(navigation image)
Home American Libraries | Canadian Libraries | Universal Library | Community Texts | Project Gutenberg | Children's Library | Biodiversity Heritage Library | Additional Collections
Search: Advanced Search
Anonymous User (login or join us)
Upload
See other formats

Full text of "Kant's gesammelte schriften"

©uqufsne (Iniufrsilyi 




Digitized by the Internet Archive 

in 2010 with funding from 

Lyrasis IVIembers and Sloan Foundation 



http://www.archive.org/details/kantsgesammeltes17imma 



1Sant'0 



lum ^»r 



PrBU}jifri;i?n ÄkabBntiß ti^r ÜKipnfdjaftBU 



Bantr XVII 



3xnU Jlbt^eilung: 

^antifdjrifflirfjpv Ba^lajj 



uoiwal« <S. U. (öördipn'Vcllf PriiitiaoIjuinMintfi - .1. (ßuftent.iij. Un-Ua»- 
budjlian&lmifl - (6tov^ Kfhnvr - Kavl .1 £viU'iin- - Vtii & (tpmv 






(|antrftl|rtffltil|er Batljla| 






budjtfanWuna - ©sorp KHmFr - Bavl 3. Crübnsr • Pfif & (Camp 






^M9 




7^3 



9i'uc{ von fSalter be (Bruqtir t So., iBttlin W ]e. 



Vorwort. 

Mehr als elf Jahre sind vergangen, seitdem Bd. XVI erschien. 
Der Druck von Bd. XVII begann schon 1914 und wurde 1915 
bis S. 226 fortgeführt. Dann musste er des Krieges wegen ein- 
gestellt werden und wurde erst im Sommer 1924 wieder auf- 
genommen. In der Zwischenzeit beanspruchte die Arbeit an dem 
Werk über „Kants Opus postumum" und an den beiden Bänden 
über „Kant als Naturforscher" meine Hauptkraft. Jetzt wird die 
Ausgabe möglichst rasch zu Ende geführt werden. Bd. XVIII ist 
im Druck und wird im Laufe des Jahres 1926 erscheinen. 

In Bd. XVII und XVIII ist die Stoffvertheilung (gemäss den 
Ausführungen in Bd. XIV S. XLVlIIf.) eine andere als in den 
beiden vorhergehenden Bänden. In diesen überwog das Interesse, 
alles, was Kant über einen bestimmten Gegenstand gesagt hatte, 
an einer Stelle vereinigt zu sehen. In Bd. XVII und XVIII ist es 
dagegen vor allem wünschenswerth, dass alles, was Kant in einem 
bestimmten Zeitabschnitt über Metaphysik niedergeschrieben 
hat, zusammen abgedruckt werde. 8o ist denn hier als Haupt- 
vertheilungsprincip für den Stoff das nach Schriftphasen gewählt. 
Die meisten von ihnen (a' — x, 1753 bis etwa 1776/7) enthält 
Bd. XVII, die inhaltreichsten (u — co) aber Bd. XVIII. Innerhalb 
der Schriftphasen ist die Vertheilung gemäss dem Gange von 
Baumgartens Metaphysica erfolgt; über jedem Abschnitt steht die 
Überschrift der betreffenden Baumgarten' sehen Section sammt den 
Zahlen ihrer Paragraphen. Im Anfang der einzelnen Schrift- 
phasen wird unter dem Titel ..Allgemeines" alles das abgedruckt, 
was aus irgend einem Grunde sich nicht gut unter den Über- 
schriften der Baumgarten'schen Sectionen unterbringen lässt bzw. 
auf mehrere übergreift. Vor allem kommen hier Lose Blätter 



MAR 1 y 1968 



VI Vorwort. 

sowie die Reflexionen, die Kaut auf M I — M 1' niedergeschrieben 
liat, in Betracht. Sie durften, soweit sie einer und derselben Schrift- 
phase angehören, auf keinen Fall von einander getrennt und auf 
die einzelnen Bauragarten'schen Abschnitte vertheilt werden, weil 
andernfalls die zwischen ihnen etwa hin und her laufenden Asso- 
ciationsfäden zerrissen worden wären. Der Phase a' gehn im I. Theil 
von Bd. XVII (S. H— 226) noch einige Bemerkungen Kants vorher, 
die in so engem Zusammenhang zu Baumgartens Text stehn. dass 
es angebracht war, sie mit ihm zusammen abzudrucken. 

Bei der chronologischen Anordnung der metaphysischen Re- 
flexionen bewährte sich in hervorragender Weise das in der Aus- 
gabe durchgeführte neue Princip, die handschriftlichen Kriterien 
(Schrift und Tinte) und vor allem die Stellungsindicien in erster 
Linie für die Datirung massgebend sein zu lassen. B. Erdmann 
hatte die Reflexionen nur auf (Irund des Inhalts zu datiren ver- 
sucht. Dieser Versuch ist völlig missglückt. In zahlreichen Fällen 
hat Erdniann eine Reflexion a früher angesetzt als eine andere b. 
obwohl die Stellungsindicien gar keinen Zweifel darüber lassen, 
dass b früher entstanden sein niuss. So lässt er z. B. umrahmende 
Reflexionen früher geschrieben sein als die umrahmten, zwischen- 
geschriebene früher als die, zwischen deren Zeilen sie nachträglich 
hinzugesetzt wurden, auf zwei Plätze vertheilte früher als die, um 
deren willen sie abbrechen mussten, um an anderer Stelle — 
die beiden Theile durch Verweisungszeichen zusammengehalten — 
vollendet zu werden usw. Jede Datirung allein auf Grund des 
Inhalts wird stets einen stark subjectiven Charakter tragen. Den 
Stellungsindicien dagegen wohnt strengste Objectivität bei; wo sie 
überhaupt in Betracht kommen können, da entscheiden sie meistens 
mit absoluter Sicherheit. 

0. Schöndörtt'er freilich steht in zwei Besprechungen von 
Bd. XIV— XVI in der Altpr. Monatsschr. Bd. 53 S. 105 ff., Bd. 56 
S. 7H ff. auch den von mir in den Vordergrund gestellten Indicien. 
mindestens den handschriftlichen, sehr skeptisch gegenüber, be- 
zweifelt principiell die Zuverlässigkeit meiner Datirungen und hält 
die Unterscheidung von ',Vn verschiedenen Schriftphasen für „ein 
verfehltes Beginnen, auch wenn die Tintennuancen, die auf den 



Vorwort. VII 

Facsimiletafeln (von Bd. XVI) nicht getreu wiedergegeben werden 
konnten, im Original in allen Regenbogenfarben strahlen sollten" 
(S. 73). Denn die „verschiedenen Farben mit allen ihren Nuancen 
hängen von unzähligen zufälligen Kleinigkeiten ab" (S. 107). 

Herr Schöndörffer möge mir verzeihn, aber dieser Einspruch 
klingt in meinen Ohren gerade so, als wenn ein Forscher neue 
Länder mit neuen Pflanzen- und Thierformen entdeckte, und ein 
Geograph in der Heimath lehnte diese Entdeckungen mit der Be- 
gründung ab, er glaube nicht an sie, weil es ihn unmöglich oder 
unwahrscheinlich dünke, dass es so etwas wirklich gebe. Jene 
neuen Länder, die Herr Schöndörffer nicht kennt oder auf jeden 
Fall nicht eingehend bereist hat, sind Kants Handexemplare, vor 
allem die von Meiers Auszug aus der Vernunftlehre und Baum- 
gartens Metaphysica. Gäbe es nur die Briefe Kants und die von 
ihm beschriebenen Losen Blätter, dann wäre es allerdings ein 
aussichtsloses Unternehmen gewesen, 33 Schriftphasen zu unter- 
scheiden. Aber gerade die eng beschriebenen Seiten von L und M 
ermöglichen es. Kants „Schönschrift", oder überhaupt seine Schrift, 
wenn er grössere Bogen, ohne an Raumsparen zu denken, beschrieb, 
ist zwar längere Perioden hindurch unverändert geblieben. Und 
es wäre völlig ausgeschlossen, an ihr etwa in den 70er Jahren 
elf Phasen (X — -/) zu unterscheiden. In M ist das nicht nur möglich, 
sondern nothwendig, abgesehen höchstens von der Phase o, die 
gerade in M nicht sicher bezeugt ist (wohl aber anderswo), und 
von Phase t, die ev. zu u — tp geschlagen werden könnte. 

Schöndörffer meint S. 107: „Was ich mir unter einer Schrift- 
phase, die ca. ein Jahr dauert, denken soll, verstehe ich überhaupt 
nicht. So schnell verändert sich doch die Handschrift eines er- 
wachsenen Menschen nicht." Gewöhnlich, fast möchte ich sagen: 
normaler Weise allerdings nicht. Aber sind es denn normale 
Umstände, wenn Kant Jahr für Jahr in M auf kleinstem Raum, 
an den Rändern, zwischen den Textzeilen, zuletzt sogar zwischen 
den eigenen Reflexionen, seine Bemerkungen niederschreibt? Die 
Hand meistens in unbequemster Lage, da das gebundene Exemplar 
bei nur 18 cm Länge und IIV2 cm Breite 4 cm dick ist, so dass 
eine bequeme Auflage für die Hand auf vielen Seiten nur sehr 



VTÜ Voiwott. 

schwer, wenn überhaupt zu finden war. Dass Kant da 1770 in 
anderer Weise diesen Unbequemlichkeiten zu begegnen und die 
Räume auszunutzen suchte als 1771. und 1772 wieder anders als 
1771, und dass dadurch auch seine Schrift jedesmal einen etwas 
anderen Charakter bekam, kann doch nicht Wunder nehmen. 
Thatsache ist auf jeden Fall, dass z. B. die Schrift der Re- 
flexionen 8947— 3977 (M XXXXIV—M 1') unzweifelhaft unter- 
schieden ist von der der Reflexion 4473 (Phase S) und diese wiedei' 
von der der Reflexion 4629. Und wenn nun diese letztere Schrift 
und Tinte weiter geht von M XX— XXVIII. bis zu Reflexion 4647. 
dann wird man doch aus diesen auf einander folgenden Reflexionen 
eine besondere Gruppe, die Phase o. bilden dürfen und müssen. 
Und ebenso aus Rfl. 3947 — 3977, bei denen auch wieder Seite 
für Seite dieselbe Schrift und Tinte herrscht, die Phase x. Auf 
diesen selben Seiten finden sich nun aber zwischen den Textzeilen 
und auf kleineren, von Rfl. 3947 — 3977 freigelassenen Räumen, 
fast durchweg an ungünstigeren, unbequemeren Plätzen, auch noch 
Bemerkungen mit anderer Schi'ift und anderen Tinten, die aber 
wieder ähnlich sind wie die von Bemerkungen, die auf den Seiten 
der Rfl. 4473 und 4629—4647 stehn. aber durchweg später als 
diese niedergeschrieben und darum an ungünstigeren Stellen des 
Randes oder zwischen den Zeilen der Vorrede. Und diese Art 
von Schrift und Tinten nimmt dann von M XXIX ab bis M XXXVI 
die ganzen Seiten (auch die ganzen Ränder) ein und kehrt 
ausserdem auch auf fast allen andern Seilen der drei Vorreden 
zwischen deren Zeilen wieder. Da ist es doch selbstverständlich, 
auch diese Bemerkungen zu einer besonderen Gruppe (Phase u — 9) 
zusammenzuschließen. Zumal Stellungsindicien einwandfrei ergeben, 
dass sie erst nach den Reflexionen der andern drei Gruppen (x, ?, 0) 
geschrieben sein können, und ausserdem auch inhaltliche Kriterien 
die Anordnung bestätigen, sowohl was die Zusammengehörigkeit 
innerhalb der einzelnen Gruppen als was deren zeitliche Auf- 
einanderfolge betrifft. Schliesslich felilt es auch nicht ganz an 
literarischen Anspielungen und ähnlichen äusseren Kriterien, die 
einzelne Reflexionen und damit auch die ganzen Gruppen, zu denen 
sie gehören, genauer zu datiren erlauben. 



Vorwort. [X 

So ist das System der Datirungeu ein selir complicirtes Ge- 
webe, in das viele Fäden verarbeitet sind. Aber gerade dadurch, 
dass sie auf das engste ineinander gewirkt wurden, ist die Halt- 
barkeit des Ganzen gewährleistet. Oder ohne Bild: die Thatsache. 
dass all die genannten, so ganz verschiedenartigen Indicien und 
Kriterien in voller Übereinstimmung auf ein und dieselbe chrono- 
logische Anordnung hindrängen, spricht für die Sicherheit der 
Datirungeu. Und auch der Umstand ist nicht ohne Bedeutung, 
dass ich das Datirungssystem schon in den letzten Jahren des 
vorigen Jahrhunderts, hauptsächlich auf Grund der Verhältnisse 
in M, ausbildete und dann 1924/25, also nach 25 Jahren, die 
ganzen metaphysischen Reflexionen von M nochmals im Zusammen- 
hang einer gründlichen Durcharbeit unterzog, ohne dass irgendwie 
wesentliche Änderungen in Anordnung und Vertheilung nothwendig 
geworden wären. Diese Bewährung der Datirungsprincipien durch 
ein Vierteljahrhundert hindurch, auch nach längerer Unterbrechung 
durch andere Beschäftigungen, spricht doch entschieden für ihre 
Brauchbarkeit. 

Dass überhaupt die Unterscheidung der liH Phasen gerecht- 
fertigt und unbedingt nothwendig ist (abgesehn vielleicht von i). 
kann keinem Zweifel unterliegen und wird nach meiner festen 
Überzeugung von jedem,, der das Material genau kennt imd sich 
vor allem in die Handexemplare, besonders L und M, wirklich 
eingelebt hat. ohne Weiteres zugestanden werden. Was in vielen 
Fällen Schwierigkeiten macht, ist nur die Einordnung der einzelnen 
Reflexionen in die richtige Phase, vor allem da, wo eine Phase 
nicht mehrfach auf derselben oder auf benachbarten Seiten ver- 
treten ist. Wo solche Schwierigkeiten vorhanden sind, habe ich 
von Fragezeichen und Klammern den nöthigen Gebrauch gemacht 
und alle Phasen angegeben, die in Betracht kommen könnten. 
Bei der Vertheilung der einzelnen Reflexionen auf die verschiedenen 
Phasen sind die Stellungsindicien von entscheidender Bedeutung. 
Sie geben das feste Gerippe für dieDatirung: sie bilden ein rein 
objectives Kriterium, gegen das unter keinen Umständen Ver- 
stössen werden darf. Der Schlussband der Nachlass-Abtheilung 
wird, wie schon Bd, XIV S. XLTV mitgetheilt wurde, für die Re- 



X Vorwort. 

flexionen jeder Compendienseite feststellen, was sich aus Stelluugs- 
indicien über ihre chronologische Folge mit Sicherheit bzw. mehr 
oder weniger Wahrscheinlichkeit ableiten lässt. Schon jetzt aber 
liegt für die Seiten L 43' und L 46' für jeden Leser die Möglich- 
keit vor, an den beiden Facsimile-Tafeln von Bd. XVI nachzu- 
prüfen, ob bei Anordnung der betreffenden Reflexionen die Stellungs- 
indicien zu ihrem Recht gekommen sind oder nicht. Leider sagt 
Schöndörft'er in seiner Besprechung von Bd. XVI: „Auf die 
Prüfung der von A. viel gerühmten Stellungsindicien habe ich 
mich nicht eingelassen" (S. 75). Das ist sehr schade. Wollte aber 
Schöndörffer eine solche Nachprüfung nicht vornehmen und sich 
nicht auf diese Weise in die bei der chronologischen Anordnung be- 
folgten Principien hineinarbeiten, soweit ihm Gelegenheit dazu ge- 
boten wurde, dann war, wie mir scheint, das Gegebene, hinsichtlich 
der Datirung — zu schweigen. Auch die schärfste Kritik und der 
grösste Scharfsinn verpuffen wirkungslos, wenn die nöthige Sach- 
kenntnis fehlt. 

Mit Bezug auf die inhaltlichen Kriterien ist die Metaphysik 
insofern günstig gestellt, als der Standpunkt des Jahres 1769 
und der der Inaugural-Dissertation von 1770 so viel Eigenartiges 
haben, dass eine grosse Anzahl von Reflexionen mit völliger 
Sicherheit in das eine oder andere Jahr (Phase x oder X) einge- 
ordnet werden kann. Für die weiteren Phasen der 70 er Jahre 
ist die Ausbildung der Kategorienlehre von Wichtigkeit. Und die 
Datirung nach handschriftlichen und Stellungsindicien führt hier 
zu einer Anordnung und Entwicklung, die auch von logisch-sach- 
lichem Gesichtspunkt aus grösste Wahrscheinlichkeit hat. Das 
wird in der 1. der „Studien zu Kants Entwicklungsgeschichte'" 
(1. Kants Metaphysik und Erkenntnistheorie) näher nachgewiesen 
werden, in der das Material von Bd. XVII und XVIII verarbeitet 
werden soll (vgl. Bd. XV S. V, Bd. XVI S. VI). Dieses 1. Heft 
wird, wie ich hoffe, bald nach Bd. XVIII. im Lauf des Jahres 
1927, erscheinen können. 

Den Text von Baumgartens Metaphysica (S. 5 — 226) hat auch 
diesmal wieder der inzwischen verstorbene Herr Prof. Dr. E. Thomas 
mit der ihm eigenen Treue und Hingabe nach den in Bd. XV S. IX 



Vorwort. XI 

festgelegten Grundsätzen gestaltet. Die §§ 504—699 sind natürlich 
nicht wieder abgedruckt, da ihr Neudruck schon XV 5—54 er- 
folgt ist. 

Zu Grunde gelegt ist wiederum die von Kant selbst benutzte 
4. Ausgabe von 1757 (= A^); zur Controlle ist auch diesmal in 
erster Linie die 2. Ausgabe von 1743 (= A^) herangezogen, da- 
neben aber sind auch, wo es wünschenswerth erschien, Lesungen 
der 3. Ausgabe von 1750 (= A^) und der postumen 5. Ausgabe 
von 1763 (==A^) angeführt. 

Ich füge ein Verzeichnis der Stellen bei, an denen der Text 
von A* verlassen wurde, sammt einigen Verbesserungsvorschlägen 
von Herrn Prof. Thomas. 

522 sitbiicerem] A^ suhiicerem |j Sil meum §.\ meum, §. oder meam §.? (Thomas) || 
924 modificabile] A^ modificahile \\ 1037 ens,] A^ ens \\ 1042 in eo] A^ ineo \\ 13l9 
Gennaiti] Thomas germani k\ A*, A* j| 1320 Minerva] Thomas minerca A^, A*, A* || 
1S37 ego] A3 ago || H20 Leibnitiu-lVolßanam] Thomas Leibnitio-Wolfßanam A', A*, A* i| 
lo9 priitcipiis] A^ Principiis \\ I5l9 rationis] A^ rdtionis || 1520 terminist] Thomas 
terminis. \\ 1523 con/undens?} Thomas con/undens. || 1528 demonstrativa. Possem] 
A3 demonstrativa. possem A* demonstrativa, possem A' || 164 demonstratio,] A* de- 
monstratio. A3, A* II 1619^. 10. Concedo.] Thomas § 10. Concedo k\ A*, A* || I621 ali- 
quid,] A* aliquid. A», A* || 1635 iubet,] Thomas iubet k\ k*, k" || 163? universale,] 
Thomas universaln k^, A*, A' || llQ possemus] Thomas Possemus \\ 18l7 halitu] A*, A* 
hubitu A3 II 195 prolegomena] Thomas Prolegomena || 2l9 Villi] k^ VIII \\ 2123 
G88] Thoraas 788 \\ 2132 732] Thomas 739 \\ 222 800-802] A« 800—800 \\ 
2323 conceptuum] k^ conceptum || 24l7 POSSIBILE] A^ POSSBllLE || 2521 9] 
Thomas (vgl. 2624) 8 \\ 2525 verum,] A^ verum || 30i9 15, 16] A^ 16, 16 \\ 3725 
Cnccidentia] k^ accidentia A*, A« || 4529 **)vocatur.] Thomas vocatur.** A^ 
A^ II 4829 (per] k^ per || 5221 102] A^ 192 || 57ll praedicata] k^ pradicata \\ 
.")733 speciei] A^, A3 in speciei \\ 63l2 j^aucissimorum] k^ paucissiorum || 6320 
RATioNE*;, §. 80, haec] Thomas ratione §. 80.* Haec || 6431 dicitur] A^ dicivitur \\ 
65l4 94] A2 93 \\ 678 (ens] A^ ens || 7130 minimae] A^ mininimae\\ 77l4 ens] A^ 
KMS II 7724 ex non exsistente] Die Verschiedenheit gegenüber dem folgenden 
e.r exsistenti erklärt sich aus nicht einheitlicher Entstehung und mangelnder 
Ausgleichung; in A^, A3 stand hier ex mere possibili (Thomas) || 80l2 untheilbar\ 
Thomas theilbar A*, A^ || 816 omne] Thomas Ow;ie || 82l7 interne] A^ interue \\ 
8218 132] A2 152 \\ 8S29 morforeon contingentes, a/ec■^(■o««m accidentales] Baum- 
garten ,Erratum'- am Schluss der Synopsis modorum (contingentes) accidentales || 
8428 NtMERicA] Thomas numerica* || 8^33 274] A^ 284 \\ 86l3 dissimile, discon- 
grueiis] man erwartet vielmehr discongruens, dissimile (Thomas) || 9125 2.55] A^ 139 \\ 
9127 294] k^ 494 \\ 9329 proxima*;, posterius Thomas proxima*. Posterius \\ 
9Ö4.5 ESSENDI*; (rompositlonis), causa rRiNCiFUJM kiemdi**; (generatlonis). principium] 



XII Vorwort. 

Thomas essendi, * (compositionis) causa principium fiendi, ** (generationis) pnn- 
cipium II 9740 37] Thomas 36 \\ 10032 307] A^ 207 || 101 12. u coßnes] wohl von 
Baumgarten nach cohaerentia, coexsistentiani u. a. gebildet (Thomas); confines 
(vgl. 19427)? (Adickes) || IOI20 296] A^ 299 \\ 10327 Universum,] A^ Universum \\ 
IIO9 mutabilia] A^ mutabililia \\ 12141 so/am] A^ olam\\ 12141 fo//«?] A^ tolat\\ 
\2i22 statu, naturaliter] Adickes stoft/ natdraliter || 128i6 369] A^ 389 \\ 12937 
i59] A2 459 II 1308 47^] A^ 467 || 1316 198] A^ 189 \\ 1325 externa*;] 
Thomas externa A*, A* || 1329 talis**;] Thomas talis A*, A* || 13236 physice] 
A2, A^ PHYsicA A*, A"* II 13435 externam^j] Thomas externam A*, A* || 1353 
coegissec;] Thomas coEoissEb; A*, A* || 1355 quid^;] Thomas quid«»; A*, A* || 
1368 216] A* 2i9 \\ 1372 2)] k^ 3) \\ 1373 strictitm] A^ strictiu A* stritius A^ || 
13939 210] A^ 710 II 1406 ,quicquid. ..exsistit'] Thomas quicquid . . . exsistit || 14216 
742] Adickes 744 1| 144l6 Appetitiones A^, A^, A* Appetiones WliAsi animam humanam] 
A^ animam, humanam \\ 14434 substantiam, est materialista] A^ substantiam est. 
MATERiALiSTA II 1472 coutra §,] A? contra, §. \\ l^ldi praestabilitae] A^ praestabili- 
tate\\ 14736 448] A^ 447 \\ 14833 contra §.] A« contra, §.] \\ 1503 de finita §.] A^ 
deßnita, §. \\ 152l8 639] Adickes 369 A^, A* || 153l ar(c)tissimum] A^ ar(c)tissimo \\ 
1538 strictius] A* strictus \\ 15439 contra §.] A^ contra, §. \\ 155l8 brütum**;] 
Thomas **brutüm A*, A^ || 15524 hinc] A^ hine || 15526 hinc] A^ hine || 15538 
639] A2 646? Adickes 95S> A* || 1562 792] A^ 7^2 || 15621 possit] A« ;jo<es^ A^, 
A3, A* II 15633 semet] A^ semal \\ 1572 THEOLOGIA] A2 TEOLOGIA || 1609 302] 
A3 320 II 16012 realitatum] A^ realitatem \\ 16029 iÖ5] A^ 106 \\ 16030 <nwe« §.] 
Thomas tarne«, ^. || 1623 808] Thomas SS || 16231 206] A^ 5Ö5 || 163i8 contra §.] 
A2 con/m, §. \\ 16330 realitatum] A^ realitum \\ 16338.39 Ergo... 843] A^; zweimal 
A3, A*, A^ II 16440 contra §.] Ä} contra, §. || 16532 Omnis] Adickes omnis A^, A*, 
A« II 16536 347.] A2 547.; || 16626 dei §.] A^ rfet, f ] || 16628 395] A2 59i || 167l2 
cf. §. 466] A2 c/. 4(56] || 16918 867] A^ 8Ö7 || 17022 tumultuarii] A^ tumultarü \\ 
17413 885] A'^582 || 176l6 ywa/em ^.] A^ qualem, §. \\ 18022 appetit] A3 «jDpefiW« || 
ISlia divinae] A^ divina \\ 185 11 arbitrio] A^ arbitrario || 18525 f. sm«^ arbitrariae] A^ 
surt^ arbitrariae || 18529 determinatio materiale] Adickes determinatio, materiale || 
18885 884—888] A^ 884, 888 || 189l8 distinctissime] A^ distinssime || 19017 
contra §.] A^ contra, §. \\ 19018 370] Thomas 870 \\ 190l8 contra §.] A^ contra, §. \\ 
19114 notionem §.] A^ notionem. §. || 19523 substantiale, dei] Thomas substantiale 
dei\\ 19727 hinc] A% A^ hunc \\ 19735.36 susccptam, dirioere] Thomas susceptam 
DiRiGERE II 19813 moraliter, §.] A^ moraliter §. \\ 19827 est, physica] A^ est physica || 
20019 exercet providentiam] Thomas exercet, providentam || 20025 ////] A3 ///|| 
20029 mali in iisdem] A^, A^ mali iisdem \\ 20131 976] A« 676 \\ 20222 contra §.] 
A2 contra, §. \\ 20223 contra §.] A* contra. §. \\ 2036 979. Absolutismus] A^ 979, 
ABSOLUTISMUS II 20411 986] A2 996 \\ 2053 986] A^ 989 \\ 20522 strictissima] strictissime'i 
vgl. 20430.31, 20523.24 (Thomas) || 2061.16 630] Thomas 6 \\ 2061.32 coacta] A^ 
coecta II 206r.3i 710] (vgl. Z. 27. 29) Thomas 707 A^, 797 A\ A*, A' || 206r.32 
libera] Thomas Actio libera \\ 206r.33 libertati] Thomas Actio libertati \\ 206r.35 
708—710] Adickes 708. 710 \\ 206r.37 215] (vgl. 2071.1) Thomas 704. 711 \\ 



Vorwort. XIII 

2071.12 688] Thomas 687 || 2071.34 41] A^ 14 \\ 2071.36 681] A^ 6SY\\ 207r.io 
Angustum] A« Augustum || 207r.ll 504—507] A^ 504. 507 |j 207r.il 511] Thomas 
510 II 207r.ii 520] Thomas 529 \\ 207r.28 968] die Zahl ist falsch (Thomas) || 
207r.3l Anthropomorphismus] Thomas Antropomorphismus \\ 207r.32 848] Thomas 
849 II 2081.20 635] Thomas 535 \\ 2081.22 eius] A^ eiut \\ 2081.42 rationalis] 
Thomas Aversatio rationalis \\ 208r.l2 187] A^ 185 || 208r.22 792] A^ 892 \\ 
208r.36 326-329] A« 326. 329 \\ 208r.39. 40 und 2091.2 326-328] A^ 326. 328 || 
2091.15 distinctivus] A^ dütinctinus || 2091.20 hermmeutica] Thomas Characteristica 
hermeneutica || 2091.40 crassa, exacta] A^ crassa ezacta \\ 209 r,2 669. 671] Thomas 
671. 669 II 209r.39 962] Thomas 961 \\ 209r.4l moralis] Thomas Concursus moralis \\ 
2101.33 531] A^551 II 210r.il 927] A^917 \\ 210 r. 20 philosophica] A^ hilosophica \\ 
210tA0 praefert] Thomas /jro/er^ || 2111.16. 17 respectivae] A^ respech'ue || 2111.20 
723] A2 7i.3 II 2111.27 811—814. 818—825. 828-857.] A^ 811. 814. 818. 825. 
828. 857. II 21 11.28 f. 861-880. S82-899. 904-906.] A^ 861. 880. 882. 899. 904. 
906. II 21 11.29 f. 914-926. 932-934. 939-941.] A^ 914. 926. 932. 934. 939. 
941.\\2n\.ni. 952—957. 959—963. 965—967. 972-975] A^ 952. 957. 959. 
963. 965. 967. 972. 975. \\ 2111.38 generica] A^ gener iea \\ 211r.2 rationis] Thomas 
Dignitas rationis \\ 211r.l8 67] Thomas 97 \\ 211r.34 608] Thomas 609 \\ 2121.17 
contingens] Thomas Ens contingens \\ 2121.24 in] Thomas Ens in \\ 2121.30 in] 
Thomas Ens in || 212r.6 975] Thomas 576 || 212 r,l6 sccundum] A^ sceundum\\ 
212r.40 612] A2 611 \\ 2131.10 suhiecto] A^ su iecto \\ 2131.20 624] A^ 622 || 
21B\.25 praeceps] A^ pradceps \\ 2\3l.ZS locomotiva] A^ locomutiva\\ 2\Zr.\ 898] 
A2 398 \\ 213r.l9 2,50 264] Thomas 264. 250 \\ 213r.23 94] danach FoecunrfVto, 
s. Z. 6 II 213r 32 511] Thomas 510 \\ 2141.14 219] Thomas 319 \\ 2141.22 facid- 
tatis] Thomas Harmonia facultatis \\ 214r.5 515] Thomas 575 || 214r.l0 248] Thomas 
.54S|| 2l4iMi 531] A2 5.5 || 214r.i5 852] Thomas 552 i| 2151.ii 699] danach 
Indoles, s. Z. 20-22 |i 2151.15 652] A^ 654 \\ 2151.19 244] hinzugefügt von 
Thomas || 2151.41 lusus] A^ Lusus \\ 215r.l0 575] A^ 475 || 215r.2l Inopportunitas] 
A3 Innopportunitas \\ 2\&\.2 Irrationale] A^ Irationale \\ 2\&U9 574] (vgl. Z. 40. 
41) Thomas 627 \\ 2161.41 627] (vgl. Z. 39. 40) Thomas 726 A\ A^ 729 A\ A' || 
216 r.3 590] Thomas 589 \\ 216r.ii 482—484] A^ 482. 484 || 216 r.u 642] Thomas 
64i||2l6r.i7 620] Thomas 520 || 216 r.2i 750] A« 750 || 2171.29 423] Thomas 
o25 II 2171.39 60S] Thomas 605 || 217 r.2 640] A^ 646 || 217 r.2 641] A^ 64 \\ 
217 r.9 583] Thomas 584 \\ 217r.4i 6S4] Thomas 634 || 2181.1 209] danach 
Moeror und il/oe«<iY»a, s. 2171.1.2 || 2181.6 974] A« 674 || 2181.27 733] A» 755 || 
218r.i8 470] Thomas 469 || 218r.i9 470] Thomas 469 || 218 r.22 470 || Thomas 
478 11 218r.26 469] Thomas 470 || 218r.27 469] Thomas 470 || 218r.28 i05] A» 
765 II 2191.9 4^4] Thomas 444 || 2191.15 751] A^ 752 || 2191.28 Noluntas] A^ 
Noluutas II 219 r.4 425] A« 525 \\ 219r.26 536] Thomas 56 || 219r.28 622] Thomas 
522 II 219r.29 837] A^ 847 \\ 2201.15 634-636] A« 654. 6-56 || 220 r.e 823] 
Thomas S24 || 220r.i2 531] A^ 931 \\ 220r.i6 425] A" 4/o |i 220r.23 594] Thomas 
5S4 II 220r.38 911] danach Poenitentia, s. 219r.32 || 220r.40 S46] Thomas <S56 || 
221 r.3 712'^ A« 713 || 221r.26— 28 eingerückt Thomas || 221r.38 54.<?1 Thomas 248 \\ 



XIV Vorwort. 

2221.25 mathematica] A^ matematica \\ 2221.25 Zenonica,] Thomas Zcnonicu || 2231.19 
Eemitti] A^ Remmitti\\ 2231.31 determinationes] A? cletesminationes || 223r.l6 Semper- 
tristis] A2 Semper tristis || 223r.23 608] Thomas 708 \\ 223r.26 535. 540] A^ 
ö35-540\\223t.sz 531] Thomas .5-52 || 2241.7 H8] Thomas 45 || 2241.7 561] 
Thomas 516 \\ 2241.14 subiective] eingerückt Thomas Subiectivc (die Z. zweimal 
A3, A*) II 2241.26 Spinozismus] A^ Spmocismus \\ 2241.28 858] Thomas 857 \\ 2241.28 
.'/29] A2 5Ö5 II 2241.31 531] Thomas 552 || 224 r.24 S.32] Thomas §-55 || 224r.39 
556] Thomas 555 \\ 2251.1.2 Cartesiamm] Thoraas cartesianum \\ 2251.20 6-5.5. 
657—659. 662. 712] Thomas 712. 655. 657—659. 662 \\ 2251.42 248. 350] 
Thoraas 350. 248 \\ 225r.i7 Vanitas] A^ Vanits \\ 225r.39 movens] eingerückt 
Thomas || 2261.2 594] Thomas 584 || 2261.12 analogon] Thomas Analogon \\ 2261.12 
J)eo\ Thomas deo. 

Zu den antiken Citaten und Anspielungen hat Herr Prof. Thomas 
folgende Nachweise gegeben: 

724 Suffenus, d. h. gegen eigene Fehler blind, vergl. Catulius 22, 19 || 
820 Lucretius 2, 292 || 102 Horatius De arte poetica 446 f. (hier allinet) \\ II12 
Vergilius Ecl. 3, 105 (vielmehr tris pateat caeli spathim non amplius ulnas) \\ 
15X3 Vergilius Aen. 6, 105 (es heisst hier omnia praecepi atque animo mecum 
ante peregi, also gehört dudum eigentlich nicht zum Citat || 1524 vergl. Hesiod 
Opera et dies 40 nX^ov j^fitau TravTo's, Otto Die Sprichwörter und sprichwörtlichen 
Redensarten der Römer, 1890, S. 118 || I622 vergl. Aesop. fab. 203 Halm || 
1639 Terentius Adelph. IV 2,9 (548) || 206i2 Vergilius Ecl. 5, 79. 

Erfreulicher Weise ist es dem Verlag gelungen, auch die 
Veröffentlichung des Opus postumum (vgl. Bd. XJV, S. XXV) 
durch Erwerbung des Editions- und Verlagsrechtes von den Erben 
des Hauptpastors A. Krause in Hamburg für die Ausgabe zu 
sichern. Es wird in ein bis zwei Bänden nach Bd. XX, in dem 
nun die gesamten „Vorarbeiten und Nachträge" (vgl. Bd. XIV, 
S. XXVI) vereinigt werden sollen, eingeschoben werden und mög- 
lichst bald erscheinen. 

Tübingen, den 8. November 1925. 

Erich Adickes. 



Inhaltsübersicht des Bandes. 



Seite 

Vorwort V— XI\ 

Inhaltsübersicht XV— XYIII 

£rläuterungen zu A. G. Baunigartcns Metaphysica 5—226 

Reflexionen zur Metaphysik 227 — 745 

Phase cci 229-239 

Optimismus (Lose Blätter E 69, D 32, D 33). 

Phase Y 24ü— 24« 

Allgeraeines (Lose Blätter Kuffner 1, Duisburg 5). 

Phase cf 249-254 

Allgeraeines. 249. — Possibile. 251. — Necessarium et 
contiugens. 252. — Totale et partiale. — Causa et causatum. 
253. — Arbitrium. 254. 

Phase i 2bh—2n 

Allgemeines (Lose Blätter Berl. Staatsbibl. 29, 27). 255. — 
Possibile. 262. — Ens. 269. — Necessarium et contigens. 
270. - Simplex et compositum. — Causa et causatum. 271. 
Substantianimmundanarum commercium. — ExsistentiaDei. 272. 

Phase f 278—306 

Possibile. 278. — Connexura. 285. — Ens. — ünum. 
Ordo. Verum. Perfectum. 287. — Necessarium et contingens. 
288. — Mutabile et immutabile. 289. — Reale et negativum. — 
Totale et partiale. 290. — Prima matheseos intensorum priu- 
cipia. — Substantia et accidens. 291. — Simplex et compo- 
situm. 292. — Monas. 293. — Finitum et infinitura. 294. — 
Siraultanea. 295. — Successiva. — Utilitas. — Cosmologia. 
Prolegoraena. 296. - Notio raundi affirmativa. — Notio mundi 
negativa. — Partes universi simplices. 297. — Mundus optimus. 
298. — Substantiarum mundanarum comraercium. - Fiuiti Spi- 
ritus extra hominem. 299. Theologia naturalis. Prolego- 
raena. — ExsistentiaDei. 301.— lutellectusDei. 304. -Voluntas 
Dei. — Creatio mundi. 305. - Providentia. 306. — Revelatio. 

Phase t] 307 -32.0 

Possibile. 307. — Connexum. — Mutabile et immutabile. 
808. — Prima matheseos intensorum prineipia. — Finitum et 



XVI Inhaltsübersicht. 

Seite 

infinitum. — Causa efficiens. 310. — Utilitas. 311. — Re- 
liqua causarum genera. — Notio mundi negativa. 312. — 
Mundus optimus. 313. — Spontaneitas. Arbitrium. — Libertas. 
317. — Exsistentia Dei. 320. — Creatio mundi. 323. — 
Providentia. 

Phase ^ 326—331 

Connexum, 326. — Ens. — Perfectum. 327. — Neces- 
sarium et contingens. 328. — Reale et negativum. — Singulare 
et universale. — Simplex et compositum. 330. — Monas. — 
Simultanea. 331. — Cosmologia. Prolegoinena. — Ex- 
sistentia Dei. 

Phase t 332—340 

Possibile. 332-. — Connexum. — Ens. 333. — ünum. — 
Necessarium et contingens. — Reale et negativum. — Sub- 
stantia et accidens. 334. — Status. — Notio mundi affirma- 
tiva. — Notio mundi negativa. 335. — Exsistentia Dei. 336. — 
Voluntas Dei. 339. — Creatio mundi. 340. 

Phase X 341-432 

Allgemeines. 341. — Possibile. 378. — Connexum. 383. — 
Ens. 386, — ünum. 389. — Perfectum. 390. — Necessarium 
et contingens. — Mutabile et immutabile. 394. — Reale et 
negativum. 396. — Totale et partiale. 397. — Prima matheseos 
intensorum principia. 398. — Substantia et accidens. — 
Status. 400. — Simplex et compositum. 401. — Monas. 402. — 
Finitum et infinitum. 406. — Idem et diversum. 407. — 
Simultanea. 408. — Cosmologia. Prolegomena. — Notio mundi 
affirmativa. 409. — Notio mundi negativa. 410. — Partes 
universi simplices. 413. — Natura corporum. — Mundus op« 
timus. 414. — Substantiarum mundanarum commercium. 415. — 
Naturale. — Natura animae humanae. — Origo animae hu- 
manae. 416. — Immortalitas animae humanae. — Status post 
mortem. 418. — Theologia naturalis. Prolegomena. 420. — 
Exsistentia Dei. 424. — Intellectus Dei. 426. — Voluntas 
Dei. — Creatio mundi. 428. — Finis creationis. 431. — 
Providentia. 432. 

Phase A 433—490 

Allgemeines. 433. — Prolegomena Metaphysicorum. 438. — 
Ontologia. Prolegomena. 442. - Possibile. 443. — Con- 
nexum. 444. — Ens. — Necessarium et contingens. 445. — 
Mutabile et immutabile. 447. Reale et negativum. — To- 
tale et partiale. — Substantia et accidens. 448. - Simplex 
et compositum. — Monas. 449. - Finitum et infinitum. 451. — 
Simultanea. 453. — Notio mundi affirmativa. 4.')4. — Notio 



Inhaltsübersicht. XVU 

Seite 
mundi negativa. 457. — Natura corporum. 459. Sub- 

stantiarum mundanarum commercium. 460. — Arbitrium. 462. — 
Libertas. 464. — Psychologia rationalis. 467. — Natura 
animae humanae. 470. Systemata psychologica. 471. 
Immortalitas animae humanae. — Theologia naturalis. Prole- 
gomena. 476. — Exsistentia Dei. 486. — Intellectus Dei. 489. — 
Creatio mundi. Providentia. 490. 

Phase fi 491—518 

Allgemeines. 491. — Possibile. 499. — Ens. 500. — 
Mutabile et immutabile. 501. — Reale et negativum. 502. — 
Totale et partiale. — Status. 503. — Simplex et compositum. — 
Monas. — Finitum et infinitum. 504. — Notio mundi affir- 
mativa. 506. — Notio mundi negativa. 508. — Arbitrium. — 
Libertas. — Psychologia rationalis. 511. — Natura animae 
humanae. 512. — Status post mortem. - Theologia naturalis. 
513. — Existentia Dei. 514. — Intellectus Dei. — Voluntas 
Dei. 516. — Creatio mundi. — Finis creationis. 517. — 
Providentia. — Revelatio. 518. 

Phase V 519-551 

Allgemeines. 519. — Prolegomena Metaphysicorum. 527. — 
Ontologia. Prolegomena. — Possibile. 528. — Unum. 533. — 
Necessarium et contingens. — Mutabile et immutabile. 534. — 
Reale et negativum. 535. — Singulare «t universale. - - Totale 
et partial«. — Prima matbeseos intensorum principia. 536. — 
Substantia et accidens. — Simplex et compositum. 538. — 
Monas. 539. — Finitum et infinitum. 541. — Simultanea. 543. — 
Notio mundi negativa. 544. — Partes universi simplices. 545. — 
Substantiarum mundanarum commercium. 546. — Naturale. 
547. — Voluptas et taedium. — Arbitrium. 548. — Status 
post mortem. — Exsistentia Dei. 549. 

Phase I 552-612 

Allgemeines. 552. — Possibile 566. — Mutabile et im- 
mutabile. 569. — Totale et partiale. 570. — Substantia et 
accidens. 571. — Status. 573. — Monas. — Notio mundi 
affirmativa. 580. — Notio mundi negativa. 583. — Partes 
universi simplices. 585. — Substantiarum mundanarum com- 
mercium. 586. — Arbitrium. 587. — Libertas. 590. — Origo 
animae humanae. 591. — Immortalitas animae humanae. — 
Status post mortem. 593. — Theologia naturalis. Prolego- 
mena. 595. — Conceptus Dei. Exsistentia Dei. — Intellectus 
Dei. 606. — Voluntas Dei. 608. — Creatio mundi. 610 — 
Providentia. 611. 
Äflnf« ©Ätifte«. ^anMAtiftliAet 3f!ac6lai IV b 



XVIII Inhaltsübersicht. 

Seite 
Phase 613—632 

Allgemeines. 613. — Possibile. 626. — Necessarium et 
contingens. 627. — Mutabile et immutabile. 629. — Prima 
matheseos intensorum principia. 630. — Notio mundi nega- 
tiva. — Substantiarum mundanarum commercium. 631. 
Phase n 633—634 

Immortalitas animae humanae. Status post mortem. 633. 
Phase (? . 635—698 

Allgemeines (Lose Blätter Duisburg 7, 8, 10—18, E 66, 
M 22). 635. — Possibile. 676. — Necessarium et contingens. — 
Mutabile et immutabile. 677. — Totale et partiale. 678. — 
Prima matheseos intensorum principia. — Substantia et acci- 
dens. 679. — Simplex et compositum. 681. — Monas. — 
Finitum et inlinitum. 682. — Idem et diversum. 683. — 
Causa et causatum. 684. — Notio mundi affirmativa. — Notio 
mundi negativa. 685. — Partes universi simplices. — Prima 
corporum genesis. 686. — Natura corporum. 687. — Libertas. 
688. — Animae brutorum. 689. — Exsistentia Dei. — In- 
tellectus Dei. 692. — Voluntas Dei. 693. — Creatio mundi. — 
Finis creationis. 695. — Providentia. — Decreta divina. 697. — 
Revelatio. 
Phase (f 699—730 

Allgemeines (Lose Blätter D 21, C 10, B 10, 8, 9, D 16, 
C 4, K 10). 699. — Unum. Verum. Perfectum. 722. — Ne- 
cessarium et contingens. — Mutabile et immutabile. 723. — 
Reale et negativum. — Prima matheseos intensorum principia. 
724. — Substantia et accidens. — Finitum et infinitiim. 725. — 
Cosmologia. Prolegomena. 726. — Notio mundi negativa. — 
Partes universi simplices. 727. — Intellectus Dei. — Voluntas 
Dei. 728. — Creatio mundi. — Providentia. 729. 
Phase T 731—745 

Ens. 731. — Unum. Verum. Perfectum. 733. — Ordo. 
735. — Necessarium et contingens. 736. — Mutabile et im- 
mutabile. — Reale et negativum, 737. — Totale et partiale. — 
Substantia et accidens. 738. — Simplex et compositum. 739. — 
Monas. 740. — Finitum et infinitum. — Simultanea. 741. — 
Naturale. — Theologia naturalis. Prolegomena. 742. — Ex- 
sistentia Dei. 743. — Providentia. 744. 
Berichtigungen und Nachträge 746 



3)leta)) |>^fit 



(grfter S£|eU. 



Äflnt'8 ©Triften. .f)anb{(^riftU(^et 5Jo*In|. IV. 



Erläuterungen 



au 



Metaphysica. 



[VI] METAPHYSICA 
ALEXANDRI GOTTLIEB BAUMGARTEN 

PROFESSORIS PHILOSOPHIAE. 

EDITIO IUI. 

HALAE MAGDEBURGICAE. 

IMPENSIS CAROL. HERMAN. HEMMERDE 

1757. 



[VIII] AUDITORI BENEVOLO. 

Quem enim potius, quam te, compellarem, dum ad paginas tibi paene 

10 dixerim soli conscriptas more consueto praefandum est? Non est, tibi cur 
excusem prodire denuo metaphysica, post infinitum numerum simili titulo nota- 
torum, in quo quota sint a decantatissimis illis Aristotelis (xexa ta cpuatxa non 
magis novi, quam quotus ipse mortalium sim ab orbe condito. Tuis praecipue, 
Tuis unice commodis data, dicata, dedicata quae sint, prima se dicere satagant. 

15 Te cum appello, coronam excitatissimorum ad ar-[IX]dua quaevis ingeniorum 
nomino, commilitones per bumaniorum litterarum propylaeum, et accuratioris 
logices atrium in interiora primorum sciendi principiorum penetralia mecum 
amicissimis aemulationibus enitentes. Quae consideranti facile patebit, quare 
primo, quicquid in acroasibus rationalis scientiae curate tractare soleo, hie 

20 scribendo repetere supersederim ; deinde, quamobrem non potuerim a me 
impetrare, quae postulat liber sermo viva voce proponentium, ut exempla, dubia, 
historias, illustrationes alias subiicerem etiam prelo tradendis ipsis ratiociniorum 
nexibus. At sine bis quid babes, inquiat non nemo, nisi satis siccum meta- 
physices sceletum? Modo sint ossa satis firma, modo satis apte concatenata, 

25 mihi, crede, gratulabor egregie. Quam primum tu veneris, et non videris solum, 
sed etiam audieris, ecce, nervi succrescunt, adiieitur caro, cute vestitur, nee 
reor colorem omnino deesse bonae feminae, nee vitam, nisi tibi forte visum 
fuerit aliter. Porro talem te mihi ponens ob oculos, qualem supra breviter 



SaumgartcnS Metaphysica. Praefatio Ed. I. 



pinxi, negligo, nee difficulter, Auditor benevole, malevolas eorum voculas, qui 
fayorem in me tdüm, de quo sollemniter tibi gratias ago, labefactaturi causam 
interserunt, nescio [X] cuius obscuritatis. Non defuerunt hiic usque, quibus 
me potissimum in philosophicis audire placuit, eruditis per experientiam decla- 
rantes, et olim declaraturi, satis a se perspecta, satis distincte cognita, quae 6 
▼el cum iis coram egeram, vel in cbartam conieceram. Quamdiu vivos eius- 
modi testes citare licuit et licebit, non habeo, cur paeniteat istius regulae, quam 
mihi sequendam constitui, ex quo non discere solum, sed et discentes iuvare 
iussus sum : Ita moderare, quicquid expones, ut ingenium mediocriter felix, doctrinia 
Uli, quam pro/ers, iure praemittendis mediocriter imbutum, in eadem, quam tractaa, lo 
haurienda mediocriter diligens, mentem tuam clare possit et perspicue cognoscere. 
Ad hanc legem exigens, quicquid tibi sum expositurus, nee nova capto, 
quia sunt recentia, nee antiqua sperno, quia videntur obsoleta. Quicquid 
in rem meam audivi, vel legi, meditatus sum et meum feci, sed ita tarnen, 
uti inter bonos bene agi convenit. Suum cuique nunc publice sine vin- 15 
dicatione restituo, tibi solum et mihi ius usuum cum iure fructuum legitime 
translatum servans. Inprimis plurimum promotam cognitionem meam earum 
veritatum, quas hoc qualicumque libello tecum communico, cogitationibus, quas 
illustribus celeberrimisque me-[XI]taphysices inter nos reformaiorjbus, Leibnitiis, 
Wolfils, Bülfingeris, Reuschiis, fert acceptas non ingrata Germania, nullus umquam so 
diffitebor. Quae scaturigo tam limpida, quae non aliquos volvat in fundo scrupu- 
los? Quantum absum a caecis assentationibus in philosophando, tantum, immo 
magis, alienum me laetus experior a ferrea fronte hominum, qui non dissimu- 
lant solum et claudunt aliis, quantum eins ab ipsis fieri potest, fontes, ex 
quibus suos maxime rivulos irrigarunt, sed etiam turbant eosdem et venenatos, 8& 
aut nescio quo pestilenti sidere afflatos praedicant, quo facilius et ex se promp- 
sisse, quae proferunt ipsi, et alii, quae communi de fönte hauserunl, a se tarnen 
mutuo accepisse rerum ignaris videantur. Habes, Auditor benevole, quos con- 
sulas, ubi non satis omnino tibi fecerim, et ex quibus, si quid inscius erroris 
commiserim, mea corrigas. 30 

Ad scribendi rationem quod attinet, quo magis a purioris in dicendo 
copiae deliciis per praesentes studiorum meorum rationes, et rigida stili philo- 
sophici praecepta, tum alias, tum his ipsis in chartulis divulsus videor, hoc eas 
magis in oculis fero, hoc ubique, quantum fas est, sequar, si non consequar, 
ardentius. Veneres tarnen orationis sectari, varios ornatus aucupari, [XII] circum- 35 
locutionibus uti pro reeeptis et civitate saltim metaphysica donatis vocabulis, 
rerum explicationibus abstinere, quas casta satis voce Cicero non expresserat, 
in his potissimum, meum non duxi, neque meum iudicabunt, qui nee in notionum, 
nee in syllabarum regno soli triumphant. Si quid autem brevitate eadem et 
convenientia cum usu loquendi seribi potuisset minus grave latinis auribus, 40 
eius veniam peto, quam utinam implorare non opus haberem typographorum 
etiam erroribus. Cum alia in urbe, quam in qua vivimus, imprimerentur hae 



JBaumgattcnö Metaphysica. Praefatio Ed. II. 



schedae, nee otium, quantum Toluissem, fere umquam mihi fecit emendaturo 
festinans redire nuntius, nee ultimas plagulas omnino mihi corrigere concessum 
fuit. Quicquid inde mali me perinvito provenit, eavebitur subiungenda menda- 
rum exstantiorum enumeratione, vESTRAque, qui haee legetis, benevolentia. In 

e quibus si qui forte sint, quos non solum in auditoribus habere non licet, sed 
quorum etiam ex doetrina plurimum ipse possum utilitatis exspectare, horum 
aequa iudicia venerabor, horum admonitionibus morem geram, horum refutationi- 
bus ipsis nihil erit mihi iueundius. Qui dissentiant, in iis etiam, quae [XIII] 
graviora censebunt, hos unum est, quod obtester. Ne putent, laedi se, quando 

10 loquor, quando scribo, quae minus ipsis probantur, veritatis et officii, quantum 
ego quidem nune iudico, eompulsus viribus. Ubi ferre non possunt, quae pro- 
fero, toliant, quibus armis permittit religio: ferant hominem, nihil magis fugien- 
tem, quam eas, quarum reus esset, inimieitias, nihil magis dolentem, quam si 
quibus sine dolo suo simultatibus irretitur. Vos autem, o socii comitesque 

16 philosophicorum meorum eonatuum, acditores honoratissimi, utimini his meis 
feliciter, tenuitatem virium aequi bonique eonsulite, meque, si mereor, amare 
pergite. Halae, mense Aprili A. MDCCXXXVIIII. 

[XIV] PRAEFATIO EÜITIONIS II. 

Alteram hanc libelli tenuis editionem absens denuo curare debui. Quam- 

20 quam inde mihi nune etiam exeusatio mendorum a chalcographis forte comrais- 
sorum salva videtur, spero tarnen in iis minuendis nee meam heic inanem 
operam fuisse, nee amiei, qui nune Halae floret, et eorrigendarum, dum prelo 
eommitterentur, plagularum laborem non detrectavit, debita cum gratiarum 
actione commemorandam diligentiam. Interim non sum adeo mihi Suffenus, ut 

26 in ope-[XV]rarios, quicquid forsan erroris et commissum iam erat, et accessit 
de novo, coniectum velim. Probe memini, qua dubitatione, quo metu, qua 
paene dixerim animi deiectione huie scriptioni, cum primum in publicum emit- 
teretur, coronidem imposuerim. Nunc etiam exiguam meam spem si superet 
legentium iudicantiumve benevolentia, denuo laetabor, quod tunc auditis lectis- 

30 qua doctorum virorum sententiis mea mitioribus non diffiteor me magnopere 
gavisum esse. Quorum si qui tantum intra commemorationes et laudes etiam 
nonnullas substiterunt, iis nunc dicta velim omnia, quae grati animi modesti- 
aeque testandae gratia tum copiose dici possent, tum ab iis, qui norunt, quo- 
modo vita vivatur, vel me tacente, facile colligantur. Unus est, quantum ego 

35 quidem novi, qui narrationi satis uberi, iudicioque magis honoritico, quam quod 
merear, de his metaphysicis publice simul adiecit nonnulla, quae minus recte 
sibi placuisse quaedam a me prolata notarent, in siippltmentis ad acta eruditorum 
Lipsiensia latina T. IUI, S. VI, p. 266 sqq. Quis ille sit, nondum audire datum 
est. Nihilo suspicor minus ex fama celeberrimarum, ad quae sua contulit, 

40 ephemeridum esse virum clarissimum. 



23aumgarteng Metaphysica. Praefatio Ed. II. 



[XVI] Maluissem V. C. sua meis non ita intertexuisse, ut omnino dino- 
scere nequeat, qui mea nondum legit. Si qui mihi crimen obscuritatis obiioiunt, 
lividos verveces ipse vocat, non ego. Qui principium rationis sufficientis infitiantui\ 
ezsistere mundum docebunt, licet negent auctorem, in quo exsistit ratio producH universi, 
ex eins sententia, non ex mea. Quia elementa simplicia non admittunt amittere 5 
praestantissimum argumentum, quo mundum esse creatum intelligitvr, ipse dicit, non 
ego, e. c. 

Sunt, in quibus verba mea mutans Y. G. sensum ita simul immutavit, ut 
alia dixisse videar omnia. E»s quod exsistat, ut determinatio alterius, vel ita esse 
potest, vocari a me accidens ait, ergo, addens, ens illud, quod non ezsistere poteat, 10 
ut alterius determinatio, erit substantia, Utrumque satis aperte contra meum §, 191. 
Mihi substantia est, quod potest exsistere, licet non sit determinatio (nota, 
character, praedicatum) alterius. Quod vero non potest exsistere, nisi ut deter- 
minatio (nota, character, praedicatum) alterius, accidens appello. Hoc lubentius 
occasionem arripio reddendi rationes sie conceptarum definitionum, quo propius in 15 
iis aberant a vero iam Aristoteles, cum discipulis a schola dictis, Cartesius, ipse 
Spinoza, qui nihilo setius ex [XVII] errore, qui paene censeatur infinite parvus, 
fatalem ipsi religioni subvertendae machinam fabricatus est, illustri exemplo 
docens, quam verum sit illud Lucretii: 

Parvum est clinamen principiorum. 20 

Aristoteles substantiam dixerat, quod nee de subiecto ullo dicitur, nee subiecto ulli 
inest. Soneras in rariori sua metaphysica: substantia est subiectum ultimum omnium 
praedicatorum. It. substantiae non dicuntur de aliis, sed cetera de ipsis. Ex re- 
centioribus patritam et avitam philosophiam amantibus, ut alios taceam, S. V. 
Aepinus vidit, non bene negari posse de quibusdam substantiis, quod insint 25 
aliis, tamquam subiectis, hinc substantiam dicit etis per se exsistens, i. e. quod vel 
plane non est in alio, vel est quidem in alio, sed ita, ut sit eius pars, vel compars, 
utque ab eo separari, et separatim sine eo exsistere possit. Nollem equidem hanc 
explicationera meam facere, ob eius tamen rationem nee ego dixi substantiam, 
quod non potest exsistere, ut alterius determinatio, s. praedicatum, sicut im- 30 
putat mihi V. C. Non in eo, an aliquid exsistat, ut determinatio s. praedica- 
tum alterius, nee in eo, an non possit exsistere, ut praedicatum alterius, car- 
dinem notionis verti iudico, sed in eo, an possit [XVIII] exsistere, licet nullius 
sit determinatio, s. praedicatum. Primum de multis substantiis cum S. V. 
Aepino concedo, hinc seeundum non possum de singulis ponere. Tertium autem 35 
Omnibus et solis substantiis convenit, hinc a me, tamquam character, quem de- 
finitivum aiunt, suraitur, per quem explicem tritum illud per se subsistere. Idem 
clare distincteque percepturus Cartesius in Responsionibus IUI. Operum p. m. 107 
addit: h. e. absque ope ullius alterius substantiae posse exsister-e, et in princi- 
piis philos. P. I. n. 15: Per substantiam nihil aliud intelligere possumus, quam rem, 40 
qnae ita exsistit, ut nulla alia indigeat ad exsistendum. Et quidem substantia, quae 



Saumgartenä Metaphysica. Praefatio Ed. II. 



nuUa plane re indigeat, unita tantum potest intelltgi, nempe Jeus. Alias vero omnes 
non nisi ope concursus dei exsistere posse percipimus. Atque ideo nomen stibstantiae 
non convenit deo et Ulis univoce e. c. Aperte si loqui voluisset, dicendum ipsi 
utique fuisset, ex sua definitione, praeter deum non esse substantias. Nam 
5 neminem putarim Antonio le Grand concessurum, lapidem ex hac esse notione 
substantiam, quando ille Inst. Phil. Cart. p. m. 28 substantia, inquit, est res, 
cui 7iulla alia substantia opus est ad exsistendiim, ut deus, lapis, caelum. Prono 
potius alveo, satisque connexis ratiocinationibus ex substantiae descriptionibus 
eiusmodi [XIX] deduei poterunt eadem omnia, quae Spinoza derivavit ex sua, 

10 quando in ethices def. III. Opj). posthumorum rariorum p. 1 substantiam dicit id, 
cuius conceptus non indiget conceptu alterius rei, a quo formari debet. Si placeret 
maiori ex parte retinere definitionem Cartesii, esset substantia res, quae nulla 
alia re, tamquam subiecto, indiget ad exsistendum. Tunc creatae etiam huc possent 
trahi substantiae, totaque rueret Spinozae fabrica. Ne tarnen terminus subiecti 

15 remoram iniiceret, eum vitavi, rem ita expressi: ens, quod potest exsistere, licet 
non sit determinatio alterius. Sic concedo, nullam creatam substantiam ex- 
sistere posse ita, ut non sit determinatum s. rationatum alterius. Determinatum 
autem a determinatione s. praedicato conceptibus satis differt, non curante sylla- 
barum aliquam et apicum convenientiam philosopho. Omnis substantia creata 

20 potest exsistere ita, ut non sit determinatio s. praedicatum alterius, nee ipsius 
quidem dei. Deus ita exsistit, ut sit nullius praedicatum. Ergo et potest ita 
exsistere. Habes definitionem neque soli deo convenientem, ceu cartesiana, 
neque solis substantiis creatis, ut illa, qua substantia vocatur ens perdurabile et 
modificabile. 

25 Sed redeamus ad V. C. recensionem. Principium indiscernibilium stricte 

sumptum dum [XX] me narrat demonstrare, exhibet demonstrationem principii 
negandae totalis congruentiae, §. 270 datam, cum §. 271 lectorum oculis subii- 
cienda fuisset, in qua probatur, quod probari dicitur in adductis, principium 
negandae totalis similitudinis. Forte magis observari meruissent minus nota, 

30 principium rationati, negatae totalis dissimilitudinis, et aequalitatis. Ego locum 
dico positum simultanei extra alia actualis §. 281. Ipse actualem positum simul- 
tanei extra alia me dicit locum dicere. Quando casum concedo, purum nego, me 
dicit V. C. casum profligare. Quae de viribus vivis affirmo §. 413, ipse me de 
viribus ait generatim affirmare, quod si verum esset, errassem. Ex negata 

35 materia omnino homogenea nullibi deduxi motum omnis materiae, deduxisse 
nihilo minus dicor. §. 773 propagationem per traducem ostendi duplici ratione 
fieri posse non involventem ortum per traducem. Harum secunda non est, quae 
per creationem intelligi solet, et nullo iure mihi videtur propagatio per traducem 
dici posse. Concreationis enarravi hypothesin, quae per traducem propagaret 

40 animas, non quatenus eaedem a deo crearentiir, std quatenus parentum animae 
non parum ad hanc operationem concurrerent. 



10 Saumgartenö Metaphysica. Praefatio Ed. II. 



[XXI] Veniamus ad ea, quibus V. C. 

allinit atrum 

Transverso calamo Signum. 

Confusionem more consueto dico diversitatem coniunctionis. Ille putat ex 
magnetis partibus inter se coniunctis elucere diversitatem in coniunctione, neque 6 
tarnen ideo confusas eas dici posse. Verum videtur V. C. diversorum coniuuc- 
tionem, si vel maxime fuerit eadem, et diversitatem coniunctionis, et diversi- 
tatem ordinis confundere probe distinguenda. Diversae in magnete partes eo 
ordine, vel iis ordinibus per naturam coniunctae sunt, ut possint effluvia eas 
permeantia operari in ferrum, poIos libere suspensi versus septentrionem et lo 
meridiem vertere, amicos osculo sibi iungere, inimicos in fugam dare. lam pone 
magnetem in pulverem redigi vel calcinari, multae adhuc partes eius coniun- 
gentur, sed modo diverso. In iisdem nunc est coniunctionis diversitas, confusio, 
crypticae machinae destructio, flammaeque nimis propinqui magnetis parvus 
aliquis cometa. Facile concesserim in explicandis confusionis alicuius datae i6 
et peculiaris phaenomenis non male plerumque ad finem attendi. Sed illustra- 
tioni forsan etiam necessaria, non sunt ideo necessaria definitioni. 

[XXII] Contra satis notam perfectionis definitionem usitata denuo repe- 
ritur obiectio, esse nonnumquam consensum variorum ad unum, e. g. succorum 
humani corporis ad mortem, ventorum ad evertendam domum conspirationem, so 
neque tamen ibi perfectionem esse. Non negaverim, me quoque, cum onto- 
logicis primo curatius adiicerem animum, parum abfuisse, quin definirem per- 
fectionem per consensum realitatum ad unam, et tunc, nisi totus fallor, in bis 
melius mihi convenisset cum V. C. Verum et hie exponam, cur ///. Wolfii non 
mutaverim definitionem. Cum enim nunc iterum, ut supra in conceptu con- 26 
fusionis, non a me inventae, sed ab isto non sine gratiis acceptae definitionis 
reus agar, liceat utramque defendendo declarare, num ex mutandi novandique 
libidine res aliquas aliter nonnumquam definiverira, an perpensis subductisque 
retinendae vel immutandae definitionis rationibus. Forsan aequus inde iudex 
colligat, publici iuris consultissimum virum loh. lac. Moser non in sola aetate 30 
mea uarranda errasse, quando ipsi placuit mei mentionem iniicere in ipsius 
©ebanden bon ber S3erbtnbung ber SBcItroeiS^ctt, befonberä ber Solftf^en, mit 
ber S^eologie, §. 6.- Probavi in bis meis omne ens esse reale, §. 136, probavi 
realitates non posse consentire, [XXIII] nisi ad realitates, §. 140, negationes 
non, nisi ad negationes, §. 139. Hinc unum illud ens, quod in definitione 35 
perfectionis Wolfiana memoratur, et ratio perfectionis determinans s. focus eius 
dici potest, esse reale, quia ens, quia unum est, inferri cum posset, §. 141, non 
opus erat expresse id moneri in definitione. lam ad hanc realitatem cum pateat 
ontologo consentire non posse, nisi realitates, nee id quidem addendum mihi 
videbatur in definitione, §.94, secundum tritam logicorum regulam: definitionem 40 
notae, quarum una per alteram suffivienter determinatur ^ non ingrediuntor. In deo 
omnia sunt realia, quae ipsi insunt. Hinc in eo consensus plurium ad unum 



aBoumgartenS Metaphysica. Praefatio Ed. II. H 



est consensus omnium ipsius praedicatorum s. determinationum ad unum sum- 
mum. Iq finitis semper sunt quaedam realia, quaedam uegationes. Quatenus 
illa non possunt non consentire ad unum, sed non, nisi reale, in omnibus 
finitis est perfectio. Quatenus illae, negationes loquor, ne possibiles quidem 

5 sunt sine realitatibus, in omni tarnen finito esse debent, et quidem non con- 
sentientes cum realitatibus, in omni finito est imperfectio. Ad exempla V. C. 
nihil nunc regerendum est, donec probetur, in morte et deiectione domus nihil 
realitatis; nihil perfectionis esse. A negata perfectione medica et architectonica 
ad negandam perfe- [XXIV] ctionem omnem, cosmologicam etiam, immo onto- 

10 logicam non valere consequentiam, logicus dixerit. Metaphysicis oculis rem 
intuitus ampliorem quaerat horizoutem oportet, quam cuius 

Tres caeli spatium pateat non amplius ulnas. 

Malum, metaphysicum quod dixi cum ///. Leibnitio, non satis commode 
malum vocari videtur V. C, quamvis vela mox contrahat, causam interserens, 

15 phüosophor^m definitiones nominales arbitrarias. Verum per omnia sacra philo- 
sophiae rogatos omnes velim, qui mea iudicant, ne me quoque legant in eorum 
numero, qui non recte percipientes logicorum hanc regulam in tornandis contra 
receptam significationem definitionibus quidlibet audendi sibi semper aequam 
rentur potestatem. Prudens et circumspectum oportet arbitrium esse, quo voca- 

20 bulorum potestates aut bene constitutas retineraus, aut constituimus, aut fluentes 
quasi et vagas figimus. At tali, non caeco putarim arbitrio, quicquid opponitur 
bono metaphysico, malum dici metaphysicum, imperfectionis eiusmodi rationem. 
lam vero summa perfectio dei est bonum metaphysicum. In quantum haec in 
finitis tollitur, etiam per ipsas eorum essentias, ponitur im- [XXV] perfectio, 

25 cuius ratio malum, quatenus absolute necessarium est, metaphysicum non male 
dicitur. 

§. 389 dixeram, si hie mundus sit substantia, quia tunc extra infinitam 
substantiam eum exsistere debere, iam probatum erat, inßnitam suLstantiam non 
esse unicam. Id, quid sibi ^elit, fatetur V. C. se non intelligere, ratus naevum 

30 subesse typotheticum. Verum nihil hie est erroris, nee mei, nee chalcographi, 
§ 388 — 391 refuto Spinozismum metaphysicum asserentem, substantiam infinitam 
s. deum esse unicam substantiam. Huic enuntiato oppono §. 389: substantia 
infinita non est unica, sc. substantia, sicut dicere solemus, solem nostri systematis 
planetarii non esse unicum, sc. solem, regem Galliarum non esse unicum, sc. 

35 regem. §. 390 clarissimis verbis ita finitur: substantia infinita non est substantia 
unica. §. 391 ita incipit: vis infinita non est unica ins. Quamquam inde me 
satis perspicue locutum omnibus arbitror, qui non raptim in unicam lineam 
oculos coniiciunt, nihilo tamen minus adieci nunc iu hac editione §. 389 etiam 
vocabulum substantiae. Quando ad mundi pneumatici denorainationem adieci 

*o in parenthesi, regnum gratiae, V. C. me monet mundum pneumati- fXXVl] cum 
dicere regnum gratiae, cum tamen sint spiritus a regno gratiae alieni. Decla- 



12 aSaumgartcnä Metaphysica. Praefatio Ed. II. 



randum itaque primum erit, me vocabula cum definiendis apud alios Synonyma 
iuxta haec uncinis inclusa simul adducere, quo facilius intelligantur et alii, 
neque tarnen temere meas facere denominationes in parenthesia reiectas, guarum 
etiam non raro incommoda soleo in acroasibus enumerare. Sic numquam ego 
dixerim essentiam rei eius naturam. Unde mirae confusiones. Alii tarnen ita 5 
locuti sunt. Sufficit. lam notum est, Leibnitium omnes spiritus dixisse regnum 
gratiae. Ergo adieci titulum. Neque tarnen concesserim obiectionem V. C, 
nisi sensu tbeologico. Intellectis philosophice terminis spiritus a regno gratiae 
alienos non posse, ut membra eius et socios, considerari, falsum est. Docet 
enim ius sociale universale et praecipue ius civitatis philosophicum, rebelies lo 
non ideo, quia volunt, exire ex nexu et potestate summorum imperantium, 
manere subditos, manere subiectos iure meritoque. Velint, nolint. Perinde est. 
Quod ad hanc novam editionem attinet, lubentius eam breviorem praesti- 
tissem, quam auctiorem more consueto. Neque tarnen occurrebant curis poste- 
rioribus ambitiosa ornamenta, quae recidi commode potuissent, [XXVII] nisi 16 
forte falx immittenda fuisset tentatis graduum, qui in potioribus observantur, 
enumerationibus. Nee enim has poscit primarum in metaphysicis linearum 
epitome. Sed quia iam dudum eas desiderari legeram, mea doctus sum experi- 
entia quasi novum meditationis orbem saepe per eas pandi, tandem in aliis 
sescentis usibus singularem sane delectationem cogitanti dabit, quicquid est 20 
vere realis et positiv! , si maximum conceperis, deum et divina deprehen- 
dere: nolui prorsus abiicere, quicquid addideram metaphysico-mathematicorum. 
Litterarum diversis ductibus ea notari volui, quo facilius dinosci possint, si quis 
vel sola lustrare, vel omnino velit transmittere. Mutavi non ita pauca, prae- 
sertim in doctrina de mentis immortalitate. Sectiones longiores in breviores 26 
distinxi, percipiens in acroasibus inde nescio quid commodi, si saepius minores 
quasi metas contingere licet, nee uno velut anhelitu plures per boras est didu- 
cenda, quae videtur unius modo materiae, tractatio. Definitiones nonnuUas 
adieci novas et probationes, quales de perfectionibus cognitionis, de materia 
cogitante, de harmonia praestabilita, quam et universalem, et psychologicam, ex 30 
hypothesi mutatum ivi in theorema. Illustrationes ne nunc quidem adieci. 
Nondum [XXVIII] mutavi sententiam, quam ad primara editionem praefatus 
exposui. Separatim eas edere rogatus sum. Rectius id fieri posse sentio. Satis 
multa huc pertinentia iam in chartam coniecta sunt, sed in publicum quicquam 
eorum edere, numquam promisi. Inscio me catalogum nundinarum Lipsiensium 36 
illustrationes eiusmodi praeterlapso vere pollicitum esse, tamquam bis nundinis 
iam prodituras, miratus sum. Fuerunt etiam, qui logica, qui ius naturae, vel alia 
philosophiae practicae capita simili ratione, qua metaphysica et ethica tetigi, ut 
scriberem, benevoli publice suaderent. Interim donec erit bibliopola, qui 
condicionibus aequis hanc adiiciat, ut eo in loco, ubi mihi vivendum est, mea 40 
prelis subiici me corrigente possint, quod ad scribendum mihi paene iudico 
necessarium, hoc tranquillior a consignandis laboriosis oppido libellis eiusmodi 



aSoumgartenä Metaphysica. Praefatio Ed. III. 13 



abstinebo, quo minus mihi et heic ab acroasibus est otii, quo certius persuasus 
8um, orbem litterarium posse meis opellis sine ulla iactura supersedere. 
Dabam Francofurti eis Viadrum, a. d. XIIII. Sept. MDCCXXXXII. 

[XXIX] PRAEFATIO EDITIONIS TERTIAE. 

5 Habetis itaque, si qui mea putatis aliquid esse, tertiam metaphysicorum, 

quae scripseram ante decennium, editionem, quam non sine nova correctione 
passus sum in lucem denuo prodire. Sectionum numerum auxi, plures inscripsi 
titulos. Quaedam mutavi, non omnino nihil adieci. Neque tamen repetam, 
quae iam olim praefatus sum, quia poterunt in antecedentibus aequi legere iu- 

10 dices, iniquos, ut nunc certe legant, non possum adigere. Horum expertus sum 
aliquos in qualibuscumque meis scriptionibus examinandis. Quibus ideo, quia 
minus aequi fuerant, si non respondeo, sunt alii mihi hoc ipsum meura Silen- 
tium vitio vertontes. Unum notemus exemplum. Dixeram in prima, quam edidi, 
dissertatione poema semitivam orationem perfectam. Vere dictum adhuc puto. 

15 Fuit autem, qui scriberet me dixisse poema orationem perfecte sensitivam, et 
deinde significatum perfecti iam inter philosophorum ipsos pueros notissimum 
detorqueret in vulgarem illum, quo per/ecte pro [XXX] omnino vagis in sermo- 
cinationibus aliquando substituitur. Significatum sensitivi ipse expresse fixeram. 
Longe tamen alium affingit et hnic vocabulo bonus vir, quo Germani non num- 

20 quam crassa vel pingui Minerva turpiuscule, vel etiam obscenius dicta per 
iocum aiunt oppido sensitiva. Post ternam eiusmodi tam verborum, quam 
significationum inflexionem malignam frigide iocatur, non in mea, quae noluit 
intelligere, sed in larvam ab ipso fictam, quam meam non aequus edicit esse 
sententiam. Ego vero sileo. Neque nunc verbum de lite misella scripsissem, 

25 nisi Visus essem aliis, qui me non noverunt, negotiorum graviorum causam 
prae me tulisse, dissimulans forsan armorum, quibus memet ipse defenderem, 
inopiam. Quamobrem hanc occasionem meam facio, qua publice deum immor- 
talem obtester, ne mihi tantum umquam otii concedat, quod per litigia huius 
furfuris, quando mihi moventur, terere, dilapidare, perdere liceat, ne umquam 

30 eo usque patiatur apud me deprimi veri honoris ideam, ut aliquando mihi vi- 
deatur huius interesse, qualibuscumque dictis in me vel scriptis ut armatus 
ipse statim procedam obviam, et bella ducam nullos triumphos habitura. Si 
quando retundendi sunt impetus licentius peccantes, non deerunt, sicuti nee 
defuerunt hucusque publica cum gratiarum [XXXI] actione conmemorandi, me 

35 non rogante, non mandante, consentiente tamen, quod decet bonum virum, pro 
me, pro vero potius, quod scripsi, scribentes, et officium simul praestantes 
amico, vel hinc utilius aliquas horas refutando talia transigentes , ac ego mei 
tanium causa scribere visus transigerem. 

Äliter sentio de dissensionibus, in quibus animus cavillandi non pellucet. 

40 ütinam ad has referre possem, quae scripsit in philosophos unus ex iis, qui 



14 Saumgartcnä Metaphysica. Praefatio Ed. III. 



meis olim acroasibus interfuerunt. Dicam illi non scribo, quia quaedam meorum 
minus recte probata putavit, quod libertatis est philosophicae. Vehementer id 
unum displicuit, quod contra suam conscientiam, si meminit, generatim ait 
philosophos in ipso limine suae scientiae promittere certitudinem plenam et 
summam, ac ultra quam malus aliquid ac solidius ne cogitari quidem possit. 6 
De me certe talia vere dici non posse, testor omnes, qui me vel Halae, vel heic 
philosophiae disciplinas auspicantem audiverunt. Nam asserta libelli, quem 
sequi libero sermone soleo, si qua possent huc trahi, non solum non dilato vel 
extollo pluribus, sicut alia, verum etiam expresse interpretor, quod aiunt, restric- 
tive, saepiusque multis inter philosophandum et in logicis, et postea moneo, lo 
summam certitudinem cum completa, completam vere [XXXil] talem cum ea, quae 
videatur completa sub demonstrationis, quam dicunt, pallio, non confundendas 
esse, summam hominis omnino non esse, completam non adeo late patere, vel 
per ipsos matheseos et philosophiae campos, ac iis appareat, qui veram a 
spuria luce in sideribus primae magnitudinis inter eruditos satis distinguere 15 
nesciunt. 

Nunc autem veniam ad id, cuius potissimum causa pertinet ad scriptionem 
hanc, quam manibus tenemus. Quam citus est rerum humanarum circulus! 
quam repentina vicissitudo! Nondum annum quadragesimum vivendo attigi, 
tamen iam expertus sum, philosophiam aliquam, Leibnitio -Wolfianam dico, pri- 20 
mum impugnari armis, quae paene sancta credebantur ac inviolabilia, mox iudi- 
cabantur a plurimis imbellia. Non ita multo post videbatur ea veluti trium- 
phare. Nunc iisdem eadem argumentis sensim impetitur, quae tamen ideo, quia 
nova videntur aliquibus, iam denuo quibusdam iudicantur fortissima. Cum 
interessem lectionibus antiwolfianis canicularibus per postremos annos, in quibus 26 
Halae habebantur, vix a risu sibi temperabant plurimi, quando contra principii 
rationis sufficientis universalitatem et entia simplicia disputabat bonus senex, 
adeo frivola censebautur, quae [XXXIII] proferebat. Et ecce iam eadem reco- 
quuntur, etiam ab eorum aliquibus, qui philosophiam dictam ambabus quasi 
manibus, ante paucos annos amplexi sunt. Neque mirabimur, si novimus ho- 30 
minem. Quae per praeconceptam aliquam opinionem primum arripuimus, ad 
certam disciplinam, velut ad scopulum, bona fortuna delati, licet ea sint 
verissima, serius tamen aut citius nobis verum gnaviter indagantibus revocanda 
sunt iterum sub incudem, ubi tandem fiant suspecta, forsan et dubia. Quod si 
ne tunc quidem satis lente festinemus, argumenta contra primo probatam sen- 35 
tentiam se commendant gratia novitatis, ad quam si accesserit spes quaedam 
ex minus ordinariis inclarescendi, non multo cautiorem, ac primus fuerat, assen- 
sum in contrarium rapiunt. Hinc ista perpendenti mihi cotidie nunc gratius 
illud vitae meae fatum accidit, quo nutritus inter alienos ab hac pbilosophandi 
ratione, contra eam moneri quae poterant, paene prius imbibi, quam ipsa eins 40 
praecepta. Nam inde factum est, ut non nisi multam et sollicitam post inquisi- 
tionem veri quaedam ex eadem, immo bene multa, mea facerem. Quae cum 



Saumgortenä Metaphysica. Praefatio Ed. III. 15 



primis in annis, quibus docui, docenda essent in loco, ubi sane tunc nondum 
licebat ad auctoritatem [XXXIV] tantorum virorum provocare, quales sunt sta- 
tores philosophiae, quam nominavi, sicut nunc aliqui sibi licitum autumant : eo 
magis mihi denuo necessarium fuit interna disserendorum argumenta circum- 
6 spicere, ac ante ponderare, quam eorum publice sententiis accederem. Nunc 
enim id utilitatis inde capio, ut non nunc demum fluctuare, vel omnino mutare 
sententiam opus sit, quod veri compulsus viribus facerem lubentissime. Dubi- 
tent alii de primo hoc cognoscendi principio, quod tamquam Leibnitianae philo- 
sophiae proprium consideratur : dubitent alii de primis fiendi principiis contin- 

10 gentibus, quae eadem constituit, monadibus vel entibus simplicibus. Utraque 
quondam negavi, de utrisque dubitavi, meditatus sum, agnovi vera utraque. 
Quae nunc, ut nova, venduntur contra veritatem utriusque, ratiocinia pieraque, 
dudum mecum ante peregi. Videamus iam de primo. Nee illud ipsum dicitur 
impugnari, sed eius universalitas, quasi fuisset umquam Epicureus aliquis adeo, 

16 ut omnia ratione destitui somniaverit. Quicquid videatur a Leibnitio philo- 
sophiae noviter donatum, quicquid impugnatum umquam est, ipsa haec est 
universalitas. Quam non exsistentibus tantum, sed et possibilibus Omnibus, sine 
exceptione, recte coextendi iudico. [XXXVJ Probationem postulas, immo de- 
monstrationem. Quid? si principium rationis inter propositiones indemonstra- 

20 biles referrem, de quibus complete certus nas, intellectis modo terminis? Non 
refutabor tua negatione certitudinis. Quid enim, si nondum intelligeres ter- 
minos, e. g. rationem et rationem sufficientem, positivam et negativam, optimam 
et minus bonam, legitimam et illegitimam, tibi notam et incognitam confundens? 
Yetus dictum est: Dimidium esse maius, quam totum. Solet tamen a multis 

26 inter propositiones indemonstrabiles referri, totum esse maius qualibet sua parte. 
Quid? si dicerem propositionem identicam esse: omne possibile habet rationem ? 
Utinam talia numquam de minus evidentibus asseverarentur! Sed sit propositio 
demonstrativa. Possem demonstrationem dare ex sequentibus demum in systemate, 
quales citationibus ultimis, ad §. 20, subinnui. Praestat autem utique demon- 

30 stratio naturaliter sequentia non praemittens, si dari possit. Autumo talem esse, 
quam §. 20 primam überlas paullulum exposui. Hanc viros eruditos aliquos 
duplici via deprebendo vocantes in dubium. Primo putant aliqui, iam in eadem 
supponi rationem omnis possibilis, de qua tamen adhuc quaeratur. Age, videa- 
mus, quid heic sibi velit, quod impu- [XXXVI] tatur mihi, supponi. Mihi sane 

S6 supponere videor ea tantum, quae iam exsistentia, saltim possibilia iudico. 
Iam vero perlegamus, quaeso, demonstrationem, an in ea rationem possibilis 
umquam vel possibilem iudicem ante, quam absoluta est demonstratio apogo- 
gica, i. e. ante, quam detexi aliquid sine ratione contradictorium esse. Quod 
dico, aut nihil, aut aliquid esse, non id, profecto, suppono, ne possibile quidem 

40 esse iudicans, quod sub disiunctione expresse enuntio, vel impossibile esse, vel 
possibile. Ita vero rationem omnis possibilis per totum demonstrationis am- 
bitum consideravi, totaliter indeterminatam, cuius ne determinavi quidem possi- 



16 SSaumgattenä Metaphysica. Praefatio Ed. III. 



bilitatem, donec id necessario fieri debere docuit demum demonstrationis con- 
clusio. Die, amabo, vir optime, putaresne me iam in te supponere eruditionem, 
si dicerem eruditionem tuam aut nihil, aut aliquid? Alteram viam ingressi 
sunt, quibus non omnino satisfecit demonstratio, §. 20, labefactantes eandem, 
quod logici dicunt, per comparationem , dum putant eodem, quo sum usus, 6 
modo probari posse, quae vel ipse ego falsa esse concesserim. Horum causa 
supplebo nunc, quae meris citationibus sufficienter in animum revocari posse 
iudico per ipsam opusculi lectionem, §. 20 viva [XXXVIIJ voce soleo dilucidius 
exponere: Si nihil foret ratio alicuius possibilis, nihil foret, ex quo cognosci 
posset, cur quoddam possibile sit, §. 14. Ex quo cognosci potest, cur aliquid lO 
Sit, id ipsum cognosci potest, est cognoscibile et repraesentabile. Ergo si nihil 
foret ratio alicuius, nihil foret repraesentabile et aliquid, §. 8 q. a. Iam ipse 
mihi formabo comparandum exemplum, cuius ipse largior esse falsam con- 
clusionem, qua possum fide, referens vim obiectionis: Ponamus: omne possibile 
habet extensionem. Nego propositionis universalitatem. Tu mecum negas, sed 16 
statuis eodem eam modo quasi demonstrari posse, ac rationem omnis possibilis, 
et inde infers nee rationem omnis possibilis rite demonstratam esse. Simili- 
tudinem probationis ita declaras: Omne possibile aut habet extensionem, aut minus, 
§. 10. Concedo. Si habet extensionem, aliquid est eins extensio, §. 8. Concedo. 
Si non habet, nihil est eius extensio, §. 7. Concedo. Ergo omnis possibilis extensio 20 
aut nihil est, aut aliquid, §. 10. Concedo. Si nihil foret extensio alicuius possibilis, 
foret nihil aliquid. Hic'iam est Rhodus, hie, ne saltum illegitimura committas, 
hoc opus, hie labor erit, ut eadem evidentia, qua [XXXYIII] ego, partim in 
libello citationibus, partim nunc expressis ratiociniis declaravi meae maioris 
consequentiam, tu tuae probes. Ego nego hanc, et in hoc articulo dissimili- 26 
tudinem meae demonstrationis a comparatis quibuscumque reor ponendam esse. 
Si extensionem alicuius possibilis ponam nihil, impossibilem, irrepraesentabilem, 
id est, si prius ultimae tuae propositionis hypotheticae ponam: tamen nondum 
Video, cur cogar ponere consequens, quod absurdum esse concedo, donee pro- 
baveris pari cum certitudine extensionem alicuius possibilis impossibilem, simul 30 
tamen esse debere repraesentabilem, ac ego probavi rationem alicuius possibilis, 
quam nihil dicere principium rationis universale negans per praemissas cogeris, 
eo ipso, quod ratio dicitur, admitti simul debere cognoscibilem, repraesentabilem, 
hinc aliquid et possibilem. 

Tangam et breviter, uti locus iubet, obieetiones non meam quidem de- 35 
monstrationem peculiariter, demonstratam tamen in eadem veritatem impugnantes. 
Obiicis: Si principium rationis esset universale, 1) primae notae rerum haberent 
rationem, et esset primo prius. Resp. Ne incurramus in lepidum comici dictum : 

Rideo hunc. Primiim ait se scire, is sohts nescit omnia, 

distinguenda semper [XXXIX] est ratio, ratioque nobis speciatim etiam et 40 
per singula eundo cognita. Primae, relative scilicet et respective ad cognitionem 



33aumgartenö Metaphysica. Praefatio Ed. III. 17 

humanam, eamque claram, notae rerum habent tarnen adhuc rätionem, licet 
nobis, qua reliqua sua praedicata, non ita cognitam, ut eam ab aliis satis pos- 
simus distinguere. Hinc est primo in cognitione humana clara distinctaque 
semper prius, non nisi subobscure cognoscendum ab hominibus. Genero- 
5 sarutn omnium familiaruin capitibus genealogicis primis sunt maiores priores. 
Primum autem ens absolute tale non abstrahlt, non reflectit, hinc num- 
quam deducitur ad notas absolute primas, quoniam omnia distinctissirae seit ex 
Omnibus. 

2) possemus cum ratione sufticiente rei attributa tribuere, quae non habet. 
10 R. Novam vitemus ambiguitatem. Optimum quodvis et legitimum in aliquo 

genere solet ita sibi nomen generis, ad quod pertinet, in communi loquendi 
ratione vindicare, ut minus bona, minus legitima tunc eodem generis nomine, 
velut indigna priventur, licet ipsis vere conveniat definitio generis. Ita nobili 
loco natus omni virtute destitutus nobilis, miles timidus et fugitivus miles, pater 

15 in liberos crudelis pater esse negatur. Hinc [XL] TrapaSo^ov est fieri se- 
cundum rätionem sufficientem, quod minus recte fit, assuetis optimam et legiti- 
mam tantum rätionem sufficientem huius nomine, quasi vero titulo, condecorare. 
Quia oderunt quidam sine causa, an negabis etiam omnium contingentium esse 
causam? Quaeramus potius, sine vocabulorum tricis: quando falsa rei attributa 

20 assigno, an hie meus error, privatio, talis est, ut ex alia ratione sufficiente pri- 
vativa possit intelligi? Quam quaestionem affirmo, privativamque rätionem 
siifficientem invenio meum errorem, quo habui pro essentia rei, quae non est. 
Huius erroris est denuo privativa ratio sufficiens, illusio ingenii essentiam rei 
veram cum spuria confundentis, et huius tandera, defectus acuminis. Exemplum 

25 Sit logico logicorum raultorum error, quo figurae quartae putarunt attributum 
esse, ut enascatur, si maior primae figurae assumatur, propter perperara et con- 
fuse perspectam aliquam quartae figurae definitionem realem, quod sit inversa 
prima. 

3) errorum etiam esset ratio sufficiens. R. Est utique in subiecto verum 
30 cum falso confundente, licet non sit in obiectis veris. Errorum concatenatorum 

ratio sufficiens prima in certa errorum serie est 7:p(iJ-[XLI]T&v ilvjhoi, dudum 
ab orthodoxis agnitum polemicis. 

4) essentiae rerum haberent etiam rätionem sufficientem. R. Habent in 
essentialibus eas constituentibus, uti totum in partibus, et haec iterum essen- 

35 tialia si non habent rätionem sui sufficientem internam in eo cuius sunt essen- 
tialia, habet tamen eandem extra ens, de quo quaeritur, certe tandem in in- 
tellectu summo. Dei vero essentia sunt ideo omnes eins perfectiones internae, 
quia singulae sibi sunt in ratione reciproca rationum et ratiocinatorum, dum 
singulae summae possunt ex singulis summis concipi. 

40 5) usus virium entis spontanei tunc etiam haberet rätionem sufficientem, 

si in malum verteretur. Haec est arx controversiae, quae recentissimam etiam 
theodiceam male habuit. Age, fingamus libertatem aliquam esse potentiam ali- 
Äant'8 ©Triften, ^nnbfc^riftli^er SJac^laf. IV. 2 



18 Saumgartenä Metaphysica. Praefatio Ed. IIL 

quid non numquam decernendi sine ratione sufficiente. Quid lucrabimur? 
Hoc, inquis, ut peccata non habentia rationem sufficientem in statu antecedente 
peccatori prorsus non sint necessaria, hinc auctori possint aequius imputari. 
Ego vero neutrum video. Si necessarium eo modo sit, ut sit imputationis in- 
capax, quicquid rationem sufficientem habet in statu antecedente, peccatorum 5 
eadem resiabit ficta necessitas ex pre-[XLII]cano sumpta libertatis notione 
non minus habentium rationem sufficientem in statu antecedente, ac ex nostra, 
quia eorum ratio sufficiens erit proxima tunc ea potentia, quam descripsimus, 
iam coexsistens in statu antecedente, quaque semel in aliquid sine ratione suf- 
ficiente lata, non potuit non illud aliquid exsistere, non sine ratione sufficiente, lo 
sed rationem sufficientem habens in illa potentia, quae aliquid potest sine 
ratione sufficiente decernere, interim sit tamen usus virium sine ratione suffi- 
ciente. Hie saltim, usus virium nisi eventus, quem producit, imputari nobis 
aequius poterit. Quid? dissentientes amicissimi, aequius? In nobis rationem 
habebit ratio conderanationis peccatum, aut malus usus virium, cuius tamen i5 
nuUa fuisse ratio conceditur? Egone puniar, ut auctor, i. e. rationem continens 
facti vel abusus virium, quae tamen eodem halitu negantur habere rationem? 
Quid ad me, quae casu puro fiunt? An apud iudicem aequissimum casum 
merum praestem? Adeste, iureconsulti, quotquot estis, omnes, et decidite, num 
solutus sit nodus Gordius. Quaeritur de reo criminis perduellionis, satis iu- 20 
vene, maiorum perduellium filio. Quibusdam non liquet, an in eum poena cadat 
ordinaria, quia videatur coactus ad hostilitatem publicam, et quodam modo 
necessitatus. Instat actor, eumque poenam ordinariam optimo iure [XLIII] 
mereri probat, ex eo, quod haec hostilitas casu mero contigerit. Mihi magis 
consentanea videtur haec sententia: Usus virium in malum libere latarum habet '-^5 
rationem sufficientem in non usu virium in Optimum ferendarum. Nam omnis 
substantia, omnis Spiritus est semper agens aliquid. Hie non usus virium in 
Optimum ferendarum habuit rationem sufficientem in arbitrio et libertate finita 
ac limitata, quae potuit vigilare moraliter, [izz EuXaßetac, potuit dormire optimi 
incuria, sed a primo momento somni moralis, ad cuius oppositum obligabatur, 30 
peccans et rea, propter defectum rectitudinis vincibilem. 

Verum non est morandus lector in limine diutius. Brevibus addam, ne 
desim officio, grati animi testificationes, quas viris celeberrimis clarissimisque 
debeo, qui partim simul curarunt, ut haec emendatiora prelis exeant, partim per 
diversas academias hoc, quicquid est opusculi, dignum iudicarunt, cuius filum 35 
in doctissimis, quas habent, acroasibus sequerentur. Scribebam Traiecti eis 
Viadrum, a. d. XII. Sept. MDCCXXXXVIIII. 



SBaumgartcnä Metaphysica. Synopsis. 19 



[XLIV] SYNOPSIS. 

I.) Prolegomena metaphysica §. 1 — 3. 
II.) Tractatio. 

1) Ontologia P. I. 
5 A) prolegomena ontologica §. 4—6. 

B) tractatio de praedicatis entium 

a) internis 

a) uDJversalibus C. I. 

N) possibile S. I. §. 7 — 18. 
10 D) connexum S. II. §. 19 — 33. 

;i) ens S. III. cuius determinationes 

21) vel realitates, vel negationes §. 34—36. 
93) vel externae, vel internae §. 37. 38. et hae 
a) vel essentialia, vel affectiones §. 39 — 66. 
,5 h) vel quantitates, vel qualitates §. 67—71. 

-I) unum S. IUI. §. 72—77. 
[XLV] n) verum, ubi 

2t) de ordine S. V. §. 78—88. 
23) de vero S. VI. §. 89—93. 
20 1) perfectum S. VII. §. 94—100. 

ß) disiunctivis C. II. 

N) necessarium et contingens S. I. §. 100—123. 

2) mutabile et immutabile S. II. §. 124—134. 

3) reale et negativum S. III. §. 135—147. 

25 1) singulare et universale S. IUI. §. 148—154. 

n) totale et partiale, ubi 

21) de toto et partibus S. V. §. 155—164. 
93) prima matheseos intensorum principia S. VI. 
§. 165—190. 
30 1) substantia et accidens, ubi 

2t) de substantiis et accidentibus S. VII. §. 191 

—204. 
58) de statu S. VIII. §. 205—223. 
T) Simplex et compositum, 
35 21) generatim S. Villi. §. 224-229. 

[XL VI] 93) speciatim de monade S. X. §. 230—245. 
n) finitum et infinitum S. XI. §. 246—264. 

b) externis s. relativis C. III. 

a) idem et diversum S. I. §• 265 — 279. 
40 ß) simultaneum et successivum, ubi 

2* 



20 SSaumgartenö Metaphysica. Synopsis. 

K) de simultaneis S. II. §. 280—296. 
2) de successivis S. III. §. 297—306. 
f) causa et causatum, 

«) in genere S. IUI. §. 307—318. 

2) in specie, ubi 5 

21) de causa efficiente S. V. §. 319—335. 
35) de utilitate S. VI. §. 336—340. 
(S) de reliquis causarum generibus S. VII. §. 
341—346. 
8) Signum et signatum S. VIII. §. 347—350. lo 

2) Cosmologia P. II. 

A) prolegomena §. 351 — 353. 
[XLVII] B) tractatio de mundi 

a) notione C. I. 

a) affirmativa S. I. §. 354—379. 15 

ß) negativa S. II. §. 380—391. 

b) partibus C. II. 

a) simplicibus S. I. 

N) in genere §. 392—401. 

2) in specie de spiritibus §. 402—405. 20 

ß) compositis 

N) genesi ex elementis S. II. §. 406 — 429. 

2) natura S. III. §. 430—435. 

c) perfectione C. III. eiusque 

a) subiecto, quäle mund.us optimus, cuius observatur 25 

J<) idea S. I. §. 436-447. 

2) substautiarum commercium, et eius explicandi 
systemata S. II. §. 448—465. 
ß) mediis 

JO naturalibus S. III. §. 466—473. 30 

2) supernaturalibus 

21) generatim S. IUI. §. 474—481. 
[XLVIII] 33) speciatim de possibilitate supernaturalium 
hypothetica S. V. §. 482—500. 
3) Psychologia P. III. »5 

A) prolegomena §. 501 — 503. 

B) tractatio de psychologia 

a) empirica C. I. de animae 

o) exsistentia S. I. §. 504 — 518. 

ß) facultatibus ♦o 

X) cognoscitiva 
21) inferiori 



33aumgartcnä Metaphysica. Synopsis. 21 



a) in genere S. II. §. .519—533. 

b) in specie de 

sensu S. III. §. 534—556. 
phantasia S. IUI. §. 557—571. 
5 perspicacia S. V. §. 572 — 578. 

memoria S. VI. §. 579—588. 
facultate fingendi S. VII. §. 589—594. 
praevisione S. VIII. §. 595—605. 
iudicio S. Villi. §. 606—609. 
10 [XLIX] praesagitione S. X. §. 610—618. 

facultate characteristica S. XI. §.619— 623. 
5B) superiori 

a) generatim de intellectu S. XII. §. 624 
—639. 
'* b) speciatim de ratione S. XIII. §. 640—650. 

D) appetitiva 

21) in genere, ubi de 

a) indifferentia S. XIIII. §. 651—655. 

b) voluptate et taedio S. XV. §. 656—662. 
-" c) appetitione et aversatione S. XVI. §. 

663—675. 
33) in specie de 

a) inferiori S. XVII. §. 676—688, 

b) superiori 

25 1) volutitate et noluntate S. XVIII. §. 

689—699. 
2) libertate, eiusque 

A) praesuppositis 

[L] a) spontaneitate S. XVIIII. §. 
30 700—707. 

b) arbitrio S. XX. §. 708— 7 18. 

B) natura S. XXI. §. 719-732. 
Y) commercio cum corpore S. XXII. §. 733—739. 

b) rationali C. II. ubi de animae 
35 a) natura S. I. §. 740—760. 

ß) commercio cum corpore S. II. §. 761—769. 
Y) origine S. III. §. 770—775. 
8) immortalitate S. IUI. §. 776—781. 
e) statu post mortem S. V. §. 782—791. 
^0 C) comparatis animabus non humanis 

N) brutorum S. VI. §. 792—795. 
2) spiritibus S. VII. §. 796—799. 



22 Soumgartcnä Metaphysica. Synopsis. 



4) Theologia naturalis P. IUI. 

A) prolegomena §. 800—802. 
[LI] B) tractatio de dei 

a) conceptu C. I. in quo consideratur 

o) exsistentia S. I. ad quam refertur 5 

realitas §. 803—820. 
unitas §.821. 
veritas §. 822. 
necessitas §. 823 — 827. 

sanctitas §. 828—829. 10 

substantialitas §. 830. 
omnipotentia §. 831 — 837. 
simplicitas §. 838. 
immutabilitas §. 839 — 842. 

infinitudo §. 843—845. 15 

unicitas §. 846—848. 
aeternitas §. 849—850. 
impassibilitas §. 851. 
natura §. 852—860. 

immensitas §. 861. 20 

incomprehensibilitas §. 862. 
ß) intellectus S. II. 

exsistentia §. 863 — 865. 
obiecta §. 866—878. 
[LH] infallibilitas §. 879. 25 

certitudo subiectiva §• 880 — 881. 
sapientia §. 882—888. 
omniscientia §. 889. 
Y) voluntatis S. III. 

{<) proportionalitas §. 890 — 894, 30 

2) libertas §. 895—899. 

;) imperscrutabilitas §. 900. 

-1) rectitudo §. 901—902. 

n) bonitas 

21) fidelitas §. 903—905. 35 

93) iustitia 

a) remuneratoria §. 906 — 907. 

b) punitiva §. 908—916. 
1) impartialitas §. 917—918. 

1) sinceritas §. 919—925. to 

b) operationibus C. II. 
a) creatione S. I. 



33aumgarten§ Metaphysica. Prolegomena metaphysicorum. 23 

N) obiectum §. 926—941. 
2) finis S. II. §. 942-949. 
ß) Providentia S. III. 
[LIII] N) conservante §. 950—953. 
2) concurrente §. 954 — 962. 
;i) gubernante §. 963. 
") malum 

21) impediente §. 964—968. 
S3) permittente §. 969—970. 
n) regente §. 971—975. 
1) decernente S. IUI. §. 976—981. 
]) revelante S. V. §. 982—1000. 



[1] PROLEGOMENA 
METAPHYSICORUM. 

15 §. 1. 

METAPHYSICA est scicntla primorum in humaua coguitione pvincipionim. 

§.2. 
Ad metaphysicam refenintur ontologia, cosmologia, psychologia, et theologia 
naturalis. 
20 §. 3. 

METAPHYSICA NATiRALis est coguitio Feruiii in metaphysica occurreutium solo 
usu acquisita, cui accedere artificialem §. 1 definitam utile est: 1) Ob evolutio- 
[2]nem conceptuum. 2) Ob deterrainationein conceptionemque primaiuui pro- 
positionum. 3) Ob contiuuationem certitudinem(|ue piobationum, e. c. 



24 Saumgartcnä Metaphysica. P. I. Prolegomena. C. I. S. I. Possibile. 



PARS L 
ONTOLOGIA. 

PROLEGOMENA. 

§.4. 
Ontologia*) (ontosophia, metaphysica, cf. §. 1, metaphysica universalis, 5 
architectonica, philosophia prima,) est scientia praedicatorum entis generaliorum. 
*) Die Grund-Wissenschaft. 

§.5. 
Entis praedicata generaliora sunt prima cognitionis humanae principia, 
ergo ontologia refertur, §. 2. cum ratione ad metaphysicam, §. 1, 4. lo 

§.6. 
Ontologia continet praedicata entis, §. 4, I) interna 1) universalia, quae 
sunt in singulis, 2) disiunctiva, quorum alterutrum est in singulis; II) relativa. 

[3] CAPUT I. 
PRAEDICATA ENTIS INTERNA UNIVERSALIA. i5 

SECTIO I. 
POSSIBILE. 

§.7. 
Nihü negativum, cf. §. 54, irrepraesentabile, im possibile, repugnans, (ab- 
surdum, cf. §. 13,) contradictionem involvens, implicans, contradictorium, est A 20 
et non - A, seu, praedicatorum contradictoriorum nullum est subiectum, seu, 
nihil est , et non est. = A -|- non - A. Haec propositio dicitur principium 
conlradictionis, et absolute nrimum. 

§.8. 
Nonnihil est aliquid*): repraesentabile, quicquid non involvit contra- 25 
dictionem, quicquid non est A et non-A, est possibile**), §. 7. 

*) Etwas. **) Möglich. 

§.9. 
A et non-A non est aliquid, §.8, hinc est nihil et contradictorium, §. 7, 
s. subiectum implicans nulla habet praedicata, sive, quicquid est et non est, 30 
nihil est. A -t- non-A = 0. 

[4] §. 10. 
Omne possibile est aut A, aut non-A, aut neutrum, §. 8, iam neutrum 
est nihilum, quia esset utrumque, §. 9. Ergo omne vossi/nle aut est A, aut non - 



etlöuterungen Äantä. 5Rr. 3489—3493 (SBanb XVII). 25 

3489. x—a. M4. Zu M §. 11 „quicguid est, illud'': 
brüft propositiones tavtologicas QU§. 



3490, v—tp. M 4. Zu M §. 12, zwischen „Posito — quod: 
ÖQngtüeiliger S^ttöertreib i[t contradictio in adiecto» 
5 ^urjroeiliger ßeitüertreib \\\ tautologte. 



3491. x—v. M4, Zu M §.12 „apparens^\ über „est, ap'parens'''-: 
jtc^tbare ^infterniS 



3492. 70er Jahre. M 4. Über und zu M §. 12 „vel vera'', 
unter dem erste?! „apparens^'' : 
10 pia fraus 



3493. vffß? ^—o ?) (x—X ?) Q^-^f? M 4. Am Rand rechts neben 
M§.12: 

©ct)eintt)iberjprü(l^e in ber 9legirung ber SBelt. 2!)en ©e^eimniffen. 



ö Statt 3ettDcrtreib m Ms. zwei Striche. 



15 A, seu, omni subiecto ex omnibus praedicatis contradictoriis alteiutrum con- 
venit. Haec praepositio dicitur principium exclusi terfii, seu medii, inter duo co7i- 
tradictoria. 

§■ 11. 
Omne possibile A est A, seu, quicquid est, illud est, seu, omne subiectum 
20 est praedicatum sui. Si negas: quoddam possibile A est non- A, §. 10, hinc 
A et non-A, seu nihil, §.7, quod impossibile, §.9. Haee propositio dicitur 
vrincipium positionis, seu, identitatis. 

§. 12. 
Posito irapossibili oritlr contraihctio*). Quod non tantum videtur, sed 
25 et est, VERUM**), quod tantum videtur, non est, afparens***) dicitur. Hinc orta 
contradictio vel vera est, vel apparens. 

*) Entsteht ein Widerspruch. *■*') Wahr. ***) nur scheinend. 



26 SBauntgartcnS Metaphysica. P. I, C. I. S. I. Possibile. 

2)cn 9fiä|eln. 2)en toi^igen einfallen. 2)ie aufgelöfet n)erben. (äin 23uc!^ 
üjürbc !ür^er jei^n k.k. Sn ber Schrift eines großen 3Jianne§ »erben 
bie 2ßieberf^)rücl^e Dor j^einbar gel)alten. 



3494, l—X. M5. Zu M§.13 ,,contradictio'' (Z. 24). 

identitas et contradictio explicita et implicita. 

Zu AI §. 13 ,,'patens'''' : 

indemonstrata. 

Zu M§. 13 Jätens'': 

demonstrata. 



349S. Tj—G. M5. Zu M §.13 Jätens'' : lo 

pia fraus. 



54.96. v—ip. M5. Zu M §.13 ,,patens" , 
latens i[t pia fraus. 



If, 2)ie? bie? || Sin — fe^n: Kant hat hier den Ausspruch des Abtes Terrasson 
im Sinn, den er auch in der Vorrede zur 1. Aufl. der 5ttttif ber reinen 33emunft 15 
(IV 12) anführt: dass, wenn man die Grösse eines Buches nach der Zeit messe, die 
man nöthig habe, es zu verstehn, maii von manchem Buche sagen könne: bflfe e8 Diel 
türjer fein roürbe, roenn e^ nii^t fo furj roäre. || ;3 3n 2)er 

5 ident: et contrad expl.: et implic 

7, 9 In beiden Worten ist die Endung nicht sicher, indemonstratum ? de- 20 
monstratum? 

§.13. 
Posito A et non - A oritur contradictio, §.9, 12. Posito A et B, quo 
posito ponitur non - A, ponitur impossibile, §.9, hinc [5] oritur contradictio, 
§. 12, prior patens*) (directa, immediata et explicita), posterior latens**) (in- 25 



(Srläuterungcn ÄantS. 5Rr. 3493-3500 (33anb XVII). 27 

3497. v—xp. Mö. Zu M §. 13 „absurdum'' : 
3lud) tautologie. 



3498. £— X. M5. ZuM§.14 Anfang: 
Ratio est aliud qvam rationatum. 
5 Nihil continet rationem in se ipso. 

Prius, posterius. Antecedens et conseqvens. 



3499, E—fi?Q^—vffM5. Neben M §. 14 Anfang : 
Oppositio Logica, realis. 



3300. fx—vf(i—x?J Mö. Am Rand rechts neben M §.14, unter 
10 Nr. 3499: 

2)er realgruub ber 2Birfli(^!eit ift bie Sßirfenbe Urfa(f)C. 



2 Diese beiden Worte sind von Erdmann mit Unrecht zu Rfl. 1112 seines zweiten 
Bandes gezogen; sie sind mit „absurdum^'' (M §. 13) durch einen Strich verbunden. 
4L rat: || 5 rationem fehlt. || 6 Anteced: || conseq. 
15 8 Oppos: 

directa, cryptica, mediata et implicita) vocatur. In quo vera contradictio patet, 
ABSURDUM***) est (absonum). 

*) Ein offenbarer. **) Ein versteckter Widerspruch. ***) offenbar falsch. 

§• 14. 
20 Ratio*), cf. §. 640, (condicio, hypothesis,) est id, ex quo cognoscibile est, 

cur aliquid sit. Quod rationem habet, seu, cuius aliquid est ratio, rationatum**) 
eins dicitur, et ab eo dependens***). Praedicatum, quo aliquid vel ratio, vel 
rationatum est, vel utrumque, sexus****) est. 

*) ein Grund. **) seine Folge, das in ihm gegründete. "***) das von 
25 ihm abhängende. *"**) der Zusammenhang, die Verknüpfung. 



28 SSaumgartcnS Metaphysica. P. I. C. I. S. L Possibile. 

3501, o—x- M5. ÜberM§.M: 

Connexa sunt, qvorum uno posito ponitur aliud. 



3S02, o—x. M5. InM§.U: 

Qvo non posito non ponitur aliud, est conditio. 



3503, o—X' M5. InM§.U: 

posito rationato non ponitur, sed reqviritur ratio. 



3504, a—ip. M5. InM§.U: 

ratio vel analytica (logifd^) vel synthetica (JRealgrunb). 



3505. o—x- M5. InM§.U: 

qvo posito necessario ponitur aliud, est ratio. 



3506, o—x- M5. InM§.U: 

non rationato posito non ponitur ratio. 



3507, ü—x- M5. InM§.U: 

Qvo posito (roenn id^ eSfe^e) ponitur aliud (^determinate) secundum 
regulam, est ratio. 



8 Bei Sfleatgrunb fehlen die Klammern. 
14 Zu dem s-Zusatz (a — xp) vgl. XI 35. 



Erläuterungen tant«. 'Jix. 3501—3511 (Jßanb XVII). 29 

a rationato ad rationem non valet conseqventia. 
conditio: qvo non posito non ponitur aliud. 



3S08. C—Q. M5. Zu M §. 14 „nexus" : 
ibeal unb real. 



5 3S09. Tj-af ef? M5. Zu M §. U „nexus" : 

nexus etiam est coordinatorum, non semper subordinatorum. 



3510. )c—v. M5. Neben M§.lö Satz 2: 
etwas, 3Rict)t§, fein ©ing. 



3511. |M — V. M5. Am Rand links neben M §.15', 
10 $8on ber 2Roglic^teit. 5)em @troa§. 2)em 2)inöe. 



1 ad rat: 

8 5RI(^? 9ttct)t? 91id)^? Im 3. Fall wäre das Komma nach StrooÖ als Schluss-$ 
des unter QtWüS stehenden 9Iid)ä zu fassen. — Unter Z. 8 noch ein unleserliches 
Wort, das auf itas auszugehen scheint; possibilitas dürfte ausgeschlossen sein. 
15 10 2)em S)inge? ®en Singen?? 



§.15. 

Quod spectatur, sed non in nexu cum iis, quae extra illud ponuntur, 

SPECTATLR IN sE*). Quod ncc in se quidem spectandum repraesentabile est, est 

iMPOssmiLE IS SE **), (intrinsecus, simpliciter, absolute, per se). Quod in se 

20 spcctatum est possibile, est possiuile in se***) (intrinsecus, absolute, per se, 

simpliciter). 

*) wird an und vor sich betrachtet. *''') an und vor sich, innerlich, 
schlechterdings unmöglich. ***) an und vor sich, innerlich, unbedingt 
möglich. 



30 Saumgartenö Metaphysica. P. I. C. I. S, II. Connexum. 

3512. ^ — V. M5. Zu M§.15 Anmerkung 3: 
in getoifeem, in aUcm SSetroc^t (respectu). 



3513. ?. M&. Zu M §. 19 ,, connexum'' : 

connexa (^ inuicem) vel per consensum vel oppositionem. 



2 Das erste in sticht ganz sicher, |{ Die Schlussklammer fehlt, 5 

4 connexa? connexu? |1 inuic.?? inucc. (verschrieben für inuic.j? inuoc. ? 
in uno.?? 

[6] §. 16. 

Quod in nexu etiam cum aliquibus, quae extra illud ponuntur, tarnen est 
possibile, est possibile hypothetice*) (respective, relative, extrinsecus, per lo 
aliud, et secundum quid). 

*) bedngt, äusserlich möglich. 

§.17. 

Quod non, nisi in aliquo nexu cum iis, quae extra illud ponuntur, est 
impossibile, est impossibile hypothetice*) (respective, relative, extrinsecus, per ij 
aliud, et secundum quid). 

*) bedingt, äusserlich, in einem gewissen Zusammenhange unmöglich. 

§.18. 
Nullum absolute impossibile est hypothetice possibile, §. 15, 16. Ergo 
nuUum hypothetice possibile est absolute impossibile. Omne hypothetice tmpossi- 20 
bile et possibile est in se possibile, §. 17, 15. Ergo absolute impossibilia nee 
hypothetice possibilia sunt, nee impossibilia. Quoddam absolute possibile est 
hypothetice impossibile. 

SECTIO IL 
CONNEXUM. 26 

§.19. 

Possibile in nexu i. e. in quo nexus est, cui nexus convenit, cosnexum*) 
(rationa-[7]le) est, in nexu impossibile est irrationale**) (inconnexum, inco- 
haerens). Hinc irrationalia vel sunt in se, vel hypothetice impossibilia, §, 15, 17. 

•) zusammenhängend, verknüpft. **) ungereimt. 30 



Srläuterungen tant«. 9tr. 3512—3514 (SSanb XVII). 31 

3514. C— X. M8'. Zu M §.22 Anfang: 
In Serie (^ coordiuatorum et) subordinatorum. 



§.20. 
Omue possibile aut habet rationera, aut minus, §. 10, Si habet rationem, 

6 aliquid est eius ratio, §• 8. Si non habet, nihil est eius ratio, §. 7. Ergo omnis 
possibilis ratio aut nihil est, aut aliquid, §. 10. Si nihil foret ratio alicuius 
possibilis, foret ex nihilo cognoscibile, cur illud sit, §. 14, hinc ipsutn nihilum 
repraesentabile et aliquid, §. 8, nibil aliquid, §. 14, 8. Hinc quoddam possibile 
impossibile, §. 7, 8, q. a., §. 9. Ergo omnis possibilis aliquid est ratio, s. omne 

10 possibile est rationatum, s. nihil est sine ratione, seu, posito aliquo, ponitur ali- 
quid eius ratio. Haec propositio dicitur principium rationis^ quam colligas etiam 
ex §. 265, 279, partim abstrahendo, partim vitando circulum. 

§.21. 
Ratio singulorum in aliquo est ratio eius sufficieks*) (completa, totalis), 
15 aliquorum tantum in eodem ratio est ratio eius inslfficiens**) (incompleta, 
partialis). 

*) der zureichende Grund. **) der unzulängliche. 

[8] §. 22. 
Nihil est sine ratione sufficiente, seu, posito aliquo, ponitur aliquid eius 
20 ratio sufficiens. Singula in omni possibili habent rationem, §. 20, hinc omne 
possibile rationem sufficientem, §.21. Haec vropositio dicitur principium rationis 
sufficientis (convenientiae). 

§.23. 

Omne possibile est ratio, seu nihil est sine rationato^ nihil sine corollario 

25 et auctoramento, nihil omnino sterile, otiosum et infecundum, seu posito aliquo 

ponitur aliquid rationatum eius. Nam omne possibile aut habet rationatum, 

aut minus, §. 10. Si habet, est aliquid rationatum eius, §.8, si non habet, 

nihil est eius rationatum, §. 7. Ergo omnis possibilis rationatum aut nihil est, 

aut aliquid, §. 10. Si nihil esset rationatum possibilis alicuius, posset ex hoc 

30 cognosci, §. 14, hinc esset aliquid, §. 8, adeoque quoddam possibile impossibile, 

§. 7, 8, q. a., §. 9. Haec vrovositio dicatur vrincipium rationati. 

§.24. 
Omne possibile est ratio et rationatum, §. 20, 23, hinc nexu duplici, §. 14, 
connexum et rationale, §. 19, tarn a priori quam a posteriori cognoscibile. Haec 
36 propositio [9] dicatur vrincipium utrimque connexorum (a parte ante, et a parte post)- 



32 Saumgartcnä Metaphysica. P. I. C. I. S. II. Connexum. 

3515. Tcfin M9'. ZuM§.28 Anfang: 
Ratio primitiva et subalterna. 



3516, § — a. M9. Neben M §.28 „ulteriorem — rationes'-', am 
Rand rechts: 

ratio primitiva vel subalterna. 



3517. V — ip. M9. Neben M §. 28 „rationes — coordinata^, am 
Rand rechts : 

ratio qvae ipsa est rationatum. 



3518. v—ip. M9. Unter M§. 28: 

SSon SÖebingung überl^aupt — einjc^rdnfenbe« 



§.25. 
Ratio A rationis B, est ratio rationati C. Ex ratione xou B cognosci potest, 
cur C Sit, §. 23, hinc A est ratio to-j C, §. 14. 

§.26. 
Rationatum C rationati B, est rationatum rationis A, §. 25, 14, 15 

§.27. 
Ratio A alicuius B, a quo dependet C, est huius C ratio mediata*) (ul- 
terior, remota), ratio non mediata est immediata**) (proxima). 

*) mittelbarer und entfernter. *■'") unmittelbarer und nächster Grund. 

§. 28. 20 

Ratio secundlm quid*) (intermedia,) dicitur, quae habet adhuc ulteriorem, 
quae non habet, simpliciter talis**) (ultima). Rationes et rationata alicuius 
vel spectantur, etiam ut rationes et rationata inter se, slbordinata "^**) , vel 
minus, coordinata ****). 

*) der Zwischen- Grund. **) der letzte Grund. ***) untereinander. 26 
****) neben einander stehende Gründe und Folgen. 



(Srläuterungen tantä. 9^r. 3515—3520 (93onb XVII). 33 

3519, v—xp. M9. Über und in M§. 28: 
ratio vel sufficit rationato vel [sibim] etiam sibimet ipsi; si prior: 
est secundum qvid sufficiens, si posterior: est simpliciter. 



3520, C- ^^i iO'. Zu M§. 34 Anfang: 
praedicatum logicum. Determinat: 



5 praed: log: Ob Determinat: zu Determinatio (M §. 36) oder zu Deter- 
minativum zu ergänzen ist, wage ich nicht zu entscheiden. 

[10] §. 29. 
Posito rationato, ponitur eius ratio aliqua, § 20, 14, et sufficiens, §. 22, 
10 seu a rationato ad rationem, et sufficientem, V. C. 

§.30. 
Posita ratione, hinc et sufficiente, §. 21, ponitur rationatum, §.23, seu 
a ratione, et sufficiente, ad rationatum V. C. 

§. 31. 
15 Sublata ratione, et sufficiente, toUitur aliquid rationatum, quia pOSito hoc, 

poneretur et illa, §. 29. 

§. 32. 
Sublata rationato tollitur ratio eius, et sufficiens, quia hac posita, poneretur 
et illud, §. 30. 
20 §• 33. 

A et B connexa tertio C sunt connexa inter se, A est connexum cum C con- 
nexo cum B, est ergo in A, de quo cognosci potest ex B, cur sit, hinc A et B 
sunt connexa, §. 19. 

SECTIO III. 

25 ENS. 

§. 34. 

Quod aut ponitur esse A, aut pouitur non esse A, determinatlr*). Quod 

[11] vero tautum ponitur esse aut A, aut non A, est indetermisatum **). Seu, 

si de subiecto respectu praedicatorum contra dl ctoriorum nil ponitur, nisi alter- 

30 utrum ex illis ipsi convenire, subiectum illud respectu horum praedicatorum est 

Äant'« ©(Triften, ^anbfcbriftlic^er JJac^lal. IV. 3 



34 SBaumgortenS Metaphysica. P. I. C. I. S. III. Ens. 

3521. l—X. M 11'. Zu M §. 34 Satz 3: 

©erjemge, ber ein 3Jienfcl) ift, i[t in Slnfe^ung ber @elet)r|amfeit be= 
ftimmt, aber nict)t aU 2Renfct). 2). i. nicl)t i>a§> Iogif(l)e fubiect 5J?enfd), 
Jonbern ba§ 3ReQle, nemliij^ ber burc^ ben SSegrif ber 2Jtenjc^^eit geba(!^t 
lüirb. 



3S22, i—h Mir. ZuM§.3ö: 

in qvo est respectus rationis ad rationatum, dicitur determinans. 

per se indeterminatum deterrainatur ab alio. 



3523. c—v. M iL Zu M§. 36 Anfang: 

praedicatum logicum ober betermination. lo 



2 ©erjenige aus ©a^ienige 

7 determinans (aus determinatj ? determinatum??? 

10 determination? determinativum^ 



indeterminatum ; determinatur autem, si alterutrum in subiecto ponitur. Quod 
determinari potest, est determinabile***). De quo ergo aut poni potest, illud 15 
esse A, aut, illud esse non A, illud est determinabile. 
*) bestimmt. **) unbestimmt. ***) bestimmlich. 

§. 35. 

Ratio determinandi est determinans*). Omnis ergo ratio, sufficiens suffi- 
cienter, insufficiens insufficienter, determinat, §. 34, 21. Hiuc posito determi- 20 
nante, ponitur determinatum, §. 30, et v. v., §. 29. Sublato determinato, tollitur 
determinans, §. 32, et v. v., §. 31. 

*) das bestimmende. 

§. 36. 

Quae determinando ponuntur in aliquo (notae et praedicata), sunt deter- 2« 
MiNATioNES*), altera positiva, et affirmativa, §. 34, 10, quae si vere sit, est rea- 
LiTAs, altera negativa, §. 34, 10, quae si vere sit, est negatio**). Negatio appa- 
rens [12] est realitas cryptioa, realitas apparens est vanitas***). 

*) Bestimmungen. **) Verneinungen. ***) Eitelkeit. 



ßrläutcrungen tant^. 3lx. 3521—3526 (öanb XVII). 35 

3S24. iD. M 11. Zu M§.36 „determinationes'-'- etc.: 
6iel)ep. 12. 

Zu M §. 36 ^,realitas — negatio^^: 

per se, non relative ad alium conceptum, qvae est logica, non me- 
5 taphysica sive transscendentalis. 



3525. Z—Xf(o—Qf) M12'. Ell 715. Gegenüber von M §. 37 
(Schluss von Satz 1) : 

Slbfolute unb refpectiüe SSegriffe. 

(xU bie be§ @runbe§ unb bcr folgen, fmb rcfpectio. 5Rur bie rcfpec» 
10 tiüen laffen [id) beutlic^ mad^en. 



3526. fi—x.M12'. Gegenüber von M§. 37 Satz 2,3: 
©in 23ud) in ber 23ibliott)ec 

deest — negatio: \i\)\{. 2Ba§ nic^t an feinem £)rte ift. (^ abest: xoa% 
nic^t in fetner Seit ift.) 

15 ;? Diese Verweisung bezieht sich entweder auf Rfl. 3526 oder auf M §. 37, 

kaum auf Rfl. 3525. 

4 qvae sc. positio || 5 transscend. 

9—10 olä ? 2tlä ? II Die Worte Q,{% — matten stehen gegenüber von den beiden 

letzten Worten des ersten Satzes von M §. 37. Auf sie, bzw. das hinzugehörige Än- 

20 fangswort von M §. 37 : „Deferminationes'''', beziehen sich wohl die Worte alS — folgen. 

§. 37. 
Determinationes possibilis aut sunt in eo repraesentabiles, etiamsi non- 
dum spectetur in nexu, absolutae*), aut tunc demum, quando spectatur in 
nexu, §. 10, respectivae**) (assumptivae). Determinationes possibilium respec- 
25 tivae sunt respectls***) (habitudines, ta -po; ti, relationes latius dictae, vel ad 
extra, vel ad intra). Respectus possibilium in iisdem in se spectatis non re- 
praesentabiles sunt relationes****) (strictius dictae, ad extra). Relationes possi- 
bilium sunt eorundem determinationes externae *****) (relativae, ad extra, 
extrinsecae), reliquae omnes, internae ******). 
30 *) dem möglichen an und vor sich betrachtet schon **) beziehungs-weise 

zukommende Bestimmungen. ***) Beziehungen. ****) Verhältnisse. 
*****) äussre. *«**•♦) innre Bestimmungen. 

3* 



36 Saumgarteng Metaphysica. P. I. C. I. S. III. Ens. 

deficit — qvando deest, qvod esse debebat, h. e. negatio perfectioni 
opposita (3 2}?angelt). 

abest — wenn [e^] man toei^, »o eä fon[ten i[t (^ i[t nic^t jugegcn). 



3S27. ^—U(o—Q?J M12'. ZuM§.38: 
2)iefe§ i[t ein loflift^et: respectus. 
(* realis.) 



3S28. 60er— 70er Jahre. M 13. InM§.39. 
2)Qö SBejen eineö 2)inge§ (adiective)» 
@in 2Bejen: ens. 



§. 38. 10 

Si in A sunt, quae in B, A et B sunt eadem*). Non eadem sunt di- 
VERSA**) (alia). 

*) einerlei. **) verschieden. 

[13] §. 39. 

Determinationes possibilis internae, aut sunt internarutn reliquarum rationes 15 
in internis simpliciter tales, aut minus, §. 10. Illae sunt primae (principes), 
sive essentialia*). 

*) die ersten oder wesentlichen Bestimmungen. 

§. 40. 
C'oraplexus essentialium in possibili, seu possibilitas eius interna est 20 
EssENTiA*) (esse rei, ratio formalis, natura, cf. §. 430, quidditas, forma, formale 
totius, ouaia, tivoti;, substantia, cf. §. 191, conceptus entis primus). 
*) das Wesen. 

§. 41. 
Determinationes possibilis internae, rationata essentiae, sunt afkectiones*). 25 
'■■') innere folgende Bestimmungen. 

§.42. 
Determinatio interna, quae non est essentiale, est rationatum essentiae, 
§. 39, 40, hinc affectio, §.41. 



erläutenmgen tantä. ^v. 3526—3529 («öonb XVII). 37 

3529. /ii—v. Mlö. Zu§.51 „propria'': 

eigenf^ümUd^e 

Ferner aus a — v: 

jtnb jolc^e, beren SScgrife fic^ mit ben ©ubiccten reciprocircn laffen» 



4 «Begrif 



§. 43. 
Posita in possibili essentia ponuntur affectiones, §. 41, 30. 

§. 44. 
Positis in possibili affectionibus ponitur essentia aliqua, §. 41, 29. 

10 [14] §. 45. 

Sublata essentia tolluntur aliquae affectiones, §. 41, 31. 

§. 46. 
Subiatis affectionibus toliitur essentia, §. 41, 32. 

§. 47. 
15 Omnes determinationes internae possibilis sunt inter se connexae, singulae 

cum singulis. Affectiones enim connectuntur singulae cum essentialibus, §. 39, 
haec cum essentia, §. 40, 14. Hinc singulae determinationes cum singulis, §. 33. 

§. 48. 
Nexus (harmonia) iniversalis*) est, qui est iu singulis. 
20 *) ein allgemeiner Zusammenhang. 

§. 49. 
In determinationibus possibilis interuis est nexus universalis §. 47, 48. 

§. 50. 
Affectiones habent rationem in essentia, §.41, hinc aut sufficieutem, aut 
25 minus, §.21, 10. lUae sunt attribita*), hae modi**) (aceidentia praedicabiha, 
s. logica, cf. §. 191, adiuncta, praedicata secundaria). 
*) Eigenschaften. **) Zufälligkeiten. 

[15] §. 51. 
Attribita rationem sufficientem habent aut iu Omnibus esseutiaübus, aut 
30 in aliquibus tantum, §.50, 10. lila i-roi-kia*) sunt, haec commi ma.**). 
"') besondre. **) geraeine. 



38 Saumgorteng Metaphysica. P. I. C. I. S. III. Ens. 

3530. ipf v—xff M16. ZuM§.ö7 Schluss: 

3Som afjertorijc^en jum ^)robIemQtij(t)en, aber nic^t um9etel)rt 



3331, \p. v—xn M16. Zu M§. 58 Schluss: 
SSon ber SSerneinung be§ affcrtoriji^en (" antecedens) nidjt jur SSer» 
neiuung beä ^roblematifcl)en. 



§. 52. 
Omnis possibilium determinatio aut est essentiale, §. 39, aut attributum, 
aut modus, §. 42, aut relatio, §. 37. 

§. 53. 

Omne possibile determinatum est, qua possibilitatem, §. 34, 8, hinc in se lo 
possibile, qua possibilitatem internam, §. 15, quae cum sit essentia, §. 40, omne 
possibile habet essentiam, determinatum, qua essentiam. Erge omnimode inde- 
terminatum nihil est, §. 7. 

§. 54. 

Possibile praeter essentiam, §. 53, aut est determinatum, qua omnes affec- 15 
tiones etiam in ipso compossibiles, aut minus, §. 34, 10. Illud est actcale*), 
hoc NON ENS (nihil, cf. §. 7) privatimm (mere possibile)**) vocatur. 

*) wirklich. **) das bloss mögliche, ein mögliches Nichts. 

§. 55. 
ExsisTENTiA *) (actus, cf. §. 210, actualitas) est complexus affectionum in 20 
aliquo [16] compossibilium, i. e. complementum essentiae sive possibilitatis in- 
ternae, quatenus haec tantum, ut complexus determinationum spectatur, §. 40. 
*) Wirklichkeit. 

§. 56. 
Omnis determinatio possibilis interna aut pertinet ad essentiam eins, aut -5 
ad exsistentiam, §. 55, 42. 

§. 57. 
Omne actua/e est interne possiöi/e, §. 54, seil posita exsistentia ponitur in- 
terna possibilitas. §. 55, 40, ab esse ad posse V. C. 

§• 58. 30 

\u//um interne impossibile est actua/e, §. 57, sublata possibilitate interna, 
tollitur actualitas, §. 55, 40, seu a nou posse ad non esse V. C. 



erlöutcrungen Äontg. 5Rr. 3530—3534 (Sanb XVII). 39 

3532. xjjf v—xn M 16. ZuM§.59. Über dem Wort ^quodam'' 

steht : 

nullo 

Zwischen §. 59 und §. 60 stehn die Worte: 
5 benu menn ber obere @a^ xoax i[t, fo fan au§ einem ^articularen 

gar nic^t§ folgen. 



3533. ipf (p—'/?f M 16. In M§. 69, über „posita — quodam'': 

b. X. Qu§ bem Segriffe tüeber ber burc^gdngigen 33eftimmung noct) 
einer reditaet läfet ftc^ auf§ 2)afeqn nid)t fdjlieffen. 



3534:. xpf v—x?? M16. Zu M§.60 ,,sublata actualitate'' : 
„omni, non tollitur possibilitas" fan man nicf)t fagen; maS gar nid)t 
e;ri[tirt, mufe aud) nic^t in aller 2lbftci)t moglid) fe^n. 



5 Kant hat offenbar vergessen, ron Jen drei letzten Bitchstahen des §. 59: 
„N. V. C'." den ersten ansziistreichen. Er will sagen: a nullo pusse ad esse valet con- 
15 sequentia; denn, wenn ber obere ©fl^ «"«/«'" ist: dass auch nur ^,(juoddamjjossibile 
non est actuale'''', so ist auf Grund seiner als eines bloss partlcutaren in keinem Fall 
der Schluss a posse ad esse erlaubt, weil ich nie wisse// /can//, ob /licl/t gerade bei 
der vorliegenden Gelegeiiheit das possibile ein non-actuale ist. 

8 bem fehlt. 

20 §. 59. 

Quoddam possibile non est actuale, §.54, seu posita possibilitate quadam tarnen 
toUi potest aclualitas, seu a (|uodam posse ad esse N. V. C. 

§. 60. 
Quoddam non actuale est possibile, §. 59, sublata actualitate non omnis 
25 tollitur pos-[I7]sibilitas, seu a non esse ad omnino non posse N. V. C. 



40 Snumgartenä Metaphysica. P. I. C. I. S. III. Ens. 

3535, xp? v—x?? M17. Zu M§.61 „Possibüe'': 
qvod continet realitatem 



3536. v—xp. M17. Neben M§.62 „Non ens — determinahile'-'- : 
2)ing unb feine praebicaten 



3537. 60er— 70er Jahre. M17. Zu M §.62 „ens ßctum'': 
c^imnere, ^'^antofte, ibeal. 



2 realit: || Die IVorte sollen offenbar Baumgartens Ausdruck ,,qua exsisten- 
tiam determinabile'''' ersetzen. 

4 praedicaten? praedicate?? 

6 phantas.? phantast? phantasi? 10 

§. 61. 
Possibile, qua exsistentiam, determinabile est ens*). 
*) ein Ding. 

§. 62. 
Nox KNs*) (negativum, cf. §. 54) esset possibile, qua exsistentiam, non lö 
determinabile. §. 61. At hoc impossibile, §. 10, et, si videtur esse ens, est 
ENS FUTiM**) (rationis ratiocinantis, cf. §. 647). 
••) ein Unding. **) ein erdichtetes Ding. 

§. 63. 
Omne ens est possibile, §. 61, rationem, §. 20, sufficientem habet, §. 22, 20 
et rationatum, §. 23, hinc dupliciter connexum est, §. 24, habet essentiam, §. 53, 
et essentialia, §. 40, hinc affectiones, §. 43, in universali nexu, §. 49. Omnes 
entis deteiminationes aut sunt essentialia, aut attributa, aut raodi, aut relationes, 
§. 52. Posito ente, ])onitur essentia eins, hinc essentialia omnia. Sublata 
essentia, toiiitur ens. Sublato essentiali, tollitur essentia, hinc ens ipsum, 25 
§.53, 4(1. Omnis denique determinatio cutis interna aut pertinet ad essentiam 
eius, aut ad exsistentiam, §. 56. 



Erläuterungen tontä. 5Rr. 3535—3538 («anb XVII). 41 

3538. Q—ipfxf?!^?? M19'. Gegenüber von M §.69 Anfang, 
zu M §. 69 Schluss: 

determinatio entis, quatenus qvid sit positum vel qvoties positum 
sit aliqvid, spectatur. 



6 [18] §. 64. 

Per essentiam attributa entis sufficienter determinantur, §. 35, 50, hinc posita 
essentia ponuntur attributa, §. 35. Ergo posito ente ponuutur attributa eius, 
§. 63, sublato attributo tollitur essentia et ens, §. 35, 63. 

§• 65. 
10 Modi entis per essentiam non sufficienter determinantur, §. 50, 35, hinc 

non determinantur, qua exsistentiam, § 55. Ens ergo, qua modos ac'tuales, per 
essentiam est indeterminatum, §. 34, 54, i. e. inodi vossunt abesse et aclesse salva 
rei essentia. 

§. 66. 
15 Exsistentia non repugnat essentiae, sed est realitas, §. 36, cum ea com- 

possibilis, §. 50, 55. 

§. 67. 

Cognitio diversitatis est distinctio*), et ratio distinctionis in distingueudo 

DiscRiMEN (differentia, character, character distinctivus latius dictus, cf. §. 350, 

20 nota, nota characteristica)**). lam omnis determinatio entis est id, ex quo 

cognosci potest, ens illud nee indeterminatum, nee alio modo determinatum esse, 

§. 36, [19] 34. Ergo omnis determinatio est discrimen entis, §. 38, 14. 

*) Unterscheidung. **) Unterscheid, Merkmal, Kennezeichen, Unterschei- 
dungs-Zeichen. 
25 §. 68. 

Discrimina entis sunt vel externa seu relativa, vel interna, §. 67, 37, et 
haec vel essentialia, quae pertinent ad essentiam, vel accidentalia, quae ad 
exsistentiam, §. 56, vel absoluta, vel respectiva, §. 37. 

§. 69. 

30 Discrimina interna possunt repraesentari in ente in se spectato, §. 68, 37, 

hinc quomodocumque cognosci, seu dari*). Data vel possuraus etiam (sine com- 

praesentia) sine assumpto alio, sine relatione ad aliud, coscii'krk**) et iutelli- 

gere, i. e. distincte cognoscere, vel non possumus. lila sunt qi-alitaths***), 

haec QUANT IT AT ES****). 

35 *) augegeben werden. **) begreifen und verstehn. ***) Beschaffenheiten. 

****) Grössen. 



42 a3oumgartenä Metaphysica. P. I. C. I. S. III. Ens. 

3539. v-ip. M19. E 11660. ZuM§.69: 

2)er Unterfct)ieb eines 2)inge§ oom anbern burc^ bie S?iel^eit be§ 
gleichartigen, maS in [if)m] ber)ben enthalten i[t, i[t bie ©röfee. 2)er 
Unterfc^ieb beö Ungleid)artigen i[t bie Düalitaet. 



3S40, v—\p. M19. ZuM§.69 Schluss: 

qvod possibile est per unum aliqvoties positum, est qvantum. 



3S41, lof Iff (f—ipff M19. ZuM§.69: „quantitates'': 
beffer quanta; ba^ etroaS ein Qvantum jei), läfet jtc^ abfolut erfennen, 
n3ie gro^ ober (qvantitas), nur relatir». 



3342. v—xp. M19. Zwischen M§. 69 und §.70: lo 

quantum unb quantitas. 



2 com? öon (so E.)f 

3 if)m? i^ncn?? 



§. 70. 

Qua qualitatem eadem sunt similia <"^ *), qua quantitatem, aequalia =**), 15 
qua utramque, congrientia _^***). Qua qualitatem diversa, dissimilia j^****)^ 
qua quantitatem, inaeqiaua z^ *****), [20] qua utramque diversa, discongruen- 
TiA ;^******). 

*) ähnlich. **) gleich. ***) gleichartig. ****) unähnlich. *****) ungleich. 

■■■*****) iingleichartig. 20 

§. 71. 

Mere similia non sunt congruentia, hinc quautitate diflTerunt, §. 70, hinc 
quantitas est discrimen internum mere similium. 



i\ 



(griäuterungen tantä. 5Rr. 3539—3543 (93onb XVII). 43 

354:3. ifif v—x^? M21. Am Rand rechts, zu M §. 74 „unitas 
categorica^'' : 

Substantive genommen. 
2)ie abiectiDe i[t ^i)potf)etif(i). 
5 Ferner gleichfalls am Rand rechts, über Z. 3, neben M §. 74 ^ Quic- 

quid — est^', wahrscheinlich auch zu „unitas categorica'"'". 
qoantitatiöe unb qüalitatioe 



3 Substantive.* Substantioe.* 

4 hypoth. 

10 7 qvantitatiDC* qvantitative .* ? || In qvalitative sind die letzten beiden Buch- 

staben nur angedeutet. 



SECTIO IUI. 
UNUM. 

§. 72. 
15 Determinationes entis separantir*), si ex simul positis quaedam tolluntur. 

Hinc iNSEPARABiLEs**) sunt, quarum simul positarum nulla potest tolli. 
*) werden getrennt. **) unzertrennlich. 

§. 73. 
Posito ente ponitur essentia, §. 63, ergo complexus essentialium, §. 40, 
20 hinc posito ente simul ponuntur essentialia omnia, et ita quidem, ut nullum 
possit tolli, §. 63, 40. Ergo essentialia entis sunt per se inseparabilia, §. 72, 15. 
Unlm*) est, cuius determinationes sunt inseparabiles, et transcesdentaliter**) 
quidem, cu-[21]ius determinationes sunt per se inseparabiles. Ergo omne ens 
est unum transcendentale. 
25 *) Eins. **) wesentlich eins. 

§• 74. 
A unum et B uuum e. c. partim eadem, partim diversa sunt mllta*). 
Quicquid cogitemus, aut sunt multa, aut non multa, §. 10. Prior determinatio 
est MiLTiTiDo (pluralitas)**), posterior lnitas categorica***). 
30 *) Viele. **) die Vielheit, Mehrheit. ***) die Einheit. 

§. 75. 
Determinationes entis singulae sunt una, §• 73, partim eadem, dum sunt 
determinationes eiusdem entis, partim diversa, §. 38, hinc multa, §. 74. Potest 



44 33autngartcnä Metaphysica. P. I. C. I. S. V. Ordo. 

354:4, wf {^?) (f—ipff M22. ZuM§.77: 

S)a§, üon bem nid^t mehrere berfelben 2lrt ftnb, ift cinj^ig. 



3545, 10 f (l?) (p—xpn M22. Zu M§.78 „musica latius dicta": 
Unjtnn, toorin SRetl^obe i[i| 



ergo multitudo dari in ente in se spectato, §. 69, et est eius discrimen internum, 5 
§. 37, quod tarnen intelligere non possumus, nisi uno alio assumpto, §. 74, 38, 
hinc multitudo est quantitas, §. 69. 

§• 76. 
Inseparabilitas determinatioEum cum sit impossibilitas separationis, §. 72, 
est vel absoluta, vel hypothetica, §. 15, 16. Hinc unitas est vel absoluta, vel 10 

hypothetica, §. 73. 

[22] §. 77. 

Quicquid est, quod multa non sunt, est lnicum (unum exclusive tale)*). 
*) Einzig. 

SECTIO V. 15 

ORDO. 

§. 78. 

Si multa iuxta vel post se invicemiponuntur, coniukgintir*). Coniunctio 
plurium vel est eadem, vel diversa, §. 10, 38. Si prior, est cookdisatio**), et 
eius identitas ordo***). Ordinis scientia olim erat musica. latus dicta. 20 

*) verbunden werden. **) zusammenordnen. ***) Ordnung. 

§. 79. 
Diversitas in coniunctione plurium est cosfisio (inordinalio)*). Con- 
iunctio inseparabilium est initio**). 

*) Unordnung und Verwirrung. **) Vereinigung. 25 

§. 80. 

Omnis detkrminatio habet rationem, §. 20, 3tj, quaeque ex aliqua deter- 
minata ratione cognosci potest, rationi [23] dicitur conkokmis (conveniens, con- 
sentiens)*). 

*) dem Grunde jjemiiss, iibereinstimmig und zukommend. 3o 



Erläuterungen ÄantÖ. 9h. 3544—3545 (23onb XVII). 45 

§. 81. 
Si posito A tollitur B, A et B opposita sunt*). 
*) entgegen gesetzt, mit einander streitend. 

§. 82. 
5 Deterrainatio opposita illi, quae rationi conformis est, est rationi contraria 

(difformis, disconveniens) seu defectls*). 
*) Mangel. 

§. 83. 
Propositis enuntians determinationem rationi conforraem est norma (re- 
10 gula*), lex), immo latil-s, repraesentatio deterrninationis rationi conformis. 
*) Richtschnur, Gesetz. 

§. 84. 
Ubicumque determinationes, ibi leges, §. 83, 80. 

§. 85. 
15 Respectus entis ex coniunctione eins cum aliis determinatus est positus*). 

Ubi ergo positus, ibi leges, §, 84, 37. 
*) Stelle. 

[24] §. 86. 

Coniunctione determinatur positus, hinc sunt in coniunctione leges, §. 85, 

20 in eadem eaedem, §. 38. Ergo in ordine coniunguntur plura eidem rationi con- 

formiter, §.83,78. Quod est In A et B, ipsis commine*) est. Quod est in A, 

non in B, est, respectu B, tw A proprilm**), ergo in ordine sunt regulae 

communes. 

*) Gemein. **) Eigen. 
25 §. 87. 

In coniunctione diversa diversae sunt leges, §. 86, 38. Ergo in confusione 
non sunt leges communes, §. 79, 86. 

§. 88. 
Ordinis si regula fuerit unica, simplex*), si plures, ordo compositls**) 
30 vocatur. 

*) Eine einfache **) zusammengesetzte Ordnung. 

SECTIO VI. 
VERUM. 

§. 89. 
35 Veritas metaphysica*) (realis, obiectiva, materialis) est ordo plurium in 

uno, veritas in essentialibus et at-[25] tributis entis, trasscendestalis**). 

*) die metaphysische Wahrheit. **) die nothwendige metaphysische 
Wahrheit. 



46 JBaumgortcnS Metaphysica. P. I. C. I. S. VII. Perfectum. 

3546, L. M2&. Zu „Sectio VII. Perfectum.'', bzw. zu §, 94: 
perfectio entis in genere est omnitudo realitatis. 



§. 90. 
Cum omnis entis determinationes coniungantur, essentiales secundum pria- 
cipium contradictionis, §. 40, 7, et accidentales, attributa secundum principium 5 
contradictionis, §. 64, 7, et rationis, §. 20, et sufficientis, §. 22, 50, modi secun- 
dum principium contradictionis, §. 65, 7, et rationis, §. 42,20, essentialia et 
affectiones secundum principium rationati, §. 23, 41 , hinc regulas coramunes, 
§. 83, 86, omne ens est verum transcendentaliter, § 89. 

§. 91. 10 

Confusio veritati transcendentali opposita esset somnilm obiective sumptim*) 
(cf. §. 593). Somniorum aggregatum esset mindls fabulosus**) (cf. §. 354), 
*) ein Traum, das geträumte. **) das Land der Wünsche. 

§. 92. 

Priscipia (cf. §. 307, 311) catholica*) (universalia) sunt singulis en- 15 
tibus communia. Metaphysice vera determi- [26] nantur principiis catholicis, 
§. 7, 20, 22, 23, convenienter, §. 90, 80, et, quae determinantur bis principiis con- 
formiter, sunt methaphysice vera, §. 89. Hinc veritas methaphysica potest de- 
finiri per convenientiam entis cum principiis catholicis. 

*) allgemeine Grund-Sätze. 20 

§. 93. 

Certitldo obiectiva*) (cf. §. 531) est apperceptibilitas veritatis in ente. 
lam omnis entis veritas est clare cognoscibilis, §. 90, 8. Ergo omne ens est 
obiective certum. 

*) Gewissheit der Dinge. 85 

SECTIO VII. 
PERFECTUM. 

§. 94. 

Si plura simul sumpta unius rationem sufficientem constituunt, consen- 
TiDNT*). Consensus ipse est perfectio**), et unum, in quod consentitur, ratio 30 
perfectionis determinans (focus perfectionis)***). 

*) übereinstimmen. **) Vollkommenheit. *•*) Grund oder Brennpunkt 

der Vollkommenheit. 



Erläuterungen tantä. «Rr. 3546—3548 (Sanb XVII). 47 

3547. t—x? (If) M26'. Zu M §. 94 ,,comentiunt": 
consentiunt vel logice, qvatenas non contradicunt, vel realiter, 
qvatenus sibi non realiter opponuntur. 



3S48. X—a?((p'?)x^f M26'. Zu ,ßectio F7/": 
5 perfectio adiective ober Substantive genommen, eben [o (Jin^eit, 

Sßar^eit, 2«oglid)feit. 



2 contradic: 



[27] §. 95. 
In perfectione plura eidem rationi conformiter determinantur, §. 94, 80, ergo 
10 est in perfectione ordo, §. 78, et communes perfectionis regulae, §. 86. 

§. 96. 
Ratio perfectionis determinans si fuerit unica, simples*), si plures, com- 
posiTA tunc est perfectio**), §. 88, 95. 

*) eine einfache. *'') eine zusammengesetzte. 

15 §. 97. 

Regulae oppositae collidi*) dicuntur, et defectus ex regulis perfectionis 
collidentibus exceptio**), prout normae vel vera vel apparente tantum opposi- 
tione colliduntur, §.81, vel vera, vel apparens, §. 12. 

*) mit einander streitende Richtschnuren. **) Ausnahme. 

20 §. 98. 

Consensus essentialium est perfectio (essentialis) transcendentalis *), 
affectionum accidentalis**), utraque interna***). Consensus relationum est 
perfectio externa****). 

*) wesentliche. **) innre ausserwesentliche. ***) innre. ****) äussre. 

25 [28] §. 99. 

Essentialia omnis entis consentiunt ad essentiam eius, §. 63, 40, et attri- 
buta, §. 50, 94. Ergo omne ms est perfectum transcendeotaliter. 

§. 100. 
Bonum*) est, quo posito ponitur perfectio. Ergo onme ens est bonum 
30 transcendeotaliter, §. 99. 
*) gut. 



48 Saumgartenä Metaphysica. P. I. C. II. S. I. Necessarium et contingens. 

3549, 60er— 70er Jahre. M 28' . Zu M §. 101 „contingens'': 
Omnimode contingens 



3SS0. ^? (^—ßV M29. Zu M §. 104: 
Bufällig ift etiDQg enttoeber einem 2)inge (b. i. e§ i[t il)m nic^t not^» 
wenbig), j. ^. 3ufammenje^ung ben elementeii, ober bricht ab. 5 



CAPUT IL 
PRAEDICATA ENTIS INTERNA DISIUNCTIVA. 

SECTIO I. 
NECESSARIUM ET CONTINGENS. 

§. 101. 10 

Necessarilm*) est, cuius oppositum est impossibile, non necessarium est 

CONTINGENS**). 

*) nothwendig. **) zufällig. 

§. 102. 
Cuius oppositum in se impossibile est, est illud necessarium in se*) (meta- 16 
[29]physice, intrinsecus, absolute, geometrice, logice). Cuius oppositum est 
extrinsecus tantum impossibile, est necessarilm hypothetice**) (secundum quid). 
Entis determinatio, qua necessarium est, est eius necessitas***). Ergo neces- 
sitas est vel ausoiata****) (consequentis), vel hypothetica *****) (consequentiae), 
illa, qua aliquid est in et per se, haec, qua ali(iuid est hypotbetice tantum ne- 20 
cessarium. 

*) an sich, schlechterdings, unbedingt, nothwendig. **) bedingt noth- 
wendig, ■•■'•'■■) Nothwendigkeit. ***'•■) die schlechterdings so genannte (unbe- 
dingte). *****) die bedingte. 

§. 103. 26 

Possibilitas oppositum involvit, §. 81, 7, hinc possibilitas entis est deter- 
minatio eius necessaria, §. 101, intrinseca intrinsecus, extrinseca extrinsecus, §. 102. 

§. 104. 
Cuius oppositum absolute possibile est, est contingens in se*) (per se, in- 
trinsecus), cuius oppositum est etiam hypothetice possibile, est et extrinsecus 30 
coNTiN(iENs*'') (hypothetice). Entis determinatio, qua contingens est, est eius 



5 



Erläuterungen tantä. SRr. 3549—3552 (S3anb XVII). 49 

S551. ^—x. MSO'. ZuM§.106: 

ßö giebt gutaüige SBefen, nemltc^ bie 2Be|en aller gutaüigcn 2)ingc, 
e. g. SÖeioegungen. 



3552, r]?xf M 31'. Zu M §. 108 Satz 2 und 3: 
2)ie unbebingte ^iot^roenbigfeit ift fonjo^I in 2lnfcf)ung bcr äußern 
unb inncrn 23e[t brkht ab. 



coNTiNGENTiA***). Ergo contingeiitia est vel absoluta****), qua aliquid est 
saltim [30] in et per se , vel hypothetica *****), qua aliquid est hypothetice 
contingens. 
10 *) an sich, schlechterdings (unbedingt). **) auch bedingt und äusserlich 

zufällig. ***) Zufälligkeit. ****) die unbedingte, schlechterdings so ge- 
nannte. *****) die bedingte, 

§. 105. 
NuUum absolute necessarium est ullo modo contingens, §. 102, 104. Ergo 
15 quicquid ullo modo contingens est, non est absolute necessarium. Omne hypo- 
thetice necessarium est in et per se contingens, §. 18. Ergo quoddam in et per se 
contingens est hypothetice necessarium. Omne hypothetice contingens est et in 
se, §. 104. 

§. 106. 
20 Essentiae rerum sunt in iis absolute necessariae, §. 40, 103. 

§. 107. 
Sublatis essentialibus et attributis tollitur essentia, §. 63, 64, hinc ponitur 
impossibilitas entis interna, §. 81, 40. Sunt ergo tarn essentialia, quam attributa 
absolute necessariae entis determinationes, §. 103. 

25 §. 108. 

Modorum oppositum est in ente absolute possibile, §.65, 81, hinc modi 
sunt de-[31]terminationes entis in se contingentes, §. 104. Ergo non absolute 
necessariae, §. 105. Absolute necessariarum in ente determinationum oppositum 
est in eodem absolute impossibile, §. 102. Ergo ipsae sunt in ente absolute 
30 possibiles, §. 81, hinc in eodem in se spectato repraesentabiles, §. 15. Rela- 
tiones autem non sunt in ente in se spectato repraesentabiles, §. 37. Ergo 
nuUae relationes entis sunt absolute necessariae, omnes contingentes, §. 101. 
Äont'l ©c^riften. .&anbid)riftli«^et SRac^Ia^. IV. 4 



50 93aumgattenä Metaphysica. P. I. C. II. S. I. Necessarium et contingens. 

3553. 60er— 70er Jahre. M31. Zu M §. 109 ,,est ens necessa- 
i'iuvi" : 

2)urd)Quö not^iüeubig. 



3554. ip? v—iU M32. Zu M §. 114 Satz 1: 

entroeber in Slnje^ung einer SSeftiminung ober aüer: 1. ^a^ @egen- s 
t^eil ift innerlich ober abfolut nid)t benfbar, b. i. eö fann nic^t mel)r notl)= 
roenbige SSefen geben. 

3 Kant klammerte die Worte luic/itracf/ic/i, ala er den Raum zwisc/ien den Zeilen 
von M §. 109 zur Niedfruehrift einer h'ß. benutzte, ein. 

5 — 6 Gegenheil 10 



§. 109. 

Cum exsistentiae oppositura in aliquo sit possihile, §. 54, 55, exsistentia 
aut erit absolute neeessaria, aut in se contingens, §. 102, 10. Ens, cuius exsi- 
stentia est absolute neeessaria, est ens secessariim*), cuius exsistentia est 
intrinsecus contingens, est ess contingens •■■•■) j5 

■■•) das nothweudige Ding. **) ein zufälliges Ding. 

§. 110. 
Omnes entis necessarii determinationes internae sunt absolute necessariae. 
Pertinent enitn aut ad essentiara, aut ad exsistentiam, §. 56. Tarn haec, quam 
illa est in ente necessario absolute neeessaria, §. 109, 106. 20 

§.111. 
In ente necessario non sunt modi, §. 110, [32] 108. Ergo cui modi in- 
sunt, est ens contingens, §. 109. 

§.112. 
Omne ens contingens habet modos. Pone enim alicui enti contingenti 25 
nullos modos inesse, omnes afTectiones eins sunt absolute necessariae, §. 52, 
107, hinc et exsislentia eins absolute neeessaria est, §. 55, q. a., §.109. 

§. 113. 
Determinationes unius sunt inseparabiles, §. 73, hinc cuiuslibet oppositum 
impossibile, §. 72, 81, sunt ergo determinationes unius necessariae, §. 101, et no 
absolute quidein absolute unius, hypothetice hypothetice unius, §. 102, 76. 
l'nita sunt necessario couiuncta, §. 79, vel in se, vel hypothetice, §. 102. 

§. 114. 
Neeessaria sunt unico tantum modo ac ratioue determinabilia. 
Nain sunt aut A, aut non - A. Tertius modus, tertia ratio determinabilitatis impossi- 35 



erläuterungen ^antä. mt. 3553-3554 (S3anb XVII). 51 

Ferner : 

b. i. unter ber SSebingung, unter ber etwaä einem 2)inge nott)n)enbig 
jufommt, fan biefe§ ®ing ntcl)t auf anbere 2lrt beftimt werben; aber eS 
fan einer anbern Sebingung unterworfen »erben, e. g. (äine ®lo!e fan 
nid^t anber§ qI§ [inn] innerlid) l)ot)l unb offen fe^n; aber baffelbc metaU 
fan boc^ in eine ftange gefc^mol^en werben. 



bilis est, §. 10. latn pone necessariiim esse determinabile per A; non -A est huius 
determinationis oppositum, §. 81, hinc impossibile, §. 101. Non sunt ergo 
plures detenninabilitatis modi ac rationes, praeter A unicum, §. 77. Unico tan- 

10 tum modo ac ratione determinabilia sint A, oppositum eorum esset [33] non - A, 
§.81, sed hoc impossibile est, §.77. Sint non-A, oppositum eorum esset A, 
§. 81, sed hoc impossibile est, §. 77. Tertium non datur, §. 10. Ergo unico 
tantum modo ac ratione determinabilium oppositum est impossibile, 
adeoque ipsa necessaria sunt, §. 102. Contingentia non sunt necessaria, hinc 

16 nee sunt unico tantum modo ac ratione determinabilia, nee pluribus ac duobus, 
§. 10. Sunt ergo duplici modo determinabilia. Duplici modo ac ratione deter- 
minabilia non sunt necessaria, hinc contingentia, §. 102. Possunt itaque defi- 
niri 1) necessarilm, per unico tantum, 2) co.ntixgess, per duplici modo deter- 
minabile, 3) SECESsiTAS per unicitatem, 4) contisgestia per duplicitatem deter- 

20 minabilitatis. 

§. 115. 
Unum hypothetice tale habet determinationes in se separabiles, §. 76, 18, 
hinc unitas eins est intrinsecus contingens, §. 104. 

§. 116. 
25 Unitas transcendentalis est absolute necessaria, §. 73, 102, hinc nullum 

eins est oppositum, §. 102, 15. 

§. 117. 

Ordinis opposita cum sint confusio, §. 79, 78, et non facta coniunctio. 

§. 78, 81, [34] ordo absolute necessarius est in per se necessario couiunctis et 

^ 80 quidem eodem modo, §. 102. Ubicumque ergo non est absolute necessaria tarn 

g coniunctio, quam coniunctionis identitas, ibi est ordo in se contingens, §. 104. 

cc 

^ §. 118. 

^ Veritas transcendentalis est ordo in essentialibus et attributis, §. 89, binc 

— : necessario per se coniunctis, §. 78, 107, et quidem eodem modo, §. 7, 22, hinc 

^ 35 veritas transcendentalis est absolute necessaria, §. 117, et nullum habet opposi- 

^ tum, §. 102, 15. 

S 4* 

I ^ ^ ^ 



52 23auntgortcnö Metaphysica. P. I. C. IL S. II. Mutabile et inimutabile. 

3555, t, — X. AI 36. Nach dem Anfangswort von AI §. 125 will 
Kant eingeschoben wissen: 

perdurabilis 

3556, C-A. A136. Zu M §. 125 Satz 1: 

subiectum mutatur, determinationes variantur, status bricht ah. 



§. 119. 
Ordo plurium in uno, quorum non coniunctio aut confusio est interne 
possibilis in ente, est veritas in se contingens, §. 117, 89. 

§. 120. 
Somnium obiective sumptum et mundus fabulosus sunt nonentia, §.118, lo 
91, et si videantur entia, sunt entia ficta, §. 62. 

§. 121. 
Perfectionis oppositum est imperfectio*), et quidem 1) non consensus 
Simplex, si in pluribus simul sumptis quaedam non sunt rationes unius: haec 
est IMPERFECTIO PRIVATIVE DicTA, 2) dissen-[35]sus, si in pluribus simul sumptis 15 
quaedam consentiunt ad unum, quaedam ad oppositum eius: haec est imper- 
fectio CONTRARIE DICTA, §.81, 94. 

*) Unvollkömmenheit. 

§. 122. 

Perfectio eorum, quorum non consensus, hinc et dissensus est in se im- 20 
possibilis, est absolute necessaria, §. 121, 102. At perfectio in iis, quae non 
consentire aut etiam dissentire est in se possibile, est in se contingens, §. 104, 121. 

§. 123. 
Perfectio transcendentalis est absolute necessaria, §. 122, 94, hinc nuUam 
habet oppositam imperfectionem, §. 121, 102. 25 

SECTIO II. 
MUTABILE ET IMMUTABILE. 

§. 124. 
SiccEDiNT *) sibi (successiva sibi sunt), quorum unum post aliud exsistit. 
Determinatio entium, qua sibi successiva sunt, est eorum successio **). 30 

*) Folgen aufeinander. ■■■•) die Folge. 

[36] §. 125. 
Cuius determinationes sibi succedunt, mltatir*): hinc mitabile**) (varia- 
bile) est, cuius determinationes sibi possunt succedere; cuius determinationes 



erläutcrungen Äant«. SRr. 3555—3556 (öanb XVII). 53 

sibi non possunt succedere, est immutabile***) (fixum, invariabile, constans). 
Ipsa autem determinationum in ente successio, est eius, et simul determinationum 

eiuS, MCTATIO ****). 

*) wird verändert. **) veränderlich. ***) unveränderlich. ****) Ver- 
6 änderung. 

§. 126. 
MiTATro entis vel est interna*) internorum, vel externa**) seu relativa 
relationum, §. 125, 37. 

*) eine innre. *) äussre Veränderung. 

10 §. 127. 

MiTABiLiTAs *) entis, s, possibilitas mutationum in eodem, vel est absoluta, 
§. 125, 15, vel hypothetica, §. 125, 16. Immutabilitas**) entis, s. impossibilitas 
mutationum in eodem, vel est absoluta, §. 125, 15, vel hypothetica, §. 125, 17. 

*) Veränderlichkeit. **) Unveränderlichkeit. 

15 §. 128. 

Nullum per se immutabile est hypothetice mutabile. Ergo nullum hypo- 
thetica [37] mutabile est absolute immutabile. (Jmne hypothetice immutabile est 
in se mutabile. Omne hypothetice mutabile est in se mutabile. Ergo absolute 
immutabilia nee sunt hypothetice mutabilia, nee immutabilia. Quoddam abso- 

20 lute mutabile est hypothetice immutabile, §. 127, 18. 

§. 129. 
Mutabilium determinationes sibi possunt succedere, §. 125, hinc mutabilia 
sunt pluribus modis determinabilia, §. 74, 34. Necessaria non sunt pluribus 
modis determinabilia, §. 114. Ergo necessaria sunt immutabilia, §. 125. 

25 §. 130. 

Absolute necessaria sunt absolute immutabilia, hypothetice necessaria sunt 
hypothetice immutabilia, §. 129, 127. 

§. 131. 
Nullum mutabile est necessariura, §. 129, hinc omne mutabile est con- 
tingens, §. 101, et in se quidem mutabile est in se contingens, hypothetice mu- 
tabile est hypothetice contingens, §. 104, 127. 



30 



§. 132. 
Essentiae renim, §. 106, essentialia et attributa, §. 107, exsistentia entis 
necessarii, [38] §. 109, omnes eius determinationes internae, §. 110, unitas, §. 116, 
35 veritas, §.118, et perfectio, transcendentales, §.123, sunt absolute et interne 
immutabiles, §. 130, 126. 

§. 133. 
Modi entis sibi in eo in se spectato possunt succedere, §. 124, 65, hinc 
et ipsi, et ens, cui insunt, sunt absolute mutabilia, §. 125, 127. Jam omne ens 



54 Saumgartenä Metaphysica. P. I. C. IL S. III. Reale et negativum. 

3557, ? — (f. M 39. Neben und zwischen M §. 135 und 136: 

Ob 9Jfaterie, Semegung rcalitaet fei). 

Db £a[ter realitas ober negatio fe^. 

negationen an Obieften fmb ©c^ranfen. 

realitas affecta negationibus. 

SSiel^eit ber reoUtaet unb ®rab. 

3Raum unb ^t\i ^aben feinen ©rab. 

6;ctenjtoe, protenjtoe unb intenftüe ©rö^e. 



2 Im Ms. Seroegung 9)totcrie mit drüber gesetzten Ziffern 2 bzw. 1. || 5 real: 
neg: || 8 Ext: proten: lo 

contingens habet raodos, §. 112. Ergo omne ens contingens est absolute et in- 
terne mutabile, §. 126. Relationes entis sunt intrinsecus contingentes, §. 108. 
Ergo possunt sibi in eo in se spectato succedere, §. 124, 104. Hinc sunt in 
omni ente absolute mutabiles, §. 127. Omne ens, qua omnes suas relationes, 
est mutabile, §. 125. 15 

§. 134. 

Essentia non est mutabilis, §. 132, hinc omne ens contingens mutabile 
est, qua exsistentiam, §. 133, 56. Hinc exsistentia entis contingentis est muta- 
bilis, §. 125, nee est adeo essentiale, nee attributum, §. 132, interna tarnen 
determinatio, §. 55, ergo modus, §. 52. Cuius exsistentia modus est, eins exsi- 20 
stentia est absolute mutabilis, §. 138, hinc et intrinsecus contingens, §. 131. 
Ergo cuius exsistentia modus est, est ens contingens, §. 109. Potest hinc ens 
CONTINGENS definiri per ens, cuius exsistentia modus est. 



[39] SECTIO III. 
RKALE ET NEGATIVUM. 2& 

§. 135. 
Negatione posita realitas tollitur, §. 36, 10. Hinc negationes et reali- 
tates sunt sibi invicem oppositae, §. 81. Tam realitates ipsae, quam 
entia, quibus insunt, entia reai.ia") seu positiva dicuntur. Negationes autem 

ENTIA NEGATIVA"*). 30 

*) etwas bejahendes. '*) etwas verneinendes. 



(Srläuterungen Äant€. 5Rr. 3ö57— 3559 (öanb XVII). 55 

S558, rj — Q. M39. Neben M §. 136 „rationalitas — perfectio^': 
opposito realis 



3559. ip? (v—rß) MW. Am Rand unten, unter M §. 14 J, ohjie 
erkennbare Beziehung: 
5 limitatio. 



§. 136. 

Ens mere negativura esset, ciii nulla inesset realitas, hinc nee possibilitas, 

§. 8, nee rationalitas, §. 19, nee actualitas, §. 55, nee unitas, §. 73, nee veritas, 

§. 89, nee perfectio, §. 94, realitates, §. 36. Ergo ens mere negativuin est non 

10 ens, et, si videtur ens, est ens fietum, §. 62. Cum ergo omni enti quaedam in- 

sit realitas, omne ens est reale, §. 135. 

