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Full text of "Kann die civilistische Rechtswissenschaft dem Staate nützen? .."

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* Kann die civilistische Rechtswissenschaft ^ 

dem Staate nützen? , * 



AKADEMISCHE REDE 

ZUR FEIER DES JAHRESFESTES 

der 
Grossherzoglich Hessischen 

LUDWIGS-UNIVERSITÄT 

am 1. Juli 1908 

gehalten von dem derzeitigen Rektor 



\ AlEXAK 
Professor der Rechte. 



Dr.^ Alexander Leist 



Giessen 1908 

v. Münchow'sche Hof- und Universitäts-Druckerei (O. Kindt), Giessen. 



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Hochansehnliche Versammlung ! 

Werte Kollegen! 

Liebe Kommilitonen! 

Das erste Jahr im vierten Jahrhundert der Ludoviciana geht zu 
Ende, und der Abschluss lenkt den Blick zurück auf den Anfang. 

In tiefer Dankbarkeit gedenken wir der festlichen Stunde, in 
der der Allergnädigste Rector Magnificentissimus Seiner Universität 
feierlich gelobte, ihr auch künftig ein wohlgesinnter Schützer und 
Förderer zu sein, un«l <Jtjf, tjfyterstützt von der verständnisvollen 
Opferwilligkeit Sein er getreuen Stände, die erforderlichen materiellen 
Hilfen, wie nicht minder das volle Mass von Bewegungsfreiheit zu 
gewähren, ohne das eine für die Allgemeinheit fruchtbringende Arbeit 
in wissenschaftlicher Forschung und Lehre nicht möglich ist. 

Hat uns damals die Verheissung beglückt, so freuen wir uns 
heute ihrer Erfüllung. 

Das Versprechen unseres erhabenen Landesherrn bereitwillig 
einlösend, haben Regierung und Stände in reichem Masse materielle 
Hilfen geleistet, und wenn etwa in dieser Hinsicht noch ein berech- 
tigter Wunsch übrig geblieben ist, so wissen wir wohl, dass di6 
Materie auch dem besten Willen Schranken setzt. 

Uneingeschränkt durften wir die geistige Freiheit geniessen, 
die uns das Fürstenwort verbürgt, und auf die im Namen des Staats- 
ministeriums ausgesprochene Versicherung, dass die Grossherzogliche 
Regierung der Landesuniversität ein reichstes Mass der Freiheit zu 
eigener Kraftentfaltung einräume und deshalb bei der Besetzung der 
Lehrstühle das Vorschlagsrecht des akademischen Senats mit Ver- 
trauen anerkenne, hat schon das vergangene Jahr die Probe er- 
bringen können. Mit stolzer Zuversicht, aber auch mit dem Bewusst- 
sein einer hohen Verantwortlichkeit rühmen wir, dass im Hessenland 
der Wert der Wissenschaften und ihrer Richtungen nicht nach dem 
Nutzen gemessen wird, den sich die Leiter des Staates von ihnen 
versprechen. 



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Unter diesen Umständen glaube ich heute davon reden zu 
dürfen, ob die Wissenschaft des bürgerlichen Rechts 
dem Staate nützen kann. Denn wenn ich zur Bejahung dieser 
Frage gelange, so setze ich mich nicht dem Verdachte aus, dass ich 
meiner Wissenschaft einen Vorrang vor anderen Wissenschaften 
beilegen wolle. Sollte ich dagegen zu einem Zweifel oder zur Ver- 
neinung kommen, so brauche ich nicht den Vorwurf zu fürchten, 
dass ich den Wert der eigenen Wissenschaft herabsetze. 

Ich will von der Frage sprechen, ob die Wissenschaft des 
Privatrechts dem Staate zu nützen vermag, aber ich will diese Frage 
nicht abhandeln. 

Die Theorie des Privatrechts oder bürgerlichen Rechts ermittelt 
den Sinn der geltenden Gesetze, also jetzt in Deutschland des neuen 
bürgerlichen Gesetzbuchs, des Handelsgesetzbuchs und zahlreicher 
zugehöriger Gesetze, und sie bringt die aus ihrer Herkunft erläuterten 
Rechtssätze in eine systematische Ordnung. Dass diese Tätigkeit 
für den Staat, zu dessen grundlegenden Aufgaben die Rechtspflege 
gehört, nützlich ist, bedarf keines Wortes, und dem zuweilen auf- 
tretenden Zweifel entgegenzutreten, ob die Klarstellung und Zurecht- 
legung eines gegebenen Rechtsstoffes für den praktischen Gebrauch 
den Namen einer Wissenschaft verdient, kann hier nicht meine Ab- 
sicht sein. 

Darüber hinausgehend sehen die Einen die Aufgabe der privat- 
rechtlichen Theorie darin, aus den Rechtsnormen Begriffe und Grund- 
sätze abzuleiten, die dem Richter für jeden praktischen Fall die Ent- 
scheidung an die Hand geben. Andere verlangen, dass die Theorie 
die Lücken der Gesetzgebung durch Zweckerwägungen und Interessen- 
abwägungen oder durch eine philosophisch begründete Ermittelung 
des richtigen Rechts ausfülle. Es soll in dieser Stunde nicht erörtert 
werden, ob das eine oder andere Verfahren dem Staate nützt und 
zugleich als ein wissenschaftliches bezeichnet werden darf. 

Ich sehe demnach davon ab, ob und wie die Wissenschaft des 
Privatrechts den Staat in der Rechtspflege oder bei der Erfüllung 
anderer Staatsaufgaben unterstützen kann, ob sie insbesondere zur 
Mitwirkung an der Wirtschaftspolitik berufen ist. Vielmehr schränke 
ich die gestellte Frage dahin ein: Kann die Wissenschaft des bürger- 
lichen Rechts, die civilistische Rechtswissenschaft, wie wir sie im 



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Gegensatz zu der publizistischen Rechtswissenschaft, der Wissenschaft 
des öffentlichen Rechts, nennen, dazu beitragen, die Staatsordnung 
selbst sicherzustellen, kann sie für Leben und Gesundheit des Staats- 
wesens sorgen? 

Diese Frage wird gewiss von der grossen Mehrzahl der Juristen 
verneint — und wie sollte auch die civilistische Rechtswissenschaft 
für Leben und Gesundheit des Staates von Bedeutung sein können, 
wenn ihr Gegenstand, das Privatrecht, damit nichts zu tun hat? 

Dass aber das Privatrecht keinen Einfluss auf die Staatsordnung, 
den Bestand und die Wirksamkeit der Staatsverfassung, ausübt und 
ausüben kann, begegnet kaum einem Zweifel. 

Das sagt schon jener Satz, den das Corpus Juris Justinians 
dem römischen Juristen Ulpian in den Mund legt: öffentliches Recht 
ist das Recht, das sich auf den Status rei Romanae, frei, aber sinn- 
gemäss übersetzt, auf die Staatsordnung richtet, Privatrecht ist das 
Recht, das den Nutzen der Einzelnen bezweckt. Allerdings hat dieser 
berühmte Ausspruch, aus dem die Italiener der Renaissance doch 
wohl eher als aus dem Sprachgebrauch von Aurelius Victor oder 
Ammian den modernen Sprachen die Wörter stato, etat, Staat usw. 
zugeführt haben, manche Anfechtung erfahren, zumal nachdem die 
grosse Gesetzgebungsarbeit der letzten Jahrzehnte uns zum Bewusst- 
sein gebracht hat, welche volkswirtschaftliche Bedeutung dem bürger- 
lichen Rechte beiwohnt. Aber insoweit gilt doch das Pandekten- 
fragment noch immer Vielen als der Ausdruck einer ewigen Wahr- 
heit, als es besagt, dass im Gegensatz zum Privatrecht das öffentliche 
Recht für die Staatsordnung sorgt, das Privatrecht also damit nichts 
zu tun hat. 

Es ist auch wirklich über jeden Zweifel erhaben, dass das 
öffentliche Recht für die Staatsordnung sorgt, öffentliches Recht 
bestimmt über die Machtmittel des Staates und die Personen, in 
deren Hand sie zu legen sind — öffentliches Recht schützt aber auch 
den Bürger gegen Missbrauch der Staatsgewalt, und es sichert den 
Einzelnen einen Einfluss auf den Inhalt der Staatsbefehle zu. öffent- 
liches Recht verordnet, dass kein Gesetz ohne die Zustimmung der 
gewählten Vertreter des Volkes ergeht, und dass mit Gefängnis be- 
straft wird, wer einen Deutschen durch Gewalt oder durch Bedro- 
hung mit einer strafbaren Handlung hindert, in Ausübung seiner 



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staatsbürgerlichen Rechte zu wählen, oder wer Wahlstimmen kauft, 
öffentliches Recht garantiert, dass in der Presse die Interessen und 
Wünsche aller Kreise freien Ausdruck finden können. 

Was geht es dagegen die Staatsordnung an, wenn das Privat- 
recht vorschreibt, wie man Geld auf Hypothek leiht, für welche 
Mängel der verkauften Ware der Verkäufer einzustehen hat, welche 
Rechte dem Ehemann am Vermögen der Frau zustehen, oder wie 
Erbschaften unter die Verwandten geteilt werden? 

