsch sey5 und versprach ihiii eipe Abschrift desVal^- 
jren zugleich mit dem Praeparal zu schicken; 4ie9e iat 
ea wahrscheinlich > welche uns 3 i a n d e r. in dem 
Nachtrage mittheilt,, und worin es zum Schlufs heifstj^ > 
„ieine jauchige Flüssigkeit ist in der Vagina nicht ge- 
funden worden» Der Geruch dieser Theije ist {ceir 
nesweges karcinömatös gewesen » sondern ganz der e^^ 
genthümliche, weichen die Lochien in den erstenpTav 
gen nach der Entbindung haben. *^ 

In diesem. Berietet s^gt der Anatomiker 11^ r ,|Ia. 
der Becke'nhöhle Fanden sich etwa 6 Unzen einer trU« 
ben wä^seirigen Feuchtigkeit: die Venen in äctalaves^ 



F 



'pertilionum'v^nxeniivvasvaTikoi; 3et Uferns iroii ge«. 
wohnlicher Gröfse ; die Harnblase hatte die Grpfse eU ' 
|ier Faust, ihre Häute waren durchgehends^ an der 
hintern Wand etwa his % Zoll verdickt. Dievöitiere 
Wand des colli uteri war früher mk der Vagina v^r^- 
in^aphsehy diese Verwachsung war durch Osiiln^er 
gelöst worden, so dafs sich nun ein Kanal von etwa - 
anderthalb Zoll Länge zeigte ; die Stelle, wodcrTroi^ 
kart eingebracht worden war » Konnte man nicht fin- . 
d^n» Die Vagina und das eo^lutn uteri mit seinem . 
Kanäle hatten eine graubl^uliche Färbe, und an ihr^/^ ^ 
Oberfläche ein Ansehen, wie die mit der tunica deeiw 
du4» bedeckt^e innere Fische de$ Uterus. *' 

lu Bezug auf die Behauptung, dafs er noch am 
Tage nach de'r Operation 'beatiq;imte Hoffnung ^urWie* 
derherstellung gemacht haben solle, erklärt Oslander, / 
da(s er wirklich auf einem Balle in I^eipzig gesagt h^r* 
' he: dafs wenn es möglich seyn sollte den Speichelflufs 
zu hemmen» mon der übrigen Umstände wegen B«ä-* . 
eerung hoffeja könne« £ine solche Antvf ort einem . 
neugierigen Laien gegeben , kann wohl nicht von gro* 
(ser prognostischer Bedeutung seyn! -"^ , 

In Bezug auf die Operation äufsert Oslander, 
gelegentlich» dafs. er selbst bei dem bedauernswürdi- 
gen Zustande der Krai|ken, es für Recht gehalten ha- ^ 
be diese Operation , der wohl Niemand den Tod der 
' Kranken zuschreiben wird, anzus^Iep ; denn der Arzt 
und Wundarzt müsse' nie^ denken , was kann es dir 
schaden» sönderi^ was kann es deinem Kranken k^ü- 
tzen, wenn du die Operation uiiterni^odmst'l . . 



Von dem ^w^elten Fall erzählt der Vet^sfer gani 
%:iirz, er $ej von ein?m ihm ^pz unbekannten Äizt 
eingeladen worden eine Kränke dessielben zvk besttcheii 
lincl zu untersacbeu; er habe ihr Leiden für einen 
ysrahrscheinlich krankhaft ange$chwoilerien Eyeratock« 
ixdet für züsammenb^^igende mit Flüssigkeit angefüilv 
te tumotts uteri ex$ernos gehalten» und habe ewlfJirt^ 
^afs hier, vyeiter '^nichts zu thün aey, als dur^h eine 
jp^röffnliiig -des Tumors von dem Miitt.ergange'^ aus eine 
Entleerung öder eine Verminderung <iu^ch j^iterun^ 
zu versuchen •' er habe auf Ersuchen dea Arztes und 
9er Kranken diese Operation gemachr, upddie zetlichU 
' Besciiaffenheit des kranken Eierstocks dabei erkanQt> 
f^TSt durch' Jörgs Schrift habe er erfahren» dafs dio 
Kranke gestorben und^ecirt wpr^en sey«* obgleich die 
damals anwedenden Aer^te, ihm Nachricht von dm 
Befinden der Kranken, «and von dem Ai|ag«(ng il\>^r 
|Crankheitii|iit4&utb^ilei) versprochen ^tt^n. 



Was soll man von den Verschiedenheiten beider 
ißrs^ählangen des ervvähntcm Krankhells- ui^ci Oper?- 
, f ionsf^Us in' Lei^xig denken ? Welche von beiden Ert 
z'ähioi^gen, ist. nun die wahret Ist es di^t Oaiander- 
^nhe.9 so möchte gerade dieser Fall wenig geeigi^^^ 
aeyn, (iie Elnrichtigk^it seines operativen Verfahren! 
bei gewissen Gebärmutterleiden ^u beweisen $ wohl 
^ber würde dann Prof. Jörg in einepa nicht gar zt& 
Tortheilbaften Lichte erscheinet^ Ist, dagegen die 
Jförgeche Erzählung der Wahrheit gen^äfs, welchen 
ßlaubep darf .man dann allen übiig^n . Osian^^r* 



r 



t ' . ' ' ' ' 

>«heia BiQbacblangen beime«sexi| In je^eio Fall läfst 
üqh w^falj^rwartepi dafs die angeführte p9ianderT 
ß^he Schrift 0octi nicht di^' letzte über, (li^aen Qeg^n« 
4t4Ad Bßyu wfrde. » x. 



Noch vor Beendiguoj- diesem. Heftes 9 ^i'schieii !»•« . 
te^r folgendem Titel: 

Leipzig» im Indus tr.ie- Com p toir: Abgenö« 
thigte Zas^ätze^za meinen AphoriS" 
men über die Ur ankheiten des Uterui ^ 
ttnd der Ovarien uird zu F, B. Osian- 
di/srs Kei^enach Leipzig im D^cember 
^ 18 4 9f von Dr* J. Chr. G^ Jörg. 18a o. 
eine Kechtfertigung J ö rgs, mit dem Motto: 
** Sifecislif nega! YViv (heilen in Kprzem den Inhal fe 
derselben mit , und überiassen es dann der Beurtbei« 
lang des Lesers, ob^ wie Jörg in der, !^i|ileitaiig 
«agt^ diese Angelegenheit dadurch nun wiikllch'zum 
Sprach gebweht sey. ' ♦ 

Der Verf« bemüht sich zuerst ^uleinander zuse- 
tzen, dafs der Sektiousbericht des Hofrafh Klaras^ 
den Os i a ri d er in seiner Schrift nicht als richtig aor« 
•rJcennen will, 'die gültigste Beweiskraft haben müsse» 
insofern dtic Hofratb Kiarus, als ganz unpartheii* 
acher Zeuge, dujrdiaüs keinen Grund babeq konnte, 
etwas Falstiieä auf2uzeichneti und mitzutheiien; da* 
gegen, meynt der VerJEaeser, könnte man bei dem von 
ihm Qit;ht mitgetheilten Sektionsbericht der Hofrätbe 
^R o s e o m ü L i e k und T i I e s i u s immer voraussetzen, 
' dats #. ä^ sie die Kranke zuletzt behandelt, und öffent- . 



' — 372 ~ 

lieh eine von der des Verfassers Terschie^e«e Aasldit 
' der Krankheit ausgesprochen hätten, sie dis Osian^ 
der' 8 Allärte» das Gefundene in der Darstellung ver«' 
'andern würden, um ihre früheren Aeufserungen zu 
< retten, und sich in den Angep, der Stndirenden keine 
Blöfsen zu geben. - (Welch koUegialisches 
Vertrauen!) Vebrjgens hat'der Verf., als er ver» 
BOnamen, dafs det Bericht des Hafrar|i's Klarus ei« 
nige UnHchtigkeitcn 'enthalten solle« den Hofratli 
Rasenmüller noch ^or Vollendung seiner Apho- 
rismen gebeten» ihm das Präparat zur Vergli^ichung 
mit den Berichten vorzuzeigen, indessen seine Bitte 
wurde nicht erfüllt. Anfangs leugnete man das Prä- 
parat ab,^ später eröffnete Hefrath Tilesias ihm im 
Vertrauen, dafs RosenmuUer das Präparat im^ 
Vnmnth weh ige Tage vor seinem Tode ver- 
nichte t-h ab e. Mulste /nicht der Verf. dadurch in 
eeinem Verdachte bestärkt werden? «- Bei genauer 
Betrachtung ündet a#er der Verf, auch in beider; 
Sektionsberichten gar nicht so grofse Verschieden heil- 
ten; In beiden ist von einer verhärteten» verdickten^ 
ekiriliöisen oder kallpsen Urinblase die Rede, bei Ro- 
»enihüller hat die vagtna und di^s coUum uteH ' 
eine graubläulicke' Farbe und ein Ansehda, wie wenn 
der Uterus mit der tünica decidua^bedeckt ist} — 
Klarus nennt die Farbe ^hwarzgrün, grUtabraun» 
und spricht von einer weichen y br^cklichen Konsir 
sten^« £in neuer IQericht des Prosektoxs; Dr. Bock, 
welcher diese Genitalien für Hafrath Rosenmül- 
0r praparirte, den Jörg erst kürzlich erhielt, spricht 



^ ■^.. .,-^. 373 > ; •-*, ,_,_ . 

"Ton einer V<»rdiokaxig der .Matteracheide» Ton einer^ 
kaHosen HartiJblase,^ van fängn der Scheide h^sblie«- 
genden, geschwollenen Lymphdrüsen von dunkel- ' 
blaufir Farbe^ die bAonders nach links hin ein K.on- 
volnt von der Gröfse zweier in einander goßossener' 
yrelscher Nüsse^ bildeten/ Von der' Beschaffenheit deg 
Uterua ist nicht die Rede, indessen» lyenn man dils 
Aussage des Dr« Bock «ü den beiden andern Sek«-\ 
tionsberichcen fügt-, wird man >' nach Jorg'^a Mey- 
xiung, wohl ge»n geneigt aeyn, 'die Krankheit für 
daa 2a iiehn^n, woSir er sie früher aü$gäby i^m^ 
licjb für Scirrhus uteri bereit ins Carcino/n überza* 
geheni. "":■••■■' ^ '' ' 

Derselbe Dr* Bock fand bei der genauem Un* ' 
' teirauchnng des Frl^p^rats, die mit dem Troikart von 
Oaia^d^r gemachte, Oeffnong in der Urinblaae« und 
bestätigt diaidurch die vop }org früher bezweifelte 
Aussage Osiander'a; doch non fragt Jörg: za 
welchem ZWeck mstchte denn Osiander den Stich 
in die Urinbla^e, da der Urin j[a beim Stehen der 
JKrimken in eifiem dickep Stirom abflofs:? 

In fiezojg auf den Vorwurf Osiander^Sf dafs 
der Verfasser in seiner Krankheitsgeschichte wedey 
den Speithelflufs , noch die Geschwulst im ,4Jnter«» 
leibe erwähnt habe', bemerkt er« dafs» da bis ssue^ 
Mitte des Jn\y iSiq-, bis zu Vtrelcher Zeit C(^ die 
Kranke nur gesehen und behandelt babe, weder Spei- 
chelflufs noch Geschwulst vorhanden w.ar, er frei«« 
lieh davon nichts habe^rwähnen können; .wenn aber 
Osiander auch wirklich im fiecember SpeichelflaCf 



und Mtfr^arialgeachwüte vorßnTd , von denen es übrfrr 
gens noch gar nicht ^r^^ieeen ist» ob ea sieht, wie 
Rosenmüller behauptete» Aphthen waren, domü^ 
se man es^ ^ntyreder seiner Ig'noranz oder seiner In-' 
nit>raTitSt zuschreiben, wenn er dto«e den Aerztea 
2ur Last legt > welsche d^e Kranke biai zur Mitte des 
Joly behandelten« Ueberhaupt macht der- Verfasser 
ileni Oslander ien Vorwurf, dafs er bei der Re- 
cenäion Qer Rezepte sehr einseitig verfahren sey, in- 
/lern er die des Verfassers nur sehr oberflächlich'^ 3f« 
^von RosehmüMer' und Tilesiai a^er ^r nicht 
nyitgeth^ilt habe^ - i : ^ - 

\Vas die von O s i a n d e r angegebene Umbeogung 
der-Urinblase und der Gebärmutter betrifft; so ver- 
muthet dev Verfasser, dafs Oslander selbst nicht 
recht gewufst habe ^ was er eigentlich fühlte f denn er* 
sagt in seiner eignen Schrift« daCs'er zur Zeit der Ope^ 
Tation von der früher erwähnten Umbeugnng der Urin- - 
blase nicht« mehr gefühlt habe ; ^enn er es demnach - 
• wirklich noch^Hiit «iner Umbeugung der Gebärmutter 
zu thun gehabt hätte, ab Afürde er isie wahrscheinlich 
hkben reponiren können ^ ohne vorher unnützer Wei- 
se die Urinfolase anzustechen,' und dadurch ^vielleicht 
den. Austritt des Urine in die Bauchhöhle 3u bewir-^ 
ken* - , ^ . ' -. 

' Endlich rügt der Verf. auch noch, dafs Osian« 
der ge^n seine eigenen im (landbuch der Entbinn 
dungskunst ausgesprochenen Grundsätze, init 4;ran^ 
ken, schwärenden Fingern untersucht habe, jCv^f- 
muihlich i^ufs also doch Oaiander äen Daumen xmd 



äeo Tiert«!! Finget , die ritir kränk waten , mit in 
die Geburtstheile dfpr Kranken gesteckt haben) and 
tHacht ihn bei dieser Gelegenheit auf ^einen guten 
Ausweg aufmerksam , dafs;, man mit kranken^ Fin- 
gern sich reicht bei^eiber tJntetaucliung täuschen 
könne. -^ ' ^ , * 



• \ ' 



i 



; V 






— 3f6 — 



-Mw«**iafeB^MM 



Inhalt 

cte& Drittciji Bandes BtTtT» Stücks» 






Seit« 

iX Z v^tfiter Beriebt der Entbindung^ • kti^tXt . der kori, ^ 
Ufliversitllt zu Berlin und der damit ja .Verbindang . 
•lebenden Poliklinik fiir GebnrtsbQlfe » Frauen- 
zimmer • und neiigeberner Kinderkrankheiten » Tom 
Sommersemester 1818. Tom Heraus g^eber. i^i 
X Geschiebte eiijler dureh den Kaiserschnitt glücklich 
beendigten Entbindung. Vom Dr^ Nie« Mof er» 
Kreispbysicus iii Preussisch - Minden. • • A2^ 
XI« Per Fübruagsbogen dei Beckens. VomDr.Ch.6tt- 

lant in Ältenburg. Nebst Abbildung. ^ • 9oi 

Xll« E>°® binnen kurzer Zeit e/it»tandene ^ merkwtfr^ 
dige Verengerung des Beckei|s » Unmöglichkeit der 
Geburt auf dem rechten V^ege , uüd da^durch be- 
•chlennigter Tod der Schwangern. Von L. K ott- 
in an n» prakt. Arzte zu DelbTdck« • « • 3'oä . 
Xllt Geschirhte einer Zerreiaeung der GebSrmutter wlh- 
zen^L der Geburtsarbeit. Voh L. KoUmanäi 
. prakt. Ar»te zu Delbriick. , 4 • • Si6 

XlV. Littcratur 5 , ' 

A« Lehffbflcher der QebartshMfe ; ^ 52t 

B. Vermischte Schriften und AbhandliUigen Übdt 

'v eeb^rtihotfo. . . ^ -^ .. 5öi 





t- ~~T 

r- ~ ' 



J O ü RNA L 

Oeburtshülfe, ' Frauenzimmer- 
ftödKimderk rankheiten ' 

i 

Herausgegcbea . 
. • r. o n 

A« ELIAS VON SIEBÖLD 

der PMlo#ophie» Medicin» Chirurgie lüid Geburtshiilfe Poctor« 
konigl. preiiss. geheimen Medicinalrathe > Aztter des rotheh Adler- 
Ordens ^tmd des königl. Hannoverischen Gnelpi^en • Ordens dritter 
IClasse » ö. o. ' Professor |Ser Medicin und Gebiixtshtilfe aujf der > 
Pniversität zu Berlin» Dlrector der k. Entbindungsanstalt» der w# 
AXedicinal . Deputation im Ministerium ^er Geistlichen- Unter«/ 
ncht^ • und Medicinal - Angelegenheiten und mehfexer 
gieKhrteu Gesellschaften Mitgliede. 



Dritten Bandes Drittes Stilc/i*. 
Mit einem Steindrucli^ 

FRANKFURT jlk MAIN 

.BBT FRA.]SrZ VA.RRBIfTnA.PP. 
' ' 1822. 



\ 



• XV- .. .^. ^ 

Oritter Berichr HerJEntbindungs- Anstalt 
der königlichen UxiiVersität zu jßerlin, 
' und der damit in Verbindung stehen- 
' den Poliklinik für Geburtshülfe, Frauen* 
^ zimmer - und neugebörijer Kinderkrank- 
heiten, vom Winter- und Sommerse- 
mester 1 8 1 8 bis 1 8 1 9. Vom Hteraus^eben 

Xm Laufe dieser beiden Semester» vom eraten Novem« 
ber i8i8>bi9 den letzten Oetober 1819 waren 146 £nt- 
JiindcTngen, und .wir zählten, d9 darii)iter drei Zwil- 
lingegeburten vorkamen», im Qanzen 149 Kinder n 7$ 
Knaben und 76 Mädchen« 

Die Stellung f^mmtlicher S^inder zur Gebnrt war 
folgend^: .141 traten mit dem Kq^fe» 3 mit deni Steifeji 
2t mit den untern Extremitäten , 2 in der Hüft- und 
eine in der Steifa-Lage mit vorgefallener Nabelschnur 
ein« Unter den mit dem Kopfe ins Becken eingetre- 
tenen^Kindern wurden ia6 durch die Thätigkeit der 
Naturi und i5 mittelst ^er Zange entwickelt : von er- 
stem warien i2;l normale Geburten 9 und zwar- 94 In 
4er ersten und 27 in der zweiten normalen Lage , 5 



I ~ 378 - 

natürliche Scheitel*, Eitie na'türlithe Gesicht» <« und 
\£>ne kÜDStlicbe Frähgebirrt mit vorliegendem H in ter*> 
haupt, wobei daa Kind durph kräftige Wehen schnell 
ausgeschlossen wurde, so dafs dieselbe eine künsth'clu 
natürliche Frühgeburt genannt werde«»' könnte. Die 
S Steifsgeburten ;nrurden der I*7atur überlassen, die 
vierte 'SteiCsIage mit gleichzeitig vorgefallener Nabel- 
echnur aber, so wie die beiden Hüft- und Fufslagen in 
künstliche Geburten verwandelt. 

Die Kunathülfe ward indjcirt i) ,von Seiten 
der Mutt^rp durch absolute Enge des Beckens/ Ab« 
nähme und gänzliches Ausbleiben 'der Wehen , Con« 
vnlsioneh; ä) von Seiten d,e^ Kindes: durch 
normwidrige Grobe des Kopfs, durch ^fehlerhafte Lage; 
3) von Seiten der Nachgeburt: durch die ne* 
ben dem eingetretenen Tbeiie des .Kiodea mit vorlie- 
gende Nabelschnur. 

Das Naehgeburtsgesch'aft ward in allen Fällen dev 
Natur überlassen. Vier- Wöcbnerilinen und vier Kin- 
der starben, und sechs *Kindev wurden todt geboren. 

Bemerkenswerth aind folgende Gebnrtsfalffe: 

Movmale' Ent4:>indvang eines tauben 19 
' Jährigen Mädcheirs« 

Caroline K.^ die Tochter eines hiesigen Schuh- 
machers, von phlegmatischem Temperament, bekam# 
nachdem sie die* ihr in ihrem zweiten Lebensjahre ein- 
geimpften Pocken kaum überstanden hatten amirech« 
ten Arm eine Geschwulst, welche so bösartig gewesen 
Bfjn sollet dafs der consaltirte Wundarzt den Ari^ iu 



amputiren sich für verpflichtet hielt» Die Eltern wU- 
ligtea^aber in diese Operation nicht ein, urad die Ge* 
^chwalst, deren Heilung nun, der Ai^gabe niach, der Na* 
tur überlassen wurde^ verschwand zwar pach 3 Jahren 
von. selbst, mit ibr.^ber auch zugleich das GÜiqr dee 
Mädchens« Im Anfange ihres i6tejn Jahres erschien 
iture Periode zum ersten Mal ohrne b^soi^dere Be» 
•chwerden» kam unregelmäfsig alle 2 7- 3 Monate wie« 
der, und blieb bald darauf volle z Jahre ganz aus , bis 
SIL den Weihnachtsfeiertagen 1817, wo sie ungewöhn- 
lich stark war, seitden^ aber sich nicht wieder zeigte« 
•ondetn dafür eine allmählige Anschwellung dea Un- 
terleibs* Da. sich im Monate Juni and Juli 1818 auch 
noch ziu dieser Anschwellfing Oedema peduin gesellte, 
eo war es wohl kein Wunder, dafs ein hiesiger Arzt^ 
der nicht , 'gleichzeitig Geburtsiielfer ist,' ihre Krank- 
heit für Wassersucht und zwar •fly^^rome^ra hielt, und 
darnach s^in HeÜT^fahren einrichtete; aUehi da da« 
durch die Anechweilung' nicht abnahm, sondern im. 
Gegentfaeil immer stärlcer ward«» sO' jbegab sie siofa In. 
unsere HHi^, ^o die Diagnose, dafs die Anecbw^« 
Inpg des Unterleibs keitoe hfdiropf sehe Krankheit, soi^^ 
dern Schwangerschaft s^y,' begründet wj^rd. Siß wurde 
deshalb inf^di^ Entbindungsahstalt aufgenommen, und 
den lytenNov/ Morgens normal und ohne Zeichen 'deii 
Schmerzes von einem 7| Berl. ^ schweren Mädeheii 
entbunden« Das Wochenbeitt verlief glücklich, nnd < 
Mtitter und. Kind wurden zur gesetzten Zeit gesund 
entlassen. ^ . , 

Dies« Geschickte bietet S beacbiungswerihe Ge« 

B b a 



~ 380 — 

genalSnd« darr: t) die Geschwulst am Arm» fiber der 
ren Entstehungsart und Wesen wir «war beim ^ Man« 
gel der Zeichen einer frühern Servphulosis nicht nr« 
theilen können, welche gegen alles Erwarten ohne alle 
Mittel verschwand ond dadurch Tanb^ieit verursachte» 
Nach Vdrsichemng des Vaters dieser Person soll mit 
derselben nach Umvfandelung der Krankheit auch eine 
Verandernug in ihrem Charakter vorgegangen^ und 
das sonst leb^fte Kind trag, empfindungslos gewor- 
den sejn ; .2) die gröfste Vorsicht in der Diagnose zu. 
beobachten» indem eine angehende Schwangerschaft 
oft sehr grofse Aehnliclikeit mit Wassersucht haben, 
Seiler, wie in v0rliegendem Falle» mit hjdrqpisdier An- 
schwellung der Füfse verbunden seyn kann. Der frü« 
kere Arzt wollte Anfangs gar nicht unserer Ansicht 
beitreten» und zu diuretischen » drastischen ^Vitteln 
seine ZuBucht nehmen; S) bot uns dieser Fall eine 
sehr interessante Beobachtung dar:^ die Rreissende 
schlief nehmlich, selbst beim Durchschneideti des Hin- 
des, fast die ganze Geburt^zeity welche vom Eintritt 
der ersten Wehen an 2 Nächte und einen Tag dauerte» 
und äufserte überhaupt gar keine Empfindung des 
Schmerzes» so dafs es wirklich sdiien, als wenn mit 
dem Verlust eines äiUsern Sinnes auch der innere 
Sinn> wo nicht gänzlich abgestorben» doch sehr her- 
abgesetzt' worden sey* Die Person zeigte auch die 
gröfste Gleichgültigkeit gegen ihr Kind 9. legte es nie 
selbst tn die Brust, Sah es nicht an, und bekümmerte 
sich überhaupt so wenig daruiUf dafs wir es gar nicht 
länger von ihr säugen liefsen. Indem zu befürchten 



J 



4 



stand» dara sie jiuCs^r der Anstalt und Aufaicht ea ver« 
hungern laasen möchte. _. 



£ine ^mittelst der Wendung auf 4ie 

FiiCse vollendete Entbindung ron ei* 

nem tödten Kinde, und - er^folgter " 

Tod^der Mutter in Folg? der Putres* 

ce^n^ia Uteri. 

L. K,f 32 lahr alt, von Jagend auf geannd, und 
vdn ihrem iSten Jahre an ohne Beachwerden nnd re* 
gelffiäfaig menatrnirt^ hatte achon zweimai glücklicH 
geboren, nnd dabei einen nnr üriäfaigen ßlutverlnat ge« ' 
habt* ' In ihrer jetzigen dritten Schwangerachaft^ die 
aie vom Anfang dea Februars 1818 an rechnet ^^^wo sie 
zum letzten Mal' ihre Begeln hatte, befand'^aie a^h 
wohl, fühlte gegen die Mitte dea Juni die eraten lU»« 
wegnngea dea Kindeat nnd zwar in beiden Seiten 
• nach den Hüftbelnell und den kurzen Rippen zn^ wo» 
dur^h wir sowohl, ^ als durch die platte Form dea Un« 
terleiba and dep ümatandt dafs bei der Innern Un« 
terau<;hang, wenn, der etwas nach vorn überhängende 
Leib nicht etwas in jdie Höhe gehöben wurde, der 
Scheiden thetl nnr mit der gröfsten Mühe, und ein vor- 
liegender Kifldatheirgalr nicht erreicht werden konnte, 
auf die Vernouthnng gebracht wurden^ dafa daa Kind 
emq fehlerhafte Lage haben möchte« Den 6ten K.ov» 
ward aie in die Anatalt aufgenommen, 'und befand 
aicb hjer die erate Zeit körperlich wohl; allein ihr 



/ 



piyohisch^r Zustand erregle unsere Aubnerksamkeir» 
iodem sie nie mit den andern Seh wangetn vergnügt 
■war» sondern in sich gekehrt und niedergeschlagen am 
liebsten allein safs » und , ohne Furcht vor dem To^e 
zu äufsern, ihr nahes £nde propheieiete. Ihr Geiiichc 
war bleich, etngtfailent die Augen hohl und n>it blauen 
Ringen umgeben i die Stuhl- und Urin - Excretion 
nicht gestört^ der iVppetit gering» dabei aber nicht 
krankhaff. ' Am igten Nov. klagte sie' über Schmer- 
zen im UaterleibeJ und über einen blutigen Ausflufs 
aus der Scheide ^ der aber sehr gering war und- von 
der Trennung eines Gefäfses der Nachgeburt herzu-» 
röhren schien}, alleta den dosten gegen. Abend trat' 
plötzlich eine heftige MerrorrUagie ein « mit b^trächtli« 
eher Zunahme der Schmerzen. £s wurden sogleicbi da 
der Pills voll und. hart war^ 8 Unzen. Blut am .^rrn» 
gelassen, das Eh'xir aüid, Ifaller, innerlich gegeben 
und eiq Tampon, mit £8sig getränkt» eingebracht tfn4 
•o der Blutflufs gestillt» welcher aber in der Nacht 
nochmals verstärkt zurückehrte y und zwar durch das 
Einbringen eines neuen Tampons wieder gemäfsigt^ 
aber nicht^ g^inz unterdrückt wurde» weil der Palt 
noch etwas hart, und' mäfsig frequent war un4 die 
Schmerzen im Unterleibe und Kreuz «och anhielten« 
Das abgehende Blut war weder mifsfarbig^ noch übel- 
riechend, und sfhien ans der auf dem Innern Mutter« 
munde aufsitzenden Placenta herzukommen^ /doch 
nur muthmafslich,. indem der hohe Stand des Schei- 
dentheils in der obern Becken Öffnung dem untersu- 
chenden* Finger nicht durch den innern Muttermund 



- 383 ^- 

EU Icommen gfsfattete. D^r, 2ifte Nov* gt^pg imter 
%forCdauerqdem geringen, BlutveWuet un4 Schmerzen/ 
bin» Und eben ao die t^achr^ bis zum sasten Morgeni 
7JÜhr, -wo eia heftiger mehnx^ali in verminderteiii 
6l:ade^wiederk(etrend(&r Scbuuelfro9t ipit nachfolgenf^ 
der starker IJitze die Kranke beßel und etwas Kinda^ / 
pech mit de«» Slute ahglecg. Dafdl^se d^ei Umstände: 
die Metf otrhagi«, der heftige Schüttelfrost und das ab- 
gehende Kind^pech für das. Leben des JKiodes furch tea 
.\ UeCsen» $ß. w^rd die. iCreissend^ ins Gehäfzimmer ge- 
bracht.) und hier durch eitie von nku^m qiit der ge« 
nauest^p .Sprgfalt aqgestelUe Untersuchung entdeclct, 
dafs die Eihäute gerissen I die Wässer demnach ^T^ahr- 
acbeinlioh 4ie Nacht tnit dem Blute unvermerkt abge^ 
gangen^ und.da« Kind und die* Nachgebnr^t, , wie vor« 
IM18 be^iiimmtt in.eiueif («hl^haffen Lage wären. Öaa 
Kind bgnelimlicb mit der. Jinken Hüfte vor^ der Rük* 
kea «lad/SsrejfS' ni}ch.v^rti9 der Kopf in der. rechten 
Seitej.die N^cbgieburt hingegen war nahe am. Gebär« ^ 
SDutternittBde inserirt. Obgleich nun bei xiieser Lage 
dea Kin4es eine günstige Sielluug 4*096elben *ns kleine 
Becken mitdeo^ Steifse vo^an durch eine /Seiten läge 
4er Kreiaaenden und ^o ei^e na|ürliche Geburt viel- 
leicht ^^ätte erzielt, werden können; so hielten wir 
es doch^. viregen der Lag^ des Mutterkuchens nahe dem 
tdattermunde und der dadurch unterhaltenep Blu- 
tung ^t vf^g^n des Schüttelfrostes der Mutter, der den' 
Tod odec.d9ch die gröfste Lehj^ufigefahr für das Kind 
zu nffenbaren sc^en, ^egen des länger ifbge(lossenen 
('ruchtwassers und der Laxität und Atonie der Gebär- 



^ 3S4 - 

iiiutter und wegen des schön erfolgten Ahg«n);eg des 
Kindspecht, für gerathsamer » cUe Wendung auf die 
Füfiezu machen» und auch die fernere Entwickelang 
des Kindes künstlich zn beschleünjigei^ Die Opera* 
iion erfolgte scfaneli» bot aber gleich vom Anfange ein 
^ Phänomen dar, das , uns für 'das Leben . des Kindes 
furchten liefs: es verbreitete sich »ehmlich gleich 
beim Einfuhren der Hand ein aashaft^er Geruch, jind 
die Nabelschnur eYschien, als das Kind bis an den Un- 
terleib entwickelt war, abgestorbefi, mifsfairbig und 
r ptilsirte nicht. Sie wurde daher nach vöUiger Aus- 
echliefsung des Kindes sogleich: unteirbunden , und 
durchschnitten, uimI das Kind, welches weibliehen 
G^chlechtes war und , verschiedene gelbe Stellen an 
seinen^ Körper hatte» in ein lauwarmes Bad gebracht, 
gebürdet, gerieben etc* Um es ins Leben zu bringenf 
allein umsonst. Ohngefähr lo Minuten nach der Ge- 
burt des Kindes gieng die mlfsfarbigef schon von Faul« 
nifs ergriffene, breiartige Nachgeburt weg, worauf 
eine beträchtliche . Metrorrhagie erfolgte, die Jedoch 
durch Reibfing des Unterleibs mit dßt flachen Hand 
und durch Umschläge von kaltem Wasser und E<sig 
bald gestillt ward» Der Uterus zog sieh zusammen» 
der Leib hingegen bKeb noch etwas ausgedehnt, - Di» 
Schmerzen der Entbundenen waren nicht sehr4ieftig, 
der Puls war frequent, klein und schwach j die Hitze 
im Gesicht dauerte iPört; in der darauf folgenden Natcht 
^ erfolgte mäfaiger Schweifs und ruhiger , Schlaf. 

Die weiche pulpöse Beschaffenheit der Nachgeburt^ 
der häfslicbe Gestank aus dem Uterus^, die gelUiche 



Fkrbe äet 12 Med. t^ schweren Kindes lind da» m 
farbige Aussehen c^er Nabelscbncir lUfsen vepnmtheny 
<daU die Gebärmiittet schon seit ranker Zeit in ihrer 

. normalen Funktioa gestprt und in einen atomschefi, 
krdnkhäffen ZasCaiid ^ersetzt wordeii seyi veVpiöge 
deesen eucHder Sf^teve Eintritt der Geburt, welche . 
nach der Untetsuchung und Zeitrechnung in ^er er« - 
eien Woch^ des I^ovembers erfolgen spUte, erklärbar 
ward,\und yerahlafsteil' uoi zur gröfsten Vorsicht bei 
der- 2u stdilenden J^rögnose Hirisicitts des Wochenbette 
dles^ jf^erson 9 und in der Anordnung der Diät un«t 
dbs^gimens. derselbe». In letzterer Hinsicht ward da-^ 
iier der Wöchnerlnn die.gröfsie {wyehjsclie und pbj» , 
elscfae Rohe und eltie dünne Diät empfählen, und die ; 

' vreifere medicinische Behandlung noch bis zur nähern 
Einsteht in das VF^i^ der sich bUdesden Krankheili 
verscl^obeh. * "- . . i •, c 

Am 23stMi Morgens kbgte sie Über ILopfwdb,^ Ab« 
gespanntheit des ganzen Körpers , i^tatkenBurst uadt 
SehiSerzen im Unterleibe i^ da letxtetebaliev' beim Druck 
wenig zunahmen» der Uterus arenkßcknfoi^al zusam^ 
inengrzogen, die Haut feucht, und di^r Puls z War/ 

, ziemlich fire^enlf dabei aber nur^ fialsig voll un^d 
nicht h^fft wai^ dieLoichien fiossen, dlö Brüste schmerz* 
toe w«re& vtind das Aufrichten^ der Krsissendf n . ui]4 
Anziehen der Schenke! en den Vnterleib leicht et« 
IFoIgte; so ward blo$ zur' Beförderung deeBcuhtgangs» 
welcher eeit 2 Tagen unterdrückt war; und zur Ab* 
leitting von den Brui^en^das Kali sulphuricum nebst 

- einetti Klystier, und eum Getrüak Heierschieim mit 



, ^ . , - 366 -. 

Sluerbohig verordnet. Amaif^in.vv^T der ZmUnd 
^hugtffähr derselbe, die Schmerze» äp$ Ui:üerleil>df: !i^t- 
t€a etwasnäcbgehiseeii, 4<'ch8ieiUe9icb,, gegen Abend 
piniget Kopfweh «in, der Pule war .{re^üent, nicb^ 
fiark» die Zasg« fencbt^^die Lochien flössen^ die 

' Arii«te acbmerzten nicht; ee wjjrd blos, da noch k^ja 
Qmhtgang erfolgt war, die Dosis üeafkali sulphurhf 
«ytn^as erhöht« ,. . • . • ^ .. , 

Ao) ^&tfiii Morgen» war ' der Zusund besser , . d«s 
lieber batle j^bgeiieiatiBien, ^as Kopfweh völlig i^racb- 
ipeUssen; Nichinittaga aber klagte «ie über Scbweare 
des Kopfs, Brausen vor den Qh«eii, Mattigkeitsgjsfiibl 
4ind WiderwiUsti ^gea AU^9, deir Dtkrst nahm , je aä- 
lier die Nacht kaio^;2u^ der iPflf blieb Wa&ig' frer 
qaant, voll^ weich« *, ^ ^ 

. - Ans ft6steua zeigte, das SmkeA:>4«s Pulses' mit Ztf^ 
nähme seiner Frequenz und 'der gestrigen SymptOBae^ 

.der Schwere -des Kopfea tu s. w., dsfs das seitherige 
«abesttiBitite Fieber in das nerv^dse überzugeben drobe; 
^bei nabn^en dieiScbmerzeii iäa Unterleibe wieder. zU| 
der Urin war^niclu enuündlkb, ^o^dervU HM^hr blaf^, 
das Gesicht fiel eii^ du« UnruheOhabm zp» gegen, di^ 
Wacht hiii erfolgte, kein &cbUf;eondeirn ein vtef#tark- 
ter Blutabgafog , wobei .die Ktäbk^. besianung^liP» nsit 
kalten ExtreibttSten und gtibrocbenen Ange» äf^^$g^ 
eie erhielt daher ein JnjfufiOnii'md^ , f^iA»ni^ mit 
JTinet» arommt.^acid, nnd Einreibungen voa iQU Hyos*' 
^ßm, auf die scbmerzbafien S^i^Uen des'.Uni^rleibef 
und unter d«in Getränk etwa« Zi^.. /moif; ftof/tnaimi^ 
M^odutcE 4war die Besyumui)g und. die, Wiar^aji wifde^ 



farück geiufen^ aber doch nicht veiiiiitheei^evdti^a 
onnte, .\)bg]e}ch noch Elnspritzangen' in die Schddci 
von Esöig mit Waa^r» uodrSpäfter mit Spir, i^iniy gcw 
macht wurden, dafs die Nacht hindjuirch und ' \ .« v 

den d7dten noch mehrere Metrorrhagien eintraten»., 
in /deren Folge drei Atonie des Vt/^jri^a z.un'ahni» da^ Oiri* 
ficiam destelbeicE eich so^ffnete» dafa mani^it 4 Fin«* 
gern. bis in die Höhle eingehen' ko»nia , der Pab:iuiA 
die .Kräfte immer mehr tanken' niid das' Athmen be« 
schwei^licber wvrd^l^. Die öfleynun«;,, welche wi? »cboa 
früher un«ern Zuhörern, als sich während der Qpera^ 
tjon der hä&Uche Geri^ch avie dem'Üterua verbfciietSe 
iind djLe Na<;hg^i|rt 80 mifsf^rbig erschien, ipitgetheilf^ 
I^atten, data die :G<»b4rmutter krankhaft in. ih,ier Sub» 
•tanz Teraaderri^j^yn müsse,, ward jet;«t noch o^^hv <be* 
stätigt, in jeip^fieue atiii^lcende BfutuDg^ii aus dersflb^xi 
ierfofgren» ^^nd alle Contr^^ctionskN^t» durch niichts her« 
vorzurufen, verschwand» Der^Pqls ^atik im'merinehrt 
war kaum fühlbar, ha tt^. eine Fr^^iienz von xiB^^ 
x^ Schlägen in d^ Mitiute^ die Respiration ward^imw 
mer angetlicher nnd erschwerter«' Qegen lo Uhr fr4ilt 
l^legte die Kranke, über gjrofse Beklembsung^jief ängst^- 
lich^nach Luft, und verlangte au%erichtet zu werden; 
l^ild aber verlor «ie dasBewufslseyh, die Augen brau- 
chen, die RespUation \^rd röchelnd, A^t Puls un« 
fählbar, der Körper erkaltete, upd der Tod erfolgte 
mit einigen leichten Zuckungen der untern £xtremi« 
tüten sanft und ruhige ^ \ 

Die am andern Tage Veranstaltete Obduction He« 
ferte folgenden B«fuqd:,Die Farbe dea ganren übri- 



• . ' — 38'8 — ' . -^ 

gCD§ fetereicheii und wohlgenährten Körpers wai^ 
Meich, die Eingeweide d^r Brnat und der Unterleibf 
blutleer, die Lahgen £iieaniin«ngeFallen, öbrigena aber 
geannd. Der Uterua lag über den Scbaambeinen noch 
eo atark ausgedehnt $ wie in dem fünften Monatd der 
Schwangerachaß« Das P^ritonaentn war gand weifa^ 
nnd nur an der Stelle, wo jcfnea nach hinten den Ut€-_ 
Tua^ überzieht, oberflächlich entzündet, ao dafa ea ein 
Netz von rothen mit Blut gefüllten GePäfsen däratelTte, 
welchea der Heerd der Schmerzen im Vnterleibe , die 
wegen ihres tiefern Sitzes beim änlaem Druck nur 
wenig zunahmen, gewesen zu aeyn schien« Der "ütt* 
rus ward nun mit ein^m Theile der Scheide berausge- 
notnmen« $eine äulsere Flache erschien ganz weib» 
nicht entzündet, die Substanz aelbat dick, ohne Harte» 
ipeckartig, die innere Fläche, so wie die der Scheide» 
^fsfarbig, bläulioh- braun Und häfslich stinkend, be» 
^«^nders an der Stelle, wo die Placenta gesessen, hatte, 
Welche deutlich <a unterscheiden war^ Der Durch« ^ 
measer des ganzen Uterus betrug in der Ltnge 7^ , in 
der Breite 6 Paris« ZolL, Das'Becke^ war normal« 

. Die Merkwürdigkeit dieser Geschichte, und da» 
Dnnkel» welches trotz Botfra vortrefflichen Abhandlun- 
gen immer ^ noch über die Putreseenz des Uteru» 
herrscht ,^ und nur durch sorgßltig fortgesetzte Be* 
t)bacbtting und aufgezeichnete Krankheits* und See«' 
tionsberichte aufgehellt werden kann : bewogen- dxftk 
Herausgeber, einen seiner fleifsigsten Schüler» den^ 
Herrn Locher aus der Schweiz» au ermunnern) dieif 



.«enlTairzum jGejgenstand seiner lokngnral^DWerla« 
tion zu wählen» tiijtet fojg* Titel: s i 

Joannes Locher: de^iitrescmtia Uteri. 9erol. 
sipuä Sehade 1$ ig. S. in welcher deraelbe zu gleiche^ 
Zeit noch anführt| folgende 

Schwangerschafts-, ZwiUingsgeburts«": 
und Wochenbettsge^chicht« der si 
jährigen, zum ersten Mal schwan- 
ger nV H.. F,^ V 

^welche, obgleich von Jugend auf und in der ersteu 
' Hälfte ihrer dcfawangerachaft gesulidy doch wegen 
ihres Befindend in der letzten Hälfte derselben und 
wegen ihres Aussehens die « gröfste Aufmerksanikeit 
erregte, und deshalb ScAton^en Sosten Nov. 1818 in" 
die £!ntbindungsanstalt; aufgenommen würde* v Die- 
selbe hatte nehmiich kurz vor ihrer Aufnahme, wie 
sie sagt, einen so profusen Gebärmutterflufs gehal^f,' 
dafs in kurzem Zeitraum ihr wohl i8*^i2o Pfui^d Blut 
weggestürzt waren. Ihr Ansehen^ar kachectisch, die 
Farbe gelblich» die Augen eingesunken und malt, der 
ganzeKörper abgezehrt und äufserst schwach j der Ap. 
petit unterdrückt, der Puls klein, \ schwach und ihr 
Geist so zur Seh wermuth^ geneigt, dafs sie oft ohne 
alle Veraolaasung zu weinen anfieng. Det üiiterleib^ " 
war bei Äer Berührung etwas schmerzhaft, und der 
Uterus e_rschlafft und so wenig Resistenz leistend, dafs * 
man mit dem Fihger in ihm eine* Grube eindrücken 
zu köpneo glaw%tc. Dsh^r ward uuset Verdacht einer 



. _ 390 ~ , ' . '■ 

P(itretoenz. ier Gebärmutter erweckt, und ihr nebst 
psychischer Beruhigang und AuPlieiterung und einer 
leicht verdau lieben, nährenden Diät, zuoi medicinischen 
Gebrauch eine Abkochung der Rinde mit Zusatz der 
Pomeranzenschale und Zimtiinkturi und zum Tassen- 
weisei^ Getränk früh und abends ein Dekokt des islän- 
dischen Mooses verordnet. Zur Einreil^ung bekam sie 
eine Auflösung 'des Pe.ruvisnischen Balsams in Wein« 
geist niit ätzendem Salmiakgeist^ — und so glückte 
es uns, die Kranke psychisch und physisch berzustel« 
len, ihren Geist zu erheitern, die Furcht vor der be- 
vorstehenden. Geburt und ungewissen Z.ukqnftza ver- 
scheuchen, die Kräfte zu steigern und das Cacbekti« 
eche Aussehen zu verbessern, so dafs sie den iSteu 
Januar 1819 von Zwillingen, von denen das erste Kind 
%nännlichen Qeschlechts wegen Hüftla^e mjt vorgefal- 
lener Nabelschpur mittelst der Wenddng, das zweite 
weiblichen Geschlecbs aber mit eintretendem Steifse auf 
natürlichem Wege gejboren ward^ glücklich entbunden 
und den ersten Fehrpar mit beiden Kindern gesund 
entlassen/ werden konnte* 



Eine für Mutter und Kind jglücklich 
vollendete Zangengeburt, 

Auguste N.» 21 Jahr alt, ein gesundes, regelmäfsi^ 
gebautes Dienstmadehen, mit nicht sehr reizbarem 
Temperament, beksm den igten November Morgens 
die ersten Geburtsschmerzen , und die Untersuchung 
ergabt dafs die &cheidC[aporttpn verstrichw^ der JAuU* 



- 39i, - 

teramnd In der Gröfse eines Zw:efgrd$chen8ttick8 g4^ 
öffnet und der Kopf des KiViäes;>dV vorliegende TbeU 
«ej. Dieser Zustand war den zosten noch der nehnili« 
che, die. Schmerzen war^n hiehr e\n lästiges Ziehen j» 
als wahre Wehen , und es Schien 9 dafs das Hinderuifs 
im weitern Fortschreiten def Gebart djirch Congestio« 
neo nach dem UteKua unterhalten werde, wotür der 
volle» hafte Puls auch sprach^ weshalb eine Venesec» 
Uon'vön 3 Tassenköpfen Blut am Arm angestellt war«) 
de« worauf zwar stärkere Wehen eiBtraten^/* welche 
aber nach und nach an Intensität wieder varlpren und 
«rst bis zum 2iisten Mittag« qm 1 Uhr den Mutter^ - 
fluund so weit eröffneten» dafs die Blase gesprengt, 
nnd da. auch hierauf keine stärkere Wehen erfolgten^ 
und die Kopfgeschwulst des Kiqdes sehr zunahm und 
für dessen Lfsben Gefahr ^u befürchten war» das Kind \ 
mittelst der Zange um 4 Uhr glücklich. entwickelt wer« , 
den koi^ate. £s wirr wctiblichen Geschlechts, die Fon«.^ 
tanellen waren fast ganz vejrknöcfa'er^ sein Gewicht be« 
trug 8^ Berl. t$ oder ii| Med. ($. Pae Wochenbett 
verlief glücklich. > 



Eine künstlich volUndete Fnfsgebni't« 

Ernestine P,, ^^ ^^^^ ^^^9 «^n^ kleine schwäch« 
liehe« zum ersten Mal s^wangere, Brnnette» ward« 
am ft4sten November bei vorliegenden Vnterextremjtä* 
ten wegen vorgefalleiv^r Nabelschnur vom Herausge« 
berechnen entbuq4en^ dae Kind mäünUchea Geschlechts 



- 39* - : 

Jebte; — dAS'Wochenbett verlief novmali ale verlieb 
am 6eea DeceintJer gesand die Anstalt, 



Glüx)kliche ZatigenrEntbindaiig t>ei ei- 
nem Becke'n vt>n 3^ Zoll Conjugata. 

Charlotte 5. 9 '8 Jahr altt, von lugend an gesbud. 
lind feit ihrem idten Jahre menatruirt, seit der Mitte 
des März schwanger, erregte wegen ihres Kö|rperbaaei 
nnsere Aufmerksamkeit lind den Verdacht eines mifa« 
gestaheten^Beckens, Die Untersuchung ergab, dafs die 
Lage ihrer Geburtstheile gchiz die hintue, die Sehen* 
kel veirbogen und das Kreuzbein sehr stark ansgehählt 
war, und die Ausmessung mit dein Bäudelocqttesclienc 
' Compas ^epoijseur zeigte» dafs der gerade Durcbmeei 
aer des Beckeneingangs S| Zoll» der Abstand der Hüft- 
^ beine von einander 9^ Zoll Paris« betrug. Em vorlie- 
gender Kindarfaeil war nicht zu Fühlen, schien af^erdoeh 
wegen der glei^^mäfsigen Ausdehnutig des ITnterleiba 
der Kopf zu aeyn, obgleich, die Bewegung übernien 
Scbaambeinen gefühlt wurde. Pie, Prognose über. den. 
Ausgang der Geburt kounte in diesem Falle nur zwei- 
felhaft gesteljt» vor Jetzt nur ruhiges , Verhalten und 
beim Eintritt des Gebärungsactes die Lage im Bett mit 
erhöhtem Kreuz nebst der Vermeidung alles Verarbei'» 
tjsns der Wehen empfohlen werden^ um regelnaäCBigea 
Zusammenziehen und die schöne Form des Unterleibs 
zu erhalten und den leichlern Eintritt JesKöpßi zu be* 
Sötdettu Am sSsten December,. Morgena 3 Uhr« spürte 
sie die ersten Weben lynd ward^ um <»bigen Zweck 



— 393 — ' ' 

besser zn erceiclien»tti8. Gebärbett gebracht^ wo eich 
his um 9 Uhr' der Mtittertnand bU zur Gröfse einpa 
Tlialere öffoet^ und der Köpf de$ Kindes dnrch die 
fyfaäate als der vorliegende Theil im BeckeneiDgange 
gefühlt werden konnte» Langsam öffnete sich nnn dfr , 
Muttermund immer mehr und der Kopf trat^ ohne, sich 
einzukeilen^ immer tiefer» $o dafs Abenäs 9 Uhr er« 
aterer Vollkommen saus^dehnt, iezteret* aber bis in äim 
Beckenhöhle herabgetreten war. Die Bhise ward nun ' 
wegen der Dicke und Festigkeit der Eyhäüte gesprengt» 
und nach einer ätande»- da die Wehen der Kreissendea 
nicht hinreichten und dieselbe sehr abgemattet war^ ^ 
künstliche Hülfe angewendet und ein lebendes^i unbe- "* 
ecbädigtes Kind weiblichen Geschlechts mittelst ^der 
Zange entwickelt, dessen Gewicht S Beri. ^p ;Qiier<» 
darchmesser des Kopfs 3^' Bert, grader Durchmesser 
4" a'" B.f Oiagonaldarchmesser 4'' H"' B;, Uitifang 
4ee Kopfs 12" 8" B-, Schulterbreite 3" 9" B., »ntt 
Lange tfji" B. .betrug* -^ Alotter "und! Kind w^girdea 
den gten Januair 1819 gesund entlasseni 



Glücklich für Matter und Kind erfolg« 
te Entbiu^lung mit der Zange. 

Charlotte N. eine zwanzigiährigd zum ersten Mal 
schwangere Person/ von gutem Körperbau t bekani 
echon in dem iSten Lebensjahre ihre Menstruation^ 
aber nie tegelmäfsig^ bald aller 2 — S Wochen^ bald 
iu einem Zeiträume mehrerer Monate bis zn einem 
halben lahre wiederkehrend und ' imrmer 5 «- 7 Tage 
SiuBOi,os Journal^ llh Bd. ZiM^ C € 



ndaaerndy litt an öftern Beangttigtiqgen,. die nar 
darcb Aderlässe ^gehoben werden konnten , batte aber 
übrigens ein gesundes Aassehen und körperliches Be^ 
finden« In ihrer Schwangerschaft» die sie vom Anfange, 
des Aprils vorigen Jahres rechnete^ belcam sie ibre 
Begeln noch zweimal» aber schwächer » als aafser der 
8chwangerscl|afit, und würde daber sich gar nicht Glut. 
echwanger gehalten haben » wenn sie ntcbt. Abneigung 
g^n manche Speisen« öftere UebetkeHen' und £rbre^ 
4Aen gehebt hatte« Als sie am So* Decfunber in einen 
Keller gehen wollte , fiel sie die Truppe binab^ und 
kam auf die Unk'e Seite su liegen 9 :obne durch diesen 
Fall, anfser Schmerzen in gedachter Seite, irgend ei* 
, tt^n b^merkÜcbeu Schaden zu leiden; alläa am andern 
Morgen, als sie eben anfg^tanden wiqr , tlber^el sie 
plötzlich ein 3, Stunden lang änbalteiSider Schüttelfrost 
mit Uebelkeit^n, Erbrechen und Conge^ionen nach . 
dem Kopfe, weldier den x., z. und Sten lanuar mefar*^ 
mala, docb inakner schwächer wvedefkehrte, und sie, 
ob sich gleich vom isten an noch; wehenartige Schmer* 
zen hinzugeseitten, von ihren Geschälten nicht abzn- 
bälten vermochte. Den 3. Abeiads kam sie mit star- 
kem Weben in die Entbindungsanstalt, erhielt aber 
'zur 2Seit weiter keine Verordnung, nh sieb ruhig ins 
fiiM.undauf die. linke Seite zu legen, weil'der Mut- 
termund, der in der Gröfsp eines Z^weigroachenstücks 
geqffnetwar, nachdem linken ischiadischen Ausschnitt, 
und der Kopf, schon bis zwischen die mittlere -und 
antere Apertur herabgetreten, mehr nach rechts' stand 
lind lue den Raum verei:^te. Ab km andern Tage 



■ . . .— d^ä -X . . :' • '- 

tuA ö übt «IftchBaittagt ilif kräftige» W^lhta^ wietcbf^v 
nun den M^tC^rBiund voUkqaakoifn geöffnet vt)d die 
B\a$e bis ^wiecben dfe äuf^erp Gebtirtafheile hervor« 
gedrängt hatten, den natiirlichen llifa derselben hiciic 
ijewi^ken kb1fjifen> ward «ie kün^tficb geapren gl nnd' 
Um 4 Übt- die Entbhidung mit der i^n^e bescblaa^en^ 
and >KWar t) in . ii(%cksiei»t aa^di^Mtott^^rr «) vregen 
4eriJori^«lm$f»igkeit ibref Peiriode» woiio wir.eilie 
DiftpotaMpn 9»i 4r»^kbeifeA des Utetus ssn erkennm 
glauben J b) wege» jlhres ^or einigen Tagen afliticnen 
Falls vmd di|d|4rcbiim»r halten en scbmerzbdften« Heises 
der linjken Seite» .welcjher bei stärker anbajtend^n Con^ 
gestioneii »ack dieser Stelle leiefat in £ntz^ndung über« 
gebeil Qi^ sogleicb vom Anfange eine Krankheit des 
Wocb^abelts herbeiführen konnte; 2) In Rücksicht 
«if das Kind: a) wegen -der Immer wehr zunehmen- 
den ILopfgescbwalat and der- dadurch entstehettdei^ 
Gefilhr'fur dessen JLebeni zumahl ^a die Wehen seit 
einer halben Stunde ganzlick aachgelasseii hatten tind 
daher .eine baldige Geburt nicht zu erwarten war; 
b) wegen deai gehabten Schüttelfrostes der Mutter nmt 
det seit de« Fall ihrer Angabenach nicht mehr ge« 
spürten Lebens des Kindes, welches dadurch schon ^ 
wenn ancb nicht todt» doch krank und dem Tode^ia«^ 
he feyn und durch Verzögerung der Geburt deicht uib« 
kbmoiefi konntr* /^ ^ 

AttSv^iesen Gründen ward diie Z^ngenop^retion 
- beschlossen und von einem fpaeiner Schüier in kurzer 
Zeit glücklich Voll bracht. Mutter und Kind, wekHes 
weiblkbeoi Ceecfafechls /war^ befanden sich- während 
-■.''. ^ Gq ü . - 



,de8 WochenbcttU wohl nnd konnte^ am x8ten linumt 
gcsand tn^M9$tn werden. 



Zwillingsgebart, wobei das zwei t e 
Kind mic vorliegendem' Steifde auf die 
.Füfse gewendet werden mufste. 
Litette K.» 24 Jahr alt^ welche «icbon einmal glück« 
Ikfa gaboren hauet ward den igtep Januar » früh am' 
6 Uhtf achnell von einem lebenden, 8 SMd. p^ schwe- 
ren Midchen entbanden« Bei der darauf angeatelken 
Unterauchang dea Uhterleiba fiind akb » ^ü noch ein 
zweites Kind, wovon wir vorher gar keine Zeichen 
gehabt hatten , im Uterus enthalten scj. Afan füUte 
bei der 'aarserlichenUntersachang nach rechts den&ük«» 
kei» 9 nach links die Füfse des Kindes, und nahe der 
Leber einen runden harten, Körper 9 welchen man für 
den Kopf hielt, und ächlofs aus dem Ganzen,' dafs das 
Bind mit dem SteUae troiliege, welches auch die darauf 
angestellte innere Untersuchung beatätigte» und» da 
m geringsten weiter keine Abnormität obwaltete, uns 
veranlafate die fernere Geburt dea Kindes in dii^r La. 
^e noch der Natur zu überlasaen, obgleich daa Frucht»' 
wasser unvermerkt schon abgegangen und die Blase 
geS»{^üngen war. Die Wehen hatten ganz^ nachgelassen 
und die Gelbärende schlief fast den ganzen Tag bis spät 
in die Nacht zum mosten, wo ale uäi i Uhr einen ein- 
stündigen ata'rken Frqat mit darauf folgender, Hitze» 
Durst« Kopfwehy Angst bekam. Der Puls war dabei, 
ataifki voll und h^rt» Da jezt ai|ch die Bew;egu»gen 



diai .KiB(de« immer acbwächer und m Ende gar nic^t 
nebu gefühlt wurden ^ so fabten iwir den Entscblob^ 
Indem der Steifs noch zu hoch etand| ala daffjnr'faätre 
eicher gefarst und in da^ kleine 3Becken hereingieieitet 
werden kdnnen ,. die Wendung auf die Füfae zu mtf^ 
chen und wegen des gSinzlichen Mangele aller Wehen 
das ganze Kind künstücb^ztt entwidkeln« Wir unter- 
nabmem nun die Opera^oa mit der griöfsteii^ehutsäm« 
keit and Schonung, schlugen die entwickelten Theile 
des Kindes immer in erwärmte. Tücher, und extrabir« ., 
teu so das gapze Kind weiblichen Geschlechts 9 wafen 
aoer nicht so glücklich,. obgleic]i wir beim Eindringeu 
^r Han^ in dem Uteirns noch eine ach wache Pnisation 
der Nabetschunr gefühlt hatten» dasselbe ine Leben zu- 
rück zu rufen, . 

Es fragt sidi, ob wir m diesem Falle dadurch kei- 
nen Fehler begangen habend dafs wir nicht gleich nach 
der Geburt des ersteig Kindes das zweite entwickelten.? , 
Allein statt einer Antwort sey folgende neue Frage * 
aufgestellt? Wie denn, wenn wir gleich die Wenduags-.. 
Operation gemacht und ebenfalls ein todtes Kind zur 
Welt gefordert hätten, würden wir uns da nicht dep ' 
Vorwurf gemacht haben, au voreilig gehandelt uhd 
das Kind durch allzngrofse Op^rationssucht oder , zu 
grofse Aengstlichkeit getödtet zu haben, zumabl da die 
Nabelschnur^ welche wir neben dem Steifse vorliegend 
fühlten, stark pulsirte. und nicht im mindesten ge-' 
drifckt wurde, und später, weun der Steifs ins kleine 
Becken eintrat, sich zurückziehen oder zurüqkge* ^ 
'schoben und s6^ nicht durch Druck gefährdet werden 



4cpniitei xUää da ea «narkannt imsMr «idierer itt, 
j^teifigeburtf D der Natur zu übejlads«iu aU die (i\t da« 
kindlich« Leben so problematische' Wendunj^ zq ma* 
cbent. oder soliteö wir, dia keine Wflie^ eintraten, 

' peUentim anwiendeti, fdiso Uieras reizeii) ui>d. ▼lelieicht 
in CMen «atzündlidien 2oataild vets^ftzetff da doch 
die Erfahrung gelehct Jiat, dajs dad zweite Zf^illinpr 
kiftd in vielen FäJleti erat nach mehrerü Tage.n.nack 
der Geburt des ersten gesunil tftid glücklich geboren 
forden ist? — oder sputen wir endHi^h aneji jetzt düs 
Wendung noch niebt machen ^ obgleich die Pul^tion 
ach wacher iwafd und der Zustand der gebärenden an 
das Krankhafte zu gränzen »afieng, uiud ^.das Lebwr 

',dea Kindes gewifs untergraben^ das der Hreissenic^ 
aber ina höchsten Grade gefährden ? . 

I>ie Mutter nebst ihrem arsten Binde befand sich 
nach der Entbindtiifg wobli und imrddmi kten Febr« 
gesund entlassen» ' 

^ Spafshaft war ^ dafs diese und die frühere Zwil- 
lit^gsg^bui^t durch Zufall ein uijd derselbe ^Praktikant 
hdkommen hatte , weshalb vSich apäter von diemselbcn 

; keine Schwangere trotz aller dagegen, geripfateten Var« 
nunftgründe entbinden lass,en wollte , wei} aus dann 
auch Zwillinge au bekommen glaubten» und alap ohn- 
er^phtet ^ ihrer hohen Seh wangersdbaft ' einen hphi^ 
Einj^ufs des Geburtsheifera auf ihre AeEruchtnng att- 
nahmen, ■.•-•.-. 



lieichteZangehentbindiung ^egen 
Ausbleiben der , Wehen und zu-^ 
nehmender KopFgescifwalst des 
V ^Kinde^ i 

Johanna G«, 32 Jubr alt, die* nie krank war^ 
anber einem halbjährigen chlorotischen I^eiden, W0f*> 
von 816 durch ärztliche Hülfe befreit wurde, ond schon i 
einmal glücklich geboren hatte , bekam ^m 9teo' Febr« 
früh 8 Vbhr die ersten Wehen^ welche aber ao schwach 
waren , dafs sie erst bis d^n andern Morgen früh 5 
* Uhr den Muttermund^vollkon^men öffneten und ^ia 
Häute rissen« Jetzt L'efsen sie ganz nach , des Kindes 
Geschwulst am Kopfe, welcher am Beckenausgange ' 
mit dem Hinterhaupte h^inter der Schaambeinvereini- 
*gung stand, nahm aber iVnmer mfiht zu, und be- 
stimmte mich, die Entbindung mitteUt der Zange von 
einem Praktikanten beschleunigen zu lassen, welcher 
auch in kurzer Zeit ein lebendes Mädchen, welches, 
.a^s Pb schwer und iQi Zgltjang war, glücklich ent-' 
wickelte« Da auch jetzt^nech die Atonie der Gebär-^ 
mntter anhielt^ mufste die in der Scheide vorliegende 
Nachgeburt durch Anziehen der Nabelschnur fainweg- 
genommen, und die sich einstellende Metrorrhagie 
durch Reiben des Unterleibs und Essigeinspritzungen» 
wodurch wir die normale Contraction des Uterus ba« • 
wirkten^ gestillt werden* — Mutter und Kil^d wur» 
■ den den 25sten Febr« gesund entlassen» 



K ■ . - .400--. , 

' '• - . ~ ^ • * 

Sehr schnelle, notiti.ale £ntbindiiiie 
nach vomiisgegangenen^ heftigen 

Krämpf6.n. '. 

/ ' > '.' ' ' ■ ' V - ' i ' 

Friedrike H«^ ^ Jahjr alt, aus Berlio» seit 
ihrefia iSten Jahi^ men^trnirt, zam zweiten Mal scbwa«-' 
ger, klagte den i7ten Fibr« über Schmer zeii^ weU 
che iie aich* durch' Erkältung zugezogen hattet und 
welche nach dem Genufs einiger Tassen ChsmiUeathee 
und B.abcf |m Bett bald wieder Terscbwanden ; * doch 
IHvard ihr noch am andern Tage angeratbion , im Zim*^ 
mer zu bleiben^ um sie vor einer neu^n Erkaltung 
zu verwahren. Deniohngeacbtet bekam sie Ahenä9 
nach 7 Ubr ohne alle bemerkbare. Ursachen die heftig-^ 
atefi Krämpfe des Uterus 9 welche vom Muttermunde 
ausgehend, und bliesen ^ da er vorher in der GröFse 
eines Viergroschenstücks'geöffnet gewesen war» stark 

.. zusammenziehend » den Köpf des Kindes, welcher 
schon bis zwischen die obere, und mittlere, Apertur 
äe^ kleinen Beckens eingetreten gewesen war» ver- 
möge der regelwidrigen Gebärmutter -Zasammenzie-» 

^ hungen so in die liöhe hoben, dafs er nicht mehr nait 
dem untersuchenden Finger^ erreicht werden konnte. 
JDer Gebärmuttergrund hatte sich bis an die Herzgrube 
in die Höhe gezogen, und drückte so auf das iwerch- 

< fell^ dafs das Athmen der Kreissenden '4okeif8t be« 
achwerlicb, das sonst blasse Gesicht gans; roth und die 
Augen Eervorgetrieben wurden. Es war hier alles zu. 
fürchten; der Tod konnte plötzlich erfolgen theila 
durch Apoplexie, theils durch einen Gisbärmutteirrifs; 



Mea mufitte daher schleuiiige ,iuid' itaork eiogreifeiide \ 
Hülfe angewendet werden f und diese ^bestäiid in eU 
titm AderlafB von vier Tiissenköpfen voll Billigt am 
Arm» lauwarmen Einreibungen von Oleum Hjo$4fy0n^i 
auf den Unterleib und Umacbl^en über denaelbeii. 
^ von ein6n Cataplasma aus Herb; Hy ose. CiaU^ und 
• jtlth.^ und in dem innerlichen Gehrauche einds Mam* 
. del* Emulsion mit£x^r. Hyoscyam^ Ein lauwarmes 
Bad, worin das Kali eaustieum simeum aufgelöst wer- . 
den söUle, welches uns bei dergleichen Jkramplhafieii ; 
Wehen schon oA die vorirefflidisten Pienste geleistet 
bat, ward. berei}et, aber nicht benutzt, da jetzt die 
TCehen regelmäfsig wurdeay vom *Grund eusgienj;<eii 
' und den Mutterinund erweiterten und den J^opf wie« 
der in den Becket^eiugang' herabtrieben. Doch hier 
blieb er tretz der kräftigstexl Weben von iif bis 2 Uhr 
des Machu ui4>eweg!ich stehen j bhue. dafii iw^r im v 
. Beckep eine;» 'andern Fcthler jbf^erl^en. konntü^n , ^(s 
- .eine sehr starke Inclinatiou df^ssf^lt^u, weshalb wir 
. der Kreissenden eine mit der Kreuzgegend sehr er« 
höhte La^e geben iiefsen, und dadurch ganz gegen alle- 
' Erwartung bewirkten, dafs das Kind durch eine einr ;, 
.'zige Wehe durch das Becken durchgetrieben und ge- 
boren wafd» Es war ein Mädchen, und wog 7| BerU 
. . td. Die Entbundene befand sich ohng^fähr eine Vier* 
telstu^de nach der Geburt wohl, der Uterua zog sich 
. rcigel/närslg. zusammen und stiefs die Nachgeburt ohne 
.bedeutende Blutung aus» nachher aber traten Ohn» 
... machten mit . Trisu^us ein , die Extremitäten und die 
. Stirn wurfien kal^ d^r.Puis kaum fühlbar, und daher 



~ 402 -.^, 

angebrannte Federn ^or die .Naae gehalten ^ A^ettän ' 
contentratum in die Schläfe eingerieben und jsin Klj- 
•lier au« emeip ChamillenaaFgufs mit A^%a j^tida \fir \. 
gaben» nnd dadarch die HrSaipftä in ao weit beseitigt 
dafs der Triamus nachlieb aqd nun der JMj* 4^imatL 
suceitt. in Meüa^enwaaaarf nnd spater^noch einige Tage, 
wo dich za Zeiten noch Neignng zn Ohninacbteo eia- 
eielite, ein Infuszim rad. F'aUrian* min^ bta zar völ- 
ligen OeneMiBg gereicht worden kannte« Matter und 
Kind worden den dritten |f arz geaund entlaiaen. 



'N<>rttialc Entbinänng bei einer Firau 
mit sehr grofaen Blutadern an Sehen» 
kein iknd Schaamtheilen/ 

Fran Carolina V.» ^4 Jahr alt, zutn vierten Mal 
schwanger^ aachte in der Mitte des Janqar wegen der 
heftigsten Beachwerden, dlirch sehr gröfse Tarices er<- 
zeugt I uniete Hülfe. In ihi;en frühern Schwaiiger-r 
adiaften hatte sie schon desfa^b viel jgelitfielfi, nach der 
letzten drittan Entbindung aber dadtörch grofse Er- 
leichterung eriialten, dals sie während des Stillens re* 
gdmäfsig bis zu ihrer jetzigen Schwangerschaft men* 
atruirt worden war. Ihr jetziger Zustand war- folgen- 
der: die Venen der rechten Unter -EictremitMt waren 
ron tönten i)is oben ^ehr stark aufgetrieben, und bil- 
deten an der rechten Schaamlippe eine blaue, trauben- 
förmige,^ etwal heifse', bei der Berührung sehr 
schmerzhafte Geschwulst, von der Gröfse eines Höh- 



ntattyts, wodlnr^ der Eingrag in die - Va^ni irSHi^ . 
bedeckt» der BeiscUaf ganz tinmöglich,.^und daa' 6ev 
lien and Sitzen » ao wie jede körperiiicbe Bewi)gan|; 
eehr achmer^haft 'gemacht ward. Der Stuklgaag war 
aehr anregeInlafil^g, träge, erfyigte nur alle 5 ^^ 4 Tage^ ^ 
und war dabei mit^ atar ken Sciimerzen länge dem Maat^ 
derm verknüpft. t)a die Peraon ratk und ToHblUtig' 
war, and über starke Congestionen nük dam Kopfie 
klagte» aa ward ihr eine Yeneiectioft von ^^iijBlujt ' 
lind eht Pulver ana TaHar/ J^Kt Magnet, carbon. 
und Bad^Akei verordner^ un^d beldee «ach einige^, 
Wecben sur gisoiam' Erieichl^rung der Schwängern 
uiid Abnahme 4eir Oeachwitlst noch einmal reScerirt. 
Die Prognaa».4lber den Verlanf der Gebort ward iehr 
vorsichtig geatellt, und darauf aufmerksam gemaeh^ 
dafs bei zunefanendem Drucke des Itiddea» * von dem 
man bis jezt Wegen de^ verhiMerten tiefen £indrin«- 
g^ns des Fingers keinen vorliegenden Theil fühlen 
konnte, auf dieBet^engeCafse die Wehen aehr achnfer^«^ 
haft werden und leicht iSerreiasungen der Gefäfse und ; 
t5dJtliche .Blutungen erfolgen möchten» in weldiem 
Falle die Anlegung der Zange ^der die Wendung Aen 
Rindes angestellt» das Kind so schnell als möglich ent- 
wdckelt« und nachher doacb Unterbindung der z^e/ris-' 
eenen GePäfse oder angebrachte Tampona die Bli^tung 
wo möglich gestnit» in Ermangelung dieses ungünsti- 
gen Ereignisses aber die Geburt der Natur überlassen ' 
werden i^otlte. Die Geburt ^ttat den i5ten März ein» 
und verblieb ganz unaerm Wnbaohe gemäfs bei schwa» 
^Hfn Wehen aehr kngaam* Der&ppf rückte allmSh* 



lig bis kleine Backen 9 die Aiule^niag des MulAurmi 
«rfolgte darcb erweichende Ki;|r8tiere, der Kit» der £y 
käote warde am iStfn fjrüh om 4 Vbr TOn der'Natiir 
1)ewirkt, und darch dieselbe tun {5 Uhr bei mäfaiger 
Spannung cler varikoaen , ScfaiijinUippe die Gebart ^in^ 
xo\ Madie. 9 oder SBerLtT^ schweren Kaabena glück- 
lich beendigt« > Die^Eift^biuiden# befand sich nebst dam 
Kinde während dea Wochenbettf ood ihrer Anweaen- 
heit in der Entbindnngsanstalt bis zäips fi6sten März 
sehr twohlf die Anad^nong, der GePäfse. minderte aicb 
immer mehrf and w^rd noch apSfe^ dnrdi den fortge« 
eätzten-Oebranch dea obigen Pnlyera» daa, w» in $ol^ 
^hem Eall^ nicht genug empfohlen, können ^ aaiir ge- 
aoßifsigt« Eine Inanguraldi^/seru^iop von einem mei» 
oer aehr fleifaigen Schüler über diesen Gegenstand» mit 
beigefügter Abbildung der erwähnten Geschwalat, er- 
achien unter folgendem Titel : 

De iforUibus* prq$s&r^imßropidarUnh DisseirtJuaug^ 
med, quam Oc. die XL M. Novevfhriia^IUDCCCXIX 
defende$ Bernhardus H^nrieus Brasse, 
BrIillinghusO'OuegtphaÜs* a, ia&« oen.» J^croL/ör" 
mfß Canrmdi teisUr. 



Zangenentbindnng bei vorliegendem 

Scheitel 'dea Kindes mit' dem Gesicht 

nach der Schaambeinverbindung» 

Johanna Friederike T«, idne gesunde ^ re« 
-gelmaläiggebaatei gut genährte» zum lateiti^l Scbw^iv> 



• •/, 



gere Brünett« von 26 hinten ^ wurde im März in di0 
Entbindangsansfält aufgenommen. Siehit bisztt die« 
eer Zelt«' mit Ausnahme der Pocken^ von denen sie 
noch leichte Sparen im Gesichte trog^ ' sich des besten 
Wohleeyvs etfrent. — Am 2isten April traten die ier« 
0ten Gebtirtsschni^erien ein ; deir Oeburtsact gehörte zcT 
den trägen« tbetia wegen der straEFen Faser, theil» sop« 
ponirten wir ein grofsea Kind ; die Wehen waren krä'& 
tSg« <^egen Mittag traten alte Zeichen der Einkeilting^ 
ein ; -die grobe Fontanelle stand nadi der rechten Mat«. 
teraeite» das Hinterhaupt stand im Deventer*schen 
' thirchinesser^ach hinten tmd HnkSf das Gesicht nach 
▼orn und rechts. Die Operation mittelst der Zange 
ward etebend mit tiefon Tractiotien gemacht ,' und ein 
nur schwaichlicher Knabe entwickelt^ der indessen sich 
in der Folge bei der reichlichen gütei;i Milch seiner 
Mutter trefflich erhobltei Da« Nacfagebnrtsgeschäft 
und das Wochenbett waren normal. 



Eine sehr ' langsam^, mittelst der 

Zange beendigte Entbindung von 

einem todten Kinde. 

Amalie Z.^ sSlahralt^ ane)Poudam gebürtig, 
tum eisten Mal schwahger» empfand den dritten Mai 
die erstell Geburtawehen; der äufsere und innere Mai- 
tern^und waren ao weit geöffnet, dafa man mit der. 
Spitze des Fiiigera bis zu dem mehr nach rechts 
i&ber dem Beckeaeingange ateheipden Kopfe eingehen 



konntt«. D«r Kreismod«!! ^of d^ dieJLage auf der lU^ 
}fjßtt Seite eni^eyviesea» n'tii den Kopf in^ebr in dieFüh« 
i(tto^Hnie Mi^jrinzuleiten , u&4 der Erfolg davoI^ ge- 
^aa beobachtet* * Die Weben ,warea ao diesem npd 
de» folgenden Tage feiten^ i|nd wenig ergiebtigi d«^ ' 
Oebarende. klagte übet heftige Stl^ief^n/ die «ie aU 
j^olikariige bezeichnete^; ea erfolgte anc)^ ein beftigea 
Erbrechens; dieH^üt blieb iimmer txöcken und Keifs; 
auffallend war dieg^riiMFwbe des reicWtchen Schleim- 
aosBussea aus den Geborf «theilen^ Das Erbrechen 
flofate als ein in der eratejo Geburtaperiode häufig vcyr«» 
koinmepidea und gefii^hfloaea Sjnaptoin keine Beaorg-* 
'nib eiUit An Einke^Uung war bei dieseni Staxide dee 
Kepfa nicht za dei^ken, r- Dnrcb eine Unteraajßfanng 
^ea Ahends ergab sich 9 dafa das Fruchtwasser beieite 
unbemerkt abgeflosseii^ der^Mat^eroiund nur wenig 
mehr erweitert^ der Kopf etwas o^ehr in die obere 
BeckenöffoUDg rorgerückty undyObschon bei dem ge* 
genw'artigen Stande desselben eine specielle^und si- 
chere Diagnose unmöglich 9 eine, jßesichtstage doch 
wahrscheinlich $ß}\ indem der nur mit Schwierigkeit 
erreichbarer am horizontalen Aste des rechten Schasm- 
beins geFegene' Theil für die' Stirn gehalten wurde. Die 
Kopfgeschwulst' Hefs durchaus keine Fontanelle wahr- 
nehmen« pid Diagnose bestätigte sifh am andern 
Morgen, wo der Kopf etwas tieSer bereixi^treteii war* 
Um die Natnr in ihren Bestrebungen zu unterstützen 
und die rigide Faser zu^rschlaffep» wurdeu Einspriz- 
zungen von ;einer Abkochung' der, Ifrfis HjQsc^ und 
CiciU» mixßor^hßmom^ in die Scheide g^^machi;, an4 



flu SchMrömiii^'.dMsit geirätikt» lauwarm vor ctie-G^« 
biiif8tli«il0 g^I^^» i>D<) inneilicC zar UDferatutz.oiij( 
^tt i^räfte' der Kreidsenden zu. Zeiten eine Taa&e 

' Fleiscbbrübe aaic finem Eygelb gereicht« Am 6tea 
firüii % Uhr war ^«n der JK^opf fe^ in^-fiecken gestellt^ 
und deabalb ward gleich' die Zangenentbindi;ilig unter« 

'aomnaen, wodarcb wir ein todtea.uad b^reit^ iin Faul« 
aib übergegängenet Kind, .oi'^nnlicb^n Geechlecht^^' 
dedA die Nabelschnur zweimaVlifp den Hals gescblun'* . 
gen war» zar We|t . beförderten. DieEntbundeoe^ver* 
fiel bald in- einen leisen Schlaf, aus deni sie erst gfgen 
4 Uhr wegen einiger.Wehen, .wodurch die Nachgeburt 
in* die Scheide herabgetrieben^ und w^ggenonamen 
wurde, erwachte. Das Kind w^ grofs und die Fon« 
lanellen desselben verknöchert« Ein riamliches Mibr 
Terl^ältnifs des Seckens der Mutter wan nicht zi| be* 
me/ken, welche » nach glücklich durch brach teov Wo« 
ehenbett* am 24. Mai die Anata}! gesund Ter Ueia. 