§. 137. 
Omne ens cum sit reale, §. 136, aut nulla ipsi inerit negatio, aut quaedam 
cum realitatibus eius una inerit, §. lU, et haee quidem aut absolute necessaria, 
15 aut in se contingens, §. 102, 104. Prior est SEfiATio stricte dicta'-) (ens nega- 
tivum [40] striete dictum). Posterior est privatio"*) seu ens privativ um. Essen- 
tialia et attributa negativa sunt negationes stricte dictae, §. 106, 107, inodi nega- 
tiv! sunt privationes, §. 108. 

*) eine Verneinung in engerer Bedeutung. '''*) eine Beraubung. 

20 §• 138. 

NuUae privationes sunt in ente absolute ntcessariae, §. 137, 105, hinc 
internae non sunt essentialia, nee attributa, §. 107. Ergo modi, §. 52. Ens 
itaque necessarium non habet privationes internas, §.111, et cui insunt, est 
ens contingens, §. 111. 

§.139. 
Ens negativum, qua tale, non est positivura, §. 135, at, si eonsentiret, qua 
negatio, ad unam realitatem, esset realitas, §. 94, 36, hinc ens negativum, qua 
tale, non consentit in ente reaii, cui inest, §. 137, ad unam realitatem. 

§. 140. 
30 Realitates, qua tales, non consentiunt, nisi ad realitates. Rationatum 

enim merarum realitatum esse est realitas, §. 36, 14. 

§. 141. 
<>mne ens est perfeetum, §. 99, et reale, §. 137, hinc eius jierfectio, qua 
talis, est consensus realitatum ad unam, §. 94, 140. 



56 iBoumgartenä Metaphysica. P. I. C. IL S. IUI. Singulare et universale. 

3560. L M43'. Zu M §. 149 Schlusssatz: 

Occamistae (^ Thomistae) nominalistae. Scotistae realistae. 



[41] §. 142. 

Positis in eute negationibus ponitur non consensus, §. 141, 139, hinc im- 
perfectio, §, 121, hinc positis in ente negationibus stricte dictis, ponitur imper- & 
fectio absolute necessaria, §. 137. 

§. 143. 

Imperfectio entis absolute necessaria, aut est attributum eius, aut essen- 
tiale, §. 107, 108, at, quia in realitatibus non est ratio sufficiens negationum, 
§. 139, non est in entis attributis imperfectio, in cuius non sit etiam essen- lo 
tialibus, §. 50, nee est in essentialibus entis imperfectio, in cuius non esset 
etiam affectionibus, §. 23. 

§. 144. 

Positis in ente privationibus ponitur imperfectio, §. 142, at iu se contin- 
gens, §. 138. 15 

§• 145. 

Non est perfectio essentialis sine accidentali, §. 98, 140, nee accidentalis 
sine essentiali, §. 98, non est imperfectio essentialis sine accidentali, nee acci- 
dentalis sine essentiali, §. 143, 98, nee sunt perfectio et imperfectio essentialis 
opposita, §. 81, 142. 20 

§• 146. 

Quo posito ponitur imperfectio, mallm*) est, hinc negationes sunt malum, 
§. 142, [42] eaeque vel stricte dictae, mali'm metaph\sicim**), quo posito poni- 
tur imperfectio absolute necessaria, §. 142, vel privationes, malim contingens***) 
(physicum late dictum, cf. §. 788), quo posito ponitur imperfectio in se contin- 25 
gens, §. 144. 

*) Das Übel, Böse. **) das schlechterdings nothwendige. ***) das zufällige. 

§. 147. 

Positis entis realitatibus ponitur eius perfectio, §. 141, hinc realitates sunt 
bona, §. 100, et absolute quidem necessariae, bontm metaphysicim*), in se con- 'm 
tingentes, uonim contingens**) (physicum late dictum, cf. §. 787). 

*) das schlechterdings nothwendige. *'"') das zufällige Gute. 

SECTIO IUI. 
SINGULARE KT UNIVERSALE. 

§. 148. 35 

Coraplexus omnium determinationum in ente compossibilium est omnimoda 
eius DETEKMisATio*). Hiuc eus aut est omnimode determinatum, aut minus, 



erläuterungen ItantS. SRr. 3560—3561 (Sanb XVII). 57 

3561, ^p? (v—x?J M43. Zu M§. 149 Anfang: 
nomtnaliften unb realiftcn. 



§. 10. Illud est SINGULARE**) (individuum), hoc universale***). Utrumque 
respectu omnium minus determinatorum, quae in se [43] continet, isferiis****) 
5 dicitur, illa respectu huius, siperiora *****). 

*) durchgängige, völlige, vollständige Bestimmung. **) einzeln. ***) all- 
gemeine. ****) das untere, niedrigere, tiefere, bestimmtere. *****) dje 
obern, höheren, allgemeinem, unbestimmtem. 

§. 149. 
10 Ens universale spectatum in suo inferiori, et singulare spectatum, qua 

alia etiam sua praedicata, praeter certum universale, spectatir in concreto*) et 
tunc coNCRETtM **) dicitur. Ess universale quod attenditur quidem, non tarnen 
in inferiori suo, et singulare, in quo tarnen certum tantum eius superius atten- 
ditur, spectatcr in ABSTRACTO***), ct tuuc ABSTRACTiM ****) dicitur. Universalc 
15 in concreto est universale physicum *****) (in multis, in re), universale in ab- 
stracto est LOGicüM******) (post multa, post rem). 

*) in mehrerer Bestimmung betrachtet. **) unabgesondert. ***) nur in 
gewisser Bestimmung betrachtet. ****) abgesondert. *****) das allgemeine 
im bestimmtem. ******) das allgemeine im denkenden. 

20 §. 150. 

Universale in solis iudividuis in concreto repraesentabile, seu, quod sola 
individua sub se continet, est species*), quod [44] etiam in universalibus in 
concreto repraesentabile est, seu, quod universalia etiam sub se continet, est 
GENUS**), et horum infimum***) quod in nullo genere est, s. quod nullum genus 
25 sub se continet, summum****) in quo nullum genus s. quod sub nullo genere 
continetur, subaltersa *****) denique vocantur, quae non sunt summa. 

*) Art, Gattung. **) Geschlecht. ***) das Unterste. ****) das Oberste. 
*****) untergeordnete, oder Untergeschlechte. 

§. 151. 
30 Determinationes inferioris entis, indeterminatae in eius superiore sunt 

illius DIFFERENTIA*). Hinc differentia generica**) est complexus determina- 
tionum in genere deterrainatarum, indeterminatarum in eius superiori. Diffe- 
rentia sPEciFicA ***) est complexus determinationum speciei indeterminatarum 
in genere eius infimo. Differentia numerica****) (haecceitas, principium indi- 
35 viduationis) est complexus determinationum individui indeterminatarum in 
specie, §. 148. 

*) die genauere Bestimmung. **) eines Geschlechtes. ***) einer Art. 
****) eines jeden einzeln. 



58 Soumgartcnä Metaphysica. P. I. C. II. S. V. Totale et partiale. 

3562, n—(p. M46. Zu M §. 156 Schluss: 

md)t 1 + 1 = 1. 33on ben 21 Diertf)eilen ber «Stabt ^arig. 



2 f, wie es scheint, aus ^. || 21, M-f'e es schei/it, aus 23. Aac/t A. Fr. Büschings 
Neuer Erdbeschreibung 1754 II 326, 351 wurde die Stadt Paris seit 1702 in 
20 Quartiere eingetheilt. Nach der 8. Aufl. des Werkes III 436, 463 bestand diese 5 
Eintheilung auch 1788 noch unverändert fort. Eine Eintheilung in 21 Quartiere hat 
nach dem Artikel „Pa/-(s" der Grande encyclope'die Bd. 25 S. 1059 ff. nie existiert. 
Es liegt also auf Seiten Kants ein Gedächtnissfehler vor; auch die vorgenommene 
Correctur zeugt von der Unsicherheit seiner Erinnerung. 

§. 152. 10 

Singularia sunt interne prorsus determinata, §. 148, hinc actualia, §. 54. 

[45] §. 153. 
Cum in inferiori sit superius, §. 149, 148, est in individuo species, genus 
infimum, subalterna, summum, in specie genera, in genere infimo et subalterno 
superiora, in inferioribus omnibus summum, §. 150. 15 

§. 1.54. 
Determinationes generis summi sunt in inferioribus eins, §. 148, i. e. ge- 
neribus subalternis, infimo, speciebus et individuis; determinationes generis 
subalterni sunt in inferioribus eins generibus, speciebus, et individuis; deter- 
minationes generis infirai sunt in speciebus et individuis; determinationes 2o 
speciei sunt in individuis, §. 153, 35, i. e. determinationes superioris sunt in eins 
inferiori, seu jiositivae fuerint seu negatirae, §. 36. Hae<: jjruijositio divitur dictum 
de <J. et N. 

SECTIO V. 
TOTALE ET PARTIALE. 25 

§. 155. 

Unum prorsus idem cum multis simul surapti.s est toxi m *), et multa simul 
sumpta prorsus eadera cum toto sunt partes**) eius. Quae cum data parte 
simul sumenda sunt, ut sit prorsus eadem cum toto, [46] sunt eius compartes, 
seu coMPLEMENTA AI) TOTiM ***) (supplemcuta). 30 

'") das Ganze. '"*) Theile. ***) Ergänzungen. 

§. 1.56. 
Quaelibet pars simul sumpta cum suis complementis ad totum est paus 
A<n ALIS*), cum aliis simul sumpta est pars potentiaus**). 

*) ein wirklicher. **) ein möglicher Theil. 35 



Grlöuterungen tant^. 9Jr. 3562—3566 (Sanb XVII). 59 

3563. V — ip. M 46. Die Definition im Anfang von M §. 157 
ändert Kant dahin um^ dass sie lautet: 

Compositum prorsus idem cum suis partibus est totum. 



3564. V — ip. M46. Zu M §. 168 „ens incompletum^^ : 
5 Qvod non existere potest nisi vel ut pars vel ut ratio natum vel 

ut accidens. 



3565. v—ip. M 46. Zwischen M §. 158 und 159: 
totalitas vel qvanti vel compositi qva talis. Pars totius vel qvanti 
vel compositi. 



3566. V (^—!.iV ^^J^^- ^u M§. 159 Satz 1. 
qvantum qvantitatis indeterminatae. 



11 Die beiden Striche stehn über ,,partium'''' in M §. Iö9; vermuthlich soll also 
dies Wort cor indeterminatae ergänzt icerden. Als Praedicat muss icohl hinzugedacht 
werden: „est magnitudo^\ oder: „est continuum'-''. 

15 §. 157. 

Totum est prorsus idem cum suis partibus nctua/ibus^ §. 155, 156, hinc et 
aecpiale, et simile et congruens, §. 70. 

§. 158. 
Ens, cuius essentia est pars alterius, est ess iscompletim*), cuiiis essentia 
20 non est pars alterius, est ens completlm**). 

*) ein unvollständiges. **) ein vollständiges Ding. 

§. 159. 

Multitudo partium est magnitido*) (absoluta, cf. §. 161) seu quantitas, 

§. 75, continua. Multitudo totorum est mmerls**) (absolutus, cf. 161) seu quan- 

25 titas, §. 75, discreta. Si tota, quorum est numerus, iterum spectentur, ut partes, 

NiMERis est [47] FRACTus **•■') (fractio, minutia), sin minus, nimeris est inteoer ****). 

*) die Grösse des Ganzen. **) eine Zahl. *"") ein Bruch. ****) eine 

ganze Zahl. 



60 SaumgartenS Metaphysica. P. I. C. II. S. VI. Totale et partiale. 

determinata est qvantitas. 

[partes assignabiles sunt] 

qvantum dabile est, qvod [totum] ut completum potest esse actuale. 
partes assignabiles sunt, qvae in se possunt clare cognosci. [cuius partes] 
in qvo partium assignabilium multitudo est indeterminata (cuius partes 
nisi per totum omnimode dari non possunt), est continuum. 



3567. d. M47'. Zu M §. 161 Anfang (Definition von .^minimum^'-): 
Falsum est; nam qvod est nihilo majus, illius pars nihilo aequale; 
ergo nihilum est pars alicujus, qvod repugnat. 



1 determinata sc. multitudo partium (§. 159 Anfang). 10 

2 Vielleicht beginnt mit dieser Z. eine neue Refl. Zwischen [partes] und dem 
vorhergehenden est (beide am Anfang einer Z.) ein kleiner wagerechter Strich, der viel- 
leicht einen Trennungsstrich darstellt. 

4 sunt fehlt. 

8 Der Gedanke dieser Bß. kehrt in Herders Metaphysik- Nachschrift wieder. 15 

9 q. r. 

§. 160. 
Cuius pars toti aequalis est, maius 3>» est*), totum parti aequale minus <: 
est**). 

*) das grössere. **) das kleinere. 20 

§. 161. 

Minimum*) est solo nihilo malus, seu, quo minus impossibile est, Maxi- 
mum**) est, solo nihilo minus, seu, quo maius impossibile est. Multitudo maior 
est MULTITUDO coMPARATivA***), cf. §. 74, minor, PAuciTAs ****). Magnitudo 
maior est magnitudo comparativa *****), cf. §. 159, minor, parvitas ******). Nu- 25 
MERus maior est comparativus, cf. §. 159, minor, raritas°°). 

*) das kleinste. **) das grosseste. ***) eine Menge. ****) Wenigkeit. 

*s*='.:*j gjjjg Grösse des Ganzen und Zahl, auch in der Vergleichung. 

******) Kleinigkeit. °°) Seltenheit. 



erläuterungen tantä. 9ir. 3566— 3568 (Sanb XVII). 61 

3568. rjf xf (fifj Qff (S—e ff) M 48'. Gegenüber von M §. 166 
Anfang^ vermuthlich zu M §. 165 Schluss: 

Absolute (h. e. respectu qvodam) possibile. 
In certo respectu etiam possibile. 



5 §. 162. 

Mutari in minus est minui*), mutari in maius algeri**). Quicquid ergo 
potest augeri vel minui, est mutabile, §. 125, et [48] quidem, qua quantitatem, 
§. 160, 70, hinc interne, §. 126, 69. 

*) vermindert. **) vermehrt werden. 

10 §. 163. 

Essentiae rerum, essentialia et attributa, omnes entis necessarii determina- 
tiones internae, unitas in entibus, veritas, et perfectio, transcendentales augeri 
vel minui intrinsecus nequeunt, §. 162, 132. 

§. 164. 
15 Detörminatio entis interna, quae potest augeri vel minui, modus est, §. 163, 

52, et in quo talis occurrit determinatio interna, quae in ipso potest augeri vel 
minui, illud est ens contingens, §. 111. 



SECTIO VI. 
PRIMA MATHESEOS INTENSORUM PRLNCIPIA. 

20 §. 165. 

Possibilitas minima est non repugnantia minimorum paucissimorum, §. 161, 

8. Quo ergo plura, quo maiora sunt compossibilia, hoc maior est possibilitas, 

§. 160, donec maxima sit, ubi plurima maxima sunt compossibilia, §. 161. Hinc 

omnis possibilitas entis hypothetica maior est eiusdem possibilitate intrinseea, 

25 §. 16, 15. 

§. 166. 

Ratio minima est, quae unicum minimum ra-[49]tionatum habet, §. 161. 

Quo ergo plura, quo maiora rationata habet, hoc maior est, §. 160, donec 

maxima fiat maxima plurima rationata habens, §. 161. Magnitudo rationis ex 

30 numero rationatorum est feclnditas*), ex magnitudine eorum posnus**) (gra- 

vitas, dignitas, nobilitas). 

*) Fruchtbarkeit. **) Wichtigkeit. 



62 SaumgartenS Metaphysica. P. I. CIL S. VI. Prima mathes. intens, principia. 



§. 167. 

Nexus minimus est unicae rationis minimae, §. 166, 14. Quo ergo plures, 
quo maiores rationes, hoc rnaior nexus, §. 160, donec fiat maximus plurimarum 
maximarum rationum, §. 161, i. e. fecundissimarum et gravissimarum, §. 166. 
Nexus maior est harmonia. 6 

§. 168. 

Possibilitas hypothetica minima est, qua ens unicum minimum in minirao 
nexu gaudet, §. 16, 161. Quo ergo plura, quo maiora, quo maiore in nexu pos- 
sibilia sunt, hoc maior est possibilitas hypothetica §. 160, donec maxima sit, ubi 
plurima maxima in maximo nexu possibilia sunt, §. 161, i. e. fecundissimarum lo 
gravissimarumque rationum rationata fecundissima, gravissima, §. 167. 

§. 169. 
Ratio sufficiens est rationum fecundissima, §. 166, 21, in sufficientibus 
tamen minima est, quae unico minimo rationato sufficit, §. 166, [50] 161. Quo 
ergo pluribus, quo maioribus rationatis sufficit, hoc maior est, §. 160, donec sit 15 
maxima, plurimis maximis rationatis sufficiens, §. 161, eademque fecundissima 
et nobilissima, §. 166. 

§. 170. 
Ratio ulterior propiore maior est, §. 166, 27, hinc sufficiens simpliciter 
talis maior omnibus secundum quid sufficientibus, §• 169, 28. 20 

§. 171. 
Essentia minima est, complexus paucissimorum rainimorum essentialium, 
§. 40, 161. Quo plura, quo maiora sunt essentialia, hoc est maior, §. 160, 
donec maxima sit, complexus plurimorum maximorum essentialium, §. 161. 

§• 172. 25 

Nexus universalis minimus est, ubi singula aut sunt rationes minimae, 
aut earum rationata, §. 48, 167. Quo ergo aut maiores rationes, aut maiorum 
rationum rationata, aut utrumque fiunt singula, hoc maior est nexus universalis, 
§. 160, donec sit maximus, ubi singula maximae rationes sunt, §. 161, i. e. 
fecundissimae gravissimaeque, §. 166. so 

§• 173. 
Unitas minima est, si paucissimae minimae determinationes unici rainimi 
sint inseparabiles, §. 73, 161. Quo ergo plures, quo maiores de-[51]termina- 
tiones, quo plurium, quo maiorum sunt inseparabiles, hoc unitas maior est, 
§. 160, donec sit maxima, ubi pluriraae maximae determinationes plurimorum 35 
maximorumque sunt inseparabiles, §. 161. ünicitas minima est, qna unum mini- 
mum a paucissimis minirais unico minimo discrimine differt, §. 77, 161. Quo 
ergo maius, a quo pluribus, quo maioribus, quo plures, quo maiores per diffe- 
rentias distinguitur, hoc maior est ünicitas, §. 160, donec sit maxima, qua iiiaxi- 
mum ob omnibus, maximis etiam in suo genere, per plurimas maximas ditfe- 40 
rentias distinguitur, §. 161. 



Saumgarteng Metaphysica. P. I. C. II. S. VI. Prima mathes. intens, principia. 63 

§. 174. 

Identitas minima est, si unica minima determinatio sit paucissimis mini- 

mis communis, §. 38, 161. Hinc quo plures, quo maiores determinationes, quo 

pluribus, quo maioribus sunt communes, hoc maior est identitas, §. 160, donec 

5 sit maxima, plurimarum maximarumque determinationum in plurimis maximis 

communio, §. 101. 

§. nö. 

Ordo minimus est minima in coniunctione identitas, §. 78, 161. Ergo quo 
maior est coniunctionis identitas, hoc maior fit ordo, §. 160, 174, donec sit 

10 maximus, ubi maxima coniunctionis identitas, §. 161, i. e. ubi plurima maxima, 
toties, tantumque coniunguntur eodem modo, quoties, quantumque possunt, 
§. 174:. Unitio minima est paucissimorum minimorum minime [52] necessaria 
coniunctio, §. 79, 113, 161. Quo ergo plura coniunguntur, hoc est extensive 
maior, quo maiora, quo maiori necessitate coniunguntur, hoc est intensive 

15 maior unitio, donec plurimorum coniunctio necessaria sit extensive, vel duorum 
tantum, triumve, sed maximorum et maxime necessaria, quae potest esse inter 
ea, sit intensive maxima unitio. 

§. 176. 
Determinatiosis ex ratione cognoscibilitas cum sit cosformitas eins cim 
20 RATIONE*), §.80, haec conformitas erit minima, si determinatio ex minima ra- 
tione tantum cognoscibilis, §. 161, 166, in minima coguitionis possibilitate, 
§. 165. Quo maior ratio, ex qua cognoscenda determinatio, quo magis possi- 
bilis haec cognitio, hoc maior conformitas determinationis cum ratione, §. 160, 
donec sit maxima ex maxima ratione maxime cognoscibilis, §. 161. 
25 *) die Übereinstimmung einer Bestimmung mit ihrem Grunde. 

§. 177. 
Determinatio rationi sufficienti, fecundiori, graviori conformis, §. 166, 169, 
hinc ulteriori et simplioiter tali, §. 170, maiorem habet conformitatem, quam in- 
sufficieuti, minus fecundae, minusque gravi, §. 166, 169, propiori aut secundum 
30 quid sufficienti, §. 170, tantum conformis, §. 17C. 

[53] §. 178. 
Defectus minimus est oppositus determinationi minimae conformitatis cum 
ratione, §. 82, 161, hinc eo maior est, quo maior in opposito eins conformitas, 
§. 160, 176, donec sit maximus, oppositus determinationi, in qua maxima cou- 
35 formitas, §. 176, 161. 

§. 179. 
Defectus rationi sufficienti, fecundiori, graviori, ulteriori et simplioiter tali 
contrarius maior est contrario rationi insufficienti, minus fecundae, minus gravi, 
propiori et sufficienti secundum quid tantum, §. 178, 177. 



64 SaumgortenS Metaphysica. P. I. C. IL S. VI. Prima mathes. intens, principia. 

3569, xp. M53. Zu M§. 180 Satz 2: 

stricte determinat, late. 

latitudinarius, qvi admittit exceptiones. 



3S70, xpfföfj MÖ4'. Zu M §. 182 „Lex — superior'' : 
qvo magis ad Universalitäten! accedit et caret restrictionibus» 



3S71, v—ip. Mö4'. Ell 963. ZuM§.182: 

2)ie ^ntenjtDe ©röfee ber ©efefee beruht auf ber notf)H)enbigfeit, b. t. 
bem üßangcl ber auänafimen. Nulla regula sine exceptione, sed lex est 
absque exceptione. 



2 Subject zu determinat ist doch wohl „Lea:". Statt determinat mit nach- lo 
folgendem Komma könnte auch determinatum oder determinatus gelesen werden. 
8 E: Sluänol^tne; der Plural dürfte wahrscheinlicher sein. 



§. 180. 

Magnitudo conformitatis cum ratione in determinatione, quam lex enuntiat, 
est ROBi'R LEGIS*). Lex cnuntians determinationem conformitatis cum ratione i6 
comparative magnae est kortis**), parvae debilis***) est. Hinc lex maxime 
debilis seu minimi roboris est, quae enuntiat determinationem minimae confor- 
mitatis cum ratione, §. 161, 176. Quo maior conformitas cum ratione deter- 
minationi a lege enuntiatae, hoc lex est fortior, §. 160, donec fortissima sit 
enuntians determinationem, in qua maxima conformitas, §.161. 20 

*) Stärke der Richtschnur. **) ein starkes. ■•'**) schwaches Gesetz. 
[54] §. 181. 

Lex enuntians determinationem rationi sufficienti, fecundiori, graviori, 
ulteriori, cuius rationatum sit, seu cui subordinetur comparanda propior, et 
simpliciter tali conformem fortior est, quam lex debilior enuntians determina- 25 
tionem rationi insufficienti, minus fecundae, minus gravi, propiori, quae sub- 
ordinetur illi, cum qua comparatur, ulteriori, et secundum quid sufficienti tan- 
tum conformem, §. 180, 177. 

§. 182. 

Lex enuntians determinationem rationi sufficienti ulteriori conformem 30 
süPERioR*), propiori conformem enuntians inferior*'') dicitur. Ergo leges supe- 
riores fortiores sunt inferioribus, et summa lex est fortissima, §. 181. 

*) eine höhere. '•'*) niedrigere Richtschnur. 



etläutenmgen Äantä. 3lx. 3569—3571 (SBonb XVII). 65 

§. 183. 
Ordo maximus plurimas regulas coramunes habet, §. 175, 86, hinc est 
maxime compositus, §. 88, adeoque ordo simplex, quantuscumque sit, non tarnen 
est maximus, §. 175, 88. 
5 §. 184. 

Veritas metaphysica minima est ordo plurium in uno rainimus, §. 175, 89, 
seu minima cum principiis catholicis conformitas, §. 176, 92. [55] Quo ergo 
plura in ente, quo maiora, secundum quo plures, quo fortiores regulas con- 
iuncta sunt, iioc maior est in illo veritas, §. 175, 180, donec sit maxima, abi 
10 plurima maxima, fortissimis (principiorum catholicorum, §. 182) regulis conve- 
nientissima deprehenduntur, §. 160, 161. 

§. 185. 
Perfectio minima est consensus paucissimorum minimorum ad unum mini- 
mum unicus minimus, §. 94, 161, binc quo plura, quo maiora, in quo plura, in 
15 quo maiora, quo pluries, quo magis consentiunt, hoc maior est perfectio, §. 160, 
donec sit maxima plurimorum maximorum maximus consensus ad unum, §. 161, 
169. At summa perfectio cum adeo sit maxime composita, §. 183, 96, simplex 
perfectio, quantacumque sit, non tamen est maxima, §. 9G. 

§. 186. 

20 Exceptio minima est a maxime debili perfectionis regula ob fortissimam 

facta, §. 178, 97. Ergo quo fortior est regula perfectionis, a qua, quo debilior, 
ob quam excipitur, hoc maior est exceptio, §. 160, donec sit maxima a fortissima, 
hinc summa perfectionis regula, §. 182, ob maxime debilem legem excipiens, 
§. 161. Si collidantur ratio perfectionis sufficiens et insufficiens, exceptio a 

25 sufficiente maior, ab insufficiente minor est. Si collidantur fecundior et minus 
fecunda, exceptio a fecundiori ma-[56]ior, a minus fecunda minor est. Si colli- 
dantur ratio perfectionis gravior et minus gravis, exceptio a graviori maior, a 
minus gravi minor est. Si collidantur ulterior et ipsi subordinanda propior, 
exceptio ab ulteriori maior, a propiori minor est. Si collidantur ratio simpli- 

30 citer sufficiens et talis secundum quid, exceptio a simpliciter tali maior, a tali 
secundum quid, minor est, §. 181. Si collidantur regula perfectionis superior 
et inferior, exceptio a superiori maior, ab inferiori minor est, §. 182. Hinc ex- 
ceptio summae perfectionis legi contraria, i. e. quae fit a summa perfectionis 
regula ob minimam, i. e. minimae conformis, est maxima, §. 187, 182. 

35 §. 187. 

Bonum minimum est, quo posito ponitur minima perfectio, §. 100, 161. 
Quo maior est perfectio posito bono ponenda, hoc malus est bonum, §. IGO, 
donec optimlm'-') sit, quo posito ponitur summa perfectio, §. 161. 

■■•■) das Beste. 

Äaiit'8 Schriften. ^anbfc^nftUc^er iJJacfetaS. IV. Ö 



66 23auingartenö Metaphysica. P. I. C. II. S. VII. Substantia et accidens. 

3S72. r]—(p. M.58. Über M §. :191 ,,subsistens, forma'': 
substratum, stabile. 



§. 188. 

Miaime contingens est, cuius oppositum est minime possibile, §. 104, 161. 

Quo inaior ergo possibilitas unius oppositorum, hoc maior alterius contingentia, 5 

§. 160. Maxiraa contingentia est illius, cuius oppositum habet maximaiu possi- 

bilitatem, §. 161. 

[57] §. 189. 

Quo maior est determinationum hypothetice unius separabilitas, hoc maior 
est huius unitatis contingentia, §. 115, 188. Quo magis tam uon coniunctio, lo 
quam confusio est possibilis, hoc oppositus ordo magis est contingens, §. 117, 
188. Quo magis non coniunctio vel confusio quorundam entis variorum possi- 
bilis est, hoc veritas eins opposita magis est contingens, §. 119, 188. Quo 
magis imperfectio possibilis est, hoc magis opposita perfectio contingens est, 

§. 122, 18S. 15 

§. 190. 

Minima mutatio est unici minimi in unico minimo successio, §. 161, 125. 
Ergo quo plura, quo maiora, in quo pluribus, quo maioribus succedunt, hoc 
maior est mutatio, §. 160, donec sit maxima, plurimorum maximorum in pluri- 
bus niaximis successio. Minima rainimae mutationis in ente possibilitas est 20 
eius mutabilitas minima, §. 161, 127. Ergo quo magis possibilis, quo maior in 
ente mutatio, hoc est eius maior mutabilitas, donec sit maxima, maxima maximae 
mutationis possibilitas, §. 161. Realitas in ente minima est summa paucitas et 
parvitas in eodem determinationum vere positivarum, §. 135, 161. Quo harum 
plures, quo maiores habet, hoc est realius. Realissimim ergo est, in quo maxi- 25 
mae plurimae realitates, §. 161, 36. Hae absolute necessariae sunt scmmim 
BONiM, s. opti-[58]mum metapuvsiclm*), §. 187, 147, in se coutingentes simmim 
BOSLM cosriN'OhNs '■■■*) (physicum late dictum). 

*) das nothwendige höchste Gut. '■*) das zufällige höchste Gut. 



SECTIO VII. 30 

SIBSTANTIA KT ACCIDKNS. 

§• 191. 
Eiis vfl uon polest exsistere, uisi ut detenninatio alterius (in alio), vel 
potest, §. 10. Prius A(< idkns*) (praedicaiuentale s. physicum, cf. §. 50, cuius 



erläuterungen Äantä. 9Rr. 3572—3574 (iBanb XVII). G7 

3573. r^—LMö8'. Zu M §. 191 ,,8uhstantia'' : 
Subiectum reale est substantia. 



3574. L—x. M5S'. Zu M §. 191, unter Nr. 3673'. 
accidens potest esse subiectum logicum. 



5 2 Die Arn. Sj73 unu -3074 sind von der siclier später geschriebenen und nicht 

7nit ihnen zusammenhängenden Rfl. II 289 (nach E.^s Zählung) umschlossen, E. hat 
Nr. 3574 fälschlicherweise zu dieser Rfl. geschlagen. 

esse est inesse, a'j;j.|3e[ir)xo;), posterius est sibstantia*'*) (ens per se subsistens, 
forma, bnthv/zioL, 0'j3i7, ürooTaai?, ^vsp^eia), quod potest exsistere, licet non sit 
10 in alio, licet non sit determinatio alterius. 

'•') ein nur in andern. **) ein vor sich bestehendes Ding. 

§. 192. 
Exsistentia accidentis, qua talis, est inhaerentia''), exsistentia substantiae, 
qua talis, est slusistestia *■•'). 
15 ■■■■) das nur in andern. **) das vor sich bestehn. 

§. 193. 
Accidentia si videntur per se subsistentia, sunt phaenomexa sibstastiata"). 
*) das vor sich zu bestehn scheinende. 

[59] §. 194. 
20 Accidentiii non exsistere possunt, nisi in aliis. lam non sunt diversa ab 

accidentibus, nisi substantiae, §. 191. Ergo accidentia non exsistere possunt, 
nisi in substantiis, seu non exsistunt extra suas suhstantias, §. 58. 

§. 195. 
Essentialia, attributa, modi, relationes accidentia, §. 191, 52, non exsistere 
25 possunt, nisi in substantiis, §. 194. 

§. 196. 
Id in substantia, cui inhaerere possunt accidentia, s. substantia, quatenus 
est subiectum (cf. §. 344) id. cui accidentia inhaerere possunt, st bstantialk 
vocatur, nee accidentia exsistunt extra substantiale, §. 194. 

5* 



68 23aumgürtenä Metaphysica. P. I, C. IL S. YII. Substantia et accidens. 

3575. a—ipf (x—qO M60. Zu M §. 200 ^subposita'' : 
Phaenomenon substantiatum 



2 Phaen: || substantiatum? substantiata ? ? 



§. 197. 

Si substantiae inhaerent accidentia, est aliquid inhaerentiae ratio, §. 2U, 5 
s. VIS LATiLs DicTA") (cfficacia, energia, activitas, cf. §. 216), et suf fiele ns, §.22. 
Hoc est VIS (sTKicTii's DicTA ■■'■■'), et brevltatis causa nonnumquam simpliciter). 

*) eine Kraft in weiterer. ■• •) eine Kraft in engerer Bedeutung. 

[60] §. 198. 
Vis strictius dicta aut est substantia, aut accidens, §.191. lam non est lO 
accidens, eorum omnium cum sit ratio sufficiens, §. 197. Ergo est substantia, 
et quatenus ipsi inhaerere possunt accidentia, ut subiecto, substantiale, §. 196. 

§. 199. 
Omnis substantia est substantiali, §. 191, 196, hinc vi praedita, §. 198, est 
substantiale, §. 19(.>, 191, hinc vis tarn latius, quam strictius dicta, §. 198, 197. 15 

§. 200. 
Substantiae si videntur accidentia, sint scbstantiae praedicatae, singu- 
lares sunt sLj'i'osriA ■■). 

•■) einzie vor sich bestehende Dinge. 

§. 201. ,0 

Phaenoinenis substantiatis vis tribuitur, §. 199, 193, et sunt etiain vires 
latius dictae, aut viribus latius dictis praedita, §. 197, 23. Quod si vero strictius 
dicta vis tribuitur accidentibus, sunt ea phaenomena substantiata, §. l'JS, 193. 

§. 202. 
Omnis substantia habet essentialia et attributa absolute necessario, §. 107, 2.) 
hinc [61] omnis substantia habet accidentia, §. 191, 195. Sed modos vel habet, 
vel non habet, §. 10. Quae luodos habet, est ens contingens, quae non habet, 
eus uecessarium, §. 111. Ergo substantia vel est necessaria vel contingens. 
Substantiae contingei'tis subsistentia modus est, §. 134, 192. 

§. 203. ü) 

Vis minima nnici tautum miuimi inhaerentis accidentis est ratio, vj. 197, 
It'it;. Quo ergo plurium, quo maioruiu inhaerentium accidentium ratio est, hoc 
iiiaior est, donec sit maxima plurimorum maximorum inhaerentium accidentium, 
§. 197, itir-. 



(Erläuterungen tant^. 9Rr. 3575— 3577 (Sonb XVII). 69 

3576, i—v?€?? M61. Zu M§. 205 Satz 2: 

Si haec vera essent, Status nullius entis esset immutabilis. 



3577. v—ip. M61. Zu der Überschrift: ,,Sectio VI IL Status'': 
£)b e§ cinerlet) fei), gu fagen: ein 2)ing ^ahe ixö) SL^eranbert, ober: 
5 fein ßuftanb (aUenfaÜS innerer) (}abe [id^ Deränbert 



2 In immutabilis ist die Endung is nur ßiivhtiij angedriitet. 



§• 204. 
Scientia virium est dyxamica tarn philosophica, quam inathematica, dyna- 

MEOMETRIA. 

10 SECTIO VIII. 

STATUS. 

§. 205. 
Suppositum contingens est determinatum, qua modos et relationes, vj. 184. 
200. Hinc coexsistunt in eo fixa, seu, iutrinsecus immutabilia, §. 107, 132, euui 
15 mutabilibus, §. 133. Eiusmodi coexsistentia sta-[62]tls^') est. Ergo suppositum 
contingens habet statum. Status uuitorum est lnio*"). 
"■) Zustand. ^■"••) Einigkeit. 

§. 206. 
Coexsistentia modorum cum fixis est statis intkrnis''), hinc suppositum 
20 contingens habet statum internum, §. 205. 
") der innre Zustand. 

§. -207. 
Relationes substantiae sunt in ea iutrinsecus mutabiles, §. 133. Ergo fixis 
coexsistentes dant statim, §. 205, qui üxternls dicitur ■'). 
2ö •■■') der äussre Zustand. 

§. 208. 
Mutato modo mutatur status internus, §. 125, 200, mutata relatiuue, muta- 
tur Status externus, §. 125, 207. lam modi et relationes sunt mutabiles, $. 133, 
207. Ergo in substantia contingenti mutationes Status sunt possibiles. ^. 2(^6, 207. 



70 Saumgartens Metapbysica. P. I. C. II. S. VIII. Status. 

3578. 1.1— v^ xff M62. E II 1052. Zu M §. 209 Satz 1: 
(SigentUd) mirb nid)t ein modus, fonbern bie fubftan^ üerdnbert. 

2)enn ^a^, maS öerönbert wirb, bleibt; DieS^eranberung i[t nur ber 2öed)jet 

fetner SSeftimmungen. 



3579. X — (p. M63. Zu den beiden letzten Sätzen von M §. 210: 
2)er [gjJenfd)i] Äorper (* bog Seblofe,) wirft; t)a§ Sebenbe (^ macl)et) 
'^anbelt (f Operator); ba§ frer)e tf)ut («facit). 



6 — 7 s-Zusät:e: fx — to. \\ ntod^ct steht unmittelbar links von l)anbelt, aber in 
M§.'210 (die übrige Rß, am Rand rechts); das Wort ist von Kant eingeklammert 
und wohl erst nach l)anbelt hinzugesetzt. 10 

§. 209. 

Mutatio modi est modificatio *). Ergo modificatio est mutatio Status 
interni, §. 208, et substantia contingens est modi-[63]ficabilis, §. 128. Mutatio 
relationis variatio est'*). 

*) eine innre. ■■*) eine äussre Veränderung. 15 

§. 210. 

Mutationes Status sunt accidentia, §. 191, hinc non exsistere possunt, nisi 
in substantiis, §. 194, et quidem posita vi, etiam strictius dicta, §. 197, 22. 
Vis illa mutationis, aut in genere iotiaerentis accidentis, ratio sufficiens, §. 197, 
vel est substantiale, quod mutatur, aut in genere, cui accidens inhaeret, vel vis 20 
ab eo diversa, §. 10, 38. Si prius est, siibstantia, cuius Status mutatur, vel in 
genere, cui accidens inhaeret, Af;iT"'); si posterius est, substantia, cuius status 
mutatur, vel in genere, cui accidens inhaeret, i-atitir. Hinc actio'--') (actus, 
operatio) est mutatio Status, et in genere actuatio accidentis in substantia, per 
vim ipsius: i'assio ■■••'■) mutatio status, et in genere actuatio accidentis in sub- -25 
-tantia, per vim alienam. 

-■■; thuu, handeln. ■•-') Handlung. •■•■•■) Leiden. 



Erläuterungen i^ontä. ?«r. 3578— 3581 (fSanb XVII). 71 

S580. E—t?C^?) M63. ZuM§.2Jl: 

substantia substantiam actiians (f producens) creat*. 

Q> durationis causa conservat.) 
substantia substantiae actrici complementum addens concurrit. 

* (^ causa ortus substantiae creat.) 



3S81. x—Xf(v^l?Q?afJx.^.^ M64'. E II 699. ZuM§.2I2: 
2Benn aÜeS Seiben ber fubftan^ eigentlid^bieSeftimmung ber3;^ätig= 

feit be§ leibenben ©ubiect^ i[t, fo tan feine fubftan^ innerlid) felbft burd) 

®ott ju anbern unb großem accidentibus beftimt roerben, al§ au§ i()rcr 
i'i 3RQtur möglich fmb; jonft rourbe eine anbere ©runbfraft unb fub[tantiali= 

taet in i^r berüorgebradjt n3erben, unb alfo fie umgefdjaffen, unb nid)t bie 

ibentitaet be^S fubtectS fei)n. 



3 Bei conservat int diu Endany ludli ijenähi 

4 substantiae substantiae 
ö s-ZuS(dz: i — i;. 



§.211. 
Substantia in substantiam extra se agens in eam iMi.rn, adeo iniiaxis' ) 
(actio transiens) est actio substantiae in substantiam extra se. A( rn., quae non 
est influens, est imma.nkns. 
••) Einfluss. 

[64 1 §. 21-2. 
Si passio illius substantiae, in quam altera influit, simul est ipsius pa- 
tientis actio, i-assio et inili xis dicuntur idkai.ks. Si vero passio non est pa- 
lientis actio, i-assio et inm.ixis dicuntur i;i:\li:s. 

§. 213. 
Actio patientis in agens est i!ea.;tio-) et mutua substantiarum actio et 
reactio <oni'i,iitis ■'*). 

■■) Gegenwirkung. •■ •) Streit. 

§. 214. 
Actio et passio reactioque minimae sunt, per quas nmi nisi miirum mini- 
mum accidens actuatur, §. IGl, 210. (^uo er;[:o plura, quo maiora ai-cidentia 
aotuantur, lnic raaior actio, passio, reactio, §. 160, 213, donec siiU maxiniae, nhi 
plurima ma\ima actuantur ac^identia, §. 161, 21(». 



72 ^Saumgmtenä Metaphysica. P. I. C IL S. VIII. Status. 

3582. ^—a. M66'. ZuM§.216: 

2)ie innere 2JlogUd)teit einer^raft (* be§^anbeln§) ift ba§2?ermögen. 
l. 6. 3eo^önb fan ein grofeeS SSermögen jur 2Bi[jenfc^aft ^aben, aber ^at 
nod^ feine Äraft ber ©c^arf jinnigfeit k. 2c. 



3583. v—x'? fip?) M6.5'. Zu M §. 216 und Bfl. 3682: 
2)er innerlich ^tnretd)enbe ©runb baju ift Äraft; i[t fte auc^ dufeer= 
lic^ iiureicl)enb, fo i[t fie lebenbige ^raft; ift fte äufeerlid^ unjureid)enb, fo 
ift fte tobte Äraft. 2)ie tobte Äraft um beö ^inbernifjeä SBiüen ift conatus. 



3584. v—t'i (ipf) M6Ö'. E II 763. Zu M§. 216: 

SSermögen unb ^raft, 

potentia — actus. 

2)ie Äroft l)anbelt, \iOi% 23ermögen nic^t. 



Zu Nr. 3382 — 3590: Diese Nrn. werden hier im Zusammenhang abge- 
druckt^ da sie eine ii-yendwie iresentliche sachliche Weiterbildung nicht aufweisen und 
— wegen ihres halb natui-wissenschaftlichen Inhalts — zu den übrigen metaphysisch- 15 
erkenntnisstheoretischen Ansichten A((nts nur in lusen Beziehungen stehn. Zu den Aus- 
führungen über tote und lebendige Kraft vgl. XIV 122—129, 196—201, 458—460, 
470—480, 495—497, IV 539. 

2 s-Zusutz: V — X^ Ol^V- I^'i' st^^tf ''^f' einer Äraft und icurde vermuthlich 
gleichzeitig mit Rfl. 3583 geschrieben. 20 

6 bajU, doch u-i.hl zum ^ponbcln (Z. 2). 



§. 215. 

Actio et passio simpi,i:x*) dicitur, quae non est totum aliarum, quae est, 
co.MPosiTA ■■''); et quo pluribus partialibus constat, hoc magis est composita, 
§. 160. Hinc actio et passio maxima est maxime composita, §. 214, 161. 

'•) ein einfaches. "■') ein zusaramengesetztes Thun und Leiden. 
[65] §. 216. 

Omnis substantia exsistens agit, §.210, 199, hinc habet possibilitatem agendi 
seu KA( iLiATEM*) (potcntiam activara, vim, cf. §. 197), §. 57, si patitur, habet possi- 
bilitatem patiendi, i. e. (potentium passivam, capacitatem) RKciiPTiviTATEM ''■■). §.57. 

■■) Vermügen. *'■) Fähigkeit, Empfänglichkeit. 



erlöuteruncjen .^Vantg. 3Rr. 3582—3585 (Sonb XVII). 73 

5<5«J. i//. 7\/6'J'. ZuM§.216ß'.: 

2)a§ innere ^rincip ber9}?ogUd)feit be^^anbelnS ift ba§33ermögen*, 
e. g)?a|cl)ine**. 

* {^ ©er innere Seftimmnngggrunb beä ä-^ermögenl gum .^anbeln 
ift SBeftrebung (conatus). 2)a§ 23ermögeu mit einer 33e[trebung ju 
t)anbeln i[t Äraft. ilraft, fo fern fie innerlid) gur 2Birnid)feit ber 
^anblung ^ureict)enb ift, aber ol)ne SBirfung, ift tobte Äraft; biefe 
beiüeifet immer .s>inberni^. (*' ^nnerlid) fo iro^l al§ änfeerlid) su= 
reid)enbe Äraft ift lebenbige.)) 

** (* 2)a§ 3Sermögen mit einem 23eftimmnng§grunbe beffelben i\\-- 
fammen (5. ^. ein angefeilter ^ebebaum) ift Äraft. 3)ie jlraft (alfo 
SBermögen unb 23eftimmung§grunb beffelben ^ufammen) [ift bringt] ift 
für fid) ^ur 2BirfIic^feit beri)anblung jureidjenb. Sllfo posita vi (''per se) 
ponitur actio. Slllein bem Seftimmung^grunbe [beä] in ber Äraft tan 
ein anberer mieberftreiten. [2)ieiJ 2)er ßiifiani' einer Äraft bet) biefem 
SBieberftreit ift Seftrebung (couatus) unb t>(x§,, maä ben ©runb baoon 
enthält, ^a^ bie ^anblung mi)i entfpringt, bie ^inberniS. (Sin feber 
conatus ift eine ^anblung, ber aber etiüa§ entgegen mirft. 2)a^er ift er 
tobte Äraft. 2)ie lebenbige Äraft ift nic^t größer oX§> ber conatus, bringt 
aber eine begehrte SBirtung tjerttor. 



2 Die Rfl. 3582 wurde in Phase ifj durch Zusätze und Weglassuiujen so um- 
gestaltet^ dass sie die in Z. 2 — 3 enthaltene Form bekam. s-Zusät:e: i^. 

4 Der g-Zusatz stammt aus derselben Zeit icie die in Z. 2 — 3 an Rfl. 3582 vor- 
geiiommenen Au<lerutigen. || 2)er aus S)ie 23e[t 

25 5 Über ®aä äJermöflen stehn die durvhstrichnen Worte: 5)ie 33eftrebung aber 

— offenbar der unvollendete Anfang eines Satzes, der eine bessere Definition der Kraft 
bringen sollte. Rechts ron den durchstrichnen ]Vorten fügte Kant hinzu: fo fern eö be« 
ftiinmt ift (jU t)anbeln), änderte '^ü^^(Z.5) in 2)iefeä und durchstrick die M'orte: mit 

einer Seftrcbung ju Ijanbeln; su entstand die Definition: 2)tefeö Sßermögen, fo fem 

30 eä beftimmt ift (JU bailbeln), ift iiraft. Zwischen dem durchstrichnen aber und fo 
steht ein Venreisungszeichen; ein correspondirendes zweites führt die ] forte ein: als* 

l)inrei(!^enb 3ur SÖSirfung ift bie .*i!voft, die doch wähl nach 2)iefeä Vermögen einge- 
schoben werden sollen und (in J'erbindung mit diesen beiden Worten) vermuthlich die 
endgültige Definition darstellen: den s-Zusatz fo fem eä beftimmt ift (JU b^nbcln) 
35 unil die Worte ift Äroft des urq)rüngliche)i Textes hat Kant xrohl nur versehentlich 
vergessen zu durchstreichen. [»ie Änderungen entstammen sehr wahrscheinlich der 
2. Hälfte df-r SOer Jahre. 

13 Sirflic^feit? 2ßürftid)fett? 

20 beqeljxtt nicht ganz sicher: dnch irüsste ich keine bessere Lesart. Das Wort 



74 33aumgartcn^ Metaphysica. P. I. G. II. S. VIII. Status. 

NB, ßum conatus tt)\rb eine ßeit erforbert, aenn er lebenbigc 
^raft werben foQ. 2)enn tt)enn bie 6tü^e einem ©eroidjte genommen 
unb bie «Sd^mere nic^t ferner mirfen mürbe, \o mürbe ber eine ßinbruf 
feine SSemegung geben.) 



3S86, x—Q. Zu M§. 220— 222: 

^anbeln t)eifet: ben ßureic^enben ®runb be§ aecidentis entt)alten. 

©ie 5J?öglic^feit ber c^anblung i[t ta§> SSermogen. 

2)er innerlich §ureicl)enbe ®runb ber ^anblung i[t bie Äraft. 

@te i[t tobt, menn [äufeerlid)] ein ®runb be§ @egentt)eU§ ha i[t. 



steht am Beginn einer Zeile, zu-iselien ihm und NB QnVX ein wagerechter Strich 10 
(Trennungsstrich? oder sollte begehrte unterstricken werden f). 

8 .fjanblutig wurde später (wohl erst in v — ijj) durch ^raft ersetzt. 



§. 217. 
Facli,tas et RECEPTiviTAs influxuum realium reales, idealium ideales, actio- 
num simplicium simplkes"), compositarum compositae*'') sunt. 15 

■■■) einfache. ■■■•■) zusammengesetzte Vermögen und Fähigkeiten. 

§. 218. 
Facultates et receptivitates vel absolutae sunt, §. 216, 15, vel hypotheticae, 
§. 16. Hae quidem semper maiores illis, §. 105, 216. 

§. 219. 20 

Facultas hypothetica minima esset, qua unica tantum actio in minimo 
nexu substantiae possibilis esset, §. 216, 161. Quo plures, quo maiores actiones, 
quo maiori in nexu sunt substantiae possibiles, hoc maior est facultas hypo- 
thetica, §. 168, 160. Maior facultas hypothetica est hauitis--) (promptitudo, 
dexteritas). 25 

*) Fertigkeit. 

[66] §. 220. 

Posita facultate et receptivitate cum non ponatur actio vel passio, §. 216, 
259, ponatur tarnen posita vi strictius dicta, §. 210, 30, haec erit complementum 
facultatis ad actum, i. e. quod acoedit ad facultatem, ut exsistat actio. Hinc 30 
data certa vis stkicius dkta ad datam certam actionera vel sufficit, vel minus, 
§. 21, 210, prior viva'O, posterior mortia ••'") sollicitatio dicitur. 

•■) eine lebendige. **) eine todte Kraft. 



(Erläuterungen Äantg. «Rr. 3585—3588 (93anb XVII). 75 

2)er entgegengefe^te ®runb i[t impedimentum; menn es eine anbere 
fubftan^ i[t: resistentia. 



S587. Q. M66'. Zu M§. 221—222: 

(5in[timmige Gräfte: 2)aöou t^ut eine j« ber anbern etwaö gleict)= 
artiges tiinj^u, e.g. (Sonnenanjie^ung 311m ÜJionbe. ni(^t oerbunbenc: "ba. 
i[t bie ^ingufunft 0. ßntgegengefe^te: — a; nehmen fo öiel tt)eg, alfo 
ift ber unterjd^ieb ber ^injutf)uung Don ber roegnel^mung ba§ boppelte 
be§ 35etrage§ be§ accessorii. 2)at)er bie @efat)r ber Sßerminberung immer 
größer i[t (x\% ber ®en)inn be§ S^ifa^eS. 



3588. vf (qf) i—xf? M66'. Zu M§. 220— 222: 
2)ie fub[tan^, fo fern fie ben gureic^enben ©rimb eine§ beftimmten 
accidentis entt)alt, ^anbelt; fo fern fie ben ®runb Don acciben^en über= 
IjavLpt enthält, ^at eine Äraft. 2)iefe ift entraeber innerlich jureic^enb ober 
unjureic^enb; im legten fatt ift e§ ein blo§ SSermogen, im erfteren ift fie 
entmeber äufeerlid) unjureid^enb, b. i. ein conatus, ober dufeerlid^ ju= 
reicl)enb: vis viva. 

33e^ ieber tobten ^raft ift eine anbere entgegengefe^te auc^ tobt. 



1 anbere?? anberen? anberem? onbern? anberm? 
4 ©rtDon aus tt)un 
20 12 oon? öont? || acciden^en? accidenfe? accidens üt ausgeschlossen. 

13 entt)ärt fehlt. 

§. 221. 
Impedimentim*) (obstaculum) est oppositum accidentis inhaerentiae, binc 

et oppositum rautationibus est impedimentum, §. 210. 
25 ■■) Hinderniss. 

§. -m. 

Resistentia''") est impedimentum actionis. Cumque oppositum inhaerentiae 
accidentium et mutationum sit accidens, §. 191, 81, impedimenta resistentiaeque 
ratiouem habent in vi sufficientem, §. 197, 27. Posito impedimento ponitur vis 
Oü impediens: posita resistentia ponitur vis resistens, §. 22. 

*) Wiederstand. 



76 SoumgartcnS Metaphysica. P. I. CIL S. Villi. Simplex et compositum. 

3589. v—ip. 1M66'. Zu M§. 220—222: 

2Bo ^xa\i \\\, ^a i[t aud) ^anblung (in leblofen SBefen), aber barum 
nid^t gleid) irirfung, weil ein innerer ober äußerer SBieberftanb [eine] bie 
©egentüirfung einer Äraft i[t, bie bie 2Birfung ber öorigen aufgebt. 3" 
lebenben 2Bejen i[t SSermogen unb Äraft unterfcl)ieben; in leblofen \q.X 
e. g. ein ©eil fo Diel S^ermögen, eine baran gehaltene ßaft j^u tragen, aliS 
e§ mirflidje ^raft be§ 3ujammenl)Qng§ ausübt 



3590. V- ^166'. Zu M§. 220—222: 

2)ie reale Sejie'^ung einer ©ubftanj al§ Urfaii^e auf [itjrc] bie [bo] 
burc^ fte möglidje SBirfung Reifet £raft. 2)iefe oor ber 2Birfung l)eifet 10 
conatus; ol)ne biefelbe, roeil ein Bieberftanb gefd)ie^t, vis mortua. 



3591- L — X. M68'. Zu oherst auf der Seite : 

SBeil aÜer nexus logicus ober realis ift. fo ift bricht ah. 



7 loirM: (= luirflidje? roirfüd)?;? rcirfenbe?? roirff: (= roirffame;??? 

[67] §. 223. 

Substantia in substantiam propius influens illi praksens") est, et proxime 
praesentes sibi invicem substantiae, se contingum, sunt contigua*"), ut adeo 
Sit praesentia"'*^-) influxus propior, et immediata praesentia mutua, s. immedia- 
tus conflictus, costactls '•"•'■■■•■)• Quatenus aliquid in aliud non influit, nee ab 
eo patitur, propius, absens '""•■■•■'■) ab illo dicitur. 

*) gegenwärtig, zugegen. ■••'■■) sich einander berühren. '■■*'••) Gegenwart. 

•••"■■'••■*) Berührung. ***^-*-) abwesend. 

SECTIO Villi. 
SIMPM'LX I<:T COMPOSITIM. 

§• 224. 
Ens coMi'osniM (stricte et siiiii)liciter dictum)'-) est totum partium extra 
partes, ens non compositum mmi-i.ex (simpliciter et rigorose dictum)**) est. Ens 



25 



erläuterungen ^antS. 5ir. 3589—3593 (23anb XVII). 77 

3S92. xp? öf? M68. Zu M§. 227 Anfang: 
ortus est existentia, qvae seqvitur non-existentiam. 



3593. -A—X? (i? Q? V?) M68'. Zu M §. 227, 228-. 
@nt[te()en unb ücrge^en, anl^eben unb aufhören. 2)a§ Sediere ge{)t 
5 auf accidentia. 



coMPosiTLM LATius DicrLM*"*) cst quicquid partes habet, et simplex compara- 
TivE ■•'"*••*) minus compositum. 

•■) ein zusammengesetztes Ding in enger Bedeutung. *'^) einfach in ge- 
nauer Bedeutung. ■■'•■■) zusammengesetzt in weiterer Bedeutung. *••**) ein- 
10 fach in Vergleichung. 

[G8] §. 225. 
Partes compositorum vel singulae et simul sumptae sunt accidentia, vel 
aliquae compositorum partes sunt substantiae, §. 10, 191. Si prius est, ens 
compositum est accidens, §. 224, 155. Posterius est ens compositim strk uls^ 
lö DKjii'M (reale)*). 

■■) ein zusammengesetztes Ding in engerer Bedeutung. 

§. 226. 
Pone extra se invicem posita nullo modo totum constituere, seu coMP(tNi*), 
posse: compositum erit intrinsecus impossibile, §.224, 15. Modus ergo compo- 
20 sitionis est internae impossibilitatis oppositum in compositis, §. 81, i. e. interna 
possibilitas et compositorum essentia, §. 40. 
■) zusammengesetzt werden. 

§. 227. 
Oktls*) est mutatio ex non exsistente in exsisteus. Mutatio ex exsistenti 
25 in non exsistens est interitus**). Hinc entis necessarii et substantiae neces- 
sariae ortus et interitus est absolute impossibilis, §. 132, 202. 
■■') das Entstehn. ••■•) der Untergang. 

§. 228. 
OitTis Kx Ninii,o") est ortus eins, cuius nulla pars ipsi praeexsistit, et 
30 ANNi-[69]iiiLATio--*) interitus eins, cuius nulla pars exsistit superstes. Entis et 
substantiae necessariae ortus ex nihilo et annihilatio est absolute impossibilis, 
§. 227. 

*) das aus nichts entstehn. **) Vernichtung. 



78 Saumgartenä Metaphysica. P. I. CIL S. X. Monas. 

3594:. Q~x^ (P) M70. Zu M§.233: 
Substantia phaenomenon est perdurabile. 



3595. ip. M70. Über dem Schlusswort von M §. 233, 
Compositum qvantitative, qvalitative dictum. 



4 qvantit: 



§. 229, 
Ortus et ortus ex nihilo, interitus et annihilatio non possunt exsistere, 
nisi in substantiis, §. 227, 228, quia sunt accidentia, §. 210, sed non in neces- 
saria, §. 227, 228. Ergo in contingentibus, §. 202. 

SECTIO X. 10 

MONAS. 

§. 230. 
Substantia vel est simplex, vel composita, §. 224. Prior monas (atoraus, 
perfecta unitas) dicitur. 

§. 231. 16 

Substantiae compositae pars omnis est vel substantiale vel accidens. Acci- 
dentia non sunt extra substantiale, §. 196. Ergo substantiae compositae sub- 
stantialia sunt extra se posita, §. 224. 

§. 232. 
Substantia composita habet vires, hinc substantias extra se positas pro 20 
partibus, [70] §. 231, 198, hinc est ens compositum strictius dictum, §. 225. 

§. 233. 
Substantia composita non potest exsistere, nisi ut complexus substantiaruin 
aliarum extra se invicem positarum, §. 232, 155, certoque modo compositarum, 
§. 226. Ergo non potest exsistere, nisi ut determinatio aliorum, §. 36, 38. Ergo 25 
est accidens, §. 191, et, si videtur per se subsistere, ipsique vis tribuitur, est 
phaenomenon substantiatum, §, 193, 201. 

§. 234, 
Omnis substantia monas est, §. 233, 230, ens compositum strictius dictum 
non est monas, §. 225. Ergo phaenomenon substantiatum, §. 193, 201, so 



Erläuterungen Äontä. Ulr. 3594—3595 (iSanb XVII). 79 



§. 235. 
Compositum strictius dictum monadibus coustat, §. 225, 234. 

§. 236. 

Monas non oriri potest, nisi ex nihilo. Partes enim eius sunt substantiale 

5 et accidentia ipsi inhaerentia, §. 196. Substantiale non praeexsistit substantiae: 

eo enim exsistente exsistit vis, hinc substantia, §. 198. Accidentium nullum 

praeexsistit suae sub-[71]stantiae, §. 194. Ergo oriundae monados uulla pars 

praeexsistit, hinc non oriri potest, nisi ex nihilo, §. 228. 

§. 237. 
10 Substantiali superstite, nonduui interiit substantia, §. 198, accidens vero 

nullum suae substantiae superstes est, §. 194. Ergo monas non potest interire, 
nisi per annihilationem, §. 228, 196. 

§. 238. 
Coniuncta iuxta se posita sunt siMii/rANiiA*), post se posita siccessiva**). 
15 Totum simultaneorum est ens similtaneim, successivorum ess siccessivcm. 
*) neben einander seiende. **) aufeinanderfolgende. 

§. 239. 
Ordo simultaneorum extra se invicem positorum est spatrm*), successi- 
vorum TEMPIS**). 

20 *) Raum. **) Zeit. 

§. 240. 
Positis simultaneis extra se, ponitur spatium. Posito spatio extra se in- 
vicem ponuntur simultanea. Positis successivis, ponitur tempus, et posito tem- 
pore po-[72]nuntur diversa, §. 74, sibi succedentia, §. 239, 78. 

25 §. 241. 

In quo spatium est, extensim*) est, et spatium vel locum replere (esse in 

spatio, vel loco, repletive scilicet) dicitur. lam in omni composito stricte dicto 

spatium est, §. 240, 224. Ergo omne compositum stricte dictum extensum est 

et spatium replet. Omne extensum habet partes extra partes simultaneas, §. 240, 

30 hinc compositum est, §. 224. 

*) ausgedehnt. 

§. 242. 
Monas non extensa est, nee spatium replet, §. 241, 230. At totum 
monadum, §. 235, est extensum, §. 241. 

35 §. 243. 

Omne compositum habet magnitudinem, §. 159, 224. Maomtido compositi 
stricte et strictius dicti est inAMiTArivA*). Hinc monas non habet magnitu- 
dinem quantitativam, §. 230. 
*) ausgedehnte Grösse. 



80 23aumgarten'5 Metaphysica. P. I. C. II. S. XI. Finitum et intinitum. 

3596. b— X. M74'. Zu M §. 247 Jnfenditur — remittitur" : 
simile Dom SSogen. 



3597. V — ip. M 74. In M §. 247 verändert Kant „angestrengt'"'' in : 
angejpnnnt. 



§. 244. 5 

Divisio pinsicA*) est imminutio raagaitudinis qiiantitativae. Sicut in- 
dividui impossibilis est divisio logica, §. 148, ita iN-[73]r)ivisiBiLi:**) est, cuius 
impossibilis est divisio physica. Ergo indivisibilitas est vel absoluta vel hypo- 
thetica, §. 15, 17. Nullum absolute indivisibile est hypothetice divisibile. Quod- 
dam absolute divisibile est hypothetice indivisibile, §. 18. Hinc monas est in- lo 
divisibilis, §. 243, et quidem per se, §. 15. 

*) Zerlegung, Theilung. **) untheilbar. 

§. 245. 
Coinposita non possunt exsistere, nisi ut determinationes aliorum, §. 225, 
233. lam non sunt alia, praeter composita, quam simplicia, §. 224, 38. Ergo 15 
exsistente composito exsistunt raonades, §. 230, 233. 

SECTIO XI. 
FINITUM KT LNFINITUM. 

§. 246. 

Quantitas qualitatis est gradis*) (quantitas virtutis). Hinc gradum non 20 
nisi alio assumpto intelligere possuraus, §. 69. 

*) eine Stufe, Staffel. 

§. 247, 

Gradus infimus seu minimus est, quo minor impossibilis, quo maior im- 
possibilis, [74] maximus est, §. 246, 161. Gradus maiores sunt plurium mini- 25 
morum tota, §. 155, 160. Hinc ab uffirmato gradu maiore ad affirmandum minorem, 
<i iH'tjato yradu minore ad negandum gradum maiorem valet consequeiitia, §. 157. In 
quövis gradu maiore est multitudo graduum, quae intexsio*) dicitur, §. 159. 
Haec si augetur, qialitas, cuius gradus est, istknditir**), si minuitur, qualitas, 
cuius gradus est, remittitlr***). 30 

*) das höhere. **) zunehmen, stärker, angestrengt. ***) schwächer werden, 

nachlassen, abnehmen. 



Erläuterungen Äontg. ?Rr. 3596—3598 (öanb XVII). 81 

3598. lii—v. M74. Zu iV §.248 „terminus'' (Z. 9): 
Spatium et tempus habent terminos. 



2 Vgl. II 399, 405, III 154, 304/. 



§. 248. 
5 Ens reale esse est qualitas, §. 69, omni enti conveniens, §. 136. Cumque 

iu omni ente sit certus realitatum numerus, §. 136, 159, omne ens habet certum 
realitatis gradum, §. 246, 159. Hinc vel erit maximus, vel non maximus, §. 10, 
247. Cumque gradus realitatis, quo maior possibilis est, seu non maximus, 
§. 247, LIMES*) (terminus, cf. §. 350, iiais, cf. §. 341) dicatur, limitem autem 
10 habens finitim**) (cf. §. 341, limitatum), non habens limitem infinitum ***) (re- 
ale, illimitatum) erit. Ens ergo gradum realitatis maximum habens s. realis- 
simum, §. 190, est infinitum, finita reliqua omnia. Finitum, cuius limites deter- 
minare vel non possu-[75]mus, vel non placet, est indefinitem****) (infinitum 
imaginarium, mathematice tale). 
15 *) der Schranken. **) endlich, eingeschränkt. ***) uneingeschränkt. 

****) mathematisch unendlich, unendlichscheinend. 

§. 249. 
Finita habent limitem, hinc gradum, §. 248, ergo quantitatem, §. 246, hinc 
omnium finitorum possibilis est cognitio philosophica et mathematica, §. 93, 22. 
20 LIMES dati finiti, citra quem plus ultra in eodem per eius essentiam impossibile 
est, est ESSENTiALis*). Mathesis non extensorum intensorlm**) est, §. 247. 

*) der wesentliche Schranken. **) Wissenschaft unausgedehnter Grössen. 

§. 250. 
In omni finito quaedam realitas tollenda est, §. 248, 247. Ergo quaedam 
25 ponenda negatio, §. 135, 81, adeoque imperfectio, §. 142, tarn essentialis, quam 
accidentalis, §. 143, hinc absolute necessaria, §. 107, negatio, §. 36, stricte dicta, 
§. 137, malum metaphysicum, §. 146. 

§. 251. 
Infiniti gradus realitatis maximus est [76] absolute necessarius, §. 248, 102, 
3ü hinc absolute immutabilis, §. 130. 

§. 252. 
Si ens infinitum esset interne mutabile, determinationes, quae aliis succe- 
derent, mutarent realitatis gradum, §. 246, 125. At hie interne immutabilis est, 
§. 251. Ergo ens infinitum est interne immutabile. 

Äont'3 <B(i)tiHen. ^anbfcljtiftltc^er 3?a(^Ia6. IV. 6 



82 Soumgartcnä Metaphysica. P. I. C. II. S. XI. Finitum et infinitum. 

§. 253. 
Interne immutabile est, qua determinationes internas, actu quicouid esse 
potest, §. 125. Ergo ens infinitum, qua determinationes internas, est actu, quic- 
quid esse potest, §. 252. 

§. 254. 5 

Quod non est actu, qua determinationes internas, quicquid esse potest, 
est ens finitum, §. 253, 248. 

§. 255. 
Interne mutabile est ens finitum, §. 252, 126. Ergo omne ens contingens 
est finitum, §. 133, licet esse possit multis rationibus indefinitura et mathema- lo 
tice infinitum, §. 248. 

§. 256. 
Ens infinitum est ens necessarium, §. 255, 109. 

[77] §. 257. 
Quod habet gradum realitatis, quo maior possibilis est, eins qualitas quae- 15 
dam, §. 248, hinc interna determinatio intendi potest, §. 247, 69, hinc mutari, 
§. 247, 162. Ergo ens finitum est interne mutabile, §. 248, 126, hinc non est 
ens necessarium, §. 132, eius exsistentia modus est, §. 134, et ipsum ens con- 
tingens, §. 109. 

§. 258. 20 

Ens necessarium est infinitum, §. 257, 248. 

§. 259. 
Quod est actu, qua determinationes internas, quicquid esse potest, est ens 
necessarium, §. 132, ergo infinitum, §. 258. Hinc definiri potest ens infinitum 
per ens, quod actu est, qua determinationes internas, quicquid esse potest, §. 253. 26 

§. 260. 
Ens contingens non est actu, qua determinationes internas, quicquid esse 
potest, §. 133. Ens finitum est ens contingens, §. 257. Ergo ens finitum de- 
finiri potest per ens, quod non est actu, qua determinationes internas, quicquid 
esse potest, §. 254. Quod et hinc patet, quia contradictorie oppositorum uno 30 
definito affir-[78]mative, alterum iisdem notis, sed negativis, definiri potest, 

§. 81, 248. 

§. 261. 
Infinitudo est realitas, §. 36, cuius ratio est gradus realitatis maximus, 
§. 248, 14, finitudo seu limitatio est negatio, §. 36, cuius ratio limes est, §. 248, 14. 35 

§. 262. 
Modi et relationes entis vel sunt realitates, vel negationes, §. 36, hinc iis 
in ente finito mutatis mutatur limes eius, §. 248. lam omnis mutatio entis 
fiuiti est mutatio modi aut relationis, §. 52, 132. Ergo omnis mutatio entis 
finiti est mutatio limitum eius, hinc et limitationis, §. 261, 30. 4ü 



Erläuterungen ^antä. SRr. 3599 (öanb XVII). 83 

3599, ri—Q. M79'. ZuM§.265f: 

3)ie @inerlei)!^eit unb SSerfc^ieben^eit gebort j^um 3}er(}ältni§ ber 
SScrgleic^ung. 



§. 263. 
5 Ens finitum habet modos, §. 257, 112. Hi vel realitates sunt, vel nega- 

tiones, §. 36. Utrarumque oppositum est in ente finito absolute possibile, §. 108. 
Hinc privationes sunt in omni ente finito absolute possibiles, §. 137. Hinc et 
imperfectio et malum contingens, §. 144, 146 (physicum late dictum). 

§. 264. 
10 Omne ens finitum partim malum, partim bonum est, §. 147, 137, et omni 

fi-[79]nito bonum malumque contingens est intrinsecus possibile, §. 147, 263. 



CAPUT III. 
PRAEDICATA ENTIS RELATIVA. 

SECTIO I. 
15 IDEM ET DIVER SÜM 

§. 265. 
Similitudo minima est in duobus, in quibus; unica minima qualitas est 
communis, §. 174, 70. lam vero in Omnibus entibus quaedam qualitates com- 
munes sunt, §. 8 — 100. Ergo omnia entia sibi sunt in aliquo gradu similia, 
20 §. 246. Est hinc in entibus similitudo quaedam adeoque identitas universalis, 
§. 70. Quo plures, quo maiores qualitates, quo pluribus sunt communes, hoc 
maior est similitudo, §. 174, 70. Aequalitas minima est in duobus, in quibus 
unica minima quantitas est communis, quo ergo plures, in quo pluribus, quo 
maiores quantitates communes sunt, hoc maior est aequalitas, §. 174, 70. 

•25 §. 266. 

Congruentia minima est similitudo et aequalitas minima, quoque illae simul 

maiores, hoc [80] maior est congruentia, §. 265, 70. Identitas, similitido, ak- 

QrALiTAs, coNGRiENTiA esseutialium EssENTiALEs*), essentialium et attributorum 

NECEssARiAE**), modorum cosTiNGENTEs, aifectionum accidentalen***) voeantur. 

30 *) wesentliche. **) nothwendige. ***) zufallige. 

c* 



84 SoumgartenS Metaphysica. P. I. C. III. S. I. Idem et diversum. 

3600, Q—ip. M80'. Zu M §. 269 ,,identitas numertca'' : 
Generice, specifice et numerice identica. 



3601. i^—K^f (i^f) (q^?) M81\ Gegenüber von M §. 270 „nee — 
ab exsistentia^'' (85 g-n) : 

totaliter eadem — numero idem 5 

(^ congruentia) {^ qfvoad interna — in diversis relationibus) 

qvoad qvantitatem — sunt etiam qvoad qvalitatem, 
qvia non nisi homogenea pos- 
sunt esse aeqvalia, 
qvoad qvalitatem — possunt esse etiam qvoad qvan- lo 
titatem, et tum forent congru- 
entia* 



2 speificie 

(i Das Wort congruentia steht unter totaliter, links von Z. 6 — 7, durch einen 
Strich von beiden getrennt. Vor den drei qvoad auf der linken Hälfte ist natürlich 15 
zu ergänzen: eadem. 1| 9 esse? ese? |{ Statt aequalia im Ms. eine Abkürzung, die 
eventuell auch als aes gelesen werden kann. 

§. 267. 

Identitas et diversitas, qua singula praedicata, est totalis*), qua quae- 
dam, PARTIALIS**). Ergo similitudo, aequalitas, congruentia, sunt vel totales, 20 
vel partiales, §. 70. 

*) völlig, gänzlich. **) zum Theil statt findend. 

§. 268. 
Cum Sit omnium entium similitudo partialis, §. 265, non sunt entia tota- 
liter diversa, §. 267. Haue propositionem dicamus principium negatae totalis dis- 25 
similitudinis et diversitatis. 

§. 269. 
Identitas totalis singularium est nümerica. Impossibilia sunt duo extra 
se singularia prorsus seu totaliter eadem. Cum enim ponantur duo, ponuntur 
multa, hinc partim eadem, partim diversa, §. 74. Ergo non sunt totaliter eadem, 30 
§. 267. Quae sunt totaliter eadem singularia, sunt eadem numero, nee partim 



erläutcrungcn <(tant3. SRr. 3600—3601 (S3anb XVII). 85 

eadem, partim diver-[81]sa, §. 267. Hinc non sunt multa, nee duo, §. 74. Haec 
propositio dicitur principium (identitatis) indiscemibUivm late sumptum, aut negatae 
totalis identitatis. 

§. 270. 
5 Impossibilia sunt plura extra se actualia totaliter congruentia. Dum enim 

extra se invicem exsisterent, sua et propria cuilibet exsistentia conveniret, §. 86, 
ab exsistentia alterius diversa, §. 38, binc aut attributum, aut modus, saltim 
unicus, §. 77, in altero esset, qui non esset in altero, §. 38, 55, adeoque aut 
qualitas, aut quantitas, §. 69, nee essent hinc ambo totaliter congruentia, §. 70, 

10 267. Totaliter congruentia, qua omnia discrimina interna, sunt eadem, §. 267, 
70, hinc exsistentia unius non est diversa ab exsistentia alterius, §. 70, ergo 
non exsistunt extra se invicem. Haec propositio sit principium negatae totalis 
congruentiae. 

§. 271. 

15 Impossibilia sunt plura extra se invicem actualia totaliter similia. Aut enim 

essent etiam totaliter aequalia, aut minus. Si prius, essent totaliter congruentia, 
§. 70, 267, q. a., §. 270. Si non essent totaliter aequalia, esset in uno quantitas, 
quae non esset in altero, §. 70, 38. Haec haberet rationem sufficientem, §. 22. 
Hinc esset [82] in totaliter similium uno qualitas, quae non esset in altero, §. 69, 

20 14, q. a., §. 70, 267. Haec propositio est principium (identitatis) indiscemibiUum 
stricte sumptum^ aut negatae totalis similitudinis. 

§. 272. 
Impossibilia sunt plura extra se invicem actualia totaliter aequalia. Aut enim 
erunt simul totaliter similia, aut partialiter tantum, §. 265. Si prius, essent to- 
25 taliter congruentia, §. 70, 267, q. a., §. 270. Si partialiter tantum essent similia, 
esset qualitas in uno, quae non esset in altero, §. 267, 70, hinc in utroque non 
esset idem totaliter realitatis gradus, §. 248, adeoque quaedam quantitas unius 
non esset quantitas alterius, §. 246, ergo nee essent totaliter aequalia, §. 267, 
70. Haec propositio sit principium negatae totalis aequalitatis. 

30 §. 273. 

Omnia extra se invicem actualia sunt partialiter diversa, §. 268, discon- 
gruentia, §. 270, 70, dissimilia, §.271, inaequalia, §. 272. 

§. 274. 
Eadem A et C eidem tertio B, sunt eadem inter se. Quae enim sunt 
35 in B, sunt in A, §. 38. Quae sunt in C, sunt in B, §. 38. [83] Ergo quae sunt 
in C, sunt in A. Hinc A et C sunt eadem, §. 38. 

§. 275. 
Congruentia, similia, aequalia eidem tertio sunt congruentia, similia, 
aequalia inter se, §. 70, 274. 



86 SoumgartenS Metaphysica. P. I. C. III. S. II. Simultanea. 

3602. L—l?(TjfjQ??M84'. Zu M§. 280 Anfang: 
terminus spatii distingvitur a limitibus. 

Superficies sphaerica proprie non est alicubi terminata. sed est 
terminans. 



1 oben auf M 84' stehn die folgenden beiden Figuren von Kants Hand: 5 



^^^ ^^7 



§. 276. 
Posita eadem, congruenti, simili, aequali ratione sufficiente, ponitur idem, 
congruens, simile, aequale rationatuin, et vice versa, §. 38, 70. 

§. 277. 
Posita eadem essentia, ponuutur eadem attributa, et vice versa, §. 276, 50. lo 

§. 278. 
Posita diversa, discongruenti, dissimili, inaequali ratione sufficiente, poni- 
tur diversum, dissimile, discongruens, inaequale rationatum, et vice versa, hinc 
posita diversa essentia, ponuntur diversa attributa, et vice versa, §. 277, 276. 

§. 279. 15 

Identitas, diversitas, §. 38, congruentia, discongruentia, similitudo, dissi- 
militudo, aequalitas, inaequalitas, §. 70, extra se invicem actualium in nullo 
eorum repraesen-[84]tabiles sunt, nisi spectetur in nexu cum iis, quae extra 
illud ponuntur, §. 14, hinc sunt relationes, §. 37. Inter quae ergo intercedit, 
ea sunt connexa, §. 14, 19. lam intercedit inter singula extra se invicem actu- 20 
alia, §. 265 — 278. Ergo singula actualia sunt connexa, §. 47. Hinc in omnibus 
actualibus nexus, immo harmonia est universalis, §. 48, 167. 

SECTIO II. 
SIMULTANEA. 

§. 280. 25 

Extensio cum sit qualitas compositi entis, qua spatium replet, §. G9, 241, 
et spatium possit esse maius et minus, §. 239, 175, in extenso possibilis est 
gradus extensionis, §. 24G, i. e. figira. Ilinc monas non admittit, at totum 
mouadum admittit figuram, §. 242. Compositum extensionis maioris est si'atio- 
MM*), ininoris anci stim **). 30 

*) räumlich. **) eng. 



(grläuterimgcn tont«. SRr. 3602-3604 (Sanb XVII). 87 

3603. vf (q—x?) %—in M84'. Gegenüber von M §.280 Satz 
2 und 3 : 

SBeil bic ©ren^e ein ©runb ber ©d^ranfen i[t, fo ift fie fein S^eil, 
inbem f\e ni(^tg ()injut^ut §ur ®röfee, fonbern üielmel)r abjc^neibet; ba^ 
abfc^neiben aber geboret ju beijbem, voa^ abgejc^uitten lüirb; alfo \\i bie 
®rcnge gemein. 



5604. ^-af CT'— Z-^y* '^I^^'- EJI'^12. Zu M §. 280 Anfang. 
2)ie Qüalitaet ber ©renge be§ 2luggebet)nten i[t bie ^igur. 



3 ®runb? ©rab? 
5 beQbem? beyben? 

8 beä f'MS ber || Ähnlich III 473, wurauf uuvh K. schon venreist. 



§. 281. 
Positus simultanei extra alia actualis eius i.ocis*) est, successivi positus 

est AETAS**), 

15 *) Ort. **) Alter. 

[85] §. 282. 
Simultanei cuiuslibet locus ex coniunctione cum diversis extra illud actua- 
libus determinatur, §. 85, 281. Hinc diversus est a loco coexsistentium, §. 38. 
Ergo simultanea sibi invicem extra se posita non sunt in eodem loco, 
20 §. 281. Successivi cuiuslibet aetas ex coniunctione eius cum actualibus ante et 
post illud positis determinatur, §. 85, 78, hinc diversa est ab eorum aetate, 
§. 38. Hinc successiva sibi invicem non possunt esse in eadem aetate. 

§. 283. 
Mutatio loci motis*) est, hinc omnis motus est mutatio relationis, §. 281, 
05 85, et minimus esset, si unici minimi unicus tantura positus erga unicum mini- 
raum extra ipsum actuale mutaretur, §. 161, hinc eo maior est, quo plures, quo 
plurium, quo maiorum positus erga quo plura, quo maiora extra mobilia mu- 
tantnr. Quae non moventur, qi iks< int**), et absentia motus giiKS***; est. 
*) Bewegung. **) ruhen. ***) Ruhe. 



88 aSaitmgartenä Metaphysica. P. I. C. III. S. II. Simultanea. 

3605, xp. M85. ZuM§.284: 

2)ie ©emeinfc^aft ber ©renken, ßroeij ^uncte berühren jtdf) nic^t, 
olfo distant. 



3 distant ist aus M §. 284 ergänzt; hinter dem Wort steht dort ein Zeichen, 
das nach alfo wiederkehrt. Mit der Tinte der Rfl. 3605 ist auch das Wort „contigua'-'- 5 
in M §. 284 unterstrichen. 

§. 284. 

Coordinata se mutuo contingentia sunt conti gla*), non contigua 
DISTANT **). Locus inter se distantium suis ***) est. [86] Actio s. influxus 
immediatus et proximus in distans est impossibilis in et per se, §. 223, 15. lo 

*) zunächst an einander. **) von einander abstehend. •**) Lage. 

§. 285. 

EüS simultaneum et successivum partium contiguarum est contini'dm*), 
at ens simultaneum et successivum partium inter se distantium est inter- 

BUPTÜM**). 15 

*) stetig, ununterbrochen, in einem fortgehend. **) unterbrochen. 

§. 286. 
Partes extensi extra se positae vel simplices sunt, vel compositae, §. 224- 
Priores quatenus extensae non sunt, §. 242, pi-ncta vocantur. Series punctorum 
punctis distantibus interpositorum continua est linea. 20 

§. 287. 

Extensio lineae ex numero punctorum, quibus constat, determinatur, §. 241, 
286, et in qua datis distantibus paucissima interponuntur, est haec linea inter 
ista BREvissiMA*). LiNEA inter data puncta brevissima est recta**), non recta, 
coRVA***) est. 2.> 

*) die kürzeste. **) grade. ***) krumm. 

[87] §. 288. 

Linea recta inter distantia est eorum uistantia*), quoque haec maior est, 
hoc magis distantia inter se distant, §. 287, 284. Quod si maior fuerit distantia, 
distantia sunt remotiora**), si minor, propiora***). 30 

*) Entfernung. **) entfernter. ***) näher. 



(grWutcrungen Äantä. fflr. 3605—3606 (Sanb XVII). 89 

3606. j]?x? ßfj Qff MST. Zu M§.289: 

3töel) fünfte liegen iebergeit in einer Sinie, bre^ fünfte [in einer 
gläd^e unb 4 in einem (5orperli(i)en SRaum.], burc!^ bie feine gemein|d)Qftli(^e 
gerabe Sinie gebogen merben fann, liegen in einer ^läc^e, unb üier 
fünfte, woöon burd^ bret) feine gerabe Sinie gefjen fann, liegen im cörper^ 
lid^eu Olaum. 3Rocl^ finb aug biejen datis gmeq Äör^er mögli^, nemlic^ 
nad^ jtoet) opponirten ®egenben. 

2)iefe§ ttiU fo öiel jagen. 2Benn ein ^unft gegeben ift, fo fann au§ 
einer gegebenen 2Beite ein anberer $unft in unenblid^ öiel (Stellen ge= 
geben »erben (^ b. i. er liegt in einer Äugelfläd^e). @inb jireQ fünfte 
gegeben, fo liegt ber britte ^unft in einem Btrfel*. @inb bre^ gegeben, 
fo liegt ber oierte ^unft in jwe^ (Stellen auf entgegengefe|ten feiten**. 
Sllte Sage ber fünfte läfet ftd^ geometrifd^ beftimmen au§ getoiffen datis, 
bie le^te ßage aber be§ öierten fünftes nur in Slnfel^ung unfereS ^örper§. 

^Kan mu§ alfo ben ganzen forperlid^en 9fiaum fennen, um oon einem 
gegebenen ^unft mit einer gegebenen SBeite eine ßinie ju Rieben; benn 
biefe fan nur gu einem beftimten ^unft in ber Dberfläd^e gejogen werben. 
* (" ber britte ^unft ift beterminirt, aber nic^t feine ©teile.) 
** (" benn alöbenn ift feine Umbrel^ung möglid^.) 



20 Zu Nr. 3G06 — 3610. Ich lasse diese Nrn. wegen der zwischen ihnen ob- 

tcaltenden innern Beziehungen hier der Reihe nach abdrucken; Nr. 3607 — 3610 stehn 
in derselben Reihenfolge auf M 88' unter einander. — Nr. 3606 könnte ihrem Inhalt 
nach soicohl zu der Zeit entstanden sein, als Kant dem absoluten Raum eine eigne 
Realität zuschrieb (um 1768), als in der kritischen Zeit (von 1770 ab). Vgl. II 377 ff., 

25 IV 285 f 

15 fennen nicht ganz sicher. 

§. 289. 
Series linearutn liaeis distantibus interpositarum continua est superficies*). 
Extensio superficiei ex numero lineanim, quibus constat, determinatur, §. 241, 
30 175, eaque inter datas lineas distantes brevissiraa, est siperficies plana**), non 
plana curva***) est (gibba). Series superficierum superficiebus distantibus in- 
terpositarum continua est mathematice solidim****) (corpus, cf. §. 296, mathe- 
maticum). 

*) Fläche. **) ebene. ***) gebogene. **♦») das der dreifachen Aus- 
35 messung fähige. 



90 Saumgartenö Metaphysica. P. I. C. III. S. II. Simiütanea. 

3607, i;—X. M88'. Zu M §.291: 

Continua Ijaben nic^t aUein f(l)ranfen, fonbern auc^ ©renken. 



3608. ^?x? M 88'. E II 1754. Gegenüber von M §. 291: 
2)ie matl^ematifc^en begriffe ftnb eint)eit, 3^iel^eit, ßa^I, Unenbli(l^= 
feit, (bie Sßerpltniffe) [®ietc^t)ett , Ungleici)f)eit] , 3wfoi"i"enfe|ung einer 
®rö^e auö einer anbern ein ober @tli^e mal ober qu§ beren t^eilen, ober 
(x\x6) aus öiel grölen per synthesin vel positivam vel negativam; bal^er 
bie ibee ber ©leic^l^eit, llnglei(^t)eit unb 33ert)ältni[je. ©ie obiecte ber 
matl)ematif ftnb 3fiaunt, 3eit, SBemegung ober ein feber anbere ©runb ent* 
roeber als ein totum ober als ein ®runb gefdjä^t, jenes burc^ baS oiele, 
was in il^m ift, biefeS burd^ baS, maS öon il)m gefegt wirb. 



3609. t]—lf(Qf). M88'. E 11367. Zu M§. 291, 292: 
2Benn [©ro^en oon] bie Qoalitaet einer ®rofee öon ber 2lrt ift, ba^ 
bie ^anblung [bie coordinatio], bie eine berfelben, meldte eine geiriffe e;rten= 
ftüe ®röfee l)at, intensive ^um sn)et)ten ®rab ju ergeben, eine multipli= 15 
cation i[t, fo giebt eS nici^t mel)r als 3 dimensiones. 2Bo aber bie ©rofee 



6 e'mfff eint? 

8 E: 9[RögIici)feit statt ltngteid)f)eit 

16 E: 2ßemi statt So || ©rofee??.« ©rofeen.' 



§. 290. 20 

Extensio in linea sola possibilis est LONfjrnDo*), quae ad longitudinem 
accedit in superficie est laiitudo**), quae ad extensionera snperficieriim in 
mathemati-[88]ce solidis accedit, est (altitudo) seu pkofisditas***). 
*) Länge. **) Breite. ***) Dicke, Höhe, Tiefe. 



§.291. 

Si ex quantitate pro una assumpta aliam homogeneam, seu similem, in- 
telligimus, hanc mensiratam*) ex illa mensika**) metimik***), et ipsa haec 
actio dicitur dimensio ****). 

*) das gemessene. **) das Maass. ***) messen. ****) Ausmessung. 



25 



Erläuterungen ^ante. SRr. 3607— 3611 (Sanb XVII). 91 

nid^t intensive, multiplicando, fonbern extensive, addendo, üjd^ft, giebt 
e§ nur eine dimensionem. SSon 2)ingen, bie gugleid^ feijn, tan man bie 
©rjeugung ber 5J?enge au§ ber ©in^eit al§ im flu§ oorfteUen. 



3610. v^f (Q^fJ vff M88'. E II 329. Gegenüber M§.292, 293: 
@§ i[t mer!a)ürbig, h(x\, beijm ^unft, ßinie unb ^Idd^e, wenn fte jtc^ 
(^ per^enbifulär) belegen, bieSSemegungen ber Elemente nic^t ineinanber 
fallen, aber n3ol)l beqm Äorper. (g§ ift aud) nic^t not^ig, ^o.^ e§ perpen» 
bifular gej(!^iel)t, »enn e§ nur nic^t in ber rid^tung ift, barin bie 33e= 
roegung ber üorigen (Elemente jufammentreffen mürbe. 6§ ift bie g^rage: 
marum treffen fie benn bei) ber oierten btmenfion, nemlic^ ber nac^ 6r= 
jeugung eines ÄörperS, gufammen. 3ft ber ©runb baöon nid^t etma in 
ben combinationen überl^aupt gelegen? 



3611, ip? (v—xV M89. Zu M §. 294 „resistens'' (92s J. 
qvasi qvies esset accidens. 



15 1 extensive? intensive? || ^8 dimensionem? dimension??? || 3 Srjeug || im? 

ein? einen?? || E: ein plus || Zu fluä v^l. XIV 53/. 

ß — 7 Kants Meinung iciirde klarer :um Ausdruck kommen, icen/i es statt b'lt — 

■Slorper etwa hiesse: ein um eine 2)imen)"ion reicfjereä räumltd)eä ©ebilbe entftefit, 
beim Körper bagegen ni(i)t. || 7—S ba§ fte ficf) perpenbifular; Kant wollte offenbar 

20 ursprünglich fortfahren : bettiegen. 

§. 292. 
Linea tantum admitiit extensionis unicam dimensionem, §. 291, 287, super- 
ficies duplicem, §. 291, 289, matiiematice solidum triplicem, §. 280, 246. 

§. 293. 
25 Spatii partes cum sint in simultaneis extra se positis, §. 239, 155, sunt 

simultaneae, et spatiura adeo est ens simultaneum, §. 238. 

§. 294. 
Motus cum Sit accidens, §. 283, non exsistere potest, nisi in substantiis, 
et quidem pnsita vi, §. 210, quae vis motrix*) dicitnr. Cumque qnies sit im- 



92 Sautngartcnä Metaphysica. P. I. C. III. S, III. Successiva. 

3612. ip. M90'. Gegenüber von M§. 298 „Twn sint — amplius'''- ; 
3llur in phaenomenis. 



3613, v—ip. M90. In M§. 299 veränderte Kant ,,Exsistentiae'' 

in „Exsistentia''^ und fügte hinzu: 

ut quantitas 5 

vergass aber, das zweite Textwwt „continuatio^\ das bei der neuen 

Definition selbstverständlich f ortfallen muss, zu durchstreichen. 



pedimen-[89]tum motus, §. 221, 283, posita quiete ponitur vis motui resistens, 
§. 222, quae vis inertiae**) (antitypia, ignavia, vis insita) vocatur. 

*) bewegende Kraft. **) Kraft der Trägheit, widerstehende Kraft. lO 

§. 295. 
Extensum, cui vis inertiae tribuitur, est materia, cf. §. 344, et phaeno- 
menon substantiatum, §. 234, 201. Materia, cui haec sola vis tribuitur, est 
PRIMA, cf. §. 423 (mere passiva). 

§. 296. 15 

Materia, cui vis motrix tribuitur, est corpis physicum (cf. §. 289, materia 
secunda, cf. §. 295) et phaenomenon substantiatum, §. 295, 201. 

SECTIO III. 
SUCCESSIVA. 

§. 297. 20 

Tempus cogitationis de ipso simultaneum praesens*) est, cui praesens suc- 
cedit, praeteritüm**), praesentis successivum flturum***). 

*) die gegenwärtige. **) vergangene. ***) zuliünftige Zeit. 

[90] §. 298. 

Actualia temporis praesentis sunt exsistentia *) (tempore praesentia, entia 25 
actu). Actualia temporis praeteriti, si non sint simul entia actu, s. si non 
amplius exsistant, sunt praeterita**) (res facti). Actualia temporis futuri sunt 
FüTURA***), eaque, si non sint simul entia actu, sunt entia in potentia ****). 

*) das jetzt daseiende. **) das vergangene. ***) das zukünftige. ****) das 

noch werden soll. 30 

§. 299. 

Exsistentiae continuatio est duratio*). In quo possibilis est duratio, per- 
DURABiLE**) dicitur. Actuale vero non perdurabile instantaneom***) (momenta- 



(grläutetungen tont«, tflx. 3612—3614 (23onb XVII). 93 

3614. vf (x—ipV ^^91. Zu M§.302 „omni tempori'': 
Omnibus partibus temporis 



neum). Perdurabile durationis maioris est diuturnum****) (stabile, constans, per- 
petuum, aeternum), minoris est breve *****) (fluxum, transitorium, inconstans). 
5 *) die Dauer. **) einer Dauer fähig. ***) keiner Dauer fähig. ****) dauer- 

haft. *****) von kurzer Dauer. 

§. 300. 
Tempus momentanei simultäneum instans (momentum) dicitur*). Succes- 
[91]sivum aliorum posterius**), cuius alia successiva sunt, prics***), omnibus 
10 prius, PRiMUM ****), omnibus posterius, postremum *****) est. 

*) ein Augenblick. **) das spätere. ***) das frühere. ****v das erste. 
*'****) das letzte der Zeit nach. 

§.301. 
Mutatio entis in praesens est initicm*), in praeteritum finis**). Unitio 
15 est unionis initium, §. 79, 205, initium contactus icTts***) est. 
*) Anfang. **) Ende. ***) Stoss. 

§. 302. 
Aeternitas*) (rigorose dicta, cf. §. 299) est duratio sine initio et fine. 
Duratio sine fine tantum est aeviternitas**), et omni tempori simultanea 

20 SEMPITERNrrAS***). 

*) die Ewigkeit. **) das nur ohne Ende. ***) das zu aller Zeit sein. 

§. 303. 
Exsistentiam continuans sine initio est simultäneum omni praeterito 
tempori et praesenti, §. 301, 297, eandem continuaturum sine fine erit simul- 
25 taneum omni futuro tempori, §. 301, 297. Ergo omne aeternum sempitemum 
est, §. 302. 

[92] §. 304. 
Ens in potentia vel rationem exsistentiae sufficientem proximam habet in 
entibus actu, vel minus, §. 27, 10. Prius est ens in potentia proxima*), poste- 
30 rius ENS IN potentia remota**). 

*) das sogleich. **) das einmal werden soll. 

§. 305. 
Ens actu, dum durat, non potest non durare, §. 9, 7, hinc exsistit neces- 
sario, §. 299, 101, s. quiciiuid est, dum est, est necessario. 



94 SSaumgartenä Metaphysica. P. I. C. III. S. IUI. Causa et causatum. 

3615. r]—l^f (Cf Q V ^193'. Gegenüber von M §. 308 Anfang: 
ens a se, non mutatur. 2)enn e§ i[t in feiner 23e[timmung burc^ 
anbre, aljo nid)t ju etroaä anberm. 



§. 306. 
Quae locum et aetatem sibi mutuo determinant, sunt connexa, §. 281, 85. 5 
Hinc simultanea connexa sunt, qua spatium, successiva, qua tempus, §. 238, 239. 
lam vero singula actualia extra se invicem posita sunt vel simultanea, vel suc- 
cessiva, §, 238, 298. Ergo inter singula actualia intercedit nexus et harmonia 
universalis, §. 48, 167. 

SECTIO IUI. 10 

CAUSA ET CAUSATUM. 

§. 307. 
Quod continet rationem alterius, eius est principiim*). Dependens a prin- 
cipio [93] PRiNcipiATUM**) est. Principium exsistentiae est caisa***), princi- 
piatum causae caisatim ****). Quod non potest exsistere, nisi ut causatum i5 
alterius extra se positi, est ens ab alio *****) (dependens), quod potest etiam 
exsistere, licet non sit causatum alterius extra se positi, est ens a se ******) 
(independens). 

*) die Quelle. **) das abgeleitete. ***) die ürsach. ****) das verur- 
sachte. *****) abhängend. ******) selbstständig. 20 

§. 308. 
Entis contingentis, hinc et finiti, exsistentia modus est, §. 134, 257. Hinc 
non sufficienter determinatur per entis contingentis et finiti essentiam, §. 65. 
Ergo nee per eius attributa, §. 64, 25. Ergo in internis entis contingentis et 
finiti determinationibus non est eius exsistentiae ratio sufficiens, §. 52 At 25 
necessaria est tarnen enti contingenti et finito ad exsistendum, §. 22, 101. Ergo 
extra ens contingens et finitum ratio exsistentiae eius sufficiens ut sit, necesse 
est, quam quae continent cum causae sint, §. 307, ens finitum et contingens 
non potest exsistere, nisi ut causatum extra se positi, i. e. est ens ab alio, §. 307. 

§. 309. 30 

Ens a se non est contingens, nee fini-[94]tum, §. 308, 307, hinc necessa- 
rium, §. 109, et infinitum, §. 258. 

§. 310. 
Ens necessarium et infinitum, §. 258, potest exsistere, licet non sit causa- 
tum alterius extra se positi, §. 109, 102, ergo est ens a se et independens, §. 307. 35 



(grtäuterungen «ontS. Sir. 3615—3616 (53anb XVII). 95 

3616. ?— 9. MM. Zu M §.312: 

respectus unb relation; jeneS; bcr SSergleid^ung, biefeS: berßinflüfec. 



§.311. 

Principium possibilitatis priscipum essendi*) (compositionis), causa prisci- 

6 piuM FiENDi**) (generationis), principium cognitionis principilm cognoscesdi***) 

dicitur, idque si nee plura, nee pauciora inde cognosci possunt, quam datum 

principiatum, illi principiato adaequatum****) dicitur. Essentia est principium 

essendi et cognoscendi modorum, §. 65, bO. 

*) Quelle der Möglichkeit. **) Quelle der Wirklichkeit. ***) Erkenntniss- 
10 Quelle. ****) hinlänglich-eigen. 

§. 312. 
Relatorum principium termiscs relationis*), dependens vero scbiectim re- 
LATioNis**) dicitur. Quorumque potest unum alterius fieri terminus relationis, 

sunt CORRELATA***). 

15 *) der Grund. **) der Gegenstand der Verhältniss. ***) beziehen sich 

wechselweise auf einander. 

[95] §. 313. 
Inter causam et causatum nexls est, §. 307, 14, qui causalis*) dicitur, et, 
quatenus causae tribuitur, calsalitas **), quatenus causato, dependentia***). 
20 *) Zusammenhang der Ursachen. **) das Verursachen. ***) verursacht 

sein, oder werden, die Abhänglichkeit. 

§. 314. 

Causae plures unius eiusdemque causati sunt concausae*), et ad causatum 

concl'Rrere**) dicuntur. Causa, quae non habet concausam, est solitaria***). 

25 Concausarum ea, quae maximam rationem causati inter reiiquas continet, est 

PRiNciPALis (primaria)****). Concausae causae principalis sunt (minus princi- 

pales) sEcusnARiAE *****). Omnes concausae connectuutur inter se, §. 313, 33. 

*) Mitursachen. **) zusammenkommen. ***) die einzige Ursach. ****) die 

Haupt-Ursach. *****) Neben-Ursachen. 

30 §. 315. 

Concausarum una vel est causa alterius, vel minus, §. 10. In casu priore 
coNcAisAE sunt siBORDiNATAE*), in postoriori cooRDiNATAE**). Subordinatarum 
[96] omnium caisa prima***), reliquae secundae****) sunt. 

*) unter einander. **) bei und neben einander geordnete Ursachen. ***) die 
35 erste. ****) Unter-Ursachen. 



96 Saumgartcnä Metaphysica. P. I. C. III, S. V. Causa efficiens. 

3617. l. M97'. Zu M §.319 Anfang: 
Accidens, qvatenus est causa, non dicitur efficiens« 
Substantia, qvatenus ipsius accidens est causa, itidem non est 
efficiens. 



3618. 60er— 70er Jahre. M97. Zu M §.319 An/angi 
vel efficiens vel conditio sine qva non 



3619. v—xf fx-aff iffff M97'. Zu M§.319 Anfang: 
Büffon fud^t nexus effectivos, anbere finales. Epicur ba§ cr[tere in 
ber organiJQtion. 



8 Zu nexus effectivos vgl. M §. 335. \\ anbere?? anber? ober??? lo 

§. 316. 
In coQcausis subordinatis aut in causa propiori idem dependebit a causa 
ulteriori, a quo causatum propioris pendet, aut aliud quid, §. 315, 27. Si 

priUS, CONCAl'SAE SIBORDINANTUR ESSENTIALITEK *), Si pOSteriuS, ACCIDENTALITER**). 

*) SO sind die Mitursachen in einerlei. **) in verschiedenen Stücken unter- 15 
einander geordnet. 

§. 317. 
Causa causae essentialiter sibi suhordinatae est etiam causa causati, §. 316, 25. 

§. 318. 
Causa vel est sufficiens vel insufficiens, §. 307, 21, et ista vel secundum 20 
quid, vel simpliciter talis, §. 28. Causa vel est mediata, a qua datum causatum 
per aliam dependet, vel immediata, a qua datum causatum, sed non per aliam, 
dependet, §. 27. 

[97] SECTIO V. 
CAUSA EFFICIENS. 26 

§.319. 
Causa realitatis per actionem est efficiens*), negationis vero peficiens**). 
Causa tarn efficiens, quam deficiens agunt, hinc sunt substantiae, §. 210, adeoque 



(ärläutcrungcn Äontg. ^r. 3617— ?-619 (Sanb XVII). 97 

accidentia spectata, ut causae efficientes, sunt phaenomena substantiata, §. 201, 
200. Causae efficientis deficientisve causata sunt ekkectcs***). 
*) eine wirkende. **) fehlende Ursach. ***) Wirkung. 

§. 320. 
5 Causa efficiens et deficiens vel est mediata, quae per aliam causam effi- 

cientem deficienterave, vel immediata, quae effectum, sed non per aliam causam 
efficientem deficienterave, actuat. Caisa efficiens et deficiens alteri efficienti et 
deficienti coordinata eins soaA*) dicitur, et si altera sive socia una ad datum 
effectum insufficiens fuerit, socia altera vocatur acxiliauis**). 
l't *) vergesellschaftete Ursachen. **) eine helfende Ursach. 

[98] §. 321. 
AcxiLiLM*) est complementum ad effectum causae sociae insufficientis. 
Causam auxiliarem esse est ilvark**). Ergo iuvans non est causa solitaria, 
§. 320, et causa solitaria non iuvat, §. 314. 
15 *) Hülfe. **) helfen. 

§. 322. 
Causa efficiens deficiensve minus principalis efficienti deficientive sub- 
ordinata Instrumentalis*) (administra, et ministerialis) est. 

*) ein Werkzeug. 
20 §. 323. 

Actio singularis cum effectu suo evestls*) dicitur. Relatio eventus est 

(".IRCCMSTANTIA**). Complcxus relationum ad eventum concurrentium o(< asio***), 

eiusque causa caisa occasionaijs est****). Paucissiraarum minimarum circumstan- 

tiarum minimus ad eventum datura consensus est occasio minima, §. 161. Quo 

25 plures, quo maiores circumstantiae, quo magis ad eum consentiunt, hoc maior 

est occasio, §. 160, donec sit maxima plurimarum maximarum circumstantiarum 

ad datum eventum consensus maximus, §. 161. Occasio maior respectu loci 

opi'ortlnitas, eiusque oppositum iNovi'OKTiNnAs, re-[99]spectu temporis ikmpes- 

TiviTAs, eiusque oppositum intemi-estivitas est*****). 

30 *) ein Vorfall, eine Begebenheit. **) ein Umstand. ***; die Gelegenheit. 

****) eine gelegentliche Ursach. *****) bequemre und unbequemre Zeiten 

und Orte. 

§■ 3-24. 
Si minima circurastantia sit in eventu A, quae non est in eventu B, even- 
.35 tus A et B non sunt totaliter iidem, §. 267, 323, hinc partialiter diversi, §. 267, 
i. e. iniiiitmi circHmstitutid ruriiif rem i'jii'r/n'. 

§. 32.J. 
Sint eventus A et B interne in aliquo gradu iidem, et spectentur in di- 
versissimis circumstantiis, diversitas inde pendens non est. nisi in relationibus. 
40 §. 323, hinc externa, §. 37. Ergo interna eventuum identitas diversitate circum- 
stantiarum, loci, aetatis. §. 281, Sb, e. c. nee augetur, nee minuitur, §. 16i^ i. e. 
Locus H tempus nun rnriant fm intfrnc 

Ä,infS Sd)rift en. ^lantfcferiftlicf)« ifi.ic^IaB. IV. 7 



98 Saumgartcnä Metaphysica. P. I. C. III. S. V. Causa efficiens. 

56^0. C— ^? (qV ^i 101. Zum Schlusssatz von M§.332: 
2)ie caufalttact in ber Urfad^e non est nobilior effectu. 



2 in? an? 



§. 326. 

Positu principio, ponitur principiatum^ §. 307, 30. Posita causa, ponitur causa- 5 
tum, §. 311. Posita causa efficieiite et deficiente, ponitur effectus, §. 319, posita 
causa occasionali, ponitur occasio, §. 323, et v. v., §. 29. 

[100] §. 327. 
Posito eodem, simili, aequali, conc/ruenti j)rincipio, hinc causi^, §. 307, efficien- 
tibus, deficientibus, §. 319, occasionalibus, §. 323, ponuntur eadem, similia, aequalia, H' 
conyruentia principiata, §. 276, 307, causata, effectus, occasiones, et v. v. 

§. 328. 
Sublato principio, hinc causa, §. 307, efficiente, deficiente, §. 319, et occasionali, 
§. 223, tollitur principiaturn, causatum, effectus, occasio, §. 307, 31, et r. '•., §. 32. 

§. 329. ir. 

Omnis effectus causae deficienti vel efficienti similis est, §. 265, i. e. (pia- 
lis causa, talis effectus, §. 70. Effectus causae efficienti vel similis, qua diffe- 
rentiam utriusque specificam, vel minus, §. 10. Prior effecits lnivocls*), pos- 
terior AEQi'ivocLs**) dicitur. 

*) eine Wirkung von einerlei. **) von verschiedener Art. 20 

§. 330. 
Effectls in data actione rationem exsistentiae proximam habens est effec- 
tus eius iMMKDiATis*) (proximus, et continuus, cf. §. 285). Mediati**) (remoti) 
sunt, qui ulteriorem tantum rationem ex-[101]sistentiae suae in data actione 
habent. Effectus actionis oranes in omni intensione sumpti sunt effectls ple- 25 
Nis***). Minis im.esl's****) est vel quidam tantum, vel in rainori gradu spectatus. 
*) unmittelbare. **) mittelbare. *"*) völlige. '■'***) Wirkung, die nicht 
völlig ist. 

§. 331. 
Effectus plenus tantus est, quanta actio, per quam actuatur, §. 330, 214, so 
hinc actioni aequalis est, §. 70. lam actio tanta, quanta vis viva, per quam 
actuatur, §. 220, 166, hinc actio viribus vivis, a quibus actuatur, aequalis est, §. 70. 
Ergo actio causae efficientis aequalis est viribus eius vivis, §. 319. Hinc effectus 
plenus iiei/uulis (proportionatus) est viriöii'< c((us(ie efficientis vivis, §. 275. 

§.332. 3,-. 

Nobilitas seu dignitas alicuius effectus causae alicui efficienti essentia- 
liter subordinaudi ad huius effectum plenum pertinet, §. 330, 317, 166. Ergo 
ejfl'ctns nun r.sf im/ii/inr tiin/ rduyn ffficientc^ viil cse/itinliter fuhtinlinatur, §. 331, 160. 



(Srräuterungen Stanti. 3h. 3620—3621 (Sanb XVII). 99 

3621. v—ip. M103. Zu M§. 337 Anmerkungen: 
«Sc^d^bar (bcr ©d)d^ung lüürbtg) 
Unfd^dpar (ber (Sc^d^ung nic^t fd^ig), 
fo »ie unoerbeffcrlic^ jae^erleQ «Sinn \)at 



5 3 Die Klammern fehlen. Statt ber ©d^ä^ung drei wagerechte Striche. 

§. 333. 
Ex effectu qualitates, §. 329, et quantitates, §. 331, hinc determinationes 
cau-[102]sae cognosci possunt, §. 70, 67. Ergo effectus est principium cognos- 
c«".ndi causam, §. 311, i. e. effectus testatur de causa. 

10 §. 334. 

Omne eiis contingens et finitum est ens ab alio, §. 308. Ergo exsistenti 
exsistentia non inhaeret per vim ipsi propriam, §. 307, hinc vis aliena extra 
finitum et contingens reale posita est ratio sufficiens inhaerentis enti finito et 
contingenti reali exsistentiae, §. 210. Ergo substantia extra ipsum posita in 

15 illud agit exsistentiam influendo, §. 211. Hinc omne ens contingens et finitum 
reale est effectus, §. 319, et habet causam efficientem, §. 326. 

§. 335. 
Nexus causalis inter causam efficientem, deficientem et effectum effectivls 
dicitur*). Hinc causae sociae connectuntur nexu effectivo, §. 320, 314. 
20 *) Zusammenhang der Ursachen und Wirkungen. 



SECTIO VI. 
UTILITAS. 

§. 336. 
Utile*) est alteri bonum, non bonum alteri inctile**), alteri malura so- 
25 [103]xiiM***) est. Hinc ltilitas****) est bonitas respectiva, §. 37, quae si tri- 
buitur rei, cui alterum prodesse potest, Passiva*****), si illi, quod prodesse 
potest, ACTivA ******) dici potest. 

*) nützlich, nutzbar. **) unnütz. ***) schädlich. ****) Nutzbarkeit. 
*****) des, dem genutzt werden kann. ******) die thätige Nutzbarkeit. 

30 §. 337. 

Utilitas minima est, qua unicum minimum in altere unico minimo ponit 
unicam minimam perfectionem, §. 336, 161. hinc augetur, quo plura, quo maiora. 
in quo pluribus, quo maioribus, quo plures, quo maiores perfectiones ponunt 



lOO 93aumgOTtcn0 Metaphysica. P. I. C. III. S. VII. Reliqna causarum geneia. 

362'^, 60er — 70er Jahre. M m. Zu M §.S4l ..ßnis'' (Z. 29): 
obicctiö 



§. 187. Gradus utilitatis valor*), et iudicium de valore i'uetum**) (aestimatio) 
dicilur. Hinc aestimatio cum pretio vel vera, vel apparens s. imaginaria est, 
§• 12. 5 

*) Wertb. **) Preis, Achtung, Schätzung-, Würdigung. 

§. 338. 
Usis*) est utilitatis actuatio. Auisrs vel usus apparens**), vel usus, quo 
utile interit***). Cumque cognosei possit ex utili ])erfectio eius, cui prodest, 
§. 336, 100, utile et illud, cui prodesse potest, connexa [104] sunt, eorumque lo 
nexus NKxis ltii.iiatis****) dici potest. 

*) der Gebrauch, Nutzen. **) Missbrauch. ***) Verbrauch. ****) Zu- 
sammenhang der Nutzbarkeiten. 

§. 33;i. 

Si quis utatur utili, actuatur per illud alterius perfectio, §. 338, 100, et 15 
utile per usum tit causa perfectionis illius, cui prodest, §. 307. Et hie nexus 
causalis dici potest nexls isum*). Quo quis utitur, est illud utile, §.336, 57, 
oranino inutili nemo utitur, §. 338, 58, quoddara tarnen utile caret usu, §. 59, 
hinc aliquid, quo nemo utitur, nihilo minus est utile, §. 60. 

*) Zusammenhang der Nutzen. 20 

§. 340. 
Utilia uni eidemque rei cum ea connexa sunt, §. 339. Ergo omnia utilia 
ail unum connexa sunt inter se, §. 314. Utile A utili B essentialiter sibi sub- 
ordinato, utile est et illi 0, cui prodest B, §. 317. 



[105] SECTIO VII. 25 

KKLigiA CAlSAia M (iKNKRA. 

§.341. 

Si quis utitur vel abutitur aliquo ad bonum sibi visuin actuandum: ipsum 
'iiinuin ageiiti visum ums*), et". §. 248, causae tinis, quibus ad tinem uti vel 
;ibuti potest, media**) (destinata, finita, cf. §. 248, reniedia), tinisque repraesen- 30 
latio iMKSTKi***) dicitur. lam finis est principium usus vel abusus, §. 338, 
3ti7, hinc causa finalis, §. 33S, 307. 

*) Zweck. **) Mittel. •■'■"') Absicht. 



fd^ieben. 



Grläutcrungcn tantä. ^t. 3(>22— 3623 (SSanb XVII). 101 

3623. 7]—Q. M107'. Zu M §.346: 

Sbee. Urbilb. 3J?u[ter. Seijfpiel. t^nlid^teit, Slnalogie fmb oer-- 



§. 342. 
5 Intentioiiis rationes in iutendente vocantur causae impllsivae*). Finis 

est effectus actionis et mediorum, quibus agens utitur vel abutitur, §. 341, 319. 
Hinc finis plenus est aequalis actioui et mediis. Media et actio sunt aequaliu 
(proportionata) fini pleno, §. 331. Captatio ocoasionis, §. 323, et impedimen- 
torum remotio, §. 221, sunt media, §. 341. 
10 *) Trieb oder bewegende Ursachen. 

[10(j] §. 343. 
Nexus causalis mediorum et finium kinalis*) est, omnes cofines connec- 
tuntur inter se, §. 314, 341. Fini.s finium essentialiter sibi subordinatorum est 
et finis mediorum, §. 317, 341. Fisis primus, seu cui cofines omnes subordi- 
15 nautur, iltimls seu scopis**) dicitur, et hie est vel simpliciter ultimus, vel 
talis secundum quid in data finium subordinatione, §. 28, reliqui intekmehii***). 
*) Zusammenhang der Mittel und Zwecke. **) Endzweck. ***) Mittel- 
Zwecke. 

§. 344. 
20 Si ens concipitur, ut deterraiuabile, materia, cf. §. 295, 296, e\ qi-a*). 

in ipso determinationis actu materia circa ciiAM (obiectum, subiectum occu- 
pationis) **), facta determinatione materia is qia, et haec cum materia ex qua 
sübiectlm vocatur. 

*) der Stoff, der Zeug. **) der Gegenstand. 

25 §. 34.'). 

Materia et forma cum actualis determinationis rationem contineant, §. 344, 

40, causae sunt, §. 307. lila materialis, haec fonualis. Concausae materiales 

et [107] formales sunt inter se connexae, §. 314, earumque nesis cum suis 

principiatis, §. 307, et inter se, §. 314, ille ;iriuE<Tivts dici potest. hie i okmai i- 

30 (essentialis). 

§. 346. 

ExEM!>LAR*) est, cui simile intenditu.. et causa imjiulsiva cum sit, Jj. 342. 

est causa, §. 307, quae exemplaris dicitur, eiusque causatum evkmi-i.ati m'*) 

(ectypon, copia^ vocatur. Exemi-i.ak, quod iion habet aliud, est aiu iieivfon***) 

35 (originale). Exemplar et exemplatum et coexemplaria connectuntur nexu causali. 

§. 313, qui NExis KXEMHi.ARis e.st (typicu'i). 

*) das Muster. **) der Abdruck. •'*') das Urbild. 



10 



102 SSoumgortcn^ Metaphysica. P. I. C. III. S. VIII. Signum et signatum. 

SECTIO VIII. 
SIGNUM ET SIGNATUM. 

§. 347. 

Medium cognoscendae alterius exsistentiae signum*) est, signi finis signa- 
tum**). Hinc Signum est signati principium cognoscendi, §. 311, et nexus inter 
Signum et signatum signifi-[108]cativls***) est, signoque tributus significa- 
Tts****) dicitur (vis, potestas). 

*) das Zeichen. **) das bezeichnete. ***) der Zusammenhang der Zeichen. 

****) die Bedeutung. 

§. 348. 

Signatum actuale, §. 347, vel praesens est, tunc signcm dicitur demonstra- 
TivcM*); vel praeteritum, tunc Signum dicitur mnemonicim**) (rememorativum, 
{jiv7)pioa'jvov); vel futurum, §. 298, tunc Signum dicitur prognosticon. 

*) ein Anzeigungs-Zeichen. **) ein Erinnerungs-Zeichen. 

§. 349. 15 

Scientia signorum est (semiotica, semiologia philosophica, symbolice) cha- 
RACTERisTicA*), caque, I. heuristica**), de inveniendis signis tam primitivis***), 
quae non habent signa pro partibus, quam derivativis ****), quae ex signis 
sunt composita. Horum modus compositionis essentiae signati si sit similior, 
sunt ea essentialia*****). Heuristica signorum derivativorum est combina- 20 
TORiA ******), et IL HERMENEtTicA*******), dc cognoscen-[109]dis signorum sig- 
natis. Haec hermenectica universalis ggt ********). Characteristica prognosti- 
corum est mantica *********). 

*) die allgemeine Zeichen-Kunst. **) die erfindende. ***) einfache. 
****) zusammen gesetzte Zeichen. *****) wesentliche Zeichen. ******) die 25 
verbindende. *******) die deutende. ********) die allgemeine Auslegungs- 
Kunst. *********) die Kunst der Vorbedeutungen. 

§. 350. 
Signum repraesentationis est terminls (cf. §. 248, symbolum). Termini 
per vocem humanam usitatiores sunt vocablla*). Series vocabulorum reprae- 30 
sentationes connexas significantium est oratio (latius dicta)**). Complexus 
vocabulorum in certa regione maiori usitatiorum est lingia particilaris***). 
Lingua in certa minori regione usitatior, a se ipsa, uti in aliis minoribus re- 
gionibus usitatior est, differens idioma est****). Idioma perfectius est pialec- 
Tis. Termini, ductus oculis observandi, sunt characteres strictils dicti *****), 35 
cf. §. 67. Hi vel vocabulorum, nominales******), vel rerum signandarum voca« 
bulis immediati, reales*******), qui si aliam rem signiti-[110]cent, quam cui 



(Erläuterungen Äontö. «Rr. 3624 (33anb XVII). 103 

3624. e? ^? (i—XflfJ M 111. Zu M §.354: 
universalitas absoluta conceptus. 

universalitas absoluta totius, h. e. rerum universitas metaphysica. 
haec probaret, unicum tantum esse mundum, causam esse summam. 



5 simillimi sunt, sunt hieroglyphici, societatum insignia ********), si in omni 

lingua particulari legi possunt, eorum complexus est lingua lniversalis *********). 

*) Wort. **) Rede. ***) besondre Sprache. ■***) Mund-Art. *****) Züge. 

******) ^ort- *******) Sach-Charactere. ********) Siegel, Pettschaft, 

Wapen. ********») ^\q allgemeine Sprache. 



10 PARS II. 

COSMOLOGIA. 

PROLEGOMENA. 

§. 351. 
CosMOLOGiA GENERALIS Bst scientia praedicatorum mundi generaliuin, eaque 
15 vel ex experientia propius, empirica, vel ex notioue mundi, ra-iosalis. 

§. 352. 
Cosmologia principia psychologiae, theologianim, physicae, teleologiae, phi- 
losophiae practicae prima continens, re-[lll]fertur, §. 2, cum ratione, ad meta- 
physicara, §. l. 
20 §• 353. 

Cosmologia mundi 1) notionem, 2) partes, 3) perfectionera docet. 

( APUT I. 
NOTIO MUNDI. 

SECTIO I. 
25 NOTIO AFFIRMAThW. 

§. 354. 
MiNDcs*) (cf. §. 91, 403, 434, Universum, 7:av) est senes (multitudo, totum) 
actualium finitorum, quae non est pars alterius. 
*) die ganze Welt. 



104 Sauntgartenä Metaphysica. P. II. C. I. S. I. Notio itiundi affirmativa. 



§. 355. 
Hie iDundus exsistit. Ergo mundus est in se possibilis, §. 57, 18. 

§. 356. 
In hoc mundo sunt actualia extra se posita, hinc nexus universalis actualis, 

§. 279, 306. 5 

[112] §. 357. 
In omni mundo sunt partes actuales, §. 354, 155, hae singulae connectun- 
tur cum toto, §. 14, 157, hinc singulae connectuntur cum singulis, §. 33. Ergo 
in omni mundo nexus est partium et harmonia universalis, §. 48, i. e. in mundo 
non datur iimtla. Aliter: partes mundi vel sunt extra se invicem posita actu- i" 
alia, et connectuntur singula cum singulis, §. 279, 306, vel sunt eius deter- 
minationes internae non positae extra se invicem, §. 10, 37, et connectuntur 
singulae cum singulis, §. 49. Clux estiv eTrstsootiuoTj;, esTtv (uarep atpaTS'Jixa. 

§. 358. 
In hoc mundo exsistit nexus effectivus (regnum potentiae), §. 335, utili- 15 
tatis, §. 338, usuum, §. 339, finalis (regnum sapientiae), §. 343, subiectivus et 
formalis, §. 345, exemplaris, §. 346, signifieativus, §. 347. Hinc nexus eiusmodi 
sunt in mundo possibiles, §. hl. 

§. 359. 
Omnis mundus cum sit ens, §. 355, 62, erit unum, §. 73 (§. 354, 155). 20 
verum, §. 90 (§. 357, 355, 354, 92). Hinc in omni mundo est ordo, §. 89, et 
regulae communes, §. 86. Mundus fabulosus non est mundus, §. 120. 

[113] §. 360. 
Omnis mundus est perfectus, §. 99, 359, et bonus. §. 100. 

§. 361. 25 

Partes omuis mundi singulae sunt entia contingentia, §. 354, 257. Hinc 
earum exsistentia modus est, §. 134. lam exsistentia singularuni mundi partium 
simul sumptarum est exsistentia mundi, §. 155. Ergo mundi exsistentia modus 
est. et omnis mundus est ens contingens, §. 111. Aliter: Pone quendam mun- 
dum ,esse ens necessai'ium, omnes eius deterrainationes internae erunt absolute yo 
necessariae, nee hinc ulla pars istius mundi habebit modos, §. 108, 157, nee 
erit ens contingens, §. 134, sed omuis pars illius mundi erit ens necessariura, 
§. 109. hiiic infinitum, §. 258, q. a., §. 354. 

§. 362. 
Omuis inundus est unum, §. 359, modos tamen habet, §. 361, 112, hinc :•,:, 
determiuatioues in se separabiies, §. 72, 65, hinc unitatem hyputheticam, v?. 76, 
et iutriusecus coutingentem, §. 115. 

§. 363. 
Nullius mundi partium coniunetio est al)Solute necessaria, §. 362, 102, est 
tarnen [114] coordinatio, §.78. Ergo in omni mundo est ordo in se contingens, 40 
§.11" hinc et veritas intrinsecus contingens, §. 119. 



SSaumgartenä Metaphysica. P. II. VA. S. I. Notio mundi affirraativa. 105 



§. 364. 
Ümnes partes mundi reales, §. 136, cum consentiant ad gradum realitatis 
mundo ipsarum tribuendum, §. 248, 140, ita tarnen, ut in se possint etiam non 
consentire, aut non tantum consentire, utpote entia contingentia, §.354, 257: 
5 in omni mundo est perfectio in se contingens, §. 122. 

§. 365. 
Omnis muudus est absolute et interne rautabilis, §. 361, 133. 

§. 366. 
In omni mundo sunt realitates absolute necessariae, §. 359, 360, hinc bo- 
10 num metaphysicum, §. 147, et in se contingentes, §. 362 — 364, hinc bonum 
physicum late dictum, §. 147. 

§. 367. 

Hie mundus est unum, §. 359, in se contingenter, §. 362. Est in hoc 

mundo ordo, §. 359, et veritas intrinsecus contingentes, §. 363, est et perfectio 

15 et bonitas intrinsecus contingens, §. 364, bonum metaphysicum et physicum 

late di-[115]ctum, §. 366, et est hie mundus absolute, est interne mutabilis, 

§. 365, 154. 

§. 368. 
Mundus rainimus esset totum paucissimorum minimorum actualium, §. 161, 
2u 354, hinc quo plura, quo maiora finita pro partibus habet, hoc fit raaior, §. IGO, 
donec sit maximus plurimorum maximorum in finitis aggregatum, §. 161. 

§. 369. 
SiATis MiNDi*) est totum omnium statuura in partibus eius simultaneorura. 
lam hie mundus habet partes, in quibus coexsistunt fixa cum mutabilibus, §. 367. 
25 Ergo hie mundus habet statum, §. 205. 
*) der Zustand einer ganzen Welt. 

§. 370. 
Omnis et huius mundi exsistentia modus est, §. 361, 134, hinc potest abesse 
et adesse salva mundi essentia, §. G5. Cumque sit absolute mutabilis omnis et 
3u huius mundi actualitas, §. 133, omnis mundi initium et fiuis est absolute possi- 
bilis, §. 301, 65. 

§. 371. 
Mundus non potest oriri, nisi ex uihilo. Pouatur enim aliquis mundus 
ita oriri, ut tarnen iam aliqua pars eius ipsi [116] praeexstitcrit: quoniara et 
3:. quamdiu haec pars eius exstitit, fuit ex parte exsistens, uti semper erit, si ex- 
stiterit, non vero non exsistens, hinc post partem praeexsistentem oriri visus 
non oritur: §. 227, cum uoudum ortus esset talis mundus, non tarnen fuit amplius 
mere possibilis, dura totum exsistentis partis esset, adeoque iam, qua exsisten- 
tiam, determinatus, §. 54. Ergo mundus non oriens ex nihilo non oritur, §. 228. 



106 23auntgarten5 Metaphysica. P. II. C. I. S. I. Notio mundi affirmativa. 

Sic et mundus non annihilatus non interit, dum superstite parte manet ex parte 
exsistens, uti semper fuit, si exstitit, hinc non mutatur in non exsistens, §. 227. 
Ergo mundus non potest interire, nisi per annihilationem, §. 228. 

§. 372. 

Omnis et hie mundus est ens finitum, §. 255, 361, hinc possibilis eins 6 
cognitio philosophica et mathematica, §. 249. Omnis mundus et hie habet malum 
metaphysicum, §. 250, et contingens, s. physieum late dictum, imperfeetionem 
in se contingentem absolute possibilem, §. 263, partim bonus, partim malus, 
§. 264. 

§. 373. 10 

Omnes mundi sunt et enti infinito, et sibi invieem, et euilibet partium 
suarum [117] partialiter similes, §. 265, 267, sed impossibiles sunt plures extra 
se invieem aetuales totaliter iidem, §. 269, diversi, §. 268, congruentes, §. 270, 
similes, §. 271, aequales, §. 272. 

§. 374. 15 

Cum partes mundi vel sint simultanea, vel successiva, §. 238, 354, si extra 
se invieem ponantur, connectentur in mundo aut per tempus, aut per spatium, 
aut per utrumque, §. 239, 306. 

§. 375. 
Omnis mundus est ens ab alio, §. 361, seu dependens, §. 308, et hie mun- 20 
dus habet causam efficientem extra se positam, eiusque effectus est, §. 334, 
testans de causa, §. 333. 

§. 376. 
Omnis mundi partes sunt actualia, §. 354, hinc singulae in suo mundo, 
adeoque partes huius mundi in hoc mundo habent veritatem, §. 90, et certitu- 25 
dinem, §. 93, ut determinationes internas, §. 37, 93, determinatas, §. 54. 

§. 377. 

Finita, quae non absolute solum, nee hypothetice tantum in qualicumque 
nexu, sed etiam in universali nexu aliclr's mlnoi possibilia sunt, possibilia*) 
il-[118]lius mundi vocantur. Hinc possibilia huius mundi sunt, quae in univer- 30 
sali eins nexu speetata tamen sunt hypothetice possibilia, hinc maiorem possi- 
bilitatis gradum habent, §. 165, 246. 

*) das Mögliche einer gewissen ganzen Welt. 

§. 378. 
Si vel unica pars huius mundi esset alia, quam est, mundus hie non esset 35 
totaliter idem, qui est, §. 155, 267. lam omnes partes huius universi possunt 
esse aliae, quam sunt, § 354, 260. Ergo possibiles sunt mundi partim ab hoc 
diversi, §. 38, partim iidem cum eo, §. 265, i. e. plures, §. 74. 



(Srlöutcrungcn Äantä. 5Rr. 3625 (Sonb XVII). 107 

3625. x—Q. Ml 20. Neben M §.382: 
5fiQtur unb greij'^eit. 



§. 379. 

Hie mundus unice singularis est, §. 77. Pone enim plures esse, consti- 
5 tuerent cum hoc multitudinem seu seriem, §. 74. Ilinc hie non esset mundus, 
§. 354, aut omnes isti mundi partes huius, tantum unici, §. 354, 77. 

SECTIO II. 
NOTIO MUNDI NEGATIVA. 

§. 380. 
10 Progressl-s (regressus) in infinitim*) esset series eutium contingen-[119] 

tium extra se invicem positorum, quorum unum est alterius causa seeundum 
quid, sine causa simpliciter tali. In quo progressu in infinitum causatum sumi- 
tur eausa sui, esset ille cirvilineus**) (circularis) : in quo causatum non su- 
mitur causa sui, esset ille rectilinels***). 
15 *) d«r Fort- oder Rückgang in das Unendliche. **) dergleichen Fortgang 

im Kreise. "*) der grade Fort- oder Rückgang. 

§. 381. 
Progressus in infinitum, quantuseumque poneretur, esset ens contingens, 
§. 380, 155, hinc haberet causam efficientem extra se positam, §, 334. Haee 

20 non posset esse ens contingens, dum enim illud iterum esset ens ab alio, §. 308, 
non esset causa progressus in infinitum, nisi seeundum quid talis, §. 28. Ergo 
non extra progressum ipsum posita, sed pars eius, §. 155, 380. Ergo causa 
effieiens progressus in infinitum deberet esse ens necessariura, §. 109, et inde- 
pendens, §. 310. Quocumque modo hoc potest exsistere, eo modo exsistit, §. 259. 

25 At potest exsistere, licet non sit causatum alterius extra se positi, §. 310. Ergo 
nee est causatum alterius extra se positi, adeoque causa effectuum suorum sim- 
pliciter talis, §. 28. Hinc progressus in infinitum, qui deberet esse sine causa 
simpli-[120]citer tali, §. 380, et tarnen eam habere, est impossibilis, §. 7, nee in 
hoc, nee in ullo mundo ponendus, §. 354, 58. 

30 §. 382. 

Fatim*) est necessitas eventuum in mundo. Fatim ex necessitate mundi 
absoluta esset spinosisticum, non ens, §. 361, 105, nee in hoc, nee in ullo 
mundo ponendum, §. 354, 58. 

*■) das Schicksal, Verhängniss. 



108 Saumgortcnä Metaphysica. P. II. C. I. S. II. Notio mundi negativa. 

3626. (f. M120. Über M §.383 , .nee — purus"- : 
casus respectivus. absolutus. 



§. 383. 

Eventus in mundo, cuius ignoratur ratio sufficiens, casus *) est. Casis, 
cuius nee est ratio sufficiens, pirus**) esset, impossibilis, §. 22, nee in hoc, 5 
nee in ullo mundo ponendus, §. 354, 58. 

*) ein Zufall, ein ungefähr. **) ein blinder Zufall. 

§. 384. 
Eventus ordinarils*) est, cuius exsistentia deterrainatur secundum certi 
alicuius ordinis regulas: extraordisariis**) est non Ordinarius. Extraordina- lo 
Riis ABSOLI TE***) csset, cuius exsisteutia secundum nullas uilius ordinis regulas 
determinaretur; relative****) talis est, qui non fit per regulas dati certi ali- 
cuius ordinis. Extraordi-[r2I]narius ob confusionem ixordisatls *****) est. 

*) eine ordentliche. **) ausserordentliche. ***) ganz und völlig ausser- 
ordentliche. ****) gewisser maassen ausserordentliche. *****) unordentliche 15 
Begebenheit. 

§. 385. 
Absolute extraordinarium non esset verum, §. 384, 89, hinc irapossibile, 
§. 90, 62, nee in hoc, nee in ullo mundo ponendum, §. 354, 58. 

§• 386. 30 

Eventus sine ulla ratione sufficiente proxima esset saltis ausolitis"). 
Eventus sine ratione sufficiente proxima ordinaria est saltls respectivus**) 

*) das völlig durch einen Sprung geschähe. **) wobei gewisser maassen 

ein Sprung statt hat. 

§. 387. 25 

Quod exsisteret sine ratione sufficiente ulla proxima, §. 27, exsisteret per 
casum purum, §. 22, 383, hinc saltus absolutus est impossibilis, §. 386, 284, nee 
in hoc, nee in ullo mundo ponendus, §. 354, 58. Respectivus etiam omnis, si 
non iuordinati quid est, est tarnen aliquid extraordinarii, §. 384. 

[122] §. 388. 30 

Mundus nee est substantia intinita, §. 372, 248, nee determinatio eins 
interna, §. 365, 252, hinc nee essentia entis infiniti, §. 40, nee attributum, nee 
modus, §. 50, nee modificatio, §. 209. Hinc omnis mundus extra substantiam 
infinitam ponendus est, adeoque hie etiam mundus exsistit extra eus infinitum, 
quod ideo vocatur i:ns kxtkamindamm*), ens extra hunc mundum actuale. 35 

*; das Wesen ausser der Welt. 



Grläutetungen Äantg. 3lx. 3626 (23anb XVII). 109 



§. 389. 
Omiiis, hinc et hie, raundiis, aut est substaiitia, aut accidens, §. 191. Si 
hie mundus substantia fuerit, extra substantiatn intinitam subsistit, §. 388, ut 
adeo intinita substantia non sit unica substantia, §. 77. 

5 §. 390. 

Si hie mundus fuerit accidens, non tarnen est accidens substantiae infinitae, 

alias non exstiturus extra suum substantiale, §. 196, 388, nee exsistere potest, 

nisi in substantia, aut substantiis, §. 194. Ergo si hie mundus sit accidens, 

intinita substantia nee tunc est unica substantia, §. 77, 389. lam alteruter ca- 

10 sus est necessarius, §. 191, lü. Ergo substantia intinita non est substantia unica. 

[123] §. 391. 
Vis infinita non est unica vis, §. 390, 198, in omni et hoc mundo sunt 
vires tinitae, §. 390, 388. 

CAPUT II. 
15 PARTES UNI VERS I. 

SECTIO I. 
PARTES UMVKRSI SIMPLKKS. 

§. 392. 
Omnis mundus aut est ens simplex, aut compositum, §. 224, hie est ens 
20 compositum. Qui hune mundum se putat ens simplex est egoista. 

§. 393. 
Mundi compositi partes singulae et simul sumptae non possunt esse acci- 
dentia. Cum enim exsistere talis mundus non posset, nisi in substantiis, §. 155, 
191, nee posset tarnen infinitae inhaerere, §. 388, nee unieae finitae, §. 224, 194, 

25 requireret plures substantias fiaitas, quibus inhaereret, §. 77. At hae consti- 
tuerent seriem finitorum actualium, quae si non esset pars mundi ex meris 
accidentibus compositi, [124] cum ipso tamen constitueret seriem finitorum 
actualium ipso maiorem, §. 160, hinc ipse non esset mundus, §. 354. Si series 
illa, quam substantiae tinitae constituerent, esset pars eins mundi, non esset 

30 ille ex meris accidentibus compositus, §. 155. Hinc impossibilis est mundus ex 
meris accidentibus compositus, §.61, 62. Omnis mundus compositus est com- 
positum strictius dictum, §. 225. Omnis mundus aut est substantia, §. 389, 392, 
aut compositum strictius dictum. 

§. 394. 

■i't Partes mundi compositi sunt vel substantiales, vel accidentales, §. 393, et 

illae quidera monades, §. 235. Hinc omnis mundus compositus, et hie 
monadibus constat, §. 392. Unde denuo patet, nuUum mundum oriri posse, 
nisi ex nihilo, §. 236, nee interire, nisi per annihilationem, §. 237, 393 



110 23aunigarten^ Metaphysica. P. II. C. II. S. I. Partes universi simplices. 

§. 395. 
Hie mundus compositum strictius dictum, §. 393, monadibus constat, nee 
€st in eo quicquam substantiale, praeter monades, §. 394. Qui negat exsisten- 
tiam monadum est materialista universalis. Qui negat exsistentiam monadum 
universi, e. g. huius, partium est materialista cosmologicis (cf. §. 757). 5 

[125] §. 396. 

Monades omnis, hinc et huius, compositi mundi sunt possibilia, §. 8, ra- 
tionalia, §. 24, entia, §. 63, una, §. 73, vera, §. 90, obiective certa, §. 93, per- 
fecta, §. 99, bona, §. 100, entia contingentia, §. 257, mutabilia, §. 133, realia, 
§. 136, universaliter connexa, §. 357, sunt vi praeditae, immo vires, etiam stric- lo 
tius dictae, §. 199, habent statum internum, §. 206, et externum, §. 207, raodi- 
iicabiles, §. 209, non extensae, nee spatium replentes singulae, at aggregatae, 
§. 242, uec habent magnitudinem quantitativam, §. 243, indivisibiles, §. 244, 
flnitae, §. 354, hinc habent certum virium limitem, §. 249, malum metaphysicum, 
§. 250, partialiter sibi similes, §. 265, 268, at partialiter etiam tarn dissimiles, 15 
quam inaequales, §. 273, singulae non admittentes figuram, ita tamen, ut totum 
earum admittat figuram, §. 280. 

§. 397. 

Monades omnis, hinc et huius, compositi mundi, cum sint actuales extra 
se invicem positae, §. 354, 224, aut erunt entia simultanea, aut successiva, aut 20 
utraque, §. 238, hinc singulares habent positum, §. 148, aut in simultaneis, 
locum, aut in successivis, aetatem, aut utrumque, §. 281, licet singulae locum 
non repleant, §. 396. 

[126] §. 398. 

Monadum omnis, hinc et huius, universi finitarum, §.354, quaelibet extra reli- 20 
quas, si subsistere ponatur, substitura, §. 192, non potest cum ulla altera esse in 
eodem totaliter loco, §. 282. Substantia, in cuius loco nequit esse alia extra 
€am posita, est impenetrabilis*) (solida). Ergo omnis substantia, hinc et 
monades, tam huius, quam omnis compositi mundi, sunt impenetrabiles, §. 230. 

*) undurchdringlich. 30 

§. 399. 

Monades huius et omnis compositi, hinc extensi, mundi, §. 241, 393, sunt 
PUNCTA, §. 286, sed neutiquam mathematica, in quibus nihil, praeter non ex- 
tensionem, ponitur, §. 396 — 398, nee iuxta se positae congruunt aut coincidunt, 
§. 70, 396, sed positis earum coexsistentibus pluribus, quia quaevis impenetra- 35 
bilis est, §. 398, ponuntur simultanea extra se invicem certo quodam ordiue, 
§. 396, 78, hinc in earum aggregato est spatium, §. 239. Ergo omne aggrega- 
tum monadum huius et omnis compositi mundi extensum est, §. 241. Punctum 
mathematicum, abstractum possibile, §. 149, si fiugatur exsistere, zenonicim est 
puNCTiM, ens fictum, §. [127] 62. Plnctim physicim si dicas actuale et praeter H) 
simplicitatem omnimode determinatum, quaedam monades huius universi sunt 
puncta physica, nempe quarum ex aggregato extensum. 



Saumgartenä Metaphysica. P. II. CIL S. I. Partes universi simplices. 111 

§. 400. 
Omnes compositi, hinc et huius, mundi raonades sunt in universal! nexu, 
§. 357, hinc singulae singularum aut rationes sunt aut rationata. aut utrumque, 
§, 14, 48. Ex rationato cognosci potest ratio, §. 29. Ergo ex quavis omnis 
6 compositi, hinc et huius, mundi monade singulae mundi, ad quem pertinet, 
partes cognosci possunt, §. 14, i. e. singulae omnis, hinc et huius, compositi 
mundi moiiades sunt vires, §. 199, repraesentativae sui universi (sunt specula eins 
activa, §. 210, indirisibilia, §. 244, microcosmi, mundi in compendio., suique mundi 
concentrationes, seu habent vim, praeditae sunt vi repraesentativa sui universi). 

10 §• 401. 

Monades mundum suum repraesentantes, §. 400, aut sibi eum repraesentant, 
suae perceptionis, saltim ex parte, consciae, aut minus, §. 10. Hinc et monades 
huius universi mundum hunc aut obscure tantum repraesentant, aut clare, saltim 
ex par-[128]te. Illae sunt monades nldae*) (sopitae). 

15 *) im tiefen Schlaf liegende Monaden. 

§. 402. 
Monades clare mundum repraesentantes aut sibi eum distincte, saltim ex 
parte, repraesentant, aut minus, §. 10. Priores intelligunt, §. 69. Ergo facul- 
tatem babent distincte cognoscendi, §. 216, i. e. intellectlm*) (strictius dictum, 
20 cf. §.519). Substantia isTELLECTiALis **), i. e. intellectu praedita, est spiritcs***) 
(intelligentia, persona). Ergo monades huius universi intellectuales sunt Spiri- 
tus, §. 230. Solos in hoc mundo spiritus admittens est ioealista. 
*) Verstand. **) das mit Verstand begabt. ■••■•■■) ein Geist. 

§. 403. 

25 Nexis spirituum alicuius mundi inter se est pneimaticis*). lam in omni 

et hoc mundo, cui spiritus insunt, singulis singuli connectuntur. Ergo in hoc 

et omni mundo, cui spiritus insunt, est nexus pneumaticus universalis, §. 357 

(mundus, cf. §. 354, pneumaticus, intellectualis, moralis, cf. §. 723, regnum gratiae). 

*) Verbindung der Geister. 

30 [129] §. 404. 

Omnis substantia monas est, §. 234. Omnis spiritus est substantia, §. 402. 
Ergo monas est et ens simplex, §. 230. 

§. 405. 

Omnes omnis et huius mundi, cui spiritus insunt, spiritus sunt monades, 

35 §• 404, vires repraesentativae mundi sui ex parte saltim distincte, §. 402, non 

extensi, nee singuli spatium replentes, nee habent magnitudinem quantitativam, 

indivisibiles, finiti, certo tantum virium gradu praediti, malo metaphysico ob- 

noxii, partialiter sibi similes, sed et singuli partialiter dissimiles et inaequales, 

nee singuli figuram agnoscentes, §. 396, unicus omnium perfectissimus est, 

40 §. 77, 185. 



112 23aumgartenä Metaphysica, P. II, C. II. S.U. Prima corporum genesis. 



SECTIO II. 
PRIMA CORPORUM GENESIS. 

§. 406. 
Totutn monadura est monadatum. Ergo mundus hie et omnis compositus 
est monadatum, §. 394. 5 

§. 407. 
Monades in mundo composito aut partes etiam eins pro monadatis suis 
ha-[130]bent aut minus, §. 10, 406. In utroque casu monadatum eiusmodi erit 
EXTENSL'M, §. 396, partium impenetrabilium, §. 398, partialiter dissimilium, §. 396, 
i. e. PARTIALITER HETERooKNELM (difformc, dissimilare), hinc non erit extenslm iö 
ToiÄLiTER iioMOGENELM (uniformo, simüare), i. e. partium totaliter similium, §. 271. 

§. 408. 
Monades huius mundi simultaneae locum, successivae sibi mutuo deter- 
minant aetatem, §. 281, 85, hinc in se mutuo influunt, §. 211, in conflictu positae, 
§. 213. Ergo est in hoc mundo influxus et conflictus universalis, §. 48, 306 15 
(Cfil/am omnium contra omnui^ concordia discors, discordia Concors, §. 364). 

§. 409. 
Monadum in hoc mundo quaedam iu se remotius influunt mutuo, § 408, 
27, quaedam propius, sibi praesentes, §. 223, et quia saltus absolutus in mundo 
impossibilis est, §. 387, quaedam proxime, se contingentes, §. 223. 20 

§■ 410. 
Quia omnes monades huius mundi in se mutuo influunt, §. 408, non ^st 
earun-[131]dem actio transiens seu influxus sine reactüme, §. 213. 

§.411. 

Actio transiens seu influxus partium mundi in alias extra ipsas est aut 25 
Simplex aut compositus, §. 215. Simplex est etiam minimus, §. 247, 214. Huic 
respondet reactio, aut minima, aut maior, §. 160, 161. Si minima est, est in- 
fluxui aequalis, §. 70. Si maior ponatur reactio, id, quo excedit influxum re- 
actio, ponit reactionem influentis, §. 410, hinc influxus eius non erit siraplex, 
§. 215, quod contra hypothesin. Ergo influxui siraplici respondet aequalis re- so 
actio, §. 70. 

§.412. 

Influxus compositus partium mundi in alias extra ipsas est totum plurium 
simplicium influxuum, §. 215, 214. Cuivis ex his respondet reactio aequalis, 
§.411. lara si addas aequalibus aequalia, summae sunt aequales, §.70. Ergo 35 
omni influxui composito partium mundi respondet aequalis reactio. Hinc reactio 
partium mundi omnis in alias extra ipsas >^st influxui seu artioni transeunti 
aequalis, §. 411. 



Saumgartenä Metaphysica. P. II. CIL S.U. Prima corporum genesis. 113 



§. 413. 
Vires vivae monadum in mundo per contactum mutuum inter se confli- 
gentium [132] sunt aequales, §. 412, 331, et quia eaedem non possunt rationes 
proximae contradictoriorum esse, §. 140, 86, proxime locum, §. 408, 409, hinc 
5 coniunctionem sibi mutuo determinantes, §. 281, 85, non continent rationem 
separationis mutuae proximam, §. 72. Hinc, nisi accedat vis tertia, contingunt 
se inseparabiliter, §. 386, unum Constituantes, §. 73, unitae, §. 79. 

§. 414. 
Ita se mutuo contingentia, ut non nisi per vim tertiam separari possint, cohae- 
10 RENT*). Ergo monades mundi se mutuo contingentes cohaerent, §. 413. Xuäun 
contactus sine cohuesione est. Ergo quaedam monades huius mundi cohaerent, 
§. 409, unum constituentes, §. 413, extensum, §. 407. 
*) hangen an einander. 

§. 415. 

15 Nulla mutatio fit in mundo composito sine motu. Sit enim A mutandum 

ex B in non-B. Coexstiterat cum simultaneis suis extra illud positis, ut B, 
nunc coexsistet, ut non-B, hinc diversam ad ea relationem, §. 37, 38, positum, 
§. 85, et locum nanciscetur, §. 281, et fiet motus, §. 283, 125. Quoties talis 
mutatio, talis in mundo composito motus fit, Status mutati, et univer-[13o]si, 

20 cuius pars est, partim idem est cum praecedentibus, §. 265, partim diversus, 
§. 125. Hinc sicuti certus aliquis motus fuit, quatenus status novus a pristino 
diifert; ita, quatenus status idem mansit, haec duratio status, est in mundo 
composito simul duratio loci, §. 299, certi motus absentia, quies, §. 283, certique 
motus impedimentum fuit, §. 221, et resistentia, §. 222. 

25 §. 416. 

Monades in universo constituentes extensum, §. 414, semper agunt, §. 216, 
285, vi sua, §. 400, repraesentantes universi sui singulos status, et suos, etiam 
futuros, §. 298, quatenus hi iidem sunt cum antecedentibus perdurantes, certum 
motum impediente, certo motui resistente, §. 415, 210, quatenus autem hi diversi 

30 sunt ab antecedentibus, certum alium motum efficiente, s. movente, §. 415, 210. 
Praedicatorum singulis partibus convenientium aggregatum toti tribuitur, §. 155. 
Hinc monades quaedam huius universi constituunt extensum, cui vis inertiae 
tribuatur, §. 294, hinc materiam, §. 295. Materia nee huius universi, nee ullius 
Ulla potest esse totalitär homogenea, §. 407. 

35 [134] §. 417. 

Monades huius universi materiam constituentes, non eam exhibent primam 

ex significatu §. 295, et mere passivam, sed materiam, cui vis motrix tribuatur, 

§. 416, secundam, et corpus physicum, §. 296. Si moveatur una pars huius 

mundi, mutatur eins relatio ad reliquas simultaneas singulas, §. 283, 281, hinc 

40 non est motls in mundo i-articllakis*), id est, cuiusdam mundi partis, sine 

Äani'ä Schriften, ^antjc^iiftlic^et JJac^Iafe. IV. 8 



114 Saumgottcnä Metaphysica. P. II. C. II. S. II. Prima corporum genesis. 

universali, §. 283. Hinc in hoc mundo omnis materia est in motu, §. 415, et 
QüiEs eius non est, nisi respectiva **), i. e. absentia determinati alicuius motus, 
§. 283, quae si tanta fuerit, ut observetur nullus quiescentis motus, erit motis 
EVANESCENs***). Nulla VI mundo quies absolita, absentia omnis motus. 

*) eine besondre Beweg^ung. **) Ruhe von einer gewissen Bewegung, 5 
oder in Absicht auf eine gewisse Bewegung. ***) eine unmerklich wer- 
dende, oder verschwindende Bewegung. 

§.418. 

Extensum, aggregatum monadum, quarum singulae sunt impenetrabiles, 
iam hinc resistet motui suum locum occupaturorum extra ipsum positorum, 10 
§. 398, 222, iam [135] hinc exseret vim inertiae, §. 294. Extensum, aggregatum 
monadum, quarum nulla vis est ulli alteri extra se positae totaliter aequalis, 
quarum nullum totum ulli alteri extra prius posito monadato, qua vires, tota- 
liter aequale est, §. 272, 406, numquam est in totali aeqlilibkio*), aequalitate 
virium in confligentibus, et iam hinc exseret vim motricem, §. 294. Tale autem 15 
extensum est omne monadatum in hoc mundo, §. 414, 396. Ergo monadata in 
hoc mundo ob unam eandemque vim suarum monadum repraesentativam, §. 400, 
quatenus ea in impenetrabilibus rationem durantis loci, quietis, certique motus 
absentis continet, vim inertiae, quatenus eadem in numquam totaliter aequili- 
brantibus, mutationis loci, motusque certi rationem continet, vim motricem pro- üo 
dent, materia, §. 416, et corpora physica, §. 417. Quae duae vires tantum ab- 
est, ut ita sint oppositae sibi invicem, ut posita una diverso respectu non possit 
simul in eodem subiecto poni altera, §. 87, ut potius in respectu ad diversos 
motus sint simul in quocumque huius mundi extenso, §. 417, eademque vis 
dato extenso tributa respectu dati motus motrix, respectu motus huic oppositi 25 
sit vis inertiae, et v. v., §. 415. 

*) Gleichgewicht der Kräfte. 

[136] §. 419. 
Cum corporibus tribuantur vires, §. 296, sunt composita strictius dicta, 
§• 225, 198, hinc modus compositionis est ipsorum essentia, §. 226, monadibus so 
constant, §. 235, habent magnitudinem quantitativam, §. 243. 

§. 420. 
Corpora habent partes extra partes, §. 296, 224. Partes corporum extra 
se invicem actuales primae elementa*) vocantur. 

*) die allerersten Grund-Theile. 35 

§. 421. 
Elementa aut sunt partes corporum absolute primae, i. e. quae non habent 
ipsae iterum partes extra partes, aut relative tales, ultra quas in attentione 
compositionis progredi non placet, §. 420. Illae sunt entia simplicia seu mona- 
des, §. 419, 224. 40 



SSaumgartenS Metaphysica. P. II. C. II. S. II. Prima corporum genesis. 115 

§. 422. 

Immateriale vocatur, quod non est materia, quod est materia, materialk 

vocatur. Elementa corporum absolute talia sunt immaterialia, §. 421, 295. In- 

coRPOREL'M est, quod non est corpus, quod est, corporelm. lam omne corpo- 

5 reum est materiale, §. 296. Ergo elementa corporum absolute talia sunt incor- 

[137]porea, hinc singula non sunt corpora, §. 296. 

§. 423. 
Philosophia respective primum pro absolute primo habens philosophia 
piGROHLM dicitur, quae cum falsa sit, elementa relative talia, §. 421, materialia 
10 et corporea, §. 422, non habenda sunt pro elementis absolute talibus, immateria- 
libus et incorporeis, §.422. Hinc haec commodius elementa simpliciter, illa 
dicuntur materiae primae*), cf. §. 295. 
*) ein allererster Grund-Stoff. 

§. 424. 
15 AxoMLs*) dicitur ens per se indivisibile. Omnis monas est indivisibilis 

per se, §. 244. Hinc omnis monas est atomus. Ergo elementa sunt atomi, §. 423, 
hinc atomi naturae dicuntur. 

*) das an und vor sich untheilbare. 

§. 425. 
20 Observauilia*) (phaenomena) dicimus, quae per sensus possumus cognos- 

cere (confusius). Corpora minora nobis non observabilia corpisclla vocantur. 
Philosophia phaenomena corporum ex cor-[138]pusculis explicans corpiscila- 
ris est. 

*) das wahrzunehmende. 
25 §. 426. 

CoRpisciLA vel alia iterum corpuscula pro partibus habent, vel minus, 
§. 10, 155. Haec primitiva*) dicuntur, illa derivativa**). 
*} die ersten. **) zusammengesetztere. 

§. 427. 

3ü Omnem materiam, qualis est in hoc mundo, constituunt elementa, §. 418, 

419. Hinc magnitudo quantitativa ipsi tribuenda, §. 419, 423, est multitudo 
elementorum ad certam materiam constituendam unitorum, §. 159, 413. Hinc 
elementa partes certae materiae cum ea, tamquara monadato suo, sunt in eodem 
loco, §. 155, 406. Ergo si locus eonim ita mutetur, ut non sint cum materia, 

35 quam ante constituerant, in eodem loco, non manent partes illius materiae, §. 155. 
lam vero omnis relationis mutatio est in ente in se spectato possibilis, §. 133. 
Ergo omnis loci mutatio est in oranibus elementis in se spectatis possibilis, 
§. 281, 85. Ergo et ille motus, quo cessant esse partes materiae, cuius partes 
fuerant, §. 283. Si ita mo-[139]veantur, materia dividitur, §. 244, 162. Ergo 

40 omnis materia^ qualis in mundo, est divisibilis, saltim in et per se, §. 18. 

8* 



116 23aumgartcng Metaphysica. P. II. C. II. S. III. Natura corporum. 

3627, Q—(f. M139. Zu M §.430 Anfang: 
2)ic 9latur toirb l^ier nur abiectio genommen. 



§. 428. 
Si materia in mundo dicatur divisibilis in infinitum: id vel intelligitur abso- 
lute, ipsi non esse partes indivisibiles, et est falsum, §. 424, 419, vel respective, 5 
nobis in ea dividenda uon observabiles partes esse, nisi iterum divisibiles, §. 248, 
et est Terum materiam esse in indefinitum divisibilem, §. 425. 

§. 429. 
Atomcs materialis esset corpusculum per se indivisibile, quod nihil est, 
§. 427, 425. Philosophia igitur atomistica, phaenomena corporum ex atomis lo 
materialibus explicans, fallitur. 

SECTIO III. 
NATURA CORPORUM. 

§. 430. 

Natlra (cf. §. 431, 466) entis est complexus earum eins determinationum 15 
internarum, quae mutationum eins, aut in genere accidentium ipsi inhaerentium 
sunt principia. Hinc ad naturam entis perti-[140]nent 1) essentialia eins, §. 39, 
2) essentia, §. 40, 3) facultates, 4) receptivitates, §. 216, 5) vires, quibus in- 
structum est, omnes, §. 197. Initium naturae est origo*), duratio vita**), finis 
MORS***), cf. §. 556. 20 

*) Erzeugung. **) Leben. ***) Tod. 

§. 431. 
Natura corporum est modus compositionis eorum, §. 419, cum omni facul- 
tate, receptivitate, vi inertiae et motrice, qua pollent, §. 296, 430. Nonnum- 
quam etiam natura simpliciter dicitur, cf. §. 430, 466. 26 

§. 432. 

Cum in mundo sit universalis veritas, §. 363, 90, omnes eius mutationes 
habent normas communes, §. 86, 89, secundum quas natura partium eius deter- 
minatur, §. 431, hinc et motus corporum in mundo, §. 283, quarum superiores 
LEGEs*), inferiores regilae motus**) dicuntur. 30 

*; gemeine. **) besondre Gesetze der Bewegung. 

§. 433. 
Machina est compositum stricte dictum secundum leges motus mobile. 
Ergo oniiip. foriius in mundo •-■st nnu-lnini, §. [141] 419, 432. Nee datiir in mundo 



erläutctungen tant^. «Rr. 3627— 3628 (93anb XVII). 117 

56^8. xp. M142'. Zu der Überschrift ,,Mundus optimus'' : 
2)ie 2BeIt al§ summum bouum derivativum. 



machina, nisi ens contingens, §. 361. Machinae natura per leges motus deter- 
minata Mechanismus est. At, quicquid noa est compositum, noa est machina, 
5 hinc aulla monas est machiaa, §. 230. 

§. 434. 
Nexus machinarum est mechasicus, hiac aexus corporum ia mundo est 
mechanicus (muadus, cf. §. 354, corporeus, materialis, regnum naturae), §. 433. 
At, in quo mundo sunt Spiritus et corpora, in eo connexa sunt etiam corpora 
10 cum spiritibus, §. 357, hinc ia mundo, in quo suat spiritus et corpora, est 
nexus 1) corporum inter se, 2) spirituum inter se, §. 403, 3) corporum et spiri- 
tuum mutuus, pneumatico-mechanicus et mecbanico-pneumaticus (harmonia regni 
naturae et gratiae). 

§. 435. 
15 Philosophia mechanica est phaenomena corporum ex eorum mechanismo 

explicans. Fatum ex mechanismo corporum est physicomechanicum (physicum 
aut mechanicum simpliciter), at si quis eventus mundi per illud determinetur, 
est in se contingens [142], §. 361, 354, non nisi hypothetice necessarius, 
§. 382, 105. 

20 CAPUT III. 

PERFECTIO UNIVERSI. 

SECTIO I. 
MUN'DUS OPTIMUS. 

§. 436. 

25 Mundus perfectissimus est, in quo plurimarum partium maximae, et maxi- 

marum plurimae partes in mundo compossibiles tantura ad unum consentiunt, 
quantum ia mundo Heri potest. Hinc mundus perfectissimus habet perfectionem 
maxime compositam, cuique mundo non nisi simplex convenit perfectio, non est 
perfectissimus, §. 185. 

30 §. 437. 

Posito mundo perfectissimo ponitur summa, quae in mundo possibilis est, 
perfectio, §. 436. Hinc mundus j/t-r/ectissimus est etiam mundorum possibilium 
omnium ojitimus, §. 187. lam mundi partes sunt actualia, §. 354, haec vel 
simultanea, vel successiva, §. 306. Ergo munf/us uer/t^cti^-lXiZyimus tot 1) simul- 



118 IBaumgortenä Metaphysica. P. II. CHI. S. I. Mundus optimus. 



tanea, tot 2) successiva complectitur, et 3) tanta, quot et quanta in mundo sunt 
optimo compossibilia, i. e. 1) extensive^ 2) protensive^ 3) inte/isii-f, mundorum est 
optimus maximus, §. 436, 368. 

§. 438. 
Si vel duo tantum contingentia extra se posita sunt in mundo compossi- 5 
bilia, vel ut simultanea, vel ut successiva, quorum unius perfectio vel nihil, 
vel non tantum alterius perfectioni deroget, qantum perfectioni totius addat, 
MCNDus EGoisTicL's, qualem egoista hunc ponit, non est perfectissimus. Si vel 
unica tantum monas non intellectualis in se possibilis et cum spiritibus in 
mundo compossibilis est, cuius perfectio aut nihil, aut non tantum perfectioni 10 
spirituum deroget, quantum perfectioni totius addat, mlndus idealisticus, qualem 
idealista hunc ponit, non est perfectissimus, §. 437. 

§. 439. 
Materialista negat in hoc mundo dari monada, §. 395, hinc mundum sibi 
format impossibilem, §. 394, ergo aihnuiis nee ullus, nee perfectissimus est, 15 
qualem materialista fingit hunc esse, materialisticis, §. 436. 

[144] §. 440. 
Perfvitissiinus etiam mundus tinitus est, §. 372, et omnes eius, etiam per- 
fectissimae, partes finitae, §. 354, 257. Ergo nee ipse, nee quicquam in eodem 
est intinitum realiter, §. 248. Non possunt tarnen solum et ipse, et multae eius 20 
partes multis rationibus mathematice infinita esse, sed est ipse etiam omnibus, 
qui aut nequeunt, aut quibus non placet contingentis maximi determinare iimi- 
tes, ejtensioins, protensionis, inte/isionis infinitae mathematice talis, s. intensive, ex- 
tensive, protensive indetinitus, §. 248, 437. 

§. 441. 25 

In mundo per/ectissimo est timximus, qui in mundo possibilis, nexus universa- 
lis, §. 437, 94, harmonia et consensus, §. 436, 357. 

§. 442. 
Cum omnis mundus sit perfectus, §. 360, imperfectissimus est, in quo 
minima, quae in mundo esse potest, perfectio, consensus paucissimorum mini- 30 
morum ad unum minimum minimus, §. 354, 185, hinc Simplex, §. 96, sine ex- 
ceptionibus, §. 97. Mundus imperfectissimus est minimus, §. 368. 

[145] §. 443. 
Etiamsi mundus perfectissimus ponatur mundorum optimus, §. 437, non 
tarnen ideo ponitur summum bonum, s. Optimum metaphysicum, etiamsi ponan- 35 
tur in eo maximae plurimae realitates, quae in ullo mundo sunt compossibiles, 
non tamen absolute plurimae maximae, §. 190, multo minus absolute necessariae, 
quoniam singularum exsistentia modus est, §, 361. Etiamsi mundo perfectissimo 



SaumgattenS Metaphysica. P. II. CHI. S.U. Substant. mundan. commerc. 119 

tribuatur maximus realitatis in universo quodam obtinendae gradus, ille tarnen 
in ente contingenti non nisi limes erit, §. 248, 250, a realiter infiniti gradu 
realitatis absolute maxiino, necessario, immutabili, §. 251, probe diversus, §. 38. 

§. 444. 
5 In omni perfectione est ordo, §. 95. Hinc in mundo perfectissimo maxi- 

mus est ordo, qui in mundo possibilis, §. 437, 175. Ergo plurimae regulae 
perfectionis communes, e. g. Quo plura, quo maiora, quo spatiotiiora, §. 280, quo 
diuturniora, §.299, ceteris pariOus, hoc melius, §.437, 187, et ordo maxiine com- 
positu's, §. 183, ita tarnen, ut inferiores superioresque regulae tandein ad unam 
10 omnes ex una summa perfectionis regula, eademque fortissima, cognosci possint, 
§. 182, 185. 

[146] §. 445. 
In mundo perfectissimo cum plurimae sint perfectionis regulae, §. 444, 
possunt etiam esse exceptiones admodum raultae, §. 97, 372, modo maximum 
]•'' non tollant consensura, §. 440, hinc sint, quae possunt, ceteris paribus, paucissi- 
mae, §. 161, minimae, §. 186. 

§. 446. 

Si in mundo perfectissimo collidantur ratio perfectionis sufticiens et in- 

sufliciens, fit exceptio ab insufficienti : si collidantur fecundior et minus fecunda, 

20 fit exceptio a minus fecunda; si gravior et minus gravis, fit exceptio a minus 

gravi; si ulterior et propior ulteriori subordinata, fit exceptio a propiori; si 

secundum quid sufficiens et simpliciter talis, fit exceptio a sufficiente secundum 

quid; si inferior et superior, fit exceptio ab inferiori. Quaecumquae tandem 

regula perfectionis in mundo perfectissimo collidatur cum summa, ab ea ex- 

25 cipitur, §. 186, 445. 

§. 447. 

De mundo perfectissimo non valent solum §. 361—376, 354, 436, sed 

etiam absunt ab eodem longissime, quae abesse ab omni mundo docent §. 380 

—388, 247, 354, e. g. Tantum abest ab eo fatum spi-[147]nosisticum, §. 382, 

30 ut ipsi potius indefinita extensive, intensive et protensive tribuenda sit con- 

tingentia et mutabilitas, §. 440, 437, etiam hypothetica, §. 104, 127. 

SECTIO II. 
SUBSTANTIARUM MUNDANARUM COMMERCIUM. 

§. 448. 

3.-) Cum in hoc mundo sit harmonia, §. 356, sit influxus universalis, §. 408, 

aut erit hie ubique realis, aut ubique idealis, aut aliquando realis, aliquando 
idealis, §. 212. Harmonia raonadum mundi in se mutuo influentium est slb- 
STANTIARLM MüNDANARL'M COMMERCIUM*). Ergo substantiae ouiuis et huius mundi 
sunt in universali commercio, §. 367. Sententiae, huic explicando aptae quae 

40 videntur, systemata explicandi commercii inter sibstantias MLNDi**) dicuntur. 



120 33aunigartcnä Metaphysica. P. II. CHI. S.U. Substant. mundan. commerc. 

eaque si explicando omni omnium comraercio adhibeantur, isiversalia***), cf. 
§.761 (generalia). Mutationes partium imindi in comniercio positarum, quaruni 
in una parte conimercii evenientium cognosci potest ratio sufficiens ex vi alte- 
rius partis coinmercii, sunt iiarmosi-[148]cae ****). Influxus omnium substan- 
tiarum mundi in se invicem idealis est harmonia praestabilita lniversalis*****), 5 
cf. §. 462, eamque ponens in hoc mundo, est harmonista universalis, cuius 
systeraa vocatur systema harmo.niae pkaestabilitae iniversalis******). 

*) die Verbindunff des in einer ganzen Welt vor sich bestehenden. 
**) Meinungen von der Art und Weise solcher Verbindung. ***) all- 
gemeine. ****) übereinstimmende Veränderungen. *****) die allgemeine lO 
vorherbestimmte Übereinstimmung. ******) die Meinung der allgemeinen 
vorherbestimmten Übereinstimmung. 

§. 449. 

