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Full text of "Kinderlied und Kinderspiel im Kanton Bern. Nach mündlicher Ueberlieferung gesammelt von Gertrud Züricher"

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Schriften der Sehweizeriselien Gesellschaft für Volkskunde. 
Publications de la Societe Suisse des Traditions Populaires. 



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Kinderlied und Kinderspiel 



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Kanton Bern. 



Nach mündlicher Ueberlieferung gesammelt 



Gertrud Züricher. 




Zürich. 

Verlag der Schweizerischen Geseilschaft für Volkskunde. 

Druck von Emil Cotti's W;^. 

1902- 



Digitized by the Internet Archive 

in 2010 with funding from 

University of Toronto 



http://www.archive.org/details/kinderliedundkinOOzr 



Schriften der Sehweizeriselien Gesellschaft für Volkskunde. 
Pubheations de la Societe Siiisse des Traditions Populaires. 

2 ^^^ 



Kinderlied und Kinderspiel 



im 



Kanton Bern. 



Nach mündlicher Ueberlieferung gesammelt 
von 

Gertrud Züricher. 



Zürich. 

Verlag der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde. 

Druck von Emil Cotti's Wwe. 

1902. 



N0V261968 



Vorwort. 

Angeregt durch Herrn Prof. Dr. Singer's „Volkskundliche 
Hebungen" an der Berner Universität beabsichtigte ich, eine 
Sammlung von stadtbernischen Kinderreimeu anzulegen, da ich 
aus meiner Kinderzeit deren noch eine grössere Anzahl in Er- 
innerung hatte und als Lehrerin hoffen durfte, von meinen Schüler- 
innen noch weitere Beiträge bekommen zu können. Da nun 
aber Herr Dr. Zahler in Müncheubuchsee so freundlich war, 
mir auch von seinen Schülern Reime aufschreiben zu lassen, be- 
schloss ich, die Sammlung auf den ganzen Kanton auszudehnen. 
Ich erliess zu diesem Zwecke einen Aufruf in der schweizer, 
i sehen Lehrerinnenzeitung, der zur Folge hatte, dass mir aus den 
verschiedensten Kantonsteilen Beiträge in reicher Zahl zuge- 
schickt wurden. 

Die ganze Sammlung beruht auf mündlicher Ueberliefer- 
ung, und es befindet sich in derselben kein Reim, der nicht von 
Kindern oder im Verkehr mit Kindern gebraucht würde. Wohl 
waren eine grosse Anzahl derselben ursprünglich nicht für Kinder 
bestimmt, aber da ja Volkslied und Kinderlied nahe verwandt 
sind, haben die Kinder dieselben mit der Zeit in ihren Verschen- 
schatz ebenfalls aufgenommen. So weit es thunlich war, habe 
ich diese Kategorie in einer eigenen Gruppe zusammengestellt ; 
eine Anzahl jedoch (z. B. Spottverschen) habe ich des Inhalts 
wegen in andere Gruppen eingereiht, wo man sie übrigens leicht 
herausfinden wird. 

Lieder, Reime, Schnadahüpfeln, die mir nur von Erwach- 
senen zugiengen, ohne dass ich erfahren konnte, ob sie den 
Kindern auch geläufig sind, habe ich weggelassen, ebenso die 
Beiträge, die ich aus andern Kantonen wie Aargau, Basel, 
Zürich, Appenzell, St. Gallen, Graubünden erhielt. 

Es ist wohl hohe Zeit, solche Sammlungen vorzunehmen, 
wenn das Alte und wirklich Volkstümliche nicht verloren gehen 
soll; denn manche Reime, die die Kinder gar nicht mehr oder 
nur bruchstückweise kannten, haben noch einige Grossmütterchen 
aus der Kinderzeit her treu in ihrem Gedächtnis bewahrt. Immer- 



hin giebt es eine Anzahl Lieder, von denen man mir nur noch 
einzelne Zeilen zu sagen wusste, und die ich trotz eifrigen Nach- 
forschens nirgends mehr in ihrem vollen Umfange auftreiben 
konnte. Bei der gegenwärtigen Hochflut moderner Kinderbücher 
dürfte in zehn oder zwanzig Jahren vieles, was jetzt nicht ge- 
sammelt wird, für immer verloren sein. In der Hoffnung, es 
könnte doch jemandem die Fortsetzung des einen oder andern 
bekannt sein, setze ich diese Bruchstücke her: 

Der Guggcr uf cm Zun 
Weiss allerlei Figiire. 

Der ('liünig i sym Zotteiroek, 
Kr sitzt iif synein (TUtschebock. 

Es fröiit Uli nüt nieh z'läbe, 

Es waclist liier e Cliroi)f '"^"^ Hals. 

Sibe Cliittel lia-n-i nid, 
I ha nmiie-ii-eine, 
Clia Uli nüsti meine. 

E wyssi Fron 

Hocket linderem Boiim lygl. No. 54). 

Im Chrachewald bi-n-i gebore, 
My Vatter isch e Cliorber gsy, 
My Miieter isch im Schnee erfröre. 

Einige andere, von denen noch grössere Bruchstücke vor- 
handen waren, habe ich der Sammlung einverleibt. 

Obschon ich die Sammlung während fünf Monaten betrieben 
habe, bin ich überzeugt, dass sie sich noch beträchtlich vergrös- 
sern Hesse, wenn man in jeder Ortschaft verständnisvolle Kontri- 
buenten finden könnte. 

Bernisch ist meine Sammlung insofern, als alle Nummern 
im Kanton Bern gesammelt wurden; natürlich aber kommen 
viele derselben auch in der übrigen Schweiz, sowie in Deutsch- 
land und Oesterreich vor, und eine Anzahl derselben lassen an 
ihren fremden Federn leicht erkennen, dass sie von andern Ge- 
genden hergeflogen sind. Da sie aber einmal in Bern heimisch 
geworden sind, und zwar viele derselben seit langen Jahren, 
gehören sie auch in die Sammlung. Sie können ja auch für 
denjenigen interessant sein, der sich speziell mit der Verbreitung 
und dem Wandern der einzelnen Verschen abgiebt. Immerhin 
bilden die schriftdeutschen Stücke nur einen kleinen Bruchteil 
der Sammlung, da ich von den ursprünglich fremden Verschen 
nur diejenigen aufgenommen habe, deren hiesige Fassang eine 



Variante zu den in Deutschland bekannten bietet. Weggelassen 
habe ich diejenigen, die Böhme in „Deutsches Kinderlied und 
Kinderspiel" wörtlich oder fast wörtlich gleich giebt ; viele der- 
selben sind allgetneiu verbreitet und kommen zum Teil in schrift- 
deutscher Fassung neben den berndeutschen vor. Es sind bei 
Böhme folgende Nummern: 1, 46, 51, 165, 174, 215, 263, 
272 (Wer hat Lust zu solchen Sachen?), 291, 332, 356a, 415 
(Ende: Piff, paff, puff), 475c, 476c, 498 (ob der Kaffee), 531, 
540, 541, 556 (Fussnote), 620, 654, 665a, 798, 799, 910 (klein 
wenelig), 1032, 1092, 1193 (da kauft er sich einen), 1211 (von 
Gull), 1240b, 1401 (geht die Wirtschaft), 1448, 1449, 1450, 
1451, 1465, 1470, 1472, 1474, 1498, 1499, 1510, 1574a und b,' 
1789 (in der Försterei). In einer Anzahl Reime ist der Dialekt 
mit hochdeutschen Brocken vermischt (z. B. JSTr. 80, 367, 839 etc.). 

Die aufgenommenen französischen Reime erhielt ich alle von 
deutschen Kindern; einige sind sehr verbreitet, was wohl der 
französischen Nachbarschaft zu verdanken ist. 

Nicht aufgenommen habe ich die zahlreichen Varianten zu 
dem Kettenreini „Joggeli wott ga Birli schüttle", sowie die 
Rätsel, da sich Herr Dr. Zahler speziell damit beschäftigt. 

Weggelassen habe ich auch die Sprichwörter, da die Kinder 
dieselben wohl kennen, aber kaum anwenden. Einige, die im Ver- 
kehr mit Kindern häufig gebraucht werden, lasse ich hier folgen: 

Ds Brieg-geli u ds Läclieli Z'wenig u z'vil 

Gange zäme-n-i eis Chäclieli. Verderbt alli Spil. 

(Var. : Sy im glyche Chäclieli. i jj^ Stümpli 

J)s Gschydere git na, Ghört eni Lümpli. 

IJ der Esel hlybt stall. ^,y^^. „j^ ^i^^^^^ ^^^^. j.:.^,,^^ y^^.^^ 

Der Esel a ora u (rC'liiu' liindedry! ^'^ '""''^ ^'^^' ^^^^ überblybt. 

T „.. , ,.. , Er ist chrank (Var: Bisch chrank?) 

.hing Ilimd tue goulc .... t^ .. , , ' 

TT .. .. ' , Lt ein Irassbank. 

U oppe garn o woule. 

,y. TT , , , ^^'ir nid cha Gsi^ass verstah, 

E junge Hund niues goulet ha. o-n i i r ••. . 

'^ Soll nid zu de Lute gah. 

E guete Chniiiini ^-,,1^. ^j^g. 

Is^^^ ""^ "•"• Frönt d'Ching. 

Wer niid cha, lAIeisterlos 

Dum steit lere wohl a. Wird nid gross. 

Weggelassen habe ich ferner alle Reime, die von bekannten 
Verfassern herrühren (mit Ausnahme von den wenigen, die 
mit der Zeit bedeutende Veränderungen erfahren haben), obschou 
einige derselben ganz zu volkstümlichen Kinderverschen geworden 



sind und mir oftmals von Kindern aufgeschrieben wurden, die 
sie nie gelesen hatten. Das sind vor allem einige der Verscheu 
von F. Halier, z. B. „E Frou het es Iluen", „Het's di gä, du 
dummi Mus", „Pum, Pumedi pum", „Oh Schätzeli, mys Schätzeli", 
„Fritz, tue mer uf der Schaft", „0 Fingerli. o Fingerli", „Hut 
isch Märit, Chinderli", „D' Eichhörnli uf der Tanne", sowie das 
verbreite Tischgebet „Vater, wo im Himmel isch". Dahin ge- 
hören ferner das hübsche Wiegenlied von Kuhn „Buti, buti, 
butelibu", und das Kniereiterlied „Chum Buebeli, cho ryte", die 
beide auch der Neuauflage der Hallerschen Kinderverschen, 1887, 
beigedruckt sind. Letzteres bietet übrigens eine interessante 
Probe von der Art, wie das Volk umdichtet und kürzt, indem 
die erste Strophe etwas verändert wurde und alle übrigen 
Strophen zu einer zweiten Strophe zusammenschmolzen. Es 
lautet nun : 

{'huiinn, Buebeli, clio ryte, 

Chiuiiui ryt uf «Is Papa's (^Aetti's) Schnss 

Es f'cit der da vil besser 

Als uf ein wilde Ross; 

Dragunerbänz het sälber gseit, 

Er syg scho niengiscli abegheit. 

Dir chau es chum so übel ga, 

Dys Papa's (Aetti'sj Hand und Harz isch da, 

Dir chochet d'Mama (ds Müetti) wysse Brei, 

Milchsüppeli und süsch allerlei, 

Dir dröiit ke Find, ke Clirieg, ke Schlacht. 

Du liibsch i Fride Tag und Nacht. 

Allgemein bekannt ist auch „War kes rüejigs Gwüsse 
het" von Kuhn („Der Vater au der Wiege seines Kindes", Strophe 
3), das schon 1858 in „Die Schweiz" von Eckardt und Volmar 
als volkstümliches Sprüchlein angeführt wird, sowie das Motiv 
aus „Fatinitza": „Du bist verrückt mein Kind." 

Weit verbreitet sind auch folgende Gebetlein „I g'höre-n 
es Glöggli, es lütet so nätt" von Peter (Hallersche Kindervers- 
chen 1887) ferner „Müde bin ich, geh zur Ruh" von L. Hensel 
und „Gelobet seist du, Gott der Macht" von Geliert („Morgen- 
gesang", Strophe 6 und 7). 

Eine Versgattung, die in der Schweiz ganz zu fehlen 
scheint, sind die sog. Bastlösereime, obwohl das Schneiden von 
Weidenpfeifen überall bekannt und beliebt ist. 

Keine besondere Berücksichtigung schenkte ich den Vari- 
anten, die nur kleine, dialektische Abweichungen aufwiesen. 



Bei den Spielen habe ich nur da eine Beschreibung ge- 
geben, wo das Spiel abweichend von der in Böhme angegebenen 
Fassung gespielt wird. Spiele, die überall gespielt werden, wie 
Fussball, sowie solche mit Spielsachen (Croquet, Reif, Stein- 
kugeln u. s. w.) habe ich ganz weggelassen, mit Ausnahme der 
Ballspiele; ebenso die meisten Pfänderspiele und Pfandauslöse- 
spiele, da sie keine speziell bernischen Züge bieten oder nur 
von Erwachsenen gespielt werden. Die meisten Spiele erhielt 
ich nur aus der Stadt Bern, doch versicherte man mir von ver- 
schiedenen Seiten, dass fast alle auch anderwärts vorkommen. 

Was die Verbreitung der Verschen anbelangt, so kann von 
den meisten ruhig angenommen werden, dass sie durch den 
ganzen Kanton verbreitet sind, wenn sie für zwei oder drei 
Orte aus verschiedenen Gegenden nachgewiesen sind. Dass sie 
nicht von mehr Seiten eingesandt wurden, ist nur Zufall. Doch 
habe ich der Genauigkeit halber die Ortsnamen überall da hin- 
gesetzt, wo ich den Reim nur viermal erhielt. 

Bezüglich der Hinweise auf andere Bücher, möchte ich 
bemerken, dass nur in wenigen Fällen die angeführten Stellen 
ganz gleich lauten ; am häufigsten ist dies der Fall bei den 
..Basler Kinder- und Volksreimen". Fast überall sind es noch 
nicht gedruckte Variationen, die oft bedeutende Abweichungen 
von den bereits gedruckten aufweisen. Da wo ich „vgl." ange- 
wendet habe, findet sich an der betreffenden Stelle nicht eine 
eigentliche Variante, sondern ein Reimspruch, der überhaupt 
verwandte Züge trägt. 

Die Orthographie habe ich möglichst so gelassen, wie sie 
sich in den eingesandten Reimen vorfand. Die wichtigsten Ab- 
änderungen bestehen darin, dass ich durchweg y für geschlos- 
senes i setzte (mit Ausnahme der Eigennamen und Fremdwörter, 
wie Marie, Dominus, sowie der Notennamen mi, si u. s. w.), für 
au immer ou, mit Ausnahme einiger Wörter mit gedehntem 
Vokal, wie grau, blau etc., ferner habe ich / auch als In- und 
Auslaut überall mit l wiedergegeben, obschon man hin und wieder 
n dafür setzte, da ja diese Aussprache nicht auf Ortschaften be- 
schränkt ist, sondern überall neben der konsonantischen vor- 
kommt. Das u Hess ich nur da stehen, wo es dem Verschen 
einen besondern Charakter geben soll, wie in Nr. 266. In andern 
Wörtern, die verschieden geschrieben waren, habe ich die Schreib- 
art beibehalten, da ich keinen Grund hatte, sie nach der einen 
oder andern Seite hin abzuändern, z. B. buti und putti, Doggeli 



und Toggeli, so und su, zwöü, zwöi und zwei etc. Für t^cht 
habe ich iu neuhochdeutscher Weise immer st geschrieben, 
wo es dem hochdeutschen st entspricht. Längen und Kürzen 
habe ich nicht besonders bezeichnet; doch habe ich bei Wörtern 
die im Hochdeutschen ein h aufweisen, dasselbe stehen lassen, 
falls der Vokal auch im Dialekt gedehnt gesprochen wird. 

Worterkläruugen habe ich nur da gegeben, wo das Wort 
sehr selten vorkommt oder wo ein Missverstäudnis entstehen 
könnte. 

Zum Schlüsse möchte ich auch an dieser Stelle Allen, die 
mich in meiner Arbeit unterstützten, herzlich danken ') ; vor allem 
aber Herrn Prof. Dr. Singer, dem ich nicht nur die Anregung 
zu der Arbeit verdanke,* sondern der sich auch die Mühe nahm, 
die Sammlung mit mir durchzugehen, wobei er mir manchen 
guten Rat für die Anordnungen erteilte. Auch schrieb er mir 
zu nicht anderweitig belegten Verschen Wiener Varianten auf 

'i Beiträge lieferten mir: Meine Schülerinnen, Bern; Fnui Altliaus- 
Hügli, Bern; Frl. J. Andres, Sek. -Lehrerin, Bern und Münchenlmchsee; Frl. 
H. Balsiger, Sek.-Lehrerin, Interlaken; Frl. A. Bauniann (aus Ebligen bei 
Brienzl, Bern; Herr ('. Baunigartner, Sek. -Lehrer, u. Frau, Bern; Frl. E. Bloch, 
Sek.-Lehrerin, Bern; Frl. S. Kgger, Sek.-Lehrerin, Bern; Frl. L. Furrer, 
Lehrerin, Oberried; Frl. I\L Furer, Sek.-Lehrerin, Langenthai; Frl. M. Gar- 
raux, Sek.-Lehrerin, Bern; Frl. M. Gasser, Lehrerin, Gsteigwyler; Herr I). 
Gempeler, Sek-. Lehrer, Zvveisimmen; Herr Dr. Geiser laus Langenthai), Bern; 
Frl. E. Graf (aus Langenthal), Sek.-Lehrerin, Bern; P'rau Gross- Wvssbrod, 
Lehrerin, Finsterbrunnen; Frl. M Herren (aus Könizi, Lehrerin, Bern; Frl. .T. 
Hürner, Winnnis; Frau .Tavet-Schatiroth, Bern; Frl. ('. Ischer, Bern; Frau 
Krähenbiihl, Steffisbiu'g; Frl. Maria Krebs, Herzogenbuchsee; Frl. L. Kummer 
(aus Bern, Thun u. Spiez), Lehrerin, Bern; Frl. H. Lanz, Lehrerin, Bern; 
]\Iarie Lobsinger, Dienstmädchen, Wohlen ; Frl. Frieda Martig, ]\rünchenbuch- 
see; Frau Metzener, Lehrerin, Heimenschwand; Frl. Th. Metzger, Sek.-Leh- 
rerin, Bern; Herr und Frau Pfarrer Moser, Därstetten, Thun, Rychigen ; 
Frl. Lina Müller, Lehrerin, Bern; Frau Prof. Niederhäusern laus Biienz, Signau 
und M'buchsee), [durch Schülerinnen], Bern; Frl. E. Obrecht, Lehrerin, Lys- 
sacb; Frl. .T. Oetliker, Lehrerin, Meienried b. Büren; Herr PeVtrignet, Sek.- 
Lehrer, Laupen; Frl. Math. Reinhard, Sek.-Lehrerin, Bern; Frl. Joh. Rüetli 
(aus Lengnau und Langenthal), Sek.-Lehrerin, Bern; Frl. L. Schärer, Sek.- 
Lehrerin, Biel ; Frl. Julia Schmid, Biel; Frau Schinid-Fehlbaum, Bern; Herr 
Schmid-Lohner, Sek. -Lehrer, und Frau, Aarberg; Frl. M. Sieber, Lehrerin, 
Därstätten; Fi'l. A. Sommer, Lehrerin, Eriswyl; Frau.Pfi-. Stautier (aus Bern, 
Unterseen), Biel; Frl. L. Steft'en, Bern; Frl. ^l. Streit, Sek.-Lehrerin, Bern; 
Frau |Türler-Z'graggen, Bern; Herr "Werren, Sek. -Lehrer, Bern; Herr Dr. 
Zahler, Münchenbuchsee; Frl. R. Zahler, Lehrerin, St. Stephan; Frau Zum 
St(nn, Lehrerin, Blankeuburg; meine Schwester Bertha und mein Bruder 
W. Züricher, Bern. 



und verschaffte mir freundlichst den grössten Teil der zur Yer- 
gleichung herangezogenen Litteratur. 

Möge die Sammlung für diejenigen, die sich mit Volks- 
kunde befassen, von Nutzen sein und möge sie manchem Berner 
durch Auffrischung von Jugenderinnerungen ein frohes Stündchen 
bereiten ! 



Verzeichnis der Bücher, auf die öfters 
verwiesen wird. 

Böhme: F. M. Bi.hme, Deutsiolics Kiiiderlipd und Kiiidorspiel. 

Leipzig 1897. 

Brenner: [A. Brexxkr]. Basleri.sche Kinder- und Vulksreime aus der 

mündlichen Ueberlieferuug gesammelt. Basel 1857. 

Dunger: H. Duxgek, Kinderlieder und Kinderspiele aus dem Vogt- 

lande. 2. AuH. Plauen 1894. 

F.rk-Böhme: L. IIrk. Deut.-<olier Liederliort. neubearbeitet von F. Jf. 

Böhme. Leipzig 1893. 

Gundlach: J. Gixdlach, 1000 Schnadahüpfeln. Leipzig o. J. (Keclam). 

Haller: F. Haller, Berndeutsche Verschen und Lieder. Ver- 

mehrte Neuauflage von E. Matthys. Bern 1887. 

Kuhn: G. .T. Kuhn. Volkslieder. Bern 1819. 

Liederbuch : Allgemeines Sehweizerliederbuch. Aarau 1833. 

Reinle: K. E. Eeinle, Zur Metrik der schweizerischen Volks- 

und Kinderreime. Basel 1894. 

E. L. Rr.cHHOLz, Alemannisches Kindcrlied inid Kinder- 
spiel. Leipzig 1857. 

F. J. Schild, l)"r Grossätti us em Leberberg. '2. Aufl. 
Band III. Burgdorf 1882. 

C. ScHi'MAxx, Volks- und Kinderreime aus Lübeck und 
Umgegend. Lübeck 1899. 

EcKAUDT u. VoL.MAR. „Die Scliwelz". Älonatsschrift des 
lit. Vereins in Bern. I. Bd., Scluiffliausen 1858. 
0. SuTERMEisTEK, Die scliweizerischen Sprichwörter der 
Gegenwart. Aarau 1869. 

A. ToBLEK, Sang und Klang aus Appenzell. Zürich 
0. .T. [1899]. 



Rochholz: 

Schild : 

Schumann : 

Schweiz 1858: 

Sutermeister : 

A. Tobler: 

L. Tobler: 
Wossidlo : 

Wundcrhorn: 



L. Tobler, Schweizerische Volkslieder. Frauenfeld 1882. 
R. W0.SSIDL0, Meklenburgische Volksüberlieferungen, II. 
Bd. : Die Tiere im Munde des \'olkes. I. Th. Wismar 1899. 
A. V. Arnim u. (". Bre.ntaxo, Des Knaben Wunderhorn. 
Frankfurt 1806. 



Inhalt. 



Wiegenlieder 

Kindergebete, Besegnungen 

Scherzliedchen 

ringerspiele 

Kniereiterliedchen 

Marsch- und Tanzliedchen 
Eegen- und Schneeliedchen 

Glockensprachen 

Neujahrs- und Fastnachtbettellieder 

Aus der Schule 

Tierverschen 

üeber Nahrung und Kleidung ... 

Gespräche, Neckmiirchen, verkehrte Welt, Kinderpredigten 

Kettenreime, Erzählungen 

Anzählreime 

Spottverse und Gussenrufe, Parodieen 

Geheimsprachen, Verlegung der Betonung, Schnellsprech- 
übungen 

A'erschen und Lieder der Erwachsenen im Kindeniuuid ... 

Spiele 

Melodieen. 



Nr. 



1— 33 
34— 69 
70—119 
120—150 
151—218 
219—248 
249—263 
264—277 
278—293 
294—311 
312—360 
361—401 
402—448 
449—473 
474—572 
573—752 

753—796 
797—924 
925-1065 



Wiegenlieder. 



1. 



Schlaf, Chindli, schlaf! 

Der Vater hüetet (VSchaf; 

D' Mueter schüttlet d's Böümeli, 

Und abe fallt es (Da falle schöni) 

Schlaf, Chindli, Schlaf! [Tröümeli, 

ALLGEMEIN. 

Böhme 1. 

2. 
Schlaf, Chindli, schlaf! 
J)er Vater hüetet d'Schaf, 
D' Mueter hüetet d' Lämmeli, 
Bhüet di Gott, mys Ängeli. 

BERN, LANGENTHAL. 

Böhme 2. 

3. 
Schlaf, Chindli, schlaf! 
I der Matte gange d'Schaf, 
Es wysses u-n-es schwarzes Lämmeli, 
Bhüet di Gott, mys Aengeli. 

BÜREN. 

4. 
Schlaf, Chindli, schlaf. 
Der Vater hüetet d'Schaf, 
Es schwarzes u-n-es wysses, 
Die wei enandere bysse. 
Schlaf, Chindli, schlaf. 

BERN, HEIMENSCHWAND. 

5. 
Schlaf, Chindli, schlaf! 
Im Garte sy zwöü Schaf, 
Es schwarzes u-n es ^^'^'sses, 
U we mys Chindli nid schlafe will. 
So chunt das schwarze-n-u bysst ins. 

ALLGEMEIN. 

Böhme 11; Schild 111, 15. 

6. 
Schlaf Chindeli, schlaf! 
Uf der Matte sy zwöü Schaf, 
Es schwarzes u-n-es wysses. 



Die wei mer ds Meiteli by.sse; 
Du seit ds Mueterli: nei, nei, nei. 
Byss mer <ls Meiteli nid i ds Bei. 

BÜREN. 

7. 
Nunni Buteli, Fritzli, schlaf! 
I ds Herre Mätteli sy zwöü Schaf, 
Es schwarzes und es -«"ASses Lämmeli, 
U ds Fritzli macht i ds Hemmeli. 

DÄRSTETTEN . 

8. 
Nunneli, nunneli, schlaf! 
1 der Matte gange Schaf, 
Es schwarzes u-n-es wysses, 
Die chönte ds Buebeli bysse. 
Drum schlaf, nunneli, schlaf! 

FINSTERHENNEN. 

9. 
Nain, Naui, Chindli, scldaf, 
Dr Att ist i de Wanne') 
U hüetet d'Sduif, 
Es wysses u-n-es schwarzes. 
Ds schwarze-n-ist es Stäckeli^) 
Ds wysse ist es Oweli^) 
Bhüet mer Gott niys Fröweli. 

ST. STEPHAN. 

10. 
Nani, nani, Chindli, ^ichlaf, 
Uf der Matte loufe (USchaf, 
Es wysses, älbs Oueli. 
Bhüet mer Gott mvs Froueli. 



ST. STEPHAN. 



11. 



Nieneli, naneli, Wiegeli, 
Uf em Dach sy Ziegeli, 
Under em Dach sy Schindeli. 
Schlaf mys liebe Chindeli. 

BERN. 

Böhme 7G; Hcinh», Aidiang Xr. 
129: Brenner 3. 



M Al])en weide (Stalder, Versuch e. Schweiz. 
2) Hammel .Stalder 11. 389 1. ^) Mutterschaf 



Idiotikons II. 434). 



12 



12. 
Nuiini, niiiiiii, Wipgeli, 
Uf em Dach sy Ziegeli, 
I der Schür sy LänimeH, 
Schlaf, mys liebe Äiigeli. 

BERN. 

Vgl. Brenner 1. 

13. 
Nuiini, butti, Wiegeli, 
Uf em Dach es Ziegeli, 
Vögeli het es NHstli giiiacht, 
Äleiteii, schlaf die ganzi, ganzi Nacht. 

BUBEN. 

14. 

jS'unni. nunni, pürti. 

Ds Chälbeli geit uf d'Rütti, 

Ds Chueli geit uf d' Acherweid, 

Bringt em Cliindeli ds Mämmeli ^) hei. 

BERN., 

15. 

Süssi, nunni. bütti. 
Ds ChiUbschi geit i d'Kütti, 
Ds Chueli geit i d'Acherweid 
Und bringt am Abe ^lämnii hei. 

Süssi, nunni, wiegi. 
Ds Chälbschi isch e Spiegi;^) 
Hans, dii isch e Sporedräck. 
Er lüuft e ganze Tag im Drück. 

Süssi. nunni, wiegi, 
Ds Chälbschi isch e Spiegi : 
Am Abe chunt es undü him. 
Het ('S dräckis Chnöü u Bin. 

DÄRSTETTfcN. 

16. 
l>i alti .Mueter Anne. 
Si hocket uf der Tanne, 
Si singt u f;pringt 
U wieglet ds Chind. 
U wieglet ds Chind, 
Bis im ds Tlirni u.sesnrinitt. 



Und wiegied ds ( 'liind 

U singd im ds llopptMitänzli. 

Dyrii. dyrli. Diinzli. 

BBIK!». 

18. 
Sy, sa, Hennelli 
(Var: Chlys, grau.s litMini'lii 
Am Morge friei im Tännelli; 
Äs grygelläd, äs grägelled, 
Hopsassa, äs sädelläd. ^) 

BRIENZ. 

Vgl. A. Tobler 165: vgl. Nr. 451. 

19. 
Nunni, wageli, butihe. 
Lue, der Ätti chunt Jitz de. 
Bringt der Güetzi u Läbchueclie. 
Schwyg, du chasch de (• versueche. 

BEK», MÜNCHEXBrCHSEE. 

20. 
Nuimi, wageli. butiiie. 
Lue. der Atti chunt jetz <li'. 
Bringt Opfeli u Brätzeli. 
Bhüet di CTott, mys Srhätzeli. 

MU.NUHEXBfCUSEE. 