So wahr es aber auch ist, dass das öffentliche Recht vorzugs- 
weise der Staatsordnung, das Privatrecht vorzugsweise dem privaten 
Nutzen dient, so werden doch zwei Fälle zu der Erwägung anregen 
können, ob nicht auch das Privatrecht für die Staats- 
ordnung von Belang ist. 

Dem ersten Fall schicke ich, um die Erörterung ganz akademisch 
zu halten, voraus, dass das BGB. denjenigen, der einem Anderen 
gegen Entgelt Dienste zu leisten übernimmt, als den Dienstverpflich- 
teten, den Anderen, der die Dienste zu vergüten verspricht, als den 
Dienstberechtigten bezeichnet. Wer an dem Gebrauch dieser farb- 
losen Ausdrücke kein Gefallen findet und eine konkrete Vorstellung 
zu gewinnen wünscht, wird nach Belieben etwa an das Verhältnis 
des Rittergutsbesitzers zum Gutstagelöhner, des Fabrikanten zum 
Fabrikarbeiter, eines Konsumvereins zu seinem Lagerverwalter oder 
auch einer Krankenkasse zu dem Kassenarzt denken können. 

Nehmen wir nun an, der Dienstberechtigte stelle vor der Par- 
lamentswahl an den Verpflichteten das Ansinnen, er solle den Kan- 
didaten einer bestimmten Partei wählen. Handelt es sich um eine 
Wahl, die geheim sein soll und deren Geheimnis wirklich gegen den 
Dienstberechtigten gesichert ist, so werden wir uns, wenn das An- 
sinnen nicht von vornherein zu einem frommen Wunsch herab- 
gedrückt sein soll, vorzustellen gut tun, dass der Dienstberechtigte 
sich auf das Verlangen beschränkt, der Verpflichtete solle, damit seine 
Stimme nicht der Gegenpartei zufallen kann, überhaupt keinen Stimm- 
zettel abgeben. 

Welches wird der Erfolg sein? 

Kann der Verpflichtete leicht anderweit sein Brot finden, so 
wird er vermutlich dem Ansinnen mit grobem Hohnwort begegnen. 
Häufig wird das nicht sein, weil bei dieser Sachlage der Dienst- 



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berechtigte das Verlangen gar nicht wagen wird. Eher -wird sich, 
wenn die Arbeitskräfte dem Bedarf nicht genügen, umgekehrt der 
Dienstberechtigte zu einer Anpassung an die politischen Wünsche 
seiner Arbeiter genötigt sehen. 

Übertrifft dagegen das Angebot tauglicher Arbeitskräfte die 
Nachfrage, so kommt es wohl auch vor, dass der Verpflichtete 
charaktervoll das Verlangen des Dienstberechtigten ablehnt, auf die 
Gefahr hin, dass ihn seine Weigerung mit Weib und Kind brotlos 
macht. Aber leider spricht die Wahrscheinlichkeit dafür, dass er 
sich, wenn ihm nicht ausgiebige Unterstützung von Gesinnungs- 
genossen gesichert ist, dem Gebote fügt. 

Aber folgt daraus etwa, dass die Möglichkeit, ein Dienstverhält- 
nis zu politischer Beeinflussung auszunutzen, irgendwie von der recht- 
lichen Regelung der Dienstverhältnisse abhängig sei? Gewiss nicht. 
Im Gegenteil, von wirtschaftlichen Umständen, deren Wirkung hier 
und da durch individuelle Momente paralysiert wird, hängt es ab, ob 
der Dienstberechtigte solche Macht ausüben kann. Bei gleichem 
Privatrecht entscheiden im Wesentlichen Angebot und Nachfrage, 
Höhe des Lohnes u. dergl. darüber, ob der Dienstberechtigte dem 
Verpflichteten eine Abstimmung entgegen seiner Überzeugung mit 
Erfolg zumuten kann. 

Gehen wir nur noch einen Schritt weiter. Denken wir uns, in 
z.wei benachbarten Ländern erfreuten sich Dienstberechtigte der 
gleichen Art eines gleichen Überangebots von Arbeitskräften. Nach 
dem Privatrecht des einen Landes aber kann der Dienstberechtigte 
den Verpflichteten jederzeit nach Belieben auf die Strasse setzen. 
Jenseits der Grenze dagegen kann das Dienstverhältnis ausser aus 
gesetzlich bestimmten Gründen, zu denen selbstverständlich die Un- 
fügsamkeit gegenüber einer Wahlbeeinflussung nicht gehört, nur 
gegen Zahlung einer gesetzlich festgesetzten Entschädigung gelöst 
werden. 

Trotz der gleichen wirtschaftlichen Lage wird dort der Versuch 
eines Dienstberechtigten, die Abstimmung des Verpflichteten zu leiten 
oder zu verhindern, mehr Aussicht auf Erfolg haben, als hier. Wor- 
auf beruht der Unterschied? Auf dem Privatrecht! 

Ein zweiter Fall: In einem Verein, dessen Statuten alle Politik 
ausschliessen, wird eine politische Parole ausgegeben. Einer näheren 



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Bestimmung, an welche Vereine und an welche Parolen gedacht 
werden könnte, bedarf es nicht. Sollte aber die Neigung bestehen, 
die akademisch abstrakte Überlegung mit konkreten Vorstellungen 
zu verknüpfen, so möchte ich empfehlen, nicht gerade die Vereini- 
gungen ins Auge zu fassen, aus denen akademische Kreise ihre An- 
schauungen über Vereinswesen zu entnehmen pflegen. Denn in 
diesen Vereinigungen kommt es nicht vor, dass die Leitenden den 
Wunsch verlauten lassen, es möchten die Mitglieder an politischen 
Demonstrationen teilnehmen oder sich des Eintretens für bestimmte 
politische Bestrebungen enthalten. Solche Vereine unterhalten keine 
Vereinsblätter, die in oder zwischen den Zeilen für politische Be- 
strebungen Stimmung machen. In solchen Vereinen bildet sich nicht 
eine allgemeine Meinung dahin heraus, dass nur Zeitungen von be- 
stimmter Färbung zu lesen oder die Lebensbedürfnisse nur bei An- 
hängern einer bestimmten politischen Richtung einzukaufen sind. Im 
Übrigen mag zur Veranschaulichung etwa ein religiöser Verein oder 
ein Verband von Fabrikanten oder Fabrikarbeitern, von -Kaufleuten 
oder Handlungsgehilfen, von Guts- oder Hausbesitzern, von Turnern 
oder ehemaligen Soldaten gewählt werden. 

Nehmen wir also an, in einem unpolitischen Verein werde eine 
politische Parole ausgegeben. Inwieweit die Mitglieder dieser auch 
entgegen ihrer Meinung oder Überzeugung folgen, kann von sehr 
verschiedenartigen Motiven, wird aber nicht zum wenigsten von 
privatwirtschaftlichen Erwägungen abhängen. Kann der Verein 
seinen Mitgliedern keine die Beiträge aufwiegenden Vorteile bieten, 
so würden diejenigen, welche trotzdem mit politischen Zumutungen 
hervortreten sollten, vielfach nichts anderes als den Austritt der 
anders gesinnten Mitglieder bewirken. Das Gleiche würde vermutlich 
die Folge sein, wenn zwar die Leistungen des Vereins für die Mit- 
glieder einen höheren Wert darstellen als ihre Beiträge, wenn aber 
die andersgesinnten Mitglieder sich die gleichen Vorteile durch den 
Eintritt in einen bereits bestehenden Konkurrenzverein oder 
durch die Begründung eines solchen zu verschaffen vermögen. 
Ist das nicht der Fall, so wird der Gedanke, das Ansinnen der Ver- 
einsführer mit dem Austritt zu beantworten, um so seltener auftreten, 
je wichtiger oder unentbehrlicher die Leistungen des Vereins den 
Mitgliedern für ihre Berufstätigkeit oder für ihre und ihrer Familie 



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Lebenshaltung sind. In demselben Masse wird dagegen die Erwägung 
zur Geltung kommen, ob nicht die Gefügigkeit gegenüber den 
Wünschen der Leitenden der Gefahr vorzuziehen ist, dass den 
Widerstrebenden die Leistungen des Vereins vorenthalten oder sie 
gar aus dem Verein ausgeschlossen werden. 

Aber besteht denn diese Gefahr? Kann denn der Vorstand 
oder kann die Mehrheit Mitglieder zurücksetzen oder exkommunizieren 
aus Gründen, die mit den Zwecken der Vereinigung nicht das ge- 
ringste zu tun haben? 

Das hängt von dem Privatrecht ab. 

Versagt es den Schutz der Gerichte gegen willkürliche Benach- 
teiligungen und Ausschliessungen, so bietet es damit Vereinigungen, 
die ihren Mitgliedern unentbehrliche und unersetzliche Vorteile zu 
gewähren vermögen, die Möglichkeit, eine mehr und mehr das ganze 
Leben der Mitglieder beherrschende Macht auszubilden. 

Welche politische Bedeutung Verbände mit solcher Macht ge- 
winnen können, zeigt die Geschichte alter und neuer Zeit auf vielen 
Blättern. 