Systema harmoniae praestabilitae universalis non tollit influxum substan- 
tiaruin huius iiiuudi in se invicem, sed eum ponit, §. 448, non tollit unam mundi 15 
substautiam pati ab altera, §. 448, 212, sed quainlibet tamen mutationem suam, 
quam ab altera substantia huius mundi patitur, vi sua producere ponit, §. 210, 
non tollit partium huius mundi conflictum mutuum, §. 213, facultatem receptivi- 
tatemque actionum transeuntium, §. 217, multo minus influxum substantiae 
intinitae, receptivitatemque illius influxus in finitis, §. 448, non solum non tollit 20 
agere posse spiritus [149] in corpora, et corpora in spiritus, sed ponit etiam in 
hoc mundo corpora et spiritus in se uiutuo influere, §. 408, 434, seque posse 
mutuo contingere, §. 223, 409. 

§. 450. 

Im'llxis realis substantiae mundi partis in aliam uiundi partem est physi- 25 
eis. Hinc iSFUxis physicis iniversalis est universalis substantiarum in mundo 
harmonia, qua una in alteram realiter influit, eumque ponens in hoc mundo 
est iNKn xioMSTA iNivEUsALis. Huius systema est systema influxus physici 

ÜNI\ K.KSALIS. 

§. 451. 30 

Systema influxus physici universalis non tollit harmoniam substantiarum 
mundi mutuam eamque universalem, §. 4.50, 48, sed praestabilitam, §, 448. Non 
omnis, qui ponit substantias huius mundi in se mutuo influere, inter se con- 
fligere, a se invicem pati, et utrumque posse corpora respectu spirituum, spiri- 
tus respectu corporum, imiiio se posse mutuo contingere, est influxionista uni- 35 
versalis, §. 449, 450. Influxionista universalis 1) negat ullam substantiam huius 
mundi, quando patitur ab alia substantia huius mundi, agere et passiones suas 
vi sua producere, §. [150] 450, 212, 2) ponit realiter passiones unius substantiae 
huius mundi produci ah altera substantia huius mundi in eain influente, §. 450. 
Hinc per systema intluxus physici universalis uulla substantia, pars mundi, in m 
uUis suis luutationibus harmonicis agit vi propria, §. 448. lam vero omnes 
mutationes substantiae mundanae possunt ex vi cuiuscumque alius monados ad 



S3aumgarten3 Metaphysica. P. II. C. III. S. II. Substant. mundan. commerc. 121 

eundem mundum pertinentis sufficientur cognosci, §. 354, 400. Ergo oranes 
sunt harmonicae, §. 448, et hinc in nullis suis mutationibus ulla substantia 
mundana agit, ex systemate influxus physici universalis, in Omnibus realiter 
patiens ab aliis substantiis raundanis, quae tarnen ob eandem rationem prorsus 
5 non agerent, §. 210, hinc nee vires essent, §. 197, q. c, §. 199. 

§. 452. 
Qui ponit in omnes substantias huius mundi pati visas ab aliis huius 
mundi substantiis, et realiter quidera patientes, ex ipsius sententia, solam realiter 
influere substantiam infinitam, est occasionalista (assistentianus) universalis, 

10 eiusque systema est svstema cacsarum occasionalilm iniversale*) (Cartesianum, 
s. Malebrancbianum potius assistentiae), contradicens §. 400, 408, binc falsum. 
Idem patet inde, quod [151] per occasionalismum nulla mutatio harraonica in 
substantia ulla mundana est ipsius, sed tantum substantiae infinitae actio, §. 448. 
Hinc etiam hoc systema omnem in finitis tollit vim et energian, §. 451. 

15 *) die Meinung der allgemeinen sogenannten nur gelegentlichen Ursachen. 

§. 453. 
Systema causarum occasionalium, nisi harmoniam, influxum tarnen mutuum 
substantiarum huius mundi universalem verum tollit, §. 452, 448, hunc physi- 
cum, §. 450, et idealem, §. 212 (nisi sie dicas imaginarium apparentem, §. 12), 
20 illam praestabilitam, §. 448. Non omnis, qui ponit substantiam infinitam in 
omnes fiuitarum substantiarum passiones realiter influere, nee omnis ille, qui 
substantiam infinitam solam in eas realiter influere ponit, est occasionalista 
universalis, sed qui ponit 1) reales esse passiones substantiarum finitarum 
omnes, 2) a solo influxu substantiae infinitae dependere, §. 452. 

25 §. 454. 

Systemata harmoniae praestabilitae et influxus physici universalium in hoc 
sunt similia, §. 70, ut 1) nee influxum mutuum substantiarum huius mundi, 
nee harmo-[152]niam, nee influxum substantiae infinitae in easdem realem tol- 
lant universales, §. 448, 450, 2) passiones substantiarum huius mundi ponant 
30 esse actiones alicuius substantiae finitae; in eo sunt dissimilia, ut posterius 
excludat ab actione patientem substantiam, prius non excludat, §. 449, 451. 

§. 455. 
Systema harmoniae praestabilitae et causarum occasionalium universalia 
in eo sunt similia, ut tollant influxum realem substantiae huius mundi in aliam, 
35 eiusdem partem, §, 70, in eo sunt dissimilia, §. 70, ut prius ideales ponat 
passiones quasdam earum, quas posterius reales ponit, §. 449, 453. 

§. 456. 
Systema influxus physici et causarum occasionalium universalia in eo 
sunt similia, ut passiones unius in hoc mundo substantiae ab altera eiusdem 
40 mundi parte utrumque ponat reales: in eo sunt dissimilia, §. 70, ut prius in- 
fluere solam substantiam infinitam in eas tollat, ponat posterius, §. 451, 452. 



122 Saumgortenä Metaphysica. P. IL C. III. S. IL Substant. mundan. commerc. 

§. 457. 

SySTEMATA EXPLICANDI SCBSTANTIARCM MüNDANARCM [153] COMMERCIUM L'NI- 

vERSALiA, si singula singularum mundi substantiarutn commercia simili modo 
explicant, simplicia*) dicuntur. Ergo systema harmoniae praestabilitae, in- 
fluxus physici et causarum occasionalium universalia sunt systemata simplicia, 5 
§. 448, 456. Systemata universalia composita**) sunt, quae quaedam quarun- 
dam substantiarum mundi commercia diverso modo, quam alia, explicant. 

*) die allgemeine Meinungen von der Art und Weise der Verbindung des 
vor sich bestehenden in einer ganzen Welt sind entweder einfach. **) oder 
zusammengesetzt. lo 

§. 458. 
Praeter harmoniae praestabilitae, influxus physici, et causarum occasiona- 
lium systemata universalia, quartum aliquod simplex universale, §. 457, non est 
possibile, §. 448, 452, infinita seu potius indefinita possunt esse composita, 

§. 457, 248. 15 

§. 459. 
Per harmoniam praestabilitam, influxum plurium substantiarum mundi in 
commercio positarum idealem in se invicem maior nexus actuatur, quam per 
influxum earundem physicum, §. 167. Nam in in-[154]fluxu physico passio 
realiter patientis non habet rationem sufficientem in patientis viribus, §. 450, 20 
212. In harmonia praestabilita habet passio patientis substantiae rationem suf- 
ficientem 1) in ipsius viribus, 2) in idealiter influente substantia, §. 449. Hinc 
substantia influens in harmonia praestabilita est aeque fecunda, ac in influxu 
physico, substantia vero patiens est in harmonia praestabilita fecundior, quam 
in influxu physico, §. 166. 25 

§. 460. 
Per influxum substantiae infinitae soll tributum in substantias in com- 
mercio positas realiter patientes, quicquid patiuntur, substantia patiens non 
est fecundior, quam per influxum physicum, §. 453, altera autem pars commercii 
finita adhuc minus fecunda, §. 453, 166. Ergo per harmoniam praestabilitam 30 
coniunctam cum concursu substantiae infinitae maior nexus actuatur in sub- 
stantiis in commercio positis, quam per influxum soll infinitae substantiae tri- 
butum, §. 167. 

§. 461. 

In mundo perfectissimo est nexus possibilium in mundo maximus, §.441.. 35 
Ergo substantiae, quae et quot possunt in eo, connectuntur per harmoniam 
[1.55] praestabilitam coniunctam cum concursu substantiae infinitae, §. 460, 459. 

§. 462. 
Si harmonia praestabilita universalis coniuncta cum concursu substantiae 
infinitae est in mundo perfectissimo possibilis, est ille, qualem harmonista uni- 40 
versalis hunc ponit esse, §.448, 461, nee est, qualemcumque systema quoddam 
compositum adoptaturus concipiat, §. 451, omnis contra particularis harmonia 



S3aumgarten€ Metaphysica. P. II. C. III. S. III. Naturale. 123 

pRAESTABiLiTA*), 1. 6. quaruudam mundi partium, in eodem admittenda est, §. 154 
*) besondre vorherbestimmte Übereinstimmung. 

§. 463. 
Cum harmoniae praestabilitae universalis condicio, sine qua non, sit pos- 

5 sibilitas eius in mundo perfectissimo, haec demonstranda est harmoniam prae- 
stabilitam demonstraturo per §. 462. Alias ita patet: ex quavis cuiusvis mundi 
monade singulae mundi, ad quem pertinet, partes cognosci possunt, §. 400, ergo 
et singulae mutationes mundanae, §. 354, 155. Tales autem sunt omnes pas- 
siones cuiusvis monadis mundanae, quam ab alia sui mundi monade patitur, 

10 §. 210. Monas [156] autem patiens est vis, §. 199. Ergo ipsa illa monas ab 
alia monade mundana patiens est ratio huius passionis suae, et singularum eius 
partium, §. 354, 155, hinc ratio huius suae passionis sufficiens, §. 14, 21, adeo- 
que data passio ipsius simul est patientis actio, §. 210. Ergo passiones 
omnes monadum cuiusvis mundi, quas ab aliis monadibus mundanis patiuntur, 

15 sunt tantum ideales, §. 212. Ergo talis etiam semper influxus monadis mundanae 
in aliam, numquam realis, uuraquam physicus, §. 450. Hinc in hoc etiam mundo 
omnes eius substantiae sunt tantum per harmoniam praestabilitam in commercio 
universali, §. 448, nullae umquam per influxum physicum. Systema harmoniae 
praestabilitae universalis est vera sententia, ergo et omnis particularis harmonia 

20 praestabilita vera est, §. 462, omnis et universalis et particularis influxus physi- 
cus, et eius systema, §. 450, et systema causarum occasionalium, §. 452, falsa sunt. 

§. 464. 

In mundo perfectissimo nexus est, qui in mundo possibilis, maximus, §. 441. 

Ergo si sunt in mundo perfectissimo corpora et Spiritus, §. 438, est nexus 

25 mechanicus, pneumaticus, et pneumaticomechanicus in eodem maximus, §. 441 

(ma-[157]xima regni naturae et gratiae harmonia, §.434,403, praestabilita, §.463). 

§. 465. 
Dl'Alista est, qui ponit hunc mundum constare spiritibus et corporibus 
extra se. Hinc mundus perfectissimus non egoisticus, non idealisticus, §. 438, 
30 est, qualem hunc dualista concipit, §. 439. 

SECTIO III. 
NATURALE. 

§. 466. 

Complexus naturarum in singulis et simul sumptis partibus mundi est 

35 SATORA iNivERSA (naturata, cf. §. 859). Hinc natura huius et perfectissimi uni- 

versi est aggregatum seu complexus omnium essentialium, essentiarum, facul- 

tatum, receptivitatum, virium, quibus omnes eius partes, monades, elementa, 



124 SSaumgartctiä Metaphysica. P. II, C. III. S. III. Naturale. 

Spiritus, matenae, corpora instructa sunt, §. 430, hinc omnis omnium in eo 

corporum modus compositionis, vis inertiae, vis motrix, et mechanismus est 

pars naturae universae, §. 431, 433. 

[158] §. 467. 

Essentia mundi eiusque compositi modus compositionis, §. 226, cum 5 

essentiis singularum eius partium, non est, nisi pars, satis parva, §. 161, naturae 

universae, §. 466, 155. 

§. 468. 

Natura universa habet partes internas mutabiles, §. 466, easque perfec- 

tissimi mundi natura universa plurimas, §. 437. Hinc natura universa cuiusvis lo 

mundi est ens contingens, §. 131, et finitum, §. 255, et perfectissimi quidem 

mundi natura universa habet contingentiam mathematice ter infinitam, §. 447. 

§. 469. 
EvENTis ab ullius entis contingentis natura actuandus est satlralis siper- 
NATiRALi coNTRADisTi.NCTLS, cf. §. 474. At evcutus a dcterminata determinati 15 
entis contingentis natura actuandus est naturalis, praeternatcrali, cf. §. 474, 
coNTRADisTiNCTcs. Qujcquid ab alicuius natura actuari potest, est ipsi physice 
possiBiLE, quicquid non potest, est ipsi physice impossibile. Quaedam in se 
possibilia non tamen a quavis natura actuari possunt, §. 15, 430, ergo multis 
pos- [159] sunt esse physice impossibilia. Non omne physice nonnullis impossi- 20 
bile est et absolute tale. Physice alicui contingenti impossibilia sunt talia aut 
in quocumque eius natura spectetur statu, natiraliter impossibilia simpliciter 
(mere, omnino, prorsus), aut tunc demum, si in certo statu spectetur eius na- 
tura, NATCRALiTER IMPOSSIBILIA SECüNDüM QUID (pro nuuc et sic). Impossibüitas 
naturalis simpliciter talis realitatum est impotentia mere naturalis. Non omnis 25 
impossibüitas naturalis est impotentia mere naturalis aut absoluta impossibüitas, 
§. 467. Oppositum physice impossibilis est physice secessarium, physice possi- 
bilis PHYSICE CONTINGENS. Nou omnc physice necessarium est absolute neces- 
sarium, §. 102. Quaedam in se contingentia possunt multis esse physice 
necessaria, §. 104. Physice necessaria vel sunt simpliciter, vel secundum 30 
quid talia. 

§. 470. 
Naturale certo corpori est a determinata eius natura actuandum, certo 
mundo corporeo est, quod per naturam corporum certi mundi universam actu- 
andum, §. 466. Naturale certo spiritui continoenti est [160] per determinatam 35 
eius naturam actuandum. Naturale certo mundo pneumatico est, quod per 
naturam spirituum certi mundi universam actuandum est, §. 469. 

§. 471. 
Successio naturalium in mundo est cursus naturae. Hinc cursus naturae 
opponitur successioni vel supernaturalium, vel praeternaturalium, §. 469, et vel 40 
in aliquo corpore, vel in toto aliquo mundo corporeo, vel in spiritu aliquo, vel 
in toto aliquo mundo pneumatico, vel in universa natura spectatur, §. 470, 466. 



Saumgortenä Metaphysica. P. II. C. III. S. IUI. Supernaturale. 125 



§. 472. 
Ordo naturalium in mundo est ordo natlrae, isque vel supernaturalium, 
vel praeternaturalium opponitur coniunctioni, et vel in certo tantum corpore, 
vel mundo corporeo, vel spiritu, vel mundo pneumatico spectatur, §. 409, 470, 
6 vel in universa natura, §. 466. Horum ordinum singuli normas suas communes 
habent, §. 86. Ergo sunt in hoc mundo normae naturalis ordinis leges re'gu- 
laeque communes, §. 432, diversae, §. 38, at similes, §. 70. Complexus legum 
similium lus*) est, cf. §. 971 (latius dictum). Legum ordinis naturae complexus 
iis na-[161]tlrae latissimlm est, huius partes sunt leges regulaeque motus, 
10 §. 432, legesque naturae spirituum. 
*) ein Recht. 

§. 473. 

Naturale si sequatur naturale, evenit secindlm ccrslm natirae, idque 

secundum cursum naturae vel certi corporis, vel certi nexus in certo mundo 

15 materialis, vel certi Spiritus, vel certi nexus in certo mundo pneumatici etiam 

§. 471, vel saltim secundum cursum naturae universae, §. 466, si succedat, vel 

coexsistat naturali, evenit secundum ordinem naturae, idque secundum ordinem 

naturae vel certi corporis, vel certi nexus in certo mundo materialis, vel certi 

Spiritus, vel certi nexus in certo mundo pneumatici etiam, §. 472, vel saltim 

20 secundum ordinem naturae universae, §. 466. Ergo naturale succedens et 

coexsistens naturalibus actuatür secundum leges naturales, §. 472. Naturale 

certo corpori, aut certo nexui in mundo materiali secundum leges regulasque 

motus per mechanismum corporum actuatür, §. 433, hinc explicari potest mecha- 

nice, §. 435, 433. 

25 [162] SECTIO IUI. 

SUPERNATURALK. 

§. 474. 

EvENTus mundi a nullius entis contingentis natura actuatus supernaturalis 

est. Eventus a determinata certi entis contingentis, in quo evenit, natura non 

30 actuatus, respectu illius entis praeternaturalis est. Hinc supernaturalia sunt 

praeternaturalia respectu naturae universae; et praeternaturalia respectu naturae 

universae sunt supernaturalia, §. 466. Eventus supernaturalis , qua spectatur 

ut extraordinarius, est miraculum*). Hinc miraculum est praeternaturale respectu 

naturae universae. Omne miraculum est supernaturale, sed non omne super- 

35 naturale refertur ad miracula. 

*) ein Wunder, Wunderwerk. 

§. 475. 
Supernaturalia et miracula sunt naturalium, et naturaliter ordinariorum 
opposita, §. 81, 474. lam naturalia et naturaliter ordinaria in omni mundo sunt 
40 contingentia, §. 354, 257. Ergo supernaturalia et miracula sunt possibilia, §. 101. 



126 SaumgattenS Metaphysica. P. IL C. III. S. IUI. Supernaturale. 

[163] §. 476. 
Quae per naturam entis contingentis in mundo actuantur, non sunt super- 
naturalia, nee miracula, §. 474. Hinc per naturam spiritus, qui pars mundi est, 
actuata non sunt supernaturalia, non miracula, §. 354, 257. 

§. 477. 5 

Actiones spirituura finitorum in alias mundi partes, per determinatam 
naturam patientium non actuatae, hinc respectu patientium praeternaturales, 
§. 474, et extraordinariae, §. 472, 384, non sunt tamen supernaturales, nee mira- 
cula, §. 474. Hinc si dicuntur miracula comparativa*), miracula comparativa 
non sunt miracula, quae illis contradistinguenda rigorosa**) vocantur. Si tales lO 
actiones supra naturam ponantur, id tantum de certa certi corporis mundive cor- 
porei natura concedi potest, §. 470. 

*) Vergleichungs-Weise. **) nach der Strenge sogenannte Wunder. 

§. 478. 
Cuius causam naturalem nos non novimus, eventus extraordinarius est 15 
pRODiGiuM*) (Signum, cf. §. 347, [164] ostentum, portentum). Prodigia sunt vel 
miracula rigorosa, §.474, 477, vel naturales eventus, miracila quoad nos**). 
*) ein geschehendes Zeichen. **) Wunder nach der Fassung des Wahr- 
nehmenden. 

§. 479. 20 

Supernaturalia et miracula cum per universam naturam non actuentur, 
§. 474, 466, et sint tamen entia contingentia, §. 474, 354, hinc effectus, §. 334, 
quando exsistunt, habent causam efficientem ens extramundanum , §. 388, de 
quo testantur, §. 333. 

§. 480. 25 

Contra ccrsum natcrae evenit eventus non naturalis naturalibus succedens, 
§. 471, 473. lam supernaturale et miraculum non est eventus naturalis, §. 474, 
469. Ergo supernaturale et miraculum fit contra cursum naturae naturalibus 
succedens, et quidem contra cursum naturae universae, §. 471. Praeternaturale 
certo corpori, aut certo mundo corporeo, certo spiritui, aut certo mundo pneu- 30 
raatico fit contra cursum naturae aliquem tantum, §. 474, 471. Hinc non omne 
contra qualemcumque cursum naturae eve-[165]niens est supernaturale, vel 
miraculum, §. 474. 

§• 481. 
Supernaturalia et miracula non sunt absolute extraordinaria, §. 476, 385, 36 
nee contra ordinem mundi omnem, §. 359, 7, nee tamen sunt naturaliter ordi- 
naria, §. 472, 474. Cumque eventus non naturalis naturalibus coexsistens vel 
succedens evenit contra ordinem natirae, supernaturalia et miracula sunt contra 
omnem ordinem naturae universae. Ergo non eveniunt secundum norraas certi 
ordinis naturae communes, §. 472. Ergo sunt relative ad ordinem naturae extra- 40 
ordinaria, §. 384. Supernaturalia et miracula sunt extraordinaria respectu ordinis 



23aumgartenö Metaphysica. P. II. C. III. S. V. Possibil. supernatur. hypoth. 127 

naturae universae, §. 472. Praeternaturale est extraordinarium respectu certi cor- 
poris, aut mundi corporei, certi Spiritus, aut nexus pneumatici, et ordinis 
naturae in iisdem determinati, §. 474, 472, ita, ut contra hunc eveniat, §. 384. 
Ergo non omne extraordinarium respectu qualiscumque ordinis naturae, non 
5 omne, quod est contra qualemcumque naturae ordinem, est supernaturale, multo 
minus miraculum, §. 474. 

[166] SECTIO V. 
POSSIBILITAS SUPERN ATURALIUM HYPOTH ETICA. 

§. 482. 

10 Lex ordinis in mundo perfectissimo, §. 84, eaque una ex superioribus, 

^. 182, haec est: Optimum compossibilium in mundo perfectissimo coniungatur optima, 
§. 444. Haec lex dicitur lex optimi in mundo, cf. §. 822, cui subordinatur lex 
optimi in natura: optimum naturalium in mundo perfectissimo coniungatur optima, 
§. 4C9, 444. 

15 §. 483. 

Pone in mundo perfectissimo eventum naturalem, hinc secundum ordinem 
naturae eventurum, §. 473, reliquis compossibilem. Pone sub iisdem circum- 
stantiis eventum supernaturalem, hinc contra omnem ordinem naturae eventurum, 
§. 481, reliquis compossibilem, sed naturali meliorem. Cum oppositi, naturalis 

20 et supernaturalis, e. g. miraculosus, eventus simul exsistere nequeant, §. 81, in 
hoc casu regulae ordinis naturae universae, et superior regula perfectionis, 
§. 482, collidentur, §. 97. 

[167] §. 484. 
Regulae ordinis naturae, et peculiaris, et universae, cum in mundo per- 

25 fectissimo sint inferiores et subordinatae legi optimi in mundo, §. 182, 482, in 
casu per §. 483 posito fiet exceptio a legibus ordinis naturae, §. 446, et fiet 
supernaturale quid, immo miraculum, §. 483, ordini mundi perfectissimi summo 
convenientissime, §. 444. 

§. 485. 

30 Supernaturalia et miracula per saltura absolutum essent impossibilia, §. 887, 

hinc supernaturalia nulla, miracula nulla fiunt per saltum absolutum, §. 475. 
Cum tamen eventuum in mundo naturaliter ordinaria ratio sufficiens proxima 
sit natura cuiusdam entis contingentis , §. 472, 469, quando eveniunt super- 
naturalia et miracula, eveniunt per saltum respectivum, §. 474, 386. 

35 §. 486. 

Supernaturalia et miracula in mundo corporeo evenientia mechanice ex- 
plicari non possunt, §. 435, 433, multo minus pneimatica, in mundo pneuma- 
tico (regno gratiae) evenientia, §. 433, 403. 



128 Saumgartenö Metaphysica. P. II. C. III. S. V. Possibil. supernatur. hypoth. 

§. 487. 
Si pro eventu natural! in mundo ponatur supernaturalis et miraculosus, 
non est [168] mundus totaliter idem, qui esset, si naturalis eventus pars eius 
esset, §. 267, 155. Ergo posito supernaturali et miraculo in mundo, pro effectu 
naturali, ponitur Status mundi supernaturali dato, vel miraculo coexsistens par- 5 
tialiter alius, quam esset supernaturali vel miraculo non patrato, §. 378, 369. 

§. 488. 
Nihil prorsus sterile, §. 23, hinc nullum supernaturale, nullum miraculum 
est sine corollario, seu rationato, posito hoc, ponitur iterum aliquid, §. 14, hinc 
eius denuo rationatum, §. 23, et sie porro. Ergo omnis supernaturalis, omnis lo 
miraculi ponuntur consectaria in indefinitum, §. 248, per Status mundi post 
eventum supernaturalem, post miraculum successivos, §. 30, 369. 

§. 489. 
Si pro eventu supernaturali, pro miraculo positus in mundo fuisset in 
casu §. 487, 488 memorato eventus naturalis, habuisset et hie sua rationata in 15 
indefinitum per omnes mundi Status succedentes ipsi, §. 23, 369, sed consectaria 
effectus naturalis et supernaturalis vel miraculosi non possunt esse totaliter 
eadem, §. 267, 38. Ergo posito supernaturali, posito miraculo in mundo pro 
effectu naturali omnes [169] mundi Status eventui supernaturali, vel miraculo 
succedentes sunt partialiter alii, quam fuissent dato supernaturali, vel miraculo 20 
non patrato, §. 369. 

§. 490. 
In systemate occasionalismi omnis passio substantiae finitae supernaturalis 
est, §. 474, 453, licet quaedam concipi possit, quae non sit miraculum, quatenus 
spectatur, ut ordinaria, §. 384. 25 

§• 491. 
Supernaturale et miraculum cum sit actio, §. 474, 323, erit vel simpIex, 
vel compositum, §. 215, et hoc quidem vel ens simultaneum, vel ens successivum, 
vel utrumque, §. 238. Tarn simplex, quam compositum, modo ens simultaneum, 
evenit in instanti, destitutum prioribus posterioribusque partibus, §. 300. *' 

§. 492. 

Quo fecundius, quo nobilius supernaturale et miraculum, §. 166, hoc malus 
est, §. 491, 214, hinc maximum erit fecundissimum, nobilissimum, et maxime 
compositum, §. 214, 215. 

§. 493. 35 

Natiralista latics mens, cf. §. 999, est, qui in hoc mundo super- [170] 
naturales omnes eventus toUit. Ergo tollit miraculorum in hoc mundo exsisten- 
tiam, §. 474, si id facit, ob negatam eorundem possibilitatem, errat, §. 475. 



33aumgarteng Metaphysica. P. II. C. III. S.V. Possibil. supernatur. hypoth. 129 



§. 494. 

Posita natura huius mundi, uti est, extensionis intensionis protensionis 

mathematice infinitae, §. 440, 466, est et infinitae eiusmodi contingentiae, §. 468, 

361, nee potest exsistere, nisi ut effectiis causae extramundanae, de qua testatur, 

5 §. 375, sicut supernaturalia et miracula, quando exsistunt, §. 479. Hinc limites 

suae theoriae de natura huius muudi universa non confundens cum limitibus 

dictae naturae ipsius, nee inde secure concludens ex sua tantum ignorantia 

causae naturalis ad hanc omnino negandam : non est ideo iam iniurius in causam 

universae naturae supernaturalibus et miraculis coramunem, §. 375, 479, neque 

10 naturalista, §. 493. 

§. 495. 
Pone eventum naturalem et supernaturalem in mundo perfectissimo sub 
iisdem circumstantiis reliquis mundi partibus compossibilera, sed, qua consecta- 
ria, aequaliter bonos. Naturalis aeque satisfaciet legi optimi in mundo ac 
15 supernatu-[171]ralis, §. 482, simulque regulis perfectionis, quas ordo naturae 
praescribit, §.472, hinc pluribus, quam supernaturalis, §. 481. In hoc ergo casu 
non fiet supematurale quid, vel miraculum in mundo perfectissimo, §. 482, 445. 

§. 496. 

Cum natura etiam perfectissimi mundi universa sit finita, §. 468, non est 

20 principium omnium accidentium, quae mundo optimo inhaerere possunt, suffi- 

ciens, §. 430, 239. Pone ergo eventum reliquis in mundo optimo compossi- 

bilem optimis optimum, sed naturaliter et ordinario non actuandum, pone eun- 

dem supernaturaliter et extraordinario actuari posse; fiet in hoc etiam casu, ut 

§. 484, supernaturale quid, immo miraculum ordini mundi perfectissimi con- 

25 venientissime, §. 482, 444. 

§. 497. 
Quot et quanta possunt in mundo optimo optima evenire naturaliter, et 
ordinario fiunt in eodem naturaliter, §. 495. Quot et quanta aut prorsus non 
possunt in eodem, aut non aeque bene evenire naturaliter et ordinario, fiunt in 
.".o eodem optima supernaturaliter et miraculose, §. 484, 496. Priora miracula dici 
possunt [172] MiRAccLA suppLENTiA*), posteriora emendantia**). Par est ratio 
supernaturalium. 

*) ergänzende. **) ausbessernde Wunder. 

§. 498. 
35 Numerus supernaturalium et 'miraculorum in mundo perfectissimo tantus 

est, quantus possibilium eins numerus, quae naturaliter et secundum ordi- 
nem naturae aeque bene actuari nequeunt, §. 159, 497, nee maior, nee minor, 
§. 160. 

Äant'ä Schriften, .^anbjc^riftlic^er 3!a(^I,i6. IV. 9 



130 23auntgatteniS Metaphysica. P. III. C. I. S. X Villi. Spontaneitas. 



§. 499. 

Si quis umquam supernaturalis eventus in mundo optimo melior est, 

quam naturalis, qua consectaria etiam, si quis umquam eventus possibilis mundi 

optimi est naturaliter per naturam universam impossibilis: mundus perfectissi- 

mus non est, qualem hunc naturalista significatu generaliori statuit, §. 498, 493. 

§. 500. 
Non omnis, qui quaedam praeternaturalia, §. 474, spirituum finitorum 
effectus extraordinarios, §. 476, miracula comparativa, §. 477, prodigia et mira- 
cula quoad nos, §. 478, contra cursum naturae, §. 480, et ordinera aliquem 
[173] evenientia, §. 481, negat esse miracula in hoc mundo, §. 474, est natura- 
lista significatu generaliori talis, §. 493. 



PARS III. 
PSYCHOLOGIA. 

PROLEGOMENA. 

§. 501. 15 

PsvcHOLOGiA est sclcntia praedicatorum animae generalium. 

§. 502. 
Psychologia prineipia theologiarum, aestheticae, logicae, practicarum scien- 
tiarum prima continens, cum ratione, §. 501, refertur, §. 2, ad metaphysicam, §. 1. 

§. 503. 20 

Psychologia asserta sua 1) ex experientia propius, empirica, 2) ex notione 
animae longiori ratiociniorum serie deducit, rationalis. 

CAPUT I. 
PSYCHOLOGIA EMPIRICA. 

Sectio I— XVI II (§. r,04—G<J9) sind in liJ. XV S. 5—54 ahgedruckt. 25 

[270] SECTIO XVIIII. 
SPONTAN KITAS. 

§. 700. 
Mutor, §. 505—699, interne, §. 126. Ergo sum ens finitum, §. 254, et 
contingens, §. 257. Ergo exsistentia mea modus est, §. 134, adeoque Status 30 
mei omnes sunt in se contingentes, §. 205, 108. Ergo etiam mu-[271]tationes 
eorum omnium, §. 124, 125. Ergo oiiines actiones meae, omnes passiones sunt 



Soumgartenä Metaphysica. P. III. C. I. S. XVIIII. Spoataneitas. 131 

in se contingentes, §. 210. Hinc et omnes actiones meae futurae, §. 298. Hinc 
nuUae actiones meae, nullae passiones sunt absolute vel intrinsecus necessariae, 
§. 105. 

§.701. 
5 Necessitatio*) (coactio) est mutatio alicuius ex contingenti in necessarium, 

hinc est vel activa**) necessitantis, quod non est proprie, nisi substantia, §. 198, 
vel PASSIVA***) necessitati, quae tribuitur tum accidentibus, vel actioni vel pas- 
sioni, quae mutantur ex contingentibus in necessaria, tum substantiae, cui eius- 
modi necessitata accidentia insunt. 
10 *) die Nüthigung. **) die vorgenommene. ***) die gelittene. 

§. 702. 
Necessitatio (coactio) absoluta*) foret, quae in se contingens mutaret 
in absolute necessarium. lam nihil potest mutari in absolute necessarium, 
§. 130. Ergo nee ulla actio, ergo nee ulla mea actio. Ergo absoluta necessi- 
15 tatio ullius actionis meae est impossibilis, §. 7. Omnes actiones meae sunt ma- 
nentque semper, in ipso actu, et post eum in se contingentes, hinc [272] et 
oppositum earum in se possibile, §. 700, 104. 

*) an und vor sich nothwendig machen, eine unbedingte Nothigung. 

§. 703. 

20 Oppositi multarum actionum mearum admodum magna est possibilitas 

hypothetica, §. 168. Hinc multarum mearum actionum admodum magna est 
eontingentia, etiam hypothetica, §. 188, 700. Hinc futurae sunt futura admodum 
contingentia, §. 298. 

§. 704. 

25 Actio a sufticienti principio, quod agenti internum est, dependens est 

spoNTANEA*J. Unde spontaneitas tribuitur, 1) actioni, quae a principio suffi- 
cienti, quod agenti internum est, dependet, 2) substantiae eiusmodi actiones 
patranti. lam omnis actio proprie talis a principio, quod ageuti internum est, 
dependet, §. 210, 37. Ergo omnis actio proprie talis est spontanea. Quoniam 

30 tarnen mutationes ex actionibus passionibusque compositae nonnumquam a po- 
tiori denominantur actiones, quatenus passiones sunt, coueipiuntur, ut non 
spontaneae, §. 210. 

*) eine selbstthätige Handlung. 

[273] §. 705. 
35 Multae actiones meae, immo omnes proprie dictae, hinc et actiones animae 

meae sunt spontaneae, adeoque vere tarn illis, quam animae meae tribuitur 
spontaneitas, §. 704. Si altomaton dicatur se ipsum mutans, anima erit auto- 
maton. 

§. 706. 
40 Spontaneitas minima est, si principium agenti intrinsecum ad unam tan- 

tum minimam actionem sufficit, §. 704, 161. Ad quo plures ergo, ad quo 

9* 



132 SauntgortenS Metaphysica. P. III. C. I. S. XX. Arbitrium. 



maiores actiones principium agenti intrinsecum sufficit, hoc maior est eius 
spontaneitas, donec sit maxima in eo agente, in quo ad plurimas maximas 
actiones sufficit. Animae meae admodum magna convenit spontaneitas, §. 705. 

§. 707. 

Neckssitatio externa') (coactio ab extra) est dependens a vi extra sub- 5 
stantiam necessitatam exsistente, estque vel idealis, vel realis, §. 701, 212. 
Actio externe realiter necessitata non esset spontanea, nee proprie actio, §. 704, 
sed realis passio, §. 210. Necessitatio externa realis est necessitatio (coactio) 
EXTERNA siMPLicrrER TALis**). Ergo actiooes necessitatione externa simpliciter 
tali coactae es-[274]sent passiones reales. Sl-bstantia et actiones, quae non lo 
absolute necessitantur, sunt liberae (cf. §. 719) a coactione absollta '"'"'''). Slb- 
sTASTiA et actiones, quac non necessitantur coactione externa simpliciter tali, 
sunt i.iBERAE a COACTIONE EXTERNA SIMPLICITER TALI "'■'■''■"'■'■"'), Ergo omiies meac 
mutationes sunt liberae a coactione absoluta, §. 702, omnes actiones meae, 
omnes actiones animae meae spontaueae, i. e. omnes actiones proprie dictae, 15 
§. 704, et anima mea, quatenns sponte agit, sunt liberae a coactione externa 
simpliciter tali. 

*) die äussre Nothigung. '*'*) die äussre schlechterdings so genannte 

Nüthigung. **''") Kraft und Handlung sind frei von unbedingter Nöthigung. 

****) Kraft und Handlung sind frei von äussrer schlechterdings so ge- 20 

nannter Nüthigung. 

SECTIO XX. 
.\IU5ITRirM. 

§. 708. 
AiTioNKs mihi physice possibiles sunt in potestate mea pojsitae*), reali- 25 
tates mihi physice impossibiles sunt extra potestatem meam positae**). Ergo 
est actio quaedara vel simpliciter tan-[27.3]tura, vel etiam secundum quid in 
potestate mea posita, est quaedam vel simpliciter etiam, vel tantum secundum 
(|uid extra meam potestatem, §. 469. Actionum in potestate alicuius agentis 
positarum oppositum aut est etiam in potestate eiusdem agentis positum, aut 30 
extra eandem, §. 9, et utrumque denuo vel simpliciter, vel secundum quid, 
§. 469. Quae ipsae cum suis oppositis, simpliciter saltim, sunt in potestate ali- 
cuius positae, sunt ipsi liberae (cf. §. 719) ratione exsecltionis***), quarum 
oppositum simpliciter supra potestatem alicuius positum est, sunt ipsi mere 
NATiRALEs. AcTio Hbcra ratione exsecutionis, cuius opposito aequalis respectu 35 
certi agentis est physica possibilitas, est physice ipsi induferens*'"*^*') (indiffe- 
rens, qua exercitium actus). 

*) Handlungen stehn. **) stehn nicht in meiner Gewalt. **'■) bei denen 
Thun und Lassen in meiner Gewalt steht. ****) gleich leicht und schwer ist. 



Erläuterungen ^antä. «Rr. 3629 (33anb XVII). 133 

3629. Z. M.277'. Gegenüber von M §.711: 

[2111er Sroang ift entroeber eine] SlÜe 3(lotl)i9ung (» t[t etitireber eine 
ülötl^igung) lüiebenriüen (^ ober 9Jiit 2BiDen,) entmeber aeft^etifc^ ober 
p^Qftfc^, eine nöt^igung be§ SBiUenö felb[t bricht ab? 



5 2, 3 Dw beiden g- Zusätze steh?) über roieberiDtllen — ober ni'ben einander, doch 

beginnt der zweite Zusatz etwas tiefer, als der erste endet, l'ar njieberioiUen ein Kin- 
fi'igungszeichen. Beim zweiten g-Zusatz fehlt ein solches Zeichen ; doch kann über den Ort, 
ivo er einzuschieben ist, kaum ein Zweifel sein, obwohl sein erstes Jl^ort ober — offen- 
bar aus Platzmangel — erst über der Schlusssilbe des drunter stehenden ^Vortes 
10 entroeber beginnt. 

§. 709. 
Actiones mere naturales sunt naturaliter necessariae. Unde actiones libe- 
rae ratione exsecutionis his contradistinctae physice contingentes sunt, §. 708, 
469. [276] Hinc futurae nonnumquam futlra costisgentia*) simpliciter vocantur. 
15 *) das Zufällig-künftige. 

§ 710. 
Interna necessitatio*) (coactio) est, quae dependet a determinatione sub- 
stantiae necessitatae interna, et tribuitur substantiis et earum actionibus, 1) dura 
actiones substantiarum putantur a sola earundem essentia neeessitari, absollta**) 
20 (essentialis). Eiusmodi necessitatio, dum actiones inutaret in absolute necessa- 
rias, §. 702, 107, omnino impossibilis est, §. 702. 2) dum per substantiae natu- 
ram quaedam actiones ex physice alias contingentibus mutantur in physice 
necessarias illi naturae vel simpliciter vel secundura quid tales, §. 469, physka 
(naturalis). Hinc actiones mere naturales possunt dici necessitatae coactione 
25 interna physica, §. 709, 708. Actiones et substantiae neutro ex his significatu 
interne coactae sunt liberae (cf. §. 719) a necessitatioxe interna tam abisoll ta, 
QUAM PHYsicA***J. lam vero actiones liberae ratione exsecutionis, et substantiae, 
quae et quatenus actiones eiusmodi patrant, neutro ex his significatu sunt in- 
terne coactae, §. 709, 708, ergo [277] sunt liberae a coactione interna tam ab- 
30 soluta, quam physica. 

*) die innre Niithigung. **) die wesentliche. ***) frei von der innern 
so wohl wesentlichen als natürlichen Niithigung. 

§. 711. 
Multae meae actiones, multae actiones animae meae spontaneae sunt libe- 
30 rae ratione exsecutionis, §. 708. Ergo et ipsis et animae, quatenus eas patrat, 
convenit libertas a coactione externa simpliciter tali, §. 707. et iuteina. tarn 
absoluta, quam physica, §. 710. 



134 SSaumgartenä Metaphysica, P. III. C. I. S. XX. Arbitrium. 

3630, Sf rj^^f (x'?J M277'. Zu M§.712 Anfangt 

2)ie ^anblung, fo fern fte au§ bem 33ege^rung§oermögen fo ent= 

fpringt, ^a^ id) mir bewuft tüerben !an, ic^ jei) baju nic^t beftimmt 

bricht ab. 



LuBiTis*) est cognitio, qua substantia pollet, ex qua secundum leges 
appetitionis aversatiouisque cognosci potest, cur sie nou aliter se determinet 
circa actionem liberam ratione exsecutionis. At hoc cognosci potest ex prae- 
visione, praesagio, voluptate vel taedio, §. 665, stimulis et motivis, §. 677, 690. 
Ergo praevisio, praesagium, voluptas vel taedium, Stimuli et motiva, quae cognos- lo 
cuntur a certa substantia, lubitum eius constituunt. Si sibstantia circa actionem 
liberam ratione exsecutionis ita vim suam determinat, sicut ex lubitu eius co- 
gnosci potest, APPETIT VEL AVERSATUR PRO LUBiTi**). [278] Qui ergo aut non 
praevisum, aut id, quod prorsus non praesagierat, ullo nisu suo exstiturum, aut 
nee placens, nee displicens, sine ullis stimulis, ullis motivis appeteret, vel aver- 15 
saretur, non appeteret, non aversaretur pro lubitu. Multa appeto, multa aversor 
pro lubito meo. Ergo habeo facultatera appetendi et aversandi pro lubitu meo, 
i. e. ARBITRIUM ***). Actiones, quas per arbitrium determinare est in potestate 
alicuius substantiae positum, ipsi sunt arbitrariae ****). Multae actiones meae 
sunt arbitrariae. 20 

*) das Belieben. **) nach Belieben begehren oder abgeneigt sein. 
***) Willkür. ****) willkürlich. 

§. 713. 

Llbenter appeto vel aversor*) 1) quicquid appeto vel aversor pro lubitu, 
et tunc nihil appeto, nihil aversor illubenter s. invitls**), §. 712, 665, 2) si 25 
lubitus aut merum taedium, aut puram voluptatem, aut ingens superpondium 
contineat: tunc invitis (illubenter, contra lubitum) appeto vel aversor, ubi nou 
est admodum magnum in lubitu superpondium: seu, ubi ad oppositum eius, 
quod appeto vel aversor, multa etiam et magna videutur impellere. Ultimo 
significatu invitus, tameu appeto vel aversor pro lubitu, eo-[279]que signiticatu 30 
invita actio tamen est arbitraria, §. 712. 

*) ich begehre oder verwerfe gern. **) ungern. 

§. 714. 
Cum tOACTio siGNiKicATi- STRICTO^), cf. §. 701, sit productlo actionis invitae: 

ACTIO COACTA SCU INVITA PER COACTFONKM SIMPLIcn ER SlMl'lAM EXTEUNAM^^) CSSCt, 35 

quam nullo pro lubitu, contra omnem lubitum, per coactionem externam simpliciter 



CSriäutcrungen tontg. SRr. 3030 (SBanb XVII). 135 

sumptam patrarem, sed haec non esset actio proprie dicta, §. 707. Si quid in- 
vitus ago pro lubitu ex §. 713, superpondium eius, quod appeto vel aversor, 
aut ut a me productum consideratur, et me ipse coegissec) dicor, aut ut ab 
alio extra me, §. 22, et actio dicitur invita seu coacta per coactionem extek- 
5 NAM SECUNDL'M QUID d) (ffiixta, SC. cx arbitraria, et invita per coactionem simpli- 
citer sumptam externam). 

a) Zwang in engerer Bedeutung, b) eine von aussen schlechterdings er- 
zwungene Handlung, c) ich zwinge mich selbst zu etwas, d) eine von 
aussen gewisser Maassen erzwungene Handlung. 

10 §. 715. 

Actiones invitae, ad quas me cogere dicor ipse, aut externe cogi secun- 

dum [280] quid ab aliis, fiunt pro lubitu meo, §. 714, hinc sunt arbitrariae, 

§. 712, et necessitatae vocantur, quatenus, ut minus necessariae, concipiuntur, 

si vel ipse, vel alia non produxissent, quod eas produxit, superpondium, 

15 §.701, 188. 

§. 716. 
Actiones invitae per igsorantiam alt errorem*) appellantur, quas non 
patrassem pro lubitu, nisi aliquid ignorassem vel errassem; quae cum tarnen 
fiant pro lubitu, sunt etiam arbitrariae, §. 712. 
20 *) aus Unwissenheit oder Irrtbum ungern vorgenommene Handlungen. 

§. 717. 
Arbitrium minimum esset, pro minimo lubitu unicam tantum actionem 
determinans, §. 161. Quo ergo maiori pro lubitu, quo plures, quo maiores 
actiones determinat, hoc malus est, §. 160, donec sit maximum, maximas pluri- 
25 mas actiones ex maximo lubitu determinans, §. 161, 712. 

§. 718. 
Cum arbitrium sit facultas appetendi aversandive pro lubitu suo, §. 712, 
substantia arbitrio praedita, aut tantum facultatem appetendi aversandive sensi- 
tive habe-[281]bit, aut tantum volendi nolendive pro lubitu, aut facultatem 
30 volendi nolendive et sensitive appetendi aversandive pro lubitu suo, §. 676, 689. 

SECTIO XXI. 
LIBKRTAS. 

§. 719. 

Facultas appetendi aversandive pro lubitu suo sensitive, est arbitrilm 

35 sENsiTivi-M*), facultas volendi nolendive pro lubitu suo est (liberum arbitrium) 

L1BERTAS**), cf. §. 707, 708, 710 (moralis, simpliciter sie dicta). Liberias pure 

volendi nolendive est libertas plra***). Ergo substantia arbitrio praedita aut 

illud sensitivum tantum habebit, aut libertatem tantum puram, aut eandem arbi- 



136 Soumgattenä Metaphysica. P. III. C. 1. S. XXI. Liberias. 

trio sensitive mixtam, §. 718. Actiones, ad quas per libertatem se determinare 
est in potestate alicuius substantiae positum, liberae*) sunt, et ipsa sib- 
»TASTiA, quae et quatenus actiones ]iberas patrare potest, est libera**). 

*) das sinnliche "Willkür. **) Freiheit. ***) reine Freiheit. *) freie 
Handlungen. **) Dinge, oder Kräfte, die frei vor sich bestehn. 5 

§. 720. 

Multa appeto aversorque sensitive pro [282] lubitu meo. Ergo habeo ar- 
bitrium sensitivum, §. 216, 719. Multa vclo noloque pro lubitu meo. Ergo 
habeo libertatem, §. 216, 719. Multae actiones meae, multae actiones animae 
meae, et anima in multis actionibus suis, sunt liberae. Omnibus meis voli- lo 
tionibus nolitionibusque sensitivi quid admixtum est, §. 692. Hinc non con- 
venit mihi pura libertas, in liberrimis meis actionibus arbitrio sensitivo mixta 
mea est libertas, §.719, Tara arbitrium sensitivum, quam liberum actuantur 
per vim animae repraeseutativam universi pro positu corporis mei in eodem, 
§. 712, 667. 15 

§. 721. 

Actiones volistariae*) dicuntur 1) quaecumque per facultatera appetiti- 
vam superiorem determiuantur, tuuc involistakiae**) sunt, quae per facultatem 
appetitivam superiorem non determinantur. Et hoc significatu omnes actiones 
voluntariae sunt liberae, non omnes actiones liberae sunt voluntariae, §. 719. 20 
Pone enim, me me ipsum determinare per arbitrium sensitivum, ubi me de- 
terminare per libertatem fuit in potestate mea positum, erit eiusraodi actio in- 
voluntaria, tamen libera, §. 719. 

*) Handlungen des Willens, die mit Willen geschehn. **) die nicht des 

Willens sind, oder nicht mit Willen geschehn. 25 

[283] §. 722. 

Actiones volistakiae*) dicuntur 2) quaecumque per facultatem appetiti- 
vam superiorem nullo modo inviti determinantur. Tunc involustariae**) sunt, 
quas invitus volo. Hoc significatu voluntariae involuntariaeque omnes sunt 
liberae actiones, §. 719. Sed non omnes liberae actiones sunt vel voluntariae, 30 
vel involuntariae hoc significatu, §. 721. 

*) freiwillige Handlungen. **) Handlungen, die ich ungern will. 

§. 723. 
Cum libertate propius connexum est morale late nicxiMa), cf. §. 787. 
Hinc determinatioxes liberae sunt murales 1^), habitis actionum liberarum mg- 35 
ralesc), leges determinationum moralium murales d), philosophia et theolo- 
GiA eas docens mokalis, statis ex iis resultans moralis^) est. Hinc moraliter 
i'ossuiii.E est 1) quod non, nisi per libertatem, s. in substantia libera, qua tali, 
tieri potest, latus f), 2) quod non, nisi per libertatem legibus moralibus con- 
formiter determinatam, tieri potest, strictiis, s. ncrriMg). Moraliter impossi- 40 



SSaumgartenö Metaphysica. P. III. C. I. S. XXI. Libertas. 137 

BiLE EST 1) quod ob solam libertatem in substantia libera fieri [284] non po- 
lest, LATiLS*!), 2) per libertatem legibus moralibus conformiter determinandaai 
impossibile, strictics s. iLLuniMi). Mokalitei; nkcessarum est, cuius opposi- 
tum est moraliter impossibile, ergo 1) cuius oppositum non, nisi per liber- 
5 tatem, s. in substantia, quatenus est libera, est impossibile, LA-riLsk), 2) cuius 
oppositum est illicitum, strictilsI). Necessitatio moralis est obligatio m"). Obli- 
gatio ad actionem invitam erit coactio moralis i). 

a) sittlich in weiterer Bedeutung, b) sittliche Bestimmungen, c) Fertig- 
keiten, d) Gesetze. c) der sittliche Zustand. *) sittlich möglich in 
10 weiterer, g) in engerer Bedeutung, erlaubt, h) sittlich unmöglich in 

weiterer, i) in engerer Bedeutung, unerlaubt, k) sittlich nothwendig in 
weiterer, i) in engerer Bedeutung, m) Verbindung, Verpflichtung, u) sitt- 
licher Zwang. 

§. 724. 
15 Necessitas moralis neutro significatu esse potest, ubi non est libertas, 

§. 723, ergo non tollit libertatem, uec eins oppositum est, §.81, sed rationatum 
seu consectarium, §. 14. Hinc actiones moraliter necessariae, necessitatae, et 
coactae non possunt solum esse liberae, sed et sunt tales necessario, §. 723. Immo 
posita LEGE MORALi iNivERSALissiMA*j, i. 6. omucs omnium [285] substantiarum 
20 liberarum liberas actiones determinante, cf. §. 822, omues actiones liberae sunt 
moraliter necessariae, aut illicitae, §. 723. 
*) das allgemeinste sittliche Gesetze. 

§. 725. 

Libertas minima est unicam tantum volitionem nolitionemve pro lubitu 

25 minimo actuans, quo ergo plures, quo maiores, quo maiori pro lubitu actuat, 

hoc maior est, donec sit maxima maximas plurimas volitiones nolitionesve 

suramo pro lubitu actuans, §. 719. Quo ergo distinctiori pro lubitu aliquid 

volo nolove, hoc id volo nolove liberius. Ergo quo magis motivorum meorum 

mihi sum conscius, hoc liberius volo, §. 712. Liberrime voleus nolensve distinc- 

30 tissime volendi nolendive motiva ut perspiciat, quandocumque vult, vel non vult, 

est moraliter necessarium, §. 723. 

§. 726. 
Arbitrii haec lex est: Ex liberis ratione exsecutionis, quod Übet, appeto, quod 
übet, aversor. Hinc libertatis regula: Ex liberis ratione exsecutioiiis, quod Übet,' 

35 volo, quod Übet, nolo. Actiones meae liberae, dum pro lubitu determinantur, non 
necessitantur per causas suas impulsivas, stimulos aut motiva coactione physica, 
non exter-[286]na, §. 707, sunt enim Stimuli et motiva repraesentationes meae. 
§. 677, 690. Hinc determinationes meae internae, §. 37. Nee necessitantur 
actiones meae liberae per causas suas impulsivas coactione interna physica, 

40 dum sunt manentque positis motivis liberae ratione exsecutionis, §. 711, 710. 
Immo, motiva et Stimuli accurate loquendo ne agunt quidem in animara. hinc 



138 aSaumgarten^ Metaphysica. P. III. C. I. S. XXI. Libertas. 

nee eam cogunt, §, 714, nee necessitant moraliter, §. 723, 701, dum non sunt, 
nisi animae meae accidentia, §. 505. 

§. 727. 
Si nie diear cogere, in potestate mea positum est, me ad id, ad quod me 
cogo, per libertatem determinare, unde cogo me libere, §. 714, 719. Si cogar 5 
ab alio externe secundum quid, determinor pro lubitu, qui, ut ab alio extra me 
posito productus, concipitur, §..714. Quod si tunc in potestate mea positum 
fuit, me ad id, ad quod cogor externe secundum quid, per libertatem deter- 
minare, eiusmodi actio tamen est libera, §. 719. Multae meae actiones, ad quas 
me cogo, aut cogor externe secundum quid, sunt liberae. 10 

§. 728. 

Coactiones externae secundum quid erunt 1) productiones stimulorum ex 
pla-[287]centibus, illecebrae*), 2) ex displicentibus, minae**), 3) motivorum ex 
placentibus, slasiones***), 4) ex displicentibus, dissuasiones*), 5) ipsa actuatio 
displicentium continuanda, donec de secuto ad invitam actionem superpondio 15 
eertus esse queat cogens, extorsio**), §. 714. Multae actiones meae, licet ad 
eas minis et illecebris, suasionibus, dissuasionibusque, et ipsis extorsionibus 
cogar. tamen sunt liberae, §. 727. 

*) Reizungen, locken. **) Drohen. ***) Anrathen. *) Abrathen. **) die 

Erpressung. 20 

§. 729. 

Per systema harmoniae praestabilitae tolluntur omnes actiones animae in- 
vitae per coactionem externam simpliciter sumptam ab ullo fiuito producendae, 
§. 714, 449, et in coactis per vim externam secundum quid ipse ille lubitus, ex 
quo oriuntur, ab alio extra animam finito realiter productus toUitur, §. 727, 449, 25 
et quatenus per istud systema, anima, ut numquam, ita in nullis actionibus suis 
liberis, ab ullo finito patitur realiter, totalis hoc sensu ab omni totoque mundo 
animae adscribitur independentia, §. 354, 307. 

§. 730. 
Volitiones nolitionesque meae liberae [288] dicuntur actus animae eliciti, 30 
reliquarum facultatum actiones liberae actis imperati, et quatenus a libertate 
animae pendent, ipsi in eas Imperium adscribitur. Hinc animae in semet ipsam*) 
Imperium est facultas pro distincto lubitu nunc huius, nunc illius facultatis 
actiones producendi, nunc earum producendi oppositum. Quo maior ergo liber- 
tas, hoc malus liberi in se est Imperium, §. 725. Insignis imperii in se ipsum 35 
defectus est servitus morams significatu lato**). Ad augendum in se Impe- 
rium faciens est (ingenuum) liberale***), servitutem promovens moralem est 

SERVILE*). 

*) die Herrschaft der Seele über sich selbst. **) die innre Knechtschaft 
der Seelen überhaupt. ***) frei, dem knechtischen entgegen gesetzt. 40 
*) knechtisch. 



SBaumgattenö Metaphysica. P. III. C. I. S. XXII. Commerc. anim. et corpor. 139 

§. 731. 

Actiones animae non, nisi per plures actus intermedios, a libertate si pen- 

deant, ipsi indirecte (mediate) slbslnt*), directe**) (immediate) autem, quas 

per libertatem ago vel omitto sine observabilibus pluribus intermediis actibus 

5 aliis. Actiones, quae libertati vel maxime per indirectum subsunt, tarnen sunt 

liberae, §.719. 

*) Handlungen, die der Freiheit mittelbar. **) die ihr unmittelbar unter- 
worfen. 

[289] §. 732. 
ro Determinata facultatum appetitivarum inter se in certo subiecto proportio 

est eiusdem indoles*), vel erecta**), habitualiter dominantibus superioribus, 
vel ABiECTA***), habitualiter dominantibus inferioribus, quarum maxima passio 
DOMiNAxs*) vocatur. Cumque certa earum proportio ad certum appetibilium 
aversabiliumve genus facilius feratur, varia hinc temperamestorlm animae**) 
15 genera constituuntur. Ergo temperamentum animae multum mutari potest ac 
saepius exercitiis et cousuetudine, §. 650, 577. 

*) die Gemüths-Art. **) eine edle. ***) eine niedrige. 
*) der Hang. **) Mischung der Gemüths-Neigungen. 

SECTIO XXII. 
20 COMMERCIUM ANIMAE ET CORPORIS. 

[290] §. 733. 

Multi motus corporis mei ab arbitrio meo pendent, §. 14. Ab arbitrio, 

cuius mihi sum conscius, pendentes motls corporis akbitrarii*), §.712, di- 

cuntur, et arbitrarii a facultate superiore pendentes sunt voluntarti**), §. 721. 

25 Re-[290]gimen animae in corpis***) est dependentia motuum huius ab arbitrio 

illius. Hinc anima mea habet regimen in corpus meum. 

*) willkürliche. **) freiwillige Bewegungen des Leibes. ***) die Herr- 
schaft der Seelen über ihren Leib. 

§. 734. 
30 In motibus corporis mei arbitrariis et voluntariis ex anima potest suffi- 

cienter cognosci, cur eventus in corpore contingat, hoc non alio tempore et loco, 
§. 733. Ergo anima agit in corpus, §. 210, et in illud influit, §. 211. 

§. 735. 
In affectibus animae conformis illis coexsistit in corpore motus, qui ex 
35 iisdem cum sufficienter cognosci queat, novum influxus animae in corpus argu- 
mentum dat, §. 734. 

§. 736. 
In sensationibus externis ex vi corporis potest sufficienter cognosci, cur 
in anima fiat certa mutatio. Ergo corpus agit in animam, §. 210, in eamque 



140 58aumflavtenä Metaphysica. P. III. C II. S. I. Natura animae humanae. 

influit, §. 211. Ergo est inter animam meam et corpus meum influxus mutuus, 
§. 734, 735, mutua harmonia, §, 14, et commercium, §. 448. 

[291] §. 737. 
Motus arbitrarios corporis per vim corpori propriam sufficienter determinari, 
sufficienterque determinari sensationes per vim animae propriam non experior. 5 
Qui ergo maiorem hanc assumit : 'quicquid non experior, non exsistit', inde con- 
cludet: 'Ergo motus corporis arbitrarii per vim corpori propriam, et sensationes 
externae per vim animae propriam non sufficienter determinantur. Hinc corpus 
in animam, anima in corpus realiter influit, §. 212, influxu physico, §. 450 (per 
exp.).' Hanc si conclusionem pro sensatione habet, inde fallaciae sensuum lO 
ipsius oriuntur, sumpta maiore falsa, §. 548, per vitium subreptionis, §. .^46. 

§. 738.. 
Mutationes corporis ex anima, et animae ex corpore pendentes sunt har- 
monicae, §. 448. In mutationibus harmonicis animae et corporis mutationi cor- 
poris coexsistit, vel succedit mutatio animae, mutationi animae coexsistit, vel suc- 15 
cedit mutatio corporis, §. 733 — 736. Qui ergo hanc maiorem assumit: 'Quae 
sibi coexsistunt vel succedunt, eorum unum in alterum realiter influit', hinc con- 
cludet: 'ergo corpus in animam in mutationibus har-[292]monicis, anima in 
corpus realiter influit (per exp.)'. Quam si conclusionem habet pro sensatione, 
hinc oriuntur fallaciae sensuum ipsius, §. 548, per vitium subreptionis, §. 546. 20 

§. 739. 
Anima mea et corpus meum me unum constituunt. Ergo sunt inter se 
unita, §. 73, 79. Commercium eorum, quatenus per illud unus homo perdurat, 
est unio, §. 205, quae quatenus est admodura magna, §. 734 — 736, et quanta 
non est inter animam meam et ullura aliud corpus, §. 508, est artissiraa. 25 

CAPUT II. 
PSVCHOLOGIA RATIONALIS. 

SECTIO I. 
NATURA ANßlAK IIUMANAK. 



30 



§. 740. 

Anima iumana*) est anima, quae cum corpore humano in artissimo est 
commercio. Cumque anima cum corpore, quocum est in artissimo commercio, 
constituat animai, **): anima humana cum cor-[2ü3]pore, quocum est in artissimo 
commercio, constituit animai, quod hominkm***) dicimus. 

*) eine menschliche Seele. **) ein Thier. ***) eiuen Menschen. 35 



iSaumgartenä Metaphysica. P. III. C. II. S. I. Natura animae humanae. 141 

§. 741. 
Anima humana sibi corpus suum repraesentat pro arbitrio, §. 740. Ergo 
agit, §. 210, movet etiam corpus suum, §. 740, 734. Ergo appetit et aversatur, 
§. 712. Ergo agit et est vis repraesentativa corporis sui, §. 210. Corpus huma- 

5 num est materia, §. 296, hinc divisibile, §. 427, adeoque interne mutabile, §. 244, 
adeoque ens finitum, §. 255, actuale, pars mundi, §. 354. Ex positu corporis 
humani in universo cognosci potest, cur anima humana obscure, clare, distincte 
repraesentat haec, non alia, §. 740, 736. Ergo anima hlmana*) est vis reprae- 
sentativa universi pro positu corporis humani in eodem, §. 513, 155. 

10 *) die menschliche Seele. 

§. 742. 
Ad cogitationem requiritur 1) perceptio rei, 2) notarum ad eam distin- 
guendam sufficientium, §. 524, 3) ipsa eins distinctio, §. G7. Est autem accidens 
coo'itatio, §. 191. Ergo non potest exsistere, [294] nisi in substantia, vel sub- 

15 stantiarum aggregato, §. 194. Substantiarum aggregatum, ex cuius partium 
mutationibus vel accidentibus collectis, quarum nulla iam esset cogitatio, demum 
resultaret cogitatio in toto, esset matekia cogitaxs. Haec in mundo esset aggre- 
gatum substantiarum tinitarum, §. 354, quarum una plus conferret ad cogitandum, 
quam reliquae, §. 272, a quibus auxilia pateretur, §. 210, 321. Sed haec patietur, 

20 non nisi idealiter, §. 451, 463. Ergo in mundo in omni materia cogitante esset 
una substantia, in cuius unica vi omnia ad cogitationem requisita a finitis prae- 
standa rationem sufficientem haberent, §. 210, 212, et tamen 1) haec substantia 
dati aggregati dominans numquam cogitaret per se, quod contra §. 30, 220, 
2) omnia ad cogitationem requisita, a finitis praestanda, haberent rationem suffi- 

23 cientem in data substantia dominante, per demonstrata, simulqne non, nisi per 
aggregatum substantiarum demum actuanda essent, i. e. non, nisi in plurium 
substantiarum finitarum vi rationem sufficientem haberent, §. 210, q. a., §. 7. 
Materia cogitans est in mundo impossibilis. Quicquid cogitare potest, aut est 
substantia, monas, §. 234, aut totum, cuius substantia, quae cogitare potest, 

30 pars Sit. Ergo omnis anima est substan-[295]tia, mouas, §. 504. Quicquid in- 
telligere potest, potest cogitare, §. 69. Ergo quicquid inteliigere potest, aut 
est substantia, monas, Spiritus, §. 402, aut totum, cuius spiritus pars est. Totum 
spirituum est (persona moralis) corpls mysticum. Anima intellectualis est 
Spiritus, §. .504, cf. §. 402, 296. Anima humana est substantia, §. 740. Ergo 

■iö monas, spiritus, §. 741. 

§. 743. 
Anima humana subsistit per se, §. 742, 192. Ergo non est phaenomenon 
substantiatum, §. 193. Cum tamen repraesentet pro positu corporis humani in 
universo, quod est in perpetuo motu, §. 417, 296, hinc semper positum suum 

40 mutat, §. 283, 281, repraesentationes eins semper mutantur, §. 512. Quae cum 
sint determinationes animae humanae internae, §. 37, 741, anima humana est 
interne mutabilis substantia, hinc contingens, §. 202, et finita, §. 255. Omnem 



142 Saumgartcng Metaphysica. P. III. C. II. S. I. Natura animae humanae. 



animam humanam finitam esse et contingentem Gubstantiam ita quoque patet: 
anima humana repraesentat pro positu corporis, §. 741. Ergo quaedam distincte, 
quaedam minus distincte pereipit, §. 512. lam vero distincte quid concipere est 
realitas, §. 515, 531. Ergo anima humana habet gradum realitatis non maxi- 
[296]mum, §. 161, hinc limitem, §. 248. Ergo finita et contingens est, §. 257, 6 
substantia, §. 742. 

§. 744. 
Anima humana cognoscit, appetit et aversatur, §. 741. Hae sunt actiones 
partialiter diversae, §. 267. Ergo anima humana habet diversas partialiter facul- 
tates, §. 216, quae non stricte vires dicuntur, §. 197, 59, per unicam potius ani- lo 
mae vim repraesentativam stricte dictam concipiuntur, §. 521 — 720, nee sunt 
extra se invicem positae, dum accidentia, §. 191, non sint extra suam substan- 
tiam, §. 194, nee dicuntur accurate in se invicem agere, dum actio non sit pro- 
prie nisi substantiae, §. 210, multo minus in se invicem influere, §. 211. 

§. 745. 15 

Anima humana monas, §. 742, contingens, §. 743, non potest oriri, nisi ex 
nihilo, §. 236, non potest interire, nisi per annihilationem, §. 237, non extensa 
est, nee spatium replet, §. 241, i. e. non est in loco repletive, §. 241. Coexsi- 
stens tamen simultaneis extra eam positis, est in spatio, §. 239, et loco, §. 281, 
ita, ut alia extra eam posita ipsi sint propiora, alia remotiora, §. 288, 282. 20 
Complexus simultaneorum [297] asimae himanae propiorum si sedes*) eins 
dicatur: corpus humanum prae aliis corporibus, et quaedam eins partes prae 
aliis membris sunt sedes animae, §. 409. 
*) der Sitz der menschlichen Seele. 

§ 746. 25 

Anima humana uon habet magnitudinem quantitativam, §. 744, 243, et est 
iudivisibilis, §. 244. Interitus per divisionem est corrlttio phvsica*). Ergo 
corruptio physica est animae humanae in se impossibilis, §. 15, 745, i. e. anima 
humana est absolute incorriptibius physice**). 

*■; das Zergehn. **) unzergänglich, unauflöslich, unverweslich, unzer- 30 
störbar. 

§• 747. 
Anima humana non admittit quidem triplicem dimensionem extensorum, 
§.290, 745, possibilis tamen eius cognitio philosophica et mathematica, sicut 
humani corporis, §. 743, 249. Homo constat anima et corpore finitis, §. 741, 35 
743, hinc interne mutabilis, §. 740, est ens finitum et contingens, §. 202, 257. 
Ergo possibilis est hominis cognitio philosophica, et mathematica, §. 249, i. e. 
ANTHRopoLOciA philosopbica, et mathematica s. anthropometria, sicut empirica 
per experien-[298]tiam. Complexus regularum in cognoscendo homine observan- 
darum est anthropognosia. 40 



Saumgartcnä Metaphysica. P. III. C. II. S. I. Natura animae humanae. 143 

§. 748. 
Mutato ente finito in infinitum, infinitum oriretur, §. 125, 227, nee aeter- 
num esset, §. 302, quod absolute impossibile, §. 252. Mutatio hominis in ens 
infinitum est apotheosis*), ergo apotheosis est absolute impossibilis. 
5 *) Vergötterung. 

§• 749. 

Animarum humanarum vel duarum tantum similitudo et aequalitas totalis 

est impossibilis, §. 271, 272. Ergo totalis convenientia seu identitas sensuum, 

imaginationum, praevisionum, iudiciorum, gustuum, taediorum, voluptatum, sti- 

10 mulorum, motivorum, errorum, appetitionum, aversationum, volitionum, nolitionum 

in pluribus hominibus, vel paucissimis, est chimaera, §. 590. 

§. 750. 
Anima bumana corpus suum movet, §. 740, 734. Ergo habet facultatem 
movendi quid extra se positum, i. e. locomotivam, §. 216, quae ut reliquae fa- 
15 cultates animae, §. 744, actuatur per [299] vim eius repraesentativam universi 
pro positu corporis, §. 741, 417. 

§. 751. 
Anima humana sibi quasdam huius universi partes, ut singulares, reprae- 
sentat, §. 740, 736, ergo ut oraniinode determinatas, §. 148. Ad omnimodam 
20 determinationem partium huius mundi nexus earundem cum singulis reliquis 
pertinet, §. 357. Ergo anima humana sibi quaedam repraesentat, ut conuexa 
cum singulis mundi partibus. lam vero unum cognosci non potest, ut connexum 
cum altero, nisi cognoscatur alterum quomodocumque, §. 14. Ergo anima hu- 
mana singulas huius universi partes percipit, ergo et singulos huius universi 
23 Status percipit, §. 369. 

§. 752. 
Anima humana pro positu corporis sui repraesentat sibi statum mundi 
praesentem, i. e. sentit, §. 534, 751, praeteritum, i. e. imaginatur, §. 557, futumm, 
i. e. praevidet, §. 595. Sensationes animae humanae sunt repraesentationes sin- 

30 gularum mundi partium sibi simultanearum, minus vel raagis distinctae, confusae, 
vel obscurae, prout obiecta earum se ad corpus humanum habent, §. 751. Ima- 
ginationes animae humanae sunt repraesentationes singularum [300] mundi par- 
tium praeteritarum, quae animam sentientem antecesserunt, s. ante illum sensa- 
tionis actum exstiterunt; et hae quoque imaginationes sunt distinctae, confusae, 

35 obscurae, magis vel minus, prout obiecta earundem se ad corpus humanum 
habuerunt, §. 751. Praevisiones animae humanae sunt repraesentationes singu- 
larum mundi partium futurarum, post sentientis animae actum exstiturarum, 
minus vel magis distinctae, confusae, obscurae, prout obiecta earundem se ad 
corpus humanum habitura sunt, §. 751. 



144 33aumgotten§ Metaphysica. P. III. CIL S. I. Natura animae humanae. 

§. 753. 
Eodem modo, quo §. 752 de sfusatione e. c. evicit eam esse in omni anima 
humana, ostendi id potest de reliquis animae actibus per experientiam in anima 
huraana deprehendendis, per psychologiam empiricam enumeratis, §. 576 seqqu. 

§. 754. 5 

Anima humana pro positu corporis sui distincte repraesentat, §. 741. Ergo 
intelligit, §. 402, et est Spiritus, §. 742, 216. Hinc denuo patet, omnes animas 
humanas esse inaequales et unam oranium perfectissimam, §. 405. Anima 
huraana est spiritus finitus, §. 743, pars huius mundi, §. 355. 

[301] §. 755. 10 

()mnis Spiritus est substantia, §. 402. Ergo vis, §. 199, hinc quorundam 
accidentium inhaerentiae ratio sufficiens, §. 197, adeoque agens, §, 210. Cumque 
Sit substantia intellectualis, §. 402, quasdam distinetas repraesentationes actu- 
andi facultatem habet, §. 216. Ergo ad eas vim suam determinandi, §. 210, 
hinc appetendi, §. 663. Quicquid appetit, eius oppositum aversatur, hinc spiritus 15 
habet facultatem aversandi, §. 663. Appetitiones aversationesque spiritus sunt 
eius determinationes internae, §. 37. Ergo sunt cum reliquis eius determina- 
tionibus internis in universali nexu, §. 49. Ergo etiam cum reliqua ipsius co- 
gnitione, quae determinatio interna est, §. 37, adeoque fiunt pro lubitu spiritus, 
§. 712. Ergo Spiritus habet arbitrium, §. 712, cumque lubitus ipsius possit 20 
distinctus esse, §. 402, liberum seu libertatem, §. 719. 

§. 756. 
Anima humana spiritus est, §. 754. Ergo habet libertatem, §. 755. Cum- 
que spiritualitas, intellectualitas, personalitas, §. 641, 754, libertas, simplicitas 
absoluta, §. 744, et incorruptibilitas ipsi conveniant absolute necessario, §. 746, 25 
non sunt eius modi, §. 108, hinc aut essentialia, aut attri-[302]buta, quia sunt 
determinationes internae, §. 37, 52. Una eorura sublata tolleretur anima humana, 
§. 63. Hinc anima humana, quae prorsus nequeat distincte quid concipere, nee 
ex distincto se lubitu determinare, amittens omnem personalitatem et libertatem, 
constans pluribus viribus, ut partibus extra se invicem ponendis, et corrumpenda 30 
physice sunt chimaerae, §. 590. 

§. 757. 
Anima humana est immaterialis et incorporea, §. 744, 422. Qui negat 
animam humanam esse immaterialem substantiam, est materialista sicnificath 
i'SYciioLOGico, cf. §. 395, et fallitur, sive eam pro mero corporis accidente habest, 35 
§. 742, sive pro atomo materiali, §. 429, sive pro quocumque corpusculo sub- 
tilissimo, §. 426. Materialista universalis est etiam significatu psychologico talis, 
§. 395, sed non omnis animam humanam materialem substantiam putans ma- 
terialista necessario universalis est, §. 395. 



iBaumgartenö Metaphysica. P. III. C. II. S. II. Systemata Psychologica. 145 



20 



§. 758. 
Vis repraesentativa ixniversi pro positu corporis humani in eodem, cum 
hinc pendentibus ipsius modis, est complexus determinationum animae inter- 
narum, quae mutationum eius et inhaerentium ipsi acci-[303]dentiura principia 

5 sunt, §.751—755. Ergo vis eadem cum determinationibus suis ex positu cor- 
poris pendentibus est natura animae humanae, §. 430. Hinc quicquid per hanc 
vim secundum leges regulasque singularum facultatura determinatam actuatur 
in anima humana, est naturale animae humanae, §. 470, quatenus contradistin- 
guitur supernaturali, §. 469. Hoc significatu actiones etiam liberae et morales 

10 animae sunt naturales, §. 756, 755, licet non sint mere naturales, §. 709. 
Praeter hunc proprium significatum naturae in anima humana, et hinc naturalis 
in eadem, sunt alii improprii, et synecdochici, nunc ex confusione partis cum 
toto male orti, nunc inde quod ex peculiari modo, modificatione, vel statu naturae 
in anima humana conceptibilibus peculiare nomen inhaesit, et tunc reliquis natu- 

15 ralibus peculiari nomine destitutis, tale adeptis si contradistinguenda fuerunt, 
nomen generis remansit in significatu strictiori. Sic e. g. connata nonnumquam 
naturalia dicuntur contradistincta acquisitis, naturalia contradistinguuntur arti- 
ficialibus, socialibus, arbitrariis, per consuetudinem demura impetratis, e. c. cf. 
§. 710. 

§. 759. 
Quae in anima humana sibi succedunt naturalia animae humanae secundum 
leges [304] vi ipsius praescriptas , fiunt respectu animae humanae secundum 
cursum naturae, §. 758, 471, et cum iis, quae coexsistunt in anima humana 
secundum easdem leges, contingunt secundum ordinem naturae respectu animae 

25 humanae, §. 473. Praeternaturalia, quae per vim ipsius repraesentativam pro 
positu corporis sui, secundum leges regulasque facultatum ipsius, non actuantur, 
quae si nee actuentur per naturam uuiversam, sunt supernaturalia, §. 474. 

§. 760. 
Anima humana mundi optimi est in nexu universali pneumatico, et pneu- 
30 matico-mechanico maximo, §. 464, 754. Ergo connectitur cum singulis uptimi 
mundi spiritibus et corporibus, §. 48, at inaequaliter, §. 272. Ergo cum uno 
corpore, cum uno spiritu maxime, §.161. 

SECTIO II 
SYSTEMATA PSVCIIOL()(;R'A. 

35 §• 761. 

Systemata psychologica sunt sententiae. quae videntur ad explioandum 

animae et corporis in homine commercium aptae. Ergo systemata psycholo),aca 

sunt systemata particularia, §.462, vel [305] siraplicia. vel composita. §. 4.')7. 

Illorum nullum possibile, praeter systema harmoniae praestabilitae, intluxus 

40 physici, et causarum occasionalium forsitan psychologicum, §. 458. 



Äant'äScfttiften. ^anbfc^tiftlii^er 9?ac^Ia6. IV. 



10 



146 Öaumgartenö Metaphysica. P. III. CIL S.U. Systemata Psychologica. 

§. 763. 
Posito uno ex systematis generalibus simplicibus, ponitur etiam unum ex 
psychologicis simplicibus. §. 761, 457. Ergo demonstrata harmonia praestabilita 
universal!. §. 463. demonstrata simul est harmonia praestabilita psychologica. 
Posito tarnen uno ex systematis psychologicis simplicibus non necessario unum 5 
aut simillimum ex generalibus ponendHm est, §. 761, 457. Si anima et corpus 
humanum possunt per harmoniam praestabilitam in artissimo esse commercio, 
connectuntur etiam per harmoniam praestabilitam in mundo optimo, §. 461, ita, 
ut influxus physicus aut systema causarum occasionalium non admittenda sint, 
nisi ubi impossibile per harmoniam praestabilitam commercium. §. 462. 10 

§. 763. 
Systema inHuxus physici psychologicum, quia Simplex est, ponit omnes 
omnium animarum corporumque humanorum mutationes harmonicas contingere 
per influxum physicum. §. 457. Ergo si vel uni-[306]ca mutatio uuius animae 
vel corporis humani harmonica, probari potest possibilis per harmoniam prae- 15 
stabilitam in mundo ojjtimo: systema influxus physici in mundo optimo locum 
habere amplius defendi nequit. §. 762. Systema harmoniae praestabilitae psy- 
chologicum. quia Simplex est, ponit omnes omnium animarum corporumque 
humanorum mutationes harmonicas contingere per harmoniam praestabilitam, 
easdem per solam vim infinitam contingere ponit ob eandem rationem systema 20 
causarum occasionalium psychologicum, §. 457. Ergo si vel una unius animae 
vel corporis humani mutatio harmonica impossibilis esset in optimo mundo per 
harmoniam praestabilitam: systema eius psychologicum locum habere in mundo 
optimo amplius defendi non posset. Si vel una unius animae vel corporis 
humani mutatio harmonica per harmoniam praestabilitam aut influxum physicum 25 
possibilis est in mundo optimo: nee systema causarum occasionalium amplius 
locum habere in mundo optimo defendi potest, §. 762, 460. Systema influxus 
physici psychologicum non magis, quam systema harmoniae praestabilitae et 
causarum occasionalium. patet per experientiam, §. 737, 738. 

[307] §. 764. 30 

Systema influxus physici psychologicum ponit aniraam bumanam in corpus' 
suum. corpus humanum in animam suam in mutationibus harmonicis influere 
realiter. §. 761. 450. Hinc per systema influxus physici psychologicum 1) in 
nuUis mutationibus harmonicis, in corpore humano contingentibus, corpus agit 
vi propria. §. 212. lam vero omnes mutationes corporis humani, ut partis mundi, 35 
quem anima repraeseutat, possunt ex vi animae sufficienter cognosci, §. 354, 
751. Ergo omnes sunt harmonicae. §. 448, et in nullis suis mutationibus cor- 
pus agit. secundum systema influxus physici psychologicum, vi propria, in 
omnilius realiter patiens ab anima. Si numquam agit corpus, nee reagit. §. 213. 
Ergu per systema influxus physici est in mundo actio transiens animae in cor- 40 



SSaumgartcng Metaphysica. P. III. C. IL S. II. Systemata Psychologica. 147 

pus humanuni sine reactione, quotiescumque anima in corpus suam agit, quod 
vel semel fieret contra §. 410, 

§. 765. 

Per systema influxus physici psychologicum ponitur 2) corpus humanum 

5 in animam suam influere realiter, quotiescumque contingit in anima humana 

mutatio, quae ex vi corporis sufficienter cognosci pot-[308]est, §. 764, 448. 

Ergo in mutationibus harmonicis, in anima obviis, per systema influxus physici 

psychologicum, realiter influit corpus, quod tarnen in nullis suis mutationibus 

umquam agere per idem systema ponendum est, §. 764. Per systema influxus 

10 physici sentiendo anima prorsus non agit, §. 212, cum tamen vi sua propria 

sibi repraesentet statum mundi praesentem non minus, quam reliquos, §. 7.Ö1. 

§. 766. 
Corpus humanum constat elementis, §. 420, raonadibus, repraesentantibus 
mundum suuni, ex quibus singulis singulae eins partes cognosci possunt, §. 400, 

15 hinc et singulae mutationes animae, partes mundi, §. 3.54; Ergo omnis actio 
auimae est mutatio harmonica, §. 448, 22. lam omnis animae volitio et nolitio 
est actio eins, §. 210, 690. Ergo omnis animae humanae volitio et nolitio est 
mutatio harmonica eiusdein. lam per systema influxus physici psychologicum 
anima huinana in mutationibus suis harmonicis nullis agit vi propria, sed realiter 

20 patitur a corpore. Ergo per systema influxus physici anima in oinnibus suis 
volitionibus nolitionibusque, nil quicquam agens, patitur a corpore, quod contra 
libertatem, §. 755. 

[309J §. 767. 
Per systema causarum occasionalium psychologicum 1) corpus humanum 

25 non agit in ullis suis mutationibus harmonicis, sed ens infinitum, §. 761, 452, 
unde eodera modo, quo §. 764 ostendebatur, patet, per systema assistentiae cor- 
pus in nullis suis mutationibus agere. sed solum ens infinitum. 2) Per idem 
systema anima humana non agit in mutationibus suis barraonicis, sed ens in- 
finitum solum, §.761, 452, unde eodem modo, quo §.766 ostendebatur, patet, 

30 per systema assistentiae psychologicum animam humanam in nullis volitionibus 
nolitionibusque suis quicquam agere, et tantum realiter pati in iis ab ente in- 
finito, quod itidem contra libertatem, §. 755. 

§. 768. 
Per systema harmoniae praestabilitae psychologicum utraque pars com- 
35 mercii in se occurrentes mutationes harmonicas actuat vi propria ab altera parte 
idealiter patiens, §. 761. 448. hinc per systema harmoniae praestabilitae psycho- 
logicum ponuntur 1) motus arbitrarii corporis non minus, quam mere naturales 
ac vitales, per mechanismum ipsius et corporum illud circumdantium sufficienter 
determinari, 2) sensationes animae per ipsius vim re-[310Jpraesentativam non 
40 minus, quam liberrimas ipsius quasvis cogitationes. determinari sufficienter. 
§. 758. 433. 

10*= 



148 Sauntgartcnä Metaphysica. P. III. C. IL S. III. Origo animae humanae. 



§. 769. 
Pone harnionistam psychologicum rationem daturum mutationis alicuius 
harmonicae in homine, eamque petentem 1) ex vi ipsius iliius partis commercii, 
in qua rautatio harmonica observatur, 2) ex altera parte commercii, quam ipse 
supponit idealiter influere, 3) ex vi infinita, quam statuit concurrere, pone, in- 5 
([uam, eum falli, certissime veram rationem dedit, §. 448, 450, falsam licet per 
hypothesin addiderit. Pone in eodem casu influxionistam aut occasionalistam 
falli, magnam ille verae rationis partem non praeteriit solum, sed et negavit, 
§. 4.50, 452. 

SECTIO III. 10 

ORIGO ANIMAE HUMANAE. 

§. 770. 
Dum homo concipitur, anima in artissimo commercio futura cum eins cor- 
pore, qiiale in bis terris hominibus est, aut iam praeexstitit, aut in ipsa con- 
ceptione, aut paullo post eam exsistere demum incipit. Qui primum ponit, 15 

I'RAEEXSISTESTIANUS*) VOCatUr. 

*) ein Freund des Vorherdaseins. 

[311] §.771. 

In ipsa conceptione, aut paullo post eam, incipere demum exsistentiam 
animae humanae qui ponunt, aut eam ex parentibus oriri volunt et tradcciani*) 20 
vocantur, aut eam admittunt tunc primum exsistentem ex nihilo, et dicuntur 
iNOLCiAsi**) (infusiani, coexsistentiani). 

*) ein Freund des Ursprungs durch den Übergang. **) ein Freund der 

augenblicklichen Schöpfung. 

§•772. 25 

Qui animam humanam ponit actuatam ex nihilo, creatiancs*) appellatur. 
Hinc iuducianus est creatiaiius, §. 771. Praeexsistentianus potest esse creatianus, 
§. 770. Traducianus non est creatianus, et v. v., §. 771. Traduciani sive ex 
parentum anima, ut flammulam ex flamraula, sive ex eorundem corpore, deri- 
vent oriundam animam. aut oriri animam novam admittere tenentur ex parte 30 
parentum siinplici. aut ex composita, §. 224. Si prius: anima non oritur, sed 
praeexsistit. §. 227; si posterius: anima nova non erit monas, sed compositum 
stricte dictum. §. 225, quod contra §. 756, 757. Anima non potest oriri, nisi 
ex nihilo, §. 745. Ergo non oritur ex parentibus, §. 228. 

*) ein Freund der unmittelbaren Schöpfung. 35 

[312] §. 773. 
Puoi'AfiATio ammakim iiiMANAKiM i'ER TRADrcEM *) si dicatur xinitio alia- 
riiin aliaruinque semper animarum humanarum cum corpore, quäle in his terris 



SSaumgartenä Metaphysica. P. III. C. II. S. IUI. Immortal. aniraae humanae. 149 

hominibus est, per continuam parentum subolisque successionem in mundo, qua 
genus humanum, quäle in bis terris est, ita propagetur, ut animae cum cor- 
poribus prolis transeant et traducantur ex corporibus parentum in sua loca 
propria, magis seorsim ubi habitent, potest concipi, 1) ut ortum animae simul 
5 involvat, i. e. ut anima interveuiente conceptionis actu cum corpore, quäle in 
bis terris homini est, in artissimum Ventura commercium simul statuatur oriri, 
idque iterum vel ex parentibus, de quo §. 772, vel a parentibus, sumendo 
deum posse determiuatam vim animae humanae indere, qua non nisi suae spe- 
ciei aliqua individua possit ex nihilo producere, concurrente ipsius vi creatrice 
10 realitates plurimas in anima oriunda praestante, non nisi limitatis admodum 
aliquibus realitatibus ab anima parentum proficiscentit)us. Hanc sententiam 
ponens dici potest concrkatianls**). 

*) die Fortpflanzung menschlicher Seelen durch den Übergang. **) ein 

Freund der mitgetheilt«n Schöpfers-Kraft. 

15 [313] §. 774. 

Propagatio animarum humanarum per traducem potest concipi. 2) ut ortum 
animae non involvat, sed praeexsistens anima statuatur iam exstitisse ante 
intervenientem conceptionis actum in artissimo commercio cum parte seminis, 
aut accuratius animalculo spermatico, et sie retro, per plures generationes, sen- 

20 sim aucta et evoluta, ipsius animae vi repraesentativa, prout paullatim propius 
propiusque transformationi suae magnae et incrementis factum est corpus ani- 
malculi spermatici electi, quod in maius theatrura prodiret, §. 773. 

§. 775. 

Ortus animae et propagatio animae per traducem possunt distingui. §. 773. 

25 771. Ortum etiain animae per traducem qui ponunt ex parentibus, distingui 

possunt ab iis, qui eundem ponunt a parentibus derivandum, §. 773, 772. Ergo 

non omnis, traducem quomodocumque intellectum admittens. materialismi psycho- 

logici reus est, §. 772, 757. 

[314] SECTIO IUI. 
30 IMMORTALITAS ANIMAE HUMANAK. 

§. 776. 
Quamdiu vel unica minima mutatio enti naturalis, vel generatim unicum 
minimum accidens enti naturaliter inhaeret, durat eins natura. §. 469, 29. et 
ens vivit. §. 430. Quod si omnes mutationes enti naturales, vel generatim 
35 omnia ipsi naturaliter iuhaerentia accidentia finiuntur s. cessant. finitur eins 
natura. §. 469. 23. et ens moritur. §. 430. Eriio vita cokfori.s himani*). s. 
duratio naturae eins, qua pollet. ut corpus humanum. continuatur. superstite 
vel unico minimo motu vitali vel arbitrario. ipsi, qua corpus humanum est. 



150 SSaumgartcnS Metaphysica. P. III. C. II. S. IUI. Immortal. animae humanae. 

natural!, §. 733, 740. Mors corporis humani**), s. finis eius naturae, qua 
pellet, ut corpus humanuni, est omnimoda motuum vitalium et arbitrariorum 
cessatio. Ergo mors definita §. 556 est mors corporis humani. 
*) das Leben. **) der Tod des menschlichen Leibes. 

§. 777. 5 

Animal cum sit compositum ex anima et corpore, cum quo illa est in 
artissimo [315] commercio, §. 740, natura eius est composita ex natura corporis 
et animae in commercio artissimo positorum, §. 430. Hinc quaedam mutationes 
harmonicae animae corporisque in artissimo commercio positorum dum exsi- 
stunt, viviT Asi.MAL*). Cessatio omnium actionum harmonicarum animae et cor- lo 
poris in artissimo commercio positorum, est mors animalis*"*'). lam per mortem 
corporis cessant omnes harmonicae mutationes animae et corporis morientis in 
artissimo commercio positorum, §. 776, 448. Ergo mors corporis est etiam mors 
animalis, mors corporis humani mors hominis, §. 740. Ergo mors §. 556 de- 
finita est mors hominis, §. 776. i5 
*) lebt. **) stirbt das Thier. 

§. 778. 

Mors asimalis vel absollta*) est, cessatio omnium cum omni corpore 
animali rautationum animae harmonicarum, vel respectiva**) tantum (transfor- 
matio et metamorphosis animalis), cessatio mutationum harmonicarum animae 20 
cum aliquo certo tantum corpore, quo'cum in artissimo fuerat commercio. Mors 
hominis vel absoluta est, vel respectiva tantum, i. e. moriente corpore, quäle in 
his terris hominibus esse experimur, aut omne [316] animae humanae cum ali- 
quo corpore cessat commercium artissimum, aut venit cum alio in novum eius- 
modi commercium, §. 776, 777. 25 

*) der schlechterdings. *'*) der nur verhältnissweise so genannte Tod des 

Thieres. 

§. 779. 

Cum quotidie quaedam partes corporis humani cessent esse cum anima in 
artissimo commercio, quaedam in illud veniant, patet, quo sensu dici possit 30 
homo quotidie mori. quotidie reviviscere, §. 777. Sententia, qua mors hominis 
nil. nisi transformatio animalis, esse ponitur, vocatur exsililm siortis*) (absolutae). 

*) der aufgehobne Tod. 

§. 780. 
Vita animae iiimanae*) s. naturae eius duratio, continuatur, dum vel uni- 35 
cum minimum superstes est accidens ipsi qua est anima humaua naturale, §. 77G. 
lam autem, dum durat anima humana. in eadem est perceptio s. repraesentatio 
Status miiudi et sui praeteriti, praesentis et futuri, §. 742,400, quae pto positu 
'•erti «corporis possit esse distincta, §. 741, accidens, §. 191, ipsi naturale, §. 758. 
Kruo anima humana, dum e\sistit, vivit. Mdus ammak ihm\nai.*'') s. finis na- 4.) 



Erläuterungen ^ontä. ^x. 3631 (Sonb XVII). 151 

3631. xp. M318. über M §.782: 
Trennung ber (Seele bom Körper. 



turae eius est [317] simul exsistentiae. lam omnis animae humanae exsisten- 
tia, natura, vita est in se contingens, §. 743, 430. Ergo mors animae humanae 
5 est in se possibilis, §. 81, 104. 

*) das Leben. **) der Tod der menschlichen Seele. 

§. 781. 
Mortale*) est, quod potest mori, et possibilitas moriendi est moütalitas- "). 
Quod non potest mori, est immortale ***,), et impossibilitas moriendi est im- 

10 MORTALiTAsa). Moftalitas et immortalitas sunt vel absolutae, vel hypotheticae. 
§. 15, 16. Non absoluta solum, sed et hypothetica satis magna mortalitas cor- 
pori humano et homini competit, §. 777, 168, animae non nisi absoluta, et 
hypothetica annihilandae, §. 745, 780. Immortalitas animae non quidem ab- 
soluta tribui potest, §. 780, quia tarnen sexcentis modis, quibus corpus mori 

15 potest, non mori potest indestructibilis, §. 746, admodnm magna ipsi convenit 
immortalitas hypothetica. Nulla substantia huius mundi, §. 354, 358, annihila- 
tur, §. 227, 228. Ergo anima humana moriente corpore, quäle in his terris 
homines habent, superstes vivit immortaliter, §. 780, 742. Tn.NETOpsYciiiTAEL») 
animam humanam mori cum corpore ponentes errant. 

20 *) sterblich. **) Sterblichkeit. ***; unsterblich. [318] a) Unsterblichkeit. 

'') Freunde des Seelen-Todes. 

SECTIO V. 
STATUS POST :\IORTKM. 

§. 782. 

25 Anima humana post mortem (corporis et hominis, quales in his terris ex- 

perimur) servat spiritualitatem, libertatem, personalitatem, §. 781, 756. Serva- 
tam memoriam sui intellectualem si dixeris immortalitatem, hoc etiam significatii 
anima humana immortalis est, §. 781, 641. Qua usum, aut perceptiones eius 
totales per longius tempus non nisi sensitivae sunt, aut mox intellectuales nan- 

so ciscitur. Prius ponentes sunt iiyi>nopsy( iittai;*), (iiii si negent umquara ani- 
mam post mortem huius corporis intelligere, psy( impANNVciirrAK^'-'^) sunt. Anima 
humana ante mortem non nihil clare distincteve cognoverat, §. 754. Haec reali- 
tas, §. 520, numquam omnino sterilis, §. 517, qua realitas est, non. nisi reali- 
tates. habet in indetinitum consectaria, §. 140. et est in indetinitum iu universali 

X, nexu cum animae spiritualitate. intellectu. ratione. denuo realitatibns. §.531, 



152 SSaumgartenä Metaphysica. P. III. C. II. S. V. Status post mortem. 

3632. Cf (x?) M320'. Gegenüber von M §.784 „artmimum 
commercium^'' (löSs): 

remotio oexus vel virtualis vel localis. 



3633. y]—x? (^fj Q?? M320'. Gegenüber von M§J84 „Inüium 
— 'palingenesia'"'' (153 s/J: 5 

Separatio animae a corpore est vel localis vel virtualis. 



3634, xp. M320. Neben dem ziveitletzten Satz von M §.784: 

OJ?etempfi)(^ofe üon 2Ric^el Slngelo, ©aUilaei unb 9^eioton. (üon 
^)telli in g-lorenj.) 



S Zu Si-. o(j:ii vgl. XV S26f. 



49, quae non. nisi realitates. habent, qua tales, consectaria iu indefinitum, §. 23, 
14U. Hinc nexus inter cognitionem huius vitae [319] claram distinctamve et 
spiritualitatem. iutellectum. rationem animae, est denuo realitas consectaria realia 
liabeus in iudetinitum. §. 140. Naturalia aiitem horum omnium consectaria 
realia non possunt in indefinitum augeri, §. "23, 162, citra perceptiones distinc- 15 
tas, §. G31, rutiocinia, §. 642, volitiones nolitionesve, §. 665, 690. Hinc anima 
humaua post mortem servans suam naturam. §. 780, 781, naturaliter, tandem 
saltim. vitam etiam intelleetualem actionibus spiritualibus exserit, §. 639, et 
errant psychopanuychitae. 

*; Vertbeidiger des Seelen-Schlafes. ■*) der ewigen Nacht. 20 

§. 783. 
Anima huiiuiua post mortem intelligens, aut personalitatem etiam in tan- 
tura exserit. ut distiiicte recordetur Status sui in hac vita, aut minus, §. 782. 
Posterius ponentes dici possunt ('aikoni i.ethaei pocxli*). Prius est naturalius, 
^. .-.SM. ,061. 25 

Freunde des Bechers der Vergessenheit. 

§. 784. 
Statut animae humanae post mortem potest considerari, 1) posita hominis 
morte absoluta, vj. 778. Tunc pouitur anima humana post mortem omni corpore 



(Srlöuterungen Äantä. SfJr. 3G32— 3634 (Sanb XVII). 153 

de-[320]stituta, seu nullum corpus esse, cum (luo iu artissimum denuo venerit 
commercium, §. 742, 740. 2) posita morte hominis respectiva tautum, ut cum 
uovo corpore iu artissimum iterum missae commercium. §. 778. Initium novi 
cum novo corpore commercii artissimi palingenksia**) (regeneratio. metenso- 
5 matosis et metempsycbosis latius sumpta) dicitur. Hanc pouentes vel simul 
lethaeo patrocinantur poculo, novumque corpus ponunt. qualia in his terris nota 
sunt, vel neutrum ex his cum illa ponunt. Priores defendunt mktempsvchosin 
strictius dictam et crassam**) improbabiliter, §. 783. 

*) der Tausch des Leibes gegen eineu auderu. **) die grobe Seelen- 
lu Wanderung. 

§. 785. 
Anima humana durans post mortem corporis, quod in his terris habuit, 
§. 781. singulas adhuc partes huius universi repraesentat, §. 752, 780, ergo et 
eiusdem corpora, §. 155. Corpora ipsi simultanea in eam agunt. ab eadem 

15 patiuntur, ipsa a corporibus sibi simultaneis patitur, in ea influit, §. 408. sed 
non in duo ex Ulis aequaliter influit, nee a duobus ex illis aequaliter patitur. 
§. 272. Ergo unum corpus est, quocum anima humana post mortem corporis 
durans in artissimum venit commer-[321]cium, §. 448, 739. Hinc si anima eius- 
modi separata dicatur. intelligendura id est respective ad corpus, quäle homi- 

20 nibus in his esse terris experimur. et mors hominis non est, nisi transformatio 
animalis. §. 77 i^», et palingenesia. quae tarnen cum metempsychosi crassa male 
confunderetur. §. 784. 

§. 786. 

Anima humana post mortem corporis huius durans est cum alio in ar- 

25 tissimo commercio. §. 785. Novum illud corpus in diversis suis statibus huic 

corpori, nunc minus, nunc magis erit congruens. §. 270, 265. Ergo aliquis 

ipsius Status erit. in quo corpori. quod in hac vita fuerat in artissimo cum 

auima commercio. congruentissimum erit. §. 161, hinc idem, §. 70. 

§. 787. 
ao Sicut perfectio spiritus finiti 1) vel absolute necessaria est, vel contingens. 

§. 147, 2) vel naturalis, vel supernaturalis, §. 496, 3) vel interna, vel externa. 

§.98, 4) vel moralis late dicta. vel minus, §. 723: ita et bona spiritui, quibus 

illa positis ponitur, §. 100, sunt 1) vel metaphysica. vel contingentia , §. 147. 

2) vel naturalia. vel supernaturalia, §. 469, 3) vel doraestica, vel adventicia. §. 660. 
35 4) vel moralia late dicta. vel minus talia. § 723. Moralia la-[322]te dicta 

spiritui dato cum eins libertate propius connectuntur. vel ut rationes. §. 14. 

a priori, §. 24, et ut antecedentia certi eiusdem Status, vel ut rationata, §. 14. 

a posteriori, §. 24. et ut consectaria certi eiusdem Status, §. 596. vel utrimque. 

§. 24. Quae pendent a data libertate propius, stricte moralia*) dicuntur et 
40 non numquam simpliciter. Hinc bo.na spiritui propius ex eins libertate pen- 

dentia sunt stricte moralia**). et perfectio his positis ponenda heatitldo***). 



154 Soumgartenä Metaphysica, P. III. C. IL S. V. Status post mortem. 

Complexus perfectionum spiritui convenientium est FELicixAsa). Complementum 
beatitudinis ad felicitatem finiti spiritus est prosperitasI>), et bona, quibus 
positis ponitur, sunt prosperac) (pbysica stricte dicta). Felicitas spiritus finiti 
est complexus prosperitatis et beatitudinis. 

*) sittlicli in engerer Bedeutung. **) sittliche Güter in engrer Bedeutung. 5 
***) Seligkeit. '0 Glückseligkeit, b) gutes Glück, Wohlfart. c) Glücks- 
Güter. 

§. 788. 
Mala spiritus ab eius libertate propius pendentia sunt stricte moralia*), 
§. 787 (mala culpae, peccata), mala late moralia**) spiritui sunt cum eius lo 
libertate propius connexa. Imperfectio ex bis est corruptio moralis late***), 
ex il[323]lis stricte dicta ^i)« Complexus imperfectionum spiritui convenientium 
est iNFELiciTAsb). Complemeutum corruptionis stricte moralis ad infelicitatem 
finiti spiritus est miseriac), et mala, quibus positis ponitur, sunt damna late 
DICTA d) (mala physica stricte dicta). Infelicitas est complexus miseriae corrup- 15 
tionisque moralis. 

*) das sittlich Böse in engrer. **) in weitrer Bedeutung. ***) das sitt- 
liche Verderben in weiter. ^) in engerer Bedeutung, oder Unseligkeit. 
l») Unglückseligkeit. c) Elend, d) Widerwärtigkeiten, Leiden, ein schmer- 
zendes Übel. 20 

§. 789. 
Aniraa humana in kac vita*), i. e. dum vivit in commercio artissimo cum 
corpore, quäle hominibus in his terris esse experimur, mutatur continuo, §. 418, 
754. Harum mutationum nulla est obiective indifferens absolute, §. 654. Omnes 
ergo vel bonae vel malae sunt, vel utrumque. Quae mutationes animae bonae 25 
malaeque simul sunt, uti sunt omnes, §. 264, eae vel bonae malaeque simul 
sunt aequaliter, vel inaequaliter, §. 70. Magis bonae, quam malae plus ponunt 
felicitatis, quam infelicitatis, magis malae, quam bonae plus ponunt infelicitatis, 
quam felicitatis, adeoque a po-[324]tiori denominandae priores bonae, posteriores 
malae sunt, §. 787. 788. 30 

*) in diesem Leben. 

§. 790. 
Pone rem tantum totaliter raalam, quantum est bona, non haberet ea 
summum realitatis gradum, §. 246, 248. Ergo esset ens finitum, §.248, hinc contin- 
gens, §. 257, adeoque oppositum eius esset possibile, §. 101, cumque ipsius exsi- 35 
stentia esset contingens, §. 109, oppositi eius exsisteutia esset possibilis. §. 101. 
At oppositum rei eiusraodi non posset, nisi extra eam, exsistere, §.81, 7. et 
esset bouum et malum ipsi rei positae totaliter aequale, §. 81, 267. Ergo possi- 
bilia forent duo extra se invicem actualia totaliter aequalia, (|uod contra §. 272. 
Ergo res, quae tantum totaliter bona esset, quantum mala, non potest exsistere. ■"> 
Ergo nee dantur mutationes animae humanae, nisi vel bonae, vel malae. Ergo 
omnis aniraa humana in hac vita vel felix est. vel infelix. §. 789. 



Saumgartcnö Metaphysica. P. III. C. II. S. VI. Animae brutorum. 155 

§. 791. 
Anima humana durans post mortem corporis coutinuo mutari pergit, §. 781, 
782. Ergo quovis durationis ipsius moraento augetur eiusdem felicitas, 'vel 
infelicitas, §. 790, 162. Ergo anima huma-[325]na durans post mortem corporis, 
5 aut maiori fruetur, quam in hac vita, felicitate, et est ueata'*"), aut maiori la- 
borabit infelicitate, et est damnata**). Beatitudo, quam anima post hanc vitam 
semel ingressa ponitur, aut coexsistet animae, dum durat, aut succedet eidem 
aliquando damnatio. Damnatio, quam anima post hanc vitam semel ingressa 
ponitur, aut coexsistet animae, dum durat, aut succedet eidem aliquando beati- 
10 tudo, §. 790, 789. Prius in utroque casu uaturalius est, §. 139, 140. 
*) eine selige. **) verdammte Seele. 

SECTIO VI. 
ANIMAE BRUTORUM. 

§. 792. 

15 Omuis anima cum sit id in ente, quod sibi alicuius esse potest conscium, 

§. 504, habet facultatem coguoscitivam , §. 519, eamque vel inferiorem tantum, 
vel etiam superiorem, §. 520, 524. Prior erit anima mere sensitiva*). Animal, 
quod animam habet mere sensitivam, brutum**) est; cuius anima Spiritus est, 
est animal rationale***). Ergo homo est animal rationale, §. 754, 740. 

20 *) eine bloss sinnliche Seele. **) das Vieh. ***) ein vernünftiges Thier. 

[326] §. 793. 
Animae brutorum sunt cum corpore animali in artissimo commercio, §. 740, 
hinc corpus suum clare obscureque repraesentant, §. 792, 736. Ergo sunt vires 
repraesentativae universi pro positu corporis brutorum in eodem, §. 741 , hinc 

25 substantiae, §. 198, monades, §. 234, entia simplicia, §. 230, non habent partes 
extra partes, §.224, finitae, §. 202, 792, indivisibiles, §. 244, hinc physice in- 
corruptibiles, §. 746, immateriales et incorporeae, §, 422, sensatione, imaginatione, 
praevisione et reliquis sine distincta cognitione actuandis per vim repraesen- 
tativam universi pro positu corporis facultatibus instructae, §. 792, hinc appeti- 

30 tu et aversatione sensitivis, §. 667, et arbitrio, §. 718, instinctibus, fugis, et 
stimulis impellendae, §. 677, etiam ad affectus, §. 678. 

§. 794. 
Cum quaestionibus: an hruta habeant animam^ an rationalem, facilioribus, 
§. 792, 793, ne confundantur: 1) an omnia in his terris phaenomena, praeter 
35 humanum, corpora destituantur anima, §. 504, 2) an quaedam eorum sint 
sedes animae rationalis, §. 745, 3) an omnia, quae sunt corpora animalia, 
vel iam nunc aliquo ratio-[327]nis usu gaudentis, vel tandem gavisurae, 
§. 782. 639. 



156 SSaumgartcnä Metaphysica. P. III. C. II. S. VII. Finiti spirit, extra homin. 

§. 795. 
Animae brutorum destituuntur intellectu, §. 792. Ergo non sunt Spiritus, 
§. 402, carent personalitate, §. 641, ratione, §. 640, voluntate. noluntate, §. 690, 
et libertate §. 719, nee sunt immortales. ut animae humanae, §. 781 — 784, nee 
felieitatis nee infelicitatis aut nunc, aut olim capaees, §. 787, 738. 5 

SECTIO VII. 
FINITI SPIRITUS, EXTRA HOMINEM. 

§. 796. 

Spiritls maiori intellectus gradu essentiali praediti, quam qui est hominis, 
sunt siPERioKEs*). minori, inferioues**). Sunt utrique finiti, vel felices. vel 10 
infelices, §. 790, illi agathodaemonks***) (calodaemones), hi cacodaemones****}. 

*) höhere. **) niedrigere. ***) gute. ****) böse Geister. 

§. 797. 
Omnis Spiritus finitus, sive superior fuerit homine, sive inferior, aetualis 
ha-[328]bet corpus, quocum est in artissimo eommercio, §. 785, 796, vel ad 15 
certum extra se eentrum eonstanter gravitans, vel minus. Prior est incola certi 
corporis in universo totalis, eiusque vel fixi, vel vagi, e. c. 

§. 798. 
Queracumque spiritus superior finitus habuerit gradum intellectus, non 
tamen habet maximum, §. 248, hine non omnia distinetissime repraesentat, §. 637, 20 
sed ita, ut ex corpore eins oognosci possit, cur haec, non alia, purius, profun- 
dius, distinetius, confuse, obseure repraesentet, §. 797, 512. Ergo spiritus 
finitus omnis habet facultatem cognoscitivam inferiorem, §. 520. 

§. 799. 
Nullus finitus spiritus sive superior homine fuerit, sive inferior, potest 25 
physice corrumpi, §. 746; hinc dissoluto vel raaxime aliquo ex ipsius corporibus, 
tamen superstes erit, nisi annihiletur, §. 745, dum durat, servat personalitatem, 
crescente potius, quam decrescente, aut omnino cessante intellectus, rationis, 
libertatis usu, §. 782, et naturalius ipsi est, praeteriti Status sui distincte me- 
minisse, quam lethaeum poculum, §. 783. Ergo omnis spiritus finitus est natura 30 
sua, i. e. per viiii ipsius re-[329]praesentativam universi, §. 782, immortalis, ut 
anima humana. §. 781, 783, naturalius in beatitudine vel damnatione, quam 
semel ingressus est, §. 787. 791, dum durat. perdurans, quam ut semel insigniter 
beatus damnetur, aut v. v.. §. 791. 



SBoumgnrten^ Metaphysica. P. IUI. C. I. S. I. Exsistentia dei. 157 

PARS IUI. 
THEOLOGIA NATURALIS. 

PROLEGOMENA. 

§. 800. 
5 Theologia naturalis est scientia de deo, quatenus sine fide cognosci potest. 

§. 801. 
Theologia naturalis prima philosophiae practicae, teleologiae et theologiae 
revelatae principia continet. Ergo refertur, §. 2, cum ratione ad metaphysicam. 

§■ 1- 
10 §. 802. 

Theologia naturalis 1) conceptum dei, 2) operationes eius considerat. 

[330] CAPUT I. 
CONCEPTUS DEI. 

SECTIO T. 
].-, EXSISTENTIA DEI. 

§. 803. 
Ess PERFECTissiMiM*) cst, cui sufflma in entibus est perfectio: i. e. in quo 
tot, tanta, tantum in tot et tanta consentiunt, quot, quanta, quantum in plurima 
et maxiraa possibilium in ullo ente consentire possunt, §. 185. Est ergo in 
20 ente perfectissimo quaedam pluralitas absolute necessario. §. 74. 
*) das vollkommenste. 

§. 804. 
Praedicata entis perfectissimi dicuntur eius perfectiones. In ente perfec- 
tissimo tot sunt perfectiones piurimum consentientes, quot in ente simul esse 
25 possunt, quot sunt compossibiles, §. 803. 

§. 805. 

Omnis entis perfectissimi perfectio tanta est, quanta ullo in ente esse 
potest, §. 803, 804. 

[331J §.806. 
30 Ens perfectissimura est ens reale, §. 803, 135. Ergo illi convenit realitas 

tanta, quanta in ente esse potest. Ens perfectissimum est realissimum. §. 805, 
804, in quo plurimae maximae realitates, summum bonum et Optimum meta- 
physice, §. 190. 



158 Saumgartenä Metaphysica. P. IUI. C. I. S. I. Exsistentia dei. 



§. 807. 

Omnes realitates sunt vere positiva, nee ulla negalio est realitas, §. 36. 
Ergo si vel maxime coniuiigantur in ente omnes. numquam ex iis orietur con- 
tradictio, §. 13. Ergo omnes realitates sunt in ente compossibiles. lam ens 
perfectissimum est entium realissimum, §. 806. Ergo enti perfectissimo convenit 5 
omnitudo realitatum, earumque, quae ullo in ente esse possuut, maximarum, 
§. 805. 190. 

§. 808. 

Posita realitate toliitur negatio. §. 36. lam in ente perfectissimo ponendae 
realitates omnos. §. 807. Ergo tollendae omnes negationes. lo 

§. 809. 
In omni impossibili aliquid simul ponendum et tollendum est. §. 7. Id 
vel negatio, vel realitas. §. 36, 9. Realitas in ente perfectissimo nulla tollenda 
est. §. 807. Ne - [332] gatio in ente perfectissimo nulla ponenda est, §. 808. 
Ergo nihil in ente perfectissimo simul tollendum est, et ponendum. Ens per- 15 
fectissimum est possibile, §. 8. 

§. 810. 
Exsistentia est realitas cum essentia et reliquis realitatibus compossibilis, 
§. 66, 807. Ergo ens perfectissimum habet exsistentiam, §. 807. 

§. 811. 20 

Decs*) est ens perfectissimum. Ergo deus actualis est. §. 810. 55. 
*) Gott. 

§. 812. 
Dei praedicata perfectiones sunt, §. 811, 804, omnes realitates maximae. 
§. 807. Ipsa eius possibilitas est maxima, I) interna et absoluta, §. 165, dum 25 
in eodem plurima maxima sunt compossibilia, §. 805, 807, 2) externa et hypo- 
thetica. dum fecundissimae gravissimaeque in eodem rationes in omni mundorum 
omnium possibilium nexu rationata habent, quae extra deum esse possunt, fe- 
cundissima, gravissima, §. 168. 

§• 813. 80 

In deo nullae sunt negationes, §. 808, ergo nee negationes stricte dictae. 
nee pri-[333]vationes, §. 137. nee malum metaphysicum. nee eontingens, §. 146, 
nee physieum, nee morale quocumque signifieatu, §. 788. 

§. 814. 

In coneeptu dei notae non solum totaliter negativae impossibiles. §. 525. 35 

sed et partialiter tales vere, §. 813, 808, licet nobis multa in ipso maxime realia 

negativa esse videantur, §. 12, quia partim negationes affirmativis terminis ex- 

primimus, partim negationem negationis affirmare non satis raeminimus, §. 36. 81. 



Erläuterungen Äantä- ?Rr. 3635 (23anb XVII). 159 

3635. S^ Of^ x3fj M333'. Zu M§.816: 
Dei praedicatum internum 

f independentia 
externum i j , ^- • . n 

t dependentia omnium ab illo 



5 2, 4 Die Endungen von iuternum und dependentia aind nur angedeutet. 

3 indep: 

§. 815. 
Perfectiones dei vel sunt iu eodem absolutae. vel respectivae. et iu Ins 
quaedam relativae, §. 37: aut possunt a nobis repraesentari sine actionis nota, 

10 QIIESCENTES*), aut ROU pOSSUUt. OPERATIVAK**). 

*) ruhende. **) wirksame YoUkoramenheiten. 

§. 816. 

Perfectio dei interna, ex qua reliquae tandem oranes internae possunt ita 

deduci. ut ipsa postea nequeat a vitaturis circulum ex alia perfectione dei in- 

15 terna deduci, est conceptus dei primus. §. 40. 39. lam ex infinitis dei perfec- 

tionibus talis reliquarum deductio est possibilis, §. 24, 49, dum [334] quaelibet 

est ratio maxima. §.812. 166, et sufficientissima, §. 169. hinc et ultima simpli- 

citer, §. 170, maxima essentia, §. 171. Ergo infiniti sunt conceptus de deo 

primi, quorum tarnen quilibet pro essentia sumptus est essentia dei unica. 

20 §. 40, 77. 

§. 817. 
Licet in deo sit nexus maximus. §. 808. 167, et maxime universalis. §. 172, 
ita ut in eodem ex omnibus omnia verissime. §. 876: tarnen ex una perfectione 
dei facilius a nobis reliquae eius perfectiones cognoscuntur, quam ex alia. §. 527. 
25 Ergo eam pro essentia suraere praestat, ex qua facillime reliquas deducere spe- 
ramus, §. 816. Tantum abest, ut omnis pluralitas in deo sit impossibilis. ut 
potius in ipsa eius essentia et per eandem quaedam absolute necessario ponatur 
pluralitas, §.812, 816. 

§. 818. 
30 Dens praeter essentiam, quamcumque sumpseris. §. 817. determinatus est, 

qua reliquas etiam perfectiones internas, §. 816, tantum. quantum potest quic- 
quam. qua interna, determinari, §.812. Ergo deus actualis est. §.54. 

§. 819. 
Deus. qua exsistentiam. determinatus [33.5] est. §.818, 811. Ergo deus 
35 est ens. §. (U. 57, nee negativum. nee privativum uou ens. §. 7, 54, 



160 ^Baumgarteng Metaphysica. P. IUI. C. I. S. I. Exsistentia dei. 

3636. (f. M336. Über M §.821 „ejusdem'' etc. (Z.14J: 
Iogifci)e 23oIlfommen^eit (sufficientia) ober practifd^e. 



2 siiffic: 



§. 820. 

A posse dei ad esse eiusdem valet consequentia, i. e. exsistentia 5 
eius peressentiam ipsius sufficienter deterniinatur, §.809 — 811. et quidem maxima, 
§.805, complexusplurimarum maximal um affectionum in ullo ente compossibilium, 
s. maximae essentiae, §.816, quaracumque sumpseris, §.817, complementum, §.55, 
aeternum, §. 302. 

§. 821. 10 

Deo convenit unitas, §. 819, 73, maxima, §. 812, inseparabilitas plurimarum 
raaximarum realitatum, §. 173, hinc patet, 1) qui possit eminenter dici perfecta 
unitas, quae exempli loco esse potest, quomodo et maxime steriles visae in dei 
perfectionibus sint tarnen eiusdem essentia, §. 816, 2) posita summa dei unitate, 
non tantum non tolli, sed etiam poni quandam inseparabilium in eodem plura- 15 
litatem, §. 74. 

§. 822. 

Deo convenit veritas transcendentalis, §. 819, 90, maxima, §. 812, summus 
perfectionum ipsius ordo, §. 175, 89, summa possibilitas, -§. 812, summus nexus, 
§.817, [336] summa cum fortissimis regulis convenientia, §. 179, 184, qualis 20 
lex optimi (leufnttim: Optimum itüiijufiir uptimo^ §.482, 187, et nptimi in untibus: 
(iptimiim compossifjilium in ente ver/ectissimo coniitn<jatur optima^ §. 80?). 

§. 823. 
Dens non actualis esset ens oninibus realitatibus gaudens. cui quaedam 
tameu deesset, §. 66, 812, determinatus, qua omnes perfectiones internas, 25 
quantum ens, qua interna, determinari potest, §. 818, et tamen, qua aliquas, 
non ita determinatus, §. 54. Erj^o oppositum exsistentiae divinae est in se im- 
possibile, §. 15. Exsistentia dei est absolute necessaria, §. 102. Deus est ens 
necessariuin, §. 109, cuius summa exsistentia, §. 820, est eiusdem essentia. 
§. 819, salva tarnen §. 817. 30 

§. 824. 
Si deus non actualis esset, falsura esset principium contradictionis. §. 823. 7. 
primum et formae et inateriae principium in omnibus demonstrationibus nostris. 
Ergo licet multae scientiae possint demonstrari complete citra ullam praemissam 
theologicam, §. 1 — 800: non tamen essent, aut ipsae, aut earum obiecta. e. g. 35 
§.61. 354, 504, immo ne possibilia quidem essent, §. 8. nisi deus actualis esset. 



erläutetungcn ^antä. ?flx. 3637 («anb XVII). Ißl 

3637, 60er— 70er Jahre. AI 337. Neben M§. 827 ,, sunt— hijpo- 
thetice'' (Z. 18f.J: 

nexus cum contingentibus 



[337] §. 825. 
5 Dens est ens necessarium, §. 823, 824. In ente necessario non sunt modi, 

§. 11,1. Ergo in deo non sunt modi, s. accidentia praedicabilia. 

§. 826. 
Si quid in ente necessario deprehendimus , quod repraesentatis in ente 
contingenti partialiter simile, partialiter diversum ab iis est, discrimina tarnen 
10 non satis intelligimus, nee nomen ipsi peculiare invenimus: illud dicimus eils, 

Qt'OD IN ENTE CONTINGENTI SIMILE nOtavimUS, ANALOGON, DEOqUC TRIBLITLR PER ANA- 
LOGIAM, si realitates in eius conceptu regnare videntur, per eminentiam*) (ex- 
cellentiam), si negationes, per redictionem**) (via negationis). 

1) in unendlich-ausnehmender. **) in geläuterter Bedeutung. 
15 §. 827. 

Si in ente necessario quaedam deprehendimus, quae hypothetice necessaria 
esse est absolute necessarium, quatenus, qua hypotheticam necessitatem, modis 
similia sunt, §. 108, dicuntur modorim Analoga*), §.826, quatenus ea in deo 
exsistere hypothetice necessaria absolute necessarium est per essentiam, §. 823, 
20 54, attributa sunt, §. 107. Hinc attributa divina possunt divi-[338]di in simi- 
iora attributis finitorum, et modis finitorum. Ultima etiam vera sunt attributa, 
cum ratio sufficiens in essentia dei sit, 1) exsistentiae eorundem, quatenus con- 
tradistinguitur indeterminationi, §. 54. Ens contingens potest esse, qua multa, 
indeterminatum, §. 34, 134. Ens necessarium, qua nuUa, et quidem per essen- 
25 tiam, §. 820. 2) durationis, aeternitatis , et imrautabilitatis eorum, quae sunt 
semel in deo. In contingentibus entibus essentialis limes est ratio sufficiens, 
cur debeant continuo rautari, dum exsistunt, interne. In ente necessario essen« 
tialis infinitudo est ratio sufficiens oppositi : 3) cur alia loco horum, ab aeterno 
in aeternum in deo exsistere potuissent, et hinc, 4) cur horum, non aliorum 
30 exsistentia sie, non aliter, determinata sit, non nisi per hypotheticam necessi- 
tatem, §. 102. 

*) das den Zufälligkeiten ähnliche. 

§. 828. 
Sanctitas*) est realitas entis, qua plures illius imperfectiones vere tales 
35 tolluntur, hinc sanctissimim**) est, cuius realitate omnes eius imperfectiones 
tolluntur. lam per omnitudinem realitatum maximarum in deo omnes in eodem 
imperfectiones tolluntur, §. 142, 808. Ergo deus est sanctissiraus. 
*) Heiligkeit. **) das Allerheiligste. 
Äant'8 ©c^riften. .&ant[(^tiftlii^et iKac^tal. IV. H 



162 Saumgartcnä Metaphysica. P. IUI. C. I. S. I. Exsistentia dei. 

[339] §. 829. 
In deo nulla est imperfectio, §. 828. Ergo nee essentialis, nee acciden- 
talis, nee interna, nee externa, §. 121, 808. Idem patet ex §, 818. 

§. 830. 
In deo est ratio sufficiens, cur ipsi inexsistant ipsius perfectiones , §. 822, 5 
823. Ergo vis stricte dicta, §. 197. Hinc deus est substantia, §. 199. 

§. 831. 
Deus habet vim, §. 830, maximam, §. 812. Ergo plurimis maximis actu- 
andis accidentibus sufRcientem, §. 203. 

§. 832. 10 

Accidentia non exsistunt extra suas substantias, §. 194. Ergo vis actu- 
andis plurimis maximis accidentibus sufficiens sufficit actuandis plurimis sub- 
stantiis. Ergo omnibus, §.191, 247. Vis alicui actuando sufficiens est po- 
TENTiA*). Hinc oMNiPOTENTiA**) est vis actuandis omnibus sufficiens. Deus est 
omnipotens, §. 831. 15 

*) Gewalt. **) Allgewaltigkeit. 

§. 833. 
Absolute impossibilia nihil sunt, §. 7. Ergo qui posset absolute impossibilia, 
nihil [340] posset, §. 469. Deus potest omnia, §. 832. Ergo dei omnipotentia 
non extenditur ad absolute impossibilia. Impossibile alicui est, ad quod actuandum 20 
vires eins non sufficiunt, §. 469. Hoc significatu deo nulla res impossibilis. 
Omnis res ergo nobis et omni finito impossibilis deo possibilis est, §. 832. 

§. 834. 
Miracula sunt possibilia, §. 475. Dei vis ad omnia pussibilia actuanda 
sufficit, §. 832. Ergo deus potest patrare miracula rigorosa, §. 477, 833. 25 

§. 835. 
Deus potest actuare omnes mundos possibiles, §. 832. Ergo et optimito, 
§. 436, et imperfectissimum sine exceptionibus, §. 442. 

§. 836. 
Deus est substantia, §. 830, nee habet modos, §. 825. Ergo est substantia 30 
necessaria, §. 202, nee statum internum habet, §. 206, nee modificabilis est, 
§. 209. Unde denuo patet, mundum esse non posse modificationem dei, §. 388. 

§. 837. 
Ortus et interitus omnis, ortus ex nibilo et annihilatio substantiae neces- 
sariae [341] sunt absolute impossibiles; deus est substantia necessaria, §. 836. 35 
Ergo ortus et interitus omnis in deo est absolute impossibilis, §. 227, 228. 



aSaumgorteng Metaphysica. P. IUI. C. 1. S. I. Exsistentia dei. 163 



§. 838. 
Omnis substantia monas est, §. 234. Deus est substantia, §. 830. Ergo 
monas est, et ens simpIex, §. 230. Posita summa dei simplicitate, tollitur qui- 
dem eum ulla ratione compositum esse partibus extra partes, §. 224, non autem 
tollitur diversitas plurium in deo, §. 817, realissima, §. 807, quia etiam in finitis 
falsum est, omnia realiter diversa esse extra se invicem posita, §. 755. 

§. 839. 
Deus est ens necessarium, §. 823, 824. Omnis entis necessarii determina- 
tiones sunt absolute et interne immutabiles, §. 132. Ergo deus absolute et 
interne est immutabilis, §. 126, 127. Idem sie patet: si deus absolute et interne 
mutabilis esset, saltim quaedam eius perfectio interna posset post aliam ex- 
sistere, §. 124. Hinc illius, quae ante eam exsistere potuisset, posset tolli ex- 
sistentia. Haec est realitas deo interna, §. 37. Ergo quaedam ex realitatibus 
dei possent separari ab aliis, §. 72, quod contra summam dei unitatem, §. 821. 

[342] §. 840. 
Si deus esset compositus, esset extensus, §. 241, ipsique vis inertiae tri- 
buenda esset, §. 832, 294. Hinc esset materia, §. 295. Ergo divisibilis, §. 427, 
adeoque interne mutabilis, §. 244, 126, quod contra §. 839. Ergo deus est ens 
Simplex, §. 224. Cumque sit substantia, §. 830, est monas, §. 230. Denuo patet, 
errare materialistas universales, §. 395. 

§■ 841. 
In deo non sunt simultanea extra se invicem posita, partes ipsius, §. 840, 
hinc nee spatium, §. 239. Ergo deus non est extensus, nee eo signilicatu spa- 
tium replet, quo extensa illud replere dicuntur, §. 241. 

§. 842. 
Deus non habet magnitudinem quantitativam, §. 838, 243, licet sit ens 
maximum, §. 161, plurimarum maximarum realitatum, §. 807, 812. Denuo patet, 
deum esse indivisibilem et absolute quidem, §. 244. 

§. 843. 
Omnitudo realitatum, quae esse possunt, maximarum est gradus realitatis 
maximus, §. 247, 248. Hie deo enti realissimo convenit, §. 807, 812. Ergo deus 
est ens infinitum reale, §. 248. Idem patet ex eo, [343] quod deus ens neces- 
sarium, §. 823, 258. 

§. 844. 
Omnes dei perfectiones babent gradum realitatis suae, quem in ente habere 
possunt, maximum, §. 812. Hinc et ipsae omnes sunt infinitae, §. 248. Ad 
summam cuiusvis harum perfectionum realitatem pertinet consensus in ente 
perfectissimo, §. 139, 140. Ergo in quo una infinita realitas, in eo omnes, in 
quo omnes, in eo summae, §. 843. Ergo in quo est una realitas infinita. deus 

11* 



164 SSoumgartenä Metaphysica. P. IUI. C. I. S. I. Exsistentia dei. 

est, §• 811. Hinc coUigi potest, qua ratione plures perfectiones dei possint, 
nunc hae, nunc illae, ceu conceptus primi, sumi, §. 816, et cur nequeat extra 
deum aeque potens, ac ipse, auctor mali admitti. Manichaeismcs est sententia 
aeque potentem deo auctorem mali ponens exsistere, et error est. 

§. 845. 5 

Deus est actu, quicquid esse potest, qua perfectiones internas, §. 843, 
259. Denuo patet, deum esse interne immutabilem, §. 252, et ens necessarium, 
modo caveatur circulus, §. 843, 256. 

[344] §. 846. 

Plures dii sunt impossibiles. Dum enim essent plures, partim essent di- lo 
versi, §. 74, hinc esset in uno, quod non esset in altero, §. 38. Hoc aut esset 
realitas, aut negatio, §.36. Si realitas esset, ille, cui deesset, non foret deus, 
§. 807. Si negatio esset, ille, cui inesset, non foret deus, §. 808. Si ponere- 
tur una realitas esse in uno, sed alia aequipollens in alio, in neutro esset 
omnitudo realitatum, hinc neuter esset deus, §. 807. Cum ergo deus, quem 15 
hucusque meditati sumus, §. 811 — 845, ita sit summe unum omnium realitatum 
maximarum absolute inseparabilium, §. 821, ut aliud unum alterumve ab hoc 
diversum nou sit, nee esse possit, quod deum esse necessarium esse, hucusque 
vidimus, §. 811 — 845, deus, quem hucusque meditati sumus, deus est unicus, 
§. 77. Polytheismus*) est sententia plures deos ponens, et error est. Nos 25 
potius vere in deo summam unicitatem veneramur, qua ens maximum, §. 842, 
ab Omnibus, etiam maximis in suo genere, e. g. natura mundi optimi universa, 
et spiritu finitorum maximo, per plurimas raaximas differentias, §. 844, distin- 
guitur, §. 173. Haec difTerentia maxima extenditur ad ipsas relationes ita, ut 
talis et tanta relatio inter rem, quae deus hucusque consideratus non est, et 25 
tertiam in-[345]tercedere nequeat, qualis et quanta inter hunc deum, et datam 
rem tertiam, §. 812, 817. Hac summa unicitate dei tollitur quidem aequalitas 
ullius rei, quae non est deus, etiamsi alias maxima, cum eodem, et similitudo 
non solum paene totalis, sed etiam tollens intinitam dissimilitudinem inter deum 
et alia omnia ponendam, §. 844, non vero tollitur pluralitas maximorum intra 30 
deum et horum summe eorundem infinita simul diflFerentia respectiva, §. 37, 
174, sed potius ponitur in intinitis characteribus, deum a rebus omnibus quid 
distinguat, §. 67. 

*) die Vielgötterei. 

§. 847. 35 

Benno patet dei simplicitas. Si enim deus compositus loret, eins partes 
e^jseut substantiae extra se positae, §. 225, 282. Harum unica tantum esset 
substautia inthnta, §. 846. Kri,^o reliquae tinitae. §. 77, 248. Hinc in deo 
ponendae essent quaedam iraperfectiones absolute necessariae, §. 250, 155. 
<.^uod contra §. 828. io 



(Sriäuterungen tantä. ««r. 3638 (Sonb XVII). 165 

3638, v^ (i^? y3? Q^f) M3i6'. Zu M §.849 Anfang: 

@r i[t nid^t SSerdnberlic^. 

(SeQu 3)afei)n tft nid^t üeranberlicl) ; bel^arrlicf). 



§. 848. 
5 Deus non habet üguram, §. 280, 847. Anthropomorphismis crassior est 

error deo figuram e. g. humanam tribuentium, sibtilior est error, qui deo [346] 
iraperfectiones rerum finitarum e. g. hominum tribuit, §. 828. 

§. 849. 
In deo non sunt successiva, §. 839, 124. Ergo nee est in deo tempus, 
10 §. 239. Non est in tempore ita, ut partem successivorum constituat, §. 124, 
837. Dumque ortus et interitus ipsi sunt absolute impossibiles, §. 837, habet 
durationem, §. 299, maximam, §. 812, solam realiter infinitam, §. 844, 846, hinc 
aeternus est, §.302, et omni tempori coexsistens sempiternus, §.303, 
fuit, est, erit, §. 298. Deus exsistit. 

15 §. 850. 

Si ponatur ens contingens aeternum, aeternitas eins multum ab aeternitate 
dei differt, §. 67. 1) Duratio eins continuis modificationnm successionibus est 
obnoxia, §. 209, 836, 2) aeternitas eius non habet quidem fines protensionis, at 
ideo tarnen nondum realiter infinita dici potest, §. 259, 849, 3) aeternitas eius 

20 esset tempus sine initio et fine, unde posset infinitum dici, at mathematice, 
non ideo realiter, §. 248, 849, quia, ens successivum, §. 238, nuraquam est actu, 
quicquid esse potest, qua determinationes internas, §. 259. 

§.851. 
Deus est ens necessarium, §. 823, 824, et [347] infinitum, §. 843. Hinc 

25 est ens a se et independens, §. 310. Exsistit, §. 849, ita, ut non sit causatum 
extra ipsum positi alterius, causa effectuum suorum simpliciter talis, §. 318. 
Omnes dei perfectiones sunt realiter infinita, §. 844, hinc nulla perfectio dei 
est causatum extra deum positi, nee esse potest. §. 381, 248, 310. At passio 
esset praedicatum dei, quod esset causatum alicuius extra deum positi, §. 210. 

30 Ergo deus est omnino impassibilis, a nulla re extra se posita patitur, nee 
idealiter, nee realiter, §. 212, nee quicquam extra eum positum in eum agit, 
§. 210, ergo nee reagit, §. 213. Omnis dei actio in Universum est sine 
reactione, tam ideali, quam reali, §.212. 

§. 852. 
35 Imaoises*) sunt 1) signa figurae alterius. lam deus non habet figuram. 

§. 848. Ergo imagines dei hoc significatu sunt impossibiles, §. 347. 2) alteri 



166 aBautngartenä Metaphysica. P. IUI. C. I. S. I. Exsistentia dei. 

3639, v—xf (ipfj M348'. Zu M §.855 Satz 2: 
2Bcil burd^ ®ott SJinge fubfiftiren, jo fd)eint e§, qI§ fubfifttrcn ftc 
in i^m. 

Non est anima Mundi. 



in notabili gradu similia. Cum omne ens deo in aliquo gradu sit simile, §. 265, 5 
omne perfectius ens erit imago dei, §. 70, 811, quoque erit perfectius, hoc erit 
deo similius, hoc ergo raaior imago dei, §.265, 160. 
*) Bilder und Gleichnisse. 

§. 853. 

Mundus est totum actualium finitorum, [348] §. 354. Deus non est totum 10 
actualium finitorum, §. 844. Ergo deus non est mundus: nee hie, nee ullus 
mundus deus est. Idem patet ex §.361, 823, ex §. 365, 839, ex §. 370, 837, 
ex §. 388, 843. 

§. 854. 

Hie mundus habet causam efficientem extramundanam, §. 375, 388, eam- 15 
que substantiam necessariam, §. 381, 319. Ergo substantia necessaria est pos- 
sibilis, §. 333, 69. Si subsantia necessaria est possibilis, est actualis, §. 109, 
et sempiterna, §. 302. Ergo substantia necessaria exsistit. Deus est substantia 
necessaria, §. 836. Ergo deus exsistit. 

§. 855. 20 

Deus est ens extramundanum, §. 843, 388, mundusque nee essentiale, nee 
essentia, nee attributum, nee modus, nee modificatio, nee accidens dei, §. 843. 
Deus non est substantia unica, §.391. Spinozismis theologicls est sententia 
tollens deum ens extramundanum, et error est. 

§. 856. 25 

Sicut exsistentiam dei §. 81 1 probat a priori, sie §. 854 eandem sistit 
evictam a posteriori, uterque independenter a propositionibus, quas egoismus, 
§. 392, Idealismus, §. 402, et materialismus tollunt, §. [349] 395. Ergo con- 
vincendis de exsistentia dei egoistis, idealistis, materialistis, etiam qua talibus, 
adhiberi possunt. 30 

§. 857. 
Deus non est raateria, §. 295, 841, ergo est immaterialis, §. 422. Deus 
non est corpus, §. 296. Ergo est incorporeus, §. 422. Ergo est incorruptibilis 
physice, §. 746. Idem patet ex §. 837. 



Erläuterungen ^ant«. Sür. 3639—3641 (S3onb XVII). 167 

3640. v—x^ (ipf) M349. Zu M §.858 Anfang: 
C'ausatum maximum. 2)aä l^od^fte crfd^affene ®ut. 



3641, v—x'^ (ipfj M349. Zu M§.859 Anfang: 
alä t^atig SBefen l)at er 5^atur, 



5 §. 858. 

Mundus perfectissimus est in finitis imago dei maxima, §. 436, 852, in 

mundo substantiae, §. 400, 857, in substantiis Spiritus, §. 402, 531, in spiritibus 

intellectu maximo gaudentes, §. 637, et in intellectu maximo gaudentibus feli- 

cissimi, §. 787, a malo quocumque, praesertim morali, remotissimi, §. 788, 813, 

10 sanctissimi, §. 828. 

§. 859. 
Natura dei (naturans, cf. §. 466) est complexus perfectionum ipsius inter- 
narum, §. 430, quibus est causa effectuum suorum simpliciter talis et irapassi- 
bilis, §.851. Ergo quicquid est absolute possibile, deo est physice possibile, 
15 §. 833, nihilque deo physice impossibile, quod non esset in se impossibile, 
§. 469, 833, unde deo nihil physice necessarium, quod non simul [850] absolute 
necessarium foret, absolute contingentia sunt etiam deo physice contingentia, 
§. 469, 104, non praeternaturales solum omnes, sed et supernaturales eventus 
mundi, §. 474, 475. 
2ü §. 860. 

Si naturalista siguificatu generaliori supernaturales eventus in hoc mundo 
negat omnes, ob negatam eorundem hypotheticam possibilitatem errat. Cum 
enim miracula etiam in nexu cum deo extra eadem ponendo, §. 855, 474, sint 
possibilia, §. 834, habent etiam possibilitatem extrinsecam, §. 16, 859. 

25 §.861. 

Gradui realitatis in deo, et omnibus eins perfectionibus homogeneus est 
impossibilis, §. 843, 844, dum deo et omnibus eins perfectionibus unicitas con- 
venit, §. 846, 844. Ex quantitate itaque homogenea pro una assumpta non 
potest gradus realitatis in deo et omnibus eins perfectionibus obvius intelligi. 

30 Ergo nee deum, nee ullam eins perfectionem possumus metiri. §. 291. Quod 
metiri non possumus, immenscm*) est. Ergo deus et omnes eins perfectiones 
sunt immensa. Quam immensitatem et hinc intelligimus, quia mensus tot ciaras 
perceptiones habeat opor-[351]tet, quot partes, gradus, vel varia, sunt in eo, quod 



168 Sountgortcnä Metaphysica. P. IUI. C. I. S. II. Intellectus dei. 

vere metitur. Hinc deum vere mensus aut quicquam deo interni deberet habere 
Claras perceptiones realiter infinitas, quae non cadunt in ullum intellectum 
finitum, §. 844. 

*) unerm esslich. 

§. 862. 5 

Deus est in se conceptibilis, §. 632, 809, et horaini, §. 804 — 1000, et mul- 
tis modis recte, immo realiter, definiri potest, §. 816. CoMPREHENsrBiLE*) dici- 
tur, cuius possibilis est plesa cognitio**), i. e. omnem ignorantiam excludens, 
hinc historica, philosopbica, mathematica completa. Incomprehensibile alicui***) 
est, ad cuius plenam Cognitionen) acquirendam vires illius non sufficiunt, et lo 
quo magis huic ab illius cognitione plena abesse uecessarium est, hoc ipsi 
datum est incomprehensibilius. Quo quid maius est, hoc diificilior vel impossi- 
bilior eius est cognoscenti finito comprehensio, §. 160, 527, hinc maximum 
finitis Omnibus maxime incomprehensibile est, §. 261. Deismus est sententia 
nihil paene de deo conceptibile esse ponens, nisi eius forsan exsistentiam, et 15 
error est, licet deus et omnia in eo nobis, et finitis Omnibus [352] maxirae sint 
incomprehensibilia, §. 861, 806. 

*) fasslich, ergründlich, erforschlich, erschöpflich. **) völlige, gänzliche 
Kenntniss. ***) einem unfasslich, unergründlich, unerforschlich, uner- 
schöpflich. 20 

SECTIO II. 
INTELLECTUS DEI. 

§. 863. 
Distincta cognitio est realitas, §. 531. In deo sunt omnes realitates, §. 807. 
Ergo deus distincte cognoscit. Ergo habet intellectum, est substantia intellec- 25 
tualis. §. 830, Spiritus, §. 402. 

§. 864. 
In deo sunt omnes realitates maximae, §. 812. Quo plura, quo distinctius 
cognoscuntur, hoc distincta cognitio maior est, §. 634. Ergo distinctissima erit 
cognitio distincta omnium, §. 161. lam omnium distincta cognitio est possibilis, so 
§. 632. Ergo in deo est cognitio omnium distincta, eademque distinctissima. 

§. 865. 
Intellectus dei summus est, §. 863, 812, et immutabilis, §. 839. Ergo in 
eo non sunt j)raeviae sequentesque cogitationes, §. 125. Summus est, dum 
plurimorum, [353] maximorum, plurinias. clarissimas notas, fortissimis in sociis 35 
diversissimisque, repraesentat. Ergo dei intellectus profundissimus, patentissi- 
mus, purissimus est, §. 637. 



(Sriäuterun9en tantä. Dir. 3642 (fdanb XVII). 169 

3642. f.1 — V. M 353. Zu dem unterstrichnen Wort „theologia" 
in M§.866: 

ectypa: e mundanis affectionibus. per reductionem accomodata: 
analogica. 



5 §. 866. 

Deus semet ipsum, quam fieri potest, plenissime cognoscit, §. 865. Cogni- 
tio de deo est theologia sigsificatu latiori, theologia, qua deus seipsum 
cognoscit, EXEMPLARis (apyetuTios) est, quatenus illi similes theologiae finitorum 
intendendae sunt, §. 346. 

10 §. 867. 

Deus omnia repraesentans omnes mundos possibiles sibi repraesentat, 
§. 864. Haec est perfectio dei interna, §. 37, eiusdem essentia, §. 816. 

§. 868. 
Deus omnes omnium finitorum essentias distinctissime cognoscit, §. 864. 
15 Quatenus ergo essentiae rerum in intellectu dei repraesentantur, ab eo depen- 
dent, §. 14, in eodem aeternae, §. 849. 

§. 869. 

Deus omnes mundos possibiles sibi repraesentat distinctissime, §. 867. 
Ergo et Optimum, §. 436, et imperfectissimum, §. [354] 442, et hunc. Mcndcs, 
20 quatenus sensitive repraesentatur, sessibilis*) (adspectabilis), quatenus distincte 
cognoscitur, istelligibilis**) est. Deus mundum hunc intelligibilem distinctis- 
sime cognoscit. Ergo omnes huius mundi monades, omnes eiusdem animas 
distinctissime cognoscit, §. 864. Distinctissima animae humanae cognitione pol- 
lens est scritator cordium***). Ergo deus est scrutator cordium, §. 740, et 
25 singulae monados, singulae animae repraesentationem mundi sensibilis perspicit, 
§. 400, 741, et multo quidem perfectius, ac data monas, data anima semet 
ipsam novit, suamque mundi repraesentationem, §. 864. 

*) die Welt, als ein Schauspiel der Sinnlichkeit. **) die Welt, als ein 
Gegenstand des Verstandes. ***) Herzens-Prüfer. 

30 §. 870. 

In deo non est cognitio sensitiva, §. 864, 521. Ergo non habet facultates 
cognoscitivas inferiores, §. 520, nihil ipsi obscurum, nihil confusum, hinc nullam 
rem alia clarius cognoscit, §. 528, nee attendit, nee abstrahlt, §. 529. nee reflec- 
tit, nee comparat, §. 626. 



170 Saumgartcnö Metaphysica. P. IUI. C. I. S. II. Intellectus dei. 

§. 871. 

Cum deus signata omnia distinctissime [355] cognoscat, habet omnium 
intuitum, §. 620, 864. Omnia etiam signa cognoscit, et omnem animarum in 
mundo cognitionem symbolicam, §. 864, 869. Nee tamen signorum umquam 
maior vel minor in ipso est perceptio, quam signatorum, §. 870, utraque semper 5 
maxima, §. 864. 

§. 872. 

Deus omnem nexum distinctissime sibi repraesentat, §. 864. Ergo habet 
summam rationem, §. 640. Summa eins ratio est, dum est intellectus summus, 
hinc immutabilis, sine omni ratiociniorum successione, §. 865, maximum pluri- lo 
morum nexum perspiciens, §. 645. 

§. 873. 
Cognitio dei est summae extensionis et maiestatis, exactissima, §. 864, et 
ordinatissima, §. 822, citra omnem ignorantiam et errorem, angustias et levita- 
tem, in qua nihil tumultuarii, §. 515, clarissima, distinctissima, veritatis omnis, i5 
hinc certissima, in qua nihil obscuri, nihil confusi, nihil inadaequati, nihil in- 
completi, nihil impuri, nihil superficiarii, probabilis, dubii, vel improbabilis, 
nihil mortui inertis et speculativi, §. 669, 671. Distinctissime cognoscit omnia 
principia certa, omnia eorum principiata, omnem principiorum princi-[356]piato- 
rumque nexum, §. 864, 872, ergo cognitio ipsius est summa scientia. Deus 20 
distinctissime cognoscit omnes animarum ignorantias, errores, cognitionis angus- 
tias, exilitates, quicquid in eiusmodi cognitione crassi et tumultuarii, noctis, 
confusionis, inadaequationis, incompletionis, impuritatis, omnes animarum certi- 
tudines morales, probabilitates, dubia, improbabilitates, opiniones, argumenta, 
scrupulos, inertes et mortuas speculationes, §. 869. 25 

§. 874. 
Deus seit, §. 873, I) omnes omnium determinationes, quatenus illa, ut 
mere possibilia, spectantur. Haec est scientia simplicis intelligentiae*). 
*) die Wissenschaft des Möglichen. 

§. 875. 30 

Deus seit, §. 873, II) omnes determinationes actualium, 1) huius mundi, 
SCIENTIA LiBERA (visionis)*), o) praeterita, recordatione divina**), ß) praesentia, 

SCIENTIA visionis***), f) futura, PRAESCIENTIA ****). SoCINIANISMlS PHILGSOPHICL'S 

est sententia tollens praescientiam divinam futurorum contingentium, et error est. 

*) die freie Wissenschaft. **) das Angedenken. ***) Sehn. ****) Vorher- 35 

sehung Gottes. 

[357] §. 876. 

Deus seit omnes determinationes actualium 2) alterius mundi, quam hie, 
SCIENTIA MEDIA*). Pro quovis eventu huius mundi exsistere posset alius, §. 363, 
324. Quivis autem haberet sua consectaria in indefinitum per omnes Status 40 



^aumgartenä Metaphysica. P. IUI. C. I. S.U. Intellectus dei. 171 

mundi secuturos partialiter diversa, §. 488. Ergo si vel pro uno tantum eventu 
huius muudi exstitisset alius, mundus hie esset per omnes Status illi eventui 
successivos, iinmo autecedentes etiam, §. 357, 278, partialiter alius, quam est. 
Ergo quicquid loco cuiusvis eventus in hoc mundo exsistere potuisset cum omni- 
5 bus suis consectariis, deus seit, scientia media, §. 378, 

*) die mittlere Wissenschaft Gottes, oder dessen Einsicht bloss möglicher 
Welten. 

§, 877. 
Deus sibi status praesentis mundi semper distinctissime conscius est, 
10 §. 875. Ergo numquam dormit, §. 556. Idem patet ex §. 870. Non sentit, ut 
nos, §. 870, 544, sed per eminentiam scientia visionis, §. 875, vigilans, §. 552, 826. 

§. 878. 

Aetemum deus sibi rem futuram repraesentavit, quantum potest, §. 875, 

843. Ergo dum illa fit in mundo praesens, nihil ad [358] cognitionem dei 

15 accedit, §. 161, quamquam ipsa ex obiecto praescientiae mutetur in obiectum 

visionis, §. 125. Aetemum deus sibi rem praeteritam repraesentabit, quantum 

potest, §. 875, 843. Ergo dum praesens fiet praeterita, ipsa quidem ex obiecto 

visionis mutabitur in obiectum reeordationis, nihil autem de cognitione dei de- 

cedet, §. 161. Deus omnes huius mundi successivos status aetemum intuetur, 

20 §. 875, unde cogitari potest cognitionis divinae interna immutabiiitas, §. 839. 

§. 879. 

Qui errare non potest, infallibilis*) est. Ergo deus est infallibilis, 

§. 873. Minima infallibilitas est, si eui unicum tantum minimum verum cum 

falso eonfundere est minime impossibile; quo ergo plura, quo maiora quis vera 

25 cum falsis eonfundere nescit, quo maior talis eonfusionis impossibilitas, hoc magis 

est infallibilis. Dum ergo deo maximam infallibilitatem tribuimus, §. 812, eum 

veneramur, plurimas maximas veritates cum ullo falso eonfundere absolute nescium. 

*) unfehlbar, unbetrieglich. 

§. 880. 
30 Certitudo minima est minime clara unius minimae veritatis cognitio, §. 161. 

Quo cla-[359]rius, quo plures, quo maiores veritates cognoscuntur, hoc maior 
erit certitudo, §. 160. Dum ergo deo summam tribuimus certitudinem subiec- 
tivam, §. 873, 812, eum veneramur plurimas maximas veritates distinctissime 
cognoscentem. Idem deus est obieetive eertissimus, §. 93, 812, dum summa 
35 eins veritas est, §. 822, et exsistentia per essentiam ipsius et exsistentiam cuius- 
libet finiti demonstrabilis, §. 856. 

§. 881. 
Scientia dei libera est perfectio eius respeetiva, §. 875, 815. Cumque ab- 
solute necessarium est eam esse verissimam, §. 879, mundum hune deo sistit 
40 exsistentem in et per se eontingenter, §. 361, hine eam non, nisi hypothetice, 
necessariam esse est absolute necessarium, §. 102. Ergo scientia dei libera est 
analogon modi, §. 827. 



172 Saumgartenä Metaphysica. P. IUI. C. 1. S. II. Intellectus dei. 

364:3. xf ßfj (rjf) Q?f M359'. Zu M§.882: 
2)ie ©rfentnis beö ®utcn («^ beffen, tDa§ im @an|cn ®ut ift (in aUer 
ttirfUd^en S3ejiet)ung)) au§ ber ibee be§ ©an^en al§ ein ©runb ber SBal^l 
ift Bet§^eit 

Sißag in alter abftc^t gut fe^n foU, mufe au§ ber ibee be§ 2SoUfom= s 
menften ©anjen abgeleitet fe^n. 

(^ Älug^eit ift bie ÄentniS ber 9J?ittel gu So^efen, bie nid^t öollig 
in uuferer ©emalt fe^n. Sllfo in anfel^ung ber SKeQnung unb %xtt)^tit 
anbrer 2J?cnf(i^en.) 
2)ie öjeiä^eit be§ 9)?enfd)en befielt barin, ba^ er bie 3uje!e entbel^re, lo 
bie nid^t in feiner ©etoalt fe^n. 



3644. fi—v. M359. Zu M§.882: 
2)ie SBeiö'^eit gel^t auf \)a§ ®ute. 
Älug'^eit auf§ nü^lid^e. 



Zu Nr. 3643 — 3651: Da diese Nrn. alle m engen Beziehungen zu M §. 882 15 
stehn, inhaltlich nahe vencandt sind und keine irgendwie wesentliche Fortbildung der 
Ansichten zeigen, lasse ich sie hier im Zusammenhang abdrucken. 

5 tniife in ouä || au€ aus früherem ein oder einem II 8 93ie^nung ziemlich 
unsicher. SBirfung?? Söitterimg?? || 9 Die Worte unb — SD?enfd)cn stehn auf 
M 359 in §.882. \\ 10 f. Diese Zeilen sowie die beiden g-Zusätze sind vielleicht erst 20 
später (k — a) geschrieben. 

§.'882. 

Sapikntia nexus finalis generatim*) est perspicientia, et quidem finium 
sAPiESTiA si'EciATiM**), remediorum prl-dentia***). Hinc deus est oranisapien- 
tissimus, §. 872, dum omnisapientissimura dicimus, veneramur 1) omnes fines, 25 
2) omnia remedia, 3) omnes eorundem nexus possibiles, §. 343, 4) qua omnes 
qualitates, 5) omnes quantitates, 6) in maximo nexu [360] possibili, 7) cer- 
tissime ardentissimeque perspicientem, §. 880, 873. 

*) Weisheit überhaupt. **) insonderheit. ***) Klugheit. 



©rläutevungeii ^atitS. 9ir. 3643—3647 (SSanb XVII). 173 

3645, 1.1— V. M3ö9. ZuM§.882: 

2)a§ 2Sermögen, ba§ 3Sert)altni§ aüer 2)inge* 5um^öci^[ten®ute** 
ju erfennen, i[t bie 2Bei§t)eit; gum (^ ®uten in ber ßrfd^einung) particu* 
laren: bie Älugfieit (ni(!^t üon ®ott.). 

(■^ 2!)ie Slngemeffenl^eit ber ©rfenntniS ^um ^ocf)[ten @ut unb beffen 
möglicf)feit t[t entraeber blo§ t^eoretifd) — 5ffii[jenfcl^aft, ober moralifc^: 
Beig^eit) 

* (' 2)a§ SSermögcn ber (5rfentni§ ber [5«tttelj beften 2J?ittel ju 
bemfelben ift Äun[tiüei§^eit; i)a§ 33ermögen ber 6rfentni§ be§ ^mU 
äugleic^ mit bem SBiUen beffelben: bie morali|(Ji)e 3Bei§f)eit) 

*'•'■ (^ entioeber tf)m felb[t ober bem abgeleiteten t)öcl^ften ®ut. 
3enc§ i[t ber ©runb ju biefem, aber nur in bem göttlicf)en SSerftanbe.) 



3646, ^f ((ff) M359. Zu M§.882: 

2Bei^^eit überhaupt i[t bie SSoUfommen^eit ber (ärfentniö, fo fern fie 
15 bem ganjen aUer 3wefe (entmeber bem p^i)fifd)en ober morali jc^cn ©anjen) 
angemeffen ift. 

3647, V. M359'. Zu M §.882: 

SBeiS^eit ift bo^^ C«' fubiectioe) principium ber ßin^eit aUer Btt3efe 
[a pr] nad) ber SSernunft, folglid) ©lüffeeligfeit mit ©ittlid^feit üereinigt. 



20 5 s-Zusatz: v. \\ 6—7 tf)eovetifc^ — ^iffenfd)Qft? t^eovetifc^e Sötffenfc^aft?? i| 

8—10 Der s-Zusatz (if.l^x^) steht auf M 359'. \\ ju betnfelben, doch wohl: junt 
ßioed, nicht: jum pc^ften ®ute (Z. 2). || 9 ber öermögen [| 11 s-Zusatz: v. 

§. 883. 

Deus omnes fines seit, hiiic et optimos, et pessimos, quis ex iis possit esse 

25 remedium alterius, hiuc omnem omnium finium subordinationem possibilera, 

omnem etiam coordinationem, §. 315, omnes scopos secundum quid, et simpli- 

citer ultimum, §. 343, secundum omnem ipsorum bonitatem, et bonitatis gradum. 

omnem cum remediis nexum possibilem, ita ut ipsi quidem numquam ullus 

videatur alius, quam est, §. 879, xit tarnen simul cognoscat, quomodo videatur 

30 quisque finis Omnibus et singulis animabus eum cognoscentibus, §. 869. Ergo 

deus de finibus optimis optime novit, quod sint optimi, §. 882. 



174 Souingartenä Metaphysica. P. IUI. C. I. S. II. Intellectus dei. 

364:8, V. M359'. Zu M §.882: 

2)a§ l^od^ftc ®ut ^at jtoei) Steile. SBcIc^er tft bic 23ebingung, weld^er 
i[t baS Sebingtc. 2)te ©ittlic^fcit ober ©lüffceliöfeit? 



364L9. V. M3ö9'. Zu M §.882: 

Db ttir bie ßwecfe ber ®ottU(^en Sßeiäl^eit in bcr 9iatur ergrünben 
fönnen unb ob ta§ p^^ficotl^eologie feq? — (5r i[t ber allein ^eilige — 
©eeligc — S2Bei|e. 



36S0, v—xf(ipV^i3ö9'. Zu M 882: 

2)er ©ottUd^e SSerftonb leitet aüe ßrfentniä bc§ SSefonbern öom 
®an^en aUer ÜKoglidjfeit l^er unb leben bejonbern ^mt üom ®an^en lo 
aller ßwefe. SllleS üon jtc^ jelbft. 



§. 884. 
Deus novit omnia remedia, hinc et optima, §. 882, quibus positis ponitur 
summa perfectio, §. 187. lam positis remediis ponitur finis, §. 326, 341. Ergo 
remedia optima fini optimo subordinantur. Deus novit ea, quatenus optimo lini 15 
subordinantur, quomodo, et in quantum subordinentur, §. 883. 

[361] §.885. 

Remedium certüm*) est, quod re vera tale est ac tantum, quäle quantum- 
que cognoscitur, hinc opponitur apparenti, quod videtur solum, et aut prorsus 
non est, aut non est tantum, quantum videtur, et incerto, cuius vera bonitas, 20 
gradusve bonitatis non liquet. Remedia optima sunt certissima, et quatenus 
non sunt apparentia, et quatenus deus certissimus est, et de bonitate, et de 
gradu bonitatis eorundem, §.882, nihilo tamen minus omnes de iisdem dubi- 
tationes animarum possibiles perspiciens, §. 869, 873. 

*) ein gewisses Mittel. 25 

§. 886. 

Quo fecundius remedium est, hoc maior illo posito ponitur perfectio, §. 166, 
341. Ergo media fecundissima sunt optima, et vice versa, §. 187. Deus novit 
remedia fecundissima, §. 884, quantumque quodlibet fecunditatis habeat, §. 882, 
quantumque cuilibet fecunditatis a dätis animabus adscribatur, §. 873. 30 



Erläuterungen Äantö. 9ir. 3648— 3652 (öanb XVII). 175 

3651, v—xf (ipf) M359'. 339. Zu M§.882: 
M3ö9': 

[511] ®cfc^iflid^fcit t[t "ba^ SSermögen ber SSernunft in anjel^ung bcr 
ÜKittel ju beliebigen 2>^thn, Mugl^eit in 2lnfel)ung ber Summe aUer 
[ubiectiüen ßnjefe. 

SBeiöl^eit: \iCi§> 33ermogen, feben befonbern ßwef burd^ ba§ ©ange 
aUer obiectioen ^xotdt ju beftimmen. M359: SDa^er „ein SlZenfd^" unb 
„SBeije" ift ein wieberjpruc^, außer in ber ü)?oralitaet als ein SKufter. 



36S2, C. M362'. Gegenüber von M§.888 Satz 3 und 4: 
10 6§ ift einerlei, ob öiel ober toenig mittel jum ßwcf fül^ren, tocnn 

ber ^tod nur erreid^t wirb; überflüfeige ÜKittel ftnb be^ ben 3Kenfc^cn 
nur tabelSl^aft, toeil jte feine onbre SöJefe l)inbern. 2)o(i^ toeil ber gu* 
reic^enbe @runb bcr 2Kittel nur im 3toefe ift, fo fan nic^t§ mel^r in ienen 
feijn, als was ju biefcm erfobert mirb. 



15 7 — 8 Die Gänse/iisschen rühren vom Hg. her. 

Zu Nr» 3G52 — 3G37: Von diesen Nm. gilt, mutatis mutandis, das über 
die Nrn. 3643—3651 Gesagte. 

§. 887. 
Remedia optima sunt completa, §. 886, ad finem Optimum, §. 884. Ergo 
20 noQ sunt incompleta, §.81. Si abundantia fo-[362]rent, quaedam haberent ad 
finem nihil facientia. Ergo bonum non actuantia, §.341, neque tarnen prorsus 
sterilia, §. 23. Hinc mala, §. 146. Ergo remedia optima sunt fini optimo ad- 
aequata. Deus novit remedia fini optimo adaequata, §. 884. Remedia certa et 
adaequata sunt finem ex asse consequentia*). Deus novit remedia finem opti- 
25 mum ex asse consequentia, §. 885. 
*) den Zweck völlig erreichen. 

§. 888. 

Actuatio finis per remedia, quae eum ex asse consequuntur, paucissima 

est VIA BEEVIS8IMA*). Usus mediorum optimorum semper est via brevissima. 

30 Tunc enim actuatur finis per remedia eum ex asse consequentia, §. 887, quorum 

singula sunt fecundissima, §. 886, nullum abundans, §. 887. Erunt hinc, quae 

esse possunt, paucissima, §. 161. Deus omnem novit viam brevissimam, §. 887. 

*) der kürzeste Weg. 



176 23aumgartenä Metaphysica. P. IUI. C. I, S. III. Voluntas dei. 

3653. L—x. M362'. Zu M §.888: 

21I§ 2Rittel an unb üor ftc^ felb[t (^ in ber e?:fecution) fan wot)! nie= 
mala me^r feijn al§ im ßwete, b. i. e§ ift ni(^t me^r in ber Urfa^e als 
in ber 2ßirfung. aber als mittel in ber intention fan me^r feijn, al§ »aS 
gum ßnse! erfobert mirb, au§ ^ri^tbum. Slllein @§ !an üiele§ auffer bem, 
tDa§ ben ©anjen ßwef ertüHet, ba[ei3n, unb ^(x^ ®eje^ ber (S))arjamfeit 
i[t ni(i^t öor ®ott. 



3654. L—v. M362'. Zu M§. 887 Anmerkung. 
2)ie Slbgemeffen^eit in ^Ritteln. 



3655. X—Q f ((f ?) M 362. Zwischen M §. 887 und 888 : lo 

(5§ ftnb nic^t aUe§ S^efe ober OJJittel, menigftenö nic^t alle§ ©ute 
in ben ^^olgen geroiffer Urfacl)en. 



11 ober? ber.«.* || luentgftenä ni^t'3 



§. 889. 
Omnisciesxia*) est scientia omnium. Deus est omniscientissimus , §. 873. ir> 
Cum eura talem dicimus, veneramur, qualem §. 863 — 888 exhibent. 
*) Allwissenheit. 

[363] SECTIO III. 
VOLUNTAS DEI. 

§. 890. 20 

Deus omnes omnium perfectiones imperfectionesve iutuetur distinctissime, 
§. 889, 871. Quicquid in deo est, raaxiraa est ratio, §. 23, 812. Hinc intuitus 
perfectionum imperfectionumve in eodem maxime vivus est, §. 669, 873. Ergo 
deo coinplacentia et displicentia convenit, §. 6.i5, summa, §. 812. 



(grläuterungen tantä. 5Rr. 3653—3657 (23anb XVII). 177 

36S6, ip. MS 62'. Gegenüber von M §.887 &chluss: 
2)te ©ottlic^e SBeiS^eit i[t ber ©runb ber ©inftimung feiner 2Ba^l 
mit jtd^ felb[t o!f)ne 2lu§nal^men unb coüifion au§ einem ^lan. 



5Ö57. V^. M362'. Gegenüber von i\f§. 888 Anfang: 
2)ie 6parfamfett be§ göttlichen 3^at^fc^lu[fe§ in ber wa^l [beä] be§= 
jenigen allein, tt)a§ al§ ein 2J?ittel jum {)öct)[ten S^orgefteÜten @uten nü^= 
lief) ift, i[t feine (äigen|d)aft ber ®ottlict)en 2Bei§^eit. (Sie i[t i>k ©igens 
fd)aft be§ ohnmächtigen, ber, menn er me^r in einem gaüe t^ut, al§ maS 
ju irgenb einem 9lu^en etmaS beiträgt, anbern 3Rn^en öerabfäumt. 



r-o 5 coUifion? coüiiionen?? || ö aüetn? allen? || 9 anbern? anbere? anbre? 

§. 891. 

Complacentia et displicentia dei non sunt, nisi verissimae, §. 880, distinc- 

tissimae, §. 870, rationalissimae, §. 822, nuraquarn est totaliter indiflferens, §. 653, 

nee umquam partialiter erga ullam rem, §. 654, nee voluptatem, nee taedium, 

l.j §. 656, nee appetitum, nee aversationem sensitiva habet, nee instinctus, nee 

fiigas, §. 677, nee affectus, §. 678, nee voluptates, nee taedia apparentia, § 655. 

§. 892. 

Cum deus se, ut bonum tan tum, ut Optimum sauetissimum intueatur 

distinetissime, §. 866, 828, purissimam ex So voluptatem haurit, §. 661. Haee 

20 summa dei acquiescentia in se ipso, §. 682. Theologia |364] exemplaris est 

suavissima, §. 866. Deus ex nulla re merum taedium habet, §. 891, 661. 

Displieentia eius et complacentia omnis est immutabilis, §. 839. Hinc nescit 

voluptates et taedia transitoria, §. 662, nihil ipsi molestum, §. 658. Nee summa 

eius displicentia summam voluptatem obscurat ullo modo, §. 870, nee quiequara 

23 extra ipsum in eo potest voluptatem aut taedium ullum actuare, §. 851. 

§. 893. 
In deo est scientia libera huius mundi, cum tarnen et nullius, et alius esse 
possit, §. 881. Non tarnen exsistit in deo huius mundi scientia libera, nisi vi 
dei, §. 851, 197. Ergo vim suam determinavit deus ad scientiam liberam non 
:jo nullius, non alius, sed huius mundi aetuandam. Ergo deus appetit et aver- 
satur, §. 663. lam non appetit, non aversatur sensitive, §. 891. Sequitur tarnen 
appetitio eius et aversatio cognitionem, §. 668, 822. Ergo vult et non vult, 
habet voluntatem et noluntatem, §. 689, summara, §. 812, i. e. summam oinni- 
scientiam perfectissime sequentem, §. 668, 889. 

.<5'ant'S Scfiviften. .pcintic^viftltc^et Siiic^la^. IV. 12 



178 Saumgartcnä Metaphysica. P. IUI. C. I. S. III. Voluntas dei. 

3657a, t^—v. M366'. Za M §.898 Anfang: 
%xt\)\)t\i be§ g5ttlid)en 2BtHen§. 



§. 894. 

VoLiNTAs NOLLSTAsvE cognitioncm intellectus mathematicam sequens, s. 
appetens pro gradu bonitatis in appeten-[365]dis distincte cognito, aversata pro 5 
gradu imperfectionis in aversandis distincte cognito, est proportionalis intel- 
LECTii*), qui si rem tarn bonam malamve sistat, ac est, est vollntas nolintasve 
PROPORTIONALIS oBiECTis**). Ergo voluntati noluntatique divinae convenit pro- 
portionalitas, §. 893, summa, §. 812, dura distinctissiraam summe et infallibilem 
graduum perfectionis et imperfectionis cognitionem sequitur, §. 879, 883. lo 

*) Wollen und Nicht-Wollen, so der Einsicht des Verstandes. **) so den 

Gegenständen angemessen. 

§. 895. 

Dens, dura vult, §. 893, agit. §. 210. Actiones dei oranes a sufficienti 
principio interne agenti deo dependere possunt, §. 833, et dependent, §. 851. 15 
Ergo actionibus divinis ipsique deo convenit spontaneitas, §. 704, eaque surama. 
§. 872, dum ad plurimas raaximas actiones sufficit, §. 706, 832. Dei actiones 
maxiine spontaneae erunt aut immanentes, aut transeuntes, §. 211. 