Vgl. Kuhn: „zur Wiege" Strophe 2. 

21. 

Butilie. butihe, 

Buebeli. bi'iegg mcr nümme meh. 

LTSS.'lCH. 

22. 

Nunni. jyütti, Wagistrou. 
Stirbt das Chind. so grynt di Frou. 
. d.Xrstettes. 

23. 
Nunni, nunni. Wiegestmw. 
Der Atti het en besi Frow. 



17. 
Sing. sing. \'egelli. sing! 
AVas tued dyn Muctär machen? 
Si sitzt und spiniid 



24. 

Nuinii. nunni. Wicgestrnw. 
Schwygti ds Chind. ,«» schlieti d'Frow. 

OBERRIEP. 



*) Milch. -I Braunes N'ich uut weissem, dreieckigem Fleck aut' iler 
Stirn. ') Setzt sieh nieder. 



13 



25. 
Dl- Ätti K»"''l Ji" WellcnhärK, 
Dil ghenl er es Bänzelli 'j bliiriin. 
Da geid er heiii und iilinnul es; .Seil 
Und bindt das Bänzelli an es Bein 
Und brinjid es ysäni .AIart(>lli liein. 

BRIENZ. 

26. 
Der Ätti geit in griene Wald. 
Da gherd er es Bänzi pläre, 
Ar giengi hein und reicht es Seil 
Und bindt es an es Beinli a, 
Bringt's der Mueter hein. 
Die tuet's den schäre, 
Demi git's denn Strinn|)f' 
Dem clilyne X. N. 

OBERRIED. 

27. 
Butti lieie, Wiegelistuss, 
Über (Is Jahr isch ds Meiteli gross, 
Über ds Jahr cha's sälber loufe 
Und uf em Märit Chirseli choufe. 

ALLGEMEIN. 

Böhme 7öb Anhang 12: Roch- 
holz 685: Haller S. 246. 

28. 
Nyna, nyna t^Nunni butti i, Wiegeli- 

stoss, 
Über ds Jahr isch ds Chindeli gross, 
Üeber ds Jahr cha ds Chindeli loufe 
Und i d' Stadt ga Prtümeli iFlümeli) 

choufe. 

BERN, BUREN. 

29. 

Xunneli, butteli, Wiegelistoss. 

I»s ander Jahr isch ds Buebeli gross. 



Cha-n-es über ds Brüggeli loufe 
U sccli ga-n-es Wesri^li choufe. 



30. 
Schynt, sdiynt d'Sunne, 
Z' Bärn übere Brunne, 
Z' Eis 2) übere Saanistei, 
Hut chunt üse-n Ätti hei 
U bringt e Sack voll Güetzi hei.. 

BERN, INS. 

31. 
Eie popeie, di Breili sy guet, 
We me bi-av Zucker u Zimet dry tuet, 
Zucker u Zimet u Mandelchärn 
Asse di chlyne (liinderli gärn. 

ALLGEStEIN. 

Kochholz 857: Bren- 



Böhm.' 92a: 
ner 14. 



32. 
Eie poi)eie, 
Schla ds Güggeli tot, 
Es leit mer kes Eili 
Und frisst mer mys Brot; 
Da rupfe mir im d'Fäderli us 
Und mache-n-em ( 'hin<lli es Bettli drus. 

BERN. 

Wuiiderliurn lU, 66; Böhme 78b. 

33. 
Eie popeie, 
Was räblet eso? 
Ds Chätzli wott stärbe-n 
U d'Müsli sy froh. 

BEKN. 

Böhme 78; Herzog, Alemannisches 
Kinderbuch, Lahr 1885, S. 8; Heine, 
Komanzero: Karl I. 



Kindergebete und Besegnungen. 



34. 

Walt' Gott, bhüet mi Gott 
llinecht. disi Nacht und di ganzi 

Zvt. Ame. 



35. 

Das walt' Gott! 

Bhüet Gott ds C'hind 

Vor allem Böse 

I Gotts Name. Auu\ 



nNSTESHENNEN. 



*) Lämmlein. ^) Ins. 



u 



36. 

Das walt' Gott! 

BhüetGott mi, luy Vattcr. iii_\ .Miii'tiT, 

My öchwöister, iny BriuMler, alli Ver- 

wamlte, 
All Lüt, i Gutts Name. Anic. 

DERN, DÄU8TETTEN, 
FINSTERHENNEN. 

Vü-l. Böliuic 1570: Bi-fiiiicr 9. 



37. 
Walt Gott, bhiU't Gott 
Vor allom Böse! 
Gab is Gott e süessi Kiu'. 
Ätti u iMüctcrii (Mueten (Pai)a und 

.Maiiiai, 
Schwösti'i-li u BriitMleili (Sclnvöster u 

Brnodon, 
Uiig'glo-ii-u Tante, 
Alli Verwandtt'. 
Bewahr sl Gott, 
Lyb u Seel. 
Hiis u Hof 
U alls, was drin iscli. Auic. 

BERN, MÜNCHENBUCHSEE. 



38. 
Gott j^jib is e giieti Nacht. 
Myni Vattcr, nnn- Muoter, 
Myne Brüedeili. niync Öchwösterli, 
Myni Grossvatter, uiyr Grossniuetor, 
Myne-n Uiiggle, niyne Tante, 
Allne ziinie Verwandte. 
Allne Möntsohe. Ame-n i Gotts Name. 

• BERN. 

39. 
Mir wein nider .uan. 
Säclizäh Eng-eli mit üs lau, 
Zwei zum Ilout. 'i 
Zwei zun •P'üessen, 
Zwei zur rächte Syten. 
Zwei zur linke Syten. 
Zwei, «las is decken, 
Zwei, das is wecken, 
Zwei, das mit üs bäten, 
U zwei, das mit üs i ds Himmelrych 
träten. 

r.STEIOWTLER. 

Böhme 1530 ff.; Keinhold Köhler, 
Kleinere Schriften III. Berlin 1900, 
S. 320—341. 



40. 
Herrgott, Röselirot, 
Wi lyt der Möntsch i grosser Not, 
Wi lyt der Möntsch i grosser Pyn, 
Wi gärn wett (möcht) ig im Himmel syn. 
Im Himmel, da war i gärn. 
Da kam i über ne breite Wäg, 
Da kam 1 (I gieng wohl) über ne schmale Stäg, 
Dort chunt eine; er wott (u wott) mi abwyse. 
Oh nei, oh nei (ach nei), i la mi nid abwyse. 
I chume vo Gott u wott wider zu Gott, 
Gott (Der lieb Gott) het mir es Liechteli geschickt (gä) 
Das zündet mer vo nun an bis i alli Ewigkeit. Ame. 

BEKN, HEBZOOENBU0U3BE. 

In n. fehlen Z, 5 u. 6. L. Tobler 1, 193; Erk-Böhme III. 2164 b. 



41. 
Soll diesi Nacht di letschti sy, 
Füer üs der Herr i Himmel y; 
Mii" wei-n-is lege-n-und schlafe; 
Zu üsem liebe Gott wei mir üs lasse. 



Da üs Lyb u Seel het gä. 

Er well si wider zue-n-im näh. 

Zur ewige Fröüd u Säligkeit. Ame 

LTSSAOH. 



1) Haupt. 



15 



42. 

Guet Xacbt, jetz schlafe-n-i 

I luyivi liebe Betteli, 

Der lieb Gott isch by mer. 

Er schänkt mer Rue 

U deckt ini zue; 

Uf ein Boum schlaft ds Vögeli, 

Guet Nacht jetzt schlafe-n-i. Arne. 

LTSSACH. 

43. 
In mein Bettchen leg" ich mich, 
Meinem Gott befehl' ich mich, 
Lass die lieben Eugelein 
Ueber meinem Bettchen sein. Amen. 

BERX. 

Böhme 1552. 

44. 
Lieber Gcjtt, mach mich fromm, 
Dass ich zu dir in den Himmel komm. 
Amen. 

AÜGEMEIN. 

Böhme 3542. 

45. 

Lieb Gott, 

Mach mich folgsam, brav und treu, 

Das.s ich der Eltern Herz erfreu. 

DÄRSTETTEN. 



48. 



Lieber Gott, ich danke dir 
Für die gute .sanfte Nacht, 
Und dass ich nach süsser Ruh 
Fröhlich wieder aufgewacht. 
Lass mich, wie die Engelein, 
Heute fromm und fleisslg sein. Amen. 

BEBN. 

47. 
Spys Gott, tränk Gott 
AUi arme C'liind, 
Die uf Ärde sind. Amen. 

ALLGEMEIN. 

Herzog, Alemannisches Kinderbuch, 
S. 15. 

48. 
Fiu- Speis und Trank 
Dem Geber Dank. Amen. 



ALLGEMEIS. 



49. 
Gottes Brünneli 
Hei Wasser di FüUi. 



Amen. 



50. 
Alle guten Gaben, 
Alles, was wir haben 
Kommt, Gott, von du-, 
Dank sei dir dafüi-. Amen. 

ALLGEMEIN. 



Gebete an St. Nikolaus. 



51. 

Sami (Sämi, Santi) Chlous i bitte di 
Bring ( Stiü-) mer doch (ou) es Titteli *) 
Aber eis, wo Bäbeli heisst, 
Süsch begäre -n-i (Süsch de lieber) 
gar e keis. 

BEBN. 

Böhme 1683; Schild III, 17; Reinle, 
Anhang Nr. 5. 



52. 

Zantigglous, i bitten di, 
Gimmer doch es TitelU, 
Nid von grossän, nid von chlynän. 
Nummän eso eis von fvnäu. 



53. 

Santi Niggi Näggi, 
Hinder em Ofe steck i, 
Gi mer Öpfel u Bire, 
So chuine-n-i wider füre. 



') Puppe. 



16 



Besegnungen. 



54. 
Wenn mao etwas im Auge hat : 

J^(")si Fron, liiiidcr cm Hno-. 
.M;icli iiHT (l.s Böse us (mii Oujj;. 

dXkstetten. 
Kocliholz 961; Zahler. Die Kraiiklicir im \'(tlk;<iilaiibt'ii des Siniiueii- 
thal.s S. 113. 

55. 

Wenn man ein Gerstenkorn am Auge hat, dreht man einen 

ßing oder eine Haarlocke vor dem Auge herum und sagt: 

Crseli, Ürseli, Hicli, 

Es cliuiit e reini Ma.üil ii Ja.üt di lii. 

BERN. 

56. 
Wenn man den Schlucker hat, sagt man drei mal mit an- 
gehaltenem Atem: 

Hyxli, Häxli ^Hyxi, Häxi), liinder em Haj?, 
Nimm mer ds Glygsi-Glugsi ab. 
iNiinm mer doch mys Glugsi ab.) 



ÜNTEBSEEN, AARBEBG. 



57. 
Wenn sich das Kind verletzt hat : 
Heile heile Säge 
Drei Tag Rage, 
Dhm Tag Suunescliy, 
SSvird bald wider besser sy. 



58. 
Heile heile Säge 
Drei (Sibe) Tag Käge 
Drei (Sibe) Tag Schnee 
Tnet eni Cliindli iiiimme weh. 

ALLQEMEIN. 

Böhme 243: Kochholz 948. 



59. 

Heile heile Säge 
D'Chatz isch iif der Stäge, 
Und we-n-es Müsli fiire chunt, 
So iseh mys Chindli wider gsund. 

BERN, THÜN. 

Böhme 249; Rochholz 945. 



60. 
Heile heile Säge 
Ds Müsli uf der Stäge, 
Ds Chätzli ander em Tisch 
Weis nümme, wo ds bös Fingerliiscli. 

BEKN. 

Böhme 242; Rochholz 946. 

61. 

Ds Güggeli uf der Stäge, 
Ds Hüendli uf em Mist, 
Cha mer nümme (niemer) säge, 
Wo ds bös Fiugerii isch. 
(Wo mys Schätzen isch?) 

BK&M. 

Böhm«» 245 a; Reiiile. Anhang 
Nr. 112. 



17 



62. 
Wenn man etwas verloren hat, dreht man mehrmals die 
linke Pland um die rechte und sagt dreimal : 
l>i).'4K('li, Duggeli, Dorema, 
(-li iiKM-, was i verlöre ha. 

Auch nur: 

Tou-geli, lioek drab! 



USTfiESEEN . 



63. 
Beim Tanzen um die Hirtenfeuer : 
Kouch, Koueh, Küebli, 
Gang- zum böse Büebli. 

LANGENTHAL, BÄBSTETTEN, MÜNCHENBÜOHSEE. 



Böbiue 508; Schild 30. 

64. 
Roiich, Rouch, Rüebli, 
Gang zum böse Büebli, 
Gang i"s obere Müllers Hus, 
Stich dem Gugger d' Oiige-n-us. 

LANGENTHAL. 



65. 
Roiuh. Rouch, Rüebli, 
Gang zum böse Büebli. 
Nume nid zu mir. 



66. 



Wenn der Nebel aufsteigt, sagen die Kinder auf der Alp: 
Stoubniibel, Hilbibrand, 
Gang du i dys Franzoseland. 



67. 
Wenn man Beatus einen Schinken brachte, soll man dazu 

gesagt haben (?) : 

Gogrüessti, Sankt Batt, 

Das schickt der my Att; 

Er het chranki Schiebe, 

Du wellsch im Gsundheit verliehe. 



68. 
Das unterbrochene Tischgebet : 

Unser Vatter, der du bist — 
Lue, Mueter, m der Köbel frisst. 

69. 
Das scherzhafte Tischgebet : 

Bescheidenheit, Bescheidenheit, 
Verlass mich nicht bei Tische 
Und mache, dass ich jederzeit 
Das beste Stück erwische. 

Dimger S. 101. 
Gertrud Züricher, Kindei'lied und Kinderspiel. 



THITI, D*BSTETTEN. 



M ÜNOHEHBÜCHBEE. 



BZKS, THCN, WIMMIS. 



18 



Scherzliedchen. 

70. 
Wenn das Kind unfreundlich ist oder weint 
D'Suniie schyut, 
Ds Vögeli grynt, 
Ds Chätzli (Ds Bueblii lachet 
U (Is Böüiueli (Ds Taiinli) cliiaclict. 



Böli 



1000a; v!>l. Nr. 652. 



ALLGEMEIN. 



DÄRSTETTEN. 



71. 

D'Sunne scliynt, 
Ds Vögeli grynt 

U ds Vögeli lachet, 
Gix. ü"ix. gax! 



72. 

Ds Chätzli lächläd, 
Ds Beinili chi'ächläd, 
D' Sunne scliynd, 
Ds Vegelli grviid. 



73. 

D' Sunne scliynt, 

Ds Vögeli giynt. 

Es pöpperlet öpper am Lade, 

D' Mueter isch ga Bade ') 

Der Vater isch i ds Wirtshus, 

Trinkt dert alli Gleser us. 

BERN, BIEL, MÜNCHENBCCHSEE. 

Böhme 1000 a; Schild ÜI. 22. 

74. 

D' Siuine schynt, 

Ds Vögeli grynt, 

Es pöpperlet am Lade, 

D' Mueter geit ga Bade; 

Der Ätti geit ga Winterthur 

U bringt em Müeti e Stummenulu* 2) 

Der Ätti geit ga Solothiu-n 

ü bringt em Müeti e Cbriesistiu-m. ^) 



75. 

D'Sunne schynt 

Ds ^'ögeli .gryut, 

Es sitzt uf ere Stange, 

Es leit es sufers Memmeli a 

U ds dräckige lat's la hange. 

INTERLAKEN. 

Schild m, 22: viji. Nr. 691. 



76. 
Der Hansli uf der Hueb. 
Da tusigs läckers Bueb, 
Het alles was er wott. 
U was er wott, das het er nid, 
U was er het, das wott er nid. 
Der Hansli uf der Hueb, 
Da tusigs läckers Bueb, 
Het alles was er wott. 

BEBK. 

Böhme 1418; Brenne 16. 
Anfang auch: 
Hans i de Läderhose het alles etc. 

oder: 
Der Hans im Schnäggeloch 

(Sehuoggeloch) 

ALLGEMEIN. 

77. 
1 weis es bös Büebli (Meitli) 
(I ha-u-es bös Schätzli) 
We 's geng eso blybt, 
So stelle-n-i's i Garte 
Dass es d' Spatze vertrybt. 

BERN, AARBERO. 

L. Tobler I, 210. 



') Vgl. Nr. 894. 2) Spielzeug, LHu- ohne Uhrwerk. 3, Früchte mit 



Kahm. 



19 



78. 
I>er Müller will mahle, 
Sys Eedli geit um; 
Mys Chindli isch muderig 
U weiss nid warum. 

Böhme 263; Haller 252. 



79. 
I bi-n-e Bueb 
U tue nid guet 
U ha's nid im Sinn; 
Me gseht mer'i* a de Fädere-n-a, 
Was Vogels, das 1 bin. 

ALLGEMEIJX. 

80. 
Meisterlos 
Wird nid gross, 
Muess chly u mager blybe 
U cha nid lere schrvbe. 

BERN. 

Brenner 17. 



81. 
Füf Angeli hei gsunge, 
Füf Ängeli chöme gs])i'unge. 
Ds erste blast es Fürli a, 
Ds zweite stellt es Pfänneli dra, 
Ds dritte rüert es Päppeli y, 
Ds vierte tuet brav Zucker dry, 
Ds fiifte seit: I richte-n-a. 
Iss, my chlyne Hanselima. 

UEBN. 

Böhme 217. 

82. 
Gryttli ur em Hobelbank 
Lyt im Bett und isch nid chrank. 

DÄBSTETTKH. 

Schweiz 1858. S. 192. 

83. 
Mueter. i ha Bücheliweh, Bücheliweh. 
„Gang i Garte-n-u brich derChlee!" 
Falieh derideh, Bücheliweh. 

L.\NOENTHAL. 



84. 
Wenn das Kind nicht sauber ist: 

We-n-i scho-n-es schwarzes Bränteli bi, 

Di Schuld isch nid a mier; 

Di Schuld isch a der Chindermagd, 

Dass si mi nid gewasche hat, 

Das fule Lumpetier. 

BERN, TUl'N, HEKZOOENBCOHSEB. 

Böhme 280 b: Rochholz 724. 



85. 
l.ueg use, wi's rägnet, 
Lueg use, wi's schneit, 
Lueg use, Avi ds Schätzeli 
Im Drück ume,.gheit. 

WOIILEN, DÄUSTETTEN. 

Vgl. N. 906. 



86. 
Du bisch es Tierli 
Es Acherierli (?) 
Es Effii-öhrli (?) 
Und es Söümörli. 



87. 
Händli wasche, Häudli witsche, 
Suber, suber wasche, 
Gsichtli Wäsche, Gsichtli wasche, 
Suber, suber wasche. 
Schmutzigs Wasser, sclunutzigs Wasser, 
Schmutzigs, schmutzigs Wasser. . 



20 

88. 
Wenn das Kind eine Unwahrheit sagt oder ungeduldig ist: 
Wart es Bitzeli, beit es Bitzeli 
Sitz es Bitzeli nider, 
U we d' es Bitzeli gsiisse bisch 
So chinii und s'Ag iiier's wider. 



ALLGEMEI.N. 



Böhme 475 a. 



89. 
I bi-n-e ciilyne Pumperniggel, 
I bi-ii-e chlyne Bär, 
U Avi mi Gott erschatte het 
So waggle- (zottle) n-i derhär. 



ALLOKMCIN. 



Böhme 284; Rochholz 723. 

90. 
Die kleineu Kinder sagen an Weihnachten : 

I bi-n-es clilys fMer sy zwöü chlyni) Stunggeli iPiimerli) 
Rund u dick, 

I (Mir) schlüfe-n-ns eni Winkel (I stände iuie ne-n-Eggeli) 
U wünsohe-n-Alle Glück. 

ALI/iEMELN. 

91. 
Es Hüsli mit Räbe-n- 
Es Gärtli (Böunili) bim Hus, 
Es Bächli (Böumli, Brünneli) dernäbe, 
Mys W^ünschli war us. 
(Wird den kleinen Kindern auch etwa gesagt, wenn sie 
die ersten Versuche im Landschaftszeichnen machen und die 
genannten Dinge zeichnen.) 

92. 
Hans, hou di nid und stich di nid, 
Es isch ke Dokter (Schnyder) hie, 
Und wenn di housch, und wenn di stiehsch, 
So isch's mit dir vorby. 

BEBM, LAXOENTHAL. 

Rochholz 864; Reinle, Anhang Nr. 54. 

93. 
War? 

Der alt Blär, 
Sy Frou 
Und du ou. 

BERN, LA>aE.NTHAL. 

Rochholz 824; Sthild III, 21; Herzog, Aleni. Kinderb., S. 10: Suter- 
meister, S. 9. 

Auch nur: 

Wiir? Der alt Blär. 



21 



94. 

War? 

Der alt Schär 

U sy Fron 

Frjisse zäme Haberstrou. 

WOHLEN. 

95. 

War? 

Der alt Blär. 

Er het sy Fron verlöre, 

U we (V se-n-ume finclsch, 

So ehasch se bhalte. 

LANGENTHAL. 

96. 

I gibe der öppis? 

AVas? 

E bratiie Has, 

Es guldigs Nüteli, 

Es silberigs Nienewägeli 

Und es liings Warteli. 

BERN. 

Böhme 4G0: Suternieister S. 8. 

97. 
1 gibe der öppis? 
Was? 
Es guldigs Nüteli mit enine länge 

Bart dra. 

DÄRSTETTEN. 

98. 
1 gibe der öppis. 
Was? 

Es guldigs Nüteli a-m-ene silberige 
Chetteli. 



101. 
Was? 

E-n-alte Has, 
Es Schübeli Gras, 
Jetz weisch was. 

BERN, LANGENTHAL. 

Schweiz 1858, S. 48. 

102. 
Was? 
Wasser macht uass. 



103. 
Was? 

E bratne Has, 
E Schnupftrucke, 
Steck dy Nase i d'Tischtrucke. 

BERN 

Vgl. Nr. 444. 

104. 
Was? 

E bratne Has, 
E-n-alti Chatz, 
We's dl bysst, su chratz. 

BERN. 

Sutermeister S. 9. 

105. 
Was? 

E bratne Has, 
E gschuntne Fux, 
Cher di um u friss ne flux. 

BERN, ZWEISIMMEN. 



99. 
Was? 

E bratne Has, 
E gstochni Geiss, 
Jetz weisch's. 

BERN, WOHLEN. 

Böhme 457; Rochholz 825. 

100. 
I ha öppis vergässe. 
Was? 
Der Löffel zum ässe. 



106. 
Was hesch gseit ? 
I der Müli seit me's zwöümal 
U bi de Nare drümal. 

Sutermeister S. 9. 

107. 
Was luegsch mi a? 
Ha scho-n-e Ma. 
Wärsch ender che, 
Hätt i di gno. 



LAROENTHAL. 



22 

108. 
Was wei mer mache? 
Chatze bache, 
Hüener brate, 
Nid verrate. 



109. 
Was wei mer mache? 
Chatze bache, 
Hüener verloche '), 
Brot ybroclie 
Und's zürne usässe. 

BERN. 

Schweiz. Idiotikon 111. 1043. 

110. 
Was wei liier mache? 
Chatze bache, 
D' Lüt uslache (abhocke-n-u lache). 

BERN. 

Sutermeister S. 7. 



114. 
Was git's z'Mittag? 
Öpfelbrei u Chüechli, 
Ds liezäpt steit im Büechli, 
D' Eier sy im Schaft 
Näbem Biresaft. 



llö. 

AVas git's z'Mittag? 

E (Twundersujipe 

.Mit Schnittlouch di-iiffe. 

BERN. 

Sutermeister S. 8. 

116. 
Was iscli für Zyt? 
(Das Avas) Was anderem Zeiger lyt. 

ALLaEMEIN. 

ßuclihnlz 830: Sutermeister S. 8. 



117. 
Achti, 

I ds Bett mach di. 
Niini, 



111. 
Was wei mer mache? 
Chatze bache, 

Hüngli (Hüener, Tübeli) brote (brate), I ds Bett schlüni 
D' Stube-n-uf und ab schnogge 

(schnagge). Dunger S. 89. 

LANGENTHAL, BERN. 



112. 
Was wei mer mache? 
Chatze bache, 
Hüener choche, 
U di derzue ybroclie. 

THUN, DÄRSTETTEN. 

113. 
Was wei mer mache? 
Chatze bache, 
Flöh ringge 
U die über e Rein us schlingge. 

WOHLEN. 



118. 
Im April 

Schickt me d' Nare, wolii me will: 
Und im Mai 
Chöme si wider hei. 

ALLGEMEIN. 

Auch nur die erste Hälfte. 
Böhme 1294. 

119. 
I la ne (se, di) !a grüesse 
Vom Chopf bis zu de F'üesse. 

ALLGEMEIN. 

Böhme 48G. 



Fingerspiele. 

120. 
Man bewegt die Hand langsam gegen das Kind und kitzelt 
es am Kinn: 



') Stehlern?). 



Husj. 



ALLGEMEIN. 



23 

Es chunt e Bär. 

Wo cliiint PI- har? 

Wo wott er us? 

Va- wott ziuii liebo . . . us d ds . 

Bölmie 193, ßt)clili()lz 219: Brenner 22. 

121. 
Es cliiint e Bär. 
W(» oliunt er här? 
Aus Polen kommt der bniune Bäi-, 
Wo will er U8 ? 
Zum 31eiteli (Buebeli) z'Hus. 

122. 
Man streicht mit den Zeigfingern abwechselnd an der 
Tischkante auf und ab; zum Schluss streckt man eine Hand 
gegen das Kind aus. 

Es kommt auch vor, dass zwei Kinder sich zu diesem 
Sprüchlein mit gekreuzten Armen hin und her ziehen, 
schauen, welches stärker ist. 

Syg-i, sagi, 

Wassersagi, 

Cluint e Wolf u bysst di. 



LEL'BRISQES. 



um zu 



Vgl. Böhme 434. 



123. 



Dabei fährt man mit der Hand den Knöpfen des Kleid- 
chens nach hinauf, bis man zum Kinn kommt, ^das man kitzelt. 
Es geit es Männli ds Bärgli uf, 
Da haltet's a; 
Es g-eit es bitzli wyter ufe, 
Da, da haltet's a. 

BEBN. 

124. 
Man hält das Köpfchen des kleinen Kindes zwischen den 
flachen Händen und wiegt es nach rechts und links. 
Mütschli bache, Mütschli bache, 
Yneschiesse, yneschiesse! 



125. 

Beim Anziehen der Schuhe. 

Uses Kössli wei mer bsehla, 
(Rössli bsclila, Kössli bschla) 
Wi m an ge Nagel (Wi mängs Negeli) 
uuu's i ha? 



1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 
Jetz isch es gmacht. 
(Jetzt ist die Sache schon gemacht.) 

MÜNCHENBl'CHSEE, LASOESTHAL. 

Vgl. Nr. 513 n. 1032, Böhmt> 293 tf. 



24 



126. 



Rössli, Rössli, Köissli l)schla, 
"NVio iiuMig-.s Nog-eli nnios i ha? 
Eis, zwöü, drü, 
So mups iiiys Kössli bschhigo sy. 

AARnERO. 

127. 
Schueli bschla, Schueli bsclila, 
Wi mänge Nagel miie.s i ha? 
Eis, zwoii, (Irü. 

llüRZOOENBrCHSEE. 

128. 
Rössli bsclila, Kössli bsehla. 
Wie mängs Negeli mups i ha? 
Eis, zwöü, drü. 



I)s Mässpr lyt im Für: 
Jptz bei mer eis z'wyt yne gsclilage, 
.Tetz müpssp luer's wider use grabe, 
ji'i'abp, gi'abe. 
Dabei kitzelt man das Kind. 



129. 
Sfhuemäcliprli's Bueb, 
Schla mer Negeli i d' Sehne; 
Wi vil? 
Väh, zwöü, drü. 
Di Negeli si gar tür; 
Mei- wei si wider use gnibele, 

grübele, gräbele. 

BERN. 



13U. 



Man streichelt zuerst das Kind, dann kratzt man es. 
Lieb, liebs Büsspli, 
Bösi, bösi Ciiatz. 



131. 
Das Kind muss erraten, in welcher Hand man etwas hält. 
Chrügpli, Mügeli, weler HandV 

ALLGEMEIN. 

Schild 111. 15; Böhme II, 529. 

132. 
Man betupft die 2 Ohren, die 2 Augen, die 2 Nasenlöcher, 
das Grübchen unter der Nase und den offenen Mund und sagt 

dazu : 

Vattpr, Mueter, i ha Ilungt>r. 
Wo? Hie, da. 



133. 

Beim Abzählen der Finger. 

Das isch der Dume, 

Da schüttlet Pflume, 

Da list si uf, 

Da treit si hei, 

Uder chly (Schelm) isst si alli alei (uf). 

BERN, ȀRSTETTEN. 

Böhme 197; SchUd III 17. 

134. 

Das isch der Dume, 

Da hätt gärii Rume (Pflume . 

Da seit: Wo näh? 



Dil seit: Stäle! 

Dil (U der chly Lacker, U der chly 

Binggis) geits dem Vater u der 

Mueter ga säge. 

ALLGEMEIN. 

Rochholz 207; Schild 111. 17. 

135. 

Das heisst Dümeli, 

Das isst gärn Frümeli, 

Das seit: wo näh? 

Das seit: stäle! 

Das seit: E, e. e, dem Mneterli säge. 

BERN, MTNCHENBCCHSCE. 



25 



136. 
Dünipli, 

Fnimeli, 

Wo null? 

St.älcä. 

Wiir.s (loiii Ätti und Miioti s;iji-;i. 