Die Entwicklung einer auch die politische Freiheit aufhebenden 
Herrschaft ist dagegen, wenn nicht unmöglich gemacht, so doch 
sehr erschwert, wenn das Privatrecht die Mitglieder gegen willkür- 
liche Massregelungen sicherstellt und dafür sorgt, dass Mitglieder 
ausser aus gesetzlich bestimmten Gründen nur gegen Zahlung einer 
vom Gesetz bemessenen Entschädigung ausgeschlossen werden können. 

Ich muss mir versagen, die eben entworfenen Skizzen auszu- 
führen oder die politisch-antipolitischen Wirkungen des Privatrechts 
auf anderen Gebieten, etwa dem der Bodenrechtsordnung, auch nur 
mit flüchtigen Strichen anzudeuten. Genug, wenn die angestellten 
Betrachtungen folgenden Thesen einigen Anhalt gewährt haben. 

Es ist nicht wahr, dass dem Privatrecht nur durch eine künst- 
liche und missbräuchliche Gesetzgebung eine Einwirkung auf die 
Herrschaft des Staates und die politische Freiheit der Staatsange- 
hörigen verschafft werde. Wo immer die Macht von Dienstherren, 
Verbandsleitern, Vermietern, Verpächtern, Hypothekengläubigern 
sich zu politischer Beeinflussung steigert, da ist notwendig das 
Privatrecht im Spiel. Gewiss ist solche Macht nicht rechtlich be- 
gründet, die politische Beeinflussung ist nicht rechtlich sanktioniert. 



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Kein Gesetz gibt dem einen Teil eines Privatrechtsverhältnisses die 
Befugnis, den anderen zu einer politischen Betätigung anzuhalten 
oder ihm auch nur die Teilnahme an einer Gewerbegerichtswahl 
oder an einer religiösen Versammlung zu verbieten. Man mag ge- 
trost von einer wirtschaftlichen Macht sprechen. Aber diese wirt- 
schaftliche Macht ist doch rechtlich bedingt. Sie würde nicht, oder 
doch nur abgeschwächt bestehen, wenn nicht Privatrechtssätze den 
Widerstrebenden der Gefahr aussetzten, dass seine Unfügsamkeit 
durch schwere wirtschaftliche Schädigung geahndet wird. So ver- 
wunderlich es klingen mag: Wo jemand die durch die Verfassung 
gewährleisteten politischen Rechte eines Anderen vernichtet oder 
sich zueignet, da geschieht es zwar nicht mit gewollter Beihilfe, aber 
kraft der Konnivenz des vom Staate gesetzten Privatrechts. 

Es könnte daraus gefolgert werden, das Privatrecht sei durch 
die Gesetzgebung so umzugestalten, dass es der politischen Ent- 
rechtung Privater durch Private nicht mehr die Hand bietet, sondern 
entgegenwirkt. 

Allein diese Folgerung wäre noch nicht gerechtfertigt. 

Es kann ja sein, dass politische Zumutungen, wie wir sie uns 
vorher von Dienstberechtigten und Vereinsführern dachten, nur ver- 
einzelt vorkommen und als eine für das politische Leben bedeutsame 
Massenerscheinung auch für eine absehbare Zukunft ausgeschlossen sind, 

Vielleicht ist es für Interessen, die höher stehen als die Er- 
haltung und Verwirklichung der Staatsordnung, wünschenswert, dass 
die politischen Rechte wirtschaftlich Abhängiger anderen Personen 
zuwachsen. 

Wenn zuzugeben ist, dass eine Vorliebe für soziale Organisationen, 
sei es monarchischen und aristokratischen, sei es demokratischen 
Stils, zu den Charaktereigentümlichkeiten gerade des deutschen 
Volkes gehört, so kann man der Meinung sein, dass wir unserem 
Volkscharakter treu bleiben müssen, ohne zu fragen, ob darüber der 
allerdings nicht ganz aus deutschem Stein errichtete Bau des deut- 
schen Staates in Stücke geht. 

Aber auch vorausgesetzt, dass eine Herrschaft wie Freiheit 
verbürgende Staatsordnung als eine der höchsten Errungenschaften 
menschlicher Kultur und als die unentbehrliche Grundlage weiterer 
Kulturentwicklung erscheint: Ist soziale Macht nicht vielleicht, auch 



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II 



wenn sie politisch bedenklich sein mag, doch volkswirtschaftlich not- 
wendig? Würde nicht eine Abschwächung der wirtschaftlichen 
Macht von Dienstberechtigten die Leistungsfähigkeit der Industrie 
und der Landwirtschaft herabsetzen? Würde nicht eine Minderung 
der sozialen Abhängigkeit den Gewerkschaften, Arbeitgeber verbänden, 
Kartellen usw. die Erfüllung volkswirtschaftlich wichtiger Aufgaben 
erschweren? Würde also nicht der Gesetzgeber, der zur Sicherung 
der Staatsordnung das Privatrecht reformieren wollte, einem Arzte 
gleichen, der, um ein Fieber zu unterdrücken, die Nahrung entzöge, 
auf die Gefahr hin, dass der Patient verhungert? 

Auf solche Probleme können nicht oberflächliche Betrachtungen 
die Antwort geben. Dazu ist eine umfassende Beobachtung der 
Einwirkungen nötig, die das Privatrecht auf das gesamte Staats- 
und Volksleben ausübt. 

Damit bin ich erneut bei der Frage angelangt: Kann die 
Wissenschaft des Privatrechts dem Staate nützen? 

Die Antwort wird nun lauten müssen : Ja, wenn sie es sich zur 
Aufgabe macht, die Einwirkungen des Privatrechts auf Staatsleben 
und Volkswirtschaft zu erforschen. 

Aber kann und darf die civilistische Rechtswissenschaft sich 
diese Aufgabe stellen? 

Mancherlei Bedenken und Hemmnisse stehen dem entgegen. 

Die Rechtswissenschaft ist zwar nicht immer so bescheiden 
gewesen, sich für die ursächlichen Zusammenhänge zwischen dem 
Recht und dem gesamten Kulturleben unzuständig zu erklären. 

Der grosse Meister der historischen Schule, Friedrich Carl 
von Savigny, nannte seine Zeitschrift noch nicht Zeitschrift für 
Rechtsgeschichte, sondern Zeitschrift für geschichtliche Rechtswissen- 
schaft, und er stellte als das Ziel eines wahrhaft historischen Ver- 
fahrens hin, das gegebene Recht aufwärts durch alle seine Verwand- 
lungen hindurch bis zu seiner Entstehung aus des Volkes Natur, 
Schicksal und Bedürfnis zu verfolgen. Wenn Savigny den Volks- 
geist als den Schöpfer des Rechtes bezeichnete, so war seine 
Meinung nicht, dass dieser Geist, der Kausalität enthoben, jeder 
weiteren Ergründung entzogen sei, und wenn er sich versagte, über 
die Rechtsquellen hinaus zu den Tiefen vorzudringen, aus denen das 
Quellwasser kommt, so beruhte das nur auf der Erwägung, dass 



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12 

man dem Quellwasser nicht wohl nachspüren kann, ehe man die 
Quellen genau kennt, ohne Bild gesprochen, dass man erst der 
Rechtsnormen gewiss geworden sein muss, ehe man daran gehen 
kann, den Geist, aus dem sie hervorgegangen sind, zu erforschen. 
Es gelinge nicht immer, sagte er, der Geschichte ihren eigentüm- 
lichen Geist abzufragen, und der Vorsatz, um keinen geringeren 
Preis arbeiten zu wollen, führe unvermeidlich zu einer ganz ober- 
flächlichen Behandlung. Er berief sich auf ein Wort Goethes : „Ich 
habe überhaupt keine schlimmere Anmassung gefunden, als wenn 
jemand Ansprüche an Geist macht, so lange ihm der Buchstabe 
noch nicht deutlich und geläufig geworden ist." Damals galt in 
Deutschland römisches Recht. Aber was als römisches Recht ge- 
lehrt und in den Gerichten angewandt wurde, war durch Missver- 
ständnisse und Verdrehungen verfälscht. Festzustellen, was das 
römische Recht wirklich besagt, aufzuklären, ob eine in der Praxis 
anerkannte Abweichung von seinem wahren Inhalt durch Korruption 
verschuldet oder durch neuere Rechtsnormen gerechtfertigt ist, er- 
schien als die nächste und als eine praktisch so wichtige Aufgabe, 
dass um ihretwillen die Frage, welche volkswirtschaftliche und po- 
litische Verhältnisse und Bestrebungen die Gesetzgeber zu ihren 
Bestimmungen bestimmt haben, notgedrungen der Zukunft überlassen 
werden musste. 

Solche Zukunftsprobleme sind aber für viele ein Greuel. Nicht 
jeder mag sich gleich einem Ulrich v. Wilamowitz den Ausspruch 
Taines zueignen: Le plus vif plaisir d'un esprit qui travaille con- 
siste dans la pens6e du travail que les autres feront plus tard. 

