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Full text of "Katalog der Gemälde des Bayerischen National-Museums"

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KATALOGE DES BAYERISCHEN j 

NATIONAL-MUSEUMS. BAND VIII j 



KATALOGE DES BAYERISCHEN 
NATIONALMUSEUMS IN MÜNCHEN 

ACHTER BAND 



GEMÄLDE- KATALOG 

MIT 85 ABBILDUNGEN 

AUF 75 TAFELN 



MÜNCHEN 1908 



KATALOG DER GEMÄLDE DES 
BAYERISCHEN NATIONAL- 
MUSEUMS 



VERFASST VON KARL VOLL, HEINZ BRAUNE 
UND HANS BUCHHEIT 



VERLAG DES BAYERISCHEN NATIONAL-MUSEUMS 
MÜNCHEN 1908 



N 




Vorwort. 

Als mir Mitte März 1907 die Leitung des Bayerischen 
Nationalmuseums übertragen wurde, stellte ich mir die Auf- 
gabe, vor allem^ die reichen Sammlungen dem Verständnis 
des Publikums näher zu bringen und zugleich der Forschung 
mehr als bisher zugänglich zu machen. Der Führer wurde 
nach einem neuen, eigenen System bearbeitet. Gleichzeitig 
nahm ich die Publikation mehrerer Spezialkataloge in An- 
griff. Der Katalog der Altertümer des bürgerlichen und 
Strafrechts, insbesondere der Folter- und Straf Werkzeuge, 
verfaßt von Konservator Dr. W. M. Schmid, war noch unter 
meinem Vorgänger vorbereitet worden und konnte im Winter 
1907 als VII. Band des Gesamtkataloges erscheinen. Nicht 
vorgesehen war ein Spezialkatalog der Gemälde. 
W. H. V. Riehl, der berühmte Kulturhistoriker, der von 
1885 bis 1897 das Museum leitete und das große Verdienst 
hat, die Inventarisierung der Sammlungen durchgeführt und 
sechs Bände des Kataloges in Druck gegeben zu haben, 
hatte bestimmt, daß die Gemälde den Katalogen der ein- 
zelnen Perioden der allgemeinen, kulturgeschichtlichen 
Sammlungen verteilt zugewiesen werden sollten. Mir er- 
schien aber der Schatz an Gemälden so reich und mannig- 
faltig und zugleich so wichtig für die jetzt in den Vorder- 
grund rückende Erforschung der Provinzialschulen, daß 
ich den Gedanken faßte, einen eigenen Gemäldekatalog 
herzustellen. 

Herr Professor Dr. Karl Voll, damals Konservator der Kgl. alten 
Pinakothek, jetzt Professor an der Technischen Hochschule 
in München, war so liebenswürdig, auf meine Bitte die 



VI Vorwort. 

Bearbeitung zu übernehmen. Und Herr Geheimrat Dr. Franz 
V. Reber, Direktor der Kgl. Zentralgemäldegalerie, hatte die 
Güte, sein Einverständnis hierzu zu erklären. Zur raschen 
Förderung der Arbeit konnten dank der Fürsorge des 
Kgl. Kultusministeriums noch zwei jüngere Kunsthistoriker 
beigezogen werden, Herr Dr. Hans Buchheit und Herr 
Dr. Heinz Braune. Der erstere trat alsbald als Assistent 
in noch engere Beziehung zu unserer Anstalt, der letztere 
wurde am 1. Dezember 1907 von unserm Museum als 
Assistent an die Kgl. alte Pinakothek berufen. 
Die rasche Förderung der Herausgabe dieses Kataloges ist 
dem überaus eifrigen und einmütigen Zusammenarbeiten 
der drei Herren zu verdanken. Es ist mir eine ange- 
nehme Pflicht, den Verfassern auch hier für ihre Ausdauer 
und das volle Einsetzen ihrer Kenntnisse und Kräfte den 
herzlichsten Dank der Direktion zu sagen. 
Nicht berücksichtigt in dem vorliegenden Kataloge sind 
vorläufig die abgenommenen Wandmalereien. Bei einer 
zweiten Auflage sollen auch diese mitaufgenommen werden. 
Über die Miniaturgemälde vom 16. bis 18. Jahrhundert ist 
ein eigener Katalog in Vorbereitung. Ebenso über die 
Glasgemälde. Der Glasgemäldekatalog ist im wesentlichen 
vollendet. Er wird im Mai oder Juni 1908 erscheinen. 
Die photographischen Aufnahmen und die Autotypien des 
vorliegenden Kataloges sind von der Hofkunstanstalt Franz 
Hanfstaengl hergestellt worden. 

München, den 30. März 1908. 



Dr. Gg. Hager 

stellvertretender Direktor des Bayerischen Nationalmuseums. 



Einleitung. 



Der Charakter der Gemäldesammlung des Nationalmuseums 
ist durch die besonderen Einschränkungen bedingt, die bei 
der Anlage von Anbeginn maßgebend waren. Es sollte in 
ihr kein Konkurrenzinstitut zur Alten Pinakothek geschaffen 
werden. Sie sollte vielmehr sich dem Rahmen des Museums 
anpassen, von dem sie einen wichtigen Teil, aber eben nur 
einen Teil, zu bilden berufen war. So wurde selbst bei 
jenen Gemälden, die nicht nur von kulturgeschichtlichem 
Interesse sind, sondern auch künstlerische Bedeutung haben, 
Rücksicht darauf genommen, daß sie gewissermaßen weniger 
als Kunstwerke denn als Antiquitäten — freilich im edelsten 
Sinne des Wortes — wirkten. Das führte bei dem damaligen 
Stande der kunstgeschichtlichen Anschauung ganz von selbst 
dazu, daß die gotischen Bilder bevorzugt wurden. Diese 
standen nun auch sehr zahlreich zur Verfügung; denn 
von der Klosteraufhebung her war in Schleißheim eine 
sehr große Anzahl alter gotischer Bilder aufgehäuft. In der 
Tat stammen viele der bedeutendsten Gemälde des National- 
museums aus dem Schleißheimer Depot, und daher kommt 
es, daß gerade die bayerische Abteilung hier so gut ge- 
worden ist. Andere Gemälde stammen aus alten Residenzen 
und Witteisbacher Schlössern. So kamen aus dem Dachauer 
Schloß die Porträtserie von Hans Schöpfer und aus dem 



VIII Einleitung. 

Amberger Schloß eine große Reihe von Landschaften, die 
allerdings nur einen oberflächlich dekorativen Charakter 
tragen. Eine außerordentlich wichtige Bereicherung erfuhr 
die Gemäldeabteilung dann durch den so beispiellos glück- 
lichen Ankauf der Sammlung des Herrn von Reider in 
Bamberg im Jahre 1860, die dem Museum manches seiner 
kostbarsten Altertümer, dann aber auch einen nicht geringen 
Teil der Bilder fränkischer Provenienz zuführte, darunter 
den Bamberger Altar. Bis in die neuere Zeit wurde die Ab- 
teilung dann durch gelegentlich gemachte Ankäufe, z. B. den 
des schönen Wolf Traut- Altars, durch Überweisungen aus 
der Frauenkirche durch das Domkapitel und aus dem Geor- 
gianum, und durch die hochherzigen Schenkungen des Herrn 
Leichtle in Kempten vermehrt, durch die besonders die 
schwäbische Abteilung schön ausgebaut wurde. Zahlreiche 
Bilder, oft dekorativen Charakters, wurden insbesondere 
noch gelegentlich der Errichtung des Neubaus aus dem Schleiß- 
heimer Depot entnommen. 

Der vorliegende Katalog der Gemäldesammlung des Baye- 
rischen Nationalmuseums wurde von Dr. Heinz Braune und 
Dr. Hans Buchheit unter meiner Leitung angefertigt. Viel 
Zeit hat uns nicht zur Verfügung gestanden: wir begannen 
im Mai 1907 und schlössen das Manuskript im Dezember 
ab. Das geschah in der Erwägung, daß der Katalog einer 
bis dahin von der Wissenschaft wenig berücksichtigten 
Galerie doch nicht von einzelnen Gelehrten auf einen Schlag 
gemacht werden kann, sondern daß, wie bei allen anderen 
Katalogen, die Mitarbeiterschaft der Fachgenossen im wei- 
testen Sinne des Wortes nötig ist. Was wir hier bieten, ist 
eine zum erstenmal gemachte Zusammenstellung aller Ge- 
mälde des Bayerischen Nationalmuseums, für die nur sehr 
unzulängliche und im wissenschaftlichen Sinne jedenfalls 



Einleitung. IX 

ganz ungenügende Vorarbeiten zur Verfügung standen. Nicht 
einmal dann, wenn die Bilder aus bayerischem Staatsbesitz 
stammten, konnte die Herkunft immer ohne weiteres nach- 
gewiesen werden; über die Meister oder wenigstens die 
Schulen, denen die einzelnen Arbeiten zuzuweisen sind, 
bestand an zuverlässigen Angaben sehr wenig, dagegen vieles, 
was irreführen konnte. So sahen die Verfasser ihre Haupt- 
aufgabe darin, das umfangreiche Material zu ordnen, und, 
wenn es schon nicht immer möglich war, bestimmte Meister- 
namen anzugeben, doch wenigstens die Schulen genau zu 
bestimmen. Zu diesem Zwecke wurden besonders die bisher 
noch wenig, sogar zu wenig benützten älteren Inventar© 
der K. Zentral-Gemälde-Galerie herangezogen. 
Die wichtigsten und die guten Bilder boten denn auch ver- 
hältnismäßig geringe Schwierigkeiten: aber bei Stücken, 
die von Anfang an nicht gut gewesen sind und die im Laufe 
der Zeiten schwer beschädigt wurden, da waren es oft genug 
nur äußere Merkmale, die wenigstens eine allgemeine Schul- 
bestimmung ermöglichten. In manchen, allerdings nur 
seltenen Fällen konnte aber nicht einmal die Schule auch 
annähernd festgestellt werden. 

Eines der wichtigsten äußeren Merkmale liefert die Be- 
obachtung der Holzarten, deren sich die Künstler für ihre 
Malbretter bedient haben. Wir haben nach Tunlichkeit die 
Holzsorten bestimmt, dabei aber doch den Grundsatz befolgt, 
lieber keine detaillierten Angaben zu machen, als solche, 
die nicht ganz sicher sind. Hier möchte ich darauf hin- 
weisen, daß der bekannte Glaube, die Niederländer und 
Niederdeutschen hätten ausschließlich auf hartes, die Ober- 
deutschen auf weiches Holz gemalt, noch mehr eingeschränkt 
werden muß, als das in der letzten Zeit ohnehin geschehen 
ist. Die Künstler der Alpenländer bedienen sich auch des 



X Einleitung, 

Eichenholzes, so daß von Basel bis an den Fuß der öster- 
reichischen Alpen Eichenholz für große Tafeln sehr häufig, 
für kleine mitunter verwendet wird. 

Einen Hauptbestandteil der Gemäldeabteilung bilden die 
zahlreichen altbayerischen Bilder. Man darf unbesorgt sagen, 
daß das Nationalmuseum die, wenn auch nicht umfang- 
reichste, so doch wertvollste Kollektion von Werken dieser 
Schule besitzt. Allerdings sind sie wissenschaftlich noch 
nicht genügend verwertet worden und werden in diesem 
Kataloge zum erstenmal als geschlossene Gruppe zusammen- 
gefaßt. Sie bilden im Verein mit den übrigen in unseren 
Staatssammlungen befindlichen altbayerischen Bildern ein 
Ensemble, das uns wohl erlauben würde, ein Gegenstück 
zu den berühmten lokalgeschichtlichen Kunstsammlungen 
zu errichten, wie sie Köln und in neuerer Zeit Hamburg 
systematisch, Nürnbergim Germanischen Museum wenigstens 
andeutungsweise getroffen haben. 

Die altbayerische Schule läßt sich im Nationalmuseum bis 
in das XIV. Jahrhundert zurückverfolgen und fast lückenlos 
bis in das XIX. Jahrhundert heraufführen. Die ältesten 
Stücke sind eine Kreuzigung und die Erweckung der Drusiana, 
die aus der ehemaligen Augustinerkirche von München 
stammen. Sie sind mit Rücksicht auf die übrigen Ver- 
hältnisse der altbayerischen Schule kurz vor 1400 anzu- 
setzen und dürfen angesichts der Provenienz wohl als 
Münchener Arbeit betrachtet werden. Das ist ein schöner 
Ausgangspunkt für die kunstgeschichtliche Entwicklung 
einer Stadt, die gerade auf dem Gebiete der Malerei solche 
Bedeutung gewinnen sollte. Obschon die Tafeln mit einer 
braunen Schmutzschicht bedeckt sind, zeigen sie noch immer 
eine auffallend gute malerische Haltung. Die Modellierung 
geht für jene Zeit außerordentlich weit und benützt die 



Einleitung. XI 

damals üblichen Hilfsmittel der Zeichnung weit weniger al& 
jene, die aus der Mischung der Farben zu gewinnen waren. 
Vielleicht eine Generation später wird der berühmte, bald 
nach 1400 gemalte Pähler Altar entstanden sein, der, in 
einem auf der Grenze zwischen schwäbischem und baye- 
rischem Gebiet gelegenem Orte aufgefunden, durch seine 
Provenienz zunächst keinen Schluß auf die Zugehörigkeit 
zur Kunst des einen oder anderen Stammes ziehen läßt. 
Aber er verbindet sich so sehr gut mit anderen, zum Teil 
von Miniatoren in Altbayern ausgeführten Werken, dass er 
für diese Gegend in Anspruch genommen werden darf. Seine 
Bedeutung liegt in der überaus raffinierten Technik, die 
einen ungewöhnlich fein geschulten Geschmack verrät. 
Die Art, wie in den sorgsam punzierten Goldgrund oben 
noch höchst delikate fliegende Engel gezeichnet sind, hat 
etwas unendlich Liebenswürdiges. Auffallend ist die sichere 
Beobachtung der Natur bei der Zeichnung der Arme Christi,, 
aber das Beste bleibt doch immer die Klarheit der Stili- 
sierung, die zugleich weich und doch schon bestimmt ist. 
Es gibt in der deutschen Kunst vom Beginn des XV. Jahr- 
hunderts nur ganz wenige gleichwertige Erscheinungen: 
die Werke, die man dem sogenannten Meister Wilhelm 
zuschrieb und Franckes Thomas-Altar in der Hamburger 
Kunsthalle. 

Falls nun aber der Pähler Altar als altbayerisch zu be- 
trachten ist, so wird er wohl auch der Münchener Schule 
angehören; denn das zwischen dem Starnberger- und Ammer- 
See liegende Schloß neigt, soweit Bayern in Betracht kommt^ 
am meisten nach München. Aus Urkunden wissen wir, daß 
hier in der ganzen ersten Hälfte des XV. Jahrhunderts ein 
reges künstlerisches Leben geherrscht hat, doch ist an Tafel- 
gemälden aus dieser Zeit nichts im Nationalmuseum er- 



XII Einleitung. 

halten, was einem Münchener zuzuschreiben wäre. Vom 
Ende des Jahrhunderts aber besitzt unsere Sammlung ver- 
schiedene Hauptwerke. Vor allem sind hier sechs Tafeln 
vom Petrusaltar aus der Peterskirche zu nennen, von denen 
vier auf der Rückseite bemalt sind. Sie bildeten mit weiteren 
sechs Tafeln, von denen eine verloren ging, aber die fünf 
anderen sich noch in der Peterskirche befinden, den male- 
rischen Schmuck eines riesengroßen Wandelaltars, der auch 
noch reich mit Skulpturen ausgestattet war. Das imposante 
"Werk ist um 1490 aufgerichtet worden und die stolzeste 
Leistung der Altmünchener Schule. Der delikate Geschmack 
und die Formensicherheit des Meisters vom Pähler Altar 
sind verschwunden. Eine namhafte Derbheit ist an ihre 
Stelle getreten. Die Bayern hatten um 1500 gar keinen 
Blick für Eleganz und Größe und auch der Meister des 
Petrusaltares macht trotz seiner sonstigen Qualitäten hierin 
keine Ausnahme. Die eigentümliche, wohl von der Fresko- 
malerei übernommene Technik, die etwas Bravourmäßiges 
an sich hat, dient in ihrer anscheinenden Eilfertigkeit auch 
nicht dazu, den zunächst ungünstigen Eindruck zu bessern. 
Aber diese Tafeln haben ihre große und seit langem an-» 
erkannte Bedeutung im speziell malerischen Teil, in der 
Raum- und Landschaftsbehandlung, endlich auch in der 
wuchtigen und sehr eindringlichen Charakteristik. Die 
Farben sind vielleicht etwas zu dekorativ und zu lebhaft; 
aber sie sind reich abgestuft, wie das in damaliger Zeit 
sonst bei deutschen Gemälden selten zu finden ist. Ganz 
auffallend sind die Städtebilder mit den fast stereoskopisch 
anschaulichen Ansichten von Marktplätzen und Strassen- 
zügen; ungewöhnlich fein im Problem ist endlich die Ent- 
wicklung der Landschaft, die mit rein empirisch gewonnener 
Perspektive, aber mit sicherem Erfolg dem Beschauer weite 



Einleitung. XIII 

Ausblicke eröffnet. Hier wird der Verzicht auf strenge 
Zeichnung, der sonst die Wirkung der altbayerischen Bilder 
ziemlich schädigt, ein großes Verdienst. Diese Land- 
schaften sind rein malerisch entwickelt und leisten in zu- 
verlässiger Wiedergabe des Gesehenen ganz Erstaunliches. 
Mit all ihren Mängeln war es doch eine starke und sehr 
selbständige Kunst, die in München und überhaupt in Bayern 
südlich der Donau blühte. 

Wer der Meister des Petrusaltares war, wissen wir nicht. 
Es läßt sich aber der enge Zusammenhang mit Jan Pollak 
so sicher nachweisen, daß diesem wenigstens ein Teil der 
Arbeit zugeschrieben werden darf, während ein anderer 
Teil den Werken des Nikolaus Alex. Mair von Landshut 
nahesteht, der damals in München vorübergehend v/eilte. 
Jan Pollak war es auch, von dem das andere große Hauptwerk 
der Münchener Schule herrührt, der große Passionsaltar aus 
der Franziskanerkirche. Im allgemeinen hat dieses Werk viel 
Gleichartiges mit dem Petrusaltar, doch ist es weniger frappant 
und drastisch. Der Meister scheint seinem Namen nach 
von polnischer Abstammung zu sein; doch wird er wohl 
ein schon geborner Münchner und ein Verwandter jenes 
Polaner sein, der um 1440 in München tätig war. Jeden- 
falls ist sein Stil rein bayerisch, ohne irgend eine Be- 
ziehung zu slavischer, speziell zu böhmischer Kunst. Es 
verhält sich mit ihm ebenso wie mit dem Meister Francke, 
der um 1430 der bedeutendste Hamburger Maler, aber 
trotz seiner offenkundig fränkischen Abstammung rein 
niederdeutscher Maler war. Von Jan Pollak sind noch an- 
dere Gemälde erhalten, über die in nächster Zeit der um 
die Erforschung der Geschichte der Münchner Malerei 
sehr verdiente Dr. Buchheit berichten wird, der eine ganze 
?Aenge von Urkunden auch über diesen wichtigen Künstler 



XIV Einleitung. 

gefunden hat. Der Münchner Schule gehört noch eine 
tonig sehr feine, allerdings einigermaßen beschädigte Stei- 
nigung des heiligen Stephanus an. Als ein Zeichen, wie 
unsicher noch vor kurzem die Kenntnisse über unsere ein- 
heimische Malerei waren, sei hier erwähnt, daß eben diese 
ganz charakteristisch Münchner Arbeit im vorigen Jahr von 
Dr. Rauch dem Nürnberger Maler H. von Kulmbach zuge- 
schrieben wurde. 

München war ein Hauptsitz alter bayerischer Kunst; aber 
nicht der. einzige. Ein anderer war Landshut, das unter 
seinen wegen ihres Reichtums und ihrer Kunstpflege be- 
rühmten Herzögen eine rege Kunsttätigkeit entfaltet hat. 
Aus dem XV. Jahrhundert besitzt das Nationalmuseum 
nichts, was mit absoluter Sicherheit dieser Schule zuzu- 
weisen wäre, dagegen sind aus der Renaissance die de- 
korativ sehr glücklichen Porträts von Hans Wertinger gut 
vertreten, besonders in dem, leider durch einige Über- 
malungen entstellten, noch im Originalrahmen stehenden 
Bildnis von Herzog Ludwig (X.), das durch die Signatur als 
ein Werk dieses Meisters gesichert ist. 
Ein anderes Zentrum altbayerischer Malerei muß in Wasser- 
burg oder Burghausen bestanden haben. Von dieser Schule 
sind zahlreiche Werke in unsere Sammlung gekommen. Sie 
unterscheiden sich trotz großer allgemeiner Ähnlichkeit doch 
von den Münchner Arbeiten durch eine sehr feine Mo- 
dellierung, viel knappere Formen und mitunter auch durch 
frischere Farben. Das Hauptwerk der Schule scheint der 
früher als Münchner Arbeit betrachtete Merlbacher Altar 
zu sein. Von dem Meister dieses Altars oder wenigstens 
in dessen Atelier wurde eine große, jetzt im National- 
museum befindliche Kreuzigung aus Baumburg gemalt, die 
wegen ihres glänzenden Kolorits lange Zeit für ein nieder- 



Einleitung. . XV 

deutsches Gemälde unter dem Einflüsse der Brüder Dün- 
wegge gegolten hat. Auch einige aus Attel stammende 
Tafeln mit Darstellungen aus dem Leben der heiligen 
Katharina von weiblichen Heiligen müssen in diesen Kreis 
gezogen werden. 

Andere Gemälde, die aus Wasserburg stammen und die die 
Darstellungen der heiligen Margarete und Dorothea ent- 
halten, sowie ein weiterer, in derselben Gegend entstan- 
dener Katharinenzyklus, zeigen dann auch noch in anderer 
Hinsicht einen bemerkenswerten Unterschied zwischen dieser 
Schule und der Münchner Art. Die Raumbehandlung ist 
eigentümlich starr und hart und die Lichtführung glanzhell. 
Wir haben hier bereits den Übergang zu der Salzburger 
Schule. Die Tiroler Schule ist im Nationalmuseum, soweit 
die Malerei in Betracht kommt, nicht zahlreich, aber mit 
der aus der nächsten Umgebung von Michael Fächer her- 
rührenden Monikatafel gut vertreten. 

Manches der bis jetzt genannten Gemälde hat schon an die 
Wende zum XVL Jahrhundert geführt. Die oben erwähnten 
Porträts von Wertinger sind sogar schon echte Renais- 
sance. Was nun im XVL Jahrhundert in Bayern Gutes ge- 
leistet worden ist, fällt hauptsächlich in das Gebiet der 
Porträt- und der Landschaftsmalerei. In der ersten hat sich 
trotz der Landshuter Schule vor allem die Münchner aus- 
gezeichnet. Hier war ein Maler Wolfgang Mielich tätig, dem 
wir — vermutungsweise! — ein im Dachauer Saale hän- 
gendes männliches Bildnis zuschreiben. In Mielichs Hause 
wohnte und malte dann jener Bartel Beham, der aus Nürn- 
berg nach Bayern gekommen war, und von dem das National- 
museum verschiedene, leider oberflächlich durchgeführte 
•Fürstenbildnisse besitzt. Wolfgang Mielichs Sohn ist jener 
berühmte Hans Mielich gewesen, der um die Mitte des 

II 



XVI Einleitung. 

XVI. Jahrhunderts der Hauptmeister von München geworden 
ist, und von dem in das Nationalmuseum zahlreiche Gemälde 
sowie Entwürfe zu Goldschmiedarbeiten gekommen sind. 
Vielleicht von Ludwig Refinger sind mehrere Gruppen- 
bildnisse von Witteisbachern gemalt worden, unter denen das 
von Wilhelm IV. wohl das bedeutendste ist. Großen Stil 
hatte die Münchner Porträtmalerei jedoch nicht. Das kann 
man am besten an den Arbeiten der Familie Schöpfer ver- 
folgen. Sie bestand aus Hans Schöpfer dem Altern, 
dessen Sohn Hans Schöpfer dem Jüngern und wiederum 
dessen Sohn Wilhelm. Von allen dreien besitzt unsere Samm- 
lung Proben ihrer Tätigkeit, die in ihrer Entwicklung ein 
Bild von raschem und traurigem Verfall der einheimischen 
Tradition geben. Es bedurfte tatsächlich der von außen kom- 
menden Anregung, um neues Leben in unsere Malerschule 
zu bringen und den Einklang zwischen ihren Bestrebungen 
und denen der prachtvollen Renaissancearchitektur her- 
zustellen, die zur Zeit der zweiten Hälfte des XVI. Jahr- 
hunderts in München so ausgezeichnete Werke geschaffen 
hat. Der Meister, der um das Jahr 1600 diese Verbindung 
herstellte und zugleich den Barock heraufführte, war Peter 
Candid, der so lang überschätzte und dann ganz gegen alles 
Verdienst vernachlässigte Hofmaler Maximilians I. Auch von 
ihm sind mehrere Gemälde, darunter zwei sehr feine alle- 
gorische Gestalten, in das Nationalmuseum gekommen. 
Was dagegen in dem anderen Hauptzentrum bayerischer 
Malerei, in Regensburg, geschaffen worden ist, kann im 
Nationalmuseum nicht gut studiert werden. Wohl sind von 
jenen pikanten Landschaften und zierlichen Figürchen einige 
Stilproben da, aber keine reifen Werke. Diese sind vielmehr 
in der Pinakothek kennen zu lernen. Immerhin sei hier 
auf den merkwürdigen Stammbaum der Familie Pfeffinger 



Einleitung.. XVII 

hingewiesen, der zwar nicht in Regensburg selbst ent- 
standen ist, aber doch gewisse Beziehungen zu Altdorfers 
Art hat. 

In Rücksicht auf die Reichhaltigkeit, Geschlossenheit, ihre 
allgemeine und lokalgeschichtliche Bedeutung ist die alte 
bayerische Abteilung die wichtigste unter den Gemälden 
des Nationalmuseums. Doch sind auch von den übrigen ober- 
deutschen Schulen manche namhafte Arbeiten hier zu finden. 
Besonders ist auch da wieder das Quattrocento gut ver- 
treten. Es sei zunächst auf den großen und mit Recht be- 
rühmten Bamberger Altar von 1429 hingewiesen, der eines 
der hervorragendsten Werke der fränkischen Schule vom 
Anfang des XV. Jahrhunderts ist. Man hat ihn lange Zeit 
der Nürnberger Schule zuweisen wollen; aber obschon die 
Verwandtschaft mit dem Stil des Imhofmeisters sehr groß 
ist, wird man doch berücksichtigen müssen, daß Bamberg 
nicht nur im tiefen Mittelalter eine reiche, selbständige 
Kunsttätigkeit entfaltet hat, sondern auch noch im XV. Jahr- 
hundert künstlerisch nicht erstarrt war. Das Nationalmuseum 
besitzt noch mehrere Bamberger Arbeiten aus dem Anfang 
des XV. Jahrhunderts, darunter das Epitaph der Gerhauserin, 
und diese gehen, ohne von derselben Hand wie der große 
Bamberger Altar zu sein, stilistisch doch so eng mit ihm 
zusammen, daß wir wohl daran denken dürfen, eine selbst- 
ständige Bamberger Schule anzusetzen. 
Ebenso verhält es sich mit Unterfranken. Fränkisch und 
Nürnbergisch wurden lange Zeit als identisch betrachtet; 
aber Werke wie der allerdings schwer beschädigte Aschaffen- 
burger Altar, der im Nationalmuseum nicht vereinzelt da- 
steht, müssen als unterfränkisch bezeichnet werden, sei es, 
daß sie in AschafFenburg oder in Würzburg entstanden sind. 
Bei ihnen allen ist neben der Verwandtschaft mit Nürn- 

II* 



XVIII Einleitung. 

berger Kunst auch eine gewisse milde Weichheit in Form 
und Farbe zu beobachten, die auf eine Verbindung mit der 
schwäbischen Schule schließen läßt. Ob der Kiliansaltar, der 
nach Würzburg weist und auch dort erworben wurde, 
auch in dieser Stadt entstanden ist und nicht doch nach 
Nürnberg gehört, kann zurzeit nicht entschieden werden. 
Reine Nürnberger Arbeit aus der unmittelbaren Nähe Wol- 
gemuts sind die Flügel von zwei Passionsaltären, die im 
Saal XII hängen. Sie scheiden sich durch die viel mehr 
detaillierte, nicht so plumpe Modellierung scharf von der 
bayerischen Malerei, ebenso auch in der zeichnerischen Art 
der Raumbehandlung, die besonders gut bei der Eccehomo- 
Tafel beobachtet werden kann. In Zusammenhang mit Wol- 
gemuts Kunst steht wohl auch das etwas trockene Bildnis 
eines Münzmeisters. Von Albrecht Dürer besitzt das National- 
museum kein Gemälde; aber dafür wenigstens einige Hei- 
, ligenfiguren von Hans Süß von Kulmbach, dann den großen 
Artelshofener Altar von Wolf Traut, der ja unmittelbar unter 
Dürers Einfluß steht, obschon auch bei Hans Süß von Kulm- 
bach in der Technik des Farbenauftrags wohl an eine Beein- 
flussung durch Jacopo dei Barbari gedacht werden darf. 
Höchst interessant, wenn schon künstlerisch an sich nicht 
bedeutend, ^nd die signierten Tafeln von Lautensack aus 
dem Jahre 1511, wo Dürer bereits ganz unverhohlen plagiiert 
wird. Von der späten Nürnberger Zeit sei noch der unver- 
meidlichen Bildnisse von Lorenz Strauch gedacht. 
Reicher als die Nürnberger Schule ist die schwäbische ver- 
treten. Auch hier gehen manche Gemälde bis auf den An- 
fang der neueren realistischen Malerei zurück. Hier sind 
von besonderem Interesse mehrere aus der Bodenseegegend 
stammende Tafeln, darunter eine Anbetung der Dreikönige, 
die in der farbigen Haltung mancherlei mit Stephan Lochner 



Einleitung. XIX 

gemeinsam haben, so daß man wohl in derartigen Werken 
die Schule erkennen darf, in der Lochner gelernt hat, ehe 
er sich nach Köln wandte und in der dortigen Kunst auf- 
ging. Ein Baldachinaltar vom Stammvater einer vielgenannten 
Künstlerfamilie, von Johann Strigel um 1440 gemalt, ist ein 
schönes Beispiel schwäbischer Provinzialkunst. Einige Ge- 
mälde mit fast lebensgroßen Heiligengestalten stehen unter 
Multschers Einfluß oder gehören wenigstens dem gleichen 
Milieu an, sie stammen aus Ottobeuern. Von Zeitblom selbst 
besitzt das Nationalmuseum wohl zwei eigenhändige Arbeiten; 
zwar gehört der bekannte Altar mit den Heiligen Sebastian 
und Rochus nur in sein Atelier, aber nahezu sicher stammen 
von ihm die fein gezeichnete Begegnung von Abraham und 
Melchisedech und das Passahfest. Echte, zum Teil signierte 
Arbeiten sind auch die bekannten kleinen, farbig so schönen 
Tafeln des Fr. Herlin, der Abschied Christi von seiner 
Mutter, gemalt von Martin Schaffner, und die zwei Altar- 
flügel von Bernhard Strigel. Von besonderer kunstgeschicht- 
licher Bedeutung sind die zwei signierten Altäre von dem 
Kemptener Maler Jakob Schick. Mit ihren zopfig manierierten 
Formen und ihrer schillernden Farbe stehen sie den Gemälden 
des Meisters von Meßkirch sehr nahe und müssen wohl mit 
diesem in einer Gruppe zusammengefaßt werden. 
Die Münchner Schule von der Wende des XVIII. zum 
XIX. Jahrhundert ist mit den Landschaften von Dorner, mit 
dem bekannten Familienporträt von Edlinger und mit den 
Kinderbildnissen von Hauber vertreten. Hieran schließt sich 
dann noch die Abteilung des XIX. Jahrhunderts an. 
Von fremden Schulen besitzt das Nationalmuseum an Ori- 
ginalen aus den früheren Jahrhunderten nicht gar viel. 
Am wertvollsten sind die zwei kleinen, ungemein delikat 
durchgeführten Bildchen in der Art des jetzt sogenannten 



XX Einleitung. 

Meisters Ysenbrant. Aus späterer Zeit kommen haupt- 
sächlich einige elegante Porträts in Betracht, die entweder 
von Franzosen selbst gemalt sind, wie das Herrenbildnis 
von Toque oder unter französischem Einfluß stehen, wie 
die Bildnisse des De Marees. 

In Vorstehendem werden nur die hervorragendsten Bilder 
unserer Sammlung kurz erwähnt; es schließen sich an sie 
eine namhafte Anzahl von Werken an, die in Hinsicht ihres 
künstlerischen oder kunsthistorischen Wertes immerhin noch 
recht beachtenswert sind. Viele andere Bilder beanspruchen 
allerdings entweder rein kulturhistorisches Interesse durch 
den Gegenstand der Darstellung und durch die Tracht oder 
sind als Porträts von Belang. Aus ihnen haben wir, wenn 
nicht ganz besondere Umstände maßgebend waren, eine 
eigene Abteilung gebildet. Auf diese Weise wird wohl am 
besten dem Umstand Rechnung getragen sein, daß unsere 
Sammlung zwar keine Gemäldegalerie im vornehmsten Sinne 
des Wortes sein will, daß sie aber doch neben vielem nur 
inhaltlich Interessantem auch nicht wenig an sich bedeutende 
Werke besitzt. 

Dementsprechend wurde der Katalog in zwei Abteilungen 
gegliedert. In die erste nahmen wir, nach Schulen geordnet, 
die Bilder auf, die von künstlerischem oder kunstgeschicht- 
lichem Interesse sind, in die zweite aber jene Porträts, 
die nur für genealogische Forschung wichtig sind, und dann 
die Gemälde kulturgeschichtlichen Inhalts, endlich auch eine 
Anzahl von Gemälden, die zwar sehr schwer beschädigt 
und ganz unansehnlich sind, aber doch aus irgend einem 
Grunde für Spezialforscher von Wert sein können. 

K. Voll. 



Erster Teil 

Bilder von kunstgeschichtlichem 
Interesse, nach Schulen geordnet 

A. Deutsche Schulen bis 1800. 

Bayerische Schulen Nr. 1 — 212 

Österreichische Schulen Nr. 213 — 241 

Schwäbische Schulen Nr. 242—327 

Fränkische Schulen Nr. 328—433 

Mitteldeutsche und Niederdeutsche Schulen . . Nr. 434 — 454 

B. Neuere Meister nach 1800 .... Nr. 455—479 

C. Fremde Schulen. 

Italienische Schulen Nr. 480 — 511 

Französische Schulen Nr. 512 — 544 

Niederländische Schulen Nr. 545 — 591 



Bayerische Schulen 

bis 1800. 



Bayerisch gegen 1300. 

1 (VI). Altaraufsatz. Krönung Mariae. Der gekrönte 
Christus, eine zweite Krone auf dem Schoß haltend, setzt der 
neben ihm sitzenden Maria eine Krone auf. Über beiden 
schweben zwei Engel, die ebenfalls eine Krone in den Händen 
tragen. Rechts und links sitzen neben einander je sechs Apostel. 
Abbildung. 

Fichtenholz. Schmales Rechteck, in der Mitte von einem Rundbogen über- 
höht. Dunkler Grund. L. M. 47 h., 145 br. — Aus bäuerlichem Besitz in der 
Nähe von Rosenheim. — "Weingärtner in der Mitt. der Zentral-Kommiss. 1861, 
S. 1 14f. — Abbildg. bei Andr. Schmid, Der christl. Altar u. s. Schmuck 1871, 
S. 192. — Janitschek, S. 163, datiert dies Werk um 1250. 

Oberbayerisch (Münchner Schule). Ende des 
XIV. Jahrhunderts. 

'2 (VIII). Christus am Kreuz. In der Mitte der Gekreu- 
zigte, Maria und Johannes zu beiden Seiten. Primitive Land- 
schaft. Vorderseite zu Nr. 3. — Abbildung. 

Holz. Glatter Goldgrund. L. M. 177,5 h., 136,5 br. — Aus der Augustiner 
Kirche zu München. — B. Riehl, Studien, S. 74 f. 

3 (VIII). Auferweckung der Drusiana. Vor einer Stadt 
Drusiana auf einer Bahre, daneben Träger und Zuschauer. 
Hinter der Bahre Johannes, der sie zum Leben erweckt. Rück- 
seite zu Nr. 2. — Abbildung. 
Holz. Glatter Goldgrund. L. M. 177 h., 136,5 br. 



2 Bayerische Schulen. 

Oberbayerisch. Anfang des XV. Jahrhunderts. 

4 (VII.) Zwei Heilige: Elisabeth mit Buch und Rosen-, 
körbchen und Katharina mit Schwert und Rad, beide bekrönt. 
Standfiguren nach links unter einer gotischen Arkade. Bildete 
mit Nr. 5, 6 u. 7 zusammen einen Altar. 

Tannenholz. Punzierter Goldgrund mit Gitterwerk. 61h., 33br. — Nach 
Messner „aus dem Gebirg". — B. Riehl, Studien, S. 75. 

5 (VII). Heilige: Bartholomäus mit Buch und Messer und 
Johannes Evangelist mit Buch und Kelch, in gleicher An- 
ordnung, Auffassung und Größe etc. wie Nr. 4. 

6 (VII). Heilige: Clara mit Monstranz und Margaretha mit 
Drachen und Kreuz, nach rechts gewendet, sonst wie Nr. 4, 

7 (VII). Apostel: Petrus mit Buch und Schlüssel und 
Paulus mit Buch und Schwert, nach rechts blickend, sonst 
wie Nr. 4. 

Bayerisch. Anfang des XV. Jahrhunderts, 

8a(VIII). Der Pähler Altar. Mittelstück: Christus am 
Kreuz. In der Mitte der Gekreuzigte, zur Linken Maria, 
rechts Johannes Ev. — Abbildung. 

Grundierte Leinwand auf Holz. Punzierter Goldgrund. L. M. 1 03,5 h,, 68 br. — 
Erworben 1857 um Hfl. vom Schullehrer Kratzer von Beuerberg, der den 
Altar auf dem Dachboden eines Bauernhofes zwischen Weilheim und Pähl 
gefunden hatte. Stammt nach Meßmer aus der Kapelle des Schlosses Pähl. — 
Nach einer teclinischen Untersuchung in den sechziger Jahren sind die 
Tafelbretter mit einem groben Leinwandgewebe überzogen, das mit dem Holze 
durch gewöhnlichen tierischen Leim verbunden ist. Über dem leinenen Über- 
zug liegt ein Untergrund von drei Schichten. Die erste lockere schwarzgraue 
Schicht ist eine Mischung von Holzkohlenstaub mit grobem (kleienhaltigem) 
Mehle, das wahrscheinlich durch eine schwache Leimlösung aufgetragen war. 
Die zweite dichtere weiße Schichte stellt eine eingetrocknete Pasta von 
kohlensaurem Kalke (Kreide) mit sehr reichlichem Zusatz eines proteino- 
idischen Bindemittels dar. Die dritte Schicht, der Goldbelag, erwies sich 
als stark kupferhaltig. (Messmer in den Mitteilungen d. Zentralkommission 
1862, S. 252.). — Schnaase, Kunstgesch., Bd. VI, S. 475 u. Bd. VII, S. 471 
u. Mitteilgn. der Zentralkommission 1862, S. 207. J. Sighart, Gesch. d. bild. 
Künste: Bayern (1862), S. 579. Janitschek, S. 214. B. Riehl, Studien, S.58, 
73 f. — Von Thode, Nürnberger Malerschule, S. 46 dem böhmischen „Meister 



XV. Jahrhundert. 3 

von Wittingau" zugeteilt. — Stilistisch Verwandtes in dem Modellbüchlein aus 
Ambras abgebildet. Wiener Jahrbuch Bd. 23, S. 314 ff. — Ein Marienbild 
- gleichen Stiles aber von anderer Hand, aus Benediktbeuren i. d. Sammig. des 
Prof. Sepp in München. 

8b (VIII). Linker Flügel: Johannes der Täufer. Der 
Täufer mit dem Buch, auf dem das Lamm mit der Kreuzes- 
fahne steht. Rückseite: Die Gottesmutter mit dem nackten 
Jesuskind. — Abbildung. 

Holz. Vorderseite: Punzierter Goldgrund. Über Johannes ist ein Engel in den 
Goldgrund punziert. Rückseite (beschädigt) : Roter Grund. 1 03,5 h., 28,5 br. 

8c (VIII). Rechter Flügel: Hl. Barbara. Barbara hält 
in der Linken den Turm. Rückseite: Der Schmerzensmann 
unter dem Kreuz mit den Marterwerkzeugen. — Abbildung. 

Holz. 103,5h., 28,5 br. Vorderseite: Punzierter Goldgrund. Über Barbara 
ein Engel in den Goldgrund punziert, die Schließe plastisch aufgesetzt. Rück- 
seite (beschädigt): Roter Grund. 

Oberbayerisch (Münchner Schule) um 1430. 

9 (VII a). Tempelgang Mariae. Unter dem Portal einer 
Kirche segnet Zacharias die auf den Stufen der Treppe 
knieende Maria, die von ihrer Mutter Anna gehalten wird. 
Rechts neben Anna der hl. Joachim. Unter der Treppe 
Ochs und Esel. Rückseite: Heilige. Die beiden Stand- 
figuren eines Bischofs und der Edigna mit einem Buch, 
auf dem ein Hahn steht. 

Leinwand auf Tannenholz. Vorderseite: Schlicht punzierter Goldgrund. 
Rückseite: Rotbrauner Grund. 116 h., 86 br. Stark beschädigt. — Zur 
hl. Edigna, die in Brück bei Fürstenfeldbruck verehrt wird, vgl. Kalender für 
kath. Christen 1896, S. 83 und „Bayerland" 1905, S. 199. 

Bayerisch um 1430 — 40. 

10a (VIII). Fürstätter Altar. Mittelbild: Kreuzigung. 
In der Mitte Christus am Kreuz, dem Longinus die Seite 
durchsticht, am Kreuz der Schwammträger. Links Johannes 
mit den Frauen, dahinter Kriegsvolk. Rechts der Hauptmann 
mit den Kriegsleuten, dabei das Spruchband: vere filius 

1» 



4 Bayerische Schulen. 

dei erat iste; ein zweites: si filius dei est desendat de er • • 
Auf einer Fahne rechts der schwarze Skorpion, auf einer 
der linken Gruppe V.(!) P. Q. R. 

Tannenholz. Punzierter Silbergrund mit Goldlacküberzug. 98 h., 121 br. — 
Gekauft von der Kirchenverwaltung Fürstätt 1896 um 1500 Mk. — B. Riehl, 
Studien, S. 80 f. 

10b (VIII). Linker Flügel: Martyrium der hl. Ursula. 
Die Heilige im Schiff mit ihren Gefährten wird von zwei 
Bogenschützen, die am Ufer links vorn stehen, beschossen. 
Rückseite: Zerstört. 

Befund wie oben. 98 h., 52,5 br. 

10c (VIII). Rechter Flügel: Zwei Heilige. Sigismund 
in ritterlicher Rüstung mit dem Reichsapfel (links) und ein 
Bischof (rechts), Standfiguren. Rückseite: Spuren eines 
Heiligen in Rüstung (Quirin?) 
Befund wie oben. 

Niederbayerisch um 1450. 

11 (XV). Heilige und Stifter. Oben: Einander zuge- 
wendet links Dorothea mit einem kleinen Kind, das ihr 
einen Rosenzweig reicht und rechts Agnes, zu der ein 
Lamm emporstrebt. Unten: In einer Kapelle nach rechts 
gewandt, der betende Stifter in silberner Rüstung. Gehört 
zu Nr. 12. 

Fichtenholz, Gepresster Goldgrund, stellenweise Leindwandbelag. 70,5 h., 
59 br. ■ — Linker Flügel eines Altars. — Aus Pfarrkirchen bei Eggenfelden. — 
1907 von Sessig in München restauriert. 

12 (XV). Heilige und Stifter. Oben: Einander zuge- 
wendet links Magdalena mit dem Salbgefäß und rechts 
Katharina, das Rad zu ihren Füßen. Unten: Links knieend 
ein Abt mit einem Wappen, dahinter stehend der Diakon 
mit dem Pedum, dann die Masse der übrigen betenden 
Mönche. Gehört zu Nr. 11. 

Maße u. s. w. wie das Vorhergehende. — Rechter Flügel eines Altars. 



XV. Jahrhundert. 5 

Bayerisch um 1470. 

13a (XV). Flügelaltar mit Passionsszenen. Mittel- 
stück Plastik. Linker Flügel. Innenseite: Oben,Ölberg: 
Links Christus im Gebet, vor ihm der Kelch auf einem 
Felsen, oben ein Engel mit einem Spruchband. Rechts die 
drei schlafenden Jünger. Landschaft. Unten, Christus an 
der Martersäule: In der Mitte der Heiland an der Marter- 
säule von zwei Knechten gegeißelt. Stark beschädigt. Außen- 
seite: Oben, Kreuzschleppung: Christus schleppt 
das schwere Kreuz, dessen Ende Simon von Cyrene auf- 
nimmt, ein Kriegsknecht zieht den Heiland, ein zweiter 
verhöhnt ihn. Unten, Kreuzannaglung: Der Heiland 
wird von drei Henkersknechten ans Kreuz genagelt. 

Holz. Oberer Teil 85,5 h., 39 br., Goldgrund; unterer Teil 53 h., 39,5 br. 

13b (XV). Rechter Flügel, Innenseite: Oben, Gefangen- 
nahme Christi. Der Heiland, denjudasküsst, wird von zwei 
Kriegsknechten gefesselt. Rechts Petrus, dem Malchus das 
Ohr abgeschlagen hat. Der Heiland hält das Ohr in der Rechten. 
Unten, Dornenkrönung: Zwei Kriegsknechte drücken 
dem auf einem Thron sitzenden Heiland die Dornenkrone ins 
Haupt, ein dritter reicht ihm ein Rohr. Außenseite: Oben: 
Christi Entkleidung: Ein Kriegsknecht zieht dem Heiland 
den Rock aus, Maria von Johannes gestützt, legt ihm das 
Lendentuch um. Links ein Krieger mit Fahne. Unten, 
Christus am Kreuz. Zwischen Maria und Johannes oben 
ein Spruchband: Jesus von nasaret ein kunik der Juden. 

Befund wie beim Vorhergehenden. 

Niederbayerisch um 1470. 

14 (XVIII). Der hl. Quirin. Der Heilige im Harnisch mit 
Lanze und Schild steht vor einer Mauerbrüstung. Gegen- 
stück zu Nr. 15. 

Fichtenholz. Dunkler Grund. 57,7 h.,'40,9 br. Der Nimbus ist plastisch 
ornamentiert. 

15 (XVIII). Der hl. Leonhard. Der Heilige, vor einer 
Mauerbrüstung stehend, liest in einem Buch. Links neben 



6 Bayerische Schulen. 

ihm ein adorierender Gefangener im Bock, dessen Kette 
der Heilige hält. Gegenstück zu Nr. 14. 

Fichtenholz, Dunkler Grund. 57,5 h., 40,3 br. Plastisch ornamentierter 
Nimbus. 

Oberbayerisch um 1470. 

16a (XV). Dreiteiliger Flügelaltar (Mittelstück 
Plastik). Linker Flügel, Innenseite: In zwei Darstel- 
lungen übereinander die Apostel, sämtlich Standfiguren vor 
einem Teppich. Oben: Andreas mit Kreuz und Büchern, 
Johannes Ev. mit dem Kelch. Unten: Jakobus minor mit 
Walkerbaum und Buch, Judas Thaddäus mit Buch und Keule. 
Außenseite: Thomas mit Buch und Lanze. 

Lindenholz. Auf der Innenseite gepresster Goldgrund. L. M. 92 h,, 38 br. — 
Sammlung Ainmiller, — Katalog VI. Nr. 1317. 

16b (XV). Rechter Flügel, Innenseite: Oben: Simon 
mit Säge und Buch, Matthäus mit Hellebarde und Buch, 
unten Philippus mit dem Kreuzesstab, Jakobus maior mit 
Stab und Pilgermuschel. Außenseite: Matthias mit Buch 
und Beil. 
Befund wie oben. 92 h., 37,5 br. 

Bayerisch (Inn- Salzach Gebiet) um 1470. 

17 (XVII). Aus der Legende der hl. Katharina. Ka- 
tharina vor dem Götzenbild. Katharina steht im Ge- 
spräch mit dem Kaiser vor der Säule, auf der der Teufel 
steht. Ein Mann weist die Heilige auf das Götzenbild hin, 
ein zweiter kniet betend auf dem Sockel der Säule. Hinter- 
grund Landschaft. Mit den folgenden Nummern 18 — 22 zu 
einem Zyklus gehörig. — Abbildung. 

Holz. 90 h., 52,4 br. Steht den aus Wasserburg a. I. stammenden Bildern 
(Nr. 35 und 36) nahe. 

18 (XVII). Disputation der hl. Katharina. Die Heilige 
sitzt inmitten der Gelehrten, ein offenes Buch auf dem 
Schoß, über ihr die Taube des hl. Geistes. Links der Kaiser, 
die Gelehrten lebhaft gestikulierend. — Abbildung. 

Holz. 89,3 h., 52,2 br. 



XV. Jahrhundert. 7 

19 (XVII). Feuertod der Gelehrten. Links die Gruppe 
der bekehrten Gelehrten auf brennenden Scheiten, von 
Katharina (rechts) getröstet. Hinter ihr der Kaiser und ein 
Knecht, der das Feuer schürt. 

Holz. 89,6 h., 52,1 br. 

20 (XVII). Katharina im Kerker. Rechts hinter einem 
Gitterfenster die Heilige, die soeben von zwei Männern in 
den Kerker gestoßen worden ist. Links bei den Männern 
der Kaiser. 

Holz. 90 h., 52,4 br. 

21 (XVII). Die Heilige soll gerädert werden. In der 
Mitte vorn kniet die Heilige vor dem Rad, das durch die 
vom Himmel fallenden Steine zertrümmert wird. Am Boden 
beim Rade drei Knechte. Links hinten der Kaiser. Landschaft. 
Holz. 90,2 h., 51,9 br. 

22 (XVII). Enthauptung der hl. Katharina. Vorn kniet 
die Heilige, der Henker hinter ihr (links) holt zum Schlage 
aus. Rechts der Kaiser und ein Zuschauer; über der Heiligen 
schwebt ein Engel mit einem Bahrtuch vom Himmel herab. 

Holz. 90 h., 52,2 br. 

Bayerisch um 1480. 

23 (XV). Passionsszenen. Vorn wird Christus ans Kreuz 
genagelt, im Mittelgrunde Kreuzschleppung, im Hintergrund 
links eine Stadt und der Ölberg. Rechts oben im rotum- 
säumten Rechteck das jüngste Gericht. 

Fichtenholz. 1,65 h., 1,55 br. — Aus Kloster Tegernsee. 

Niederbayerisch um 1480. 

24 (XIX). Der hl. Georg. Der Heilige in Rüstung steht 
auf dem Drachen, dem er seine Lanze in den Rachen stößt. 
Links unten das Wappen der Herren von Closen. Rückseite 
abgesägt. Gegenstück zu Nr. 25. 

Lindenholz. 73,3 h., 47,2 br. — Gekauft 1863/64 von Maurer. — Nach den 
Wappen zu schließen, stammen unsere Bilder von einer Stiftung des Ritters 



/ 



8 Bayerische Schulen. 

Hans von Closen zu Stubenperg und seiner Frau Margarethe von Dumberg 
zum Klebstoin vorm Wald (vgl. Hund II, 139). — Stubenberg bei Pfarr- 
kirchen in Niederbayern. 

25 (XIX). Der hl. Urban. Der Heilige in päpstlichem Or- 
nat, in der Linken das Patriarchenkreuz, auf der Rechten eine 
Traube. Unten rechts das Wappen des bayer. Geschlechtes 
von Dumberg. Rückseite abgesägt. Gegenstück zu Nr. 27. 
Lindenholz. Grüner Grund, erneuert. 73,5 h., 47 br. 

^ Bayerisch (Inn-Salzach Gebiet) um 1480. 

26 (XI). Disputation der hl. Katharina. Die Heilige 
sitzt in der Mitte eines hohen Gemachs, umgeben von den 
Philosophen, links der Kaiser. Durch die Türöffnung rechts 
Ausblick ins Freie, wo die bereits bekehrten Philosophen 
verbrannt werden. Gegenstück zu Nr. 27. 

Fichtenholz. 121,8 h., 127,4 br. Stark beschädigt. Auf der Rückseite Spuren 
von Reliefs. — Aus Kloster Attel. — Dazu gehören zwei Bilder in der 
Münchner Frauenkirche (Ablehnung eines Freiers, Reindelkapelle ; Taufe 
Christi, Pfeilerbild) ; ferner zwei Bilder in der Erlanger Galerie (Nr. 2 Ent- 
hauptung des hl. Johannes Baptistae, Nr. 3 Sendung des hl. Geistes). 

27 (XI). Enthauptung der hl. Katharina. Im Vorder- 
grund einer bergigen Landschaft kniet die Heilige auf dem 
Rade; links hinter ihr holt der Henker mit dem Schwert aus. 
Links und rechts Zuschauer. Gegenstück zu Nr. 26. 
Fichtenholz. 121 h., 129 br. — Stark beschädigt und übermalt. 

Bayerisch um 1480. 

28 (XII). Szenen aus der Katharinenlegende. Links 
kommt aus einer Stadt der Zug der gefesselten Philosophen, 
an ihrer Spitze Katharina. Weiter rechts richten zwei Knechte 
den Scheiterhaufen auf. Hintergrund Landschaft mit See. 

Fichtenholz. 24,8 h., 35,1 br. 

Oberbayerisch um 1480. 

29 (XIII). Die hl. Messe. Links in einer Kirche steht vor 
einem Altar ein messelesender Priester; dabei Andächtige, 



XV. Jahrhundert. 9 

Opfernde und Almosenspendende. Im Hintergrund in einer 
Seitenkapelle eine betende Frau. Rechts außen vor einem 
Beinhaus ebenfalls ein Betender. Rechts hinten Landschaft. 
Abgesägte Vorderseite von Nr. 30. 

Fichtenholz. 1 13,2 h., 64,7 br. 

30 (XIII). Jüngstes Gericht. In einer Landschaft Ver- 
dammte von Teufeln gequält, dazwischen Selige von Engeln 
geleitet. Abgesägte Rückseite von Nr. 29. 

Fichtenholz. 1 13,5 h., 64,5 br. 

Oberbayerisch um 1480. 

31 (XVIII). Geburt Maria. In einem Gemach liegt die 
heilige Anna im Bett. Links bei ihr zwei fürsorgende Frauen, 
eine dritte bringt einen Teller mit Trauben. Vorn badet eine 
Magd das Kind. Rückseite abgesägt. 

Fichtenholz. 71,5 h., 40 br. — Stark übermalt. — Gehörte mit der folgenden 
Nummer zu einem Altarwerk ; aus derselben "Werkstatt wie die vorhergehen- 
den Nummern 29 u. 30. 

32 (XVIII). Weihe eines hL Bischof es. In der Mitte 
kniet in Rückenansicht der Heilige, dem drei Bischöfe die 
Inful aufsetzen. Links und rechts Kleriker. Hintergrund 
Architektur mit offenen Bögen. Gehört zum vorhergehenden. 

Fichtenholz. 72,6 h., 40 br. 

Bayerisch um 1480. 

33 (XII). Anbetung des Kindes. In einer offenen Hütte 
kniet rechts Maria, links Joseph, zwischen beiden ruht das 
Kind auf einer Gloriole, von drei knieenden Engeln ange- 
betet. Hinter Maria rechts zwei kleine Engel mit dem Spruch- 
band: gloria in excelsis deo. Darüber schauen zwei modisch 
gekleidete Frauen in die Hütte herein, ebenso zwei Hirten 
links. Hintergrund Landschaft. Rückseite: Die Verkün- 
digung. Rechts unter einem Baldachin sitzt Maria, ein auf- 
geschlagenes Buch im Schoß. Links der Engel mit unbe- 
schriebenem Spruchband. Oben Gottvater mit jugendlichem 
Typus, von dem die Taube des hl. Geistes auf Maria her- 



10 Bayerische Schulen. 

niederschwebt. Hinten auf einer Steinbank ein Teller mit 
Kirschen und eine Vase mit Maiglöckchen. 

Fichtenholz. Stellenweise Leinwandbelag. Vorderseite : Goldgrund mit ge- 
preßtem Granatapfelmuster. Rückseite rechts: Blauer gestirnter Hintergrund. 
131,5 h., 1 27,4 br. — Aus der Johanneskirche in Freising, Geschenk des Herrn 
Martin Leichtle. — Sighart, Geschichte der bildenden Künste in Bayern, 1862, 
S. 581. 

Oberbayerisch um 1490. 

34 (XI). Passionsszenen. Der gefesselte Christus wird 
von Kriegsknechten in ein Gemach durch eine Tür herein- 
geführt. Links oben ein Wappen. Rückseite: Vorberei- 
tung zur Kreuzigung. Im Vordergrund sitzt der Heiland 
auf dem Kreuze, dabei vier Henkersknechte mit Vorbereitung 
zur Kreuzigung beschäftigt. Im Hintergrund Landschaft mit den 
heiligen Frauen, Veronika und Johannes, rechts eine Stadt. 

Fichtenholz. L. M. 104 h., 36,7 br. — Steht dem Meister der Atteler Katha- 
rinenlegende (Nr. 26) nahe. 

Bayerisch (Inn-Salzach Gegend) gegen 1490. 

35 (XIII). Zwei weibliche Heilige. In einem gewölbten 
Gemach steht links die hl. Margarete, einen Drachen am 
Riemen führend. Daneben rechts die hl. Dorothea, mit beiden 
Händen ein Blumenkörbchen haltend. Auf dem Fliesenboden 
zwei Spruchbänder: S. Margret u. S. Thorode. Durch ein 
Fenster (links) und eine offene Tür (rechts) Ausblick in 
Landschaft. ^Rückseite: Ehemals Reliefschmuck. Gegen- 
stück zu Nr. 36. 

Fichtenholz, 187,8 h., 84 br. — Erworben 1879. — Aufgefunden in der Stadt- 
pfarrkirche zu Wasserburg a. Inn gelegentlich deren Restaurierung. "Wieder- 
hergestellt durch Prof. Hauser. — Abgebildet in „Kunstschätze aus d. bayer. 
Nat.-Mus.", Blatt 276. 

36 (XIII). Zwei weibliche Heilige. In einem von einer 
Mauer umschlossenen Garten sitzt links auf einer Bank die 
hl. Katharina mit dem Schwert in der Linken (zu ihren Füßen 
das zerbrochene Rad); sie spricht mit der rechts neben ihr 
sitzenden hl. Barbara, die mit der Rechten einen Turm hält. 
Über ihnen ein Apfel- und ein Birnbaum, zwischen denen 



XV. Jahrhundert. 1 1 

sich ein Weinstock an einem Stangengerüst rankt. Auf dem 
blumigen Rasen, der Bank und den Bäumen allerlei Vögel, 
darunter Elster, Wiedehopf, Fink, Zeisig etc. Links hinten ein 
Hase. Im Vordergrund zwei Spruchbänder: S. katerina, und 
S. warbra. Rückseite: Ehemals Reliefschmuck. Gegenstück 
zu Nr. 35. — Abbildung. 

Fichtenholz. 187,5 h., 84 br. — Abgebildet: „Kunstschätze aus d. b. Nat.- 
Mus.", Blatt 277. 

Niederbayerisch gegen 1490. 

37a (XV). Landshuter Altar. Mittelstück Plastik. 
Linker Flügel, Innenseite, oben: Auferstehung 
Christi. Der Auferstandene mit der Siegesfahne steht vor 
dem offenen Sarkophag, rechts und links die Wächter, oben 
ein Engel. Unten: Anbetung des Kindes. In der Mitte vor 
einer Ruine wird das Kind von drei Engeln schwebend auf 
einem Tuch gehalten. Links Maria und rechts Joseph mit der 
Kerze. Außenseite, oben: Begegnung. Rechts die gol- 
dene Pforte, in der Mitte Elisabeth und Maria. Landschaft. 
Unten: Verkündigung. 

Holz. 68,3 h., 62,5 br., obere Tafel, 68 h., 62,3 br., untere Tafel. — Vorder- 
seite: Gemusterter Goldgrund. Rückseite: Blauer Grund. — Angeblich aus 
Landshut. — Katalog VI, Nr. 1305— 1308. 

37b (XV). Rechter Flügel, oben: Himmelfahrt Christi. 
Über einem Hügel Christus in den Wolken verschwindend. 
Vor dem Hügel knieen Maria und die Jünger. Landschaftlicher 
Hintergrund. Unten: Das P fingst fest. In einem gotischen 
Gewölbebau in der Mitte Maria, neben und hinter ihr die 
Jünger, oben die Taube des hl. Geistes. Außenseite: An- 
betung des Kindes. Unten: Tod Mariae. Maria im Bett, 
davor kniet ein vorlesender Apostel, die übrigen Apostel 
stehen hinter dem Bett. 
Befund wie oben. 

37c (XV). Predella. Wunder der hl. Elisabeth. Links: 
Elisabeth, begleitet von ihrem Hausmeister, bringt vier Pil- 
gern, die an gedecktem Tisch sitzen, Speisen. Rechts: Die 



12 Bayerische Schulen. 

Heilige vor einem Haus, nimmt den Dank der Pilger ent- 
gegen. Hintergrund Landschaft mit Burg. 
Holz. 45 h., 153 br. In der Mitte der Predella eine Nische. 

Bayerisch (Münchner Schule) um 1490. 

38a(XIV). Schnitzaltärchen in Monstranzenform mit 
gemalten Flügeln. Linker Flügel: Hl. Franziskus. 
Der Heilige mit Wundmalen steht im Ordensgewand auf einem 
Postament. Rückseite: Hl. Veronika mit dem Schweißtuch. 

38b (XIV). Rechter Flügel: Die hl. Klara. Die Heilige 
im Ordensgewand mit der Monstranz in den Händen auf 
einem Postament. Zu ihren Füßen auf dem Postament eine 
brennende Kerze und Blumen. Rückseite: Hl. Barbara. 
Die Heilige mit Kelch und Hostie, zu ihren Füßen ein Turm. 

Holz. Vorderseite Goldgrund. Rückseite blauer Grund. Oberer Abschluß 
in gebrochenem halbem Eselsrücken. L. M. 40,5 h., 8,3 br. — Auf dem Mittel- 
stück gemalter Hintergrund mit Kreuzschleppung Christi in reicher Land- 
schaft. — Gekauft 1874 vom Händler Rupprecht um 250 fl. — Katalog VI. 
Nr. 1332. 

Oberbayerisch um 1490. 

39 (XIX). Aus der Legende der hl. Anna. Die Heilige 
sitzt in einem Gemach, an der Kunkel spinnend, neben ihr 
steht die Haspel. Durch eine offene Tür rechts Ausblick 
in die Landschaft, in der Joachim von einem Engel die 
Botschaft empfängt. Am Boden zwei Singvögel, die eine 
Fliege verspeisen. Rückseite: Joachim und Anna unter 
der goldnen Pforte. In der Landschaft links nochmals 
Joachim bei der Herde mit dem Engel. 

Fichtenholz. 62,7 h., 48 br. 

Oberbayerisch um 1490. 

40 (XVIII a). Zwei Heilige. Links der hl. Philipp mit 
dem Kreuzesstab, rechts vor ihm der hl. Bartholomäus 
mit dem Messer, Standfiguren nach rechts gewandt. Der 
hl. Bartholomäus empfiehlt den vor ihm knieenden Stifter 



, XV. Jahrhundert. 13 

Herzog Sigismund von Bayern, neben dem sein Wappen- 
schild steht. Abgesägte Rückseite von Nr. 41. 

Fichtenholz. Goldgrund. 67 h., 52 br. — Nach Aretin, Kunstdenkmale des 
bayer. Herrscherhauses (München 1865) „aus der Gegend von Monheim." 
Daselbst auch Abbildung. — Wohl Münchner Schule. 

41 (XVIIIa). Enthauptung des hl. Jakobus. Der ent- 
hauptete Heilige kniet mit gefesselten Händen, nach rechts 
gewandt; links hinter ihm der Henker. Rechts steht ein 
älterer Mann. Im Hintergrund Häuser. Abgesägte Vorder- 
seite von Nr. 40. 

Fichtenholz. Goldgrund, oben mit gepreßtem Rankenwerk. 66,3 h., 52,4 br. 

Bayerisch um 1490. 

42 (XII). Anbetung des Kindes. Maria kniet rechts vor 
der Hütte, auf ihrem Mantelsaum, von drei Engeln ge- 
halten, ruht das Kind. Links kniet Joseph mit der Kerze. 
Dahinter unter einem Torbogen zwei Hirten, in der Mitte 
in einem Nebenraum Ochs und Esel. Oben drei lobsingende 
Engel. Über das Gemäuer hinweg Ausblick in Landschaft. 
Rückseite: Vierkündigung des Engels an Joachim. 
Ein Engel mit einem Spruchband, von links herabschwebend, 
bringt dem rechts stehenden Joachim die Botschaft. Land- 
schaft mit Schafherde, im Hintergrund eine Stadt. 

Holz. L. M. 152,4 h., 115,3 br. Vorderseite: Goldgrund mit gepreßtem 
Rankenwerk. — Steht der Münchener Schule nahe. — Stammt von Pfarrer 
Gangkofer in Kolbach bei Frontenhausen in Niederbayern. 

Bayerisch von 1491. 

(Meister Steffan von Wasserburg?) 

43 (XIII). Kreuzigung Christi. Christus zwischen den 
beiden Schachern ist eben von der Lanze des neben dem 
Kreuz reitenden Longinus durchbohrt worden. Im Vorder- 
grund links die Gruppe der Frauen mit Johannes, rechts 
Reiter und Kriegsknechte. In der Mitte vorn Ahasver (?) 
Der rechte Schacher auf einem aus Birkenstämmen ge- 
zimmerten Kreuz. Im Hintergrund Landschaft mit Städte- 



14 Bayerische Schulen. 

bild und Burg. Links unten in schwarzer Farbe die Jahres- 
zahl 1491. 

Birnbaumholz. Goldgrund. 154,4 h., 130 br. Aus Kloster Baumburg bei 
Wasserburg. — In den Jahren 1493 — -1495 wird in einem Ausgabenbuch des 
Klosters Baumburg (Reichsarchiv) öfters ein Maler StefFan erwähnt, der 
verschiedene Arbeiten für das Kloster lieferte. Vielleicht ist in ihm der 
Maler unseres Bildes zu suchen. Für eines seiner Bilder lieferte ein Wasser- 
burger Tischler die Holztafel, woraus geschlossen werden kann, daß auch 
der Maler dorther kam. Die große stilistische Verwandtschaft unseres Bildes 
mit den Arbeiten aus Kloster Attel (Nr. 26, 27), das in allernächster Nähe 
von Wasserburg liegt, bestärkt unsere Vermutung, in Wasserburg den Sitz 
dieser Schule anzunehmen. In nahen Beziehungen zu diesem Werk steht der 
Merlbacher Altar. 

Bayerisch (?) Ende XV. Jahrhundert. 

44a (XV). Flügelaltärchen: Mittelstück Plastik. Bemalte 
Rückseiten der Flügel. Linker Flügel: Verkündi- 
gung. In einem Gemach kniet links Maria vor einem Pult, 
rechts der Engel mit Lilie und Spruchband. 

Holz. L. M. 66 h., 20,3 br. Oben und unten Maßwerkfüllung. — Aus Kloster 
Frauenwörth im Chiemsee. — (Sammlung Ainmiller.) — Katalog VI, 1315. 

44b (XV). Rechter Flügel: Begegnung. Links Maria, 
rechts Elisabeth, fassen sich bei den Händen. In ihren Leibern 
die Kinder. Landschaftlicher Hintergrund. Auf der Rück- 
seite des Schreins : Rankenwerk mit Vögeln und Halbfiguren 
im Stile Furtmeiers. 

Oberbayerisch (Münchner Schule) vom Ende 
des XV. Jahrhunderts. 

45 (X). Bildnis des Jörg Gankoffer, Baumeisters der 
MünchnerFrauenkirche. Der Dargestellte, bartlos, trägt 
schwarzes Gewand und auf dem weißen Haar hohe, schwarze 
Pelzmütze. Brustbild nach links. Gegenstück zu Nr. 46. 

Leinwand. Brauner Grund. 42 h., 24 br. — Späte Kopie. — Unten auf einem 
Streifen: Anno domini in Jahr an Montag nach Sant Michaeli Tag Starb 
Maister Jörg Gankoffen von Halspach Maurer diß Gottshaus unser Frauen 
der mit der hilf Gotts und Seiner Hand den Ersten = Mittn = und lesten 
Stain hat vollfuert an dißem Pau, die feit (!) hie begraben und Margret sein 
Eheliche Hausfrau. Den Gott gnädig seu. — A. Mayer, die Domkirche zu 
U. L. Frau in München 1868, S. 56. 



Jan Pollack. 15 

46 (X). Bildnis des Meister Heinrich, Zimmer- 
meisters der Münchner Frauenkirche. Der Darge-" 
stellte, bartlos, trägt braunes Gewand und schwarze Kappe 
mit Sendelbinde. Brustbild nach rechts. Gegenstück zu Nr. 45. 

Leinwand. Brauner Grund. 42 h., 29 br. — Späte Kopie. — Unter dem Bild : 
Fast 300 Jahrig: wahrhafftes Controfait des Zimer Maisters alhiesiger Stadt 
welcher bey dieser Weldberiemten Basilica sein Maister Stuck dargethan in 
dem Kunstreichen Oberzimer oder Dach zu welchen • 1400 • Flöss jeder von 
15 et 16 Bäum verwendet worden Nebst hinterlaßung eines zugerichteten an 
ein Sicheres orht gehörigen Dram oder balken da doch keiner abgehet. Herr 
gib ihm die Ewige Ruhe. A. Mayer, die Domkirche zu U. L. Frau in München 
1868, S. 62. 

Jan Pollack 

in München nachweisbar seit 1484, gest. 1519; von 1488 ab Stadtmaler, 

47a (XV). Franziskaner Altar. Mittelstück: Kreu- 
zigung. Christus in der Mitte zwischen den beiden Schachern 
wird von dem blinden Longinus, zu Pferde links, dem ein 
Kriegsknecht die Lanze führt, durchbohrt. Die Schacher 
mit verrenkten Gliedern sind auf die Kreuzesstämme ge- 
bunden. Links vorn die Gruppe der Frauen mit Johannes, 
am Kreuzesstamm Magdalena, rechts die Kriegsleute mit 
dem Feldhauptmann zu Pferde, davor am Boden die drei 
"Würfelnden. Hintergrund Landschaft mit Stadt; auf einem 
Hügel ein Judenfriedhof. Oben ist in den Himmel goldenes 
Rankenwerk aufgesetzt. Auf mehreren Gewändern ein gelber 
Ring, das Abzeichen der Juden im Mittelalter. Rückseite: 
Abendmahl. In einer Halle sitzt Christus mit den Aposteln 
um einen gedeckten Tisch. Rechts steigt der Schaffner (der 
Maler?) auf einer Treppe zu der Halle empor. Links im 
Hintergrund die Fußwaschung, in der Mitte durch die Fenster 
Ausblick auf eine Straße. — Abbildung. 

Holz. L.M. 235h., 279 br. — Aus der Franziskanerkirche in München; von der 
Zentralgemäldedirektion 1810 von dem Bibliotheksdiener Dosch um 150 fl. 
erworben. — Zwei dazugehörige Flügel mit den Darstellungen des Ecce homo, 
der Grablegung Christi, Kreuzannagelung und Verspottung Christi in der 
Galerie Burghausen. — Die Zuschreibung des Franziskaner Altars an Ja» 
Pollack erfolgte auf stilistische Übereinstimmungen hin mit den durch einen 
Urkundenfund des Herrn Kooperators Hartig (München) für diesen Maler ge- 
sicherten Bildern in Schleißheim Nr. 57 — 60 vom ehemaligen Hochaltar 



16 Bayerische Schulen. 

in Weihenstephan (der hl. Korbinian und der Bär, Tod des Heiligen, der 
.hl. Stephan verteidigt die Lehre Jesu, der hl. Benedikt auf dem bischöflichen 
Stuhl). Über weitere Werke von derselben Hand vergl. Freund: Wand- und 
Tafelmalerei der Münchner Kunstzone im Ausgang des Mittelalters (Diss. 
Darmstadt 1906) S. 51 f. R. Hoffmann: Die Kunstaltertümer im erzbischöf- 
lichen Klerikalseminar zu Freising, S. 75. — Janitschek, S. 295. J. Sighart, 
■Gesch. d. bild. Künste i. Bayern, S. 570. Schnaase, Kunstgeschichte 1862, 
Bd. VIII, S. 465. 

47b (XV). Linker Flügel: Christus am Ölberg. Christus 
kniet, nach rechts gewandt, vor einem Felsen, über dem 
ihm der Engel mit dem Kelch erscheint. Vorn die drei 
schlafenden Apostel. Von links hinten her kommt Judas mit 
den Gewappneten. Reiche Landschaft, in deren Hintergrund 
der fliehendejünglingmitden verfolgenden Soldaten. Rück- 
seite: Geißelung Christi. Christus wird an der Marter- 
säule von drei Knechten gegeißelt. Hinten schauen vier 
Männer durch zwei Fensterbögen der Szene zu. Unten vorn 
der knieende Stifter Herzog Albrecht IV. mit dem Spruchband: 
miserere nobis deus. Links sein Wappen; dazwischen die 
Beischrift: Von gotes Genaden Albrecht pfaltzgf pey rein 
hertzog in obrn vnd nydrn pairn ec, lÄ9t, 
Holz. L.M. 235 h., 133,3 br. 

47c (XV). Rechter Flügel: Gefangennahme. Christus, 
von Häschern umringt, erhält von Judas den Verräterkuß. 
Der Heiland hält in der Rechten das abgeschlagene Ohr 
des Malchus, der links vorn unter dem Schwertschlag Petri 
zu Boden gasunken ist. Ein Kriegsknecht hält das erhobene 
Schwert Petri fest. Ein zweiter schwingt ein brennendes 
Bündel als Fackel. Vorn am Boden eine umgeworfene 
Laterne. Im Hintergrund Landschaft mit Stadt. Rückseite: 
Kreuzschleppung. Christus, nach links gewandt, trägt das 
Kreuz, dessen Ende Simon von Cyrene aufhebt. Ein Ge- 
wappneter schlägt auf den Heiland ein, ein Knecht zieht ihn 
vorwärts. Rechts unter dem Torbogen Johannes mit den Frauen. 
Hintergrund Stadt. Links unten die knieende Stifterin, Her- 
zogin Kunigunde, Gemahlin Albrecht IV., durch Architektur- 
glieder von der Hauptszene getrennt. Bei der Herzogin das 
Spruchband: Herr erparm dich yberuns. Rechts ihr Wappen 



Jan Pollack. 17 

und die Beischrift: kvnigund htzogin in payrn geporn von 
Ostereich. 

Befund wie oben. 

48 (XV). Petrus heilt einen Besessenen. In der Mitte 
vorn ein Besessener, aus dessen Munde ein Teufelchen, sich 
windend, entweicht. Rechts vor ihm der Apostel mit zur 
Beschwörung erhobener Hand; hinter ihm eine Gruppe von 
Männern. Links bringen Männer einen Kranken auf einer 
Tragbahre herbei. Im Hintergrund reichentwickeltes Straßen- 
bild. Auf der Rückseite Spuren von Relieffiguren unter 
steilen Wimpergen. — Abbildung. 

Fichtenholz. Goldgrund mit Rankenmuster. 174,5 h., 185 br. — 1857 aus 
der Peterskirche zu München, wo sich noch fünf weitere Tafeln befinden, mit 
denen zusammen sie den ehemaligen Hochaltar daselbst bildeten. Vielleicht 
eine Stiftung Herzog Albrecht IV., der 1478 das Patronatsrecht über die Peters- 
kirche in München erlangte (vgl. Nr. 52). Von den Tafeln in der Peterskirche 
sind vier einseitig bemalt: 1. Petrus in Cathedra als Lehrer der Welt, 2. die 
Heilung des Lahmen, 3. Petrus im Gefängnis, 4. Kreuzigung Petri. Das fünfte 
Bild zeigt vorne die Grablegung Christi und auf der Rückseite den Tod des 
Paulus. Eine Tafel mit der Gefangennahme Christi und der Taufe des Paulus 
ist verloren gegangen. Das Mittelstück des Altares enthielt Schnitzerei. Über 
Anordnung und Aufbau des Ganzen vgl. „Die Kunstdenkmale des Regierungs- 
bezirks Oberbayern", S. 1056 ff. — Die in allerletzter Zeit vorgenommene 
Restaurierung unserer Tafeln durch die Restauratoren Sessig und Bernatz 
in München läßt bisher bei einigen Tafeln die Hand Jan Pollacks erkennen, 
von dem auch der Entwurf zu dem ganzen Altarwerk herzurühren scheint. 
Bei anderen Tafeln hingegen, die sich durch besonders eigenartige Behandlung 
der Architektur auszeichnen, scheint der mehr als Kupferstecher bekannte Maler 
Mair von Landshut, damals in Freising ansäßig, beteiligt gewesen zu sein. 
Sein Aufenthalt in München ist für das Jahrl 490 urkundlich belegt (Buchheit: 
Landshuter Tafelgemälde u. s.w., Leipzig 1907, S. 22). — Über die Gemälde 
ferner noch J. Sighart, Gesch. der bildend. Künstein Bayern, 1862, S. 580; 
Schnaase, Gesch. d.bild. Künste, 1866 f. Bd. VIII, S. 466; E.Förster, Deutsche 
Kunstgesch., 1851 f., Bd. II, S. 251 ; Janitschek, S. 295 f.; R. Freund, Wand- 
und Tafelmalerei der Münchner Kunstzone, S. 67 f. 

49 (XV). Fischzug Petri. Auf einem See das Schiff mit 
sieben Jüngern, von denen zwei das Netz mit den Fischen 
aus dem Wasser ziehen. Davor Petrus im Wasser, der die 
Hände hilfesuchend zu dem links am Ufer stehenden Hei- 
land emporhebt. Im Hintergrund auf dem See ein zweites 
kleines Schiff; bergige Landschaft. Rückseite: Wie bei 



18 Bayerische Schulen. 

Nr. 48. Es sind noch folgende Namen zu lesen: Jacobo minor, 
annas, asac, Thomas? pot, luzuch patriarch, amon patriarch. 

Fichtenholz mit Wergbelag. Vorderseite Goldgrund mit Rankenmuster. 174,5 h., 
185 br. — Abgebildet bei Janitschek, S. 295. 

50 (XV). Paulus und Petrus beschwören den Magier 
Simon. Links eine Gruppe von Männern mit den beiden 
Aposteln, von denen Paulus kniet. Sie blicken nach oben, 
wo der Magier Simon, von Teufeln gehalten, aus den Lüften 
herniederstürzt. Rechts Zuschauer. In der Mitte freier 
Ausblick auf eine reiche Flußlandschaft. Rückseite: Kreu- 
zigung Christi. In der Mitte Christus am Kreuz, von Lon- 
ginus links mit der Lanze durchstochen. Links die hl. Frauen 
und Johannes, hinter Longinus ein Kriegsknecht, rechts eine 
Gruppe von Männern, darunter der Feldhauptmann. Hinter- 
grund reiche Landschaft. — Abbildung. 

Holz. 174,7 h., 186,8 br. Restauriert von Sessig. 

51 (XV). Predigt des hl. Paulus in Damaskus. Links 
predigt Paulus aus einem Gebäude (der Synagoge) den davor 
sitzenden Juden. Im Mittelgrund ein freier Platz mit Volk, von 
Häusern eingeschlossen. Rechts vorn Paulus, in einem Korb 
von der Stadtmauer herabgelassen. Rückseite: Geiße- 
lung Christi. In der Mitte Christus an der Martersäule, 
von drei Knechten gegeißelt; links am Boden ein vierter, 
die Dornenkrone flechtend; rechts Zuschauer. 

Holz. 179,5 b., 186,9 br. Restauriert von Sessig. 

52 (XV). Christus am Ölberg. Der Heiland kniet zwischen 
den schlafenden Jüngern vor einem Felsen, auf dem der 
Engel mit dem Kelch steht; von links kommt Judas mit den 
Häschern; rechts wird Christus gefesselt abgeführt. Reich- 
entwickelte Landschaft mit Stadtansicht. Rückseite: Die 
Bekehrung Pauli. Vorn das zusammenbrechende Pferd mit 
Paulus, dem oben in Wolken Christus erscheint. Links eine 
Reiterschar, rechts ebenso. Im Hintergrund eine Landschaft 
mit Stadt. Auf dem Zaumzeug eines Pferdes links zweimal 
der Buchstabe K, auf einer roten Fahne rechts der Buch- 



XV, Jahrhundert. 19 

Stabe A mit einer Krone darüber. Die Buchstaben deuten 

wohl auf Albrecht IV. und Kunigunde. 

Holz. 174,5 1., 186,6 h. Die Mitte der Rückseite stark beschädigt. 

53 (XV). Die Geißelung des hl. Paulus. In einem Gemach 
sinkt der Apostel mit halb entblößtem Oberkörper unter 
den Streichen zweier Henkersknechte zu Boden. Links und 
rechts schauen durch Fensteröffnungen Leute herein. Aus- 
sicht in Nebenräume und die Straßen einer Stadt. Rechts 
oben schaut aus einem Fenster ein Mann (der Maler?) dem 
Vorgang zu. Rückseite: Christus vor Pilatus. In der 
Mitte Christus, von einer Menge Krieger zu dem links 
thronenden Pilatus geführt. Links sehen eine Frau und der 
Mundschenk hinter dem Vorhang des Thrones hervor. Rechts 
Juden und Kriegsvolk. In der Mitte durch das Fenster Aus- 
blick auf einen Platz mit Brunnen. Beschädigt und nach- 
gedunkelt. — • Abbildung. 
Holz. 174,2 h., 187,3 br. Restauriert von Bernatz. 

Oberbayerisch (Münchner Schule) vom Ende 
des XV. Jahrhunderts. 

54 (X). Steinigung des hl. Stephanus. Der Heilige im 
Diakongewand kniet rechts; im Vordergrund, links hinter ihm 
stehen zwei Männer, zum Wurf ausholend, ein dritter bückt 
sich, um einen Stein aufzuheben. Dahinter Zuschauer, rechts 
im Hintergrund eine Stadt. Abgesägte Vorderseite zu Nr. 55. — 
Abbildung. 

Zirbelholz. Goldgrund. 1 57,5 h., 84,5 br. — Rauch, die Trauts (Straßbg. 1 907), 
S. 22, hält das Bild grundlos für H. v. Kulmbach. — Steht dem Münchner 
Petrialtar nahe. 

55 (X). Dornenkrönung. Christus in einem Gemach, 
sitzt auf einer Steinbank, zu beiden Seiten die Knechte, die 
ihm die Dornenkrone aufs Haupt drücken. Links vorn ein 
Verspottender, rechts hinten ein Zuschauer. Durch ein Fenster 
Ausblick in Landschaft. Abgesägte Rückseite von Nr. 54. 
Zirbelholz. 109,7 h., 87,5 br. Stark übermalt. 

2* 



20 Bayerische Schulen. 

Niederbayerisch. Ende des XV. Jahrhunderts. 

56a (XIV). Dreiteiliger Flügelaltar mit Kreuzigung 
und Heiligen. Mittelstück: Kreuzigung Christi. 
In der Mitte das Kreuz mit dem Heiland, am Fußende Mag- 
dalena, links die Gruppe der Frauen und Johannes, rechts 
der Feldhauptmann und Gefolge zu Fuß. Im Vordergrund 
allerlei Getier, im Hintergrund bergige Landschaft mit Fluß 
und Stadt und einer steinernen Brücke. Rückseite: Maria 
hält den Leichnam Christi, rechts und links je ein Engel 
mit einer Kerze. XVII. Jahrhundert. 

Holz. 113 h., 82,3 br. — Geringe Arbeit. 

56b (XIV). Rechter Flügel: Apostel in zwei Reihen 
übereinander: Oben: Judas Thaddäus mit der Keule und 
Thomas mit der Lanze, unten: Bartholomäus mit Buch und 
Messer und rechts Matthäus mit Buch und Hellebarde. 
Außenseite: Maria der Verkündigung. 

Holz. 117 h., 37,5 br. 

56 C (XIV). LinkerFlügel, Außenseite, oben : Jacobus maior, 
Petrus mit Buch und Schlüssel. Unten: Andreas mit dem 
Kreuz und Johannes Ev. mit Kelch und Buch. Außenseite: 
Maria der Verkündigung. 

Holz. 118 h., 37,7 br. 

• Bayerisch 

vom Ende des XV. Jahrhunderts. 

57 (XII). Aus der Legende des hl. Nikolaus. Der 
Heilige, zu seinen Füßen ein Buch mit den drei Kugeln, 
steht rechts mit Pedum und einem Beil, im Begriff, einen 
in der Mitte des Bildes befindlichen Baum zu fällen, auf dem 
ein Teufel sitzt. Links von dem Baum eine Gruppe knieender 
Pilger mit Broten. Im Hintergrund Landschaft mit Stadt. 
Rückseite abgesägt. 

Fichtenholz. 94,5 h., 74,5 br. Rechts 1,4 angestückt. 



XV. Jahrhundert. 21 

Oberbayerisch. Ende des XV. Jahrhunderts. 

68 (XV). Die hl. Sippe (Predellenbild). In der Mitte 
Maria mit dem Jesuskind, zu beiden Seiten die Mitglieder 
der hl. Sippe mit ihren Kindern. 

Fichtenholz. Gelber Grund. 28,8 h., 107,5 br.; an den Schmalseiten Ein- 
ziehung. — Stark beschädigt. — Dient jetzt als Predella des Zeitblom-Altars. 

Oberbayerisch gegen 1500. 

59 (XIV). Kreuzschleppung (Predellenbild). In der 
Mitte die Kreuzschleppung, links Golgatha, rechts unter 
einem Torbogen, der mit dem bayerischen und pfälzischen 
Wappen geschmückt ist, die Frauen mit Johannes. Rück- 
seite: Zwei Engel mit dem Schweißtuch der Veronika. 

Holz. 63 h., 122 br. — 1885 durch die Kirchenverwaltung in Zorneding ab- 
geben ; wahrscheinlich vom Hochaltar in Möschenfelden. 



Niederbayerisch um 1500. 

60 (XII). Vier Heilige. Vorn links Ägidius mit der Hirsch- 
kuh, rechts Leonhard mit der Kette, beide im Mönchsge- 
wand, dahinter Johannes mit dem Kelch und Sebastian mit 
dem Pfeil. Standfiguren. Gegenstück zu Nr. 61. 

Fichtenholz. Blauer gestirnter Grund. 136,2 h., 46,3 br. — Völlig übermalt. — 
"Wohl aus der Wolfgangskapelle bei Velburg in der Oberpfalz. — Geschenk 
des Appellrates Freiherrn von Aretin in Eichstätt 1866. 

61 (XII). Der hl. Leonhard. Der Heilige im Mönchs- 
gewand hält in den Armen die Kette. Standfigur nach links. 
Gegenstück zu Nr. 60. 

Holz. 137,2 h., 45,8 br. Völlig übermalt. Gleicher Herkunft wie der vorher- 
gehende. 

Oberbayerisch um 1500. 

62 (XVIII). Aus der Legende des hl. Leonhard. Links 
in einem gewölbten Raum drei Männer im Bock. Rechts vor 
ihnen steht der Heilige, in der Rechten eine Kette haltend. 
Durch einen Bogen rechts hinten Ausblick auf eine Land- 



22 Bayerische Schulen. 

Schaft mit stattlichem Haus. Oberer Abschluß Rankenwerk» 
Am unteren Rand rechts der Rest einer späteren Inschrift: 
. . . Anno 1530. Rückseite abgesägt. 
Fichtenholz. Goldgrund. 101,5 h., 56,5 br. 

Bayerisch um 1500. 

63a (XVII). Menzinger Altärchen. Mittelstück Plastik. 
Linker Flügel, Innenseite: Hl. Urban. Der Heilige im 
päpstlichen Ornate mit Kreuzesstab und Buch, darauf eine 
Traube. Standfigur vor einem Teppich unter gotischem Ranken- 
werk. Rückseite: Ein hl. Abt mit Kette und Stab, unten der 
knieende Stifter mit seinem Wappen. Oben Rankenwerk. 

Fichtenholz. Blauer Grund. L. M. 142 h., 41 br. Oberer Abschluß in halbem 
Kleeblattbogen. — Stammt aus der Kirche zu Untermenzing (gebaut 1499), 
erworben 1862 um 300 fl. — Kat. VI, 1316. 

63b (XVII). Rechter Flügel, Innenseite: Hl. Leonhard. 
Der Heilige mit Kette, Buch und Pedum als Benediktinerabt. 
Unten ein Gefangener knieend, der dem Heiligen die Kette 
als Weihegeschenk heraufreicht. Standfigur wie oben. Außen- 
seite: Hl. Sebastian. Der Heilige im Ornat eines Herzogs, 
in den Händen Pfeil und Bolzen. 

Befund wie oben. 

Oberbayerisch gegen 1500. 

64 (XVIII). Kreuzigung Christi. Im Mittelgrund die drei 
hochragenden Kreuze mit Christus und den beiden Schachern. 
Davor links Johannes mit den heiligen Frauen, hinter ihnen 
Longinus mit Bewaffneten. Rechts der Feldhauptmann zu 
Pferde und Kriegsvolk. Im Vordergrund ein bärtiger Mann 
mit Turban. Links spielende Hunde. Im Hintergrund Land- 
schaft mit Jerusalem. Rückseite abgesägt. — Abbildung 

Lindenholz. 86,5 h., 56 br. — Aus Benediktbeuren (?). — Stilistisch nahe- 
stehend der Kreuzigung (Nr. 50) in Schleißheim. 

Bayerisch gegen 1500. 

65 (XV). Christus in der Kelter. Dreiteilige Tafel. 
Mittelstück: In der Mitte Christus in der Kelter, ein Engel 



XVI. Jahrhundert. 23 

mit einem Kelch fängt das Blut auf. Im Vordergrund Küfer 
bei der Arbeit, rechts ein Andächtiger. Oben Gott- Vater, rechts 
auf Wolken drei anbetende Seelen. Rechts: Christus und 
Thomas, der dem Heiland in die Brustwunde greift. Links: 
Maria auf dem Throne mit dem nackten Kind. 

Fichtenholz. Die Seitenbilder auf gelbem, schabloniertem Grund. 1 1 5 h., 1 83 br. 
— Über Kelterbilder: M. J. Binder i. d. Blättern für Gemäldekunde, heraus- 
gegeben von Th. V. Frimmel, Bd. III, Heft 4. 



Bayerisch (Inn-Salzach Gegend) gegen 1500. 

66 (XIII). Zwei weibliche Heilige. Links steht die hl. Ka- 
tharina auf dem Rad, die Linke auf das Schwert gestützt. 
Daneben rechts die hl. Dorothe, das Haupt bekränzt, in der 
Rechten einen Blumenzweig haltend. Beide nach rechts ge- 
wandt. Wiesengrund. Gegenstück zu Nr. 67. 

Fichtenholz. Gemusterter Goldgrund. 157,5 h., 65,5 br. Oben halbrund. — 
Rückseite abgesägt. ■ — Nach Meßmer aus Traunstein. 

67 (XIII). Zwei weibliche Heilige. Links steht die hl. Bar- 
bara, in der Rechten den Kelch haltend; mit der Linken rafft 
sie das Kleid auf. Daneben rechts die hl. Margareta auf dem 
Drachen, in der Linken den Kreuzesstab. Beide nach links 
gewandt. Wiesengrund. Rückseite: Der hl. Magnus als Bene- 
diktinerabt; er steht nach links gewandt auf einem Drachen, 
in der Linken ein Kreuz, in der Rechten das Pedum haltend. 
Gegenstück zu Nr. 66. 

Fichtenholz. Vorderseite gemusterter Goldgrund; Rückseite blauer Grund. 
Oben halbrund. 159,2 h., 65,5 br. 

Bayerisch (?). Anfang des XVI. Jahrhunderts. 

68a (XV). Flügelaltar mit bemalten Flügeln. Linker 
Flügel. Hl. Anna selbdritt. Die Heilige steht vor einem 
Vorhang. Auf dem rechten Arm hält sie das Christkind, mit 
dem Maria, die rechts neben ihr steht, spielt. Rückseite: 
Hl. Elisabeth. Die Heilige mit Schüssel und Kanne, zerstört. 

Holz. 121 h., 41,5 br. 



24 Bayerische Schulen. 

68b(XV). Rechter Flügel: Hl. Joachim (?). Der Heilige liest 
in einem Buch. Standfigur wie oben. Rückseite: Eine 
Heilige mit Schwert, zerstört. 

Befund wie oben. 

Oberbayerisch (Münchner Schule) von 1504. 

69 (XV). Votivbild des Ritters Wilhelm von Has- 
lang. Vor einem von zwei Engeln gehaltenen Teppich steht 
auf der Mondsichel Maria mit dem nackten Kinde. Links 
in adorierender Stellung kniet der Stifter in Rüstung. Bei 
ihm ein Spruchband: o maria du mutter gottes pit für vns. 
Hinter ihm sein Wappen. Rechts in gleicher Stellung seine 
Gemahlin in modischer Tracht, bei ihr das Spruchband: 
Hilf uns allen du Junckfraw mutter gottes maria. 1504. 
Hinter ihr ein Wappen. — Abbildung. 

Fichtenholz. Gelber Grund. 135 h., 228,5 br. Rechts ein breiter Streifen mit 
dem Wappen der Frau, neu angesetzt. — Sammlung AinmüUer. — Hundt 
schreibt im bayerischen Stammbuch, II. Teil, 1587, S. 174: Herr "Wilhelm von 
Hasslang war Stadt und Landpfleger zu Kitzpühel, darnach Probst daselbe/ 
Amo/etc. 1495. Er hat die Capell zun Parfüssern zu München lassen ver- 
newen / Anno / etc • 1504. Dazumal het er ein Marschalckin von Pappenhaim 
zu eim Weib /wie die Tafel im Chor und das Gemäl ob der Capellthür 
außweisen • • • ist gestorben Anno /etc. 1508. — Unser Bild stammt demnach 
aus dem Münchner Franziskanerkloster. Das Wappen, jetzt falsch erneuert, 
war also ursprünglich das Wappen der Pappenheim. 

Bayerisch um 1509. 

70 (XXIV). .Beweinung Christi. Der Leichnam Christi 
liegt schräg im Bilde auf einem Bahrtuch. Rechts neben 
ihm kniet betend Maria. Im Hintergrund die drei Kreuze, 
das Kreuz Christi leer, die Schacher an die Kreuze ge- 
bunden. Bergige Landschaft. Rechts eine Veste. Bei Maria 
das Spruchband: Dilectu michi filiu subtrahere nolue — 
Si sepeliri debeat/mecu sepelire — Unten das Wappen des 
Stifters, darunter die Inschrift: Anno dni mcccccviiii- starb 
der Erber. man hans karler ■ vflp- sanct/ marxtag der mesner/ 
Sanct Martinskierchen geweaen ist. /Hie in dieser Capell be- 
graben • dem got barmhertzig sey. AMEN • 

Fichtenholz. 1 15,8 h., 66 br. 



XVI. Jahrhundert. 25 

Bayerisch gegen 1510. 

71 (XV). Dreiteiliger Flügelaltar mit Skulpturen und 
Malereien. Linker Flügel, Außenseite, oben: Ver- 
suchung des hl. Antonius. Der Heilige in Landschaft 
von Teufelchen geplagt. Unten: Martyrium des hl. Veit. 
Der Heilige steht in einem Kessel und wird von zwei Henkern 
mit siedendem Öl Übergossen. Rechter Flügel: zerstört. 

Fichtenholz. Obere Darstellung 74,4 h., 42,8 br. Unt. Darstellg. 47 h., 42,5 br. — 
Geringe Arbeit. 

Bayerisch gegen 1510. 

72 (XV). Schnitzaltar mit bemalten Flügeln. Linker 
Flügel: Hl. Leonhard. Der Heilige, Standfigur mit Kette, 
Buch und Pedum. Rechter Flügel: Hl. Christoph. Der 
Heilige trägt, auf einen Baumstamm gestützt, das Christ- 
kind über das Wasser. 

Fichtenholz. Gelber Grund. Stark beschädigt. 142 h., 43 br. — Geringe Arbeit. 

Bayerisch von 15 12. 

73 (XV). Kreuzigung. Christus zwischen den Schachern 
am Kreuz. Links die Frauen mit Johannes, dahinter Lon- 
ginus zu Pferde. Rechts der Feldhauptmann mit den Kriegs- 
leuten. Zu äußerst links ein Mann mit einer Lanze. Land- 
schaftlicher Hintergrund, am Fuße des Kreuzes die Zahl 1512. 
Auf dem Pferdegeschirr zweimal der Buchstabe A. — Ab- 
bildung. 

« 
Fichtenholz. 230 h., 161,5 br. — Übermalt. — Starke Beziehungen zur schwä- 
bischen Schule. 

Bayerisch um 1510 — 20. 

74 (XV). Wunder der hh Elisabeth. In der Mitte die 
Heilige mit Brot und Kanne, nach links gewandt, vor einem 
Teppich unter gotischem Rankenwerk. In abgeteilten Fel- 
dern zu beiden Seiten: Links oben: Die Heilige gibt einem 
Bettler Brot. Links unten: Der Landgraf erblickt in einem 
Bett anstatt des Aussätzigen den Crucifixus, Elisabeth kniet 
betend vorn. Rechts oben: Die Heilige schenkt einem 



26 Bayerische Schulen. 

Bettler ein Gewand. Rechts unten: Die Heilige wäscht 
einen Aussätzigen. Sämtliche Szenen in Innenräumen. Unten 
die Inschrift: SANCTA • ELISAWET. 

Birnbaumholz. 48,1 h., 35,5 br. — Steht der Landshuter Schule nahe. 

Niederbayerisch um 1515 — 20. 

75 (XXV). Rosenkranzbild. In der Mitte eines Kranzes 
von Rosen der Crucifixus, darüber die Taube des heiligen 
Geistes. Über dem Kreuzesstamm Gottvater auf dem Regen- 
bogen, der die knieende Maria mit dem Jesuskind segnet, 
Zu beiden Seiten auf Wolken Heilige und Engel. In archi- 
tektonischer Umrahmung. Links und rechts unten die Seelen 
im Fegfeuer; links oben die Gregorsmesse, rechts die Stig- 
matisierung des hl. Franziskus, dazwischen: vera icon. 

Fichtenholz. L. M. 94 h., 76,5 br. — Landshuter Schule. 

Bayerisch um 1515—20. 