INTERLAKEN. 

137. 
I)ä iscli i Buch g-falle (i ds Was.ser 
Da het ne use zöge, (giieit), 

Da het ne heitivit, 
Da het ne i ds Bett (Bettli^ gleit 
U da chly Läcker liets Vater nnil 

Mueter gseit. 
oder 

Und da het im anderi Clileider agloit. Knöpfen. 

Clieiser, Cliünig, Herr, Pur. 
Diener, Touner, Bjittler, iSchelni. 

ALLGEMEIN. 



139. 

Da (Iure geit es Wiigli, 
Da düi'e sjtriugt es Hiisli, 
Dil gselit's, 
D<ä tot'«, 
Da treit's jiei. 
Da choclit'.s 

U da flily Binggis (Läcker) schlacket 
alli Täller us. 

BERN. 



140. 
Beim Abzählen an den 



oder 

Tnd da het im es guets, gviets Breili 
iSüppelii kochet. 



Böhme 910 d. 
oder 
Herr. Bar etc. 



oder 

U da het im es schöns, schöns 

Gschichtli erzellt. 
oder 
U der chly Fink het alles Vatei' u 
Mueter gseit. 

ALLGEMEIN. Kcdli. Rcdli, louf, 
Böhme 201; Eochholz 208; Schild Gfunde, gstole, gchouft. 
IH. 17. 



141. 1) 



138. 
Über ds Wägli 
Springt es Häsli, 
Der Dume het's gschosse, 
Der Zeigfinger het's gschlachtet, 
Der Mittelfinger hets brate, 
Der Goldfinger het ds Tischli teckt, 
U ds chly Fingerli het alli Täller 

usgschläckt. Kydeli, Redeli, Wasserma 

BEBN. 

Böhme 211; Brenner 27. 



142. 

Gstole, gmole, gfunde. gchouft. 

Mi'NCHENDrCHBEE, WOIU.EN, DÄllSTETTEN. 



143. 



Gfunde, gstole, gcliouft. 

DÄRSTETTEN, OBEIlAARGAlt. 



144. 
Man schlingt die Hände so in einander, dass ein Daumen 
oben herausschaut und sagt : 

Der Chemifäger geit dür ds Chenii ufe, ufe. nfe, 
Und jetz luegt er obe-n-use-n-use-n-nse. 



Müller. 



') Diese und die folgenden lu-sprünglich Spottverse auf diebische 



26 



oder 



145. 
Zwei M;itleli(Mi wollen Wasser lii)leii, 
Zwei Knaben wollen pumpen, 
Da (*ehaiit eine alte Frau i«ler Herr Pastor i lieiaus 
Und sa}4"t, sie seien i<?eht fort, ihr) Lumpen. 

BERN. 

Bölniie 517 b. 

UG. 
Mau sehliogt die beiden kleinen Finger in einander, stützt 
den Mittelfinger der rechten Hand auf .den Daumen der linken, 
klopft mit dem Zeigefinger und Mittelfinger der linken Hand 
abwechselnd auf den Mittelfinger der rechten und mit dem Zeig- 
finger der rechten gegen den Daumen der rechten. 
Der Ziuimerma zimmeret. 
Hansjof^j^eli list Späh iif. 

BERN. 

(Wird mehrmals wiederholt.) 

147. 
Mau schlingt die Finger so in einander, dass sie um einen 
kleinen Finger ein Häuschen bilden, vor dem die zwei Daumen 
stehn. 

]\Iax und Moiitz .stelin vorm Laden. 
Wollen zwei Paar Würste haben, 
Zwei Paar Würste ifiebt es nicht, 
^fax und Moritz ])rü<ieln sich. 

DEHN. 

(Früher gab es zum gleichen Spiel ein berndeutsches 
Verschen ähnlichen Inhaltes, das aber von dem neuen hoch- 
deutschen ganz verdrängt zu sein scheint.) 

148. 
Man schiebt die Finger so in einander, dass die äussere 
Handfläche oben, die Finger unten liegen; dann wendet mau 
die Hände so verschränkt um; hierauf dreht mau wieder und 
verschiebt die Finger so, dass nur die Mittelglieder nach oben 
stehen; beim letzten Vers versucht man dem nächststehenden 
eine Ohrfeige zu geben. 

K Tisi-h 

Zache Fisch 

E Kapiille-n 

E Mnlschiille. 



27 



149. 



Man hält die Handrücken gegen einander, schlingt die 
kleinen Finger, Goldfinger und Mittelfinger in einander und 
schlägt die Daumen und Zeigefinger der rechten und linken 
Hand abwechselnd auf einander. 

Oder man schiebt auch nur die Finger in einander und 
dreht die Daumen um einander herum. 
Myui (My) Müli geit, 
Dyni (Dy) Müli steit, 
Myiii mahlt schöiis Mahl (Wyssmähl), 
J)yni numme Sagmähl (Scliwarzuuählj. 

BERN, DÄKSTETTBN. 

oder 

Myiii, niyni Müli geit, 
Dyni steit, 

]Myiii macht schöns Mahl, 
Dyni innuo Habermähl. 

BER.N. 

150. 
Man hält die Hand des Kindes hinter dem Handgelenk, 
schüttelt sie und sucht dem Kind mit seiner eigenen Hand einen 
Schlag auf den Mund zu geben. 

La dys Händeli lampe 
U gib em Mul e Flangge. 



KnJereiterlledchen. 

151. Di ein! chuud i Sydän, 

Di zweiti cliund wi Chrydäi), 
Di dritti chund wi rotes Gold 
Und ist ysäm Bäbelli hold. 



liyti, ryti, Kössli, 

Z' Basel isch es Schlössli, 

Z' Thuu isch es Tubehus, 

Liiege drei Jumpfere-n-obe-n-us, 

Di ersti, die spinnt Syde, 

Di zwöüti spinnt Clilaryde ') (Floryde ^) 

Di dritti, die spinnt rotes Gold 

Und isch dem liebe .... hold. 

Böhme 381 ff"; Schweiz. Idiot. U, 
1702: Eochholz 237 ff".; Schild III, 16; 
L. Tobler II, 239 fi". 

152. 
Hyppi, hyppi, Kosselli, 
Z' Bärn, da steid es Schlösset i, 
Z' Thun, da steid es Tubenluis, 
Da guggen dry sehen Jiimpfri di-us. 



153. 
Kyti, ryti, Rö.s.sli, 
Z' Basel isch es Schlössli, 
Z' Thun isch es Tubehu.s, 
Da luege schöni Jumpfere dnis; 
Di ersti chunt mit Syde, 
Di zwöüti chunt mit Chryde. 
Di dritti chunt mit Flittergold 
Und isch allne Bnebe hold. 



LEI'DKINOE.N. 



>j Vgl. Schweiz. Idiot. lü, 685. «) Floretseidc? 



28 



154. 
Eyti, lyti, Rössli, 

Z' Bade-ii-iZ' B;^^^«^l) iscli es ^>clilö.ssli, 
Z' Thuii iscli iZ' Sdlotliiivii I es 

'I'iiIk'Iiiis 
Liiego (li-tM .scliöiii (sflniii) .Imnpten' 
Di ersti, dit» si>iiiiit Sydc. |(lriis. 

Di zwöiiti jsoliiiätzlet Clirydc idit' 

iiüddt ('lii-y<l('i, 
l)i ilritti tuet es Türli iif 
Und lat OS .ü-uldif^-s Äiiücli iis. 

BKllN. 

Schluss auch 

J)i dritti. dici spinnt (csi IFulMM'sti'oii 
Bliüet di (^ott. niys Scliiitzcli. ou. 

BEllX. 

oder 
Di dritti lucyt zum Fiinstci- ns 
Tnd jaiit di böso Buebp-n-us. 

BKilN, MÜXCHE.NBUCHSEE. 

oder 

1)1 dritti 1 liegt zum Fänstor us: 
.,Vptterli, wo weit d(M' usr"" 

Mi'NCHKXni'CHSKE. 

oder 

Di dritti. die si)innt Halx'rstroti 
U sueclit e Jla u findt e Froti. 



oder 

155. 
Di ersti tuet singe, 
Di zwöiiti tuet spinne. 
I)i dritti liet es Glöggii a 
U maclit gling gling gling gling. 

BERN. 

oder 

15G. 
Di ersti spinnt Syde. 
Di zwöiiti .'^elmätzlet Cin-yde 
Di dritti s]iiniit e rote Hoek 
Für üse liebe Ilergott. 



oder 

157. 
J>i ersti lii't CS ( liäppcli. 
Di zwöiiti liet es Scliäppeli. 
Di <h-itti het e (-JugeUiuet. 
1 elia's mit alle (b-eie gnet. 
iWc ds ('li;ip])li itint. isclTs niimme 

guet. I 

BERN. 

oder 

158. 
I»i ersti spinnt Syde. 
I)i anderi sjjinnt Wyde. 
Di (b-itt spiinit Ilaberstmu. 
Bueb, Buel), nimm nid e .settigi alti 
Clindeifrou. 

HEIMEXSCHWAND. 

oder 

159. 

I)i ersti spinnt Sycb^. 
I)i zwöiiti si)innt Floryde isebnätzlet 
Chrydei, 

l)i dritti niaclit es Türli uf. 

Da eliunt es guldgiüs \'ögt'li (b-iis. 

BERN. 



oder 



160. 



Di ersti. die spinnt ."^yde. 
Di zwöiiti selinätzlet Chryde. 
Di dritti hocket a der Wand 
U het es (ilöggb i (b»r Hand. 
U we si ghöre lüte, 
So niüesse si ga zäuu' stah. 
U we si ghöre zähni sclihi. 
So müesse si i d' Chile gab. 

BERN, Mi'NC'HENBUCHSEE. 

161. 
liyti, ryti, Kössb, 
Z' Burtief ') iscii es Sehlössli, 
Z' Burtief isch es Nunnehus, 
Da biege drei Froue-n-us; 
Eiiii scbnatzlet Chryde, 
Eini sciniätzlet Sy(b'. 
Di (b-itti luegt zum Tüi-li us 
U lat es Glöggli klinge. 

IIEIMENSCHWA.VD. 



ij Burgdorf 



2'J 



162. 
Ryti, ryti, Kössli, 
Z' Biini, da steit es Sclilössli, 
Z' Tliun, da steit es Tiibehus, 
Liiege drei Mareie (drei mal einii driis; 
Di ersti liet e ("happe, 
Di zwöüti het e Tscliappe, 
Di dritti het e Gugellmet, 
We d' Chachle rünnt, iscli's iiüuime 

guet. 

BERN, DÄESTETTEX. 

163. 

Kyti, ryti, Kössli, 

Z' Bäni iscli es Sclilössli, 

Z' Fryburg iscli es Tiibehus, 

Dort luegp drei alti Wyber dnis; 

Di ersti cliiint vo Biirii, 

Di andri vu Luzäi'ii 

U di dritti vo Fryl)nrg. 

Mi'XfHEXBIX'HSEE. 

164. 
Ryti, ryti, Rössli, 

Z' Basel (Bäru, da) steit es Schlössli, 
Z' Burtief (Thun) steit es Siimmer- 

lins (Tubehus), 
Jvuege drei scliöii .]inui)tere (drei 

Mareie) drus 
Di ersti eliuiit vo Bure, 
Di zwöüti cliiint vo Schüre, 
Di dritti cliiint vo Meieried, 
Es sy uier all! dreie lieb. 

BERN, BUREN, DÄRSTETTE.N, 
HEIMENSCHW.\ND. 

165. 
llüppi, lüii)pi, ßössli, 
Z' B;in> isch es Schlössli, 
Z' Solothiu-n es Nuiinelius, 
Da Inege drei Juiigfroue drus; 
Di ersti spinnt Syde, 
Di zwöüti schnätzlet Chryde, 
Di dritti tuet ds Tor uf, 
Dass di heilige Sunne-n-yne eha. 

Mt.NCHENBÜCHSEE. 

166. 
IIül)])], hüi)pi, Kösseli, 
Z' Bärn isch es Schlö.sseli, 
Z' Fryburg i.seh es Purehus, 
Dert luege-n-all drei Froue drus. 



Di einri .spinnet Syde, 

Di zwöüti schnätzlet Chiyde, 

Di <lritti luegt zum Fänster us 

U spaiuiet ds Sunneschinnli uf lusi. 

L.^LTEN. 

167. 
Kyti, ryti, Rössli, 
Z' Bade-n-isch es Schlössli, 
Z' Baile-n-isch es Burehus, 
'S luege lü'ei schön Jumpfere drus. 
Di ersti spinnet Syde, 
Di zweiti schnätzlet Chryde, 
Di dritti schnätzlet Haberstrou, 
Bliü(»t (li ("iott. mys Cliindli, ou. 

L.\NC!ENTH.\I.. 

168. 
Ryti, ryti, Rössh, 
Z' Bade (Basel i steit es Schlössli, 
Z' Rom iZ' Thuni steit es guldigs Hu.x» 
Luege drei Mareie ulungfrouei drus. 
Di eint (einti, diei sjjinnt Syde, 
Di ander schnätzlet Chryde (di anderi 

Floryde) 
Die dritt i dritti i .-^piniit Haberstrou, 
Bhüet mer Gott mys Cliindli ou. 

BER.V. 

169. 
Ryti, ryti, Rössli, 
Z' Bade-n isch es Schlössli, 
Z' Solothurn es Nunnehus, 
Luege drei Mareie drus, 
Di ersti spinnet Syde, 
Di zweiti spinnt Floryde, • 
Di dritti tuet der Gatter uf 
Und lat die liebi Sunne-n-us. 

BERN. 

L. T.ibler II, 240. 

170. 
Ryti, ryti, Rössli, 
Z' Thun isch es Schlössli, 
Z' Hindelbank es Tubehus, 
Luege di alte Tube (bnis. 

Mi'NCHEJfBUCHSEli. 



30 



171. 
Uyti, ryti, Uösisli. 
Z' Thun iscli es Si-lilössli, 
Z' Biirn isrh es Tiihcliiis, 
Luege drei Jumpfero-ii-ube-ii-iifs. 
Di ersti, die spinnt Syde, 
Di zwöüti schiiätzlet Chryde, 
Di dritti loiift dura Gang, 
Hpt en ()i)fpl i dor Hang, 
Cliunt ]\Ius und bysst ere dry, 
Cliunt e Chatz u nimmt di Mus, 
Springt äneuaclie über ds Hus, 
Und jetz isch ds Liedli us. 

Mi'NCHENBUCHSEE. 

172. 

Kyti. lyti, Kössli 

Z' Bäni it^cli es Sclilössli, 

Z' Solotliurn es Gluggelius, 

Luege di guldige Fruue-n-obe-n-us. 

Mi'.NCHENBUCHSEE. 

173. 
Ryti, ryti, Kössli, 
Z' Bärn iscb es Scblössli, 
Z' Thun isch es Tubehus, 
Us däm di Tube brüele. 

mTnchenbüchsee. 

174. 
Kyti, ryti, Kössli, 
Z' Thun isch es Tubehus, 
Z' Biel isch es Schlössli, 
Da hiege-u-alli böse Meitschi obe-u- 
Aber i bi nid derby. [us, 

MiJSCHENBUCUSEE. 

175- 
Kyti, ryti, Kössli 
Thun isch es Schlössli, 
llindelbank es Hüenerhus, 
Bäi-iswyl der Techel druf. 

MÜNCHENBUCHSEE. 

Vgl. Nr. 597 K 

176. 
Ryti, ryti, Kössli, 
Z' Basel isch es SchlössU, 
Z' Burtief isch es Summerhus, 
'S luege drü schöni Angeli drus; 



'S erste spinnt Syde, 

'S zwöüte schnätzlet Chryde, 

'S dritte tuet der (matter uf, 

Flüge drü schöne Tschuitpclihüener 

Tscliu})pus, tschuppus! (drus. 

LT8SACH. 

177. 
Hotte, hotte, Rössel), 
Z' Stuge ') steit es Schlössen, 
Z' Stuge steit es guldigs Hus, 
Da luege drei schöni Meitscheni drus; 
Di eini spinnt Syde, 
Di andri wicklet Wyde, 
Di dritti spinnt e i<»te Rock 
Für mys Chindli's (ilidcrbock ^}. 

nÄnSTETTEN. 

178. 
Ryti, ryti, Kössli, 
Z' Basel isch es Schlössli, 
Z' Thun isch o eis. 
Aber z'Saane vermöge si keis. 

LEÜBUINOEN. 

179. 

Ryti, ryti, Rössli, 

Z' Bärn isch es SchlössU, 

Z' Sol(»thurn es Gloggehus, 

Luege drei .Tiuigfroue drus; 

Eini spinnt Syde, 

Di anderi schnätzlet Chryde, 

Di dritti jagt di bösi MeitU us : 

Chutz, Chutz, änenache über ds 

Hüenerhus! 

BÜHEN. 

180. 
Ryti, ryti, Rössli, 
Z' Basel isch es Schlössli, 
Z' Solothurn es Gloggehus, 
Luege drei .lungfroue drus; 
Eini spinnt Syde, 
Di anderi Floryde, 
Di dritti luegt zum Fänster us, 
Lachet di böse Chinder us. 

FINSTERHENNEM. 



*) Wahrscheinlich Stuggert = Stuttgart. 2, Puppo 



31 



181. 
Tlüti, liiiti, Eösseli. 
Z' Bärn ist es Sclilös.seli, 
Z' Thu» ist es Tubelius, 
Gruggen-ii-alli lidi Biiebe-n-us. 
LjkI (li schönp-ii-inne-ii-us. 

DÄRSTETTEN. 

182. 
Kyti, rvti, Rössli, 
Z' Bärn isch es Sclilö.ssli, 
Z' Thuii isch es Tubehus, 
Da luege di schöne Meitschi oben-n-us 
U (li wüeste Buebe-n-unter iis. 

HEIMEXSCHWAXD. 

183. 
Ryti, ryti, Rösseli, 
Z' Bare ist es Schlössen, 
Z' Thun ist es Tubehus, 
Da gugge bösi Büebeni us. 
U wenn der Bur i ds Wasser fallt, 
So gifs e grosse Pluntsch. 

ST. STEPHAN. 

184. 
Jtyti, ryti, Rösseli, 

Z" Basel ist es Schlösseli, 

Z' Burtief ist es Summerhus, 

'S luege drei Jungfroue drus, 

Eini spinnt Syde, 

])i angeri schnätzlet Cliryde, 

Di dritti luegt zum Flügeli us, 

Ui) jetze ist das Liedeli us. 

Us un US un anie; 

Di Pfanne het es Loch, 

J)er Schmutz isch use gruiine, 

.letz hei mer d'Rösti trocli. 

ERISWYL. 

Vgl. Nr. 366. 

185. 
Ryti, ryti, Rössli, 

Z' Bade isch es Schlössli, 

Z' Thun isch es Summerhus, 

Da luege drei Jungfroue drus. 

l>i eini schnätzlet Chryde, 

Di andri s))innt Floryde, 

Di dritti luegt zum Fänster us, 

Da sitzt es Buebli a der Wand 

U het es Blüemli i der Hand; 

F^s tuet singe 

Und 's wott im niemer öppis bringe. 

BERN. 

Vgl. Nr. 285, 288 u. 472. 



186. 
Ryti, ryti, Rössli, 
Z' Basel isch es Schlössli, 
Z' Züri isch es Tubehus, 



187. 
Hüti, hüti, Rössi (Ryti, ryti, Rössli i, 
Z' Bärn ist es Schlössi (Schlössli), 
7J Thun ist es Tubehus (Z' Solo- 

thurn es) 
Da gugge zähe Jungfroue iLuege 

zäche Jumpfere) drus, 
Di ersti steckt (macht) es F'ürli a, 
Di zweiti leit es Schytli dra, 
Di dritti chochet Haberbry. 
Di viert steckt iri Nase dry, 
Di füfti chouft es Fessli Wy, 
Wo di sächsti derby cha lustig sy, 
Di sibeti ch(mft es nöüs Par Schue, 
Di achti git ere ds CTäld derzue. 
Di nüiiti tiüderet ds Fäderbett, 
Wo di zälienti drin schlafe sott. 

DÄRSTETTEN', BERN. 
(von BERN UNVOLLSTÄNDTG). 

Vgl. Nr. 471; L. Tobler II, 241. 

188. 
Es hänkt es Ängeli a der Wand. 
Es het es Öpfeli i der Hand. 
Es möcht's gärn ässe, 
Es het kes Mässer; 
Ds Mässer isch i Brunne gfallf. 
Het graacht rolli roUitubak, 
Het gmacht rolli nilli idumjjsack. 

BERN. 

Vgl. Nr. 185, 285 u. 472; Böhme 
1234 tf. 

189. 
So ryte di Dame, di Dame, di I>aiiM'. 
So ryte di Herre, di Herre, di Herre, 
So ryte di Piu-e, di Pure, di Pure. 

BERN, WOHLEN. 

Böhme 355 a; Dunger S. 59. 

190. 
So ryte di Herre, di Herre, di Herre, 
So ryte di Pure, di Pure, di Pure, 
So lytet der Hotzelma, Hotzelma, 

Hotzehna. 



32 



191. 
So rytet iiiys Froucli, iiiys Fi-diioli, 

iiiys Fniiioli, 
So ryte di Hcrre, di IIcitc, di Ilcrns 
So ryte di Biittlcr, di Bätticr, di 

Bättl«!-. 

DEHN, ili'.NClIBNBUCHSEE. 

192. 

So rytp di Hcnc, di Hoitc, 

(mittelstark) 
So ryto di Fi-oiio, di Frouo, 

(sanft) 
So ryte di Bliebe, di Biit^he, 

(stärker) 
So ryte di Meitsclii, di Meitsclii 

(sanfter) 
So ryte di Clilosterjuinpfere, di 

Cblo.sterjuiiiptere, 
(sehr sanft) 
So ryte di Bure, di Bure, die Bure. 
(sehr stark) 

Bi;KN. 

193. 
So ryte di Herre, di Herre, di Herre, 
So ryte di Bure, di Bure, di Bure, 
So ryte di chlyue Chiud, 
Die HO nie g-eritte sind. 
U we si grösser waclise, 
Su ryte sl wi di Sachse 
U fahre dreimal um und um, 
U jage ds Chatzli mit em Hung: 
U we der Hans 1 ds Wasser fallt, 
So git's e grosse Pluntsch platsch 
phuitsch. 



»ARSTETTTEN. 



194. 
So ryte di chlyne Chind, 
We si no nid witzig sind, 
We si grösser würde, 
Kyte si uf Pfärde; 
We si grösser wachse, 
Ryte si ga Sachse; 
U ryte si ga Pole, 
So mues me si ga hole. 

Böhme 362. 



19Ö. 
So ryte die clilyne Cliinil. 
Bi."* dass si de grösser sind; 
We si grösser würde, 
Kyte si uf Pfarde 
De ryte si ga Pole, 
Dert geit me si ga hole; 
De chöme si uf eni KseH liei 
U mache gnyjjp gnapp 
U falle hinde-n-ab. 

Kochliolz 7ö(). 



196. 
Hotte, horte, Heiter, 
Füllt ei- hin, so .srhreir er: 
Füllt er in den (iraben, 
So fressen ihn die Kaben; 
Füllt er in den Simipf, 
31aclit der Heiter })lumps. 

BERN, THON 

\'gl. Böhme 359; Schumaim 85. 

Schluss auch 
Füllt er in den grünen Klee, 
Schreit er gleich: oh weh, oh weh 

BERN. . 

197. 
E guete Fuerma 
Mues e guete Wage ha, 
Mer starchi Reder, 
Eine Peitsch von Leder, 
Sechs schwarze Rappen, 
Eine lederne Kajijjen 
Und damit den Berg hinauf 
Hüst, hott. hü. 

DÄRSTETTE.N.. 

Böhme 430; Breimer 38. 

198. 
Wer will unser Fuhrnmini werden, 
Der muss haben 
Ross und Wagen 
Und ne braune Zipfelkappen 
Und sechs braune Rappen, 
Und damit den Berg hinauf, 
Hüst, hot, hü! 

BERN.. 



3J 



199. 

Hotti, hotti, Gröuli, 
Ihr Metzger sticht sys Söiili, 
Der Metzger sticht sy roti Chue, 
]\Iiietfer, eha-i)-i ou derzue? 
Nei, nei, s'isch so ne bösi Chue, 
Si nimmt di süsch bim Chrage. 

LEÜBRINGEN. 

200. 
Joggeli, chasch o ryte? (wottsch 
J:., ja, ja. [ryte? 

Uf alle beide Syte? 
Ja, ja, ja. 

U trypp u trajjp u tryp]) u trajjp 
U ds Joggeli fallt drüber ab. 

BERN. 

Kochholz 301; Reiiile, Anhang 
Nr. 23; Brenner 30. 

Schluas auch: 
Schümeli, mach trypp, trapp. 
Und wirf das böse Chindli ab! 

KINSTERUENXEN. 

201. 
Joggeli, geiseil ziiin Brunne? 
Ja, ja, ja. 

Hesch em Rössli Haber gii? 
Ja. ja, ja. 

llesch em Kössli z'trinke gii? 
Nei, nei, nei. 

So gange mer zum Brunne 
l'nd chere drilnial um, 
De macht de de Rössli trypp u trapp 
U wirft der Joggeli hinde-n-ab. 

BERN. 

202. 
Das Buebli het es Rössh, 
'S wott ryte uf nes Schlössli. 
Hopp, hopp, hopp, 
Rössli, louf C4alopp. 
I)s Rössli wott nid loufe, 
Ds Buebli wott's verchoufe, 
Da louft es trapp, trapp, tra])p 
U wii-ft das Buebli ab. 

BERN. 

Haller S. 245. 



203. 
Hopp, hopp, hopp, 
Rössli, louf Galopp 
Über Stock und über Stei, 
Aber brich mer ja kes Bei! 
Louf mys stolze Rössli 
Bis zum stolze Schlössli, 
Bis zum chlyne Tubehus, 
Luegt mys liebe Scli-itzcli drus. 

BERN. 

Böhme 356 a. 

(Wird auch zum Reiten auf 
dem Steckenpferd gesagt.) 

204. 
Schnypp, schnapp, schnorum, 
Rex Basilorum, 

Schnypp, schnapp, Schnupftabak, 
I ha kei Clmitzer Gäld im Sack. 



205. 
Ryti, ryti, rari (Ryte, ryte, larei, 
Ryt i nid, so fahr i (Ryte-n-isch nid 
Ryte-n-isch e-n-Unterscheid, [g'fahi-e) 
S'isch scho mänge-n-abegheit. 

BERN, ERI8WTL. 

Rochholz 747. 

206. 
Ryti, ryti, rari, 
Louf i nid, so fahr i, 
Fahre-n-isch e grossi Fröüd, 
Het scho mange z' Bode gleit. 



207. 
Styg ufe uf ds Bärgli, 
Fall aber nid drab; 
(Jt hiirzigs, liebs Scliätzeli, 
Brich ds Füessli nit ab. 

DÄRSTETTEN. 

WniKlerhorn Hl, S.72; Böhme 406. 

208. 
Fahrt es Schiftli übere See, 
Wagglet es hin und hiir, 
C'hunt e .starche Sturm 
U wirft das Schiffli um, um, um ! 

BÜREN. 



(lertrud Züricher, Kinderlied und Einderspiel. 



34 

209. 
I sitze-n-iif der ^Mama Sclious, 
1 sitze niene lieber; 
D' Lüt säge-n, i syg e Meisterlos, 
I lache niune drilher. 

ALLQBMEIN. 

Kochhulz 710; llaller, S. 250. 

210. 
Trabe, Pferdchen, trabe. 
Wirf den Beiter abe; 
Wirf ihn in die Pfütze, 
Der Reiter ist nichts nütze. 

DÄRSTETTEN. 

Böhme 417. 

211. 
Jlans im Obergade 
Fallt i d' Stube-n-abe, 
(leit no einisch ufe, 
Fallt no einlach abe etc. etc. 

Und wenn man aufhören will, 
das Kind auf und ab zu 
schaukeln: 
Und jetzt blybt er dunde. 

MÜNOHENBDCHSEE, BERN, 
LANaENTHAL. 

212. 

Schueuiächerli, Schuemächerli, 
Wenn niachsch nier niyni Schue? 

iSchüeli?) 
(Sy myni Schüeli no nid gmacht?) 
Bald, bald. 
Wenn bald? 
We der Draht fallt. 
Wenn fallt der Draht? 
We-n-er abe lat. 
Wenn lat er abe? 
Grad jetz. 
(.letz lat er abe.i 

BERN, LASOENTHAL. 

Rochholz 345. 

213. 
Schuemächerli, Schuemächerli, 
Wenn machsch mer myni Schue? 
Wenn se-u-abe la. 
Wenn lasch se-n abe? 
-Tetz, jetz, jetz, jetz, jetz. 



214. 
Hojype, hojtpe. Hiinniierli. 
D' Stäge-n-uf i d.s Chämmerli, 
D' Stäge-n-uf i ds Tubehus, 
Flüge-n-alli Tübeli drus. 

BERN. 

Rochholz 513; Brenner *i4; Vgl. 
Ni-. 880. 

215. 
Im Göü, im (töü, im Göü, 
Da frässe di Rös.sli ds Höü, 
U d' Hüener der Haber, der Haber, 
iler Haber, 
Drum sy di Rössli so mager, so 

mager, so mager. 

ALLOEMEIN. 

oder 

So ryte di IIerre-n-1 d.s Göü, 
So frässe di Rössli ds Höü etc. 

ALLGEMEIN. 

Brenner 32; Rochholz 749. 