Deshalb hat man sich zuweilen, aus der Not eine Tugend 
machend, des unbehaglichen Gefühls, dass man selber noch nicht 
die höchste Höhe erreichen könne, dadurch entledigt, dass man den 
das Recht produzierenden Volksgeist als einen unerforschlichen hin- 
stellte. In dieser Umgestaltung hat das Dogma vom Volksgeist 
viel dazu beigetragen, Soziologen und Wirtschaftshistorikern Okku- 
pationen auf dem von der Jurisprudenz vernachlässigten Gebiete zu 
ermöglichen und in dieser Gestalt steht das Dogma dem Versuche, 
den verlorenen Acker wiederzugewinnen, auch jetzt noch entgegen, 
nachdem die Neuordnung des bürgerlichen Rechts den Weg frei 
gemacht hat. Freilich gibt es kaum noch Juristen, die sich zu dem 



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13 

Dogma bekennen. Aber es ist nicht jeder frei, der seiner Ketten 
spottet, und mancher Glaube hat seine Kraft noch nicht dadurch ein- 
gebüsst, dass man ihn abgeschworen hat. So wird es noch in 
neuester Zeit als etwas Selbstverständliches hingestellt, es müsse den 
Nationalökonomen und Historikern überlassen bleiben, zu ermitteln, 
was den Produzenten des Rechts ihre Gedanken eingegeben hat. 
Und doch genügt es zum Beweise, dass der Anspruch der Juris- 
prudenz auf dieses Gebiet wissenschaftlicher Forschung nicht verjährt 
ist, an ein Werk zu erinnern, das vor 40 Jahren von Giessen in die 
Welt ging: Iherings Geist des römischen Rechts. 

Ungünstiger aber noch als um die Befugnis der civilistischen 
Rechtswissenschaft, die Ursachen des Rechts zu untersuchen, steht 
es für die in neuester Zeit schüchtern auftretenden Versuche, in der 
Erforschung der Wirkungen des Rechts unserer Wissenschaft ein 
grosses Arbeitsfeld zu erobern. 

Liegt solchen Bestrebungen die Hoffnung zu Grunde, es möchte, 
wenn auch erst nach langer Arbeit, gelingen, unsere Wissenschaft 
zu einer Hygiene des Staats- und Volkslebens auszubilden, so müsste 
schon um dieses Zieles halber die neue Richtung einem Anhänger 
der historischen Schule verwerflich erscheinen. 

Wie der Fluss sich sein Bett gräbt und jede Welle, indem sie 
hier Sand ansetzt, dort ein Uferstück abreisst oder einen Felsblock 
abschleift, der folgenden den Weg weist, so ist der historischen 
Schule das Recht das Bett, das der Strom des Volkslebens sich 
selber zubereitet, immer in seiner Richtung durch die Vergangenheit 
bestimmt und immer zugleich den Lauf für die Zukunft bestimmend. 
Flüsse kann man freilich regulieren und korrigieren und um es zu 
können, ist es nützlich, sich darüber zu unterrichten, wie Uferbe- 
festigungen und Dämme verschiedener Art auf den Stromlauf einwirken. 
Aber durch künstliche Einrichtungen des Rechts einen Einfluss auf 
das Volksleben auszuüben, ist schon nach Savigny's Lehre nicht 
bloss unzulässig, sondern unmöglich. Unzulässig, denn so wenig ein 
zum Nutzen der Schiffahrt oder zum Schutz gegen Ueberschwemmung 
regulierter Fluss einem künstlerischen Auge gefallen kann, so wenig 
verträgt sich ein künstlich reguliertes Recht mit der mondbeglänzten 
Zaubernacht der Romantik. Aber auch „der Strenge nach* — sagt 
Savigny — ganz unmöglich. Wir sind nur Tropfen in einem grossen 



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14 

Strom, unfähig, uns loszulösen von der Welle, mit der wir dahin- 
fliessen. 

Freundlicher als diese fatalistisch - quietistische Anschauung 
scheint einer wissenschaftlichen Erforschung der Rechtswirkungen 
die andere Meinung gegenüber stehen zu müssen, die in unserer 
selbstbewussten, wenn auch nicht immer ihrer selbst bewussten Zeit 
wieder die Oberhand gewonnen hat. Ihre Anhänger glauben, dass 
man aus freier, von der Vergangenheit unabhängiger Erkenntnis 
dessen, was uns frommt, das Recht schaffen könne, und sie weisen 
mit Stolz auf die grossen Gesetzeswerke unserer Zeit hin, in die 
zwar Vieles aus dem älteren Recht übernommen sei, aber doch 
nur deshalb, weil es auch noch unserer Zeit zuträglich erfunden 
wurde. 

Wenn ich recht sehe, so ist in der Tat durch die moderne 
Gesetzgebung an vielen Stellen die Ansicht Savigny's widerlegt, dass 
der Gesetzgeber immer, bewusst oder unbewusst, einem Volksgeiste 
die Zunge leihe, der ihn unentrinnbar beherrsche. Und zwar ist das 
da der Fall, wo der Gesetzgeber auf Grund einer reichen praktischen 
Erfahrung und eindringender geschichtlicher Kenntnis die Wirkungen 
der gewählten Rechtssätze mit einiger Sicherheit voraussehen konnte. 
Nicht allenthalben aber ist der Gesetzgeber in dieser glücklichen 
Lage. Wer z. B. den Blick gewonnen hat für die grosse, immer 
stärker und breiter flutende Strömung, die Werner Sombart als den 
modernen Kapitalismus geschildert hat, der wird sich gegenüber 
verschiedenen Neuerungen der Gesetzgebung des Eindrucks kaum 
erwehren können, dass das, was der Gesetzgeber aus autonomer 
Vernunft zu schaffen glaubte, doch nur das Werk eines Zeitgeistes 
ist, der sich von dem Volksgeist der historischen Schule freilich 
dadurch unterscheidet, dass er sehr kurzsichtig ist. 

Gilt das für die Gesetzgebung, so gilt es in noch höherem 
Grade für die Rechtsprechung. So hoch man den Wert der prak- 
tischen Erfahrung einschätzen mag, die in unseren Gerichten, vor 
allem in dem mehr und mehr die Rechtsentwicklung beherrschenden 
höchsten Gerichtshof waltet, so kann die praktische Erfahrung doch 
schwerlich für sich allein der Gefahr vorbeugen, dass die Rechts- 
schöpfungen der Praxis zwar einem von der Meinung der Zeit 
gebilligten Zwecke dienen, aber Neben- und Nachwirkungen hervor- 



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i5 

rufen, die Staat und Volkswirtschaft schädigen. Denn der Richter 
sieht nur die unmittelbaren Wirkungen, die die Anwendung eines 
Rechtssatzes im Prozess oder in der freiwilligen Gerichtsbarkeit her- 
vorruft. Welche Einwirkungen die massenhafte Anwendung desselben 
Rechtssatzes auf die 1 Denk- und Handlungsweise des Volkes allmählich 
und oft erst nach langen Jahren ausübt, kann er in seinem Berufe 
nicht beobachten, auch wenn er ihn in zahlreichen Fällen zu ge- 
brauchen Gelegenheit findet. 

Man könnte danach meinen, es müsste zur wissenschaftlichen 
Erforschung der Wirkungen des Privatrechts nicht bloss die Erkenntnis, 
dass wir zum vollen Verständnis des Staats- und Volkslebens der 
Gegenwart unmöglich gelangen können, wenn wir einen seiner Fak- 
toren ausschalten, sondern auch der praktische Nutzen für Gesetz- 
gebung und Rechtsprechung locken. 

Allein so sehr Nationalökonomen und Historiker in dem Ver- 
ständnis für die Wechselwirkungen zwischen dem Privatrecht und 
der gesamten Kultur uns Juristen überlegen sein mögen, und so 
viele wertvolle Einzelbeobachtungen wir ihnen verdanken, so kann 
doch den Historikern und Nationalökonomen eine umfassende und 
eindringende Bekanntschaft mit der privatrechtlichen Gesetzgebung 
der Gegenwart und Vergangenheit, des Inlandes und Auslandes 
nicht zugemutet werden. Die Rechtschöpfungen der Praxis, so gross 
die Einwirkung dieser unscheinbaren Anschwemmungen und Ab« 
Spülungen in dem Flussbett, in dem das Volksleben dahinflutet, ist 
und gerade in der nächsten Zeit sein wird, kann zudem nur der 
Eingeweihte beobachten, den die Hülle der Gesetzauslegung, in die 
sich die Neuerungen der Praxis regelmässig kleiden, nicht täuscht. 

Vollens aber wird die Mitwirkung der Juristen nicht entbehrt 
werden können, wenn es gilt, die Massen- und Fernwirkungen privat- 
rechtlicher Institutionen in der Geschichte zu erforschen. Denn so 
wenig derjenige die grossen Zusammenhänge zwischen dem Recht 
und der Kultur unserer Zeit erkennen kann, der nicht, die Gegen- 
wart mit geschichtlichem Sinn betrachtend, sich dem Geist der Zeit 
kritisch gegenüberzustellen vermag, noch weniger wird die weit- 
ausgreifenden Wirkungen des Rechtes der Vergangenheit entdecken 
können, wer nicht die Einzel- und Nahewirkungen der Rechtsnormen 
im vollen Menschenleben zu sehen gelernt hat. 



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16 

Der Jurisprudenz ist aber solche innige Verbindung der prak- 
tischen. Beobachtung mit der historischen Forschung fremd geworden. 