76 (XXIV). Gastmahl des Herodes. An einem gedeckten 
Tisch sitzen Herodes und Herodias mit ihrem Gefolge. Vor 
dem Tisch steht Salome, das Haupt Johannes des Täufers 
auf einer Schüssel tragend. Links ein Zuschauer (Portrait?). 
Im Vordergrund ein Affe mit einem Hund, im Hintergrund 
durch ein breites Fenster mit eingestellten Säulen Ausblick 
auf einen weiten, von Häusern umsäumten Platz mit einem 
Brunnen. Links in einem Nebengemach auf einer hohen An- 
richte verschiedene Gefäße. 

Holz. 1 19,7 1., 64,5 br. — Aus Kloster Wettenhausen bei Ulm. 

Niederbayerisch von 15 16 (Meister von Mühldorf). 

77a (XVIII). Stammbaum des Geschlechtes der Pfef- 
finger. Klapptriptychon. Mittelstück. Von links nach 
rechts aneinander gereiht sind die Familienmitglieder mit 
ihren Frauen in Halbfiguren nebst den Wappen und Schrift- 
bändern an den einzelnen Zweigen des Baumes dargestellt. 
Die Reihe beginnt mit Her • Wrnher • Pfeffinger • Ritter • der • 
frvmm • genant • 1217 • und endet mit Her • Degenhart • 



XVI. Jahrhundert. 27 

pfeffinger, Erbmarschalg in nydernbayrn • 1516. Unten auf dem 
rechten Flügel auf einem Spruchband: Als man zalt nach 
Crist geburt • 1 5 1 6 • J AR • IST • DIS • ARWAT • GEMACHT • 
WART. Die Schriftbänder lauten: 

Her Wernher Pfeffinger • Ritter . der frumm genant 1217. 

Anna von Hohenkochel ■ Freyherren • Stammens • zu • Frid- 

berrg • Abgestorbenn. 

Her Othmar • pfeffinger • Ritter • im • hart • genant • 1217. 

Fraw Elisabeth • von • Aha • auff • der • vils • in • bairn. 

Her hainrich pfeffinger . Ritter • der • Starch genant • 1259. 

Barbara • grausyn • von • vtendorff gar Abgestorbenn. 

Erasm pfeffinger • Ritter • aber • kain grosvatter. ^ 

Margred • schostamerim • von Schonstam. 

Her Wernher • pfeffinger • Ritter ■ der • Fraydig • genant 1285. 

Agnes • bientzen awerin • zv hard nonsber. 

Albrecht Pfeffinger 1279. 

N. pawlstorfferin • von • der krin in bayrn. 

Her steffan pfeffinger • Ritter • der draw • Genant 1329. 

Anna Mevrlinn • einer • Alden . adelichen • geslech-ts • ob • 

der • Inns. 

Her kristan pfeffinge • Ritter • der erst • Erbmarschalg • In • 

Nidern • Bayrn • seines • geschlechts • 1362. 

Fraw • kristina • von • Wildenwart. 

Her • Andres • pfeffing • Ritter • Erbmarschalg • In • nidern • 

bayrn • 1394. 

dorothea • von • Alstershaim • In Land • ob • der • Ens • in • der • 

Starnberg' herschafft. 

Wilhelm • Pfeffinger • Erb • marschalg • In • nydern • bay rnn . 1 437. 

N. von Neyperg • Aus dem • voygtlannd. 

Caspar • pfeffinger • Erbmarschalg • In • nidern : Bayrn • 1440. 

Elysabeth Trenbeckin • zv • Bvgfrid • Auff • dem • Inn • In . 

Bayrnn. 

Ventiflor Pfeffinger • Erbmarschalg • In • nydern • Bayrn- 1467. 
Magdalena • Hvberin • von • Wildenbayrn • katzbach vn grien- 
bach • m • V. 



28 Bayerische Schulen. 

Fraw • Erntravd • von • Freyen • seyboltsdorffin • der • Sche- 

neckenaw • 1516. 

Her • Degenhart • Pfef finger • Erbmarschalg • In • nydern • bayrn • 

1516. 

Fichtenholz. Brauner Grund. 83 h., 173,7 br. — Ein Teil des Mittelstücks 
abgebildet bei Voss: Der Ursprung des Donaustils; 1907. Tafel XVI. 

77b (XVIII). Linker Flügel, Rückseite: Erschaffung 
der Eva. In einer mit vielen Tieren belebten Landschaft 
liegt Adam. Gott- Vater links läßt aus dessen Seite Eva hervor- 
gehen. Rechts zwei Palmenbäume. 

Fichtenholz. 75 h., 75 br. 

77c (XVIII). Rechter Flügel, Rückseite: Vertreibung 

aus dem Paradies. Links der Engel mit dem Schwert 

treibt das erste Menschenpaar (rechts) aus dem Paradies. 

In der Mitte der Baum des Lebens, um den sich die Schlange 

windet. 

Fichtenholz. 75 h., 75 br. 



Hans Wertinger, genannt Schwabmaler. 

Er erlangte 1491 das Landshuter Bürgerrecht., Zuerst am Hofe Georgs des 

Reichen in Landshut beschäftigt, dann hauptsächlich für Ludwig X. von Bayern 

in Landshut tätig. Gestorben in Landshut am 17. Nov. 1533. Hauptmeister 

der Landshuter Schule. 

78 (XXII). Bildnis Herzog Albrechts IV. von Bayern, 
München. Der Herzog in vorgerückten Jahren trägt dunkel- 
grüne pelzbesetzte Schaube, darauf eine schwere goldene 
Kette. Auf dem weißen, langen Haar schwarzes Barett, die 
Hände halten den Rosenkranz. Oberer Abschluß goldene 
Guirlande. Brustbild nach links. 

Holz. Grauer Grund. Von der Burg Trausnitz in Landshut 1907. — Gegen- 
seitige Kopie von Bartel Beham in der Schleißheimer Ahnengalerie (Nr. 12). — 
Buchheit: Der Landshuter Maler Hans Wertinger, genannt Schwabmaler, 
Leipzig 1 907, S. 34. — Daselbst auch Besprechung der folgenden Bilder von 
Hans Wertinger. 

79 (XXII). Bildnis Herzog Ludwigs X. von München- 
Landshut. Der Herzog mit kurzem Vollbart trägt schwarze 



Hans Wertinger, genannt Schwabmaler. 29 

Kappe, weißes Wams und schwarze Schaube mit breitem 
Pelzbesatz. Er sitzt, nach links gewandt, die Hände in den 
Schoß gefaltet, auf einer teppichbelegten Bank, über die 
sich der Blick in eine Landschaft erschließt. Um den Hals 
eine gedrehte Goldkette. Oben goldene Festons. Hüftfigur 
nach links. — Abbildung. 

Holz. 71,7 h., 57 br. Auf der Rückseite das Monogramm • H W • Ludwig X.,, 
Sohn Herzog Albrecht IV. von Bayern, München, geb. 1495, gest. 1545, regierte 
in Landshut. — Auf dem Originalrahmen die Aufschrift: IMAGO ■ SERE- 
NISSIMI • LVDOVICI • BAVARIE • DVCIS • DEPICTA • ANNO • DNL 
MDXVI SERENITATIS ■ VERO ■ SVE • ETATIS • ANNO • VIGESIMO - 
PRIMO. 

80 (XXII). Bildnis Herzog Johanns, Administrators 
von Regensburg. Der Dargestellte, bartlos, trägt schwarze 
Kappe und lilabraunen Rock mit schwarzer pelzverbrämter 
Schaube über golddurchwirktem Untergewand. Die Rechte, 
die ein Stiefmütterchen hält, ruht auf einer Balustrade, die 
Linke legt sich auf den rechten Unterarm. Hintergrund 
Landschaft, von einem Spitzbogenfenster, das weibliche Fi- 
gürchen zieren, eingefaßt. Oben goldene Ranken. Rechts 
das falsche Altdorfer Monogramm, in den Zwickeln: 1515. 
Brustbild nach rechts. 

Erlenholz. L. M. 65,2 h., 45 br. — Auf dem Originalrahmen die alte Auf- 
schrift: Des • hochwirdige • hochgeborne • fursten • herr • herr • johannst • 
atministrator • zw • regenspurg pfalczgrave • pei • rein • herczoge • in payrn • ec 
gestalt • als sein ■ genad • was • jm XXVI. jar altt. — Wiederholung im Rat- 
haus zu Regensburg. — Johann, Sohn des Kurfürsten Philipp von der Pfalz,, 
geb. 1488, gest. 1538, seit 1507 Administrator des Bistums Regensburg. 

81 (XXII). Bildnis Pfalzgraf Ludwigs des Gütigen 
von Pfalz-Bayern. Der barhäuptige Fürst mit Spitzbart, trägt 
dunkellila Rock über schwarzem Untergewand. Die Rechte, 
die einen Ring hält, ruht auf einer Balustrade, die Linke 
halb erhoben, deutet nach links. Reicher Goldkettenschmuck. 
Hintergrund Architektur mit Festonsschmuck. Rechts Aus- 
blick in eine Landschaft. In den Festons das falsche Alt- 
dorfer Monogramm. Brustbild nach links. 

Erlenholz. L. M. 65,2 h., 45 br. Auf dem alten Rahmen unten die Aufschrift: 
LVDBIG PFALTZGRAF DER GVETIG. — Werkstattarbeit. — Ludwig IV.,^ 
Sohn des Kurfürsten Ludwig III. von der Pfalz, geb. 1424, gest. 1449. 



30 Bayerische Schulen. 

82 (XXII). Bildnis Pfalzgraf Ludwigs des Gütigen 
von Pfalz-Bayern. In gleicher Auffassung wie der vor- 
hergehende, nur rechts die jetzt zugestrichene Inschrift: 
PFALCZGRAF • LVD WIG • DER • GVETIG. 

Erlenholz. 71h., 47,5 br. ; unten 3,5 cm angestückt. Stark verputzt u. übermalt. — 
Werkstattarbeit. 

83 (XXII). Bildnis Friedrichs des Streitbaren von 
Pfalz-Bayern. Der bartlose Fürst mit langem blondem Haar 
trägt rote Mütze und roten Brokatrock über dem roten Unter- 
gewand. Die Rechte, die ein Schreiben hält, ruht auf einer 
Balustrade, die Linke liegt auf dem rechten Unterarm. 
Hintergrund rechts ein Brokatvorhang, links durch ein Fenster 
Ausblick in Landschaft. Unten beim Fenster das falsche Alt- 
dorfer Monogramm. Oben rechts goldene Feston. Brustbild 
nach links. 

Erlenholz. L. M. 65,2 h., 45,3 br. — Auf dem Originalrahmen die alte Auf- 
schrift: FREDERICH • PFALCZGRAF • DER • STREYPER. — Friedrich I., 
Sohn Kurfürst Ludwigs IIL, geb. 1425, gest. 1476. 

84 (XXII). Bildnis Friedrichs IL des Weisen von Pfalz- 
Bayern. Der bartlose Fürst mit langem Lockenhaar trägt 
ein rot und weißes Barett, dunklen Rock mit goldenem, 
perlengesticktem Einsatz und reicher Verschnürung bei den 
Ärmeln. Über der Schaube eine schwere Goldkette. Die 
Rechte ruht auf einer Balustrade, die Linke ist halb erhoben. 
An den Seiten Architektur, oberer Abschluß goldene Festons. 
Brustbild nach rechts. 

Erlenholz. Blaugrüner Grund. L. M. 65,2 h., 45 br. — Auf dem alten Rahmen 
die Aufschrift: FREDER • I • CH • PFALCZGRAF • DER • I • NNGFR - 
1515. — Verputzt und übermalt. — Wiederholung in der Schleißheimer Ga- 
lerie (Nr. 136). — Friedrich II. der Weise, Sohn des Kurfürsten Philipp von 
der Pfalz, geb. 1482, gest. 1556. 

Oberbayerisch von 151 8. 

85 (XII). Christus am Kreuz. In der Mitte der Ge- 
kreuzigte, am Fuße des Kreuzes Magdalena. Links die 
Frauen mit Johannes, dahinter die zwei würfelnden Kriegs- 
knechte. Rechts der Feldhauptmann zu Pferde mit zwei 



XVI. Jahrhundert. 31 

Kriegsknechten. Hintergrund Landschaft. Links unten 
Wappen mit Hausmarke, dabei die Inschrift : vlrich • ram 
sawr 1518. Rechts das Wappen des Stifters. Gegenstück 
zu Nr. 86. 

Zirbelholz. 156,3 h., 166,8 br. — Erworben 1862 aus dem Depot der K. Ge- 
mäldegalerie Augsburg (Nr. 9 und 14). Ursprünglich von Fürst Fugger zur 
Ausstattung der Burgkapelle in Oberwitteisbach geschenkt. — Ulrich Ram- 
sauer war lange Zeit Mitglied des Rates in München. 

86 (XII). Beweinung Christi. Am Fuße des Kreuzes- 
stammes umfaßt Maria den Leichnam Christi, zu beiden 
Seiten Magdalena und Johannes. Beim Kreuzesstamm steht 
Joseph von Arimathia mit den Nägeln, zu äußerst (rechts) 
Nikodemus mit der Zange, links eine der Marien, klagend. 
Hintergrund eine Stadt in einer Landschaft. Rechts die In- 
schrift: elsbet • sein • hausfraw, dabei ihr Wappen. Gegen- 
stück zu Nr. 85. 

Zirbelholz. 156,5 h., 166,8 br. 

Art des Albrecht Altdorfers um 1520. 

87 (XVII). Kreuzigung Christi. In der Mitte der Ge- 
kreuzigte, drei Engel fangen das Blut aus den Wunden im 
Kelche auf. Links Maria mit den Frauen, rechts Johannes 
in einem Buch lesend, bei ihm drei Männer, darunter ein 
Geharnischter und ein Mann mit Lanze. Landschaftl. Hinter- 
grund. Am Fuße des Kreuzes auf einem Pfahl Spuren eines 7^. 

Fichtenholz. Goldgrund 94,7 h., 87 br., stark übermalt. — Reider-Sammlung. 

Bayerisch um 1525. 

88 (XXII). Johannes der Evangelist auf Patmos. Der 
Evangelist, im Begriff die Apocalypse zu schreiben, blickt 
zu der in den Wolken erscheinenden Mutter Gottes empor. 
Reiche Landschaft mit Burg und See. 

Holz. 27,8 h., 17 br. — Starke Anklänge an Altdorfer. 

Bayerisch um 1520. 

89 (LXXVIII). Hl. Silvester. Der Heilige im Papstornat 
steht nach rechts gewandt, zu seinen Füßen ein Ochse. 



32 Bayerische Schulen. 

Oben: Hl. Silvester. Rückseite: Links reitet der Kaiser 
Heraklius, der das Kreuz trägt, mit seinem Gefolge, rechts 
über dem Torbogen schwebt ein Engel mit dem Spruch- 
band: ERACLIVS . STA • FORI. Gegenstück zu Nr. 90. 

Fichtenholz. Vorderseite: Rotgelber Grund. Rückseite: Blaugrüner Grund. 
136 h., 36,5 br. Oben im Halbbogen abgeschlossen. Mit dem folgenden Bilde 
jetzt in einem Rahmen. 

90 (LXXVIII). Hl. Nikolaus. Der Heilige in Bischofs- 
tracht hält in seinen Händen das Buch, auf dem die drei 
goldenen Kugeln liegen. Oben: St. Nikolaus. Standfigur nach 
links. Rückseite: Der Kaiser im Fürstenmantel, bloßfüßig, 
mit dem Kreuzesstamm in den Händen, sucht in eine Stadt 
einzudringen. Gegenstück zu Nr. 89. 
Befund wie beim vorhergehenden; Rückseite schwer beschädigt. 



Bayerisch (Donaustil) um 1520. 

91 (XXII). Beweinung Christi. Predellenbild. Der 
Leichnam Christi, auf einem Leintuch ausgestreckt, wird 
von Nikodemus und Joseph von Arimathia in den Stein- 
sarg gesenkt. Hinter diesem Johannes, Maria und Magdalena. 
Hintergrund Landschaft. 

Lindenholz. 27 h., 140 br. — Von W. Schmidt (Rep. XI. 358) dem Mathias 
Grünewald zugeschrieben, von Bock: Die Werke des Mathias Grünewald 
1904, S. 128 der Werkstatt Grünewald zugeschrieben. Janitschek, S. 391. 

Bayerisch um 1530. 

92 (XXIV). Kreuzschleppung. Christus, der von heiligen 
Frauen begleitet, eben das links dargestellte Stadttor durch- 
schritten hat, ist zu Boden gesunken und wird von den 
Knechten angetrieben; Veronika reicht ihm das Schweiß- 
tuch. Dem Zuge voran werden die beiden nackten Schacher 
gegen die rechts sich erhebende Anhöhe geführt, auf der 
bereits Kriegsknechte unter einem Galgen warten. Reiche 
Landschaft. 

Fichtenholz. 50,2 h., 1 13,3 br. 



Hans Mielich. 33 

Monogrammist G R. von 1537 (Bayer. Schule). 

93 (XXII). Kreuzigung. In der Mitte der Gekreuzigte 
zwischen den beiden Schachern, unten am Kreuz Magdalena. 
Links vorn Johannes mit den Frauen, dahinter Zuschauer, 
Longinus und der Schwammträger. Rechts der berittene 
Feldhauptmann mit Gefolge. Hintergrund Landschaft mit 
Stadt und See. Links vorn das Monogramm. 

Lindenholz. 144,5 h., 119br. — Stark übermalt. — Auf der Rückseite in 
neuerer Schrift Guido Rugieri 1537. — Nagler, Monogr. IV, Nr. 3638. 

Wolfgang Mielich (?) 

um 1520 zuerst in München erwähnt, später Stadtmaler, 
gestorben kurz vor 1542. 

94(XXII). Bildnis eines Münchner Patriziers aus der 
Familie Riedler oder Schrenck. Der Dargestellte trägt 
dunkle, mit breitem Pelz verbrämte Schaube und tellerför- 
miges Barett. Er legt die Hände auf eine Brüstung, unter 
seinem linken Arm schaut ein Jagdhund hervor. Links oben 
die Jahreszahl: 15'^Z, in der Mitte ALT '?'?. Auf der linken 
Hand ein Wappenring. Hüftfigur nach links. — Abbildung. 

Fichtenholz. Grüner Grund. 87,5 h., 62,4 br. - — Die starken stilistischen Be- 
ziehungen dieses Bildes zu den Arbeiten von Hans Mielich, gegen den die 
frühe Datierung spricht, ließen es uns seinem Vater, Wolfgang Mielich, ver- 
suchsweise zuschreiben. 

Hans Mielich 

geb. 1 5 1 6 zu München, gest. daselbst 1 573, Schüler seines Vaters Wolfg. Mielich. 
Selbstbildnis (Miniatur) Hans Mielichs in Saal XXXV. 

95 (XXV). Bildnis einer jungen Frau mit ihrer 
Tochter. Die Dargestellte trägt auf dem in Zöpfen herab- 
fallenden Haar ein schwarzes Barett, ihr dunkles Kleid mit ge- 
pufften Ärmeln, tief ausgeschnitten mit feingefälteltem Koller, 
ist mitSchmuckbehangen. Sie legt die rechte Hand auf den Kopf 
des vor ihr stehenden Kindes. Rechts die Inschrift: 1554 A? 
^TATIS SV^ XXIIII HM. Hüftfigur nach rechts. - Abbildg. 

Lindenholz. Im alten Rahmen, braunroter Grund. 66 h., 50,8 br. — Nach 
Häutle, Genealogie: Herzogin Anna, Tochter Philipp I. des Großmütigen von 
Hessen, geboren zu Kassel 1529, gestorben zu Meisenheim 1591, Gemahlin 
Herzog Wolfgangs von Zweibrücken- Veldenz. 



34 Bayerische Schulen. 

96 (XXIV). Totenbiidnis Herzogs Wilhelm IV. Der 
Tote liegt mit verzerrten Zügen im Bett. Oben links die 
Inschrift: DEN • 7 • TAG MARZI 1550 • HM • Guillielmus 
Princeps Bojum gloria prima hoc animam vultu misit ad 
astra suam. Auf der Rückseite: den 7ten Märzen 1550 
II HM • hora mala • • • • 

Birnbaumholz. 33 h., 25 br. 

97 (XXXII). Gedächtnisbild des Oswald von Eck für 
seine Eltern. Oben: Das Jüngste Gericht. Kopienach 
dem Fresko Michelangelos in der Sixtinischen Kapelle zu 
Rom. Darunter in einem angesetzten Streifen eine drei- 
teilige Kirchenarchitektur, in dieser links der Kanzler L. v. Eck 
knieend, neben ihm ein Hund. Ihm gegenüber seine Frau; 
in der Mitte ein liegender Crucifixus. Darüber: AD CHRIS- 
TVM IVDICEM . VLTIMA CVM VENIET MAGNO SVB 
SOLE CREATIS ILLA DIES, HORRENDA DIES, QVA 
MAXIMVS ORBIS CORRVET, AG RAPIDIS SOLVETVR 
MACHINA FLAMMIS : CVM SVBITO IMMENSVM RE- 
BOANS SVPER ^THERA CLANGOR, CORPORA CON- 
VVLSIS STATVET REDIVIVA SEPVLCHRIS IVDICIS 
ADSOLIVM, IVDEX IVSTISSIME CHRISTE, PER RA- 
DIANS INSISNE CRVCIS, MISERERE PRECANTVM 
CRIMINEQ . ABLVTOS DEXTR^ NOS ASSERE PARTI. 
Links an einem Pfeiler das Wappen des Kanzlers, darunter 
MEMORIiE SEMPITERN^. D. LEONHARDO AB. ECK 
IN CHRISTO CERTA RESVRGENDI SPE ET FIDE QVI- 
ESCENTI PATRI, BENE MERITISSIMO. Die Inschrift 
setzt sich weiter fort unter dem Wappen der Gattin des 
Kanzlers an dem Pfeiler rechts: ET NOBILISS : MATRO- 
NE FCELICITATI A FREIBERG MATRI PIENTISS : AD- 
HVC SVPERSTITI OSVALDVS AB ECK:EQVES BOIVS 
PARENTIBVS CARISS : GRATITVDINIS SV^ MONV- 
MENTVM P. 

Leinwand. L.M. Oberes Bild: 459h., 277,3br.; unteres Bild: 101,5 h., 
278,5 br. — Aus der Frauenkirche, ehemals am nordwestlichsten Pfeiler. — 
Janitschek, S. 421. 



Ludwig Refinger. 35 

Ludwig Refinger (?) 

war 1528 mit Bartel Beham in der Werkstatt Wolfgang Mielichs; er über- 
nahm nach Bartel Behams Tod dessen Werkstatt, gestorben um 1549. 

98 (XXIV). Bildnis des Rfalzgrafen Philipp des 
Streitbaren. Der Dargestellte mit schwachem Bartanflug 
trägt rotes Wams, darüber schwarze Schaube mit goldener 
Kette, und schwarzes, federgeschmücktes Barett. Die Rechte 
stützt er auf das Schwert, die Linke ruht auf einer teppich- 
belegten Brüstung auf, auf der links ein Zettel mit der 
Inschriftjiegt: BONA- FORTVNA-SEPER^SPERÄDA. ET 
SI • PETETmVS • NO • CONTINVO • TAME BNMERITIS • 
AD • APTV -TEMPVS • COPIOSIOR • ABVDAT • PRO- 
INDE • CONADVM • QVATO • MAGIS • ADOPTAMVS • 
TANTO . DIGNIVS • NOS • IPSOS • PREBEAMVS • 1530. 
Hintergrund grüner Vorhang, links Ausblick auf das von 
den Türken belagerte Wien. Links oben: PHILIPPVS . DER • 
STREUTBARE. Halbfigur nach links. 

Fichtenholz. 67,3 h., 50 br. — Aus Neuburg a. D. — Philipp der Kriegerische, 
Sohn des Pfalzgrafen Ruprecht, geb. 1503, gest. 1548. Er verteidigte 1529 
"Wien gegen die Türken, worauf unser Bild Bezug nimmt. 

99 (XXIV). Bildnis der Pfalzgräfin Susanna von Pfalz- 
Neuburg. Die Dargestellte steht vor einem grünen Vor- 
hang, der links den Ausblick auf eine Landschaft mit dem 
Jagdschloß Grünau bei Neuburg frei läßt. Sie trägt rotes, 
perlengesticktes Barett und gelbbraunes Brokatgewand mit 
reicher Perlenstickerei und reichem Goldschmuck. Oben: 
SVSANN A . OTTO • H • GEM. Halbfigur nach links. - Abbildg. 

Föhrenholz. 67,4 h., 50 br. — Aus Neuburg. — - Susanna, Tochter Herzog 
Albrecht IV. von Bayern, München, geb. 1502, heiratete 1529, nachdem ihr 
erster Gemahl, Markgraf Kasimir von Brandenburg-Kulmbach, 1527 gestorben 
war, Otto Heinrich von Pfalz-Neuburg. Sie starb 1543. 

100 (XXV). Die Familie des Pfalzgrafen Johann IL, 
Grafen zu Sponheim. Hinter einer teppichbedeckten Ba- 
lustrade steht links der Herzog in reicher Tracht nach rechts 
gewandt, ihm gegenüber seine Gemahlin nach links ge- 
wandt. Zwischen beiden ihre Kinder, beim Vater die beiden 

3* 



36 



Bayerische Schulen. 



Söhne, bei der Mutter die beiden Töchter. Hintergrund 
Renaissancearchitektur mit Teppichbehang, in der Mitte Aus- 
blick in eine Landschaft. Oben drei Inschrifttafeln: 



lOHANS PFALCZGRAF • 
BEY RHEIN • HERZOG- IN • 
BAIRN • GRAF • ZV SPAN • 
HAIM • SEINS • ALTERS- IM 
• ^0 - 1 AR - A°15n • CONTER 
FET. 



BEATRIX GEBORNE 
MARGGREFIN ZV BADEN 
- SEIN - GEMAHL - IRS - AL- 
TERS -IM- ^0- IAR-A°15?t 
CONTERFET - VND - A°15n 
HIEHER ABGEMACHT. 



DIE CON 



In der Mitte: 

HERNACH VOLLGEN IR BEDER KINDER 
TERFET SEND 

GEORG THVMBHER ZW STRASBVRG VND MENCZ - 
SEINS ALTERS IM VIERZEHENDEN lAR 

REICHART THVMBHER ZW COLN - VN - STRASBVRG - 
SEINS ALTERS • IM - AILFTEN • lAR 

ELIZABETH DIE WELTLICH - THOCHTER IRS ALTERS 
IM ZWÖLFTEN lAR • 

SABINA IRS ALTERS IM VIERTEN lAR 
DISE HERNACH GESCHRIBME IR BEDER KINDER HA- 
BEN NOCH NIT CONTERFET MÖGE - WERDE - 
FRIDERICH IR BEDER ERSTER SON 
WILHELM. IST GESTORBEN SEINS ALTERS IM- VIII > 
MONAT- A°-15tT- 

KATHERINA IR BEDER ERSTE THOCHTER - CLOSTER 
FRAW SANT BERNHARDS ORDENS ZV COMBD 
lOHANNA 
OTTILIA 
MARIA 

BRIGITA CLOSTERFRAW ZW NEVBVRG BEY HEY- 

DELBERG. 

HELENA DERZEYT IR BEDER IVNGSTE THOCHTER. 

Lindenholz. 96,5 h., 132,5br. — Aus Neuburg a. D. 



CLOSTERFRAWEN SANT BENEDICTEN 
ORDENS ■ ZW POPPART. 



Ludwig Refinger. — Bartel Beham. 37 

101 (XXV). Die Familie Herzog Wilhelm IV. von 
Bayern-München. Links der Herzog in reicher Tracht, 
rechts die Herzogin, zwischen ihnen drei Kinder, wovon 
das jüngste bei der Mutter auf einem Stühlchen sitzt, die zwei 
Knaben bei dem Vater. Anordnung wie beim vorher- 
gehenden. Auf den Schrifttafeln: Links: WILHELM- 
PFALCZGRAF • BEY • RHEIN • HERCZOG • IN • OBERN • 
VND • NIDERN, BAIRN • A? 1531 • SEINS • ALTERS- 
IM • 38 • CONTERFET. Rechts: lACOBA - GEBORNE- 
MARGGREFIN - VON • BADEN, SEIN, GEMAHL, AVCH 
BERVRTS • 31 - lARS, IRS - ALTERS - IM - 25 • lAR • CON 
TEFET. In der Mitte: THEODO • IR • BEDER - ERSTER, 
SONE • SEINS - ALTERS IM FVNFTEN lAR . AVCH . 
A? - 31 • CONTERFET. 

ALBRECHT DER ANDER, SON, SEINS, ALTERS, IM - 
DRITTEN, lAR • AVCH • A? • CONTERFET. 
WILHELM, DER • DRIT - SON, IST, VNGEVERLICH • AIN 
HALB lAR . VORBERVRTER - DER - ANDERN - ABCÖ 
TERFEHVG GESTORBE. 

MECHTILDIS, DIE ERST, IR BEDER THOCTER DES . 
32 - lARS - GEBORN - IM • 33 - lAR - CONTERFET • VND - 
DAVON • HIRZW • ABGEMACHT - SO, IST, DIS, AB 
MACHEN, VON ALLEN • VOR ERZELTEN - CONTERFAI- 
DEN - A? 1534 VON - NEWEM • HIEHER • GESCHEHE. 
Erlenholz. 99h., 145br. — Aus Neuburg a.D. 

Bartel Beham 

geb. zu Nürnberg 1502, gest. um 1540. 1528 mit Ludwig Refinger in der 
Werlcstatt Wolfgang Mielichs in München. 

102 (XXIV). Bildnis des Pfalzgrafen Otto Heinrich 
von Pfalz-Neuburg. Der Kurfürst legt die Rechte auf eine 
Brüstung, die Linke hält ein Schreiben. Er trägt Brokatrock 
und federgeschmücktes Barett. Rechts oben: Otto Heinerich 
(später aufgemalt), dabei die alte Inschrift: A? 1531 • Eta. 
Halbfigur nach rechts. 

Fichtenholz. Grüner Grund. 67,1 h., 46,4 br. Rechts stark beschnitten. "Werk- 
stattarbeit. 



38 Bayerische Schulen. 

103 (XXVI). Bildnis der Herzogin Jacobäa, Gemah- 
lin Wilhelm IV. von Bayern. Sie trägt federgeschmücktes 
Teilerbarett und grünes, gelb ausgeputztes Kleid. Sie hält 
in der Rechten eine Blume (Männertreu), durch die Linke 
gleitet eine goldene Kette. Brustbild nach links. Rückseite: 
Das badische Wappen, vom bayerischen und pfälzischen 
flankiert. Darunter: lACOBA • GEBORNE • MARGGRE- 
FIN • ZW • BADEN. PFALCZGREFIN • BEY- RHEIN HERC- 
ZOGIN . IN • OBERN • VND • NIDERN • BAIRN • 

Lindenholz. Vorderseite schwarzer Grund, Rückseite grüner Grund. 42,5 h., 
32,5 br. — Aus Neuburg a. D. — Werkstattbild um 1535. — Jacobäa, Tochter 
des Markgrafen Philipp von Baden, geb. 1507, heiratete 1522 Herzog Wil- 
helm IV. von Bayern, gest. 1 580. 

104 (XXVI). Bildnis derselben. Sie trägt rotes Teller- 
barett mit Federnschmuck und rotes Kleid mit breitem, 
gelbem Besatz. Rechts oben die Jahreszahl 1535. Brustbild 
nach links. 

Lindenholz. Grauer Grund. 44,3 h., 33,5 br. — Aus Neuburg a. D. — Gehört mit 
den folgenden Nummern zu einer Serie von Fürstenbildern, von der weitere 
Stücke sich in den Galerien Schleißheim, Erlangen, Karlsruhe, Wiesbaden und 
Prag (Sammlung Nostitz) befinden. 

105 (XXVI). Bildnis der Herzogin Susanna, Gemahlin 
Otto Heinrichs von Pfalz-Neuburg. Mit gelbem Teller- 
barett mit Federschmuck, perlengesticktem Gewand mit 
reichem Geschmeide. Oben ein grüner Vorhang und die 
Jahreszahl 1535. Brustbild nach rechts. 

Lindenholz. Grauer, brauner Grund. 44 h., 33,3 br. — Aus Neuburg a. D. 

106 (XXVI). Bildnis des Herzogs Albrecht IV. von 
Bayern. Der bartlose Fürst trägt dunkle, pelzbesetzte 
Schaube über rotem Brusteinsatz. Auf dem grauen Haar ein 
schwarzes Barett. Vorn eine schmale Brüstung, auf der die 
Finger der rechten Hand aufliegen. Links oben die Jahres- 
zahl 1536 und die Nr. 90 einer Serie. Brustbild nach rechts. 

Holz. Dunkler Grund. 44 h., 33,5 br. — Aus Neuburg a. D. — Geht auf ein 
Original Hans Wertingers (Nr. 78) zurück. 



Bartel Beham. 39 

107 (XXVI). Bildnis des Herzogs Wilhelm IV. Er trägt 
rotes Tellerbarett und roten, pelzbesetzten Rock. Links oben 
1536. Brustbild nach rechts. Gegenstück zu Nr. 108. 
Lindenholz. Dunkelgrüner Grund. 44 h., 33,5 br. — Aus Neuburg a. D. 

108 (XXVI). Bildnis der Herzoginjacobäa von Bayern. 
Sie trägt schwarzes, tellerförmiges Barett und über dem gelb- 
besetzten Kleid reichen Schmuck. Hintergrund ein Vorhang. 
Rechts oben 1536. Brustbild nach links. Gegenstück zu Nr. 107. 
Lindenholz. 42,4 h., 32,4 br. — Aus Neuburg a. D. 

109 (XXVI). Bildnis des Herzogs Ludwig X. von 
Bayern- Landshut. Der Herzog mit langem Vollbart trägt 
schwarzes Barett und pelzbesetzte Schaube über schwarzem 
Wams. Rechts oben 1536. Brustbild nach links. 

Lindenholz. Grauer Grund. 42,8 h., 32,8 br. — Aus Neuburg a. D. 

110 (XXVI). Bildnis des Herzogs Ernst, Admini- 
strators von Passau. Mit schwarzer Kappe, schwarzer 
pelzverbrämte Schaube über dem schwarzen Wams. Oben 
links auf einem gemalten Zettel die Jahreszahl 1536. Brust- 
bild nach rechts. — Abbildung. 

Lindenholz. Grauer Grund. 42,5 h., 32,7 br. — Ernst, Sohn Albrecht IV., 
geb. 1500, gest. 1560, seit 1517 Bistums-Administrator von Passau. 

111 (XXVI). Bildnis des Kurfürsten Ludwig V. von 
Pfalz -Bayern. Der weißbärtige Herrscher trägt dunkles 
Barett und dunklen Rock mit breitem Pelzkragen. Hinter- 
grund ein Vorhang. Brustbild nach rechts. 

Lindenholz. 43,7 h., 32,5 br. — Aus der Münchener Residenz. — • Auf der 

Rückseite in alter Schrift: Ludv/ig Curfürst starb im 44. jar im 16 • • 

Ludwig V., Sohn des Kurfürsten Philipp von der Pfalz, geb. 1478, gest. 1544. 

112 (XXVI). Bildnis des Pfalzgrafen Friedrich IL, des 
Weisen. Er trägt schwarzes Barett und rotes Wams mit 
pelzbesetzter Schaube. Rechts oben 1536. Brustbild nach links. 

Lindenholz. Grauer Grund. 43,7 h., 34 br. — Aus Neuburg a. D. 

113 (XXVI). Bildnis des Herzogs Philipp des Krie- 
gerischen. Er trägt schwarzes Barett mit Federschmuck 



40 Bayerische Schulen. 

und schwarzen Rock über rotem Wams. Rechts oben 153- •• 
Brustbild nach links. 

Lindenholz. Grauer Grund. 43,9 h., 33,5 br. — Aus Neuburg a. D. 

114 (XXVI). Bildnis König Ludwigs II. von Ungarn. 
Er trägt schwarze Mütze und pelzverbrämte Schaube über 
dunklem Wams. Oben die alte Inschrift: ILLE EGO PAN- 
NONIAE LVDVICVS REXQVE PATER QVI PRO PA- 
TRIA PVGNANS FORTITER OPPETI • • ■ Darüber die 
spätere Inschrift: KINIG LVDWIG-3- Brustbild nach rechts. 

Lindenholz. Grauer Grund. 45 h., 36 br. Unten und rechts seitlich angestückt. 
— Aus Dachau. — Ludwig IL, König von Ungarn, geb. 1506, gest. 1526. 

115(XXIV). Bildnis König Ferdinand I. Er trägt schwarzes 
Barett und pelzverbrämte Schaube mit der Kette des gol- 
denen Vließes. Brustbild nach rechts. 

Fichtenholz. Grauer Grund. 42,5 h., 34 br. Auf der Rückseite in alter Schrift : 
Dem durchleuchtig vnd hochgeborn v fürsten vnnd Herrn Herrn Otthain • • • 
pfalz-grauven Bey Reyn Hertzogn zu Nidern vnnd obrn bayrn ec. meinen gne- 
digen Herrn. — Ferdinand, Sohn Philipps des Schönen von Österreich, geb. 1 503, 
gest. 1564. — Über ein gleiches Bild in der Wiener Galerie: Österreichisches 
Jahrbuch XI, 1890, 112. —Beschädigt. — Werkstattbild. 

Monogrammist PG. 

116 (XXIV). Bildnis des Pfalzgrafen Friedrich IL, 
des Weisen. Er trägt schwarzes Barett, roten Rock und 
pelzverbrämte Schaube mit den Insignien des goldenen Vließes. 
Die Linke h^lt die Handschuhe. Oben die spätere Inschrift: 
FRIDERICH PFALCZGRAF BEY RHEIN HERCZOG IN 
BAIRN SEINS ALTERS IM ^9 lAR. Halbfigur nach links. 

Fichtenholz. Brauner Grund. 82,1 h., 59,7 br. Stark beschädigt. — Aus Neu- 
burg a. D. — Gehört zu einer Serie Porträts, von denen eins in der Galerie 
zu Burghausen P G monogrammiert ist. 

Hans Schöpfer der Ältere 

1532 zuerst in München erwähnt, gest. um 1566. 

117 (XXVI). Bildnis einer vornehmen Dame. Sie 
trägt schwarze Kappe über den frei herabfallenden Zöpfen, 
dunkles Kleid mit Goldschmuck und den Insignien des Löwler 



Hans Schöpfer der Ältere. 41 

Ordens. Die Hände übereinandergelegt, die Rechte hält die 
Handschuhe, auf der Linken sitzt ein Sittich. Rechts oben in 
Goldschrift: 1539 und das Monogramm HS. mit dem Schöpf- 
löffel. Brustbild nach links. — Abbildung. 
Lindenholz. Grüner Grund. 42 h., 35 br. 

118 (XXVI). Bildnis der Herzogin Mechtildis von 
Bayern. Mit schwarzem, federgeschmücktem Barett, in 
schwarzem Kleid mit reichem Schmuck. In der Rechten 
einen Handschuh. Rechts oben 1 556 und MECHILD AS • HÖR- 
ZOGIN • IN • BAIRN • IST • PHILLIPS • MARGRAF • ZV- 
BADEN VERHEIJRAT : WORDEN : DAS • lER; GOT • GNE- 
DIG-VNND -BARMHERZIG- SEIN -WÖL. Halbfigur nach 
links. 

Birnbaumholz. Grüner Grund. L. M. 42,2 h., 32,7 br. — Aus Dachau. — 
Mechtilde, Tochter Herzog Wilhelm IV. von Bayern, geb. 1532, vermählt 1557 
mit Markgraf Philibert von Baden, gest. 1565. 

119 (XXVI). Bildnis der Eleonore von Closen. Mit 
schwarzem, federgeschmücktem Barett, rotem reichgesticktem 
Kleid. Die Rechte hält die Handschuhe. Halbfigur nach 
links. Links oben: ELENORA -VON - GLOS • IST - lOA- 
CHIM-VON SIRCHENSTAIN VERHEIIRAT - WORDEN 
Rechts oben der Schöpflöffel, der übrige Teil des Mono- 
gramms zerstört. 

Fichtenholz. Graugrüner Grund. 45 h., 30,5 br, — Aus Dachau. — Mit den 
folgenden zu einer Serie von Hofdamenporträts gehörig, die, künstlerisch ohne 
jede Bedeutung, ein genaues Bild der Entwicklung der höfischen Tracht von 
1540 — 1580 geben. Von den ursprünglich 35 Bildern sind noch folgende 
nachweisbar: Schleißheim: Nr. 72 Euphrosyne von Öttingen, 73 Anna von 
Frauenberg, 74 Benigna von Lamberg, 72 Anna von Schellenberg. — Burg- 
hausen: 53 Elisabeth Nothaft, 54 Elisabet von Fels, 55 Anna von Pödschach, 
56 Gräfin Elisabeth von Hardöck, 57 Ursula Nothaft, 58 Katherina Oberan. — 
Nürnberg: 567 Elisabeth von Königsegg, 575 Jacoba Lösch, 582 Anna Maria 
Kainin, 585 Jacobäa Nothaft, 594 Sophie von Reindorf, 595 Johanna Gräfin 
von Sulz. — München, Akademie der bildenden Künste: Judith von Schellen- 
berg und Judith Höchkircherin. — Verschollen sind die folgenden, noch im 
Ficklerschen Inventar und in einem Dachauer Gemälde- Verzeichnis von 1789 
angeführten Bilder: Nr. 1 Maria Botschin (Patschin) vermählt an Sigmund von 
Weichs 1576, 2 Felicitas von Fels, 3 Anastasia von Frauenberg 4 Susanna 
vonGumpenperg, vermählt an Rudolph von Haslang 1561, 5 Catharina, Gräfin 
von Helfenstein, 6 Margaretha Wagin, 7 Anna von Khuenach, 8 Sophia Freyn 



42 Bayerische Schulen. 

von Parsperg, 9 Johanna Pernerin, 10 Anna von Reinnach, vermählt an Georg 
Baumgartner, 1 1 Maria von Treuberg (Trembachin), vermählet an Ulrich von 
Preysing, 1571, 12 Agnes von Weittingen, vermählet an Hanns Aman Achol- 
dinger, 1580. 

120 (XXVI). Bildnis der Rosina Ramig. Mit schwarzem 
Barett, schwarzem, weißgestreiftem Kleid. Die Linke hält 
einen Apfel, die Rechte eine Kette. Oben rechts 1556 und 
die Inschrift: ROSINA RAMIIGIN IST VLRICHEN • LI- 
HER • VERHEIIRAT WORDEN. Halbfigur nach links. 

Lindenholz. Grüner Grund. 42,5 h., 32,8 br. — Aus Dachau. 

121 (XXVI). Bildnis der Corona von Gumppenberg. 
Mit schwarzem Barett, in weißem, reichgesticktem Kleid. In 
den Händen eine Kette. Rechts oben 1560 und das Mono- 
gramm HS mit dem Schöpfer. Darunter: KRANA VON 
GVMPERG IST VICTORN VON SEIBOLTSTORFF VER- 
HEIIRET • WORDEN. Halbfigur nach links. 

Fichtenholz. Grauer Grund. L. M. 42,2 h., 32,3 br. — Aus Dachau. 

122 (XXVI). Bildnis der Ehrentraut von Frauenberg. 
Mit schwarzem Barett, in schwarzem, weißgepufFtem Kleid, 
in der Linken die Handschuhe. Oben rechts 1560, darunter 
das Monogramm HS und die Inschrift: ERNDRAVT VON 
• FRAVvENPERG IST • DANIELEN MESSENPECH VER- 
HEIIRAT WORDEN • DER GOT- GN AT. Halbfigur nach links. 

Fichtenholz. Grüner Grund. L. M. 42 h., 32,6 br. — Aus Dachau. 

123 (XXVI)? Bildnis der Gräfin Helena von Königs- 
feld. Mit schwarzem, verziertem Barett, in weißem, gold- 
gesticktem Kleid. In den übereinander gelegten Händen die 
Handschuhe. Links oben die Jahreszahl 1565. Rechts oben: 
ELENA . VON • KINIGSFELD • IST • AINEM • VON BONEL- 
LA-ZV • VORRÄR • VERHEIRAT • WORDEN. Halbfigur 
nach links. 

Fichtenholz. Grauer Grund. L. M. 44,2 h., 30 br. • — Aus Dachau. 

124 (XXVII). Bildnis der SidoniaWatzlervonKlausen. 
Mit schwarzem, perlenbesetztem Barett, in schwarzem, weiß- 
gepufftem Kleid, in den Händen eine Kette. Rechts oben 



Hans Schöpfer der Jüngere. 4S 

1560 und das Monogramm mit dem Schöpflöffel, darunter: 
SITDANIA WAZLERIN VON KLAVSEN IST HERRN • 
HANNS • lACOBEN FVGGER VERHEIIRAT WORDEN. 
Halbfigur nach links. 
Fichtenholz. Grüner Grund. 43 h., 32 br. — Aus Dachau. 

Hans Schöpfer der Jüngere 

Sohn des älteren Schöpfer, 1568 Meister in München, gest. daselbst 1610. 

125 (XXVI). Bildnis der Cordula von Adelshausen. 
Mit schwarzem, federgeschmücktem Barett, in schwarzem 
Kleid mit goldenem Litzenbesatz. Die Hände gefaltet. Links 
oben die Jahreszahl 1572, rechts die Inschrift: CORDVLA 
VON ATLCHAVSEN IST VERHEIRET WORDEN REIN 
PRECHT PRANND. Halbfigur nach links. 

Lindenholz. Dunkelgrüner Grund. L. M. 41 h., 32,4 br. — Aus Dachau. 

126 (XXVI). Jacobäa von Pappenheim. Mit schwarzem 
Barett, in schwarzem, weißgepufftem Kleid mit reichem 
Schmuck. Die Linke hält den Handschuh. Rechts oben: 
lACOBE • VON • PAPNHAIM • IST • AINEM • VON • KLOSN 
• VERHEIIRAT • WORDEN DER • GOT • GEN AD • Halbfigur 
nach links. 

Lindenholz. Grüner Grund. L. M. 42,5 h., 32 br. — Aus Dachau. 

127 (XXVI). Bildnis der Regina Eisenreich. In 
schwarzem, federgeschmücktem Barett, mit schwarzem, mit 
Goldlitzen besetztem Kleid. In der Linken einen Handschuh. 
Oben rechts: REIGINA • EISNREICHIN IST- VERHEIRET- 
WORDEN -KAREL-SCHVRFF-ZV-SCHENN WERD 1575. 
Halbfigur nach links. 

Birnbaumholz. Grüner Grund. 44,4 h., 34 br. — Aus Dachau. 

128 (XXVI). Bildnis der Jacoba Hundt. Mit schv/arzem 
Federbarett, in schwarzem Kleid mit hellen Ärmeln und 
weißer Halskrause, links oben 1580, rechts: lACOBE HVN 
DIN IST VERHEIRET HANNS FRIDERICH VON BREI- 
SING. Halbfigur nach links. 

Fichtenholz. Graugrüner Grund. 44,2 h., 34 br. — Aus Dachau. 



44 Bayerische Schulen. 

Süddeutsch, Mitte des XVI. Jahrhunderts. 

129 (XXV). Bildnis Herzogs Albrecht V. von Bayern. 
Er trägt dunkle Kleidung mit breitem Pelzkragen, darüber 
die Kette des goldenen Vließes; Halskrause und Ärmel- 
krause. Die Rechte hält die Handschuhe, die Linke faßt 
den Pelzsaum. Halbfigur nach rechts. 

Fichtenholz. Grauer Grund. 95 h., 72 br. — Aus Schleißheim. 

Bayerisch, Mitte des XVI. Jahrhunderts. 

130 (Depot). Bildnis der Herzogin Anna, Gemahlin 
Albrecht V. von Bayern. Sie trägt weiße Haube mit 
Kinntuch und schwarzes Kleid. Oben die Inschrift: Anna 
Austriaca Alberti V Duc • Bavariae coniunx. Brustbild 
nach links. 

Leinwand. Grauer Grund. 63,8 h., 46,5 br. — Aus Dachau. 

Regensburger Schule um 1560. 

131 (XXV). Bildnis des Regensburger Ratsherrn 
Georg Haller und seiner Ehefrau. Links der Rats- 
herr mit schwarzer Kappe und dunklem Wams. Er trägt 
starken Vollbart, die Arme in die Seiten gestützt; Halb- 
figur nach rechts. Links oben sein Wappen, dabei die In- 
schrift: Georg Haller, deß Innern Rathsherre in Regens 
Pürg. — Rechts seine Ehefrau mit weißer Haube, weißer 
Hemdbluse und pelzbesetztem Leibchen. Die Hände sind 
über dem Schoß zusammengelegt. Rechts oben ihr Wappen, 
daneben: Cchatharina Haindlin. — Abbildung. 

Lindenholz. Grüner Grund. 70,5 h., 98 br. — Ursprünglich zwei getrennte 
Tafeln. 

Bayerisch von 1567. 

132(LXXIV). Bildnis eines Herrn von Cronegg. Der 
Dargestellte mit kleinem Schnurrbart und schwarzem Barett 
trägt rotes, hochgeschlossenes Gewand mit Pluderhosen und 
Trikots, über dem Gewand dunklen Pelzmantelkragen. An 
der rechten Seite ein reichverzierter Dolch. Die Linke am 



H. Bocksberger der Jüngere. — -Wilhelm Schöpfer. 45 

Degengriff, die Rechte in die Seite gestützt. Links oben: 
ANNO DNI • 1567. Rechts: .ET ATIS SV^E • 39 und das 
Wappen der Kronegg, darunter verblaßt. S • L • D • Ganze 
Figur nach rechts. 

Leinwand. Dunkelgrüner Grund. 170 h., 87,5 br. — Hinten auf einem Per- 
gamentzettel : fllius Gregorij et Elisabethae natae Jordanin, Maritus cum Cae- 
ciliä Natä Vogtin iudex Provincialis in Crantsperg. Parens Jacobi. — Ge- 
kauft 1900 aus Freisinger Privatbesitz. 

H. Bocksberger der Jüngere (?) 

geboren 1540 (?) zu Salzburg, hauptsächlich als Freskomaler unter andern 
in Landshut tätig. 

133 (LIII). Erstürmung eines Kastells. Links das 
Kastell, von dessen Mauern die Verteidiger den Ansturm 
der Belagerer abwehren. Vorn Gefallene. Weiter hinten 
Zeltlager. 

Leinwand. L. M. 184 h., 200,3 br. — Inventarbest. — Aus Schleißheim? — 
Sehr beschädigt. 

Wilhelm Schöpfer 

Sohn des jüngeren Schöpfer, Hofmaler in München, wurde 1608 Meister, 
gestorben 1634. 

134 (Treppenhaus). Bildnis eines Unbekannten. Der 
Dargestellte, mit braunem Bart und graumeliertem, kurzem 
Kopfhaar, trägt schwarze Damastkleidung mit Spitzenhals- 
krause. Die Linke hält die Handschuhe, die Rechte ruht 
auf einem links vorn stehenden Tisch. Oben links 

ein Vorhang, rechts eine Säule, auf deren Posta- f' 

ment: .ETATIS SV^ • XXXVIII. Darunter: J^ 
MDCXXV und das Monogramm. Halbfigur nach 
rechts. Gegenstück zu Nr. 135. 

Leinwand. 101,5 h., 83,5 br. 

135 (Treppenhaus). Bildnis der Gattin des vorigen. 
Die Dargestellte, in dunkler Kleidung, trägt weißes Häubchen 
und Halskrause. Um die Taille eine goldene Gürtelkette 
mit Anhänger. Die herabhängende Linke hält die Hand- 
schuhe, die Rechte ruht auf der Lehne eines Stuhles. Rechts 



46 Bayerische Schulen. 

ein grüner Vorhang, links eine Säule, auf deren Basis: JETA- 
TIS SV JE LI- 1627 und das Monogramm. Kniestück nach 
links. Gegenstück zu Nr. 134. 
Leinwand. 101, 5 h., 83 br. Schwer beschädigt. 



P. Nik. Brucker (Prugger) (?) 

aus Trudering bei München, Hofmaler des Kurfürsten Ferdinand Maria 
von Bayern, gestorben 1694 in München. 

136 (L). Bildnis eines Unbekannten. Er trägt braun- 
gelbes, gesticktes Wams mit breitem Umlegekragen; langes, 
graues Lockenhaar, sowie Schnurr- und Kinnbart. Brust- 
bild nach rechts. 

Leinwand. Grauer Grund. 61 h., 47,5 br. Im Oval. — • Das Bild ist stark be- 
schnitten ; auf der Rückseite befindet sich ein Streifen von der abgeschnittenen 
Leinwand mit der Künstlerinschrift (?) : P. NIC: BRUCKER. 

137 (XXVIII). Bildnis des Kurfürsten Maximilian 
von Bayern und seines Sohnes Ferdinand Maria. 
Der Kurfürst, barhäuptig in Stahlrüstung mit dem Feld- 
herrnstab, legt die Rechte auf die Schulter seines links 
neben ihm stehenden, in Rot gekleideten Söhnchens. Er 
trägt auf der Brust die Insignien des goldenen Vließes. 
Links ein Tisch mit dem Kurfürstenhut, Reichsapfel und 
einem eisernen Handschuh. Rechts Ausblick ins Freie. Im 
Hintergrund ein Vorhang und eine Säule. — Abbildung. 

Leinwand. L. M« 189 h., 189,5br. — Aus Schleißheim. — Inventarbest. 

138 (XXVIII). Bildnis der Erzherzogin Maria Anna 
von Österreich, Gemahlin Maximilians von Bayern. 
Die Dargestellte in schwarzer Kleidung mit weißer Schürze, 
weißem Umlegekragen und Schleierhaube, sitzt nach rechts 
gewandt in einem Sessel vor einem Tisch, auf dem der Kur- 
fürstenhut liegt. Hintergrund ein Vorhang. Oben: MARIA 
ANNA ARCHIDVCISSA AVSTRI^ FERDINANDI II FI- 
LIA REGIA PRINCIPISSA HVNGARI^ ET BOH^EMI^ 
MAXIMILIANI • I . ELECTORIS CONIVNX • 

Leinwand. L. M. 210 h., 125,5 br. — Aus Neuburg a.D. 



Joh. Bapt. Churland. 47 

Oberbayerisch (Münchner Schule) von 1583. 

139 (Depot). Doppelbildnis des Archivars E. Fennd 
und seiner Frau. Links der Archivar Erasmus Fennd mit 
schwarzem Barett, schwarzer Kleidung, Mühlkragen und pelz- 
besetztem Mantel, in der Rechten eine Schriftrolle (dins 
pars haereditatis meae) haltend, in der Linken einen Rosen- 
kranz. Auf der Brust dreifache Kette mit Medaillon. — 
Neben ihm seine Gattin in schwarzer Tracht mit Mühl- 
kragen, weißer Haube und reichem Goldschmuck. Die Hände 
halten die Handschuhe. Um den rechten Unterarm ist der 
Rosenkranz gewickelt. Halbfiguren. Durch zwei Fenster im 
Hindergrund Ausblick ins Freie. Zwischen beiden in Schulter- 
höhe das Fenndsche und Barthsche Wappen mit den Wahl- 
sprüchen: IN PAGE ID IPSUM und ALLES NACH GO • ■ 
Zwischen beiden Wappen die Figur der Caritas. Darüber 
die Inschrift: ANNO M • DLXXXIII ERASM • FENND RATH 
ALTERS LI lAR • CATHERINA PARTHIN SEIN HAUS- 
FRAW ALTERS XLI lAR. 

Lindenholz. 75,3 h., 98 br. — Fennd war Archivar und Hofrat des Herzogs 
Wilhelm V. (M. Lossen, Zwei Streitschriften der Gegenreformation, Sitzungs- 
bericht d. bayer. Akad. d. W., phil. bist. Klasse 1891, H. 1, S. 144.) 

Joh. Bapt. Churland (Corlando) (?) 

bayerischer Hofmaler zu München. Ausgang des XVII. Jahrhunderts. 

140 (LIII). Bildnis einer jungen Dame als Diana. In 
blauem und weißem Phantasiekostüm mit roter Schärpe 
nach rechts. Die Rechte hält den Bogen, die Linke den Pfeil. 
Blondes, gescheiteltes Lockenhaar. Links ein Hündchen. Im 
Hintergrund rechts Landschaft, links ein Brunnen. Kniestück. 

Leinwand. Ecken oben angesetzt. 154 h., 109,7br. — Mit den folgenden Num- 
mern zu einer Serie von Damenporträts gehörig, die wahrscheinlich zu Wand- 
füllungen verwendet wurde. Ursprünglich 40 Stück, davon 12 im Ministerium 
des Äussern, 5 im Verkehrsministerium, 3 im Regierungspräsidium zu Würz- 
burg, 2 im Regierungspräsidium zu München, 4 in der Isarlust. — Aus einem 
der kgl. Schlösser, wahrscheinlich Schleißheim. — In den Inventaren auch 
Triva und Mignard zugeschrieben. 

141 (LIII). Bildnis der Gräfin Osasca als Diana. Sie 
trägt buntes phantastisches Kostüm, auf dem Rücken den 



48 Bayerische Schulen. 

Köcher. Die erhobene Linke hält Pfeil und Bogen, die Rechte 
deutet nach unten. Landschaft. Kniestück nach rechts. 

Leinwand. 154,5h., 109,7 br. — Auf der Rückseite: MAD: LA CONTESSA 
OSASKA. — Aus Schleißheim. 

142 (LIII). Bildnis einer jungen Dame als Allegorie 
des Meeres. Die Dargestellte, nach links eilend, trägt 
über weißem Untergewand meergrünen Rock. Die Rechte 
ist erhoben, die Linke hält einen Korallenzweig. Hinter- 
grund Meer. Kniestück. 

Leinwand. 156 h., 112 br. Ecken angestückt. — Aus Schleißheim. 

143 (LIII). Bildnis einer jungen Dame als Diana. Sie 
sitzt in einer gebirgigen Landschaft und hält in der er- 
hobenen Rechten den Bogen, in der Linken den Pfeil. 
Über ihr grünes, mit Silberstickerei verziertes Gewand legt 
sich ein lila Mantel. Hintergrund gebirgige Landschaft. 
Kniestück nach links. 

Leinwand. 155,5 h., 1 1 1 br. — Aus Schleißheim. 

144 (LIII). Bildnis einer unbekannten Dame. Die 
Dargestellte in violettgrauem, goldgesticktem Kleide stützt 
den rechten Arm auf einen Säulenstumpf. Landschaftlicher 
Hintergrund. Kniestück. 

Leinwand. 1 57 h., 1 1 1 br. — Auf der Rückseite : Sa Msa di S. M — Aus 

Schleißheim. 

145 (LIII). Bildnis einer jungen Dame als Jägerin. 
Graugekleidet mit gelbbrauner Draperie, hält sie sitzend eine 
Flinte in beiden Händen. Landschaftlicher Hintergrund. 
Kniestück nach rechts. 

Leinwand. 154 h., 109br. Ecken angestückt. — Aus Schleißheim. 

146 (LIII). Bildnis einer jungen Dame als Jägerin. 
Die Dargestellte in buntem flatterndem Kostüm schreitet 
nach links durch eine Landschaft, in der Linken einen Pfeil, 
in der Rechten den Bogen. Kniestück. 

Leinwand. 157 h., 117br. — Aus Schleißheim. 



J. G. Vockhetz. — J. F. Beich. 49 

147 (LIII). Bildnis einer jungen Dame. Die Darge- 
stellte in blauem Gewände sitzt, eine Pistole in den Händen, 
in einer Landschaft. Vor ihr ein Hündchen, auf dessen 
Halsband der Name Rosalinda steht. Kniestück. 
Leinwand. 156 h., 1 1 1 br. Ecken angestückt. — Aus Schleißheim. 

J. G. Vockhetz 

tätig Anfang des XVIII. Jahrhunderts. Näheres unbekannt. 

148 (XXXIV). Bildnis des Kurfürsten Max Emanuel 
von Bayern. Der Fürst trägt Stahlpanzer mit den Insignien 
des goldenen Vließes. Darüber hermelingefütterten Purpur- 
mantel; die Rechte hält den Marschallstab. Rechts der 
Helm. Hintergrund Landschaft mit Zelten. Rechts unten: 
L G. VOCKHETZ. — Abbildung. 

Leinwand. 148 h., 1 15,4 br. 

Joachim Franz Beich 

geboren 1665 oder 1666 zu München, gestorben ebenda 1748. 

149(LXXXIII). Auszug zur jagd. In der Mitte des Vorder- 
grundes reitet der Kurfürst Max Emanuel mit seinen Be- 
gleitern, gefolgt von einem Jäger mit einer Meute Hunde, 
nach hinten, und deutet mit einem Stab auf einen rechts 
mit entblößtem Haupt stehenden Landmann, der wiederum 
auf eine ganz rechts befindliche größere Gruppe von Land- 
leuten zeigt. Links eine hohe Baumgruppe und ein Holz- 
fäller. Im Mittelgrund ein Weiher und Wiesen mit einer 
Hasenhetze. Im Hintergrund München und Höhenzüge. 
Gegenstück zu Nr. 150. 

Leinwand. 126,4 h., 209,5 br. — Aus Schleißheim. 

150 (LXXXI). Rückkehr von der Jagd. Im Mittelgrund 
hält der Kurfürst zu Pferde vor einer Gruppe ihn grüßender 
Landleute. Weiter rechts nach dem Vordergrund zu be- 
rittene Kavaliere, ein Wagen mit einem erlegten Hirsch 
und Jäger. Links ein Wasser und eine Jägergruppe. Hinter- 
grund Landschaft mit einem See und IBergen. Gegenstück 
zu Nr. 149. 

Leinwand. 126 h., 209,4 br. — Aus Schleißheim. 



50 Bayerische Schulen. 

Max Joseph Zeggein. 

Um 1728. Näheres unbekannt. 

151 (XLV). Die Frauen am Grabe. Die drei Frauen 
stehen mit erstaunten Gebärden vor dem Sarkophag (rechts), 
auf dem der Engel sitzt. Links Ausblick auf Jerusalem. 
Unten rechts auf der Grabplatte bezeichnet: Max: Jos: 
Zeggein- f e : 1728. 

Papier, auf Holz gezogen. 37,6 h., 47,5 br. — Aus Freising. — Vielleicht 
stammt Zeggein aus einer Münchner Künstlerfamilie gleichen Namens. 1625 
legt Johann Georg Zeggein als Maler sein Meisterstück vor. 

Otto Gebhard 

aus Abbach bei Regensburg, geboren um 1700, hauptsächlich in Regensburg 
tätig, gestorben um 1766. 

152 (XXXII). Deckenbildskizze. In der Mitte Christus 
lehrend, darüber die himmlischen Heerscharen, in den Ecken 
u. a. Verkündigung, Tobias mit dem Engel, Opfer Abrahams. 

Leinwand, 75,6 h., 45,3 br. — Auf der Rückseite Otto Gebhardt, inv. pinx. — 
Geschenk des Kommerzienrates de Bouch6 in München 1902. 

Bayerisch um 1700. 

153 (XXXIII). Bildnis des Kurfürsten Max Emanuel 
von Bayern. Er trägt Rüstung mit den Insignien des gol- 
denen Vließes und Allongeperücke; die Linke ruht am Degen, 
die Rechte ist auf den Marschallstab gestützt. Links auf einem 
Rasenstück Helm und Handschuhe. Rechts im Hintergrund 
eine Kampfszene. Ganze Figur nach links. 

Leinwand. L. M, 209,5 h., 123br. — Aus Dachau. 

Bayerisch. XVIII. Jahrhundert. 

154 (XXXVIII). Bildnis des Kurfürsten Maximilian IIL 
Er trägt über blauem Rock den Panzer, Ordensschmuck 
und hermelingefütterten Purpurmantel. Rechts neben ihm auf 
einem Tisch die Kurfürstenkrone, Marschallstab, Reichsapfel 
und Helm, auf dem seine Linke ruht. Die Rechte ist an die 
Hüfte gelegt. Ganze Figur nach rechts. Gegenstück zu Nr. 155. 
Leinwand. L.M. 229 h., 137br. 



Stuber. — Bidermann. 51 

155 (XXXVIII). Bildnis der Kurfürstin Maria Anna, 
Gemahlin Max III. Sie trägt Hermelinkleid und Purpur- 
mantel, im weißen Haar ein Diadem. Über der Brust das 
breite Ordensband des Annenordens. Die Linke hält den 
Mantel; der rechte Arm ist auf einen Tisch gelehnt, auf 
dem der Kurfürstenhut liegt. Oben ein Vorhang. Gegen- 
stück zu Nr. 154. 

Leinwand. L.M. 229 h., 136,5br. 

Nikolaus Stuber(?) 

Hofmaler in München, gest. 1749. 

156 (XXXVII). Hirschhetze auf dem Starnberger-See. 
Links am Ufer die Jäger, die den Hirsch in den See ge- 
trieben haben. Auf dem See das kurfürstliche Prachtschiff 
Bucentaurus mit der Hofgesellschaft und andere Schiffe. 

Leinwand. L. M. 220 h., 339 br. — Aus Schloß Geratshausen; 1869 gekauft. — 
Der Kurfürst Ferdinand Maria ließ dieses Prachtschiff in den Jahren 1662 bis 
1663 durch die Italiener Margioli und Zanti erbauen; vollendet wurde es durch 
Santurini und Mauro. Es war 100 Werkschuhe lang, 25 breit; 100 — 150 Ru- 
derer setzten es in Bewegung. 1759 wurde es zerlegt. • — Eine getreue Nach- 
bildung im Deutschen Museum. — Simonsfeld, Der Bucintoro etc. Jahrbuch 
f. Münchner Gesch. 1890, S. 175 ff. 

Bidermann 

Maler zu Starnberg, Schüler des Nikol. Stuber. 

157 (XXXVII). Hoffestlichkeiten auf dem Starnberger- 
See. Der See ist von zahlreichen Schiffen belebt, darunter 
das Prachtschiff Bucentaur. Links eine Hirschhetze. Links 
unten: Biderman • 17 • • . Gegenstück zu Nr. 158. 
Leinwand. L.M. 86,5h., 163,5br. — Aus der Residenz München. 

158 (XXXVII). Wildschweinjagd auf dem Ammersee. 
Das Wild wird vom Ufer aus in einen eingefriedigten Teil 
des Sees getrieben, in dem es von den Jägern abgefangen 
wird. Auf dem See zahlreiche Schiffe. In der Mitte des ein- 
gefriedigten Teils eine schwimmende Burg. Links unten 
bezeichnet: Biderman. Rechts auf einem treibenden Balken : 

4* 



52 Bayerische Schulen. 

Wildt Schwein Jagt auf dem Ammersee den lOs''" ao : 1736. 
Gegenstück zu Nr. 157. 

Leinwand. L. M. 86,5 h., 143,5br. — Aus der Residenz. 

Franz Hagen 

tätig in Neuburg im ersten Drittel des XVIII. Jahrhunderts. 

159 (Kopiersaal). Bildnis der Familie des Künstlers. 
Links sitzt der Künstler mit Pinsel und Palette; hinter ihm 
steht seine Frau, nach rechts reihen sich zwei Söhne und 
zwei Töchter in geistlicher Tracht an, den Beschluß bilden 
ein Sohn und eine Tochter in weltlicher Kleidung; die Tochter 
hält einen grünen Vorhang in die Höhe. Halbfiguren. 

Leinwand. L. M. 145,5 h., 177 br. — Aus Neuburg a. D. — Von Hagen rühren 
die Entwürfe zu den Altarantependien im Raum 67 des Nationalmuseums her. 

Sebastian Engelhart 

tätig in München, gest. gegen 1750. 

160 (Vestibül). Bildnis der Kaiserin Marie Amalie, 
Gemahlin Karls VII. Die Kaiserin, mit gepudertem Haar, 
trägt ausgeschnittenes, dunkelblaues Kleid und Brokatmantel. 
Die erhobene Rechte hält den Mantel, die Linke deutet 
nach oben. Links ein Postament mit Vase und Steinfigur vor 
einer Baumgruppe, rechts Ausblick in Landschaft. Ganze 
Figur. 

Leinwand. L.M. 246 h., 151 br. Oben spitz. Auf der Rückseite der Vermerk : 
Kaiserin Mar. ^Amalie. — Aus der Residenz München. — Nach Nagler 
Künstlerlexikoii IV, 128 für Nymphenburg gemalt. 

Herdegen von Culm 

Hofmaler Herzogs Johann Theodors, Kardinal-Bischofs von Freising, 
gest. vor 1746. 

161 (XXXIV). Bildnis des Kurfürsten Karl Albert. 
Er trägt Rüstung, hermelinbesetzten Purpurmantel und hohe 
Allongeperücke. Links auf einem Kissen Kurhut und Helm. 
Hintergrund Landschaft. — Links unten bezeichnet Herdegen 
V. C. pinxit 1714. Halbfigur. 

Leinwand. 112,4 h., 83,4 br. 



Herdegen von Culm. 53 

162 (LXV). Bildnis des Kurfürsten Karl Albert von 
Bayern. Der Fürst, mit hoher Allongeperücke, trägt über 
der Rüstung auf den Schultern den Hermelin. Auf der Brust 
der Orden des goldenen Vließes. Rechts auf einem Kissen 
der Kurfürstenhut. Im Hintergrund ein roter Vorhang. Brust- 
bild nach rechts. 

Leinwand. 82,5 h., 67 br. Im Oval. — Aus Dachau. — Auf der Rückseite : 
1 . Charles Albert Prince Electoral de Bavifere. Ag6e XVII. Darunter • • ■ Her- 
degen • • • A~. 1714. 

163(LXXVII). Bildnis des Prinzen Ferdinand Maria 
von Bayern. Derbartlose, junge Fürst mit Allongeperücke, 
trägt Rüstung und roten Hermelinüberwurf. Rechts auf einem 
Kissen der Fürstenhut. Brustbild nach rechts. 
Leinwand. Blauer Grund. 82,7h., 68,5 br. Im Oval. Auf der Rückseite: Ferdi- 
nand M[aria] Duc de Baviere ^ • • • • [X] V. unten PL Herdegen 1714. — Aus 
Dachau. — Ferdinand Maria, Sohn Max Emanuels, geb. zu Brüssel 1699, gest. 
1738 zu München. 

164 (LXXVII). Bildnis des Prinzen Philipp Moritz 
von Bayern. Der junge Fürst mit Allongeperücke trägt 
Rüstung und roten Hermelinmantel. Auf der Brust das 
goldene Vließ, rechts auf einem Kissen der Fürstenhut. 
Brustbild nach rechts. 

Leinwand. Dunkler Grund. 81,7 h., 68 br. Im Oval. Schwer beschädigt. — 
Aus Dachau. — Auf der Rückseite: IL Philippe Maurice [du]c de Baviere [X] 
VI. — [H]erdegen • • • • 1714. — Philipp Moriz, Sohn Max Emanuels, geb. 
1698 zu Brüssel, gest. 1719 in Rom. 

165 (LXV). Bildnis des jungen Herzogs Klemens 
August von Bayern. Der Dargestellte, mit langem 
Lockenhaar, trägt über der Rüstung den Hermelin. Links 
der Fürstenhut. Halbfigur nach links. 

Leinwand. 81 h., 68 br. Im Oval. Auf der Rückseite: IUI. Clemens Auguste 
Duc de Baviere JE ■ ■ ■ ■ (X) IUI. (VI?) Darunter: Herdegen 1714. — Aus 
Dachau. 

166 (LXXVII). Bildnis der Kurfürstin Theresia Ku- 
nigunde Karoline, zweiter Gemahlin Max Emanuels. 
Die Fürstin mit dunklem Haar trägt braunes, spitzenbesetztes 
Kleid und braunen Hermelinüberwurf. Brustbild. 

Leinwand. Dunkler Grund. 81,7 h., 68 br. Im Oval. 



54 Bayerische Schulen. 

167 (LXXVII). Bildnis einer Prinzessin. Die Prinzes- 
sin mit hochfrisiertem, gepudertem Haar trägt rötliches 
Gewand und blauen Hermelinmantel. Links auf einem Kissen 
der Fürstenhut. Brustbild. 

Leinwand. Roter Grund. 81,5h., 68,5 br. Im Oval. Schwerbeschädigt. 

168 (LXXVII). Bildnis einer Fürstin. Die Dargestellte 
mit weißgepudertem Haar trägt helles Kleid mit rotem Über- 
wurf. Brustbild nach links. 

Leinwand. Dunkler Grund. 80,5 h., 67 br. Im Oval. Beschädigt. — Aus 
Dachau. 

Georg de Marees 

geb. 1697 in Stockholm, gest. als kurbayerischer Hofmaler in München 1776. 

169 (LXXXI). Bildnis des Prinzen Klemens August 
von Bayern. Der Dargestellte, bartlos, mit grauer Locken- 
perücke, trägt über dem blauen Rock den Panzer und stützt 
die Linke in die Hüfte. Über dem Panzer das schwarze 
Band des deutschen Ordens. Halbfigur nach links, der 
Kopf nach rechts gewandt. — Abbildung. 

Leinwand. Graublauer Wolkengrund. 93 h., 74 br. — Aus Kloster Tegernsee. 
— Clemens August, Sohn des Kurfürsten Max Emanuel, geb. 1700, 1723 Erz- 
bischof und Kurfürst von Köln, 1729 Hoch- und Deutschmeister, gest. 1767. 

170 (XXXIII). Bildnis des Kurfürsten Klemens August 
von Köln. Er trägt Staatskleid und Panzer, darüber den 
Mantel der Deutsch - Ordensritter. Die Rechte hält den 
Marschallstab. Links ein Tisch mit Ordenshelm und Kurhut. 
Hintergrund "eine Mauerbrüstung, darüber Ausblick auf den 
Kölner Dom. Ganze Figur. 

Leinwand. L. M. 205,8 h., 125,7 br. — Aus dem steinernen Saal des Bischofs- 
schlosses zu Freising. — Kopie, vielleicht von Hartwanger. 

171 (LXVIII). Bildnis des Bischofs Johann Theodor 
von Freising. Der Dargestellte, in rotem Ornat mit Her- 
melinkragen, stützt mit der Rechten ein Buch auf einem 
Sessel (links), die Linke faßt den Hermelinkragen. Links 
hinten auf einem Kissen der Kurfürstenhut. Hintergrund 
ein Vorhang. Ganze Figur. 

Leinwand. L. M. 220 h., 127,5br. — Kopie. — Johann Theodor, Sohn des 
Kurfürsten Max Emanuel, mit dem Beinamen „Der Kardinal von Bayern", 



Schega. — Hölzl. 55 

wurde geboren in München 1703, starb in Lüttich 1763. Bischof von Regens- 
burg 1719, von Freising 1727, von Lüttich 1744, Kardinal 1746. — Unser 
Bild geht auf ein Original von de Maries zurück, das den Kardinal in Knie- 
stück darstellte. Der Kopist, der danach eine Standflgur zu malen versuchte, 
scheiterte bei der Aufgabe, so daß unser Bild den Prinzen völlig unpropor- 
tioniert erscheinen läßt. 

172 (LXXXI). Bildnis der Prinzessin Theresia Bene- 
dikta von Bayern. Die junge Fürstin trägt ausgeschnit- 
tenes Brokatkleid und silbergraue Schneppentaille; um die 
Schultern den blauen Hermelin. Sie sitzt neben einem 
Tischchen, ihr linker Arm ruht auf einem roten Kissen. 
Links hinten auf einem Postament eine Rokokovase. Halb- 
figur nach links. — Abbildung. 

Leinwand. Grauer Grund. 94,2 h., 74 br. — Aus Schleißheim. — Theresia 
Benedikta Maria, Tochter des Kurfürsten Karl Albert von Bayern, geb. 1725, 
gest. 1743. 

173 (LXXXI). Bildnis einer unbekannten Prinzessin. 
Sie trägt ausgeschnittenes, blaues Kleid mit Pelzbesatz, um 
den Hals ein Pelzband und im gepuderten Haar eine Diamant- 
agraffe, Halbfigur. 

Leinwand. Grauer Grund. 82 h., 64,6 br. — Aus Schleißheim. 

Franz Andreas Schega 

geb. 1710 in Österreich, gest. 1787 in München, hauptsächlich Medailleur. 

174 (XXXV). Selbstbildnis. Der Dargestellte, bartlos, 
trägt blauen, offenen Rock. Brustbild nach rechts. 

Pastell. Grauer Grund. L. M. 52,7 h., 43,7 br. 

Andreas Hölzl 

fertigte um 1760 Bildnisse, 1776 Hofmaler in Freising, später in München. 

175 (LXV). Bildnis des Hofsteinmetzmeisters Nepo- 
raukEinsele. Der Dargestellte, bartlos, mit grauem Haar, 
trägt grauen Rock und grüne Weste mit Goldlitzen. Die 
Rechte hält ein Instrument. Halbfigur. Gegenstück zu Nr. 176. 

Leinwand. Grauer Grund. 38,4 h., 32,2 br. — Auf der Rückseite : Andre : Hölzl 
Pinxit Ao 1781. — Einsele 1732 geb., gest. 1790. — Testamentarisch 1890 ver- 
macht vom Enkel des Dargestellten, Steinmetzmeister J. Einsele aus Freising. 



56 . Bayerische Schulen. 

176 (LXV). Bildnis der Gattin des vorigen, Susanna 
Ein sei e. Sie trägt rotes Kleid, Goldhaube und silbernen 
Halskettenschmuck. Die Rechte hält eine Rosette. Halb- 
figur. Gegenstück zu Nr. 175. 

Leinwand. Grauer Grund. 58,2h., 32,4 br. Auf der Rückseite: Andre Hölzl. 
Pinxit Ao : 1781. 

177 (LH A). Bildnis des Anton Brugmayr. Der Dar- 
gestellte, bartlos, in grauer Kleidung, hält in der Linken 
einen Brief mit der Aufschrift: a Monsieur, Monsieur 
Antoin Prugmayr a presr. a Fürstenfeldbrug. Halbfigur. 
Gegenstück zu Nr. 178. 

Leinwand. Graugrüner Grund. 79,8 h., 63,4 br. — Auf der Rückseite: Johan : 
Antony Prugmayr, gebohren den 7. Juny ao 1751. gemahlen ao 1784. Rechts 
unten: Andre : Hölzl. 

178 (LH A). Bildnis der Gattin des vorigen. Die junge 
Frau trägt rotes Kleid mit weißem Miedereinsatz, weißes 
Brusttuch und Goldhaube, Halsschmuck. Die Rechte hält 
eine rote Nelke. Halbfigur. Gegenstück zu Nr. 177. 

Leinwand. Graugrüner Grund. 79 h., 63,3 br. Auf der Rückseite : Maria Anna 
Theresia Brugmayrin, gebohrne Weißin, gebohren den 4'en october 1759, ge- 
mahlen ao 1784. Weiter unten Andre: Hölzl. 

Konrad von Mannlich 

geb. 1701 in Augsburg, gest. 1759 in Zweibrücken, Schüler des Kupetzky in 
Wien, am Hofe in Zweibrücken tätig. 

179(LXXV). Wolf und Lamm. Der Wolf steht nach links 
über einem getöteten Lamm, dessen linke Schulter aufge- 
rissen ist. Links Felswand, rechts ein Baum mit einem 
Eichhörnchen. Links auf einem Felsstück bezeichnet: Peint 
par Mannlich 1752. 
Leinwand. 162 h., 207,5 br. Schwer beschädigt. — Aus Zweibrücken. 

180 (LIII und LIV, Durchgangsraum). Wildschwein und 
Fuchs. Links steht in einer Landschaft ein großes Wild- 
schwein, nach rechts gewandt, vor ihm rechts ein Fuchs. 
Zwischen beiden ein gefällter Baum. Beiderseits Eichen. 
Bezeichnet rechts unten auf einem Stein: Peint par 
C. Mannlich 1753. 
Leinwand. L.M. 227 h., 312 br. — Aus Zweibrücken. 



Hien. — Stephan. 57 

Daniel Hien 

geb. zu Straßburg 1725, Schüler C. Mannlichs, später in Paris bei Oudry, 
dann am Hofe zu Zweibrücken, soll um 1766 gestorben sein. 

181 (LXXV). Wölfe und Hirschkuh. Die Hirschkuh ist 
auf den Hinterläufen zusammengebrochen. Ihren Hals und 
ihren Rücken zerfleischen zwei Wölfe. Landschaftlicher 
Hintergrund. 

Leinwand. 233,5 h., 239,5 br. — Aus Schleißheim. 

182(LXXIV). Fuchs im Schlageisen. Der gefangene Fuchs 
steht nach links und wendet den Kopf zähnefletschend nach 
rechts. Hintergrund links hoher Fels, rechts hügelige Ferne. 

Leinwand. 102 h., 113,9br. 

Joseph Stephan 

Schüler des Wasserschot, zeitweise in Frankfurt, dann von 1745 an in 
München, daselbst gest. 1786. 

183 (XLIX). Wildschweinhatz. Ein Wildschwein wird von 
einer Meute Hunde angefallen. Reiflandschaft. Links auf 
einem Stein: Dieße Wildschwein haben Ihro Churfürst- 
lichen Durchlaucht in Bayern Maximilianus Josephus in der 
sogenanten R • • er der Graffschaft Haag den 12. December 
Anno 1761 gefangen welche drei Centner und 18 Pfund 
gewogen hat. Joseph Stephan fecit. 

Leinwand. L. M. 223 h., 387 br. Beschädigt. — Aus Schleißheim. 

184 (LXII und LIV, Treppenaufgang). Sauhatz. Das von 
Hunden umringte und gestellte Tier setzt sich zur Wehr. 
Herbstlandschaft; links eine Waldlichtung. Links unten auf 
einem Stein die Inschrift: Dieße Wildschwein haben Ihro 
Churfürstlichen Durchlaucht in Bayern Maximilianus Jo- 
sephus /in den sogenanten Handtgemall der Grafschafft Haag / 
den 2. December Anno 1751 : gefangen welche . 3 . Centner/ 
vnd . 55 . Pfund gewogen hat. Darunter J . Stephan . fecit. 
Leinwand. L. M. 224 h., 388 br. 

185 (LXXV). Ein Fuchs. Der Fuchs mit teilweise grauem 
Fell läuft aus einem Wald heraus nach links in offenes Ge- 
lände. Rechts auf einem Stein: f • S • Gegenstück zu Nr. 185. 

Leinwand. 104,3 h., 124,9br. — Aus Schleißheim. 



58 Bayerische Schulen. 

186 (LXXV). Ein Fuchs. Das Tier schnürt nach rechts. 
Das Fell ist stark weiß meliert, die Ohren sind schwarz- 
weiß gefleckt. Landschaft, links Bäume, rechts Ausblick auf 
einen Hügel mit Schloß. Auf einem Stein links: Dießen Fuchs 
haben Ihro Churfürstliche Durchleücht in Baiern den 14. Oc- 
tober 1776 bey Mindlheim geschoßen. Daneben auf einem 
kleineren Stein: lo : Stephan •• F. Gegenstück zu Nr. 185. 

Leinwand. 105 h., 124,6 br. — Aus der Residenz München. 

187 (LXXV). Ein abnormer Hase. Der durch kurze Vorder- 
läufe auffallende Hase ist mit dem rechten Hinterlauf an 
dem spitzen Ast eines Baumes aufgehängt. Der Kopf liegt 
am Boden auf. Rechts auf einer Steintafel: Einen Haaßen 
von dießer Gestalt haben Ihro Churfürstlichen Durchleücht 
in Baiern den 29 September 1769 bey dem Renn weegdachset 
geschossen. Dahinter das Monogramm L S. T. (verschlungen). 
Leinwand. 80,2 h., 77,7 br. — Aus Schleißheim. 

Franz Joseph Winter 

erhielt 1715 den Hofschutz zu München, lebte noch 1756. Schüler von 
Caspar Sing. 

188 (Krippentreppenhaus). Bildnis der Kaiserin Amalie, 
Gemahlin Karl Alberts VII. Die Kaiserin mit weiß- 
gepudertem Haar trägt enganliegendes, dunkelgrünes Jagd- 
kleid. Die behandschuhte Rechte hält die auf den Boden 
gestützte Flkite, die Linke hält einen schwarzen Jagdhund 
am Band. Unter dem linken Arm Handschuh und Dreimaster. 
Links ein Baum, rechts Ausblick auf eine Landschaft mit 
einer Hasenhetze. Hintergrund eine Stadt. Ganze Figur. 

Leinwand. 250 h., 155br. Auf der Rückseite: M. Amalie fec. Winter. Schwer 
beschädigt. Ehemals im Speisesaal zu Schleißheim. (Nagler, Künstlerlexikon 
XXI, 540.) 

189 (LXIV). Der hl. Jakobus minor. Der Heilige im 
Pilgerkleid blickt zum Himmel empor. Die Rechte ist auf 
die Brust gelegt, die Linke weist nach unten. Rechts 
vorn hält ein Engel ihm ein kleines Kreuz entgegen; ein 
anderer (links) hält den Zipfel seines Mantels. Oben in Wolken 



Johann Georg Winter. 59 

Seraphim. Rechts ein Sockel mit Büchern und dem Pilger- 
hut. Bez. rechts: FRA . JOSE . WINDER pin . anni 1738. 

Leinwand. In geschweiftem Originalrahmen. L. M. 206h., lll,5br. — Aus 
der Jakobskirche am Anger 1889. — Von Lipowski, Künstlerlexikon 1803, II 
172 in dem Klarissinnenkloster erwähnt. 

190 (XLIV). Bildnis des kurfürstlich bayerischen 
Kanzlers W. Xaver von Kreitmaier Der Dargestellte in 
blauem Frack und weißer Weste sitzt in einem Sessel vor 
einem Tisch und hält in der Rechten das Manuskript eines 
seiner Rechtsbücher. Rechts oben das Ovalbild der Justitia, 
darüber ein Vorhang. Halbfigur nach rechts. — Abbildung. 

Leinwand. Roter Grund. 95 h., 70 br. — ■ Auf der Rückseite auf neuer Lein- 
wand: W. Xav. V. Kreitmeier. churft. Bayrsch. Canzler. Geb. 1705 • gest. 1790 • 
27. Octb. München. Franz Joseph Winter fecit; wohl Kopie der ursprüng- 
lichen Inschrift. 



Johann Georg Winter 

geb. 1707 zu Groningen als Sohn eines kurbayerischen Feldwebels, gest. 1768 
in München, arbeitete zuerst in Augsburg, 1744 Hofmaler Carl Alberts in 

München. 

191 (LXXV). Zwei Wildgänse. Die rechte Wildgans schlägt 
mit den Flügeln, die linke beugt den Kopf zum Wasser. Im 
Hintergrund links Bäume, rechts Ausblick in hügeliges Land. 
Rechts unten: Dise weisße wild Gannß ist im Yberreitterambt 
Warttenberg an der Ißer geschossen worden Anno 1732. 
Links unten auf einem Stein: I.G.W. 

Leinwand. 102,4 h., 144,3br. — Aus Schleißheim. 

192 (XXXIII). Bildnis der Prinzessin Maria Anna 
Karolina von Bayern als Nonne. Sie trägt das Ordens- 
kleid der Klarissinnen, die Rechte hält ein Buch. Links auf 
einem Kissen eine Krone. Hüftbild. 

Leinwand. Grauer Grund. 97,8 h., 7 1 ,5 br. — Kopie. — Die Dargestellte, eine 
Tochter Max Emanuels, geb. 1696, trat 1720 als Nonne unter dem Namen 
Therese Emanuel de corde Jesu in das Klarissenkloster zu München, sie starb 
1750. — Paz (Prinzessin Ludwig Ferdinand von Bayern): Emanuela Therese, 
München 1902. „Bayerland" 1902, S. 234 ff. und 1903, S. 104. Daselbst auch 
Abbildung. 



60 Bayerische Schulen. 

Jakob Herz 

um 1742 in München. Näheres unbekannt. 

193 (XLII). Die Belagerung von München 1742. Im 
Vordergrunde die Panduren, die auf einer Brücke die Isar 
überschreiten. Dahinter die Stadt München, deren vorderste 
Häuser bereits in Brand gesetzt sind. Gegenstück zu Nr. 194. 

Fichtenholz, auf Eiche aufgezogen. 37 h., 52,7 br. — Gekauft 1 90 1 von Dr. Hübler 
in München. — Ursprünglich in der Schleißheimer Galerie (Depotversteigerg.). 

194 (XLII). Plünderung des Lehels in München 1742. 
Den Vordergrund füllen plündernde Banden. Dahinter das 
brennende Lehel, rechts die Isar. Unten rechts: Jac. Herz • 
fec. Gegenstück zu Nr. 193. 

Fichtenholz auf Eiche aufgezogen. 36,7 h., 53,6 br. — Herkunft wie oben. 

Max Kröz 

tätig in Landshut im 18. Jahrhundert. 

195 (LIIA). Ansicht der Fassade des Landschafts- 
gebäudes in Landshut. Die Fassade trägt in drei Stock- 
werken zwischen den Fenstern die Bildnisse bayerischer 
Fürsten. Bez. rechts unten: Max Kröz pinxit. 

Leinwand. L. M. 157 h., 266,5 br. — Abgebildet bei Bassermann Jordan : Die 
dekorative Malerei der Renaissance am bayer. Hofe (München 1900), S. 169. 

Joseph Elbling 

um 1750 in Landshut, näheres unbekannt. 

196 (LXV). "Bildnis einer Bürgersfrau. Sie trägt blau- 
grünes, geblümtes Kleid mit Schürze und Brusttuch, rote 
Halbhandschuhe und Häubchen. Die Rechte hält ein Buch, 
die Linke faßt den Zipfel des Brusttuches. Halbfigur. 
Leinwand. Brauner Grund. 85h., 66br. Auf der Rückseite: gemahlt worden 
Ao- 1760 von Joseph elbling burgl. Mahler. — Aus Landshut. 

Michael Hartw^anger 

nach Nagler geb. zu Deggendorf, gest. zu München 1776 oder 77. 

197 (LXXX). Selbstbildnis des Malers. Der hagere, 
bartlose Maler in offenem braunem Rock, mit buntgestreifter 



J. Ch. Mannlich. — Hoechle. 61 

Mütze zieht mit der Rechten einen Pinsel aus der Palette, 

die er mit der Linken hält. Brustbild in ovaler Umrahmung. 

Leinwand. Dunkler Grund. 80 h., 63,8 br. Beschädigt. — Aus Schleißheim. — 
Auf der Rückseite : Hartwaenger obiit Monachii 1776 — 77. 

Joh. Christian Mannlich 

geb. 1742 in Straßburg, gest. als Galeriedirektor 1822 zu München, Schüler 
seines Vaters Conrad Mannlich. 

198 (LXXV). Hund und Hase. Links unter einer Kohl- 
staude sitzt geduckt ein Hase, von einem weißen, braun 
gefleckten Hündchen gestellt. Im Hintergrund rechts steigt 
der herannahende Jäger über einen Zaun, Rechts unten 
Mannlich 1773. 

Leinwand. 83 h., 103,3 br. — Aus Zweibrücken. 

199 (LXXV). Hund undWildente. Links vor einem Felsen 
scheucht ein Hund, im Wasser stehend, eine Wildente auf, 
die ihr Junges zu schützen sucht. Landschaftl. Hintergrund. 
Leinwand. 89 h., 138,5 br. — Aus Schleißheim. 

200 (LXXV). Hund und Hase. Ein braungefleckter Jagd- 
hund, von einer Anhöhe herabkommend, steht einen links 
im Gesträuch geduckten Hasen. Landschaft, im Hinter- 
grund ein Kirchdorf. Gezeichnet links auf einem Stein: 
Peint par Mannlich 1795. 

Leinwand. 109,2 h., 143,7 br. Die oberen Ecken und ein Ausschnitt angestückt. 

— Aus Schleißheim. 

Joh. Baptist Hoechle 

geb. 1754 zu Klingenach im Kanton Aargau, gest. 1832 in München, Hofmaler 

Karl Theodors. 

201 (XLIV). Kaiser Franz IL und Kurfürst Karl Theo- 
dor von Bayern im Hofgarten zu Nymphenburg. 
Der Kurfürst führt die Gemahlin des Kaisers, Maria The- 
resia, der Kaiser die Kurfürstin - Witwe Maria -Anna; zu 
seiner Linken geht sein Bruder (?) Erzherzog Joseph. Rechts 
und links Zuschauer. Hintergrund Parkanlagen. Links unten 
bezeichnet: Höchle : Hof • Mahler 1792. 

Eichenholz. 58 h., 73 br. Abgeb. in Kunstschätze aus d. Nat.-Mus. Blatt 173. 

— Nach Nagler, Künstler -Lexikon VI., 206, stellt unser Bild die Zu- 



62 Bayerische Schulen. 

sammenkunft Karl Theodors mit dem Kaiser Franz bei dessen Durchreise nach 
Frankfurt zur Krönung dar. — Ein weiteres Bild von Hoechle in der Galerie 
Bamberg, Nr. 5 1 . 

Balthasar Albrecht 

geb. 1687 zu Berg am Starnberger See, gest. als Hofmaler 1765 in München. 

202(XLVI). Bildnis des Hofbildhauersjohann Baptist 
Straub. Er trägt grauen Rock und hellblaue Weste, weiße 
Halsbinde. Brustbild nach links. 

Leinwand. 60,3 h., 45,7 br. Geschenk des Fräulein Ernestine Kahl, 1 893. 
J. B. Straub, Hofbildhauer u. Akademiedirektor, geb. um 1704, gest. zu München 
1784, war Schwiegervater des Roman Boos. — Über Straub vgl. Trautmann 
in der altbayerischen Monatsschrift, Jahrg. 4, S. 26. 

Joseph Hauber 

geboren zu Geradsried b. Kempten 1766; gestorben zu München 1834. 

203 (XLVI). Bildnis eines Sohnes des Akademie- 
Direktors Roman Boos. Der Knabe trägt roten Rock 
und Weste; die Rechte, über einen Tisch gelehnt, hält ein 
Papier. Bezeichnet links unten: Jos. Hauber pinxit 1792. 
Halbfigur nach links. Gegenstück zu Nr. 204. — Abbildung. 
Leinwand. Brauner Grund. 60 h., 45 br. — Geschenk von Fräulein Ernestine 
Kahl 1893. 

204 (XLVI). Bildnis eines Sohnes des Akademie- 
Direktors Roman Boos. Der Knabe trägt blaue Weste 
und grauen Rock. Die Arme liegen auf einem rotgedeckten 
Tisch auf; die Rechte hält ein Heft, auf dem, unter anderem, 
die Jahreszahl 1792 steht. Halbfigur nach rechts. Gegen- 
stück zu Nr. 203. 

Leinwand. Graugrüner Grund. 60 h., 45 br. — Gleicher Herkunft wie Nr. 203. 

Johann Georg Edlinger 

geb. zu Graz 1741, seit 1781 bayerischer Hofmaler, gest. zu München 1822. 

205 (XLVI). Bildnis der Familie des Bildhauers 
Roman Boos. Im Vordergrund sitzt die Gemahlin des 
Künstlers mit dem jüngsten Kind, das einen Apfel aus einer 
links auf einem Tisch stehenden Fruchtschale dem dahinter 



Wink. — Dorner der Ältere. 63 

Stehenden Vater reicht. Zwischen den Eltern die ältere 
Tochter, die den Arm um die Schultern des Vaters gelegt hat. 

Leinwand. Brauner Grund. 122 h., 102br. Geschenk von Fräulein Ernestine 
Kahl 1893. — Abbildung und Besprechung durch A. Goldschmidt im Münchner 
Jahrbuch I, 1906, S. 16f. 

Christian Wink 

geb. 1738 zu Eichstätt, 1769 Hofmaler Maximilians III., gest. zu München 1797. 

206(XLV). Bildnis des Hofmalers Georg de Marees. 
Der Maler in braunem Rock und blauer goldgestickter Weste 
steht in einem Fensterbogen. Er legt die Rechte auf die 
Brüstung, während die Linke das Malgerät hält. Rechts 
hinter ihm die Staffelei mit dem Bildnis des Malers Wink. 
Unten die Inschrift: Georgius de Marees Aulae Boicae Pictor 
Primarius. Daneben rechts: Christianus Wink • Pinxit 1771. 
Halbfigur nach rechts. Gegenstück zu Nr. 207. — Abbildung. 

Zinkblech (?) 33 h., 25,5 br. Aus der Gemäldesammlg. des churf. geh. Rates von 
Lippert. Auf der Rückseite: Altera imago est Christiani Winkii Aulae Boicae 
Pictoris. 

Johann Jakob Dorner der Ältere 

geb. 1741 zu Ehrenstetten im Breisgau, gest. als Hofmaler in München 1813. 

207 (XLV). Bildnis des Kupferstechers J. G. Wille. 
Der Künstler in rotem pelzbesetztem Rock und heller gold- 
gestickter Weste steht an einem Fensterbogen. Die Linke 
ist auf die Brüstung gelehnt, die Rechte hält eine Kupfer- 
platte. Unten die Inschrift: Joannes Georgius Wille Regis 
Christianissimi Chalcographus. Daneben rechts: Jo. Jac. 
Dörner. Halbfigur nach links. Gegenstück zu Nr. 206. 
Zinkblech (?) 33 h., 25,5 br. Gleicher Herkunft wie das vorige Bild. 

208 (XLVI). Ansicht von München. Der Blick ist 
nördlich von Bogenhausen genommen. Im Mittelgrund das 
Flußbett der Isar, links auf einer Anhöhe die Kirche von 
Bogenhausen, vorn auf einem Weg Vieh mit einem Bauern, 
zu beiden Seiten Baumgruppen, im Hintergrunde München. 
Links unten bezeichnet J. Dörner 1 806. Gegenstück zu Nr. 209. 

Leinwand. 1 15,5 h., 162,5 br. Gemalt im Auftrag der ehemaligen Landschaft 
und aufbewahrt im Plenum des Generalkonsistoriums des Isarkreises. (Nagler 
III. 459.) 1874 abgegeben vom Präsidium der Regierung in Oberbayern. 



64 Bayerische Schulen. 

209(XLVI). Ansicht von Landshut. Der Blick ist südlich 
von Landshut genommen. Im Mittelgrund die Isar. Vorn 
auf einem Wege Spaziergänger bei einer Obstverkäuferin, 
und Landleute mit Vieh. Rechts ein Abhang mit Bäumen. 
Im Hintergrund Landshut mit der Burg Trausnitz. Gegen- 
stück zu Nr. 208. 

Leinwand. 116 h., 162br. Gleicher Herkunft wie das vorige Bild. Beider 
Obstfrau zwei Trauben essende Knaben nach dem Bilde Murillos in der Mün- 
chener Pinakothek. 

Daniel Busch 

geb. zu Mannheim 1773 Schüler J. Dorners, lebte noch um 1810 in München. 

210 (LXXIV). Ein Wasservogel. Er steht nach rechts 
gewandt an einem Seeufer. Rechts auf einem Stein: Diese 
Wasserente ist zu Tutzing am Würmsee geschossen worden • 
1795. D. Busch. Gegenstück zu Nr. 211. 

Leinwand. 68 h., 54,3 br. — Aus Nymphenburg. 

211 (LXXV). Ein Fasan. Auf einem Felsblock sitzt nach 
links gewandt ein Isabell - Fasan. Hintergrund Parkland- 
schaft, auf dem Felsen links: Diese Art Fasanen sind in 
der Fasanery zu Hegenich bey Schwetzingen. Darunter 
D. Busch 1795. Gegenstück zu Nr. 210. 