Geschidhte der künstlichen FrüH« 

, gebart. ' 

Caroline Straucbmeyer, SSJahr alt, Totsh-» 
l9r eines Maurergesellen in Potsdam, nm^erheirathet^ 
wnrde von frühester lugend an bei der dürftigen Lage 
ihriea Vaters' und unter der Au£sicht einer Stiefnutrter 
kümmerlich gehahen i^od sehr zeitig ^um Kinderwar« 
teo angewiesen» wodurch sowoihl , als auch eine im 
7ten Jahre sieh offenbarende xhachiiische Anlage eine 
Krümmung des Bückgrats eitstand« .Nach gtUcklicb 



. ^berittndfanen Kiiid«rkr«iikheiteii befimd alesloh wohl, 
trbtdt «r0t In ihrem' sotten Jahre ' nach viden" B«« 
ecbwerden^ gegen welche mehrere Hausmittel frnclit« . 
loa angewendet worden warei^i z« £• Lorbeeren in 
Brannbietr gekocht^ ihre M enatrnatlon , welche daraof 
immer «egelmäfiig verlief,' bia in'ibr '24atea Jahr^ wo 
dieselbe in Folge einer Schwangerschaft ansblieb» In 
dieser zeigten sich schon in dem erstta Monate ht(^ 
tige periodische Gliederschmerzen» gegen welche sie in 
einer hiesigen Klinik Hülfe sachte, die sie aber trotz, 
der dagegen aufgewandten Mittel nicht erhalten konnte*- 
Sonst, hatte sie durchaus keine Beschwerden der 
Schwangerschaft* Nachdem sie 4 Wochen die Bewe« 
gang des Kindes gefühlt hatte» bekam aieimmet het- 
tigelr werdende Schmerzen im Unterleiber die sUfar 
nach acht Tagen in wahre Wehen verwandelten, und . 
auf ganz gewöhnliche Weise' ohne bekannte Veranlas» 

^ sang eine Frühgeburt bedingten, durch welche zwei 
todte, sechsmonätliche Fötus ausgescfafossen wurden. 
Der Vater derselben walr.angeblich ein grolser, starke^ 
Soldat* Schon drei Tage nach der Entbindung konnte 
sie das Bett und nach 14 Tagen ganz wohl und von 
ifar'en Gliederschmerzen befreit das fCranktefaaue ver- 
lassen; jedoch bemerkte sie bald eine anfänglich nicht 
beachtete Senkung der Gebärmutter» weswegen [sie 
•p^terMn mehrere Jahre einen Mutterkranz tragen 

' mnfste. Nach dreijähriger darauf folgender ruhigerert 
mehr sitzender Lebensart hat sie davon kelpe Be* 
schwerden weiter gehabt. Den Anfang ihrer jetzigen 
Schwangerschaft weifs sie nicht bestimmt anzugebend 



doch acheint Cr In den November jru fallen/ Die Bef 
wegung fühlte aie in deq ersten Ta^en.cl^s April» d. h 
JE's wäre. demnach ttiit Ablwif 4ea Monats Juni det 
feilte Sonnönmonat vöiüber und das ]^nde der Schwan« 
gei»ichaft nAC> 6 Wochen icntfernt* , Ihr jetei^r Schwan- 
gerer Ist eip Weber von nicht «ehr starkem Körperbau. 
Im ganzen Veirlaufe dieser Sch«i$»ngerdchaft habön eich 

* keine kränklichen Zufälle eingestellt^ aa&er einer Jbis 
zur Mitte derselben dauernden, vermehrten Speichelab^ 
Bonderungnod häufigen Zahn8<?hmerzen, uftd sie. he* 
jFaiid «ich am igten Jqni, wo sie Sich zuerst in der Ent- 
hindungsanstält meldet(?» v^lkomiiaen wohK Die jetzt 
mit ihr angeatellte Untersuchung ergab, dafs der von 
der normalen Form abweichende Körperbau dieser 

^ Person wohl die natöirliche Geburt von todten sedHs* 
monatlichen Zwilling^kindern» aber nicht die eine» 

• lebenden» reifen^ ataxken,Kindes zulassen könne, Fol* 
gendes sied die Resultate der genau angestellten Be* 
aich'tigung und Ausmessung: Der Köirper ist.4 Fji{»>" 
a Zoll Pan M. höch^ das rechte Schulterblatt steht 
nach hinten heraus» und. die rechte Schulter ist einen 
Zoll höher, als die linke; die Schulterfarejte beträgt 
Ä2i Zoll ^P. M. jind der ganze fljriistkasten ist nach 
der rechten Seit^j l\eriiberge&cbflbenj die Rücken wir* 
belsäüle läuft schief gekrümmt /v^on der rechten nach 
der linken Seite, die rechte ttü^te steht um, rZoH hö» • 
her» als ^ie Unke ; das Kreuzbein st^ht schief« die rechte 
Seite desselben nach hjtnten heran«; der Vorb|9rg und 
die linke Seite des Kreuzbeins nach Jnnen hinein^ 4uch 
dieGlut'aen sind an der rechten Seite slarker hervor«» 
SiMBotDs Jourtial^ IJJ.Bä, 3s St. t) d 



tretend, all an der linken. Bei der än&crn ünterm- 
chung des Leibes fand sich der Nabel iiervargetrieben, 
der Stand des Fundus Uteri S^inger breit unter der 
Herzgrabe, der Leib voller in der lintketn, als in dex 
rechten Seite; die Bewegung des Kindes wird eine 
"Hand breit rechts über dem Nabe! gefiihlt^ auch läfst 
sich über den 8chaamt)cinen ein runder harter Kör- 
per walinrehncien. Die Lage der Geschlechtstheile Ist 
die liiittlere» an die vordere gränzend« Bei der inner- 
lichen Untersuchung fanden wir die Vagiilatpörtio^ in 
der mittlem^ Apertur, etwas nach links hin jgericbtet» 
' einen halben Zoll lang,\dett äufsern Muttermund ge- 
öffnet, 80# dafs sich die Spitze des Fingers einbringen 
liefs. Durch d4|8 Scheidengp wölbe fühlten wir den 
Kopf des Kindes jiber dem Eingange ins kleine Becken 
oach den Schaambeinen zu vorliegend. ^^ Aua der 
mehrmals mit aller Genauijo^keit angestellten äufsern 
und innnera Untersuchung des Beckens ergab sich 
folgendes: Nach dem Baudtloeque* sehen Campai ^Te- 
paisseur beträgt der Querdurchmesser des grofsen Bek- 
kens von einem Hüftbeinkamm bis inm andern io 
^oll Far. M«, die Gonjngata det obern Apertur 3 Zoll, 
die Conjugata der mittlem Apertuc nach Steins Bek- 
. kenmesser 2| Zoll. Der Ausgang djes iBeckens is't ge- 
räumig, der Schaambogen normal gewölbte Der mehr 
nach .der linken Seite «tehende Vorberg ist mit den^ 
untersuchenden Finger leicht ü^q erreichen, eben so 
kann-man die linea innominata in der linken Seite ver- 
folgen^ in welcher überhaupt der Beckenraum vveit 
geringer ist, als iii der rechten. , ^ 



. ;— 411 — . 

Woph nun nacli dieseiti Befund ans zu schliefseil 
dec Kaüni deftgrofs^n Beckens and der Ausgang des 
kleinjen auch weit genug ist, so wird doch durch d$n 
80 weit in das Becken hereiurageiideh Vorberg und 
das verschobene und weit hereinstehende Kreuzbein ) 
der Baum des^Beckeheiiigangs auf der Unken Seite, 
bedeutend beschrankt» und das dadurch bedingte MiTs« 
verb^tniib bei der Geburt einäs^ ausgetragenen starken . 
Kindes schwerlich anders^ überwunden > als durch eini^ 
für die Gesundheit und daa Leben der Matter undKin- ' 
des gleichzeitig sehr gefährliche Operation, nehniUcfay 
da der Kopf des Rindes vokrlag^ durch eine auJfserst 

~ itchwierige Zangeta •Entbindung, oder b^i ungünsti- 
gem £int4ritt' des Kopi^s hinsichtlich seiner iDut-chmes^ 
aer, durch die PerforatfoUi und alad absolatto Tbdtun^ 

-des Kindes. Zwar hätte man Wohl durch sthwichendd 
..Mittel ui^d magere Diät auf die 9;ti/grofse Ausbildung 
des Kindes beschränkend einwirken, und daduYth vieU 
leicht jene angegebenen Operationen umgehen kön» 
iien, wenn nicht das so oft irorköJäaihende Mifslingeü^ 
dieser Methode, zuiiial bei der schon so weit vorge« 
rückten Schwangerschaft^ zu fürchten gewesen wlire^ 
indeiü die Erfahrung lehrt j dafs dergldchen schWä« 
chende Mittel hHu6g nichts unserer Bestimmung und 
Erwartung gemärs, die Nutritioü dds t'öti^, sonderA , 
allein, bei volikömmner Iritegritä^t Und. unünterblrch • 
fchenem Wachsthum dedselbem die Kräfte und Gesund- 
heit der Ittutter sthwäctieta. Nur durch eine Friifage* 
burt^ deren sich bei ihrer ersten Seh wahgerscliaft 
ichon die ffatur ab Hülfsoilitel zur glücklichen l$eeii* 

D d ä 



Ugang der Geburt Für die Geaundheit der Matter« 
aber noch za zeitig für das Leben der Kinder, bedient 

' b|Ue, konnten jene gefährtichen Operationen vermie- 
den weitden» und eie allein, in diesem Falle kfinstlich 
bewirkt, gab Hoffnung, das Leben dea tündea unfer 
dibten mifslichen Verb'älcnissen des Beckens^, zagleich 
mit der schwächlicbfn Mutter zu erbalten» um so 
mehr) da es schon seit einem Monat, auch von dar 

, Mutter getrennt f lebensfähig und» nach der äufaern 
Untersuchung zu schliefsen» auch kräftig .und stark 
^art und die Zeichen einer abermaligen Zwillings* 
ßfbwangerschaft gänzlich mangelten. ' ' 

Nach reiflicher Ueberlegung aller' dab^i obwal* 
tenden In r und Contra - Indicatfonen bestimmten 
wir uns in dem gegebenen Falle für die künsilir 
fche Frühgeburt, welche auch am igten Juni ^1.819 
Nachmhtags 5 Uhr zu machen versucht ward.- Die 
Schwangere wurde auf das Geburtskissen quer im Bett 
gelegt und dann die Einführung des zu diesem Zweck 
von Wenzel vorgeschlagenen, einem Troikar ähnli« 
chen> der Führuiigsllnie. des Beckens gemafs gekrümm- 
ten und gehörig langen Instruments . von der Dicke 
einer B^benfeder probirt» Es fanden sich hierbei nicbt 
' unbedeutende Scbwierigkeiten , durch das feste Ver- 
achlotfsenseyn dee innern Muttermundes ^ durcb das 
lieraufw'ärtsweichen der Vaginalportion bieim Versuch' 
in dieselbe mit dem Instrument einzugeben und durch 
die nicht zu läugnen^e Möglichkeit, leicht die Frucht 
trotz aller Sorgfalt zu verletzen, veranlafst. Nicht we* 
>)jger vereitelte das heutige Gelingen der Operation die 



- 413 ~ ... 

Kürze d«8 Instrumenis und die grofae Empfindlidilteit 
der SchwäDgern. Daa Instrument Ward zwar einmafL 
eidgebracht ud4 die Köhre schien völlig eingedrungen 
zu seyii, beim Herausziehen des Stileta «zeigte sich aber 
nicht der geringste AbfluTs von Fruchtwasser, un^ did 
Bohre war mit Schleim angefilDt^^ wodurch def]?rucht<* 
•Wasser •- Abgang gehemmt seyn» aber später noch erfol«. 
gen konnte. Au$ dieser Rücksicht ward von weitern 
Operationsversuchen abgestanden und beschlossen, 
erst die möglichen Folgen abzuwarten » und zugleich 
einen zweckmäfsigern Apparat anzuwenden » worauf^ 
da keine Erscheinuiögen von Aertk Erfolge dieser ^Ope* 
ration eintrateuf am a2sten Juni folgendes Verfahren 
eingeleitet wurde: Nachdem die Schwangere in die 
oben angegebene Qaerlage gebracht war,, suchte ich 
zuerst den Eingang durch den äufsern und innem 
Muttermund mir einer langen , geknöpften , stähler« 
nen Sonde zu dttrcbdringen, welches auch bald ge- 
lang} nun füiirte ich das von Wenzel vorgeschlagene 
Instrument ein» welches' zwar mehr Schwierigkeit 
machte^ -aber nach dieser Vorbereitung auch bald 
glückte und ohiDgerähr einen | ZqU .tief siaich oben in 
den Uterus hineingeschoben wurde ,• darauf stiefs ich das 
Stilet mit gtofser Behutsamkeit langsam vorwärts, zog 
es iiUdann heraus. Und sah ^ dafs ich die Eybänte 
durchstochen hatte» weil alsbald aus der Bohre wöh 
ein voller Efslöffel Fruchtwasser >abßoG»« Jetzt wurde 

'die Röhre auch herausgenx>mmen und die Schwangere 
in eine ruhige Lage im Bette gebracht, wo sie noch 

«auf dem Oeburtskissen 4 Stunden liefen blieb» wäh- 



— 414. -^ ' " ' ' 

rend denen in di^ untergesetzte Schüs6<^I nach un4 
nach mehr Fruchtwasser abflbfs^ welches gesammelt 
4$ Med« Pb betrugt blafsgelb war und einen xier f^er- 
nix easeoia .ähnlichen JBodeiisatz fallen liefs. Die 
Scht)rangere befand aich ▼ollkommen Wohl« schlief, je- 
doch die Nacht hindurch nur wenig j^ voii ihrem ajten, 
Vebelt dem ZiahnWeh, daran gehindert. ,Sie l^tte zwei- 
mal in der Nacht düqnen Stuhlgang gebai^t und s^uth 
Vrin gelassen. Am 28aten Morgens fand man daa 
Betttuch vom tinn^Qrklicli abgeflossenen Fruotitwaaaer 
durchnärst« den Leib weniger ausgedehnt « die Vagi-^^ 
nalportion fast unyerÜndert | nur weni^ mehr erwei- 
tert; der untersuchende . Fingejr Jepunte noch nicibt 
durch den innern Muttermund durchgeführt werden } 
man bemerkte aber doch durch das Scheidengewölbet/ 
dafs nach den Schaambeii^en zu über dem Eingange 
des kleinen Beckens ein .zo^espjlzter Theil, wahr« 
scheinllch ein Ellenbogeii « qnd i^ach deai Breu2^eii^ 
zu ein runder beweglicher Thoil], ivi^khiBS <\er Kopfxu 
seyn schien» vorlag. Die Schwaqgeie fühlte a^weilen 
einige durch den Unterleib ziehende Schmerze^ und 
die deutlichen Efeweguugen des Kii^des ; üb)rig^ns blieb 
sie in einer ruhigen Lage ina Bette ^ und es trateii m 
diesem Tage weiter kein^ Erscheinungen ein. . In der 
Nacht abgr wurden die ziehenden Schmerzen im Un^ 
terleibe stärker bis gegeq i Uhr« wo diesislben einein 
starken ziehenden Froste und Ziehen voii dem Kr^uz-* 
bein nü;h.den Schultern hinauf Pl^tz machten und düe 
Bewegungen äes Kindes immei^ undeiitliclieir wurden, 
und endlich unter allmäUigem AbSu£s des Fruchtwas« 



eeirs und bis gegen 3 Uhr andauerndem Froste gaiH^ 
^ vaKSjch wanden. Nachher stellte sich Hit^e und Durst, 
ein» die Schlafio^lgkeit dauerte an ^ und der ^ährendl 
dieser Zeit gelassene Urin zeigte sich ani> rudern Mor- 
geja fieberhaft satujirt i^it iTtarkem Bodensätze. Um 
7 Uhr früh ( des 24sten Juni) fanden wir die Gebär« 
mutter noch mehr zasamnaengezogen» doch rechts 
weniger» als auf der linken Seite» wo. sifs auch wei«i 
eher wüir« Der Stand der Vaginalporti^n war noch^ 
unverändert» doch turgesTzirte sie mehr, und auch der 
innere Mtitterc^und hatte $ich etwas mehr geöffneti». 
wenn^ auch noch nicht so v^it, dafs man \di6 Spit^zd] 
de^ Fipgers hätte einbringen können. D^r Puls, war 
fieberhaft, die'Qitze mäfsig^ und daher ward es für^ 
xweckmäGBig gehalten» zur Minderung des Fiebers und 
Erscblaffax^g des Muttermundes, ihr innerlich slünd- 

licb eine Mandel «Ilnoiulsion von. 6 Unzen mit einer 

'*■**. , ■ # ■ 

^ I^r4chmi9^ Nitium su ' reichen und Emspritzangen in 
die Scheide von. einer Abkochting der ^T^r^,. Byoscjan^ 
Conti und Mthß^e mit Ol, Hyascyam. zu machen,, 
wodurch es.auch gelang, dafs 4i^e ziehenden Schmerzei^ 
•ich liiehr wehenartig gestatteten« Gegen ii Uhr stellte 
sich gallicht^ Erbrechen 9in;.der Puls war mälsig 
freqiientt etwas harUich. Die 8chn>er«en kam^n ab- 
tatzAyeise^ njsEmen den Typns d^ir Wpheii an, wurden 
jedoch n»ehr ins vordem Unterleiber als im Kreuze ge<- 
fühlt, obgleich ein Drängen und Wirkten nach unten 
nicht zu verkennen war ; der Scheidentheil war^ jetzt 
l^is auf eimn. Viertelzoll verstrichen f der Tnrgar und 
die Temperatur deiseli^en und der. Scheide noch mehr 



— 416 •^• 

erhöht, und dier innere Multermmid so weit geöffpet» 
daft qaanf so elien durch denselben mit der Finger- 
spitze, eingehen konnte« Nach einer Stunde erfolgte, 
ein nochmaliges Erbrechen und darauf Schweifs ; die 
Weben traten nun imnier deutlicher hervor» , doch 
klagte ^ie Kreisaende nie über Kreozschmerzen* Via 
zwei Uhr war der 'Scheidentheil ganz verstrichen ; 
durch den in der'Grdbe eines Viergroschenstiicks ge* 
öffneten Muttermund fübite man , immer noch Hber 
dem Eingänge» jetzt deutlicher den. Kopf , und statt 
.des Ellenbogens die Handfläche. Ein Viertel auf 4 Uhr 
war der Müttermund vollkommen ausgedehnt, . die 
Hand nicht mehr fähibar» der Kopf bis zum Ausgang 
des Beckens herabgettreten »^ und kam schon halb 
4 Uhr in der ersten normalen Lage zum Ein- und 
Durchschneiden, worauf auch Jogieich unter nitht 
sehr schmerzhaften Wehen der übrige Körper ausge- 
schlossen wurde. ' Das Kind, weib^öhen OescblechtSt 
^r welk und schlaff » die Unterkinnlade hieng herab, 
der Schliefsmnskel des Mastdarms war erschlafft, , die 
Kabelschnur pulsirte nicht und ward deshalb gleidi 
unterbunden und durchschnitten , und das Kind> das 
zwar völlig todt 2u seyn^ schien, um nichts unversucht 
zti la9'*n> in ein warmies Bad gebracht und mit meh- 
reren Wied^rbelebungsmitteln fruchtlos behandelt. 
Bei genauer Besichtigung nach dem* Bade zeigte es, 
sichf dafs die Hornhaut trübe und- die Epidermis an 
mehreren Stellen schon von Faulnifs zerstört war und 
überall leicht losgieng, und der noch mit WoUbaaren 
be^tzte Körper viele Todtenflecken hatte« Sein 6e« 



7- 4X7 -- 

wicht betrag 4^ Berl« oder 6 NTed, 1$ !, die I^änge i7|'^ 
*B. 17" 2'" P^ar. Am äinterhaapte war, eipe bedeu- 
tende, sehr laxe Kopfgeschwulst. Die'Dimenfaionen 
de$ Kopfs hatten im Querdurchmesser 2'' 9''' B. 2'' 
8"' P., im geraden DarchmtssefZ'^ 7''' B. 3'' 6"' P.,. 
im Diagonal - Durchmräser mit der Ropfgescbwulst 4" 
S^" ß. 4'' i|''^ P, , der ümfimg des Kopfs betrug jij'*' 
B. IX'' P., die Srfiulter breite 3'' 8|'/'B. 5'' 7'" P. die 
Beckenbreite a'' 81'^' B. 2'/ 7^"^ P. Die Fontanellen 
war^n i^icht sehr offen , die Kopfknocben ' ziemlich 
hart 9 und zeigten auf dem linken Seiten wandbeiil 
einen Eindruck, der von dem frübern Stande des^Kopff 
im Querdurchmesser des. Beckens, tvo dieser Knochen 
gegen den Vorberg angedrückt wurde, herrührte. ^ 

Nach xo Minuten war die Nachgeburt in die 
Scheide herabgetreten und ward nun durch Anziehen 
der Nabelschnur leicht we^enommen/ Der Uterus 
contrahirte sich sehr gnt, der BlutverlulBt war aofserst 
geringf und die /Entbundene hatte ohngeachtet ihrefi 
achwächlichen Körpers» da ihre Kräfte durch diese Ge* 
hart gar nicht erschöpft worden waren, das glück« 
lichste Wochenbett» Sie verliefa am öten'Jali geeund 
^ie Anetait. '^} 

») D«r Herausgeber hat bereits «eine Meynung Über die 
itüastliclie Frühgeburt aasgesproohen in der .dritten. 
Auflage .das sweilen Bande» seines Lehrbochs der 
theoretisch • praktischen Entbindungslcunde (Nürnberg 
bei L. Schräg, 1821 §. 569 — 5. 571, und vorläufig 
früher in der auf seine Veranlassung cfrsohiencnen 
Pissertation 2u Berlin von einem seiner flcifsigsten 



— 418 — 
Die dritte ZwilliBg^gcbnr^: 

V 

in diiesem Jahr«, welche den loten Ja!i Erfolgte ^ er- 
forderte nach der natürlicheji Ausscbliefsilng des eretea 
Kindes zur Entwickelung deis zweiten die Zange ^ in« 
dem wir ditrch die Untersuchung entdeckten, dafa der 
eine Arm mit dem Nacken aicbkreuzte^ und nsichdem 
wir denselben vorsichtig nach der Aushöhlung dts 
Kreuzbeins geschoben hatten, das Leben des Kindes 
durch doppelte Umschlihgung der Nabelschnur um 
Arm und Kopf immer noch gefährdet sey, eixi Um- 
stand , d^r durch kein anderes > Mittel schneller und 
sicherer» als durch künstliches Eingreifen und Unter» 

Scihüler und ▼osmaligesB Assisstenten (J« G. Im* dniU 
Harras distßrt. m»d. ohstetr. de partu per paraoentö^ 
sin ovi iempestive eUciendo. BeroUai 1819 8«, ) in Mrel« 
eher auch der eben ersählte'Fall einer Itünstliclieii 

, .Frühgeburt . als erster Versuch mitgethetlc isti und 
einen zweiten, de$8en Resultat auch in Besiehung r.uf 
das Kind ein günstigeres Besulttt eur Folge hatte, 
"vrird eine» der folgenden Slüclte des Journals ent- 
liajten. Der Herausgeber weit entfernt, die künstliche 
Frühgeburt gans sa verwerfen, oder diese ohne eigene 
Tirfahrun^ iils erlangtes Mittel für die GebartshülCe 
anxuerlcennen, hielt es als klinischer Lehrer an einer ISnt- 
bindun^'slehranstalt für seine Pflicht, ivor/erat das Ver* 

^ fahren einer genauen, unbefangenen- und leidensohsfts- 
losen Prüfung sn unterwerfen. Es binden in der That 
Bedenkliohlieiten statt, die von dcn^' Geburtslielfer 

• «ehr wohl erwogen su werden verdienen ^-^und auch 
von dem Herau^eber $• 571* seifles Lehrbuchs ans* 
fübriich erörtert worden sind. 



siütznng d^ex trägen Wehen beseitigt werden konnte. 
Die Matter, Caroline T« aus Potsdam , weiche schon, 
eipmal geboren hatte^ 24Jahr^alt, gesund und robust 
war* hatte davoii keine nachtheiligen El)lgen, und ver« 
liefs am 24sten Juli gesund il^it. i|^rej^ Kindern» voa 
deüqftn das erst^ ein io| Ated« tjk schweres Madchen |^ 
4a8 z^dte ein 9I Med, ti* schwerti Kn^ibe war» die. 



iCünsUichie, Fufsgeburt* 

. 'Charlotte N.J» 27 Jahr alt» aos Spapdan gebur« 
tig, zum zweiten Mal schwanger, von mittlerer Grölse 
uiid-achwachUchem Körperbau , wurde r^ach glückUci^i 
ifberstandeneii Kinderkrankheiten in ihr€|m'i3ten Jahre 
zb^r^ty und von da an bis in. ihr 25a/es ^ahr regel- 
mässig jnenstruirt, verlier darauf ihre Periode in Folge 
einer gut verbulene^ Schwangerschaft, und ward zav 
gesetzten Zeit ib.reit Atigabe nach durch die Wendung 
^ach dreitägige» Schmerzen von eine.i».: todten.KindQ 
' ohne nachtheiligen £iffi8iifs auf ihre. Gesundheit ent* 
biindeo. Auch in: ihrer jetzigen , Schwangerschaf t^ 
welche Mitte Novembers erfqlgt se^n soll, war sie 
ziemlich von alkn Beschwerden frei, und kam den 
26aten August d. . J« früh 5 Uhr mit Schmerzen in die 
Entbtndungsacistftltv Die auj^esteUte %ploratioi^ «rr 
gab PoIgen4e8: an* dem sefar^ ungleichn^afsig ausge« 
dehnten 9 in der i^icbieo 'Seite dehr vollen Leibe liefs 
eich rechts paralell mit dem Nabel eine umschriebene 



■ - 420,- ; 

Blärlc fühlen, >vcfche Rir den Kopf gebalteo würde: 
in der linken Seite dagegen und etwa zwei Zoll über 
dem Nabei nahoi man eine stumpfe Erbabcgilieit wahr» 
dei^ Knie oder Ellenbogen ähnlich* IJer Mutteriiiund 
Wai" in die Quere oval, doch mehr nach rechts aasge- 
dehnt, and liefs durch die nar wenig gespannte Blase 
wieder das Gdlenkf «Haer Extremität fühlen, ob des 
Knieea oder des Ellenbogens, war noch nicht mit (xe- 
wifaheit zu entscheiden. Die Wehen waren sehr 
schwach, die Haut • Temperatur wenig erhöhe, (3er 
Puls normal. Gegen li. Uhr Mittags hatten ^o We» 
ben ganz nachgelassen, der Muttermund war so in die 
Hohe gestiegen» dafs er sich nnt mit iMühe: erreibhen 
liels» und hatte sich wieder inehr zusämnc^iigesogen ; 
gegen 5 Chr Äb*r, wo die Weben wieder stärker wur- 
den, senkte 'er sich a^ch wieder mehr , und bot sich 
ia.der Gröfse eines Achtgroschenstücks mit sehr ge« 
spannten Eybäuten dem untersuchenden Finger dar. 
Erst gegen 7 Uhr Abends . war derselbe Tollkommeb' 
geöffnet, und bei der Innern Exploration durch ihn 
der im ßeckencüngang stehende sehr bewegliche Theil» 
welcher für das* Knie gehalten würdei und äufserlich 
über d^r Schaämbeinverbindung' eine kleine runde Er«* 
habenheit, wahf scheinlich die zweite Unter • Extremi* 
,tät, fühlbar. Bei dieser Abweichung von der Längeo- 
achse schien c^ daher nicht rathsanii» die Ausschlies- 
sung des Kindes der I^atur zu überlassen, da bei Zer* 
reissung. der EyhäutiB ein gänzliches > Abfliefsen des 
Fruchtwasser^» Vorfall der Nabelsdniur, Aufstemmen 
des zweiten Fufses auf den horizontäien Ast der 



• • '. . , — 421 , T- ■ ■■ ■ , ■ [ , \,' 

Schaai&beme und dadturcl^ nothwendig grofse Er- 
schwerung dea ganzen. Geburtsaktes zu fürchten war, ^ 
was 80wi|bl Nachtbeil für die MuUer» als Gefahr für ' 
das Leben des Kindes, dessen Bewegungen die Kreis- , 
iTende noch kurz vorher gefühlt hatte, herbeigeführt 
haben Würde^ £s wurde desh^I^) die Blase beim Ein- 
geilen mit der ganzen Hand gesprengt, der über den 
Schaambeinen fühlbare Pu^s gefafst ni^d neben dem 
im Knie gebogenen» 'schon eingetretenen Fufse ins. 
kleine Becken.hereingeleitet unid durch weiteres An zie«- 
lie», wobei das Kind, welches mit dem Bauche nach 
vorn gerichtet war , in der halben Wendung mit dem 
Bücken nach vorn gedrehet und durch künstlicbei 
einige Schwierigkeit darbietende Losung der 4rme 
,tind des Kopf^ entwickelt werden mufste, zur Welt 
bfsfördflfrt. Es war weiblichen Geschlechts uiod wog 
10} Med, Pb. Das Wochenbett verlief glücklich, , 



GlückUch für Mutter und Kitid, yol- 
, landete Zangengeburt^ ^ 

Marie Charjotte GJ. at^i Freienwaldc, 29 
Jahr alt» war ihrei' Angabe zufolge bis zum Eintrittf' 
ihrer Menstruation im iSien lÄhre sehr wohl und be- 
stand Pocken, Scharlach und Masern sehr glücklich. 
Die monatliche Reinigung stellte sich mit einigen Vor- 
boten: Kopfschmerz» Gefühl voh Schwere im Untcr- 
Icibc und denGliedefrn und einer un*angenchmen span- 
nenden Empfindung in der Krenzgegend ein, war 



:~ 422. — ;, ^ . ^ 

«lafsig frequcnt, hielt tiur S Tage an und kehne regel- 
wäfsig jeden Monat mit jenen Vorboten zurück- I*n 
208ten Jahre bckana sie das iSTervenfieber^ wovon sie 
aicb, ihitr •Beaipnutog auf 14 Tage bernubt -hiid seht 
entkräfte», nach einem Vi^teljahr e^st wieder völlig 
erholte. 'Während ciies<r Krankheit waren di6 Kata- 
tneniein. ausgeblieben und kehrten nun nach angesam- 
melten Kräften mit jenem Typus und in jener Qu^Tn- 
tität bis zur Zeit ihrer Schwangerschaft wieder , welche 
im bec^mbcr v. J. erforgt seyn und sich gleich durch 
Mangel an, Appeti^^ vorzüglich Widerwillen gegeii 
)edel Fleischspeise uiid eine ^{igenthümUche Unbehag« 
Hchkeit angekündigt haben soIK Die Bewegung der 
Frucht bemerkte sie euerst Anfangs Mai in der rech«- 
ien Seite« Diese ganze Schwangerschaft hindurch litt 
sie gleichzeitig anfser jenen Beschwerden ^ welche nur 
bis zur Mitte der Schwangerschaft währten, an einem 
copiösen weifsen Flufse, der bis geg«n das£nde der 
SchwaxTgerschaft immer schärfer und fi essender wurde, 
und die benachbarten Theile excoHine, ohne jedoch 
eyphliitisch zu seyn. Den iSten Sept. gegen Abend 
kdim jsie mit. Schmerzen in die Entbindungsanstalt und 
ward', da die Geburt schon eingetireten war^ gleich 
aufgenommen« Durch die Üntersttchung gieng nefam« 
Kch hervor, da/s der Nabel vollkommen verstrichen, 
der Leib gesenkt und der Grutid der Gebärmutter 3 
Finger, bi^it über dem Nabel zu fühlen* war i die Lage 
def Geburtstbeile war die mittlere, der Damm ünver* 
letzh das Scbaamlippenband Eehlt'e, die Scheide. fühlte 
•ich seht uneben undkQrjhtgt Cdas Zeichen Att t^tü» 



V 



- • '"— 423 '-— '/■ •;, ■ 

corrlöe) anf der Scheidentheil war vollkommen: .ver- 
strichen, der äufsere tind «nner^e Muttermund in der 
Grdfae eines Zweigro8chez3,stück8 geöffnet f stand in 
der Filhrungslinie des Reckens, der Kopf war bis zwi- 
schen die obere und mittlere Apertur eingetreten» Die 
TVehen waren sehr sparsam und unkräftig. Am Mor* 
gen desa4ten.Sept.wtfr der Muttermund'; nur wie "ein 
Viergroschenstück ausgedehnt^ die Blase fieng si^h.an 
tn stellen.' Die Kreissende hatt^ etwas geschlafen und 
befand sich auch den ganzen Tag wohl; Abends 7^yhr 
war die Oeffnung des Mutterniundes von der G^fse ' 
eines Thalers, die Bäate waten gespannt; der JKcOpf 
stand etwas schief, nach rechts^ Weshalb ihr die linke 
Seitenla^e verordnet ward. Nachts um i Uh^ rissen 
hpi vöUkomntien ge*iffnetem Muttermunde die .Ey«* 
häute, eine bedeutende ftlenge Fruchtwassers flofs .ab, 
die Wehen nahmen zu und tfie|ben den Kt>p£ bis 'an 
den Ausgang des Bekkens. Jetzt liefsen jiber di^, We^ 
ben yoUkommen nach, und da sich dieselben früh vm 
8 ühr, bis wohin auf ihre Wirkung gewartet worden ' 
.war, noch nicht kräftiger aufserten , und den ziemlich 
engen ^cheideneingang, nicht zu erweitern veirmoch« 
teof so gaben sie nebst einer ziemlich starken Qm"' 
echwntst an dem so lang am AusgangvStehenden Kopfe 
die Anzeige zur Application d/er Zange:, wodurch die 
Ansschliefsung eines starken^ lebenden Knabeial glück« . 
lieh vollbracht wurde. Die fünfte Oebnrtsperiode 
Wat ebtofalls trag und die Nachgeburt könnte ^rst 
nach einer Stunde, wo sie unter geringer Hämorrjia- 
gxe in die Scheide getrieben ward» aus devsetben weg* . 



genommen werden. Die Mutter befand eich im Wo- 
chenbett vollkommen wohl^- dasKindhin^egep bekam 
Blephqroblennorrh^e, eine Krahkfaeity die wir vorzüg- 
lich bei solchen Kindern bemerken, derta Miijtter an 
Fluor a^lbus leiden, und wo uns ebenfalls dhs achoq, 
isrwähnte Augenwasser aus Mueilag. scm. CydQnior, , 
jiq. ro5ar.,s. S^ mft ^eee. satürn» ubd spir* cpmphQr. 
die herrlichsten Dienste leistete. 



Glücklich für Motter und Kind voll- 
brachte Zangen -Entbindung t^it dar« 
auf folgender innereli: Blutung. 

' ; . I 

Louise Seh., So Jahr alt, eines Schneidens 
Tochter aus Treptow an der Rega, eine grpfse, breit- 
schultrige, sehr gut genährte Blondine, die schon seit 
mehreren lahcen auf dem Land^ gedient u;id sicb< iuH 
mfer sehr wohl befunden hatte, ^ekam den igten S^pt* 
die ersten jßebtirtswehen, welche aber, von geringer In- 
tensität und eben nicht sehr schmerzhaft waren und erst 
am 2isten Morgens den Muttermnnd in der Gröfse 
eines Zw^groschenstüeks geöffnet hatten. Weil wir 
bei der ersten Untersuchung den vorliegenden Hopf 
^es Kindes mehr auf dem rechten Barmbein liegend, 
den Unterleib -aber gleichmärsig susgedehnt gefunden 
hatten^ so. war ihr die^ Lage auf der linken Seite -anr 
gerathen, und dadurch der Kopf, an. dem man darch 
die schlaffen E^häpte eipe sich schon deutlich bildende 
Kopfgeschwttlst bemerkte, m^hr in die Führungslin^e 



IpereingeteitcK wordt n« — : Gegen «> Übr sprang die 
Blase» UDgeachiet der Muttermund erst in der <jrörs^ 
eiiie^ Acbtgrpisthenstücka ausgedehnt war ; die Wehen 
dauerten jetzt eine ZeitUmg ununterbrochen fort^ der« 
Kopf fückte langsam tiefer.^, der Muttermund, aber 
Jblieb dick «ad wulstig, und war geg^n is.U'hr wie ein 
grofser Thi^ler geäfFnet;\^der Kopf stand jetzt in der 
mittlem Apertur^ in der2ten normalen Lage $ die Kopf* 
geacbwulst hatte sehr zugenommen, fühlt^ sich teigig 
«n: das abgehende Fruchtwasser 9 so wie der Schleim 
« in der Scheide^ hatte eine schmutzige Farbe pnd einea 
übten Geruch; das lieben des Kindes fühlte die Kreis* 
aemle «otb sdiwacb ; <iie Wehen liefsen ganz nach un4 
der Zdstand blieb so unverändert bis gegen 2 Uhr. Da 
die angegfsbe^nen Momente bei dieser Verzögerung für 
das Lebeu def Kindes fürchten liefsen» ^~ wurde zur 
künstlichen Entbindung geschritten. D.^s Einführen - 
d«r Zange^ $0 wie die ganze Öireration» war leicht und 
nach w Minuten ein lebender^ g Jfled. %, schwerer 
^nd j8 Par, Z^iil langer, Knabe geboren: eine einma« 
ligje Umschlingnng der Nabelschnur wurde leicht ge* 
boben ; die Aussd^liefsung der Nachgeburt folgte ohne 
alle Hülfe obugefähr nach 10 ]^inaten. £)ieselbe hatte 
nebst der dünnen Nabelschnnr ein schmutziges, livi* 
des Ansehen. — 

Ungefahf.eine Stunde nach der Geburt Wurde die 
Entbundene ohoe aUe bemerkbare Ursachen von einem 
Schüttelfrost befallen f der Puls .war freqnent, klein, 
krampfhaft; man reichte ihr eine iTasse warmen, 
echwachen Öhamilienthee« Dem* Froste folgten hs^\k 
StMMOLXfs Journal, lll Bd, ^ St. ' Ei 



ciehettde'Scfatnairzen im Leibe, de/ Pub' t ank , vv^at 
•eh^ Ft-eqnenft und klein ; <iie Kranke hatte eine eigena 
Unrube , die Respiration^ war seufzend ; .plöttUch tva« 
€en konvulsivische Bevregupgen und wüthende Deli« 
rien ein; dabei waren aber doch Gesicht liiid^HSnde 
noch < warm ; das Bewttfstsejn äufserte 'rieh blos bei 
einem stärkeren Druck des Unterleibs dbrch Verzie« 
hungendes Gesichts; bei diesem Oi'tick fand man die 
Gebärmutter bis übelr den Nabel 'wieder aasgedehi^tf 
weshalb man sogleich mff der Hand eingieng und eine 
grofse Menge geronnener Blutklumpen faüid , welche 
sogleich fortgenommen' wurden. , In demselben Mo* 
mente liefden diie Delirien nach, das volikotnimene Be« 
wufstseyn kehrte zurück ; es wurden noch einige In- 
jectionen Von verdünntem Essig gemachi»'4md stünde 
lieh ein Efslöffei volf vofa folgender Miktttf gegeben t 
B» jdcid^ phosphoK 5J." Tineü. cinnämom.-^^; /f^. Me^ 
liss. Ijv. , worauf die Gebärmutter srch"' wieder znsäm^ 
snenzog, der Puls sich hob Und die Kiränke siciT'er* 
holte« Nach einei^ Stunde kehrte ein ähnlicher Zu* 
etand mit gerlngeif^i^ Heftigkeit wieder; es hatte sich 
von neuem Blut in 'der Gebärmutter angesammelt^ 
desseil Fortnahme dön fiNihern günstigen Erfolg hattet ^ 
£ssigin)ectionen# kältb Umschläge wurdea Vvie* 
djtthoiti — * . / 

Ein im Wochenbett' sich einstellehdes heftigei 
Kopfweh wurde durcti^ein Infus, raä. FaUrian^ mit 
Aeid. Hallet, und ein Vesieat^orium ih den Nacken 
Völlig beseitigt» , ^ - 



Unter den Svichtigern KranklieitsiFälleh des Wfti 
chenbettSy v^elAfe drei Eiitbtiihdenen , aiifser jener 
«chon wegen deii wichtigen Momente während der öe^ 
lurt unter den Entbind ühgsgeacliichtep aufgezahltent 
an Putrescentia Üceri verstorbenen Person,, das beben 
raubten^ verdienen noch JFoigehde Falle eine nähere £r^ 
wähnung': ■..'■■]"' 

<3harlotte Wilheinalne D. SlJ Jahr alt, voft 
sehr schwächlicher Constitution » . an.einen erblindeten 
Masiker verbeirathet^ wurde vojr zwei Jahren das erste 
Mai schwanger uhd litt während dein Verlaufe dc^ 
Schwangerscb^h an chrohisfehem Erbrechen. Die er- 
sten Wehe^ traten unter Ohnmächten Abende. um 7 
Ühr ein, und die Geburt eiqes lebenden Kindes aelbsi 
erfolgte,^ nachdem die Kreissende zwei Stündi^h jang 
an den Gebiirtsstühl gefesselt gewesen war^ unter Ohn« 
ihächten üni 6 Ühr des folgenden Morgens; Die Nach« 
irebart äoü ja kurzer Zeit, nachdem isich die Entbun« 
denej, deni Befehl der Hebamme geinäfs^ aufgestellt 
und gehustet habet erfolgt Bcyti^ worauf sie starkeii 
Mutterblutflufs erlitten und bis gegen Mittag in Öhuf 
macht gelegen haben will. In der Mitte c^bs Äjpril^ 
1818 ward sie zürn 2ten^Mai schwanger und fühlte diä 
Bewegung des Kindes zuerst im Anfahgie des S^piem^ 
bers» iii der SchwangerschaiFt litt sie an Erbrechen^ 
' welches immer in den Morgenstunden eintriät» und ihr 
dadurch viel Beschwerden -, und wegen dem Erblindeii 
ihres Mannes und tteii daraüd' hervorgehenden Nah- 

Eh i 



. ~ 428 - 

t 

yongMOrg^n nebn mehreffm bäaslicben HiQhelli^kel- 
teo viel geheimeti Kammer veroraacbte» wodt^rcb in 
der letzten Zeit der Scbwaogerechaft i^re GeaundheiU- 
nmsytände immer ecbwankender wurden« Am 2osteQ 
Januar Aben da fühlte^ «sie die vorbersagenden Weben 
und brachte die Nacbc anter groGun Scbnperzen acblaf« 
los bifi* Am ftisten früh ward aie auf gemachte An- 
zeige in einem, zngemacbten Wagen in die £ntbin* 
duiigsanstalt abgeholt» Q>>4f da der Muttermund achon 
Tollkaminen geöffpet» die Blase apringfertig und 
der Kopf bia xwitcben die mittlere und untere Aper« 
tur dea kleinen beckena herabgetreten war, sogleich 
ins Geburtabett gebracht^ und unter Anfangs Bchmerz» 
haften, langsamen und achwachen, jedoch zuletzt^bäa« 
figer wiederkehrenden nnd kräftigem Weben Mittagi 
^um 1 Ubr^Ton einem lebenden ^ 9^ Ued. pj^ scbwereil 
' Mädchen glücklich entbunden* Ohnmächten, diie sich 
gleich darauf einstellten,, wurden l|a)d durch Einrei« 
bungen von aeet, ßoncenln in die Schläfengegend und 
einige Tassen Chamillenabsuda beseitigt, qicbt aber 
eine krampfhafte 2usammenschnürnng des Uterus um 
die Nachgeburt, wodurch wir veranlafst wurden, da 
'krampfwidrige Injectioneu and Umschläge den er- 
wünschten Erfolg nicht hatten, und keine Zufälle zur 
- künstlichen Losung drängten^ die Ausscbliefsling der« 
selben nicht zu beeilen, /die Entbundene unter Auf- 
sicht ruhig im Bett zu lassen, und zu iPvarien, bis sich^ 
Wehen einstellteui die dieselbe entweder ganz austrie* 
ben, qder doch so weit in die Scbeide herabdrängteh, 
dafs sie ohne Gefahr weggenommen werden könnte« 



Dieser Zeitpunkt erf<ilgee den iftüte Morgentf wo 
^Bter Anfatigs krampfjiafeeii Weheo^ die^bef durch 
einige Dosen Opiditi, trijecUoneii ans ßeri.Syoäexam/» 
€Uut. undßon ChamomUt^ und dergibichen Fomen«^ 
tationen über die Aegio pubU in norniale umg^wan« 
«deJt vrarden^ die Ptacenta ao weit in die Vagina her- 
eintrat, daCs «le leicht weggtodmoien werden konnte, - 
Der Blatv^erlust war mäfsig und die Entbundene be-^ 
|and «ich zienaiich wohl| und klagte nur über grobe 
Mattigkeit und Schwächet "welche «ich auch durch daa 
Au^aehen» den Puls und die Stimme zu erkennen gab» 
und durch die vorhergegangene schlaflose Nacht. noch 
mehr erhöht zii seyn schien. Es wurdje diesem. Zu- 
stande geniäfs die gröfate Ruhe des Körpers tind Ge« 
mütha empfohlen^ und ihr z.u diesem £ndzweck ein 
Zimmer allein angewiesen» 

AmsSsten fi|hlte sich die Entbundene noch"^ sehr 
schwach, ohngeachtet aie einen guten Schlaf gehabt 
hatte. ^Krämpfe der Gebärmutter waren nicht vorhan» 
den, die fiaui dünstete gelind, die Milchsecretion 
. stellte sich ein, die Lochien flössen $ der Puls wat 
noch klein und freqnent. Die Diät bestand aus Ha» 
bergriitze, und früh und Atjends einer Tasse FJeisch- 
brSher Am.&49ten klagte sie über mangelnden Schlaf* 
durch* einen katarrhalischen Husten Veranlafst^ über 
grofse Schwäche, Durst» Schwindel beim Aufrichten 
d^s Körpei:s. Der Puls hatte loo — iio Schläge, die 
Hände waren heifs, die Lochien flössen. Sie erhielt 
eine Abkochung der rad. AUkeae mit Extr. BycH, 
und Gumm. Mimos. 



^^ 430 — 

Am ft5#tra b«IUin sie eine AnwandJang von Obti- 
^acbt». und gbich daraaf zvirei leichte ledes und einc|ii 
heffeigen Sclküttelfr^»t|» dem grobe Hitze und SchweiCi 
folgte. DiekJBrüete wurden Mit; schniere(ichea Schrin* 
gea im Unterleibe oöthigte der Rrajpken laate, hef- 
tige Schmerzäufaerungen ab* Obige Arznei .war;d bei- 
belial|en und berabigeBde Umschläge über den Unter- 
leib gemacht 

Am 26«ten. Die Nacfat.war achlaOos durchbracht 
worden^ deir Unterleib war heute aufgetrieben und er- 
trug die Berührung nicht ohne bedeuten de Schmerzen ; 
die Zubge war heifs und pappig, dei^ Durst grob» die 
Handteller brennend ir das Gesicht bMa^ die Lochien 
nnterdrücktt der Puls hartlichf, frequcnjt gegen lod 
Schläge ; die,Milchabdondernng stark. — Da sich der ge« 
genwärtige Znstand ernst gestaltete und die gröfste Um« 
eicht bei der Behandlung nothig waf, um weder dnij^ch 
lelzende Arzneimittel eine Unterleibsentzündnng, noch 
durch ein zu schwächendes Verfahren bei dieser ge<* 
aehwächten Frau eine noch gröfgere Entwickelung des 
nervösen Leidens herrorzurufen , so wurde mit Be« 
wcksichllgung des. Conamen naturae ein mäfsigendee 
Verfahren eingeschlagen , lo. Blutigel an den Unterleib 
gesetzt, ein Schwamm» in Cbamiilenabsud getaucht, 
TOr die Gebnrtstheile gelegt, um den LochialBufs wie» 
der herbeizuführen 9 und eine mit Citronensänre ge«^ 
eättigte Aufiösung des Kali carbon^ innerlich gereicht. 
Hierdurch wurde die schmerzhafte Affection de^ Un- 
terleibs fast gän2(llch beseitigt und eine iruhige Nacht 
herbeigeführt* 



Am tj%^n klagre lie über bedeuietide Schwache, 
I>ar9ty Hitee^ DurchEtU/ , - 

« Am itßsten war derselbe Ausland -gebltcfo^V'^^*^ 
Diarrhöe wim^de profoseruad w^srig.«. £si lArard ihr 
0itte Atiflb8Uiig.d«8.Salfniak«iin emem schleauigieii. D«»^ 

- kokt gereitsiKi und nährendeve IXi^tifge^beti» / : ^i' / 
.Am 29^611 kJagteflie über^Staf^ahme der Schwäche^. 
Schlaflosigkeit, heftigere Diarrhoe^ aie/eeigte di# 
gr5ffte Refzt)aark'eä:^aiid hatib 3r^iu4G^ivlgeii:.de$'> Ge* 
iiaeingefüMk>*I . . *«» '^4 . -^ 'j< * ^ ...;%.'*- 

Am Sd^tehnst^IltAi dch nntörciAndäuer-fler-Diar*' 
rhöe Obti|padil)CB''^iii);f die Aufgeregtheit narhm zir^ ee 
traten HaUudtistionen) eiA^.;die^"Kranke' wurde aehr 
Iheftig, u/i willig, lind ««igte eise widmiattlrlitihe £fi«i' 
begierdfe..'/~Bitf-&iarrböe, ^ekhe/ gewKa ein :wj'diti- 
ges 6äasa1m&m^ftt.tHeser JQLeiiiharkett nn^^ ¥tiq^tim<^ 
muug de^ Netvettsjwteme* war,. -wurde durch ielne Auf«" 
, « lÖstitig de« £»;i^.' Casemrill^ mtt^eki ZuMt^Wofi^ Spir.. 
jM^^^Ati^.^ibtetÄfeV.'.ztt'mafßigen gesudiC. . > .; ■■.."■ 
"AmSisten war die MTdchnerin munfer^^ keFterer 
währen^^dea «ganzen Ta]^a>^nd aprucb sehr.vifel'^ -^rok^ 

' des Verbbla^. Gegen Abend «teilte . sich ^ötsHch ein 
lautes Delirium ein, das mit Lachtfn äbwdchaf^W.v» Di* 
Hitze des *o^fr Wfr bedom^dd. 8ie beschw^crkipr^ich, 
iiBer citoeri klapfeÄden , IS^opftch«crz ♦ Ohr«n>rtüia«n 
und Trorartieln, und üiter «pUWarze Wolke« vtor. tlen 

» Augen j uiid war- ziwa ersten" Mal fftr ihr Leben be- 
sorgt. Sie bekam ei« Dxwrersehea Pulver miid aii üe* 
'sem* Atfend üod ato andern Maifen einen halben iGran 
PiaplDigiiul.purp,; %t ü • 



Am JMlan Februar. Di« Nacht kindtorch wäi^ San 
Fieber heftiger geweaen, und der Zustand in jeder Be« 
siehang bedenklicher geworden; Schlaflosigkeit, Qe- 
.Uriam, Ohnmächten» Hallnclnationen alier Art wech« 
aeUen mit einander ab. Der Pale war jedoch ^oU nttd 
eehr fireqaenty die Hitze oxid der Dai«t grob* Gegen 
Morgen hatte aie geechlaCen und darauf vdlligea Be* 
wuf;9taeyn erhalten. 

Am 2tcn früh, wo üir bei TdlUgem BewüCi^yn 
dü9 Abendnuhl gereicht ward)?» wavderl^ida voll und 
frequent, die Zunge iiäppig, die iiippMi Wa&» trocken 
nnd mit Schorlen besetzt, die Haut bneanend heifs und 
trocken, der Darst.sehr grQfs» daS Oeopiütb aulgi^regt; 
es sprach sich «tWas Oximmiges, Hastiges, Yeränder* ' 
liches^in atlen Verrichtungen aus, ao wie man es beim 
Tfphm'mua erethismo findet Sie erhielt Bfutlgei aoden 
Kopf nebst kalten Fomentationen, Senf teige an die Wa* 
den, ^^n iB/uMwn f^aierimn. mit Fham sU^qt. und 
Abends und Morgcna einen halbexi Gr^n^IM§italis^^ 
. Am Sten Febr. war ndch -derselbe Zi|stand, nur 
dalsdas Delirium gegen Abend mehr sti}I wunde und 
Softotr eintrat. Dem ^inßu^- Fakrian^* wjarde etwaa 

Am 4ten, Nach schlaf'loaer Nacht und unter stil- 
lem Deliriuip, welches bis gegen Morj^en angi^tdauert 
hatte, boten sich an« folgende Hrankbeitssjmptome 
dar. Herumgreifen auf dem Bette^ Cßllapsus fdcid^ 
todtenbleiche Lippen» Aespirmtio diffieilh^ sUreorasa; 
das BewnfstseTn war .kaatU' xn erwecken, die Kranke . 
verkannte die bekannten ,£ersouen| die Temperatur 



War 9^r geauüken, der Pub achwacli^ leer/ Klein, idt« 
tenuittirend« Moschus und ein' MpispüstUum l^onli« 
ten nicht verkuten, daCs der Tod uin lo Uhr erfolgte. 
' Die ain andern Tag« gemachte Obductioo zeigt« 
nichts krankhaftea# aafiier eine mäfaige flöthang der 

ewä&rine. , 

• ■ ■ «< 

Ati gaste £•» elue'ltiährige Bldndtn« att» B^r« 
Hof "^dn sehr zartei* Cci^n^titiition, von Jugend änf ge-» 
aiind*, und 'seit ihrem i5tea Jahre regeimaftig bis zu 
ibreir sehr glücklich verlanfenden ScdwBagerschafI 
menstrnirt^ kam am 2ten August in der MitAgsstundf 
bei brennender Sonnenhitze mit JSchmerzen in die An« 
' ctafi, und ward am andern Morgen früh utt 3 Vki 
TOP ehiem ii| Med. pb schweren Kinde lischt enlbün^ 
den. £in geringer Btntverlnst, d^r sich nach de|r £nU 
femüng der Nachgeburt einstellte, ward durch Reiben 
des Unterleibs bald beseitigt niid die Entbundene in 
ihr Bett gebracht, wo sie auch noch einige Stunden bis 
zürn vollen 'Tage schlief und diesen und den darauf 
JOlgehden Tag sich sehr wohl befand* ^ 

Allein am $tei» August klagte sie über einen em- 
pfindlichen Schmerz im Unterleibe^ welcher bei Aen« 
derung der Lage im Bette und bei einem nach /ier^ 
Tiefe abgebrachten pnftcke bedeutend, zunahm, und 
über periodisch sich einstellende Hitze, besonders in 
den Häildta. ^Det Puls war sehr beschleunigt^ gerei;Bi . 
nnA klein I*' die- Milchabsenderang gehörig, der Lo« 



- 434 — 

chUIBorsrz.iftmliCh §Utk and mir Stücken ^eroDntneii 
Blutes untermiadic Sie erhielt einen Skrupel /^444»^r« 
^or. in 5 Unzen Af.Aubi id. anffelöH» stündlich eU 
nen Efi^löffd voU^ f>od be^nd ekli^dabei bi« zum ^gten 
sehr wohl« vo der Schmerz im yn^erleibe y^llig ver« 
ech wanden war; dagegen zeigte sich jetzt Öfteres Brau« 
aen vor den Ohren und heftige t gleichförmig über 
dep ganzen Kopf verbreitere^ und gegen Abend ex« 
acerbirekide Kopfschmerzen; der Puls war immer noch 
eehr gci^izx,^die darauf folgende Nacht erCoIgie bei 
atarker Qitze kein $chl^f, der I^q^hialfinfs blieb atark^ 
4er Stuhlgang war gehörig.,; der, Appetit gut. .. Qbign 
Mittel wi^r/Eieo fortgcbiaucht und an die Sch^Iäfe filut« 
Igel geaetiit. ; 

. Am xoi^ AuguH hatte sich gegen Morg€U9 ein« 
VierfelsCnnde lang FröeteUi. init «^ch^lgender^ HitzA 
•ingesielH^ 4fr Fula war immer noch sehr gereizt, U94 
der ZosCmi4 im-wesentliohent u/iveijänderty we^hj^lb' ihr 
folgende ^Vüittel verordnet wurde : Jß. Aad, VaUrian» 
min, 5lij, inf. Jq, jerpitk Jv^. Qolat> |vij^ a4d, iCa/i 
warben* 5ij, 'Met. Vin. q. j* ai saturaff. Sfrupr^ sifnpU 
iß. ms* ^lle x\ Stunde «inen Efslöffel voll« ^ 

Am Uten bieten wir uns iör berechtigt > einen 
AderUfa von ^Tasaen anslellen zil laslftni da die Haut 
ganz troiken^ di« Kopfschmerten imveräaderUcbt und 
der Puls innner nodi' s6ht beschleoiiigt'y jedxich etwa« 
voller war und die Careiiden klüipften^.. Allein gegen 
Abend 'hatte derFuis, dei^äen ft'e^ntgai iifad VolHieic 
t^ährend dem Aderiafs etwaa nachgekssen balle» schon 
wieder «eine* gewöhnliche .ledmelUgkeit von 90 Scbla* 



— .'435- ^ ■' ' •• y'' 

gen und der Kbp&cbm«rz war tiijverändert; ^ znth 
zeigte ^daa^!a99epe Biut wenig CruQr und ndr eine 
dünkte Crui^a mflammitoria, 0a die KräEce der Kran- 
ken noch gut'Warep» so erhielt sie nun vorzügliicb niiit 
Bück^icbt auf die immer noch «ehr eihohte XKätigkeic 
•des Gefäfssysicms : K^ Mid. muri4it.\o9oygmati,Syrup. 

lU^'^y^.nu. Alle 2 Stunden 1 Elslöffei rqlL Da zu- 
gleich der ziein1|cb profuse Ansflnfa aus, der Scheide 
etark riechend war, do wurden in dieselbe Eindpritzuii!» 
gen aue einein Absud dir Cisuta und des Hy^scjamug 
gemacht. . ' . 

Am 12. Die Kr^sMike hatte die Nacht abermals 
»1» wenig geschlafen und füblte »ich am; Mergen weit 
snatterund angegriffener» ala^frühei« Ibt Aasaehen 
war bleich, eingefallen, igbit blättlldieB Rinj|eti^ um die 
Augen, die Haut trocken vn4 heife, die Resptration 
eefar beschleunigt, der Puls immer noch eehr heu&g^ 
klefh and leicht oomp^rimir bar t 4le Zunge feucht, bei 
ziemlich vielem, Durste, »nd das ganze Wesen tler 
Hraokea sehr ängstlich und niedergeschlagen. Die 
Verordnung bestand heute in Folgendem: Eec Mad^ 
Falerin^. min^ ^^, i^fvnd. ^q.ftr^id, s. q, in Colat^ 
'^vi solpe ßtueilag. Qumm, Mim^^ |j, Ä0i4. phoi-^ 
phorie.^], Syrup. simpt. ^S. und litc^ Ma^tK Qrimi. 
opi;. gr. y, Sachar. M, 9;. m. /• pulp. JD, dos, M^ 
No.pj\ Alle 2 Stunden abwechselnd 1 Efslöffel von 
der Arznei, und ein Pulver zu nehmen. Zur Ableitung 
ivom Kopfe wqrden flufserdem abwechselnd Sinapis" 
men -auf die Waden und Arme gelegt. Nachmittage 



— -436 — 

hatte di« Kränke eteta grpfae Neigimg zum ScblaF» ra« 
dem sie jedoch reicht erweckt werden koniite; ihr Be- 
wuffltseyn war frei, nar einmal verkannte aie ihr eig'e« 
nea Kind* Wahrend 4ea Wachens ftililte a J€ eich an- 
geblich immer bedeotend erleichtert | die.Hopfschm^iw 
zen waren faat ganz verachwunden, 'der PnU hatte aich 
wieder yiehr gehoben nnd war weit Jangaamert e^ *«> 
A^orgeii; die Haut war anhaltend atark fenchc» ^ ao-* 
gar einmal mit einem ziemlich reichlichen^ jedoch et« 
was klebrigen Schweifae bedeckt. Der Onrat hingegen 
blieb immer aehr heftig» obgleich die Zange fend^ w^ir« 
Gegen 3 Uhr wurde 'der Leib wieder aehr stark aufgetrie^ 
ben und ea Erfolgte ^ein heftiger» bia^Chrohngefäbno 

•' Mal wiederkehrender Oarchfall» wobei faat bewabtloa 
umd ohne SchmerzgefähL eine w'aCsrige atark riechende 
Feuchtigkeit auageleert. wurde. £rwärmte Tücheri -aof 
den Unterleib gelegt» £inreihongen auf denselben yoa 
OL ßyos^am. ^j. und Tinct. Opii simpU ^j. lUyatiere 
aua Amjlum mit 8 Tropfen LmuLanwn^ - und innetlicli 
eine Salepabkochang mit einigen Tropfen Tinct^ Opii 
cro0. und dem Zusatz von etwas Aq^ eiunamomj atilU 
ten zwar den Durchfall ^ und die Kranke fühlte eich 

* auch scheinbar erleichtert und klagte weder überKop^ 
ac1imerzei|9 noch aonatige Lokalbeachwerden, war aber 

^ doch im, Ganzen weit mehr angegriffen, als am Mor« 
gen, hatte ein bleicherea Auaaehen« die Eztremitäten 
iziuerten, die Haut war ohne daa Gefühl von innerer 
' Hitze brennend heifs» die Zunge trocken» hölzern» der 
Durst mangelte } der Pula war ^war immer noch et« 
waalangsai^» wie ani Morgent, aber ungleich» aowohl 



inder'ZaMv als Siä^l^o di^r Schläge. Dab«lfj|€liUn di^ 
Kranke jet^t m&k' ^ei.iunetn RicbiiMig. |hcef GeUl^a 
liberlaBsen zu sejra; «^ iMibin Faat gar JcAiDe^ AntbeU 
mebi aD,4eai, w^aa. am aie htrvoigieBg, und .«^.vyiedertp^ 
^ur bei laatiem .Anfedeii .mit Imgßilidusr^-.Uilej^def 
Stimme einige yfortt» Auq d^o Geburtutheileo fioü 
fort w^bi^end noch eine, rptlilicb gfEatbt^ .sf^rjh^ rie- 
eben de. Flüssigkeit^ der Uriiia)»gaQg yfdx xifimlhch^^t' 
.•9m«. £a wardeo ihr. fprtvJr^breod.Sii^api^fi^en ^f uf die 
.£xtremi|äten gelegt tin4'fMe^Ss(unde)sL.iuiteiq€|mMo^ 
jKliQsp.alTer upd folgender Mixtur ab§ewecha#U: Rec^ 

Syrup.simfd. 1^..; jlelNll wurdet achletmigea Qeträia^ 
gereicht. 

km iSterk Augun ^^Morgent« Die Kreide hatte 
die N«ciit hindurch hia zwei ÜIrr eehr vnrahi^ geachla^ 
'feo, die Haut. war ganz trocken, die aufgelegten, Sina» 
piamM machten nar.noch' wenig Röth^ und Empfin* 
' düng, die JEleapiniticiii warac^ir mühsam und röchelnd, 
4as SeUtickeii aulaerat erschwert und der Bula wieder 
bedeuleiid fKeqaenter, AReln um zwei Ohr Morgens 
Jen^ die Hautallmäblig mh #ich wiisder za Öffnen, es 
entatand ein gleichmäfaigert über den ganzen Körper 
verbreiteter Schweifs, der Schlaf wurde ruhiger, die 
Respiration freier, der A^giiiig des Urinii häufiger, und 
die Beaehwer^fen beimc^ehltieken versehwailäen gan-z j 
4ie Arzneien werden, deshalb bl^ibehaltett und die 
MixiVit noch etwas mit- Esaig« Naphthaä^beTisirt« -— 
Pen ganzen Tag über lag* die. Kranke ki eitlem star^ 



, ^, 43« r- / . 

ken, wanden Scfaweirie, ^te Respt^ratiöp 'wurde im- 
m^ freier« das Schlucken immer tnehr erleichtert nnd 
Kin&g ein gelblicher mit Schleim iintermiscfater Urin 
abgesondert. Nachmittage ehtstand abermais ein 
Durchfall^ der aber acJion mach 2 dünnen Stühlen 
bloa durch ein Rlystier aus Amyhito gestillt Wurde. — 

Gegen Abend äswisdhen ^ und lo Uhr fieng 
das Fieber wieder irh zii exarcerbiren , die Haut Blieb 
swar feucht» aHein die Respiratioar i^urde wieder 
schneller, röchelnd^ das Schluckeh mehr erschwert 
und das gab^e Benehmet der Kranken unruhiger* Sie 
klagte über grofse iiineVe Hitze* und über heftigeh 
Durst, obgleich \tiie Zunge; -welche sie auch jetzt nocü 
ohne Zhtern aus' der Mundhöhle Wingen konnte, hock 
feucht war» 

Am i4^n August Das^fi'tfW hatte die Macht 
iiindntcb, ohne Remissionen aü m»achenv z»getioiii>> 
men; am Morgen gegen ,4 rlliinr .^war das -Scfakickeh 
fast unmöglich, die Hesptfätioiitäufaeirst inübsMi nnd 
jtark röchelnd, ; der Unterleib mit einem kalten f kle- 
brigen Schweifse bedeckt, dev fnlät fadeniorOHg nnd 
öfters äuss^ftzend; Nach 6 Uhr wurde das Athmen leb 
ser, de^ PttU nnfühlbari imi. deir T6d erfolgte MünBi 
Hüd riihigi 1 

§ e c t i o n« . ^ 

Die Haut der Verstorbteen^ welche iä»lgeii8 ho^ . 
nicht bedeiitehd abgezehrt war^^ iftigte sich sehr bleich» 
j|a fast wacbafarbig^ auf dem Rüeken und an der hin« 
terü Fläche» deir obam tiii4 ü^lem Extrethitäteh muu . 



' , — «39 r- •- 

die gewöiinndjen 4*odrMfitfck6ii i amentÄrMbe'tahj 
in Folge der Torati^g^^ah^nen Eofbhidting ^dv^ eigeb« 
thümltcken MarBeir. '. 'tKe'Gebiirtstbeile vrareA schlaff 
doch nnferleteti c^sflofs aus ihnen binf^'b^aUdi?» iitii^ 
kende lauchd ab; - - ^- *• ' ^ .. j «=. .» . 

Nach ETofln'nh^* der Unt^tTe^UffhÖbN 
erblickte ^an dett-aehr n^WLvft anfgetriefoc^fipea Darm* 
kanaly welcher $0 wie das Netz, die Leber und dio 
filieren blutleer und bleicl|* war. Die Gallenblase, er- 
schien mit Galle angefüllt, die Milz' von gewöhnlicher. 
Oröbe, sehr' schlaff unä (Am h^Obfaliiit^hjauchjgto 
' Flässigkeit enthälteiidl iNte ^ebafiittttter man für 6i^ 
2elt dei- Wochenbetts Wocb stark ^aaugedl^int^ 6. Pari- 
, äer ZolF lang und4 Pw Zoll breitr^iSie^ wude ihrer 
ganzen ''L^n^e tiacb/^oM^iltfr^ Sttbsumznwelk er«- v 
achieni «nfgescfanittebi^'dle iifineM-FiSchei «ah blutige 
mifdfarbig aas^ äq]f ^4il^ hk^^tk^ Flgobe^lsiMlV reclit«^ 
wo die Pfacbnti gele8^ifl^^tl*».'iabd^äaiiii^^W4ä zo* 
rückg^bliebene -Si«fttk#> cdea^ i^ Matlerkudbetid , >we2^ 
cheV Teä^ä Von 'äW^^^ft^ne eims^'Saufaebaj'eii' "diircÜ 
l^gamentöse Tidtik icAi 4ei'' •ebÄiimuM^ oittMinmetli^ 
liiengei)» '■ ' » -■'' -i .'<*»*..* J .r 

'' -Nach Eroj^^^ulig der firasth^j^leeak tnaki 
alld'Örgiane (Aerselbeh u6rmal'. Die Höhle .'selbst war 
init einer Menge' blutiger Flüssigkeit, okügefibi* X^ 
t^üzeh ängemift.-' D^e liung^tt y^^ar^n schlaff» hieUk 
ixiid zusatnuaehge^älfetiv ' doch lionst von gesuti^elr 3e^ 
•chafFenhein 'Ber Herzbeutel enthielt die gewöhnlich« 
^ Menge Flüsslgkeif.^bai» fler^ war sehr v^^eH^ «lad blaff, 
der reehie VtutHkel gaüz leer^ tkaäiier^iiitte mit ti^ 



HAtT geringen Qtmtiut BlaUfefüli«» welches» «o wie 
da« bei. der Oojrchscbneidaog einiger Gefäbe «uffiie^- 
iende^ von iivi^er^ mehr bräanlicber Farbe war. Nach 
firöffnong der.. Scbädelhöhle Eind inan die Oberfläcfad 
des Gehirns etwas geröthet, die Venen waren nur mir 
«fenig Blttt ^fuilf, diiB.SBbstanE.aefbst war feat i|nd in 
den verschiedenen Höblen-keine Flüssigkeit enthaiten. 

FriderilLe.K.» eine ftijahrigef ans Berlin ge- 
bürtige» xutti ersten Ibl ach weitere 9 dem Anschein 
«a^b nicht a^r reiabanet aterke.und ziemlich g^oüc 
Person, mnfste^m ft6^teii Sepieni)>er früh n^ 5 Uhr 
wegen eintretender CoUviUsionen , an denen sie, wie 
(Wir erst nach ihrem Tod «rfnliren» fchon in der er- 
sten Hätfie thre^ Schwangerschaft gelitten haben splly 
nix del^ Zange entbandep.werd|»n$ dijg Operation ws^r 
teichtt und die £ntwickelang ei^es mafsig grornen 
Hi&ben «iemlich schnell. Diecß^^xidbeitsanijHände 
der £ntbandfnnn.ware|^ ävtdl^ Ai^fangf ganz er^ünscht^ 
dieMiichsecretion stellte sich reichlich ein^ der LochiaU 
Anfs gieng ^efadrig^ nnd alle Verriehtiiiigen waren in 
Ordnung bis zum aeen October Nachmittags» andern 
genannte^Person plötzlich ohne alle^ Veranlassung Con« 
•vnlsiooen und . Trismuis belcamj gegen welche ein 
KIjstier ans ^sa /o^tida mit CbamiUenabsud, und» ^ 
der Puls Viari und krampfhaft war» ein Aderlars von 3 / 
Tassen angeordnet und dadmrch der Triamus so weit 
beseitigt wurd^ dafe ihr einige Tropfeii JWj . Amman. 



1 



sußcin» üa'Cbamilfenthee gereicht werden kom^^en« Da 
die Gonvülsiojien spät am Abend wieder zurückkebr- - 
t^o, wurde noch einmal zur Ader gelassen und strenge 
Beobacbtdng die Nacht hindur<;h angeordnet, \ 

Am 3ten Oct^ klagte Batientin über die he£cigstea 
Schmerzen im Leibe und beklommenes Athmen» der Lq. 
chialflurs stockte, der Urin war feuerroth, derf uls.uoch 

y 

hart| So Schläge in der Minute ; es wurden ihr noph 3 Tas- 
sen filut weggelassen, und alle 2 Stunden ^i) Pulver 
aus Calomel gr. J. und raä, Ipecac. gr. J gereicht, und 
Kinreibangen auf *den Unterleib von Ungt. Hydrat gyr^ 
einer. ^Ungt. flup. nuA OL Jßyoscyam. «a, gemacht, 
worauf die Schmerzen sich sehr mäfsigten, der Lo» 
chialflofs sich wieder zeigte» und die Person, zumahl 
am Nachmittag und Abend sehr heiter wurde. Der 
Puls hatte 65 Schläge und war welch^ die Haut düni» . 
stete, der Durst war gehörig» 

• Am 4ten.; Die Kranke hatte gut geschlafen, vcr- 
trug den Druck auf den Leib, der Lochialflutfs vyar in 
Ordnung, das Athmen freier, die Haut feucht, der 
Puls normal; sie hatte zweimal offenen Leib gebabir, 
'Und bekam, deshalb obiges Pulver alle 3 Stunden} 
dennocja war sie nicht mehjr so heiter, als den Tag vor* ' 
ier, verlangte das^ieilige Abendmahl, /worauf, da ef 
ihr nicht ohne Bedenken al^geschlagen werden gönnte, 
katalcptische Krämpfe eintraten. , ii^ die Bestimii^un^ 
Jm einem Aufgufs der Valeriana gaben. Die;£fa.re|r ' 
bungen auf den Unterleib wurden fortgesetzt, ; 

Am 5ten» Der Leib fieng an, meteoristisch anzuf 
chwellen; Krämpfe von verschiedener Art, tonische - 

SiMBOLDs Journal^ III. Bd. 5s St. Ff 



^ . . • — 442/ — , . - ' ' 

' lind dänische, Trismus wectisekeii mir einaoder ab; 
die lüfilch war aus den Brüaten verschwunden and der 
Lochia! flufsmifsfarbig* Es wurden ihr warme Tücher 
auf die Brüste geregt, des Infusüm der Valeriana » 
welches vorher 51]^ auf 6 Unzen Colatur betragen 
jbatte, ward um Jij, verstärkt und- noch Jji. Afnica zu. 
gesetzt! und dem Calömel - Piiiver ein Drittel Gran 
Digitalis beigemischt, Einreibungen auf den Unterleib 
von Unimont. volat. . camphorat, gemacht^ Abends ein 
lauwarmes Bad» in weichem ^\\)^ Kali caustid^ aafge« 
löst waren» zubereitet, und eine Viertelstunde zu ihrer 
Erleichterung angewendet^ und darauf Senfteige auf 
die- Wilden gelegt. - * 

Am 6ten. Der Meteorismns hiitte im höchsten 
Gra^e zugenommen , und dadurch wurde das Zwerch- 
fell in die Höhe getrieben, die Lungen beiengt und das 
Athmen immer meh^ ersöhwei^t* Der Schmerz im 
^ 6i0ro^f^o cjßr^iif war unerträglich ; der Leib tonte beim 
Anschlagen wie eifie Glocke. Die Krämpfe wechseU 
^en immer noch abiitid Hefsen der Kranken nur sel« 

^ ten eine augenblickliche Bühe« Moschus §r. jv. mit 
idlmmdn. tatbon. pjro*öteos, §n ij. stündlich gereicht, 
irerschafften keine Linderung»' eben so wenig der fer- 
nere Gebrauch der Senfteige« Das'Athmen wurde im* 
nfier besch)yerlicher, die Beängstigung nahm btei völli- 
gem Bewufstseyn der Kranken zu, Via Abends 5 'ühi' 
ihrem^scbrecklichexfc Leiden der Tod ein End6 machte. 
Bei der Se^ion &hden wir das Zwerchfell bis in 
die Mitte der Brusthöhle in die Höhe getrieben, die 
Lungen gatisi 'zui^ückgedränlt, aber völlig gesund , so 



auch das Herz| Im ^ntetleihe.eine grotse Meng^ ßlpei 
xiQQlkenarrigen Feuchtigkeit er|g,osden, ^^GedHrihe wid, 
ndit einer käsigen Materie überzogen; au9 Mund ntd 
Nase flofs ein' schwärzlichem ^ i^>ufgel(5st.e« JBIut; die. 
Kranke h^tte »ich auch in der kurzen. Zeit 4er Krank* 
beit scbpii «ehr aufg^Iegen^ * . ' ., 



fein im ^oclieilb^tt entstan (Teiles und 
glüclciich behandeltes lErysipelas 
puStjiiosunjt f.aciei^,' 
Maria 'M^ au« Wriezen an tler Od.er^ 9e\t6 Jaht. 
^en'als Dienstmädchc;n in Berlin^ ' 21 Jahr alr^ ^9^j 
kräftigen .^ber doch jplwaa reizbarer Cpnstitutioni ^n0. 
Blondine, «bekam ihreMenatruation^^^^ck geajind .yer«*, 
lebten Rinderfahren^, im^i7t!en Jahre (fiicht^ s(:h,wach. 
fliefaend und regelmässig alle.vijer W^t^c^H^i wifsderJi^eh^ 
rend. Seit Ende May's, wo sie zun letzten Mal ihr^^ 
DIenstruation batt«, ,j fühlte sie siph , ;^9fi. ersten \Mat 
schwanger^ bekam S<:hwindci) . Vebelkeit^n^ ;£r]jrjecl^en^ 
fühlte in de^. Mitte des Octobers 4te ersten Bewegun- 
gen des Kindes und hätte dmnach erst A^nfanga ^'^ri^ 
gebären sollen, kam aber spbon. apa 3ten Februar :ml£. 
Schmerzen in die Anstalt^ undtwj)r4:i,^4^ der Muiy^-.) 
mund schon in der Grofse eines C.u.lden% geöffnet war»^ 
gleich' ins G^bärbe^t jgejbracht« . Bei de;; innerlichea^ 
Untersuchung ergajb es.sifh,. .dafs^-das li^i^d' inift ^ejpn, 
'Steirae eingetreten /war^ mit dem B^i^che n^ch ddir lin« 
ken'nrrit dem Rücken pscb def fechten Seite dfSjrlVfn^* ; 
t€r gerichtet, DieWeben waren; a^ffprstiyj^j^^^^aipd., 

Ff 2 



— 444 — ■ '. ; 

deshalb rückte das Kind äofserat schnell herab und ward 
schon halb 12 Uhr durch Eine starke Wehe mit ungeris- 
Jsenen Eyb'iuten, die erst beim völligen Heraustiiit 
platzten, eammt dem'Mutterknchen Schnell geboren, 
worauf sich auch sogleich der Uterus kräftig tusam- 
menzog. Das Kind war allen Zeichen nach offenbar 
vm 4 — 6 Wochen zu zeitig geboren, denn es war 
sehr klein, wog nicht mehr als 4jMed. od, 3j^6er},($« 
die Fontanellen waren ganz offen» dai Gesicht mit 
Zinifz/^o besetzt nnd das Ansehen eines alten Mannen' 
wegen der ▼ielen Falten im Gesicht, wo das Fett ganz 
und gar fehlte» darstellend^ die N)! gel an detf Extremi« 
tSteh noch nicht homartig, sondern mehr membranös, 
lue Hoden noch nicht ins Scrotum herabgestiegen, die 
Respiration schwach und tönend. ' Die Nachgeburt 

' dagegen war sehr grofs, ij Zoll dick und 2| Med. p^ 
schwer; in ihrer Mitte inserirte sich die sehr fette, aber 
nur i3| Zoll lange Nabelschnur. 
' Am 4ten Februar befand sich xlie Wöchnerin im 
Ganzen Wohl und klagte bhss über i^inige Schmerzen 
im Unterleibe und starken Husten , welchen sie sich 
schon vor der Niederkunft durch Erkältung zugezo- 
gen hatte und welcher rein katarrhalisch- war. Gegen 
beides wur^e weiter nichts, als der'Genufblvoh Decoci. 
Aven. exeort.' i^erordtoet. Die Lochien flössen gehörig, 
Fieber war nicht vorhanidenl Di« Itespiratiön ^es Kin- 
des war hoch iVie gestern -^ Schwach und tönend^ es 
wurde alles angewendet, um es 2U' erhalten: warme . 
Einwickelung in Baumwolle» Waschen mit lauer Mikh 

tind| da es aus Schwiiche nicht saugen konnte ^ Ein- 



. , — 445 -.'•■, •'-■ 

AÖfaflp von; Milch.; d^mobogeäch^et ^^tarb ei noch w 
demselben Jf^acbmiltage, :[^ . . r / \ 

DeKi;.4^9\ . Pä« Wrkjhneri.n war wohl , der Leib- 
.#f(bmierzt^9Mer#idiL«<leg(y uj^jir 4h>c]» eiwas Haateo war 
jirarl;i(<i\4<'o«' I *Pi« 3r üate , geDj;«n jetzt am atrotz^nd za 
YißefAieu^, 4i| jSich ^r ,aoQ8t, keio^ .^iifalle zeigten, 
Y^^rip d^egep pfiocb Bicht(9 ao^eyfieQdec.. Pe^elbe 
Zustand fead^eftÄPsa ^rtttj, .^ J • |.,. . 
: . ; Dent^Mn. ,& Jbatteii s^ ßfjfjye 4o den Vräatea 
«fcvidvdas. MUciig^ber «üi^ea teilt» gejiii|de jPieberbewe«* 
gttloigen;'Ware^ nlcM'Zl« yerkedn^nj' :der l'ulawar voU 
und ;frequ<^nr; weabalb wir fplgtodsr XadiGatiOD atell« 
I0n:.den Zuflafs der «Milch nafih deoJ^rüsCeo <itwaa za 
besehränken und «von denselben durch Hervorrcifang 
mild V^rmeliriiDg.^jixiar ainderiiiiSeoretioiiy nebmlich an« 
1itg<H)i8ti8di'dre: dpa Qarmfcanak » abzaleiten^. und, zu 
diesem EodfiSrwe^tMcirgecia uiid Abends jedesmal eine 
Oraithme TOütt heUL Jmtphario. dßpur* j^ul^eris. nehmen 

.jMi-lasaen n*. ; 

. ' Den 8ten^ Wahrfich^inlich: war dji« Abjleituisig 
der Mikh i^n dea:Bf uisien nicht .:afar)L^ genug vor aich 
gegangen ; * d.^nn, h^eu^e hatte ^ai4^ ßi^^ voUkomn^ene 
Metaitaae i^ac^ ^c^M^f^Sjen des fl^lsee gebildet; &»%" 
Schlingen war aher^ laicht gehindert, d^^^er die mehr, 
nach innen liegenden Drüsen nicht oder sehr wenig 
aFficin aeyn konnten ; zugleich kifgle . die Wöchnerin, 
über ehi Jacken und Fressen in^Ge/iipbt^ welches et- 
was roth aassah; man konnte deabalb daä Entstehen 
eitles $xanthea^ vermuthen. Die Stiebe in d&n JBrü^ 



-- 446 -- 

ftten- bitten sich verloren« Sie 4>ekaiii ^ü kM sufpku- 
riün fort uDd zum Getränk diiiine HafergrUtate. 