216. 
Di Herre, si ryte i's Göü, 
Si gä ire Rösseli Höü; 
Si gä de Hüener der Haber, der 

Haber, 
Drum si di Rössli so mager, so 

mager. 

F1XSTERHEX>"EN. 

Auch mit dem Zusatz: 

U di Hüener so feiss, so feiss, so feiss. 

217. 
Auf dem „Gygampfiross" oder 
auf der Schaukel. 
Gygampf, 
Rössli stanijjf. 
Guldige Ring, 
RössU spring! 
(Chlapf zum Gring.) 

ALLOEMEIN. 

Vgl. Nr. 732: Breinier 53. 

218. 
Rytigumpfe, 
RötJisli stampfe, 
Guldige Ring 
U ne Chlj^pf zum Gring. 



35 



Marsch- und Tanzliedchen. 



219. 
Zwei Kinder geben einander verschränkt die Hände : 
Mer wandere, mer wandere, 
Vo-u-einer Stadt zur andere, 
U Ave mer uümme w^ters chöü, 
(U we si nid deheinie sy,) 
So gange mar mder hei. 
(So mache mer cherisüm.) 
(So chere mer wider um.) 

ALLGEMEIN. 



Bölime 1856; TIaller S. 251. 

220. 
]\Iir wandere, mir wandere 
^"ou einer Stadt zur andere, 
Und wenn der Köniii- Kaiser kommt, 
8o kehren wir wieder lieim. 

A.\RBERG. 

Reinle, Anliang Nr. 33. 

221. 
Mer gange ga spaziere 
Mit de-n-Oftiziere, 
j\Iit de Kamerade. 
Links, räclits um! 



Brenner 57. 



BERN, THUN. 



222. 



Chum mer wei marschiere (spaziere) 

Mit de-n-Offiziere. 

Eins, zwei, drei, 

(Links, rechts, um,i 

Und mü" chere-n-um. 

(Het es Loch im Strumpf. I 

LKUBRINGEN, BERN. 

223. 

C'U Takt) 
Eins, zwei, drei, 
Louf im Schritt, 
We du keni 
fihrfyge witt. 

BERN, MCNCHENBUCUSEE, THUN, 
L.\SOENTH.\L. 

224. 
Drei läderig Strumpf, 
U zwe derzue sy fünf, 
U we-n-er das nid gloube will, 
So hont me ne mit dem Bäsestil. 



225. 
Drei läderig Strumpf 
U zwe derzue sy fünf, 
U we me das nid zelle cha. 
So fat me wider vorne-n-a. 

L.\NGENTHAL. 

Schild III, S. 24. 

226. 
Drei laderig Strumpf, 
U zwe derzue sj' fünf, 
U Ave-n-i eine verlier. 
So ha-n-i nume uo vier. 
So ha-n-i nume no vier. 

BERN. 

Rochhulz 121: A. Tobler 172 III, 
S. 479; Erk-Böhme II, 1022. 

227. 
Beim „Soldatlis". 

(Im Schritt) 
Rebete, rebete, plemidemplem, 
Plemplemplem ; plemplemplem ; 
Rebete, rebete, plemplemplem, 
Vorwärts, Bataillon! 

(Sturmschritt) 
Ron, rou, routscliytschy. 
Rebete, rebete, routschytschy, 
Rou, rou, routschytschy. 
Vorwärts, Bataillon! 

(Glockenspiel) 
Rebete, rebete, glingglinggliug, 
Gling, gling, glingglinggliug, 
(Pauke) Bum, bum, gliugglinggling, 
^"orwärts, Bataillon ! 

BERN. 

Zum Refrain vgl. Rochholz 127; 
Böhme 1184, 



36 



228. 

Sässeli trage. 
Zwei Kinder flechten ihre Hände in eiuander, indem sie 
iich hinter dem Handgelenk fassen ; auf die Hände setzt sich 
ein drittes, und nun marschieren sie vorwärts; zum Schluss 
lassen sie das Kind fallen. 

S;is^ieli traj>"<^ 

Niemeroiu sage. 

Sässeli treit 



Nicmereui ascit. 



AI.l.UKMEI.S. 



In Bern wird nach Zeile drei auch etwa (ibegln'il oder 
Boden-n-abe gheit, oder D' Suppe la glieit eingeschoben; in 
Laupen nach Zeile vier Mueler u Vater sy d' Stäge-n-abe gheit. 

Brenner 56; \^\. Nr. 993. 



229. 
Mueter, i oha nid lisnu' (.spiinic , 
Der Finger tuet uier weh, 
Der Cryger spannet d' Seite, 
U tanze möclit i (ehönnt i) eli. 

ALLGEMEIN. 

Rochliolz 316. 



230. 
Es gyget e-n-Esel, 
Es tanzet e Cime, 
Di alt! Eunggunggle 
Schlat d' Touke derzue. 

BEH.N, BIEL, MÜNCHE>n3TCHSEE, 
LANQENTHAL. 

Böhme 591: Roi-liholz 184. 



233. 
Es gyget e-n Esel, 
Es tanzet e Cime 
Vo Äschlisbüel dännc 
Bis use ga Luog. 



HEIMENSCHWAND. 



234. 
Annebäbi, lüiif der Fuess, 
We-n-i mit der tanze mues: 
Tanze, tanze tue-n-i gärn 
Hür no lieber weder färn. 
(Mit eme schöne Herr vn Bärn.i 

ALLGEMEIN. 

Bölnue 547 b; A. T(.bh'r. 160 VI, 
Str. 12 iS. 415i: (irossntti lll. S. 31. 



231. 
Es gyget es Pürli (e Büri) (es Müsli) 
Es tanzet e Her 
Vom Ofehus dänne 
Bis abe-n-i Cher. 

ALLGEMEIN. 

232. 
Es gyget es Müsli, 
Es tanzet e Schär 
Vom Ofehus dänne 
Bis abe-n-i Cher. 

DÄRSTETTEN. 



235. 

Annebäbi, lüpf der Fuess, 
We-n-i mit der tanze mues; 
Tanze cha-n-i nid alei, 
(Tanze wott i nid mit dir), 
Annebäbi, lüpf dis Bei. 
(Lieber mit dem Uristier.) 

BERN, LANOENTHAL, HBIMENSCHWAXD, 
BLANKESBURO. 

Schluss auch: 

Tanze, tanze tue-n-i gärn 

Mit erane Sack voll Hobelspan. 

M Ü sc HEXBÜC HSEE. 



37 



236. 
Polka, Polka tanze-n-i giirn 
Mit enine schöne (Junge) Hen- vo 

Bärn, 
Mit eniiie wiieste laltei ma-n-i ni<l. 
Lieber tanze-n-i Polka nid. 

ALLQEMEIX.l) 

237. 
Annebäbi, lüpf der Fuess, 
We-n-i mit dr tanze niues; 
Tanze tue-n-i gäre, 
Lieber hür Ava fare. 
Tanze tue-n-i nit mit dii\ 
Lieber mit eme Thunerstier. 
J>s Tanze wird dii- scho vergab, 
We du zähe ('bind muest ha; 
Ziihe ("bind, die tue mer nüt, 
Wi^ si sy \v\ ;indoi" Lüt. 

ZWJälSIMMEN. 

238. 
Beim Polkatanzen. 
Ein mal hin. 
Ein mal lier, 
Kundumdum. das ist nicht schwer. 

BERN. 

0. Frömmel, Kimlerreime, -Lieder 
und Spiele. Leipzig 1899. No. 160. 
Humperdinck's Oper „Hansel und 
(-Jretel"; Vgl. Nr. 953. 

239. 
Polka, Polka, Läderhösli a, 
Wyssi Strümptli u Chuedi-äck (ü-a. 

MTNCHE.VßüCHSEE. 

Tobler, 160 V, Str. 52 (S. 411 1: 
Schweiz 1858, S. 144; Sutermeister 
S. 83. 

240. 
Tanz. Chindli, tanz, 
La di di Schue nid gröüe, 
Leg du Pantöffeli a. 



S'git alli Wuche-n-e Zyschtig^j. 
Wo me-n-anderi choufe cha. 



AlLGEMEIX. 



Vgl. Emmenthaler Kuhreihen, Sti-, 
2, im Liederbuch von 1833, S. 147 
und Erk-Böhme 1472. 

241. 
Tanz, Chindli. tanz, 
DjTii Schüeli sy no ganz, 
La di di Schue nid gröüe, 
Der Schuester macht der nöüi, 
Tanz, Chindli, tanz! 

BBRS. 

Böhme 541b: Wunderhorn III, 
Anh. 101. 

242. 
We-n-eine tannig däderigi Hose het 
U hagebuechig Strumpf, 
So cha-n-er tanze, wi-n-er will, 
Es git em kener Rümpf. 

Rochholz 250. 

243. 
Dert binde bi der Linde, 
Wo ds Vögeli schön singt. 
Da tanzet es Bürli, 
Bis im ds Chuttli verspringt. 

B£BN. 

Böhme 1412; Brenner 48; Reinle, 
Anhang Nr. 93. 

244. 
Dort äne-n-am Bärgli. 
Wo der Luft eso singt. 
Dort tanzet rays Schätzeb, 
Bis im ds Chuttli abspringt. 

BÜREN. 

Vgl. Nr. 322 und 578. 

245. 
Dert jine-n-am Biirgli, 
Dert steit e Kapäll, 
Dert tanze drei Pfaflfe 
Mit einer Mamsell. 

MÜ>-CU£NBUCHSEE. 

Die Melodie siehe am Schlüsse. 



2| Am Dienstai 



\i Sei)pcrli)olka tanz i gern 
Mit an schönen jungen Herrn. 
Mit an alten mag i nit, 
Weil er mir auf's Kleiderl tritt. 

WIEN, .MITTEILL'.NQ VO.V l-ROK. SlNOEIl. 

\s{ Wdciiciniiarkt in Bern. 



38 



246. 



Zu einer Walzermelodie. 

Kid en ledere, nid eii iederc 
Het Pulver zum legere; 
Nid en ledere, nid en icilcre 
Het Pulver, da.s brönnt. 
Nid en ledere, nid en ledere 
Het Scbuujjftubak; 
Nid en ledere, nid en ledere 
-Het Anke-n-im Sack. 

UVCHIGE.N. 

Die ]\Iel<>die sieiie am Sciilusse. 

247. 
Nid en ledere, nid en ledere 
Het Pulver zum legere; 



Nid en ledere, nid en ledere 
Het tuset Par Strumpf; 

Nid en ledere, nid en ledere 
Clia tanze wi-n-l. 

BERN. 

248. 
Zu einem Walzer. 

Wenns C'liablsolirut rägnet 
Tml Späck derzue scbneit, 
Su cliame guet labe, 
( Ha-n-ig u mys ScbätzeU) 
'S iscli .scbmutzigl Zeit. 
(E sclnnufzigi Fröud.i 

BERN, DÄRSTETTEX. 

Vgl. Nr. 919 und 249. Die Melo- 
die siebe am Schlüsse. 



Regen und Schnee. 



249. 
We's riignet u scbneit, 
Lscb e scbmutzige Zeit. 

AARBERG. 

Vgl. Nr. 248. 

250. 
Kägerägetröpfell, 
Es rägnet uf mys Cböpfell, 
Es rägnet wl us emne Fass, 
(Es rägnet usem Tlutefass) 
Und alll Greseli wärde nass. 
Alll Blüemeli säge Dank 
Üsem scböne Himelstrank. 

BER.N. 

251. 
Kägerägeti'öprii. 
Es rägnet uf mys C'höpfii. 
Es rägnet abe-n-l ds grüene t^ras. 
Da wärde mynl Füessll nass. 

BERN. 

Böbme 1018; Haller S. 247. , 

252. 

Es riignet dlckl Tropfe, 
D' Buebe mues me eblopfe, 
D' Meltschl mues me schone 
Wi Citrone. 



Bölime 1272; Brenner 37 
liolz 338; vgl. Nr. 734. 



BERN. 

R.K-b- 



253. 

Es regnet, regnet Tropfen, 
Die Faulen muss man kloi)fen, 
Die Braven legt man In das goldne 

Bett. 
Die Faulen In den Dornenbeck. 

DÄRSTETTEN. 

Böhme 1272 u. 117. 

254, 
'S rägelet, 's tröpfelet. 
(Es scbneielet, es beielet) 
D' Böiuull sy nass, 
(D' Stüdeli wärde nass), 
We-n-elne-n-e rächte Cbüefer lscb. 
So scblüft er l-n-es Fass. 

BERN, AARBERC. 

oder 

LT was e rächte Cbüefer lscb. 
Da scblüft ech l-n-es Fass. 

BERN. 

K..chholz 338: Böhme 1046; Schild 
IH. S. 40; Brenner 132. 

255. 
Es rägnet. es rägnet 
U d' Lüte wärde nass. 
I sitze-n-lm Trochne. 
Was macht mer doch das? 



39 



256. 

Maienregru, Maienrejieii, 
Bist ein rechter CTOtte.s.see,'en, 
Tränkest Blünilein, Blatt und Moos, 
Machst mich i<leiiies .Mfinnlein gross. 

BERN. 



257. 
Maieriige, maoli ml gross, 
I bi ne chlyne Stumpe, 
Maieräge, mach mi gross, 
1 ghöre-n uiuler d' Lumpe, 
Und blybe-n-i als e Stumpe 
So wott i lieber i ds Himeli 

Böhme 1044 c. 



stah, 
gab. 

BERN. 



Es 


Cllllllt 


Es 


chöme 


Es 


chöme 


Es 


chöme 


Es 


chöme 


Es 


chöme 


Es 


chöme 


Es chöme- 


Es 


chöme 


Es 


chöme 


Es 


cliöme- 


Es 


cliöme 



258. 
e Rage, i cha der's säge, 
zwe (Es chuut e Schnee), i ha se gseh, 
dry, dl choche-n-em Bry, 
vier, di fresse-n-e schier, 
füf, di chöme tüf!, 
sechs, di chöme frech, 
sibe, di chöme-n-über d' Sime ') 
n-acht, di styge-u-uf ds Dach, 
nöün, di chöme über d' Zöün, 
zähe, di hin es Lähe. 
n-indlif, di chöme gemiiidlich, 
zwölf, di chöme wi di kudle '') Pudehvölf 



ZWEISIMIIE.N. 



259. 
Es schneidet, es beielet, 
Es wäit e cliüele Wind. 
Es riüge Avyssi Vögeli 
Uf ds C'häppli jedem Chind. 

BERN, Mi'XCHEXBUCHSEE. 

260. 
Es schneierlet, es |»eierlet. 
Es wäit e chiiele Wind. 
Es früre-n-alli Vögeli iStüdeli) 
Und alli arme Chind, 

.\I.1.GEMEI>. 

Rocldu.Iz 68'i; Böhme 1238. 

261. 
Es schneierlet, es peierlet. 
Es wäit e chiiele Wind: 
Ü' Meitschi lege Händsche-n-a, 
U d' Buebe loufe üschwind. 



262. 
Es schneielet, es beielet. 
Es wäit e chiiele Wind: 
Hesch du-n-es Bitzli Brot im Sack. 
Gib's eme-n-arme ('bind. 

BERN, LYSSACH. 

Kochholz 244. 



263. 

Es schneit, (>s schneit. 
Der Müller het's gseit: 
Es räguet, es rägnet. 
Der Müller het's gsägiiet. 



Rochholz 338. 



ALLOEMEIX. 



'i Simme. der FJii.-^; 



(■ihiidle = imdle = zerfetzt. 



40 



Münchenbuchsee (frühere 
Glocken I : 

Bill Biiii/, cliuiH lii'i. 
i\Iir lu'i i\I;ililbiTi. 



Glockensprache. ') 

264. 272. 

Diessbach (?) : 
Cliinii lii-i. i'liiiiii lifi. 



MINCHENBIX'HSEE. 



265. 



Wohlen: 

Sy di Wohler-Lüumih* bal ;ill da? 
Bis aui a eln»\ 

UOHl.EX. 

266. 
Maikirch : 
MWch (M-\velle. 
Hardöpfel gsoliwcllf. 
Mit der Cliplle 
Usestelle. 

WOHI.EX. 

267. 
Oberwyl b. Büren: 
Alls, Alls. Alls. 
Hct Chröpf aiu Hals. 

BEllN, LANGENTHAL. 

Schild III, S. 37. 

268. 
Nydeckkirche in Bern: 
Älählbiei. Mälilbrei. 

BERS. 

269. 
Frauenkappelen : 
Clilyni Härdöpfoli u (Tissmilcli. 

BERN. 

270. 
Mittagsglocke in Bern (Mün- 
ster) : 



273. 
Bolligen : 

Si di Boiiijic-Lüiiiiuh' nid l>au diiint'? 
Won. si sy jctz ani dinnc, 

BERN. 

274. 
Gadmen: 
Gabt iidii. gabt inhi. 
I)or TTpit isch da. 

BERN. 

275. 
Heutigen: 
Zuahe. ziiabe. 'zualic 
Der Ilaberbrv isch obnalo. 



DAltSTETTES. 



Vii-1. Nr. 596. 



276. 



Thun: 
Der Heer e C'hropf n d" Fron c Clnopf 
Und alli inxl alli. 

STEKFISBCRO. 

277. 

Feuerglocke: 
Es brönnt. es bröiwitl 
Wo wo? Wo wo? 
Im Dorf, im l)(>rr. 
Fürio, flirio. 

(Als Kanon gesungen, so dass 
es einen Akkord ffiebt. wenn 



Warum so tumm? Warum so tumm? alle vier Stimmen singeu 

BERN. 

271. 
Wichtrach: 
Schileeschelm, Schileeschelm. 



AIXOBMEIN. 



') Ueber die Glockensprache vgl. Sartori in der Zeitschrift des Ver- 
eins für Volkskunde VIII, 29 Anm., besonders Roehholz S. 57 ft", Böhme 
1159 ff., SchihI III 37. 



41 



Neujahrs- und Fastnachtbettellieder. 



278. 
Ds Nöiijalir isoh da iiiul i bi da. 
(4ät iiioi- öi)i»is, so eha-n-i gah. 

BERN, DÄRSTETTB-N, FINSTEIIHENNEN. 

279. 
Hut isi-li Sylvester. 
]\rorn isfli Nöüjalir. 
(4ät liier o öiipis zum o-uete Jahr, 
(rat der iiier uüt. so blybe-u-i stah. 
Bis der mi heisset wyters gah. 

BERN. 

280. 
Im Ilimel. im Himel 
Isch e guldige Tisch. 
Da sitze di Angel 
Bi Fleisch und bi Fisch. 

Im Himel, im Ilimel 
Isch e giddige Tron,, 
tlott gab ech, Gott gab ech, 
l)er Himel zum Lohn. 

LAXGENTHAL. 

Vgl. Zeile 1 und 3 mit Böhme 
1554 u. 1632; Liederbuch S. 135 
(Mailied), Str. 5. Die :\Ielodie siehe 
am Schlüsse. 

281. 
Im Himel, im Ilimel 
Lsch e guldige Tisch. 
Dra sitze die Äugeli 
So gsund untl so früscli. 

Vo (iiilil sy di Strasse. 
\o Guld isch das Tor; 
Me cha's fast nid lasse. 
So schön chuiit's eim vrir. 

Dert het me k(M Hnnger. 
Keis Leid git es meh, 
Dert mues me iiiim briegge, 
Fs tuet (^im nüt meh weh. 

HERZOOENBICHSEE. 

282. 
1 ha-n-ech welle singt>. 
Di Stimm wott mir nid gah. 
(lät mir e Nöüjahrwegge 
]\[it sibenesiliezg Fgge. 
Sil i-ha-n-i wider gah. 



283. 
U jetz isch US und aiiie. 
U ds Liedli het es Änd: 
Drum gät is allezame 
E-n-Eiertätsch i d'Händ 

BEUN, 6TEKFIsBlRii. 

Vgl. Nr. 366. 

284. 

Beim Eierbetteln im Frühling. 
Gät use, gät use, vil Eier und Gäld. 
Su chöü mer marschiere iu's weite 

Fiild. 

Der Fuchs isch vor em Hus 

JyEfENEQO. 

Vgl. Böhme 1632. Str. 3; Lieder- 
buch 1833, S. 135 (Mailiedi Str. 4. 

285. 

Es steit es Meiteli (Biu'belii a der 

Wand 
Es het es Chrätteli i der Hand, 
Es hätt o g-ärn es Osterei, 
Gät im eis. so cha-n-es hei. 

ALLGEMEIN. 

Vgl. Zeile 1 u. 2 mit Böhme 1234 d, 
Zeile 1 u. 2: vgl. Nr. 185 und 188 
und 472. 

286. 

Bei der „Metzgete". 
Guete-n Abe, Herr und Frou, 
Gät mer o vo-n-öüer Sou. 
Nid gar weni. nid gar vil. 
Vo de-n-Ohre bis zum Stil. 

BERN. 

A'gl. Nr. 389. 

287. 
Nygi. nägi, nou. 
(Gnyppi. gnappi, gnou.i 
I hiüt gärn iGät mer e chleii vo 

öüer Sou, 
Nid gar weni u nid gar (nid gradi vil, 
Vo de-n-Ohre bis zum Stil. 

Bi'KEN, LALPEN. 

Die Schweiz. Ullust. Wochi-nschrift 
1861, S. 16Ü. 



42 

288. Mir dein liirf Seokcli. 

I staii(le-ii-uf Olli flialtc Stci, ^lit »lein cliniiuine Stiickeli. 

Gut liier Batze, so clia-ii-i hei. Wiir uier öpjiis «j^it. cliuiit i-ii-e> 

"'"E^- iillldiüs lietteli. 

Vi^l. Böliine II. 630 b. ,,. ■■ , -. , ' ■' .■ , 

" \\ai- liier niid izit. cliiint i di lurijii 

289. "öll. 

, , N ü'l- ^i"- Mo: BoliiiM» o22 ii. Baml 

8 iscli e Blieb do, 11 -^n 

Gib im Ziii:er, 
Vilieht gi'it er wider. 291. 

nEuzooENBiifiisKE. StÜrc. stürc, .Alrm-;L;-eii. 

I)ä wo iner öiinis "it. 

^^^- ("hiint i d.s j-iildi^- Betteli. 

Wenn die Kinder einander [);.| ^^,^^ ^^^^,^. „cj ...j^ 

etwas abbetteln. clninr i Rollerolleliafe 'i. 

Stüre, stüre ]\Iü,ugeii, thi-.n. 

1)(M- N'ater scliickt iiii iilter ds ]^rü.ü«'eli, 

292. 

Bas Tschänielen. 

An der Fasnacht ziehen die Grossen oder auch die Kinder 

verkleidet umher, eines als Bär, eines als Bärenführer, mehrere 

als Gümper, eines als Bäseneisi und eines als Eselidokter; sie 

betteln Gaben zusammen, indem sie den Tschämelemarsch singen: 

Holi lioli lioli holi lioli lioli lioli holi! 

Tlotsdi hotseil liotseli hotseh liotscli liotseli hotscli liotscii I 

Füre mit dem graue (liild, 

Chüechli oder Teiii,i>! 

Zum Schluss wird der Bär in einen Brunnen getauclit; 
alle Zugteiluehmer machen möglichst viel Lärm mit „Tschädere" 
und „Bratsche". 

LAXGENTII.\I-. 

Kochliol/. II 5 iS. 381). 

293. 
An der Fasnacht hängen die Kinder ein Rossgeschell um 
und hüpfen im Takt auf und nieder. 

Holi potz, potz, jtotz! 
Füre mit dem yraue (läldl 
("höiit mer gä, was der weit. 
Cliiieelili oder (-riild! 

IIKKZOUENBICHSEK. 



'1 Hölle: s. Seliweiz, Idiot. II. 1015: Schild 111. S. 7. 



43 



Aus der Schule. 



294. 

Beim Stricken. 
liK'stiiche, 
Uiueschla, 
I)üre zie 
Ui)tl abe la. 

ALLGEMEIN. 

Kc.chholz 113: Brenner 108. 



299. 



A, b, c, 

D' Chatz louft über e Sclmee. 
Der Hund louft über e-n-Acher, 
U (li alti Grosmueter uuie.s si fast 

z'tod lache. 

BERN. 

Böhme 1440: Schild III. S. 17. 



295. 
A, b, c, d, e, 
Der Chopf tuet nier weh, 
F, g, h, i, k, 
Der Dokter iscli da, 
L, lu, n, o, 
.letz bin i froh, 
P, q, r, s, t, 
S'isch wider guet, juhe! 

U, V, W, X, 

Jetz fählt uier nix, 

Y, z, 

Jetz gah-n-ig i d.s Bett. 

BERN, Mi'NCHE.\BUCHSEE. 



300. 
A, b, c. 

D' Chatz louft übere Schnee. 
Der Hung louft über e-n-Acher, 
Wo d' Chatz hei chunt, tuet ere 

ds Talpli weh 
U der Hung uiues si fast z'tod lache. 



301. 
A, b, c, 

D' Chatz louft über e Schnee 
Dr Hund louft über e Stäg. 
Und es sv beidi e,uet zw;ig. 



296. 
A, b, c, 

Es geit e Chatz düre gfrorne Schuee, 
We si hei cliunt. tuet nere ds Tälpli 

weh. 

mCnchenbuchsbe. 

Vgl. Nr. 566. 

297. 
A. b, c, 

D' Chatz louft über e Schnee, 
U we si hei chunt, tüe-u-ere d' 

Tälpli weh. 

BERN, LANGENTHAL. 

298. 
A, b, c, 

D' Chatz louft über e herte Schee, 
Am Sam.stig (Am Abe) chunt si ume 

hei. 
llet es Schübeli Drück am Bei. 
(Da tuet ere ds Talpeli weh.) 

BERN, HEIMBNSCHWA.ND. 



302. 
Hula, hnla, hula. Biinz. 
Drii mal acht isch vierczwiinzg. 

BERN . 

303. 
Drü mal sibe-n-isch einezwänzg 
(Uha Biinz. drü mal acht isch viere- 

zwiinzg) 
U Vieri di'uf (U eis derzuei e Chrone ') 
U we-n-ig im Snnnner Geisse ha. 
So ha-n-ig im Winter Bohne. 

BER.N, LANGE.NTHAI, DÄRSTETTE-N. 

L. Tobler II, S. 231. 

304. 

Constanz ht am Bode-Bodesee, 
Wiir's nid gloubt. cha's selber gseh 
(da isch es Veh). 

ALLGEMEIN (DÄRSTETTEN). 

Krk-Böhme III. 1178; Brenner 206. 



') Eine alte Bernerkrttiie = 25 Batzen. 



44 

3U5. 
DujipclpiinUt. Koiiiiiiii. (4('(laiil<t'iistii(li. 
(Ti(>l»t (lein Mfiiscli ein Aiijiosiclit. 

liEKK. 

Dazu zeichnen die Kinder zwei Punkte neben einandei', 
einen senkrechten Strich darunter und unter denselben einen 
wagrechten, worauf sie alles mit einer länglich runden Linie 
umziehen, su dass ein Gesicht entsteht. 

3ÜG. 31U. 

Anne LütP, ptuivrcs j^'eiis, Hier in (licsciii Scliullokal 

Keine Gelde, jjoint d'arg'ent. Sind wir hont znni letzten Mal. 

"'-"'"• DanUen für den rnterriolit. 

307. Ahei- für die Priiji^e! nielit. 

l.e boeufdm- Och«. la \aclie die Kuli. ■/.wkisivme.n. 

Fei-niez la porte, die Tliiire zu! 311 

308. Das Wetter ist schön. 

l>yri lari Löttelstii. Wir bitten den Lehrer i ilei-rn... Frl...) 

i'se .Togg'eli weis nit \\\: Spazieren zu ^"ehn, 

Fat er nit no z'lere ;i, Wir Avollen lieber im Freien schwitzen, 

Git er gwiiss ki brave Ma. Als auf den harten Schulbänken 

nÄHSTKTTUN. sitZCU 

309. Auch ohne die zwei letzten 
Ü.serein soll nie nüt ha Zeilen. 

Als nume g'eng- i d' Scliuele gab, 

U we nu^ de i d'Schuele .yeit, 

Su chunt der Lehrer inid liDUt eiui eis. 

Mr.NCHEXBUCHSEK. 

Vi;i. i\r. 39). 

Tierverschen. 

312. - C.si Chatz het Jun-i gha 

.1ui)heid\- und jupheida. In ere g-rande (petite) Zeine. 

Üsi ("hatz het .lunji'i i^'ha, J'avais solle Götti sy. 

Sibni i-n-ere Keie, Je n'etais pas deheinie. 

Der Pfarrer het solle (TÖtti .sy. mImhenbüchsee, bern. 

•Tetz het er no ke .Aleie. '^n •^''" er.sten' beiden Zeilen vgl. 

BEitx. (ijis Studentenlied .,Fin Grobschniied 

Vgl. iNr. 748; Kochholz 200; sass vor seiner Thür'- : Keinle. Anhang 

Böhme 515; Brenner 180. ^'i'- ^2. 

Üsi Chatz het .hnmi iiha. 
Guete Tag. uu>n eher i)ai)a. .,i ■ w 

^ ' ' Sibni, achti. nuni. 

Bisch du o scho wider daV i. •• i • i.- m i i- i 

Dru hei roti lalpli glia 
Parier francais ha-n-i giert ,t ,-,,.. , ,. ,,. .. . 

^ " L IMackh alli nuni. 

Tonte la bouti(|ue ganz verchert. beh.n-, woule.n. 



'i Auch in Wien I)ekanMt. 