Leinwand. 67,6 h., 54,3 br. — Aus Nymphenburg. — Abgebildet bei Pocci : 
Der Fasan in Bayern 1906, S. 75. 

J. C. Wengner 

Hofmaler des Fürstabtes von Kempten. Näheres unbekannt. 

212 (XLVII). Allegorie auf die Geburt König Lud- 
wigs I. Der kleine Prinz wird in einem Triumphwagen, 
der über die feindlichen Dämonen (Krieg, Hinterlist etc.) 
hinwegrollt, von dem Genius Bayerns zu dem Thron seiner 
Vorfahren (links) geleitet. Rechts folgen die Allegorien von 
Religion, Wahrheit, Treue, Überfluß, dann Minerva und die 
Musen. Rechts vorn knieen die Repräsentanten von München, 
Straubing, Landshut und Burghausen. Im Hintergrund Säulen- 
architektur. Oben Genien auf Wolken. Links unten bez. : 
J. C. Wengner, Fecit 1787. 

Leinwand. 90,5 h., 49,5 br. — Geschenk König Ludwigs I., 1858. 



österreichische Schulen 

bis 1800. 



Tiroler Schule um 1450. 

213 (VII). Anbetung der heiligen drei Könige. Rechts 
sitzt Maria und hält mit der Rechten das nackte Kind auf dem 
Schoß, die Linke hält das Geschenk des ältesten Königs, 
der, links knieend, das Kind anbetet. Die beiden anderen 
Könige stehen hinter ihm. Rückseite: Der Gekreuzigte 
zwischen Johannes und Maria (stark beschädigt). 

Tannenholz. Goldgrund mit gepreßtem Rankenwerk. Die Vorderseite stellen- 
weise mit grundierter Leinwand bespannt. 65,5 h., 47 br. — Bestimmung 
unsicher. 

Tirolisch. Z-weite Hälfte des XV. Jahrhunderts. 

214 (X). Die hl. Apollonia. Sie hält in den Händen die 
Zange. Halbfigur nach rechts. Gehört zu Nr. 2 1 5, 2 1 6, 2 1 7. 

Fichtenholz. Punzierter Goldgrund. L.M. 42,3 h„ 23,5 br. 

215(X). Diehl. Magdalena. Sie hält in der Linken die Salb- 
büchse, in der Rechten den dazu gehörigen Deckel. Halbfigur. 

Befund wie oben. L.M. 42,2 h., 23,8 br. 

216 (Depot). Die hl. Dorothea. Sie hält in den Händen 
den Blumenkorb. Halbfigur nach rechts. 

Grundierte Leinwand auf Fichtenholz. Schwer beschädigt. 45 h., 27 br. 

217 (Depot). Die hl. Lucia. Sie hält in den Händen ein 
Buch, der Hals ist von einem Schwert durchbohrt. Halb- 
figur nach links. 

Befund wie oben. 



66 österreichische Schulen. 

Tirolisch um 1470. 

21 8 (X). Hl. Sippe (Fragment). Maria, nach rechts blickend, 
hält das Kind vor sich. Dahinter Frauen und Männer. 

Fichtenholz. 50,5 h. 79,4 br. Maße nicht überall gleich, da das Bild un- 
gleichmäßig beschnitten ist. — Stiaßny i. Repert. 26. S. 27. 

Salzburger Schule um 1470 — 80. 

219 (XII). Maria im Ährenkleid. Maria steht, die Hände 
vor die Brust gefaltetet, vor einem aufgehängten Teppich. 
Auf ihr Kleid sind goldene Ähren gemalt. Unten links zwei 
Wappen aus späterer Zeit. 

Fichtenholz. Goldgrund. 148,7 h., 54,5 br. — Stammt aus Piding bei Reichen- 
hall. — Nach Sighart, Mitt. der K. K. Zentral-Kommissionl866, S. 63, viel- 
leicht das frühere Mittelbild des Hochaltars der Kirche in Piding. — Graus, 
Seckauer Kirchenschmuck 1904. — Abgebildet bei R. Stiaßny, altsalzburgische 
Tafelmalerei, im Jahrbuch der Kunstsammlungen des allerh. Kaiserhauses 
XXIV., 71. Vgl. auch ebenda S. 85. 

Tiroler Schule vom Ende des XV. Jahrhunderts. 

220 (XVIII). Maria und zwei Heilige. Hinter einer mit 
rotem Brokatteppich belegten Brüstung steht Maria und hält 
das auf der Brüstung sitzende nackte Kind, das mit ihren 
Haaren spielt. Links neben ihr der hl. Rupprecht mit Pedum 
und Salzkufe, rechts der hl. Nikolaus mit Pedum und den 
drei goldenen Äpfeln. Über Maria zwei Engel, die ihre 
Krone und einen Vorhang halten. 

Fichtenholz. Pupzierter Goldgrund mit gepreßtem Rankenwerk. 97,8 h., 
7l,9br. Seitlich beschnitten, stark beschädigt. — Bestimmung unsicher. — 
Von R. Vischer, (Studien zur Kunstgeschichte [1886] S. 471) irrtümlich als ver- 
wandt dem Abschied Christi bei Herrn Leichtle in Kempten (jetzt Nat.-Mus. 
Nr. 308 Saal 13) bezeichnet. 

Tirolisch um 1480 unter dem Einfluß M. Pachers. 

221 (XII). Verkündigung. In einem Gemach mit flacher 
Holzdecke kniet rechts Maria vor dem Betpult, über ihr 
schwebt die Taube. Links kniet der Engel- mit dem Lilien- 
zweig. Oben gotisches Maßwerk. 

Zirbelholz. Goldgrund. 96,8 h., 94 br. Rückseite abgesägt. 



XV. Jahrhundert. 67 

Richtung Michael Pachers. 

222 (XV). Die Heiligen Augustin und Monika. Links 
Augustin im Bischofsornat, in der Linken ein Buch, in der 
Rechten den Stab haltend. Neben ihm rechts Monika; beide 
Halbfiguren, einander zugewendet. Monika hält in der Linken 
ein Spruchband mit der Schrift: Moica inr aug. ad filiu nulla 
re id delectöf hac uita cum te, tempta felicite trena uidea finem. 
Abbildung. 

Holz. Reichgemusterter Goldgrund. 64 h., 114,5 br. Stiaßnyi. Repert. 26, S. 27, 
woselbst es als Predella zu dem Augustinaltar in Neustift bei Brixen ange- 
führt v/ird nach dem Vorgang Sempers, Zeitschrift des Ferdinandeums zu Inns- 
bruck 1 89 1 , S. 96 ff. — In eine Predella neu eingebaut. — Aus Neustift bei Brixen. 

Tirolisch. Bozener Schule gegen 1500. 

223a (XV). Traminer Altar. Mittelstück und Innen- 
seiten der Flügel: Plastik. Linker Flügel, Rückseite: 
Vor einem Brokatteppich die hl. Julitta, den hl. Knaben 
Quiricus an der Hand haltend. Unten die Unterschrift: 
sanctus quiricuss, sancta iulita. 

Holz. Blauer Grund, oberer Abschluß goldene Ranken. L.M. 161 h, 56 br. 
Stammt aus der Pfarrkirche von Tramin. — Sammlung AinmüUer. — Näheres 
über das Altarwerk: H. Semper, Ferdinandeums Zeitschrift 1891, S. 74, 111, 
1 17, 120, daselbst weitere Literatur. — Stiaßny : Mitt. d. Z.-K. 1892, S. 20. — 
Katalog VI, 1319. 

223b (XV). Rechter Flügel. Rückseite: Hl. Anna selb- 
dritt. Die hl. Anna, in einem Buch lesend, steht vor einem 
Brokatteppich, neben ihr in kleinerem Maßstabe Maria und 
das Jesuskind, darunter: Jhesus • sancta • Anna • sancta • Maria. 

Befund wie oben. 

223c (XV). Predellenflügel des Traminer Altars. 
Linker Flügel: Hl. Vigilius im Bischofsornat, in der Linken 
den Schuh. Rückseite: Johannes der Täufer mit Buch und 
Lamm. Rechter Flügel: Hl. Wolfgang mit dem Kirchen- 
modell. Rückseite: Hl. Onuphrius mit einem Gürtel von 
Eichenlaub, in der Rechten ein Kreuz. — Halbfiguren. 

Holz. Vorderseite gemusterter Goldgrund; Außenseite blauer Grund. Linker 
Flügel: L.M. 34h., 21,4br. Rechter Flügel: L.M. 35h., 20,7br. 

5* 



68 Österreichische Schulen. 

Brixener Schule um 1500. 

224 (XII). Bekehrung einer jungen Fürstin. Vor einer 
Hütte sitzt links ein Einsiedler, der die rechts vor ihm mit 
gefalteten Händen stehende Fürstin und deren Begleiterin 
belehrt. Hintergrund: Landschaft mit Kapelle. Rückseite: 
Die Geißelung Christi. (Verdorben.) — Gehört zu Nr. 225. 

Zirbelholz, mit Leinwand bespannt. Gepreßter Goldgrund. 69,3 h., 46,5 br. — 
Verwandte Bilder in Neustift bei Brixen. 

225 (XII). Taufe der Fürstin. In einer gotischen Kapelle mit 
goldenem Rippen- und Ranken werk steht vorn links ein Wasser- 
bottich, in dem die unbekleidete Fürstin von dem Einsiedler 
getauft wird. Rechts die Begleiterin. Rückseite: Der 
Schmerzensmann und Maria. (Verdorben.) Gehört zu Nr. 224. 
Zirbelholz mit Leinwandbelag. Gepreßter Goldgrund. 69,5h., 46,2 br. 

Tirolisch um 1500 — 10. 

226 (XVIII). Enthauptung der hl. Barbara. Die Heilige 
kniet links vorn neben einem hohen Turm, in dem der 
Kelch mit der Hostie in einer Fensteröffnung steht. Rechts 
hinter ihr holt ihr Vater Dioskorus mit dem Schwert zum 
Schlage aus. Hinten zwei Männer in reicher Tracht. Bergige 
Landschaft mit Burgen. Rückseite abgesägt. 
Tannenholz. 93,5 h., 45 br. 

TiroliSch (Pustertaler Schule) umi 1510. 
In der Art des Simon von Taisten. 

227a. Flügelaltärchen mit Malereien und Schnitze- 
reien. Linker Flügel, Innenseite oben: Die hl. Anna 
selbdritt nebst Barbara, Katharina und Margarerta. Unten: 
Georg, Eustachius, Ägidius und ein hl. Mönch, sämtliche in 
Standfiguren. Rückseite, Übereinander: zwei Kirchenväter 
in gotischen Hallen, vor Schreibpulten sitzend. 

Zirbelholz. Die Innenseiten mit gemustertem Goldgrund. Der obere Abschluß 
im halben Spitzbogen. L.M. 99,5 h., 29 br. — Katalog VI, 320. — Steht dem 
Stil des S. V. Taisten nahe. Vgl. über diesen Stiaßny Mitt. d. Z.-K. 1904, S. 62 ff. 



XVI. Jahrhundert. 69 

227b. Rechter Flügel. Innenseite oben: Die Heiligen 
Bartholomäus, Dionysius, Blasius und Erasmus. Unten: 
Christoph, Pantaleon, Vitus und Sebastian. Außenseite: 
Zwei Kirchenväter, übereinander, wie oben. Bei dem oberen 
Ausblick in einen Hof. 

Befund wie oben. 99,5 h., 28,5 br. 

227c. Rückseite des Schreines. Der hl. Stephanus, der 
vor einem Gebäude an Bettler Almosen austeilt. Oben im 
Eselsrücken geschlossen. 
Zirbelholz. 77 h., 60 br. 

Tiroler Schule um 1520. 

228(LXXIII). Tod Mariae. Die hl. Jungfrau, von den Apo- 
steln umgeben, kniet in ihrem Gemach, Johannes drückt ihr die 
Sterbekerze in die Hand. Abgesägte Vorderseite von Nr. 229. 

Zirbelholz. 71h., 40 br. 

229 (LXXIII). Tempelgang Mariae. Links steigt Maria 
die Stufen zum Tempel empor, von dem Hohenpriester und 
seinen Gehilfen erwartet. Rechts am Fuße der steilen Treppe 
stehen die Eltern Joachim und Anna. Links vor der Treppe 
sitzen zwei Verkäufer, rechts durch eine Türöffnung Ausblick 
in eine bergige Landschaft mit See. Abgesägte Rückseite 
von Nr. 228. 

Zirbelholz. 71h., 40 br. 

Tirolisch um 1520. 

230 (XV). Hl. Benedikt. Der Heilige im Abtornat, in der 
Linken den Giftbecher, im rechten Arm den Stab. Hinter- 
grund bergige Landschaft. 

Fichtenholz. In den Ecken gepreßter Goldgrund. 61,3 h., 43 br. — Auf dem 
Rahmen die Inschrift: St. Benediktus. — Gekauft 1893 vom Kunsthändler 
Mößl. Bestimmung unsicher. 

Salzburger Schule von 1521. 

231a (XXV). Dreiteiliger Flügelaltar (Salinenaltar). 
Mittelbild: Hl. Sebastian und hh Florian. Der hl. Se- 



70 österreichische Schulen. 

bastian (links) in Patriziertracht hält in der Rechten einen 
Pfeil, Florian (rechts) in Rüstung hält in der Linken eine 
Fahne, mit der Rechten schüttet er Wasser aus einem Kübel 
ins Feuer. Standfiguren. 

231 b (XXV). Linker Flügel: Innenseite. Der hl. Leon- 
hard mit dem Stifter. Der Heilige, nach rechts gewandt, 
trägt über dem rechten Arm Pedum und Kette, in der 
Linken trägt er ein Buch im Beutel. Vor ihm der knieende 
Stifter mit seinem Wappenschild. Außenseite: Der hl. Se- 
bastian. Der Heilige nackt an einen Baum gebunden, ist 
von Pfeilen durchbohrt. Ganze Figur nach rechts gewandt. 

231c(XXV). Rechter Flügel: Innenseite. Derhl.Bar- 
tholomäus. Der Heilige hält Buch und Messer in den 
Händen. Standfigur nach links. Zu seinen Füßen kniet die 
Stifterin mit ihrem Wappen. Außenseite: Der hl. Florian. 
Der Heilige in Rüstung steht neben einem brennenden 
Haus, auf dessen First er die Linke legt. In seiner Rechten 
hält er einen Wassereimer. Standfigur nach links. 

231 d (XXV). Linker Standflügel: Die hl. Dorothea. 
Sie trägt in der Linken ein Blumenkörbchen, an der Rechten 
führt sie ein Kind. Standfigur nach rechts. 

231e(XXV). Rechter Standflügel: Die hl. Margaretha. 
Die Heilige steht auf dem Drachen, in der Linken hält sie 
ein Buch, in der Rechten den Kreuzesstab. Standfigur 
nach links. 

231 f (XXV). Predella. Mittelteil: Das Schweißtuch 
Christi, von Petrus und Paulus gehalten. Linker Seitenteil: 
Engel mit Kreuz, Dornenkrone und den Nägeln. Rechter 
Seitenteil : Engel mit Martersäule, Geißel und Lanze. Sämt- 
lich Hälbfiguren. 

Fichtenholz. Mittelbild, Innenseiten der Flügel goldner Grund. Feststehende 
Flügel blauer Grund. Predella grauer Grund mit Renaissanceornamenten. 
Mittelbild 100,5 h., 66,5 br. Flügel 95,6 h., 26,9 br. Feststehende Flügel 
103,4 h., 32 br. Predella: Mittelstück 40,8 h., 69 br. Seitenteile 40,3 h., 
31,8 br. — Die Umrahmung mit Renaissanceornamenten bemalt, auf dem 



Jakob Seissenegger. — Johann Kupetzky. 71 

Rahmen unter den Stiftern links: LEINHART KVEFPECK. Rechts: MAR- 
GRET • SEIN • HAVSFRAV • 1521. — Auf der Rückseite nochmals in Re- 
naissanceornamenten die Jahreszahl 1521. — Erworben 1854 um 500 fl. — 
Stammt angeblich aus der Salinenkapelle zu Reichenhall. — Sighart: Die 
mittelalterl. Kunst i. d. Erzdiözese München-Freising 1855, S. 171. 

Jakob Seissenegger 

geb. 1505 in Österreich, gest. 1567 in Linz. 

232 (XXVI). Bildnis einer österreichischen Prin- 
zessin (?) Sie trägt weißes Tellerbarett mit Feder, hell- 
gelbes Brokatgewand mit geschlitzten Ärmeln. Die zusammen- 
gelegten Hände halten eine Nelke. Halbfigur nach links. 

Eichenholz. Grüner Grund. 43 h., 35,9 br. An den Seiten schmal angestückt. 

233 (XXII). Bildnis der kleinen Prinzessin Elisabeth 
von Österreich. Die kleine Prinzessin trägt reiche, modische 
Tracht, Häubchen und Brokatkleid, sie hält die Händchen 
übereinander gelegt. Hüftfigur. Gegenstück zu Nr. 234. 

Holz. Dunkelgrüner Grund. 42 h., 33,4 br. Kopie eines Bildes der Gemälde- 
galerie im Haag, das die Inschrift trägt: ELISABET • FERDINANDI • HVN- 
GARIE ■ ET • BOHEMIE • REGIS • FILIA • ANNO • 1530 ■ ETATIS • SVE • 4. 

234 (XXII). Bildnis der kleinen Prinzessin Anna von 
Österreich. In gleicher Tracht wie auf dem vorhergehen- 
den Bild, nach links gewandt, hält sie einen Vogel in 
den Händchen. Gegenstück zu Nr. 233. 

Holz. Dunkelgrüner Grund. 41,5 h., 34 br. — Kopie nach einem Bild in der 
Haager Galerie mit der Inschrift: ANNA • FERDINANDI • HVNGARIE ■ ET • 
• BOHEMIE • REGIS • FILIA • ANNO • 1530 • AETATIS • SVE • 2. 

Johann Kupetzky 

geb. 1666 zu Pössing in Oberungarn, gest. 1740 zu Nürnberg. Tätig in Wien, 
Rom, Nürnberg und anderwärts. 

235 (LXV). Bildnis des Malers Blendinger. Der Maler 
in braunrotem Gewand mit blauem Überwurf hält in der 
Linken die Palette und ein Bündel Pinsel, aus dem er 
mit der Rechten einen herauszieht. Halbfigur nach links. 
In ovaler Umrahmung. — Abbildung. 

Leinwand. Grauer Grund. 81,5 h., 64,8 br. Auf neue Leinwand aufgespannt. — 
Reider Sammlung. — Auf der Rückseite ein Zettel: Herr Blendinger, Original 



72 österreichische Schulen. 

von Kupetzky. — Auf dem Rahmen, wohl nach einer Inschrift auf der alten 
Leinwand: Georg BlendingerPictorpinxit Johann KupetzkiVenetiis. — Johann 
Georg Blendinger, Maler zu Nürnberg, geb. um 1667, gest. 1741. Schüler 
des Franz Ermels. 

P. Brandel 

geb. 1668 zu Prag, gest. 1739 zu Kuffenberg. 

236(XXXI). Der hl. Joseph mit dem Kinde. Der Heilige, 
sitzend, hält das nackte Kind auf dem Schöße. Rechts oben 
ein Engel, der einen Vorhang zurückschlägt. Links Landschaft. 

Leinwand. 162 h., 121,4 br. — Aus Würzburg. Inventar-Best. 

Angeblich Martin Knoller 

geb. 1725 in Steinach (Tirol), gest. 1804 in Mailand. 

237 (XXXVIII). Verherrlichung des Bundes der katho- 
lischen Mächte Österreich, Sachsen - Polen und 
Bayern gegen Friedrich den Großen. In einem 
Kirchenchor kniet der Papst vor einem mit den Wappen 
der Allianzemächte geschmückten "Weihaltar. Darüber auf 
Wolken im Kuppelraum, die himmlische Glorie. Engel 
schmücken den Altar mit Blumen. Vorn vertreibt der Erz- 
engel Michael die feindlichen Dämonen; links auf einem 
Thronsessel Maria Theresia, der der Genius den Trauer- 
schleier lüftet. Daneben Chronos mit Sense, darauf die 
Zahl 57. 

Leinwand. 100 h., 66,5 br. — K. Th. v. Heigel „Essays aus neuerer Ge- 
schichte 1897" S. 259 ff. : Ein Bild von Martin Knoller als Geschichtsquelle. — 
Nach J. Popp: Martin Knoller 1905, S. 29 nicht von Knoller. 

Anton Enzinger 

lebte nach Nagler um 1750 in Salzburg, hauptsächlich Tiermaler. 

238 (LXXX). Jagdstück. Links unter einem Baume sitzt 
ein Jäger; bei ihm zwei Hunde und erlegtes Wild (Hase, 
Rebhühner und Schnepfe). Hintergrund Landschaft. Gegen- 
stück zu Nr. 239 und 240. 

Buchenholz. 19 h., 26,5 br. Schwer beschädigt. — Die Bestimmung erfolgte . 
nach einem Antony Entzinger bezeichneten Bildchen gleicher Größe und Dar- 
stellung im Münchener Privatbesitz. 



Anton Enzinger. — Anton Hickel. 73 

239(LXXX). Jagdstück. Rechts unter einem Baume ruht 
ein Jäger, vor ihm erlegtes Wild (Ente, Schnepfe, Hase 
und Rebhuhn); links zwei Hunde. Hintergrund Landschaft. 
Gegenstück zu Nr. 238. 
Buchenholz. 19 h., 26,5 br. 

240 (LXXX). Jagd stück. In der Mitte sitzt unter einem 
Baum ein Jäger und streichelt mit der Linken einen neben 
ihm sitzenden Hund, der mit einem zweiten zusammen- 
gekoppelt ist. Vorn ein erlegter Rehbock und ein Hase. 
Hintergrund Landschaft. Gegenstück zu Nr. 239. 
Buchenholz. 21 h., 29 br. 

Anton Hickel 

geb. zu Böhmisch-Leipa 1745, gest. zu Hamburg 1798, in Österreich, 
Frankreich und England tätig. 

241 (XLIV). Bildnis der Kurfürstin Elisabeth von 
Bayern, Gemahlin Karl Theodors. Sie trägt weißes, 
ausgeschnittenes Atlaskleid mit reichem Spitzenbesatz. Vor 
der Brust eine grünweiße Schleife. In dem gepuderten, 
hochgekämmten Haar eine Perlenkette. Links in der Mitte 
die Bezeichnung: Anton Hickel f. 1780. 

Leinwand. 62,2 h., 48,7 br. 



Schwäbische Schulen 

bis 1800. 



Schwäbisch (Bodenseeschule) Anfang des 
XV. Jahrhunderts. 

242 (VIII). Christus vor Kaiphas. Rechts steht unter 
einem baldachinartigen Bau der Hohepriester, links der ge- 
fesselte Christus, von einem kleinen Kriegsknecht an einem 
um den Hals gelegten Strick festgehalten. Dahinter Juden 
und Kriegsvolk. Rechts Petrus, hinter ihm die Schaffnerin, 
oben auf einem Balken der Hahn. Gehört zu Nr. 243. 

Holz. Goldgrund. 78 h., 57 br. — Wahrscheinlich aus Bregenz. — 1907 vom 
hiesigen Georgianum unter Eigentumsvorbehalt überlassen. — Abbildung bei 
H. Braune: Beiträge zur Malerei des Bodenseegebietes im XV. Jahrhundert 
S. 12 u. f. (Münchner Jahrbuch 1907, II); daselbst auch Abbildung und Be- 
sprechung der übrigen zu unserer Tafel gehörigen Bilder im Georgianum: 
Christus vor Pilatus, Christus vorHerodes, Geißelung Christi, die Frauen am 
Grabe Christi. 

243 (XVIII). «Grablegung Christi. In der Mitte wird der 
Heiland von zwei Männern in einem fünfseitigen Gruft- 
gebäude in den Sarkophag gehoben. Links neben dem 
Tempel Johannes, rechts die Gi"uppe der Frauen, vor ihnen 
in Zwerggestalt ein Jude, der den Sarkophagdeckel mit einer 
Stange aufzuheben versucht. Gehört zu Nr. 242. 

Fichtenholz. Goldgrund. 78 h., 57br. 

Schw^äbisch (Bodenseegegend) um 1430 — 40. 

244 (VIII). Die Anbetung der heiligen drei Könige 
(auf zwei Tafeln). Linke Tafel: Maria sitzt mit dem 



Johann Strigel. 75 

Kinde vor der Hütte in blumigem Wiesengrund. Vor ihr 
kniet der greise König, hinter ihnen ein Diener, Engel und 
Joseph. Hintergrund: Reich belebte, gebirgige Landschaft. 
Auf dem Dach der Hütte verschiedene Vögel. Rechte 
Tafel: Die zwei anderen Könige nahen mit ihrem Gefolge. 
Hintergrund: Ein See mit bergigen Ufern. An den Abhängen 
der mit Burgen bekrönten Berge Darstellungen aus dem 
Landleben. Rückseiten: Altvergoldet mit Spuren abge- 
nommener Reliefs, dabei die Bezeichnung in gotischer Schrift: 
Barbara, Katharina, Dorothea und Margareta. — Abbildung. 

Grundierte Leinwand auf Tannenholz. Jede Tafel 1,04 h., 57,5 br. — Kam nach 
einem Postzettel auf der Rückseite aus Immenstadt. ■ — H. Braune: Beiträge 
zur Geschichte der Bodenseeschule, (Münchner Jahrbuch 1907 II, S. 19), dar 
selbst auch Abbildung. 

Schwäbisch um 1440. 

245 (VIII). Zwei Heilige. Vitalis (links) in Rüstung mit 
Keule und Lanze, Antonius (rechts) mit Schelle und Stab, 
zu seinen Füßen das Schwein. — Abbildung. 

Föhrenholz. Glatter Goldgrund. 68 h., 59,5 br. — Auf der Rückseite unkennt- 
liche Spuren einstiger Bemalung. — Aus Ulm. — Abbildung des hl. Vitalis 
bei Hefner-Alteneck, Trachten und Kunstwerke 1879, Taf. 215. 

Schwäbisch (?) um 1440. 

246 (VIII). Anbetung der heiligen Könige (Fragment). 
Zwei der heiligen drei Könige, darunter der Mohr, stehen mit 
ihren Gaben in reich entwickelter Landschaft. Rechts in 
kleinerem Maßstab ein Knecht, ein Pferd am Zaum haltend, 
dahinter ein Kamel. Hintergrund: Stadt und Burg. Rück- 
seite abgesägt. — Abbildung. 

Fichtenholz. 105 h., 79,6 br. — Bestimmung unsicher. 

Johann Strigel 

aus Memmingen, tätig gegen 1440. 

247a (VIII). Baldachinaltar. Linke Seitenwand: 
Heilige: Hl. Barbara mit Kelch, Standfigur nach rechts. 
Rückseite: Hl. Petrus mit Schlüssel und Buch, Standfigur 
nach rechts. 



76 Schwäbische Schulen. 

247b (VIII). Linker Flügel: Hl. Katharina mit Rad und 
Schwert, Standfigur nach rechts. Rückseite: Verkündi- 
gungsengel mit dem Spruchband: aue gracia plena dus tecum. 

247c (VIII). Rechte Seitenwand: Hl. Margarethe mit dem 
Drachen, Standfigur nach links. Rückseite: Hl. Paulus mit 
Messer und Buch, auf dem Mantel die gotische Inschrift: Paulo. 
— Abbildung. 

247 d (VIII). Rechter Flügel: Hl. Agnes mit Buch und Lamm, 
Standfigur nach links. Rückseite: Maria der Verkündigung 
mit Spruchband: Ecce ancila dhi fiat michi. — Abbildung. 
Holz. L.M. Seiten wand: 108h., 26br.; Flügel: 134h., 23br. Vorderseiten 
punzierter Goldgrund. Rückseiten: roter Grund. Flügel oben zugespitzt. — 
Gekauft von Kunstmaler Bonifaz Locher um 350 Mk., der den Altar bei einem 
Bauern in der Nähe von Zell bei Oberstaufen im Algäu gefunden hatte, Au- 
gust 1893. Stammt aus der Kirche Zell. — Sighart: Geschichte der bildenden 
Künste II 603; R. Vischer: Johann Strigel und die Seinen, im Anzeiger für 
Schweizer Altertumskunde VI, 1888/91, 1 lOff. — Die Zuschreibung des Altars 
an Johann Strigel (nach gütiger Mitteilung von cand. phil. Weizinger) gründet 
sich auf die stilistische Verwandtschaft des Werkes mit einem Altar aus der 
nämlichen Kirche, der die Aufschrift trägt: Anno dom. 1442 completa est haec 
tabula a Johanne Strigel. 

Schw^äbisch um 1440 — 50. 

248 (XV). Christus mit den Aposteln (Fragment). 
Christus mit der Weltkugel steht inmitten der Apostel, 
links Matthäus mit der Lanze, Petrus mit dem Schlüssel, 
Paulus mit dem Schwert, rechts Johannes mit dem Kelch, 
Andreas mit dem Kreuz und Jakobus minor mit dem Weber- 
baum. (Die Apostel Paulus und Jakobus schon stark be- 
schnitten). Rückseite: Fragment einer Geburt Christi, 
XVII. Jahrhundert; wie der alte Grund (Leinwand auf Holz) 
vermuten läßt, Übermalung eines älteren Bildes, das ur- 
sprünglich die Vorderseite bildete, 

Holz. Dunkler Grund. Nimben gelb, bei Christus vergoldet. 80,5 h., 98 br. — • 
Reider Sammlung. Bestimmung unsicher. 

Schule des Konrad Witz. 

249 (VIII). Hl. Katharina. Die Heilige in rot und grünem 
Gewand mit Perlenkrone hält in der Linken das Schwert. 



Schule des Konrad Witz. 77 

Zu ihren Füßen das Rad. Oben Architektur. Standfigur 
nach links. Rückseite: In zwei Darstellungen übereinander 
das Martyrium einer Heiligen. (Zerstört). Gegenstück zu 
Nr. 250. — Abbildung. 

Fichtenholz. Goldgrund. 144,5 h., 31 br. Geschenk des Herrn Leichtle in 
Kempten. 

250 (VIII). Hl. Dorothea. Die Heilige in goldenem Brokat- 
gewand mit grünem Mantel, im offenen Haar einen Blumen- 
kranz, hält in der Linken ein Bündel Rosen. Vor ihr im 
roten Brokatrock ein Kind, das ihr ein Blumenkörbchen 
reicht. Standfigur nach rechts. Oben Architektur. Rück- 
seite: Martyrien einer Heiligen (Afra?), zerstört. Gegen- 
stück zu Nr. 249. — Abbildung. 

Befund wie bei Nr. 239. 

Schw^äbisch gegen 1450. 

251 a (XV). Flügel eines Altärchens. Linker Flügel: 
Maria in der Gloriole auf der Mondsichel stehend, mit dem 
nackten Kind in den Armen. Bei ihrem Haupt zwei musi- 
zierende Engel, zwei weitere halten eine Krone. Unten zwei 
Engel, die die Gloriole tragen. Rückseite: Verkündigung. 
Maria kniet unter einem Steinbaldachin vor einem Betstuhl. 
Links der knieende Engel mit dem Spruchband, auf dem der 
englische Gruß steht. Ein Spruchband bei Maria trägt die 

Worte: Ecce ancilla dom • • • • ni • fiat michi verbü tuum. 

Links oben Gott- Vater in den Wolken, von dem das Kind 
und die Taube des hl, Geistes auf Maria herniederschweben. 

Holz. Vorderseite: gepreßter Goldgrund. Rückseite: blauer Grund. DieNimben 
plastisch ornamentiert. 59,5 h., 25,5 br. — Aus Kloster Ottobeuren. — Mittel- 
stück (Plastik) nicht dazu gehörig. 

251b (XV). Rechter Flügel: Oben: Krönung Maria. 
Maria, von drei Engeln getragen, wird von Gott- Vater und 
Christus gekrönt, über ihr die heilige Taube. Unten: 
Tod Maria. Das Bett mit der Sterbenden steht schräg im 
Bilde, um die Jungfrau die Apostel, beim Bett der segnende 
Christus, der ihre Seele auf dem Arm hält. Schlichte Archi- 
tektur. Rückseite: Anbetung des Kindes. In offener 



78 Schwäbische Schulen. 

Hütte am Boden links das Kind in der Gloriole, von der rechts 
knieenden Maria angebetet. Hinter dieser zwei betende 
Hirten mit dem Spruchband: Transeam usque, Bethla---- 
Links hinter der Krippe der anbetende Joseph. Hintergrund: 
Landschaft mit Hirten und Herden, bei ihnen ein Engel 
mit Spruchband (Inschrift zerstört). Links oben vier singende 
Engel mit dem Spruchband: Gloria in excelsis deo. 

Befund wie oben. 

Schwäbisch gegen 1450. 

252 (VIII). Martyrium der hl. Apollonia. Die Heilige 
sitzt gefesselt in einer Landschaft. Während sie ein Henker 
hält, bricht ihr ein zweiter (links) mit einer Zange die 
Zähne aus. Die Henker in modischem Kostüm. Wiesen- 
grund. 

Lindenholz. Glatter Goldgrund. 46,2 h., 28 br. 

Schw^äbisch um 1450—60. 

253 (IX). Die Anbetung der heiligen drei Könige. 
Rechts sitzt Maria mit dem Kinde. Vor ihr links kniet 
der älteste König, die beiden anderen stehen hinter ihm, 
Kaspar als Mohr. Hinter Maria Ochs und Esel. In der 
Mitte Ausblick in eine Landschaft. Abgesägte Vorderseite 
von Nr. 254. 

Fichtenholz. Goldgrund mit eingepreßtem Granatapfelmuster. 89h, 90br. — 
Das Gegenstück dazu mit der Darstellung Christi im Tempel in der Galerie 
Lichtenstein desiHe'rzogs von Urach. 

254 (IX). Verdammnis. Im höllischen Feuer eine Gruppe 
von Verdammten, weltlichen und geistlichen Standes, von 
einer Kette umspannt und von Teufeln gequält. Dahinter 
kahle Felsen. Abgesägte Rückseite von Nr. 253. 

Fichtenholz. 88,5 h., 90 br. Rotbrauner Grund. — Das Gegenstück dazu in 
der Galerie Lichtenstein stellt die Einführung der Seligen durch Petrus dar, 

Westschw^aben 1450—60. 

255 (IX). Hl. Georg, den Drachen tötend. Der Heilige 
in silberner Rüstung sticht vom Pferde herab seine Lanze 



Friedrich Herlin. 79 

dem Drachen in den Schlund. Im Mittelgrund links auf 
einem Felsen die knieende Königstochter mit einem Lamm. 
Im Hintergrund die Königsburg und Kirchengebäude. Gegen- 
stück zu Nr. 256. 
Ficlitenholz. Goldgrund 84,9 h., 43,8 br. 

256 (IX). Anbetung der heiligen drei Könige. Rechts 
vor der Hütte sitzt Maria mit dem nackten Kinde, links 
kniet der älteste König mit seinem Geschenk, hinter ihm 
stehen die beiden anderen nebst Gefolge. Rechts hinter 
Maria Joseph. Hintergrund: Landschaft mit den Hirten bei 
ihrer Herde. Gegenstück zu Nr. 255. 

Fichtenholz. Goldgrund 83,5 h., 43,5 br. Links unten ein Stück ergänzt. 

Friedrich Herlin 

geb. um 1435 wahrscheinlich in Rothenburg a. Tauber, gest. 1499 oder 1500 
in Nördlingen. In den Niederlanden ausgebildet. 

257 (XI). Maria mit dem Kind. Maria sitzt unter einem 
Baldachin auf einer Steinbank, und hält das nackte Kind, 
dem sie einen Apfel reicht, auf dem Schoß. Rückseite: 
Oberer Teil des Verkündigungsengels mit dem Spruchband. 
Gehört zu Nr. 258. — Abbildung. 

Fichtenholz. Vorderseite Goldgrund. 66,7 h., 55,4 br. Grundierte Lein- 
wand. — Die Zuschreibung an Herlin zuerst ausgesprochen von Wilhelm 
Schmidt. — Frühestes Werk des Meisters. — Der dazugehörige rechte Flügel 
in der Nördlinger Stadtgalerie (Anbetung der Könige, Szene aus der Legende 
der hl. Ottilie und Maria der Verkündigung (abgesägte Rückseite) trägt die 
Jahreszahl 1459. Nach Schnaase, Kunstgesch. Bd. VIII, S. 409, früher bei 
den Karmeliten in Nördlingen (aus einer Notiz in den Papieren des Chronisten 
J. Müller). Nach Haack (Friedr. Herlin, Straßburg 1900, S. 5) ursprünglich 
auf dem Altar der St. Emmerans- oder Gottesackerkirche (ebenfalls nach 
J. Müller). — Vgl. ebenda S. 12 ff. 

258 (XI). Beschneidung Christi. In der Mitte auf ge- 
decktem Altartisch wird das nackte Kind von einem rechts 
stehenden Mann, den ein zweiter unterstützt, gehalten. 
Links steht der Hohepriester, der die Beschneidung vor- 
nimmt. Hinter dem Altartisch Joseph, zu äußerst links 
der Maler und rechts seine Frau, beide anbetend. Rück- 



80 Schwäbische Schulen. 

Seite: Unterer Teil des Verkündigungsengels sowie rechts 
unten die Inschrift december V • I • und Spuren einer wei- 
teren Ziffer. Da der Rand etwas abgeschnitten ist, können 
noch Ziffern gefolgt sein. Gehört zu Nr. 257. 
Fichtenholz. Vorderseite gemusterter Goldgrund. 66,5 h., 55,3 br. 

Schw^äbisch um 1460 — 70. 

259 (X). Zwei Heilige. Links Johannes der Täufer, in 
der Linken ein Buch haltend, auf dem das Lamm ruht. 
Rechts die hl. Dorothea, die ein Kind an der Hand hält; in 
in der Rechten hält sie einen Blumenstengel. Blumiger 
Grund. Standfiguren. 

Lindenholz. Goldgrund. 20 h., 15,2br. Aus zwei Tafeln zusammengesetzt. 

Schwäbisch um 1460 (Ulmer Schule). 

260 (XIII). Zwei Heilige. Links steht der hl. Wilhelm 
im Plattenharnisch und stützt die Linke auf den Schild, 
die Rechte hält die Lanze. Im Nimbus: Sanctvs • Wil- 
helmvs • martir. Daneben rechts die hl. Katharina in mo- 
discher Tracht, in der Rechten das Schwert haltend, zu 
ihren Füßen das Rad. Im Nimbus: Sancta • katheria • virgo. 
Standfiguren unter einem aus Holz aufgelegten Bogen mit 
Maßwerk. Gegenstück zu Nr. 261. 

Fichtenholz. Gemusterter Goldgrund. L.M. 179,5 h., 71,2 br. — Aus Kloster 
Ottobeuren. — Abgesägt von Nr. 262 (Verkündigungsengel). — Schnaase, Mit- 
teilungen der Zentral-Kommission 1862, S. 207, daselbst irrtümlich als Salz- 
burgisch. — Wohl eine Stiftung des Abtes Wilhelm von Lustenau, der 1460 
bis 1473 in Ottobeuren amtierte. 

261 (XIII). Zwei Heilige. Links steht die hl. Elisabeth; 
sie hält in der Rechten einen Teller mit Brot und in der 
Linken einen Krug. Im Nimbus: Sät • elssbett • vidva. Da- 
neben rechts der hl. Georg im Plattenharnisch, in der Linken 
die Lanze, in der Rechten den Schild tragend; zu seinen 
Füßen der Drache. Im Nimbus: Sanctvs • Georgius • martir. 
Standfiguren wie oben. Gegenstück zu Nr. 260. 

Fichtenholz. Gemusterter Goldgrund. L. M. 179,5 h., 71 br. — Aus Kloster 
Ottobeuren. — Abgesägt von Nr. 262 (Maria der Verkündigung). 



XV. Jahrhundert. 81 

262 (XIII). Der Engel der Verkündigung. Der Engel 
steht nach rechts gewandt und hält in der Rechten ein 
Spruchband mit den Anfangsworten des englischen Grußes. 
Auf der Brust eine Schließe in Dreipaßform mit Maria 
zwischen Gottvater und Christus. Der Mantel der Maria 
von Nr. 263 reicht von rechts in das Bild hinein. Hinter- 
grund rot gemusterte Teppichbespannung. Gegenstück zu 
Nr. 263. 

Fichtenholz. L.M. 180,4 h., 71,5 br. — Abgesägt von Nr. 260. 

263 (XIII). Maria der Verkündigung. Maria kniet vor 
einem Betpult mit Gerätschaften; die Hände sind über der 
Brust gekreuzt. Hintergrund wie auf Nr. 262. Gegenstück 
zu Nr. 262. 

Fichtenholz. L.M. 179,5h., 71,7 br. — Abgesägt von Nr. 261. 

SchAväbisch (Ulmer Schule) um 1460 — 70. 

264 (XV). Die Verkündigung. In einem Gemach kniet 
rechts Maria mit einem Buch in der Hand, von links 
schwebt der Engel mit einem Palmenzweig herbei. Rück- 
seite: Spuren von Reliefs auf reich gemustertem Gold- 
grund. Gehört mit den folgenden Nummern 265^ — 267 
zu einem Altarwerk. 

Fichtenholz. 122,2 h., 78,7 br. — Stark verblaßt, ebenso die folg. Nummern. 

265 (XV). Tod Maria. In der Mitte das Bett mit der 
sterbenden Maria, zu beiden Seiten die Apostel. Rückseite 
wie die vorhergehende Nummer. 

Fichtenholz. 121 h., 58 br. An den Seiten stark beschnitten. 

266 (XV), Bestattung der hl. Jungfrau. Vier Apostel 
tragen die Bahre, die übrigen begleiten sie. Vorn zwei 
Juden, die die Bestattung zu verhindern suchen. Hinter- 
grund Flußlandschaft. Rückseite wie oben. 

Fichtenholz. 122 h., 79,7 br. 

267 (XV). Die Apostel bei der Bahre Maria. Vorn 
die leere Bahre, dahinter die zwölf Apostel. Landschaft- 
licher Hintergrund. 

Fichtenholz. 122 h., 79,4 br. 



8ä Schwäbische Schulen. 

Schwäbisch um 1470. 

268 (Depot). Anbetung des Kindes (Fragment). Im Vor- 
dergrund des Stalles knien Maria und Joseph, hinten kommen 
von rechts zwei Hirten herbei. Oben schwebt ein Engel 
mit dem Spruchband: Gloria in excelsis deo et in terra. 
Hintergrund Landschaft mit Herde. Rückseite abgesägt. 

Fichtenholz. 98,4 h., 60,8 br. Der untere Teil des Bildes mit dem Christkinde 
ist abgeschnitten. 

Schw^äbisch (Ulmer Schule?) um 1470. 

269 (XI). Zwei Szenen aus dem Leben Christi. Oben: 
Einzug Christi in Jerusalem. Christus reitet auf dem 
Esel, hinter ihm links die Jünger, rechts beim Stadttor 
Leute, von denen einer vor Christus den Mantel ausbreitet. 
Hintergrund Landschaft, auf einem Baume ein Mann. 
Unten: Der Ölberg. Rechts kniet Christus vor dem 
Felsen, auf dem der Kelch steht; links die drei schlafenden 
Jünger. Gehört mit den folgenden Nummern 270—272 
zu einm Altarwerk. 

Eichenholz. L. M. oben 72,5 h., 95 br., unten 75 h., 95 br. — Stammt nach 
Meßmer aus bayerisch Schwaben. 

270 (XI). Passionsszenen. Oben: Dornkrönung. Der 
Heiland sitzt auf einer Bank, zwei Knechte rechts und 
links pressen ihm mit Stangen die Dornenkrone aufs Haupt. 
Rechts vorn «ein Spottender. Rechts und links durch das 
offene Gemach Ausblick in eine Landschaft. Unten: Ecce 
homo. Rechts der Schmerzensmann mit Pilatus vor dem 
Portal, links die Menge. Über eine Mauer Ausblick in 
eine Landschaft. — Abbildung. 

Eichenholz. L. M. oben 71,1 h., 95 br., unten 70,5 h., 94,6 br. 

271 (XIII). Maria im Wochenbett. In einem Gemach 
liegt links Maria im Bett mit dem Wickelkind, eine Magd 
bringt das Mus herbei. Rechts am Bettende Joseph. Auf 
einer Fensterbank im Hintergrund Kissen und Gefäße. 

Eichenholz. L.M. 112 h., 94,2 br. 



XV. Jahrhundert. 83 

272 (XIII). Hortus conclusus. Maria sitzt rechts in 
einem ummauerten Garten; zu ihr hat sich das Einhorn 
geflüchtet, das von drei Hunden mit den Beischriften Caritas, 
fides, spes, verfolgt wird. Links außerhalb der Mauer der 
Engel Gabrielmit Hifthorn und Lanze. Hintergrund Landschaft. 
Eichenholz. L.M. 142,5 h., 93,6 br. 

Schw^äbisch um 1470. 

273 (Depot). Christus und Magdalena. Vor Christus, 
der rechts mit einem Spaten steht, kniet links in reicher 
Zeittracht Magdalena mit dem Salbgefäß. Wiesengrund. 
Fichtenholz. 138 h., 69,5 br. — Geschenk des Herrn Martin Leichtle. 

Schw^äbisch um 1470—80. 

274a (X). Flügelaltärchen. Mittelbild: Die hl. Anna 
selbdritt. Maria und Anna sitzen unter einem Baldachin, 
das nackte Kind zwischen sich haltend. Über diesem die 
Taube des hl. Geistes. 

Lindenholz. L. M. 53 h., 30,5 br. Goldgrund mit gemalten Engeln. 

274b (X). Linker Flügel, oben: Anbetung des Kindes, unten: 
Beschneidüng. Außenseite: Maria der Verkündigung. 

Lindenholz. L.M. 56,5h., 13 br. 

274c (X). Rechter Flügel, oben: Anbetung der Könige 
unten: Himmelfahrt Maria. Außenseite: Der Engel der 
Verkündigung" mit dem Spruchband. 

Lindenholz. L.M. 55,7h., 12,8br. 

Schwäbisch um 1470. 

275 (XI). Enthauptung des hl. Georg. Links vorn kniet 
der Heilige; hinter ihm rechts holt der Henker mit dem 
Schwert aus. Weiter rechts Kaiser Decimus zu Pferd mit 
seinem Gefolge. Landschaft. Darunter der obere Teil einer 
anderen Szene: Obergeschoß einer Burg, woran das Wappen 
der Grafen von Werdenberg oder Montfort. Rückseite 
(einst Vorderseite): Gott- Vater in Halbfigur, von Engeln um- 

6* 



84 Schwäbische Schulen. 

geben; darüber Spuren eines aufgelegten Spitzbogens mit 
Maßwerk. 

Fichtenholz. Die Rückseite mit Leinwand bespannt. 1 17,5 h., 78,5 br. 

Sch\Aräbisch gegen 1470. 

276 (XVIII A). Zwei Heilige. Links Wolfgang mit Pedum 
und Kirche, rechts neben ihm Ottilia mit einem Buch, auf 
dem der Hahn steht. Unten ein nackter König, mit halbem 
Körper aus dem Fegfeuer ragend. Standfiguren. Unten ein 
Streifen mit der Schrift: Sets. Wolfgang. Sta. Otilia. Ge- 
musterter Fliesenboden. Rückseite: Linke Hälfte einer 
Anbetung des Kindes. Maria kniet, nach rechts gewandt, 
anbetend in der Hütte. Hinter ihr, an eine Raufe gebunden, 
Ochs und Esel. Ausblick in eine Landschaft. Gegenstück 
zu Nr. 277. — Abbildung. 

Fichtenholz. Vorderseite gepreßter Goldgrund. L. M. 145,5 h., 76 br. — Ge- 
schenk des Herrn Adolf Leichtle in Kempten. — Wohl Ulmer Schule. 

277 (XVIIIA). Zwei Heilige. Links die hl. Barbara mit 
Kelch und Hostie, neben ihr rechts die hl. Dorothea mit 
dem Blumenkörbchen. Standfiguren. Unten ein Streifen 
mit der Schrift: Sancta • barbara • Sta -torothea- Rückseite: 
Rechte Hälfte einer Anbetung. Links in der offenen Hütte 
liegt das Kind in der Gloriole, neben ihm rechts kniet Joseph 
mit der Kerze. Reich entwickelte Landschaft. Im Hinter- 
grund rechts Stadt und See. 

Befund wie obe% L. M. 145,7 h., 76,7 br. 

Schw^äbisch von 1479. 

278 (X). Doppelbildnis eines Ehepaars. Links die 
Frau mit weißem Kopftuch, dessen Ende über die Brust 
geschlagen ist, in braunem Gewand mit Pelzbesatz; in Viertel- 
wendung nach rechts. — Neben ihr der Mann, bartlos, mit 
rotbrauner Mütze und grauem Rock; in Viertelwendung nach 
links. Oben zwischen den beiden die Jahreszahl 1479. — 
Brustbilder. — Abbildung. 

Fichtenholz. Roter Grund. 33,3 h., 44,1 br. Auf der Rückseite ins Holz ge- 
schnitten F. A. — Gekauft auf der Auktion Montmorillon in München 1863. 



XV. Jahrhundert. 85 

durch D. Schönherr. — Steht dem Meister des Ensingerporträts in Mainz nahe. 
Von Thode (Malerschule von Nürnberg S. 207) der Nürnberger Schule zuge- 
schrieben, dagegen J. Baum, Württemberg. Vierteljahreshefte für Landesge- 
schichte N. F. 1907, S. 376. — A. Lehmann, Das Bildnis bei den altdeutschen 
Meistern S. 181. — Abbildungen: „Kunstschätze aus dem bayerischen Nat.- 
Mus." Blatt 234. A. Schultz: „Deutsches Leben im XIV. und XV. Jahrh." 
Fig. 396. 

Schwäbischer Monogrammist L.H. um 1480. 

279 (XIX). Zwei Heilige. Links Johannes der Täufer mit 
dem Lamm, rechts Andreas mit dem Schrägkreuz. Am Boden 
rechts das Monogramm L.H. Rückseite abgesägt. 
Fichtenholz. Dunkler Grund. L.M. 133,7 h., 63,4 br. 

Schwäbisch (Nördlinger Schule) um 1480—90. 

280 (XI). Verkündigung. Rechts unter einem Baldachin 
kniet Maria an einem Betpult, von links naht der Engel. 
Auf einer Bank zwischen beiden im Hintergrund die Lilie 
in einem Gefäß, am Fußboden vorn verstreute Blumen und 
ein Teller mit Früchten. Rückseite: Zwei völlig zuge- 
malte Heilige. 

Fichtenholz. Gepreßter Goldgrund. 107,2 h., 85,2 br. — Reider Sammlung. 

Schw^äbisch. Ende des XV. Jahrhunderts. 

281 (XII). Himmelfahrt Maria. Maria schwebt, von Engeln 
getragen, zum Himmel empor, Gott Vater hält eine Krone 
über ihr Haupt. Unten der leere Sarkophag, um den die 
nachblickenden Jünger knieen. Hintergrund: Landschaft. 
Rückseite: Grisaille unter gotischem Maßwerk. Vor einem 
Teppich in der Mitte Marie mit dem Kind, rechts und links 
zwei Heilige. (Zerstört). 

Fichtenholz. 189,2 h., 131,7 br. — Vorderseite stark übermalt. — Verwandt- 
schaft mit den Bildern des Meisters des Ehinger Altarwerks in der Stuttgarter 
Gemäldegalerie, der stark unter niederländischem Einfluß steht. 

Schwäbisch gegen 1500. 

282 (XII). Bildnis einer Frau. Sie trägt braunes, ver- 
schnürtes Obergewand mit verschnürten Ärmeln, weißen 



$6 Schwäbische Schulen. 

Brusteinsatz und weiße Haube. Die Arme, ineinander gelegt, 
ruhen auf einer Brüstung. Auf der Brust ein Edelstein- 
kreuz. Halbfigur nach links. 

Lindenholz. Grauer Grund (neu). 56,9 h., 39,5 br. — Alfred Lehmann, Das 
Bildnis bei den altdeutschen Meistern, S. 176. 

Schwäbisch. Ende des XV. Jahrhunderts. 

283 (XVII). Begegnung. In einer Landschaft die beiden 
prauen. Elisabeth faßt Maria bei der Hand. Unten auf 
einem Stein der Buchstabe H. (alt?) 

Fichtenholz. Gemusterter Goldgrund. 137,4 h., 60.5 br. — Sammlung Ain- 
miller. — Stammt aus dem Spital Dinkelscherben laut Aufschrift auf der 
Rückseite. 

Schwäbisch (Augsburger Schule) um 1500. 

284 (XII). Acht Darstellungen aus dem Leben der 
jiL Kunigunde (Nr. 284— 291). Der Teufel sucht die 
Heilige in schlechten Ruf zu bringen. Die Kaiserin 
liegt schlafend im Bett, links der Teufel in Jünglingsgestalt 
mit Krallenfüssen, rechts die Ankläger. Arphitek^onische 
Umrahmung mit Rankenwerk, ebenso auf den folgenden 
Bildern (Nr. 285—291). 

Fichtenholz. Grüner Grund, ebenso bei den folgenden. 93 h., 60 br. — Ge- 
kauft 1857 von Professor J. Schlotthauer. - — Zur Legende: Um den Verdacht 
der Unkeuschheit auf die Heilige zu lenken, erscheint der Teufel in Gestalt 
eines schönen Jünglings in ihrem Schlafgemach. — Vermutlich eine Stiftung 
Herzog Albrecht IV. und seiner Gemahlin Kunigunde (vgl. Nr. 289). — Ab- 
gesägt von Nr. 288. 

285 (XII). Die Heilige wird vor dem Kaiser des Ehe- 
bruchs beschuldigt. In der Mitte sitzen unter einem 
Baldachin, der mit dem bayerischen Wappen geschmückt ist, 
der Kaiser und die Kaiserin an einem Tisch. Idn^f .^i,e An- 
kläger, rechts das Gefolge des Kaisers. 

Befund wie oben. 92,5 h., 69 br. — Abgesägt von Nr. 290. 

286 (XII). Kaiser Heinrich hält Gericht über die 
Heilige. Unter einem Baldachin, der mit dem bayerischen 



XV. Jahrhundert. 87 

Wappen geschmeckt ist, sitzt der Kaiser in Mitten seines 
Hofstaates. Rechts vorn die angeklagte Kaiserin. 

Befund wie oben. 92,5 h., 70,2 br. — Abgesägt von Nr. 289. 

287 (XII). Gottesgericht. Die Heilige geht mit bloßen 
"Füssen über glühende Pflugschare. Rechts steht der Kaiser, 
im Hintergrund das Gefolge. Auf dem Mantelsaum eines 
Zuschauers H? AINCZ • ROST- vielleicht der Name des 
Malers. 

Befund wie oben. 92,5 h., 70,2 br. — Abgesägt von Nr. 291. 

288 (XII). Abbitte des Kaisers. Links steht die Kaiserin 
und reicht dem rechts vor ihr knieenden Kaiser die Hand. 
Im Hintergrund Gefolge. 

Befund wie oben. 92,7 h., 70,2 br. — Abgesägt von Nr. 284. 

289 (XII). Tod des Kaisers. Vor dem Bett des Kaisers 
knieen zwei betende Mönche, hinter dem Bett Geistliche 
und Gefolge, darüber der Erzengel Michael mit der Seelen- 
wage. Am Fußende des Bettes kniet der betende Stifter, 
Herzog Älbrecht IV. von Bayern. 

Befund wie oben. 92,4 h., 70 br. — Abgesägt von Nr. 286. 

290 (XII). Guttaten der Kaiserin. Rechts sitzt die Kaiserin 
und hält auf ihrem Schoß eine Schüssel mit Geldstücken, 
^us der ein Werkmeister links seinen Lohn nimmt. Hinter 
ihni die anderen Bauarbeiter. Im Hintergrund Ausführung 
eines Baues. 

Befund wie oben. 92,7h., 69,4 br, — Abgesägt von Nr. 285. 

291 (XII). Versuchujig des hl. Antonius. Rechts sitzt 
der Heilige auf einer JFelsbank und hebt die Rechte be- 
schwörend gegen die von links oben herabkommenden Dä- 
monen empor. Links ein Brunnen. Landschaft mit reichem 
Tierleben. 

Befund wie oben. 92,5 h., 69,9 br. — Die Hasen rechts oben sind dem Holz- 
schnitt Dürers B. 102, die Meerkatze dem Stich Dürers B. 42 entnommen. — 
Daraus ergibt sich, daß der Zyklus nicht gut vor 1505 und wahrscheinlich nicht 
nach 1508, dem Todesjahr des Stifters, Herzog Albrecht IV., entstanden sein 
wird. — Abgesägt von Nr. 287. 



88 Schwäbische Schulen. 

Schw^äbisch gegen 1500. 

292 (XVIII). Hl. Augustin. Der Heilige, nach links ge- 
wandt, mit Stab und Buch, auf dem ein von einem Pfeil 
durchbohrtes Herz liegt, steht vor einem Brokatteppich. 
Zu seinen Füßen links am Wasser das Christkind mit dem 
Löffel. Rückseite: Spuren einer Relieffigur. 

Fichtenholz. Blauer, erneuerter Grund. L. M. 152,7 h., 49,1 br. — Von 
Semper (Ferdinandeums Zeitschrift 1891, S. 111) irrtümlich für tirolisch in 
der Richtung Andrae Hallers gehalten. 

Schvräbisch. Anfang des XVI. Jahrhunderts. 

293 (X)l. Hl. Silvester. Der Heilige, vor einer Brüstung, 
liest in einem Buch. Unten vor der Brüstung das Öchslein. 
Halbfigur nach rechts. Rückseite: Spuren eines Reliefs. 

Fichtenholz. Blauer Grund (neu). 57,3 h., 24,9 br. 

Schwäbisch um 1500. 

294 (X). Hl. Simon. Er hält Buch und Säge in den Händen. 
Standfigur auf einem Postament nach rechts. Gegenstück zu 
Nr. 295. 

Fichtenholz. Dunkelblauer Grund. 106,3 h., 33,4 br. 

295 (X). Maria mit dem Kinde. Sie trägt auf dem rechten 
Arm das nackte Kind, das in der Hand eine Frucht hält. 
Standfigur auf einem Postament vor einem Brokatvorhang. 
Gegenstück zy Nr. 294. 
Fichtenholz. Dunkelblauer Grund. 106,7 h., 33,5 br. 

Bernhard Strigel 

geb. 1460(61) in Memmingen, gest. daselbst 1528. 

296 (XVIII). Johannes Ev. unter seinen Feinden. Links 
steht Johannes, von einem hinter ihm stehenden Manne 
am Mantel festgehalten und segnet den Giftbecher, dem 
ihm ein rechts stehender Mann reicht. Rechts hinten der 
Kaiser (?) mit Gefolge, darunter der Maler (?) Am Boden vorn 
liegen zwei Vergiftete. Hintergrund Kircheninneres. Unten 
die Inschrift: Sets iohäns ward vö domiciano gemartert/ 



Bernhard Strigel. 89 

im vii andre gift ze trincke gebe • Es schüd im nit • Jö- 
hes macht / si wider leben. Rückseite: Der hl. Papst 
Silvester. Der Heilige in päpstlichem Ornat hält in der 
Linken den Stab mit Doppelkreuz, zu seinen Füßen der 
Ochse (zerstört). Oben Reste eines Spruchbandes. Stand- 
figur nach links. Gehört zu Nr. 297. — Abbildung. 

Fichtenholz. 164,5 h., 50,6 br. Oben beschnitten. Vorderseite punzierter Gold- 
grund. Rückseite blauer, gestirnter Grund. — Aus Kloster Ottobeuren. — 
Bode im Jahrbuch der preuß. Kunstsammlungen Bd. II, S. 60. 

297 (XVIII). Taufe Christi. Christus steht im Jordan 
und wird von dem links am Ufer knieenden Johannes ge- 
tauft. Rechts ein Engel mit dem Gewand Christi, über 
Christus die Taube des hl. Geistes, darüber Gott -Vater 
auf Wolken. Gott -Vater hält ein Spruchband mit der In- 
schrift: Diser ist mein vserwelter son, indem ich mir hab 
wolgefalle. Landschaft. Unten eine Schriftrolle: Johaiis der 
hailig ist/gepörh Jhesum töffen ward er erkörn Er bidmet / 
macht / unwirdig sich Rufft / vater got / mach hailig mich. 
Rückseite: Hl. Laurentiusmitdem Rost. Standfigur nach 
rechts, obererer Teil zerstört. Gehört zu Nr. 296. — Abbildg. 

Fichtenholz. Vorderseite punzierter Goldgrund. Rückseite gestirnter, blauer 
Grund. Oben abgeschnitten. 64 h., 49,8 br. — Aus Kloster Ottobeuren. 

298 (XXII). Bildnis Kaiser Maximilians I. Maximilian, 
vor einem Brokatteppich, trägt Harnisch, mit der Kette des 
goldenen Vließes geschmückt, den Kaisermantel und die 
Krone. Die Linke stützt er auf das Schwert, die Rechte 
hält das Szepter. Rechts über eine Brüstung Blick in 
Landschaft. Links oben die spätere Inschrift: • IM • MAXI- 
MILANVS . PRIMVS. 

Föhrenholz. 83 h., 49,5 br. — Kopie. — Aus der Residenz München. — Stimmt 
bis auf die Landschaft mit dem Bild Nr. 191 in der Pinakothek zu München 
überein. 

Schw^äbisch um 1510 — 20. 

299 (XVIII). Kreuzigung Christi. In der Mitte der Ge- 
kreuzigte zwischen den Schachern. Unten links die Gruppe 
der Frauen mit Johannes, rechts der Feldhauptmann mit 
Kriegsleuten und Zuschauern. Am Kreuzesstamm Magdalena. 



,§P Schwäbische Schulen. 

Im Hintergrund weite Hügellandschaft mit See und Burg. 
Riickseite: Geißelung Christi. In der Mitte Christus an 
der ^lartersäule, um ihn herum fünf Henkersknechte. 

Fichtenholz. 131,4 h-, 84 br. — Aus Kloster Kaisheim. — Nach H. Alfr. Schmid 
augsburgisch, wohl eher der Strigelschule nahestehend. 

Bartholomäus Zeitblom, genannt Hausner 

geb. wahrscheinlich zu Memmingen bei Nördlingen, 1483 zum ersten Male in 
Ulm, 1 520 daselbst zum letzten Male erwähnt. Hauptmeister der Ulmer Schule. 

300 (XII). Begrüßung Abrahams durch Melchisedek. 
lius einem Stadttor (links) tritt Melchisedek mit seinem Ge- 
jtolge heraus, in der Linken einen Kelch. Mit der Rechten 
überreicht er Abraham, der in goldener Rüstung vor seinen 
j(Criegsleuten steht, ein Brot. Abraham hält im Arm eine 
-jpahne, darauf die großen Buchstaben AM. Hintergrund 
pine Burg, rechts Ausblick in bergige Landschaft. Gegen- 
stück zu Nr. 301. 

Fichtenholz. 187 h., 85,5 br. Oberer Abschluß halber Rundbogen, jetzt zum 
^Rechteck angestückelt. — Bildete zusammen mit Nr. 78 und 80 der Schleiß- 
heimer Galerie einen Corpus-Christi-Altar aus dem Kloster zu der Wengen 
bei Ulm. — Auf den Schleißheimer Bildern das Wappen der Stadt Ulm und 
das Wappen Zeitbloms, von dem wir erst in jüngster Zeit durch Archivar 
Dr. Diemand (Wallerstein) Kenntnis erhielten. (Bartholomäus Zeitblom, ein 
Nördlinger Bürgerssohn, im Sammler der Augsburger Abendztg., Nr. 17, 1908.) 

301 (XII). Das Passahmahl. In einem gewölbten Ge- 
inach stehen die Teilnehmer des Opferfestes um den runden 
gedeckten Tisch mit dem Opferlamm. Gegenstück zu Nr. 300. 

Fichtenholz. 186,6 h., 81,7 br. 

302a (XV). Altarwerk. Mittelstück. Maria mit dem 
nackten Kinde, dem sie eine Blume reicht, zwischen dem 
Jhti. ^6\fgang (links mit Stab, Beil und Kirche) und einem 
hl. Bischof mit Stab und Kruzifix (Lampertüs?) Zu Seiten 
des Kruzifixes je sechs kleine Spruchbänder mit Lobprei- 
sungen auf den Heiland. Rückseite: Schweißtuch der 
hl. Veronika. — Abbildung. 

Holz. Vorderseite gemusterter Goldgrund. Rückseite blauer Grund. Mittelbild 
1 47 h., 88 br. — Aus Kloster Söflingen bei Ulm. — Werkstattbild. — Janitschek, 
S 260. 



Zeitblom. — XVI. Jahrhundert. 91 

3;02b (XV), Linker Flügel: Hl. Sebastian, an einen 
Baum gefesselt und von Pfeilen durchbohrt. Rückseite: 
Hl. Nikolaus, mit Stab und Buch mit drei goldenen Äpfeln. 
Vor ihm ein Wappen. — Abbildung. 
Holz. 150,5 h., 41 br. 

302c (XV). Rechter Flügel: Hl. Rochus im Pilger- 
gewand, dem ein Engel die Pestbeule aufsticht. Rückseite: 
Hl. Jodok (darüber geschrieben S-Jos-) als Pilger, eine 
Krone zu seinen Füßen, dabei ein Wappen. — Abbildung. 

Befund wie oben. 

Schw^äbisch um 1510 (in der Art des Zeitblom). 

303 (XI). Krönung^Mariä. Auf einem Thron sitzt links 
Gott- Vater, rechts Christus; beide halten die Krone über der 
unten knieenden Maria, die nach vorn gewandt ist. Darüber 
die hl. Taube. Hinter Gott- Vater und Christus je ein musi- 
zierender Engel. Hintergrund Landschaft. Rückseite: ehe- 
mals ein Relief. Gegenstück zu Nr. 304. 

Fichtenholz. L. M. 127,4 h., 56 br. — R. Vischer, Jahrb. d. preuß. Kunst- 
sammlungen VI, 87. 

304 (XI). Die hl. Lucia. In einer Landschaft steht rechts 
die Heilige; der Hals ist von einem Schwert durchbohrt. 
Gegenüber links steht ihr Bräutigam, der die Heilige frei- 
gegeben hatte. Ein herabschwebender Engel ist im Begriff, 
beiden Kränze aufzusetzen. Hinten ein Fluß und eine Stadt. 
Rückseite: ehemals ein Relief. Gegenstück zu Nr. 303. — 
Abbildung. 

Fichtenholz. L. M. 127,8 h., 56 br. 

Ulmer Schule um 1500. 

305 (Depot). Predella mit Christus und Heiligen. In 
'der Mitte Christus mit der Weltkugel, links hl. Augustin in 
Bischofstracht mit Buch und Pedum, in der Rechten das von 
einem Pfeil durchbohrte Herz. Über ihm ein Spruchband: 
Sanctus aUjgustinus aliud et verbum; rechts der hl. Gregor 



92 Schwäbische Schulen. 

im Papstornat mit Buch und Kreuzesstab, dabei ein Spruch- 
band: Sanctus Gregorius, angelus .... Halbfiguren. 
Holz. Goldgrund. 29,5 h., 78 br. 

Schw^äbisch (Einfluß von Zeitblom) nach 1500. 

306 (XV). Maria und Christus. In einer Halle Maria (links) 
als Schmerzensmutter, das Schwert in der Brust, neben ihr 
Christus als Schmerzensmann. Links unten der Stifter in 
geistlicher Tracht mit dem Spruchband: fili dei miserere mei. 
Rückseite: Maria der Verkündigung. Vor einem 
Schemel kniet Maria, rechts ein Vorhang; durch das Fenster 
Ausblick in Landschaft, links die Taube des hl. Geistes. 
Gegenstück zu Nr. 307. 

Fichtenholz. Blauer, gestirnter Grund. L.M. 141,7 h., 57,3 br. — Beschädigt. 

307 (XV). Ecce homo. Links Christus auf den Stufen des 
Palastes mit Pilatus, dabei das Spruchband: ecce homo. 
Rechts drei Juden, über ihnen das Spruchband: crucifige, 
crucifige. Rückseite: Der Engel der Verkündigung mit 
Stab und Spruchband, darauf die Buchstaben: a. g. p. d. t. 
Durch ein Fenster Ausblick in Landschaft. Gegenstück 
zu Nr. 306. 

Fichtenholz. Blauer, gestirnter Grund. L.M. 142h., 57,2 br. — Beschädigt. 

Martin Schaffner 

geb. um 1450 zu Ulm, gest. ebenda wahrscheinlich 1541. 

308 (XIII). Jesus nimmt von seiner Mutter Abschied. 
In der Mitte Jesus, rechts kniet Maria, dabei die Frauen 
und Lazarus, links die Apostel, im Begriff, fortzuziehen. 
(Namen bei einigen auf dem Mantelsaum beigeschrieben.) 
Vordergrund Blumen, Hintergrund Stadt mit Omar Moschee 
und Landschaft. Rechts an einem Portal auf einem Wappen- 
schild das Monogramm MS (verschlungen). 

Fichtenholz. 168,4 h., 188br. Hintergrund völlig übermalt. — Geschenk des 
Herrn Leichtle in Kempten. — Nach R. Vischer, Jahrb. d. preuß. Kunst- 
sammlungen VI., 41 aus Ottobeuren. — Frühes Werk Schaffners. 



XVI. Jahrhundert. — Jakob Schick. 93 

Schwäbisch (Ulmer Schule). 
Anfang des XVI. Jahrhunderts. 

309(XII). Beweinung Christi. Unter dem breiten Kreuzes- 
stamm sitzt die trauernde Maria, von Johannes (rechts) unter- 
stützt, links die klagende Magdalena. Vor ihr der ausge- 
streckte Leichnam Christi auf einem Bahrtuch, das von Niko- 
demus und Joseph von Arimathia gehalten wird. Landschaft. 
Unten die Stifter mit ihren Wappen. 

Fichtenholz. Goldgrund. 147 h., 105 br. — Geschenk von Martin und Adolf 
Leichtle. — Soll früher in Schleißheim gewesen sein. — Mit vielen Bezieh- 
ungen zu Schaffners Stil. — Das stark übermalte Bild wurde 1907 von Prof. 
Hausser in München restauriert, wobei die Stifter wieder zum Vorschein 
kamen. — Nach gütiger Mitteilung von Herrn Direktor Pallmann ist das 
Wappen des Stifters das der adeligen Familie von Soiter (Soyter, Seuter) aus 
Landsberg a/Lech, das "Wappen der Frau ist das der Familie Weissner aus 
Schongau. Der älteste Sohn hatte eine Patrizierstochter aus Augsburg, Hörnlin, 
zur Frau. Die Töchter waren verheiratet an Herren von Freyberg, an Heiling- 
graber (Patrizier von Augsburg) und an Zwingenstein (Schweizer adeliges 
Geschlecht). — Nach Mitteilung des Herrn Reichsarchivassessors Dr. Strie- 
dinger hiess die an Sebastian von Freyberg verheiratete Tochter Hildegard, 
ihr Bruder Melchior war um 1515 Bürgermeister von Landsberg. 

Jakob Schick 

tätig in Kempten zwischen 1492 und 1518 als Maler und Bildhauer. 
310a (XV). Dreiteiliger Altar, Mittelstück Plastik. 
Linker Flügel: Hl. Nicasius. Standfigur im Bischofs- 
ornat mit Pedum und Buch, darunter auf dem Rahmen die 
Inschrift: S. nicecius. ain bischof zu trier gewesen. Rück- 
seite: Der Ölberg. Christus kniet, nach rechts gewandt, 
vor einem Felsen, darauf ein Kelch, darüber ein Engel mit 
Spruchband: Du solt erlese 151 • • • • Im Vordergrund die 
drei schlafenden Jünger. Landschaft. — Abbildung. 

Fichtenholz. L.M. 1 4,8 h., 50.8 br. Vorderseite gemusterter Goldgrund. Rück- 
seite blauer Grund. Oberer Abschluß halber Kleeblattbogen. Mitteltafel 157 h., 
43,5 br. Die Seitentafeln 136 h., 36 br. Schlechterhalten. — Schnaase, Kunst- 
geschichte. Bd. VIII, S. 462. — Auf der unteren Leiste des Mittelstücks: 
Diss Werk haut gemacht Jacob Schick maier zu Kempten. — Schick weist in 
Farbe und Form starke Beziehungen zum Meister von Meßkirch auf. 

310b (XV). Rechter Flügel: Hl. Sebastian. Der Heilige, 
von Pfeilen durchbohrt am Baum. Auf den Rahmen: Sanctus 



9'4 Schwäbische Schulen. 

Sebastionus. Rückseite:Kreuzschleppung. Christus unter 
dem Kreuz, nach rechts von einem Knecht vorwärts gezogen. 
Am Kreuzende Simon von Cyrene, am Torbogen die Frauenr 
und Volk. Auf einem Stein vorn und über dem Torbogen 
die Jahreszahl 1515. 
Befund wie oben. 

3T0c (XV). Rückseite des Schreins. Jüngstes Ge- 
richt. (Dreiteilig). Im erhöhten Mittelstück Christus als 
Weltenrichter auf dem Regenbogen; aus seinem Munde geh6n 
Schwert und Lilie aus. Links auf Wolken Maria, rechts 
Johannes der Täufer in der Fürbitte. Unter Christus der 
Engel mit der Posaune. Unten links die Auferstehenden, 
rechts die Verdammten. Engel und Teufel. 

Befund wie oben. 

3ltä(XV). Flügelaltar mit den 14 Nothelfern. Mittel- 
bild: Obere Reihe: Nebeneinander stehend vor einem Gold- 
brokatteppich von links: Hl. Barbara (S. barbara • vigo) mit 
Buch, den Kelch zu Füssen, hl. Katharina (S. katerina • virgo) 
mit Schwert, das Rad zu Füßen, hl. Margaretha (S. margareta • 
• virgo) mit dem Kreuzesstab den Drachen niederhaltend. 
Untere Reihe: Hl. Dionysius(S.Dionysius), das abgeschlagene 
Haupt auf dem Buch, hl. Eustachius (• • S. • • • • stachius) in der 
Linken den Hirschkopf mit dem Crucifixus, hl. Erasmus 
(S. Erasmus) mit Bischofsstab und der Winde mit seinen 
Gedärmen. 

Fichtenholz. Golflgrund. Obere Tafel 64,7 h., 95 br. Untere Tafel 65,5 h., 
95,5 br. Stellenweise schwer beschädigt. — Auf dem Rahmen : cumpletum est 
hoc opus per me • • cobum schick pictorem in Kempten 1515. — Aus der 
Kapelle zu Oberstdorf. — Otte, Kunstarchäolcgie 1868, S. 781. — Über Schick: 
Sighart, Geschichte der b. K., S. 603. — Haggenmüller: Geschichte von 
Kempten I, 589. 

311b (XV.) Linker Flügel: Obere Reihe: Hl. Achatius 
(S. Achacius) mit dem Dornenzweig, hl. Blasius (S. blasius) 
im Bischofsornat, ein Kind segnend. Unten : Hl. Pantaleon 
(hl. Pantalianus) mit Nagel und Palme und hl. Egid (S. Egidius) 
in der Linken das Buch, mit der Rechten zieht er der ver- 
wundeten Hirschkuh den Pfeil aus dem Hals. Rückseite: 



XVr. Jahrhundert. 9^ 

Oben: Hl. Ulrich mit Bischofstab und Fisch. Unten: Hl. An- 
tonius von Padua mit Buch, Glocke und Stock, unten das 
Schwein. 

Holz. Vorderseite Goldgrund, Rückseite blaugrüner Grund. Die einzelne 
Tafel 66 h., 43 br. 

311 C (XV). Rechter Flügel: Oben: Hl. Georg (S. Georius), 
bärtig, in Ritterrüstung mit der Lanze, den Drachen zu Füßen, 
hl. Veit (S. Vitus) mit Kessel und Palmen. Untere Reihe: 
Hl. Christoph (S. CristofPerus), das Jesuskind auf den Schul- 
tern, und hl. Cyriacus (S. Ciriacus) mit der Palme, zu seinen 
Füßen ein Unhold. Rückseite: Oben: Hl. Nikolaus, auf 
dem Buch die drei goldenen Äpfel. Unten: Hl. Magnus 
als Benediktinerabt mit Stab und Kreuz, den Drachen zu 
Füßen. 

Befund wie oben. 

Schw^äbisch um 1510. 

312 (XI). Aus der Legende des hl. Nikolaus. Der 
Heilige im Bischofsornat wirft den drei in einem Bett 
schlafenden Schwestern die drei goldenen Kugeln ins Ge- 
mach. Rechts hinten der schlafende Vater der Mädchen. 
Unten auf einem Streifen die Schrift: • • • RNE- PIE • MISEA 

CONIS • OBSTRUXISTI NTIS • AUR' • LARGIF • • A • 

COLLACOE- Rückseite: Spuren einer Relieffigur. 

Fichtenholz. Stark übermalt. 107,5 h., 43 br. — Aus Augsburg. 

Sch\Aräbisch von 1510. 

313 (XI). Das Urteil Salamos. In einer Halle stehen 
vor dem thronenden Salamo die beiden Mütter; die eine 
hält den einen Säugling auf dem Arm, das tote Kind liegt vor 
dem Thron. Rechts und links Zuschauer. Durch vier 
Fensteröffnungen Ausblicke in Landschaft. Zu äußerst links 
ein Mann und eine Frau, wohl zu einer anderen, nicht mehr 
vollständigen Darstellung gehörig. Darüber diejahreszahl 15 10 
und zerstörte Inschrift. 

Holz. 184 h., 300 br. Stark beschädigt. — Soll aus Füssen stammen. 



96 Christoph Amberger. 

Schwäbisch (Nördlinger Schule) vom Anfang des 
XVI. Jahrhunderts. 

314 (XVIII). Christus mit den Aposteln. (Predellen- 
bild). In der Mitte der segnende Christus mit der Welt- 
kugel; zu beiden Seiten nebeneinander die Apostel, unter 
denen (links) Johannes, Andreas und Philippus, (rechts) 
Petrus, Jakobus maior und Bartolomäus durch ihre Attribute 
erkennbar sind. Halbfiguren. 

Fichtenholz. Rotbrauner Grund. 33,4 h., 156,7 br. — Erworben 1894. Soll 
aus Eichstätt stammen. 

Christoph Amberger (?) 

geboren bald nach 1500 in Augsburg (?), daselbst 1530 Meister. Lebte bis zu 
seinem Tode 1561 (62?) in Augsburg. 

315 (XXII.) Bildnis Herzog Philipps des Kriege- 
rischen von Pfalz-Neuburg. Hinter einer Balustrade 
vor einem Vorhang steht der Herzog, die Hände überein- 
andergelegt. Über dem roten, geschlitzten Wams, das über 
dem reichgestickten Untergewand liegt, trägt er eine dunkle, 
weit ausgeschnittene Schaube. Über dem Wams hängt eine 
breite Goldkette. Rechts Ausblick in Landschaft. Hüft- 
figur nach rechts. — Abbildung. 

Lindenholz. 86,6 h., 73,4, br. — Aus der Residenz München. — Das Gegen- 
stück, worauf bereits W Schmidt hinwies, in der Schleißheimer Galerie (Nr.96), 
stellt den Bruder des hier Dargestellten, Ottheinrich, dar, als Maler des Bildes 
wird Amberger angenommen. Ein drittes Bild von gleicher Hand in der Straß- 
burger Galerie (Nr. 15), angeblich Erasmus von Limburg, in Wirklichkeit Her- 
zog Ernst von Bayern, Administrator von Passau, vom Jahre 1538, H. B. (?) 
bezeichnet, wird dort Hans Baidung Grien zugeschrieben. Weder die Taufe 
auf Amberger noch die auf Baidung Grien dürfte das Richtige treffen, wahr- 
scheinlich war ein in bayerischen Diensten stehender Künstler der Maler dieser 
drei Bilder. 

Schwäbisch (Augsburger Schule) um 1520. 

316 (XXII). Kreuzigung Christi. In der Mitte der Ge- 
kreuzigte zwischen den beiden Schachern. Links Johannes 
mit den Frauen, dahinter der blinde Longinus, der mit Hilfe 
eines Kriegsknechtes Christus die Seite durchstößt. Rechts 
ein Kriegsknecht und der Hauptmann im Gespräch mit 



XVI. und XVII. Jahrhundert. 97 

einem Richter. Rückseite: Der Schmerzensmann, weiß auf 
dunklem Grund in Tuschmanier. Hinter dem Kreuz auf 
einer Bodenerhöhung die drei würfelnden Kriegsknechte. Im 
Hintergrund Landschaft mit See und Stadt. 
Fichtenholz. 142,5 h., 105,1 br. — Aus Ottobeuren. 

Schwäbisch von 1534. 

317 (LXIX). Epitaphbild. Der Heiland mit der Sieges- 
fahne, vom roten Mantel umwallt, steht mit segnender Ge- 
bärde in der Mitte vor dem Sarkophag. Links und rechts 
die erschreckten Kriegsknechte. Rechts beim Heiland steht 
in kleiner Figur ein junges Mädchen mit einem Toten- 
schädel in den Händen, zu ihren Füßen ein Wappen. Links 
vor dem Sarkophag ein zweites Wappen. Hintergrund Land- 
schaft. Unten in der Mitte auf einer Stufe 1534. 

Fichtenholz. 92 h., 141,5 br. Im Halbbogen. Ecken neu eingesetzt, oben und 
an den Seiten beschnitten. Bestimmung unsicher. 

Schw^äbisch von 1613. 

318 (L). Bildnis einer Ulmer Patrizierin. Sie trägt 
roten Rock, dunkle Jacke, breite Spitzenhalskrause, Gold- 
flitterhaube und perlengesticktes Käppchen. Die zusammen- 
gelegten Hände halten ein Spitzentuch. An der Gürtelkette 
ein Täschchen und Goldbesteck. Halbfigur nach links. Oben 
links das Wappen der Familie Weikmann, darunter ^ETATIS 
SV^ 27 1613. Auf dem Armband das Wappen der Weik- 
mann, sowie das Wappen der schwäbischen Familie Glocken- 
gießer. — Abbildung. 

Leinwand. Grüner Grund. 89,4 h., 70,5 br. 

Augsburger Schule, Anfang des XVIL Jahrhunderts. 

319 (XXVIII). Bildnis des Architekten Elias Holl. 
Der Dargestellte, barhäuptig, trägt schwarzes Gewand mit 
breitem, weißem Kragen. Brustbild nach rechts. Gegenstück 
zu Nr. 320. 

Leinwand. Grauer Grund. 52 h., 40,7 br. — Geschenk des Herzogl. Sachs. 
Meining. Rates Karl Förster 1865. 



98 Schwäbische Schulen. 

320 (XXVIII). Bildnis der Gattin des Elias Holl. Sie 
trägt schwarzes Kleid, breiten Mühlsteinkragen und runde 
Pelzhaube. Brustbild. Gegenstück zu Nr. 319. 
Leinwand. Grauer Grund. 52,3 h., 41 br. — Geschenk des Herrn Karl Förster. 

Schwäbisch um 1700. 

321 (XXXIII). Bildnis des Rates Gottfried Amman. 
Er trägt schwarzes Gewand mit weißen Bäffchen und graue 
Allongeperrücke. An einer goldenen Doppelkette ein Gna- 
denpfennig Kaiser Josephs I. Brustbild nach rechts im Oval. 

Auf ausgebauchtem Kupfer. Grauer Grund. 57,5 h., 49 br. — Gottfried Amman, 
geb. 1647, gest. 1716, war Rat Kaiser Leopolds, Kaiser Josephs und Kaiser 
Karl VL und Rat der Stadt Augsburg. 

Johann Spiegier 

um 1720 in der Schweiz und in Südschwaben tätig, soll in Konstanz 
gestorben sein. 

322 (LXXXI). Geburt des Propheten Samuel. Rechts 
sitzt im Tempel die Mutter. Anna mit dem Kinde auf dem 
Schoß, hinter ihr stehen drei Frauen, darunter eine mit 
einem Salbhorn (eine Anspielung auf die spätere Tätigkeit 
Samuels am Hofe der israelitischen Könige). Links der 
Hohenpriester Heli mit zwei Begleitern, der auf den Knaben 
hindeutet. Dahinter Zuschauer. Vor dem Hohenpriester 
ein kleiner Knabe. Auf der Stufe unten bezeichnet Franc 
J. Spiegier, kivenit et Pinxit Anno 1725. 

Leinwand. 1 83 h., 1 26,7 br. — Nach Nagler aus Ottobeuren. — Nach Bernhard, 
Beschreibung des Klosters und der Kirche zu Ottobeuren (1883) stammte 
Spiegier aus Wangen. 

Matthäus Günther 

geb. 1705 in Biesenberg (b. Lindau?), gest. 1791 in Augsburg. 
Hauptsächlich Freskomaler. 

323 (LH A). Selbstbildnis. Der Maler in braunem 
Rock mit rotem, malerisch drapiertem Überwurf und blauer 
Weste sitzt auf einer skulpierten Steinbank. Die Linke 
hält Pinsel und Palette, die Rechte deutet auf eine Fahne, 



Matth, Günther. — Ign. Baldauf, 99 

die auf einer Trommel ruht. Hintergrund flüchtige Land- 
schaft. Halbfigur. Gegenstück zu Nr. 324. 

Leinwand. 123 h., 93,5 br. — Erworben mit dem folgenden 1899 von Frau 
Raffler in Peiting bei Schongau. — Hans Haggenmiller, Ein Porträt des Fresko- 
malers Matheus Günther in der altbayer. Monatsschrift III 1901 — 1902, S. 23 f. 

324 (LH). Bildnis der Gattin des Malers Günther. 
Sie sitzt an einem runden Tischchen bei einer Tasse Cho- 
kolade. Sie trägt hellblauen Rock, grünes, goldgesticktes, 
Mieder und weiße, spitzenbesetzte Bluse. Um die Schultern 
ein Pelzmantel. Kniestück. Gegenstück zu Nr. 323. 
Leinwand. 1 1 9,5 h., 90,4 br. 

Schwäbisch von 1768. 

325 (LH). Votivbild des Abtes von Roggenburg in 
Schwaben. Rechts erscheint Maria auf Wolken als Himmels- 
königin, begleitet von den Heiligen Johannes Baptista, 
Augustinus und Norbert. Links kniet der Abt, ein Bild 
des Klosters in der Linken haltend, mit den Ordensmit- 
gliedern. Über deren Häuptern Buchstaben, deren Bedeutung 
rechts unten in einer Kartusche mit dem Wappen der 
Abtei durch die Inschrift: „Designatur hie cuiuslibet ex or- 
dine Alphabeti ^tas physica" gegeben wird. Oben in einer 
Kartusche: hoc sub patrocinio floreat neodomus Roggen- 
burgensis • 1768. 

Leinwand. L. M. 193,7 h., 45 1,7 br. — Schwer beschädigt. — Von der Re- 
gierung von Schwaben-Neuburg überlassen. 

Ignatius Baldauf 

geb. zu Inchenhofen, Hofmaler des Bischofs von Augsburg, gest. 1783(?). 

326(LXV). Bildnis des Kurfürsten Karl Theodor von 
Bayern. Der Kurfürst, bartlos, trägt über dem Panzer 
den roten Hermelinmantel, darüber das goldene Vließ. Die 
Linke faßt den Degengriff, die Rechte stützt den Feld- 
herrnstab auf den links stehenden Tisch, auf dem Helm 
und Fürstenhut liegen. Rechts ein Stuhl. Hintergrund Säule 
mit Vorhang. Links Ausblick in Landschaft. Bezeichnet 



100 Schwäbische Schulen. 

links unten Ignati Balduf Senior pinxit. Ganze Figur. Gegen- 
stück zu Nr. 327. 
Leinwand. L.M. 238 h., 142br. 

327 (LXV). Bildnis der Kurfürstin Amalie, Gemahlin 
Karl Theodors. Die Kurfürstin trägt über dem weißen 
Kleid den Purpurmantel und Ordensinsignien. Die Rechte 
rafft den Rock, die Linke faßt den rechts auf einem Tisch 
liegenden Fürstenhut. Hintergrund Architektur mit Vorhang, 
rechts Ausblick in eine Landschaft. Ganze Figur nach 
links. Gegenstück zu Nr. 326. 
Leinwand. L.M. 237 h., 141 br. 



Fränkische Schulen 

bis 1800. 



Fränkisch. Zweite Hälfte des XIV. Jahrhunderts. 

328 (VIII). Minnedarstellung. Eine Dame mit einem 
Schoßhündchen sitzt auf einem Thronsessel und deutet mit 
der Linken auf einen linksstehenden Mönch; rechts von ihr 
kniet ein Ritter, daneben ein Bursche, der einen gesattelten 
Schimmel am Zaum hält. Über dem Pferd hängt an einer 
gotischen Galerie ein Schild mit dem Bild der Dame. Mehrere 
unausgefüllte Spruchbänder. 

Holz. 38 h., 78br. ■ — Oben und unten 5 cm breite Streifen angesetzt, die neu 
bemalt sind, so ist das Maßwerk der Galerie neue Zutat, ferner im ganzen 
Bilde starke Übermalungen. — Gekauft 1884 von Staatsbuchhalter Veith hier. 
Soll aus dem ehem. Cisterzienserkloster Langheim bei Lichtenfels in Ober- 
franken stammen. 

Fränkisch von 1429. 

329a(VIII). Bamberger Altar. Mittelstück: Die Kreu- 
zigung Christi. In der Mitte Christus am Kreuz. Zu Seiten 
des Kreuzes Sonne und Mond. Magdalena umfaßt knieend 
den Kreuzesstamm. Links im Vordergrunde die Gruppe der 
Frauen mit Johannes, dahinter die Kriegsknechte mit dem 
anbetendenLonginus und dicht neben dem Kreuz der Schwamm- 
träger. Zur Rechten der Feldhauptmann mit seiner Krieger- 
schar, ganz rechts im Vordergrunde die etwas kleineren Fi- 
guren der Würfelnden am Boden. Unter dem Kreuz die 
Jahreszahl "^Ä^^? halb vom Rahmen verdeckt. — Abbildung. 
Holz. Glatter Goldgrund. L. M. 2,25 h., 2,85 br. Die oberen Ecken angestückt. — 
Reider Sammlung. — Schnaase, Kunstgesch.Bd.VI., (1874), S.466. Janitschek, 
•S. 285. Thode, Nürnberger Malerschule, S. 26, schreibt den Altar Meister Ber- 
thold von Nürnberg zu. 



102 Fränkische Schulen. 

329b (VIII). Linker Flügel: Kreuzschleppung. Der 
Heiland, von Henkersknechten vorwärts getrieben und ge- 
zogen, trägt das Kreuz, dessen unteres Ende Simon von 
Cyrene aufnimmt. Links die Gruppe der Frauen, unter 
ihnen Veronika, vor dem Torbogen einer Stadt. Rechts hinten 
Kriegsknechte. Vor dem Heiland rechts ein Mann mit einem 
Judenhut. Rückseite: Dornenkrönung. In primitiver, 
gotischer Halle der Heiland auf erhöhtem Sitz, umgeben von 
den ihn verspottenden und peinigenden Henkersknechten. 
Links im Hintergrund ein Jude, rechts Pilatus mit seiner Frau. 
Abbildung. 
Holz. Glatter Goldgrund. L.M. 2,25 h., 1,27 br. 

329c (VIII). Rechter Flügel: Kreuzabnahme. Joseph 
von Arimathia läßt, auf der Leiter stehend, über das Kreuz 
gebeugt, an einem Leinentuch den Leichnam des Heilands 
herab, den Nikodemus in Empfang nimmt. Ein Jüngling 
zieht den Nagel aus den Füßen, ein zweiter rechts auf einer 
Leiter reicht die Dornenkrone mit der Schriftrolle einem 
Manne herunter. Am Fuße des Kreuzes links die Gruppe 
der Frauen mit Johannes, im Hintergrund eine der Magda- 
lenen mit zwei Frauen anbetend. Rechts zwei Zuschauer. 
Rückseite: Ecce homo. In ähnlicher Halle wie aufNr.329b 
links der leidende Christus, Pilatus dicht neben ihm, auf 
den Heiland hinweisend, dabei das Spruchband: ecce homo. 
Rechts die erregte Menge. — Abbildung. 

Holz. Glatter Goldgrund. L.M. 2,25h., l,27br. 

Fränkisch um 1430. 

330 (VIII). Madonna im Ährenkleide. In einem ge- 
wölbten Kirchenraum steht in Vorderansicht Maria, die Hände 
vor der Brust gefaltet. Ihr Kleid ist mit goldenen Ähren be- 
stickt. Links hält ein Engel ihr ein offenes Gebetbuch vor. 
Rechts in einer Türöffnung drei anbetende Engel. — Ab- 
bildung. 

Buchenholz (?). 192,5 h., 90,2 br. — Aus der „Judenkapelle" zu Bamberg. — 
Reider Sammlung. — Abgebildet bei Thode, Malerschule von Nürnberg; da- 



XV. Jahrhundert. 103 

selbst S. 33 dem Meister Berthold zugeschrieben. — Die Zuweisung des Bildes 
an die Salzburger oder oberbayerische Schule durch Stiassny im Wiener Jahr- 
buch 1903, S. 85 ist in anbetracht der sicheren Provenienz hinfällig. 

Fränkisch um 1440. 

331 (VIII). Votivbild. Vor der in der Mitte thronenden 
Maria mit dem nackten Kinde kniet links im Ordensgewand 
die betende Stifterin, der der links hinter ihr stehende hl. Jo- 
hannes Evangelist und die rechts neben Maria stehende 
hl. Elisabeth ihre Fürsprache angedeihen lassen. Von den 
gefalteten Händen der Nonne erhebt sich ein Schriftband 
mit gotischen Minuskeln: Domine- ihesu • criste • fili dei vivi. 
Bei Johannes ein Schriftband: Secundum multitudine mi- 
seacionu(m) tuaru(m) dete iniruitatem eins domine deus ops, 
bei Elisabeth: Delicta iuventutis et ignoräcias ei • ne ■ memi- 
ner • 'dne. 

Holz. Goldgrund. 68 h., 84 br. — Reider Sammlung. — Stammt aus dem 
Nonnenkloster zum hl. Grab in Bamberg. - — Von Thode, Nürnberger Maler- 
schule, S. 33, dem Meister des Imhofaltars zugeschrieben. 

Fränkisch um 1443. 

332 (VIII). Votivbild der Nonne Gerhäuser. Maria 
sitzt mit dem nackten Kinde auf einem Throne vor einem 
von Engeln gehaltenen Vorhang. Links vor ihr kniet die 
anbetende Stifterin im Ordenskleid der Dominikaner, vom 
hl. Johannes Evangelist empfohlen. Unten in gotischen Mi- 
nuskeln die Inschrift: Anno domini • mcccc dernoch im xliii 
iar an vnsers herre leichni obet || do vschied gerhaus ferin 
klosterfraw zum heiligen grab der got genedik sey. 

Stark grundierte Leinwand auf Tannenholz. Goldgrund. 11 4 h., 87,5 br.— Reider 
Sammlung. — Von Thode, Nürnberger Malerschule, S. 32, mit Unrecht dem 
Meister des Imhofaltars zugeschrieben. — A. Lehmann, d. Bildnis bei d. alt- 
deutsch. Meistern S. 153. — Schnaase, Bd. VL, S. 466. — Janitschek, S. 285 f. 

Fränkisch. Mitte des XV. Jahrhunderts. 

333 (IX). Tod Maria. Maria im Bett, umgeben von den 
Aposteln. Oben in kleinem Rundbild Christus, der die vor 
ihm knieende Maria segnet. Rückseite: Christus im Ge- 



104 Fränkische Schulen. 

Sprach mit Johannes. Rechts Christus mit der Weltkugel, 
dabei: int natos mler, links Johannes mit drei Jüngern, dabei: 
ecce agn' dei. Hintergrund ein Zaun, darüber blauer Himmel. 

Grundierte Leinwand auf Fichtenholz. 85 h., 54,3 br. Vorderseite Goldgrund. — 
Reider Sammlung. — • Nach Thode, d. Malerschule von Nürnberg (S. 35), 
Schule Meister Bertholds. 

Fränkisch um 1460. 

334 (VIII). Votivbild für den Pfarrer Paur von 
P e c h t a 1. Links steht Maria mit dem nackten Kinde, rechts 
die hl. Katharina mit Rad und Schwert, die den vor ihr 
knieenden Stifter der Muttergottes empfiehlt. Der Stifter 
trägt über der Rüstung den Chorrock. Am Boden neben 
ihm Waffen und ein Buch. 

Fichtenholz. Goldgrund. L. M. 87 h., 64 br. — Reider Sammlung. ■ — Eine 
dazugehörige Inschrifttafel ist über dem Bilde angebracht: Anno- döni • m • 
cccc • LVI • vicesimo • die • mensis • decembris ■ devotus • dns • iohannes • 
paur • quondam • plebonnus • in • pechtal • cruce • singnatus • et • contra • turchos • 
egressus • in • reditu • wienne • diem • suum • clausit • extremum • bidem • 
sepultus • cuius • aiä • requiescat • in • pace ■ amen. — her. hans pechttaller. — 
23 h., 75 br. — Schnaase, Kunstgesch. Bd. VIII., S.380. 

Fränkisch um 1460. 

335a (XV). Baldachin- Altar mit bemalten Wänden. 
Linker vorderer Flügel, Innenseite: Hl. Barbara mit 
Kelch und Hostie vQr einem Teppich unter gotischem Maß- 
werk auf Postament, ebenso die folgenden Heiligen. 

Fichtenholz. Vorderer Flügel 1 45 h., 30 br., hinterer Flügel 1 45 h., 40 br. — 
Aus der Kinderlehrkirche zu Weissenburg am Sand. — Katalog VI, Nr. 1326. 

335b(XV). Linker hinterer Flügel, Außenseite. Hl. Eli- 
sabeth mit dem Körbchen. 

Befund wie oben. 

335c (XV). Rechter vorderer Flügel, Innenseite. 
Hl. Katharina mit Rad und Schwert. 
Befund wie oben. 

335d (XV). Rechter hinterer Flügel. Hl. Apollonia mit 
der Zange. 

Befund wie oben. 



XV. Jahrhundert. 105 

Nürnbergisch um 1460. 

336 (XII). Christus vor Pilatus. Christus steht mit ge- 
fesselten Händen vor Pilatus, der rechts auf einem Thron 
sitzt, links hinter Christus ein Geharnischter, der ihn hält, 
dahinter Kriegsknechte und Volk. Dicht bei Christus ein 
Mann, zum Schlage ausholend. Abgesägte Vorderseite von 
Nr. 337. 

Fichtenholz. Goldgrund. 148,5 h., 85,2 br. — Reider Sammlung. 

337 (XII). Dornenkrönung Christi. In der Mitte eines 
Gemaches sitzt Christus auf einer Steinbank, vier Henkers- 
knechte drücken ihm die Dornenkrone aufs Haupt. Im 
Vordergrunde zwei Verspottende, links hinten ein vornehmer 
Mann, Abgesägte Rückseite von Nr. 336. 

Fichtenholz. 148,7 h., 85,4 br. — Reider Sammlung. 

Fränkisch um 1460 — 70. 