§. 896. 

Dens est liber a coactione interna absoluta, §. 710, 702, et physica, §. 710, 20 
859, et externa tam ideali, quam reali, §. 707, 851, [366] adeoque etiam morali, 
§. 723, motivorum, §. 726, ad actiones invitas per violentiam secundum quid, 
§. 714, ab illecebris, minis, suasionibus, dissuasionibus, extorsionibus, §. 728. 

§. 897. 

Omnes actiones sunt in potestate dei positae, §. 708, 859. Si ergo quae- 20 
dam actio et opposita ipsi actio quaecumque est possibilis in se utraque, §. 15, 
i. e. si quaedam actio est contingens in se, §. 104, hinc et oppositam contin- 
gentem in se actionera habet, §. 104, utraque est in potestate dei posita. Ergo 
omnes actiones in se contingentes sunt deo liberae ratione exsecutionis et in- 
differentes qua exercitiura actus, §. 708, quia respectu dei possibilitas utriusque 30 
physica surama est, §. 844. Hinc actuatio huius universi, aut nullius, aut alius, 
fuit deo libera ratione exsecutionis, §. 835. Indifferens fuit, qua exercitium 
actus, tam ergo mundum optimum, quam erga imperfectissimum, idemque est, 
et erit. §. 849. 

§. 898. »5 

Cum deus se in agendo determinet pro lubitu, §. 893, 712, eoque distincto, 
§. 893, habet libertatem, §. 719, earaque summam, §. 812, i. e. maximas plurimas 
actiones distinctissimo pro lubitu actuantem, §. 725. [367] katalismcs, sententia 
libertatem divinam toUens, error est. 



Stläutetungen tantä. SRr. 3657 a— 3659 (öanb XVII). 179 

3658. x—l? (y?J M367'. Zu M§.899 Schlusssatz: 
Voluntas obiective antecedens est, cuius [obiect] motivum est, qvod 
in obiectis est universale. 

Voluntas obiective conseqvens est, cuius motivum est, qvod in ob- 
5 iectis est individuale» 



36S9. x—v?fr]fj M367'. Zu M §.899 Schlusssatz: 
Voluntas optima determinat [perfectionem] volitionem particularem 
in omnitudine, h. e. secundum morem loquendi humanum: in univer- 
sal!, qvatenus restringitur per conditiones particulares. 



10 2^ Nr, 3638 — 3662: Ion diesen Nrn. gilt, mutatis miitandis, das über 

die Nrn. 3643—3651 Gesagte. Vgl. auch die Nrn. 3695 und 3697. 

4 f. Von diesen Z. hat Kant nur die Worte conseqvens und individuale wirklich 
niedergeschrieben, die übrigen dagegen nur durch vier icagerechte Striche angedeutet. 

§. 899. 

15 Deus vult liberrime, §. 898. Ergo bonum, §. 719, 665. Deus aversatur 

liberrime, §. 898. Ergo malum, §. 719, 665. Volitio s. amor boni, odium s. 
nolitio mali in deo infinita sunt, §. 844, 1) extensive, dum amat omne bonum, 
odit omne malum, §. 898, 889, 2) protensive, dum aeterna sunt, §. 849, et 
3) intensive, dum proportionalissima, §. 894. Volitio nolitiove divina extensive 

20 infinita, quia non esse potest in deo scientia mortua et mere speculativa, §. 873, 
fertur in obiecta 1) simplicis intelligentiae, universalia, quae nobis notiones 
exhibent, et quicquid in iis est boni mälive, erga quod deus non potest esse 
totaliter indifferens, §. 891, 2) scientiae mediae, actualia universi alterius. 
3) scientiae liberae, §. 874 — 876. Voluntas dei, quatenus obiecta scientiae 

25 liberae, s. actualia huius universi appetit, consequens*), quatenus fertur in uni- 
versalia et actualia alterius universi, antecedens**) dicitur, per reductionem, 
§. 826, 695, illa efficiens, §. 671, utraque efficax, antecedens etiam, non tantum, 
quia seria, sed etiam, quia est in motivis decreti, §. 675. 

*) der nachfolgende. **) der vorhergehende Wille Gottes. 

30 [368] §.900. 

VoLisTAs est iMPERscRiTABiLis*), cuius csusae impulsivae sunt incompre- 
hensibiles. lam causae impulsivae voluntatis divinae sunt distinctissimus ipsius 

12» 



180 Soumgorten^ Metaphysica. P. IUI. C. I. S. III. Voluntas dei. 

3660. Q^—vf (fifj i^—x^f? M367'. Zu M §. 899 Schlusssatz, 
unter und nach Nr. 3659 : 

2)er ©ottUc^e Sßiüe, fo fern er auf ba^ gei)t, waS beni @egen[tanbe 
mit anbern, bte [ntc^t ge] er nic^tmill, gemein ift, l^eifet antecedens; 
fo fern er auf ta§> ge^t, moburc!^ er fid^ üon allen anbern unter= 
fcl)eibet, fiei^t conseqvens. 



3661. ip. M.367. Zu M §.899 Schlusssatz: 

voluntas antecedens ift, ber auf einen aügemeinen ^Segrif eineö ob= 
iectö (al§ unbeftimmt) gel)t. conseqvens: auf ben beftimmten 23egrif Dom 
obiect. 10 



3662, ip. M367'. Zu M §.899 Schlusssatz: 

5)cr ©egenftanb ber l^öct)ften intelligent ift ba§ l)od^fte @ut ber @r= 
fentniS nad^ unb aV% autor bem SBillen nad). 

^a§ l^od^fte ®ut im ©an^en unb aud) bte relation jebe» einzelnen 
^ubemfelben: is 

1. bie relation jum aügemeinen ^Begriffe bey guten, voluntas ante- 
cedens. 

2. §u bem burd^gangig beftimmten (Srfentniffe biefer melt. voluntas 
ciin!5e(|vens. 



3 Mit </(-■/■ J'iiiti: roll Xr. ofiO'l hat Kdiit links nui Sr. ofißH t-inc/i divk<'n 20 
s'-iikri'i-litiii Stiirli iji-iiKU-lit^ die f/(:sj)i;n-t ijedrucktc/i Worte unterstrichen und er (nach 
VOO'tWxä)) in sö cerändert: et sullte ursprümjlich uhne Zu-ei/el au/ ©Cgenftanbe />e- 
i'iijrii u-i-rden, nicht (irie Kant hei der Verschlinindiesserunij in \p angenommen hidien 

dürfte) auf e5ottIt(J)e SöiUe. 

12 ber I)ö^ften aus be'i I)ii(i)ften 2& 



luhitiis. §. 898, hinc deo interna perfectio, §. o7, nobis incomprehensibilis, §. 862. 
(^ui iiuaedaui dei motiva in aliquo distinctionis gradu concipit, non perscrntatur 
voluutatem divinam, §. .SC"-'. Hinc nee intendens ali(|uain motivorum divinorum 



erläuterungen ÄanR «Rr. 3660— 3662 (23anb XVII). 181 

intellectionera voluntatem dei fiugit sibi perscrutabilem , §. 664. Quo plures 
causae impulsivae certae voluntatis, quo minus plene possunt cognosci, hoc est 
voluntas imperscrutabilior. §. 160. Hinc cum voluntas dei nobis imperscrutabilis 
maxime, §. 812. dicitur, cogitamus 1) plurima ipsius motiva plene non cognosci, 
r> 2) plurimum abesse quodvis eorum a comprehensione nostra, §. H62, SUS. 
*) ein unausforschlicher Wille. 

§. 901. 
AcrioNis liberae conformitas cum ratione sua. hinc lege, §.83, morali, 
§. 723. est eiusdem rectitido*), quatenus ergo omnes actiones dei liberrimae, 
10 §. 898, 725. summam conformitatem habent, §. 176. cum lege optimi, §. 822, 
morali. §.723: (Optimum libere hingattir optimo, sunt rectissimae. Summa volun- 
tati divinae rectitu-[369]do convenit, §.899. sanctitas, §.828. moralis, §. 723. 
*) Richtigkeit einer Handlung, oder Gesetzmäßigkeit. 

§. 902. 

15 Actiones dei liberrimae non sunt absolute necessariae. dum earum oppo- 

situm est in se possibile. §. 102. Omnes actiones dei transeuntes in mundum, 
§.854, 211, habent oppositum ia se possibile, §.361. Hinc nullae earum sunt 
absolute necessariae. Gumque omnium liberrimarum dei actionum oppositum 
possit per omnipotentiam dei actuari, §. 897, nulla earum, nee adeo ulla dei 

20 actio in mundum est ipsi physice necessaria, §. 470, 859, adeoque nee ulla 
moraliter necessaria eo sensu, ac si per libertatem oppositum ullius deo redde- 
retur physice impossibile, §. 723. Cum tamen summa dei libertas se semper 
rectissime determinet. §. 901, dum sunt omnes eins actiones moraliter sanctissi- 
mae, sunt moraliter necessariae, §. 723. 724. 

25 §. 903. 

BoNiTAs*) (benignitas) est determinatio voluntatis ad faciendum alteri 
bene. Beneficum**) est actio alteri utilior ex bonitate profecta. Bonitas mi- 
nima esset minima voluntatis propensio s. dispositio unius minimi boni in 
unicum minimum i. e. minime [370] dignum conferendi, §. 161. Quo ergo 
30 magis, quo plura, quo maiora, beneficia, in quo plures, quo digniores. conferre 
appetit bonitas, hoc maior est, §. 160. Beneficium est maius bouum. §. 336. 187. 
*) Gütigkeit. **) Wohlthat. 

§. 904. 
Dens vult beneficia aliis rouferenda, §. 903. 899. Ergo benignus est, 
35 §.903. summe, §.812. Dum beuignissimum dicimus deum, veneramur infinite 
amantem et aeterne, §. 899. et immutabiliter. §. 839. plurima. maxima l)eneficia 
plurimis. dignissimis conferre. §. 903. 

§. 905. 
Amor homiuum piiilantukoi'ia*) e>t, amorem amati mutuum proportio- 
40 natum volens zklotvima**) est, qui cum misericordia. fuvore. benevuleutia. cle- 



182 Saumgarteng Metaphysica. P. IUI. C. I. S. III. Voluntas dei. 

3663. t'—nf (qn vf) M371'. Zu §.907: 
ÜKan tönte no(^ fragen, ob bic SSelo^nung eine \a6)t ber ©crcd^tiöfeit 
ober ©ütigfeit fei). 



3664. V. M371. Zu M§.907 hat Kant hinter den von ihm unter- 
strichenen Worten ^^honum morale^' ein Zeichen gemacht, dem am Rand 5 
rechts dasselbe Zeichen vor dem Wort 

meritum 

entspricht^ das offenbar an die Stelle der beiden TextwoHe treten 
soll. Denn Kant fügt hinzu: 

JDcnn ob bonurn morale über!^aupt ift bloS [Sßeiäiiei] ©eife ©üte. lo 



10 Diese Z. ist etwa folgendermaassen zu ergänzen: ®enn diejenige Eigenschaft 
welche ob bonum morale überl)aupt Gutes erweist^ ift bloö rcetfe ©üte. 

mentia universales in deo sunt et maximi, §. 684, 904. Cumque constans amor 
intensus sit fidelitas***), deus aeternum amans infinite summe fidelis est, 
§. 904, 812. 15 

*) Menschen-Liebe. **) Liebes-Eifer. ***) Treue. 

§. 906. 

Bonitas erga personas s. Spiritus proportionalis est icstitia*), cf. E. §.317. 
lustitia minima esset minima bonitas minimam, [371] minime claram, minime 
certam, minime vivam cognitionem mathematicam sequens, §. 903, 161. Quo 20 
ergo 1) intensius amat, 2) quo plura, 3) quo maiora, 4) in quo plures beneficia 
conferre pro gradu perfectionis imperfectionisve in spiritu cognito, 5) quo clarius, 
6) quo certius, 7) quo ardentius gradus ille cognitus est, hoc maior est iustitia, 
§. 903, 160. Deus iustus est, §. 904, 894, summe, §. 812. Dum deum iustissi- 
mum dicimus, veneramur summam eius bonitatera, §. 904, proportionalissimam, 25 
§. 894, pro distinctissima, et infallibili, et maxime viva cognitione graduum per- 
fectionis imperfectionisve in singulis spiritibus obviae plurima maxima plurimis 
beneficia conferre paratissimam. 

*) Gerechtigkeit. 

§. 907. 30 

Praemum*) (remuneratio) est bonum contingens personae ob bonum mo- 
rale collatum. Iustitia in conferendis praemiis est remineratoria**), quam in 
deo summam veneramur, §. 906, 812, dum pro omnibus etiam minimis bonis 



(Sriäuterungcn tontä. SÜr. 3663—3666 (S3anb XVII). 183 

3665. Q^—vf (t—(Ji?) M372\ Zu M§.908 ScJduss: 
Praemia vel sunt munera: praemia gratuita 
— — — mercedes: debita, 

moralia: sapientiae, 

pragmatica: prudentiae. 



3666. i'—fif(Q'—v?JM373'. Zu M §.910: 

SDte @trafgercd)ttgfeit i[t oon ber 0lac^gerec^tigfeit unterf(!^ieben; 
bie erftere übt ber auä, beffen Siecht, bie anbere, beffen ^erfol^n gefrdnft 
toorben. 



10 moralibus omnium spirituum, proportionalissima praemia conferre paratissimam 
suspicimus. 

*) eine Belohnung, Lohn. **) Belohnungs-Gerechtigkeit. 

[372] §. 908. 
PoENA*) est malum contingens personae ob malum morale illatum. Tarn 
15 poENAE, quam praemia quaedam possunt sufficienter concipi ex essentia peccati 
et natura peccantis, aut ex essentia boni moralis et natura bene agentis, et 
erunt natlralia. Quaedam praemia non possunt sufficienter concipi, nisi ex 
arbitrio ea conferentis alterius, et sunt arbitraria**). Quaedam poenae non 
possunt sufficienter concipi, nisi ex arbitrio punientis alterius, et sunt arbi- 

20 TRARIAE***). 

*) Strafe. **) willkürliche Belohnungen. ***) Strafen. 

§. 909. 
In quo sunt mala moralia, peccator*) est. In quo quaedam mala moralia 
non sunt, respectu eorum est innocens latus dictus**) (insons), cf. E. §.319. 
25 Peccator, ceteris paribus, non tam bonus est, quam innocens, §. 187. Ergo nee 
tantum amatus a bonitate proportionalissima, §. 906. Ergo quaedam beneficia 
deus vult innocenti conferre, quae non \ult conferre peccatori, §. 904. Erga 
haec peccatori non conferenda beneficia deus non est indifferens, §. 891, hinc 
ea pro distinctissimo lubitu aversatur peccatori confer-[373]re, §. 898, 669. 
30 Ergo beneficiorum eiusmodi vult oppositum, §.663, 690. Beneficiorum opposita 
mala sunt, §. 81, 903, eaque contingentia, §. 146. Ergo deus vult quaedam 
mala contingentia ob mala moralia peccatori inferenda, i. e. poenas, §. 908. 
*) ein Sünder. **) der Unschuldige in weiterer Bedeutung. 



184 23aumgarten^ Metaphysica. P. IUI. C. I. S. III. Voluntas dei. 

3667. i^—v. M373'. Zu M§.910: 

©Ott be[tratt nid^t bie Seleibigung feiner perjon (laesae raaiestatis), 
fonbern, meil ber 2}ienfd^ ©ott nur r\aä) ber analoqie mit ÜRenfd^en er* 
fennt, bie SSoS'^eit, bie ber ÜKenfc^ äuffert, ba^ er [fie] i'^rer in Sejie^ung 
auf anbere 5JJenf^en fät)ig ft)äre. [®ai)cr] ©onft ttürben tüir un§ in ber 
Unenblid^feit be§ SSerbred^enö oermirren. 



3668. in—vf (i^—x^?J M373. Zu M §.910 Anfang: 
Sie ©trafgered^tigfeit gel^ört gur äßeiSl^eit. 



3669. ^—v? (v^—y?^) M373. Zum Anfangswort von M§.910: 
distributiva vel vindicativa lo 



3670. ip. M373. ZuM§.910: 

iustitia distributiva non est instrumentalis, sed fmalis. 



2 perfünen || 5 [2)af)cr]? 

10 distributiva ^A ebenso wie „vindicativa^' im Text vim M ^. 910 mit der 
Tinte ri>n A'/-. 3670 luiterstrichen, ^^ 



§. 910. 

IisTiTiA in infeiendis poeuis i-iNnnA*) est (viudicativa, ultrix, viudica- 
trix, nemesis), iustitia punitiva deo convenit, §. 909, eaque summa, §. 81'2, dum 
ad omuia peccatorum orauium peccata proportiouaiissime punienda est paratissima, 
§. 906. I'ii'iM-.i.iANisMcs i'Hii.osopiiuis scnteutia, iustitiam dei punitivam tolleus, 
error est. 

*) die Straf-Gereclitigkeit. 



GrUluterungen Äant'5. SRr. 3667—3672 (Sanb XVII). 185 

3671. cü? ((pfj ^?? M373. De7i ersten Satz von M §.910 ändert 
Kant so um, dass er lautet : 

lustitia dei non est remuneratoria, sed punitiva; est vel prag- 
matica: be§ 3ftegenten, ober moralis: beö 9ii(j^ter§, quia peccatura est. 



3672. CO ? ((f ?) ^ / ? M 3 73. Zu M §. 910: 
£)b e§ ein Crimen laesae majestatis divinae gebe. 



§. 911. 

OpposHum praemii naturalis poena naturalis est, oppositum praemii arbi- 
trarii poena est arbitraria, §. 908. Ergo iustitia dei remunerativa dispensante 

10 praemia arbitraria, iustitia vindicativa poenas irrogat arbitrarias, §.907, 909. 
Ipsae poenae naturales respectu eius, sine cuius arbitrio natura peccantis non 
haberet rationem sufticientem , sunt arbitrariae, §.908. Par ratio praemiorum 
naturaliuiu, 

[374] §. 912. 

15 Complexus causarum extra spiritum positarum ad prosperitatem eius rnise- 

riamve concurrentium est fortina. bona et mala*), per fortunam actuata sunt 
FORTiiTA**), eaque contingentia, §. 146, 787. Eiusmodi bona ccllata spiritui ob 
bona moralia praemia sunt, §. 907, nee sufficienter cognoseenda, nisi ex arbi- 
trio dei. §. 854. arbitraria sunt, §. 908. Mala fortuita spiritui illata sunt ish-or- 

20 TiNiA***). Infortunia spiritui ob mala moralia illata poenae sunt, nee coguo- 
seenda, nisi ex arbitrio dei, sufficienter, §. 854, poenae sunt arbitrariae. §. 908. 
*) gutes und böses Glück. **) Glücks-Fälle. ***) Unglücks-Fälle. 

§. 913. 
Praemia et poenae miraculosae et supernaturales in se sunt possibiles, 
25 §.475, et hypothetice. §.860. omnipotentiae divinae, §. 833, 834, sunt arbitra- 
riae, §. 908, 898, non tamen solae. §. 911, 912. 

§. 914. 

EvENrrs. quicquid in eo est realis et positivi. matkriai.k i!i;m(vhm*). omni- 

moda determinatio matkriai.k i-roximlm**) . et quicquid in finitis est eidem 

30 negativi. kormale***) eventus dicitur. Hinc [375] mala, adeoque et poenae. 

§. 908, aut spectantur inaterialiter formaliterqne siraul. et sunt, ut finita omnia. 



186 Saumgorteng Mctaphysica. P. IUI. C. I. S. III. Voluntas dei. 

3673, o'—v. M376'. Zu M §.916 ff.: 

2ine biefe 6igenfd)aften jtnb bie moralif^e [meiere], oornemltd^ auf 
bem ©runbe, \ia% ®ott 'iia^, innere be§ 3}?enfd^ltd^en ^erjenS if)m [©emofe] 
unb feiner ©egenmart einflimmig Derlangt. 



3674. G^—v. M376'. Zu M §.916: 

@r »erlanget Sangmut^ unter 3J?enfd^en im [trafen. 
2)ie ©ütigfeit, tt^elc^e bie ftrafe be§ 33eleibigerö gu feiner ©efferung 
auffc^iebt. 



6 im? in? || 7 Ursprünglich: »clcfie bem 23eleibtger 3eit um feinet J8effc= 
rung mitten; um und loiQen aus Versehen bei der Änderung nicht durchstrichen. 10 

partim bona, partim mala praecise s. formaliter siimpta, §. 264, amantur a deo, 
quatenus sunt bona, odit ea deus, quatenus sunt mala, infinite, §. 899, aut 
spectantur tantum materialiter, qua materiale reraotum, et sunt positiva et 
realia, tantum obiectum amoris divini, §. 899, aut formaliter tantum, et non 
sunt, nisi aut negationes stricte dictae, aut privationes, §. 137, et sunt tantum 15 
obiectum odii divini, §. 899, aut qua materiale proximum et formale. 

*) das bejahende. **) die gänzliche Bestimmung. ***) der mangelhafte 
Schranken einer Begebenheit. 

§. 915. 
Deus vult iustitia punitiva, §. 910, materiale poenae remotum, et quicquid 20 
est in proximo realitatis, non vero formale, §. 914. Tara vero contingere easdem 
huic peccatori, non alii, sed ei, cui sunt proportionalissimae, est realitas, §. 38, 
909. Hanc ergo deus vult, §. 899. Hinc et diiudicanda distinctio malorum 
contingentium, §. 146, adeoque tarn poenarum, §. 908, quam peccatorum, §.788, 
in privativa et positiva, §. .525. 25 

[376] §. 916. 

LoNGANiMiTAs*) ( paticutia iudicis) est iustitia non nisi optima visa occa- 
sione puniens. Deus optimas omnium poenarum opportunitates infallibiliter 
sciens, §. 889, 879, hoc etiam materiale proximum cuiusvis poenae, dum realitas 
est, §.36, volet proportionalissime, §.894, 914. Hinc summe est longanimis. 30 

*) Langmuth, und richterliche Geduld. 



(ärläuterungen tantä. 'Jlv. 3673—3678 (Sanb XVII). 187 

367S, xp. M376. Zu M §.916: 

er [traft na^ bcr Drbnung ber ^liatur im ©anjen nur nac!^ langer 
Seit. 

(5r [traft nur bem unenblid^en progressus gemdfe. 



5676. (y2— i;. il/J7^'. Zu M §.917: 

@r [iDiü] liebet unpart{)ei)Iic^!eit im Urtfieil ber 2Renfc^en. 

©r ^at nid^t Sieblinge. e. g. "üa^ iübifc^e 3Solf, 



5677. T//. ii57^'. Zu M §.917: 

2)er 9J?en[(!^ fann nid^t immer \)<x^ Sefonbere ®ute, ma§ @ott »er* 

10 tl^eilt, au§ ber aügemetnen SBorforge ableiten; bal)er er befugt i[t, e§ alö 

eine befonbere SSorforge anjufel^en unb @ott bafür ju banfen, boc!^ auc^ 

ju glauben, bafe auf i^m unbekannte 2lrt biefeä glei(^tüol^l allgemein [et). 



567«. o^—v. M376\ Zu M §.918: 

6r üermaltet bie Silligfeit, b. i. öor [einem ®eri(^t i[t eine Übertre= 
15 tung ber SÖiUigfeit eine 23erle|ung be§ [trengen red^t§. 



6 unpartf)ei)fett || Itrt^eil? Urtfieile«? 

14 ursprünglich: ©eilt ®ericf)t tft ein SluSfprud) 



§. 917. 
Impartialitas est aversio a decidendo ex apparentibus stimulis. In deo 
-0 ne Stimuli quidem, §. 898, miilto minus apparentes possibiles sunt, §. 889, 12, 
dumque tam ipsos, quam decretum ex iis aversetur sanctissima ipsius voluntas, 
§. 902, est impartialissimus. 

§. 918. 
Impartialis iustitia est aeqcitas*). Dens iustissimus, §. 906, et impartialis- 
25 simus. § 917, est aequissimus. 
*) Billigkeit. 



188 SBaumgartenä Metaphysica. P. IUI. C. I. S. III. Voluntas dei. 

3679. ip. MS76'. Zu M §.918: 

@r ri(i)tet quo bem (Stanbpunfte eine§ SKenfd^en, ber ein einge= 
fd)ranft mefen i[t. 2)er DJtenfd) fan mand)e§ al§ einen S^orjug anfeilen, 
ben ©Ott \\)xa. für onbere giebt. 



3680. o'—v. M376'. Zu M §.919: 5 

@r üerlangt Slufridjtigfeit, meldte in Slnfel^ung ®Dtte§ gemeiniglid^ 
fe{)r fe^lt, inbem man Sobfprüd^e unb (ärgebent)eiten, bie man nid^t fül^U, 
affectirt, au§ i5urct)t oieleä gu ©tauben üorgiebt unb ftc^ auf fc^meid^ele^ 
befleißigt. 

(* ©Ott ift offen in feinen un§ nött)igen Offenbarungen, nid)t öer* lo 
fteft, nic^t rä^el^aft unb §mei)beutig. (gr füt)rt un§ nic^t in 33erfu(3^ung.) 



3681. a'—v. M377'. Zu M §.920: 
6r miÜ loarl^aftigfeit unter menfd^en. 
C man mufe nid)t oon ©Ott fagen, maä mit ben ^»raebicaten, tooburd^ 
mir feine mDralifd)en SSolfommen^eiten benfen, obHig ibentifd^ ift.) 



3 Dif Worte 2)er SRenfc^ — 25or3Ug sl))d luichträglkli Jurthstrichen, und 
darunter ist der Zusatz gemacht: 3unt § 917. 

10 s- Zusatz: \p; in derselben Phase unterstrich Kant die Worte: Derlflugt Stllf- 

rtc^tigfett und Stnfeljung ©ottee (Z. G). 

14 s-Zusatz: (f. \\ 15 mord : SBoÜfomm: 20 



§. 919. 

SiscERiTAs*) est bonitas in mente sua signiticaiida, et haec est in deo. 
§. 904, summa, §. 812, dum omnibus, quibus, et tan tum, quantum signiticare 
mentem suara [377] summa sapieiitia suadet, signis aptissimis signifioare para- 
tissimus est, §. 8.S4— 888. 

*) Aufrichtigktnt. 

§. 920. 

Veracitas*) est sinceritas iu oratione. Sapientia ergo divinu iudieaute 
Optimum per orationem mentem divinam signiticare. deus est veracissimus. §. !>19. 

*) Wahrhaftigkeit. 



(grläuterungen tantä. 9^.3679-3683 (23anb XVII). 189 

3682. ^—(f. M378. Zu M§.924 „felix'': 
beatus. 2)ie 6elb[tgnugfamfeit im 2Bo^lfei)n. 



.5685. o^—v. M378'. Zu M §.925 Anfang : 
(är ii't über ber [9ktur] 2ßelt oX% ber Urheber (5Ratur) unb al§ ber 
®e[e^geber (grej)t)eit). 



5 Die Sfhlussklammer hinter %XZtfyt\\. fehlt. 



§. 921. 
llinima miuimae naturae duratio vita foret minima. Quo maioris naturae, 
quo maior est duratio, hoc maior est vita, donec sit maxima summa perfectissi- 
10 mae naturae duratio, §. 430, 161. Deo summa vita tribuenda est, §. 859, 850. 

§. 922. 
Cum dei vita maxima sit absolute necessaria, §. 921, quia est ipsius 
essentia, §. 816, et exsistentia, §. 823, 780, non deus immortalis solum est, sed 
et *'o/«s habet iminortalitatem absolutam, §. 781. 

15 §. 9-23. 

Cum summa perfectione metaphysica et physica in deo coniungitur summa 
perfectio moralis, §. 806, 859, per summam eius rectitudinem, §. 901, quarum 
distinctissime [378] sibi conscius, §. 866, summa inde voluptate fruens, §. 892, 
est beatissimus, §.787. 

211 §. 924. 

Deus felix est, §. 923, 787, summe, §.812, dum 1) omnis ab eö corruptio 
moralis et miseria non abest solum, §. 813, sed nee esse quidem in eodem pot- 
est, physice, §. 859, vel moraliter, §. 902, 2) independenter et a se, §. 851, 3) 
sine omni mutatione tarn ipsorum bonorum, quam intuitus eorundem est felicis- 

-'ö simus, §. 839. 

§. 925. 

Ens alio perfectius est illo siperils*). Deus est spiritus supremus, §. 889, 

796, KNs SLPRAMLNDANLM**), quateuus maiorem perfectionem habet, quam totus 

aliquis mundus, isque vel optimus, §. 361, 843. Cumque plura entia perfec- 

:!ij tissima extra se posita sint impossibilia, §. 846, deus est ens absolute summum. 

*) etwas höheres. *") etwas über die Welt erhabenes. 



190 Saumgartenä Metaphysica. P. IUI. C. II. S. I. Creatio mundi. 



[379] CAPUT IL 
OPERATIONES DEI. 

SECTIO I. 
CREATIO MUNDI. 

§. 926. 5 

Causa efficiens actuat effectum, §. 319, 210. Deus est causa efficiens 
huius universi, §. 854. Ergo deus actuavit hoc Universum, aut ab aeterno, i. e. 
ita, ut mundus hie non habuerit initium, aut in tempore s. non ab aeterno, 
§. 10, in neutro casu pars mundi mundo praeexstitit, §. 371, 394. Ergo in 
utroque casu mundus est actuatus ex nihilo, §. 228, et deus est, qui eum actua- lo 
Vit ex nihilo, §. 854. Actuare quid ex nihilo est creare*). Ergo deus est 
Creator huius universi. 

*) erschaffen. 

§. 927. 

Creatio per emanationem*) esset actuatio universi ex dei essentia, eius- 15 
modi creatione 1) mundus non actuaretur ex nihilo, §. 926. Essentia enim dei 
est ens necessarium, §. 109, 816. Quod contra §. 926. 2) aut tota dei essentia, 
aut pars eius [880] mutari posset in Universum, §. 370, quod contra §. 839, 
3) pars dei esset extra deum posita, §. 388, deusque compositus, §. 225, quod 
contra §. 838. Pluribus adhuc modis patet, creationem per emanationem esse 20 
impossibilem, §. 7. 

*) die Schöpfung durch einen Ausfluss. 

§. 928. 

Omnes monades huius universi sunt entia finita, §. 396, hinc omnes entia 
ab alio, §. 308, nee possunt ullae actuari, nisi ex nihilo, §. 229, 236. Ergo 25 
omnes monades huius universi sunt creatae, §. 926. Ens quod non potest ex- 
sistere, nisi per creationem, est creatura*). Ergo omnes huius universi mona- 
des sunt creaturae, et quidem dei, §.381, 854. Quicquid est in hoc uni- 
verso substantiale, dei creatura est, §. 396. 

*) ein Geschöpf. 30 

§. 929. 

Omnis Spiritus huius universi, §. 404, omnes animae humanae, §. 744. 
741, omnia elementa huius mundi sunt dei creaturae, §, 928, 423, actuatae 
singulae creatione simultanea, §. 238, et instantanea, §.299,228. lam 
Corpora huius mundi sunt aggregata elementorum, §. 155, 420, hinc quicquid in 35 
corporibus est substantiale, quotquot [381] habent partes per se subsistentes, 
sunt dei creaturae, §. 928. 



fSaumgattmS Metaphysica. P. IUI. C. IL S. I. Creatio mundi. 191 

§. 930. 
Quod non potest exsistere, nisi ut causatum alterius, nee potest durare. 
nisi ui causatum alterius, §. 299. Hinc mundus et omnes eius partes non pos- 
sunt durare, nisi ut entia ab alio, §. 928, 375. Ergo creatio independentem in 
5 creaturis durationem actuans est impossibilis, nee obiectum omnipotentiae di- 
vinae, §. 833. Creatio huius universi est possibilis, §. 926, 57. Ergo per crea- 
tionem huius universi non actuata est independens in ipso duratio. 

§. 931. 
Quicquid non pertinet ad mundi partiumque ipsius substantialium ex- 
10 sistentiam, non est creatum, §. 926. lam vero essentiae creaturarum, hinc et 
malum metaphysicum earundem, §. 146, non pertinent ad earundem exsisten- 
tiam, §. 132, 134, hinc nee essentiae, nee mala ereaturarum metaphysica, sunt 
creata, nisi creatas dici velis omnes ereaturae actualis determinationes, contra 
notionem §. 926. 
15 §. 932. 

Non exsistere hoc Universum, non exsistere ullum Universum, est in se 
possibi-[382]le, §. 370, 361. Omnia in se possibilia, sunt et deo possibilia, §. 859. 
Hinc deus potuit, qua omnipotentiam, non creare Universum, creare aliud, quam 
hoc, quo exsistente, hoc non exstitisset, §. 379, 926. Creavit tamen hoc im- 
20 passibilis, §. 851, per summam spontaneitatem, §. 895, creatione libera ratione 
exsecutionis, §. 897. Ergo liberrime, §. 898. 

§. 933. 
Deus hunc mundum creavit liberrime, §. 932. Ergo eum creare voluit, 
§. 893, voluit efficienter, §. 671, hinc et plene, quia infallibilis est, §. 879, adeo- 
25 que ex motivis completis consequenter. Ergo deus hunc mundum creare de- 
crevit, §. 695, et omni quidem significatu efficaciter, §. 675. 

§. 934. 
Deus creationem huius mundi decrevit, §. 933, voluntate proportionalissima. 
§. 894. Hinc decrevit huius mundi exsistentiam, pro gradu bonitatis in eadem 
30 cognito, §. 926. Alius mundi exsistentiam non decrevit voluntate proportionalis- 
sima, §. 379. Ergo tantam bonitatem in exsistentia ullius alius mundi deus 
non cognovit, quantam in exsistentia huius mundi cognovit, §. 70. lam cügnitio 
dei est distinetissima et maxime infallibilis, §. 879. Ergo prae-[383]lati huius 
et electi prae reliquis omnibus mundi exsistentia, §. 697, est, quae mundi esse 
35 potest, optima, §. 187. 

§. 935. 
Posita huius mundi exsistentia, ponitur summa, quae in mundo esse 
potest, perfectio, §. 187, 934. In quo mundo ponitur summa, quae in mundo 
esse potest, perfectio, est ille perfeetissimus, §. 185. Ergo laundus hie est 
40 omnium possibilium perfeetissimus. 



192 Saumgarteng Metaphysica. P. IUI. C. II. S. I. Creatio mundi. 

§. 936. 
In hoc mundo sunt maximarum plurimae, plurimarum maximae partes, 
quae in mundo esse possunt, consensus tantus, quantus in mundo esse potest, 
§. 436, 935. Hinc mundus est extensive, protensive et intensive mundorum 
raaximus, §. 437, realiter quidem finitus, ita tarnen, ut multis modis infinitus 5 
dici possit, §. 440, optimus, §. 443, in eodem maximus uexus universalis, §. 441, 
ordo, §. 444, et maxima, quae esse potest, harmonla, §. 462. 

§. 937. 
Pone mundum huic mundo perfectione totaliter aequalem, esset extra eun- 
dem ponendus, alias pars huius mundi foret, §. 854, 155. Perfectio huius lo 
mundi non pot-[384]est extra eundem esse, nee perfectio prorsus aequaliter per- 
fecti posset extra ipsum esse, §. 194. Si ergo talis mundus esset possibilis, 
duae perfectiones extra se invicem totaliter aequales essent possibiles, quod 
contra §. 272. Ergo mundus perfectissimus est unicus, §. 77. 

§. 938. 15 

De eo, quod hie mundus sit optimus, possumus eerti esse, §. 985, 936. 
Ergo haec doctrina non est hypothesis philosophica. Qui demonstrationem eins 
a posteriori poscunt, aut intelligunt, per demonstrationem a posteriori, eam, 
quae in praemissis suis habet iudicium intuitivum, et habent eam, §. 933, cuius 
praemissas ingreditur: liic mundus ejrswtit, iudicium intuitivum, aut postulant 20 
discrepantiam huius et deterioris mundi experiri, hinc extra hunc mundum poni, 
§.548, mirabilem ecstasin, §.552. 

§. 939. 
Quicquid deus creavit, creare voluit, §. 932. lam vero malorum eontin- 
gentium et moralium in specie formale prorsus non voluit, §. 914. Ergo nee 25 
idem creare voluit, §. 926. Deus non est Creator ullius mali contingentis, hinc 
nee ullius mali moralis formaliter spectati. 

[385] §. 940. 

Alcxor*) est causa liberae actionis, et tarn actio, quam eius causata sunt 
effectus auctoris, s. facta**). lam deus mundum creavit liberrime, §. 932. 30 
Ergo deus est creationis et huius mundi auctor. Deus non est auctor, nisi 
eorum, quae vult, §. 719, 891. lam formale nullius mali contingentis, nullius' 
peccati deus vult, §. 914. Ergo nullius mali contingentis, nullius peccati for- 
maliter spectati deus auctor est. Causa moralis stricte dicta***) est auctor 
per liberam alterius determinationem, qualis illiciens, rainatus, suadens, dis- 35 
suadens, extorquens, §. 728. lam causa moralis stricte dicta auctor est. Ergo 
deus nee est causa moralis stricte dicta ullius peccati et mali contingentis for- 
maliter spectati. 

*) Urheber. **) sittliche Thaten. ***) ein sittlicher Urheber. 



(Erläuterungen tants. 9h-. 3684 (Sanb XVII). 193 

3684. rj—x. M386'. Gegenüber von M §.942 Satz 3: 
finis absqve motivis. 



§. 941. 
Ad malum morale formaliter spectatum causas impulsivas actuans est 
5 TENTATOR AD iMALUM *). Dcus si causas impulsivas ad malum morale formaliter 
spectatum actuaret, fieret eiusdem causa moralis stricte dicta. Ergo deus num- 
quam est tentator ad malum, §. 940. 
*) ein Versucher zum Bösen. 

[386] SECTIO II. 
10 FINIS CREATIONIS. 

§. 942. 
Agnitio perfectionis maioris in aliquo est honor*). Ilonor maior est 
oLORiA**), cf. §. 684. Gloria dei ergo est maior cognitio summarum ipsius per- 
fectionum. Quo plures, quo magis, ergo quo clarius, quo certius, quo ardentius, 
15 quo verius, quo plures, quo maiores alicuius perfectiones cognoscunt, hoc maior 
est gloria, §. 160. Hinc summa dei gloria est clarissima, verissima, certissima. 
ardentissima plurimarum maximarum ipsius perfectionnm in plurimis cognitio, 
§. 161. Gloria dei est bonum, §. 866. 

*) Ehre. **) Preis. 
20 §. 943. 

Per hunc raundum possunt perfectiones dei summae clarius, verius, certius, 
ardentius cognosci, §. 333, 375. Ergo hie raundns ad gloriam dei utilis est 
eandem ex eo cognoscere valentibus, §. 336. Haec utilitas creatione et ipsius 
raundi et omnium in eodera spiritnum actuata est, §. 926. Ergo Creator universi 
25 utitur eodem ad suani gloriam, quam distinctissime bonam cognoscit, §. 889, 
942. acluandara. Ergo deus in creando tinem habuit, §. 341. 

[387] §. 944. 
Deus mundum creavit secundum sumniam ipsius scientiara nexus finalis, 
§. 943, hinc sapientissime, §. 882. Hinc optimos optimi mundi in creando 
30 eodem fines omnes in perfectissiraa subordinatione et coordinatione, §. 883, re- 
niedia eorum optima. §. 884, certissima. §. 885. fecundissima. §. 886. eosque ex 
asse consequentia, §. 887, via brevissima. §. 888, scivit. et actuavit, §. 894. 
Denuo patet. deuni nulluni nialuin i'ontingen.s formaliter spectatum creasse, 
§. 146, 914, 
35 §. 945. 

Finis dei non fuit in creando mundo perfectio i|uaedam ipsi interna. Per 
mnndum enim nllam earnin aut actnari. auf auj/eri impossibile est. §. 851, deus 
Äant'8 2 cf)vift en. .vian!)ictiriftli*et 'Ji.icMatj. IV, 13 



194 SSaumgortcnö Metaphysica. P. IUI. C. II. S. III. Providentia. 

3685. v—ip. M 389. Zu M§.9ö0 Anfang, sowie zu der Über 
Schrift von Sectio IH „Providentia^^: 
actuatio mundi et regimen. 



aiiteni non vult impossibilia, §. 891, 893. lam quicquid est, praeter deum, mun- 

dus est, aut pars mundi, §. 846. 354. Ergo finis dei in creando mundo fuit & 

perfectio creaturarum, §. 928. 

§. 946. 

Finis dei in creando universo fuit perfectio creaturarum tanta, quanta in 

mundo optimo possibilis, §. 945, 944. Ergo omnes rerum utilitates creatarum, 

§. 336, omnes earundem usus, §. 338, fines dei sunt, §. [388] 944. Scientia lo 

finium in creaturis divinorum est teleologia, tarn physica, corporum, quam 

PNEüMATicA, fines spirituum exhibens. 

§. 947. 

Bona Spiritus determinatio ex motivis gloriae divinae est illustratio glo- 
RiAE niviNAE (cultus dci)*). Gloria dei et illustratio eius sunt religio. lam i5 
gloria dei utilis est ad cultum eius, §. 336, 712. Gloria et cultus ad reiigionem, 
§. 336. Krgo fines creationis fuerunt cultus dei et religio, §. 942, 946. 

*) Verherrlichung Gottes, Gottesdienst. 

§. 948. 

Prosperitas et beatitudo seu felicitas spirituum utilis est ad gloriara dei, 20 

§. 787, 942, illustratiouem eius et reiigionem, §. 947, 336. Ergo prosperitas et 

heatitiido seu felicitas spirituum tanta, quanta in mundo optimo possibilis, finis 

fuit creationis, §. 946, 942. 

§. 949. 

Omnes creaturae, sive spectentnr ut media, sive ut fines, utiles sunt ad 26 

dei gloriam, haec ad illustrationem gloriae divinae, §. 943, 947, hinc omnes 

confines religionis in creatione ipsi subordinantur, §. [389] 315, 947. Ergo 

religio est finis creationis ultimus, §. 343. 

SECTIO 111. 
PROVIDHNTIA. so 

§. 9.00. 
Hie mundus durat, §. 299, at nullo momento independenter, §. 930. Ergo 
non potest durare, nisi ut causatum extra se positi vel uno momento, §. 307. 
Krgo vis extramundana operatur durationem eius in quovis durationis momento, 
§. 21(t. Haec deus est, ^. 855, 839. Ergo deus operatur quovis durationis 35 



Erläuterungen tont«. SRr. 3685—3688 (Sonb XVII). 195 

3686. § — (f. M 389. Zu den beiden letzten Sätzen von M§.950: 
3)ie ©rl^altung ber bem ©nbjiüefe gemäßen %oxva. berjelben in ber 
ßeit Reifet bie ©ubernation: bte SSemaltung. 



^ÖÄr. 5— y. A/^i^i». Zu M§.9öl ,,influxus'': 

non influxus, qvi est [actio] modificatio, non actuatio substantiae. 



3688. v—xp. M389. Zu M§.9öl Schlmssatz: 
öin fortflele^ter Slnfang i[t ein Sßieberfprud). 



2 Ursprünglich: ®ie bem fönbjnjefe II gemäße 



motnento durationem universi. Actuatio durationis est conservatio *). Ergo 
10 deus est conservator huius universi. 
*; die Erhaltung. 

§.951. 
Conservatio est influxus dei continuus, §. 950, 895, isque realis, §. 212, 
quia exsistentia sua nullius finiti effectus esse potest, §. 308. Idem est creatio, 
15 §.926. ünde conservatio non male dicitur continuata creatio. 

§. 952. 
Quae non creata sunt, non conservantur, §. 950, 926. Ergo nee essentiae 
rerum, [390] nee malum finitorum metaphysicum, §. 931, nee formale mali con- 
tingentis, nee malum morale formaliter spectatum a deo conservatur, §. 939. 

20 §. 953. 

Quicquid exsistere non potest, nisi per creationem, non potest durare, 
nisi per conservationem, §. 950, 926. lam omnes huius mundi monades, et 
quicquid est in eodem substantiale, dei creatura est. Ergo omnes mundi mo- 
nades, et quicquid est in mundo hoc substantiale, conservatur a deo quovis 
25 momento durationis suae, §. 928. 

§. 954. 
Cum causae efficientes, praeter deum, omnes substantiae huius mundi, 
§.319, 846, deo snbordinentur, §.92^. est ille causa efficiens simpliciter prima. 

13* 



196 Saunigartenä Metaphysica. P. IUI. CIL S. 111. Providentia. 

3689. ^? (qO ßf) M392. Zu M§.968: 
Concursus ^ur 5Jiatur ober ^Vve^l^eit. 

Providentia respectu legum (illas determioans) est generalis, even- 
tuum est speciali.s. 



3, 4 eventuura aus eveiitus 



reliquae omnes secundae, §. 315, 28. lara omnes tinitanim substantiarum actio- 
nes sunt simul passioues ab aliis substantiis finitis in eas influentibus, §451 
Ergo deus concurrit, ut causa efFiciens, ad omnes substantiarum finitarum actio- 
nes mediale, §. 314, 320. Quoniam vero simul omnes finitarum substantiarum. 
passioues ab aliis substantiis finitis sunt ipsarura actiones, §. 463, non tunc solum lo 
ubi agere potissimum concipiuntur, sed et tunc, ubi notantur pati, deus eo, 
ipso [391] raomento, quo mutantur, rationem huius mutationis ipsarum suffi- 
cientem, vim earundem, conservando actuans, §. 953, ad omaes substantiarum 
finitarum actiones, ut causa efficiens, concurrit immediate, §. 320, ad exsisten- 
fiam enim substantiae finitae praesentem pertinet eins actio, §. 210, 55. i6 

§. 955. 

Concursus dei immediatus est eiusdem praesentia, §. 223. Ergo deus 
substantiis huius mundi omnibus proxime praesens, §. 954. Quod omnibus et 
singulis alicuius partibus substantialibus proAime praesens est, ipsi illi rei in- 
time PRAESENS") dicitur. lam omnibus corporum partibus substantialibus in hoc 20 
universo deus proxime praesens est, §. 421. Ergo deus omnibus in lioc universo 
corporibus intime praesens est. 

*) auf das genaueste gegenwärtig. 

§. 95G. 
Deus omni huius mundi monadi proxime. omni corpori praesens est intime. 25 
§. 955, idque quovis momento, et qua omnes creaturarum actiones, §. 954. 
Ergo deus est omuipraesentissimus. 

§. 957. 
Ubicumque deus est, ibi totus est. et in-[392]divisus, §. 842. Ergo et 
qua substantiam et essentiam, §. 830. 8 IG. Ergo deus omnibus huius mundi 30 
monadibus et corporibus, qua substantiam et essentiam, praesens est, §. 955. 

§. 958. 

Conservatio virium huius universi quarumcumque, in ipso earundem actu, 
est to.NCLRsts DEI HHYsici s, isquc, quia et quatenus ad singulas singularum sub- 
stantiar\im actiones extenditur, uenerai.is*) (universalis) dicitur. 35 

*) die allgemeine Mitwirkung fiottes. 



Erläuterungen tatttö. 'Jlx. 368'J— 3f;90 (Sunb XVII). 197 

3690. €—i;f (rj—yc?) MS92. Zu M §.960 Anfang: 
Non concurrit ad formale actionum. Non est auctor mali secundum 
directionem ordinariam. 



§. 959. 
5 Concursus dei omnis est liberrimus, §. 932. Ergo si concurreret ad formale 

ullius actionis malae, fieret eiusdem auctor, §. 940. Ergo ad omnes actiones 
physice et moraliter malas concurrit, qua materiale, §. 958, uon vero, qua for- 
male, §. 940. 

§. 960. 
10 CoNciRsis causae moralis stricte dictae est moralis*). Deus motiva cultus 

sui actuat, §. 947. Ergo ad quasdam actiones in hoc universo concurrit mora- 
liter. §. 940. Concursus dei moralis ad generalem accedens specialis**) est. 
Ergo deus ad quasdam in hoc universo actiones concurrit specialiter. 
*) die sittliche. **) die besondre Mitwirkung. 

iö [393] §.961. 

Deus nnn est tentator ad malum, §. 941. Ergo ad formale nullarum 
actionum moraliter raalarura concurrit moraliter, §. 940. Ergo nee specialiter, 
§. 960. 

§. 962. 

-0 CoNciRsis DEI superuaturalis ad specialem accedens est specialissimis*), 

et in se possibilis, §. 475, et hypothetice, §. 860, et in hoc mundo actualis, 
quotiescumque quaedam actio in eodem per specialem dei concursum aeque 
bene actuari non potest, §. 498, 935. 

*) die besonderste Mitwirkung Gottes. 

25 §. 963. 

GiBERNATio*) est actio, qua media successive plura ad ulteriorem aliquem 
finem actuantur. Quo ergo meliora, quo optimorum, hinc et via brevissima finem 
consequentium, §. 888, plura media, quo meliores, quo ulteriores ad fines actuantur, 
hoc est gubernatio perfectior, §. 185. Quos deus in creando tines habuit, habet et 

30 actuat conservando, §. 951, 944. Dum ergo summum eum universi gubernatorem 
veneramur, colimus optima, et viis brevissimis procedentium plurima media, ad 
optimos fines et tandem ad ultimum huius universi scopum [394] ducenlia, 
momento quovis actuanlem. Dum deus gubernando 1) viribus (hinc et actioni- 
bus, §. 331) rei creatae ccrtum limitem coüstituit, determinakk stkictus**), 2) 

35 finibus suis subordiuat actiouem rei creatae ad eosdem ab hiic non susceptam, 

DIRIGERE STRICTIIS***) dlcitur. 

*) die Führung. **) Maass und Schranken setzen. ***) lenken in engerer 
Bedeutung. 



198 58oumgartenä Metaphysica. P. IUI. C. II. S. III. Providentia. 

3691. o'—v. M395. Zwischen M §.967 und 968 : 
Erlaubnis, ßulaffung ift nid^t Erlaubnis« 



§. 964. 
Primum peccatum lapsus*) dicitur, et potentia labendi labilitas**), haec 
est vel absoluta, vel hypothetica, §. 15, 16. Oppositum labilitatis hypotheticae 5 

est CONFIRMATIO IN BONG***). 

*) der Fall. **) dessen Möglichkeit. ***) Bestätigung im Guten. 

§. 965. 

Absoluta labilitas pertinet ad spiritus finiti essentiam, §. 40, 964, hinc est 

in eodem absolute necessario, §. 106, malum metaphysicum, §. 146, quae non lO 

concreata spiritui ulli, §. 931, cuius oppositum nulli creaturae concreari potuit, 

§. 833. Spiritus labens agit, §. 964, 788. Ergo deus ad lapsus materiale con- 

currit, §. 918, ad formale vero nee physice, nee moraliter, §. 9ü9, 911. Ergo 

nee fit auctor lapsus formaliter spe-[395]ctati, nee causa moralis stricte dieta 

§. 940. 15 

§. 966. 

Lapsus est in se contingens, §. 964, dum est mutatio tiniti, §. 361. Ergo 

oppositum lapsus est in se possibile, §. 104. Ergo impedimentum lapsus est 

in se possibile, §. 221. Ergo deus omnem lapsum impedire potuit, §. 833. 

§■ 967, 20 

Impeditio moralis*) est actuatio motivorum ad oppositum alicuius muta- 
tionis. Deus motiva spiritibus ad felicitatem ipsorum actuavit plurima, §. 948. 
Felicitas spiritus est oppositum lapsus eins, §. 81, 787. Ergo deus omnem 
lapsum impedit moraliter. 

*) sittliche Verhinderung. 26 

§. 968. 
Impeditio, quae non moralis est, physica dicitur. Lapsus est peccatum, 
§. 964, ergo actio moralis, §. 788, ergo libera ratione exsecutionis, §. 719, 722, 
hiuc physice contingens, §. 709. Ergo praeter libertatem lapsi et motiva illius, 
§. 967, niulta alia possibilia erant, quibus positis lapsus non secutus esset, qui 30 
secutus est, §. 378, impediinenta lapsus physica, §. 81, [396] 221. Ergo deus 
lapsum etiam physice iinpedire potuit. §. 833. 

§. 969. 

Oiniie peccatum deus inipcdit moraliter. §. 967. impedire physice potest 
per omnipotentiam, §. 968. Non oinue tameu physice impedit. Non impeditio 35 
est HERMissio*). Ergo est vel physica. §. 968, vel moralis, §. 967. 

*) Zulassung. 



(ärläuterunßeii ^ant€. 9Jr. 3691—3692 (»anb XVII). 199 

3692. Q'—vf(K^?) M397'. Zu M §.974: 

©efe^gebcr im Slnfange, 

9?egirer in ber 2)auer, 

dtii^kx am @nbe. eigentlich in ber Uncnblic^feit beö 'Fortganges. 



5 §. 970. 

Deus nulluni lapsum, §. 967, nullum peccatuin, permittit moraliter, §. 969. 
Quaedara tarnen peccata in hoc mundo permittit physice. Pone et haec physice 
impediri, non esset hie nnmdus, in quo physice impedirentur, sed alius, §. 378, 
minus bonus, §. 937. Ergo deus quaedam in hoc mundo peccata physice per- 
10 mittit, quia mundus, in quo permittuntur physice, est medium religionis Opti- 
mum, §. 949, 935. 

§. 971. 
Iis (pro qualitate personae sumptum) sigsificati- latiori*) est facultas 
raoralis; quique ins habet decernendi de aliqua re, quicquid placuerit, pleni-s 
15 eius DOMINUS**) est. Plenum dominium in personas est potestas plena***). 

*) Recht in weiter Bedeutung. **) völlig Herr davon. ***) völlige Herr- 
schaft. 

[397] §. 972. 
Deus ius habet ad actiones suas reclissimas, §. 901, 971. In iis e.st de- 
^0 cretum de mundo et singulis eius creaturis, §. 934. Ergo deus pleuus mundi 
et omnium in eodem creaturarura dominus est. Ergo in spiritus huius mundi 
plenam potestatem habet, §. 971. 

§. 973. 
Qui plenam in spiritum potestatem habet, ius habet ipsum obligaudi, qun- 
'■^^ modocumque placuerit. Qui ius habet spiritum aliquem obligandi, quomodo- 
cumque placuerit, habet ius illi leges ferendi. Aiictor enim obligationis, quam 
lex enuntiat, legem ferre*) dicitur. Jus leges ferendi habens, Legislator**) 
est. Ergo deus omnium spirituum huius mundi Icgislator est, §. 971, 972. 
*) Gesetze geben. **) der Gesetzgeber. 
30 §. 974. 

Qui solus in plures spiritus summam potentiam et potestatem habet, est 

oorura MONARCHA, qui plenam, est eorum despotes. lam deus solus in omnes 

spiritus creatos summam potentiam, §. 832, et potestatem, eamque plenam habet, 

§. 971. Ergo summa ipsius est et maxima monarchia [398] despotica, cuius 

35 omnes spiritus creati sunt subditi, §. 844. 

§. 975. 
Providestia dei*) est actio, qua tantum cuivis rei rrealao boiioruiii lar- 
gitur. quantum summa bonitas potest. Ergo conservando, §.950, concurrendti. 



200 33aumgatteii3 Metaphysica. P. IUI. C II. S. IUI. Decrela divina. 

3693. V. M397. E 1689. Zu M §.974 ,,monarcha'': 
ber nicl)t eineö anbern ©eroalt uuterroorten. 



3694. V. M. 'W7. E 1689. Zu M §.974 „despotes": 
3ft berienige, ber [f] einem abfoluten SBiüen gemdfe ta^ ®ef(!^öpf 
üerbinbet, o^ne * il)ren ?Ru^en bei) ben ©efefeen in 33etrad^t ju jie^en. 
2lljo ßiebt e§ bejpotifc^e unb patriotifc^e ©efe^e. 

* (^ bießinftimmung i^reS eignen burd) 3Sernunft regirten SStllenö 
in 33etrad)t jn j^ic^en, b. i. aU 9Jfafct)inen.) 



369S. /i— ". MMS. Zu M §.976 Anfang: 

©er SBiUe, ber in Slnfe^ung ber allgemeinen ©rünbe [beweiben] beö lo 
SSoÜenö ju geroiffer ^anblung beftimt i[t, i[t autecedens. ©er in 2ln= 
fe^ung beö individui beftimt i[t: consequens. 



2 onbern? anbeveii? 

4 E: bie ©efc^öpfe *' üKa|d)tnen? 53fafci)ine (s,, E.)tr 

9 Zu Nr. ■WJ.') und 3607 r,jL M §. HO!) und Hß. :i65R—36H2. 11 aüoaeitö.« 16 
SffitUenä?? 

§. Ü54, gubernando, §. 963, malum moraliter impedieudo, §. 967, nee physicc 
permitteudo, nisi quod iinpediri' finibus ipsius detraheret, §. 970, civitatique 
suae leges optiinas ferendo, §. 973, 974, deiis exercet PRovirtEsriAM, §. 903 — 920, 
per causas impiilsivas ad beatitutem, verticordiam**), per t'ortuita, fortlnam 2ü 
SASCTAM***), per boua ciiiusvis iiaturae insita. almam natcram. Epicüreismi-s, 
seutentia providentiam dei lollens, error est, §. 515. 

*) die Vorsehimg Gottes. **) deren herzlenkende Kraft. ***) das heilige, 

das göttliche in dem, was man Glück nennt. 

SECTIO IUI. as 

DFXRETA DIVINA. 

§. 976. 
Decretum de exsistentia mundi est in deo liberrimura, §. 933, hinc distinc- 
tissimam omnium mundi huius partium omnisque [399] boni et mali in iisdem 
accuratissiuiam cognitiunem sequens, §. 889, immutabile, §. 839, aeteruum, §. 849. 30 



(Srläiiterungeii Äaiilö. (9{r. 3693—3697) 33onb XVII). 201 

3696. v—ip. M399'. Zu M §.91 6 ff.: 
^ier wirb ®ott öorgefteUt, alö ob er über alle^ moglici^e befci^löfje, 
lüeldjen ti)eil er für feine 2Bat)l f)erau§ne^me. 



3697. v—ip. M 399'. Gegenüber von M §.976 Schlusssatz und 
5 M §.977 Satz 1: 

Decretum est voluntas consequens, ergo respectu individui. 
Voluntas antecedens est, cuius caussa impulsiva est tautum generale 
aliquod, quod omnibus obiectis arbitrii commune est. 

Decretum [imllum] de condendo hoc mundo est decretum individui, 
10 ergo non est universale. Non datur decretum universale, sed de- 
cretum Universum sive totale, diversum non a [partial] particulari, 
sed partiali. 



et irresistibile, §. 844, 222. Quod humane modo sie polest concipi: Propositum, 
itpoöeai?: Complexus optiraorum extra deum compossibilium exsistat, §. 822, 901. 
15 Praevisio, TrpoYviuai;: Hie mundus optimus est complexus extra deum compossi- 
bilium optimorum, §. 935. Decretum. Ttpooptafxos: Hie mundus optimus exsistat. 

§. 977. 

Piures mundi, quam liic, plura finita, quam quae partes huius mundi suut, 

non exsistuut, §.379, nee deus plura de cont ingentibus decrevit, quam 

20 decreto de exsistentia huius mundi comprehensa, §. 976. Illud ergo, 

qua ad omnes huius universi realitates extenditur, universale, qua est, quod 

plura non sunt, vocatur unicum. §. 77. 

§. 978. 
Particilaria OKI DECRETA*) vel sunt partes decreti universalis et unici, 
25 §. 977, vel essent primitiva**), aut opposita illi aut saltim non comprehensa 
sub universali. Talia non sunt in deo, §. 976. 

*) besondre Kathschliisse Gottes. **) ursprüngliche. 

[400] §. 979. 

Decreta dei omnia sunt actus voluntatis proportionalissimae obiectis, §. 894, 

30 perfectissime sequentis scieutiam gradus perfeetionis vel imperfectionis in ob- 

iecto vel appetendo, vel aversando, §. 976. Idem et sie patet: Pone in aliquo 

decreto dei praevisam obiecti perfectionem imperfectionemve prorsus non 



202 Saumgartcnä Metaphysica. P. IUI. C. IL S. IUI. Decreta divina. 

3698. v—\p. M400. Zu M §. 980 „motivurn" : 
est summum bonum mundi, qvatenus opponitur summo bono indi- 
vidui. 



3699, v—ip. M400'. Zu M §.980 Anfang („Decretum—fuif'J: 
(Sc^lec^t^in unbebingt ift bie ®ottli(i)e SBiüfülir niemalg, aber oiel= 
leicht unbebingt in anfet)ung ber moralifc^en Qüalitaet ber perfo^n alä 
befpotiSm; benn auf ba§ SBeltbefte im ©anjen fönnte bod) ©otteö 
Slbftc^t [unb b] ©eric^tet unb biejeä bie SSebingung feijn. * ®ott fan ein 
(<> üernünftig) ®efcl)öpt ^W i^em SBeltgan^en aufopfern, aber tt)ot)I 3u= 
laffen, bafe e§ ftd) felbft aufopfere. 

* (" |)ier roirb angenommen, ba'i^ ®ott ha^ oernünftige ©ejd^öpf 
bloS als 5D?ittel jur 33olIfomen^eit be§ ©anjen brauche. Slber ba ift 
fein moralifc^er mert^ in ber melt, n)0 bie oernünftige SBefen bIo§ al§ 
9)?ittel gebraucht njcrben.) 



3700. ü— 1//. M400'. Zu M§. 980 Anfang: is 

£)b ber ®ottU(i^e Sßille an fid^ burd) motioen beftimmt werbe, ober 
üon unö bloS nac^ biefer analogie gebacbt öjerbeV 



2 Statt est — qvatenus ursprünglich : perfectio tnundi in op 

6 perfol)n? perfüt)nen? 10 Statt aufopfere zwei u-agerechte Striche, auf' 

opfern steht am Anfang der Zeile, die Striche an direm Ende. 13 Oernünftige? 20 

öetnünftigen?.* 



fuisse motivum: aut eam deus ignoravit, quod contra §.875, aut ab eadem 
abstraxit, quod contra §. 870, aut fuit eiusmodi coguitio distinctissima, sed 
mortua, quod contra §. 890. 

§. 980. 
Decretum dei absolutum*) si dicitur, cuius motivum nee praevisa 
obiecti perfectio, nee imperfectio fuit, hypotheticlm**) contra, quod 
praevisam obiecti perfectionem imperfectionemve sequitur; uuUa dei de con- 



(Erläuterungen tantö. ?lr. 3698-3702 (Sonb XVII). 20B 

3701. 70er — 80er Jahre. M 400. Zu M §. 980 „absolutismus 

theolofficus" : 

S^er^angniS, 



3702. v—ip. M40L Zu M §.981 „de futuro'' : 
tanquam fine voluntatis 



tingentibus decreta sunt absoluta, omnia hypothetica, §. 979. Absolutismus 
THEOLOGici-8 cst seutentia decreta dei de contingentibus absoluta ponens, et 
error est, §. 515. 

*) der unbedingte. **) der bedingte Ratbschluss Gottes. 

10 §. 981. 

Decretum de felicitate alicuius Spiritus aeterna pbaedestinatio est stri- 

[401]cTics DicTA*), cum LATUS**) sit decretum de futuro. Decretum de infeli- 

citate alicuius spiritus aeterna est reprobatio***), utrumque hypotheticum, §. 980. 

Praedestinatianismls, s. absolutismus in concipienda praedestinatione strictius 

15 dicta, error est, §. 515. 

*) die Gnadenwahl. **) die Vorherbestimmung. ***) die Verwerfung. 

SECTIO V. 
REVELATIO. 

§. 982. 
20 Revelatio latus dicta*), cf. §. 986, 989, est significatio mentis divinae 

creaturis a deo facta. Ergo revelatione diviua docentur creaturae cognitionem 
volitionemque divinam, numquam omnem, §. 862, sed tantara semper, quanta 
placuerit providentiae, §. 975. 

*) die Offenbarung in weiterer Bedeutung. 

% §. 983. 

Dens est auctor naturae universae. §. 940, 466. Quicquid ergo per naturam 
suam ex natura universa de dei mente cognoscit creatura, cognoscit per reve- 
lationem divinam, §. 982, quae naturalis est, §. 469. Talis theologia naturalis 
est, §. 800. 



204 Saumgarteng Metaphysica. P. IUI. C. II. S. V, Revelatio. 

[402] §. 984. 
Omnia fiaita sunt media cognoscendae mentis divinae, §. 858, 880, vires 
repraesentativae huius universi omnes significant creatorein suum, §.929, Opti- 
mum, sapientissimum, §. 933. Ipsa anima est vis repraesentativa dei sui, 

§. 741, 744. 5 

§. 985. 

Per animam ipsam, per singulas, quibus praesens est, monades, hinc et 
per singula corpora, et sensus, animae mens divina revelatur naturaliter, §. 984, 
per usus singulorum, fines dei, §. 946, per cognitionem optimi voluntas eius, 
§. 894. 10 

§. 986. 

Revelatio strictils dicta*), cf. §. 982, 989, est supernaturalis revelatio 
divina hominibus per oratiouem facta, concursus ad religionem specialissimus, 
et in se possibilis, et hypothetice, et in hoc mundo actualis, quotiescumque 
religio per revelationem naturalem solam aeque bene actuari non potest, 15 
§. 962, 949. 

*) die Offenbarung in enger Bedeutung. 

§. 987. 

Pone in hoc mundo revelationem naturalem tantum certis individuis, e. g. 
hominibus faciendam; pone sub iisdem cir-[403]cumstantiis revelationem iisdem 20 
individuis supernaturaliter faciendam mere naturali uberiorem, nobiliorem, cla- 
riorem, veriorem, certioriMn, ardentiorem, §. 669, contingere potest revelatio 
stricte dicta ordini huiu.s inundi convenientissime, §. 484, et in eodem exsi- 
stit, §. 986. 

§. 988. 25 

Pone aliquam mentis divinae significationem in hoc mundo ad religionem 
admodam bonam, §. 947, sed naturaliter non actuandam, cum tamen possit 
actuari supernaturaliter: fiet in hoc mundo revelatio stricte dicta. §. 496, 987. 

§. 989. 

Revelatio stricte dicta naturaliter creaturis iucognoscibilium, est revelatio 30 
sTRicTissiME DKTA*), cf. §. 982, 986. Quaecumquc ergo cognitio mentis divinae 
in hoc mundo ad religionem admoduin bona certis creaturis est naturaliter in- 
cognoscibilis, actuatur in eodem per revelationem strictissimo dictam, §. 988. 

*) die Offenbarung in engerer Bedeutung. 

§. 990. 35 

Si quid pro revelatione dei stricte dicta habetur, neque tarnen magis 
gloriam dei et religionem promovet, nee uberiorem, [404] nee nobiliorem. nee 
clariorem, nee veriorem, nee certiorem, nee ardentiorem dei Cognitionen! suppc- 
ditat, quam naturalis, non est revelatio dei stricte dicta, §. 986, 495. 



SSamiigortenä Metapliysica. P. IUI. C. II. S. V. Revelatio. 205 

§. 991. 
In mente dei uuUa est contradictio, §. 822. Ergo quicquid revelationi 
naturali vere contradicit, non est revelatio dei stricte dicta, §. 983, 986, nee 
strictissirae, §. 989. 
5 §. 992. 

Revelatio dei stricte et strictissime dicta non contradicit naturali, §. 991, 
hinc nee rationi obiective sui.iptae, quatenus a sana ratione humana subiective 
sumpta cognoscitur. §. 646, 984. 

§. 993. 
10 Fides sacra obiective si;mpta*) est complexus revelationi stricte dictae 

credendorum, uti habita revelationi stricte dictae fides, est sacra scbiective 
sumpta**). Ergo non sola naturaliter prorsus creaturis incognoscihilia pertinent 
ad sacram fidem, §. 989. 986. 

*) der Inhalt des heiligen Glaubens. **) der heilige Glaube. 

15 §. 994. 

Fides Sacra, obiective sumpta, quatenus [405] ab horaine per fidem sub- 
iective sumptam creditur, non contradicit rationi obiective sumptae. quatenus a 
sana ratione humana subiective sumpta cognoscitur, §. 992. 993. 

§. 995. 
20 Revelatio stricte dicta significat summe possibilia, §. 986, 822. lam quae 

contra rationem sunt, sunt impossibilia, §. 643. Ergo nee revelatio dei stricte 
dicta. nee strictissima, §. 989, nee fides sacra obiective sumpta contra rationem 
sunt. Quae vero contra rationem sunt, nee sunt revelatio dei stricte, nee stric- 
tissime dicta, nee fides sacra obiective sumpta. 

25 §. 996. 

MvsTERiA SACRA*) suut supra creaturarum rationem posita in fide sacra 
obiective sumpta. In omni revelatione strictissime dicta sunt mysteria, §. 989, 
644. Ergo non repugnant revelationi stricte dictae, §. 989. nee sunt contra 
rationem, §. 643. 
30 *) heilige Geheimnisse. 

§. 997. 
In omni sua revelatione deus est maxime sincerus, §. 919, hinc sapientia 
ipsius orationem aptissimum signum significandae mentis divinae hominibus iudi- 
cante, [406] earaque supernaturaliter actnatam. est in revelatione stricte dicta 
35 veracissimus. §. 920. 

§. 998. 
In revelatione stricte et strictissime sumpta deus testis est, §. 08(1. 946, 
maxime sincerus et doxterrimus. §. 997, 889, Innc tiile dipruissimus. ciiius reve- 
latio stricte dicta snmuiam dat fidei certitudinem. 



206 



93aumgartenö Metaphysica. P. IUI. C. II. S. V. Revelatio. 



§. 999. 

Natlralista significatü strictiori (cf. §. 493) est negans in hoc mundo 
revelationem dei stricte dictam. Athecs (theoreticus), negans dei exsistentiam, 
errat, §. 811, 854. Naturalismus significatü neutro ponit atheismum neces- 
sario, §. 493. 5 

§. 1000. 

Naturalista significatü strictiori, negans revelationem stricte dictam in hoc 
mundo exsistere, quia 1) est eventus supernaturalis, §. 986, hinc ipsi videtur 
impossibilis, errat, §. 860, 2) fidem sacram putat esse contra rationem, hinc 
impossibilem, errat, §. 995, 3) negat providentiam in genus humanum, et errat, lo 
§. 975, sua culpa, §. 982, 986, ignarus dei benignissimi, §. 903, 
Cuius semper konos, nomen, laudesque manebunt. 



[407] INDEX. 



Absens §. 223 

Absolutae determinationes 37 
Abstractio 625. 629. 630. 638 
Absonum 13 
Abstractum 149 
Abstrahere 529. 636 
Absurdum 13 
Abusus 338 

Accidens 191. 194. 196. 201 
Accidentia praedicabilia 50 
Acquiescentia in se ipso 682 
Actio 210. 214. 342. 700. 702. 705. 
707. 709. 712. 715. 720. 724. 727. 
728. 731. 744. 766. 783. 789. 897. 
901. 902 
arbitraria 712 
coacta per coactionem externam se- 

cundum quid 714. 727 
coacta per violentiam secundum quid 

714. 728. 729 
coacta per violentiam simpliciter 

sumptam externam 714. 729 
composita 215 
immanent 211 



Actio indiiferens physice 708 

indifferens qua exercitium actus 708 15 

invita per coactionem externam se- 
cundum quid 714 

invita per ignorantiara aut errorem 
716 

invita per violentiam secundum quid 20 
714 

invita per violentiam simpliciter 
sumptam externam 714 

involuntaria 721. 722 

libera 719. 721. 722. 724. 726. 758 25 

libera a coactione externa simpli- 
citer tali 707 

libera a coactione in-[408]terna tam 
absoluta quam physica 710 

libera a coactione intrinseca et ab- 30 
soluta 710 

libera ratione exsecutionis 708. 710 

libertati directe subest 731 

libertati indirecte subest 731 

mere naturalis 708—710 36 

moralis 723. 758 

Simplex 215 



93oumgortenS Metaphysica. Index. 



207 



Actio spontanea 704. 711 

transiens 211. 410 

voluntaria 721. 722 
Activus 698 
5 Actuale 54. 57. 273. 279. 306 
Actus animae eliciti 730 

animae imperati 730 
Acumen 573-575. 678. 586. 640. 641 
Acuti sensu eminentiori 648 
10 Adiaphoron obiective, subiective 654 
Adiuncta 50 
Admiratio 688 
Aequalia 70. 272. 275 
Aequalitas 265. 267. 749 
15 accidentalis 266 

essentialis 266 
Aequilibrium 418 
Aequitas 918 
Aestheteria 536. 537. 540 
20 Aesthetica 533 

empirica 544 

phantasiae 570 

perspicaciae 575 

mnemonica 587 
26 mytbica 592 

mantica 604 

critica 607 

characteristica 622 

patbologia 678 
30 Aestimatio 337 
Aetas 281 
Aeternitas 302 
Aeviternitas 302 
Affectiones 41. 43. 45. 678 
35 Affectus 678. 680. 681. 735 

grati 679 

ingrati 679 

iucundi 679 

mixti 679 
40 molesti 679 

Agathodaemones 796 
Agere 210 



Aliquid 8 
Amor 684 
Analogon modorum 827 

per reductionem s. eminentiam, ana- 
logiam et excellentiam Deo tri- 
buendum 826 

rationis 640. 647 
Anceps 699 

Angustia cognitionis 515 
[409] Angustum 280 
Anima 504—507. 511. 513. 519. 520. 
534. 705. 707. 720. 729. 733. 734. 
739. 756. 765. 792. 793. 795 

l.umana 740. 747. 750. 754. 756. 
757. 760. 762. 766. 767. 772. 780. 
786. 789. 791. 929. 984 

humana beata 791 

humana damnata 791 

mere sensitiva 792 

separata 742 
Animal 740. 777 

rationale 792 

vivit 777 
Animositas 683 
Animus gratus 684 

indifferens partialiter 653 

indifferens totaliter 653 
Annihilatio 228. 229. 837. 968 
Anthropognosia 747 
Anthropologia 747 
Anthropomorphismus crassior 848 

subtilior 848 
Antipathia 677 
Antitypia 294 
Apotheosis 748 
Apparens 12 
Appetere 663. 864 

contra lubitum 713 

illubenter 713 

invitum 713 

lubenter 713 
Appetitio 663. 667. 673. 744. 755 



208 



99aiimgnrtenä Metaphysica. Index. 



Appetitio efficiens 671. 673 

inefficiens 671 

minus plena 671. 672. 

plena 671. 672 

rationalis 689 

sensitiva 676 
Appetitus 663. 66't 
Arbitrium 712. 717. 718. 726 

liberum 719 

sensitivum 719. 72Ü 
Archetypen 346 
Architectonica 4 
Ars mnemonica 587 
Assistentianus universalis 452 
Associatio idearuin 561 
Athens 999 
Atomus 230. 424 

materiaüs 429 

naturae 424 
Attendere 529. 635. 636. 638 
Attentio 625. 627. 628. 638 

eius extensio 628 

eins intensio 628 

protensio 628 
Attributa 50. 64. 107. 132. 163. 195. 
277. 278 

comnumia 51 

[410] propria 51 
Auetor 940 
Audacia 683 
Auditus 536 
Aversari 663. 664 

contra Inbituni 713 

illubenter 713 

invitum 713 

lubenter 713 
Aversatio 663. 667. 673. 744. 755 

efticiens 671. 673 

inefficiens 671 

minus plena 671 

plena 671 

rationalis (i89 



Aversatio sensitiva 676 
Augere 162 
Automaton 705 
Auxilium 321 

6 

Beatitudo 787. 948 

Beneficium 903. 909 

Benevolentia 684 

Benignitas 903 

Bliteus 578 lo 

Bonitas 903 

Bonum 100. 187. 665. 666 
contingens 147 
metaphysicum 147 

mihi 660 n 

mihi adventicium s. externum 660 
mihi domesticum s. internum 660 
morale 787 

physicum late dictum 147. 264 
physicum stricte dictum 787 20 

Breve 299 

Brutum 792 



Cacodaemones 796 
Campus adaequationis 514 

claritatis 514 

confusionis 514 

distinctionis 514 

obscuritatis 514 
Capacitas 216 
Caput obtusuin 578 

stupidum 578 
Oaro 676 
Castus 383 

purus 383 
Clausa 307. 317. 318. 326—329 

adininistra 322 

auxiliaris 320 

deficiens 319. 326—328 

efficiens 319. 326—328 

JMstrumentaiis 322 

ministerialis 322 



25 



SaumgartenS Metaphysica. Index. 



209 



Causa moralis stricte dicta 940 
occasionalis 323. 326—328 
primaria s. principalis 314 
socia 320. 335 
5 solitaria 314. 321 

Causae impulsivao 342. 900 
[411] impulsivae compietae 69.5 
impulsivae incompletae 695 
Causalitas 313 
10 Causatum 307. 326. 328 
Certitudo obiectiva 93 
moralis 723 
subiectiva 531 
Character 67 
16 distinctivus 67 

strictius dictus nominalis, realis, 
hieroglyphicus 350 
Characteristica 349. 622 
combinatoria 349 
20 hermeneutica 349 
heuristica 349 
Chimaerae 590. 591 
Circumspectus 699 
Circumstantia 323. 324 
26 Civitas Dei 974 

Ciaritas extensive maior 531 

intensive maior 531 
dementia 684 
Coactio 701 
30 ab extra 707 
absoluta 702 
activa 701 

externa simpliciter talis 707 
interna 710 
35 raoralis 723 
Passiva 701 
significatu stricto 714 
Coexsistentiani 771 
Cogere semet ipsum 714. 727 
•*o Cognitio crassa, exacta 51.0 
fortior, debilior 515 
certa et incerta 531 



Äant'8 (Scf)tiften. .»panbjc^riftrie^iev 'JIicMaS. lY 



Cognitio intuitiva 620. 621 

mortua 669. 671 

movens, inera 669 

completa et incompleta 671 

symbolica 620. 621. 652. 669 

Viva 669. 671 
Cohaerentia 414 
Collectio animi 638 
Collisio regularum 97 
Commercium substantiarum mundana- 

rum 448 
Commiseratio 687 
Commodum 658 
Commune 86 
Comparatio 626. C27 
Complacentia 655. 891. 892 
Complementa ad totum 156 
Compos 552 
Comprebensibile 862 
Concausae 314 

earum concursus 314 

coordinatae 815 

secundariae 314 

subordinatae accidentaliter 816 

subordinatae essentialiter 31G 
[412] Conceptibile 632 

in se 632 

relative 633 
Conceptio 632 
Concreatianus 773 
Concretum 149 
Concursus concausarum 314 

Dei 959 

Dei generalis 958 

Dei immediatus 955 

Dei moralis 960 

Dei physicus 958 

Dei specialis 960 

Dei specialissimus 962 

Dei universalis 958 

moralis 9G0 
Condicio 14 

14 



210 



SBoumgattenä Metaphysica. Index. 



Confirmatio in bono 964 
Conflictus 213. 408 
Confuse cogitans 510 
Confusio 79. 87 

Congruentia 70. 266. 267. 270. 27.5 
accidentalis 266 
essentialis 266 
Coniunctio 86 
Coniungi 78 
Connexa 14. 33. 751 
Conscientia sensu strictiori 535 
Consensus facultatis appetitivae infe- 

rioris et superioris 693 
Consentire 94 
Conservatio 950. 951 
Constans 699 
Consuetudo 650 
Contactus 223 
Contigua 284 

Contingens 101. 105. 114. 188 
extrinsecus 104 
in se s. per se 104 
Contingentia 104. 114 
Contingere 223 
Continuum 285 
Contra rationem 643. 995 
Contradictio 12. 991 

directa, explicita, imraediata, patens 

13 
indirecta, impiicita, lateus, mediata 
13 
Convictio 531 
Convincens 531 
Coordinatio 78 
Corporeum 422 

Corpus 296. 419. 420. 431. 433. 741. 
762. 764. 767. 770. 785. 786. 929 
raathematicum 289 
meum 508. 509. 735. 739 
mysticum 742 
physicum 296 
Corpuscula 425 



Corpuscula derivativa 426 

primitiva 426 
Correlata 312 
Corruptio moralis 788 

physica 746 5 

Cosmologia empirica 351. 353 

[413] generalis 351. 352 

rationalis 351 
Creare 926 

Creatiani 772 10 

Creatio per emanationem 927 
Creatura 928. 949. 983 
Critica significatu latiori et latissimo 607 
Criticus significatu generali 607 
Cultura rationis 646 15 

Cupiditas 683 
Curiositas 688 

historica 688 

mathematica 688 

philosophica 688 20 

Cursus naturae 471 

contra illum eveniens 480 



25 



30 



Damnum late dictum 788 
Decreta Dei 979. 980 

particularia 978 

primitiva 978 
Decretum 695. 976. 977 

Dei absolutum 980 

Dei hypotheticum 980 
Defectus 82. 178. 179 
Deformitas 662 
Deismus 862 
Delectans 658 

Deliberans causas impulsivas numerat 36 
697 

eas ponderat 697 

connumerat 697 

eligit 697 

praefert 697 40 

rationes subducit s. calculat 697 

tentat 697 



^äaumgartenä Metaphysica. Index. 



211 



Deliberatio 696 
Deliquium animi 556 

illud pati 555 
Deliri 594 
5 Delirium 594 
Desiderium 686 
Desperatio 686 
Despotes 974 
Destinata 341 
10 Determinabiie 34 
Determinans 35 
strictius 963 
Detertninationes 36. 47. 49. 52. 56. 
63. 67. 84. 110. 113. 132. 164. 
15 176. 177. 839 

externae, extrinsecae, relativae, re- 

spectivae, absolutae 37 
inseparabiles 72 
iutemae, intrinsecae 37 
20 morales 723 

rationi conformis, consentiens, con- 

veniens 80 
rationi contraria, diiformis, discon- 
veniens 82 
25 Determinatum 34 
Determinatus 699 

Deus 811—814. 818—825. 828—857. 
859. 861—880. 882—899. 904— 
906. 909. 914—926. 932— [414] 
30 934. 939—941. 943. 944. 945. 950. 

952—957. 959—963. 965—967. 
969. 970. 972—975. 977. 978. 983. 
985. 997. 998 
Dexteritas 219 
35 Dialectus 350 

Dictum de omni et nullo l.')4 
Differentia 67. 151 
generica 151 
numerica 151 
10 specifica 151 
Difficile 527 
certo subiecto 527 



Dignitas cognitionis 515 

rationis 166 
Diiudicare 606 
Dimensio 291 

Dippelianismus philosopbicus 910 
Dirigere strictius 963 
Discongruentia 70 
Discrimen 67. 68. 69 
Displicentia 655. 891. 892 
Displicere 651 
Disproportio 573 
Dissensus facultatis appetitivae infe- 

rioris et superioris 693 
Dissimilia 70 
Dissuasiones 728 
Distantia 284 

linearum 288 
Distinctio 67 
Distrabi 638 
Diversa 38 
Divinatio 616 
Divisio 244 
Diuturnum 299 
Dominus plenus 971 
Donum propheticura 616 
Dormiens 556 
Dormitare 555 
Dualista 465 
Duratio 299 
Dynamica 204 

Eadem 38. 269. 274 

Ebrius 554 

Eclipses iudicii 608 

Ecstasis 552. 553 

Ecthlipsis 556 

Effectus 319. 326. 328. 332. 333 

aequivocus 329 

continuus s. immediatus 33ü 

mediatus s. remotus 330 

minus plenus 330 

plenus 330. 331 

14* 



212 



iBciumgartend Metapbysica. Index. 



Effectus univocus 329 
Efficacia 197 
Egoista 392. 438 
Elateres animi 669. 690 
Elementa 420. 424. 929 
Eloquentia 622 

Emphasis et emphaseologia 517 
Energia 197 

[415] Ens 61. 63. 64. 65. 73. 90. 93. 
99. 100. 268. 852 
ab alio 307 
actu 298. 305 
a se 307. 309 
completum 158 
compositum 224. 225. 234. 235. 

241. 245 
contingens 109. 112. 133.134.255. 

308. 334. 376. 850 
dependens 307 
extramundanum 388 
fictum 62 
finitum 248. 254. 257. 260. 262. 

264. 308. 334. 748 
in abstracto et concreto spectatiim 

149 
incompletum 158 
independens 307 
infinitum 248. 252. 253. 256. 259. 

303. 310 
in potentia proxima 304 
in potentia reraota 304 
necessarium 109. 111. 138. 227. 

228. 258. 310. 827 
negativum stricte dictum 137 
perfectissimum 803. 810 
per se subsistens 191 
privativura 137 
rationis 62 
sanctissimum 828 
Simplex 224 
simultaneum 238 
successivirm 238 



Ens superius 925 

supramundanum 925 
Entia in potentia 298 
negativa 135. 136. 139 
realia 135 5 

Epicureismus 975 
Error 515 
Esse rei 40 

Essentia 40. 44. 46. 63. 64. 106. 132. 
163. 171. 226. 277. 278. 345. lo 
467. 867. 868. 931. 952 
Essentialia 39. 63. 73. 107. HO. 132. 

163. 195 
Etymologia 622 
Eveniens secundum cursum naturae 473 15 

secundum ordinem naturae- 473 
Eventus 323. 435. 876 
extraordinarius 384 
extraordinarius absolute 384. 385 
extraordinarius relative 384 20 

inordinatus 384 
naturalis supernaturali contradi- 

stinctus 469 
naturalis praeternaturali contradi- 

stinctus 469 26 

Ordinarius 384 

[416] praeternaturalis 474. 480. 759 
supernaturalis 474 
Evidentia 531 

Evigilare 552 so 

Exceptio 97. 186 
Exemplar 346 

Exemplatum s. ectypon 346 
Exercitium 577 

Experientia 544 86 

Explicans 531 
Exsilium mortis 779 
Exsistentia 55. 66. 110. 132. 298. 810. 

823. 824. 856. 880. 934. 935 
Exspectatio casuum similium 612. 617. 40 

640 
Extensio cognitionis 515 



29aumgarteng Metaphysica. Index. 



213 



Extensum 241 

partialiter heterogeneum, difforme, 

dissimilare 407 
totaliter homogeneum, uniforme, si- 
5 milare 407 

Extorsio 728 
Extra se rapi 552 

Facile 527 
10 certo subiecto 527 
Facta 940 

Facultas 216. 218. 219. 744 
appetitiva 663. 665. 667. 712 
appetitiva inferior 676 
16 appetitiva superior 689. 690 
appetitiva vincit 693. 694 
characteristica 619 
cognoscitiva 519 
cognoscitiva inferior 520 
20 cognoscitiva superior 624 
comparandi 626 
composita 217 
concupiscibilis 676 
diiudicandi 606. 608. 640. 641 
2ö diiudicandi praeceps 608 
divinatrix 616 
fingendi s. poetica 589. 590, 592. 

594. 609. 640 
identitates diversitatesque rerum 
30 percipiendi 572. 640. 641 

idealis 217 
irascibilis 676 
locomotiva 750 
praesumendi 612. 613 
36 praevidendi 595. 599 
realis 217 
reflectendi 626 
Simplex 217 
Fallaciae sensuum 545. 546. 548. 588. 
40 737. 738 

Fanatici 594 
Fastidium 686 



[417] Fatalismus 898 
Fatum 382 

pbysico-mechanicum s. physicum 435 

spinosisticum 382 
Favor 684 

Fecunditas rationis 166 
Felicitas 787. 948. 967 
Fictiones 590 
Fidelitas 905 
Fides theologica obiective sumpta 993. 

998 
Fiducia 683 
Figura 280 
Fingere 589 
Finis 248. 301. 341. 343. 946. 947 

ultimus 343 
Finita 341 
Finitudo 261 
Finitum 248. 249. 250. 264. 661. 833. 

984 
Firmus 698 
Flexilis 698 
Focus perfectionis 94 
Forma 40. 345 
Formale totius 40 

eventus 914 

mali pbysici 952 
Fortuita 912 
Fortuna bona 912 

mala 912 
Fuga 677 

Fundus aniraae 51 l 
Furiosi 688 
Futura 298 

contingentia 709 

Gaudium 682 
Genus 150. 153 

infimum 150 

subalternum 150 

summum 150 
Gloria 684. 942 



214 



Saitmgattcnä Metaphysica. Index. 



Gloria Dei 942. 947. 949 
Gradus 246. 247 
Grammatica 622 

universalis 622 
Graphice 622 
Gratitudo 684 
Gratum 658 
Gravitas rationis ItiB 
Gubernatio 963 
Gustus 536 

corruptus 608 

significatu latiori G07 

Habitus 219 

acquisiti 577 

connati 577 

infusi 577 

morales 723 

theoretici 577 
Haecceitas 151 
Harmonia 167 

facultatis appetitivae iuferioris et 
superioris 693 

praestabilita particularis 462 

praestabilita universalis 448. 463 
Harmonista psychologicus 769 

universalis 448 
Hilaritas 682 
Homo 740. 747. 792 

quotidie moritur 779 

quotidie reviviscit 779 
[418] Honor 942 
Horror 686 
Hypnopsychitae 782 
Hypothesis 14 

Ictus 301 

Ideae materiales 560 
Idealista 402. 438 
Identitas 174 

accidentalis 266 

essentialis 266 



10 



lö 



Identitas numerica 269 

partialis 267 

totalis 267. 749 
Idioma 350 
Ignorantia 515 
Ignotum mihi 652. 654 

mihi partialiter 652 
Illecebrae 728 
Illicitum 723 
lllimitatum 248 
Illustrans 531 

Illustratio gloriae divinae 947 
Imaginatio 557. 558. 561. 562. 564. 

566. 670. 578. 752 
Imagines 852 
Imbecilütas cognitionis 515 
Immateriale 422 
Immensum 861 

Immortalitas animae humanae 781 
Immutabile 125. 128 20 

Immutabilitas 127 
Impartialitas 917 
Impedimentum 221 
Impeditio moralis 967 

physica 968 '•» 

Imperfectio 121. 142. 145. 263 

contrarie dicta 121 

privative dicta 121 
Imperium animae 730 

animae in se ipsam 730 30 

Implicans 7 
Impossibilo 7. 58. 643. 809. 833 

absolute, in se, iutriusecus, simpli- 
citer 15 

alicui 833 35 

hypothetice, extrinsecus, respective, 
secundum quid 17 

moraliter 723 

physice 469 
Impotentia mere naturalis 469 40 

Inaequalia 70 
Inaucs argutatioues 576 



Soumgartenä Metaphysica. Index. 



215 



Incommodum 658 
Incomprehensibile 86'2 
Inconceptibile in se s. absolute 633 

relative 633 
5 Inconsideratus 699 
Inconstans 699 
Incorporeum 422 
Incorruptibile physice 746 
Indefinitum 248 
10 Indeterminatum 34 
Indeterminatus 699 
Indifferens absolute 654 

naibi s. sum erga illud 651. 652 

mihi plenarie 652. 664 
15 [419] mihi relative 652 

relative 654 

subiective 654 
Individuum 148. 153 
Indivisibile 244 
20 Indoles 732 

abiecta 732 

erecta 732 
Induciani 771. 772 
Inebriari 554 
25 Infallibilis 879 
Infans 639 
Infelicitas 788 
Inferius 148 
Infinitudo 261 
30 Infinitum 248. 251 

Influxionista psychologicus 769 

universalis 450. 451 
Influxus 211. 408. 410. 411. 736 

idealis 212 
35 physicus 450 

physicus universalis 450 

realis 212 
Infortunium 912 
Infusiani 771 
40 Ingenii illusiones 576. 578 

lusus s. fetus 576 
Ingeniosi sensu eminentiori 648 



Ingenium criticum 649 

divinatorium 649 

excitatur 648 

historicum 649 

latius dictum 648 

matheraaticum 649 

mechanicum 649 

musicum 649 

poeticura 649 

strictius dictum 572. 574. 575. 578. 
586. 640. 641 

superius 649 

tardum 648 

torpescere 648 

vegetum 648 

universale 649 
Ingratum 658 
Inhaerentia 192 
Initium 301 
Innocens 909 
Inopportunitas 323 
Inordinatio 79 
luseparabilitas 76 
Insignia 350 
Instans 300 
Instautaneum 299 
Instinctus 677 
Inteliectuale 402 
Intellectus 402. 631. 637 

profunditas 637 

puritas 637 

usus 639 
Intelligentes sensu eminentiori 648 
Intelligere 69 
Intempestivitas 323 
Intendi 247 
Intensio 247 
Interitus 227. 229. 837 
Interruptum 285 
Intuitus 620 
Invidia 687 
Ira 687 



216 



93aumgarten^ Metaphysica. Index. 



Irrationabile 643 

Irrationale 19 

Irrepraesentabile 7 

Irrisio 684 

[420] lucunduin 658 

ludiciosi sensu eminentiori 648 

ludicium 606. 607. 609. 640. 641 

eius eclipses 608 

eius maturitas 608 

penetrans 606 

practicum 606 

praeceps 608 

sensuum 608. 640 

theoreticum 606 
lus natiirae latissimura 472 

significatu latiori 971 
lustitia 906 

punitiva 910 

remuneratoria 907. 911 

vindicativa 910. 911 

vindicatrix 910 

ultrix 910 
luvans 321 
luvare 321 

Labilitas 964. 965 
Laetitia 682 
Languidus 699 
Lapsus 964. 966 

memoriae 586 
Latitudo 290 
Leges morales 723 

motus 432 

mutationum 472 
Legislator 973 
Lethaei poculi patroni 783 
Lex 83. 180. 181 

abstractionis 629 

acuminis 574 

arbitrii 726 

attentionis 627 

debilis 180 



Lex facultatis appetitivae 665 

facultatis diiudicandi 607 

facultatis fingendi 590 

fortis 180 

imaginationis 561 5 

inferior 182 

ingenii 574 

intellectus 631 

memoriae 580 

moralis universalissima 724 lo 

optimi strictior 482 — 484 

praesagitionis 611 

praevisiönis 596 

rationis 642 

reminiscentiae 583 15 

sensationis 541 

signatricis facultatis 620 

superior 182 
Lexica 622 

Liberale 730 20 

Libertas 719. 720. 725. 730. 756. 902 

eius regula 726 

pura 719. 720 
Licitum 723 
Limes 248 25 

essentialis 249 
Limitatum 248 
Linea 286. 292 

brevissima, recta, curva 287 
Lingua particularis 350 so 

universalis 350 
Lipothymia 556 
Lipopsychia 556 
[421] Locus 281. 325 
Longanimitas 916 86 

Longitudo 290 
Lubitus 712. 725. 755 
Lucta facultatis appetitivae inferioris 

et superioris 693 
Luctus 685 40 

Machina 433 



SSamiigartcnä Metaphysica. Iudex. 



217 



Maeror 685 
Maestitia 685 
Magnitudo absoluta 159 
comparativa 161 
5 quantitativa 243 
Malus 160 
Malevolentia 684 
Maluin 146. 665. 666. 790. 914 
contingens 146 
10 culpae 788 

metaphysicum 146. 931. 9ä'2 
mihi 660 

mihi adventicium s. exteruum 660 
mihi domesticum s. internum 660 
15 morale 788. 952 

physicum late sumptum 146. 263. 

915 
stricte sumptum 788 
eius formale 952 
20 Manichaeismus 844 
Mantica 349. 616 
Materia 295. 345. 416. 427. 428 
circa quam 344 
cogitans 742 
25 ex qua 344 
in qua 344 
prima 295 
secunda 296 
Materiae primae 423 
30 Materials 422 

proximum 914 
remotum 914 
Materialista universalis 395. 439. 757. 
840 
35 cosmologicus 395 

significatu psychologico 757 
Mathematice solidum 289. 292 
Mathesis intensorum 249 
Maturitas iudicii 608 
40 Maxima 699 
Maximum 161 
Mechanismus 433 



Melancholici 688 

Memoria 579. 580. 609. 640. 641 

bona 585 

capax 585 

felix 585 

fida 586 

firma 585 

labilis 586 

localis 583 

prompta 585 

teuere 582 

vasta 585 

vegeta 585 
Memoriae lapsus 586 

mandare 581 
Memoriosi sensu eminentiori 648 
Mens mota 552 
[422] Mensura 291 
Mentis excessus 552 
Mente capti 639 
Metaphysica 1. 2 

naturalis 3 
Metempsychosis 784 
Metbodus et methodicum 515 
Metiri 291 
Metus G86 
Minae 728 
Minimum 161 
Minui 162 
Minus 160 

Miraculum 474. 475. 479. 480. 481. 
484. 485. 489. 492. 495. 496. 498. 
834. 860 

comparativum 477 

emendans 497 

pneumaticum 486 

quoad nos 478 

rigorosum 477 

supplens 497 
Miseria 788 
Misericordia 684 
Modi 50. 65. 108. 111. 133. 195. 262 



218 



23aumgartenö Metaphysica. Index. 



Modificatio 209 
Molestum 658 
Momentaueum 291) 
Motnentum 300 
Monadatum 406 
Monarcha 974 

Monas 230. 236. 237. 242. 244. 280. 
396. 397. 402. 408. 409. 413. 415. 
418. 424. 433. 928. 953 

nuda 401 
Morale 723 
Morbus caducus 552 

comitialis 552 

herculeus 552 
Mors 430. 556. 776. 777. 785 

animae humanae 780. 784 

animalis 777 

animalis absoluta 778 

animalis respectiva 778 

corporis humani 776. 777. 784 

hominis 778 

iü geuere 776 
Mortale, mortalitas 781 
Motivum 690. 691. 693. 694. 712. 725. 

726 
Motus 283. 294 

arbitrarii corporis 733. 734. 737. 
768 

evauescens 417 

particularis 417 

voluntarii 733. 734 
Multa 74 
Multitudo absoluta 74. 75 

comparativa 161 
Mundus 354. 376. 378. 379. 388. 392. 
395. 403. 406. 417. 418. 434. 442. 
472. 836. 853. 857. 930. 932. 934. 
938. 943. 950. 970. 977 

adspectabilis 869 

fabulosus 91. 120. 359 

intelligibilis 869 
[423] perfectissimus 436 — 441. 443 



444. 447. 461. 462. 464. 465. 494. 
495. 497. 499 

sensibilis 869 
Musica latius dicta 78 
Mutabile 125. 128. 129. 131 5 

Mutabilitas 127. 190 
Mutari 125 
Mutatio 125. 126. 707. 764. 790 

harmonica 448. 738. 763. 764. 777 
Mysteria 996 ^o 

Natura 40. 430. 431. 859 

Dei 859 

universa 466. 468 

alma 975 ^^ 

Naturale respectu animae humanae 
758. 759 

respectu certi corporis 470. 473 

respectu certi mundi corporei 470 

respectu certi mundi pneumatici 470 20 

respectu certi spiritus contingentis 
470 
Naturalista latius dictus 493. 499. 500. 
860. 999 

strictius dictus 999. 1000 20 

Naturaliter impossibile 469 

possibile 469 
Necessarium 101. 105. 114. 129. 130 

absolute, geometrice, intrinsece, lo- 
gice, metaphysice 102 30 

hypothetice, secundum quid 102 

moraliter 723. 725 
Necessitas 102. 114 

moralis 723. 724 
Necessitatio 701 ^j 

absoluta 702 

activa 701 

externa 707 

externa simpliciter talis 707 

interna 710 m 

moralis 723 

Passiva 701 



SaumgortcnS Metaphysica. Index. 



219 



Negatio 36. 142. 807 

stricte dicta 137. 142 
Nexus 14. 167 
causa) iä 313 
5 efBciens 335. 358 
exemplaris 346. 358 
fiualis 343. 358 
formalis 345. 358 
mechaDicus 434 
10 pneumaticus 403 

significativus 347. 358 
subiectivus 345. 358 
typicus 346. 358 

universalis 48. 172. 279. 306. 356. 
15 751 

usuum 339. 358 
utilitatis 338. 358 
Nihil negativum 7. 9 
privativum 54 
20 Nobilitas rationis 166 
Noctambuli 594 
Nolitio 690. 720. 766 

antecedens, excitatoria, inclinaloria, 
praevia 695 
25 [424] coDsequens, decisiva, decre- 
toria, finalis 695 
pura 692 
Noluntas 690. 691 
proportionalis 894 
30 Non actuale 60 
Non ens 54. 62 
Non esse apud se 552 
Norma 83 
Nota 67. 523. 526 
35 characteristica 67 
Numerus absolutus 159 
comparativus 161 

Obdormire 555 
40 Obiectum 344 

Obligatio moralis 723 
Oblivisci alicuius 582 



Oblivisci sui 552 

Oblivio 582 

Obliviositas 586 

Observabilia 425 

Obstaculum 221 

Occasio 323. 326—328 

Occasionalista psychologicus 769 

universalis 452. 453 
Odium 687 
Olfactus 536 

Omuimoda determinalio 148 
Omnipotentia 832. 833 
Omniscientia 889 
Oniroeritica 623 
Ontologia 4. 5. 6 
Ontosophia 4 
Opportunitas 323 
Opposita 81 
Oratio 350 
Oratoria 622 
Ordo 78. 86. 117. 175. 183. 189 

compositus 88 

naturae 472 

contra ordinem naturae eveniens 481 

Simplex 88 
Organa sensuum 536 
Origo 430 

Orthographia latius dicta 622 
Ortus 227. 229. 837 

ex nihilo 228. 229. 837 

Paenitentia 685 
Palingenesia 784 
Partes 155 

actuales 156 

potentiales 156 
Parvitas 161 
Passio 210. 214. 215. 678. 700 

dominans 732 

idealis 212 

realis 212 
Pathologia 678 



220 



SSaumgnrtcnä Metaphysica. Index. 



Pathologia aesthetica 678 

psychologica 678 

practica 678 
Pati 210 
Patientia 916 
Paucitas 161 
Peccata 788. 915. 969 
Peccator 909 
Perceptio adhaerens 530 

Clara 528. 531. 532 

complexa 530 

distincta 522 

dominatur in aaima 516 

[425] evolvitur 659 

extensive distinctior 634—636 

intensive distinctior 634—636 

involvitur 559 

negativa 525 

negativa partialiter 525 

obscura 517. 522. 528 

partialis 514 

positiva 525 

praegnans 517 

primaria 530 

producitur 559 

purior 634 

recurrit 559 

regnat 616 

reproducitur 559 

secundaria 530 

totalis 514 

vivida 531. 532 
Perceptiones partiaies 514 

praegnantes 517 

sociae 516 
Perdurabile 299 

Perfectio 34. 122. 123. 132. 141. 145. 
163. 185. 189. 803. 804. 816. 817. 
937 

accidentalis 08 

composita 96 

Dei 804 



Perfectio Dei absoluta 815. 844. 861 

Dei operativa 815 

Dei quiescens 815 

Dei respectiva 815 

externa 98 5 

interna 98. 823. 900 

Simplex 96 

transcendentalis 98 
Permissio 969 

Personalitas 641. 782 10 

Perspicacia 573 
Perspicuitas 531 
Persuasio 531 
Pertinax 699 

Perturbationes animi 678 16 

Phaenomena 425 

substantiata 193. 201 
Phantasia 568. 559. 565. 594 

effrenis 571 

subacta 571 20 

Phantasma 557. 563 

vanum 571. 588. 591 
Phantastae 594 
Philanthropia 905 

Philologia universalis 622 25 

Philosophia atomistica 429 

corpuscularis 425 

mecbanica 435 

moralis 723 

pigrorum 423 30 

prima 4 
Physice impossibile, possibile, contin- 
gens, necessarium simpliciter et 
secundum quid 469 
Placere 651 35 

Poena 908. 913— 91.''i 

arbitraria 908. 912 

naturalis 908. 911 
Poetica universalis 622 
Polytheismus 846 40 

Pondus rationis 166 
[426] Positus 85. 612 



33aunigartenä Metaphysica. Index. 



221 



Possibile 8. 18. 23. 24. 53. 59. 632. 
643. 932 
absolute, in se, intrinsecus, simpli- 
citer 15 
5 alicuius mundi 377 
huius mundi 377 
hypothetice, extrinsecus, respective, 

secundum quid 16 
moraliter 723 
10 physice 469 

Possibilitas 103. 165. 168 
Posterius 300 
Postremum 300 
Potentia 832 
16 activa 216 
passiva 216 
Potestas plena 971 
Praedestinatio 981 
Praedicata secundaria 50 
20 Praedominium taedii 656. 657 
voluptatis 656 
Praeexsistentianus 770. 772 
Praeiudicium Thomisticutn 548 
Praemium 907 
25 arbitrarium 908. 911. 912 
naturale 908. 911 
Praesagia 610. 612. 617 

vana 617 
Praesagiens 610 
30 Praesagitio siguificatu latiori 610. 611. 
614. 615. 641 
Praescientia 875 
Praescindere 589. 629 
Praesens 223 
35 intime 955 
Praesensiones 605 
Praesentia 223 
tempore 298 
Praestigiae 547 
40 efficaces 547. 548 
inefficaces 547 
Praesumens 612. 613 



Praeterita 298 

Praevisio 595 — 598. 600 — 604. 609. 
712. 752 

fallax 605. 618. 621 

impletur 605 
Pretium 337 
Primum 300 

Principiatum 307. 326. 328 
Principium 307. 326. 328 

absolute primum 7 

adaequatum 311 

catholicum 92 

cognoscendi 311 

contradictionis 7 

convenientiae 22 

essendi 311 

exclusi tertii s. medii 10 

fiendi 311 

identitatis 11 

indiscernibilium late sumptum 269 

indiscernibilium stricte sumptum 271 

individuationis 151 

negandae totalis dissimllitudinis et 
diversitatis 268 

negatae totalis identitatis 269 
congruentiae 270 
[427] similitudinis 271 
aequalitatis 272 

positionis 1 1 

rationati 23 

rationis 20 

rationis sufficientis 22 
Privatio 137. 138. 144. 263 
Prius 300 
Probans 531 
Prodigium 478 
Profunditas 290 
Prognosticon 348 
Progressus in infinitum 380. 381 

curvilineus s. circularis 380 

rectilineus 380 
Promptitudo 219 



222 



SSountgottcnä Metaphysica. Index. 



Promptus 699 

Proportio 572 

Prosperitas 787. 948 

Prospicientia 641 

Propagatio animae humanae per tra- 

ducem 773. 775 
Propiora 288 
Proprium 86 
Prosodia 622 
Providentia 641 

Dei 975 
Providi sensu eminentiori 648 
Prudentia 882 
Psychologia 501. 502 

empirica 503 

rationalis 503 
Psychologice maiorennis 639 

minorennis 639 
Psychopannychitae 782 
Pudor 687 
Pulcritudo 662 

intellectus 637 
Punctum sensationis 537 
Puncta 286 

mathematica, Zenonica, physica 399 
Puritas 637 
Pusillanimitas 686 

Qualitates 69. 71 
Quantitas 69 

continua 159 

discreta 159 

meusurata 291 

virtutis 246 
Quidditas 40 
Quies 288 

absoluta 417 

relativa 417 
Quiescere 283 

Rapi extra se 552 
Karitas 161 



Ratio 14. 25. 30. 31. 166. 170. 640. 
641. 642. 645 

corrupta 646. 647 

formalis 40 

immediata 27 5 

insufficiens 21 

mediata 27 

obiective sumpta 646 

perfectionis determinans 94 

proxima 27 10 

remota 27 

sana 646 

simpliciter et secundum quid talis 
28 

[428] sufficiens 21. 169. 170. 276. 15 
278 

ulterior 27 

ultima 28 
Ratiocinia 646 

Rationabile 643. 644 20 

Rationabiles sensu eminentiori 648 
Rationale 19 
Rationatum 14. 26. 29. 32. 276. 278 

rationes et rationata coordinata et 
subordinata 28 25 

Reactio 213. 214. 412 
Reale 248 
Realitas 36. 140. 147. 743. 807. 808. 

843. 844 
Realissimum 190 so 

Receptivitas 216. 218 

idealis 217 

realis 217 
Recognoscere s. recordari 579 
Recordatio divina 875 35 

Rectitudo actionis 901 
Reflexio 626. 627 

Regimen animae in corpus 733. 735 
Regnum lucis 518 

tenebrarum 518 40 

Regressus in infinitum 380 
Regula 83 



Saumgortenö Metaphysica. Index. 



223 



Regula comparationis 627 

exspectationis casuum similium 612 
facultatis fingendi 590 
facultatis praesumendi 613 
5 libertatis 726 

praescindendi 629 
reflexionis 627 
reminiscentiae 583 
sensationis externae 541 
10 sensationis internae 541 
Regulae motiis 432 
Relationes 37. 195. 262 
Religio 947. 949 

Remedium 341. 342. 884. 886. 887 
15 certum 885 

consequens finem ex asse 887 
Reminiscentia 582. 583. 609 
Reminisci 582 
Remitti 247 
20 Remotiora 288 
Remuneratio 907 
Repraesentatio sensitiva 521. 522 
Repraesentationes debiliores 515 
fortiores 515 
25 Repraesento pro positu corporis 512 
Reprobatio 981 
Res facti 298 
Resistentia 222 
Resolvens 531 
30 Respectus 37 

Respectivae determinationes 37 
Revelatio 982 
strictissime dicta 989. 991. 992. 995. 
998 
35 [429] strictius dicta 986—988. 990 
—992. 995. 998 
Revocare aliquid in memoriam 582 
Rhetorica 622 
Robur cognitionis 515 
40 Robur legis 180 

Sagacitas rationis 645 



Saltus absei utus 386. 387 

respectivus 386 
Sanctitas 828 
Sapientia 882 

Sapor non publicus, delicatus 608 
Satisfactio 682 
Scientia libera 875. 881. 893 

media 876 

simplicis intelligentiae 874 

visionis 875 
Scopus 343 
Scrutator cordium 869 
Sedes animae humanae 745 
Semiotica s. Seraiologia 349 
Semper-hilaris 698 
Semper-tristis 698 
Sempiternitas 302 

Sensatio 529. 534. 537. 538. 541. 542. 
544. 546. 549—551. 562. 578. 638. 
736. 737. 752. 768 

externa 535. 537. 538. 541. 543 

interna 535. 541 
Sensualia 608 
Sensus 535. 539 

acutus 540 

externus 535. 540 

hebes 540 

internus 535 
Sentire 534 
Separari 72 
Servile 730 

Servitus moralis significatu male 730 
Siccitas orationis et cogitt. 531 
Signatum 347 
Significatus 347 
Signum 347 

demonstrativum 348 

essentiale 349 

mnemonicum s. rememorativum 348 

primitivum, prognosticon, derivati- 
vum 348. 349 
Similia 70. 271. 275 



224 



33aumgartenö Metaphysica. Index. 



Similitudo 265. 267. 749 

accidentalis 266 

essentialis 266 
Simplex significatu malo 639 
Simultanea 238. 240. 282. 306 
Sinceritas 919 
Singulare 148. 152. 561 
Situs 284 

Socinianismus philosophicus 875 
Socors 698 
Soliditas 645 
Somniare 593 
Somnium obiective sumptum 91. 120 

[430] subiective sumptum 593 
Somnus 556. 623 
Spatiosum 280 
Spatium 239. 240. 293 

replens 241 
Species 150. 153 
Speculatio 669 
Spectatum in abstracto 149 

in concreto 149 

in se 15 
Sphaera sensationis 537 
Spes 683 

Spinozismus theologicus 855 
Spiritus 402. 404. 405. 476. 477. 755. 
796. 797. 799. 858. 929. 974 

inferiores 796 

superiores 796. 798 
Splendor orationis et cogitt. 531 
Spontaneitas minima 706 
Status 205 

aequilibrii partialis 661. 670. 673. 
675. 694 

aequilibrii perfecti 670. 673 

aequilibrii totalis 656. 673. 675. 694 

externus 207 

indifferentiae 655. 675. 691. 694 

internus 206 

moralis 723 

mundi 369 



Status superpondii 674. 675 
Stimuli 677. 695. 712. 726 
Strenuus 699 

minus 699 
Suasiones 728 s 

Subiectum 344 

oceupationis 344 

relationis 312 
Subsistentia 192 

Substantia 40. 191. 199. 200. 202. lo 
205. 208. 209. 227. 228. 231. 234. 
389. 390. 398. 710. 718. 719. 838. 
854 

appetit pro lubitu 712 

aversatur pro lubitu 712 16 

impenetrabiiis 398 

libera 719 

libera a coactione externa simpliciter 
tali 707 

libera a coactione interna et abso- 20 
luta 707 

libera a coactione interna, tarn ab- 
soluta, quam physica 710 

potest aliquid 832 

praedicata 200 26 

Substantiaie 196. 928. 929 
Subtilitates 576. 578 
Succedentia 124 
Successio 124 

Successiva 238. 240. 282. 306 30 

Summura bonum metaphysicum 190 
Superficies curva, plana 289. 292 
Superius 148 
Suppositum 200 
Supra rationem 644 35 

[431] datum intellectum positum 
633 
Symbolum 350 
Syncope 556 
Syntaxis 622 4ü 



Systema 
763. 



assistentiae 
767 



psychologicum 



33aiimgartenä Metaphysica. Index. 



225 



Systema assistentiae universalis, Carte- 
sianum et causanim occasionaliura 
latiiis 452. 457. 490 
harmoniae praestubilitae psychologi- 
5 cum 763. 768 

harmoniae praestabilitae universalis 
448. 449. 4.54. 455. 457. 459. 460 
influxus pbysici psych'ologicum 763. 
764. 766 
10 influxus physici universalis 450. 451. 
454. 456. 457 
Systemata generalia explicandi sub- 
stantiarum mundanarum commer- 
cium 448 
15 composita 457. 458 

simplicia 457. 458. 761 
psychologica 761 

Tactus 536 
20 Taediura 655. 657—659. 662. 712 
apparens 655 
compositum 656 
constans 662 
dulce 661 
25 merum 661. 669. 675. 694 
rationale 656 
sensitivum 656 
sensuum 656 
simplex 656 
30 transitorium 662 
verum 655 
Teleologia 946 
physica 946 
pneumatica 946 
35 Temperamentum animae 732 
Tempestivitas 323 
Tempus 240. 325 
futurum 297 
praesens 297 
40 praeteritum 297 

Tentator ad malum 941 
Terminus 248. 350 



Termiuus relationis 312 

Terror 686 

Theologia archetypa 866. 892 

moralis 723 

naturalis 800. 802. 983 

significatu latiori 866 
Thnetopsychitae 781 
Timor 686 

Torpescens ingenium 648 
Totum 155. 157 
Traduciani 771. 772 
Transformatio animalis 779 
Tristitia 685 
Tumultuarium in cognitione 515 

Valor 337 

Vanitas 36 

Variabilis 699 

Variatio 209 

[432] Yarius 699 

Vastitas cognitionis 515 

Vaticinium 616 

Ubertas cognitionis 515 

Vehemens 699 

Veracitas 920 

Veritas metaphysica 89.92. 119. 184. 

189 
transcendentalis 89. 118. 182. 163 
Vertigo 554 
Verum 12 
Via brevissima 888 
Vigilare 552 
Vilitas cognitionis 515 
Vis 197. 198. 203. 220. 222. 391. 758. 

832 
cognitionis probans, explicans, iliu- 

strans, resolvens, persuadens, con- 

vincens 531 

movens complete et incomplete, 

viva et mortua 669. 671 
inertiae 294 
niotrix 294 



Äant'g (Schriften. .?»nnbi(^tiftlt(^er *J(ac^laii. IV 



15 



226 



SBaumgorteiiö Metaphysica. Index. 



Visio 552. 557 

Visionarii 594 

Visus 536 

Vita aniraae humanae 780 

in genere 430 
Vocabulnm 350 
Volitio 690. 692. 720. 766 

antecedens, excitatoria, inclinatoria, 
praevia 695 

eonsequens, decisiva, decretoria, fi- 
nalis 695 

analogen utriusque in Deo 899 

pura 692 
Voluntas 690. 691 

imperscrutabilis 900 

proportionalis 894 
Voluptas 655. 657—659. 662. 712 

amara 661 

apparens 655 

composita 656 

constans 662 

pura 661. 669. 675. 694 

rationalis 656 

sensitiva 656 



Voluptas seusuum 656 

Simplex 656 

transitoria 662 

vera 655 
Unicum 77 
Unio 205. 739 

artissima 739 
Unitas 76. 132. 163. 173. 189 

categorica 74 

perfecta 230 
Unitio 79 

universale 148. 149 
Unum 73. 77. 115 

transcendentaliter 73. 116 
Usus 338. 888 

intellectus 639 

rationis 646 
Utile 336. 337. 340 
ütilitas 336 

activa 336 

Passiva 336 

Zelotypia 905 



^eflerionen 



gur 



a^ctap^Dftf. 



15* 



Phase ctK 

Nr. 3703 — 3705 über OjJtimismus. 
3703. a'. L Bl. E69. S. I. RH 235 f. 

3)u fräg[t: [ift] loer i[t glüflidjer in ber 2Belt, ber 3:ugenb!^afte ober 
ga[terf)afte? roenn man e§ nnter|ud)t, fo irirb bei) ben SSort^eilen be§ 
[Sugenbiiaften] 33o§t)aften aKenml etraaö untermengt fei)n, a»Q§ ber [Softer. 
f)afte] 2ugenbf)afte nid)t begehrt unb um beemiHen er feinen B^f^anb mit 
beio anbern feinem nid)t üertaufcl)en möchte; alfo ift er in ber %\)a\. §us 
friebener mit ftd), al§ man bendft. 2)ie Übel, bie ben Sngenb^aften be= 
treffen, betreffen eigentlid) nic^t bie Sugenb, fonbern finb aflen gemein. 
2Benn bie aügemeinen ©efe^e nur folten auf bie 33e^iel)ung ber frommen 
unb gottlofen eingef(!^ranft fe^n, fo fagt: tt3el(j^e§ ftnb benn bie frommen. 
2Berben nic^t einer biefen üor ftrafmürbig, ber anbere aber einen anbern 



2 Die Nr, S703 — ■3705 sind ohne Zweifel durch die Preisaufgabe veranlasst, 

15 die 1753 von der Berliner Akademie der Wissenschaften für das Jahr 1755 gestellt 
wurde. R I 294 hat die Aufgabe nach den Hamburger freyen Urtheilen und Nach- 
richten vom 27. Juli 1753 St. 58 S. 462 (vgl. I 547) abgedruckt. Sie verlangte „eine 
Untersuchung des Systematis des Herrn Pope, welches sich in dem Satze befindet: 
Alles ist gut. Es kömmt 1) darauf an, den wahren Sinn dieses Satzes, der Hypothesi 

20 des Verfassers gemäss, zu bestimmen; 2) selbigen mit dem Systemate des Optimismi, 
oder der Wahl des Besten, zu vergleichen, um die besondern Gleichheiten davon, und 
den Unterschied auf das genaueste anzumerken, und 3) die allerwichtigsten Ursachen 
anzuführen, dieses Syslema vest zu setzen, odtr solciies zu 7ei nichten'\ Näheres über 
die Preisaufgabe, die, ebenso wie die Entscheidung der Akademie, grossen Staub auf- 

•ih wirbelte, in Ad. Harnacks Geschichte der Preuss. Akad. d. IJ'iss. 1900 I 403 — 9. 
Da nichts darauf hinweist, daß Kant sich wirklich um den Preis beworben habe 
und auch keine weiteren Vorarbeiten erhalten sind, lasse ich die drei Blätter hier und 
nicht in Band XX abdrucken. Nr. 3703 bildet eine Wiedergabe des Gedankenganges 
des IV. Briefes von AI. Popes Essay on the man (etwa von Vers 75 an). Kant 

30 benutzt dabei die Übersetzung von B. H. Brackes, die mir in der Ausgabe von 1740 
(mit Vorrede und Anhang von B. J, Zinck, 318 S, stark) vorliegt. || 8 mod^tc. 



230 Sieflejionen jur SDictop^^fif. 5pt)ofe a'. Optimiämu^. 

baoor l)Qlten, unb mürbe benn ®otte§ ©ered^tißfeit üon aüen erfannt fei)n. 
23rob tft nict)t ber Sugenb, jonbern be§ g-leiBe^ Soi)n. SBenn bu enblic^ 
bem ÜKenfcf)en alleä ®ute gieb[t, fage: bi[t bu ben gufrieben, bege^rft bu 
nt(t)t immer met)r, unb wirb ©ott rro^l ein ßiel beiner 2Bünfd)e finben 
fonnen. 5)er n3al)re $rei§ ber 2'ugenb i[t bie innere (StiÜe ber (Seelen, 5 
bie übrigen guter ftür^en ober oerberben f^e. 2)ie ®elet)rfamfeit, 
Dkc^ru^m, 3Reid)t^um; aüe ^aben nict)! bQ§ n3at)re ®ut bei) fid). 2llfo 
ma(t)t bie 3:ugenb nur ba§ toaljxt &\\\f, meld)e jo wot)! in bem Überfluß 
als in bem 5RangeI, in bem SBeinen forcot)l a[§> in ber 5ro^lid)feit etraaS 
finbet, voa§> fte befrieöigt. £)a bie Sugenb alfo feinen Mangel finbet, fo 10 
gilt münfct)en nid)tö. 

2)ie (äigenliebe, bie '\\ö) mit ®ottel unb beä 5Rä(i)[ten ßiebe üerbinbet, 
mad)t ber ÜJZenfct)en glüf au§. 3e großer bie ßiebe, je weiter au§ge[treft: 
be[to größer i[t ba^ @lücf. @ott fängt Don ber ßiebe bei)m ganzen an 
unb er[treft fte bis ju ben Steilen, bie 9)ienfd)enliebe aber fängt oon fic^ 15 
felber an unb üerbreitet [xi) nad) unb nad) über ba^ ®an^e. ®inen folct)en 
lad)t bie (5rbe t»on allen Seiten an, unb bie ©ott^eit fie^t felber it)r 33ilb 
in feiner (Seelen. 

3704, OL'. L Bl. D 32. S. I—IV. R 1 295-299. 

S. I: 20 

2lbrife be!§ Optimismus, 
©er Optimismus ift biejenige Sel^rüerfa^ung, [bie aus ber S3orauä= 



3 bem? ben? || foge? fel}ll? || 5 Pope Vem 165 — 7 : JV/iat nothiny earthly 
givet or can destroy, The souPs calm sun-shine and the heari-ftli joy, Is Virtue's 
prize."' Brockes 105: „Das, was nichts irdsches uns zu geben, und es auch nicht 25 
zu rauben weis, Der Seelen Still' und innere Freude des Herzens, ist der Tugend 
Preis." II loal^rc? IDOa'^re? || R: (Seele |1 6 Pojje 172: „6e deslrucliue", Brockes 105: 
„stürzt". II 10 — 1 Pope 315: „And where no wants, no wishes can remain." Brockes 
117 : „Da sich bei ihr kein Mangel findet; gilt wünschen nichts." || 12 — 3 Pope '343/.: 
„Self-love thus push'd to social, to divine, Gives thee to make thy neighbour's blessing 30 
thine." Brockes 121 : „Und also macht die Eigenliebe, da sich dieselbige verbindet. 
Mit Gottes- und des Nächsten Liebe, dass )nan sein Glück und Bestes findet In unsers 
Nächsten Glück und Besten." \\ 13 R: 9lä(i)ftenUebe || 16 fie statt fid) || ©inen fold)en? 
(Sine iolc^e? || 16 — 8 Pope 361 f.: „Earth smiles around, with boundless bouniy blest. 
And Heav'n behulds its Image in his breast." Brockes 122/. : „Die Erde lacht, von 36 
allen Seiten, mit Gütigkeit er/üllt, ihn an. So dass der Himmel selbst sein Bild in 
aeiner Seelen sehen kann." \\ R: in feinem 9ktd) (mit einem Fragezeichen hinter die\ä)). 



sRr. 3703—3704 («Bonb XVII). 231 

l'e^uttg eines t)oä)ft gütigen loeifen unb aüinarfitigen UnuefenöJ bie [2(niuefenl)eit] 
Übel ber SBelt [mit bem begriffe] au§ ber SSorauSfe^ung eine§ unenblid^ 
DoUfommeuen, gütigen unb aümact)tigen Unrefeng ju [vereinigen] red)t' 
fertigen, inbem man fid^ übertü^rt, bafe [oon fold)em nidit« atö basjenige] 

5 ot)nerQd^tet allen jd)einbaren 2Bieberfpriid)en, loaä öon biefem Unenblid) 
üoUfommenen ^ejen genje^let inorben, bennod) ha§) 33e[te unter allem 
moglici^en fe^n müfee, unb bie 2lnn)ejent)eit be§ Sööfen nid)t ber 2Bal)l 
bey gottlict)en 2Bot)lgefallen§, [onberu ber unt)ermeiblid)en ^Rot^raenbigfeit 
ber 2Befentlid)en 5}?ängel enbll(^er 2)inge ^nfd)reibet, [roeldie] bie, inbem 

10 fte ol)ne befeen <2d)ulb burd) ben 3Rat^fcl^lufe ber Sulafeung mit in ben 
^lan ber (£d)opfung gebrad)t UDorbeu, burd) befeen meifetieit unb @üte 
bennod^ fo ^um beften be§ ©an^en gefet)rt tüerben, bafe fie bag 9J?i§faÜen, 
ta§: [fte fie Dor] ber Slnblif berfelben in§ befonbere erregen fan, burd) bie 
©rfe^ung, bie bie gottlid)e ®iite ju üeranftalten 2Bei§, im ganzen t)DU= 

15 fommen oergütet wirb, ba alfo biefe 2Belt unter aßen, bie burd) bie gott= 
lid)e 5JJad)t mögli(^ tt3aren, bie befte ift unb baSjentge, \va§> [tüfroeije 
be^er fe^n fönte, [bei- o^ne] e§ uid)t möd)t burd) bie 6nV/ti; ab. 

[^err Don Ceibni^] 9}?an Wirb, Wenn man ben ßntiüurf, ben 2etbni^ 
üon feinen ©runbfä^en giebt, [mit] genau prüfet, fiuben, ba^ biefe 3t>ee 

20 feineWeinung fo genau al§ möglid) auöbrürfe. ^lan barf biefe eint^eilung 
in tk Dlott)n3enbigen ober metapl)r)rtfd)en unb in bie zufälligen ober ^t)» 
pott)etifd) pt)i)fifd)en unb ^i)potl)etifd) moralifd)en Übel ermegen. ^an 
mufe befeen Unterfd)eibung unter bem 23orl)erge^enben unb nad)folgenben 
SBillen, bereu ber erfte [aüe^ ot)ne] aUeä 33ofe augäufd)ltef3en trad)tet, ber 

25 Sm):)t^ [burdi bie] fte in feinem ^lane al§ unoermeiblid)e g-olge ber [enb. 
lid)feit] eiüigen 5Ratur ber ©inge mit etnfd)Ue^t, ermegen, fo roirb man öon 



4 foldicm? folcf)en/ 1| 5 allen '/ aUem?? aüer (^o A'.;/?? || SBteberfprüd^en? 

2ßieberfprüd)e (so /?.;? äöieberfpred^en? || 6 geroef)tet? gerca{)tet? || motben?? looflen ? |i 

aÜem? aüen (so R.)? \\ 10 befe || 11 burd)? bo^ (so R.)? || meifetjeit? rceif^eit?? !| 

*) 12 fie ist zu tilgen. \\ 14 fönte? II 17 möctit? nid)t? mü^t? rco^l?? R. hat das 

Wort ausgelassen, ohne die Lücke anzudeuten. || 20 Zum Folgenden vgl. Leiinizeus 

Theodicee B §21. || 5y?einung? SDJeinungen? || biefe? befe? befeen?? || eint^eilung? 
Dertl)eilung? || 21-2 R: D^ot^roenbige . . . metapl)i)fifd)e . . . äufäüige . . . pl)i)fifd)e . . . 
moralifc^e jj ^t)potf)etif(^ ? ^^potljetifc^en? (beidemal) \\ 22—6 Vgl. Leihnizens 
35 Theodicee B § 22—25, 282, Anhang I §4, Anhang IV § 23 ff. \\ 23 mufe??? borf??? 
ba^f befe? II be&en?? befe? biefe (so R.)f?? || unter bem? über ben? || 25 feinem 
$pianc? feinen ^lan (so /?.;?? || 26 R: enbli^en statt ercigen. 



232 SReflcjtonen jur 9)?etapl)i)fif. $ß^afc a\ DptimiSmuä. 

ber[5Ric^tt9fett]5ßar{)Qttigfeit unfererSKbfd^ilberung überfüt)rt werben. £eib= 
ni^ fteEet bie ftd) ot)ne 9J?aa^en üerbreitenbe ®üte ®otte§ al§ ben ßug 
eines @trot)m3 Dor, ber aüe§, U)a§ in feinem inbegriffe befinblid^ i[t, mit 
gleicher ^raft gur SSettjegung treibet, allein bie fc^meeren SQ[tfd)iffe, bie 
met)r natürlict)e trägbeitöfraft al§ bie öon weniger aj?afee be)i|ien, lang= 5 
famer al^ biefe fortführt. 

S. II: 

@r ftellet ®ott öor, lüie er bereit ift, ftd^ mit [feiner] ber ganzen Un= 
enblid^feit aller (äigenfcl)aften in ben SSerfen ber ©cböpfung ju offenbaren, 
[allein] unb tt)ie er ein ma^reS ÜJ?iöfallen an ben Übeln l)at, beren Slnblif 10 
baö ©emiitl^ ber 2Bo^lge[innten fo fet)r beunrul)igen. allein er läBt fte 
üon ber au§ anbern unleugbaren ©rünben genugfam erfanuten @üte, 
SBeiSl^eit unb 2)?ad)t biefeö ^errn hoffen, ba^ bie 3JJangel im ßufammen^ 
tjange mit 58ort^eilen nierben erfe^t u^erben unb 'i^a'i^, [fo fe^r] bie Übel 
mögen enblid) auc^ ben [g^tan] beften ^lan üerunjiren, [e§] fte bod) [nid)t] 15 
im ganzen o^ne nod) größere 2lbmeid)ung nict)t gu üerbinbern gemefen. 
greijUd) ptten frei) ^anbelnbe SBefen mancl)e böfe ^anblung §um großen 
SBo^lgefallen @otte§ üermeiben fönnen; allein e§ mar [nid)t in bem Seäug 
ouf] eine unüermeiblid)e ?Rotl)menbigfeit, unter ^me^ iibeln, beren eine§ 
ber 2Rangel ber ^^reij'^eit, ha^i anbere be§ moralifd) 33e[ten ift, "iid^ ge- 20 
ringfte ju mäl)len, unb e§ maren aud) in bem beften ^lane anbere .'pinber» 
nifee, bie ©ott bemegen fönten, bie SSeranftaltung gemifeer SemegungS^ 
urfad)en, bie einige Slrten übel üerl)inbern fönten, au§ 33eforgni§ nod) 
größerer Ungereimtheiten [311] au§§ulafien. Äur^. (5ö mar nid)t anberS 
moglic!^, e§ mufte 23öfe§ fei^n. ©auf fe^ ber ©roigen meiöl)eit, \><x% er ba§ 25 
minbefte ^ugela^en unb alles im ganzen j^u feinem greife auf§ f)c>^rlid)fte 
hinausgeführt ^at. 6S ift ma^r, mic^ bünft, mir fe^en nod) nid)t, mo^in 
bie (Srfe^ung eigentlic!^ auSfd^lagen mirb, bie baS gan^e megen feiner 



l—ß Zu diesem Satz vyl. Theodicee B § SO, Anhang IV § 11 f. \\ 2 R: Her« 

breitete II 3 R: bar statt oor || Ji ©emütf):'' ©an^e?? || J;3 R: ©rüiiben gegen so 
fie rebenben ©üte || J3 .^errn? || IS bem Öejug auf? bem beftmogl?? ber iBef^erung?? 
ber SBefinniing?? || 19 etneä?? eine? || 20 Leibniz icih-de leugnen^ dass seine Lehre einen 
solchen 93?angel ler ?5l'fi^t)eit (ohne dass dieser Ausdruck iiäher bestimmt xcerde) in 
sich schliesse. Vgl. z. B. seine Theodicee B § 43—52, 120, 167, Anhang IV § 20. || 
22 23eroegunS II ;26 minbefte«? minbeft? i' ;97 mat)x mtd) bünft? R: monc^eS 35 
nod) bunfel.^^' || mol)in aus icie. 



SRr, 3704 (55anb XVII). 233 

3:^eilmängel fd)Qblofe Ijalkn joll. allein [getro] feqb i^r nic^t üerfid)ert, 
bofe ©Ott (? fo) fei), (^ tt)ie er) fei^n mu^, um üon i^m aHe§ gute erwarten 
ju fönnen. 3n biefem §aUe fönnt i^r nid^ts auber§ al§ in ber ^olge eine 
üöQige SSefriebigung, gum toenigften eine DöHige 3fiet^t[ertigung ber gott« 
5 lidjen ®ere(!^tigfeit unb ®üte ermarten. 

S. III: 
SScrgleid^ung be§ ßel^rbegrifä be§ ^ope mit bem Optimismus 

unb Dorjug be§ erfteren. 

ßeibni^ geftanb, ba§> bie Slbtoeic^ungen unb 3J?ängel, bie al§ wäre 

10 Übel tit 2Bol)lgertnnten in 33e!ümmernife fe|en, e§ in ber 3:l)at mären; 

allein er bel)ilt fid) öor, bie l)od)[te SBeiS^eit [oonj (" bie er aul anbern 

®rünben er!ante, wegen) ber 3ula^ung ju entjd^ulbigen. [2)ie beft] Sllfo 

mürben bie 6igenjd)aften ®otte§ §um 33ebuf berjenigen in fi(!^er^eit ge= 

fe^t, bie ßinftc^t unb S'olgfamfeit gnug l^aben, ben 3J?etapl)Qfi|^en 33e* 

15 meifen üon bem ®ottlid)en 2)afei)n Sei^faÜ gu geben. 5)er übrige Z[)ü\ 

berjenigen, bie [rcegen] bet) bem 2lublic!e ber SBelt bie @pul)r ®otte§ gerne 

erfennen motten, bleibt in Sefümmernife. $ope mattete einen meg, ber, 

um ben fc^önen 23emei§ üon @ott [au] aüen menjd)en üernel^mlid) ju 

ma&ien, ber aUergejctjiftefte [ift] unter aüen moglidjen i[t unb ber, meld^eS 

20 eben bie üoüfommenl^eit feines (Et)ftem§ au§ma(i)t, (^ fo gar) aUe möglich* 

!eit ber^errfct)aft eineS aUgnugfamenU^rmefenS unterwirft, unter weldjem 

bie 2)inge feine anbern 6igenfd)aften, aucb fo gar m<i)t folct)e, bie man 

wefentlid) notwenbige nennt, t)aben fonnen, bie nict)t ooUfommen ju au§* 

1 fei)b? ^ex)? II 2\e't)ff? fei)n? fein?? feinen?? feinem?? ]i fet)n in ein unleserliches 

25 IVort hineincorrigiert. \\ 7 Statt Sef)tbegrtf§ im Ms. Öet)rbegäube8 (verschrieben fiir 

öe^rgebäube^;? || 9 Slbrceii^ungen?? 2lbrceicf)ung? i unb unb 'j 10 fe^en aus \t%i \\ 
ttjoren? rceren? rcerben? \\ 11 R: er bemii^ete fid) um bie ,1 2ßetäl)ett? 2Bart)eit 
(so K.)? \\ 12 R: erfante unb rcegen; was R. als unb Uest^ ist der End-Schwung des 
darüber stehenden fe^en. \\ R: ber ßwecfbeftiniung 3U H 17 mochten || 20ff. Pope 

30 lehrt ebenso wie Leibniz, daß Gott aus allen 7nöglichen Welten die beste ausgesucht 
und sie in die Wirklichkeit iiber/ührt habe (I. Briefe Vers 45/., Brockes 7, vgl. 217 ff.). 
Den weiteren Gedanken von der Unterwerfung fo gor aller ntoglidjfeit unter die 
.f)errfc^aft des U^noefenä usw.., der Pope von Leibniz unterscheiden soll und der 
sich ganz in der Richtung auf Kants Gottesbeweis von 1755 (1395 f.) und 1763 (II 

35 77 — 52, 112, 152f.) bewegt, dürfte Kant in Pope hineingetragen haben., getrieben von 
dem Wunsch.^ die Überlegenheit seines Lieblingsdichters über Leibniz zu beweisen. \\ 
20—1 a\x§mad-)tf au^mad)te??? || Ursprünglich: alleä roaä möglich ift || 22 anbern? 
onbere (so R.)r! \\ 23 ju? 5ur?? 



234 JReflejtonen aur a)?ctopl)t)nt. «p^afe «'. Optimigmuö. 

brüfung feiner 5ßonfomment)eit ^ufammen fiimmen. @r gel^t bie(S(J^opfung 
[tücfloeife üorne^mlic^ ta biird), wo e§> i^r am meiften anübereinftimung 
gu fehlen |d)eint; bod) er jeigt, ba^ jebeS 2)tng, rx)eld)e§ wir gern auö bem 
^lane ber größten 2SoClfomment)eit megmünjctien möct)ten, aud) üor fi^ 
eriüogen gut feg unb ta^ man nid[)t (? oor{)er) ein öortl)eil()afte§ 3}or= 
urtt)eil Don ber SBeis^eit bes anorbnenben 2Befen§ t)aben borte, um [fie aU] 
if)m ben Se^fall p erwerben, 2)ie Sßefentlidje unb nott)ir»enbige 23e= 
ftimmungen ber 3)inge, bie allgemeine ®efe^e, bie burd) feine [tt)nen ab- 
genütf)igte frembe] (? er^oiungene) 23ereinung in einen tjarmonirenben ''^lan 
gegen einanber in 33e^ie^ung gefegt [inb, »erben ftd) gleid)fam üon jelber 
gu er^altung öoüfommner Qvoedz anfd)icfen. 2)ie (Sigenliebe, bie nur bafe 
eigene SSergnügen jur 2lbfid)t t)at unb bie augenfd)einlid) bie Urfac^e ber 
moralifd)en Unorbnung j^u fein jd)eint, bie roir beobad)ten, i[t ber Urfprung 
berjenigen fd)önen [Sigenfctiaft] llbereinftimmung, bk mir bemunbern. 
[9ietcf)tum tan fic^ feibft] Mt^, ma§ ftd) felb[l uu^t, finbet Tiä) in ber not{)* 
menbigfeit, juglei^ anbern nü^lid) 3U fet)n. 2)ie allgemeine 33anbe, bie 
ba!§®an|e auf eine unerforfd)te S. IV: 2lrt gufammenüerfnüpfen, mad)en, 
ba^ bie einzelne SSort^eile ftd) immer auf ben ißort^eil ber anbern 2)inge 
unb gmar burd) eine natürliii^e ^^olge begiel)en. Sllfo fe^tein allgemeines 
9iaturgefe^ biejenige Siebe [fe[t burd) bie Stiebe], bie \i(x% ®an^e (är^dlt, feft, 
unb i^mar burd) fold)e23en3egungeUrfad)en, bienatiirlid)er2Beife auc^ ho^^- 
jenige Übel l)eröorbringen, befeen Quellen mir gerne oernid)tet fel)en 
möd^ten. 

^an man mot)t, menn man bie SBefentlid^e 23ejd^affen^eiten in einer 
fo allgemeinen natürlid^en Harmonie [iel)t, üermutt)en, bafe, n3a§ fid^ fo 
gum treffli(!^en ®an|en anfd)ift, gugleic^ bie Urfac^e fo böfer bricht ah. 



1 ®r ge!)t «c im I. Brief. |; 3 bod)? burcf) (so R.)f || 4 inod)ten |i 6 borfe? 
burfc? II 9 SBcreinung? SSernetinmg ? R: Sßereinigung; unmöglich. \\ 10 ftnb steht 
hart am rechten Außenrand des Blattes, ist fast ganz verwischt und halb geraten; 
R. läßt das Wort ohne Andeutung einer Lücke aus. \\ 11 onfd^idfen? || Zum Folgenden 30 
vgl. den II. Brief von Vers 43 an (Brockes S. 37 ff.) und den III. Brief. \ \ 13 be« 
obac^ten? Nach dem Wort ein Punct. | 14 fc^önen? fct)Itmmen ? 15 9letd)tum? || 
16 öanbe bie? || 17 R: jniamnienfnüpfen || 20 biejemge? bie eigne (iso R.)f?? 
Sriebc?il(grf)alt?(Sr{)eIt??|| 21natüxd)ex\\24 äöefentUc^e? 2)feiifd)Ucf)e (soR.)?f? \ 

26 GJan^en?? Sanken? | 24—26 Quer durch diesen Absatz ist von Kant mit 35 
gleicher Schrift und Tinte folgendes geschrieben: 



9k. 3704 (23anb XVII). 235 

3Son ber allgemeinen 33oUfommen{)eit ber 2ßelt* 
üerfa^ung im |3t)i)fifd)en unb moralifd)en SSerftanbe. 

2)ie üornet)m[te ORegel ber 2?ollfommen^eit ber 2Belt i[t, bafe fte [fo] 
im ^öd)[ten ®rabe üollftanbig fei), ha§ alleä bafei), ma^ möglid^ i[t unb 

5 bafe roeber in ber ^ette ber 2:Befen nod) in ber ÜJ?anigfaltigfeit i^rer 2lb= 
änberung etroaS fel)le, n3elct)eg nur bc§ 2)QfeQn§ \a\)\Q ift; benn e§ i[t üor 
bieSBelt übert)aupt fein größer ©ebredjen, al§ bas 9^ict)tö in irgenb einem 
it)rer 2:l)etle. 2)at)er begreift ba§ [Dffenbaljrung] f^'elb ber Dffenbal)rung 
ber ©ottlidien ^?act)t aUe ©attungen enblii^er 2)inge unb [burc^] mit einer 

10 2lrt beö 3fleict)tl)um^j erftrerft fid) e§ bi§ auf bie ÜJJängel unb oerlieret fid) 
nid^t anber^ al§ burd) aQe (Stufen ber i^erminberung Don ben ^öc^ften 
©raben ber SSoQfommenl^eit bis 3um 9lic^t§. 

ßafeet uns nad) biefer SBorausfe^ung bie klagen berienigen mit33er= 
ad)tung anhören, benen ber ^immel il)rer SJZeinung nad) fein gefdUigeä 

15 ßoo§ ber SSoÜfommenl)eiten ^uget^eilet ^at. 3^ möd)te, fpric^t einer, 
gerne ireniger [Über] ^-infterni^ im 33erftanbe unb ojeniger ^eftigfeit in 
ben (Sinnlichen ^^ieigungen ^aben, wenn id) bod) fo glücflid) mdre, feine 
[Steigung äur (aünbe ju i)aben] anbere Steigung aU bie üor bie jlugenb gu 
f)aben. 2Benn bie meiften bebäd)ten, ba^, menn fie fid) fold)e@igenfd)aften 

20 ö3ünfd)en, bie eine üeränberung i^rer 5Ratur oorau§fe|en, e§ eben fo oiel 
l^eifet, als begehren, ba'^ fte gar nid^t mären unb bafe an il^rer ©teüe ein 
anber 2Befen öon ber öerlangten 33ef(i^affent)eit Dort)anben fe^n modele, 



7 ft 



2 


Wiqb. 


1 


3 gl mn: 2Ba6<?> 


— 


2272 Zob. 


— 


l'li Söein. 


— 


7<?8?> 3af)rm: 


— 


3 ?ßexüq. 


1 


äöafdien 


.0 


13 




6 aSuttcr 


1 


15 



7 4 
35 8 bog aus bie |i 9 ©attungen? ©attung? || 10 SRetc[)§t^um8 || 11 ben «».« 

früherem ber ? ber «ws /n'iherem benen ? . /?^ fi : anbetet 



236 gieftejionen jur a)lctapt)i)fif. 5ߣ)afe a*. OptimtSmuä. 

fo trürbe man in jtd^ gel)en, benn bie ©elbftUebe l^at einen Slbjd^eu üor 
ber oernid^tnng unb i[t lieber mit bem 3u[lanbe, mie er i^r befd)ieben fei)n 
mag, gufrieben al§ baf? fte bricht ab mit der Seite. 



3705. a^. L Bl. D 33. S. I—IV. R 1 299—302. 

S. I: 5 

5Rängel beö Optimismus. 

Seibni^ l^atte 3Red^t, 'üa'i^ er fein £et)rgebäube eine 3:^eobice ober 
SSert{)eibigung ber guten @ad)e ®otte§ nannte. 2)enn in ber %\)<x{ ift e§ 
nid)t§ anbereS al§ eine S^led^tfertigung ®otte§ in ber 3"i^ut^ung, ta% er 
ötellei(j[)t ber Url^eber be§ 33öfen fei)n möge, burd) bie SSerfic^erung, bnfe, lo 
fo öiel an ii)m ift, alieö gut ift unb \i(\^ e§ menigftenS fei^ne Sc^ulb nid^t 
fe^, menn [atleiä] nid)t jebeS 2)ing öoüfommen fo au^faüt, al§ e§ nad) bem 
SBunfc^e ber rebtid^en auffallen folte. 

2)ie ^et)ler biefes Se^rbegriffiS finb gar §u mi(i)tig, al§ 'tio.§> man bet) 
bemfelben folte ftet)en bleiben fonnen. Seibni^ [fteUet] fteHet bie Siegeln is 
ber (3 jum 3mecEe I)abenben) 33oUfommenl)eit üor, mie fie einanber in ber 
Sluöübung ftreiten. @r fte^t bie 9lugnal)men alg not^menbige 5[Rängel an 
unb erblift bie ber f)0(i)ften 2Bei§l)eit anftanbige ^anblung barin, bafe fie 
bie 2Bal)l auf bie «Seite be§ 58eften trifft, fo mie ein Seefahrer einen 2t)eil 
feiner SBaren in bie @(i)an^e @d)lagt, um "i^a^, @d)iff unb ta^ übrige ju 20 
retten, ©g ift mar, bie 2Bei§t)eit unb ®üte ®otte§ ftegt t)ier über alle 
SSormürfe. Slllein mag miCt man üon ber Unenblic^feit (» unb) ber Un= 
ab^ängigfeit fagen. 5ßon meldten Urfad^en mögen boc^ bie mefentlicf)e 
33eftimmungen ber ©inge biejenige 3mietra(^t ^aben, bie bie t)oüfomen= 
l)eit, bereu febe infonberbcit t)a% 2Bol)lgefatlen ®otte§ üerme^ren mürbe, 25 
in einer SSerbinbung unüerträglid^ mad)t. 2Ba§ ift e§ Dor ein [fettfamer] 
unerforf(i)ltd)er (Streit ätt)ifd)en bem allgemeinen SBiKen ®otte§, ber lebig= 
lid) auf tOi§> ®ute ati3ielt, un^ ber (» metapl)^ftfd)en) notl)menbigfeit [ber 

7 ober? ber (soR.)r\\8 Söertfietbigung? SScrt^elbigen? |i » 9fied;tffrtui jl 
3umut:^ung? 93ermutt)ung (soR.)fff || 15 Siegeln? Siegel (so R.)? || 16 R: aiuei) 30 
statt ^üxn; unmöglich. \\ Ijabetiben? tiebeiiben? lebeiiben? |! 18 erbift? er{}aU? erteilt?/ 1| 
R: in statt bie {[ 19 auf bie? auf ber? |1 20 ®d)Iagt unb ba« |! 21 bie?? ber? | 
ftegt? fagt? R: fe^,- unmöglich. Ij t)ter? R: t^n; unmöglich. || 22 tüoä?? wer? II 
man? R: er; unmöglich. \\ R: ober atatt unb li 25 t)ermet)ren ? erregen?? 



9Rr. 3704-3705 (öanb XVII). 237 

metapf)i)fif(^en (Sigenfc^aften], bie ftc^ m(^t tüi^ü mit aKer übereinftimung 
(^ o^ne 2lu§nQ^men) anfct)ic!en m'xU. SBenn bie Übel burd), id) weis 
nid)t, auf tt)a§ üor 2lrt notl^iüenbige g-atalitaet ®ott i^re Bulaßung ah" 
trotzigen, ol)ne in i!^m [rcegcn i^r] ba§ SBol^lgetaKen erregt p ()Qben, fo 

5 üerfe^en fie biefe§ t)od)[t feelige »efen in eine gemifee 2lrt eines 5!J?i§faUen§, 
ba^ gnjQr burc^ bie 3fied)tfertigung ber Unjd)ulb öon feiner Seite tan 
einiger niaa^en gemilbert, aber nid^t gebämpft werben. SBenn atteä im 
ganzen ®ut njar ober nod) in ben 3:()eilen ®ut ift, fo ift o^nfet)Ibar ber 
anblicf üon allen Seiten bie QöeQe eines n3al)ren SSergnügenS. 3Barum 

M mu^ e§ benn fo bewanbt fe^n, bafj aUz^ in ben 2;l)eilen S. //: unangenel^m 
fei), um nur im ®an^en taä 2Bol)lgefanen gu ermecfen. 2Benn ®ott bie 
Safter unb bie £}üaalen oerabfci^euet, [raavum] menn er fte nidjt begehrt, 
fonbern nur ^ula^t: marum mar eS benn not^raenbig, ta^ fie üor^anben 
fegn müfeen, [ba fie ben] gefegt aud), ba^ fie nid)t auSgefc^lofeen merben 

15 fonnen, um nid)t nod) größeren 2J?dngeln pla^ ^u mad^en; biefe (Snt= 
fd^ulbigung bient ^mar, ®ott oon ber @d)ulb frei) ju fpred)en, aber fie 
mirb niemals ben mid^tigen ßw^ifci auflöfen, marum bie [not^roenbige 
eigeiifd)] mefentlid)e notl)n3enbigfeit etraaS ^at, meld^eS [@ott loieberfein] bem 
aügemeineu 2Billen ®otteS mieberftreite unb i^m bie ßula^ung abnöt^ige, 

20 ol)ne be^en ^olgefaüen ermorben 3U {)aben. 2)er gan^e ^-etiler beru{)t 
barin, ßeibni^ öerfe^t ben ^lan ber beften SBelt eineSt^eilS in eine art 
einer Unab^augigfeit, anbern t^eilS in einer 2lbl)ängigfeit oon bemSSiden 
®otteg. [2iae] Mt 5}toglid)feit ift üor ®ott ausgebreitet, ©ott ftetit, über« 
legt, prüfet fte; er mirb burd^ bie i^nen be^mo^nenbeSeftimmungen naä) 

" 2)?aaSgebung i^rer (' befonbern) S^oütommen^eiten auf eine «Seite gelenft 
unb nad) bemjenigen, maS fte in SSerbinbung auSmaci^en, auf bie anberc 
Seite; biefe 3Sergleid)ung DeranlaBt feinen 3fiatl^fd^lu&. [2)ie 2öelt ift eigent- 
üd) nicf)t fo, tuetl fie ©ott fo f)aben miü, fonbern «eil eö fid) ntd^t tl)un lä^t, fie anberä 



2 ii •• ^ituSnal^ine \\ 3 Vor auf iwch ein schwer leserliches, von R. ohne An- 

30 deutuny der Lücke weggelassenes Wort, wahrscheinlich XOtxi (aus früherem n)Oä?^. 

Das Wort ist wohl nur versehentlich nicht durchstrichen. \\ 4 i^m? t^nen (so R.)f \\ 

7 gebainpft || aüeä? aber» || 8 «ar? roare? roenn? || ober? aber? aUeö? || noc^? 
auc^??||9 anblicf?? anbtif?? onbitf ? || ü ©ott bie?? ®ott ben?|| JJ3 wenn 

aas Xo'xt ift II 19 abnöthige? || 21 Nach SQBelt 7ioch ein, wie es acheint, nicht durch- 

35 strichenes Wort, in ein anderes hineincorrigiert, wahrscheinlich öon. || eineätl^cilö in 

andere Worte hineincorrigiert, wahrscheinlich in: einer ©eite in || ein || 24 if)nen? i^IIt 

(so R.Jf iljr?? II -R; öeflimmung ; sehr unwahrscheinlich. || 27 feinen? fein (so R.)? 



238 9leflejtonen jur Wlitapf)\)\xf. ^p^afe «^ Dpttmigmu^. 

3U machen. ®te Unab^ängtgfeit ber erotgen naturen get)t üoran. ®ie Slb'^ängigfeit 
bcftet)t nur in bem SjSIan, bartn fie gott nacf) ben Siegeln beS Seften fo gut ju orbnen 
troc^tet, als i^re roefentlid)en 35efttmungen es Derftatten.] 

2)er SBelt lüefen [gut] ift nid)t [blofe barum gut roeil] lebiglic^ barum 
fo, weil fte ®ott fo ^aben n3iü [unb], fonbern toeil fte nid)t onberä möglich 5 
war, nur ei bricht ab, läßt aber noch Raum für 7 Zeilen übrig. 

S. IIb 

2)er gttjeijte Hauptfehler \iz^ [i^e^rb] Optimismus ift, \ia^ bie Übel 
unb Ungereimtl)eiten, bie in ber SBelt n3Qt)r9enommen werben, nur au§ 
ber SSorauSfe^ung be§ 2)afei)n^ ®otte§ entfct)ulbigt lüerben. unb ha^ man 10 
alfo (■" öorljer) glauben mufe, 'Qa^ e§ ein uneublid) gütiges unb unenbli(!^ 
üoÜfommeneS 2ßefen ®ebe, e^e man fid) üerftctjern fan, bafe bie 2Belt, bie 
als fein SBerf angenommen mirb, fct)ön unb regelmäßig fe^, anftatt \i(x^ 
bie allgemeine Übereinftimung [unb] ber Slnorbnungen ber SBelt, menn f\e 
an unb öor fiel) felber erfant werben fonnen, ben @d)önften SSemeiS oon 16 
bem 2)afe9n ®otte§ unb ber SlUgemeinen Slb^ängigfeit aüer 2)inge üon 
bemfelben barretd)en. 2)er fidjerfte unb leic^tfte 33eraet§ alfo üon ber 
SBirflicIjfeit eines aUgenugfamen, unenblic^[en Söefenä] gütigen unb un- 
enblic^ SBeifen wefenS, melc^eS auS ber 23etrad)tung ber üortrefflic^en 2ln» 
ftalten, bie bie 2Belt allenthalben jeigt, erfant wirb, mirb burd) "iid^» 2el)r» 20 
gebäube beS ^errn ü. geibni^ entfraftet. W\^ bünft, ein (gpifur mürbe 
bemjenigen, ber auf biefen 33emeis bauete, antmorten: 2Benn bie Über= 
einftimmung, bie i^r in ber 2Belt ma^rne^mt, euc^ eine anorbnenbeSSeiS' 
l^eit [äu] als bie uri)eberin ju beroeifen fdjeinet, fo müft i^r geftetien, ^a^ 
[berjentge 2t)etl] bie SBelt bem groften Steile nad^ üon biefer nic^t abpngt, ss 
weil fte allenthalben me^r als ber ^älfte nad) Ungereimtheiten unb toieber» 
wärtige Slbmeic^ungen in ftd) entl)ält. Sd) nel^me eure SluSflud^t nid^t 



1 natuien? natur (so R.)f? || '4 ben jHcgeln.» ber Siegel (so R.)t? || 3 R: 
n)c[entll(i)e 33eftimmung eS oerftottet; unwahrscheinlich. \\ 4 2)er (aus früherem 
2)ie;? '^\z(so i?.;? II roefen? menn fie? R: rcie fte; unmöglich. \\ gut? gut? gilt? || R. so 
schiebt nach ift noch ein 2. ift ein. || 6 iDQr? maren?? || nur? um (so R.)f unb?? II 
13 fcI)on II regelmafeiii || 14 R- Slnorbnung || i5 R: rcerben fan || 21 ^pifur?? 
epifuer? epifuur? (Spifurer?? 7?.- (Spifuräer; auf keinen Fall. || 22 bemjenigen?? 
benjentgen? || Nach antworten sehr wahrscheinlich ein Punct. \\ 24 bie? II 25 ber. 
jenige? || bem (in ein anderes Wort hineincorrtgiert)^ \\ groften? || 27 3Jbrceid)ungen?? 85 

Slbreeic^ung? 



^t. 3705 (33anb XVII). 239 

an, ba^ oon berienigen SBeiS^eit, bie etwa einige 3:i^eile [mit] ^u fingen 
3n)ecfen georbnet ^at, jn üermut^en [te^et, ba^ fte in ben übrigen eben 
falä Seroei^t^iimer i{)rer 3luffic^t üer[teft ^abe. 3^) wiü lieber alfo 
fd^liefeen: wenn [ii)x] bie SBeife obere Ur[ad)e nid)t oermoct)t ^at, aUe 
3)inge in einen ^lan üon jnjammenftimenber ©d^ön^eit ju bringen, jo 
lüaren roenigftcnS nid)t aüe SDinge il^ren 6tgenjct)aften nad^ bem 2Bof)U 
genauen berfelben unterworfen, unb [ba^'] ba§ eraige jct)iffaal, iDeld)eö bie 
[2tbfid)t] ?!JZact)t [tiefet ®ütt{)eit] ber oermogenben llrl'a(!t)e [nur $)3ia^ ju einau] 
fo fe^r einf(t)rcinft unb bie (Siniüiüigung grober übel i^r abnot^igt, raubet 
i^r baburd) bie aQgenugfamfeit S. IV: unb [inbem fie fie mit ben übrigen roiegt, 
unter] untertüirft jte eben berfelben notljroenbigfeit- 



1 etwa? etnjon? || 7 bie ans ber || 8 einju? || 10 loiegt, r || 11 Der Rest der 

Sexte ist leer. 



Phase y. 

3706, Y^ (ß'V Q—(r??^ L Bl. Kuffner 1. S. I—IV. 

S. I: 

2Ben ju ben öerfc!^iebenen ^räbifaten, bie einem 2)inge jufommen 
mögen, ba§ 2)afei)n al§ eines berfelben (^ auc^) gejdl^let werben fönte, 5 
fo mürbe gemi§ fein 23emei§ gefobert merben fonnen, ber bünbiger unb 
jugleic^ fa|lict)er märe, um ta^ 2)Qfei)n ®otte§ barjut^un, al§ ber ßar» 
teftanifd)e. 2)enn unter aUen mögU(t)en 3)ingen ift eing, in melcftem 
[aUi möglt^c (a bie l)ö(|ftc) «Realität bie in einem anautreffen ift] aüe 3fieQlitäten 
an3utretfen fe^n, bie in einem 2Be[en be^fammen fe^n fonnen. [Unter biefe] 10 
Su biefen 3Realitdten, b. i. marlja^tig poiltiüen ^räbifaten gehöret an6) 
ba§ £)afe9n; folglici^ fomt [irgenb] bem allerreale[ten unter aüen SBefen 
ta^ 5)Qfei)n um feiner inneren SRöglic^feit millen p. 9Wan menbet aud^ 
üergeblid^ fjiemieber ein, ba^ [oUe gtealität nur in ©ebanfen mit einonber] ein 
foI(!^e§ moglt(!^e§ 3)tng bie @;i:i[ten^ nur im SSerftanbe in ftd^ fc^üefee, b.i. 15 
nur fo mie ba§ 2)ing felber tn®ebanfen, mä^ji aber [im 9iealoerftanbe] aufeer 
bem ©ebanfen gefegt merbe, benn auf fold^e SBeife mürben mir oon allen 
^räbifaten, bie einem [S)inge] möglid^en 3)inge pfommen, fagen muffen: 
fte fdmen i^m nid^t in ber Sl^at ju, fonbern mürben nur in ©cbanfen in 
ii)m gefegt. 3)iefeä le^tere flnbet mo!^l ftatt, menn man miüfü^rlid) 20 
etma§ mit einem ^Begriffe oerbinbet, ma§ nid^t notl^menbiger meife baburd^ 
©efe^t mirb; j. @. fo merben ju einem ^ferbe ?^lügel in ©ebanfen gefegt, 
um einen ^egafuS ju mad^en, baf)er [baö geflügelte 5ßferb] irgenb einem 
^ferbe nur in ©ebanfenglügel jufommen. 2)agegen mo bie oerfnüpfung 

2 Zu Nr. 3706 vgl. II 70—77. \\ 9 Urspi-Ünglich: SRealität bcfoffct ift; ver- 25 
sehentlich ist ift nicht durchstrichen. \\ 10 Zwischen in und einem stehen noch 3 Buch- 
ataben., wie es scheint: ein. || biefe versehentlich nicht durchstrichen. \\ 12 folgt || 
14 afle versehentlich ?iicht durchstrichen. || 15 mogltdtieS? mögliche? || fdjliefee aus 
f erliefet II 16 ouBer?» aufeen? || 19 it)m?? itmen? || 20 i()m?? it)nen? || 22 werben 

aus ttlirb 11 23 Statt um steht die gewöhidiche Abkürzung für unb. || 24 nur? nun?? 30 



ipf)afe 7. 2)afein. ?Jr. 3706 (ilanb XVII). 241 

eines ^rdbifatS S. II: mit einem 2)inge nid)t n)infiU)rnd) i[t, fonbern 
burc^ ha^ 2!ße[en bcr (Sachen felbft öerbunben i[t, ha fomt eö if)m nic^t 
bavum ju, »eil mir e§ in it)m (bebenden, Jonbern e§ ift not!)n3enbig, folct)e» 
in it)m jn gebenfen, barum loeil e§ it)m an ftc!^ felb[t jufomt. SBeSmegen 

5 id) ni(!l)t fagen fan, ba^ einem Triangel bie gleid)I)eit ber SBinfel mit 
^me^en redeten nnr in®ebanfen, fonbern an ftd) jelb[t ^ufomme. ©§ ^inbert 
aud^ biefe§ nid)t, baf3 id) ein bcrgleici^en 5D?ogUd) 2)ing nur gcbenfe; 
benn [id)] e§ i[t an ftd) felber immer etroaS, obgleid^ e§ niemanb gebenft, 
unb ba^ präbicat fomt i^m an [ic!^ felbft ^u, obgleich e§ niemanb bamit 

ij üerbinbet. @o i[t e§ aud) mit bein ©afe^n bemanbt, menn e!§ (" al§) ein 
^rdbicat ber 2)inge angefel)en werben fönnte. 2)enn e§ würbe unter altem 
ÜJJoglic^en bemjenigen not^roenbiger Sßetfe jufommen [b. i. ba^ienige 2)ing 
roirb nottiroenbiger SBetfe Ci-tftiren], in ttiell^em oOe Of^ealitat i[t, b. i. [einem] 
ein aUerreal[te§ SBefen mirb not^raenbiger SBeife e^i[tiren, unb feine 

15 2Roglic^feit mürbe bie mirtlid)feit mit einfd^liefeen. @§ mürbe auc^, menn 
o^ne meine ober eine§ feben 2)inge§ (Seband'en hü§i 2)afei)n [fein spräbifat beö] 
bem alterDoÜtommenften Sßefen nid)t gufäme, ber ©ebanfe üon biefem 
Sßefen übert)aupt falfc^ fe^n. 2)enn ift er richtig, fo fann er feine anbern 
^räbifate üorfteClen, a\§> bie au(!^ otjne biefen ®ebanfcn in bem 3)iuge 

20 [tatt finben. 

S. III: 

e§ ift l^ier nic^t bie fyrage, ob me^r (^ überhaupt burc^ ein 2Birflid)e§ 
$Ding) gefegt merbe al§ burd^ ein nici^t mirfli^eS, fonbern ob in i^m me^r 
^-Präbifate gefegt merben; nun ift [in einem (Gütigen Öuten aU einem jülc^en 
25 jofern er aU ejiftivenb betrad)tet] in ber®üte ®otte§, in fofernfie oU e.rtftirenb 
betrad)tet mirb, nid)t met)r gefegt, al(§ in ber @üte, bie in feiner moglid)= 
feit liegt; aber ber Unterfd)ieb beftel)t nur bariu, ha^ im erften %a\k bie 



11 fonnte || allem? allen? || 16 meine? meinen? || ober? anbern? || 16—7 &e- 
banden? ©ebenfen? || Nach ©ebanifen rielleivht, tuu-h juh'ime skker ein Punct. \\ 

30 19 DorfteUen? Oerftatten?? üerfaüen?? || 20 finben? fänben?? || 24 nnn? || ZwisL-hti, 
nun und ift stehen noch zwei Worte, das erste icohl sicher finb (irahrxcheintich durch- 
strichen), das zweite (wohl nur versehentlich nicht durchstrichen): feilte oder fetll 
(in menn hineincorrigiert) ? ipenn? jum? || ©uten? ®ütte?? II einem foldjen? || 25 Statt 
fofern (nach inj steht im Ms. ein unleserliches U'urt: fern? foern? fern?? foiu?? 

35 feinen?? finn?? 

J5 ant'« ® Arifteii. .v.iiibWviftlirfier 9ia*lafi. IV. 16 



242 ateflcitoiien jitr üKctop^i)fif. gJf)afe *(. ©ajetn. 

@Qd)e felbft mit bem, ttaS in % enthalten ift, im gmeqten aber bie re^ 
jpeftuö biefeg manigfaltigen gegen einanber gefegt werben. 

3)ie mefentlid)fte (Sd)n)ierigfeit ift mof)l biefe, bafe unfer @prQC^= 
gebroud), in fo ferne er unfre genauefte '^t^t au§jubrüfen fd)eint [unb], 
jeberjeit ba§> SDafeqn rote ein ^räbifat be^eid^ne, roelct)e§ ba§ anfe^en ^at, -, 
ta'^ e§ Don ber unmittelbaren 23ef(i^affent)ett unfereS 23egriffe§ l)errü^re. 
3c^ fage burd^ ein e?:iftirenb SDing: einem 3)inge fomt t)a§ 2)afeQn §u 
[tcf)] etc: 3^ betradbte bie e?:iften^ ber2)inge befonber§ unb ijnterfcl)eibe 
fte üon ber ÜKoglid^feit. £)iefe 33efci)affenbeit unferer Urt^eile üerbtent 
gar fel^r erroogen ju roerben. 3!)a§ Ijei^t nid)t pt)tlofop^iren, roenn man lo 
lebiglid^ barjutfjun fud^t, ta^ etroaS ein SBal^n, eine tdufd^ung be§ 33er= 
ftanbeS feg, fonbern man mufe aud^ einfe^en lernen, roie eine fold^e 
täufd)ung moglid) rodr. 2)iefe§ SSlenbroerf ift felbft eine [rcart)af] roirf= 
lid)e ©rjc^einung in ber 9latur unfereS ®eifte§, unb id) mn^ fte entroeber 
ertldren fönnen, ober id^ l)ahe urfad^e gu beforgen, ha^ mein Urtt)eil, 15 
roeldijeS [biefeä] eine ober anbereüJJeinungen üor einen SBa^nauSgiebt, felbft 
ein folc^eS 23lenbroer! fetjn mödi)te. 