Savigny schrieb einmal in einem unveröffentlichten Briefe an 
einen älteren Freund: 

„Als Sie jung waren, hatte man allmälig in der Rechtswissen- 
schaft das Historische und das Praktische, wie in einem Ey das 
Weisse und das Gelbe, zu einer unkenntlichen Masse zusammenge- 
rührt. Jedes hatte das Andere getrübt und zugleich seine eigen- 
tümliche Wahrheit verloren. Sie aber drangen auf Scheidung. Sie 
suchten das Historische für sich zu erkennen, in seinem eigentüm- 
lichen Leben, also auch mit der Grundvoraussetzung, dass es 
ursprünglich ein Lebendiges, Praktisches war und als solches auf- 
gefasst werden müsse, nicht als ein todter Buchstab. Desgleichen 
das Praktische für sich, in seinem eigenthümlichen Leben, also unver- 
wirrt durch die pedantische Einmischung eines historischen caput 
mortuum, aber auch mit der Grundvoraussetzung, dass es nicht bey 
einem starken Gewitter vom Himmel gefallen sey, sondern historisch 
entstanden und erwachsen. So waren beide Elemente geschieden 
worden, nur um sich fruchtbar und heilsam wieder zu berühren und 
zu durchdringen. In diesen wenigen Worten sind Moses und die 
Propheten für die Rechtswissenschaft enthalten, und alles Uebrige ist 
nur Anwendung und Entwicklung dieses Grundgedankens. tt 

Die Scheidung des Historischen und des Praktischen, die zur 
Zeit Hugo's und Savigny's allerdings nötig war, ist in der Tat mit 
Erfolg durchgeführt worden, aber ob es nun gelingen wird, die bei- 
den geschiedenen Elemente sich wieder fruchtbar und heilsam 
berühren und durchdringen zu lassen, wird bezweifeln, wer sieht, 
wie die Wasser der rechtsgeschichtlichen und der praktisch-dogma- 
tischen Forschung noch immer getrennt dahinfliessen, wenn auch 
hier und da einmal einer einen Eimer aus dem einen in das andere 
ausschüttet. 

Die Zweifel und Bedenken mehren und steigern sich, wenn es sich 
darum handeln soll, die Einflüsse des Privatrechts nicht bloss auf das 
wirtschaftliche, sondern auch auf das politische Leben aufzudecken. 

Werden wir nicht, indem wir an den politischen Sinn appellieren 
und politische Dinge unserer Beobachtung unterwerfen, die politische 
Tendenz in unsere Wissenschaft hineintragen, die politische Tendenz, 



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17 

die die publizistische Rechtswissenschaft gerade mit Hilfe der 
civilistischen Methode auszuscheiden strebte? 

Sollen wir uns warnen lassen von dem ängstlichen Sprichwort : 
Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um — oder sollen wir dem 
anderen Spruche folgen, dass sich Gefahr nur mit Gefahr überwinden 
lässt, wenn wir sehen, wie die jüngere Schwester eine gesteigerte 
Geltung mit Berufung darauf beansprucht, dass nur sie den politischen 
Sinn zu wecken und zu befriedigen vermöge? 

Ist nicht endlich auf unserem Acker, dank der nährenden Ueber- 
schwemmung durch die moderne Gesetzgebung, noch so reiche 
Frucht zu ernten, dass wir wohl davon absehen können, aus Sorge 
um die Zukunft unseres Volkes in mühseliger und langwieriger 
Arbeit Neuland zu roden und unter den Pflug zu nehmen? 

Und doch, trotz allen Zweifeln und Bedenken, hoffe ich, Sie, 
meine Herren Kommilitonen, werden noch auf diesem Neuland die 
Ernte reifen sehen und Sie werden dann nicht daran zweifeln, dass 
die Wissenschaft des Privatrechts dem Staate nützt. 



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Dem Ausblick in eine Zukunft, die als Gegenwart zu schauen 
uns Aelteren kaum noch vergönnt sein wird, lasse ich, alten Brauch 
an eine neue Stelle übertragend, den Rückblick auf die Erlebnisse 
folgen, die in dem vergangenen, mit dem Abschluss der dreihundert- 
jährigen Jubelfeier beginnenden Jahre der Ludoviciana Freude und 
Leid gebracht haben. 

Aus dem Lehrkörper der Universität schied im Herbst 1907 
der ordentliche Professor der Gynäkologie und Geburtshilfe, Direktor 
der Frauenklinik Geheime Medizinalrat Dr. Johannes Pfannenstiel 
in Folge seiner Berufung an die Universität Kiel aus. An seine 
Stelle trat der ordentliche Professor an der Deutschen Universität 
zu Prag Dr. Otto von Franqu6. Zu derselben Zeit folgte der 
ordentliche Professor der Geschichte Dr. Hermann Oncken einer 
Berufung an die Universität Heidelberg. Die Professur ging auf 
den ordentlichen Professor an der Universität Königsberg Dr. Felix 
Räch fahl über. Zu Ostern dieses Jahres musste die Landes- 
universität den ordentlichen Professor der praktischen Theologie 
Dr. Paul Drews der Universität Halle -Wittenberg überlassen. 
Er wurde ersetzt durch Lic. Dr. Martin Schian, Privatdozent 
an der Universität Breslau. Der ordentliche Professor und Direktor 
des physiologischen Instituts Dr. Otto Frank hat eine Berufung 
an die Universität München angenommen. • 

Die neu begründeten ordentlichen Professuren für semitische 
Sprache und für englische Philologie wurden den bisherigen Ver- 
tretern dieser Wissenschaften an der Landesuniversität, dem ordent- 
lichen Professor Dr. Friedrich Schwally und dem ausser- 
ordentlichen Professor Dr. Wilhelm Hörn übertragen. 

Zu ausserordentlichen Professoren wurden ernannt die Privat- 
dozenten Dr. Franz Soetbeer und Dr. Willy Schmidt. 

Auf die ihnen erteilte venia legendi verzichteten die Privat 
dozenten Dr. Max Rauther, jetzt Privatdozent an der Universität 
Jena, und Dr. Julius Gross, jetzt Assistent an der Zoologischen 
Station in Neapel. 



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i 9 

Es habilitierten sich: Dr. Franz Nuernberg für Otologie, 
Rhinologie und Laryngologie, Dr. Werner Friedrich Brück 
für Botanik, Dr. Hans Freiherr von Liebig für Chemie und 
Dr. Hans Reichelt für Sanskrit, vergleichende Sprachwissenschaft 
und vergleichende Religionswissenschaft. 

Als Volontärassistent am praktischen Seminar für neuere 
Sprachen zur Versehung der Funktionen eines Lektors der italienischen 
Sprache wurde Dr. Panconcelli-Calzia in Marburg bestellt. 
An Stelle des Repetenten beider theologischen Fakultät Friedrich 
Waas trat Pfarrer Wilhelm Leimbach. 

An der Universitätsbibliothek wurden der Hilfsbibliothekar 
Dr. Georg Koch zum Bibliothekar, der Hilfsarbeiter Dr. Hermann 
Georg Lehnert zum Hilfsbibliothekar ernannt. 

Der Finanzaspirant Emil Kinkel wurde Verwalter der 
Universitäts-Augenklinik. 

Die Assistentenstellen an den Universitätskliniken und Universitäts- 
instituten wurden zu einem beträchtlichen Teil neu besetzt. 

Die Professoren Geh. Kirchenrat Dr. Krüger, Geh. Justizrat 
Dr. Schmidt, Geh. Hofrat Dr. Behaghel, Dr. Rachfahl und 
Dr. Hall er sowie der Direktor der Universitätsbibliothek Geh. Hof- 
rat Dr. Haupt wurden zu staatlichen Mitgliedern der historischen 
Kommission für das Grossherzogtum Hessen ernannt. Den Geheimen 
Hofrat Professor Dr. Netto wählte die Academy of Sciences in 
New-York zum korrespondierenden Mitglied. 

Dem Professor Dr. Bier m er wurde der Königlich Preussische 
Kronenorden III. Klasse verliehen. 

Am 9. Juni d. Js. waren seit dem Eintritt des Geheimen Rats 
Professor Dr. Hess in den Sachsen-Koburg-Gothaischen Staatsdienst 
50 Jahre verflossen. Zu diesem Tage übermittelte im Auftrage des 
Gesamtsenats der Rektor dem hochverehrten Senior der Ludoviciana 
den Ausdruck der Dankbarkeit, mit der die Landesuniversität auf 
die 39jährige Wirksamkeit des Leiters ihres Forstinstituts zurückblickt. 

Aus der Studentenschaft, deren Zahl im laufenden Semester 
das 12. Hundert überschritten hat und unter Zurechnung der 
Hospitantinnen, Hörer und Hörerinnen 137 1 beträgt, nahm der Tod 
die Studierenden der Naturwissenschaften und der Mathematik 



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20 

Friedrich Schäfer und Friedrich Struth, beide aus Giessen. 
Mit herzlicher Anteilnahme an der Trauer der Hinterbliebenen haben 
der Lehrkörper und die Studentenschaft den jungen Kommilitonen, 
mit denen grosse und schöne Hoffnungen ins Grab sanken, feierlich 
die letzten Ehren erwiesen. 

Freudigen Anteil nahm die Landesuniversität, durch ihren Rektor 
vertreten, an der Einweihung des Museums der Naturforschenden 
Gesellschaft in Frankfurt a. M. und an der Eröffnung des neuen 
Instituts des Ph> sikalischen Vereins daselbst. 