338(XVIII). Zwei heilige Bischöfe. Rechts Kilian (Name 
im Nimbus) mit Schwert und Pedum, links Nikolaus mit 
Pedum, im Arm die drei goldenen Kugeln, in einem Buch 
lesend. Rückseite (zerstört). Links hl. Johannes, den Kelch 
segnend, rechts ein Heiliger in Rüstung (Georg?) Halbfiguren. 

Holz. Vorderseite gepresster Goldgrund. Rückseite dunkler, gestirnter Grund. 
L. M. 88 h., 74 br. — Reider Sammlung. 

Fränkisch um 1470. 

339 (IX). Anbetung der hl. drei Könige. Rechts sitzt 
Maria vor der Hütte mit dem nackten Kind. Links kniet 
der älteste König und küßt dem segnenden Kinde den Fuß. 
Dahinter die beiden anderen Könige mit ihren Gaben. In 
der Hütte Ochs und Esel. Rückseite: Hl. Ursula. Die 
Heilige hält in den Händen einen Palmenzweig und Pfeile. 
Standfigur nach rechts. Gehört mit Nr. 340 und 341 zu einem 
Altarwerk. — Abbildung. 

Holz. L. M. 83 h., 63,7 br. Vorderseite Goldgrund (erneuert). Rückseite roter, 
goldgestirnter Grund. — Reider Sammlung. 



106 Fränkische Schulen. 

340 (IX). Die Flucht nach Ägypten. Maria mit dem 
Kinde reitet auf dem Esel nach rechts; Joseph, die Axt 
über der Schulter, schreitet, den Esel führend, voran. Vor- 
dergrund Blumen, links auf einem Rasenhügel ein Baum. 
Rückseite: Hl. Christina. Die Heilige nach rechts ge- 
wandt, hält einen Palmenzweig in der Linken, rechts zu 
ihren Füßen ein Mühlstein. 

Befund wie oben. 81,9 h., 66,5 br. — Reider Sammlung. 

341 (IX). Darbringung Jesu im Tempel. Rechts hinter 
dem Altartisch steht der Hohepriester, der das Jesuskind 
von Maria (links) in Empfang nimmt. Ganz links Joseph mit 
Kerze und Opfergabe. Über dem Altartisch ein Baldachin. 
Rückseite: Hl. Agathe. Die Heilige nach rechts gewandt, 
hält in der Linken die Palme und den Reißhaken. Standfigur. 

Befund wie oben. L. M. 83,5 h., 63,5 br. — Reider Sammlung. 

Fränkisch um 1470 — 80. 

342 (XIII). Szene aus der Auffindung des hl. Kreuzes. 
Kaiser Heraklius zu Pferde mit dem hl. Kreuz reitet in ein 
Stadttor ein, vor dem ihm ein Engel entgegenschwebt. Hinter 
ihm Gefolge. Abgesägte Vorderseite von Nr. 343. 
Fichtenholz. Goldgrund. 87 h., 47 br. ■ — Reider Sammlung. 

343 (XIII). Ein Engel, mit dem Kreuz Christi auf Wolken 
schwebend. Abgesägte Rückseite von Nr. 342. 

Fichtenholz. Blayer Grund. 87 h., 47 br. — Reider Sammlung. 

Fränkisch (Schule M. Wolgemuts) von 1478. 

344 (XVII). Drei Heilige. Links Kaiser Heinrich der 
Heilige mit dem Modell des Bamberger Doms, in der Mitte 
Jakobus maior mit Buch, Muschel und Pilgerstab und rechts 
die hl. Kunigunde mit dem Modell der Bamberger Stephans- 
kirche. Auf einem Turm des Bamberger Doms ein Ziffer- 
blatt mit der Jahreszahl ^Ä-^S- 

Fichtenholz. Goldgrund. 133,6 h., 125,3br. Stark beschädigt. — Reider 
Sammlung. — Ursprünglich wohl in der St. Jacobskirche zu Bamberg. — Steht 
dem Meister des Hersbrucker Altares nahe. 



XV. Jahrhundert. 107 

Nürnbergisch (Schule des Hans PleydenMrurfF) 
um 1470—80. 

345 (IX.) Verkündigung Maria. In einem Gemach kniet 
rechts Maria vor einer Bank, ein offenes Buch in den Händen 
haltend, über ihr die Taube des hl. Geistes. Von links naht 
der Engel, hinten durch ein Fenster Ausblick in einen Hof. 
Rechts vor Maria eine Lilie in einem Krug. Rückseite: 
Die Anbetung des Kindes. Im Stall kniet links Maria, 
die das auf ihrem Mantel liegende Kind anbetet, rechts 
Joseph mit einer Kerze, zwischen beiden anbetende Engel. 
Im Hintergrunde Ochs und Esel, rechts blicken durch ein 
Fenster zwei Hirten herein, dahinter die Herde. — Abbildg. 
Lindenholz, auf der Rückseite, wohl früher die Vorderseite, grundierte Lein- 
wand und Goldgrund. 169,4 h., 99,5 br., an den Ecken angestückt. — Reider 
Sammlung. — Das Bild gehört zu einer Gruppe von Werken, die in letzter 
Zeit Pleydenwurff zugeschrieben worden sind, aber schon aus Gründen der 
Datierung einem Nachfolger zugewiesen werden müssen. Zu ihr gehören im 
Germ. Mus. zu Nürnberg die Nummern 111, 124, 125, 120 etc. 

Nürnbergisch (Schule des Hans Pleydenwurff) 
um 1480. 

346 (XII). Anbetung des Kindes. In dem Stall knieen Maria 
und Joseph einander gegenüber, und beten das in einem 
Strahlenkranz auf dem Mantel der Mutter liegende Christkind 
an. Oben drei lobsingende Engel, links schauen zwei Hirten in 
die Hütte herein. Rückseite: Der Engel der Verkündigung. 
Fichtenholz. L. M. 170 h., 68,5 br. — Reider Sammlung. — Bildete den linken 
Flügel eines Altarwerkes ; der dazugehörige rechte Flügel mit den Darstellungen 
der hl. 3 Könige und der Maria der Verkündigung befindet sich, auseinander- 
gesägt, im Germ. Museum zu Nürnberg; Stark restauriert. — Vielleicht zu dem 
von Murr in St. Martha gesehenen Altarwerk gehörig; (Thode, S. 108). 

Fränkisch um 1480 — 90. 

347 (XV). In der Mitte Christus in Halbfigur, der die Seele 
der Muttergottes in Mädchengestalt auf dem linken Arm 
hält, umgeben von anbetenden und musizierenden Engeln 
auf Wolken. Rückseite: Reliefspuren. 

Leinwand auf Fichtenholz. 165,5h, 80,5 br.; schwer beschädigt. — Oberteil 
einer Darstellung des Todes Maria (?). — Reider Sammlung. 



108 Fränkische Schulen. 

Jakob Eisner 

tätig zu Nürnberg im Anfang des XVI. Jahrhunderts, hauptsächlich Illuminist. 

348 (XIII). Bildnis des Konrad Imhof. Triptychon. 
Mittelbild: Der Dargestellte, bartlos mit langem Locken- 
haar, trägt grünes, weit ausgeschnittenes Wams, die Linke 
hält eine Nelke, die Rechte ruht auf dem linken Unterarm. 
Oben: • CONRAT • IM • HOF. XXIII • lAR. In Augenhöhe 
V ÄS ■ ^- Brustbild nach links. Linker Flügel: Unter 
gotischem Baldachin das Imhofwappen. Rechter Flügel: 
Unter gotischem Baldachin auf einem Sockel eine leicht be- 
kleidete, weibliche Figur. 

Linde. Mittelstück 18,2 h., 13,9br., roter Grund; Flügel 18,3 h., 4,7 br., blauer 
Grund. — Erworben 1862 von Gruber (?). — R. Brück, der Illuminist Jakob 
Eisner. (Preuss. Jahrbuch, B. 24, S. 362 u. ff. dort auch Abbildung u. Literatur). 

Fränkisch von 1488. 

349a (XV). Altar mit bemalten Flügeln. Linker 
Flügel: Der hl. Jakobus. Der Heilige mit Pilgerstab 
und Muschel. Standfigur auf erhöhtem Steinboden, an dem 
vorn die Jahreszahl '^ÄS8 steht. Am Gewandsaum: SAND- 
lACOB PIT • R . FVR • VNS • R • ARME • SVNDER. Rück- 
seite: Der heilige Kaiser Heinrich mit Szepter und Kirchen- 
modell, oben Ranken. 

Fichtenholz. 157 h., 43,2 br. Vorderseite gemusterter Goldgrund mit Ranken- 
pressung. Rückseite blauer Grund. — Aus Trumsdorf bei Bayreuth ; gekauft 
1858 um 250 fl."— Katalog VI, 1323. 

349b (XV). Rechter Flügel: Hl. Katharina: Sie trägt 
das Schwert in den Händen, zu ihren Füßen das zerbrochene 
Rad. Standfigur. Die Jahreszahl wie oben. Rückseite: Die 
hl. Kunigunde. Sie trägt in der Linken das Szepter, mit 
der Rechten hält sie das Kirchenmodell. 
Befund wie oben. 

349 c (XV). Predella. Der hl. Wolfgang mit Stab und 
Kirche, in der Kirche das Beil. 

Befund wie oben. 



XV. Jahrhundert. 109 

Fränkisch um 1480—90. 

350 (VIII). Aus der Wolfgang-Legende. Der hl. Wolf- 
gang erscheint dem Herzog Heinrich (nachmaligem 
Kaiser Heinrich dem Heiligen). Der Herzog kniet in einer 
Kapelle am Grabe des hl. Wolfgang, das mit einer Stein- 
platte bedeckt ist; auf dieser das Bild des Heiligen und die 
Inschrift: S'WOLFSGA' EIS OB VI Rechts der hl. Wolf- 
gang, der dem Herzog von hinten auf die Schulter klopft 
und auf die Wand deutet, wo die Worte: POST • SEX • 
stehen. Gegenstück zu Nr. 351. 

Fichtenholz. 85,5 h., 56,4 br. Die Rückseite war ehemals bemalt. — Reider 
Sammlung. 

351 (XIII). Aus der Wolfgang-Legende. Der Heilige 
hebt einen vom Pferde gestürzten, vornehmen Mann (Herzog 
Heinrich?) vom Boden auf. Hinter ihm stehen zwei Männer, 
deren einer eine Reitpeitsche hält. Im Mittelgrund Reiter 
und der davonsprengende Schimmel des Gestürzten. Hinter- 
grund Landschaft, links eine Stadt. Gegenstück zu Nr. 350. 

Fichtenholz. 85,7 h., 56,1 br. — Reider Sammlung. — Den beiden Bildern 
steht sehr nahe ein Bild aus der Wolfgangslegende in der Galerie Karlsruhe 
Nr. 54. 

Nürnbergisch um 1480. 

352 (XIII). Anheftung ans Kreuz. Christus wird an das 
am Boden liegende Kreuz von drei Henkersknechten ge- 
schlagen. Rechts eine Gruppe von Kriegsleuten und Juden, 
Links hinten Maria mit Magdalena und Johannes. Im Vorder- 
grund drei würfelnde Kriegsknechte. Hintergrund: Land- 
schaft. Abgesägte Rückseite von Nr. 353. 

Fichtenholz, Goldgrund. 120,9 h., 94,3 br. — Von derselben Hand wie die 
Gemälde des ehemaligen Hochaltars der Pfarrkirche zu Forchheim, vielleicht 
sogar ursprünglich zu diesem gehörig, da die Maße mit den dortigen überein- 
stimmen. 

353 (XIII). Dornenkrönung Christi. In der Mitte sitzt 
Christus auf einem Holzthron. Drei Knechte drücken ihm 
die Dornenkrone aufs Haupt; links vorn ein vierter spottend, 
ebenso rechts ein Pharisäer mit einem Knaben. Durch ein 



110 Fränkische Schulen. 

Fenster sieht rechts Pilatus mit einem Begleiter zu. Links 
durch eine Tür Ausblick auf die Häuser einer Stadt. Ab- 
sägte Vorderseite von Nr. 352. 

Fichtenholz. 120,6 h., 93,5 br. 

Fränkisch um 1480 — 90. 

354 (XIII). Gefangennahme Christi. In der Mitte 
Christus, von Häschern umringt und gefesselt, dabei zwei 
Fackelträger und Judas. Rechts vor Petrus im Vordergrunde 
Malchus am Boden, dessen abgeschlagenes Ohr Christus in 
der Linken hält. Im Hintergrund links der fliehende Jüng- 
ling, der sein Gewand in den Händen des verfolgenden 
Schergen läßt, in der Mitte die schlafenden Jünger. Land- 
schaftlicher Hintergrund. Landschaft mit einer Wasserburg. 
Rückseite: Spuren einer Relief darstellung. 

Fichtenholz. Goldgrund. 120,4 h., 92,5 br. — Angekauft von König Max I. in 
Würzburg. — Wohl wie die folgenden von dem Meister des Hersbrucker Altares. 

355 (XIII). Zacharias im Tempel. In einer gewölbten 
Halle kniet rechts vor dem Altar Zacharias, dem der Engel 
erscheint, um ihm die Geburt eines Sohnes zu verkünden. 
Links das wartende Volk; ein Mann (der Stifter?) hat den 
Vorhang zurückgeschlagen und blickt in das Allerheiligste. 
Rückseite (ursprünglich Vorderseite): Christus am Öl- 
berg. In der Mitte der betende Heiland; rechts vorn der 
schlafende Johannes, links Petrus und Jakobus. Rechts 
über einem Felsen der Engel, im Hintergrund links Judas 
mit den Kriegsknechten. Hintergrund Landschaft mit Stadt 
und Burg. 

Fichtenholz. 122,3 h., 91,4 br. Rückseite Goldgrund. Herkunft wie bei Nr. 354. 

356 (XIII). Dornkrönung. Rechts in einer Halle sitzt auf 
einer Bank Christus. Drei Henkersknechte drücken ihm 
die Dornen aufs Haupt; zwei beschimpfen ihn. Links an 
einer abwärts führenden Treppe ein spottender Knabe mit 
einem Hündchen. Durch den Treppenbogen Ausblick in 
einen Hof mit dem Haus des Pilatus. Krieger und Volk 
schleppen die beiden Schacher und Barnabas aus dem Kerker 



XV. Jahrhundert. 111 

vor Pilatus. Rückseite: Taufe Christi. Christus am 
Fluß, rechts am Ufer der taufende Johannes, links der Engel 
mit Christi Gewand. Über Christus die Taube und Gott- 
Vater. Hintergrund Flußlandschaft. — Abbildung. 
Fichtenholz. Vorderseite Goldgrund. 121,1 h., 91,4 br. Herkunft wie bei 
Nr. 354. 

357 (XIII). Geißelung Christi. Links in einem Gemach 
der Schmerzensmann an der Säule, von Knechten gegeißelt. 
Rechts zwei weitere Knechte. Darüber Einblick in das 
Gemach des Pilatus, an dessen Tür eine Anzahl Juden Ein- 
laß begehrt. Rückseite: Namengebung des Johannes. 
Rechts sitzt Zacharias in einem Gemach vor einem Tisch 
und schreibt auf einen Zettel: Johannes est • • • • Links 
vor der Tür des Gemaches eine Magd mit dem neuge- 
bornen Knaben und eine Frau. Im Hintergrund oben links 
der Hohepriester im Tempel mit seinen Gehilfen. 
Fichtenholz. 121,1 h., 91,1 br. Herkunft wie bei Nr. 354. 

358 (XIII). Aus der Kilianslegende. In einem Gemach 
werden die Heiligen Kilian, Koloman und Totnan von drei 
Henkern getötet. Im Hintergrund schaut aus einem anstos- 
senden Gemach die Herzogin zu. Rechts durch die offenen 
Fenster Ausblick in Landschaft mit einem Heereszug (Aus- 
zug des Herzogs zum Kriege). 

Holz. 122,5 h., 91,6 br. — Gleicher Herkunft wie die vorigen und wohl auch 
von demselben Altarwerk stammend, anscheinend aber, wie das folgende, nicht 
von der gleichen Hand. 

359(XIII). Das Wunder bei der Leiche des hL Kilian. 
Zu den drei toten Heiligen Kilian, Koloman und Totnan, 
die links in einem Pferdestall liegen, wird der blinde Priester 
Attaiongus von einem Knaben geführt, um das Augenlicht 
wieder zu erhalten. Rechts hinter ihm zwei Landleute. 
Oben in einem Raum über dem Stall zerfleischen sich die 
drei Mörder mit eigner Hand vor den Augen des Herzogs 
und seiner Leute. Drei Teufel reißen die Fürstin Geilana 
zum Fenster hinaus. Rückseite abgekratzt. 
Fichtenholz. 122,1 h., 91,8 br. Herkunft wie oben. — Zu diesen sechs Tafeln 
gehörte laut Inventar von 1822 noch eine siebente, die 1852 um 36 fl. ver- 



112 Fränkische Schulen. 

steigert worden ist. Dargestellt war: Christus wird vor Kaiphas geführt; Rück- 
seite: ein Basrelief (Johannes wird über seinen Beruf in der Wüste gefragt). 
Vielleicht ist dieses Bild — trotz der widersprechenden Angabe über die Rück- 
seite — in dem folgenden (Nr. 360) wiederzuerkennen, das in späterer Zeit 
fürs National-Museum erworben wurde und sich stilistisch wie inhaltlich gut 
in die Reihe der beschriebenen Tafeln einfügt. 

360 (XIII). Ecce homo. Links Christus und Pilatus auf 
der Treppe des Hauses, rechts unten im Hofraum die Menge 
des Volkes. Hinten wird auf einem Balkon Barnabas ge- 
zeigt. Rückseite: Spuren einer Relief darstellung mit der 
alten Beischrift: Enthaubtung. 

J^ichtenholz. Goldgrund. 120,1 h., 92,3 br. 

Fränkisch um 1490. 

361 (XII). Anbetung der heiligen drei Könige. Vor 
dem Stall sitzt rechts Maria, das nackte Kind auf dem Schoß 
haltend, dessen Händchen der zu äußerst rechts knieende 
König küßt. Von links nahen die beiden anderen Könige. 
Links über einer Brüstung Ausblick auf eine Landschaft 
mit dem Zeltlager der Könige. Unten kniet der Stifter mit 
seinem Wappen. Ihm gegenüber zwei Frauen mit den Wappen 
der Pinzenauer und Geuder. — Abbildung. 

Buchenholz. 140 h., 96,9 br. — Reider Sammlung. 

Nürnbergisch gegen 1490. 

362 (XIX). Maria und Heilige. In der Mitte Maria mit 
dem nackten Kind auf dem Thron unter einem Baldachin^. 
Links beim Thron der hl. Franziskus in Ordenstracht mit 
einem Buch, rechts ein heiliger Karmelitermönch, ein Kru- 
zifix haltend. Links vorn kniet der anbetende Stifter. 
Fichtenholz. Goldgrund. Stark übermalt. 122,1 h., 88,6 br. — Reider Samm- 
lung (Nr. 196). — Steht der unter Nr. 345 gedachten Gruppe nahe. 

Fränkisch vom Ende des XV. Jahrhunderts. 

363 (XVII). Die hL Dorothea (Fragment). Die Heilige 
hält in der Rechten das Blumenkörbchen, in der Linken 
einen Palmzweig, auf dem Haupt trägt sie einen Blumen- 
kranz und Krone. Halbfigur nach links. Rückseite: Maria 



XV. Jahrhundert. 113 

der Verkündigung, Maria unter einem Baldachin kniet 
vor einem Gebetpult, über ihr die heilige Taube. Links durch 
einen geteilten Fensterbogen mit dem Medaillonbild des 
Königs David Ausblick in eine Landschaft. Oben an dem 
Baldachin die Inschrift: IH BIN DIE DIENERIN GOT DES 

HEREN DO • CEICH NI 

Fichtenholz. Vorderseite gepreßter Goldgrund. 86,6 h., 57 br. Unten stark 
beschnitten. — Reider Sammlung. 

364 (XVII). ChristusundMaria. Auf einem breiten Gold- 
thron, mit einem Teppich belegt, sitzt rechts Christus mit 
Krone und Szepter, links vor ihm kniet Maria als Himmels- 
königin mit gefalteten Händen. Um den Thron fünf musi- 
zierende Engel. Rückseite: Heilige Barbara. Die Heilige 
mit Kelch und Hostie in der Rechten, in der Linken eine 
Palme, im Haar einen Rosenkranz (schwer beschädigt). 
Fichtenholz. Vorderseite Goldgrund. Rückseite blauer, gestirnter Grund. Grun- 
dierte Leinwand. 84,6 h., 58 br. — Reider Sammlung. 

Fränkisch. Ende des XV. Jahrhunderts. 

365 (XVIII). Die heilige Dreifaltigkeit. In der Mitte 
Gott- Vater, der den Leichnam Christi hält; über diesem die 
heilige Taube. Links Maria, rechts Barbara mit dem Kelch. 

Tannenholz. Blauer Grund. L.M. 85,5 h., 66 br. Stark übermalt. 

Unterfränkisch. Ende des XV. Jahrhunderts. 

366a (XV), Aschaffenburger Altar, Mittelstück: Krö- 
nungMariä. Auf einer baldachinüberdeckten Bank sitzen 
Gott- Vater und Christus. Zwischen ihnen kniet Maria nach 
vorne gewandt. Christus und Gottvater setzen ihr die Krone 
aufs Haupt. Darüber die heilige Taube. Oben rosen- 
streuende Engel und zwei Spruchbänder: vera electa mea 
formosa mea veni coronaberis, und que est ista que ascendit. 
Unten links der knieende Stifter mit seinem Wappen und 
der Beischrift: Johann Kaltofen cantor et caii. aschafenbgens. 
Über ihm ein Spruchband: O vera summa t'nitas misere 
nobis. Am Boden verstreute Rosen. 

Holz. Gemusterter Goldgrund. L.M. 147,2h., 91,8 br. Stark restauriert. — 
1829 aus der Stiftskirche zu Aschalfenburg. — Schnaase, Kunstgeschichte 



114 Fränkische Schulen. 

Bd. VIII, S. 390. — Wie Niedermayer (Rep. f. Kunstwissenschaft VII, 265) 
ausführt, war der Altar jedenfalls schon 1498 gemalt, da in diesem Jahre laut 
Einträgen in einem Anniversarium Konrad Kaltenofen gestorben ist. 

366b (XV). Linker Flügel: Der hl. Martin als Bischof. 
Zu seinen Füßen der Bettler, seinen Mantel fassend. Unten 
der knieende Stifter mit dem Spruchband: Ora pro nobis sce 
martine. Am Rand der Tafel unten: heinric' • kaltofen ats • 
nidnbgr • cän*"" • aschafeb • '^' Standfigur vor einem Teppich, 
nach rechts. Außenseite: Hl. Johannes, vor einem 
Teppich stehend; zu seinen Füßen Buch und Lamm. 
Fichtenholz. Blauer Grund. L.M. 148,5 h., 40,2 br. 

366c (XV). Rechter Flügel: Der hL Jodocus mit Stab 
und Pilgertasche vor einem Teppich stehend. Zu seinen 
Füßen eine Krone. Unten der knieende Stifter mit Spruch- 
band: ora pro nobis Sancte Jodoce. Am Rand der Tafel 
unten: Conrad • Kaltofen • bug' • zu aschafebg. Außenseite: 
Hl. Malchus als Schäfer mit Hund und Schafen; er steht 
vor einem Teppich, nach links gewandt. 
Befund wie oben. 

Fränkisch von 1496. 

367a (XV). Flügelaltar. Mittelstück Plastik. Linker 
Flügel, Rückseite, oben: Der Engel der Verkündigung 
vor einer Mauer mit Szepter und Spruchband, auf dem der 
englische Gruß steht. Unten: Hl. Sebald. In reich ent- 
wickelter Landschaft der Heilige mit seiner Herde. 

Lindenholz: L.M. 179,5h., 65 br. Predella: 45h., 156,5 mittlere Breite. — 
Aus der Kinderlehrkirche in Weißenburg a. Sand. — Katalog VI, 1324. 

367b (XV). Rechter Flügel. Oben: Maria der Ver- 
kündigung. Maria am Betpult knieend, oben Gott- Vater. 
Unten : Der hl. Sebald: Der Heilige wird auf einem 
Ochsengespann zur letzten Ruhe gefahren. Reiche Land- 
schaft. Auf dem gemalten Trennungsband die Jahreszahl 1496. 

Befund wie oben. 

367c (XV). Predella: Die 14 Nothelfer von links nach 
rechts. Hl. Christoph mit dem Kind, hl. Erasmus mit der 



XV. Jahrhundert. 115 

Winde, hl. Nikolaus mit dem Buch und den drei Kugeln, 
hl. Margareta mit dem Drachen, hl. Katharina mit dem 
Schwert, hl. Barbara mit Kelch und Hostie, hl. Georg mit 
dem Drachen, hl. Blasius mit Kerze, hl. Leonhard (?) mit 
Kette und Schloß, hl. Egid mit der Hirschkuh, hl. Eustachius 
mit dem Hirschkopf, hl. Achatius mit Dorn und Lanze, 
hl. Veit mit Kessel und Palme und hl. Pantaleon mit dem 
Nagel. 

Befund wie oben. 

Fränkisch gegen 1500. 

368a (XII). Baldachinaltar. Linker innerer Flügel, 
Außenseite: In einer Halle mit Ausblick ins Freie stehen 
Joachim und Anna, sich umarmend. 

Fichtenholz. 270 h., 56,3 br. Stark nachgedunkelt. — Aus Weißenburg a. S. ^- 
Katalog VI, 1328. 

368b (XII). Linker äusserer Flügel, Innenseite: 
Unten ein orgelspielender, oben ein lautenspielender Engel. 
Rückseite: Abgesägt, siehe Nr. 369. 
Befund wie oben. 

368c (XII). Rechter innerer Flügel, Außenseite: 
Tempel gang Maria. In dem gewölbten Tempel steht 
oben der Hohepriester neben dem Altar, zu dem die kleine 
Maria auf einer Treppe emporsteigt. Daneben rechts die Eltern. 

Befund wie oben. 

368d (XII). Rechter äußerer Flügel. Innenseite: 
Unten ein zitherspielender, oben ein singender Engel. Rück- 
seite: Zerstört. 

Befund wie oben. 

369 (XII). Heimsuchung (Fragment). Maria steht in 
einer Halle, in ihrem Leib wird das Kind sichtbar. Ganze 
Figur nach rechts. Von Elisabeth ist nur die Hand, die 
sie Maria reicht, zu sehen. Abgesägte Außenseite des linken 
vorderen Flügels (Nr. 368 b). 

Fichtenholz. 269,5 h., 42,9 br. 

8* 



116 Fränkische Schulen. 

Fränkisch gegen 1500. 

370 (XIX). Anbetung des Kindes. In der Mitte liegt 
das nackte Christkind auf einem Tuch. Links neben ihm 
kniet anbetend Maria, rechts Joseph. Zwischen beiden zwei 
kleine, anbetende Engel. Über zerbrochenes Gemäuer Aus- 
blick "in Landschaft mit den Hirten. Oben drei lobsingende 
Engel. Unten auf einem gesonderten Streifen die Stifter 
mit ihren Wappen. 

Grundierte Leinwand auf Fichtenholz. 1 06,5 h., 79,5 br. Stark übermalt. — 
Reider Sammlung. 

Fränkisch. Anfang des XVI. Jahrhunderts. 

371 (XI). Sechs Apostel (Fragment). Von links Johannes 
mit Kelch und Schlange, Jakobus maior mit Pilgerstab, Andreas 
mit Kreuz, Simon mit der Säge, Judas Thaddäus mit Keule 
und Jakobus minor mit Walkerbaum. Halbfiguren neben- 
einander. 

Fichtenholz. Blauer Grund. 24,2 h., 62,6 br. Rechter Teil einer Predella. 

Fränkisch um 1500. 

372 (XV). Hl. Michael. Er hält in der Linken unten 
die Seelenwaage, in der Rechten schwingt er das Schwert 
über seinem Haupt. Hintergrund Teppich. Oben gemaltes 
Rankenwerk. — Gegenstück zu Nr. 373. 

Birnbaumholz. 91,3 h., 39,2 br. — Reider Sammlung. 

373 (XV). Schutzmantelbild. Maria breitet den Mantel 
über die unten knieenden Schutzflehenden aus. Gegenstück 
zu Nr. 372. 

Befund wie oben. 

Fränkisch nach 1500. 

374 (XIX). Flucht nach Ägypten. Maria mit dem Kind 
sitzt auf dem Esel, der von Joseph nach rechts geführt wird. 
Joseph trägt über der Schulter einen Stab mit Wasserbe- 
hälter. Landschaft mit Felsen. 

Fichtenholz. 109,7 h., 85,4 br. 



XVI. Jahrhundert. 117 

Fränkisch um 1510. 

375 (X). Die hl. Kunigunde. Die Heilige in reicher 
modischer Tracht, die Pflugschar im Arm. Standfigur nach 
links. Gegenstück zu Nr. 376. 

Fichtenholz mit Leinwandbelag. Gepreßter Goldgrund. 100,3 h., 39,5 br. — 
Reider Sammlung. 

376 (X). Der hl. Heinrich. Der Kaiser mit Kelch und 
Szepter. Standfigur nach rechts. Gegenstück zu Nr. 375. 
Fichtenholz. Befund wie oben. 100 h., 39,5 br. — Reider Sammlung. 

Nürnbergisch von 1501. 

377 (X). Bildnis eines Münzmeisters. Der Dargestellte, 
ein älterer bartloser Mann, trägt Pelzhaube, schwarze Schaube, 
weißen Brusteinsatz und Brustkette; er hält in der Rechten 
einen Eisenstempel. Die Arme sind verschränkt. Links oben 
die Jahreszahl 1501. Brustbild nach rechts. Gegenstück zu 
Nr. 378. — Abbildung. 

Fichtenholz. Grüner Grund. 36,2 h., 27,7 br. — Nach Thode vielleicht von 
einem Schüler des Wilh. PleydenwurfF (Malerschule von Nürnberg), S. 208. — 
A. Lehmann, D. Bildnis b. d. altdeutschen Meistern, S. 176. — Eine spätere 
Kopie des Bildes auf Leinwand im Germ. Mus. zu Nürnberg als Neufchatel. 

378 (X). Bildnis der Frau des Vorigen. Sie trägt weiße 
Haube, ausgeschnittenes, rotes Gewand mit weißem Einsatz 
und Halsketten. Die Rechte hält eine Nelke. Die Arme 
sind verschränkt. Links oben die Jahreszahl 1501. Brust- 
bild nach links. Gegenstück zu Nr. 375. — Abbildung. 

Fichtenholz. Schwarzer Grund (übermalt). 36 h., 27,7 br. 

Fränkisch um 1500. 

379 (XV). Aus der Legende der Wallfahrtskirche 
Vierzehn-Heiligen. In einer Landschaft links sitzen im 
Kreis 14 kleine, nackte Kindlein um ein 15., das Jesus- 
kind, rechts ein Hirte mit einer Schafherde. Links unten 
auf einem Spruchband: Aine hirten erschine XV kind. als 



118 Fränkische Schulen. 

nachmals genüegsam ist ergründt. wie das got selbs gebesen 
sey. und die XIIII nothelfer auch darbey. 

Holz. Goldgrund. 52,5 h., 107,2br. — Über die Legende siehe Kalender für 
kath. Christen 1845, S. 109. 

Nach Albrecht Dürer. 

380 (XXXI). Die Madonna mit den vielen Tieren. 
Maria, das Kind auf dem Schoß, in reicher Landschaft mit 
vielem Getier. 

Lindenholz. 75,4 h., 54,3 br. — Kopie vom Ende des XVL Jahrhunderts, nach 
der Handzeichnung Dürers in der Albertina in Wien. — Reider Sammlung. 

381 (Depot). Heilige Familie. In der Mitte Mutter Anna 
mit dem schlafenden Jesuskind, rechts die anbet^ide, jugend- 
liche Maria, im Hintergrund Joachim und Joseph; rechts 
ein grüner Vorhang. Oben links das Dürermonogramm und 
die Jahreszahl 1519. Halbfiguren. — Abbildung. 

Fichtenholz. 96,5 h., 59 br. — Spätere Kopie. — Handzeichnung zur hl. Anna 
in der Albertina in Wien. 

Fränkisch um 1510. 

382 (XV). Darstellung Christi im Tempel. In der 
Mitte der Altartisch, über den rechts der Hohepriester das 
Christuskind hält. Ihm gegenüber Joseph, in der Mitte hinter 
dem Tisch Maria und Begleiter. Kirchenraum mit Butzen- 
fenstern. 

Fichtenholz. 114 h., 88,4 br. — Reider Sammlung. — Mit Benutzung des 
Dürerschen Holzschnittes (B. 88) aus dem Marienleben. 

Frankfurter oder Mainzer Meister 
unter Dürers Einfluß. 

383 (XII). Aus dem Leben des Apostels Jakobus 
(Fragment). Im Vordergrunde die Enthauptung des Apostels, 
rechts im Mittelgrunde tauft der Heilige einen Gefesselten, 
der vor ihm kniet, links im Mittelgrunde in einer Halle 
Jakobus vor dem Richter. Hintergrund bergige Landschaft. 
Oben reich entwickeltes, goldenes Rankenwerk. 

Fichtenholz. 103,3 h., 87,5 br., unten stark beschnitten. — Das im Vordergrund 
völlig übermalte Bild wurde 1907 von Sessig restauriert. — Über den Meister 



Hans von Kulmbach 119 

vgl. die Publikation der kunsthist. Gesellsciiaft für photographische Publi- 
kationen, Bd. II, 1896. — Vielleicht gehört das Bild zu dem aus der Domini- 
kanerkirche zu Mainz stammenden Altarwerk (Mainzer Galerie Nr. 311 und 
312: Anbetung der heiligen drei Könige, Steinigung des hl. Stephanus), zu 
dem es inhaltlich wie stilistisch passen würde. 

Fränkisch um 1510. Schule Dürers. 
(Hans von Kulmbach?) 

384 (XIX). Drei Heilige. In der Mitte die hl. Genovefa 
von Paris mit einer Kerze in den Händen, die ein Teufelchen 
mit einem Blasebalg auszulöschen versucht, wogegen sie 
ein Engel schützt. Rechts die hl. Barbara mit Kelch und 
Hostie, links der hl. Nikolaus mit Bischofsstab und Buch, 
worauf die drei Goldkugeln. Standfiguren vor einem Teppich. 

Lindenholz. Goldgrund. 110 h., 88 br. — Reider Sammlung. — Nach Rauch, 
Die Trauts, S. 22, von Hans von Kulmbach gemalt. 

Hans von Kulmbach 

eigentlich Hans Sues, geboren zu Kulmbach in Franken, gestorben zu 
Nürnberg 1522, tätig in Nürnberg. 

385 (X). Hl. Laurentius. Der Heilige im roten Diakon- 
gewande mit Buch und Rost. Standfigur nach rechts vor 
einem Vorhang. Rückseite: Ehemals Relief. Gegenstück 
zu Nr. 386. — Abbildung. 

Fichtenholz. Blauer, gestirnter Grund. 106,3 h., 31,7 br. — Reider Samm- 
lung. — Rauch, Die Trauts, Straßburg 1907, S. 22, daselbst als eigenhän- 
diges Werk Kulmbachs. — Abgebildet mit dem folgenden Bild in „Kunst- 
schätze" des bayer. Nat.-Mus., Blatt 153. 

386 (X). Hl. Stephan. Der Heilige hält in der aufge- 
rafften Dalmatica die Steine. Standfigur nach links vor 
einem Teppich. Rückseite: Ehemals Relief. Gegenstück 
zu Nr. 385. — Abbildung. 

Fichtenholz. Gestirnter, blauer Grund. 106 h., 32 br. — Reider Sammlung. 

387 (XXII). Heiliger Bischof. Der Heilige, in rotem 
Mantel, hält in der Linken das Pedum und den Kreuzes- 
stab. Halbfigur nach rechts. Rückseite: Spuren eines 
Reliefs. Gegenstück zu Nr. 388. — Abbildung. 

Fichtenholz. Grau übermalter Grund. 80,5 h., 50,1 br. Unten beschnitten. — 
Werkstattbild. — Reider Sammlung. 



120 Fränkische Schulen. 

388 (XXII). Hl. Benedikt. Der Heilige im Ordensge- 
wand, nach links gewandt, mit Pedum und Buch, auf dem 
ein zerbrochenes Glas steht; die Rechte segnend erhoben. 
Halbfigur nach links. Rückseite: Spuren einer Relief figur 
Gegenstück zu Nr. 387. 

Fichtenholz. Grauer (neu) Grund. 80,9 h., 49,6 br. — Werkstattbild. — Reider 
Sammlung. 

Paul Lautensack 

geb. 1478 zu Bamberg, 1528 Bürger zu Nürnberg, soll Ende der 50 er Jahre 

gestorben sein. 

389 (XXV). Erschaffung der Eva. Links steht Gott- 
Vater, der Eva aus der Seite des rechts schlafenden Adam 
hervorgehen läßt. Hintergrund reiche Landschaft mit dem 
Brunnen des Lebens. Gehört mit den Nummern 390 — 398 
zu einem Altarwerk. — Abbildung. 

Fichtenholz. 135 h., 62,4 br. — Reider Sammlung. 

390 (XXV). Begegnung Joachims und Annas. In 
einem Hofraum halten Joachim und Anna sich umfaßt. 
Links Zuschauer. Hinten über eine Mauer Ausblick in 
Landschaft. Das Ganze von dem reichgeschmückten Bogen 
der goldenen Pforte umrahmt. Rückseite: Inschrift: Got 
dem almechtigen der himelischen Königin marie zu lobe 
vnd eren/Das wir Cristgläubigen menschen schuldig sind 
zu meren/Als etliche frome menschen zu disem werck 
mit milter handt/ haben getan die got dem almechtigen sind 
bekant/Got g^ ine so in leben sind darümb her genade 
vnd selikeit/Vnd wolle sie behüten vor sünden vnd dort 
pittrikeit / Den so mit tode vergangen sind mit teylen die 
ewige rwe/vnd das Ine darumb das ewige liecht leucht 
darzu / Auch mit solcher hilffe vnd fürgemendtem der pfleger 
vleis / Ist das Werck volbracht die demütigen got mit gnaden 
speis / Aufgerichtet als man schreibt Tausend fünfhundert 
vnd XI jar / Am Sambstag vor der creucz wochen für 
wäre / zu eren vnd preis der himelischen keiserin vnd 
reine meidt/ Marie die vns von hinnen in die Ewigen 
seilikeit geleitet. Amen. Monogramm: eine Laute und P.L. 



Paul Lautensack. 121 

Unter der Inschrift Gott- Vater und der hl. Geist, zu seiner 
Rechten Christus, die Wundmale weisend, zu seiner Linken 
die schmerzhafte Mutter Gottes, von Ranken umgeben, in 
denen sich Engelchen tummeln. 

Fichtenholz. L. M. 106 h., 85,6 br. Kopie nach Dürers Holzschnitt aus dem 
Marienleben B. 79. — Reider Sammlung. 

391 (XXV). Abschied Christi von Maria. Rechts steht 
Christus, seine (links) zusammengesunkene Mutter segnend ; 
hinter dieser zwei heilige Frauen. Im Hintergrund Land- 
schaft mit Stadt. 

Fichtenholz. 134,8 h., 63,5 br. Kopie nach Dürers Holzschnitt, B. 92, mit ge- 
ringen Abweichungen. — Reider Sammlung. 

392 (XXV). Einzug Christi in Jerusalem. Christus reitet, 
von seinen Jüngern gefolgt, gegen das rechts sich erhebende 
Stadttor, aus dem ihm Volk entgegenkommt. Der Vorderste 
breitet seinen Mantel auf die Erde; ein Knabe auf einer 
Mauer bricht einen Zweig ab. Links reiche Landschaft mit 
Gebirge im Hintergrund. — Abbildung. 

Fichtenholz. 134,7 h., 62,6 br. — Reider Sammlung. 

393 (XXV). Abendmahl Christi. In einem hohen Gemach 
sitzt Christus mit den Jüngern um einen runden, gedeckten 
Tisch. Von rechts bringt der Schaffner einen Krug Weines. 
Hinten durch ein offenes Bogenfenster Ausblick ins Freie. 
Fichtenholz. 133,6 h., 62 br. Beschädigt. — Reider Sammlung. 

394 (XXV). Christus vor dem Hohenpriester. Christus 
wird von den Kriegsknechten vor den rechts im Tempel 
thronenden Hohenpriester geführt. Links vorn schlägt ein 
Mann auf Christus ein. Rechts Gefolge des Hohenpriesters. 
Links hinten in einem Hofraum Petri Verläugnung; auf 
einem Baum der krähende Hahn. Rückseite: Spuren von 
Reliefs. 

Fichtenholz. 103 h., 85,1 br. — Reider Sammlung. 

395 (XXV). Geißelung Christi. Christus ist in der Mitte 
eines Gemaches an die Säule gebunden, und wird von drei 



122 Fränkische Schulen. 

Knechten gegeißelt; ein vierter bindet ihm hinten die Hände 
zusammen. Links flicht einer die Dornenkrone, von rechts 
trägt ein weiterer ein Rutenbündel herbei. Rechts durch 
einen Torbogen sieht man an einem Fenster Pilatus und 
dessen Frau. Unten ein Hund, (entlehnt aus Dürers Holz- 
schnitt B. 8.). Rückseite: Verkündigung an die 
hl. Anna. In einem Gemach sitzt rechts die bejahrte 
hl. Anna, der von links ein Engel einen versiegelten Brief 
überbringt. Rechts hinten eine Bettstatt, an deren Baldachin 
oben das Wort ANNA. Starke Anklänge an Dürers Holz- 
schnitt B. 83. 

Holz. L.M; 101 h., 84,1 br. — Reider Sammlung. 

396 (XXV). Kreuztragung Christi. Christus, von einem 
Knechte vorwärts gezogen, ist eben aus dem Stadttor von 
links herausgetreten und reicht der links knieenden Vero- 
nika das Tuch zurück. Hinter dieser die heiligen Frauen, 
Kriegsvolk und Knechte. Rechts ebenfalls Knechte. Hinter- 
grund Landschaft mit Stadt. Rückseite: Spuren von Reliefs. 

Fichtenholz. 102,3 h., 86,2 br. — Mit starker Benützung von Dürers Holz- 
schnitt B. 10. — Reider Sammlung. 

397 (LXXIII). Ausgießung des heiligen Geistes. In 
einer von Säulen getragenen Halle sitzt Maria mit einem 
offenen Buch ih der Linken, umgeben von den Aposteln, 
auf deren Häuptern Flämmchen stehen. Über der Gruppe 
die Taube des heiligen Geistes. Oben auf einem Quer- 
balken die Ffgur Moses mit den Gesetzestafeln. Rück- 
seite: abgesägt. 

Fichtenholz. 102,1 h., 62,1 br. — Die Architektur ist dem Holzschnitt Dürers, 
B. 95, entlehnt. — Reider Sammlung. 

398 (LXXIII). Christus in der Vorhölle. Links steht 
Christus mit der Siegesfahne auf einem Teufel und reicht 
dem vordersten der Verdammten die Hand. Hinter diesem 
rechts die Pforte der Hölle mit den herausdrängenden Ver- 
dammten, dabei vier Teufel. Links im Hintergrund Bäume. 

Fichtenholz. 104,3 h., 61,1 br. — Reider Sammlung. 



Hans Traut (?) — Wolf Traut. 123 

Hans Traut (?) 

aus Speyer, 1477 Bürger in Nürnberg, wo er 1516 starb. 

399 (XVIII). Geburt Maria. Die heilige Anna liegt im 
Bett. Im Vordergrunde zwischen zwei anbetenden Frauen 
ein Wasserschaff, in dem das nackte Kind Maria steht. Im 
Hintergrund rechts durch eine offene Tür Blick in ein 
Gemach, in dem Anna(?) dem Kind die Brust bietet. Dabei 
ein Mann und eine Frau. 

Fichtenholz. 130,7h., 58,4 br. — Rauch: Die Trauts, S. 22. Daselbst Ab- 
bildung, Tafel IV. 

Wolf Traut. 

Sohn des Hans Traut, Schüler Dürers, gest. in Nürnberg 1520. 

400a (XVIII A). Artelshofener Altar. Mittelstück. 
Hl. Sippe. In der Mitte sitzen auf einer Bank vor einem 
von Engeln gehaltenen Vorhang Mutter Anna und Maria 
mit dem nackten Jesuskind. Um diese gruppieren sich 
links Joachim, Salome und Kleophas, darunter Zebedäus 
und die Seinen: Maria, Salome, Jakobus maior mit der 
Pilgermuschel und Johannes Ev. mit dem Kelch. Rechts 
neben Maria steht Joseph im Gespräch mit Alphäus; weiter 
unten Maria Kleophas mit ihren vier spielenden Kindern, 
Judas Thaddeus mit der Keule, Simon mit der Säge, Jakobus 
mit dem Walkerbaum und Joseph Justus. Oben Gott- Vater 
und die hl. Taube auf Wolken, umgeben von jubilierenden 
Engeln. Im Hintergrund zu beiden Seiten zwei reich orna- 
mentierte Renaissancesäulen mit Gewölbeansätzen. Weite 
Landschaft. — Abbildung. 

Holz. L. M. 168'h. 114br. Oben im Kleeblattbogen abgeschlossen. — Ge- 
kauft 1887 von der Kirchengemeinde Artelshofen. — Der Altar war ursprünglich 
in der Tuchmacherkapelle der Lorenzerkirche zu Nürnberg, eine Stiftung des 
Kunz Hörn; dann an Wolf Harsdörfer (1590 — 1652) verkauft, der ihn mit 
seiner Ehefrau Ursula Viatis in ihre Patronatskirche zu Artelshofen stiftete. 
(G. Hager in der Kunstchronik 24 S. 579 ff. und 597 ff.). — BeiHampe: Nürn- 
berger Ratsverlässe. (1904). S. 141, die einschlägige Literatur. — Chr. Rauch: 
Die Trauts S. 70ff. 

400b (XVIII). Linker Flügel. Die Heiligen Laurentius 
mit Rost, Palme und Buch, und Stephanus mit Palme und 



124 Fränkische Schulen. 

Steinen stehen in einer Landschaft. Oben auf Wolken Engel. 
Unten in einer Nische sitzt ein Engel mit dem Wappen der 
Harsdörfer. Auf der Außenseite zwei Heilige: EinDiakon 
mit Buch und Palme, und Leonhard mit Kette. Über ihnen 
Festons. Unten kniet nach rechts gewandt der Stifter. 

Holz. L. M. 168 h.., 46 br. Die Außenseite hat dunkelblauen Grund. Oberer 
Abschluß im halben Kleeblattbogen. 

400c (XVIII). Rechter Flügel. Die Heiligen, Christo- 
ph erus, das Jesukind durchs Wasser tragend und Sebastian 
in modischer Tracht, mit Pfeilen in den Händen. Oben 
auf Wolken geflügelte Engelsköpfe. Unten in einer Nische 
ein sitzender Engel mit dem Wappen der Viatis, rechts 
dabei das Monogramm WT und 151Ä. Auf der Rückseite 
zwei Heilige: Konrad mit Kelch und Spinne und ein Bischof 
ohne Attribut. Über ihnen Festons. Unten kniet nach links 
gewandt die Stifterin. 
Befund wie oben. Oberer Abschluß im halben Kleeblattbogen. 

400d(XVIII). Feststehende Außenflügel.Heilige: Links 
die hl. Katharina mit Schwert und Buch, zu ihren Füßen 
das Rad. Standfigur nach rechts vor einer Mauerbrüstung. 
Oben Festons. Unten das Wappen der Harsdörfer. Rechts 
die hl. Felicitas mit Buch und Schwert, zu ihren Füßen 
sieben abgeschlagene Köpfe. Standfigur nach links vor einer 
Mauerbrüstung. Oben Festons. Unten das Wappen der Viatis. 

Befund wie oben. Oberer Abschluß im Rundbogen. 

400e (XVIII).' Predella (Fragmente). Ein Weihrauchfaß 

schwingender Engel nach rechts. Auf der Rückseite 

der hl. Petrus in Halbfigur, (zerstört). Ein Weihrauchfaß 

schwingender Engel nach links. Auf der Rückseite der 

hl. Paulus. Wie oben. 

Lindenholz. Vorderseite Goldgrund. Rückseite blauer Grund. L. M. 29,4 h., 
35,9 br. 

Unterfränkisch um 15 15. 

401 a (XV). Flügelaltar mit Schnitzereien und 
Malereien. Innerer linker Flügel, Außenseite: 



XVI. Jahrhundert. 125 

Oben: Verkündigung. Vor der rechts unter einem Bal- 
dachin knieenden Maria steht links der Engel mit dem von 
einem Spruchband umwundenen Szepter. In den oberen 
Ecken goldene Putten. Unten: Anbetung des Kindes. 
Maria kniet links vor der Hütte; auf ihrem Mantel das Kind 
im Strahlenkranz; rechts Joseph mit einer Laterne. Aus- 
blick in eine Landschaft mit Abendrot. 

Holz. 154 h., 54,5 br. — Der Altar stammt aus der von dem "Würzburger 
Bischof Lorenz von Bibra 1497 erbauten Lorenzkapelle in Gerolzhofen in 
Unterfranken. Zwischen 1511 und 1517 entstanden. — Katalog VL Nr. 1330. 

401b (XV). Innerer rechter Flügel, Außenseite: 
Oben: Begegnung. In offener Landschaft Maria und 
Elisabeth, sich bei den Händen fassend. Rechts Felsen. 
Unten: Darbringung im Tempel. Rechts sitzt der Priester, 
dem eine Frau das nackte Kind reicht. Links Maria mit 
Begleiterinnen. Innenraum, auf einer Empore links Zu- 
schauer. 
Befund wie oben. 

401c (XV). Äußerer linker FlügeL Der hL Papst 
Urban mit Doppelkreuz und Rebzweig. Am Boden ein 
Buch. Standfigur nach rechts vor einem Teppich. 

Fichtenholz. Blauer Grund. 147 h., 44,3 br. — Oberer Abschluß in halben 
Eselsrücken mit geschnitztem Rankenwerk. 

401 d (XV). Äußerer rechter Flügel. Ein heiliger 
Bischof mit Pedum und Buch. Standfigur nach links 
vor einem Teppich. 

Befund wie oben. — Aiif der Rückseite der Predella eine völlig verdorbene Dar- 
stellung der Veraicon. 

Fränkisch gegen 1520 (unter Einfluß Grünewalds). 

402 (XII). Der hl. Kilian. Der Heilige in rotem Gewand 
mit goldenem Mantel in Bischofstracht hält in der Rechten 
das Schwert, in der Linken das Pedum. Kircheninneres. 
Rechts Ausblick in Landschaft. Rückseite: Ein heiliger 
Bischof mit Pedum und Buch. Halbfigur. — Abbildung. 
Holz. 89 h., 48 br. — Oben spitz zugeschnitten, unten verkürzt. 



126 Fränkische Schulen. 

Fränkisch von 15 15. 

403a (XV). Schnitzaltärchen mit Plastik und be- 
malten Flügeln. Linker Flügel: Sippenbild. Maria 
Salome steht vor einer Mauerbrüstung, den kleinen, nackten 
Jakobus maior auf den Arm. Zu ihren Füßen sitzt das 
Kind Johannes mit dem Kelch, in einem Buch lesend. Hinten 
schaut über die Brüstung Zebedeus. Rückseite: Unter 
gotischem Baldachin Susanna (nach links) mit einem Stab 
in der Hand. Links Ausblick in Landschaft (zerstört). 

Holz. Vorderseite Goldgrund. L. M. 66,5 h., I77br. — Oberer Abschluß ge- 
schnitztes Maßwerk. — Reider Sammlung. — Kat. VI. 1329. 

403b (XV). Rechter Flügel: Maria Kleophas, vor einer 
Mauerbrüstung stehend, auf ihrem Arm ein Kind. Unten 
die Kinder Simon mit Säge, Jakobus minor mit Pilgerstab 
und Tasche, Judas Thaddäus mit der Keule. Hinten über 
die Brüstung gelehnt Alpheus. Rückseite: Unter gotischem 
Baldachin Ysachar, nach rechts gewandt. 
Befund wie oben. 

403c (XV). Predella. Linker Flügel, Innenseite: 
Hl. Konrad mit Kelch und Spinne. Halbfigur vor einer 
Brüstung. Außenseite: Der Engel der Verkündigung mit 
dem Spruchband, darauf der englische Gruß. Rechter 
Flügel: Hl. Margareta mit Drachen und Kreuz. Wie 
oben. Rückseite: Maria der Verkündigung, über ihr die 
Fortsetzung des Spruchbandes. 

Holz. Innenseite Goldgrund. Außenseite blauer Grund, 12,3 h,, 6,8 br. 

Fränkisch um 1520. 

404 (XVIII). Heilige Sippe: Bruchstück. In einem um- 
mauerten Garten Maria und Anna mit dem spielenden 
Christuskind. Links unten Maria Kleophas und Alpheus 
mit ihren vier Kindern. Hinter der Mauer Joachim und 
Kleophas. Oben in Wolken Gott- Vater, von dem die heilige 
Taube niederschwebt, und zwei musizierende Engel. 
Fichtenholz. 92,6 h., 48,4 br. Unten und rechts stark beschnitten. 



XVI. Jahrhundert. 127 

Fränkisch um 1520. 

405a (XV). Flügelaltärchen mit Schnitzereien und 
bemalten Flügeln. Linker Flügel, Rückseite: Kaiser 
Heinrich der Heilige. Der Heilige mit Fahne und Kirchen- 
modell. Standfigur. 

Fichtenholz. Blaugrauer Grund (neu). 50,6 h., 24,4 br. Kat. VI. 1333. 

405b (XV). Rechter Flügel, ^Außenseite: Hl. Georg. 
Er tötet den Drachen. 

Befund wie oben. 

Fränkisch um 1520. 

406 (XV). Gabriel als Verkündigungsengel. Der Engel 
nach links gewandt mit dem Szepter; über ihm Gott- Vater. 
Rückseite: Maria der Verkündigung. Maria unter 
einem Baldachin knieend vor einem Betpult, über ihr die 
heilige Taube. 

Holz. Vorderseite Goldgrund. Rückseite dunkler Grund. L. M. 105 h., 33,5 br. 
Rechtseitiger Altarflügel, im alten Rahmen. 

Unter fränkisch um 1530. 

407 (LXXVIII). Beweinung Christi. Der Leichnam Christi 
wird von Maria (rechts) im Schoß gehalten, links kniet Mag- 
dalena und küßt die Hand des Heilands. Zwischen den 
beiden Frauen unter dem Kreuz Johannes. Im Hintergrund 
Landschaft. Rückseite: Der hl. Ulrich mit Pedum und 
Fisch steht vor einem Teppich, zu seinen Füßen zwei an- 
betende Äbtissinen mit drei Wappen. Gegenstück zu Nr. 408. 

Fichtenholz. 140 h., 48,5 br. Schwer beschädigt und übermalt. — Bestimmung 
unsicher. 

408 (LXXVIII). Grablegung Christi. Der Leichnam Christi 
wird von zwei Männern in den Sarkophag hineingelegt, 
dabei Johannes und die beiden Marien. Hintergrund Land- 
schaft. Rückseite: Zerstörte Heiligenfigur. Gegenstück 
zu Nr. 407. 

Fichtenholz. 139 h., 48 br. Schwer beschädigt, unten beschnitten. 



128 Fränkische Schulen. 

Nürnberger Schule um 1530. 

409 (XXV). Aus der Legende des hl. Jakobus von 
Compostella. In einem Renaissanceraum liegen drei 
Pilger, Vater, Mutter und Sohn schlafend in einer Bettstatt. 
Rechts am Fußende des Bettes legt der Wirt einen goldenen 
Becher in die Reisetasche der Pilger. Nach hinten Aus- 
blick in eine Landschaft mit zwei Pilgern. Rückseite: 
Spuren von Reliefs. Gehört mit Nr. 410 — 412 zu einem 
Altarwerk. 

Fichtenholz. 74 h., 61 br. Zur Legende : Pilger aus Böhmen wallfahrteten nach 
Compostella. Unterwegs in einem spanischen Gasthause steckte der Wirt 
aus Bosheit einem von ihnen einen silbernen Kopf (Becher) in den Reisesack 
und gab ihn dann als Dieb an. Der Pilger sollte gehenkt werden, aber sein 
frommer Sohn, der ihn begleitete, ließ sich statt seiner hängen. Der Vater 
pilgerte nach Compostella und klagte dem hl. Jakob sein Leid. Nach 3 "Wochen 
auf dem Rückwege kamen sie unter dem Galgen vorbei. Da redete der 
hängende Sohn und sprach : St. Jakob habe ihn erhalten. Die Pilger gingen 
zum Richter und dieser ließ den unschuldigen Sohn herunternehmen. Da sagte 
man es dem bösen "Wirt, der eben Hühner aß. Dieser lachte und rief aus: 
„So wenig lebt der Gehenkte als diese Hühner." Aber die Hühner flogen auf 
und der Bösewicht wurde an demselben Galgen gehenkt. 

410 (XXV). Aus der Legende des hl. Jakobus. Inder 
Mitte der Galgen auf einer Renaissancesäule, links hängt 
daran der Sohn der Pilgersleute, von dem hl. Jakobus frei in 
der Luft gehalten. Rechts stehen die Eltern im Pilger- 
gewand. 

Befund wie oben. — 74,5 h., 59,8. 

411 (XXV). Aus der Legende des hl. Jäkobus. Der 
Richter und die Pilger sind im Hause des Wirtes erschienen, 
der eben auf offenem Herdfeuer Hühner brät. Diese werden 
auf seinen ungläubigen Ausruf lebendig und fliegen auf. 
Hinten durch den offenen Torbogen Ausblick in eine Land- 
schaft, in der der Wirt am Galgen gehenkt wird. Rechts 
an der Wand das Nürnberger Wappen. 

Befund wie oben. — 68,2 h., 60,6 br. 

412 (XXV). Enthauptung des hl. Jakobus maior. Der 
Heilige kniet unter einem Baum nach rechts, links hinter 



XVI. Jahrhundert. 129 

ihm holt der Henker zum Schlage mit dem Schwert aus. 
Rechts vor einer Stadtmauer Zuschauer. Hintergrund Land- 
schaft. 

Befund wie oben. 67,4 h., 59,7 br. 

Fränkisch um 1540. 

413 (LXXIII). Anbetung des Kindes. In der Mitte einer 
Ruine liegt auf dem Mantelsaum der rechts knieenden 
Maria das Jesuskind. Links der anbetende Joseph, in der 
Mitte anbetende Engel. Vor Joseph kniet der Stifter in 
geistlicher Tracht, von Petrus empfohlen. Dabei ein Ritter 
mit Schild und Fahne. Rechts im Türbogen Hirten. Im 
Hintergrund in der Mitte Ausblick in Landschaft, darin der 
Hirte und seine Herde, links oben drei Engel mit dem 
Spruchband: Et in terra pax hominu bone. 

Pichtenholz. 107,5 h., 67 br., übermalt. — Reider Sammlung. 

Fränkisch. Monogrammist H. H. von 1571. 

414 (LXXIV). Christus und die Ehebrecherin. In der 
Mitte eines dreischiffigen Kirchenraumes kniet Christus, 
hinter ihm die Apostel, und deutet auf den Fußboden, wo 
in hebräischer Schrift die bekannten Worte ^^ 
stehen. Links die Ehebrecherin, hinter ihr u'^'y^'^y^l'* 
die Juden. Bezeichnet in der Mitte unten: ^ 

Fichtenholz. 102,6 h., 106 br. 

In der Art des NeufchateL 

415 (XXVIII). Bildnis Herzog Ludwigs von Bayern. 
Erträgt olivgrünen, mit dem Degen gegürteten Rock, schwarzen 
Mantel mit hohem, aufgeschlagenem Kragen, Halskrause, die 
Hände halten die Handschuhe. Links das bayerische Wappen, 
rechts: Ludwig vonn Gottes gnaden Pfalzgraue bey Rhein 
Hertzog inn Bayern ec der obern Churfürstlichen Pfaltz. Stat- 
halter ec. Seines alters im 34 iar 1572. Halbfigur nach rechts. 

Leinwand. Grüner Grund. 100,3 h., 75,7 br. — Gekauft von Sylvester Ilg 1894 
um 350 Mk. — Ludwig VI., Sohn Kurfürst Friedrichs III. von der Pfalz, geb. 
1539, regierte in der Kurpfalz 1576—83, gest. 1583. 



130 Fränkische Schulen. 

Mortogrammist Hh von 1573. 

416 (XXV). Bildnis der Barbara Möhringer. Sie 
trägt lang herabhängende Zöpfe, niedriges Barett und rotes 
Kleid. Die Hände sind über dem Schoß übereinandergelegt. 
Rechts oben auf einem gemalten Zettel die Inschrift : Da man 
1573 Jar zall war ich Barbara Möringerin 32 Jar altt. vnd hatt 
diese gestaltt. Links unten das Monogramm Hh. Hüftfigur 
nach links. 

Lindenholz. Grauer Grund. 82,6 h., 68,2 br. — Vielleicht von Hans Hofmann 
in Nürnberg. — Reider Sammlung. 

Monogrammist C. G. von 1576. 

417 (LXXII). Maria Verkündigung. Maria, nach rechts 
gewandt, kniet vor einem niedrigen Betpult, auf dem ein 
offenes Buch liegt. Links hinter ihr der knieende Engel 
mit dem Stab, um den das Spruchband mit dem eng- 
lischen Gruß geschlungen ist. Rechts oben in Wolken Gott- 
Vater mit der Weltkugel, von dem die hl. Taube nieder- 
schwebt. Rechts auf einer Brüstung ein Stieglitz. Rechts 
unten: CG (verschlungen) 1576 PICTOR. 

Fichtenholz. 69,7 h., 50,9 br. — Reider Sammlung. 

Nürnbergisch vom Ende des XVI. Jahrhunderts. 

418 (LXIV). Bildnis einer Braut aus einem der 
Nürnberger Geschlechter. Sie trägt dunkles Gewand 
mit rotem Besatz und schwerem Goldschmuck auf der Brust. 
Auf dem Kopf eine hohe, perlengestickte Haube. Die vor 
dem Leib zusammengelegten Hände halten eine Rose. Stand- 
figur in leiser Wendung nach links in einem Gemach mit 
Butzenscheibenfenster. 

Fichtenholz. 47,3 h., 33,1 br. 

Lorenz Strauch 

geb. 1554 zu Nürnberg, gest. daselbst 1630. 

419 (XXVIII). Bildnis des Theologen Schelhammer. 
Der Dargestellte, barhäuptig mit langem Bart, trägt pelz- 
verbrämten Rock und Halskrause. Brustbild nach links. 
Oben: Anno 1597 Effigies M. Johannis Schelhameri Ecclesiae 



Lorenz Strauch. 131 

Noribergensis Concionatoris JEtat : Suae 69 : Minis : 38. 
Darunter das Monogramm LS (verschlungen). 

Lindenholz. Grauer Grund. 42,2 h., 35,8 br. Beschädigt. — Reider Sammlung. — 
Auf der Rückseite ein Zettel (XIX. Jahrh.) : Johann Schelhammer, geb. zu Staffel- 
stein, den 24. Juni 1527, Schüler Melanchthons, wurde am 15. Novbr. 1567 
Prediger bei St. Lorenz zu Nürnberg und starb daselbst 1605. Viede Nojutsch. 

420 (XXVIII). Bildnis eines Unbekannten. Der Dar- 
gestellte, barhäuptig, trägt dunkles Gewand mit gestärktem 
Spitzenkragen. Links oben sein Wappen, rechts ^TATIS 
SV JE 33. AN^ 1602. Darunter das Monogramm. Brust- 
bild nach rechts. Gegenstück zu Nr. 421. 

Lindenholz. Grauer Grund. 51 h., 40,8 br. — Reider Sammlung. 

421 (XXVIII). Bildnis einer Unbekannten. Sie trägt 
schwarzes Kleid, Mühlsteinkragen mit Spitzen und schwarzes 
Barett. Das Haar fällt in einem Zopf herunter. Brustbild 
nach links. Links oben: ^TATIS SV JE 23. ANÖ 1602, 
darunter das Monogramm. Rechts ihr Wappen. Gegenstück 
zu Nr. 420. 

Lindenholz. Graugelber Grund. 51h., 40,5 br. — Reider Sammlung. 

422 (XXVIII). Bildnis des Karl Tetzel. Der Darge- 
stellte, barhäuptig, trägt dunkle Stahlrüstung und breiten 
Mühlsteinkragen. Brustbild nach links. Links oben: H.Karl 
Tetzel. ^TA SV^ 42 A^ 1601. Darunter das Monogramm. 
Rechts sein Wappen. 

Lindenholz. Graugrüner Grund. 55,6 h., 43,4 br. — Auf der Rückseite auf 
einem Zettel : v. Lukas Straus, Maler. 

Nürnberger Schule von 1610. 

423 (L). Bildnis einer jungen Nürnberger Patrizierin. 
Sie trägt schwarzes Damastkleid, roten Rock und schwarze 
Schürze, breite Spitzenkrause sowie goldgesticktes Häub- 
chen. Auf der Brust schweren Goldkettenschmuck. An 
der rechten Seite eine goldverzierte Tasche und Besteck. Die 
Hände sind vorn zusammengelegt. Auf den Armbändern 
die Wappen der Imhof (r.) und Harsdörfer (1.). Oben links : 
.ETATIS SV^ XXIIII lAR A°, 1610. Kniestück nach links. 

Leinwand. Dunkler Grund. 88 h., 76,6 br. 

9* 



132 Fränkische Schulen. 

Fränkisch von 1634. 

424 (LXV). Bildnis des Obersten Sebastian von Bauer 
in Kriegstracht. Der Dargestellte mit braunem Schnurr- 
und Spitzbart trägt gelben Lederkoller mit roter Schärpe, 
breiten, aufliegenden Spitzenkragen. Der Degen an der 
Linken, der federgeschmückte Helm und Kommandostab 
auf einem Tisch links, auf den die Rechte sich stützt. 
Links oben unter seinem Wappen: ^TATIS SV JE 37 • 1634. 
Hüftfigur nach links. 

Leinwand. Dunkler Grund. 60,6 h., 44,5 br. — Reider Sammlung. 

Fränkische Schule von 1750. 

425 (LX). Bildnis des Grafen Adam Friedrich 
von Seinsheim, Bischofs von Bamberg. Er trägt 
schwarzes, mit Rüschen besetztes Atlasgewand, um die 
Schultern den roten Hermelin drapiert. Um den Hals ein 
breites, rotes Band mit einem Edelsteinkreuz. Die Rechte 
hält das rote Bischofsbarett. Halbfigur. 

Leinwand. Grauer Grund. 97,5 h., 72,4 br. — Fürstbischof Adam Friedrich, 
geb. 1708, gest. 1779. Näheres über ihn bei E. Graf Fugger, Die Seinsheims 
und ihre Zeit (1893), S. 234 ff. Daselbst auch Abbildung unseres Bildes. — 
Vgl. Bild Nr. 432. 

Georg Adam Arnold 

In Bamberg um 1^69, lebte noch 1680. (Nagler, Künstlerlex. Bd. I, S. 166.) 

426 (Lila). Innenansicht des Bamberger Doms. Der 
Blick ist vom Westchor aus genommen und zeigt den Dom 
in seinem Zustand um 1 680. Andächtige, im Vordergrund 
links ein Hund. Oben das Wappen des Bischofs Philipp 
von Dernbach (1674 — 1683 Bischof von Bamberg.) Links 
und rechts oben in Zwickeln die Heiligen Heinrich und 
Kunigunde, Stifter des Doms. Bez. unten rechts: Georg 
Adam Arnold fecit. 

Leinwand. 165,4 h., 96 br. — Reider Sammlung. — Der auf dem Bilde sicht- 
bare Schlußstein über dem Chorgestühl befindet sich im Treppenhaus des 
Nationalmuseums. 



J. L. Hirschmann. — B. Vogel. — G. K. Urlaub. 133 

Johann Leonhard Hirschmann (?) 

nach Nagler aus Nürnberg, in England tätig, gest. nach 1730. 

427(XXXV). Bildnis des Rates Johann Mattheus Barth. 
Der Dargestellte in schwarzem Talar mit weißer Mühlstein- 
krause steht mit sprechender Handbewegung hinter einer 
Brüstung. Über der ovalen Einfassung hängt rechts oben 
ein Vorhang. Unten auf einer Brüstung lOH • MATTH^ • 
BARTH • RAT • ^TAT • XXX • MINIST • III. Rechts be- 
zeichnet Hirschmann p. 1721. Halbfigur. 
Pergament. 32,7 h., 22,3 br. 

Bernhard Vogel 

geb. 1683 in Nürnberg, gest. 1737 daselbst, hauptsächlich Schabkünstler. 

428 (XXXV). Bildnis desJohann Christoph von Imhof. 
Erträgt das Gewand der Nürnberger Ratsherren, schwarzes, 
pelzbesetztes Obergewand, breite Halskrause und Allonge- 
perücke. Auf der Brust eine Kette mit einem Medaillon. 
Rechts Ausblick auf Gebäude. 

Pergament. (Pastell). L.M. 22 h., 16,7br. — Auf dem Holzdeckel: decenti 
venerationi D. D. D. Bernardo Vogel A« 1 737. — Johannes Christoph von 
Imhof, geb. 1 659, gest. 1 736, war Bürgermeister von Nürnberg. — Studie für ein 
Schabkunstblatt des Bernhard Vogel von 1737 nach einem Gemälde von Hirsch- 
mann. 

Georg Karl Urlaub 

1749 zu Ansbach geboren, starb nach unstetem Leben 1809 zu Marburg. 

429 (LXXXII). Bildnis eines Hofkavaliers. Der Dar- 
gestellte, bartlos, mit Zopfperücke in grünem, goldbesetztem 
Jagdkleid, hält in der Linken einen Brief. Halbfigur nach links. 

Leinwand. Graubrauner Grund. 79 h., 66,2 br. — Reider Sammlung. — Auf 
der Rückseite bezeichnet G:Vrlaub pinx Ao. 1775. 

430 (XLVI). Bildnis einer 'Gräfin Paumgarten. Sie 
trägt weißes, ausgeschnittenes Kleid mit kurzen Ärmeln und 
blauer Schärpe. Um die Schulter ist ein blauer Mantel 
geschlagen, der links auf einem Tisch (?) aufliegt, auf den 
die Gräfin den rechten Ellenbogen stützt. Kniestück. Be- 
zeichnet links unten: G. Vrlaub p, 1782. 

Pergament (Pastell). Grauer Grund. L.M. 95,5h., 72 br. 



134 Fränkische Schulen. 

Sebastian Förtsch 

geb. zu Pottenstein in Franken, Porträtmaler zu Hamburg, gest. 1803. 

431 (LIX). Bildnis der Herzogin Franziska von Zwei- 
brücken. Die Fürstin in hellblauem Kleid mit schwarzem 
Überjäckchen und hoher, schwarzer Haube sitzt neben einem 
Spinett, auf dessen Pult ein Notenheft liegt mit der Auf- 
schrift: Divertimento II a Clavicembalo e Violino di Chri- 
stofero Elsperger. Sie hält mit der Rechten den an ihrer 
Brust befestigten Elisabeth-Orden, die Linke streichelt ein 
Hündchen. Links vorn auf einem Kissen der Fürstenhut. 
Halbfigur. 

Leinwand. Graugrüner Grund. 103,5 h., 72,3 br. — Auf der Rückseite : Seiner 
Herzoglichen Durchlaucht Franciska. Verwittibte Herzogin von Zweybrücken 
gebohrne Pfalzgrafin von Sulzbach in 55 sten Jahr dero Alters gemahlen von 
Sebastian Förtsch gebürtig von Bottenstein im Bistum Bamberg. 1779. 

Johann Joseph Scheubel 

Schüler De Maries, hauptsächlich in Bamberg tätig, 1767 Hofmaler, 
gest. gegen 1783. 

432 (Treppenhaus). Bildnis des Grafen Adam Friedrich 
von Seinsheim, Bischofs von Bamberg. Der Dar- 
gestellte, bartlos, trägt gepuderte Stutzperücke, schwarzes 
Damastkleid und roten Hermelinumwurf. Auf der Brust an 
rotem Bande ein Diamantkreuz. Hintergrund Vorhang. 
Halbfigur nach rechts. 

Leinwand. Brauner Grund. Beschädigt. 97,3 h., 77,6 br. — Auf der Rückseite : 
Adam Friedrich v, Seinsheim. Bischof v. Würzburg u. Bamberg. Scheubel 
Pinxit. — Aus Bamberg. — Vgl. Bild Nr. 425. 

Andreas Theodor Mattenheimer (?) 

geb. 1752 in Bamberg, gest. daselbst 1810. 

433 (XXXIII). Bildnis des Pfalzgrafen Christian III. 
von Zweibrücken-Birkenfeld (?). Er trägt Rüstung, 
hermelingefütterten Purpurmantel und hohe Allongeperücke. 
Brustbild nach links. 

Leinwand. Im Oval. 83 h., 66 br. — Hinten auf dem Rahmen : Mattenheimer 
pinx. 1795. — Christian III., Sohn des Pfalzgrafen Christian IL, geb. 1674, 
gest. 1735. 



Mitteldeutsche 
und Niederdeutsche Schulen 

bis 1800. 



Nach Lukas Kranach. 

434 (Depot). Salome. In reicher Zeittracht hält sie in den 
Händen die Schüssel mit dem abgeschlagenen Haupt des 
Johannes. Hintergrund ein Teppich, links über eine Brü- 
stung Ausblick in eine Landschaft. 

Mahagoniholz. 88 h., 63,2 br. Rechts ein Zentimeter angestückt. — Späte Kopie. 

435 (XXIV). Christus am Kreuz. In der Mitte der Ge- 
kreuzigte, zu den Seiten die Kreuze der Schacher. Über 
Christus die Worte: VATER IN DEIN HENT BEFIL ICH 
MEIN GAIST. Unten der Feldhauptmann zu Pferde, da- 
bei die Worte: WARLICH DISER MENSCH IST GOTTS 
SVN GEWESEN. Rechts unten 1516 und das Schlangen- 
zeichen. 

Holz. 49 h., 35 br.'— Kopie. — Eine Replik (Original?) bei Graf Wilczek. 

436 (XXIV). Bildnis eines jungen Mädchens. Das junge 
Mädchen hat die Hände über den Schoß gelegt. Das rote 
Kleid mit kleinen geschlitzten Puffärmeln, tief ausgeschnitten, 
läßt das schwarz und weiß gestreifte Leibchen sehen. Das 
blonde Lockenhaar, von einem schwarzen Band durchzogen, 
fällt frei herab. Links an einem Nagel aufgehängt das 
Wappen des Fürleger. Halbfigur nach links. 

Lindenholz. Schwarzer Grund. 50,5 h. 37.8 br. — Späte Kopie nach einer 
hl. Katharina in der ehemal. Sammlung Somz6e. (Auktionskatalog 1904, 
II. Teil, Tafel 65.) 



136 Mitteldeutsche und Niederdeutsche Schulen. 

Kranachschule. 

437 (Depot). Bildnis des Kurfürsten Johann Fried- 
rich von Sachsen. Der Kurfürst trägt pelzverbrämte 
Schaube mit reichem Kettenschmuck; die Rechte hält die 
Handschuhe, die Linke wird durch das Barett verdeckt. Oben 
die Inschrift: lOH ANNES FRIDERI^CVS NATVS ELEC- 
TOR SAXONIE. Links in Brusthöhe die Inschrift: CON- 
TERFEIT IM 155t lAER. Halbfigur nach rechts. Gegen- 
stück zu Nr. 438. 

Pergament oder Papier, auf Holz gespannt. Hellblauer Grund. 47 h., 34,7 br. — 

Auf der Rückseite : 

Inn diser Tafel findt mann stan, Ain geborn Churfürst wolgethan 

Conterfait zwen heldn wolgethan, Sein Eerlichs lob wirdt ewig bstä. 

Nemlich der from hochloblich fürst, Bey dem Martinus Luther gnant 

Dem nach grechtigkait allzeit dürst; InTeutsch vnd welschen landn bekant 

Vnd in der prob recht ist erkannt, Der hat so gschreben vnnd gelert 

Hanns Friderich sein nam genat Das sein nam auch nit vergessen werdt. 

438 (Depot). Bildnis Martin Luthers. Der Dargestellte 
trägt schwarze Schaube und hält ein Gebetbuch in den 
Händen. Oben die Inschrift: MARTINVS LVTERVS DOC- 
TORTHEOLOGI.E. Rechts in Schulterhöhe : CONTERFEIT 
IM 15i5 lAER. Halbfigur nach rechts. Gegenstück zu Nr. 437. 
Befund wie oben. ^.uf der Rückseite: 

In statuam Joannis Friderici 
Ducis Saxonia. I. M. Morshey: 
Si tibi Joannis Friderici cognita virtus 
Saxoniae . . . vel pia fama ducis 
Cuius habet tantam fidei constantia laudem 
Quantam vix aetas viderat illa prius. ^ 
Si iuvat herois tarn clari cernere vultus. 
Cuius apud cunctos nomen honosq. viget. 
Huc oculos vertas, hanc inspice mente tabellam 
Et vivam faciem talis imago feret. 
Certa tibi pictor vestigia corporis edit. 
Sed virtus animis concipienda datur. 
Talis erat verö, reducem cum patria vidit. 
Estqe pater patriae redditus ille suae. 
Hunc quia magnaminii fecit pia cura Lutheri. 
Insignem tanta relligione Virum. 
Addita fatidici pariter sunt ora Lutheri. 
Qualia, dum coram viveret, ille tulit. 
FECIT EST ANNO 1553. 



Kranachschule. — Gottfried Kneller. 137 

Monogrammist HB nach Kranach. 

439 (LXXIII). Ecce homo. Der Schmerzensmann mit den 
Wundmalen, auf der Stirn die Dornenkrone, hält sitzend mit 
der Rechten einen Rutenbesen auf dem Schoß, die Linke 
ist zur Brust erhoben. Bezeichnet links unten: HB. 
Halbfigur. 

Eichenholz. Dunkler Grund. 62,2 h., 46 br. — Reider Sammlung. — Ein 
gleiches Bild unter andern in der Würzburger Universitäts-Samml. Nr. 158. — 
Vielleicht Hans Brosamer. 

Monogrammist A.H. (Kranachschule). 

440 (XXVI). Joseph und Potiphars Weib. Rechts in 
einem Zimmer die Bettstatt, an der sich die nur leicht 
bekleidete Frau mit der Linken anklammert, während sie 
mit der Rechten den Mantel des zur Tür links flüchtenden 
Joseph packt. Rechts auf einer Anrichte eine Schüssel mit 
Früchten. Oben links : Schlaff bei mir. Daneben : Er wegert 
sichs aber vnd sprach zu yr / Sihe, mein Herr weis nicht, was 
ihm Hause ist, vnd alles was er hat, das hat er vnter meine 
Hende than, vnd hat nichts so gros in dem Haus, das er 
vor mir verholen hat, on dich, denn Du bist sein weib, 
wie soll ich denn nü einn solch gros vbels thu, vnd wider 
Gott sündige. Gene • XXXIX. Weiter rechts das Mono- 
gramm A.H. 

Lindenholz. 55 h., 57 br. — Reider Sammlung. — Von Weltmann (Holbein II. 
1868, S. 469) für Ambros. Holbein gehalten, vielleicht von Andreas Hirneisen. 

Gottfried Kneller 

geb. in Lübeck 1648, gest. 1723 in London. 

441 (XXIX). Bildnis der Kurfürstin Adelheid Hen- 
riette von Bayern. Die Kurfürstin in blauem, tiefausge- 
schnittenem Atlaskleid hält Blumen in den Händen. Die 
Haare fallen in Locken auf die Schultern. Landschaftlicher 
Hintergrund. Kniestück nach rechts. — Abbildung. 

Leinwand. 124 h., 98,2 br. — Abgebildet im „Bayerland" 1894. S. 221.^ 



138 Mitteldeutsche und Niederdeutsche Schulen. 

Amalie Marie Herzogin von Sachsen 

Tochter König Friedrich August IL, geb. 1724, vermählt 1738 mit Karl II., 
König von Spanien, gest. 1760. 

442 (XXXV). Christus am Kreuz. Das Kreuz erscheint, 
schräg gestellt, in unsicheren Formen auf Wolken. 

Pastell. L. M. 68 h., 52 br. Auf der Rückseite ein Zettel mit der Notiz, daß 
das Bild nach einem Original in der kgl. Kapelle zu Dresden, das Louis Sil- 
vestre nach einer Vision vom 19. Mai 1734 gemalt hatte, von der obenge- 
nannten Prinzessin 1737 kopiert worden sei. 

Joh. Georg Ziesenis 

geb. 1716 zu Kopenhagen, Hofmaler des Kurfürsten von Hannover, 
gest. das. 1777. 

443 (XLIV). Jugendbildnis des Kurfürsten Karl 
Theodor von Bayern. Der Prinz im blauen Morgenrock 
sitzt in seinem Studierzimmer vor einem Tisch, der mit 
Schachbrett, Noten u. s. w. belegt ist. Die Flöte hält er in 
der Linken, zu seinen Füßen ein Hund. Links ein Vio- 
loncell, rechts im Hintergrund ein Bücherschrank, darüber 
ein weibliches Bildnis. — Abbildung. 

Leinwand. 46 h., 31,8 br. — Auf der Rückseite: Carolus Theodorus Elector 
Palatinus J. G: Ziesenis pinxit 1757. 

Christian Lindner 

geb. 1728 in Mehlthener, gest. 1808 in Meissen, hauptsächlich tätig als 

Porzellanmaler in Meissen. 

• 

444 (LXV). Bildnis der Freifrau Johanna von Falken- 
stein. Die Dargestellte, in vorgeschrittenem Alter, trägt 
blaues Kleid mit Spitzenbesatz. Auf dem hochgekämmten, 
grauen Haar ein Rüschenhäubchen mit einem schwarzen, 
schmalen Tüllschleier, der über der Brust zusammengeknotet 
ist. Auf der Brust der Kreuzträgerinnenorden. Brustbild. 

Leinwand. Graubrauner Grund. 55 h., 42,7 br. — Auf der Rückseite: Johanna 
Freyfrau v. FalckenStein. gebohr. Fr. v. Freyberg Oepfingen Obristhofmeisterin 
von Ihro Königl. Höh. Prinzessin Cunigunda Herz : zu Sachsen. Dresden, 
den 26. Märtz 1774. C. Lindner pinx. 



Rheinische Schulen 

bis 1800. 



Niederrheinisch-Kölnisch um 1350. 

445 (VII). Hausaltärchen mit Darstellungen aus dem 
Leben Christi. Der Schrein, für Reliquien bestimmt, 
enthält nur in der Mitte die aus Elfenbein geschnitzte 
Figur der Muttergottes. Auf der Innenseite des linken 
Flügels oben die Verkündigung: Vor Maria, dieneben 
einem Stuhl steht, der Verkündigungsengel mit dem Spruch- 
band: AVE GRACIA PLENA. Oben aus Wolken die her- 
niederschwebende heilige Taube. Darunter die Geburt 
Christi: Unter einem Baldachin liegt Maria auf dem Lager, 
das Kind herzend. Rechts dahinter sitzt der schlafende 
Joseph, vor dem Lager Esel und Ochs. Auf dem rechten 
Flügel oben die Krönung Maria: Christus als Himmels- 
könig setzt der links mit gefalteten Händen neben ihm 
sitzenden Maria die Krone aufs Haupt. Darunter die Taufe 
Christi: In der Mitte steht Christus bis zur Hüfte im 
Jordan, von dem rechts stehenden Johannes getauft, ein 
Engel links hält das Gewand Christi. Auf den Außen- 
seiten: Links ein heiliger Bischof mit Buch und Stab, 
rechts ein Ritter mit Schild und Lanze (Gereon ?). — Die Dar- 
stellungen sind nach oben von flach geschnitztem, gotischem 
Ornament begrenzt. Auf den Außenseiten über den Orna- 
menten in den Zwickeln kronentragende Engel auf Wolken. 

Holz. Goldgrund mit punziertem Rankenwerk, ebenso wie die Malerei mehr- 
fach erneuert. — Jeder Flügel 58,5 h., 16,5br. — 1827 von König Ludwig I. 
mit der Boisser6e-Sammlung erworben, 1 875 aus der K. Sammlung in Nürnberg 



140 Rheinische Schulen. 

dem National-Museum überwiesen. — Kat. VI. Nr. 1334. — Nach Firmenich 
Richartz: Wilhelm von Herle und Hermann Wynrich von "Wesel i. d. Zeitschrift 
für christliche Kunst. (VIII. 299) in der Art des Triptychons Nr. 1 imWallraf- 
Richartz-Museum zu Köln. — Abgebildet und besprochen von Schnütgen i. d. Z. f. 
Christi. K. XVI. 194. — Ebenso in „Kunstschätze a. d. bayer. Nat.-Mus." 
(Blatt XI.) 

Niederrheinisch gegen 1400. 

446a (VIII). Hausaltärchen mit Schnitzwerk und 
Malereien. Linke Seitenwand: Heilige. Oben Petrus 
mit Schlüssel und Buch, unten Paulus mit Schwert und 
Buch. Im obersten Teil ein musizierender Engel. 

Holz. Oberer Abschluß plast. Kleeblattbogen auf Goldgrund. 60 h., 13,6br. — 
Nach Firmenich Richartz : Wilhelm von Herle und Hermann Wynrich von Wesel 
(Z. f. Christi. K. VIII. 299, 300), der Tafel Nr. 210 im Wallraf-Richartz-Museum 
in Köln stilverwandt. — Abgebildet und besprochen von Schnütgen : Z. f. christl. 
Kunst XVI. S. 225. Desgleichen in „Kunstschätze aus dem bayer. Nat.-Mus." 
Blatt VIII. 

446b (VIII). Linker Flügel: Darstellungen aus der 
Kindheit Christi. Oben Anbetung der heiligen drei 
Könige. Maria auf dem Thron (links) hält das bekleidete 
Kind auf dem Schoß, rechts die drei Könige, von denen 
der vorderste sein Geschenk überreicht, der zweite deutet 
auf den Stern. Unten die Flucht nach Ägypten: Maria 
mit dem Kind reitet auf dem Esel, den Joseph führt. Im 
Hintergrund ein paar Bäume, oben anbetende Engel. Im 
oberen Abschluß ein musizierender Engel. Rückseite: 
Der Engel der, Verkündigung mit dem Spruchband. 

Holz. Vorderseite glatter Goldgrund mit geschnitztem Ornament. Rückseite 
grüner, goldschablonierter Grund. Oberer Abschluß im halben Kielbogen. 
55 h., 23,4 br. 

446c (VIII). Rechte Seitenwand: Heilige. Oben Äb- 
tissin mit Stab und Buch (Luitgardis?), unten Agnes mit Lamm 
und Palme. Im oberen Abschluß ein musizierender Engel. 

Befund wie bei Nr. 446 a. 59,5 h., 13,8 br. 

446d (VIII). Rechter Flügel: Darstellungen aus der 
Kindheit Christi. Oben Anbetung des Kindes: Vor 
einer hohen Steinkrippe, in der das Kind liegt, knieen Maria 



XVI. Jahrhundert. 141 

und Joseph. Hinter der Krippe Ochs und Esel, oben Engel. 
Unten Darstellung im Tempel: Vor einem Altartisch 
übergibt Maria dem Hohenpriester das nackte Kind, links 
hinter Maria eine Begleiterin mit den Opfergaben. Im 
oberen Abschluß ein musizierender Engel. Rückseite: 
Maria der Verkündigung mit dem Spruchband, über ihr 
die Taube. 

Befund wie bei Nr. 446 b. 

Rheinisch um 1520. 

447 (XIII Vitrine). Die Heiligen Apollonia und Agathe. 
Vor einem Teppich stehen links Apollonia mit Buch und 
Zange und rechts Agathe, in der Rechten eine Zange mit 
def abgerisseneil Brust, in der Linken einen Buchbeutel. 
Hintergrund Landschaft. 
Eichenholz. 33,2 h., 24,6 br. 

Niederrheinisch. Anfang des XVI. Jahrhunderts. 

448(XXII).Klappaltärchen, Diptychon. LinkerFlügel: 
Hl. Veronika. Die Heilige, nach links gewandt, hält die 
Veraicon. Reiche Landschaft. Rückseite: Die hl. Ur- 
sula mit Pfeil und Buch. Standfigur nach links, grau in 
grau. Rechter Flügel: Hl. Maria Magdalena. Die Hei- 
lige, nach rechts gewandt, hält die Salbbüchse in den Händen. 
Sie steht in einer Landschaft mit burgartigem Gebäude im 
Hintergrund. Rückseite: Maria Magdalena mit der Salb- 
büchse, nach rechts gewandt, grau in grau. 
Holz. Oben im Spitzbogen abgerundet. — L. M. 17 h., 7 br. Geringe Arbeit. 

Rheinisch. 
Art des Meisters vom Tode Maria. 

449 (XXII). Männliches Bildnis. Der Dargestellte, in 
mittleren Jahren, trägt auf dem kurzen, gelockten Haar ein 
breites, schwarzes Barett mit geschlitztem Rand. Über das 
weiße Untergewand legt sich eine schwarze, pelzverbrämte 



142 Rheinische Schulen. 

Schaube. Die Linke hält eine Nelke. Halbfigur nach rechts. — 
Abbildung. 

Eichenholz. Oben halbrund. Grüner, marmorierter Grund. 76,2 h., 54,7 br.— 
Stark verputzt. — Aus Neuburg a. D. 

Hans von Aachen (?) 

geb. 1552 zu Köln, Schüler des Jerrigh, Hofmaler Kaiser Rudolfs, 
gest. 1615 zu Prag. 

450 (LXIV). Votivbild. In der Mitte schwebt der Heiland 
mit der Siegesfahne zum Himmel empor. Zu den Seiten 
des Grabes schlafende und zurücktaumelnde Wächter. Links 
der anbetende Stifter mit seinen drei Söhnen, davon zwei, 
lOHANNES und MATHIAS mit Sterbekreuzen, vor ihm auf 
einem Kissen zwei Wickelkinder mit Sterbekreuzen, dabei 

HIERONYMVS SALOM und • •. • • • MATHIAS • 6. 

Rechts die Gattin anbetend, hinter ihr in gleicher Stellung 
ihre drei Töchter MARIA, BRIGIDAT, CATHERINA. Links 
und rechts in den Ecken Wappen, in der Mitte auf einem 
Steinsockel: A • S • M • D • C. 

Leinwand. L. M. 300 h., 101,7 br. Im Halbbogen abgeschlossen. — Stammt 
aus einer Münchner Privatkapelle, gekauft aus dem Nachlass des Kaufmanns 
Heinrich Riezler 1899. — Bestimmung unsicher. 

451 (XXV). Bildnis Herzog Wilhelms V. von Bayern. 
Der Dargestellte, in dunkler Kleidung mit der Kette des 
goldenen Vließes, steht neben einem Tisch, auf den er die 
Rechte stützt; die Linke hält er erhoben. Im Hintergrund 
oben ein geteilter Vorhang. Ganze Figur nach rechts. 
Gegenstück ztf Nr. 452. 

Leinwand. L. M. 252 h., 112,5br. Stark nachgedunkelt. — Bestimmung un- 
sicher. — Meyers Künstlerlexikon L 39. 

452 (XXV). Bildnis der Herzogin Renata, Gemahlin 
Wilhelms V. von Bayern. Die Dargestellte trägt dunkles 
Kleid, breiten Mühlsteinkragen und Spitzenhäubchen. Sie 
stützt mit der Rechten ein Gebetbuch auf einen Tisch, in 
der Linken hält sie ein Spitzentaschentuch. Im Hintergrund 
oben ein geteilter Vorhang. Ganze Figur nach links. Gegen- 
stück zu Nr. 45 L 

Leinwand. L. M. 252 h., 112,5br. Stark nachgedunkelt. — Bestimm, unsicher. 



Theodor Roos. — E. Richard. 143 

Theodor Roos 

geb. 1 638 in Wesel, gest. 1 698, Schüler von A. de Bie, tätig in Mannheim ( 1 657), 
Straßburg (1681) und zuletzt in Stuttgart als Hofmaler. 

453 (LIII). Bildnis einer Fürstin. Die Fürstin mit asch- 
blondem Lockenhaar trägt weißseidenes, am Ausschnitt mit 
Hermelin besetztes Kleid und Hermelinmantel. Sie sitzt 
an einem Tisch, links darauf ein geöffnetes Schmuck- 
kästchen und eine Krone. Oben ein geteilter, roter Vorhang. 
Bezeichnet rechts: Roos • fecit 1675. Kniestück nach links. 

Leinwand. 129,7h., 97,2 br. Auf der Rückseite: Roos. Fecit 1675. 

E. Richard 

arbeitete nach Nagler um 1 728 zu Neuwied am Rhein in Rembrandts Manier. 

454 (XXXII). Weihe eines Kriegers und eines Geist- 
lichen durch die Himmelskönigin. Einem Feldherrn 
(links) und einem geistlichen Würdenträger (rechts) mit 
ihren Begleitern erscheint in den Wolken Maria mit dem 
Kinde, umgeben von einer Engelschar, die dem Feldherrn 
ritterliche Ordenskleidung, dem Geistlichen Kardinals- und 
Kurhut bringt. Vorn die Bezeichnung E. Richard pinx. 
Leinwand. 63 h., 72 br. 



Neuere Meister 

nach 1800. 



C. Hirschmann 

nach Nagler Maler und Lithograph von Bamberg, um 1821 noch in Augsburg. 

455 (XLVI). Bildnis eines unbekannten Staats^ 
mann es. Er trägt blauen, oben offenen Rock mit hohem 
Kragen und weißes Halstuch. Auf der Brust den Orden 
des goldenen Vließes. Brustbild nach rechts. 

Papier. Gouache. L. M. 34 h., 27 br. Im Oval. — Auf der Rückseite : Hirsch- 
mann pinx. 1808. 

Moritz Kellerhoven 

geb. 1758 zu Altenroth, gest. 1830 in München, Hofmaler Karl Theodors. 

456 (XLVII). Selbstbildnis. Der Dargestellte, auf einem 
Stuhl sitzend, trägt braunen Rock mit weißer Halsbinde. 
Die Linke stützt sich auf den Spazierstock, die Rechte, 
darübergelegt, hält den Kreidegriffel. Halbfigur nach rechts. 

Eichenholz. Dunkler Grund. 73 h., 58,4 br. — Geschenk der Tochter des 
Dargestellten 1872. 

Josef Karl Stieler 

geb. 1781 in Mainz, gest. 1858 in München. 

457 (XLVII). Bildnis desOptikersGeorg vonReichen- 
bach. Der Dargestellte, bartlos, trägt dunklen Rock mit 
Ordensabzeichen, um den Hals den Verdienstorden. Be- 
zeichnet rechts: J. Stieler 1822. Brustbild nach links. 

Leinwand. Braungrüner Grund. 67 h., 53,5 br. — Auf der Rückseite : Georg 
von Reichenbach gemahlt von J, Stieler 1822. — Gekauft von C. Reichenbach 
in Garmisch. 



J. A. Rhomberg. — M. Neher — A. J. Hautmann. 145 

Joseph Anton Rhomberg 

geb. 1786 in Dornbirn, gest. in den 50 er Jahren in München, 

458 (LXV). Bildnis eines älteren Mannes in bäuer- 
licher Tracht. Der Dargestellte, bartlos, mit grauem 
Haar, trägt dunkelgrünen Rock mit Silberknöpfen über der 
schwarzen Weste mit gleichem Zierat. Bezeichnet links 
unten: JRhomberg 1827 pinx. Brustbild nach links. Gegen- 
stück zu Nr. 459. 

Leinwand. Graubrauner Grund. 65 h., 52,3 br. — Geschenk der Oberappel- 
lationsratswitwe Gramm in München 1901. 

459 (LXV). Bildnis der Gattin des Vorhergehenden. 
Die Dargestellte, in bäuerlicher Tracht, trägt braunes Kleid 
mit lilagrünem Brusttuch und Pelzhaube, Gürtelschmuck und 
Halsschließe. Rechts unten bezeichnet: JRhomberg 1828 
pinx. Brustbild nach rechts. Gegenstück zu Nr. 458. 
Leinwand Grüner Grund, 65 h., 53 br, 

460 (LXV). Bildnis der Tochter der Vorhergehenden. 
Das kleine Mädchen, in Münchener Tracht, weissem, blau- 
getupftem Kleid, mit silberverschnürtem Mieder, gelbem 
Brusttuch, Halsschließe und Riegelhäubchen, hält in der 
Linken ein paar Schlüsselblumen. Rechts unten bezeichnet: 
J. Rhomberg 1828 pinx. Halbfigur. 

Befund wie oben. — Die Dargestellte ist die Geschenkgeberin. 

Michael Neher 

geb, 1798 in München, gest. daselbst 1876. 

461 (LXVI). Bildnis des kgl. Kammermusikers und 
letzten Hofnarren Georg Pranger. Er trägt dunkel- 
blauen Rock mit rotem, goldgesticktem Kragen. Die Linke hält 
den Schiffhut.Halbfig. Links unten bezeichnet: M. Neher 1820. 
Leinwand. Grauer Grund. 66 h., 52 br. 

Anton Jos. Hautmann 

geb. 1821 in München, gest. daselbst 1862. 

462 (XLVII). Bildnis des Finanzrates Franz von 
Miller. Er trägt schwarzen Anzug mit Ordensabzeichen 

10 



146 .- Neuere Meisten 

und helle Weste. Er sitzt in einem grünen Lehnsessel 
und Iphnt den linken Arm auf einen Tisch (rechts), der 
mit Manuskripten und Büchern bedeckt ist. Dahinter ein 
Bücherregal, von einem grünen Vorhang halb verdeckt. 
Links unten bezeichnet: A. Jos. Hautmann 1842. Kniestück 
nach rechts. 

Leinwand. Brauner Grund. 103 h., 88,3 br. — Geschenk der Frau Antoinette 
Bader in "Wasserburg a. I. 1890. — Franz von Miller war Mitbegründer des 
deutschen Zollvereins. 

Gabriel Schachinger 

geb. 1850 in München, lebt daselbst. 

463 (XLVII). Bildnis König Max IL von Bayern. 
Der König, in Uniform mit dem Hermelinmantel, hält die 
Linke am Degengriff, die Rechte legt sich auf die Krone, 
die mit dem Marschallstab auf einem Tisch liegt. Im 
Hintergrund Architektur, links durch ein Fenster Ausblick 
auf das Maximilianeum. Ganze Figur. 

Leinwand. L. M. 233 h., 161,5 br. — Kopie nach dem Original von Joseph 
Bernhardt (1805—1885). — Gekauft von Prof. Gabriel Schachinger in 
München 1900. 



464—476. Skizzen zu den Ölgemälden 
für das Maximilianeum. 

'• Peter Hess 

geb. 1792 in Düsseldorf, gest. 1871 in München, 

464 (XLVII). Schlacht bei Austerlitz. 

Leinwand. 31,4 h., 38,9 br. 

Eugen Hess 

geb. 1824 in München, gest. daselbst 1862, Schüler seines Vaters Peter Hess. 