S. IV: 

Sei) frage nume^r: roenn ba§ 2)afei)n fein ^rdbifat ber 2)inge ift, 
roie ic^ mir benn gar beö SüuSbrufS 2)afeqn bebienen fönne; benn biefe§ 20 
unterfdl)eibet etroaS an bem ©inge öon bem 2)inge felbft, roeld[)e§ ibm bei)= 
gelegt roerben fann. 3. @. [2)tef] (Sinem geroifeen ©inge fommt bie 2Birf= 
lid)feit ju. 2Beil ein unb t^jtn bafeelbe auf üerfd)iebene 2lrt fann gefelit 
roerben, fo fd)eint biefe @e^ung felbft ein 5J?erfmal be§ unterfd^iebe^ ju 
iet)n, roeld^eS man al§ ein ^^Srabifat einem 3)inge beilegen ober üon if)m 25 
trennen fönnte. (5§ ift aber geroife, bafe.biefer Unterfcl)ieb bloS barauf 
anfomme, roie biefeä ®ing mit aKem if)m zugehörigen gefegt roerbe, unb 
nicl)t:roa§ in i^m gefegt roerbe. 3fiac^ bem Unterfc^iebe ber 2lrt, roie nun bü§^ 
2)ing gefegt roirb, roirb auc^ roa§ unterfc^ieblid^eS baburc^ gefegt; uemlic^ 
burc^ feine ^rabifate im 5Ser^ältni§ jum fubjecte bloS 33eäiet)ungen unb 30 

6 unfere? unferer? || 7 buvä)? bod)? || ®tng. |1 11 2öaf)n? Söefeii??? || 13 loär? 
waxf? lüiSre»? || 16 SD^elnungen? 2J?einung?? SOJaj:tmen ■??;-' || üor?? oonf || 21 im || 
23 ein? einem?? einen?? versehentlich nicht durchstrichen f \\ unb??? um? nun?? II 
eben? ober? Der Anfangsbuchstabe scheint in einen andern Buchstaben hineincorrigiert 
zu sein. || bofeclbe?? befeelben? || 24 Nach merben, icie es scheint, ein Punct. \\ 36 
25 einem? com?? || 26 fonnte || 27—8 Vgl. II 75. \\ 27 aUem? aUen? || 30 Q3e. 
3iet)ungen? 23ejie{)ung? 



10 



®en)tfef)eit unb UnQeroife^eit. Dir. 3706—3707 (93anb XVJI). 243 

bic 3D'?Dgli(J)!eit, [burd) bie] buxd^ bOi§> 2)ing, in fo fern e3 absolute gefegt 
n3irb, ba§ 2)ing felber. [Sßeil rair aber baSjenige rooburcf) wir] 2Bir unter= 
fcf)etben alfo ba§ Wögüc^e nid)t öon bem 2Birfli(!^en burd^ ein ^räbifat, 
m\ö)^§ bem einen met)r alö bem anbern sufomt. 

2)er Segriff eine§ e^iftirenben 2)inge§ fann niemals in ein Urttjeil 
üerdnbert merben, moüon ba§ 2)ing baä ©ubject unb bie ßjciften^ ba§ 
^rdbifat märe. 

(Sonbern ee mufe [bas] etroaS (SriftirenbeS ba§ (Subjeft unb aUel, 
ma§ it)m §ufommt, feine ^räbifate feijn. 



3707. y. L Bl Duisburg 5. S. I—ITI. Rio— 9. 
S.T: 

SSorbereitung 
3Son ber ®emi§^eit unb UngemiStjeit ber ©rfentniS überhaupt. 

2)ie UngemiS^eit ift entmeber eine Ungemi§t)eit ber Sachen ober ber 
einftci^t. Dbgleicf) bie ©egenfiönbe ber ©rfentniö an ftct) felbft bnSjenige 
gemis finb, ma§ fte finb, fo [fo] fan man bod^ biefen (Sachen bie Un= 
gemi§t)eit beilegen, in fo ferne au§ bemjenigen [©in], ma§ man an if)nen 
erfennt unb maö alfo gegeben ift, üon bem übrigen, meld)e§ man fuc^t, 
nid^tS feftgefe^t mirb, man mag [bogjej biefe bata noc!^ fo ooflfommen er= 
fennen, mie man immer miß. SBenn in einer 9J?ifd)ung üon bre^ oer» 
fd^iebenen5)?etallen (^ beren fpecififci^e ©ci^meere gegeben ift, nod^ überbem) 
ba§: ®emic^te be§ ganzen ÄlumpenS unb befeen ^Qbroftatifc^eS oer^ältniS 
jum SBaffer gegeben ift, fo [ift] mag man biefe 2)ata erfennen, mie man 
Witt, [fo] e§ bleibt t)iebet) immer ungemife, in welcher üert)ältni§ fte [unter] 
mit einanbcr oermengt fegn, unb gmar barum, meil bie erfannten 8tüdEe 

1 bie ÜJiogltd).? boö WlüQliä)tff \\ 5 ein.' einem? || 5-9 VgL II 73. \\ 9 feine 
5)Sräbifate? fein «Präbifat.»? 

10 Nr. 3707 gehört dem Inhalt nach sicher in die Zeit der Schri/te/ignippn 
1762/63 und steht höchstwahrscheinlich zu der Preisau/gabe der Berliner Akademie 
für das Jahr 1763 in Beziehung, doch nicht in so enger, daß sie geradezu als Vor- 
arbeit zu Kants Preisschrift angesehen werden könnte. Die Preisaufgabe wurde am 
23. Juni 1761 veröffentlicht, Kants Preisschrift kam am 31. Dez. 1762 in Formeys 
Hände. Vgl. II 492 f. \\ 12 Vorbereitung ist wohl g-Zusatz. \\ 17 bemjenigen ms 
benjenigen || 19 Nach wirb vielleicht ein Punct. 

IG* 



244 ?Kef(ex-iüiien ,5iir I1ietap()i)fif. ijiljnfe T- ©eJüi^tiett iinb llngeunnfieit. 

an [id) felbft üoii ber Slrt feiju, ba'^ borauö tiefe 3Sert}ältni§ unbe[ttmmt 
bleibt. 1)iefe 2lrt ber UngeiriStjeit, welche man bie obiectiüifd)e nennen 
fönte, mufe in ber ßrtentnig eines jeben erfenntni[je§ angetroffen luerben, 
tt)el(i)eä eingefct)ränft ift. 2)er, fo nid^t aüe§ erfennt, an§ befeen @rfentni§= 
[tücfen mnfe einiges (•" feiner Sßefc^affen^eit nac^) unauSgemadjt bleiben, ■' 
er mag mit biefem ©rfentnifee aud^ SSergleic^nngen anfteKen, wie er immer 

will, [(Sä fomiitt niiv b] 

ßrfennet man nnn [biefe ©i], \)a'^ au§ gewifeen 2)ati§, bie man weife, 
geiüif^e anbre [23eft] ©tücfe unbeftimmt feijn, fo [ift] fan in fo ferne fein 
3rrtl)um in nnferm ©rfentnifee ftatt finben, unb bafeelbe ift barnm nid)t u< 
(■" objefttuifd)) ungewiß. Sßenn ber fc^einbare 5)urc^mefeer eines ©terneS 
befant ift, bie SBeite aber unbefannt, fo [ift] bleibt e§ nngewife, roelci^eö 
bie SBa'^re ®röfee beS @terneS fei), obgleich) [moferne man mir nic^t roeitev ge : 
aus biefer Ungemisl)eit allein fein^rrt^um entfpringen fan. ©benfo menn 
in ber 5ßeobad)tung S. II: ber Sßincfel einmal befant ift, 'üa'^ ein %t^\tx i- 
oon jiDeij 8ecunben ni(l)t fonne bemerft werben, fo ift alle "üa^, waS üon 
einer fold)en ®rofee me^r ober weniger abpngt, auS ber 33eobact)tung 
unbeftimt, unb, wenn man biefeS als ein fold^eS erfennt, fo fann in fo= 
weit fein 3i'rtl)um ftatt finben. 

®a bie UngewiS^eit in ber 2Röglid)feit ju ^xxz\-\ beftel^t, b. i. ein -^u 
Urt^eil, welci)eS falfd) ift, ju fällen, fo werben alle (S3i-unbe biefer 5J?öglicl)= 
feit entmeber negatio ober pofttio finb, 5tet)mlid): fie befielen entweber 
barin, ha'i^ ®riinbe p einem (? gewifeen) wat)ren [(Sifentni^e] Urtt)eile 
fehlen, ober, baS pofitiüe ©rünbe §u urtbeilen fei)n, wel(f)e Urtt)eile gleid)= 
WD^l nict)t ber 33efc^affen^eit ber (Sachen gemäfe fnib. 2)er erftere ®runb -'s 
an Ttd) felber ift nid)t gureic^enb, um bie 2Koglict)feit beS 3rrtl)umö \i(X'' 
burd) y\x oerfte^en. 2)enn barauS, weil id) gewifee 2)inge nic^t weis, folgt 
noc^ nidjt, "ia^ id) ein falfd)eS Urt^eil fdüen fönne. 2)enn oorauS gefet^it, 
'ba^ id) erfenne, biefe ftüfe müfte ic^ wifeen, um gu urt^eilen, fo würbe 
id), [ba] wenn id) finbe, ic^ wifeefte nid)t, nid)t urt^eilen wollen unb cor 30 
aüem Srrt^um üerwal)rt feiju. (^ 33ei)) 2)em Slftronomen, fo lange er 
Don einem Kometen gwar ben fc^einbaren ©urd)me6er, aber nid)t bie 
[entfernung] ^aralla;re wei§, ift in fo ferne objeftioe ungewife, wie weit unb 
wie grofe er feq, aber eS ift unmoglid), "üa^ er l)ierin irren fann, fo lange 

9 fei)n fo fo || 20 Zum Folgenden vyl. II2'J2j. (| 23 geiuifjen' geiüiß.' 1| 30 oor' 35 
DOn? 11 33 In iJJaraflaje die letzten drei Riichstrdjen iiDsk-h^r. 



:Kr. 3707 (iöaiib XVII). 245 

er [id) beiüuft ift, bafe er nid)! urttjcüen fönne. (5§ i[t aud) biefe [Un- 
geiDtä^ei] UniüiBenl^eit geroifeer gegebenen ©tücfe ntd^t einmal a(§ben ein 
®rnnb ber 9J?üglid)feit ^n irren an fid) felber, lüenn ber ^knfd) biejev 
Unbeftimtljeit fo gar [id) nid)t berouft i[t; benn fo lange fein ®runb ift, 

s ber il)n üeranla^t ju nrtl)eilen [fo] in einer 6aci^e, ttjo^u er nid)t genng 
ü3eife, fo ift er üor allem Urtl^eil t)erü3al)rt. 2)a^er ber gemeine 5J?ann Dor 
Dielen 3i'i'tt)ümern üermaljrt ift; benn, ha er in anfel^nng ber meljreften 
2)inge, barnad) bie ©ele^rten fo eifrig beftrebt feijn, nnbefümmert ift, 
n3enn er gleich bie «yragen l^ört, bie man anfrairft, nnb bie me^reften 

1" 1^1^09^" i^ni niemals in bie ©ebanfen l'ommen, fo ift nid)t§, mag it)n öer:= 
anlagen folte jn Urtt)ei(en. S. III: 2)emnad) fiel)t man, bafi bie Ungemi§= 
t)eit im fnbjeftiüifc^en ^Iserftanbe (" nod)) einen ©eraifeen ®rnnb [ift], nr= 
tt)eile gu fallen, üoransfelit. SBenn l)ieju bie ungemi§l)eit im Obieftioen 
SSerftanbe, beren man fid) aber nid)t bemuft ift, ^injufömt. 

15 2)al)er bei aüem triebe, ein Urtt)eil ju fällen, menn ha», 3Ben)uftfei)n 

ber £)bieftit)ifd)en Ungewißheit bagn fomt, ift ber 3rrtf)um unmoglid^, 
n3ie man in ber ©eometrie erfeljen fann. 3e gvo^er bie SSegierbe ^n nr= 
t^eilen ober bie ®en}o^nl)eit ju urtl)eilen ift. 2Bir {)aben nnr bie obieftioe 
Ungen)i§I)eit, in foferne fie mit ben [fubiefiioifc^en] innern ©rünben ^^u ur= 

•■io ttjeilen ^ufammengenommen »erben, angefi"it)rt, um bie fnbieftit)ifd)e 
5Röglid)feit ^n irren begreiflich ^n mad)en. SlKein wenn biefe ^egierbe 
and) einerlei) ift, fo [ift] fmb gleid)mo^l bie Unterfd)eibungögriuibe beß 
n3al)ren oom falfd^en entmeber oerborgen unb oer^ältniemeife gegen bie 
übereinftimungen, bie eine falfd^e erfentni^ mit einer SBa^ren ^at, tlein 

•-'5 ober nid)t. (2)a mx a\\% ber analogie fc^lie^en, fo fonnen oiel über= 
einftimmnngen ein grnnb ber ^rrt^ümer fei)n, },. @. oernunft ber Iljiere). 
3n bem %o.^^, ta man üiel, aber nid)t aüe Unterfd^eibung6®rünbe ^at, 
ift ber 3rrtl)nm nnr möglid^ bnrd) eine llnn)ii3en^eit ber Unbeftimtljeit 
ber ©rfentni^ auiS biefen ®rünben unb ber D^eigung ;^u urt^eilen. 

MM 2)ie ®emi§l)eit muß im pt)i(ofop^ifd)en erfentnife eben fo mo^l moglid) 

fetjn al§ im 2)^atl)ematifc^en unb, »aß benÖrab anlangt ,^ur Überzeugung, 
bajn gnugfam fei^n. 9J?an fann nid)t fagen, bafe eine gen)if5l)eit großer 

2 gegebenen? gegebener (■■io l^.)?f || 7 anfetnmn'' anfetjen." aiifet)ii/ || 11 l^euu 

mä)? 2)ennüd)?? 2)anad) (-^o R.)?n \\ 12 einen ©eiuißen ««* ein ©eanfjer^MI 

35 ©eroifeen? ©eroiner? ©rofeen?? ©rofeer.-'? || 26 Zu Dernunft ber %\)\zxt vgl. II 

59/., 2SÖ. II 30—32 Vgl. 11 -292., 296. \\ 31 ,5nr? ^u (so A'.;?.' || über^^eugung? 

über3eugen (su U.)f 



246 SReflejionen jur 5)htap!)Qfif. ip^afe Y. ®ctot§^eit unb Ungeroifel^eit. 

feq als bie SKnbere; e§ ift niemals etmaS gemifeer, als baSjenige, maS ge* 
toife ift. SBaS aber bie 2lrt anlanget, fo betritt fte nic^t bie ©eüjiSl^eit, 
fonbern bie .^larl^eit. 

(* 8lQe UngemiS^eit ift eine Ü)'?Dglicl)feit ju irren. Srren l)eifet 
ein falfct)e0 Urt^eil fäUen. 2)ie ^O^oglid^teit 3U irren ift entroeber unter 
einer ^Potentialen ober actualen 33ebingung. 2)ie erfte wirb fo oer= 
ftanben, bafe man irren fönte, wenn man urtt)eilen molte; bie jioe^te: 
ba^ eS aud) auS wirflic^en ®rünben eine bebingte ü)Roglid)!eit giebt ju 
urtt)eilen, reo eg gleict)tt)o^l möglid) ift ju irren. 2)ie Potentiale 3J?Dg» 
lid)feit ju irren beruht auf ber SSefdjaffen^eit ber «Sachen: ha nemlic!^ 
ans bem, was man üon i^nen crfennt, ni(!^t beftimt ift, maS it)nen 
jufomme ober nidjt; bie actuale ©ebingung ber Ungeiüifel^eit ift ber 
®runb ju urt^eilen, worin bo^ eine Potentiale Ungemife^eit fteft. 2)iefer 
©runb gu urtl^eilen [Ueßt entrceber in ber] fteft in ber [WlanQ] fd)einbaren 
2le^nlicl)feit beS SSerfa^renS bei) einer falfd^en ßrfentniS mit ber be^ 
einer matjren. 2lls erftlid^: 3So id) nicl)t bemerfe, bafe in ben 5Jferf= 
malen beS 2)ingeS etmaS »ergeben ift, ba ift nicl)tS «ergeben. 2.2)inge, 
bie in gemifeen @türfen al^nlid) ftnb, feqen in anbern ä^nlid^. 3. 2BaS 
Dielen jufomt, fomt aüen ju. 

3n ber 2lrt ju be^eic^nen: ba i^eicl)en oon [einerlei)] äl)nlicl^en@ac!^en 
als einerlei angefef)en merben.) 

(* 2)ie UngeiüiSl^eit befeen, moöon öerfc^iebene Urjac^en 3J?ogli^ 
fei)n. e?:iften^ ber Körper.) 

Auf S. I und II hatte Kant unter dem Text einen Rand von etwa 
4 cm in der ganzen Breite der Seite freigelassen. Auf 8. Ihat er diesen 
freien Raum nachträglich noch mit Zusätzen gefüllt^ nnd zwar., wie 
der Inhalt beweist., noch innerhalb der Phase y. Die Zusätze zeigen kleine 
Unterschiede in Schrift und Tinte. Sie werden in der wahrscheinlichen 
Reihenfolge ihres Entstehens abgedruckt. 

4 Die nüclisten beiden s-ZusäUe sind, obwohl noch fast die halbe -J. Seite und 
die ganze leer gebliebene 4. Seite zur Verfügung standen, gedrängter und steiler ge- 
schrieben ala das Bisherige. Doch stammen sie höchstwahrscheinlich auch noch au.x 
den Jahren 1761/62. Der 1. der beiden folgenden s-Zusätse folgt unmittelbar auf 
Z. 3; der 2. ist vom 1. durch einen leeren Raum von etwa 3 cm getrennt und durch 
einen eben solchen vom untern Rand. \\ 11 beftimt aus befannt || M ber (vor 50}ang; 
aus bem II 16-7 Vgl. II 291. \\ 17—9 Vgl. II 292f \\ 18 feijen? \eX)\\? || 19 aüen? 
aüem.MI 20-1 Vgl. Il 27bf., J84f., 291f || 23 fei)n? feijen r-" H.Jf 



5)h. 3707 (23anb XVII). 247 

(' 5(JZittel ber SRat^ematif : au§ üielen ba§ medium ju nehmen.) 

(* SSorläufige Urtt)eile.) 

(« S3on ben p^ilofop^ifd^en 9)?einungen unb beu ^^pot^efen, 

üon Semerfung ber ®rünbe, roarum eine üJ^einung ungemife fe^.) 

(* 2)ie Ungett3i§lö?it ift jmiefad^er 2lrt: entioeber ta man in ber 
@atf)e [elbft nid^t jureid^enbe ®rünbe be§ SSe^faflö finbet, ober ta 
man Dt)nerad)tet aller feiner Uebergeugung au§ ber ©rroarlnng 
a{)nlid)er ^^äüe ju irren bcforgt beqm 2lu§re(l)nen.) 

(* 2)ie UngemiS^eit ijt entmeber eine 2)?öglicl)feit ju irren unter 
ber 23ebingung, baf} man Don bem, loogu nid)t data ftnb, urt^eilen motte, 
ober eine bebingte ÜKöglic^feit ju urt^eilen in bem, raoju man nic^t 
data l)at.) 

(« Unmittelbar gemifeeSä^e: e^e man einen SSegrtff beutlic^ mac^t, 
moburci^ man bie[e§ aber anfängt.) 



1.') 1 Z. 1 stellt zwischen Z. 7/. und Z. i). \\ Oieleil? Ütelem? W'Z Z. 2 steht 

links von Z. 5. \\ 3 Z. 3/. stehen unmittelbar unter dem Text, doch so, daß links un- 
gefähr '^If, der Breite der Seite freibleiben. Dann folgen die später zwischengeschriebenen 
Z. 2484/., darauf die Z. 5 — 8, darauf die sehr loahrscheinlich früher geschriebene Z. /, 
darauf schließlich die Z. 9 — 12, die über die ganze Breite der Seite übergreifen. Z. 13 f. 

2" stehen links von Z. 2 und Z. 5 — ;8 am linken Seitenrand, über ihnen, gleichfalls am linken 
Seitenrand, Z. 248 1/. Z. 248$— 5 schließlich stehen zwischen Z. 247 3/. und Z. 248 1/., 
hzw. zwischen Z. 2474 und 247s; sie haben den ungünstigsten Platz und sind sicher erst ge- 
schrieben, als alles andere voll war. || 13 Hinsichtlich der unmittelbar gerDlfeett ©dl^e 
(in den Druckschriften von 1762/63 meistens: unertt)etglid)e ©ä^ej vgl. II 60 f., 71, 

25 281f, 284—6, besonders 28U, 284ib-23, 28526.32-36, 286i6-i9, 293, ferner 
Chr. Aug. 'Crusius: Me^ zur Gewissheit und Zuverlässigkeit der menschlichen Er- 
kenntnis'- 1762. In § 42 heisst es hier: „Ein Axioma oder unmittelbarer Satz ist ein 
Satz, darinnen unmittelbar ein solches Verhältnis des Subjecti und Praedicati wahr- 
genommen wird, da uns, wenn wir das letztere leugnen wolten, das Subjectum nicht 

'M) weiter zu denken möglich seyn würde, z. E. eine iede Linie ist sich selbst gleich. . . 
Ein Axioma ist enticeder ein Axioma der Identität, wenn bey Verneinung des Prädicats 
ein Widerspruch entstehen würde, z. E. das Ganze ist grösser als sein Theil; oder es 
ist ein Axioma der Causalität, wenn man von einer zureichenden Ursache den nächsten 
Effect saget, ohne welchen sie sich nicht denken lässt, z. E. eine zureichende Be- 

3ü mühung zur Bewegung bricht, wenn der Widerstand weichet, und sie nicht verhindert 
wird, in Beivegung aus; oder es ist ein Axioma unzertrennlicher Nebenbegriffe da 
man nur schlechterdings eine Unmöglichkeit wahrnimmt, das Subjectum mit Verneinung 
des Praedicati denken zu können, ob es wol iceder ein Effect desselben ist, noch auch 
durch Verneinung des Praedicati die in detn Subject gesetzten Begnffe ihrem Inhalte 



248 9iefle$tünen 311V 'Dfctopl)!)!!!. 'Jßija'ie 7. ©eiotjjtieit iinb Uitgeun&t)eit. 

(*' Unmittelbar getoi^er ©q^: Diel benfenbe fönnen nidjt einen 
®ebanfen ^eroorbringen.) 

(« Unmittelbar ©eroi^er @a^. fan nur fei)n, wenn Dt)ne 'oa§> prae= 
bicat ba^ ©ubjett nid^t fan gebai^t werben, ni^t wenn e§ fci^eint, 
man fönne e§ nid)t üerneinen.) 



nach aufgehoben werden^ und also kein eigentlicher Widerspruch entstehet, :. E. alles 
was ist, ist irgendvro.^^ Xach § 266 heissen alle direct unter den höchsten Grund- 
sätzen der Vernunft stehenden „Sätze, icelche also beschaffen sind, dass sich dat^ 
Suhject mit Verneinung des Prädicats gar nicht mehr denken lasset, und solches un- 
mittelbar wahrgenommen wird, Axiomata oder unmittelbare Sätze^K § 421: „^Vir 
finden uns bey geicissen Umständen gezwungen einige Dinge vor geiciss zu halten. 
Dieser Zwang entstehet entweder unmittelbar, und alsdenn heimset er die unmittelbare 
Klarheit oder Gewissheit eines Satzes (evidentia immediata) dergleichen sich bey den 
Erfahrungen § 257, den höchsten Grundsätzen der Vernunft § 262, und denen un- 
mittelbaren Sätzen § 266 findet: Oder'''' etc. Hinsichtlich der Abhängigkeit Kants von 
Crusius vgl. auch meine Kant-Studien 1895 S. 4:9 f., 85f. \\ beutUd) tnod^t, sc. durch 
eine Definition. Vgl. II 60 f., 71, 281 f., 283 f 

3 ©ero. II 3—5 Vgl. Crusius a. a. 0. § 42, 266. 



Phase rl. 

Allge^neines. 

3708. d^ (x'^O ^'-^ ^i VI. E 11 1756. 

giur rationale Sßegriffe laffen fid) erflären, empivifcl)e uiemaU. 3)er 
Söegrif bcr le^teren bient nur, ^(x^, fubiect ber ftinttjetifd^en Urt^eile ju 
bejeidjnen, niemals aber jur anali)ji§. 



3709. ö. M LIV. Ell 479. Zu M §1—3: 

Prolegomena Metaphysicoriim. 
Sn unferm öefammten (ärfentnifee muffen einige (Srfentnifee anberu 



10 5 Die Bf. ist sehr saryjaitiy yenc/irieljeii, fast in jener „tic/iviisc/tri/'t'- Kunts, 

die seit den 60 er Jahren relativ wenige Änderungen diirchgeniacht hat, verglichen mit 
den starken Wandlungen der Concepfschri/t. Auch ganz ähnliche Tinte ist in den 
80er Jahren häufig. Trotzdem ist eine so späte Ansetzung ziemlich sicher ausgeschlossen, 
da die Rfl. an einer zum Schreiben sehr günstigen Stelle (zu oberst auf der Seite über 

15 dem Titel „Metaphysica"') steht; in Phase v icurde an einer zum Schreiben sehr un- 
günstigen Stelle (rechts von der Titelvignette) eine Bf. hinzugefügt, und Kant icürde 
ihr sicher die viel bequemere Stelle von Bf. -3708 gegeben haben, wenn diese noch 
frei gewesen wäre. Die Bf. dürfte am Schluß der Phase J geschrieben sein, als die 
Entwicklung zum Empirismus der 2. Hälfte der 60 er Jahre hin erfolgte. Der Sinn der 

20 Bf. scheint mir folgender zu sein: rationale 23egrtffe, bei denen man vielleicht vor 
.allem an solche der Mathematik und Moral zu denken hat, laffen fid) erflären, indem 
man sie analysirt und durch die Analyse die in ihnen enthaltenen Merkmale feststellt. 
Bei emptrifd)e« Segrif/e« führt eine solche analljfi^ zu keinem Besultat, da muß 
man sich vielmehr an die Erfahrung wenden, die aber iinmer unabgeschlossen bleibt 

25 und daher nie erschöpfende Erklärungen (Definitionen) vermitteln kann. Die Bfl. steht 
also in scharfem Gegensatz zu II 199 f., 286 (vgl. meine „Kant-Studien^ 1895 S. 81 f.), 
aber auch (wenn man von der Mathematik absieht) zu II 283—5, 291. Diesen im 
Wesentlichen noch ganz rationalistisch orientierten Darlegungen gegenüber stellt Bfl. 37(}8 
eine Weiterbildung in empiristischer Bichtung dar. Vgl. auch 20023— 2j. 

30 8 Metaphys: 



250 Siefiejtültcn 3111 SKetapfjljftf. 5]3()afc 8. Prolegoinena Metaphysicorum. 

jum ®runbe liegen, ariden SBegriffen liegen anbre 23egrifte unb üielen 
Urtfjeilen anbere Urt^eile jum ®runbe. 2)em gemeinften 23egriffe einer 
\X^x liegt ber SSegriff ber Seit, einer SSetoegung, unb ber 2lu§me[jung 
gum ®runbe. 2Ber ba^ 2Bort f^reunbfc^aft nennt, [tü^et fid) auf bie 
23egriffe ber £iebe, ber 9f{eblicl)feit ick, ©benjo ift e§ mit ben Uvtt)eilen 5 
beroanbt. 2Ber ha jagt, ta^ ber 5Reib ein ßafter fei), grünbet ftd) in= 
gel)eim auf Diele üerborgene Urt^eile: ba^ bie 9Räd^ftenliebe eine ^fli(^t 
fet), ba^ baiSjenige, rt3a§ einer '^fixitit entgegen ift, ein Safter fe^, ba^ ber 
Slieib eine Ungunft unb berßiebe entgegen feq ick. 5Ran tan bie ®runb= 
begriffe notiones fundamentales, bie ®runburtl)eile judicia fundamentalia 10 
nennen. 2)ieienige ©runbbegriffe, bie [fi^] nid^t roieberum anbere Dor- 
auSfe^en, ^ei§en notiones primitivae (erfte ©runbbegriffe) unb hie 
Urt^eile üon fold)er 2lrt judicia primitiva (erfte ©runburt^eile). (5§ fan 
aber dvoa§> al§ ein ©rfteil entn3eber fc^led)tt)in ober begieljungSraeife auf 
etmaS anberm angefet)en njerben. @§ ift etoiaä eine cognitio absolute 15 
primitiva, in fo ferne il)r überl)aupt gar feine anbre §um grunbe liegt; 
fie ift aber respective primitiva, in fo ferne e§ [einer geiDtfeen oemflnfttgen 
Stbfic^t ni(i)f ge] enttteber nict)t in ben Gräften eines ©ubfefts fte^t, i^ren 
©runb 3U erfennen, ober einer gewifeen öernünftigen 2lbfid)t nid^t gemäfe 
ift. £)em23egriffe be§ guten unb böfen überein liegt öielerlet) jum ©runbe, 20 
trelc^eS aud) bie 2Beltn3eife flar erfennen, aber ber gemeine 2)?ann fan 
ftc^erlic^ fo weit in feine begriffe nici^t einbringen, unb üor i^n ftnb e§ 
notiones primitivae. @ben fo ift e§ in bem gemeinen (Srfentnifee mit ben 
33egriffen be§ 3ftaume§ unb ber Qcit bemanbt. ©inige üon biefen ®runb= 
begriffen fönnen in Slnfe^ung be§ gefamten menfd)lid^en SSerftanbeö 25 
notiones primitivae fe^n, ob fie gleid^ in sensu absolute nur derivativae 
fe^n mögen, §.@. ßugleid^, nad) einanber feqn etc. 2)iefe fan man notiones 
[absolute] primitivas in sensu subjectivo nennen, ob fie e§ aud) in sensu 
objectivo ftnb, fan ber5[Renf(^ nic^t au§mad)en. oben fo ftnb judicia in 
sensu subjectivo prima in Slnfe^ung einiger ÜKenfc^en. 3. (5. @pricl^= so 
Wörter; ober in Slnfe^ung aüer, g. 6. principium contradictionis. 

SBenn mir nun aüe ©rfentnifee, bie anbern jum ®runbe liegen, 
principia nennen, fo giebt e§ respectus in 2lnfef)ung bricht ab. 



2 E: ®em genaueften \\ 15 ein || 20 übevcin? tixoart Uns Wort ist halb 
verwischt, aber wohl nicht durchstrichen, ^^ 



SRr. 3709-3710 (fBanb XVII). 251 

Possibtle. 
M§7—1H. 
3710, 6. M3'. Ell 480. ZuM§Jf.: 
StÜe (9 crfte) ®runb[ä|e jtnb entmebcr formal ober material. 3)ie 
ß er[te enthalten ben ®runb, wie bic begriffe im Urtl)eile foOen in SSer* 
l^altni§ betrQd)tct werben. £)ie gmeQte enthalten ben medium terminum, 
oermittelft befeen jte in biefev 2Sert)ältni§ joflen mit cinanber betrachtet 
werben» 

1. $Die Slrt, wie bie Urt^etle foUen öergltd^en werben, ift entweber 

10 burd^ S3eial)ung ober SScrneinung. (Sin bejal^enb Urtl^eil [teilt oor, ta^ 
ein ^raebicat mit bem ©ubjefte ibentifc^ (fein 9Kerfmal) ift. (Sin 2Ser= 
neinenb, ta^ ba§praebicat bem fubjefte wieberfprict)t(ein gegentl^eil feines 
3J?erfmalS ift). £)er allgemeine formale ©runbfa^ ber erfteren fan alfo 
nur biefer fcgn, ber ba§ SBefen ber 23ejal^ung anzeigt: cuilibet subjecto 

15 competit praedicatum ipsi identicum, unb ber gWe^ten ber, fo baS 2Befen 
einer SSerncinung entliölt: [cuilibet subjecto] nulli subjecto competit praedi- 
catum ipsi oppositum. 2)er erfte ift ber (Sa^ ber ibentitaet, ber ^weqte be§ 
2Bieberf|)ru(I)§. 2lu§ bicfen (S)runbfä^en allein fan gar nict)t§ bewiefen 
werben. 2)enn bewcifen l^eifet mittelbar urt^eilen ober fd^liefeen. (äin ieber 

20 5Bernunftf(^lu§ ift aber ein Urt^eil oermittelft eines 3tt)tfd)en^erfmal§ 
(nota intermedia, medius terminus,). (Jg entl^alten aber bie benante 
©a^e feinen medium terminum gu anbern. SlÜe ©ä|e, bie unmittelbar 
unter biefen beijben ftel)en, ftnb unerwciSlic^; alle, bie mittelbar barunter 
ftetien, ftnb erweislich. 

25 2. SlÜgemeine Urtljeile, bie ben medium terminum ju anbern ent= 

l)alten, ftnb beren materiale ®rünbe; unb, wenn fie unmittelbar unter 
ben §we^ oberften principiis formalibus ftel)en, finb fie materiale erfte 
(SJrunbfä^e. g.e. (gin Mxptx ift j^ufammengefe^t, fte^t unmittelbar unter 
bem <2a^c ber ibentitaet unb entl)dlt ben medius terminus gu bem @a^e: 

30 ein Körper ift cerdnberlic^; j. (5. SlÜeS Sufammengefe^te ift oerdnberlic^, 
ein ^ör^)er ift aufammengefe^t, alfo ift er icic. dagegen ftet)t ber @a^: 
fein fRaum ift ol^ne Drter, unmittelbar unter bem @a^e beS 2Bieber= 
fpruc^S etc: 



3 Vgl. II 60/., 294/. || 14 Statt anäctgt £: meint || 28 ®runbfa$? ©runbfäfe! 



252 Dteflerionen aut ü)?etopt)i)ftf. 5ßt)afe 5. Possibile. 

3711. S? e'f M 3'. Zu M§9 bzw. 7: 

Nihil negativum ift gon^ unb gar nichts, non A ift aud^ nid^t^ unb 
an jtdö felbft nic^t benfltc^, aber a\it§ anbere läfet fid) benfen. SBdre nun 
ba3 Nihil negativum blo§ ba§ 3ftic!t)t§ tion einem gewiffen ^Begriffe, fo 
toöre e§ A — A = 0, alfo einerlei) mit einer prioation; alfo t[t ia§ nihil 
negativum P — P = X P. 



Necessarium et contingens. 
M§ 101—123. 

3712, df e^f (i'^ x^f) Q^f^ v'-f? M3r. E 11 1598. Zu M § 
109 Änm. 

2)a§ 5)?erfmal be§ abfolut not^menbtgen SBefenS fan nic^t feijn bos? 
pfäUige in bem 2)afet)n ber anbern 2)inge, benn alsbenn ift biefe 9cott)= 
toenbigfeit nur hypothetica antecedentis; alfo nid^t barin, 'ixx'^ e§ al^j ein 
le^ter ®runb non aüem, ma§ hOi ift, angefe'^en wirb, fonbern "iiOi^ e§ ein 
(SJrunb ift üon allem überl)aupt, fo n3ol)l njaä ha ift, al§ »aö möglid) ift; 
benn "i^a bie 2Köglict)fett überl^aupt gemife notl)n3enbig ift, fo ift al»benn 
"tia^, ttjaS ben ®runb entl)ält, aud^ alfo. 



Totale et partiale. 
M§ 155—164. 
3713, ö. M46'. Ell 640. Zu und gegenüber von M § 159 : 
Determinatio entis (* alicuius), quatenus quid sit positum spectari 
potest, est qualitas. 

Determinatio entis (* alicujus), quatenus qvoties sit positum 
aliqvid spectari potest, est quantitas. 



1 i'yl. 11 Ulf., m/. II 2 negat: || 6 negat: 25 

9 Aus späterer Zeit als x^ könnte die Rfl. nur stammen, falls corhi-r auf ilintn 

Platz Bleistiftnotizen gestanden haben sollten; darauf weist jedoch nichts hin. — 

Inhaltlich vgl. II 82 f 

21 Die s-Zus(itze stammen aus den späteren 60 er oder aus den 70 er Jahren^ 

der letzte wohl aus Phase x. — Die Rß. kehrt yrossenteils wörtlich u-ieder in der 30 



9Jr. 371 1-3714 (iSanb X VII). 253 

Vnura, in quo est quantitas, est quantum. 
Aliqvoties facta positio ejusdem est multitudo. 

(*■ unitas absoluta non est qvantum.) 
In qvolibet quanto est multitudo, et, in qvo est multitudo, est 
n quantum. 

Addendo successive unum uni multitudiuem distincte cognoscere 
est numerare. 

Multitudo numerando distincte cognita est numerus. 
Quantum, in quo, quoties sit positum unum, in se est inde- 
10 terminatum (*' qvod üt in eo, qvod non est nisi mera possibilitas 
coordinationis), est continuum. 

Quantum, in quo, quoties sit positum unum, in se est deter- 
minatum, est discretum. 



Causa et causatum. 
15 M§ 307—318. 

S714. df e^f 7]"^^ (x^-?) M 93'. ZuM§308. Gegenüber von M 
§ 308 „Ei'go in internis — ad exsistendum^'' (9424~2rJ '• 

(5in iebeS caussatum i[t in se contingens; e§ fragt ^\<ij, ob ein iebc§ 
absolute contingens caussatum alterius fe^. 3)te Slntirort i[t tiefe: bie 
20 contingentia tan nur eingefe^en merben baburc^, ba^ bie existentia eine§ 
2)in9e§, ot)ne ein caussatum ju fei)n, unbeterminirt ift. 



tlenlar' sehen Metaphysik- Nachschrift; aber auch noch in den 80er Jahren hat Kant 
sie in seinen Vorlesungen benutzt, so in den Jahren, denen die Metaphysik- Nachschrift 
des Stettiner Marienstijt-Gymnasiums (S. 194 ff.), die Damiger Metaphysik- Nachschrift 
(vgl. das Capitel: „Der Begriff der Menge, der Grösse etc.""), die Schön' sehe Meta- 
physik-Nachschrift (vgl. „Vol. VI." „Magnitudo"") entstammen. \\ 25221—24 Z. 21f. 
und Z. 23f. nehmen im Ms. je eine Zeile ein. Doch sind in Z. 23f. nur die IVorte 
qvoties, aliqvid, quantitas ausgeschrieben : alle andern sind durch kleine u-agerechte 
Striche ersetzt. 

S Die ganze Z. ist nachträglich mit anderer 7'inte (der schwärzlichen der ersten 
beiden s-Zusätze) unterstrichen. \\ 9—13 Z. 9 — 11 (abgesehn vom s-Zusatz) und Z.12f 
nehmen im Ms. je eine Zeile ein. Von Z. 12f. sind nur die letzten 4 Worte ausge- 
schrieben: alle andern sind durch khine xvagerechte Striche ersetzt. 



254 SReflejlonen aur ÜWctapti^fif. $l)afe t unb s. 

iW § 708—718. 
3715, dfff(x^?J M278'. Zu M§712 „arbitrium'': 
arbitrium est vel liberum vel brutum. in ienem t[t man jt^ ber 
contingentiae internae unb externae ber .^anblung bCQ)u[t. 



Phase i. 

AUgemeines. 

3716. E'fTj^f Berliner Staatsbibliothek. LBl. 29. 

S. I: 

@inc SSeruunfterfentniS, bie feine anberen principia l^at als 
empiriidie Segriffe, fann nur eine ßritif fep; man fann "^a^ allgemeine 
(S.@. ba§ rüt)renbe) nur au§ bem befonberen Der[te^n, unb bie allgemeinen 
Sflegeln fönnen nur oon ben befonberen ber 2luöübung abftra^irt ©erben. 
fo i[t e§ aud) mit ber Sel)re be§ 2ßarf<^einlic^en bemanbt. 

®ie 2Bart)eit l)at obiectiüe 2J?erfmale; aber bie gemife^eit, \)0i^ in 
einem leben f^aOe biefe obiectiüe anzutreffen, fann nur fubiectioe f)aben, 
b. i. bie jufammenftimmung ber ©rfentniS mit \\^ felbft. 

(Sin allgemeiner 33egriff ift empirifc^, menn er m6)i anberö [aU] üer= 
[tauben merben fann, al§ wenn man fein concretum erfennet. e. g. "^an 
fan feinen Segrif oom SBaffer befommen bur^ alle befinitionen, [nocf)] al§ 
menn man e§ gefe^en ^at. üornemlid) finb alle 23egriffe ber fdjön^eit, ber 
(äinfalt, be§ ldd)erlic^en nur in i^rem concreto begreiflief). 2)a^er fönnen 
bie iRegeln auc^ l)ter ntc^t bie Slusübung üeranlaffen, fonbern biefe mac^t 
bie 3Regeln. 

3n 2lnfel)ung ber 23eurt^eilung be§ fittlicf)en ift nidjt bie ^^rage: ob 
fol(^e§ angeneljm, fonbern: gut fe^. SiSir erfennen barin wo^l eine 2Ser= 



5 Zu Nr. 3716, H717 : Ich lasse den Inhalt der beiden Berliner Blätter 
hier im Zusammenhang abdrucken, U7n nicht die zwischen den einzelnen Absätzen hin 
und her ziehenden Associations/äden zu zerreissen. Tinten- und Schriftunterschiede 
26 kommen nicht in Frage. || 5 Der Schluss von ecfentntS u?id der Anfang von btC 
CntS bi) sind fortgerissen und ergänzt. Am obern Band, wo die Buchstaben standen, 
sind Spuren von Siegellack. Letzterer scheint die fortgerissenen Buchstaben bedeckt 
zu haben, was wohl daraus zu erklären ist, dass ein früherer Besitzer den Zettel mit 
Siegellack auf einem grösseren Blatt befestigt hatte. 



256 Sieflexionen aut üy?etapl)i)fif. 5p{)ofe s. StUgemeiiies^. 

fnüpfung ber ^Röglicöfeit nad^ mit ber ©luffeeligfeit, aber fte beruhet 
md)t barauf. 2)ie ©nmbfäfee ber moraUjd)en SSeurt^eilung fotten ni^t 
grünbe ber^Reigung ^um ©uten fe^n, [b. i.] benn biefe gepren ^um®efüt)l. 
hex la[terl)aftefte2)'?en|c^, fo flein aud) bie morQlif(^e3leigung §um®uten 
nerpltniöroeife je^n mag, fo ^dlt er e§ boc^ üor t)a^ 33e[te. $Die principien 5 
biefeö Urtt)eil§ foüeii fe[tgefe^t roerben. 

2lUe 2Bii|enf(i)aften unb fünfte begießen ftc^ entmeber auf bie (SuUur 
ber ©efunben 3Sernunft ober iud)t. im legten ^att t)errfd)t aud) ein gäuj= 
lid^er 9J?angel be§ ©efd^mafc. 2)a§ Zeitalter ber ®efunben 2[Jernuuft unb 
ber fünfte unb 2Biffenf^aften ift nur \)a^ ßeitalter ber @^re; biefe finbet 10 
ft^ nur in republicen unb monard^ien, alfo nid^t in ber 2et)n§Derfaffung, 
wo eine gar ju grofee Ungleichheit ^errfd)t. 

(9 2)a§ prlncipium ber ibentitaet unb ber contrabiction finb üor 
bie SSernunft, roa§> räum unb B^it üor bie «Sinne fe^n. Slltgemein: 
ba§ prlncipium ber (äinftimmung (e§ feq ber einerle^^eit ober SSer» is 
fd^iebent)eit). 2)a§ prlncipium ber ^od)ften realitöt ift paraüel bem Sn= 
begrif aUer ©mpfinbungen.) 
SBoüfommen^eit ift: ma§ beu raertf) ber ^erfo^n, ©lücffeeligfeit: wa§ 
ben SBertt) be§ ßuftanbe^ auäma(!^t. 

(2)er @a| be§ juretci^enben ®runbe§ grünbet [\ö) barauf, ba^ man 20 
aEe§ an unb oor ftc^ felbft aufgeben fann, alfo, um etmaä §u fe^en, muffe 
etma§ anbere§ gefegt fe^n, bem biefe Sluf^ebung mieberftrcitet. 2)iefe3Ser= 
fnüpfung aber ift entmeber nac!^ ©efe^en ber 3Sernunft ober ber Sinne.) 
SDtefer Sa| miö aber nur fagen, ba^ nid)t§ nad) ber 9)ernunft fönne 
erfannt merb en ol)ne einen ©runb. -^^ 

(^ Sßenn mir etmaS burc^ bie 5j?ernunft fe^en motten, fo bebürfen 
mir einen ®runb. 2). i. bie fefeung a priori ift burc^ einen ®runb, e§ 
müfte benn Slnfc^auung fe^n.) 



1 nod)? nod^? || 7, 10, 12 Der erste Buchstabe von CSuUuv, das a in Bettalter, 
and das 2. )) in Ungteid)()ett (am Innenrand des Blattes) ganz oder fast ganz weg- 30 
geschnitten. \\ 13 Der g-Zusatz ist zwischen dem vorhergehenden und folgenden Absatz 
sowie rechts von dem Schluss des letzteren nachträglich zwischengeschrieben. Dieser 
sowohl wie der nächste g-Zusatz stammen vielleicht erst aus späterer Zeit (den 
70er Jahren). \\ princ: || 15, 16 princ : || Die Schlussklammer fehlt. || 26 Der 
g-Zusatz ist nachträglich zwischengeschrieben zwischen den beiden vorhergehenden Ab- 35 
Sätzen, soicie zwischen dem nächstvorhergehenden und folgenden. 



«Jlr. 3716 (93anb XVII). 257 

^n bem @Ql3e: aUeö, roal ba tft, ^at einen ®runb, Heßen bie jaiei): 
1. etraag anbereS, 2. rooburd^ bie tolge beterminirt t[t, teneö dependens, 
biefeio contingens. 

Ä. II: 
5 2lHe ibeen ber metap{)9jtf ftnb analgtifc!^ auffer üon 3Raum, 3cit 

unb Äraft. 

2 depend: || 5 conting: || 5 f. Diese /?., soicie 25927—29 tmd 20022 Ixtt Jrinvlxi 
wohl vor Augen gehabt, als er in dem „Mancherley zur Gesch. der metncrifischeii iKrasinn'''' 
(1800 S. OS/.) schrieb: „Kant hatte um dieselbe Zeit, als Herder zu seinen Zuhörern gf- 

10 hörte, die Begriffe Raum, Zeit und Kraft als die dreg Grundhegriffe aller Synthesis auf- 
gestellt und von denselben behauptet, dass sie die einzigen synthetischen Begriffe der Meta- 
physik, alle übrigen metaphysischen Ideen hingegen, z. B. die metaphysischen Grundbegriffe 
der Möglichkeit, Unmöglichkeit, Nothwendigkeit, Ziifcilligkeit, Einheit iisic. nur ana- 
lytisch wären. Kant erinnert sich noch gar wohl seiner ehemaligen noch dogmatischen 

15 Vorstellungsart dieser metaphysischen Grundbegriffe der Synthesis, bevor Er den 
critischen Gesichtspunct aller metaphysischen Speculation aufgefasst und aus demselben 
den wahren Ursprung und die Gültigkeit aller synthetischen Sätze a priori zuerst klar 
und bestimmt entdeckt hatte.'''' In einer Anmerkung auf S. 64 stellt Jäsche fest, dass 
diese Nachrichten aus Kants eigenem Munde stammten, und dass er (Jäsche) bei dieser 

20 Gelegenheit zugleich eine Handschrift von einer seiner Vorlesungen erhalten habe, die 
einen deutlichen Fingerzeig über die Art gebe, wie Kant bis zum Jahre i770 (also 
gerade in der Zeit, als Herder ihn hörte) die Begriffe von Raum, Zeit und Kraft 
vorgestellt habe. S. tO-3f. kommt Jäsche noch einmal darauf zurück, dass Kant früher 
ausser den Begriffen von Raum und Zeit auch den Begriff' der Kraft für einen syn- 

26 thetischen Grundbegriff der Metaphysik erklärt habe, ohne damals „über das Prindp 
und die Gültigkeit der synthetischen Verknüpfung in diesem Begriffe etwas zu be- 
stimmen''''. Er habe Raum, Zeit und Kraft noch in eine Klasse gesetzt, indem er 
nur auf das Gleichartige an denselben (den Charakter einer ursprünglichen und noth- 
wendigen Synthesis) reflectirte, das Ungleichartige an ihnen dagegen ,.in Ansehung 

30 ihres verschiedenen Ursprungs und Stoffs im Erkenntnisvermögen'''' übersah. — Es ist 
auch noch eine Memorialnotiz Kants erhalten, die sich auf diese Verhältnisse bezieht. 

Auf dem LBl. L 1 schreibt er nämlich: SSon meinem älteftett mit ^Papier büxä)' 
fd)offcnen Saumgortenfcf)en |>anbl)ucl) ber 5ß^ilofopl)ie ba ^erbcr mein Qu^önv 
mar. 9^aum, Qext unb Äraft. ßange Dor ber Ärttif. Vgl. auf dem LBL L 18: 

35 2)em ^errn ^erber bie burd)id) offene Sinfangögr ber 5Raturiüiffenf(^aft au§ meinen 
GoÜeg'ä jeigeil. Aus der 1. Bemerkung Kants geht hervor, dass er sehr wahr- 
scheinlich drei (C[[te]ten! nicht ! älteren), mindestens zwei Exemplare von Baumgartens 
Metaphysica besass, und zwar zwei bur(i)f(^offcne. Das jüngere ist uns erhalten, es 
ist das Dorpater Exemplar. Das ältere, vermuthlich die 3. Aufl. von 1749, ist leider 

40 verloren gegangen. Ihm entstammten aller Wahrscheinlichkeit nach die Ä'rn. 3710 und 
3717. Diese Blätter sind 1 — 1^12 cm schmäler als die Durchschussblätter des 

Äant'ä ®*viften. öanbfcfcrfftlit^ei- 9?a^Ia6. IV. 17 



258 Sieflejlonen aur 5Äetopf)9f{f. fp^afc t. 2lflgemeine8. 

2)ic analysis beruht auf bcn @ä^en ber tbentitaet unb be§ 2Bieber= 
|prud)§. Sitte bieje unb anbere <Sä^e aber ßrünben ftd) auf ben, ba§ ber 
SSer[tanb nid)t§ absolute fe^e, fonbern nur fo fern er burc^ eine conbition 
entraebet^onalijtifc^ ober fijnttietijd) baju genötiöt ift. 

Dorpater Exemplars der 4. Auflage und sind an den Aussenecken oben und unten 5 
nicht abgerundet icie dieses, sondern rechtwinklig. Der Schnitt an den Aussenkanten 
Ist roth, ebenso wie beim Dorpater Exemplar. Dem LBl. 29 der Berliner Staats- 
bibliothek liegt eine Bescheinigung Schuberts bei, die /olgenden Wortlaut hat: 

„Hier erhalten Sie geehrter HErr ein Autograph unsres Kant aus den 

Jahren 1770 — SO, das zu den Erläuterungen gehört, als er über seine eigne 10 

Schri/t „Betrachtungen {!} über das Schöne und Erhabene" Vorlesungen hielt. 

Das durchschossene Exemplar besitze ich selbst, und eine Beilage aus demselben 

ist diese Anlage. Ergebenst 

Kg. d. 18ten Oct. 51 (? 31?). F. W. Schubert." 
Die Vorlesungen, von denen Schubert spricht, hat Kant nie gehalten. Dass die 15 
beiden Berliner LBl. später in Kants Handexemplar seiner ,. Beobachtungen" gelegen 
haben, spricht natürlich nicht für ihre ursprüngliche Dahingehörigkeit. Zu den 
Durchschussblättern dieses Eremplars können sie auf keinen Fall gehört haben (was 
Schubert ja auch nicht behauptet), da jene breiter, länger, ohne rothen Schnitt an den 
Aussenseifeit und von viel gröberem Papier sind. Die Berliner Blätter werden viel- 90 
mehr die „Handschrift^^ sein, die Kant Jäsche „von einer seiner Vorlesungen'-'' gab, 
und diese Handschrift bestand dann in nichts anderem als in einigen Durchschuss- 
blättern aus seinem ältcftetl Handexemplar von Baumgartens Metaphysik. Darauf, 
dass die beiden Berliner LBl. nachträglich aus einem Buch herausgeschnitten sind, 
deutet der Umstand hin, dass sie an den Innenseiten sehr unregelmässig und in Ab- 26 
Sätzen geschnitten sind, wie wenn die Schere in kleinen Abständen immer icieder hätte 
ansetzen müssen; auch sind mehrfach Buchstaben und Buclistabentheile iceggeschnitten. 
rermufhlich weil die Schere nicht weiter nach innen hin ausweichen konnte. 

Aus der Thatsache, dass Kant zwei durchschossene Handexemplare von Baum- 
aartens Metaphysik besass, erklärt sich zur Genüge, weshalb in M (dem späteren) 80 
die Reflexionen aus den 50 er Jahren ganz fehlen und die aus den ersten vier 60 er Jahren 
nur sehr spärlich vertreten sind: Kant wird in dieser Zeit Jioch nach seinem älteren 
Handexemplar gelesen haben und erst, als in diesem ein grosser Theil der Durchschuss- 
leiten vollgeschrieben war, zu der neuen Auflage übergegangen sein. 

Herder hat nach R, Hayms Bericht am 21. August 1762 zum 1. Mal in Kants S6 
Metaphysik-Colleg gesessen, gegen Schluss des Semesters; Kant trug über andere 
Geister ausser dem Menschen vor. Am 22. Nov. 1764 verliess Herder Königsberg. 
In welchem Semester er bei Kant die ganze Metaphysik -Vorlesung hörte, habe ich 
nicht feststellen können. In Betracht kommen können die ff! S. 1762/63 und 1763/64, 
sowie das S. S. 1764 (vgl. E. Arnoldt: Gesammelte Schriften 1909 V 195 f.). 40 

2 ben? bem? || 3 fe^e? fe^et.»? || 4 aU0ll)tif(^ ; gemeint ist wohl der Er- 
kenntnisgrund in analytischen Urtheilen. 



nx. 3716 (23anb XVU). 25i) 

2)ie ibee be§ Woglic^en. 2)ie ibee oon 2lUem ober einem C^anj^en. 

2)ie metapl^i^rtc i[t nicf)t eine p^ilofop^le über bie obiectcn, benu 
biefe fönnen nur burct) bk ©innen gegeben werben, fonbern iiber ba?> 
fubiect, nemlic^ befjen SSernunftgeje^e. 

2Bir ^aben ®eje^e ^um ®ebraud)e unferer Sßernunft a posteriori; 
biefe fönnen ntcl)t auf begriffe, jonbern nur auf ®egenftänbe ber 
(5rfaf)rung appUcirt werben. 

2)te metaptiQftc tractirt alfo nur baSi fubiect bogmatifc^, ba§ obiect 
aber in 2lnfet)ung f^nt^etifd^er Urt^eile problematifcf). 

Sllle urtt)eile ftnb entroeber logtfd), bie ba^ refpectioe feijn enunciiren, 
ober real, bk be§ abfolute enunciiren. 2lües feijn an fxd) [ndj] felbft 
(pofüion) ift ein 2)afeQn entroeber respective (■' hypothetice) ober 
categorice. 

2)ie aügemein^eit töirb entroeber fijnt^etifc^ üerftanbcn unb gilt aU-- 
benn nur oon ben erfa^rungäfäHen ber syntliesis ober analQtifdj unb gilt 
nad) ber 3?ernunft non Segriffen. 

5)ie ©renfeen ber SSernunft §u beterminiren gehört etroaS porttioes: 
erftli^ ben Umfang ber 23ernunftfentniffe gu ßcigen, unb etroa§ nega= 
ttüe§: nemlid) bie (Sc^ranfen, enblic^ auc^ bie Doalitaet ber ©renken, 
gleid)fam bie %\Qi\x. 

2)ie (ärfentniffe fuib üon boppelter 2lrt: entroeber bie, roeld)e auf 
®egenftanbe ge^en, bie gegeben ftnb, ober: auf bie Segriffe ber f^orm, 
roie bie i^crnunft einen jeDen gegenftanb betrad)tet. 2)ie le^te finb blD§ 
fubiectio unb fönnen aud) allein eine allgemein^eit ber SSernunft t)aben. 

3n fi)nt^etifct)en Urt^eilcn ftelle id) mir eine ibentitaet um be§ 
'^räbicat^ roiüen, aber uid)t ba§ praebicat um ber ibentitaet roiüen üor. 

2)ie ©runbbegviffe ber analysis ftnb: 2JJöglid)feit, Unmöglid)feit, 
5Rot:^roenbigfeit, ßufalligfeit, ©in^eit kk.-, ber synthesis: 3Raum, Reit 
unb Äraft. 

?lid)t aUe conceptns superiores ftnb abstracti, fonbern nur bie 
a posteriori analqtifd^ entfprtngen; bie a priori ftnb nidbt abstracti. 
2)iefe abstracti ftnb empirifd) ober rational. 



'^—4 Vgl. die Preisschnft Über bte S)eutltd)fett «ÄU-. // 2^3. II 17—20 Vgl. 
II H67 f. I [ '4li Vor 3n >'tn Venreinungszeichen. dem kein zweites etitspricht. 

17* 



260 9tef(ei-iünen 31« SÖ?etopf)Qftf. ^t)afe s. ^dlgemeineig. 

S717. €*.^ T?^'' Berliner Staatsbibliothek. LBl. 27: 
S. I: 

2)00 principium ber ^orm aller erfa^rungeii [inb 3f{aum unb ^t\\, 

2)a§ principium ber ^orm aller Urtl)eile ber reinen 2[^ernunft: iben- 
titaet unb SBieberfprud). 5 

2)a§ principium ber ^-orm aller Urtljeile ber 3Sernuuft a posteriori: 
©runb unb Äraft. 

2Sergleid)ung, 2lbleitung, 3wfantmennel)mung. 

^Jiöglic^ ttirb contrabi[tinguirt: 1. bem [Sieberft], beffen SÖegrif 
einen 2Bieberftreit enthält. 2. 2)em betenninirten ober 2Bal)ren. 3. 3)em 10 
2Birfltd)en. 

3n allen ©mpirijd^en Urt^eilen i[t bie®runbformel: [aOe^] %\ einem 
jeben £)inge i[t buiS, njaS ben ©runb entl)ält oon einer (gmpfinbung, aud) 
baSfelbe jubiect, maS ben ©runb ber anbern entt)ält. 2)ie synthesis ift 
eine ber Bufammenne^mung ober ber Slbleitung. 15 

Me 3(iot^raenbigteit unb ßufaUigfeit, bie mir unö üorfteßen tonnen, 
i[t bebingt. £)ie unbebingte ift problematifd) gebad)t. (Sd)led)terbing§ 
äufaHig (e. g. trei)e ^anblung) unb fc^led)terbing§ not^menbig laffen ftc^ 
bei)be nict)t beuten. 

5llle§ 3Serl)ältni§ i[t entmeber ber 3Serbinbung ober ber SSergleid^ung 20 
ober ber Bufammenne^mung. 

Stile 33erbinbung (im realoerftanbe); Sf^aum, ßeit unb Äraft. 

2lQe 2)efinitionen griinben ftd^ auf ben S3cgrif be§ 2öefen§; ba^er 
tonnen mir ntc!^t§ al^ reine Jl^ernunft^ unb roitlfü^rlid)e SSegriffe 
befintren. 25 

Stile abftracten (Srtenntniffe Ijaben erfte ®rünbe a posteriori. 

2)a§ allgemeine Urt^eil, Jüa§ nid)t burd^ bie abftraction a posteriori 
unb alfo empirijc^ entftanben i[t, ift nid^t abftract, fonbern ein rein 
33ernunfturt^eil. 

3n ber metap^^fit muffen bie ©riinbe ber ©rfenntni^o a priori l)er= 30 
genommen jegn, obgleid^ bie obiecte a posteriori. 

SBenn bie ®runbe [üon bem] über ba§, maS fei)n mu^, uon bem 



9 coutrad: || 9-10 1. und 'i. fehle,,. || SÜa^reil? 2ßat)n?? II 22 Vyl. 2575/. 
mit Annu \\ 23 ben? bem? jj 23—25 Vgl. Nr. 3708. jj 27 abftraction u-ii-d hie,- >m- 
yefrihr in demselben Sinti gebraucht wie heutzutage Induction. 36 



^}Jr. 3717 (Öaiib XVII). 261 

l)ergenümmen feijii, luaä gefd)ie^t, fo finb fie a posteriori, ^k synthesis 
ift ^lüiefac^: be-S gugeorbneten unb beö Untergeorbneten. 
2)ie synthesis ber SSernunft ober 6rfQt)rung. 

-S'. II: 
:> Sluffer bem @Q^e beö jureid)enben ®riinbeä gilt aiid^ biejer: alle 

analysis [tftfe^tetne synt] fd)liefet umgefel^rt bie Woglici^feit einer synthesis 
ein. 2)emnad) muß bei) ieber 3f?etl)e fuborbinirter 2)inge ein ©rftes feqn, 
weil fon[t feine complete synthesis unb olfo aud) nid)t analysis [tatt 
finbeu würbe. 
1(1 2)er fi)nt^etiict)e ®runbfa^ be§ 35er[tanbe§ ift //Wcä^ ab. 

3)ie mat^ematifd)e analysis ift immer eine pt)ilofopf)ifd)e synthesis, 
nur ba id) ba§ ©antje üor ben tl)eilen benfe; benfe ic^ aber bie t^eile üor 
bem ©an^en, fo ift e^o eine mat^emQtifd)e synthesis [in ber]. aüe 
synthesis berul)et auf ber coorbination unb ©efd^ie^t burd) SSerftanb. 2)ie 
15 analysis philosophica aber auf ber fuborbination unb gefc!^ie^t burc^ 
SSernnnft. 2)er @runb ift fein tl)eil üon ber ?^olge, nod) Umgefel^rt. 

23eQ allen 33itbern ber 3)inge coorbintre ic^ lauter unmittelbare 
IHerfmale unb tl)eilüorfteüungen. 

ab fteüt [eine co] bie l)anbluug ber coorbination, ac aber ber fub= 
211 orbination üor. 

2)ie Seele '^at brei) bimenfionen. ben (Sinn unb beffen 
itlar^eit, ben 3?erftanb unb beffen form fo mol)l al§ materie 
(b. i. SBeitläuftigfeit) ber coorbination unb bie 3,^ernunft, ha^ 
ift ^ol)e ber fuborbination. 
2ö Ob e§ uid)t auc^ fo mit ben a?er^dltniffen j^um (^efül)l bemanbt fet)? 

2iBeil aüe uegationen nur bienen, bie Irrtümer ^u üerl)üten unb ba§, 
nid)t iinffeu ju bemonftriren: fo ift bie ^Ofietapliljfic eine fel)r niifelid)e 
Stffenfdiaft, nid)t fo fern fie ba§> miffen erweitert, fonbern irrtt)iimev 
oer^ütet. ^?an lernet ha?^, 2Ba§ ©ocrateS wufte, 
oü 3)er ®efd)maf ge^et auf bie ßrfc^einungen unb nid)t auf bie 

©mpfinbung, folglid) auf bie Sefc^affenf)eit be§ ®egenftanbe^3, in fo fern 
er ein obiect ber finne ift, unb ift alfo al§ ein (grfenntni§ allgemein 
giltigen 9^egeln unterworfen. 

S feine?? eine? Der l. Buchstaba ist in einen andern /iinei)icorriijirt. \\ 19 

35 corbination. || 25 ben SJertjoUniffen? bem SSer^ältniffe?? il 26 bie Irrtümer? ben 
3rrtnm??l| 26 ff. Zu diesem und dem driWiüchsten Absatz vgl. II 367 f \\ 32exf? e^? 



262 SReflejtonen jur 9Ketüp^t)fif. i^ljafe 2. SlUgemetnee. 

2)a§ ftnnlid^e ift eine SSoÜfornmen^eit, unb bie jßenuirrung i[t i^m 
n\<i)i effential , jonbcrn e§ fann 2!)eutlid)feit ber ßoorbination [tatt finben. 

2)ie Wat^ematif ^eigt bie ®rofete SBürbe ber menfd)lict)en 58ernuuft, 
bie 5[J?etapt)i)ftf ober bie @rf)ranfen unb i^re eigenttjümlidie 33e[timmung. 

fös get)ört ju allem fd)önen bur(i)Qu§, ba^ id^ nur 3^er[tanb unb fo 5 
wenig üernunft raie möglid) baju bebürfe; benn e§ foQ in ber (ärfc^einung 
gefaflen. 2^at)er bie coorbtnation. 

^^nmerfung: ba^ bie Siegeln beS fd^onen burdf) bie @r[a^rung 
gegeben feqn, barum ba^ man ji(!^ feine fd^öne geftalt eine§ SSernünttigen 
2Befen§ o^ne eine menjc^lid)e §igur bencfen fann. 10 



Possibile. 

M§7~m. 

Nr, 3718—3721; Bemerkungen Kants zu einem SehUleraufsatz, 

3718, 62 ? L^ f «^ f ((X f Q^ V i). 

Nach „duncke/e"'' (Z. 32) schiebt Kant ein: 15 

^mar flare, aber nod^ §um tt)eil oerroorrene. 



1 ä>enDirrittuj?? SSemiri-ungen? || 8 JRegeln? Siegel ?.< || 9 fe^n? fe»)?? || 
barum? barnn.'' barin? 

Zu Nv, 3718: In dein Sammelband der Fieutssischen Staatsbibliothek in 
Berlin Ms. (jenn. Quart. 400 folgt auf ein Collegheft nach Kants Philosojihischer 20 
Encyklopädie ein unbetitelter Schüleraufsatz im Anschluss an Kants Metaphysik-Colleg 

Der Satz der identitet und des Widerspruchs sind Griindsäze, die nicht 
weiter bewiesen werden können, und die sich so zu sagen ein ander die Hand 
bieten. Ich sage neralich: ein jedes a ist a; will ich ihm beweisen, werde ich 
schließen mäßen: wäre es nicht a, so wäre etwas a und nun a zugleich, und 25 
dies wäre wider dem Satz des Widerspruchs; der Satz des Widerspruchs heißt: 
nichts ist a und non a zugleich: und woher dies? (den au-iumata miißen so mit 
der Vernunft eingesehen werden können, ob sie gleich keinen schlußformigen 
Beweis fähig sind), ich werde also sagen: weil ein Ding ist das, was es ist, und 
denn bin ich wieder am Satz der identität, keines von diesen beyden kann also 30 
als ein Grund des andern voraus gesetzt werden. 

Alle unsre Urtheile gehen dahin, unsre (2) dunckele Begrife deutlich zu machen. 
Punckel sind unsre Begrife, wenn wir keine merkmahle von den Dingen angeben 



9flr. 3717—3718 (öanb XVII). 263 

(aptzkll aber M § Iff.^ iSectiu 1 „PossiLile^''), der Kant voryelegt und von ihm (tu 
4 Stellen mit Bemerkungen versehen ist. Die Schrift ist zwar klein und compress, 
aber sehr sorgfältig und daher schwer genauer zu dcitiren. Sie stammt aus den 60 er 
oder 70 er Jahren, vielleicht schon aus t^ oder «2 — pjJ^ vielleicht aber auch erst aus 
5 M, p2 oder gar v. Gegen die 70 er Jahre spricht, dass 266 22 ff. Baumgartens Raum^ 
und Zeittheorie einfach übernommen wird, ohne einen Hinweis auf Kants abweichende 
Ansichten, den man in den 70er Jahren doch entschieden erwarten würde. Freilich 
wäre es ja möglich, dass der Verfasser, wenn er seinen Aufsatz zu Anfang des Se- 
mesters — vgl.^2692ß/. — einreichte, von Katits abweichenden Ansichten noch nichts 

lü gewusst hätte. Aber die Rede von der Nothwendigkeit der möglichen Zeit und des 
möglichen Raumes (266 26 ff.) erinnert doch stark an Kants eigne Raum- und Zeit- 
theorie in den Nrn. 3874 und 3875. Auffallend sind ferner einige Übereinstimmungen 
mit Herders Nachschrift nach Kants Metaphysik-Colleg : so bringt auch Herder als 
Beispiel für totale Identität (26334'- „völlig identische Sätze'"'') den Satz: „Der 

15 Mensch ist ein Mensch'"''; vor allem aber ist mit 265 29 ff. folgender Satz Herders ver- 
wandt: „Die Verknüpfung zwischen dem logischen Grund und Folge ist wohl, nicht 
aber zwischen dem Realgrund zu begreifen, dass wenn etwas gesetzt werde, zugleich 
was anders gesetzt werde: ein Gott will! Es wird die Welt!'"'' (nach P. Menzers 
Abschrift). Man kön/ite versucht sein, an Herder selbst als Verfasser zu denken. Doch 

20 ist es nicht seine Schrift (auch nicht die von Marcus Herz). Der Aufsatz ist, wie 
die zwei Auslassungen auf S. 26424/. U7id 26834/.1 die durch Wiederkehr desselben Wortes 
veranlasst sind, zeigen, eine Abschrift, sehr gleichmässig geschrieben, wahrscheinlich 
von einem gewerbsmässigen Schreiber; und zwar legt eine ganze Reihe von Versehen 
bei Fremdwörtern — mehrfach sind sie verbessert und radirt — in Verbindung mit 

25 den vielen grammatischen Verstössen die Vermuthung nahe, dass der Schreiber ohne 
höhere Bildung war. — Der Aufsatz ist im Folgenden nach Art der von Kant benutzten 
C'ompendien zu unterst auf den Seiten, durch einen die ganze Zeilenbreite einnehmenden 
Strich nach oben hin abgegrenzt, in Petit abgedruckt. Die Seitenzahlen sind in Spitz- 
klammern ( ) hinzugefügt, durchstrichne Worte in [ ] gesetzt, am Rand nachgetragene oder 

30 übergeschriebene Worte als g-Zusätze bezeichnet, Interpunction icie in den Kant- Te.rten. 

können, wodurch sie von andre unterschieden werden können, sobald wir aber 
ein ürtheil fest sezen, so schreiben wir dem Dinge entweder eine Bestimuiig zu, 
oder wir sprechen ihm eine ab, und in beyde Fällen en<t)deckea wir [in] ein 
unterscheidungsstück, völlig identetische (I) Sätze sind also leere Säze; durch 

35 die Bestimung, ein Mensch ist ein Mensch, wird mein Begrif von Menschen 
nicht klarer, weil ich in dem Subiect schon das gedacht habe, was ich im prä- 
dicat dencke, und eben so klar gedacht, es würde also auch ein leerer Satz 
seyn, wann ich gleich eine einzelne Bestimung von dem gantzen Begrife ab- 
sondere, wenn ich ihm uur mit im Subiect voraus seze, als, der sterbliche 

40 Mensch ist sterblich, da ich ohne diesen Urtheil in dem subiect diese Bestimung 
mit gedacht, und dieser Satz mir also kein neues unterscheidungsstück verschafet, 
so ist er ebenfals ein leerer Saz. auf dem Saz der identitet beruht die /'nrme 



264 jReflefioiten jur 5D?etapf)t)fif. 5pi)afe s. Possibile. 



aller bejahende Urtheile {-3} und auf dem Satz des Widerspruchs die /unnc aller 
verneinenden. (Ich sage mit Fleiß nur: die forme; denn in der that bejahen wir 
auch bey verneinenden Säzen und verneinen bey bejahenden, das Gegentheil 
nemlich.) wann ich also ein bejahendes Urtheil fälle, als z: B: der Mensch ist 
sterblich, so seze ich nicht in ihm die Sterblichkeit voraus, und sage, der Mensch •"' 
sey sterblich weil er unter seine Bestimungen auch die Sterblichkeit hat, dis 
wäre so viel, als sagte ich: der sterbliche Mensch ist sterblich, und mein urtheil 
wäre ein leeres; sondern eben dis zeige ich mit meinem Urtheile erst an, daß 
der Mensch unter seine Bestimungen die Sterblichkeit hat, und, daß er nun 
wircklich sterblich sey, leistet mir der Saz der identitet gewehr; mit den ver- lo 
neinenden Urtbeilen verhält es sich ebenso, ich muß unter seine Bestimungen 
eine removiren, daß ihm diese alsdann wircklich nicht zu kommen kann, dafür 
ist mir der Saz des Widerspruchs. 

f>irecte können nun mit dem Saz der (4) identitet nur bejahende, und mit 
dem Saz des Widerspruchs nur verneinende urtheile bewiesen werden, iiidirccti' 15 
aber werde ich nun auch mit dem Saz der identitet verneinende Säze beweisen 
können; wenn ich nehmlich das non a als ein prädicat ansehe und es mit dem 
Saz der identitet dem Dinge zu schreibe, so ist von selbst sein gegentheil a 
geleug(n)et, denn sonst wäre es a und non a zugleich, allein wie umgekehrtv 
werde ich auch bejahende mit dem Saz des Widerspruchs darthun können, wenn 20 
ich will beweisen, daß ein Ding « sey, und verneine sein gegentheil non u, wie 
so ist noch dargethun (lies: darzuthun), daß es « sei? vielleicht kommen keins 
von beyden zu, der Saz ist nur, daß zwey widersprechende praedicate einem 
Dinge nicht zu kommen können (9 aber daß sie auch nicht beyde nicht zu kommen 
können), ist noch {9 nicht) bewiesen? Dazu dient mir nun das principiinn exc/tisi 25 
medii, daß von zwey widersprechende prädicate nothwendig einem jeden Dinge 
eines zu kommen muß, indem (5) keines von beyden haben, eben so viel ist als 
beyde haben; und nun kann auch indirecte mit dem Satz des Widerspruchs auch 
bejahende Satze bewiesen werden, denn so bald das Gegentheil vom Dinge 
removirt wird, muß jenes nothwendig folgen. 30 

Ich setze nun, die von ein tiefsinigen Verstand mit Mühe heraus gebrachte 
erklahrung des Grundes und Folge, Voraus, nehmlich: ein Grund, ist dasjenige, 
was nicht vorgestelt werden kann, oLue daß man zugleich etwas, das ihm folgt, 
sich vorstelt, eine Folge aber umgekehrt, bey deßen Vorstellung man sich ein 
vorhergehendes gedenken muß. Dieser Verknüpfung wir((/) die Opposition ent- 3,i 
gegen gesezt, das ist, was nicht ohne eine remotion eines andern vorgostellt 
werden kann, zwischen beyden ist ein respectus, so wohl zwischen den verknüpften 
als zwischen dem entgegengesezten, ja der lezte ist größer und erstreckt sich 
auf allen möglichen. 

Die gründe sind entweder logische oder reele. Die logische sind es nur 40 
vermöge der entwicklung; sie bringen nichts verschiedenes hervor, das eine Folge 
von <6') ihnen ist, sie sind nur gründe von einem Begrif, und zwar insofern nur 



9^r. ;^7]KfQ3nnb xvn\ 265 



der Begrif duuckel ist, wird er aber aufgelöset, so fiude ich die ofeubare iden- 
titet der Folge mit ein theil des grundes. Die Endlichheit ist nur ein grund 
von der Zufälligkeit, solange dieser Begrif noch die Endlichkeit heißt. Das ist: 
so lange ich ihm unaufgelöset betrachte, fange ich ihm aber an in seine Bestand- 
5 theile auf zu losen, so Fiude ich die Zufälligkeit ofenbar darin, endlich, werde 
ich sagen, ist dasjenige, was nicht den großen theil der realitet (hat), was diesen 
nicht hat, kann verändert werden, ist also veränderlich und also zufallig. Hier 
habe ich nun die Zufälligkeit, die mit ein theil von der Endlichkeit aus macht, 
und die eine folge der erste(n) ist vermöge der identitet, Ein Grund aber, ist 

10 erklährt werden <//''*■: worden), sey etwas, daß man sich ohne etwas auf ihm 
folgendes nicht vorstellen kann, wie würde nun diese Erklärung auf dem logischen 
Grund Paßen? Bey diesen ist die Folge mit ein Theil von ihm, kann aber das 
gantze eher seyn wie seine Theile? allerdinges werde ich diese erklärung müßen 
auf uusre ideen, die (wir) von diesen Dingen haben, anwenden müßen, weil 

15 (7) nehmlich diese identitet erst eingesehen wird, wenn jener Begrif erst auf 
gelöset ist, in unsre idee muß also nothwendig dieser dunkle Begrif vorher 
gehen, ehe wir die Folge darin finden, ein ofenbarer identische Saz kann nicht 
als ein grund eines andern beti achtet werden, wann nemlich in dem einen Be- 
grif nicht noch andre Bestimungen mehr sind, um daß ich die Folge erst daraus 

20 suchen muß. Diese art Gründe sind überhaupt in der Mat/if»uitiqiie üblich, in 
dem bloßen Begrif eines recht wincklichten triangels ist verwickelt, und macht 
mit ein Theil aus, daß das quadrat der hypotenuse gleich sey u. s. w. ich erkenne 
aber die 3 linien und den rechten winckel als die Gründe davon, weil ich diese 
Bestimmung erst per analysie (I) heraus bekommen muß, und also in meiner 

25 idee ein spätere Platz einnehmen, ein unendlicher Verstand kann dieses un- 
möglich als gründe betrachten, so wenig wir sagen können, ob die drey Linien 
(9 die Gründe) der dreyen winckeln sind, oder die drey winckel gründe der 
dreyen Linien. 

Gantz anders verhält es sich mit dem reelen Grund, (6) Dieser bringt 

3u etwas hervor, das von ihm unterschieden ist, und daß in dem bloßen Begrif von 
ihm nicht mit enthalten ist, ein Gott will z: ß: und es wird eine Welt, meine 
Seele will and mein Körper bewegt sich, dieses sind gantz verschiedene Begrife. 
Der unterschied also zwischen den logischen und reelen Gründen ist handgreiflich, 
der logische beziehet sich nur auf unsre ideen, die wir von dem Dinge haben, 

35 und wir nennen die erste, aus welche wir die andre entwicklen, die Gründe, und 
jene die Folgen, ob sie gleich in der that eben und dasselbe Ding seyn. 

Der reele aber bezieht sich auf den gegenständen selbst. Dieser kann 
nicht mit der Folge zu gleicher Zeit zu seyn angefangen haben, denn der 
reele Grund ist es nur vermöge einer wirckung, die Su/j^taiu-e muß aber noth- 

40 wendig die accidentzen vorhergehen, und endlich der logische grund und Folge 
kann mit unsrer vernunfft eingesehen werden, der reele aber nicht. Dieser Über- 
gang von den reelen grund zu einer Folge ist der Menschlichen Vernunfft unter- 



266 aieflcflonctt jur CWetapti^fif. «pt)afe e. Possibile. 

3719, f? ? i^ ? x^ f (f.1 ? Q^ f vfj Neben „ebenso nothwendig — dock 
ich muß'' (Z. 15—18): 

SBenn bie realfolge in bem reolgrunbe entgolten unb baburd^ nad) 
ber 3Regel ber ibentitaet gefegt mürbe, fo lüürbe fte ieber^eit mit if)m ju» 
gleid) fet)n. 2lfle S>eränberungen flnb alfo nur burc^ baS realoer^ältnig 
ber ©rünbe gu if)ren folgen möglid), unb bie Iogifd)e ®rünbe ftnb alfo 
nid^t bur^ bie ©dt)ranc!en meiner (5rfentnl§, fonbern an fid^ felbft üom 
reolgrunbe unterfd^ieben. 



sagt, <5> und alles, was wir davon wißen, ist nur empirisch. ich getraue 

mir nicht zu unterscheiden, ob nicht dieser unterscheid zwischen logische lO 
und reelen Gründe vielleicht ebenfals nur auf unsre Kurtzsichtigkeit beruhet, 
wer weis, wenn wir von den reelen wesen eine solche klahre Erkenntniß hatten, 
als wir von logische haben, wer weis: fänden wir nicht alsdann, das diese Be- 
stimmung, vermöge welcher ein Ding ein reeler Grund ist, gleichfals mit ein Theil 
ihres wesens aus macht, und ebenso nothwendig im Dinge seyn muß als irgend 16 
eine logische folge in ein logischen Grund. Die Schwäche meiner Kräfften 
erlaubt mir nicht, hier ein schieds-ürtheil zu fällen. 

Auf dem Saz des Widerspruchs — doch ich muß mir noch vorerst ein 
zweifei wegräumen, der wohl von niemanden als von mir, von ein Säugling in 
den Wißenschafften, für ein zweifei gehalten werden kann. Ein Grund, habe 20 
ich erklähren gehört, ist etwas, bey deßen Vorstellung mann etwas, das ihm 
folgt, sich vorstellen muß; die Zeit, erklährt Baumgarten, {10) ist die Ordnung 
der Dinge, die auf einander folgen, wo also Verändrungen sind, die auf einander 
folgen, da ist zeit, so wie Raum ist da, wo Dinge Neben einander seyn. es 
muß aber auch, wo keine würckliche auf einander folgende Dinge seyn, wenig- 25 
stens eine mögliche Zeit seyn, weil mögliche Dinge seyn, die auf einander folgen 
können, so wie ein möglicher Raum seyn muß, auch da wo keine Dinge neben 
einander wircklich sind, werde ich nun nach der erklähning des Grundes auch 
von der mögliche zeit den ersten Moment ebenfals als ein Grund vorstellen, weil 
ich ihm nicht änderst vorstellen kann, aufler zugleich mögliche Dinge, die ihm so 
folgen, zu gedencken? und dieses kann ich mir unmöglich zu geben, den ich 
werde ihm weder einen logischen noch einen reelen grund nennen können, allein 
die Falschheit dieses Einwurfs ist ofenbar, den sowohl Zeit als Raum sind ins 
unendlichen theilbar, es giebt also kein erstes Momeut in der Zeit, in dem nicht 
widrum mögliche Veränderungen auf ein ander folgen können, ohne dies würde 85 
es keine Zeit seyn. <//> Kurtz: ein erster Augenblick in der Zeit deucht mir 
ein Widerspruch zu seyn. 

Auf dem Saz des Widerspruchs beruhen alle unsre verneinende Urtheile. 
Ein a und «o« a ist ein Widerspruch. Die beyde Säze, aus denen der 



fRv. 3719-3720 (öanb XVII). 267 

3720, 6^.^ i^r x^f (liif Q~f vf) Nach ^widersprechen'' (Z. 38) 
schiebt Kant ein: 

aber xoo^X raiberftreiten: ba& nenilid) bie eine bie %o{^t ber aiibern 
aufgebt. 3)er SBieberjprud) i[t bie äufammenneljmung ;\n3ei)er contra- 
dictorie i. e. logice opponirten praebicate in einem fubiect, unb fein re» 
fultat ift nihil negativum: a unb non a jugleic^. ©er reale 2Biber[trett 
ift bie SSerbinbung jmeqer realgrünbe in einem ©ubieft, beren eines bie 
^olge beg anberen aufgebt, unb fein refultat ift = 0, welches fein nihil 
negativum ift. 



10 Widerspruch bestehet, (heißen) propositiones opposita{e); nun betrachte ich ent- 
weder die beyde Saze allein ohne andre Bestimmungen, mit denen sie verwickelt 
seyn, und alsden ist es ein ofenbarer Widerspruch; oder einer von denen Säzen 
ist noch mit andre Bestimungen verwickelt, und wann die Contradiction en(t)deckt 
werden soll, muß der Begrif erst aufgeloset werden: Dies ist ein Contradktio 

15 occulfa, ein versteckter Widerspruch; wenn ich z. E: den Widerspruch zwischen 
die Unendlichkeit und die Zufälligkeit finden will, so werde ich erst den Begrif 
der Unendlichkeit auflösen müßen, um die Verneinung der Zufälligkeit darin zu 
trelTen. Säze, die bejahend aus gedrückt werden, oder die einen bejahenden 
Forme haben, ohne daß ich untersuche, (12) ob dem Subiect wircklich dadurch 

20 etwas zu komt, oder ob es verringert wird, sind positive Säze; hat aber ein 
Saz ein verneinenden Forme, so ist er ein verneinender Saz, und zwar in weitem 
verstand. Bey diesen erwege ich nicht, welches verhaltniß sie beyde auf dem 
Subiect haben, dem sie zugeschrieben werden; sondern sie werden nur an und 
für sich betrachtet, allein wird aber ein Saz in verhaltniß mit Seinem Subiect 

25 betrachtet, das ist: ob dem Dinge eine Vollkommenheit oder eine Unvollkommen- 
heit dadurch gesezt wird, so ist er im ersten Falle eine (s wahre) realitet und 
in leztern eine Verneinung in engen Verstände. Wann ich also z: B: diese beyde 
Säze: Der Mensch ist sterblich: der mensch ist unsterblich: an und vor sich 
betrachte, so wäre der erste ein positiver Saz, und der andre eine Verneinung 

30 in weitern Verstände, betrachte ich sie aber in Beziehung auf den Menschen, so wäre 
umgekehrt der erste eine Verneinung in engern verstände, und der andre (13) 
eine realitet, daher sich wohl zwey positive Säze entgegen gesezt seyn können, 
nicht aber zwey realiteten, den unter zwey positiven kann einer in sich eine 
Verneinung des andren enthalten, die aber mit noch andre Hestimuugen in ihm 

35 verwickelt sind, und alsdenn ist es ein versteckter Widerspruch; es verstehet 
sich, daß es kein ofenbarer geben kann zwischen positiven Säzen. Denn bey 
einen ofenbaren muß nothwendig ein verneinender Saz Seyn. Allein zwey wahre 
realiteten können sich unmöglich widersprechen, den gesezt, es wäre in einem 
eine Verneinung enthalten, die jene realitet aufhebt, so würde sie aufhören eine 



268 Sleflejtonen aur 5D?ctapf)t)fif. ^^afe e. Possibile. 

3721. £2? i2f x^f (fxi Q^f vfj Neben Z. 25-29 („ivider- 
streiten — princip.^J hat Kant eine Klammer (\) gemacht und links 
von „zwar — entweder^'' (Z. 26 — 30) hinzvgefügt: 

2)Qfe be^be pofttioncn remoDirt werben tonnen, mac^t nod) !einen 
[Söteberfprucf) auö] SBieberftreit Qu§, unb ein SBieberfprud) i[t ^ier gar 
nid)t, fonbern ber Sßteberftreit i[t nur baburd) möglid), ^a^ Qu[fer ber 
f^olge üon a = x unb ber Solge öon b = y, wenn begbe jujammen 
ßenommen hjerben, noc^ ein britteS, nemltd) 0, möglid) i[t. 



realitet zu seyn, eine realitet muß immer reele folgen haben, aber eine andre 
realitet aufbeben ist eine wahre Verneinung, eben so muß eine jede wahre Ver- lO 
neinung irgend einer realitet entgegen gesezt seyn. Können aber zwey reali- 
teten sich nicht widersprechen, so kann in ein Ding, daß alle mögliche {H) 
realiteten hat, kein Widerspruch seyn (es ist also möglich und folglich auch 
wircklich u. s. w.). 

Und nun erst glaube ich die Eintheilung meines weisen Lehrers ein zu 15 
sehen zwischen der logischen und reelen oppositition <!>, Die logische nemlich 
bestehet aus einem positiven oder auch reelen Saz mit seiner Verneinung, sie 
mögen ofenbar oder versteckt seyn, Die reele aber bestehet aus zwey positiven 
Säzen, die sich ein ander widerstreiten. Nun dencke ich ein klaren begrif von 
diesen Unterschied zu haben, es ist bewiesen worden, daß von zwey wider- 20 
sprechende prädicaten einem jeden Dinge eines zu kommen muß, weder beyde 
können ihm zu gesprochen noch beyde ab gesprochen werden, und warum können 
nicht beyde removirt werden? weil dis ebenso viel ist, {als) wenn ibm beyde 
zugeschrieben werden, Dieses ist nur bey der logische oppositition (!), {15) wo ein 
bejahender, und verneinender Satz einander widerstreiten, aber bey der reele 25 
können die opposita sich so entgegen gesezt seyn, daß zwar beyde zusammen 
nicht seyn können, aber sie können beyde entfernt seyn, die Ursach lieget darin, 
weil (es) bei zwey positiven noch ein drittes giebt, bey jener aber nicht, und das 
priiicip. Excliisi medü gehet nur da, wo es kein Drittes giebt. Ein jedes Ding muß 
z: B. seyn entweder a oder >ton a, ich muß vergnügt oder nicht vergnügt seyn, 30 
(9 aber nicht: ein jedes Ding muß a. oder b. seyn,) ob es Gleich beyde zusammen 
nicht seyn kann, ich muß nicht vergnügt oder traurig seyn, den es giebt noch 
ein drittes: c; ich kann nemlich im Stande der Gleichheit seyn. zusammen 
können also zwey entgegen gesezte (9 Säze nicht in einem Subiect seyn, aber 
wohl beyde entfernt. Der Korper, der von 2 gleiche entgegen gesezte) KräfTte 35 
nach verschiedener (!) Gegenden getrieben wird, verhält sich in ansehung der 
Kräffte wie ein zero und bleibt in Ruhe, bey der logische (/6') also kernt ein 
fiis negatiuum heraus, das Ding kann sich nicht als ein zem verhalten, sondern 



3lv. 3721-3724 (.ümib XVII). 269 

3722, e'f if 1—^?^ M3. ZuM§7—9: 

Dlid)t 5J?öglid) = P. Unmöglid) — P. 23et) jenem bar[ id) nur 
nic^t etn}a§ benfen aU3 blitri; bei) biejem mufe id) bie 5J?ögUd)feit aufgeben. 
3)aju gehört ein ü)irflid)er ®ebanfe. märe e§ aber nur bie Sluf^ebung üon 
einer Äöglic^feit, fo wäre e§ raieber 0. 



,3723. e'f'Cf M3. Ell 810. ZuM§7-9: 

Distingvendum iiiter Possibile, non Possibile et impossibile. Si 
cogitatur A, est possibile; si nihil praeter non A (qvod fit in signi- 
licatu termini inanis), est non possibile; si tollitur possibilitas, est 
10 impossibile. Impossibilitas est possibilitas negativa. 



Ens. 

M§34—7I. 

3724. eK MW. EU 820. Zu und gegenüber von M § -59 : 

Possibilitas est positio respectiva couformis principio contra- 

15 dictionis. Veritas (affirmativa) est positio respectiva secundum prin- 

cipium identitatis. Existentia est positio absoluta. A positione respectiva 



5 Walu-scheinlich schu-ehte Kant bei blitri eine Stelle in Leibnizens Theodicee 
(A § 76) vor, nach der die alten Philosophen- Schulen Worte ohne Sinn als Scindopsus 
oder Blityri bezeichneten. Leibniz beruft sich auf Clem. Alex. Strom. 8. 
20 S Statt fit E: Sit. 

nihil. Bey (Jeu reeleu aber verhalt es sich als ein zeru. ich glaube nicht zu 
irren, wann ich sage, daß nur bloß positive Säze sich widersprechen können, 
nicht aber wirckliche realiteten, denn einer realitet entgegen gesezt seyn ist eine 
wahre Verneinung. Dieses scheinet mir darum erheblich zu seyn, weil ich ohne 

25 dem den Beweis der Existentz Gottes apriori zu entbehren glaube. 

Auf der art schmeichle ich mir die bisher von meinem theueren Lehrer 
vorgetragene Lehre von den ersten Gründen unsrer Erkentniß begrifen zu 
haben, Glücklich, wann es keine bloße Schmeichley ist, abernicbt weniger glück- 
lich, wenn derselbe mir meine, auf den von ihm mir vorgebahnten Fußsteg 

30 begangene Fehltritte anzuzeigen die Gewogenheit hätte. 



270 Sfleflcjtünen 3ur üKetap!)^fif. $f)afe e. Ens. 

ad absolutam non valet consequentia. Sed a positione respectiva 
geueratim sumta ad absolutam valet consequentia, quoniam, nisi foret 
aliqvid absolute positum, nuUus omnino respectus esset possibilis. 



Necessarium et contingens. 

M§ 101—123. 6 

3725, e'—C M 31' . E II 864. ZuM§109: 

Absoluta necessitas est vel logica: ob principium contradictionis, 
vel realis: non ob principium contradictionis. 

Prior est necessitas judiciorum. sive necessitas relationis praedicati 
atque subiecti. ^o 

Posterior est necessitas entium. 1. ®ott ift allmäci^tig. 2. ©Ott 
ift. posterior per contradictionem oppositi (^ in se) non potest cognosci. 
Oppositum existendi est non esse. Verum non esse solum sibi non 
contradicit. Existentia non est praedicatum, ideo oppositum ipsius non 
praedicatum alicui oppositum. i^ 



Simplex et compositum. 
M§ 224-229. 
3726. «2^ (i^f) (ri,27j M 67'. Zu der Überschrift „Simplex et 
compositum^ : 

Non datur accidens simplex, qvia non datur actio simplex, sed 20 
semper est quantum. 



3727. e^f (i^V (v^f) M6T. E II 1454. Zu der Überschrift 
„Simplex et compositum^ und zu M § 224 : 

Qvantitas est vel compositi vel intensive talis, h. e. gradus. 
Gradus maior non est minorum totum, sed ratio, h. e. duplex gradus, 25 
qvi duorum graduura aeqvalium potest esse causa; sed ut in eodem 

1—3 Vgl. 11 ll—8:i. 
J6 E: praeclicato. 



iRr. 3724-3729 (SBanb XVII). 271 

subiecto resident rationes effectus, qvi aeqvatur effectibus duarura 
substaotiarum simul sumtarum, reqviritur 1, ratio ad qvemlibet effec- 
tum, 2. principium lias rationes adunandi. E. G. Intellectus duplo 
plus intelligens. 

Qvicqvid est compositum, qviaante compositionem, qvicqvid datur, 
est siraplex, necessario coustat simplicibus, sed non ideo qvodlibet 
qvantum est compositum et totum. 



Causa et causatum. 
M§ 307—318. 

3728. E^f f / i^f (x^f) AI 93'. E II 866. Zu M § 308: 

Sßir fönnen eben |o roenig bie (^ totale) abfolute ^ufedigfeit aU bie 

abfolute^ot^tüenbigfeit burdj bieSSernunft benten, fonbern bie (ärfa^rung 

jeigt e§ beQ bem, roaS gejdjie^t. 



Substantiarum mundanarum commerciurn. 
15 M §448—465. 

3729. e'f ^? (i'fj M 147'. E II 772. Zu M § 448: 
Est inter substantias vniversi commercium per harraoniam 
stabilitam; haec vel est harmonia interne stabilita (influxus physicus) 
vel externe stabilita; posterior vel est harmonia externe praestabilita 
io vel externe occasionaliter stabilita. 



1 ratio ,- iL'ill man dies Wort nicht verändern, so müsste man lesen : resideat oder 
ratio und effectus als coordinirte Subjecte ansehen; aber, tcie mir scheint, kann 
effectus nur Gen. Sing. sein. || 2 Nach 1 ein Komma. 

18 In der Inauguraldissertation (II 409) wird umgekehrt der influxus physicus 
25 als ein comtnercium substantiarum universi externe generaliter stabilitum be- 
zeichnet. II 20 Unter der Rfl. steht als Anfang einer neuen Zeile, mit der Tinte der 
Rß, (wie es scheint) geschrieben, halb rencischt, aber rticht durchstrichen: har- 
monia pr. 



272 SReftej;tonen jur 5[)'?etapf)l)[if . ^^afe s. Substantiarum mundanarura commercium. 



3730. e'f C? (t'V ^i ^^7 . E II 797. 771. Zu M§ 

Si qvaelibet substantiarum existentium fuerit necessaria, nuUa 
ipsis interest colligatio, [si] h. e. si plane non foret deus, omnium 
substantiarum varietas non constitueret muudum. Si [plur] qvarundam 
substantiarum communis, aliarum alius fuerit conditor deus, plures 5 
[essent] possibiles essent mundi, non unicus. Si est unus omnium 
auctor, omnia ipsius causata necessario constituunt unicum totum. 

Systema, per qvod ideo, qvoniam existuut plures substantiae, 
necessario videtur conseqvi ipsarum relatio et commercium, est in- 
fluxus physicus. lo 

Systema, per qvod ideo, qvoniam omnes dependent ab uno, 
necessarium est commercium et harmonia universalis, est harmonia 
praestabilita. [In hac oinnis influxus] 

Systema, per qvod ideo, qvoniam omnes dependent ab uno, 
[uondum necessari] tantum possibile est commercium et in se est con- is 
tingens, ita ut qvaelibet dependentia mutua arbitrario sit stabilita, 
est occasionalismus. 

Hie vero notandum, harmoniatn praestabilitam Leibuizii esse 
systema contingentiam commercii substantiarum, posito etiam uno 
auctore, sibi fmgens et arbitrario institutam vnius cum altera corre- 20 
spondentiam. In vera autem harmonia omnes actus harmonici iiunt 
secundum regulam; in harmonia praestabilita et occasionalismo [su] 
vero [sunt] actus divinus harmoniam inducens non est nisi singularis, 
et diversitas herum consistit tantum in tempore. 



Exsistentia iJei. 25 

M§ 803—862. 
3731. B^f (df) M330'. E II 1672. 1585. Zu M§ 803ß: 
2)ie Srage: roarum etmaä jei), fe^et ben ©ebanfen DorauS, ta^ eö 
möglich fei), bafe etroaö aud) nid)t fei). 2)iefer gebanfe aber [flrünbet fic^] 

2 — 7 Der Geddnkeiigang dieses Absatzes kehrt in den roii Pölitz heraus- 30 
gegebenen Vorlesungen über Metaphysik S. 110 wieder. \\ 3 E: interesset || colligati || 
11,14 dependent?? dependet? I| 19 contingentiam? contingentium? || substanti- 
arum?? substantiam? substantias? [| 20 E: institutum — correspondeutium. Der 
Buchstaben/orm nach möglich. Doch gibt die Te.rtlesart bessern Sinn. 



!Rr. 3730—3732 (Sanb XVII). 273 

ge^ct [enttoeber] entiücber auf ba^ 2)afet)n ber fubftan^en ober ber SSer* 
^dltniffe berfelben. 2Ba§ bie legiere anlangt, fo ift bieienige 2Irt ber 3u= 
fammenfe^ung, meiere [felbft] au§ bem not^ioenbigen 2)afeQn ber fub= 
[tanken nid^t fönte Der[tanben »erben, einSSemeiS be» [Safe^nä] jufäütgen 
5 3)afetn§ [berfelbenj biejer Bufammenfe|ung. 2Ba§ aber ba§ 2)afeQn ber 
fubftan^ felbft anlangt, jo grimbet fid) bie %xaQ,e, ttjarum fte feQ, auf ber 
inneren SRoglid^feit, it)r ni^tfeqn gu gebencfen. 

(5§ ftnb nur bret)erlei) Slrten non SBegriffen ber 2)inge: erftlic^ ein 
abfoluter au§ ben Innern 23e[timmungen, ^nje^teng ein refpefttüer an§ bem 

10 S8er^altni§ gur 3)?ogltc^teit, britten§ ein relatiüer au§ bem ^ur 2Birfli(i)feit 
anberer 2)inge. 2lu§ bem erften begriffe Idfet fic^ feine abfolute 9lot^= 
üjenbigfeitbemeifen, bennein iebe§3)ing mitaüen feinen innern^räbifaten 
fan o'^ne Sßieberfprud^ aufgef)oben werben. 2lu§ bem brüten aud) ni(!^t, 
weil biefe§ nur eine necessitas hypothetica conseqventiae ift. alfo bleibt 

15 bie gmeijte, ba^ bie 9)?oglic^feit felbft in fold^er relatton ^ur Sßirflic^feit 
ift, ta^ fte folc^e einfc^lie^t. 

2)ie abfolute notfjmenbigfeit eine§ 2)tnge§ mufe o^ne aüe beftimte 
SSebingung erfannt werben fönnen. [2)tefe 23ebinguiig ift] 

SSic erfenen Wir bie abfolute ^O^bglic^fett? ©ä muffen un^ immer 

20 data ha^n gegeben fe^n. 

Sßenn ic^ fage: ein gewiffe§ praebicat ift einem 2)inge unmöglich, fo 
fage id): eä [miebe] fommt i^m nic^t ^u, b. i. e§ wieberfpric^t il)m, objwar 
nicl)t bem, iva§ tc^ in i^m benfe, fonbern waii i^m jutomt. ((5§ fragt fiel), 
ob i^ fagen fan: e§ wieberfprici^t bem übrigen eine§ 3)inge§, auffer feinem 

25 ®egentt)eil). 2[Ba§ alfo unmöglich ift, i)a§> wieberfprid)t irgenb einem; 
wa§ abfolut unmögltd) ift, wieberfprid)t allem, nemlic^ ber SBieberfprud) 
berul^t auf feiner befonber§ befttmten conbition. 



3732. «2. M'mj'. Zu M§ HOS ff.: 

Conceptus, de cuius possibilitate nihil constat, remanens demta 
30 conditione, sab qva sola ipsius possibilitatem iudlcare licet, est pro- 

1, 3 f., 6 fubftan^en? fubftan^? || 2 le^tere? legten CwE.)r \\ 10 brütend /e/i/t, 

schon von E. ergänzt. \\ 12 E: ba ein || IS bem jiueljten Oud) II 14—16 Kdum im Sinne 
des ontologischen Gottesargumentes^ sondern im Sin/ie i/rs neuen Kdutisvln-n ein5tg nißg« 

liefen SSeiüei^gtunbeg. || 14 bleibt? Hebt? || 15 bie britte bofe || 19 immer f nur? 
35 innere?? 

«auf* ©(^riften. Xpciiißjc^riftlidJer Oiat^lafi- IV. 18 



274 SRefIejionen jut 9Ketapl)t)fif. 5pf)ofc s. Exsistentia Dei. 

blematicus. Sic necessitasentis absoluta, elemeatum corporis simplex, 
actio nulla ratione determinata. 



3733. e'?{öf)M3Sr. E II 1714. Zu M § 803 ff.: 

(•" 2)a§ 2)ing,) 2Bq§ ben ®runb ber Innern ^Jiöglic^feit ber 2)inge 
entplt, i[t abfolut not^menbig. Umgefe'^rt (^ ba§ 2)ing), maS abfolut 5 
nott)U)enbig i[t, enthält ben ®runb ber {^ innern) 5Wöglict)feit ber 2)inge; 
(3 beun) wenn auc^ o^ne bafeelbe ©inge innerlid) ^^iottinjenbig wären, fo 
wäre gar feine Unmögli(^feit barin, 'Qa'^ e§ nid)t fet). (? Ober weil [ein 5)tng] 
ba§ ®egent^eil eineä 2)ingeö \\6) nict)t wieberj|)rect)en fan, jo mufe eS 
irgenb einem anbern wieberftreiten.) 10 

SSBaS ben ®runb oon einer innern ü)?ögUc^feit entpit, enthält ben 
®runb üon aüer. 2)enn wir SBoUen fe^en, "üOi^ nod^ etwas möglid)e§ nbrig 
bliebe, fo würbe biefeS mit irgenb einem moglici^en nid^t jufammen= 
ftimmen, 'tia^ i[t: es würbe etwa§ möglichem SBieberfprec^en; waö aber 
irgenb einem möglid)en 2Bieberfpric^t, ift unmoglid). C'' 2)a§ ^^iotliwenbige 15 
SBefen enthält alfo ben ®runb üon aUer 9J?Dglid)feit.) 

3n aller 5)?öglicl^feit i[t \i(x§> formale unb materiale unterfd^ieben. 
2)er ®runb üom erften ift \)<x§) principium contradictionis; üom legieren 
irgenb ein ©afe^n, xoa^ ben ®runb ber realitaet entljelt. 

5)emna(!^ \)Qi% aUerrealefte SBefen entl)ält ben ©runb üon aller 20 
möglid^feit (* ni(!^t einen befonberen @runb ber innern 2)?öglic!^feit ber 
3)inge unb einen anberen ni(i^t.) unb ift abfolut not^wenbig. 

2)a§ not^wenbige SBefen ift aUgnugfam (* t(k% aUerüoUfommenfte 
transscendentaliter), b. i. "ba?) aUerrealefte al§ ein ®runb. 

2)a§ not^wenbige 2ßefen ift ein einjige§. ©enn wenn wir mel^rere 20 
fe^en, fo wirb ein iebeS berfelben aufgehoben werben fönnen, fo bod), 'i)<x\^ 
alle anbern übrigbleiben; weil aber, wenn etwaö5'lott)wenbige§aufgel^oben 

17-19 Vyl. II 77 ff. li 21—22 s-Zusatz: t—v? «2? || 21 einen befonberen» 
ein befonberer? II 22 unb einen anberen ntd)t? unb ein anberer ®ott? Im Ms. 
Kftfit das Zet\lieii 0, tcas geivöhiilick eine Abkürzung für ®ott is^ iva/irend die Ah- 30 
kürzuug für ni(i)t == Ö ist. Ich vermuthe, dass Kant sich hier in der Abkürzung cer- 

sehen hat. \\ 23—24 s-Zusatz: f^—vf 6—x?? || 23/f. Statt ®a§ nott)roenbtge 
SEßefen ift (Z. 25, S. 275, Z. 4, 8, 16) bzw. 2)aä not^ioenbige 2öefen (S. 275, Z. 14) 
Htehen im Ms. S — 7 kurze wagerechte Striche. Aus Versehen hat Kant auch links 
r„n 2)ie SGßelt CS. 275, Z. 7) zwei wagerechte Striche gesetzt. || 24 transsc: 35 



!Rr. 3732-3734 (23onb XVII). 275 

toirb, baS unmögliche entjpringt, jo toürbe e§ möglid^ feijn, ba^ etiraS 
ÜJiöglic^eS Unmöglich roäre. Überbem toürbe ein iebeS berfelben einegolge 
üon ben anbern fe^n: regressus in infinitum curvilineus. 

2)a§ notroenbige Söefen i[t ein einfadjeS. 25enn wenn ein gan^eö 
5 not^toenbig i[t, fo muffen e§ aud) bie tt)eile feqn; alöbenn aber toürbe e§ 
üiel not^toenbige 2Befen geben. 

3)ie 2BeU ift alfo fein nott)toenbige§ SBefen. 

2)a§ not{)wenbige 2Befen ift ta§ ^öc^fte ®ut, benn unter aEen 
möglidien ift bie bonitaet eine realitaet, o^ne bie alles 2)afei)n bem 2Bertt)e 
10 nad) bem nichts gleid) ift. Sllfo entl)ält e§ ben ©runb alleS ®uten. 2)a§ 
®ute aber beftel^t in ber S3ejiet)ung ber 2)tnge, (" auf toefen), toeld)e er» 
fentniffe t)aben unb ©efü^l, [ben] unb ein SBefen, toaS um beStotHen ben 
®runb ber SDinge ent'()ält. 

2)a§ notl^toenbige SBefen ^at ben SSoÜfommenften 5?erftanb unb 
15 SBinen. 

2)a§ not{)toenbige 2Befen ift alfo eine ^erfo^n, toeld^e ben ®runb 
Don allem 2)afei)n enthält burci^SSerftanb unb Sßillen. 2).i. e§ ift ein ®ott. 



3734. €-x. M 3iJ2'. Gegmiiber von M § 809 Srhluss und 
M§810: 
2u Vnicitas vel ex summa realitate vel ex absoluta necessitate 

conseqvitur. 

Vel ex notione realissimi existentia necessaria coiicluditur vel ex 
absoluta necessitate existendi maxima realitas. 

[Maxima] Vtrumque principium vel ex experientia depromtum vel 

26 ex meris notionibus. prius obtinet, si 1. autoris mundi magna perfectio 

et dein absoluta necessitas concluditur, 2. si concluditur bricht abf 

fctiliefet 



5 ben.» bem? || Zu* regressus — curvil: vy/. M §380. \\ 4—6 E. verweist 
zu diesem Absatz auf II 84 und die von Pölitz hrsgg. Metaphysik S. SOI f. \\ 8 oUen? 
30 allem (so E.)f \\ 11 Der g-Zusatz fehlt bei E. 

18 ff. Die Rß. ist mit Blei geschrieben und daher sehr schwer lesbar, || 26 
necessitas concluditur? || 27 fd)Iie6t? In Z. 27 ist sjiäter eine Tinten-Rß. hinein- 
(/fSclirif'bfn. 

18* 



276 9ieflcjtonen jur 2)?etopt)0fif. '^i)a'\e e. Exsistentia Dei. 

ßntiüeber oug bem BufaUtgen ©afeijn a\i\^ not^menbige ober quo 
bem üoHfommeuen 2)a[ei)n au[§ ooUfommenfte. 



373S. €^f Tj"? x^f ftf Q^f ifjf M 332'. Gegenüber voti AI § 811. 
logifd)e notl^iüenbigteit, 
SfteaInott)n3enbig!eit. 
(' Unmoglid)feit. 

im Iogif(!^en 3Ser[tanbe, 

im realoerftanbe.) 



3736. t^f (i^V ^J '^'^'^'- ^u dem. Coluvmentitel von M 333: 
^^Exsistentm Dei"": lo 

Primario se indagationi sese offert quaestio : qvodnam sit fuiida- 
mentumexistentiae absolute necessariae, sive qvo pactopossitoppositum 
existentiae alicujus esse absolute necessarium. 

1. existentia contingentium tanqvam causatorum non constituit 
principium absolutae Necessitatis; verum potius haec est ratio ultima i5 
possibilitatis existentiae plurium contingentium. 

2. Nulla plana existentia alia rationem absolutae necessitatis 
continet, nam de contingentibus jam dictum, de conditione existentiae 
necessariae jam est quaestio. 

3. Ideo nota propria existentiae necessariae reperiunda erit in 20 
respectu ipsius ad possibilitatem, quae itidem est necessaria. 

4. Impossibilitas consistit in contradictione; [erit] est enim proprie, 
si [nege] ponas qvod negandum erat, aut vice versa, e. g. Impossibile 
est triangulum [parallelo] quadrilaterum. Qvod ita etiam sonat: trian- 
gulum non est qvadrilaterunrt, qvod contradictionem exprimit. Sit 25 



3ff. Viellekht haben an der Stelle der jetzigen Hß. früher lileibeinerkunijeK 
(im Zusammenhang mit Hß. S7-34) gestanden. Nur in diesem Fall kihinte die Phase \p 
in Betracht kommen. || 6 s-Zusatz: f2 — \p, 

12 8. II 13 abs: necess. Der Sinn erfordert statt dessen: absolute impossibile 
sive contradictorium. || 15 abs. Nec: || verum? rerum? || Iß possib: exist: || 30 
cont: II 17 ration: absol: || IS conting: || i4f—if> exist: nec: || A?0 exist: nec: || 
22 contrad: || 23 v. v. 



9Rr. 3734-3737 (Sanb XVII). 277 

enim A non B; tum A, qvod est B, foret B non B, qvod impossibile 
et contradictoriura. 

5. Oppositum nullius existentiae sibi contradicit, Contradictio 
est inter subjectum et praedicatum, existentia non est praedicatum, 
5 igitur non existentia nulli contradicit subjecto in se. 



S737. e^f i^f (y^^f fi? Q^f) M 339' . Zu M§ 832: 

e§ i[t bie %xaG,<i, ob bie 3J?ac^t @otte^5 großer fei) alö [ei)n 3f?atfd)lu§ 

unb, "^a jene auf oSi^t [ia nexu mögüd)e] 2)inge get)t, ob biefer nid^t auc!^ 

brauf ge^e; tu biefem §aQe ift oUeg möglid)e iiiirflid). Sßenn eä aber 

10 fc^einet, "tio!^ oieleS mögli(f)e nid)t mirfUd) fe^, fo fteüen xoxx un§ "i^a^ als 

möglici^ oor, iroüon bie conbitionen bod^ unmöglid^ fei)n. 



2 contrad: || 4 subj: et praed: || praedic: || 5 contrad: 



Phase C. 

Possibile. 

M§7—18. 

3738. t. M2\ EU 295. 500. 

Sitte Qnalqtifd^e Urt^eile let)ren, roa§ in ben Söegriffen, aber üer- ö 
iüorren gebaut ift; bie ftjnt^etifd^e, maS mit bem SSegriffe fott üerbunben 
gebac^t werben. %x\. otten urt^eilen i[t ber 23egriff üom fubjeft etmaä (^ a), 
ba§ id) an bem Dbiefte x benfe, unb '^o,^ ^räbifat wirb all ein 5)?erfmal 
Don a in ben [fi)ntt)etifcf)en] analQti[(f)en Urtt)eilen ober üon x in ben 
fi)nt{)etifc^en angefe^en. |— | — - — | lo 

atte analQtifci^e Urtl^eile ftnb rational unb umge!e^rt. atte ft)nt^etifd)e 
Urt^eile [inb emp^rifc!^ unb umgefe^rt. priucipia ratioDalia prima [vel] 
materiae [vel formae priora] sunt [iud] principia elementaria; principia 
synthetica, si forent simul rationalia, dicerentur axiomata; sed, cum 
talia non dentur, analoga rationalium in mathesi ita dicuntur. In i6 
philosophia non dantur principia synthetica uisi a posteriori, i. e. 
empyrice, et principia analytica a priori, h. e. propositiones elementares, 
utraque materialia, 

Comparare possum notiones earum relationem cogitando vel 
secundum regulam intellectus: empyrice (^ et synthetice), vel rationis: 20 
rationaliter et analytice, vel secundum regulas analogi rationis, h. e. 

5 E: bem aSegriffe || 7 ift fehlt. \\ 8 ©ubjefte x: es liegt offenbar ein Schreib- 
fehler Kants vor. || 10 Kant scheint den Buchstaben x auf den grösseren Abschnitt 
der getheilten Linie bezogen zu haben, nicht (wie es eigentlich der Fall sein 7nüsste) 
auf die ganze Linie. || IS E: materialia; sehr unxcahrscheinlich. \\ 15 E: rationalia || 25 
17 prop: II 19 E: possumus jj relationem? || relationes (so E.)ff \\ 20 regulam.» 
regulas.'.» II empyrici II synthet. 1 1 ;&I rational .-H anal: rationis. E. löstauf: analyticas. 
Zu aualogi rationis vgl. M § 640, 647 (XV 37— 39), zu imaginationis M § 557 
(XV 19), zu ingenii M §572 (XV 22). 



10 



«Rr. 3738—3741 («Banb XVII). 279 

imaginationis et ingenii. huic accepta fert multa sua priocipia 
crusius. 

Locke videtur discrimen syntheticorum et analyticorum iudicioium 
in sua disqvisitione hominis subodorasse. 



3739. C M3'. ZuM§7: 

SBenn id^ etiüaS öon einem ©ubject oerneine, fo gefd^iel)t e§ bem 
\a^ be§ 2Bieberfpruc^ä gemäfe. 2)iefe 3Serneinung mit ber Seja^ung 
i^ufammen t[t unmögUd^. 



374.0. C. M 3'. Zu M§8: 

..... f negativo 
Aliqvid oppositum nihiii { .° . 
^ ' ^ y privative 



vo sive negativo. 



3741. l. M3'. Ell 429. ZuM§7—]l: 
Principia inaterialia iudiciorum sunt notiones 

formalia principium identitatis 

15 vel contradictionis 

ratiociniorum principia materialia sunt notiones 

formalia dictum de 

omni et nullo 
(* 2)Q§ IogifcI)e principium ber Urttjeile. 2)a§ reale principium 
20 ber SSegriffe.) 



/ imaginat: || 2 Vgl. Chr. Aug. Crusius: Weg zur Gewissheit^ 1762 § 98 — l(J-3, 
Entwurf der iiot/nceiid. Veniuii/t-lVahrheiten^ 175-3 § 466. \\ 3 f. E: videtur (deterius) 
synthetica et analytica judicia .. . judicasse || 3 synthet: || anal: || 4 disqvis: 

5 Die Rfl. steht zwar dem Schluss von M § 8 gegeuiiöer, aber wühl nur, weil 
25 der Platz gegenüber vun M § 7 und dem Anfang von M § 8 schon durch die Hfl. 
■37111 und 3740 besetzt war. 

10 negativo? negative? || 11 privative? privative? || negativo? negative? 

13 iudic: || Iß ratiocin: || 16 f. sunt notiones, formalia sind uns Z. 13 f. er- 
gänzt. Im Ms. stekn die übrigen Worte der Z. 16 — 18 unmittelbar rechts rum Schlu-'is 
30 der Z. 13 — 15, durch einen senkrechten Strich abgetrennt. || 19 Der s-Zusatz (v — xli) 
steht, durch einen Strich getrennt, rechts von Z. 16 — 18 und ist vielleicht eine 
selbständige Hfl. 



280 SReflejioncn jut Wetapl)t)\it. ^fja^e C. Possibile. 

3742, 11 (x^ ?J M 3. E 11 491. 

(? (5§ giebt materiale, e§ giebt and) formale ©runbbegriffe.) 
Principia analytica, synthetica. 



374S. C? (yi'fj MS. 

mt 2Kat^emati|d^e 23egrtffe Ttnb f^ntfietifc^. 



3744. L M 3. E II 498. 292. 

(5§ giebt f^nt^etifci£)e fä^e auS ber @rfat)rung, alfo principia prima 
synthetica; bergleid)en finb qucI^ (^ bie befinitionen ber 2JZQtf)emQtif) bie 
axiomata ber ÜJ?at!^emattf üom 3ftaume. 

Principia rationalia fönnen gar nid^t f^nt^etifd^ ftnb. lo 

SlUe empirijd^e Sä^e ftnb f^ntl^etifd) unb umgefel^rt. 

2lHe rationale @ä^e ftnb analqtifd^. 



374S. t—(p'. M3. 

5(ug bem ©a^e ber ibentttaet unb be§ SBieberfprud) folgen ntd^t 
aUein @ä^e, fonbern not!f)lüenbtge. 15 



3746. l. M3. Ell 497. 

2)ie principia formalia ftnb nur bie erften ©rünbe anali)tifc^er ober 
rationaler Urt^eile. 



2 Es ist nicht ganz unmöglich (aber doch sehr unwahrscheinlich), dass der 
g-Zusatz den ursprünglichen Anfang der Hfl. darstellt: er steht oberhall) derselben, 20 
zeigt aber etwas andere Schri/'tzüge. 

S Der g- Zusatz bildet möglicherweise den Schluss von Ar. 3745. \\ 12 Die 
Stellung dieser Zeile ist eine solche, dass die Worte unb Itttigefe^tt vielleicht auch 
mit für sie gelten. 

14 f. Vielleicht ist die Hß. unvollendet ; möglicherweise gehören an den Schluss 26 
die Worte: bie befinttionett ber 53?at!^eTnatif, die in Rfl. 3744 als g-Zusatz ab- 
gedruckt sind. 

17 erften? erfte-' 



^t. 3742—3750 (93anb XVII). 281 

3747. L M3. Ell 547. 

Sitte principia ber menjc^Ud^en @rfenntni§ ftnb vel formalia vel 
materialia. ^^ne entt)alten bIo§ "i^a^ 2Ser^altni^3 ber Segriffe in ben Ur= 
t^eilen: entraeber \ia^ logi[d)e ober metap^i^fifci^e. 2)iefe ber 2)inge unb 
5 ftnb ft)nt^etifcl^. (* (äntmeber ber anali)tifd)en unb t)eifjen logifc^ unb gelten 
üor ieben SSerftanb, finb obiectlü (nur nid^t umgefe^rt); ober ber f^nt^eti* 
jc^en unb ^eiffen reale, unb, tt3e{l fte ol)ne (Sinne allgemein au^gefagt 
tüerben, jinb fte entineber grunbfä^e ber ^orm beg SSerftanbeö ober ber 
(Sinnlid^feit [unb gelten in bei)ben fä]; im erfteu trotte finb fte blo§ fubiectiüe 
10 ©efe^e. '^xa gme^ten. ftnb fte nur unter ber Hypothesi ber ©innlid)feit 
obiectio; menn aber bie^Qpot^eft§ fd^on im fubiecte liegt, ftnb fte obiectiü.) 



3748. t. M3. 

9)?ctapl^i)|tfc^e ©runbbegriffe. (Elementarbegriffe. Stjftematifc^e 
©runbbegriffe. 



15 3749. L M3. E 11 499. 

ÜJ?an fann 23egriffe mit einanber öerfniipfen, um fo barauö einen 
größeren 33egrif ^^u mad^en (fi)ntl)etif(i)); ober man fann Segriffe mit 
einanber oerfnüpft gebenfen, um ba^ienige, ü)a§ in i^nen tft, ju erfennen. 

2)ie Segriffe ber Urfad)en finb fi)ntt)etifd^ unb alfo empirifd^. 



20 3750. C M3. Ell 496. 

Sitte principia primitiva ftnb entn^eber elementarfä^e unb ana- 

3 — 5 Die sechs Manuscrij^tzeilen mit den Worten ^txie — fl)nt^ettfcf) sind mit 
einem dicken Strich durchstrichen; wahrscheinlich geschah das nachträglich, als der 
s-Zusatz hinzugefügt wurde, der nach Schri/t und Tinte aus i^ — q^ oder v stammt. 
25 Unter dem s-Zusatz scheint, irie sicher unter der auf ihn folgenden Ufl.4'VJl, 
eine Bleistiftreß. gestanden zu haben. \ \ 11 Es ist nicht ganz unmöglich, dass dem 
roenn das bei Kant gebräuchliche Zeichen für unb vorangeht; dann müsste rtlfo statt 
aber stehen, was sowieso besser passt. 

12 Hfl. 3748 steht linfcs vom Anfang der Nr. .3747 und stellt vielleicht einen 

30 g-Zusatz zu ihr dar. \\ 13 ©vunbbegr? ®rünbe?? Quellen /? 
16 fie statt \o\\17 mad)en? || 19 E.-. Urfoc^e. 
21 prim. (= primitiva? prima (so E.)f)? princ? 



282 9Jef(ejioncn aur 5D^etapl)t)[if. SßI)ofe C. Possibile. 

I^tifi^ ober axiomata unb finb f^nt^etifd^. Unterfd^ieb eines analqtifd^en 
unb fgnt^etifc^en fa^eä überf)aupt. 2)ie rationale ftnb analqtifd^, bie 
emp{ri[d)e fgntl^etifrf), imgleid^en mat^ematifd^e. 



3751. C. M 4'. E II lUO". 808. Zu M § 10: 

9ltd)t fe^en unb aufgeben ift üerfd^ieben. 5 

praedicatorum contradictorie oppositorura utrumque simul ponere 
est impossibile per principium contradictionis. 

praedicatorum contradictorie oppositorum utrumque tollere est 
impossibile per principium exclusi medii, 

praedicatorum contradictorie oppositorura neutrum de aliqvo 10 
cogitare est possibile: regula abstractarum notionum, quae sunt in- 
determinatae; qvod posterius sit possibile, inde patet, qvia, si non 
sint materialia, non est contradictio. 



3752. r. M5'. Ell 7 24. Zu M § M: 

[respectus] 15 

2öer einen ©runb benft, ber benft and^ bie %o{Qi unb umgefetirt: 
e§ ift ein begrif oom respectus. 2)a fein ein[act)erer respectus fan gebadet 
werben, fo ift ber Segrif befjelben aud^ unerflärlid^. 2J?an fan inbeffen 
bod() burrf)ein Urtfjeil oer^inbern, bafe®runb unb folgen nic^t al§ gän^lid) 
einerlei) angejel)en werben: fo ba^ e§ f)ei§t: posita ratione ponitur aliud; 20 
sive: ratio et rationatum sunt di versa. 



3753. t. M 5'. E II 732. Zu M§ 14: 
ratio est vel ponendi vel tollendi. 



5 Diese Bemerkung ist run E. mit Unrecht zu der viel späteren Hfl. 440U 
(hei ihm lliO) gezogen. || (Sff. Im Ms. bilden Z. 6/. und S/. je eine Zeile. In Z. 8/. 25 
sind alle Worte bis auf utrumque tollere und excl. med: durch kleine wayerechte 
Striche ersetzt, ebenso in Z. 10 die links von neutrum stehenden Worte. \\ G contrad: || 
7 impossib: E. löst auf: impossibilitas. || 11 possibil: E. löst au/: possibilitas || 
abstr: || 11— V4 indeterra: || 13 contrad: 

M Vgl. zu dieser Hfl. II 203/., 370/. \\ 19 E: golge || 20-21 aliud: 30 
sive. ratio 



Sfir. 3760-3755 (öonb XVII). 283 

(? respectus est vel logicus: ber 33egriffe (bcr ibentitaet), 
ober realis: ber @Qd)en (realiter diversi).) 
respectus rationis ponentis est iiexus, tollentis est oppositio. 
respectus rationis logicae vel ponendi vel tollendi est analyticus 
rationalis ; 

respectus rationis realis vel ponendi vel tollendi est syntheticus 
empiricus. 



3754, t. M5'. E 11734.733. 
Respectus est vel nexus vel oppositionis, 
10 uterque vel logicus vel realis. 

prior ob identitatem[post] vel contradictionem, posterior non per eas. 
(* ratio et rationatum logicum sunt semper simul, realia post 
se invicera.) 

(In oppositione logica posito uno tollitur aliud.) 
15 (In oppositione reali posito uno tollitur rationatum alterius.) 

(* in priori nexus analytice, in posteriori synthetice cognoscibilis. 
prior rationaliter, posterior empirice.) 
in priori alterutrum est negatio; 
in posteriori utruraqve est positivum. 
20 in priori (* utroqve posito) rationatum est nihil negativum (* sive 

impossibile); 
in posteriori (*utroqve posito) rationatum est nihil privativnm =0. 



3755. t. M6'. Ell 486. 

^ie Sßer{)Qltni§ be§ logifd)en (&}riinbe§ jur ^yolge i[t ein Urt^el. 
2)ie 5Berpltniä beg redgrunbeS i[t ein Segriff. 
2Serfct)iebene [©runbb] primitiöe ^Begriffe üon rcalgrünben. 



1, 2 Die vier eingeklammerten Worte sind im Ms. nicht eingeklammert, wohl aber 
durch einen senkrechten Strich nach links hin abgetrennt. 

8 Die s-Zusätze stammen wohl bis auf utroqve posito in Z. 20 u. 22 (v — xjj) aus 
i2 — x3. II 12 E: realiter || 14: — 15 Die Klammern wurden von Kant wahrscheinlich 
erst nachträglich gemacht. \\ 18 E: negativum || 22 privativum ? privatioüis? pri- 
vativi?.» II =0 fehlt bei E. 

26 üon realgrünben.' uom vealßrmibe? 



284 SRefIcjionen jur SJJetoptitifif. 5ßt)ofe C- Possibile. 

2)te 3KögUc^feit einer realöerfnüpfung in ^rimitiüen ©rünben tan 
nid)t rational eingefe^en werben. 



37S6. C. M5'. E 11818. 264. 728. 727. 

2)a§ 2o9ifd)e ber möglid)feit i[t ber 2Sarl^eit, bag reale ber Wo%\\ä:}= 
feit ber rairüic^feit contrabiftingöirt. 5 

£)aö 3Sert)äItniö ber ibentitaet unb contrabiction negative gebadet, 
b. i. ha ein Segrif bem anbern nid^t ibentifc^ i[t, auc^ nic^t mieberftreitet, 
ift ba§ Iogif(i)e ober formale ber bloßen möglid^feit, ba§ reale ber mögltd)-- 
!eit ift jugleid) ba§> materiale berfelben, unb unfer 33egrif üon bemfelben 
erftreft ftä fo weit wie ba^ einfädle unferer (gm^finbungen, imgleid)en 10 
wie bte primttiüe 3>ert)ültnifee (respectus reales), bte »ir burd^ (ärfa^rung 
fennen lernen. 

2)a§ logifcf)e ber ^Zögltd^feit ift ein SSerpltniS ber SSergleic^nng, 
baö logif(i)e ber 2Barl)eit ein 3Serl)ältnt§ ber 3Serfnüpfung. 

2)ie ßrfentni^ ber logifd^en SSejie^ung ift rational, bk [3tDei)te] 15 
reale ©mptrifdi). 

©runb unb Solge finb ieberjeit tierfd)ieben, aber entroeber (^ nur) 
logifd^, ba bie §olge nur ein S^^eilbegrif üom ®runbe ift (folglich iro er 
gän^ltd^ einerlei mit bemfelben ift, ift er aud^ feine S'olge), ober real, ba 
er nid^t al§ ein tl)etlbegrif jum ©runbe gel)örig, fonbern gan^ üon it)m -jo 
oerfd^ieben gebadet mirb. 

SlQe SSerfuüpfung beö logifdl)en ©runbeö mit ber %o\Qt ift ein \)i' 
\a\)tnb urt^eil, in bem ba^ praebicat bie ^olge unb ba§ Subiect ber 
©runb ift. ^sn realüerfnüpfung ift biefeö niemals; obgleidf) bte ^s-olge ein 
^räbicat ber Urfad^e fet)n fan, fo ift bodl) feine beö ©runbeS in berfelben. 25 
2)ie logifd^e SSerfnüpfung unb SBieberftreit fönnen anali)tifdt) erfannt 
merben unb alfo rational, bie reale nict)t anberö aU empirifd). 2)a alle§ 
empirifdt)e nur leljret, ma^ mit ober naä) einanber gemo^nltdtjer meife ju 
fei)n pflegt (auffer in ben eigenfd^aften be§ 9?aumet?), fo fragt fid), ob inir 



1—2 Vgl. II 370/. 

4 f. (iaiiz ähii/iche Aiisc/riicke unten 3S1 jOf. (Phase x^). Vyl. auch II 77/. \\ 

10 E: (Smpfinbung || 23 tu ber baä || 25 feine? fetner? || E: bemfelben; 

sehr unwahrscheinlich. Die Worte fo — berfelben sind mir unverständlich. Sollte 
nach feine ein Wort wie ,, Andeutung^'' oder „Angabe^^ zu ergänzen sein? 



30 



^x. 3755—3760 («Sanb XVII). 285 

in biefem ®egent)ert)ältmffe ntd^t ben ©runb öon bcr ^olge burd) bk 3eit 
unterfd^eiben. 

5757. C^f/l?;x^^?^/e5. ZuM§U: 

3)q§, befjen pofttion notJ^toenbiger weife (nad^ allgemeinen ®efe^en) 
5 [etwa] mit ber pofttion oon etwas anberem oerbunben ift, ^ei^t fein ®runb. 



Connexum. 
M § 19—33. 
S758. t. M T. E II 731. Zu M § 19: 

possibile, quatenus est rationatum, connexum est a priori; qua- 

10 tenus est ratio, connexum est a posteriori. Qvod nee est ratio nee 

rationatum, est plane inconnexum. Series omnium possibilium sibi 

subordinatorum terminum liabet a priori et a posteriori, et non potest 

[esse] iterum connexum esse cum aliis. 



3759. l. M9'. ZuM§28: 

15 Plura connexa faciunt seriem. Series [connexoruin] coordinatorura 

potest sub idea omnium coutineri, series subordinatorum non item. 
Vocula simul complectitur omnia. 

Rationes primae in serie coordinatarum partium corporis sunt 
siniplicia. 

20 Ens. 

M§ 34—71. 

3760. C? (n^ ^'V ^^ ^^'- ^u M§ 36: 

realitas atqve negatio sunt distinctiones inter absolute sive meta- 



4 belfert dun-hstrk-hen., wohl nur aus Ferse/ieii. || Ö [ettoa]? 

11—13 Schon E. venreist auf II SüHf., 389. 

15 Mit der Tinte von Phase v (? Qf) ist nachträglivh connexa durchstrichen 
und statt dessen iiberyeschrieben: subordinata, sowie iilier dem Anfang des 2. Satzes 
hinzugcfüyt: Plura coordinata aggregationem. || IG omnium? omnis? || 17 Vocula? 



286 SReflefionen iux Wetap!)^[if. ^f)afe C- Ens. 

physice positum vel negativum ac illud, qvod non nisi logice tale 
dicitur, in qvo non nisi respectus est vel positionis vel negationis. 



3761. a (rif xH) M 15' . Ell 845. ZuM§55: 

©in allgemeiner unb bIo§ mögüdjer 33egriff i[t ni(f)t omnimode be« 
terminirt. 2lber ein einzelner Segrif i[t c§ unb fan bocf) bloö mßglid) fetjn. 

£)ie e^t[ten^ fan fein praebicat fei^n, benn fon[t lüürbe ein 2)ing alö 
e?:i[tirenb nur burcf) ein Urtt)eil unb üermittelft beg 3Ser[tanbe§ erfannt 
werben. «So aber erfennen mir ba§ 2)afei)n ber 2)inge burd) (Smpfinbung. 



576«. t. iV 16'. Ell 811. ZuM§59: 

Positio respectiva praedicatorum entis erga se invicera conformiter lo 
principio contradictionis minus in se continet qvam positio simul eo- 
rundem absoluta; ergo ab illa ad hanc non valet conseqventia. 



3763. t,—i. M 17'. ZuM§62: 

(5rbid)tungen fönnen möglid^ fet)n [in sensu absoiu]; »enn man fid) 
aber blo§ mit ifjrer 3D^oglid)feit befct)aftigt, fo wirb barau§ eine ibeale is 
£)en!ung§art. 



3764. l—if (ei) M 19'. Zu M§ 69: 
(* In qvo est quantitas, est quantum.) 

Qvantitas est aliqvoties facta positio eiusdem. Pura est: in qvo, 
qvid sit positum, plane non qvaeritur, sed est aliqvid in genere, uti 20 
in Arithemetica. Qvantitas in concreto est: in qvo, qvid sit positum, 
determinatum est, h. e. in qvo data est qvalitas qvaedam pro uno. 



1 nietaph: || 2 poS: || neg: 

4 omnimode? omnimodo (>io E.)? 

10 praedic: || 12 hac. E: illo ad hoc 26 

18 s-Ziisatz: X— f ? (o—'i V W 19 in qvod \\ 22 in qva 



3lx. 3760-3766 (sBanb XVII). 287 

Unum. Ordo. Verum. Perfectum. 
§72—77. 78-88. 89-93. 94-100. 
3763. ^—yi?(Kif)M20'. Ell 913. 
(* SDie (ätnl^eit i[t bebingt ober unbebingt.) 
5 OJ?Qn t)at burc^ bie 4 @ectionen üieUeid)! nur jagen wollen, 'ba'^ fic^ 

bie 33egriffe üom ©inen, 2Bal)ren, SSoÜfommenen auf alle SDinge iiberl)aupt 
anioenben laffen. 

@in iebe§ 2)ing ift nid)t oiel: bebentet bie tran§[cenbentale ©inl^eit. 
(äin tebe§ 2)ing entt)dlt üieles, tüa§ bod^ einerleq i[t mit einem *: bie 
10 metapl)Qfi[(^e (^ fan größere ober fleinere ßinl^eit fei)n). 

©in iebeä 2)ing ift matjr, b. i.: e§ fan unter allen möglichen SSegriffen 

nid^t geleugnet nierben unb [timmt mit anbern 2)ingen: transjcenbental. 

@tn iebel 2)ing entt)ält warljetten: metapl)t)ftf(!^, 'ta^ principium ber 

elementarfä^e. (" einige 2)inge enthalten jmar SRöglictjfeit, aber nidit 

15 genug metap^i)rtfct)e 2Barl)eit, b. t. bebingte 2J?ögli(^feitO 

@in iebeg 2)ing ift üoHfommen, ma§ e§ ift: tran^fcenbental. 
@in iebe§ l^at realitaet: metap^^ftfc^, e§ ift comparatiü DoQfommen. 
[5)ogj 2)ie abfolute ßinl^eit, SBar^eit unb 3SoÜfomment)eit beftel)t in 
ber 3J?oglid)fett, meiere bie 2lllgnugfamfeit in ftd^ fafet, bie 5RogUct)feit in 
20 aUem respectu unb aQe realitaet. 

*(*■ im ^\xM ift mel^r (Sin^eit al§ im Sßielef. 3)ie (5in{)eit ber 
Äegelfc^nitteO 



Unum. 

M § 72—77. 

3766. r. M 20'. Zu M§73: 

Vnitas est vel absoluta (? categorica) (« numerica), quae opponitur 
multitudini, vel hypothetica, qvateuus pluribus coniunctis competit 



4 Der s-Zusatz (rj — q) stellt vielleicht eine selhstnndige liß. dar. \\ ö ©ectioneil? 

<aectton?? Bei dem Plural ist an die Sectionen IV — VII ruii Pars I Caput I zu 

30 denken. || 8 trausscend : || 9 Nach einem ein Punct. Die beiden folgenden Worte 

hilden möglichenreise den Anfang des g-Zusat:es. \\ 12 tVünS)Cenbental Zusatz des 

Herausgebers. || 13 E: 2öat)rI)Ctt. || 21 s-Zusat:: r]—(). 

26 categoria. || fJer s- Zusatz: x^ — i'. 



288 9ieflejtonen jut Tittap^Xj\[t. 5Pf)afe C Ünum. 

unitas vel coordinando totum vel subordinando: unitas rationis etetiam 
unitas rationati (in Machinis, in scopo). 



Necessarium et contingens. 
M§ 101—123. 
3767. t. M28'. Ell 862. Zu M § 101 .- 
Sllle^fiot^inenbigfeit iftentmeberlogifc^ ober real 3ene ttirb rational, 
tiefe empirifd^ erfaunt. 2)iefer gegenf^eil ^eißt barum unmöglid^, toeil eö 
niemaB gefci^ie^t; iener ©egent^eil gefd)te^t barum niemals, weil eö un= 
moglid^ ift. 



3768' C—x. M29'. Gegenüber von M § 102: lo 

Cuius oppositum est possibile, non ideo dici potest contingens, si 
per oppositum intelligatur aliud, qvod est non A. Etenim [loco] praeter 
Substantiam, cuius determinatio est A, potest esse alia, qvae determi- 
natur per non A; e. g. horaini cogitatio non ideo est contingens, qvia 
alius potest etiam absqve cogitatione esse; [aut] saltem haec contingentia 15 
tantum est logica, non realis, qvia in hoc homine forsitan est necessaria. 
Neqve contingens est substantia, cuius determinationes possunt succedere. 



3769. C/ (ef xfj M31'. Gegenüber der Zifer von M§ 109: 
2)te 2Rogltd^feit o'^ne £)afeQn beffelben 2)inge§ ift ntd^t einerlei mit 
ber 5EJ?ogli(!^fett feine§ 3lid)tfei)ng. 3d) fan mir ©ometeu üorfteüen, bie 20 
nid^tfetjn; aber ftd) üor^ufteüen, bafe bie «Sonne ni(i)t fei), fönte l)t)po= 
tf)etif(i^ nnmögUd^ feqn. 



3770. l^ {x^V Q^ff M31'. Gegenüber von AI § 110: 

2)ie (^ abfolute) 5)?öglic^feit fan nur au§ bem nexu mit allem ^D^ög» 

li^en ertannt werben, e. g. ob in einem triangel bafe Qoabrat einer feite 2:. 

fönne bem ber )3tX)tin anbern gleid^ feqn, fan nid^t au§ einem triangel 



18 Die Rfl. ist mit lileij'edcr gescltrivben. 



«Kit. 3766—3772 (93anb XVII). 289 

Überhaupt, fonbern au§ beften öerfnüpftem 23egrif mit bem reci^ten SBinfel 
er!ant werben. 



Mutahile et immutabile. 
M§ 124—134. 
5 3771. U(y.^f)M36'. Ell 760. ZuM§126: 

9^ott)roenbiö e?:i[tirt ein 2)ing, be[fen ©eöent^eil bes 2)Qfeijn§ un- 
möglich t[t. ©arum i[t boc^ W% ge9entl)eil feiner 33e[timmungen möglich. 
(Sagt man bod) Don oeranberlic^en Singen, ho.^ biefelbe 2)inge successive 
allerlei} 33e[timmungen l)aben. SSenn ba§ ©egentlieil ber 23e[timmungen 
10 äugleid) h(x% ©egent^eil ber (Sadie ü3dre, fo mürbe fein 2)ing üerönberlid) 
\tVjXi. 3a, aud) (s' bei)) einem üerdnberten 2)inge fönnen jelbft bieje SSer= 
änberungen not^irenbig fei^n; benn ^(x§> logijc^e gegentl)eil einer 23e* 
ftimmung be[tel)t barin, bafe an [tatt A in berfelben Seit non A [tatt 
finbe? menn aber [ftatt] auf A non A folgt, fo i[t biefeS [potentiaiiter] dispa- 
16 ratum, non oppositum. 

©er 2Be(i)fel eines £)tnge§ ober 5Beränberung i[t, maä [mit] fe^r too^l 
jufammenftimt unb mo bei)be§ not^menbig auf einanber folgt. 3ftur mufe 
bie ^a^z nic^t aufhören ju feijn, toetl alsbenn aud^ feine fucceffton, 
folglid^ ha^ reale ©egent^eil ift. 



20 Reale et 7iegativum. 

AI § 133— 147. 

3772. ^f (rjfj M39'. Zu M§ 135: 

Realitas est (» beffen 33egrif ift) ro esse; 
Negatio est xo non esse. 



25 8 £: fucccffiü II ii einem Deränbertcn aus ein üeränberteS || 1^—15 Sc 

ftimmungcn. 

24: Statt est To im Ms. ein Strich. 
Äanf8 Schriften, ^iinbfdiriftlidier 9!acl)Iai IV. 19 



290 SRcflejionen jur üKetapt)qfif. $Pt)afc ij. Reale et negativum. 

3773. tf (rjfj M39'. Zu M§ 136: 

Negatio est praedicatum. Ens est subjectum. Ens mere negativum 
foret aliqvid, in qvo nihil est. 



3774, tf (nV MW. Gegenüber und zu M § 139: 
Realitas est vel relative ponens vel relative tollens. diversitas est 6 
tantum a relatione. 

Negatio unius oppositorum est positio alterius. 



Totale et partiale. 
M§ 155—164. 
3775, ^—x^. M47'. ZuM§161: lo 

Ens (* transscendentaliter) maximum est realissimum, et genera- 
liter, in qvo non est qvantitas synthetica sive extensiva, sed intensiva; 
in priori enim synthesis nunqvam est terminata. (» omne minimum vel 
maximum est tantum relative tale. e. g. diameter, peripheria respectu 
areae.) (* Qvantitas comparativa universi: vniversitas.) is 



PHma matheseos intensorum principia. 
M§ 165—190. 
3776. i;—if (ef) (x'f) M 48'. Gegenüber und zu M § 165: 
Conceptus («' absolute) maximi et minimi in synthesi mathematica 
(^ et ideali) sunt conceptus deceptores; sed in synthesi reali qvali- 20 
tatum sunt possibiles et aequantur oranitudini, sed in repetendo 
eodem non datur omnitudo absoluta. 



15 Der erste s-Zuaatz stammt aus q3 — v, der zweite aus w, der dritte aus 
x^ — e'. Aus q3 — u stammt noch ein weiterer Zusatz, der über der Rfl. steht und., 
verbunden mit ihren ersten beiden Worten, folgendermassen lautet: Ens tanquam 26 
maximum a priori cognoscibile est, in qvo est omnitudo realitas {lies: realitatis). 



'Jit. 3773-3782 (iSanb XVII). 291 



3777, t—r]. M48'. Zu M§ 165, 166: 
plura in ente vel numeranda vel ponderanda. 
minimum rationis est momentum. 



Substantia et accidens. 
M § 191—204. 
3778, L MÖ8'. Zu M § 191: 
determinationes negativae non sunt accidentia. 



3779. t—rjf (t'f) (xO M'i8. E II 692. Zu M§ 191: 
2)er @mpinfd)e SSegrif ber fub[tan^ t[t bie ibentitaet bet) atten oarie» 
10 taetcn. 



3780. L MOS'. ZuM§192: 
inhaerentia non est accidens. 



3781. t. M58'. EU 247. ZuM§192: 
In qvolibet accidente piimo spectatur respectus dependentiae 
16 realis a [subiecto] substantia, secundo respectus logicus tanqvam prae- 
dicati erga subiectum. Si sit prius soluramodo, non ideo rationatum 
inhaeret rationi, quemadmodum spinoza perperam statuit de mundo 
in relatione erga deum. si sit tantum posterius, subiectum erit tautum 
logicura, non substantia, et praedicatum determinatio, non accidens. 



20 3782. C. M68'. ZuM§193: 

SlHc eigenfd^atten, meiere bie £)ic^ter perjonificircn, jtnb phaeno- 
mena substantiata. 



19 substia II determ: || Vittltk-Iit ist Hfl. 4^>'.9.'A liciundfrn i/ir I. Abnat:, ein 
S'Zunutz zu Rfl. 3781. 

19* 



292 Sfleflejioncn jur 5D?etapl)i)[if. ^Jßfja^e C- Substantia et accidens. 

3783. C—r,. M5H'. E II U2. Gegenüber von M § 193 : 
2)ie accidentia jtnb ni(^t befonbere ©inge, bie bem jubiect in= 
{)aeriren, fonbern ^)raebicate eines fubieds, b. i. arten, wie ba§ fubiect 
e;ii[tirt. 3)er33egnf ber in^aeren^ i[t ein logifd^eS ^ülfSmittel, lüeil man 
bajelbft aUe faci^en in form ber praebicate üorftelten fan. s 



3784. t—x\ M5S'. Ell 689. 

Utrum [s] accidens sit accessorium aliqvod ad substantiam (^ uti 
color) et proprie ipsi inhaereat an forma tantum ipsius substantiae 
positiva et actualis ipsius determinatio'? e. g. Motus corpori inhaerens. 



3785. l. Mo9\ E 11706. ZuM§197: lo 

trina sunt cogitanda: substantia, accidens, respectus utriusque. 
Hie vero vel accidentis et est inhaerentia; vel substantiae et [est] hie 
iterum vel potentialis rationis et est vis, vel actuantis et est actio. 



3786. C. M59'. Ell 707. Zu M § 197 : 

Qvemadmodum in logicis distingvitur subiectum, praedicatum et 15 
respectus ideoque [praedicatum] respectus non est praedicatum, ita et 
in realibus. vis non est accidens, sed respectus substantiae tanquam 
rationis [resp] erga accidentia. 



Simplex et compositum. 

M§ 224—229. so 

3787. C M68'. E II 723. ZuM§225: 
2)er respectus eineS partis unb feine§ complementi ad totum mufe 
[mutuis] mutuus unb homogeneus fe^n; alfo fan eine S^olge ntc^t ein 
S^eil öom ©runbe fei^n unb mit bem ®runbe al§ ein %^t\\ ju bemfelben 
ganzen ©e^ören. 2)er ©ebanfe ift nic^t ein 2;^eil be§ ^enfd^en, fonbern 25 
feine ^^olge. 



9ir. 3783—3791 (Sonb XVII). 293 

3788. C- Mß^'- E 111217. ZuM§226: 

Modus compositionis non est essentia compositi, sed compositionis. 

Corapositio est forma. Partes materia. 



Monas. 
6 M § 230—245. 

3789. ^. M70'. E 11393. ZuM§233: 
2)ie %xa^t ift, ob (^ in) einem composito substantiali feine fubftan^, 
fonbern nur fubftan^en [eijen, unb ob nur ber pluralis baoon moglicf) fe^. 
(ätn totum syntheticum i[t, beffen [Sfie] 3ufai"w^enfe^""9 f^cft ber mög= 
10 Uc^feit naä) auf bie J^eile grünbet, bie auä) o^ne [biei'e] aöe ^ujammen^ 
fe^ung ftc^ bencfen la[jen. (Sin totum analyticum ift, beffen 3:^eile it)rer 
SRoglid^feit nad) fc^on bie 3ufammen[e^ung im ganzen oorauöfe^en. 
Spatium unb tempus ftnb tota analytica, bk cörper synthetica. Compo- 
situm ex substantiis est totum syntheticum. Totum analyticum nee est 
16 compositum ex substantiis nee ex accidentibus, sed totum possibilium 
relationum. 



3790. C—r] f (^'V M7f. Zu M§ 239: 
gntmeber entt)alt ber 9?aum ben ®runb ber 5J?5gUc^feit oon ber 
compraefen^ oieler fubftan|en unb it)rer relationen, ober biefe entf)alten 
20 ben ®runb ber ^JJöglii^feit be§ 9f?aume§. 



3791. C- ^173'. E 11610.616.466. ZuM§244: 

divisio est vel logica, qvatenus varia tanqvam contenta sub aliqva 

notione superiori spectantur. Mattiematica, qvatenus plura tanqvam 

partes eiusdem totius distinguuntur (divisio idealis). Physica, qvatenus 

25 agitur in partes ita, ut tollatur nexus realis, per qvem coustituunt idem 

totum (divisio realis). 



7 einem aus eä || 5 In fubftan|en ist die Endung mit anderer Tinte (etwa in 
V — \p) deutlicher nachgezogen. \\ 13 Statt unb das bei Kant übliche Sigel. E. setzt et. || 
16 relationum? relativum? 
80 24 distinguntur || 26 Die Schlussklammer /eh/t. 



294 9lefIcjioncn jux Tldapf>t)\it 5)3^afe C- Monas. 

(« Monas nee est Mathematice divisibilis, qvoniam plura in ipsa 
discernibilia non sunt partes, sed rationata. 

divisio logica ab analysi distingvitur; posterior est divisio noti- 
onis [pr] et metaphysica; prior divisio sphaerae notionis, et, qvo 
minus notio est metaphysice indivisibilis, eo major sphaera.) 6 



Finitum et inßmturn. 
M§ 246— 264. 
3792. C- ^^73'. ZuM§246: 

Momentura est elementum rationis. Igitur Momentum descensus 
liberi in piano inclinato est diversum. Momenta in facto. lo 



3793. C- M73'. ZuM§246: 

(* Qvantitas unius ut totius est extensive spectata. 
Qvantitas unius ut rationis est intensive spectata.) 
[Sie 2B] (g§ ift in einem Äefjel üott jiebenbem Sßaffer mel^r Södrme 
ol§ in einem Söffet beffelben, aber nid)t größere, ^xoit} (5fel jiel^en einen 15 
SBagen mit me^r ©efdjmtnbigfeit, aber nid)t mit größerer. 

2Benn öiel einzelne fo nid^t fönnen üerbunben merben, 'i^Q.'i^ jie einen 

größeren ®rab geben bricht ab. 

2Ret)r Sugenb, größere Sugenb; me^r 2ßol^lfartl), größere SBo^Ifart^. 



3794. a (x'fJM74'. ZuM§248: 

2)ie Unenbltc^feit bejiel^t ftc^ auf bie Slbttejen^eit eine^ 6nbe§ 
(liraitis), entmeber im l)injut^un: unb benu ift e§ baö ©röfeefte, ober im 



20 



1 — 5 Wegen des inneren Zusammenhanges mit den Zeilen 29322—26 lasse ich die 
Zeilen 1 — 5 hier als s-Zusatz abdrucken, obicohl sie nicht als solche gekennzeichnet 
sind. Sie entstammen der Phase & C? r]? xf). \\ 1 Vgl. II 2S6/., 323/. \\ ipso || 26 
ö Statt indivisibilis rnuss es htissen: divisibilis. Vgl. XVI 564/., 619/. 

9 Zu Momentum vgl. XIV 122—9. 

12 Der s-Zusatz, rielleichf einr selbständige Hfl., stammt ans t] — <f'. 



SRr. 3791—3798 (5Banb XVII). 295 

flintücgne^mcn: unb bcnn ift cö nid^t barum ba§ gr5fee[tc. 2)q§ erftcre ift 
gletd^fam tüte eine Sinie, gu ber feine fan ^injuget^an werben. 2)aö gtt)et)te 
wie eine, oon ber eine ©erotffe ßinie niemals fo fan weggenommen werben, 
ha^ fte ba§ ©nbe treffe. 



379S. C. J^76'. EH 1702. ZuM§252: 
nondum constat, utrum maxima realitas in ente compossibilis 
sit simultaneo vel in serie successiva. 



Simultanea. 
M§ 280— 296. 
10 3796, C- M89'. ZuM§295: 

Extensum impenetrabile iners est materia. 



Successiva. 
M § 297—306. 
3797, r. M91'. Ell 391. Gegenüber und zu M § 301: 
16 Existentia entis, cui succedit omnis duratio, est Initiuni. 

Existentia entis, quae succedit omni durationi, est Finis. 
Initium et finis sunt termini durationis, alterum a parte ante, 
alterum a parte post. Initium et finis sunt Instantia. 



UtiHtas. 
20 M§ 336—340. 

3798. C- M102'. ZuM§336: 
3Rü^lic^ ift, was mittelbar angenet)m, b. t. jur ©lüffeeligfeit ein 

1 borum aus boä 

6 E: compossibili 
25 14 — 18 Diese Rfl. ist von Kant auch noch in dem Semester benutzt, dem die 

V. Schön'sche Metaphysik- Nachschrift entstammt, vgl. in „Vol. VII" den Abschnitt 
-Von der Zeit^. 



296 SReflejionen jur HJletop^Qfif . ^tjofeC- ütilitas. 

«Kittel ift; benn bie SSergnügen ftnb bte Elemente ber ©lüfjeeligfeit, bie 
SSoflfommenl^eit be[tet)t au§ anbern. 



Prolegomena. 

M§ 351—353. 6 

5799. ^ftjffx^fj MUr. E II 1335. Zu M § 351ff.: 
SBenn ber SSegrif ber 3Belt ^d^ gan|e alter ^Roglic^en 2)inge, bie 
ncmlt^ in bem gufammen'^ange mit bem aßgnugfamen ®runbe moglid^ 
fe^n, bebeutete, fo toürbe er frud^tbarer fe^n. 

3Son ber coSmologie, 1. commercium ber fubftanjen. lo 



Notio mundi affirmativa, 
M§ 354—378. 
3800. ^f (ef) M 118'. Zu M§ 379: 

Qvaestio duplex est: utrum mundo cuidam dato alius* possit 
surrog.ari, h. e. substitui, an mundo dato alius superaddi. prius licet 15 
per contingentiam (nisi supponatur habere debere totalitatem simpli- 
citer talem); posterius non licet propterea qvod iuncta forent tempore 
vel eadem [vel] ipsius parte vel diversis. 

* (* alius ift entlüeber per oppositionem ober per additionem.) 



Notio 7nundi negativa. 20 

M § 380—391. 
3801. l. M 121'. 121. E II 1736. Zu M § 386. 

AI 121': 

Lex continuitatis mathematica est : Spatium et tempus sunt 
continua. 26 

2 anbern (sc. (glemetiten; ? anbcrm? 

19 s-Zusatz: ),2—v3t (^Sf) 

22 ff. Zu dieser Rß. vgl. 11 399 j. \\ 24 E: et spatium 



mx. 3798—3803 (öoitb XVII). 297 

Lex continuitatis physica est: sicuti inter qvaelibet puncta extra 
se invicem posita in serie simultanea [est spatium] interiacet series 
punctorum continua, ita etiara duobus statibus sibi succedentibus 
interiacet series statuum conti nua, [quemadmodum] et in diversitate 
ö series graduura diversitatis continua. e. g. Motus non mutatur directio 
nisi per continuam graduum directionum interiacentium interposi- 
tionem. Ita nee forsitan status mentis. 

Lex continuitatis cosmologica est. Qvibuslibet speciebus diversis 
interiacent omnes possibiles gradus intermedii, et est graduum diversi- 
10 tatis series continua. 

Lex continuitatis Logica. 
C Äetne folge jtt)ei)er ßuftänbe ift unmittelbar, fonft ttürbe ein 
augenblif benjelben gemein fet)n: simultaneorum oppositorum contra- 
dictio.) 



15 3802. C M122'. Ell 1707. ZtiM§388: 

Causa et causatum non pertinent ad idem totum, qvia tum causa 
a se ipsa externe pateretur; ergo causa mundi est ens extramundanum. 



Partes universi simplices. 
M§ 392-405. 
3803. t. M123'. Ell 248. ZuM§392: 
Omnis spinozista est egoista. qvaeritur, utrum omnis egoista ne- 
cessario sit spinozista. 



3 E: sequentibus || 6 E: contimiorum || 9 gradus fehlte schon von E. er- 
gänzt. II 12 s-Zusatz: v? (q^?) (fif) (xS?); vielleicht ist er eine selbstäjidige Rfl. || 
25 13 simult: opposit: In contradictio (Jus Wort steht auf M 121) die Endung un- 
sicher. Ist zu ergänzen: simultaneitas oppositorum contradictoria? E: contra- 
dictorie. 

17 E: erga 

21 Die von Pülitz hrsgg. Metaphysik bejaht S. 101 die Frage: „Der dog- 
SO matische Egoismus ist ein versteckter Spinozismus.^'- Vgl. zum mundus egoisticus 
auch II 389. 



298 SReftcjionen jur SKetapIiQftf. ^p^ofc C- Mundus optimus. 

Mundus optimus. 
M§ 436— 447. 

3804, ^. M142'. ZuM§436: 

Perfectio mundi absoluta non consistit in multitudine, ordine, varie- 
tate substantiarum, sed in maximo [sensu] et purissimo voluptatis sensu, s 
Hinc regulae perfectionis ita sie dictae physico mechanicae non colli- 
duntur cum pnevmaticis, qvippe illis nulla inest perfectio. 



380S. C- MU6'. ZuM§446: 

@ö ftcl)en niemals Siegeln bcr 3SoUfomment)eit bcr ©eiftermclt unb 
natürli(f)en in coüifion, benn bie le|tc l)at feine abjolute SSonfommen^eit. lo 



Substantiarum mundanarum commercium. 
M § 448—465. 

3806. a (s'fj (i'fj M 147'. E II 768. Zu M § 448: 
2)er Unterf^ieb jwij^en bem influxu ideali unb reali mac^t fein 
unterfd)ieblic^e§ fi)[letn, jonbern ift bloS ein rid^tig beftimter 33egrit oom is 
influxus übertjaupt. SBeil aber aller influxus ibeal ift, fo läfet jtdf) barouS 
f(j|)lie&en, ta^ e§ nic^t anberg moglidt) mirb, eine harmonia ber fubftanjen 
in tl)rer @elb[ttt)ätigfeit ju gebenfen, al§ in fo fern fie abt)ängen t»on einem.* 
^anm. unb S^it jinb bie erften 33ejiel^ungen, meiere aKe 5)inge 
baburc!^ befommen, unb bie erften ©rünbe ber möglid^feit eines SBelt- 20 
gangen. 

*(^ 2)ie Stl^eorie be§ influxus idealis ift ni(i)t ein [®runb cinesi] 
befonbereS ©gftem, fonbern ein ®runb ber 8lbfcl)affung ts.§ influxus 
physici. SllSbenn mufe [nod) bie 5DZögUc^feit] gezeigt werben, tote eine 
harmonia sub conditione influxus realis möglid^ fei). SllSbenn mufe 26 
bk 50?£)gli(!^feit [elneä influxus] einer harmoniae praestabilitae ober Oiel* 
mel^r it)re ^Rottjmenbigfeit gemiejen merben.) 



5(tr. 3804—3808 (IBanb XVII). 299 

Finiti Spiritus extra hominem. 
M§ 796-799, 
3807. t. M327'. ZuM§796: 

SSernünftige SBefen in anbern 2Belten (* tt)eurgte). spiritus astrales. 
6 angeli. ßinflufe i« ^ß" ®eift be§ 3Ken[(f)en. ßitation Slbgejd^iebener 
(Seelen ober nod^ lebenber, fpücfen. 

^oltergeifter. (MboL ^etifd). Sloligmann. Slmulet ji)mpat^ie.) 
SftiebejQl^I. (" cobolb.) incubi, succubi, belrio. 
2Beci^feIbalg. Vampyr. (* Unterirbifc^e.) 
10 SBafjernijfen. Sergmannlein, ©eifterfel^en. 

(Sitation. Pactum. Magia. obsessio. Exorcismus. 23au(i^rebner. 



Theologia naturalis. 
Prolegomena. 

M§ 800—802. 
15 3808. l. M329. 

$Da§ Urwefen (2)a§ [crfte] unabhängige), ^ö(^fte, oberfte SBenn. 
(®runb.) 2)a§ SBefen aüer SBejen (oon aUen). SDer ober[tc ®runb üon 
aöern. 

2)afe er feine ^olge, folglich ein er[te§, 
20 2)afe er ein (? erfter) ®runb, 

£)afe er ein ®runb üon altem feQ. 



4 s-Zusatz: xpf (v—xf) \\ 7, 9 s-Zusätze: t^—v. \\ 7 Nach ibol ein Vtr- 
weisuugszeichen, dem kein 2. entspricht. \\ Statt jl)mpatt)ie im Ms. sym, nickt als 
Abkürzung, sondern Kant hat ivoht vorzeitig abbrechen müssen. Die Buchstaben 

25 stehen unter dem (I) von S^ettf^ und dem %(x von SaliÖtnann, rechts von cobolb, 
über . . i succ in Z. 8. Noch mehr als nach sym sehen sie nach syon aus; vorn 
könnte auch ein h stehen. Doch iveiss ich nicht, was die Buchstaben bedeuten sollen, 
u-enn man nicht sym liest. Über f^mpotl^ie vgl. Zedlers Grosses vollständiges 
Universallexicon Bd. 41, 1744, S. 717—750. || 8 Vgl. M. A. Delrio: Disquisitionum 

80 Magicarum L. VI. 1599/. und öfter. 

16 unabt)änge || oberfte 2öenn = oberste Bedingung f oder verschrieben für 
oberfte SOefen? || 17 ollen? allem? || IS oUem? oUen? |1 21 allem? aUen? 



300 JReftcjionen jur 5Ketap!)Qftf. ^^afe C- Theologia naturalis. Prolegomena. 

3809, V (^^V M329. 

2)ie 2J?ogI{c^feit eineä 2)inge§ ift 2\a^: entroeber 1, \i(x^, toaS \iOi \\\, 
auf eine ©emifee SBeife SSerbunben werbe nad^ ®efe^en, tüeld^e in it)nen 
oermöge if)rer eigenen ©igenfc^aften fd^on [tattfinben* e. g. SBenn ^ol^ 
ta ift, |o ift ein §au§ au§ ^oI| möglich, ober auc^ bafe au§ Gräften eine s 
2Birfung fliege. 2, 2)ie 9Köglid)feit, tüo nid)t§ ba ift; ü3eil aläbenn feine 
9J?aterie "i^a ift p irgenb etwas, fo fan aud^ ber 33egrif öon feinem 2)inge 
entfpringen. Sllfo ift ber Segrif ber 5J?oglid^feit xoo^X logice oor ber 
2Birflid)feit nac!^ gegebenen SSegriffen, aber realiter geltet er nid^t üor 
allem mirflid^en oor'^er. 2llfo ift [ba^ientge] ein 2Befen, toeld^eS bie materie lo 
ju aller möglid^feit enthält unb beg bem bie 9J?oglid^feit oon ber SBirflic^» 
feit gu unterfc^eiben ift, eben fo ungereimt, al§, n3enn man ben9laum üor 
ein obiect nimmt, man nidt)t fagen fan, er fe^ moglid^. 



3810. ^f (x'fj AI 329. 

2)ie 2J?oglic^feit mirb logifc^ nur eingefel^en burd^ [pr] urtfjeile, in is 
tt)eld)en feine SSerfnüpfung, aud^ fein mieberftreit ift. 



3811. C? (x^f) M329. E II 1586. 

SlUe HBgationes finb ©c^ranfen. 2)ie @cl)ranfen überf)aupt finb nur 
möglid^ burd^§ unbefd^ränfte. 2)emnad^ ift ha§> Unbefd^ränfte bafe, too« 



10 — 13 Ich interpretire den Schlusssatz im Sinn des ©tnjtg ntÖgtid)en Söcmetä- 20 

grunbeg: beim ens realissimum, das bie Ttiateric ju oflev niöglici)feit entf)äU, würde 

es ungereimt sein, ?wch zwischen SO^ogIid)feit und 2Btrflid)feit unterscheiden zu wollen 
wie bei Erfahrungsdingen (so dass nur die 33iOgIid[)fett des Begriffs feststünde, die 
233irflid)feit des Dinges aber noch besonders bewiesen iverden müsste); es ist vielmehr 
schlechterdings nothwendig, da seine Aufhebung oder Verneinung alle Möglichkeit über- 25 
haupt vertilgen würde (II 83). — Nach den Schlussivorten scheint Kant selbst den 
diaum nicht üor ein obiect zu nehmen, also nicht auf dem Standpunkt von 1768 
zu stehen. Da der transscendentale Idealismus anderseits mit keinem Wort angedeutet 
wird, scheint die natürliche Auffassung die zu sein, dass Kant den Raum wie in den 

Rfl. 3874 und 3875 für eine bloffe ü3iogIid)feit hält, beren ®egentt)eil aber (dass so 
kein Raum sei) unmöglich ift. 



mx. 3809—3813 (Sonb XVII). 301 

burd) alles anbre tnögltc^ ift. 2)ie SJJögUd^fett ber 2)inge ascendendo 

gef^teljt burd^ bie SSergleid^ung, descendendo üjirb fte burd^ ableitung 
eingefe^en. 



Exsistentia Dei. 
M§ 803—862. 

3812, L M332'. E II 1674. Zu M§ 811 ff.: 

Sm Söolfifc^en 23eweife fan man mo^l bie inbepenben^, aber nid^t bie 
(3 innere) notl)menbigfeit erfenen; benn fein SDaje^n ift nur um ber Söelt 
ttjiUen not^menbig. 

2lu§ ber not^ffienbigfeit fc!t)lie&ter bie omnitudinem realitatum. 

SBenn \>Qi§> richtig ift, [^ia^l fo ^atte er nid^t not^ig, eine erfa^rung ^u fub= 
ftruiren. 

©§ ift feltfam, ha^ man \i({% £)afeQn eines fct)lec^terbing§ not^= 
roenbigen 2ßefen§ auS etraaS anberem al§ au§ bem nottjtoenbigen belrieifen 
H)iü. £)enn, n^enn man üerftel)t, maS fd()led^tl)in notf)ü3enbig bebeute, unb 
erfennt, \iQ.^ ber 33egrift etmaä \zX), fo ift ber SSeiüeiS gefc^e^en. 2BeiS man 
biefeS nidf)t bricht ah. 



3813. l. M333'. E II 1589. Gegeyiüber von M §814: 

@S foü bemiefen merben, 1 . bafe ein abfolut not^aenbigeS SSefen möglid^ 
fe^. 2. 3!)afe e§ realissimum fe^. SDie Slbfolute 5Rot^menbigfeit beS 3)inge§ 
mufe au§ SBegriffen [unb mcf)t auä] hergeleitet werben unb nid^t au§ ber 
2Serpltnt§ mit anberm e^-iftirenben. 

@ie befielt nid)t barin, ^(x^ bag ®egentl^eil fiel) felbft n3ieberfprtd)t. 