Der Universität wurde für die neue Aula von der Firma E. Leitz 
in Wetzlar ein Projektionsapparat geschenkt. 

Das mineralogische Institut verdankt derselben Firma einen 
mikro-photographischen Universalapparat und einem Herrn, dessen 
Name nicht genannt werden soll, eine grössere Gestein- und 
Mineraliensammlung, eine Gesteinschneidemaschine, einen Mineralien- 
schrank und verschiedene Gerätschaften. 

Dem landwirtschaftlichen Institut wurde durch die Familie unseres 
verstorbenen Kollegen Th a e r eine Büste seines Grossvaters, Albrecht 
Thaer-Möglin, und die Bibliothek der ehemaligen landwirtschaftlichen 
Akademie Möglin überwiesen. 

Von Dr. Baron Walther von Rothschild in Trings er- 
hielt das zoologische Institut einen neuen Projektionsapparat. Teile 
eines solchen wurden auch dem veterinär-anatomischen Institut von 
der Firma Leitz in Wetzlar unentgeltlich überwiesen. 

Das geodätische Institut erhielt zur Erinnerung an seinen früheren 
Direktor, Professor Zöppritz, dessen Bild von seiner Witwe 
zum Geschenk. 

Der theologischen Fakultät wurde ein Oelbild des Professors 
Stade von seinen Schülern zum Andenken an den verewigten 
Lehrer und Forscher und zur Zierde des theologischen Hörsaals 
gewidmet. 

Das kunstwissenschaftliche Institut empfing von dem Freiherrn 
von Heyl zu Herrnsheim 3000 Mark als Grundstock zu einer 
Sammlung von Werken hessischer und mittelrheinischer Kunst. 

Die Bibliothek des Forstinstituts wurde durch Schenkungen des 
Oberförsters Franz zu Haus Ewig i. W., des Grossh. Ministeriums 
der Finanzen, Abteilung für Forst- und Kameralverwaltung, des 



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21 

Ministeriums für Elsass-Lothringen, Abteilung für Finanzen, Handel 
und Domänen, der Staatsforstverwaltung zu Dessau und des Frei- 
herrn Georg von Wedekind zu Darmstadt bereichert. 

Die Bibliothek des juristischen Seminars erhielt eine sehr wert- 
volle Ergänzung durch 340 Bände, die ihr die Güte des Hofrats 
Dr. Hermann Credner, Verlagsbuchhändlers in Leipzig, zuführte. 

Die Universitätsbibliothek erhielt aus den durch eine Sammlung 
des Ministerialrats Dr. Weber der Universität gelegentlich ihres 
Jubiläums zur Verfügung gestellten Mitteln 1000 M. zur Anschaffung 
von Hassiaca und rechtswissenschaftlicher Literatur, von der Kgl. 
Grossbritannischen Regierung 200 Bände der kostbaren Sammlung 
der Scriptores rerum Britannicarum und von Frau Geheimrat Reatz 
eine grössere Zahl älterer juristischer Werke. 

Allen Gebern sei auch an dieser Stelle herzlicher Dank gesagt. 



Ich habe schliesslich das Ergebnis der Preisarbeiten zu ver- 
künden und die neuen Preisaufgaben mitzuteilen. 

Die Preisbewerbung steht leider im Ganzen hinter der früherer 
Jahre zurück. 

Die von der theologischen Fakultät für das Jahr 1907/08 
gestellte Aufgabe hat keine Bearbeitung gelunden. 

Die juristische Fakultät hatte das Thema zur Bearbeitung 
gegeben: „Die polizeiliche Präventivhaft nach hessischem Staatsrecht 
(unter vergleichender Heranziehung des Rechts anderer konstitu- 
tioneller Staaten)". Es ist eine Bearbeitung eingegangen, die das 
Kennwort ,,tenax propositi 1 ' trägt. Die Fakultät fällt folgendes Urteil 
über diese Arbeit: 

„Die eingelaufene Bewerbungsschrift entspricht nicht den 
an eine Preisarbeit zu stellenden Anforderungen. Der Haupt- 
mangel der Arbeit besteht, abgesehen von der Unzweckmässig- 
keit ihrer Disposition, darin, dass sie den Begriff und die 
praktische Bedeutung der polizeilichen Präventivhaft nicht 
richtig erfasst. Dieser Mangel äussert seine Folgen nament- 
lich bei dem Versuche, die gesetzlichen Grundlagen der poli- 
zeilichen Präventivhaft für Hessen festzustellen. Der Vergleich 
des hessischen Rechts mit dem Rechte anderer konstitutioneller 



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Staaten beschränkt sich auf eine rein äusserliche Zusammen- 
stellung einzelner nichthessischer Gesetzesbestimmungen. Die 
Fakultät verkennt nicht den auf die Arbeit verwendeten er- 
freulichen Fleiss und die in manchen Einzelausführungen zu 
Tag tretende Urteilsfähigkeit des Verfassers, war aber an- 
gesichts der geschilderten Mängel zu ihrem Bedauern nicht 
in der Lage, der Arbeit den Preis zuzuerkennen. 

Von den beiden von der medizinischen Fakultät gestellten 
Aufgaben ist nur eine, und zwar die für den Baiserpreis, bearbeitet 
worden. Ueber die eingelaufene Bewerbungsschrift, die das Kenn- 
wort: „Mit Worten lässt sich trefflich streiten 1 * trägt, urteilt die 

Fakultät: 

„Verfasser hat im Sinne der gestellten Aufgabe die sprach- 
lichen Reaktionen auf verschiedene Gruppen von optischen 
Eindrücken, von Buchstaben, Zahlen, Worten, ferner von 
Farben, Bildern und Gegenständen untersucht. Er hat mit 
einheitlichen Methoden über ioo Versuchspersonen geprüft 
und dabei ungefähr 20 000 Einzelexperimente gemacht. Von 
den Versuchspersonen waren ca. 87 geistig Abnorme, 25 
geistig Normale. 

Der Verfasser zeigt eine umfassende Kenntnis der bisheri- 
gen Literatur und Verständnis der wesentlichen Fragen, die 
gleichzeitig die Psychologie und die Psychopathologie be- 
treffen. Seine Versuche sind mit grossem Fleiss und kriti- 
scher Vorsicht durchgeführt. Die gewonnenen Resultate 
bilden einen wertvollen Beitrag für die psychiatrische Sympto- 
matologie, indem sie die bei Geisteskranken und Nervösen 
festgestellten Reaktionsarten zu den Erscheinungen bei Nor- 
malen in vergleichbare Beziehung setzen. 

Die Fakultät spricht mit dem Ausdruck der Anerkennung 
dem Verfasser den vollen Preis zu/ 1 
Als Verfasser erweist sich: 

Cand. med. August Bostroem aus Giessen. 
Von den seitens der philosophischen Fakultät gestellten 
Preisaufgaben haben die aus der Staatswissenschaft und aus der 
Physik keinen Bearbeiter gefunden. 



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23 

Zu der Aufgabe aus der Chemie: „Es sind Beziehungen der 
Löslichkeit verschiedener Stoffe zur Zusammensetzung auch des 
Lösungsmittels insbesondere auch durch eigene Versuche aufzufinden" 
liegt eine Arbeit vor mit dem Kennwort: „Eine einfache Wahr- 
nehmung oder Tausende, die nicht in Zusammenhang gebracht sind, 
haben keine Beweiskraft, J. von Liebig (Chem. Briefe)". Das Ur- 
teil der Fakultät lautet: 

„Der Verfasser hat zur Lösung der gestellten Aufgabe 
nach Durchforschung der einschlägigen Literatur mit Be- 
sonnenheit und Umsicht die Lösungsmittel und die zu lösen- 
den Stoffe so ausgewählt, dass bei tunlichstem Ausschluss 
unbewertbarer Nebeneinflüsse Konstitutionsbeziehungen unver- 
kennbar hervortreten mussten. Mit reiflicher Ueberlegung 
und praktischem Geschick ist eine für genaue Versuche ge- 
eignete Apparatur ersonnen und aufgebaut worden. 

Die sorgfältig durchgeführten Beobachtungen weisen in 

ihren anerkennenswerten Ergebnissen auf Wege hin, auf 

denen man auf dem noch wenig durchleuchteten Gebiete bei 

weiteren Forschungen sich wird zurechtfinden können. 

Die Arbeit ist des vollen Preises für würdig zu erachten." 