465 (XLVII). Washington zwingt Cornwallis bei 
Yorkstown zur Übergabe. 

Leinwand. 22 h., 28,5 br. 



Dietz. — V. Ramberg. — Gunkel. — v. Kaulbach. — Kökert. — Pawles. 147 

Feodor Dietz 

geb. 1813 in Neunstetten (Baden), gest. 1870 bei Gray in Frankreich. 

466 (XLVII). Erstürmung von Belgrad durch Max 
Emanuel. Bezeichnet rechts unten: J. Dietz. 

Leinwand. 31,4 h., 38,9 br. 

Arthur Georg Freiherr von Ramberg 

geb. 1819 in Wien, gest. 1875 in München. 

467 (XLVII). Friedrichs II. Hofhaltung in Palermo. 
Bezeichnet rechts unten: 1862. 

Leinwand. 81h., 111 br. 

Friedrich Gunkel 

geb. 1820 in Kassel, gest. 1876 in Rom. 

468 (Depot). Armins Sieg im Teutoburger Walde. 

Leinwand. 84 h., 142br. 

Friedrich von Kaulbach 

geb. 1822 in Arolsen, gest. 1903 in Hannover. 

469 (Depot). Krönung Kaiser Karl des Großen. 

Leinwand. 85 h., 148br. 

Julius Kökert 

geb. 1827 in Dessau, lebt in München. 

470 (Depot). Harun al Raschid und die Gesandten 
Karls des Großen. 

Leinwand. 4 1 h., 75 br. 

Wilhelm Ferdinand Pa^vles 

geb. 1830 in Eckezen bei Antwerpen, gest. 1904 in Dresden. 

471 (XLVII). Ludwig XIV. empfängt in Versailles eine 
genuesischeGesandtschaft. Bezeichnet rechts unten: F. P. 

Leinwand. 70 h., 87,5 br. 

10» 



148 Neuere Meister. 

Andreas Müller 

geb. 1830 in Stephans-Rettenberg, gest. 1901 in München' 

472 (XLVII). Muhameds Einzug in Mekka. Be- 
zeichnet links unten: A. Müller 1864. 

Leinwand. 109 h., 73 br. 

Karl Otto 

geb. 1830 in Osterrode, gest. 1902 in Schleißheim, Schüler Pilotys. 

473 (Depot). Gastmahl des Belsazar in Babylon. 
Leinwand. 64 h., 73 br. 

Karl von Piloty 

geb. 1826 in München, gest. 1886 auf seiner Besitzung Ambach bei München. 

474 (XLVII). Gründung der Liga durch Herzog 
Maximilian I. von Bayern. 

Leinwand. 43 h., 55 br. 

475 (XLVII). Einzug der Kreuzfahrer in Jerusalem 
unter Pater Amiens. 

Leinwand. 99,5 h., 125br. 

Ferdinand Piloty 

geb. 1828 in München, gest. daselbst 1895. Bruder des Vorhergehenden. 

476 (Depot). ^ Heerschau der Königin Elisabeth von 
England. B'ezeichnet links unten: Ferd. Piloty. 

Leinwand. 52,5 h., 125br. 

477 (XLVII). Bildnis König Ludwigs IL Der König, 
in Uniform, den Hermelinmantel um die Schultern, steht 
vor dem Thronsessel. Rechts auf einem Kissen liegt die 
Krone. Hinten ein Vorhang mit dem bayerischen "Wappen. 
Ganze Figur. Bezeichnet rechts unten: Ferd. Piloty 1865. 

Leinwand. L. M. 241,5 h., 181 br. — Gekauft 1900 von dem Kunstverleger Josef 
Albert in München. 



Aug. V. Kaulbach. — Ludwig Herterich. 149 

Friedrich August von Kaulbach 

geb. 1850 in Hannover, lebt in München. 

478 (Kopiersaal). Bildnis Seiner Königlichen Hoheit 
des Prinz-Regenten Luitpold von Bayern. Als 
Großmeister des Hubertusordens. Kniestück nach links. 
Bezeichnet links unten: F. A. Kaulbach 1900. 

Leinwand. Im Oval. 1,31h., 106,2 br. 

Ludwig Herterich 

geb. 1 856 in Ansbach, lebt in München. 

479 (LXXII). Bildnis des „Papa Schmidt«, des Mit- 
begründers und Leiters des Münchner Puppentheaters. 

Holz. 23 Durchmesser. 



Italienische Schulen. 



Italienisch um 1360. 

480 (XXI). Crucifixus. In Kreuzesform ausgeschnitten. 
Christus ans Kreuz genagelt; an den Enden des Querbalkens 
die Brustbilder der anbetenden Muttergottes (U^iks) und 
Johannes (rechts). Über der JNRI Tafel in der Laubkrone 
eines Baumes, der aus dem Kreuzesstamm herauswächst, 
in einem Nest der Pelikan, der sich für seine Jungen 
opfert. Als Bekrönung das runde Brustbild des segnenden 
Salvator mundi, der das aufgeschlagene Buch in seiner 
Linken trägt. Dem Gekreuzigten zu Füßen unten die kleine 
Figur einer anbetenden Nonne. 

Feine, grundierte Leinwand, auf Holz gespannt. Reich gemusterter Goldgrund. 
Der Nimbus mit dem Haupt Christi ist scheibenförmig aufgesetzt und eben- 
falls mit reicher Punzierung versehen. 221 h., 146br. — Nach persönlicher 
Mitteilung von W. Suida von dem Florentiner Meister von S. Spirito. Vgl. 
über diesen: Jahrb. d. preuß. Kunstsammlungen. 1905. — Gekauft vom Anti- 
quitätenhändlerjulius Böhler in München 1906. 

Nach Domenico Ghirlandajo. 

481 (XII). Bildnisse von vier Humanisten. Kopie 
nach einem Fresko : Opfer des Zacharias des D. Ghirlandajo 
in Santa Maria Novella in Florenz. 

Fichtenholz. 41,1 h., 79,3 br. — Erworben 1856 durch Reichardt von Schellin 
in Bamberg. Stammt aus dem Nachlaß des Domdekans von Bremser in Bam- 
berg. — Deutsche Kopie des XVI. Jahrhunderts. — Georg Gronau, Eine 
deutsche Kopie nach Domenico Ghirlandajo im Münchener Nationalmuseum 
im Münchner Jahrbuch der bildenden Kunst I, S. 109 u. f. 



XVI. Jahrhundert. 151 

Italienisch. Ende des XVI. Jahrhunderts. 

482 (LXVII). Bildnis des Kardinals Rinaldo d'Este. 
Der Kardinal, mit schwarzem Kinn- und Schnurrbart, trägt 
rotes Gewand und rotes Käppchen. Brustbild nach links. 

Leinwand. Dunkler Grund. 67 h., 54,2 br. — Aus der kurfürstlichen Galerie. 
Mit den folgenden Nummern 483 — 499 zu einer Serie gehörig. — Auf der 
Rückseite auf einem Zettel : Sere. Principe. Rinaldo. D'Este Cardinale. — Nach 
Reber : Die Bildnisse der herzogl. bayer. Kunstkammer nach dem Ficklerschen 
Inventar von 1598 (Sitzungsberichte der historischen Klasse der k. b. Aka- 
demie der Wissenschaften zu München 1893, S. 40) wurde die Serie der Kar- 
dinäle von Herzog Albrecht V. in Auftrag gegeben. 

483 (LXVII). Bildnis eines Kardinals. Der Kardinal, mit 
weißem, kurzem Vollbart, trägt graulila Mozette und rotes 
Birett. Brustbild nach rechts. 

Leinwand. Dunkler Grund. Maße wie oben. 

484 (LXVII). Bildnis eines Kardiiials." Der Kardinal, mit 
braunem Spitzbart, trägt rote Mozette und Birett. Brustbild 
nach rechts. 

Leinwand. Dunkler Grund. Maße wie oben. 

485 (LXVII). Bildnis des Kardinals d'Ascoli. Der 
Dargestellte, mit schwarzem, graumeliertem Bart, trägt dunkles 
Gewand und rotes Birett. Brustbild nach links. 
Leinwand. Dunkler Grund. Maße wie oben. 

486 (LXVII). Bildnis des Kardinals Aquaviva. Der 
Dargestellte, mit braunem Bart, trägt rote Mozette und Birett. 
Oben: CARD • AQVA VIVA. Brustbild nach rechts. 

Leinwand. Dunkler Grund. Maße wie oben« 

487 (LXVII). Bildnis des Kardinals de Monte. Der 
Dargestellte, mit dunklem Vollbart, trägt Birett und Mozette 
in verblaßtem Rot. Oben : DE MONTE • CARD. Brust- 
bild nach links. 

Leinwand. Dunkler Grund. Maße wie oben. 

488 (LXVII). Bildnis des Kardinals Hippolyt von Me- 
dici. Der Kardinal, mit, braunem Bart, trägt blaßrote Mo- 



152 Italienische Schulen. 

zette und Birett. Oben: HIPOLYTVS MEDICES . CARD. 

Brustbild nach links. 

Leinwand. Dunkler Grund. Maße wie oben. 

489(LXVII). Bildnis eines Kardinals. Der Kardinal, mit 
schwarzem Bart, trägt Mozette und Birett in Rot. Brust- 
bild nach links. 
Leinwand. Dunkler Grund. Maße wie oben. 

490(LXVII). Bildnis des Kardinals Peruglo. Der grau- 
bärtige Kardinal trägt rote Kapuzenmozette und rotes Birett. 
Links oben: CARD • PERVGLO. Brustbild nach rechts. 
Leinwand. Dunkler Grund. 

491 (LXVII). Bildniseines Kardinals. Der Dargestellte, 
mit dünnem Bartwuchs, trägt braune Mozette und rotes Birett. 
Oben: (S)ARNA CA. Brustbild nach rechts. 

Leinwand. Dunkler Grund. Maße wie oben. 

492 (LXVII). Bildnis des Kardinals Palioti. Der grau- 
bärtige Kardinal trägt rotfe Kapuzmozette und rotes Birett. 
Oben: PALIOTI CARD. Brustbild nach rechts. 

Leinwand. Dunkler Grund. Maße wie oben. 

493 (LXVII). Bildnis eines Kardinals. Der Dargestellte, 
rotbärtig, trägt rote Mozette und rotes Birett. Brustbild 
nach links. 

Leinwand. Dunkle^ Grund Maße wie oben, 

494 (LXVII). Bildnis des Karidnals Spinola. Der Kar- 
dinal, mit grauem Spitzbart, trägt rote Mozette und Birett. 
Oben: SPINOLA : C. : CA : Brustbild nach links. 

Leinwand. Dunkler Grund. Maße wie oben. 

495 (LXVII). Bildnis des Kardinals Commendonus. 
Der graubärtige Kardinal trägt rote Mozette und Birett. 
Oben: lOANNES FRANCISCVS COMMENDONV • CAR- 
DINALIS. Brustbild nach links. 

Leinwand. Dunkler Grund. Maße wie oben. 



XVI. und XVII. Jahrhundert. 153 

496 (LXVII). Bildnis des Kardinals Spinola. Der Dar- 
gestellte, mit weißem, kurzgehaltenem Barte, trägt rote 
Mozette und rotes Birett. Oben: CARD • SPINOLA. Brust- 
bild nach links. 

Leinwand. Maße wie oben. 

497 (LXVII). Bildnis eines Kardinals. Der Dargestellte, 
mit schwarzem, graumeliertem Vollbart, trägt schwarzes 
Gewand und rotes Birett. Brustbild nach rechts. 
Leinwand. Dunkler Grund. 65,4 h., 50,4 br. 

498 (LXVII). Bildnis eines Kardinals. Der Dargestellte, 
mit grauem Barte, trägt braune Kapuzmozette mit dem 
Maltheserkreuz und rotes Birett. Brustbild nach links. 
Leinwand. 65,2 h., 50,4 br. 

499 (LXVII). Bildnis eines Kardinals. Der Dargestellte, 
mit weißem Barte, trägt braunlila Kapuzmozette und rotes 
Birett. Brustbild nach rechts. 

Leinwand. Dunkler Grund. 65,2 h., 50,4 br. 

Italienisch um 1600. 

500 (XXVIII). Bildnis einer jungen Venetianerin. Sie 
trägt weißes Hängekleid mit Goldstickerei; die Rechte hält 
einen Straußenfächer, die Linke die Handschuhe. In dem 
gescheitelten, offenen Haar Blumen und Federn. Ganze 
Figur nach links. Oben: GENTIL, DONNA, NOVIZZA, 
FOR, DI, CASA . DI • V^. 

Kupfer. Grüner Grund. 17,7 h., 13,5br. — Nach einer Serie von Kostüm- 
bildern kopiert. Ein ähnliches Bild im Münchener Kunsthandel mit einem 
Kavalier als Gegenstück. ■ — Unbedeutende Arbeit. 

Italienisch. Erste Hälfte des XVII. Jahrhunderts. 

501 (XXX). Abschied eines jungen Edelmanns. Ein 
junger Edelmann zu Roß reicht seinem alten Vater die 
Hand zum Abschied. Rechts eine weinende Frau, hinter 
dem ^jungen Mann sein Begleiter zu Pferd. Links ein Hund 
und eine Hundshütte. 

Gelber Marmor. 22 h., 27 br. 



154 Italienische Schulen. 

Italienisch. XVII. Jahrhundert. 

502 (LXIV). Der Tempelgang Maria. Links der Tempel, 
zu dem von rechts eine Treppe hinaufführt. Oben kniet 
die kleine Maria vor dem Hohenpriester, unten rechts ihre 
Angehörigen. Links vorn vor der Treppe Landleute mit 
Tauben und einem Lamm. Hintergrund Renaissancegebäude 
und eine abgebrochene antike Säule mit Reliefs. 

Kupfer. 61,2 h., 41,2br. 

Francesco Barbieri 

geb. 1590 zu Cento, gest. 1666 zu Bologna« 

503 (XXXI). Verleugnung Petri. Der Heilige sitzt rechts 
vor einem Feuer, umgeben von Kriegsknechten. Eine Magd 
mit einer Kerze, links hinter ihm, deutet auf ihn hin. Links 
eine brennende Fackel, die die Szene beleuchtet. 

Leinwand. L. M. 174 h., 227,5 br. — Aus dem Augsburger Depot. — Inventar- 
Bestimmung. 

Italienisch. XVIII. Jahrhundert. 

504 (LXXXI). Ländliche Szene. Rechts schläft, auf einem 
Felsblock gelehnt, ein Hirt, zu dem sein Hund aufschaut. 
Daneben sitzt in. Rückenansicht seine Frau mit einem Säugling 
auf dem Arm. Links lagernde Schafe und eine Ziege. Im 
Mittelgrund ein Pferd. Im Hintergrund rechts ein Gehöft, 
links eine Ruine. Gegenstück zu Nr. 505. 
Leinwand. 102 h., 121,3 br. — Beschädigt. — Aus Amberg. 

505 (LXXXI). Ländliche Szene. Links sitzt ein Mann 
mit entblößtem Oberkörper an einer Quelle. Bei ihm sein 
Hund und ein Pferd, rechts Schafe und ein Ziegenbock. 
Im Hintergrund rechts eine Ruine. Gegenstück zu Nr. 504. 

Leinwand. 102,5 h., 121,4 br. — Beschädigt. — Aus Amberg. 

Nach Tiepolo. 

506 (LXXX). Studienkopf eines Kirchenlehrers. Ein 
weißbärtiger Alter in gelbausgeschlagenem Brokatmantel, 
der von einer Schließe zusammengehalten wird, vor einem 



R. Carriera. — S. Conca. — P". Battoni. 155 

offenen Buch; die Linke hält ein Augenglas. Das graue 
Haar bedeckt eine schwarze Kappe mit goldenem Saum. 
Halbfigur nach rechts. 

Leinwand. Grauer Grund. 62,8 h., 53,5 br. — Aus der Residenz München. — 
Kopie nach dem Original in der Sammlung Kann in Paris. 

Rosalba Carriera 

geb. 1675 in Venedig, gest. daselbst 1757. 

507 (XXXV). Allegorie der Musik. Ein Mädchen in 
leichter Gewandung schlägt das Tambpurin. Das Haar mit 
Blumen geschmückt. Halbfigur. 

Pastell auf Leinwand. Grauer Grund. L. M. 59,7 h., 53,3 br. — Aus der Mann- 
heimer Galerie. 

Italienisch. Ende des XVII. Jahrhunderts. 

508 (XXX). Die Vermählung der hl. Katharina. Der 
Jesusknabe, von Maria auf dem Schoß gehalten, reicht der 
links knieenden Katharina den Ring. Hintergrund Land- 
schaft. 

Kupfer, im gleichseitigen Achteck. L.M. 33,8 h., 33,8 br. 

Sebastian o Conca 

geb. 1676 in Gaeta, gest. 1764 in Rom. 

509 (XXXIV). Allegorie auf die Siege Max Emanuels 
von Bayern. Der Kurfürst steht in voller Rüstung vor 
seinem Zelt. Über ihm schweben die Genien des Ruhmes. 
Hinter ihm ein Page, der Helm und Mantel des Fürsten 
hält. Links Ausblick in eine Landschaft mit einem Heer- 
lager. 

Leinwand. 76 h., 58 br. — Erworben von Hermann Reuß in Erlangen, 1877.— 
Kopie nach einem Stich von 1720, der ein Bild von Vivien wiedergibt. — Be- 
stimmung unsicher. 

Pompeo Battoni 

geb. 1708 in Lucca, gest. 1787 in Rom, Schüler des Conca. 

510 (LXVI). Bildnis des Kurfürsten Karl Theodor 
von Bayern. Der Fürst steht in voller Rüstung, mit 



156 Italienische Schulen. 

Purpurmantel und Ordenschmuck, nach links gewandt, neben 
einem Tisch, auf dem Schriftstücke liegen. Rechts hinter 
ihm drei Pagen, deren einer das Ende des Mantels hält, 
während ein anderer auf einem Kissen die Krone trägt. 
Rechts hinten ein Vorhang. Ganze Figuren. 

Leinwand. Graubrauner Grund. 39,2 h., 28,3 br. — Vielleicht Skizze zu dem 
Gemälde in der Münchener Pinakothek (Stiftersaal Nr. 4). 

Pasquale Moreti 

Nach Nagler Künstlerlexikon, Band IX, S. 465, lebte Pasqualino Moreti um 
die erste Hälfte des XVIII. Jahrhunderts. Er bildete sich auf Kosten des Kur- 
fürsten von Bayern in Paris aus und malte dann für den Münchner Hof mehrere 
Bildnisse und Historien. 

511. Zu Saal LIII und LIV (Treppenaufgang). Sauhatz. 
Das von Hunden umringte und gepackte Wildschwein sucht 
nach links zu flüchten. Vorn liegt ein Hund mit aufge- 
schlitztem Bauch auf dem Rücken. Rechts hohe Bäume, 
links freie Landschaft. Links unten bezeichnet: Pascal 
Moreti, fecit 1728. 

Leinwand. L.M. 216 h., 259 br. — Aus Schleißheim. 



Französische Schulen. 



Jakobus Stella 

geb. 1596 zu Lyon, in Rom, Paris tätig, gest. 1657 zu Paris. 

512 (XXXI). Die büßende Magdalena. Die Heilige in 
felsiger Landschaft liegt vor einem Buch auf den Knien. 
Auf der Rückseite eingeritzt: Faciebat Jacobus Stella Lugdu- 
nensis 1630 Romae. 

Stein. 28,5 h., 21,5br. — Aus der Mannheimer Galerie. 

Französisch. Erste Hälfte des XVII. Jahrhunderts. 

513 (LVIII). Bildnis der Herzogin Anne von Longue- 
ville. Die Dargestellte, mit blondem Haar, trägt weißes 
Kleid mit schwarzem Überjäckchen und weißen, flachen 
Spitzenkragen. Halbfigur nach links. 

Leinwand. Graubrauner Grund. 66,6 h., 57,3 br. — Aus Dachau. — Die Her- 
zogin von Longueville, (Madame de Longueville), Tochter Heinrich IL, Prinzen 
von Cond6, geb. 1619, vermählt 1642 mit Heinrich IL, Herzog von Longueville 
und Prinz von Neufchatel, gest. 1679. 

Französisch. Zweite Hälfte des XVII. Jahrhunderts. 

514 (LI). Bildnis der Königin Marie Therese von 
Frankreich, Gemahlin Ludwigs XIV. Die Königin trägt 
blaugraues, reich gesticktes Kleid, um die Schultern blauen 
Hermelinmantel. Die Linke faßt den Mantelsaum, die Rechte 
hält das Porträtmedaillon ihres Gemahles. Hintergrund Vor- 
hang, links Ausblick in Landschaft. Halbfigur nach links. 

Leinwand. Dunkler Grund. 105 h., 71 br. — Aus Dachau. — Marie Therese, 
Tochter König Philipps IV. von Spanien, geb. 1638, vermählt 1660 mit Lud- 
wig XIV., König von Frankreich, gest. 1 683. 



158 Französische Schulen. 

515 (LXIV). Bildnis der Prinzessin Henriette von 
Orleans. Sie steht in blauem, mit goldenen Lilien be- 
sticktem Kleid und Hermelinmantel neben einem rotge- 
deckten Tisch (rechts); auf ihm eine Krone, auf die sie 
die Linke legt. Im Hintergrund ein roter Vorhang. 
Oben: HENRIETTA ANNA CAROLI I, ANGLI.^ REGIS 
FILIA, PHILIPPI LVDOVICI XIII • GALLI.E ET NAV- 
ARRJE REGIS FILII CONIVX. Kniestück nach rechts. 

Leinwand. 110,5 h., 90,8 br. — Aus Dachau. — Henriette Anna, Tochter 
König Karl I. von England, geb. 1644, vermählt 1661 mit Philipp, Herzog von 
Orleans, gest. 1670. 

Gregorius Gilbert 

Näheres unbekannt. 

516 (XXXIII). Selbstbildnis. Der Pater, im schwarzen 
Augustiner-Ordensgewand, hält in der Rechten ein Buch. 
Halbfigur nach rechts. 

Pergament, auf Holz gespannt. Grauer Grund. 68,1 h., 54 br. — Aus der Mann- 
heimer Galerie. — Auf der Rückseite die Inschrift: P. Gregorius Gilbert Pari- 
sinus Augustinian. D"" Marchioni De Villars christianissimi Galliorum Regis 
oratori, ab ^lemosinis Et Confessionibus. Jubente Domino Maris, pro castilla, 
Praefecto Se ipsum pingebat Madriti. anno. sol. 1673. 

Paul Mingnard 

geb. 1639(?) in Avignon, gest. 1692 (1691?). 

517 (XXXIII). Bildnis eines jungen Prinzen aus 
dem Hause Savoyen(?). Der Prinz, in Staatskleidung mit 
Brustharnisch, hält in der Rechten den Feldherrnstab. Rechts 
Ausblick in eine Landschaft mit Heereslager. Links ein Vor- 
hang. Kniestück nach rechts. Unten rechts die Bezeichnung: 
Paul Mingnard fecit. Gegenstück zu Nr. 518. — Abbildung. 
Leinwand. 98,3 h., 75,2 br. 

518 (XXXIII). Bildnis einer kleinen Prinzessin aus 
dem H ause Savoyen.(?) Die Prinzessin, in weißem Atlas- 
kleid, nimmt aus einem Blumenkörbchen, das neben ihr 
auf einem Sessel steht, Blumen heraus. Hintergrund ein 
Vorhang. Ganze Figur nach links. Gegenstück zu Nr. 517. 
Leinwand. 98,3 h., 75,3 br. 



Daniel de Savoye. — Joseph Vivien. 159 

Daniel de Savoye 

geb. 1644 zu Grenoble, gest. 1716 zu Erlangen. 

519 (LH A). Bildnis eines Feldherrn. Der Dargestellte, 
bartlos mit Allongeperücke, in Rüstung, hält in der Rechten 
den Marschallstab, die Linke liegt am Degen. Im Hinter- 
grund ein Vorhang. Links Ausblick in Landschaft mit 
einem Kastell. Halbfigur. 

Leinwand. 92,2 h., 83 br. — Schwer beschädigt. — Auf der Rückseite : D. Sauoye 
fecit 1692. — Vielleicht Bildnis eines Markgrafen von Ansbach-Bayreuth. 

Joseph Vivien 

geb. 1657 zu Lyon, ges. 1735 zu Bonn. 

520 (XXXV). Selbstbildnis. Der Künstler, in grauem 
Rock mit brauner Pelzmütze und braunen Umhang, sitzt 
auf einem kleinen Sessel. Er blickt aufmerksam aus dem 
Bilde heraus. Die Rechte hält einen Pastellstift, die Linke 
hält eine Rolle mit der Aufschrift: J. Vivien pein par lui 
mesme a soicente et treise an — 1 730. Halbfigur nach links. — 
Abbildung. 

Pastell. Grauer Grund. L. M. 77 h., 61,3 br. — Aus der Mannheimer Galerie. 

521 (XXXIII). Rückkehr des Kurfürsten Max Emanuel 
von Bayern. Der Kurfürst, seine Gemahlin an der Hand 
führend, wird von den Seinen begrüßt, dabei Minerva und 
Merkur. Allegorische Gestalten folgen dem Paar. Oben 
auf Wolken der Genius des Ruhmes, umgeben von Amo- 
retten. Links unten entweichende Dämonen. Im Hinter- 
grund ein Schloß. 

Leinwand. L. M. 4,45 h., 6,46 br. — Aus Schleißheim. — Abgebildet : Alt- 
bayerische Monatsschrift. Jahrgang 1. 1899. S. 53. — Zur Erklärung der „zier- 
lich untermischten Allegorie" sei folgender Auszug aus einem Schleißheimer 
Inventar von 1771 mitgeteilt: „Die durchlauchtigste Churfürstin Cunigunde ist 
in solcher Stellung gebildet, eben als wenn sie aus einer Galere, welche in 
einem kleinen Abstand hinter derselben zu sehen ist, ausgestiegen, und in 
Begleitung einer Herrlich gekleideten Frauenspersohn, welche die Republik 
Venedig darstellt, in Bayern angekommen wäre. Die Stadt München in Gestalt 
einer anderen Frauensperson bemüht sich, gedachte Republik Venedig zu Um- 
fangen, um ihre Dankbarkeit zu bezeigen, daß sie ihrer durchlauchtigsten Chur- 
fürstin einige Jahr lang einen sicheren Aufenthalt gegeben habe. Der Durchl. 



160 Französische Schulen. 

Churfürst Max Emanuel haltet mit der einen Hand seine Gemahlin, die andere 
aber reicht er seinem Kurprinzen Carolus Albertus, welcher mit größter 
Freidensentzückung und Ehrenerbieturig dieselbe küßt. 
Nach dem Churprinzen folgen seine vier Herren Brüder benamentlich Ferdi- 
nandus Maria, Philippus Mauritius, Clemens Augustus und Theodorus. Die 
Minerva, welche die Erziehung dieser glänzenden Jugend auf sich genommen, 
u. s. w. führt Anna Maria Caroline bei der Hand. 

Mercur deutet auf Frieden, Gerechtigkeit und Überfluß sind im Gefolge des 
Friedens. Einige Kinder, die die Schutzgeister der untergebenen Völker vor- 
stellen, bekränzen aus Freude Bäume mit Blumen und Laubwerk. Zwietracht 
und Betrug stürzen sich aus Verzweiflung in den Abgrund. 
Die Künste bekommen durch den Anblick ihres Erretters ihre volle Kraft. 
Janus hat als ein sicheres Zeichen des Friedens den Tempel völlig geschlossen. 

522 (XXXV). Bildnis des Herzogs Louis Hektor von 
Villars. (?) Der Herzog, bartlos, trägt braunen, ver- 
schnürten Waffenrock, darüber pelzbesetzten Dolman. Das 
weißgepuderte Haar fällt in langen Locken bis zur Schulter. 
Brustbild. 

Pastell. Grauer Grund. L. M. 68,5 h., 62 br. — Bestimmung unsicher. 

523 (Vestibül). Bildnis des Kurfürsten Max Emanuel 
von Bayern. Der Kurfürst, bartlos, mit Allongeperücke, 
trägt über dem braunen Rock den Panzer und blaue Feld- 
binde. Auf der Brust das goldene Vließ. Über den linken 
Arm ist der Hermelin drapiert. Die Rechte stützt sich 
auf einen Stock, die Linke, mit gestrecktem Zeigefinger, 
deutet nach vorn. Links oben ein Vorhang, rechts Land- 
schaft mit Festung und Kavalkade. Standfigur nach rechts. 

Leinwand. L.M. 22,3 h., 138 br. Beschädigt. — Kopie nach Vivien. VgL dazu 
den Stich von F. J. Spätt. 

In der Art des Lairesse. 

524 (XXXIV). Allegorie auf die Siege des Kurfürsten 
Max Emanuel von Bayern. In einem Rundtempel thronen 
links die Gestalten der Bavaria (?) und der Virtus. In der 
Mitte kniet der Genius der Unsterblichkeit (?) mit dem 
Bildnis des Kurfürsten auf dem am Boden liegenden Chronos. 
Putten sind damit beschäftigt, den Tempel mit Bildern seiner 
Kriegstaten auszuschmücken. 

Leinwand. 100 h., 77,8 br. 



Jean Baptiste Martin. 161 

Jean Baptiste Martin (Martin des batailles) 

geb. 1 659 in Paris, gest. daselbst 1735. 

525 (XXXIX). Schlachtenbild: Schlacht in der Buko- 
wina und in der Moldau. In reich bewaldetem Gelände 
Kampfszenen zwischen dem christlichen Heer und den 
Türken. Im Hintergrund die Karpathen, darüber Monts 
Carpates. Rechts oben ein gemalter Zettel mit der Inschrift: 
Bataille de la Boukovinne en Moldavie, oü l'infanterie sou- 
tint pendant Neuf heures Contre plus de 50000 ennemis 
et Les bätit. • • • Le Sieur Dupont y Commandoit L'artillerie 
de L'aille gauche. Links: Fosse fait par L'armee de L'Empe- 
reur Trajan, pour Marquer Les frontieres de L'empire 
Romain de ce Coste la S'estend des Monts Carpates jusqu'au 
fleuue Boristesne. 

Leinwand. 79,5 h., 102,5br. — Aus Schleißheim. — Sieur Dupont vielleicht 
Pfalzgr. Karl Georg v. Zweibrücken-Veldenz (geb. 1660, gefallen bei Ofen 1686). 

526 (XXXIX). Schlacht bei Parkany (1683). Weite, 
flache Ebene, von einem Fluß rechts durchströmt, in den 
die Türken von dem polnischen Heer gedrängt werden. 
Die beiden ursprünglichen Schlachtordnungen sind links 
durch eingezeichnete Karres mit Beischriften gekennzeichnet: 
Ordre de bataille de l'armee chretienne, Ordre de bataille 
de l'armee des turcs. Oben: Armee Commander par le 
Visir de Budes et par Thekely la quelle parut sur La 
fin de La Bataille et ce retira ausitot. Rechts unten auf 
einem gemalten Zettel: Bataille de Parcan en Hongr. • • • 
gagnee par le Roy de Pologn sur 50000 Cavaliers Turcs. 
Le Sieur Dupont y commandet huit piesses de Canon du 
Corps de bataille. 

Leinwand. 79 h., 102,5br. 

527 (XXXIX). Schlachtenbild: Entsatz von Wien 1683. 
Links die Stadt Wien, davor das Lager der Türken, rechts 
die Türken im Kampfe mit dem heranziehenden Ersatzheer. 
Rechts oben ein gemalter Zettel mit der Aufschrift: Bataille 
de Vienne en Antriebe gagnee par le roy de Pologne sur 
250000 Turcs et Tartarres 1683 Le Sieur Dupont y Com- 



i62 Französische Schulen. 

mandet Sept piesses des Canon a La pointe droitte de 
L'aille droitte. 

Leinwand. 79,5 h., 102,8br. — Aus Schleißheim. 

528 (XXXIX). Schlacht bei Chotin. In der Mitte das 
türkische Lager, in das die christlichen Scharen eindringen. 
Davor ein Fluß. Am diesseitigen Ufer ein brennendes 
Kastell. Links oben ein Zettel mit der Inschrift: Bataille 
de Cotchim en Moldavie Gagnee par Le Roy de Pologne 
sur 80000 Turcs. Six mois avant qu'il montat sur Le 
throsne • premiere Campagne Et premiere action ou le 
Sieur Dupont ce Soit trouve. 

Leinwand. 80 h., 102,5 br. — Aus Schleißheim. 

529 (XXXIX). Belagerung von Strigonie. Im Vorder- 
grund das Lager des Polenkönigs, durch einen Fluß von 
der Burg und der Festung der Türken getrennt. Rechts 
vor der Festung die anrückenden Sturmkolonnen der Polen. 
Rechts oben ein Zettel mit der Inschrift: Conqueste de 
Strigonie en Hongrie par Le Roy de Pologne 1683. Le 
Sieur Dupont y Conduiset l'attaque apelee de St. George. 

Leinwand. 80 h., 102,5 br. — Aus Schleißheim. 

530 (XXXIX). Schlachtenbild: Schlacht bei Le opol. 
Links ein befestigtes Lager, rechts weite Ebene mit den 
kämpfenden Heeren. Im Hintergrund brennende Schlösser. 
Rechts oben ein Zettel mit der Inschrift: Bataille de Leopol 
dans La Rusie Noire ou les Sultans Galga et Nuradin, 
fils du Camp de Tartarie, furent defaits. Seconde action 
on Le Sieur Dupont c'est trouve. 

Leinwand. 79 h., 102,5br. — Aus Schleißheim. 

Louis de Silvestre (?) 

geb. 1675 zu Paris, gest. 1760. 

531 (LXXXI). Bildnis der Kurfürstin Marie Antonie 
von Sachsen. Die junge Fürstin, mit Diamantenschmuck 
im Haar, trägt blaues, goldgesticktes Kleid mit weißen 



Louis de Silvestre, — Madame Molin. 163 

Spitzen und rotem Hermelinumwurf. Die herabhängende 
Rechte faßt das Kleid, die Linke hält das Miniaturbildnis 
eines Fürsten. Rechts ein Tisch, auf dem eine Taschenuhr 
liegt. Hintergrund Architektur und ein braungelber Vor- 
hang. Kniestück nach rechts. 

Leinwand. 149 h., 1 16,5 br. — Aus der Herzog-Maxburg zu Mün eben. — Marie 
Antonie, Tochter Kaiser Karl VIL, geb. 1724, vermählt 1747 mit Friedrich 
Christian von Sachsen, gest. 1780. — Bestimmung unsicher. 

Madame Molin. 

Französische Malerin, näheres unbekannt. 

532 (XXXV). Selbstbildnis. Sie trägt gelbes, ausgeschnit- 
tenes Mieder, darüber roten, pelzverbrämten Überwurf. Auf 
dem Kopf Pelzmütze. Brustbild nach links. Gegenstück 
zu Nr. 533. 

Pastell. Grauer Grund. L. M. 63,3 h., 47 br. im Oval. — Bestimmung un- 
sicher, vielleicht von Latour. 

533 (XXXV). Bildnis ihres Gatten. In violettem Rock 
und mit dunkler Allongeperücke. Brustbild nach rechts. 
Gegenstück zu Nr. 532. 

Pastell. Grauer Grund. L. M. 63,2 h., 47 br. im Oval. — Aus Mannheim. 

534 (XXXV). Allegorie des Feuers. Ein junges Mädchen 
in leichtem Gewand hält ein Becken mit Feuer. Halbfigur. 

Pastell. Bläulicher Grund. L. M. 56,4 h., 46,2 br. — Gehört mit den folgenden 
drei Bildern zu einer Serie der vier Elemente. 

535 (XXXV). Allegorie des Wassers. Ein junges Mädchen 
in leichter Gewandung nimmt Fische aus einem Körbchen. 
Halbfigur. 

Befund wie oben. L. M. 56 h., 46 br. 

536 (XXXV). Allegorie der Luft. Ein junges Mädchen 
blickt auf ein Vögelein, das neben ihr flattert. In ihrem 
Mantelsaum birgt sie ein Paar junge Vögelein. Halbfigur 
nach rechts. 

Befund wie oben. L. M. 56,4 h., 45,4 br. 



164 Französische Schulen. 

537 (XXXV). Allegorie der Erde. Ein junges Mädchen 
mit Blumen im Haar, in weißem Untergewand mit blauem 
Überwurf. Links vor ihr Früchte. Halbfigur. 

Befund wie oben. L. M. 56 h., 46 br. 

538 (XXXV). Allegorie der Poesie. Ein junges Mädchen 
mit entblößtem Busen hält sinnend Feder und Schreibheft. 
Im Haar ein Lorbeerkranz. Halbfigur. 

Pastell. Blaugrauer Grund. L. M. 62 h., 51 br. — Aus Mannheim. 

Louis Tocque 

geb. 1696 in Paris, gest. 1772 daselbst. 

539 (LXXXI). Bildnis des Pfalzgrafen Michael von 
Zweibrücken-Birkenfeld. Der Pfalzgraf, bartlos, mit 
weißer Perücke, trägt über dem Panzer blauen, goldgestickten 
Rock mit Ordenstern und über der rechten Schulter den roten 
Hermelin. Seine Rechte ruht auf einem vor ihm links auf 
einer Steinplatte stehenden Helm. Bezeichnet links unten 
auf der Steinplatte: L. Tocque. Halbfigur nach links. — 
Abbildung. 

Leinwand. Grauer Grund. 89,5 h., 73 br. — Aus Schleißheim. — Pfalzgraf 
Michael, Sohn des Pfalzgrafen Christian III., geb. 1724, gest. 1767. 

Nachahmer des Rigaud. 

540 (LXXXI). Bildnis des Kurfüsten Maximilian IIL 
von Bayern. Der Dargestellte, bartlos, mit Puderperücke, 
trägt über der Rüstung roten Hermelin und auf der Brust 
das diamantenbesetzte, goldene Vließ. Brustbild nach links. 

Leinwand. Grauer Grund. 62 h. 49 br. 

Joseph Fratrel 

geb. 1730 zu Epinal, tätig am Hofe des Kurfürsten von der Pfalz in Mannheim, 

gest. 1783. 

541 (XLIV). Bildnis des Pfalzgrafen Friedrich 
Michael von Zweibrücken-Birkenfeld zu Pferde. 
Der Dargestellte, in österreichischer Marschallsuniform, 
reitet auf einem Apfelschimmel nach links und zeigt mit 



Joseph Fratrel. — XVIII. Jahrhundert. 165 

dem Marschallstab auf die Ebene im Hintergrund, in der 
man die Belagerung einer Stadt sieht. Rechts sein Gefolge. 

Pergament. Gouache. 48 h., 40,7 br. 

542 (XLV). Die Familie des Malers, In einem reich 
ausgestatteten Zimmer liegt rechts die Wöchnerin im Bett, 
auf dessen unterem Ende der Gatte sitzt und sie liebkost. 
Neben dem Bett ein kleines Mädchen, dahinter eine Dienerin, 
links eine Frau mit dem neugebornen Kind. Gegenstück 
zu Nr. 543. 

Pergament. 22,5 h., 16 br. Oben abgerundet. — Aus Mannheim. 

543 (XLV). Die kranke Frau. In einem getäfelten 
Gemach mit Kamin ist eine Dame ohnmächtig niedergesunken, 
eine alte Dienerin ist um sie bemüht. Dahinter steht der 
Arzt und betrachtet prüfend ein Uringlas. Im Hinter- 
grund zwei Dienerinnen. Gegenstück zu Nr. 542. 

Pergament. 22,5 h., 16 br. Oben abgerundet. — Aus Mannheim. — Kopie 
nach dem Original von Mieris in der alten Pinakothek in München (Nr. 417). 

Französisch. Zw^eite Hälfte des XVIII. Jahrhunderts. 

544 (XLIV). Bildnis der Gräfin Du Barry. Die Dar- 
gestellte, in halber Rückenansicht mit zum Beschauer ge- 
wendeten Kopf, trägt Spitzenhemd und grauen Überwurf 
um die entblößten Schultern. Über dem hochaufgekämmten, 
mit Blumen geschmückten Haar ein weißer Schleier. Brust- 
bild nach rechts. 

Pastell. Grauer Grund. L. M. 42 h., 31 br. — Wohl Kopie. Zur Identifizierung 
sei auf ein Blatt von J. Conde nach einem Gemälde von R. Coswey hingewiesen. 



Niederländische Schulen. 



Nach Regier van der Weyden. 

545 (XIII). Christus am Kreuz. In der Mitte Christus 
am Kreuz, links die zusammenbrechende Maria, von Johannes 
gestützt, rechts ein knieender Mönch (Karthäuser). 

Eichenholz. 20,8 h., 13,2 br. Goldgrund. — Schwer beschädigt. — Nach einem 
verschollenen Original R. v. d. Weydens. 

Nach Dierick Bouts. 

546 (X). Maria mit dem Kind. Maria blickt auf das Kind 
herab, das sie auf ihren Armen hält. Das Kind hält in der 
Linken Blumen. Halbfigur. 

Lindenholz. L. M. 30,5 h., 21,8 br. Goldgrund. — Alte Kopie nach einem nicht 
mehr bekannten Werke des D. Bouts. 

Schule des Gerhard David. 

547 (XIII). Maria mit dem Kinde. Maria, in Halbfigur, 
hält das bekleidete Kind auf dem linken Arme, sie hat den 
Kopf leise nach rechts gewandt. Das Kind legt den rechten 
Arm um ihren Hals. Gegenstück zu Nr. 548. — Abbildung. 

Birnbaumholz. 9,7 h., 7,5 br. Goldgrund. — Oben abgerundet. — Auf der 
Rückseite goldene Arabesken (Monogramm oder Jahreszahl?) — Aus Mann- 
heim. — Gehört zu einer Gruppe, die neuerdings Ysenbrand genannt wird. 

548 (XIII). Christus nimmt Abschied von seiner 
Mutter. Rechts die weinende Maria, die Hände vor der 
Brust gefaltet. Links Christus, die Rechte erhoben. Halb- 
figuren. Gegenstück zu Nr. 547. — Abbildung. 
Birnbaum. 9,6 h., 7,4 br. Goldgrund. — Oben abgerundet. — Rückseite wie oben. 



XV. Jahrhundert. — XVI. Jahrhundert 167 

Niederländisch. XV. Jahrhundert. 

549 (XXII). Bildnis einer burgundischen Fürstin. Die 
Dargestellte trägt über einem Schleier spitz zulaufende Kopf- 
bedeckung mit auf die Schultern herabfallendem Umschlag, 
das herzförmig ausgeschnittene Brokatgewand ist mit Perlen 
besetzt. Brustbild nach links. Gehört mit den Nummern 
550 — 553 zu einer Serie. 

Eichenholz. 47,8 h,, 35,3 br. Dunkelgrüner Grund. — Späte Kopie. 

550 (LXVI). Bildnis eines Fürsten als Ritter des gol- 
denen Vließes. Der Dargestellte, mit braunem Bart, 
trägt rotes Gewand, roten, spitzen Hut und auf der Brust 
das goldene Vließ. Brustbild nach rechts.- 

Eichenholz. 48 h., 35,3 br Dunkler Grund. — Späte Kopie. 

551 (LXVI). Bildnis einer burgundischen Fürstin. 
Die Dargestellte trägt goldenes Brokatkleid mit Pelzbesatz 
beim Halsausschnitt, goldgestickte Haube mit darüberge- 
legtem Schleier. Brustbild nach links. 

Eichenholz. 48 h., 35,8 br. Dunkelbrauner Grund. — Späte Kopie. 

552 (LXVI). Bildnis eines burgundischen Herzogs. 
Der Fürst, in der Ordenstracht des goldenen Vließes, trägt 
roten, hochgeschlossenen Rock, auf der Brust die Insignien 
des goldenen Vließes. Das graue Haar bedeckt die Sendel- 
binde. Brustbild nach rechts. 

Eichenholz. 47,3 h., 35,5 br. Rotbrauner Grund. — Späte Kopie. 

553 (LXVI). Bildnis einer burgundischen Fürstin. Die 
junge Fürstin, in rotem Kleid mit Pelzbesatz am Halsaus- 
schnitt, trägt auf gelocktem, braunem Haar goldene, perlen- 
verzierte Stirnhaube mit darüber gelegtem, rotem Samt- 
tuch. Brustbild nach links. 
Eichenholz. 47,7 h., 35,5 br. Dunkler Grund. — Späte Kopie. 

Niederländisch um 1520. 

554a (XXII). Flügelaltar mit Kreuzigung und Pas- 
sionsszenen. Mittelbild: Kreuzigung Christi. In 



168 Niederländische Schulen. 

der Mitte- Christus am Kreuz zwischen den bekleideten 
Schachern, die auf die Kreuze gebunden sind. Auf der 
linken Seite im Vordergrund Maria mit der Gruppe der 
Frauen und Johannes, in der Mitte Magdalena. Hinter ihnen 
Longinus zu Pferde und Bewaffnete. Rechts der Feld- 
hauptmann, auf dessen Pferde ein Affe sitzt. Auf einem 
runden Schild des Feldhauptmanns der Brudermord Kains. 
Hintergrund Landschaft. 

Eichenholz. 105,2 h., 71,7 br. — Geschweifter Abschluß. — • Geschenk des 
Herrn Albert von Hirsch. — W. R. Valentiner: Zwei Orley Schüler (Rep. f. K. 
XXVIII 252 u. f.). 

554b (XXII). Linker Flügel: Kreuzschleppung. Christus 
mit dem Kreuz, von Kriegsknechten nach rechts vor- 
wärts gezogen. Bei dem Heiland (vorn) Veronika, Simon 
von Cyrene und Kriegsknechte. Hinten bei dem Torbogen 
Johannes mit den Frauen und Berittene. Hintergrund Stadt- 
mauer. 

Eichenholz. 1 09 h., 33,5 br. 

554c (XXII). Rechter Flügel: Grablegung Christi. Der 
Leichnam Christi wird von Nikodemus und Joseph von 
Arimathia getragen. Vorn kniet Maria Magdalena, rück- 
wärts die beiden Marien und Johannes. Hintergrund ein 
Felsenbogen mit Ausblick auf eine Stadt. 

Befund wie oben. 

Niederländisch um 1530. 

555 (XXII). Adam und Eva. Links Adam, rechts Eva 
unter dem Baume der Erkenntnis. Eva empfängt von der 
Schlange in Gestalt eines weiblichen Dämons den Apfel. 

Eichenholz. L. M. 32,2 h., 21 br. — Im alten Rahmen. — Oben abgerundet. — 
Mit Benützung des Dürer-Stiches von Adam und Eva. 

Niederländisch um 1531. 

556a (XXVI). Kasten mit bemalten Flügeln. Linker 
Flügel, Innenseite: Kreuzabnahme. Auf der Leiter 
Nikodemus, den Leichnam Christi herablassend, den unten 
Johannes und Joseph von Arimathia in Empfang nehmen. 



XVI. Jahrhundert. — Friedrich Sustris. 169 

Unten am Kreuz Maria. Außenseite: Christus und 
Petrus, die beiden in freier Landschaft von Lämmern 
umgeben, Christus auf die Herde hindeutend (Weide meine 
Lämmer). 

Holz. 53,3 h., 25 br. — Auf der rechten Tafel in den Rahmen eingeschnitzt 1531. 

556b (XXVI). Rechter Flügel: Innenseite: Aufer- 
stehung: Christus schwebt mit der Siegesfahne über dem 
geschlossenen Steinsarkophage, bei dem die Wächter schlafen. 
Landschaft. Außenseite: Der gute Hirt: Christus in 
reicher Landschaft, im linken Arm das Kreuz, vergießt 
sein Blut aus der Brustwunde in Kelche, am Boden stehend, 
aus denen Lämmer trinken. 

Befund wie oben. 

Niederländisch. 
Zweite Hälfte des XVI. Jahrhunderts. 

557 (XXVI). Gastmahl des verlorenen Sohnes. Um 
einen gedeckten Tisch im Freien sitzen die Gäste in reicher 
Zeittracht. Ein Paar musiziert, ein anderes liebkost. Links 
Ausblick in eine Landschaft, in ihr der verlorene Sohn 
bei den Schweinen. 

Eichenholz. 45 h., 55 br. — Oben und rechtsseitig ein schmaler Streifen an- 
gestückt. 

Niederländisch von 1582. 

558 (XXVIII). Bildnis einer Unbekannten. Sie trägt 
breiten Mühlsteinkragen, grünes Kleid mit weißen 
Ärmeln, Kettenschmuck. Links oben: A° 1582, rechts 
iE 16, darunter das Monogramm. Brustbild nach links. 

Eichenholz. 28,4 h., 27 br. Graugrüner Grund. — Nach Naglers Monogram- 
misten, IV. 2, Nr. 33 a, war unser Bild 1864 in Münchner Privatbesitz. 



i 



Friedrich Sustris (Zustris) 

geb. um 1524 in Amsterdam, gest. 1591 in Florenz. Zuerst in Italien tätig, 
dann von 1579 an in München am Hofe Wilhelms V. 

559 (LVIII). Allegorische weibliche Figur. Eine 
weibliche Gestalt, in wallendem Gewand, hält in der Rechten 



170 Niederländische Schulen. 

einen Spiegel, die Linke ist erhoben. Oben in den Wolken 
weibliche Heilige, deren mittelste ein Kreuz trägt. 

Holz. L. M. 231 h., 912 br. — Werkstattbild. — Aus dem geh. Staatsarchiv 
Juli 1898 im Tausch erworben. — Abgebildet bei Bassermann-Jordan: Die 
dekorative Malerei der Renaissance am bayerischen Hofe (1900), S. 102. 

Peter de Witte gen. Candid 

geb. zu Brügge um 1548. Zuerst in Italien tätig, dann seit 1578 am Münchner 
Hofe, Hofmaler Maximilians I., gest. in München um 1628. 

560 (XXXII). Verkündigung. Links kniet Maria an einem 
Tisch betend, über ihr die hl. Taube. Rechts auf Wolken 
der Engel. In der Mitte eine Blumenvase. In den Wolken 
Cherubim. Unten die Inschrift: P • CAND : ACCAD : 
FLORENT : SER : BAV : DVC : PIOT : CAM : F • ANNO 
POST C • N • CIDIDCXX 1620. 

Fichtenholz. L. M. 160,8 h., 395,6 br., — Die vier Ecken angestückt. — Aus 
der Frauenkirche. Predella des ehem. Hochaltars daselbst. — R6e, P. Candid, 
S. 228. — Mayer, Domgeschichte, S. 267 ff. — Unter Eigentumsvorbehalt 
zugleich mit dem folgenden von der erzbischöfl. Kurie überwiesen. Okt. 1897. 

561 (XXXII). Inschrifttafel. Zwei Engel mit Rosen be- 
kränzt, halten eine Kartouche, in der die Inschrift steht: 
D • O.M. MAGN^ BEI MATRI, AVGVST.E .ETERN.EQ 
VIRGINI OPT:MAX:BOIARI^ PATRONE, SINGVLARI 
PRINCIPVM TUTEL^E, AVXILIATRICI, VICTRICI 
MAXIMILIANVS BOIORVM BVX, E VICTA BOHEMIA 
REBVX MEMOR GRATVSQVE POSVIT ANNO POST 
C.N. CID . IOC XX. Gegenstück zu Nr. 560. 

Fichtenholz. L. M. 159 h., 395,8 br. — Ecken angestückt. — Aus d. Frauenkirche. 

562 (XXXI). Gott-Vater in der Glorie. Gott-Vater 
von Engeln auf Wolken getragen, breitet die Arme segnend 
aus. Um ihn eine Engelgloriole. Im Oval. 

Holz. L. M. 310 h., 220 br. — Im Originalrahmen. — Bestandteil des ehem. 
Hochaltares der Münchner Frauenkirche. — Unter Vorbehalt des Eigentums 
1897 dem Museum überlassen von der erzbischöflichen Kurie. 

563 (LVIII). Ein Engel. Ber Engel, ganz bekleidet, trägt 
in der Rechten eine Lampe, die Linke hält einen Palm-' 



Peter de Witte gen. Candid. 171 

zweig. Stirnschmuck mit Kreuz. Ganze Figur nach links 
auf einem Barockpostament. Gegenstück zu Nr. 564. 
Fichtenholz. 168,2 h., 41,5 br. Blauer Grund. — Werkstattbild. 

564 (LXVIII). Ein Engel. In gleicher Auffassung wie 
das vorige, nach rechts. Gegenstück zu Nr. 563. 

Fichtenholz. 167,7 h., 42 br. Blauer Grund. — Werkstattbild. 

565 (XXXII). Marienmonogramm mit Engeln. In der 
Mitte das Marienmonogramm aus Sternen gebildet, zu den 
Seiten auf Wolken zwei Weihrauchfässer schwingende Engel. 
In den Wolken Engelsköpfe. 

Leinwand. 103,2 h., 250 br. — Schulbild. 

566 (XXXII). Schweißtuch Christi. In der Mitte das 
Schweißtuch Christi. In ornamentaler Umrahmung zu bei- 
den Seiten brennende Leuchter und Weihrauchampeln. 

Holz. 136,8 h., 238,5 br. Gelber Grund. — Aus der Frauenkirche. — Schulbild. 

567 (XXXII). Der auferstandene Christus. Der Hei- 
land schwebt, den Fuß auf Engelsköpfen, in der Glorie 
durch den Äther. Die Linke hält die Siegesfahne. In den 
Wolken Cherubim. 

Holz. 426,5 h., 234,3 br. — Oben abgerundet. — Aus der Frauenkirche. — 
Werkstattbild. 

568 (LXXV). Allegorische Darstellung der Reiher- 
jagd. Eine weibliche Gestalt, auf einer Anhöhe in phan- 
tastischem Jagdkostüm, trägt auf der behandschuhten Linken 
einen weißen, bekappten Falken. Rechts tiefer steht ein 
junger Mann im Jagdkostüm und füttert einen Falken, dessen 
Haube er im Munde hält. Im Vordergrund drei erlegte 
Fasanen, links ein Baum Strunk. Oben ein Schild mit der 
Inschrift : AVCVPI VM. Gegenstück zu Nr. 569. — Abbildg. 

Leinwand. L.M. 235,5 h., 1 44 br. — Aus Schleißheim. — Abgebildet bei Basser- 
mann-Jordan : Dekorative Malerei der Renaissance am bayer. Hofe. (München. 
1900. S. 124) und bei Pocci: Der Fasan in Bayern. (1906. 5.9.) 

569 (LXXV). Allegorische Darstellung der Jagd. Auf 
einer Anhöhe schreitet eine weibliche Figur in phantas- 
tischem Jagdkostüm mit Hüfthorn, einen Eichenlaubkranz im 



172 Niederländische Schulen. 

Haar, nach rechts. Sie führt mit der Linken einen braunen 

Windhund an der Leine, die Rechte ist erhoben. Links 

tiefer steht ein junger Jäger mit geschultertem Jagdspieß, 

mit der Linken einen Jagdhund führend. Oben ein Schild 

mit der Inschrift: VENATIO. Gegenstück zu Nr. 568. 

Leinwand. L. M. 235,5 h., 1 44 br. — Aus Schleißheim. — Abgebildet bei Basser- 
mann-Jordan: Dekorative Malerei u. s. w. S. 125. 

In der Art des Honthorst. 

570 (L). Bildnis eines jungen Mannes. Der Dar- 
gestellte, barhäuptig, trägt gelben Koller, grüne Schärpe 
und breiten Spitzenumlegkragen. Brustbild nach rechts. 
Leinwand. Grauer Grund. 54 h., 44,3 br. 

Franz Luyex von Luxenstein (Leux) 

getauft 1604 in Antwerpen, gest. nach 1652 in Prag, Schüler Rubens, 
von Ferdinand IIL nach Prag und Wien berufen. 

571 (XXX). Bildnis der Erzherzogin Cäcilia Renata, 
Gemahlin Ladislaus IV. von Polen. Sie trägt dunkles, 
spitzenbesetztes Kleid und Häubchen. Die Linke hält einen 
Straußenfedernfächer, die Rechte ruht auf einem Tisch mit 
den Kroninsignien. Hinten links Säule mit Vorhang, rechts 
Ausblick ins Freie. Oben die Inschrift: CÄCILIA RNATA 
ARCH. AVSTRI^ LADISLAI IV. REGIS POLONI.E ET 
SVEECI^ CONIVNX. Ganze Figur nach links. 

Leinwand. L. M. 212,5 h., 142,2br. — Aus Dachau. — Cäcilia Renata, Tochter 
Kaiser Ferdinands IL, geb. 1611, vermählt 1637 mitWladislausIV., König von 
Polen, gest. 1 644. 

572 (Treppenhaus). Bildnis Kaiser Ferdinands III. Der 
Kaiser, mit kleinem Bärtchen und langem, braunem Haar, 
trägt schwarzes Gewand mit Kniehosen, weißen Strümpfen 
und Goldbrokatärmeln. Auf der Brust die Kette des goldenen 
Vließes. Die Linke am Degen, die Rechte hält ein Schrift- 
stück. Oben ein roter Vorhang. Im Hintergrund Archi- 
tektur mit Staffagefiguren. Rechts ein Tisch mit den Kron- 
insignien. Unten: FERDINANDVS III. IMPERATOR NA- 
TVS 1608 . . . 1657. VXORES HABVIT MARI AM ANAM • • 



XVII. Jahrhundert — Johann Spielberg. 173 

HILIPPI III. REGIS HISPANI^ FILIAM • 2 • MARIAM 
LEG • . • • DINAM ARCHIDVCIS LEOPOLDI IN INS- 
PRVCK • FILIAM • • • LEONORAM CAROLI IL DVCIS 

MANTVANENSIS FILIAM. Ganze Figur nach links. 

Leinwand. Dunkler Grund. L. M. 203 h., 1 1 3,5 br. — Aus Mannheim. — Wieder- 
holung nach einem Bild in Schönbrunn. — Kaiser Ferdinand III., Sohn Fer- 
dinands IL, geb. 1608, gest. 1657. 

Vlämisch. Anfang des XVII. Jahrhunderts. 

573 (XXVIII). Bildnis einer jungen Dame. Sie trägt 
rotes, ausgeschnittenes Gewand mit gepufften Ärmeln. Um 
den Hals einen Spitzenumlegkragen, auf dem Kopf schwarzen 
Hut mit Federn. Brustbild nach rechts in ovalem, gemaltem 
Rahmen. 

Eichenholz. Graugrüner Grund. 65 h., 50 br. 

Vlämisch um 1600. 

574 (XXVIII). Bildnis eines Unbekannten. Der Dar- 
gestellte, barhäuptig, trägt schwarzes Kleid mit weißen 
Stulpen und Mühlsteinkragen. Die Rechte hält die Hand- 
schuhe, die Linke ist in redender Gebärde erhoben. Links 
oben sein Wappen. Halbfigur nach rechts. 

Eichenholz. Grauer Grund. 18 h., 14br. 

Niederländisch, um Mitte des XVII. Jahrhunderts. 

575 (XXIX). Liebesszene. Links ein gedeckter Tisch, 
an dem ein Liebespaar sitzt. Hinter dem Stuhl des Mannes 
am Boden ein Mädchen, das ihm heimlich die Tasche leert. 
Weiter rechts steht eine modisch gekleidete Dame, hinter 
ihr eine Dienerin. Ausblick in einen Garten. Dunkler 
Hintergrund. 

Schwarzer Marmor. L. M. 25,5 h., 31,2 br. 

Johann Spielberg 

geb. 1619 in Düsseldorf, gest. daselbst 1690, Hofmaler des Pfalzgrafen 
Wolfgang Wilhelm. 

576 (LXXV). Ein Falkonier. Der barhäuptige Falkonier, 
in grauem Kleide, hält in der behandschuhten Linken einen 



174 Niederländische Schulen. 

Reiherschenkel, den ein auf der Hand sitzender grauer 
Falke frißt. Die herabhängende Rechte hält die Falken- 
kappe. Rechts neben ihm am Boden ein getöteter Reiher, 
den ein zweiter Falke zerfleischt. Von links her naht 
der Jagdherr mit zwei berittenen Falkonieren. Im Hinter- 
grund vor einem Dorf Hofgesellschaft bei Vorbereitungen 
zu einem Frühstück. 

Leinwand. 194,5 h., 169,3 br. — Aus Mannheim, 

Pieter Wouw^erman 

getauft zu Haarlem 1 623, begr. zu Amsterdam 1 682, 
Nachfolger seines Bruders Philipp. 

577 (LXXXI). Landschaft mit Jagdgesellschaft. Im 
Vordergrund die Jagdgesellschaft, eine Dame auf einem 
Schimmel und ein Herr, dabei ein Jäger, der das Hörn 
bläßt. Rechts zwei Jäger mit den Hunden. Im Hinter- 
grund auf einem Hügel ein Schloß, zu dem ein Weg an 
Ruinen vorbeiführt. Rechts Baumgruppen, links Ebene 
mit Fluß. Bezeichnet auf einem Fels rechts P.W. 
Leinwand. 93 h., 1 1 6,8 br. — Aus der Residenz München. 

Caterina Ykens 

geb. zu Antwerpen 1659, 1668 Meisterin der Gilde, Todesjahr unbekannt. 
Schülerin ihres Vaters Pieter Ykens des Jüngeren, Blumenmalerin, 

, und 

Jan van der Hoecke 

geb. um 1 6 11 zu Antwerpen, gest. 1 65 1 in Brüssel (?) Angeblich Schüler Rubens. 

578 (Krippensammlung). Das Christuskind in der 
Krippe, von Blumengewinden umrahmt. In der 
Mitte liegt das nackte Christuskind auf Windeln, darüber 
die Köpfe von Ochs und Esel. Links die Stallampe, rechts 
oben eine Raufe. Ein Blumengewinde umschließt das Ganze. 

Eichenholz. 101h., 69,9 br. Das eingesetzte Mittelstück 37,3 h., 26,9 br. — 
Bezeichnet auf der Rückseite: CATERINA YKENS, auf dem Mittelstück: 
Joanni van den Hoecke F. — Aus Neuburg a. D. 



van Orley. — van Douven. — Stampart. — van der Schlichten. 175 

Richard van Orley 

geb. 1663 in Brüssel, gest. 1732 daselbst. 

579 (XLV). Joseph und Potiphars Weib. Rechts die 
Frau mit entblößtem Oberkörper auf dem Lager; sie sucht 
den nach links enteilenden Joseph festzuhalten. Oben ein 
Vorhang. Hintergrund Palastinneres. Bezeichnet links unten: 
R. van Orley fecit 1708. 

Pergament. 21,3 h., 16,5 br. 

Jan Frans van Douven 

geb. 1656 zu Roermonde in Geldern, gest. 1727 in Düsseldorf. 
Hofmaler Johann Wilhelms in Düsseldorf. 

580 (Treppenhaus). Bildnis der Pfalzgräfin Karoline 
von Birkenfeld-Zweibrücken. Die Prinzessin trägt 
über dem goldgestickten, ausgeschnittenen Kleid den roten 
Hermelin. Im gepuderten Haar Perlen. Halbfigur in ovaler 
Umrahmung. 

Leinwand. Dunkelblauer Grund. 87 br., 69 h. — Wenig veränderte Wieder- 
holung nach dem Bild in der Schleißheimer Ahnengalerie (Nr. 156). — Karo- 
line, Tochter des Grafen Ludwig Krato von Nassau-Saarbrücken, geb. 1704, 
vermählt 1719 mit Christian III. von Pfalz-Birkenfeld-Zweibrücken, gest. 1774. 

Franz Stampart 

geb. 1675 in Antwerpen, gest. 1750 in Wien. Seit 1678 in Wien, 
Kabinettmaler Leopolds, Karls VI. und Franz I. 

581 (LIIA). Bildnis des Bischofs Johann Philipp 
von Schönborn. Der Dargestellte, in vorgerücktem Alter, 
bartlos, mit weißem Lockenhaar, trägt schwarzes Gewand 
mit weißen Bäffchen. Auf der Brust ein Kreuz. Brustbild 
nach rechts in ovaler Umrahmung. 

Leinwand. Brauner Grund. 78 h., 64,3 br. — Auf der Rückseite; F. Stampart 
pinxt. Ad Vivum A?^ 1715. — Beschädigt. 

Jan Philips van der Schlichten 

geb. 1681, gest. 1745 in Mannheim (?), Schüler des A. von derWerff. 

582 (Treppenhaus). Bildnis der Prinzessin Anna Chri- 
stiane Luise von Sulzbach. Die Prinzessin trägt aus- 



176 Niederländische Schulen. 

geschnittenes, goldgesticktes Kleid, darüber den roten Her- 
melin. Im gepuderten Haar Perlenschmuck. Rechts auf einem 
Kissen die Krone. Halbfigur in ovaler Umrahmung. 

Leinwand. Brauner Grund. 84,9 h., 69,3 br. Auf der Rückseite bezeichnet: 
Von Der Schlichten, adv: pinxit 1722. darüber: Erste Gemahlin des Königs 
Karl Emanuel v. Savoyen, Prinzessin v. Sulzbach. — Aus Schleißheim. — 
AnnaChristianCjTochter des HerzogsTheodor Eustach von Sulzbach, geb. 1704, 
vermählt 1722 mit König Karl Emanuel III. von Sardinien, gest. 1723. 

Carolo van der Heff. 

Um 1721. Näheres unbekannt. 

583 (Krippen-Treppenhaus). Blumenstück. In der Mitte 
steht eine große Vase mit Blumen; eine kleinere Vase mit 
Blumen links und eine zweite rechts auf einem Sockel, 
der mit Blumengirlanden geschmückt ist. Hintergrund 
Parklandschaft. Bezeichnet rechts auf dem Sockel: F. Ca- 
rolo • van dr Heff Fecit 1721. 

Leinwand. 197,5br., 123br. — Auf der Rückseite, neu aufgetragen, die alte 
Inschrift: F. Carolo van der Heff fecit 1721. 

Peter Jacob Horemans 

geb. um 1700 zu Antwerpen, gest. 1776 als Hofmaler zu München. Schüler 

seines Bruders Jan Josef Horemans I, kam 1725 nach München, seit 1727 

Hofmaler Karl Albrechts. 

584 (XXXVIII). Ein Musiker unter seinen Instru- 
menten. Er steht in einer offenen Säulenhalle rechts hinter- 
einem rotge4eckten Tisch mit zahlreichen Musikinstru- 
menten; ebensolche am Boden. Links ein roter Vorhang 
und am Boden zwei Pauken und Blasinstrumente. Links 
unten bezeichnet: Petrus Horemans 1772. Gegenstück zu 
Nr. 585. 

Leinwand. 65 h., 80 br. — Abgebildet: Altbayerische Monatsschrift B II. (1900) 
S. 40. — Ein Selbstbildnis des Meisters in der Schleißheimer Galerie. (Nr. 1064). 

585 (XXXVIII). Ein Hofmusiker unter seinen Instru- 
menten. In einer offenen Säulenhalle steht links ein rot- 
gedeckter Tisch mit zahlreichen Instrumenten; dahinter der 
Musiker in blauer Hoftracht, mit Instrumenten beladen. 



P. J. Horemans. H? 

Rechts zwischen den Säulen zwei steinerne Amoretten. 
Links unten bezeichnet: Petrus Horemans 1762. Gegen- 
stück zu Nr. 584. 

Leinwand. 65 h., 80 br. — Aus der Kurfürstlichen Galerie in München. — 
Abgebildet: Altbayerische Monatsschrift II. (1900.) S. 40. 

586 (XXXVIII). Hofkonzert in Ismaning. Rechts in 
einer Säulenhalle sitzt die Hofgesellschaft bei Spiel und 
Unterhaltung. Davor im Freien an einem Tisch die Musiker. 
Links ein Springbrunnen und Spaziergänger. Oben auf einem 
Balkon der Maler mit Paletten und Pinsel, dem ein Glas 
Wein gereicht wird. Im Hintergrund vor der Halle zwei 
Steinfiguren auf Postamenten, links Bäume und ein Ge- 
bäude. Bezeichnet rechts unten: P. Horemans 1773. 

Leinwand. L.M. 186h., 240,5br. — Geschenk des Hrn. Michael von Poschinger 
in Ismaning. 1899. 

587 (LXXXI). Kurfürstin Maria Anna im Hauskleid. 
Die Dargestellte, in weißem Morgenkleid mit schwarzer 
Mantille und weißer Haube, sitzt in einem Stuhl, sie 
wickelt Garn auf. Rechts auf einem rotgedeckten Tisch 
ein Kästchen und Bücher, links ein roter Vorhang. Knie- 
stück nach rechts. — Abbildung. 

Leinwand. 40,5 h., 32,5 br. — Zuschreibung unsicher. 

In der Art des Horemans. 

588 (LXV). Bildnis eines unbekannten Herrn. Der 
Dargestellte, bartlos, mit Zopfperücke, sitzt in grauer Tracht 
mit heller, goldbesetzter Weste auf einem roten Stuhl nach 
links gewandt vor einem Sekretär. Die Linke, die auf den 
übergeschlagenen Beinen ruht, hält ein Schreiben, die 
Rechte ist leicht erhoben. In ovaler Umrahmung. Gegen- 
stück zu Nr. 589. 

Leinwand. Grauer Grund. 40,4 h., 31,4 br. — Gekauft 1901 von Jos. Ettbauer 
in München mit den folgenden Nummern 589 und 590. 

589 (LXV). Bildnis der Gattin des vorhergehenden. 
Die Frau, mit hoch aufgetürmter Frisur in rotem Kleid 
mit Spitzenfächer und reichem Schmuck, sitzt auf einem 



178 Niederländische Schulen. 

gelben Polsterstuhl nach rechts gewandt vor einem Spiegel- 
tischchen. Sie ist mit einer Häkelarbeit beschäftigt. Knie- 
stück in ovaler Umrahmung. Gegenstück zu Nr. 588. 
Leinwand. Grauer Grund. 41,5 h., 31,5 br, 

590 (LXV). Bildnis der jungen Tochter der vorher- 
gehenden. Die Kleine, in rotem Kleid mit Spitzenhaube, 
steht mit dem Strickzeug neben einem grüngedeckten Tisch, 
auf dem ein Teller mit Obst steht. Rechts eine Säule, 
oben ein Vorhang. Ganze Figur in ovaler Umrahmung. 
Gehört zu den vorhergehenden Nummern. 

Leinwand. Grauer Grund. 41,2 h., 31,5 br. 

Paul Joseph Delcloche 

geboren wahrscheinlich zu Lüttich 1716, gestorben daselbst 1759. 

Schüler seines Vaters Perpete Delcloche. War 1753 Hofmaler des Prinzen 

Johann Theodor von Bayern, Bischofs von Lüttich. 

591 (XXXVIII). Hofkonzert. Die Hofgesellschaft ist auf 
einer Schloßterrasse versammelt. Links eine Dame am Flügel, 
von zwei Herren, darunter der Kardinal Johann Theodor 
von Bayern, auf dem Cello begleitet. Hinter dem Flügel 
Musiker. Rechts in einer Säulenhalle unter anderen Zu- 
schauern der Maler mit Pinsel und Palette. Über die 
Terrassenbrüstung hinweg Ausblick auf einen Garten im 
französischen Stil. Bezeichnet rechts unten: Del cloche • 
pinxit. 

Leinwand. L. M. tS6 h., 240,5 br. — Geschenk des Hrn. Michael von Poschinger 
in Ismaning. 1899. 



Zweiter Teil 

Bilder von kulturgeschichtlichem 

Interesse, nach der Darstellung 

geordnet. 



Porträts und Trachtenbilder . . Nr. 592-859 
Religiöse Darstellungen .... Nr. 860-995 
Profane Darstellungen .... Nr. 996-1025 
Landschaften und Städteansichten Nr. 1026-1070 



12' 



Porträts und Trachtenbilder. 



Bayerische Fürsten. 

A. Münchner Linie. 

592 (Depot). Bildnis derjakobäa von Holland- 
Straubing. Die Dargestellte trägt rotes Kleid mit schwarzen 
Ärmeln und hohem Kragen, rote Hornhaube mit dunklem 
Tuchschleier. Auf der Brust den Antoniusorden. Links 
oben das Wappen von Holland-Straubing, in der Mitte oben 
vrau Jaobe. Gegenstück zu Nr. 593. 

Leinwand. Dunkler Grund. 62,5 h., 49,6 br. — Kopie vom Maler Häberlein 
in München, im Auftrag König Maximilians angefertigt. Original im Museum 
zu Amsterdam (Nr. 130). — Jakobäa, Tochter Wilhelm II. (VI.) von Straubing- 
HoUand, geb. 1 40 1 , vermählt 1 432 mit Frank van Borselen. — Über den Orden 
des hl. Antonius im Hennegau, einer Stiftung Herzogs Albrecht I. von Bayern 
— Linie Straubing-HoUand — vgl. G. Knussert: Orden, Ehren- und Verdienst- 
Zeichen etc. München (ohne Jahr), S. 329. 

593 (Depot). Bildnis des Franck van Borselen, 
vierten Gemahls der Jakobäa von Straubing- 
Holland. Der Dargestellte trägt schwarze Kleidung mit 
dem Antoniusorden und rote Sendelbinde. Rechts sein 
Wappen. Oben: heer vräck vä borssel. Halbfigur nach 
links. Gegenstück zu Nr. 592. 

Leinwand. Dunkler Grund. 61,5 h., 50 br. — Original im Museum zu Amster- 
dam (Nr. 131). — Vgl. Bemerkung zum vorhergehenden. — Frank van Bor- 
selen, burgundischer Statthalter von Holland und Seeland, starb 1472. 

594 (XXIV). Bildnis des Herzogs Albrecht IV von 
Bayern-München. Der Herzog, in vorgerückten Jahren, 
trägt rote, pelzbesetzte Schaube, darüber eine schwere 



182 Porträts und Trachtenbilder. 

goldene Kette. Das weiße, lange Haar bedeckt ein schwarzes 
Barett, die Hände halten den Rosenkranz. Unten eine 
schmale Brüstung. Oben die spätere Inschrift: ALBERT VS 
4 • D • BAVARIiE über der zerstörten alten Bezeichnung. 
Halbfigur nach links. 

Holz. Dunkler, übermalter Grund. Kopie, an beiden Seiten später angestückt. 
50,9 h., 47,2 br. — Aus der Residenz München. — Nach Hans Wertinger, vgl. Bild 
Nr. 78. — Albrecht IV., Sohn Albrecht III., geb. in München 1447, gest. da- 
selbst 1508. 

595 (XXVI). Herzog Wilhelm IV. mit seiner Familie. 
Links sitzt Wilhelm IV., Herzog von Bayern, rechts seine 
Gemahlin Jakobäa von Bayern. Zwischen beiden ihre Kinder 
Theodo, Albrecht und Mechtildis. 

Fichtenholz. 97,4h., 147br. — Verdorben. — Aus Neuburg a.D. — Süd- 
deutsch um 1530. 

596 (Depot). Bildnis Herzog Wilhelms IV. von Bayern. 
Der Herzog trägt ein goldverziertes, dunkles Barett, schwarze, 
pelzverbrämte Schaube und eine schwere Goldkette mit An- 
hänger. Die Linke am Degengriff, die Rechte hält ein 
Schreiben. Hintergrund: Grüner Vorhang. Oben die spätere 
Inschrift: GVILELMVS IUI BAVARI^ DVX. Darunter 
die alte Inschrift: Wilh • • • Halbfigur nach rechts. 

Birnbaumholz. 82,4 h., 60,2 br. Stark übermalt und nachgedunkelt. — Aus 
der Residenz München. — Eine Replik des Bildes in der Augsburger Galerie 
Nr. 121 trägt das Monogramm H. Schöpfers des älteren. 

597 (LXVI). Bildnis der bärtigen Prinzessin Helena 
von Bayern: Die Prinzessin, mit braunem Kinn- und 
Schnurrbart, trägt schwarzes Kleid mit weißen Ärmeln und 
Halskrause. Oben die Inschrift: HELENA, EX FAMILIA 
SEREi? : DVCISS^ BAVAEI^, A« 1595 ■ AD VI WM ET 
NATVRALITER DEPICTA. ET DELINEATA. Brustbild. 

Leinwand. Dunkler Grund. 67,2 h., 49,2 br. — Bayerisch von 1595. 

598 (XXIV). Bildnis des Herzogs Albrecht V. von 
Bayern. Der Herzog trägt schwarzes Gewand mit Hals- 
krause, darüber einen Pelz und die Kette des goldenen 
Vließes. Oben rechts die Buchstaben A • H • I • B. 

Fichtenholz. Grauer Grund. 18,5 h., 13,4 br. — Süddeutsch um 1570. 



Bayerische Fürsten. 183 

599 (Treppenhaus). Bildnis der Kurfürstin Elisabeth, 
erster Gemahlin Maximilians I. von Bayern. Sie 
trägt dunkles Kleid mit Reifrock, Spitzenkrause und reichen 
Schmuck. Links ein rotgedeckter Tisch, auf den sie die 
Rechte legt. Oben: ELISABETHA LOTHARINGI^E DV- 
CISSA MAXIMILIANI DVC BAVARI^ ET ELECTORIS 
CONIVNX. Ganze Figur nach links. 

Leinwand. L. M. 139,5 h., llObr. — Aus der Residenz München (?). — Eli- 
sabeth, Tochter Karls II., Herzogs von Lothringen, geb. 1573, vermählt mit 
Maximilian I. von Bayern 1595, gest. 1635. — Unbekannt. Anfang XVII.Jahrh. 

600 (Vestibül). Bildnis der Kurfürstin Maria Anna, 
zweiter Gemahlin Maximilians I. von Bayern. Die 
Dargestellte trägt schwarz und weißes Witwengewand und 
weiße, bauschige Haube. Die herabhängende Linke faßt 
den Mantelsaum, die behandschuhte Rechte ruht auf der 
von einem Doppeladler gekrönten Lehne eines Stuhles, auf 
dem ein weißer Mops sitzt. Links Ausblick in einen 
Kirchenraum (?). Standfigur nach links. 

Leinwand. L. M. 205 h., 1 36 br. Beschädigt. — Aus Neuburg a. D. — Maria 
Anna, Tochter Kaiser Ferdinands IL, geb. 1610, vermählt mit Maximilian I. 
von Bayern 1635, gest. 1665. — Deutsch nach 1651. 

601 (XXVIII). Bildnis der Kurfürstin Maria Anna 
von Bayern. Sie steht neben einem Stuhl, in schwarzem, 
spitzenbesetztem Kleid mit Perlenschmuck. Links ein 
roter Vorhang. Kniestück nach rechts. 

Leinwand. Grünbrauner Grund. 121,3 h., 91 br. — Unbekannt. Mitte des 
XVII. Jahrhunderts. 

602 (XXIX). Bildnis des Kurfürsten Ferdinand 
Maria von Bayern. Der Dargestellte, im Kurfürsten- 
ornat, steht neben einem Tisch, auf dem ein Kissen mit 
dem Reichsapfel liegt. Die Rechte hält den Marschallstab, 
die Linke liegt auf dem Reichsapfel. Hintergrund Vor- 
hang. Ganze Figur nach rechts. Gegenstück zu Nr. 603. 

L. M. 242 h., 171 br. — Aus Dachau. — Ferdinand Maria, Sohn Maximilians L, 
geb. 1636, gest. 1679. — Kopie nach Mignard. 



184 Porträts und Trachtenbilder. 

603 (XXIX). Bildnis derKurfürstin Adelheid- 
Henriette, Gemahlin des Kurfürsten Ferdinand 
Maria von Bayern. Die Dargestellte, in ausgeschnittenem 
Kleid, mit Hermelinmantel um die Schultern, lehnt den 
rechten Arm auf ein Kissen, das auf einem Marmortisch 
neben ihr liegt. In der Hand hält sie eine Lilie. Zu ihren 
Füßen ein Hündchen. Hintergrund Vorhang. Standfigur. 
Gegenstück zu Nr. 602. 

L. M. 241 h., 171 br. — Aus Dachau. — Henriette Adelheid, Tochter Viktor 
Amadeus I., Herzogs von Savoyen, geb. 1636, vermählt mit Kurfürst Ferdinand 
Maria von Bayern 1652, gest. 1676. — Kopie nach Mignard. 

604 (XXXIV). Bildnis des Kurfürsten Max Emanuel 
von Bayern. Der Kurfürst, mit Allongeperücke, trägt 
Rüstung und roten Mantel, auf der Brust die Kette des gol- 
denen Vließes. Brustbild nach links. Gegenstück zu Nr. 605. 

Birnbaumholz. Graubrauner Grund. Im Oval. 16,2 h., 13br. — Max Emanuel, 
Sohn des Kurfürsten Ferdinand Maria von Bayern, geb. 1662, gest. 1726. — 
Kopie nach Vivien. 

605 (XXXIV). Bildnis der Kurfürstin Theresia 
Kunigunde, zweiter Gemahlin des Kurfürsten Max 
Emanuel von Bayern. Sie trägt braunes, ausgeschnittenes 
Kleid, darüber blauen Mantel. Brustbild nach links. Gegen- 
stück zu Nr. 604. 

Birnbaumholz. Graubrauner Grund. Im Oval. 16 h., 13br. — Therese Kuni- 
gunde, Tochter des Königs Johann III. Sobiesky von Polen, geb. 1676, ver- 
mählt 1695, gest. 1730. — Kopie nach Vivien. 

606 (XXXIII). ßildnis der Maria Antonia, erster Ge- 
mahlin Max Emanuels von Bayern. Sie trägt braunes, 
ausgeschnittenes Kleid mit reichem Perlenschmuck, darüber 
einen hermelinbesetzten Mantel. Um den Hals eine Perlen- 
kette. Halbfigur in ovaler Fassung. 

73,2 h., 60,2 br. — Unbekannt, Zweite Hälfte des XVII. Jahrhunderts. 

607 (XXXIII). Bildnis der Prinzessin Maria Anna von 
Bayern. Sie trägt weißes, ausgeschnittenes Atlaskleid, da- 
rüber roten, hermelingefütterten Mantel. Halbfigurin Vorder- 
ansicht. 

Leinwand. Grauer Grund. 82,3 h., 67,8 br. — Biographie vgl. Nr. 192. — 
Unbekannt um 1720. 



Bayerische Fürsten. 185 

608 (XLV). Bildnis einer jungen, bayerischen 
Prinzessin. Sie trägt gelbes, ausgeschnittenes Kleid, um 
die Schultern den Purpurmantel. Die Linke spielt mit 
einer Perlenkette. Halbfigur nach links. 

Leinwand. Dunkler Grund. 75,5 h., 58,7 br. In ovalem Rahmen. — Deutsch. 
XVIII. Jahrhundert. 

609 (XLV). Bildnis eines bayerischen Prinzen. Er 
trägt dunkle Rüstung, um die linke Schulter den hermelin- 
gefütterten Purpurmantel. Langes, gepudertes Lockenhaar, 
Halbfigur nach rechts. Gegenstück zu Nr. 610. 
Leinwand. Dunkler Grund. L.M.74h.,62br. Im Oval. — Deutsch. XVIII. Jahrh. 

610 (LXV). Bildnis einer bayerischen Prinzessin. 
Die Fürstin, mit dunklem Lockenhaar, trägt grünes Kleid 
mit gelbem Mieder und Spitzenbesatz. Um den Hals eine 
Perlenkette. Brustbild. Gegenstück zu Nr. 609. 
Leinwand. Brauner Grund. 76 h., 62 br. Im Oval. — Deutsch. XVIII. Jahrh. 

611 (LH). Bildnis des Prinzen Ferdinand Maria 
Innocenz von Bayern. Im Harnisch mit dem Orden des 
goldenen Vließ, um die Schultern den Hermelin. Bartlos, mit 
Allongeperücke. Brustbild. 

Leinwand. Graugrüner Grund. 83,7 h., 66 br. Im Oval. — Ferdinand Maria 
Innocenz, Sohn des Kurfürsten Max Emanuel, geb. 1699, kaiserlicher General- 
feldmarschall, gest. 1738. — Deutsch. XVIII. Jahrhundert. 

612 (XXXV). Bildnis des Kurfürsten Karl Albert von 
Bayern, nachmaligen Kaisers Karl VIL Der Kur- 
fürst, in jugendlichem Alter, trägt Stahlrüstung und blauen 
Mantel, Allongeperücke. Die Hände ruhen auf dem Helm. 
Halbfigur. Gegenstück zu Nr. 613. 

Birnbaumholz. Im Oval. Graugrüner Grund. 24,5 h., 18,3 br. — Karl Albert, 
Sohn Max Emanuels, geb. 1697, gest. 1745. — • Deutsch um 1700. 

613(XXXV).Bildnisder Kurfürstin AmaliaMaria, Ge- 
mahlin Karl Alber ts. Sie trägt über dem tief ausgeschnit- 
tenen Kleid den blauen Hermelinmantel; das weißgepuderte 
Haar schmückt ein Diadem. Halbfigur. Gegenstück zu Nr. 612. 
Birnbaumholz. Im Oval. Grauer Grund. 24,3h., 18,5br. — AmaliaMaria, 
Tochter Kaiser Josephs I., geb. 1701, verm. 1722, gest. 1756. — Bayerisch. 
XVIII. Jahrhundert. 



186 Porträts und Trachtenbilder. 

614(XXXIII). Bildnis des deutschen Kaisers Karl VII. 
Er trägt hermelinbesetzten Mantel mit Ordensstern über 
dem Panzer. Um den Hals ein Band mit dem goldenen 
Vließ. Links hinten auf einem Tisch die Kaiserkrone. 
Halbfigur nach rechts. Gegenstück zu Nr. 615. 

Leinwand. Blauer Grund. L. M. 83 h., 63,4 br. Das ursprünglich rechteckige 
Bild ist dem ovalen Rahmen durch Umschlagen der Leinwand angepaßt. — 
Deutsch. XVIIL Jahrhundert. 

615 (XXXIII). Bildnis seiner Gemahlin Amalia. Sie 
trägt blaues Kleid mit Hermelinbesatz. Im gepuderten Haar 
Edelsteindiadem. Halbfigur nach links. Hintergrund Säule 
und Vorhang. Gegenstück zu Nr. 614. 

Leinwand. Grauer Grund. L. M. 83 h., 64,2 br. Das ursprünglich rechteckige 
Bild ist dem ovalen Rahmen durch Umschlagen der Leinwand angepaßt. — 
Deutsch. XVin. Jahrhundert. 

616 (LXXXI). Bildnis Kaiser Karls VII. Der Darge- 
stellte, bartlos, mit Allongeperücke, trägt über der Rüstung 
den roten Hermelin, auf der Brust Ordensbänder. Brust- 
bild nach rechts. 

Leinwand. Dunkler Grund. 86.3 h., 67,5 br. — Süddeutsch. XVIIL Jahrh. 

617 (LXV). Bildnis Kaiser Karls VII. Der Kaiser in 
Rüstung mit gelbem Brokatmantel und reichem Ordens- 
schmuck, sitzt nach rechts gewandt in einem Stuhl. Die 
Linke ist in die Seite gestützt, die Rechte, auf einem links 
stehenden Tisch aufstützend, hält das Szepter. Auf dem 
Tisch Kaiserkrone und Kurhut. Hintergrund Architektur 
mit allegorischen Figuren. Gegenstück zu Nr. 618. 

Leinwand. 226 h., 148 br. — Nach einem Dachauer Inventar Kopie von Johann 
Jakob Dorner nach Vivien. — Süddeutsch um 1720. 

618 (LXV). Bildnis seiner Gemahlin Amalia. Die 
Kaiserin in weißem, goldgemustertem Kleid, darüber den 
roten Hermelin, sitzt nach links gewandt, auf erhöhtem Thron. 
Die Rechte hält das Szepter, der linke Arm ruht auf einem 
kissenbedeckten Tisch. Hintergrund Architektur mit Vor- 
hang. Gegenstück zu Nr. 617. 

Befund wie oben. — Nach einem Dachauer Inventar Kopie von Johann Jakob 
Dorner nach Vivien. 



Bayerische Fürsten. 187 

619 (LIX). Bildnis eines bayerischen Fürsten. Der 
Dargestellte, bartlos, mit hoher brauner Allongeperücke, 
trägt Hermelinkragen und Spitzenhalstuch. Hintergrund 
dunkelroter Vorhang. Brustbild. 

Leinwand. 70,8 h., 56,5 br. — Deutsch um 1700. 

620 (Depot). Bildnis eines bayerischen Fürsten. Er 
trägt Rüstung mit Band und Ordensstern des Hubertus- 
ordens, über die rechte Schulter den roten Hermelin ge- 
schlagen; grau gepuderte Allongeperücke. Die Rechte stützt 
den Marschallstab auf eine Brüstung. Halbfigur in ovaler 
Umrahmung. 

Leinwand. Blauer Grund. 81,4 h., 65 br. Beschädigt. — Süddeutsch um 1700. 

621 (XLIII). Bildnis der Kurfürstin Antonia Maria 
Walpurga von Sachsen. Ihr blaues, spitzenbesetztes 
Seidenkleid ist auf der Brust tief ausgeschnitten. Um die 
Schultern ist lose der Hermelinmantel drapiert. Die Rechte 
ruht auf der Linken, die sich auf einem links stehenden 
Tisch lehnt. Halbfigur. 

Leinwand. Graugrüner Grund. 84 h., 66,4 br. — Biographie vgl. Nr. 531. — 
XVIIL Jahrhundert. 

622 (LH). Bildnis der Kurfürstin Antonia Maria 
Walpurga von Sachsen. 

Kopie nach Nr. 621. Nur im Oval. 

623 (LXXX). Reiterbildnis eines bayerischen Prin- 
zen. Der junge Prinz, in goldgesticktem rotem Rock mit 
Ordensschmuck, sprengt auf einem Schimmel nach links. 
Hintergrund: Landschaft mit Zeltlager. 

Leinwand. 47,5 h., 43,3 br. — Süddeutsch. Zweite Hälfte des XVIIL Jahrh. 

624 (XLIII). Bildnis des Herzogs Clemens Franz 
von Paula von Bayern. Er trägt roten Mantel mit 
breitem Hermelinkragen, die Linke stützt den Kommando- 
stab auf ein Kissen, auf dem der Fürstenhut liegt. Über 
dem Hermelin Ordenskette. Hälbfigur nach links. Gegen- 
stück zu Nr. 625. 

Leinwand. Grauer Grund. 81h., 63,5 br. — Clemens Franz v. Paula, Sohn des 
Prinz. Ferdinand Maria Innozenz, geb. 1 722, gest. 1 790. — Kopie nach de Mar6es. 



188 Porträts und Trachtenbilder. 

625 (LXIII). Bildnis der Prinzessin Maria Anna, 
Gemahlin des Herzogs Clemens. Die Herzogin, in 
rotem ausgeschnittenem Kleide, hält in den Händen eine 
Perlenkette. Der blaue, hermelingefütterte Mantel ist von 
den Schultern geglitten, links auf einem Kissen der Kur- 
fürstenhut, Halbfigur nach rechts. Gegenstück zu Nr. 624. 

Leinwand. Blaugrauer Grund. 82 h., 64,5 br. — Maria Anna, Tochter des 
Pfalz-Sulzbachischen Erbprinzen Joseph Karl Emanuel, geb. 1722, gest. 1799. 
— Kopie nach De Mar6es. — Süddeutsch. Mitte des XVIII. Jahrhunderts. 

626 (XXXVIII). Bildnis des Kurfürsten Maxi- 
milian III. Er trägt Rüstung, Ordensschmuck und her- 
melingefütterten Purpurmantel. Links vor ihm ein Tisch 
mit Reichsapfel, Kurfürstenhut und Helm, auf den er seine 
Linke legt; die Rechte hält den Marschallstab. Links oben 
ein Vorhang; rechts eine Steinvase mit allegorischer Figur. 
Kniestück nach links. 

Eichenholz. 54 h., 44,3 br. — Maximilian III., Sohn Karl Alberts, geb. 1727, 
gest. 1777. — Bayerisch. XVIII. Jahrhundert. 

627 (XXXVI). Bildnis des Kurfürsten Maxi- 
milian III. Er trägt Stahlrüstung und Purpurmantel. 
Um den Hals den Orden des goldenen Vließes. Auf einem 
Kissen rechts die Kurfürstenkrone. Halbfigur nach rechts. 
Gegenstück zu Nr. 628. 

Leinwand. Grauer Grund. 86 h., 62br. — Bayerisch. Mitte des XVIII. Jahrh 

628 (XXXVI). Bildnis der Kurfürstin Maria Anna 
Sophie, Gemahlin Maximilians III. Sie trägt aus- 
geschnittenes, blaues Kleid und hermelinbesetzten Purpur- 
mantel. Um den Hals eine blaue Rüsche. Über der Brust 
Ordensband. Auf einem Kissen links die Kurfürstenkrone. 
Halbfigur nach links. Gegenstück zu Nr. 627. 

Leinwand. Grauer Grund. 85,3 h., 62 br. — Maria Anna, Tochter König 
Friedrichs August von Polen, Kurfürsten von Sachsen, geb. 1 728, vermählt 1 747, 
gest. 1797. — Bayerisch. Mitte des XVIII. Jahrhunderts. 

629 (XXXVIII). Reiterbildnis des Kurfürsten Max IIL 
Der Dargestellte, auf isabellafarbigem Pferd, trägt Brust- 
panzer über braunem, gesticktem Rock, Ordensschmuck 



Bayerische Fürsten. 189 

und Dreispitz. Rechts hinter ihm zwei Begleiter zu Pferd. 
Links Ausblick auf München. 
Leinwand. 146,8 li., 112,2br. — Nacii De Maries. 

630 (LIX). Bildnis des Kurfürsten Maximilian III. 
von Bayern. Der Kurfürst, bartlos, trägt über dem blauen 
Rock den Brustpanzer. Der rote Ordensmantel ist über 
den linken Arm geschlagen. Auf der Brust das goldene 
Vließ. Halbfigur nach rechts. 

Leinwand. Graugrüner Grund. 81,7 h., 63,9 br. 

631 (LXIX). Bildnis des Kurfürsten Maximilian III. 
von Bayern. Der bartlose Fürst trägt über der Rüstung 
auf der linken Schulter den roten Hermelin. Ordensstern. 
Auf der Brust das goldene Vließ. Brustbild nach rechts. 
Gegenstück zu Nr. 632. 

Leinwand. Grauer Wolkengrund. 80 h., 61,5 br. Im Oval. — Deutsche Schule. 
XVin. Jahrhundert. 

632 (LXIX). Bildnis der Kurfürstin Maria Anna 
Sophia. Die junge Fürstin trägt hellviolettes, ausge- 
schnittenes Kleid und blauen Hermelinumwurf. Links die 
Kurfürstenkrone. Halbfigur nach links. Gegenstück zu 
Nr. 631. 

Leinwand. Grauer Grund. 79 h., 61.6 br. Im Oval. 



B. Pfälzer Linie. 

633 (Depot). Bildnis Pfalzgraf Philipps des Aufrich- 
tigen und seiner Gemahlin Margaretha von Lands- 
hut. Links Philipp in kurfürstlichem Ornat, mit langem, 
braunem Haar, bartlos, nach rechts gewandt; rechts seine 
Gemahlin in braunem, eng anliegendem Brokatkleid und mit 
edelsteingeschmückter Brokathaube; um den freien Hals 
eine gedrehte Goldkette. Darüber an Festons drei Wappen- 
schilder: Pfalz, Bayern und Regalienschild; rechts das 



190 Porträts und Trachtenbilder. 

bayerisch-landshuter Wappen. Zwischen beiden Köpfen die 
spätere Inschrift: PHILIPPVS DER AVFRICHTIGE CHVR- 
FVRST ZV PFALZ • 1448 f 1508 GEM • M ARG ARETHA 
HERZOGIN AVS BAYERN- 

Lindenholz. Dunkler Grund. 60 h., 73,9 br. Sehr beschädigt. — Philipp, Sohn 
des Kurfürsten Ludwig IV., geb. 1448, gest. 1508, vermählt 1474 mit Marga- 
retha, Tochter Herzog Ludwigs des Reichen von Landshut, geb. 1 456, gest. 1501. 

634(LXVIII). Bildnis der Prinzessin Mathilde von 
der Pfalz. (?) Sie trägt braunes, hochgeschlossenes Kleid und 
schwarzes Barett. Die Hände liegen ineinander gelegt vor 
dem Leib. Links ein Tisch mit dem Fürstenhut. Hinter- 
grund Architektur mit Vorhang. Ganze Figur nach links. 
Unten: MATHILDIS SOROR ELECTORIS PHILIPPI IN- 
GENVI MARITVS PRIMVS • • • OVICVS COMES WVRTEN- 
BERGENSIS SECVNDVS ALBERTVS IV. ARCHIDVX 
AVSTRIiE NATA 1450 f 1482. 

"L. M. 207 h., 1 16 br. — Aus Mannheim. — Die Tracht der Dargestellten deutet 
auf die Zeit von 1580. 

635(XXV). Bildnis Otto Heinrichs von Pfalz-Neuburg. 
Der Kurfürst legt die Rechte auf eine Brüstung, während 
die Linke ein Schreiben hält. Er trägt Brokatschaube und 
federgeschmücktes Barett. Halbfigur nach rechts. 

Fichtenholz. Grüner Grund. 44,4 h., 33 br. — Otto Heinrich, Sohn Pfalzgraf 
Ruprechts, geb. 1502, gest. 1559. — Kopie nach Bartel Beham. 

636(LXXIX). Bildnis des Kurfürsten Friedrich III. 
von der Pf^lz. Der bärtige Fürst, barhäuptig, trägt 
schwarzes Gewand mit Krause, darüber pelzverbrämte 
Schaube. Die Rechte hält die Handschuhe. Über der Brust 
an goldener Kette ein Eberzahn. Rechts oben: FRIDERICVS 
PALATINVS RHENI. Brustbild nach rechts. 

Leinwand. Dunkler Grund. 80 h., 67,5 br. — Völlig verdorben. — Aus Dachau.— 
Friedrich III., Sohn Johann IL, Grafen zu Sponheim (vgl. Bild Nr. 100), geb. 
1515, gest. 1576; regierte seit 1559 in der Pfalz, nachdem er vorher in Pfalz- 
Simmern regiert hatte. — Deutsch um 1550. 

637 (XXV). Bildnis des Pfalzgrafen Johann Casimir. 
Der Pfalzgraf in goldener Rüstung mit Kurmantel, Schwert 
hält in der linken Hand den federgeschmückten Hut. Links 



Bayerische Fürsten. 191 

und Reichsapfel. Über dem Mantel die Insignien des Hosen- 
bandordens. Rechts das kurpfälzischeWappen mit der Devise : 
Honi soit qui mal y pense. Halbfigur, darüber die Inschrift: 
Johannes Casimir von G. G. Pfaltzgraff bei Rhein hertzog 
in bairn, Curf. Pfaltz Vormondt. 

Leinwand. Brauner Grund. L. M. 94,5 h., 76,5 br. — Aus dem Jesuitenkolleg 
zu Amberg, vgl. Nagler, AUg. Künstler-Lexikon XXI, 557. — - Johann Kasimir, 
Sohn des Kurfürsten Friedrich IIL von der Pfalz, geb. 1543, gest. 1592. — Die 
Entstehungszeit unseres Bildes fällt nach der Inschrift in die Zeit zwischen 
1583 — 1592, als Johann Kasimir Vormund Friedrichs IV. war. 