^ein ®egentl)eil be§ 2)afei)n§ nDieberfprid^t fidi); nur ber (Sä^e, 

(5§ mufe alfo in SSerfnüpfung mit bem ?[Roglid^en not^iuenbig fe^n. 
5Ric^t als eine %q\^z, fonbern als ein ®runb. 

2)ie ?D?öglid^feit ift eine refpectioe pofttion. (5s fan jmar öteleS ber 
2Jiöglidi)feit nad^ gefegt merben, ob eS gleid^ nidl)t absolute gefegt ift; aber 
ot)ne baS gar nid^ts e^iftirt, ift feine möglid^feit. 



30 Id anbetet || 16 erfennen 

19 1. fehlt. II 22 anberm' anbetn! 



302 SReflejtonen jur ÜKetaptigftf. $P^afe C- Exsistentia Dei. 

(3 Sitte einfädle ^JJöglic^teiten entl^dten ben WakxiaUn ®runb 
ber üi?5glid)feit; i^re ÜKöglic^feit beruhet nid^t auf bem iSa| be§ 
SBieberfprud^S.) 



3514. C? ^f M333'. Gegenüber der Ziffer von M§81ö: 

Sitte Urttjeile jtnb logifcl) ober real. 2)ie le^te jtnb öon ber ©jriften^ 6 

unb tönen, üjenn fte bie abfolute notl)iüenbigfeit betreffen, ni(!^t burc!^ ben 

@o^ be§ Sßieberfpruc^S erfannt »erben. 



381S, C AI 336'. ZuM§824: 

®ott enthält bie SRaterialen ®runb üon atter ^Wöglid^feit, unb l^ierin 
liegt jugleic^ laut bem principio contradictionis ber formale ®runb ber- lo 
felben. 

2)a§ ©Ott ben ®runb oon bem SBefen ber 2)inge entl^ölt, ift feine 
perfectio operativa, fonbem qviescens. 

2)ie ®ottltc^e Slttgnugfamfeit ift entmeber omnisufficientia interna 
vel externa. i6 



3816. ^?K'f M337'. ZuM§826f 

©Ott mirb [erftUdi] oorgeftettt alä ba§ SBefen üon ber ^öc^ften SSott» 
fommenl^ett, a\§ ein ®runb, nemlid^ aU ein @runb atter SSottfommen» 
t)etten im ontologifd^en, jtoeQtenS im co§motl)eologifcl^en Jßerftanbe. 



3817, C. M337'. Gegenüber von 16 1 lo. Zu M § 826 : so 

5iaci^ ber analogte emptrifc^er ^Begriffe bricht ab^ 



Iff, Der g- Zusatz ist zwischen Rfl. 3813 und 3814 nachträylich eingeßiyt und stellt 
möglicherweise eine selbständige Rfl. dar. Sehn/'! and Tinte sind ganz ähnlich wie in 
Xr. 3813, während Rfl. 3814 einen ganz andern Charakter trägt, offenbar sehr flüchtig 
geschrieben ist und dadurch von den übrigen, durchweg sehr sorgfältig geschriebenen 
Reflexionen aus C stark absticht. 

13 Vgl. M § 815, II 14: omni (wJil erst später) übergeschrieben. 



9lr. 3813—3823 (öanb XVII). 303 

3818. t-rj? (x'fj M337'. E 111670. ZuM§826: 

analogie beä 23linb gebo^rnen in Slnfe^ung ber ^(xvhiu unb %\)hm. 

2)ie ©rfentniä ber ©igenjc^aften ®ottc§ in 3ln[e{)ung beö moralifc^en ift 

bogmatifc^ unb pofttiü, in Slnje^ung beä tt)eorett[c^en ift [anaio] critifcf) 

5 unb negatio. ^a§ man ni(^t irre, ift ha^ oorne^mfte. Sllfo ift bie 

tl^eorettjd^e (5rfentntö, bie irir bebürfen, fel)r einfältig. 



3S19. C- i^/558'. ZuM§828: 



Tloxa{i\ä^z ©igenfc^aften. 
2)ie ©üttgfeit beS (Sd)öpfer§, 
^ie^eüigfett be§ ©efe^geberS, 
2)te ®ere(f)ttgfett be§ 9iic^ter^. 



SlUgnugfamfeit ber 2)auer, ber 

2KQ(^t, ber [StUrcirfentieit nad)] (gr« 

fentniä nad^. ©migfeit, Slümad^t, 

Siawiffen^eit. 



3820, C—x'. M3U'. ZuM§846: 

2)afe eö ein Urojefen gebe, 
ob eö mef)r Urtnefen gebe? 



3«;?1. C— x^ 3/^4.^'. ZuM§846: 

SDag es nur ein DoÜfornmenfteg Sßefen geben fönne, ift flor. 



3822. C— x'. M3U'. ZuM§846: 

2){e oberfte Urfad^e ift ber Urt)eber ber SBelt burd^ l^rei^^eit. 
raundus est ens ab alio, sed non a pluribus, sed ab uno; non per 
20 naturam, sed per libertatem ; ergo causa mundi est auctor et Dens; qvod 
Deus autem sit simul omnisufficiens et vnicus, inde concludi non potest. 



3823. C—^^. M 344. Zu M § 846 ,,polytheismus" : 
A^trum sint dii comparativi, qvorum ius est respectu hominum 
absolutam atque subiectio hominum naturalis. Negatur. nam non datur 



304 gtefiejtonen aur 3Ketap£)i)ftf. SP^ofe C. Exsistentia Dei. 

subiectio naturalis, nisi sub voluntate eins, qvi non potest obligari, ergo 
non sub creatura. 



Intellectus Dei. 
M§ 863—889. 
3824. C— o. M3Ö6'. Zu M§ 874 ff.: 

3nbepeuben^ unb omnifufficien^ ftnb bie äteei) principia cognos- 
citiva, bie eigenfciajten ®otte§ ju beftimmen. 



3825, C— §• M3Ö6'. ZuM§874: 

Cognitio prototypa: causa rerum. 

Cognitio ectypa: causatum. lo 



3826. L—o: M356'. ZuM§874: 

©Ott erfennt atteö, inbem er ftc^ felbft erfennt. 

SDer 2Renf(^ erfennt ftd^ felb[t, inbem er anbere 2)inge er!ennt. 



Voluntas Dei. 

M § 890—925. 15 

3827. a(x'VM363'. ZuM§890ff.: 
Wan fönte fragen, ob aud) aüer SBiUe eine SSorfteUung be§ guten 
im obiecte öorau§fe^e unb ob ber, fo ba§ !^ö(!^[te ®ut miü, ni(!^tnocf) mel^r 
tooUen fönne aU gut i[t; ber le^te njitte. 2öenn ber ®runb be§ 2BoUen§ 
nid)t eine causam moventem in bem obiect nötf)ig f)at, fonbern in be§ ao 
fubiectS ^latur beruht, fo biicht ab. 



3828. i;? (x'f) M364'. ZuM§893: 
2)er SewegungSgrunb gotteä ift nur analogifd^ mit unjerm üer= 
ttanbt; fein ®runb feiner l^anblung ift in bem obiect; fonbern, weil er 

23 unfcrm? unfern? 25 



0ir. 3823—3830 (Öanb XVII). 3q5 

ftd^ felbft alä bie Urfad^e unb alä bie öoUfommenfte Ur|act)e betrachtet, 
fo i[t er ber Url^eber be§ 33e[ten. 



Creatio mundi. 
M§ 926—941. 
5 3829, l? (yi'f) M379'. 

2)te begriffe ber fubftan^en, in fo fern fte Qb[trQ()irt [ei)n, finb nur 

refpectiö: batjer bie Äorper fubfton^en ftnb, in fo fern fte bie fubiecten ber 

inl)aeren^ i^rer accibentien feqn unb feinem anbern befannten fubiect 

in^aeriren; fte njürben aber nic^t fub[tan|en ^eiffen, in fo fern fte n)iebe= 

10 rum txn anber fubtect [fei)ii] {)aben, baoon [ie bIo§ bie SBirfungen fei}n. 



S830, L. M:iH4'. E II I49H. ZuM§9:iH: 

derjenige SBille, mit bem ein fleiner (^ erfanteä) ®ut me^r über= 

einftiinmt al§ ein ©röfeereö, ift ein fc^lec^terer SBiUe. ©er 33en)eiä wirb 

^ier a posteriori geflirrt, \i<x^ feine beffere 2Belt möglich fei). ߧ müftc 

15 im fQÜe [bafe] ber unenblidjen ^ei^e befferer SBelten fein befter 2BiI(e 

möglid^ feijn. '^(x, ein jeber mögliche SBiüe luäre unenblic^ bofe. @l ift 

ber 33en3ei§ be§ Optimismus unter ber .pijpot^efe : e§ ift ein ®ott, eöi= 

benter als felbft ber 23eiüei§ üom ©ottUdjen 2)afei)n. ja, er ift nod^ nö= 

tl)iger, ober üielme^r man bebarf ber ibee oon ®ott nur barum. 5Rur 

30 bie ibee be§ maximi fan mid^ lehren, tt3a§ id^ mid() oon ®ott ju ge= 

iiiärtigen l)abe. 

(5ä fragt fic^, ob nic^t gar nur eine einzige SBelt möglid^ fei). 
C 5D^an fan ftc^ gar fein 5)afei)n oorftellen (einftimmig mit ber 
SSernunft), melcf)e§ mit bem nid^t fei)n gleich moglid^ fei). £)iefe§ ift aud^ 
•2.-. ak^ eine fc^wierigfeit bov ben rationalen 23egrit ber ^ren^eit anzufeilen.) 



* \[)xtxrf \{)xt\\? I, 9 f. fern «iebevunt 

15 Zu bei unenblid)en 9Jeil)e defierer SBelten "//. // -i-}/.. I5:i. • 2H --Zn- 
vtz: r,2f (,2f) y 2,5 ben? bem^ 

Äant s g^riften v.inb'cferiftlidjer -Ji.icMat;. 1\ . 20 



306 JRefIejioncn jur Wietapljtj^it Jß^ofe C. Creatio raundi. 

3831, C. M385'. ZuM§940: 

Vtrum possibile sit, creare substantiam spontaneam aut datigradus 
spontaneitatis. 

Providentia. 
§ 950—975. 

3832, C— 0- M391'. E II 363. Ganz oben auf der Seite: 
3J?an toirb el^er jagen: ber unenblid^e 3Raum ift in ®ott, al§: ©ott 

ift in bem unenblid^en 9?aum. 



Revelatio. 
M§ 982— 1000. 10 

3833. fe— x^ M406'. Zu M § 999, 1000: 
Naturalismus est vel methodi vel naturalismus dogmaticus; poste- 
rior est vel conservationis vel ortus, hie autem est atheismus. Natura- 
lismus methodi est vel propaedeuticae vel vniversalis; prior est epicuii 
et admodum rationalis, posterior est atheismus negative talis. 15 

7 K: ift ©Ott 



Phase rj. 

Possibile. 

3834. r^? iLinf Qfv^f M 3. E II 299. 

2)ic synthesis ift entroeber p'^ilojop^ifc^ ober matf)ematifc^ unb eben 
fo auc^ bie Analysis; bie p^Uo[op{)i|cl^e synthesis i[t bie 23erbtnbunfl 
burc^ einen ®runb. 



3835. i] / /< fi? Qf v^ t M 3. Zu M § 7 : 
"ilid^H bem SSegriffe ober bem ©ajei^n nac^. 



3836, Vj/ u ! 5? qI v'^ l M 3. Am Innenrand neben § 7 : 
(5§ get)ören materialien unb ^-orm ^ur Unmogli(f)feit, jum 5Jid)t^ 
möglichen nid)t. 



('ojinexum. 
M § 19—33. 
3837. r, / fx^ f l^ i—of q^ l) M 7' . Zu M § 2il : 

@5 ift gerabe h(x^ ©egent^eil, »enn eine (Srflärung einen (>irfel 
einfd^Iiefet, bamit, icenn ^xt eine contradictio inöobirt. 

23ei) bem, n)a§ notl)n3enbtg ift, fragen n)ir nic^t, njarum e§ fei). 
Sißarum ein Triangel 3 fetten ^abe. tüot)I aber: warum brei) feiten fei)en. 



20 17 inv? inv.? || 19 roarum? wann? || Auf fe^en (f fet)n?; folgt noch pin 

iinifiserh'cher Riichsfnhe, rJer o-^nt. der F^cliriftphaw ro?) Xr. ö2'i-^) ((f^) angehört. 



308 JReflci-ionen jur 3}?etap^l)fif. ^l)afe Tj. Mutabile et immutabile. 

Mutabile et immutabile. 
M§ 124— 134. 
3838. n^ ^' (V) ^i36'- i"^ IJ 7^7. Gegenüber M§ 127: 
SufaÜig ift "i^a^, beffen 3Ri(I)tfci)n moglid) i[t. ©a§ fcijn tüirb ^ier un-- 
angefet)en ber ß^^t genomen, ob e§ bie gegenmertige, SSergangene ober 5 
h'mftige fei). 2)a§ nic^t fei)n i[t bie gän^lid^e auf^ebung unb alfo auä 
aüer Seit. 2)ie SSeränberungen felb[t fönnen not^roenbig fetjn; unb wenn 
fie sufaüig ftnb, fo ift bie 5Bel)arrIid)feit be§ 5)inge§ möglid). 

2)a§ @egentl)eil einei? praebicat^ ju einer anbern j^eit [bebeutet] bc= 
weifet, boB bai3 fubiect an unb üov fic^ felbft in 2lnfe()ung berfelben un* ic 
beftimmt fei}. 6§ beiueifet ni(i)t, bafe e§ möglich fei), bafe bie 33eftimmung 
in ber öorigen 3cit nid)t geiuefen fei). 2)ie 3Seränberungen felbft, menn 
fte notl)a)enbig fei)n, 'üa feine ber auf einanber folgenben SBeftimmungen 
ftatt l)at, o^ne ^a.^ äugleid^ \ia^ ©egent^eil ber üorigen fei), beroeifen ni(!^t 
fo tt3ot)l bie SufaHigfeit o\§ bie ©infc^ränfungen, b. i. baä ')ii(^t§, meldjeS la 
mit glei(!^en (£d)ritten bem @traa§ folgt. 



l*rima luafheseos infensorum priNcijUd. 

3839. q—xf (fl) ^i?f )■/? M 4<S'. Zn M§ Ih'.h 

3)ieienige ©ro^e, bie nid)t anber^S aU burc^ bie 5l>enuinberung ober 20 
abtrennung ber ®runb einer anbern fein fan, ift cxtensiva. 2)ie o^ne 
S?enninberung ein (^runb ift, ift intensiva. 

2)ie ©roBe ber materie unb form. 

T^ie ®rabe ber Ü3?öglic^feit. 



Fi///(i(}ii et inßintiiDL 
M ^ 240— 20' i. 
3840. rj^ x—kf M 7.y. E II 1413. Zu M§ 24<s Schlms: 
2)a§ »erlaufene Unenblid^e, toa^ einen 2lnfang ^at, ift unmog-- 



14 beroetjet 

23 — 24 Es ist in'c/it (luscfesc/ihaseii, da,ss die letzten beiden Zeilen friiher ge- 30 
.schrieben sind, als Bemerkung :n M § Idö. dem die Bß. gerade gegenüber steht. 



mv. 3838—3842 («öanb XVIl). 309 

lic^. 2Benn alleö Äünttige eine blo§ mat^cmatifd^c 2Bieberl)oIung ift, \o 
ift bie fünftige Unenblid^feit qI§ moglid) anj^ufeljen. SBenn ta^ Äünftige 
aber qu§ bem üorigen ober fonft be[timt ift, fo mact)t e§ ein ®an^eö 
au§, n^aS burd) irgenb einen ®runb burdtigangig beftimt i[t, unb feine 
Unenblid)feit ift uic^t foBlic^er qI§ bie ber Sßergangenen unb ®egen» 
fertigen ^t'it 



3841. ri? x-X^ Miry. EU 1371. Zu M§ 24,9: 
©§ gibt feine notf)tt)enbige SöoQftcinbigfeit ber möglichen coorbination, 
alfo auci^ feine (^ notf)raenbige) ©renken eine§ ®an^en, in tneldbem bie 

10 qoalitaet ber ©in^eiten unbeftimt ift. (" alle ©renken ftnb Sebingungen 
eine§ (Sanken öon zufälliger ®rö^e.) 2)a!^er ift iebeä ®an^e nur sufdQig 
beterminirt in anfef)ung ber ®ren|en, unb bie 2Roglict)feit noc^ mef)rerer 
2:l)eile ift ha^ Seere. 2)a^er tüeil bie 5ßerfloffene 3cit ein ®an^e§ au§= 
maci^t, fo f)at fie ©reuten, oor benen eine Qixt üorl)er get)t. 2)ie fünftige, 

15 toel^e fein ®anje§ ausmacht, ^at feine ©renken. 2)ie (^ ^jJJeuge ber) 
2)inge in ber ©egeutoertigen ßeit mad^t ein ®an^e§, wag ©renken ^at, 
au§, unb bie Söelt ift alfo im abfoluten leeren 9?aum. 3)agegen l^at eine 
jebe ^iei^e fuborbinirter 2)inge not^menbig a priori eine ©ren^e, unb bie 
universitas gef)et felbft auf aVie moglid^e, nici^t blo§ wirflici^e ©lieber, unb 

20 ba§ erfte ber £)inge fan burc^ bie SSernunft eingefef)en werben. 



3842. /// x—lf M 75'. Zu M§ 249: 

23eQ bem 23egrif öon aUem jufammen mu^ ein befonbrer ©runb ber 
3ufammenuel)mung üon aüem in ber (Sad^e felbft fe^n. SBirb nun iebeö 
©lieb fqntf)etifd^ ju ben anbern gebadet, fo ift bie ©egenraörtig ^a- 
gangene ßeit baSienege, tt)a§ fie alle 3ufamennimmt, weil fie felbft ein 
©an^e§ ift. [3u ber anaii)tifcf)en] SBenn bie 3:l)eile aualQtifi^ auä bem 
©an^en gegeben ftnb, fo ift bie completudo ber analysis mit ber bricht ab. 



9 E: ©renje || 17 Die Wenduny unb — 9l0Uni tscheint nur mit ckr Raiim- 
lehre von 1768 verträglith zu sein. 
30 24 ©cgenjoärtige 



310 SReflejtüiien 3ur 2>?etap{)i)fif. 5)]^ofe >]. Causa efficiens. 

Causa efficiens. 

M§ 319^335. 

3843. >i—Xf (gfj M 100'. E II 725. 1171. Zu M§329: 

2)a§ 3Sert)aItniö ber Urfac^e j^ur SBirfung i[t fein S^erl^altnil ber 

ibentitaet; tolglid^ i[t auc^ treber ät)nlid)feit noc^ ©leid^eit jtüifc^en Ur= 

fa(!^e unb lüirfung, fonbern conformitaet. 2(u§ ber 2Birfung i[t bie Urfad^e 

i^u erfennen unb aud) ^u benennen, talis est notio causae qva talis, qvalis 

oritur e notione causati. 

2ißir fennen ein iebeä ®ing ber Söelt nur al§ Ur[a(i^e, an ber Urfad^e 
aber nur bie cauffalitaet ber 2Birfnng, alfo nur bie SBirfungen, unb aljo 
uic^t ba§ 3)ing felbft unb beffen SSeftimmungen, woburd) [fie] e^^ bie 
SSirfung ^eroorbringt. 



3844. //-/./ (q'O ^r 101'. Zu .\1 §330: 

Effectus plenus loirb nicf)t in serie subordinatorum, sed coordina- 
torum gemefjen, h(x^ ift nici^t burd^ bie JReifje ber SBirfungen üon ben i6 
2Bir!ungen, j. (S. einer ^ugel ^raft burd^ bie 3iei^e ber Äugeln, bie fte 
mittelbar belegen fan. £)avau§ fielet man, ho.^ ev> imer nur biefelbe 
SBirfung fei), raeld^e in ber ßeit, aber in 3}erfc^iebenen Sebingungen fort^ 
bauert; alfo bauert bie SBirfung, lueld^e unmittelbar entfprang, immer 
fort unb üermel)rt ober üermiubert fid^ nic^t. an 



3843. ri—l?(Q^fjMl()2.1(>2'. E II 7 19. Z7i dem Schluss- 
icort von AI § 333 fügt Kant hinzu: aliqva, ^md fährt sodann aur 
S. 102' fort: 

e§ ift aber bie ^^rage: tt)a§ erfennen lüir et)er. (Srfenneu mir e^er, 
bafe ettt)a§ eine SBirfung fei), unb alfo eine Urfad^e l^abe, ober ba^ d\oa§ 
eine UrfadE)e fei) unb alfo eine Sßirfung ^abi. SDaS erftere. 25enn ha^ 



9 ff. Dtr 2. Absatz nttlit uninitteHiar unter dtm I., oltnt durch einen Stric/i 
'jetrennt zu sein. Beide zeigen yenaii die gleiche Schrift und Tinte. E. setzt den 
1. Absatz in den krit. Empirismus, den 2. in die spätere Zeit des Kriticistnus. |' 
E: alÖ Urfac^e On ber Urfa(i)e, ober nur,- ober der Buchstaben/orm nach sehr >in- 3(1 
wahrschein/ich, trenn (tKch nicht i/an: unmöglich. \\ 10 E: mir bie 2Öirfun(^ 



^v. 3843—3849 (öanb XVII). 311 

etroaS eine 2ötrfung feq, tt)a§ ge[(^ie^t, toxtb bnxü) bie SScrnunft nur ge* 
fe^t per aliud; toir erfennen nur a posteriori tiefen nexum. üjurben wir 
üorl)er Urfad^en erfennen, fo würbe ber nexus a priori erfannt feijn. 



Utiiitas. 
M§ 336—340. 
3846. ij—T. M102'. ZuM§336: 

Sie Unmittelbare bonitaet tft üor ben Sßerftanb bie ©röfete, oor= 
nemlid^ weil fie not^n3enbig unb allgemein i[t; bie mittelbare ^flü^Ucfifeit 
i[t Heiner, weil jte nur sufaüig unb unter umftänben gefaUt. 



3847, ti—l? (Q^f) M IU3'. E 11 741. Zu M§ 336 f: 
SBenn üiel Urfad^en ju einer SSir!ung 5ufammen[timmen, fo ftnb fte 
unter ein anber oerbunben a posteriori ; barauS fd^lie^t man, ta% fte e» 
aud^ finb a priori, b. i. ha^ eine gemeinfc^aftlid^e Urfac^e berfelben fet). 
(Sinb bricht ab. 



Reliqua causa r um genera. 
M § 341—346. 
3848. ri' xT/.! M Ut6'. Zu M § 344, 34ö: 
SSor bie SSernunft finb nic^t bie data, fonbern form \iCi^ Sßefentlic^c. 



3849. IL M 106'. E II 1200. Zu M § 344, 34Ö : 
2)er SSegrif ber 3J?aterie ge^t aud^ auf etroag leibenbe^, bal^er bie 
fubftantiale formen tl)ätige .Gräfte finb: enteled^ien. ©eifter in i^rer re- 
pnhM fönnen nid)t bie materie be§ ganzen '^ei^en, weil fienid)t leibenb, 
fonbern felbftt^atig üerbunben finb unb i^r ganzes auömac^en. 



20 oiicf) ' nii^ ' 



312 JReflejIonen jur 3)Mapl)Qftf. 5ßf)ofe>j. Reliqua causarum genera. 

3850. rj f (x?J M 106'. E II 1201. Zu M§ 344, 345: 
forma dat esse rei. 2)enn ^a^ SBefentUd^e ber Sac^e fan nur burd^ 
SSernunft erfannt tüerben; nun aber mu^ alle Materie ber ©rfentniS 
burc^ (Sinne ßegeben fe^n; aljo i[t "üOi^) SBefen ber ©a^cn [bloS], fo fern 
fie burc^ SSernunft erfannt werben, bie ^orm. 



3851. rj?x^?M106'. £111202. Zu M§ 344, 343: 
2)ie SKaterie tcirb teberj\eit al§ leibenb angefel^en, unb bie^orm 
bepenbirt oon ber 3:t)ätigfeit, imgleici)en ge{)et alle 3;t)dtigfett auf nichts 
toeiter al§ bie i^orm. S^beffen ift bie corperlidje materie al§ jubftan^ 
nac^ Seibni^en eine entelechia, b. i. etwas actiüeS. Unfere (5rfentni§ ift lo 
ben datis nac^ blol leibenb, unb bie form beruhet auf ber felbftt^atigfeit. 



3852, rJx^^M106'. Zu M §344,346; 

Forma dat esse rei. nam per intellectum solummodo formam cog- 
noscimus. Materia continet data, e qvibus varia oriri possunt diversi- 
mode determinando; ideoqiie determinatuin esse alicuius rei pendet i6 
a forma. Forma est differentia speciiica. 



xWofio mundi nef/atirc. 
M§3H()—39I. 

3853. y]^ x'^ M 119'. E II 1507^^ Zum 1. Satz von M § 381 
(I<f7t8f.): 

3)enn fonft würben alle ©lieber ber 3fteil^e caussata eineö anbcrn 
glicbe§ ber reil)e fe^n. [Siifo mü] Sllfo würbe ein ©lieb ber Sf^ci^e feijn, 
wcld)e§ was anbereS wäre, als alle ©lieber berfelben. 



4 bloä? 

13—14 nam? uon? uos?« || solummodo? solummode? |l In cognoscimus 26 
Endung yeraten. || qvibus? quibus? 

21 E. hat diese Rfl. einer andern^ siclwr später geschriebenen Rfl. (Nr. 5365) 
angehängt und bezieht das ©entl am Anfang von Nr. H853 auf den Schluss von Rfl. 5365. 



gir. 3850-3855 (93anb XVII). 313 

Mundus optimiLs. 
M § 436—447. 

3854. ri—l. M 142'. Zu M § 436: 

2Benn bie gegeniüartige (imfere) Sßelt bie [aaeroo] einzige e^tftirenbe 
ift, fo i[t fte aud^ bQ§ SSoUfommenfte ©01136 quo einem einzigen Ur= 
wefen. (Sinb aber meljrere 25?elten, fo mufe tüo'^l eine bie 9SoÜfommen[te 
unter aUen 5JiogUcl^en feiju, üieüeii^t ober nid)t bie unfrige. 

2)ie ibee ber SSoUfommenften SBelt ift \\\\§> fo not^ig, alö ber 33o(l- 
fommenften Urfad^e; ja biefe ift eigentliij^ um jener SBiÜen anjune^men 
nöt^ig. 



Sponianeitas. Arhitriinn. 
M § 700—707. 708— 7 JH. 
S855. ri? (x-Xf) M 252g. 

2)a§ Seben ift "ta^ SSermögen, qu§ einem innern t^rincipio einen 

15 Buftcinb (feinen ober eine§ anbern) anzufangen. ®a§ erftere ift nici^t 

ein completeS Sii\it\\, inbem baeienige, beffen ,^uftanb üerauberlid^ iftr 

felbft etü3a§ äußeres ^ur Uvfacl)e bebarf. ^Tovper ^aben ino'^l ein 

inner principium, in einanber gu SBirfen {^. ^. 3"fQ^ii^sn'^ang), aud^ 

[etiDog] einen äu^erltd) ertf)eilten ßuftöiib ju erfialten, aber nid^t üon 

20 felbft anzufangen. 2llfo bemeifet aUeS3eränberung, aüer Urfiprung einen 

erften Slnfang unb mithin frei)'^eit. [Silfüj SBeil aber ber Slnfang com= 

paratiüe ber erfte fei^n fan, nemlid) nad) med)anifci^en ©efe^en. 5. @. 

SBenn ben ."punb ein 2la^ anrtd)t, fo fängt tn ifjm ^Bewegung an, bie, meil 

fte nad^ med)anifd^en ®efe^en nic^t oom ©erud^ ergeugt, fonbern burd^ 

23 rege 5Rad^ung ber 33egierbe üerurfad^t ttjar. 33eQ 3;^teren aber ift biefeS 

eben fo aol)l eine äußere 5Rot!^igung aB in niad^inen ; bal^er fie automata 

spiritualia l^eifeen. aber bei)m 9J?enfd^en ift in iebem gaUe bie Äette ber 

beterminirenben llrfad^en abgefd)nitten, unb ba^er unterfd^eibet man audt) 

13 Zu dieser Hß. vgl. II ^27 Anm. \\ 13 Vur 2)a§ eine Kküinnei\ für die 

30 eine entsprechende Svhlussklammer nicht vorhanden ist. || IG complete^? completum.^ || 

öeben? 8el)n.* Strien? || IS Die Klammem rühren vom Hg. her. \\ 21—25 Die 

heiden Sätze SCBeil — ©efe^en und 2ßenn — war sind von Kant nicht zu Ende 

geführt. || 23 ben? bem? || 20 Zu automata vgl. M§ 705. \\ 27 spir: || 28 \\x\aä)e 



314 5Ref(ei-tonen 3ur 5WetQpt)i)fif. 5p{)a)'e>j. Spoutaneitas. Arbitrium. 

taä immateriale aU ein principium bes ßcbenö oom materteüen. 33ei)m 
5)?enf(^en i[t ber ©eift frei) unb roitt ba§ ©ute; ba§ 3:t)ier ift automaton; 
mürbe btefer ®ei[t nur immer bei)m tt)ierifd)en 2Btr!fam fegn unb nid)! 
mit beffen Gräften tüec^feln, [o würben mx mel)r Semeife ber ^reij^eit 
finben. 

(« libertas est independentia a necessitatione externa, 
libertas est vel originaria vel derivativa [baec vel], Arbitrium autem 
est vel sensitivum vel intellectuale ; illud est vel brutura vel liberum.) 



3836. n'' (^'^) M 2o2cj. 

Se[timmt ju feijn bei) ber Srei)t)eit get)t f(f)on an, aber nid)t leibenb, lo 
meber burc^ bie Slrt tt)ie obiecte atficiren, noc^ burc^ eine ober[te ^erüor= 
bringenbe Urfac^e. 3c^ fan jagen: in biefein Stugenblife bin id) frei) 
("über aut devinctus) unb ungebunben j^ut^un, n)a§ mir beliebt; aber 
e§ ift bod^ unumgänglich not^roenbig, '^a^ \i) fo l)anble. (ä§ i[t ein ®efe| 
ber ©elbftt^ätigfeit, meld)eg \i(x^ ©egent^eil unmoglid^ mac^t. Äan man ^^ 
aud) in 2ln|el)ung be§ (•" moralifc^) 23öfen eben fo au§ frei)em 3?orfa^ be= 
ftimmt fein, -l^ein! man fann ba^u nur leibenb ober gar nic^t beterminirt 
fei)n, meil ber reine 2Bil(e bod) immer bleibt unb alfo gar nic^t gebunben 
werben fan, aber feine ^ptigfeit nid^t immer erferirt. 



3867. T]'!' (H^O M2ö2y. E II löoi. ^o 

^rei) t)anbelt bie fubftan^, bie äufferlid) uid)t beterminirt etwas 
t)erüorbringt, maS öor^er nid)t mar, unb wirb biefe frei)'^eit ber innern ober 
äuffern natürlichen Dlot^menbigfeit entgegengefe^t. 2lu§ freijer SBiÜfü^r 
l)anbelt fte, fo fern bie cauffalitaet ber ^anblung in bem ^Belieben fteft, 
ma§ nid^t paffio ift. £)ie ©c^mierigfeiten treffen nur bie erfte ibee ber 23 

3 Sßirffam ist sehr u/iswher. l>vi- i-Piiiict steht :icischen f und f und 
inüsstt also versehentlich an die unrechte Stelle (jekommen sein. Der buchstaben/orm 
nach könnte auch SBerblnftett uder SSerbicufteit und, wenn der i-Punct nicht icc'ire, 
SBacferften in Frage kommen. Der Anfang b'Jnnte auch Söanf, der Schluss tftetl 
oder ijeit oder tfeit lauten. \\ 6 necessitat: || Der s-Zusatz ist nachträglich (x^—qO 30 
zwischen Rfl. 3855 und 3856 eingeschoben. Es ist ebenso gut möglich, dass er als 
selbständige Rfl. gedacht ivar. 

'44 i-i statt l'ie 



mv. 3855—3860 (Sanb XVII). 315 

^ret)^eit, unb jte i[t unbegreiflich beijm not^wenbigen SBejen fo mo^l al§ 
jufäüigen. aber au§ üerfd)iebenen ®runbeu, weil ieneS nid^tS an = 
fangen, biefeS aber nid^ts juerft anfangen fan. £)er erfte ®rab ber 
(f unabljängigfeit ift bie) (Selbfttptigfeit [ift]: bie üon einer ©ubftan^ 
überhaupt; ber jiüeqte ®rab: bie unab^ängigfeit im l^anbeln üon aUen 
äufferen beftimenben Urfad^en; ber britte ®rab: bie Unab^ängigfeit üon 
feiner eigenen 9^atur. 

Sllfo ift ha§> negatioe eigentlid^ unbegreiflid^, ba§ po[\tm ber mo= 
tiöen ift begreiflid^. 



38o8. tff (x'O M '-^75'. E H 1490. 

23ei} aüen ^anblungen liegt ber ®runb, bie cauffalitaet, (■' ber 3)?a= 
terie nad)) in ber Oktur; ber «5orm nad^ aber entraeber bIo§ in ber natiir, 
e. g. Slnjte^ung, ober in einem anbern 23ermögen, welches bie Gräfte 
ber '!)latur innerlid) birigirt. £ia§ le^tere ift ^re^t)eit. 



:J8S9, ti^n/.-'J AI L>7ö'. E Jf U9ö. ZnM§7()^: 
^ie ^reijl^eit ift (^-i ein) practifd^ notljmenbiger ©runbbegrif. 
S)a§ erfte S^ot^iyenbige ift nid^t §u begreifen, weil fein ®runb üon 
it)m hOL ift; "bo^^ erfte ßufattige ift aud) nid^t |oon] ju begreifen, weil ein 
notliwenbig mad)enber ®runb \i(x feijn mu&. ^eneiS, weil ey notl)menbig 
ift, ob e§ gleid^ feinen ®runb f)at, biefe§, weil eä j^ufallig ift, ob e§ glei^ 
einen ^at. 

3860. ri'f (Ti'i) M'>lo. ZuM§7n^: 

ßur ^rei}f)eit ift 1. spontaneitas simpliciter taiis (automaton) 
(^ independentia a causis subiective necessitantibus (stimiilis)) notl^ig, 
bamit [hai arb «oä Don bem fuMect] biebeftimmungen bem fubiect <x\§> feine 
^anblung fönen attribuirt werben. 2. 3)aä oermögen beS ai-bitrii 

I iü /e/ilt II 8 ber? bcn? 'nt ridleicht nu dem W'nrt ttl uusfft^/<dlf/< :' 

II bie aus ber 

16 notfjroenbiger uu^ iiütt)nenbige8 

23 Zu automaton cyl. M § 70/J. |l 25 arb? avt? ; 26 C/jvr SpanblunQ stehL-n 
(He Worte unb nid)t, irahrscfieiiilich der Aiifduci eines beabsichtigten^ aber nicht weiter 
/ortgesetzten g-Zusatzet. 



316 JReflcnonen jur 9J?etapt)l)ftf. 5pf)afe yj. Spontaneitas. Arbitrium. 

intellectualis, ta^ eä it)m qI§ ein factum fönnc imputirt icerben. SBeil 
alles, n)a§ ge[d)iet)t, nad) ®efe|en be§ Sege^rungSüevmögenS ein tt)ot)l= 
gefaflen oorouS fe^t, fo mufe bie complacentia, ttield^e inbepenbent t[t üon 
ber fubiectiüen neceffttotion, inteßectual [e^n, unb fe|t iene alfo biefe 
oorau§. 

2)ie größte ©c^lDierigfeit [teft barin: ö3ie eine jubiectio unbebingte 
2Biüfüt)r fönne gebadet werben (^ est obiective hypotheticum) in (" nad^) 
bem nexu causarum efficientium sive determinantium ober, wenn man 
baöon abget)t, wie bie imputabilitaet ber ^anblungen möglich fei). 



3861. ri'^ ßi) M 276'. Gegenüber von M § 709: lo 
ißon ber aöerfation. 

2)ie natürliche unbpraftifd^e^oglic^feit [ijat] i[t bie einerleg bricht ab. 

2)ie er[te i^rage i[t; wie man bie cauffalitaet [einer] ber fre^l^eit be= 
greifen foU, ob fte bricht ab. 

Set) einem jnfaUigen (^ f)anbelnben) SBefen fan bie caufalitaet ent= is 
Weber neceffitirt ober bepenbent feijn. 

Ob bie ©r^eugnng (^ genesis) ber ^anblung aliimde beterminirt 
ober spoiitanea fei). 

3862. q'? (x'—Xf) M 276'. Gegeiiüber von M § 709, 710: 

9J?an fagt oft: 2)er 9J?enfc^ ^at talente, er l^at aucft fein bofeS ^erj. 20 
©r fonnte nii^lid) werben. (5§ liegt nur am SBoüen. 3J?an folte glauben, 
biefer Umftanb lafee ftd) lei(i)t änbern; aber boc!^ gef(^ie^t e» m^\. (» 3Ra(^= 
lafeig). ^at er nun noc^ ein böfeS |)erä: wirb e§ al§benn wq^ gefc^eljen 
fönnen? 

Sft bei böfen Wenfi^en ber SBiCle bofe, ober ift er gut, aber fd^wad^. 25 
2)ie9Jiittel, ben SBiCien gut ju mad^en, finb moralifd^; i^n ftarf ju madl)en, 
pragmatifc^. SBenn man bie ©ntfc^loffen^eit, ftanbt)aftigfeit im 3Sorfa^, 
bie refignation ju üben fud^t. 23ei) einigen fc^eint e0 nic^t moglid), einen 
guten 2Bil(en fieroor^ubringen (obgleidl) richtige Urt^eil^ofraft, b. i. üor= 
läufigen willen), bei) anbern nict)t einen ftar!en wiUen. 30 



12 t)ot? II 16 neceffitirt" neceffibent' 



9ir. 3860-3867 ißöanb XVII). 317 

3863. ri'f (y}—l^) M 276'. Gegenüber von M § 7111 No. J: 

(9 fenfualitaet) 
^re^^eit üon ber brutalitaet (spontaneitas practice talls) 
5rei)t)eit üon ber fatalitaet (transscendeatalis) 
actus arbitrii vel origlnarii vel derivativi. 



3864, ij'—x^. M 277' . Zu M §7 12 ,,Lubitm'' : 

2)aö SSeliebeu t[t ein 23e9et)reu o{)ne oüe ^Rot^raenbigfeit einer toir^ 
fenben Urjac!^e; [olglic^ fon ein retneiS SÖelieben nm ber bonitaet ber 
oad^e tüiüen not^roenbig je^n unb i[t boc!^ frei) üon ber 9ieigung nnb 
10 bricht ab. 

Liberias. 
M § 719— 7 32. 

3865. ii'—x'. M2SI'. H IJ I4S7. /mM§7I!>: 

2)ie 5reQl)eit i[t eigentUd) ein ä^ermögen, aüe raiüffi^rlicl^e ."panb« 
15 lungen ben SBemegungSgrünben ber SSernnnft jn nnterorbnen. 



.3866. rjfv^^ M2S:r. 

£)ie [timuU [beroegenj neceffitiven nic^t unjece SBiüfü^r objective, 
b. i. ba^, tt)a§ man f^nn f oU, ift unabhängig üon aüen rinnlid)en iHei^en. 



386t. /,/ r/.^ M 2<s:j". 
20 üUemanb ved)net ^ur S-req()eit iiai< ^l^ermögen, '!)a^, roa^ üerab|(!^en'- 

ungönjürbig i[t (böje), beget)ren ju fönnen. 

2Bir ^aben aljo finnlic^e ©rfentniffe. finnlid)e i^uft unb Unhi[t unb 

ftnnlid^e SÖegierben. 2)aö 2}ermögen uad) SBenDegungSgvünben ber 23er= 

nunft ift bie Arei)l)eit. ©ie ^JJöglic^feit, ta§, wa& burd) 'I^ernunft gemi6= 

2,-. billigt wirb, mit ::8eiuu[tfei)n ju wollen, i[t ber fd)n3ad)e '^IMlle; bie [itieil 

Aertigfeit, baSi 23ofe ju »ollen, ift ber 33öfe 3;Sille. 



3 spont: praot: i 4 traiissc: 



318 9iefIcjtonen aur ^IRetap:^^!. S]3t)afe yj. Liberias. 

3868, rj? (SfJ (v? q—v?) M 283'. 

2)a§ 5öermögen, ha^ erfante ®ute, wa§ in unfercr ©emalt x\\, tliatig 
gu tüoHen, ift bie ^rei)t)eit; aber [niiiit] e§ gel^ort nid^t eben fo noti^menbig 
\iaivi \iQ.% SSermögen, ^a^ er!ante 23ö[e, befjen SSer^inberung in unfrer ®e= 
»alt ift, ju moUen. 2)te|eg ift auc^ nicl)t eigentlich ein SSermögen, fonbern 
eine 3J?ögUci)feit ju leiben. 23öfe ^anblungen ftel^en gmar unter ber %xiXj' 
l^eit, aber gef(^el)en nid^t burd^ fte. 



3869, rjf v?f M283'. 

5)ie lüQ^ren Qtoedt in Slnfel^ung ber 2)inge finb ber ibee be§ ®uten 
fuborbinirt; aber in Stnje'^ung ber ^crfo^n ift bie ibee beffen, wag per» 
fo^nlid^ gut ift, bem S^efe, nid^t ben bie ^erfot)n l)at, fonbern auf ben 
t)k 5Ratur ber ^erfol^n eingerid^tet ift unb ben man burc^ 23eobad^tung 
fennt, fuborbinirt. 

33on allen 2)ingen ift ein ^toiefac^er ®runb i^rer DZatur: bie Urfac^e 
unb ber ßvod, 2)er ßroef fc^eint eben fo luo^l ein ©runb beö ©afetjnö, 
nemlic^ üon bem 2Bertl)e ber e;riften^ ju feijn, al§ bie 25?irfenbe Urfac^e. 



3870, Tj? (dfj rv^ Q—vf) M2HS'. 2H3. Zti M§72H Anfami. 
M 28'P: 

(•' pat^ologifc^ ift, mag ber 23eftimung ber ^raft nad^ ©inbrufen 
gemafe ift.) 20 

C ^ractifd^ ift al(e§, ma^ ju ber .panblung nad) Regeln geljort, 

ober aVii§, ma§ mit beftimenben D^egeln ber ^anblungen üerfnüpft 

ift. Xecessitatio est vel pathologica vel practica; M 283: bie lefete fan 

objectiü feQn, bie erfte nic^t.) 

M283': ■i5 

^ractijd^ mirb ctmaö überhaupt betrad^tet, fo fern e§ nad^ ben ®e= 

fefeen ber freijen 2Billfiil)r erwogen wirb, ©efd^iel^t e§ nad^ ben cKegeln 

ber guten 2Billfü!^r, fo ift eS moralifd), ba^er practifd^ unb moralifc^ 

16 ben statt bem 

19 Der 1. s-Ziisaf: ((f^) sfp/it mich im \h. üher (Ipw 2.. fnilie.r (l — <fl) 30 
geachriehfinen. 



5«r. 3868—3872 (Sanb XVII). 319 

mogltcl^ ober not^menbig. ßu ber ^ractijc^en ^^l^ilojop^ie gehöret nur 
SSerftanb unb ein p^tjftfd) ©efü'^l, gur moralifc^en §ßer[tQnb nnb ein 
moralifc^ ®efüt)I. 6§ wäre ein menfc^en gejc^lec^t mogltd^ auct) o^ne ba^ 
le^tere. 

3871. r]f vf? M 283'. Gegenüber von M § 723 (136:^8— 137 1). 
ivohl zu M § 723 ^^moraliter impossibile^^ und „moraliter iiecessariwn^^ : 

2Ba§ bie innere 5Rot!f)menbtgfeit [ber unterfdieibung] im S3ege^rungö= 
üermögen betrift, fo jet)en voix un§ nid)t aUetn burd^§ ®efü^l (stimuli) 
genöt^igt etma^ gu bege'^ren; fonbern \v\x fe'f)en un§ aucf) genotI)igt, [um'ev 
tiefe unfevc Segierben] un^ in bie Stelle eineö 2Befen§ 3U fe^en, n)eld)eä 
feinen fold^en SSegierben ober ®efü^l untern3or[en i[t, nnb an§ blo§ all'- 
gemeinen SSegriffen beö SBo^Igefaüeng unfere ^anbhingen felb[t anju- 
je^en, unb tt3ir füllen unö genöt{)igt, ung felbft mit 2Ibfcl)eu ober ^oW 
gefaUen anzufeilen. SBfil nun biejer 5lbfd^eu jelbft auf bie 33egierbe gel)t, 
fo giebt er ein DorjügHdjer ®efe^ a\) al§ Die Sßegierbe. 

5fi?arum ftnb ttiir genöt^tgt, ben Slbfd^eu üo hrirht ab. 



3872. rif vf? M 2S4'. 

2)er freqe SBiüe i[t gleic^fam ifolirt. OHc^tä äu^ereö befttmmt il)n; 
er ift t^ätig, o^ne ;^u leiben. 2)ie raotiva ftnb nur ®egenftänbe, bie mit 
bem inuern ©efet^e feiner il)ätigfeit ^armoniren.* 2)al ®ute bemegt nur 
einen guten SBillen, b. i. e§ i[t nur bie 2Birfung [nod)], bie nac^ ©efe^en 
beffelben möglid^ i[t. 6r mag nun oon ^öeiüegurfac^en ober oon causis 
efficientibus (ber ®ottt)eit) beftimmt fe^n, fo ift ba§ fubiect an eine 
frembe Urfadie oermittelft einer Äette gel)ängt, unb feine «öanblungen 
fmb nur abgeleitet, ba§ ®ute fo luol)! al§ ta§i 23ofe. 

S)ie i5rei)^eit befteljt in bem S3ermögen, unabl)ängig 
Don äußern beftimmenben ©rünben naä) inteKectualer SBiUfü^r 
t)anbeln ^\x fönnen. [^Son if)r] Unter biefer ftel)et alle finnlic^feit. 2)a^er 



5 Zu movaüfd) ®efüf)l 'v//. // V// >i>ul (He Engländer. 

7 ff. Vgl. auch zu dieser offeubar unter dem Einfluss der Engländer (Shaftes- 
hurys, Hutchesons, Humes) >--tfhendfu Rfl. FI -'iU. || J4 nun? ein' II 7.5 fic 

■'itntt er II Iß flenötiiflt 



320 gfieflefioncn gur a)ictop{)Qfif. 5)8^afe tj. Libertas. 

mx felb[t Übereilungen ober eine rei^e bunfler S^orfteUungen, bie bie Ur= 
fachen ber ^rrt^ümer feQn, unfrer SSiütü^r untermorfen gebenfen. 3)te 
.^anblungen, bie nac^ blo§en 3fiegeln ber ©tnnlic^feit gefd)et)en. 2Bir 
muffen an bem ÜJ^enfdjen unterfc^eiben bQ§ S^ier, b. i. i^n nad) ben ®e= 
fe^en ber «Sinnli^feit, unb ben ®eift: nad^ ©efe^en ber SSernunft. «Seine 5 
SBiUfü^r al^ S^ier »irb mirfüd^ immer beftimmt burc^ stimulos; aber 
fein 2Biße ift bod) frei), fo fern feine SSernunft üermögenb ift, biefe 33e= 
ftimungen ber 2Biüfü^r j^u änbern. SBarum ba^ bie SSernunft bi^meilen 
nic^t t^ue unb ber 5J?enfc^ nic^t nad^ bem inteUectualen wiUen l)anbe(e, 
ift unbefant. ©ben bat)er aber gefc^ie^t e§, ba^ ber 2Renfd^ als ®eift be» 10 
trachtet [\6) al§ S^ier tabelt, mit ftc^ in SBieberfpruc^ unb ftreit ift, ftc^ 
felbft anbere Dkigungen münfclt)t, aber fic^ oft in ber ftnnlidjfeit oerliert. 
2)er eine geiftige ©ebrauc^ ift, bie t^ierifc^e ßmpfinbungen gu orbnen 
unb nad) tt)ierifd)en 3iuefen OJ^ittel gu birigiren. 2)er anbere ift, bie 
3ttpefe felbft intellectualiter ju betrad)ten. 15 

Bie ift e§ moglid), ba^ man fic^ felbft tabeln fan, menn 
ba^ @elbft nid)t fo 3U fagen j^roiefac^ ift? SDenn fonft fan man ia fein 
anber urtfjeil üon ftc^ felbft fällen, al§ ma§ üon ftd) felbft hergenommen 
ift unb auc!^ mit [\ä) übereinftimmt. 

* (*■ 3Rid^t bie obiectiüe, fonbern fubiectioe ©rünbe neceffitircn 20 
actualiter.) 



Ea'sisfcittid Dpi. 
M § H(h3—862. 

3873. ii^e'O M -^-'^l'- h^ 11 4öö. ZuM§Hn9' 

2)a§ 0' contrabictorifc^e) ®egentl)eil be§ [Sadien] 2)inge§ ift Don 2.-. 

bem ©egent^eil be§ SSerl^ältniffeS beSfelben ju unterfd^eiben; ba^ le^te ift 

bd^ ©egent^eil be§ Urtl)eil§. 

j. 6. ein t^eilbarer Körper; beffen ®egentf)eil ift: Corpus xO + di- 

visibile X 0^= nihil privativum. 2)iefe^5 ©egentl^eil n3iebevfprid)t fid) 

niemals. 30 



y IVenfd) nad) l| 1'4 iiber*' obev.'':" 1 V;> beo '/».- bev " V6' berfeU'fii 



fOr. 3872—3875 (fdanb XVII). 321 

3874. ijf (€^fj iXJSSl'. Ell 1614. 

3fiQum unb 3eit jtnb bloffe 3JZoglt^feiten, beren ©cgent^etl, b. i. fein 
3fiaum unb feine ßeit, unmöglid^ ift. (6§ ift fein 3flaum, e§ i[t feine Seit). 
3fiun grünben ftd^ Otaum unb ßeit au[ etmaS wtrflidieS, aljo ift etmaä 
ü)irfli(!^e§ abfolut notl^iüenbig. 



3875. rj. M333'. 

Cognita absoluta necessitate alicuius cognoscitur eiusdem exi- 
stentia. 

Absoluta necessitas non cognoscibilis est externe per causata, sed 
10 interne ab idea ipsius. 

Existens, qvo sublato tollitur omnis possibilitas, est necessarium 
absolute. 

sublata aliqva possibilitate (^ interna) tollitur omnis possibilitas; 

nam sublata illa cogitatur absolute impossibile; sed si forent adhuc 

15 aliqua cogitabilia, possibile foret, ut aliqvid sit impossibile. Aliter: Si 

aliqvod existens foret absolute necessarium, aliud existens item et sie 



2 ff. Diese Rfl. (zu der Nr. 387 5 imd 3809 zu rerglekhen sind) kann nicht 
Ulis dem Jahre 1768 stammen, iceil Kant damals (II 37H) Newtons Auffassung evident 
beweisen zu können glaubt: tia^ bct abfolute SRaum unob^ängig oon bem 2)afein 

20 oUct 3D?ateric unb felbft alS htx erfte ®runb ber a)?5gttc^fett it)rct Bufömmen« 
fe^ung eine eigene JReolität f)Clbe. Aus späterer Zeit kann sie nicht stammen, weil 
es nach ihr unmoglicE) ift, dass fein JRonm unb feine ^tXi sei, während Kant doch 
seit der Umwälzung des Jahres 1769 die Dinge an sich räum- und zeitlos denkt- 
Also muss die Rfl. in den 60er Jahren (vor dem Aufsatz S3on bem erften ©runbe 

2.5 beS Unterfd^iebeä ber ©cgenben tm Siaume) geschrieben sein. Damit steht in bester 
Übereinstimmung, dass Kant nach Herders Metaphysik- Nachschrift (Berliner Staats- 
bibliothek) auch im Colleg einen Oottesbetceis ähnlich dem der Rfl. 3874 gebracht hat. 
Es heisst bei Herder zu Anfang der Theologia naturalis nach P. Menzers Abschrift: 
., Dinge, die im Raum und Zeit sind, sind verbunden und die Möglichkeit der Ver- 

30 bindung der Zeit und Raum (nach) ist blos durch ein Etwas gegeben von dem sif 
abhangen — Es lässt sich von vielen Dingen nicht denken dass sie seyn; und das 
ohne Verbindung durch Raum und Zeit, es sind sogleich respectus. Selbst also in der 
Möglichkeit des Raums und Zeit wird ein Dasein eines vorausgesetzt; es e.risfirt 
(dso einer und durch ihn alles." — Über die frühere Phase der Raumlehre Kants 

35 (bis 1768) vgl. meine Schrift über „Kant als Naturforscher" 1924 I 84, 152, 165 ff., 
2S3ff. 

Äati f« £ cfi tif t e n. ii,inMd)t(ftli(^«r "HnAInli. IV". ^1 



322 $HejTe;cionen aur ?IJ?etapf)i)fif. i^tia^e t^. Exsistcutia Dei. 

porro : unum existentiura salva existentia aliorum tolli posset, ideoque 
possibilitas eousque tantum pertingeret, qvo tangit aliqva existentia. 

de notione possibilitatis, in qva abstrahi potest ab existentia, in 
relatione ad possibilitatem, in qva abstrahi ab hac non potest, e. g. 
spatium, tempus. 

Impossibilitas est vel repugnantiae vel negationis; prior datur 
semper, si notionum quarundam datarum relatio est impossibilis; pos- 
terior quatenus non est qvicqvam dabile ad cogitandum, h. e. possibile. 



3876. rj. M:}3S'. 

Possibilitatem alicuius non continere rationem ipsius existentiae. lo 
Nee existentiam possibilitatis suae. Sed in necessario possibilitatem et 
existentiam esse eadem. Nihil continere rationem sui ipsius. 



3877. T]f (!;?) M334'. Gegenüber von M§81H: 

Caussa substantiae per necessitatem naturae est emanativa (syste- 
ma emanationis). 

Caussa substantiae per libertatem est creator. 

absoluta necessitas substantiarum vniversi cum contingentin et 
dependentia status bricht ab:' 



3878. T)? tf (n—QfJ M334'. 

©ütigfeit ift ber ®ottU(!^e2Btne im SSerl^dltuiS au\ ben ßuftanb (? bie 
mögUci^c ©lüfjeeligfett) ber SSernünftigen creatur. ^eiligfeit ift ber ©Ott* 
Ud)c SBille als ein ®runb ber regeln be§ 5[J?enfc^ltc^en. ©erec^tigfeit ift 
bie (f lüetje^ ®üte be§ ©ottlic^en 2Biüen§ in bem 3Serpltni§ ^n ber S3or= 
fd^rift ber ^eiltgfeit, virtualis. 



3—5 Vgl. Rß. .3874 und S809. 85 

10 alicus 

28 — 24k Die letzten 5 Worte sind möglicherweise erst später hinzugesetzt; viel- 
leicht ist aber auch nur ein Haar oder Ahnliches in Kants Feder gewesen, als er 
sie schrieb. 



'JJr. 3875-3881 (Sanb X VIT). 323 

Creatio inundi. 
M§ 926—941. 
3879. r^? (k'O '^^'^'^9'. EIIUJ6. 

®ie SBelt Id&t ftd) ber 3ett nac^ mit feinem SBefen auffer ber 2Belt 
Dergleid^en. @ie I)at einen anfang, aber nid^t in 2lnfef)ung ®otte§ einen 
Urfprnng, fonbern eine ab^ängigfeit. 3^^ fo" bie 2)auer ber SBelt mit 
i()ren STl^eilen mie eine (Stunbe mit minuten üergleid)en, aber nici^t mit 
irgenb einem 2)inge, »aS üon ber Sßelt unter[c^ieben ift. ©I^er fönte too^l 
ein tebeS 2)ing in ber SSelt gettefen fetjn, aber nici^t bie Sßelt felbft. 



10 3880. Vi t (ü^ ^ l'^ v' f) M 384'. Zu M § 93ti: 

3)te SBelt nad^ bemjentgen, waS in i^r ein SBerf ®otteö ift, ift bie 
befte unter ollen 9J?ogHc^en. 2)enn biefeS ift bie [practif^e] Sorfteltung 
oon ber größten practifc^en SßoKfommen^cit ®otte§. ®ie SSorfteüung ber 
©rösten SSoUfommenfjeit ber SBelt auf biefer Seite fd^liefet o^z ^ofnungen, 

15 bie id^ mir au§ bem 25afei)n ®otte§ machen fan, qI§ einen ibentifcf)en 
iSa^ in ftd). Unb ba^er ift biefer (5a^ aud^ ein .t)auptfa|. SIber öon ber 
(Seite fre^ l^anbelnber SBefen fan man eg nid^t eben fo behaupten. SBolte 
ntan fagen: ©ott l^abe SJJac^t, tt)a§ i!§m beliebt, bie freije Sffiefen l^anbeln 
^u mad^en, fo lüäre biefeS ibrer ^yrei^eit entgegen; ober: er fdf)e t)orau§, 

20 ttjaS fte in allen Umftänben t^un njürben, unb toä^lte bie beften con» 
bittonen, fo tijürbe biefec* 2Sorau§fel)en bie notlliwenbige Sßerfnüpfung ber 
.^»anblungen mit biefen ^ebingungen, bie oon ®ott gefegt finb, beiüeifen. 



I Providentia. 
M §9511 -97 r,. 
^6 3881. rf^ r? v'^ ? (k^ / fi D (Q^—v^ ?J f t / M 393'. Zu M § 962 f. : 

3n fo fern bie 33egebenl)eiten ber 2Belt au§ ber 91atur berfelben ent= 

fpringen foUen, fo gef(^el)en [ie alle nac^ [gemeinfdiaftlidjenj allgemeinen 

©efe^en, »eil bie 5!Ratur [otjn] (raofern fein 2Bunber gefd)iel)t) immer bie* 

felbe bleibt unb alfo bieS^eränberungen einem geme{nfdt)aftlid[)en priucipio 

30 gemdfe feijn. 5Run fmb alle 2)lnge ber Seit, beren jebeS feine befoubere 

21* 



H2-4 ^Heflertonen ,}ut yjfetapt)i)fif. ^f)afe ri- Providentia. 

5Jiatur i)at, t)on etnanber [abpngioj unb ein ßuftanb öon bem anbern ab- 
t)ängtg; alfo gefd^iet)t feine Segeben'^eit bloS in Se^ie^nng an\ einen 
ßuftanb, fonbern alle ßuftänbe be§ iDingeS, nemlici^ auf feine 91atur unb 
äugleici) nad^ hm (äefe^en ber 5latur anbver ^erfnüpften 2)inge. 5. (5. 
(äin 5D?enfd) fomt auf ber <See um nad) ®efe|en ber 3fiatur be§ 
SBafferS, ber SBinbe unb beä ©tranbeä unb ni(!^t bIo§ in 33egiet)ung auf 
feine moratifd^e 33efcl^affen{)eit. 5Run ift§ unmöglid^, ba'^ bie 23egeben= 
Ijeiten al§ einzeln intenbirt [oon] mit af(en 2)ingen ber Sßelt foUen üon 
ungefe'^r §ufammenftimmen, 3. 6. be§ 3Kenfc^en Saftert^at unb SBinbe, 
bereu febeS uad) ber Drbnuug ber 3Ratur be§ fubiectä gefci^ie^t; ba^er u> 
fönnten fte alsbenn nic^t au§ ber 9latur folgen unb na(^ einerlei) ©efe^en. 
^an .pflegt auf bie 9J?einung einiger [öon ber], ba^ ®ott nici^t [cor] 
auf individua, fonbern aufö allgemeine feine birection rid^te, §u 2lnt= 
jDorten, bafe ba§) allgemeine nur burd^ bie abfonberung üon ben individuis 
gebad)t werbe, hierauf ift ju merfen, ha^Q ba§ allgemeine entiüeber ba^ 15 
logif^ allgemeine fei) ([ober] ba§ gemeinfc^aftlid^e SRerfmal üon Dielen) 
ober ba§ realiter allgemeine. [3ene§] j. (g. [Ht] man fe^e: eine 9J?afd)iene 
fei) i^u üielen einzelnen SBirfungen angelegt [3. ©] aU bie Gute be'5 Vau- 
canson, fo fan x&j fageu: [tf)re] bie 3>orforge be§ Äünftlerö fei) auf§ aH^ 
gemeine gerid)tet ber t^ierifd^en ^anblungen, nemlid^ auf§ logifd^ aH- 20 
gemeine ober auf alte§; ift aber bie 6inrid)tung ber mafd)iene fo ge» 
mad^t, ba^ fie auf gar feine einzelne, fonbern auf einen ®runb aller 
berfelben unbeftimmt angelegt ift, fo ift bie 3uricl)tung ein allgemeiner 
realgrunb. e. g. fo ift ein 33arometer ein allgemeiner ßuftmeffer, unb 
bk ^üffe eineö (Springer^ ftnb nic^t auf bie einzelnen Jänse, fonbern 20 
auf gel)en unb tanken überl^aupt eingerid^tet. 



8 einjeln? einjelne? || Ifi ÜOX.nits Versfhi'n nicht vun Kant (durchstrichen. || 

l.y auf ans bie II 16 ötelen.* ütelem? || 18—19 Zu fönte beä Vaucanson cgi- 
J. S. T. Geh/ers Physikalisches Wörterbuch 17S7 I 222/. unter ^^Avtomate''^ : „f'au- 
ranscn verfertigte im Jahre 1738 zu Paris seinen mit Recht su herithmt gewordenen 30 
Flötenspieler'-'-., ausserdem einen Trommelschläger und „eine Ente, welche die Körner 
mit dem Schnabel aufnahm, kaute, verschlang, und durch die natürlichen Wege in 
■inei verdauten Körnern ähnlichen Gestalt icieder von sich gab. Diese Ente schlug 
mit den Flügeln, richtete sich auf den Füssen in die Höhe, drehte den Hals u. s. ?<•., 
ii/id df,' Fi,,i, ihres Körpers war der >Va^//;- so viel möglich nachgeahmt'-''. :iö 



nx. 3881—3882 (JBaiib XVII). 325 

3882. t]''U'^^ (h'^^ liif) (q'~v'0 X'^^ M39:}'. ZuM§U63: 

@§ i[t etraaS anbereö: eine befonbere proüiben^ einräumen, unb bie 

ÜWerfmale berfelben in einem befonberen gaUe eiujet)en ober aud^ bie be= 

fonbere 3ftegeln üon ber Slniuenbung ber ®üte unb 2öci§{)eit ©otte^ 3U 

ö üerfte^en. ©erienige, meld^er in einer 33egeben^cit eine befonbere göttli(f)e 

Slbfid)! ju erfennen öorgiebt, beljauptet, \ia^ er bie ®riinbe ber göttlict)en 

9lQtl)fc^litfee ein[et)e, burd) meld)e eine ^Begebenheit nott)U)enbtg fo unb nid)t 

anber§ auStaüen mu[te. 5(ber alsbenn müfte eben biefelbe (Sinfid)! aui) 

^ulangen, biefe 33egeben()eit au§ ben befannten Diegeln ber göttlichen 

10 3Ratf)fc^lii[fe üorauö^ufagen: @o mie berienige feine einfielt in bie Ur- 

fad)en ber ^infternifje ^t, [ber [ie nic^t] fo ferne fie auf einen gemiffen 

Beitpuntt beftimmt fetjn, ber fie nic^t Dorau§ öerfunbigen fan. 



12 Nach fet)ll Vielleicht ein Semikolon und kt 



Phase 9, 

Connexum. 
M§ 19—33. 

3883. ^^x^-XfMlO'. ZuM§29: 

Ratio est id, per cuius conceptum (h. e. vniversalem) (^non se- 5 
cundum leges phaenomenorum) ponitiir aliud, adeoqve a qvo vni- 
versaliter determinatur aliud; a rationato (^ praedicato) ad rationem 
(c subiectum) non valet conseqventia, nisi indeterminate sive parti- 
culariter. 



Ens. 10 

M§3i—71. 

3884. &fx'?.yi3'. E 11436. ZuM§39: 

2)ie ©runbbegrttfe ftnb nic^t 33e[timungen, alfo auc^ iiic^t bie 
tt)efcntUd)en @tüfe. 

©a§ Iogifd)e Söefen t[t l^i)pot^etifc^ ober abjolut; iene§, waS ben is 
®an^en (•'' primitiüen) SSegrif, ben tüir t)om 2)iuge ^aben, ba§ stt)et)te, 
luaä ben üKoglidCjen Söegriff au§brü!t. 

2)aö realttjefen bebeutet ba§ fubtect, tüaä unoeränbert unb beter» 
minabel i[t. 2lQe§, ö3a§ ba ift, \)(xi ein realioefen, tüa§ immer bleibt, unb 
^a^ übrige ftnb 33e[timungen. ao 



iS — 19 E: betermtnirt; auf jeden Fall unrichtig. Im Ms. wahrscheinlich: 

betermabel. 



*«r. 3883—3887 (93anb XVII). 327 

3885, ^. MW. E 11819. Zu M§ 57, 60: 
ab esse ad posse valet conseqventia, qvae est empirica. Posse 
conclusum [posse] per principium contradictionis est ratioaaliter cog- 
nitum. Possibilitatem nexus realis cogooscimus empirice. 
5 a non esse ad non posse non valet conseqventia, sed est tarnen 

conclusio imperfecta empirica. 



3886. &f x'f M 19'. Zu M § 69 : 

Ob ntci^t bie ©rö^e etroaä fei), ü3a§ an [ic!^ felbft rclatiölfd^ feQ in 
23er{)altnig auf ba§, roaä i)a§ ©rofeefte i[t unb bie data gu aQem ÜJ?og= 
lid)en enthält, e. g. ber triangel im Unenbltciben D^launi. [25a] 3)iefeS 
ift bie abfolute ®röfee, ft)el(i)e mir erfenen baburd), ta^ ztwa^ norf) gröfeer 
fe^n fan, unb nid^t baburc^, ta^ e§ üerringert werben fan, b. i. t^eile 
entt)ält. ße^tereiS ift bie relatiöe ©röfee. 



Perfectum. 
M§94—100. 
3887. »?x'f M 26'. Zu M § 94 : 

SSoHfornenl^eiten fcl^le(i)tt)in ftnb [not^roenbi^e übereinftimmungenj, XOa^ 
ji^n bem innern SBert^ ber £)inge gufammenftimt. 2)at)er nur 2Sernünftige 
2Befen 3?oÜfommen^eiten {)aben fönnen; e. g. S3erftanb rairb öon @c^ön= 
t)eit unb ©lücffeeUgfeit unterf(i)ieben. 

in sensu respectivo [entroeber bie Sotlfornmen^eit ber], ba einem ent= 
meber in respectu auf etmaS pofttit)e§ überhaupt ober in respectu auf 
einen beterminirten 23egrif ni(i)t§ fe^lt: ^orm ber 55oÜfommen^eit. 

(" ber [innere] Sßert^ felber ift bie bonitaet, fomt auf bie materie 
ber SSoUfommen^eit an.) 



2 — 3 Vielleicht sollte der 2. Satz urqiriinglich mit dem durchstrichenen posse, 
dcts am Anfang einer neuen Zeile steht, beginnen, özw. mit dem ans Z. 2 zu er- 
gänzenden ab vor dem posse. Die Worte Posse conclusum, die den Schluss der 
1. Ms.-Zeile bilden, sind möglichenceise erst hinzugesetzt, als posse durchstrichen wurde. 
30 8 fe^n II 11—12 Nach etrooS ditrfte ntcl)t ausgefallen sein. \\ 12 bafe er 

17—18 Ursprünglich hiess es: mai ben SCßertI) ber Singe [cf'ne] auSmad^t. 



328 SReflejionen jut 3Ketop:^l)ftf. $|3t)afc 0. Necessarium et contingens. 

Necessariwn et contingens. 
M § 101—123. 
3888. ^fn^^MSO'. Gegenüber von M§ 104: 
2)a§ [fd)t] innerltd^ notl^lüenbige ift f(!^le{]^t^in nottjmenbtg (omni- 
mode); aber wir fönnen bie innere ^^lotl^menbiöfeit nic^t ein|e|en toegen 6 
n3egla[fung ber beftimtenconbitionen. SlUein unferSegrif ber 5flott)tt)enbig= 
feit üerftattet aud) ben eine§ ®runbe§ unb awar allgemeinen @runbe§, 
unb biefen öerfte^t man and) in ber ibee ber burd^gangigen not^iüenbig» 
feit; aber biefe ift nur ein S3ejiel^ung§begrif in ber fuborbination ber 
tbeen unb logifd^ conbitional, bienet auc^ nur, 't>Qi% omnimode nottimenbige lo 
üon bem, xoa§> restrictive tale i[t, ju unterjc^eiben. 



Reale et negativ um. 
M§ 135— 147. 
3889, S-?x'fM39'. EU 668. 1618. Gegenüber von M § 136 : 
Realitas in sensu substantivo ift eine SSoUfornmen^eit in metapl^ljft» is 
jd^em 33erftanbe. 

5)ie ^öclt)fte realitaet beftel^t nidjt barin, ^cS^ aüeg in i^r feg, fonbern 
burd^ \\)x als einem grunb ; benn "üdi^ maximum ber realitaet ift nid^t 
jijnt'^etifc^ möglid) ober burc^ coorbination, fonbern ntinbere ®rabe jinb 
nur burd^ (5infd)ranfung beS gröfeeften 3J?oglid^. 5Run ift bie l^od^fte 20 
realitaet bie, welche nid[)t eingefd^rdnft üjerben fan; alfo ift biejenige, 
njeld^e baä "^(ia^ alter £)inge ift unb barin aUer 2)inge realitaet liegt, 
nur bie ^olge öon bem ente summo. 



Singulare et universale. 
M § 148— 154. 
3890. &. M 42'. E 11 16(f8. Zu M§ 148: 
(Sin iebcr aügemeiue 33egrif entl)olt \)a§, waS oielen 2)ingen gemein 

15 — IG I>ci- 2. A/isat: stt'ht olnn- 'rrcnnungsstiich iiivinttelhar unter dem 1- 
Bfide zeiyt-n (j/m: ilieselhe Tinte loid Schrift. F.. xet:t den 1. in di-n Kriticiumns, 
dfh 'J. '/» di'ii k-ri.l. L'dtitinidiDni'jt:. 



9lr. 8888—3890 («Banb XVII). 329 

ift (' toorin öiele einerlei) fmb), unb i[t unbeftimmt in Slnfe^ung ber 
SSerf^iebenfietten. 

[2)urd) if)n fan man mef)rere 2)iuge benfen, unb er entt)ält oielc unter fic^] 

©in befonberer SSegrif ift mel^r beftimmt, nemltd^ in anje^ung ber 
5 .5^er|d^tebenl^eiten. (^ 23om burd^gängig 23e[timmten.) 

@r entt)ält [eiele] bie befonberen unter pct) unb ift latior; bte be= 
fonbern jtnb conceptus angustiores. @r l^ei^t superior in anfe'^ung ber 
befonbern, bie inferiores feqn. 

gr [^ött weniger in ficf)] ift in bin niebrigen enthalten unb entf)ält 
10 n)emger in [kÜC}. 

logij(!^e fuborbination. Conceptus summus (^ minime determinatus), 
infimus. maxime determinatus (» singularis), Sphaera conceptus. Lo- 
gica divisio. 

Progressus per synthesin, regressus per analysin. 
15 3n ber reil^e ber logif(!^en fuborbination ift ein ©lieb, tDel(!^eä 

l)öt)ere über ftd^ unb niebrige in [xd} l)at: conceptus communis [subord:] 
(* subalternus); tt)irb er betrachtet nur in feinem superiori, fo mirb er 
tiorgefteUt in abstracto; in feinem inferiori: in concreto; maxime in ab- 
stracto ober in individuo. 
20 conceptus communis [inferior] (f subalternus) ift in Stnjebung feineS 

inferioris genus, jeineS superioris species. Genus, toeld^eä in 2lnfe^ung 
feine§ superioris species ift, ift subalternum; Xoa§ e^ nid^t ift: summum. 
Species, toddjt nur individua unter fid) enttjält, species infima. Conti- 
nuitas formarum logicaium. 3wif<^cn gmei) einanber logifc!^ fuborbinirten 
25 conceptibus ift ieberj^eit ein mittlere^. 

Subordinatio realis. Omnitudo realis. 2tn ber (SteUe ber Seftim= 
ungen be§ allgemeinen 33egriff§, föinfd^ränfung ber Sphaera be§ l^öd^ften 
@runbe§, negationes. Sei) logifd^en ©inf^eilungen fd)ränft man bie 
sphaeram ein, bei realen 33eftimungen jc^ränft man bie realitaet 
30 ein. ^er conceptus (? lugice) inferior enthalt weniger Seftimungen, 
ber realiter inferior n)en{ger positiones in [xd}, lii^ conceptus infimus, 

ß (5r sc. der allgemeine Beyriff. \\ ber statt bie (nach latior^ || i6, 20 Erst, 
als Kant den s-Zusatz (x^ — \p) schrieb, strich er subord: 6;«'. inferior aus. || 
30 Statt roentget erwartet man mel)r. II 31 Die Worte infimus, realitas bilden im 
35 Ms. eine Zeile für sich, von der links der durchstrichene Anfang einer Rß. aus f 
steht. E. hat die beiden Worte falsch eingeschoben. Die durchstrichenen Worfr 
lauten: @8 omnimode determinatum in ente realissimo h. e. hmitatum. 



330 SReflejionen jur 5D?etap^t)fif. 5)3f)ofe &. Singulare et universale. 

realitas evanescens ift ober negatio pura. ®lei(!^lüot)l ift bie subordi- 
natio realis auc^ nur ber mogIid)feit naci^ unb alfo Metaphysica. üon 
ber bie caussalis im 2)a[eQn physica f)eifet. 

Omnitudo realis [bebeut] i[t ber particulari negatioüi entgegengefe^t. 



Simplex et compositum. s 

M§ 224—229. 

3891, ^. M68'. Zu M§ 227, 228: 

2)er Urfprung ift ein Slugenblif, auf meldten ba§ gan^e ^afeqn 
folgt; ^a§> 3Serget)en (@nbe) ber Slugenblif, ber auf ^(x^ ganje 2)afei)n 
folgt. 2)aburc^ wirb erftlic^ geaeigt, bafe ber Urfprung ein 2)afei)n fei), lo 
gioe^tenS ein terminus ber 2)auer, 

6§ entfpringt ein gan|e§ au§ etmaS, toenn ba§ 3jafei)n ber tl^eile 
öor ber gorm öorl^erge^t, unb au§ m(f)t§, toenn nid^t§ oon ben tl)eilen 
öor bem ®an^en oorlier ift. 



Monas. i5 

M§ 230— 245. 
3892. d-. M72'. E 11 1418. 379. Zu M§ 239 ff.: 
Db eö ein spatium absolutum ober tempus absolutum gebe, mürbe 
fo öiel fagen aoUen, ob man jtoifc^en jmet) fingen im 3flaume alle§ 
[onbete] bajtoifdjen liegenbe oernid^ten fönne unb bod^ bie beftimte leere 20 
ßücfc bleiben mürbe, unb ob, wenn [ämifcf)en.bcm Stnfang] ein gan^e§ 3a^v 
Semegungen unb oerdnberungen überljaupt auft)öreten, nic^t ^a^ folgenbe 
3ln^eben fönne, fo ^o.^ ein leereä ^mifc^en 3at)r oerlaufen märe, äßir 
löfen biefe ©d^mterigfeiten nid)t auf, fonbern antworten unfern Gegnern 
burc^ bie retorfton, meil il^re Sluffaffung eben biefe «Sc^mierigfeiten ^at. ib 

Ratio sive principium Status est tempus et qvidem coniunctionis 
omuium, qvae pertineut ad eundem statum. 



17 Nach gebe ein Punct. || 20 löline fehlt: schon von E. eingeschoben. 

25 tl^re eben || E: ©c^n)ierig!ctt 



yiv. 3890-3895 (öanb XVII). 331 

Si7nultanea. 
M§ 280—296. 
3893. af (Q^f) M 85'. E II 1198. Zu M § 282: 
@§ i[t fd^led^tl^in unmöglid^, ba^ ein ®ing an öicl Drten jugleic^ 
6 fei), aber nic^t, bafe e§ nad) einanber feg. 

@§ ift nur bebingt [noti^roenbtg] unmöglid), ba^ ütele «Subftanjen in 
einerlei) £)rte feijn, nemlic^ biejenige, bie im^Denctrabel fegn. 



Cosmologia. 

Prolegomena. 
10 M§ 351—353. 

3894. ^f (x'fj (Q'f) M 110'. E II 1332: 
Cosmologia est vel Empirica (Physica et Psychologia) vel ratio- 
nalis, 

Haec vel materiale, h. e. [subiect] constitutiva, coDsiderat (Ma- 
is teriam et immateriale), vel formam. Posterior hie tractatur. 

Cosmologia [empirica] rationalis pertinet ad Metaphysicam. 



Exsiste7itia Dei. 
M § 803—862. 

3893. i^f (^—v?) (x^O M332'. 
20 £)b ba% ens realissimum jugleid^ absolute perfectum (^ summum 

bonum) feg, fragt fid^; ben ref^)ectiD sive externe perfectissimum ift e§ 
®eO)iff. 2)ie interna perfectio (bonitas) fe|t ba^ ©efü^l ber Suft üorauS. 



7 E.: Orten 
14 subiect .' 



Phase L, 

Possihile. 
M§7—18. 

3896. i^. M3'. Gegenüber von M § 9 : 

Nihil vel sensu logico opponitur alicui; in sensu metaphysico 
opponitur cogitabili. Prius est nihil respective tale (nullum eorum, 
qvae continentur sub notione aliqua). Posterius est oppositum eorum, 
quae sub aliqva omnino notione continentur. 



Connexum. 

M § 19—33. 10 

3897. v^. M9'. E 11742. ZuM§28: 

ratio est vel inter coordinata (* ratio completa) vel subordinata 
sufficiens. 

33et) iencr fragt man ^(Xi> „toarum" nic^t mel^r üon ber %o\^t, bet) 
bicfer üom ©runbe. is 

(''' ©icfe fte^t unter feinem ^ö^eren ©runbe, iene ift fein 3:l^eir 
eines größeren ®runbe§. 
3)er terminus ber fuborbinirten ®rünbe ift ratio primitiva. 
2)er terminus ber coorbinirten ®rünbe ift completudo. 
(' 2)a§ ganje ber JRei^e ober beö ®rnnbe§.) -'" 



7 oppositum? nullum?.' 

11 x-Ziisät:'-: r^r (q3 f) (^: . 'x^n . l(i btOe ■""" tetlf 



Mir. 3896—3901 (öanb XVII). 3HH 

Ens. 
M § 34—71. 
3898. tf (r,f II?) M W. E 11840. Zu M§59: 
In conceptibus complexis a posse ad esse non valet conseqventia, 
5 sed in simplicibus. 

SSon ber ^orm ber 2)?ögli(!^feit läBt jtc^ nid^t aut bte SßirfUcJ^feit 
fc^Uefeen, aber lool^l öon ber Waterie. 



Unum. 
M §72—77. 
lu S899. i^f (X?) (x'V M 20'. E II 461. 

Sitte @int)eit ift enttoeber ber SSergleid^ung ober ber SSerfnüpfung. 
5)te erfte ift, fo fern etroaS mit öiel anberem einerlei) ift. 2)ie jioeQte, in 
fo fern Diel in einem ©runbe öerbunben ftnb. 

2)ie (äinl^eit ber Sufatnmenne'^mung (abbition): ift matliematifd^, 
15 ober ber abteitung: biefe ift pt)iIofopl)if(i). 



Necessarium et contingens. 
M§ 101—123. 
3900. (f (>c-K?) M 29'. E II 858. Zu M§ 102 : 

SldeS ift notl^n3enbig. entn3eber bebingt (•" b. i. burd^ einen ®runb) 
20 ober unbebingt. 

[Smeji] Unter allen ©rünben mu^ ein crfter ®runb fei)n, biefer ift 
f(i)le(!t)tf)in not^raenbig. 



35 



Reale et negativus. 
M§ 135— 147. 
3901. t—f.i?Q^f M 39'. Ell 667. Gegenüber von M § 137 : 
©ie synthesis ber realitaet befte'^t bloS in ber abfonberung oon bev 

6—7 Vgl. n 77/. 



334 Sleflcjionen jur 9)?etopI)i)fif. 5ß]^Qfe t. Reale et negativuiu. 

einigen ©rotten burd^ negationen, toeil negationen realitaet üorauS fe^en; 
folglich ift barin ber unterfc^ieb be§ [gan] sufammengefe^ten unb ein-- 
fa(!^en. 



Snhstwitio et accidens, 

M § 191—204. 5 

:i902. t^f x^.? ö—a^!'? Mö9'. E II 506. Zu M§ 196, 197: 
2luffer fubftan^ unb accidente fan man ftc^ nod^ etüjaS pofttiöeS ge* 
benfen, nemlid) ben respectum. SlÖer respectus (? berfelben) iftbreijfacf): 
berber fub[tan|(empirifcl^): ^ianm, ber accidentium: ßeit, ber fubftan^ 
ju ben accidentibus: Äroft. lo 



S903. i^—x^f ixf Q^f M59. 

2)ic fubftan^ ift aUein ein ®ing ober [etroaä] ©egenftanb. 



Status. 
M§ 205—223. 

3904. iK M6V. E 11694. ZuM§205: is 

Status est coexistentia substantialis cum accidentibus. 
Substantiale est iramutabile; qvoniam enim rationem primam 
accidentium atque adeo mutationum continet, si mutaretur, mutatio 
haec foret accidens, non substantiale. Ratio prima autem ideo est im- 
mutabilis, qvia, cum nuUa alia sit ratio mutationis, ipsa se mutaret, 20 
li. e. a et non a simul in eodem ente forent determinata. 



Notio mundi affirmativa. 
M § 354—379. 

3905. ^2? (ii3q 12 f) ^^2f) (^^,3f) jy jj.y^ Zu M369: 

2)a§ gan3e ber SBelt mufe ni(!^t mit bcm ©an^en ßuftanbe berfelben 25 



7 fan man avs fönnen fie || 9 f. fuBftanfe? fubftan^en (so E.)? \\ Vgl. S. 257/. 



tUr. 3901 -3906 (Söanb XVII). 335 

öermengt lüerben. SDenn bie accidentia ftnb nid)t 3:'^eile ber 2Belt. f^olg* 
Ud^ fan id^ fagen: bie SBelt entfpringt nad^ unb nad), inbem ein S^^eil 
x\a<i) bem anbern erfd)af[en rt)irb. 



Notio mundi negativa. 
M§ 380—391. 
3906. 1^ ? (t^ i) (x^f) M 120'. Zu M § 382, 3h3: 

(5Rott)tüenbigfeit unb Bufoüigfeit in ber SBelt. 3Ratur^ 
(f mit ®runb) unb Sreijl^eit unb bie SSoItfommen^eit be^ber: 
©lücffeeligfeit unb Ttttlic^feit. 
33Unbe SRot^wenbigfeit, blinbe 3ufalligfeit. D^ngefefir. 
Dber[te§ principium be§ ratiDnalnottjiüenbigen, bie na= 
türlid^e not^irenbigfeit [beä rottonoläufäUigen] unb bie §ret)l^eiti 
lt>Cj^t ftnb in bem ober[ten äßefen enthalten. 
3Ratur unb freijl^eit f SSerfnüpfung. saltus. Drbnung. 
(Sd^üfal unb Sufaü. | * 

* {^ biejeS betrift Segebenl^eiten, folglid^ mag in ber 
Sißelt gefc^ie^t; benn ber Urfprung berjelben ift feine 23e= 
geben'^eit.) 

StUe 23egebenl)eiten ber 2BeIt gejd^e^en entmeber burd^ blinbe ^oiiy 
-^" menbigfeit: 

bruta necessitas; 

Fatum ober burd^ \i(^»> ©d^icffd — ^erpngnife — :Hat^fdt)luö bev 
obersten Urjad)e ; 

per libertatem ober burc^ ?fret)t)eit ber l^anbelnben SBefen in ber 
ro SBelt; 

casus ober nic^t burd^ (Sd^icfjal ober greijl^eit; 

6 s-Zusätze: x—q? (v?J (rj?) || 7 Der s-Zusatz steht über der hfl. \\ 8 mit:'' 
nat (= natürltct)er;? || 11— 12 Statt bie naturltd;e nofEirocnbigfett scheint zunächst 
gestanden zu haben: beä Qb\: notl)n): || 12 beä aus Versehen nicht durchstrichen. \\ 
14 Der s-Zusatz steht zwischen Z. 19f. und 22 f., sein g-Zusatz rechts von Z. 26 
und 336 1. II 15 Der Stern steht über ber (Z. 22); Z. 16—18 können daher auch 
S-Zusatz zu Z. 22 f. sein. \\ 33522— 336 1 Die vier ober entsprechen dem etltroeber 
in Z. 19; die lateinischen Ausdrücke fatum — fortuitum ständen besser am Ende der 
einzelnen Zeilen. 



80 



336 Steflcjioncn jur lKetap^l)fif. !t?!§afe i. Notio mimdi negativa. 

fortuitum ober au§ gar feiner Urfad)e. 

Slinbe 9^ott)iüenbigfeit (« — SSernünfttge) 

SSorl^erbeftimte. 3Sert)ängni§. 

^nxd) ^reij^eit (^ Sufättigfeit.) 

ol^ne SBiUen Bufatt 

blinbeS o{)ngefe^r. (« 51atürlid)er Bufaö.) 

Nihil per saltum, casum et fatum accidit. 

/* 3« ^er 3ftei()e aüe§ BwfaßtQen ift ba§ erfte bie freQe\ 

/ .^anblung. 

I 3n ber rei^e aUeS nott)iüenbigen ba§ erfte bie abfolute 

\notl)tt)enbigfeit. ©renken. 
(f qvalitas mundi; mundus non constat vacuo.) 
(« (g§ ift ieber Übergang burd^ aVic moglt(i^e Bwifc^englieber.) 
(* 2)a§ an f\6) gufattige, maS bod^ nottimenbig [ift] gefc^iel^t ol^ne 
®runb, ift blinbe Dfiot^ wen bigfeit. 

®a§ an ftd) abi)ongige, »aä ba [ift] gefc^ie'^t o'^ne aUe [®runb] 
3Rotf)n)enbigfeit, ift ber blinbe BufaClO 

C* 2)ie notI)tt)enbigfett in ber SSelt o'^ne allen ®runb ift bie blinbe. 
'Die BufäUigfeit in ber 2Belt ol)ne aUen ©runb ift bie blinbe.) 



Exsistentia Dei. 
M§ 803—862. 
3907. ('? (t-'fj (x3?J Af33ö'. Zu M § 820f.: 

(^ negatiö: Wan rebet ni(^t Don ber göttlichen 33ernunft.) 
SSerftanb. Äeine ©innltd^feit. (non affectus.) intnitio, nid^t 
biScurftD : gel)t aufg möglic!^e unb njirf lid^e gleidb ftarf (^ftel)t alle§ 
in jic^ felbft). Äeine fc^njierigfeit wegen ber fünftigen Beit. 
(^ Perfectiones qviescentes et operativae.) 
[SötKe] ßuft unb Unluft 8lu§ f\^ felbft, ©eeligfeit. 
SBiÜe. ^reij^eit. Unabpngigfeit üon eintrieben C'' ana- 
logen üon betüegungSgrunb); bod) fein absolutum decretum, 
fonbern conform ber bonitact be§ obiedä. 5J?oralifd^er S3e» 
\ »egungSgrunb: ©erec^tigfeit. ©ütige Slbftc^t. 



20 



8 Der 8-Zusutz (x^ — q1) steht rechts von Z. 3 — 7. || 12 Der s-Zusatz steht 
links von Z. 5f. \\ mundus aus In mundo || constat?/ || LS burc^ ein aUe || 14: Der 
8-Zusatz ist 3 mal quer durchstrichen. || Iß allen || 19 Im Ms. steht nur das Wort 35 



3fir. 3906-3907 («öonb XVII). 337 

2lUe ©rofee eigenfcfiaften, bie id^ öon ®ott au§ ber SBittful^rUd^en 
ibee beffclben fage, jinb nur e?:;)oftttonen ber hypothesis, bie ic^ annel^me. 
Slber bie id) au§ bcm SSerf jiel^e (biefe aber jtnb nur ))ractifcl^ ooU= 
fommen), treffen ein reales unb burc^ toirflid^e bocumenten gegebenes 
2öe[en. 

1. Existentia [Dei] entis originarii: contra Atheistas (* dogmaticos 
et scepticos). Existentia [Dei] Intelligentiae summae: contra Deistas. 
C reale 33ebingung aller 9Kogli^!eit. Necessitas. immutabili- 
tas. impassibilitas. Immaterialitas, Infinitudo.) 

[2. Originaria contra epicureos] (Existentia personae summae: contra 
fatalistas.) 

3. Immutabilis et impassibilis: contra antropomorpliistas (" qvod 
conceptus eins sit inteliectualis pure), 

4. Substantialitas : contra spinozam. 

(^ Non vnica substantia (^ Simplex): contra Spinozam (ita vt 
mundus tanqvam accidens ipsi inhaereret); non vnica substantia 
Q' composita) vt complexus omnium, h. e. to irav [quasi Dens esset acci- 
dens mundo inhaerens], Deus est ens extramundanum.) 

5. qvod sit ens extramundanum : contra stoicos, qvia animam mundi 
contendebant, 

6. Unicitas: contra polytheistas, 

7. Summa perfectio (f Summum bonum): contra Manichaeos. 

8. Simplicitas. (* Infinitudo: contra Anthropomorphistas.) 

9. Aeternitas. (* 10. Causalitas respectu mundi.) 

10. Omnipraesentia. (* Ens extramundanum (nid^t anima mundi): 
contra stoicos.) 

11. Omnipotentia. (« Intelligentia: contra deistas.) 



•^ufälligleit und rechts davon 8 kleine Striche — eine Abkürzung, die sich bei Kant 
m/t findet. 

30 33623 s-Zusatz: ).—a. || 33627 Zu perfectiones etc. vgl. M § 815. 

3 bem? bcn? II Söcrf? Söerfen?? || 6 ff' s-Zusätze: vi—tp? (cj?). Von den 
Nrn. 1 — 8 hat Kant einige (1 und 5, 2 und 7, 6 und 8) nachträglich durch Bogen 
verbunden. \ \ 11 Die Schlussklammer fehlt. \ \ 12 Vor 3 eine Klammer. Immutabilis durch- 
strichen und durch daruntergesetzte Puncte icieder gültig erklärt. \ | 16 Nach inhaereret 

85 fehlt die Klammer. \ \ 23 Simplicitas ist mit Immaterialitas (Z. 9) durch einen Strich 
verbunden. \\ 25 Zwischen extramundanum und der Klammer noch einige Schriftzüge: 
I? se.* II mundi ist mit Anthropomorphistas (Z. 23) durch einen Strich verbunden. 

Äant'« ©(Stiften, .^anbfc^rifttte^et 9iad)l,uj. IV. 22 



338 SRefIejionen jur Sfflctap^Qfif. 5)Sf)afc i. Exsistentia Dei. 

a. Personalitas: contra Deistas per conceptus intellectuales consci- 
entiae sui ipsius, non qvatenus afficimur, sed agimus, (f 3)ie tran§jcen= 
bentale, natürltc^e unb moralijd^e 5I^eologie. ®ott als ^eiliger.) 



3908. i^f (e^f) (x^f) M335'. Gegenüber von M§821: 

(*a) 1. Necessitas, 5 

(« b) 2. Perfectio Metaphysica : Contra Manichaeos. 

(«a2,) 3. Omnisufficientia. Vt causa universi, etiam possibilium. 

4. Immutabilitas. 

5. Impassibilitas (f Spiritualitas: contra deistas, theismus, 
sed non anthropomorphismus.) lo 

(« c) 6. Vnitas. Q Sanctitas : contra ethnicos.) 
(«d) 7. Simplicitas. 

8, Immaterialitas. 

9. Intelligentia. Sebenbiger ®ott. 

(* a 3. Infinitudo [abs] interna — relativa, omnisufficientia [res- is 
pectu], conditiones sunt 9 et 10.) 



3909. i2? (s^l) (x^f) M33Ö'. 

tran§fcenbentaler SSegrif oon ©ott. 
®ott alö "tio.^ l§od^[te Sßefen. (f 2Sertt)eibigung toieber ben atheismus.) 



2 — 3 transsc: 

4 Rfl. 3908 steht rechts von den Nummern 6—11 der Rfl. 3907. s-Zusätze: 
yi — yi. /)|g Buchstaben links von den Zahlen sollen natürlich eine nachträgliche 
Änderung der Disposition andeuten. Der letzte s-Zusatz steht zwischen Rfl. 3907 und 
Rfl. 3908. Sein Schlusssatz scheint sich auf Rfl. 3907 zu beziehen. Die Nummern 25 
1 und 4, 2 und 5 sind von Kant nachträglich durch Bogen mit einander verbunden. || 
9—11 Die beiden s-Zusätze stehen bis auf je das 1. Wort auf M 335. 

17 s-Zusätze (bis auf den in 339 lo): i^ — Q^. Sie zeigen bedeutend feinere Schrift, 
die aber ähnlich auch schon in den beiden vorhergehenden Rfl. vorkommt. Vielleicht 
sind sie zugleich mit dem Stamm der Rfl. geschrieben, aber, der Raumersparniss wegen 30 
(um kleiner schreiben zu können), mit der Rückseite der Feder. || 18 transsc: || 
20 metaph: Psychol: 



mx. 3907-3911 (öflnb XVII). 339 

©Ott alö bie l^o^fte intelligent. (* Sßert^eibigung gegen ben Deis- 
mus. 2BeId)er eigentltd) ben antropoinorpliigm angreift) 
moralifc^er: 
©Ott als ba^ t)0(!^[te ®ut. (* SSert^eibigung gegen ben epicureiSm.) 
(* @r fan fein [comp] red^tmäfeiger ®efe|geber ber Sitten jeqn, 
«3enn er m(f)t jugleid^ ber ber ^flatur ift, unb jwar in ber ganzen SSoK- 
ftanbig!eit. 2)enn »enn er nici^t ba§ (Sd)if[al ooüig in feiner ©emalt 
l^at, fo fan er ntc^t abfolut befel^Ien. 2lber baju mufe er (Schöpfer feqn; 
bie§ ift ber f^eculation not^menbig, aber nic^t ber reltgion.) 
a. Moralitas contra Epicureos. (« SKoralifci^e S^^eologie, t^eologifc^e 
2Koral.) 

*(* mir fönnen @ott nur ^fgc^ologifd) erfennen nad) ber analogte 
mit ben Gräften ber 3fiatur, meiere bie ooüftanbige ßaufalitaet ber 
JBoUfommenl^eit enthalten. 2)enn luir l^aben oon ®ott feine data, 
fonbern nur data feine§ 23erl^altniffe§ ju ber 2BeIt; alfo erfennen mir 
an bemfelben nur f bricht ab.) 



S910. i' / (x' M :j:n'. E II 1726. 

3d^ fenne oon ®ott nur bie SSebingung feinet f)inlängU(^en SSer^alt» 
niffeg §ur SBelt, unb jtoar ift biefe§ 2Ser!^altni§ bem ber 2)inge ber Sßelt 
80 dfinlid^, meil er \ia^ principium ber D^teil^e ift ; aber biefe 6igenf(i)aften 
ftnb nid^t ben ßigenfdjaften ber 2)inge ber SBelt d^nlic!^. 2Bir fönen 
gan^ mo^I ha^, ma§ fein folc^eä 2Serf)ältnil f)at, tgnoriren. 2)enn e§ ge= 
^ört nic^t un§ an. 



l'oluntffs i)ti. 
M§ 890—925. 
3911. i^. M:iG9'. ZuM§90:J: 

®ott ift oottfomen burc^ feine Diatur, aber er ift ®ut burd^ feinen 
SBiUcn. ®a§ ibeal eine^ guten SßinenS ift in ®ott ober bur(i) ®ott 
realifirt. 



2 antromorphism || 5 [comp]? il 10 s-Zusutz: ip? (u—/?) 

20 er? eä?? 

28 ober 'lus biivd) 

22* 



340 3ftefIejionen äur IWetapl^^fif. Jp^ofc t. Voluntas Dei. 

2Ba0 ba gut ift, beffen 2)afci)n t)ai einen 2Bertl^. 2)ie SSoUfomenlieit 
entplt bie completudinem ber datorum ju etwaS, Oon beffen SBertl^ mir 
Qbftraf)iren. 



Creatio mundi. 
M§ 926—941. 5 

3912. i?—x\ M379'. E 11 Uli . ZuM§926: 

2)ie SBelt l^at einen Slnfang, b. i. einen ßuftanb, ber feine folge 
au§ einem anbern ßuftanbe ift: terminum a priori; non est aeternus 
a parte ante. £)en tt)enn ein ieber 3w[^<ii^ö i'sr 2Belt eine ^olge au§ 
einem anbern S^ftanb ber SBelt märe, fo mürben aVit ßuftdnbe ber SBelt lo 
einen anbern SuftQ^^ ^ci^ 2Belt oor ftd^ l^aben; alfo mürbe ein ßuftanb 
ber melt öon allen ßuftänben unterfd^ieben fet)n. meld^eS contradictorium. 

3Son ber 2ßelt Slnfang ift bi§ auf bie ©egenmertige S^it feine 
ßmigfeit üerfloffen: mundus non creatus est ab aeterno. 

2)ie SSelt ^at m^i el^er erfc^affen merben fönen; aber mir l)aben 15 
mol^l fpdter e?:iftiren fönen. 

2Bir fönen un§ nic^t beutlic^ üorfteüen, mie bie cauffalitaet einer 
not^menbigen Urfad^e anfange. SDenn mir benfen un§ immer, bafe e§ 
oorl^er nic^t gemefen fei). 3ßir muffen un§ aber beqm anfange aUer 
Singe mot)l eine relation beffelben a parte post gebenfen, aber feine 20 
a parte ante, alfo fein SSerf)altni§ ber Sißelt %\x einer oor^er oerfloffenen 
Seit. 



2 ber?? bcren? beret??? 

8 E: oon statt auS || terminum? terminus (so E.)? \\ Als Subject zu est 
ist mundus aus Seit zu ergänzen. || 12 cöntrad: || 20 E: berfelben 25 



10 



Phase 'X. 

AUgemeines, 

3913. x'? fr]?) M I. 
[consensus vel opposit] 

Slüe Sßerbtnbung i[t entiüeber eine ber SSerbinbung ober ber SSer« 
gleid^ung. 3ene i[t entmeber ber föinftimmung ober be§ SBieberftreitS. 

2)te ber SSerbinbung i[t entweber analQtifd^ (bei t^eileS mit bem 
©angen unb alfo auc^ mit ftc^ jelbft) unb ift logifc^; ober fijntfietifc!^: 
ber ttieile unter cinanber, ber [ti^eiic] oerbunbcnen Sintjeiten unter etnanber. 



3914. x'fUv^f ML Ell 101. 

@§ ift nichts in ber [anenfdilie^en ©eeie] 2KetQp^i)ftf empirifc^, a\§> 
ü3a§ bie allgemeinen ©efe^e be§ 2)en!en§ in ber menjcl^Ud^en Seele betrifft. 

2)a^er aud^ bie f^ntl^etifci^en ©runbfd^e nid^t alö rational, fonbern 
fubiectio allgemein gelten ; unb e§ ift nid)t möglid), ba^ ber 3?erftanb 
15 üon ben Segriffen anfange unb blo§ bie begriffe analijttfc^ oergleic^e, 
menn nici^t einige regeln ber synthesis §um ®runbe liegen. 



3915. x^?^—rj? M IL E U 120:L 

[2)te 53cr]^ättnt8 ber @rö§en ift ber ©runb einer tbeolen Serbinbung, inbem 
t(^ auS ein] 

20 5 Die Worte SlUe — ber SSerbtnbung sind nachtraglich ausgestrichen, als 

Rfl. 5666 zwischengeschrieben wurde. Vor dem ersten ober ein mit der Rß. 3913 gleich- 
zeitiges Zeichen, dem kein zweites entspricht. Statt Söerbtnbung würde es das erste 
Mal vielleicht besser heissen: SSerlnÜpfung. |i 6 Statt ^me ist zu lesen: 2)lefc. 

13 rotional und daher objectiv-allgemein 1 1 15 OnalQtif d) .* onCftifttf (^ ? 1 1 -'ö TOenil ? Z 

25 wen? roo?? 

18 ®runb? @tab? 



342 DJcfIejtoncn jur ?Kctapf)Qfif. ^'i)a]z x. SlUgcmeines. 

6S giebt üergleic^ungen, welche nid)t üerfnüptungen [inb, j. @. bcr 
ibentitaet; biüerjttaet. 5)iefe§ ftnb ibeale3Ser!nüpfungen obertoieberftreite. 
Sßerglcid^ungen ber ©röfee. 



39i6. x2r^^_,^f j/ //. E 1 148. 

2)ie SSergleic^ung bcr 33egriffe na6) bcm ®efe|e ber ©inbilbungö' 
traft i[t nid)t gan^ gu Derroerfen. ©inge, bie ieberjeit mit cinanber 
öerbunben angetroffen »erben, geben üermutl)ung, bafe jle nad) bem ®e|e^ 
beS SSer[tanbe§ öerbunben feqen. ©a^er ber ©d^lufe au§ ber inbuction. 
^lact) bem ®efe^e beö SBi^eä ber ©d^luä au§ ber Slnalogic. 



3917. xn (r]0 M IL E II 89. 553. 271. 90. lo 

(« Slüe ßrfentniS ^at Jtoei) terminos, a priori et a posteriori ; bal)er 
principia prima a priori ober a posteriori. [2öenn ab] 3)ie principia 
absolute prima a priori ftnb aUe inbemonftrabel; alfo ent()ält bie 
metapt)t)ftt nur principia comparative prima.) 

("' sine reine 2[^ernunftibeen ftnb ibeen ber refle;riou (discursivae 15 
unb feine intuitus, mie plato behauptete). 2)a^er werben baburd^ aud) 
m&^i ©cgenftänbe oorgefteltt, fonbern nur ©efe^e, bie SSegriffe, meiere 
un§ burc^ ftnne gegeben morben, ju Dergleichen.) 



2 Jtlieberftreite i* lüieberftreiten? || Z. 1 — S stehen yerade yeyenltber von o4l4~6. 

5 Auf dem Blatt M II sind links unten^ wo Rfl. 391'i steht, die Schri/tzüge theils 2ü 
stark verwischt, theils ganz zerstört. So ist in Z. 7 das Wort nac^ im Anschluss an 
E. ergänzt; das darauffolgende invx ist halb gerathen. In Zeile 6 ergänzt E. S8c» 
griffe j'/wr dies Wort seheint mir der Platz nicht auszureichen; ausserdem glaube ich 
noch Spuren von Buchstaben zu entdecken, die auf das Wort 2)inge hindeuten. 

11 Der 1. s-Zusutz (x — v) steht über der Bfl., ganz oben auf der Seite, der 26 
2. (x — v) zwischen den Zeilen des 1. Absatzes der Rß., beide ohne Verbindungs- 
zeichen. Sie können also auch beide als selbständige Rfl. gemeint sein. Die Worte 
terrainos bis et a posteriori (vgl. II 358, 389) und prima bis a posteriori hat 
Kant mit der Tinte der Phase ip (kaum v) breit unterstrichen. Der 1, Satz der 
Rfl. ist eingeklammert, wie es scheint erst bei Hinzufilgung des 1, s-Zusatzes. E. 30 
setzt diesen s-Zusatz sowie die 2. Hälfte der Rfl. (von 2)ic erfte ®rünbe ab) in die 
Zeit des krit. Empirismus, den 1. (ohne Zweifel zuerst geschriebenen) Absatz der 
Rfl. dagegen in die des krit. Rationalismus. || 16 E: ttttuttttie || Die Schlussklammer 
fehlt. II 18 ttJorben? roerben? 



mt. 3915-3918 (S3anb XVII). 343 

Sitte (SrfentniS Ijat ®rünbe unb unter biefen bie erfte. 2)ie erfte 

finb entmeber fotc^e, bie natürtid)er 3Beife im 6nt[tef)en oorget)en, ober 

bte, [roomus] morin fte gute^t jtc!^ auftöfen unb barauö mieber §ufammen=' 

je^en laffen: a priori ober posteriori, ©rammatic: empirtfd^, rational. 

5 C empirifd)e ober inteltectuale |3rincipien) 

2)ie erfte ®rünbe oon l)inten l^er ber 6rfentni& fmb ©rfal^rungen. 

2)ie SBiffeufd^aft, ju ben oberften ©rünben a priori p gelangen, 
i[t 3«etap^i)r^f. 3)iefe 2Bt[jenjc^aft ift auftöjenb. ©runbbegriffe, ©runb» 
urtl)eite. 
10 5J?etl^obe ber S'iatur. 

SSebingte unentbet)rlt(^feit biefer Biffenfc^aft bei) t)Dt)eren 33ernunft= 
urt^eilen. 

®e[c^i(!^te. Oial^men. 

£)rbnung ber biSciplinen. 

"? ®rünbe ber eignen ßinftd^ten 



(-? ®runbe ber eignen ©mltcgten \ 

fremben [föinf] ßeugniffe | 
©prid^njorter / 



3918, x'? (ri?) M IL E II 166. 
2)a§ territorium ber metapt)Qftt. Streite. 
20 S)ie Function berfetben befttmt i^ren SBert^. 3[t nid)t ^te 33efrtebi» 



1 unb zweimal, davon das eine Mal das gewöhnliche Sigel. || Utltet? || Ich 
interpretire: Unter den Gründen, die jede Erkenntniss voraussetzt, sind einige, welche 
die schlechterdings ersten sind, zu denen man bei einer Erkenntniss überhaupt gelangen 
kann. Nachträglich sind die Worte @ränbe . . • bicfetl in der Phase v — i// ausge- 

25 strichen; darüber sind dann die Worte geschrieben: jIDC^erlel) SSerbinbutig — bcc 
COOrbination unb fuborbin: E. setzt diese Worte ohne Weiteres in die Rß. ein. 
Nach meiner Ansicht bilden sie eine selbständige Bemerkung. Kant pflegte solche 
später zwischengeschriebene Notizen durch Unterstreichen hervorzuheben oder auch 
durch theilweises Durchstreichen früher geschriebener Reflexionen von diesen abzu- 

30 sondern. Auch das Unterstreichen u-urde bei starker Raumausnutzung oft zu einem 
Durchstreichen. || 4 Vor entpitt^c^t wie es scheint, ein Verweisungszeichen, dem kein 
2. entspricht. \\ 5 s-Zusatz: x—l. \\ In prtnctpten die 3 letzten Silben nur angedeutet. \\ 
11 Isolieren? fidleren? i| 13 ff» Der g-Zusatz steht auf M I. qegenüber von Z. 6 — 9. \\ 
15 (Sinfi(%ten? einfielt? || 16 fremben? frember? frcmbc??? 

35 19 territ: E: tritif. 2)aä lässt E. w^-g. 



344 5RefIcjtonen aur 5Ketap^))fif. 5ßt)afe x. m^tmeinti. 

flung ber SBiSbegierben, fonbern bie ©renken ju beftimcn, t!)cilö pofttiü, 
tl)eU§ negatiö. 

@ic ift eine SBiffcnfd^aft ber S^Jefe unfrer @r!cnntni§. SSerglei(3^ung 
mit ber SWaf^ematit 

[^tftottc. StriftoteleS.] ö 



3919. x'ffri?) AJ II. EI 243. 1159. 
(« 25er SSerftanb oerfnüpft SSegriffe, »eil einer ben anbern cin-- 
fd^Ue&t; bie imagination, weil einer ben anbern begleitet; ber SBi^, 
toeil einer bem anbern ä^nlicl) t[t. 33eQ üiegatiüen Urtl^eilen ift e§ 
eben fo. e. g. 2Beil Wir mit ber unmittelbaren SBirfung bie 33erü^rung lo 
üerbinben, fo öerneinen Wir bie Slnjiel^ungO 
2)a§ ®eje^ be§ 2Serftanbe§ wirb nici^t anberö in 2lu§übung gebra(!^t, 
als mit einer großen SSermengung mit bem ©eje^e ber imagination. 

6§ ift nidit gnug, grünbc öor eine ©rfentnife ju l^aben ; man mufe 
fid) aud^ langfam baran gewöl^nen. (^riction). @§ ift nid^t gnug, grünbe is 
aufju'^eben; man mufe a\x6) eine Seit lang ber ©etoonlieit toieberftel^en, 
baffelbe el^emalige Urt^eil aud^ ot)ne ©rünbe allgemad^ ^urufjul^alten. 



3920. x'. M III E II 438. 

WX allen Urtl)eilen be§ SSerftanbeS ^at e§ folgenbe SSemanbtniä. 
(SBenn (^ irgenb) ettoaS x [roelii^eS] burc^ eine 3}orftellung a erfannt 20 
[roirb, mit einem anbern Jöegdffe b üergltd^en roirb, entweber bo§ eä bie Dotfienung b] 
werben fann, fo ift a ein SJlerfmal üon etmaS x, [aber] bie 6r!entni§ aber 
üon X burd^ a ift ein SSegrif. <So ift bie SluSbe^nung, bie SSemegung, bie 
Unwiffen^cit k:c. ein 2Rer!mal öon @tü)a§ x). Sßenn irgenb etwas x, 
weld^eS burd^ eine SSorfteUung a erfannt wirb, mit einem anbern begriffe 25 
(^ b) oerglid^en wirb, entweber bafe e§ biefen etnfd^liefee ober auSfc^liefee, 

1 SOSiäbegierbcn? SöiSbegier?? 

7 s-Zusatz: X — A? v-*"? /j?? Es handelt sich wohl eigentlich um eine selbstäncliye 
Hß. Wegen ihrer Verwandtschaß; mit dem Folgendeti lasse ich sie als s-Zusatz ab- 
drucken. II 17 Die letzte Silbe von aUgemctd) nicht ganz sicher. 80 

22 X durchstrichen zugleich mit aber, icohl nur versehentlich. \\ 2d irgenb 
ctloaS X, d. h. irgend ein concreter Gegenstand. || 23 SSorfteÜnng a, c. B. Tisch. \\ 
etncnt anbern S3egriffe, z. B. rund oder immateriell. 



?Jr. 3918-3921 (Saub XVII). 345 

fo i[t biejeS 5ßer^Qltni§ im Urt^eil. 2)tefe§ Urt^eil ift (" olfo) cntteeber 
bie (grfentntS ber @in[timmung ober bc§ SBieberftreitS, fo ta^ in bem 
[Segriffe öon] 2)inge x, tteld^eS id^ burc^ ben Segriff a fenne, entweber b 
als ein Sl^eilbegriff entl^alten ift unb alfo x [aud)], toeldieS burd^ a erfannt 

5 wirb, anö) burd^ b erfannt werben fann, ober bafe [burd)] x ben S3egriff 
Don b aufgebt. 

Sn allen Urf^eilen ift bie ^yjaterie unb bie ^orm ju erwegen. 2)afe 
erftere ftnb bie Segriffe be§ ©ubiefts (y 4- a) = x, unb be§ ^räbifatS b. 
jweijtenö bie ^-orm, weld^e bei) ben Sogifern ber SSerbtnbungSbegriff l)eifet 

10 (copula). (2Ran fann ftc^ einen ieben Segriff mit aUen anbern im SSer* 
^ältni§ öorfteüen; bie, fo er einfci^lie^t, ftef)en gegen if)n im üerl)ältni§ 
ber Seial^ung, bie, fo er ausfeiltest, in 3}erneinungO x f)eifet ber 50^oglici^e 
Segriff eines 2)ingeS, a bie SorfteKung, burd^ bie id^ i^n benfe. SlUe 
^orm ber Urtl^eile ift entmeber Seial^ung ober Serneinung. 2)ie erfte 

15 fteüet ba§ SSerpltniS üor, ba ber Segriff beS 2)ingeS y + a baS 3Kerfmal 
b einfd()lieSt unb alfo mit i^m feinem 3:t)eile nac^ ibentifdt) ift. 2)ie 
SSerneinung beftef)t barin, bafe ber Segrif beS 2)inge§ y 4- a ta§ ent- 
gegengefe^te beS merfmals b ift, unb in ber Sorfteflung ber 2luf^ebung 
beftel^t bie Serneinung. 



20 3921. x^. M IV. E II 439. 

2)aS praebicat ift fein 2:^eil(^begrif) beS ©ubiectS, fonbern eine 
üorftellung beS [ganzen] fubfects burd^ einen tfjeilbegrif. 5)er 58erftanb 
erfennet etwas ieberjeit burd) ein flareS ober bunfleS Urf^eil, inbem er 
etwas in feine praebicaten auflöfet. 2lHe [3eid)en] unfere Segriffe finb 

25 aus ber (ämpfinbung gezogene 2J?erfmale. 2)ie ßmpfinbung felbft ift fein 
obiect beS 3}erftanbeS, fonbern bie 5Jierf male berfelben; ba{)er ift j. @. 
ber Segrif öom 2Renfd[)en nid^tS anberS als bie SorfteUung oon etwas, 
welches bie ^räbicate ^at, barin wir ben Segrif eines 3Wenfd)en auf* 
löfen fönnen. 3)a^er in iebem Urt^eile baS fubiect überl^aupt (ätwaS ift 

30 ^ x, weld^fS, unter bem 3Werfmale a erfannt, mit einem anbern 9Jierf= 
male tierglid^en wirb, ©a'^er aud^ fein SBunber ift, 'iio.'^ wir fein fubiect 

4/. Dtm Sinn entgegen steht an erster Stelle b, an zweiter a. || 10 Die End- 
klammer fehlt. II im? in? jj 11 im? in? \\ 12 Die Eridklummer fehlt. \\ 13 auf 
benle folgt erst ein Komma, ikow der Pitnct. \\ 15 boä (hinter sl) scheint in ein 
35 nachträglich hineingesckriebeu zu sein, möglichenieise auch umgekehrt ein in brtö. 



346 ?'Hef(cjtoncn jur 5DMap!^i)fif. ^^^ofe x. Stilgemeineä. 

Dor allen ^^rdbicaten erfennen, alä blofe ba§ 3^, meldjeS gleid^töol^l fein 
SSegrif, foubern eine [empfinbimg] Slnf^auung ift. 3)Qt)er erfennen mir 
burd^ benSSerftanb an ben Äorpern nid^t bie eigentlid^e fubiecten, fonbern 
bie ^räbicate ber 2lu§bet)nung, foUbitaet, 3f?u^e, SSeiüegung etc.. 2)ie 
Urfa^e ift: burd^ unfere (Sinne fönnen jt^ nur bie relationen ber 3)inge 5 
offenbaren, unb toir fonnen ba§ abfolute ober fubiect nur öon un§ au§ 
üorfteHen. 2)ie ibee ber fubftan^ fommt eigentlid^ üon ber repraesen- 
tatione sui ipsius l)er, fo fern njir unö öorfteUen, ba^ etmaS üon unS 
unterfd^ieben feq, unb praebicate ol^ne fubiect unb o^ne le^te§ fubiect 
ntdjt gebadet werben fonnen, Wmu t] bie beftanbigen ^räbtcate f)eifeen i(j 
alSbenn gufammen ba§ fubiect. 

2)ur(i^ ein praebicat fteKe ic^ mir nic^t einen 2:!)eil üon ber fad^e üor 
ober \)ah^ einen 33egrif oom t^eil, fonbern ftette mir ba§ obiect felbft 
öor unb ^abe oon i^m einen t^eilbegrif, bal^er aucf) bie Se^eic^nung 
bm6) mat^ematifc^e ßeic^en unmöglich ift. 6§ feg y + s ta§i 2)ing 15 
felber, ü)a§ unter bem Sßegriffe s oorgefteHt wirb, unb fegn praebicat p. fo 
ttürbe y + s — p = 0, folglid^ y + s = p fei^n. 



3922, xK M III. IV. E II 1002. 1145. 730. 
M III: 

5Wateriale ®runbfä|e fdjeinen ju feijn: mag [entftei)t] gefd^ie^t, mufe 20 
einen ©runb ^aben. @ine jebe fuccefftoe reit)e f)at einen Slnfang*. 2)ers 
gleidjen fä^e implicireu ftc^ f eiber; benn weil ber Slnfang ein entfielen 
[ift] ober gefd^efien ift, fo müfte fo fern oon il^m tt3ieberum ein ®runb fegn. 
2)ie Sbee ber %xzti^i\\. jeigt ein entfte|en an ol^ne einen üDr!^erge!)enben 
beftimmenben ©runb. 2)ie 9latur unfere§2Serftanbe§ bringt e§ fo mit ftc^, 25 
bo.^ nad^ beffen Spiegel nic^tä (" jufäUigeS) benflic^ ift of)ne SSerfnüpfung 
mit ©rünben, unb bafe eine ^olge (ber ßeit nad^) ot)ne ®runb unb ein 
gefd{)ef)en oon etwaä ot)ne in SSerfnüpfung mit feinem ®runbe nic^t fann 
gebac^t üjerben, weil aläbenn ber 23erftanb ®an^ unbrauchbar märe. 

2 GinpftnbuilQ ist erst nachträglich ausgestrichen und mit anderer Tinte statt 30 
dessen Stnfd^QUUng eingesetzt, wohl in Phase x3 oder /x, q2—v. \\ 3 E: ÜOtt statt QXl \\ 
of. 2)ingc fid^ offenboren || E: Singe unä offenbaren, aber rcir || auS? unS? || 
15 — 17 Statt s liest E. viermal versehentlich h. || E: unb fei fein 

23 E: releber || 26 «Regel? «Regeln?« 



9lr. 3921—3922 (»aiib XVII). 347 

M IV: 

* (" unb eine jebe reit)e fuborbinirter 2)inge l^at ein erfteg. f) 
f (*■ e§ i[t fd)tt)eer, ftc^ überhaupt in ber SRei^e aller £)inge einen 
2lnfang, bem atleg anbere fuccebirt, ju gebenfen aU creation. 
5 eben fo ii't e§ nnmöglid^, eine oerflofeene unenblid^e 3(lei^e §u benfen. 

2)ie ibee Stiles üon einer llnenblid)en 3fiei^e ^u brauchen fc^eint 
falfd) gu fei)n, unb bod^ grünbet ftd) barauf bie not^menbigfeit ber 
causa prima, »eil fon[t alleä causatum feijn Würbe.) 

M III: 

10 ein anberer fi)ntt)etifcl^er ©runbfo^ i[t: waS ^a. benft, ift nur ein 

einfaches fubiect. ©in iebeS 2)ing mufe (nx&^i absolute, fonbern respective 

auf ein anbereS) irgenbtoann fe^n, entmeber jugleid^ ober nod^ einanber. 

e§ folgt nid^t, \)(x^ ba§, »aS nad^ ben ®efe|en unjereg SSerftanbeS 

geurt^eilt loerben mufe, roal^r fei), toenn eö folc^e 2)inge betriff, baüon 

15 unfer üerftanb nad^ ber ©inrid^tung feine§ ®ebraud}ö nic^t beftimmt ift 
ju urtl^eilen. 

[e^ luäre feine g?^iiofopt)ie] 2Bir eutlel^nen bon ben forderlichen er= 
fd^einungen \>(x§> ®efe^ be§ jureid^enben ©runbeS; aber toenn toir c§ all» 
gemein mad)en tooUen [[üj] unb appliciren e§ auf 2)inge, bie über bie 

20 ibee unfereö SSerftanbeS er'^aben fe^n, fo üermifd^en toir bie ibee ber 
üor un§ abfoluten Unüerftanblic^feit mit ber innern Unmoglid^feit. 



3 s-Zmutz: x^^ fx?? q—v?? || 11 f. Vyl. II 76, 41 S/. || 20 öetmifc^en un- 
sicher; E: öermengen,- unmöglich. \\ 21 Nr. 3921, die auf der oberen Hälfte von 
M IV gegenüber von Nr. 3920 steht und desselben Inhalts ist wie sie, wurde rer- 

25 muthlich gleich nach ihr geschrieben. Auf Nr. 3922, die auf der unteren Hälfte von 
M III steht, mit dem g- und s-Zusatz aber auf die untere Hälfte von M IV über- 
greift, folgte wahrscheinlich Nr. 3923 auf dem untersten Viertel von M IV, darauf 
Nr. 3924 (unter dem g-Zusatz von Nr. 3922). Auf dem freien Raum zwischen 
Nr. 3924 und Nr. 3923 wurden dann mit anderer Feder und Tinte Nr. 3925 und 

30 3926 hinzugefügt, so dass sie also, obwohl sie über Nr. 3923 stehn, doch später als 
sie geschrieben sind. Diese Annahme wird dadurch nahegelegt, dass Nr. 3927 die- 
selbe Schrift und Tinte zeigt wie Nr. 3925 und 3926, also wahrscheinlich bald nach 
diesen geschrieben und nicht zeitlich von ihnen durch Nr. 3923 getrennt sein wird. 
Ferner spricht dafür, dass Kant bei uen Nrn. 3925 und 3926 von unten nach oben 

35 gegangen ist: Stellungsindicien beweisen, dass die unten (über Nr. 3923) stehende 
Nr. 3925 vor der über ihr und unter Nr. 3924 stehenden Nr. 3926 geschrieben ist. 



348 SReflcjtonen jur SO?ctapl)t)fif. $ß^afc x. StUgcmeineS. 

3923. xK M IV. Ell 504. 261. 

Einige ©runbfä^e jtnb anal^tijc!^ unb betreffen ha^ formale bcr 
2)eutlici)fett in unferer ©rfentniS. ©inige ftnb f^ntl^etifd^ unb betreffen 
\ia§) materialc, oX§> ^(x jtnb bie arit^metifc^en, geometrifd^en unb (l^rono= 
logifd^en. tmgleic^en bie empirifc^en. Slber e§ giebt noc^ ®runbfä|e, toelc^e s 
ben ®ebrauc^ ber SSernunft in ber synthesi überl^aupt angelten. 2)ie 
9iatur aber unferer SSernunft ^at btefeä ®cfe|, ho.^ jte nic^t unmittelbar, 
fonbern mittelbar bie 2)inge erfennet; bal^cr fte cSkt^, toas gefc^ie^t, nur 
nad) einem ©runbe ermarten !ann, unb, toaS burc!^ !einen anbern ®runb 
beftimmt tnirb, il^r unüernünftig ift« lo 

^ie materie ift leblos, tft ein rationales unb fein empirif(^ llr= 
tl^eil, [cä] toeil man du^ öiel ßeben an ber 3J2aterie [anmmt ober] marnimt, 
allein biefeS öon ben materialen (Sigenfd^aften unterfd^eibet, dagegen: bie 
3Katerie i)at anjiel^ungSfräfte, ift em^irifd^. 



59^4. nK M IV. Ell 695. is 

^u§ ber unoottfommnen ibee ber fubftan^ folgt, bafe man ftd^ fd^weer« 
lid^ ba§ienige, maS "üa ift unb wirft blo§ burd^ frembe Äraft, fc^toerlid^ 
als eine unterfc^ieblicf)e ©ubftan^ öorfteUen fann. Spinozismus« 



Waren Nr. 3923 und 3924 vor Nr. 3925 und 3926 geschrieben, dann macht der 
kleine zwischen Nr. 3923 und 3924 zur Verfügung stehende Raum die enge compresse 20 
Schrift von Nr. 3925 und 3926 verständlich, die Kant dann in Nr. 3927 noch bei- 
behielt. Der Charakter der Schriftzüge in Nr. 3925 — 3927 hat zwar Eigenthümlich- 
keiten, doch erklären sie sich wohl zur Geniige aus der Feder und der Kleinheit des 
für Nr. 3925 und 3926 zur Verfügung stehenden Raumes, zwingen also nicht, die 
drei Nrn. in eine spätere Phase (v — 0^ zu versetzen, in die sie inhaltlich nicht passen. 2ö 
Ausserdem müsste man, wenn Nr, 3927, die zu oberst auf M V steht, nach der unter 
ihr stehenden Nr. 3928 (sicher Phase x3) geschrieben sein sollte, die Hi/pothese zu 
Hülfe nehmen, dass, wo jetzt Nr. 3927 steht, zunächst eine mit Blei geschriebene Rfl. 
gestanden habe. Kant hat ja zwar öfter den mit Bleireflexionen besetzten Platz noch 
einmal benutzt; doch sind dann durchweg noch Reste der Blei- Bemerkungen da, die 3( 
hier ganz fehlen und ev. tcegradirt sein müssten. 

6 ber SSevmtnft aus be§ SSerftanbeS || 7 unferer 93ernunft aus unfcreg 93er. 
ftanbeä || ®efe^. ba^ 

18 E: olfo in untcrfd^ieblid^en ©ubftanäen ; äusserst umrahrschehdich. 



0ir. 3923—3927 (Sonb XVII). 349 

3925, x'f v—off M IV. 

2)te ji)nt^e[iS tftentioeber nac^ einanber, [ober] b. l be§ fuborbinirten, 
ober neben einanber: be§ coorbinirten. auS ber lefeten entfpringen bie 
Urtl)eile öom ©anjen unb feinen Sl^eilen. 



3926, -K^v—on M IV. Ell 

SBie üjerben empirifci^e unb j^ntl^etifd^e Urtl)eile allgemein. 

.^aben wir nid^t etwa auffer ben principiis formalibus ber rationalen 
jd^e noc^ formalia ber f^nt^etifd^en unb empirifc^en. Si^öteicl^en l^at man 
nid^t eben fo principia formalia ber realüerfnüpfung al§ ber lDgifd)en. 



10 3927, x'^v—on M V. EII602.Ö24. 

3)er em:pirijc^en ©runbbegriffe burd^ bie ab[traction ftnb unjä^lid^e, 
bie nid^t meiter in il)re Elemente fönnen aufgelöfet merben, ob mau 
jmar bie 33e[timung in il^rer Urfad^e jetgen fann. 2)er rationalen 
©runbbegriffe, mortn fic^ einzig unb altein bie empfunbenen (äigenjd^atten 

15 ber 2)inge erüaren la[fen, ftnb be^ ben äufferen ®egen[tdnben: 3flaum, 
Seit, 33emegung. SÖe^ ben [äuffe] innern: AI. unmittelbare SSorfteUung 
ber ©egenmart, be§ ^Vergangenen, ber Sufunft. 2, SSergleidl)ung, Untere 
fd^eibung unb einerle^^eit. 3. SSerljältni§ (logifd)e§) ber 58erfnüpfung 
unb be§ SBieberftreitS. 4. SSemufetfein, Urt^eile, ©c^lüffe. B 1. ©ejü^l. 

20 Suft, unluft. 2. in SSer^altnil auf haS Urt^eil be§ SßerftanbeS ober ber 
(Sinne. C. SSegierbe 2C k. [örunbbegriffe, bie bet)ben(5mpftnbunQen gemein finb] 
2)urd^ bie 5Ratur be^ SSerftanbeö, nid^t abstrahendo, [onbern iudicando 
entfielen ©runbbegriffe ber synthesis. ^afeijn, 2Köglid^feit, (Sinl^eit, 
jubftan^, accidens, relation, [ber to] respectus realis, logicus, 0lotl^= 

25 menbig, SufQÜig- ®ans, ein 3:^eil. (Sinfac^, Swfflinmengeje^t, ©runb, 
i5olge, ^raft, Urfad^e. 



15 Vor SRaum ein Puuct. \\ 16 l. fehlt. \\ 21 (Sitipfinbungen?? ©mpfinbung? || 

22 Von S)ut(^ bie an, der Tinte nach zu urthei/en, vielleicht eticas späterer Zusatz, 
auf jeden Fall ahf^r cur 3928. 



350 Sflcflejionen aur 5Wctapf)Qftf. JJJ^ofe x. StügcmeincS. 

3928, x'. M V. Ell 503. 

2)ic principia ber §orm aller analqtifd^en Urtf)eile (» üon ben ejri- 
ftential Urtl)eilen ber ©ad^en absolute ober ber ^)raebicate relative) jtnb 
ber fa| ber ibentitaet unb be§ tt)ieber|prud^§, unb [ber fubiectiüe] bie 33e* 
tüeife werben gefütirt, inbem burd^ bie analysin be§®egebenen SegrifS s 
bie ibentitaet ober oppofition mit beut praebicate gewiefen tt)irb. 2)ie 
Principia ber ^^orm f^nt^ettfcfier Urtl^eile jtnb : ü3a§ jeber^eit mit [bem] 
einem befannten 2;^eUe be§ möglid^en SSegrifä eineg 2)inge§ öerbunben 
t[t, gehöret mit al§ ein 2^eil ju biefem SSegriffe jc k. 2)er ©a^: ein 
jeber Äor|)er ift unburd)bringlici^, ift analgtifd^, weil []x6) ber^] nic^t allein lo 
ber Körper ft(i^ ot)ne bie unburdjbringli^feit ntd^t benten läfet, fonbern 
weil er ji(^ lebiglid^ burd^ W unbur(i^bringlid)feit benfen Idfet; e§ gel^ört 
biefe§ 2J?er!mal alg pars jur ^Rotten beg Äor|)er§. allein: ein jeber jlorper 
t[t träge, ift ein [Qntl^etifd^er @a^ ; benn bie 5lragl^eit i[t compars mit 
bem SSegriffe [bcs Ä] beljenigen, tijaö unter bem 2lu§brucfe Äorper gebadet is 
toirb, äu einem ganzen 23egriff, ber notlimenbiger SBeife mit benenjenigen 
Sl^eilbegriffen öerbunben ift, bie in h'xt notion be§ ÄörperS gehören. 
SBenn man ben ganzen SSegriff ptte, toooon bie notionen beä fubiectS 
unb praebicatg compartes feijn, fo mürben bie fijnt^etifc^en Urt^eile fid^ 
in analijtifd^e oertoanbeln. (5§ fragt ftc^, mie meit !^ier millfül)rli(^e§ fei). 20 

@o Diel öom nexu logico. 2Baö ben nexum realem anlangt, fo finb 
bte principia materialia beffelben bie erfal^rungen, bie formale principia 
ftnb: aUeg, maS ®efd^ie!^t, l^at einen beterminirenben ®runb, unb 
gtoe^tenS: alle§ l)at einen erften ®runb. £)iefe principia finb bet)be 
fijnt^etifc^, jenes §um ®ebraucf) unferer SSernunft, biefeS jum termino 25 
biefe§ ®ebraud^§. 25enn nad^ jenem feigen mir in ber rei^e ber einanber 
beterminirenben Urfact)en immer auf bte l)öl)eren ©rünbe, unb nad^ 
biefem gefte'^en toir, \iQ.'i^ biefe S^tei^e begrän^t fe^. (50 ift aber eben fo 
unmöglich, fid^ eine ^leil^e fuborbinirter ©runbe üoräuftellen, bie feinen 

1 Die compresse Schrift der vorigen drei Rfl. (vgl. 348 20 ff ) tritt uns auch in 30 
dieser zunächst entgegen^ macht dann aber eine Zeit lang einer freieren^ weiteren Platz: 
doch schon in den beiden letzten Sätzen des 1. Absatzes ivird die Schrift wieder enger 
und nähert sich vom 2. Absatz an wieder dem Anfangstypus. \\ 2 — 4 Der g-Zusat: 
steht in 2 Zeilen über llrtl)elle — tbentitoct. || ben aus ber || ejlft in unleserliche Buch- 
staben hineincorrigirt. || E: @ad)C; äusserst ttmcahrscheinlich, || 18 SBett || 21 E: 35 
@o roeit Dorn nexu topico. !| 22 E: grfalinmg || 2/! fene l| btefe !| 2ß jener il 
27 Urfac^c |i 28 biefer gefteiien 



sjlr. 3928-3929 (23anb XVII). 351 

Slnfang ()at, al§ ftd) ju concipiren, tote fte anfanQe. Snbefjen i[t ber 
(Sa^: aUeS, roaS gefc^ie^t, ^at einen beterminirenben ®runb, biefer «Sa^, 
ber eine unenblid^e 3fieit)e not^menbig mac^t, ba§ principium ber §orm 
aüer Unferer SSernuntturt^eile über bie realüerfnüpfnng. ^er ©q^ aber: 
5 Qüe 9Reii)e juborbinirter 2)inge unb aUe jucceffiöe 3fiei^e l^at ein erfteg, 
i[t ein fqnt^etifd^er @a^, ber me^r Don ben ©renken unfereä SSerftanbeä, 
aU Don bem obiect ber ©rfenntniS abftra'^irt ift. 

2)a§ erfte in ber Ülei^e ber Urfac^en ift immer bie freije SBittfü^r. 
^afe bieje feinen beftimmenben ®runb l)aU, t[t ein empirifc^er ©a^, 
10 aber in fo t^rn ungetoife; aüein feine ©emiS^eit pngt baoon ab, bafe 
fonften gar fein erfte§ feqn fönne. 

aSon ber 3Wöglic^feit ber 2Serdnberung, b. i. be§ entfte^enS unb auf= 
f)ören§ überf)aupt. 

3929. ü^. M432a. Ell 538. 

15 eigentlich ift bie SSorfteUung aüer ©inge bie SSorfteUung unfere§ 

eigenen SuftanbeS unb bie relation einer SSorfteUung ju ber anbern nad) 
unfern innern ©efe^en. 2)ie Unmöglic^feit Segriffe ju trennen ober bie 
aSerbinbung berfelben o^ne aüe ®efe^e unfere§ SSerftanbeS [\n\> blo§ fub-- 
iectiö; ebenfo aud) bie 2Köglic^feit. 2Bir erfenen bie ajioglic^feit freier 

20 ^anblungen nur empirifd); tu rationalem SSerftanbe raieberftreitet fte ben 
©efe^en, unfern aSerftanb ju brauchen. Analysis sine termino [ift] mac^t 
bie synthesin unmöglich. 3Dal)er nac^ ben ®efe|en im ®ebrau(^ unferes 
2Serftanbe§ mir in aüem, ttja^ ©efc^ie^t, einen @runb fe^en; aber [nad)] 
eben barum ift bie synthesis unmöglich (eben biefeö auf bie analysin be§ 

2ä Äorperä sine termino applicirt, ö30 feine synthesis unmöglich ift). SSon 
ben erften SSer^ältniffen nad^ ®efe^en unferS 2Serftanbe§ Icifet ftc^ meiter 
fein ®runb angeben. («^ Sie analysis completa führte [in allen J&anblungen] 
öon aSielem auf bie (ätnl)eit, in serie successivorum auf§ principium, in 
simultaneis auf monas.) 

30 11 E: fonft II E: fönnte || 12 enftcl)cnä 

14 Die folgenden 3 Reflexionen zeigen ganz dieselbe Schrift und Tinte und 
sind sicher in derselben Reihenfolge, wie sie auf M 432 a unter einander stehen und 
hier abgedruckt sind, entstanden. E. versetzt die 1. und 3. in die Zeit von 1773 — 
1781, die 2. in den krit. Rationalismus. \\ 16 Ei S3er[tanbei8 || 20 In totionolcm? 

35 im rationalen? II ;94 barum? barin? E: bann, unu-ahrscheinlich. \\ 25 unmoqüi} 
tat wohl verschrieben für moglid) oder feine /</'• eine. || 29 simult: 



352 3ftefIejionen ^ux 5Wetnpt)Qft!. 5P^afe x. SlEgemeineS. 

3)ie axiomata (synthetica) ber )3l)ilofo^'^ie gelten lebiglic^ auf ba^ 
öerl^ältniS, toaS nur jubiectio ua(!^®efe^en unfere^ SSerftanbeS fan erfannt 
»erben. 



5930. x^. M432a. E II ölS. 

@xntöe SSegriffe ftnb üon ben ©mpfinbungen abftra^irt, anbete blo§ 5 
üon bem ©efe^e beS SSerftanbeö, bie abftral^irle SSegriffe ju oergleiij^en, 
iunb] 3u oerbinben ober ju trennen. 2)er legieren Urfprung ift im 3?er= 
ftanbe, ber erfteren in ben «Sinnen. 2lUe SSegriffe oon fold^er 2lrt I^eifeen 
reine SSerftanbeSbegriffe, conceptus intellectus puri. ^xo(xx fönnen toir 
nur beg gelegen^eit ber finnlic^en 6nH)finbungen h\t\t 3:ptigfeiten beö 10 
SSerftanbeS in SSetocgung fe^en unb un§ getDtffer SSegriffe öon ben aU» 
gemeinen SSerl^eltni^en abftrat)irter ibeen nac^ ©efe^en be^ 58er[tanbe§ 
betüuft merben ; unb fo gilt auc^ f)ier 2oc!enä 9^egel, ^g.^ ol^ne jinnlidle 
(Smpfinbung feine ibee in un§ flar wirb; aber bie notiones rationales 
entfpringen too^I öermittelft ber ©mpfinbungen unb fönnen aud^ nur in 15 
apipiication auf bie üon i^nen abftra^irten ibeen gebadet werben, aber fte 
liegen ni(!^t in i^nen unb finb nici^t öon if)nen abftral^irt. @o wie wir in 
ber [3J?att)em] geometrie bie ibee öom 3flaume nic^t öon ber ©m^finbung 
ausgebe^nter SBefen entlel^nen, ob wir [i^n gl] biefen SSegriff nur bei) ®e* 
legen'^eit ber [forderlichen] ©mpftnbung forperlici^er £)inge flar mad^en 20 
fönnen. S^a'^er ift W ibee be§ 3flaume§ notio intellectus puri, weld^e 
auf bie abftrat)irte ibee ber SSergeunb ber Raffer fann angewanbt werben. 

®ie [SBiffenfd)] gJ^ofo^^te Über [aiteö baStenige] bie SSegriffe be§ in- 
tellectus puri ift bie ÜRetapJ^^fxf. fte oerplt ftd^ aur übrigen ^l)itofop^ie 
wie bie mathesis pura gur mathesis applicata. 2)ie SSegriffe be§ 3)a- 25 
feqnS (" realität), ber 5Köglid)feit, ber 5liot^wenbigfeit, be§ ®runbe§, ber 
einl^eit unb SSiel^eit, beä ©an^en unb ber Steile (^ SlUeS, deines), beö 
Bufammengefe^ten unb ©infad^en, be§ S^iaumeS, ber Seit, ber 35eränbe= 
rung, (" ber Bewegung,) ber <Subftan^ unb be§ acciben^, ber Äraft unb 
ber ^anblung unb aUeg, XQQi§> sur eigentlid^en ontologie gel^öret, ift im 30 
SSer^altniS auf \ik übrige metap^ijftc wie bie (" allgemeine) Slrit^metic 
in ber mathesi pura. 



18 f. @mpfinbung übergeschrieben: ursprünglich hiess es: ben auÖgebet)nten 

SSßefen || 27 E: S3tell)eit, ber Steile || 30 im? in? 



ü^h-. 8929-3933 («öaub XVII). ;^5H 

S9S1. v.\ .\J432a. E II 542. 

2)ie erfte ^rincipia ber enipirifdjen ^N()ilofopt)ie [inb (grtal)ruiig§'- 
fäfee, bie allgemein finb, üou benen man ju ben iiiebern ^ernbgeljt. ^ie 
üon ber rationalen fmb reine SSernunftgrimbe. 3" ^ei^ empirifc^en %\)\[0'- 
ö fopl^ie »erfährt man anali)tif(l), in ber rationalen fijntetifd). 

2Sir fonnen öon fi^ntetifd^en ®runbfa|en grünbe in sensu subiectivo 
angeben, aber nid)t in sensu obiectivo. 9iur üon abftra^irten ^Begriffen 
fönen mir bnrd) bie analysin obiectivam ©rnnbe angeben, aber öon 
rationalen nur burd) analysin subiectivam. Ober oielmel)r: uou ratio= 
10 nalen fä^eu fonnen mir nur burc!^ Analysin subiectivam grünbe geben, 
e. g. i^on bem <Sa^, h<x^ ein SBefen notl)iuenbig e^iftire, meil nemlid) 
unfere ©ebanfen üon einer 93?ögli(j^feit ofine aüe SBirflid^feit [rotber« 
fpredienb] nichtig [inb, inbem alle 0)?öglid)feit non etma^ lüirflid^em mu^ 
geborgt merben. 
i'i £i{c ©igentlid^e metapt)i)fic ober bie reine p'^ilofopl^ie beftet)t au§ 

ber ontologie. 



:i932. x'^ ' (/. / V ^) M 482 a. E II 046'. 
2)ie ibeen unb regeln ber ä^ernunft merben aud^ in bem ä^er^ältniffe 
empirifdier Segriffe gebrandet, unb biefc§ ift i^r natürlid^er unb richtiger 
20 ©ebrand^; fie ftnb alSben aber auf iudicia empirica primitiva gegrünbet, 
bie nur burd^ inbuction allgemein ftnb. aber then biefe Urt^eile ber3Ser= 
nunft, fo fern fie rein ftnb, follen an ftd) allgemein feijn. X)ie philosophia 
pnra ift nid^t fo mie bie mathesis pura an ftd) felbft gemiB. 



:i933. x^ M 482 b. E II 462. 
25 3n aller Sbentitaet ber 33egriff e [bie nid)] f ommen ^roet) 33egriffe in einem 

überein, b. i. [ein Segriff ift in beijben gemein. 3n allem llrttieil] ein [5D^erfml 

SBegrif fomt jmeijen ju; in allem Urtl^eil fommen ^mt) 33egriffe einem 
2)inge ^u. 2)a§ 2)ing, ü3a§ ic^ burc^ ben SSegriff A benfe, cbenbaffelbe 

S, 9,10 obiectivam? obiective (so E.)1 subiectivam? subiective? In allen 
30 drei Fällen ist die Endung nur durch einen Schwung angedeutet. 

17 ff, Bß. 3932 ist nachträglich (aber wohl noch in Phase y.) zwischen Rß. 3930 
und Rß. 3931 eingeschoben. 

^aiifg ©Triften. ^MnbiAriftlit^et 9Jad)l,ii IV. 23 



354 ^Reflejtonen jur 9[J?ctav:^i)fif. $ßf)afe x. Stügemeineö. 

benfe ic^ aud) burd) ben SSegvif B. ift ein Urt^eil {^ ber 2}erfnüpfung). 
SDer SÖegriff, ben id^ in A benfe, ben benfe ici^ auc^ in B : ift ein Urteil 
ber 3^ergtei(i)ung. 

33e9 ber ibentität oergleic^e id) sroei) fubiecte, bie einerlei) praebicat 
^aben. s 

33eQ ber (5inl)eit öergleid^e i^ graei) ^jroebicate ober begriffe, bie ein 
fubiect l)aben. 



39S4, x\ M 432b. Kn:i7l. 

ßu ber Unbenflid^feit gottIid)er@igenjd)a[ten gehört nidjt allein feine 
©egenroart in allen Crtern be§ 3f{aume§ gugleic^, fonbern aud) in aUen lo 
:punften ber Reit i^ugleic^. b. i. to.'ii, er fic^ eine (Smigfeit gan^ norfteHen 
fönne. 



3935. x'. M VI. EU 303. 

2)er (Sa^: alle 33egcbni[fe l)afaen folgen (ein iebeS), iinb alle 3U= 
fammen l^abcn roieberum folgen, [inb nid^t einerlei). iö 

SlUe rationale fi)nt^etifd)e (gä^e fmb fubiectio, unb umgefe^rt nur 
bie analqtifd^e fmb obiectio. principia identitatis et coDtradictionis. 

2)ie @i)ntl)efi§ ber 23ernunft {^ rational) ober ber ©rfa^vung (" em» 
^jirifd)). 

©ie erfte ift eutrceber ber coorbination: ®an^e unb 3:^eite, 3«^l 20 
unb (äinl^eit, ober ber fuborbination: ®runb unb ^-olge. 

[(Snivirifc^] 2)ie jtt)ei)te ber coorbination nad) räum unb ßeit. 



3936. a^nJM VI. EII6I3. I364i. 

SlUeä lüirb entmeber distributive ober collective betrod^tet. 3ifne§ 
beutet einen allgemeinen SSegriff an, fo fern er ein gemeinfc^aftlic^ aJZerf= 25 
mal ber niebrtgen ift; H^ sweqte geigt bie Rufammenne^mung Don 



10 Drtern hineiucorrigv-t, tcie es scheint, in OrtClI. 

14 JBegeb: || 17 princ: || IS— 19 Die g-Zusätze stehen unter 2Jernunft bzw. 
(Srfa^VUng. Zwischen SBemuilft und rattonol stehen noch die durchstriche nen Worte 

emptvifc^ ration: || 20 ©an^e/ ©antjeS?:-' 30 



5)ir. 3933-3938 (Sanb X \' 1 1). 35;") 

tiielein an. SBeil nun bic coüection yoti allem nid)t iuimer c^ejdjeljen 
fann, fo ift biSiceilen bie omnitudo collectiva, eincjebilbet. 

2)ie principia subiectiva, tuenu fie obiectiu crttioflen werben, luieber- 
fpred^en fid). ß. (ä. ^^Iüe§ ^at einen ®i-unb, tufeberjprid)t biefem iai): 
5 nid)t§ i[t not^roenbig burd) fid) felbft ?c?c. 



,3937. x'. M VI. K II i:iÜ4tKöl7. 

a)kn foU fic^ etiua^S jd)led)t()iu notljwenbig bcnfen, uieil allcö, lüaS 

ift, notbraenbig ift, aüe§ aber nid)t l)i)potl)etifd) notl^uienbicj jciju fan. 

9JJan fan fid) aber nid)tä fd)lcditl)in notljroenbigev benfcn. 9J?an muü fid) 

10 bie SBelt begrenzt benfen, man fan fid) aber aud^ nid)t bie ®renl3en benfeu. 

SDieienige fi)nt()etifc^e (Säfee, bie il)rer iitatnr nad) nid)t [bitrd)] bie» 
felbe ^Bebingungen ber 33egreiflid^feit anfljeben, meiere fie fet3en, gelten 
obiectiu, al§ üom commercio substaiitiaruin. 



3938, ä'. M VII. E Il.wn. 

15 Sluffer benen iöeftimmnngen, o^ne bie obiecte nid)t fei)n fönnen, 

ftnb in unferer Siernunft nod) SÖebingungen, ol)ne bie mir gcmifie ®egen= 
ftänbe burd) 3?erniinft nid)t benfen fönnen, menn gleich biefe Sebingungen 
nid^t SSeftimmungen ber ©egenftänbe felbft finb. SMeie conditiones fmb 
alfo fnbiectiü, unb il)re SSegviffe bebeuten nic^t^^ au bem ©egenftaube. 

20 am fi)ntt)etifd^e Urtl)eile ber reinen SSernutift fuib bemnad) fubiectto, 
unb bie SSegriffe felbft bebeuten i^erpltniffe ber 'i'^ernunftl)aublungen 
SU f\d) felbft. 



1 öietem;' ütelen? || allem/ allen/ \] 4 Inwü-jem diese bekkn Sätze sich 

icidersprefhen sollen, ist nicht einzusehen, Vermuthlich ist elften vur ©runb ausye/ullen. 
25 Die Worte 3- Ö. • • • fic^ felbft stehen gerade ;/epeniiber von den ]i'urti'n OlleS luaä . . . 

jeneä jum m ■jöOss-ö. 

12 E. Insst SSebtngnngen ber we/j. 

14 Die folgenden vier Reflexionen nehmen die oheren */■_, on M Vll ein und 
folgten urspriinglich unmittelbar auf einander (später sind noch andere Ueflexionen 
30 zwischengeschrieben). In derselben Jieihen/olge, irie sie unter einander stehen, sind 
.v('e ohne Zweifel auch geschrieben. Trotzdem setzt E. Hfl.. -Sif-^iS —31^39 in die 1. Zeit 
des Kriticismus, Hfl. -'l'.Wi in di-n l.rit. Jiati<i)(alisnius, li/l. 'jOiL in den krit. Eni- 
pirismns, 

23* 



356 5Ref(ejtonen 3ur ?lÄetapt)i)fif. J)3i)Qie x. StUgemeineä. 

39S9. x'. M VII. E II 107. 

2)te Sonic tractirt bie obiectioe ®efe^e ber SSernunft, ixx^ i[t, wie 
fie öerfal^reu foü. 2)ie metQ))l)i)ft! bie fubiectiüen ber reinen Sßernunft, 
tüie jie oerfäl^rt. 3" be^ben ift bie 3Sernunft "tia^ Dbiect, benn bie 
{9 rationale) §orm ift in jeber SBiffenfdjaft ber pf)tlofopt)ie unb 3J?at^e= 
matif. $Da^ bie SSernnnft nac^ i^ren ©efe^en bie ©eje^e, nac^ benen fte 
benfen fofl, ab^anbeln tüiü, mad^t, bafe f^e ftc^ ber ^Regeln bebient, bie 
fte juer[t erfinben lüiU. 2)af)er fommen bie 2:atitologien unb Flegeln, 
bie ot)ne ^ra?ri§ je^n. 



3940» y.'. M VII Ell 5 19. lo 

Sn aUem ©rfenntniffe ber S^ernunft ftnb nur 2Ser{)altni[fe ju be= 
tra(!^ten, unb bie[e ftnb entiüeber gegeben (ftnnlid^ ober burd^ bie ?latur 
ber SSernunft) ober gebic^tet. £){(^ten aber fönnen tüir feine 2Ser()dltni[fe, 
(3 öon) beren 3J?ögli(!^!eit üsir überzeugt je^n fönnen, al§ ber gröfee nad) 
burd^ 2Bieberf)olung in ber S^'^i^üiffenfc^aft. 5)id)ten in 2(n[et)ung ber 15 
qüalitaet ber 3Serf)aItni[je unb alfo (^ er[te) SSernunftbegrlffe bidjten i[t 
eben fo unmöglich, al§ erfte (Smpfinbungen ber (Sinne. 



3941. xK M VII Ell 483. 

ÜKetap'^ijfifdie begriffe gelten 1. bIo§ auf ba§ ^erl^altni§ ber co« 
orbination: (^ absolutum et relativum, ®anje§, Sfieil, continuum, dis- 20 
cretum) (" öiele§) einiget, aÜeS (0 ba§ ©rfte, ßefete, ein einziges); 2. ober 
ber fuborbination im logifci^en SSerftanbe: allgemein ober befonbereö; 
3. auf bie fuborbination im realoerftanbe: ©runb, folge, Urfad)e, 
SBirfung. ^ierauS entfpringt ber SSegrif ber erften Urfad)e, ber legten 
i^olge, ber Urfad^e oon aUem, t»on einigem. 4. auf ba§2)afei)n: not^= 23 
tüenbig, jufaüig (9 möglid)); 5. (Subftanli- (^ ©ubiect, praebicat) ©infad), 
pfammengefe^t, actio, passio(fi'vis, receptivitas),spontanea, [coacta] iners. 
(f ®an|e§ oon fubftaii^en. 2Belt.) 



7 Statt niactlt E: nid)t; äusserst unwahrscheinlich! 

22 im logtfd)«!? in Iogifd)em? || 25 oWem? allen? || einigem? einigen? so 



inr. 3939—3942 (SÖanb XVII). 357 

Seit unb fRawm. \ 2)Quer, Slugenblif, (ätoigfeit, Stnfang, (Snbe. SSer= 
dnberung, 23elÖarrltct)feit. | Drt, 2lu§bet)nung, ^untt. | ('' Dlaumunb ^t'xU) 
33eii)egung, ru^e. SlUgegenioart. 

SBirfung im JRaume: erfüttung, Äraft, 5JJa[fe. 

SBirfung in ber ßeit: 3Serdnberung, (Schöpfung, SSernid^tung. 



3942, y^fr^fM LIV. E 11 533. 

SBa^r i[t eine (Srfenntnife, bie mit ber befcl)affent)eit be§ obtectS 
jufammenftimmt. 2Beil burd) bie ibeebeS^^aumeä bieSBorftellung öufferer 
obiecten nur 2)Zöglicl^ ift, fo [timmen alle a;:iomen beä Flaumes, unb raa§ 

10 barauä Ijergeleitet rairb, mit bem obiecte, imgleid^en aS^t ä^ert)altni[fe 
ber 33egri|fe nad^ ber 3ftegel ber ibentitaet. 2)enn bie ibeen [timmen al§» 
benn unter einanber. SlUein "iia bie metap^qftfd^e 33egriffe oon ®runb, 
fubftan^ etc. nid)t eigentlict) üorfteüungen ber obiecten [egn, inbem aud) 
ber SSoÖfommenfte «Sinn biefe an feinem 3)inge empfinben fann unb 

15 o'^ne biefe SSer^altnifje bie 2)inge inSgefammt, obi^inar nid)t burcf) untere 
SSernunft, fonnen öorgefteßt ttierben: fo ftnb biefe 23egriffe nid)t obiectiü; 
alfo ift in ben a^iomen berfelben aKe§ fubiectio. 2)a^er, menn fie (^ al!§) 
obiectiö fälfd^Uc^ angefel^en werben, gilt üon i^nen meber 2BQrl)eit nod) 
g^alfd^l^eit. Uebert)aupt, raiH man ben ^Segriff ber Urfad^e finben, fo ttiirb 

20 man auffer titn 33erl)altniffen ber SSerfnüpfung nad) ibeen ber ß^it 
feine erflärung finben, bie nid^t einen '^\xh\ einfd)löffe, unb fie fci^eint 
nid^tS anbereg. 

2)er fi(i)erfte SSemeiS, \i(x'^ fie nid^t obiectiö ftnb, ift, 'Qa.'i^ fie in 
eoibentem Sßieberfprud^ fteljen. 



25 1 — ö Diese Zeilen sind von E. nicht mit veröß'eiit/icht, obwohl die IVorle steh 

direct an das Vorhergehende anschliessen und dieselbe Tinte und Schrift zeigen, ob- 
wohl sie ferner eine nothwcndige Ergänzung bilden, da in dieser Zeit liaum und Zeit 
regelmässig unter den metaphi/sischen Begriffen aufgeführt werden. 

9 [timmen alle aus ftimmt aüeä maä auß ben || 15 E: ber 2)inge |i Vi/, aub 

30 fehlt bei E. \\ fdjeint? [d^eut??? || Sind die letzten Worte „ieht nur der Anfang 
eines unvollendeten Satzes, so miisste tnan sie etwa s<> deuten: „und die Ursache scheint 
auch wirklich nichts Anderes :u sein alu b/ons eine sulche Vi'rkuüj)fun<i nach fdt'rn 
der Zeit.'' 



:i943. n^^if M /'. EU 164. 

(^ ÜJietQpl)i)fic ift bev ®runb ber form aUer pt)ilofopt)ie.) 

Den Julien ber metap^ijfic [erftlid) in be] fan man am befien in 
bem mirflictjen (Miatürlid^en) ©ebrauc^ berfelben fel)en. 

2)iefer 3^u^e i[t pofttiD, bie (Sinfidjten ^u üerme^ren; 5 

negatiü, bie falfc^e metap^ijfic §u oeit;inbern; 

in bei)ben [tüten i[t bie (Stnftc^t obiectiö, baburd) man bie manctjer* 
lei) obiccten ber (ärfenntnin §n erwerben fnc^t, ober fubiectiü, ba man 
bie «Sc^ranfen beg (Srfenntniffeö ^u fennen fnd)t. 

@ie ift ebel. 2)ie [ubiectiüe fann gemifj fei)n, obgleich bie obiectiüe 10 
ungeiuife ift. 

S944, x'rt'ny X)LXXIII. EJIÖ04. 
Die logifc^e %qx\\\ nnferer ^rfcnntniffe ift üon ber metapl)i)fifc^en 
jn unterfc^eiben; bie erfte ift analysis, bie jmetjte synthesis. 



:i94o. Ti'f^n M xxxxiii. 15 

llber alte ©egenftänbe äußerer unb innerer ©innen nrt^eilen mir 
üernünftig, inbem mir [bie ©efe^e ber] burd) allgemeine ®efe^e ber (är= 
fd^einungen ®rnnb üon i^nen angeben. Die erften mDglid)en ©efe^e ber 
@rfd)einungen fönnen m&ji burci^ bie (Srfaljrung feftgefe^t werben, fonbern 
bie erfte ®rünbe berfelben berul^en auf ber reinen 5?ernunft; physica 20 
pura et puevmatologia. 



2 form:'' II 3 ®en Sfu^en/ ®er '>R\x%ti \\ 10 geiinff ? gcroiffe? geroi^fer?? 

Zu Nr. 3944—3975: Diese Nrn. stehen auf der Sch/ussscite der Prae/atio 
zur III. Ed., die vom Text der Prae/atio nicht yam in Anspruch genommen ivird. 
sowie auf den relativ viel freien Raum bietenden Seiten der Sf/nopsis. Kant scheint 25 
mit deren Benutzung in x am Anfang der Si/nopsis begonnen zu haben und dann all- 
mählich bis zu ihrem >>chluss fortgeschritten zu sein. In dieser Richtung macht sich 
in der Raumlehre ein Furtschritt bemerkbar. In Nr. 3957 (S64r28/-) icii'd der Terminus 
iiiifdiauenber 93egtlff, der mit vetner SJegriff ber Stnfc^auung wechselt, eingeführt. 
Diese Begriffe kehren dann S67 2, 86822, 3702, 37224 wieder, während vorher nur einmal 80 
gelegentlich der Begriffsbestimmung der Metaphysik von anfcf)auenben Unb einjclncil 
^öegriffen des ?8et^tanbes (3014/.) die Rede war. 

18 Ursprihtglich: 33ün ben ... ©efe^eit; das letztere Wort ist nicht verändert. 



■ölt. 3943—3946 («öaitb XVII). 35«) 

3946. x^^^L^? M XXXXin,XXXXlV. E II 127. 
M XXXXIII: 

2ine reine ^^ilofop^ie ift entmeber logifd^ ober metapl)i)rifc^. S^ne 
[urttietlt] entt)ält nur bie unterorbnnng ber SSegriffe unter bie sphaeram 
6 ber anberen, enttoeber unmittelbar: in Urt^eilen, ober mittelbar: in 
fc^lüffen. [2)iefe] Sie läfet aber bie 33egrlffe felbfi, bie einanber fuborbi= 
nirt werben fonnen, unbeftimmt unb inad)! ni^t au§, meldte praebicate 
ben 2)ingen nac^ ®efe^en ber reinen 5?ernunft guFommen. 2)a^er bie 
erften praebicate ber S^inge burd) bie reine äseruunft erfenneu ift eine 
10 @ac^e ber metap^tjjif, mittjin bie er[te ©runbbegriffe, lüomit wir burc^ 
bie reine Sßernunft urt^eilen, §u finben unb bie ©runbfä^e. 

M XXXXIV: 

(* 2)ie metapfiqjic geltet auf @rfenntni[fe lebtglic^ burc^ SSernunft, 
bie logif auf alle, fo gar empirtjc^e. SlÜe S^ernunftbegriffe ftnb allge» 
15 mein; bie logic jeigt nur ba§> SSer^ältniö be§ allgemeinen jum be= 
fonberen überhaupt. 2)ie metapl)Q[if aber ben Urfprung allgemeiner 
begriffe, auf bie alle (Srfentniä mufe jurücfgefü^rt merben, menn 
bie ©rfdjeinungen in begriffe foUen oermanbelt lüerben.) 

M XXXXIII: 

20 5)ie metap^Qftc ift alfo eine SBiffenfd^aft üon ben ®runbbegriffcn 

unb ©runbfö^en ber 5)?enfc^lid^en ä>ernunft, unb nid)t überl)aupt ber 
2J?enfc^lic^en (ärfenntniS, bariu üiel empirifc^e§ unb fuinlic^eS ift; bie 
Sogic eine SBiffenfc^aft Don btn ä^er^ältniffen allgemeiner ^Begriffe unb 
6d^e überl^aupt. 2)ie ßogic entlet)nt begriffe unb @d^e au§ ber ^da-- 

25 p^i)ftc ober irgenb einer empirifc^en erfenntnis unb lel)rt fic^ i^rer ju 
bebienen. 

2)ie ßogic enthält ben 33egrif üom aUgemeinen, bie 5J?etapf)i)ftc aU- 
gemeine Segriffe ber SSernunft (;' bie erftere banbelt üon bem ^evl)ält= 
niffe allgemeiner Segriffe gu einanber, bie 3n3er)te jeigt bie allgemeinen 

30 4 E: ©p^aereit || 10 E: luoburd) i^tatt luoinit || 13 Am An/any dess-Zu- 

satzes (x—if) ein Kreuz, dt-m in der Hauptrejlcxion kein zweites entspricht; aber am 
Ende des s-Zusatzes steht ein Zeichen, dem ein zweites am Anfang tun Z. 20 corre- 

spondirt. II 10 E: auf bcii || 23 ben? bem? || 33evl)äUniffeä || 23f. Die Worte 

unb Sä^e fehlen hei E. \\ 27 Von hier ab später (v^ ? ^'Z (,1?)? \\ 28 s-Zusatz: 
35 Phase x(? v?)—(f. 



iöegrtffe au, unter welci^en [anbete SDingej bie üernunftbegriffe oon 2)ingen 
enthalten ftnb; teneä i[t logifd^e 2^eorie, benn bie Iogif(i^e pra^i^ ift 
taotoloQtfc!^, iDenn nid^t bie (5rfentni§ be§ fubiectS öorauSgefe^t t[t); 
bie 2ogtc fä^e, weld^e taä t)erl)ältniä be§ allgemeinen ^um befonberen 
auSbrücfen o'^ne ^raebicat unb ©ubieft, 5[Retap^Qfif aber allgemeine 5 
@ä^e. Sie enthalt bie Elemente, barauS atte 3Sernunftertentni§ äu= 
fammengefe^t i[t 

M XXXXIV: 

®ie logic läfet bie bejonbere 5Ratur ber ?!J?enfd)li(!^en SSernunft un- 
beftimmt unb gilt üor ieber 33ernunft; bie metap^^ftf jeigt bie aüge» 10 
meinen SSegriffe, bie au§ ber 3Ratur ber menj(f)li^en 3Sernun[t fliegen, 
unb bereu befonbere ®efe|e. 



3947. x^. M XXXXIV. E II 266. 

2lt(e rationale (5rfentni§ entplt entn3eber bie erfte ®rünbe be§= 
ienigen, )xia<a ein obiect ber blD§ reinen @r!entnig ift, ober bie erfte 15 
®rünbe ber (5rfcl)einung. ©ogmatifd) unb obiectio finb bie (ärlentniffe, 
bie öor ieberman gültig feqn unb auf blofeen 23egriffen beru'^en. 



3948. x^. M XXXXIV. E II 103. 

SBenn "bit ?^rage todre, ob in empirifcl)en 2Siffenfd)aften nod) neue 
(grfinbungen §u hoffen finb, fo ift 'iiaxan nid^t ju 3Weifeln, lüeil mel)r @r= 20 
fal)rungen mel^r unb neue (ärfentniffe geben. 2Benn bie Srage ift, ob in 
ber SBiffenfd)aft ber reinen 3}ernunft [mef)r] neue ßrfinbungen p erwarten 
fmb, fo ift e§ !lar, \ia^ in ber 3Df?att)ematic, ber Sogic unb reinen ^D^^oral 
öiele möglich finb, weil nad^ ber SRegel ber ibentitaet au§ allgemeinen 
^Begriffen nad) aUer^anb miüfülrlid) öorgegebenen combinationen folgen 25 
[raerben] gefd^loffeu Werben fönnen. 2lber mit ber ^Dietapl^tifif ift e§ gan^ 
anber§. ^ier wirb nid^t gefragt, \o(k», in wiüfiilirlid^ angenommenen 



3 taütologifc^?? taötoIgif(i)? E. sieht mit Unrecht das Wort als zweifelhaft 
an. II 5 sc. ohne individuell oder inhaltlich bestimmtes Prädicat und Subject. \\ 12 E. 
verbindet mit dieser Rfl. die sich unmittelbar an sie anschliessende Nr. 50'J6, die jedoch., 30 
wie mir scheint, später zwischengeschrieben ist und der Phase (/>•' angehört. 



^nx. 3946—3949 (iöanb XVII). 361 

.5ßer^ältni[fen nad^ ber SRegel bev ibentitaet üon bem allgemeinen aufä 
befonbere fliege, fonbern roeld^e Sßerl)ältni[fe loirüid) jum erften ©runbe 
allgemeiner Sfiegeln liegen. Sßeil nun \)k\Q ä^erfjcltniffe meber burc^ bie 
Sinne in ber ßrfa^rung, noc^ burd) ben 33erftanb in einem anfd^auenben 
unb einzelnen begriffe gegeben [mb, \o tan nic[)t§ tteiter gej(i^e^en, al§ 
ha^ man feine oermorrenen '^betn 3ergliebere. hieraus fann aber nur 
eine wiffenf^aft be§ fubiectö entfpringen. 2)a fein ©egenftanb l)iebei) 
gegeben ift, \o mürben mir burd) biefeS fd)neiben unb jergliebern unferer 
3been aud^ über i^n nic^t^ erfinben fönnen. 



10 3949. xK M XX XXIV. E II 126. 

Unter ben logifd)en 3Regeln [te^en mat^ematic unb moral (purae), 
unter ben metap!)qftfct)en bie reine erfentnis beffen, ma§ in duffere unb 
innere ftnne fallt, folglid^ bie erfte SSernunftgrünbe äußerer unb innerer 
©rfc^einungen. 33ei beqben mu^ man b(x^, ma§ b(x^ allgemeinfte ift ber 

15 äußeren unb inneren ftnne, nad^ feinen erften SSernunftgrünben ermegen. 
Sllfo ift feine 2ßeltmei5f)eit ber reinen Sßernunft alö logic unb meta- 
physica. 

2)er ©runbbegriff ber logic ift ber bei§ altgemeinen, in fo fern er 
einiget unter ftd^ enthält ober niclt)t; nac^ biefem SSer^dltniffe merben 

20 2)inge gebadet, aber in bemfelben merben fie nid)t öorgefteUt. 2)er 33e= 
grif ber 2lrt ober gattung ift nid)t gegeben, fonbern ift nur ba% 3Ser= 
^ältni§, mornad^ conceptus dabiles fönnen üerglid^en merben. 