Den gtea. Das atfaon gestern zu erwartende Exan- 
them stallte sich ^irte als voUkökiiiaeii-a^lsgebil^tei 
SSrysfpelaf pustulosum fadei dar, Dte t'aateik hatten 
speist tfie Grörte etnicr Linie ^ 'ehig^ oüA die «iner 
Erbäe;' äieEntzCTMong #raM^ ü^gieniä'4%i€ht tief ^ie« 
die innere Mandhohle war nitbt ^ffitirrieibd ßastricls« 
,müs, 4rie^ £few6htktich t^ EtysipeUi, nicht im Ge- 
HngsteA Vorl^andei^ ~ -Tiit Ailsschlag ^ffftt daher ofl^* 
bar kfitiscit and die 'Bebandhing durfte demnach htiei 
nicht za activ fite^^^-ftttad dadarch iiätte man- die Criee 
gesfört \ind neue M[etastai9ea, vletleitht aaf edletm 
Theile^ herbeigeführt) daher wurden folgende IndU 
cation^n anfgesteth; : <i^ die* vorlnndene Krankheit 
Ihrem Charakter nacb 2I1 behandeln^ a> dlfe Crisia zu 
befördern, wdlche*^^ gewöhnlich '1>ei1&ry^jpelas durch 
Schweifs entseheider, daher Diap^Oreticä »^uWenAni« 
S) die anderweitigen Zufälle, besonders den Husten 
zu berncksiühtigen« ' Alle diese , In dicationen erfüllte 
folgende IMixtar'i Reo'. Amman; mufiät. depur.' ^jg^ 
sölpe in Aq. fibr^SMihiiö. ^y^ äddi Vtn. sMiat^ gj, 
Sjrup, simph ^ß, il^i. Alle ö Stdndeii i Eftldffel voll 
zu nehmen. Gieichzeitig wurde Äir^iüni Getränk Ha^ 
bergrütze gereicht^ dai Putvervon Kaliiulphulric. auf 
ci wähnte Art beihehaiten und ein Tuch ums Gesicht 
zu tragen befohlen. Öas Fieber war mäfsig und erfor» 
derte deshalb keine kräftigern Antipbfogisfica. 

' Den ioteri ganz w^ gestern; 'das ^ysipeläs fieng 
«chon an, Borken za biideii,^ Beh^ndlun^ dieselh^« ' 



■} 



Den »Ken. D« ^aoze Gesicht wSr mit.^oik«« 
bedeckt ; aie^rüsen waren heute wieder angewhwol« 
Jen und das" SchUngen «^was «rschwerM. desgleichen 
empBt&d, di« Krwike, auf der gaiwen OJjeraäche des 
Körper» »in, Ju4ten und gelindes Steehen, w^dchesden 
Ausbruch eines neuen Exanthema vermnthen «efs. . , . 

Dafl jaten- -Die AnschY^eUoig der Drüsen war 
▼f»rmindert> 4as Schlingen unbehindert, das Eri'8ipe> 
las zum Theil schon abg«trocknet. Das Pulvejr^tt» 
Kalisulpkmc.\Viaxäp9n9SP»t^V-. •■ ■■;: ,. u, 

. "Den. «a^n,. Die Drüsenanscbwellungen war^rt 
wieder etw»*rtärk«* «»ch 4ie. Stiche in den Brüsten 
iu*üc)tg«M»»?^,'W!*^**opders di? Wacht ii)?!Wf hefUg g|?T 
wesen; auch war heute Stuhlverstopfang eingetreten, 
Sie bekam deshalb das Kali julphtirie. wieder. Der 
' Ausschlag trocknete immer meHr ab. 

P^n i4ten. Dif Stühlverstopfang hajie sich ge- 
hoben, die, Lochien flössen nicht mehr , ' nachdem sie 
diß vorhergeheiideii Tage immi^r nach und nach etwas 
abgenommen bitten»; . * • 

Den i5ten. Da» Ery«ip*la| Vach von neuem wie, 

der h««vor, es bildeten sich neue Borken, das Geeicht 

wat «ach wieder etwas angelaufen. Pa de^ Lachial- 

flaf« vorüber und somit das Wochenbett beendigt war» 

' »o, wurde ein; mehr actlves Verfahren eingeschlagen 

^«na ktäßiger* Mittel, um das Hautleiden und d«: 

- AffecÜonen-der.Drüsen zu heben und! das Lywphsysr 

wmiravef bessern und XU stärken, verordnet, nehm- 

lieh: Rec Hydr'argyr^ stibiati» - sulphurat. ieij, mS" 

: im. «arhon, i\, Smin. FatnUul, li\. 'Sacchar. ^Ib.p. 



. > — 4.48. — 

jaff. puJh. S^^ Alle 3 StuDdtn •inen Theelöffel vol 
±u n^bnien* : • • * . 

Den x6ten« Der ZusrUnd war derselbe , wie ge- 
etern ;• da der Patitoün beim jed^sma^tgen Einnehmen 
des Pulvers übel ward^ so wurde die Dosis auf einen 
halben TheelöFfel herabgesetzt* 

Den i7ten die Uebellceit' war nicb^ mehr beim 
Einnehmen des Palvers erfolgt und der Zäetand itn 
Anjg^dseinen verbessert. / 

Die Borken trockneten nun nach- und nach ab» 
weshalb die Pulver ausgesetzt und blos ein TJiee aus 
Herb. Jaceae gereicjat würde, wG%ei die fttanke völ- 
lig genas/ und gesund am 27Sten enttaeisen. werden 
konnte. ^--"^ '-'•- ' '••' " '' ^' 



EinjB mit günstigem Ausgang beob» 
actitete Mania puerperalis. 

, Emma Z,, aus Schwedt, 20 lahv alt, von der 
über ihre Kinderjabre nnd Schwangerschaft nichts 
Merkwürdiges gesagt M^erde« kann, w^i;de am 6ten 
Iniri normal von einem 9I t$ schweren Mädchen glück* 
lieh entbunden, und befand sich im Anfange des Wo« 
chenbetts sehr wohl« pie Milchseeretion stellte sich 
ordentlich ein und war reichlich, das Hind saugte ge- 
hörig und der Lochialfilufs' war regelmäfsig. Aileln.am^ 
9ten Tage nach' ihrer Entbindung (am iSten iuni)^ 
wo einer Bekannten die Erlaubnifs zu einem Besuche 
bei ihr» auf ihr Bitten darum ertheitt wurde^ (indem 



ihr Befinden dkaem V^lingM.nioJb^ t%t%(igUi i*ar, > 
und das O^apväich iicfa :a.af ihren. jSeliebffMi «4; :d€6$en . 
Nachrheü wi^nd'ete, biE^kaiQi die Z«: gleich iryb Entf^rH 
nang ihrer Frel|i'pdin>K9pfinek:> vvekbes itnifieR heP> 
tiger wurde und ßßf^n Almadi ohngeßibv^S^WiHleai 
nacfar der.Uiiterhaltudg,r ia ^dliiige B^ymÜtlo9igkmt.miti 
hmltigA Aaserei übeirgteba^ .Sm i¥arl,^'fih..uAruhigr 
im ßettet^umhec, spcaflg. aii£^ .wollte .foatlaüCan.undr 
korniteksuinif^ von einer rahc fi^rken;.Wäcterin^b^i^V 
digt werden» apracfir^bestäadig retworfefii^.MMdd. be<< 
klagte aich» dafa es;Nieii)2md:«edlich nife ihr spe^ntne^t 
l^as Geeicht war. hie^bei-geröriiet, die Augen. :i^Uead^. 
gegei»vdaa Liebst eropfirnUi^h, ilift Haut. und »derjMhind: 
trocken, Her Doratfaefttg^ die Wtzä des H9#p^c8; bren- 
nend, der Pala kleixH iaärtliobft achineH, d<ut.Xoi^ial«, 
Hufs war noch zugegen^.ubd- auch die -Milchaecr&tion. 
nitht ganz nnterdrückt» jedoch nicht mehi^ao r elcbltth,] 
aiaTolrher« Zu Stühle 'vfar sie an dieaem Xagti.6iGbt - 
geweaen » ' und Uefa jetzt einen Eenrigen ^ i;aparaaa[ien .. 
Urin. Untet dieaen Umständen wurde ..^aogleidi.eia 
kraftiger Aderlafa von x6 Unzen: veroi-dnety^junfeb^ 
80 kräftig wirkte, dafa fast augenbUdütcb/die «Zufälle 
nachliersen, Ea wurde hierauf noch eine Solution von ' 
Nitrum gereicht« Die Kranke blieb ruhig, hätte auch 
äinige Stunden Sdilaf^ pnd' dertCerpxiftiime kefarfe in 
der Nacht .vom iS. znm a^n Juni und ,ai\ch. ancivTag^ 
nUtik wieder; det IiOi;hiilflBLni , der überbmupt liicbl: 
mehr <8tark, war, blieb i«gelni»big, nur die Mikhse- 
cratton v^roiinderte sicb^ .fto, dafa das Kind .bei eiher 
andern Wöchnerin angelet weiden mufateu- . 



-. 450 — 

^ AtntlilM« gegen Abead aahi&ea die Kopfichmer« 
sen wieder Sit; es wurden aogleidi 12 Bfotigel an den 
Kopf geaetiBty worauf auch Nacblafs erfolgte. In der 
folgenden Nacht war sie rnfaigi schlief^ die Haat dün« 
efece bedeutend. Das Nicmib wurde ununterbrochen 
fortgesetzt. Am I7ten - etelltei sieb die Milctoecretion. 
▼oUkommen wiedeir ein,, und mit dem einen Anfalle, 
war die^Krankhei^ beendigt. /Sie wurde wieder voll» 
kommen heitier-tind stillte > üir Kind.;selbat fort. Das 
Zimmer wurde* iifäbrend'derlimnkfaeit verfinstert und 
die Lage mit dem Kopfe erhöbt; Getränk-ued I^iät 
waveh kühlend. 'Einige 'gelind rdberirende Mittel be- 
echlflisten am mosten Üi^Cuff,; und die WiöcJänerin veiv; 
liefs am f6>g4iiden Taj^ gesund mit ihrem Kipdedie 
Anstalt^ Ungefähr .dreiviertel Jahr nachher sah aieEin^r 
der'Zubörer ^irieder- und: r£snd«*«ie.nOGh ihetter und 
Creien*^ Geietesi • >• « "* '^--n * '• ••»/ 

. NB,- Diesen Fall buntste' ein sehr fieifdige« Schil* 
1er von. mir , i >der ii4irri Bätaillonsarzt '- Br. F,aH^k e r t 
in Erfutt, zum Gegenstiinde eeiner .Dlssertatiob > wei«^ 
obe jknteridtm^ Titel : »|j[7& mxinia pwrperäU^* im Jalir 
jrg2l hier'bei>Ai W. Sdiade gedruckt wurde« 



Die 2ahl der sammtlkben« Zub5rar ^ welche« den 
Torlesnnge^V den Uebcfogen am Phantom :nnd. der 
medicinisch^-geburtsbülflichta Klinik während' dem 
Winter- und Sommer-Semie9ter/i8i8 bis .rp^Scp.- bei- 
wohnten, (wa# aoo» vonodenen 108 ab.Brdktikanten. 
Theil nahmen* Unter- difi((^ T^eichneteu eich durch 



■■'• . — ■ -451 — 

vorzüglichen" Fliiils'tot^irdo Hferrcn ausV Dr. Hörn 
aus dem GrojTsherzogthum Sachsen« Dr. Harras ans- 
Magdeburg, Dr. Säur aus Mecklenburg -StrOTtz^ 
Locher aus der Schweiz, Brauns a\]S ElKrich bei 
Nordhausen f Dr* Consbruch aM^der Graf6chä[ft 
Bavensberg, Dr. Z i m mYifiQ a n n aus Praga bei War« 
schau, Dr. von Haselberg aus Greifswalde, Fricn^ 
d^fofaUis «Schlesien, a>lC«inii HuäcICk^ aus Wed* 
iVAi^l iHohiaiiines >us pPpmmern., von Höcber aus 
l^mrland, Dr.; Nfiiller aya Ppsneck» I^cas^e aus 
Westphalen, Dr« Tobold aas Pommern, Dr. Beez 
aus d^m Weimarschen, ll^ffmaffaiis^ iius ' Geldernj 
Höeft aus Westpreufsen, Hirsch aas Königsberg, 
Amelidfrg «ttsJ>arQ<liBlbdi»'2olUkpSeT::ai)3 Hpdm^^^ 
geil «w^fiad^iii OKr^^«^lhe< aus^ Haonoycr,,, ^^mm er- 
mann. aus, HamhM^Ei^rg e'B je j: aas H^Ue, Heil«;^ 
bOFU ans S«;Me&i«a>iKü:d«rUpg, an4>Q3tfrevijrseD,, 
Bit I p nk> w- aus Pomm#ivPf ;J a c k e r t>^8 J^ck^artsherga, 
WlUtti ckd ai|#rW«r8«b^% Dr. |C.U|\ger4?iHd Wiirz« 
borg, U*. Ra st, aivi: Seite > D|f>^5.»ph/Cle :tiu4.I^^ 
ilsDpl.aias Baieirno^ -• ; • .r . ' ',-, ^s ^ 

, . ^»ite FortseKlung ioiii m Ääcbaten. Stiicke, ) 



«...^ 






— 452 — 



.1 



f 



i 



XVf. 



Ueber das' :>ZurückJI««$<3n , id»s: Mutterkpn 
' ' cheriS. Von tlem Ki 'K. Oesterr. 3\ach« 

und Professor Dr. 'Wilhelm Joseph 

Schm^itt zu Wien. 

sciiSft'em er nfittiafter Vorgang^delsen^fehtigkelt »ut ikf 
blöd« Äuge erneftGewerbs-Hdbatfkiti« überscfaen kann» 
die' an keine' OeAibr weher «de^r^ aoMd «ie das glück«» 
HA gebore Kint) eiiimil nlHer ihren gepohäftigeti 
Händep hat. 'Mit einem gana? iiiJiei%ii:Aiige tetrack« 
tet der Einge^relhä, der GeJ^turtatolfirr die Sathe, det 
das Ganze überblickt, und die gefifkrrötlen Veihiftip 
niaae kennt, welche diesen lei:£ten'^Tbeil d^sGeburts- 
actes nur zu oft begleiten» und gerade da am häufig« 
aten einzatreteh pflegen» wo die Geburt des Kindes 
auf eine dem Anscheine 99cb günstigste Weise, d. u 
leicht und geschwind^ erfolgt ist. , 

£s ist hier nicht meine Absicht» eine Abhandlung 
übc;r den Vorgang des Nacbgeburtsgeschäftes' zu schrei- 
ben, und diejenigen Verhältnisse zu untersuchen,' wel- 
che die naturgemäfse Ausschliefsung des MuCterku* 



■ )* 



^- :— 453, ~ . V V. " 

cb«ns verzögern, trschwtrent faind^rQvoüer geßihr«-> 
lieh mächen« Noch weniger bin ith gesonnei)^ die 
. grofae Frage : Ob die endiicbe Ausschliear 
8ung einet sich verspätenden MuCte^t^ku* 
chena der' Natü^ aihheim zu atefllen, Öder 
det Kunst ztt übertragen deyt zu reasumi- 
ren und neuerdings zu ventiliren» obgleich nach mei^ 
"tiem Dafürfakiten , die Acten hierüber noch nicht für 
geschlossen angesehen Werden köpnen^ tind sieb nafcir 
den vfelen und 4aAgen i)iscussionen , welche dieser 
Gegenstand verahlafst h^t, noch manbhes gewichtig« 
Wort darüber sprechen tiefse. Was kh »it diesep 
wenigen Blättern eigentlith bezwecke, besteht in der 
MitthelluQg einiger mir* vörgekomipener GeburtsPäik» 
ihit verzögerter, der Natur übeirlassener Nachg«?bnrt^\ 
die, wenn sie von der einen Seite^ das Gewagte der Hand* 
lungsmaxjme Jener, welche wie Weifsenborn die A\iS- 
schliefsung des Mutterkuchens in alleii Fällen dei^ 
Natur überlassen wissen wollen, nachweisen, von del* 
andern Seite- Gründe zur Beruhigung darbieten in t^äl« 
Jjen, wo die Verhältnisse* die Extraction dem M^cbanis- 
ixius nach schlechthin unt^kimlich, oder in änderer 
Hinsicht zu einem frevelnden Wagnisse machen* 

Dafs zuweilen, 'wieau atich selten, Verhältnisse- 
dieser Art vorkommen»' wird kein Geburtshelfer von' 
irrfabrung in Abrede steilen, wenn ich gleich getn 
einräume» daTs bei der Bestimmbarkeit dieser Ter« 
hältnisse Vieles 'äuF die iniilvidueUe Ansicht des Kunst* 
lers» auf seine Erfahrenheit und Entschlossenheit, und 
eelbst auf seine SteJIan/; zam Publicum an« 



— 454 . — ^ 

kommr» Es gibt Sit^Jutioc^a m der obdtetrwsct&en 
Praxi») die äufs^rft kritiscii sind für den Raf des Ge^ 
boruhelferS) wo der gewinn t^ der ,wagt, und/wo jeia 
TAicher» kühner Schritt entscl^eidet. Solche |;ew|^to 
Schritte darf sich nnr ein Meiner erlj|uben» dessen er* 
fahmem Auge es mit einem JBIick«^ klar wird, was 
gerathener sej» das Warten ode^r das Handeln* Wer. 
dieses Auge und diesen Blick n^cht hat^ der gehorche 
der heiligen Scheae» die er im Innern empfindet und 
überlasse das Rettangswerk fier N^tnr, die mächtiger 
ist als die Kuost« £s ist bessert da wo bei in- 
stehender grofser Gefahr, beide«» d^s Ver- 
mögen d^r Nator und das Vermögen der 
Kunst unberechenbar sind, der Natar za 
vertrauen, als sie ^iir.ch eine gewagte 
liLunst um ihre letzteKraft zu betrügen«. 

£s sey. fern von mir ^, mit diesem Aussprache die 
von Vielen überschätzte obstetHcische Passivität 
ifi Angenblicken der Gefahr in Schutz zu nehmen, da 
es ja gerade die Gefahr ist, welche das Handeln zur 
Pflicht macht. Ja ich glaube mit Ueberzeugung aus- 
sprechen zu können, dafs die grofse Gefahr, in welche 
manche Gebärende dur<;h die Verspätung der Nachge* 
hurt getäth» diirth ein.a^nr rechten Zeit eingreifendes 
wirksames Hajodein hätte abgewendet werden können» 
und dafs es gröfften Theils das lange » unthatige Zu- 
warten ist» was dfe Lage einer SQlchej^ Gebärectden ge<* 
(ahrlich und oft verzweiflung^voU macht. In den seU 
tensten Fällen tritt der Geburtshelfer, zu rechter Zeit 
auf den Schauplatz; meistens kommt er später, .als er 



sotttlN eef' te 9 ä^rs er s^ spät ber.iiFen.f oder 211 s^ät 
gefunden wird. OfMat k^in« Zeit gegeben 9 seiner , 
habhaft *a werdcnv weil die 'Gefahr uoerwartei und 

plötzHth, wie mit ekietti Schlage eintritr. Bjs er eiöW 

trifft, aach^wenn ihn. die gröbste £ile beflügelt» ba^ 
die Blutung überhand ^enonmien/ und die Schwäche 
den höchsten Grad erreicht; £r findet die Gebärende , 
dem Tode nahe, ode« ;gar schon im Sterben begriffe»i^ 
und noch *muthet nsM ihm an, die. Sterbende ron der 
Nachgeburt. zu befreien, weil der Laye (wohin auch 
manche Hebamme gehört) einzig^ hierin die positive 
Ursache des Todes erblickt» und übersieht» .dafs es der 
Blutverlust iir, was d^n Tml bedingt. 

Ini andern und häufigerii Fällen wird das Gefahjr« 

^ volle der Lage verkannt, ^weil die Erscheinungen im' 
Anfange minder auffallend und allarmhnend sind, und 
die Hebamme ihre DemuHg nicht verstellt. Es ist 
wohl ein Slutflufs vorhanden» aber ll ein Blut^urz; 
Die Efitbundene bleibt eine geraume Zeit bei Kräften ;f 
^le wird wohl etwas blafs,. aber siechst; k^ine Schmer« 
zen, keine Uebelkeiten ;' das beruhigt dfe Hebamme^ 
und bestärkt sie in der Mextme des ZüW|riens und 
in der Hoffnung:, die^Nachgeburt auf dem' gewöflta^i- 
cheu Wege zu gewinnen ,. wetin gleicl^' mehrere Ver-^' 
enche' schon fehl schlügen. So verstreichen die 'kost<^ 
baren Augenblicke des Heil - und Rettring darbieten^ 
den Kanstwir)cens. Endlich -melden sich Uebelkeiten 
und Ohnmächten. Jetzt gehen der Hebamme- die Au-* 
gen auf» die Umstehenden gerathen in Unruhe, sie 

• woitotf wissen woran iie simd? Die Hebamme erklärt: 



Es müsaei^icbleiiiiig ein Gebuviahelfer besciuckt w«r«- 
den, der ^ie Nachgeburt ^egnebaae^ weil $ie ange- 
'wvacfa<efi sey* Man rennt nacln d<vsi Mannet der das 
thun 8oli, oder vielmehr 'man rancht die Ma9cbine her« 
beizu9€haffen^ die das Dijigi waf. den Tod droht»- au« 
dem Leibe holen soll; Bit die-Maecbliie anlangt » ver« 
geht wieder .eine geraume Zek^ttiiiil die Gebärende wird 
imiMr Mhwächer« Endlich komtoax der Mannt sieh^ 
uortetaacbi: und erklärt: lüftit der Mechanik h^be ea 
vor der Hand ein £n4e; die Hand vermöge .nicht ein- 
zudringen wegen des zu stark . susama^engezogenen 
Mutternlündes^iein gew^Utbätiges Eindringen sey nach 
den Kunstgesetzep niebt •efl8ub0> und wollte man V9 
dennoch ;>vageii(, so laufe ma« Gefahr, die vom Blut« 
Verluste erschöpfte Gebacerin tinter ^ der Opefation, 
^der gleich darnach ihren G^i^t atiFgeben zu sehen. 
Diese ^pracfhe will Niemand verstehen« selbst die Heb« 
amme lueht, sich vor .der Schuld der Verspätung ge« 
troffen fühlend^ und doch isl es die «inzige ^, ttie ein 
ehrlioher Mann führen kann; }ä es gibt Verhältnisse, 
wo jeder Versuch zur Extr^ctlon, welche die j^infüh- 
vung der . ganzen, Hand erfordert ^ zum Frevel wird, 
wenn : auch; die' Operation dem Mechariistnus nach 
kunstgerecht .ausführbar ist, da nämlich wo < bereite 
ein ^oli^herjGKad der Schwäche von Blutleere existirt, 
aai^ welchem rdat Leben schlechterdings nicht bestehen 
kann^ So schwer es ist^ iih Linie des individuellen 
Lebens zu .finden, welche diesen Schwächegrad be- 
zeichnet« so mufs äiKlt zugegeben ^werden , dafs .es 
einen Mafs^ub gebe, der üb^r den St9nd der Ding^ ein 



appvotintatfms Üc^ bell znUtst. Wohl mSgÜch, daf^" 
«ncfa dies erfahrnere 'Meiater hier AQhwankt und strau« 
chelt^ sey es im Thnh oder Im Lasaen^ aber hat \er 
nur die Regel fear gehalten nbd nach Gfand^tzen ge« 
luoidelt, 90 wird dai^- vmä exfolglf mindieatefie aeia Ge^ 
yria^mh nicht belaaäee; Brej djKht'LeHekiaauatian'dö 
einer £ait Sterfaebdeii i^feibt.aie Aoazie^ 
Imn'g einea Motte sk^c^ie na mit .der gan«> 
z'en Haiid ;immer eincf'aftajrke .Vüd gefähr« 
liehe Fuiheritio.n>.wehli gleich weder ger 
en;hiiitClBn.4 noch ge^to^chen. wii-d. Sje in 
peinigend) erneuert den Biutfüjfa,.^i!iienn er durch ^i&en 
iiatütlicheki' Tilmpoii von Blutco^gnlam zum fichwei-^ 
fftä gebracht war« öder veimebrt^ibn docfa^ Wetfig^ 
«teilt angenblickUch^ And ve^aiilarat. durch die achäd^«, 
Uohen Nebenwirkungen ein' frühere^ .Verglimmen: dei 
l^Ctten Lebenafnnkena. 

i In einer ao furchtbaren Alternative^ wo überwies 
gende Gründe! den .6eburtahelferbe8tlid3men, die kfinät« 
li^e EjctinH^tipn 2a tmterlaaaen, oder doc)i aufzuscbie^ 
ben; iat e«| tröstlich zu Witten^ 'dara. «roch hiebt Allei 
verloren aej^ ^enH dar Mutterkuchen zurückbleibt} 
.d^ifa ea zu allen Zeiten Meister der Kui^st gab-, welche 
jänter ähnlichen Verh^tniaaett dieselbe Maxin&e be^ 
folgten^ und dafa in den Annalen der Kunst mehrere^ 
ja man kann sagen ^ viele von den glaubwürdigi^teii 
Zeugen beo^bachtete Fälle vorkommen > die efneii 
^ücklidien Ausgang nahmen» nnd tbatsäthlich nach« ^ 
weisend dab eiu znrückgelaaaener.Mutterkucheb nichi. 
die Beduigiing einer äbsoltiten TödUicfakeit setze« 

Siu»ot,D9 Journal^ Itl, Bd^ 5s St. ^ 'S 



'^EsiNÜrt elais' würdige Anlöte ifgbnd ^nt$ grofiiea 
lateraten»: und.dn'schatflbtm BekTtg.der'D&stetrici^ 
adien Gasnistik,' alle iri den > emselbea Schrifiea dei 
Practiker zetBiftnten Fälle diesM Artider.ialteti^iJieueB 
and ajeaesteD Zeit xa samotelir uad Jii ^mi <7aozea zu 
iuedisezi^ . Vielleicht liefae sicfe aua ^dacaen ■ &f aterlalieof 
i^nter e^ea - 3oet#ihafeii Ceiichtapnsicb; gebräche, eia 
Lehrsatz gewitiAeh^idör dem Schwitttkan 4ea ia iaat 
AUeriiative befaageaen Pracükera wo 'nicht ihhüilei 
äop)i*^n(tme Art zw H^Ife käme^'-idafa aaiaJGfiwiasefi^ 
aetna Ehre ttml seine KmtTit weniger ms Gedringe g» 
mtheD, aU jetzt,rwo. JUel Veracfaied0kihaiti.dfk;Axiaicbf 
Uu und Meynnngeiii ihn 'tut kehttar Wahl kotam^n 
laaaeo.^ ^lufser :diircfa' ;eia^up{4€npetftf v.611 Sestiai# 
möngsgründen» ;die er aat lefnar «elgeiiett ffir&luungi* 
apb'^re entlehnen ma£i. '' ' 

£6 eind mir im LanFe meiner 1?r$(i£l$ KSnäge fmU 
vorgekommen, (dnd> welchem Präctiker' kotntntti aie 
nicht vor?) wo ich ges^wungen wa?, ditoNaätgeburfa^ 
geachäft künatKch (durch* EinfffihiHiiig-^i^- ganzen 
Han4) zu faeenden^> Der. Erfolg wavhieittens glHck^ 
lieb, wo die Hülfe sur fechten Zdt kämg ./leb werdd 
ein aiiderea Mal darii1bei^<)ffentIi«k^jC&öli^chaft abit^ 
gen, ^nn auch diese F'älks bieteW^n dodritralea fntet^' 
esee dar» in ao fern aie daa iPodif^e'^dem'Ke^tWen 
entgegeiftteilen^ nnd dadurch die >ßt^acti^beb Hegeln 
für das Letztere begründen-4kei{ei).' ' .Öet gegenwärtige 
Beitrag beschrankt si<^h auf 4 <SfehvtH»^ie"Mr gaoTSi 
lieber Retention des Mntli^rkucfaent, wö^oti'der letz- 
tere dartbur^ dafa die künstliche Exclitsioti ^er Nach* 



gebt^tty wtni^ iiie za spät gesGÜiehty den Tod ni<:tit alb^ 
huhaUejQ vermflg. Beigefilgt sind' diesen Fällen -nöäk 
4 BtiderCf wO" Fragmente- des Mutterkuchens zui:ück- 
Mteben crdcf 'inrücfcgelassen ^werden naufsten,''die-iif 
aw Folge Theil^ von Freyena «bgingeii , Tb%iU ttti^ei' 
ki'nl^et Nachhälfe herausgefordert Würden* 

.-.•..^ I. Fa l'V ■ • ' "'■ ^- ■ - 

* j Samstags den 12. Hprnuirg I8r4 wiirde ich des 
Abends nach -9 Ufer zur Frau voti'R, welche ä^f i^Yei^ 
Dtarehrefse na«h Hanpver von ihrer Nied4r!ciiilffi*%iJ 
fTTM »ach i^^Monaieti etJFoIgen sollte; ^ferf^scht^ WtiVdei 
berufen. Im W^gen fai?d ich den geisfvolfldH ifha gc'* 
lehrten A*tt H^*- Dr! K., der ni)# vorläufig^ bcfVlc^ 
tfate,' dais diefe DamcK (feine »Primipara y vitiiiitfä^ 
gegen xi Ülir zwar gttiikUcfa^ 'tfbei^^Siffiieyst Isngf^fä 
auf Slfngel'Und Unwirksamkeit dfer Wbliöff biifei^^Äf 
' adiMri^he^V^seKr ktelnetr Kinde ntedergekommlfh, Mhi 
gleich darnach in grofse Schwäche mit Ohfin$fd«ht^tij 
BesitintriigltoligkeiC'^tttfd ejiiet Art paralyti^Heii ,Zu- 
atändea,. Woftei die Oebälniüff^ gatiz ätdiiisäfV^ •^h'nt^ 
alle Aeüfser^ftig vbn -CbntractiM. blieJkr i VerMIei^ se/j 
Pleler Zustand -^lahre tingeachiet i^s fleiftigerr G4s* 
beauchet* inn^r ufid äufs^^i^t IteSfz«' und Belä^ongsi 
mittel zum- Tbetle iioch fbrf, ind dieserWegen/^uüft 
«eH^dn bed»tltet)d«fr Afutaarszi:^gagen> w^re, Hät1P^*c* 
£dr das kltigsie gehatten, ftetn^ 'Eicciractitiris - ^ertfnchii 
der-Piacehta von der Hebamme machen '>ftl*1a#s6^i * 
Beiaiieinte Afiktinft trif klr die EntlAi^ene mit , 

Gg a 



— 460 -r 

TodeslblaCie ttbergosieü an, wie »aeli grof«f n Ham^r- 
rbigietnt mit «ehr kleinen» getchwinden Polaen und 
xnit Uebelkeiten bei der nilndefiten Bewegung» Die 
Gebärmutter war susammeng^^ogen » aber grorä,^ wo*, 
i^ig hart «od achr hoch gelagert» das Orificiam uteri 
schwer zu erreichen und mit Biutgerin9el ang^fülll 
ohne alle bemerkbare Spur dea Mutterkucbena darin» 
oder in dejr Nähe* Vpn der Hebamme erfahr ich« dab 
viel Blnf verloren gegangen » was auch der Aixgen« 
•chein lehrte. Bei die&fsr grofaen Schwäche der Kran« 
ken» und bei dem offenbaren Wagnib iind der Üngo- 
wibheit. ded Erfolges getraute ich nicht» die künttiiclie 
£xtraction yorzvnebmen» die nnir durch Einfuln'nn^ 
der ganzen Hand möglich geworden wäre^ be^onderi 
da die Nabelschnur so äufserst achwacH und dünne 
war» dais sie gar ketp Anziehen Tertrtig. Ich rieth 
dena zu Folgß zu geistigen Embrocationen des Bau« 
cbea» und zu firomatischen » weinigen ^ Fomen tacionen 
•tatt d^r Leinsaamenköchel» welche blshier in Gebrauch 
(gezogen worden. 

De^ ^3« Hornung, Vormittags: Der Hraf* 
tezuitand ungleich besser; Leben Im Antlitze» im 
Auge» in der Bede» in !den Muskeln. Der Zustand 
des Uterus» wie. Tags vorher. Reine Nachw^rheo^ 
keine Schmerzen» t:ein ßlutabgang» • Wir gaben Alano 
mit ZiuQimtwasser. Abends 7 Uhr: Etwas fiebere 
hafte Reaction und Durst ohne vorausgegangenen 
Frost. Wohlbefinden rdem defühle nach. Lebhaftig- 
keit des Geistes. 

Den 14« Vormillage: Gute Machl mit tabigea 



Scbhfß und auAen Schweifs^m Besserer 'Kräfcezu- 
st?nd. V^eni^er «Fieber im Pulse, Seit einer Jialben 
Stunde etwa« Bewegung m^it einem Oeftihle %oi| 
Bi^nnen in' der GeBärniatter, diese selbst etwas klei« ' 
»er und tiefet^ als vorber» dabei weich. Der Mutter» 
knund gegen 2 Zoll im Ourcbmesser geöffnet und mit 
/Blti'tgerinsel angefüllt ^ der Locbienflufs ziemlich stark^ 
•chwarzblutig und übelriechend. Ich erhielt von der 
äilles Manipuliren^ verabscheuenden Kranken die £r« - 
laobnifsy einel^ection aus Kamillenthee in den Ute- 
rus zu machen* Die Incitantia wurden aus- die aro* 
laatischjfrn 'Weijaauf^rchiägjs furtgesetzt, und wegen Man« 
^gel so Stuhl* und hinreichender Harn •Ausleerung 
' Klistiere angeordnet. Nach mit tags: Qeftig^s Pie« 
ber mit Irrereden des Abends* In der Nacht Schweifse^ 
Abnahme des Fiebers, zie'mKch guter Schlaf, 

Den i'5. Vormi'tt. Puls von m'^f^igerFi'e^ueii^' 
der Bauch etwas angetrieben» aber Dicht sc&9aerzhaftf> 
Immer ist tein klopfender Schmerz iti der Stirngegend \. 
während der Fieberexacerbation , der mit dem Fieber 
eteigt und fällt. Da üsgeachtel d4r Klistiere fast gar 
kein Stuhl « und bvr sparsamer- Urinabgang erfolgte« 
#o %ruräe beschlossen 9 KÜslierls mit Bidnusöhl und 
Honig, innerlich aber eine Oehl* Emulsion von Ka* 
millenwasser mit S Gran Kampfer' zu gehen , ferner 
Einsslbungeu jdes Bauches au-s Uhguenlu Alfk. mit OA 
JHy ose* nnä Kampfor» und wegen des. übien Geruches 
4er Lochien öftere Scbeideeinspritzungen noachen zu 
lassen. Auf meinen Antiisg wurde noch am A b e n d 
desselben Tages ein Arzt der ersten Qmi» zur 



.— .462 ^ . 

' ^ '-./"' " ' ■ •' 
.^eratfaang beigezogsn, £0 w^ren Jkntx ^OfhßKS koth- 

;lialtJge Stuhlentteerangen iait ergiebigem .Harn abgaoge 
erfolgt. P€r Bauch eingesi^ssen , vreicb.; der 'Uterus 
Jkleiner^ contrahirtery gk)bo«er> tiefer, 4nehr die Unke 
fei^e einnchoiendy da er gettern in der l^itte, und frü- 
her im mer^ auch bei ent;gegen^e0etzterl^örperlage9 i« 
der repl^ten Seite lag) übrigens gan£ undchoierzJiaft«. 
Mit d/er Eioapritzung ist ein beträchtliche«» g^g^A 4 
Zoll lange« und t, Zoll breites Stück ..vorn Rande des ' 
(Matterkuchene ^bglegaogen. Der Puls. wieder häufi- 
ger und ge^n 2'Ubr NachmittsLg$ nem £xacerJbatioii 

^^mft einer kleinen Lypo^iinje uud mil krjimpfbafteni 
Zuckoa in dein Händen |ind im Qesicbte, Dermal Hei^ 
terkeit upd etwaa ejcallirte Lebhaftigkeit, Der bera^' 
thende Arzt billigte alles bisherige Kunstverfafaren lind 

, ri^th von. allen Extractidns* Vergehen ab. Jn den 
jBr<usi^n zeigte sich J&ein< Spur ^x^et Mil(;hsecrelion. , 

Den x6. Der Zustand bei naj^ derselbe. Keine 
Spuj eines MrkhprbfiesseSf kei:ve, Schmerzen im JJnn- 
lerl^be^ nuip zu>nNiilen tvattsitoniscbe.Aufgetriebenheir. 
Das Voluineti des Uterus etwas^vermiaderti, ntid dert 
>e4^ .y«>n der linktfnnJßapchseite nieder zuir rechten . 
gewendet,' Schwarzbluiige^ äufs^ri^t sttinkis^de LocUlen« 
K^tuijgemäfso.Besdiaffenheit des du/ch Klistiere solli« 
ciiirtänjStuhles. .Di^Fiebereicacerbatioa starker , mit 
kurzem Remissionen, doch ohne DeUrieu, aber mit 
ecbmetzliafter Eioigeiiommenbeit des Kopfes i» der 
Slirq/- imd Occipitalgegend ^ vielem Dursfee^uad des 
Abends mit tro^ner Zungoübd bescb weitem R«t 



D e n* 17« l^ti kr 6 Ilh r : Jch>\vatde scbn^^ILbenxf«^^ 
-J^asFieb^r hatte. die ganze Nacht Eprtgastür'mtiUQd die/ 
Kranke befaiid(«ich sehr schlecht« AeiUseriit fre«|&lente 
kleine, unter denti Fwgern zevflieUende PuUe , grdibe» 
Uiirabe^ sthw^rea Atbmen , klebrige Schweifsey Ab«^ 
ecfaeu gcfgen Arzneieiir verfaUexie# Gesiebt und ieinma^j'. 
lig^e galltohter Erbrechen ^ doch volle Geistesgegen« 
wart; kMiner^uÜfllmierzhafter ßaucb; normal zueam*^ 
meii'gezogedeiv kleiner» mder Mitte hinter derSchoos^- 
fiehnTereitii^ng . gfUgerter Uterii^; abseheüUcheV Ge** 
flffank der Lochien ungeachtet der öfcem Vaginalinjec^ 
Honen; beifse»''e^was angeschwollene* Scheide Von der ' 
ätzefQden Schärfe des Abganges, die sogat an den ein- 
gebrachten Fingern angeilbUtkUch Rötfae n^nd Jacken 
^regt. Noch während meines Das^ns Sf^üttelfroat« 
Wir beschlossen» den Bisam alle- 2 Stunden zu s 'Gran 
zu verabreichen/ — Um halb sl Xiht Nachmittags, 
jiiedicinische Beratbung» wozu nebat. dem ersten be« - 
fatbenden Arzte' noch ein zweiter der ersten Aerzie 
Wiens eingriaden ward. Die Kranke befafid sich viel 
besser. An der 'Behandlung wa'rdnichts geändert.. -!^ 
Des Abeuda eine abertnälige Zqaammentretung taait- 
^m letztern; Der Zustand der Kranken noch besser. ^> 
Sehr auffallende Remieslon, voller, ausgedefcaiter, wei* 
eher, minder hSuGger Puls mit allgemoinem warmen 
Häutdünste o'tine Hitze t die Tags? vorhen brennend 
virar. Die Kranke ist heiter und- voll Lebensmuth; 
Der Bisam» von denoi bis nun 10 Graa verbraucht wa- 
reni wird fortgesetzt. Zu den Bauchauf^chlägen wird 



. — 464 — - 

»or W«in genonmen, da der Oerück it^ no^ttUchf q 
Kräuter die Kranke zu belästigen anfängt» 

Den i& Vprmitv £ine «ehr üble Naeht mit 
starkeni noch anhaltendem ParoxiNnaa. anter Scbüttel« 
frost, scbwacher P.alfl, trockene Zange* Dei^ Bauch 
weioby echmerzloa»' ao auch die wenig Toluminoae Ge- 
bärmutter« Der Lochiaifluf« aaahaf t atinkeiid« Bei der 
Exploration» die mir nur selten geatattet^wtiKdey fand 
ich den loagetrennten Mutterkucken». wie. einep dün- 
nen Fleischkiumpe^ auf dem* etwa gegf n t J Zoll grofa 
geöffneten Muttermunde Hegen. Die Atmoepbäre des 
Bettea unauafteUich stinkend» obi^cbon tagUcb (mit 
der nötbigen Voraicfat) ein Fenater geöffnet und baor 
Rg Essig ab^dampft ward/ Schweifte; grofser pnret; 
Yollkommebf* GeijBtesgegenwiirt ; beaseico RespiraUop ; 
naturlicher Stuhl, auf Kliatire ; gehöriget Prinabgang, 
£9 wurde beacblosaen, neben dem Moechaa und Was- 
aer mit Wein zum .Geiränke, alle 3 bia 4 Smndeo ein 
kleines Klistir aus KamiUenthee mit Kamp.ber ( zn. & 
bia IQ Gran ) und Eydotter ^u geben» und VäginaUnT 
jectianen. von einem Cbinadecbct mit Zulba.t von Ruta 
machen zu lassen. Nachmittage gegex\3Uhi^ muer 
atarkor Schüttelfrost, der der Empfiodupg dejr Kranken 
zu Eo]ge immer von\ Kopfe anfangt and eifh. naipb ab- 
wärts Terbrejitet# Gleich nachdon:^ Firpat ging eii;i über 
eine, Hand grofses, g^g^l^ 5 Z^lle dickeii lUngUcht ro^n« 
dßB Stück auffgetrockneter Piacenta ab , dein sp^terbiA 
noch 2 kleine folgten» die ^ber so abscheuUcb stanken, 
dafsman sie. schnell enkferpen ma(ste. Gegen, 4^^^^ 
^ine sehr lange 'Bemission, die die ganze Nacht fort- 



Vahrle» wi Enit eine Interminion gtaiiant zn ,wef-/ 
den yerdieoty mit' niehrern Stbnden eine« ruhigen 
Sdikbe« ~ ' 

P,ea jg» Vormitt* £11x9 neue Ex^i^bation^ 
daeh mit geringerem upd kürzerm Frost up 9 Uhrt 
die noch anhält^ iund üemlich heftig iat, 0141 briinner^ 
4ürrer Zunge, etwas ' angetrieb^ein Upterleibe, aber 
feuchter Haut» guter /Hespiration , wenig lit^an'geriem 
Haupte und heiterer (Jemüthastim/nuiig. Alle gestern 
si^geordueten Mittel wurden fortgesetzt, . 

Den 20. Vor'mitt^ Üehle Nacht mit starker 
Exacerbation» die noch fort wHhrt, Etwas angetiiebe- 
aer Unterleib« dürre ZnDgp4 schwari^e And noch übel 
riechende Lochien. Dieselbe Behandlung bis, auf die 

' HHatirff ^ie aus Valeriana» Cor^. peruv. und Kauipfer 
bestehen sollten* » 

. ^Deu 2i. Vorn;iitt. G,nte l^acht ohne £xacer» 
hation mit al%emeinem» dunstigem Schweifte» und 
jqjiehrstündigem ruhigem Schlafe« D|e Puls^ mindTer 
häufig» vfeich»;zienrUich kräftig. Der Unterleib gar 
nicht aiigetrieben $ die Lochien np<ih nic^t geändert ; 

\ die Zunge an deQ Q^ndern feucht. Dei' M^dicus or- 
diuarius hatte, in d^ Nacht zur Unterhaltung, des 
Schweifses gegen eine Unze Mii(^derer< Geist im Was- 
ser yerabr^icheu lassen. PJie fiehan41ung verbUeb die-» 
selbe bis auf die \Yeinaufschlägei.- vyelche eiitlerjnt, 
wurdeu« 

Den ofiir Vormitt« Zunehmende Besserung 
mit fortwährenden gelinden. Schweifsen o^e manifeste 
Exacerbationen« ijjüfinlicb guter Schlaf und TLl&tn%t^ < 



«. 466 ,-- 

gaie llatiiing ; dunstartige Haut^ 'doch immer noch 
<. starke Fl'equenz desPulfles und vrideriicher, ftfaler Gdr 
ruch der Lochien^ die jetzt melir wälsefig, acli^iepig*^ 
^elb, 8eft^ blutgefärbt abgehen. Ich erhielt heute die 
Ertaabnifs zur Exploration | probet ich folgende Ver^ 
'hältni9se antraf: Die Lefzen des Muttermundea eehr* 
' 'wulstig, weich» klaffend » ^cbmenloa beim Angriffe,' 
den Innern Muttermund mehr contrahirt» dein llabv 
noch verwischt, das untere Segment <)er Gebärmutter 
ausgedehnt, als wenn die Gebärmutterhöt^ noch nicht 
von ^llem fremden Inhalte frei xn'neyn scfaiei^; <)och 
ging in -der Folge nichts Solides mehr ab« Die Be* 
handlung bestand in einem China -Decoct mit einer ^ 
Züthat ron Zimmtwasser, m ,tfttstiren vom ftosien, 
wie bfsher, 'und. in aromatischen Vaginallojectionen 
ohne Chinarinde. « 

Den 26. Wegen des fortbestehenden Qestank es 
der starisL fliefsenden Lochien machte ich eine tt^jection 
aus einem Aufgufse von Kamillen und Schierüibg in 
flie.Höle der Gebärmutter, deren Oeffnnn^ die Canüle 
nachgerade noch durchliefs. Ich traf bei diefser Ge- , 
1egenh6it die Lippen des Muttermundes schon etwas 
geformter an«* * Die-. Ihj^ctioii geschah ohne alle 
schmerzhafte Sensation. ' ^ 

Den 27. Voirmi'tt. Unruhige Nacht ; etwas an« 
' getriebener Bauch ; grofse Frequenz dtf<^ Pulses.^ Nach- 
mittags kam ein Fieberanfall mit Frost und Deli- 
li^n.' Die Chinarinde wutde beseitigt, und der Mo- 
schus mit Digitalis purp. (^J Gran auf die GabO 
verordnet. Die Urine fiosisen Immer etwas sparsam* 



- 'tle n- 00; < »7* Ta g d. W. B. ) Dm^ Befinden im 
ßae^en Ifesser» ' Belage Nacht mit giHcm^Sehtafe citid . 
b«tifigem\Schweifde» besonders an^ Kapfe; «twä^ veV« 

/iki4nde!r«e»HäafiglieitderPaIa8Ghläg€; noch dioFgeAQ^' ' 
getriebenb^it dea Bauches ^ ei-giebig^ Stithlebtlieeriing^ 

^l3fe ZuIngssMioch trocken und braunschwarz in der 
•Mitte mit ifeücbteifi, fleischrothen'Bandetn und Spitze« 
Bi$ waren seit dem gestrigen Abende 5' Moschuspüiyer^ 
^edes nilt-l Grkn Calomel vernetzt» gegeben worden* , 
l>i^ Lochien ^v^eniger liäufigi^ mehr sclileiinicbt-\y'äs« 
wterigf'.^nd nicht mehr sfo übel riechende 

Von nun 'an hörten ^meine ofSciefleD Beatk^be auf. 
Jfcb erfaht^ dafs sich die Wöchnerin von Tage zu Tag(B 
derlledG^falesceniifin^far-niih^re. ' 

Am S^sten März sah ich sie wiede^r. ^te sah et« 
!wa8 besser aus, war heiter, hatte gute Nächte, nur 
immeriS^ Btai'ke Schweirse während dea Schlafes, we* " 
taig Efstast, schwere Sftuhlentteerungen • sparsamen 
Harnabgang, geringen purst^ eine feuWit^ doch nicht; 
ganz reine Zange, eineR';Wenig angetriebenen und 
durchaus weichen, schmerzlosen Unterleib, einen zwar 
.tooeh'gereitzten, doch viel minder schnellen Puls, seht* 
geringen miehr wäsderigen, ganz geruchlos^i Lo« 
chialflurs. . 

. Etwa 2o Tage spater machte ich ihr wieder eine^ 
.Besuch. - Ich traf sie^amf deti^ Sopha sitzend» ziemlich 
erhoft^'Uhd i^ut aussebdndf an« - Sie war schon ein 
Paar Mal auegefahren. Nur seit ein Paar Tagen hatte ' 

- sie etwas B^se , Eingenommenheir des Kopfes nn4 ^ 
^inen schnellem Puls, welche Erscfaeinungeiii Utk oxm 



' ; ~ 468 — ^ " 

diiitrende Arzt von Molüninihus mentttttörum herlei« 
tete. .p«r Locbtalflafi/beataad in einem ««br schwa« 
dieo SiihieimabgADge. Sie wair übrigeirB eetir heite' 
und sprach von ihrer baldigen Abreite, welche auch 
nach 3 Wochen wirklich var eich ging. 

Nachiräglieh bemerke icli, dafs unsere Kranke 
eine jange Frau wart von einigen 90 Jahrein, aehr zar» 
ter Organiaation, weichem sFleische, feiner weiber 
Haut; blauen Augc;p, mittlerer Gröf^ grofser geieti« 
ger Biidang, lebhaftem etwas exaltirtem Geiste , luid 
interessanter Physiognomie. Ihre Schädelbtldung balle- 
das Aalserordentlicbet dafs in der Verlicalgegend dee 
rechten Saitenwandbeines ein beträchtliches Stück von 
d«r Hirnschale fehlte» und diese knochenlose Stelle Mofa 
mit "den Hirnbauten nud der allgemeinen Kopfdeckn 
überzogen war^ so dafs man dji» Pulsationen deiB -Gnr 
birns filbitj, und ein stärkerer Druck mit der Hand 
einen Zustapd von Betäubung hervorbrachte. Nach ' 
Ihrer Erklärung bat sich diese Lücke im Schädel einige 
Jahre vor der Pubertät, ohne giekannte Veranlasaunft 
v>aii Frey^m gebildet. Ich wage es li ichf^ dieses Pbä« 
nomen zu erkl4r^n« So Viel acheint indessen aufser 
Zweifel zu seyn, dafs 4iirch diesen Umstand i«ner po* 
larische Antagonismus^ welcher zwischen di^injSehirnf 
und dem Uterue Statt hnde^A lind beim Gebär ungsacte 
die böphflte Spannung erreicht» gestört.wurde und zur 
.laogsameii Geburt des Kindes und' des Mtftterkuchena 
wesentlich beitrug. Jede Gebnrtswehe ward von sehr 
achmerzbaften Stichen an dieser Stelle des Kopfes be« 
gleitet. Selbst der lange und schwere Kampf im Wo« 



Nachgeburt, dirscltnierztitfien Angriff, des Eokepha* 

loiiy. die öftdrn/Deli^en^ :^die ge^iHige Reaktion <!«• 

I7terii8 «; «. w- ««faefikeii; ihrem ersten Grunde sacb auf 

lener gestiörten Wecfaselwirkoksg en bemfaeu. • Dahin«* 

gegen dürfte die Ursache dea^ nicht zrat - Stande gekoin« 

snenen Hilchsecretionsprbceaseä; ViOfzt^tlch darin zu 

•nchensejn, dafs.die Gebärmutter «ine zu lan||e Ver« 

kitidnng mit dem. Mn^teirkiidhen unterlitelt^ :4in4 jlpa* 

terhin dtirch den Fäului^gsproceAi des ktitem in eine 

tnomaliache Spannung versetzt; und däduteh unßihig 

wuKde zu jenem sjmpathiichen Wechselspiel, wo* 

durch die Brüste den.- lernten Impule a»uim Abscbef«» 

dungsaae der Mikh erhalten , 4>bschon tlie voda Zu^ 

ftande^'des 6^ehirnes hedtngte adynawiacbe' Befangen- 

lieit des. Uterus nicht ^aot frei von allem" Anthtil au 

dem Nicfaterwacheif des ^ Leblos der Miichcnrgane ge« 

wesen zu seyn scheint« ^ / . 

£s Fragt sich : Hätte die* obat^trlctsciie Kunst tiicbl 
thättger seyn» und /mindestens Extractions- Versuche ' 
machen sollen t kh. glaube nicht ^ wenigstens ijn deu 
eratekzwei Tagen. des Wochenbettes nicht« Aber denr 
i4ten Horhuag gegen ii Uhr, wo der 3te Tag anfing» 
hätte meiner Meinung nach die künstliche Extractiort 
Teraucbt werden kennen ; denn um diese Zeit gingen 
Yeränderungen im Uterus vor, die offenbar auf voll« 
bradite Lösung dea Mutterkuchens und auf den Exclu^ 
aionatrieb der Natur hindeuteten , welcheu Moment 
ieh ala sehr viel versprechend fiir das .Gelingen einer 
iii diesen Zeitpunct fallenden ^irecten Kunsth^lfe an-» 



'-^ 470 -^ ' ; 

vit«ebett*g^fi|MgA'U^9 da/'der swei Zölle (iitfiDiireK«« 
^schnitt) geöffiiirte.5 uiid d«i^' dfitt-alli^lcerB fijatab«. 
gangfli-w^i^hte .MaltetmuuduiittE ^Infübrüng^:: wenii 
4iach iuclH;d«r ganzen Hand', d#ch iventgstena der* 4 
Fltigef keifuen. bedeutenden 'WldeiHtan^l :würde entge4 
gßü&t$iß\U'hAenB % Eben so. hätti^ attcham 7!«^ -Tage 
des Wochftobi^U«')der. auf, deqpi noch zlehilicb «rwel« 
Ur^n ^&iftttri!muade*U0gende, zürn: l'beile ausgati^ick« 
niefe Mtt^tQiiBaidhen :fmt JliiUfe üeineiT diesem :Zw^cke 
gemäftL edBtlriuc^n Zange »it6gckdgen>weEd)en'ko»« 
lita^ dessen llntertessong fedocb keinfeii 'Jiatiillml 
bVachtet' veii «inige Stunden später, die f^atiir .selbst 
4ie übifGlinJ«« tenrirkte« Jedoch das Entsetzen der 
Hi^nioeir viorr fedtoi Ge4aQlcen einfes heroiscb^n, odi» 
aueh tiMlien)kck Sjchainenyd^ Wer^o^c^S) 

dafs|eder<Aa«r^g;dj^er:Airi« ver^tumtiien ttnd;deiti ^d* 
hern^Gt^ote.d^ScfaonnAgweiehen^niafite, «nd auch 
weichen konnte, da Vortheil und' Nachtheir^er-V^sr . 
suche nidit rn^iheaiatisch beroehenba)" wiirenv • 

Als eine (nich* streng hieber gehörige )• afaejr £ut 
dfe Pf axifr nicht uninteressante) Zugabe führe leh noüsb 
an, dafs das nebgeborne Kind itn. Anfange s6*9duKiicb| 
kieixi un'A unreif aussah, dafe Jedermaiii^ tfn eeiher Rt* 
btthung vertweiföin niufste, on^- so" meKr^da ni? Alles 
erbrach,* v«^a9 mMi ihm einflöfste. Man gb^Se indes* 
6en> den Versuch mift einer Aiiund ntcbt vevabiSumeif 
zu dürfen, und der Zu&lR wollte # dafs pian .eine' un*^- 
langst niedergekommene "PbrMb '^fend, 'die ebei» s> 
jung als klein wavübeihiinp€iso<|tiadii<A aittsaW daä 
man ein MädcHen i'on Jt3 -n» 14 Jähren vqt ^idn.Ämge» 



H 



-^lad N^ebt tuit deflK Kii>d« und legtd'«s uixzäh/i^efj^a| 
än^ltMhe Bulfete, die.i«»M milebSa^tigy aber. v«rgl^ichr 
weUVeiu^n #o kleit]'''Vrit«|}9» aU der üt^rige vKörper« Dat 
ft(ltd war eben sp'^frtg im Sauge«» als die. i^mme ijß 
Ihii'rMbenf üudweiifl «is aüt Ihi^efißla^^ etbigteub^ 
lildir^itart'^MU&chph ^dosafaen,* das stu^fkin^üther^iTiP^ 
d«l^i eirie Pupjp^ a» deb;>Bi;i9en gefegiJ -Baa K.i n di ^^ 
%i«>h ä»il«heuds^ üa^Zekt ^laeoa x4 T^M^jkatüe^a äo «9 
V(X]rlfa^l^«(^g«>ä>M30idte»4¥BMebeik,' da&.JtitaDiübef fteJoiP 

Hf^fge^WoehciD «ipUUr.wanl €8 dick ifsdlf^t^, und fii9 
f^ikäa^Y dUlfmzn:^%''jgtLX tiklii ihehr^erkapnte. . A^^ 
diivAitime.Bakm' «ti Frisch« utid ¥öUe zu, und erf 
^l^nttb iidiniir'wibVbaft kiiKiiich«m-Geixfütb:e d«s,Ge« 
deiheua ihres geliebten PHeglings» >!«i -^ \ s t - 

" DteGrafin P.f eltie Dame von Si lafcr««,' hell* 
t^fäcren Äugen*, dutjkeln. Bahren V weichem 'Fleische» 

^^eifser^^Haut, etwa« pastösem HabHii$, ruhiger aan^f» 
tW Gemtilhsfrt,' rciigtilSr aber dpftraim men^truitt, bis*» 
"her imiiier gesuÄd^'tited «Matter .voti 8 «cfanölJ aaf ein*i ' 
ander, 'jedoch. 8ehir|('idckticb ^nä objoe bescuidere fie« 
«cbwerde g<^borhen , gesühden und W4>hige8ta1tete]i 
l^ndarn, von deben sie jedocu'kein^s selbst^ ge^tiüt^ 
nefsmicb tnit Aififange Novembera i8i5 äIs d«n Ende 
Hii'er 'Qtten Scbwatigei^tchäft iufen, um sieb 'vo,i4äufig 
iAdintn:SWi6zix'^midihth9^ul den FM eimrMoib» 



• — . 472 -r- 

l 

BU nun . za hatte ihr T imiAtr bliebe yriAb^t:^ 
Hülfe genüget;, aliein -die letzte Epoche ihrer gegen- 
wärtigen' Schwangerfichaft wurde von. Imgewohali- 
chep £racheinnn||;en begleitett^die sie mit bangen Ahn- 
dungen e^ füllten^ «nd das sontt.nie gefuhUe Bedarf* 
Ulfs einer hahera Runsthülfie bei ihr rege machten* 
6ie hatte eineii tiogehener^'BeitdH^ dec ihr dae.Gehen 
und Fahren 3u£serit beschwerlich und Ratetet ganz 
unmöglich mach^ JDabet^ rärspfirtp sie nur sehr 
echwache und x^m Tfaeil nngewähnüche Bewegungen 
^r Fxucbt > aobien am ganiten Körper aufgeduu«9n| 
liatte wenig Efstvet , unruhigen ^ Schlaf n. s« tf. Man 
wät geneigt, einen Theil dieser uhgÜDSligen. VüfbSit^ 
nisse auf Recbuung eines grdfsen »Schreckens zu briii* 
gen, der in der letzten Hälfte der Syiwaageiiwhaft. s^ut 
sie eingewirkt hatte» .» . . • ' i ' i 

So standen die Sachen^ als ich in der Nac^t trqih 
iSsten auf den apsten NoVember i8i5 um i Uhr in 
der Nacht abgeholt wurde, weil die Hebamme die Nähe* 
der Geburt ankündigte. Ich jiatt^ schon früher für 
die Beischaffung der nöthigsien blutstiili&nden Mittel 
gesorgt^ da ich mn diesem Zufalle hier d|is Meiste bef 
fürchtete. Bei meiner Aüknnft waren die W«hea seU 
ten und unbedeutend, gegen Frühe ganz .nachlassend. 
Die Hebamme sagte aus: 8|e ^nde durch den ^etwas 
geöffneten Muttermund ein^a runden Theil , den sie 
picht zu bestimmen wisse. Die innere Untersuchung 
wurde mir nich^ gestattet* * Den Bauch fand ich ^ber- 
tnäkig gtofSf aber setr weich und elastisch vpn vis» 
)em Friichtwäsier. In der Frühe eutfer a^ ich npJch 



. "Wieder, nadidem ich derH<i»j|iia[Bi^ den üatli gegebeq, 

|^e Eyhänjte zu'aprengen» sobald sieb die Gelegenheit 

^ «tfaza dec^bi /weil iibdarih das wichtigste MUijel ^r* 

^blickte, die Gel^yrJt in Gang za bripgen und einem 

^tonischen Zustande deic Gebärmuiter mit allen ihren 

^.drohenden .FoIgeii,v0rzabe¥igen«^ ^;. , ^ 

Ifach^iittags um 2 Uhr desselben Tages wurde ich 

wieder berufen*. Jcb vernahm > dafs die Waaser» von 

der Hebammen gesprengt^ abgegangen» un4 die Wel\en 

seitdem, qtwas stärker u^d häufiger v^ären* Des Wast 

.eera war eine ap, ungeheuere M.epge. abgeflossen, dafe 

.ein ganjßea Schaff^ idas über x;i Maä IstUUf damit an« 

/•gefüllt wi^r^* .^jp^s^lVa^ser selbfl y^rar zwar hell^ ,a^r 

.'übet riechend. . jp^r Bauch w^«jeUt;\^g^jLunkeA^^ 

.,f^urserge«Yöhnlich^ iflein • und. dif , Gebäirmu tter bH4e|e 

> in der untern^ ßajiphg^g^nd eine circumsqripte, fleisch* 

weiche Geschwulst von sehr mäfsigeip IJmfange^ ^..^f* 

uns ich a^f:efn kleines und y^atirscheinlichtodies Kind 

•chloij« Die Heban^me erklärte nun bestimm^^Kd^s . 

der -Steifs eintrete^ . ^, , t .. - r'-i.': 

Ich m^fs gestehen, dafs ich jetet dem besteir ^ps« 

gange entgegen ^ah^ sintemal mir durch den fi^üj^fy^n 

j.undgän^chen Abgang des ; Er^ch;tyv4ssers der Gefal^r 

,.des..voa mir befücchte^niJäiutflufses ))ii4änglich yqf* 

'. gebeugt zti seyn^ schien* JDa nun. {gegen 4J^end^^4^a 

Wehen wieder nsif^hliefsen^. ji^d ef^^f9ft ^^^^^^\^^^ 

' wedei: die^Xiebär^de^t noch dfr.fjl^te auf die jGegeqfc 

. wart. eine9..6e,l](^K^t«(helfers , einen ^^S9i^^rn W«Uth J^^r 

ten, und i^c^v^Uef V^ertrauen;4^;Hjsbamme^ugewe{i- 

Smmboldm jQunuJ, IJI. Bd. 5s St. ^ ll h 



<A1)fctf(iNf ttiictf *ti em^ferhin^ was'inan auch sehir grtn 
^gestKehen ließ. •' ' ^ *; * * - j ,; 

- " * In der Frürie^den 5ö»tcn tim 4 liHw wtirtle ich wie- 
•der beschickt. Vih fcälb fi Uhr m der t>9acht war ub- 
. 'tet'fichwachen Weli^W die GeBurt ^ines todten Ktndeii 
das jeinen unverb'altnifttnXf^ig' kleinen Köpf und eine 
^sfeiffc* gespaltete ^Öb<*4-Hp'pe^ hatte"» "und ^'choh Sparen 
^eihed frühenr Tödg» 3n''Mchtriig,'V6r sich gegaDgeo. 
* ülc 'Nachricht' vom Tbdd dc»*Sindes hatte einen aebr 
"Ätarlcfen Eindruck auf das Gerhüth der M\itter gemachf; 
' dessen ungeachtet befand sie aicb.in der'^rsleit balBlfti 
*8tuhde nach der Nitederknnft fefehr*WoKI^ dann $bir 
'V*rd sie sphwagh;^ We'Nafcbgtbtift 'ifefgPe Äicbr,' an<:h 
%Mffe"tfeh 8i'^&'*fer^ NathwVhem IcÄ erkundigte Ai^h. 
^^^cB, db keine HähiijrThagieSyt gefunden? Die 
'^%^'ä'mn(lef ^'öatand, difs zweimal ein' staf^dr Qufs Bim 
*lie^vörgestürzt aey* ' " *' •'*; 

' *' '*AU ich zar'GrH>"^reridcn kam,* ' find 'ich sie sehr 
^\)fäfa^ bait eing'ef^lleneift Gerfchtö, ohne ^ulse, ^oU 
Schlaf, g'ähnendy mit matten Augen^ g^g^n Ohnoiach« 
'^en kämjjfend,' slcW Sn^jtHch hin' * und her werfend, 
'^'JSft'Evsticküngszufjinerf bedroht «nfiia faach Athei^ riii- 
^^ind; äiid dein *ßtW(i*V^längend', ttiit fcusdh'nürendem 
"TKVafai^fe Jm '^Aa\S€i' tMivuWiVi8<iheiii^»<JÄ«§ungen iin 
'-UnWVklrfe^/utia MtWiÄt die ohAii« GKeBini&cn wie 
'Ifefil^mcK zücbhfl? '«HktÄofs^kefrie«;'; ■■•'[ ^ 
•^ -''kiwzt biä *iteti''Wä nidHt!^ #fe«irtlldifeti' gethan, 
•4ind-»a/VjrA*Mi?lgct «ßi »i-töffei^VÖ^ 
•%ha^ - gcfiSftehW^ MürüihtAixtW t^affreicht • Worden» 
^^bet^müMir^Wa^ »Jd^a iieäiliU %iabttrtteDges^- . 



geri. ich rieb $ogl6ich de^ Vitriölather kiaflig ih c(«ä 
^nterbaüch eini gab öftei^s Voll der ZimrntnirXtüi^i uüd 
'die grofae Gtffahr ^insebeüid^ Itefs ich sagleicTi um ded 
'Haüsarzi^ Ttt^, liti S,\ sdncken , der iti 2^e!V vofi 
-einer Stande beiläufig eintraf. Mitt'erweile hafte ich" 
•eirieft' Elctractionslrersuch von der Hebäniine madheni 
iaisaeix^ der tehlschlug. Ich uhtersücbte nun selbst 
(Äürii ersten Male) und fand keine Spur voh deir Pia- 
tenta* Zur künitlicben Lösuiig und Handaüsiiehuhg 
konnte ich naich nicht entschlief^ienj da der Schwache-^ 
iKustahd ±\i gi^of-j Wat, jedweder Äugenblick nailr einem' 
AusbliUche-all^eiileiner Zückungen drohte, Und icfr-bd- 
' furchten müfste, 'c^afd die Gebärende unter der Opera- 
tion oder gleich darnach ihren Geist aufgeben würd^* 
*lch hielt mich iiiiti lemporislrenden Ves fahren um sd 
•theht berechtige!: j da für den Augenblick kein BIdt 
'flofs und zu hoffen sränd^ dafs faach einiger Erhöjurtg 
det Kräfte neue Wehen mit Conträctioneii des üte- 
Irus eintreten, und die l^iacentä lösen und in dld 
. Scheide (reiben , oder doch die künstlicji torzuneh- 
^liiende E'xtraction untetstützen würdep. Vor der Hand 
richteten wir uns^r Hauptaügehmerk auf den allge- 
'n]ein,en Erschopfi^ngszustahd uftd jas Kranapfhafte,- 
welches* ihtti beigesellt Svar urid gebrauchten in dieser 
doppelt^en' Hinsitht eiiife Mischung aUs Aqua Cinamti 
Jiq\ Caitor: und Spiritu C\ Ci Da. ifidessen die 
-.Schwäche anhielt^ die Pulse Immer noch kaum zu 
' fühlen war^n» und die hdchsie Gefahr dein Leben dro- 
hete, eo verlarigten wir öin Co^äWmtiij wozu wir 



einen Arzt der höchtten Competenz und efoen boch« 
berühmten Meister der Geburtahülfe vorschingen. . 
Gegen 9 Ubr desselben Morgens hatte die Znaani« 
mentretung. Statt» Die'Kranke hatte sich etwas erholti 
die convulsi viseben Bewegungen und die Beängttigao« 
gen bitten nachgelassen. Die beiden consahirenden 
Kunfitgeoossen hatten das bisherige Verfahren gut ge« 
bilfsen, und man kam überein» Wehen abzuwarten 
und die Ausfcbliersong des Mutterkuchens der Natur 
zu überlassen , in so lang keine Hämmorrhägie oder 
andere Symptomatä urgentia eintreten würden. £ei 
der Exploration fand ich die Lippen des Mat;terman« 
des schlapp, und klaffend« den innern Mutrera^und 
aber zusamniengezogen. Blut ßofo keine,§. Wir bat« 
ten schon früher auf den Unterleib Fomenta aroma^ 
tico • vinosa überschlagen lassen , welche beibehalten 
wurden. Auf den Vorschlag des consultjrenden Airz« 
tes. wurde eine Mischung von Zininitwasaer mit i| 

'Quentchen Chinae^tract» abwechselnd mit der obigen 
Kramptmixtur zu geben, verordnet. , 

Abends 7 Uhr: Mehr Blutabgang. VieF Durst 
und Kopfwehe gegen ' die Stirne hin« Starke SQinno- 
lenz und Schlaf, der zwar ruhig, aber ohne Erquik« 
kang ist, und den Kopfschmerz vermehrt. Keine 

JNachgeburtswehen« Zi^wei|en etwas Frost mit dar- 
auf folgender mäfsiger IJitze. Der Puls füblbarer, 
aber ungleich und sehr fre^uent. Örofse £mpßndlicli- 
keit des Bauches, besonders des Nabels und Schmer- 
zen beim Umwenden f (doch hatten diese letztern Be* 
•chwerden schon in di^r letzten Bchwangerachäftszeit 



Blatt g^Fünden) dagiegeii ist die Gebärmutter, die luika 
liegt, zaweilen härter wird und ^Isdaan mehr gegen 
die Miwle sich wendet» ohne alle schmerzhafte Sensa- 
tion beim Begreifen., Auf ein bbigebraghtes Klistier 
Iceine Stuhlen tleerung^ aber viel Urin« ~ Es würde eim 
JEmuls. amy gdäh ly\\^.m\l Mucilag. gg. arah. ^S, 
laud. liquid, gutt, vjjj, Syrüp, JDiaöod, ?j\ löffelv^eisd 

^n nehmen verordnet. V * 

Abends 10 üfer: Mehr Abgang von flüfsigem, 
etwas übel riechendem Blute« Viel Schlaf, und beim 
Erwachen ein inoxdeutanes Suhdelirium/ Sonst keine 
seuen Zufälle. Diese zwei Erscheinungen bestimm- 
ten zum Vei«acl(ie einer künstlichen Extraction. Man 
wollte jedoch die ]\|einut\g des bei dem Consilii^m 
nicl^t erschienen^en consultirendeil Arztes, auf dessen 
Bath wir alle hohen Wertlt legten, vorhejr einholen, 
welchen Auftrag der Ordinarius aiif sich nahm. Jener 
ha'.tedie Gefälligkeit selbst zu kommen, lind eht8chic4 
gleicllfdlls für eitaen nicht gewaltsamen Versuch. Die 
Operation ward mir aufgetragen. Ich bestand darauf, 
dafs der consuUirehde Geburtshelfer vorher zur Ex- 
ploration zuj;ela8sen werde. Ks geschah. Er entschied 
für die Möglichkeit Und sogar füi; leichte Ausfülirbarf 
keit der Operation. Ich schritt dazu in Gegenwart der 
KuBStgenossen. Ich ttaf die hintere Lippe des Mut- 
termundes dick^ lang und schlapp herabhängend fn 
der innere^Muttermund liefs kaum zwei Finger zu. 
Ich gewahrte Etwas von der partiell losgetrennten Pla- 
centa. Ich suchte nun mit den Fingern- den Innern 
liattermund allm'älig zu erweitern, uüi zuletzt die 



^^apcl 4ar^9ufiihKen, In deip Aagenblicke.djea Erweis- 
feirungsvereuchea. entstand ein solcher st^river KrampF, - 
^afs ich kaum noch ^itien Finger >eiii bringen kpnnte« 
If:h yv^rtete ruhig. Per ^innere) Mpttermund eröff«^ 
peie sich wieder auf zwei Fingert bli^b aber so hart 
und widerstehend, daf^ es unmogMuh war, die Hand» 
Pider auch nur dtn Dautpeii noch einzubringen. Ich 
fafste nun diejgelöste Partie des Mutterkuchen^ mit den 
jbeidcn eingeführten Fingera, c^rgriff mit der hindern 
fland die hinter den Scbaamknocheii hiaiaufende, und 
viele Festigkeit versprechende Nabelschnur und .zog 
heide gleichieitig an» um die ganze Masse mehr herab 
zu bewegen. £e rifs ^ibejr die N4belschnur ^b, und bei 
fiet Unthunlichkeit zua^ Ziele zü gelangen, naufste Ich 
vQipL weitern Versuchen . abstehen* Während dieses 
Handwirkena flof^ viel schwarzes, mirsfat^iges, übeU 
ilechendes^Iut ab, worauf der Uterus. ein kleineres 
Voli^men erluert. . Die Kranke spijrte nichts von 
ßcbmerzen nach der Operation. Man begnügte sieb, 
ein ge^\4rmtes mit Yitriolnaphta besprengtes Tuch 
^uf deri Bauch zu leg^n, und die Kranke der Bube. 
,zu ilbetlassen. Der übrige Theil der, Nacht verflofs 
ruhig unter zeitweisem Schlafe. Nicht yiel heutiger 
Xochia]abgang. Keine J^aticfl^chmerzen. Aber'etwas 
Fieber mit vielem Darste. 

P.,ep !♦, Dec/ Mitt. i Uhr: Die Umstand« 
dieselben. GroP;er KopfecTimerz von ^ der Stirne bis 
zum Hinterkopfe. Weder VVeh^u noch Kreuzschi^er-* 
zen.. Mäfsiger, blutwäfseriger Lochialabgang. Die 
Emiilsion wird fortgesetzt^ jedoch ohne Laudanum« 



XJcbcnher 4)ftip^e^B,pghlQp8,. ^v^cjft jjiiwencn mit Eydat« 
ter,. Abends (J. y,hr.(Qhne mich i wegen yerbiiw 
- derung): Der coi^sultliendeGeburtsb^ifer fapd ^ei djsr 
, Exploration 'etw^* 79™, Mutiej^kviiphen im Mutter* 
mund«, ohne e«, we^nebm^n z,i^ können oder zu 
wollen. 