638 (L). Bildnis des Kurfürsten Friedrich V. von der 
Pfalz, des Winterkönigs. Der junge Fürst trägt leder- 
besetztes Wams und weite Pumphosen, abstehenden Spitzen- 
kragen. Die Linke hält den Degengriff, während die Rechte 
auf einem grüngedeckten Tisch gelegt ist. An einem blauen 
Band über der Brust ein Medaillon mit dem hl. Georg. 
Oben rechts: FRIDERICH V. PFALTZGRAF VND CHVR- 
FVRST • M • DG • XVI. Rechts unten bezeichnet: HG. Knie- 
stück nach rechts. 

Leinwand. Graugrüner Grund. 98 h., 79,3 br. — Beschädigt. — Aus Am- 
berg (?). — Friedrich I., der Winterkönig, Sohn Kurfürst Friedrichs IV., geb. 
1596, gest. 1632. — Monogrammist HG von 1616. 

639 (Treppenhaus). Bildnis des Kurfürsten Friedrich V. 
von der Pfalz. Der Dargestellte, mit schwarzem Locken- 
haar und Bart, trägt schwarzes, weißgesticktes Gewand mit 
Spitzenkragen und weißen Strümpfen. Unter dem linken 
Knie das Band des Hosenbandordens. Die Linke liegt auf 
dem Degengriff, links eine Säule, oben ein braunroter 
Vorhang. Rechts auf einer Brüstung der breitkrämpige Hut. 
Unten: FRIDERICVS V. COMES PALATINVS RHENI ET 
ELECTOR REX BOHEMI^ 1619 NATUS 1596 f 1632 
REFORMATvE RELIGIONIS. Ganze Figur nach rechts. 

Leinwand. Schwer beschädigt. L. M. 106,5 h., 116br. — Aus Mannheim. — 
Süddeutsch vom Anfang des XVII. Jahrhunderts. 

640 (Treppenhaus). Bildnis des Pfalzgrafen Otto 
Heinrich von Sulzbach. Der junge Fürst, in schwarzer 
Kleidung mit weißer Halskrause und Goldkettenschmuck, 



192 Porträts und Trachtenbilder. 

oben ein grüner Vorhang. Rechts oben: ^ETATIS SV JE 
XVII • MENSES VIII ANNO DOMINI 1514. Standfigur. 

Leinwand. Grauer Grund. L. M. 191 h., 92 br. — Aus Neuburg a. D. — Otto 
Heinrich, Sohn Wolfgangs von Zweibrücken- Veldenz, geb. 1556, regierte in 
Sulzbach, Hilpoltstein und Allersberg, gest. 1604. — Süddeutsch von 1574. 

641 (LI). Bildnis des jungen Pfalzgrafen Friedrich 
von Zweibrücken-Veldenz-Parkstein. Er trägt weißes 
Wams und kurze Pluderhosen, um die Schultern einen 
schwarzen Mantelkragen. Um die Hüfte den Degen. Die 
Rechte stützt sich in die Seite, die Linke hält den Hut. 
Links ein Vorhang, recht ein rotgedeckter Tisch. Rechts 
oben die Inschrift: ^TATIS • SV.E • XV MENSIS IX 1573. 
Standfigur nach rechts. Gegenstück zu Nr. 642. 

Leinwand. L. M. 190 h., 95,5 br. — Aus Neuburg a. D. — Friedrich, Sohn 
Herzog Wolfgangs von Zweibrücken- Veldenz, geb. 1557, regierte in Parkstein, 
Weiden und Floß, gest. 1597. — Abgebildet: Kunstdenkmale der Oberpfalz etc. 
HeftVlll, Tafel Vll. — Süddeutsch von 1573. 

642 (LI), Bildnis der jungen Pfalzgräfin Anna von 
Zweibrücken-Veldenz. Sie trägt rotes, goldgesticktes 
Kleid, Halskrause und schwarzgesticktes Häubchen. Die 
Linke hält ein Taschentuch, die Rechte die Gürtelkette. 
Reicher Schmuck. Links ein Vorhang. Rechts oben: ANNO 
DOMINI ■ PRIMO lANVARI 1575. Standfigur nach links. 
Gegenstück zu Nr. 641. 

Leinwand. L. M. 190 h., 90,5 br. — Beschädigt. — Aus Neuburg a. D. — Ent- 
weder Pfalzgräfln Anna, gelb. 1554, gest. 1576 oder Elisabethe IL, geb. 1555, 
gest. 1625, oder Barbara, geb. 1559, vermählt 1591 mit Graf Gottfried von 
Öttingen, gest. 1d18. — Süddeutsch von 1575. 

643 (Treppenhaus). Bildnis des Herzogs Philipp Lud- 
wig von Neuburg. Der Dargestellte, mit graumeliertem 
Spitzbart, trägt schwarze Kleidung, Mühlsteinkragen und Gold- 
kettenschmuck. Die Rechte hält den Hut, die Linke liegt auf 
der Parierstange des Degens auf. Links oben ein grüner 
Vorhang. Rechts oben: Philipp Ludwig • aetat. 48. ANNO 
DOMINI MDXCV. Ganze Figur nach rechts. 

Leinwand. Grauer Grund. L. M. 182 h., 85 br. — Aus Dachau. — Philipp 
Ludwig, Sohn Herzog Wolfgangs von Zweibrücken-Veldenz, geb. 1547, regierte 
in Pfalz-Neuburg, gest. 1614. — Süddeutsch von 1595. 



Bayerische Fürsten. 193 

644 (Treppenhaus). Bildnis des Herzogs Wolfgang 
WilhelmvonNeuburg. Der Pfalzgraf, mit blondem Spitz- 
bart und Haar, trägt schwarzes Gewand mit Spitzenhals- 
krause. Auf der Brust die Kette des goldenen Vließes. 
Die Linke am Degen, die Rechte hält die Handschuhe. 
Links ein rotgedeckter Tisch, oben ein Vorhang. Ganze 
Figur nach rechts. 

Leinwand. Dunkler Grund. — Stark nachgedunkelt. — L. M. 208 h., 11 5,5 br. — 
Aus Neuburg a. D. — Wolfgang Wilhelm, Sohn des Herzog Philipp Ludwigs 
von Neuburg, geb. 1 578, gest. 1 653. — Süddeutsch um 1 620. 

645 (XXX). Doppelbildnis des Pfalzgrafen Wolfgang 
Wilhelm von Pfalz-Neuburg und seiner Gemahlin 
Magdalena. Der Pfalzgraf, barhäuptig, trägt schwarze 
Rüstung mit weißem Kragen, auf der Brust die Insignien 
des goldenen Vließes. Brustbild nach rechts. Rechts seine 
Gemahlin in dunklem Kleid mit Perlenkette und Spitzen- 
halskrause. Brustbild nach links. 

Leinwand. Graugrüner Grund. 69,8 h., 100,7br. — "Wolfgang, s. Biographie 
bei Nr. 644. Magdalena, Tochter Herzog Wilhelms V. von Bayern, geb. 1587, 
gest. 1613. — Süddeutsch. Anfang des XVIL Jahrhunderts. 

646 (XXVIII). Bildnis des Pfalzgrafen August von 
Sulzbach. Der Dargestellte, barhäuptig, trägt schwarzes 
Gewand und Spitzenkragen. Brustbild nach rechts, von 
einer Barockkartusche umrahmt, auf der oben die Jahres- 
zahl 1612 steht, und unten die Inschrift: VON GOTTES 
GNADEN AUGUSTUS PFALZGRAV BEY RHEIN IN 
BEYRN ZU GÜLICH CLEVE VND BERG HERZOG, 
GRAV ZU VELDENZ SPONHEIM DER MARCK RAVENS- 
PURG UND MORS HERR ZU RAVENSTEIN ec. 

Lindenholz. 22,3 h., 17,lbr. — Allseitig schmal angestückt. — August, 
dritter Sohn des Herzog Philipp Ludwigs von Neuburg, geb. 1582, gest. 1632, 
regierte in Sulzbach 1615 — 1632. Er war Begründer der eigentlichen Linie in 
Sulzbach. — Süddeutsch um 1612. 

647 (LXI). Bildnis des Pfalzgrafen August von Sulz- 
bach. Der Dargestellte, mit Schnurr- und Spitzbart, in 
dunkler Tracht mit abstehendem Spitzenkragen, hält in der 



194 ^ Porträts und Trachtenbilder. 

Linken den Degen. Rechts ein Tisch. Standfigur nach rechts. 
Rechts oben: ANNO DOMINI • 1617. Links unten von 
späterer Hand: AVGVS • • 

Leinwand. Dunkler Grund. L. M. 198 h., 108,5br. — Beschädigt. — Aus 
Amberg (?). — Biographie siehe Nr. 646. — Süddeutsch von 1617. 

648 (Treppenhaus). Bildnis des Pfalzgrafen August 
von Sulzbach. Er trägt dunkle Kleidung mit gelben 
Ärmeln und ausgezacktem Spitzenkragen. Die Rechte stützt 
sich in die Seite, die Linke ist am Degengriff. Links oben 
ein grüner Vorhang. Ganze Figur nach rechts. 

Leinwand. Dunkler Grund. L. M. 205 h., 109,4 br. — Schwerbeschädigt. — 
Biographie siehe oben. — Süddeutsch vom Anfang des XVIL Jahrhunderts. 

649 (LIX). Bildnis des Pfalzgrafen Christian August 
von Sulzbach. Der Dargestellte mit langem, dunklem 
Haar und kleinem Bärtchen, gepanzert, hält in der Rechten 
den Kommandostab, die Linke ist in die Seite gestützt. 
Rechts neben ihm der Helm mit Federschmuck. Auf dem 
Haar ein schwarzes Käppchen. Halbfigur nach rechts. 

Leinwand. Brauner Grund. 82,7 h., 66,9 br. — Christian August, Sohn des 
Pfalzgrafen August von Sulzbach, geb. 1622, gest. 1708 — Unser Bild scheint 
die Replik eines Bildes von Jakob Loots zu sein, das J. Sandrart 1674 stach. — 
Deutsch. Zweite Hälfte des XVII. Jahrhunderts. 

650 (Krippentreppenhaus). Kinderbildnis des Prinzen 
Wolfgang Friedrich von Pfalz-Neuburg. Der blond- 
lockige Knabe in weißem, rot ausgeputztem Kleide steht 
neben einem .Tisch (links), auf dem Blumen liegen und hält 
in der rechten einen Federhut. Hintergrund roter Vorhang 
und Architektur, links Ausblick ins Freie. Links unten: 
WOLFGANGVS • FRIDERICUS. Ganze Figur nach links. 

Leinwand. 120,3 h., 93,9 br. — Beschädigt. — Auf der Rückseite: Wolfgang 
Friedrich, Sohn des Churfürsten Philipp Wilhelm 1659—83. Gest. als Bischof 
von Pfalz-Neuburg. (Erstarb als Chorbischof von Köln.) — Süddeutsch um 1665. 

651 (Krippentreppenhaus). Kinderbildnis des Prinzen 
Wolfgang Friedrich von Pfalz-Neuburg. Der kleine, 
blondlockige Prinz in hellrotem, weiß ausgeputztem Kleide 
hält in der Rechten einen federgeschmückten Hut und steht 



Bayerische Fürsten. 195 

neben einem Tisch (links), auf dem ein Blumenstengel liegt. 
Oben ein geteilter, brauner Vorhang. Ganze Figur nach links. 

Leinwand. Dunkler Grund. 124,2 h., 95,7 br. — Schwerbeschädigt. — Auf 
der Rückseite: Wolfgang Friedrich, Sohn des Churfürsten Philipp Wilhelm 
1659 — 83. Gest. als Bischof von Pfalz-Neuburg. — Süddeutsch um 1665. 

652 (Krippentreppenhaus). Kinderbildnis der Prinzessin 
Elisabeth Auguste von Pfalz-Neuburg. Die kleine 
Prinzessin in weißem Nonnengewand mit schwarzem Kopf- 
tuch sitzt auf einem Polster und streichelt mit der Rechten 
ein neben ihr liegendes, schwarzes Hündchen. Hintergrund 
roter Vorhand. Ganze Figur. 

Leinwand. 91,6 h., 62,9 br. — Leinwand umgeschlagen. — Auf der Rückseite: 
Pfalzgraffen Carl Philipps Princeßin. — Aus Neuburg a. D. — Die Prinzessin, 
geb. 1693, vermählt 1717 mit dem Erbprinzen Joseph Karl von Pfalz-Sulzbach, 
starb 1728 zu Mannheim. — Deutsch um 1700. 

653 (Krippentreppenhaus). Kinderbildnis einer Prin- 
zessin von Pfalz- Neuburg. Die blondgelockte Prinzessin, 
in graublauem Kleid, hält in der Rechten eine Nuß, in der 
Linken hält sie an einer Kette ein Eichhörnchen, das rechts 
auf einem Tisch sitzt. Hintergrund Vorhang. Ganze Figur 
nach rechts. 

Leinwand. 96,2 h., 75 br. — Schwer beschädigt. — Deutsch. Ende des XVII. Jahrh. 

654 (Krippentreppenhaus). Kinderbildnis einer Prin- 
zessin von Pfalz-Neuburg. Das Kind trägt rotes Kleid- 
chen mit weißem Kragen und Schürze und weißrot gestreifte 
Haube. Die rechte Hand faßt die Schnauze eines links 
daneben sitzenden Hündchens, die Linke deutet auf das 
Hündchen. Perlenschmuck. Kniestück nach links. 

Leinwand. Brauner Grund. 75,8h., 51 br. — Aus Neuburg a. D. — Deutsch. 
Ende des XVII. Jahrhunderts. ; 

655 (Krippentreppenhaus). Kinderbildnis der Prin- 
zessin Elisabeth Marie Charlotte von Pfalz-Sim- 
me'rn. Die Kleine sitzt vor einem braunen Vorhang und 
trägt über dem Hemdchen grünen, hermelinbesetzten Über- 
wurf und auf dem blonden Haar reich mit Blumen und 

13* 



196 Porträts und Trachtenbilder. 

Federn geschmücktes Häubchen. Auf ihrer ausgestreckten 
Rechten sitzt ein Sittich, die Linke liegt auf einem Bolog- 
neser Hündchen. Links am Boden ein Blumenkorb. 

Leinwand. 87,5 li., 63,3 br. — Auf der Rückseite: Pfaltzgräffen Philipps Prin- 
cesin Elisabetha. — Aus Neuburg a. D. — Die Prinzessin, geb. 1638, ver- 
mählt 1660 mit Herzog Get)rg III. von Schlesien, sie starb 1664 zu Brieg. — 
Deutsch um 1640. 

656 (Krippentreppenhaus). Kinderbildnis der Prin- 
zessin Eleonore Magdalena von Pfalz-Neuburg. Die 
blondlockige Prinzessin, in grünlichem, weiß ausgeputztem 
Kleide mit weißer Schürze, legt einem Hündchen, das links 
neben ihr auf einem Hocker sitzt, ein Halsband um. Hinter- 
grund geteilter Vorhang und Architektur. Ganze Figur 
nach links. 

Leinwand. 114,2 h., 87 br. ■ — ■ Auf der Rückseite die spätere irrtümliche In- 
schrift: Wolfgang Friedr. Sohn des Churfürsten. Philipp Wilhelm 1659—83. 
Gest. als Bischof v. Pfalz-Neuburg. — ^. Die Prinzessin, Tochter des Kurfürsten 
Philipp Wilhelm von der Pfalz, geb. 1655, wurde 1676 die dritte Gemahlin 
Kaiser Leopolds I., sie starb 1705. — Deutsch um 1660. 

657 (LXV). Bildnis des Kurfürsten Johann Wilhelm 
von der Pfalz. Der bartlose Fürst, mit Allongeperücke, 
trägt über der Rüstung den Hermelin mit dem Hubertus- 
orden und dem goldenen Vließ. Die Rechte stützt den 
Kommandostab auf einen Tisch, die Linke wird vom Mantel 
verdeckt. Links die Kroninsignien. Im Hintergrund ein 
Vorhang, rechts Ausblick ins Freie. Kniestück. Gegen- 
stück zu Nr. ß58. 

Leinwand. 142 h., 104br. — Johann Wilhelm, Sohn des Kurfürsten Philipp 
Wilhelm von der Pfalz, geb. 1658, gest. 1716. Da er 1708 den Hubertusorden 
erneuerte, ist unser Bild zwischen 1708 und 1716 entstanden. — Deutsch um 
1710. 

658 (LXV). Bildnis der Kurfürstin Anna Maria Luise 
vonderPfalz, Gemahlinjohann Wilhelms. Die Fürstin, 
mit offenem, schwarzem Haar, trägt helles, goldgesticktes 
Kleid, darüber den roten Hermelinmantel. Die Rechte, vor 
der Brust, faßt eine Haarlocke, die Linke pflückt eine Blume 
von einem Strauch. Hinten ein Vorhang. Links auf einem 



Bayerische Fürsten 197 

Kissen die Krone, rechts Ausblick ins Freie. Kniestück. 
Gegenstück zu Nr. 657. 

Leinwand. 142,5 h., 104 br. — Anna Maria Luise, Tochter des Großherzogs 
Carlo III. von Toskana, geb. in Florenz 1667, gest. daselbst 1743, zweite Ge- 
mahlin Johann Wilhelms. — Deutsch um 1710. 

659 (LX). Bildnis des Kurfürsten Johann Wilhelm 
von der Pfalz. Der bartlose Fürst, mit Allongeperücke, 
hat über die Rüstung den roten Hermelin gelegt, Brust- 
bild in ovaler Umrahmung 

Leinwand. Dunkler Grund. 82 h., 65,5 br. Unbekannt. — Anfang des XVII. Jahrh. 

660 (LXXXII). Jugendbildnis Karl^ Theodors von 
Bayern. Der jugendliche Herrscher, mit weißer Zopfperücke, 
trägt über der Rüstung den ordensgeschmückten Hermelin 
und die Insignien des Hubertusordens. Die Linke stützt 
den Kommandostab auf einen rechts vor ihm stehenden 
Tisch mit Fürstenhut, Kaiserkrone und Ritterhelm. Die 
Rechte deutet nach vorn. Hintergrund ein Vorhang, links 
Ausblick in eine Landschaft. Rechts unten bezeichnet: 
Anton Besold Pinxit 1740 (?). Kniestück. 

Leinwand. 162,5 h., 143 br. — Karl IV., Philipp Theodor, Sohn des Herzogs 
Johann Christian Joseph von Sulzbach, geb. 1724, regierte in Sulzbach bis 
1742, dann in der Pfalz 1 777, zuletzt Kurfürst von Bayern, gest. 1799. Über 
den Maler Felix Anton Besold ist nichts Näheres bekannt. Der vollständige 
Vornamen des Malers ergibt sich nach einem Stich nach unserem Bilde von 
Gabriel Bodenehr. 

661 (LH). Jugendbildnis Karl Theodors von Bayern(?). 
Der junge, bartlose Fürst, mit brauner Allongeperücke, trägt 
Rüstung. Auf der Brust der Hubertusorden. Halbfigur. 
Gegenstück zu Nr. 662. 

Leinwand. Dunkler Grund. L.M. 73,8 h,, 62,3 br. Im ^Oval. — Deutsch um 1 740. 

662 (LH). Jugendbildnis der Prinzessin Elisabeth 
Marie von Sulzbach (?). Die Prinzessin trägt hellgrünes, 
ausgeschnittenes Kleid, um das der blaue Hermelin ge- 
schlagen ist. Das Haar ist weiß gepudert. Halbfigur. Gegen- 
stück zu Nr. 661. 

Leinwand. Grauer Grund. L. M. 74 h., 62,3 br. Im Oval. — Elisabeth Maria, 
Tochter des sulzbachischen Erbprinzen Joseph Karl Emanuel, geb. 1721, ver- 
mählt 1742, gest. 1794. — Deutsch um 1740. 



198 Porträts und Trachtenbilder. 

663 (LXV). Bildnis der Kurfürstin Elisabeth Maria, 
erster Gemahlin Karl Theodors. Die Fürstin trägt über 
dem gelbbraunen, ausgeschnittenen Brokatkleid den roten 
Hermelin und Ordensabzeichen. Im gepuderten Haar eine 
BrillantagrafPe. Der linke Arm lehnt über einer Stuhllehne, 
links auf einem blauen Kissen der Fürstenhut. Halbfigur 
nach links. 

Leinwand. Grauer Grund. 84,7 h., 67,5 br. — Kopie nach De Maries. 
(Schleißheim Nr. 152.) 

664 (XLIV). Bildnis des Kurfürsten Karl Theodor 
von Bayern. D,er Kurfürst, in rotem Hermelinmantel, 
sitzend, hält in der Linken eine Urkunde, die Rechte deutet 
nach vorn. Halbfigur nach rechts. 

Leinwand, 154 h., 103 br. — Deutsch. Ende des XVIIL Jahrhunderts. 

665(XLVI). Bildnis des Herzogs Karl (III.) August 
Christian von Pfalz-Zweibrücken. Er trägt blaue Uni- 
form mit schwarzem Kragen und schwarzer Brust, breites 
rotes Ordensband. Halbfigur nach rechts. 

Leinwand. 79,5 h., 32,2 br. Im Oval. — Wohl Kopie nach einem größeren 
Bilde, das sich nach einem Stiche Zimmermanns in Zweibrücken befand. — 
Karl III., Sohn des Herzogs Friedrich Michael von Pfalz-Zweibrücken, geb. 
1746, gest. 1795. — Süddeutsch. Zweite Hälfte des XVIII. Jahrhunderts. 

666 (XLIV). Bildnis des Herzogs Karl IIL von Pfalz- 
Zweibrücken. Er trägt blaue Uniform mit schwarzer Brust 
und Kragen. Darauf zwei Ordenssterne. Brustbild nach links. 

Pastell. Dunkelgrauer Grund. 39 h., 30 br. Im Oval. — Süddeutsch. Zweite 
Hälfte des XVIII. Jahrhunderts. 

667 (XLIV). Bildnis des Herzogs Karl III. von Pfalz- 
Zweibrücken. In gleicher Kleidung und Auffassung wie 
Nr. 666, nach rechts gewandt. Gegenstück zu Nr. 668. 

Pastell. Grauer Grund. L.M. 34,5 h., 28,5 br. Im Oval. — Nach einem Ori- 
ginal von Lauer. Vgl. den Stich von Langlois, Mannheim 1794. — Süddeutsch. 
Zweite Hälfte des XVIII. Jahrhunderts. 

668 (XLV). Bildnis der Herzogin Maria Franziska 
von Pfalz-Zweibrücken. Sie trägt blaues, weit ausge- 



Bayerische Fürsten. 199 

schnittenes Gewand, um die Schultern einen roten Mantel, 
auf der "Brust den Elisabethorden. Im hoch frisierten Haar 
eine Agraffe. Brustbild nach rechts. 

Leinwand. Dunkelgrüner Grund. 54,8 h., 41 br. — Maria Franziska Dorothea, 
Tochter des sulzbachischen Erbprinzen Joseph Karl Emanuel, geb. 1724, ver- 
mählt 1746 mit dem Pfalzgrafen Friedrich Michael von Birkenfeld-Zwei- 
brücken, gest. 1794 zu Sulzbach (Mutter König Max' I. Joseph). — Unser Bild 
kann nicht vor 1766 gemalt sein, da die Herzogin den in diesem Jahre ge- 
stifteten Elisabethenorden trägt. — Süddeutsch. Zweite Hälfte des XVIII.Jahrh. 



C. Bayern als Königreich. 

669 (XLIV). Bildnis des Herzogs Maximilian IV. Jo- 
seph von Pfalz-Zweibrücken (nachmaligen Königs 
Max L). Er trägt weiße Uniform mit roter Brust und zwei 
Ordenssternen. Brustbild nach links. 

Pastell, Grauer Grund. L. M. 35,5 h., 27 br. Im Oval. — Maximilian IV. 
Joseph (als König 1806 Max I, Joseph), Sohn des Herzogs Friedrich Michael 
von Pfalz-Zweibrücken, geb. 1756, gest. 1825. — Süddeutsch. Ende des 
XVIII. Jahrhunderts. 

670 (XLIV). Bildnis einer Prinzessin von Pfalz- 
Zweibrücken. Sie trägt hellblaues Seidenkleid, unter der 
Brust durch ein rosa Band gegürtet. Im graugepuderten 
Lockenhaar Schleifen und Federputz. Brustbild nach rechts. 

Pastell. Dunkelgrauer Grund. L. M. 37,8 h., 30,5 br. Im Oval. — Vielleicht 
eine der Schwestern König Max I., Königin Maria Amalie Auguste von Sachsen, 
oder Herzogin Maria Anna von Bayern. — Deutsch. Zweite Hälfte des XVIII. 
Jahrhunderts. 

671 (XLVI). Bildnis einer unbekannten bayerischen 
Prinzessin. Sie sitzt in einem Stuhl und trägt hellblaues 
Gewand, der Purpurmantel ist über die Schultern herab- 
geglitten. Der linke Arm lehnt auf einem Tisch, auf dem auf 
einem Kissen die Fürstenkrone ruht. Kniestück nach rechts. 

Leinwand. 1 02,4 h., 85 br. — Geschenk des Herrn Wotschack in Sulzbach 1 862. 
— Süddeutsch gegen 1800. 

672 (LXV). Bildnis des nachmaligen Königs Max I. 
als Knabe. Der Prinz trägt graue Uniform mit goldenen 



200 Porträts und Trachtenbilder. 

Epaulettes, auf der linken Brust einen Ordensstern, über 
die Brust das rote Band des Hubertusordens. Unter dem 
linken Arm der Hut. Links Landschaft. Halbfigur nach links. 

Leinwand. Blaugrauer Grund. 74h., 59 br. Im Oval. — Bayerisch um 1760. 

673 (XLVI). Bildnis König Max L von Bayern. Der 
König, in Uniform, hält die Linke am Degengriff, die Rechte 
ist auf einen Tisch gestützt, auf dem die Kroninsignien 
liegen. Rechts hinter ihm ein Sessel, auf dem sein Hut 
liegt. Im Hintergrund Säulen und ein Vorhang. Ganze Figur. 
Leinwand. L.M. 233 h., 161,5br. — Süddeutsch. XIX. Jahrhundert. 

674 (XLV). Bildnis der Kurfürstin Auguste Wil- 
helmine von Bayern. Sie trägt blaues, ausgeschnittenes 
Kleid mit Spitzenrüschen, hochgekämmtes, gepudertes Haar. 
Brustbild nach links. 

Leinwand. Graugrüner Grund. 54 h., 40,7 br. — Auguste, Tochter des Land- 
grafen Georg Wilhelm von Hessen, geb. in Darmstadt 1765, gest. 1796 in 
Rohrbach bei Heidelberg, war die erste Gemahlin Maximilian Josephs IV. ; 
Mutter König Ludwigs I. — Deutsch. Ende des XVIII. Jahrhunderts. 

675 (XLIV). Bildnis derselben. Sie trägt ausgeschnit- 
tenes, hellblaues Kleid; über dem Haar einen weißen 
Schleier. Brustbild. 

Pastell. Dunkelgrauer Grund. 42 h., 31br. Im Oval. — Süddeutsch. Ende 
des XVIII. Jahrhunderts. 

676 (XL). Bildnis König Max I. Er trägt blauen Waffen- 
rock mit rotem Kragen und roten Aufschlägen; Ordens- 
schmuck. Brustbild nach links. Gegenstück zu Nr. 677. 

Fichtenholz. Dunkelgrauer Grund. 17 h., 14br. Im Oval. — Bayerisch. An- 
fang des XIX. Jahrhunderts. 

677 (XLVI). Bildnis der Königin Karoline. Sie trägt 
tiefausgeschnittenes, unter der Brust gegürtetes Kleid; 
darüber roten Mantel. Brustbild nach rechts. Gegenstück 
zu Nr. 676. 

Fichtenholz. Dunkelgrauer Grund. 17,2 h., 14,2br. Im Oval. — Karoline, 
Tochter des Erbprinzen Karl Ludwig von Baden, geb. 1776, vermählt 1797, 
gest. 184L — Bayerisch. Anfang des XIX. Jahrhunderts. 



Bayerische Fürsten. — Deutsche Fürsten, 201 

678 (XLVI). Bildnisder Königin Karoline von 
Bayern, Gemahlin Max I. Die Königin, in rotem, 
ausgeschnittenem Empirekleid, lehnt den rechten Arm auf 
ein Schränkchen, auf dem die Krone liegt. Im Haar reicher 
Perlenschmuck. Links ein Vorhang. Standfigur nach links. 

Leinwand. 183,5 h., 101,5br. — Bayerisch. 

679 (XLIV). Kinderbildnis der Prinzessin Sophie. 
Die Prinzessin, im weißen, ausgeschnittenen Kinderkleidchen 
mit bunten Schleifen, hält in der Linken eine Puppe. 
Halbfigur. 

Pastell. Bläulichdunkler Grund. L. M. 40 h., 31 br. Im Oval. — Sophie, 
Tochter König Max von Bayern, geb. 1803, vermählt 1824 mit Erzherzog 
Franz Karl Johann von Österreich, gest. 1872. — Deutsch. Anfang des XIX. 
Jahrhunderts. 

680 (XLIV). Kinderbildnis König Ludwigs I. Er trägt 
hellblaues, halsfreies Kinderkleid mit Spitzenkragen. Die 
Rechte hält den Lauf einer Flinte (?) Halbfigur. 

Pastell. Dunkelgrauer Grund. L. M. 39,5 h., 30 br. Im Oval. — Ludwig I., 
Sohn König Max, geb. 1786, gest. 1866. 



Deutsche Fürsten, 

681 (LIII). Bildnis der Prinzessin Eberhardine Ka- 
tharine von Württemberg. Sie sitzt in einem ge- 
schnitzten Sessel in blauem, ausgeschnittenem, goldge- 
sticktem Kleid, der rote, perlenbesetzte Hermelinmantel ist 
um die Schultern drapiert. Der rechte Arm ist aufgestützt, 
die Hand an der Wange, die Linke faßt eine Mantelfalte. 
Rechts neben ihr Amor. Hintergrund grüner Vorhang. 
Kniestück. 

Leinwand. 127,2 h., 95,5 br. — Aus Schleißheim. — Auf der Rückseite über- 
malt: La Princes (?) Eberhardine Catharine de Wurtemberg. — Eberhardine 
Katharine, Tochter Eberhards III. von Württemberg, geb. 1651, vermählt mit 
Fürst Albert Ernst von Öttingen 1682, gest. 1683. — Deutsch um 1680. 



202 Porträts und Trachtenbilder. 

682 (LX). Bildnis des Herzogs Moritz von Sachsen. 
Der Dargestellte, mit graubraunem Bart, trägt schwarzes 
Gewand, goldene Halskette mit Medaillon und goldenen 
Gürtel. Die Rechte hält die Handschuhe. Oben rechts: 
MAVRICIVS D.G. DVX SAXONI.E. Halbfigur nach rechts. 

Leinwand. Brauner Grund. 80 h., 66,7 br. — Verdorben. — Aus Amberg. — 
Kurfürst Moritz von Sachsen, Sohn Heinrichs desFrommen, geb. 1521, gest. 1 553. 
Das Bildnis ist im XVIII. Jahrhundert übermalt worden, wobei unter anderem 
der Gürtel im Rokokostil, ebenso das Brokatmuster zugefügt wurden. 

683 (Depot). Bildnis eines sächsischen Kurfürsten. 
Er trägt schwarzes Barett und pelzverbrämte Schaube über 
dem dunklen Wams. Die Hände sind übereinander gelegt. 
Brustbild nach rechts. Rechts oben die übermalte Inschrift: 
lOANNES CHVRFVRST Brustbild. 

Fichtenholz. Graugrüner Grund. 48,6 h., 41 br. — Späte, geringe Kopie. 

684 (Depot). Bildnis der Kurfürstin Anna von Sachsen. 
Die Dargestellte trägt dunkles Kleid mit Pelzbesatz, Hals- 
krause und Häubchen. Die Hände sind ineinander gelegt. 
Oben links: Anna Churfurst Augustus zu Sachsen Gemahlin. 
Auf der Rückseite dieselbe Inschrift. Halbfigur nach links 
vor einer Brüstung. 

Lindenholz. Grauer Grund. 19 h., 14,7br. — Kurfürstin Anna, Tochter König 
Christians III. von Dänemark, geb. 1582, vermählt mit Kurfürst August von 
Sachsen 1548, gest. 1585. — Deutsch um 1580. 



Österreichische Fürsten. 

685 (LIX). Bildnis Kaiser Friedrichs III. Der Dar- 
gestellte, bartlos, trägt über goldgeschmücktem Brusteinsatz 
pelzbesetztes Obergewand. Den Kopf bedeckt eine mit Edel- 
steinen besetzte, phantastische Haube. Oben: FRID: III • CAE- 
SAR • IMPAVIT ANNIS LIII. Brustbild im Profil nach links. 

Leinwand. Dunkler Grund. 78,5 h., 67 br. — Verdorben. — Aus Amberg. — 
Kaiser Friedrich III., Sohn Herzog Ernst des Eisernen, geb. 1415, gest. 1493. — 
Deutsch. XVIII. Jahrhundert. 



österreichische Fürsten. 203 

686 (Depot). Bildnis des Kaisers Maximilian. Der 
Kaiser mit Krone und Szepter in Rüstung und Mantel; die 
Linke am Schwertgriff. Halbfigur nach rechts, vor einem 
roten Vorhang. 

Fichtenholz. 31,6 h., 22,2 br. — 1863 vom Kunsthändler Maurer in Stuttgart. — 
Maximilian, Sohn Friedrichs III., geb. 1459, gest. 1519. — Späte Kopie nach 
Bernhard Striegel. 

687 (LI). Bildnis der Prinzessin Maria von Cleve. 
Sie trägt über dem roten, goldgestickten Kleid gelben, pelz- 
besetzten Brokatmantel, auf der perlenverzierten Goldhaube 
ein rotes Barett. Die Hände, über den Schoß gelegt, halten 
die Handschuhe. Reicher Schmuck. Hintergrund rechts und 
links Pilaster; auf einer Kartouche in der Mitte: DVM 
MIHI SVB MVNDO VICESIMA VENERAT ^TAS. NEC 
NON • TRES ANNI CORPORE TALIS ERAM. ANNO • 
DO • 1554. Darunter links: MARIA DVCISSA CLIVI.E. 
Ganze Figur nach links. 

Leinwand. 2,02 h., 103,2 br. — Aus Neuburg a. D. — Maria, Tochter Kaiser 
Ferdinands IL, geb. 1531, Gemahlin des Herzogs Wilhelm von Jülich 1546, 
gest. 1584. — Deutsch von 1554. 

688 (Depot). Bildnis der Königin Magdalena von 
Österreich. Sie trägt schwarzes, hochgeschlossenes Kleid 
und schwarzes Barett auf weißem Kopftuch. Brustbild nach 
rechts. Oben rechts der österreichische Bindeschild, darunter: 
Königin Magdalena, Stiffterin des Könikklichen Stifft zu Hall. 

Kupfer. Grüner Grund 13,95 h., ll,45br. — Magdalena, Tochter Kaiser 
Ferdinands L, geb. 1532, gest. 1590. — Oberdeutsch um 1570. 

689 (LXXIX). Bildnis der Erzherzogin Margaretha von 
Österreich. Die Herzogin, in schwarzem Gewand, mit 
schwarzem Barett auf dem weißen Schleier, steht, die Hände 
über dem Leib gefaltet, vor einem gelben Vor- 
hang, nach rechts gewandt. Rechts oben: M AR- 
GARETA ARCHID . AN • • ^TA • XXXI 
MDLXV (?), darunter das Monogramm. Ganze 
Figur. 

Leinwand. L. M. 1 96,7 h., 97,3 br. — Beschädigt. — Margarethe, Tochter Kaiser 
Ferdinands L, geb. 1536, gest. als Nonne 1566. — Der Monogrammist F. P., 



F 



204 Porträts und Trachtenbilder. 

von dem noch das Bild Nr. 690 unserer Sammlung herrühren, scheint in den 
Diensten des österreichischen Herrscherhauses gestanden zu haben. Aus der 
gleichen Serie, wie unser Bild, in der Nürnberger Galerie die Bildnisse der 
Schwestern der Erzherzogin Margaretha, der Königin Elisabeth von Polen 
(Nr. 565), der Königin Katharina von Polen (Nr. 571) und der Großherzogin 
Johanna von Florenz (Nr. 573) . 

690 (Treppenhaus). Bildnis der Herzogin Eleonora 
von Mantua. Sie trägt schwarzes Gewand mit Goldschmuck 
und gelben Ärmeln mit Perlenbesatz, Halskrause und goldene 
Calotte mit dunklem Barett. Links neben ihr ein rotgedeckter 
Tisch, auf den sie die Rechte legt; die Linke hält die Hand- 
schuhe. Rechts ein roter Armstuhl. Unten ein Hündchen. 
Rechts oben ein grüner Vorhang. Links die Inschrift: 
LEONORA DVCISSA MUNTVAE. Darunter das Mono- 
gramm: F.P. Ganze Figur. 

Leinwand. Dunkler Grund. L. M. 202,5h., 102 br. — Stark beschädigt. — 
Aus Dachau. — Eleonore, Tochter Kaiser Ferdinand I., geb. 1534, vermählt 
mit Herzog Wilhelm von Mantua 1561, gest. 1594. 

691 (LXVI). Bildnis des Kaisers Matthias. Der Kaiser, 
mit Spitz- und Schnurrbart, trägt dunkle Tracht, Halskrause 
mit Spitzenbesatz und schwarzen Filzhut. Auf der Brust 
das goldene Vließ. Links oben: D. ET. MATTHIAS ROM. 
IMP. SEM: AVG. Brustbild nach rechts. 

Leinwand. Dunkelbrauner Grund. L. M. 53,5 h., 47 br. — Kaiser Matthias, 
Sohn Maximilian IL, geb. 1557, gest. 1619. — Späte Kopie. 

692 (LI). Bildnis des Erzherzogs Maximilian III. von 
Österreich. *Er trägt reiche Hoftracht mit Brustpanzer und 
Armschienen, Spitzenhalskrause und gelben Trikots. Die 
Rechte stützt den Marschallstab in die Seite, die Linke ist 
an die Hüfte gelegt. Links auf einem Tisch Helm und 
Eisenhandschuh. Rechts hinten ein Vorhang. Links oben: 
MAXIMILIANV • • • RCHIDVX • AVSTR • • • StandSgur. 

Leinwand. L. M. 21 1 h., 105 br. — Beschädigt. — Aus Dachau. — Erzherzog 
Maximilian von Österreich, Sohn Kaiser Maximilian IL, geb. 1 558, gest. 1618. — 
Unbekannt. Vom Ende des XVI. Jahrhunderts. 

693 (Treppenhaus). Bildnis der Herzogin Eleonora 
von Mantua. Sie trägt schwarzes Gewand mit aufgesetz- 



österreichische Fürsten. 205 

ten Rosetten; breite Spitzenhalskrause und Perlenketten. 
Die Ärmel sind hell. Sie legt die Linke auf ein Buch; 
die Rechte hält das Kleid. Oben ein grüner Vorhang. 
Rechts: ELEONORA DVCISSA M ANTVAE. Ganze Figur 
nach rechts. 

Leinwand. Dunkler Grund. L. M. 197h., 107br. — Schwerbeschädigt. — 
Aus Neuburg a. D. — Eleonore, Tochter Herzog Vinzentius I. von Mailand, 
vermählt mit Kaiser Ferdinand II. 1622, gest. 1637. — Unbekannt. XVII. Jahr- 
hundert. 

694 (LXVIII). Bildnis der Kaiserin Maria Anna von 
Österreich, Gemahlin Ferdinands III. Die Kaiserin, mit 
braunem, gewelltem Haar, steht in braunem Kleide mit 
JVlühlsteinkragen neben einem Tisch, von dem sie mit der 
Linken eine Uhr nimmt. Auf dem Tisch die Kaiserkrone. 
Die herabhängende Rechte hält ein Tuch mit Quasten. 
Links hinten ein Stuhl, oben Vorhänge. Rechts unten: 
MARIA ANNA PHILIPPI III. REGIS HISPANI^ FILIA 
NATA 1603 t 1646 VXOR FERDINANDI III. IMPERATO- 
RIS, Ganze Figur nach rechts. 

Leinwand. L. M. 203 h., 112br. • — Aus Mannheim. — Maria Anna, Tochter 
König Philipps III. von Spanien, geb. 1600 {!), vermählt mit Ferdinand III. 1631, 
gest. 1646. Deutsch um 1640. 

695 (LXXIII). Zwei Kinderbildnisse: Kaiser Fer- 
dinand II. und seine Schwester Anna (in einem 
Rahmen). Oberes Bild: In architektonischer Umrahmung 
das Medaillonbild Ferdinands als Wickelkind auf Kissen. Um 
den Hals hängt eine reich verzierte Kette mit einem Kreuz. 
In der Umrahmung: FERDINANDVS. II. IMPERATOR. 
ARCHIDVX AVSTRI^ ^TATIS SV^ DIES • XXXXX • 
ANNO . M • D. LXXVIII. Brustbild. Unteres Bild. In 
einem Bett liegt die kleine Prinzessin und hält in der 
Linken eine goldene Klapper, die Rechte spielt mit einer 
Halskette. Hintergrund grüner Vorhang darauf: ANNA 
ERZHERZOGIN : OSTERREICH : ^TATIS : SY JE 18 : 
WOCHEN : AO 73 : und das Monogramm: E. 

Leinwand. 107,9 h., 78,5 br. — Aus Dachau. — Im oberen Bild ist das Me- 
daillonbild in die Umrahmung später eingesetzt. — Unbekannt von 1578 und 
Monogrammist PL. von 1573. Deutsch. Zweite Hälfte des XVI. Jahrhunderts. 



206 Porträts und Trachtenbilder. 

696 (XXVIII). Bildnis Kaiser Ferdinands III. und 
seiner Familie. Der Kaiser sitzt in einer offenen Palast- 
halle rechts auf einem Sessel unter einem Baldachin. Er 
zeigt seinem ältesten, kleinen Sohn, der vor ihm steht, eine 
Pistole. Links neben ihm sitzt seine Gemahlin; bei ihr 
zwei kleinere Kinder. Hinten Ausblick auf ein Schloß. 

Buchenholz. 35,5 h., 24,4 br. — Die Dargestellten sind Ferdinand III. und seine 
erste Gemahlin Maria Anna (vgl. Bild Nr. 694), seine Kinder Ferdinand Franz, 
geb. 1633, Maria Anna, geb. 1634 und Philipp August, geb. 1637. — Danach 
ist unser Bild um 1640 entstanden. — Deutsch (?). 

697 (Vestibül). Bildnis der Kaiserin Claudia Feli- 
zitas, Gemahlin Leopolds I. Die Dargestellte trägt 
schwarzes Gewand mit schwarzem Schleier und weißem 
Kragen. Die herabhängende Linke hält einen Brief, während 
die Rechte auf einem rotgedeckten Tisch mit der Fürsten- 
krone ruht. Am Gürtel das Bildnis Kaiser Leopolds I. 
Rechts oben ein roter Vorhang. Standfigur nach links. 

Leinwand. BraunerGrund. 191,5h., 124,5 br. — Aus Neuburg a.D. — Kaiserin 
Claudia Felicitas, Tochter des Erzherzogs Ferdinand Carl, vermählt mit Kaiser 
Leopold I. 1673, gest. 1676. ■ — Deutsch. Zweite Hälfte des XVII. Jahrhunderts. 

698 (Treppenhaus). Bildnis Kaiser josephs I. Der Kaiser, 
bartlos, mit Allongeperücke, trägt Rüstung und Purpur- 
mantel, auf der Brust das goldene Vließ, um die Hüften 
eine goldene Schärpe. Die Rechte hält den Marstallstab, 
die Linke ist in die Seite gestützt. Links ein Mohren- 
knabe, der auf einem Kissen die Kroninsignien trägt. Da- 
rüber ein Vorhang, rechts Ausblick in eine Landschaft. 
Standfigur nach rechts. Gegenstück zu Nr. 699. 

Leinwand. L. M. 282 h., 152br. — Oben spitz. — Auf der Rückseite: Kaiser 
Joseph I. — Aus der Residenz München. — Kaiser Joseph I., Sohn Leopold I., 
geb. 1678, gest. 1711. — Nach Nagler von Engelhardt, früher in Schleißheim. 
— Deutsch. XVIII. Jahrhundert. 

699 (Treppenhaus). Bildnis der Kaiserin Wilhelmine 
Amalie, Gemahlin Kaiser Josephs I. Die Kaiserin, 
mit gepudertem Haar, trägt ausgeschnittenes, braunseidenes 
Kleid und lehnt den rechten Arm auf den über einen 
Tisch drappierten Hermelin, dessen Ende die Linke hält. 



österreichische Fürsten. 207 

Links auf einem Kissen der Fürstenhut. Darüber ein Vor- 
hang. Rechts an einem Pfeiler vorbei Ausblick ins Freie. 
Standfigur. Gegenstück zu Nr. 698. 

Leinwand. L. M. 274,5 h., 152br. — Oben spitz, — Aus der Residenz Mün- 
chen. — Auf der Rückseite: Kaiserin Wilhelmine Araalie, Gemahlin Kaiser 
Joseph I., Tochter des Friedrich Herzog von Braunschweig und Lüneburg (?) 
Krone (?) — Wilhelmine Amalie, Tochter Herzog Johann Friedrichs von Braun- 
schweig-Lüneburg, geb. 1 673, vermählt mit Kaiser Joseph L 1 699, gest. 1 742. — 
Deutsch. XVIII. Jahrhundert. 

700 (LXXXII). Bildnis Kaiser Josephs I. als Kind. 
Der Prinz, mit braunem Lockenhaar, im Stahlpanzer mit 
rotem Hermelin, steht unter einem goldenen Baldachin 
und stützt mit der Rechten den Kommandostab auf einen 
Tisch, auf dem Helm und Fürstenhut liegen. Unten: 
lOSEPHVS ROMANORVM REX 1690. IMPERTOR 1705. 
NATVS 1678. f 1711. VXOREM HABVIT. WILHELMI- 
NAM AMALIAM DVCIS lOHANNIS FRIDERICI HANN 
• • • • NATA 1673. Ganze Figur. Gegenstück zu Nr. 701. 

Leinwand. L. M. 206 h., 114,5br. — Aus Mannheim. — Deutsch. Ende des 
XVII. Jahrhunderts. 

701 (Depot). Bildnis der Prinzessin Maria Anna von 
Österreich als Kind. Das Kind, im Brokatkleidchen mit 
Spitzenbesatz und rotem Mantel, sitzt auf einen teppich- 
belegten Podium unter einem Baldachin und streichelt ein 
zu ihm aufspringendes Hündchen. Im Hintergrund links 
ein Orange - Bäumchen in einem Kübel. Unten: MARIA 
ANNA ARCHIDVX AVSTRI^ ET REGIS PORTVGALI^ 
lOHANNIS V. VXOR NATA 1683. Ganze Figur nach rechts. 
Gegenstück zu Nr. 700. 

Leinwand. L. M. 207 h., 116br. — Aus Mannheim. — Maria Anna, Tochter 
Leopold I., geb. 1683, vermählt 1708 mit Johann V. von Portugal, gest. 1754. — 
Deutsch. Ende des XVII. Jahrhunderts. 

702 (Treppenhaus). Bildnis des Kaisers Karl VI. Der 
Kaiser, bartlos, mit Allongeperücke, trägt über der Rüstung 
goldnen Brokatmantel, auf der Brust das goldene Vließ, 
um die Hüften eine goldne Schärpe. Die Rechte stützt 
den Marschallstab auf einen Tisch mit den Kroninsignien, 



208 Porträts und Trachtenbilder, 

die Linke deutet nach unten. Links oben ein Vorhang. 
Rechts über eine Ballustrade Ausblick. Standfigur. Ge- 
genstück zu Nr. 703. 

Leinwand. L. M. 278 h., 152br. — Oben spitz, unten eingeschlagen, teilweise 
übermalt. — Aus Dachau (?) — Karl VI., Sohn Leopold I., geb. 1685, gest. 
1740. — Deutsch. Anfang des XVIIL Jahrhunderts. 

703 (Treppenhaus). Bildnis der Kaiserin Elisabeth 
Christine (?). Die Dargestellte, mit gepudertem Haar, 
trägt ausgeschnittenes, blauseidenes Kleid und Hermelin. 
Die Linke zur Brust erhoben; die Rechte hält ein Ende 
des Hermelins. Links auf einem Tisch der Fürstenhut. 
Darüber ein Vorhang; rechts an einer Säule vorbei Aus- 
blick. Standfigur nach rechts. 

Leinwand. L. M. 174,5 h., 152br. Oben spitz. — Aus Dachau (?). — Elisabeth 
Christine, Tochter Herzog Ludwig Rudolfs von Braunschweig-Blankenburg. 
geb. 1691, vermählt mit Kaiser Karl VL 1708, gest. 1750. — Deutsch. XVIIL 
Jahrhundert. 

704 (XXXV). Bildnis der Kaiserin Maria Theresia 
von Österreich. Sie trägt dunkles, tief ausgeschnittenes 
Kleid mit Edelsteinschmuck, darüber hermelingefütterten 
Überwurf. Auf dem Kopf ein schwarzer Witwenschleier. 
Brustbild. 

Papier. Pastell. Grauer Grund. L.M. 67 h., 52,2 br. — Inv.-Best. — Kaiserin 
Maria Theresia, Tochter Karl VI., geb. 1717, gest. 1780. — Deutsch. 
XVIIL Jahrhundert. 

705 (LXXXI). Bildnis Kaiser Josephs IL Der Dar- 
gestellte, barflos, mit Zopfperücke, trägt grauen, goldbestick- 
ten Rock, darüber das goldene Vließ. Die Rechte hält einen 
Festungsplan. Halbfigur nach links. 

Leinwand. Brauner Grund. 56,8 h., 70,5 br. — Joseph IL, Sohn Franz L, 
geb. 1741, gest. 1790. 



Italienische Fürsten. 209 

Italienische Fürsten. 

706 (Depot). Bildnis des Herzogs Ferdinand I. von 
Toskana. Der Dargestellte, mit graumeliertem Haupthaar, 
braunem, dünnem Bart, trägt dunkle Kleidung, weißen Um- 
leghalskragen und Ordensabzeichen. Oben: FERDIN ANDYS- 
I . MAGNVS . DVX • HETRVRI^. Brustbild nach links. 

Leinwand. Dunkler Grund. 64 h., 47,4 br. — Ferdinand I., Sohn Cosmus' I. 
de Medicis, geb. 1549, zuerst im geistlichen Stand, trat 1587 die Regierung 
an, gest. 1608. — Unbekannt. Zweite Hälfte des XVI. Jahrhunderts. 

707 (Krippentreppenhaus). Kinderbildnis des Prinzen 
Franz von Toskana. Der kleine Prinz trägt braunen 
Rock mit Silberbrokatärmeln und Spitzenhalskrause und 
stützt die Rechte auf einen Tisch (links). Auf dem Tisch 
eine Vase mit Blumen und ein Spielball. Rechts oben ein 
grüner Vorhang. Oben: FR ANCISCVS • FERDIN ANDI • I . 
MAONI • DVCIS . HETR • FILIVS. Rechts in der Mitte eine- 
verblaßte Inschrift : D • FR AN ■ MED. Ganze Figur nach links. 

Leinwand. Grauer Grund. 126,9 h., 99,6 br. Leinwand unten eingeschlagen. — 
Aus Dachau. — Franz, Sohn Cosmus II. (nicht, wie oben Ferdinand I.), 
geb. 1614, gest. 1654. — Unbekannt um 1620. 

708 (LXXIV). Bildnis eines Prinzen, angeblich aus 
dem Hause Savoyen. Er trägt hellrotes, gesticktes Ge- 
wand mit geschlitzten Ärmeln, darüber Spitzenschärpe und 
Spitzenkragen. Die Rechte in die Seite gestützt, die Linke 
auf einen Helm gelegt. Halbfigur nach rechts. 

Leinwand. Dunkler Grund. 60,7 h., 50,7 br. — Aus Dachau. — Unbekannt 
um 1640, vielleicht von Gaskar. 

709 (LI). Bildnis des Herzogs Karl Emanuel I. Mag- 
nus von Savoyen. Er trägt Brustharnisch, Halskrause, 
gepuffte Beinkleider und weiße Trikots. Die Rechte ist auf 
einen Helm gelegt, der neben ihm auf einem Tisch steht, die 
Linke hält den Degengriff. Auf der Brust den Annunciaten- 
Orden. Im Hintergrund Vorhänge. Links oben: CAROLVS. 
Standfigur. 

Leinwand. L. M. 208,6 h., 104,5br. — Karl Emanuel Magnus, Sohn Herzogs 
Emanuel Philiberts von Savoyen, geb. 1562, gest. 1630. — Unbekannt um 1580. 



210 Porträts und Trachtenbilder. 

710 (Treppenhaus). Bildnis des Prinzen Philibert von 
Savoyen. Er trägt goldverzierte Rüstung mit dem Mal- 
teserkreuz auf der Brust, enganliegende helle Beinkleider 
und Spitzenkrause. Die Rechte stützt den Kommandostab 
in die Seite; die Linke liegt auf der Hüfte. Auf der Brust 
der Annunciaten-Orden. Links auf einem rotgedeckten Tisch 
der federgeschmückte Helm; oben ein roter Vorhang. Oben: 
PHILIBERTVS PRINCEPS SABAVDI^ EQVES HIEROSO 
CAROLI EMANVELIS I • SABAVDI^ DVCIS FILIVS. 
Standfigur. 

Leinwand. Grauer Grund. 197h., 118,5br. — Aus Dachau. — Emanuel 
Philibert, Sohn Herzog Karl Emanuels I., geb. 1588, Vizekönig von Sizilien, 
gest. 1624. — Unbekannt. Anfang des XVII. Jahrhunderts. 

711 (XXVIII). Bildnis der Prinzessin Christina von 
Savoyen (?). Die Dargestellte trägt schwarzes, ausgeschnit- 
tenes Kleid, breiten Umlegekragen und reichen Perlen- 
schmuck. Auf dem Haupt einen schwarzen Schleier und 
eine Perlenkrone. Halbfigur nach rechts. 

Leinwand. Dunkelgrüner Grund. 69,6 h., 58,6 br. — Auf der Rückseite ein 
Zettel : Christina, Prinzessin aus Frankreich, König Heinrichs des IV. Tochter 
und Viktoris Amadei Herzogs von Savoyen in Cypern Gemahlin. — Aus 
Dachau. — Christine, Tochter Heinrichs IV. von Frankreich, geb. 1 603, ver- 
mählt 1619 mit Herzog Viktor Amadeus von Savoyen, gest. 1663. — Un- 
bekannt. Erste Hälfte des 16. Jahrhunderts. 

712 (XXX). Bildnis der Prinzessin Eleonora von Mo- 
dena. Sie trägt dunkles, ausgeschnittenes Kleid mit breitem 
Spitzenkragen. Um den Hals eine Perlenkette. Brustbild nach 
links. . 

Leinwand. Rotbrauner Grund. 65,5 h., 47,5 br. — Aus Dachau. — Hinten ein 
Zettel : Elenora d'Este, Alphonsi Herzogs von Modena erstgebohrne Tochter. 
Maria Beatrix Eleonore, Tochter Alphons II. (IV.), Herzogs von Modena, 
geb. 1658, vermählt 1673 mit Jakob, Herzog von York, späteren König von 
England, gest. 1718. — Unbekannt. XVIII. Jahrhundert. 

713 (LX). Bildnis der Prinzessin Maria von Modena. 
Die Dargestellte trägt über dem dunklen Kleid breiten Spitzen- 
streifen. Um den Hals eine Perlenkette. Brustbild nach rechts. 
Leinwand. Braungrauer Grund. 65,5 h., 47,6 br. — Aus Dachau. — Inv.-Best. 
Marie, Tochter Franz I. von Modena, geb. 1644, vermählt 1668 mit Rai- 
nuntio IL, Herzog von Parma, gest. 1684. — Unbekannt. Zweite Hälfte des 
XVII. Jahrhunderts. 



Französische und spanische Fürsten. 211 

Französische und spanische Fürsten. 

714 (XIII Vitrine). Bildnis Karls des Kühnen von Bur- 
gund. Der jugendliche, krausköpfige Herzog trägt über dem 
schwarzen Gewand die Kette des goldenen Vließes mit dem 
Ordenszeichen. Oben die Inschrift: DVG • CARL BORGON 
DE • BI. Brustbild nach links. 

Eichenholz. Grauschwarzer Grund. 30,2 h., 20,4 br. (1 cm. angestückt.) — 
Späte Kopie, stark verputzt. — Karl der Kühne, Herzog von Burgund, Sohn 
Philipp des Guten, geb. 1433, gest. 1477. 

715 (LI). Bildnis des Herzogs Franz von Alengon. 
Er trägt weißes Wamms, darüber den Brustpanzer, Mühl- 
steinkragen und weiße Trikots. Die Rechte hält den Kom- 
mandostab, die Linke liegt auf dem federgeschmückten Helm, 
der auf einem hohen Sockel daneben steht. Unten ein 
Schild. Links oben: DVG D'ALANGON. Hinten ein Vor- 
hang. Standfigur. 

Leinwand. L. M. 210 h., 102br. Schwer beschädigt. — Aus der K. Residenz. 
Herzog Franz von Alengon, Sohn König Heinrichs IL von Frankreich, 
geb. 1555, gest. 1584. — Unlsekannt. Ende des XVI. Jahrhunderts. 

716(LVIII). Bildnis der Königin Maria Theresia von 
Frankreich. Sie trägt ausgeschnittenes, blaugraues Kleid 
mit Spitzenschmuck. Brustbild nach links. 
Leinwand. Grauer Grund. 67 h., 57 br. Im Oval. — Aus Dachau. — Maria 
Theresia, Tochter König Philipps IV. von Spanien, geb. 1638, vermählt mit 
König Ludwig XIV. von Frankreich 1660, gest. 1683. ■ — Teilkopie nach 
Nr. 514. —Unbekannt. XVII. Jahrhundert. 

717 (Treppenhaus). Bildnis der Königin Isabella von 
Spanien. Die Königin trägt schwarzes, weißgesticktes 
Kleid und Mühlsteinkragen. Sie legt die Rechte auf die 
Lehne eines roten Sessels (links), die herabgesunkene Linke 
hält einen Fächer. Rechts ein roter Vorhang. Oben: 
ELISABETHA HENRIGI IUI GALLIG REGIS FILIA PHI- 
LIPPI IUI HISPAN REGIS CONIVNX. Standfigur nach links. 

Leinwand. Brauner Grund. L. M. 213,5 h., 118br. — Schwer beschädigt. — 
Aus Dachau. — Isabella, nicht wie oben Elisabeth, Tochter König Heinrich IV. 
von Frankreich, geb. 1602, vermählt mit König Philipp IV. von Spanien, gest. 
1644. — Unbekannt. XVII. Jahrhundert. 

14* 



212 Porträts und Trachtenbilder. 

718 <LX), Bildnis der Königin Maria Franziska von 
Portugal. Die Königin, in weißseidenem Kleid mit Perlen- 
besatz, hat um die Schultern den hellblauen Hermelin- 
mantei drapiert. Sie sitzt an einem Tisch, auf dem die 
Linke ruht, während die Rechte den Mantel faßt. Hinter- 
grund ein Vorhang. 

Leinwand. 104,5 h., 82,6 br. Auf allen Seiten in alter Zeit angestückt. — 
Aus Dachau. — Maria Franziska, Tochter des Herzogs Karl Amadeus von 
Nemours, vermählt mit König Peter von Portugal 1668, nachdem sie von 
dessen Bruder, AlphonsVL, 1667, geschieden worden war, gest. 1683. — Un- 
bekannt. Zweite Hälfte des XVII. Jahrhunderts. 



Englische Fürsten. 



719 (Depot). Bildnis der Königin Anna von England. 
Sie trägt breiten Mühlsteinkragen, rotes Kleid mit grünen 
Ärmeln. Links: Anna Königin in Engellandt. Rechts die 
halb verlöschte Inschrift: V. G. G. Anna Königin im Engel- 
lande. Halbfigur nach links vor einer Brüstung. 

Lindenholz. Grauer Grund, 20,4 h., 15,8 br. — Anna, Tochter Friedrichs IL 
von Dänemark, geb. 1574, vermählt mit König Jakob I. von England, 1589, 
gest. 1619. — Unbekannt. Ende des XVI. Jahrhunderts. 

720(LIII). Bildnis König Jakobs II. von England (?) 
Der Dargestellte, mit kleinem Schnurrbart, trägt dunkle 
Allongeperücke, weißseidenes Staatskleid mit blauem Mantel. 
Auf der Brust den Hosenbandorden. Die Linke liegt auf 
nitbedecktem Tisch neben einem Hut mit weißen Federn, 
die Rechte hält den Mantel gerafft. Hintergrund Archi- 
tektur. Links Brokatvorhang. Kniestück nach rechts. Ge- 
genstück zu Nr. 721. 

Leinwand. 132 h., 100,7 br. — Aus Schleißheim. — Jakob IL, Sohn König 
Jakobs L von England, geb. 1633, gest. 1701. — Unbekannt. XVII. Jahrh. 

721 (LIII). Bildnis König Karls IL von England(?) Der 
bartlose Fürst, mit Allongeperücke, trägt rotes Gewand 



Englische Fürsten. — Schwedische und polnische Fürsten. 213 

mit weißen Ärmeln, Hermelinmantel, darüber die Kette 
des Hosenbandordens. Die Rechte liegt auf der Brust, die 
Linke deutet nach unten. Im Hintergrund eine Säule, links 
ein Brokatvorhang. Kniestück nach links. Gegenstück 
zu Nr. 720. 

Leinwand. 132 h., 102 br. — Aus Schleißheim. — Karl IL, Sohn König 
Jakobs L von England, geb. 1630, gest. 1685. — Unbekannt. XVII. Jahrh. 



Schwedische und polnische Fürsten. 

722 (Krippentreppenhaus). Kinderbildnis Karl XII. von 
Schweden. Der blondlockige Prinz trägt über dem weiß- 
goldenen Brokatkleid Hermelinmantel und Spitzenhalstuch. 
Halbfigur in ovaler Umrahmung. Gegenstück zu Nr. 723. 

Leinwand. Dunkler Grund. 78,2 h., 62 br. Ursprünglich im Oval, die Ecken 
angestückt. — Auf der Rückseite: CarolusXII. Princeps. Haereditarius. Reg. 
Sveciae. Pict. Ao 1694 • Aetat S : 12. — Aus Schleißheim. — Karl XII., Sohn 
König Karls XL von Schweden, geb. 1682, gest. 1718. — Unbekannt von 1694. 

723 (Krippen treppenhaus). Kinderbildnis derPrinzessin 
Ulrike Eleonore von Schweden. Die Prinzessin, mit 
hochgestecktem, dunklem, lockigem Haar, trägt weißes Ge- 
wand mit orangfarbenem Überwurf und blauen, flatternden 
Mantel, den die Linke an der Schulter hält. Die Rechte deutet 
nach vorn. Halbfigur in ovaler Umrahmung. Gegenstück 
zu Nr. 722. 

Leinwand. Brauner Grund. 78,7 h., 62 br, — Ecken angestückt, ursprünglich 
im Oval. — Auf der Rückseite: Ulrica Eleonora, Prin. Haeredit. Regni Sueciae 
iEtat. Suae. 6. depict. Aol694. — Aus Schleißheim. — Ulrike Eleonore, Tochter 
Karls XL, geb. 1 688, vermählt 1715 mit Friedrich, Erbprinz von Hessen-Kassel, 
gest. 1741. — Unbekannt von 1694. 

724(LXVI). Bildnis Karls X., Königs von Schweden. 
Der Dargestellte, mit langem, braunem Haar und kleinem 
Schnurrbart, trägt Rüstung, weiße Halsbinde und schwarzes 
Käppchen. Brustbild nach rechts in ovaler Umrahmung. 

Leinwand. Roter Grund. 67,5 h., 55 br. — Auf der Rückseite : 20. Darunter 



214 Porträts und Trachtenbilder. 

König in Schweden. — Aus Schleißheim. — Karl X., Sohn Hans Casimirs 
von Zweibrücken-Kleeburg, geb. 1622. König von Schweden 1654, gest. 1660. 
Unbekannt. XVII. Jahrhundert. 

725 (XXXIV). Bildnis König Johannes' III. Sobieski 
V o n P o 1 e n. Der barhäuptige König trägt über dem Schuppen- 
panzer einen Pelzmantel. Brustbild in ovaler Fassung. 

Leinwand. Brauner Grund. 76,3h., 62 br. — Aus Dachau. — Johann III., 
Sobieski, Sohn Johann Sobieskis, geb. 1624, gest. 1696. — Unbekannt. XVIII. 
Jahrhundert. 

726 (Krippentreppenhaus). Kinderbildnis eines polni- 
schen Prinzen. Der blondgelockte Knabe trägt langen, 
roten Rock mit Silberlitzen und rote, silbergestickte Mütze 
mit Federschmuck. Die Linke faßt den silbernen Gürtel, auf 
der ausgestreckten Rechten sitzt ein Vogel. Links ein grün- 
gedeckter Tisch, Hintergrund grüner Vorhang. Ganze Figur. 

Leinwand. Neu. 99,5 h., 76,3 br. — Aus Schleißheim. — Unbekannt um 1700. 

727 (XXX). Bildnis eines polnischen(?)Fürsten. Der 
Dargestellte, barhäuptig, trägt Lederkoller und Harnisch, eng- 
anliegende Beinkleider. Die Linke ist in die Hüfte gestützt, 
die Rechte hält einen Spazierstock. Rechts ein kissenbedeckter 
Tisch mit dem Reichsapfel, links über eine Balustrade Aus- 
blick in eine Landschaft. Hintergrund: Blauer Vorhang. 

Leinwand. L. M. 199,5 h., 123br. — Aus Dachau. — XVII. Jahrhundert.^ — 
Vielleicht von Luyex von Luxenstein. 



.Geistliche Würdenträger. 

728 (LXIV). Bildnis des Pastors Michael Baumann. 
Der Dargestellte, mit langem, braunem Haar und grauem, 
dünnem Bart, trägt schwarze, geistliche Tracht mit weißem 
Kragen. Links oben: Effigies Michaelis Baumanns Creilsh : 
Fr : Pastoris in Kunzelsawe. Anno Christi CIO ICDLVIII 



Geistliche Würdenträger. 215 

iETATIS XLV. MINISTERY XXII CONIVGII XXI. SYMB : 
CANDIDE, CIRCVMSPECTE, CORDATE. Brustbild 
nach rechts. 

Leinwand. Dunkler Grund. 60 h., 49,6 br. — Reider Sammlung. — Fränkisch 
von 1658. 

729 (LXVI). Bildnis des Dr. Joh. Bugenhagen. Der 
Dargestellte, bartlos, mit weißem Haar, trägt schwarzes 
Gewand mit offenem, weißem Kragen. Links oben: D.Jo- 
hann Bomr • Bugenhagen 1570. Brustbild. 

Lindenholz. Graugrüner Grund. 31,1h., 28,2 br. — Späte Kopie. — Reider 
Sammlung. 

730 (LXV). Bildnis des Herzogs Ernst von Bayern, 
Kurfürsten von Köln. In Hermelinmantel mit weißem 
Halskragen; er trägt braunen Bart. Oben: ERNEST' VTR: 
BAVAR : DVX ET ELECTOR. Brustbild nach rechts. 

Leinwand. Grauer Grund. 69,4 h., 56 br. — ■ Aus Amberg. — Ernst, Sohn 
Albrechts V., geb. 1554, Bischof von Freising 1565, von Hildesheim 1573, 
von Lüttich 1581, von Cöln 1583, gest. 1612. — Späte, etwas veränderte Kopie 
nach Hans von Achen. 

731 (LXVIII). Bildnis des Kardinals Herzogs Karl von 
Lothringen. Der Dargestellte, mit braunem Bart, trägt 
rote Kardinalstracht mit weißem Überwurf. Die Rechte 
hält ein kleines Buch auf einem Tisch (links), die herab- 
hängende Linke hält die Handschuhe. Rechts und links 
oben Vorhänge. Oben: CAROLVS CARDIN ALIS LOTHA- 
RINGI^ CAROLI III. SECVNDO GENITVS. Standfigur 
nach links. 

Leinwand. Dunkler Grund. L. M. 210,5 h., 118,5br. — Karl, Sohn Herzog 
Karls II. von Lothringen, Bischof zu Metz und Straßburg, Kardinal 1588, 
gest. 1607. — Unbekannt. Ende des XVI. Jahrhunderts. 

732(XXX). Bildnis eines Geistlichen. Der Dargestellte, 
mit weißem Haar, trägt dunkles Gewand mit kleinem, 
weißem Umlegkragen. Auf der Brust ein edelsteinbesetztes 
Kreuz. Brustbild nach rechts in ovaler Umrahmung. 
Leinwand. 98,3 h., 74,3 br. — Deutsch. Zweite Hälfte des XVII. Jahrh. 



216 Porträts und Trachtenbilder. 

733 (LI). Bildnis eines Kardinals. Er trägt rotes Ge- 
wand, Bäffchen und auf dem dunklen Lockenhaar rotes 
Käppchen (Soli Deo). Kleiner Schnurrbart. Brustbild nach 
rechts. 

Leinwand. Grauer Grund. 78,5 h., 64 br. — Aus Amberg. — Unbekannt. 
Ende des XVII. Jahrhunderts. 

734 (Kopiersaal). Bildnis des Fürstbischofs Clemens 
August von Köln. Der noch junge Fürst trägt hermelin- 
besetzten Purpurmantel, den er mit der Rechten faßt, während 
die Linke sich auf einen Tisch stützt; auf diesem der Kur- 
fürstenhut und die Mitra. Links ein aufblickender Hund, 
auf dessen Halsband die Buchstaben C. A. stehen. Im 
Hintergrund rechts ein Vorhang, links Aussicht auf Köln. 
Standfigur. 

Leinwand. L. M. 225 h., 541 br. — Aus Schleißheim. — Klemens August, 
Sohn des Kurfürsten Max Emanuel von Bayern, geb. 1700, Erzbischof von 
Cöln 1723, gest. 1761. — Erste Hälfte des XVIII. Jahrhunderts. 

735 (Kopiersaal). Bildnis desselben. Der bartlose, junge 
Fürst trägt blaues Bischofsgewand und Chorrock, an blauem 
Band ein Diamantkreuz. Er stützt die Linke in die Hüfte, 
die Rechte auf ein Buch, das sich neben Kurhut und Mitra 
auf einem Tische befindet. Links Aussicht auf Freising. 
Rechts Pilaster mit Vorhang. 

Leinwand. L. M.224h., 144br. — Aus Schleißheim. — Deutsch. XVIII. Jahrh. 

736 (XLIV). Bildnis des Kardinals Theodor Johann 
von B a y e rjti. Der Dargestellte, im Purpurmantel mit 
Hermelinbesatz, sitzt in einem Lehnsessel; er trägt Hals- 
bäffchen und ein Kreuz auf der Brust. Rechts ein Kissen 
mit fürstlichen und geistlichen Insignien. Im Hintergrund 
Säulenarchitektur. Kniestück nach rechts. 

Pergament, auf Holz gespannt. 42,3 h., 33,3 br. — Theodor Johann, Sohn des 
Kurfürsten Max Emanuel von Bayern, geb. 1 703, Bischof von Regensburg, 
Freising, Lüttich, Kardinal 1746, gest. 1763. — Deutsch. Mitte des XVIII. Jahrh. 

737 (LXII). Bildnis desselben. Der Dargestellte, bartlos, 
mit weißer Perücke, in Kardinalstracht, hält in der Rechten 
das Barett, die Linke liegt auf einem Buch mit der Auf- 



Geistliche Würdenträger, 217 

Schrift; Seminanti Justitiam mere • • • Fidelis ■ • • Hintergrund 
Vorhänge, links eine Säule. Standfigur nach rechts. 
Leinwand. L. M. 219 h., 129br. — Völlig verdarben. — Unbekannt. XVIM. 
Jahrhundert. 

738 (LV). Bildnis eines geistlichen Kurfürsten. Er 
trägt weiße Allongeperücke, roten Mantel mit Hermelin- 
kragen. Auf der Brust ein Kreuz. Links auf einem Tisch 
Kurhut und Mitra. Brustbild nach rechts. 

Eichenholz. 18 h., 14,3 br. Im Oval. — Reider Sammlung. — Deutsch. 
XVIII. Jahrhundert. 

739 (LXIX). Bildnis eines Kirchenfürsten. Der Dar- 
gestellte, bartlos, mit weißer Allongeperücke, trägt schwarze 
Kleidung mit übergeworfenem violettem Hermelin. Auf der 
Brust ein Kreuz. Brustbild nach rechts. 

Leinwand. Dunkler Grund. 82,5 h., 67 br. Im Oval. — Unbekannt um 1 700. 

740 (LXXIX). Bildnis eines Kirchenfürsten. Der Dar- 
gestellte, bartlos, mit weißer Perücke, trägt schwarze, geist- 
liche Tracht mit Bäffchen und Brustkreuz, um die Schulter 
den roten Hermelin geschlagen. Brustbild nach links. 

Leinwand. Dunkler Grund. 82 h., 66,5 br. — Deutsch. Anf. d. XVIII. Jahrh. 

741 (LXV). Bildnis eines geistlichen Würdenträgers. 
Der Dargestellte, mit langem, weißem, gescheiteltem Haar 
sitzt in spitzenverziertem Chorrock in einem hohen, blau- 
gepolsterten Stuhl. Die Rechte faßt ein edelsteinbesetztes 
Brustkreuz, die Linke deutet nach vorn. Rechts vorn auf 
einem Tischchen sein Barett; Hintergrund Vorhang. Links 
an einer Vase vorbei Ausblick ins Freie. Kniestück. 
Leinwand. 134,5 h., 92,5 br. — Deutsch. XVII. Jahrhundert. 

742 (LXIX). Bildnis des Bischofs von Passau, Vivilo 
von Lorch. Der Dargestellte, bartlos, im Bischofsornat mit 
Casula und Pallium, hält in der Linken den Kreuzstab, die 
Rechte ist nach links zu halber Höhe erhoben. Hintergrund 
ein Vorhang. Unten auf einem Streifen: VIVILO ARCHI- 
EPISCOPVS LAVREACENSIS : POST EXCIDIVM ET 
BARBARORVM ECCLESI^ LAVREACENSIS, INITIVM 



218 Porträts und Trachtenbilder. 

FECIT SEDIS PATAVIENSIS • SEDE LAVREAX:ENSI 
BATAVIAM ANNO 737. ORDINE TRANSLATA : Ad 
REQVIEM VOCATVS SEMPITER NAM anno 745. Knie- 
slück nach links. Gehört mit den folgenden zu einer Serie 
von Idealporträts Passauer Bischöfe. 
Leinwand. 146 h., 97,5 br. — Deutsch. XVII. Jahrhundert. 

743(LXIX). BildnisdesBischofsRichariusvon Passau. 
Der Dargestellte, bartlos, im bischöflichen Ornat mit blauem 
Pluviale und Pallium, hat die Hände vor der Brust zum 
Gebet gefaltet. Im linken Arme lehnt der Kreuzstab. Im 
Hintergrund ein Vorhang. Unten auf einem Streifen: 
RICHARIVS EPISCOPVS PASSAVIENSIS DESIGNATVS 
FVIT ANNO CCMXCIX ■ VIXIT IN REGIMINE ANNIS IV- 
MIGRAVIT ex S^CVLO anno CCMIII. Kniestück nach 
links. 

Leinwand. 146,2 h., 97,8 br. — Vgl. Nr. 742. 

744(LXIX). Bildnis des Bischofs Christian von Pas sau. 
Der Dargestellte, bartlos, im Bischofsornat, hält in den be- 
handschuhten Händen rechts das Pedum. Unten auf einem 
Streifen: CHRISTI AN VS DATVS ECCLESIiE PASSAVI- 
ENSI ANTISTES anno CMXCI IMPLETO XXII AN- 
NORVM REGIMINIS CVRSV VIT^E SV^ TERMINVM 
FINIVIT ANNO MXIII. Kniestück nach rechts. 

Leinwand. Graubrauner Grund. 146 h., 95,5 br. — Vgl. Nr. 742. 

745 (LXIX). Bildnis des Bischofs Poppo von Passau. 
Der Dargestellte, mit braunem Bart, trägt Bischofsornat mit 
grünem, goldgesticktem Pluviale. Die Rechte hält das Pedum, 
die Linke liegt auf einem offenen Buch auf einem Tisch rechts. 
Im Hintergrund eine Säule. Unten auf einem Streifen: 
POPPO ABBAS AQVILE GIENSIS ECCLESIvE PRJE- 
POSITVS IN SEDE PASSAVIENSE SVBSTITVITVR AN- 
NO MCCIV • DVOBVS REGIMINIS SVI ANNIS NONDVM 
COMPLETIS VITAM CLAVSIT ANNO MCCVI. Knie- 
stück nach rechts. 
Leinwand. 146,3 h., 97,8 br. — Vgl. Nr. 742. 



Geistliche Würdenträger. 219 

746(LXIX). Bildnis des Bischofs Gottfried von Passau. 
Der Dargestellte, im Bischofsornat, hält in der Linken das 
Pedum; die Rechte ist nach links halb erhoben. Im Hinter- 
grund eine Säule. Unten auf einem Streifen: GOTFRIDVS 
EX NOBILI]^ STVRI^ FAMILIA BAR DE WEISENEGH 
IN EPIS • PASSAV • CONSECRATVR ANNO MCCCXLIII 
SVB EIVS REGIMINE PASS • VRBS TERREMOTV CON- 
CVSSA, ET EIVSDEM SVPERIOR PARS IGNE PERVT- 
PR^FVIT ANNIS XX • MORTVVS ANNO MCCCLXII. 
Kniestück nach links. 

Leinwand. 146,2 h., 98,3 br. — Vgl. Nr. 742. 

747 (LXIX). Bildnis des Herzogs Ernst von Bayern, 
Kurfürsten von Köln. Der Dargestellte, mit kleinem 
Bärtchen, trägt schwarzes, hochgeschlossenes Gewand und 
schwarzen, pelzverbrämten Mantel. Die Hände halten ein 
Buch vor der Brust. Im Hintergrund links Ausblick in 
eine Landschaft. Unten auf einem Streifen: ERNESTUS 
DVX BAVARI^, VIVENTE ADHVC WIGILED EPIS- 
COPO, PASSAVIENSIS ECCLESI^ ADMINISTRATIO- 
NEM C.EPIT ANNO MDXIV • CAROLVM V • IMPERA- 
TOREM CVM SEX MILLIBVS MILITVM HOSPITIO 
EXCEPIT • ABSOLVTIS XXVI ANNIS IN ADMINISTRA- 
TIONE ARCHIEPISCOPVS SALISBVRGEN • ANNO 
MDXL • RENVNTIATVS FVIT • EODEM VERO ARCHIE- 
PISCOPATV RENVNTIATO MIGRAVIT EX HOC S^- 
CVLO ANNO MDLX.. Kniestück. 

Leinwand. 146 h., 97,5 br. — Vgl. Bild Nr. 730 und 742. 

748(LXIX). Bildnis des Bischofs Wolfgang von Passau. 
Der Dargestellte, mit braunem Bart, trägt schwarze, geist- 
liche Tracht; auf dem Haupt ein schwarzes Barett. Die 
Hände sind vor der Brust zusammengelegt. Im Hintergrund 
rechts eine Säule und ein Vorhang, links Ausblick auf die 
bischöfliche Residenz Passau. Unten auf einem Streifen: 
WOLFGANGVS COMES DE SALM, PR^POSITVS PAS- 
SAVIENSIS, EPISCOPALEM VNVS SVSCEPIT ANNO 
MDXL • TRIBVS LVSTRIS IN REGIMINE E • • • ACTIS 



220 Porträts und Trachtenbilder. 

CVM ILLO VIT AM CLAVSIT ANNO MDL Knie- 
stück nach links. 
Leinwand. 146 h., 97,5 br. — Vgl. Nr. 742. 

749 (LXIX). Bildnis des Erzbischofs Firmian von 
Salzburg. Der Dargestellte, bartlos, in rotem Ornat als 
Legatus natus, sitzt in einem Lehnsessel nach links vor einem 
Tisch, auf dem seine Rechte ein aufgeschlagenes Buch 
hält. Auf der Brust ein Kreuz und ein Ordensstern. Links 
auf einem Kissen der Fürstenhut. Auf der Lehne des 
Sessels ein geschnitztes Wappen. Im Hintergrund eine Säule 
und ein Vorhang. Kniestück nach links. 

Leinwand. 1 39,8 h., 96 br. — Erzbischof Firmian regierte 1 727 — 1 744 in Salz- 
burg. — Deutsch. Anfang des XVIII. Jahrhunderts. 

750 (LXXXI) Bildnis einer Kaiserin in geistlicher 
Tracht. Die Kaiserin trägt schwarzes Nonnengewand, auf 
der Brust ein kleines Kruzifix. Hintergrund Architektur 
und Vorhang, links die Kaiserkrone. Brustbild. 

Leinwand. 36 h., 33 br. — Im Oval. — Unbekannt. XVIII. Jahrhundert. 

751 (LXV). Bildnis des Freiherrn von Sickingen, 
Fürstbischofs von Bamberg. Er trägt schwarze, geist- 
liche Tracht, um die Hüften ist der Fürstenmantel dra- 
piert. Die Rechte ruht auf einem blauen Polster, auf dem 
der Dargestellte sitzt. Im Hintergrund ein Vorhang. Links 
sein Wappen. Halbfigur. 

Leinwand. 92,7 h., 76,5 br. — Deutsch. XVIII. Jahrhundert. 

752 (XLIV). "Bildnis des Freiherrn Christoph 
von Buseck, Fürstbischofs von Bamberg. Er 
trägt schwarzes Gewand, um den Hals breites, rotes Band 
mit Kreuz, darüber schwarze Bäffchen. Um die linke 
Schulter ist ein roter, hermelingefütterter Mantel geschlagen. 
Die Linke hält ein Buch. Links der Bischofshut. Halbfigur. 

Pastell. Dunkelgrüner Grund. L. M. 36 h. 30 br. — Im Oval. — Reider 
Sammlung. — Süddeutsch. Zweite Hälfte des XVIII. Jahrhunderts. 

753 (XXVIII). Bildnis des Erzbischofs Johannes 
Schweikhard von Mainz. Der Dargestellte, im chur- 



Geistliche Würdenträger. 221 

fürstlichen Ornat, hält eine Bulle in der Rechten. Halb- 
figur nach rechts vor einer Brüstung. Oben links: Johannes 
Schweighardus ErtzbischofF vnd Churfürst zu Meintz. 

Lindenholz. Grauer Grund. 19,9 h., 15,9 br. — ■ Joh. Schweikhard von Kron- 
berg war 1604 — 1626 Erzbischof von Mainz. — Auf der Rückseite das Mono- 
gramm H. G. — Deutsch. Anfang des XVII. Jahrhunderts. 

754 (XXXV). Bildnis des Freiherrn Lothar Franz 
von Schönborn, Kurfürsten von Mainz, Bischofs 
von Bamberg. Er trägt dunkles, geistliches Gewand, auf 
der Brust ein Kreuz. Brustbild. 

Pergament, Pastell. Brauner Grund. L. M. 30,1 h., 24,2 br. — Lothar Franz, 
Freiherr von Schönborn, Erzbischof von Mainz 1695 — 1729. — Deutsch. An- 
fang des XVIII. Jahrhunderts. 

755 (Treppenhaus). Bildnis des Erzbischofs Johann 
Friedrich von Mainz. Der Dargestellte, bartlos, mit ge- 
puderter Stutzperücke, trägt dunkles Gewand mit schwarzen 
BäfPchen. Auf der Brust an einem blauen Bande ein dia- 
mantbesetzter Anhänger. Die Rechte faßt den Mantelsaum. 
Halbfigur nach rechts. 

Leinwand. Graugrüner Grund. 83,6 h., 68 br. — Erzbischof Johann Friedrich 
Carl, Graf von Ostein, regierte in Mainz 1743 — 1763. — Süddeutsch. Erste 
Hälfte des XVIII.Jahrhunderts. 

756 (LXIX). Bildnis des Pfarrers Ignatius Thanner. 
Der Dargestellte, in schwarzer, geistlicher Tracht, steht 
hinter einem Rokokotisch, auf dem eine Taschenuhr liegt. 
Die Linke hält ein Buch, die Rechte einen Plan mit einer 
Kirche. Hintergrund Vorhang, rechts Ausblick auf eine 
Kirche. Links unter einem Wappen: ^tatis suae LVIII 
anorü. Bezeichnet auf dem Plan: F. J. Degle pingebat e- 
inv.-Ano 1753. Halbfigur. 

Leinwand. 86,4 h., 72 br. — Auf der Rückseite : Joseph Ignatius Thanner 
SS • Thlgae Cand : e • S S • Can : Doct : Parochus in ober = Ostendorff • Nat • 
13Sept : Ano 1695. — Franz Joseph Degele, geb. zu Augsburg 1724, gestorben 
daselbst 1812. 

757 (LXVI). Bildnis der Äbtissin Anna von Hegg- 
bach. Die Dargestellte, in vorgeschrittenem Alter, trägt 
das weiße Ordenskleid der Cistercienser mit schwarzem 



222 Porträts und Trachtenbilder. 

SkapuHer und schwarzem, weiß eingefaßtem Schleiertuch, 
auf der Brust ein Kreuz. Sie sitzt in einem Lehnstuhl, 
die Rechte ist über die linke Hand gelegt, die ein Buch 
hält. Rechts auf einem Postament, an dem der Äbtissinen- 
stab lehnt, ein Zinngefäß mit zwei Wappen. Rechts: 
M. ANNA ABBATISSA IN HEGGBACH ELECTA VI. 
DECEMBR. MDCCXCII. Kniestück. 

Leinwand. Dunkler Grund. 79,5 li., 61,5 br. — Gekauft 1900 von Ober- 
inspektor August Reuling in München. — Schwäbisch von 1792. 



Porträts verschiedener Stände. 

758 (Depot). Kinderbildnis der Martha Präunin. Das 
Kind, in Dreiviertelsansicht nach links gewandt, hat die 
Hände über dem Schoß gefaltet. Es trägt ein helles Kleid 
mit rotem Besatz und perlenbesetzten Stirnreif. Oben die 
Inschrift: AM' • ^TA' 4 • MEMS' • 8 • 1539 MEMS' • 
lAMV. Darunter das Monogramm • H • W. Halbfigur. 

Birnbaumholz. Grüner Grund. 44,5 h., 32,5 br. — Auf der Rückseite ein 
Pergamentzettel mit der Inschrift: Martha Präunin deß Nicolai Prauns ainiche 
Tochter. — Der Monogrammist HW. scheint der Nürnberg. Schule anzugehören. 

759 (XXV). Bildnis eines Herrn Stamp. Er trägt 
schwarzes Barett, braunen Rock mit geschlitzten Ärmeln 
und Schaube, darüber reichen Kettenschmuck. Die linke, 
ringgeschmückte Hand am Degengriff, die Rechte in die 
Seite gestemhit. Links vorn ein Tisch. Oben links sein 
Wappen, darunter • 41 • Jar seins altes, rechts unter einem 
Wappenhelm 15 VC (verschlungen) 44 Gott mit Vns Allen 
Stamp, Halbfigur nach rechts. Gegenstück zu Nr. 760. 

Holz. Grüner Grund. L.M. 61,5 h.,53 h. — Vielleicht Schweizer Schule. 

760 (XXV). Bildnis der Gattin des Vorhergehenden. 
Sie trägt weiße Haube mit Kinnschleier und braunes Kleid 
mit schwarzem Kragen und Kettenschmuck. Die Hände 
mit reichem Ringschmuck halten den Rosenkranz. Oben 
links ihr Wappen, darunter: Jer Allter41 Jar. Rechts unter 



Porträts verschiedener Stände. 223 

einem Wappenhelm. • 15 CV. 44 • Nicht An Vrsach • C • V • 
Stampy geborne Rüngerin. Halbfigur nach links. Gegen- 
stück zu Nr. 759. 
Befund wie oben. 

761 (XXIV). Bildnis einer unbekannten Fürstin. Die 
Dargestellte trägt weißeHaube, schwarzes, hochgeschlossenes 
Kleid mit reichem Goldkettenschmuck, die Hände sind über- 
einandergelegt. Im Hintergrund grüner Vorhang. Halbfigur 
nach links. 

Lindenholz. Blauer Grund. 50 h., 40,°6 br. — Aus der Residenz München. — 
In der Art des älteren Hans Schöpfer. 

762 (Depot). Bildnis des H. Heiss. Der Dargestellte mit 
weißem Vollbart trägt schwarze Kappe, dunklen, pelzver- 
brämten Rock, die Linke faßt den Mantelsaum, die Rechte 
ruht auf einer Brüstung, darauf die Inschrift: H:HEYS- 
MEINES • ALTERS IM 72 lAR • 1556. Brustbild nach links. 

Fichtenholz. Dunkelgrüner Grund. 45,8 h., 30,7 br. — Stark verputzt. — Aus 
Dachau. — Bayerisch von 1556. 

763 (XXVIII). Bildnis einer unbekannten Fürstin. 
"Sie trägt schwarzes, hochgeschlossenes Kleid mit hohem 
Kragen, weißer Halskrause und Haube. Um den Hals eine 
goldene Kette, an der ein Widdervließ hängt. Brustbild nach 
links. Oben: MDLXXII. 

Birnbaumholz (?). Grüner Grund. 22 h., 19,5br. — In der Art des jüngeren 
Hans Schöpfer. 

764 (LXXIV). Bildnis des Bartolomäus Schowinger. 
Der Dargestellte, mit weißem, kurzem Barte, trägt dunkle, 
pelzverbrämte Schaube und schwarzes Barett. Die Rechte 
ruht auf einem Buch, das vor ihm auf einer Brüstung liegt. 
Rechts oben : BERTHOLOME • SCHOWINGER • ANO JETA- 
SVAE LXVI M • D • LXVI. 

Leinwand. Dunkelgrüner Grund. L. M. 68,2 h., 49,2 br. — Beschädigt. — 
Das "Wappen auf dem Ring, ein Falke auf einer Kugel sitzend, weist auf die 
Münchner Familie Schowinger hin. — Münchner Schule von 1566. 

765 (XXVIII). Bildnis eines Unbekannten. Er trägt 
schwarzen Rock mit kleiner Halskrause, pelzverbrämte 



224 Porträts und Trachtenbilder. 

Schaube, schwarzes Barett; die Linke am Degengriff. Knie- 
sttick nach rechts. 

Birnbaumholz. Grauer Grund. L. M. 23,5 h., 16 br. — Stark beschädigt. — 
Unbekannt um 1570. 

766 (XXV). Bildnis des Hans Rill zum Sirgenstein. 
In bürgerlicher Handwerkstracht mit Kappe, grünem Rock, 
umgeschnallter Tasche. Die Rechte hält einen Hammer. 
Rechts oben die Inschrift: ANNO M-D-LXXVIII lAR • 
INDER GESTALLT WARD ICH HANS RILL ZVM 
SIRGENSTEINN • LXXVIII • lAR ALT. 
Buchenholz. Grauer Grund. 30,5 h., 27,3 br. — Süddeutsch von 1578. 

767(LXXIV). Bildnis einer jungen, vornehmen Dame. 
Sie trägt rotes Kleid mit hohem, geschlossenem Halskragen 
und perlenbesetzten Ärmeln. Auf der Brust an einer 
Kette ein Kreuz, auf dem braunen Haar Häubchen und 
Goldschmuck. Die über dem Leib zusammengelegten Hände 
halten ein Tuch. Ganze Figur nach links. 

Leinwand. Grüner Grund. 181 h., 83,4 br. — Schwer beschädigt. — Vielleicht 
Bildnis einer Prinzessin von Zweibrücken-Veldenz. — Deutsch um 1580. 

768 (XXVI). Bildnis einer Dame. Sie trägt perlengestickte 
Haube mit Rosen, grünes Kleid, Halskrause und reichen 
Kettenschmuck. Brustbild nach links. 
Birnbaumholz. Dunkelgrüner Grund. 30,2 h., 21 br. — Süddeutsch um 1580. 

769 (XXV). Bildnis einer Dame. Die Dargestellte trägt 
schwarzes Kleid, Goldkette und Mühlsteinkragen. Auf dem 
Kopf Netzhaube und schwarzes Barett. In den vorn 
zusammengelegten Händen die Handschuhe. Oben links: 
ANO 1586. Kniestück nach links. 

Fichtenholz. Dunkelgrüner Grund. 30 h., 19,9 br. — Deutsch von 1586. 

770 (LXVI). Bildnis einer vornehmen, jungen Dame. 
Sie trägt goldgesticktes Kleid mit schwarzem Mäntelchen, 
weiße Halskrause und schwarzes Barett mit Feder. Brust- 
bild nach rechts. 

Eichenholz. Graugrüner Grund. 48 h., 34,6 br. — Stark beschädigt. — Deutsch. 
Zweite Hälfte des XVI. Jahrhunderts. 



Porträts verschiedener Stände. 225 

771 (XXVIII). Bildnis einer vornehmen Dame. Sie 
trägt rotes Kleid mit schwarzem Schulterkragen, weiße 
Spitzenkrause und weiße Spitzenhaube, reichen Schmuck. 
Brustbild nach links. 

Leinwand. Grüner Grund. 48,8 h., 26,4 br. — Unbekannt. Ende des XVI. 
Jahrhunderts. 

772 (XXIII). Bildnis einer vornehmen Dame. Sie 
sitzt in einem Stuhl und trägt helles, geblümtes Kleid. 
Hintergrund Landschaft. 

Leinwand. 108,2 h., 93,3 br. — Schwer beschädigt. — Kopie nach Veronese. 

773 (LXXIV). Bildnis einer vornehmen Dame. Die 
Dargestellte trägt auf dem braungelockten Haar hohen, feder- 
geschmückten Hut, über das helle Kleid mit Spitzenmühl- 
steinkragen legt sich eine breite Kette mit edelsteinge- 
schmücktem Anhänger. Brustbild. 

Leinwand. Roter Grund. 68,5 h., 55,3 br. — Unbekannt. Gegen Ende des 
XVL Jahrhunderts. 

774 (XXVIII). Bildnis eines Rates. Der Dargestellte, bar- 
häuptig, trägt schwarzes Gewand, Mühlsteinkragen und schwere 
Goldkette, an der eine Medaille mit dem Bildnis des Pfalz- 
grafen Johann Casimir hängt. Unten rechts ein übermaltes 
Monogramm. Halbfigur nach rechts. Gegenstück zu Nr. 775. 

Leinwand. Grüner Grund. 98,2 h., 82 br. — Das Monogramm lautete ur- 
sprünglich N. I. und wurde in A. V. D. (Anthony von Dyk) gefälscht. Nach 
Mitteilung von Dr. Lill ein Werk des Nikolaus Juvenel, bis jetzt wohl das 
einzig bekannte, signierte Bild des Meisters. Näheres darüber bei G. Lill: 
Hans Fugger und die Kunst (in den Studien zur Fuggergeschichte, Heft II, 1908). 

775 (XXVIII). Bildnis der Gattin des Vorhergehenden. 
Sie trägt roten Rock, schwarze Schürze und ebensolche 
Jacke, Halskrause, goldgesticktes Barett und reichen Gold- 
schmuck. Die Hände sind vorn zusammengelegt. Kniestück 
nach links. Gegenstück zu Nr. 774. 
Leinwand. Graugrüner Grund. 81,5 h., 97,5 br. 

776 (XXVIII). Bildnis eines Unbekannten. Der Dar- 
gestellte, barhäuptig, in schwarzer Tracht mit breitem Mühl- 
radspitzenkragen und reichem Goldschmuck, hält die Linke 



Porträts und Trachtenbilder. 

am Degengriff. Rechts das Wappen. Oben die Inschrift: 
ANNO -1599 — AETATIS SVAE 41 — Halbfigur nach 
rechts. Gegenstück zu Nr. 777. 
Eichenholz. Grüner Grund. 50,8 h., 37,7 br. — Deutsche Schule von 1599. 

777 (XXVIII). Bildnis der Frau des Vorhergehenden. 
Die Dargestellte trägt Spitzenhaube und große, runde Spitzen- 
halskrause. Auf dem schwarzen Kleid mit hellen, spitzen- 
verzierten Ärmeln liegt reicher Goldschmuck. Oben die In- 
schrift: ANNO . 1599 • IHRES ALTERS 19 lAR. Links das 
Wappen. Halbfigur nach links. Gegenstück zu Nr. 776. 
Eichenholz. Grüner Grund. 50,8 h., 37,6 br. 

778 (L). Weibliches Trachtenbildnis. Die Dargestellte 
trägt grünes Kleid mit hohem, vorn offenem Kragen und 
schwarzes Hütchen mit Federn. Brustkette mit Anhänger. 
Brustbild nach links. Gegenstück zu Nr. 779. 
Buchenholz. Schwarzer Grund. 29,4 h., 22,3 br. — Unbekannt. Ende des 
XVI. Jahrhunderts. 

779 (L). Weibliches Trachtenbildnis. Die Dargestellte 
trägt grünes Kleid mit offenem Kragen, rosa Ärmel. Auf dem 
Haar einen Schleier. Unten auf einem Streifen: AMICA 
ITALICA. Brustbild nach rechts. Gegenstück zu Nr. 778. 

Buchenholz. Schwarzer Grund. 29,5 h., 23,4 br. — Auf der Rückseite eine 
unleserliche Inschrift. — Unbekannt. Ende des XVI. Jahrhunderts. 

780 (XXVIII). Bildnis einer Dame als Allegorie des 
Geschmacks. Sie trägt reiche Tracht mit Fächerspitzen- 
kragen und kleines Mützchen mit Feder. Vorn links ein 
Tisch mit einer Fruchtschüssel, aus der ein Affe nascht. 
Links oben: GVSTVS. Halbfigur nach links. 

Eichenholz. Graugrüner Grund. 27,4 h., 21,1 br. — Vlämisch. Ende des XVI. 
Jahrhunderts. 

781 (XXVIII). Bildnis einer Dame als Allegorie der 
Hoffnung. Sie trägt graues Kleid mit Spitzenkragen und 
Spitzenhäubchen. In der Linken den Anker haltend, auf 
der Rechten sitzt ein Falke. Brustbild nach rechts. 

Fichtenholz. Graugrüner Grund. L. M. 32 h., 22,5 br. — Rechts angestückt. — • 
Vlämisch. Ende des XVI. Jahrhunderts. 



Porträts verschiedener Stände. 227 

782 (LXVI). Bildnis einer Unbekannten. Sie trägt 
Pelzhaube, breiten Mühlsteinkragen und dunkles Kleid. Um 
den Hals ein Korallenkettlein. Brustbild. 

Leinwand. Graugrüner Grund. 43 h., 36 br. — Deutsch um 1600. 

783 (Depot). Bildnis eines jungen Mädchens. Sie 
trägt schwarzes Barett, runden Spitzenkragen, dunkles Kleid, 
goldene Halskette. Links oben: Jm 18, Jar. Brustbild nach 
links. 

Leinwand auf Holz, stark beschnitten. Grüner Grund. 37,2 h., 32,6 br. — 
Reider Sammlung. — In der Art des Lorenz Strauch. 

784 (XXVIII). Bildnis einer unbekannten Dame. Sie 
trägt schwarzes Kleid mit breitem, rundem Spitzenkragen, 
und eine reiche Brustkette. Brustbild nach links. 