Verfasser ist: 

Lehramtsreferendar Georg Struth aus Giessen. 
Die Bearbeitung der Aufgabe aus der englischen Philologie: 
„Das englische Verbum nach den Zeugnissen von Grammatikern 
des 17. und 18. Jahrhunderts", welche das Kennwort trägt: „Der 
Charakter ist das Entscheidende, selten oder nie die Begabung 
allein" wird von der Fakultät folgendermassen beurteilt: 

„Der Verfasser hat eine Reihe von Grammatikern des 17. 
und 18. Jahrhunderts mit grossem Fleiss und ausserordent- 
licher Sorgfalt durchforscht und sein reichhaltiges Material 
in guter Anordnung vorgeführt. Bei der historischen Sprach- 
erklärung zeigt er sich vertraut mit der sprachwissenschaft- 
lichen Literatur und der Methode der Forschung. 
Der Arbeit ist der volle Preis zuzuerkennen." 
Verfasser ist: 

Stud. phil. rec. Jakob Hörn ausSchönnen. 
Die Preisaufgabe aus der klassischen Philologie „Quomodo 



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2 4 

poetae Graeci vaticiniis usi sint" hat einen Bearbeiter gefunden, der 
sich zum Kennwort die Verse aus Euripides Medea wählte : 
rg acKptej rcapeäpooc; icejncstv epcoxa^, icavxo'aq äpetdc; £ovepYo6<;. 
Die Fakultät urteilt wie folgt: 

„Der Verfasser ist durch Krankheit, wie er angibt, mehr 
aber noch durch den Umfang des Themas gehindert worden, 
den ganzen Stoff gleichmässig zu behandeln. Unter Verzicht 
auf die, übrigens weniger ergiebigen, Lyriker bespricht er 
im i. Kapitel das alte Epos, im 2. die Tragödie, im 3. die 
alexandrinischen Dichter. Die Kapitel sind nicht gleichwertig, 
das 2. lässt noch die innere Durchdringung des Stoffes ver- 
missen. Aber das erste und dritte zeichnen sich aus durch 
gute Disposition, volle Beherrschung des Stoffs, feines Ver- 
ständnis für dichterisches Schaffen und eine sehr erfreuliche 
Selbständigkeit des Urteils. Der Verfasser gelangt beson- 
ders im dritten Kapitel zu wertvollen neuen Ergebnissen. 
Die Arbeit verdient den vollen Preis. 11 
Verfasser ist: 

Lehramtsreferendar Ludwig Hensel aus Hirzenhain. 
Den Kommilitonen, die den Preis errungen haben, spreche ich 
im Namen der Landesuniversität herzlichen Glückwunsch aus. 



Für das Jahr 1908/09 sind von den Fakultäten folgende Auf- 
gaben gestellt worden. 

Die theologische Fakultät stellt für den akademischen 
Preis die Aufgabe: „Die Entstehungsverhältnisse des sogenannten 
zweiten Clemensbriefes sollen unter besonderer Berücksichtigung 
etwaiger Beziehungen des Briefes zum Tauf bekenntnis neu untersucht 
werden," und für den Leydhecker-Preis, der auf Grund einer 
dankenswerten Jubiläumsstiftung heute zum ersten Mal ausgesetzt 
wird, die Aufgabe: „Die Begründung der christlichen Missionspflicht, 
unter Berücksichtigung der neuesten Kontroversen/ 

Die juristische Fakultät gibt zur Bearbeitung das Thema: 
„Das eheliche Güterrecht und Gütererbrecht der übergeleiteten Ehen 
im Bereich der Rechte der Provinzen Starkenburg und Oberhessen. u 

Von der medizinischen Fakultät wird für den akade- 
mischen Preis die Aufgabe gestellt: „Es soll untersucht werden, 



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25 

durch welche Umstände die Entwicklung krankheitserregender 
Bakterien in Nahrungsmittelkonserven begünstigt wird"; für den 
Baiserpreis gibt sie das Thema: „Ueber die Beziehungen der 
Pankreatitis zu den Erkrankungen der Gallenwege." 

Die philosophische Fakultät stellt folgende fünf Aufgaben: 
i. Aus der Archaeologie: 

Die literarische und bildliche Ueberlieferung über Zeus Ammon 
soll neu gesammelt und kritisch behandelt werden. 

2. Aus der deutschen Philologie: 

„Schön" und „hässlich" und sinnverwandte Wörter in Goethes 
erzählender Prosa. 

3. Aus der mittelalterlichen Geschichte: 

Der Begriff der kanonischen Wahl im Investiturstreit, seine 
Begründung und praktische Anwendung. 

4. Aus der französischen Philologie: 

Die Sprache von Rethai im 13. Jahrhundert. 

5. Aus der Physik: 

Die verschiedenen Methoden zur Bestimmung der inneren 
Reibung von Flüssigkeiten sollen einer vergleichenden 
kritischen Besprechung und, soweit sie zu einwandsfreien 
Ergebnissen nicht geführt haben, einer experimentellen Nach- 
prüfung unterzogen werden. 
Die Arbeiten sind bis zum 1. Mai 1909 bei dem Dekan der 
betreffenden Fakultät mit einem Kennwort versehen einzureichen; es 
ist ihnen ein das gleiche Kennwort tragender verschlossener Brief- 
umschlag beizulegen, der den Namen des Verfassers enthält. 

Mögen die gestellten Aufgaben sich geeignet erweisen, das 
Streben nach wissenschaftlicher Erkenntnis zu fördern und das Glück 
zu verbreiten, das ernste wissenschaftliche Arbeit dem Arbeiter bringt. 



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Verzeichnis 

der 

Promotionen an der Grossherzoglichen Landes -Universität 
vom 3. August 1907 bis 30. Juni 1908. 



I. Lizentiaten der Theologie. 

1. Karl Gombel, Pfarrer in Reiskirchen, honoris 

causa 25. XII. 1907. 

2. Julius Hofmann, Pfarrer an der Zionsgemeinde 

in Baltimore, honoris causa 16. II. 1908. 

3. Dr. phil. Friedrich Rittelmeyer, Pfarrer in 

Nürnberg, honoris causa 16. II. 1908. 

4. Dr. phil. E. Theodor Klette, Pfarrer in Etzdorf 7. VIII. 1907. 

II. Doktoren der Rechtswissenschaft. 

1. Gottlieb Friedrich Storck, Referendar aus 

Alzey 14. VIII. 1907. 

2. Julius Kahn, Referendar aus Mainz .... 26. VIII. 1907. 

3. Paul Krengel, Referendar aus Frankfurt a. M. 16. XII. 1907. 

4. Fritz Krug, Referendar aus Mainz .... 23. IV. 1908. 

5. Karl Boettinger, Referendar aus Worms . 1. V. 1908. 

6. Ludwig Oppenheimer, Referendar aus 

Darmstadt 4. V. 1908. 

7. Wilhelm Polligkeit, Direktor der Zentrale für 

private Fürsorge in Frankfurt a. M. . . 5. V. 1908. 

8. Rudolf Frank, cand. jur. aus Mainz ... 19. V. 1908. 

9. Wilhelm Fabricius, Referendar aus Oppen- 

heim a. M 27. V. 1908. 



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2 7 

III. Doktoren der Medizin. 

i. Joseph Dochnahl, approbierter Arzt aus 

Schierstein 22. VIII. 1907. 

2. Hermann Renz, approbierter Arzt aus 

Bamberg 22. VIII. 1907. 

3. Jakob Kamper, approbierter Arzt aus Gre- 

venbroich 24. VIII. 1907. 

4. Karl Klein, approbierter Arzt aus Waldmohr 2. IX. 1907. 

5. Hermann G er bis, approbierter Arzt aus Thorn 3. IX. 1907. 

6. Friedrich Schürmann, approbierter Arzt 

aus Werdohl 3. IX. 1907. 

7. Richard Noack, approbierter Arzt aus Berlin 11. IX. 1907. 

8. Richard Schmitz, approbierter Art aus 

Rhein berg 26. IX. 1907. 

9. Karl Lange, approbierter Arzt aus Breslau . 26. IX. 1907. 

10. Erich Rapmund, approbierter Arzt aus 

Nienburg 30. IX. 1907. 

11. Albert Weiss, approbierter Arzt aus Rosen- 

berg i. Schi 4. XL 1907. 

12. Alfred Fuers tenberg, approbierter Arzt 

aus Neustadt, Westpr 4. II. 1908. 

13. Robert Hase, approbierter Arzt aus Alger- 

missen 4. II. 1908. 

14. Jakob Löwenstein, approbierter Arzt aus 

Gailingen 5. IL 1908. 

15. Heinrich Wolf, approbierter Arzt aus Essen- 

heim 11. IL 1908. 

16. Ernst Hensell, approbierter Arzt aus Worms 27. IL 1908. 

17. Waldemar Rusche, approbierter Arzt aus 

Naumburg 28. IL 1908. 

18. Albert Eckhard, approbierter Arzt aus Neu- 

kirchen 10. III. 1908. 

19. Esther Levin, cand. med. aus Wilna . . . 19. III. 1908. 

20. Otto Olff, approbierter Arzt aus Alzey . . 30. III. 1908. 

21. Otto Engeland, approbierter Arzt aus 

Treischfeld 13. IV. 1908. 



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28 

22. Friedrich Feldmann, approbierter Arzt aus 

Griesheim 16. IV. 1908. 

23. Hugo Richter, approbierter Arzt aus Büdingen 25. IV. 1908. 

24. Joseph Märzheuser, approbierter Arzt aus 

Wissen 6. V. 1908. 

25. Wilhelm Reuter, approbierter Arzt aus 

Komotau 7. V. 1908. 

26. Alwin Neddersen, approbierter Arzt aus 

Nienburg a. d. Weser 6. VI. 1908. 

27. Friedrich Vorbrodt, approbierter Arzt aus 

Gross-Rodensleben 6. VI. 1908. 

28. Julius Klein, approbierter Arzt aus Husten i.W. 6. VI. 1908. 

29. Felix Busch, approbierter Arzt aus Girbirgsdorf 13. VI. 1908. 

30. Ferdinand Kokenge, approbierter Arzt aus 

Lohne 19. VI. 1908. 