45 



315. 
Uiisre Ivatz luU Juiig-o, 
Sieben an der Zahl, 
Alle ohne Schwänze, 
Es ist ein Skandal. 
Tiid der Kater spricht: 
J)ie ernähr ich nicht! 
Doch was will er machen? 
Es ist seine Pflicht. 



316. 

Hon der Chatz der SchAvanz ab. 
Hon ne re doch nid ganz ab, 
La-n-ere no-n-es Stümpli (Schwänzli) 

stah, 
Dass si clia zur Cliilbi iiah. 

BERN. 

Böhme 1003 inid 1709; Reinle, 
Anhang Nr. 115. 

oder 
J.,ah-n-ere no-n-es Bitzii stah, 
bass mer chönne wyters gab. 



320. 
Mäh, Länimchen, mäh, 
Das Lämmolien lief im Schnee, 
Es stiess sich an ein Steinchen, 
Da that ihm weh sein Beincheu, 
Da schrie das Lämmchen mäh. 

Mäh, Lämmchen, mäh. 
Das Lämmchen lief im Schnee, 
Er stiess sich an ein Stöckchen, 
Da that ihm weh sein Köpfchen. 
Da schrie da^ Lämmchen mäh. 

Mäh, Lämmclien, mäh, 
Das Lämmclien lief im Schnee, 
Es stiess sich an ein Röhrchen, 
Da that ihm weh sein Oehrchen, 
Da schrie das Lämmchen mäh. 

Mäh, Lämmchen, mäh. 
Das Lämrachen lief im Schnee, 
Es stiess sich an ein Sträuchlein. 
Da that ihm weh das Bäuchlein, 
3Iäh, Lämmchen, mäh. 

BEll.N, Mt'NCUEXBrCHSEE. 

Böhme 258. 



317. 
Alli Cliätzli (Büsseli) sy no blind. 
Wenn sie ersch acht Tag alt sind. 
Wenn sie aber elter sind, 
ISind die Chätzli nümme blind. 

BGR^. 

318. 
Üsi alti, graui Chatz 
Isch so gschyd u witzig, 
We si d' Stäge-n-ufe geit. 
So chehrt si ds Stili (So streckt si 
ds Hindere) nidsig. 

BER.N, SIONAU, SiOnCHENBUCHSEE, 
STEFFISBÜRG. 

319. 

Üsi Chatz und ds Herre Chatz 
Hei enangere bisse, 
Üsi Chatz het ds Herre Chatz 
E Bitz vom Stil abbisse. 

ERISWYL. 

Vgl. Nr. 355; Seiler, Die Basler 
Mundart, Basel 1879 S. 123 Sp. a. 



321. 

Gybeli, Gybeli, mämämä, 
Chum. i will der z'läcke gä. 

BERN. 

Gleich, mit dem Schluss: 
Mit dem Stacke uf e Grind. 
Bis de-n-uf und nider springsch. 

Mi'A'CHENBUCHSEE. 

322. 
Dort äne-n am Bärgli 
Steit e schneewyssi Geiss. 
(Da steit e wyssi Geiss,) 
I ha si welle niälche. 
Da längt (hout, reckt) si mer eis. 

BÜREN, DÄRSTKTELTEX, 
BLANRENBURQ. 

Vgl. Nr. 244 u. 578. 

323. 
Dert obe-n-uf em Bärgli 
Da steit e wyssi Geiss; 
I ha se welle mälche, 
Da hout si mer eis; 



46 

Si liet raer (iiii) eis glioue. 

Das Bei tuet mor weli (es tuet mcr 

so well) 
.letz miilclio-n-i iiiyncr Liibtag (I 

iiiiilclie myr Läbtig) 
Ke wyssi Geiss ineli (Ke Fotzelgeiss 

meh). 

BERN, SIQNAH, WOHI.EN, 
llEIMENSt'lUVAND. 

324. 
iLa geit e Geiss i Garte 
U frisst der Cliabis ab; 
.0 lat se nuine luaclic. 
Bis si nit meh maj;'. 
Gät ere no clily zUicke, 
Aber ja nit mit dem Stacke, 
I)as tuet ere iiielir als ii'iiet. 

DAHSTKTTF.^. 

325. 
Üsi Cime het Hose-n-a. 
U der Stier e Chatte, 
Wenn d'mer das nid gioiibe witt, 
So ehasch i Stall ga gngge. 

BÜllEN. 

326. 
Chacun a son gout: 
Die Kuh schreit mu-nm. 
Dei' Esel i-a, 
Die Henne gag-ga. 

BERK. 

327, 
We scho der Fuchs nid liüebli will, 
Es nimmt mi gar nid Wunder: 
l'-i- wott vil lieber Hüenerfleisch, 
Es sy gäng Eier drunder. 

BERN. 

328. 
Storch, Storch, Schnybelschnabel, 
Mit der länge Ofegabel, 
Mit de länge, rote Bei. 
Bring is bald es Brüederli (Schwö- 
sterli) hei. 

BERN. 

329. 

Storch, Storch, Schnybelschnabel, 
Mit der länge Ofegabel (Ofegable), 
Flug mer übei- ds Beckerhus, 



Hol drei früschi Weggli drus. 

Mir eis, dir eis 

Und ein böse N. N. gar e keis. 

BERN. 

830. 

Storch, Storch, Heini, 

Mit de länge Beine, 

Storch, Storch, Schnybelschnabel. 

Mit der l;iiige-n-Ofegable. 

I.ANGE.NTH.M.. 

331. 
Storch, Storch, guter, 
Bring mir einen Bruder, 
Storch, Storch, bester. 
Bring mir eine Schwester. 

BEIl.N 

Wossidlo 1244; Böhme 784: Dim- 
ger S. 60. 

3:52. 
Frau Bydere, Frau Badere, 
Was mache-n-öüi Gans? 
Si i)Hudere, si ptladere, 
Si wäsche-n-iri Schwänz. 

BERN, LANGE-NTHAL. 

llocliliolz 54: Dunger S. 112; 
Böhme 6^0 ii. 1328. 

333. 
Anneli, Marianneli, 
Was mache dyni GänsV 
Si scliwad(>re, si fladere, 
Si schüttle-n-iri Schwänz. 

DER«. 

334. 
Alti Wyber und Ante 
(Ig u my Alti) 
Schwadere-n-über e See; 
U müesse si ertrinke 
Schwadere si no \\\ meh. 
(Su strecke si d' Bei i d" Höh i 
(Su mache si buttelihe.i 

BERN, 8TEKF18BÜUO. 

Schlus8 auch: 
Si (Min strecke dBei i d'Höchi 
U singe irüefe): Tschuderideh {V 

brüele juinj. 

BERN, UE1MEN8CHWANB, THVN. 

Letzte Stroi)he des Studentencanons 
„Pumj) mir i\Ioos". 



335. 
"Was haben die Gänse für Kleider an"? 
(ilgagack. 

Sie laufen barfuss zu jeder Zelt 
In ihrem weissen Federkleid, 
Glgagack, 
Sie haben nur einen Frack. 

BERN, 

Böhme 646. 

336. 

Güggerüggü, 

S' Isch Morge-n-am drü, 

Gaggalaggei, 

D's Hüenli lelt es Ei. 



Kochholz 322. 



BERN, THÜN. 



337. 
I's Meli tuet d'Hüener y: 
Chum Byby, chum Byby. 
Ii^ch der Güggel o derbyV 
C hum Byby, chum Byby. 

LAUFEN. 

338. 
Fridery (Betli my). 
Tue d' Hüener y 
U la der Güggel loufe; 
I\Ier wei ue morn verchoufe. 

L.^UPEN, BERN. 

Schild m, S. 20. 

339. 

Güggerüggü, 

Am Morge-n-am drü, 

Am Morge-n-am vieri 

Loufe-n-alli chlyne Tierli, 

D' Herre-n-i Eat, 

D" Froue-n-i ds Bad, 

D' Buebe-n-i d' Schuel 

U d' Meitschi a Spinnstuel (a d' Spuel). 

BERN, INTERLAKEN. 

Kocliholz 323; L. Tobler IT 227; 
Schild III, S. 19. 

340. 
Wenn der Habicht kreist. 

Stjichvogel, mach mer e schöne King, 
Siisch schia der e fürige Stei a Gring. 

WOHLKN. 

A^gl. Nr. 347; Wossidlo 1212 Aum.; 
Böhme 744. 



341. 

Lied der Schwalben. 

Wie mer sy fürt gange 
Hei mer all Chiste u Chaste voll 
ghäbiin, 
Wie mer sy umhi cho, 
Hei mer nymeh ghäbän 
Wo-n-es Bitzelli Zigur-Zigur. ') 

OBERRIED. 

Erk-Böhme IH, 1858; Wussidlo 
674 ff. 

342. 
Der Tag i mynem Labe 
Ha-n-i nüt so gsek, 
Wi (Als) wjHsi Chr:iie-n, 
U schwarze Schnee. 

LANGENTlfAL, BERN, DÄRSTETTEN. 

Schweiz. 1858, S. 48 ; Brenner 189. 

343. 
Der Gugger uf em düre-n-Ast, 
Es rägnet und er wird nid nass. 

Wossidlu 1750; vgl. Böhme 715 
Erk-Böhme lU, 596. 

344. 

Es isch e Chrot (Chatz) im Chaniiuerli, 
Si brüelet gar gottsjämmerli, 
Wottsch schwyge, du wüesti Chrot, 
Süscli houe-n-der eis zum Cli()])f 

fChropf). 

ALLGEMEIN, 

Kochholz 197; \gl. Nr. 468. 

345. 
Es git kes schöners (sterchers) Tierli, 
Als e so ne Schnägg, Schnägg, 

Schnägg; 
Er treit sys chlyne Hüsi (eige Hüttli) 
Uf em Eügge (Rüggeli) wägg, wägg, 

Wiicrcr 

(Uf em Kügge wägg.) 

BERN, DÄRSTETTEN. 

Die Melodie siehe am Schlüsse. 



') Zieger. 



4S 



346. 
Scliniigge, Örlmiigge Hiisi, 
Ze\<^ mev dyni Büsi<i, 
Zeig iner dyni vieri Hörn, 
Oder i schlage ischla, stecke i di a 
-ii-e Dorn. 

DER.N, THIW. 

RochlK.lz 373 und 204; Böhme 
885 ff.: Schild III, S. 18. 

347. 
Schnägg, Sehnägg, 
Zeig mer dyni Hörner. 
(»der i schla der e füiige Stei a 

Grind. 
« däkstette.\. 

Vgl. Nr. 340: E. H. Meyer: Badi.^ch. 
Volksleben 1900. S. 56: Wossidln 
No. 1369 Aiini. 

348. 
Schnägg, Schuägg, 
Zeig nier alli dyni Ilorn. 
Siisch schla-n-i di buggels-buggels 

tod. 

WOHLE.N. 

349. 
Schuägg, Schnägg. Schnägg. 
Streck dyni Hörner iis, 
(Zeig mer dyni vieri Hörnert 
Süsch schla di uf e Tisch 
Wi-n-e Fisch. 

Bi'REN, WOHLE.N", DÄRSTETTEN. 

350. 
Schuägg, Schnägg, zeig mer dyni 
Süsch schla di übere Haag. IHörner 

MiJ.NXHEN'BDCHSEE. 

351. 

Schuägg, Schnägg, zeig mer alli 

dyni vieri Hoi-n 
Süsch schla di a-n-e Buttledorn 

(Butteldorii). 

DÄRSTETTEN, FI.NSTERHF..NNE.N. 

352. 
Hans Joggeli uf am Turm 
Kr hat a länge Wurm, 
Er leit ne-n-uf e Tisch 
Und isst ne wi-u-e Fisch. 



353. 
Ilimelsgiiegli, tiüg ut". 
Der Himelsvatter tuet der ds Türli 

uf. 

BEK.N, WOIILK.N, M) ^•CHE.^■B^t•H8EE. 

Kochholz 187, Böhme 838, Schild 
III, S. 18; Die Scliweiz. liliistrirrti- 
W(»chen.'<chrift 1861, S. 160. 

354. 
Himelsgüagli, flüg nf. 
Gang säg em Himelsvatter (\'atter 
u .Mueteri 
Es soll morn scluin Wätter sy schön 

.syi. 

BER.N, Bi'REN. 
355. 

Der Tüfel u der Donnergueg 
Die hei enandere bisse, 
(Hei mit enandere gstritte,) 
Der Tüfel het dem Donnergueg 
E Bitz vom Bei usgschrisse (abbisse, 
abgschrisse). 

BEItN, WIMMIS, BJEL. 

Vgl. Nr. 319. 

356. 
Wyspi, Wäspi, stich uii nid. 
Bisch es Tierli. trou di nid. 

BERN. 

Kochholz 98; Böhme 877. 

357. 
Übere Gotthart (Brünig) 
Flüge d' Bräme (drei Bräme; 
U we si übere sy. 
So sy si däne. 

ALLGEUELN, 

Brenner 190. 

358. 
Es bysst mi e Floh. 
Es stäche mi zwo, 
Es loufe mer drei übere Kügge-n-ab 
Wi vil macht das zäme? Sachs. 
„Flohzeller, Flohzeller!" 

ALLOEMEIK. 

Böhme 286b: Kochholz 79; Schild 
m, S. 18. 



49 



359. 
Als Kanon gesungen. 
I weis airie-n-Ort es Hurapelinäst, 
Dat> lia-n-i j?liöro .su.so; 
Boluicbl liest u Scliwäfeldampf, 
Das trybt <li Humpeli use; 
M tn, in tä, in tä etc. 

BERN, Mi'NCHEXBUCHSEE. 

Zeile 3 auch 

Schwäfel, Päoli ii Pul verdampf, 



oder 
Scliwäfel, Päcli n Cliole dry. 

LANGENTHAL, HERZOGE.YBDCHSEE. 

Die ^lelodie .siehe am Schlu.sse. 

360. 
I weis ame ne-n-Ort es Hummelnäst, 
Das liet mi welle gruse; 
Tue Cliuder, Päch u Pulver dry. 
Das trybt di Cliätzere-n-use. 

DÄRSTETTEX. 



361. 

Die guete Biiebli 
Asse giirn Riiebli. 

oder 
Hut gits Riiebli 
Für di böse Biiebli. 



Nahrung und Kleidung. 

Der Schmutz isch use grunne 

(griinelet), 
.Jetzt hei nier (.Tetz iisse meri (.Jetz 
BJ^^- isch di) d' Rösti troch. 

ALLGEMEIN. 

Rochholz 870; vgl. Nr. 184 u. 283. 



Ml NCHEXBCC HSEE. 



362. 
Chrut, Chrut, Chrut, 
Füllt de Buebe d'Hut 
U de Meitscheni der Mage, 
Dass sie möge Wasser trage. 

CERN. 

Rochholz 868. 

363. 
Salz u Brot 
Macht d' Backe rot. 

ALLGEMEIN. 

Böhme 449; Wander, Deutsches 
Sprichwörterh^xikon III (Leipzig 
1863/80), 1852. 

364. 
Bohne-n-u Spiick 
Isch e guete Schlack. 

BERN. 

365. 
Guggersur macht d' Meitschi sur, 
Habermarch macht d' Buebe starch. 

HERZOOENBÜCHSEE. 

Schild III S. 22. 

366. 
Jetz isch US und ame ^Dulidulidei), 
D' Pfanne het es Loch; 



367. 
Duridurideia (.Tetz isch iis und ame), 
D' Pfanne het es Loch, 
Der Schmutz isch use grunne, 
Drum sy di Chüechli troch 
(U d' Chüechli brägle doch). 

DÄRSTETTEN, BERN. 

368. 
Üsi Mueter oliüechlet (Der Anke-u- 

isch verbrunne), 
U d' Pfanne het es Loch, 
Der Schmutz isch use grunne, 
•Tetz hei mer d" Chüechli droch (troch). 

UEKZOGENBUCH.SEE, BEBN. 

Anfang auch: 
Gydi, giidi, göudi etc. 



HEIMENSCHWAND. 



369. 
Di Fasinacht, di Fasinacht, 
Wenn unsri Mueter Chüechli bacht, 
Chüechli bache kann sie nicht. 
Denn sie hat die Ware nicht. 
Di Füsinacht, die Fasinacht. 
Di Wyber bache Chüechli. 
Si tanze, si gumpe 
I allne-n-Egge-n-ume 
U hei di grössti Fröüd. 

BERN, 

Die Melodie siehe am Schlüsse. 



Gertrad Züricher, Kinderlied and Kinderspiel. 



50 



370. 
du liebi Sare. 
D' Chnöpfli sy verfalire. 

BE 

371. 
War will guete Cliueclie bache. 
Da unies ha vo sibe Sache: 
Eier u Schmalz, 
Zucker u Salz, 
Milch u Mahl. 
Safferet macht der Chuech»' "-iil. 



ALLGEMEIN. 



Böhme 174; BreniHM- 153. 

372. 
Hudileitha. 
"\Vi-n-i gseit ha, 
We me diiiechle will. 
So mues me Teig ha. 

DÄUSTKTTE.N. 

Die zweite Hälfte kommt 
auch als Sprichwort vor, öfters 
in der Fassung: 
Teig ha mue.s me. ^yo me chüechle 

wott. 

373. 
D' Mueter bachet (macht e) Zupfe, 
Der Ätti schuätzlet Fleisch, 
Du bisch (Drum wärsch) e dumme 

Kärli, 
We du (We d' jetz) i d" Fröndi geisch. 

BERX, MtNCHJÄBfCHSEE, DÄRSTETTEN, 
GSTEIOWTLER. 

Schweiz. Haus-Kalender (Reideu 
1901^, S. 1. 

374. 
Guete-n-Abe, Vreneli, 
Gasse ha-n-i Böhneli, 
Trünke ha-n-i usem Bach, 
Isch das nid e Herresach? 

BERN. 

375. 
Guete-n-Abe, Vreneli. 
Z'ässe hei mer weneli, 
Z' trinke näh mer us em Bach 
(Z' trinke hei mer gnueg im Bach.) 
Das isch üsi besti Sach. 

BERX, MlXCHEXBrcHSEE, THDN. 

Böhme 592; Schild III, S. 24; 
Schweiz 1858. S. 192. 



376. 
Hans JoggeU am Bach 
Het luter guet Sach, 
Het Fischeli z' Morge-n- 
ü Chräbseli z' Nacht. 

ALLG£Mi:LN. 

Böhme 1419; Schild III. S. 23; 
Vgl. Nr 685. 

377. 
Anne Curiinte. 
Ziger i dtM- Bräute. 
Chüele Wy im Chällerli. 
Bireschnitz im Häfeli, 
Wi chochet all das Wäseli! 

AARBEUO. 

Vgl. Nr. 567. 

378. 
Anneli Cm'änte, 
Ziger i der Bräute, 
Chüele Wy im Cliäller. 
Fleisch uf em Täller. 
Bireschnitz im Häfeli 
Choche alli ds Wäseli. 



KUNSTEKaENNlLN. 



379. 
Aenneli Pfänneli, 
Hesch Gaffee im Häfeli. 
Tue ne nid i ds Ftlinneli, 
Süsch wird er grad heiss. 



380. 

Zibelesuppe, Zibelesuppe. 
Zibele sy im Garte; 
Mues i de-n-es ganzes Jahr 
üf Zibelesuppe warte? 

DÄUSTETTE.N. 

^'gl. Dunger Nr. 110; vgl. Böhme 
n, 200; Erk-Böhme Hl, 1860 c. 

381. 
Meiteü, trink mer nid z' vil Wy, 
Ds Gäld mues zersch verdienet sy; 
Meiteli, iss mer nid z' vil Chäs, 
Süsch muesch ne sälber zahle. 

AARBERQ. 



51 



382. 
Haus Jüggeli, Hans Joggeli, 
Dil tusigs läckers Bueb, 
Du issisch alli Bitzli uf 
Und hesch doeh no uid (doch uiene) 
gnueg. 

3MR1I. 

Rochholz 323. 

383. 
Y(»r em Ofe-ii-iscli warm, 
U hinder em Ofe-n-isch Hitz, 
U we liier d' Miietoi- kos Löffeli git, 
So isse-i>-i keni Schnitz. 



384. 
(häs u Brot u Wy. 
La tlu mir ni}' Nase sy. 



388. 
Dert unde-n-i däm Lädeli, 
Da chouft me gute Schnupftubak, 
Dert unde-n-i däm Lädeli 
Da chouft me Schnupftubak. 
Ds Lot um ene Chrützer, 
Und no-n-e chly Papier derzue, 
Ds Lot um ene Chrützer, 
Und no Papier derzue. 

BERJJ, LANaENTHAL, LEXQNAO. 

Brenner 187. 

389. 
Der Hansli u sy Fi-ou 
Si fi'ässe zäme-u-e Sou. 
Der Hansli ma gar vil. 
Er frisst der Sou der Stil. 

MÜNCHE.VBDCHSEK. 

Vgl. Nr. 286. 



385. 
Lyri, liiri Fingerliuet, 
M;ihlsui)pe-n-isch gar nid guet. 
Surchabis iscli besser: 
Isst me ne mit em (räbeli. 
Bercluint me-n-es rots Sclniäbeli. 

AARBERG. 

386. 
Cliumii! nier wei ga Chrieseli gwinne. 
Weis aine-n-Ort gar grüseli vil, 
Schwarzi u roti u grüeni u gälbi. 
Immer drei an einem Stil. 

BEE.N, THl'^. 

387. 
Clnimm, niier wein gWn C'lirieseni 

gwiuuän. 
Weis an em Ort gar gryseli vil, 
Orieni, roti, bruni, schwarzi: 
S' hangen je vieri an einem Stil. 

BRIE>'Z. 

(War dem Lied „Üf em 
Bärgli bi-n-i gsässe" von Glutz 
augehängt; s. Liederbuch 1833, 
Seite 111.) 

Die Melodie siehe am Schlüsse. 



390. 
D" Bure-n-ässe (frässe) Schnitz und 

Spack, 
D' Herre-n-ässe Schnäi)fedi\äck, 
Und üserein soll nie nüt ha. 
Als gschwellti Härdöpfeli mit Schiuti 

dra. 

LANQE.NTHAL. 

Die drei ersten Zeilen allein sind 
all,gt^mein. 

391. 
Und üserein soll nie nüt ha. 
U d' Herre-n-ässe Sclinäpfe(h-äck, 
U d' Bure-u-ässe Fleisch (Clirut) u 
Und üserein soll nie nüd ha. [Späck 

BERN. 

Vgl. Nr. 309. 

392. 
Härdöpfelrost, 
Du bisch iny Trost! 
Lyt es Bitzeli Brut derby, 
Der Gart'ee darf nid Liirler ') sy, 
!)■ Milch nid chüinmlig '-) gmässe, 
Iscli's es herrligs Asse. 

UÜRSOOEXHUCUäEE. 



Lürliwasser = düniu'r Kaffee. ^lIGeizig. 



52 



393. 
Tyri, tiiri, Ankomilcli. 
Tyri, t<än, Nydlc: 
Tyri, täri, «iiri .Milch, 
Die uia-ii-i nid ci'lydiv 



394. 



Lyriiin, laruiu (Lyi'i, liiril (Huri, liari) 

Löffi'lstil, 
Di alte (Alti) Wyber iisse vil, 
Di juii.nc (Juiii^i iiiuiio) nid gar 

weneli (weni), 
B.sundprs üsos Vreneli (Vroni). 

ALLGEMEIN (hEIMENSCHWAND). 

Vs-l. Nr. 308; Bölmie 215. 



398. 
.Ali N'attcr ifscli c I)ra\(' .Ma. 
Kr Icit d' Siintigli()S('-ii-aiii Wüi-cliti-: a. 
U we-n-cr nilt iiitdi //trayc lict. 
So Icit er sccli (laiiciiii i i\s Bett. 

ßKK.V. 

(Die zwei ersten Zeilen sind 
allgemein.) ] 

Vgl. Nr. 74ü. 



399. 
Und im Lande Afrika 
Loit uie kfMii Hosp-n-a; 
Keni Striiiiipf und kcni Scluu 
Ko ("ylindiM'liuet ilcrzuc. 



395. 
Lyruni, iaruni, Löttel.sti], 
Tryni isch nid Vreni, 
Di alto Wyber ä.sse vil, 
Di junge nid gar weni. 



396. 
Dürr Biri '), dürr Biri, 
Düre Hiniberg x\i\ 
Düre Himberg ut" und ab. 
Potz tausend, das macht nass. 

BLANKENBUR». 



397. 
My Vatter isch e-n-Api)ezälhM-; 
Er isst (frisst) der Chäs (Späck) mit 

samt dem Täller, 
(Er het e gschuntne Bock im Chiiller), 
My Mueter isch e Schwyzeri, 
Si het der Stall voll Gitzeli (Gitzeni). 

ALLGEMEIN (BLANKENBUUQ). 

Schluss auch: 
My i\Iueter isch e Chüechlifrou, 
U we si ehüechlet, git si mer ou. 

BERN, lilEL. 

Vgl. Nr. 508 und 542; Rochholz 
77; Böhme 1380; A. Tobler 139. 



400. 
Liederli, liederli geit das zue, 
Ohni Strumpf und olini Scluu»; 
War im SumuuM' nüt het ta, 
Mues im Winter bartuess gab. 

UBIMENSCHWAND. 



401. 
Z' Luterbach ha-n-i my Strumpf 

verloiv., 
Und ohne my Strumi)f gah-n-i nid hei. 
Jetz mues i halt wider ga Luteibach 

zrügg 
(Jetz gah-n-i grad wi(h>r uf Lnter- 

badi zue) 
Und choufe-n-e Strumpf a (für) mys 

Bei. 

ALIOKMEIN. 

Erk-Bölime 11 1UU9: ilaller S. 257.: 
Archiv V, S. 43, Nr. 67. 



') dür Beri ('?). Beim Heimberg werden viel Beeren gesammelt. 



Gespräche, Neckmärchen, Verkehrte Welt, Kinderpredigten 

402. 
Gm*te-n-Abe, Koniui us, . 
Cliuiu, iner wei i d' Haselmiss. 



53 



„]'' Haselmiss sy no nid ryf." 
Cliuiiiiii, nier wei i ds Bäserys. 
„I's Biiserys isch gar so hart." 
Cluiinm, mer wei i ds Faderbett. 
„Ds Fiiderbett isch gar so lind." 
Ohiunni, luer wei a cliüele Wind. 
„Chüele Wind isch o nid guet." 
€hunim, Aver wei i ds Hagebuech. 
„Im Hagebuech isch's gar so kalt." 
Cham, nier wei i Tannewald. 
„Der Tanuewald isch nid my Sach". 
Cliuin, nier wei ga Chüechlibach. 
„Dert chüechle-n-all u gii-n-üs nüt, 
Labet wohl, ir Luini:)elüt.'- 

B£BN. 

Böhme 964 und 966; Rochhulz H, 
S6 iS. 475); Schild HI, S. 19; Haller 
S. 256; vgl. den Sclduss mit Nr. 
■6(J5 und 687. 

403. 
Aunebäbi Pumperiuiss, 
€hum, mer wei i d' Haselnuss. 
„ly Haselnuss sy no nid ryf." 
■C'huni, mer wei i ds Bäserys. 
„Ds Bäserys isch gar so hert." 
l'humm, mer wei i ds Fäderbett. 
„Ds Fäderbett isch no nid gmacht.'' 
Cham, mer wei ga Chüechlibach. 
„Dert chüechle-n-all u gä-n-ü.s nüt, 
Liibcr wohl, ir Luinpelüt." 

BEßK. 

404. 
Anna mir der rote Brust, 
•fhum mer wei i d' Haselnuss. 
„D' Ha.selnuss sy no nid ryf.*^ 
•Cham, mer wei i ds Fädrebett. 
„Ds Fädrebett isch no nid gemacht.'' 
■C'hum, mer wei ga Aeschlismatt. 
„Z' Aesclilismatt sy scho vil Lüt, 
•Si ässe Späck u gä-n-üs nüt.'^ 
Bhüet ech Gott, ir Burelüt, 
Labet wohl u zürnet nüt. 

HEI.MENSCUWASD. 



405. 
Dominus, Dominus, 
Chum, mer wei i d' Haselnuss! 
„D' Haselnuss sy no nid ryf." 
Chum, mer wei i ds Bäserys! 
„Ds Bäserys isch no nid rj'f." 
Chum mer wei i ds Äntlibuech (nach 

Trifelnacht)! 
Im Äntlibuech sy bravi Lüt, 
(Z' Trifelnacht sy gueti Lüt,j 
Labet wohl (Bhüet ech Gotti u 

zürnet nüt. 

BEBN, ST. STEPHAN. 

Von St. Stephan ohne die 1. Zeile. 

406. 

Glinggi, glauggi, glarius, 
Chum, mer wei i d' Haselnuss! 
„D'Haselnuss sy no nid ryf." 
Chum, mer wei i ds Bäserys! 

DÄESTETTEK. 

407. 

Plimplamp, glorius, 

Chum, mer wei i d' Haselnuss! 

„D' Haselnuss sy no nid ryf." 

Chum, mer wei i's Bäserys! 

„S' Bäserys isch no gar hert." 

Chum, mer wei i's Fäderbett. 

„S' Fäderbett isch no nid gmacht." 
€hum, mer wei i Tannewald. 

„Im Tannewald .sy gar \iel Lüt, 
Si ässe geng u gä-n-is nüt, 
Keis Bireli u keis Öpfeli, 
Isch das nid gar erschröckeli ?" 

LT89A.0H. 