Den 2. Dec. Frühe: Ruhige Nacht mit an- 
faaltend^ip Schlafe und allgemeinem Besser befinden 
ohne Fiebctr und mit geringem Kopfschmerz. Bauch 
Tind Uterus ojine allen Scbmerz, nur jener etwas ange- 
trieben« Keii^ StubS anfser auf das dritte K,listier ohne 
, fäcalen Inhalt, ohneracbtet einer viertelstüi^digen An« 
strengnng. Die Kranke sit/t, und j»ibt §ich jede be- 
liebige Lage obn^ Arlwandlang von Uebelkeit. üeber-» 
h^upt scheint der Operationsreitz .in der vorhergehen- 
den Nacht belebend gewirkt ^zu h^ben, die Krankeist . 
8« rtdem, heiterer und jcraftiger* Sie erhält ein ^erwei- 
chendes Cafapl^sma auf die Uterinalgegend, und Was» 
«er mit etwas Wein gemischt zum Getränke. Abends 
6 Ühr. Der consuiltirende Geburtshelfer machte di« 
funesteste Prognose, auf seine JB^rfahrung sich berur, 
fend« zufolge welcher alle Wöchnerinnen sterben, bei.^ 
denen die tlacenta zurückbleibt. Diese Me?nung , 
wurde von den 3 übrigen Gonaulenten bestritten ; be- r 
s sonders stellte der gelehr;te und bocherfahrne consulti- 
rende Arzt seine eigenen und von andern bewährten 
Praktikern gemacbiien f^rfahrupgen- dieser Behauptung ^ 
entgegefu Ich bezog mich insonderheit auf den vor* 
laicht gar z Jahj;en mir vorgekommenen Falll, den , 
der Leser kej||^t^j 4ii)d den j<sner consultirende Arzt 



— 480 ^; 

tn/tbehändeln hatf^ Ich hatte Seitdem eioeii ähnlichen 
Fall bei einer Primipara mit einem würdigen practi- 
achen Arzte zu lieobachten und zu^ behandeln Gele« 
genheit, welcher ebenfalls einen glücklichen Ausgang 
nahm. ( Nähere Hunde gibt der Fall V. dieaee Auf« 
•atzes.) Man gab indessen'ao weit nach, dafa ein neuer, 
nicht gewaltsamer Extractiona- Versuch unternommen 
werden sollte. Ich gestand offenhera^ig mein Unver« 
mögen des Gelingens, nachdem. ich bei der vorläufig 
angestellten Exploration den 'iofsern Muttermund zwar 
weich und wulstig, .von der PUcenta aber gar nichta 
angetl'offen hatte. Ich ersuchte dem zu Folge jenen 
Meister, der die Kranke ebenfalls uniersuckt bMtte, 
den Versuch selbst zu machen ; wozu er sich zuletzt 
auch herbei Uefs. £r verrichtete die Operation in met« 
ner und de& Ordinarius Gc'genwart, gestajud jedoch 
sehr bald ein, dafs die Extraction nicht thunlich sej, 
well die Zusadimenziehung des (innern) Mutternauri« 
des sokhes nicht zulasse. Der Geruch der etwas 
schwarz gerärbten Lochien war übel» doch nicht der^ 

> Dunstkreis um*s Bette. Die Kranke fühlte sieh achwä* 
eher und hatte etwas Fieber. Auch war der Bauth 
inä^dif) .angetrieben» aber weich und schmerzlos. Es 

' blieb bei der Emuls* ämygd. gummosa und bei den 
Ueb^rschlägen auf den Ünterlefl). 

Den 3. Dec. Vormitt. IJn ruh Ige, schlaflose 
Nacht. Um halb 2 Uhr trat ein "Fieberanfall ein (ohne 
Frost) mit Mattigkeir, Ktipfschmert', ^erihgeni Reis- 

. aen in Aen Schultern und Schenkeln und drei, Laxir- 
itiiblen mit Bauchgrimmen« SchOtl Abehds vorher war , 



^Q eoplaser weicher Stuhl abgesetzt worden: Der' 
;^. Tumult dauerte. bis gegen l|alb 6phr in der Frübei 
wo das Fidber nachliefsf Bube und et>vas Scblaf er- 
folgten, £s ward «ein schwaches Chiharincle-Decoct 
yerordnet» und /das Aufstellen und Herumgehen em« • 
pfohlen» weil der consultirende Geburtshel£ißr bei der 
-Exploration den Muttermund sehr weich und nachgie« 
big9 den Uterus kleiner ^nd tiefer angetroffen hatte« 
Ich mufs bekennen, dafs beide Anordnungen meiner 
Ansicht nicht zusagten. Idh besuchte die Kranke ge* 
gen 11 Uhr» wo man sich eben mit den Vorbereituh-' 
gen zur Ambulation beschäftigte* Ich blieb zugegen» 
lim die Sache zu leiten , unc^ des Erfolges zu wachen^ 
Das Gehen fiel der Kranken sehr schwer;' sie konnte^ 
von zwei Menschen unterstützt, nur ein Paar Schritte 
macheni und mi^fste sich dann niedersetzen | um aus« 
zuruhen. Doch wandelte s^e keine Uebelkeit an^; auch 
meldeten sich weder Baücb" noch Kreuzschmerzen« 
Ich liefs sie bald wie<lfcr zu Bette bringen^ Abends:, 
Noch Fieber und Kopfechmerz. Seit 12 Übr An-^ 
achwellung der Brü^te^ und allgemeiner Hautdunst* 
Etwas flatulent angetriebener Bauch mit einiger Em- 
pfindlichkeit beim Drucke. Das Fieber wird einsttm- 
wig für ein F. lactea anerkannt, pie Vei^ordriung , 
besteht in der Mmuls, ^umfnosa statt des China -Ab- 
sudes und einem ^rweichentlen Klistiere. 
' "'Den 4. Dec. Vormiit. Gute Nacht mi,t 49tun- 
dlgem Schläfe. Weniger Fieber und Kopfschmera. 
Weicher, nicht angetriebener, nicht erapfimilicher 
Bauch« Kleiner, mehr rechts und tief liegender Ute- 



; .. -. 482/ -^;- , '" ^ 

ms 9 wie bei , gewöhnlichen Wdchnerinnen> Nocb 
Spannung in den Brü$teil^. Bein Schwbirs, aber viel 
Mador. ZuFolge der von diem conaaltirenden Geburns- 
belfer vorgenoo^imcnen Exploration ist Mund tind 
Hals der Gebärmutter sehr welch und Alles natürlich 
beschaffen; von der l^lapenta fast nichts w^hrzuneh- 
^ men. Der Lochialflufs hat zugenommen und besteht 
in einer serösen, schv^ärzlich gemischten und übel rie- 
chenden Feuchtigkeit» Der Kräftezustand ist gut. Es 
wird eine Fleisch- Sauce erlaubt, da Efalust besteht. 
Eibiscbthee, JEmuhia gummosa^ und nebst den Um- 
ichlägen, Einreibungen des Unterleibs mit Baisama. 
embryoniSf und ^Weichende Klistiere sind die ,aoge- 
Ordneteö Mittel« Abendliches Conail. Fort^ 
währendes mäfsiges lieber "^ mit kleinem sdbwachea 
Pulse, sehr mäj^igem Durste, gewöhnlichem HopC« 
schmerze i welken Brüsten , sehr , copiosem seröaem, 
laicht sehr übel riechendem Locbialflofse, der auf den , 
Tüchern einen Chgkoliidähnlichen Satz (von zensetz« 
teixi Blute) zurnckläfst, etvyas. aufgeblälitem Bauche 
und einem- krampfhaften Zusammjenzieben des Halses 
wie beim Hysterismust das der Krankcfn sehr lästig 
fällt, den ganzen Nachmittag anhielt und auf Kamil- 
lenthee nachliers.' Ich erhielt den Auftrag zu explori* 
req, wobei ich/ den Muttermund mehr contrahirt, je- 
doch weich und den .Hals» verJängertr wie bei einer 
gesunden Wöchnerin antraf; der ^igefinger drang 
ungehindert bis' zum innern Muttermunde, der mehr 
verengert v^ar. Die bisherige, EpiUlsidn wurde fort* 



gesetzt, }^ä<jth mit einem Zusätze von ^dquä eastqr^ 
5i^^ und Syrup^ I)iaood. 5j, 

Den 5. Dec* früh: Gute Napht. I^eniger 
Fiebfer, Weicher eingesessener Unterleib. Drei ge- 
haltvolle breyichte Stühle. Copio^e, seröse, shwarz- 
Jicht tingirtt» übel riechende Lochien. Ich st:hlage 
^ine Injection von Ramilieriaufgurs in die llöle des 
Uteriis vOKf die ^ngenomäaen , . und gemacht wird« 
Der Umschlag auf den Bauch wird beseitigt,, mit den 
Klistieren fortgefahren, und etwas Wein mit laueui 
Wasser zu tpiuken gestattet. 

Den $. Dec. Vorraitt. Sehr gutes Befinden. 
Fieberlosigkeit. Efslust. Sehr copiober Lochiaißufa 
von der bisherigen Qualität* Starke, stercorale Stuhle, 
aussonderung ohne Klistier, doch mit etwas Bauche 
grimmen vorher, welches aber schon i^i der Schwan* 
gerschaft, ja auch in den4l^tz(en Schwarigerschaften öf* 
tersiind beinaVtegewuhulidi Statt fand. Keiiie Arzneien, 
Abend SU Weniger Wohlbef/nden mjit etwas ßqber- 
baftem Pulse, Stimkopfsc^merz und Mattigkeitsge- 
fühle. Uebler» doch picht aashafter Geruch in allen. 
Zimmern. Sehr starker Locbialflufs. 

Den 7.. Dec. Unruhige, schlaflose Nacht mit 
fliegender Hitze. Gegen 3 Uhr mehr Ruhe und mit- 
unte^r Schlaf, aber n>cht erquickend and mit unruhi« 
gen Träumen, worüber die Kranke fast immer klagt. 
Wenigem Fieber und Kopfschmerz, zuweilen mit Sti- 
chen in der linken Schlafge'gend. Weicher unschmerz« 
hafter Bauch; kleiner» zusammengezogener Uterus^ 
weit unterm Nabel liegend. Bei der Exploration fand 



, -. ,484 — 

ich den Matterhala minder lang; rückwärts hinrer 
dem Muttermunde» das untere Segment des Icterus 
schwer und voll, (woraus ich^uf die voUehdete Tren- 
nung der Piaceota schlors). Ith machte eine Jnjec« 
tion' in die Gebärniutte'r von KamillenaufguTs. Beim 
Durchführen der llöhre entstand ein wehenartiges, iä- , 
stiges Drangen unter, hä^pfigem Auiflüfse der Lochien» 

Den 8. Dec« VoTmitt« Unruhige Nacht; ge* 
|:cn Tag Ruhe und Schlaf. Kein Fieber; aber Kopf- 
schmerz mit Nachla/^s nach dem Frühstücke. Güte £fs- 
lust. Weicher kleiner Bauch. Einige Verminderung 
der Locbienk Uebler Geruch im \Yocheazh»mer/ we- 
niger in den Unterlagen. £in ziehender Schmerz F<>n' 
den Schlafen gegen di^ Gelenkfuge des 'Unterkiefers 
mit etwas Schmerz beim l(auen. Der consult. G. H, 
explof-lrte. und traf den Mutte.rhals kür.zer tind den 
Muttermund hiinder contrahirt an. Mit dem FirLger 
kam ein kleines Stückchen Placentamasse zum Yor- 
acb^in» das roth^ frisch und ohne* allen üblen Geruch,- 
war, und andeutete, dafs die Piacenta noch einiger 
Mafsen vegetire, folglich noch nicht ganz gelöst sey, 
und zum Theile noch in orgapiacber Verbindung mit 
dem Uterus stehe. Keifie Arznei; Fleis^hdiät mit^ 
etwas Wein zum Wasser. Abends: Frühstück, Mit- 
tagessen und Collation sind mit grofsem Appetite ver- 
zehrt worden ; nur dew Schlaf nach dem Essen war 
ermattend^ so wie überhaupt jeder Schlaf mehr er- 
mattend,, als erquickend ist. Etwas gereitzter Puls, 
Minderer Kopf» und Kinbackendcbmerz. Heiterkeit 



Ae9 QeisteB. Die Lochieo habf^n noch immer den chd«^ 

koladähnlithen Satz. . ' \ ,« 

De.Yi 9v De<c. Il^bige .Nacht mit mehr evqnik- 
kendem Schilde* Freierer Kopf. / Fortbestehende Efs« 
lu^t« Minder, häufiger aird minder serdaer l<o^hialflu;fe 
mit vielem dickem, sciiv^arz^'n Satze auf deii Tücheri^» 
Keine Arznei« Reichlichere IJ^ahrung iind ein wenig 
anfznatei^en wird eriatibt. 

Den lo, D e c« V o r,rn i 1 1. Minder .gnte Nacht ' 
und behr Gefühl von Mattigkeit. GiHe Ef&lust Hei- 
terkeit dea Kjopfea» paa Aaffltebeii wird anteraagt* 
Abendar: Nachmiltaga .An^falle von hyateriachem 
Kranipfe xbtt ZusamiKienschnilrQng dea tiai^lia» vielem 
Husten» Beengpng. der^fiurn^,.£iiii^ndlicbkeit der hy-» 
p.ogaatriacben Qeg^iyd .nnd J€hmerzhef(en ,$ensationen 
im Ute;»!« beixn Husten«. Etwas «gereiiztfr Puls, pan^ 
beiferer,. achpierz freier HQpf«. Weicher fiau^, ^j^f^ 
von eelbat erfolgte StuhUpssonderuog, I>ie Verord* 
nung besteht in einer^Hiaehang von Jf, Chfimom,, ^t 
Castjorei^ einem KamiUenkiiatiere und w^^men Ti^ 
ehern, auf den Bauch. 

. : ^ Den 11. Dec. Sehr gute Nacht mit Nachlab 
.aller KrampfzjuPäjIe* .Freier Kopf. Die L^pchien von . 
^^erselben Qualität. Die übrigen, Verfaältni^ae gut. Bei 
' dpr JExpIqratiop fand icli daa untere Segment dea Ütc^ 
rua hinter dem.Schooabogen^ingietriebei^i .und'wie mit 
einer A^achweichen Maase angeföUt^ den Muttern^und 
«tark gegen daa heilige Bein atebend» mit koi«em Halse 
und kaum etwas geöffnet« Der snriiqkk^hr'ende Fin« 
ger war mit einer dicken^ moderigen ^ achwarzgrapea . 



Feiicfittgkeit über^ogei), die Ksfaliih rock £$ v^üt4e 

wieder flas AuFstehen gestattet. ^ •* 

Den n'. r>ec.* Zicitolich gut8 Naclit. 'Wekheri 
It leinet, nrischrtierzhaf ler BaöcH. - Keiir Kopfschmerz 
'und keFnfRrfiVripfe.' GuteEÄlüst. Seht märsiger Lo- 
•chienBufs. Elwäa Tieb^r im Pulse« Üebertiaajjt ist 
•die Wöchnerin nie ganz' frei vortj Piel)er^ nur macbt 
es irreguläre Exacerbationen , die jedoch sehr schwach 
^iind, DFe hed^ntendsfe' iiWd'Virig'ste iöt- gewöhnlich 
'vor MitternacÄtünd dÄuert bis gtgen 2!^hrj diann ef* 
*fo1gt efVffe 8fai1te.Tiran8pi4nat1ob, dife bis zuth'Tageao- 
%'ilt öAd &eim*Eywafeben\am Ü^ärk^ten ist. • < - 
^^ De'ii'-iS. 'I>efc; Wie gÄstetn, nur gi^öfserelfa^- 
'tJgkeit Vdri 'pr!5trai»i#tÄnTft»bferi''Uarfd^och g^reililct - 
'Pnis. M^n^waird ei^fg/ 'cih ^ei^ftte» jD^^o^^-' Chinete 
\nit einer fcütbat vöii Jl^, Cinätn: in versti(?hen. Ab- 
^erge da^ii g^ben da« Fieber mit öffehbareV« Fe'riodiiti- 
TäT^ die äÜgem^ihe SchWache/ das bkfd« Gfe^icbt, der 
^astöse'Habitjas 'btef gänzlicher' Scbmerrlosigkeit des 
IJm^rFeHi*;' ht-'-ÖÄ^ fieberfreie« Zeit i^^irddai Aufste- 
hen erlaubt, und die Lage auf 'einem Sipha eniprbMen« 
*6e^en tof ühf hatte dfe Kranke eine härtete ^tthlent- 
leeVu-ng, Webisr^sie Etwas dtfirch die Söheiöe'iHbgeheh 
*fQbIt^, aal* i wischen- den Schamlippen stecKen blieb. 
"Es'wair* efti^'fSnfegrtifees Fragment voiS de^ Ffacent^, 
-das ha6h ÖHie!^Stt^n'dfe> vvd ich es sal^, nV^ch ganz-A-Fsch- 
'atÄrafii.''*kh -eipJnrirte bei der Gelegenheit^ t^Üd^fahfl 
den' äüfs^rti' Mrftterrflimd-Metwa* eVw^itert,- ;d\jh- ^b 
^s^hlr Verkürzt fehff' Seh bnterii Göb'a>^Ti*t#flrb8t^ht?»^ 
Iiititöe "den MS6h«tKrbelnent- ^fletseb^fat angeIrKdbeu'» ä^ 



Va^nahföck iraihc* nocÄ s^rk nacH iem li. -Bdiie ge- 
^richtek und tiefer in die Scheide gesenkt. Did am 
-fiBger kliebende, moderige Feuchtigkeit focb sehr 
•Übel/ >- •/ ^ '•'• -' ■ • • ■ ; — - 

•• ' Den 14. Dec» Sehr gute Wischt lioftiir^ickcnH 
^Äem' Sfchla'feV Wlfniger Mattigfcelligertihl. -' Verft»ii. 
'^dertcr Lbchisilfluft/ Meftr Leben im aStig^ "B^^a-gt- 
' fijianntcr, doch I^ldner't^nichnierijhiftief-Btfttth/ Qi* 
•dtei-ri 'Wäcbmitlags EtngehoihTOenheit'iJed Kcipfoft mit 
ScHwintleK iKeute gan^ freier Kopf J Ufer Chinaab&ttd 
ittlt ZiÄiiÄtwa^s^r • wftfd fortgesetzt - sJfü'WÖslöttiil alfa 
^ttSruridem" '"'* ^ - t. '- . ■ i — ^''^". . ^^ 

" ' Den i5. Decc"^ üebl», ttnrühlgfcf "Nacht dürcli 
Exac^^b^ition des'Fieber^s. Etwas- Kiäpf schmerz. Ab- 
"inafeöd des bidher^bcvyiifsenen MüA€?d?-'»^R^iri' Sluttt 
äW^Wctilet der Kli&'tiÄy'Kieiijef; aber^SÄv^s^geapanÄ^ 
*te/Bauch* Vermindertet ,^ jedoch 'd6r'*Öua^ität Aach 
'nnv^ländctter LochienWufä; Vermehifler 'Ötf9tcn'>aelt 
'dem Gebrauche derChinii der sich eigeht^ic?^ anSi loteii 
\tXL äiifsern anfinge' Ah Brnga nieh^ ünibsr defifVFirro eines 
' iiysteHachen Krampfes ni|t Zdsc9in4iir\in^ -'des Halses 
'4ind 'Beengung de^'Brusty auch mehr Anfall^elöe» spä- 
ter aühaTr^iider aM eiiÜR^izhusten ohne A4i^#ur<v^ ibAt 
' doch' n^it' peripaisehen ' VerschliinnarerdrfgefaV ^' Kein 
t&bler Geruch m^iif'in den 2)immern schon seiteihi- 
-gen Tagen.. Deii Lochralabgang iüfäfröfernf wurdeii 
erweichende Eln'ipVilfeungen in die Scli^de hbgeord- 
*ineu\!tz^i>eo: Chindetorigeseizt» Das letzter^ schien 
mh' dih Husten zn vermehi^en und die Lothieii' zla 
vermindern« ' ' - ' ' .. i 1; .^j. 



— 488 - ; ; 

^ De.n 'i6*'Dec. Kein Fieber. seit geatem Nach- 
mittag; Abends eine aurserordentlich starke» Facnleiate, 
natürliche Slublentleerung, Worauf gröfae Erleichte- 
rang. Kein Schlaf in der Nacbt bis früh 7 Uhr wegen 
§Uiiihm pusten,, der le^ und mit Beklemmung ver- 
«bunden ist.^.. Beidea ¥ermebrt in der Kückenla^e mit 
-niedrigem Kop&^ erleichtert in der Sr*itenLage* . Der 
Bauch äuber^t klein .und nicht, ofebr gespannt. Die 
'Lochien, der, Qualität nacji. immer dieselben» nur min- 
der übel riechend,! ^ißhßp aeit gestern Abends wieder 
.häufiger« Beider Exploration fa,n4 '^4^ die.ScI^eide un- 
gemein feucht und schleimig, den Mutterinund eines 
»Fipgers weit offen und mit aufgelösten Nacfagebarls« 
.flocken. angefi^Ufy^da von ein Xhei) ip der Scheidf» hing« 
,{)i;r Ei^plof atic^sfinger war^mit ejn^ dick^ep» acbmi(^- 
«rjgfsn, .%cbw,arzgrauen^filei$ler i^beczogen, der absched- 
jlich roch... Es wurde mit dem Gebrauche de^ China 
•^nnd den Vagii^alinj^ctionen.TPn Pappelabsiide f^rtge- 
fahren. leb yermocl^le night » ipeißft Besorgnirs we« 
•gen der Gefahr ein^ yiTasaexanaammlung in der Brust, 
(.und meiiie Furcht vor dem läVigern Gebrauch derCkir 
.naripde apu unterdrücken^ obgleicn die Urine häufig 
J|o(se9t ;aucli' die .Füfse ohne alle AnjBchwellaog waren. 
^ D e.fi, X7« D e c» . Die ]Na(;bt kein Fieber , aber be- 
standiger JRettz zum Husten« A^fserdem Alles gnt. 
.Etwai. v^m^nderter LochialfiuEs« , Der. Hosten^ wird 
>fiir katarrhalisch und krampfhaft erkannt und erklart. 
Die Verordnung besteht in. einem Linetu jptemulc^ mit 
etwas Laud^ liq» unter Beseitigung .der Chinarii^de. 
Den x8. Dec. Gate Nacht nut Schlaf nnd 



-;- , ■- • _^ 489, -r ,. ; • , ■ . 

* Wohlbefinden. Weniger ijhd feachter Husten. Eg 
sind mehrere i^leine flockiehfe Fragmente von der 
^acfigeburtsiinafse äbgegangehi die schwarz auasehea 

-~ und sehr stinken» Bei der Exploration traf ich den 
Huttermiihd leer» und für die Aufnahme des Z^tge'- 
fingers * hinlänglich of^en» die Umgegend des Uterus, 
-weniger voll und ausgedehnt, und dea letztern so klein 
an» defs sein' Fundes mit dein, obern Ratide der 
" Schoolsbeine gleiche Höhe hatte. Die Lochien noch 
^ immer von- der aUen Beschaffenheit, nur etwas mehr 

* wässerig und minder stinkend« 

Den ig. Dec. Gute Nacht. Kein iB^ieber. Ver* 
minderter Husten. Weniger Locbialabgang. Die Gl^äfin 
brachte gestern £9 Stunden aufser Bette zu ifuiFWohl« 
behagen« • 

Den 24. Dec* Sehr wenig Üüstejri. Schlaf tind 
£lfslust. Zunahme an Kräften, noch blafse kränkliche 
Cesicbtsfarbe, (etwas Biäfse ist ihr habituell},; abeit 
mehr Leben im Auge . mit Heiterkeit des Gemüthes. 
Tags vorher ging beimi Stuhhe wieder* ein Stückchen 
t^iacentä ab, gröfser als die bisherigen^, und etwas, sp'ä-* 
ter noch ein zweites sehr kleines^ Se^t dieser Zeit ist 
der LochialÖufs mehr schleimig, ohne widrigen Geruch 
tind ohne den bisherigen schwarzbraunen Satz« Arz« 
neigebranch keiner. Die Gräfin bringt täglich den 
t^achmittag und Abend aufser Bette zu» 

Den 3r. Dec. (32Ster Wochentag): Das 

Wohlbefinden dauert fort. Die Gräfin nimmt Besuche 

V an und kfagt über nichts, als über allgemeine Schwäche» 

und über ein lästiges Gefühl in der Gegend der Schoof«-* 

S1JEBÖLD8» Journalf IIL Bd^ ^s St^ 11 



— 490 — . 

beinfage beim Umwenden im Bette. Der Locbialab- 
gang ist mäfsigy schleimig- wässerig und gelblich ohne 
Bodensatz, und nur bei ^tt stärksten Annäherung der 
Nase »n die beschmutzten Unterlagen einen unange* 
nehmen f fremdartigen Geruch verrathend. Bei der 
zum letzten Male Töifgenommeiren Exploration fand 
ich Folgendes: den ganzen Bauch weich, schlapp, ein« 
geseSw^n, klein und ohne allen Schmerz beim Drucke; 
der Uierus^tWas links liegend und nicht voluminöser 
als gewöhnlich; die Scheide feucht, schleimig; das 
Vaginalstück kurz mit mäUig contrahlrtem Mutter« 
munde, ohne wahrnehmbare Spur eines Bückstandea 
von Nacbgeburtsmasse, oder sonst eiaes morbosen Zu« 
'Standes* 

Seit dieser Zeit sah ich die Gräfin nicht mehr bis 
zum i3* Januar i8i6> welches\der54ste Tag nach ihrer 
Niederkunft war« Sie befand sich^durphaus wohl, sah 
sehr frisch und munter aus mit dem vollen Lebens« 
glapze im Auge und Antlitze und hatte sich vollkom- 
men erholt» Der Lochialflufs dauerte noch fort, abisr 
sehr mälsig, von wässerig schleimiger Beschaffenheitt 
gelblichter Farbe und, frisch abgegangen» von einem 
fremdartigen , moderigen aber sehr schwachen Ge« 
rucbe, getrocknet in den Unterlagen ohne allen Ge« 
ivuch« Die Gräfin fahrt heu tb Nachmittags um 2 Üfar 
zum ersten Male aus ; der l^ag ist heiter ^ trocken, 
.mehr frisch als kalt ui^d ohne starke Winde. Den. 
7ten Februar besuchte ich die Gräfin noch einmal, 
Gutes Ausseben und Wohlbefinden bestehen fort. Sie 
fährt öfters aus, geht auch wohl zu Fufse bei günsti« 



• — 491 -- 

gern Wetter., Sie beschwerte sich über nichta als übet 
ein Gefübl von Schwäche \tx den Füfsen beim Aus« 
gehen und über baldige Ermüdung und Kurifcathmig« 
ieit (von Sc^iw^äcKe) ' beim Treppensteigen. Der Lo- ^ 
chialflafs dauert noch fort^ aber sehr sparsam un4 
^ickschleimig» sonst ohne ailen üblen Geruch. Von 
d^n Regeln hatte sich noch nichts gezeigt. Sie nahm 
tonische, bittere Mittel mit Eisen auf Anordnung des 
Ordinarius« 

Als fch den 14» April 1816 bei Gelegenheit einea 
Consiliums mit dem Ordinarius zusammentraf, erfuhr 
ich von ihm, dafs vor ein Pa^r Wochen die Menstrua- 
tion zum ersten Male erschienen t und zwar ohne, die 
mindeste Beschwerde. 

Die Ursache von dtr verspäteten Lostrennnng des 
Mutterkuchens lag in dem gegi^wäriigen Falle offen«- 
bar in dem wassersüchtigen Zustande des Eyes» yon 
Bö derer Hydrops pelamentorutn genannt ♦ wovon' 
übermässige Ausdehnung, geschwächte Vitalität un4 
erloschene Contractionskraft die nächsten Folgen wa? 
ren* Daher die unkräftigeti langsanien Wehen und 
der zaudernde Gang der Geburt« Selbst die MifsbiN 
düng und das Absterben der Frucht scheint einzig und 
Allein auf diesem Grund» zu beruhen« 

Dafs hier der Verlauf des Wochenbettes ein ganz 
anderer war» als in dem ersten Falle , und dafs beson« 
ders die Fieberesacerbation, dem Umfange und 'der In« 
tönsität der Erscheinungen nach, hinter jenei} weit zu« 
rückblieben, dieses wird aus der IndMdualität der 
Kranken erklärbar, deren Grundzug nach der psjrchi« 

IIa 



sehen' and spmatiachen Lebensselte beträcbter^ Ruhe 
und Reltzlpsigkeit ist, und wodurch sich älese Natur 
von jener» welche uns das vorige Individuum darbot» 
weaentUch unterscheidet. Benaerkenswerth und Man« 
gel an Keaction selbst in dem langsamen Gange der 
unmerklichen Art des Auswurfsp^ocesaes nachweisendj 
ist der Umstand, daf^ die Natur keine Stücke des 
Iblutteikuchens von Belange,' sondern nur kleine Frag- 
mente, (höchstens einer Nufs grofs) auezüstofsen ver- 
mochte, und mehr durch eine Art von Außöaung und 
Fluidisirung der solidem B^standtheile der Nachge- 
burtsmasse ihr faeiilhätjges Streben bewährt^ nud 
bezielte.. ^ 

Nach einem Zeiträume von 4 Jahren, in der Nacht 
vom 17. Januar 1820 wurde ich zu derselben Dame 
berufen, die, wie ich erst an Ort und Stelle erfuhr, 
ij Jahr nach dieser Entbindung neuerdings und zwar 
ohne allen Anstofs niedergekommen war, und apäter- 
' hin eine Fehlgeburt von 3 Monaten erlitten hatte, ge- 
genwärtig zur (ißten) Geburt ging, nachdem sie ecbon 
durch l3 Tage unter geringen wehenartigen Schmer» 
zen Fruchtwasser verlor, und durch 7 Tage keine Be- 
wegungen de3 Kindes mehr fühlte. . Gleich nach mei- 
ner Ankunft wurde das Kind mit dpm Kopfe geboren» 
(es war grofs» von Fäulnifs ergriffen und cadaverös 
riechend) b{ie6^ aber mit den Schultern stecken » die, 
/yvejil gar keine Wehen mehr folgten,, künstlich gelöst 
werden raufsten. ^^iese^ünthätigkeit der Gebärmut- 
ter, dauerte fort »./Ungeachtet kräftige Keibungen des 
Unteibauches, seibat durch Aether verstärkt, angewen^ 



' , \ ' ' ^ 493 ^ ~ ^ 

det wurden. Nach einer guten tolbep. Stunde aufserten 
«ich endlich schwache Contractionen im Üteriis unter 
geringen, wehfenartigen Schmerzen und einigem BluU 
abgange. Diesen Wink dei Natur glaubt^ ich zu Einern 
'Versuche der Placcntalentbindung benützen zu riaüs- 
sen. Allein ich fand, die If lacenta noch ganzlich in der 
Gebärmuiterhöle eingeschlossen, und den M^itteroiund 
zwar weich und dilatai^el^ aber schon beträchtlich zu- 
sammengezogen / Um nicht die' beunruhigende Scene 
vom Jahr i8i5 erneuert zu sehen, entschlofs'icb mich 
achnell zur künstlichsn Extraction mittelst der ganzen 
Hand, selbst den augenblicklichen Widerwillen der 
D^me nicht achtend ; ich sage: den . augenblicklichen, 
weil nach vollbrachter Operation meine Härte der Ge- 
genstand ihres Dankes und Lobes wurde. Die En* 
cheirese hatte' ihr Leichtes und ihr Schweres. Das 
Leichte ergab sich aus der Geräumigkeit der/GebUr- 
mutterböle durch temporäre^ Erlosphenseyn des Con^ 
tractionsvermögens, das erst ganz zuletzt erwachte; 
das Schwere aus der Mürbigkeit der faule» N^chge- 
burtsmasse, die bei den Versuchen, sie vollends zu 
lösen und auszuziehen, in Stücke zerüel, was grofse 
Umsicht bei der Manipulation forderte, um nichts zu-- 
rückzulassen. Indessen wurden meine Bemühungen 
mit dem glücklichsten Erfolge gekröht, obgleich die 
Gräfin seit einer im letzten Wochenbette (von diem' 
Abortus) erlittenen Art von Puer^eralperilonitis, die 
nach einer starken Gemüthsbewegutag erst 4 Wochen 
nach der Niederkunft eintrat, und durch ihre Heftig- 
keit und den damit complicirten ungemessenen Bauch* 



— 49-4 -^v 

fluCs die' höchste Gefahv herbeiführte, ihre ganze Na- 
tur verändert, und ihr körperlicher und geistiger In« 
differentismus eine entgegengesetzte Temperatur an« 
genommen und sich in rehzbare Scl^ wache umgewan- 
delt hatte^ gar keine MiJchaecretion sich einstellte, der 
Lochialflufs einen cadaver Ösen Geruch ,. wie Kind und 
IVIulterkuchen- hatte u. s» w. Wer siebt nicht ein» da(s 
hiei^ Alh;s auf den rechten Zeitpunkt des Kunatwir-' 
keps ankam! ' 

Jlh Fall, 

. Den i6. October a8i3 Früh um 5 Uhr wurde Ich 
zur^Frau von K«, der Gattin eines Beamten^ ^schnell 
in die Stadt at)geho!t9 wo ich etwas vor 6 Uhr eintraf. 
Der Gatte sagte mir beim Empfange; seine Frau aey 
um z Uhr in der Nacht, nach guter und ausgerechnet 
ter Schwangerschaft I glücklich und leicht von einem 
gesunden^ starken Kinde entbunden worden« Nach 
einer halben Stunde sey sie aber in Schwäc^hen verfal- 
len f die noch anhielten » tind überdiefs sey die Nach- 
geburt noQh zurück. Auf meine Frage : ob sie viel 
Biutvedoren habe? erwiederte er: eben nicht mehr 
wie sonst, denn sie verliere immer viel Blut bei ihren 
Niederkünften (deren sfe tS aufs^r der gegenwärtigen 
und auUer 3 FehlgebviTten zählte) , i;nd werde auch 
immer schwach nach der Geburt^i so dafs n^an sie laben 
müssen allein sie erhole sich bald wieder» was er auch 
diesmal erwarte ; nur sey sonst immer die Nachgeburt 
bald abgegangen, und er glaub^ die Schuld der Vexzg' 
gerung liege in der Hebamme« die sich wahrschein- 



iicb,auf dieses Geschäft nicht verstehe. . Afan niufs 
wiesen, dafs dieser Beamte vorher in einer Provinzial- 
stßdtr jängestellt gewesen^ und dieses das erste Mal war^' 
dafs seine Fraa hier unter den) Beistande einer ihr 
freoiden- Hebanime niederkan). Als ich zum. Bette 
trat, fand ich eine noch ziemlich junge^ blauaugrget 
sehr zart und edel gebildete läagere t^rau, welche, dicke 
Schweifstropfen ^uf dem leichenblassen Gesichte , mit 
Ohnmächten rang, und mit Aiechmit-teln gelabt w|ird^<. 
* An der kalten Handwurzel waren kaum die Pulse zu 
^fühlen* 'Zur linken Seite des Bettes safs'ein alter, ins 
Gostüm verlebter Jahrhunderte gekleideter Mann tnit 
einem Gesichte von Stein^ der im mindesten nicht be- 
nnruhigt schien, und wie ich nachher erfuhr^ der Cr* 
dinarius war. Nachdem ich durch emphatisches An« 
reden . und Fragen die sieb wenig bewufste Kranke 
zur Besonnenheit gebracht hatte, trachtete ich, durcb 
eine genauere Untersuchung über die wahre Läge der 
Dinge mich zu Orientiren« Der Bauch war weder auf«« 
getrieben, noch schmerzhaft ^ die Gebäjrmutter ansge- 
dehnty und bis gegen den Nabel reichend« nicht hart, 
sondern fleischweich anzufühlen. Unter dem Reiben . 
zog sie^ sich stark zusammeur wurde härter und klei« 
ner. Keine Spur von Nach wehen weder im Kreuze», 
noch Bauche. Nach diesem Stand det Dinge konnte 
icL nitht zweifdn , daCs sich der Mutterkuchen werde 
berausleiten lassen |^ um -so mehr als die gegenwärtige»^ 
sollst nicht ungeschickte Hebamme sich auf diesen 
Theil des Geburtsgeschäftes wirklich nicht verstehet, 
wie mir aus eigenex Erfahrung bekannt war. Allein 



^ 496 -^ ^ ^ 

als ich mir durch die mitBIatgeripsel angefällte Scheide 
mit ein, Paat Fingern den Weg zum Muttermunde 
bahntet fand ich zu meinem gröFsten Befremden den- 
;Belbea kaum x Zull grofa offen, das ganze untere 
Segment des Uterus fest« über der eingeschlossenen * 
Flacenta zusammengezogen und bei der geringsten 
Bewegung mit den Fingern kam mir lein warmer Blut- 
«trom entgegen.' Bei 30 b^w'audten Umständen wufste 
ich nicht, wozu ich mich pntschliefsen , und ob ich 
einen Versuch, den Mutterjcuchen durch Einführung 
der ganzen Hand unverzüglich herauszuschaffen wa- 
gen, oder die Operation auf einen günstigem Zeitpunct 
verschieben, (bis n'jmlich Wehen eintreten würden, 
die den Muttermund erweiterten, und durch die Ex- 
pulsiodstendenz das Extractionsgeschäft erleichterten) 
od^r ob ich den Exclusionsprocefs der Natur überlassen 
ijollte? Auf jedweden F^Il hielt ich fjir räthUch, vor- 
her mit dem Ordinarius darüber ^lücksprache zu neh- 
men^ der mir, die Wahrheit zu gestehen , mit seinem 
Indifferentismus, der aus jedem Zuge seines Gesichtes 
sprach,^ wenig Vertrauen einflöfste. 

Bei unserer diesfalls gepflogenen Unterriedang fand 
ich rnelne Ahnungen nur zu begründet. /Der gute 
Mann sah gar keine Gefahr und lächelte über meine 
Furcht, indem er mit einer erfahrungsreichen Miene 
mich versicherte, dafs die flacenta ohne Nachtheil 
mehrere Tage zurückbleiben könne, man müsse^ nur 
Geduld haben und die Natur gewähren lassen. Ich 
hatte verlorne Mühe, ihm die Gefahrder unbedingten 
Anwendbarkeit dieses an sich relativ wahren Lehr- 



flatzea auf d^n vorliegenden Fall begreiflicli zvl machen. 
_ Ein alter geistloser Praktiker ist eben 60 wenig, von 
aeinen vbrgef^afsten und mit seinem Fieische und 'Blute ' 
verwachsenen Meinungen loszureifsen, als es möglich 
ist^ flnen Mohren weifs zu waschen, 

Voh einem Extractionsversuche konnte nun wei- 
ter keine Bede seyn » da ith bei der Ungewifsheit ^es 
^Erfolges der Operation Ehre und Reputation , und 
Alles was dem Künstler theuer ist^ aufs 5piel gesetzt 
• haben würde und zu gewärtigen hatte , dafs iip Fäll^ 
eines unglücklichen Erfolges der Arzt und der Gatten 
die Beide kein^ Gefahr erblickten und seUen liefsenf 
un4 eine künstliche ^Extraction picht nur für ganz un- 
nöthig, sondern auch für höchst verderblich und ge« 
fährlich hielten, mich als den- Mörder dieser Unglück- 
liehen Frau ansehen und öffentlich brandmarken 
würden. , 

Wir vereinigten uns demnach dahin , in dem Ge- 
brauche der bereits verschriebenen Mixtur aus Tifio^f' 
tura Cinam,^^ Laud^ liquid» in Kamillenwasser fortzu* ^ 
fahren, und den Unterleib mit einem aromatischen 
^ Weinaufgufse zu bähen. Kalte Aufschläge waren au« 
Furcht vor Krämpfen nicht gemacht worden. Ich er* 
klärte übrigens in Gegenwart des Medicns und de« 
Gatten, dafs die Kranke in der äufsersten Gefahr 
schwebe. Hierauf begab sich der Kr.TDoctor nach 
Hause; ich aber blieb l^ei der Kranken, um den Au- 
genblick zu benützen, wo Wehen und mit ihnen gün» 
stigere yerh'ältnisse zu einer Hülfe sich zeigen würden. 

Da die Schwäche immer zuzunehmen schien , so 



▼erschrick ich noch ins Besondere die Vitciolnaphia 
mit Zimmtwasser, ^um solche mit obiger Mixtur, oder 
nach Umständen wechselweise mit ihr nehmen ^^a las^ 
sen) dann eine gute Portion Camphorgeist, (am den 
Bauch vdamit zu embrociren und die Reibungen ein- 
greifender zu machen) endlich auch etwas Salmiak« 
geist zum Riechen, Alle [diese] Mittel leisteten indes« 
•en keine ausgezeichnete Wirkung. Zuweilen sielde«' 
ten sich unbedeutende Schmerzen im Kreuze; sie nah- 
men aber nie die Form von Wehen an. .Dagegen be« 
echwehe sich die Kranke sehr über ein ki^mpfhaftea 
Ziehen in den Knieen und Waden, welches 9ich end- 
lich auf Einreibungen mit Camphorgeist und auf. das 
ü^berlegep warmer Tücher nach und nach verlor. Der , 
Blutabgang hatte ganz aufgebort , dessen \ingeacht^t 
{>Iieb der Schwächezustand immer derselbe» so dafa ich 
nicht obne Besorgnifs war, eine starke Ohnmacht 
könne den schwafh glimmenden Lebensfunken gähe 
auslösthen. ^ ,/ 

Ich brachte es endlich durch Vei'mittelung der 
Schwägerin des Gatten, welche glücklicherweise zu« 
gegen und die einzige Person war » mit der etwas Ver- 
•tändiges zu sprechen und zu richten war, dahin, dafs 
die Kranke versehen wurde. .Nach dieser Function 
Erholte sich die Kranke Zusehends; Augen, Lippen 
iind< Physiognomie wurden natürlich und lebhaft, die 
Pulse Jioben sieb; Lebensw'ärme kehrte in die todten- 
kalten Glieder zurück und mit ihr eine gelinde Trans* 
spiration bei voller Besonnenheit und behaglichem Ge- 
fühle von Rahe nach einem schweren Kampfe. Man 



— . 499 -^ - , 

nabm keiceti Anstand^ dl« Kranke Einern Schlammer 
zu überfa^Cfleii, nach welchem sie sich sehnte, und der, 
obschon kurz' und leise, sie zu erquicken schieq. Uu« J' 
ter diesen günstigen Verhältnissen war es, wo der Me« 
dicus gegen ^9 Uhr wieder erschien. Die^ihm apge« 
kündigte Besserung schien ihn gar nicht zu überra- 
schen; durch, Geduld» meinte er immer noch^ werde 
Alles gut werden ; Gefahr habe er nie' gesehen, und 
jefzt weniger als früher. Xs wurde beschlossen ^ bei 
dem bisherigen Heilapparate stehen/ zu bleiben» und 
uns Nachmittags um 4 Uhr bei der Wöchnerin wieder 
einzufinden., Die Hebamme würde belehrt, worauf , 
Ae i^re besondere, Aufmerksamkeit zu richten , und 
wie sie sich nach Erfordernifs der eintretenden Um- 
stände zu verhalten habe. Beim Weggehen ermahnte 
ich den Gatten zur Fassung,^ weil noch nicht alle Ge-* * 
fahr vorüber sey. 

Nachmittags gegen 2 Uhr wurde ich plötzlich be» * 
rufen«, Mali sagte mir, die Kranke sei wieder so 
schlecht» als in der Fiühe. Voll der schlimmsten 
Ahnung eilte ich zur Kränken« Man hatte früher' 
schon den Me^icus beschickt ,^ den ich aber nicht mehr 
antraf. Die Kranke kämpfte pit Ohnmächten^ mit .' 
Angstgefühl, mit Athemlosigkeit, wQbei sie i^nter con- 
vulsivischer Kr^ftäufserupg beständig die Lage zu ver- 
ändern strebte. Es war mit ihr auf das Aeufserste ge« 
kommen. £$ bfdurfte der stärksten Biechmittel» um 
aie auf Augeni^Hcke zu sich selbst zu bringen, Mi< 
Mühe konnte xnan ihr noeh Etwas von der Naphtha- 
miscbung beibringen. " Hierauf wurde sie kalt, ruhig. 



— 500 '— ' 

ohne Pols, langaam un^ schwer , endlich röchelnd 
' athmend, und in einer viertel Stande nach meiner An- 
kunft verschied sie ; ungeachtet man nnermüdlich alle 
bekannten Erweck ungs ^ , und ^elebüngsmittel ange- 
wendet hatte* Man berichtete mir, nach i Uhr sey 
ein Erbrechen eingetreten, worauf der Blutflafa sich 
erneuert habe und die Kranke schwach und endlich 
\ ohnmächtig geworden sej. Der beschickte Medlcns 
halte eine Medicin Verschrieben» die erst nach meiner 
Ankunft anlangte* ' Sie sah milchig- aus, wie eine 
j^mulsion, und mochte g^gen anderthalb Pfunde be« 
ttagen. Wehen hatten sich keine eingefunden • Die 
Placepta war noch zurück und füllte die Gebärmutter 
aus, die nicht stärker ausgedehnt erschien , wie Vor* 
mittags, und nicht das mindeste Zeichen einer Innern 
Blutung' darbot« Die Jßxploraiio interna exl^nhien 
die Umstände nicht* Von dem Jammer des Gatten und 
der 8 Kinder darf ich nicht sprechen, denfn die Kunst« 
gesetze erlauben dem Schriftsteller nicht, die Gefühle 
des Menschen auszudrücken. 

Das Erbrechen ist sonst ein -Mittel, ^ssen sich 
die Natur öfters mit Glücke bedient, den Blutflufa zu' 
stillen, indem der Uterus in den Kreis der in diesem 
Acte alle Gebilde beherrschenden Contraction hinein, 
gezogen und convulsivisch mit contrahirt wird. Pafs 
es. hier verderblich wirkte, davon lag de^ Grund wahr- 
scheinlich darin , dafs das in der GebärmutterhÖle ent* 
^haltene Blutgerinsel und die daraus gebildeten gröfsern 
und festern Coagula, welche einen natürlichen Tam- 
pon gegen die blutenden Gefäfse machten t durch die 



. _ 501 -- , 

Starke Contraction des Grundes der Gebärmutter 
sch'nell auf eiomal ausgestofäen und demtj'achst dle^ 
tamponireen Gefafae neuerdings geöffnet wurden. Ver- 
xuntblich wurde auch eine neue Partie der Piacenta 
loflgetrennty und dadurcb eine nei^e Quelle des Bliit« 
Aufsea geöffnet* Diese gäbe Entl^eraog und der neu 
eintretende' Blutverlust erschöpften schnell und vol« 
lends die ohnehin blutarme und auf das Minimum des 
Lebens zurückgesetzte Kranke» wodurch der Tod un- 
vermeAdUch wurde* > ^ 

IV. Fa 1 1. 

In der Nacht rem 17. auf den 18. Januar 1B04 
>vnrde Ich von der Hebamme G. ^tn halb; & Uhr zu ' 
einer armen Frau in der Nachbarscbaft berufen» . 
"Welche vor eirier halben Stunde |m 7ten Monate der 
Schwangerschaft ein zwar lebendes» aber äufserst 
schwaches» kleines Kind natürlich geboren» und bei 
und nach der Geburt viel Blut verloren, auch schon 
durch die' letzten 8 Wochen vor der Niederkunft Öf- 
tere Anfälle von Blutungen erlitten hatte, und gleich 
nach erfolgter Entbindung in Schwächen und Ofan« 
machten verfiel, so dafs sie beständig gelabt werden 
mufste» Der Mutterkuchen war noch zurück» und 
liefs sich, nicht nach der gewöhnlichen Methode ^her- 
ausbringen« 

Als ich ankam, fand ich die Entbundene äufserst 
«chwach, todtenbleich , ohne Bewufstseyn und kaum 
Spieren eines Pulsschlages an den Handwurzeln, Sie 



~ 502 — 

fiel von einer Ohnmacht in die andere. Es war eine 
«ehr hagere, abgezrchrte Frau von einer schwarzgelb- 
lichten Haat Farbe und ziemlich 8tarkea:i Knochenbane, 
und hatte schon oftmal geboren. Das Blut flofs imiiier 
noch, obwohl nur wenig , aber Absatzweise kam es 
stärker and bei der minHesten Bewegung des Körpers 
ward es vermehrt. Ich liefs öfters einen Löffel Wein 
reithen».auch inzwischen einige Tropfen von Hoff- 
xnannsgeiste, den icli gerade bei mir hatte. Kalt» Auf- 
schläge von Essig und Wasser lagen auf dem Unter- 

^ bauche und der Schaam» 

Ich erklärte der Hebamnie, dafs diese Frau nicht 
mehr zu retten sey, weil sie bereits zu viel Blut ver- 
loren habe« Sie hatte eine andere Ansicht von der 
Sache, uridr glaubte, dafs, wenn nur der Mutterkuchen 
fortgeschafft wäre, sie nicht sterben würde, in die- 
sem allein die materielle Ursache des Todes erblickend. 
Ich hatte mich durch eipe genaue Untersuchung von 
den nähern Verhältnissen des Zustande» de« Uterus 
nnd seines Inhaltes unterrichtet, und von der leichten 

^Ausführbarkeit der Extraction überzeugt. Der Ute- 
rus war zusammengezogen, die Nacbg^burtsmasse über 
dem Muttermunde fühlbar, und dieser selbst hinläng* 
lieh offen und weicb«^ Der kiinsti^xrhea Extraction 
stand nichts im Wege, als die wenige Wahrscheinlich- 
keit, dafs sie. was fruchten und rettend seyn werde« ^ 
Indessen da die Linie des Lebens eine uns unbekannte 
Gröfseist; da immer noch ein Blutabgang bestand^ 
der «durch die verweilende Nachgeburtsmasse unter- 
halten zu werden schient und da die ßebamme fest 



^ ^ —503 — ' : 

stn deixi GIaQbta hing, dafs (Jie Entfernupg der Pia« 
ceota das zuverlässige Bettungsmittel seyn werde, und ' 
bei der Ünterl^sung der Operation die Ursache des 
erfolgten Todi^s in »einem. Mangel an Hülfe gesucht 
haben würde» so glaubte ich rechtfertigende Motive 
genug ZVL haben »^ um die Extraction zu verrichten« 
Ich brachte die Hand mit leichter Mühe in die Gebär« 
mutter» allwo ich den Mutterkuchen , bis auf eine 
kleine Stelle über der Schofsbeinverernigung, gelöset 
antraf. Ich fafste ihn in die hole Hand, und beim 
.Herabführen suchte ich itiit den Fingerspitzen durch 
einen gelinden Druck die noch ansitzende Partie vol- 
lends zu trennen 9 welches auch ohne Schwierigkeit 
gelang« ^ Die* Gebärmutter zog sich hierauf noch stär« 
ket zusammen» und gewann eii^n sehr kleinen Um« 
fang. Die Operatioh selbst geschah ohne eigentlichen' 
Blutverlust. Ich hatte indessen die Zimmttinctur ia ' 
Melissen Wasser» auch ins Besondere noch die Vitriol« 
naphta verschrieben, und von Beiden recht oft kleine 
Gaben» bald abwechselnd 9 bald zusammen yerabrei« 
chen lassen. Der Bauch wurde mit Weingeist gewa« 
sehen und mit warmen damit besprengten Tüchern be^ 
legt. Diesem .Allem ungeachtet setzten die Ohnmach« 
ten nicht aus« Man er\värmte die Glieder» machte Bei« 
bnngen» wendete alle zu Gebote stehende^ Riech* Labe« 
und Erweckungsmittel ati. Alles umsonst* ,^ Um i% 
Uhr desselben Morgens verschied sie« 

Dieser Fall beweiset^ dafs die Entfernung des Mut- 
terkuchen» nicht immer die Gefahr entferne , welche 
depa Leben drohet^ und daher kein absolutes Bettungs-i 



_ 504 — . 

mittel heifsen könne; dab hier das Meiste anf den Grad 
des erlittenen Blutverlustes» und daher auf den rech- 
ten Zeitpunkt der .Operatism ankomme, weil es ein 
Maximum des Blutverlustes gibt , welches nicht über« 
achritten werden darf, wenn das Leben fürt Gestehen 
soll, und wo einmal dieses Maafs überschritten ist, die 
Operation nichts mehr nützt, und die ^ntbuiidene 
ati^'bt^ man mag die' künstliche Extractiqn des Mutter« 
knrhens vornehmen oder nicht. Diesen Grenzpunkt 
in jedwedem individuellen Falle mit Gewifsheit xn be- 
atimmen, ist auch dem erfahrensten Fractiker' unmög- 
lich, obgleich ich gern einraiime, dafs hier sehr viel 
auf das» was wir practjschen Blick oder Tact nennen, 
ankomme. . Der Practi^er, dem es schon ein Mal oder 
einige Male gelungen ist, bei verzweifelt scheinen- 
den Umstanden durch einen kühnen £xtractJonsver« 
auch die Kranke zu retten, kann nicht gleich einer 
ungebührlichen Verwegenheit bezüchtiget werden, 
wenn er dieses letzte Rettungsmittel auf gut«(s Glück 
^uch da noch wagt, wo es seine rettende Kraft ver- 
sagt, wenn anders nur die mechanischen VerhäUnisse 
von der Art sind, dafs sie die Extraction ohne heroi- 
sche Ein gpffe in die organisch - vitale Seite des Lebens 
gestatten» wohin ich nebst der ungewöhnlich festen 
Adhärenz des Mutterkuchens, vorzüglich die gewalt- 
same Ausdehnung des zusammengezogenen und stark 
widerstehenden Muttermundes und Halses zähle. Ist 
* der Weg in die Gebarmutter hinreichend oder' auch 
nur nothdürftig offen , oder mindestens ohne Gewalt 
zu eröffnen (bei weichen, diiatabl^n Gebilden )| und 



jikndet.slcii^dabd «in Blutflurs ein^' der Gefahr drühe^ 
ishd dem l^latstilleoden Apparate nicht vveifoht, so 
'bfeJbt.dcoa- Gcburt§helfcr echlechterdings keine Wahl « 
übrig« ILx xaxxU die künstliche .Extractibn wollen, und 
ohne Zeitverlast vornehmen.^ so gewifs er die ErhaU 
tang der Entbundenen wollen mufsi Nur da^ vf o er 
" bei^ddm höchsten Schwacfaegrade die Wege in die Ge* / 
.jbärmutter So verschlossen findet» dafs er ohne gewal^' - 
ssixne heroische Erweiierungsversach^^ die Hand.einfühs* 
reh zu können verzweifeln mufs, oder wo 2wor dio 
Einführung der Hand gelingt, die Placenta aber sd 
innig und fest mit der Gebärmutter ^nsAnamenhängt» 
dafs jeder methodische Versuch sie zu lösen scheitert^ 
und ^ie Lösung nur cturch Handgriffe erzielbär wird^ 
welche eine Verleizu/ig der Gefftrmutter befürchteii 
-lassen, kann und darf er sichs <erlauhen> die Operatioii . 
«a verweigern^ wie auch der Erfolg aasfalten n^öge» 
Es ist in der That betrübt^ dafs dem praetischeii 
Cl^bürtshelfer durch da^ Betragen uhd die falsche An« 
•ichtdeS Publicumd und Selbst vieler^ sogar berühtntei^ 
Äerzte seine Stellung in so kritisched^ driickehden 
Verhältnissen hoch kritischer und drückender ge^ 
inacht wird. Was er auch wählen möge^ das Hahdeld 
oder das Temporiairen ^ immer läuft er Gefahr geta« 
4^t und angefochten zu werden, 'wenn der Er-folg eid 
unglücklichei' ist. Und doch gibt es kein obstetrici- 
Bches Kunstverhältnifsi in welchem der GeburtsheiJFef 
daä Bedürfo»fs eines 'cdllegialischen Rathes und Bei« 
•-*». Standes tiefeir fühlt, als gerade hier, - Wenn »er nun 
^^ sieht, dafs der ihm zur Seite stehende Arzt sich 2il« 
SiMBOLDs Journal^ III, Iffd, Ss Sti K k 



- 506 - . ; 

rückziehr, unter dem Verwände, dafs dierar Gegen* 
tftand nicht in sein Fach einschlage, nnd sich in gar 
keine conaultatorische Erörterungen einliaseu ^i!f^ 
oder wenn er es gar mit eineni Prac^iker zu tfann hat, 
4er nur halbe, einaeitige Kenntnisse besitzt» und dieee 
Urarr und eigensinnig» mit stolzer Verachtung jeder 
bessern Belehrung, geltend zu machen sucht, wie ver- 
lassen mufs er, sich da fühlen^ nnd wie undankbar 
und tyrannisch mufs ihm in solchen Augenblicken 
cfine Hunstpraxis erscheinen, die ihn in die grausame 
Alternative setzt , ein Märtyrer seines Gewissena oder 
aeiner Ehre zu- werden. ^) 

*) Üeit neuesten Beleg zu diesem Satze liefert e7n im 
letzten Hefte voi^Horits Arohiv für mdd. Er f. 
auf 'dasJFahr 1816 unter der Aufschrift : Gutachten 
über die Veranlassung des Tedes einer 
gleich naoh der Gebart gestorbenen Fran 
von Seite io38 bis io63 beschricbe^ter Fall, der (man 
bemerlic : Auf die Denunciation eines Hrn./Co liege n, 
des practischenArstes und^ Gebur'tshel- 

' . f ers — ^) die Veranlassung KU einer vonSeite der Po- 
lizeibehörde angeordneten medic« gerichtlichen Unter« 
auchung >Vard, weil die vom Kinde schnell und leicht 
entbundend' Frau 16 '^ti^nden nach der Geburt mit Zu- 
rüclcbleibiing des Mutterkuchens verschied; ISs war 
ein wahres Glück für d^n armen Cfairurgus -^v/ — ^ 
dafs seine Richter aufgeklarte und re€htBehaffen,eM£n« 
ner waren, nnd das IVUfslingen »einer Versuche, die 
aji der Gebärmutter festsiezende Placenta abzulösen 

. ' und auszuziehen« nicht zu cinent criminellen \(erbre- 
chen machten, sondern geradezu erklärten, dafs, wenn 
auch die künstliche Losung und Extraction geschehen 



1 - 

I 



'bafis äbrtgeiis^ die Rernttbemt i^r IPFac^ntä ein gdr 
fählrHchea und höchst beünrübigeiKdea VeVi^älthUa aej^ 

vrä're^ ^ie £h^i)iinjeile Svabr)ictieiiiiicli. ilocli an den 
Folgen des Blatverluktes würde gestürbeü aeyn (denn 
daffl sie hierail , und iiiclit äh leinein NerVeiigchta^'^ ge«' 
aiotbeii, dieses habeik die Richter zweiter Instanz mit 
'uiibestrettbaren GriJ^iiden'tiacfigiB wiesen). Nun heJimeil 
' ^ir einn&al deti Fall an, die Streitsäol^e dei eines Mor« 
des p9i^ omissioiiem ärtgeklagteh Chirürgiis --^ / -4. 
Sväre Richte fii ih die Hahde gefaÜün^ die im Geiste 
eines Jatrii. Üöctöfs — *i — ^ dei^ sich der Behäüptuhg 
. etdi-eisteti dafs die "-^ A^ '-^ de fsfaalb ,j»^^ tor» 
bcii sey, weil er die IVä all gebüßt hiebt 
äDgefibfiGi{liefag'ett*enTltVand^fortgeschä £ft 
kabe, ^^airihcilt und äbgesprochoii hätten : (Es wäre' 
\ Wohl nicht dci^ ei*Äi6 Ifai; wd feiü gähites boilegiuiil 
eich ie einei** falschen Aü^icht bef^ngeii faride) waa 
l/rärde deikfl au^ deol arhieri Chirüi^gtiü ~ ^ ^ geWor'» 
deh s^jhl Noch inehr: Gesetzt dlesei* habe dieselbe An* 
eieht voh der Kunstaufgabc in vorÜegendem Falle ge« 
bebt wie der Hr.Doctot*^ v - i(iet* gewifs hlcht weifs^ • 
i^äi ei heitse, eiiie üngetr^iinte und ail den Waiiduiigeii 
eiiiei* atonisthen GebaVmutter iirigexyötinlicii fesL 
itt^^endi! Fiac^nta Itünstlich ta Jöseii) und habe hack ' 
der Mailtue dtcsel* Ansicht die Ti-ehnüiig V^r^dnöm« 
neii^ tber nicht gan^ Volieildeh Itönhen, au» Besot-gnifa 
die Gebärmutter ^u zbrreifsen, uhdhabe di^serWcgeil 
die aii zwei Stelleh fester verbünden'enPaTtieeil kd^'ü k* ' 
gelassen, würde er in diesem Falle einen ntildern Rieh» / 
tet*an Hfii. Dr. — ^ ii ^ gcfnüden Habeii? Schwe^Hch; 
denn nüfa würde däü uhrolicnßete liunstwerl( diti 
l^odesnrsachc haben abgeben^ und derChiruf*gus— / — 
.Ab'ernlals für einen Mörder gelten mürseii« weüd gleich ^ 

K k Ä 



~ 608 — 

bleibt eine unbestrittene Sacbe» was auch Weifaenbörn 
und die. in seinem Geiate denken, dagegen einwenden 

die Kunstregel vorsrhreibt« die sa fest ati hängenden 
Stüolte ^urüclizulas.sen, und die . Alfags-Eriahrung 
lehrt, dafs solche SiUi-Iie, der Wöchnerin unbeschadet, 
späterhin Von selbst abgehen. - Die. Polizei mnrs nun 
freilich ihr Amr handhaben, wenn sie auf etneni soioben 
Wege (ite Anzeige von einem Kun^tmorde erhält, aber 
'Schande über den Kunstgenossen., der aelne Compe* 
tenz mifsbraucht, um eines angeblichen Knnsirerge- 
be^ns w^gen' die Sfaatsgewält gegen seinen Mitbrnder, 
wie gegen einen M^rderi znbewaffnen! ^ Ueberbanpl 
. sollten die ung1ücI(licb<^n. Begebnisse in' der Hunsfaus- 
übung eines Geburtshelfers, der v^n dem Gesetze be- 
glaubiget als ein Mann von Ehre vor den \isgen der^ 
.Welt seine Kunst ausübt, eben^so^vtenig in die Sphäre 
polizeilicher und gerichtlicher Untersuchungen geso- 
gen* >verden, als die Stcrbefalle, welcjtio sich ip der me« 
diciniachcn Praxis ereignen, für die Iiein Arzt in clcr 
Begel verantwortlich gemacht wird. Jeder Facbgenofs * 
von Ehre und Gjp^issen trägt schon seinen Richt^er in . 
sich, der mit unerbittlicher Strenge sein Amt verival- 
tet, und aach die kleinsten Fehler nicht ungeabndet 
iäfst. Aber die Ahndungen dieses innern f^ichters ha- 
ben das Gute, daf^ sie nicht verunglimpfen^ beschiai- 
pfend, e.ntehfend, sondern bessernd, Frucht- und 
Heilbringend wirlien "5 denn durch Fehler wer</en wjr 
weise, lind liein Kunstgenofs irgend €«ne? beilkqqdi* 
gen Faches wird sieh vermessen zu behaupten., dafs; 
ihm nie vyas Menschliches, worüber er sici^ nicht Vor- 
würfe zu machen hatte, widerfahren sey. ^ Schlägt ihm 
doch oft ein unverschuldetes Unglück , dem durch kein 
Weissen und Können abzuwehren war, eine so tiefa 



nögl»n* Selbst 4ie hier aogjsfuhrten twei'glüc^Ucfaeii 
F*^lle (nebdi jo viei^ii anilero^ welche di6 Pfactiker 

Wun4eiclafs.ieinKun«t1eben auf immer dahin ist, vrenn 
auch^Von Seite der Polizei kein Schritt geschieht. Ha- 
ien wir nicht das Srhausptel gesehen, dafs sich in sol- 
chen Fällen efr d!as franse P'ubficum zum Richter atif« 
warff und cnweilen die grausamsten Ahndi^ngcn an 
dem ;ttng1ucklicben, aber ^cbttldiosen Küoatler er* 
laubre? Und wenn sich nun auch die Staatsgewalt be« 
drohlicfi erhebt gegen den unglüclilii^hen Mann iii,«iner^ 
80 drüclienden L^ge, oder «in schelsüchtigeri ntift- 
günstiger College diese Verhältnisse in feindseJiger 
Absicht benützt, und als Kläger öder Denuncianl auf» 
tritt, 1/m ibni, wenn nichts Schlimmeres, wenigsten» 
einen Proceft anzujiängen, der,' auch *ge*«^€m'neii, im# 
mer seittem bufe nachtheijig tstf wie nbuF&ilim. da^o^ 
stt ]Mjuthe werden hei denv Gedanken an eino Htin^aiiSiV 
Übung, die das Unglück wie ein Verbrechen straft!. 
' Man suche nichi erst nach Belegen ; sije b>ethen sich 
überall dar, wie ür oben angeführte Fall «eigt. Einen 
Beleg der letztern AA enthält Rusl*s Magazin füt 
die ges. Hei Ik. B. Vit H, i. Sefle gS^ wo eiii angcV 
sehener Knnstgenofs seinem geprefsien Herzän in fol^ 
' ' gend^n W04)tca Luft ntlichu .,^ Man warf mir ei nun 
*roeefs an den Hals,, weil eine Frau, wo der er?te 
/ Geb^^rtshelfcr iant Acten die Nabclsch.nu.r abgerissen, 
allerlei Unwesen getrieben und ich bcrnacli einen un» 
schuldigen Versuch gemacht hatte, die Wachgebui^l zu 
losen, am 5len Tage starb.. Die Richter erkiärien.mich 
für unstrafbar, hielJen es aber doch für billig; ,.;^dara 
ich die Kosten, welche i9oBhrtS»ge hundert undfun^ 
zig Reich slhaler betrugen, bezahlen ii(iufste4 Man ver- 
isagte mir da» Recht, die :AG,ten drucken su. laMen.^* 



- • . l ■ ■ 

Arüherer nsd «p*^ter«r Zeiten befceönt gtauiAt haben} 
▼f rnnögeii nicht diesen S^tz nmenstobeo^ und der Be-^ 
ge\ ihre Kraft za nehmen, welche, die künstUche Ex* 
tractioi^ bei Gefahrdrqheud^n Unästanden vorschreibe 
Diese Fäije lehren nar^ dafs es Verhaitiiisse geben 
könne, wo in vitaler an 4- m^(^banisc|ier Bezieh qng dio 
kiir^stliche ^s^traction unralhltch« ja nnthunlich wird, 

^nnd qnterbJeiben nanfs^ ohne ^afs ^ai^um di^Hoff- 
nnng, das Leben zn erhalten, vnfgegeben werden 

^miisse, Sie lehren j» dafs die künstliche Extraction ihr 
in bestimmte Grenzeii eingeschlossenes ^eitmafa kabe^ 
die^ so relativ sie auch seyn naoge^^ doch nicht über« 
•Christen werdep dürfen t, w^il d^von ein^r Seics die " 
AnsfiUirbarkeit .de» Operation, und anderer Seiu \ht 
)&rfolg hinsichtlich des ]p^adzwe<;kes abhängt, ^Sie f^» 
ren endlich, 4af» bei yerz5geTi:|ng; der Nachgeburt mit 
beunruhigendem Blqtflufse ^ie künstliche Extraction 
nicht verschoben werdeq solle cud ein müssigea Za« 
warten ei|ie gefährliche und 'tPbad liehe Maxime sey," 
weil dabei das lieben mit dem Blate^ yerr^poiett nnd 
der rechte Zeitpnnct zur Hülfe verloren geht ; deiln 
man ka^*^» ^'l'^^^n irreii9.anne|iq(ient da(s in allen den 



Sonst war es S^tfe^ d^ats die Parteien ihre Streitsache 
vor da^ Ptiblicnm braehren, und nach Art eines ge- 
lehrten Disput irsaiaes verhandelten ^^ * wobei öfters, 
wenn auch nicht immer, der Wissenschaft einiger Ge- 
winn ai^ heimfiel; jetst entscheidet die Jastis« und wo ^ 
nicht einmal die Acten gedrn<^kt lyerden dürfen ^ wie 
bter, erfährt man doch wenigstens den Bechtssprncli 
' ftnr Auferbanang oder snm Aergernüs* 



i- ^51«'*- 






4liier ▼erasMcbncften Fällen das künstliche Extractidzis» 
fMcfa'aft, i&nt rebhteh "Zeit vorgenommen » nicfat not 
2^1 ungent sondern auch von einem glückli<;ben Er« 
folge würde gekrönt worden* seji|y in welchem Punctef 
vrie ich nicht zweifle, alle erfahrene Geburtahelfe; mit 
mir übereinetimmen werden. . . ^''. 

Zuweilen ereignet sich'a, dafe bei kiinatjicher Eic* • 
ticaction^dea Mntterkbcl^en» ejlne Portion- ^iilrückbleibl^ 
M7,e8 nun, dafs Ufnmethode - de« Handgriffe» daran, 
Th¥i! hat, oder Vorsicht bei partieller, fester Ädh^re^ns 
snr Verbüluhg -einer Verletzung des Uterus dasii auf* 
fordert» oder auch dfafs eine speci6|ce MürbtgkeiC der 
noch nicht gelösten N^chgeburtamasae die Veirai^li|$s*^n^g 
dazugibt. /Djßr letzle Fall tat dßt sdbkwierigSle , und 
. gebeut grofae Betonn^nheit bei dem Qporiren* 

Die Erfiahrung hat mich belehrt^^ dafs solche tn^ 
tückgebliebeiien oder zurückgelafsenen Stücke d^ 
SItttterkuchens gewöhnlich vop der Natu^ nacli ein!« 
ger Zeil ohne Nachtheil der Wöchnerin aasgestpfseii 
Würden, weiia:maii nur GeduU bat^ diesen Zeitpuj^oc 
abzuwarten» und sich nicht 4urch unaöthige Bfsoi^« 
nifs oder auch wohl aus Osteutation zu\oreiUgei| £x« 
tiractionsversuchen' verleiten läfst. - Qlaubl ipan sich 
damnadi zu dergleichen Versuchen, berechtiget^ so ' 
müssen die Umstände von der .Art seyn , dafs i.) dar« 
aus die' Nothvrendigkeit der künstlichen Extraction 
unbedingt und klar hervorgehe » und dafs a.) ihre 
Ausführbarkeit in der Macht einer auf Sicherbeil; de« 
Methode berechnete^ Kunft liege« 



£• acy mirittrgönDt« diae Sätn*- dvachnachföU 

;"■ ••■■"■ v/'Vji 11 • ■••■• 

Den 25* Nor. i8i4 wurde ick mit einem wdr« 
^vg^a* Arzte ptfocomiSio ^%\i einer ii^at>24Staadeti im 
^lenSchwaniierecbaFiAmohate niedergekotnipenen Pri- 
piipera, von einigen fto Jahren und grnfeej Hagerkeit 
gebeten» welche durch 6 Tage an einem Yhenn»af rech« 
katarrhalischen Fieher mit rathem Frieaei.'Schwer dar« 
«ieiier lag« Die Fruhgebort Anrch den 'Stürm der 
|^ra«kheit herheigeföhrti verlief leicht und glticklich 
finä o|ine;. allen 1Bei#tänd* Die in der £i!e herbtige« 
ruFene Hebamme» i.ala aie härte>\da(e die Nacfage hart 
Bocb'-zlifc'ückis^lyt. hatte keine grii^feeret^ngelegenheir^ 
aki -die Entbundene divxm za befreien , obg!et€b wede» 
Bii^tupgy noch aonst ein dringlicher Zufall' Vorhand«» 
war; 6ie fahrte ZU' dein' Ende die Hand in die Gebart 
matter ) ergriff: die »och nidit ToUkmnmen gelöste 
Planen ti^ und zogieie ohne weiteres herab* ~ Unter die* 
sen Haoipi}]attonen zerrib die Masse >' ao ^war, dafr 
ein betrachilichea Stück in der Scheide y ein nbch> be» 

* träcijktlicheres abec: in der Gebärmutter se&^t zurück«' 
blieb. Das Scheidestöck hing zum ThBil zur Scham 
heraus und rqch arbscheuUch. VV^eiin man~ es anzog» 
aa bemerkte niail detitlicbf dafs^es mit dem Gebarmut* 

^^tucke schwach ^usammenhieng, und sich bei -einen - 
etwas stärkern Zug ^mi^ diesem trennen würde; Die . 
£xpIoratid^ zeigtet dufsderindem Uterus befindliche 



\ -' 513 -^ 

Rest galiz gelöst« anf dem Mutt^rninndeliege, tin^ daf» ^. 

dienet hinlängHch oifen sef. Es bedurft«^ blofd'der Eipa^^ 

. Führung der Han^d.in die Scheide» um mit einigen Fin« 

gjtrn dietodte Maße abznfeitisn. Anch wüide sich'>die« 

arteft ohne allen Schtnerz mit; I^ülfe eines Instrumentes 

< einer Airt Potypes^ange, uo4 selbst darcb den Smel# 

liacbeo stumpfen Haken Vhabegn bewerkAtftlUgen^Iassen^ 

Indessen äofserte die Kranke eine solche Fnrcbt vqx 

Jedem künstUcben Extractionsversuche , dafs. bei dem( 

beFilgen Fiel)6r und »der ^r^fsen Schwäche jeder «uch 

»och so sanfte Handgi-iff s^s eine (wenn auch primät 

»ivr TOP» GemS*e:4iji^«eh?iide) hjrfuge Vuln^ration 

Ivri^rken mi^Cs^» .^ . ' - / . '-■ 

l>iese Ansicht einachien uae so: wichtig, dafs wir 

für Miblicber «chtetÄn, die I^xpulsian. der Natur anr 

hei^bzustellen^«, da besonders die .Nähe des Placentae 

r^tetf^ seit» Auflieger auf dem Muttermunde, und di« 

^ hinreichende Oeffnuftg: diesea letztern solche üna» 

•tände waren, welche den taldig^n . Abgang desselben 

durcfc Vermittlung der LocWÄP^ie dermal unter 

>ichmef zloser Aufgetweb^nheit des Biuches ganz stille^ 

ftaüdeu, hoffen llffsep. Um eind wohlthätige Reaclian 

to der Sphäre des Genitalsystems hervorzurufen, 

:aw»kl« uns. .df#Ca»»|rtior*.daa passendste JVeitzmitte^ 

-Wir ▼erördneten^hn in i^iuejf Oebtemulsion, in Kli» 

«tieren und in einejr Salbe zum JEioreihefn iii den U<f 

jterJ^anch ; «ufs«r, . dem «bch Vagii>ali#jectipnen ,au# 

eifern KanailieuaiP^^fli«* • 

. Den fofgen^^a T^g ging^ unter 9«*^^^ ^.*"* 8^ 

, rinfioo Zuges -vo« apfsf n der gröTste TheU der Placent^ 



ib» wf>raaf der Unterleib xosammenfiel , der Lociiial« 
Büß io Gang kam und »eineii* üt>len Geräch verlor^ 
und die Kranke sich^ aefar erleicfatert fühlte. Bei der 
Exploration traf ich im Mottermunclö noch einige sehr 
nnbedentende Flocken von der Nacbgebnrtsnaas^e an» 
die in kurzer Zeit unter dmxM fontgeaetzten Gebraache 
der injectionen mit den Lochien aua^achweinmt 
wurden. v ^ * , ^ 

VI. F a 1 t 

Eine gemeine, an grölw Arbi^it gewi^bnte, afijah* 
^rige.Frau iron kachectiacfaem Habltu9,< welche 6 Mal 
geboren, aber beihi NacbgeburtegeacbäFt fast immet 
einer wirksamen Nachbiülfe bedurft' hatte , kam ^dea 
9. April 1809 Abends gegen 5 Uhr mit ihrem 7teii 
Kinde leicfit pod geschwind nieder. Nach der Gebart 
Bofs das Blut ungewöhnlich stark; ea entstanden hef* 
tige Schmei'zen im Unterbanche und in der Krauzge* 
gend» wobei sich der Uterus kram|>fl<aft zuaainmen« 
2og. Man hielt 'diese Erscheintingen für eine Auffbr» 
derung zur Wegnahme des Mutterkucbena und sog 
die Nabelschnur an , jedoch ohne Erfolg. ' Nachdem 
man zwei Kamillenkijstiere beigebracht hatte,, wiederw 
iiolte man den Versuch , der i^ber eben so wenig ge- 
lang. Der Blutfiufs wurde hierauf-st^rker und benn« 
imhigender, wefswegen maii die Zimrnttinctur gal^ 
find kalte Umschläge auF den Bauch machte* 

Gegen 8 Uhr wurde die Entbundene auCfollend 
achwach , bekam An Wandiungea von Ohnmachteli 






. . ^ '' . ..»^ ■ 515 ■■*--. ,\ - ' c ", 

««|4 0ii;t' fcbleiiHichte^ Erbireelieii. * Um lo übr ilelltd 
si€h ein zvireite» Erbrechen «in. Die Pl«centa wollte 
X9Qcb' nicht folgen« Jetz^t wurde ich berufene Es wa- 
ren Jiber $ Stunde!) €ieU der Geburt delB Kindes ver^ 
«tTicb^D« a^A if^h i^nl^am«' Das Blut r^nn immer nocfa^ 
und 4i« Sohwüch^ wat ^rofa. Da der, Muttermund 
noch zieii^lich erweitert AV^r« so glaubte, ich I^eine Zei^ 
'V^rlieren'zu dürfen^ Ich drang mit der -Hand in die 
Gebärj[i2uuer* {and den IVIntterkuchen^ grdfaten Theilt 
. gelö^tt bia unfeine Ipartie über d^r &cbambeinjgegend'y 
4ie wie in etnete Sacke eingea^hlossen lag» welcher sic^h 
Ulster deip MapipiiUren ior feH* zusami^enzog, daf« es 
»lir unp[)ÖgKch ysatt diQ<«ing^achlo88ene Partie mit den' 
Fingern zu u^mgishen, ohne elitie ^tärl^ere kraft anzu« 
wenden« afedije Orgaiaiaatian dt$ Uterua/zu vertragen 
«chieni^ Ich liefa sie also zurück und 90g die übrige 
Masse hervor» die in ih^r Form den Abgang nach^ 
wies. Ich spritzte hierauf kaltes Wasser in den Uterus, 
rieb Camphorgeist in die Unterbauchgegend ein» legi« 
ein schweres Leintuch auf den Unterleib» und darüber, 
eine Bauchbiede. Innerlich wurde mit kleinen Gab^n 
doK'Zimmttinctur fortgefaffaren«/ 

Der Blntflnfs blieb in SchrankJ^n» . und in einiged 
Stunden nahm er die gewöhnliche Form des Loehien» 
Abganges an» Auch, die krampfhaften Schmerzen im 
Vnterleibe ux\d 'Kreuze hatten bis dahin gans nachge^' 
lassen» und späterhin mehr den Charakter von wah* 
ren Nachwehen angenommen t die auf KamiUenthee 
und warme Tüchel' bald verschwanden. ' Den Uten 
April trat die Milchsecretion ohne Fieber ein« 



Den i&ten dea Nachmittags ^sm Stim Tage des 
. Wochenbettes) wurde der Puls fieberhaft uiid der Lo- 
cbiatfliifs sehr überriecbend. Dabeikhigte die Wöcfa« 
nerm über Schmerzen in den obern und untern Glied« 
nassen. Es wurcj^n ' Öftere KamtÜeneinspritzi^ogen 
In den Uterus eemalcht und innerlich der Camphu» 
(alles Stunden zu i Öran) abwechselnd mit einef 
gummicbten Emulsion gegeben, wolrsTuf dieScbinerzea 
Terscbwandeh und das Fieber sich verminderte, den 
Tag darnacb aber exacerbirend wiederkehrte,* ble es 
endlidi nach häufigen Schweirsen gänzlich Terschwend, 
Am T6ten steUte sich Etwas Krenzscbmerz eiii, ttad 
^die Lochien flofsen h'äa%er -und blutiger, and rer» 
loren den üblen Geruch. Den i^ten in der Fcuhe 
um 5 Uhr gingen einige mit (Häuten und kleinen 
Placentastückchen vermischte Bitit^ktumpenab, worauf 
eich der Lochia Iflufs auffallend verminderte. 