31. Joseph Hoffmans, approbierter Arzt aus 

Dülken 22. VI. 1908. 

32. Joseph Bastgen, approbierter Arzt aus 

Wittlich .... 30. VI. 1908. 

IV. Doktoren der Tierheilkunde. 

1. Albert Möller, approbierter Tierarzt aus 

Dissen 7. VIII. 1907. 

2. Arthur Spiecker, approbierter Tierarzt aus 

Barmen 6. IX. 1907. 

3. Heinrich Hipp, approbierter Tierarzt aus 

Coblenz 26. IX. 1907. 

4. Paul Becker, approbierter Tierarzt aus Strub- 

bergshof 30. IX. 1907. 

5. Reinhold Eberle, approbierter Tierarzt aus 

Ulm a. D 30. IX. 1907. 

6. Richard Meckelburg, approbierter Tierarzt 

aus Masehnen 30. IX. 1907. 

7. Max Jonas, approbierter Tierarzt aus Borken 8. X. 1907. 

8. Eugen Neumark, approbierter Tierarzt aus 

Guichenbach 8. X. 1907. 



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29 

9. Paul Lenfers, approbierter Tierarzt aus Not- 

tuln 9. X. 1907. 

10. Friedrich Müller, approbierter Tierarzt aus 

Momehnen 9. X. 190J. 

it. Willy Pitt, approbierter Tierarzt aus Gollnow 11. X. 1907. 

12. Viktor Puttkammer, approbierter Tierarzt 

aus Diwitten 22. X. 1907. 

13. Heinrich Kü t he, Oberveterinär aus Ober-Ingel- 

heim 9. XL 1907. 

14. Berthold Denzler, approbierter Tierarzt aus 

Blitzenreute 6. XII. 1007. 

15. Richard Reinhardt, Oberamtstierarzt aus 

Stuttgart 9. XII. 1907. 

16. Robert Sebauer, approbierter Tierarzt aus 

Neustettin 2. I. 1908. 

17. Stephan Angeloff, approbierter Tierarzt aus 

Kotel 2. I. 1908. 

18. Kurt Degen, approbierter Tierarzt aus Kahla 18. I. 1908. 

19. Heinrich Levedag, approbierter Tierarzt aus 

Rulle 21. I. 1908. 

20. Adolf Bitterich, approbierter Tierarzt aus 

Eppingen 22. I. 1908. 

21. Kurt Immisch, approbierter Tierarzt aus 

Dresden 8. II. 1908. 

22. Ludwig Hermans, approbierter Tierarzt aus 

Walbeck 14. II. 1908. 

23. Georg Roschig, approbierter Tierarzt aus 

Riesa 15. IL 1908. 

24. Willy Lüttschwager, approbierter Tierarzt 

aus Bromberg 18. IL 1908. 

25. Richard Standfuss, approbierter Tierarzt 

aus Breslau 21. IL 1908. 

26. Georg Spam er, approbierter Tierarzt aus 

Schotten 12. HL 1908. 

27. Hermann Klee, approbierter Tierarzt aus 

Karlsruhe 19. III. 1908. 

28. Wilhelm Grebe, approbierter Tierarzt aus 

Helmscheid 31. III. 1908. 



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J 



- 3° 

29. Walter Stietenroth, approbierter Tierarzt 

aus Ebergötzen 10. IV. 1908, 

30. Karl Fr es e, approbierter Tierarzt aus Corbach 29. IV. 1908, 
3j. Fritz Weitzig, Stabsveterinär aus Lobsens 29. IV. 1908, 

32. Hans Fligg, approbierter Tierarzt aus Claws- 

dori 6. V. 1908 

33. August Schuh, approbierter Tierarzt aus 

Hildesheim 11. V. 1908 

34. Fritz Adelmann, approbierter Tierarzt aus 

Wertheim a. M 15. V. 1908 

35. Richard Gasse, approbierter Tierarzt aus 

Berlin 4. VI. 1908 

36. Fritz Eichacker, approbierter Tierarzt aus 

Lahr 12. VI. 1908, 

37. Viktor Leonhardt, approbierter Tierarzt aus 

Sindelfingen 16. VI. 1908, 

38. Franz Müller, approbierter Tierarzt aus 

Schwendi 30. VI. 1908, 

39. Alexander Wolff, approbierter Tierarzt aus 

Dransfeld 30. VI. 1908 

V. Doktoren der Philosophie. 

1. Ernst Debes, wissenschaftlicher Leiter der 

Geographischen Anstalt H. Wagner und 

E. Debes in Leipzig, honoris causa . . i. IV. 1908, 

2. Karl Thaler, Geh. Ober forstrat in Darmstadt, 

honoris causa . 5. VI. 1908. 

3. Erich Doepner, cand. cam. aus Stuttgart 6. VIII. 1907, 

4. Adolf Mann, cand. ehem. aus Mainz ... 7. VIII. 1907, 

5. Ernst Reuning, cand. rer. nat. aus Nidda . 7. VIII. 1907, 

6. Otto Schmidtgen, Lehramtsassessor aus 

Dillenburg 9. VIII. 1907, 

7. Kurt Schenck, cand. agr. aus Samotschin . 19. IX. 1907, 

8. Fritz Dürre, cand. ehem. aus Magdeburg 2. X. 1907, 

9. FerdinandWerner, Oberlehrer aus Weiden- 

hausen 11. X. 1907 



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3i 



io. Johann Rill, Lehramtsreferendar aus Mainz . 

ii. Otto Melier, Kandidat der Nationalökonomie 

aus Ludwigshafen a. Rh 

12. Gustav Lung, cand. agr. aus Wohnbach . . 

13. Heinrich Zöller, cand. ehem. aus Schlitz 

14. Gustav Deggau, cand. phil. rec. aus 

Friedrichstal 

15. Friedrich Hangen, cand. agr. aus Ober- 

hilbersheim 

16. Adam Abt, cand. phil. cl. aus Mainz . . . 

17. Heinrich Schwind, cand. agr. aus Echternach 

18. Karl Kübel, Lehramtsassessor aus Buxtehude 

19. Maximilian Tornow, Bergreferendar aus 

Küstrin 

20. Karl Vogeley, Landwirtschaftslehrer aus 

' Alsfeld 

21. Theodor Ranft, Lehramtsreferend^r aus 

Beuern 

22. Oskar Tenz, cand. math. aus Freiburg i. B. 

23. Karl Heinrichs, Lehramtsreferendar au§ 

Rüsselsheim 

24. Emil Terner, Oberlehrer aus Saarbrücken . 

25. August Fo erst er, Lehramtsreferendar aus Lieh 

26. Karl Rumpf, cand. phil. aus Butzbach . . . 

27. Franz Well mann, cand. agr. aus Schinkel 

28. Wilhelm Riedel, Lehramtsreferendar aus 

Nierstein 

29. Christian Schäfer, cand. phil. rec. aus Epp- 

stein i. T 

30. Johannes Schwenk, cand. ehem. aus Nieder- 

Eschbach 

31. Heinrich Stoffel, cand. phil. aus Prettingen 

32. Peter Ehrhard, Lehramtsreferendar aus 

Nieder-Kainsbach 

33. Wilhelm Malzan, cand. phil. cl. aus Darmstadt 

34. Walther Diemer, Lehramtsreferendar aus 

Grossen- Linden 



15. X. 1907. 



23.X. 
29. X. 
29. X. 



11. 



XI. 



12. XL 
15. XII. 
18. XII. 
28. XII. 



7.1. 
20. I. 



31. 1. 
.2. in. 

16. in. 



16. in. 
19. in. 

8. IV. 
10. IV. 

18. IV. 



29. IV. 



IV. 



3° 
11. V. 



19. v. 
11. VI. 



907 
907 
907 

907 

907 
907 
907 
907 

908, 

908, 

908 
908 

908, 
908 
908, 
908, 
908 

908. 

908 

908. 
908. 

908, 
908 



15. VI. 1908. 



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32 

35-sH.ermann Burmester, cand. agr. aus Rixdorf 15. VI. 1908. 

36. Ernst Heinemann, Lehramtsreferendar aus 

Darmstadt 16. VI. 1908. 

37. Otto Ellenberger, Lehramtsreferendar aus 

Ortenberg 23. VI. 1908. 

38. Philipp Ehrmann, Lehramtsreferendar aus 

Gernsheim . . . . ; 25. VI. iqoÖ. 

39. Heinrich Weber, cand. phil. aus Fürth i. O. 30. VI. 1908. 

VI. Zum fünfzigjährigen Doktorjubiläum wurde erneuert: 

a) Das Diplom eines Doktors der Rechte: 
Dem ordentlichen Professor Dr. Friedrich von 

Thudichum in Tübingen ..... 19. VIII. 1907. 
Dem Geheimen Justizrat Dr. Alexander Hugo 

Struve in Mainz . , 15. V. 1908. 

b) Das Diplom. eines Doktors der Tierheilkunde: 
Dem Tierarzt Dr. Adolf Buuck in Schwarzenbeck 9. III. 1908. 

c) Das Diplom eines Doktors der Philosophie: 
Dem Chemiker Dr. Otto Dammer in Friedenau 15. XII. 1907. 
Dem Chemiker Dr. Karl Stephani in Frankfurt a. M. 12. III. 1908. 



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