3)ie logic giebt gar feine ®runbbegrlffe ber ä^ernunft, fonbern ber 
®efe^e, nad) meld)en mir [imä] überhaupt bie (ärfentniffe burd) einanber 

^^ beutlid) mad)en. Sllfo enthalt fie bie 3fiegeln, o^ne meld)e mir feine beut= 
lic^e @rfentni§ ber ©ad^en befommen fönnen ; bie metap!^i)ftc aber bie 
Siegeln, o'^ne bie obiecte oon un§ gar nid)t fönnen erfannt merben. 2)ie 
logifd)e 6ä^e ftnb [lotUfü] gtegeln, beren mir un§ millfül^rlic^ al§ 3Kittel 
gebraud)en, um ßrfentniffe burcf) SSergleic^ung beutlid^ ju machen. 2)ie 

30 metap^i)fic jeigt bie SRerfmale, meldje burc^ bie ?Ratur ber 3)ernunft ge= 
geben finb (bie logic nur ben ®ebrauc^ ber ü)?erfmale überljaupt). 



4—5 E: einer Sinf^auung einäelner || 8 E: roerben 
12 tnetap^i)fild)en. bie || 14— la E: ben . . . ©innen l| 16 f, metaphysic: 
23—24 bo^ ©efe^e || 31 Uk- Schlussklammer J)-I,lt. 



362 9tefIcjioncn jiir 5Ketap^t)fif. SP^afe x. SlUgcmctneö. 

3950. x^. M XXXXV. E II 644. 

©Qut^etifc^e [©ä^c] begriffe ftnb räum, ^dt unb Sa^I- Cunb finb 
obicctiö.] 

2Benn bie begriffe mä) fi)nt^etif(^ fei)n, bie fä^e aber ftnb ano» 
lijttfd), b. i. nad^ ber Flegel ber ^bentitaet, fo ftnb jte obiectb. 5 

finb 23egrtffe aber fubtectio, b. i. öon ®or feinem obied, toeber einer 
gegebenen (Sonbition ber re;3raefentation ber obiecte: ^laum unb Seit, 
noc^ [oon] mtUfü^rlic^e begriffe ber qöantitaet, fo finb bie Urt^eile boct) 
obiectio unb aügemein gültig, b. t. entroeber allgemein wa^r ober falfd), 
[ftnb aber] wenn i^re ^orm anal^tifd) ift. Sft aber [aiäbenn] i^re ^^orrn 10 
f^ntl^etifd), fo jtnb fte fubiectiö, unb obiectio gelten fte nur al§ Flegeln 
ber ©rfd^einungen, folglid^ al§ empirtjc^e Urt^eilc, 



3931. x'. M XXXXV. EII8Ö. 

2)ie bogmattfd^e philosophia pura enthält gtoe^ bi§ciplinen. 

1. 5Dic ^Regeln öom attgemein gültigen ®ebrau(^ be§ SSerftanbeä; 15 

2. bie Siegeln öom allgemein gültigen ©ebrauc^ be§ freijen 2Billen§. 
3n beqben mirb nad) bem nexu logico au§ feinen datis ber (5r= 

fa^rung geurt^eilt; allein in ber physiologia transscendentali finb bie 
data aug ber ©rfa^rung nad) ben SBer^altniffen be§ Dlaume^ unb ber 
3eit fo gegeben, \ia^ ber allgemeinfte 33egrtf be^ obiectiS aUer dufferen 20 
unb inneren ©mpfinbungen genommen unb ber ©runb baöon gejud^t 
mirb. 



3952. x'. M XXXXV I. E II 106. 

SDie 9)?etapl)i)ftf ift eine SBiffenfc^aft öon ben ©efe^en ber reinen 
2l'?enf(^lid)en SSernunft unb alfo fubiectiD. 2)ie obiectiüe reine pf)ilofopf)ie 25 

2 Das Wort ßol)! ist jetzt eingektammtrt; das scheint naehträglieh gescheiten 
zu sein, als /olgende Worte übergeschrieben wurden, die, icie es scheint, ungefähr der- 
selben Zeit entstammen wie die Bß. selbst: {0 obfttocter S3egriff ber qöantitaet, n)ü 
bie t^orm be§ qvanti unbefttmmt ift.) Es ist nicht unmöglich, icenn auch unwahr- 
scheinlich, dass die Worte unb finb obiectIO erst durchstrichen sind, als der Zusatz 30 
gemacht wurde. || 12 Ursprünglich: empQrtfc^e 

18 physiologia transsceudentalis = reine Xaturwissenscha/f. || IS — 19 K: 
biefe data || 20 E: allen || 21 E: gemein statt genommen: nach gemein ergänzt 
E. ift. 



'i>ir. 3950—3954 (Sßanb XVJl). 3G3 

l)at entwebcr Qnah}ttfc^e priacipia o^ue aüe 6r[al)rungdü;iomen ober 
fi)ntt)etifc^e. £)ie erftere [l)eftel)t] beru{)et auf allgemeinen Urt^eilen nad) 
ber Spiegel ber ibentttaet unb auf ber unterorbnung be^ bejonberen unter 
ta^ allgemeine. Sllfo i)it allgemein gültige Sfiegeln beä S3erftanbe§ unb 
ö SBIIlenä, folglich Logica et Moralis pura. 5)ie ^mel^te tjat jum obiect 
ba§> aUgemeinfte be§ äufferen unb inneren ©inneö unb enttjdlt alfo bk 
reine SSernunftgrünbe, ^u benen alle ^iaturmiffenfc^aften be§ äußeren 
unb inneren (Sinnet fonnen gebracht werben. 



39S3. x^. M XXXXVI. 

10 2)ie ©runbfä^e beS 9^aumeä finb obiectit»; aber, ob ein 2)ing im 
^aume feQ ober nic^t, ift [ubiectiü, roeil ber 33egrif be§ JRaumeS m6)t 
obiectiü ift. 



39S4. X'. M XXXXVI. E II 921. lUJJiK 

6in ^auptfel)ler entfpringt ba'^er, menn man baQ genus mit allen 

15 iüdividuis [üeigieid)t] Dermengt unb baöienige als eine Solge nac^ 23e= 
griffen anfielt, maö nur eine gefefemäfeige 6rfcf)einung üor ba§ unmitteU 
bare Slnfc^auen ift. 5)a^ev ift ber ®runb ni(^tö obiectiüeg. 2ßa§ mir 
einen (» real) grunb nennen, ift nur eine concomitante (Srfd^einung üor 
ben intuitiöen begriff. Unb ba§>, 2Ba§ mir SSernunft nennen, imgleid^en 

20 alle bereu reine 23egriffe, ba mir üom allgemeinen auf§33efonbere fct)liefeen, 
l)aben i^re realitaet, Dornemli(j^ in anfet)ung il)rer ©runbbegriffe, nur 
baburd^, ba'^ fie in ben 2)ingen liegen unb oon i^nen abgefonbert merben 
fönnen. 2)emna^ ift uufere 3Sernunft nur eine ©rgeu^ung be§ 2ßangel§ 
be§ intuitus. 

25 SBenn tc^ alfo fage: ein ®runbfa| ift fubiectiü, b. i. er enthält bte 

conditiones, unter benen mir allein bm<ij unfere 2]ernunft nad) 6r= 
fa^rungggefe^en urt^eilen fonnen, fo bebeutet biefe§ nid)t, ba^ unfere 
SSernunft biefeS ®efe^ an ben obiecten annel)men muffe; benn e^ ge^t 
gar m<ijt auf biefelbe; man !an alfo meber fagen, e^ fei) falfd) ober mat)r. 



30 1 l)Qt int.'i ift li IV-;- über ('//( Punct. II 8 fonnen? fann? 

19 intiiitcn 



364 JReflejionen 3ur 'D3{etQp^i)ftf. gJt)afe x. SlUgemeine^. 

3955. xL M XXXXVIL E II 274. 

SlUe ertentniffe ftnb entireber empirifd^, fo fern [te empfinbungen 
öoraiigfe^en, ober reine (Srfentniffe, fo fern fte feine (Srnpfinbung §um 
©runbe I)aben. 2)ie le^teren, nemlid^ bie reine (ärfenntniffe, ftnb ent» 
njeber [einaelne] conceptus singulares unb ^eiffen intuitus puri ober all« 
gemeine [begriffe] unb finb reine SSernunftbegriffe. 2)te empirifd^e @r= 
fentniffe ftnb empfinbung, @rfd)einung unb empirifc^er 23egrif ; auö ben 
crfien ift bie materie alleg SrfentniffeS tier^uleiten, bie jiüeijte fügt bie 
form ber 3lnfd)auung baju, hk britte bringt bei)be§ unter einen all» 
gemeinen SSegrif, 

3956. x^. M XXXXVIL Ell 956. 

Unmittelbare @rfa]^rungöurtt)eile nad^ SSerl^ältniffen Don JRaum unb 
Beit muffen üon reflecttrten nad) SBernunftoer^ältniffen unterfc^ieben 
toerben. 



3957. x'. M XXXXVII,XXXXVin. E II 278. 86. 15 

M XXXXVII: 

Mt 5!)ienict)lid^e ßrfentniffe laffen ftd^ in gtoei) ^auptgottungen 
eint^eilen: 1. bie, fo aug ben ©innen entfprtngen [ober] unb empirifd) 
genant werben; 2. bie gar nic^t burc!^ bk (Sinne [in bie] erworben werben, 
fonbern i^ren ®runb in ber beftanbtgen natur ber [(Srfentniäfraft] 5)en= 20 
fenben Äraft ber ©eele ()aben, unb tonnen reine SSorftellungen genant 
werben. 2)a alle SJJaterialien 3um .'Denfen nott)wenbig burd) unfere 
(Sinne muffen gegeben fe^n, fo ift bie 9J?aterie üon unferer gefamten 
ßrfentni^ empirifd^. ©ben barum muffen alle reinen 33egriffe bloö auf 
bie ^orm ber ©rfenntniffe ge^en. 91un {)aben wir eine jwe^fadie f^orm 25 
ber ©rtentniffe: bie intuittoe unb rationale f^oi^i«- 2)ie erfte finbet nur 
in ber unmittelbaren 6rfentni§ einzelner 2!)inge ftatt, bie swei}te in alt* 
gemeinen 2}orfteUungen ; bk erften wiU t^ anfd)auenbe, bie jweQte 33er= 
nunftbegriffe nennen. 5lun fann bei) allem empiri|d)en erfenntniffe erftltd) 



5 f. aUgetttfcine/ altgenteiu:^ || 7 anS aus bei) || ben;' beut/ 30 

20—21 E: 2)enfungäfraft; ganz unmöglich; ciellek-ht Senfeufenbeii; Jk auf 

'Sizwizn folgenden Buchstaben sind in frühere unleserliche Buchstaben hineingeschrieben. j| 

26 E: (Srfentttnlö ; unwahrscheinlich. \\ 27 ftfltt. bie ]| 29 E: üUen . . . (Srfenntni[fen 



>Jir. 3950—3957 («anb XVII). iHßf) 

blofe auf bie materie gefe^en werben, unb biefe befielet in ber @mpfinbung; 
Stt)ei)ten§ auf bie ^orm ber (ärfd^einung [unb biefe be[te{)t] ; brütend auf 
bte ^-orm ber SSernunft in SSegriffen. 3){e ^ortn ber @rfd)einungcn 
beru'^et Iebigli(i^ auf diaum unb ßeit, unb biefe 33egriffe entfpringen 

5 burd^ feine (Sinne ober (Smpfiubung, fonbern beruljen auf ber 5Ratur 
be§ ®emütt)g, nad) njeldiem bie Derf^iebenen ©mpfinbungen unter folc^en 
rclationen öorgefteüt n3erben fonnen. 2)af)er, wenn alle (Smpfinbung 
ber (Sinne bei^feiten gefeljt ift, fo ift ber be^ 9?aume§ unb 3eit ein reiner 
33egrif ber Slnfd^auung, unb »eil in it)m aU^^ liegt, ttaö nur ber SSer= 

10 ftanb in Erfahrungen erfennen fann, fo ift er ein SSerftanbeöbegrif; unb, 
obgleid) bie (ärfd^einungen empirifd^ fei)n, fo ift er bod) intellectual. 6ben 
fo finb aügemetn gemad^te ßmpfinbungen unb 6rf(i)einungen nicl)t reine, 
fonbern empirifc^e SSernunftbegriffe; wenn man aber aüe 2Bir!ung ber 
@innc tregläfet, fo finb bie 33egriffe reine begriffe ber 58ernunft, alö: 

15 möglich, fubftan^ etc. 5)al^er ftnb alle reinen ^Begriffe inteUednal unb in* 
tuitio, ober rational unb [btScurfiD] reflectirenbe ^Begriffe. M XXXXVIII: 
%mKX finb alle ©rfentniffe entraeber gegeben ober gebic^tet. £>ie ÜJJaterie 
ber Srfentnig fann nidjt gebid^tet werben, alfo nur bie fyorm, unb in 
ber gorm nur bie 2Bieberl)olung; alfo get)t aüe (5rbid)tung ber QSernunft 

20 nur auf bie mat^ematic; bagegen ift bie ^orm, tt3eld)e in ber ©eometrie 
gegeben ift, ber dianm. 

M XXXXVII: 

(« Sßeil man nur bie gorm ber (Srfal^rung befc^reiben !an, fo ge= 
^ört fie äum 25erftanbO 

25 M XXXXVIII: 

@§ ift eine Sßiffenfd^aft ber reinen SSernunft möglic!^ unb aud^ notl)ig. 
(Sie ift aber entweber pl^ilofopl)ie ober 2J?at^ematic; ieneermegt: was ba 
fei), unb bie 3?ernunft lebiglid): meld)er respectus fei) ; biefe: mie oielma^l 
einerlei) fei). 3)er dianm ift ein object fo mo^l cor pl)ilofop^ie aB matl)e^ 
30 matic. ®ie Urt^eile oom 3ftaum, bie intuitio ftnb, ftnb nocl) nic^t mat^e» 
matifd), auc^ nicl)t p^ilofop^ifd). 33et)be beurt^eilen ben 9^aum nid^t 

6 tt)eIcE)em? n)elcf)en ? k-aum melcEiei- (■■^o E.\\9 Statt itieil.- meldiem oder meieren; 
die Änderung schon bei E. \\ 10 E: grfo^tung || 14—15 aU. möglid) || 23—24 Der 
g-Zusat: steht ohne Venceisungszeichen zwischen den Zeilen von Baumgartens S)/nopsis, 

35 rechts von 36426-2S, über 365 14. \\ 23 nur? uiiö??? 1| befd)reiben? befdireiten?? 



366 JRefleitoncn aut 3D?etap:^i)fif. ^f)a\e x. Slllgemchtcä. 

a priori [burc^ bie S3ev] au§ ©rutibja^en tjom 9?autne, weld^e bie SSernunft 
ernennt, jonbern auä ®runbfa^en a posteriori, b. i. intuitiü unb einzeln, 
objraar nid)t emptri|c^. 2)ie pl)ilofopt)ie ber reinen SSernunft ift ent^ 
raeber bogmatifd), unb ba i[t il^r ©egenftanb burd^ baS, maö alle finne 
am gemeineften !t)aben, gegeben unb gleid^jam burc^ ba^ genus ber ©inne: 
alfo erftlic^ SSor[tellnng§fratt unb SSegel^rungSöermögen al§ bie ©egen» 
ftänbe beä inneren (Sinnet, 2. JRaum unb ßeit, mitljin allgemeine Wt6)a^ 
mt, al§ ba^ allgemeinfte anderer Sinne; baljer bie bogmatifc^e reine 
pl^ilofop^ie i[t bie t^eoretifc^e Sogif, bie tf)eoretifc^e 5)?oral unb bie atl= 
gemeine Diaturraiffenfc^aft. Btteitenö i[t fte critifd), mitljiu jubiectiu. 
«Sic ift jetetifc^, fceptifd), problematifc^. 



3938. x'. M XXXXViri. E 11 275. 

SlUe 6rfenntni[fe [auä (Svfai)riuig finb entiveber] au!§ ©vfal)rung QJ em- 
:pirifci^e) gepren entrucber jur (ämpfinbung unb entl)alten bie materie 
beg empirifd^en erfentni[je§, ober jur ©rjc^einung unb [beoreifen] ent= is 
galten i^ugleid) bie g'orm, ober 3U bem SSegriffe unb enthalten ba§ [m(\§ 
pieteu ©eoenfiönben] allgemeine oerfd^iebener (ämpfinbungen ober er[c^ei= 
nungen. 2)ie (Impfinbung [teilet einzelne ©egenftanbe oor, in fo fern fie 
bie Sinne rül)ren, e. g. 3flot^, fdjwar^, füfe, ^art, marm etc., [bie] folglid) 
.nur bie materie be§ empirifd^en (Srfentnifjeö. 2)ie gorm ber (Segen^ 20 
ftanbe mirb ©ebad^t nac^ ffiamn unb ßeit. 2)ie ^orm beö empirifc^en 
(SrfentniffeS ift bie ber coorbinatiou, bie beä rationalen ©rfentniffea ift 
bie ber fuborbinatlon. 

Wim laffe alle materie ber (Srfentniä meg, folglich aüe^ ma§ bie 
Sinne ri\f)rt, fo bleibt nod) bie empirifc^e ^orm üon ben (ärfd)einungen 25 
übrig; man laffe auc^ biefe 2Seg, fo bleibt bie rationale ^J-orm übrig; 



eiÖe9et)rnitcjSDermÖ9en?23eGet)ninQüermö8en?i|9 /^'.- btefc^cmatif(f)e: Sogt! i| 

11 Ursprünglich utand statt @ie, wie es sc/ieint, Sene. || Den Sc/in/t;iigen iiae/i kann 
das Schhissicort kaum anders als preUerifcl) oder prolbari^d) c/elesen werden, poltevifcf), 
poUetnifd) sind sehr unicahrschein/ich. Vermuthlieh hat Kant sich cerschrieben und 30 
problemtfd) oder problematifd) schreiben icl/en. I>er letztere Ausdruck kommt auch 
■37()i4/, in ähnlichem Zusammenhang rar. 

IS Ur.yiriinglich, xcie es scheint, 5)er ©tnil statt S)ie Slllpftllbunil. ,| 22—23 

ift ber 



Sfir. 3957—3962 (Sonb XVII). 367 

unb ©rfenntniffe ber er[ten 2lrt finb reine begriffe ber Slnfc^auunßen, ber 
SiüeQten reine begriffe ber S^ernunft. 



3939, x'. M XXXXVJIL 

2)ie metap^^ftc enthält nic^tö al§ bie Ontotogie*, welche falfc^lid) 
6 als eine 2Bifienfd)att üon 2)ingen überhaupt qvoad praedicata vniversalia 
et disiunctiva betrad^tet ttiirb. 

*(^ benn e§ ift feine materie, folglid) ein ©troaS überl^aupt, ba§ 
obiect.) 



3960, x^. M IL. 

10 SlHe erfentniffe finb entmeber ftnnlic^e ober SSernunfterfentniffe. 

2)ie erftere finb entroeber ber @m|)f{nbung bricht ab. 



3961. x'. M IL. Ell 277. 

2llle (^ (grfentnifee au§) ßrfa^rung ()eifeen (gmpqrifc^ unb finb ent* 

roeber [SSorfteüungen bev C£mpfinbiuig ober ber (ärfd^einungen ©inne ober] @m= 
15 pfinbungen ober (ärfc^einungen ober SSegriffe. 3n ben erfteren ift QÜe§ 

gegeben burd) ben ©inn [im ärtiei)ten] unb blofe bie materie §ur @rfentni§; 

bie §iüeQte entplt in fid) bie (Smpftnbungen jugleici^ nad^ ber §orm oon 

3f?aum unb ßeit; bie britte [eben] W ©mpfinbungen ober @rfc!^einungen 

burd) bie l^ernunft allgemein gemacht. 
20 Säfet man bie hzt^^it le^ten^anblungen weg, fo bleibtbießmpfinbung. 

Sdfet man biefe toeg, fo bleiben reine 33egriffe 1. be§ SSerftanbeS: ber co= 

orbination, 2. ber 25ernunft: fuborbination. 



3962. xK M IL. EU 267. 

SlUe SSegriffe werben aQgemein burd) bie 3lbftraction, aber fie ent« 



25 13 (Smpl)rtfd^, u-ie es scheint, in früheres (Smptrtfd) hineimorrigirt. \\ 17 K: 

gänjltd) s^n« jugleid) ,- äusserst vmrahrschein/ich. Aach jugleid) ist etwa zu ergänzen: 
geotbnet. || 21 Säfjt bie bicfc 



268 9tefle$ionen jur 3)ktopt)t)ltf. 5p^ofe £. Possibile. 

3721. e^f i^f >t^f (n^ Q^f vf) Neben Z. 25-29 (,,ivider- 
streiten — princip.^^J /tat Kant eine Klammer (\) gemacht und links 
von ^^zwar — etitweder^'' (Z. 26 — 30) hinzvgefügl: 

2)afe betjbe pofttionen remotiirt toerben tonnen, vc[Oii^i nod) feinen 
[SBiebetfprud) auS] SBieberftreit auä, unb ein SBieberfprud) i[t ^ier gar 5 
nid)!, fonbern ber SBieberftreit i[t nur baburd) möglid), bofe auffer bcr 
^olge üon a = x unb ber §olge üon b = y, n}enn beijbe jufammen 
genommen njerben, nod) ein britteS, nemlid) 0, möglich ift. 



realitet zu seyn, eine realitet muß immer reale folgen haben, aber eine andre 
realitet aufheben ist eine wahre Verneinung, eben so muß eine jede wahre Ver- lo 
neinung irgend einer realitet entgegen gesezt seyn. Können aber zwey reali- 
teten sich nicht widersprechen, so kann in ein Ding, daß alle mögliche {14) 
realiteten hat, kein Widerspruch seyn (es ist also möglich und folglich auch 
wircklich u. s. w.). 

Und nun erst glaube ich die Eintheilung meines weisen Lehrers ein zu lö 
sehen zwischen der logischen und reelen oppositition <!>, Die logische nemlich 
bestehet aus einem positiven oder auch reelen Saz mit seiner Verneinung, sie 
mögen ofenbar oder versteckt seyn, Die reele aber bestehet aus zwey positiven 
Säzen, die sich ein ander widerstreiten. Nun dencke ich ein klaren begrif von 
diesen Unterschied zu haben, es ist bewiesen worden, daß von zwey wider- 20 
sprechende prädicaten einem jeden Dinge eines zu kommen muß, weder beyde 
können ihm zu gesprochen noch beyde ab gesprochen werden, und warum können 
nicht beyde removirt werden? weil dis ebenso viel ist, (als) wenn ihm beyde 
zugeschrieben werden, Dieses ist nur bey der logische oppositition (!), {15) wo ein 
bejahender, und verneinender Satz einander widerstreiten, aber bey der reele 20 
können die opposita sich so entgegen gesezt seyn, daß zwar beyde zusammen 
nicht seyn können, aber sie können beyde entfernt seyn, die Ursacb lieget darin, 
weil (es) bei zwey positiven noch ein drittes giebt, bey jener aber nicht, und das 
princip. Exclusi medii gehet nur da, wo es kein Drittes giebt, Ein jedes Ding muß 
z: B. seyn entweder a oder non «, ich muß vergnügt oder nicht vergnügt seyn, 30 
(9 aber nicht: ein jedes Ding muß a. oder b. seyn,) ob es Gleich beyde zusammen 
nicht seyn kanu, ich muß nicht vergnügt oder traurig seyn, den es giebt noch 
ein drittes: c; ich kann nemlich im Stande der Gleichheit seyn. zusammen 
können also zwey entgegen gesezte (? Säze nicht in einem Subiect seyn, aber 
wohl beyde entfernt. Der Korper, der von 2 gleiche entgegen gesezte) Kräffte 35 
nach verschiedener (!) Gegenden getrieben wird, verhält sich in ansehung der 
Kräffte wie ein zero und bleibt in Ruhe, bey der logische {16) also kernt ein 
fiis negataaim heraus, das Ding kann sich nicht als ein ce/-. verhalten, sondern 



9tr. 3962— :J9G9 («Sanb XVII). :iC,»( 

3966. x'. ,1/ /./. E 11 ioif. 

2)aä logifc^e 2Be|en i[t ber fubiectioe ®runbbegvif unb gilt nic[)t 
üor alle, ift auc^ SBanbelbar; boiS realroefen i[t obiectiu; ieneö ge()t auf 
bie 23ebeutung eineä 2Bort§, welche fid^ freijlic^ aHmQt)lig abfc^leift unb 
burd^ ben ©ebraucf) einftimig mirb. 



-9967. x^ M LI. E 11 lOöö. 

2)te SSernunft fül)lt bie ^ebürfni§ eineö 9Realgninbe§ unb law \{)\\ 
boc^ nic^t nac^ it)ren eigenen ©efe^en benfen; barau§ ift ju [el}en, ba^ 
biejer 33egrif nid^t obiectiu jeij. 



3968. xK M EL 

Sllle SSerfnüpfung ift entmeber ber fuborbination ober coorbination 
liene ift entweber bej. 2)ie 6inl)eit, lüenn oiel ©rünben eine folge fuborbi= 
nirt ift, ift bie einl)eit a priori, j. (§,. bei) 5Ru^en ber 5)inge. 2)ie 5n)ei)te: 
roenn etwas ber C^3runb oon oielem ift, ober n3enn üiel ?yolgen aug einem 
©runbe entfpringen. 

(ä§ ift befonberS, bafe, irenn oiel ®runbe gu einer ^olge jufammen- 
ftimmen, man auc^ einen ©emeinfc^aftlid^en ®runb ba^u benft, §. (S. bie 
Dielen 2)inge j^um ^Ru^^en beö 93tenf(!^en, oiel ©lieber an einem J^ier. 



3969. yt'. M EIL E 110^2. 

Unfere 33ernunft enthält ni(l)t§ al§ relationes. 2Benn nun biefe nic^t 
gegeben ftnb burd) bie SSerpltniffe nac^ dianm unb ßeit in ber (Srfal)= 
rung, aud^ ni(!^t burd) bie Sffiieber^olung unb bie Bufammenfe^ung beö 
©inen au§ oielen bei) ber reinen 5J?at()emattf, fo finb fie feine relationes, 
welche auf obiecte ge^en, fonbern nur ^erl^altniffe unferer ^Begriffe nad^ 
©efefeen unferer 33ernunft. 



13 bei)? bei)m?? bt\m?f\\14 meiern? üielen? || 16#. Der rjanze Absat: 
l)is auf die beiden letzten Worte ist unterstrichen. \\ 16—17 5Ufommenftimmt || 18 
Oielen??? t>tel? || Hierher gehurt viel/eich f auch der erste Absatz ron Efl. öl 20. 

23 Dteten? oielem.'' 

jl ant'ä £ch V if t Ml. vaiitfilniftlic^er *)?.utla^ IV. 24 



370 JHeflejloncn jur ÜJ?etop]^i)fif. $13I)afe x. 3tl(gemetite§. 

,3970, x'. M LIL E II 507. 

Slnfc^auenbe SSegriffe ber «Sinne, SSerftanbeSbegriffc ber abftraction, 
syernunftbegriffe be§ [SBerpitniffc^] 3Sev!^aUni[fe§, wclc^eö aHgemeine @r= 
fentniffe f)aben. 

2)ie 33erpltni[|e ber (Sinne jinb Ufxüm unb ßeit, bie be§ 2Ser= ^ 
[tanbe§ : ba§ allgemeine unb befonbere, folglich aud^ atte Urtl)eile unb 
bie 3flegeln aüer ä^^ernunftfc^lüffe. 2)ie ber 33ernunft: ber ®runb unb 
bie ?5oIge, nemlid) obiective: ber ®runb ber ©ac^en (rcalgrunb). 

2)q§ SSer^dltnil ber @inerlei)l^eit unb 2Serfd)iebenl)eit i[t logifd) 
(^ imgleic^en ^a& l^er^dltniS beö allgemeinen unb befonberen), [oi(e] bafe i*' 
ber 2iBieberl)olung ift matf)ematifd^, [bafe] bie übrige ftnb metapliQftfd^ — 
nemlid) bie realüerpltniffe. 

2)ie aJJetap^Qftf ift bie ßritif ber 3Jfenjd^lic^en 33ernuntt, bie logic 
ift bie angemeine boctrin berfelben; bie erfte ift fubiectiü unb proble= 
matifc^, bie stt)ei)te obiectio unb bogmatifci^. 15 



3971. x'. M LIL Ell 433. 

2B a^r ift ^(x^, ü3a§ bor iebe erfentniä gilt, unb alfo ni(I)t bloö unter ber 
aSebingung ber SSernunft, bie mittelbar urt^eilt. ©emnad^ ift bog tta^r, 
beffen gegentl^eil fi(!^ mieberfprid^t, weil ^a^ ©egent^eil (x\x^ ni(i)t einmal 
in bie ©inne fallen !ann. Slber H^ etwas o^wt ®runb fe^, ^^eigt nur 20 
eine fubtedioe bebingung an, unb \ia% obiect fönnte auc^ ol^ne biefe in 
bie (Sinne fallen. 



3972. xK M LIL E II 1068. 

2)er 33egrif be§ ®runbe§ (" ber S^olge) entplt nid^t allein, ho.^ 
etwas, toa§ \ia ift, mit etwas anberem begleitet fe^, fonbern überbem 25 
bafe biefe iBe§iel^ung allgemein unb not^wenbig fei ; benn, wo eine fold^e 
Sac^e ("b) ift, \ia ift ein folc^er ®runb a, unb wo ein [®nmb] a ift, \iQ. 
ift bie folge b. 9hn finb aUe realgrünbe unb aud^ fo gar bie 5J?oglic^feit 
berfelben nur a posteriori fennbar; biefe aber geigen wol)l eine beftänbige 



IS 3Ket: 30 

20 Ist ehca nach Slbcr bfl^ ein „wte" ausgefallen'? 
24-25 baö etroo« 



'Jlv. 3970-3974 (Sniib XVII). 871 

SScgleitung, aber feine anöemein{)eit 5er j^ertnupfung, folglid) ift ber 
SSegrif @runb nid)! obiectiü. 



3973. x>?'en(pff^ M LH. E lirrjo. 

Äeine anbeve bloö tt)iC(fül)rltt^e SSegriffe ber reinen ä^ernnnft fönncn 

5 in nn§ entftel^en, al§ bte bnrd) bie SBieberl^olnng, folglich ber ßatilenunb 

©röfee. Sine [mibeve] ^krnunftbegriffe, bie ein anber ^erpltniS ent= 

l)alten, erfobern, ^o.^ biefeä 23erl^ältni§ bnrd) (ärfal)rnng ober bie 5Ratur 

be§ 3}erftanbei§ nnb Slernnnft gegeben fei) ; empirifd)e 33ert)ältni[fe aber 

fe^cn einen funbamental^erpUniöbegrif üorau§. 5)aS abfolnte rnnj 

lu nnb @in[ad)c fan man nid)t erbic^ten. 



3974. x>. M LITL E II Iöö9. 27G. m. -'i^ö. 
Sn bem ©ebraud^ ber reinen S^ernunft entfpringt an§ ber 5i?er= 
mengung biefer 2 ^Begriffe eine befonbere 23erroirrung. 2ltte§ (singuli) 
t)at einen ®runb; aber alles jufammengenommen fan nici^t einen ©runb 

i:. I^aben, alfo etwas ift ol)ne ®runb. 2)ie erfte ift eine braud)bare Siegel 
ber SSernunft §ur (Srflärung ber ©rfc^einungen; bie iitt)ei:)te eine folge uon 
ber synthesi completa, ttjeldje üor unferen :i5erftanb unmöglid^ ift. ^\ii\\ 
fo: aUeS, was bnrd) bie 3Sernnnft foU gefegt werben, ift notl)roenbig; alle« 
aber ift unter feiner hypothesi not^wenbig. 

20 2llle 23egriffe finb entweber finnlid)e ober 33ernunftbegriffe. ©ie 
erfte finb entweber ber empfinbung ober ber ßrfd)einung; biefe ^aben 
jum ®runbe ber ^orm Sf^aum unb 3cit. ®ie äWeqte fönnen burc^ feine 
analysin ber ©rfa^rung gefunben werben, ob§war alle ^rfal)rung il)nen 
coorbinirt wirb, unb finb reine S^ernunftbegviffe, wenn burc^ fie fein 

25 gegenftanb ber ^rfa^rung gebad)t wirb; ift aber baS le^tere, fo ftnb fie 
empirifci^e 23egriffe. §. 6, ein genus ift ein reiner 23egrif, aber ein »Stein 
überl^aupt ober \i(x^ gemis oon Stein ein empirifd)er. 

2)ie 3?ermmftwiffenf(i^aft ber Siegeln, obiectio ju urt^eilen, b. i. aller 
[»Begriffe] Urt^eile unb fd)lüffe, in fo fern fie per analysin entfpringen, ift 

30 Sogic. ©ie Sßernunft Sßiffenfc^aft [anaii)ttfd)er fi)ntl)etiid)er (ärfentniffe 
unb Urtl)eile ift metapl)t)fic. 

3 /■'.■ ,3nf)I , y /■-'■■ fuiibamentalen 30 Süern: SÖ3tfi: 



372 SReflejionen jur ü)letapl)i)fif. Sßf)afe x. StUgemeine^. 

fBer 3flaum i[t fein SSernunttbegrif, aber bie metap'^i)ftc jud^t bcn 
SSernunftbegrit baoon. 



597^. üK M Uli. EU 1067. 301. 

SBeil burc^ bie S^ernunft, b. i. burc^ bie @r!entni§, toeld^e feine 6m- 
:pfinbimg i[t, nur SSegriffe entfpringen, burct) iüeld)e e§ unbeftimmt '-> 
bleibt, ob baö 2)ing gefegt fei) ober nic^t, fo gepret etma§ baju, tt»elc^e§ 
un§ nötl^igt, etöjaS §u fe^en. Sllfo l^at ber 33egrif eine§ ©runbeö einen 
jubiectiöen Urfprung, unb \i(x% toort : etmaS wirb burd^ ein onbereS 2)ing 
ober um eine§ anberen SBillen gefegt, bebeutet obiective nur: 2)ingc be- 
gleiten jtc^ ober folgen auf einanber. lo 

2)ie ibee be§ ®runbe§ (^ Urfac^e) entjpringt au§ (Srfaljrungen. 

3)urc^ bie 3Sernunft gu ©rfennen, hoS^ etroag nic^t fei] ober \iCi^ 
etmaä nic^t möglid) fei), ift einerlei; 'Qa^ etma§ feg ober \i(x^ etma§ nott)= 
loenbig fei), ift einerlei). 2)agegen erfc^eint alles als 3ufällig, maS ic^ 
smar bur(!b finne erfenne, aber nid^t burc^ SSernunft, 'bo.'^ e§ fei). 1=^ 

£)ie einzige SSegriffe ber reinen SSernunft, burd^ bereu SBer^äüntS 
nad^ ber Siegel ber ibentitaet marl^eiten fönnen entbeft lüerben, f\nb bie 
®röfeen; aber biefe finb aud^ miüfü^rlic^e (Srbid^tungen. 



3976. x'. Mf. E 111502.529. 1503.550.926. 

es ift nad^ bcm fubiectioen ®efe^ ber SSernunft not^menbig, eine 20 
erfte tianblung anjune'^men, moburc^ \i(x^ übrige aUeS folge; e§ ift aber 
eben fo mo^l not^menbig, einen ®runb über'^aupt öon ieber l)anblung 
unb alfo fein erfteS ansune^men. 

(5s giebt reine ©runbbegriffe ber Slnfc^uuung ober ber refleii'ion; bie 
erfte ftnb bie principien ber (ärfd^einung, bie pei)te ber ©infic^t; bie erfte 2.-. 
geigen bie coorbination, bie jtDei)te fuborbination. SBeil aUeS in Der 2>^\i 
üorgeftellt ttjirb, fo ftnb aUeunfere SSernunftbegriffe bod^ immer sugleid^ 
unter ber 33ebingung beS phaenomeni gebadet; bie 23ebingungen ber 

Iß Dieser letzte Absatz ist sicher nach den drei vorhergehenden geschrieben. 
Trotzdem versetzt E. ihn in die Zeit des krit. Nationalismus^ jene in dif 1. Periode 30 
des Kriticismus. 

20 E: ben — ©efe^en. || 24 Diesen Absatz versetzt E. in die 1. Periode 
des Kriticismus. den vorhergehenden und /olgenden in den Dogmatismus! 



5h-. 3974-3078 CBüttb XVll). B78 

^üjeQten ftimmcn nid^t mit ber er[tcn. Su ber Seit ift fein er[te§ moglid), 
unb im ®runbe foU eineö fei)n. 

SSenu bie begreiflid^feit einer [.paubl] SacJ^e complet fei)n folte, fo 
müften wir einen er[ten @runb l)aben; mir fönnen aber aud) nic!^t einen 
er[ten ®runb burc^ bie SSernunft fe^en, unb alfo folgt ^ieranS, bofe feiner 
abfoluten pofttion begreiflic^feit burc^ bie 9}?en[d^lid)e SSernnnft coni= 
plet fet). 

2)ie einfädle SSegriffe ber Sßernunft, \a alle einfad)e ^ßegriffe finb 
fnbiectio; bie obiedioe be[tel)en in ber 3ufammen[timmung ber (5rfentni§ 
mit jtc^ felb[t unb ftnb alfo sufammengefe^t. 2)a^er ift ber SSegrif beö 
erften fubiectiü, benn er enthält ben 33egrif öou allem. 

2llle realüer^ältniffe (9laum unb Seit aufgenommen) ftnb burc^ bie 
(ärfal^rung gegeben (" nac^ ben l^erl^altniffen beö 3flaume§ unb ber Beit) 
unb fönnen alfo ju feinen (Sä^en ber reinen S3ernunft bienen. 



3977. x'. M r. E II 1070. 

Sine SBar^eit beftel^et in ber not^wenbigen Bufammenftimnumg einer 
(ärfentniö mit fic^ felbft. Sßenn bie ©rfentniö, bie mit ftc^ felbft ju» 
fammcnftimmen foll, bie ^orm ber @rfc!^einung felbft au§maci)t, §. (S. 
Sfittum unb '^z\\, fo ift ein iebeö Hrt^eil [fubtec] obiectio unb entmeber 
ö3a{)r ober falfcl). 2Benn aber \iOi^ @rfentni^5 lebiglic^ ein (SJefe^ ber 
3}?enfc^li(^en SSernunft betrift, moburc^ mir Segriffe Dergleichen, fo ift e§ 
gar nid)t obiectio, mitl^in meber ma^r nod) falfc^. ®a^er ift ®runb unb 
golge gar feine ©igenfc^aft ber £)inge, bie burd^ bie bloffe 3?ernunft ge= 
geben, fonbern nur burc^ ßrfal^rung gegeben ift. (Sä ift aber ein ©efeli 
ber 93ernunft, auf biefeg 3Ser^altni§ ^u fe'^en ; alle allgemeinen 3fiegelu 
ber SSernunft über Urfac^e unb SBirfung l)aben gar feine ©ültigfeit uon 
Obiecten. 



3978. x^. M XXXXI. E II 1256. 306. 

©in iebev obiectiüe 33egrif ift entweber ein Urbilb (archetypon) ober 



30 4 ^oben? viellekht aber mit Klammer davor. \\ 12 Dk Sddtissklaiiimer vor 

\\x[\> fehlt. II 13 E: bem S3erf)ättniä 

28 ff. Ist meine Annahme (3ö82öj!.) richtig^ dass Kant in Phase /. mit Be- 
nutzung der Seiten der Sijnupsis an ihrem Anfang begonnnen hat und nllmühlivh Ins 



374 5Heflejtüncn aut D3tetüpt)i}fif. '3ii\ia]i x. Sldgemcineg. 

Üiac^bilb (Ectypoü). 3ene§ 0c|d^iel)t, wenn ber SSegrit öom obiect taxli'- 
fü^rlid) gebadet i[t ober bod^ ol^ne beufelben gar !ein 33egrif ber obiecte 
fino] unb feine (ärfa'^rung möglid^ ift. 2)tefe§ ge[d)iel^t, wenn ba^ obiect 
burcf) bie 6inne gegeben ift. 2)ie reine SSernunftbegriffe, welche burc^ 
bie Oiatnr ber SSernunft gegeben ftnb, ftnb [finb] ni(|t S^ac^bilber, jiteijtenS ^ 
Qud^ nic^t Urbilber, benn fte ftnb nid^t willfül^rUc^ gebac^t, fonbern ent= 
Italien ben @runb ber 5[)?öglid^!eit aller ttitlfü^rlic^en SSernnuftibeen. 
©ie ftnb aucö allgemeine SSegriffe ; folglid^ enthalten fte nid^t bie^orm 
ber @rfal)rungen, nnb ol^ne jte ftnb immer [SorfteUungen] unmittelbare @r= 
fal)rungöibeen möglidl); folglich ftnb fte nur Sebingnitgöbegriffe, o^nc lo 
3Beld)e eine ßrfentniS burc^ unfere 5^ernunft unmöglich ift, mitl^in nid^t 
obiectiu. 

2)ie logifc^e §orm ^aben alle SSernunfterfentniffe, bie meta^l)Qftfd[)e 
^orm aber nur bieienige, [in] meldte reale ©runbbegriffe ober ®rnnb= 
[ä^e ber reinen 3]ernunft üorauöfe|ien. i^ 



:i979. x'. M XXXX/f. E II 1759. 1760. 
M XXXXI: 

(äine bogmatifc^e SBiffenfc^aft ber reinen ä^ernunft l^at ttjillfitljrlidje 
ibeen jum ®runbe, unb bereu 33er^altniffe benft fte ftd^ in logifd^er gorm. 
SBiÜfül^rlic^ aber fönnen feine SSer^altniffe gebadet merben, al§ bie ber 20 
2Bieberl)Dluug, b. i. ber ßal^len, unb folgltdt) ift bie 2Biffenfcftaft 5Jiat^e* 
matte; aber man fan aud^ bie 9ftegel ber 35?illfüf)r felbft fuc^en, fo fern fie 
allgemein gültig fei)n foU, unb bieg ift moral. 

SBo bie begriffe meber burc^ (Srfa^rung nod^ burc^ bie Diatur ber 
S^ernunft gegeben ftnb, ba ift bie SBillfü^r ber ®runb berfelben, entmeber 25 
ber i^-orm nad^, menn gar feine üKaterie (" obieft) gegeben ift (bie tt)ill= 
ful)rli(^e §orm aber ber 33egriffe ift nur bie mat^ematifdl)e), M XXXXII: 
ober bie (" reine) SBiüfü^r (^ überl)aupt) ift felbft bie 5!Jiaterie (" ba§ 



zu ihrem Schluss fortycnc/iritteii ist, 6ü spric/it eine yeutsse IVa/irscheiiilickkeit dafür, 
dass er, nachdem die Ränder dieser Seiten grösstentheils beschrieben waren, com Schluss 30 
der Prae/atio zu Ed. III rückwärts gegangen ist. Nach diesem Gesichtspunkt sind 
die Nrn. 397S-—3987 angeordnet. 

1 oom? oon? || 3 bog obiect || 14 rocldie ««* it)eld)en || Statt reale E: otele 

19 lügtfc^er/ logtfd)e/ || 22 Siegel? Sflegetn.'.' 



•Dtr. 3978—3983 (S3anb XVII). 37;', 

Obieft) unb gorm ju bem begriffe, unb bie Urt^eile werben in beqben 
nad^ logifc^er gorm gefaltet. 3« ber mat^ematif l^eifet eg: icf) totU mir 
biefe S3erpltni[fe benfcn, ireld^e regeln folgen barauS nac^ ber logifdieu 
^orm. Sn ber OWorol: id^ Witt mir bie Sßiafü^r felbft in SSer^äliniffen 
benfen, loelc^e Flegeln gelten üor fte überljanpt. (So ift bie mat^ematic bie 

bricht ab. 



3980. x^. M XXXXII. Ell 1761. 
2Benn id^ etü3aä in ber 5iatnr öerfte^cn toill, fo mn§ id^ mit meiner 
erfldrung nid^t au§ ber 9^atur ^erau§ge|en. SBill id) aber bie gefamte 
10 giatur oerftel^en, fo mnfe ic^ anffer i^ren ©renken feqn. 



3981. x'. M XXXXII. E II 1254. 

5)ie reine SSernunftbegriffe l^aben feine exemplaria, fonbern finb 
felbft bie Urbilber; ober bie SSegriffe oon unferer reinen 3Sernunft ^aben 
jum Urbilbe biefe S^ernunft felber, ftnb alfo fubiectio unb nic^t obiectio. 



3982, hK M XXXXII E II 485. 

2)ie logifc^e ®efe|e ber SSernunft enthalten bie regeln, nad) meldjen 
bie 33egriffe einer ber sphaera be§ anbern fuborbinirt merben, loeld^eS 
bie logifc^e fuborbination l^etfet. ©ie metopl^i)ftfc^en ©efe^e finb, nad) 
weld^en bie 33egriffe etnanber realiter fuborbiniert fei)n. 



20 3983. x'. M XXXX. Ell 966. 

2lUe Segriffe finb entnjeber Urbilber, ö)eld()e [öegtj ©rünbe oon ben 
33eftimungen fmb, bie ben obiecten sufomen unb moburc^ ha^ obiect 
felbft unter allen möglid)en beftimmt wirb, ober e§ finb ^iac^bilber, meldte 

1 E: ben Gegriffen || be^ben? bei)bem? 
25 M E: ju Utbilbern 

19 Von realiter ist die 2. Hälfte conjicirt. Kant muss tiich verschrieben halten, 
mindestens hat er den i-Punkt falsch (über die letzte Silbe) gesetzt. Die Buchstaben 
sehen aus wie realectiv oder realectir. || 23 oUen? altem? 



n 



;57G .^eflcrioiien ^^ur !Occtap^i)fif. !^[)afe x. Sttliicincine^. 

folQJJn üou beu ^e[timmiiugeu ber iDingc finb. 3Keil burd) S^taum uub 
ßeit oKe Segriffe ber (Srfa^ruug SKoglid) fei)n, fo bricht ah. 



3984. x'. M XXX/X. E II MHö. 

^lUeö, luaö gejc^iel)t, b. i. xoa^ man genöti)igt \\\, [buidj biej üüv ber 
(^rfai^rung alfS gefclbel)en j^u ernennen, l)at einen Örunb; maS man aber 
will, bafe eö gefdje^en fott, ^at weiter feinen grunb. 2)enn ein febeS 
obiect, tt)eld^e§ bur(!^ bie 3Bittfül)r beftimmt öjirb, l)at ineiter feinen ®runb, 
tüornm eö fo unb ni(i)t anber§ gebacf)t wirb, al^ biefe Sßillfnl^r. SSeil 
bnrd) ben 2BiUen etraag ^nerft entfpringt, fo fann eben fo ü3enig bei) mW- 
fiil)rUd)en ibeen, bie ein ®rnnb fe^n ber l)anblnngen, aU^ bet) tt)i(lfül)rli^en 10 
f^ccnlatioen ibeen gefragt werben bricht ab. 



398o, x'. M XXXIX. E II 1237. 

Bir fönnen nic^tä bnrc^ bie SSernnnft fe^en, o^ne cö einem anbcvn ^u 
fuborbiniren. 2Bir fönnen un§ feine fuborbination benfen, o^ne ^^a.'i^ ber 
®rnnb alö antecedens gebad)t, mitf)in bie ganl^e iReif)e per synthesin 15 
a priori completam gebad)t werbe. 

^eine syutliesis ift completa, alö nnr bie, n3eld)e successive pro- 
gredicüdo in einer ^t\i üoüenbet wirb. 2Benn alfo ein ®an^e§ gegeben 
wirb, fo fe^en wir, "iioS^ regrediendo ein terminus gefunben werbe, wotjon 
bie synthesis completa anfange, folglich 'Q(x^ ein ©an^e^J Weber inö im= 20 
enblic^e tl^eilbar, noc^ in§ nnenblic^e gufammengefeUt fei), ©ie synthesis 
in finita aber (öwigfeit) giebt niemals ein ganzes. 



3986, x^. M XXXV IL Ell 1113. 

5Kan fann annel)men, \iOi^ bie 33ewegnng eine§ ^orper§ nur eine fuc= 
Cef fiüe ©egenwart einer großen 2Birf famfett ber impenetrabilitaet im Flaume 20 



2 fo nachträglich durchstrichen, als in Phase v Sr. öt)6i (unter Sr. 398S steheiitl) 
geschrieben wurde. 

10 Zs"; JpanblUUg || 11 E. schiebt nach ibeen ein: „weiter nach einem Grunde'-'-. 

19 ba% nacliträylich übergeschrieben. \\ lüOÜOH? 

25 E. lässt die Wahl zwischen großen und geJtJifeeil: nach meiner Ansicht 30 
ist die letztere Lesart ausgeschlossen. 



9?r. 31)83—31)88 (33aiib XVII). 377 

jci), iro uid)t bie 6ub[tan^ beit pla^ üeranbert, joiibern bieje SBiihiufj ber 
im))cnetrabUitaet in üerfci^iebeuen £)rten nad) unb nad) fuccebirt, iuie bei) 
bem (Sd^oUe bie l^iiftmeUen. ^an fann Qud) annehmen, t>a^ e§ im JRaume 
(^ar feine fnbftan^en gebe, fonbern eine grofeere ober Heinere 2Bir!jamfcit 
einer einzigen oberftcnUrfad^e in üerfd^iebenenSTrtern be§ 9ftaumeö. 2)ar= 
an§ lüfirbc folgen, bafj bie 2Kateric nnenblid^ t^eilbar iüäre. 



,3987. x^\«</(j^/ ,./ M XXXVIII. 

2)er 33egrif oon ©ott ift bie einzige 3bee, U)eld)c bnrd^ bie 3,^ernunft 
bnrd^gängig be[timmt unb and^ al§ ber oberfte ®runb oUer Seftinunnng 
m gegeben ift. 



3988. X-'. M2'. E Ilöm. Ill.^37.r,43. lö()4. IW9. 

[3it unfcreii llrtt)eilen Ijaben lotr entmebet nur ouf bie 3^ee eineä ©ingeö allein 
Qd)t unb boätcnitje, roobnvd) mir nnö biefelbe benfen, ober auf beren 93erl}äItniS ju 
nnbern.] 

2ßir l)aben jU)ei)erlei) 2trt üon 23egriffen: fold^e, bie burd) bie ®egen= 
irart ber fad^e in un§ entfielen fönnen; ober bieienige, [roetcfie] looburd) 
ber SSerftanb \ia^ 2Serl)altni§ biefer 33egriffe ju ben ®efe|en feines eignen 
©enfenö fid^ oorfteUt. ßu ben le|teren ®et)C)ret ber 33egriff be§ ©rnnbe^j, 



I E: üerniinbert statt oeränbert i| 2 E: Strten \\ 6 E. lasat diese 1-tjl. nun 
20 (itr Zeit des krit. Empirismus stammen und meint, sie setze die absolute Realität des 

Raumes voraus und gehöre also zu den Gedanken, welche später zu der Lehre vom 
muiidus intelligibilis ilberge/iihrt haben. Mir scheint sie im Gegentheil darauf hinzu- 
weisen, dass der liaurn nicht mehr absolute Realität besitzt. Es handelt sich bei der 
Bewegung entweder nur um innere Beziehungen der Substanzen, die sich unter dem 
25 Bilde der Ortsveränderung äusserlich darstellen (während die Substanz selbst — das 
Ding an sich — nicht räumlich ist und also auch nicht den Platz verändern kann), 
oder um erscheinungsiceise sich darstellende Wirkungsarten der (natürlich auch nicht 
im Raum beßndlichen) obersten Ursache. Der Raum wäre im letzten Falle etwa 
als sensorium dei (C'larke) oder als oranipraesentia phaenomenon (II 410) zu be- 
sä zeichnen. 

II E. setzt von dieser nach Schrift, Tinte und Inhalt durchaus einheitlichen 
Hfl. seine Nummern .536, 111, 537, 543 in die 1. Periode des Kriticismus, Ar. Iö04 
in den Dogmatismus ('.!), Nr. 1199 in den kritischen Empirismus, bezeichnet abi-r 
die letztere Datiriing als durchaus unsicher. || 15 E: 5lrten 



37s JRepejionen jur ?Dietapl)i)fif. 5)3t)afe x. Slflöemeineö. 

ber ^JJögUc^feit, bcö SDafc^nS. 2)Q^er bie ®runbfä|e über iene obicctiü, 
bie über biefe fubiectio fe^n, 

2)ie2J?etap^i)ftct[teine2Bi[fenfc^aft, ba§ 3Ser^ültni§ ber5J?enf(J^Hc^en 
a^ernunft gu ben er[ten (Sigenfctiaften ber 2)inge einzuteilen. 

Slüe rationale ©runbbegriffe ftnb begriffe ber Sorm, bie empirifd^en ^ 
fmb principia ber materie. iene jinb lebiglid^ f ubiectio. b. i. öon ben [^anblung] 
®eje|en unfereä SDenfen^ abfira^irt. bieje obiectio. öon ber 3^or[teUung 
felb[t, baburc^ ba§ object repraefentirt wirb, ©er SSerftanb wirb auf bie 
erfa'^rungen nur nad^ @eje|en be§ SSer[iaube§ applicirt, aber bie ab= 
gejonberte ibee üon bem 3Serl^ältni§ ber 6m|3finbunglüorfteKung überhaupt lo 
nad) ®eje^en be§ SSerftanbeä mad^t ben reinen rationalbegriff auö. 2)er 
SSerftanb üerfälirt naä) einem natürlichen @efe|e, toenn er eine§ unb oieleö 
ben!t. 2)iefer Sßerftanb, auf bie ©mpfinbung eines ^orper§ [abftrat)] ange= 
wanbt, abftra'^irt nic^t ooni^m bieibee eine§ ®au^en, fonbern oon fid) felber. 

2)ie philosophia pura über bie rationale 33egrif[e i[t nur fubiectio 15 
unb niemale f^nt^etifd^; bie principia ber philosophiae applicatae do- 
raestica finb bie erften 6rta'^rung§gefe|e in SSerbinbung mit ben prin- 
cipiis rationalibus, jo fern fid^ fold^e auf bie empirica bejiel)en. 2)er fa^: 
nid^tS wirb au§ nid^tä, unb ber fa^: allc§ l)at einen ®runb, ^aben ben 
gleid^en %i^kx, ta^ fie rational auSgebrüdt werben, ta fie bod^ nur em= 20 
pirijd^ gelten. 

2)ie ibee einer unbeterminirten Sre^ljeit fann ®ar nid)t nac^ gefe^en 
unfereS SSerftanbe§ gebac^t werben; fte ift barum aber nid^t falfd^. 

2Boran erfennt man bie SSiel^eit unb @inl^eit ber @ubftan|en. 2)ic 
öorfteUung be§ 3^^ ift wirüic^ eine (5inl)eit; aber ift bie 33erfd^ieben^eit 2.3 
ber Örter ein S3ewetö ber öiel^eit? 

SBenn man nur beobachtet bricht ab. 



Fossihile. 

M§ 7—18. 
3989. xn U M 2. ZuM§7-9t 30 

A — A = bebeutet eine leere 2Sorfteltung, benn öerneinenb ift nid)t 



6 ben aus ber II 9 ©rfal^rungen ? (5rfaf)tung (su E.)? \\ 16 E: philosophia 
applicata || 18 E: ©mplrle || 23 unfer || 26 Otter? Orte? || 27 Diese Worte tcurden 
■später ausgestrichen^ als Kant Rß. 4385 hinzufügte. 



5f}r. 3988-3993 (Öanb XVI 1). ?u9 

leer; ob aber eine leere 33or[teUung fo Diel qIö ettöaö unmD9Hd)e§ bebentc, 
fragt fidt). 

3990. x'. M2. ZuM§7—9: 

SBenn ic^ juerft etmaä fe^e unb ^ernad^ auftjebe, fo i[t Qi rei), toenu 
id^ jugleic!^ fe^e unb Qufl)ebe, fo ift [O cogitationis . . . u] unrnoßUcl^. 2)aS 
unmoglid^e bebeutet nid)t blo§ conceptum iuanem, trobei) gar nid^tS ge* 
bac^t toirb; benn e§ ift möglich, gar nid^ts gu benfen. 



59di. xK M4. Zu M§7'. 

2)urd^ baö principium contradictionis ttirb nid^t bie 3J?oglid^teit 
10 ber ©inge, fonbern ber praebicate berfelben ober i^rer S3erl^altniiS erfannt. 



3992. xK M 4. E 11 456. 468. 

aSejal^enbe Urteile bieuen ju ßrfentuiä ber ibentitaet eine^3 £)iugeö 
mit anbern, 3[5erneinenbe jur Uuterfc^eibung. 2)a^er taotologifc^e @ä^e 
läc^erlic^ finb. 

2)ie SSernuuft entt)ält lauter respectivae notiones; bie «Sinne, ba fie 
oljue reflerion erfennen, muffen wa§ abfoluteS geben. 

2Bir muffen l^ier fel)r barauf Slc^t l^aben, bafe bie SSernunft nac^ i^ren 
eignen ©efe^en über fid^ felbft urt^eile, folglid^ aud) nid^t immer obiectio. 



3993. xA M 4. 
20 2lu§ ber Dktur unfereä S8erftanbe§ fliegt bie ibee ber (SJrcnl^cn, b. i. 

bei erften unb legten. 



1 eine leere 33orfteIIung ist also mehr als — a, n-eil sie == a — a = ist. 
5 Nach [cogitationis] iwch etwa 5 unleserliche Buchstaben. 
10 it)tet? tl^te?« 

25 12 JU? jur?? II 16 geben fehlt bei E. \\ 17 l^ier.- doch wohl bei DiuchiKthmc 

der obersten Denkgesetze (M § T ff-) im Colleg. Der folgende Absatz ffeht neben 
M § 11. 



380 JReflejtüueit jut 5IRetap^i)i"if. 5^f)aie x. Possihile. 

3994. «'. M4. EU 566. 

@ö finb 2 33egnffe, bie eigentlich nic^t praebicate ber 2)inge [tnb, 
jonbern tooburc^ bie 2)inge f elb[t gebad)! werben mit allen il^ren praebicaten. 



3995, x'. M4. 

3n ber metap'^qr^c mu^ man jo wie in ber optic barauf Slc^t l^aben, 
\iQ.^ bie 3Serbinbnngen ober trennungen ber 23egrtffe, beren ®runb fub» 
iectii) i[t, nic^t üor obicctiü get)alten werben. 



3996. n'^ 1^0"? M 4. E U 1012. 

(S§ finb äwei) ®rnnbfä^e ber obiectiüen ®e[e^e ber 33ernnnft, bie 
[inb onaU)tif(^; jwei) ©rnnbfd^e, bie fubiectiü ftnb, unb ftnb fQntljetifc^. lo 
2)ie le^tere ftnb ©runbfä^e üon iebem [©cbrauc^ | realen ®ebrauci^ ber 3Ser= 
nnnft: bie 9^egeln, wie wir bieSSernunft in allen realüer'^ältniffenbraud()en 
foUen, felbft bei) ben ©innen, ^dlfc^lid^ werben biefe alö ©runbfä^e ber 
reinen SScrnunft, bie obiectio ftnb, angefel)en. 



3997. x'.^ /J 0? M 4. Über und neben M § Wi: 
Conceptus Poueus: A; tollens: non A; [deficieus = A x 0] deticieiis 
= 0; conceptus inanis: cui non respondet obiectum, e. g. Vis qvaedam 
ficta. Conceptus implicans = A non A (non A + non A). Ens ponens: 
A ; ens tollens : — A ; ens deficiens ; A — A = 0. realiter opposituin sibi 
non contradictorium, et impossibile diversum est a non po.'-sibili. 



3998. X'. M4'. Ell 1184. 

2)er @a^ fan unmittelbar ge.wife fei)u; allein feine unmittelbarteit 
fan ungewiß C? »erborgen fe^n) feijn, al§ : ein ganzes tft gröfjer al§ ein 3:^eil. 

2 2 SSegriffe: tvirUich (Sein, Position) und müylifh'l oder ct'niiit ii/hI uppan-jis 
(M § 12) ? Die Uß. steht neben M § 12. 25 

7 roerbe. 

9 f. Zu jiüel) - fl)Jit^ettfcl} '•<//. Bfl. S922, 3928. || unb fehlt Im E. i| 13 l'.: 
folglid) statt fttlfct)lid^ 

18 Das 1. non A in der Klammer imhl ci-rschrieben für Ä. \\ 20 coutra- 
dictorium? conttadicit '.' 3ü 



nr. 3994-4000 («anb XVII.) 881 

(Sk^ giebt ^Segriffe, lüelc^e üor bie 33ernimft ^roblematijc^, onbere, bie 
bogmatifd^ fe^n. 



3999. xK Mi'. E 11839. 11021. 1221. 1107. H32. 
2Beil töir nur burd) Urt^eile SSernünftige SSegriffe bilben, in biejen 
ö aber burd^ ^räbicate bie @Q(!l)e üorge[tellt loirb, fo [teQen mir un§ einen 
@egen[tanb ber ©ebanfen üor unb beffen fei)n ober nid^tje^n befonber^J 
aU ein ^räbicat; abftra^iren öjir üon biefem [unb ber] jo bleibt nod^ immer 
ein ®egen[tanb be§ ®ebanfen§, toeld^er, fo fern er fic^ ni(^t jelb[t aufgebt, 
iixoa^ 5Röglict)e§ i[t. 
10 2)ie 3)?Dglid)feit ber Urt^eile toirb ber SBar^eit unb bie 9J?öglid)feit 

ber 2)inge ber 2Birflict)feit contrabiftinguiert. 

2)ie 5ffiieberfprüd^e ber reinen 33ernunft entfpringen bat)er, tueil jie 

nic^t, wie bie empirifc^ept)ilofop^ie, bie attgemeinen @Q^e qu§ befonberen 

jiel)t, fonbern allgemein au§ (^'reinen) ^Begriffen urtl)eilt, aber gleic!^iDol)l 

15 einen terminum [a priori] (? ber fuborbination ober coorbination) bcbart, 

raeld^er ber aßgemeinl^eit mieberfprid)!. 

SBir fönnen burd^ bie 33ernunft nur bie 5)?ogli(^feit ber Urt^eile, 
aber nid)! ber Sad^en gan^ erfennen, weil ju biejen bie 23orau§fe^ung 
Don ber SRöglic^feit ber 5J?aterie gehöret, meldte burd) bie @inne unb alfo 
20 a posteriori gegeben feqn mufe. 2)er ^Katerie nad) fann ber 2Ser[tanb and) 
m&ji einmal mag unmöglichem erbid^ten. 2)ie faljc^l^eit ber ^-orm in ber 
synthesi fann burc^ nichts alö burd) ben toieberftreit ber folgen mit an* 
bcren gemiffen (ärfenntniffen au§gemad)t werben. 

2)ie ^[Röglic^feit ift nur eine form, \i(x% 5)?öglic^e aber entl)alt auc^ 
•i-. ?!)?aterie. 



4000. x'. M4'. E II 1069. 

einigem gilt obiective unter einer Wiafül)rlid^en 23ebingung, anbere§ 
subiective unter einer (^ burc^ ben 3?erftanb) gegebenen 33ebingung. 2)iefe 
gegebenen 33ebingungen ftnb ©rfc^einungen (9flaum unb Seit liegen aller= 



30 



2—3 Zwischen Rfl. 3998 und Ufl. 3999 steht noch der durchstrichene Anfany 
einer iiuvoUendeten /?/..• Sei) allem Uninööltcf)en ift ba§ materiale fe^ || 7 biefem? 
biefen? |l 10 f. Gan: ähnliche Aasdrihke 2844/. (0- ^^Z- U 77/. |l IS E. schiebt 
bev (Saci)en r,och bie 5)Zö9li(J)feit ein.\\ biefen? biefcni?' 



roi 



382 Sleflejlonen ber 9Ketapf)i)fif. «ß^afe x. Possibile. 

wertg äum ®runbe). 2)at)er objwar, wenn bie Söegriffe ©runb unb Ur» 
fadie obiectiö wären, fo müfte einer oon jnjei) (Sd^en ; e§ ift eine erfte 
Urfaci^e ober: e§ ift feine, xoaijv feijn; mm aber, ba feiner oon bei)ben ob- 
iectio ift, fo ftnb bei)be qI§ fubiectioe ®efe|e jugleid^ nm^r. 



4001. x^n^ M5'. Ell 1059. ZuM§U: 

C^ö ift fd^wer, fid) oorsufteUen, wie bie ^olge naci^ bem ©rnnbe fei), 
wenn biefe§ SSerpltniS ni^t bIo§ ein phaenoraenon ift. 



4:002, ^'UW ^J''^'- ZuM§M: 

2Bo lauter 9ftealoerfnü^fungen ftnb, ta ift fein 0, auc^ feine SBer» 
dnberung. 2lUe SSenlnberungen in ber 2Belt alfo rubren oon realoppo^ lo 
fitiouen l^er; bie le^te SBirfung oon i^nen ift alfo 0. 



4003. x'. Mö'. Zu M§ 15: 

Unmöglic^feit ber (Sä^e unb Unmoglic^feit ber Urt^eile. SSenn id) 
bie SSebingung ber Unmoglid^feit in ben SÖegrtf ber @a(^e einfc^liefee, fo 
ift fte abfolutc Unmöglid^feit nad^ SSegriffen ober \\(x^ ber (5rfal)rung. 



4004. xK M5'. Ell 487. ZuM§lö: 

5Köglic^ ift ein ieber Segrif, in welchem ein praebicat liegt, wa§ in 
bem fubiecte betrachtet wirb unb il)m niddt wteberfpricl^t; aber e§ ift nicl)t 
icbe synthesis möglich, in ber fein wteberfprud^ ift. b. i. reale 3?er» 
l^ältniffe werben nid^t burdf) ben @a^ be§ SBieberfpru(i)§ eingefe^en. 



4005. xK M6'. EU 822. ZuM§l6: 
2Bir tonnen burd) bie SSernunft nur bie bebingte ^Of^oglic^feit er^ 
fennen. 2)ie abfolute OJiöglic^feit, bie wir burd) bie Vernunft erfenuen. 



.V feine ooii , 11 le^c 1 14 ben:'' bem?" 



9tr. 4000-4007 (S3anb XVII). ^83 

0ef(i)ie^t nad^ beut principio contradictionis unb betrift @ä^e, in bie totr 
bie SSegriffe auflöfen. 

Sine abfolute 2)?0ölic^feit mu^ fon[t burd) @r[a^vung ßegeben loerben; 
iwa§ ba i[t, i[t au ftd) felbft möglich. 



5 4006. x-^f (inf Q? V?) M6'. E n m5. l4Hi. Qegeniiher von 

M§ 17: 

33eij allen (SlementaroorfteHungeu fönnen \mx bie Wo9li(l)!eit nur 
üon ber 2Birflid)feit entlet)nen, roeil jene bnrd^ bieje nur jum 2)enfen 0e= 
geben merben. 
10 SBenu etmaä unter gewiffen SSebingungen immer auf einerlei^ 5lrt 

gejd^iel^t unb l)at boc^ in biejen SSebingungen feinen 5Ratürlidöen ©runb, 
fo mufe eg ben ©runb in einer 2lbjid)t ober ber %xtXj\!jZ\i l^aben. e. g. 
menn \i(x^ @piel immer auf eine Seite fällt. Sllfo ift bie frei)t)eit ein 
evfter @runb unb ift nid^t unter bem, was gefd^ieljt, mit üerftanben. 



13 Comiexum.' 

M§ 19—33. 

4007. y^^t(U) M7'. E 111566. ZuM§20: 

^on allem, waä ta ift, müfeen mir einen ®runb ernennen, wenn mir 

burc^ bie jöernunft erfennen woüen, ba^ e§ fei)*; alfo fönnen mir ba§ 

•20 abfohlt notljmenbige nic^t erfennen. 3n aUem fuborbinirten muffen mir 

ein erfteS annel)men, ma§ alfo an ftd^ notf)menbig ift**; alfo ift ein 

Streit fubiectioer ©efe^e. 

*(* alfo ift e§ eine fubiecttüe regel ber SSernunft. 2. alles, ma§ 
(^ aufaUig) ein ©egenftanb ber ©rfa^rung ift (gef(^iel)t), l^at einen 
2.' • @runb: ift eine objectioe 9f^egel ber [Sinne] ©rfa^rung.) 

"••(^ princip, welci^eS mir nur barum annehmen, meil mir dma§ 
fonft nict)t*a priori etnfelien fönten.) 



8 jene sc. die Elementai'vorsteUungen \\ 9 E: tvorben || 13 Sllfo bic 
23 — 24: jufaltig? JUfonige? Es ist nicht sicher, ob das Wort vor oder nach 
30 rooö einzuschieben ist. \\ 23 s-Zusatz: x<?? (fx? o? v?) \\ 26 Der ziceite s-Zusatz 

(%p? V — <f'??) ist ohne Beziehungszeichen zwischen den Zeilen der ]iß. zvischen- 

geschrieben und steht über den JVorten ^n — ©trdt. 



384 9tef(efiünctt äiir 93ietQpt)i)i"if. ^^ofe x. Connexura. 

4008, x^r(Xf) MT. E n 1076. ZuM§20: 

Me§, was (» \iQi wirb) gefd^ie^t, ift irgenb njoburd^, ift bem fa^e 
d^nlid): 

SlUea, was ba wirb, ift irgenb woraus. 3(u§ nid^ts wirb nichts, 
b. t. bie jubftan^ fann nic^t werben. 2ißeld^e§ nur angeigt, \>q.^ uufer 
3Serftanb nur in consequentia gültig fei^ unb wir in allen erflärungen 
ber D^atnr annehmen mnifen, \i(x'^ bie fubftanfe ieberjeit feQ. entfte^en 
unb üergel)en, werben unb aufhören jinb aud^ an bie ßeit gebunben unb 
gelten nur üor ^^änomene. 

(5§ ift aud^ ein ®efe^ unferer 23ernunft: 2)ie oberfte Urfad)e (eine 
ober Diele) ift immer, fann nid)t entfte^en nod^ »ergeben. (Schliefet aucl) 
\iOi^ ^erl)ältniS ber Seit in fic^. 



4009, x'. MT. Zu 31 §20: 

3n biefer bemonftration ift 1. baS2Bort nichts im logifc^en jßerftanbe 
(weld^eS fo ütel bebeutet al§ bie allgemeine negation im Urteil unb bie i- 
copulam eines allgemeinen urtf)eilS afficirt) mit bem nid)t^, nemlid) 
ber remotion ber (iad^en, ißermengt. e. g. fein 5)ing ^at einen @runb, 
^fiidjtS ^at einen ©runb, unb: baS 9Ucl)tS ift ber ®runb oon einigen 
3)ingen. 

@o f)at eS ber autor aud^ gemad^t mit ber definitio be§ minimi. 20 



4010, x3?(i.ifQ?vO MT. E II 463. ZuM§20: 
Stiles Ijot einen oberften logifc^en ©runb 
unb le^te logifd^e ?5olge. 
('' ScneS ber aügemeinfte 23egrif, ber unter feinem, biefeS ber 
einzelne, unter bem feiner enthalten ift.) 



4011, x^f (n? QfvfJ MT. E n 1077. Zu M§2(h 

3ft eine notfjwenbtge hypothesis ber ©efunben 3Sernunft, gilt alfo 



11 immer? nur (so E.)?ff 

14 im logifci^en? in U^i^d)mr \\ 20 def: || ry. M§ IGl (0. S. 60). 
27 Der Anfancj dieser hfl. steht direct unter dem 1. (/-Zusatz con Rfl. 5189. 30 
di'r seinerseits irieder direct unter der Rfl. 5189 steht. Hfl. iOlt kitnn sich jedoch 



9ir. 4008—4013 (Sanb XVII). ;385 

nur in ber SBelt unb ift auct) ber ®runb[a^ beä ®ebrauc^§ berfelben in 
i^r. 2llle§ ^at einen er[ten ®runb, ift auc^ ein |olct)er ®runbfal3, ttieil er 
a posteriori anfängt; aber a priori üom crften ©rnnbe anpfangen nnb 
il^n jelber ju fe^en, ift eine ^anblung ber Urfprünglic^en SBernnnft. 



5 4012. x^ ? (^i ^ Q? V M r. E II 107 :L Zu M § 21 1: 

2)a§ principium rationis, imgleicf)en ba§ principium rationati, ift 
eine Siegel ber ®efunben SSernunft unb alfo auf bie ®egenftänbe ber @r= 
fa^rung reftringirt. S)ie ©reuten ber «Sinneuttielt finb alfo aud) bie 
©renken i^re§ @ebranc^§. SBenn man weiter gef)t unb beren @ültigfeit 

10 allgemein machen miH, fo irrt man unb bringt i^n in bie 2Biffen|d)aft. 



401S. x'^f (tif üf vf'J M 8'. E II U)f,l. m:i. 9i0. Zu M 

§20 ff.: 

2lC(e§, ti)a§ 'ii(x ift, ^at einen ©runb, ift ein blo§ fubiectiüe§ priucip 
ber SSernunft unb l)at feine 33e5ie{)ung auf bie 2J?öglict)feit ber 6rfd)ei- 
uungen. SBaö bo gef(!^ief)t, l^at einen ©runb, bebeutet ho.^, ttiobet) id) 
paffit) bin unb eä beobad^te. Slber wa^ id^ fre^millig tfjue, ift t>or mid) 
nidjt etma^, iüa§ gefcl^iei)t. C %\i ein 23ebingung^fa| ber realitaet unferer 



iiiclit auf Nr. 5189 ?>ezie/i/i, du sie früher geschrieben ist; vm ihreticillen miisste der 
2. g-Zusntz zu Nr. 5189 von M T nach M 7 verlegt werden. Vielleicht ist Nr. 4012 

20 (ganz unten auf der Seite) vor Nr. 4011 geschrieben; dann könnte sich der Anfang 
von Nr. 4011 auf Nr. 4012 zurückbeziehn. Andernfalls 7nuss aus M § 20 „principiuu) 
ratiiinis" ergänzt iverden. 

1 berfelben sc. ber ©efunben 93ernunft || 3 E: einen erfteu ©runb statt 
üont — ©runbe || 4 Statt eine ^onblung stand zunächst ein ©runbfQ^. 

25 Cration: imglei(i)en ba§ princ: rational: übergeschrieben; ursprünglich stand, 

jetzt durchstrichen: contiad: || 7 lUlb? Wirb (so E.)?f? 

13 fubiectiüeS? fubiectiO? || J7/f. Der 1. Satz des s-Zusatzes stammt dtr 
Tinte und Schrift nach aus derselben Zeit wie die Nrn. 429.5 und 429G, also walir- 
scheinlich aus (i. Der Best des s-Zusatzes zeigt aber Unterschiede in Schrift und 

30 Tinte und stammt icohl erst aus v (frühestens q-^), wie die unmittelbar darunter 
stehende Rfl. 5207. Der s-Zusatz beginnt mitten in der Zeile, unmittelbar rechts vm 
gefcl}ieftt. Der später geschriebene Theil des s-Zusatzes schliesst sich ebenfalls mitten 
in der Zeile ohne Zwischenraum an den 1. Satz ('Sft — tftj an. Es scheint mir 

i^aiifä ©Ariftcn. J£>anl)(c^tiftlicbet 9Ja*fa|. IV 25 



386 aReflejtonen sur SKeta^l^^fif. Jpi^afe x. Connexum. 

SSorfteUungen, tt3eld)e ber nuUitaet berfelben, nemlid^ ben ^^antafien, ent» 
gegengeje^t i[t. SBenn bie SSorftellung Don einem ©egenftanbe nid^t foll 
[gegeben] üon un§ gemacf)t, fonbern gegeben feijn, fo mn^ [ie nad) [oU] einer 
allgemeinen Siegel unter getniffen SScbingungen gefegt fe^n, baburd^ ba^ 
3Sert)altni§ biefeS obiect^ jur SßorfteUung unb bie e?:i[ten^ berfelben au6) 5 
üor anbern gültig ift. ®an^ anber§ ift, wenn bie S^orfteKung öon unS 
gemad)t ift (burd^ tret)'^eit); benn al§benn finb »ir nnö il).rer realitdt 
unmittelbar betüuft, b. i. ein ßuftanb in un§, bin toir felbft mad^en, fan 
al§ ein wa'^rer 3"[^an^ erfannt toerben, aud^ ol)ne ©runb. 

(5ttt)a§ moüor erfennen, üer[tel)en, einfe^en, begreifen, 2Bir er- 10 
fcnnen ba§, toa§ un§ gegeben ift, tooüor; b. i. ttir geben beffen oor* 
ftetlungen ein Dbiect burd^ bie function beg 3Serftanbe§, 

2Benn, wo, warum, accidentia unb compofition finb nidl)t 2)inge.) 



4014. yci. M9'. Zu M§ 20 ff.: 

2lUe§, U)a§ entftel^t, I)at einen ©runb; 15 

SlKeS, tt3a§ üergel)t, aud^ einen pofitiüen ©runb. 



4015, x'f (r]f) ßO M9'. Zu M§28: 

2ine§ bebeutet entmeber bie julenglid^feit Qf ber ablettung) a priori 
ober bie S?olftaubig!eit ber 3^ffli^i"S""el^niun9 a posteriori; 5. (5. 2ßir 
fonnen üon aUer 33emegung etraaS überl)aupt fagen, aber nid^t aUe 33e= 20 
töegung jufammen erfennen. 



Ens. 
AI §34—71. 
4016. x^f ß? Q'fJ (cp^fj M13'. EU 451. ZuM§39/.: 
2)te ßrfentniS be§ logifc^en 2öefeu§ erwirbt fid^ blo§ analtjtifc^, bk 20 



deshalb niu/it angängüj zu sein, mit E. die Rß. in drei selbständige Betn^rkungen zu 
zerlegen und vor dem 1. Satz des s-Zusatzes 7nit E. aus M § 22 „Nihil est sine 
ratione su/ßcienie" (31 19) zu ergänzen. 

1 E: ber «P^antafie || 6 anbern? anbere? || 13 SEenn? Sßann?? 

18 aulengltc^feit? julnnglic^felt ? || 19 ©onftanbtgfeit? aSoUftcnbigfeit? || 30 
19 — A?0 SCßir fonnen? 9J?an fann?? Die Buchstaben des 1. Wortes sind eigentlich 
nur als 2Binn zu lesen. \\ 20 Oon aller aus alle. 



sftr. 4013—4020 (23anb XVII). 387 

i)e§ aftealmefenS fgntl^etifc^. 3ene§ i[t ber erfte fubtecttüe ©runbbegnff, 
biefeg ber er[te obiectbe. In conceptibus arbitrariis qva talibus ift 
fubtectiö unb obiectio einerlei). 



4017, xK Mi5'. Ell 865. Zu M§ 03, 54: 

5 praedicata logica ftnb begriffe, [roeldie] ivoburd) td^ Qeiüifje ^Dinge 

erfennen [tan] ober fe^en fan. ©emnad) ftnb alle Segriffe praebicate; 
fte bebeuten aber entaeber @acf)en ober i^re pofition: \)(x^ erftere ift ein 
reales praebicot, ^a^ giüeijte nur ein logifd^eg. 

®ie 33egriffe finb in Slnfe^ung öieler praebicate unbeftimt, aber bie 

10 @a(i^en nici^t 2)arum ift bie burc^gangige 33eftimmung ouc^ ber toirflici)» 
feit anl^ängig unb im 2)Qfei)n mel^r al§ in ber 9J?DgUd)feit. 2)iefe§ fliegt 
aud^ barau§, njeil id) burd) bie 9J?oglid)feit blo§ ben SSegrif, burc^ bie 
Sßirflid^feit bie @ad^e fe^e. SBenn ©ott einem ©inge ^(x% ©afeqn nimmt, 
fo nimmt er i^m fein ^rdbicat, fonbern bie fad)e felbft (* aber nic^t bie 

15 3J?oglid)feit ober [i^ren] ben 33egrif ber @ad)e). 2Ber \iQi§, £)afet)n oerneint, 
remoüirt bie (Sac^e mit allen i^ren praebicaten. 

2)a§ 2)afei)n fan sn^ar ein logifc^, aber niemals ein realeg praebi» 
cat eines ©ingeS fe^n. 

4018, y.K Mlü\ E II 843. ZuM§54: 

20 2)ie eriftentialfä^e brücfen auS: tote toxx unS 2)inge benfen foHen, 

nid^t: maS; nemlid^ absolute, nid^t respective. 



4019. x—fi?QffMI5'. Ell 883. ZuM§ö4: 
©egeben ift ein ©egenftanb, fo fern er burd)gangig beftimt ift. Söenn 
bürd^ feinen 33egrtf er burc^gängig gegeben ift, fo ift er not^ioenbig. 



25 4020. x^f {r]fj (liiO M 15. E II 8Ö1. ZuM§64: 

SaS 2)afet}n geljt nur auf 2)tnge, bie 2ßirflid)feit auc^ auf ifire 
«^anblungen. 



3 subiect: || obiect: 

14 Der s-Zusutz entstammt d>fr Phase v^ (? q39) || 17 E: lDgifd)eg 

25* 



388 Sflefiejiotien aur 9Ketap^i)fif. 5pt)afe x. Ens. 

4021, x^—X'? (rjf) M16'. E II 1105. Zu M§56: 

2Btr !onnen un§ \\x^\% al§ möglich üorfteHen, al§ lüaö fo tüo^l in 

feinen datis al§ feinen realoer'^altniffen in ben finnen gegeben toorben; 

alfo finb unfere 3Kogli(|feiten blo§ mobificationen beSientgen, beffen al(= 

gemeiner ®runb burrf) ©rfa^rung gegeben ift. 



4022, x—X?M16'. ZuM§58: 

©er @a^, h(i!^ ein 5Röglic^eg not^wenbiger 2Beife e?:iftirt, bebentet 
fo öiel al§: sublata omni actualitate tollitiir possibilitas; ob biefer le^tere 
fal lüo^r fet), mufe unterfuc^t werben. 



4023, xif (Tjf) M IT. Zu M§62: lo 

Sßenn ein jebeS 2)ing nur in nexu oranimodo mit altten be= 
ftimmnngen ber oberfien Urfac!^e unb alfo aw&j mit beffen ©anser 
SBtrfung, oon jenem Sßefen aber [nur] bie gan^e SBirfung nur eine ein« 
^{ge ift: fo tft aUe§, toa§ nid)t mirflid^ eriftirt, aud^ nic^t in totum 
möglid). i^ 



4024. x^^ ^if (q'/ v-f) M 19'. E 11622. Zu M§ 69: 

2)ie ©rö^e mirb entweber burc^ bie 3ufammenfe^ung ober burd) 
einfdtiranfnng eineä gegebenen Slü erfannt. 2)ie erfte erforbert immer 
bie 3cit. 

SBarum bie mathesis fo eoibenter (Sä|3e unb fold)er 3fiici)tigfeit 20 
fä^ig ift? Urfprung öon beren ^Begriffen. 

Unfer oermögen ju §ät)Ien ift (•" an fid^) uneingefd)ränft; menn e!§ 
[fein] nic^t befc^ranft mirb, ift e§ unbeftimt; benn gan^ fan e§ nid)t ge= 
nommen merben. aber in bem i-ealissimo gef)t bie omnitudo oor ben 
<Sci)ranfen üorl^er. r:> 



li in? im? in? II i5 ÜOn ienem SBefen, sc: dw obersten Ursache 
17—19 Vgl. Kants Inaugural- Dissertation (1110) ^ 12, 15 Coroll. 



9Rr. 4021—4027 (93anb XVII). 389 

Unum. 
M§ 72—77. 
4025. xK M2n'. E II 18L ZuM§73: 
transscendentaliter lüirb etroaö betrad^tet, wenn e§ be^ietiungSmeife 
5 auf [ein («eigen) 2Befen* aU bie ^-olge eriüogen rairb; metaphysice, 
wenn ba§i SBefen in anfef)ung feiner i^olgen al§ ein ®runb betrad)tet 
wirb. 

* (« lüirb e§ respective auf baä 2Befen ber 2)inge iikr^au^)t be= 
trad)tet, fo ^ei^t eä metapl^ftfc^.) 



10 



4026. x'—q'. M20'. EII914I. ZuM§73: 

tran^fcenbentale ßin^eit. 

3}?etapt)9fTfd^e (äin^eit, SBar'^ett unb SSoUfommen'^eit. ßwff^oimen» 
ftimmungüon einem oX§> einem ©runbe gumSRannigf altigen, beä5[Rannig= 
faltigen ju einem al§ ^olge unb be§ ?0^annig faltigen unter einanber. 



15 4027. x^! n / Cq'^' v^ ^i 20'. Zu M § 73: 

2)ie tran§fcenbentale @in^eit ift logifd^, respective auf ba§ 2ßefen 
be§ 2)inge§. 

2)ie metap^Qfijd^e (5int)eit ift real, respective auf bie 5J?öglid^feit 
überhaupt. 
20 iene ift bie @inl)eit ber 3uff^tt^ttiennel)mung, mo ftd^ waä nic^t 

lüteberfpric^t. 

2)iefe: ßin^eit ber 3}erfnüpfung, Udo "üa.^ üiele ein ®runb ift öon 
ßinem unb nic^t bie 6inl)eit aillfü^rlic^ ift. 



5 Einen verbessernden Nachtrag zu Nr. 4:025 stellt Nr 4402 dar. \\ 3, 8 s-Zu- 
25 sätze: v — i//. 

11 transsc: |1 14 unb bcä? unb bet? (so E.)??? 
22—23 üon ©inern? Dom ©inen? 



390 JReflejioncn 3ur 9}IetapI)i)fif. §ßt)aie x. Perfectum. 

Perfectum. 
M§94—100. 

4028. xK M26'. ZuM§94: 

Sllle enblid^en 2)inge fmb betect al§ £)inge übert)aupt (nic^t trans- 
scendentaliter). @ine§ fupplirt giDor bie UnöoUfommen^eit be§ Slnbern ; & 
aber weil e§ etn onber 2)ing i[t, fo erfe^t e§ bie Unüonfommenf)eit nur 
im ®an|en. 

2)ie S^oUfommen^eit eine§ 2)inge§ respective auf einen gewiffen 
SSegrift ober [respective auf] in Slnfel^ung be§ 33egrif§ eine§ 2)inge§ 
überl^aupt i[t bie completudo rationis, iene bie refpectiüe, bieje bie meto* lo 
^^^r^fc^e. 

2)ie bonitaet ift ber ®runb ber SSoüfommenl^eit, unum ad qvod 
consentitur. 

3)ie bonitaet ber 5JJenf(^en i[t bie moralijc^e. 5)ie relatioe bonitaet 
i[t, bie nur ein SKittel ju [db\o\] etraaS anberem ift, loa^ gefallt. 15 



4029. x^-A. M26'. ZuM§94: 

3)ie S^oUfommen'^eit Substantive ober adiective [betr] genommen. 

Sm legieren gafle ift e§ feine qoalitaet ober qoantitaet ober relation, 
fonbern nur ber modus einer betermination; bie perfectio Substantive 
sumta ift eine betermination überhaupt, in fo fern i^r biefer modus §u* 20 
fomt; in Slnfe^ung ber entttaet ift bie realitaet ba^, bem ber modus ber 
perfection ^utomt. 



Necessariimi et contingens. 

M§ 101—123. 

4030. x'?XfM28'. E 11982. 25 

2)ie 3Rot()menbigfeit ift mit ieber categorifc!^en pofition ber SSernunft 
üerbunben. 

(ätwaö wirb burc^ SSegriffe gefe|t. 

5 Zuerst hatte Kaut geschrieben: 33oUfommcnf)Cit. \\ 15 JU aus ^WC 

17 Vgl. Rfl. 3548 (XVII 47). 80 

/$5 Die Rß. steht gegenüber vo7i 48y.jo. 



mv. 4028—4033 (Öonb XVII). 391 

Necessarium et contingens ift entöjeber abfolut ober .^Q|)ot^etif(i^. 
Sogifc^e ober realuotfiroenbigfeit. 2)ie[e bie abfohlte ober |)i)pott)e= 
tifc^e. 

S^ominalbegrif biird^ SBeglaffung ber 33ebingung. 
oppositum entis sibi non contradicit. Conceptus terminator. 



4031. X. M28\ Ell 877. Zu 31 §102: 
®e[e^ ber SSernunft, nic^t ber Sinne: 

Mt§, raaS ba i[t, ift notl)tt)enbig, entmeber fd^led^t^in ober S3ebingt. 
Mt not^üjenbigfeit i[t bebingt, aber unter 23ebingung ber inneren 
10 SSeftimmungen eine§ 2)inge§ (beSienigen, toa§ im 3)inge innerlid^ ift) 
ober unter anderen 33ebingungen. 



4032. X. M28'. Ell 878. ZuM§J02: 

Mtä, toa§ gefdjie^t, ift äufättig an ftd^ felbft; toeil e§ bod) aber notf)= 
loenbig fet)n mu| oermöge be§ obigen, fo ift e§ not^wenbig burc^ einen 
15 fremben ®runb. 

4033. x^. M29'. E II 1632. Zu M§ 102—104: 

Sitte (!? abfolute) notl^ioenbigfeit ift entweber ber Urtl^eile ober ber 
«Sachen. 2)ie erfte alä bie logifct)e ift ieber^eit eine bebingte 5lot!^n3enbig= 
feit be§ praebicats. 2)ie notl^iüenbigfeit ber ©ad^en, bie n^ir erfennen 

20 fonnen, ift ieberjeit bebingt; benn an flc^ felbft fönnen toir ieberjeit iebe 
@a(|e aufgeben, »eil toir, ba mx nid)tä bejaljen, burc^ bie 3Serneinung 
aud^ feinem lüieberfi)reci)en. 2)er Söegrif üom notljtoenbigen ift gleich« 
n3of)l erftlid^ ein burc^ bk SSernunft gegebener Segrif, toeil burd^ i^n attein 
etioaS beterminirt wirb, ^ie abfolute ^Rot^menbigfeit ift ein ®ren^= 

25 begrif, weil ol^ne t^n feine completudo in ber 9?ei^e beö 3wfaliigen fet)n 

1 Das Subject ist aus der Überschrift über M § 101 (48o) ergänzt; man 
kann der Stellung nach auch den ganzen vorhergehenden Satz (39028) 2'"« Subject 
machen und nach l)l)pot'^etif(§ ergänzen gemeint. || c<p^otl)ettf(f) || 2—3 ^l)Ott)etif(i)e || 
5 In terminator sind die letzten beiden Buchstaben unsicher. 
30 9 E: ober statt Clbtx; ausgeschlossen. \\ 10 ®mge§ /e/(/<; schon von E. hinzu- 

gesetzt. II im? einem (so E.)?f \\ '45 i^n? if)m? 



392 SReflejtonen jur ÜJ?cta|)^i)fif. $pt)aje x. Necessarium et contingens. 

Würbe. 2)iefer ©renpegrit aber i[t felb[t problematijd) unb fan a priori 
burrf) bie SSernunft nidl)t erfannt »erben, ttjeil er ein conceptus terminator 
ift, ani) m(!^t a posteriori eingejel^eu werben, benn ha§ l)eifet nid)t ein* 
fet)en, aud^ nid^t unmittelbar; er i[t alfo problematifd). 

5)a§ oberfte principium aüeS SuM^Ö^" U* ^^^ abjolut not{)H)enbi9e, ß 
unb ba§ ober[te Principium (^ ber 3J?ögltct)fett) be§ ent[tel)en§ ift bie 
^re^'^eit. (5ä wirb gebadet, ba^ in anfet)ung eine0 frei^ '^anbelnben 
2Be[en§ ein ieber ßuftanb, ber in feiner ©emalt ift, einen terminum a 
priori auömac^e, ber nic^t mit ben SSorigen burd) einen natürlid^en 9ling 
oerbunben fei). 6g ift felbft fein ring einer ©röteren Äette, toenigftenä lo 
nic^t ber 2:ptig!eit nad^. 



4034, x^/ ß!' (q^^J (v^) M3(K Zu M§ 105: 

£)ie 2Bir!lid)feit be§ omnimode contingentis (fre^e .^anblung) ift 
eben fo wenig ju begreifen al§ be§ omnimode necessarii, [®a§ leitete] 
3)iefe§ bal^er, weil, wenn bie necessitas mediata ift, bie erfte nott)Wenbig= is 
feit nid^t gu öerftel^en ift; jeneä weil [roenn bie contingentia nur respectiva 

iftj ba§ ^afei)n eines fold^en nicf)t ju begreifen ift. 



4035. x'f /« / (c^O 9'^^ v^^ M 31'. E II 863. Zu M § 109: 
2lHe notl^wenbigfeit tft eine 3Rotf)Wenbigfeit ber Urtl^eile ober ber 
Sachen; bei) tenen, wenn ic^ ha% ©egent^eil bendfen will, bel^alte id^ ba§ 20 
fubiect unb l)ebe fein ibentifd^eä praebicat auf; bei) biefen, wenn id) "ti^x^ 
©egent^eil benfen wiü, ^ebe i(^ bie @ad^e mit aUen i^ren ^räbifaten auf; 
ba^er id^ in ienem ^-alle bie (^ abfolute) 5Rot^wenbigfeit au§ bem (Sa^e 
beö SBBieberfpru^S, in biefem aber nid^t erfennen fan. 



4036. xK M3r. Ell 865. Gegenüber von M § 108 : 25 

5Rid^t bie 5Rotl)Wenbigfeit, fonbern bie SufäHigfeit ift üor bie 3Ser= 



9 ben? bem? 

18 ff. Rß. 4036 steht unmittelbar über Rß. 40-35, ist aber später geschrieben^ 
wie daraus hervorgeht, dass ihre Schlussworte aus Platzmangel stark zusammengedrängt 
werden mussttn. Auch ist der wagerechte Trennungsstrich zwischen beiden Rß. am 30 
linken Rand der Seite mit der Tinte von Rß. 4036 gemacht. \\ 20 XCnen? leneui? || 

21 biefen? biefem? || 24 E: benfen statt erfennen 



yix. 4033-4039 (SBanb XVII). 393 

nunft unbegreitlic^. 2)iefe S^^e ber BufaKtgfeit i[t entmeber logifd^ (bei) 
allgemeinen Segriffen, bk unbeterminirt fmb in anfeljung befonberer 33e= 
ftimmungen) ober befielt barin, ba^ ic^ ba^ 2)ing anf^eben fan; biefe 
3J?ogU(^feit betöeift aber juüiel 



5 4037. x'. M 31'. Zu M § 109, 110: 

innerU(t) ßufaHtg ift, raa§, toenn man üon aüen SSebingungen ah' 

[tra^irt, jufaüig ift ; fct)le(^terbing§ gufaltig ift, tüa§ (^ entmeber feine 

SSebingungen l^at ober) felbft bet) alten SÖebingnngen zufällig ift, meil e§ 

bie SSebingungen fmb. 
10 fc^lec^terbingö notl)toenbig ift, toa§ felbft unter notl)n3enbigen 23e= 

bingungen unb alfo äu^erlic^ not^toenbig ift. 2)ie innere ober äußere 

DlottjüDenbigfeit mac^t feinen unterfd^ieb in biefem 33egriffe, fonbern nur 

in ben Sebingungen beffelben. 

^Ric^tg ift f(^lec^terbing0 notl)ü)enbig, al^ xoa§> mit einem innerlich 
16 not^wenbigen notl)tt)enbig oerfnüpft ift. ©c^lec^terbingg äufaüig ift, 

tt)a§ unter allen 33ebingungen gufaHig ift? bergleici^en mufe man verneinen. 



4038. x^/ A/ 5/ (q^^J M 31. Über und zu der Columnenüber- 

Schrift ,, Necessarium et confingens^^ : 

3)ie abfolute 31ott)tüenb{gfeit ift me^r aU tk ^t)potl)etifcl)e. 
20 25ie abfolute 3ufalligfeit ift mentger als bie ^i)|)otl)etif(i^e, 

ttjeil bie abfolute möglidjfeit ba§ fleinfte ift. 
(^ 3!)ie omnimoda contingentia) 



4039. x'/ A/ M 32'. E II 1385. 702. 951 K 1633. Gegenüber 
von M§ 111— 113: 

25 3)er SSegrif eineg absolute necessarii ift ein couceptus terminator 

(tt3eil mir [in be] alles anfällige burd^ einen ©runb al§ nof^menbig an= 
fel)en muffen unb enblid) bieSSebingung megf allen mufe); unb \ia bk^i-- 

16 n)o§ fehlt. 

19 ^l)Otf)ettfc^e || 22 Der g-Zusatz steht rechts von Z. 19, durch einen s>nk- 
30 rechten Strich ge trennt . 



394 füeflijciomn jur 2)Zetap^i)iif. ißt)afe x. Necessariura et contingens. 

bingung ber SSerftanblid^feit tüegfäHt, fo ift er nad^ ben ©efe^ert ber SSer» 
nunft nid)t ©injulel^en, inbem er in ber 9f{eit)e möglicher ßinftd^ten etmaS 
ift in 35er{)ältni§ auf bie folgen unb mit bem ^\&)t§ grenzt in Slnfe^ung 
ber grünbe. ®er 23egrif ber ^retj^ett ift au(^ ein ©ven^begrif eines ah* 
foluten 2lnfange§. (s ^mgleic^en ber SSegrif beS einfachen unb überl^aupt 5 
be§ erften. SlUe 3Serftanbe§gefe|e bienen §ur 33egreifU(^!eit in ber 
Serie i bricht ab.) 

2)er 33egrif ber fubftan^ ift au^ conceptus terminator. ^n^ölcid^en 
bie ®ren|e ber SBelt. 2Ber ift aber conceptus comprehensor. 

2)ie 3}?oglid)feit ol^ne Birflic^feit berut)et auf bem Unterfd^iebe ber 10 
felbftt^atigen S3orfteIlung burd^ 33egrif unb ber leibenben burd^ (ämpfin» 
bung, ba iene bleibt, men biefe gleid^ gänjlid^ aufgel)oben morben. Ueber» 
l^aupt ift bie ^Jioglid^feit be§ nic^t mirflid^en nur etmaS, was öon einem 
gemiffen allgemeinen 33egriffe gebadet toirb. 

Stile conceptus terminatores finb üon ber 9J?oglic^feit per synthesin 15 
l)ergenommen unb erfobern aKemal ein erfteS. S^a'^er a parte inferiori 
vel posteriori fein conceptus terrainator ift. 2)er terminus ber iReif)e 
ift ta^ erfte ©lieb berfelben, ber conceptus terrainator aber ber SSegrif, 
rooburd^ ein crfteS ber 3flei^e möglid^ ift. 23on biefem 23egriffe, ber burd^ 
ftd^ felbft öoUfommen begreiflich fet)n foll, [tan bod)] muffen fold^e (5igen= 20 
fd^aften gebadet werben, baburd) e§ überl^aupt unb oline eine anberraerts 
^er^uue'^menbe ©infc^ränfung unb alfo als ein unbefc^rdnü SBefen üor 
[\^ felbft baS principium ber diti):)i fe^n fan. 

SDie moralitaet l)at aud) iljre eigene terminos a priori unb a posteri- 
ori: einen ®efe|geber unb eine 33elol)nung unb SSeftrafung nad^ getftigen 26 
©efe^en, alfo eine anbre SCßelt. 



Mutabile et immutabüe. 
M § 124—134. 
4040. x^nfMSe'. E 11388.387. Zu M §126— 127: 
25ie jwei) @ä|e: ein Swfta«^ i[^ möglid(), barin eine gewiffc S3e» 30 



3 in? im? wahrscheinlich ist ersteres in letzteres hineincorrigirt. \\ 7 Es ist 
nicht ganz ausgeschlossen, dass Seriei zu lesen ist. || 9 aßet? 2ßaä?? || 11 SöorftcHung? 
Sorftellungcn? || 15 Vielleicht ist das Folgende erst später (v^) hinzugesetzt. Ein 
Trennungsstrich ist nicht vorhanden. \\ 21 E: anberjueit^ || 23 9?ett)e?? Slei^en? 



m. 4039-4041 (Sanb XVII). 395 

[timmung nic^t ift, unb: e^ i[t möglich, \)a^ ein geraiffer Buftanb gar 
nid^t fet), jtnb öerfd^teben. 2)a§ ©egent^eil alfo etneS 3u[tönbe0 ift 
nioglid) entraeber al§ ein bejonberer 3u[tanb ober al§ ba^ nid^t fet)n be§ 
gegebenen, lleber^aupt ift bk Sluf^ebung üon bem, roa§ ba ift, ntc^t 

5 einerlei) mit bem ^^^ic^tfeijn. 

^flotlimenbiger SBeife ju fet)n unb not{)menbig ju bauren f^nb üer* 
f(i)iebene SSegriffe. 2)a§ not^wenbige SBefen fan mit ber Qdt gar ntd)t 
öergltci^en toerben; beSmegen fan e§ in ber 3eit meber mit benjelben beter* 
minationen bel^arren, noc^ biefelben med^feln [noc^] ober in anjef)ung ber* 

10 felben üariiren. 

2Ba§ ic^ unöeränberltc^ nenne, mirb bod^ unter ber ^t)potl^efe ber 
3eit betrad^tetf bemnad^ jinb bie intellectualia meber 33eranberU(l^ nod^ 
unüeranberlid^. 2)er Slnfang ber «Sinnlid^feit contrabicirt ftd) barum, 
meil allbenn ba^ (Sinnlid^e al§ ®ren|ienb mit bem intellectuali be= 

15 tracl)tet mirb. 



4041, x'? fv'O M 36'. E 11765. 736. Zu M§ 125—^27: 

3ufänig ift, beffen ®egentl§eil an feiner (Stette möglid^ ift; [auf] 2Ser« 

änberlid^: [beffen] ba§ in Sl^erfnüpfung mit [einem ©egentl^eil möglich ift. 

SS^et) aller 33eränberung [ift] finb: 1. oppositae determinationes, 

20 qvatenus eidem competunt. 2. successio earundera. £)ie möglidl)feit ber 

mutation ift nic^t auö ber blofeen conttngen^ ju erfennen. 2)enn ttjell 

e§ möglid^ ift, ba^ an ftatt eine§ präbifatS ein anbereS fet), fo ift barauS 

nod^ nid^t ju erfennen, ba'^ b(x§> jubiect bie opposita nad^ einanber ^^abt. 

5)ie SSejiel^ung be§ realgrunbeö gur ^5^olge f(^eint gugletd^ b'xz ibtt ber 

26 fuccefjion gu entl)alten; benn [in be] bie ^olge ift aucf) ^ier etma§ anbereS 

al§ ber ®runb, unb bet)be fonnen fd^merlid^ anberS al^ burd) prius et 

posterius [erfann] unterfdl)ieben toerben. £)b eine einfädle fubftan| \\^ 

an ftd^ felbft beränbern fönne? unb wie burd^ bxt compraesentiam unb 



3 beS? eines?? || 11 E: ^^potfieftö 

30 17 Fast wörtlich dieselbe Definition von jufälltj in Rfl. 5803. || 18 Zivischen 

bo5 und in scheint noch einmal in su stehen, E. liest baSjenige, was aber aus- 
geschlossen ist; er hat Theile des U-Hakens von dem darunter stehenden Wort jufalltg, 
das einer viel spätereti Zeit angehört, versehentlich mit dem ttl comhinirt. \\ 19 1 nach- 
träglich übergeschrieben. || 26 Für et steht ein Sigel; es ist aber nicht sehr deutlich 

35 und kann eventuell auch (ds Kolon betrachtet werden. 



396 SReflejtoncn jur 3}?etap^l)fit. 5]8t)aje x. Mutabile et immutabile. 

ben nexum mehrerer bie SSeränberung möglid) jet)? Sitte SSeränberungen 
lafjen ftd^ nur in ber 3ett gebenfen. 



Reale et negaiivum. 
M § 135—147. 
4042. x^:'ß—Q?JM39'. Ell 669. Zu M § 136: 5 

(* £)b ein Segrif obiectiüe ötealitat ^abe?) 

realitas adiective benommen lüirb ber ibealitaet entgegengefe^t unb 
bebeutet [Söeate^ung] \>a^ obiectiüe; e. g. realiften in Slnfe^ung ber Körper 
ober ibeali[ten. 

eben fo 5Uatur adiective ®enommen bebeutet etroag anbere^^ aB tk lo 
5Ratur fd^lc(!^t^in. (*' ®röfeen unb bie ®röfee eineö 2)inge§.) 



4043. x'^ (t—riV /i— C-^-^ M 40'. E II 678. Zu M § 137: 
Negatio est vel rationatum rationis tollentis vel deficientis*; prior 
est privatio. Posterior proprie dici uon potest rationatum, qvia nihil 
in ipso ponitur. is 

*(' 2)er le^tere fan nocf) (xU ein SSerjdiioinbenber @runb unb alfo 
fpecififc^ etnerlet) mit ber ratione ponente gebadjt werben, e. g. ^unct 
ein nnenbltc^ Heiner staunt, ^f^n^e alö öerfc^minbenbe ^en)egnng.) 



4044. x' ! (l—ri ^) M 40'. Gegenüber und zu M § 139: 
(So ferne ein SBefen ntc^t bat^ooI{fommen[te i[t, fo finb einige 5}Mngel so 
nöt^ig, bamit gewiffe33oEfominenI)eitenerl^altentt3erben. e. g. abftraction 
gur £)eutUci^feit. ©in gewiffer @rab f^-eig^eit, ^aul^eit, llntoiffen^eit ift 
ber menfc!^li(!^en 5^atur fe!)r nöt^ig. 



1 iiel)rercr? ne{)rer? 

6 s-Zusätze: xp (1 v — X^"^)! der erste steht über den Silben: lüirb ber tbeoUtaet 25 
ent. ...\\8, 9 E: JRealift — Sbeolift 

16 jf, s-Zitsatz: xp^. || 17 E: ponenti 
22 Nach gaul^eit ein Punct. 



Sdr. 4041—4048 («8anb XVII). 397 

4045, y.' f (t—TiO M 40' . Zu M § 140: 
ob realitaeten alle Don einerlet) 2trt fet)n unb burd^ mel^r unb lücmger 
fönnen gemeffen lüerben. 



Totale et partiale. 
5 M § 165—164. 

4046, x'^Uii (q^f) v'?^ M 45'. E II 358. Zu M § J55 : 
3)te omnitudo collectiva (^ \n (Jinem) ober totalitaet beru!^et auf ber 
positione siraultanea. 2lu§ ber [omniludine] multitudine distributiva tan 
\^ auf bie unitatem collectivam f(i)Iie^en, aber nt^t au§ ber omnitudine, 
10 lueil bk ^rogreffion unenblic^ i[t unb n{d)t complet. 2)ie 3eit i[t in 
anfel)ung ber Potentialen ftmultaneitaet unenblic^. ^a^er [teKen toir 
ung ben diamn all actualiter unenblic^ bor. 



4047. x' / lii? (q^?) v3 // M 45'. E II 632. Zu M § 155: 

2)ag ©ani^e ift entraeber ber fuborbination: 3Rei^e (reii)enfo(ge), 
15 ober coorbination: aggregate (|)aufen). 

3)ag ®an^e, fo fern in i^m bie ^^eile l^oinogen ftnb, ift eine ©röfee; 
aber fie fonnen auc^ {)eterogen fet)n, unb in fo fern ift eä nid)t eine ©röfec. 

2:)agienige ©anfee, njouon fein 3:i)eil eine abfolute (äin^eit ift, ift un= 
enbtic^ t^eilbar. 

20 4048. x^ M46'. ETI 372. Zu M § 155: 

^er ®runb ber (Stnl^eit ber coorbination: ob fie [\6:) auf bie (Sin^eit 
ber fuborbination fufee [unb ob ntd)t fei], in fo fern fte alle unmittelbar aug 
einem ®runbe fliegen. 

2)ie 9J?aterie be§ ©antsen ift ba§ fubiect ber coniunction (relation), 
•2.' b. i. bie Stelle. 2)ie ^orm ber coniunctio coordinationis. 2)ie mögli(j^= 
feit biefer ^orm lüirb entmeber per intellectum: burc^ D^aum unb ßeit, 
ober per rationem: bur(^ rationem aut causam commuuem erfannt. 



15 ogregate, E: Stggregatiim || 17 eö aus fie 

21 — 23 Der erste Absatz scheint erst nachträglich hinzugesetzt zu sein, aber 
30 auch noch in Phase y.K \\ 24 E: Dbject statt fubiect || 26 biefeV aus ber 



398 SReflejIonen aur Tletapf)t)]if. gJfiafe x. Totale et partiale. 

4049. x'?X?M46'. Ell 353. ZuM§lö5: 

^ie folgen ftnb mit ben ©rünben aud^ üerbunbeu, aber nict)t alö 
Sl^etle [mit] in einem ©an^en. 2)ie SSerbinbung ber 2;^etle mit bem 
©an^en i[t [äu] nad^ ber Siegel ber ibentttaet, bie aber ber 2:^eile unter 
einanber tft nid^t nad) berfelben. 

Dft^at man erftlic^ bte tbee beg®an^en ober berbigpertibilitaet; e.g. 
Slllgemeiner SSegrif in 2lnfe^ung berdaffcn, 3flaum in anfel^ung ber3:^etle» 

Totum ideale aut reale, prius vel logicum vel arbitrarium» 



Prima matheseos intensorum principia. 

M§ 165—190. 10 

4050. x—X?(rifJM48'. 
Quantitas extensiva vel intensiva» Gradus. 
Qvod respectu alicuius qvanti non nisi intensive cogitari potest, 
[est] nempe tanqvam ratio, e. g. Calor. Ingenium. Dens. 

(« Maior caloris gradus non potest ex rainoribus conflari. Sed is 
vis calorifica radiorura est infinita et non limitatur nisi inertia 
materiae. Hinc combinando ex debilibus (per rarefactionem) radiis 
lucis potest intensitas caloris crescere.) 



40S1, x—l f (ri 1) M 48 . Gegenüber von M § 1G4, aber doch 
wohl zu der Sectio: „Prima matheseos intensorum principia'^. 20 

Maximum et minimnm : conceptus deceptores. 



Substantia et accidens. 
M § 191—204. 
4052. x^? 1^? (Q^f) M 58'. ZuM§19J: 
SBetl logifc^e jubiecte »ieberum !önnen ))raebicate fet)n, fo f^nb toir 25 



If. Rfl. 4049 steht unmittelbar unter Rfl. 4048, durch keinen Trennungsstrich 
geschieden. Doch sind in Schrift und Tinte Unterschiede, die eine spätere Entstehung 
von Rß. 4049 nahelegen. \\ 4 ber ober bei' 

13 qvanti aus qvantitatis || 15 s-Zusatz: l—v. 

21 Vgl. M § 161. 30 



Dir. 4049—4055 (Sonb XVII). 399 

nad) ©efe^en ber 58ernunft genötl^igt, un§ ein le^teö fubiect ^u benfen; 
biefeg ift fubftan^. 



4053. x^—X. M5H'. Ell 690. ZuM§191: 
@inb fubftan^en lool^l realiter öon accidentibus üerfd^teben? i[t 
e3 nici^t bie fub[tan| felb[t, hit id) bur^ alte if)re praebicate benfen 
fan, unb bleibt iro^l h(x^ minbefte übrig, um e^ üon feinen praebicaten ju 
unterfi^eiben. 9^ur bie fucceffton üon einigem, inbem einiget einerlet) 
bleibt, f(i)eint ben Unterfcl)ieb ju be[tätigen. 



4054. x2. Mö8'. E II 1039. Zu M § 191: 

10 2)er 33egrif ber fubftan^ ^at Qufjer ber ibee be§ fubiectö no^ ben 
SS'egriff ber SSe^arrlid^feit bet) bem, waä auf einanber folgt, unb ber 
(5ineriet)l)eit bei biefer %Q[<^'i, meiere man barum SSeränberungen eben 
be[jelbeu2)inge§ nennt, bet) ftd^. SBeil aber [\o rcot)!] alle accidentia üariabel 
fet)n unb ha^ substantiale gar nic^t befannt ift, fo wirb bie Se^arrltd)!eit 

15 be§ substantialis precario angenommen. @o gar ha^ 33emuftfet)n fann 
flieffen. SSornemlid) menn aCleö nur burd^ bie ©ottlid^e Äraft bauert. 



4055. xi—X. M58'. Ell 443. Zu M § 191 : 

2)a3 tüort praebicat jeigt gar feinen neuen Unterfd^ieb ber ©ingc 

an; bal)er fan iebe§3)tng ober ber Segrif üonil^mmoüonpraebicirt werben. 
20 e. g. bie Söernünftige SBefen ftnb ©eifter. Sllfo [roenn] fan nid^tg e,riftiren, 

D{)ne ein praebicat üon anbern 2)tngen ju fet)n. ©er 5J?enfd) ift ein prae« 

bicat eine§ üernünftigen (Srbbemo^ner^. 

2)ieier logifcil)e respectus fan in einen realen 3]erwanbelt werben, 

wenn [e§] etwaö in einem anbern, nic!^t in bem möglichen 23egrif eineg 
25 anbern epftirt, unb jwar alätmD^ealgrunbe. 2)enn ein 3:^eil ift im ganzen 

auö logifc^en ©rünben, weil bat^ gan^e nur jum Jl^eil xo(x^ anbereö ift al8 

feine partes; fonft würben alle partes in einem ®anfeen (nid^t in bem 



7 einigem v einigen (ao E.)i 

19 E: >:ßräbicat || 24 E: nnbern ift, in || 26 E: Iogitcf)em ®runbe, raie 



1 



400 Sieflefionen jur Tietapt)X}iif. g?^Qfe x. Substantia et accidens. 

Pa^e fo ju jagen öor atte biefe Steile) liegen unb baö ©anje aljo noc^ 
etttiag anbereg fetjn a\§ alle Steile §ufammen. 



40S6. x^f ftj?) M3.9. E 11686. Zu M § 197 : 

(Sine jebe fubftan^ ^at eine Äraft, i[t ein ibentifd^er @a^. ©enn 
bie fubftan^ ift eigentlich hoS^ fubiect, inag ben ®runb ber accibentien unb 
berSBirfungen enthält; folglid^ entfpringt ber 33egrif ber <2ub[tan^ auä 
ber notl^ö3enbigfeit ber Äraft eineö fubiectö. 



4057. x^ / (^i f) Q^ f ^ M 59. E 11 704 ^^. Unter und zu M § 197: 
2)a^ienige, beffen SSorftellung eigentlid^ [bosienige ift, rcoburd) mx imä 

etiüos] h(x^ )3raebicat non ber 3}or[teltung eineö anbern 2)ingeö ift, i[t feine lo 
23eftimmung ; unb toenn eg etmaö an fid^ pofitiüeg ift, fo pngt eö anbern 
an (inl^aeren^). 

4058. x'/ ((X ?) q2 ff M 60. E IT 1068. Zv M § 198: 

5)er 33egrif ber fubftan^ fommt auf ben innern @inn an. ©ben 
fo lel)ren unö bie phaeuomena auct) nur bie concomitan^ ober confe== is 
qüen^, mithin nid^t bie compositionem ober nexum unb ben @runb, 
fonbern phaenomena berfelben. Sllfo finb bie axiomata phaenomenorum 
uid^t al^ intellectualia anpfe^en. g. (5. frei}lid) ^at alle^, tt3a3 gefc^iel)t, 
einen beftimmenben ®runb unb folgt nad) einem beftimmten ®efe|e auf 
etioag anbere0 ; aber ha^ ift feine 'Kegel oor bie SBirflid^e ^anblungen, 20 
bie wir in un^ felbft öjarnel^men. 



Status. 
M § 20Ö—223. 
4059. xL M61'. EH 924. Zu M § 205: 
2lUe fucceffionen finb ä^eränberungen üon bemfelben bleibenben fub^ 25 



6 E: SBtrfung 

11 onbern? anberm?|| 12 inhaerentz? inhaeret? || Die Schlussklammer fehlt. 
Die Rfl. ist i'on E. mit der über ihr stehenden, aber sichtr später geschriebenen 
Nr. 5292 zu einer Rfl. vereinigt. || 14 ben? bem? 



SRr. 4055-4063 (SSanb XVII). . 401 

iect. 3)ie fubftan^en fliegen nirf)t, fonbern i^re Status ; fo fobert eg bie 
SSernunft, fo 3eigt e^ bie (5rfai)rung; mo^er bieje 6in[timmung ber ©r« 
tat)rung mit ber SSernunft ? 



4060, x^f ^li Q^f (v^f) M61'. Zu M§2üo: 

6 SBeun eben bafeelbe [ubiect x foU nac^ einanber a unb non fe^n, fo 

mufe ha^ fubiect ni(^t üevänbert fe^n ; fonft märe x erftlid^ a unb benu y 
non a. 

2)aö substantiale ift uuüerdnberlid). 2)enn bet) ber fucceffion ber 
accibentien ift e^ immer baffelbe, unb be^m ortu unb interitu ift e3 ni(f)t 

10 üerönbert. 



Simplex et compositinn. 
M§ 224-229. 
4061. x^^ (l—Q'l) M67'. ZuM§224: 
3n jebem jufammengefe^ten lö^t ftd) aüe 3ufQmmenfe^ung aufgeben, 
15 aber nid^t in iebem Qvanto. 3" aöen Streuen be§ 9?aume(§ laffen fic!^ 
3:^eile anzeigen, ober nid^t in irgenb einem 3:^eile be§ 9f^aume§ laffen 
ftd^ aUe 2:f)eile anzeigen. 



4062. x^^(A?) (Q^f) M68'. E 11150. ZuAJ§22ö: 

In omni tote [partes] plura sunt coordinata, non subordinata; icieo 
20 ratio et rationatum non faciunt totura. 



4065. x^f (i-if) (Q^f) M6<S'. Ell 399. ZuM§225: 

Orane totum est vel compositum ex substantiis vel accidentibus 

velrelationibus; cum relationes vel sint substantiarum vel accidentium, 

posterior erit tempus, prior spatium. 



15 f. laffen J'^etle || 24 posterior 'ms posterius 

;,iiit'ä 2 c^fif ten. ■f:>iiibid)ri'tlicfier "»nd'lap. IV. 26 



402 SReflejionen jur 9U?etopt)Dfif. ^l^afe x. Simplex et compositum. 

4064, x^—Xf{r]?JM68'. E III 218. Zu M § 226 : 

2)a§ienige in ber 3njammenfe|ung, tooburc^ jie jid^ üon aller anbren 
unterf(ä)eibet, i[t modus compositionis. 



Monas. 
M § 230—245. 
4065, «2 ? (rj?) M 69'. E II 1468. Zu M §231: 
®a§ ein iebeä compositum substantiale au§ einfad)en Steilen be« 
fte'^e, bebeutet nid^t, bo^ burd) bie Serglieberung be§ SegrifS be§ compo- 
siti man auf einfache Steile fomme, fonbern: ta^ nad) bem ®efe^ ber 
menfd^Ud)en ©rfentniS ba§ material beö 3ufammengefe^ten, b. i. ba^ 
ßinfad^e, öor ber gorm üorauSgefje. 6§ beroeifet alfo nid^tS obiectiö. 



4066. x-\ M70>. EU 1459. ZuM§233: 

Omne compositum substantiale constat ex substantiis simplicibus. 
Qvoniam enim partes sunt substantiae, [possu] existentia earum est 
subsistentia, et possunt existere, etiamsi non sint invicem compositae; 15 
ergo compositio omnis potest abrogari, ita ut tarnen oranes partes talis 
compositi supersiut. Abrogata autem omni compositione superstites 
partes sunt simplices. 

2)iefer 33en)ei§ gef)t nur aut§ compositum substantiale, [rcelcfieä] 
nnb beffen 5JJögIicl)fett fan a priori, b. t. synthetice gebadit werben, njeil 20 
al§benn partes non compositae bie principia ber synthesis anömad)en, 
tt)oburd) bie ibee be§ compositi entfte'^t. 2(ber ein compositum acciden- 
tale ift nid^t aUenial non ber 2lrt. ßeit nnb 3f^aum t)aben feine 2:f)eilc, 
bie auc^ ol^ne alle 3ufan^öienfe^ung [W\] ftattfinben könnten. 



4067, xK M70'. E II 1186. ZuM§233: 25 

©ine [(5int)ett] SStell^eit fönnen njir ot)ne (" abjolute) (Sinl^eit nid^t 



7 einfad^en? einfad^em? || Steile || .9 bem ®e[e^? ben ®eie^cn (^o E)f || 
ber au6 be§ || 10 E: «D^ateriale 
21 synthesis? syntheseos? 



5Rr. 40G4— 4070 {Söanb XVII). 403 

benfen, lüenn bie [data fo lootit] gan^e SSiel^eit burd^ bie SSernunft foK ge= 
bad^t tüerben. 3[t fte aber al§ ein ^pnomenon gegeben, fo tan bie 
analysis fe^n absque termino. 



4068. x'. M70'. ZnM§238: 

5 2)ie ßufammenfe^ung i[t ein accidens. SBeil ^(x^ substantiale üor 
aUen accidentibus gebad)t inirb, fo toerben bie Stjeile üor Quer S8er= 
fnüpfung ^zta^t 

4069, H^. Mir. Gegenüber U7id zu M § 23^ : 

2)inge, bie in eben berfelben ^z\i e;rifteren, [inb jugleic^; bie ju 
10 üerj(^iebener ep:iftiren, ftnb nad) einanber. 



4070, x'. M7V. E11415.il. Zu AI §239: 

2)ie 3eit ift aUentl^alben, ober bie 3:i)eile be§ D^aumeS fmb jugleic^. 
9?eraton. 

2)er D^aum ift ieber^eit, biefeS bebeutet: bafe bie Beit fid) über alle 
16 begriffe erftrefe, [o iro^l äuffere al§ innere ©mpfinbungen, nic^t aber, 
ba^ber 23egrif be§ iKaume§ ftc^ über bie ßeit erftrefe. 

2)a§ ift nicl)t ber für3efte 2Beg, ber burd) ben fleinften ^anm ge^t, 
foubern ber in ber für^eften ßeit fan abfobirt werben; fo irie ba§i 23uc^ 
baä für^efte ift, n^oburct) id) in ber fleinften ßeit ben ©egenft^inb be» 
20 greifen fan. 



1 benfen /e/i/t; schon ruu E. eryiiiizt. 

9 f. Zu dieser Rfl. njl. II -^995-7, 40131/. 

12 E: benn statt ober || 12 f. Vgl. II 401 und Newtons „P/iilosophiae naturalis 
principia mathematica" , Scholium generale (Quart- Ausgabe von 1714 S. 483): „Cum 
25 unaquaeque spatii particula sit semper., et unumquodque durationis indivisibile 7no- 
mentum uhique; certe rerum omnium Fabricator ac Dominus non erit nun quam 
nusquam.'' Zu DleWton vgl. noch 4328, Nr. 5653 S. II An/. || 14 Die Worte 2)er 
fRaum ift ieberjett sind mit der bräunlich- röthlichen Tinte von Rfl. 4069 und überhaupt 
von x3 geschrieben; einzelne Buchstaben wurden dann noch mit der schwarzen Tinte von 
30 xl nachgebessert (ähnlich in Rfl. 4066): ein Beweis dafür, daß Kant zu gleicher Zeit 
zwei Tinten (eine bräunlich-röthliche und eine schwarze), vennuthlich an verschiedenen 
Arbeitsplätzen (Schreibtisch, Stehpult), benutzte. \\ 18—20 Zu fo — fon vgl. Irit. b. 

r. sßetn.» XIIL 

26* 



404 SReflejionen jur aHetapti^fif. ^i^afe x. Monas. 

4071, K\ Mir. E II 373. 337.364. ZuM§239: 
[SlUe] 2)er Segrif ber 3eit i[t ein einzelner SSegrif. 2)enn alle [5;^etie 
ber] üerfd)iebenen Beilen ftnb na(^ einanber, folglici^ in einem ganjen 3)er 
Beit entt)alten. (5§ fönnen feine B^eq fa^re pgleid^ fe^n. 2)ie Beit ^at 
nur eine S lbmefjung, aber \>(x§> 2)a|eqn gemeffen burd^ bie Bett l^at jtoeQ. 
na^ 
einanber 



äugleid^ 

2)er 3flaum i[t nid^ta totrfUd)e§, fonbern eine aJlöglid^feit, bie if)ren 
®runb in etroaS toirflic^em t)at. 2)ie 9J?öglid^fett ber S^eränberungen ber lo 
2)inge grünbet ftc^ erftli^ auf t^re S^erfnüpfung (benn ein 2)ing aKein 
tüürbe ftd) m^i üeränbern), jüDe^tenS auf it)re abl^cingig!eit üon einem an= 
bern; benn t^a^ wefen, \oa§> feinem 2)afei)n nad^ nid)t öon einem anbern 
abt)ängt, tüürbe fic^ m^i üerdnbern fönnen, o^ne auf5uf)ören. 

OJ?an fan fid) feinen 9^aum, e. g. Gubicfufe, benfen, of)nc einen i6 
äufferen Sfiaum, ber tl^n umgiebt, unb alfo feinen ^iaum ot)ne in bem 
©anjen ent{)alten. S^igleid^en feine jwei JRöume ol^ne eine beftimte @nt' 
fernung unb Sage gegen einanber. 



4072. y.^^ifM7V. Ell 530. ZuM§239: 
2)ie 3Serftanbe§begriffe finb reflectirte S^orftellungen unb l^aben aud^ 20 
i^re Elemente ber reflection; ber 9ftaum ift eine intuitiüe S^orfteHung. 



4073, x^ M7r. Ell 1238.361, ZuM§239: 

Conceptus vel sunt intuitivi vel [rationales] reflexi. 

priores vel intuitus sensitivi vel intuitus puri, qvatenus vel 
materia vel sola forma repraesentationis sensitivae iuest, conceptus re- 25 
flexi vel sunt etiam empirici vel puri; priores sunt conceptus universales 
raateriam a sensibus datam coutinentes, posteriores formam tantum 

2—8 Zu diesem Absatz vyl. 11 .W9 (§ 14, Nr. 2), 4U1 Anm. || 15— IS Vyl. 
II 402 (§ 15 B). 

19 f. Rfl. 4072 ist mu-hträgtich zwischen Nr. 3790 und Nr. 4071 zwischen- 30 
gescfiriebe/i, 

25 E: repraesentationi 



5k. 4071-4077 (58anb XVII). 405 

[concj continentes. [priores Priores sunt intellect] Spatium et tempus sunt 
conceptus intellectus puri. Notiones metaphysicae sunt conceptus 
rationis purae. 

Spatium est vel determinans (possibile) vel determinatum (actuale). 



5 4074. x^. M 72. E II 405. Über, neben und unter M § 242. 

ZuM§239: 

2)te 33e^arrung be§ ^afeijnS aUer ^inge in ßinem i[t bie omniprae- 
sentia, 9fiaum. 

£)ie 33el^arrung aüe§ £)a[ei)ng eineä {eben 5)inge§ in öinetn ift bie 
10 @rl§altung, ßeit. 

SBenn \>a§> gan^e ©afe^n eines 2)inge§ üon einem Slb^dngt, fo i[t 
e§ jufäUiger Sflatur; ^ängt ber Slnfang nur baoon ah, fo ift [fei] \iit 
2)auer feines 3u[tanbeS ^ufatlig. 



4075. %K M72. Neben M§ 243: 

16 SBenn aüeS 2)afet)n Qbl)dngt öon einem fo toot)l extensive al§ pro- 

tensive bricht ab. 



4076. x^. M 72. Neben M § 243, 244. Zu M § 239: 

2)aS gan^e über^au|3t möglid^e 2)afei5n Reifet bie ©loigfeit. ©as 

[S5afei)n] emige 2)afet)n [mit], toel^eS eigentlici^ nur bie [fören^e] continuir= 
20 lid)e Segren^ung ber @roig!eit ift, ift in ber ^z\\ gleid)fam ein continu= 

irlicl[)er Slnfang im einen respectu unb continuirlic^er Slnfang im Slnbern. 

3Serl)Qlt ftd^ mie 33ett3egung buri^ eine Sinie jur auSbe^nung in biefer 

ßinie. 



4077. x^ M 72'. E II 1423. Zu M § 239: 

2)ie 3cit unb ber S^taum ge'^en üor ben 2)ingen üorf)er: 'iia^ ift ganj 



4 Diese Zeile ist ineUeicIit früher aU die Rß. ijeschriebeii und stammt möglivlier- 
iveise schon aus C- || Die Schlnssklammer nach actuale fehlt. 
7 Vgl. Rß. 4520. II 10 Nach ^eit ein Komma. 

15 alieä S)a[etin ans nUe S)inge || ^J im einen? in einem? || Das zweite 
30 Stnfong dürfte für (£nbe verschrieben sein. \\ im 5lnbern? in Stnberm? 



406 JReflefioneii jur aKelap^i)fif. ^f)afe x. Monas. 

natürlici). SSe^be nemlid^ ftnb jubiectioe 33ebingungen, [unter] unter 
n3el(i)en nur ben (Sinnen gegenftanbe fönnen gegeben werben, obiectio ge» 
genommen töüvbe biefeö ungereimt fegn. ©at)er bie ©d^mierigfeit üon 
bem Drte ber SBelt uub ber ^^\t üor ber SBelt. ^oä) i[t in ber abfoluten 
Seit fein Drt beftimt of)ne SBirflic^e 2)tnge, alfo fan bie abfolute ^üt 
feinen ®runb ber ©rftarung ber phaenomenorum abgeben. 



4078, X. M72'. Ell 362. ZuM§2S9: 

2)afe ber DRaum ein blofeeg phaenomenon unb etüoaS fubtectiocö, 
nid^t aber eine SSorftellung ber Sachen feij, ift barauS ju feigen, toeil bar* 
in üer^ältnifje üorge[teüt werben, bie bod) feine SBirfungen, fonbern 
blo§ ®riinbe ber ÜJ^oglid^feit ber SBirfungen feqn, unb biefe 
®rünbe finb felbft feine «Sachen. 



Finitum et infinitum. 
M § 246—264. 
4079. x'K M 74'. E II 1412. 1442. ZuM§248: is 

SSieüei^t i[t bie ©migfeit ber SBelt eine folge ber Unenbli(^feit ber» 
jelben alö eineS quanti simultane] ; benn üon einer eingejii^ränften Qa^ 
Urfad^en muffen bie 2Birfungen ein @nbe nehmen, üon einer unenblid^en 
aber finb bie Kombinationen unb folgen Uneublid). 

2)ie (£d)n)ierigfeit, fic^ ein Quantum simultaneum al§ unenblid^ 20 
üorjufteUen, beruhet auf ber3^atur be§ ^Renfd^Uc^en 3Serftanbe§, ber ein 
totum feiner 9J?ogIid)feit nad) nur f^nt^etifd^ benfen fan, b. i. successive 
addendo unum uni. 2)ie fQntt)ert§ aber, bie in§ uncnbUd^e get)en foK, 
ift niemals complet. £)agegeu fan man ein infinitum successivum tt)ol)l 
benden, eben barum, weil bie synthesis feine terminos !^at. 5lÜetn eben 25 

4 bem Crte? ben Orten? 

9 E: ein 23ert)ältnig statt eine 33orfteUung 

4O620 — 4:073 Der 2. Absatz, von ganz der gleichen Tinte und Schrift wie der 
1., steht unmittelbar unter diesem, durch keinen Strich getrennt. E. setzt ihn mit Recht 
in den krit. Rationalismus, den 1. dagegen in den kr it. Emjjirismus. Zum 2. Absatz 30 
vgl. II 391/., zu successive etc. (Z. 22/.) II 38835- 



mt. 4077—4082 (93anb XVII). 407 

um beöwinen ift e§ aud^ naö) bcr Dktur unfereS 58er[tanbe§ unmöglid^, 
fxd) biejc juccefftüe 9?eil^e aU gan^ unb üottenbet in ber ibee eineö 3Befen§ 
ju gebenten. 

40S0. x^ '^ (^C-^j M 73'. E II 1474. Gegenüber von der Columnen- 
über Schrift „ Finitum et infinitum^ : 

llnenbli(!^ grofe ift, toaö in ber synthesi partium dabilium aeqvalium 
!cin te^teä ^at. 2Ba§ in ber analysi feinle^teS l^at, ift unenblic^ tt)eilbar. 



Idem et diversum. 

M § 265—279. 

10 4081, x^ ? (^»7 :^ J/ Si'. E II 1206. 1215. Zu M § 269 ff. : 

(» 3!)tefe 6ä|e jeigen, toie man bie fubiectiüe 3Regel mit ber 
obiectioen üermengt. (5g folgt nur, ba^ toir foId)e 2)inge ni(i)t 
unterfd^ciben fönten, [aber mci)t] ober bafe it)nen bie [Singe] 33egriffe 
öiel nic^t §ufommen mürben.) 

16 Zu M § 270, erster Satz: 

3)cnn fte mürben [id^ nur burd^ fcrter (<f unb Seiten) unterfc^eiben. 

alfo eigentlich nur eben baffelbe gu üerfc^iebenen ßeiten unb Drtern feijn. 

2)enn bie fubftan^ felbft mufe cor atler relation üorauögefe^t merben; unb 

mcnn bie biefelbe ift, fo ift e§ einerlei 2)in9, 
20 2)ie SSerfdl)ieben^ett ber [2)inge] ©rter mad^t feine SSerfc^ieben^eit 

ber 2)inge felbft au§, fonbern fe|t fie öorauS. b. t. [eä ift bie öerfcf)ieb] ein 

2)iiig fte^t mit ftd() felbft in SSer^altniS, menn eä in üer^altni^ mit einem 

ift, maS mit i^m einerlei ift. 



4082. x^f (r]?) M 81'. Zu M § 271, erster Satz: 
25 2)enn alsbenn mürben fte fic^ nur burd) bie gröfee Unterfd^eiben, b. i. 
eines mürbe bem 2:^eil be§ anbern oollig gleich unb ä^nlid) feiju, qvod 
contra prius. * 2)er folgenbe ©a^ liegt f)ier jum ©runbe. 

22 in? im? (beide Mal) 

27 contra prius sc. ilf ^ 270. 1| S)er folgenbe @a^ sc. M § 272. 



408 JRcflcjionen jur a)?etap^t)l'tf. Sßi)aie x. Idem et diversum. 

*(f ^mgleici)en, ba eine Heinere ®röfee in eine ©rötere SSertoanbelt 
toerben tan, fo aürben, wenn (9 ber ÜJJangel) ber einerleql^eit nur auf 
bem nmftanbe beruht, fte üoUig congruent werben fönnen.) 



4083. x^—Xf fyfj M 82'. Zu M § 272, erster Satz: 

£)enn gleiche 2)inge müften homögenea, mitl)in totaliter aeqvalia ß 
totaliter homogenea je^n, (* totaliter aeqvalia l^eiffen ^ier in aUer 33e» 
jie^ung gleic^.) 

Simiäianea. 
M § 280—296. 

4084. x\ M 85'. Ell 1121. Zu M § 283 Schluss: 10 
Qvies est praesentia perdurabilis corporis in eodem loco. 

Si in loco dato corpus non ageret, mutatio loci non foret successio 
actionis. Vis mutationis proprie non est cogitabilis [sed potius vis], sed 
necesse est ut accidentia mutabilia ante cogitentur, quarum actuatio 
sive remotio exigit vim. Igitur vis motrix est ratio, propter qvam vis i5 
qvaedam incognita in diversis locis praesens est successive. Sed vis 
praesentiae in qvolibet loco si dicatur iterum motrix, idem per idem 
explicatur. Patet itaque, nos in corporibus non nisi determinationes 
spatii et temporis cognoscere, absolutas autem subiectorum notas in- 
tellectualiter non cognoscere. 20 



Cosmologia. 

Prolegomena. 

M§ 351—353. 
4085. x'f /.i? (ö? e^f yf^) g^f? M 110'. E II 1334. 
3)ie ibee ber 2Belt i[t nic^t tüiüh'irlicf). ®enn gleic^toie id^ einen 26 



2 ber einerlet)t)ett aus bte einerlei)t)ett 

6 s-Zusatz: v—ip? Q^?? X'^?? 
11 E: Quid 



yix. 4082—4086 (23anb XVII). 409 

S^eil enblid) benfen mu^, ber fein ®an^e§ ireiter ift, fo mufe ic^ ein 
©an^eS benfen, tüa§ fein 3:t)etl ift. 



iVb^^'o mundi affirmaiiva. 

M§ 354—379. 

6 40S6. xK M 112'. E II 1339. 16H2. 1653. Gegenüber von 

M§ 357, 358: 

*(5§ e?:i[tirt eine 3BeIt, b. i. ein ®an|e§, toal fein 2;t)eil irgenb eineiS 
mirfUd^en (moglid^en) ©an^en ift. ^ierau§ fan gefd^loffen »erben: 

1. 2)ie SJelt ift ein compositum substantiale. Sllfo befielet nid^t au§ 
10 notJ^ioenbigen SBefen. 3t)re 2l)eile l}ängen aud^ nid)t burd) fic!^ felbft 

gufammen. [9^od^] £)Qrum weil jte ftnb burd^ eine Urfadtje. 5)er Otaum 
ift 'iia^ phaenomenon be§ 2)QfeQn§ QÜer ^inge burd^ einen. llnenblid^= 
feit. 2)a§ commercium ber fubftangen ift baburc^ möglid^. 

2. 2)Qburd^, h<x'^ fte it)re ®ren|e (* ber fuborbination unb ber coorbi= 
15 nation) a priori ^at, I)Qt fie einen Urfprung. ob aud^ einen Slnfang? 

£)er Slnfang ber SBelt toirb nnr respective auf bie SBelt, aber nid^t auf 
etwaö auffer ber Söelt betradjtet. 

(^ 3. ä?on ber Orbnung ber ?]atur. 4. Seiter ber SBefen. te?:tur, 
figur, mi^tur.) 
20 2)ag ®anje ber 2Belt unb if)re§ B^ftanbes. 

6ie pngt öon ber oberften Urfad) ah, aber ift nid)t mit i^r in 

commercio. @i5 ftnb nid^t me^r SBelten auffer biefer, ob jttjar anftatt 

biefer 5Jtöglid), ttjeil nur eine Urfad^ ift. 2)tefeg gilt respective auf bie 

2)inge felbft; respective aber auf V\t oberfte Urfad^ ift nur eine l)i)po= 

25 tl)etifd^ möglid^. 

SBirfoUen alfo au§ einer SBelt, toelc^e, tcie grofe unb wie öoüfomen 
fie \t\), unbeftimt ift, auf eine oberfte Itrfad^ f^liefeen, bie unenblic^ 

10 Seine iltjetle || 11 9ia(f)? || 12 einen? eine (so E.)? E. lässt den von 

Kant gesetzten Puntt vor Unenbli(i)feit tceg. || 14 Der s-Zusalz: q3 — v. \\ 18 Zu 4. 
30 v(//. III 4il/., XIV -366 ff. II 20jf. Die nächsten drei Absätze setzt E. in den A'riticismus, 
Anfang und Schluss der Rfl. in den krit. Kationalismus. Die Stellungsindicien fassen 
aber keinen Zweifel darüber., dass die drei Absätze nach dem ihnen Vorhergehenden, 
vor dem auf .sie Folgenden geschrieben sind. \\ 21 in? im? || 24: eine? ein? || 

24—25 t)t)pot^et:? >r-)i)potf)ef: = .<pi}potl)efe (so E.)? 



410 JReflejionen ^ur 5D?etopt)l)fif. Sß^afe x. Notio mundi affirmativa. 

größer ift al§ ber SÖetoeifSgruub il^reS 2)Qfei)nö. ^ierauö ertiellet, bafi 
ba§ £»afeQn btefer oberften unb alleinigen Urfad^e unb it)re aügnugfam- 
feit fonft fd^on befannt je^n mu^ unb ba^ ©afe^n ber SBelt nur üon bem 
3;)afeQn eines notl^iüenbigen SSeweiä geben muffe. 

2)ie compofttion eines totius substantiarum ift ein SSeweiS ber 3^= ß 
faHigfeit; 

2)ie (5inf(i^rän!ung jebe^ 25tngeg ift ein SSewetg ber Bufattigfeit. 
£)ie 33eränberung jebeS 3)inge§ ift ein SeweiS ber ButaHigfeit. 
Ob nid^t au§ bem 9?aume als bem ©runbe ber ^Höglid^fett beg 
commercii ber substantiarum nad) ®efe|en ber 6innlid^feit auf bie 2lns lo 
f(i)auung einer öor aße T)inge, bte in commercio [teilen fönen, gültigen 
Urfad^e fonne gefc{)loffen toerben. Unb au§ ber unenblid)en Seit alö bem 
©runbe ber ÜKoglid^fett ber 2)auer ber 2)inge auf bie (ämigfeit unb not^= 
tüenbigfeit ber Hrfac^e. 

(f @in compositum, waö fein totum absolute tale, ift tanqvam is 
pars nur burd^ bie limttation beg totius möglid^; alfo aUeS, loas üon 
einem 2)inge nur als parte gilt, fe|t ben S3egrif beö ©aujen öoraug.) 

* (^ 3n iebem composito actuali ift fein 2;l^eil complete betermt« 
nirt tt)ie burd^ alle übrige pfammen, folglich gel)t bie burd^gängige 
betermination üon aUen coorbinirten fubftan^en auf eine, alfo ift eg 20 
iebergeit ein S^i^etl üon einem toto absoluto, b. i. einer 2ßelt. Slber 
in einem composito potentiali ift teber Sttieil complete beterminirt, meil 
bie übrige baju gefegt werben unb nid^t auf ba§ 2)afei)n ber erfteren 
einen (äinfluö i)aben; alfo ift bie 9fteif)enfolge [batum md)t com] nid^t 
not^ioenbiger SBeife complet. SBenn aber in einer 9f?ei^e auf 25 
etnanber folgenber 2)inge ein le^teS ift, fo ift aud^ ein 
erfteS.) 



Notio mundi negativa. 
M § 380—391. 
4087. xi^ (ri? X? v^^) M US'. E 11 1562. Zu M § 380: 
2lbf)ängenb ift ein 9?ing in ber ^ette ; unb ba^, moüon anbre abpngen 



5 subst: = substantialis? II 9—14: Vgl. II 409/. \\10 substant. jj ü iu? im? || 
13 ber ber 2)auer. E: bauernbert 25inge || 15—17 Vor diesem ersten g-Zusatz steht 
im Ms. dasselbe Zeichen wie vor dem ziveiten und vor der ganzen Rß. (über der Mitte 



sRr. 4086—4088 (Sanb XVJI). 41 1 

unb toaS felbft unabt)ängig t[t, ift ber oberfte Sfting. 3Raci^ gefe|en ber 
@d)a>cere mu^ ber nud) abhängen, toeil bie untere ©lieber ein ®runb üoni 
ftnfen ber oberen finb. aüein an ftc^ felbft fonute ein ^ing mit feinen ^ol» 
gen o^ne irgenb einen fremben ®runb feijn. 



5 4088. x^f (^0 (Q^V M 118'. E II 1370. 799. Gegenüber von 

M § 378, 379, aber doch loohl zu M § 380 f. : 

33ert)Qltni§ ber SBelt jur leeren Slnfc^auung auffer ber SSelt. 
2)er SBelt einl)eit ober 2}iell)eit» 

Sufättigfeit ober 3iütl^toenbigfeit. Slb'^angigfeit» 

10 (5nblid)feit ober unenblic^feit. 

3?erfnüpfung (» contingen^) unb Unüerfnüpft^eit. 
(* 3ufflntmenfe^ung. * ®emeinfc^aft.) 

metapt)i)fifc^e 33oUtommen^eit ober UnöoUfommen^eit. 
C 9(latürlic^ unb Übernatürlid^.) 
e^goift) 
(* Partes materiales et immateriales.) 

(* partes repraesentativae: \ 
vtrumsimplices? 1 

vtrum spatium repleant? / 
2u Sufamt bem fenfitiüen. 2)er (äaigfeit, ber Itnermefeltdjfeit, bem Sin* 
fange, ber continuitaet. 

* (*' Systemata commercii substantiarum. SBenn bie Urfad^e ber 
-Harmonie äu^erlic^ unb blo§ luiüfül^rlic^ ift, fo ftimt ber S^ftanb be§ 
einen mit bem ber anbern nid)t notl)ü3enbig jufammen, fonbern e§ 
25 !omt alte§ auf bie 2Bill!ül§r an; alfo ift fein notf)tt)enbiger ®runb, ber 
allgemeingültig üjäre üor bie 23e3iel)ung ber 2)inge; alfo maci^en fte 
fein ©anjeS au^; ober bie l^armonie folgt nid)t !^iureid)enb au§ ben 
2)ingen, ift alfo fein influxus.) 



der ersten Zeile). Wahrscheinlich ist der erste g-Zusatz nachträglich zwischen dem 
30 zweiten g-Zusatz und der ursprünglichen Reflexion eingeschoben. 

11 Unüerfnüpft? Itnoerfniipfet ? Die Endung ganz unsicher. \\ 12, 14 s-Zu- 
sätze: l—Q. \\13f8om:lXnr>oU:\\14matnxl: Übernatürl: || 15—19 Die 3 s-Zusätze 
(k — (p) stehen ohne Verweisungszeichen rechts von den Zeilen 10 — 14. \\ 22 s-Zusatz: 
v3f (q31) 



412 SReflefioncn jur üRetap^^fif. 5ß^a|e x. Notio mundi negativa. 

4089. x'f (iif) (Q^fJ M 118'. ZuM§ 380: 

[Multitudo Complexus] 

Subordinatorum multitudo est series. Series est vel sensitive vel 
intellectualiter subordinatorum. 



4090. x^—X? (v^—Qif) M 120. Über, neben und zu M § 381: s 
2)ie Unmoglid^feit eineS regressus in einer Sf^eil^e ber successionum 

(nid)t causatorum) fomt ba^er, meil bie rei^e al§ absolutum, ooQenbet, 
angejefjen wirb unb mir, bte wir nur successive bie ®rofeen beftimmen 
fonnen, jold^e bod^ niemals [ooU] complet erfennen !önnen. 2)iefe§ be» 
tüeijet aber nid)t tt)re Unmögliij^feit. lo 

SlHein, ob jte ein causatum eines anbern fet), wirb baburd^ gar nid^t 

4091. m—l! (v^—Qif) M 120. Zu M § 382, 383: 

3)er blinben not^wenbigfeit wirb bie abfolute (^ Silatürlid^e) (ratio* 
nale) entgegengefe|t. is 

2)em blinben D^ngefe^r toirb bie ^^retil^eit (intellectuale) entgegen» 
gefegt, 

(« ftnb bet)be toieber bie Drbnung, toelc^e (ärfa'^runggerfentniffe 
möglief) mad)t, alfo in 2lnfel)ung ber ©egenftänbe berfelben unmöglic!^.) 



4092. x^.^ {i;—T]fJ M 121'. ZuM§386: 20 

3n ber 9Reil)e einanber fuborbintrter 5Wer!male ftnb feine jiceO bie 
nad^ften; alle Unterfd^iebe finb inS unenblic^e tl)eilbar. 



4093. x'? (l^O M 121'. E II 1748. Zu M §386: 

SlUc SSerdnberung gejd^iel^t in einer ^t\\. 2)enn gtüifd^en ben jirei) 



6 Vor regressus ist am M §381 wofil zu ergänzen: unenblid)en i| suc- 25 
cessionum? successionen ? siiccessivorum .^ || 7 absolutum? absolute?? absoluta?? || 
8 successive? succession? //« letzteren Fall wäre davor zu ergänzen: burd^. 

14—15 rationale? rational? || 16 Die Endung in inteüectuale ist unsicher. || 

18 — 19 s-Zusatz: (ff (gf) (fi?) \\ 19 unmÖQllä) mac^t; offenbar Schreibfehler, 
hervorgerufen durch dtts zweite Unmöglid). 80 



^t. 4089—4095 (SBonb XVII). 41 3 

Slugenblifen be§ einen ßuftanbeg unb beö folgenben ift eine ßeit, alfo ift 
bie SSerdnberung in einer unenblic^en 5JZenge Slugenblife §tt)if(!^en beijben 
3u[tänben gefd)e^en. 2Bir n30Üen fe^en, bie jubftan^ beljarreteeine ßeit 
l^inbnrci^ unter geiüiffen SBebingungen in bemfelben 3u[tanbe: fo tt)irb 
5 fte emig unter benfelben 23ebingungen barin beharren. 

ßroifd^en jtoei) ßuftänben finb jroeq Slugenblife, unb ^mtfc^en jtoeQ 
Slugenblifen ift eine ßeit, unb in biefer ßeit ift ba§ fubiect ieber3eit in 
einem anberen Buftcinbe, 

Partes universi simplices. 
10 M § 392—405. 

4094, x'^ Ol ^) M 123'. E II lüO. Zu M § 392: 

SDer egoiöm fan nur baburc^ n3iberlegt werben, 'üo.'^ feine öerdnbe» 
rung in einer einzigen fubftan^ allein möglid^ ift. 

2)er ibealift ftetjt alte feine dunere (^ loirflic^e) ^ßorfteüungen alö 
15 spontaneas an. 2)er egoift [aU roenn auc^ feine äufeerlicE)] aCle dunere 
^oglic^e. 

Natura corporum. 
M § 430—435. 

4095. x'l (V) M 139'. E II 1353. Zu M § 430: 

20 SBefen ift ber erfte logifci^e ®runb ber innern SÖeftimmungen; 

^f^atur ift ber erfte real ®runb ber innern 23eftimmungen. 
2)a§ erfte: ber ®runb üon bem, toaS in einem 2)inge [beftonblg] not^« 
lüenbig ift; 

®a§ 3mei)te: ber ®runb üon bem, mag burd^ ein 2)ing moglici^ ift. 
25 (^ 1. 2)aä tooburd^ ein 2)ing möglid) ift. 

2. SBaS burci^ ein 2)ing möglief) ift. 
2)ie ?iatur fennen njir burd) ßrfal^rung.) 



2 SSeränberungen 

12 In derselben ]Veise u-iid in der Nova dilucidatio (I7ö5, II 4I0 — 2) der 
30 Idtalismus ividerlegt. || boburd) feh/l, schon von E. ergänzt. \\ 16 Vielleicht fehlt der 
Schluss der Reflexion, 

25 s-Zusatz: x — 0? p?? 



414 Steflejtonen jur ?OMop]^i)fif. Spi^o^e x. Natura corporum. 

4096. x3 ? (lii fj (q3 fj M 139'. ZuM§ 430: 
2)aS realmefen ift bie 3Ratur. 



4097. x3? ffi?) (q3?J M 139'. Ell 1348. 1349. Zu M § 430 ff.: 

2)a§ not^menbige beS SSegrifg maci^t \ia^ SBefen au§. 

5Da§ not^wenbige ber SBirflid^feit mac^t ?latur. ift ^(k^ permanente. 

£iic 5Jlatur ift \i(x§) principium ber Sufällig!eiten. 

2Bir erfennen burd) bie @rfa!^rung e'^er bie ^Ratur alö ta^ SBefen, 
e. g. be§ (Stahles ^drte. Sßefen unb 3Ratur jinb betibe permanent. 

2)a§ erfte öon bemjenigen, ttia§ ein 25ing ift, ^et^t SBefen. 

25a§ erfte oon bemientgen, tt)a§ burc^ ein 2)tng gefc^iel)t, ]^ei§t 
3Ratur. 25a§ 2Befen ber Äorper Beftel^t in ber unburc^bringli(!^en SluS« 
bel)nung; gur ^Jlatur ber Äorper geboret inertia. 2)ie (5rfentni§ ber 
^aim grünbet fi(!^ auf ©rfa^rung ober lüenigftenS äufaUtg SSerl^äUniS 
be§ 2)inge§ fel&ft. 



Mundus optimus. is 

M § 436-447. 
4098. v.^—vK M 144'. Zu M § 440 Schluss: 

progreffion. 
2)ie Unenblic^!eit ber D^ei^e al§ fold^e ift moglid^, ober nid^t bie 
Unenblid^feit be§ aggregat§. ^tm^ ift eine unenblid)e 2RogUc^feit (ber 20 
^in^utl^uungeu), biefeä eine unenblici^e (n)irflid)e) Snfammennel^mung. 



4099. x^—qK M 144'. Zu M §440 Schluss: 
^aö ©röfeefte eines aggregats ift unmogli(i^; benn e§ todre eine 
appofition, ju ber feine möglici) wdre. 



19—21 Statt UnenbUc^felt ber SReitjc hiesse es besser: ®et regressus in 26 
indefinitum in bfr SRetf)e. Beim aggrcgot müsste das Unendliche als ein Games 
wirklich gegeben sein und als solches zusammengenommen (zusammen erfasst) werden. 
Dort handelt es sich nur um potentiale, hier um acfuale Unendlichkeit. 

23—24 Zu dieser Rß. vgl. II 38828/. 



9lr. 4096—4103 (Sanb XVIl). 415 

4100. x^—v\ M 144'. E II 1420. Zu M § 440 Schluss: 

2)ie incompeten^ ber SSernunft, ber ftnnUd)feit felbft unter ber 23e» 
bingung biejer Slnfci^auung fc^ranfen ju fe^en, fo lüotjl ber 2lu§breitung 
als ber S^^eilung unb beqber ber ßeit unb bem JHaume nacf). £)ie 2Ser= 
6 nuuft fann bem empirifd)en in 2Injet)ung be§ rationalen (Sci^ranfen fe^en 
[3. (5. mm man bas'] unb ben empiri§mu§ einfd)ranfen, j. (5. bafe aUe§ au§= 
gebe'^nt fei), bafe cor aüe 9f^eit)en in ber Sßelt immer eine anbere üor^er» 
get)e unb fein erfter Urjprung fet) ; aber |te fan ben Sensualismus nid)t 
einf(i^ränfen. 

10 Substantiarum mundanarum commercium. 

M § 448—465. 

4101. x'f (vf) M 147'. E 11777. Zu M § 448/.: 

33eQ ber harmonia generaliter stabilita ift jum ejrempel ber Slanj* 
meifter auc^ jum ge^en gejc^ift ju berfelben 3eit an ftatt beS tanjenS; in 
15 ber harmonia praestabilita aber giebt eä gar feinen [®runb] generalen 
©runb, fonbern aüe 23e[timmung ift inbiüibuel. 



Naturale. 
M § 466—473. 
4102. x^ ? vf M 157'. Gegenüber und zu M§ 466 Anfang: 
20 eifectus vel naturae vel libertatis, 

actio vel naturalis vel libera. 



Natura animae humanae. 
M § 740—760. 
4103. xi—X ? (ri^ fj M 294'. Zu M § 742, 4. Satz (14Us-i7): 
25 2Ba§ in üerfdjiebenen örtern ift, oerftattet feine ©rfentntS burc^ 
einen [äufferen] inneren «Sinn, mitl^in feine @elbftf)eit. 



2—9 Zu dieser Rfl. vgl. Nr. 4332. || 2 untet ben || 4 E: be^be \\7 E: allen 
16 23e[ttmmungen 



416 Sleflefionen jur -OtctoptiQfif. Sßi^afe /. Origo animae humanae. 

Origo animae humanae. 
M § 770—776. 

4104. x'—X. M310'. Zu M §770: 

Systema emanationis (e Deo vel parentibus); systema creationis, 

Materialismus : systema [propagationis] generationis naturalis, epi- & 
genesis psychologica. 

(« Unart ober Ungejogen'^eit, j. (5. fettige ^i^e.) 

Db aUe§ in bem ß^arafter be§ Äinbe§ allein a\\\ ben ^IRan 
ober bie ^rau anfomme. 2)ai§ (Si)[tem ber ovulorura fe^t Dorau§, ^o.'^, 
toenn bie ^rau aud^ einen anbern ^J^ann gel)abt ^atte, jo mürbe fte bo(^ lo 
biefelbe ^inber gezeugt ^aben; "üOi^ ber auimalculorum: icenn ber 5!)?ann 
eine anbere ^-rau gel)abt ^atte, fo mürbe er biefelbe ^inber befommen 
l)aben. £iiefe§ ift fet)r practifd^; benn im er[ten i^^aüe ^at ein [S3ater] ^Rann 
fel)r auf bie 33efd^affenl)eit ber^rau unb il)re race, im gme^ten l^at er gar 
nid)t barauf, fonbern nur bie ^rau auf bie race be§ ÜRanne^ ju fel)en. i5 
"^ai) ber epigenesi mu^ man auf beqbeä fe^en: 1. »egen ber alternatioe, 
gmeitenS wegen ber 2J?ifcl^ung. SSeQ ber freien praee?:lftenfe auf feines 
öon be^bem. 

Sßor ber ©eburt^ mar bie (Seele ein reiner @eift? ^at fie ^x^ im 
geiftigen ßeben befunben? ^at fie fc^on auf ber (Srbe gelebt, ober lebt fie 20 
in ätoei) SBelten, ber pneomatifci^en unb med^anifd^en jugleid^? 



Immortalitas animae humanae. 

M § 776—781. 

4103. x'^f (ef yjfj M 314'. E II 1317. Zu M §776: 

2)ie immermä^renbe 2)auer ber «Subftan^en, b. i. ba§ gleid)e Sllter 25 

einer ieben mit ber ©an^en 2ßelt, fan nid^t fo mo^l bemiefen werben, 

als ba^ fte bei) ber met^obe ju ^^ilofop^iren gum grunbe liegen mu^. 



5—6 epigensis II Sf. Vgl. Rß. 1250 (XV 554). \\ 11—12 Ursprilnglich: 
rcenn bie %xa\x einen anbern 9)?ann geljabt i| 18 bei)bem? t)ei)ben? || 21 pneDatifcf)en 

25 Zu (Jicspr Rß. (■(//. // 418/. d<(s ■'>. piineipiiim conveuieutiae. 3u 



«Rr. 4104-4107 (Q3anb XVII). 417 

4106. x-^?(€f 'lO M314'. Ell 1272. Zu M §776: 

SlQe SÖemeife über bte un[terblid)feit ber «Seelen * muffen fo gefüt)rt 
werben, ha'^ fte nid^t blo§ Dor einifje, fonbern üor olle (^ unb uid)t bloö 
auf ein furje^ ©afeqn nad^ bem Sobe, fonbern auf eine eroige 2)auer) 
5 ©elten. <Sie fönnen alfo nid^t au§ ber 91ott)n)enbigfeit, "ba^ bie SBelt 
ieber^eit 23ef(!^auev l^aben muffe, meldte i^re ©pochen üerfniipfen, ge= 
gefct)loffen werben, weil barouS nod^ nid^t folgt, baf^ mir, bie wir einmal 
ju leben angefangen t)aben, immer leben muffen. 

1. 5yiid)t au§ ber ®öttlict)en ®ered)tigfeit. 3)enn erftlici^ mürbe ba§ 
10 nur üon einigen ®elten, bereu S:ugenb unb ßafter in biefer SBelt uic^t 

gnugfam üergolten morbeu. Unb 2ten§ mürbe e§ nur ein furje§ 2)afeqn 
bemeQfen, ma§ nad) ber SSergeltung aufl)ören mürbe. 

2. 3(ii(j^t au§ ber erfannten unflerblic^en 5iatur ber Seele, ^ier ftnb 
bie ®rünbe beä ®egentl)etl§ übermiegenb. 

lö (* ntci^t aus em^)irifd)en, fonbern rationalen ©rünben.) 

3. ?iur aus ber analogie mit anbern 2)ingen ber 5Ratur. ÜJ?enfc^= 
lid)e ^a^igfeiten ^aben fein ricl)tig üerl^ciltniS jum Soften in biefer SBelt. 

* (' I mo ftnb entmeber üon ber ^latur ber Seele au§ empirifc^en 

^rincipien ober Segriffen a priori üom benfenben Söefen überhaupt 

20 abgeleitet. 5)er erfte ift pji)cl)ologifc^, ber fjtoeqte eigentlict) metap^Qf^fcl) ; 

ober Udo fie finb teleologifd), entmeber ber analogie ber p^i)ftfc^en 

ßroefe ober ber moralifdjen. 5k(!^ ber Orbnung ber 5Ratur.) 



4107. x'f (afTj?) (v^) M314'. E II 1262. Zu M§776: 

2)a§ Seben fan nic^t au§ ber 3Serbinbung mit bem Seblofen ^er» 
26 rüf)ren, üielmel)r mufe biefeS einen @rab be§ 2€ben§ üerringern. 2)ie 
©eburt^ fan alfo fein anfang beS 2eben§ übert)aupt, fonbern nur be§ 
tf)ierifc^en ßebenö feijn, unb ber tob ha^ @nbe beffelben. 



9 — 12 SdiOH K. vcnveist nuj die Pülitz'schf Mctaplti/Sik S. 241/. \\ 10 E: 

für eintfle |] 15 s-Zusutz: X~q. \\ 18—22 s-Zusatz: ^~<f. || 18 I mo iiler- 

30 geschrifhen. || 22 Die Wurte Olod) — Dlotur yehllren wöy/ic/tericeise a/s späterer 
iXac/itrciff zu dem g-Ziisatz in Z, S f. 

24—27 E. rerireist zu dieser liß. auf II 327, 329. sowie auf die Pölitz'sche 
Metai)h>/sik S. 169, 217, 230/. 

ÄantS gtbviften. .fpanbic^nftlicfev 9?ncbla| IV. 27 



4 18 Sleflcjtonen jur ÜJietap'^^fif. ^^a'ie x. Status post mortem. 

Status post mortem. 
M§ 782-791. 

4108. x'?ß?)M318'. Ell 1318. Zu M §782: 

[3ft bie ©eele übertiaupt immer in bieder ©innenmelt ober] 

2!)er Übergang entmeber in eine anbre 2BeIt ober anbre [33er:^altniffe s 
mit] ©egenb biefer, 

2)te 1. ^rage: i[t bie «Seele nad^ bem Sobe ein reiner ®ei[t ober 
x[Q^ bie (Seele eine§ 3;t)iere§. ®ie Seanttoortung grünbet ftdt) auf bie 
(Sntjc^eibung ber ?5rage, ob bie Seele nod) nac^ bem ie^igen gefe^e ber 
Sinnlid)feit mit ber 2Belt, alfo aud^ mit ber ^orperraelt in 25erbinbung lo 
fet). S^^genb eine Sinnlic^feit tt)irb lool^l bleiben, [compar] 

2. ^rage. Sft bie anbre Sßelt eine anbere ©egenb ber ftnnenioelt 
ober i[t jie ber^^orm nac!^ 2lnber§. Slntmort: [S)er fubftan^ nad)] obiective 
!an nur eine SBelt fetin, benn alle fubftan^en au^er ber ober[ten Urjaci^e 
mad^en ein ®an|e§ aug; aber [ber gormnoci)] su bie ctive, b. i. ber is 
2lrt nac^, ujie bog fubiect fie öorftetlt, !an eine anbre SBelt fet)n. Unb t(x ift 
ju üermutljen, 'üo.^ jtc^ bie Sinnlid^feit öerminbre unb alfo ber Uber= 
gang auä bem mundo sensibili in ^zn intelligibilem per approximati- 
onem übergetje. 2)er intuitus ift comparative inteÖectual, je [me^r beu] 
me^r ber innere Sinn tt3ä(!^ft. 20 

2)er mundus vere intelligibilis ift mundus moralis. 2)ie princi^)ien 
üon bereu ^orm gelten t)or iebermann, unb au§ berfelben fan man auf 
©Ott fd)lie^en al§ bie causam raere intelligibilem; aber biefer mundus 
intelligibilis ift fein obiect ber 2lnfd^auung, fonbern ber refle^ion, £)a§ 
Slnfc^auen ©otteö würbe jugleid) intuitum intellectualem öon ber 2Belt 25 
geben. 

3!)ienige, meldte einen intuitum mere intellectualem annel^men, ber 
nad) bem 3:obe natürlicher SBeife anhebe, behaupten, \i(k^ bie Seele nac^ 
bem 3:obe in ber Slnbern melt fid^ fe^e unb nid^t ba'^in überge'^e (» 2lb= 
fd)eiben ber Seele), bafe fte ju bem mundo immateriali oX% ber n3at)ren 30 
fubftan^ ieberjeit gel)Dre, 'üqü^ bie cörperlid^e 3Belt nur eine gemiffe finn» 

5 23evl)attniffe ist, tvie es scheint, durch untergesetzte Punkte nachtrüglich 
wieder restituirt. \\ 12 2 — 3ft) der Strich ist ein bei Kant häufiges Zeichen, xcelches 
andeutet, dass ein früheres Wort tviederholt icerden soll. || 15 subiecte || 22 E: 
ber statt bereit |{ 28 Von behaupten ab feinere Schrift (x2) ; Kant icird eine neue 36 
Feder genommen oder die alte neu geschnitten haben. 



mv. 4108—4110 C3onb XVII). 419 

Iid)e ßrfd^einung ber gei[tertt)elt fe^, ba& bie .s^anblungen !^ter symbola 
oon bem eigentlichen c^aracter in ber intelligiblen öjelt fet)n, unb ba^ ber 
tugenb{)Qfte nid)t in ben ^immel übergebe, fonbern ftc!^ nur barin fel^e, 
3. SBenn bie anbre 3Belt bieje nemUd)e iSinneniüelt, ob3iDar in 
anberm S5ert)altniffe ift, fo t)at bie (Seele ieber3eit einen Äörper, ent= 
Weber einen gewöl^nlid^en (na^ ben ©efe^en ber (^ gett3of)nlid)en) @m» 
pfinbung) afpectablen Äorper: Meterapsychosis, ober einen, ber nur 
burd^ bie 2BiKfiil^r ber Qbgefdl)iebenen €!eele fid)lbar ift: apparitiones, 
spectra, entroeber burc!^ äußern ober innern @influ§. prodigia. 



4109. x-^^ f/nfj (i^n (sf) M319'. Zu M§ 782: 

^ofnung ober %ViX<&ji ber anbern SBelt. 

(äinen SKenjc^en, ber ben 23orja^ ber 23o§f)eit unb ©d^elmerei) t)at 
(^ ttofern er nici^t ®ott unb eine anbre SBelt fürchtet) fan id) nid)t üom 
2)afeQn bei)ber überzeugen, fonbern \^m nur bieje ^urd)t einjagen unb 
alfo genugjame ®rünbe ber OJJöglic^feit unb fpeculatioe SBieberlegungen 
ober ®egengrünbe ber entgegengefe^ten ^oglidifeit xn5 ©ernüt^ f(^ieben, 
aber nic^t, toeber \iQ.^ er toiffe, e§ fet) eine anbre 2ßelt, noc^ e§ glaube, ju 
toege bringen. @§ mufe ein 5!J?enf(i^ einen unmittelbaren SSorja^ t)aben 
reblid) ju fe^n, tcenn er nur ntci^t feine gan|e ©lücffeeligfeit babei) aufS 
(Spiel fe^te. 2)enn loirb er bie [®I] anbere Sßelt unb weife regirung 
roünfci^en, l)offen unb glauben, unb gicar unmanbelbar unb o^ne er» 
fd^üttert ju werben. 