Dtn 20ten (als den itten Tag^des Wochenbettes} 
wurde der Wöchnerin erlaubt > einige Stunden aufser 
Sette zuzubringen , wobei sie sich recht wobl fühlte, 
bis des Abenda um 7 'Uhr Hreuzschmerzen entstan«« 
den , die gegen den Schoofs sich verbreiteten , mld 
Intc^rtr^Hv^ise ^ach Art der Wehen zurückkehrten* 
Um 10 ühr wurden die Schmerzen stärker und wehen« 
artiger, und trieben unter vermehrtem Abgange der 
Lochien ein mit coagulirtem Blute nmzogenef Stück 
frisch ausgebender Placentaa^^sse- von ^dcr .Grofte 
eines Gänsee^es aus, da« ohne allen ü1>len Gerudb 
war, . Den 2iten ^achüiittags gingsrn nodi einige klei» 
nere Reste ifbn ähnlichem Sescba|fenheit' ab, 4^0a in 



der Nacht noch ein Paar pnbedeülehde i^achfotgten« 
Mit die6cm letztern A^gAüge war ^er Excluaionsact 
geachiofsen« und alle widrigen ßracbeinungen ver-' 
schwnnd^nt bis auf einigea Gefühl von.Ermattung^' 
das ^ich aber unter einer restaurirenden Diät bald 
verlor. , . ^ .• " . 

iDeni2t6fBn in der Frühe atelUe sich ein Blutflufa 
ein» der- jedoch auf geistige Einreibungen in die 
Sckoofsgegend bald nj^chliefs. ""Die Wöchnerin hatte 
Tags vorher tu lange aufser Bette zugebracht , und 
eich nait d^m Ümhertragen des Kindes zu sehr ermü- 
det j.Atif eikie ruhige Lage im Bettet auf ^leine Ga« 
ben von Ztmmuinctar in Miln^enwasser,' nebst Vagi^. 
nalin)ectio|ien aus Kamilien und -^albei kehrte der 
Lochialabgang nicht nur in seine Schranken zurii^cke^ 
andern die Genesung schritt im Ganzen so rasch, 
und anhattend vorwärts, dafa sie bia zum 3 'neu (a{a 
dem fiiten Tage Ihres Wochenbette^ ajiier fernjern 
«rztlichen Curatel enthoben werden kannte« 

VIL F Ä 1 I. 

AmAbetid des 8ten Jäi^ners i8f6 hatte ich mit 
zwei achtungswürdSgen practiscben Aerzten eine Con« 
aultatl|»n » deren Gegenstand eine jun^e, zarte» 
achwäcfalicfae» magere 'Frau war, die vor 6 Wochen 
mit ihrem 4ien Kinde natürlich und lejcht nieder- 
gekommen war, und gleich nach der Geburt einen 
afarkeo Blutstnrz erlitt^ der gestillt wurde, aber nach 
3 Wochen. wieder eintrat und die Anwendung kalter 



Anfachläge nodhwenilfg machte > wornach eicfa ^ift 
. Krampf (wahrscheinlich von der KäHe) in der Blase 
mit Harnverhaltung einstellte* . Der Blntabgangkootittf 
eeitdem nie vi^likomoreh zühi. Schweigen «gebraf^hc 
werden^, ungeachtet des Gebrauchea /der mrksttiissteii 
Mittel; doch blieb er in den Schranken eines, starken 
Lochiälflufses, Seit einigen Tagen aber flola dte Blut 
wieder perioden wejse stärker t wobei jedesmal . ein 
Schmerz über den Schambeinen , bis in die Schenkel . 
sich verbreitend 4 vorausging. Diese Srschetnttngeii 
^ führten die Aer^te itif die Vet*mnthung'> ' dafs ein 
fremder Körper, am wafarscheiniich^en eiii ^ö^kcbeft 
der Placentk« enrück sey« müsse ^ welches den Üte^ 
rus reirze^ nnd seine Punctibnen störe, obgleich die 
Hebamme versicherte, dafa an Aejt abgegangenen 
Nachgebort nichts gefehlt habe« und anc^ tekti Ge* 
, burtshelfer von Autoritiit die Kfndbettertn ew«i Mal 
in verschiedenen Zeitepodien d^ Wochen betceift ob- 
stetricisch untersucht und nichts gefun4den hatte« 
Cl^ieses Letztere beweiset Nichts weder gegen dad Da« 
seyn eines zuriickgebh'ebenen PlacentastUckes, noch 
gegen die Kunstfertigkeit des £xptorator#, sintemat 
das vorhandehe Fragment, besonders wenn es klein 
ist, nicht eher bei der Exploration aufgefunden Wer* 
den kann, betpr es sich nicht von der Gebärmutter 
losgetrennt, und In die Untere Region derselben hege* 
ben hat. 3 Uebrigcna bemerkte- man mir n'odi, data 
die Wöchnerin nacl^ vollendeter £ntbindang einen 
sehr grofsen Banch zurückbehalten habe, Welche^ 
ihr di|S Ansehen einfr noch nicht fintbandeneit gege« 



— 519 — 

benf Das ^bfliefsende Bfut warhellrotb« zuweilen 
geronnen ,, and ,ohne übl^n Geruch« Der Pulaschl^^ 
snalt, und selten (pulsus rarus^. Sie hatte Anfang! 
ihr Kind selbst gestillt, tauCsti» «iber in der Folge der 
grofisen Schwäche wejjien d^s SäagungSgeschäft auf« 
geben. 

Nach dieser vorlätifigen rnforniatinn schritt ich 
xur Exploration 9 wobei .ich den Bftuch weich und 
eingeaeCsen, die Geb'ärm^tter klein und tiefliegend, 
den Muttermund dünn» weich» beträchtlich offen, 
und mit einem gegen einen Zoll im Durchmesser 
dicken, walzenförmigen .fleischernen Körper, der 
eich wie Placentaipasse anfühlen iiefs» angefüllt fadd« 
Mit dem Finger konnte ich die Massig umgeben ; oben 
im Uterus wurde sie breiter und schien allda noch 
fest zu hangen^ den auf denn Druck mit dem Finger 
in einer Richtung von oben nach abwärts kai^ si# 
nicht tiefer in die Scheide» Mit einer langen Pincett4 
hätte dieselbe leicht gefafst und äusgezogeti werden 
können. Da die Umstände dieses vor der Hand nicht 
erlaubten; so wurde die Extraction» Falls die Natur 
die £xcretion.bis dahin nicht vollendet haben würde^^ 
auf den folgenden Tag beschlossen. 

Die Wöchnerin hatte in der Nacht auf den folgen« 
den Tag sehr an Schmerzen im Schoofde gelitten , sie 
verbreiteten sich nach der Kreuzgegend, zuweilen 
aber nahmen sie auch ihre Richtung nach aufwärts 
gegen Brust^und Kopf». Blut war wenig abgegangen^ 
und was abflofs, sah hellrbth und ganz frisch aüs,^ 
wli bei einer jüngst Bntbundenen. Es hatte sich nach' 



diier VdfatppFuiig .von 3 fagen eine starke Stublcnt« 
leerUDg mit vielem Drange eiogefunden» Ich verisQ' 
tb^te, dafd der Im Mattermunde feat 3teckeDde li^r- 
per dadurch beweglich und flott .geworden , und vi«f^ 
lekht iti der Scheide liege; allein ich fdftid nichta der« 
gleichen, im Gegentbeil hatte sich die Ma^e.elwai 
earückgezogeo » und der Muttermund war weniger 
offenV als Tag8 vorher* Dieae VerbaUniise beatimm- 
ten.mich, sogleich einen £xtraction#verauch zu machen^ 
Zu dem Ende suchte ich,; den Zeige- und Mittej£^^er 
•entlang de« Fremden Körpers so hoch ala möglich In 
dif Gebärmutter hinauf za bringen^ um zor Wand 
desselben zu gelangen; allein ich fiind das Wutzeiesd^ 
$o fest von den Gebärmutterwandungen eiugesdi«ch^ 
telt, dafs ich nicHt bis an die Verbindungsstell« zn 
gelangen vermochte* Ich suchte Jbn pun durch wan*. 
kende Bewegungen loszumachen » klein inte ihn hierauf 
fest zwischen beide Finger und zog ibn heraus« mofate 
jedoch, einen Best 9 von dem Belange einer kleinen 
Nufs (wie mich dünkte) sitzen U^ssen» das' obere 
Ende nemlich, das zu fest am Uteras auFsafs» und ^^^ 
^her von def übrigen Mafse als von seinem Boden 
trennte. ' Das Gewonnene -machte beiläufig denGehait 
eines kleinen Hübn<re)res haben und war offenbar 
Placentamasse, die gan^ frisch aussah und ohne ^Uea 
übten Geruch war* Beider .Operatipn g*«g^®^^^* 
Blat verloren; auch war sie .wegen £linführung ^^°^ 
^erer Finger in die ^fheide^ nicht ohne Schmerzen» 

Die Kranke hatte eine unruhige ^^acht, üß<^ ^"• 
wellen- s^bmerzhajte Sensationen in der Scboo%^^^^^ 



t2nd ffeibst in der 'Oeb'äi'mutter/ Bei nhiet^m Ptiiix^ 
besuche den loten Jciagte sie über grofsed* Gefühl voh 
Sc^hw^che u^d Abgeschlagen heit^ auch über eiwal 
'£io^enommenheit de$ Kopfes^ ube# Brenneii der 
Augen ^ und über Durst. Dabei Katte sie eine» warf 
itiere Uaut^ und einen aec^lerxrten > ^ etwas bartlicbeil 
f uls. Der fitotflufs hatte gan^t aufgehört^ und Statt 
äeaseh e^h schleimiger LochialfiuCti sich eingefunden* 
]3er Baucli war eingesefsen^ weich und beim Befühlen 
nicht achmerzhaff. 

£s .fiel un^ auf, dafs mit &ntferäung des fremd^nf 
Korpers die Thätigkett des afterielien Systems «uf eiis 
Mallerwachte, da sie vorbin ganz unterdrückt schien^ 
Aet Puls ungewöhnlich selten, tfäge und« matt w»r'^ 
und von gar keiner. Reaction dieses Systems zeugte^ 
$o dafs das Eintreten einer veränderten Poiarit'ät zwi- 
schen dem Uteras und dem Herzen nicht zu verken- 
nen war« 

Man vereinigte sicfi dahin ^ die bisher in 6ebraucHf 
gezogenen Mittel {Alumen^ Digitalis^ Spirituosa^ 
Opium} bei Seite zu lassen^ selbst die genügen £m«^ 
brocationenf 'auf die hjpogastrische Gegend , und Statt 
dessen die erweichende MethfOde nach innen nnrd aus*\ 
aen anzuwenden; 

Den i>ten Alles viel besser. lluhigeNach^, freiet/ 
Kopf , keine Hitze; kein Ottrst; welcher» grofser^ 
fast normal frequenter Puls; Weicher^ ünschmerzhaf^ 
ter^ nur beim stürkern Drucke in der hypngastrischeo 
Gegend empfindlicher Unterleib; schleimiger, weifs« 
gelblicher Lochiftlflufs ohne BMttgehalt; freies Harneni? 
, SiMMOhg)§ Journmlj fjl. Bd» di Sf. L I 



- 522 - . 

^Heiierkeit d^ Gemüihs nnd £fslast. -^ Die gestrigst 
Mittel wurden fortgesetzt , nebat dem Eiosalbet» d^ 
Unterleibes mit iTagu. AhK cum Olep hyosciamt 
Ich sah die Kranke erst den i8ten wieder. Sie 

' fühlte sich so wohl , dafs der Ordinarius ihr hente er* 
iaubte» ein wenig aufzustehen. Indefs hat^ sie dodi 
noch öfters kleine Schmerzen in der Schoofsgegendi 
besonders in der Frühe. beim £rwachen, wo daon 
meistens ein. vermehrter. Lochienabgang eintritt ^ der 
i^brigens m'afsig, schleimiclit-serös^ gelblicht uod niuf 
..zuweilen etwas blutig gefärbt, und ohne üblen Ge- 
ruch ist. . Auch klagt sie über ziehende Schmeneii 

^ im linken Schenkel , die von der Leiade aus^ebetif 
nnd sich bis in die Zehen verbreiten. Die Stohhuf 
leerungen sind weif&licht uiid von schleimichiem 6^ 
halt. Der Unterleib Ut sehr weich, schlappt und 

'beim Befühlen ' nnschmerzhaft,. Von den varicöi au^ 

, gedehnten Venen, womit in der Schwangerschaft die 
Unterschenker und die Umgehend der Scham stark 
besetzt waren, ist gegenwärtig alle Spur verschwundeni 
Offenbar befiridet sich das Uierinsystem immtt 
/ « noch in einem krankhaft gereitzten Zustande* W«ch 
dieser Ansicht glaubte ich den Gebrauch lauwarOJ^' 
Bäder vorzugsweise empfehlen zu dürfen« 

'^Von dieeer Zeit an sah ich die Krankefiicht weht; 
um so schmerzlich überraschter fühlte ich mich, aUicl* 
nach einiger Zeit zufällig mit dem in jeder Hinfi»cbt 
achtungswürdigen Ordinarius tuiammens kam 9 U^ä 
von ihm erfahr , dafs die Kranke, gleich am folgen^^ 
Tage nach meineo^ letzten Besuche^ von einem Flebet 



=^' 62 J 



■^K. 



iüit Brennen ind Baücheis und ganz veränderter Vliyi . 
^iognomier wJö bei Puiirperalkranken » eey befalletaf 
ivorden^ dafs nach zwei Tagen d6r Bäuchschpiierz sicH_ 
Sivieder verlören (ohne rückse'ättdige Äüfgetriebenheit 
des üoterh^bes.) j dafs «päterhih ein allgemeiner Frie^ , 
äel ausgebrochen^^ uiid darauf AUes die bedf^ Wen« 
durig gencniimenj.dafs aber am Abend des 9teh Täge^ 
der Krankheit gafn2 unerwartet ( und wie e$ schien ; 
ohne allen Gruiid ) Ahnungen des Td^ös bei der Kran« 
ken eingetreten,' und dafs diesef whklicti sin ähäeiri 
Tage erfolgt dey, , 

bafs dieses Fieber vom Uterus ausging» ist wohl 
nicht zu verkennen^ Der krankhafte Zustafnd deä ' 
Uterus dauerte fort^ auch nathdeih der Flacentare8t',^ 
lahd die davon abhangigeh Blütnngeä beseitigt waren; ^ 
Er konnte also nicht auf diesehi innormalen VerT^sIt' 
nisse allein beruhen,^ sondern^ mufste tiefer begründet 
ieyn; Wahrscheinlich würde* 'das Füierperälfieber ^ucH 
ohne dieses tiocalve'rhäKiiifa ^riblgt ieyii^ fi man haf 
Grund ah/nnehrbien j dafs ohne diesen Localreitz 6äi 
Fieber früher ausgebfocheü seyh würde, da offenbar 
die krankhafte Thätigkeit des-Pt^rus sich ^fst nath 
Entfernung .des ' f^remden Körpers, der die weitere 
tJ^bertra^ung der kr^nkhafited I^^^larität des Uterus zvC 
verhindern schien, auf das fierz und GefäfdAystenazij 
Verbreiten ahfing. I9ur dafe es vielleicht eher zu et« 
aer ^lücklicheii AUsgleitfaui^g gekommen wäre, wend 
^le Natur den pnerperellra VerwaiadlnngsacC ^rfüiei 
tau üüUii gvtn^üffiwä Ufloistäodön/ ohne iiätiitiih^tiidä 



ein 7 bia 6 wöchentliches Leiden erechöpFc zo Bejn, 
t^gonnen b'ätte- • ^ * 

Man sieht beiläufig hieraus ^ was und wie Ttel 
der Geburtshelfer auf das Spiel setzt» weiin er an ex« 
uer Wöchnerin Operationsver^uche unternimmt; 
Hatte ich es hier nicht mit eInsichts.TolIen uod recht« 
^chen Aerzten zn thun gehabt, so würde ich dem 
■Verdachte» durch mein operatives Verfahren die töd« 
Ikh gewordene P.uerperalkrankheit herbeigeführt zu 
haben, schwerlich entronnen sejn* Noch gefährlicher 
würde meine Lage geworden sejn, wenn ich zur 
Entfernung des Ptacentarestes mich eines Instrumentes 
bedient hHt^te. Die Meister, die in dem äbgeacb'osse« 
nen Bezirke ihrer konischen Institute ihre Kanst aus» 
üben» haben von Bedenklichkeiten dieser und ähn- 
licher Art wohl nur sehr undeutliche Begriffe» denn 
sonst würden sie nicht im Gebrauche und in Empfeh- 
lung yoo Mutterkuchen «Zangen und Löffeln uird von 
Diiatationswerkzeugen des Muttermundes so liberal 
seyn , wie sie es in Beispielen , Lehren und Schrif«. 
%ßn sind. 

mi F a 1 l 

•» . 

Im Jahr 1819 wurde ich gebeten, einer wohlha- 
benden » noch jungen Bürgersfrau von hübscher echt 
weiblicher Bildung« weichem»^ fiist schwammichtem 
Habitus» blassem Gesichte und hellblauen Augenf 
kaltem Temperamente und stillem 9 friedlichen Gemüt- 
^)^^9 Kegelnaäfiig menauruirt und gesund , bei ihrer 



' . — 525 '-^ . ^ , ^ 

bfsvörstefaenjen 4ten' Entbindnng beizost^hent weit 
sie in den zwei ersten Geburteiii ganz todte Kinder^ 
in der 3ten ein ach wach, lebendes Kind» da« in einigen 
IMünoten atarb» zur Welt geboren, and gtröÜBt Beaorg» 
xiiase für die Erhaltung des 4ten, zu erwattenden, 
begte. Die Geburt des ersten Kindes erfolgte nait 7 
Monaten nach einem Falle, den man für die Ursache 
des Friihgebärens und des Absterbens der Fracht an* 
«ah. Die beiden folgenden Schwange rschafien verlie» 
fen vollständig and ohne Zufall, doch litt die Eraa 
an mancherlei Beschwerdeh:, worunter starke Wal- 
lungen and Congeationen nach Kopf und Brust , be« 
sonders in den letztern Monaten» die hervorstechend- 
sten waren. Die habituelle blässe des Angesichtes und 
der ganzen Haut, verbunden mit dem etwas schwam- 
michteo Habitus , und dem ruhigen Temperamente, 
war Ursache, dafs man nicht zu dem Aderlasse schritt, 
den man aui'serdem für angezeigt hielt* Da Jedoch 
alle übrigen Mittel nichts verfingen» ^o wurde zwi« 
sthen mir und dem würdigen Ordinarius die Abrede 
genommen, bei dieser 4ten Schwangerschaft, wenn 
die Congeationen stark werden aoUten, sogleich die 
Ader öffnen zu lassen. 

Wirklich wurden 8 atarke Aderlässe vorgenom« 
jnen , die immer von dem bebten Erfolge waren » in« • 
dem die Schwangere aicl^ jedes iVIal erleichtert» and 
die Bewegungen der Frucht lebhafter Fühlte. Offen* 
.bar war bei dieser Frau die Venocität in höherem 
Grade überwiegend, und die blafse Haut bewies. nur, 
dafa die Blutfiille eigentlich in den |;rörsern, nack 



fnncn gelagerten Veneitsiaminen,' besopde^s iq de\ 
^ähe des Herzeos Statt fand, wie Pucheh diese« 
krankhafte VerhaltnifB in seidem gediegenen Werke : 
pas Venen$7atem in seinen krankh9ften 
Verh^Itniaaen dargestellt ( Leip?.» bei Brock- 
baij« i8i8*) sehr grümliicb ans einander gesetjct hat« 

Den i6een September gegen 5 Uhr Nachmittags 
ging die Geburt aaF normale V^eise vor ^icb. Da9 
Kiod^ ein Mädchen 9 war munter pnd frisch, konnte 
aber erst nach ,10 h\s i5 Minuten von der Blatter se* 
trennt werden»* weil die Nabelgefäfse picht eher zu 
pulsiren aufhörten. Eine viertel Stunde später entr 
Standen starke Nachgeburtsweben , welche na ich ver- 
anlafsten, die Extractian des Mutterkuchens yorzi^« 
nehmen t der auf die gewöhnliipheat Ilandgriffe, docl^ 
^inter einigen Schwierigkeiten folgte. Als ict^ einige 
Zelt darnach die INachgebqrt9ma98e untersuchte, fand 
ich» dafs'der Matter}iLuk:b^j^ 9n der eipen Seit« ei^ae^ 
^.iDgewöhnlicb ^üni^en Rand hatte, der in ^wei kleine 
Rappen auslidf , die sich diirch ihre b^lere Rötfae 9ns^ 
. zeicbnsien > und einen l^eeren ßaum z wichen sicfi 
liefsen, dem man es ab^ah, dafs !nQch e^ drittf»r ahn? 
lieber ^app^n hin>ein gebore, der mi|t den beiden an* 
dern ein Qanzes gebildet, sich währe|fid der Excipsioii 
YOn der übrigen Ptacepta- Masse getrennt^ und zut 
riickgeblieben sey^ ein |Jmstand der mich um die 
p<jlgen besorgt machte, und, paeipe ganze AuFp^erk? 
^ainkett in Anspruch nebmi^n muTste. > 

Die Entbundene hallte i>ebr starjjie I^acbw^ben iö 
den ersten T<igen mit einem apceierii^t^n , fieberhaften 



•^ 527 — 

^7ahe9 'welche Erscheinungen jedoch keiner speciellen^ 
Sedeulsamkeit werth gehalten 'werden kodnten, da 
sie auch die vorigen Wochenbetten begleiteten 9 ine 
£eaondere d^s zweite» wo sie in . einem so hohen 
Crade vprbandcn' waren, dafs man ejne Metritis, und 
spätefbin^ als Miliavia ausbrachen, ein F^uerperai» 
fieber befürchten mnlste. Indessen liefsen diese Zu- 
falle nach, als am 5ten Tage unter einem sehr mäfsi« 
gen Fieber der Miichprocefs zu Stande und das Lacta- 
iionsj^eschäft in Gang kam. 

Am ßten Wochentage/ging mit dem gehörig be* 
stellten» nur etwas übel riechenden Lochialfiufse Et-^ 
was von den Eihäuten mit kleinen Partikeln fris.cher 
f lacentamasse ab. .^Zuweilen stellten sith noch schwache 
I9achwefaen ein» die flicht vom Kreuze, sondern von 
den, beiden Weichen, besonders der rechten , iusgin» ' 
gen, Aufserdem bestand VYohlbefindei^,. Efslust und 
Schlaf; blofs d^r Puls behielt eine ungewöhnliche 
Schnelligkeit, Gegen den gten Tag zeigte sich ein 
stärkerer Abgang von hellrothem, tfaeils fiüfsigem^ 
theils geronnenem Blute, Den toten erwachten dl«' 
Nachwehen aufs Neue, mit Auftreibung des Unterlei-"^ 
bes und bescblennigterh Pulsen. Der iite Wochen- 
tag verlief ohne alle Zurälle, Gegen Ende des i2ten 
wagte die Wöchnerin im Gefühle ihres Wohlseyns 
(obtie Vorwissen ihrer Aerzte) den ersten Versuch, 
das Bett zu verlassen, ob sie gleich in der Nacht vor- 
her wieder stärkere Nach wehen gehabt hatte. Die. 
Folge davon war» dafs sogleich ein nicht unbedeuten* 
der Blutfiufs mit Gerinsel eintrat , dci* sie, das Bett 



jEU suchen , nothigr«. AU da« Blut zu fliersen äuFi 
»börl«, nahm ich di« Ißxpioration vor» wobei ich den 
MntterniaDd offen mit targiden Lippen zylindriech in 
den zum Xheile hergeatellten Hala übergebend, 
die Gebärmutter aelbat globos ausgedehnt, wie zu 
Ende des Sten Schwaogcrschaftamonates^ härtlich und 
aeht empfindiich gegen den Angrifft, dabei etwas tief 
Hegend und mit d^m Grunde den SchDofsbeiarand 
nicht viel überragend» antraf. Hternach achläfloae 
Nacht, angeblich wegen Unruhe dea Kindes # starke 
Röthe des Geeichtes nach dem Morgenschlaf mitZahn^ 
Ichmerzen der lini^en Seite und grosser Reitznpg im 
Pulse. Mit Anfange des i4ten Wochentages ein vor« 
übergebender Schauer während des. Schlafes mit bald 
darauf eintretendem Schweifse und einem schmerz« 
liehen Pulsiren im Kopfe, das aber verschwand, ala 
liegen Abend wieder Nachwehjin eintiaten,' die wah« 
rend des Kopfschmerzes gäm schwiegen, ur^d in der 
Nacht heftiger wurden t sich bis in die Schenkel ver^p 
hreit^ten, und nach einer Intermission von mehrern 
ßtupden am folgenden Ta^e wieder zuröckJ^ehrteu, 
Pabei kleiner, weicher Bauch; ziemlich. starker, ae^ 
röser mit Blutgerinsel vermischter, wie frisches Blut 
ziechender LocihialAufs ; hinreichende» doch iiicht vqU 
lig freie Harnausso;nderung^ Puls und Zunge etwas 
^eberbsFt, doch EOilusr. ,Aucfi hat die Lactation deq 
besten Fortgang. In der Nacht a<;f den lyten Wochen^ 
tag wieder stärkere, mit unter drängende Schmerzen« 
^lage über S'4upe nach Theegetränka uf^d lü^ecijcli) 
(schon sejt f ip paa? Tsgep )• 



Bei der ^n diesem Tage wtederholten Explora« , 
tlon fanct ich den Uterus minder ausgedehnt und weich^ ^ 
4>hne Schmerz beim AngriTfe^, den Muttermund ^nd 
Hals zwar dick» und lang, aber schlaff und, deoi 
Zeigefinger bequem durchlassend» Auf dem innera 
Mattermunde lag die konische Spitze ein^r pyramlden« 
förmigen Masse, die sich schwammicht anfühlen^ 
mregen seiner Höhe nicht bis isur Basis verfolgen liefs*» 
lind hier noch fest zu hangen schien^ 

* Den löten und ipten A'l'ocbenlag Abnahme aJler 
Zufälle, und Wohlbefinden/ Weniger und dunkier^ 
Liochien, 

Den aoten explorirte ich wieder. Das VaginaU 
stück erschien lang, dick, weich und nahm den Zeige»' 
ßnger ohne ^chvyierigkeit auF. Im ' Halse Stack ein 
Nnfsdicker, langer Fleischpropf» der sich hin und her 
belegen Jiefs; aber mit der Wurzel in der Tiefe de» 
Uterus festhiog. Bei meinen Versuchen, ihn loszur 
machen, brach das unterste Stück «b« das ich auszog, 
Biit Zurüd^assnng des Uebrjgien, weil helirothes Ül^t 
in ziemlicher Menge.,nachfolgte, .zum Beweise, dafs 
die Wurzel noch innig mit dem Uterus zusammenhing. 
Das herausgeförderte Fragment war jeinen Zolh lang, 
und fast eben so dick und bestand aus einer fieischicht* 
spongiosen, übelriechenden, sehr friablen Substanz, 
die offenbar Plapentamasse war; Der Blutflufs stillte 
•ich auf Ruhe, indem er aUm'ählig wäfserig wurde. 
Nach Verlauf von a Stunden erfolgte unter einigem, 
achmerzhaften Drängen ein Abgang von schwarzen, 
lest und pii^ ieimartiger Zähigkeit /untereinander zUf 



. rr- ,530 ~ 

ß»mtowh'ingtnäen ^ garuchlosen Blutkfainp^n » denen 
^m paar Stundeil später ein zweiter nachfolgte« Ich 
habe das Abgegangene ^ welches im Gänsen gegen |< 
Ffond dnd darüber betragen mochte, mit der grob« 
ten Sorgfalt nnterancht« und keine Spur von Placenta 
darin entdecken können* Auf diese Ausleerung fühlte 
•ich die Wöchnerin etwas ermattet , aufserdem 
aber sehr wohl mit erneuerter Efslust. Von diesem 
Zeitpunkte an Uefsen die schmerzhaften Sensationen 
m der Uteri natgegend nach» und erschienen nur sehr 
selten und schwach. Der Lochialfluis» Anfangs, bin« 
tig serös f verminderte sich, und woide späterhin 
mehr schleitnig. Der Unterleib, blieb immer sehr 

^v^eich^ eingesefsen und schmerzlos beim Befühlen. 
Kur die Reitznng im Pulse dauerte noch fort; auch 

.erneuerte sich zuweilen der Kopfschmerz» doch nahai 
er mehr den Hinterkopf als die Stirngegend ein, und 
dauerte nie lange. Die Efslust hatte sehr abgenom* 
men nnd öfters stellte sich ein saures 'Aufstofsen nach 
dem Theeget^änke ein 9' manches Mal bis )u Vomito- 
ritionen« Einmal des Nachniittags beim Aufseyn trae 
IJitze mit allgemein gereitztemZusta^nde, mit Klopfen 
lind Schmerz in der linken hintern Kopfseite und ei- 
nem Gefühle yon Mattigkeit ein, welche Zafalle j}e< 
doch am Ahende von selbst verschwanden. 

Diese Uhordnungen erweckten in uns die Be- 
sorgnifs, dafs doch noch Etwas in der GebärmuUer 
ZQfückgebHeben seyn könnte, was die krankhafte 
B^tzung unterhalte. ' Ich unternahm daher den 27ten^ 
\Tochentag noch einmal die Exploration, fand aber 



^eilUt€ru9 klein» leer, weich, mit verlängertem 
fäulse und ^mamrnen^ezogpnetifitksium die Aafnahm^ 
4$er Fingerspitze ge^tatteti^^m Muttermunde, und ofa^e 
^^lle bemerkbare Spqr eines fr.emden Inhaltes. Efne 
lipätere Exploration am 4,ten November bestättigte die 
voiljcorömeoe Integrität des yterus« ' 

Kacji dieser Zeit traten alle Zeichen einer dauern"»^ 
den Beconvaleszeiiz ein, und Wenn im Verfolgi pocH 
;^uweileia kleine Unordnungen steh cinfijnden/ so 
Mrqfrden sie dar ph atur^liige Einflüfse, die nait dem 
Wochenbetti^ in: keiner jSezieh^ng «tarrden^ herbi?i# 
geführt* V 

0er in Gebrauch gezogene Med icämenteni-Appa« 
rat War ^ im Ganzen gepommen, seht einfach und 
kurz.,« Die Haoptmittel bestanden in den ersten 
VVorfieotag^n in Oeht -Emulsionen, und schleimich^; 
tcm Theegeträpke nebst ähnlichen I^lysti^ren und 
6 re^ um schlagen, späterhin in geiind auflösenden und 
feccopro tischen (vegetabiliicbep) Aufgüssen und J3e» 
^QCten , welche letztere 7{Bich immer am wohhhäügsten 
bewiesen. ^Der einsichtsvolle Ordinarit^ theiite ganz 
mit inir die Ansicht» dafe bei Verhältnissen, wie sie 
hier bestanden, dfe exspcctative Methode unter ^11 en^ 
iibrigenrden Vorzug verdiene. 

Ipb fügp dieser Beobachtung pur ein pajyr Bemer» 
f^upgen bei. Es^il>t bekanntlich Mutterkuchen mit 
separirtep Coryledi^men, , nach Art gewisser Thierpia* 
cepten. Bei Uerau&fQrderung solcher Mutterkuchen, 
wenn sie ^uch noch so methodisch geschieht, ist im- 
mer Gefahr vorhan4cn , dafs sich das separirte Stück 



— 532 — ... 

▼On der Banpsmasse trenne and zurückbleibe» Seibat 
die Lösung solcher Nebenstücke ton der Gebärmatter 
geht achwerer und langsamer for sich , wie schon di^ 
beNrothe frische y ich möchte aageni unreife Farbe 
beweist* Unter soUben Umständen« sollte man du 
Nachgeburtsgeschäft erst nach i2 oder 24 Stunden vor- 
nehmen oder besser noch , die TÖilige E^cInsioQ der 
Natur überlassen. Allein wer kennt dieses Verhält* 
nifs vorhinein f und wer vermag die Entbundene von 
der Notbwendigkeit zu überzeugen f dafa eine Ab- 
weichung von ,der herkömmlichen Sitte hier der ge- 
falirloseste und rechte Weg sey? Man ist gewöhnt, 
in Fällen dieser Art die Hebamme aogleich eines /e&« 
lerhaften Benehmens > einer Voreiligkeit u. dgL zu 
beachuldigen ; ob immer mit Recht t Dieses mögen 
diejenigen erwägen^ die aich berufen dünken , Alles 
SU censnriren, auch das 9 was sie nicht verstehen. 
Nichts ist empörender, als das Absprechen nach einer 
Begelt die keine Ausnahme gellen räfst» und Alles 
nach fder Eilt abmifst. -^ in dem vorliegenden Falle 
hatte aich das abgelöfste Stück in den Hals und auf 
den Innern Muttermund gelegt und dieselben zapfen* 
artig verstopft ; dadurch wurde das Bliit siufgehaiten 
und zersetzt , inden) der seröse und wässerige Theil 
abflofs nnd der Cruor einen festen Klumpen bildete. 
Dieser Vorgang wird nur begreiflich » w^nn man an« 
nimmt, dafs die LostrennUng de^ :eurückgebliebenen 
Stückes sehr spät und zu einer Zeit geschah , wo der 
Hals unid Muttermond sich bereits stärker zusammen« 
gezogen hatten» 



- 633 - 



- 'XVII. ' '■ 

!^amsbothom^3 Beobachtung ^c* glück- 
^ liehen Erfolges mehrerer künstlichen 
Frühgeburten bei einer: und derselben 
Frau. *) Aus dem Englischen übersetzt 
und mitgetheilt vom seligen Dr. Al- 
bers in Bremen, 

-^mgten Ap)^lt 1810 gegen Abend ward ich zn Mm 
— * -p- neben dem Tower gerufen t um sie zu entbinden 
weil der damit beauftragte Geburtshelfer sie plötzlich 
yor einigen Stunden unter dem Vorwande einer I7n<» 
päfslicfakeit verlassen hatte und sich weigerte, wiedet 
zu kommen» £r war zwei Tage und zwei Mächte in 
dem Hause gewesen und ward entweder seines über« 
nommenen Geschäftes überdrüssig« oderler fürchtete 
einen Zufall, den er nicht zu heseitigeh wufste. Jetzt 
-war der Kopf gut im Backen heruntergekommen , die 
Patientin wohl bei Kräften und ihre Wehen waren 

*) Aas dessen Praetieal OhservationB in Midwifery , with 
m sül^ction of cas$sf London 18s 1. Part^. I. p. 365. Die 
Ucbertetzung dieser Beöbechtang hatte aiieUi enver- 



- ,534 ^ - ' ^ 

iiätki Ich entdeckte bald eine Üiagohd - SteHiifi^g dd 
Köpfet und ein enges Becken ; . aber nacb zebnatündi- 
gern V/arten kam ein kleines labendes Kind': xialiirlicA 
zur Welt, . . 

im Janüar 1812 aollte ich diese Frau w^iedernm 
entbinden, und da ich schon früh am Tage gerufen 
^ward, füh!ce ich Hand und Arm des Kindea durch die 
^änte« Ich foliöb den ganzen Tag in dem Hause, um 
genau Acht zu geben 9 geg^n Abend öffnete sich der. 
Muttermund, die Häute gäben nach und ^ch entdeckte 
die Schulter am Band^ des Beckens, Ich tvandte das 
Kind leicht; als ich aber den Körper herausgezogen 
hatte , blieb der grofae Kopf am Rande stecken , und 
ich mufste viel Gewalt anwenden , um ihn herauszn« 
ziehen. Das Kind kani deshalb todt zur Welr. Im 
ilzy idi3 ward mir die Entbindung der Frau zum 
dritten, Male übertragen, und nach acht und vierzig^ 
stündigem grofj^en Leiden liefsen ihre Kräfte nach,* 
während der Kopf noch gäna^.lich oberhalb des Becken- 
randes st^ndy und ich sah mich in die peinliche Noth- 
wendigkeit versetzt ^ den Kopf zu verkleinern. Sie 
\vard zum vierten Male schwanger, und da ich die 
Beiden vorhergehenden Male so unglücklich gewesen 

gefsli^hcr Fceund , der selige Dr. A 1 h e r s hoch in den 
letztc^n Tagen seines Lebens für mein Journal be- 
stimmt; ich erhic|c sie durch die Güte des Herrn 
Dr. Mark hausen in Bremen', der sie nach deni 
Tode zwischen seinen Papieren wiedergefunden hat ,* 
j#öfii^tch jei^m Mertnit »ehr danire.' ' ^ 

l>«^ Heravfsgelii^rV' 



War und wufste; dafi^ wenn ein grorge« Itiiidi da 
Vv'Aref es hur schwer durchgehen würde» so rieth ich 
ihr, sich in) achten Monat oder ]surz vor Ende des«" 
selben der künstlichen Frühgeburt zu unterwerfen*^ 
Sie trug k6in bedenken, und im September iQi4 ward 
diefs Verfahren eingeschlagen. Drei Tage ' nachher 
stellteu sich, Wehen ein ; nach kurzem Leiden kam 
verhältnifsmafsig leicht ein lebendes Kind >zur Welt/ 
iSie stand bald auf und stillte ihr Kind«. In drei darauf 
folgenden Schwangerschaften ^ nämlich im Auguat 1816, 
im Junlus 1818 und'im Januar iSfiO, habe ich das< 
selben Verfahrex^Jbeobachtet und ^ mit eiiäer einzigen 
Ausnahme, das Vergdügen gehabt» lebendige Kinder 
"' gehören' zu. seh%n. Alle vier Maie genas die Mutter aö 
vollkommen I wie nur jemals eine Frau nach* dem 
einfachsten Geburtsgescfaäfte. Vor Kurzem habe ich 
. diese Patientinfgesehen; sie stillt jetzt (Oktober i8flo) 
ihr jüngstes, n^un Monate altes 'Krnd^ welches» ob- 
gleich klein bei meiner Geburt ^ als etwa sieben und 
einbalbmoiia,tlicht gegenwärtig eben so grofs ist, wie 
ich jemals fast nur ein Kind s<rh. J 

Ich habe zahlreiche Beispiele des glücklichen £r^ 
Tolgea ähnlicher Fälle gehabt ^ die ich abet des FrWäh« 
liens nicht für wetth halten 



/ 



- 536' - 



xvm. 

Bemerkungen über einige practisch-ge- 
burtshülfliche Gegenstände vom Medi^ 
cinalrath Dr- Ritgen zu Giefsen^ 
Vetanlafst durch die Recension seines 
Werkes über die geburtshülfiichen An-* 
zeigen, abgedruckt im 3t^n B* 2s St- 
321 S. dieses Journars. 

•Lla di> Indicationen Ale Seele det ärztikhen Hail- 
delna ^>nd, und die Zuflamtnenatellnng alleir Anzeigen 
für einen besondern Zwei^ der Heilkunde den bcsee«' 
lendeq Geist dieses ganzen Zweiges in practischer Be- 
ziehung geben mufs; so wird die Beanfaeilting mei'< 
nes Werkes über die Anzeigen för die Terschiedenen 
mechanischen Hülfen bei Entbindungen nicht biosfür 
mich, sondern auch für Andere Jnteresse haben« 

Vor allem zuerst scheint es mir daher wichtige 
meine, dem Ganzen zum Grunde liegende Heber- 
Zeugung, dafs die Entbindungskunde nur mit und 
aus der gleichzeitigen Behandlung der geaamm^ten 



fiellliatide geför4ert lyprd^ir könne, iü d^ir oben eü« 
Wähnten Becension gel)inigt tu Hnden« / 

Sodann ist, sicherlich nicht ohne die Aufmerk« 
saxnkeit des Praktikers anzusprechen , meine Ansic^r^ 
4ars die Benutzung der Lage eines, der am al- 
lermeisten zu beachtenden Hülfsmittel bei Entbindun«, 
gen $ey^ zur Sprache gekommen, Ruhe und Bewe* 
gang ^Stellung und Lage sindf gewifs. Verhältn^se« 
vy eiche hier die leichteste, ausg^breitetsre» einfachste 
und meistens gefahrloseste Anwendung erlauben. In 
keiner geburtshülflichen Schrift habe ich eine vollstän^ 
digere Zusammenstellung der Vorschriften für die 
Ineitung der Lage bei Geburten gefunden,» als in dem 
Lehrbucbe des Herausgebers dieser' Zeitschrift» und 
ich will ea nicht verschweigen^ dafs diese sorg faltig^ 
Ißerücksichiigung der Lagenverbäftnissei nicht gerin«« 
gen l'heil habe an der Begründung' ipeinerxgrofsen 
Achtung für denselben, die ich durch die Zueignung 
dieses Werkes öffentlich auszudrücken bemüht war. 
Reo* scheint tiun im Ganzen meiner Ansicht nicht 
tXL seya ^ indem er von den ersten Andeutungen dea 
beginnenden Geburtsgeschäfta bis zu dessen Vollen- 
dung Ruhe und zwar im Bette empfiehlt und nur dei 
-Gebrauchs der Rücken* und Seiten läge als zweck<« 
mäfsig erwähnt« Betrachten wir daher diesen G^gen«« 
stand einma) naher« ' Folgende t^^i Grundsätze la»* 
een sich wohl unbezweifelt allgemein * aufstellen T 
Wo keine Krankheit besteht| da ist auch 
keine Küns thülfe^ nö thig und der gesund«! 
Organismus wird bei allen seineu Func« 
^SiMBOLBB Journal^ III, Bd, 5s St* , Mm 



— 538 — 

tionen durch den nicht unterdrückten 
oder verkiinstelten Naturtrieb Immer 
zum Guten geleitet« 

' Jch mache nun hieraas d^n Schlufo; wo die Ent- 
bindung regelmässig verläuft, da bedarf es keiner 
künstlichen Anordnungen , auch nicht einmal In der 
Stellung und Lage; die Natur wird dem Gefühle der 
Kreisenden das rechte Verhalten eingeben. Aus' die« 
sem Ge^ichtspuncte habe ich Seite 124 den Rath ge- 
geben : 

'„Teder geistig und körperlich gesunden Kreisen- 
,,den kann und aoll man bei der regelmässig verlau- 
^Fenden Entbindung die Wahl ihrer Stellung und 
,,Lage völÜg frei überlassen, sie wird nur die ihr 
„zuträgliche wählen,«« 

Diese allgemein gegebene Vorschrift habe Ich nun 
noch weiter speciel ausgedehnt» indem ich sagte: 

,, Bei einer völlig gesunden und nicht an einer 
9»za grofsen relativen Geräumigkeit oder zu gerin- 
,,ger Inclination des Beckens leidenden , in der 4oten 
^ ,, Schwangerschafitswoche Kreisenden soll das Umher- 
,9 gehen im Zimmer, während der zwei ersten 6e- 
,,burtszeiien zugegeben werden , und es ist meis- 
,,ten8 sehr eröpriefslich. •• 

Zu letzterem Rathe ver^nlafste mich aufser der 
Autorität eines Gar u 5, Burns, Frori.ep, Jörg 
die Seite i38 angeführte, Beobaehtung^ der Natur^ 

,9 Betrachtet man den Verlauf einer fintbindungy . 
,,60 ist das Verhalten der Kreisenden in Bezug auf 
9,Stellui\g und Lage ein von der gewi^sermafsen nö« 



»»thigendfin Natur genaa uod gemesseti beatimrntegi 
,,'Beim Eintritt der ersten Schmerzen wird die Krei«« 
^, sende udrdhig ^ sie sucht in der jßeWegUng £rleich- 
I, teruog«' AUm'äklig erinüdeiid setzt sl6 sich;, steht 
«• wieder auf und setzt sich wieder. Noch mehr ange«> 
^, griffen^ legt sie sich immeir mehr und mehr rück« 
^^^ärts, bis 8ie endlich liegt. Nachdem sie sich ah^ 
»«wechselnd wieder zum Sitzen erhoben hat^ bldbf 
9)i»ie ^endlich' ganz Hegen. Unruhig walzt sie sich 
^^bald auf die eine bald auf die andere Seite; findet 
9^a1)er in der Rückenlage die gröf^te Be4^üerolichkeiC| 
y,und die mjeiste Stütze beim Verarbeiten der Wehen | 
^^wozn sie unwillkühriich genöthigt wird. Nach deif 
^fFruchtaasschliefsung ruht siflf in der am wenigsten 
y' Anstrengung fordernden Rückenlage fort, und er«« 
^yträgt danti <}ie Schn^erzen tat Austreibung > der 
1^ Nachgeburt.^' 

Auf diese Weise ist die Mebrzalil der'gewohti«« 
liehen Geb^urten in ihrem Hergange von mir beobach'« 
tet woitden und zwar nicht blos bei Mehschen^ son^ 

' ^ern auch bei Tbieren | nur- mit dem Unterschied ^ 
dafs diese die. Lage auf dem Bauche da suchen , wo def 
IVtensoti sijch auf den Aückexi legt« 

Hec» sagt: ,»,,Hitir finden wir abdr, nicht | daffll' 
^^i^die Thiere« welche doch der Natur am getreusten 
9f »»bleiben^ sich bewegen« sondern am einsamen Orte / 

. vt^^meistens ganzstillei ruhig und liegend ihre Wehen 

'^^»»▼erarbeiten und gebären« '<** Nach meStier Beob^ 

achtnng gilt 'dieses ruhigei Verhalten der Thierd nur' 

für die sp'itern GeburtszeiteD # in den frühereti' I«ufen 

^ M m s^ 



— . 640 — 

tie häufiger nnrnhig nmher. Dnrch diase Natarbeob- 
.achtangbesUmmt^ stellte icfaS, 'i56dieIndication auf: 

,9 Das £ndeder 4ten und die Ste Geburtazeit sind 
,,in liegender Stellang aucli toi» ToHig geaanden 
y^Kreisenden abzi^ warten«*' 

Rec, findet nan meinen Rathin Bezng auf daa oben 
erwähnte Verbalten der Kreisenden in den zwei ersten 
Geburtszeiten gefährlich , indem er sagt: 

, ,,,9 Darf wohl bei vorliegenden! Kopfe, wenn der« 

fff^ySelbe noch nicht ins kleine Becken getreten iät> 

' 3, y, die Gebärerin umhergehen, ohne dafs zu befürch« 

,,,^ten steht, der gut stehende Kindskopf werde eine 

f^ y, Schieflage annehmen ? <« ^^ 

Ich antworte mit fester Ueberzeugung : Bei 
Nbrmalität aller Verhältnisse von Selben der Mutter 
und d^s Kindes wird dieser Eintritt des Kopfea auch 
in aufrechter Stellung und unter Umhergehen der 
Gebärerin gehörig erfolgen. Denn nitht nur die Er- 
fahrung^» sondern aucb die Gesetze der Mechanik 
sprechen zu Guiisten meines^ wahrlich nicht von mir 
erfundenen # sondern hinlänglich aHgemeizi bekann« 
ten und befolgten Rathes. Ich IHn auch diesen . 
Beweis des mechanischen Vortheiis in der ißchrift 
selbst nicht schuldig geblieben, indem i(;h S« 141 
sage: „.Die Erhaltung der Stellung des Kindes, mit 
9,dem Kinn auf der Brust*' (welche nothwendig ist^ 
damit die kleinen Kopf maafsen mit den* kleinen Becken« 
maafsen zusammenfallen) „wird man aber bei 
9, der Bewegung des Hinterhaupts durch die krumme 
„Führungslinie dea Beckens nicht andere bewirken 



y^koonen 9 aTd wenn der andere Endpunc^t des Rin« 
yydeskörpers, der Steifs» mit dem Kinn und Hin (er-^ 
y.haupt eine (tbeinahe) gerade Linie bildet, welche 
,»zaer8t auf /die Eivngangs - dann . auF die Mitten* 
9, und endlich ^uf die Ausgangsfläche des Beckena 
5^ senkrecht steht: wo 'dann also der ganze Kindesleib 
9, in iet günstigsten Stellunj^ die Führungalinie des 
^ Beckens stets inne halt» Man sieht leicht ein» dafs 
^ydiese Pirectionen des Kindeskörpers durch eine erst 
9, stehende, dann sitzende qnd endlich liegende Lagp 
^der Kreisenden wirklich bewlikt werden» indem 
^ der Steifs dadurch immer tiefer herabgebracht«* (ei- 
gentlicl^ in einem }>0gen von Vorn nach hinten herum« 
bewegt )^,wird,** 

Wenn ' Rec. bemerkt , da(s bei einer Oueerlage 
des Kindes ein Umhergehen der Kreisenden nicht ge« 
stattet irejn könne; so verdient dieser Einwurf k^ine 
Begegnung, indem für die Beseitigung der abnormen 
Hindeslagen <Ue uneriäfsßche Benutzung bes^n^e* 
Ter Sielfni^get^ und Lage dfer Kreisenden weitläu^, 
dargestellt worden ist. 

Eher als die obenerwähnte Vorschrift könnte da« 
lier^ofal eine andere' einer Rechtfertigung bedürfen ; 
ich meine folgende : 

t^Wenn die Wehen nicht stark und anhaltend. 
^sind und die Geburt sich verzögert so kann und 
yysoll man auch in der dritten und bis gfgen das Ende 
.,ider vierten Qeburtszeit die Bewegung im Zimmer 
jf abwechselnd jiait dem Aufenthalte auf dem Stuhle 



— 542 ^ 

f,Dder Im Bette gestatten uüd empfehlen^ — #4>daoii 
iBitie weitere ; 

»,Da die Werben auch fchon durch eine abwich« 

^^^•elnde Veränderung der Lüge auf dem Stuhle oder 
^»im Bette .verat'arkt asa werden -pßegen; so k^nn dieat 
,9 Art von Bewegung während der sammtlichen Ge^ 
9) burtszeiten d^izu benutzt werden,** 

Hier ist nun nicht mehr TOn einer Normalität 
Mler Verhältnisse die Hede , sondern vün dem Beatar 
bell einer Abweichung vom gesetzlichen "^Hergangei 
pämlich von dem Zustande, wo die Wehen zu achwach 
ßind und sich deshalb die Geburt zu lange veizögeri;, 
Vorausgesetzt nun, es seye unter deti, durch besoo«- 
dere Indicationen und Contraindicationen ^im VVerke 
beatimnaten , Verhältnissen v ertaubt, für . die Veratär«' 
kung der Wefteo thätig zn seyn, so inufs ich ,bemer« 
ken» dafs ich diese Vermehrung der Wirksamkeit der 
Weben dnrch das sogenannte Vorarbeiten derselben 
^or dem Elinschncideo des Kopfes f är j^neistens iinnö- 
tiiigf fruchtlos und nacbtheilig halte ^i und daher eifi 
toderes Mittel , »welches indirect sehr wirksam ist, 
nämlich Bewegung vorsiehe, Pie Gründe hieifiir sind 
folgende; \ 

Was erstlich den' Nachtheil des Verarbeitens der 
Wehen vor dem Eintritt des i^opfes ics mittlere Becken 
betrifft; so glaube ich diesen schon deshalb anneh- 
men t^ müsserf» weil die Gebarerin bei dem ganz re^ 

'gelmäfsigen deburtshergange^ wo die Weben nicht 
zii' schwach sind, nur erst unter den sogenannten 
Schüttet wehen Von der Natur g<fz wenigen wird, mH 



■^ 543^ — . 

dem 'Zwerchfell und denßauchcnuskeln aof den Ute» 
rus zu drücken und zu drängen, so lange der Weheor 
paroxismua dauert:: früher ist dieses entweder gar 
si^bt, oder cur io weit geringerena Maafae der Fall« 
Sodann kann ich nicht umhin» ai%e früheren Gebarts- 
hergangs-Ereciieiniu) gen mehr als vorbereiiende für 
die 'Fruchtausachliersun^ zu betrachten: ein Vorberei^ 
tungszustand davf aber nicht ohne Gefahr für den er- 
zweckten letzten Erfolg gewaltsam aufgehobefi wer* 
' den. Ferner hat das frühzeitige Verarbeiten der We« 
hen unausbleibliche Erschöpfung während der spä:eri} 
Zeit zur Folgel Noch eihieucUtender wird der Nach« 
theil des willkührlich bewirkierirDrucks der Bauchmus- 
iiiu»keln und des Zwerchfells auf die Gebärmutter^ 
wenn man bedenkt,. d^[s bis zur Vollendung' der Krö- 
' unng zunächst der Uterus das Geschäft, der Austrei-^ 
bung des Kopfes 9 als des am schwersten zu entwickeln-' 
den Theils der Frucht, zu besorgen hat, und d&f# 
von nun an aber die Schneide die weitere Fortbeweguhg 
des in ihr eingetretenen K)pfs und der übrigen nach« 
folgenden Kindbiheile mit übernehmen mufb^ wob'ei 
' iht, aufser der Wirksamkeit des Uterus, besonders 
der genannte Muskeldruck eine Unterstützung gewäb- 
len kann. Dii^eer MuskeUtruck würde , vor der Krü* 
4:)ung angewandt^ dep Kopf nnr in den Uterus zurück« 
treiben» incleu) letisterer durch jenep, vorzüglich von 
Qben kommenden und gegen clä$ unten Widerstand 
leisiecide. Becken gerichteten Druck die Eygesialt, ver- 
lieren müfste, wp dann der Kopf mit seinem grofsen 
oder gröfstep Durchmesser auf den Beckeneingang zu 



^ 544 -^ 

^ Hegen käme, wenn er nicht etwa gar .den Beckenem« 
gäng verlierse. Ferner müfste der liniere AbschniU 
des ITterua durch den Muskeldrack vor der Krömung 
init in das Becken hinabgetrieben werden; ^odarth 
plso dem Kopfe der freie Beck^nraum benrommen, 
der ' Geb'armutterhals eingeklemmt» gequetscht und 
zum Vorf^iti Teranlafst würde » weiche Dielocation 
-ineistens 'Scheide und Mastdarm zugleich mit erleiden» 
ßrstere wurde auchf ttatt für die Aufnahme dea> 
Kopfes erweitert 3lu werden, ausserdem lioch» in Fal* 

^ ' ten zusammengedrängt, herabtreten. In Aqsehang 

^ äer Wirkung der Bewegung auf die Verstärkong der 
Wehen habe ich zu bemerken» dafs.sie zwar nicht nur 

V / l^einen Erfolg, Sondern sogar Schaden erwarten Jasae, 

WO altgemeine währe Schwäche der Grund der man* 
feinden Wehen sind; dafs sie aber in meist allen übri* 
gen Fällen durch gleichmäfsige Verthellung den Säfte» 
der Wärme, und überhaupt der Reit^barkeit und 
IlmpßndUchkeit auf alle Theile u^d besonders durch 
Ableitung der zu sehr in dem Uterus und andern £in« 
gewelden angehäuften Lebenswirksamkeit zu den £x* 
treoiitäten und der Haut auf die gedachten Einge« 
V^eide wohlthätig wijrke und so durch Verbesserung 
des gesammten K^räfteverhätthisses die Function des 
Uterus zur Normalität) daher diieZusaiümenziehungen 
desselben , so^ wie des ihn unterstützenden MuskeK 

' geräthes ^.ur gehörigen Rräftigkeit bringe* Dafs nun 

die Bewegung bei allgemeiner Entkräftung nicht anzn- 
rathen sey, ist durch besondere Vorschriften anzu* 
d<?met^ keineswegs ver|e8sen worden, indew.es S. iSQ 



keibt: ,»WirkKch od«r Tersf^llt kranke und bed«ii« 
Jätend schwache Peraonen, und solche, welche 
,9 an- starken Verfällen oder Bilichen (der UnterleibsoK? 
yygane leiden » müssen währ-cnd aller fünf ßeburtszei- ^ 
^yfen, selbst. bei der Harn- und $tuhlentleerung, die ■ 
,,liegende Lage belbehalteQ. *< * Eine zweite # hikhst 
'gichtige, ▼orthejihäfie Einwirkung auf die Kreisend^, 
\ind sooait eine Befötdernng der Geburtsthätigkeiten 
Hegt in der 'Gestattung eines körperlichen Verhalte^ns» 
^e es der Kreisenden eben beqeiem und angenehm isr; 
Werweifs es nicht, dafs die Schwäche der Wehen in 
gar sehr« vi^elen Fällen in einem krampfhaften 
_ 'Zustande ihren Grund finde? Wer weifs es. nicht 
auchf dafs ein solcher krampfhaft gespannter Zu« 
etand bei einer' Gebari^in» die ohnehin xeiizr 
barer als gewöhnlich ist, nur gar zu häufig ilurcli 
tfii^e an sich bequeme oder unbequeme» lange fort* 
gesetzte ruhige Lage besonders im Bette erzeugtt 
oder 9 wenn er seh on besteht, heftig Vermehrt werde.? 
Um anc)i hier eine Autorität anzuführen» bemerke 
ich, dafs der^ der dynamischen Geburtshülfe mit 
Becht so sehr ergebene verstorbene Wigand bei 
epastischen Wehen, selbst aus rheu^atischer Störung, 
päch abgewartetem Schweifse,' den Gebärenden gerii 
erlaube, sich zur £rholnng ^uf einige Stunden iang^^ 
aber warm genug gekleidet, ausserhalb des Bettes -auf. . 
Zuhalten« 

Wenn man diesenraach den Sinn der von Inir 
aufgestellten Anzeigen auffafst und noch mehrere an- 
dere Vorschriften hinzu nimmt, z. B. S. xüq Bg. i „ Wo 



^•^ wagen einet .wetten oder ra wenig gesenkten Beckens, 
^ beapnders bei starkes Weben«ioe va. schnelJe Fracht* 
^^eusschlielisuDg zu befürchten Ul, daist die atehende 
^»Sti^llung der Kreisenden in allem , aucli den erateo 
y^^aburtszeiten gePährüch. Besonders nachtheilig ist 
y, das V^erarbeiten der Wehen in stehender Stellung und 
I, zwar am meisten mit ausgestre^ktefi Füfsen , wegea 
y^MuttervOrfalls tt* a* w. und tlaber Im^ Allgemeinen 
^yfit)renge zu verbieten** — so darf ich wohl nickt 
befürchten» <labt wie Rec. vermeint, mein Bath zn 
Vorfallen der Scheide nnd ^es Mastdarms Anlafa ge- 
ben werdet ja ich kann durch Vermeidung des za 
frühen. Verarb^itens der Weben und des damit gegel^e- 
sien 'Drängens nach unten vielmehr eine sichere Ver- . 
hütnng der genannten* Uebel er wartctn* Noch weni- 
ger darf ich mit dem Rec. befürchtei;i , dafs dadurch 
der, allen Gebäiendeh so nachtheiligen und beson- 
ders auf dem Lande üblichen Entbindung im Stehen 
aufs neue der Weg gebahnt werde. B^c. Bemerkung« 

yf^idafs der Geburtshelfer nicht in jedem, Falle* 
9,^immev genau untersuchen könne , ob nicht der 
^,,y Aasgang des Beckens relativ zum Eingange des* 
^9», gelben etwas zu weit isey, oder >ob liicht die ko« 
9,^, fang» (Schwachen^ Wehen plptz lieh kräftiger wer^ 
9,1» den und eine so schleunige Gebart bewirken kön« 
,M, nen, dafs da« Kindder stehenden Mutter entfalle* **** 
hat ni^in sofcrh Werih, als dadurch die Notfawen- 
digkeit von Vorsicht beim Umhergehen der Kreisen- 
den angedeutet wird, und mein » im Eingang äuge- 



; ~ 547 ■— ^ • 

fiiiitter Ausspiracji wüvdfi^^o^ik^ Tfaat /'^o gröftleQ 
7;9del' vjerdi«nen , Wenn er nicht ^uvch die vor^^cge^ 
|x enden und nachfolgenden (vom BeC laicht ai^e^eu«, 
tmtetx } Fingerzeige ^elviie hinlängiidi |^««chräekt würde« 



Die Bewegung iet S* 119 E bU tin Mk4ei zw 
Verhütung des Abortus aögegebeti worden und di«8« 
Ansicht wird in -der oben erWübnten Beceo^ion getaW;' 
delt. In der Hoffnung ^ dafs' auch hier der Zusana» 
menhang, aber auch . i2ur di^ei: «meine Votschrifte«;i 
fecbtfertigen werde, führe ich »eine W4rte an: 

„ We^b es darauf ankommt, einre drohende FrüJii. . 
9, gehurt zu. Verhüten» so^ k^nn eine sanfte, mehr 
„ oder weniger anbaJteude Bewegung, -jedoch in Jcei* 
^„nemFaile anders von r^uuen und daher angezeigt 
,*sejn) als wenn der Aniafs zu jcM^erHuf eitler 0rtr 
^,Ucbeb Btt«tanhaufung tüu» Ftruchihäii^r beruht , dies^ . 
„ ihren Ursprung von einem Blatmangeiin den ober« 
„fläcblichen Thetlenund befonders in deo ausser en s 
~ «yGliedmafäen durch XJnthätigk'eit 'der Haut, Sitzieben^ * 
„Brkäitung u. s« w. nlninity und die J^mfte n^c^ 
^9 nicht so tief gesuak«» «iüd,. oder die Erv^ba^rkfit 
f^und Emphndlithkeit noch mtht 90 hoch' gesttegefi 
•3>8t^ daf^ die Bevmg^ng dufcb Ae$tf«ngung, Reitf^ 
„ ode.l-£re(;bütterung>Ki»ehr schad^^n , als nützenk^nt^ 
>» Vor Allem mufs das eigene Gefühl der Sdiw^ng^re^i 
^, vor dem Versuche zu Rathe gezogen, und während 
^, desselben sorgfältig aufgemerkt werden , ob die den - 



— . 648 — 

9, Abort ankOndigen^en Zufalla di^bei tb« oder za« 
9» nehmen; in welchem letzteren Falle sofort alle Be« 
ff wegung einzustellen ist. 

^»Beidep meisten nur entfernt anrüdcenden and 
ff bei allen nahen Frühgeburten ist nur bei und zum 
y^Theiie in der vollkommensten Ruhe -nocb Hof fiiang 
9,fdr die Verhütung dersejben Übrig. "^^ 

Unter diesen Einschränkiirigen die Bewegong be* 
xiutzt^ kann ich auf vielfache Erfahrung gestützt ver« 
eichern , dafs die Bewegting eines der allerwirksam^ 
•ten Mittel sej, um Aborte ^u verhüten, und dals 
manche' Schwangere, welche 'sonst nie ein Kind aas» 
tragen konnte, und nur zu ängstlich war» die Stnbö 
auf^ einen Augenblick zu verlassen, ja bei dem 
leichtesten Uebelbefinden das Bett suchte, durch eine 
eanfte tägliche Bewegung während derganzen Schwan- 
gerschaft , 'WO ' möglich in Terbindung lau w a r m e r 
a 1 Ige m ein e r Bäder , einer Leibbinde und geistiger 
Einreibungen in den Unterleib, so gestärkt wtirde, 
dafs sie glücklich eine reife Frucht' gebar. Ich wie« , 
derhole also meinen Bath, statt iVn zurückzunehmen« 
Uebrigens würde ich^ wenn ich statt der Indicationen 
für die^ mechanischen «Hülfen die A nzeigen für 
die dynamischen Heilmittel geschrieben hätte» die 
vomBec* gepriesenen, bei nahe bevorstehenden Aborten, 
unter noch näher zu besdmmenden . Verhältnifsen» 
passendc^n Blutentleerungen durch Blutigel gewib 
nicht vergessen haben. 



- .549 — / 

tAeh i$t es mir, dafs Rec. mich durch den Tidel 
der Für gewisse Fälle von mir als sehr zweckmäfslg 
angegebenen Lagi^ auf den Knieen tind Ellenbogen 
den 99weia gibt» ' dafs die Benutzung dieser Lag» 
noch nicht so bekannt und ausgeübt sej, als aH es 
-v^erdient: wefshalb ieh denn in diesem vielgelesenen 
Journale meine £nE)pfehlung jener Lage wiederboJe» 
^ch halte dieselbe nämlich niit Vortheil benutzbar: 

i) wenn man in der Gegend der Schofsbeine, der 
ungenannten Lii^ie und des Steifsbeins genau unter« 
suchen' will; ^ 

"^ä) um beim Hängebauch den Kopf unter kräfti« 
gen Wehen von selbst, oder 

S) in deren Ermangelung durchs die Zange zum 
Eintraten und Durchtreten 9u bringen; 

4) um bei demselben ^Uebel die angezeigte Weil- 
Mung zu machen; , 

5) bei jeder Wendung überhatt]!»t ; 

6) bei £ruchen und Vorfällen der Unle^leibsein- 
geweide zur Ab Wartung der dritten und vierteu Ge« 
biiriszeit; / 

7) für die Zi;rückbringung diieser Brüche und 
Vorfalle; . 

g) für die Reposition darnach hinten, u^ge«/ 
beugten« 

^9) oder geknickten 

lo) oder umgestjilpten Gebärmutter } 

ii)'für die Emführung dea Cathetera und Bei« 
bringang einea Klystiera; 



— 55o — 

- 92) 0nr Vetzöffsmng ein^r zu rasch vertan feiiäeii 

iS) gegett AnkeihiDgen ieB Rindes gegen deo 
b0ckeneitig^ng Ofid gegen die Wirkang sehr heftiger 
W«ben Mbertiatipt; 

t4) w^ibrend der Stahlen tlMTung bei 2a befiirch* 
feiKleai M^sfdatnirorßtiL 

Zu beiiierken ist jedoch, dafs die gedachte tagt 
piß lai»ge fortgesetzt und bei schwachen Personen , 
ao wie bei solchen , welche vom Kopfschnierz , Eng« 
brüstigkeit oder Leidien dea Hauptes« H»lsea und 
Oberleibs überhaopt befallen aind^ gar nicht airge« 
wandt werden könne« 

Um die Vortheile der gedachten Lage anschanlich 
^ Ztii machen, habe ich S. 167 u. i58 bemerkt: «^^or 
), Allem zuerst fällt es auf # dafs die Schenkel der 
5)Krei«erHle* füv^ den nnter suchenden und operirenden 
,» Geburtshelfer kein Uindernifs» wie in den meisten 
,, andern Lagen, abgeben nnd dafs kein künstliches 
«Lager erforderlich »eye, um bequem zu allen Ge- 
,,genden der Geburtsorgane zu gelangen. Rann ist es 
,, kein unbedeutender Voriheil , dafü die Gebärmutter 
9, mit ihrem Inhalte durch ihre Schwere« Tom. Becken 
,, ab , zurückweicht : yroclurch das Einbringen der Hand 
9, in die" Scheide und den' Muttermund, so wie das 
t, Zurückschieben und Drehen des vorliegenden Kinds« 
„ theila, des vorgedr^ngten Mutrermündes n. s. w, 
„ sehr erleichtert wird; Berni' Hängebauche bilden 
^» die Bimchdecken eine Art von BeiHef, welcher über 
„den Schoofabeinen anfängt i und vop ibnei«^ sich 



'■■■','.. - 55*^- , , •, 

9, herabsenkt Auch die irordev'e W^atid de» Fruchthäfi' 

^,ter& hilft diese Beutelung bilden, und sie ist oft durch 

9> keine Vorkehrungen zu eiilfernen. Bei dev hier 

9, gedachten Lage verstreicht eich aber dieser Beutel 

",; der vorderen Gebarmottei'gegend , weil die Frucht 

,, durch ihre Schwere gegen den Grund der Oeböirmirt» 

^»ter brückt y welcher nun tiefer als die SchooTsßügefi» 

,, gcgend Hegt. Dafo die Macht, die Wehen zu unterv 

,, stützen •• ( zu verarbeiten ) , „ in dieser Lage' seht 

^, gebrochen tey, springt in die Äugen, Eben «o 

,, leuchtet es ein fl dafs bei stark vorwärts gestreckten 

^, Cllenbogep eipe starke Beugung der Lendenwiirbcl 

„hervorgebracht werde,** fwodurch bekanntlich Voir* 

theile entstehen, die man sonst durch eine Eücken* 

tage ipit stark unterstützter utiterer Leu den wif beige* ' 

gend herbeizuführen bemüht ist. )' Ich 'füge binsichU> 

lieh der Benutzting der Knieellenbogenlage bei der 

Wendung noch hinzu » dafs man bei der gewöhnliche« 

Bückenlage der zu fintbindenden die eingeführte Hand 

oberhalb des Schoofsbeinrandea zu sehr nach vorn 

timbiegen mufs, besonders wenn die untern Lenderi'« 

Wirbel stark vorragen und bedenrtend gekrümmt sind« 

Die Bewegung der Hand und de^ Arms wird dadurch 

* höchst unbequem und ermüdend. Besteht noch VoU 

lends H'angebauch, so kann man, selbst bei der stäfk« 

aten Biegung des Handgelenks, oft nicht in dem vor« 

erwähnten Beutel, den die vordern Gebärmutterwan« 

dungen bilden* unter die Kindstheile und vor ihnen 

her aufwärts gelangen, und dennoch ist dieses meistOM 

2ur Lagen verbeasernng d.ee Mtndae überhaupt, zum 



auffinden nnd Anzieha der Füfse u. 9* w; darcbaas 
QOtfawendig. In der Kniefiilenbogenlage dagegen Tährt 
die Hand in den» von den ^Umm tJichen hinderodea 
ünachenvortprüngen abgesankenen^F^uchtiiälteo eehr 
jeichc ein , — die Beutelung vor die Schoofsbeinfuge 
tet von seibat darch d^a Herabainken des Uterus zur 
Magen^ube hin> veratrieben und die achau fei förmig 
gehaltene Hand fährt an der Inn^n Bäche der v^ordern 
Oebär^utterwandungen mit der gröfsten Leichtigkeit 
und oh^e der Schwangern Schmerz zu vervirsachen, 
aafw'ärta. Kurz alle Kindeatheile kommen, der Hand« 
welche im Gelenke nur leicht gebogen zu vrerdea 
braucht) gleichsam entgegen« 

Au« diesen Gründen und aua viel fiicher Erfahrung 
I mufa ich daher diese vom ilec.x unbequem, genannte 
Lage fiir'hö Chat bequem erklären. DaCs eie für 
den Geburtshelfer höchat bequen^ sey^ folgt wohl an" 
Jbesweifelt aua dem Gesagten -und dafa aie ea auch^für 
rdie Kreisende aey, wird, man zugeben .| wenn man he* 
denkt, dafa auch die gewöhnliche Bückenlage ndit 
atark erhöhtem Kreutze nicht aopderlich angenehm 
eracheine, und dafs jede Lage, bei der Wendung ala* 
dann relativ ein,e bequeme für die Gebärerin za nen- 
nen sej« wfinn die Handwirkungen des Oeburtahel* 
fers im Innern der Scheide» und Gebärmutter mit Er- 
reichung ihrea Zwecke auf eine aanfte und; leichte 
Weise ausgeführt werden. ^ Dafa die Knieellenbogen- . 
läge die Einrichtung eines Queerbettes überflüfsig machtt 
alao das Verweilen im Bette erlaubt, ist kein geringer 
Yortheil für 'die Beruhigung und Bequeiblicbkeit der 



^■' : : _ '■■ - - '56r ,- ., ^ ' 

C5<tVarerito* ün seh ick lieb kann ich ebeiifalld dies« 
Xiiage mit dem Ree., nicht 'finden , indem' die Wendung 
dabei ohne Entblörsung der Gebürtstheile oder eine« 
andern Theils der Kreierenden unter der Bettdecke von 
deoi am Bettrande sLtzendeii Gebuirtshelfer ausgeführt 
^wird. Da man 'nach vollendeter Ve;rbe^serung de^ 
Kindeslage die Fruchtausschliefaung in der. Seiten läge 
oder Rückenlage abwartet , so braucht auch die Lage 
at^f den Knien und Ellenbogen nicht sonderlich iang0 
fortge'setKt zu werden. Mit der Aeussetun^^ dafs die 
gedachte Lage mehr als die B^ückenlage zu 
_ Druck und Reifczung der Harnblase Anlafs-gebe, kann 
ef dem Rcc. unmöglicb Ernst seyn. ' \ , ^ ^ 

Ich bin daher fest überzeugt ^ dafs Jeder, 'welcher 
wie Kec. gegen die gedachte Lag0 eingenommen seyn 
•dUte, nach dem ersten Versuche einer Wendung un- 
ter Benutzung derselben > von seiqem VorurtheHe völ* 
Jig zurückkommen wird. Üeber die Vortheile ^er 
Knieellcnbögenlage böi der Reposition des vorgefalle- 
nen Mastdarms.' und mehreren andern angeführten 
Verbältnissen noch etwas zu sagen» dürft^ um dia' 
Qfdn\d des Lesers nicht zu ermilden « unpassend aeyn* 
AU Autorität z. B« für die Benutzung dieser Lage bei 
der Retroversio lUeri führe ich W. I. Schmitt In 
Wien an. / 



Rec« tadelt es , dafs ich daa allgemeine Baden ' der 
SSugHhge im Ganzen mehr ab- aU anrathe. Auch 
^ie,8e itieine Ansicht kann ich nicbt zurücknehmen ^ 
SiMMOi^jis Journal, IIL Bd^ 5s St^ M a 



~ 554 -- 

•Q lapg^ lerne hinreichende Gründe dagegfsn beige- 
hracht werden. Eine vielfache Erfahrung hat mich 
n^ämlich gelehrt, daft dict wenigsten Mütter« Hebam- 
inea» Ammen» Wärterinnen n. «• w« ein allgemein 
nes Bad für Hinder gehörig anzuwenden wissen , 
ohne dabei da« Kind za erkälten. Bald fehlt, es aa 
der rechten Temperajtnr des Waaaer^» bald an der 
If.enge desselben « bald an der Gröfse des GeEilseay bald 
an dem gehörigen Beapühlen der ans dem Wasser her- 
^ -vprrsgenden Kopf (heile, bald aach, nach dem Bade, 
ap dem schnellen Abtrocknen allejr Kindsiheile, 
▼^rinöge mehrerer Tücher a. s« w« Ich habe da« 
her statJt des Einaenkens der ganzen Oberfläche des 
Silammsund der GliedipaCsen in Wasser» dasf ieifsige 
lystschen des ganzen Kqrpers ib der Art pmpfob* 
I^n , dals jedesmal nur eine kleine Steile angefeii^chtet 
nnd so dann Brocken gerieben werde, womit man fort- 
schreitet» bis alle Theile genetzt yiforden sind. Ich 
weifa aehr wohl, dafs bei dfesem' Verfahren, der, 
d^e ganze äussere Hautfjäche mit einem Male treffende, 
• wphltfaätige Gesan^mt* Eindruck eines wohlbestellten 
allgemeinem Bades bei dem theilweisen, successive|^ 
l^asdien verloren gehe ; allein das Entbehren dieses 
Vortheilji scheii^tn9ir im^ Allgemeine^ geratheoer» 
als das eben im Allgemeinen so schwer , KU ver^ 
meidende Erkälten der allgemein gebadeten Kinder. 
Das als Beweis gegen meinen Rath vom Rec. ange« 
fip|i;te^ den S'4ugthiece^ gewöhnliche fielecken ihrer ' 
Jipgffa spricht dodk wohl nicht gegen n^^icb, eiEtti^era 
für.njicbU - 






' — '.555-' — ^ 

S« 241 habe ich das« auf die Autoritäten veracfaie« 
dejaer ScbriftateUer z. B* B o @/« Nagele» s i a n « 
der» Bichter, Seh weighäuter, v. Siebold^ 
ferner Ki'rscLner» tfohnreier, Melitaehy WiN 
)&ch u. Ä, und auf eigene Erfahrung ^eatützte opera* 
tive Verfahren gegen die Vorwärts. , und Rückwärts^ 
Beugung der Gebärntiutter zusaifTmengestellt« Rec« 
aennt. diese Handgriffe schmerzhaft, leicht Entzün- 
dung erringend und^ uptahig einer neuen fehlerhafcen 
liage vorzubeugen.' Da ich die von Dennemann^ 
nit Glück geübte Function der Harnblase im äussersten - 
Falle der Noth empfahlen» die Function des Uterus 
(nach Hunter) aber verworfen» .des Schofsfagen« 
Schnitts ( nach R i c h t e r ) :und des Bauchschnitis (nach 
.F i ed le r ' s Vorschlage ) absichtlich gar nicht gedacht -^ 
-da ich den von den Engländern empfohlenen Gebrauch 
der ganzen Hand durch die Scheide oder den Äftet, 
sro wie dös Hysteromochlion's des Siaatsraths Richter 
auch unemp fühlen gelassen habe; so glaube ich gegen 
den Tadel einer zu hero(srhen, Ansicht gesichert zu 
aeyn./ ^ Die einzigen mechanischen Hülfsmittel zu^ 
Verhütung der Wiederkehr des Vebels finde ich ia^ 
der lange genu~g fortgesetzten liegenden 
Läge mit erhöhtem Rreutze (versteht sich hA 
der Bückwärtsbengung des Uterus als ganze oder 
halb» Bauchlage und bei der Vorwärtsbeugung als 
ganze oder halbe Rückenlage) und in der Entlee* 
rung ^^% Uritas und Stuhls, Unter diesen Yer^ 
hältnissen mufs idi den Kerra Rec« dringend auffor« 
derir, die ihm etwa bekanatt bessere Verfahrungs«» 



.,- 556' - / 

. wefse bekannt zu mäcken, ^JktxAt der praktische Ge« 
i}urt6betrer, dersetbttn nicht Jäoger entbehre* Difs hier 
TOn eiri^r blosen zvveckmäUigen Legender Leidenden 
nicht gröfstentheils allein Hülfe zu hoffen %%y ^ wie sio 
.Schweighäa«er und Schmitt mitRecht bei dem 
Uebel^ wenn ea Nichtschwangere trifft, er- 
warten » versteht «ich von selbst, weil hifer' die Re-> 
potition des stets .wachsenden schwängern ^.Utems la 
kurzer Zeit gelingen mufsi .wenn nicht Abort und 
dessen .Folgen eintreten sollen. Auch über eine mecha« 
uische Behandlung der umgestülpten Gebärmutter, 
welche besser wäre, als die von mir angeführte, 
wünsche ich.sehalich eine ßelehrung vom Rec 



Da Bec den von mir , nach Stein d. j», empfoh« 
> lenen y versuchsweisen Zangengebrauch zur Verbesse- 
rung von Schieflagen des Kopfes bei heftigen krampf- 
hafien Wehen tadelt; somufs ich denselben wiederum 
eifrig auffordern , sein besseres Wissen ni^ht für sieb 
allein ^u behalten« Hec* tadelt das von mir empfoh« 
lene Wiederabnebmen >der zur Verbesserung der Kopf« 
•telhing gebrauchten Zange, wenn dieser Zweck er« 
reicht ist» und keine sonstige Indicationen für den 
ferneren Gebranch da sind; allein ich glaube mit Ua- 
recht, und zwar, aus folgenden Gründen. "Was daa 
Wiederabnehmen def ^angelegten Zange im Ällgemei« 
men betrifft, %q ist dieses in manchen Fällen höchst 
zweckmäfsig und >yer hat hier mit den Antoritäten, 
eines v. äiebold,^ eines Steiu^'s d. j.» eines Wi« 



gand'Ä IK A4 flicht. genng? Da nan, wenn der 
Kopf einmal ^ina nut^lere Becken getreten Ui, di« 
kram pf haften Wehen aiich aft von selbst heben, oder 
darch dynamische Mittel leichter heben ]a8f<en, alswo 
der Muttermiindnopfa zwischen Kopf and Becken ifpn 
den Krampf wehen oft Ipieftig geprcfst wird, und Ma 
alsdann, die nicljtt selten «nieder regelmäfsig g'ewotde- 
nen 'Wehen das Kind ohne Zange ' durchzucrejbea 
vermögen, mithin keine Kunsthülfe mehr nöthig ist^ 
* 8ti sehe icb'-nicht ein, wozii die Zang^ ferner dienen 
eoll; Hat man daher vermöge der angelegten Zange 
dnrcfa kleine sanfte Tractionen in den wehenfreien 
Zeiten den Kopf ins mittlerere Becken geleitet , '^und^ 
v^ird die Zange dann unnöthig, warnm soll sie nicht 
wieder a)!)gelegt werden ? Mufs sie nicht durchaus 
dann abgelegt werden, wenn* der Kop'f in einer Jkich- 
tung ins mittlere Becken eintritt, wo die Pfeilnäth 
mit dem qaeeren ader schiefen Durchmesser dieser' 
Gegend gleichläuft? Freilich,^ wenn Rec* fein alider* 
weitiges Verfahren kennt, welches hilft bei dem gleich- ' 
zeitigen Vorkommen heftiger unregelmäfsiger , den 
Kopf gegen das Becken schief antreibender , We- 
hen und eines engen Beckens, und vollends eines 
Verhältnisses, welches die schnelle Beendigung der 
Fruchtausschliefsung erheischt» freilich afsdann braucht 
die Zange nicht angelegt» mithin auch ibicht abge* 
nommen zu werden. , Ich habe wahrlich nicht ohne 
Absicht den Gebrauch der Zange in die obere Becken«« 
appertur "und insbesondere bei Schieflagen des Kopfes 
durch Krampfwehen wieder zur Sprache gebracht , da- 



\ •. 