408. 
Der Base, der Base 
Was macht nie damit? 
Me wuscht dermit d 'Stube, 
Das macht me dermit. 
ü d' Ruete, u d' Ruete. 
Was macht me dermit? 
Me chlopfet bös Buebe, 
Das nuicht me dermit. 
Warum de nid d' .Meitsciii? 
Das war Ja-n-e Schand. 
Die folge scho sälber. 
Hank d' Ruete-n-a d' Wand. bbbw. 
Haller S. 222; Böhme 470 a. 



54 



409. 
Hnudeiidou ((Tina'g'oling'. Strubeli- 
iiiiitz, Ging- üing ^mg) was hesch 
im Sack? 
„Hoiuleriduii, t>s Weggli (Drei Öpfel)." 

^ war het der's (der se) 

„ ^ der CTÖtti." [gä? 

^ war i.sch dy GöttiV 

„ ^ der Soliinderjöggi 

( Selmyderjöggi, Geissejöggi, 
Chabisjöggi)." 

ALLGEMEIN. 

410. 

Was iscli dy Miieter? 
^Hüenert'ueter." 
Was isoli dy Vatter? 
„Hüenergatter." 
Was iscli dys Ciiing? 
.,E .Muttigriiig." 

IIEBZOGENBUCHSEE. 

411. 
Froueli, wo cliunscli de liär? 
„Vo Wiiiiiiiis (Züri) obe-ii-abe." 
Was liesch feil"? 
„IScliöni Paradysöpfeli." 
Wi raängs git's für iw Batze ? 
„Vieri oder füfi." 
Nid Sachs oder sibni? 
„Nei, my Ma wott's nid tue." 
Heit er o-n-e Hnslialtig? 
„Ja, es Chueli und es Geissli.*" 
Gä si vil MilcliV 
„Mir chönie nid vo ^leichilche.'" 
I gloube, das Froueli gbört nid wolil. 
„AVowohl, e ganze Chübel voll". 

BERN. 

Haller S. 249; Rocliholz 87; Böliuie 
15C6b. 

412. 

Froueli, Froueli, wo cliömet ihr biir? 

„Vo Züri obe-n-abe." 

Was heit ihr feil? 

„Öcliöni Paradysöpfel." 

Wi raänge git's für ne halbe Batze? 

„Eis, zwei, drei." 

Warum nit vier, füf, siichs. 

„My .Ala mag's nid lyde." 

Wi beisst öüe ^[a? 

„Chuderi, Buderi a!" 



Heit ihr Cbinderli? 

„Es Gitzi und es Böckeli." 

Gab si Milch? 

„Wir chöme nid vo Oberchilche.'' 

Froueli, Froueli,. i gloul)e, ihr ghöret: 

nüt? 
„Wohl, wohl, wohl, e ganze Cbüliel 

voll." 

8T. STEPHAN. 

413. 

Alts Froueli, wo cbunst du biir? 
„Vo Züri obe-n-aben." 
Was heit der da? 
„Vil scböni Monetsröseli." 
Wi vil gät der für nes Füfi? 
„Drü, Vieri." 
Nid füfi, säehsi? 
„Nei, my Ma balget de." 
Heit der o-n-<^ Ma? 
„Ja, so-n-e Pantöflfelipudel.'" 
U Chind? 

„Es (-ieissli u-n-es Böckli." 
Froueli, i gloube, dir verstandet mi 
nid rächt 
,Wobl, e ganze Chübel voll." 

HEIMENSCHWANB. 

414. 
Chlys Mannli. wo cluuiscb här? 
„Vo der cblyue-n-Aegerte." 
Wie mängs Paryserli giscb für ne- 
„Si?)ni." [Bat/.e? 

Nid acbti? 

„Nei, mi Frou balget süsch." 
Hesch (hl ou e Frou? 
„Jo." 

Hesch ou öppis erwybet? 
„Jo, es chlys Hüseli, aber es isch 

mer du verbrunne."- 
EI da iscli jetz ou bös! 
„0 nid so bös, es het du ne feisse 

Chabisblätz gä."- 
E! da isch jetz ou guet! 
„0 nid so gut. d' Hase hei mer ne 

du abgfrässe."- 
E, da isch Jetz ou bös! 
„0, nid so bös, i ha se du cliönne 

schiesse. '^ 
E, da isch jetz ou iruet! 



„0, iiid so guet, i lia mer du ei 

Hang abgschosse." 
E, da isch jetz üu bös! 
„0, nid so bös, i bnicho jetz niiuie- 
ii-ei Häntsclie." 

HEBZOGBNBUCBSEE. 

Vgl.: 

(-Jrüess di Gott, wie gelits? 

^(4uet und nit guet." 

Warum guet und nit guef? 

„Oh, i hab g'heirat." 

Oh, das is guet. 

„Aber i hab' an Alti gheirat." 

Oh, (las is nit guet. 

„Aber di Alti hat a grosses Haus." 

Oh, das is guet. 

„Aber 's Haus is vabrunna." 

Oh, das is nit guet. 

„Aber die Alti is mit vabrunna." 

WIE.N (MITTEILUNCJ V. PROF. SI.VGER). 

415. 

Wo chunsch de här? 
„Vo Guggisbärg." 
E, i ou. Wie heissisch du? 
„Benzli (ICisl)." 

E, i DU. Beidi zänie vo Guggisb.ärg 
u beidi zürne Benzli (Eisi). 

DÄRSTETTEN, BERN. 

Dazu schneiden die Kinder 
möglichst dumme Gesichter. 

416. 
Hans Ueli (Hans Ruedi) wo wotsch 
„(4a Thun uehe." [hi? 

Was ga mache? 
„Ga Ärbs ohoufe." 
Wi vir? 
„Menienieme." 
(Es halbs J'fung). 

WOHLEN, AARBERO. 

Vgl. Schild in, S. 42. 

417. 
Syt der öüere mengs? 
Nume der Hans u d' Gret, 
U der Ruedi u ds Betli, 
Der .Toggeli u dn- Heine 
U denn di sjbe Chleiiie. 



5ö 

418. 
Anneli, Susanneli, 
Stand uf und mach es Liecht, 
I ghöre-n-öpper pöpperle (töpperle), 
I gloub, es syg e Dieb. 
Ach nei Mama, ach nei Papa, 
I gloub, es syg der Haaggenia. 

Vgl. Böhme 1500; Rocliholz 43; 
-Alittler, Deutsche Volkslieder, Frank- 
furt 1865, Nr. 1220. 

Schluss auch: 
Ach nei Mama, ach nei Papa, 
Es isch der Herr vo Afrika (Kapu- 
Mit syner lange Pfyffe, [zinerma) 
Het 177 Löcher (100,000 Löchli) drin 
Jetz clia-n-er nümme pfytfe. 

oder: 
Ach nei Mama, ach nei Papa, 
Es isch der Ruedi Hopsassa 
Mit syr länge Pfyffe, 
Isch sibe Jahr im Himel gsy, 
Het wider abe müesse. 
Waium ? 
Ga d' Chucliitiire bschliesse. 



Vgl. Nr. 706. 



419. 



Der inVfferludi mit der länge Pfyöe. 
Het sibenesibezig Löcher drin 
Und ma se nid ergrytfe. 

MÜ.NCHENBÜCHSEE. 

420. 
Heit der kei Traguner gseh, 
Mit ere länge Pfytfe? 
Het sibenesibezig Löcher drin 
U cha se nid ergrytte. 
(U möclit secli schier vergrvffe.i 



421. 
Vreneli, wo bisch hüt aber gsyn? 
„Zu der Gotten, liebs Stöüfmüetterh." 
Was het's der gä? 
„En bratni Sclilanga, Stöüfmiietterh." 
Vreneli, hesch di bratni iSchlanga 

gässen ? 



56 



„Nei. aber d' Gotto lict si am Iliindcli 
Het's denn dem Hüiideli nüt ta? |gcä.'- 
„Wohl, es liet't? in tut<ig Stiickeni zer- 
spriinjj't.'' 



Sollt nie die Gotten nit o in tusig 
Stückeni zersprängen? 

OSTEIOWVLEB. 

Vg. Erk-Böhme I, 190; vgl. Böhme 
ü, 359. 



422. 
Chunscli mit mer i Wald? Ja. 

Wosch ds l^eiterli trage? Ja. 

Wosch ds Tiirli iiftue? Ja. 

Förchtiseh dci' Wolf? Nei. 

Während der letzten Zeile bewegt man die Hand schnell 

vor den Augen des andern auf und ab. Schliesst es die Augen, 

so ruft man : 

Weiht, du fiiirchtisch ne. 



Schild III. S. 16. 



423. 
I bi i Wald gange. Ig o. 

I bi zumne Boum cho. Ig o. 

I ha ne nmghuue. Ig o. 

I ha ne Söütrog driis gmacht. Ig o. 



D' Söü hei driis gfrässe. 



Ig 0. 



Böhme 1289. 










424. 










I bi uf e Märit gange. 




Ig 


o. 




I ha-n-e Geiss gchouft. 




Ig 


0. 




I ha se-n-i Stall ta. 




Ig 


o. 




I ha-n-ere Gras bracht. 




Ig 


0. 




Si het's gfrässe. 




Ig 


0. 




Statt Zeile 4 und 5 auch: 










Si het gstunkc. 










425. 










I bi über Fäld gange (i Wald). 








Wie? 


l bi a-n-es Bechli cho (zum ne 


W 


eier). 




Wie? 


Da sy Chräbseli drin gs\'. 








Wie? 


Die hei archlemmt. 








Wie? 



So. 



426. 



1 bi i Wald gange. 

I bi zum ne C'hlammerehufe *) cho. 

Di Chlammere hei mi gchlemmt. 

So. 



Wie? 
Wie? 
Wie? 



DAESTETTEN. 



') Ameisen. 



57 



427. 
(Ein paar Mal flüsternd). 

Es liet csniiil c Burcuia 
(Ein imar Mal lauter). 

T Huttcl ') uiidc 
(Ein Mal sehr laut). 

Hoclizyt glia. 

Brenner 191. 



428. 
I \\\\\ der CS Gscliiclitli erzelle: 
E.s iseh esnial e Ma g.sy, 
U das iscli gar nid wahr gsy, 
U bi-n-im isch e P'rou gsy, 
U die iseh gai- nid da gsy. 

BERN. 

429. 
Es iseh ein isch e Fron gsy, 
Die het Brei gehoeliet. 
Da isch si ga ds Briefchiistli läre, 
I dam Briefchästli iseh e Brief gsy, 
I däm Brief isch gstande, 
Es syg einiseh e Fron gsy etc. 

BERN. 

430. 
I will ech erzelle, 
Was di alt! Frou het welle; 
Di alti Frou het welle, 
I soll dir es Gschiehtli erzelle. 
Drum Avil) i dir also erzelle, 
Was di alti Fron het welle etc. 



431. 



.Soll i der es Gschiehtli erzelle? 
Ö' isch einiseh es Mainili g.sy, 
S' het es Tchüppeli Gans glia, 
S' het se dß G.ässeli ufgjagt. 
S' isch einiseh es Mannli gsy, 
S' het es Tsehüppeli Gans gha, 
S' het si ds Gässeli abgjagt etc. 
ufgjagt abgjagt etc. 

BERN. 

432. 
Es isch emal e Ma gsy, 
Da het e hohle Zand gha. 
1 däm Zand iscli es Trüeki gsy, 
I iläm Trüeki isch es Briefli gsy, 
I däm Briefli het's gheisse: 
Es isch emal e Ma gsy etc. 

DÄESTETTEN. 

Vgl.: 

Es war amal a .Mann 
Der hat ghabt an hohlen Zahn, 
Und jetzt geht die Gsehicht erst an: 
Es war amal a Mann etc. 

WIK.N (MITTKIU'NG VO.N PllOK. SIEGER). 



433. 
E Vater het zwe Sühn gha. 
Die hei Haarmi und Ohnni gheisse: 
Also eine het Haarmi (Ohruii) gheisse. 
Wie het doch der ander gheisse? 
Lautet die Antwort „Haarmi'^ oder „0/irwiz", so wird das 
Kind an den Haaren oder Ohren gezupft. 

434. 
Soll der es Gseliichtli erzelle? 
S' isch einiseh es Meiteli gsy, 
Das het es churzes Röckeli gha. 
War das ßöekeli länger gsy. 
So war o ds (-Jsehiehtli länücr "'sw 



1) Huttwyl 



58 



435. 
Nach Erzählung einer Geschichte. 
U jotz isch's US, 
Dert louft e Mus, 
Dert hanget o Cliello, 
Moni will der en anderi fder's no ciiiiscli) cizi'llr 



436. 
Soll der no-n-os chlys C-irschichtli 
Dert hanget e Chelle, IcrzelleV 

Dert louft e Mus, 
U J(>tz isch (Is (^^s('hi('ht]i us. 

BEKN. 

437. 

I predige, was i weis, 
Vü-n-ere-n-alte Geiss, 
( Vo-n-ere Muttigeiss, ) 
Si het der Stil verlöre 
Vor hunderttusig .lohre, 
Si het ne wider gfunde-n- 
Und hiii(l<'-n-nne bunde. 

BKRN, BIEL, LANOENTHAl., 

Mi'M'HENBUCHSKE. 

Böhme 1513; Schild III, S. 17. 

438. 
E Fron und e I\Ia, 
(Frou u Ma) 
.letz tat der Si)ruoh a; 
(.letz geit's a.) 
E Chue und es ('halb, 
.Tetz isch ei- afange halb (d' Gsehicht 
E Geis und es Gitzi (Gitzeli), fhalb) 
.Tetz isch no-n-es Bitzi; 
(S' geit no-n-es Bitzeli) 
E Chatz und (> Mus, 
.Tt>tz iscli der Spruch (d' Gschicht) us. 

DÄRSTETTEN, AARBERr,. 

439. 
Verkehrte Welt. 
Es sjf drei Chöchene Suninierszyt 
Biiu heisse Für erfröre, 
Der Gyger gyget im Hüenerhus, 
Der Ofe springt zur Türe-n-us, 
Der Söütrog leit der Mantel a. 
Der Chilchturm het es Rüschli gha. 

BEKN. 

Vgl. Böhme 1249 ff.; vgl. Erk- 
Böhme III 1095, Str. 4 und 5. 



440. 

Dunkel wars, der Mond schien helle,. 
Als ein Wagen mit Blitzesschnelle 
Langsam um di»> Ecke fuhr; 
Drinnen sass ein stehend .Miinnehen. 
Stumm in ein Gespräch vertieft. 
Während draussen auf den Eise 
Ein toter Hase Schlittschuh lief; 
Und ein blondgelockter .Tüngling 
Mit kohlrabenschwarzem Haar 
Lehnte sich an eine grüne Baid<. 
Die rot angestrichen war. 

BEß.\. 

441. 
Dunkel war's, der Mond schien helle, . 
Eis lag auf der grünen Flur, 
Als ein Wagen mit Blitzesschnelle 
Langsam um die Ecke fuhr. 
Darin sass ein l)londer .Tüngling. 
Dessen rabenschwarzes Haar. 
Von der Fülle seiner .Jahre 
Schon ganz weiss ge^\(>rden war. 

BBRN. 

442. 

Finster war's, der ]\Iond schien helle- 
Auf dergrünen, schneebedeckten Flur. 
Als ein Wagen mit Blitzesschnelle. 
Langsam um die Ecke fuhr. 
Drinnen sass eine alte Schachtel. 
Zählte kaum noch zwanzig .Tahr, 
Neben ihr ein blonder .Tüngling. 
Blondgelockt sein schwarzes Haar. 
Und der blondgelockte .lüngling 
Mit dem rabenschwarzen Haar 
Sass auf einer blauen Kiste, 
Die schwarz ang(>strichen war. 
Draussen st;ind(Mi viele Leute, 
Schweigend ins (Tes))räch vertieft. 
Als ein totgeschossner Hase 
Käsend diu'ch die Felder lief 

BERN. . 



59 



443. 
Grüssech, Herr Mändig, 
Was macht der Herr Zystig? 
Ganz wohl, Herr Mittwuche, 
Der Herr Doniistig 
Soll ein Herr Frytig säge, 
Der Herr Samstig 

Soll zum Herr Siuintig ga z' Mittag 

ässe. 

BERN'. 

Rochholz 93; Böhme 487. 

444. 
Hut isch Mittwuche, 
Stoss di Nase-n-i-n-e Tischtrucke. 

BER.\. 

Vgl. Nr. 103. 

445. 
Hut isch Fr} tig, 

War nüt git, isch gytig. 

BERN. 

446. 
Macht's der heiss, 

So schlüf i-n-e Geiss, 

Machts der übe rächt, 

So schlüf i-n-e Wäberchnächt, 

Machts der chuel, 

So schlüf i-n-e Stuel. 

M i' SCHENBUCHSEE. 

Böhme 453; Kochholz 862; ScliUd 
HI, S. 21: Sutermeister S. iL 



447. 

Macht's der heiss, 

So schlüf i-n-e Geiss; 

Macht's der ehalt, 

So schlüf i-n-es Chalb; 

3Iacht's der (Isch dir) äbe rächt. 

So schlüf i-n-e Wäberchnächt. 

BERA', HERZOGEXBÜCHSEE. 

Die vier ersten Zeilen auch 
Isch dir ehalt? 
So schlüf i-n-es Chalb 
Isch dir heiss? 
So schlüf i-n-e Geiss. 



448. 
('hasch du pfyfe, 
Düre Hag düre schlüfe 
Und änenache wider pfyfe? 
Säg .schön Lötfeli, Lölieli, Lötfeli. 
Die /■ werden gepfiffen. 

LEUERINGE>-. 



Kettenreime, Erzählungen. 

449. 
Joggeli soll ga Birli schüttle, 
D' Birli wei nid falle. 
Joggeli wott nid Birli .•schüttle, 
D' Birli wei nid falle. 
Da schickt der Meister ds Hundeli u.-<, 
Es soll ga Joggeli bysse. 
Hundeli wott nid Joggeli bysse etc. 
Da schickt der Meister ds Clinebeli us. 
Es soll ga Joggeli schlage etc. 
Da schickt der Meister ds Füreli us, 
Es soll ga Chnebeli brönne etc. 
Da schickt der Meister ds Wässerli us, 
Es soll ga ds Füreli lösche etc. 
Da schickt der ^Meister ds Cliälbcli ils. 
Es soll ga ds Wässerli lapi)e etc. 
Da schickt er du der Metzger us, 



€0 

Er soll ga ds Chiilbeli luetzffc etc., 

Da geit der Meister sälber us 

U geit ga räsoniere, 

Metzger wott Jetz ("liälbeli iiietzge, 

Cliälbeli wott jetz Wiis.serli lapjje etc. 

BEKN. 

Böhme 1260 b; Brenner 39; .siehe Vorwort. 

450. 
Ds erst Jahr, wo-n-i agtange ha hiise. 
Da ha-n-i es Hiieu übercho, 
Däni ha-n-i der Name gegäbe: 
Henneli heisst mys Huen. 
Ds zwöüt Jahr etc. — e (Tan^>. 
Langehals heisst niy Gans, Henneli heisst mys TTuen. 

Ds dritt Jahr etc. — es Schaf. 

Rubelhaar heisst mys Schaf, I.,angehals heisst my Gans etc. 

Ds viert Jahr etc. — e Geiss. 

Heimlifeiss heisst ray Geiss, Kubelhaar etc. 

Ds füft Jahr etc. — e Cime. 

Tiü'lizue heisst niy Cime etc. 

Ds sächst Jahr etc. — es Koss. 

Türlistock heisst mys Boss etc. 

Ds sibet Jahr etc. — es Wyb. 

Brächeschyt heisst mys Wyb etc. 

Ds acht Jahr etc. — es Ching. 

Tübbelsgring heisst mys Ching. Brächeschyt heisst mys 
Wyb, Türlistock heisst mys Koss, Türliziie heisst my 
Chue, Heimlifeiss heisst my Geiss, Kubelhaar heisst 
mys Schaf, Langehals heisst my Gans, Henneli heisst 
mys Huen. 

BERN. 

Böhme 1264; Kochholz 278; L. Tobler I 57; A. Tobler 165; Schii- 
uiaiHi 573. Die Melodie siehe am Schlüsse. 

451. 
Graugrau heisst mys Henneli, 
Am Morge früe im Tänneli, 
Es trydelet, es trädelet. 
Das tuet es, das tuet es. 

Dazu noch die Zeile: 

(■irttsse Grind heisst uns Cliind. 



Vyl. Nr. 18. 



452. 
Es räselet, es daseiet. 
Es dytelet, es daseiet, 
So tuet es. 



ST. STEPHAH. 



61 

453. 
])ert iindc-n-i der Ou 
J)ert steit e Birlibouui, 
Da Birliboum treit Loub. 
Was isc'h a dämScälbige Bouiu? 
E wunderschöne-n-Ast. 

Ast a däin Bouiii, Boum i der Ou, Oii a ilcr Ärde. 
Was isch a dänisälbige-ii-Ast? 
E wunderschöne Zweig. 
Zweig a däm Ast, Ast a däni Bmiui, Buuni i der Ou, Ou a der Arde. 

Was isch a dänisälbige Zweig? 
E wunderschöne Stil. 
Stil a diini Zweig, Zweig a däm Ast etc. 
Was isch a dänisälbige Stil? 
Es wunderschöns Birli. 
Birli am Stil etc. 
Was isch i dänisälbige Birli? 
Es wunderscliön.s Gröübschi, 
Gröübschi im Birli etc. 
Was isch i dänisälbige Gröübschi? 
E wunderschöne Ciiärn. 

Chärn im Gröübschi, Gröübschi im Birli, Birli am Stil, Stil am Zweig, Zweig 
am Ast, Ast am Boum, Buum i der Ou, Ou a der Arde. 

BEBN. 

Brenner 40; Böhme 1261. l)ie Melodie siehe am Schlüsse. 

454. 

Aber wenn nun der Topf ein Loch hat, lieber Heinrich, lieber Heinrich? 

Stopf es zu, dumme, dumme Liese, dumme Liese, stopf es zu. 

Doch mit was soll ich es denn zustopfen? etc. 

Mit dem Stroli etc. 

Aber wenn nun das Stroh zu lang ist? etc. 

Schneid es kurz etc. 

Aber wenn nun das Messer nicht scharf ist? etc. 

Mach es scharf etc. 

Womit soll ich es denn scharf machen? etc. 

3Iit dem Stein etc. 

Aber wenn nun der Stein nicht nass ist? etc. 

Mach ihn nass etc. 

Aber wie kann ich ihn denn nass machen? etc. 

^lit dem Wasser etc. 

Aber wie kann ich denn das Wasser schöpfen? 

Mit dem Topf etc. 

Aber wenn nun der Tojif ein Loch hat etc. etc. 

BERN. 

Vgl. Schauenburgä Commersbuch (j62; li. Köhltr. Kleiiu« Schriften OJ, 
352. Die Melodie siehe am Schlüsse. 



•62 

455. 
Eie, juheie, 

Im Summer fliige d' Cliräie, 
D' Chräie flüge-n-im Summer, 
Der Stier isoh e Brummer, 
E Brummer isdi der Stier, 
Sy irere vier. 
Vier sie ire, 
D' Böüm trage Bire. 
Bire trage (V Böüm, 
D' Boss lioi Zöiiiii, 
Zöüm hei d" Kost*, 
Der Clu'ieger isch e Poss '), 
E Poss isch der Chrieger, 
D' Chind soll me wiegle, 
Wiegle soll me d' Chinder. 
Wasche soll nie d' Windle, 
D' Windle soll nie wüsoln». 
J)' Fiiess stosst me-n-i d' Flasche 2), 
I d' Flasche stosst me d' Fiiess, 
Ds Hung isch süess, 
Süess isch ds Hung, 
Der Biiller isch e Hung *i, 
E Hung isch der Bällor, 
Fäge soll me d' Tai 1er. 

D' Taller soll me fäge, 

D' Manne trage Däge. 

Däge trage d' Planne, 

Chüechle-n-i der Pfanne, 

1 der Pfenne chüechle, 

D' Wyber soll me tüechle, 

Tüechle soll me d' Wyber, 

Z' Bärn sy %il Schnyder, 

Schnyder si vil z' Bärn. 

Brot ässe si gJirn, 

Garn ässe si Brot, 

Der Hunger isch e Not, 

U ds Fähnli isch i Chrieg, 

•Tetz isch us das Narrelied. 

OEBM. 

Rochholz 720. 

456. 
Mein Vater hat ein' Garten, 
Hier ein Garten, dort ein Garten, 
Und das war ein schöner Garten. 



In dem (warten \v;ir ein Baum etc. 
Auf den Baum, da tlogcin Vogel, etc. 
Und der Vogel baut ein Nest. 
In dem Neste lag ein Ei, 
Aus dem Ei, da kroch ein Vogel, 
Von dem Vogel flog die Feder, 
Aus der Feder ward ein Bett, 
Bei dem Bette stand ein Tisch, 
Auf dem Tische lag ein Buch. 
In dem Buche stand geschrieben: 
N. N. soll die Mama lieben. 

DEEN. 

Böhme 1596 n. II 6U6; Brenner 93. 

457. 
I ha-n-esmal es Fürt gfunde. 
Fürt ha-n-i Becker gä, 
Becker het mer Weggli gä. 
Weggli ha-n-i Mueter gä. 
Mueter het mer Trubel gä, 
Trubel ha-n-i Vatter gä, 
Vatter het mer Stäckli gä, 
Stäckli ha-n-i Lehrer gä, 
Lehrer het mer Tötzi gä, 
D" Tötzi hei nii bisse. 
U jetz wott i nüd nieh wüsse. 

BfcKN. 
HEIM ENSCU WAND (OHNE SCHLUSSVERS). 

oder 

( >rgeli-örgeli-örgt'lini;i. 

Muesch es mal es Fürt ha (^tc. 

458 
Uf em Bybab(»neb:irg 
Steit es „ hus; 
I däm „ hus 

Wohnt e „ fron, 
U di „ fron 

Het es „ chind. 

U das „ chind 

Geit i d" ., sclincl. 
I dar ., .scliucl 

Isch e „ lehrer. 

U da „ lehrer 

Het es ., stäckli istäckel 

U das stäckli — bysst 

idä bysst i 

ALLGEMEIN. 



1) Verächtlicher Mensch, Bube. Deutsches Wörterbuch lU 276; StaliU'r, 
Versuch z. e. Schweiz. Idiotikon, S. 208. ^l Fäsche ( V ). *) Wortspiel nut 
Honio" und Hund. 



63 



Auch 

Uf em Fifafonebärg. 

M ÜNCHENBÜCHSEE. 

Uf eni Bynebonewäg. 

QSTEIQWYLER. 

Uf em Bybabungebärg. 

HEIMENSCHWAND. 

Uf em Bynnebonnebärg. 

ST. STEPHAN. 

Als Anzählreim mit dem 
Schluss: 
Eins, zwei, drei und du bist frei. 

Sutermeister S. 26; vgl. Böhme 
1492. 



459. 

Ich ging einmal spazieren 

Bei der Abendi-öte. 

Da fand ich eine Flöte, 

Ich ging weiter und fand eine Kröte. 

Ich haute der Kröte 

Mit der Flöte 

Eins auf die Schnögge, 

Dass sie gögte. 

BEKN, M ÜMCHENBUCHSEE. 

Vgl. Schauenburgs Commersbuch 487. 



460. 

I syg a chlyue Ötumpe. 
Seit d' Mueter all! Tag, 
Doch oha-u-i gleitig gumpe, 
Was nid es jedes cha. 
^ly grossi Schwöster Tryni 
Wett gärn, si chönt eso, 
^i isch halt gar e fyni 
Drum mues si sittig ga. 
I >rum isch es aber gut, 
Dass" 's öpper vo-n-is cha. 

M ÜNCHEKBDOHSEE. 



Chunt e-n-alti Flädermus, 

Schiysst dem Vögeli ds Schwänzli us; 

Weh, weh, weh, 

Ds Vögeli het kes Schwänzli meh. 



462. 
Do, re, ml, 

Ds Müeti chochet Bry. 
Re, mi, fa, 
Der Aetti richtet a. 
Mi, fa, sol, 
E ganzi Platte voll. 
(Jetz isch d' Platte voU.j 
Fa, sol, la, 
Alli sitze dra. 
Sol, la, si, 
Guet isch's gsy. 

BERN, HUEZOGtlMJCCUSEE, DÄBSTETTEK. 

Manchmal fehlen die vier 
letzten Zeilen. 



463. 
Ut, re, mi, 

Dr Ätti chochet Bry. 
D' Mueter richtet a, 
Jetz cha-n-i no nüt ha. 

HEIM ENSCHWA SD. 

464. 
Ut re mi, 

Ds Müeti (Der Ätti) chochet Bry. 
Re mi fa, 

Dr Ätti (Ds Müetti) richtet a. 
Mi fa sol, 

Di ganzi Platte voll. 
Er stellt se-n-under <r Stäge, 
Der Giiggel geit's ga säge, 
U d' Hüener watschle dry. 
Kykeryky! sol si la si. 



461. 
Sitzt es Vögeli uf em Dach, 
Luegt, wi d' Mueter Chüechli bacht, 
D' Chüechle sy jetz bache, 
Drob mues ds Vögeli lache, 



Schluss auch: 
Si stelle ne-n-uf d" Stäge, 
Der Uüggel geit's ga säge, 
U d" liüener frässe's us. 



64 

465. 

Ut, re, Uli, 

D' Mueter clujclict Biy. 

Ut, re, mi, fa, 

U richtet ne grad a. 

Ut, re, mi, fa, so! 

P^ ganzi Blatte voll. 

Ut. re, mi, fa, sol, la, 

Jetz fa mar z' ässe-n-a. 

Ut, re, mi, fa, sol, la, si, 

U cV Hüender picken dry. 