Fichtenholz. Brauner Grund 15,2 h., ll,6br. — Deutsch um 1600. 

785 (XXVIII). Bildnis einer vornehmen Dame. In 
reicher Zeittracht mit weißem, breitem Spitzenkragen und 
reichem Goldschmuck, perlenbesetztes Häubchen. Brust- 
bild nach links. 

Leinwand. Roter Grund. 56 h., 41,7 br. — Vielleicht Bildnis einer öster- 
reichischen Prinzessin. — Unbekannt. Anfang des XVII. Jahrhunderts. 

786 (Depot). Bildnis einer unbekannten Dame. Sie 
trägt dunkles Kleid und breiten, weißen Spitzenkragen. Im 
hohen, braunen Haar Schmuck. Brustbild im Oval. 

Leinwand. 23 h., 31 br. — Beschädigt. — Unbekannt. XVII. Jahrhundert. 

787 (XXVIII). Bildnis einer Unbekannten. Sie trägt 
dunkles Kleid mit gelbem Ausputz und rundem Spitzen- 
kragen. Brustbild nach links. 

Eichenholz. Schwarzer Grund. 27,5 h., 21,2 br. — Unbekannt. Gegen 1600. 

788 (XXVIII). Bildnis der Frau des Malers Jakob 
Hacznauer. Sie trägt dunkles Kleid, breiten Mühlstein- 
kragen und schwarzes Häubchen. Links oben: AETATIS 
SVAE ANNO 1606. Auf der Rückseite: Jacob Hacznaurin (?) 
Maller Sein Hausfrau 1606. 

Lindenholz. Rundbild. Graugrüner Grund. Durchmesser 22. — Fränkisch 
um 1600. 

15* 



228 Porträts und Trachtenbilder. 

789 (XXVIII). Bildnis des Grafen Tilly. Der Feldherr, 
barhäuptig, in schwarzer Stahlrüstung mit Mühlsteinkragen, 
legt die Rechte auf seinen Helm, der neben ihm auf einem 
Tisch steht. Die Linke hält den Feldherrnstab. Links hinten 
ein roter Vorhang. Standfigur nach rechts. 

Leinwand. L. M. 202,8 h., 120br. — Süddeutsch. Anfang des XVII. Jahrh. 

790 (Depot). Bildnis eines Unbekannten. Der Dar- 
gestellte, barhäuptig, trägt schwarzes Gewand und schwarze, 
pelzverbrämte Schaube und runden Spitzenkragen. An einer 
starken Goldkette über der Brust hängt ein Medaillon. Die 
Linke ruht auf einem Tisch; die Rechte hält die Handschuhe. 
Halbfigur nach rechts. 

Leinwand. Grauer Grund. 88,1 h., 76,3 br. — Unbekannt. Erste Hälfte des 
XVII. Jahrhunderts. 

791 (XXV). Bildnis einer unbekannten Frau. Sie trägt 
weiße Haube, Mühlsteinkragen und schwarzes Gewand. Die 
Hände sind über den Schoß gefaltet, am Gürtel ein silbernes 
Besteck. Links oben ihr Wappen rechts: 1617 AETATIS 
SVAE 35, darunter, übermalt, dieselbe Aufschrift. Halb- 
figur nach links. 

Lindenholz Rotbrauner Grund. 49,2 h., 33,4 br. — Süddeutsch von 1617. 

792 (L). Bildnis eines Feldherrn. Der Dargestellte, in 
voller Rüstung, mit Kommandostab und Schwert, steht vor 
einem Zeltlager. Ganze Figur nach links. Auf der Rück- 
seite das Münchner Stadtwappen und die Zunftzeichen der 
Zimmerleute (sehr beschädigt). 

Fichtenholz. 56,'2 h., 30 br. — Stammt vielleicht von einem Zunftkasten. — 
Bayerisch vom Anfang des XVII. Jahrhunderts. 

793 (XXVIII). Bildnis einer Unbekannten. Sie trägt 
helles Kleid, großen, runden Spitzenkragen und Blumen im 
Haar. Brustbild nach links. Rückseite: in roher Malerei 
männliches Bildnis aus späterer Zeit, halb verwischt, mit 
den Zeichen der Spengler (?). 

Eichenholz. 27 h., 21 br. — Unbekannt um 1620. 

794 (XXV). Bildnis eines Herrn Schwab. Er trägt 
dunklen Rock von einem Gürtel zusammengefaßt, breite 



Porträts verschiedener Stände. 229 

Spitzen-Rundkrause und Spitzenmanschetten. Die Rechte 
hält die Handschuhe, die Linke ruht auf einem Tisch. Oben 
rechts sein Wappen, darunter: AETATIS SVAE: 50. AN- 
NO 1623. Gegenstück zu Nr. 795. Halbfigur nach rechts. 
Leinwand. Grauer Grund. 89,6 h. 70 br. — Süddeutsch von 1623. 

795 (XXV). Bildnis der Katharina Schwab. Sie trägt 
schwarzes Barett und enganliegendes, dunkles Kleid mit 
Mühlsteinkragen und Spitzenmanschetten. Um den Hals 
schwere Goldkette. Die Hände sind über dem Leib zu- 
sammengelegt. Oben links ihr Wappen. Darüber: Katharina 
Schwebin ein geborne Pilcherami ist geborn den 29. Julij 
Ano 1569. Verschidt In Gott A° 1600. den 6. Jener. Ires 
alters 30 Jahr 5. Monat vnd 8 tag. Halbfigur nach links. 
Gegenstück zu Nr. 794. 

Leinwand. Graugrüner Grund. 89,9h.,',70br. 

796 (LIX). Bildnis eines kaiserlichen Rates und 
Kapitäns. Der Dargestellte, mit weißem Bart, in dunklem 
Rock mit goldenen Litzen, roter Feldbinde und dem Degen, 
hält in der Rechten eine Urkunde. Links auf der Brust 
ein Gnadenpfennig mit dem Bildnis Leopolds L, rechts 
vor ihm sein federgeschmückter Hut und eine Uhr. Rechts 
oben: WOLFGANGVS BARTHOLDVS SAG • CAES • 
MAIEST • HVGARIAE ET BOHEMIAE REGIS, SERENIS- 
SIMI LEOPOLDI, CAETERVMQ • ARCHIDVCVM AU- 
STRIAE CONSILIARIVS ET CAPITANEVS CONSTITV- 
TVS . AETA SVAE • LXI • ANO • MDCXXIII • rechts da- 
neben das Wappen. Kniestück nach rechts. 

Leinwand. Dunkler Grund. 116 h., 90 br. — Schwer beschädigt. — Süddeutsch 
von 1623. 

797 (L). Bildnis eines Unbekannten. Der Dargestellte, 
in schwarzem Gewand mit weißem Umlegekragen, trägt 
über der Brust eine hellblaue Schärpe. Das gescheitelte 
Haar in langen Locken. Schnurr- und Kinnbart. Brust- 
bild nach rechts. 

Leinwand. Graugrüner Grund. 61 h., 48 br. — Im Oval. — Schwer beschädigt 
— Erste Hälfte des XVII. Jahrhunderts. 



230 Porträts und Trachtenbilder. 

798 (LXIV). Reiterbildnis. Ein Feldherr, in gelbem 
Wams, sprengt auf einem Rappen nach rechts; die Rechte 
hält den Kommandostab, links ein Baum, rechts im Hinter- 
grund eine Stadt. 

Lindenholz. 37,6 h., 28,8 br. — Deutsch um 1630—50. 

799 (LXVI). Bildnis einer jungen Dame. Die Darge- 
stellte, in schwarzem Kleid mit weißem Schulterkragen, 
trägt dunkles Häubchen. Um den Hals eine schwarze 
Perlenkette. Brustbild in ovaler Umrahmung. 

Leinwand. Dunkler Grund. 66,6 h., 60,5 br.. — Beschädigt. — Unbekannt. 
XVII. Jahrhundert. 

800(LXXIV). Bildnis einer vornehmen, jungenDame. 
Die Dargestellte trägt schwarzes, reich verziertes Gewand 
mit weißen, rotgestreiften Ärmeln und Spitzenmühlstein- 
kragen. Auf der Brust und im hochgekämmten, braunen 
Haar Schmuck. Rechts und links oben ein grüner Vor- 
hang. Brustbild. 
Leinwand. Dunkler Grund. 65,9 h., 49,5 br. 

801 (LXXVIII). Bildnis des Kochs Johannes Krentzler. 
Der Dargestellte, in gelbem Kleid mit weißer Schürze, 
legt die Rechte auf einen Kuchen, der links neben ihm 
auf einem Tisch steht. Links: Johannes Krentzler Meister 
Koch. Geborner Vngar. Ganze Figur. 

Fichtenholz. Dunkelgrüner Grund. 36,5 h^, 28 br. — Deutsch. XVII. Jahrh. 

802 (LXIV). Bildnis einer jungen Frau. Sie trägt hell- 
blaues Obergewand, darüber schwarze Jacke, Schnürmieder, 
roten Rock und Schürze, als Kopfputz die schwere Gold- 
flitterhaube. Kniestück nach links. 

Buchenholz. Dunkler Grund. 25,7 h., 19 br. — Deutsch (?). XVII. Jahrh. 

803 (LXV). Bildnis einer jungen Dame. Die Dame, 
mit blondem, zurückgekämmtem Haar, trägt schwarzes 
Kleid mit reichem Schmuck und Stuart-Spitzenkragen. Die 
vorn zusammengelegten Arme werden nur teilweise hinter 
einer Brüstung sichtbar. Brustbild nach rechts. 
Leinwand. Grauer Grund. 71 h., 54,5 br. — Unbekannt. XVII. Jahrhundert. 



Porträts verschiedener Stände. 231 

804 (XXX). Bildnis einer jungen Dame. Sie trägt 
braungraues Kleid und breites, weißes Schultertuch, Perlen- 
halsband und Anhänger. Brustbild nach links. 

Leinwand. Dunkler Grund. 36,5 h., 30,4 br. — Unbekannt um 1640. 

805 (LXVI). Bildnis eines jungen Mädchens. Es trägt 
roten Rock, schwarzes Gewand mit breitem Umlegkragen, 
schwarzes Spitzenhäubchen. Die Linke hält die Handschuhe, 
die Rechte eine Nelke. Halbfigur nach links in halbem Oval. 

Leinwand. Dunkler Grund. 72,5 h., 62,5 br. — Unbekannt. XVII. Jahrh. 

806 (XXX). Bildnis der Magdalena Troyer, geborne 
von Wolfsthurn. Die Dargestellte trägt dunkelrotes, 
ausgeschnittenes Kleid mit braunem Überwurf und Spitzen- 
kragen. Die Rechte hält ein Gebetbuch auf einem Tisch, 
auf dem ein zweites aufgeschlagen liegt. Oben links teilweise 
unter dem Rahmen die verstümmelte Inschrift • • • dalena 
a Wolfsthurn • • • 26 July 1627 nupta • • • yaco L. B Troyer 
28 Augusti 1645. Mortua in puerperio 26 • July 1659. 
Kniestück nach links. 

Leinwand. Rotbrauner Grund. 138 h., 97 br. Oben im Bogen zugeschnitten. — 
Beschädigt. — Süddeutsch um 1650. 

807 (LI). Bildnis eines Ratsherrn. Der Dargestellte, 
mit schwachem Bartwuchs und langem, blondem Haar, trägt 
schwarze Kleidung mit Bälfchen und weißen Ärmeln, das 
Haar bedekt eine Calotte. Brustbild nach links. 
Leinwand. Dunkler Grund. 78 h., 63 br. — Aus Amberg. — Deutsch. 
XVII. Jahrhundert. 

808 (LI). Bildnis eines Ratsherrn. Er trägt schwarzes 
Gewand mit weißen Ärmeln, BäfFchen. Schnurr- und Kinn- 
bart. Brustbild nach rechts. 

Leinwand. Dunkler Grund. 78 h., 64 br. — Aus Amberg. — Deutsch. 
XVII. Jahrhundert. 

809 (LX). Bildnis eines Unbekannten. Der Dargestellte, 
mit langem, braunem Haar, kleinem Schnurr- und Kinn- 
bärtchen, trägt schwarzes Gewand mit weißen BäfPchen. 
Brustbild nach rechts. 

Leinwand. Dunkler Grund. 78,2 h., 63,6 br. — Unbekannt. XVII. Jahrh 



232 Porträts und Trachtenbilder. 

810 (LXXX). Bildnis des kurfürstlichen Kammer- 
Direktors J. Fr. von Wid(i)mann. Der Dargestellte, mit 
kleinem Bärtchen, trägt schwarze Kleidung mit Spitzen- 
halstuch und Spitzenmanschetten. Auf dem graumelierten, 
langen Haar ein schwarzes Käppchen. Die Rechte hält ein 
Schreiben. Rechts auf einem Tisch ein Pergament mit 
seinem Wappen. Hintergrund roter Vorhang. Kniestück 
nach rechts. 

Leinwand. 1 15,7 h., 92 br. — Auf der Rückseite ein Zettel : Johann Friederich 
von Widimann von und zu Rapperzell Kurfürstl. Kammerdirektor in München, 
geb. 1625 t 1676. — Geschenk der Freifrau Franziska von Grainger, geb. 
V. Widnmann 1877. — Deutsch um 1670. 

811 (LXXX). Bildnis des kurfürstlich kölnischen 
Kamm erpräsi den tenIgnatiusWidn mann von Rapper- 
ze 11. Der Dargestellte, mit brauner Allongeperücke und 
kleinem Bärtchen, trägt dunkle Kleidung mit Spitzenjabot 
und Spitzenmanschetten. Die Linke, auf einem Tisch ge- 
legt, hält ein Buch. Auf dem Tisch rechts eine Schrift- 
rolle mit der Unterschrift: Schlos Rapperzell 23 June 1672, 
und dem Siegel des Dargestellten. Dahinter eine Standuhr. 
Hintergrund roter Vorhang. Kniestück nach rechts. 

Leinwand. 124 h., 103 br. — Auf der Rückseite ein Zettel: Ignat : Widnmann 
von Rapperrzell Kurfürstl. Conferrenz Minister und Kammer President zu 
Kölln.geb: 1620 f 1686. — Gleicher Herkunft wie Nr. 8 10. Deutsch von 1672. 

812 (LXII). Bildnis der Gräfin Anna Claudina von 
Rappolstein. Sie trägt weißen, gelbgestickten Rock und 
schwarzes Überkleid. Links ein rotgedeckter Tisch mit 
einer Schale voll Kirschen, nach denen ihre Rechte greift, 
während ein Kakadu vom Tisch aus auf ihre Linke klettert. 
Oben zwischen zwei roten Vorhängen das Wappen mit der 
Umschrift: Anna Claudina Grefin und Frau zu Rapolstein 
gebohrne Wild und Reihn Grefin. Aetatis suae • 57 • Anno 
1672. Links unten: Herrn Johan Jacobs Fraw Gemahlin. 
Standfigur nach links. 

Leinwand. Dunkler Grund. L. M. 229 h., 134br. — Anna Claudina, Gemahlin 
des Grafen Johann Jakob von Rappoltstein, war die Urgroßmutter Friedrich 
Michaels von Zweibrücken. — Unbekannt von 1672. 



Porträts verschiedener Stände. 233 

813 (XXX). Reiterbildnis. Ein Edelmann in reicher 
Kleidung auf einem nach rechts galoppierenden, reich 
geschmückten Pferde. Hintergrund Landschaft. 
Leinwand. 47,7 h., 38,5 br. — Deutsch. Zweite Hälfte des XVII. Jahrhunderts. 

814 (LIII). Bildnis einer jungen Dame. Die Darge- 
stellte, in tief ausgeschnittenem, perlenbesetztem Silber- 
brokatkleide, sitzt in einem roten Sessel vor einer rot- 
belegten Brüstung, auf der der rechte Arm ruht. Die 
Linke liegt im Schoß. Über die Brüstung links Ausblick 
ins Freie, rechts ein grüner und ein roter Vorhang. Knie- 
stück nach links. 

Leinwand. 152 h., 108,5 br. — Aus Schleißheim. — Das Bild ist durch Über- 
schlagen der Leinwand verkleinert. — Unbekannt. Ende des XVII. Jahrh. 

815 (XXX). Bildnis eines jungen Mädchens. Es trägt 
dunkles, ausgeschnittenes Kleid mit Halbärmeln und reichem 
Spitzenbesatz. Den Kopf bedeckt ein Schleifenhäubchen. 
Die Linke hält eine Zitrone. Halbfigur nach links. 

Leinward. Dunkelgrüner Grund. 70 h., 57,2 br. — Unbekannt. XVII. Jahrh. 

816 (LIII). Bildnis einer jungen Dame als Minerva. 
Sie trägt rotes Kleid mit blauen Bändern, Brustpanzer und 
federgeschmückten Helm auf dem blonden Lockenhaar. Die 
Rechte hält die Lanze, die Linke den Schild. Hintergrund 
Landschaft. Kniestück. 

Leinwand. 131 h., 95,7br. — Aus Schleißheim. — Unbekannt. XVII. Jahrh. 

817 (LXV). Bildnis eines Fürsten. Der Dargestellte, mit 
langem, dunklem Haar und kleinem Schnurrbärtchen, trägt 
goldverzierte Rüstung und rote Halsschleife, darüber ein 
Spitzenjabot. Brustbild. 

Leinwand. Dunkler Grund. 76 h., 61,5br. Im Oval. — Unbekannt. Zweite 
Hälfte des XVII. Jahrhunderts. 

818 (L). Bildnis einer vornehmen Dame. Sie trägt 
ausgeschnittenes, blaues Kleid mit rosa Besatz und weiten, 
weißen Spitzenärmeln, darüber einen braungelben Mantel; 
Perlenschmuck. Die Linke hält eine Rose, die Rechte den 



234 Porträts und Trachtenbilder. 

Mantel vor der Brust. Kniestück nach^rechts in ovaler 

Umrahmung. 

Leinwand. Dunkler Grund. 96,5 h., 84 br. — Unbekannt. Ende des XVII. Jahrh. 

819 (L). Bildnis einer älteren Bürgersfrau. Sie trägt 
schwarzes Kleid mit breitem Mühlsteinkragen und hohe, 
runde Pelzmütze, unter der ein Spitzenhäubchen hervorsieht. 
Die Linke hält ein silberbeschlagenes Gebetbuch. Links 
oben über einem aus Herz, Kreuz und Rose zusammengesetz- 
ten Symbol der Spruch : Der Christen Herz auf Roßen geht, 
Wans mitten unterm Grenze steht. Darunter: AEtatis 51. 
A2.1701. Brustbild. 

Leinwand. Dunkler Grund. 70 h., 62 br. — Deutsch von 1701. 

820 (LX). Bildnis einer vornehmen Dame. Die Darge- 
stellte, mit Blumen im Haar, trägt blaugrünes, ausgeschnit- 
tenes Kleid mit Goldstickerei und Spitzenbesatz. Brustbild 
nach rechts in ovaler Umrahmung. 

Leinwand. Brauner Grund. 82,3 h., 63,2 br. — Unbekannt. XVIII. Jahrh. 

821 (LIX). Phantasiebildnis des Grafen Georg von 
Frauenberg. Der Dargestellte, mit kurzem, braunem Haar 
und Bart, trägt Panzer, darüber eine gelbe Feldbinde. Unten in 
der Mitte sein Wappen und ein Spruchband mit der Inschrift: 
GEORG COM • DE FRAVNBERG FUNDMONASTERY • 
MCCCCXIV. Brustbild nach rechts in ovaler Umrahmung. 

Leinwand. 89,4 h., 69 br. — Deutsch. Anfang des XVIII. Jahrhunderts {?). 

822 (LX). Ki^jderbildnis. Ein kleines Mädchen in bunter 
Tracht sitzt in einem Stühlchen und hält in der Linken 
Blumen, in der Rechten einen Stieglitz. Die Füße stehen 
auf einem blauen Kissen. GanzeTigur in ovaler Umrahmung. 

Leinwand. Brauner Grund. 92,2 h., 77,8 br. — Aus Amberg. — Deutsch. 
XVIII. Jahrhundert. 

823 (XXXV). Bildnis eines Unbekannten. Der Dar- 
gestellte, bartlos, trägt rotbraunes Gewand und schwarze 
Allongeperücke. Brustbild. 

Pergament. Pastell. Grauer Grund. L. M. 29,8 h., 24 br. — Unbekannt. 
XVIII. Jahrhundert. 



Porträts verschiedener Stände. 235 

824 (LXVI). Bildnis des Pandurenobersten Fr. v. d. 
Trenck. Der Dargestellte, mit grauem Haar und Schnurr- 
bart, trägt grüne, goldverschnürte Uniform mit weißem Pelz- 
besatz, über der Brust das Bandelier. Die Linke hält die 
rote, mit Pelz und Feder geschmückte Pandurenmütze. 
Halbfigur nach links. 

Leinwand. Graugrüner Grund. 58h., 48 br. — Auf der Rückseite: Franz 
Seraph von der Trenck Panduren-Oberst 1742. — Deutsch von 1742. 

825(XLIV). Bildnis eines Kaufherrn. Er trägt schwarzes 
Gewand, darüber der Mantel und Bäffchen. Die Rechte 
ruht auf einer Brüstung, die Linke hält den Mantelsaum. 
Rechts oben ein Vorhang, links durch ein Fenster Ausblick 
auf eine Hafenszene. Kniestück nach rechts. Gegenstück 
zu Nr. 826. 
Pergament. 38,5 h., 23,6 br. — Unbekannt. Mitte des XVIII. Jahrhunderts. 

828 (XLIV). Bildnis der Frau des Vorhergehenden. 
Sie trägt grünes, geblümtes Kleid mit weitem Ausschnitt. 
Der linke Arm lehnt auf einer Brüstung, die Rechte faßt 
den roten Mantel, der auf der linken Schulter aufliegt. 
Links ein Vorhang, rechts eine Säule. Kniestück nach links. 
Gegenstück zu Nr. 825. 
Pergament. 38 h., 23,7 br. 

827 (LXV). Bildnis einer Dame. Die Dargestellte, mit 
grauem Toupet, trägt hellblaues Kleid mit Schleifchen und 
Tüllkrause. Sie lehnt sitzend mit übereinander gelegten 
Händen an einem Tisch, auf dem zwei Bücher liegen. 
Halbfigur. 

Leinwand. Grauer Grund. 90,4 h., 74,3 br. — Beschädigt. — Aus Schleißheim. 
Unbekannt. XVIII. Jahrhundert. 

828 (XXXV). Bildnis des Hieronymus Franz Zick. Der 
Dargestellte, unbärtig, trägt dunkles Gewand mit Bäffchen, 
Lockenperücke. Oben links ein Zirkel, der eine Perle faßt. 
Unten: Hieronymus Frantz Zick ward geschworner 1774 
seines Alters 41 • • • Brustbild nach rechts. 

Pappe. Brauner Grund. — 20,3 h., 16,5br. — Süddeutsch von 1774. 



236 Porträts und Trachtenbilder. 

829 (LXXXI). Bildnis eines unbekannten Herrn. Der 
Dargestellte, bartlos, mit weißer Zopfperücke, trägt rot- 
braunen, mit goldenen Litzen besetzten Rock über der 
hellen, goldgestickten Weste. Die Rechte hält einen Brief. 
Brustbild nach links. Gegenstück zu Nr. 830. 

Leinwand. Grauer Grund. — 66,5 h., 52,3 br. — Deutsch. Zweite Hälfte des 
XVIII. Jahrhunderts. 

830 (LXXXI). Bildnis der Gattin des Vorhergehenden. 
Die Dargestellte, mit grauem Lockenhaar, trägt hellblaues, 
tief ausgeschnittenes Kleid mit Pelzbesatz. Die Rechte faßt 
eine goldene Quaste der Miederverschnürung. Perlenschmuck. 
Brustbild nach rechts. Gegenstück zu Nr. 829. 

Leinwand. Grauer Grund. 66,5 h., 52,3 br. 

831 (LH). Bildnis eines Grafen Arco. Der Dar- 
gestellte, bartlos, mit Zopfperücke, trägt über dem Brust- 
panzer hellblauen, goldgestickten Rock mit den Insignien 
des Michaelordens. Die Linke ist in die Seite gestützt, 
die Rechte ruht auf einem Tisch. Links oben sein Wappen, 
das auf dem Doppeladler aufliegt. Halbfigur. 

Leinwand. Dunkler Grund. 81,4h., — Bayerisch. ZweiteHälfte des XVIII. Jahr- 
hunderts.^ 

832 (LIX). Bildnis des Grafen Joseph Klemens Topor 
Morawitzky. Der Dargestellte, bartlos, mit Allongeperücke, 
trägt hellblaues, silbergesticktes Staatskleid mit dem baye- 
rischen Michaelsorden. Links hinten auf einem Tisch sein 
federgeschmüfikter Hut. Halbfigur. 

Leinwand. — Dunkelgrüner Grund. 90,5 h., 69 br. — Aus Amberg. — Auf 
der Rückseite: S^ : Excellenz der Hochgebohrne Herr Joseph Klemens des 
H : R : R : Graf Topor Morandstzky, auf Tenzin, Rudwiz, Mosen und Arnstorf, 
Se : Churfürstl. Durchl. : zu Pfalz Bairn p : p : Kammerer wirkl. geh. Rath, und 
Vice Staathalter des Herzogthums der Oberen Pfalz, dann wey : S"; : Römi : 
Kayser : Majestätt Karl VII. glorros : Andenk : wirk : Reichs Hofrath, und nach- 
maliger Reichsvikariats Assessor, auch Pfleger und Kastner zu Auerburg. — 
Darunter von späterer Hand: Obiit die 19. xbr. 1786. — Deutsch. Zweite 
Hälfte des XVIII. Jahrhunderts. 

833 (XLVI). Bildnis einer unbekannten Dame. Sie 
trägt helles, ausgeschnittenes Atlaskleid, darüber einen 



Porträts verschiedener Stände. 237 

Atlasmantel mit Pelzbesatz, den die Linke vorn gerafft 
hält. Auf dem gepuderten Haar ein Häubchen. Im Hinter- 
grund Landschaft. Halbfigur. 
Papier. Pastell. 81 h., 65 br, — Deutsch. Zweite Hälfte des XVIII. Jahrh. 

834 (XLVI). Bildnis eines unbekannten Herrn. Der 
Dargestellte, mit kleiner Stutzperücke, trägt grauen Rock, 
helle Weste und Halsbinde. Brustbild nach rechts. 

Papier. Pastell. Grauer Grund. L. M. 55 h., 45 br. — Unbekannt. Ende des 
XVIII. Jahrhunderts. 

835 (LIX). Bildnis eines Unbekannten. Der Darge- 
stellte, in mittleren Jahren mit grauem Haar, trägt dunkel- 
grünen, goldbesetzten Staatsrock und hat die Rechte in die 
hellseidene Weste gesteckt. Halbfigur nach rechts. Gegen- 
stück zu Nr. 836. 

Leinwand. Dunkler Grund. 1 05,2 h., 74 br. — Beschädigt. — Deutsch. Ende 
des XVIII. Jahrhunderts. 

836 (LIX). Bildnis der Gattin des Vorhergehenden. 
Sie trägt weißseidenes, geblümtes Kleid und Rüschenhaube 
mit Bändern verziert. Reicher Schmuck, an der Taille eine 
Anhänguhr. Die Rechte hält eine Rose an die Brust. Halb- 
figur. Gegenstück zu Nr. 835. 

Leinwand. Dunkler Grund. 105,3 h., 44,2 br. 

837 (XXXV). Bildnis einer Dame. Sie trägt blaues, aus- 
geschnittenes Kleid, ihr hohes, gepudertes Haar ist von 
einem blauen Band durchzogen. Links oben zerstörte In- 
schrift und die Jahreszahl 1782. Brustbild. 

Pastell. Grauer Grund. L. M. 52,3 h., 41,4 br. — Deutsch von 1782. 

838 (XLVI). Bildnis des Hofkammerrats Andreas 
Andree. Der Dargestellte, bartlos, mit weißem Haar, trägt 
graugrünen, offenen Rock, Weste von gleicher Farbe. Brust- 
bild nach links. 

Leinwand. 54h.,43br. — Abgebildet in der Zeitschrift : Das Bayerland (I, 288.) 
In der Art Edlingers. 

839 (LXV). Bildnis eines jungen Bürgermädchens. 
Das Mädchen, mit goldgesticktem Häubchen, trägt rotes, 



238 Porträts und Trachtenbilder, j 

pelzbesetztes Kleid mit weißer Schürze und Brusttuch. Sie 
hält auf dem Schoß ein Hündchen. Halbfigur. 

Leinwand. Grauer Grund. 84,5 h., 66,5 br. — Süddeutsch. Zweite Hälfte des 
XVIII. Jahrhunderts. 

840 (LXV). Bildnis eines jungen Mädchens. Sie trägt 
dunkelblaue, weißgeblumte Bürgertracht mit rotem Brust- 
tuch und gestickte Haube. Die Linke, im Schoß, hält einen 
Fächer, die erhobene Rechte eine Rose. Im Hintergrund 
ein Vorhang. Halbfigur. 

Leinwand. 84 h., 66,5 br. — Süddeutsch. Ende des XVIII. Jahrhunderts. 

841 (Depot). Bildnis eines jungen Mädchens. Sie trägt 
dunkles Kleid mit weißem Einsatz, Puderhaar und schwarzen 
Federhut. Brustbild. Gegenstück zu Nr. 842. 

Pastell. Grauer Grund. 42 h., 33 br. — Verdorben. — Unbekannt. Zweite 
Hälfte des XVIII. Jahrhunderts. 

842 (Depot). Bildnis eines jungen Mädchens. Sie trägt 
helles Kleid und schwarzen Federhut. Brustbild. Gegen- 
stück zu Nr. 841. 

Pastell. Grauer Grund. 42 h., 32,5 br. Beschädigt. 

843 (LXV). Bildnis eines jungen Mädchens. Sie trägt 
rotes, weißgeblumtes Kleid mit Brusttuch und schwarze 
Rüschenhaube. Die Hände halten einen Fächer. Halbfigur. 

Leinwand. Graugrüner Grund. 79,5 h., 58 br. — Süddeutsch gegen 1800. 

844(XLVI). Bildnis des Benjamin Thompson, Grafen 
von Rumford. Er trägt blauen Rock mit offenem, hohem 
Kragen. Brustbild nach rechts. 

Pergament. Pastell. Bläulicher Grund. L. M. 29,5 h., 22,4 br. — Bayerisch. 
Ende des XVIII. Jahrhunderts. 

845 — 854. Zehn Bildnisse von Akademiemitgliedern. 

(Kopien nach den Originalen im Sitzungssaale der Akademie 
der Wissenschaften zu München; sämtlich Halbfiguren). 

845 (XXXVIII). Hofkriegsratssekretär Zaupzer. 

Leinwand. L. M. 79 h., 53 br. 



Porträts verschiedener Stände. 239 

846 (XXXVIII). Hofleibarzt Wolter. 

Leinwand. L, M. 79 h., 59 br. 

847 (XXXVIII). Geschichtsschreiber Westenrieder. 

Leinwand. L. M. 79 h., 67,5 br. 

848 (XXXVIII). Theatiner Sterzinger. 

Leinwand. L. M. 79 h., 59br. 

849 (XXXVIII). Schottenbenediktiner Kenedy. 

Leinwand. L. M. 79 h., 53 br. 

850 (XXXVIII). Reformator des bayerischen Schul- 
wesens Braun. 

Leinwand. L. M. 79 h., 53 br. 

851 (XXXVIII). Münzrat Limprun. 

Leinwand. L. M. 79 h., 59 br. 

852 (XXXVIII). Graf Sigmund von Haimhausen. 

Leinwand. L. M. 79 h., 73,3 br. 

853 (XXXVIII). Bergrat Lori. 

Leinwand. L. M. 79 h., 59 br. 

854 (XXXVIII). Astronom Osterwald. 

Leinwand. L. M. 79 h., 54,5 br. 



855 (XLVI). Bildnis des Geschichtsschreibers 
L. V. Westenrieder. Er trägt braunen Rock. Der Kopf 
ist nach links gewandt. Brustbild. 

Leinwand. Graugrüner Grund. 54 h., 43 br. — Auf der Rückseite : Westen- 
rieder Historiker in seinen jüngeren Jahren. — Bayerisch. Ende des XVIIL 
Jahrhunderts. 

856 (XLVI). Bildnis des Andreas Hofer. Er trägt die 
rot-grüne Passeirertracht; barhäuptig mit starkem Bart. 
Brustbild nach rechts. 

Blech. L. M. 15,2 h., 13 br. — Im Oval. — Kopie. — Gekauft von Professor 
H. V. Bartels. — Das Originalporträt Hofers befindet sich im Museum zu Bozen. 



240 , Porträts und Trachtenbilder. 

857 (LXV). Bildnis einer Bäuerin. Sie trägt blauen 
Rock mit hellblauer Schürze, rotes Mieder mit Silberver- 
schnürung und rotes, geblümtes Brusttuch. Auf dem Haar 
schwarzes Häubchen; um den Hals ein dunkles Band mit 
Schließe. Die Rechte drückt eine Rose an das Mieder. 
Halbfigur. 

Leinwand. Grauer Grund. 94 h., 69.5 br. — Süddeutsch. XIX. Jahrhundert. 

858 (LXV). Familienbildnis der Bauernfamilie 
Schneider in Pfronten. Rechts der Vater, bartlos, in 
bäuerlicher Tracht, der seinen kleinen Sohn links vor sich 
hält. Links die Mutter mit Pelzhaube, Halstuch und grünem 
Kleid, die Hände übereinander gelegt. Oben ein Vorhang. 
Links Ausblick auf Berge. Halbfiguren. 

Leinwand. 58 h., 75 br. — Gekauft von Joseph Schneider in Pfronten. 1902. 
Bayerisch. Nach 1800. 

859 (LXV). Bildnis eines jungen Mädchens in 
Münchner Tracht. Das junge Mädchen trägt blaues Kleid 
mit goldenem, silberverschnürtem Mieder, rosa Halstuch, 
Halsschließe und auf den gedrehten Löckchen die Riegel- 
haube. Brustbild. 

Leinwand. Grauer Grund. 39,8 h., 3 1 br. — Bayerisch. XIX. Jahrhundert. 



Religiöse Darstellungen. 



860 (VI). Christus am Kreuz. Der Gekreuzigte zwischen 
Maria (1.) und Johannes (r.). Auf dem Querbalken zwei 
weinende Engel. Oben am Kreuzesstamm die Inschrift: 

IC xc. 

Holz (Linde ?). Goldgrund. 16,1 h., 1 1,9 br. — Geringe Arbeit. — Unbekannt. 
XIV. Jahrhundert. 

861 (VI). Christus am Kreuz. Der Gekreuzigte in der 
Mitte, links Maria, rechts Johannes. Gegenstück zu Nr. 862. 

Holz. Goldgrund mit reichem Rankenwerk. L. M. 30,7 h., 21 br. — Im alten 
Rahmen. — 1858 von Händler Drey gekauft. — Unbekannt. Spätzeit des 
XIV. Jahrhunderts. 

862 (VI). Maria mit dem Kinde. In der Mitte steht die 
gekrönte Maria, die das bekleidete Kind auf dem linken Arm 
trägt. Maria hält in der Rechten einen Blumenstengel, das 
Kind in der Linken einen Vogel. Rechts und links steht 
je ein musizierender Engel. Auf dem felsigen Boden zwei 
primitiv gebildete Bäume. Gegenstück zu Nr. 861. 

Holz. Befund wie oben. L. M. 30,8 h., 21 br. 

863 (VI). Verkündigung Maria. In der Mitte steht Maria 
und blickt auf den rechts stehenden Engel, der das Spruch- 
band (Ave gacia plena) hält. Links thront Gott- Vater; aus 
seiner Seite schwebt das Kind auf Maria zu. Über Maria die 
Taube des hl. Geistes, die von dem Mund Gott- Vaters ausgeht. 

Fichtenholz. Die Ecken abgerundet. Goldgrund mit punziertem Laubwerk. 
17 h., 17,2br. — Soll aus dem Nachlasse Dr. Sigharts stammen. — Unbekannt. 
XIV. Jahrhundert. 



242 Religiöse Darstellungen. 

864 (VI). Klapptriptychon. Mittelstück: Christus 
am Kreuz. Die Füße Christi sind auf das Retabulum 
genagelt. Im Hintergrund eine hohe Stadtmauer. Linker 
Flügel, Innenseite: Die trauernde Maria. Rechter 
Flügel, Innenseite: Hl. Johannes. Linker Flügel, 
Aussenseite: Die hl. Katharina mit Rad und Palmzweig. 
Rechter Flügel, Aussenseite: Der hl. Hieronymus in 
Kardinalstracht mit einem offenen Buch. In den oberen 
Zwickeln der Umrahmung: Links der Engel der Verkün- 
digung mit dem Spruchband, rechts Maria vor einem Pult 
knieend. Die Darstellung des Mittelstücks und die Flügel 
sind oben im Rundbogen abgeschlossen. 

Holz. Goldgrund. — Mittelstück 16,5h., 12,5br. — Linker Flügel: 17,3h., 
I4br. — Rechter Flügel: 18,2 h., 14,5br. — Italienisch (?). XV. Jahrhundert. 

865(VIII). Christus und hl. Magdalena. Vor Christus 
(rechts) mit der Siegesfahne kniet (links) die anbetende 
Magdalena, neben ihr das Salbgefäß. Blumiger Grund, 
links oben Bäume. 

Gemusterter Goldgrund auf Fichtenholz. — Obere Tafel: 33,5 h., 21 br. — 
Untere Tafel: 35,5h., 21 br. — Oberdeutsch, Gegen 1400. 

866 (VII). Zwei Heilige. Neben Johannes d. Täufer, der 
das Lamm auf dem linken Arm trägt, steht ein Apostel (?), 
dessen Attribut nicht mehr kenntlich ist. Gehört mit 
Nr. 867 — 870 zu einem Altarwerk. 

Holz. Der dunkle Grund ist zerstört. — Die Nimben sind plastisch orna- 
mentiert. 54,5 h., 32,5 br. — Das Ganze schwer beschädigt. — Oberdeutsch. 
Vom Anfang des XV. Jahrhunderts. 

867 (VII). Begegnung Maria mit Elisabeth. In einem 
Innenraum begrüßen sich die beiden Frauen, in deren 
Leibern die Kinder, von goldenem Strahlennimbus umgeben, 
sichtbar werden. Gehört zu Nr. 866. 

Holz. 0,54 h., 0,335 br. — Schwer beschädigt. 

868 (Depot). Auferstehung Christi. Christus, mit der 
Siegesfahne sitzt rechts auf dem Sarkophage, dem Beschauer 
zugewandt. Links die Frauen. Im Vordergrund zwei schla- 
fende Wachen. Gehört zu Nr. 866. 

Holz. Rotbrauner Grund. 66 h., 31 br. — Stark beschädigt. 



Religiöse Darstellungen. 243 

869 (Depot). Christus am Kreuz. In der Mitte der Ge- 
kreuzigte; links Maria, rechts Johannes. Gehört zu Nr. 866. 

Holz. Rotbrauner Grund. 66 h., 31,5 br. 

870 (Depot). Kreuzigung Christi. In der Mitte Christus 
am Kreuz, links Johannes mit den Frauen, rechts drei 
Krieger. 

Fichtenholz. Gepreßter Goldgrund. L. M. 58,5 h., 61 br. — Schwerbeschädigt. 
— Süddeutsch. Erste Hälfte des XV. Jahrhunderts. 

871 a (IV). Klappdiptychon. Linker Flügel: Christus 
am Ölberg. Christus kniet nach rechts gewandt vor einem 
Hügel, auf dem der Kelch steht. Um ihn die drei schla- 
fenden Jünger. 

Holz. Blauer Grund mit goldenen Rosetten. L. M. 19 h., 10,5 br. — Beschä- 
digt. — Reider Sammlung (?) — Oberdeutsch. Erste Hälfte des XV. Jahrh. 

871b (IV). Rechter Flügel: Christus am Kreuz. Der 
Gekreuzigte zwischen Maria (1.) und Johannes (r.). Zwei 
Seraphim fangen das Blut Christi in Kelchen auf. 
Befund wie. oben. L. M. 19 h., 1 1 br. 

872 (VIII). Martyrium eines Bischofs (Fragment). Der 
Heilige mit gefesselten Händen rechts vorn; hinter ihm 
Kriegsvolk. Gegenstück zu Nr. 873. 

Leinwand auf Holz. L.M. 99 h., 19 br. — Oberdeutsch. Erste Hälfte des XV. 
Jahrhunderts. 

873 (VIII). Kriegsvolk (Fragment). Rechts vorn zwei 
Bewaffnete zu Fuß, oben links ein Berittener, dahinter drei 
Reiter. Auf dem Wiesengrund Elstern und ein Hase. Ge- 
genstück zu Nr. 872. 

Befund wie oben. 

874 (VIII). Messe des hl. Gregor und Szenen aus 
dem Leben Christi. Neun zusammengehörige kleine 
Tafelgemälde : 

1. Messe des hl. Gregor. 

2. Anbetung der heiligen drei Könige. 

3. Gefangennahme Christi. 

4. Christus vor Kaiphas. 

16* 



244 Religiöse Darstellungen. 

5. Verspottung. 

6. Dornenkrönung. 

7. Ecce homo. 

8. Kreuzannaglung. 

9. Tod Maria. 

Holz. 34 h., 24 — 28 br. — In einem Rahmen vereint, dienen diese Bilder jetzt 
als Predella des Bamberger Altars. Einzelne stark übermalt. — Sechs dazu 
gehörige Stücke im Museum zu Basel (Nr. 463) [Christus vor Pilatus, Kreuz- 
tragung, Beweinung, Grablegung, Christus in der Vorhölle und Auferstehung]. 
Schwäbisch gegen 1450. 

875 (Depot). Marter der zehntausend Christen in 
Persien. Links sechs nackte Jünglinge, deren vorderster 
einen Fürstenhut trägt, auf spitzästige Bäume gespießt. 
Rechts König Sapor mit einem Henker als Zuschauer. 

Fichtenholz. Rautenförmig gepunzter Silbergrund. 62 h., 56 br. — Rückseite : 
Die untere Hälfte einer stehenden Gewandfigur vom Ende des XV. Jahrh. — 
Untere Tafel eines größeren Altarflügels. — Oberdeutsch. Erste Hälfte des 
XV. Jahrhunderts. 

876a (Depot). Dreiteiliges Hausaltärchen. Mittel- 
stück. Christus am Kreuz. Der Gekreuzigte zwischen 
den Schachern. Am Fusse Maria und Johannes. 

Eichenholz. Zerstörter, punzierter Goldgrund. 37,4 h., 21,1 br. — West- 
fälisch (?). Erste Hälfte des XV. Jahrhunderts. 

876b (Depot). Linker Flügel: Zwei weibliche Heilige. 
Oben: Maria mit dem Kind; unten: hl. Katharina mit Rad 
und Schwert. Rückseite: Durch eine Leiste in zwei Felder 
geteilt. Oben: Hl. Benedikt mit Buch und Stab. Unten: 
Weibliche Heilige mit Buch. 

Eichenholz. Vorderseite: Punzierter Goldgrund. Rückseite: Roter Grund. — 
Vorderseite: 37,1 h., 7,2 br. — Rückseite oben: 17,2h., 8,2 br., unten: 17,2h., 
8 br. — Niederdeutsch. 

876c (Depot). Rechter Flügel: Zwei weibliche Heilige. 
Oben: Dorothea mit Körbchen und Blumenstengel. Unten: 
Margaretha mit dem Drachen. Rückseite: Oben: Hl. Diacon 
mit Buch. Unten: Heilige, deren Attribut nicht mehr er- 
kennbar. 

Befund wie oben. 



Religiöse Darstellungen. 245 

877a (VI). Dreiteiliges Altärchen. Mittelstück: 
Kreuzigung Christi. In der Mitte Christus am Kreuz 
zwischen den Schachern, die mit verrenkten Gliedern auf 
die Kreuze gebunden sind. Links stehen Johannes und die 
Frauen, dahinter Longinus zu Pferde, auf sein Auge weisend. 
Beim Kreuz der Schwammträger. Rechts der Feldhaupt- 
mann auf einem Esel, hinter ihm zwei berittene Juden und 
Kriegsvolk. An den Enden des Kreuzquerbalkens schweben 
zwei Engel. Über dem Kreuz und beim Feldhauptmann 
Schriftbänder mit halbzerstörter Inschrift. Beim Kriegsvolk 
eine Fahne mit dem Skorpion. Rückseite: Die Vera Icon. 

Holz. Vorderseite: Gitterförmig punzierter Goldgrund. Rückseite: Blauer 
Grund. L. M. 23,3 h., 19.2br. — In altem Rahmen. — Oberdeutsch um 1440. 

877b (VI). Linker Flügel: Maria mit Kind. Maria mit 
Krone und Szepter, auf dem Arm das nackte Jesuskind, 
steht nach rechts gewandt unter einem gotischen Baldachin. 
Rückseite: Hl. Frau, nach rechts gewandt, die einen Knaben 
an der Hand hält (Maria Salome?). 
Befund wie oben. L. M. 23 h., 7,2 br. 

877c (VI). Rechter Flügel: Hl. Barbara. Die Heilige 
hält in der Linken einen Palmenzweig, in der Rechten den 
Turm und steht nach links gewandt unter einem gotischen 
Baldachin. Rückseite: Hl. Frau, nach links gewandt, die 
einen Knaben an der Hand hält (Maria Cleophas?). 
Befund wie oben. L. M. 22,8 h., 7br. 

878 (XV). Anbetung der Könige. Links vor der Hütte 
sitzt Maria mit dem nackten Kind, vor dem der älteste 
König mit seiner Gabe kniet. Hinter diesem rechts stehen 
die beiden anderen Könige. 

Holz. Goldgrund. L. M. 94,8 h., 9 1 ,5 br. — Aus einer der ehemaligen Galerien 
in Nürnberg. — Süddeutsch um 1450 — 60. 

879 (X). Verkündigung. Rechts kniet Maria am Betpult, 
links der Engel mit dem Spruchband. Rasenboden; hinten 
Mauer. Rückseite: Vera Ikon auf schwarzem Grunde. 
Gegenstück zu Nr. 880. 

Holz. Goldgrund. L. M. 16,7 h., 16,8 br. — Schwäbisch um 1460. 



246 Religiöse Darstellungen. 

880 (X). Anbetung des Kindes. Rechts vor der Hütte 
kniet Maria mit zwei Engeln, das Kind anbetend. Rasen- 
boden; hinten Mauer. Gegenstück zu Nr. 879. 

Holz. Goldgrund. L. M. 17 h., 16,7 br. 

881 (XIV). Kreuzigung Christi. In der Mitte Christus 
am Kreuz, dessen Stamm von Maria Magdalena umfaßt wird. 
Links Maria, von Johannes und einer hl. Frau gestützt, 
rechts stehen der Hauptmann und drei Männer. Links in 
geistlicher Tracht der knieende Stifter mit dem Wappen 
der Seckendorf. 

Buchenholz. L. M. 76 h., 51,5 br. — Übermalt. — Gerundet, wohl für einen 
Rundpfeiler bestimmt. — Fränkisch um 1470. 

882 (XIII Vitrine). Klappdiptychon. Szenen aus der 
Georgslegende: Links; Kampf mit dem Drachen. 
Der Heilige, hoch zu Roß, holt zum Schlage mit dem Schwert 
gegen den Drachen aus. Links auf einem Felsen die Königs- 
tochter. Rechts: Enthauptung des Heiligen. Im Vor- 
dergrund einer Landschaft kniet der Heilige, der Henker 
holt hinter ihm zum Streich aus. Links Zuschauer, oben 
schwebt ein Engel. 

Fichtenholz. Goldgrund. L. M. 18,6 h., 18,6 br. — Süddeutsch um 1470. 

883 (XII). Verkündigung. (Fragment). In einem Ge- 
mach, durch eine Säule geteilt, kniet rechts Maria vor dem 
Betpult, links naht der Engel mit dem Spruchband. Rück- 
seite: Zwei Heilige in Rüstung, zerstört. 

Fichtenholz. Unten beschnitten. Vorderseite: Goldgrund. Rückseite: Roter 
Grund. — L. M.'23h., 31 br. — Oberdeutsch um 1470. 

884 (XV) Altarflügel. Linker Flügel: Hl. Jakobus 
minor, stehend, in der Linken den Walkerbaum. Rück- 
seite: Anna selbdritt. Die hl. Anna, aufrechtstehend, auf 
dem linken Arme Maria, auf dem rechten das nackte Christus- 
kind, das eine Blume hält. Rechter Flügel: Hl. Philippus. 
Der Heilige mit dem Stab, Standfigur. Rückseite: Heilige 
Äbtissin mit Buch nnd Stab. 

Lindenholz. Goldgrund mit gepreßtem Rankenornament. — Rückseite: Blauer 
Grund. — L. M. 1,61 h., 44 br. — Oberer Abschluß in halbem, flachem Spitz- 
bogen, geschnitztes Rankenwerk. — Süddeutsch. Ende des XV. Jahrhunderts. 



Religiöse Darstellungen. 247 

885 (XIV). Verkündigung (auf zwei Tafeln). Links der 
Engel mit dem Spruchband, auf dem der englische Gruß 
steht, rechts Maria, zu ihren Füßen ein Gefäß mit Lilien. 
Standfiguren vor einem Teppich. 

Holz. Jede Tafel 91 h., 34,6 br. Blauer, ehemals gestirnter Grund. — Über- 
malt. — Beide Bilder im alten Rahmen, durch eine Leiste getrennt. — Reider 
Sammlung (?). — Süddeutsch gegen 1470. 

886 (XVIIL). Zwei heilige Mönche. Links Ägidius mit 
Pedum, zu Füßen die Hirschkuh, rechts Leonhard mit Pedum 
und Kette. Standfiguren. 

Tannenholz. 99,7 h., 73,3 br. — Stark übermalt. — Bayerisch um 1480. 

887 (XV). Maria undHeilige. Vor einem Vorhang neben- 
einander: Links ein heiliger Abt mit Buch und Pedum, dann 
Maria mit dem nackten Kinde auf der Mondsichel in einer 
Gloriole, weiter rechts hl. Andreas mit dem Kreuz und 
(ganz rechts) ein Benediktinerabt mit Stab und Buch. 

Fichtenholz. Blauer Grund. L. M. 74 h., 160,5br. — Auf dem alten Rahmen 
unten auf einer Stange fünf Vögel und an den Ecken zwei Wappen. — Süddeutsch 
um 1480. 

888 (XIII). Krönung Maria. Gott- Vater und Christus 
auf einem Thron sitzend, halten die Krone über der im 
Vordergrund knieenden Maria, oben die Taube des heiligen 
Geistes. Rückseite: Fragment der Wurzel Jesse, zerstört. 

Fichtenholz. Vorderseite gemusterter Goldgrund. 134 h., 66 br. — Stark re- 
stauriert. — Gekauft im November 1889 von dem Bauern AI. Volk in Jengen 
bei Buchloe. — Schwäbisch um 1490. 

889 (Depot). Drei Heilige. Links Andreas mit Kreuz und 
Buch, Hieronymus in Kardinalstracht in der Mitte, zu seinen 
Füßen der Löwe, rechts Florian als Ritter mit der Lanze 
und Wassereimer, den er über ein brennendes Haus leert. 

Fichtenholz. 100 h., 96 br. Dunkelblauer Grund. — Stark übermalt. — Ober- 
deutsch gegen 1500. 

890 (XV). Vier Heilige. Vor einer Mauer stehen die 
Heiligen Sebastian mit den Pfeilen, Martin (?) mit dem 
Bischofstab, den Bettler zu Füßen, Rochus als Pestkranker 
und Klara im Ordensgewand mit der Monstranz. Zwischen 



248 Religiöse Darstellungen. 

Sebastian und Martin ein '^Wappen. Zwischen Rochus und 
Klara das Harsdörfersche Wappen. 

Fichtenholz. Schwarzer Grund. — In altem Rahmen. — L.M. 66 h., 116,3br. — 
Fränkisch. (Nürnberger Schule.) Ende des XV. Jahrhunderts. 

891 (XV). Jüngstes Gericht. In der Mitte der oberen 
Hälfte des Bildes thront Christus auf dem Regenbogen in 
der Mandorla, die Füße ruhen auf der Weltkugel. Zu bei- 
den ; Seiten thronen oben auf Wolken je sechs Apostel, bei 
ihnen Engel mit den Leidenswerkzeugen. Weiter unten 
knieen links Maria, rechts Johannes der Täufer. Links 
unten die Seligen vor der Himmelspforte, von Petrus 
empfangen, rechts die Verdammnis. 

Fichtenholz. 150 h., 197br. — Geringe Arbeit. — Von der Ausstattung der 
Burgkapelle in Oberwitteisbach; später in der Galerie Augsburg. — -Süddeutsch. 
Ende des XVI. Jahrhunderts. 

892 (XV). Heiliger Ritter. In einem Gemach ein Ritter 
in voller. Rüstung, in der Rechten eine Fahne mit Halb- 
mond und Stern, die Linke am Schwertkreuz. Rückseite, 
früher Vorderseite: Auf Goldgrund eine männliche Ge- 
wandfigur mit Schwert (zerstört). 

Fichtenholz. Rückseite: Grundierte Leinwand. 83,6h., 32,5 br. — Bayerisch 
gegen 1500. 

893 (XII). Himmelfahrt der Maria Magdalena. Die 
Heilige, nackt, mit weißem Lendentuch, wird von vier 
Engeln emporgetragen. Berglandschaft. Rückseite (jetzt 
Vorderseite): Ein heiliger Diacon mit Buch. 

Fichtenholz. Vorderseite: Gepreßter Goldgrund mit Granatapfelmuster. Rück- 
seite.: Gelber, oben in rot übergehender Grund. Einfache, grüne Ranken als 
oberer Abschluß. 120,4h., 43 br. — Stark beschädigt. — Bayerisch gegen 1500. 

894 (Depot). Kreuztragung. Christus, von einem Henkers- 
knecht vorwärts gezogen, trägt das Kreuz auf der linken 
Schulter, dessen unteres Ende Simon von Cyrene aufnimmt. 
Links aus dem Tor folgen Maria und Johannes. Rückseite: 
Zerstörte Malerei. 

Fichtenholz, mit grundierter Leinwand bespannt. 70 h., 60 br. — Unten be- 
schnitten. — Fränkisch gegen 1500. 



Religiöse Darstellungen. 249 

895 (XVIII). Messe des hl. Gregor. Vor dem schräg- 
stehenden Altar, auf dem der Schmerzensmann erscheint, 
kniet rechts der Papst Gregor mit einem Bischof. Links 
steht ein Kardinal mit Vortragkreuz und Gebetbuch. Im 
Hintergrund links die Leidenswerkzeuge, rechts die Pas- 
sionssymbole. An der Decke des Altartisches: HILF • 
VN . ALE • 

Fichtenholz. Dunkelgrüner Grund. — Oberer Abschluß im Rundbogen. — 
Zwei Tafeln in einem Rahmen, durch eine Leiste von einander getrennt — 
93 h., 55,8 br. — Aus Bamberg. — Süddeutsch um 1490. 

896 (XVIII). Christus an der Martersäule. In der Mitte 
der Heiland, an eine Säule gefesselt. Drei Henkersknechte 
geißeln und stäupen ihn, ein vierter hat einen Strick um 
des Heilands Hals gelegt. 

Holz. Goldgrund. 92,8 h., 81 h. — Stellenweise stark übermalt, nähere Be- 
stimmung daher unsicher. — Süddeutsch. Letztes Viertel des XV. Jahrhunderts. 

897a (X). Reliquienschrein mit außen bemalten 
Flügeln. Linker Flügel: Oben: Der hl. Hieronymus in 
Kardinalstracht mit dem Löwen. Unten: Die hl. Barbara 
mit Kelch und Hostie. Standfiguren nach rechts. 

Holz. Blauer Grund. — In altem Rahmen. — L. M. 44,5 h., 12,5 br. — Kam 
aus Augsburg laut Postzettel. — Oberdeutsch. Zweite Hälfte des XV. Jahrh. 

897b (X). Rechter Flügel: Oben: Der hl. Christophorus 
schreitet durch das Wasser mit dem bekleideten Christus- 
kind auf der Schulter. Unten: Die hl. Agnes mit dem 
Lamm. Standfigur nach links. 
Holz. Blauer Grund. L. M. 44,4 h., 12,3br. 

898 (XI). Die Beschneidung Christi. Der Hohepriester 
sitzt links auf einem Thronsessel und hält das Kind auf 
seinem Schöße. Vor dem Kind kniet ein Mann, der die 
Beschneidung vornimmt. Hinten Maria, Joseph und Zu- 
schauer. Gotisches Kircheninnere. 

Fichtenholz. 116 h., 63,8 br. — Rechts beschnitten. — Oberdeutsch. Ende des 
XV. Jahrhunderts. 

899 (XV). Darbringung Maria. In einem gewölbten 
Raum steht die kleine Maria auf einem Altartisch, von der 



250 Religiöse Darstellungen. 

hl. Anna (links) und hl. Joachim (rechts) (Jochein im Nimbus) 
gehalten. Hinten links Frauen, rechts Männer. Im Vorder- 
grund vergoldete, gotische Chorschranken. 

Fichtenholz. 123,3 h., 81 br. — Reider Sammlung. — Süddeutsch gegen 1500. 

900 (XIII Vitrine). Stigmatisierung des hl. Franziskus. 
Der Heilige kniet in bergiger Landschaft, oben erscheint der 
Gekreuzigte. Rechts vorn sitzt ein Mönch. 

Holz. Goldgrund. 27 h., 20,5 br. — Unbekannt. Ende des XV. Jahrhunderts. 

901 (XIII Vitrine). Gott- Vater. In der Mitte Gott- Vater 
mit der Weltkugel in der Glorie, umgeben von anbetenden 
und lobsingenden Engeln. 

Fichtenholz. 24,5 h., 36,2 br. — Unbekannt. Ende des XV. Jahrhunderts. 

902 (XIII Vitrine). Anbetung des Kindes. Vor dem 
Stall beten Maria und Joseph das nackte Jesuskind an, 
das auf dem Rasen, von Strahlenglanz umwoben, liegt. Beim 
Stall zwei Hirten, im Hintergrund an einem Berg weidende 
Schafe. 

Fichtenholz. Goldgrund. L. M. 15 h., 1 3 br. — Unbekannt. Endedes XV.Jahrh. 

903 (XXV). Christus als Schmerzensmann. Der Hei- 
land, mit der Dornenkrone auf dem Haupt, hält in der 
Linken einen Palmzweig. Brustbild nach rechts. 

Eichenholz. Dunkler Grund. 37 h., 27,7 br. — Oberdeutsch. Ende des 
XV. Jahrhunderts. 

904 (XV). Maria mit dem Kind. Maria hält auf dem 
linken Arm das nackte Kind, das ihren Hals umfaßt. Mit 
der Rechten reicht sie ihm einen Apfel. Ganze Figur nach 
links. Abgesägt von Nr. 905. 

Fichtenholz. 93,5 h., 33,7 br. Blauer (neu) Grund. — Plastisch aufgesetzte 
Nimben. — Unten beschnitten. — Schwäbisch gegen 1500. 

905 (XV). Hl. G all US. Der Heilige, in dunkler Mönchs- 
tracht, hält in der Linken einen Stab, die Rechte reicht 
einem kleinen Bären, der Holz herbeiträgt, ein Brot. Ganze 
Figur nach links. Abgesägt von Nr. 904. 

Fichtenholz. 92,5 h., 94 br. Blauer Grund. — Übermalt, unten beschnitten. 



Religiöse Darstellungen. 251 

906 (XV). Heilige. Links hl. Mauritius in Rüstung, in der 
Rechten eine Fahne, die Linke auf dem Schild. Rechts hl. Niko- 
laus, in der Linken das Buch mit den drei Kugeln, in der 
Rechten das Pedum. Standfigur nach links. Gehört zu Nr. 904. 
Fichtenholz. 117 h. 60 br. — Befund wie oben. 

907 (XXII). Aus der Legende eines Heiligen. Ein 
heiliger Bischof steht segnend vor den Toren einer Stadt 
am Flußufer. Rechts ein Schiff, in dem zwei Männer 
Getreide (?) in flachen Körben halten. Ein Mann ladet 
Säcke aus, ein zweiter steht hinter dem Bischof. 

Fichtenholz. Stellenweise stark übermalt. 57,7 h., 34,4 br. — Deutsch. Anfang 
des XVI. Jahrhunderts. 

908 (XIII Vitrine). Heilige. In der Mitte Hieronymus mit 
dem Löwen, ferner links Petrus mit Schlüssel, Johannes 
mit Kelch, rechts Sebastian von Pfeilen durchbohrt, Andreas 
mit Kreuz, Antonius mit dem Stab, Jakobus maior mit dem 
Pilgerhut, ein Mönch mit Goldnimbus, ein zweiter mit 
Rosennimbus, zwei heilige Bischöfe. Rückseite: Himmel- 
fahrt der hl. Magdalena. Die nackte Heilige in Wolken 
von sechs Engeln getragen; unten Landschaft. 

Fichtenholz. 45 h., 29,9 br. — Vorderseite blauer Grund, Rückseite schwer 
beschädigt. — Oberdeutsch. Anfang des XVI. Jahrhunderts. 

909 (XV). Hl. Johannes Evangelista. Der Heilige hält 
den Kelch mit der Schlange in der Linken und segnet ihn 
mit der Rechten. Standfigur nach rechts. 

Fichtenholz. Brauner Grund. 122,5 h., 31,8br. — Beschädigt. — Süddeutsch. 
Anfang des XVI. Jahrhunderts. 

910 (XIII Vitrine). Ecce homo. Links steht auf zwei- 
stufiger Erhöhung der Heiland, von Pilatus dem Volke vor- 
gestellt. Rechts unten stehen zwei Juden. 

Fichtenholz. Goldgrund. 39 h., 21,3 br. — Süddeutsch. Anfang des XVI. Jahrh. 

911 (XXV). Christus als Schmerzensmann. Der Hei- 
land in Vorderansicht; die Dornenkrone auf dem lang auf 
die Schultern herabfallenden Haar. Brustbild. 

Fichtenholz. Goldener Grund. L. M, 38,5 h., 29 br. Im alten Rahmen. — 
Reider Sammlung. — Oberdeutsch (?). Anfang des XVI. Jahrhunderts. 



252 Religiöse Darstellungen. 

912 (XIII Vitrine). Hl. Martha (?). Sie trägt rotes Gewand 
mit grünen Ärmeln, weißen Mantel und turbanartigen Kopf- 
putz. Auf dem Ärmelrand: MARTHA • S. Halbfigur nach 
rechts. 

Holz. Grüner Grund. 26,6 h., 22,5 br. — Späte Kopie. — Unbekannt. XVI. 
Jahrhundert. 

913 (XIII Vitrine). Maria mit dem Kind. Maria, in blauem 
Mantel, sieht auf das an ihrer Brust trinkende Kind herab. 
Auf dem gemalten Goldrahmen die Inschrift: Ave domina 
angelorum / ave regina celorum / salus radix sancta / ex 
qua mundo lux est orta. Unten: beata es maria etc. 

Battist oder Seide auf Holz gespannt. 39,7 h., 30,2 br. — Erworben 1869 aus 
dem Nachlaß Sigharts um 150fl. — Stammt aus dem Frauenkloster Alto- 
münster bei Aichach. Abgebildet i. „Kunstschätze aus d. b. Nat.-.Mus" Blatt 
Nr. 243. — Ein ähnliches Bild aus der ehemaligen Wallersteinsammlung im 
Besitz des englischen Königs in Buckingham und ein weiteres im Louvre. 
Vgl. Lionel Cust : Notes on Pictures in the royal coUections X. Francoflemish 
school :the divine mother" in The Burlington Magazine (Juli 1907, S. 231). — 
Unbekannt. XVI. Jahrhundert. 

914 (XVIII). Martyrium einer Heiligen. Die Heilige 
steht, von Pfeilen durchbohrt, an einen Baum gefesselt. 
Zu beiden Seiten Armbrust- und Pfeilschützen, links der 
König. Oben das Wappen des Erzherzogtums Österreich, 
von der Kette des goldenen Vließes umgeben, daneben in 
zwei Reihen 15 Wappen von österreichischen Kronländern etc. 

Fichtenholz. L. M. 83,4 h., 66 br. Dunkelgrüner Grund., später stark über- 
malt. — Auf dem Rahmen: im 1629 ■ iahr verneuret worden. — Österreich. (?) 
um 1510. f 

915 (Depot). Zwei Szenen aus dem Martyrium des 
hl. Johannes des Täufers. Oben: Johannes im Ge- 
fängnis. Rechts Johannes im Verließ am Gitterfenster. 
Der Henker, von einem Kriegsknecht begleitet, öffnet die 
Tür. Im Hintergrund Zuschauer auf einem von Häusern 
umgebenen Platz. Unten: Gastmahl des Herodes. Links 
vorn bringt Salome, von zwei Frauen gefolgt, das Haupt 
des Täufers. Rechts hinten an gedeckter Tafel Herodes 
mit den Seinen. Rückseite: Der hl. Paulus mit Buch 



Religiöse Darstellungen. 253 

und Schwert, Standfigur nach links vor einem Teppich, 
oben Goldranken. Gegenstück zu Nr. 916. 
Fichtenholz. L.M. 106,5 h., 34 br. Im alten Rahmen. Rechter Flügel eines 
Altars. Stark beschädigt. — Süddeutsch um 1515. 

916 (Depot). Oben: Johannes wird ins Gefängnis ge- 
führt. Rechts wird der Täufer von einem Manne durch 
die offene Türe ins Verließ gebracht. Dabei ein Helle- 
bardier. Hintergrund Strassenbild. Darunter: Enthaup- 
tung des Täufers. Der Heilige kniet nach rechts ge- 
wandt, hinter ihm links zieht der Henker das Schwert. 
Rechts die zuschauende Salome mit zwei Begleiterinnen. 
Hintergrund Landschaft. Rückseite: Hl. Petrus mit dem 
Schlüssel. Standfigur nach rechts vor einem Teppich, oben 
Goldranken. Gegenstück zu Nr. 915. 

Fichtenholz. L.M. 105,8h., 33,9 br. Im alten Rahmen. Linker Flügel eines 
Altars. Stark beschädigt. 

917 (XVI). Krönung Maria. Maria, von Christus und 
Gott- Vater gekrönt, über ihr die heilige Taube, links unten 
der Stifter mit seinem Wappen, von Andreas empfohlen, 
rechts seine Frau, von zwei Aposteln empfohlen. Zwischen 
ihnen die stark verdorbene Inschrift: Als • man • zalt • vor • 
crist • gebürt • 1518 • jar • an • st-t maria gnagden • tag- ist . 
gestorbe • der • edel • vnd • vest • lehart • vö • zel • dem • got • 
genad • vd ■ margret • sein • elligt • hüßfraw • sears in • • • 
Holz. 145,7 h., 105 br. — Durch rohe Übermalung völlig verdorben. — 
Schwäbisch um 1518. 

918 (XIII). Auferweckung des Lazarus. Rechts schreitet 
aus einer Felshöhle der in Tücher gehüllte Lazarus her- 
vor. Links Christus beschwörend, hinter ihm die Apostel (?). 
Landschaftlicher Hintergrund. Rückseite: Zerstört. 

Fichtenholz. 45,7 h., 27 br. — Süddeutsch um 1520. 

919 (XI). Jüngstes Gericht (Fragment). Rechts oben 
thront Christus als Weltenrichter; links die Apostel. Zu 
seinen Füßen knieen Maria und Johannes. Unten links die 
Seligen, rechts die Verdammten. 

Fichtenholz. 114,8 h., 64,4 br. Rechts beschnitten. — Reider Sammlung. — 
Fränkisch um 1520. 



254 Religiöse Darstellungen. 

920 (Depot). Aus dem Leben des hl. Sebald. Oben: 
Der Heilige verläßt seine Frau in der Brautnacht. Innen- 
raum: Unten: Papst Gregor beauftragt ihn, in Deutsch- 
land das Evangelium zu verkünden. Rückseite, oben: 
Der Heilige gibt dem Wagenmacher das Augenlicht wieder. 
Landschaft. Unten: Zwei Ochsen ziehen den Sarg mit der 
Leiche des Heiligen. Landschaft. 

Fichtenholz. 1 05, 1 h., 44,8 br. — Oben rechts etwas abgeschrägt. — Fränkisch um 
1510. — Zur Legende: Der Wagenmacher kauft auf Wunsch des Heiligen, aber 
gegen das Verbot des Burgherrn Fische auf dem Markt, wird deshalb geblendet, 
aber vom hl. Sebald wieder geheilt. — Vor seinem Ende ließ er durch zwei Ge- 
ehrten einer Bauernfrau sagen, ihre Ochsen sollten seine Leiche fahren, und, wo 
sie sich niederlegten, wolle er begraben werden. Als die Frau sich weigerte, ihre 
Ochsen herzugeben, spannten diese sich selbst vor den Leichenwagen und 
brachten den Leichnam bis zur St. Peterskapelle, wo jetzt seine Kirche steht. 

921 (XVIII A). Christus am Kreuz. In der Mitte der 
Gekreuzigte, links Maria und Barbara mit Kelch und 
Hostie, rechts Johannes und ein bärtiger Heiliger. Hinter- 
grund Landschaft. 

Tannenholz (?), im Rundbogen abgeschlossen. 1 12,1 h., 69,9 br. — Schwer be- 
schädigt. — Süddeutsch um 1520. 

922 (XV). Hl. Katharina. Die Heilige, mit dem Schwert, 
steht vor einem grünen Teppich, zu ihren Füßen das Rad. 
Fichtenholz. Gelber Grund. 115,7h., 41,8 br. — Süddeutsch um 1520. 

923 (LXXIII). Der hl. Nikolaus. Der Heilige, in bischöf- 
lichem Gewand, hält auf dem linken Arm das Buch mit 
den drei Kugeln, die Rechte ist segnend erhoben. Auf 
dem Buch die Jahreszahl 1530. Oben auf einem Streifen 
S. NICOLAVS. Standfigur nach rechts. 

Fichtenholz. Grüner übermalter Grund. L. M. 125 h. 36,5 br. — Kopie nach 
einem frühen byzantinischen Bild. — Unbekannt von 1530. 

924 (XXIV). Visionen des hl. Franziskus von Assissi. 
Unten links die Stigmatisation des Heiligen, rechts der 
Heilige auf einem Thron, Papst, Bischöfe, Ordensleute und 
Volk segnend. Oben Passionsszenen von der Kreuzan- 



Religiöse Darstellungen. 255 

naglung bis zur Grablegung. Reicher Blumengrund. Unterer 
Teil zu Nr. 925. 

Fichtenholz. 1 17,2 h., 65,5 br. — Allseitig stark beschnitten. — Ikonographisch 
interessant. — In gleicher Ausführung ein Kalenderbild in der Mainzer Galerie. 
(Nr. 413.) — Süddeutsch gegen Mitte des XVI. Jahrhunderts. 

925 (XXIV). Passionsszenen. Oberer Teil. In fort- 
laufendem Zuge: Christus vor Pilatus bis zur Kreuzan- 
naglung. Oberer Teil von Nr. 924. 

Fichtenholz. 113,8 h., 72 br. 

926 (XXIV). Der hl. Paulus. Der Heilige hält in der 
Rechten das Schwert. Standfigur nach links. Rückseite: 
Die hl. Scholastika, in der Rechten das Pedum haltend, 
in der Linken ein Buch, auf dem eine Taube sitzt. Gegen- 
stück zu Nr. 927. 

Fichtenholz. Dunkelgrüner Grund. 105,5 h., 30 br. — Beschnitten. — Süd- 
deutsch. Mitte des XVI. Jahrhunderts. 

927 (XXIV). Der hl. Petrus. Der Heilige, nach rechts 
gewandt, hält in der Rechten den Schlüssel, in der Linken 
ein Buch. Standfigur. Rückseite: Der hl. Benedikt mit 
Pedum und Glas, aus dem sich eine Schlange ringelt. 
Gegenstück zu Nr. 926. 

Fichtenholz. Dunkelgrüner Grund. 105 h., 30,5 br. — Beschnitten. — Mitte 
des XVI. Jahrhunderts. 

928 (XXV). Aus der Legende der thebaischen Legion. 
Die Heiligen Victor, Gereon, Mallosus und Cassius stehen in 
goldener Rüstung mit Schwert und Palme vor ihrer Heerschar. 
Unten auf Spruchbändern die Namen. Gegenstück zu Nr. 929. 

Fichtenholz. 40,7 h., 34,5 br. — Handwerkliche Arbeit. — Deutsch, zweite 
Hälfte des XVI. Jahrhunderts. 

929 (XXV). Aus der Legende der thebaischen Legion. 
Die Heiligen, Victor, Ursus und ein dritter unbenannter 
Heiliger stehen, ihre abgeschlagenen Köpfe in der Hand 
haltend, vor ihren Gefährten, die gleichfalls ihre Köpfe in 
den Händen halten. Unten auf Spruchbändern ihre Namen. 
Gegenstück zu Nr. 928. 

Fichtenholz. 40,7 h., 33,6 br. — Handwerkliche Arbeit. 



256 Religiöse Darstellungen, 

930 (XXXI). Heilige. Der hl. Petrus (links) mit dem 
Schlüssel und der hl. Andreas (rechts) mit dem Kreuz. Stand- 
figuren vor einem aufgehängten Vorhang. Rollwerkorna- 
mente. Rückseite: Oben Ölberg, unten Kreuzschleppung. 

Holz. 45,3 h., 20,8 br. — Oberdeutsch. Zweite Hälfte des XVI. Jahrhunderts. 

931 (LXXIII). Grablegung Christi. Der Leichnam 
Christi wird von zwei Männern in den Sarkophag gelegt, 
vor dem Magdalena kniet. Hinter dem Sarg beugt sich 
Maria, von Johannes unterstützt, auf den Toten herab. 
Rechts zwei klagende heilige Frauen, links zwei Männer. 
Landschaftlicher Hintergrund. 

Fichtenholz. Oben im Halbbogen abgeschlossen. Rankenwerk in den Zwickeln. 
127,3 h., 77 br. — Oberdeutsch. Zweite Hälfte des XVI. Jahrhunderts. 

932 (LXXIII). Hl. Veronika. Die Heilige hält zwischen 
den Händen das Schweißtuch und steht auf einer Balustrade. 
Landschaftlicher Hintergrund. Ganze Figur nach links. 

Fichtenholz. Goldgrund. 135,2 h., 51 br. — Altarflügel. — Auf der Rückseite 
Spuren zweier Reliefs. — Kam laut Postzettel aus Augsburg. — Ende des 
XVI. Jahrhunderts. 

933 (LXXIII). Christus als Schmerzensmann. In der 
Mitte der Schmerzensmann zwischen zwei Engeln mit den 
Leidenswerkzeugen, die seine Arme halten. Links unten 
fängt ein kleiner Engel in einem Kelch das Blut aus der 
Seitenwunde auf. Grüner Wolkengrund. Halbfiguren. 
Fichtenholz. 77,3 h., 166,5br. — Deutsch. Ende des XVI. Jahrhunderts. 

934 (XXXI). »Martyrium des hl. Sebastian. Links an 
einen Baum gefesselt der Heilige, von Pfeilen durchbohrt; 
rechts neben ihm der König in orientalischer Tracht mit 
einer Streitaxt. Landschaft. Gegenstück zu Nr. 935. 

Fichtenholz. 42h., 25 br. — Reider Sammlung. — Fränkisch um 1600. 

935 (XXXI). Christus vor Kaiphas. Rechts der Heiland 
mit der Dornenkrone vor der Martersäule. Die Hände halten 
Geißel und Rute. Neben ihm links der Hohepriester. Links 
Ausblick in Landschaft. Gegenstück zu Nr. 934. 

Fichtenholz. 42 h., 25,3 br. — Reider Sammlung. 



.Religiöse Darstellungen. 257 

936 (XXV). Maria mit dem Kinde. Sie hält das nur mit 
einem dünnen Schleier bekleidete Kind, das den Kopf an 
ihre Wange schmiegt, auf ihrem Schoß. Unten auf einem 
Streifen: SANCTA MARIA ORA PRO NOBIS. Halbfigur 
nach links. 

Holz. Schwarzer Grund. L. M. 48,7 h., 28,3 br. — In den oberen Ecken je 
ein Quadrat, das, ebenso wie der Aufbau des Rahmens, reich mit Intarsien 
geziert ist. — Nach einem älteren Vorbild. — Aus Freising. — Abbildung: 
Kunstschätze aus dem bayer. Nat.-Mus. Blatt Nr. 134. — Oberdeutsch um 1600. 

937 (XXXI). Aus der Legende eines Heiligen. Der 
Heilige kniet links im Gebet vor der Muttergottes, die mit 
dem Kind rechts in einem Rosenkranz thront. Er trägt 
geistliche Tracht. Landschaft mit Fluß. Rückseite: Der 
Heilige (rechts) ist vor dem links ihm erscheinenden, kreuz- 
tragenden Christus in die Kniee gesunken. Oben der seg- 
nende Gott -Vater in "Wolken. Landschaft mit Stadt. 

Eichenholz. L. M. 95 h., 88,7 br. — Oben im Spitzbogen abgeschlossen. — 
Deutsch um 1600. 

938 (Depot). Anbetung der heiligen drei Könige. 
Links Joseph und Maria mit dem Kinde, vor dem der älteste 
König kniet. Hinter ihm die beiden anderen Könige mit zahl- 
reichem Gefolge. Rechts unten auf einem Stein: 1 • 6 • • Rück- 
seite: Das Wappen der Pettenbeck, von einem Engel gehalten. 

Birnbaumholz. 32,7 h., 45,5 br. — Bayerisch. Anfang des XVII. Jahrhunderts. 

939 (XXXI). Himmelfahrt Maria. Maria auf Wolken, 

nach oben schwebend, wird von Christus empfangen. Unten 

die Menge der Gläubigen um den Sarkophag. 

Eichenholz. 47,9 h., 22,2 br. — Oben im überhöhtenRundbogen abgeschlossen. — 
Unbekannt um 1600. 

940 (LXXVII). Anbetung der heiligen drei Könige. 
Rechts sitzt Maria mit dem Kinde, hinter ihr steht Joseph, 
der in einem Buch liest. Links vorn kniet der älteste der 
Könige, hinter ihm stehen die beiden anderen mit ihren 
Gaben. Hintergrund: Architektur und Landschaft. 

Holz. 227 h., 153 br. — Oben im Rundbogen abgeschlossen, aus zwei Altar- 
flügeln zusammengesetzt. — Deutsch, gegen 1600. 

17 



258 ■ Religiöse Darstellungen, 

941 (XXIV). Kreuzabnahme. In der Mitte das Kreuz. 
Oben lassen zwei Männer, über den Querbalken gebeugt, 
den Leichnam herab, der von zwei weiter unten auf Leitern 
stehenden Männern in Empfang genommen wird. Unterm 
Kreuz Johannes mit den Frauen. Im Hintergrund Land- 
schaft mit Stadt. 

Eichenholz. Oben im geschweiften Bogen'abgeschlossen. 86 h., 60,3 br. — 
Verdorben. — Unbekannt um 1600. 

942 (XXXI). Verehrung des hl. Stephanus. Vor dem 
Altar mit der Statue des Heiligen empfängt eine Nonne (?) 
die heilige Kommunion. Um den Altar viel betendes Volk. 
Kircheninneres. Am Altartisch das bayerische und das 
Freisingische Wappen. Unter der Statue die Jahreszahl 1603. 

Fichtenholz. 102,5 h., 74,1 br. — Stammt aus Weihenstephan bei Freising. — 
Auf der Rückseite: Renofirt 1794 in Decemp. — Bayerisch um 1603. 

943 (Depot). Der hl. Hieronymus. Der Heilige, mit 
entblößtem Oberkörper, nach links gewendet, kniet vor einem 
Felsen, auf dem ein Buch und ein Totenkopf liegen. Er 
hält in der Rechten einen Stein. Hinter ihm, links, der 
Löwe. Hintergrund: Landschaft. 

Kupfer. 22,8 h., 17,4 br. — Unbekannt. XVII. Jahrhundert. 

944 (XXXI). Christus in der Kelter. Im Mittelgrund 
Christus in der Kelter; vorn die Küfer. Links hinten 
Christus am Ölberg. Rechts an einem Torbogen 1622. 

Fichtenholz. 174 h., 148,3br. — Oben im halben Spitzbogen abgeschlossen. — 
Völlig übermalt. — Oberdeutsch von 1622. 

945 (XXXV). Christus und die reuigen Sünder. Kopie 
nach Rubens (Pinakothek. Nr. 746) von J. C. Sartor. 

Gouachemalerei auf Pergament. L. M. 23,8 h., 21,2 br. — Oben unter dem 
Rahmen JG. Sartor (Nagler: Jacob Ghristoph Sartorius Maler zu Nürnberg 
1690-1739). — Gekauft 1885. Herkunft unbekannt. 

946 (LX). Maria mit dem Jesuskind. Maria hält das 
nackte Jesuskind, dessen Füße sich auf die Weltkugel 
stützen, mit dem rechten Arm. Zu beiden Seiten Engel 
mit Mandoline und Geige. 

Leinwand. 95,6 h., 76,4 br. — Aus Ingolstadt. — Süddeutsch. XVII. Jahrh. 



Religiöse Darstellungen. 259 

947 (LXVI). Andachtsbild. Der hl. Johannes (?) sitztauf 
einer Steinbank und zeigt einem vor ihm knieenden Franzis- 
kanermönch ein Bildnis der Muttergottes. Hinter Johannes 
ein Postament mit der Aufschrift: ECCE MATER TVA. 
Links: Landschaft; rechts unten: 1671. 

Leinwand. 76,3h., 91,3br. — Deutsch von 1671. 

948 (XXXV). Der hl. Johannes der Täufer. Der Hei- 
lige steht in einer Landschaft unter einem Baum und hält 
in der Linken den Kreuzesstab und ein Buch, auf dem 
das Lamm ruht. 

Kupfer. 22,1 h., 17br. — Unbekannt um 1700. 

949 (XXXII). Das jüngste Gericht. Oben thront Christus 
auf dem Regenbogen als Weltenrichter, umgeben von Engeln 
und Seligen; bei ihm Maria. Unten links die Himmelfahrt 
der Seligen, rechts der Höllensturz der Verdammten. 

Lindenholz. 85,9 h., 57,9 br. — Oben abgerundet. — Süddeutsch um 1700. 

950 (LXVI). Bildnis eines heiligen Dominikaner- 
mönches. Der Dargestellte, in schwarzweißer Ordenstracht, 
mit einem Kranz von Rosen auf der Stirn, hält in der Linken 
ein Buch, in der vor die Brust erhobenen Rechten ein Messer. 
Auf der Brust eine Gloriole mit den Buchstaben: I. H. S. 
Halbfigur nach rechts. 

Leinwand. Blauer Grund. 75 h., 62,5 br. — Reider Sammlung. — Deutsch. 
XVIII. Jahrhundert. 

951 (LX). Maria mit dem Kinde. Maria, in Halbfigur, 
drückt das nackte Kind an sich. Blumenumrahmung. 

Leinv/and. Rotbrauner Grund. — Verdorben. — 105,4 h., 90,3 br. — Aus 
Amberg. — Deutsch. XVIII. Jahrhundert. 

952 (LXVI). Hagar, vom Engel getröstet. Rechts ist 
der Engel auf einer Wolke herabgeschwebt, links vor ihm 
kniet Hagar, bei ihr Pilgerstab und Flasche. Links am 
Boden Ismael. Hintergrund Landschaft. Gegenstück zu 
Nr. 953. 

Leinwand. 62h., 80 br. — Beschädigt. — Aus Amberg.— Deutsch. XVIII. Jahr- 
hundert. 

17« 



260 Religiöse Darstellungen. ' 

953 (LXVI). Landschaft mit der Flucht nach Ägypten. 
Links ein Waldstrom, rechts auf einem Weg, der in einen 
Laubwald führt, reitet Maria mit dem Kind auf dem Esel, 
den Joseph führt. Gegenstück zu Nr. 952. 

Leinwand. 62 h., 79,5 br. — Aus Amberg. — Deutsch. XVIII. Jahrhundert. 

954 (LXVI). Flucht nach Ägypten. Links die heilige 
Familie, von zwei Engeln begleitet, über ihr auf einer Wolke 
zwei weitere Engel. Rechts in einem Hohlweg führt ein 
Engel eine Kuh. Hintergrund Landschaft. In der Mitte 
vorn bezeichnet: C. P. 

Leinwand. 68,9 h., 90,2 br. — Aus Amberg. — Deutsch. XVIII. Jahrhundert. 

955 (LXVI). Loth und seine Töchter. In der Mitte 
ruht Loth im Schöße seiner rechts schlafenden Tochter. 
In der Rechten hält er den Kelch, in den seine von links 
nahende zweite Tochter den Saft der Weintraube preßt. 
Links im Hintergrund das brennende Sodom. 

Leinwand. 62 h., 80 br. — Aus Amberg. — Deutsch. Anfang des XVIII. Jahrh. 

956 (LXVI). Verkauf des Knaben Joseph an die 
ägyptischen Kaufleüte. In der Mitte steht einer der 
Brüder Josephs mit dem ägyptischen Kaufmann, links wird 
der Knabe von einem älteren Manne hinweggeführt. Rechts 
im Hintergrund ein Knabe mit einem Kamel, links hohe Bäume. 

Leinwand. 78 h., 62,3 br. — Aus Amberg. (?) — XVIII. Jahrhundert. 

957 (LXVI). Landschaft mit der Ruhe auf der Flucht 
nach Ägypten. Rechts unter einem Baume sitzt Maria 
und reicht dem Kinde die Brust. Dahinter rechts Joseph. 
Hintergrund Landschaft. 

Leinwand. 63,5 h., 93,9 br. — Aus Amberg. — XVIII. Jahrhundert. 

958 (LXVI). Jesus und Johannes. Das kleine Jesuskind 
liebkost ein Lamm, das ihm der kleine Johannes zuführt. 
Landschaft. 

Leinwand. 58,5 h., 72 br. — Aus Amberg (?) — Deutsch. XVIII. Jahrhundert. 

959 (LIX). Der hl. Antonius. Der betende Heilige, im 
Mönchsgewand, wird von dem auf einer Wolke herbeige- 



Religiöse Darstellungen. 261 

schwebten Christuskinde liebkosend umfaßt. Vorn links 
auf einem Tisch Buch und Lilienzweig. Oben in Wolken 
Seraphim. Halbfigur. 

Leinwand. 1 02 h., 93,6 br. — Aus Amberg. — Unbekannt. XVIII. Jahrhundert. 

960 (LXVI). Hl. Antonius Eremita. Rechts sitzt unter 
einem hohen Baume der Heilige, dem zwei Raben Brot 
bringen. Links Fluß und Waldlandschaft. 

Leinwand. 61,3 h., 80,3 br. — Aus Amberg. — Deutsch. XVIII. Jahrhundert. 

961 (XXXI). Die heilige Familie bei Tisch. Um den 
gedeckten Tisch sitzen betend Maria und Joseph, der 
kleine Christus spricht stehend das Tischgebet. 

Fichtenholz. 23,3 h., 35,5 br. — Deutsch. XVIII. Jahrhundert. 

962 (XXXI). Die hL Ursula. Die Heilige hält in der 
Rechten einen Pfeil. Das Haupt schmückt eine Krone. 
Links vorn ein Palmzweig. Brustbild nach links. 

Kupfer. Dunkler Grund. 22 h., 16,8 br. — Gekauft von einem Tischler in 
Haidhausen; soll „1742 der Klosterfrau Ursula aus dem Pitrich von der 
Kaiserin Amalia verehrt" worden sein. — Deutsch. XVIII. Jahrhundert. 

963 (XXXV). Kreuztragung Christi. Christus ist unter 
dem Kreuz, das Simon von Cyrene stützt, zusammenge- 
brochen. Zwei Kriegsknechte schlagen ihn. Rechts im 
Hintergrund werden die beiden Schacher von Kriegsknechten 
abgeführt. 

Papier auf Holz. 30,5 h., 24 br. — Deutsch. XVIII. Jahrhundert. 

964 (Depot). Hl. Magdalena. Die Heilige, in modischem 
Gewand, steht neben einem Tisch, auf dem Buch und 
Schädel liegen. Vor ihr ein umgestürztes Schmuckkästchen 
am Boden. Links oben in Wolken ein Arm, der ein 
Kruzifix hält. Rechts über dem Tisch auf einer Steintafel : 

Alles was unter der Sonnen ist 

ich wol' betracht, doch eitel ist. 

Dan wan wür gleich alles erwerben, 

so legen wür uns doch nider und sterben 



262 Religiöse Darstellungen. 

und wan wür sterben und körnen in die Erdt 
so schlaffen wür ein Stund die ewig werdt. 
Nun wan alles voryber, was hab dan ich darü • • • 
die weldt mir doch nit kan geben 
den ewigen Lohn. 

Leinwand 94 h., 62 br. — Aus Amberg. — Beschädigt. — Deutsch. XVIII. Jahr- 
hundert. 

965 (LH). Das Abendmahl. In einer großen, in der 
Mitte geteilten Halle, mit früher Barockarchitektur, findet 
links die Feier des Abendmahls, rechts die Fußwaschung 
statt. Gehört mit den folgenden fünf Bildern zu einer Serie. 

Fichtenholz. 36,4 h., 53 br. — Angeblich von Kuen (Kuen Leonhard, Maler 
von Weissenhorn in Schwaben, arbeitete in der zweiten Hälfte des XVIII. Jahr- 
hunderts. Er malte noch um 1790. Nagler, Künstler-Lexikon. VII 199.) — 
Geht auf eine Folge italienischer Stiche zurück. — Weitere, zu der Serie ge- 
hörige Bilder in den Bauernstuben. 

966 (LH). Auferstehung Christi. In der Mitte das 
Grab, aus dem Christus mit der Siegesfahne emporschwebt. 
Rechts die zurücktaumelnden Wachen, links Landschaft 
mit den drei Frauen. Hintergrund Jerusalem. Nächtliche 
Beleuchtung. Gehört mit Nr. 965 zusammen. 
Fichtenholz. 36,5 h., 53,3 br. 

967 (LH). Verleugnung Petri. Im Vorhof des Hohen- 
priesters die Soldaten um ein Feuer versammelt. Bei ihnen 
Petrus und die Magd, rechts der Hahn. In einem Gebäude 
links Christus* beim Verhör. Nächtliche Szene. Gehört mit 
Nr. 965 zusammen. 

Fichtenholz. 36,9 h., 53,4 br. 

968 (LH). Kreuzigung. In der Mitte die drei Kreuze, 
beim Kreuze Christi der Feldhauptmann und Johannes mit 
den heiligen Frauen. Links im Vordergrund die würfelnde 
Soldateska. Nächtliche Landschaft, von Soldaten und Zu- 
schauern belebt. Gehört mit Nr. 965 zusammen. 

Fichtenholz. 36,1 h., 53 br. 



Gnaden-, Votiv- und Epitaph-Bilder. 263 

969 (LH). Kreuzabnahme. In der Mitte wird der Heiland 
vom Kreuz herabgelassen. Rechts die Seinen, links Juden. 
Die Kreuze der Schacher sind bereits leer. Im Hintergrund 
Jerusalem, Abenddämmerung. Gehört mit Nr. 965 zusammen. 

Fichtenholz. 36,1 h., 53,2 br. 



Gnaden-, Votiv- und Epitaph- Bilder. 

970 (XXXI). Vera icon. Das Schweißtuch Christi, oben 
mit zwei Nägeln befestigt. Oben die Inschrift: QUESTO 
E IL RITRATO DEL VOLTO SANTO CHE E IN S • 
PIETRO • VATICANO ROMA- Unten: -T OCCATO AL 
VOLTO SCROCE E LANCIE ANO 1725. 

Leinwand. Dunkler Grund. 66,5 h., 46,3 br. — Links beschnitten. — Kopie 
nach einem Gnadenbild von St. Peter in Rom. — Italienisch. XVIIL Jahrh. 

971 (XXXI). Maria mit Kind. Sie hält es auf dem linken 
Arm; das Kind umhalst die Mutter. Bruststück. 

Leinwand. 47,7 h., 37 br. — Kopie der Maria Sanctissima del Buon Consiglio 
in der Kirche der Augustiner zu Genazzano. — Italienisch. XVIII. Jahrhundert. 

972 (XXXI). Maria mit dem Kind. Kopie des Gnaden- 
bildes zu Passau. Unten: MARIA HILF ZV PASSAV. 

Ahorn. Goldener Grund. 35 h., 22,5 br. — Süddeutsch. XVII. Jahrhundert. 

973 (XXXI). Die schöne Maria von Regensburg. 
Maria hält auf dem rechten Arm das Kind, daneben auf 
einem Tisch eine Blumenvase. Um das Bild eine Renais- 
sance-Architektur mit der Inschrift: Maria speciosa Ratis- 
bonae; unten: Ganntz schön bistu mein Fründtin vnd ein 
mackel ist nit in dir. ave Maria. Kniestück. 

Leinwand. 47,5 h., 36,3 br. — Kopie nach dem Holzschnitt Altdorfers. 

974 (XXXI). Muttergottes von Altötting. Das Stand- 
bild der Muttergottes von Altötting unter einem Baldachin. 
Zu beiden Seiten auf der Mensa Blumenvasen; darüber 
zwei Ampeln. 

Leinwand. 107,7 h., 71,7 br. — Beschädigt. — Süddeutsch. XVIII. Jahrhundert. 



264 Religiöse Darstellungen. 

975 (XXXI). Gnadenbild. Das Prager Jesuskind. 

Leinwand. L. M. 46,5 h., 39,7 br. 

976 (LXXIII). Votivbild. Links steht ein Heiliger mit 
Schwert und Pilgerhut (Jakobus maior?); in der Linken 
hält er ein Spruchband; • • • die / hant / in / den / brvnen / halt, 
die varhait findich • zeichant. Rechts von dem Heiligen kniet 
eine Frau in reicher Zeittracht, die Rechte in einen Brunnen- 
trog haltend, aus dem Flammen aufzüngeln. Über ihr ein 
Spruchband mit zerstörter Inschrift. Rechts stehen die 
hl. Ottilia, in der Rechten das Auge haltend, auf der Linken 
das Buch, und der hl. Sebastian in Fürstentracht mit Buch 
und Pfeil. 

Fichtenholz. Dunkler Grund. 64 h., 82,5 br. — Stark übermalt. — Wohl Kopie 
nach einem Original um 1440 — 50. 

977 (LXXIII). Epitaphbild des Pfalzgrafen Otto von 
Witteisbach und seiner Gemahlin Helica. Auf einer 
steinernen Terrasse erhebt sich ein kleiner, sechseckiger 
Bau, neben dem links der langbärtige Pfalzgraf anbetend 
kniet, rechts seine Gattin in gleicher Stellung. Nach 
hinten Ausblick in eine Hügellandschaft, in der rechts das 
Kloster Ensdorf, die Stiftung des Pfalzgrafen, liegt. Das 
Ganze in einem Kartoucherahmen mit dem Wappen der 
Stifter und folgenden Inschriften: Links in einer Kartouche : 
Otho Pfaltzgraf zu Wittelspach graf zu Scheirn obiit 1155. 
Darunter (rechts auf einer Rolle): EPITAPHIVM OTTONIS 
ET ELICJE CQNIVGVM TVMVLO INSCVLPTVM. Facto 
humo fit puluis homo cinis hoc probat Otto. Par thalamo 
par est tumulo par Elica fato. Rechts in einer Kartouche: 
Helica Pfaltzgrauin, geborne grauin zu Castell obiit 1179. 
Darunter links: EPITAPHIVM FRIDERICI OTTONIS 
FILII SEPVLCRO PARENTVM COTIGVO INCISVM. 
Cum uitam multis dat uita sepulta sepultis. Morte sub 
absorpta tibi pax Friderice sit orta. Unter dem Ganzen 
die Inschrift: Otto Pfaltzgraf zu Witteisbach hat bei regirung 
Keiser Heinrich des 4. da man zalt von Christi Geburt 
1121 Jar an der 10 colenden des monats Junii dz Closter 



Gnaden-, Votiv- und Epitaph-Bilder. 265 

EnsdorfF gehauen, welches zuvor ein herlichkeit Weilnhach 
genät gewesen, so ihme der bemelt Keiser Heinrich aus 
gnaden vmb seiner dinst willen gegeben. Nach Christi 
geburt 1155. iar, ist der bemelt Otho gestorben. In Ens- 
dorf begraben, Hat mit seiner Ehegemahel Helica graf 
Friderichs von Castels dochter 4 Söne verlaßen, das ist 
Othonem den eiteren, Conradum, Fridericum, vndt Othonem 
den Jungeren von denen komen alle Pfaltzgrauen vnd 
Herren von [Bayjern die auf disen Tag leben. 

Leinwand. 99,8 h., 202,1 br. — Schwer beschädigt. — In der Kreis- und Staats- 
bibliothek Augsburg unter den Überresten von Klosterbibliotheken 1841 vor- 
gefunden. — Süddeutsch. XVII. Jahrhundert. 

978 (IX). Votivbild eines Grafen Kirchberg. In der 
Mitte der Gekreuzigte zwischen Maria und Johannes. Nach 
links hl. Katharina mit dem Schwert und hl. Gallus in Mönchs- 
gewand mit dem Pedum, nach rechts der hl. Benedikt 
und hl. Bernhard. Vor den Heiligen knieend der Stifter 
Graf Konrad von Kirchberg mit Frau und Kindern. Bei 
jedem das Wappen und in einem Schriftstreifen darunter 
folgende Beischriften: Links zunächst am Kreuz: „gräff • 
cvnrat • zv • / kirchberg ■ d' • öltter •" ; rechts: „anna • gräfin • 
ZV • kirchberg • gebor • / von f vrstenberg • sin • gemacheil • " 
Bei den Söhnen: „gräff • cvrat • zv • / kirchberg • d • ivng' • 
sF- SV •" „gräff • eberhart • zv • kirchberg • / ain • ritter • sin • 
svn •" „graff • wilhalm • zv ■ / kirchberg • sin • sv •" graff • 
hartinä • zv •/ kirchberg • sin • svn," Bei der Tochter: „frölF- 
endlF- zv • / kirchberg • yer • tochter •" Bei den drei jüngsten 
Söhnen: graff • wilhalm • zv • / kirchberg • sin • svii •" „graff • 
berhart • / kirchberg • sin • sv •" „graff • fridrich • zv • / kirch- 
berg • sin • svii." 

Fichtenholz Dunkler Grund. 67,1h., 164,8br. — Reider Sammlung. — 
Schwäbisch (?) um 1470. 