— 558 — 

«it diete Sach« einmal enudiieden oder 'die Entscheid 
dnng derselben mehr vorbereitet werde. Aber d«r 
bloae Macbtsprach auch eines Bo ^ r 's , dafs die Zange 
nie in der^bern Appertur gebraticht werden dürfe » h^C 
bisher noch nicht ein Surrogat filr dasjenige gegeben ^ 
was ein Osiander mit seiner Zange in der gedach« 
iep Beckengegend auszurichten im Stande war«. ' 



Was Rec* mil* gegen die Benutzung der Selbat^ 
Wendung einwirft I verstehe ich nicht recht y. indem er 
, von~~Wigand's Selbstwendnng spiicht. D'Ou« 
trepont hat die Benutzung der Selbstw^udung in 
seinem Antrittsprogramm da' empfohlen» wo jede 
Kunsthülfe zu gefährlich seyn würde. Daher könnte 
man von D'Ontrepont's Selbstwendnng redien* 
Wigand bewerkstelligt auf durchaus active Weise 
die Wendung durch eine eigenthümlicbe Lage der 
Kreisenden» durch I^rucken und Streichen der fort;Eu* 
bewegenden EndtheiJe des Kindes ^des Kopfes und 
Steifses), sowohl durch die Scheide» als auch auf der 
Oberfläche des Bauches. * Bei der .Selbstwendung ist 
der Geburtshelfer aber bioser Zuschauer und 
überläf^t alles der Natur, bis die Witndung von die- 
ser allein vollbracht ist^ bis also Kopf» SteiCi od^r 
Füfs vorliegt. Die Fixirung ded nun vorgewandten 
Tfaeils ist dann das Geschäft des Hebarates und erfor* 
derlichen Falls die Extraction. ^ Ich habe nun in Ueber« 
einstimmung mit D'Outrepont gerathen^ im Falle 
einer Queerlage des Kinde« die Wässer abgeflassen 



;■•■,/•,— 559 -^' / 

afljreii and die Gebärmutt^rwahdangen sich', ungeachtet 
cler angewandten dynamiachen Mittel, so Ceat um das 
'Kind zusammengezogen hab^n, dafa aich keine, die 
Wäsier ersetzende^Flüssfgkeit eiilspritzen lasie» n i c h ta 
zu thun» und die Hülfe von der Natur d. h. also 
die Selbstwendung' abzuwerten. Ich mufs daher nun . 
den Herrn Rec* fragen^ ob er in «l^iesem Falle etwaf 
l>essere6 zu thun weifs? Ich wenigstens möchte unter 
diesen Umstanden äte innerliche Wendiing nicht durch, 
meine Hand versuchen, weil ich, sie auszuführen^ 
nicht die Macht haben, oder den Uterus sprehgea 
^ürde. Eben so wenig möchte ich bei einem solchen 
Zustande den Uterus einschneiden und durch die 
Kaisergeburt entbinden«. Wo wird nun 'ein Orittea 
gegeben? Ton der Wigand'scben Wendungs- 
methode habe ich gesagt, dafs sie ausführbar und da«< 
her angezeigt seyt bei noch stehenden Wässern. Hier«' 
über habe ich wenigstens eine Erfahrung in den Jahr« 
büchern der Giefser Gebäranstalt bekannt gemacht* 
Sollte nun von den Verhältnissen ^^ welche das active 
Wenden durch oberflächliche Manipulationen nach 
Wigand indiciren , bis zu denen, wo wir uns nach 
D*Outrepont's Batbe ganz passiv verhalten sollen, 
nicht ein allmähliger Uebergang in einzelnen empi* 
risch gegebenen Fällen statt haben ? Wenn dies nun 
nicht. zu leugnen^ ist, ist es dann zu tadelut dafs ich 
nach Verhähnifs dieser Umstände bald ein mehr acti« 
ves, bald ein mehr passives Verfahren empfohlen 
habe?. Ich mufs also hier für mich und im Namea 
jlBdes Fmctikers beatjimmte Nachweisung vom Her» 



— 56o — 

Rec, verlangen, wo der Punkt ia dieser Belhe von 
Verh'altnUsej) lie^t^ bei welcbepa ich einen -andern 
Rath hätte ertheilen sollen: denn auch die gewöhn- 

' liehe innerliche Wendung auf die Füise durch ELinge- 
hen n)it der Hand in den Uterus ist nicht vergessen 
und ihr die Steile in den Indicationen eingeraancit, wenn 
die Wigand'sche Wendung überhaupt oder in der 
durch Gefahren für Mutter oder Kind gegebenen. Zeit 
nicht geh'ngt oder ihr MifsUngen vorauszusehn istf 
und wenn alsdanr^ noch- nicht diejenigen Verhältnis^ 
eingetreten sind , welche das Abwarten der Selbstwen- 

^dung zur heiligen Gev^issenMache naachen. Da ich 
noch vor einigen f agen in der hiesigen Eptbinduo^^- 
Anstalt^' bei einem Hängebauch mit einem an dein 
rechten . Schoofsbeine vorkonimer^den bh'nden Sacke 
des Uterus,* die beiden sichtbar vorliegenden Hände 
nach abgeflossenen Wässern hlos durch die geeignete 
Lage nebst Drück-en und Streichen de^ Unterleibes 
nach Wigand's Vorachrift zurück und den Kopf 
zum Vorliegen und Eintreten in die Mitte des Beckens 
gebracht, und diesen späterhin, wegen eines starken 
Scheidenvorfalls mit der Zange extrahirt habe , wobei 
Mutter und Ki'nd nicht beschädigt worden^ so kann^ 

,{ch auch durch eipe der Publicltät nicht entgehende 
Erfahrung beweisen , dafs nach abgeflossenen Wässere'^ 
bei einer nicht blosen ^ Schieflage , sondern auch bei 
einer gleichzeitigen Schiefheit des Uterus ohne ein Ein« 
gehen mit der Hand in den Uterus Hülfe zu schaffeii 
fey. Eine einzige solche Erfahrung gilt doch wohl 
mehr als das Betrachten von Hunter'a Tafeln! 



— -56i -r- 

• Irre ich oaicli picht, 8a sind R^c. und ich oft ein- 
verstanden , ohne dafs derselbe dies zxi beäierken sicheln t. 

Wenn ich z. B. den Mathe 'sehen Scheidenschnitt» - 

:• ■• - • «v ••' '-.11 -: . * •' / 
welcher bekann tüch von den Engländern mit Glück 

ausgeübt wurde, da empfehle, wo der in der Baitxih« 

fellliöhie, in der Mirtterröhre oder In Eyerstooke 

«nthaltebe Foettis^siolr^xu Ende dec Schwan gersohafl: 

4Xiit seinen Umkleidu«fgen- in den >Beckcneingang ein* 

«enkt und das Becken , so wie die >veichen Ge6uri^ 

jtheile die Durchf^ihrubg desselben erlauben »-««lan 4 

. wenn Rec. diesen.Schnht nur da nützlich ^ält, wo bei ' 

Schwangerschaften aasser der. Gebärmutter die Fracht 

Jiinter der Gebärmutter und. den Därntieu' läge » so dafs 

man durch d«n Bauchschnitt ohne den gewissen Tod 

4ler JMutter nicht zu ihr^gelangen könntet; .so dürfte da^ , 

ilocb wohl eine und dieselbe Ansicht der Sache seym 



Einen Fall,* wo das Ohr eines Kindes sich über 
.dem Beckeneingang vorliegend zeigte, habe ich in 
den Jahrbüchern der hiesigen Gebäranstalt beschrie*' 
ben. Da auch andere sich von dieser Lage überzetigt 
haben, »o ist .wohl hier kein IrVthum untergelaufen» 



Wie die Natur die, Stellung des Kopfe« verändere» 
wenn bei einer Gesichtsgeburt das Kinn nach dem hei- 
ligen Bein , mithin die Stirn und Scheitelgegend gegen 
die Schoofsbeinfuge gerichtet ist y so dafs das Hinter- 
haupt endlich mehr herabtritt, und die kleine Fonta* 



— 56a — 



/ 



»eile an und wobi zuletzt unter die Schoofebefn feige 
tritt^ bat Carua in 'seiner trefflichen Gjnaekologr« 
j. B. ft. 8. 117 treu nach der Natur beschrieben. 



Da Rec. manche andere ▼orgeCragene Anaickten r« 
B« data unter gewiasen von mir angedeuteten Yerhält- 
fiiaaen das Reiben des Muttermiindta » einige bceon» 
dere Lagen» die Perforation beinocb nicht auagenüacht 
gewissem Tode des Rindes, der Scfaookfugenacfanitr» 
der Gebranch eines Zan^enlöffels als liebel nnd Reits- 
mittel angezeigt aejeo'f mifsbillift« — da er dles^ 
Mifsbilliguog aber nicht weiter mit Gründen belegt; 
eo mufs ich di^ einstweilen noch erwarten und idk 
habe vor der Hand bier nur nocb die Bitte binzuzn« 
fügen • dafs derselbe sieh doch mit Namen nennen 
möge^ damit der Practiker daa Gewicht seiner Autori- 
tät kenne* ' ^ 

Giefsen im Desember i8ao« 
. - Pr.' Hitgenl 



■ - 1 



1 

— 563 — 



XIX. 

Beobachtung eines seltenen hornartigeH 
warzenähnlichen HautausWuchses bei 
einer anderthalb Jahre stillenden und 
zu gleicher Zeit schwanger geworden 
nen Frau, vom Hofrath Dr. Zipp, 
Physikus und Hebammerilehrei- ' zu 
Buchen im Grofsherzogthum Baden j, 
(nebst Abbildung.) ^ 

X* raa N. 35 Jahre alt, von einem achlanken und x>ar» 
ten Körperbaue, w«f von Kindheit an noiitöftern l^ei^ 
den der Reproductton , deren Formen durch allerhand 
Ausfchläge auf der Haut, gestörte Verdaunng» und 
sü den Zeiten der Mannbarkeit durch Bleicfalancht , 
und hyaterische Zufälle sich auadrückten • behaftet«^ 
^ Im fi4ten Jahre ihres Altert vermählte sie aich^ 
vrard nach uhd nach Mutter von fünf achwachlichen 
Hindern, und befand sich demohngeachtet, einige Un« 
päfslichkeiten und ein Nerven fieber- ausgenommen^ 
woran sie vor mehreren Jahren geßhrlich darnieder 
hgi ziemlich wohl; sie säugte ihre Kinder mit ihren 



' — 564 — 

eigenen Hrütten» führte eine «itten^e, selit eingezo- 
gene Lebensart, war vergnügt in ihrem häuslichen 
Zirkel , nnd kannte keinen Mangel der ihr zum fro- 
hen Lebenftgenusse nöthigen Bedürfnisse. 

Za Ende des Jahrs 1807 waren es 14 Jahre dafs slf j 
unter den oben berührten Uingebungen ihren jüngst 
gebornen Säugling mit ihren Brüsten nährte. Dk 
Efslast vierlor sich allmählich, die Kräfte sankeo; 
Beengung auf deif Brust, t>ftere8 Herzklopfen , noni- 
bige durch Schreckbilder unterbrochene Nächte, nnd 
ein anhaltendes Jucken an dem Rinne, beiden Angen- 
braunen, in der Mntterscheide,^ und an den anfser- 
liehet! Gebnrtstheilen gesellten sich dazu -^ Kurz 
darauf zeigte sich an den Tbeilen des /Gesichts {yA% 
die Abbildung zeigt) eine Rauhigkeit« die täglich so- 
wohl am Umfange, als Tiefe zunahm , nnd auf ihrer 
Oberfläche hartö, weifse, isolirte Blätterchen v^on der 
Gröfse eines Stecknadelkopfes bildete. — Sie zerplatz* 
te'n. vorzüglich behn Kratzen, nnd gaben eine scharfe, 
fressende Jauche von sich, cfie wie flach ausgegossenes 
schmelzendes Bley erstarrte, und eine zirkeiförmige 
Borke erzeiSigte. Aus dieser entsprossen wieder neue 
ähnliche Blätterchen, welche beim Bersten den Ansatz 
zu einer neuen « aber kleinern Borke lieferten« Nach 
mehreren auf diese Art stnfenwcfis abnehmenden Lagen 
endigte det Auswuchs» mit einer konischen Spitze, 
welche weiche luxuriösem Fleische ähnlich , und mit 
einer rauhen Haut überzogen war* Beim-Krafz^n 
ging diese Haut ab, und es sickerte eine scharfe dünne 
Feuchtigkeit aus I welche ein starkes Brennen, und 



• I 



-1 565 - 

^vorübergefaeniJe rothlaufartige £iitzündiit)g^in d^r den 
Hof des Auswucbr^d beklj^rdenden'Hant verarsachtei 
']Bli6h die Excresceja? nun .von mechan lachen. £m Büs- 
ten veracbont, 3orepifo4acirte sich diese Hau tgesch wind 
wieder 9 und der Auswuchs stand trocke^ da« 

Öie ijbrige Masse der Excrescenzen war hart^ 
kiornartJg , und schuppte sich Öfters wie Stücke eine^ 
fferdebufes an den* Seitentbeilen ab, um andern ahn* 
liehen Schuppen Platz zu machen. Die Orundfi'acho^ 
derselben war^ri die unterliegenden Theileverwachseni 
und, wie ein Stein im Binge, In der flaut befestiget. 

Ehe diese Aus>yücbsi^ noch ihre allmäbliche voll* 
kommene Ausbildung erreichten, gesellten sich an den 
Seitentheilen des Stirnbeins^ den beiden Wangen, und 
obern sowohl, als untern Güedm'afsen neue hinzu» 
welche sich eben so wie die übrigen ausbildeten. Der 
Auswuchs am Kinn erhob sich i^nter allen am meisten. 
Er verbreitete sich mit seiner Gruc^dfläche über das- 
ganze Kinn bis in die untere Mundlippe» und «a 
den beiden Seiten bis in die Wangen , bestand aus fünf^ 
'Stufenweis abnehmenden Schichten, und endete wio 
die übrigen mit einer konischen Spitze» Sein Queer* 
znaas betrug wohl 2^, das senkrechte aber nur ohnge- 
fähr j Zoll. / • . 

Die übrigen Auswüchse. im Gesichte waren viel 
kleiner; sie bestanden alle nur aus 3, und jene im 
den £Ktremitäten zum Theile nur aus x *— 2 ßchich« ' 
tpi« Ihre Griindfläche war voja deif Peripherie eines 
Groschenstückes » die Spitae Ton der Gröfse einer Erbse* 



— 566 — 

•Bie fibrigcii Tbeile des Körpers! blieben ganz von di«» 
mn AcMwücbsen verschont. 

Alle Auswüchse hatten die natürlicbe Haatfarbe, 
a«sgeiiommen jene am Rinne , welche bläoUcht rott 
•assah« 

UnteV 4!esBn umständen wnrde anf Anrathen er 
lies Arztes der Säugling vcm den Brüsten entwöhnt, 
^^id S,ciiwefelf Gnajac» Antimonialmittely Laxanzen, 
Tisanen n. dgl. gebraucht, aber ohne die geringste 
LipdertUDg. Die Excrescenzen schuppten sich zwar 
öfters theil weise ab, wurden aber, bald wieder mit 
Aktien Schichten ergänzt. 

Im März 1808 blieb nun der MonatsRufs» we/e&er 
akh seit dem Entwöhtien des Säuglings mehrmaleQ* 
aber sehr nnregelmäfaig gezeigt hatte, aus, die Kranke 
filaubte sich schwanger, und setzte daher in der Vor- 
aussetzung » das Uebel werde mit der Schwangerachaß 
Ton Selbsten vergehen , alle Arzneyeit bei Seite, 

Allein mit dem Fortschr/eiten der Schwangerschaft 
kamen nicht nur allmählich noch mehrere ähnliche 
Excrescenzen an den innernFfächen derSchenkel^^und 
den beiden Oberarmen zum Vorschein, so dafs die- 
selben nun gleichsam damit besäet waren , sondern die 
Excrescenzen wurden aj^ch härter, schiippten sich 
nicht mehr so leicht ab , und verursachten mehr T7n« 
ruhe und Bangigkeit für die Zukunft* Es wurde da« 
her im 7ten Monate der Schwangerschaft ani Sotes 
September iSog meine Hülfe verlangt* ^ 

Ich erschreck bei meiner Anknnfit» als ich die 
P^iktlenttn abgezehrt wie eine Mumie mit tief in ihre 



Höhlen zurückgezogenen matten Angen ^ 9ogen«ii«t«Bi ' 
»trabilarikhM Aussehen^, den' .oben beschriebenen 
gräfslich anzusehenden Auiwüchaeii 9 und dabei, hoch . 
aufgetriebenen! # schwangerem Leibe erblickte« Sia- 
.klagte ausser ihrer Veranstaltung, wegen welcher. aie 
aich/schon elde geraume Zeit den Angen des Fubli- 
Qums entzogen hatte, über Hinfälligkeit ihre« Körper^» 
unruhigen Schlaf» geringe fifslust nnd über brenoend« 
Schmelzen an den äußerlichen Geburtstheilent beson«< 
ders beim Sitzen, noch , mehr aber beim Urinlassen^ 
Beim Geben und der Lage auf dem Rücken waren iliv 
diese Schmerzen weniger empfindlich. Der Stuhlgang, 
war hartf trage und entsprach dem Genosse TOn^Nah«« 
rungsmitteln § der Durst war ^natürlich , der Pulsschlag 
ach wach , klein und längaam ; dabei schien die Schwan» 
gerschaft gehörig v«r sich zugehen. DieSchamYefzen\ 
war^n etwas geschwollen,' esficoffiirt, und schmerzhaft 
bsi der Berührung, und ans der Muttersche^e quoll 
eine dünne, atinkende Feuchtigkeit. ^ 

Ich verordnete die Fiumerscben Pulver^. * wovon 
•ie Morgens nrid Abends einen halben Gran mildes f 
aaliesaures Quecksilber, und eben so viel vom pomeran^ 
zf tifarbenen Spi^esglanzschwefel nahm. Die Excrescen« 
zen im Gesichte , welche die Patientin an^meisten ^nt« 
«teliten, wurden mit, dem Ungi^ent. oKygmat* einge- 
riehen »Sund Tisanen von Stipit. Ikdtfamar» rad. alth. 
und HquirU verordnet« Die Diaet bestand %^% leicht 
verdaulichen, und gut nährenden Speisen und Ge« 
tränken, al« Fleisch» Ejera, Milch u* dgl« vß* Dae 
Biegune» wa» Qaälsig^ wana« Nach ^mi^ax i4tegigeii . Ge*» 



^ 



. — 568 — 

. torrach diaer Vtrordnupgen wares di« obem Schich« 
mm der Auswüchse im Gerichte bis auf die breite 
Grundfläche abgeCailea. Diese anscheinende Besserung 
hatte aber das naangenehme zur Folge, dafs nun die 
Patientin 9 so oft die Salbe eingerieben wurde ,. hef- 
tig9 Schmerzen » welche sie dem Beissen ^on SaJz auf 
einer wunden Steile Ter^lich, empfand, und.die Salbe 
daher bei Seite gesetzt werden naufate* 

' Die öbrige Behandlung blieb dieselbe » nur neurde 
die Gabe der Pulver verdoppelt. Am 22ren October 
sah ich die 7. Stunden von meinem Wohnorte ent^ 
fernte Patientin zum erstenmal wieder» Die Aus« 
wachse im Gesicht hatten sich bis auf ihre Grundfiäcfae 
abgeschuppt, waren so wie die übrigten Aasvirüchse 
trocken» und' mit einer Haut überzogen^ 

Statt der Plumerschen Pulver wurde nun täglich 
•amal ein Gran schwätzes oxydulirtes Quecksilber ia 
Pulverform jgereicht» und die Auswüchse mit Unff^ 
Hydrarg. citr^ täglich einmal bestrichen. 

Diese Verordnungen bewürkten schon nach eini« 
gen Tagen eine aufserst auffallende Besserung: alle 
Auswüchse schuppten sich wie Stücke am Hufe eines 
Pferdes ab, ohne dafs neue Schuppen ihre Stelle wie« 
der ersetzten, und bis den iten November wo Ich die 
Patientin wieder sah, war die Haut ganz rein und nur 
noch eine Rauhigkeit und Böthe der Epidermis an 
den Stellen sichtbar , wo die Excr^scenzen waren \ der 
Körper, war mehr genährt , und' ihr ganzes Aussehen 
verrieth, dafs ihre Funbtionen' wieder mit mehr £ner-^ 
gie. von atatten gingen* *-- Alle Arznejen wurden 



«lall bei 3eite ges^lztr^ und ihr öebst fjeit'sig^r Be- 
Vregung in t^reiel: 'Atinosph'^redie ForU^izung des O«- 
jUtlsses einer kVä^tig hährehdcn^ ihren VerdtfiniDg^ ^ 
Itrüften angcitoessenert Di'^t aneüipfobUn; Sie be« 
folgte auch di^ge Votschrifr^ nnd hatte das Giütk^^ 
aich zu Eri()eDe:^enibera einer kichteb und rtge^mäfsi« 
^en Eiitbtndilng zu et freueti; Her Neugeborne^ eid 
Knäbchen lilik einem äng^borneniMansel i^^n PraepüUi^ 
wat ^o\\%omincrk ausgetiageh, aber aehr schwach, (ind 
•cblechi 'genährt # zehrte i^oii Tag zn Tag mehr ab^ litt 
•tetr^an Grimmen upd andern Störungen des Verdau« 
ungsgeschäftes I and alle ärztliche Hülfe war aaraer- 
Sunde« teib achwaches Leben länger za erhallen^ * 
das ein sanfter Tod im l«*ebrijar 1809 er'ldscht«; Ditf 
Matter, weiche ihren Säugling selbst ifiit ifaren Brüsten 
toährtie* erfreute sich von nun an ihrer. iror igen Ge«^ 
aunifheit wieder^ da aucb die Haut in ibren Normal« 
zustand zurückgekehrt war« Zu gleichet Zeit^ da ich 
diese Patientin ärztlich behandelte» bekam ich auch 
die Magd im Hause mit einer ähnlichen Hautkrank- 
heit nebst zweien ihrer Kinder i&die Kur/ ÖieForm 
des Uebels^ womit beide Kinder behaftet waren t wich 
«war aehr von jener ihrer Matter und Magd ab 9 n'af 
lierte sich aber anter einander selbst« 
Hier folgen die Getcbicbten} 

t« fi e o b H C K t ü li ^i 

. k. N. Sil Jahr alt wurd^vor einem JaÄie fettri 
^or deqa Entwöhnen von der nntter Brusit mit kleinen' 
f othen Pöckchen um den Mnnd herum befallen» St# . 
SsMM0gjf9 Journal^ III. Bd^ ^$ Si. Q & 



— 670 — 

zerplatzten öfters, gaben eine dünne achmieriget 
acharfe Feuchtigkeit von sicli, und neben ihnen ka- 
men wieder neue Pöckchen tum Vörscheii^. Mit die- 
sen bedeutungslos scheinenden Leiden schleppte aich 
der kleine Kranke ohne alle Hülfe über lo Monate 
lang hemmt bis man mir denselben am 3oten Sep- 
tember 1808 bei der Gelegenheit» dafs ich seine kranke 
Mutter besachte, vorzeigte, und ich ihn in folgen* 
den Umständen antraf: 

£r hatte ein blafsgelbes aufgedunsenes Angesicht 
mit ^ick aufge\9orfenen Rändern äet Mundlippen » 
welche stark näfsten, und mit kleinen rothen Pöck- 
ched gleichsam besäet waren. An beiden Mundmn« 
V kein verloren sich diese Pöckchen in tief einfressende, 
unreine, speckige, etwas schmieriges Eiter von aidi 
gebende Geschwüre mit schmalen rothen, wenig er« 
habenen Rändern, Die geschwollenen Lippen waren 
verhärtet, hornartig und hockerigt, wie an einander 
liegende Warzeo anzufühlen. Auch die Qeffnung des 
Afters war mii einem ähnlichen bor nartigen, Warzen 
ähnßchen Hinge umgeben. Ausser einem auFgetrie* 
benen^ etwas gespannt anzufühlenden Unterleibe^ 
Öftem'kriebeln ate der tJase, qnd ausserordentlicher 
Gefräfsigkeit des Patienteil zeigten sich an ihm keine 
krankhafiö Erschein dn'^dfei.^ ' 

Es würde das Hahnemannische Quecksilber -Prä- 
parat täglich i^mkl zu einem Sechst/el Gran mit Zucker 
in Pulverform zu neh^d^ nebst zweckiuäfsiger Diät 
und Regime angeordnet, und als sich nach Verlauf 
von ä Tagen noch keine Abnahme des Üebela zeigte , 



^ 1 . - ■ ' . v . 

die Lippen des Munde» mit einer Mischung aus Ro^ 
öenhonig mit Sublimat täglich stmal gepinselt ^ undi 
dife Geschwulst am After triit der roihen QuetkÄilbe'r- 
'salbe eingeiibberi; ^ 

Bis zu £nde des folgenden MjonatesOctober hatten 
Irfch die Auiswüchse am Münde sowohl, als am After 
gänzlich ohtie Abschuppen vertheilti und ^ das Kind 
Wäi^ wieder voükammph hergestellt; 

il. Beobachtung. 

6. N; 4 Jähre alt^ der ßrüdef des vorigen, be« 
kam einige Wochen nachher i als sich das örtliche Lei*' 
den am Munde de« letzten gezeigt hatte» wahrschein« 
lieb durch Küase und gemeinschaftliche. Trinkge« 
schirre hiit ihm eben solche Biätterchep an (le«L 
Mondlippcn^ welche in l^urzem ganz die Gestalt und 
Aussehen ^ wie bei seiiieni Bruder erreichten« Lange 
hernach zeigte^ sich am Hände des Afters ein k^n^m« . 
förmiges Fleischgewilchs (Criüta ^ni)^ welches ihni 
viele Unruhe und Schmerzen ^ besonders bei vor Sich 
gehenden Stuhle^ccretipnen verursachte. Das ällge'* 
mein befinden, war übrigens noch ungestört. 

Er erhielt dieselben Arzneyen , wie seih Bruder^ 
nur in etwas stärkerer Gabe, und wtnrd^6 ebüh s6 balcl 
Tön seinen Leiden wieder befreite 

ilt Beob^cii. tüiig. 

Die Magd im Haase , ein hübsches und stäfkea 
Bäüttü^W^A^hM von ^d iübhh wurde üin die iiiitij« 



, — 572 - " 

liebe Zeit mit ähnUchen Anawücfaseo, Wie die H«iii> 
frau behaftet. An welcher yon diesen, beiden sich das 
Leiiien zuerst geaufsert habet konnte kh eben so we- 
nig erfahren 9 als 4>e Geschichte äher deni Üraprung, 
ersten Auabrnch and allmähliche Verbreitang de^Aas« 
wüchse über den ganzen Körper* Die.' Patientin b#« 
harrte in ihrer Aussage y. dafs sie noch nisi^ einen ver- 
trauten Umgang mit Mannspersonen gepfiagen , and 
die Auswüchse an ihrem Körper, \)hne dafs sie et nmr 
gewufst habe, zu gleicher Zeit, als bei ihrer Hausfrau 
entstanden seje^« 

' Die Heilmittel , welche sie gegen ihre Leiden ge- 
][)rauchte, waren dieselbe , welche ihre' Hausfraa gs* 
braucht hatte. . 

Am Soten September 1808 1 wo ich diese Patien« 
tin gleichfalls zuerst sah , waren im Gesichte oberhalb 
den beiden Augenbfaunen# den Backen, beiden Sei« 
tenthellen der Nase, dem Stirnbeine» obern und'an« 
tern Extremitäten» und an den grofsen Schamlefzeii 
isolirtei horparrige Auswüchse von der Gröfse und 
Vottx^^ als jene» womit die Frau (jene am Kinn und 
dei^ Geburtstheilen ausgenommen ) behaftet war* Die 
beiden Nasenhöhlen waten mit diesen Auswüchsen 
gjinz ausgefüllt, so dafs die Patientin nur mit offenem 
Munde beschwerlich athmen konnte. Die Mundllp* 
pen waren mit einem höckerigen » bornartigen, btan« ' 
rothem Wulste | der aus neben einander unter der 
Haut Terborgenen Warzen zusammengesetzt schieOf 
umgeben« Dies machte ihr den Genufs von Nahrnngs« 
mittfln sehr beschwerlich j indem sie wiegen der Spi»* 



:: / . —573 — - : 

tmng de$ 'Rlngmnskela , der ÄuF- und Niedersieh« !, 
- jnuskeln der Lippen und der Mundwinkel den Mund 
weder gehörig offnen and Nahrung zu sich pehmen*« 
noch selbe ordentliph kauen konnte. Die Excrescen« 
zen hatten alle die natürliche Hautfarbe, lagen mit / 
ihrer i^reiten Qrtindfläche, wie Steine in Ringen unter ^ 
der Haut» w^ren mit den unterliegenden Theilen ver« 
/wachsen y und unbeweglich. Sie verursachten aufser 
einem Gefühle von Jucken keine Schmersen y bestan- 
den meistens aus dreien ^ einige aber au den Extremi- 
täten niir aus zwei Absätzen» wovon die obern zu* 
weilen abfielen f und neuen ähnlichen Ansätzen flatz , 
cnacbten* Das Bild der Auswüchse zeigt die Kupfer* 
tafel an allen seinen Theilen» nur > die Excrescenz 
am Kinne abgerechnet» welche, von den übrigen Aus« ' 
wachsen merklich abwich» und allein » so 'wie der 
Auswuchs der Genitalien» de(r Hausfrau eige^thüm* 
lieh war. * . 

Ueberdies War sie seit eiulgen Tagen wahrschein- 
lich auf eine vorausgegangene Erkältung nciit öfterem 
Schauder ubd reifsenden Schmerzen in den Gliedern 
behabel« s 

Ihre übrigen Verrichtungen gingen ziemlich regel- 
mäfsig von statten» nur aber war ihr soost blühen* ^ 
des Angesicht blafs und der^ ganze Körper etwas 
abgezehrt* 

Dieselben tieilmittel» welche ihrer Hausfrau ver« 
ordnet wurden» nahm ancheiei und der Erfolg war 



— ■ 574 - . 

ebenso glücklich» nur dafs ihte vollkomdoene Gei{|5« 
•ang um einige Wochen spater sich einsteUte, wozu 
wahrscheinlich Öftere Fehler -in der Diät and Begtmei 
^enen sie sich aussetzte, das Meiste beiirpgen* 

Blichen im Monate April i8ai* 

Dr. Zipp. 



, ~ :ö75 ~ 



H.U i| l J ,1 



XIX. 
I>i 1 1 er a t ur. 



Lehr- und HandbüGhefr der GebartshüIfQ der 
Frauenzimmer« und JE^inderkrankheiten. 

Xiieipzig, bei Gerh^FUisch^r^ '1820: y^Lehri^ 
buch der Gynäkologie, o^de^r systema- 
tische Darstelfutig der ' liehreii von 
Erken'ntnifs und Behrnctlun^ eigen.-* 
thämlicher gesunder Und krankhafter^ 
Zustände, sowohl der n^icbtschw^ngern, 
schwängern und gi^härenden Frauen^ 
- als der Wöchnerinnen und neugcboir- 
nen Kibder« Zur Gruiid'Iage akademi* 
scher Vorlesungen und zMtn Gebrauche 
' für praktis'che Aerzte, W'undärzte 
und Gebuntshelfer au9ge«lrbeitet Von' 

* Carl Gustav Cärus, Pr; "der Philosa^ 

* phie^ Med. und Ghir«, Professor der 



^ 676* -^ • ' . . 

Ehtbinclung8kaD0t 911 der mediciniicb« 
' f hirurgischea Akademie zu Dresden 
und Direktor de« dasigen kÖpiglich 
Sachs. HebammeniDstitutSi der kai« 
eerl. (ieopoJdin. Akademie zii Bopnt 
der physikaliscli - naediciKilspbeii Ge- 
$ellfcbaftzaErl^ngenyderGesell«chaft 
patorforscbendei: Frejipde zii &erliO| 
der na tu r forschenden tu Leipzigs der 
königlich^ Sächsischenökononiiecben 
und der mineralogischen zu Dresden 
'lüitgli^d« ir Tbh init i K., 2r Tbl. xnil 
a K», einer Tabelle und einem SchTT^n* 
gersqhaftsk^lendor. *^ 

Der durch sein Lehrbuch der Zootomie rtibm^ 
liebst bekannte Verfasser übergiebt uns hier ifi wohl«« 
geordneter Kurze durch die Gynäkologie n^ch seiner 
eignen Erklärung über di^ J^edei^tiing dieses Worts 
(j. xy die I^hre von der Eigen ^h um ücbkeit des ^eib» 
liehen Körpers, seinem 3aii, seinem lisben, seinei) 
Krankheiten mid der ihm angemessenen di^tetispbea 
und ärztlichen Bebsiidl9ng > wobei Aeferent hinsieht« 
lieb des Titelblattes pur bemerken wili| dafs dem 
schar&innigen Verfasser die Tautologie ,« Lehrbuch 
der Gynäkologie^* II. also Lehrbuch der Lehre iiber 
Frauen entgangen isla da im Worte ^a^o^. }a die 
Lebre^^sey 9s nun eine.schriftlict^e, Lehrbuch, oder 
fune mündliche« Lebrvortrag, s^on enthalten ist. — « 
^^cfa der ^rkiä/upg ^.«4 YcrfASs^ra in d^ Vorrfd^ is| 



AleMS Lehrbuch niqht Mos *ta akaitomisdieii Vorle* 

•Hnf^en basliikiiKit, conderp auch ^durch die möglichst 

•uaFührliche AbhAndlnng dtt einzelnen Gegenständ«* 

für angehende Aer^te and überhaupl zdih Nach^icbia« 

gen für besondere Fälle im practischen Leben« — Daa 

ganze Werk zerfällt in die allgemeine Gynäkologie , 

und in die specielle« Die allgemeine handelt: im 

ersten Abschnitt: von -den EigenthümW. 

lichkeiten im Baue and Leben des Wei« 

bea (allgemeine PhyaiologieO i)EigenthQm^ 

lichkeiten in der Oesamm^form des weiblichen Körpers» 

st> Eigenthümlichkeiteti im Baae der weiblichen Ge« 

acblechtstheileund des weiblichen Beckens. !• Zeichenf»» 

lehre der weiblichen Geschlecht^theile. IL Zeichen dea 

vegelmäbig' gebildeten Beckena« ,S) £igenthümUch«> 

kciten der weiblichen physischen uiui psychischen Le» 

bensäafsifrungent Im zweiten Abschnitt: von 

^ der E;ig9nlhilmlicbkeit in den Krankheit« 

ten de» weiblichen Geschlechts (allge* 

meine Pathologie.) Im dritten Abschnitt; 

Ton der ^rjitlichen fiehandlong des Welb<» 

liehen Orgaüismila im gesunden und kran« 

ken Zustande (allgemeine Diätetik und 

Therapie.) i) Von der Persönlichkeit des Frauen« 

Arztes und Gebartshelfiers« 9).yon der Art und Weise, 

iie verschiedenen Zustände des weiblichen Körpers ans^ 

anmitteJu und zu untersuchen a) dulrch Gesicht und 

öetast» b) dqrch Instrumente. 3j Von den allgemel« 

9en Regeln der Diätetik und Therapie für daä y^eih^, 

Ucfae Geschlechts Die apecietle Gynäkologie 



— 578 ^ 

Aek «raten Thtils bandelt, vom L^b^n -des 
tVeibea an, und füraich, im gesan^den und 
kranken Zustande, nnd zwar: i-m ersten 
physiologisch - diätetischen Abschaiti: 
x) von der normalen Entwickeluiij^, Reife und Eirtöd« 
tung des G^scblechtscfaarakters« c) Von den ' Regelo 
der Diätetik wahrend 4er drei weiblichen Lebeusperio- 
den insbesondere. Im zweiten patholo^iach- 
therapeu tis'chen Abschnitt. A. vo|i den 
Krankheiten in der. ersten^ Lebensperiode 
des weiblichen Körpers; , I) von den ange* 
bornen Fehlern weiblieher Genitalien^ li« von der kranke 
baft zu zeitig entwickerten Pnbertät. B. von dett 
'Kränkheit|en in der Zisit d^r. Gesch lechts- 
reife: I. allgehiexne Ki^ankheltazu^iühde:^ i, UnregeU 
mäf^igkeiten der Menstruaifanction.'. ä) besondere durch 
Unregelmäfsigkeiten der Pnberiä^ent Wickelung be- 
gründete Krankheilszus'ände: Bieichsufcbt, Verstim- 
mung- der afiiroal^n -Fuiictionen während der>Puber« 
tätsentwickelting, MutterwUthy .Unfruchtbarkeit 9 ^Hy« 
aterie« IL Krankheitszasiandedereinzelnen' weiblichen 
Geachlechtsorgane aufser>der Schwangerschaft. 1) :der 
Gebärmatter :a)StÖrangendesBUdaDg»lebensd6rselben9 
Entzündung^ Blatfiurs» vi^eifser FIuE^i^ Wassersucht» 
speckige» fleischige» knöcherne Ausartunjgen dersel« 
ben » polypäse Aaswüdhse in derselben, bösartige 
Verhärtung: und offenbarer Krefbs der selben, b) abnorttie 
Lagen derselben,' Vorfall, Vor - und Rück wlirtsnci- 
gung, rnakehrunf^ oder In versio. 2) der Mutterscheide: 
Mutterscheidenpolyp^ ^Vorfall der Mutttescheide, Mut- 



l^erscheidenbrucbf MUtelfletschbracb« 3)- der £yer«f 
^töcke: Entzündang» Wassersucht, Speck- und. 
Fleiachgeschvvülste und V^rknöcheri^ngen derselben , 
JElrzeugung fremder . Körper in denselben«, 4) der 
^Srüste: a.) krankhafte Entwickelung derselben in\dei| 
zeugungsfähigen Jahren überhaupt ;. Cpngestionen «acb 
den Brüsten und Schtuerzbaftwerden derselben,, un* 
yollkommne Ausbildung und vorzeitiges Welken der-. 
sel'ben , .überuiäfsige Ernährung und Fettanhaufung 
um dieselben* b) besondere Degenerationen im In*^ 
nern derselben ; Milchknoteh, scrophulöse Verhärtun- 
^ gen^Balggeschv/ülste, l)rmphatische!undßlntgeschwülste^ 
Scirrhusund Krebs* 5) der äufsern Geburtstheile, 
6) der weiblichen Harnwege : beträchtliche Erweite- 
rung der Harnröhre > Gefäfsgeschwulst der Älütjtl^uijg 
derselben und Verdickung der umgebenden Zell hau t# 
zrebst Variköser Bescliaffenheit ihrer Gefäfse, Stein-, 
beschwerden ^ des weiblichen Geschlechts,, C. von 
den Krankheiten in ^er le tzten- Lebens- 
perio.dedes weibliche nKörpers: Lzu zei- 
tiges Erlöschen der Menstriialfunction. , IL zu lange 
fortdauernde Menstrualfunction. Hiermit schliefst der 
erste T|ieil, und versinnHcht nur noch in 12 Figaren 
auf der angefügten Kupfertafel auf eine sehr passende. 
Art einige in diesem Theile angeftihrtQ Gegenstände, 
nemlich: Fig. I. die innern Genitalien eines neug^bor'» 
nen Mädchens» i{. einen hochsch wangern Uterus» III^ 
die obere, IV. die mittler^ , V. die untere Apertur des 
kleinen Beckens» VI.' den .senkrechten Durchschnitt 
der Höhle des kleinen Beckens, Vli. Oslander 's Hy< 



^ 58o — 

•terotooiy VIH. Santer'aGeVdrmatterpoIypen^.UDtef 
Binder 9 IX. Lerrefs nngestielten ey form igen, XlHu- 
toold'8 uAgestielten eiäaiiscbecl » XI. Zeller's gestielteoi 
iindXIL Javille's ongesiieltenelastjschen Matterkram 
Die apecielle Gynäkologie des zweitei 
Theiis hvnd-eit von denjenigen Lehren 
inabeaondere, welche oaan unter dem Na* 
'mtn der Entbindnrngfiknnat oder Gebar t9- 
hülfe im weitern Sinne rusammen zu fal- 
ten pflegt, und zwar im ei-aten» phyaio« 
logiach - diätetiachen Abschnitt: A. von 
der Physiologie der Schwangeta'cha ft, der 
GeburtfSO wie der T^ochen- und Stiilnoga- 
p e r i o d e. I. physiologische Geschichte der SchNv&n« 
gerschaft; i) Emptingnifs; a) Schwangerschaft imAlU 
gemeinen I S) £ntwickelungsgeschichte der Ftacht in 
Tier Perioden $ 4) Geschichte der Veränderungen im 
mütterlichen Körper während der Schwangerschaft; 
a) Veränderangen in den Geschlechtstheilen während 
der Schwangerschaft; b) Veränderangen im Allgemein« 
beflnd<sn des mütterlichen Körpers. 5) Zeichenlehre 
für die regelmäraige Schwangerschaft , a) der regel* 
mäfsigen einfachen Schwangerschaft tind ihrer ^nzel- 
pen Monate; b) der mehrfachen Schwangerschaft; c) 
des Geschlechts des Kindeä ; d) über Leben und Tod 
des Kindes; e) der ersten^ und wiederholten Schwan«* 
gerschaft. 6) Zeitrechnung der Schwangerschaft. II« 
jj^hysiologische Geschichte der Geburt. 1) von der Gt* 
bnrtstbätigkeit des weiblichen Körpers. 9) Geschichte 
der regelmäfsigen Geburt in fünf Perioden^ 3) von 



\ — 58t — 

det kri an^ Weise» wie^bei der rügßlmitsiffin Gebiurl 
da« Jj^Lin^dujch daA Becken hindarchgeht. a) erste Klatae: ' 
"fCopFgeburt«!!', Hinterhanpts-y Scheitel •» Gesichts« , 
^eburtf Vom Purcfagange der übrigen Kitidestbeile 
bei Kopfgeburten I b) awetle Klasse: iGebarten mit 
vorausgehendem^ untern Ende des ' Rumpfs : Steifs-y 
'Knie*, Fufsgeburt. 4) Zeicheniebre der aormalei» 
Geburt. Kennzeichen über den Zustand des jKindea 
während der Geburt, und zwar a) Keqnteicben eine« 
lebenden Kindes bei der Geburt 1 b) Kennzeichen dea 
i^äbrend oder kurz vor d«r Geburt gestorfoenep Kin« 
des. HI. physiologische Geschichte des Wothenbetta 
tind der Stillungsperiode. i) von den Veränderungen, 
welche der mütterliche Körper in der Wochenbetts« 
nnd Stiilungs- Periode erleidet, a) Veränderungen 
in ^ den Geschlechtsorganen,- der Gebärmutter , det 
Alutterscheide, den äufsern Schaamtheilen ,und den 
Bmsten. £in wahres Milchfieber ist di^m Völlig nor* ^ 
mafen Verlaufe des Wochenbetts durchaus fremd. — ^ 
Kennzeichen von guier Milch, b), Veränderungen , 
welche das Allgemeinbefinden dei^ Wöchnerinnen eeigt« 
Zeichenlehre für den Zustand der Wöchnerinnen« ^ 
fl) von den Veränderungen, welche der Körper de9 - 
neogebornen Kindes im Vergleich zu seinem Zustande 
. vor der X>eburt erfährt. Der Verfasser will bei allen 
gesunden Kindern um dep 3ten bis 6ten Tag einen 
wahren Bäutungsprozefs beobachtet haben. B. von 
der Diätetik der Scbwangerscbaft, der 
Geburt, so wie der Wochen- und Sfillungs« 
p • r i d <(* L Diätetik der Schwaugerschaft, II. Diätt« 



— 5Sa -- . 

iik der Gebart ^ oder von der Behandlnng des natni« 
lieben Gebartsgescbäfti. x) von den för da» Gebaru-- 
gdScSäftza treffenden Vorbereitungen; 2) Hüineistun^ 
Valirend 'der einzelnen Per roden einer normalen Hi» 
t^rhaüptsgebnrt. 3) Hülfleistang bei den UDgevvöha- 
lichen Fällen der natürlichen Geburt« a) Behandlnog 
äer Zmllings* and Drillingsgebarten, b^ Hülfleiataog 
bei den angeWohn lieben Kopfgebarten; c) Hiilfleisraiig 
bei Steifs-» Knie- nnd Fuf^gebarten. IIK Diätetik 
der Wochen- and Stillungsperiode. 1) von der Pfiege 
der Wöchnerin; 2) von der Pflege des Säuglings* Im 
zweiten pathologisch - theräpea.tischen 
Abschnitt: A. voh den Krankheiten der 
Schwangern aiid der Bebandinng derse\« 
b^nt I. von den allgemeinen krankhaften Zastanden 
der Schwängern, i) in den VerdaaungsweVk zeugen; 
2) im Gefäfssf Stern ; 3) inden Athmungs- und Abaon- 
derungs - Werkzeugen y 4) in der £mp6n<liing8 - und 
Bewegun^sthätigkeit. IL von deil krankhaften Zu- 
ständen im Geschlechtssystem der Schwangern. 1) 
Krankheiten des schwangern iJterus. a) Entzündung 
desselben; (reine Entzündung, Bhenmatismua und 
^utresceoz); b) Wassersucht desselben ; c) Bfutfiufs 
aiis demselben; d) fehlerhafte Lagen desselben,- Zu* 
rückbeugung^ Vorfall t Sohiefilagen desselben und Ge« 
barmutterbruch. 2) Krankheiten der Brüste bei Schwan- 
gern, a) zu starkes Anschwellen der^elben^ b) Aus* 
schlage an densel^ben. 3) Krankhafte- Zustände der 
Prücht. B. Pathologie und Therapie der 
tieburtsperiodd* Die Lehire voiä defi ge« 



1> u r tBhüifiichen Operationen. L rptbereii* 
betitle Operationen« i) von der kühstliclieiKJ&f^eite« 
rung des Muttermunde« > 2) ▼oh denl künitlicheii 
Sprengen derEyhäiite, 3) von der Wendung, «) auf 
die Füfse, b) auf den Kopf« Indem 'der Yerfasse«* 
bierdarch blos Einleitung' dieser Therle in die Füh^ 
rnngalinie des. kleinen Beckens, Und nicht die Heraus^ 
beförderung des ganzen Rindd^ versteht, kann sie 
^ tnit allem Hochrzu den irorbeteitenden Opel^atiönen 
gezahlt werden;' IL Operatiohen, wodyrch die Ge- 
bart der^ Frucht oder einzelner Theile' derselben be« 
^erkstelligt wird. i) Künstliche BewerkstelKgung 
der Geburt des 'Kindes : A) auf dem natürlichen Ge- 
buTtswege'j und>war a) ohne V^rktznng und Ver- 
.. kleinerung desselben , aa) mittelst der Extraction des 
Kindes an den FÜfsen, bb> mittelst 'ider Extraction 
dcfe Kindeskopfs durch Hülfe iäer Geburtszange; b) 
künstliche BeMrerkstelligung 'der Geburt eiyes todten 
Rindes nach verhältnirsmärsiger Verkleinerung dessel« 
ben; aa) dnrch die künsüitShe Eröffnung des Köpfe' 
und Entleerung des Gehirns ;'bb) durch'dieZerstücke-' 
long des Kindes. B) durch Eröffnung eines 'neuen 
GeburtSM/eges oder durch künstliche Erweiterung de« 
gewöhnlichen, a) mittelst d^es Gebärmutter - oder 
Kaiserschnitts; h) mittelst des Bauchsthnitts ; c) mit- 
telst des Schaattifugenschnitts. 2) Künstliche Entwicke« 
lang dei' Nachgeburt ; a) künstliches Lösen des Mut« 
tf rkachens ; b) Hinwegnahme der Nachgeburt aus der 
Höhle der Gebärmutter. 3) Künstliche Bewerkstel*^ 
ligaiig des gesammten 6eburtsgescliäfts'# Die gewaltf 



-- 584 — , 

Iptne fiotbiodong» Specielle Pathologie nni 
Therapie der Oeb'urt. A^ Ton den^Eraiik- 
haften Zuständen des mütterlichen Röi* 
per8«,in wie fern sie störend für d^n G» 
blirtsTerlauf wiriten. L ron d^n krankhafta 
Zuständen des Allgemeinbefindens nöd den örtlkfieo 
Krahkheitszuständen anfserhalb der Geburistheile. i) 
'\on den re^elU^idrlgen Bildungen: a) allgemeine V(p 
biidung^ b) örtliche organische Krankheiten znlta* 
halb der Geburtstheile 9 a) Ton den krank bafteo dy« 
naroischen Zuständen, a) in den Organen der anisu* 
ten Sphäre t b) krankhafte Zustände der regetativea 
Sphäre. li. von den örtlichen krankbafteif 2SnftW«ff 
der Gebnrtstbeile : 1} vop 4en kra^nkhafte'n Zusianlci^ 
der Gebärmutter , währendder Entbindung { 6) f^^^^^* 
faaft^ Thätigkeit ^Serselben ; a) krankhafte Seniibilitat« 
b) krankhafte Gefafsthätigkeit, c) krankhafte MuskQ« 
Urihätigkeii (abnorme .Wehen*) ß) Störungen äet 
Organisation! welche im Uterus während der 6«iQ<^ 
tjemerkt werd^en. a) Verwachsung und ^VereDgetuDg 
des Muttermundes; b) Geschwüre" und Aboesse der 
Gebärmutter; c) krankhafte Geschwülste dersslbeo; 
d).Zerreirsung derselben; e) Schieflieil dersslb«D^ 
7) regelwidrige Lage des Uterus während der Gebort 
a) Schieflage j b) Vorfall} c) ümstiilpung (wahren' 
der Geburt? oder wie der Verfasser selbst' bemerkt^ 
kurz darauf?) 2) von den krankhaften Zaständen 
der Mutterscheide während der Eptbindungf b) ^^; 
wacbsnng Und Verengerung derselben r.b) Zerreifs^i^S 
der Mutterscheide; c) VorfiiU derselben* 5) vofidt» 



krankhaftem^ ^ns^ndM Her äaftem GeaclihcWhelte 
. WdhreQd dec Geburt, von dci- Verwachsuüg oder Ver*. 
Mgeriing üod von dem Aufreifsen- x!er Schaa^nspaltak 
4> Von deh abnoirmed^Zdärändeii des Becken* aödJh* 
mm Ernflttfee auf dad Gteburtsgea^haft. a)vönde» dte 
Gehurt bedfchleunigenden» b) von den dife Gebun hin- 
deradta Abnormitäten des Becken«/ B. Von dek^ 
regelwidrigen Verhalten der .Frucht^ in 
wie fern ea die Geburt hindert öder atörr. 
h von dem regelwidrigen Verhalten der Frucht ini 
Allgemeinen t i) von der tegelwidrfgÄii Verbindung 
derselben mit dem mütterlichen Rbrper^ a) von An# 
heftitog ntid Ausbildung dei^ Fi;ucht' aufserhälb de^ 
Gehlärmntt^t (^Gropiditas eocdraiiterinm)^ b) von regele 
widrige^ Dauer der Verbindung deir im Uieruä enthalt 
tienien Fruchk mit dem mütterlichta Köitper, a) zii 
kttrte Dauer dieser Verbindüfig^ Frühgeburt ode^ 
Fehlgeburt > §} zu lange Dauer dieser Vterbihdung,' 
•) von regelwidriger £ntwjckt3lUng äiBt Frucht Iniie*'* 
halb; zuweilen auch aufserhalb des Uterus > oder von 
den "Molen -Schwang«Brschaftch und Gt^burteli. II^. Von * 
den regelwidrigen Geburten durch abnormes Verhalteti 
einzelner Tbeile der Frucht i) Regelwidrigkeiten in ' 
den Eyhiiuten>, a) tn groJfse^ b) zu geringe Festigkeit 
derselben » c) widernatürliche Adhäsion derselben* 
ft) Regelwidrigkeiten des Mutterkuchens^ a) vörlie. 
gender Mutterkucheh, b) tn fest mit dem Uterus, ver^ 
wachseMr Mutterkuchen ^ c)zu Ipckere Verbindung 
des Mutterkuchens init der Gebärmutter^ oder zu ^ei^ 
tage Trennung desselben { 5) Regelwidrigkeiten des 
SiiMOLbi Journal, Ml Jßd^ Ss St. F ^ • 



— 586 — 

Fruchtwasiera ; a> zu vieles , b) * zu weniges FrnchN 
•waasen 4) RegelwidrigkeitAnf des Na;belstranges ; a) 
4er*za* lange oder - voi^failene Nabelsirang; h) der 
zu kurze oder umschlangene^ Nabelstrang» c) Zer 
reifsuog des INabelstrangs. 5) Regelwidrigkeiten an 
Kinde; a) von der regelwidrigen fiiiJang desselbent 
b) von der regelwidrigen StelloDg desselben, c) voti 
der regelwidrigen^ Lage desselben. Von Verbindung 
mehrfacher Regelwidrigkeiten des Geburtsgcischäfts un- 
tereinander und von der künstlichen Veranlassung, von 
Regelwidrigkeiten durch falsches Benehmen der ^Krei- 
senden oder durchfühle Behandlung.^ C. Von den 
Kr ankhei^en.der^Wöchnerinnen und Neu« 
gebornen, und von der Behandln ng der» 
selben. (. Specielle Pathologie und TÜerapie des 
Zustandes dea Wöchnerinnen, i) voll den krankhaf- 
ten Zuständen der Wöchnerinnen, welche unmittel* 
bare Folgen- der Geburt sind; a) krankhaftes allgemein 
nea^Befioden, b) krankhafte örtliche Zustände^« &) von 
den Störungen der eigentlichen >Vocfaen • Functionen 
und den davon abhängigen Ütrankheiteu ; a) von den 
Abnormitäten des Uterus im Wochenbett rNaLcbwehen^ 
unregelmäfsiger Lochienflnfs, regelwidrige Lage des' 
Uierus; Umbeogung der Gebärmutter; b) ^von den 
regelwidrigen Zuatäiiden . des Hantorg^^liS bei Wöch* 
nerlnoen^ O von den regelwidrigen Zuständen lier 
Milchabsonderung und der Brüste; d) von den Rrank* 
beiten« welche durxh Störungen in den na^turgemäfsen 
Revolutionen tfer VVochenperiode he ^vorge bracht wer*» 
den: CongestiQ.nen uud Blutungen » Entzündung»« 



- — , 587. — ■ ■ ■ 

Krankheiten»' Weifse Schenkeli^eschvyülst, fieberhafte 
KrarikHeiteri, Milchfiebcir, lUndbetlfieber. ^ S) von 
den Krankheiten , welche , obwohl der Wochen^eriode 
laicht isigenthüralich angehörend jWöthnierihnen be- 
fallen» H. Krankheiten neugeb4>rner Kinder, i) van 
den krankhaften Zlistanden neugeBofner Kinder,' 
welche sie alsPrpducte abnbl-mer Entwickelung inner- 
halb des'ttiütteirlichen Körpers^ mitzqr Welt bjfinge^n., 
Angeborne Mifsbitdungen : a) Wasserkopf^ b)Baach«^ 
Wassersucht, c) Kückgrathswassersucht oder Wirbef« 
spalte |d) Schaambeinspalte'öder vorgefallene Harn« 
blase ^ e) Spaltung der Öberkiefergegcnid,' 'Hasen« 
«Charte / Wolfsrachen I T) seitliche Lippenspalte [und 
Bauchspalte, g) Spaltung der Brust und blosliegendes, 
Herz, h) Bauchspalte oder angeborner Nabelbruch ^ 
l)angeborner Leistenbruch» k) angeborner Hirnbruohi 
1) angewachsene Zunge i no) Verwachsung des Mast- 
darms, n) Verschliefsun^ der Harnrohre» o) Zwitter* 
bildungen, p) Mutternqähler, q) Krümmung der 
Füfse oder Hände, ü) von den Krankheitszustanden 
. des Neugcbornen, als Folge der Geburt, a) Convul- 
sionett des Kindes unter der Geburt; b) Abreifsen der 
Nabelschnur ; c)' Anschwellung einzelner Kindes« . 
theile bei oder nach schweren Geburten j d) KnocLen- 
brüehe, Eindrücke der Hirnschale, Verrenkungen und 
indre Verletzungen. 3) Von den Krankheitszustan- 
den ^ welche bei neugebornen Kindern erst nach der 
Geburt biszuEnde des Säuglingsaltcrssich entwickeln, 
a) entzündliche Krankheiten: Hirnentzündung,' Au- 
genentzündung, ßntzündung der Brüstchen, Roscn- 

P P 2 



— 588 — ■-, 

«ntzündaDg; b) flaatkrankheitenr Friesel nndScbal- 
blaseiiy Gelbsucht, Schwäoiinchen, Wandseyn» Vei* 
bärtting des ZelJge«/ebe&^ c) Unterleibakrankheif», 
Koliken , Indigeationen , Obetraciionen » DnrcbfaH; 
d)' Krank heiteo der' Harnwege: Harnlosigkelt od 
Hamatrenge ; e) Krankheittzustände des Nabels : Wtind* 
S'eyn, Nabelbrüche; krampfhaFce Krankheiten, 
allgemeine Zackangen» Kinnbackenkrampf. 

AuF den betgefägten Rupfern enthält die zweite 
Tafel die erste Entwickelangsgeachicbte der ibeoscA- 
Ucheti Frucht in idealen^ auf die Lehren der men^di' 
liehen nnd vergleichenden Anatomie gegründeten ib* 
bildungen ; die dritte Tafel stellt Fig; f. des Ver&fe(f 
Geburtskissen f It. Osiander's Dilatatoriam vorii&it 
*^des Verfassers Abänderung rücksichtlich der Feder 
zwischen den Griffen , ( wobei Referent nur bemerken 
will, dafs er nie von einem solchen InstrumieDte Ge* 
brauch zu machen nöthig hatte , sondern lieber, weos 
er mittelst der Finger die hinlängliche Erweiterung 
des Muttermundes nicht bewerkstelligen konnte, Eio' 
«schnitte in denselben mit dem Osiander'schen Bpttto» 
tom , mit dem Savign j'achen Fistelmesser und it Er« 
manglung dessen ein Mal mit einer Inctsions-Scheere 
machte, und ohne beträchtliche Blutung während ^« 
Operation mit dem gröfötcn Vergnügen einigt ^^ä* 
nach der Geburt durch die Exploration entdeckl«i 
dafs die Schnittwunden durch das Zas^mmenziebena^ 
Mtittermufides vollkommen verheilt waren, "" 
keine solche Einrisse nnd Njirbcn bildeten, «l« ^^^ 
nach natürlichen, Torzüglich schnellen Gebortsii '^ 



— 589 — 

'bemerken pSegt). Nebatd^m hat Referent beobach« ' 
t«t I dafi» d«8 Einschneiden des Mattermandes weniger 
Schmerzen veraraachte^ tmd da wo ea daran f ankam, 
die Entbindung zar Rettang der Matter oder ihrea 
Kindea 90 bald ala möglich zn beacbteunigen» der 
Zweck früher erreicht werden konnte, vorzüglich 
vrenn Convalaionen and Krämpfe der Matter ^ie An*' 
zeige bestimmten , an welchen der schwangere Ute« • 
ms selbst Antheil genommen fi^tte^ HL Ein Instru« 
ment znm Sprüngen derEjhäute; IV« a« Roonhoysen'a 
Hebel; IV. b.Lowder's Hebel; V* Palfyn'a Zange aua 
zwei, zasammengebnndenen Hebeln; Ml^ Smellie'a 
Zange; VIL Bo^rV etwas vergrörserte Zange; VilL , 
Levret'a P^rforatorium ; IX. Joerg's Perforatorium ; 
X. Bogr'aExc#ebrationspincette; XI. Smelüe^s atnnlp- ' 
fer, Xn, dessen scharfer Haken. 

Das Werk zeichnet sich ana ddr^h seine Schreib« 
art, gehaltvolle Kürze» vorzüglich aber darch die da- 
rin entwickelten physiologischen nnd pathologischen 
Anaicbten dta Verfassers; weswegen es auch, ao wie 
in jeder Hinsicht • vorzüglidi zu akademischen Vor« 
lesnngen empfohlen werden kann« Die Ordnung, in 
die das Ganze gebracht ist , verdient allen Beifall t und 
a^eigt von dem Scharfsinn dea Verfassers ^ der durch ' 
die treffliche Zusamfntnstelhing^ und Abtheilungen 
der heterogensten Gegenstände. eine der schwierigsten 
Aufgaben im Gebiet der gesammten Gynäkologie löste, 
nnd so'iiehr es sich thun liefe, die nothwendig eintre^ , 
tenden Wiederholungen vermied« Der beigefügte 
Schwangerschaftkalender gewährt eine sehr leichte 



Uebersicht, Qnd ist Geburtshelfern zum Gebraticfae 
für die private Praxis -sowobl'ala in Cntbmdongsan« 
^ stalten sehr %a eoopfßjiten^ . 



Leipzig, bei C. Knohloch; Ueberdas phy- 
siologische und pathologische Leben 
de3. Weibes, 2r Theilt oder H an d b uch. 
der Krankheiten des Weibes,^ nebst 
einer Einleitung ^n die Phj^siologie 
und Psychologie des v^eiblichen Orga- 
nismus, von Dr, Johapn G*hristii.D 
Gottfried Jörg« o.ö. Lehrer ^erGe- 
' burtshülfe an d^r Univerrsi^t zu Leip« 
zig, Direktor der'dasigen Entbin- 
dungsschule etc. ^te ganz umgearbei- 
^ tete und sehr vermehrte Auflage, mit 
1 K. 1821 gr. 8, 

In einer neuen, mehrmals Mos revidirten Arbeit, 
^im Vergleich.zur ersten Auflage dieses Handbuchs der 
vKrankheiten des Weibes vom Jalic 1809 übergiebt 
.uns de?: H^rr Verfasser seine seit dieser Zeit durch 
Stuflium und eigne Erfahrung gemachten Bereicherun- 
gen seiner Ansichten und Forschungen über das Le- 
ben des Weibes» «^ Um dem Arztie, welcher sich mit 
der eigentlichen Geburtahülfe practisch nicht abgiebt, 
desweg^en die geburtshüiflichen Lehrbticher auch nicht 
^ liest, aber do^h die sämmtlichen Krankheiten des 
Weibes kennen inufe, auch nützlich zu seyn» hat 



■- 591 r-, ;■ .;•"; . 

der Verfasser alle Anomalien und Leiden anfgefübrt^ 

-vvelcben das zweite and siartere Geschlecht in den ver*,- 

«ichiedenen Leoensstadien unterliegt und daher bei 

Aufzählung aller Krankheiten während der ScbWanger« 

scHafty der Geburt und des Wochenbettes mehrere 

Wiederholungen der schon, im ersten Th^il vorkom« 

xnenden Materien nicht- umgeben können. Aberaucli 

seine Schüler hafte der Verfasser bei der Ausarbeitung 

dieses Werks im Auge und wollte ihoen in demselben 

einen Nachlafs geben , in denen a\e seine Lehrsätze» 

gemäfs denen sie ihn mit dem glücklichsten Erfolge 

handeln sahe'p » niedergeschrieben fänden» damit ihnen 

nicht die verhallenden Worte desXiehr^rsentBelen odeir 

der jetzige Revolutions - und Schwlndelgej(st das wahre 

ruhige Studium der Natur raubte^ Die Ordnung des 

Ganzen ist im Vergleich zxLr erstfn Aufgabe weit bes- 

aer gestellt worden . viele Materien ans dem 5ten Ab* 

• schnitt )ler ersten Ausgabe ^aben hier i^ren Platz in 

dem isten gefunden, das 24ste Kap* ist durch die Ab« 

handlang der Entzündung und des Fiheumatismut 

des' Uterus und der Krankheiten der Brüste während 

der Schwangerschaft bereichert worden, der ganze 

dritte Abschnitt von den Krankheiten, welche daa 

Weib während der Geburt befallen , ist durchaus um* 

£eart;eitet und verinehrt und die Lehre üb^r manche 

Krankheiten » z. B. über die Schenkelschmerzen ,und 

die wdfse Schenkelgeschwulst an Wöchnerinnen .(p&/«^- 

matia.alba dolens puerperarum) ipa Sg* Kapitel, ganz 

neu hinzugekpmmen« 

Das ganze Werk zerfällt jetzt in vier Abschnitte - 



und handelt nach d«a ▼oraufl^eschidcttiii tdiarfBicliti« 
gen Ideen d^ Verfacsere über die Phjsiolog;ie und 
Psychologie dei Weibes imi L Abschnitt^vop den 
Krankheiten, wekhe das Weib von dam Fötuaalter 
99 bia zur Cottceptiob befeUen» 11. Abachni tt voi 
4en Krankheiten während der. Schwangerachaft, lIL 
Abachnitt'von den Krankheiten während de> Ge» 
bart» ly. Abschnitt von den Krankheiten wähnod 
, des Wochenbetts» oQci in einem Anhange von denjenigen 
Krankheiten , welche das Weib nach den zeagangs- 
fahigen Jähren befallen. Das beigefügte Kopfer ver- 
sinnlicht die vom Verfasser aiigegehene Bauchbinde 
für Schwangere nnd dessen Poifpennnterbinder. — 
HinaichtüA der Gründe für das Abbinden der Polypen 
^<id gegen das Abschneiden derselbe^, w^gen denen 
der Verfasser auf F. L. Meifcner's Schrift über die Po- 
lypen «ich beruft w verweist der Herausgeber, der 
hierin nicht beistimmen kann,^ auf die Gegengründe 
im 4ten Abschnitt ,> fiten* Kapitel seines Handbachs 
%nr firkenntnifs undH^Man'gderFrauen^imnlierkrank- 
^«Iteq« ^d. 4 9te AuSv Frankfurt am Main xSsi. 



Nürnberg^ bei h G. Sch^rag: Lehrbach der 
theoretisch - practischen Entbin-' 

dangskunde, zweiter Band -* practi- 
sche £nt binduogskunde;^ . auch unter 
dem. Titel: Cehrbuch der practischen 
. Eotbindungakuiide, zu seilen Vorle- 



imngen für Aerzte^ Wundärzte und" 
Geburtsbe'lfer, entworfen von Adolph 
Ißltas von' Siebold» der Philo«., Medic«, 
Chir. und. Qeburtshülfe Doctor, k ö« 
nigK preufe. gebeimen Medicinali^ath^, , 
Bitter dea rothen Adlerordenä und 
des k^önigl. hannöver'sehen Gu'elpkent 
Ordens dritter Klasse, ö/ o. Professor 
der Med* und Geburtshülfe, Director 
de« Entbindungsanstalt der königl. 
Unfiver^ität^ zu Berlin, der. wi^sen-.v 
schaftlichen" Medicinal - Deputation 
' im Ministerium der geistlichen,. Un« 

terrichts- und Medicin al •Aufgelegen« 
heiten und mehrer^ier gelehrten Gesell« , 
schaften'Mitgliede«' Dritte verbesser te^ 
mit der Litter^tur und andern Zu^ 
Sätzen sehr Ter na^hrte Ausgabe* t8di« 

In der Anordnung der dritten Ausgabe dieses 
Lehrbuchs, welches hier dorchgcTfirefaen , verbessert 
ond mit mehrer» Zusätzen und der Litteratur beglei- 
test erscheint und in den darin eutharltenen , Grond« - 
aatzen ist der Verfasser sich treu geblieben, zumalida 
er sich durch seine ausgebreitete geburtshüt fliehe 
Praxis in dem gjrofsen Berlin und in sieiner jährlich 
an Entbindungen beträchtlich wachsenden klinischen 
Anstalt von der Wahrheit,' und durch das Glück,'' mit 
dem er handelt«, von dem Nutzen derselben immer 



— 594 ■- ' 

mehr übcrzeagt hat. Die in den frühern Äntgaben 
ausführlich dargestellte Lehre, vom .Get^ärstuhle ist 
.jetzt weggeiassen und dessen nur kurz erwähnt wor- 
den, da ihm die £nthehrlichkeit': dieses Gerätha für 

^ die Geburtshülfie täglich mehr einleuchtet* in dei 
wenigen Fälleti, wo, de^r Gejburtsstuhl Indicatioui 
gleich einem Instrun^ente» zur Beförderung <tec Ge^ 
burt finden soll, ersetzt ihn der Verfasser durch «eio 
Geburtskissen und vermeidet so durch, die rahige 
Lage der Kreisenden im fietle die Nac^theile, die je- 
ner in vielen Fällen unabwendbar mit sich fuhrt , man 

.mag ihm nun eine Vorrichtung öder eine Benennung 
geben, welche man will. Aufserdtm hat aber diese 
Art zu entbinden auch noch den Vortheil für sich, 
dafs die Kreisende weit bequemer ruht und während 
des Gebarens nicht in der Crise gestört wjrd,^ die vor- 

' zügiich während der dritten und vierten Geburtspe- 
riode jederzeit .^9 rch Schweifs erfolgt^ und nicht un- 
terbrochen werden darf, ohne die Wehen schmerzbaf« « 
ter und unwirksamer zu machen oder ganz zu unter- 
drücken und so Nacbtheile herbeizuführen, die zwar 
während der Geburt durch An\y«ndung der Kunst« 
hülfe, aber nicht für das Wochenbett beseitigt werden 
könneii, und oft mit in dasselbe hinübergehen Und 
Störungen der normalen Excretionen und bedeutende 
I|[rankheiten zur Folge haben« Der künstlichen Früh- 

' geburt hat der Verf. noch kein eigenes Kapitel gewid- 
met und derselben nur bei det zu beschleunigenden 
Entbindung Erwähnung ]gethan» indem cr^ in seinen 
Ansichten darüber mit sich selbst noch nicht ganz im 



steinen ist und ihm eine zuVingliche Erfahrnng ab* 
gebt» Qxn für und wtder dieselbe sicher entscheiden 
zu können 9 doch halt er eine genaue t^rufung dersel- 
ben von erfahrnen Geburtshelfern , vorzüglich in £nt- 
bindunesanstalten, und eine ganz getreue Darstellung 
der Geschichte zur f Aufklärung über diesen gebu^ts« 
biilflichen Gegenstand f$r sehr zweckdienlich« 



' Frankfurt am Main bei Franz Varre^trapp: 
Handbuch zur Erkenntnifs und Hei- 
lung der Frauenzimmerkr^ankheiten^ 
von A. Elias von Siebold etc. ir ^Bd.» 
:i^weite sehr vermehrte Ausgabe. 1821. S* 

Durch die sehr vermehrten AmtsverhMItnisse in Ber«. 
lin gegen die frühern in Würzbnrg, durch den un« 
gleich gröfsern jetzigen Wirkungskreis und durch die 
Bearbeitung neuer Auflagin einiger seiner altern Werke 
^ ungemein beschäftigt ward es dem Verfasser unmög« 
lieh» für eine neue Auflage dieses schon seit 3 Jahreii 
vergriffenen Handbuchs der Frauenzimmerkrankbei« 
ten zu arbeiten , woraus ihm ab^r der Gewinn er- 
-wpchs^ > die gjrofse und fruchtbare Menge von Er«^ 
fahrungen einzuschalten» wozu ihm eine eben so aus«/ 
gebreitete, als glücicliphe Praxis die erfreuliche Ge- 
legenheit gab. Daher ist fast jedes Kapitel durch seintf 
gemachteti Erfahrungen und Beobachtungen bereichert 
und' seine Verbesserungen) un^ neuen Ideen mit denen 



anderer ansgezeichneter Schriftsteller berelthert« und 
die Litteratur der einzelnen' AbhandluDgen beträchtüdv 
▼crmehrt worden. In das £inzelne spieciell bier eis* 
zugehen, hält der Verfasser für überfiüfsig, and über , 
läfst es der Beurtheitung des Lesers» ob dieaea Han^l 
blich durch diese neue Anfiage und die in dems^Ibea 
enthaltenen Bereicherungen gewonnen habe, oder nidit; 
£r hätte zwar gegen einige andere denkende Schrifl» 
ateller, votzüglich über die Anwendung dea mit zar- 
ter jLefpwand überzogenen Schwamma hei Vorfalleq 
der Geb'äroputter und über das Abschneiden der Poly* 
pen, weiche nach 4ein Schnitt leichter, als i^acb der 
Unterbindung wieder entstehen, sollen, waa erdprdi- 
aus beiden hierüber so vielfach angeiteilien ^eobadh» 
tungen nicht fand» u- s«. w« manches zu erinnern, 
verschiebt es aber, sich näher darüber auszusprechen i 
bis zu eiaer andern Schrift und eiqem pasaendern 
Orte. 