4110. H^f f^t?) (t^f) (if) M319'. E II 1275. Zu M § 782: 

25er analogifci^e 23eroeii3 öon ber ^ofnung ber anbern SBelt ift barin 

25 f d)5n, ba^ er ftd) nid)t mit ben fd)n3ierigfeiten ber (Spefulatiüen ©rflärungen 

befafet, nod^ ftd) in 2;f)eorien unb (SrflärungSarten einlädt, bie man [ntd)t] 

fd)mer üertljeibigen fan, fonbern nacf) bemfelben ©efe^e fct)lie6t, nad) 

weld^em man in ber pt)i)fic, wo ba§> obiect feiner innern Sefd^affen'^eit 

2 fei) II 5 E: jät;e || 5 !)at aus t)aben I| 6 E: bem ®efe^ || 7 Xac/i Körper 

30 ein Punct. 

11 Z. 11 gehört derselben Schriftphase an ivie die vorige Hfl., mag abei etwas 
früher oder später geschrieben sein ah der Rest. \\ 12 ?0^enf d)en ? ? SOienfd) ? 
28 tt)e(ä)em || man fehlt; schon von E. ergänzt. 

27* 



420 9?efIe5ionen 3ur 5!JJctap^i)fiI. Sß^afe x. Status post mortem. 

mi) [\ä) öerbirgt, t)on bem, iüqö ftc^ äufeerlid^ jetgt, auf ba§ fci^Ue^t, tüaS 
fid^ nic^t unmittelbar entbeft. 



4111. x^f (piO (i^f) (sf) MS 19'. Zu M§782: 

(ä§ tft Dortreflid^, ^a^ auf biefer ©rbe ber ßauf ber SBelt nid^t mit 
ben moraltfd^en ©efe^en ^armonirt, meil fonft fein 9)?enfc^ felbft wifjen 
mürbe, ob er au§ Älugl^eit ober ftttlid^feit {)anble, unb rein moralijc^e 
23emegung§grünbe nid^t fonnten gefüt)lt merben. 



4112. x'f (f-iO ((^^V M322'. Zu M§787 „beatüudo'' (löSn): 
2)ie fSeeligfeit i[t ein ooHfommeneg ruf)ige§ oergnügen, 3ufrieben= 
t)eit im Semuftfe^n feineiS ßuftanbeä qI§ eine§ guten, ©aumfeelig, reb= lo 
feelig bebeuten eine im rut)lgen 6)emüt^§u[tanbe ^errfci^eube 2;^atigfett. 
2)a§ ®lüf i[t ein jufaUiger (grmerb be§ Slngene^men. 2)ie ®lüf« 
jeeligfeit i[t bie ßufriebentjeit mit bem ®lüf. 



Theologia naturalis. 

Prolegomena. 15 

M § 800—802. 
4113. x^f ^f (i'f) (g'f) L. Bl. D 18. S. l IT. R 1 2S8—240. 
S. I: 

1. 2)urd^ jpeculation. 

a. (? 2)a§ 5RatürU(i^e) Urmefen. £)ber[te unb emige Urfad^e. Sub- io 
Stratum. Einos. (s Untergötter, £anbe§@ötterO 

(^ c. %xt\) '^anbelnbe Urmefen. 2)aö Seben fan allein ben erften 
Slnfang mad^en.) 

b, 25er erfte Seroeger {^ ber [23aumeifter] Url)eber). 2)er Oberfte 
©eift. ßebenbiger ®ott. 2& 

2Beltfeele. ©pinDjiSm. 



6* rein .* reine ^\\21 Einos ? Cirios (= xvQioi) ? Arios ? f Urios (Beiname Jupitfi-s) ? .» 
Der Name Ainos für die Bewohner ro)i Jeso iisu\ scheint erst durch A. J. '-o/i KrKsenstern 
(Reise um die Welt 1811 II 51., 74 ff.) bekannt geicorden zu sei?). Vgl. Allgem. geograph. 
Ephemeride» 1812 Bd. 38 S.259. \\ 22 ff. c? b? Z.22/. sind zxcischen Z. 20 f. und 24/. 
nachträglich zwischengeschrieben. \\ Vielleicht (Sf 2)aS — ntflcf)en nach ©eift einzuschalten. 



9f?i. 4110-4113 (Sanb XVII). 421 

2. Stuö moroUtaet. @§ mufe ein inniglid^ gcgeniüärtiger unb qü= 
gemeiner Sfiid^ter fei}n. 

3)a§ ^eilige, gütige unb ®ere(!^te Sißefen. 



2)ie größte SSoüfommen^eit 1. 2ll§ [ein] Q^ 'iia^ l)0(^[te) ibeal qücö 
5 ©Uten, tt)ie ein principium be§ 3Ser[tanbe§. 

2. 21I§ ein principium ber 2Retl^obe, au§ B^efen in ber p^iiftc ^u 
urt^eilen. 

2)ie ©in^eit be§ 21Q ber ä^oüfommen^eit, weil mir nur burd) @in- 
fc^rdnfung ber realitaet, bie uu§ gegeben ift, ba§ nj?annig[altige ber 
10 SBefen fennen. 

2)ie ibee üon ®ott i[t alfo 

1. 2)a§ not{)ü3enbige (^ principium) logtfd)e ibeal, 

2. 2)ie not^roenbige ^^potl^efe ber natürlid^en Drbnung, 

3. — — fittlic^en — . 

16 2)a§ ^lot^toenbige 2Be[en, ^(x§> er[te, ha^ l)ödi)[te, \ia^ SBefen aUer 

2Be[en, bog öDÜfornmenfte mefen, ba§ allgnugfame. 

2)te 2iat)eit ift iDUä 23e[timmteä an p* felb[t. Sft etroaö abfoluteä. 

£)a§ gröfeefte ift nur baburd) beftimmt, ta^ e§ ba§ größte unter ben 

möglichen 2)iugen ift (mitt)in 21Q); fonften ift e§ mag relatiüe^. 
20 2)ie Urfprünglid)e ©röße mirb nid^t burd) bie synthesin gebaut. 

Sitte abgeleitete ®rö^e ift nur comparatiö, nemlid) öerl)ältni§meife ^um 



Theologia est vel rationalis vel revelata (non est empirica), ratio- 

nalis philosophica vel sensus communis (maxime colenda), philosophica 

26 vel transscendentalis vel naturalis (physicotheologia). ßinig. 2111= 

mächtig, ßmig. SlUgegenmartig. ©infac^. Unoeränberlic^. impafftbel 

Urmefen. 2)ie ^öc^fte inteüigen^. ®ott. 

S. II: 

2)er 33egrif oon ®ott ift einmal ta, man mufe [unterjudien reas man] 
30 it)n au§ bem ®ebrau(!^e genetifd^ entmifeln, inbem man ni(^t ben Sinn, 



1 unb ftidt bei B. II 4 — 7, 15 — 22 Diene Zeilen sind an der linken Seite ein- 
yeklammert. \\ 6 R: bem p^Qfic. || 9 R: bie tealttät II 11 Rechts von alfo noch ein 
halb durchstrichenes, stark verblasstes Wort: bü^? bem? bann? || 12 princ:? primvs 
(so R.)?? 11 24 Die Schlussklammer fehlt. \\ 25 transscend: 



422 SReflejioiien jut 9Jietopt)l)ftf. 5ßt)afe x. Theologia naturalis. Prolegomena. 

ben man 2Bir!Uci^ bamit üerbinbet, fonbern bie 2!tbftcf)t auffud^t, bie bei} 
allen biefen SSegriffen jum ®runbe liegt. 

3n aUen ©rfentnifjen, bie ftc^ lange üor ber SBiffenfd^aft erl^eben 
unb bie ®elegenl)eit baju geben bricht ab. 

1. ^urd)t. B^nberei}. ©eifter. ^rie[ter. 

2. Dberfte Hrfac^e. 

(« 2lUen unfern Gegriffen ber 3)inge liegt ber SSegrif ber realitaet 
jum ®runbe. ©in 2)ing, (^tmaä. [2)tefeö] £)ie mand)erle9 realitaeten 
[madien ben U] muffen un§ burcl) finne gegeben fe^n: 2)te realitaet 
mac^t alfo gleidjfam bie 5J?aterie aUer Woglic^teit au§. 2)a§ 21U ber 
O^ealitaet [macf)i b] begreift alfo bie ^IKoglidjfeit ber 2)inge inägefamt 
unb ift [nur] {^ ber SSegrif üon) einem einzigen. 2)ie Sßerfc^ieben^eiten 
ber 2)tnge berufen alfo auf ber 33eftimmung be§ 2111 ber realitaet. 
3Remlicl) [ber pofitton unb ber 2tug] nur tu ber SSerfc^ieben^eit ber (äin* 
fcl)rdnfung beä 2111 ber realitaet. 5Regattonen ftnb alfo fd)ranfen unb 
laffen ftd) nid)t anberS benfen als in bem, morin gar feine negationen 
ftnb. [2)er Segrif ber f)od)[ten realitoet ift otfo ein ©runbb ©runb] 3^ 2ln= 
fefiung be§ SlÜbegrifä ber Sf^ealitaet ift "iiOi^ reale in einem 2)inge bie 
("trauiSfcenbentale) 5Raterie, bie negationen bie tranSfcenbentale^orm. 
£)te l)oct)fte realitaet ift alfo ^a§> substratum [ber] unferer 3?ernuft' 
erfenntnis Don aüer üKDglid)feit, 3« ^^^ entnDeber ober2)urci^ bie aüe 
2)?öglid)fett gegeben ift.) 



4114:. x^fßfj M329'. 

2)er 58egrif üon ®ott ift entmeber ein blofeeS ibeal ber 2?ernunft 
(" in 23erpltnt§ auf afle§ 9Jiöglic^e) ober in 33er^dltniö auf bie Söelt 2b 
allein [unb] gegeben, im le|teren f^-aüe ift er ein a posteriori gefd^loffener, 
im erften ein a priori gegebener 33egrif. Sn fo fern er in Sßer^ältniS auf 
bie 2öelt gefd)loffen morben, fo ift er entmeber nur not^ig [nad)] al§ ein 
:practifc^er ®runb ober als ein ©runb ber 3:^eorie, 



3 — 4 Diese Zeilen sind an der linken Seite eingeklammert. \\ 7 — 22 s-Zusatz: so 
Q3—v2i (fxf) (x3?)\\9 finne? feine? || il mai^t? \\ 12 e'mexn einjigcn aus ein 
einziger (? etnaigeä?.';. || 19 transscend: || negationen? negation? || transsc: 



15 



yjr. 4113-4117 (33onb XVll). 423 

4115. h' ? (X fj M 329 '. E II 890. 

3!)ie SSeränberlic^feit bertjeift auf feinerlei) SBeife bie 3ufatlig!eit; 
jene ift possibilitas statuum diversorum, tiefe possibilitas oppositorum; 
iene ift eine determinatio secundum leges seasitivi in cognitione. 2Bir 
t)aben gar feine 5Jierfmale ber Bufot^iö^^it burdb bie SSernunft, eben fo 
irenig wie ber nottimenbigfeit auffer ber bebingten. 2)aä Slbfolute ift 
in aßen ©tücfen unbefannt. 



4116. x^^ß?) M329'. 

©er @a|, bafe ein allgemeiner Url)eber not^wenbig feq, fagt joüiel 
10 al§: \ia^ e§ üor ftd) felbft begreiflich unb ba§ @egent()eil an ftd^ felbft 
ungereimt fe^, 'üo.'^ ein Sßefen öoU üon ber allgemeinen SSernunft, ber 
^ocl)ften ÜWad^t unb bem beften SBillen e?:iftire unb 'tio.'i^ e§ bagegen 
bunfel unb nic^t fafelid) feij, ba& öiele 2)tnge, bie fid^ unter einanber öer= 
änbern, ober auc^ gar fein 2)ing e^iftire. 



4117. yJ? ß?) M 329'. E II 1681. 

2)er @d)lu^ öon Bufaüigen 2)ingen auf ein not^menbig 2Befen fagt 

nur fo üiel, ^a^ ba§ 3)afeQn neränberlic^er 2)inge nid)t (^ complet) be» 

greiflici) ift, mofern nii^t ein 2ßefen angenomen wirb, beg weldjem bie 

^rage: marum? auff)ört, [Sä] b. i. waä oor ftcib felbft notl)menbig ift. 

20 @§ tft aber eben fo wenig etwas ol)ne conbitionen begreiflici^ al§ not^= 
wenbigeS 2)afeQn, wie [eä] ol)ne erfte conbitionen bie fubalterne '^Qi\)- 
wenbigfeit begreiflid^ ift. 2)a§ ^eigt, ba^ ber f(!^lu§ üon üeranberlicl^en 
•2)ingen auf ein notl)weubigeö nicl)t beweift, ta'^ ein folc^eg wefen not!^= 
wenbiger SBeife bafei), fonbern '^d^ ein fol(!^er 23egrif, wenn er mogli(i^ tft, 

25 jur ©rflärung erfoberlid) fei); unb oon biefem SBefen fan man wieberum 
fagen, \i(x'^ feine 3Rot^wenbigfeit nid)t fan begriffen werben o^ne eine 23e= 
bingung, unter ber e§ not^wenbig fe^. 



5 feine 93^erfmale.' fein OTerfmnl? 



424 SReflejionen jur 3Ketop]^Qfif. ^ß^ofe x. Exsistentia Dei. 

Exsistentia Dei. 

M § 803—862. 

4118. x^?' ß? M 331. Zioischen M §807 uml 808: 

^a§ 2)afeQn gotte§ t[t [bte 23ebtn] mit ben ^odjften mo.rimen im 
©ebrauc^e unferer SSernunft fo mo^I in anfet)ung be§ fpeculatioen a\§ s 
practifd^ett üerbunben. 

4119, x'? (V) M 331. E II 1692. über, neben und unter M 

§809: 

2!)ie 3J?ogUc^feit eines 2)tnge§ i[t nur bie reolitaet ober negation 
refpectiöe auf einen getotfjen befonberen SSegrif. ^ie [3Birntcl)feit] reaU= lo 
taet fd)Ie(!^tl^in ©egeben i[t bie 2Birflid)feit. @S mufe alle realitaet 
fc^lec^tl^in gegeben feijn, unb jo gel)t einige Sßirflic^feit tjor aller 
5)?öglid)feit öort)er, fo wie ber Diaum [oor] nii^t maS mögliches, fonbern 
ber ®runb üon allen 3}?öglic^en Figuren i[t. 



4r^0, Kl? (10 M 331. E II i715. Am untern Rand unter M v, 
§809: 

2Bir feigen burc^ bloffe ^Begriffe ein, \)a^ alle realitaeten hck ftnb unb 
^Oiil, bieüKoglic^feiten ber 2)inge burc^if)re 2Serbinbungunb(äinfcl)ränfung 
gegeben werben. 

3)iefe omnitudo realitatum tft in einem einigen SBefen [rceil fonftj. 20 
@o tern biefeS eine Urfad^e tooöon fei)n foH, fo ift biefeS 3uffiig^ ^o" 
etmaä ßufälligem aber fan etmaS auS ftc^ felbft nic^t Urfac^e fei)n anber§ 
tt)ie burc^ ben Sßillen. 



4121, k'—v. M 346'. Ell 370. Zu M §850: 
2)er Slugenblif ift 'üa^ ©afei^n o!l)ne alle ©auer. 2)ic ©toigfeit ift 25 
ein $Dafei)n mit aHer 2)auer. 



13 tioxijex fehlt; schon von E. ergänzt. \\ 13—14 Der Sch/itss fo — ift steht 
in starkem Gegensatz zu den Rfl. aus rj Nr. 3874 und 3875 auf M 331' (gegenüber 
von Rfl. 4120 und 4119 Schluss) und M 333'. 

21 ift btefe || Sufelig? ^ufeUtg? so 



^3}r. 4118-4123 («Banb XVII). 425 

4122, x'? (q'O M 346'. E II 1164. Zu M § Sölh. 
(Sntfte^en, 5I^erge^eu unb oeränbert werben i[t nur in ber 3eit. 

2öa§ ni(^t in ber ^zW ift, üon bem fan beren feinet Qefogt werben. 

33eränberung ift gar fein inteüectuales proebicat. Sllfo nict)t bie 

5 2)inge, fonbern i^re phaenomeua üerdnbern f\d); aber bieje S^eränberung 
ift felbft ein phaenomenou. Q> 2)ie 2)inge an fi(!^ felbft finb beftänbig, 
unb bie SSeröuberungen (Srfd^einungen i^rer fd^ranfen.) 2Ba§ ben SSer= 
dnberungen in intellectualibus refponbire, wiffen toir nid)t. 

@§ ift gar bie i^rage, ob nid^t ber 23egrif ber fubftan^, meldjer bie 

lu Seftanbigfeit üon etroaS beq bem iüecf)fel ber Seftimungen anjeigt, nur 
ein Segrif fei), ber unter phaenomeuis gelte; benn intellectualiter fan 
bie fubftan^ mit it)ren beftimungen gufammengenomen nid)t anberS al§ 
einerlei) fei)n, unb bie in{)aeren^ fan nic^t eine befonbere 3Serl)altni§ üon 
etroaS in bem 2)inge ju bem fubiect felber fe^n. 

15 S)ie 3sit ift aud^ emtg, b. i. bie finita finb, burc^ 3SorfteUungeu 

gegen einanber üerglidjen, b. i. fo fern eine^ h^^ anbre erfennt, aUe 
in ber ^z\\. 

4123. x'!' (q'O M 350'. E II 1762. Zu M § 861: 

2)ie p^ilofopl)ifd)e ©rfenntniö üon ©röfeen beftimmt biefelbe au§ 
20 ber 3bee ber omnitudinis (^ totum absolutum) [bur(i^] limitando, folglid^ 
\iOi^ omnisufficiens burd) ha^ oppositum aller limttationen. 

®ie mat^ematifd^e ßrfenntni» fangt nid^t üom abfoluten @an|en 

an, fonbern oom refpectioen unb beftimt au^ ben 3:l)eilen ha% ®an^e. 

Sinei) ber modus cognoscendi ift üerfd^ieben. 2)ie mathematica 

25 per constructionem conceptus secundum intuitionem seusitivam; bie 

philosophica per conceptus secundum cognitionem discursivam. 

3n bem SÖegriffe t)on ©ott mufe bie ftnnlid^e Sebingung weggelaffen 

merben. 2)er 23egrif feiner ©rö^e ift : al§ conceptus definitor, terminator 

et comprehensor öom allgemeinen jum befonberen gu fc^lie^en ober Dom 

30 aü jum tl)eil. 9J?an mufe bie limitationes (weld^e ^inberungen ftnb) 

toeglaffen. 



'4 — S Der erste Ahmt: ist möglicherueise erst nachträglich hinzugesetzt. \\ 
11 E: ber nur unter 

19 E: ©röfee li 24 mathem: || 26 phil : || 30 Jpinberungen ? ^onblungen 

85 (so E.)?? 



426 Siefiejtonen jur ?Eßetapt)Qnf. 5pi)a|e x. Intellectus Dei. 

Intellectus Dei. 
M § 863—889. 

4124. x^—Q^?(rif)M356'. Zu M§ 874 f.: 

Cognitio dei non est ectypa: mutuata ab obiectis, sed prototypa: 
principium obiectorum. 5 

Voluntas Dei. 
M §890—925. 

4125. ü^ (>]?)M 863'. ZuM§890f.: 

ein notl^iDcnbig 2Befen fan üon gu^eüigen nur bie Urfad)e [ei)n 
burd) i^re^l^eit, benn Qu§ ber nott)ir)enbigfeit feiner D^atur ö3ürbe nur lo 
ba§ [entfte^en] bajeQn, xoa§ in it)m i[t 

^ie Unab^dngigfeit be§ ©öttUdjenwiUenö, mithin ot)ne Sinnlic^feit, 
unb alfo grofete f^-ret)t)eit. 

2)ie bonitaet befjelben. 

2)ie Stügnugfamfeit ober aUmad^t. 15 

2)ie innere 9lot^tt)enbig!eit. 



4126. x'^ ai fj Cq'O (c^f) M 363'. Zu M § 890 f: 
22eil ©Ott ta^ ^od)fte ®ut dS ouä feiner eigenen (^ freiten) Äraft 
beterminirt üorftettt, fo mill er. 



4127. x'?(i.i?)(q^OC<''OM 363'. Zu M§ 890 ff.: 20 

{3 ^rei)) (» Sßernunftroine) (^ frei)) 

©ein SßiQe ift urfprünglid). 2iageroaltlg. |)eiUg. SBeife. ®ütig. 
®ered)t. unübi)angig. 2Beil er fid) felbft gefeit als ein (? fruchtbarer) 
©rnnb, fo [finb barum btej ift barum bie gröfete SSoUfommen^eit burd) 
i^n mirtlic^. ©r wirb nid)t burc^ bie 3)inge befriebigt. 25 



19 Fehlt der Schluss? 

21 Die drei g-Zusätze stehen im Ms. auf einem freien Platz iiber denselben 
Worten^ iiher denen sie gedruckt sind. 



s«r. 4124-4132 (iöanb XVII). 427 

4128, x^ ^ (n (q' (<^^ "^l ^6'5'. ZuM § 891 Anfang: 
Äeine ^deigung. (5r bebarf nid)t§. ©eine S^oHfornenl^eit i[t mit 58c= 
n)u[tfeQn überfliefeenb. 2)a§ i[t fein raoüen. 

3n ber trauSfcenbentalen 2;{)eologie mu^ gemiefen lüerben, ba^ 
5 ö)ir iDirflict) ba§ burd) tranSjcenbentale 3[^or[teüungen benfen. e. g. 3)a^ 
baS Urinefen einen 2Ser[tanb l)abe lüegen möglid)feit ber 2)inge burc^ 
ibeen, Drbnung. 2)Qfe e^ einen miHen ^abe wegen ber mirfenben Urfacl)e 
nac^ ibeen. 2)afe ba§ BufaHige nid^t burc^ bie 3Ratur etne§ an ftd^ felb[t 
not^ü3enbigen 2Befen§ beftimmt fei}, folglic!^ burd) frei^^eit, \ia^ ein er[ter 
10 Slnfang nur burd) ^rei)t)eit moglici^ feg. 



4:129. x—ä^(qOM36S'. ZuM §890/.: 
2lUe§, was aufjer ®ott ha ift, ift nur ba burc^ feinen SBiQen, nic^tö 
burc!^ bie 5Rot{)tt)enbigfeit feiner ^Ratur, qI§ maS in it)m ift. 

2iae§, ü3ag ba ift, ift entweber burc^ P^^f^fc^e Urfad)e ober nad) @e= 
15 fe^en ber greg^eit ba. 2Bir fönnen un§ feinen Slnfang benfen Df)ne eine 
^rei)f)eit. 

4i50. X— A?r?0^^'^6'5'. ZuM §890/.: 
2)er 2Bifle ©otteg ge^t üom ®anjen auf ben 2'^eil (* ^on bcm 
f)od)ften @ute, bem ©uten im ®anjen, auf iebeS einjelne). 
20 2)iefe§ ift ber weife wille. 



4131. x—Q?Ctf)M363'. ZuM §892: 

Voluntas, cuius [motiva] non sunt Stimuli, sed complacentia (9 ac- 
quiescentia) caussae cum semet ipsa. Motiva sunt subiective intellec- 
tualia. 

4132. x'?infM369'. £1438. ZuM §903: 
£)ie 2ßeife 3RatMd)lüffe ftnb ©ütig unb ®ere(^t. 



4 tranäfc: || 5 transsc: 

18—19 s-Zusatz: p2_i;-3? (^3% ^?;. || auf — einjelne kt abhänyig von get)t. 
22 Vor Voluntas ist etwa zu ergä-nen: Voluntas Dei est 
26 Ursprünglich: ®er 25?etfe S£>ilte ift; ift icurde aus Versehen nicht in finb 
':e}-u-andelt. 



428 jfiefiejionen ^iir 2Retap^i)|if. 5ßt)a)e x. Voluntas Üei. 

2)aö unmittelbare 33egel)ren ber ©lüffeeligfeit anberer i[t ©üttgfeit. 
3n fo fern biefe ber 2Bürbigfeit (bem 2Bol^löert)Qlten) gemä^ ift, 
©ered^tigfeit. 



4133. x' / (7t M 371)'. Zu M § 906: 

SSeil ber SBide ®otte§ üom allgemeinen auf§ befonbere @el)t, fo ift 
er febergeit gereci^t; ber menf(!^lict)e geltet oom befonbern aufö befonbere. 

lustitia Passiva: üermöge beren iemanb tf)ut, maS er f(i)ulbig ift; 
activa: oermöge beren er anbere nöt^igt gu t^un, waS fte fi^ulbig fet)n. 
2)ie @üte, wel^e in Proportion be§ 3Ser^alten§ ausgeübt mirb, gehört 
gur activa. 



Creatio mundi. 
M § 926—941. 
4134. H^—L MS79'. E II 1432. Zu M § 926 : 

2)afe ©Ott bie Urfad)e ber SBelt fei) burc^ feine 3Ratur, fan an* 
genomen werben, ob er gleic!^ nid^t ber Urheber ift. is 

2)afe ©Ott ber Urt)eber ber SBelt fei], b. i. ta^ [k auf feinem 3flat^= 
f(^lufee berul)e, fan angenomen merben, ob er glcic!^ nic^t ber ©c^opfer 
ift, b. i. fie in ber Seit l^erüorgebrad)t ^at. 

(Sin 2lnfang in ber SBelt lä^t ftc^ benfen, aber nid^t ein Sin* 
fang ber SSelt, weil baju eine eingebilbete 3eit erfobert wirb. 3)enn 20 
bie Sßelt foU nic^t blo§ burc^ einen anbern feijn, fonbern werben, 
ba fie oor'^er nid^t gewefen. 

(5ö läfet fic^ auct) nidijt ber Actus ber «Sd^opfung gebenfen, b. i. ba 
ein actus anl)ebt gufammt feiner SBirfung: benn in not^wenbigen SBefeu 
t)ebt nid^tä an. 25 

e§ läfet ftc^ aud^, töenn man gleich biefeg al§ möglich annäl^me, 
fein 23eü3egung§grunbber ^re^^eit benfen, in ber ab foluten 3eit 
ju mahlen. 

2)ie SBelt ift immer mal) renb, nic^t barum, weil fie in ber ©an^en 
abfoluten ßeit ift, fonbern weil biefe gar nid)t ftatt finbet; [fonbern barum] 30 
weil t)or ber SBelt feineßeit ift, fo ift bie Sßelt ju aller QtU. 



28 E: ejifttren statt tt)ät)Ien,- sehr unu-aluscIwinUch, 



5«r. 4132-4136 (Sanb XVII). 429 

2)ie ©migfeit i[t ein uneingefc^ränfteä 2)afe9n eineö 2)in9C§. [3uf] 
2ll|o nur ba§ nottimenbige SBefen i[t ewig. 2Ba§ in berßeit-ift, i[t 
immenü(it)renb, aber nid^t etoig; benn eä ift in ieber 3eit entmeber 
geroejen ober nod) ober toirb boc^ feijn. 



4135. x^ f fx i ((>2 f) M 379. E II 1431. 1161. Zu M § 926: 
©Ott l)Qt bie Sßelt öon ßwigfeit l^er erfc^affen (» b. i. fein ratt)fc^(u^ 
ift eiüig a parte ante et post, ober eigentUd^ o^ne ante et post; aber 
biefer 9^Qt^f(i)lu§ l^eifet in 2lnfe{)ung be§ 2lnfang§ ber 2Belt fc^o^3tung, in 
Slnfe^ung ber fortbauer erl)altung), aber boburd) nid^t eine en3ige 
SBelt erfd)atfen. (? 2)ie ßttigfeit gel^ort im erfteren %QS}i auf bie 
®ottlid)e ^anblung (* Gaufalität), im j^ae^ten auf "i^a?» probuct berfelben, 
loelci^eS eine bergleidjen SSeftimmung nid^t t)aben fan.) 2)enn bie 
©migfeit ©otte^ ift feine 2)auer auffer aller Sebingung ber B^it, bie 
(äroigfeit ber SBelt aber ift in berß^it. 2)ie 2)auer ber SBelt fan man 
alfo mit ber 3)auer [ber SBett] (« ®otte§) in fein gemeinfd)aftlid)e§ 5J?aaS 
bringen. C 2)a§ ^l)änDmenon t)on einem S)inge ift ein ^robuct unferer 
©innlic^feit. ®ott ift Url)eber ber 2)inge an fici^.) 



4136. i<:'i fxf M380'. Zu M §928: 

2Ba§ formirt »irb, ift blo&e 5)?aterie. 2Ba§ ftc^ felbft formirt, 

20 ®ett)ad)§. 2ßa§ anbere 2)inge in ber SBelt formirt, tf)ier. 5Ran nennet 

(Steine nid^t ©efd^öpfe, meil fie i^re %qxx(\. nid^t oon ber Schöpfung 

liaben, aber mot)l ^flanjen. 2)ie tfjiere nennt man Kreaturen, ^ret) 

^anbelnbe SSefen merben nid^t (Kreaturen genannt. 



3 E: ber stillt ieber 
5i5 5 s-Zusützi-: ^—(fi. II 10 E: erftcii II 14 bie Sroigfeit ber äßett ift in 

ber Bcit, insofern als, wie fs in der vorher()ehenclen Rß. heisst, btC JBelt jU aller 

ßeit ift, rceil oor ber Sßelt feine B^it ift. 

22—23 Rß. 413G steht im Ms. über Rß. 41-37, kann aber vor ihr nur 
dann (geschrieben sein, u-enn die Worte Sie — genannt, die auf jeden Fall erst 
30 nach Rß. 4137 niedergeschriebfit wurden, ein y- Zusatz sind. 



430 9?efIejionen aur 3)Tetap:^i)fif. 5p^a[e x. Creatio mundi. 

4137, H^fn^M380'. Zu M §928,929: 

(£ine jubftan^ ber SBelt mag nic^t ber (S(f)opfer einer anbern je^n, 
ttjeil fie jonft üon ftc^ felbft (? i^rer ganjen e?:i[ten3 nad)) abfiangen 
lüürbe (ob commercium), (s 25enn 2)inge, bie in commercio [tefjen, 
fönnen nur burc^ "^(k^, roal if)re @;ri[ten^ al§ dufferlic^ abhängig moglid^ 
mQ(J^t, in commercio fielen). 2)ie substantia creatrix estextramundana. 

2)er @d)opfer einer fub[tan| t[t 3uglet(^ ber «Schöpfer aUer, weil 
fte aüe übrige in ab^angigfeit üon biefer SSerje^t. (» @§ ift feine ®e= 
meinfd^aft o^ne ein gemeine^ principium.) 

2)ie @rjct)affung ift eine ©in^eit, b. i. e§ famen nid)t nad^ unb 
•Jlad) mehrere fubfton^en ju ben erfc^affnen l^in^u. SDenn [onft mürben 
wir feine Siegel ober ©in^eit ju bem ©ebraud^e unfere§33er[tanbe§ t)Qben. 
SBenn 5. (5. beijm 2Ba(i^§tt)um eineg 23aume§ fubftan|en ba3u entftünben; 
alfo mufe baS principium stabile perpetuum aud^ invariabile in 2ln== 
fe^ung ber qoantitaet feqn. 



4138, x'^ (^if)(Q^fv'f) M38i'. Zu M§ 93 4 ff.: 
(g Dhir in ber ^reij^eit fteft ba§ SBöfe.) 

2)ie 3Ratur ift im ®anjen ®ut. 2. 3n ieber bejonberen £)rbnung, 
bie i'^re ®efe^e ^ot, ®ut. e. g. felbft bie^e^ler be§ 2BeiblicI)en ®efc^lec!^t§, 
bie natürlic!^ finb. 

2lber ber B^^aU, b. i. bie SSegeben^eit ber Dhtur, fo fern fte öon 
einer ber Siegeln ber Drbnung burd^ einfluS ber Slnbern abiceid^enb ge» 
mad^t rairb, alfo fo fern nic^t unter einer bcfonberen regel ber $ßorf)er» 
beftimung, fonbern blo§ ber ÜJlöglic^feit liegt, fan böfe feijn. 



4139. x' ? (lii ?) Cq^ f v' M 384'. Zu M § 939: 

SBenn icf) tonnte eine 33ollfommenfte 2Belt o^ne einen 2Beifen url)eber 

anne'^men, fo n3ürbe afle§ toic^tige ber 2Roral ol)ne ba§ 2)afeQn ®otte§ 

eingefel)en werben fönen. 



2 macf)?? maV II 4, 6 in? im?' 
19 x^x 



30 



s«r. 4137—4143 («Banb XVII). 43I 

Finis creationis. 
M § 942-949. 
4140, x^ ^ !.i f (q^ f v3 f) M 386'. Zu M § 942: 
®Dtt türd)ten: feine ©ebof^e tl^un au§ 6c^ulbigfeit. \^ ^ 
(5)ott lieben: feine ®ebot^e gerne tf)un. J ^ning. 



4141. x^ / /t f Cq3 ? v^ ?) M 386'. Zu M § 942: 

©Ott bemeifet feine @t)re burd^ auSübung feiner 5J?oralifd)en (5igen= 

fc^aften, b. i. burd^ ^anblungen, um berentroiHen er ber 3}erel^rung unb 

Slnbetung, ni(i)t ber ^od^preifung njürbig ift. 2ßir t)eret)ren nid^t aüemal 

10 ben, tt)el(^en njir lieben, oud^ nid[)t, njeldijen mir fiird()ten, fonbern jugleid^. 

adoratio ift Siebe, ^urd^t unb 23eü3unberung äugleidl). 



4142. x'f fxl (q'? v^ f) M 386 '. Zu M § 942 f. . 
2)ie ©c^opfung (Slnfang) entfpringt au§ fregl^eit. 



4143, x^ .? ju ? (q^ ? v^ 1) M 386'. Zu M § 942 ff. : 
15 2)er Qxod ber (Sdtjopfung ift ieberjeit eine S3erbinbung ber SBelt 

mit ber ®öttlicf)en ^öc^ften 2uft, aber nid)t al§ beren ®runb, fonbern 
als beren ^olge. 2)ie 9J?enfcf)en pngen auc^ in moralifc^en 2)ingen jum 
2:l)eil üon it)rem SnJßfß ab- würben fic aber i^re eigene mDralifd)e 58ot(= 
fommen^eit aud^ o'^ne beren auSübung füllen fönnen, fo würbe ba^ 
20 SSergnügen burd^ bie ^anblung nic^t entfpringen, fonbern biefe au§ 
jener. 

2)iel)ocl)fte®lücffeel{gifeit [aus b] unter ber conbitionbe^ ®efd)0pfen, 
bie fte al§ allgemein gut betrad^ten läfet, ift ber le^te 3wef. 2llfo bie mit 
ber moralitaet übereinftimenbe böc^fte ©lücffeeligfeit. 
25 Sllfo ftnb unfere ^anblungen niemals auf bie Scfriebigung ber 

®öttlid)en 33egierbe gericl)tet. 2)ie Bwefe alfo ber .^anblungen liegen 
nid)t in ®ott, fonbern in ©efc^opfen; alfo ift bie (S^re ®otte§ nid)t ber 
Bwet, fonbern ber [öeiuegungS] grunb ber guten ^anblungen. 



432 Sficflcjioncn jur 5!)?etap^Qitf. Sptjafe x. Providentia. 

Providentia. 
M § 950—975. 

4144. x^—Q. M39J'. Ell 340. Zu M § 955 Anfang : 
Omnipraesentia nic^t (^ felbft) im fRaum, nic^t localis, fonbern 
virtualis. 



414S. x^—Q. M 391'. E II 341. Zu M § 955 „ Quod — dicitur'' 
3lti4)t {9 als) SBeltfeele, bie toec^feljeitig auc^ leibenb. 
Spatium sensorium omnipraesentiae divinae: Üleiüton. 
Intima praesentia fanatice repraesentatur. 



8 Vgl. I 306, 312—14, 329, 481.34, II 410, sowie Newtons Opfice übersetzt 10 
von S. Clarke (Ausg. von 1740 S. 298): „Annon ex p/taenomenis constat, esse entern 
liicorporeum, viventem, intelligentem, omnipraesentem, qiii in spatio infinito tamquam sen- 
sorio suo res ipsas intime cernat, penitusque perspiciat totaqve intra se praesens prae- 
sentes comp/ectatur?"- || 9 repraesentatur? repraesentata? 



Phase l. 

Allgemeines. 
4146. k? fx'f) (v—ofj M I. E II 109. 112. 

(* jt)[tem ber reinen ^öernunft. ?iic^t mat^ematic.) 
6 2)ie 5Keta;)l^i)ftf ift eine pl)ilojop^ie ber reinen SSernunft, 

— — — — — ber %oxm. 

— — — — — be§ jubiectg unb nid^t obiects. 

(^ ift bic ßritic ber reinen 
Sßernunft.) 
10 — — üon benen [®ef] conbttionen, unter üjelc^en QÜein bie 

9)?enf(!^li(i)e reine SSernunft urtfieilen fon. 
(« Conceptus vel empirici vel puri) 



4147. li (^—0^) M I. 

3J?an fan niemals üon unten auf fci^liefeen (benn bie SSernunft fc^lie^t 
15 nur oom allgemeinen aufö befonbere), jonbern nur oermittelft oberer 
Of^egeln, unter benen üiel befonbere foUe jubjumirt finb, auf ein fuborbi* 
nirt ®efe|e. 

(^ 5Ran mufe bie principia al§ Ungleichartig (rational) anjel)en.) 



4 s-Zusatz: v — i//. In derselben Phase xmterstrich Kant in Z. 5 die letzten 

20 vier Worte. \\ $RI(ä^t steht oben am Rand, halb zerstört. \\ 8 — 9 Der s-Zusatz (k—o) 

steht zwischen Z. 7 und Z. 10. Inhaltlich vgl. X 126. \\ 12 Der s-Zusatz (fJ.—Q) 

steht links von ber ^Of^n. E. hat aus der einheitlichen Rß. zivei gemacht und durch 

falsche Einschiebung der s-Zusätze Verwirrung angerichtet. 

16 falle?? fan? II 18 rational? rationis? || Der s-Zusatz (v—(f) steht ohne 
25 Verbindungszeichen rechts von Nr. 4147 und bildet vielleicht eine selbständige Rß. 



Äont'8 ©^rifttn. Jpanbf*riftlt(fier 9?a4Iai IV. 



28 



434 SRefIejionen jur 9)tetop'^i)fif. 5P^ofe X. SlUgemeineä. 

4148. ^f Qf M I. Ell 87. 

2)ie 6riti(! i[t eine 2Biffenfc^aft ni(^t ber ^eroorbringung, fonbern 
ber 23eurtl^eilung ©etoiffer 2)inge nad^ regeln ber SSoUfommen^eit; alfo 
OJZetapl^Qrtc eine 2Bi[fen|d^aft, bie drfentniftc au§ reiner SSernunft ju 
beurt^eilen. Stufjer ber Sogif, »elc^c eine [orgaaon] propaebeutij(^e 5 
2Bi[fen[cl^aft oüer ®ele^rfamfeit i[t, entl^ält bie [pMi:] 3Sernunft®eIel)r» 
famfeit einen critifd^en 3;{)eU ber @r[at)rung unb SSernunft unb sioet) bog= 
matifc^e; bie erfte i[t tnetap'^i)|tc, bie jtoeijte 5)?atf)ematic unb Woval in 
reiner SSernunft, unb ^^i^fic unb ^fijci^ologie in empirifd^er 2Bi[jen[d^Q[t 
ber SSernunft. lo 

4149, L MI. Ell 9^. 

Philosophia transscendentalis. 

Omnitudo est (* disiunctiva) vel distributiva. Vniversalitas, * 

vel collectiva. Vniversitas. 

Omnitudo collectiva est vel coordinationis vel subordinationis [et]; is 
prioris terrainus est mundus, posterioris terminus est ens primum. 
Hinc. 1. Ontologia ] /* reine |»t)ilofop^ie Qngewanbt\ 

2. Cosmologia > transscendentalis | Qu[ 9Ratur überhaupt | 

3. Theologia | \ ober biefe 5Ratur. / 

* (9 distributiva est logica. (Sin {ebe^. 20 

collectiva: realis. SlÜe 3ufammen. 

@in ieber [50?enfd^ ift] Körper ift befteglid^; ntd^t: aUt jufammen 
finb bettjeglic^. 

[2ti] @ine iebe SSeränberung \)at ein 6nbe; nic^t: aUe jufammen 
ein (änbe.) - 25 

4130, kf fxfj fv—o?J M L EII8i. 

SlUe pl^ilo|opl)ie i[t enttoeber empirifd^ ober pura (? intellectualis). 



5 eine? ein? || 8 Ich intei-pretire: bic erfte = die Vernunftgelehraamkeit in 
ihrem kritischen Teil; bie Jtvetjte = die Vernun/tgelehrsamkeit in ihren beiden dog- 
matischen Teilen (a: Mathematik und Moral, b: Physik und Psychologie). 30 

13 s-Zusatz: v—\p. E: disiunctive || 17—19 s-Zusatz: v^—v \\ 20 In 
distributiva ist die Endung nicht sicher; was ich als utiva lese, ist möglicherweise 
ein selbständiges Wort. \\ 22 [9J?enf d)] ? ? 

27 intell: 



«rtt. 4148-4151 (Sanb XVII). 4ä5 

2)ie crfte tft, bereit principia aug ber ßrta^rung entlehnt fmb. 2)a= 
^er psychologia et physica. 

£)ie philosophia pura i[t entweber theoretica ober practica. 

2)ie theoretica l^at cntmeber gar fein obiect ber Sinne jum ®egen^ 
[tanbe: transscendentalis, ober fte f)at ba^ allgemeine aller obiecten ber 
(Sinne jum ®egen[tanbe: metaphysica propria. £)ie le^tere befielt au§ 
ber physiologia, mechanica, pnevmatologia, theologia naturalis. 



41S1. X. M432b. 

Qvaestio Stol plana: Ex attributis, quae rebus qvibuslibet hoc 

10 vniversum constituentibus communia sunt, (Non autem alia sunt com- 

munia sive potius tanqvam communia cognoscuntur, qvam qvod [hoc] 

vniversum constituant.) deraonstrare, non esse necessarias, sed ab ente 

necessario creatas. 

Prof: Pestel, Secretair be§ [tolpi|(^en inftttut«; öor 1. 3ul. 1771. 



16 4 entiüeber oui§ gar; auä verschriehen für aud)? II -£.• feine objecte || 5 trans- 

scendent: }| 7 physiolog: mech: pnevmat: theol: nat: Vielleicht mitss man die 
beiden ersten Worte zusammennehmen im Sinne von „rationaler Erkenntniss der 
mechanischen Principien der körperlichen Nattir". 

9 Qvaestio mit Blei geschrieben. Über das Stolpische Legat vgl. man die 

20 Gütt. Gel. An;. 1754 S, 290 — 292, über Pestel die Allgemeine deutsche Biographie 
Bd. 25, S. 461/2. Die Preis/rage iciirde gestellt am 15. Februar 1770; sie enthielt 
jedoch, wie Herr Prof. IT. van der Vlugt in Leyden mir aus den „Acta in con- 
ventibus clarissimonim virorum, (jui Legato Stoljnano ciirando administrando praesunt^\ 
mitzutheilen die Güte hatte, nicht die Klammer ("Non — constituant.^ des obigen 

26 Textes. Kant muss diese Worte hinzugesetzt haben, als er sich die Aufgabe abschrieb. 
Z)e5 JVeiteren theilt Herr van der Vlugt mit: „Es sind zwölf Arbeiten eingelaufen, 
deren zehn gleich des Preises univürdig erachtet sind. Über den Werth der 7. und der 
12. hat das Curatorium lange disputirt. Jedoch am Ende wurde keiner von beiden 
der Preis zuerkannt. Als dann aber dieselbe Frage zum zweiten Male gestellt worden 

30 icar und zwanzig Antworten eingegangen icaren, wurde schliesslich am 20. Oktober 1772 
ein geicisser Laurentius Meyer, Dorfprediger zu Kooten in Friesland, mit dem Preise 
gekrönt. Eine zweite Dissertation, welche zwar nicht eines Preises gewürdigt, aber 
auf Kosten des Curatoriums init herausgegeben wurde, ergab sich als die Arbeit eines 
Mennonitenpredigers zu Amsterdam: Allardus Hulshoff. Das Curatorium scheint keine 

35 von beiden sehr hoch gestellt zu haben. Wenigstens lese ich in den , Actis' (S. 98): 
,Cupiverunt jjurrv rl: riri praefigendam dictis dissertationibus pruefationem qua 

28* 



436 Dteflejlonen aut 3J?etap!)^nf- ^f)afe A- SWgemctneä. 

4152. A. M432d. E II 159. 

3)aB bie ontologie nid^tö anber§ al§ eine tranöfcenbentale ßogicf 
(0 fubiectiü) fei), bie a|)plicirte metapl^^fic aber bloS negatio, unb ni(!^t§ 
toie bie moral übrig bleibe, beren data ber 2JJenf(^lid^e SSiUe l^ergiebt, 
unb bie principia formalia analt)ti[d^ fe^en. 



41S3. X. M432d. 

2)ie ftint^etifc^e Urt^eile ber reinen SSernunft finb nid^t burd) ftd^ 
felb[t, fonbern nur bet) i^rer SKnwenbung in conseqventia flar, fonnen 
alfo nid)t in antecedentia gebraud)t werben. 



4154, l. M432d. Ell 508. 

2)a e§ bei}m ftnnlidjen molerie unb %oxm giebt, fott nirf)t aud^ im 
inteUectualen materie unb ^orm fe^n? 

2)ie ^orm ber ©innlid^feit ift giceifad^: O^iaum unb ßeit. 
£)ie ^orm ber SSernunft i[t jirieifad): logifrf) unb real 

allgemein unb befonbere§ | ©runb unb i^olge 



ntcunqiie e.rpoiiatur, non penitus vel ipsas illns, quae ceteris omnibus sie praelatne 
fitere, satis fecisse.' Von Kant ßnde ich überhaupt nichts." Veröffentlicht gefunden 
habe ich die Preisfrage (natürlich ohne die Klammer!) in den Götting. Gel. Anzeigen 
(1770 Bd. I S. 280, d. T7. März; statt „hoc Universum" steht hier verdruckt: „hac 
Universum"), in der Bibliotheque des sciences et des beaux-arts pour les rnois Janvier, 20 
Fevrier, Mars 1770 (Tome 33. Premiere partie. La Haye. 8°. p. 248/9; statt 
„creatas" verdruckt: „creata"), im Journal des Sfavans (Fevrier 1770. Amsterdam. 
Tome XLIII. Nr. 2. p. 572—574). — nie ein in Bd. XX zu veröffentlichendes 
LBl. aus dem Besitz der „Kurländischen Gesellschaft für Literatur und Kunst" in 
Mitau wahrscheinlich macht, hat Kant die Preisfrage xrirklich in Angriff genommen, 25 

435ii qvod? qvia?? qvae??? 

3 Mit negatio schliesst die Zeile; es bleibt noch so viel Platz, wie in der 
driiberstehenden die Silben totc SoQtcf einnehmen. || ö feljetl? fcl)ll? 

11 — 15 E, setzt diese Rfl. in die letzte Zeit des krit. Empirismus, Rfl. 4152 
dagegen in die 1. Periode des Kriticismus, obwohl sie zu oberst auf der Seite steht 30 
ttnd sicher vor den beiden unmittelbar auf sie folgenden Nrn. 4153 und 4154 ge- 
schrieben ist. II 12 E: StiteKectucIten II iS/. jtüeifad^? jtutefad^? || i5 bef. — 
Bei allgemein ist ebenfalls eine Abkürzung gebraucht, so dass es auch heissen kann 
aögcmeine. 



5Rr. 4152—4156 (33anb XVII). 437 

41S5. l. M432d. Ell 628. 

2)ie metapl^tjftjc^e iöegriffe jtnb erftUc^ abfolut. ^Koglic^feit unb 
(5;riflen^. Boje^teng rejpectiü. 

a. ein^eit unb 23iel^eit. omnitudo unb particularitaet. [infiu] 
5 b. ©rängen. 2)a§ erfte, "Qa^ le|te, infinitum, finitum. 

c. 3>erbinbung ber coorbiuation. @anje0 unb %\)i\\, einfad^ unb 
jujammengefe^t. 

ber fuborbination. 
1. fubiect unb praebicat. 
10 2. ®runb unb S^olge. 



4156, l. M432d. E II 1560. 

2Bir fonnen un§ fein ^ufaüigeiS 2Befen benfen, maS nid^t bebingter 
SBeife not^wenbig fei), unb xoxx muffen enblic^ biefe fuborbination termi= 
niren be^ einem SBefen, »ag unbebingt nottimenbig ift, ob toir groar öon 

15 biefer abfoluten ^Jiot^wenbigfeit feine @inft(^t ber ä^ernunft ^aben, toeil 
Wir fonft ^/(x^ ©afe^n baöon an ^xi) felbft unmittelbar erfenen njürben; 
unb "Qa^) ens necessarium ift ein hm^ bie 2?ernunft unb i^re ©renje 
gegebener, ober nid^t innerl^alb ber ©renje befinblid)er SSegrif, mitf)in 
problematifd). 

20 2ßir !önnen unö nic^tö benfen, ttiaS \)Qi gefd^ie^t, o^ne \iQ.^ e^ ^w-- 
fällig fei), unb gmar Dl)ne eine abfolute jufefligfeit [au b] be§ erften 
©runbeö im (äntftel^en ju gebenfen [\o bo^]. 2)er erfte Slnfang finbet nur 
burc^ gre^l^eit ftatt. 

Sllfo ift m&i 9^egeln ber (» reinen) 5ßernunft nid^tä abfolut äufäQig, 

25 unb bie oberfte cauffalitaet ift not^wenbig ; aber nad) Sf^egeln ber 33er= 
nunft, bie [au] erfc^einung§begriffe jum ©runbe I)at, ift bie cauffalitaet 
ber erften Urfac^e beffen, ma§ ®efd)iel^t, gufaüig. 9lac^ Siegeln ber 
moralitaet mufe e§Ur!)eber unb nid^t blofee 9)?ittelurfad^en üon 33e^ 
gebenf)eiten geben; nad^3f?egeln ber [Steinen SJernunft 5)letap^i;fif] cauffalitaet 

30 ift nur ein Urheber, ber aber auffer ber 2Belt ift. 



25 oberfte aus erfte || 27 ber fehlt. 



438 SRefIcjtonen jur 5Ketapf)^ftf. 51Sf)a[e X. SiagcmetneS. 

4157. l. M482e. E II 1232. 

2)ie SBirfUc^feit ber (» jufaüiflen) 2)inge erJ^eijc^t ein not^toenbig 
principiura, ha^ ®ntfte{)en bte abjolute sufcUigfeit ber cauffalttaet. Sllfo 
[finb bte SÖegrtffe ©efe^e ber 6rf(f)einung ben ©efe^en ber Vernunft] Id^t ftd^ 
bie 23ernunft [a pr] mit ben ®runb[ä|en, toelc^e angcmanbt auf 6r= 
fd^einungen richtig ftnb, nid^t a priori gebrauchen. 



4158. If (x'?) M VI E II 1040. 

2J?an fan jtci^ ein fubiect nic!^t anberS als burd^ feine :praebicate 
öorfteüen unb praebicate nicl)t anberg al§ in il^rem jubiecte. 2)a^er bie 
5Rot^tt3enbigfeit, jtc^ fubftan^en üorsufteüen, toeld^e§ [ein] me^r eine fubiec- lo 
tiüe 5ftot{)tt)enbigfeit ber @e[e^e unfereS SSerftanbeS aU eine obiectioe ift. 

Slüe Urf^eile entspringen, inbem ber 23erftanb auf feine eigene 
^anblungen ober überhaupt auf bie SSorftellungen ad)t l^at. ©inb biefeS 
S^orfteUungen ber ©mpfinbung unb i^rer SSerpltniffe, fo ftnb fte empirifd^ 
unb rid^tig; ftnb fte SSorftellungen bricht ab. n 



Prolegomena Metaphysicorum. 
M § 1—3. 
4159. X. Ml. 

3Son tüiUfü^rUd^en [unb abftra^irten] ^gegriffen laffen ftd^ öielerleQ 
befinitionen ®eben, b. i. (ärflarungen, au§> benen [aüe] üöKig einerlei) 20 
folgen fönen abgeleitet werben, unb eben bal)er [oug] »on einerlei) <Ba^ 
oerfd^tebene S3eiüeife. Mein oon felbftdnbigen Sßernunftbegriffen nur 
bricht ab. 



4160. L Ml. 

2)ie adverbia unb praepositiones, imgleid^en (id^, bu), ferner baS 25 



11 ift fehlt. 

22 Nach nur ist etwa noch zu ergänzen : je eine Definition. 

25 imgleid)en .* || ferner? formen? pron (= pronomen;?? || ba^.' be§. 



sRr. 4157-4162 (SBanb XVII). 439 

plusqvamperfectum etc. jtnb unerfldrUd^ ; barin befielt bie p^ilofopl^ie 
über jprac^en. 

Piccard: isagoge in lectionem aristotelis. 



4161. X. Ml. Ell 77. 

6 SBenn e§ auf ^ia'^men üon Biffenjci^aften anfdme, fo Würben wir 

Physicam, Metaphysicam, Hyperphysicam unb hypophysicam unter= 
fc^eiben. ?lemltc^ 1. bie 9latur würflid)er £)inge (^ ©egenftanbe ber 
(Sinnen) au§ ber ßrfatirung, 2. 2iner möglid^en £)in9e {^ ®egen[tänbe) 
au§ ber 33ernunft *. 3. 5)a§, 2iBa§ üon ber Urjac^e ber 5Ratur unter 

10 2Birfitc^en ^Dingen abljdngt. 4. 2Ba§ Wirflid^ ift, ot)ne in irgenb einer 
5Ratur feinen befttmmenben ®runb §u ^aben, b. i. ha^ s^t)ngefe^r. {^ unb 
Qvalitas occulta.) (« unb blinbe 9lot^tt)enbtg!eit.) 

2)iefe (Sint^eilung gilt jur [unter] Seftimmung ber SBiffenfc^aften 
in anfel^ung be§ empirifc^en @rfentni[je§. 

15 * (3 Sfßir erfennen burd) SSernunft bie 2)inge unb i^r SSer^alt* 

nil, ober ^a^ 2Sert)ältni§ ber SSegriffe. 9J?oraL) 



4162. L ML 

Sitte (5rfenntni§ l^at entweber empirifd)e ober rationale principien ; 

bie le|tere ftnb entmeber logtjc^ ober real. 2)ie logifc^e nehmen bie 

20 erften Segriffe üon 2)ingen unb SSerpltniffen an, wie fte gegeben ftnb, 



5 Das Werk erschien zuerst 1605. Mir liegt ein Exemplar von 1665 vor mit 
dem Titel: Isagoge in lectionem Aristotelis, hoc est, hypotyposis totius philosophiae 
Aristotelis qua series et ordo librorum, scopus et subjectum, xd^a denique et Siatpedts 
e{( xd xecpctXaia breviter et succincte proponitur. Olim a Michaels Piccarto Pro/essore 

25 organico Altdorffino concinnata, nunc iis parlibus, quibus deßciebaf, aucta, et notis 
plurimis altera vice illustrata, atque ad usum in Theolog, applicata a Joh. Conrado 
Dürrio. Praemiäsa est epistola viri celeberrimi Hermanni Conringii, continens Judicium 
de isto libello, ejusdemque iterata editione. 8. Altdorf. 1663. (L,) 313 S. und Re- 
gister. Kant scheint sich den Titel des Werkes gelegentlich seiner Studien zur 

30 Kategorienlehre notirt zu haben. Eine Beziehung auf Sprachphilosophie habe ich in 
dem Buche nicht entdecken können. — Zu Nr. 4160 vgl. noch die Pölitz'sche Meta- 
physik S, 78 und in den Philos. Monatsheften 1884 XX 79 E.'s Citat aus dem 
V. Korff'schen Metaphysik- Heft S. 132. 

6—7 untcrfd)eiben fehlt; schon von E. ergänzt. || 11 i^ren statt feinen || 
35 12 s-Zusatz: fx? Q^f v? \\ 18 rotionole?? rational? 



440 3fteflejionen jut aJietap^ijfi!. $pt)afe X. Prolegomena Metaphysicorum. 

unb betrachten nur bie unterorbnung naö) ber ibentitaet unb contrabiction; 
bte jtue^te ftnb burrf) bie 5Ratur ber SSernunft gegebene er[te begriffe unb 
SSerpltniffe, 



4163. L Ml. Ell 79. 

2lUe SBiffenfc^aften ber (^ reinen) ä^ernunft ftnb entweber, bie burc^ 
bie reine SSernun^t bie siegeln ber allgemeinen ßrfenntniä überl^aupt 
betrad^ten, ober bie befonberen 9?egeln ber reinen SSernunft felber. Lo- 
gica. Phaenomologia generalis, Noologia generalis l)aben blo§ bie 
ä^tegeln allgemeiner [unb nic^t empirtfd)er] (Srfenntniffe, bie bur(^ !eine 
©rfa^rung gegeben ftnb, jum 2>'^tt 2)ie Slngetüanbte noologie auf \>(x%, 
loaS burd) ©rfal^rung gegeben i[t, obgleid^ nid^t burci^ ©rünbe ber (är» 
fafirung, ift t^eoretifc^: 3Ketap]^9ftc, ober pradijc^: 9J?oraI. 



4164, L Ml. E n 195. 

Metaphysica est organon intellectus puri, primo critica. 

[Omnis dubitatio] 15 

Scepticismus est vel dogmaticus vel criticus; prior bricht ab. 



4165. l. Ml. 

2)er terminus ber coordination i[t bie 2Belt, ber fuborbinatton ®ott; 
alfo cosmologia unb theologia. £)ie omnitudo logica ift in ber ontologie 
realis. 20 



7' — 8 Logic: das Kolon gebraucht Kant regelmässig als Abkürzungszeichen 
(nicht selten auch dann, wenn es sich nur um Ersparung eines einzigen Buchstabens 
handelt); es könnte aber eventuell hier auch ein Interpunctionszeichen sein; dann würde 
Kant die Logik den andern beiden Wissenschaften gegenüberstellen wollen. || Pbaeno- 
mologia auch X 94, 124. || Nach dem ersten generalis steht möglichenceise ein 26 
Puncl. II 12 Die zweite der zu Anfang der Rfl. 416'3 genannten Wissenschaften ist 
die Logik. Die erste icürden wir heutzutage Erkenntnistheorie nennen. Sie zerfällt 
nach der Rfl. in Phaenomologia und Noologia, letztere wieder in generalis und 
applicata. 



sftr. 4162—4168 (Sanb XVII). 441 

4166. X. Ml. Ell 94. 

£)er erfte %^t\\ üon ben crfteu ©rünben unferer reinen SSernunft= 
er!enntni§ aUer S)inge (» oberftem principio cognoscendi). Ontologie. 

3)er 2. 2:^eil üon bem erften ©runbe ber 2)inge: oberftem principio 
6 essendi. Tiieologia Naturalis. 

3}on ben er[ten principien ber S^ernunft in anfe'^nng ber [©egeuftanbe] 
cörperlid^en 9^atui-, b. i. öon ber mögltci^feit äußerer (5rf(!^einungen 
pnevmatologia ober bricht ab. 



4167. X. M 2. 

10 In philosophia empirica fingere licet, qvia possibilitas principi- 

orum est empirice data; in philosophia pura fingere non licet, qvia 
fictiones essent purae rationis, h, e. relationes nee e natura rationis 
nee ab experientia datae ideoque possibilitatis plane arbitrario 
assertae. 



15 4168. X. M 2. EH 95. 

2)ie metaphysic [ift eine 2Biffenfd)att] ^Qt enttoeber blofee obiecten ber 
reinen 9}ernuntt gum ©egenftanbe ober [auc^] ©egenftonbe ber Sinne, 
moöon fte bie ®rünbe unb it)re SRotnr nic^t burd^ bie Sinne, fonbern 
bur(i reine Vernunft fennen lernt; tene§ ift ber allgemeine, biefeS ber 
20 befonbere %\jt\\ (Metaphysica applicata) unb !be[tel)t aug ber pneumato- 
logia unb somatologia pura; üor be^ben mu^ bie physiologia beä innern 
ober dufeern ©tnne§ öorgel)en, aber ntc^t oor ber metaphysica universali. 



5 E: oberften principia || 4 E: oberften principia 1| 7 corpevUdien ? Das c 

in früheres be hineincurriyirt? \\ 8 In pnevmatologia nur die ersten beiden Silben 
25 sicher, am Ende ein g oder p odvr t). Auf ober folgt noch ein, ici:' es scheint, 
durchstrichenes Wort: äuffever?? auffentD = ouffenmelt?? Kant scheint sich gegen 
Schluss der Rfl. irgendwie verschrieben zu haben. Statt pnevmatologia würde man 
gemäss Rfl. 4168 (welche die hier abgebrochne Darstellung von neuem beginnt) soma- 
tologia erwarten. Oder ist nach ©r[d)einungen ein Punct zu setzen? Im Ms. ist 
30 ein punctdlinliches Gebilde vorhanden, doch steht es zu hoch und zu tceit weg von 
(Srfd)einitngen, als dass es als Punct angesprochen werden könnte. 

11 qvi statt qvia. || 13 datae ^eAö/7 natürlich zu relationes, assertae dagegen 
zu possibilitatis; Relationen von einer ganz willkürlich angenommenen Möglichkeit. 
19 E: btcfer 1| 20 — 21 pneumalogia 



442 SWeflejioncn aut 5Kctopl)i)[if. Spi^aje X. Prolegomena Metaphysicorum. 

neml{(j^ ber ontologie unb theologia generali, beren bie cr[te ba§ oberfte 
principium aUer ßrfenntntffe burd^ reine SSernunft, bie gioe^te ba§ 
oberfte burd^ reine 35ernunft ju erfennenbe principium aUer 2)inge be= 
trad^tet. 3n ber ontologia njirb alleS betrad^tet disiunctive, in ber 
theologia Naturali unb cosmologia alleS collective. 



Ontologia. 

Prolegomena. 

M § 4—6. 

4169. If (o?)M 2. Ell 1247. Zu M§5, 6: 

2)ie Slügemeinl^eit (^ Omnitudo) ift entmeber bie öert^eilte ober ju= lo 
fammenfaffenbe oügemeinl^eit, distributiva ober collectiva. SSon biefer 
mufe üuerft überhaupt ge^anbelt toerben. (@te l^at i^re ©renken ober 
nid^t.) 25ie collectiva ift entweber ber fuborbination ober ber coorbi» 
nation. 2)ie ber legten giebt bcn 33egrif ber SSelt, bie erftere ben 33egrif 
be§ UrtoefenS al§ be§ ©runbecl aUer einanber fuborbinirten ?5olgen, fo is 
\iQi^ feine %Q\<^t oon benen, bie unter einanber ftet)en, angetroffen wirb, 
bie nid^t unter i^m fte{)e. 

£)ie [univers] omnitudo distributiva ift entlüeber universaliter ober 
disiunctive distributiva. 2)ie Ontotogie '^anbelt oon ben :praebicaten 
ber 2)inge, loeld^e universaliter ober disiunctive oon aüen ©elten. 2)ie 20 
Cosmologia üon allen gufammen, bie al§ 3^{)eile ju eben bemfelben 
®an^en gehören. 2)ie theologia naturalis üon aUen ^ufammen, bie al§ 
folgen gu einem ®runbe gepren. 



1 generali?? generalia? generali.? generalis?? || beren? bation (so E.)ff \\ 
1—2 oberfte principium? oberfteu principien? || 2—3 baä oberfte?? beg oberften? || 25 
3 crfennenben 1 1 principia? principii? \\ 4 In disiunctive ist die Endung nach dem 
t nur angedeutet ; möglicherweise ist disiuncte zu lesen. \\ 5 theol: Nat* 

9 Rfl. 4169 steht über M § 5, am Aussenrand neben ihm, zwischen § 5 und 6', 
neben § 6 und zwischen seinen beiden letzten Zeilen, Sie scheint sich auf § 5 und 6, 
vielleicht auch auf den Schluss von § 4 beziehen zu sollen und ist deshalb unter die 30 
Prolegomena zur Ontologia, nicht unter die zur Metaphysik überhaupt aufgenommen. || 
15 bcm ©runbe 



9Rr. 4168—4173 (öanb XVII). 443 

Possibile. 
M§7-18. 
4170. k?o—Q'? M 3'. Zu M 7-9: 
6in leerer begrif i[t, ber (^ auf) feinen ©egenftanb [fiat] get)t; bcr 
6 negatiüe: ber auf beffen SSerneinung ge'^t; ber unmögliche: ber ftc^ felb[t 
aufgebt. 



4171. Xfo—QJfM3'. ZuM§7—9: 
£)a§ logijc^e aufhieben i[t fooiel al§: nid^t je|en; "üOi^ reale eben jo 
Oiel aU: tt)a§ ha \\\, remoütren. prior negatio, posterior ablatio. 



10 4172. L M 6'. E II 1014. Gegenüber von M § 16: 

2)er ®runb|ä^e ber reinen Sßernunft ftnb gtoei): 1. au§ ben burc^ 
bie reine SSernunft gegebenen, aber üernjorrenen SBegriffen per analysin, 
e. g. fubftan^, ®an|e§, 3Rot^tt)enbtg etc:; 2. au§ ben burc^ 33ernunft 
gegebenen 33egriffen per synthesin. 2)te burd^ S^ernunft üor aUer (Sr* 

15 fal)rung gegebenen, obgleich bei) gelegen'^eit ber ßrfa'^rung üon ben ®e= 
te|en ber SSernunft abftra^irten 33egriffe, e. g. be§ ®runbe§, ftnb jum 
®ebrauc^ ber (ärfalirungen bem orbnenben 3Ser[tanbe eingebrüfte formen. 



4173. l. M6'. Gegenüber von AI § 16 : 

2ßa§ in bem SÖegrif eineä not^trenbigen 2ßefen§ liegt unb per analysin 
20 barauö fan gebogen werben, ift wenig; toa§ per synthesin bamit oer» 
bunben ift, b. i. toa§> §um not^wenbigen SBefen erfobert wirb, ift ötel, 
fan aber nur per principia synthetica ßrfant Werben. 



9 aU fehlt. 

13 Nach fubftan^ und ^lof^ttjcnbtg je ein Punct. — E: DlottnücnbtgeS 
26 14—17 Vgl. II ■39rjga~^6. II 14 aUer zueima/ II 17 E: erfaf)nmg 



444 Sflefiejionen jur aj?ctap^Qftf. 5ߣ)aie X. Connexum. 

Connexum. 
M§ 19—33. 
4174. l?(fi—Q?J M8'. EII378. ZuM§20: 

2lKe§, toaö gefd)ie§t, ift in ber 3Reil^e ber fuccefftonen [beä] unb »irb 
barinn öDrge[teUt (5§ fan aber nid^ts in ber abfoluten 3eit öorge[tettt 5 
tüerben, jonbern 2)inge lüerben nur in einer rei^enfolge öorgefteHt, fo 
fern eine reale ißerfnüpfung berfelben concipirt toirb, tooburd^ ein ®lieb 
bog anbere nad^ jic^ giel^t; alfo fan nicl)t§ in einer 3fte{^e a\§ toirflid) er= 
fant »erben, tüenn ber Übergang üom 3>or^erge^enben ^u bemfelben 
nid^t nottjroenbig ift nac^ einem allgemeinen ©efe^e. 2). i. oline einen lo 
©runb, ob man il)n gleid) nid^t erfennt. 

2)ie Söerl^eltniffe ber 3)inge toerben über'^aupt ieber^eit burc^ real= 
öerfnüpfnngen öorgeftellt, unb bie B^it ift nur bie form ber (Srfd^einung, 
in ber biefe auf folc^e meife oerfnüpften 2)iuge angefc^auet »erben. 2)ie 
3eit bringt feine 3}orfteHungen oerfnüpfter 2)inge I)erüor. is 



E)is. 
M §34—71. 

4175. l ? (x 1) (^—q' M 11'. E II 680. Zu M § 36: 
2)a§ ©enfen ber negation ift eigentlich ein benfen ber »egfci^affung 
magrer pofition, "iik fonften fönnte in ben ä^erftanb einfc^leid^en. ©ine 20 
ftd)tbare 2)?onbfinfterni§ ift möglich, aber nid)t ftc^tbare 3)unfel^eit be§ 
Milton. 



4176. l ? (i ?>i? Q M 13'. E II 446. Zu M § 40 : 
23e9m 2Befen ift bie gulengli^feit, »a^ bie coorbination betrift, unb 
bie [fuborbination roog] bie praecifton (» Slbgemeffeni^eit), ma§ bie fuborbi« 25 
nation betrift, bie abfid)t. reductio ad minimos terminos. 



4 Am Anfang der Rfl. ein vid: pag: antec:, dem auf M 7 ein Verte ent- 
spricht, das zu den Worten: „omne possibile est rattonatum, s. nihil est sine ratione" 
in M § 20 gehört. E. hat das Verweisungszeichen falsch bezogen. \\ ©uccefftonen ? 
@uccef[iün (so E.)i \\ 15 E: SBorftcnung 30 

20 lüfl^rer? mand^cr?? 



sRr. 4174—4179 (SBanb XVII). 445 

4177. l—a. M 16'. E II 852. ZuM§5ö: 
©igentUct) e;riftiren nur f ubftan^en. accibentien ftnb nur ^raebicate 
e;rifürenber jubftan^en. 2)a§ ^raebicat felber i[t nichts e;rl[tirenbe§. 



Necessarium et contingens. 
5 M § 101—123. 

4178. k? (x'O (o-q'O M 31'. E II 886. 1480. 
Necessitas est vel Q) ut) rationati vel ut rationis sive inde- 
pendentiae ; 

Necessitas est vel absoluta, h. e. omni respectu necessarium, 
10 vel hypothetica: qvodam tantum respectu necessarium. 

Contingentia omnimoda est illius, cuius oppositum qvovis respectu 
possibile, ber blo§e Bufaü, \ia^ Ungefel^r. Contingentia [omnimod] ex- 
terno respectu omnimoda est libertas. 

ein erfter 2lnfang lä^t ^\^ nur burcf) ^reij'^eit benfen. ©ie 23e= 
15 megung ift i^rer 9latur uac!^ innerlich pfanig, ober dato qvodam nexu 
externo ieberjeit notl^njenbig; bie %xtX}\jt\i ift umgefet)rt. 



4179. If (x^ (o—q' fj M 31'. E II 1504. Gegenüber von M 
§ 108: 

Swei) fä^e, bie ctnanber gerabe entgegenfte'^en: inenn etttjaS i[t, fo 
20 i[t§ burd^ etü3a§ anberc§ notf)tt}enbig (ratio intelligendi in serie data) ; 
Jnenn etmaS notl^ttenbigeS ift, fo ift ein abfolut notl^njenbig mefen (ratio 
complete intelligendi seriem, h. e. terminandi); na6) bem erften giebtS 
fein abfolut not^tnenbigeS, nacf) bem jmeijten gtebtg. $Die Urjac^e ift, 
toeil bie ^JJoglid^fett ot)ne 2ißirflici)feit unb boci^ nic^t of)ne atte fan ge^ 
25 baii^f iDcrben. 



12 possibile/eÄ/^- E. ergänzt fälschlicherweise necessarium; vyl. aber M § 104. 

24—25 Zu unb — Itterben vgl. I 395/., II 78 ff., 155 ff. mit dem neuen 
Gottesbeweis Kants. Auch E. verweist schon auf diese Stellen, um die Verlegung der 
Rß. in den Zerit. Empirismus zu begründen. Doch steht nichts der Annahme im 
30 Wege, dass Kant auch noch über die Periode des krit. Empir. hinaus der im Schluss 
der Rß. ausgesprochenen Ansicht gehuldigt habe. Der Stellung wegen kann Rß. 4179 
jedenfalls erst nach Nr. 4036 geschrieben sein. 



446 9lefIei-tonen jut 3Jietopt)^[if. 5pt)afe X. Necessarium et contingens. 

4 ISO. A? o—qn M 32'. E II 1716. Gegenüber von M § 113 
Schluss und § 114: 

£)a§ ^i^of^etifd^ notl)tDenbige, ot)ne ein abfolut notl^tüenbigeS Prin- 
cipium, oerftattet einen langen ©ebrauc^ ber S3ernun[t, toenn man nic^t 
an bie ©ren^e benft, unb tft ba'^er befjer bem S^erftanbe angemeffen al§ ö 
ba§ blo^e o^ngefet)r; aber tt3ennman e§ 3}erneint (atheismus assertorius), 
wirb boc^ biefer ®ebrau(i^ ber 25ernunft toieber unu^ gemad^t, benn 
bie gan^e Äette ift sufaUig, tneil jte etmaS aufeer ftc^ ertieifd^t, toaS nid^t 
ü3eiter an einem anbern ringe ^änge, unb biefeS oerneinet wirb. @§ ift 
alfo ber SSegrif be§ abfolut notl^ttenbigen eine mefentlid^e 23ebingung lo 
üom ®ebrau(!^ unfrer SSernunft, aber nur eine SSorau^fe^ung, nid^t aber 
ein probuct berfelben. 2)enn id^ laffe alte 23ebingung enbli^ weg; [td)] maö 
iibrig bleibt, fan nid^t mel^r a priori ©rfannt, b. i. eingefeljen werben. 
3c^ fa[fe nad) einer ^ö^eren .5)altung unb bin im leeren räum, ber un= 
enblidt) ift unb burc^ f\6) felbft aüeS mogltd^ madjt unb begrän^t. Slber i6 
biefen ©renpegrif fönnen wir respective auf bie i^m fuborbinirten 
£)inge ©enug erfennen, wa§ nemltc^ baju erfobert werbe, bamit er 
burd^ ftd) felbft a\ii 2)tnge l^alte. <Bo ift aui) mit ber fre^^eit, bem 
erften Slnfang be§ entftel)en§. 2Bir wiffen gut, roa^ au§ ber %x^t]li)i\t 
unb beren 3Sorau§fe^ung fliegt, unb Ijaben [ea] aud) notl)ig, fte oorauS* 20 
jufe^en. aber niemanb fan ba§i entftel^en einer frei)en ^anblung be= 
greifen, weil fte ber Slnfang aUeö entfte^enS ift. 3 dl) bin eine [ubftan^, 
bei) mir termtniren fic^ bie praebicaten, unb ic^ bin felbft feinet. 2)iefe§ 
felbft fenne id^ mit ®ewi§^eit als ben terminum meiner imputationen. 
2lber 3d^ bin in allen ftücfen äufaUig unb bin nict)t ta^ unabl^ängige 25 
ber e?:iften|, obj^war ber inbaeren^ k k. 2)a§ o'^ne welches [ju] oorauS» 
äufe^en idl) meine SSernunft nid^t braud^en fan (bie not^wenbigfeit), ift 
respective auf micl) bie Sebingung metner Sßernunft; ha& aber, of)ne 
welches ju wiffen ic^ meine 33ernunft nic^t complet braud^en fan, ift blo§ 
eine ©rense t3or SSernunft. 30 



9 tiängc? fjenge? || 12 E: beffelbcn || M ^altunq? fteüung?? || 16 ®ren. 
fiegrif; E: ©runbbegriff || i« mit n \\ 24 E: Smagtnotion || 28 E: ift no(^ 
gar feine auäreic^enbe öebingung 



sRr. 4180—4183 (Sanb XVII). 447 

Mutabile et immutabile. 
M § 124—134. 
4181. kffx^fJMSß'. EII720. ZuM§123: 
8lu§ ber [ucceffton läfet [xd^ noc^ nid)t auf biecontingen^ j(i^ltefeen; 
6 benn ber borauf folgenbe ßuftanb i[t fein contradictorie oppositum üom 
23ori0en, folglid) (9 barauS) nid)! ju erfennen, ba^ beffen ©egenttjeil 
möglich \it), 

[absolute] (? interne, innerlich) unöerönberlici^ '^ei^t entWeber: »ag 

üor ftc^ allein ftd^ niemals oeränbern fan; roaS aber ftc^ aud^ in feiner 

10 SSerbinbung oeränbern fan, ift f(j^led)terbing§ unöeranberlid). 2)aS 

innerlid^ unüeranberlidie ^at feine folc^e (Sc^aierigfeit al§ ba§ innerlich 

üeranberlic^e oor bie SSernunft. 



20 



Reale et negativum. 
M § 135—147. 
15 4182. X—oK M39'. E 11672.666. 968. Zu M § 135: 

Realitas est vel comparativa vel absoluta. 
Realitas phaenomenon non est absoluta, e. g. impenetrabilitas. 
Inter realitates et negationes phaenomena (s non) datur tertium 
sensuale, sed intellectuale. (« inter realitates phaenomena datur ter- 
tium = 0.) 

(' Sntellectuel ift ba§, beffen 23egrif ein ^un ift.) 



Totale et partiale. 
M § 155—164. 
4183. X f (v^ f) fx3 fj (e ?) M 45'. E II 352. Zu M § 155: 
26 ©in Qebe«] qvantum ift barum nic^t ein compositum, aucf) nict)t 

5 benn?? ben? 

18 real: negat: || 19—20 s-Zusatz: xp. \\ 21 Der Satz ß—aJ) steht 

unter der Rfl, ohne Verweisungszeichen \md kiflmte der Schrift und Stellung nach 

auch ev. aus früherer Zeit (x) sein. Doch 7nuss er wohl als s-Zusatz zur Rß. 

30 gefasst werden, da in den übrigen Rß. der Umgebung und in den §§ von M kein 

Grund zu einer Definition des Begriffs SnteUectuel vorlag. || ifl eS beffen 



448 Dieficrtonen jur ÜKetapfiQfif. 5|3I)oic X. Totale et partiale. 

einmal ein jebeS totum, ob e§ ^toax divisibile ift; aber bie divisio i[t 
e^er eine Unterfc^eibung aU 2;rennung; ba^er t[t e§ aud^ nici^t burcf) ju= 
fammenfe^ung be§ getrennten 5J?öglicl^. qvantum continuum non est 
divisibile [omne]. 2)ie ©ro^e eine^ (" intenfioen) @runbe§ bettjeift feine 
ßufammenfe^ung au§ Heineren [aufferj, aber bie ©ro^e eines ®an|en, 
2Ba§ nur burd^ bie @infd)rdnfung gettjeilt toerben fan, ift nid)t 
ntöglid^ burd^ bie ßufao^wsnle^ung; alfo nid^t ber ^Raum. 

(* SDie @rbc ift nid^t au§ fidnbern jufammengefe^t, fonbern barin 
eingetl^eilt. 

materia: partes, 

forma: conjunctio. Coordinatio, nid^t subordinatio, 

Qvantitas, totalitas.) 



Suhstantia et accidens. 
M § 191—204. 

4184. If (x'f) ^—q'?? M 59'. Gegenüber der Columnen- 
üherschrift: 

UnbegreiflidE) ift \^(x?) erfte ber 2?inge (necessarium) unb "üa^, erfte 
ber ßuftdnbe (initium primum: libertas). Sß^Q'^^id^en "t^a^ le^te, b. i. 
\iO.^ äufeerfte ber ©inge in ber synthesi, ba§ bricht ab. 



Simplex et compositum. 2c 

M § 224—229. 
418S. X ? (xi M 67'. E II 633. Zu M § 224: 
Plura coniuncta faciunt compositum. Omnia coniuncta totum. 
Ergo non omne compositum (e. g. aeternitas) est totum, qvanquam 
omne totum est compositum. Vox omnia sumitur vel generice vel 22 
singulariter. De omnibus numeris enunciamus generice in Arith- 
metica, et omnes lineas rectas cogitamus in Geometria generice. sed 
[sin] omnes et singulas cogitare non licet. 

S Dpi- s-Ziisaf: stmnnit aas Q'^ — /. 

19 ba^f be§? 30 

2'i Zu dieser Rß. vgl. II .389—392. \\ 25 sumitur 2 mal 



SRr. 4183—4188 (<8anb XVII). 449 

In notione rationali compositi terminus analyseos est simplex et 
terminus syntheticus totum. Prior est terminus a priori, hie a posteriori. 

Vt cogitentur omnia distributive, necesse est, ut simul vnitates 
ponantur. ideoque aeternitas non est totum. 

In qvolibet toto itaque cogitanda sunt: Materia, forma et totalitas. 



Monas. 
M § 230—245. 
4186. Xf (x'f) M 71'. E II 382. Zu M § 239: 
Tempus est prima conditio ad possibilitatem totius, coordinatio 
10 enim exigit simultaneitatera et subordinatio successionem. 



4187. X^ (yc'V M 71'. E II 383. Zu M § 239: 
Qvae simul sunt, pariter sunt connexa per tempus ac (^ ea), qvae 
sunt post se invicem, tempus autem estunicum; ergo est possibilitas 
coordinationis plurium pendens ab uno. Coordinatio contradictorie 
16 oppositorum est successio, non oppositorum est coexistentia. 

Ratio per qvam plurium existentia pertinet ad unum, qvod nempe 
sint simul, in eo latet, qvod [omnia sint per] rationes efficiant unum 
mundistatum; ideoque simultaneitas pertinet ad unitatem mundi et 
testatur de caussa communi. (bie ßeit ift aüentl^alben.) qvod muta- 
20 tiones sint possibiles (in qvo consistit idea successionis in tempore), 
nititur bricht ab. 



4188. Xf vn M 71'. E II 334. Zu M § 239: 

5)er diamn ift fein (ärfat)ruug§begrif: 1. ftnb nur burd^ it)n @r« 

fal)rungen mögltd^; 2. tft er fein ®egenftanb ber (Sinne; 3. bie Unmittel= 

26 bare ©runbfä^e non it)m l^aben nid)! bie Bufelligfeit unb particularitaet 

ber ßrfa^runggfä^e unb ftnb aud^ ni(f)t berufungen auf @rtal)rung. ®r 

1—2 Vgl. II 389i2-20. 

12 Zum 1. Sat: vgl. II 399 Nr. 1, 4ol Jmn. \\ 10 iinum? imara?||i7 
F: efficiunt || 20 possibilis 
30 23—24 grf: || 26 Grfifä^e 

Äant'ä vS(^rift en. Jpanifcbriftlicber Jlac^Iai IV. 29 



450 JRcfIejtonen aur Wlttapf^Xj^t 5pf)afe h Monas. 

ift aud) fetn SScrnunftbegrif: 1. er ift fein aKgemeiner, fonbern einzelner 
23egri|f; ba^er alle 3ftäume t^eilc eincS einzigen uub bie ©runbjd^e 
[ntc^t] burd^ unmittelbares anfci^auen erfanut toerben. 



4189. X?(x^f)M72'. Ell 403. ZuM§239: 

33ei) bcr Seit i[t ba^ SSerpltniS ber 3)tngc unter cinanber in 2ln» & 
fel^ung be§ 2)afeqn§ überl^aupt, ob fie jugleici^ ober nad^ einanber ftnb, 
unb bie ®röfee il^rer 2)auer. ©ie erfd^einen aUc als in einem [2)aje] 
(Sanken be§ 2)ajeQn§, bod^ [mit] oon öerfd^ttinbenber ©rö^e im toerben 
unb oergel^en jugleici^. SSeijm SRaum ift ba& SSerpltniS ber SDinge in 
Slnje'^ung il^rer ©emeinfdiatt: alle als in einem ©an^en, toeld^eS aUe lo 
[mögliche] ©emeinfd^att moglici^ mac^t. 

2Beit toir ntd^t bloS ben 3flaum beS obiectS, toaS unfre jtnne 
rül^rt, fonbern ben ®an^en diaum anfci^auenb erfennen, fo mufe 
ber 3flaum nici^t bloS auS ber wirüid^en rül^rung ber (Sinne ent= 
jpringcn, fonbern oor il^r üor'^ergel^en. Snbeffen, üjeil er bod^ al§ etmaS is 
loirflid^eS oorgefteüt wirb, jo toirb er bie Sßirtung öon bem ©efül^l ber 
Singegentoart feijn unb tk 3«t öon ber 2lbl)ängigfeit aEer SDinge im 
2)afeqn üon ßinem, fo wie ber Diaum bie folge barauS auf bie gemein« 
fd^aft ber 2)inge. 

4190. l?Cx'?JM72>. Ell 365. ZuM§239: 20 
SlUeS 2)afe»)n in ber B^ii ift äufaUig. 2)enn eS ift ein immer= 

tDÖ^renbeS SSerfd^minben unb 2lnt)eben; unb barauS, i)a^ ein 2)ing 
e?:iftirt, folgt nidit, ha^ eS ej:iftiren mirb. 2)a§ notl)ö)enbige 2)afe^n ift 
ba& einzige üoUftanbige 2)afei)n. 

2)aS 2)afeijn in ber 3eit ift gu bem not^ioenbigen 2)afei)n wie [bie 25 
©egenroart] im Flaume in Slnfel^ung ber SluSbel^nung eine uncnblic^e ßinic 
gu ber 33en)cgung eines fünftes in il^r. 



3 unmittelbare«? unmittelbor? unmittelbare 2ln|d^ammg (so E.)??f 
21 — 27 E setzt diese Rfl. in ganz frühe Zeit (den Dogmatismus); sie steht 
aber zu unterst auf der Seite und ist sicher später geschrieben, als die 3 ihr voran- 
gehenden Rfl. 4189, 4078 und 4077, die nach E. aus dem krit. Rationalismus bezw. 
Kriticismus stammen. || 23 Von roirb sind nur die drei ersten Buchstaben und ein 
Schwung vorhanden. 



5Rr. 4188-4193 (S3anb XVII). 45I 

4191. If fx'fj M 72. 72'. Zu M § 239: 
M72: 

SSon bem S^taum ftnb bie ^Regeln: 1. ^0.^, ba er nur bie Sebingung 
oon ber (5r jd^cinung äußerer 2)inge ift, man if)n nid^t als bie 23ebingung 

6 üom 2)afct)n bcr 2)inge felbft anfel)en müfec, aufeer bie 2)inge felbft 
müften nur (Srfd^einungen jet)n; 2. bafe bie :praebicate be§ 9fiaume§ nic^t 
als ^3raebicate bcr 55inge, fonbern il^rer ©rfd^einungen angefe^en werben 
muffen, folglid^ bie @a^e, toeldje bie il'Joglidifeit jber 2)inge auSbrüden, 
nic^t auf 9laum gelten; 3. bafe ber 3fiaum etmaS gan^ n)al)re§ M 72': in 

10 3lnfe^ung ber äußeren ©rfc^einungen fet), weil er baju bie 23ebingung ift. 



Finitum et infinitum. 

M § 246—264. 

4192. l. M74'. E 11629. ZuM§248: 

2)ie Unenblid^feit ift fein obtediüer beftimter 23egrif einer ©röfee im 
16 SSerpltniS auf anbere, fonbern fubiectio eine Uberftetgung einer ®röfee 
über aUe oon un§ angeblid^e, obgleicf) nicf)t burd^ ieben SSerftanb an» 
geblic^e. 



4193. Xf C^f Q^fJ M 74. E IT 1241. Über, 7ieben und zu M 
§248: 
20 Unter ben 2)ingen ftnb folgenbc arten beS ©rofeeften: 

1. ber 25egrif, ber alles [unter [ic^] in feiner @p|are enthalt (unter fic^), 

2. ber alles in fid^ befaffet als ein ©an^eS, 

3. ber aUeS unter ftd^ begreift als ein ®runb. 

2)er SBeitefte SSegrif, baS grofeefte @an3e, ber ©röfeefte ®runb. 
86 Sogtfd^. 5Jiatl^ematif(^. äf^etap^^ftfd^ : aUe inteUectualSBiff enfd^aften. 



6 mfifteti? muffen?.» 

13 Vi/l. II 388 Anm. 2. \\ 14 imf in? \\ 15 Nach fubtecttö, wie es scheint, 
ein griechisches Kolon, || Uberftetgung? Uberftetgerung ? 

21 entl^ält, || 23 ein? einen (so E.)?? \\ 25 Mathem: Metapti: 

29* 



452 Sflefleytoncn jur 5Retap'^t)ftf. Sßtiafe X. Finitum et infinitum. 

4194. X? C^f Q^ f) M 74. Neben und zu M § 248 (SU^n) : 
2)ie Potentiale UnenbUdjfeit, actuale. 2Barum gut actualen anä) bie 
SSergangene gejä'^U wirb. 



4195. Xf (^^ Qi?) M 74. E II 1441. Unter und zu M § 248: 

3m Unenblid^en i[t bie @c!^h3iertgfeit, bie totalitaet mit ber iinmög= 

lidjhii einer synthesis completae ju oereinbaren. folglid^ ift bie <Sc^tt)ic= 

rigteit fnbiectit». 2)agegen ift ta^ potentialiter infinitum (infinitum co- 

ordinationis potentialis) |et)r töot)l begreifUd), aber ol^ne totalitaet. 



4196. X? (^—of) (Qif) M 74. E II 1617. Zu M § 248: 

®er ©röfete Sßegrif, bie größte Slnf^auung, ba§ größte 2)ing ftnb w 
alle gegeben; unb burcf) beren limttation erzeugen tüir bie logifd^e, bie 
jtnnlid)e unb reale 2Rogli(i)feit aUer 2)inge. 



4197. X? If qI ? (x' l) i]ff M 75'. Zu M § 248 : 

2)a§ matl)emati[ct) unenblicf)e i[t o'^ne @nbe nac^ ©efe^en ber fmn» 
licl)en fd)ä^ung, ha§i metap^t}ft|cl^ unenbli(j^e ift o^ne @nbe überhaupt, 10 
b. i. ot)ne <Sd)ranfen. 

Maxiraum vel respective tale, e. g. Ideale, vel absolute qvoad 
realitatem. 

4198. X? (^?J M 75. Zu und nehm M § 248: 

2)a§ Unenbli(t)e; ha^ gröfjefte in sensu absolute; "tfx^ tt)a§ atleä ent* 20 
l)dlt. 2)a§ 5toei)te ift einerlei) mit bem britten, toenn \iCi% ©ing al§ ein 
©runb bctrad)tet loirb. 2)a§ brüte bebeutet am meiften. 

2)urc!^ bie SSernunft !ann 'üa'^ gröfeefte nur nermittelft be§ consum- 
mati eingefeljen merben. 



9 Sc/ioii E. verweist auf II ,W5/., § i). || 10 2)ingc 26 

14 — 1/> nie ©e^C^e ber )innlll^en fcfjä^Ung weinen in dif Zeit der Inauyural- 

dissertation nm 1770; das of)ne (Silbe übertjoupt l>eim metnpt)iififcf) unenblicften 

(/eilt die intetlevttiale lietrachtunif an. 



Sir. 4194— 4200 (öanb XVII). 453 

Siifnultanea. 
M § 280—296. 
4199. 11 (of g'fj M 86'. E I1 1204. Zu M § 282: 
2)a§ jwet) 5)inge ntc^t an einem Drte fei}n fönnen, t[t fein obiectiöer 
5 |q|; fonbern mir nennen [smei)] 2)inge nur barum öerfc^ieben, weil fte in 
SSerfd^iebcnen £)rten jtnb, unb mir ^aben an einem unb bemfdben Drte 
burd^ ben dujseren Sinn feinen ®runb ber Unterjd^eibung üerfd^iebener 
2)inge. 

2)a§ @egn eine§ 3!)inge§ an einem Drte fan fo auägebrücft merben: 
10 2)er Drt tft ber @runb üon etma§, meld)eö fo öiel bebeutet aU: an einem 
Orte fei)n ift foöiel al§> dufeerlic^ in gemifjem ikr{)ältni[fe mirfen. 2Beil 
im abfohlten 9^aume fein SSerpltnife eine§ 2)inge§ gu anbern angetroffen 
mirb, fo fan ein 2)ing in feinem abfoluten Drte (o^ne 5ßer^altntä ber 
actus ^n anbern) angetroffen merben. aber im leeren 3Raum, ber nirf)t er= 
16 füHet ift. 



4200. If (x^?) M 85'. Zu M § 283: 

1. 2)afe [feine] (? alle) relation im [Raunte [einfeitig] (^ relatiüifd) unb 
niemals abfolut) fei] ; ^. @. fein abfoluter Drt, feine abfolute ru'^e ober 
33emegung, fonbern ieberjeit SSemegung unb ruf)e fi(^ auf irgenb einen 

20 anbern Körper bejiefjen muffe; 

2. ma§ barau§ folgt: nemlid^ "boS^ oSit Semegung unb 9?ul)e gegen^ 
feitig unb gleic!^ fet) unb \ia.')^ fein .Körper in Slnfel^ung eine§ anbern, ber 
in 2Ser^ältni§ auf i^n bemegtift, relative auf i^n ru^e; [iio!\!> aifo »irfung 

unb bafe bicfe 23emegungen entgegengefc^t fcQn] * 
26 3. 3)a^ [mag bie t)eroorbnngung], menu fie alfo üerbuuben merben, 

eine gemeinfdjaftlid^e 9Rul)e barau§ erfolge, b. i. bo^ mürfung unb gegen= 
mirfung einanber gleid^ fe^en. 

*(s 3)afe feine SSemegung erzeugt mevben fönne, ol^ne eben fo oiel 

in entgegengefe^ter Of^id^tung (in bem bemegenben) l)erüorpbringen, 

80 meil ein Körper fid^ nur fo üiel gegen einen anbern beroegt, als biefer 

14i actus? actuum? einen??? Drten??? || bk Sc/iiustk/dinmer sticht im Ms. 
nicht nach aubem, sondern erst nach Werben. 

16 ff. Zu dieser Hfl. vgl. XI V 461 ff. soicie die XII 4()l26—28 angeführten 

Stellen. \\ 23 \x[f \m* \\ 25 Nach Werben ein Punct. \\ 27 fei)en? fei)n? 



454 SRcflejionen jur gjietap^^fif. $|S^afc X. Simultanea. 

fxij gegen t^n, ober einen anbern ju [\6) alä ftd^ ju bcm anbern ^in, 
unb weil jte meci^felfeitig ftd^ oon einanber entfernen ober ftc^ nöl^ern. 
[S)cr] 33et)be Körper jufammengenommen »erben alfo in 2lnfel)ung beS 
[Dtt] 3flaume§, wogegen fie oor ber erzeugten Bewegung betrachtet 
tt3urben, in einerlei 3uftani> bleiben. 2). t. toenn jte oor ber Wxi* 
tt)eUung mieten, fo totrb i^r systema rut)en, unb, ttjenn jte ftc^ be= 
ttjegten, wirb i!^r systema [xö^ betoegen.) 



Notio mundi affirmativa. 
M§ 354-379. 
4201, ^. Mlir. Ell 1372. ZuM§3ö4: lo 

(*■ totum substantiale absolute completum est mundus.) 
(3 contingentia, h. e. respectus ad causam, fluit ex compo- 
sitione.) 

ad (^ notionem) Mundi pertinet 1. materiale: [subiecta] pluralitas 
substantiarum. Mundus egoisticus non est mundus. 2. Formale sive 10 
nexus (9 realis) substantiarum, qvatenus constituunt totum (" coor- 
dinatio (non subordinatio sub sui causam)). 3. [determinatio] respectus 
negative determinatus: Qvod non sit pars totius alterius. ober bic 
totalitaet. 33et) jebem ganzen i[t totalitas [absoluta] respectiva, in ber 
SBelt totalitas absoluta. $Die @rbe [tft] bat totalitatem; unb toenn man 20 
aVi^ il)re 2;t)eile gufammennimmt, \o l^at man totalitatem respectivam; 
jte i[t aber jelbft nod^ ein Z^zxl, alfo l)at fie feine totalitatem absolutam. 
2)er terminus ber coorbination per analysin, b. i. a priori, ift ba§ 
einfad)e; ber terminus berfelben per synthesin, b. i. a posteriori, ift bic 
Sßelt. SDer terminus ber fuborbinatton a priori ift bie oberftc Urfa(f)c, 25 
a posteriori bie totalitaet ber ?5olgen. 2)ie SSernunft erfennet i^re ©infld^t 
öor incomplet, bie ntd)t in terminos eingef(!^loffen ift. £)ie 5Rotl)tt)enbtgfeit 
ber terminorum aber ift nid^t obiectiü. @{e fan aber auc^ nid)t ge« 
benfen, mie ein terminus ftatt finben foü, fo mol^l ber coorbination al§ 
aut^ ber fuborbinatton. so 

10 Jf. Zu dieser Rfl. vgl. 11387—392. \\ s- Zusätze: A? v? f? ()? || 12—13 Die 
Endung von compositione ist nur durch einen Schwung angedeutet. \\ 14 Mundi aus 
Mundum || 18 negat: || Von ober bie an etwas andere Tinte und Feder (gespitzt?) \\ 
20 ift aus Versehen nicht durchstrichen. 



mx. 4200—4205 (öanb XVII). 455 

Qvae connectuntur non nisi ut [mutua] subordinata, non semper 
recipiunt totalitatem, nisi computando possint coordinari logice. 

(* Completudo compositi qva talis est totalitas, et haec vel ab- 
soluta vel hypothetica; prior vel respectu omnium possibilium to- 
torum vel respectu alicuius actualis totius.) 



4202. XfvfMlll'. ZuM§354: 
Completum est qvantum, non est pars alterius. 



4203. XfvfMlll'. Ell 770. ZuM§3ö4: 
In qvolibet toto (^ substantiali) est dependentia statuum reciproca 
10 inter partes, non dependentia [sub] qvoad actualitatem substantiae. 
Causa enim et causatum non sunt compartes eiusdem totius, qvia 
nexus subordinationis diflfert a nexu coordinationis. Dependentia autem 
statuum in eo consistit, qvod conditiones inhaerentiae accidentium sub- 
stantiis mutuo inhaereant. 



16 4204. X? (^^V (W MTir. Zu M § 354 : 

nexus realis coordinationis (^ realis) est mutuus, subordinationis 
substantiarum qva taliura non est mutuus. 



4205. X. Mllf. Zu M §354: 

2)ie oberfte itnb allgenugfame Urfod^e tft, bie feiner anbern fub» 
80 orbinirt unb coorbinirt ifi 

(* independentia unb completudo) 



7 Fehlt vor non ein quod? 

13 — 14: E: iühaerentiae, accidentia, substantiis . . . inhaerent. 
Iß Über nexus realis steht dependentia (? dependentiae??;. Es ist un- 
25 sicher, ob das Wort ein g-Zusatz sein soll oder der Anfang einer unvollendeten Rß. 
21 s-Zusatz: v2 — q3? (vf) Er steht unter fuborbtnirt — coorbinitt. II independ: 



456 9JefIeiiouen jur 5Wetapl)i)fi!. Sß^o[e X. Notio mundi affirmativa. 

4206. XfvfMJU'. Ell 1619. ZuM§35i: 
2)ie CDorbination, na^ toelci^er aße [23eft] accidentia etucö 2)tnge§ 
totum Status au§mad)en, i[t eine folge oon ber fuborbination unter einem, 
nemlid^ bem substantiali. 3)ie coorbination, nad^ toelc^er aüe fubftan^en 
ein ganzes anSmad^en, ift bie fuborbination unter einem ente primo. 



4^207. l. M 112'. E II 406. Gegenüber und zu M §359: 
a^taum unb S^it finb formale ©rünbe ber 5J?oglid)feit einer SBelt. 
9flaum, 3eit unb Äraft ftnb allein ber gröfee in ber 2Belt fä{)ig. 

1. 2lu§ ber ßufammeufe^ung ber SBelt bie ßufeKigfeit unb ber 2ln^ 
fang ober ©migfeit; [2. Stus bem SRaume] imgletc^en bie ®rö&e, Unenb* lo 
lic^feit» 

2. 23erenberung be§ 3uftanbe§. Drbnung ber üiatur. Stufenfolge. 
2)er oberfte ©runb ber Sßerbinbung ift auc^ ber formale ®runb ber 

SKoglic^feit be§ commercii. ©innlid) auögebriicft ift e§ ber a^aum. Slber 
ber 9?aum ift üermut^lid^ nur bie ftnnlic^e Slnfc^auung, ber ba§ unmitteU i5 
bare 33emuftfeQn (intellectuale 2lnfd)auung) ju ®runbe liegt, aber barin 
burd^ feine ßerglieberung gefunben werben fan. 



4208. h M 113'. Ell 339. 319. 

3)te SBirfungen ftnb fqmbole ber Urfadjen, alfo ber 3Raum (burdt) 
ben bod) mirflic^ 2)inge alö notbtoenbig oermittelft eine§ gemeinf(I)aft= 
liefen ©runbeö üerfnüpft öorgefteHt merben) ein symbolum ber göttlichen 
aügegenmart ober ba§ phaenomenon ber gottUd^en [Stnfdjaimngen] cau= 
falitaet. Sm 9Raume ift 2Woglid^feit nidtjt oon ber SBirflid^feit unter* 
fd)ieben. 

SlUe finnlicl)e SSorfteHung ift ein symbolum be§ intellectualcn. 2ine 
(^ ftnnlic^e) SSorfteUung oon bem üerl)altni§ ber 2Btrfung ju il^rer Urfad^e 
ift \)Qi^ symbolum. 



10 (^m:\\12 Zu (Stufenfolge vgl. XIV 366/. 

18 ff. Zu dieser Rfl. vgl. II 396 f. (§ 10), 409/. (Scfiolion), sowie Nr. 4145. \\ 
26 fimiUc^en SSorfteltungen || ju aus jur so 



5Rr. 42üf;— 4210 (23anb XVI 1). 457 

Notio Diundi negativa. 
M§ 380—391. 
4209. l^ f q' / V f (x' M JIS'. E II 1433. Zu M § 380: 
eine unenblic^e öergangene W\t)e üon erfdjeinungeu würbe eine 
6 unenblid)e 2)auer ber ftnnlid)feit, mithin eine ^rfdjeinnng, beren üor= 
fteüung mieberum (Jrfc^etnung märe, öorauöfe^en. 



4210. l—o. M 119'. E II 14J9. 1444. ZuM§38J: 
3n ber ^tii i[t bie SBelt entmeber öön ©wigfeit (^u aUer 3eit a parte 
priori) ober nid)t oon @n)igfeit, boci^ aber in ber Beit (in einem 3:t)eile 
10 ber Seit a priori). SSeijbeö i[t falfd). 2!)enn ber 3:^eil ber ßeit aufeer^alb 
ober üor ber SBelt [ift] ober üielmel^r bie abfolnte 3eit i[t ^toor eine 23e= 
bingung mirflic^er, aber nic^t nic^ttt)irflid)er 5)inge, borin i^r positus in 
3lnfel^ung be§ oor'^erge^enben beterminirt öjdre. 

@§ ift feine unenblic^e 2Belt fic^ oor^uftellen moglic^. ^m ift aber 
16 bie 2Belt (phaenomenon) unb bie ß^it nur etnjaä in ber SSorfteÜung. 
2BoUe id) fagen: ob nic^t eine unenblic^e SBelt an ftd) felbft moglid^ fei), 
fo ift bie ©innentoelt nic^tö an ftc^ felbft. @o meit xij nur (^ snrüt)ge^en 
mU, ift bie Sßelt enblid); in§ unenblic^e gurüf bie SBelt ^u erfennen, tft 
unmöglich; alfo ift bie ©innenioelt, fo weit id) ge^e, immer enblid). 2lber 
20 ift weit alfo a parte priori gn meffenV 



6* K: ttiieber 

9 E: Stieil II 10 Die Si-hlKsuklammer fehlt. \\ 11—12 Statt ift wri/e klarer: 
tt)ärc. II öebingung mirflt(i)er Singe: <l. />. der Dinye an sich, falls sie überhaupt 
in der Zeit icären. \\ ni(^tlüirfUd)er 2)inge = Erscheiinuiyeii. \\ 19—20 Aiivk E. fasst 

25 den letzten Satz als Frage auf. Sif wäre natürlich zu verneinen, da das jurüfgel^en 
in indeßnituni erfolgen kann, irodurch dann die Measbarkeit ausgeschlossen ist. Vor 
ttJelt niuss man sich bie hinzudenken. An sich wäre es auch möglich, vor tft als 
Subject fie, i. e. bie ©innetllDelt, zu ergänzen; fie ift Juelt u-iirde dann besagen: sie 
ist ein Ganzes und daher a parte priori JU Uteffen. Aber damit würde gerade das 

30 behaujJtet werden, dessen Leugnung im Vorhergehenden imp'icite enthalten war. Oder 
wollte Kant gerade diese antinomische Fassung wählen? \\ Diese Rß. ist ein bedeut- 
sames Beispiel dafür, wie unmöglich es ist, die Rß. nur nach ihrem Inhalt chrono- 
logisch zu ordnen. E. macht aus den beiden Absätzen zwei verschiedene Reflexionen 
und versetzt die erste in die Zeit des krit, Empirismus, die zweite in die Zeit des 



458 JRcflejtoncn jur SKetapti^ftf. jp^ofe X. Notio mundi negativa. 

4211. A. M 121'. 121. Zu M§ 386, 387. 

M 121': 

continuum formarum. 

@8 i[t eine continuttaet unter ben speciebus; \)a^ ift: e§ ßiebt feine 
speciem alii proximam, ba^iüifii^en nid^t anbere fönten gefteriet tijerben, 5 
unb alfo au^ feine speciem infimam. SBir l^aben species infimas, weil 
toir bie fleinen Unterjd^iebe nic^t fennen. ß. @. ®olb, baoon ttir feine 
species fennen. (5ben fo üon S^toggen unb ^flan^en. SSielleid^t ftnb |ie 
crftlic^ fel^r [öon einonbj no^ bem ®e[e^e ber continuitaet geftettt getoejen 
unb burd^ bie SSermengung nur getrennt »orben. lo 

Non datur species infima, fan enttneber fo oiel lieifeen aUi e§ ift 
feine species infima möglid^, ober: fte i[t nid^t toirflid^. e. g. bie Äeime, 
Die im 2Ren[d^en liegen, fönnen ein ®e[d^ö^)t ^eroorbringen, toaS einem 
Slffen üoüfommen d^nlic^ ift. 

M 121: 16 

5ßerf(^tebene species arguiren eine üerfc^iebenl^eit beffen, tt)Q§ jur 
fubftan^ gel^oret ; ober bie SSer|(l^iebenl)eit ber Swftänbe mad^t feine 35er* 
fd^ieben^eit ber @ad^en, alfo aud^ nid^t ber specierum. 



4212. lUl^V M 122'. E II 1741. Zu M § 386, 387: 
SBenn alleö ba ift burd^ 6inen, fo ift ieber fod^e burd)gangige 33e= 20 
ftimung eine ©infd^ränfung be§ SBeltgangen, fo »ie ieber abgemeffene 
fRanm eine limitation be§ Unenblic^en 3flaume§ ift: b. i. ^a§ ®an|e ent« 
f^ringt nid^t au§ ber Sufamtnenfefeung ber ^anblung, tooburd^ Si^eile 
'^eröorgebrad^t toerben, benn baburd^ wirb ein qvantum discretum, 
fonbern ieber St^eil ift nur 3J?oglid^ burd^ bie einfd^rönfung ber 3Kad^t, 25 
bie im ganzen ift. (5§ ift aber ein ^robuft ber 3Ratur mit einem anbern 
nur burdö bie ^infdiranfung ber allgemeinen ^raft oerbunben, meldte fte 

Kriticismus I. Aber Schrift und Tinte sind ganz dieselben, der 2. Absatz folgt un- 
mittelbar auf den 1., ohne durch einen Strich getrennt zu sein. Es kann auch nicht 
der leiseste Zweifel darüber obioalten, dass sie aus eirier Zeit stammen. 80 

18 Am Schluss der Rß. ein Verte, das etwas andere Tinte zeigt — eine Ver- 
schiedenheit, die aber tvohl davon herrühren kann, dass Kant bei dem Wort tiefer 
eingetaucht und so den Satz mitbekommen hat. Auf M 122, 122' findet sich kein 
zweite» correapondirendes Zeichen. Vermutlich hat Kant auf Rß. 4212 verweisen wollen. 



5Rt. 4211—4214 («Bonb XVII). 459 

bcQbe J^eroorbringt, alfo [aud^ nur] weil in ber angemetnen gnugfamen 
^raft ber ®runb gu aUen speciebus liegt, bie gwifd^en einem probuct unb 
bem anbern möglich fe^n nur üermittelft oller mittleren ^robufte, beren 
Unenblid^ oiel jinb, bie jtöifd^en einer specie unb ber anbern enthalten jtnb. 



5 4213. X? (iil) M 122'. E 11659. Zu M§386, 387: 

3m meta^j^Qftfd^cn SSerftanbe jtnb öon einerlei 2lrt 2)inge, au§ beren 
einem gu bem anbern ber Übergang [nur] bur(i^ bie Slbdnberung ber ®röfee, 
e§ \tt) in einer ©igenfc^aft ober in bem SSer^altniffe gme^er, möglich ift. 
55agegen ftnb 2)inge Don SSerfc^iebener art folc^e, beren ^egel fc^on üer= 

10 fct)ieben ift. 



Natura corporum. 
M § 430—435. 

4214, If V? (i—of) Q^n M 139'. 139. E II 1354. 1355. Zu 
M § 430. 
16 M139': 

2)cr erfte C'' [inncri]) innere ®runb aVii§ beffen, maö jur 2Btrflid^feit 
eines 2)inge§ gel^oret, ift bie 5latur beffelben. 

@ine wirfung l^at enttoeber in ber ^Jlatur ober ber ^reijl^cit ber Ur= 
fadie i^ren ©runb. '^m erften %aVit ift ba§ ©egentl^eil i)l^#f(i^, im 
20 jttctjtcn ^jractifc^ unmöglich. 

©er erfte ®runb beS 3wfälligen ift ntd^t in ber ^Ratur irgenb eines 
2)tnges. 

SlUeS, ü)a§ burd^ bie D^atur eines ©ingeS gefc^ie^t, ^at einen öorl^er 
M 139: ge^enben ®runb unb ift nic^t t)a§> erfte. 2)ie [3uf] burc^gangige 
26 SSeftimmung beffen, was jum innern beS 2)afeQnS gel^ört, nad^ fubtec* 
tiöcn ®efe^en: 9iatur, nai^ obiecttoen: %xtt)^txt 



3, 7 bem? ben» \\6 3m? 3n» || ntctap^^f; 
26 Nach ©efe^en ein Punct. 



460 JRcftejtonen 3ur ?0?etap^^ftf. 5)3^afeX. Substantiarum mundanarum commercium, 

Suhstantiarum mundanarum commercium. 
M § 448—465. 

4215, X? ([xfW ^ i^7. E II 342. Zu M § 448: 

dato spatio datur possibilitas compraesentiae plurium, ast Don 

possibilis est plurium compraesentia nisi posito existente principio 6 

communi; ergo dato spatio concludi potest ad ens aliqvod primum. 

sed est unicum spatium; ergo concluditur ad causam primam unicam. 

itidem est necessarium, qvatenus est mera possibilitas; ergo concluditur 

ad necessariam. 



4216, U (ifj M 148'. E II 776. 1279. Zu M § 448: lo 

Omnis harmonia est vel generaliter vel singulariter stabilita; prius 
reqvirit, ut aliqvid sit totum substantiale. 

Generaliter stabilita est vel externe vel interne stabilita; posterior 
influxus physicus. singulariter stabilita est vel occasionaliter vel prae- 
stabilita. i6 

[In universo est] Qvod attinet commercium speciale animi et cor- 
poris, difficultas inde oritur, qvod substantia, qvam sensu interne 
cognoscimus, incognita plane sit [qvoad] tanqvam obiectum sensus ex- 
terni, neqve itaqve vis qvaedam tanqvam praesentiae externae prin- 
cipium generale [possit] data sit; effingere autem illam non licet. Haec 20 
autem molestia etiam [in] circa corporum actiones reperitur, qvorum 
principium non nisi ab experientia, non rationis intuitu constat. 

spatium est idea singularis; inde constat, possibilitatem comprae- 
sentiae plurium niti existentia entis singularis. 



8 mer || 9 necessariam? necessarium (so E.)? 86 

12 reqviritur II 14 Nach der Inauguraldissertation (II 409) ist der influxus 
physicus gerade umgekehrt ein commercium externe generaliter stabilitum. || A?S 
Zu idea singularis vgl. II 397 (§ 12), 402 (§ 15 B). \\ 24 Die drei Schlussworte 
sind wohl im Sinn von Rfl. 4215, sowie im Sinn des Schlusses von Rfl. 4437 und 
des Scholions zu § 22 der Inauguraldissertation (II 409 f.) auf Gott zu beziehen, 80 
nicht auf den absoluten Raum, dessen reale Existenz der letzte Absatz andernfalls 
behaupten würde. 



5Rr. 42 1 5—42 1 7 (S3aiib X VII). 46 1 

4217. X. M 148'. 148. E IT 1693. 784. Zu M § 448. 
M 148': 

Causa substantiae est creatrix, causa formae architectonica. Ergo 
[causa ent] ens extramundanum non solum est architectus, sed creator 
ö mundi. 

Mundus [est non est par] est totum, qvod non est pars [possibilis] 

actualis alterius totius; si non sit etiam pars uUius mundi possibilis, 

est totum maximum. Causa mundi rationalis est auctor. Auetor non 

est architectus. KK. Auctor mundi nemini nee coordinatus nee sub- 

10 ordinatus est. Deus. 

Quae [externe] non sponte sunt harmonica, sed artificio externo et 
arbitrario consentientia, sunt in commercio apparenti, h. e. sympathico. 
[Qvorum natura] Quae sunt e principio generali coniuncta, ita ut com- 
munis eorum natura sit ratio mutuae dependentiae, consentiunt phy- 
16 sice sive naturaliter. Influxus* autera physicus est vel originarius vel 
derivativus (*' subalternus). Prior locum haberet, si ratio formalis sit 
substantiis domestica; posterior, si sit peregrina. Causa autem mundo 
peregrina est ens extramundanum. Commercium itaque substantiarum 
mundi fit per influxum derivativum. sive est commercium naturale ob 
20 communem dependentiam. 

Natura universi qva talis (qvippe natura universa est natura sub- 
stantiarum omnium) consistit in coniunetione et completudine (qva- 
propter dicitur rerum universitas); ideo bricht ab. 

M 148: 

25 *(* originarie substantia in substantiam non potest influere, nisi 

qvam sustinet, qvia substantiae non patiuntur ab aliis [a qvibus non], 
nisi ita ut passio sit simul actio.) 



4—5 Vyl. II 40S (§ 20). II 7 totius est si \\ 16 s-Zuaatz: vf ^r \\ 19 fit? 
Sit (so A'.;? II 25—27 ü- Zusatz: §. \\ 26 qam 



462 3flefIejionen äur TlttapW^^- ^fiof« ^- Arbitrium. 

Arbitrium. 
M§ 708-718. 

4218. L M273'. E II 1529. Gegenüber von M§ 708: 
(s Sßenn in ®ott eine SBittfü^r tft, fo ift§ fre^e 2ßtU!üt)r.) 

2)ic ßöttltci^e t5reJ)l^eit i[t jel^r ao^l ju begreifen. 2)ie fpontancitact ö 
unb bte necessitas subiectiva per motiva intellectualia (meldte niemals 
subjective neceffttircn, tnbem jientd^t in ber 5lrt beftel^en, wie ba§ jubiect 
atficirt wirb) jinb in i^m bie 2Sottfommen[te. ^ier i[t nid^t oerbinbung 
ber ^fiot^toenbigfeit mit ber BufäHigfeit. Slber beQ ber menfc^Iid^en f^reij* 
l)eit ift 1. eine reil^e beterminirenber ©rünbe einer jeben freijen ^anblung lo 
jur SSegreiflid^feit i^reS Urj^irungeS nöt^ig, aber Caugieid)] aläbenn bie 
spontaneitas simpliciter talis lüegen ber [oberften Sefti] äußeren be= 
ftimmenben ®rünbe an einem jufaEigen 2)inge unmöglich; aber anbrer 
@eit§ [joenn man eä ein erfter 2tnfong beQ ber] gu einem erften Slnfang un* 
bebingtc BufdUigfeit [not^ig] ober unabl^angigc ^re^^eit notl^menbig. is 



4219. L M275'. E II 1499. Gegenüber von M§ 708: 

SDie ©c^mierigfeit, bie menfd^lic^e f^te^l^eit gu begreifen, liegt barin, 

hoSi ba§ fubiect bepcnbent ift unb bod^ inbepenbent öon anbern SBefen 

l^anbeln foU. 

2)aä not^menbige mefen fan nid^t anfangen ju l^anbeln, \i(i^ sufaUige 20 

feinen erften 2lnfang. 



4220, If (x^fj (vi' f) M276'. E II 1517. Zu M§710: 
^reij^eit ift eigentlid^ nur bie (Selbftt^atigfeit, beren man fic^ bemuft 
ift. Söenn man fid^ etmaS beijfaUen lä^t, fo ift biefeS ein actus ber «Selbft* 
ti)atigfeit; aber man ift ftd) l^iebei) nid^t feiner Sll^atigfeit, fonbern ber 20 



3 ff» Zu dieser Rfl. vgl. Nr. 3860, zu der die obige Rfl. vielleicht in einem Ver- 
hältnis der Ergänzung bzw. Correctur steht. \ \ 14 man cS ein ? 

IG ff, E. setzt diese Rß. in den Dogmatismus, die unmittelbar über ihr stehende 
Nr. 4218 in den Kriticismus. Und doch kann 7nan mit völliger Sicherheit behaupten, 
dass Rß. 4219 nachträglich zwischen Rß. 4218 und 3859 zwischengeschrieben und 30 
also spätiir als beide ist. 



mt. 4218—4224 (Sonb XVII). 463 

Sßirfung bcauft 2)er 2lu§brucf : id^ benfe (biefcS obiect), geigt [d^on an, 
ta^ iö) in Slnfel^ung ber SSorfteHung nic^t leibenb bin, bafe fte mir guju* 
jd^reibcn fc^, i>a^ oon mir felbft baä ©egcnt^eil abfange. 



4221. X—Q. M216\ EU 1521. Zu M §110: 
iJre^'^cit ift \iO& SSermögen, originarie ettoaS l^eröor ju bringen unb 
jU toirfen. Sßie aber causalitas originaria et facultas originarie effi- 
ciendi be^ einem ente derivative [tatt finbc, ift gar nid^t ju begreifen. 



4222. L M216'. Zu M §110: 

Unjer arbitrium ift nid)t fenjttiö, fonbern bie actus arbitrii enttoebcr 
10 fenfttit) ober inteUectuol. 2)enn arbitrium ift nid^t bie 9leigung, fonbern 
bie Sßal^l aus ^'ieigung ober SSernunft. 



4223. X. M216'. Zu M §110: 

pradifd^ ift baSienige 9^id)tä, toaS id^ gar md)t löarnel^men fan*. 
^Jlun fan bie tranöfcenbentale neceffitation oon mir nid^t toargenommen 
16 toerben, fonbern id^ füt)le nid^t§ oX% \ia^ ®e[e^, eine ba^u I)inreid^enbe 
^aft unb ba§ 23elieben ; alfo ift ba§ practifd^e niemals bricht ab. 

*(^ 2)enn hOi?> fomt nid^t in Slnfc^lag ber SSeioegungSgrünbe. 

Sßerbe i(^ tt)ol)l um biefer oorl^erbeftimung miüen in anfel^ung ber 

abjtd^ten be§ SebenS gleidt)giltig jegn ober anberS oerfal^ren. @§ ift ein 

20 anbereS ju fpeculiren unb t)ractifd^ ju benfen ; iene§ jum erflären, bief e§ 

jum ^anbeln.) 



4224. X. M216'. E 111492. Zu M §110: 
2)ie pat^ologijc^e necefjttation ift innerlid^ unb ftimt mit ber f|)on= 
taneitaet, aber jte ift boc^ bie 33ebingung einer 3)iöglid^en äufeern necejfi» 
35 tation. ©ie inteUectueUe necejfüation ift nid^t auf pafftöe, fonbern 



4 ff. Diese Rfl. scheint nachträglich zwischen Nr. 4220 und 4222 zwischen- 
geschrieben zu sein und wird in diesem Fall aus späterer Zeit (fx — q) stammen. 

14 tranSfc. || 16 nlemolä? niemanbeä? einrcenbet? ein»anbf?.» 



464 SRefIejtonen 3ur 3J?etap'^^fif. ^piiafe X. Arbitrium. 

actioe conditiones gegrunbet; alfo i[t bieje ber tret)l)cit md)t entgegen, 
toeil eg ein inbepenbente§, jonbern felbft gemad^te^ ^Belieben ift. 2Benn 
mx bie na^ften urfad^en ^aben, fo brau(!^en lüir nid^t ben 3ufamment)Qng 
mit ben entfernte[ten ju miffen, nod^ toie »ir ju biejer Äraft fomen, bie 
toir ^aben. 2)ie ®efe^e ber Bewegung ftnb immer biefelben, bie Urfad)e 
berjelben mag feqn, lüeld^e fte motte. 



10 



Liberias. 
M §719—732. 

4225. If (o—q'f) M 284'. E II 1518. Gegenvher von M 
§724: 

2)a bie ^retj^eit eine üottftänbige felbfttptigfeit be§ 2Bitten§ ift, 
of)nc burd) stimulos ober burd) irgenb ctma§ anbere§, ma§ ba§ fubiect 
afficirt, beftimmt §u fei)n, fo fommt e§ bei) i^r nur auf bie ©etuiS^eit ber 
^erfo^nlic^feit an: ba^ fte nemltd) (9 ft(j)) bemuft fei), fie t)anble auö 
eigner 2ßittfüt)r, [fie ^anbte] ber Sßitte fet) t^atig unb nid^t leibenb, meber 10 
burd§ stimulos noc^ burc^ frembe ©inbrüfe. @onft müfte id) fügen: ic^ 
bin getrieben ober bemegt, fo ober fo ju l^anblen, iüeld^e§ fo Diel l)eifet alä: 
\ö) bin nic^t ^anbelnb, fonbern leibenb. 2Benn ®ott bie SSeftimmungen 
ber SBittfü^r regirt, fo ^anbelt er; wenn bie rei^e ber 2)inge fte notl)= 
roenbig beftimmen, fo nöt^igen fte; in bei)ben Ratten entfpringt bie 20 
^anblung nid^t au§ mir, fonbern ic^ bin nur ba§ mittel einer anbern 
Urfad)e. 

3n ber (Sinnenmelt ift nic^tg begreiflich; als ma§ burd) üor^erge^enbc 
©rünbe neceffttirt ift. 2)ie ^anblungen ber freien miUfü'^r ftnb phaeno- 
mena; aber i^re Sßerfnüpfung mit einem felbftt^atigen fubiect unb mit 86 
(» bem 23ermögen) ber 35ernunft ftnb inteUectual; bemnad^ fan bie 23e- 
ftimmung ber frei)en 2ßittfül)r ben legibus sensitivis ntd^t fubmittirt 
merben. 

2)ie §rage, ob bie Srei)^eit möglid^ fei), ift oielleid)t mit ber einerlei). 



^ f'of fünberil muss man rtira liin:uJi-iikr)i (als in illbepenbeiltcä enthalten): 30 

16 müfte? mufte? || ^d E: fonnen statt fan || '46—27 iöeftimmimg?'' ^t- 
ftimmungen (so E.)f 



?Rr. 4224—4226 (S3anb XVII). 465 

ob (^ ber 9Ken|d^) eine löo^re ^erfo^n fe^ unb ob ha§ Sc^ in einem loefen 
öon dufeercn beftimungen mogltci^ fe^. 

2)a§ 3<^ ift eine Unertlärlic^e SSorfteQung. (Sie i[t eine Slnjc^auung, 
bic unmanbelbar i[t. 



6 4226, Xf(x'V(C—vVM285'. E II1489. 1494. 1535. Gegen- 

über von M §724, 725: 

(^ 2)arin befielet nicf)t bie ^rcQl^eit, ba^ ba§ ©egent^etl un§ l^ätte 
belieben fönnen, fonbern nur ba^ unfer 23eUeben ntd)t passive ge- 
nötl^igt toar.) 

10 ®aÖ arbitrium sensitivum ol^ne §Beü)u[ljeQn ift brutum. 

3)a§ arbitrium ift ju einer ^anblung entöjeber tptig beterminirt 
ober passive beterminirt. ^m erften faUe ift e§ boc^ freri, obgleich bie 
motiva obiective necessitantia ftnb. 2)enn e§ l)anbelt [ot)ne bafe] not^= 
toenbig, nid^t toeil fein fubiect nac!^ feiner leibenben (äigenfc^aft, ber @inn= 

15 Ud^teit, üon ben obiecten afficirt mirb. 2)ie SRenfc^Ud^e SBillütir ift nie= 
mal§ passive beterminirt. 2)a§ arbitrium, ma^ blo§ active beterminirt 
ift, ift ein guter SBiÜe. Db aber (" gteic^) ein guter SBiUe an ftd) felbft 
ju guten ^anblungen beterminirt ift (^ unb frei)), wenn gleich bie fubftan^ 
causatum alterius ift: fo ift bod^ bie 5ßermifd)ung mit bem sensitive eben 

20 fo Oiel, a\§ toenn bie rationes ad determinandum incompletae mürben. 
2)e§megen ift ber 5Renfc^Hd^e SBilte ^u feiner 2lrt ^anblungen au§ ftd^ 
felbft beterminirt. ©eine miüfü^r ift alfo eine jtoar freije, aber unbe» 
ftimmte SBiUü'^r (bie göttlid^e ift beftimmt). £)a§ arbitrium brutum 
ift beterminirt secundum rationes [intellectuales] sensitivas, ba§ göttli(!^e 

25 secundum intellectuales, ba§ menfd)lid)e bmö) !eineg, (Seine ^anbluugen 
t)dtten aUt tonnen nai^ ber SSernunft gefd^e^en. 2)at)er ift er frei). 
3ft benn aber nid^t ein beterminirenber ®runb, mol^l gmar nid^t in ber 
2öia!ü^r beg 5J?enfd^en übert)aupt, aber bod^ in ben Umftdnben unb SSe* 
bingungen? unb menn biefeS nid^t ift, too^er gefd^e^en benn bk l^anb= 

80 lungen mirflid^. Slntmort: Sitte Stimuli ber Sinnlichen SBiUfii^r fönnen 
ba^ actio e beg ^Jienfd^en bod^ nid^t jum ^affioen 50^ad^en. 2)ie obere 
äötttfü^r entfc^eibet bod) felbft; marum fie aber biömeilen auf bie Seite 



7 — 9 Der g-Zusat: steht zu oberst auf der Seite, über der Rß. \\ 10 Zu ar- 
bitrium sensitivum vgl. M § 719. \ \ 3'/i aber auf 

Äant'ä St^viften. Jpanbfc^riftUcDer ««ae^Iafe. IV. 30 



466 SReflejtonen aur SDietap^^fif. 5)3:^afe X. Liberias. 

ber @innUct)feit entfd^eibet, bisweilen auf bie ber Sßernunft, baüon !an 
fein @efe^ gegeben werben, »eil !ein beftanbig ©efefe beijber Ärafte 
ba ift 

Sei einem t{)ättgen principio f)at ber 3uftfln^ Qai' feinen (5influ§ auf 
bog fubiect, toeber ber SSergangene no(!^ ber ©egenroärtige, feine ^anblung 
p beterminiren. $Da§ fubiect ift ieberjeit au§ fid^ felbft ber qüell ber 
^anblungen. SBarum e§ aber fo unb ni^t anber§ f)anble. 



4227. l? (x'fj (^—T]?J M285'. E TI 1493. Gegenüber von M 
§ 725, 726: 

SBären bie 2J?enfd^en üoüig intellectual, fo Ujären aKe ifire §anb= lo 
lungen t!^atig beterminirt, aber bodj frei), unb mürben nur in Slnfel^ung 
ber öeranberlid^en ®elegenf)eiten pfaUig fe^n. 6g tt)ürben if)nen aud^ 
biefe l^anblungen imputirt töerben fönnen jufamt ben SSelol^nungen, ob 
fte Qkiä) gefd^opfe eines tjö'^ern ttiefenS njären. 2)enn fte 03ären al§ felbft= 
t^etige ^rincipien unb al§ würbige ©egenftdnbe feiner ©ütigfeit an^ufel^en. 15 
SBären fte öoUig fmnlid^, fo wären i!^re ^anblungen allein paffto beter= 
minirt; il^nen fönte nid)t§ imputirt werben, unb [m würben feiner 33e= 
lo'^nungen unb 23eftrafungen fällig fe^n. 9iun [\nb fte jum S^eil ftnnlid^, 
äum %i)dl inteltectual, bod^ fo, ha^ bie Sinnlid^feit freijlid^ ba§ intellec- 
tuale nid)t pa\[\\) macfien fan, Slber ba^ inteüectuale bie .§)anblungen aud^ 20 
nid^t anber§ al§ burd^ ein gewiffeö Waa§ be§ Ubergewid^tS über bie «Sinn» 
Ud^feit überwinben fan. alfo ift ber ^JZenfd^ Weber active nod^ passive 
beterminirt; unb ba bie (Sinnlidtjfeit fo wo'^l al§ bie (Stärfe ber SSernunft 
üon ben Umftänben abpngt, fo bepenbiren feine ^anblungen jum S^eil 
üon ben Umftänben, jum S^eil üon bem ©ebraud^e feiner SSernunft unb 25 
fönnen i'^m nid^t gan3lid^ imputirt werben. @r ift frei), wenn man eö 
auf§ genauefte nimt, allein bie 3Jföglid^feit, et wag ®uteä ju tl^un, 
worin bie i5i^ei)'^eit eigentlid^ befte^t. SlHein ob bie ^anblung wirflid^ 
au§ biefem principio ober bem fenfttioen entfpringe, fommt auf bie con= 
bitionen an. @o wie tu einem Spiel ein ieber 2Burf gewinnen fan, o^n= 30 
angefe^en ber t)orl^ergel)enben unb begleitenben Umftänbe. 



14 gefdlüpfe? gcfcijOpfen? || 22 Ist Überroinben vielleicht rersdi riehen für 

beftimmen? || 27 Nach allein etica einzusrhiehen: mit Jöejiig auf || 28 ^aubtungen 



fflt. 4226—4230 (f&anb XVII). 467 

4228. Xf (x'fj (o—Q^?J M28Ö'. E II 1522. Gegenüber von 
M § 726: 

2Bir fet)en un§ burd^ ba§ S3eö)uftfei)n unfrer ^erjöl^nltd^fett in ber 
inteUectualen SBcIt unb finben un§ jreQ. 2Btr fel)en un§ burc^ unfre Slb* 
6 pngigfeit üon ©inbrüfen in ber @innenn)elt unb finben unö beterminirt. 
Unfere 2lnf(!^auungen ber Körper gel^ören alle gur 6innentoelt; bemnacf) 
[timen bie ©rfal^rungen mit ben ®efe^en berjelben üon beterminirenben 
grünben. aber unfre intellectuale Slnfc^auungen üom freien SßiÜen [timen 
nic^t mit ben ®efe^en ber phaenomenorum. 



4229, Xf (x^fj (Z—T]?) M285'. E II 1536. Gegenüber von M 
§ 725: 

2)ie frei)^eit Id^t ftc^ nid^t t^eilen. 2)er 9Kenfd) ift entmeber gan^ 
ober gar nid^t fre^, tceil er entmeber au§ einem tf)atigen priucipio ^anbeln 
fan ober öon 23ebingungen abfängt. 



16 Psycholocjia ^rttmiaHs. 

M § 740—799. 
4230, Xf (x'f v'f) (^—q'?J AI 292'. 292. E II 1284. 1356. 
M 292': 

2)ie reine ©eelenle'^re, weil fie !eine principia (" ©rnnbfa^e) au^ 
20 ber (ärfal^rung üorau§fe|t, fan au^ feinen anbern ah$ folgenben (Stücfen 
be[tel)en: 

1. [(Srfe] Slbfolute aSetrad^tung berfelben au§ tran^fcenbentalen SÖe- 
griffen: @ub[tan^. ^infadt) (? einzeln). sufäUig.* ("obid^obereinanberer 
in mir bie actus ber SBilfü^r würfe, wenn ic^ ein äufattig Sßefen bin,) 
25 enblid^. (* unoerganglic^.) 



6 bemnad)?? bemioü)? 

10—14 Rfl. 4229 ist muhträylk-h zwisrhn, Rfl. 422(J und liß. 4227 zivisrhen- 
geschrieben. 

17 ff. Zu dieser Rfl. vyl. die von Pülitz hrsyy. Metuphijsik S. li>l! ff. || s-Zit- 
30 Satze: u — (f. \\ 22 Üli'-r abfolute SSetradjtuug sind mn/iträy/icli itovh die Worte 

fuborbinatton itirer JSrafte. hiinuye/iiyt. \\ trauscendalen || 24 E: ben statt bie 

30* 



468 9fiefIejioncn jur SKetopl^^fif. 5p:^afc A. Psychologia rationalis. 

2. SSergleid^ung berfelben mit anbern SBefen (" tranöfcenbentalen 
Segriffen), bie tüir burd^ ©rfal^rung f ernten: 

a, ben Äorpern überl^au:pt. immaterial; 

b, ** anbern benfenben 0iaturen ber 2ßeU. 2)ie unter ober neben 
ober über bem 5Renj(!^en ftnb (bruta, incolae planetarum, angeli). & 

3. SSerfnfipfung berfelben mit bem Äorper: 

(9 erfte ©d^wierigfeit: mie bIo§ innerltd^ ttjirfenbe Gräfte äu&er* 
lid)e folgen l^aben fönnen, ttjie blo§ aufeerlid^ wirfenbe Gräfte inner» 
lid^e ä^eränberungen l^eroorbringen foUen. jttieQtenS: toie bie SSer» 
einigung eines immaterialen SSefenö mit einem materiellen mog= lo 
lic^feQ.) 

a. Sl'JÖglicl^fett berfelben. commercium animae et corporis, (Si^ 
ber @eele (f !önnen i^n nid^t oeränbern). Sensorium commune, (" ideae 
materiales, materialismus [subli] vel subiectivus vel formalis,) (f Status 
animae in diverso statu hominis. Sedes animae.) (* principium be§ i5 
Seben§. ^xttjl^dt) 

b. Slnfang. ©eburt^. nor ber ©eburt^. 

c. @nbe. 2:ob. naci^ bem 2obe (* metempsychosis), (" Sirennung. 
Sluf^oren ber 2lb^ängigfeit öom Körper, ob e§ eine neue 2lbl)ängig!eit 
fet)? Drt.) (3 Sluferfte^ung. 6eelenfd)laf, aet^erifd^er ^or^er. Metem- 20 
psychosis. Ort gleid^ nad^ bem 2:obe: im ®rabe, auf ber ©rbe, im 
^immel unb ^öUe. pneomatiften.) 

*** Anima est subiectum cogitans pendens a corpore (sentiens), 
Animus activum qvidem, sed adstrictum conditionibus corporis. Mens 
activum in et per se. 25 

4. SSerfnüpfung mit anbern ®eiftern..@rfd^einnngen: innere, äußere. 
AI 292: *C- [S^re] ©elbftt^tigfeit C Srel)t)eit). ÜJ?ein 3uftanb ift 

nic^t burd^ meine 5Ratur not^wenbig, fonbern id^ bin freij. Obere Ärdfte 
ber (5rfentni§ unb be§ SBiÜenö. ®emalt über ftd^ felbft, SKoglid^feit 
ber 3JZoralitaet.) so 

AI 292: **(*■ Slltgemetne 23ebtngnng be§ inneren @inneS: S3e« 
touftfeijn. 2, ßebiglic^ ein ®egenftanb be^S innern @inne§: ®eift.) 

1 — /i Der g-Ztisatz gehurt vielleicht zur vorhergehenden Zeile. || ö Unter mit . . . 
Äorper, über commerc: (Z. 12) steht: vid. pag: 294 — ein Himveis auf Rfl. 5457. || 
9 sweQte. II 18 Zu metempsychosis vgl. XV 826/. und oben S. 152. \\ 22 Die Endung 35 
in pneümotiften nicht ganz sicher. \\ 27—30 Die Worte 9)iein — ÜJJovalitaet bilden 

möglicherweise eine selbständige Hß. 



20 



mx. 4230—4231 (23onb XVII). 469 

M292': ***(5@eele. ®emüt^. ®eift. ©in @c^mer| trift bic 
@eele burd^ (ämpfinbung, er i[t im ©emüt^e (? entfpringt) burd^ re» 
flejcion unb im ®ei[te burc^ aj?i§biaigung feiner felbft.f) 

M 292: t p IBe^ bem einen misfäüt bie (Smpfinbung, beijm 
jmeijten ber gan^e 3u[tanb, beqm britten bie ^er-- 
jo^n ftc^ |elb[i 3)er erfte befinbet ftd^ übel, ber 
Sweijte [tft] fc^ä^t ftd^ Unglüflid^, ber britte be§ Un= 
gliif§ rnert^. (33i§n)eUen e^e baS Unglü! no(^ 
ttirflic^ i[t.) 

10 Über der Rß., zwischen 4ß7 19-23, ^681-5-, bzw. avi Rande links 

stehen auf M 292' noch folgende s- Zusätze: 

(« 1. (Seele als benfenb Befen: a. 3ur ©innentcelt gel)orig. b. 3ur 
inteUigibeln, 2. 2llö lüürbe.) 

(f Existentia corporis contra idealismum.) 
15 (« NB. 3(^ bin fubfiang, ic^ bin einfach icic, 2)a§ ^d) in sensu 

stricto entl^dlt alles bie[e§0 

C 3c^ alä obiect be§ innern (Sinnet, aB benfenb, bin nici^t obiect 
be§ äußern, ©ebanfen ftnb nicf)t phaenomena im 9flaume.) 
(f bruta ol)ne innern @inn, SSeöJuftfeqn: Analoga üon ^DJir. 
Spiritus — äußern — 
blofee tf)ier^eit, blofee inteüigen^. 5[>?enfcl^^eit (a priori» 



4231. If (^—Q^fJ M292'. 

Sn ber tl^eoretifcJ^en ))^ilofo|)^ie ftnb bie obiecten entroeber obiecte 
rationis purae (*' et etiam principia intellectualia): philosophia trans- 
25 scendentalis, ober obiede sensuum (« sed principia (s vel) intellectualia 
vel [sens] empirica): Natura, physiologia. 

1, 4 Vor ©eclc und Set) Je dasselbe Zeichen wie vor Anima (46823). Nach 
fclbft (Z. 3) im Ms. kein Zeichen. || lü Stlä würbe sehr unsicher. Vielleicht ein Wort. 
Vorn 2lt sicher, hinten bc oder le. WiUe unmöglich. || 17 Rechts von benfcnb steht 
30 pag 295 — ein Hinweis auf Rfl. ,545S. || 19 «Wir? || 20 /.inks über äUBCni nach- 
träglich ein üor eingeschoben. 

23—24 obiecte, rationis? obiecta, rationis?? obiecten rationis»? Die Worte 
stehen am Anfang einer Zeile, unter rationis steht sensuum; statt obiecte (Z. 25) 
im Ms. ein freier Platz links von sensuum. || 24, 25s-Zusätze: k—q? || 25 obet fehlt. 



470 JRefIcjionen 3ur SRetüpl^Qfif. 5pi)0fe X. Psychologia rationalis. 

Physiologia vel sensus interni, Psychologia, 

externi. Physica; 
vtraque vel e principiis rationalibus vel empiricis. 



4232. If (o—Q^f) M 292'. E II 1220. 

obiecta rationis purae et principia empiiica secundum analogiam, 5 
h. e. legem proportionis cuiusdam philosophicae, [vel] a mundo sensi- 
bili dato in antecedentia ad terminum a priori (principium): deum, vel 
in consequentia ad terminum a posteriori (finem): Mundum. 
(3 1. 2Bo h(n^ inteHectuale ^a% er[tc principium, 
2, 2Bo e§ bie le|te Solge iftO lo 



Natura animae humanae. 
M §740-760. 

4233. }.UP Q^V M294'. E II 1295. Gegenüber Ulje-n: 
2lu§ ber immaterioUtaet fliegt, \ia.^ bie Seele unb Körper nid^t burd) 

berül^rungen auf einanber lüirfen, ja baburc^ nic^t einmal ein auber gegen» is 
iDdrtig fei^n !önnen; \io.^ bie ©emeinfd^att berfelben mit ber materie auf 
bemienigcn an ber materie Berut)en müfee, n)aS fein ®cgen[tanb ber (5r* 
fd^einung i[t 2C2c. 

4234. If r§? q'V ^J ^^^'- E II 1287. Gegenüber 141 19-21: 
(äigentUd^ lauft aUer 23emei§ öon ber einfachen 5Ratur ber «Seele 20 

barauf l)inau§, ba^ fte eine unmittelbare Slnjd^auung feiner felbft burd) 
bie abfolute (äin^eit Sc^ fei^, meld)er ber singularis ber ^anblungen be§ 
2)en!en§ ift! 3)enn ber Söemeiö, ber ba^er genommen toorben, ha^ üiel 
benfenbe fubiede nur einen ©ebanfen ausmachen fßnnen, bebeutet eben fo 



5 Schon E. veneeist zum Anfang der Rfl. auf II 396 f. und die von Pölitz 26 
herausgegebene Metaphysik S. 153 f. \\ 8 Das zweite ad fehlt; ich setze es hinzu, weil 
es die Construction klarer macht. 

15 E: Serütirung || 17 E-. in ber || moterie feijn müfee 

24 nur ist wohl verschrieben für nie. || Nach fönnen ein Punct. 



5Rr. 4231—4237 (S3onb XVII). 471 

oiel aU: ba^ iö) werbe ba^u crfobert unb baä 3)enlfen jeQ iebcrjeit eine 
l)anblung im singulari. 



4235. X? (x?v M 295'. Zu oberst auf der Seite : 

®ie Seele i[t nic^t allein einfach, fonberu auc^ ein3eln im 3J?enf(^en. 
5 aniraa seotiens, vegetativa, rationalis. 



Systemata psychologica. 

M§ 761—769. 

4236. Xf ß—^'f) M30i'. ZuM§76t: 

2)ie @an§e ©c^wierigfeit beruhet barauf, irie ein Äorper fönne ge= 

10 banfen in ber (Seele unb biefe burd^ it)ren SBillen beioegungen tjerDor* 

bringen. @in iebe§ SBirffame Subieft öeränbert in bem anbern ben 

innern Biiftanb, unb biefe§ dufeere 3Ser()ältni^ i[t influxus ober äußere 

^anblung, beren phaeuomenon bie bricht ab. 



Immortalitas animae humanae. 
16 M §776—781. 

4236 a. A. M314'. E II 1270. 

SlUe SSemeife üor bie Unfterblid^feit ber ©eele finb entmeber metQ= 
p^t)ftf(!^ ober p^Qftologtjd) (ober moralifd).) 2)ie erften entn3eber rein 
metapi^^jifc!^ [ober], b. i. trauSfcenbental (^ ontologif^) ober coSmologifc^. 
20 SÖeQ ben legten wirb ein 2)afei)n angenommen. 2)ie pf)i)ftologifcl^en ftnb 
entmeber bogmatif^ ober analogifd^, bie moralifd^en entmeber rein mo= 
ralifc^ ober t^eologifc^. 



4237. L M3U'. E II 1305. ZuM§776: 

Äeine 50^aterie i[t lebenb, tolglid) ift ber Job, b. i. bie fiebloftgfeit, 



2 im fehlt bei E. 
5 sent: veg: rat 

Iß — 22 Die ganze Rfl. nachträglich zweimal quer durchstrichen. Die Ein- 
klammerung der Worte ober moralifd) ist möglicherweise auch erst später erfolgt. 



472 Stcffejionen jur 5!Jletap^^f{f. 5P^afc X. Immortalitas animae humanae. 

toelc^e aufs Seben folgt, feine SSegeöenl^eit, bie bem 3Renfd)Uc^en Äorper 
guftoffen fan. 2)er ^Dfienfci^ l^at gtoe^erlei) Seben: 1. ba§ tt)terif(^e, 2. 
ba§ geiftige. 2)a§ le^tere i[t bie perfonli(^feit. nic^t blo§ potentialiter, 
fonbcrn actualiter genommen« 3" ^em SDafeijn ber 3Renjd^lic^en @ccle 
ift 1. ju ermegen bie ej:tften| ber jubftan^; 2. \)a§ Seben übert)aupt 6 
(t^ierifc^) al§ eine @eele? 3. bie ^rjölinlic^feit, b. i. baö ßeben al§ ein 
menfc^Uc^er ®eift. ©§ fragt ftd^ alfo, ob e§ moglid^ fei, bafe bie menfd^= 
lid^e (Seele and) o^ne Körper eine befonbere ^erfol^n feQ (§um toenigften 
fönte fte ftd) alsbenn il)re§ duneren ßuftanbeS mc^t beüjuft tüerben, toeil 
baju gel)öret, ba^ man fic^ burc^ eben benfelben <Sinn em^)finbet, toomit lo 
man öuffere 2)inge marnimmt)« ©iefe ^rage entl^ält nici^t, ob geioiffe 
Unterbrechungen i'^rer ^erf ö^nlid^feit (al§ ber ©d^laf) ftatt finben, fonbern 
ob fte iemal§ of)ne einen Äörper ftc^ i^rer (Selbft bcwuft »erben fönne. 



4238, If (^—of) M3U'. 314. E II 1263. 

M314': 16 

(Sntmeber ber ÜKenfd^ l^at Qi lange l^cr, e^e er gebol^ren loarb) oor 
feiner ®eburt etü3a§ grofeeö üorgeftelt, ober er tt)irb nad^ bem (» feinem) 
5lobe gar nid^t§ öorfteUen. (^ 2Benn fein Urfprung ber ©eburt ju oer» 

banfen ift ) Wan fe^e bie SufdUigfeit ber ©eburt^en. M314: 

(3 2Bill man il^re 3ufdlligfeit ftreiten, fo ftnb alte üble Könige ^l^araonen, 20 
ba ©Ott, mo nic^t bie S3o0^eit l^erüorbringt, bod^ ein toenig beforbert, um 
feine 5Ra(f)t ju beweifen.) M 314' : 2ßenn er einen geiftigen 3;i^eil l^at, 
ber aud^ nad^ bem gan^lic^en SSerf aU be§ ^orperS benft: marum foll er 
nici^t oernünftig gebac^t l^aben, e^e er il^n anlegte, ^at i^m bie 9J?aterie 
jum 2)enfen oer'^elfen muffen, fo mirb fte i^n gebanfenloS [unb] öerlaffen, 25 
menn fte oon il)m getrennt toirb. Slber ttie ift biefer ®eift genot^tgt 
morben, biefe materie gu beleben? ti)ir fenen nid^t bie ©eiftertoelt, unb 
toie unter il^rem ©ebot^ bie 5D^aterie ftel)e. 3^^ »Jei^ nic^t, tote ^l^ilo« 
fopl)en fo fpröbe mit einer unbegreiflid^feit t^un fönnen. 



2 — 5 Anders in der Pölitz' sehen Metaphysik S. 170. \\ 5 Nach ift ein Punvt. || 80 

8 roenigftenS 

17 E: benn statt ober || 18 — 19 2Benn — ift; zu ergänzen etiva: dann ist es 
nicht weit her mit der Aussicht auf Unsterblichkeit. \\ 19 E: XDXX fel)en || E: ©eburt 



SRr. 4237—4239 (93onb XVII). 473 

4239. U V? (t—rif) M 315' . 315. E II 1306. 1268. 1264. 
M 315': 

SBenn man Oi.w§> ber ?latur be§ ertoaci^fenen 5J?enf d)en auf beffen eiütge 
2)auer jd^ltelen fan, fo mufe aud^ ber neugebo^rne 9Jienfd) eben biejeS 

5 l^offen laffen. Sllfo au^ ber ©mbr^o, \ia§> ovulum, ba§ ovulum öom 
ovulo. 2)iefer Slnjprud) auf bie (ättigfeit fan nid^t oon ber jufaüigen 
SSerbinbung mit bem Körper abhängen; benn bieienige SSoClfommenl^eit, 
W nid^t o'^ne SSerbtnbung mit forperlid^en 2)tngen entjpringen fan, fan 
aud^ nid^t o^ne biefelbe fortbauern. 5njo ^aben bie menfd^Ud^en (Seelen 

10 ein geiftigeS Seben aud^ oor bem Äorper gehabt; alfo fan 'i>Oi§> t^ierifc^e 
2ebcn mdi)t über i^r emigeS fc^icffal entfd^eiben. 

3)a§ g^ortbaurenbe Seben ber Seele i[t üon il^rer Unfterblid^feit unter« 
fd^ieben. 2)aS er[te bebeutet, 'iicSn, f^e nid^t [terben wirb, üteüeid^t um 
befonberer ©öttlic^er Slnftalten üjiflen; ^a?> gmeijte, ^(x^ jie natürlicl)er 

15 2Betfe nid^t [terben fann. £)ie Senjeife öon bem erften ftnb mo = 
ralifd^, bie 3wet)te metap'^Qjifd). £)a§ baurenbe Seben ber (Seele be* 
ftel^t nid^t in ber ^ortbauer il^rer «Subftan^ ober ber übrigen Ärdfte^ 
fonbern i^rer ^erfol)nltd^feit« Sßenn fie nid^t mel)r gum SSemuftfe^n ge= 
langen fan, fo i[t e§ fo als ein SSaum, ber abgeftanben ift, ber nic^t 

20 mel^r (Saft treiben fan. 

2)a§ p^ijftfc^e biefeä gebend ift üon feiner 33ebeutung, weil eä nur 
bie äuföUtge SSerbinbung mit ber Äorpertoelt betrift, meldte nic^t unfer 
natürliche 3w[ta"t> if^ i aber ba§ moralifd[)e, meld^eS nur in ber (Seele ge» 
mdfe il;rer geifttgen ^Jlatur fan angetroffen njerben, (jöngt mit bem 

25 ®ei[tigen Seben ^ufammen, unb meil ^(x§> moralifd^e ju bem innern 
SBcrt!^ ber ^erfofin gel^ört, fo ift e§ unau§lofcl)li(^, inbeffen \i(x^ ®lüf 
unb unglüf, ba e§ blo§ ju bem pdl)tigen ßuftanbe ®eprt, nad^ fetner 
furjen 2)auer allen Sßertl^ üerliert*. SDal)er muffen mir biefe§ Seben 
gringe fd^ä^en. 2Bir l^dtten aber Urfad^e, e§ l}od) §u fd^ä^en, toenn ha^ 

30 pl^t)ftfd^e beffelben bie 23ebingung beö 5lnfauge§ be§ metap^Qftfd^en 2Bdre. 
2)a§ [Ceben] plii^fifc^e beä ßebenö bleibt bemnad^ eine ^leinigfeit; ®eburt^ 
unb 2;ob ftnb Slnfang unb @nbe eineä auftritt^, in bem nur bie moralitaet 
erl^ebltd^ ift, unb ^mar aud^ nur fo, \i(x^ [fie] man i^r nid^t entgegen l^anble. 

12 — 20 Zum folgenden Absatz vgl. die PöUtz'sche Metaphysik S. 233/. \\ 18 
36 itirct? II 19 E: Obgeftorben ,• sehr imu-ahrschcin/ich. \\ 32 in bem? in ber? Viel- 
leicht bem aus ber. || 53 E: erl)alten statt ex^ehliä) 



474 Sieflcjionen jur 9Ketap!)t)fif. 5pt)ofe X. Immortalitas animae humanae. 

M315: 

*{^ %i^ über ben f(3^mer| gu betrüben, üornemlid^ bcn 58er= 
gatigenen: iftioeicfiUd^ obertt)örigt; aber über 33ergel^ungen: anftdnbig 
unb rül^mlic^. 2)a^er gel^oret ba§ le|te p unfrer perfol^n, al|o in fo 
fern mir gciftige SBefcn jtnb.) 5 



4240, XI vf (^—ri?) M31Ö'. 316'. E II 1277. 1265. 

M315': 

2)ie materie ift leblos. S)iefer @a| pngt ni(j^t blo§ bem ^Begriffe 
üon bcr OKaterie an, fonbern, wenn aud^ bie SlieUe berfelben Seben be= 
fäfeen, jo toürbe o^ne ein gemeinjd^aftltd^eö ^rincipium, tteld^eS bie SSiele 10 
mittelurfad^en »ereinigte, feine (5inl)eit be§ Sebenä unb eine SSeftimmung 
nad^ gemeinfc^aftUc^erSßittfü'^r moglid^ fe^n. £)ag principium be§2ebenS 
im 5!Ren|(l^en, ^a^ eigentliche fubiect feiner ^erfö^nlid^Jeit, fofern eg bie 
3Katerie belebt, ^^ei^t feele, unb ^(x^ Seben beö 5J?enfd)en ift ein tJ^ierifd^ 
Seben. SBenn aber biefeS ^rincipium beä SebenS öor ftd^ allein leben 15 
!an, fo würbe biefeS Seben ein ©eiftigeS fe^n. 2)iett)eil \>(x§> ßeblofe fein 
©runb be§ £eben§, fonbern öielme'^r ein ^inberniS bejfelben fet)n mufe, 
fo wirb h(x% reine ©eifttge Seben baS Urfprünglid^e unb felbftdnbige 
fieben feijn; bagegen ift baS tl^ierifd^e ßeben abgeleitet unb eingefd^renft 
3llfo ift bie ®eburtl§ nid^t ein Slnfang beS Gebens überl^aupt, fonbern be§ 20 
tl^ierifc^en SebenS, unb ein ®rab Seblojigfeit, unb \i<x% SSoUftdnbtge 
©eiftige Seben l^ebt nad^ bem Sobe be§ Stieres an. 5)ie anbere Söelt wirb 
nid^t onbere ©egenftdnbe, fonbern eben bief elbe gegenftanbe anberS (nemlid^ 
intellectualiter) unb in anbern SSerpltniffen gu un§ gefe'^en oorftellen. 
Unb bie 6rfentni§ ber 2)inge burc^ hci^ göttlid^e Slnfc^auen, imgleid^en 25 



2—8 bcn Scrgongenen ? bem Söergnügcn? || 4 le^te? leitete? 

9 beffelben statt berfelben || 10 roeld^e |] 12 x[q6) gemeinfö^oftlid^er?? nod^ 
gemeinfd^aftltctie? || 14 besS SJtenfd^en sc als Menschen^ wie auch E. ergänzt auf 
Grund der von Pölitz herausgegebenen Vorlesungen Kants über Metaphysik S. 235/.; 
vgl. S. 131, 200/., 216/. \\ 22 Zu den beiden vorhergehenden Sätzen vgl. die von 30 
Pölitz hrsgg. Metaphysik S. 235 ff., 251, zu den beiden /olgenden Sätzen ebendort 
S. 254/. I) Von ®le anbere an ist die Schrift /einer, Kant hat wohl die Feder gespitzt 
oder eine neue genommen (doch kann das Folgende au/ keinen Fall aus C — V stammen). 
Ursprünglich hat Kant einen Absatz machen und ganz anders /ort/ahren wollen, wie 
die durchstrichenen Worte SBann ift ober bezeugen. 35 



gfir. 4239—4241 (SBanb XVII). 475 

ba§ ®efül)l ber (Seeligfett burd^ il^n i[t nid^t me^r bie SBelt, fonbern ber 
^tmmel. 

SBte aber ift bie @eele mit biefem Körper üerbunbeu werben?, i[t 
eben fo btel, al§ wen man fragt: irelc^eä i[t ber Einfang unb bie Ur jad^e 

ö ber (Sinnlid^feit. Sluf biefem fu^ ift ba^ ©egenmärtige ßeben nur bie 
@rfc^einung unb haä 23ilb be§ ©eiftigen, unb ha^ Softer, maö mir l^ier 
ausüben, M 316': mürbe, menn uns bie 2lugen geöfnet mürben, unS in 
unferm fd^limmen (S^arafter in ber ®eiftigen SBelt barfteüen, unb bie 
«Strafen l^ier mären nur f(!^mad^e abbilbungen ber bortigen; ber %ot ift 

10 nid)t§ anbereS, aU ba§ (änbe ber iSinnli(l)feit. Mein ift ha^ Saft er 
nid^tüielleic^tfelbft nur eine Sßirfung berfinnlid^feit unb 
mufe enbltd) mit bem (Snbe aller ©innlid^feit felbft auf= 
^ören. @S fan einem OJJenfc^en nid^ts imputirt merben, al§ toa§i ju 
feinem (5!f)arafter gel^ört unb bem, maS i^m eigentpmlid^ ift. 2)ie Safter, 

15 bie einer üor bem 2lnbern ausübt, geigen nid^t immer mel^r Safter^aften 
ß^arafter an; baS meifte finb delicta fortunae» nehmet aßeS, maS nid)t 
in eurer gemalt ftel^et, meg : mie üiel fönnt i^r eud^ felbft be^meff en. 3«' 
beffen in bem ©tanbe ber (Sinnlic^f'eit fan ber Gl^arafter lafterl^aft unb 
barum auc^ fträflic^ fe^n, ber im inteltectualen nur [fe^ler^aft] mangell^aft 

20 ift, mie aUemal bei) einem ©efd^opf, meld^eS auS bem Sl^eile, ben eä fennt, 
Slnmenbungen mad^en miU, bie auf ta§ ®anje paffen. 



4241. Xf (v'—Q'f) M316\ E II 1266. 

2)ie SSegriffe bon ®ott (unb ber allgemeinen Unterorbnung unter 
\i(x^ gefe^ ber 9^ot^menbigfeit), ber 5rei)l)eit (ber ßufelligfeit unb unab= 
25 l)ängigfeit üon ber ©egenmertigen 2ßelt) unb ber anbern SBelt {ba^i 3?er= 
l^altnts unfrer ^rei^ljeit unb unabpngigen 5Ratur auf ®ott) ftnb bie brei) 
SSernunftbegriffe, bie eine innere SBic^tigfeit l)aben, unter ftc^ connej: 
unb ber ®runb ber (Sr'^eblid^feit ber gangen metap^^fif fmb. 

1 t^n? tt)m? II 5 biefem? biefen'-' |i 7 E. hat nicht gemerkt, dass die Efl. 

30 auf M 316' weitergeht. Er bemerkt zu ausüben: „ S Mus s fehlt im Manuskript''- 
und ergänzt vor seiner Nr. 1265 (vor Würbe;.- „Das Leben nach dem Tode'\ hält 
aber auch für möglich, dass die letzten Worte aus AI § 780 auf M 316 („Mors 
animae humanae s. finis naturue ejus'-'-) zu ergänzen sind. \\ 15 beiTl.* ben (so E)? \\ 
20 welche 

35 25 SBelt. {ba§ \\ 28 met: 



476 SRefIejtoncn jur ÜWetopli^fif. ^ß'^ofc X. Immortalitas animae humanae. 

2lUe (Srtentnifje ber SScrnunft tiaben enbltd^ eine praftifd^e 33e= 

gie'^ung. 2)ie Sßegriffe öon ber i^re^'^eit ftnb öon öe^ben (Seiten pro» 

bleme öor bie SSernunft; aber lüir muffen in anfel^ung ber SSergangenen 

^anblungen 3ufaUig!eit, ber gegenmertigen ^lot^menbigteit, ber fünftigen 

tztiht gugleic^ annef)men, toenn wir etmaö ^anbeln tDoUen» s 

(* 2Bir l)aben einen natürlichen inftinct, unfere Sorgfalt aud^ ol)ne 

Überlegung auf ba§> [jui] ju rid^ten, tüa§ nad^ unferem tobe in ber SBelt 

öorgel)en mirb, fo wie ber ©d^metterling bie @^er, el^e er ftirbt, forg* 

faltig oerwa'^rt unb oerforgt. SBir tt3erben geizig im alter unb wollen 

gern, ba^ unfer ®ut wo^l angetoanbt werbe. 2Bir woHen nid^t, bafe lo 

man oon unä übel ben!e. 2Bir fd^onen ber Sßerftorbenen, gleid() alö 

wenn fie fd^aben baran nel^men tonnten. 2Bir oermiffen fte in ®efeK= 

fd^aft. ^JJan bringt ben tobten gu effen. 2)er ©einige mag gern, (f ha^) 

fein ®elb nad^ bem tobe be^fammen bleibe. 2)urd^ biefe SSerldngerung 

l)ängt alles in ber Sßelt jufammen« Seid^enbegdngniffe roljer ^Jiationen.) 10 

(" ©eftttete 9Jtenfd)en ne'^men fo Slbfd^ieb au§ bem Seben wie 
aus ber ®efellf(^aft, gleid^ als wenn fte öermutl^eten, fold^e einmal 
wieber gu fe^en. @ie fd^euen ftd^ entweber als poltrons ju fterben 
ober als niebertrdd^tige im Slnbenfen gu bleiben ober aud^ bie über* 
bleibenbe ju beleibigen unb böfc auf fid) ju machen.) 20 



Theologia naturalis. 

Prolegomena. 

M§ 800—802. 

4242. X^v''?M329'. E II 1709. 

2)er Segrif oon ®ott ift ein SSoHenbungSbegrif, entweber ber f))ecu= 26 
lation in anfel^ung ber 5)inge, ober ber moralitaet, unb entfprtngt auS 
folgenben ©runbbegriffen. 1. ©in 5yiotl)WenbigeS Söefen. 2. 3)ie oberfte 
Urfad^e. 3. 2)aö aUgnugfame SBefen (ftatt baS aHertiollfommenfte, weil 



ßf IG Der erste s-Zusatz: q^ — v, der zweite: v — X' ^^'' zweite scheint eine 
selbständige Rfl. zu sein, ist wenigstens von dem ersten durch einen Strich am linken 80 
Rand der Seite getrennt. Wegen ihrer inneren Verwandtschaft lasse ich alle vier 
Absätze hier zugleich abdrucken. 1 1 19 int ? in •* 



mx. 4241—4244 (23anb XVII). 477 

btefeö barum nic^t aUc§ entt)ält). 2)er erfte SÖegrit t[t ft(i^ felbft gnug. 
3)cr gtee^te öoUeubet bic seriem subordinatorum, ber brüte coordi- 
natorum. 3Jtan fan au§ einem aut ben anbern fc^Uefeen. 1. 2)a§ 5Rotl^* 
toenbige 25e[en i[t ber grunb öon aUem, alfo aud) bie erfte Urjad^e. 

2. 2)ie er[te Urjad^e i[t notl^irenbig, alfo auc^ ba§ üoUfominenfte SBefen. 

3. 2)a§ öoltfommenfte SBefen ift not^iüenbig unb bie erfte Urfad^e. ^er 
erfte S3egrif enbigt aüi fragen oom 2)afeQn. 



4243, l?v'fM329'. 

2)ie 3i>ce üon ®ott wirb öeranlafet: !♦ burc!^ einem 33ebürfni§ beö 

10 SSerftanbeö (vide supra); 2. 25urc^ eine SSebürfniö beö 2BiÜen§. 2)iefe 
entfpringt au§ bem ÜJ?angel ber oberften ©rünbe, feine fc^idfale in Sln^ 
fel^ung ber ©lütfeeligfeit unb feinen Urtl^eilSfprud) in anfel)ung ber fttt= 
lid^feit JüorauS herzuleiten. 2)ie erftere ift bie ftdrffte triebfeber, unb f)ie= 
beQ ift bie oon ber äbtoenbung ber Übel bie möd^tigfte. 9Kan bebarf einen 

15 ®egenftanb ber Slnbetung, tooöon, weil Gräfte nid^t j^ulangen, wünfc^e, 
bitten unb unternjerfungen unfre ®lüffeelig!eit '^er^olen fönen. 2Benn 
aus biefem ®runbe p^ijfifc^er 23ebürfniffe ber Segrif einer ®ott^eit er= 
jeugt wirb, fo wirb fie im sinfange f^recElic^ gebacl)t. 2)ie[em tt3irb ge= 
meiniglid) ein gütiges principium jur Seite gefegt. 



20 4244. Xfvi?M328'. E II 1594— 1596. 

SSom 9^ot|tt)enbigen äßefen, bem Urwefen, bem oberften unb erften 

Slüer SBefen- 

@in iebe§ £)ing ift an ft^i^ felbft burc^gdngig beterminiert, aber nid^t 

ein ieber Säegriff ift burd)gangig beterminirt. Um alfo ein 2)ing gan^ 

25 ju erfenen ift e§ nic^t gnug, tio^^ ju erfenen, waS eS ift, fonbern aud), 

was es nid^t ift; benn wäre biejeS weggelaffen, fo ift eS unbeftimt, ob 

2 subordinatorum aus coordinatorum \\ 3, 6 1. und S. fehlen. 
10 vide supra bezieht sich wohl auf enttoeber — ®tnge im Anfang der 
vorigen Rfl. \\ 13 ®te erftere sc. die SBebürfniS in 2tnfet)ung ber ©lüffettgfeit || 
30 19 Kant scheint in der Phase i. (f v?) von M 329' rückwärts bis M 327' gegangen 
zu seilt. Es folgen deshalb jetzt M 32S' und M 327'. 



478 Sflcflejtonen jur SOftctopfil^ftf. Spi^Qfe X. Theologia naturalis. Prolegomena. 

Qufeer bem, rüa§ an i^m erfannt lüirb, it)m nidjt no^ mef)r §ufomt. 2)em= 
nac!^ t[t eineö ^inge§ 9)?ogU(i)feit nur burd) bie ©efammte 9J2ögltc^!eit 
üon allem burd)gangtg beftimt, unb wer etioaä gan§ erfennen toxU, mu^ 
aüeg erfenen. 5Run jtnb üon aUen entgegengefe^ten praebicaten bie nega» 
tiüe nur burd^ bie opposita realia benflic^ (maS ba lüeggeraumet toerbe, 5 
tan id) nur tennen, in fo [ern ic^ ba§, tt)a§ aufgehoben werben foH, weife). 
2)emnac^ ift aUer 2)inge 5RogU(!^feit baburd^, ba^ fie in bem ^nöegrif 
ber unenblid^en realitaet enthalten ift, unb burd) SSefd^rdnfung berfelben 
gegeben. @ä ift bemnad^ ein attgemeineö principium reale aUer möglici^- 
feiten, unb bie 5D'?oglid)!eiten finb nur respective auf einen gewiffen 33e= 10 
grif in ber omnitudine realitatum gef(^ef)ene pofitionen unb limitationen, 
ttjelc^e limitationen, ba fie nur refpectiöe geb