Ut, re, Uli, fa, so!, la, si. ut, 

hr .Mt wirft neu dr .Miicti'r a ds 

Hut. ', 

ZWKISIMMEN. 

466. 

(Tiiiiggcliiris -) Tochter 
Clinchet wysse Bry, 
Si stellt ne-n-under d' Stäge, 
Der Güggel geit ga säge: 
D" HiuMicr ])fyf<' <lry. 



LA.NGE.NTHAI.. 



467. 



TTinder em Ofe-ii-iif ein Tisch (vor ein Tisch) 
Schiiii t/Jet d' Mueter Bireschuitz lÖpfelschnitz); 
Ila-u-i eine welle näh, 

Het si nicr uf d' Finger gä (iif ds Näsi gä), 
TIa-n-is welle (Bi-n-i's ga dem) Vatter chlage, 
Het er uii no erger gschlage (nieh abgschlage). 

Brenner 150; vgl. Nr. 541 tf. 



ALLGEMEIN . 



468. 
Hinger em Ofe (I der Chuchi) steit e Tisch. 
D' Mueter schnätzlet Bii-eschnitz; 
Ha-n-i eine welle näh, 
Het si nier uf d' Finger gä; 
Ha-n-is welle dem Vater chlage, 
Het er mi no herter gschlage. 
Het mi gsperrt i ds (Steckt mi i-n-es) Chällerloch, 
Bis i nümme stäle wott. 

BERN, DÄBSTETTEN. 

Schluss auch: 

Sperrt er mi i ds Chämmerli, 
Brüele-n-i gottsiiimnu'rli. 



Vgl. Nr. 344. 



469. 



Bim Brünneli, bim Brünneli (Am Brünneli, Im Gärteli) 

Da steit e Birliboum (Bireboum), 

U we di Birli ryfe (ryf sy). 

So chüechlet üsi Frou; 

Üsi Frou het gchüeddet, 

Het hun(hn-zwänzgi (107, 106, 37) gmacht, 

U we mer alli gässe hei lässe) (We mir si z' morge-n-ässe). 

So hei mer nüt meh (kener) z' Nacht. 



1) Haupt. 2) Narr, Possenreisaer, Schweiz. Idi(»t. H, 36: als Neutrum 
auch von weiblichen Wesen gebraucht. 



G5 



Anfang auch: 



Schlnss auch 



Iliinlt^nMii Hiis im Ofartli. 

We-n-üsi Miieter ohüechlet 

U inline vier! (fnti) macht, 

Sn ässp liier si z' Abe iz' Morge) 

Was tnsiss lii iner z' Nacht? 



DARSTETTEN., 



Schluss auch: 



.Mir ;is.s('-n-;\ili z' Morge, 

J)a liei incr iiüt ineh z' Nacht. 

470. 
Josejjpeli, Sciniemeppeli 
Hct (Is Hiisli azünt 
Dn ii<ch ein du d' Mueter 
Mit der Ruete na gröiint, 
Um d' Schür und um ds Hus, 
Um ds Hus und um d' Schür, 
Joseppeli, Sehnesepppeli, 
Spil niimine mit dem Für. 

471. 
Es wott e Ma ga Strassburg ga igoi, 
Wott iHett) syni zwölf Wyber mit sech nä (gno'i; 
Di ersti macht wohl auf die Thür, 
JJi zweiti macht es grimmigs Für, 
Di dritti setzt e Pfanne dra, 
Di vierti richtet sech sälber a, 
Di füfti reicht e halb .AEass Wy, 
Di siichsti schiinkt sech selber y, 
Di sibeti macht wohl ires Bett, 
Di acliti hat sich drein gelegt, 
Di nöünti stygt wühl ut' das Dach, 
Di zähnti hat sich tot gelacht, 
Di elfti melkt wohl iri Cliue, 
Di zw(ilt'ti Schlacht di Türe zue. 

Vgl. Wossidio 1762—68; vgl. Böhme 727; vgl. Nr. 187. 

472. 
D' Stäge-n-uf i ds Chämmerli, 
D' Stäge-n-ab i ds Chällerli. 
Es steit es Meiteli a der Wand, 
Es het eil (tjjfel i der Hand; 
('luu)t e -Mus und trisst im drus: 
Du uverschaiiti Flädermus! 

Vgl. Nr. 185, 188 und 285. 
Gertrud Züricher, Kinderlied und Kindcrsiiiel. 



BERN, BIEI.. 



MLNCHENBUCHSEE. 



Fn(STERHES>'E>" > 



«6 



473. 
5 Jahr ein Kind, 
10 Jahr zur Schul geschAviml. 
20 .lalu- fndi ^t'sinnt. 
30 .lalir ein Mann, 
40 Jahr wöhlüt^than, 
50 Jahr stiUe stalni, 
60 Jahr geht's Alter an, 
70 Jahr ein (4reis, 
80 Jahr sclinceweiss, 
90 Jahr gehuckt zum Tod. 
100 Jahr Gnad bei Gott. 
Böliuu'. Nachträge u. Zusätze 59; Zacher und Jeitteie.s, 
für deutsche Philol. 23, 385. 24, 161. 

Statt der ersten und zweiten Zeile: 
10 Jalir ein Kind. 



BEBM. 

Zeitschrift 



Anzählreime. 

474. 
Zum Abzählen an den vorgehaltenen Fäusten. 
Alh^di, päHedi, lyltedi, rapp, 
Rybedi, rabedi, polie (kiu)lle). 



475. 
Hole di P(.le, di Kybe, di Kabe, 

di Pole. 

ST. STEPH.\N, 

476. 

Ellerli, sellerli. syllerli (sygerlii sa, 
Rybedi, rabedy, knoll. 

DÄESTETTEN, EBLIGEN. 

Böhme 1851; Dunger 148; Schu- 
mann 424; Jahrbuch des Vereins für 

niederdeutsche Sprachforschung 
XXVI S. 128; Haller S. 256; Keinle, 
Anhang Xr. 71. 

477. 
Agge, bagge, 
Bohne trappe, 
Ygedi, bygedi, duss. 

BÜUEX. 

Schumann 421. 

478. 
Ingge, zwingge, dringge, Aiergge. 
fungge, schägge, one, bone, knolle, 

knups. 

BEBN. 

Itocldiolz 258. 



BERN, THl'N', LECBIiI.>GE>-, L.\NOE.NTUAL. 

479. 
Äne, täne, tubetäne, 
Tubetäne, talius (daließ 
Eggefalle, zinnnerhalle. 
(Eggeprale, simperale, ) 
Bya, bya, duss (buff). 



480. 
Ene, zwene, drene. fungga, fongga, 
rabe, scliMabe, dyge, dene, dotsch. 

ST. STEPHAN. 

481. 
Aue, Fahne, Funke, Fäcke, 
Kiri, Kari, Keiser, ("hnopf, 
Galireveüelli, du bisch drus. 



482. 
One, töne, to, 
Gai)ernelle no. 
Isabelle Pumpernelle. 
Yl»eli. l)ybeli, iiumj). 



BEU.N, LANOE.VTlL\L, 
THCN. 



67 



483. 
Aue quaquane, 

Drei Türgge-n-am Finger (bim Finger) 
Scliniiggägge, palone, puppuppe. 

ALLGEMEIN. 

liochliolz 230. 

Auch mit dem Anhängsel: 
•Chrutsnppe. 

STKFFI,SBUKG, ST. STEPH.\X. 

484. 
AiiP qiui([nant', 
Drei Türgge, vier Finger. 
rSelinäggtägge, Melone, punipuni. 

BERN. 

485. 
Allige, Twanige, Tüte, PHiiger, 
Sclinegge, Paluiie. Puppe, Clirutsuppe. 

ST. STEPHAN. 

486. 
Tvröli, Paroli, 
Pantöffeli (Tiiggii. 
Scinienagel, Öchärnijissei-, 
Driickfrässer bi.st du! 



ZWEISIMMEN. 



Vgl. Brenner 82; vgl. Xr. 1005. 

487. 

Anige, biinige, doitiielteii, 

Trvrtt'l, trattei, truiuinelnieli, 

Aclierbrod, 

8inn der Not, 'i 

Sinn der Pfanne, 

Diissestanne. 

BEi'.N. 

Böhme 1729 a: Kocliholz 237; 
Brenner 78; Schild III, S. 7; Unser 
Egerland II ( I898j, S. 9; Courrier 
(U^ la C«')te (Nyon) 19. Juni 1894; 
Archivio per lo studio delle Tiadi- 
zioni poiiuhiri X\I 18971, 525. 



488. 
Änige, bänige, doppeiteh, 
Tryffel, traffei, trummelmeh 

ftrummermeh) 
Hackebrot, zinninot, 
Zinnipfanne, dusse gstande. 

BERN. 

489. 
Änige, dänige, doppeldeh, 
Grytfel, graffei, drummermeh, 
Acherbrot, Ziuibernot, 
Zimbergfangp, dus.seg-stange. 

HBKZ0OENBUCH8EE. 

490. 
Änige, dcänige, doppeldeh, 
Tryffel, traftel, trumiiieliiieh, 
Ackerbrot. 
In der Not, 

Zinzi Pfanne dussestoht, 
Hirzesprung. 
Biiretalp, 

Wys.si, schwarzi. riuidi Cliiigeli. 
Sammetli ! 

HKEZOGENDUCHSEE. 

491. 
Enige, heilige, deli, 
Dyppel, dappel. triiiiiiiiehiicli. 
Ankebrot. 
In der Not, 

Zinnepfanne, Chueciic du.s.se 
In der Chuchi usse. 
Herr, schenk deinem Knecht us, 
Suf US, und du bisch drus. 

SAANEN. 

Vgl, Bühiiie 1807. 

492. 
Dynige. diiiiige, dopiu'ldeh. 
Z' Acher fahre, nimmermeh. 
S' Sclmüerli zöge, .s' Fiilleli glii]ift. 
Dil 11 d;i isch useguiiipft. 

LANCENTHAL. 

\'ul. Nr. 5(^9 11. 1032. 



') Gedenke der Not; soll sich der Ueberliefcrung nach auf den Einzug dc^r 
Schweden und Friesen in die Scliweiz beziehen, als sie wegen Hungersnot 
auswandern mussten, wobei jeder seine Gerätschaften mitgenommen habe. (?) 
Ueber die Sage vgl. F. Vetter. Ueber die Sage von der Herkunft der 
:Schwvzer und Oberhasler. Bern 1877. 



68 

493. 
ÄniKt', banijie, liincdi, bäiiedii Tintcfüss, 
Gang i d' Soliuel und 1er dy Sadi. 
Chunsch Hier hei u chascli nicr niit «li-'s iiidj, 
Ninie-ii-i d' lliiet('-n-uii<l titzc di mit, 

ALLGEMEIN . 

Böhme 1760; Schild 111. S. 22; .1. Iliinziker, Aary-aiu-r Wörterltiick 
(1877) S. 16. 

494. 
Äni>?e, bänljre, Tintefass. 
(■rang i d' Schnei und lern mer was, 
Chnnsch nier hei und chaseh mer nix, 
Ninie-n-i d' Ruete-n-u gibe der Wix. 

LANGENTIIAL, BER-N. 



495. 
Änige, da n ige, Taflfetband, 
(Änige, bänige, Doppelband,) 
S' isch nid wyt vo Ängeland lufÄ., 

ga Ä.) 
Ängeland isch zugeschlo.ssen. 
Und der Schlüssel abgebroclu'n ; 
Eins, zwei, drei, 
Und du bisch frei. 

ALLQEMKI-N. 

Böhme 17Ö8. 

Anfaug auch: 

Chinder. gät enander d' Hand. 

BEllN. 

Änige, diinige, (biinigei Doijpelbrand. 

DÄRSTETTEN, EBLIGEN. 

Eniger, weniger, Doppelbouui. 

BLANKENBURG. 

Änige, biinige, Doppeldang. 

HEIMENSCmVAND. 

Enige, benige, Dopjx'lband. 

ZWKISIMMEN'. 

Enige, benige, Tapp(>lwand. 

ST. STEPHAN. 

496. 
Eine kleine Katfeebohne 
Reiset nach (aus) Amerika, 
Amerika ist zugeschlossen 
Und der Schlüssel abgebrochen. 
Eins, zwei, drei, 
Und du bist frei. 

BERN, KINSTERllENNE.N. 

Böhme 1752. 



ALLGEMEI.N. 



497. 
Äne, täne, to 
(öne, töne, to) 
Und du chaseh go. 

498. 
Ene, tene, wiiggedene (wesgedene 
Ene, tene. wägg. 

DÄRSTETTEN, ZWEISIMMEN, 
ST. STEPHAN. 



499. 
Öpfel, Bire, Nuss, 
Und ihi bisch duss. 

Böhme 1733. 

500. 
Öpfel, Bire, Nüsse, dusse, 

501. 
Pylf, patf, putf. 
Und du bisch duss. 

502. 
Eis, zwöü, drü, 
Bytli, bädi, bü, 
Bydi, bädi, Ohreläppi, 
Eis, zwöü, tlrü. 

503. 
Eis, zwei, drei, 
Hygi, hägi Höü, 
Hygi, hägi Haberstrou, 



ALLGEMi IN. 



GSTEIGWVI.EK. 



69 



l'hunt e-n-;vlti BättellVnii, 
Hpt es stoubig.s Hüetli uf, 
Cliunt Jiid und spöüt ere druf. 

BEBN. 

Böhme 1791. 

504. 
Eis, zwei, drei, 
Byge, bage, bei, 
Byge, bage, Haborranes, 
D' Cliatz loitft barfuess. 

BERK. 

505. 
Eis, zwöi, di'ii, 
Syiiii, Säini, sü, 
Jlyne Trätti, dyne Trätti 
Hocke hingereiii Für. 

ERISWYL. 

506. 
Eis, zwöü, drü, 
Fygge, üigge, fü, 

Myne Vatter, dyne Vatter und der 
flache zänie drü. [Brueder 



507. 
Eis, zwei, drei. 
Es git e Lumperei; 
D' Bure ga ga lösche 
]\Iit hunderttuset Frösche. 

BERN. 

Vgl. Nr. 592. 

508. 
iEis, zwöü, drü, 
Bim, bam, bü, 
(Pini, pam, pü,) 
Bim, bam, Bereli, 
(Pim, pam, perli,) 
3Iy Vatter isch es Hereli (Herli), 
My Mueter isch e Chüechlifrou, 

(Chüechelfrou) 
Und we si iiet, su git si mer ou. 

BEBN. 

Vgl. Nr. 397 und 467 und 541 ft'.; 
Keinle, Anhang Nr. 63. 

509. 
Hansli isch i Garte gange, 
Wie mängs Vögeli het er gfange? 
.(Het dort drü Vögeli gfange; 



Eis, zwöü, drü, 
Hygi, hägi, hü, 
(Hüppi, hcäppi, hü,j 
Ds Schnüerli zöge, ds Fälleli glüpft 
(Fade knüpft) 
Da u da isch ( Du und du bischj use- 
gmüpft I usegschüpft, püpft, 
tupft). 

BERN, AARBERG, LAUFEN. 

Böhme 1726 b; vgl. Nr. 492 und 
1032. 

Ohne die zwei ersten Zeilen 

überall verbreitet, hie und da 

nur die beiden letzten. 

510, 
Hausli isch i Garte gange. 
"VVie mängs Vögeli het er gfange? 
Eis, zwei, drei. 
Und du bisch frei. 

BERN. 

511. 
Eis, zwöü, drü, 
Bj'li, bäli, bü, 

Ds Türli gschlosse, ds Fälleli glüpft. 
Da und da isch (Du und du bisch) 
use gschüpft. 

BERN. 

512. 
Es geit en Herr in Garten; 
Wi menge Vogel het er gschossen? 
Eina. zwe, diy — und dar isch tot. 

GSTEIOWVLEK. 

513. 
Rössli b-schhv, Rö.ssli bschla, 
"Wie mängs Negeli mues i ha? 
Eis, zwöü, drü, 
Ds Mässer lyt im Für. 
Wo wei mer's ume sueche? 
Hinder der alte chrumme Bueche. 

M i NCHE.VBUCHSEE. 

Vgl. Nr. 125 und 1032, 

514. 
Rössli bschla, Rössli bschla. 
Wie mengs Negeli mues i ha? 
Eis, zwei, drei. 
Und du bisch frei. Bnny. 



70 



515. 
Eis, zwöii, (Irii, 
Hyggi, h;ig"f?i, liü, 
Ds Miisscr lyt im Für. 
Wo wei iiit'r's jetz ga (uiiic) succlio? 
Zwilsclie zwo cliriiiiiint' Bucclic. 
Herr, scliänk i, 
Blieb, trink us! 
Wele-n-isch cli, i oder (lnV 
(Wei liier inaelie, wele ender \\s?) 

.\ARDEKfJ. 

516. 
Eis, zwöü, (Irii, 
Ds Miisser lyt im Für; 
Wo wei mcr's iiine siieche? 
Zwüsdie zwoiie Biicchc. 
Eis, zwei, drei, 
Und du bisch frei. 

K1NSTEBHE.NMES. 

517. 
Eins, zwei, drei, 
Bysdie, rasclie, rei, 
Kysche, rasche Plaudertasche, 
Geb' dir eine tüchtge Wasche. 

BEKX. 

Vgl. Böhme 1781. 

518. 
Eis, zwei, drei, 
Byge, bage bei, 
Byge, bage iiusse. 
Du bisch dusse. 

BKK.N. 

519. 
Eis, zwöü, drü, vier : 
Uf em Klavier 
Sitzt e ]\Iiis, 
Und du chunsch ilrus. 

UBKN. 

Das gleiche Schriftdeutsch 
aus Interlacken. 
Böhme 1798. 

520. 
Eins, zwei, drei, vier: 
Auf dem Klavier, 
Da liegt ein Ding, 
Das macht kling kling. 
Eins, zwei, drei. 
Und du bist frei. 



521. 
Eins, zwei, drei : 
Das Hühnchen legt ein Ei, 
Das Hühnchen legt ein weisses Ei:. 
Eins, zwei, drei. 

I.NTERL.\KE.\ 

522. 
Eins, zwei, drei, vier: 
Ein schönes Murmeltier 
Kann schön tanzen, 
Frisst Pomeranzen, 
Frisst Aprikosen, 
Ö' Büblciii hat Hosen ! 

HERZOQENBUCHäEE. 

523. 
Eins, zwei, drei: 
Herr Gevatter Frei, 
Herr Gevatter Firlefatzen, 
Zwanzig Kappen sind zwei Batzen. 
Bub, hol Wein. 
Knecht, schenk ein.. 
Herr, trink aus: 
Du bist draus. 

BER.N. 

Vgl Böhme 1808; vgl. die 2. Hälfte- 
mit Schumann 375; Dunger . 137. 

524. 
Eis, zwei, drei: 
Butter auf den Brei, 
Salz ;iuf den Speck. 
Und du iiiusst weg. 

AARDEKG. 

Böhme 1782. 

525. 
Eis, zwei, drei, vier: 
Uf em Klavier 
Steit es Glas Bier. 
War dervd trinkt. 
Dil stinkt. 

AARBEKli. 
5^6; 

Eis, zwöü: git es Höü, 

Drei, vier: git e Stier, 

Füf, Sachs: git o Hilx, 

Sibe-n-acht: git e Schlacht. 

Nun, zäclie: git es Lache. 

Elf, zwölf: git e Steichratte voll W.ilf 

AARBERO. 

Böhme 1780; Dunger S. 138 



71 



527. 
1, 2. 3, 4, 5, 6, 7. 8. 9, lÜ, 11, 12: 
E ganze Chratte voll jung Wolf. 

BERN. 

528. 
1, 2, 3, 4, 5, 6, 7: 
Wo sind die Franzosen blieben"? 
Zu JInskau im tiefen Sohncf^ 
Kufen alle: Mundiö, Mundiö! 

BERN, ,\.\RBERG. 

Bölniie 1813; Zeitschrift d. Vereins 
für Volk.skunde VIII, S. 403; vgl. 
Nr. 575. 

529. 
1, 2, 3, 4, 5, 6, 7: 

Eine Bauernfrau (Frau), die kochte 

Rüben, 
Eine Bauernfrau (Frau), die kochte 
Und du musst weg. [Speck: 

ALIOEMEIN. 

Kochholz 2460; Böliiue 1814. 

530. 
1, 2, 3, 4, 5, 6, 7: 
Eine P^rau, die kochte Kuben, 
Eine Frau, die kochte Speck, 
Für die Herren Schncpfendreck. 

BEKN. 

531. 
1, 2, 3, 4, 5, 6, 7: 

Eine alte Frau .scliabt Rüben, 

Eine andre Frau kocht Speck, 

Und die Madame sitzt im Dreck. 

BERN. 

Vgl. Xr. 987. 

532. 
5, 6, 7: 

Du bist geblieben, 

1, 2, 3: 

iMi bi.>;t frei. 



533. 
Es lief eine Maus 

Wohl über das Haus; 

Trippeli trai)p 

Untl du bist ab. 

Böhme 1830. 



534. 
Stäge-n-uf u St;ige-n-ab. 
(Stäg uf, Stäg ab) 
U du bisch grad. 
(U du nuisst grad.) 

BERN, ST. STEVH.\N. 

535. 
1)" Chatz iKjcket uf der Simse. 
Und du muescli jilinze. 

BERN. 

536. 

(-lartetöri ofte, 
Gartetöri zue : 
Gäll. i ha di trotte? 
f-riill. du bisch e Chue? 

BERN, D.\RSTETTE.\. 

Brennei' 113. 

537. 
Schürli, Mürli, (Tartetürli. 
Hus über H(jf, 
Aili Vieri gsattleti Ross. 
Es geit e Frou i ds Hüenerhus 
List die beste Hüener drus. 
Der Tscliyppel u der Tschappel. 
Sjjräggelochtigs Huen : 
Wele.** soll rae drus und dünne tuen? 

BERN. 

Schild .s. 27. 

538. 
Ds .Marie geit i ds Hüenerhus 
U lat di schönste Hüener us: 
Der Tscliyppel u der Tschäi)i)el 
U das Hänel mit dem rote ("häp|»el, 
U das spriiggelochtig Huen 
Wei nuM- drus u dünne tuen. 

THIW. 

539. 
Hus über Hof, 
Alli Vieri gsattleti Ross. 
Holz, Bolz, 
Geit e Ma i"s Holz. 
Cleit e Fron i'.s Hüenerhus, 
List di beste Hüener us. 
Huppihahn. Hennehuen : 
Wele Finger soll me hinger d' Stube- 
türe tuen? 

ERISWIL. 

IJocIlholz 23(j. 



72 



540. 
Eis, zwöii, (liii, 
Hygi hägi, hü. 
Hygi, hägi Habi-iimif.s: 
D' Gans lout'e barfuos. 
Hätte si Strüiiii)f". so leite si a. 
D' Frau isoli Meister u nid der Ma. 
l)s Chälbeli ziet am Riein(>; 
Im Oberland isch niemer. 
Im Unterland isch Vogelsang. 
Alte Ma, w'i läbsch du lang, 
Ha gnieint, du sygisch gstorbe, 
.Tetz biseli no ("hindJitVasser wurde. 
Ims, zwei, drei, und du bisch frei. 

BEKN. 

Vgl. Nr. 659. 



541. 
Zimis, zaniis, Hereli, 
My ^'atter isch es Hereli, 
My Mueter iseh e Chüechlifrou. 
U we si chüechlet. git si mer ou. 
U ga-n-i siilber derhinger 
(We-n-i sälber wott näh) 
So git si mir uf d' Finger ; 
We-D-i"s ga dem Vater chlage, 
Tritt't er nii mit der Ofegable. 
Eis, zwei, drei. 
Und du bisch frei. 

BEll.N, HEIMENSCHWAM). 

Vgl. Nr. 397 und 467 tf. und 508. 



543. 

1 der Cliuchi steit e Tisch, 

D' Mueter schnätzlet Opfelschnitz; 

Ha-n-i eine welle näh, 

Het .si mir uf d' Finger gä. 

Ha-n-is welle Vater chlage, 

Het er mi no erger dierter) gschlage. 

Eis, zwei, drei. 

Und du bisch frei. 

DÄHSTETTEN. 

ff 

544. 
1 der Stube steit e Tisch, 
D' Mueter rüstet Bireschnit:: 
Ha-n-ere-n-eine welle näh, 
Het si mer es Tötzi gä; 
Bi-n-is ga dem Vater chlage, 
Het er mi gar grü.sli gschlage. 
BifF, baff, bntf, 
Und du liisch dus. 

LTSSACH. 

Halle- S, 256. 

545. 
Es geit es Mannli über ds Brüggeli, 
Het es Seckli ut em Küggeli, 
Schlat's a Pfoste: 
Pfoste chrachet, 
Ds Mannli lachet. 
Piff, paff, puff. 
Und du bisch du.ss. 

BERN. 

Vül. Nr. 290. 



542. 
Ds Chälbeli ziet der Rieme; 
Im Oberland isch niemer, 
Im Unterland isch ^'ogelsang. 
Du arme Ma, du läbsch gar lang. 
Sott i de nid lang labe? 
My Vatter isch e Wäber. 
My Mueter isch e Chuchifrou. 
U was si chochet, git s' mer ou. 
I ga-n-ere über's Häfeli, 
Da git si liier uf's Näseli. 
Eis, zwöü, drü. 
Und du bisch duss. 

LYSSAOU. 

A. Tobler 139: Schild S. 26; 
Böhme 1856. 



546. 

Anneli, i)ass uf. 

Ds Luftballon geit uf: 

Du bisch es Kind\y. 

Du bisch es geng (scho langl gsy. 

BERN. 

547. 
Kinge. ringe Kose. 
D' Bliebe trage Hose. 
D' Meitschi trage Pantötfeli. 
Mueter, gi mer es Löffeli! 
Eins. zwei, drei. 
Und du bist frei. 

BBKN. 

Viil. Nr. 934. 



548. 
Ringelrcif, KoseiistöckelKMi : 
Betlili hat ein neues Böckflicn. 
Und der kleine Christian 
Hat die ersten Hösli an. 
Aber .Tug'o'eh', .TogueH, du 
Hast zerrissne Strumpf und Schuh, 
Lass sie Hicken, geh' nach Haus: 
.Toggeli, Joggeli, du trittst aus. 

FINSTEilHEXXE.N. 

Erste Hälfte auch in München- 
buchsee. 

549. 
Unsre (Eine) alte Grossniania, 
Die hundert Jahr im Himmel war, 
Wollte wieder draus. 
Ist das nicht ein dummes Weib, 
Dass es nicht im Himmel bleibt? 
A-e-i-ous. 

BKUN. 

Mit dem Zusatz (statt a-e-i- 
•ousj : 

Eins, zwei, drei. 
Und du bist frei. 

FINSTERHENNEN. 

Vgl. Böhme J30i ff. ; vgl. Nr. 705 ff. 

550. 
Ig und du. 
Ds Herre Öu 
U ds Müllers Stier 
Sy üsere vier. 

BERN, LANOENTHAL. 

Böhme 1835; L. Tobler H, S. 231; 
Schild S. 32. 

551. 
Ich und du. 

Müllers Kuli. 

^lüllers (Pfarrersj Esel 

Der bist du. 



Bölnue 1834. 

552. 
.letz gange-n-i zum Brunnt 
Hab das Kind gefunne: 
Wie soH's liei.sse? 
Bock oder Geisse? 
Wäv soll's wasche? 
Di alti Lumpctäsche. 

Böhnu^'377 und 1758 c. 



ALLGEMEIN. 



553. 

Amie Mariamie Chlapiiertasche, 
Wer soll cm Chindli d' Windeli 

wasche? 
Ig oder du? 
I gldub fasch du il gloube du). 

BEEN. 

Dunger S. 58. 

554. 
Eins, zwei, drei, 
Uf der alte Polizei 
Isch es nöüs Chind gebore. 
Wie sölIs lieisse? 
Anne Maria Lumpetä-schc ! 
War wott im d' Wi)idle wasche? 
Eis, zwei, drei, 
Und du bisch frei. 

BERN. 

Statt Zeile 7 und 8 auch: 
I gloub geng dul 

555. 
Suiuie, iAIund und Stärne 
Sy i wyte Ferne. 
S' Fürli nu^clit im (»feli Kuess, 
1, 2, 3, und du bisch duss. 

HERZOGENBICHSEE. 

556. 
Es sitzt ein Adler auf dem Dadi, 
Es regnet luid er wird nicht nass. 
Er zählet seine FedtMlein. 
Es sollen 32 sein. 
Eins, zwei. drei. 
Und du bist frei. 

BERN. 

Rochholz 2-25 a; Bölnue II 551; 
Brenner 85. 

557. 
Liebi Tante, bis so guet, 
Schick Hier e Tyrolerhuet. 
Nid zu gross und nid zu chly, 
Siiscli niuesoh du der Fiinger sy. 

BERN. 

Das gleiche auch Schrift- 
deutsch. 

Vi-i. Dunuvr. S. 14U. 



74 

558. 559. 

Ilcsdi (lii-n-«'s w y.'^so.s Hciimili a? Ja. Schab, .^cliah, .^chab, 

Wio miiiiK.s CliöJ.rti lic^^cli de .Ira? J^^i'^ ^ab, Kab: 

Aclit '''''■ ^^'^^>' •'■' i'^*''' '' wi'K'f'tt' Kiiil 
1, 2, 3. 

Oder irgend eine Zahl, die u,„i ,|„ i^j,^), ,,(.i. 

nun abgezählt wird. ''^''•^'' 

BEIIN. 560. 