Berlin» in der Friedr. Nlcolaiacben 3ach« 
handlung: Dr. Jüstas Heinrich TVigand, 
die Geburt dea Menschen, in phyeie« 
logisch'diätetischer unti pathologiecli* 
therapeutischer Beziehung, grdfsten* 
tfaeils nach eigenen fBeobachtan gen 
und VeraucUen dargestelttr Herens- 
gegeben von~Dr. Franz Carl Nägele, 
groTsherz. badisch. Hefrathe, ordentL 



tTQten$ov der Arz^neiwissenschaft, B^l^ 
»ector.d^r G. JI^ Ent^bin dungsanstalt 
zvi HdMelberg und mehrerei: gel,ehrteii 
Geaellschaf ten Ml tgliede. ir Bd. 8. S. Sp^ 
2r Bd. mit 4 8 teindrHcktafelB« 3^ 
S. 678. iSflö* ; ^ 

D^r Herr Hofirath Nägele», der Herausgeber die* 
•es Werks nach. dein Tode des Verfassers , ^^'fl^ 
FreandeSj. beschenkt ups hier in der Vorrede nacli 
der vorausgeschickten Efklärung^ dafs. diese letzte 
Arbeit Wigands von ihm gans^ ubverähdert dei!n Pi^^ 
biikum ' übergeben Werde ^ mit der Biographie . dee 
Verstorbenen 9 wofür wir ihm nicht genug danken 
können 9 nicht allein \^eil wir daraus erfahren f daCi 
Wigand 1769 zu Reval geboren^on^ .nach g,ehöriger 
wissenschaftlicher Ausbildung in seineip Vaterlande 
und einem dreljährigsn Studium in. Jenft> von 178I8 
bis 1791 zu Erlangen (das er vorzüglich wegen yifendf 
besuchte und wo er unt^r fiudolpb vklen pbstetrizi« 
achen Operationen beiwohnte und tfnter dessen An- 
leitung mehrere selbst verrichtete «)^ 1793 zum Doctor . 
promovirt wurde und nach einem zwanzigjährigen 
fegensreicben Wirken in Hamburg als Arzt und 6e« 
burtshelfer am lOten Februar 1817 zu Mainz in Folge 
einer Vardickung der. Innern Haut des Larynx starb, 
eandern vorzüglich weil virir daraiis den Verewigten 
kennen lernen, wie er war, fromm ^nd Gott ver« 
trauend j menschenfreundlich und thätig bis zum 
Tode« Wir ttimmea daher dem Herausgeber völlij^ 



- 598 - ; 

beif wenD eV am Ende dieser Biogrdt>hib schreibt : »«die 
Kaust hat durch Vyigand's frühen ^od eipen grofsen 
Verlust erlitten ; denn wer ihr mit so vieler Wärme, 
90 ganz hingegeben war; wer ^fiinem Berufe* so lebt^ 
wie der» de^ sich Oötc geweihlet, seiiiem Dienste im 
Heiligtbume; wer die Natur so hoch hielt und, mit 
den Anlagen zum Seher reichücli ausgestattet^ sich 
threr Beobachtung s6^. gewissenhaft und eifrige mit 
dem kindlich frommen» offenen, unbefangenen* freien 
Sinne widmete» wieder VerstörbeneV 'von dem durfte 
die Kunst gewifs mit Recht noch manche Bereidierung' 
erwarten." * 

Das Werk Selbst beginnt mit Erklärung, War* 
tiung und Bitte -deä Verfassers an denXeser, welche 
%uta Zv^eck hat» voreiligen Urtheilen ^u begegnen, 
und legt, deshalb folgende Punkte ,iEur Beherzigung 
vor: x) derselbe machte s^ihe meisten Beobachtungen 
an Erstgiebärenden , bei denen sieh alle ErsCheitiun geh 
deutlicherentwrckelh und darum auch genauer beobach» 
tet werden können, als än'Mehrgebären.den, und 
2) iih Liegen der Personen» bald in dieser, bald in 
jener Lage; am 'nxiiiöten' aber in der äeitenlage der . 
Engländerinnen, 3) ^on inneii^'ün^ auflien' zugieieh 
untersuchend» und' zwar 4) iüWeifen S bis 5 Stunden 
lang ununterbrochen fort; 5) versteht er unter dem 
weitern- tleberlassen der Geburt an- die 
Natur diesen Ausdruc^k im ^rengsteh Sinne des 
Worts »,d. i. ohne auf die leiseste Art an dem Körper 
des Kindes etwas zu thun ; 6) v^erfuhr er bei jeder 
Exploration so linde, leise tin^ sanfte als n^öglich, 



- 5^ ~ 

um auch nicht atiftlieentfetiifedte Art zn dem geringst^a 
Ausweichetf^ea Kind«« aua^'sein^r eithnaUgen norma« 
-len Lage nnd Sttllang beizbtijfigen ; 7) zog er tn allen 
Fällen die v dynamisch« Hüife der mecbanxscheii Tor« 
C^der schickte wenig5ten9| wo dies^ ilnvermeidli<:Ii 
war, jene voraus. Nachdem er hierauf eine Erörterung 
des Begriffs dynäniischer Krankheiten des Gebärorgana 
und Dynamik der Geburt^ a^s Gegenstand derdynami«» 
sehen Geburtshülfe, im Gegensatz mit d^r Mechanik d^ - 
Geburt,, als' Object der mechanischen Geburtshiilfe ge- 
geben und den gegenwärtigen Stand der deutschen 
Geburtshiilfe zumal hinsiehtlith^lhrer praktischen Be« 
deutsamkeit einer nähern Beleuchtung gewürdigt,, den- 
selben nicht $0 glänzend, «Is 'Manche glauben, ge- 
funden und die Hauptquellen der noch immer beste* 
henden Uri Vollkommenheit der Geburtsl^ülfe« welche 
in den bisher so allgemein herrschenden mechanischen 
' Ansichten des Gebairungsactes bestehen sulleny anfge« 
fährt und gerügt hat, geht ei* zurallgeroeineh Lebens^ 
lehre des Gebärorgans über und emt wickelt seinen von 
dem bisherigen wenig ^abweichenden Begriff über die 
Natur der Wehen überhaupt und die Abnormitäten 
derselbe!! insbesondere. Drauf geht er' zur allgemei- 
nen Lehre über die Krankheiten des Gebärorgans über^- 
worunter er diejenigen Krankiieiteii der Gebärenden 
versteht! die sich dem Uterus und der Muttei^scbeide 
in einem soldien Grade mitgetheiU haben« dafs diese 
dadurch in ihrer Function mehr oder weniger gestört 
und also auch- krankhaft werden mufste. Obgleich 
aber^ fahrt er fort, die Krankheiten des Gebärorgans 



•kh ip einem geQiaen ZasemmeDh^isge mit detnübr|6 
>^ea weiblichen Körper b<)finde«i« ßQ ha^n eie doch 
' aach muncbe Eigenthür^Iichkeiten* wQdntdi ai^ sich 
von den äbn)icheo Krankheiten der übrigen Organe 
auffallenii unterscheiden. Diese EigenthämlichkciteB 
aind qun : i) ihre kur£e Dauer odler' Flüchtigkeit nnd 
die Zuverlässigkeit und leic|ite ' Mühe , woo^it sie in 
'den/ meisten Fällen zu beben titids !^) ihre Neigung^ 
eich dorch Schv^eitse £a entscheiden $ 3) der tJmatand» 
, dafs in der Regel erstlich jede mit einer Entzündung 
verhandene Krankheit , des Uterus *^ welche wähicnd- 
der Schwangerschaft noch und i>esonder8 dnrch «tn'a 
anfriere mechanische Gewalt herbeigefüiirt wurde^ not 
ao gefährlicher istt je weiter das Momept der Vei-^ 
letzung ron dem Zeitpunkte der völligen Reife des. 
Vterus oder von dem Anfange der Geburl *) entfernt 
ist, und dafs ferner zweitens jede eitter Frau w'^hrend 
der Geburt zugefügte mechanische Verletzung am so 
gefährlichi^r ist , je näher der Augenblick der Gewalt« 
thätigkeit dem Ende der Gebcprt oder dem Aufhören 
des erhöheten schwangerschafilichen Lebens der Ge* 
. b'^mutter ist* £s werden hieraus noch einige Regelxi 
für die Praxis ab^trahirtt a) Mifslichkeit der künst* 
lithen Frühgeburt für die Mutter^ besonders wenn 
der Uterus dabei Gewalt erleide it ( durch die Erfahrung 

*) Anmerlc«^ Öcr Verfasser nimiiit nemlich an» dafs dei* 

bocbscbwaitgcre Uterus aU dai Maximum, der jang- 

fränliclie ZnsUnd als das Minimum der Eiitwickeliiiig 

' nicht blos der Grdfse, sotidern.auch dem idnern Leheii 

nach f angeteüaa werden müsse» 



über oidit bestätigt!); 6) Nbtbwendigkeit^^ tiAye#* < 
meidliche g^burt^büISIche Operatio&ei) Dicht.z^4ang€l / 
aufzutscbieb^n ; 4) das aus aorg fähigen Beobacbtun* 
gen hervorgehende Besultatj dafs diejenigen Qebär^ 
mutterkrankheiten 9 bei > welchen die Sensibilität oder 
das Nervefasysfeto die Hauptrolle spielt^ gewohnlich 
das Eigeorhnm der'firstgebärenden sind ; und dafs da* 
gegen die« Krankheiten des irritablen und Blut- ^ndi 
Lyraphsystems am öftersten bei den l^rauen ' vorköm^ 
men, die schon in ehrm als geboren haben« '— DerVer* 
£asser geht hierauf »ur besondern Lehre der Kriankhei« 
ten des im Gebaren begriffenen Uterus über und stellt 
4 Klassen derselben auf: In der ersten Klassd ist von 
denjenigen Bewegungen in der Gebärmutter die Bede^ 
welche so rasch und heftig sind, dafs das Kind dadurch 
auf eine abnorm zu schnelle Art herausgestofsen Xf^ird 
{Hypersihenie^ Uebernehniüng^ Ueberstürzung der 
Gebärmutter, praecipitatio uteri , zu heftige Wehen)i 
In deir zweiten Klasse wir4 ' derjenige Zustand det • 
Uterus betrachtet , in welchem seine Bev^egung^n so 
achwach sind» dafs das Kind dadurch ungewöhnlich 
langsam vorgetriebexi wird (Asthenie, Adynamie^ 
Schwäche und Atonie)« In der dritten Klasse kom^ 
men diejenigen Gehurtsrälle vor, wo die Bewegung f 
im Uterus aufgehört hat,, eo dafs das Kind nun nicht ^ 
weiter vorrückt (Ermüdung» Erschöpfung und'Läh« 
mung dei; Gebärmutter)« Die vierte' Klasse endlich 
zeigt uns diejenigen Geburten ^ bei welchen sioi das 
Gebärorgan zwar zusammenzieht« aber aokbe unzweck^ 
ftiäfsige Stellen und Bichtungen dabei beobachtett dafa 
SjMaou)B Journal^ tll. Bd. Si Si. (^ q 



Ahm K4ad dadorcli mehr amriickgeliaUeny ata vomärti 
getrieben wird C l^beilweheii ^ Krampf« paitiellet 
und allgemeiner Krampf itrictwa et tetmusiiteti^i 
Die eigentliche Nator der Weben sticht der Verfasser 
auf ungenügende Weise aus Haller'scher Reizbarkeit 
Und Nerven Wiiknög ztt erklären^ nttd siort Sich in 
der Folge oft dadurch lumi Besten dieser Iljpotheid 
in der kUren Aufzä^lnng der therapeutischen Üegelo. 
tn der ersten Klasse, über Hyperathenie detße^ 
blrmütteri geht er deren £rscheintingeii und Grsde^ 
Ursachen, Vorhersage ttird Behandlung durch, empfiehlt 
uls Heilmittel eina horizontale Lage, Opium nndS^-^ 
peter nnd Aderlässe.! und macht auf einen Fall tut* 
merksam^ Wo diese Hyparsthenie von einer tlie/«^f 
aen Verwachsung des Mutterkuchens mit der Gebai« 
muttef wand abhänge j führt diel^^ichen^ ÜrsftCbefli 
Vorhersage und Behandlungsart dieses Zustandes M 
bestimmt die Diagnose zwischen Hy'persthenie uni 
Entzüniäung und Starrkrampf der Gebärmatter ad 
schlieCst mit einigen Bemerkungen über die Zurccb 
nungsfähigkeie des Kindermordes bei dieser H;pei' 
athenie« — 

In' der ^weft^iä Kfasse, über Ädynami« der Gthtt* 
mntter, Wehenachwäche j handelt er A} ^i^er die 
Krankheits- und Heilungslehrc der WeheflschVi^ach« 
, überhaupt, entwickelt deii Begriff derselben^ üh^ 
^die Erscheinungen und Örade derselben atif> Ji»«^*^ 
€ine £intheilung derselben in ürsprängliiihe^ ttitai¥ 
und gemischte WchciJsch^ache j gi^bt die cigentiuio- 
lich^o £rscheii3tnnge6 jeder dieser besondern Gattofig^ 



■' ^ .;- ./ • — '603 ~ • 

von WehatM^chwäche an i bestimmt' die Prognose nni 
Behandlang^art der ursprünglichen Adynamie des Ge« 
bärofgansi und utiterscheidet , bei dieser Krankheits« 

•form risicksichtlicb der Sefaahdinfig noch eine reintf 
Schwäche und ^ine hach gehobenen Gebarniuttera 
krankheitett s^urück.bieibende Nachschwäche, ^o« 
liei 6r gegeö diö erstf eine Verbindung der China, dei 
Baldrians^ des SchWefetäthertI ürid der Zirnrnttinctur^ 
gegen die letztere vorziigtich den Borax in Pulverforal 
za i5 — £o Gran pro dasi anräth, 

ß) Üeber die besondere Kratikheits* und Heilnngg« 
lehr6 der zufälligen tVehenschwäche. Nach AoFzäh« 
lang der Ursachen dieser Wehen schwäche im Allge« 
ineinen und nach Darstellung der einzelnen dieselbd 
bedingenden KrankheitsAastände» wo bei guter Anlagt 
doch ein daa^wischen kommendes Mittelglied die Wehen« 
kraft bindet und hindert^ so dafs dieselbe erst 'nach 
beseitigtem Hindernifs wieder frei wirken kann , wer« 
den nun diese Hindernisse einzeln durchgegangen^ 
iK^efche folgende sind: 1) Rbeumatismus uteri. 2) Eni* 
ciindungsaniage» Zündlichkeit oder Erethismus del^ 
Gebärmutter» 3) VoUblöiigkeit und Hämörrhoid^U 
Instand der ^Öebarmutter. 4) Hautwassersucht und 

. Vollljmpfaigkeit der Gebärenden« 5) Contrulsibilität^ 
krankhafte Empfindlichkeit dea Uterus^ Hysterie d^^ 

^ Gebärenden» 6) Blücflüsae ana der Gebärmnttei'^ 7} 
Gtmiitbsbewegnngen der Gebarenden^ — Ndch begrünt 
detetSymptomtatoIogtei Diagnoae« Aetiologie^ ptög^ 
tioae jeder dieser aufgezählten ftradkheh^^ustäna« em' 
tSmhlt n iA thtrafmiiadiif Üiüütht bei t) ttoÜkM 

«4* 



, — 6o4 — 

Wärme 9 Diaphorttica^ DadnentlichOpiam nnd Ipua^. 
tuanha \ bei o.) die antiphlogistische Methode uod die 
operative'Beendigung.der Geburt; bei 3) anfser ^.weck- 
mafsiger Prophylaxis örtliche BlatentziehaDgeh wai 
ein antiphlogistisches Regimen ; bei 4) gelinde Diaf^A^ 
reiiea, T^iurfitlea und iMocatitiä; hti 5) den iIlne^ 
liehen und äufs^rlichen Gebrauch der antispaamodischeo 
Mittel, bespnders die Verbindung Tun Castoreum und 
\^itrum ; bei 6} , wo der Verfasser vorzüglich die 
Blutung bei vorliegendem Mutterkuchen berückaich« 
tigt, das Einbringen eines die f^agina vollkommen 
ausfüllenden Tampons , und bei 7) endlich eine ernste» 
ja heilige Behandlung des Geburtsactes« «^^ (Bei cfieser 
Klasse vermifst Referent die logische Ordnung» indem 
die Hauptabtheilung A. ^nd B. in Krankheita- m&d 
Heilungslehre der Wehenschwäche überhaupt and iqs 
besondere hätte seyn müssen, und 'nicht atia der Ud« 
terabtheilting in ursprüngliche, zufällige und ge- 
mischte Wehenschw'äche eine Häuptabtheilung In be« 
eonde'reKrankheits* und Heilungslehre der xufätli« 
g e n-Wehenschwächehätte gemacht werden dürfen. } — 
In der idritten Klasse , über lassiitüdo , exhaustio et 
j/aralysis uteri ^ hat der Verfasser nach Erörterung die* 
aer Krankheitszustände in pajtholpgischer und thera« 
^ peutischer Hinsicht seine früher, schon angeführte An« < 
ficht wieder herausgehoben,, dafs dei^. Arzt nur die ' 
Krankheit behandeln, die aus der geburtshülfiichea ' 
Untersuchung zu schöpfenden Data aber z^t Benrthei«/ 
lang dieser Krankheit von der Ifebami^e e|;rhäUen solle., 
und überhaupt mit dieser immer in Freuadsch^ft le* 1 



ben tiiid ' naeh ihrer Angabe bestiiiimen müsse; ^ olb 
liier ein Oeburtahelfer die Gebart beendigeti dürfe»' 
eder nicht, *— eine Ansicht, .der Jkein Mensch heitre« 
t^* wird, der nur islnigerm^larsen mit dem Charakter, 
und der Ausbildang der meisten Hebammen vertraut 
iatf nnd die ganz uöd ^ar der hohen Achtung für 
das geb&rendet Weib und derSdionuog ihres Schaam^ 
,gefühls/sawiden*räuft,. wenn während der Crfüi« 
long ihrer wichtigsten ]^tikiniiingen Ärzt^ Geburts« 
helfer und H<dbamme sieh neben dem Gebärbetfe viel« 
leicht in Disharmnnie'üb^r die zu w'ihlendeilandinngs* 
krt streiten ^ und* über die wir uns daher aller weiterir 
Worte enthalten wollen; -^ In der vierten Klasse, 
über Krämpfe der Gebärmütter oder Krampf wefaen^ 
hatidelt d«i:' Verfasser von der Natur und den Ha^pie« 
kennietchen derselben , theilt aie in klonische imd to« 
iHSche ein 9 führt ihre Urisachmi an, fugt eine Kffftm 
ter ung tfber^ie Natur nand Bedingungen dar% At Kt^pf*t: 
wehen begleitenden Schmerzes hinzif/ unU^i^^hehlet. 
S Grade dieses. Krad^pfs und schliefst Hait der F^tognose, 
und Behandlung dieses Krampfs^/ g^g^Q ^^^^^^.^^ 
vorzügliche Wirksamkeirdes Opiums rühmt, «— Hierauf ' 
geht er z« den mk den Krämpfen 'des Uterus in-Zu^«^ 
. eammenhang stehenden Convulsiohen desselben über^ 
nimmt zwei Grad« derselben, leibhte und : s(^>yeref 
nn^fühH^tefirecbeinimgen derselben auf and«mpieh)||; 
bei der Behandlung Ardertäase', Valeriana « Opium, 
ganze an4 Hälbbäder und diexliiiMtliche Eqtb^ttdung 
•unter den dabei festgesetzten; fitodingiingenf,;setft.4io 
-Propbyiflsis^egenConvnbioipeÄ afilir2vvecki|ui(sig^\i9H^ 



.- 606 -- 

«laand«r oad ffigt noch «iniga Apbof isndfeii üher Ai#* 
«fn Krankbehezmund bei, Endlich macht ^r noch 
•inig« Bemerkopgeü «ftb^r die Verbmdaiigea da.r ver« 
echiedenen geachilderten Krai^kheitezuit'lDde der 6e* 
bärmmtmr uoter diiaoder und zieht bei den hierubei 
noch inabeaondere geget^enen Beha<^diatigaregeln den 
dynainiach^n Mitteln das Ader^arst vfo^ Ai^^s an« 
gezeigt iet» nnd.den mechanischen MtUehi die djna* 
mischen vor« Am Ende diesea ersten ThetU wird so» 
dann die Frage; ^^kann mta auch durch *'djrnamische 
Mittel gewissen eädlicken Zögerungen der (leburt von 
inechanischer Ursache vorbeugen ^^* erhörter! »nd-meiss 
ifpit ja beantwortet, wo iaber'nach des Referentierr, Aosich« 
(en der Var^f^isser zu weit geht » wenn er manche k tam^f« 
fdlleiitden Mittel gegeo falsche Kindslag«n' empfiehlt, ^ 
^ ' rDsr ifiWeite Thfltl, welcher m«t dec eigentlichen 
y^^ede über die geburtsbiUfliche FraicfiSUiid. über die 
lEritst^'^'Vj- ^* ^^^ 4cia»2weck dieser Schrift handelt, 
lirFdllt » zehn läauptabtheiltingen , beisdertn Betrach- 
tung wir nasalier ungern, etwas klirzer fassQD müs? 
(^ , da es der Ifaum dieser Blätter gebietet* ' . 
"• Dve erste Bauptabtheilung umfafst ^ii^. Er- 
^chiidungen in 4©n letzten 24 ode*. 36" Stuiideii . vor 
4em wirklichen Anfange der Geburt.. Si^ enthält die 
jtegel desfnatQrlicheh Verlaufs, dann das Reg^lwi- 
^rige unter' der Üeberschrift; ,, Abweich ung*S und 
f ndlich in -eliier Anmeikung die w^tteiniBetrachtungen 
l^nd JBehandliingswrschfiften J gabt in dft cigenthüm. 
K^en 'Sprüngen de» jGtesundheit in diesem^ Zeiträume 
Ö^ Scbwanger^chalt |W|iiuI«nacht auf d^tauagezeict 



mPtB Henrortreteii der^elbeii^ bei Srstgeb^rjindeii. aa|- 
^nerksato und. zeigt^ , dafs es ein ^o^er Unoa^nd te^» 
wenn die Sqliwa^gern 9 zumd^, dfelKia^oriösen 3t'ädt^«' 
finn^nt, nicht ol^ie «uiige S<?l||iyai^er^cbafuteiden da- 
von kommen^ daf9.der Mq|t«rqiuad i% — .14 Stun* 
den 9 vielleicht .auci?i achon früher^ vor d^ wirk« 
liehen Anfange der Geburt, nach allen j^lchtungen ?^it- 
tere nnd bt\^9f und dafa Schlankheit^ Freiheit upd 
BeVreglichkeit der IIttftgegend;iif)^d^4^ Geckenf f nf b^ 
der Scbfneri;loftigkeit des l^ople?, %^ Ansingender 6e.i-. 
^urt alesehr giinftige Umit'ände an:^a6ehen tUidiiiUnd 
^ab in g^nz normalen F^Uen wed^r^ii Anfange derG^. 
burt» ^^^ ^^'? vorher, 31ut »m der Qebärmuttert 
noch wahrem Frucbtwasaer abi|Ogebe» pflege, und ,^(i| 
endlich ein Abg^oß elqer grüben , übeUiecbendeii 
Flütaigkeit in d^n ersten Tageq dea Wochenbetts | wel« 
chen der Verfa«9er mehrmala in Hamburg b«!obachte|et 
vielleicht eit) Hauptgrund mit von jener duselbst so 
grofsen Seltenheit des Puerperalfiebers und andereir 
gefähriichen Wochen bettskrankheiten sey» PerSchlufa 
dieser Hauptabtheiluog enthält den Erfahrungssat;;^^ 
dafs jede Gegend, ja seibat jed^r gröfsere Ort^ nicht 
nur seine Mehrzahl von gewissen eigen thümü'cben Ge« 
burtsfallen , sondern auch wieder gewisse eis^nti^üm« 
liehe ModißcaUoneu dieser Fälle habe« Zweite 
SLauptabtheilung« Aeqsserliche Gestaltungen und 
Frohle der Schwaii^ern, ausweichen man mit Wahcw 
acheinlicbkeit.anf di« innea« Beschaffenheit de$ Beckens 
und der übr|igen Geburtswege> 90 wie auf die Lage 
der Fracht a^lieCien kann. Hierbei macht d^r Verfasser 



r 



/ 



piif den t^atzen attfnTerkskol j tchoniaiit d^n blofsen 
iiifterlichen Ge«ultungaii cler Scb^aVigerh , und ohne 
einer innerliche Expfbrarfoii Itngesteilt iiibaben « d!e- 

' äe9 0cler'|eii1a9 lii filhsli^iit der. GeBtfrt prognoatlclren 
*«a können, übersieht dabei laber auch Bicht, die Un* 
,aicherheit des Schhisaes voti 'der Sufsi^rn Bildung aaf 
did 'innere Bescfaaffebhelt dec^ Gebartaivege darsintbiiii/ 
Itelft 6 verschiedene ^eckenprofile auf und versmn- 
jicht sie ^nf der b'ei'^yfügten ersten Steindruckrafel» 
und schViefstiMitdePÄrigalie seiner Perforauönsibethode« 
^e^tbtf äifitt besteht;* die O^ffniing Ü©*^ in d^n Scha/ 
dölkoochen, als in dW P^ntaneflen iii inacfc^n, und 
däa'tiiffigrDarchtr^ibiiB des' Kopfs der Natpir th über^ 
\aSihn , Venn auch dirssefire eVst nach 'i6 i- 40 Stundet! 
folgen söJhe. Dritte'Hiaupta bthei lung. Er* 
ac&ei'öungen ah dem Banche der ^Getäre^dfen j dahin 
gehört dessen Gesiälr, HGrÖfse, Weichheit oder Ge- 
spannthefr; Racker IfeniperatUr uJid Ehipßndlichkeit. 
Der Verfasser warnt hierbei , in der Prognose jja recht 

^ vorsichtig zu seyn; wenn sich am Bauche kleine and 
^rofse, itiit einem klaren, gelben Wasser gefölhe, den 
prandWasen oder deuj Fem phygus a^hr ähnliche bren- 
nende Pustelir^zeigeni-Veil er darnach fast jedesmal 
^inen der Putrescenz sehr ähnlichen Zustand im üte- 
>tt8 oder ein Puerperalfieber, oder eine.böfcbst lang- 
same und bedenkliche» von grofadr Fäülnits begleitete 
Tfabhgeburtszögerünrg, oder sopst ifg^d eine auffal- 

^ lende ßtörnng i^n Verlanfe dfea V^och^belts Entstehen 
aah. Gegsn Colikschikrt^r^en der Sdhr^r/ger^n , mit 
falschen , partiellen pontractiorieir iiaii ^'eB^rmutter, 



-^ «69 - 



r>n^ 



%odeii,' empfiehlt ör, ^^^dmii'sie^rHeüioatisc^tier Nattir 
%\tid\ kU dn^fttid'aicH'' immer sidher beWahterideg 
MH^el einen Aufgäfs voh rad. paierianae und flon sam^ 
Wnßi 'Aili' ffq. animön: sUccih, — 'Spir\ Mindereri -^ 
"^^et^iH^aic. uni^ai: ipecae. — Wenn sie' von einet 
pK|ogistiäcfiei:'Bel»cbaffenbeit sind, , bali} allgemeine t 
ibäfd oi^tffcbe'BlatVhttielsViti^geti; unä WeV^h aie endlich 
Vdif -ein¥F Ueberladung des DarmkanäTi^-mit schwer* 

- Vdrdaülitfaieii Speisen herrühren » anfangs' einferi Laxier* 

ffimk-ads ein^tn 'ächWcheti Aufgüsse' des Baldrian^ 

«lit citieäi) Mlttel&dlzie , xitiA' einer guten =i)Ows der 

HHrict. r%kvDarelii^ und nach erfolgtem 7 "hrs 4maiU 

.^emStlthl^ang', ein Palveraus Opium 'nnd'Ipecatua^ha 

\ %a I gr. mit «'b^^ S'lSrän Rhabarber und einem- Oel- 
%ikker^ vbh PfefferihüniEe -und; tlergl. * ^ ''Vierte 
•Hjrü^'ttfb^h ei I u n g. VÄ'ii deh, itfittelst der 'äüfseiSi 
Ifdten'^mli'itfne^iichen'IEitploration kn dem schob \ia 
Gebäreh begriffenen Uterus > Wahrnehmbareü" Erschei- 
nungen , ISewegungen und'anderweitigen, g^nzeig^n* 
^HünülcftaiVerhälttiissien. \ ' 

' Ai. Gestalt des Uterus« Derselbe' soll desto ktäf« 
tiger und glücklicher arbeiten*, je mehr ei^'ey- oder 
1>irti<^ärmig ist» und dai'nath soll die normale Lage 
des Kittdes sich hauptsächlich irichten; Als fehlerhafte 
Form desselben führt der Verfasser die Schiefheil des- 
.MlbenT'iad; und Stellt dre> Diagnose und Behandlurig 
dilbses regelwidrigen Falls 'auf.' Den Schlufs machen 
einige- Fi'ageä,'^ die Genesis» Prognose und Behand- 
lung dieser normwidrigen Gönfigfmrätionen- des Uterus 
{)i6trcffend. Jß. i^röfse 'deaJQterus. ' €/ Lage der 6e» 



— Ol« r- 

bSramuer. Hier sind die B^gelii. d«r besteni bialien- 
gen gebjartshüiQichen Schriftf^n b«ib^alteii« D. H^te 
oder Weichheit des Uterue. Die prakdachen IVinke» 
die, der VerfAMer- hierbei giebt^ die bei Aatfilhnuif 
gebartfhülBicber GewaltoperatiQpen Dothw^n^S^ 
Voraichta- und Vorberettunga - MA|laregeIii> sanial 
bineichtlich d«s MuUermuod^ßa betreffend ,> verdieiicai 
alle Bdietzigwag. £• Dicke der Gebärioatter« Hier«* 
]bei wird vorzüglich auf dj^ Gefahr einer ruptura ut»f 
bei' zu. dünnen . Ge b'ärmuUer wänden anfjfoerl&aani ge» 
»acht» ]{*• .Temperatur der. Gebärmuttert (^fdcfilang 
dea Fro^tea-und dea Schweif sea bei der Gebart). Hier- 
bei bjEsmerlct der Verfa-^er, dafa« ein Frost ^ welcher 
^aich gleii;;^ za ünfange der Geburt' einstellt ^ . und iioi| 
Durst -und. ahwecbbeJnder HiUe begleitet ist^ weniger 
auf ein Absterben dejf ^rucht, als auf ein rheumati^ 
achea Leiden» oder vielmehr auf die Criae und dal 
Ende desselben deute* Q, Schmerzbafcigkeit des Ute« 
TUü bei der Betastung. Dar Verfasser füh^t, hierbei 
einige Regeln an znr Sicherstellung der Diagiposey ob 
die Stelle^ )fv;elche beim Drucke si^merzt^ den Baach« 
.decken» oder d^em daMnter liegenden Uterus angehöre* 
H« Erscheinungen an und in der Gebärmatter, durch 
welche sich der Tod der Frucht offenbaret. Diese Er« 
acheinungen sind; wenn sich weder zu Anfange, »ocb 
2u Ende einer Wehei weder in dieser gder in jener 
Stellung oder Lage der Krejs^qden.t noch bei dem Be- 
tasten des Bauchs mit einer eiskalt gemacht^ Hand, 
irgend eine, Bewegung deriFrucb^^^hlen läfst.^ wenn 
die Frucht im Uterus angemisin leidb|:eaf« nnd nie« 



dterbewegt werden kann f winn der ITtemsfa deiner 

Vaginalportion kühler^ , und. ia, seinen Coi^tractiouen . 

träger ele gewöhnliich gefunden wird , ond die Steifig«< 

Ij^'eit oder Spaaduog desselben verloren gebt and defs« 

^alb jelzt 90 leicbt in. die eine oder, andre '/äeilfB de% 

9^aGhs binübersinkt; i|nd. wen n endli^daa abgebende^ 

Fruchtwasser kübl» ~ und stark mit Meconium oder 

Haaren Termiscbi^ist* I. Aüswepdjg am jLJterus wahr* 

mehmibare Merkmale der Stellung ui^d J^age i^faKind^* 

K» Ertcbeiuungen am Uterus ^ nach welcb^n; d^'^i^öfse 

dies Kindes zu beuribeilen ist* L» Voxid,€n Weben und ' 

4ei;i Regeln nach welchen sie im normaleu Zustand« 

Terlaufen. ^ Der Verfasser entwickelt hiejr die ß^griffe 

der normalen und normwidrigen Geburt^ führt die 

Ergebnisse der Innern Untersuchungeu einer i« deh 

Wehen ' liegenden v£rs^gebährerin an; rühmt' ^ie Vor« 

^ Züge einer langen nnd schmalen Hand des Gehuj^tsjbelr 

feri, beleüjchtet «den SatZf dafe die Fasern bewegangeu 

in. Uterus .nicht im Grunde sondern im Mutt^ermundti 

^essel^en :beginnea^ und. von diesem.apf jenen über« 

geben (?}« Die weiterhi^i folgenden Bi^mefkungeu 

dfisaelben über die Weben^ausen » da9 Abwarten kräf<* 

fixerer Wehen von Seiten des Geburtshelfers» dif 

Mitleidenschaft anderer Organ« unterden Wehen u.. s. w^ 

enthalten, itianctie praktisch wichtige Regel. Hierauf 

, gcht'^'ee SU : der Betrachtung der abnormen Wehen un4 

. ihren Benennungen . und Gattungen über» führt di9 

Schenkeln und Wadenkrämpfe, deren Ursachen und 

Sejiandlung und das Erbrechen der Gebärenden , ala 

eme der.gAwöhnlicheten Begleiter der abnormen We^ 



\ 



hen ati| und icUiefilt mit der Betrachtung^ dar« die 
beginnendeiatttmesceiie desMatlermandes» der Sehetde 
^nd des Dammes alc Vorbote der echnellern , Anfeinan« 
derfolge and Hraftzanahme der Wehen anzusehen ist, 
tind dafs die tJrsaeheii des Wehenmangels bei vorban* 
dener Intumesbenz obbenannter Gebilde haaptBächlidk 
auF Vollblütigkeic^ Ermüdung oder Abspannang des 
Uterus nndzuknrzer Nabelschnur beruhen etc. M* Von 
dem M'u^termunde^ den mancherlei von der Norm 
abweichenden Gestalten und andern allgemeinen Ver« 
häitnissen desselben* Der Verfasser trägt hier in i3 
Regeln die* mannigfaltigen normalen und abnormen 

^ Zustände d^selben deutlich vor. Fünfte Haapt« 
a b t h e i r tt' ö g. Von dem Gebnr tsschleitn. Ee %vertai 
zwei Arten desselben unterscirieden » nämlidlyler vom 
Mtttterhalse und d^r von der Mutiisr scheide äbgesoni* 
dertenüd bemerlct, da(s ernl<Ar allein durch Schlüpf« 
rigmatbnftig d^ Geburtstheile nütaie,^ sondern aacfc 
ils Folge* '<fer Auflodcerung der Gebiirtstheiley einet 
wesentlichen Ursache des leichtern GeburtsKrerlanfs, 
angesehen werden müsse. S e c h s re H% uptabthei« 
lung. YoQ dem Fruchtwasser und der Fruditblase« 
Von dem Nutzen derselben ^ einigen Aphorismen dar« 
über» der Erhaltung und dem Sprengen'der Fracht* 
blase ist weitläufig gehandeh, Sie heute Haupt ab« 

. th e i 1 ti n g. Von* den Erscheinungen , welche bei der ' 
Geburt an dem Kopfe , dem Steiftet und den 'übrigen 
vorankommenden Theifen des Kindes wahrzhutibmen 
sind. Ä« Norniale Kop^eburt« B< Normale SteiCrige- 
burt. C. Nermale Gesichtsgebnrt* D. Nonnale.Fi^Gib 



e^^^i^^ £* Rütken-^ Bauch «^^ Nacken •» »Schulter «« 
Ayix^*f Hüft-y Nabelschnur« und ähnliche Geburten» 
W. Aeephalua« O. Hydrocephalus. Referent alehtsichv 
avLS Mangel an Aaum dieser BJättisr genöthigt^^ in die 
«nähere Erörterung dieaer , vom Verfaaaer ao acbarfsin« 
ni^'abgehandelten Ge^natände nipt^^ näher einzugehn^ 
vuindl da ^te Ansicht- dea Ver^aasera zuna TheiMchon 
aue aeinen frühern Werken dai^ö^ bekannt ist« 4cl>t« 
Henptabtheilung. . Erscheinungen an der Mut« 
tetachelde. Der V.^rfasaei- beweist die EjcpulsiTkraft 
der Matter ^helde^us 12 Gründen und führt die Ge« 
setze derselben und die Mittel auf » wodurch dieaelbe 
^oV^ohl befördert, als so häufig unte^rdnicki wird», 
Steliwehen und unächte oder falsche Drangweben ; Un- 
terschied der falschen Drangwehe von^ der Krampf w^be) 
zu grofse Dünnheit der Mu^terscheide und dadurch 
herbeigeführtes Abreifsen derselben i Vorfall der Vagina ; 
Kunsthülfe hei Verwachsung derselben. Neunte 
Ha uptabiheilun.g. Erscheinungen an den^chaam-^ 
tippen , dem Damme und Mastdarme. Der Verfasser > 
zieht zuerst eine Parallele zwischen dem Entwicke« 
lungsleben der Scbaamlippen , mit dem der Alutter«"^ 
acheide; handelt kürzlich über dir Behandlung der 
. Geburt bei den Blut- und Wasser- Geschwülsten der 
Schaanilippen , und* über die sicherste Art den Damm 
nvährend der Geburt zu achützeuy wobei er, abweichend' 
▼on seinen frühem Ansichten » vorzüglich eine zweck« 
mäfsige Lage der Gebärenden» besonders die englische 
Seitcnlage^ empfiehlt» und verwirft die Unterstützung 
desselben durch eineh starken Druck , und preist da« 



gegen be^ gewissen Umständen k\ B. bei krankliabei 
Cailositlfen des Perinäoinat das Einschneiden deisel> 
tyen an, und achliefsr mit der Bebandlnog der Dan» 
' einrisfe. Zehnte Haaplabtheilang* BehaiM^ 
Inng der Neagebornen* Hier.preiet der Verfasw 
loach geborenem Kopfe ein nur aehr langsames £o^ 
wickeln des übrigen Kindskörpefs an , um dadord 
den Gebnrtstheilen Zeit tv( geben , sich gehörig wieder 
tu verengern nnd dadurch der atmosphärischen Luft 
<len Eingang in den Uterus zti wehren | empfiehlt leiir 
dringend die Unterbindung der Nabelschnnri uäd 
schliefst dieses Werk mit dem Scheintod fiengebor^ 
ner» von deni er zwei Hauptursachen annimmt; i) 
Lähmungen des Hirnes und Nervensjrstemesi 4 
Schwäche, Stillestand oder Lähmung des Her^ens^anr 
welche Eintheilnn^ auch die Behandlung dieses Zv 
itandes gestützt ist« 



■—. 6t5 — 



B. 

^ • • ^ . I . 

Vermiachte 
Schriften und. Abhandlungen 

aui dem 

Gebiete der Geburtshülfe und Frao^nzimmer» 

Krankheiten« 

/• . '■ ' 

JOontii I820y bei^dotpli Marcnat »fder I7n« 
terschied zwischen Mensch und Thiet 
iin Gebärend zuf Aufklärung über dae 
Bedürfnira der G/buTtabälfe für den 
Menschen. Bei Errichtung dea Lehr« 
atnhia der Geburtshülfe atif der Uni« 
ireraitat zu Bonn von Georg Wilhelm 
Stein. 8* 8* löo. 
Diese Schrift ist für Geburtshelfer und Physio« 

logen gleich interessant durch den Gegenstand^ wel« 

chen sie behandelt» Hier nar eine kuirte Üeberäicht 

jthrea Inhalts« 



— 6i6 — 

»^Ob der Mensch ander« gebiret ab das Thier, 
ob Schwierigkeit, ob Gefahr beim Gebären sein Looi 
aey vor dem Tbiere, und ob Natcur oder Zufall, ok 
Lebensart 9 Mancbfalt (l!) wie Verkehrtheit der b' 
bensart^ Schuld sey'an dem, worüber der Meni 
klagt? aey eben so allgemein als eeit langer Zeit k' 
Gegenstand, über welchen gedacht werde^ ohne dai 
man mehr genügende Antworten and £rkriroDga 
höre, als etwa: dafs die Geburt des Menschen. ^BmV' 

' rer sey,"^ und dafs der Mensch durch das, waserleidei 
dieJSchuId seiner selbst' zahle, und seiner Lebensart 
Zuzuschreiben habe. Diefs veranlafst den Verhsm 
folgende Fragen» oder ▼ielmehr Aufgaben anfzasteU 
len f die er in seiner Schrift beantwortet, nämUch: ob 
die Geburt des Menschen und Tbiereil verschieden w?» 
warin siaessey, wodurch sie es sey » woäu siecsseyj 
ob so insbesondere das Gebären des Menschen schwe- 
rer falle oder nur schwerer scheine, ob mehr N^tui 
oder Zufall, Lebensart nSmlich, Schuld sej in dea 
Widrigfen , und ob der wilde McDöch mehr so gei^^^ 
Vrie]der Cultivirte, oder wie das Thier. — 

Es folgt jetzt eine Beurtheilung der MeisHlij^'^ 
alterer Geburtshelfer, die ihren Ansichten^ von der 
Sa(^e gemäfs, natürlich nicht die genü^^enstea sM 
sodann Einiges über den Muth und die standhafte £<" 
tragung des Schmerzes bei Gebärenden ; dann einigt 

\Bemerkungen über die filuterzeugung bei Schwao^^ 
ren und das VerbältniiTs gewisser I^rankheiten in^^ 
len Färfen zu Empfängnifs, Schwangerschaft ^^ 
Geburt. 



In. I<l SStxM 86t2t der Verfasser hierauf di« VeN 
seil iedenheit .des Gebarens bei Menschen und' Thiet en « 
aufeinander^ von denen das Hauptsächlichste nur an* 
i&ixFühreii , uns der Rauoi^ geatat^t. . Bei normalem' 
'Verlauf des Gebär ungsaktes wird der Mensch mit dem 
Hopf allein voraus geboren) bei dem Thiere wäre es 
Unregelmäfsigkeit , wenn nicht niben dem Kopfe noch 
andere Theile vorlägen. Beim Thiere kommt die 
Schnauze«, beim Menschen das Hinterhaupt voran i 
beim Thier ist es immer die SehnjRtize* beim Menscheii 
• amd CS auch oft andre Theile der Kopfs $ der Mensch 
kann mit dem Nabelstrange nisben dem Kopfe geboren 
. werdcüi, das Thier nie; dem Menschen bringt schön 
das Vorliegen einer Extremität Gefahr^ duch dem 
Thiere bedingt es eine schwierige Geburt > wenn nwt 
eine mit der Schnauze vorliegt; das Thier verändert 
nicht die Lage des Kopfs • die ^iieser beim '£intrift in 
/ die Qeburtswege hatte^ beim Austritt aus denselben« 
wie der Mensch) der Kopf des Mei^schen verändert 
Lage und Richtung, der des Thieres keines von beiden; 
tritt der Kopf in derselben Lage vor »^sa ändert er doch 
•eineiSestalt statt der Richtung, und die Geburt wird nm 
ao schwieriger je mehr Gewalt die Veränderung det 
. Gesult erforderte; bei dem Thiere ist die Geburt des 
Rumpfes , beim Menschen die des Kopf^ am schwersten^^ 
durch das Neben liegen der Extremitäten wird beides 
' ' Both mehr) schwierig gemacht. Woher diese Verschiß . 
denheit stamme? Diese Frage führt den Verfasser zu 
der Bietrachtung über Frucht und Mutter, Form 9 Ge* ^ 
statt un4 Artikulationspunkt am Kopfe d^^ Kindes 
SiBBOLtig Joutn'al, IIL Bd. ^ Su ^ R r 



«oidesTbierea; bei jeneiA die tnebrlcagehrtige, spha- 
TOidalUche Form » bei diesem mehr die' einies KegeU^ 
gestattet natSrlicb bei jenem eher dleStellang in einen 

i andern Darrhmeavser und, die Geburt mit einem and^n 
Tfaeile voran, als bei diesem. Wo. sie fast aliein auf & 
angegebene Art möglich, ist. Die Beweglichkeit da 
Kopfknochen ist ein Hauptnnterschied zwischen dem 
neugebornen Menschen und Thiere, durch welche 
Compressibiirtät zwar das Leben des Kindes eher ge- 
fährdet wird^ die ab#r auch die Geburt ubgemeib er« 
leichtert* Hierauf wendet sich der Verfasser zu Na« 
belstrang und Mutterkuchen, die beide nur beiin IVIeai» 

> sehen von verscbiedner Gestalt und Gröfse, Bieim tbhie 
itets sich gleich sind; vorzüglich erwähnt der Ver&s« 
•er die verscKiedne Art des Anhangs der JPlacetita ni 

,' der 'Gebärmatter, tind die Wand^Ibarkeit des Sitzes 
des Mutterkuchens bei dem Menschen. Von den müt« 
terlichen Theilexr handelt der Verfasser in dem Folgen- 
den Absdinttt seiner Schrift ^nd zwar zunächst über 
Becken und Uterus. Nur der Mensch äUein hat ein 
Becken, nnd in dieiem.ist der Uiit^richied üoch be- 
deo^tender uls im Kopfe, besonders y^entk man die Ver* 
bindnog iier Knochen mit einander und ihre IStelluDg 
gegen einander betrachtet. So ist auch das Becken 
des Weibes ausgezeichnet Vor dem de« Mi^nnes, utad 
das von einem Weibe genommene nicht zu den »or^ 
maleil zu rechnen, wenn es nicht sein Geschlecht cha- 
irakterisirty wenn auch oft tnäntoliche Becken sich in 
„ihrer Gestalt den weibUchen nähern.. Das Becken de9 
Weibes tat knöcherner GebUrutheil , gfwissermafse& 



-r- 619 — . 

G^achtethUtb^ftil. Dec kn^hscBliche Ütenia «^lehnet 
«ichaüa rfürch «emeEinförmigkfeit, Abraoduog, Dicke 
iFcstigkeit und Derbheit ^ darum vermag auch seine 
kraft bicht ä!klh_die gröfsere Frucht ausza^cyiefsen, 

^sondern auch noch Vieli sich entgegenstelleiade Hitoder* 
. jüisse au übferWindem ^ ZvtaJr faedii^gt grade dicfs.aacli ' 
itoäniches KrahkhaFte: Blutfliisae, Degeoeratiotieto^ Ge- 
^KJiwuUte etc; Hierüber und über einige ändere bei öe- 
bärendeia Vorkoitmaetidfe pathologisclie Zufalle fiagt der 
Vc^fa^ser noch viel Interi^ssabies, das Referent geta 
tnlttÖlilte> wettn es nicht tu weit führte. 2um Schlurs 
h^htfisForitt noch der Verfasser ^ie Von ihta auFgestelltd 
Frage: ojb der itei Natür^ustakide lebende Met^adi in« 
dcrs gebäre üh(} sich mehr deih Thiere nähere f dayn, 
^Fs wedidr er, Mbst id einem diesem äi|blic^n.|i&^ 
Verwändtisrn Zustände lebend/ noch dad TJbieri in der 
L'ebehsaH d^m Menschen gleicbgestelkj s^ttoe Art 2u- 
geb^en andern könne, Zulettt upch «inig« piii po^a 

- über die ansübende Gebtirtshülfe > der wir, mk dem 
^ertasser» auch auf der neuen Umversiilic Gedeihen 
Utod Glück anwünsciien. 



Leipzig^ bei ti^artmanti; Biereiclierung^n 
tut die Gigburtrliülfe und für die Pby 
• iologie und Pathologie des Weibes 
^und Kindes, Herausgegeben von (na) 
I^u Ludwig Chpulant in Aljtenbu^g, 
Dr, Friedfich Haase in Leipzig, Dr. 

B r 2 



— 6ao — 

Moritz Küstner wi Bfcslan, Qn Fried, 
rieh Ludwig Mcifiner. in Leipzig* UBd. 
Mit «incr Kupfcrt^fel. 1821. gr- 8^ S- « 

u. t56* 

Von Jahr zn Jahr wächst die Masse der einzcfne 
vermiscbt^ Aufsätze enthaltenden Zeitichriftcn, beson- 
ders in den Fächern der Heilkunde, daft wer sie alle 
audh nur etwas mehr als flüchtig' durchsehen wolte, 
fast nichts mehr thun könnte, als Zeitschriften leien 
■ nbd am Ende doch wenig Erfreuliches geFanden hattt, 
da CS natürlich ist, dafs der Gehalt djBrselben im »»*- 
licheii Verhältnisse abnimmt, als dcreft AnzaW w'd 
vermehrt, denn die wahrhaft guten Aufsätzf? vertb«- 
: len sidi und die Herausgeber öitissen nachsichtigem ff- 
gen die schlechtem» müssen froh seyn, nurMittclgal 
XU erhaHen , um doch von Zeit eu Zeit ein Heft hewo«- 
geben zu können; es werden uns auf diese Wsie« S^"^ 
eine Mehge der alltäglichsten Krankengeschichten r^ ^ 
weitläufig erzählt, die früher, ehe dieses loumaloD- 
:we8en über uns hereingebrochen war j ruhig i«»"'* 
liegen gebiiebeü wären. Auch dem Bessern der B^, 
^kaantwerdung wüidigei wird dadurch nur Schaden 
sogefügt, es wird leicht unter der Menge dcsVehn- 
gen übersehen, dann wer mag diese Sachen* alle leseoi 
, geschweige selbst kaufen, da sie auch nicht geripfe« 
im Preise sindl . , ^ 

Für die Bekanntwerdung des Neuen »nd Ben»^' 
kcnswerthen in derGeburt^hiafeistebenfallsW^'^^''^*^'' 
gesorgt; die vielen der praktischen Medizin ö^erC »' 
rurgie gewidmeten Zeätschrlften nehmen auch -g^^Ui 



-^ 621 — . ^ 

liulfliche Ao&atze auf uiid.noch «in eigenes Jouriiel 
fiir Geburr«hüUef Fragen- und Kinderkraiakheiten ist 
vorhanden« : Referent kann es daher keineswegs billl« 
gen, dafs die.Heräusgeber der vorliegenden Befrei che* 
mn gen ihre A^'beiten nicht lieber an dieseoi' Ö^te. 
niedergelegt haben, da die im Vorworte ausgesprochene 
Behauptung das Siebold'sthe Jonrnal verfolge einen 
andern Zweck and erscheine auch zu sparsain, nm. 
laogere Aufsätze in reichlicher Anz^l aufzunehmen ^ 
ungegr^müetjist/ Dieses Journal enthält Aufsätze ganz 
ähnlichen Inhaltlos t als die der B e rei cheru.ngen etc^> 
sind und der verehrl. Hefausgeber würde ^dic ^ Hefte 
ge^ifjS rascher auf f in j||)4«];, folgen lassen, weiiii^ 
er mehr geeignete Beiträge erhielt^; "t") wi^ qft^die, 

.*) Es bindet sich diö jedenDaligo Iplr^ehefuhrig einfe«^ Msueif^ 
StüdLS dieae» |oUrn«lt 9 bfi ißt von ^einei^T^eiie, l^^t|^ , 
ib^Tj^antilischa SpakuUtion» aoedern lediglich Beför« 
deruDg äet Wiascnachirlc und Kunst zum Grunde liegrV 
darchaua nicht an etnd, bastiaittife^eht,.a<a}d»rv^'an 4M^ 
Vorcath ptareasanter ;jnd daa, Druckes werther BeitrSge. 
Bei dieaer Bardcksichcigung ist es immer ecEwerV i'o^ 
einem sq apeziellen Faelbe d9r'!MlkdMtf^V!l^l6tttbliet 
achnell auf einander folgen zil lusen » es *^Ji^^^^ff/li 
ich mir zugesandte unbedeutend« Aufsitze und Beobaeh* 
aua^^ .abdrucken liefs» vraa dem Journali» iuch(. cut 
Empfehlung dienen wurde» 90 wenig als^dia Aufnahme 

,,"* von geschickten Beitragen» welc^ie die Verfasser vorher 
achon in Zeiuchrifien hatten einrfi^cken lassen, t>aza 
)LÖmmt noch I 'clafs die Menge von medicinischen Zeit* 
schri/ten .» welche in Deutschland uncl hier in Berlin 
erscheinen dainufeland'sohe.u^d Mursinna^sc|ie Journal» 
das Ruat'sche Magn^in^ das Horn'sche Archiv» die 
rheinischen Jahrbücher von Harlefs« der von maioem 
versiorbeneii Bruder Barthel von Siebold heraus- 
gegebene und nur der Chirurgie von seinem NitAhfolger 
aonmahr. iiiiclih der Cebuitshülfo bestimmte Chiroi^» 



^ - .* 

flauen Bereichernngen elc« er^^ineiiy wird sich 
zeigen. 'Man mifsvef stelle jedoch Referenten nicht, et 

« erklärt sich c^ur gegen die Bildung eine^ neiieo ge* 
barr«hii!flichen Zeitschriff, den Werth der einzelnen 
Aufsatze deff vorli^gepden Bändchens^weifs er wohl 
zu schätzen , es find zehn und zwar : 

1) Üeber den/jdt^igen Standpunk^f 4er 
C^burtöhnilfe von (m) Dr. Ch<>alant. Sj»i — 
/fi« In efner schonen Spräche wird iö Umrissen die 
Ceschichte der GebuirtshüIEe dargej^tellt und bei der, 
Bezei^lfDiung des |etzrgen Sti^udpunktes a^gedeqtet, 

• worauf für 'diie nächste Zu|ciinf| das Aufienmerk za 
riciilen a^y. £s ist wohf^yiui^ itn Aufrücke gefoblt, 
da es den äbrigen - Ci'aiidi^ien des * Verfassers n'icU 
enlspricht«. vifenn fn. gleich. Anfangs ^^t|* die Qebwta- 
Ijttife sey td^ einer '«elbs^iXnbi^en Wlssensithaft erho« 
bei^ und nehnae für siich den ^aiizen Umfang der arzt« 
l}ei^n Kodet und Wiaten^cbaft^ in Anaprucb^ 4a ^^th 
gerade beweist» dafs sie liu^ ein Zweig tön dieser sey» 
iii<)bfe':idiff j». unter »iph . be^p^ife )^ sondern aipgekehrt 

,1 ÄTcctels deutiches Aröhir , einer Zeitschrift iA Dresden 
'^ , und Wleii Aufsätze gebiirtshiilflichen Xnh&hes atifiiehniei»« 
" |ina Gebutt^ticlfct uiid Lehrer aii , £ntbitidungsanstaltei9 
unter deip Titels ,,Beilr5gc<f ihre BV^obachttingenuxid 
Erfahrungen, wie z. B, Ij^rg und NSgelej und von 
einem andern Lehrer an' einer Eiitbinduifg^^atiBtalt dem* 
^ * ^. nächst auch ein ^^iii naiit derselben Aufschrift dem Ver- 
nehmen nach erscheinen soM,' Hätten /die llerreii Vcr* 
fasaer dieser ßeircicherunsea liiir interessante Beitrige 
, sugesenJety so wörde ich sie mit Vevgnfigen aufgenom- 
meii habeo. 

Der fleräuägeber. ' 



ft) lieber dt« Wi^kajrrg der Tine^.Cai^ 

^ore< gegen Afterpr.oducte .in. de« Gebär« 

m utter. von. (m) »]>r« Meifsner. S. i5 — So»' 

£ine intdremnte Krankengeschichte mit Bemeckniigen» 

-welclie den deokenden Arzt .ver^r Alben : um die Ge« 

b'irmutter xvni' Ansstofseii van Aflerprod beten f did 

nicht Polypen waren zu Tecanlasaeni^ wurde in diesen^ 

und eint^m andern Fallet 2>W#» Castorei anfangs tag«, 

lieh ^sweilnal zu' ao, dann dreimal bu 65 Tropfen vet* 

ordnet mit sehr 'günsjtigeiiti und fast wanderbarem l^r* 

folgei da dioseverhältnifsttifilfiggerlng^Qabe^soscbneiU 

nach 2. itnd 4 iägigem Gebrancfae^ wirkte^ Dieses 

, Mittel wird auch zum Austreiben von Polypen em« 

pfohlen nnd verdient allerdings weiter versucht zu 

werden^ wenn auch beim Vorhandepseyn vonPolypen^ 

wege^ deren ihnigen Verbindttng nUt ^er. Substanz 

der GebänfinVter, weniger davon zu erwarten jst. ' 

5) Der>S^heintbd neugeborner Kinder 
innfs 'dem^ Geburtshelfer ^ zuweilen er« 
wünscht seyni y. Dn Meifsner« üachlange 
.. gedaoerten schweren 'GHebwI^'f^wofaei der JLopf stark 
gedrückt wurde, sollen dieinSeings scheintodten {6n* 
der öfter ikrr Leben '^ fdrtse|i&eb^ ^alsiKindef» welche 
aogleieh lebhaft athmen und eehreien 9 weit- bei diesen 
das pKUzliche Hinströmen des Bliitei naqk' dem noch 
schwachen Hiirn leicht Apoptexb y^nirsaclie. 
[ 4)£nt4>iirdQngsges.cbi^htoiind'Bej8€hr6i« 

bnog einer merkwürdigen Mifsgeburt; 
ven (m> ]>r». Hä:s4ner«' 8;'S^ «-* 52 nebst 1 Kupfer* 
UfeL Es ist ein etwa in der> nSsten Schwangerschafke* 



wodbe |;»bdrner Knabe«, bei dtei die vordere Ffäcbe 
des Rumpfe« io der Miete geepiUcso ist» so daCs Brust* 
nnd Baucb- Eingeweide aüf^ephalb lie^eir^ dia gaa« 
Scfaädelvvölbung ist «ebr ciedfig^ am Htnterbaopte « « 
äie parsplaitacM^'&HipU^'fthlt^ bängtem girofje 
faautiget Sack 9 th^ils von den allgeoleineii ' Hedeckot- 
gen, Iheila von 'eiirav eigenen dünnes H4«it gebiJdef, 
wnrin der gröCsteTbeildeli Gebirns- entt^aUen, nnd 
der- unmittelbar wmlt.dden Eybäuten: iron' der inaem 
Fracke xles Mutfe^koGbens verbunden war , ,di^r gfeifili 
bei aiifeagendbr ^bort und mebr nocb- bei derExtr^r 
lion'^es au F die FUfse gewendeten qt|er geJe^^enen 
Kindes e^£itigeiBiutQngen^^ms.tandeni«'.dieL-er«r nach' 
liefsen, sie dieser Sack. geplatzt und. vcrn dir ^oscitfa 
(oag^scblLe war 4 . \ * . 

ä^Falge^oireines ungeavbickt eingeleg- 
ten &chlecbt- eingerickteten JVf utteckraiii* 
»es; ▼: Dr« Meifs'»er.> S.-5S V- 64. Er hatte . 
{btilzüjidang und Eitertraig^ erregt, die biniere Wand 
der^cheide und deä Mas^tdarm durchschnitt<»i andwti 
dwrch tft;«2fer& attäridam^rMteiigefatien. . Nach 5 Wochen 
bekam ^Ispf Verfasse^, die Frau lin Bel^aikaiung und es 
glackle ih«ii» AvekA f einigende Etn^rltzit^gen neben 
g^lind ejrdff^ievdeii Blit«el|i!,/mn allen £w:ang>(u ver- 
meideujif»! dile* QneeffUi^uiBdjßiin . wenigein Woefacn xqr 
Heiluni^ ^ bnngenf Ma^arAx und:^ Scheide wochsea 
EtEsaintaen und . ein^ dickey. feste- ni^ feirle N^be war 
in. beiden zu luhtesr. D^ afi dieser StetM» :die Scheide 
bedeutend verengt nndC'ztr fiircbten ifidy^me/Werde^' bei 
eisn^ kanftigen Geb^ftehet» aerreiJEsen 9 aU alch gehii^. 



vig: aeifidebaM« lindem aucb der MasidarbB :ric)k öiit 
ansdehti^n mnhte^ßQ fragt der Verfasser ,. ob niap in 
^<yi«hQni:S''aille die knaatHobe Frühgeburt n&achen fl^rfe^ 
- ein« Vrage, die eirrhtcht mit Bestimmtbeit^eantwor- 
%mt» ^ Warum solfteinaci mcjit etoe Frühgßtuirt künst- 
lich ehregeiD dürC8a>/voraus$(esefzt^. )t^Fa ciic^fa znieltuet 
., Zellrgear^bielit^ wb die Wahrscbeittiidbkett f«r die E^. / 
liaftuD^v dei' Kindes cuiebt zu gering tat, aobaid toja 
einer indern VeKfahrüngsM^iae kein güoatlg^rer £rfai j 
fürMdtt^jt ^>^d Kind Jsn. erwarten, atebt^ /lYaa def 
¥«Tfa8äer damit mcyntv wenn er sagt: ^jFaU<^»iat,4i4 
Indtcatioä der Fx^hf^büHj ^ wexin aid der Geburjksbelfeji 
«ntcfoimmt, «ip^aipb ds4'Opfratipja xu 'erMchtern» 
denn daa Lebon dea.Kindea i$t itom^ HaY||nzwecii ; 
dieses. VerEahrena^^ * Veratebt Referecit iniichl ^ .4e«iD er 
i:a«n t ich ketnei) ^Fall 'tkaken , wo der ijGebartabelfer 
, vdied^ Verfahren \vlbln*mi^ um sicb^jfiMOperat 
4^an z.ti erleichtern^: Mc||i .welcher- Erbeicbteir^ng^sdi« 
Gti)itiRtabelfer ohiiediefe' nipb^t aq aebf ^retifa; wei^p 
4ir:siietteraagt: ^,^ea{V.ei;(beidige|t werden kann i.un*^ 
■irerm.e«i41i.che^ , iVIt>rd^' Mdea-Kindfa dc»^. wahr* 
«ic|ife!iiulticbeQ ,/G^0 fahr ''der Mutter vpi:zuzieben« 
4ftititer« enthalte ich rUich vveitcirer fint^fasi^ling \^ $Q 
^InMÜtob . Itebr Jeicht :^a ent#cbeidei^, 'mäq darf keine 
^ihufßßi^l^iche-ppßpfdii^ßr vornehme«^ « vpa der man 
ijivMUti 4^b eines, von .beiden Wesen .beAtinifut. da- 
tdalT'Cb zuwGrnnde i^^b^.t sobald es nq^h eine^andere 
^'>0i^tf befder nur na.d g I i c b er w.e;i a e I^eide, gerettet 
^'V^eiA köiüneo. Was^der Verfasser. c^f^H«'. noch gegen 
« diftkuipstliche. FrübgeburX einzuwenden bat» ...ist, eiit- 



y$fefitt jkiidiaai iitMiaHliaft^ oder eben to gufc ge^n 
Jede andere gebjirtafaülflidie Operalion gerichtet* Aa- 
ferent beziehl sich auf aeiae weher übten fol^etida 
Anzeige der ScbrifoeP' über dieal^t' Verfahren. 

6) Einige Benex'knngen über den iiroi 
Saxtorph gema.e^hten und von Wigand ge« 
bilfigten Vorac-iilagV '^bf in> 4,bachäleii dei 
Xu tterkacheatf y.on deriGebärmm tter die 
Finger vorhe.r in-^ie-fifbäute ru wickeln^ 
T. Dr* Met faner. £r mfräbiUigt' diesee VorCaii- 
Mm und will 9. man solje^ «üit* ü^ibedeckten Fingern 
^periren, wdrin Referent voUkomaien beiatinMur* 

.7) Merkwü-rdige livttminong der Bäad^ 
lind PtlCa^e elnea neugeb^rn^l' I^indea nack 
der £'n:$bindü»g) v.tßtv^^Meifaner. 8,71 — 
]go. Mach einer' sahweren fotn V^rfaaaer eioäichtavoll 
geleitet#«i Zangenentbindang war eiu'acheitiiod^a Mid* 
chea znr- Welt gekommen^ wfelcbea ^rst nach lange 
^gehaltenen fiel^bnifg^irer^ucli^n vöUtg wieder «la eich 

^ikkm# übrigena it. seiaer^" l^ildfing ioicbc die geriagec« 
Abweicbeng bt^merken liefe; *3 l'age nach der Entbiiu 
^ung 0ogen tiände und Füfae des Kihdea aich cit kröui» 
men an'tind wenige 'tage darauf war diefa ao weit CorK» 

. geacbritten ^ dafa elnd weitere Cmbeogung nicht inekr 
möglich geWeaen wäre; dabeiwar dfr aligemehie Och 
aundheitasnatand des Kindeader beite» keine Spur ▼oa ^ 
Krampf* * Die Ursache shchd det Verfasser in einer 
überwiegen^nThätigkeit dfcr Beugemusketn^ wjlnfae 
bei.der gekrümmten Lage. des Kindea iito 'UterueMie 
beinahe ernzig wirksamen aeyta.und erat elhnäiKcii 



TTiBch der Gebat-tdunfa-^dte anfangende Tj^ätigkeit de». , 
SltrecknauBkeln mll diesen ins gehörige Gleichgevyii^bt 
geblracht%viir(len; wo, wiehieri die L<bensäaliBei%ipgen 
x^ach der Oebürt schwach «e^ren» sej auch ^aa-Aus* 
gleichen der entgeg^nge^ert^ten Kräfte gehinderti. Diese 
e<U>arPa^ni)iige Erklärniig hat aüeriiinga Arielen für sich , 
aber zu verwundem ist es doch ^ wenn die angegebene 
diie einafige Uraache ist, däfe eolcfic^- Verkriimmungen 
»tcht öfter Vorkomoien |>iiiden^ ep an den Bedingungen ^ 
dazu gjewirs nicht £ehlt« Die Behandlung ^ar djeaef 
Anaicht entsprechend: griindea ^Trottir^n 4fr äi^ioc^f / 
Seite mit Flanell« Einreibung der Qe,ü]geseite W F^tt 
und Anfegen Tön p^ssetiden Bandagen , Wj^hea wohl 
die Haüptifache wari; *iii wenigen V^ochen* war daa ' 
Kind ▼öllig hergestellt* 

* 8) Haupts'achlichete Todeattrsacfie ^Of 
Embryonan ina Mutterteibe; v. Dr. Meifa«f 
« ner. '^S« gt% — io3* Dieäe soll in bäufigeji Brähungs« ^^ 
besch^yerden beateheti, wovon ' der Verfagser viele 
Beweise haben ^111^ tfucb einen Fall der Art erzählt 
von einer Frau ^welche nach' 5 Mifsfällen in ihrer ' 
6ten 'Sqhwangetfschaft vom Verfasser dieser Ansicht ^ 
-" geih^fa behandelt wurde $ er lieb eine wanne Bauch« 
.binde anlegen^ mäfsige Bewegung machen/ zweck« 
r m'^fsige Diät beobachten, und bei dennoch, entatehen* 
^ den Blähungen ein warmes leicht eröffnendes Rlystier 
vind'eanHinatha nthinen. Die Geburt erfolgte glück- 
lich zu rechter Zeit* \ , V 

9) Einige Worte über die Ueberscbwän« 
gerung^ v. Dr. Mellsnen S» ro4 — ii7» Ein . 



wichtigtrFtU« Gebar («tneft jreifea ndt einem 
SoWocben alteti Kiode, wird niitg^theiit, in weldii^ 
die BeeduKenbeit d«r Na^bgebart den upwiderlegllclMi 
Beweia lieferlet dafi^ beide 'Früchte zugl:eich bcUf 
wurden» . Der. einzige vorbaDdene.Matterkiiik 
von^ gewöhnlicher Gröfae axid^ Geatalt hatte Dämfiä 
mir eine Lederhaut,.. in welcher eine dopp^alte Schaff«- 
haat beCindUcb war und In den Nabelachnarcn beida 
Früchte mündeten d^ Gefafde ao genau zaBammeoi 
dafs bei der £inapritzniig durch den eine b Nabel- 
etrang der ganze Mutterkuchen durchaus Mnd auch 
der andere Nabelatraug mit Matee. gefüllt wurde. Von 
den Grüdden « jvvelche^der Vekfeaaer aonat noch gegen 
die MogUchkiett iderUebfracbwi^ngeruhg. anGibti» «od 
doch einige nicht sehr erweitflicb* . 

lu) Ueber die Wüjrdiguns d^er' Schaani' 
haftigkeit dea Weibee v^on Seiten'dea 6a< 
burtshelFers; v. Dr/Meifsner. S, tig — iSS. 
In diesem gut geschriebenen Aufsattze^ eifert d/ar Vei« 

' fii^ser sehr gegen. die geringe Schotung,. mit Welcher 
noch oft von Aeftren und besonders -Geburtahel fem 
der weibliehen Scbaamhaftigkeit begegnet werde* Haupt« 
aäch lieh, zwei Sätze aind hervorgehoben» einnokal dab 

- der Geburtshelfer das öftere iJntMrauGben psAt dem 
.Fing^j^ zu vermeiden habe uiid'daa FortschreUeu der 
Geburt mehr uapb aufsern 2^eiqben, wie 'den Znataud 
• innerer Krankheiten zu beurtheilen verstehen mi^sse« 
dann dafs er sich bei seineti Hülfsleistungen im Ge- 
burtsakte allein auf das Gefühl zu verlassen habe und 
nitiit ohne Motli die Äugen zu. Hülfe n^ineu dürfe. 



Siei'gewdfantichen natur^ben Geburten will del'Ver»^ 

fasser nur zweimalige Untetsucdung erlaubeti, gleich 

Anfangs wenn der Geburtshelfer zu einer öebätuenden 

' ^elrtiferi wird und dann nochelhraal nach dem Wasser* 

' spirtinge; in vielen Fällen wird diersanch binreiohen. 

• I>fe Beschreibung dea normalen Terlaufes der <}ebui^t 

' nach ihren 5 Zeiträumen besondera von der Seite be- 

' trachtet, wie er bloa durch äussere Zeichen erkannt 

^ M^erden kaiin, zeugt von der trenesten > genauesten 

Naturbeobachtung und berührt manchea noch nicht ao 

l bekannt gewordene« 



Leipzlgi b^i LTeopoId Vöfa, 1821' Dn u, Pro- 
fesaor E. G. Patrix über den Gebärmut- 
terkreba und^ die Krankheiten der zu 
dem Uterus Führenden Tbeile. A* 3. 

f'ranz«^, nfi« 3 Kupf» 

'•-^^..- '■ • ' * 

^ Der Verfasser dieser Schrift, einer der erlahren« 
eten Praktiker und zuglei^ Professor der Tiierapie 
und Mattria medica iti Paris'i fühlte sich .dui^ch eine 
Preitaufgabe der königlichenfieaellschift 4er Hc^iMcand^ 
zu Maraetlte bewogen«, de«: Bearbeitung dies^ Auf- 
gabe über den 6«bärp3uirt9rkreba sich zd untenziehen* 
Da er aber« durch Peachränktheit der 21ei^ verbindert« 
die Materialien nicht genau ordnen und nicht hinläng- 
lich in die zu. erörternden Puncte eingeben konnre« 
und auch die Arbeit er«t pacb 4er. d^n f reisfoewerbem 



— Ö3o <-* 

. |est9ltelen Fnat eintraf, so Itofanie dtfeste Schrift zwar 
kilcht rtkii dem treUe gekrönt walrden^ ward aber dotir 
^oki der^ GeseiltchaJFt für zu Vorzüglich JFür^ ein blas» 
»eeessit erklärt. Der VerFasaer untl^rsaclite nun ■/ 
durchdachte seitdem den Gegenstand der Abhandls^ i 
nnabiässig weiter und übergab ihh dem zufolge dm 
l>nbliknm unttt dem Titel; traite sUr ie eaneer di 
lamatrice ti sut ies malädÜB äe Voiü üterines% am 
irois pl^ches, Paris igfio. Da BeFereht das Original 
^Icbt tvLX Hand hat» so kann ierdie Uebe^aet^üiig nicht 
benrtheiien» bemerkt ai>erj dafs der Üebersetzer.- wie 
er selbst bekätiht^ sich die Freiheit erlaubt har^ d/^ 
allgemeinen fietrachtuiigen über die Prognose wegzu- 
lassen , weil sie nicht wesentlich liiit der* Sphr\(t \kW 
den Gebärmurlerkreb« zasammenhäbgen und Ineistens 
bekahiite Ansichten ienthalteir sollen'. 

tiie bearbeitüng dieses Werks, beruht, änt Eolgeip 
den von der ^]ars6iIlisr ärztlichen öesellschaFt anfge- 
sieilteh dtei Fragend i) Welches 'siüc! die Kratikhei» 
ten des Uterus, die mit .deth Krebse der Cebärtnntter 
und naifc der Vereiterking ^dieses Organü leicht verWecb« 

' seh Werden können! s) Welches sind die keiinteicbefl» 
welphe c(ie Verschiedenheit beider aüt jiosiUye Wei^s 
fesIsteHeri) 3) Welches siifd die wirklichen oderPaIr 
liartTmittel^ die durch die JSrfahrnhg am be^ahrtest^o 
dafür g^fnnden worden sind? ^2ii<rst Sticht deir Vei* 
Fasoer darütrtfaun , Was nnteir 6cirrhns und Kr6b5 2tt 
verstehen sey, ond berührt dabei die Ansicht dei" AI« 
ten'» welche den Unterschied dieser beideti KTankheits« 
formen nicht kannten» und Ikh di< Entdtelii^Dg der- 



■ , ■ ^' 63i ~ ., 

selben haaptsäcfalicti auB schwarlzgällichter Bejchaffeii« 

heit ntkd Schiirfe der. Säfte erklärten» geht hierauf aut 

^IMeyniing des P.eyrilhe|iiber, naeb welcher der Ursprung 

des KrtbB^s in der^ aligf^meitien Atonie und in Allem 

dem gesacht werden müs^e, wödar^hi die Ljniphe ver«^ 

dickt, ihr Dotchgang» weil die Hdbialag der Xjefärae 

Termindert sey, Terzögeri und die Adhäsion der in 

den Gefäfj^en enth^Iteaen. Fläfsigkeit an ihren Wänden 

begiinstigt w^rde; billigt dife Ansicht. des Beter Camper^ 

^Mrelchetr durch seine Üntersi^changeD in den pathologl* ^ 

•chen Adakoinie beatübt ihrarzi;^ zeigen^ dafs der krebe 

znvörderst die MeriHen in Ihrem Verlaufe angreife und 

dalk wön hieraus das Gift sic^ wesentlich den Drüsen 

mittheite t . und schliefst mit folgenden Corollatien: 

i) Det Krebs hat seihen eigentlichen Sitz im Nei^ven*-' 

System« 2) £r kann in alten Lebensepocfaen zum Vor* 

•chetn kom«ben. 3) Di,e kankröse Geschwulst er* 

achtint in 3 tlauptabändetungen^'in der ersten vege* 

Urt sie nach Art der Wai^zen, ohne sich zu deserga« 

ni^iren; in der zweiten wird siegröfse;, desorgamsirt 

sich > Fährt aber dabei fortr jbelebt zu seynl; in der 

dritten verschwindet die^ kankröse Masse durch eine 

^' Ar^ Von Absorption', '4) 0\e Krebäkrankbelt hat «<fl« 

tcn ihte £iiis|ehung ' au« den Netvenanfängen; am' 

häufigsten ist diö fixtrefixitat der l^ervenäste der Sitz 

derselben $ von hier verbiQeitet sie eich bis zur Gehirn« 

^ masse. 5) Es ist Wahrscheiulich , * dafs jede Art von 

' Krebs, mit noch nicht bestimmbaren Eigen ^hümiich* 

' keiten der Organisation in «inem gewissen Zusammen« 

hange atehe. 6), Die ^rädisponiienden Ursachen djoa 



1 



65a — ' 



Krebeef-flibd analog deiijea der organi^hen Kraikkhei« 
teti im AUgemeinen' 7-) P'® Progoibse des Krebses iit 
•as se/nenc ursprünglichen Sitze abzaleiten^ "Wäre«! 
iiio^'ich^' die Fälle zu bestimmen , wo diese ^ntsetzUd^ 
Krarikheit für 4hre ersten Verwüstungen ^ie Nerv» 
•n fange wählt , so hätte man dann dieGewifab^it, dad 
der Ki'anke nnvermeidli^h zu Grui^de gebe« In sol> 
cheo Fällen hingegen,^ wo die krebsartige Zerstöruog 
zu Anf4nge die Extremitäten der Nerven angreift, m(h 
dificirt sich der Ausgang des UdbeJs nach der Länge 
der Zeit » welche der Krebs braacfa.t» am sich bis zum 
IJervencentram fortzupflanzen und nach seinen Com- 
plicationen mit den Krankheiten der hexracbendea 
Con9titutton. 8) Hinsicfatiich der Mejnttng über die 
Erbltrhkeit des Krebses zeigt die Erfahrung ^ daCs &W 
Veranderungeu der organischen Structur^ welche za 
Entwickelung der meisten Krankheiten geneigt machen, 
durch di^ Zeugung fortgepflanzt werdep ^ und dafs sis 
durch die Fortpflanzung von einem tudividanm aafi 
-andere in eiiier Aufeinanderfolge von Zeugungen ^sich 
verschllihmern ; allein ein Gontagium des Krebses giebt 
es nicht, weil dit Gatten der mit dem Mutterkrebss 
behafteten Frauen diesen sich nähern können , ohne 
dafs sie je den mindesten Anfail der Krankheit -erfah- 
ren« 9) Die chirurgisehie Behi|ndlnng des Krebse« ist 
in vielen Fällen heilend* ^ Der Verfasser nimmt 4 
Hauptarcen des Krebses an: die erste, deren Haupt* 
Charakter 'eine Geschwulst ist» welche sich in dem 
Maafse» als ihre Grösse zunimmt, \n ihrem Innern 
desorganisirtj fieant er den Krebs durch £mpoj.wache« 



>iliiig« Die twette^ verzehrt das Organ» In Welcheitl 

sie ibreo Sitt genomifieD hat^ ohne es durch Geschwür^ 

«a zerstören I und giebt dieser Artden Nainen Rrebe 

AtktchA^rüphie. Die di^itte zerstört die weichen 

Ybeile durch Geschwüre^ und .wird Krebs durch 

Zernagun^ genannt. Dte vierte hält das Mit» 

tel zwischen den drei ersteti Und in ihr sind alle krebs* 

' artigen Krankheiten begriffen » deren Charakter zii 

. ^leicheir Zeit krebsartige Zerstörung und 

1k.Tebsartiges Emporwuchern ist. Den Beweie 

\ darüber toin^oit der ^erfasseir von der Br^at t^amoia) 

tind schlierst von dieser auf den Uterus« ,^ Unter deil 

Krankheiten 1^ welche'mit dem Krebs verwechselt wer« 

' den köbnen ^ zahlt er folgende auf und würdigt aid 

•inet* nähern Bescfareibntig und der Angabe iKrer Be*. 

liandlungi t) filntaderkpoten an der Mündung dee 

Harniröhref. fi) Diejenigen Krankheiten, der tum Ute* 

ms ftihrendeb Theile» welche mit den Uternsver* 

sföpfungeti und sog^r n^it^deh Schwangerschaften elnigd 

Aehnlichkeit haben : Wassersucht und TympanUis dei 

Utertts 4 äit ausserbslb des Uterus etitstahdene Schwan* 

gerschaftf der Scirrhüs^ der £)refstöcke» die Wasser* 

ancbt und dte Ilfd^tiden derseFben ^ die faserigen Ge* 

sthwülste des Uterus^ der Muttertrötnpeteü uhd dtt 

Ejerstöcke, die knorpelig • faserigen Gescbwälste dei^ 

£yerstö6kei * die kalkig -faserigen Concretiöiren dei 

Uterus 9 die Complicirnng dieser ttiannichfachen Zer* 

rüttttngen mit eibander. 3) Störunge^ der M^nstrua* 

^tion und die dadurch hervorgebrachten Veränderungen 

des Uterus. 4) Organische Zerstörungen der Scheide^ 

StMMOtM JourntU^ Ut, Bd^ 9$ ^h 9 § .. > 



_ 634 — - 

dei Gebärmnlterhalsea , jdes Gebarmatterkörpei-« nni 
derGebärmutterböhle. Dahingehören: Ergiebang aitf 
der Scheide 9 oder weifaer Fläfs,- chronische Knizüjh 
dong der Scheide, Mastda'rm- nnd Gebarmutterbrüd; 
Blutgeschwüiste der grofsen Schaamlefzen^ ^^^^ 
schwülste in den Wänden der Scheide^ aarkomato« 
Polypen des Uterus. \ 

Den Schlafs tnacht eine allgemeine Ueberaicht dei 
Ina' ganzen Werke Enthaltenen und eine Angabe dei 
häufig empfohlenen Arsenik teigs (aus Arsenik Sf, 
DrachlenbJut ^S und Permilton de HoUande Ij) und der 
Anwendung desselben. 