979 (XIV). Votivbild der gräflichen Familie Kirch- 
berg. In der Mitte der Schmerzensmann. Links hinter ihm 
steht Maria, den Grafen Eberhart zu Kirchberg mit seinen 
fünf hinter ihm durch Unterschriften bezeichneten Söhnen 
(Philipps, Georgio, Ludouics, Sigismunds, Joannes) unter 



266 Religiöse Darstellungen. 

den Schutz ihres Mantels nehmend. Der Graf Eberhart 
hält ein Spruchband: o fili dei misere nostri; links oben 
ein Engel mit dem Spruchband: Eberhart Graf zu Kirch- 
berg. Rechts vom Schmerzensmann Johannes, die Gemahlin 
des Stifters Kunigunde nebst vier durch Unterschrift be- 
zeichneten Töchtern: Chunigunda freylein / zu kirchberg, 
walburga fryl, zu kirch=, Helena frei = / zu kirch = / Agnes 
freiin / zu Kirchberg (bei letzterer: obyt) unter seinen 
Schutz nehmend. Rechts oben ein Engel mit dem Spruch- 
band: kunigund gräfin zu Kirchberg geboren / von werthain 
ducerandi vTönes cor." Vor der Gräfin ein Spruchband, 
worauf: „fili bei nasere (?) nostri." Bei allen Wappenschilde. 

Fichtenholz. 61,7 h., 129 br. — Reider Sammlung. — Schwäbisch. Ende des 
XV. Jahrhunderts. 



(Depot). Unterer Teil eines Votivbildes. Links 
kniet der Stifter mit seinen zehn Söhnen und Wappen der 
Nürnberg. Familie Pränsterer. Rechts die zwei Frauen des 
Stifters mit ihren zehn Töchtern, daneben die Wappen der 
Familie Pränsterer und Köpff. 
Holz. Goldgrund. L.M. 22,6 h., 90,4 br. — Fränkisch. Ende des XV.Jahrh. 

981 (Depot). Votivbild (Fragment). Links thront Christus 
unter einem Baldachin, dessen Vorhang von einem Engel 
zurückgeschlagen wird. Rechts unten kniet Johannes der 
Täufer, den anbetenden Stifter dem Herrn empfehlend. 
Bei dem Stifter das Wappen, links im Vordergrund: Zwei 
Frauen und ein Kind knieend mit ihren Wappen (darunter 
das der fränkischen Familie Zollner). 

Lindenholz. Goldgrund. 124,4 h, 78,1 br. — Links beschnitten. — Fränkisch. 
Ende des XV. Jahrhunderts. 

982 (XVII). Votivbild. Eine heilige Nonne, in der Linken 
einen roten Ärmelrock, legt die Rechte schützend auf die 
Schulter einer vorn knieenden Frau in reicher Zeittracht. 
Vor ihr ein Wappenschild. Gegenstück zu Nr. 983. 

Tannenholz. Dunkelgrüner Grund. 74 h., 61,7 br. — Süddeutsch. Anfang des 
XVL Jahrhunderts. 



Gnaden-, Votiv- und Epitaph-Bilder. 267 

983 (XVII). Votivbild. Links heilige Nonne, mit einem 
Blumenstock, legt die Rechte schützend auf eine vor ihr 
knieende Frau in reicher Zeittracht. Vor dieser das Wappen 
der Visconti. Oben Goldranken. Gegenstück zu Nr. 982. 
Fichtenholz. Dunkler Grund. 82h., 61,5 br. 

984 (XIV). Votivbild. In der Mitte der Crucifixus, vor 
dem links eine Äbtissin kniet, ein Kirchenmodell auf den 
Händen. Rechts das Wappen der Zolner von Nürnberg. 
Hinter dem Crucifixus ein Band mit der Inschrift: Katherina 
Zolnerin Stiffterin disses Closts Sant Ciaren 1TÄ1. 

Fichtenholz. 84 h., 66,5 br. — Roter Grund mit Rankenwerk. — Stark über- 
malt. — Fränkisch um 1520. 

985 (XXIV). Votivbild. Vor dem Gekreuzigten kniet 
links der Verstorbene in ritterlicher Tracht, der sein Wappen 
vor sich hat. Hintergrund: Landschaft mit Felsen und 
Burg. Bei dem Stifter das Spruchband: O Almechtiger 
Got sey Mir genedig vnd barmhertzig. Unten Rechts die 
Jahreszahl 1676. Oben die Inschrift: Anno Dni 1556 ist 
Der Edel vnd vest Hans Motschiller verschiden den 23 jüni 
Dem Got gnedig vnd barmhertzig sey Amen. 

Fichtenholz. 74,5 h., 54,9 br. — Reider Sammlung. — Fränkisch um 1556. 

986 (XXXII). Votivbild mit der heiligen Dreifaltig- 
keit. Oben die heilige Dreifaltigkeit von Engeln umgeben, 
nach dem Holzschnitt von Dürer (B. 122). Darunter in 
einem Kirchenraum die knieenden Stifter, links die Männer, 
rechts die Frauen mit ihren Wappen und die Namen der 
Männer: Hanns Caspar, Hanns Hainrich; der Frauen: » 
Elisabeth Kebitzin, Euphemia Reutterin ; Sophia,Helena A 
Haderthauin. Unten: 1580 und das Monogramm: 'fy 
Fichtenholz. 98,8 h., 66 br. — Fränkisch um 1580. 

987 (Depot). Epitaph eines Kindes aus der Familie 
Preysing. Oben Jesus als Kinderfreund; darunter in der 
Mitte eine Schrifttafel; links von dieser der knieende Stifter 
in Rüstung mit seinen zwei Söhnen; über ihnen das Wappen 
der Preysing. Rechts die Gemahlin des Stifters mit drei 
Töchtern, darunter die verstorbene. Darüber das Wappen 



268 , Religiöse Darstellungen. 

der Thauner von Mühlheim. Auf der Schrifttafel: Rosina 
von Preising seines alters im dritten Jar zum Christlichen 
leser Mattei an dem 19. Capittel: 

Weill Christus auch die khinder gleich- 
Berufen hat zue seinem Reich. 
Als unns das Evangeli sagt: 
Hab ich mich auf die Fart gemacht. 
In meiner Unschuld ehe die Sunde 
Mein Hertz und Seel zu schaden binde 
Also verlassen alle Wellt 
Meine lieben Eltern guet und gelt 
Damit ich mir den besten thail 
Behalten müge zu meinem hail 
Weil nichts auf dieser weit mer ist 
Gesichert vor deß Feindes list. 
Mit alter weihst will sündt und gefar 
Mich freidt jetz der Engelnschar 
Vor gottes tron bit ich allzeit 
Für alle nott der lieben Christenheit. 
Für meine Eltern und gschwister gotfäderlich 
Das sy Gott behiet genediglich 
Und Jinen verleih zu seiner Zeit 
Mit mir alhin die Ewige freidt: Amen. 
Darunter: Gott dem almechtigen zu lob unnd Ehr Irem 
lieben Khind zu gedechtnüß haben die Edlen vesten unnd 
Tugenthafften Hainrich von Preising zu kopßpurg, Bunzing 
unnd Mayring der zeit Fr. Pfleger zu Reichenhall, unnd 
Frau Beningfla gebornen Thaunnerin von Mühlhaim sein 
Eheliche Hausfrau dise Taffei machen lassen Anno domini 
1582 den 28 isten May. 

Holz. 1 16,5 h., 89 br. — Auf dem alten Rahmen: CHRISTOF lACOB, HANS 
ALBRECHT MARIA SALOME, VND GERDRAVT, VON PREISING, 
DISE . 4 . GESCHWISTRIGETH, NOCH IM LEBEN SIND, DAS INEN 
DER BARMHERZIG GOTT MIT GENADEN LANGWIRIG WEL GEBEN 
VND NACH DISEM ZERGENCKHLCHEM DAS EWIG LEBEN, AMEN. 
— Bayerisch von 1582. 

988 (XXXII). Votivbild. In einem Kirchenraum der Cruci- 
fixus hinter einem Altar aufgerichtet; aus seinen Wunden 



Gnaden-, Votiv- und Epitaph-Bilder. 269 

fließt das Blut in Kelche, von denen einer auf dem Altar- 
tisch steht, während die beiden andern von schwebenden 
Engeln gehalten werden. Unten die knieenden Stifter, links 
vier Männer und ein Knabe, rechts drei Frauen und zwei 
Kinder. Über ihnen zwei Wappen, unten die Inschrift. 
Links: An° do • 1583 • 20 May starb herr Conrad Frolich • 
der Recht Licenciat / fl • pfl • Rhat / vnd scholarcha des fl • 
Collegij alhie, auch gemeiner stat aduocat / seines alters 59 / 
dem Gott ein fröliche vrstend verleihe. Rechts: Anno dominij • 
1590 • den 9 Tag octobrisjst zu Gott Seliglich verschiden die 

Ehrntreich vnd Tugend des vorgemelten herr • Ehliche 

hausf • • • Gott ein fröliche aufferstehung verleihen wele. 

Fichtenholz. 85,8 h., 68,4 br. — Reider Sammlung. — Deutsch gegen 1600. 

989 (L). Votivbild. Die Mitte nimmt eine Darstellung 
der Pieta mit Magdalena und einem Engel ein. Links kniet 
der Stifter mit drei Söhnen; bei ihm das Wappen der 
Freiherren Khun von Belassy. Rechts kniet seine Gattin 
mit zehn Töchtern; bei der Mutter das Wappen der Grafen 
von Lodron., Bei einer der Töchter das Wappen der Truch- 
seß von Waldburg. 

Holz. L. M. 32,5 h., 1 13 br. — Im alten Rahmen mit einspringenden Ecken. — 
Nach den Wappen waren die Stifter Freiherr Joh. Georg von Khuen Belassy 
und Veronica Gräfin Lodron. Die eine Tochter, Susanna war die Gemahlin 
Friedrichs Truchsess von "Waldburg. — Deutsch. Anfang des XVII. Jahrh. 

990 (XXXI). Votivbild. Die heilige Dreifaltigkeit, auf 
Wolken thronend, von Engeln mit den Leidenswerkzeugen 
Christi umgeben. Unten weite Landschaft. Links vorn der 
knieende, anbetende Stifter. Vor ihm ein Buch und das 
Wappen der fränkischen Familie Neudecker. 

Fichtenholz. 89 h., 80,5 br. — Reider Sammlung. — Fränkisch. Anfang des 
XVII. Jahrhunderts. 

991 (Depot). Schutzmantelbild. Maria breitet ihren Mantel 
schützend über eine Anzahl Bittflehender aller Stände aus, 
um die von Engeln aus den Wolken abgeschossenen Pfeile 
abzuwehren; links knieen Männer, rechts Frauen. Um die 
Gruppe läuft ein Rosenkranz, mit Medaillons geschmückt, 
darstellend die Verkündigung, Jesus im Tempel, Darbringung, 



270 Religiöse Darstellungen, 

Geburt und Begegnung Maria mit Elisabeth. Oben die heilige 
Dreifaltigkeit auf Wolken, von Engeln umgeben. Unten die 
Gestalten der Spes und Fides. 

Holz. Oben am Spitzbogen abschließend. 262 h., 149br. — Schwerbeschädigt. 
Deutsch um 1600. 

992 (LXIV). Votivbildnis. Ein bärtiger Mann in schwarzem 
Gewand, mit weißem Chorrock, kniet nach rechts; die 
gefalteten Hände halten den Rosenkranz. Über ihm ein 
Sterbekreuz. Rechts sein "Wappen. 

Fichtenholz. Dunkler Grund. 48,4 h., 43,5 br. — Deutsch. XVII. Jahrhundert. 

993 (XXXII). Votivbild. Rechts der Crucifixus, vor dem 
links ein Ritter (Herzog Ferdinand I.?) mit einer Fahne und 
seine Frau (Maria von Pettenbeck) knieen. Auf der Fahne : 
pro patria; rechts ein Engel mit dem Wappen der Petten- 
beck, darauf die Jahreszahl 1604. Im Hintergrund Land- 
schaft mit dem Ort Haag. 

Holz. 29,3 h., 20,4 br. - Auf der Rückseite : M. 1 603. F. 1 604. - Bayer, von 1 604. 



(XXXI). Votivbild des Heinrich von Stain-Hart- 
hausen. Drei Ritter und drei Kinder stehen nach rechts 
gewandt, die Männer vorn, die Kinder hinten. Über ihnen 
auf Spruchbändern die Namen: Heinrich von Stain zum 
Rechten Stein, Emerkingen Niderstotzingen vnd Harthausen, 
ferner Heinrich vom Stein Fr., Margburg: Rath vnd Cam- 
merer; Berhard dietlrich; Christoff; Hanns Adam; Bernhard 
philipp. Rechts an einer Wand das Wappen der Stein. 
Leinwand. 52,5 h., 79 br. — Süddeutsch um 1600. 

995 (XXXI). Krönung Maria und Votanten. Maria 
auf der Weltkugel schwebend, empfängt von Christus einen 
Lilienstengel, während sie Gott- Vater mit einem Lilien- 
kranz krönt. Oben die Taube des heiligen Geistes, Engel 
in den Wolken. Unten die Votanten, links Kurfürst Max III., 
dahinter ein Prinz (?). Ganz links zwei Edelknaben, von 
denen einer die Krone auf einem Kissen hält. Rechts die 
Kurfürstin Maria Anna Sophie mit einer Hofdame. (?) 
Leinwand. 108 h., lOObr. — Aus der Theatinerkirche. — Bayerisch. Zweite 
Hälfte des XVIII. Jahrhunderts. 



Profane Darstellungen. 



998 (XIII). Landsknechtsexerzitien. In der Mitte zwei 
mit Spießen fechtende, hinter ihnen ein Trommler und ein 
Pfeifer. Links drei Knechte mit Spießen, rechts zwei mit 
Hellebarden. 

Fichtenholz. Schwarzer Grund. 18,3 h., 51 br. — Kostümgeschichtlich in- 
teressant. — Deutsch um 1480. 

997 (XXIV). Landsknecht. In reicher, geschlitzter Tracht, 
am rechten Arm die Hellebarde, die Linke auf dem Schild 
mit dem Reichsadler. Rückseite: Ein Landsknecht, die 
Linke am Schwert, mit der Rechten die Lanze haltend. 

Fichtenholz. Dunkelgrüner Grund. L.M. 94,2 h., 41,2 br. — Beschädigt. — ■ 
Süddeutsch. XVI. Jahrhundert. 

998 (LXXVIII). Zwei Tuchschere r. Zwei Tuchscherer, 
in bunter Tracht, stehen in einem Gemach und striegeln 
ein von der Decke herabhängendes Tuchstück. Rückseite: 
Auferstehung. Die Toten steigen aus dem Erdboden heraus. 
Im Vordergrund wird ein Tuchstriegler von einem Engel 
gegen einen Teufel beschützt, im Hintergrund Petrus mit 
den Seligen in Wolken. 

Fichtenholz. L.M. 131 h., 73 br. — Stark übermalt. — Soll aus Nördlingen 
stammen. — Erworben 1 873 von Schreiner Joh. Kraus in "Würzburg um 75 fl. ■ — 
Die frühere Zuschreibung an Schäuffelein ist nach Thieme: H. L. Schäuf- 
feleins malerische Tätigkeit (Leipzig 1892), S. 148, unzutreffend. — Fränkisch 
um 1530. 



(XXV). Die Ratsherrn Nürnbergs vom Jahre 1520. 
Links vorn stehen die beiden Siegelherrn, denen ein junger 
Mann ein Buch überreicht. Weiter nach rechts anschließend 



272 Profane Darstellungen, 

der Bannerherr und die übrigen Ratsherrn. Bei dem jungen 
Mann vorn die Inschrift: CPELTVS. Hintergrund Architektur. 

Fichtenholz. 32,5h., 45,4 br. — Auf dem alten Rahmen unten die Inschrift: 
ANNO DOMINI 1520 seind hernach benante Herrn Im Rath vnd Regiment 
zu Nürmberg gewest. 

1) Herr Anthoni Tucher Losung Her. 

2) Herr Hieronymus Ebner der ander Losung Her. 

3) Herr Martin Geuter der dritte Oberst Hauptman. 

4) Herr Leonhart Grundherr Oberster Zeugherr. 

5) Herr Caspar Nützl Siegel Herr vnd ein Alter Herr. 

6) Herr Hieronymus Holtzschuer ein Alter Herr. 

7) Herr Jacob Muffel ein Alter Herr. 

8) Herr Leonhardt Grelandt ein Alter Herr vnd Bunts Herr. 

— Oben ihre Wappen, darunter die auf die untere Inschrift bezüglichen 
Nummern. — Nürnberger Schule um 1520. 

1000 (XXV). Bemalte Tischplatte. In buntem Wechsel, 
nach vier Seiten angeordnet, sind Pflanzen, Tiere, Fabel- 
wesen, Münzen und Gebrauchsgegenstände über die Platte 
verstreut. Auf einem gemalten Zettel: „Dem edeln vnd 
vesten • N • Maxirainer meinem lieben H • • rn" und ein 
unleserliches Monogramm. 

Birnbaumholz. Grüner Grund. 122,5 h., 112br. — Gekauft von Frau Land- 
richterswitwe von Koch-Sternfeld in München um 1 200 Mk. — Bayerisch. 
Erste Hälfte des XVI. Jahrhunderts. 

1001 (LXXIX). Satire auf die Verschleppung der 
Rechtshändel. Links steht ein Backofen, in dem Briefe 
aufgebacken werden, von rechts nahen sich verschiedene 
Bittsteller mit ihren Schreiben. Das Ganze spielt sich auf 
dem Platz einer Stadt ab. Im Hintergrund Häuser. Oben 
die Inschrift: 

Wer allhie hatt Zuuer richten. 

Will lassen seine Sachen schlichten. 
Der muß auffwarten bis zur Zeit. 
Do ihm werden khan ein bescheidt. 
Wo aber einer lasst nicht rue. 
So weist man in dem Ofen zu. 
Do thun die brief fein Resch aufbachn. 
Wie Jener Paur thut dort lachen. 



Profane Darstellungen. 273 

Bei den Leuten am Ofen: 

Ich sieh dorther boten von vern 
schaudt das die brief bald bachen wern. 
Über zwei Sitzenden: 

Des warttens habe khein vertrues 

Alle ding seine weil haben mues 

Darumb sey gedultig vnnd stil 

Man machts keim wie ers habe wil. 
Rechts über einem Bauern: 

Ey wie thut der Pawer lachen 

Das die brief so bald aufbachen. 
Rechts oben: 1588. 

Fichtenholz. L.M. 72,5 h., 144br. — Aus Amberg. — Deutsch von 1588. 

1002 (Kopiersaal). Prozession. Links eine Prozession 
mit dem Allerheiligsten; rechts wird in einem Gemach 
einem Sterbenden die letzte Ölung gereicht. 

Holz. L.M. 117,5h., 113,5br. Schwer beschädigt. — Deutsch um 1600. 

1003 (XXV). Geschichte von dem Bauern und dem 
Esel in fünf Bildern mit Unterschriften. 

1. Bild: Der Bauer und sein Sohn führen den Esel. 

2. Bild: Der Bauer reitet auf dem Esel. 

3. Bild: Der Bauer und sein Sohn reiten auf dem Esel. 

4. Bild: Der Sohn reitet allein auf dem Esel. 

5. Bild: Der Ehrenhold im Gespräch mit einem Manne. 

Birnbaumholz. Jede Tafel: 25h., 78 br. — Deutsch. Zweite Hälfte des XVI. 
Jahrhunderts. 

1004 (XLII). Schlachtenbild. (Die Schlacht am weißen 
Berge bei Prag?) Die Kämpfenden sind über die weite 
Fläche des Hügelterrains verteilt. Im Vordergrund rechts 
ein Reitertrupp. Die Soldaten tragen die Tracht des dreißig- 
jährigen Krieges. 

Leinwand. 102,5 h., 168,5 br. — Deutsch. XVII. Jahrhundert. 

1005 (XXVIII). Schlachtenbild. (Die Schlacht am 
weißen Berg bei Prag?) Im Vordergrund links ein ein- 
gefriedigtes Dorf und bewaffnete Reiter. Im Hintergrund 



274 Profane Darstellungen. 

weite Ebene mit kämpfenden Regimentern. In der Mitte 
unten bezeichnet: C. von Behr. Anno 1737. 

Pergament auf Birnbaumholz (?). L. M. 28,5 h., 40 br. 

1006 (LXXVIII). Wappenbild der Weber(?). Unter 
einem auf Pilastern ruhenden Bogen steht ein Mann in 
der Tracht um 1600. Er hält in der erhobenen Rechten 
ein Weberschiffchen, in der Linken ein Trinkglas. Oben 
am Bogen: Nach Christii Geburt 955 Jars Ist Disses 
Wappen Erfochtenn Worden Vmb Sannt Vrlichs Zeiit Ge- 
wunen Sichs. In Ainem Streitt. Rückseite: Felderdecke. 

Fichtenholz. 79,5 h., 55 br. — Stark übermalt. — Deutsch um 1600. 

1007 (LXXVIII). Zunftmahl. Um den gedeckten Tisch 
sitzen die Zunftgenossen beim Mahle. Oben die Namen 
und ihre Wappen. 

Holz. 84 h., 165br. — Schwer beschädigt. — Deutsch gegen 1600. 

1008 (XXIX). Venus von Frauen bedient. In einer 
offenen Halle sitzt links Venus auf einem Polster und 
greift mit der Linken nach den Früchten, die ihr eine 
knieende Dienerin auf einem Korb darbietet; dahinter zwei 
weitere Frauen mit Blumen und Trauben und ein Satyr, 
der eine Taube auf einem Korb trägt. Links bei Venus 
Amor; oben in der Luft Amoretten. 

Pergament. L. M. 26,2 h., 18,5 br. — Deutsch um 1600. 

1009 (LXVI). Klage der Venus um Adonis. In der 
Mitte liegt ^der tote Adonis lang ausgestreckt am Boden, 
links auf Wolken die klagende Venus, dabei zwei Turtel- 
täubchen. Rechts der herniederschwebende Amor. Hinter- 
grund Landschaft. Gegenstück zu Nr. 1010. 

Leinwand. 61,2 h., 76,4 br. — Aus Amberg. — Deutsch. XVIII. Jahrhundert. 

1010 (LXVI) Perseus befreit die Andromeda. Links 
ruht, auf einem Felsen gefesselt, Andromeda und blickt zu 
dem rechts aus den Lüften auf dem Flügelroß herabkom- 
menden Perseus empor. Rechts im Wasser ein Seeungetüm. Im 
Hintergrund auf Felsen Zuschauer. Gegenstück zu Nr. 1009. 

Leinwand. 61h., 76,2 br. — Aus Amberg. — Deutsch. XVIII. Jahrhundert. 



Profane Darstellungen. 275 

1011 (XXXIX). Hoffestlichkeiten bei Fürstenried 
am 14. Mai 1727. Vor dem Schloß sind auf einem Wiesen- 
grund Tribünen aufgeschlagen, auf denen zahlreiche Zu- 
schauer dem Damenkaroussel zusehen. Im Vordergrund 
und auf den Bäumen Bauern als Zuschauer. Gehört mit 
den folgenden Bildern 1012 — 1014 zu einer Serie. 

Leinwand. 71,5 h., 165br. — Gekauft mit den drei folgenden von Kunst- 
händler Hugo Helbing in München 1902. — Bayerisch um 1727. 

1012(XXXIX). Hirschjagd auf dem Starnberger(?) See 
am 23. Mai 1727. Ein schwimmender Hirsch, von zahl- 
reichen Hunden verfolgt, wird durch eine Gasse von Booten 
auf ein Boot (rechts) zugetrieben, in dem ihn ein Jägermeister 
mit einer Schlinge erwartet. Rechts das Boot des Kurfürsten. 
Im Hintergrund Uferlandschaft mit dem Schloß Berg(?). 

Leinwand. 71,5 h., 165,5 br. — Herkunft wie Nr. 1011. 

1013 (XXXIX). Hoffestlichkeiten in Nymphen- 
burg 1727. Vor dem Nymphenburger Schloß finden vor 
zahlreichen Zuschauern allerlei Spiele statt. In der Mitte 
auf dem Kanal ein Schiffskorso. 

Leinwand. 71,5 h., 165,3 br. — Herkunft wie Nr, 1011. 

1014 (XXXIX). Hoffestlichkeiten bei Allach 1727. In 
einem von Tribünen umfriedigten Raum werden Hirsche 
von berittenen Jägern mit Lanzen zur Strecke gebracht. 
Links und rechts Zelte. Viel zuschauendes Volk. Waldgegend. 

Leinwand. 71 h., 165br. — Herkunft wie Nr. 1011. 

1015 (LXVI). Acht Theaterkostümfiguren. In zwei 
Reihen von links nach rechts: 1. ein opfernder Priester; 
2. ein türkischer Sultan; 3. ein Mann; 4. eine Mutter mit 
einem Knaben; 5. eine Dame; 6. eine phantastisch geklei- 
dete Frau mit einem Dolch; 7. eine weibliche Gestalt mit 
einem Zauberstab; 8. ein Mädchen in mittelalterlichem 
Kostüm. Bezeichnet beim ersten und vierten Bild: Marianna 
Kirzinger 1788. 

Leinwand. 48,4 h., 62 br. — Marianne Kirzinger, geb. 1770 in München, 
gest. daselbst 1805. 

18* 



276 Profane Darstellungen. 

1016 (Krippentreppenhaus). Ein Hirsch. Der große Zehn- 
ender, weiß mit braunen Flecken, steht nach rechts. Rechts 
ein Baum. Hintergrund: Hügelige Landschaft. Rechts 
unten auf einem Stein: 1620. 

Leinwand. L.M. 258 h., 233 br. — Aus Dachau, — Deutsch von 1620. 

1017 (LXXV). Wolf und Lamm. Der Wolf steht nach 
links über dem Lamm, dessen Leib aufgerissen ist, und 
wendet seinen Kopf zähnefletschend nach rechts gegen einen 
heranschleichenden Fuchs. 

Leinwand. 110 h., 147,4 br. — Beschädigt. — Auf der Rückseite: B.A. 1692. — 
Kopie nach dem Gemälde von Paudiss in Schleißheim (Nr. 252). 

1018 (LXXV). Zwei Hunde. Eine große, braungefleckte 
Ulmer Dogge steht nach rechts gewandt. Auf dem Hals- 
band die Buchstaben GIB. Rechts vorn springt ein kleines 
Hündchen zu ihr in die Höhe. Hintergrund Landschaft, darin 
links ein Kastell. 

Leinwand. 136,7 h., 190br. — Beschädigt. — Aus Schleißheim. — Deutsch, 
Anfang des XVIII. Jahrhunderts, vielleicht von Wachsschlunger. 

1019 (LXXV). Ein Bär. Der Bär trottet nach rechts auf 
bergigem Gelände. Landschaft, rechts ein Baumstrunk. 
Gegenstück zu Nr. 1020. 

Leinwand, 104 h., 144,2br. — Beschädigt. — Aus dem Schloss in Freising. 
— Deutsch, XVIII. Jahrhundert. 

1 020 (Zwischen LIII u. LIV). Ein Panther. Das am Boden 
nach links gekauerte Raubtier leckt sich die rechte Pfote. Hinter- 
grund Landschaft, links ein Wasserfall. Gegenstück zu N r. 1 1 9. 

Leinwand. 104 h., 143,5br. — Aus dem Schloß in Freising. — Deutsch. 
XVIII. Jahrhundert, 

1021 (Zwischen LIII und LIV). Wolfshatz. Der von drei 
Hunden gepackte Wolf beißt einen vierten in den Rücken. 
Hintergrund Landschaft. 

Leinwand, 123 h., 167 br, — Aus Schleißheim. — Deutsch, XVIII.Jahrhundert, 

1022 (LXVI). Jagdstilleben. Vorn liegt erlegtes Wild, 
darunter ein weißes Reh, Vögel u. s. w., von Hunden be- 
wacht. Links Jagdgerät. 

Leinwand, 268,5 h., 201,5 br, — Stark nachgedunkelt. — Deutsch. XVIILJahrh. 



Profane Darstellungen. 277 

1023 (XXXIX). Stilleben. Auf einem Tisch liegen ver- 
schiedene astronomische Bücher, an der Wand darüber 
hängen Sternkarten. Links ein Medaillon mit Bild eines 
Mannes, darunter die Inschrift; Quisque sibi placet, et 
sapiens sibi quisque videtur, hinc risum excutimus superis, 
hinc plurimus error. 

Leinwand. 107 h., 81,3 br. — Deutsch. Anfang des XVIII. Jahrhunderts. 

1024 (LXXXI). Ein Jäger (Allegorie des Herbstes). 
Ein Jäger, in brauner Kleidung mit Pelzmütze, nach rechts 
gewandt, trägt an einem Spieß über der Schulter einen 
Hasen, den ein Hund beschnüffelt; an der Seite erlegte 
Rebhühner u. dergl. Links ein Baum. Rechts Landschaft 
mit Sauhatz; im Hintergrund ein Schloß. 

Leinwand. 142,5 h., 121 br. — Kopie nach einem Original von Sandrart in 
der Schleißheimer Galerie (Nr. 244), das zu einer Folge der zwölf Monate gehört. 

1025 (XLVIi). Ein Lieblingshund König Ludwigs I. 
Ein Pinscher, aufwartend, sitzt vor einer Wand bei seinem 
Freßnapf. 

Pappe. 20 h., 14,8br. — Geschenk König Ludwigs I. — Münchner Schule. 
XIX. Jahrhundert. 



Landschaften, Städteansichten. 



1026 (LXVI). Landschaft. Links geht durch einen Hohlweg 
eine Bauernfamilie auf einen Wald zu. Rechts weite Fluß- 
landschaft, vorn ein Angler. Gegenstück zu Nr. 1027. 
Leinwand. 62,9 h., 88,8 br. — Aus Amberg. — Deutsch um 1700. 

1027 (LXVI). Landschaft. Links eine Quelle, in der Mitte 
flache Landschaft mit Bäumen, rechts steiler Abhang. Drei 
StafFagefiguren, darunter ein rauchender Bauer. Gegenstück 
zu Nr. 1026. 

Leinwand. 63,5 h., 89 br. — Aus Amberg. — Deutsch um 1700. 

1028 (LXVI). Landschaft. Links vorn Laubbäume und 
zwei Landleute, rechts Ausblick in eine Flußlandschaft. 
Leinwand. 70,3 h., 95,9 br. — Beschädigt. — Aus Amberg, — Deutsch um 1700. 

1029 (LXVI). Hafenszene. Links vor der befestigten 
Stadt Soldaten bei ihren Kanonen. Weiter rechts am Kai 
Fischer. Rechts im Hafen zwei Kriegsschiffe. 

Leinwand. 67 h., ^2,2 br. — Aus"Amberg.]— Unbekannt um 1700. 

1030 (LXVI). Tränke. Im Vordergrunde ein Fluß, in dem 
ein Mann ein Pferd tränkt, dabei ein Schaf und eine Kuh. 
Rechts schreitet auf einem Steg ein Mann über den Fluß. 
Im Hintergrund links ein Kastell, rechts ein Wald. 
Leinwand. 53 h., 80,7 br. — Beschädigt. — Deutsch um 1700. 

1031 (LXXXI). Landschaft mit Staffage. Im Vorder- 
grunde eine Schafherde und Rinder, die, von zwei Hirten 
gefolgt, nach rechts in ein Gehöft ziehen. Links vorn ein 



Landschaften, Städteansichten. 279 

Paar, begleitet von einem nackten Kind. Hintergrund Land- 
schaft mit italienischem Charakter, links auf einer Anhöhe 
ein Schloß. 
Eichenholz. 51,9 h., 92 br. — Unbekannt gegen 1700. 

1032 (LXXXI). Ländliche Szene. In der Mitte vom ein 
tanzendes Paar, rechts Musikanten mit Dudelsack und 
Schalmei; Zuschauer. Links eine Mühle, dahinter eine 
Schloßruine, im Hintergrund ein Städtchen und Berge. Ge- 
genstück zu Nr. 1033. 

Leinwand. 98 h., 126,8 br. — Stark beschädigt. — Aus Amberg. — Unbekannt 
um 1700. 

1033 (LXXXI). Landschaft mit Staffage. Links bei einer 
Ziegenherde vor einer bewaldeten Berglehne tanzen zwei 
Faune, denen ein Hirt aufspielt; bei diesen ein Zuschauer. 
Im Mittelgrund hinter einem Bach eine Ruine mit antiken 
Formen. Gegenstück Nr. 1032. 

Leinwand. 96,9 h., 127,5 br. — Beschädigt. — Aus Amberg. — Unbek.uml700. 

1034(LXXXI). Landschaft. Vorn ein Wasser, in demein 
Hirt seine Tiere tränkt. Im Hintergrund ein hoher Berg. 

Leinwand. 50h., 79,5 br. — Beschädigt. — AusAmberg. — Unbekannt um 1 700. 

1035 (LXXXI). Landschaft. Vorn sitzt an einem Wasser 
ein Pilger, dessen Hund im Wasser trinkt. Links zwei 
hohe Bäume. Im Hintergrund ein Kloster (?) und Berge. 
Gegenstück zu Nr. 1036. 

Leinwand. 71,6 h., 53,5 br. — Unbekannt. XVIIL Jahrhundert. 

1036 (LXXXI). Landschaft. Rechts bei einem hohen 
Baume sind zwei Mönche im Gespräch begriffen. Links 
ein Wasserfall und Felsen. Im Hintergrund ein Tal, von 
Bergen abgeschlossen. Gegenstück zu Nr. 1035. 

Leinwand. 71,6 h., 54 br. — Unbekannt. XVIIL Jahrhundert. 

1037 (LXXX). Landschaft mit heiliger Familie. Rechts 
die heilige Familie mit dem Jesuskind, dem ein Engel 
Blumen bringt. Im Mittelgrund eine Ruine, im Hintergrund 
Landschaft mit Stadtansicht. 

Leinwand. 39,5 h., 44,5 br. — Verdorben. — Anfang des XVIIL Jahrhunderts. 



280 J^andschaften, Städteansichten. 

1038 (XLII). Romantische Landscha^ft. Vorn ein Fluß 
mit Stromschnellen, darüber ein Steg. Rechts am Ufer 
Gemäuer, Felsen. Hintergrund: Berge. Kleine Staffagefiguren. 
Bezeichnet links unten auf einem Felsen : I. M. Dambier pinx. 

Aquarell auf Papier. I7,3h., 22,7 br. — Über den Maler Dambier ist nichts 
Näheres bekannt. 

1039 (LXX VIII). Markttag auf dem Schrannenplatz, 
jetzt Marienplatz, in München. Rechts ein Raufhandel, 
in den sich die Wache einmischt, gegen die Mitte ein Mann 
am Galgen und zwei Burschen auf dem Holzesel, dahinter 
Kornsäcke. Im Vordergrunde Heuhändler, fremde Kauf- 
leute und Bürgersfrauen. Links vor dem Neptunsbrunnen 
werden Eisenwerkzeuge feilgeboten. Unten rechts: 1634. 

Leinwand. 115 h., 246 br. — Aus Schleißheim. — Abgebildet: Kunstschätze 
aus dem bayer. Nat.-Mus., Blatt Nr. 181. — Münchner Schule von 1634.] 

1040 (XLIII). Der Marienplatz zu München (gegen das 
Tal zu). Der Marienplatz mit reicher Staffage, vor dem Rat- 
haus eine Menschenmenge, die einer Kundgabe des Rates zu- 
hört, im Vordergrund Straßentreiben. Gegenstück zu Nr. 1041. 

Leinwand. 64,5 h., 86,8 br. — Bayerisch. Zweite Hälfte des XVIII. Jahrh. 

1041 (XLIII). Der Marienplatz zu München (gegen die 
Kaufingerstraße zu). Der Marienplatz, mit reicher Staffage, 
die Hauptwache zieht auf, bei der Mariensäule eine Prozes- 
sion. Im Hintergrund das Kaufingertor und die Frauen- 
kirche. Gegenstück zu Nr. 1040. 

Leinwand. 64,7 h., 86,5 br. 

1042 (XLII). «Volkstheater am Anger in München. 
Links die Theatertruppe auf einer Bühne; davor Zuschauer. 
Rechts die Wache. In der Mitte auf dem Platz Händler 
und promenierende Leute. Im Hintergrund die Angerkirche. 

Leinwand. 45 h., 91,3 br. — 1862 geschenkt von Dr. Trettenbacher. — 
Bayerisch. XVIII. Jahrhundert. 

1043(XLII). Das ehemal. Wohnhaus des Malers Kos- 
mas Damian Asam in Maria Einsiedel bei München. 

Leinwand. L.M. 181 h., 296 br. — Gemalt von Ludwig Adam Kunz (geboren 
1857 in Wien, lebt in München). 



J.andschaften, Städteansichten. 281 

1044 (XLII). Das ehemalige kurfürstliche Jagdhaus 
in Neuhausen bei München. 

Leinwand. L.M. 181h., 312 br. — Gemalt von A. Kunz. 

1 045 (XLIII). Ansicht des ehemaligen Herzog 
Clemens-Palais (nachmaliges Kadettenkorpsgebäude) zu 
München. 

Leinwand. L.M. 181 h., I76br. — Gemalt von A. Kunz. 

1046 (XLII). Ansicht der Burg von Nürnberg. Mit 
Benutzung des Stiches von Dürer „der hl. Antonius" unter 
Hinzufügung einer weidenden Herde im Vordergrund und 
im Hintergrund links Gebirge. 

Lindenholz. 52,2 h., 66,3 br. — Reider Sammlung. — Fränkisch. Anfang des 
XVII. Jahrhunderts. 

1047 — 1066. Zwanzig Bilder von Jesuitenkollegien. 

1047 (XLII). Jesuiten-Kollegium Regensburg. Links 
oben: Colleg. S. J. Ratisbonae. 

Leinwand. 72,6 h., 9 1,5 br. — 1837 aus dem Stadtrentamt München insSchleiß- 
heimer Depot. — Süddeutsch. XVII. Jahrhundert. 

1048 (XLII). Jesuiten-Kollegium Burghausen. Links 
oben: Colleg. S.J. Burghausii. 

Befund wie oben. 

1049 (XLII). Jesuiten-Kollegium Freiburg (Schweiz). 
Links oben: Colleg. S.J. Friburg i. Helv. 

Befund wie oben. 

1050 (XLII). Jesuiten-Kollegium Trient. Links oben: 
Colleg. S. J. Tridenti. 

Befund wie oben. 

1051 (XLII). Jesuiten-Kollegium Konstanz. Links 
oben: Colleg. S.J. Constantiae. 

Befund wie oben. 

1052 (XLII). Jesuiten-Kollegium Landsberg. Links 
oben: Colleg. Dom. Probat. S.J. Landsperg. 

Befund wie oben. 



282 Landschaften, Städteansichten. 

1053 (XLII). Jesuiten-Kollegium München. Links 
oben: Colleg. S. J. Monachii. 

Befund wie oben. 

1054 (XLII). Jesuiten-Kollegium Eichstätt. Links 
oben: Colleg. S. J. Eystadii. 

Befund wie oben. 

1055 (XLIII). Jesuiten-Kollegium Dillingen. Links 
oben: Colleg. S. J. Dillingae. 

Befund wie oben. 

1056 (XLII). Jesuiten-Kollegium Mindelheim. Links 
oben: Colleg. S. J. Mindelhemii. 

Befund wie oben. 

1057 (XLII). Jesuiten-Kollegium Straubing. Links 
oben: Colleg. S. J. Straubingae. 

Leinwand. 

1058 (XLII). Jesuiten-Kollegium Hall (in Tirol?). Links 
oben: Colleg. S. J. Halae. 

Befund wie oben. 

1059 (XLII). Jesuiten-Kollegium Amberg. Links oben: 
Colleg. S. J. Ambergae. 

Befund wie oben. 

1060 (XLII). , Jesuiten-Kollegium Landshut. Links 
oben: Colleg. S. J. Landshuti. 

Befund wie oben. 

1061 (XLII). Jesuiten-Kollegium Innsbruck. Links 
oben: Colleg. S. J. Oeniponti. 

Befund wie oben. 

1062 (XLII). Jesuiten-Kollegium Ingolstadt. Links 
oben: Colleg. S. J. Ngolstadii. 

Befund wie oben. 



Landschaften, Städteansichten. 283 

1063 (XLII). Jesuiten-Kollegium Ötting. Links oben: 
Colleg. S. J. Öttinga Rhätiae. 

Befund wie oben. 

1064 (XLII). Jesuitenhaus Altötting. Links oben: 
Dom 'III Probat. Oetting vet: 

Befund wie oben. 

1065 (XLII). Jesuiten-Niederlassung Biburg. Links 
oben: Resid. S. J. Biburgi. 

Befund wie oben. 

1066 (XLII). Jesuiten-Niederlassung Ebersberg. Links 
oben: Resid. S. J. Eberspergae. 

Befund wie oben. 

1067 (XLII). Ansicht des Klosters Fürstenfeld. 

Leinwand. 98 h., 141 br. — Beschädigt. — Süddeutsch. XVIIL Jahrhundert. 

1068 (XXXI). Altötting. Blick auf die Gnadenkapelle in 

Altötting. 

Leinwand. 62 h., 88,5 br. — Stellenweise stark übermalt. — Deutsch. XVIIL 
Jahrhundert. 

1069 (XLII). Ansicht eines Klosters. Rechts hinten das 
Kloster, weiter links ein Park, von einem Fluß umzogen. Im 
Vordergrund auf einer Kuppe sitzt der zeichnende Maler. 

Leinwand. 97 h., 144br. — Deutsch. XVIIL Jahrhundert. 

1070 (XXXIX). Ansicht des Schlosses Zbirov in 
Böhmen. Das Schloß liegt auf einer bewaldeten Berg- 
kuppe, weiter unten ein Städtchen. Links unten die Inschrift: 
Königl. Böh: Schloß Zbirov. 

Leinwand 104 h., 200 br, — Deutsch. XVIIL Jahrhundert. 



Abkürzungen. 



Die Maße sind in Zentimetern angegeben. 

L.M. = Lichtmaß. 

Janitschek = H, Janitschek: Geschichte der deutschen Malerei (Ber- 
lin 1890). 

Riehl =B. Riehl: Studien zur Geschichte der bayerischen 

Malerei des 15. Jahrhunderts (im Oberbayerischen 
Archiv für vaterländische Geschichte, B. XLIX S. 1 ff.). 

Thode = H. Thode: Die Malerschule von Nürnberg im 14. und 
15. Jahrhundert (Frankfurt 1891). 



Nachträge und Berichtigungen. 



Zu Nr. 8b, 8c. Zu streichen: Abbildung. 

„ „ 43. Hinzuzufügen: Abbildung. 

„ „ 49 — 53. Die Tafeln stammen, wie Nr. 48, aus der Peters- 
kirche in München. 

„ „ 152. Gebhardt starb 1773 (vgl.: Die Kunstdenkmäler 

der Oberpfalz und Regensburg, Heft I S. 221). 

„ „ 205. Hinzuzufügen: Abbildung. 

„ „ 311b. Statt hl. Antonius von Padua lies hl. Antonius 

Eremita. 

„ „ 323. Die Biographie Günthers muß lauten: Günther, 

geb. 1705 in Unterpeissenberg, gest. 1788 in Augs- 
burg (vgl. Hager: Die Bautätigkeit im Kloster 
Wessobrunn [Oberbayerisches Archiv für vater- 
ländische Geschichte XLVIII 472 f]). 

„ „ 329a— c. Der Bamberger Altar stammt aus der Franzis- 
kanerkirche in Bamberg. 

„ „ 456. Statt Hans von Aachen lies Hans von Achen. 



A. Künstler-Verzeichnis. 

Nummern in Antiqua weisen auf Originale in der Sammlung hin. 
Nummern in Kursiv weisen auf gelegentliche Erwähnung des Künstlers hin. 



Achen, Hans von (?) 450—52 

— (Kopie) 730 
Albrecht Balthasar 202 
Altdorfer (Art) 87, 88 
Amalie Maria, Herzogin von 

Sachsen 442 
Amberger, Christoph (?) 315 
Arnold, Georg Adam 426 

Baldauf, Ignatius 326, 327 
Baidung, Hans gen. Grien 315 
Barbieri, Francesco (?) 502 
Battoni, Pompeo 510 
Beham, Bartel 78, 102—115 

— (Kopie) 635 
Behr, C. von 1005 

Beich, Joachim Franz 149—50 
Bernhardt, Joseph (Kopie) 463 
Besold, Felix Anton 660 
Bidermann 157, 158 
Bocksberger, H. der jüngere (?) 

133 
Bouts, Dierick nach 546 
Brandel, P. (?) 236 
Brosamer, Hans (?) 439 
Brucker (Prugger), P. Nik. 136 

bis 138 
Busch, Daniel 210, 211 

Candid siehe Witte 
Carriera, Rosalba 507 



Churland (Corlando) 140—147 
Conca, Sebastiano (?) 509 

Dambier, J. M. 1038 

David, Gerhard (Schule) 547, 548 

Delcloche, Paul Joseph 591 

Dietz, Feodor 446 

Dorner, Johann Jakob d. Ältere 

207—209, 617, 618 
Douven, Jan Frans van 580 
Dürer, Albrecht nach 380, 381 

— Schüler des 383 

— Schüler des 384 

Edlinger, Johann Georg 205 

— (Art) 838 
Elbling, Joseph 196 
Eisner, Jakob 348 
Engelhart, Sebastian 160, 698 
Enzinger, Anton 238 — 240 

Förtsch, Sebastian 431 
Fratrel, Joseph 541 — 543 
Furtmeier (Stil) 44b 

Gaskar (?) 708 
Gebhard, Otto 152, Nachtrag 
Ghirlandajo, Domenico nach 481 
Gilbert, Gregorius 516 
Grünewald, Matthias 91 

— unter Einfluß 402 



286 



Künstler- Verzeichnis. 



Gunkel Friedrich 468 
Günther, Matthäus 323, 324, 
Nachtrag 

Häberlein 592, 593 
Hagen, Franz 159 
Haller, Andrae (Richtung) 292 
Hartwanger, Michael 170(?), 197 
Hauber, Joseph 203, 204 
Hautmann, Anton Joseph 462 
Heff, Carolo van der 583 
Herdegen van Culm 161 — 168 
Herlin, Friedrich 257, 258 
Herneyssen, Andreas (?) 440 
Herterich, Ludwig 479 
Herz, Jakob 193, 194 
Heß, Eugen 465 

— Peter 464 
Hickel, Anton 241 
Hien, Daniel 181, 182 
Hirneisen (Herneyssen), Andreas 

(?) 440 
Hirschmann,Johann Leonhard(?) 

427, 428 
Hirschmann, C. 455 
Höchle, Johann Baptist 201 
Hoecke, Jan van der 578 
Hofmann, Hans(?) 416 
Holbein, Ambrosius(?) 440 
Hölzl, Andreas 175 
Honthorst (Art) 570 
Horemans, Peter Jacobs 584 — 587 

— (Art) 588—590 

Juvenel, Nikolaus 774, 775 

Kaulbach, Friedrich von 469 

— Friedrich August 478 
Kellerhoven, Moritz 456 
Kirzinger (Kürzinger) Marianne 

1015 
Kneller, Gottfried 441 
Knoller, Martin (angeblich) 237 
Kökert, Julius 470 
Kranach, Lukas nach 434 — 436 
Kranach (Schule) 437—439 
Kröz, Max 195 



Kuen, Leonhard(?) 965—969 
Kulmbach, Hans von 54, 384 (?), 

385—388 
Kunz, Ludwig Adam 1043—1045 
Kupetzky, Johann 235 

Lairesse (Art) 524 
Latour (?) 532 
Lauer (Kopie) 667 
Lautensack, Paul 389—398 
Leux siehe Luyex 
Lindner, Christian 444 
Luyex von Luxenstein, Franz 
571, 572, 727 (?) 

Maier, Nikolaus Alexander 4S 
Mannlich, Konrad von 179—80 

— Johann Christian 198—200 
Marees, Georg de 169, 172, 173 

— (Kopie) 170, 171, 624, 625, 
629, 663 

Martin, Jean Baptiste (Martin des 

batailles) 525—530 
Mattenheimer, Andreas Theod.(?) 

433 
Meister: 
Meister Berthold 329 &—c, 330, 

333 

— Florentiner Meister von S. 
Spirito, 480 

— des Ehinger Altars 281 

— des Hersbrucker Altars 344, 
354—360{?) 

— des Imhofaltars 331—333 

— von Mainz oder Frankfurt 
(Dürerschüler) 383 

— von Meßkirch 310a. 

— von Mühldorf 77 a— c 

— Steffan von .Wasserburg 42 

— vom Tode Maria (Art) 449 

— von Wittingau Sa— c 
Michelangelo (Kopie) 97 
Mielich, Hans 95—97 
Mielich, Wolfgang (?) 94 
Mieris (Kopie) 543 
Mignard, Paul 140(?), 517, 518 

— (Kopie) 602, 603 



Künstler- Verzeichnis. 



287 



Molin, Madame 532 — 538 

Monogrammist: 

A.H. (Kranach-Schule) 440 

CG. von 1576, 417 

C.P. 954 

F.P. 689, 690 

CR. von 1537, 93 

H.B. (nach Kranach) 439 

H.C 638, 753 

H.H. von 1571, 414 

H.h. von 1573, 416 

H.W. von 1539, 758 

L.H. 279 

P.C 116 

P.L. von 1573, 695 

P.S.C.558 

V.C 759, 760 

Moreti, Pasquale 511 

Müller, Andreas 472 

Neher, Michael 461 
Neufchatel (Kopie) 377 

— (Art) 415 

Orley, Richard van 579 
Otto, Karl 473 

Pacher, Michael (Einfluß) 221 

— (Richtung) 222 

Paudiß, Christoph (Kopie) 1017 
Pawles, Wilhelm Ferdinand 471 
Piloty, Karl von 474, 475 

— Ferdinand 476, 477 
Pollack, Jan 47 a— c, 48—53 
Pleydenwurff, Hans (Schule) 345, 

346 

— Wilhelm (Schüler des) 377 

Ramberg, Artur Georg von 467 
Refinger, Ludwig(?) 98—101 
Rhomberg, Jos. Ant. 458—460 
Richard, E. 454. 
Rigaud, Nachahmer 540 
Roos, Theodor 453 
Rubens (Kopie) 945 

Sandrart,Joachimvon(Kopie)1024 
Sartor, Jakob Christoph 945 



Savoye, Daniel de 519 
Schachinger, Gabriel 463 
Schaffner, Martin 308 

— nahestehend 309 
Schäuffelein, Leonhard 998 
Schega, Franz Andreas 174 
Scheubel, Johann Joseph 432 
Schick, Jakob 310, 311 
Schlichten, Jan Philips van der 

582 
Schöpfer, Hans der Ältere 117 
bis 124, 596 

— (Art) 761 

Schöpfer, Hans der Jüngere 
125—128 

— (Art) 763 

— Wilhelm 134, 135 
Seissenegger, Jakob 232 

— (Kopie) 233—234 
Silvestre, Louis 442, 531 (?) 
Spiegier, Johann 98 
Spielberg, Johann 576 
Stampart, Franz 581 
Stella, Jakobus 512 
Stephan, Joseph 183—187 
Stieler, Joseph Karl 457 
Strauch, Lorenz 419—422 

— (Art) 783 

Strigel, Johann 247 a— d 
Strigel, Bernhard 296—298 

— (Kopie) 686 
Stuber, Nikolaus (?) 156 
Sustris, Friedrich 559 

Taisten, Simon von (Richtung) 

227 a— c 
Tiepolo (Kopie) 506 
Tocque, Louis 539 
Traut, Hans(?) 399 

— Wolf, 400 a— e 
Triva(?) 140 

Urlaub, Georg Karl 429, 430 . 

Vivien, Joseph 520—522 

— nach 509, 523, 604, 605, 617, 
618 



288 



Künstler- Verzeichnis. 



Vockhetz, J. G. 148 
Vogel, Bernhard 428 

Wachsschlunger 1018 
Wengner, J. C. 212 
Wertinger, Hans gen. Schwab- 
maler 78—84 

— nach 106, 594 

Weyden, Regier van der, nach 545 

Wink, Christian 206 

Winter, Franz Joseph 188—190 

— Johann Georg 191—192 
Witte, Peter de 560-569 
Witz, Konrad (Schule) 249, 250 



Wolgemut, Michael (Schule) 344 
Wouwermann, Pieter 577 

Ykens, Katharina 578 
Ysenbrand 547, 548 

Zeggein, Max Joseph 151 

— Johann Georg 151 
Zeitblom, Bartholomäus 300 

bis 302 a — c 

— (Art) 303—304 

— (unter Einfluß) 306, 307 
Ziesenis, Johann Georg 443 
Zustris siehe Sustris 



B. Orts- Verzeichnis. 

Nummern in Antiqua weisen auf die Herkunft aus dem betreffenden Orte hin. 

Nummern in Kursiv weisen auf gelegentliciie Erwähnung oder bildliche 

Darstellung hin. 



Ainmüller- Sammlung siehe 

Privatsammlungen 
Allach 1014 
Altomünster 913 
Altötting 974 

— Jesuitenhaus 1064 

— Gnadenkapelle 1068 
Amberg 504, 505, 638(?), 647(?), 

682, 685, 730, 733, 807, 808, 
822, 832, 952—960, 964, 1001, 
1009, 1010, 1026—1029, 1032 bis 
1034 

— Jesuitenkolleg 637, 1059 
Amsterdam 592, 593 
Artelshofen 400 a — e 
Aschaffenburg 366a — c 
Attel 26, 27 

Augsburg 897 ah, 932 

— Galerie 85, 312, 503, 596, 891 

— Kreis-undStaatsbibliothek977 

— Regierung 325 

Bamberg 432, 895 

— Franziskanerkirche 329a — c 

— Jakobskirche 344 

— Judenkapelle 330 

— Nonnenkloster 331 
Baumburg 43 

Basel 874 

Benediktbeuren Sa, 64(?) 

Biburg, Jesuitenniederlassung 
1065 

Boisseree-Sammlung siehe Pri- 
vatsammlungen 



Bozen 856 

Bregenz 242(?), 243 (?) 
Brück bei Fürstenfeldbruck 9 
Brüssel (ehem. Sammlung Som- 

zee) 436 
Buckingham 913 
Burghausen (Galerie) 47 a, 116, 

119 

— Jesuitenkolleg 1048 

Chotin, Schlacht bei 528 

Dachau 114, 118—128, 130, 153, 
162—165, 168, 513—515, 571, 
603, 617, 618, 636, 643, 690, 
692, 695, 702, 703, 707, 708, 
710—713, 716—718, 725, 727, 
762, 1016 

Dillingen, Jesuitenkolleg 1055 

Dinkelscherben 283 

Dresden, K. Kapelle 442 

Ebersberg, Jesuitenniederlassung 

1066 
Eichstätt 314 (?) 

— Jesuitenkolleg 1054 
Erlangen (Galerie) 26, 104 

Forchheim 352, 353 
Frauenwörth 44 ab 
Freiburg i. S., Jesuitenkolleg 1049 
Freising 48, 132, 151, 170, 936, 
1019, 1020 

— Johanneskirche 33 



19 



290 



Orts-Verzeichnis. 



Fürstenfeld 1067 
Fürstenried 1011 
Fürstätt 10 a— c 
Füssen (?) 313 

Genazzano 971 
Geratshausen, Schloß 156 
Gerolzhofen 400 a — d 

Haag (Niederlande) 233, 234 
Haag bei Wasserburg 993 
Halli.Tirol(?),Jesuitenkolleg205S 

Immenstadt 244 

Innsbruck, Jesuitenkolleg 1061 

Ingolstadt 946 

— Jesuitenkolleg 1062 

Kaisheim 299 

Karlsruhe (Galerie) 104, 351 

Kolbach 42 

Köln (Dom) 170 

— Galerie 445, 446 a— d 
Konstanz, Jesuitenkolleg 1051 

Landsberg, Jesuitenkolleg 1052 
Landshut 37 a— c(?), 196 

— Ansicht 209 

— Jesuitenkolleg 1060 

— Landschaftsgebäude 195 

— Trausnitz 78 
Langheim (?) 328 
Leopol, Schlacht bei 530 
Lichtenstein 253, 254 
Lippert, Sammlung siehe Privat- 
sammlungen • 

Mainz 278, 383, 924 

Mannheim 507, 512, 516, 520, 
533—538, 541—543, 547, 572, 
634, 639, 694, 700, 701 

Merlbach 43 

Mindelheim, Jesuitenkolleg 1056 

München: 

— Akademie d. bildenden Künste 
119 

— Akademie d. Wissenschaften 
845—854 



München: 

— Ansichten zur Ortskunde 193, 
194, 1039—1045, 1053 

— Augustinerkirche 2, 3 

— Belagerung 193 

— Clarissenkloster 189, 192 

— Deutsches Museum 156 

— Franziskanerkirche 47 a — c,69 

— Frauenkirche 26, 27, 560—562, 
566, 567 

— Generalkonsistorium des Isar- 
kreises 208 

— Georgianum 242 

— Herzog Maxburg 531 

— Isarlust 140 

— Jakobskirche am Anger 189 

— Maximilianeum 464 — 476 

— Ministerium des Äußern 140 

— Ministerium des Verkehrs 2 40 

— Peterskirche 48—53 

— Pinakothek 209, 298, 510, 
543, 945 

— Privatkapelle 450 

— Regierungspräsidium / 40, 208 

— Residenz 111, 157, 158, 160, 
186, 298, 315, 482—499, 506, 

577, 584, 585, 594, 596, 599(?), 
698, 699, 715, 761 

— Staatsarchiv 599 

— Stadtrentamt 1047—1066 

— Theatinerkirche 595 
Möschenfeld 59 

Neuburg a. D. 98, 99—101, 103 bis 
109, 112—114, 116, 138, 159,449, 

578, 595, 601, 640—642, 644, 
652, 654, 655, 687, 693, 697 

Neustift bei Brixen 222, 224 
Nördlingen 257, 258, 998 (?) 
Nürnberg: 

— Burgansicht 1046 

— Galeviel 19,345,346,377,689 

— Lorenzerkirche 400 a — c, 419 

— St. Martha 346 (?) 

— Sammlung 445, 878 
Nymphenburg 160, 210, 211, 

1013 



Orts-Verzeichnis. 



291 



Oberstdorf (Allgäu) 311a— c 
Oberwitteisbach 85, 891 
Ötting, Jesuitenkolleg 1063 
Ottobeuren 251a, b, 260—263, 
296, 297, 308, 316, 323 (?) 

Pähl 8 a— c. 

Paris (Louvre) 913 

— Sammlung Kann 506 
Parkany, Schlacht bei 526 
Passau 742(?)— 748(?), 972 
Peiting 323 
Pfarrkirchen 11, 12 
Piding 219 (?) 

Prag 105 

— Sammlung Nostitz 975 
Privatsammlungen: 

— Ainmüller 44a b, 231a — c 

— Boisseree 445 

— Lippert 206, 207 

— Reider 235, 248, 280, 329 a— c, 
330—334, 336—343, 345—347, 
350, 351, 361—364, 370, 372, 
373, 375, 376, 380, 382, 384 bis 
398, 403 a-c, 413, 416, 417, 
419—421, 424, 426, 429, 439, 
728, 729, 738, 752, 871 a, b (?), 
885(?), 899, 911, 919, 934, 935, 
950, 978, 979, 985, 988, 990, 1046 

— Wallersteinsammlung 913 

— Wilczek 435 

Regensburg 80, 973 

— Jesuitenkolleg 1047 
Reichenhall (?) 231 a— f 
Reidersammlung siehe Privat- 
sammlungen 

Rom, St. Peter 970 
Rosenheim 1 

Schleißheim 47a, 64, 78, 84, 104, 
119, 129, 133(?), 137, 140(?), 
141, 147, 149, 150, 172, 173, 181, 
183, 185, 187, 188, 191, 193, 194, 
197, 199, 200, 201, 300, 309 (?), 



315, 511, 521, 525, 527—530, 
539, 568, 569, 580, 582, 584, 
681, 720—724, 726, 734, 735, 
814, 816, 827, 1017, 1018, 1021, 
1024, 1047 

Söflingen 302 a— c 

Straßburg 315 

Straubing, Jesuitenkolleg 1057 

Strigonie (Belagerung) 529 

Stubenberg 24 

Stuttgart, Gemäldegalerie 281 

Tegernsee 23, 169 
Tramin 223 a — c 
Traunstein 66, 67 
Trient, Jesuitenkolleg 1050 
Trumsdorf 349a — c 

Ulm 245 
Untermenzing 63a, b 

Velburg 60, 61 

Wallersteinsammlung siehe Pri- 
vatsammlungen 

Wasserburg a. I. 17, 35, 36, 43 

Weihenstephan 47 a, 942 

Weissenburg a. S. 335 a— d, 367, 
369 

Wengen bei Ulm 300, 301 

Wettenhausen 76 

Wien 98, 527 

— Galerien 115, 380, 381 
Wiesbaden (Galerie) 104 
Wilczek (Sammlungen) siehe 

Privatsammlungen 
Würzburg 236, 354—359 

— Regierungspräsidium 140 

— Universitätssammlung 439 

Zbirov (Schloßansicht) 1070 
Zell (Allgäu) 247 a— d 
Zorneding 59 
Zweibrücken 179, 180, 198, 665 



19* 



C. Ikonographisches Verzeichnis.*) 



Abrahams Opfer 152 

— Begrüßung durch Melchise- 
deck 300 

Achatius 311b, 367 c 
Adam und Eva, Vertreibung aus 
dem Paradies 77 c 

— Sündenfall 555 
Afra(?) Martyrium 250 
Agatha 341, 447 

Ägidius 60, 227a, 311 b, 367c, 886 
Agnes 11, 247 d, 446 c, 897 b 
Andreas 16a, 56c, 248,279,314, 

371, 887, 889, 908, 930 
Anna 39, 368 a, 390 

— selbdritt 68 a, 223 b, 227a, 274a, 
884 

Antonius der Einsiedler 245, 
311b, 908, 960 

— Versuchung 71, 291 
Antonius von Padua 959 
Apollonia 214, 335 d, 447 

— Martyrium 252 

Apostel bei der.Bahre Maria 267 
Auffindung des hl. Kreuzes 342 
Augustin 222, 292, 305, 325 

Barbara 8 c, 36, 38 b, 67, 227a, 247a, 
277, 311 a, 335 a, 364, 365, 367 c, 
384, 877 c, 897 a, 921 

— Enthauptung 226 
Bartholomäus 5, 40, 56b, 227b, 

231c, 314 
Benedikt 230, 388, 876 b, 927, 978 



Bernhard 978 

Blasius 227 b, 311b, 367c 

C siehe auch K 
Christina 340 

Christoph 72, 227b, 311c 367c, 
897 b 

Christusdarstellungen: 
Christus 65, 152, 248, 305, 314, 

390, 981 
Christus-Kind 379, 578 

— auferstehend 567 

— kreuztragend 937 

— in der Kelter 65, 944 

— guter Hirt 556 b 

— am Kreuz 442, 480, 860, 861, 
864, 869, 871 b, 984, 985, 988, 993 

— Schweißtuch (vera icon) 59, 
231 i, 302 a, 566, 877 a, 879, 970 

— u. Magdalena 273, 865 

— u, Maria 364 

— als Schmerzensmann 8c, 316, 
439, 903, 911 

— als Schmerzensmann mit 
Maria 225, 306 

— als Schmerzensmann mit En- 
geln 933 

— u. Petrus 556 a 

— im Gespräch mit Johannes 
dem Täufer 333 

— u. die Ehebrecherin 414 

— u. die reuigen Sünder 945 



*) Verfaßt von Richard Hoffmann. 



.Ikonographisches Verzeichnis. 



293 



Christus als Kinderfreund 987 

— u. Johannes der Täufer 958 

— Prager Jesuskind 975 
Cyriakus 311c 

Dionysius 227b, 311a 
Dorothea 11, 35, 66, 216, 231 d, 

250, 259, 277, 363, 876 c 
Dreifaltigkeit 986, 990, 991 
Drusiana 3 

Edigna 9 

Egidius siehe Ägidius 

Elisabeth 4, 68a, 261, 331, 335b 

— Wunder 37 c, 74 

Engel 368b, 368c, 400e 561, 563, 
564, 565, 946 

— mit Leidenswerkzeugen 231 i, 
343 

— mit Schweißtuch Christi 59 

— der Verkündigung 247 b, 257, 
258, 262, 274 c, 307, 346, 367 a, 
403 c, 406, 446 b, 864 

Erasmus 227 b, 311a, 367c 
Eustachius 227a, 311a, 367c 
Eva, Erschaffung der 77 b, 389 

Fegfeuer 75 

Felicitas 400 d 

Fides 991 

Florian 231 a, 231 c, 889 

Franziskus 38 a, 362 

— Stigmatisierung 75, 900, 924 

Gallus 905, 978 
Genovefa 384 

Georg 24, 227 a, 255, 261, 311c, 
338(?), 405 b 

— Legende 275, 882 
Gereon 445(?), 928 

Gott Vater 275, 390, 404, 562, 863, 

901, 937 
Gregorius 305 

Hagar 952 

Heinrich 344, 349 a, 376, 405 a 

Heli 322 



Heraklius 89, 90, 342 

Herodes, Gastmahl des siehe Jo- 
hanneslegende 

Hieronymus 864, 889, 897a, 908, 
943 

Hortus conclusus 272 

Jakobus major 16 b, 41, 56 c, 314, 
344, 371, 908, 976 (?) 

— Legende 383, 409, 410, 4M, 412 
Jakobus minor 16a, 189, 248,371, 

884 
Jesse, Wurzel 888 
Jesuskind siehe Christuskind 
Joachim und Anna 39, 68 b(?), 

368 a, 390 

— Verkündigung des Engels an 
Joachim 42 

Jodok 302c, 366c 

Johannes, Evangelist 3, 5, 16a, 
56c, 60, 248, 314, 331, 332, 338, 
371, 480, 864, 908, 909, 921, 
947 (?) 

— auf Pathmos 88 

— unter seinen Feinden 296 

— der Täufer 8 b, 223 c, 259, 279, 
325, 333, 366 b, 866, 948, 981 

— Namengebung 357 

— Legende 76, 915, 916 
Joseph mit Kind 236 

Joseph und Putiphars Weib 440," 

579 
Josephs Verkauf 956 
Judas Thaddäus 16a, 56b, 371 
Jüngstes Gericht 30, 97, 310c, 

891, 919, 949 
Julitta 223 a 

K siehe auch C 

Kassius 928 

Katharina 4, 12, 36, 66, 227 a, 247 b, 
249, 260, 311a, 334, 335 c, 349 b, 
367 c, 400 d, 864, 876 b, 922, 978 

— Vermählung 508 

— Legende 17, 18, 19, 20, 21, 22, 
26, 27, 28 

Kilian 338 



294 



Ikonographisches Verzeichnis. 



Kilian-Legende 358, 359, 402 
Klara 6, 386, 890 
Koloman 358, 359 
Konrad 403 c 
Kunigunde 344, 349 b, 375 

— Legende 284, 285, 286, 287, 
288, 289, 290 

Lampertus(?) 302 a 
Laurdntius 297, 385, 400b 
Lazarus, Auferweckung 918 
Leonhard 15, 60, 61, 63b, 72, 231b, 
367 c(?), 400 b, 886 

— Legende 62 

Loth und seine Töchter 955 
Lucia 217, 304 
Luitgardis(?) 446 c 

Magnus 67, 311c 
Malehus 366c 
Mallosus 928 

Margaretha 6, 35, 67, 227 a, 231c, 
247 c, 311a, 367 c, 403 c, 876 c 

Mariendarstellungen: 

Maria 365, 480, 921, 937, 947 

— mit Kind 8b, 65, 69, 220, 251a, 
257, 281, 295, 331, 332, 334, 362, 
380, 546, 547, 862, 876 b, 887, 
904, 913, 936, 946, 951, 971, 972, 
973, 974 

— im Ährenkleid 219, 330 

— der Verkündigung 247 d, 263, 
274 b, 306, 363, 367 b, 403 c, 406, 
446 d, 864 

— im Hortus conclusus 272 

— und Schmerzensmann 225, 306 

— als Himmelskönigin 325, 364 

— Schutzmantelbild 373, 991 

— schmerzhafte Mutter 390, 864 

Marienleben: 

Begegnung Maria 37a, 44 b, 283, 

401b, 867, 991 
Bestattung Maria 266 
Darbringung Maria 899 



Geburt Maria 31, 399 
Heimsuchung 369 
Himmelfahrt Maria 281, 939 
Krönung Maria 1, 251b, 303, 366a, 

445, 888, 917, 995 
Maria im Wochenbett 271 
Pfingstfest 37 b, 397 
Tempelgang Maria 9, 229, 368c, 

502 
Tod Maria 37 b, 228, 265, 333, 

874 
Verkündigung Maria 33, 37 a, 

44 a, 56 b, 56 c, 152, 221, 251a, 

264, 280, 345, 401a, 417, 445, 

560, 863, 879, 883, 885, 991 
Verkündigung an die hl. Anna 

395 
Maria Kleophas (?) 877 c 
Maria Magdalena 12, 215, 273, 448, 

512, 865, 964, 989 

— Himmelfahrt 893, 908 
Maria Salome (?) 877b 
Martha (?) 912 

Martin 366b, 890 (?) 

Matthäus 16b, 56b, 248 

Matthias 16 b 

Mauritius 906 

Melchisedek begrüßtAbraham300 

Messe 29 

— des hl. Gregor 75, 874, 895 
Michael 237, 372 

Monika 222 

Nicasius 310a 

Nikolaus 90, 220, 302b, 311c, 338, 
367 c, 384, 906, 923 

— Legende 57, 312 
Norbert 325 

Nothelfer, die vierzehn 31 la, 31 Ib, 
311c, 367 c, 379 

Onuphrius 223 c 
Ottilia 276, 976 

Pantaleon 227 b, 311b, 367 c 
Passahmahl 301 



Ikonographisches Verzeichnis. 



295 



Paulus 7, 231i, 247c, 248, 400e, 
446 a, 915, 926 

— Legende 50, 51, 52, 53 
Petrus 7, 56 c, 231 i, 247 a, 248, 

314, 400 e, 446 a, 908, 916, 927, 
930 

— Legende 48, 49, 50 

— Verleugnung 503, 967 

— und Christus 556 a 
Philippus 16b, 40, 314, 884 
Pietä siehe Beweinung Christi 

Quiricus 223 a 
Quirin 10 c(?), 14 

Rochus 302c, 890 
Rosenkranzbild 75 
Rupprecht 220 

Salomos Urteil 313 

Samuel, Geburt des Propheten 
322 

Scholastika 926 

Schutzmantelbild siehe Marien- 
darstellungen 

Sebald 367 a, 367 b 

— Legende 920 

Sebastian 60, 63 b, 227 b, 231a, 
231b, 302b, 310b, 386, 400b, 
890, 908, 942, 976 

— Martyrium 934 
Sigismund 10c 
Silvester 89, 293, 296 
Simon 16b, 294, 371 

Sippe, heilige 58, 218, 381, 400 a, 

403 a, 403 b, 404 
Spes 991 
Stephanus 227c 

— Steinigung 54 
Susanna 403a 

Szenen aus dem Leben 
und Leiden Christi: 

Abendmahl 47 a, 393, 965 
Abschied Christi von seiner 
Mutter 308, 391, 548 



Anbetung des Kindes 33, 37a, 
37 b, 42, 251b, 268, 274 b, 276, 
277, 345, 346, 370, 401a, 413, 
446 d, 880, 902 

Anbetung der Könige 213, 244, 
246, 253, 256, 274c, 339, 361, 
446 b, 874, 878, 938, 940 

Auferstehung Christi 37a, 317, 
450, 556 b, 567, 868, 966, 998 

Beschneidung Christi 258, 274b, 
898 

Beweinung Christi 70, 86, 91, 
309, 407, 989 

Christus vor Kaiphas 242, 394, 
874, 935 

— vor Pilatus 53, 336 

— in der Vorhölle 398 

— im Tempel 991 
Darbringung im Tempel 341, 382, 

401b, 446 d, 991 
Dornenkrönungl3b, 55,270,329 b, 

337, 353, 356, 874 
Ecce homo 270, 307, 329 c, 360, 

874, 910 
Einzug Christi in Jerusalem 269, 

392 
Entkleidung Christi 13b 
Familie heilige 1037 

— bei Tisch 961 

Flucht nach Ägypten 340, 374, 

446 b, 953, 954, 957 
Frauen am Grabe Christi 151 
Geburt Christi 248, 991 
Gefangennahme Christi 13b, 47c, 

354, 874 
Geißelung 13a, 47b, 51, 224,299, 

357, 395, 896 
Grablegung 243, 408, 554 c, 931 
Himmelfahrt Christi 37b, 274c 
Kreuzabnahme 329c, 556a, 941, 

969 
Kreuzannaglung 13 a, 23, 352, 874 
Kreuzigung 2, 8a, 10a, 13b, 43, 

47 a, 50, 56 a, 64, 73, 85, 87, 

93, 213, 299, 316, 329a, 545, 

554a, 870, 876a, 877a, 881, 921, 

968, 978, 979 



296 



Ikonographisches Verzeichnis. 



Kreuzschleppung 13a, 23, 47c, 
9, 92, 310b, 329b, 396, 554b, 
894, 930, 963 

Ölberg 13a, 47b, 52, 269, 310a, 
355, 871a, 930, 944 

Passion 924, 925 

Taufe Christi 297, 356, 445 

Verleugnung Petri 967 

Verspottung 874 

Vorbereitung zur Kreuzigung 34 

Thebaische Legion 928, 929 
Thomas 16a, 56 b, 65 
Tobias 157 
Totnan 358, 359 

Ulrich 311b, 407 
Urban 25, 63 a, 401c 
Ursula 339, 448, 962 
— Martyrium 10b 
Ursus 929 



Veit 227 b, 311c, 367 c 

— Martyrium 71 

Vera icon siehe Christusdarstel- 
lungen 
Verdammnis 254 
Verlorener Sohn, Gastmahl 557 
Veronika 38a, 448, 932 
Vertreibung aus dem Paradies 77c 
Vigilius 223 c 
Viktor 928, 929 
Vitalis 245 
Vitus siehe Veit 

Wilhelm 260 

Wolfgang 223 c, 276, 302 a, 349 c 

— Legende 350, 351 

Ysachar 403 b 

Zacharias im Tempel 355 
ZehntausendChristen,Martyrium 
der 875 



D. Namen- Verzeichnis. 

(Fürstlichkeiten sind unter E besonders aufgeführt.) 

Nummern in Antiqua weisen auf Porträtdarstellungen in der Sammlung hin. 

Nummern in Kursiv weisen auf gelegentliche Erwähnung hin. 



Acholdinger, Hans Aman 119 
Adelshausen, Kordula von 125 
Amman, Gottfried 321 
Andree, Andreas 838 
Anna, Äbtissin von Heggbach 757 
Aquaviva 486 
Arco, Graf 831 
Ascoli, de 485 

Barry, du Gräfin 544 
Barth, Johann Matthäus 427 

— aus München 139 
Bauer, Sebastian von 424 
Baumann, Michael 728 
Baumgartner, Georg 119 
Bibra, Lorenz von 401a 
Blendinger, Georg 235 
Bonella zu Vorrär 123 

Boos, Roman, Sohn des 203, 204 
-^ Familie 205 
Borselen, Frank van 593 
Botschin, Maria 119 
Braun 850 
Brugmayer, Anton 177 

— Maria Anna Theresia 178 
Bugenhagen, Johann 729 
Buseck, Christoph von 752 

Christian von Passau 744 
Closen 126 

— Eleonore von 119 

— Hans Ritter von 24 



Commendonus 495 
Cronegg 132 

Dernbach, Philipp von 426 
Bamberg, Margarete von 24 

Ebner, Hieronymus 999 
Eck, Leonhard von 97 

— Oswald von 97 
Einsele, Nepomuk 175 

— Susanne 176 
Eisenreich, Regina 127 
Erasmus, Bischof von Limburg 

315 
Este, Rinaldo de 482 

Falkenstein, Johanna Freiin von 

444 
Fels, Elisabeth von 119 

— Felicitas von 119 
Fennd, Erasmus 139 
Firmian von Salzburg 749 
Frauenberg, Anna von 119 

— Anastasia von 119 

— Ehrentraut 122 

— Georg von 821 
Freiberg, Felicitas von 97 

— Hildegard 309 

— Melchior 309 

— Sebastian 309 

Öpfingen, Johanna von 444 

Frolich, Konrad 988 



298 



Namen-Verzeichnis. 



Fugger Jakob 124 
Fürleger 436 

Gankoffer, Jörg 45 
Gerhäuser 332 
Geuder 361 

— Martin 999 
Gilbert, Gregorius 516 
Glockengießer aus Ulm 318 
Gottfried von Passau 746 
Grelandt, Leonhard 999 
Grundherr, Leonhard 999 
Gumppenberg, Corona von 119 

— Susanna von 119 

Haczenauer 788 
Haderthau, Helena 986 

— Sophie 986 

Hagen, Franz, Familienbildnis 

159 
Haimhausen, Siegmund Graf von 

852 
Haindlin, Katharina 131 
Haller, Georg 131 
Hardöck, Elisabeth Gräfin 119 
Harsdörfer, 423 

— Wolf 400 a, b, 
Hartwanger Michael 197 
Haslang, Wilhelm von 69 

— Rudolf von 119 
Heilinggraber aus Augsburg 309 
Heinrich, Zimmermeister 46 
Heiß, H. 762 

Helfenstein, Katharina Gräfin/ IP 
Hochkircher, Judith 119 
Hofer, Andreas 856 
Holl, Elias 319 

— Gattin 320 

Holtzschuher, Hieronymus 999 
Hörn, Kunz aus Nürnberg 400 a 
Hörnlin aus Augsburg 309 
Hundt, Jacobäa 128 

Imhof 423 

— Johann Christoph von 428 

— Konrad 348 
Jordan, Elisabeth 132 



Kainin, Anna Maria 119 
Kaltenofen, Johann 366a 

— Konrad 366 a, c 
Karler, Hans 70 
Kebitz, Elisabeth 986 
Kellerhofen, Moritz 456 
Kenedy 849 

Khuenach, Anna von 119 
Kuhn von Belassy, Johann Georg 

989 
Kirchberg, Grafen von 978, 979 
Königsegg Elisabeth von 119 
Königsfeld, Helena Gräfin 123 
Köpf 980 

Kreitmaier, W. Xaver von 190 
Krentzler Johannes 801. 

Lamberg Benigna von 119 

Liher, Ulrich 120 

Limprun 851 

Lodron, Veronika Gräfin von 989 

Lori 853 

Lösch, Jacoba 119 

Lustenau, Wilhelm von 260 

Luther, Martin 438 

Marees, Georg de 206 
Maxirainer 1000 
Medici, Hippolyt 488 
Melanchthon 419 
Messenbech, Daniel 122 
Miller, Franz von 462 
Möhringer, Barbara 416 
Molin, Madame (?) 532 
Monte, de 487 
Motschiller, Hans 985 
Muffel, Jakob 999 

Neudecker 990 
Nothaft, Elisabeth 119 

— Jacobäa 119 

— Ursula 119 
Nützel, Caspar 999. 

Oberan, Katharina 119 
Oettingen, Euphrosyne von 119 
Osaska, Gräfin 141 



Namen-Verzeichnis. 



299 



Ostein, Johann Friedrich von 755 
Osterwald 854 

Palioti 492 
Pappenheim 69 

— Jacobäa 126 

Parsberg, Sophia Freiin 119 
Patschin siehe Botschin 
Paumgarten, Gräfin 430 
Pernerin, Johanna 119 
Peruglo 490 
Pettenbeck 938 

— Maria von 993 
Pfeffinger (Stammbaum) 77 a 
Pienzenau 361 

Pilcheram 795. 
Pödschach, Anna von 119 
Poppo von Passau 745 
Pranger, Georg 461 
Pränsterer 980. 
Prannd, Reinprecht 125 
Präunin, Martha 758 
Preysing, Familie 987 

— Hans Friedrich 128 

— Ulrich von 119 

Ramig, Rosina 120 
Ramsauer, Elsbeth 86 

— Ulrich 85 
Rappolstein, Anna Claudina 

Gräfin von 812 

— Johann Jakob Graf von 812 
Reichenbach, Georg von 457 
Reindorf, Sophia von 119 
Reinnach, Anna von 119 
Reutter, Euphemia 986 
Richarius von Passau 743 
Riedler, Münchner Patrizier 94 
Rill, Hans zum Sirgenstein 766 
Rüngerin 760 

Schega, Franz Andreas 174 
Schelhamer, Johann 419 
Schellenberg, Anna von 119 

— Judith von 119 
Schmidt 479 
Schneider (Familie) 858 



Schönborn, Johann Philipp von 
581 

— Lothar Franz 754 
Schowinger, Bartholomäus 764 
Schrenk, Münchner Patrizier 94 
Schürf, Kari 127 

Schwab 794 

— Katharina 795 
Schweikhard, Johannes 753 
Seiboltsdorff, Viktor von 121 
Seinsheim, Adam Friedrich Graf 

von 425, 432 
Sickingen 751 

Sirchenstain, Joachim von 119 
Soiter, aus Landsberg 309 
Spinola 454, 496 
Stamp 759, 760 
Stein-Harthausen, Heinrich von, 

Familie 994 
Sterzinger 848 
Straub, Johann Baptist 202 
Sulz, Johanna Gräfin 119 

Tetzel, Karl 422 
Thanner, Ignatius 756 
Thauner von Mühlheim 987 
Thompson, Benjamin Graf von 

Rumford 844 
Tilly 789 

Topor-Morawitzky, Joseph Cle- 
mens Graf 832 
Trembachin siehe Treuberg 
Trenk, Franz Seraph von der 824 
Treuberg, Maria von 119 
Troyer Magdalena 806 
Truchseß von Waldburg, Susanna 

989 
Tucher, Anthoni 999 

Viatis, Ursula 400 a, d 
Villars, Marquis von 516 

— Louis Hektor von (?) 522 
Viskonti 983 

Vivien, Joseph 520 
Vivilo von Lorch 742 
Vogtin, Cäcilia 132 



300 



Namen-Verzeichnis. 



Wagin Margaretha 119 
Watzier, Sidonia 124. 
Weichs, Siegmund von 119 
Weikmann, aus Ulm 318 
Weissin, Maria Anna Theresia 

178 
Weissner aus Schongau 309 
Weittingen, Agnes von 119 
Westenrieder, L, von 847, 855 
Wid(i)mann, Joh. Friedr. von 810 
Widnmann Ignatius von 811 
Wille, J. G. 207 



Wolfgang von Passau 748 
Wolfsthurn von 806 
Wolter 846 

Zaupser 845 

Zick, Hieronymus Franz 828 

Zollner 981 

— Katharina 984 

Zwingenstein 309 



E. Fürstlichkeiten. 

Nummern in Antiqua weisen auf Porträtdarstellungen in der Sammlung hin, 
Nummern in Kursiv weisen auf gelegentliche Erwähnung hin. 



Adelheid Henriette, Kurfürstin 

von Bayern 441, 603 
Albrecht IV., Herzog von Bayern 

47 b, 48, 52, 78, 106, 284, 289, 

594 

— V., Herzog von Bayern 101, 
129, 595, 598 

Amalie Maria, Kurfürstin von 
Bayern, Kaiserin 160, 188, 613, 
615, 618 

Anna,Herzogin von Zweibrücken- 
Veldenz (?) 95 

— Kurfürstin von Bayern 130 

— Christiane Luise, Prinzessin 
von Sulzbach 582 

— Maria Karoline, Prinzessin 
von Bayern 192, 521, 607 

— Maria Luise, Kurfürstin von 
der Pfalz 658 

— Königin von England 719 

— Herzogin von Longueville 513 

— Erzherzogin von Österreich 
234, 695 

— Kurfürstin von Sachsen 483 
August, Pfalzgraf von Sulzbach 

646—648 
Auguste Wilhelmine, Kurfürstin 
von Bayern 674, 675 

Beatrix, Gräfin von Sponheim 100 
Brigitta, Gräfin von Sponheim/ 00 



Cäcllia Renata, Königin von Polen 
571 

Christian III., Herzog von Zwei- 
brücken-Birkenfeld (?) 433 

— August, Pfalzgraf von Sulz- 
bach 649 

Christine, Prinzessin von Sa- 

voyen(?) 711 
Claudia Felicitas, Kaiserin von 

Österreich 697 

Eberhardine Katharina, Prin- 
zessin von Württemberg 681 

Eleonore Magdalena, Prinzessin 
von Pfalz-Neuburg 656 

— Herzogin von Mantua 690, 693 

— Herzogin von Modena 712 
Elisabeth, Gräfin von Sponheim 

100 

— Auguste, Prinzessin von Pfalz- 
Neuburg 652 

— Maria, Kurfürstin von Bayern, 
Gemahlin Maximilian 1. 599,600 

Kurfürstin von Bayern, Ge- 
mahlin Karl Theodors 241, 327, 
662(?), 663 

Charlotte, Prinzessin von 

Pfalz-Simmern 655 

— Erzherzogin v. Österreich 233 

— Christine, Kaiserin von Öster- 
reich (?) 703 



302 



Fürstlichkeiten. 



Ernst, Herzog von Bayern, Ad- 
ministrator von Passau 1 10, 315 
Kurfürst von Köln 730, 747 

Ferdinand, Herzog vonBayern 993 

— Maria, Kurfürst von Bayern 
137, 163, 602 

Innocenz, Prinz von Bayern 

521, 611 
Ferdinand Franz, Erzherzog von 

Österreich 696 

— I., Kaiser von Österreich 1 15 
IL, „ „ „ d95 

-in-, „ „ „572,696 

— L, Herzog von Toskana 706 
Franz, Herzog von, Alengon 715 

— IL, Kaiser von Österreich 201 

— Prinz von Toskana 707 
Friedrich L, Kurfürst von der 

Pfalz 83 

— IL, Kurfürst von der Pfalz 
84, 112, 116 

— IIL, Kurfürst von der Pfalz 636 

— V., „ „ „ „ 638, 
639 

— Graf von Sponheim WO 

— Pfalzgraf von Zweibrücken- 
Veldenz-Parkstein 641 

— Michael, Herzog von Zwei- 
brücken-Birkenfeld 539, 541 

— IIL, Kaiser von Österreich 685 

Georg, Graf von Sponheim 100 

Helena, Gräfin vofl Sponheim 100 

— Prinzessin von Bayern 597 
Helica, Pfalzgräfin von Bayern 977 
Henriette Anna, Herzogin von 

Orleans 515 

Isabella, Königin von Spanien 717 
Jakob IL, König von England (?) 

720 
Jakobäa von Holland -Straubing 

592 

— Herzogin von Bayern 101, 103, 
104, 108 



Johann, Herzog von Bayern 80 

— IL, Graf von Sponheim 100 

— Kasimir, Pfalzgraf 637 

— Theodor, Prinz von Bayern, 
Kardinal 171, 521, 591, 736, 737 

— Wilhelm, Kurfürst von der 
Pfalz 657, 659 

— Friedrich, Kurfürst von 
Sachsen 437 

— IIL, Sobieski,Königvon Polen 
725 

Johanna, Gräfin von Sponheim 

100 
Joseph L, Kaiser von Österreich 

698, 700 

— IL, Kaiser von Österreich 705 

— Erzherzog, Kaiser von Öster- 
reich 201 

Karl IIL, Herzog von Zwei- 
brücken-Birkenfeld 665 — 667 

— Albert (Kaiser Karl VIL), Kur- 
fürst von Bayern 161, 162, 521, 
612, 614, 616, 617 

— Georg, Pfalzgraf von Zwei- 
brücken-Veldenz (?) 525 

— Theodor, Kurfürst von Bayern 
201, 326, 443, 510, 660, 661 (?), 
664 

— Herzog von Lothringen, Kar- 
dinal 731 

— der Kühne, Herzog von Bur- 
gund 714 

— IL, König von England (?) 721 

— VI., Kaiser von Österreich 702 

— Emanuel Magnus, Herzog von 
Savoyen 709 

— X., König von Schweden 724 

— XII., „ „ „ 722 
Karoline, Herzogin von Zwei- 
brücken-Birkenfeld 580 

— Königin von Bayern 677, 678 
Katharina, Gräfin von Sponheim 

100 
Klemens August, Prinz v. Bayern 
165, 169, 170, 521, 734, 735 



Fürstlichkeiten. 



303 



Klemens Franz von Paula, Prinz 

von Bayern 624 
Kunigunde, Herzogin von Bayern 

47 c, 52, 284 

— Herzogin von Sachsen 444 

Ludwig IV., Kurfürst von der 
Pfalz 81, 82 

— V., Kurfürst von der Pfalz 1 1 1 

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— (X.),HerzogvonBayern-Lands- 
hut 79, 109 

— I., König von Bayern 212, 680 

— n-5 ,5 55 55 477 

— IL, „ „ Ungarn 114 
Luitpold, Prinz-Regent v. Bayern 

478 

Magdalena, Herzogin von Pfalz- 
Neuburg 645 

— Königin (?) von Österreich 688 
Margareta, Kurfürstin von der 

Pfalz 633 

— Erzherzogin von Österreich 
689 

Maria, Gräfin von Sponheim 100 

— Anna, Kurfürstin von Bayern, 
Gemahlin Maximilian I. 138, 
601 

— — Kurfürstin von Bayern, Ge- 
mahlin Maximilians III. 155, 
201, 587(?), 628, 632, 995 

Prinzessin von Bayern 625 

— Antonie,Kurfürstin vonBayern 
606 

— Herzogin von Cleve 687 

— Theresia, Königin von Frank- 
reich 514, 716 

— Anna, Prinzessin von Modena 
712 

— — Kaiserin von Österreich 
694 

Prinzessin von Österreich 

696 
' Prinzessin von Österreich 

701 



Maria Theresia, Kaiserin von 
Österreich 237, 704 (?) 

— Theresia, Kaiserin Gemahlin 
Franz II. 201 

— Franziska, Königin von Portu- 
gal 718 

— Antonie Walpurga, Kurfürstin 
von Sachsen 531, 621, 622 

Matthias, Kaiser von Österreich 

691 
Mathilde, Pfalzgräfin (?) 634 
Max I., König von Bayern 669, 

672, 673, 676 

— IL, König von Bayern 463 

— Emanuel, Kurfürst von Bayern 
148-150, 153, 509, 521, 523, 
524, 604 

Maximilian, Kurfürst von Bayern 
137 

— III., Kurfürst von Bayern 154 
540, 626, 627, 629—31, 995 

— L, Kaiser von Österreich 29, 
686 

— (III.), Erzherzog von Österreich 
692 

Mechtildis, Herzogin von Bayern 

101, 118, 595 
Moritz, Kurfürst von Sachsen 682 

Otto von Witteisbach 977 

— Heinrich, Herzog von Pfalz- 
Neuburg 102, 315, 635 

Pfalzgraf von Sulzbach-Hil- 

poltstein 640 

Philibert, Prinz von Savoyen 710 
Philipp, Kurfürst von der Pfalz 
633 

— der Kriegerische, Herzog von 
Pfalz-Neuburg 98, 113, 315 

— Ludwig, Herzog von Pfalz- 
Neuburg 643 

— Moritz, Prinz von Bayern 164, 
521 

— August, Erzherzog von Öster- 
reich 696 



304 



Fürstlichkeiten. 



Renata, Herzogin von Bayern 452 

Sigismund, Herzog von Bayern 40 
Sophie, Prinzessin von Bayern 

679 
Susanna, Herzogin von Pfalz-Neu- 
burg 99, 105 

Theodo, Herzog von Bayern 101, 

595 
Theresia Benedikta, Prinzessin 

von Bayern 172 
Therese Kunigunde Karoline, 

Kurfürstin von Bayern 166, 

521, 605 
— Emanuela siehe Maria Anna 

Karoline,Prinzessin vonBayern 



Ulrike Eleonore, Prinzessin von 
Schweden 723 

Wilhelm IV., Herzog von Bayern 
96, 101, 107, 595, 596 

— Prinz von Bayern 101 

— V., Herzog von Bayern 451 

— Graf von Sponheim 100 
Wilhelmine Amalie, Kaiserin von 

Österreich 699 
Wolfgang Friedrich, Herzog von 
Pfalz-Neuburg 650, 651 

— Wilhelm, Herzog von Pfalz- 
Neuburg 644, 645 



Dr. C. Wolf & Sohn, München. 




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Nr. 2. Oberbayerisch 
(Münchner Schule). 
Ende des XlV.Jahrh. 



Christus am Kreuz. 

Aus der Augustinerkirche 

in München. 




Nr. 3. Oberbayerisch 
(Münchner Schule). 
Ende des XlV.Jahrh. 



Auferweckung der Drusiana. 

Aus der Augustinerkirche 

in München. 




Nr. 8a. Bayerisch. 
Anfang des XV. Jahrh. 



Pähler Altar (Mittelstück). 
Christus am Kreuz. 




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Nr. 36. Bayerisch 

(Inn-Salzach- 

Gegend) gegen 1490. 



St. Katharina 

und Barbara. 

Aus Wasserburg, 



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Nr. 43. Bayerisch von 1491. 
(Meister Steffan von Wasserburg?) 



Kreuzigung Christi. 
Aus Baumburg. 




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Nr. 48, Jan Pollack. 



Petri Altar. 
Petrus heik einen Besessenen. 




Nr. 50. Jan Pollack. 



Petri Altar (Vorderseite). 

Paulus und Petrus beschwören 

den Magier Simon. 




Nr. 50. Jan Pollack. 



Petri Altar (Rückseite). 
Kreuzigung Christi. 




Nr. 53. Jan Pollack. 



Petri Altar (Vorderseite). 
Geißelung des hl. Paulus. 




Nr. 53, Jan Pollack. 



Petri Altar (Rückseite). 
Christus vor Pilatus. 



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Nr. 54. Oberbayerisch (Münchner 
Schule). Ende des XV.Jahrh. 



Steinigung des 
hl. Stephanus. 




Nr. 64. Oberbayerisch 
gegen 1500. 



Kreuzigung Christi. 




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Nr. 73. Bayerisch von 1512. 



Kreuzigung Christi. 




Nr. 79. Hans Wertinger 
gen. Schwabmaler. 



Bildnis Herzog Ludwigs X. 

von München-Landshut. 

Von Schloß Trausnitz. 




Nr. 94. Wolfgang Mielich. 



Bildnis eines Münchner 
Patriziers. 




Nr. 95. Hans Mielich. 



Bildnis einer jungen Frau 
mit ihrer Tocliter. 




Nr. 99. Ludwig Refinger (?) 



Bildnis der Pfalzgräfin Susanna 
von Pfalz-Neuburg. 




Nr. 110. Barte! Beham. 



Bildnis des Herzogs Ernst, 
Administrators von Passau. 




Nr. 117. Hans Schöpfer 
der Ältere. 



Bildnis einer vornehmen 
Dame. 




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Nr. 137. Nikolaus Brucker 
(Prugger[?]) 



Bildnis des Kurfürsten Maximilian 

von Bayern und seines Sohnes 

Ferdinand Maria. 




Nr. 148. J. G. Vockhetz. 



Bildnis des Kurfürsten 
Max Emanuel von Bayern. 




Nr. 169. Georg de Marees. 



Bildnis des Prinzen 
Clemens August von Bayern. 



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Nr. 172. Georg de Marees. 



Bildnis der Prinzessin 
Theresia Benedicta von Bayern. 




Nr. 190. Franz Joseph Winter. Bildnis des bayerischen Kanzlers 

W. Xaver von Kreitmaier. 




Nr. 203. Joseph Hauber. 



Bildnis eines Sohnes des 
Akademiedirektors Roman Boos. 




Nr. 205, Johann Georg Edlinger. 



Bildnis der Familie des 
Bildhauers Roman Boos. 




Nr. 206. Christian Wink. 



Bildnis des Hofmalers 
Georg de Marees. 







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Nr. 235. Johann Kupetzky. Bildnis]]des Malers Blendinger. 




Nr. 245. Schwäbisch 
um 1440. 



Die Heiligen 
Vitalis und Antonius. 




Nr. 246. Schwäbisch (?) 
um 1440. 



Anbetung der hl. 3 Könige, 




Nr. 247 c und 247 d. 
Johann Striegel. 



Die Heiligen 
Margarethe und Agnes. 




Nr. 249 und 250. 
Schule des Konrad Witz 



Die Heiligen 
Dorothea und Katharina. 




Nr. 257. Friedrich Herlin. 



Maria mit dem Kinde. 
Aus Nördiingen. 





Nr. 270. Schwäbisch 
(Ulmer Schule?) um 1470. 



Dornenkrönung Christi 
und Ecce homo. 




Nr. 276. Schwäbisch 
gegen 1470. 



Die Heiligen 
Wolfgang und Ottilia. 





Nr. 296 u. 297. 
Bernhard Strigel. 



Johannes Ev. und Taufe Christi. 
Aus Ottobeuren. 




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Nr. 304. Schwäbisch um 1510. 

(In der Art des B. Zeitblom.) 



Hl. Lucia. 




Nr. 310a. Jakob Schick. HI. Nicasius. 



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Nr, 315. Christoph Ainberger(?) 



Bildnis Herzog Philipps 
von Pfalz-Neuburg. 




Nr. 318, Schwäbischer Meister 
von 1612. 



Bildnis einer Ulmer 
Patrizierin. 




Nr. 329b. Fränkische Schule Bamberger Altar. 

von 1429. Kreuzschleppung Christi. 




Nr. 329 b. Fränkische Schule 
von 1429. 



Bamberger Altar 

(Rückseite) 
Dornenkrönung. 




Nr. 329 c. Fränkische Schule 
von 1429. 



Bamberger Altar. 
Kreuzabnahme. 




Nr. 329 c. Fränkische Schule 
von 1429. 



Bamberger Altar 
(Rückseite) 
Ecce homo. 




Nr. 330. Fränkisch 
um 1430. 



Madonna 
im Ährenkleide. 




Nr. 339. Fränkisch gegen 1470. Anbetung der hl. 3 Könige. 




Nr. 345. Nürnbergisch 

(Schule des Hans PleydenwurfP) 

um 1470—80. 



Verkündigung Maria. 




Nr. 356. Fränkisch um 1480—90. 



Dornenkrönung Christi. 




Nr. 361. Fränkisch um 1490. 



Anbetung der hl. 3 Könige, 




Nr. 381. Nach Albrecht Dürer. 



Hl. Familie. 





Nr. 385 u. 386. 
Hans von Kulmbach. 



Die Heiligen 
Laurentius und Stephan. 




Nr. 387. Hans von Kulmbach. 



Hl. Bischof. 




Nr. 389 u. 392. 
Paul Lautensack. 



Erschaffung der Eva und 
Einzug Christi in Jerusalem. 




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Nr. 400a. Wolf Traut. 



Artelshofener Altar (Mittelbild). 




Nr. 402. Fränkisch um 1515—20. 



HI. Kilian. 



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Nr. 441. Gottfried Kneller. 



Bildnis der Kurfürstin 
Henriette Adelheid von Bayern. 




Nr. 443. Joh. Georg Ziesenis. 



Jugendbildnis des 
Kurfürsten Karl Theodor. 




Nr. 449. Rheinisch in der Art des 
Meisters vom Tode Maria. 



Männliches Bildnis. 




Nr. 517. Paul Mignard. 



Bildnis eines jungen Prinzen 
aus dem Hause Savoyen(?) 




Nr, 520. Joseph Vivien, 



Selbstbildnis. 




Nr. 539. Louis Tocque. 



Bildnis des Pfalzgrafen Michael 
von Zweibrücken-Birkenfeld. 







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Nr. 568. Peter de Witte 
gen. Candid. 



Allegorische Darstellung 
der Reiherjagd. 




Nr. 587. Peter Jakob Horemans (?) 



Kurfürstin Maria Anna 
von Bayern. 



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