Die Kupfer stellen Pol^pennqterbinder dar and Jäi 
Spekulum Uteti des Dr. Recamier und P^oJfessot D^* 
püytreh f hauptsächlich zur Applicirung von Aetznut- 
teln an den Muttermand brauchbar. 



Wien, iga^t bei Franz Wimmer: Dn WiN 
beim Joseph Schmitts, k-lk. osterr. Ha*, 
thes und ordenti. offen tUP ro feasorsio \ 
Wien etc. Bemerkungen und Erfahron-j 
'gen über die Zur ückbeagui)g det Gc* 
bärmutter bei Nichtsch wangerx^, neöst 
einigen Beobachtungen liber die Vor- 
wärts beug ung.. 8» S. i8o.' 

Mit grofser Erwartung ergriff Referent dieses 
Werk eines Mannen , der sich schon längst im G^' 



biet# äer Gynikhioigfp tübtxiiiciiat bekatint gemacht 

hdt^xühd fand dich iäaeiiier Erwartung niclit^^täü^hr^ 

4enh es ±^ichtiii äicH vor andjero Schrifteii dieser Art 

häüiptsäthlich (|adi;iirch aiia^ däfa ea hiebt aüd der t^hsüi^ 

taste deä^ctriftatbllerg iin Stüdierziminer bderäua dei 

ijectiire liiid' ti^ranjbttiig and^eir Aactpreii^ äötiderä 

'^ äuä eii^t ^Ablreidheh Praxis in elher girofteix Stadt nt^d 

ätm ^n^ länge Z^i mit Üiüiiüht und /ilienäiuigkeit 

loirtge^dtittö fi^öbäciitüng ilöd V^t^gl^icbtiiigf nett ei)t« 

disekt^r liesüHäte mit afatiUchf^s früb^rii (zfWeJeii iiatipt« 

ie^mAteii iur BerSitberung der Gebttrtsbüife im wei^ 

ierii Sihiäe; did n^iir VörziigUcÜ jühgerji« öetiütt^l'^ 

lern ^cii^ drlng^d eittpfei^ien wolleii) ti^i^ir^^gatiÄ 

gteti isU üiid kann hicMt Allein Gebürtsbölferii^l MM 

ilerü äach ällesi Aerited' i^echt aiifriebtig empfohhH 

^erdfii» firstei^n ^ damit sie daraus lernen , wie wieii« 

tig diäsdf Zweig der Medicih isiaiid wie beÜbti^ngend^ 

- ^enn (er gehörig cüitivlrt tind nicbt bioe äla Öperii» 

iionstehrcf anrg^sebeh wird/ Letzteth abeiri damit sii 

ibten irthiiiii erkühnen inögeii^ Wöriii aie 'vii^äfanen ^ 

man käline aui jedem niüijdlicbeh £xam6ii söhon iih& 

Hrapkbeit hinläliglicU «intersbbeiden und faabe %ie frü-^ 

Wohne Üiitersticliting äücb geheilt^ wo ^^eilbh&ai' 

t^tötstfiaa Schääihgefühl der Franenzimiäef hicUi ver» 

atahei worden seyi Sie werden! indieaei^ Scbfift'fin« 

den^ ciais eine! Vef stdp^utig d^i Sioiiia niid VerÜItüüg 

der Üdnt iii Folge elndr dislo^tft^h Gebärtäntter nkbc 

.allein durch Fürgähi:iäuhdI}iäriBticd be$eittgt werderi 

. könne ^ und dafs früHefr und aiüch jetzt äoch' Wobt 

üMiitobftFiuitt infegen dieier ir^igeii Ansicht .ikres ä^iß' 



' :- 636 -r- : 

US ihren Tod finde ^ ohne dafs er die Todetttmcbe 
erkennt und in der Folge beseitigt. 

Das Werk beginnt mit einer kurzen Geschieht 
der Iiet;roversio uteri ^ woTin er zeigt, dsfs Lyon« 
, im Jahr 1771 der Erste gewesen sey, welcher dien 
Krankheit bei einer Schwangern entdeckt nnd bekaont 
geoiacht habe 'ntid dafs die Lehre dieses Gegenstände! 
nachher ddtch £lnverlei bang derselben in die. chtroigi* 
adien und obstetricischen Lehr- und Handbücher und 
durch einige Monographien über dieselbe , vpnügUch 
von Lohmeier und Nägele, sehr divn(girt und 
»unin^f hr al| vervoHkpmmnet betrachtet werden kfiane; 
dab diefe^rankheit^form b^i Nich|s<hwanger0 Uoge* 
gen, obgleich in Deutscblandachon rön W Hl ich tu 
Milhlhausen» von Schneider zu B»lb7^ »od von 
Ki r 8 ch ne r zu Pösneck beobachtet und von Seh wei g« 
häuser zq Strafsburg. vielmals behandelt und xnr öf* 
fentlichen Kunde gebracht, und vbn Oslander nod 
B r ü.n ni>i g h a u se n beschrieben » dennoch eiiiet o'^ 
hern Erörteruilg und Vergleichung f^jt andern shn« 
lieben Krankheiten fähig sey. Der Verfasser selbst 
fand die cotnplette Zarückbeugu^g' bei Schwangenf 
nur zweimal ^ bei Nichtscbwangern beobachtete er sie 
voll9tän4ig in den wenigsten Fällen» in den mehrstei» 
unvollstäiidig, und als einen geringen Grad, von ^ 
tr0per4ipnf als blooe RecUnation ^ worunter er jsns 
Schiefläge der Gebärmutter versteht, bei welcher ihrs 
Längenachse die Achse des .Beckens Verläftt und'''^ 
nach einem mehr oder weniger spitzen Winkiel A^^^^ 
aehnf idet j der obere Endpunkt (Boden) n<tdi dism hen 



^ .637 -^ 

Iigen« Beine, und der untere (MntiermnncI) g«gen die 

6chooabeine gerichtet ist. £r bemerkt^ dafs diese Be- 

clinatioD mancbmal unter' Uiaastäoded statt findet, wo 

mjm sie nicht .Terncmthet, 4ind ohne alle. Spnr einer * 

organischen Metamorphose» klein ^^ leicht ^beweglich ^ 

keine Beschwerden der^danait Behafteten erregend und 

ohne dae üiindeste Schinerzgeftihl bei der in anderer^ 

Absicht unternommenen Exploration , dafs sie hinge* 

' gen in den meisten Fällen mit Symptomen verbunden 

ist; welche auf ein örtliches Gebärmutterleiden deu« 

teu) welche aber leicht ^übersehen luud verkannt» die 

Sdimeraen fiir Kr'impfe» das.DrSB(^nvZum .Urin^^utn 

Stuhl fürHSmorchoidalleiden» :die. ^uweilen daoiH'rvpf« 

buudenen Störungen de^s Meustrualfanctton für .die 

Folgen einer Verkühlung^ eines p9ychischeii EingrIB 

l^§ oder sonst eines zufälligen £inHnsse^^ o4er ftucb 

wohl einer allgemeinen krank)uifteo Affection^ ange^ 

f eben werden 9* und nimmt an, dab diese DeilUitoQ» 

mehr^re-Orade durchlaufe , dab die BedioationitUiKMia 

liegünscigendieB Umständen alimäfaÜGb zu einer ^toahred 

^ Retroversion , erst zu einer incompletten « dann, zu ei«; 

ner coa^letten sich umbilden könne und iu. eine«!' 

höhern Grade nach einem Fall^ Sprung, Fehltritlr^ 

auf sijie Anstrengung beim Heben, beim Stuhl etc^ 

dann plötzlich gefundeiiuiid als erat durch Einwirkung 

eines solchen Moments entstanden angeseheä werde, 

und pflichtet der Ifeynung Schweighäuaer's bei« 

dafs ein leichter Grad von Zovückbeugung selbst da# 

wo sie verkannt und na'^h frenaden, wenn nur nicht 

unpasienden Indicationen behandelt werde»' zuFäiligee 



- 08 — 

Weife gi^hdben werden könne » ohne dtb ^er- B^lfivi^e^ 
noch die Geheilte wMMn^wa« nttd wie diesei ^eecde» 
he'n ist, gestela aber f jdie Geb'of mutter ih 4itn .h'4i»fig3teo 
Fällen bei dieser OiilocMion organiac^ krank ^ aiij^ 
fdiw^Uen , haupto^chliiät an der iiiaterä Fläche » ak 
^ieserrechwer anE dem Kreaa^beine anfliegend ^ und an 
dieaer 'Gegend böchät empfindlicli gegen deor. Angriff 
gf^pnden zn liaben* . .. . ^ 

AU pfädffponirende Uraacbe zu djeMr f^bierbaf« 
tM'Lage xählt er auf: ein vergrörsertea yolumen qnd 
eiiiocimt <lem«eU»en iprbyortiopäl geatei^eie^lSchwere 
dtaiifaii^iero ^iVmä-i^tG^ÄmmutUr ^ ErachlafiFnng ond 
•igemisiliiiliche urtprüiigjiclie Bildung dfifc^beei/^o ajo4 
fitoden'Afoiterbai^der^ eilien ge^iaaenieigenth.üinlit\ieii 
Baii^fdeä däeckeha (i^u geringe Inclinetion mU grobei 
6erllui|ilgkei(, nnci einec ungewäbfiliehen Tendenis 
de^ ins Becken heBabatoigenden Gedäcvie, dnr^li ihr 
Gestakt ^den .G»nnd .d^a .Üterna jaaebirjickwäfrs^ an« 
eCftti'lFiacir ▼aoirwarle> räin. d^dcken)j| »nd eine tieSare 
Lage ftnd grote Er^chlaffitng>dei^ Donglaa^cben Falte; 
ala Gelegen beitauraache nntei: Mitwirkung jener prüf 
diapbnif enden: die Gewohnheit^ der Räci^enlage im 
S«iMf IVägbeit und $altenbeit der Harnabatl^iderQng 
und habhnelle ^tnUwhakong mit «tarkern Anauen«! 
gungen< bei Absetsung dieselben. 

Die Folgen dieaer Deviation sind, fahrt er fort, 

' ao lange* ea nocb biofe^KecHnation und die Abwei^ 

cbnng uabedeutend iat » sehr gering, ja ea treten keine 

Zufalle in der ^Eracbeinunghervor^ wenn die indivi«», 

daelle Senaibilitüt dea Uterus eine geringe iat^ iat aber 



; - 639 :.,-^ , •. ,. (■ 

4i^ Sensil^ilitäfc Iq diie^em Organe y^i^rwaltezid ii|id,^ein^ 
Reizbarkeit groJb» so entstehen auch selbst be^ einer 
\i9b«^eutenden Reclination . vd^ upgewöhnlicben 
Drcicke des mit ^der . hintern Fläcl^e^ auf dem harten 
Kreuzbeine anliegenden Uterus partielle Reacttonen in 
der sensiblen Sphäre dieser .Parthie, die sich durch 
etumpfe Schmerzen in, der Tiefe de^ Beckens» welche 
sich oft ^egen den Schoos verbreiten und mit einem * 
prangen verbvindep sindt d^rch Unverträglichkeit 
des Angriff hei der Exploration» zuweilen auch 
telbst durch B^chwerde beim Harnen und Stuhle» die 
aber mehr .auf Kra^o^f beruhen» veroffenbaren; ad 
dieser nervösen Reitzung« v^eni^ sie länger anbäjt» 
f^der durch unpassende Behandlung (mit erhitzenden 
KrampfmilteliO, oder vdiir!pk andere zufällige Ein wir« 
jungen (starke, .Bewegung t besonders schnelles und 
«Asanftea Fahren', harten Stul^l etc.) gesteigert wird» 
mvßuaat In ]l<v Fq](ge auch da^ Qefäbsystem Theil; ei 
bilden, «ich Congestionen,.jStQ<;kui|gen, Anschwellung 
gen in der gereizten Parthie^und ihren nächsten Um«) 
gebnngen^.die ge^9hnlich den Charakter einer, chro« 
mischen Elntzündnjig, ap sich tragen» ^Die Folgen einer . 
incomplettpn Aetrav.(u;sion aind:.Aufge4riebenheit dee, 
ganzen Uterus,, vermehrtes ^Gewicht und schwerere 
Beweglichkeit, daf Gefüh| einee listigen Druckes xtk- 
der Gegend des Mastdarms mit Beschwerlichkeit im 
Stnhlabsetzen. Die Folgen eines völlig umgebogenen 
Uterus, der ^eder geschwängert, noch organisch krank . 
ist, sind, da er ni|cht lange in dieser verkehrten ' 
Lage bleiben kanut ohne d^Cs seine vitalen Verhält« 



^ 640- ^ 

p\$8k krankbifit vtngeändert wfird^n: Harn« iini 
Stnhiterhaltung, äbnornpe firscbeinnDgen in der or« 
ganiacben und dynnmiscb^n Sphäre der Gebärmatteri 
ivelche rhetls die Vegetatio'n , tbeila die Function d» 
•elb^n betreffen t drängehder Sobmer^, grpfsere Aih 
Schwellung» Schwere,- Unbeweglichkeltf oft £nrzÜD- 
4ting und verhaltene oder doch gestörte Menstraatioo. 
. Hinpichclich der Diagnose ist e» oft acbvver za er« 
forschen» ^b die'fehlerhäFta Lage alt prinofäre oder ae- 
cundäre Krankheit, als Ursache oder/W irkung der am 
gegebenen Krankheitssjniptome zti betrachten sey, 
ein Umstand, der rück sichtlich auf die B^handfoug 
gar nicht gleichgültig ''i^t, Jeder organische Angriff 
auf den Uterus 9 d«r mit Aoachwetloiigt Verdickutag 
und Gewichtszunahme verbunden ist y Hege ihm eine 
gichtisetie, scrophtiföse, herpetische» syphilitische ^ 
eÄttündliche Ursache, Kongestion , ^yfti^i|[;osi^r> odet 
eine scirrhdse Metamorphose* zum Grunde | ist anter 
begünstigenden Nebenverhällnissen im Stande » ' eine 
KecYination als Polgekrank hett berbei^^uB^bren , und 
bitig^ged giebt eine Ulige dauernde,; oder durch htn- 
iStttretende schädliche Verhältnisse zu einem hohem 
Grade gesteigert« und yerachlimmerte AeoKnati«)n Ge- 
legenheit zur Entwrciceliing eiAes ^ästendes, welcher 
in Hinsicht auf die^ Erscheinungen , örllicbe und all- 
gemeine, ienem einer primitiven organischen Uebela 
ganz ähnlich und von der diagnouisohen Seite be- 
trachtet mit demselben identisch erscheint; Wo}lte 
man auch annehmen, dals die Anschwellung eines re- 
cUnirlen Uteröa aelt«n |enen Gra^ von (iärte erreiche, 



iSer einer scirrftöseu Auf treibung eigen tbä'mlich za 
aeyn pflegt y so darf hierbet nicht iibersehen werden^ 
Safs eV Icrankhafie Metamorphosen Jes^ÜterüS gicbt^ 
di« nichts von ein^r Scirrbushärte an sich haben, und 
doch' ihrer bösartigen Natur nach untier'die'cancröseii 
gehören, und dafs serbsf' die eigentliche scirrhuslt 
Metamorphose sun in ihrem ßegi'niien' nicht* immer 
gleich durch jene cha^rakter^s tische' Härte' veroffenbare^ 
iso wie von der andern Seite ein umgebogener und 
stark angeschwollener Uterus» wenn er sich einklemmt^ 
wirklich einen Grad' von Harte annehmen kann, der 
an Scirrhushärte gränzti, oder gar mTt ihr zuiammen^ 
falle Am leichtesten ist 'die Diagnose, wenn* die Ke« 
trovefsion plötzlich Im Gefolge aller jener allarmi« 
venden Erscheinungen, wekhe diesen Zustand charak« 
terislren» bei ein^ Individuum eintritt» welches frü- 
her nie an ^^nfälleo litt, die ein örtliches Gebärmutter* 
leiden in Anspruch zu' nehmen berechtigen konnten^ 
oder wo zwar durch einige Zeit ZuPälle dieser Art vor« 
' ansgiengen, deren deutlich ausgesprochene Charakte«* 
ristik aber (vorsagsweise die Beschwerden des Har« 
Dens) den Kenner Über ihre nächste HerkunFi in kei* 
Qem Zweifel lallet« Es ereignet sich nemllch höchst 
aelten» dafs da, wo die Betroversion von einer ander« 
iveitigeh' Metamorphose des Uterus bedingt ist, die 
Erscheinungen diesen raschen Gang nehmen. Tn den 
mehrsten Fällen dieser Art gehen durch längere Zeit« 
o/t Jahre lang, Zaßtlle eines bald dynamischen, bald 
organischen Gebärmutterleidens vorher , Ale eine viel« 
•eitige Deutung gestatten , ' unter welchen wohl JSe« 



— 642 — 

fcbwnrdeo im Stuhle and Ers^hcuimigeD » die a«f mm 
Hämorrhoidalleiden hindenten» eelten aber .die der 
RetrOTeriioo eigentbümlicben Hindenutae ioi Harne« 
Torkommen« Ein ziemlich iicberee CriterHun ^iekf 
hierbei die Exploratioin , wenn man nemlicfa darch d» 
eelbe keine «o abweichende Deviation des Ütenas aa- 
trifft,, alt man den itürmiechen Eiacheinangen nach 
▼ermutben iolhe« sondern einen in feinem Gewebe 
Teränderten^ aufgelockerten^ angeach wollenen, festen, 
schwer auf der hintern Beckenwand anfliegenden» 
beim Angriff sehr empfindlichen, nnd ilicht ohne Ver- 
mebrong der Schmerzen bewegbaren Utems, in wel- 
chem Fall man sicher seyn kanii , dafs man es mii e£r 
liem organisch kranken Organ zi| thon habe, und 
dafs die abweichende Stellang, desselben nnr eine spa- 
ter hinzagetretene Cot^plication sey« Bei solcher Be- 
wandhifs räth nun der Verfasser an, zur voUkommnern 
Diagnostik auch durch den After zu exploriren , ^nfamf 
aber, sich durch die scheinbare Gröfse aller Gegen- 
stände hierbei nicht täuschen ^u lassen, und das Uebel 
nicht für stärker zu halten • als es wirklich ist^ son- 
dern den physikalischen Grunddieses Phäliomenain dem 
Ueherscbufs des Volumen^ zu suchen, den die innerhalb 
deiC Scheide. gelagerten Partieen dui:.ch das Medium de» 
Explorationssinnes (vordere Wand des Mastdarms and 
hintere der Scheide) erhalten. 

Hinsichtlich der Behandlung der Retroversion verv 
wirft der Verfasser die Behandlungsart mancher Prak- 
tiker^ welche die ßepositiop für das erste |ind wich« 
tigste Indicatum ansehen und bei hartnäckigen Re- 



ll^Ui briiigen' zweier fi|tger, jj^ 4^r ganzen Hancl in di9 

^cb^tide pdj^r den M^s.tdarm niifsling^nt den Schaan^« 

r |fia(»orpelaebnit^ di^.Pi^pyctiqn /^^r ClebäriDnUer ^ und spr 

^ar deo B^a§K;h9c)i|iit^ ^pjratheo^ und e|aipfiehll die Ans- 

l«€^riH^g djßf^^tuhls ««i4i#? Harn8;(ia„:.w9 auc^ dieser. 

f^gleicji pj^iC^rdrücl^t ^t, ^(leK dppb pici^t frei fliefst« 

Hit dl« evvte*^ mchtig^te iin^^drjn^nd^te ImUcatlon*. 

^i^ fy^^^^fOkpg dpa Bämßl 8oU yermiitelät des Qaihn* 

t^ßf npfl >^^ de9 pt)iht^,da|cb aröffnende Klyatierd 

^ax^Qar^tep« Qder Gcif9v^rzeJL*I)ecoct mit einer ;^a- 

jkbat y(0^^ .Salz nnd Oel geschlelien^ un^ zwar^ w^ni^ 

einige Schwierigkeit i>^ ihrer ^n wen duiTg; stau fiqde^ 

.^KreU der Grund dea ^i9get)ogenen Uterus^ seb^^ciiwer 

aurde.m Miastdaroie aufliegt und ihn zusanoniendrück^ 

ipittelil längerer Bölir^p von Federharz» deoen t)eim 

£iQFi|hjren .eine eigene jand .solche Richtung geg<:beii 

i^iverde»,dffs man de<9 Qbstak^l ausweiche,^ und nach« 

^ kter erst >qod nicht eher, als bis so die ersten Ausl«ep> . 

rungeja.jSU» Stande ,g^kx>mmen sii^d, zu deq von 

Scb we^-gh'ättSjer eii^pfpbli^nen/.Mittelsalz^n überge?> 

galten werden , die na^4^n .Erfabrangei^ dieaeß nücb* 

a^meiiiQeobachters.hi^^-'das passendeste Laxaps abgeben 

und die .spontane ,Be|ipsittoh am be^immtesten ein* 

leiten eolien«. Inc)essen soll man, fahrt er warnend 

^.ft» aucb.sejb.st b^i 4^p,Anwendang der Mittelsalze 

^ VQlsichtig seyn , i^^em Verhältnisse eintreten können» 

wekhe ihre Anwendung bedenklich , oder auch wohl ; 

gariz nn-^iii^äsisig oaachen, danenilich wo die' Schmer« 

zeii ipi.Bauciie und iipfiecken anhaltend u»d heftig» 



^ ^-^ 646 *— 

\^öT^€th Sctithert handhaben tüfsif kihh di#'kuhf|f 
Hche Reposition aqF der Stelle Und üiit entad^eideoden 
JEIaadgfiffen ▼ei'^cht wei^den* m^ msig hnti gelingeo^ 
Oder Pflicht; Nur dürfen diei<i HAndgjriffd aadh MÜ 
nicht KU weit getrieben v/erdeni tnin ktlnh ent^mi 
Üche Reizung ±ü Terinlisseii , und nicht/da« beste^ 
liende Uebel durch «in iieues^ gefähHiditfiea ittt ver' 

isiehreiii ... 

.Dön Repo«iti«n»liähd^iff ielbst impfiektt der V«r» 
fasser' mit siwei Fingern dufcM die Öcbeidei ;oder| 
^o diese nicht zureicb^ü ^ durch deii Mastdat^iü zit 
machen f sich auch wohl iiet gfmzeii Hand zit tedie- 
Mn i wenn die Schäanal^piUe iacht kleih » de^ Eia^^ng 
Äicht eng^ die Textur hichl iä^esfi die GeathtecW 
iheile nicht sehr eiüpfiiidlich uhd die Frän^b nickt vä 

' iange Torher geboren haben > verw^il^ft 4ittch nicht ganz 
iinter gehörigen Gaütelen das irdth tusitscfaeh Staats^ 
rath Richter zU diesem Zweck ^eiiipfbhletie iljatero^ 
^ocblion« Osianders sogenaniites Ausdehniiiigsi^erk«^ 
^eug# womit. derselbe in dreri Fällen die Repdritiön 
b^Werksieliigt haben wiiU gesteht dcf Verfasser hiebt 
zu kenöen und dessen Worte fti dem Öeticht datübef 
nicht zü verstehen. Andere Hätfshandgfriffe teipfiehK 

< tf htiter Beobachtübjg der dabei eitltreteddeti üdd all« 
gcfohtteii Anzeigen und Gegenan^eigeti.i üls-z» E. ij 
d«s vori .Einige« arigeprie^ehe Hers bdrüdwit und 
tieräbzieheti des Muttermundes mittelst zweier Finget 
(welches Refcf e*it iilcht billigen kaftn j weil es thciW 
in vielen Fällfeti gar^nicht anwendbar ist^^ tfaeilä durelt 
$Urkt9 Hetatiiühttt dessiihW^icht eintf Se&kufr^ 



— Uf — 



. > 



äes Uterus bewirkt, theils wieder eine eigen thilmticti^ 
ft^hf^rbafte Lage der Gebärmutter 'hervojrbrin^en kann^ 
Wo der Grund läach binteil umgiibögeii und der Schöi«« 
denthell nach 'vorii herabgebogen jund so di^ Gebär« 
inütter gfeichsam geknfckt gefunden wird ^ analog 
derjenigen Lage^ die gewöhnlich A^o^ia^l(7 uteri ^e^ 
nannt wird, wo mai)*deti Grund nach Vorn und den 
Scheidenthell nach hinten 'herabgeaienkt antrifft,;) 2X 
das Von Lohibeier Wäbrend delrRepositidn enapfoh* 
lene Manuale, die llnk€ Hand dicht Über den Schaam«« 
knochen auf den Bauch zu legen 'und dtfrch eineti 
Sfuck gleichsam «efnd L^ere^hier tu, cdachen (durch 
Hinaufschi^büng der Gedärme) und, dabei mit de^ 
Fingerspitaten einigermaafsdii auf den Mutteroitind 
zu wirken^ ihn heirabzudrückeii odet wenigstens zu 
fixiren (ein vom Verfasser, genannter zweckmäfsiget 
Handgriff) ; 3) pMe zweckmäfsigö KörpeHage der Lei- 
denden , bestehend in einer starken f längere Zeit hiii'« 
durch Tag und Nacht streng beobachteten « SeitenlagO 
' mit erhöhtet Becken und niederm vorgebeugten Ober- 
leibe; 4) die knieende Bauchlage mit erhöhtem Beckea 
während der Verrichtung der Reposition (zwei LageO|^ 
welche auch der H'^ausgeber diesea Journals schon , 
seit langer Zeit und nicht, wie der Verfasser irrig 
glaubt^ blo» zu dem Zwecke empfiehlt, um eibem^ 
Bückfalle der schon reponirten Gebärmutter vorzu- 
beugen, — « vergleiche dessen Handbuch der Fl'auen* 
zinofmerk rankheiten xr Bd. 2te Ausgabe xSfil S» ^4^ 
und dessen Lehrbuch der praktischen Entbindungsr. 
kund«» 18111» S. 177 -^yv 'S) Die Ap^Ucatioa eine« 



-\ 



. / X — 648 — 

Petaarlamf oder .das Einbringen, eint« mit einem lei» 
nenen oder seidenen Ue;berzuge versehenen Schwamnu' 
aftcb der Beposition^ um einem Rückfall vorzubeugen« 
Hinsichtlich des Schwamms k^nn Referent nick 
umhin, das vom Herausgeber empfohlene Ein füiim 
desselben mittelst eines Stäbchens etwas naher za be* 
echreiben» um für die ^olge die fi'agenden Zeichen 
entbehrlich a^a machen. Ein glattes» riinde« Sräbchea 
von Tischbein ncmlich» von der Stärke und Länge 
eines starken Gänsekiels v Welches an dem einen Ende 
sni^espitzr, an dem andern abgerUiidet ist^ wird mit 
dem Spitzern Ende ^soweit in den cylinderförmigeii 
8cl)wamm eingestochen » dafs oh^ngefähr am Müdem 
Ende des Schwämme ein ^Massebestand Von einem htU 
ben Zoll undurchstochep bleibt | jetzt wird nun das 
Stäbchen wieder herausgezogen ^ und mit dem andern 
abgerundeten Ende in das gemachte Loch eingeführt ^ 
damit, wenn ja der Schwaokm mürbe sejft und wäh<» 
jend des Einführens durchstochen werden sollte^ die 
hintere Wand der Scheide nicht verletzt wird* Die 
Einführung des Schwamms selbst geschieht auf dem 
Zeige* und Mittelfinger ganz auf die Art, wie sie bei 
der Retroversion der SchVangem im sSSsten §* des 
erwähnten Lehrbuchs der Gebörfshülfe angeführt wor« 
den ist, jind zwar so hoch» als es die Kranke ohne 
viel Schmerzen erdulden kann; drauf wird der Dan* 
men derjenigen Hand, deren Finger in di^ Scheide 
eingeführt sind» an das untere Ende des Schw^mmes 
angesetzt und dieser wählend des Herausziehens des 
Stäbchens eo in seiner Lage tarückgehalteu^ and nun 



— 649 ~ 

4T$t ^jerdexi die eingeführten Finger behutsam ent- 
fernt« Den Schwanam bringt aber der Herausgeber 
flicht allein etat nach der tieposition .des Uterus ein f 
sondern auch» ' Wenn keibe Coätraindicatiou wegen 
kntatündung und krankhaft erhöhter Empfindlichkeit 
der Theile etc. da is^^' vot der Reposition^ u'nd zwar 
tiiit einem Absud erliveichend.er und ' beruhigender 
Krauter I der Herbt AUhaeaa Cicutäep tifoseyami etc* 
getränkt^ um sich dadurch nebst der BaUch • und Sei« 
^enlage die Kepositioil vortub^reiteii und zii erleicii« 
tern , ja in Tielen Fällen wird diese alleiti dadurch be- 
wirkt # und nachher wird erst^ wie leicht einzusehen 
ist^ voil einem Aufgufa der afoinätischön Kräuter oder 
einer Abkochung der Üeri. Sahiäe ^ ßof, rosar^ ''^^''•t 
eorC. salie, querc^ chin^ Gebrauch gemacht , um die 
T^heüe zu stärken Und zu8ammen<21uziehen und eine 
iieae Retrolrersion zu yerhüteii. Das Einführen det 
SchWamnäiä mittelst dieses Stabchens ist viel leicfhter^ 
2ll6 wenn er eingedreht^ oder, um ihn steif siü machen^ 
mit Faden umwickelt Wird, iind kann damit weit hö« 
her gef^iihrt werden ^ als ohne dasselbe» und zugleicli 
so als R^€hter*«ches Hypomocblion dienen. Üebrigens 
•tioimen dte Beobachtungen des Referenten mit denen 
des Verfassers gant überein »- dafs nemlich solche lei« 
dendcf Frauenzintfmer von selbst eine Lage nach ^orn 
:eu. ihrer Erleichterung wählen ^ er beobachtete in ei« 
iiem Falle die incomplette Retroversioir bei einem 
Mädchen von lä Jahren» dia^ sich noch des tin verletz- 
ten HymdnV zu erfreuen hatte uofd wegen Unordnung 
10 der Menstruation und daher rührenden Beschwer« 
SiMMOtvä Journtä, lll. Bd^ 3# St, v "$' i / 



-- 650 — 

Aen ntn ärztiicfae Hülfe nachsuchte^ und allein durch 
die angegebene Lage binnen kurzer Zeit von der Ee« 
troversion , den Anomalien der Catamenien and aller 
daraus eutspringenderi Leiden geheilt wurde. Dil 
Pessarium) sej es nun das vom Verfasser empfohlett 
Levret*sohe alten Styla oder ein anderes» vervi^irft R^ 
ferent, well er davon achr üile Excoriation and Ge< 
schwüre, Stockningen der freien Ckrculation^ Callosi« 
täten der Scheide^ ja selbst förmliche Incruätationen 
desselben, beobachtete. 

Der Erfolg dieser von r bis 5 angeführten Mali- 
regeln # wenn sie lange und genau beobachtet werden, 
sagt achlüfslich der Verfasser, kann nun ein dreifacher 
seyn : die Betroversion wird entweder blos in den ge- 
hörigen Schranke^ gehalten, oder 'si^ wird nach und 
nach vollkommen gehoben , oder sie geht in das ent- 
gegengesetzte Lagenverhältnifi»» in die Vorwärtsben- 
gurig der Gebärmutter (antepersio uteri) über» wovon 
er einen Fall bei einer ^Dame beobachtet zu haben ver« 
eichert» die schon mehrere Geburten überstaüden, 
dünne, schwache, und zugleich sehr laxe Gebilde 
nebst einem weiten Becken hatte, an einem habituef« 
ten SchleimfluFs der Scheide mit einiger Äntreibuog 
der Gebärmutter litt, die nach erfolgter Abschwellnng 
eine solche Beweglichkeit erhielt, dafs äie , durch die 
ununterbrochen ^^ngewand ten Behelfe stets zum Au& 
steigen sollicitirt, sich zuletzt mit dem Grunde nach 
vorwärts warf» und gewisser Mafsen um walzte« 

.Den Schlufs machen zur Beleivcbtung und Be- 
gründung des Vorgetragenen 1 1 Geschichten von ver- 



sdbiedeneirFSIleh der Retroversio'ii , (die sehr vier LicHI 
üljfer das V Ganze verbreitjeti nnd das Vorgetragene des 
Verfassers sowohl, als selost das dagegen vom Refe- 
renten Gesagte hinlängUcli bestätigen, vorzüglich >dec 
vierte Fall, wo der Verfasser ^ur gröfsten Erleichterung 
der Kranrken selbst einen Schwamm einbrachte, aber 
irriger Weise, wie er selbst eingesteht , mit aromati* 
sehen Kiräutern, und nicht, wie es vor der Hand» 
weil ^ie RepositioaDOch nicht gelungen war, mit er- 
'weichendeii untf' beruhigenden Kräurem getränkt, dem 
er zwar nachher dasLevret'schePessarjuni substimirte, 
aber mit grofsern Beschwerden für die Leidende/ die 
es daher bald wieder entfernte, und sich nun, gewils 
aus mehr als blosen Frauen zimmer-Moti« 
Ten, denSchwamnä selbst ein brachte und damit nebst 
. der empfohlenen Se^itenlage die Retroversion glücklich 
beseUigte« " s 

Die diesem Werke beigefügten ^Beobachtungen 
' iiberdie Varwärtsbeugung des U ter us^endlich 
beweisen, dafs diese Deviation p obgleich vpn Manchen, 
. z« E.'iiohmeier'n , geläugnet, ivirklich unter eigenen,' 
wiewohl seltner eintretenden Bedingungen entstehen 
kanuy woran ter^ dem Ye^fasser, die zufälligen Ein* 
fiüsse abgerechnet, ein stark inclinirtes Becken, ein 
Jockerer Zusammenhang des Uterus mit der Blase, eine 
höhere Lage der Donglafs'schen Falte, und überhaupt 
eine besondere Modification des Bildungstypus die 
i wichtigstisn zu seyn seheinen. Die Erscheinungen sind 
dieselben , wie. bei der Retroversion, Verhaltung des 
Urinaujad Stuhlgangs, Unordnungen in der Menstru« 
^ T t 2 . 



. -r 65« ^ 

BÜonf AoFgftriebenhciC de» Uternt doich Slonuig der 
freien Circulaf ion ^ erhöbte SenribilitäC und dergl.; 
die Diagnoee besteht dario^ dafe liier der Uterai 
mit ^nem Grimdef oacb Torn^ mit dem Sckeidfl' 
theile.nacfa binteo gericbte.t Ist; die Progtiose hiof 
dayon ab', ob der Uterus gesund oder krank und die 
Dislocation die protopatblscbe oder dentefopatbifdtf 
Krankheitsfbrm ist', und darnach richtet sich and 
wieder die Behandlung y wefcbe gaqt analog derj^ 
nigen de? Znrückbengung nur im umgekeiurtes 
Verfaältnifs ist:' Rückeik läge mit erhöbtemi Kreuz» ßlut« 
i^el» das Einführen eine^ Schwamm» niach rornb^Wl 
.tUie Schaambeiao u» s. w«. 



- 653 - 



i n . 1.1 j i ! ■■*— w— ^w^ipp— *i^ 



\ ^H^eige und Würdigang 

neaer ßchrlften 

|iiber 

k ü n s jt 1 i c h e F |r ü h g e ]b ii f !:• 

j^ocfi Dicht 60 gar ^eit liegt fiie /Zeit liioter nna, in 
der die GeburtahielFer sich nur ^a oft in die triaürige 
Noth^endlgkeit ver^etzi sahen , zu Operationen za 
'schreiten ^ bei denen sie die Aufgabe ihrer JKanst nicht 
nur nicht erfäliten, eondern ip denen gr^dezn das 
Zernichten des einen oder beider Wesen ^ die |ede^ 
n^al zugleich Gegenstände ihres Handelns sind, lioth« 
wendig bedungen lag. Die genauere Bekanntschaft 
mit dem, was die Natur vermag und der ausgedehn- 
tere Gebrauch, den manfron d.en weniger schädlichen 
Handthiernngen , besonders der nicht genug ^u prei* 
senden Zange» ^u inachen lernte, setzte die Geburts* 
hülfe in den Stand, ^äen Gebärmutterschnitt und das 
gräuliche Enthirnen odei; gar Zerstückctln des Kindes 



• t 



in immer cngeTC GTjrnzcnzorückrudrangcn; aber ganz 
entbehren konnte -man dieaelben' nicht ^ und läür zu 
oft wurden aie buher noch noth wendig , ale^dab 
nicht Jeder den ihm in vielen Fällen bei engen* Becken 
zur Kettung von Mutter und Kind zugleich dargebote* 
nen weniger gefährlichen Ausweg mit Freuden auf* 
nehmen sollte» Dieser ist die künstlich eri^egte Früh« 
geburt. In England gegen die Mitte des vorigen Jahr- 
hcfnderts erfunden, ' dort vielfältig besprochen und 
glücklich ausgeübt » wurdls man in Dec|tschland , aber 
ohne dafs Jemand weiter darauf öffentlich Rücksicht 
' nahm, zuerst im Jahr 1800 in den Altenbui-ger AddB" 
len, dann vor wenigen Jahren ernstlicher und dringen' ' 
- der durch Fr ariep und Wenzel , welcher ieizlete 
sie lauerst unter den Deutschen verrichtete, a^B diese 
Operation aufmerksam gemachi, nachdem schon 
Weidmann fast zugleich mit den Engländern ein cler 
Idee, aber nicht ^ier Ausführung nach 'gleiche« H^il« 
verfahren, nämlich das sogenannte ^ceouchemeni^ Jorci 
vorgeschlagen hatte. Seltdejn würde, wie nipht anders 
zu erwarten, über diese Angelegenheit von Freu adea 
und Feinden Vieles öffentlich verhandelt, siber jene 
haben zu sehr die Erfahrung für sich, als dafs ihr 
^aher Sieg nipht vorauszusehen seyn dürfte. 

Aelterer Arbeiten ist .bereits dn frühern Heft^o 
dieser Zeitschrift von demi Herrn flerausgeber dersel- 
ben Elrwähziung geth^n >yorden; hier ein Beriebt 
über drei neuere Schriften ^ welche einzig diesem Ge* 
genstande gewidmet sind. 



j 



BeroUni: Jo. Oo4. Im. Quil, Harras^ Magm 
debur^ensiu^ de parfu per paracente^ 
sin ,op£\ aempes^ipe eli^ienda. Diss^ 
inaug^ .puilice deßendenda die X^X.. 
nepbris, MDCCCXIX.8. S, 58. 

Eine noch vor dem Erscheii^en von BeJsinger'a 
Werk gedruckte fleÜsige Abhandlung» deren Werth 
haupf sachlich in der Geschichte einer von Siebold 
nnteroommenen» ^hier in erwünschter Ausfübrlich« 
keit gut erfisablten« Frühgeburt besteht (vgl« S. 407 — <* 

' 41g dieses Heftes) und in dieser Hinsicht besonders ist 
sie ein nicht unwichtiger Beitrag für die Geburtshülfe,. 
da genaue» all^ betreffenden Verhältnisse berührend^ 
Bet^bachtpngen zur 3eleuchtnng*dieses Verfahrens noch 
eehr mangeln. *' , '* 

Voran geht eine kurze Uebersicht des Geschieht« 
liehen der künstlichen Frühgeburt ^ worin behauptet 

'ivird) dafs schon frühe Loder dieselbe gekannt» in* 
^ dem er in seinen Vorlesungen in Jena oft gesagt habe» 
er kenne eine ganz zuverlässige Art, eine Frühgeburt 
zu erregen» nehme aber Anstand sie bekannt zu 
machend Dann folgen einige verständige Betrachtun- 
gen über die gedachte Operationsweise und zur Be* 
leachtung der Indication zu derselben werden aus von 
Siebold 's Erfahrung 3 Fälle mitgetheilt» in denen 
die Erregung einer Frühgeburt angezeigt (gewesen 
wäre * zwey bei Frauen welche wegen eines obgleicli 
nicht sehr verengten Beckens mehr^remal ihre ausge* 
tragenen starken Kinder todt zur Welt Sracbt^i und 



Augsburg und Leipzig: Di^. kiinsUiche 
Frül)geburc als ein wichtiges Mittel in 
der Ep'tbiiiciupgo^un^t und vor^ügUch 
V als Beitrag ^ur Cb9ralLterisCik der 
englischen Geburtsl;tü)fe historisch 
und kritisch dargestellt v. ]>r. Franz 
Beis'inger« Prof essor tind Diref^tor der 
chirarg. Klinik an der Universität 
Landshut. Nebst Abbildung .eines ein- 
fachen Instruments» um die Lungen 
schein todter Neuj^ebomer mit einer 
reizenden die Wiederbelebung begün<T . 
stigenden Luft zu füllen. 1826. S, XXIV 
u» 56o in 8* ■ . ' • 

Nachdem der Verfasser ip der Einleitung dieser 
febr fieifsig upd mit besonnener Prüfung bearbeiteten 
möglichst Toiiständigen Monographie die Besorgnisse 



WO bei der eitfen wegen C^ictit^Bn^hme 4er rorgeschla* 
geneh künstlichen Frühgeburt mjigere Kost und geeig« \ 
nete Arzneien .zur Verminderung des Wacliathams 
' der Frucht vergeblich angevyendet wurden ; im dritteo 
FiHe , wo bei einem geraden Durchmesser des Kipgiiog^ 
von 5^( und. starkem Leibe sich vielleicht IVfancfaer zur 
Erregung einer Frühgeburt veranjafst geglaubt iiätte, 
erfolgte sehr leicht zu rechter Zeit die (rebixrt von 
schwachen Zwillingeii^ , 



iderjentgei) , welche groCse Mifobräache TOn der Se«^ 
Jcanntwerdung dieser Operation sv^eise fürchteti , s^u 
beieitigen suchte , geht pr zu der Geschichte def künst«^ , 
licbeD Frühgebart über» die er um $p ansführiicher 
(v. Ö, is^r^jj) tiud' genauer lieFern konnte » als er 
-während eines längern Anf^P^hahes |n England an c|^r 
reichhaltigsten Quellf acbppft^p» 

Sie beginnt mit. eii^er^^^P^sia, (aas deren Wer« 
ken A^tina Aasziige liefert) wetche^Vorschläge 
machte, wie eine zun^ Gebähren ifntatigUdie, aber 
leichtainnigerweiae schwanger gewordene ^ratf sich 
zu verhalten habe, um ihrer Frucht loszuwerden und 
springt dann sogleich ^uf die Engländer Mac^ulaj^ 
und iit\lyimhhti^56^b€tf^^^ nian ron diesem ' 
erst die Nachricht von zur Erhaltung des Ktndes glücke' 
lieh bewirkten Frühgeburten besitzt / welche man vor- 
her nicht anders» sIs durch Tödten desKipdeszu volU 
' bringen wofste. Mit grober Belesenheit werden als^ 
dann die Gegner und Anhänger dieies Verfahrens, be« 
«ond^rs unter den Engländern , bis zu den neuesten 
Zeiten aufgefilhv^und zum- Theil Auszüge aus ihren 
betreffenden Schriften geliefert. ' Diesem Tbeile'det 
Abhandlung ist eine äufserst zweckmäfsig eingerichüetsi 
/tabellarische Uebersicht aller bis jetzt bekannten küost^ 
lieh erregten Frühgeburten angehängt, deren Zahl sich 
auf 74 beläuft und die mit einer einzigen- Au^rijihme, 
glücklich für die Mutter ausfielen» von den Kindetit 
kamen 5o todt zur Welt und von den 44 lebend G^m 
faornen wurden bestimmt 20 längere Zeit ao) Lebete 
erhalten 9 nur von 3 weifs man gewifs , daf« sie kura 



Btch der Geburt sUrben , über dat fernere Schicknl 
der 21- übrigen lebend Gel^ornen schweigen die unvoU« 
•tändigen Berichterstatter. 

Der folgende Abachnitt enthalt die Bescbreibnng 
der.künatüchen Frühgeburt ab Operation; (v.<S. 78-- 
119); die verschiedenen Arten derselben » welche frei- 
lich nur wenig von einander abweichen können , wer«' 
d^n ausführlich angegeben und gewürdigt« Für die 
. Wendung und den Gebrauch der Zange gelten dieeel« 
ben 'Anzeigen« wie bei der zu gehöriger Zeit und 
durch Selbstthätigkeit des Uterus entstandenen Ge* 
burt, mit welcher überhaupt die künstliche Frühge« 
b^rt einen übrigens ganz gleichen Verlauf nimin^ 

Bei Gelegenheit, wo der Verfiisser von der Be« 
bandlang der Meugebornen spricht, schlägt er eine 
neue sinnreiche Vorricht^ung zum Lufieinblasen vor; 
es ist diefs eine ovale hölzerne Öüchse oben mit einer 
"abgerundeten Oeffnung zum Ansetzen des Mundes, 
unten mit einem trichterförmigen Ende und einge« 
ichraubtem Röhrchen zum Einbringen in des Kindes 
Uundhöhle versehen; jn der Bü^bs^efindet sich ein 
feiner mit erwärmtem Weinessig oder andern flücbti« 
gen Mitteln angefeuchteter Schwamm , dpr ao' einge- 
bracht werden solf, daf&er einen voip obern nach dem 
Untern £nde der Büchse gehenden Kanal bildel. Ver- 
mittelst dieser Vorrichtung wir^ nun die Luft, die sich 
mit den im Schwämme befindlichen flüchtigen Mitteln 
vereinigt und dadurch geizender wird ,\in den Scheinto- 
den eingeblasen : ob der Verfasser schon Georauch da- 
von machte » wird nicht angegeben y aber Vorsteher 



-von £nt])indang6aiistalteti- za wied«i4ioIten Yerancfaeii 
aufgefordert und es wäre sehr tn wünschen, dafs die» 
geschähe; schwer dürfte es seyn, den Schwammka«^^^ 
nal immer gehörig offen, za Erhallen, ohne ihn za 
^weit zumachen, und es mag ein starkeir Atbemz^ig ' 
erforderlich «eyn, ^oi die* Luft in gehürigel^ Kraft ei- 
4 nige Zeit lang durch einen ungleichen , . pof ösen 
Schyirammkanal zu slofsen* 

Mit yor^ügUehem Fleifse und umsichtigejr , gründ«': 
lieber Beurtheilung sind die übrigen Abtheiiungen • 
dieser Schrift, die ,,kritiseh.e Untersu cb^un* . 
gen der schädlicheo und yortbeilbaf ten 
Seite d^r künjitlichen Frühgeburt,«* die 
,)XJnt)ersuch^nge.n überAnzeige.d zurkünst*' 
liehen Frühgeburt** und die „Würdi'^ttng. 
der bisher bei Enge des Beckens. scbwange« 
r6r und gebärender Weiber angewendet 
t.e Q »K u n s t m i 1 1 e 1 ^* abgehandelt« 

^ Di^ von verschiedenen Seiten mit vieler Sorgfalt 
geg^n" diese Operation zusammengejbrachteifi Einwürfe 
wexdisnAex Reihe nach aufgeführt und gründlich wl* 
derlegt oder theilweise zugegeben« Die hauj^tsäch« 
liebsten sind: 

eine bestimmte Periode der Schwäi^» 
gere'chaft »Is Operations*Moment ist äos« 
., serrc schwer auszalmitteln* Mit Rdcht wird 
^dagegen erinnert, dafs diefs in den allermeisten Fäl« 
len doch so gar schwer nicht sejr und die verschiedenen 
bewährten. Mittel deir Kncifit zur Bestimmung einer 
Si^hwai^gerscbaftsperiode vereinigt doch schon ein 



~ 66o ^ 

ziemlidi sichert Resultat ^-Betondevi in deir"' letzten 
Monaten^ liefern und ein irrthom von wenigen Ta- 
gen ist eben nicht so wichtig. 

Der richtige Zöitpnnkt znr Ans Führung 
der Operation ist schwer zu bestimmen, 
denn die Hindernisse, welche ds^8 Beoki^n 
der Geburt entgegenstellt, sind eben so 
verschieden in den einzelnen Fällen, als 
es die mehr oder weniger rasche Entwick* 
Inng des Kindes ist, Wohl wahr, aber man 
rechnet hierbei, wie ja auch zu den übrigen geburts- 
bülflichen Operationen erforderlich ist^ auf, einen nn« 
sichtigen, Renkenden Geburtsthelfer, der jeden Fall 

^ ah einen besopdern n<ich* ^llen seineii Verhäitniateu 
zu würdigen find diesen gemäfs den passendsten Zeit« 
punkt au wähleil weifs Sogar häufig sind die Ab.- 
weichnngen im ^Entwicklnpgsgange des Rindes ^ben 
ßucl^ nicht und d^s BecJ^en kann man doch ziemlich 
genau ausmessen; ist es so eng, dafs man ganz früh, 

jWo man kaum Hoffnung zur Erhattung des Kindes 
haben kann , die Operation machen müftte , dann ist 
sie fach picht^ sondern dier Oebärmutterschi^itt ap^e« 

pie künstliche Priihgeburt trifft den 
Uterus in eipetn zum Gebähren ^9C,h nn- 
vpr))er#iteten .Zustande» es findet hier 
nic^t flie allmähliche £li twifck Iting, £r* 
, weichung, Erweiterung des Miitterhalseä 
und Muttermun^des Statt, wie selbst beT 
der von selbst entstandenen Frühgeburt* 



V 

]£iü Vorwurf 9 deir nui* devä Aeeouehemmt foroe zA» 
ten kann t ^denn. h^i ilejxi bjer io Rede stebenden Ver* 
iahr«Q geschieht nichts. weitei'^. als die Eröffnung der^. 
£f häute :, die Entwidklilhg^des Gebärmutterhatses bleibt 
lediglich der tsTatuir überlasseh » Wekhe sie allmählich 
innerhalb lat Standen bia etlichen Tagen zu Standp 
bringt. 

tieit aus tbeoreti^chen (jriinderi entnomiiteneil, 
H^hauplnng, als sey die künstlich erregte Frühgeburt 
60 höchst gefährlich für Leben und Gesundheit der 
Ii(ut;ter,t widersprücht gradeatn die Erfahrung selbst 
an Weibern , bei denen diese Operation zuns Sien und 
5ten Male wledethoit ivarde^ 

In wie v<7etjdi^8e# Verfahren für das Lebeu des 
k^i.ndea g^faKrlich sey» zeigt dfs eben angeführte 
Verhältt^ila der Todgebornen zu den Lebendg^ornen 
tmd am Leben Erb^ilten^n, welche^ noch günstige« 
äiusg(B{allen. seyn wütde, wenn nicht die meinen den 
angeführten Operationen von Engländern verübt worw 
den >^ären^ welche von der Natur .allzu'viel erwarte«« 
tenvund nicht zur recbtei)t Zeit die Zange anlegen oder 
bei fehlerhafter Lagö die Wendung iror^uB^hmen^ aicb> 
tatsciklossentf 

Auch die von dei^ möralis^k^ä ttdd t^cW« > 
liefen Seile, gemachten Einwurfe werden irotlkom^ 
tnen widerlegt ^ letztere init besonders gründlichet 
/Ausführung. Mit alldna Recht spricht sich der Ver* 
fa^er gegen den in den Gesetzbüchern vier zu weit 
hinaus gerückten Zeitpunkt aus, von welchem an erat 
ein Kind für lebens* und erb^fähig angesehen wird' 



— 662 - 

Er glaubt » man dürfe gar keine« beiümmten 2^tt|inokt 
ib allgemeine Regel für dieaea Verliällnifs feeteetzeo» 
da /die Entwicklung eines Kinde« in , wie auaser der 
^Sebarmuttery nicht imtaer denselben gleich raachei 
Gang verfolge and schlägt daher vort man aoUe ßt 
jeden einzelnen Fall die Bestimmang • der von einet 
gewissen Vollendung der Organe abhängigen LebenS" 
fiihi^eit dem erfahrnen Urtheile des Arztes überlassen. 
Von einem einsigen Manne dürfte doch wohl eine anf 
eo ansiehern Gr4lnden rahende J^ntscheidiiog nicht 
aasgehen, aber auch welch ein Zankapfel für ein Col« 
legiamt wenn das Uebergewicht der Gründe so ofria 
beiden Waagschaalen hin und her schwankt wad sb 
seifen recht bemerkbar die^eine niedersinken inac\it« 
Allen diesen ITngelegenheiten könnte man nach desRs« 
fercIntenMejnang, am besten dadurch susweicben« <)aft 
map dem Worte «^ lebensfähig *< keine weitere Bedeu« 
fang onterschöbe,' als wirklich darin liegt« Lebern* 
fabig heilst doch nichtSL anders, als im Stande eejFO 
mtt leben; womit beweist man diefs aber besser , als 
dadurch, dafsman eben lebt? Ein Mensch also ^ wei** 
eher in demjenigen Zustande , den wir einen Jebendi' 
. ^en nennen, zur Welt kommt , ist auch lebensFäJiiig» 
. mag dieser Zustand nun , etliche Minerte^ oder Tage 
odeir Jahre dauern, mag die Frucht aoch so kurze Zeit 
im Mutterschpfse zugebracht haben, cM« Möglichkeit 
2« leben hat sich durch die Wirklichkeit hinlänglich 
geoffeabaft. ^ 

Denen, welche die Erregung einer Frühgeburt 
darum nicht unter die Lehrsätze der Geburtshülfe auf* / 



■^ ■■.'.. -^ .663' - ■' 

ki«bme^ wollen, w^il sie leicht mögliche "MifebtSüche 
-fürchten, bjraucbt man • weiter nichts entgegen «ii 
«et2en als das alr«^ Sprüchlein : ahusus non tollH usump 
aber beistimmen tanh man Reisinger, wenn er dara^if 
dringt, dafs nie ein Geburtshelfer allein die Be« 
ütimmiing und Ausführang dieser Kunsthandlung vor«, 
xiehme* 

\ Was hat man nicht Alles dieser Opera tionp weise 
^cbon vorzuwerfen gewufst und was^ wird man ihe< 
nicht vielleicht noch vorwerfen ! Freilich ist es besser,, 
vrenn eine Mutter ihr Hind austragen und dessen £nt-» 
bi^dunggahz der Natur tiberhissen kattn^ kein Mensph 
läugnet ja diefs , eben sowenig als dafs ein 40 Wochen 
lang in de? Gebärmutter getragenes Kind mehr Wahr- 
scheinlichkeit zum Fortleben habe, als ein in der Sdsten 
Woche der Schwangerschaft gebomes : abet ausseror^ 
dentliche Fälle bedürfen der ausserordentlichen Maafs« 
regeln und diejenigen sind die besten, die uns unsern 
Zwecken, hier die Erhaln^ng zweier lebenden Weser^ 
am nächsten bringen. Sind etwa die Aussichten für 
Mutter oder Kind erfreulicher bei Jange anhältendeni 
kräftigem Zangengebrauch öder beim Schaamfugeä« 
schnitt oder beim Kaiserschnitt, oder' wohl gar bei der 
Bnthirnung und Zerstücknng ? 

Unter den Anzei^^en zur Erregung einer Frühge- 
burt gilt dem Verfasser für die hauptsächlichste viel-^ 
leicht einzige eine solche £nge des Beckens, welche* 
zwar die Geburt eines lebende^ ausgetragenen Hin» 
des ohne seiner oder. der Mutter Verletzung unmög» 
lieh xBachty wohl aber ^einem, Kinde lebend und der 



: — . 664 — 

,1 , 

öthif€tin tmbeschad^t den Daricb^ng stattet, tut 
dessen Ausbildang in dpt (Jebslrmaitter nar kyrzef« 
Zeitt doch weoigsteDs voile^'J^ Alonäte VerWc^ndet wor- 
den« ^^^ iofden übrigen Abschnitl^ä tfaeiH atich hier 
^er Verfasser mit grofser BeieseiiheU di^ Atisichten 
der Schriftstellei* .darüber^ Worunter be«londers Englän- 
der» im Ausatuge tait und Unterwirft sie! einer beson« 
nenen ruhigen Prüfung« 

IVIai dringt stark darauf # man sotfe bei id dei 
Schwangerschaft durch innere, oder äussert Ursache^ 
sicher- verstprbanen Siebenmonatkibderii oder aück« 
reifem Leibesfrüchten did BlaStf sprengen und W(ehetk 
2u erregen sncben* Abgesehen von der Schwieri^leiV, 
das Leben oder den Tod ^iner Fruc](it mk Ge^lkheit 
zu bestimmen^ ist der Aufenthalt eines abgestorbened 
Fötna in dem Uterus für die Mutter denn doch nicht 
so höchst lebensgf fahrlich ^ wie Mai aiiöioinit, dafa 
man sich gödfüngen fühlen sdlUö^ eine Frühgeburt 
%n veranlassen, welch« Mühe die Natur ohnehin ge* 
wohnlich M rediter Zeit aölbst ubernimme. 

Auch die von Englarid ausgegangenen Vorschlage^ 
tei schweren krankhaften Zufällen in den letztem 
Monaten der SchwangÄschaf t , wenn deren Heilüing 
bei fortdauernder Schwangerschaft unmöglich scheint, 
«♦ B. anhaltendem Erbrechen, Hnstep , ferner in Fäl- 
len, wo immer gegw das Binde einer sonst regelmafsi* 
g^n Schwangerschaft ohnö deütüche Ürsabhen Frost- 
anfalle entstehen, in Folge deren das Kiod abstirbt, 
und bei nicht zu hebender Zurückbeugung der GeMr- 
matter «ur Rettung des Kindes oder der Matter, zur 



^ 665 ~ 

Jheclit^ri Zeit etne* Friihgfcbqrt zu erregen j möchte $icii 
achwerlich einÄr allgemeinen güfistigeii Aufnahme tn , 
erfreuen haben: d ein jetj igen j Was R Aising er da'gej 
gen einwendet^ 't^ird gewifs jedeir Unbefangene bcfci 
Äiiiimi^n. « / ^ , 

Baadelocque stmst ein eifriger Gegner der künst« 
licheti Frühgeburt bei engem Becken, vvo er sie eiri 
Verbrechen nfennt, hält sie doch für eiiia Pflicht bei 
60 heftigen Bluiflüssep^ dafa nur dife Entbindung die 
SthV^angete vom T6de retten kann j aber in solchen 
Fällen ist der Verlauf einer durch bl<>f5en Wassersprung 
erregten Frühgeburt viel zA Idngsani und nur das ei- 
gentliche Accouöhement force kann hier Rettung" ver- 
schaffen, wo periculuvi in mordisi; wenn, aber ^ei^ 
Blntverlust nicht; so beträchtli^bi t^ind sthn^Il Gefähr 
drohend ist, mag wohl die künstliche Frühgeburt ihre 
Anwendung finden, da man ihren Verlauf ja durcM 
Ausdehnen des Mutteuuundes beschleunigen kann,^ 
Ivcnn die Gefahr dringender wird. 

Noch haben Mai und Osiander in der be- . 
träcKtlichen Veflängerung d6r STchwanger^schäft über 
die gewöhnliche Dauer hinaus eine Anzeige zur, künst« 
liehen Frühgeburt finden wollen, welcl^e hier nur in- 
sofern diesen Namen verdient, als die Geburt früher 
geschehen soll,- als die Natur des Individuums fordert. 
Beide finden sich aber aus ganz verschiedenen Grün- 
den zu diesem Vorschlage veranlafn, jener weil er in 
der tu weit gehenden Ansbildüng der Frucht ein be- 
deutendes Hindernifs der nachherigen Entbindung er- 
biickti dieser well er behauptet, da fa bei Verzögerung 
SiSMOLD§ Journali III. Bd. Zs St: Y ^ 



— 666 — 

der Gebart das Kind mei&tetia «bmagere^ was^ersüch-« 
tig werde und absterbe » w.elchea dann auch ftir dim 
Matter Rochst gefäbrlSch werde. Üeber die Nothwen- 
digkeit einer solchen Mafaregel kaoo für jetzt wohl 
nicht bestimmt entschieden werden ^*da Mancbe sogar 
noch das wirkliche , auf keinem Verrechnen beruhende 
Vorkommen von Spätgeburten bezweifeln » dieselben 
auf jeden Fail sehr selten sind and noch seltener mit 
Gewifsheit zu erkennen» 

Eine vorzügliche Bearbeitung erhielt deV letzte 
Abschnitt (v. 8,276—352) Würdigung der bis* 
her bei Ehge des Beckens schw,ange.rer und 
gebärei)der VVeiber ange\veadeten * Kunst^ 
mitteL 

Der Vorschlag durch einjs eigene Lebensweise der 
Schwängern, durch magere Diät, Pllanzennahrung, 
viele körperliche Bewegung, wiederholte Blutent* 
Ziehung und Abführungsmitlel^ das Waqhsthum und 
die Ausbildung der Frucht 2u beschränken # wird, als 
ganz unsutihaft und für das Kind und mehr noch die 
Mutter gefährlichi eben so wie das frühzeitige ^^^^ouirAe« 
mentforcd verworfen. '' 

Nicht so ganz Verwirft der Verfasser den ^choos^ 
fugenscbnitt, über welchen et die Akten bei weitem 
noch dicht für geschlossen ansieht; er m.eynt, den Ge- 
bärmutterschnitt könne man bei beträchtlicher Enge 
des'lfeckens freilich nicht damit ersetzen, aber er 
findet ihn mit Dubois bei einer Enge der Conjug« 
d(^ Eingangs von 2^ — . 5 Zoll P/ in Verbindung 
iaii der Zange angezeigt » wenn dies^ ohne Gefahr füi^ 



das Kind nicht allein genügt* t^och gröfsere Vortheile 
Verspricht er sich von ilieser Operation^ wenn der v 
£lingahg und die Höhle des Beckens in deir Richtung 
des schiefeiü- und Qüeil'*purcbmessers verengt ist» 
die ineisten Vortheile aber bei selbst bedeutender Vei> 
^n^rdng dds Querdurchdaessei-s im ßeckenatisgange^ 
^o dchon eint sehr mäfsige Ausdehnung der getrenn- 
ten S^haäoiibeirie hinreicht ; in dieser l^cztern Hinsicht 
täth^ sie auch £| ü bo ii dringend ab« , Allerdings sehr 
beherzigubgsw^rth ; dehn dem , Schoosftigenschnitt 
gierig es» wie so mancher anfangs mit Begeisterung 
Ergriffenen » aber dcfaniell wieder verlassenen Erfindung ; 
ihre Gegbci- haben, ihr nicht so viel geschadet^ als die 
tagenden Mirsbrätiche und unsinnigen Lobpreisciiigeo' 
ihrer Ultra -Anhänger. 

Vortrefflich aber keines Auszuges fähig, weil maä 
$öh9t alles abdrutkeii raütste» ist was der Verfasser 
über Perforation^ und ZerStückung, über diö Wendung 
tuf die Füfse^ die ZangeAentbiriflung und den Kaiser«^ 
ichniit '4agt. Ehre macht es | Reihern Herzen / dafs er 
iio wariti gegen den Leichtsibn eifert,* mit wK^kheni 
man oft die Perfarätioci vorsehlägt und ausführt und 
kaum nürJBlücbtig daran denkt,' dafs das Kind auch ein 
Lebeü habe. O^niBeferenteh war esimme^ uhfoegreiflich^* 
i^it max^ 30 viel dtreiteh lönhte^ ob t^xiA \^o üxah Per- 
jtoration oder Kai^ei^schniu vorziehen; ^olle; di^ Be- 
antwortung scheint so einfacbv Ist das 6^'cked Üö eÄg4 
dafs voni der .Zangö» i^ehh man nicht damit ddn i^opf 
des Kihdes'^ iusammendrückenf iind! d^ Huttei^ seht 
iOaiieti WiU^ Qicfalf ivt Erwarten hi und die ZpÜ iüi 



'Vcillffibrurg der^rühg'eburt Wurde nicht benutzt und 
es ist ^hohc Wahrscheinlichkeit für das Li^beiy des Kin« 
des vorhanden 9 dafnn iit nichts weiter zu than » als 
baldigst den Gebärmutterscbnitt zu machen) bat 
naan mehr Ursache, das Kind für todt zu halten, so 
mufs man dieses enthirnen. Aber, werden Vicfe sagen, 
wahrscheinlich stirbt die Mutter am Kaiserschnitt; 
aber, wird man antworten köhnen, ganz gewifi 
stirbt das Kind bei der Enthirnjang und es ist dem 
Zwecke der Geburtshülfe mehr angemessen, ein Ver- 
fahren zu wählen , bei welchem möglicherweise zwei 
Wesen gerettet werden können, als ele solches, wo 
eines no?hwendig zu Grunde gehen mufs. und das an- 
dere auch" nicht oline Gefahr ist. Bestimmfeii zu wol- 
len , ob die Mutter oder das Kind mehr werth sey, ist 
vermessen. Niemand kann eines Menschen Werth fest- 
setzen^ der nicht, wie Osl;»o«rne will und weit lau f- 
tig auseinrandersetzt, darnach zi^ berechnen ist, dafs 
die Mutter bereits erwachsen und geistig entwickelt 
•ey» das Kind aber nodh klein Und jgei^tig schlummernd 
und Vielerlei Gefahren unterworfen. , Handeln wir 
recht und lasaen Uns weniger durch die^vermutheten 
Folgen einer Handlung für dieselbe, bestimmen, denn 
sie stehen doch selten in unserer Macht; w^r bürgt 
uns dafür» dafs die Murtel*, der zu lieb wir heute ^in 
Kind gemordet haberi, nicht Morgen an einer Apoplexie 
stirbt? Von eirtigen Fexforationen war Referent Zeuge: 
man wollte deti Kaiserschnitt nicht mactieli aus zstrter 
Rucksieht für die Mutter» , hatte auch schon die Zeit 
vorüberttreichen lassen, in der er allein mit günstigen 



\ ~v 669 — ; '. 

' v" - ■ . ' - > . ■ ,■■-•"- 

HofFnungfin zu un^ernehnien ist 9 ucä dckeu^tesicb ?iuch 

^vieder, ein jebendea Kind^ wofür al Je Wahrschein- 
Hcbkeitwar^ anizübohrei). Was thatm^n ii^dieaer Ver- 
legenheit? — 'Man wartete, bis das Kind gewlfa todt 
zusaejn s'cliien und bohrte es alsdann an und glaubte 
sich nun frei von aller Schuld. Hat man etwas Bes^ 
sereagethan, alswenk? man es gleich anfangs angebohrt 
bä^tte? nein etwas Schlechteres, denn durch das lange 
Warten setzt man auch die Mutier in Gefahr, und e« 
ist keine OewisBenhafligkeit, nur Empfindelei, cia 
Kind , welches man doch zu jGrunde geben lassen will 
und darauf sehnlichst wartet, nicht lieber gradezu zu 
tödten* Völlends-abscheulichist der von Einigen, in 
.Deutschland namentlich Mpn.de, gemachte Vorschlag,^ 
da wodasBeckeri screng' wäre, dafs auch ein des Schä- 
dels und der Hirnmasse beraubtes Kipd mit der basis 
cranii nicht durch ifas Becken zh bringen sey, oder 
wenn da9Men8chengefühlsichsträube,ein vielleicht noch 
lebendes Kind anzubohren , jedesmal im^Sten bis 4t^n 

• Iftünat der Schwangerschaft einen aborlus Zm erregen« 
Sb war es nicht gemeynt beim Vpirsclilage der küo»t- 
lichen Frühgeburt, dafs der Geburtshelfer, • etwa wie 
der Hühneraugensclineiderzjum Wegnehmen derLeich- 
dörher,' alle Vierteljahr -ins Hauar kommt, uro der 
l^ausfrau den Uterus auszuleeren, wie Schlemmer 

^ von Zeit zu Zöit ein Brechmittel nehmen, um den 
Magen von den Folgen der ünmälsigkeit zu befreien, 
oder wie i^anche vornehme Ril 3er gegen di^ Mitte de» 
Mahlzeit ein Brechmittel einnahmen) um wieder von 

•* neuem an Tisch gehen zu könnea« Ist ein Weib von 

' ' ■ ?■ ■ ■ i 



— (S70 — 

^er Natar nicht zur Gebärerin beafimmri vermag et 
pie ein der Fortsetzung seines Lebens fähiges Kind zar 
Welt zu bringen ff so enthalte es sich von der Möglieb* 
keit schwanger zn werden 9 oder wage diefs auf eigene 
tiebensgefahrun^ lasse den Kaiserschnitt an sich naschen; 
diese Freiheit k^nn ihr Niemand nebnoen. Nur bei 
der ersten Entbindung dai^f es, tnejna ich, von der 
freien Wahl der Mutfer abhängen , ob sie sich der Ge» 
fahr des Kaiserschnittes aussetzen oder eine ihrem 
Kmde bestimmt tödtütbe Operation vorgenommen ha^ 
ben will i in dei^ allein^eisten Fallen wird sie das ersrere 
^orzieheif > >venn es ihr die Geburtshelfer nicht Bclbsp 
abrathen and die Operation so schreckhaft und nicht 
ploB üh sehr gefährlich • sondern gradezu tpdtlich dar« 
itellei^. Wenn $ie aber, trotz dieser JErfahrnng von ih*' 
rer Üntauglichk^it zfijn Gebäfen , abermals schwangjer 
werben sollt«) nnd sie bat den angerathenen Zeitpunkt 
zur künstliche^ Frühgeburt versäumt, oder aiicbdie^e 
ist mit der Aussicht auf Erhaltung des Kindes nicht 
^inmal'mpglichy so bleibt ihr bei der Wahrscheinlich» 
keit vom Leben des Kindes nichts weiter übrig, al« 
^en Kaiserschnitt vornehmen zu lassen > wozti man sie 
- im iK^rtnäckigen yVeigerupge falle sogar dqrch Festbin- 
i^^n zyiringen müfste, denn ein anderes freveil oses Ans« 
l^nnftmittel giebt es picht, freilich ist^s immer ein^ 
schwere Aufgabe für den Gebnrlshelfer, -so hart ent- 
sr.heiden za müssen und niederdrückend seinem Ge« 
müthe der Gedanke» um des zweifelhaften Le|)ens ei* 
nes Kindee willen , die IVIutter in so hohe Lebensge- 
fahr zu stürzen : darum sollte uns ein Kunstmittel 



" '., ; ' . — 671- — ■ '. ' - ■• ■ 

welcfaed das Yarkomcnen diesor trsLUtig^n VerhähnisM 
viel seltener 2^11 machen verspricht^ welches die grof^e 
Kl afc 'zwischen der Zangenentbindung und dem Kai- 
serschnitte auszufiii]e& scheint, darum sollte uns der 
Vorschlag zur Erregung einer Frühgeburl so willkom» 
inen aeyn : ganz zu verjverfen ist dieses Verfahren . 
sieht mehr» aber allerdings noch mancher Vervoll- 
kon(imnung fähig« ' ^ ' 

Referent schliefst die Anzeige dieses Werkes, -daa 
Niemand unbeachtet lassen darf, der sich mit der 
künstlichen Frühgeburt mehr als oberflächlich bekannt 
macheii wiltj indem er die wicht^g9ten Ergebnisse» 
welche der-Verfasset. ftus seinen Untersuchungen ziehtf 
hier zusammenstellt :' „Die künstlich^ Friihgeburt 
dürfte bei einer conjugata von 3 Zoll P. M. angezeigt 
ieyn, und mufsten früher schon Kinder m\t ungünsti«' 
gem Bau^ des Kopfes bei einer eonjugatä^ou 5^, Zoll 
durch die Gewalt der Zange oder des#Perforatoriums 
aufgeopfert wierden , so dürfte man die Anzeige auch 
auf dieses Becjcenverh'Mltnifs^ ausdehneri/' 

„Je mehr die conpigata unter 3 Z, sinkt, desto 
weiter mufs sich die Erregung der Frühgeburt von) 
natürlichen Ende der Schwangerschaft entfernen , de«to 
trüber wird *6it Aussicht für die Erhaltung des 
Rindes. Die gröfste Ausdehnung diesem Verfah- 
rens nach der Seite der höchsten Beckenenge hin 
möchte bei jeiner tönjugatä von a Z. 8—7 L. ihre 
Grenzen finden und der Operationsmoment dürfte dann 
auf den Anfang des 8ten Mondmonats fallen.«« S. 35t« 

9, Auf ^iner Seite grenzt also die künstliche Früh« 



ftcburt bei einer conjugata von 2 Zoll 8,-r- 7 L, 
ah den Kaiserschnitt, auf der andern Seite bei einer 
fonjugata Von 3 — 5^' Z. an die Zange und Wendung. ** 

^Darch Verminderung' der nornxalen Verhäitnisae 
anderer Durchmesser und Aperturen , besondera^anch 
durch Exostosen und andere Geschwülste etc. mag 
die Berücksichtignng der cönjugata als Anzeige zur 
Jc^ünstHchen Frühgeburt bedeutende Modtficatiopen ItU 
den. ♦♦ S. 552. . ^ ' • ' 

y^Da wir die Absicht habeii, die Kettung des Kin« 
des durch die künstliche Frühgeburt zu begünstigen f 
so darf ^elbe wohl* nicht früher, als am Anfange de§ 
iBten Mondmonats und nicht später äU 3 Wochen vor 
^em Ende des loten Monates erregt werden und die 
Wahl dieses Zeitpunktes wird von dep Graden der 
Beckenenge abhängen.** S. 556. 

,, Man würdige, da fs die Verzögerung einer v«r« 
sichtigen und unschädticben ßeihülfe z. B. mittelst der 
Zange zur Erleichterung des GebÜMktes den Tod äe^ 
Kindes bedingen kann und schwer lastet diese Schuld 
^uf dem Geburtshelfer. «♦ S. 358» ' ^ 



ff^ireeburgf: De partu pjae^abnrQ gen^ 
rät im et nbnTiulla de eö, arte le g i't ima 
jjroeuranda^ Auetore Adamo Ulßamer^ 
Med, Do'iftarß^ ^chölae obstetrieium 
JHerbipolensis repetftore ao insfituti 
pbstetriüii ibidem medieo asJii^ten^e 
1820. S. VI. n. 68 in ?. 



- ■■'^. 673 - 

Biese d*Outrepoxi^t gewidnaete -*) und ibit dem 
ecböaen Wahlspruche: „der Meifitei: i.ann die Form 
zer^|)rechen , mit weiser Hand zur rechnen Zeit«* er- 
echtenene gute Jnanguralschrift handelt von dem We- 
sen , den Ursachen, dem Verlaufe und den Folgen der 
Absichtslos entstandenen und von der Anzeige uqd Aus-' 
führung der künstlich erregteriJFrübgeburt. 

Wenn in der Einleitung Boejr unter den DeuN 
echen und Sacombe unter den> Franzosen ,a!s die 
vrahren Gründer der nun fast allgemein angenomme- 
nen natürlichen Geburtshiülfe so hoch gestellt wer« 
den, wie von Keinem je geschah > so böchten, was. 
jenen so sehr Verkannten, so Tielfälfig ui^d^ bitler ge- 
kränkten würdigen Mann betrifft, der leider nur zvl 
frühe sich vom Kampfplatze zurückzogt gewifs Vielö 
freudig dem Verfasser beistimmen ,^aber S 9 c o m b e * 8 
'Buhm wird durch dessen Charlatainerie * welche «ithte 
Wissenschaftlichkeit stets verschmäht, doch gar zu 
8ehr> verdunkelt., und dieses w'idrige. Betragen und 
die gröbsten Uebertreibnngen hemmten auch anfangs 
•eine Wirksamkeit bedeutend, da man, auch wenn 

^') Ich benatze diese Gelegenheit, dem Verfasser, einom 
meiner Aeif^igsten Schüler ,> vormaligem Assistenten und 
Kepetitor an der Hebammen- ^cliule und Entbiodnngs- 
anitalt za Würzburg^, wozu er norh von, der Königlich 
B^yerschcn' Regierung nach* meinem VorichLige ernannt 
wurde y hieroit för 'die Ehre der Dedication die&er 
Schrift zu danken, die er mir früher, vor ihrer Ersr.hcil 
nung im verflossenen Herbste 1820 , zugedacht ha^tt*. 
' Ich lehnte sie ab, und rieth ihm^ jene lieber seinem 
jetzigeir Vorstande zu widmen. 

per Heraufgeber» 



■ , -^ etH ';- • 

min mit ihm empört vrzt über dtn Leichtsinn mil 
welchem in Frankreich damaU zu den^gräfslichaten 
geburtahülflichen Operationen geschritten wurde« den- 
noch sich ichämen muFste ihm anzafaäagen und nut 
iiim für eine Sache einen Streit zo führen , dei\er 
anf solche Weise eingeleitet hatte. UebertriebeneaLob 
schadet immer» auch dem Gefeierten selber, darum hat 
der VeVfasser Unrecht , wenn er Sacombe undBo^r 
auch /noch das Verdienst anrechnet^ die Ausübung der 
künstlichen Frühgeburt veradlafst zu haben ^ da doch 
keiner unmittelbar etwas dazu beitrug und diese 
Operationsmethode ja erst zu einer ^eit in ai'gemei^ 
nere Aufnahme kam^ wo beide, nicht mehr fuc die 
Wissenschaft, wirkten^ 

Mit Recht widerspricht der Verfasser .d^r Behaup* 
tung Chan ssier 's 9 dafs erst vom 25sten Tage nach 
der £mpräf)gnirs an Abortas entstehen könne ^ und 
macht dagegen auf eine viel zu wenig beachtete und 
doth nicht so ganz seltene Art von Mifofall aufmerk- 
sam» weicher einige Tage oder Wochen nach deir 
Empfängnifs zur Zeit des alsdann mit heftigen Schmer- 
zen begleiteten Monatflofses als ein Abgang häutiger 
Gebil