Aiincbiihi Ankcljallci. lürcsrliiiitz : 
I)" .Miit'tcr lict Uli MÜ) iiiicliti j^titzt. 
oiEi., de::n. 
\V1. Xr. 739. 

561. 
Minder ein Hiis ii vor cm llus 
Steif e lari Biiiiiie, 

Meitschi, tue mer ds Fjinster (ds P"'lügeli) u£, 
Sil elia-n-ig yiie gränne (Süseh tue-ii-ig yne giiirmci. 

Al.l.GEMEl.N. 

Vgl. Nr. 837: Schild 31; L. ToWer II, 8. 230. 

Schluss auch : 

Meiteh, lüiit' iiicr d.s Fiin.sterli iis, 

• Su clia-ii-ig ychc i;r;ini)e. 

AAitDE::o. 

oder 

iKs Marie iD' Miietcn geit i ds Hiien(M-ini.-< 
^laclit der (^ügiiel zgriiiiue. 

CEllN, HEIMENSCHW.VM). 

oder 

D' Miieter wott ga Hoclizyr lia, 
Da tat si ata gränne. 

DEUN. 

oder 

U we der Schiiyder gstorbe-ii-isch. 

So clia lue für ue im) clia-n-er uüuiuie; griinue. 

BKIIN, A.*KnKR<l. 

oder 

U we der Schnyder gstorbe-u-iscli. 
So wei mer mit im spränge. 



KIXSTERHENNEN. 



562. 
Hinder em Hus u vor eui Hus 
Steit e liiri Gutsche, 
U we di Meitschi Jiirig ') sy. 
So fa !<i afa Jutze. 



Mr.NCHESnfCH: EE. 



1) MfuKb'g. 



75< 



563. 
Hinder em Hus u ^■0l• ein Hus 
Steit e läri Gutsche, 
U wenn d' Meitsclii järig .sy, 
So gah si dry ga jutze. 
Hinderem Hus u vor eni Hus 
Steit e läri (altii Banne, 
U Avenn d' Buebe järig ny, 
So gah si dry ga griinne. 
(So fÖ si afa gränne.) 

Bl'BEX, BCRGDORP. 

564. 
Hinder em Hus und vor eni Hus 
Ha-n-is ghöre rumple, 
Dr Ätti mit der Ofegable, 
Ds 3Iüeti mit der Chunkle. 

FIXSTERHE.N>EN, BÜREN. 

Schild, S. 23. 

565. 
Hinger em Hus u vor em Hus 
Steit e grossi Bueche, 
ü we di Buebe jährig sy, 
So tue si afa flueche. 

SIONAU. 

566. 
A, b, c, 

D' Chatz louft übere Schnee, 
Der Hund louft übere-n- Acher, 
Tuet sech z' Buggels lache. 
Eins, zwei, di'ei, 
Und du bist frei. 

BÜRGDORK. 

Böhme 1440: vgl. Xr. 296 ff. 

567. 
Rere, ryre, renteli, 
Ziger i dem Brenteli, 
Chüele wie-n-im Chäller, 
U d' Here frässe's sälber. 



568. 
Nadle, Fade, Fingerhuet, 
Stirbt der Bur, so geits nit guet. 
Stirbt die Welt, so ist es da, 
Byff, baff, und du bisch draus. 

EL.4NKEXBUR0. 

Vgl. Nr. 955. 

569. 
Syde, Fade, Fingerhuet, 
Stirbt der Bur, so geits nid guet: 
Stirbt die ganzi Walt und alli Lüt, 
So gange d' Hiiener mit der Lyclit. 

Kochholz 975; Böhme 1849. 

570. 
Nadle, Fade, Fingerhuet, 
Stirbt der Bur, so geits nit guet, 
Stirbt der Pfaft', so ist es das, 
Fahre d' Engla uf das Grab. 
Byff", baff, buff, und du bist duss. 

ST. STEPHAN. 

571. 
Nadle, Fade, Fingerluu^t, 
Stirbt der Bur, so geit's nid guet. 
Stirbt die Wält, so iscli es Tag, 
Fahre di Ängeli in das Grab. 

AABBEUO, 

572. 
Nadl(\ Fade, Fingerhuet, 
Trj'bt es Ängeli uf das Guet, 
Trypp, trapp, duss! 

HEIMENSCHWA.ND. 



Vgl. Nr. 377. 



BLA.NKE.N'BUBG. 



Spottverse und Gassenrufe. 

573. 
Saira, saira, sairassa ((;a ira), 
Gäld isch besser als Assignats. 
Assignats isch Lumpegäld, 
D' Arniagnake zie-n-i ds Fäld. 
Ohui Strumpf un<l ohni Schue 
Jagt me si deui Gugger zue. 



RochlK.lz 130: Brenner 123: L. Tdblcr 1. S. 70. 



76 



574. 
D' Franzose 
Mit de rote Hoso, 
Mit de gäle-n-Epaulette 
Asse gärn e-n-Amelette. 

BERN, THUK, LA.NOKNTUAt. 

Brcimcr 122. 



XaiKkltMui iscli nüimiie stolz, 
Er liaiidU't jetz mit Scliwäfclliolz, 
Er gelt di Gassc-n-iif und ab. 
Und 's ehonft im niiMiuM' kcs 

Scliw iit'cliiolz ab. 

BE«\, MrXCHENBI'CHSEE. 

Broniicr 124: vgl. 528 u. 703. 
Bonejjart iscli nünniie stolz, 
Handlet mit Sdiwäfelholz. 
_ - - (?) 

Nach einer Marschinelodie 
gesungen. 

I..\>OENTHAL. 

57(x 
TäU, Täll, Täll, 
Trotzige Kebäll, 
Schiess dym liebste Cliind 
E-n-Ö])tel ab em (Irind. 

BERN. 

Schluss auch: 

Schiess dym liebste C'liing. 

Aber gschwing! 

En Öpfel ab em Gringl 

BEllN. 

Schwyzerdütscli. Samndung 
deutsch - schweizerischer Jlundart- 
J^iterattir, herausgegeben von (). 
Sutermeister. Aus dem Kanton 
Basel 3. Heft i Zürich 1882) S. 4ii. 
Schweiz 1858, S. 69. 

577. 
Zu Strassburg auf der Sclianz. 
Da hockt der ('heiser Fninz 
Uf emene Marnu)rstei 
U gnagt amene Fröschebei. 

Ml NCHENBrt'USEE. 



578. 
I)ert ;ine-n-am Biirgli 
Da .steit e bruni iwy.ssii ("htw, 
U we si d' Schwyzer miilche. 
So luege d' Schwabe zue. 
(Hei si ekeini Schue.i 

Mi NCHENBUCHSEE, HEIMENSCll WAND. 

A. Tobler 145: vgl. Nr. 244 und 
322. 

579. 
Absolon (Absolora), der Königs.sohn 
Blybt am Böümeli hange, 
llätt er Vatter u .Alueter gfulgt. 
(Hätt er e Perügge gha 
(Hiitt er nid .so Chruselhaan 
War es nid so gange. 



ALLGEMEIN. 



BreiHier 21U. 



580. 
Abraham und Isack 
Frässe zäme-n-e Papiersack. 
Abraham und Lot 
Frässe zäme-n-e C'lirot. 
Abraham und Elisabeth 
Fahre zänu' Velociped. 



MiNCHENBlCHSEE. 



Bölnue 1725. 



Erste Zeile aus dem 
kannten Volkslied, 



be- 



581. 
Abraiuim und Isack 
Sitze zäme-n-im Hosesack. 



582. 
I)t>r Dienu'rswylbur 
iMit der hölzige Sackuhr 
Tuet nid guet. 
Bis ne der Tutel i d" Chrutze tuet. 

MJNCHENBrCHSEE. 

583. 
S' iscli schad, .s' isch schad. 
Für d' Wiggiswyler, 
Dass sl, dass si 
Nid besser sy. 

Mi'NCHENBCCHSEE. 



77; 



584. 
S' isch schad, s' i.scli .schjul, 
S' isch schad für d'Goldwyler, 
Si hein, si hein 
Si hein j:,ar grossi Myler. 



OBEKRIED. 



Reinio, Aiihan.ü; Xr. i^'2. 

585. 
D' Zollikofcr sy Nare, 
Si zie der lang Chare 
Barg uf und Bürg ab 
Und stäle dem TiU'el (dem Schnyder 

ds Flei.<cli al). 
Si lege's ufe Tisch 
U frässe da Fisch. 



MLNCHENB'JCHSEE. 

586. 
D' Clmrzebärgnare, 
Die zie der läng Chare 
Barg uf u Barg ab 
U sräle dem Schinter sys 

("heibefleisch ab. 
Si lege's uf d' Zöpfe 
U frässe's wi d' Frösche, 
Si lege's uf d' Tische 
U frässe's wi d' Fische. 

HEI.MENSCHWAND. 

587. 
D" Churzebärgnare, 
Die sy eso stcjlz, 
U we si wei chiieclde, 
So stille si ds Holz. 

HEIMENSCHW.AXD. 

588. 
U di Wyierbuel)." 
Sy eso stolz 
Mit irne Chrutbliitzc-n- 
U Fiiederli Holz. 

l-STEIijWVLEK. 

589. 
Der Kiederstier ' i het gstuche 
Schier gar es Hore-n-ab, 
Jetz choun er lang ga poche, 
Es treit im nyr meh ab. 

OBEBKIED. 



590. 
A K()t.schalp -I isch der Esel tot, 
Der Sigrist soUti lytän, 
D' Schwander 3) njihmten o-n-en Bitz 
Von eren Eselssyt.än. 

OBERBIED. 

591. 
Sutz 

I.^ch nüt nutz, 
Gufelätt 

Chunt nüt i ds Bat*), 
Mit Lattrige 
Isch nüt z' gattige ^), 
Und Alfermeh 
Chunt o nid meh. 

ISS. 

592. 
Fürio! Der Bach brönnt! 
D' Lotzwyler hei ne azünt. 
D' Langethaler wei ne lösche, 
D' Koggwyler chöme-n-uf de Frösche. 

LA>'GENTUAL. 

Schild, S. 31); vgl. Nr. 507. 

593. 
Kadellinger : Redlispringer, 
Tannrschiipplilioner, Bäsebinger. 

AABBERG. 

594. 
Schwarzenegger : Schlangenstrecker. 

HEIMENSCHW.V-ND. 

Sutermeister, S. 50. 

595. 
D' Buchser sy Fuchser, 
D' Bettehuser sy Muser, 
D' Thörger sy Wörger. 
U <r Bolcdinger sy Chübelibinger. 

H EiaOGEXBfCHSEE. 
59f). 

Rüitiger — Haberbryjt'r. 
Ringoldinger — Brämeringer, 
Laterbacher — Brämemacher, 
Erlebacher — Schelmemacher, 
Rychebacher — Arnudiacher. 

DÄBSTETTES. 

Vgl. Nr. 275. 



') Bezieht sich auf das Wappentier der Oberrieder. ^i ,,. ^1 Rotschalp 
und Schwanden in der Nähe von Brienz. ^i Betsttuide. 'i Ist nichts an- 
zufangen. 



78 



597. 
Burtlof ) isch e .scliöiii Stadt, 
Wangp-n-isch es BscliiUtifass, 
Nidcrbi])]» der AnkcliatV. 

I Aiikcfliiibpl) 
Obprhipp der Tcclicl drnf (driibt'r). 

BERN. 

Böhnip 1408 Ü'.: Kochliolz 34; 
Schild S. 36: v-l. Nr. 175. 

598. 
jS'idcrhii)]) der Nidlccliiihcl, 
Oberbipi) der Tecliol (huf, 
Wicdlisbach isch c schöni Stadt. 
"Wange-n-iscli us Iliidlo g-niacht. 

LANQENT[I.\L. 

599. 
Hiittt'P) isch (' scli()iii Stadt, 
Ks i.sch Vi) I)i-;tck und HikUc g-iiiadit. 

CERN, LAXC.EXTH.\L. 

600. 
Oberried isch e sclieiii Stadt, 
Hinde-n-u vor eii Hctttdsack. 

OBERUIED. 

601. 
Biirii isch e schöni Stadt, 
Fryburj>- isch us IIiuHe yiuaclit. 
]\[urte-n-iscli der Nydlechül»el. 
Li>u])e-n-isch der Teohel (h'iiber. 



602. 
Ds StettH^) isch o schön! Stadt, 
Aannüli isch e Bättelsack, 
Matte-n-isch der Lyrichübel *), 
Böniii'e-n-isch der 'i^M-hel drübiM'. 

INTERSEEN 

603. 
Buchsi isch t» schöni Stadt. 
Seedurf isch e Luniiiepack. 
Urtene-n-isch es Tnbehus, 
<Diemerswyl es Hiieuerlius,) 
Bäriswyl der Techel driif. 

Mi'NCHENBl'CUSBE. 



604. 
Frybu^g isch e schöni Stadt, 
8i cliönt nid scliöner sy, 
Wen eine keini Schulde liet, 
So chunt er dert scho dry. 

«■OHI.EN. 

605. 
Niderbi])]» und (dicrbi])]!. 
Wiedlisbach u Wange. 
Es het e Bur iDer Fiduidrich lieti i 
d' Hose ginacht, 



ALLGEMEIN. 



Scliild S. 36. 



606. 



Uri. Schwyz und Unterwalde. 

D" (ilarner sy di grösste Chalber. 

MrNCHENBlXHSEE. 

607. 
Uri, Schwyz und Unterwalde. 
Ü' Ütligerchüe u d' Wohleiclialbcr. 

\VOHLEN. 

608. 
Der IIulzhou(>r vo AValkringe 
Ma nüt abbringe; 
Der HolzluuuM- vo LützelHüe 
Het der ganz Tag a eiui Tütschi z'tüe; 
Der Holzlmuer vn Bärn: 
Git's nid Schyter, so git"s eniel Spiin. 

»ICN'CBENBrCHSEE. 

609. 
Der Pfarrer \o Wohle 
Frisst Chole ; 
Der Pfarrer xo AVorb 
Frisst e C'horb; 
Der Pfarrer vo Alniediiige 
Frisst Chalbergringe : 
Der Pfarrer vo Schöubüel 
Springt über Bank u Stüel 
U macht es inordio Brüel; 
Der Pfarrer \») St. Galle 
Isch i ds Bschüttiloch gfalle: 
Wo-n-er du isch use cho, 
Het ne halt der Tutel gno. 

IIEKN, Mi'SCHEXBCCHSEE. 



1) Bur^dorf. 2) ][iutwyl. ^) Unterseen. *) Aiikechübel=Butterfa.« 



79 



610. 
Ds Land iif u ds Land ab 
D' Holzöpfeli sy rund. 
D' Biirner hei (Moosbärohli hetj 

Bupbe, 
.8' wiegt keine-n-e.s Pfund; 
Der erst wiegt e Vierlig, 
Der zwöüt es Halbiit'und, 
Der (h'itt isch nialail. 
Und der viert isch nid gsund. 

BEilK, liLANKENBURO. 

Kuchhulz 58. 

611. 
Ds Land ut' u ds Laml al» 
Gage Möriswyl zue 
Tanze di Meitli 
Mit plätzete Sclnic. 
Juja, Kuedeli cliuni de. 

WOHLEX. ' 

612. 
Animethaler Meiteli, 
Wie machisch du der Cliiisy 
I tue ne i-n-es ChübcMi 
U trücke (stnngge) ne mit (h'm 

Fii(h>li. 
Drum isch der Cliiis s(i i'iiss. 

ALLGEMKIN. 

613. 
Xeitsclii, wenn d' liürate witt, 
So nimm ke Bueb vo Worbe, 
Vormittag mnesch Wydli schinte. 
Isamittag nuu'scli cliorbe. 

BVKE.N. 

614. 

Zwüsche Thun u .Stäffisburg, 
Da sy di Meitsclii türi; 
Für ne schöne Tubedräck 
Git's sibni. acliti, niini. 

HEIMENSCHWAXD. 

615. 
D" \'ilbriuger MeitschL, 
Die hei's jetz los. 
Am Sunutig ga tanze-n- 
U-n-am Mändig ut" ds Los; 



D' Vilbringer Meitschi, 
Si sy so stolz, 
Am Sunntig ga tanze-n- 
Am Mändig i ds Holz. 

WOHLEN. 

616. 
Z' Oberhofe 

Stosst me ds Brot i Ofe; 
Z' Hiltertinge 

t'ha mes nümme-n-use bringe; 
Z' Thun 

Baclie si's (Bacht me'si brun; 
Z' Biirn 
Asse si"s (Isst me's) gärn. 

BERN, THUN. 

617. 
Z' Uberliofe 
Tue si ds Bn.t i Ofe ; 
'/: Hiltertinge 

Tue si's use scliwinge; 

/; TliuM 

Baclie si's brun; 

Z' Bärn 

Ässe's Buebe-n-u ^rcitsciii gärn. 

^V1MMI8• 

618. 
War z' Wimmis düre chunt oluii 

Wind, 
Z' Latterbach ohni Ciiind, 
U z' Erlebach ohni Spott. 
Da het Gnad bi Gott. 

DÄltSTETTEX, WIMMIS. 

619. 
Zwüsche Thun u zwüsche Bärn 
Hei di Buebe d' Meitschi gärn. 

IIEU.N, HEIME.NSCllWAXD. 

620. 
Im Schopf ' I 

("liiäse si ke süsse Tntpf; 
\:i em Hus2) 

Gugge si zu allue (4yme ^1 -n-us; 
Z' Geristei ' i 

Neh si d' C'hiäsli zwüsclie d" Bei 
U loufe ds Läger ^) us 
U-n-ässe drab, bis si nüt me liei. 

DÄUSTETTEN. 



1), 2) 11. *) Alpen im Simmenthai. ^i Löcher zwischen den Balken. 
Gestell im Keller, auf welchem die Käse aufbewahrt werden. 



80 



621. 



So lang OS Chnit u Riiobc nit; 

So lang verhungiv d' Lniipnci' nid. 

LAL'rE.N. 

Schild S. 4G. 

622. 
So lang's no Flute-n-u ('InK'ijirii git, 
So lang vprhnngre d' Sciiwabc nit. 

BEKN. 

Vgl. Nr. 806; Archiv V, S. 41. 

623. 
Üsc Herr Vikari 
Isch o-n-p Himelsf'iu^t; 
U we di Pure niotzgo, 
So frisst er ine d' AVürst. 

BEll.N. 

624. 
(Der) Waldbrneder im Hiirtli 
Het ds Stübeli gwüscht, 
Het ds Biiseli la falle 
U ds Jihnpferli küsst. 

ALLGEMEIN. 

Böhme 1412; Korhliolz 706; Schild, 
S. 32; L. Tobler II, 231. Die Me- 
lodie siehe am Schlüsse. 

625. 
Dert ;ine-n-am Biirgli 
Da steit e Kapäll, 
Da tanze drei Ptafte 
Mit einer Mamsell. 

MÜMHENBrCUSEE. 

A. Tobler 160, IV, 7; Schild, S. 32. 

626. 

Z' Frutige-n-nf der Pfonih'rbrugg ') 
Da jagt der Tutel di Platfe zrugg; 
Du het er emal e rüdige gseh, 
U sitna jagt er keine meh. 

ST. STEPIIA.N. 

627. 
Auf einen Schulmeister (als 
Kanon gesungen): 
Oje, es wird nier .^oliier übel — übel, 
Lueget der Tintechiibel — chübel, 



Er briditet is da vo bade — bade 
r darf nid tlry ])is a d' Wach' — 

Wade. 

VNTEUSEEX. 

628. 
Früelig, Summer, Herbst u Winter: 
ir Lehrer 2), das sy Buebescliinter. 

ALLOEMELN. 

629. 
O Negerli, o Negerli, 
Was chuiit <i<'r ou i iWa.s hesch du 

doch imi Siim 
Wa,'^ wot.xcli ilii mir dyiii (Was 

bruclist du doch ej SuimescliiruL 
U (mit) dym verbrönnte Gruig. 

WOHLEN, AABBEH«. 

630. 
Verspottung des Menschen 
mit schwerer Zunge. 
Cha nüt tage. 
Ha läng Tang 
U ne längi Tunge. 



631. 

Christ, Christ, Christ, 
Bisch so t'ul \vi Mist. 



MI.NCHE.NBÜCHSEE. 



BERN, THUN. 



632. 
.lud, .lud, .lud, 
Hänk di a-n-e Stud '), 
Hänk di a-n-es Gatter, 
Der Tüfel isch di Vatter. 

BERN, LANGENTHAL, DÄRSrETTEX. 

633. 
Fröhliche Muet und iniverzagt, 
(Heissa lustig und nid verzagt,) 
Es het e Schnägg e Schnyder gjagt; 
War der Schnyih'r nid so gsprunge,. 
So liätt der Schniigg der Schnyder 
gwunne. 

BERN. 

Rochholz 346, Böhuu' 1373. 
Anfang auch: 

Scluiiigg, Srhnägg, Sehnyderschnägg 

etc. 

EKISWVL. 



') KanderbriK'ke (?). ■^) Statt „d' Lehrer- wird meist der Name eines 
bestimmten Lehrers eingesetzt. ^) Pfosten. 



81 



f]34. 636. 

iJev Schiiyder mit der Soliäri (Nadle) .Alygj^eli, .Myggoli, 
El- sticht (li Gpis8.(das Ross) i ds Bei, Bonestyggeli, 
U we si fU we-ii-e.s) afat nieggele Gang i Lade 

niekere, rüht'Io '), 
So springt der Sehnyder hei. 

ALI.GEMEI.N (MTNCHE-NBÜCHSEE). 



U clicnif der Fade. 



635. 

Der Sehnyder mit der Sclih'ri. 
Kr meint •>, was er wäri, 
Er meint, er ;<yg e Laiidvogt, 
Und iscli docli nnnie-n-e (Teissbock 
iSchnyderljock). 

BERN, MÜ^CUE^B^^:HS£E, darstetten. 

Sehil.l S. 20. 

oder 
Der Sclinyder mit der Schär, 
Er meint, er syg e Heer, ete. 

STEFFISBURU. 



637. 

Hon <li liit. brönn di nit, 
D' Suppe-n-iseh heiss, 
Selmyder. wenn d' ryte witt. 
Sattle dy Geiss. 

SEEBEKi 

Wnndci-Iiorn III. S. 73. 

638. 
Sehnyder, wenn de ryte witt. 
So sattle de der Boek, 
Nimm ne de bim Sehwiinzeli 
U fahr de im Galopp. 



639. 
Iseh e Sehnyder uf der Rei^^, ju])lieidi heida! 
¥a- sieh stets zu helfen weiss, 
Cliunt er in e Sehnyderei, ., ^ 

Springt er um e litMsse Brei. „ „ 



Vgl. Sehauenburgs Commersbueh <j28. 



il I M.HE.NBrCHSEE. 



64Ü. 
Nünenüuzg Sehnyder 
Die wägge-n-es Pfund; 
Und we si's nid w.ägge. 
So sy si nid gsund. 

STEFKISBrUG, BEIt.N. 

Böhme 1371; (4undlach 959. 

641. 
Sehnyder, Sehnyder mit dem Boek, 
Mach mer sehniill e nöüe Rock! 
Sehnyder, Sehnyder mit der Ell, 
Sehnyder, Sehnyder chunt i d' Höll. 

BERN. 

642. 
We dei' Sehnyder gstole het. 
S(j weis er nid wo u.-^, 
I)a sehlüft er i sys Nadelhus 
Und gugget obe-n-us. 

BBRN, 

Böhme 1368. 



643. 



Binder em Hus im Geissestall 

Het der Sehnyder sys Hochzytmahl. 

-AARBEKO. 

644. 

leh bin ein Sehneiderbueb. 
Hab noeh kein Fingerhuet 
Und keine Nadel. 
Ich wott uf d' Wanderschaft 
Ha no keis Schilee gmacht 
U keini Hose. 

ST. STEPHA.N. 

645. 
Cliemifager, schwarze Ma, 
Het es drjickigs Heninili a, 
Keini .Tumpfere (Wöschere) vo Parys- 
Cha-n-im's wider iGha das Hemndii 
wasche wys.s. 

ALLOE.MEI.N. 

Rochholz 350; Böhme 1351. 



') Wi.'hern. 
Gertrud Züricher. Kiiuierlied und Kinderspiel. 



82 



646. 
Chemifägoi-, schwarze Ma, 
Het PS niessif^s TIeiniiili a, 
Alli Wö.scliero ( Kcini Wöscherc; 

D' Bucliiwöscliprc) vu Parys 
( liöiinc'snüiiiine (widert wäsclie wyss. 

ALLGEMEIN. 

647. 
Cheiiiifjiger mit dein Lnnii)e (Stinui)e) 
Maclit di alte Wyher z' iiniiipe. 

ALLGEMEIN. 

Böhme 1352; Scliild S. 20; L. 
Tobler I. S. 216. 



648. 
rheiiiifiiger mit dem Biiso, 
Mit dem Stuiniit' 
]\Iaclit di ultf Wvlter i •iumpe. 

BEEN. 

Kocldiolz 350. 

649. 

Cliemifjiger, Tem]ierlima 'i. 
Het e.s schwarzes ]Ieiiii)eli a. 
Nimmt ih'r Bäsf-ii ii der J^urape, 
Macht di Itösc Bliebe z' fjiiiiipe. 

AAIlBEn«. 



650. 
Vii em Bäipbarg iZ' l)eisbärg', (uibei-.u'. .Icnsbiirgi, iscli es histig, 
Wo-n-es ds ganz .lahr nie (geug) sclmeit. 
(Uf em Bälpbärg hefs g.schneit). 

Wo der Clix'miftiger mit dem Stumpebäse (Base, Ofebiise. 
I (V Mühlsüppe-n- ilsch düi' ds Chemi) abe gheit. |Stungo-ib;ise 



A. T()l)ier 160, V. 10. 

651. 
Gester ha-n-i müesse laciie. 
I bi fast gar verheit. 
Wo der Hansli mit dem Base 
Isch d' Stilge-n-ab gheit. 

652. 
Auf die Weber. 

Wybi, wäbi, Wii])p. 

(Wybedi, Wäbedi, Wnl>l»,i 

(Wybis, Wäbis, Wup]),) 

Ds Wäbers (Ds Bättiers i Chind sy blutt; 

Si sitze-u- (hoke) uf em Stüeli 

Und blätze-n-iri Schüeli, 

Da chunt (>s wysses Chätzli 

Und nimmt ne-n-iri Blätzli 

Und louft dermit der Boum uf 

U hinde-n-abe-u-i ds Wirtshus 

U trinkt alli. alli (dieser (Gleseli) us. 



ALLGEMEIN. 



UEIMENSCHU'AND. 



ALLGEMEIN. 



Kochholz 744; Böhme 283; Schild S. 23. 

Dazu ziehen sich zwei einander gegenüberstehende Kinder 
mit verschränkten Armen hin und her, die Bewegung des 
Webens nachahmend. 



') Tempei'amentsmiinnchen. kartesianisclier Taucher, meist schwarz 
angestrichen. 



83 



Schluss auch: 

Schlucket alli Täller uf 

U trinkt alli Gleser us; 

Am Abe chunt es hei, 

Het es Schüben Üräck (Het es Haar) am Bei. 

ALLOEMEIN' (bERN). 



oder 



Trinkt alli Gleseli us 
U lacket alli Tällerli us. 



oder nach Zeile 6: 

Ds ("hätzeli lachet, 

Ds Böümeli chrachet, 

Ds ('hätzeli schreit. 

Ds Böünieli gheit. 

Vgl. Xr. 70. 

653. 

Wybi, wähl, Wubb iWupfi. 
Ds Wäbers ( Bättiers i Chind 
Sie sitze-n-uf ein Stüeli. 
Und blätze-n-iri Schüeli. 
Si sitze-n-uf der Stäge-n- 
U sy wohl gar am Rage. 
Da chunt es wysses (hätzli 
U nimmt istilt'i ne-n-iri Blätzli, 
Lauft dermit der Boum uf 
(Springt übere Boum usi, 
Äne-n-abe-n-i ds Wirtshus, 
Trinkt (sufti dert alli Gleser us 

Zeile 5 und heissen auch : 
Si sitze-ii-iif em Ofeli 
U blätzc-n-iri Ilöseli. 



SV blutt, 



oder 



oder 



Si sitzen-n-ufem Schämeli 
Und l)lätze-n-iri Hemmeli. 



Si flitze liindci-<'m Tisch 
Und ässf Brv u Schnitz. 



BERN, Mr.VCHENBüCHSEB. 



LErSRINOBX. 



HERZOGE.VBfCHSBJS. 



654. 

Wybi. \vä])i, Wupp. 

Ds Wäbers ( Bättiers i Chind 

isi sitze-n-uf em Stüeli 

U bl;itze-n-iri Schüeli, 

Da chunt es wvsses Chätzi. 



blutr. 



Ver.schlipft ne-niri Blätzi, 
Git dur ds Chuchipfenster us 
Hintleralii i ds Würtshus. 
Triebt alli (-Jlcsci- safer us. 

DÄBSTETTEM. 



84 

655. 
Wvbi. wiilii. Willst, 
S' Wiibfi-.s Cliiii.ii- sy liliur, 
Si li(K'kt'-n-iif' CHI Stiu'li, 
Uli l»l;itz('-ii-iri :Scliüeli; 
Cliiuit es wvsses Clifitzli, 
Nimmt ne-n-iri Blätzli, 
Chunt CS clilys Müsli, 
Nimmt iie-n-iri Lüsli, 
Springe zämt'-n-iibcr c Boum us, 
IIöcli. liöeli. überc Rein ns, 
Äne-n-abe is Wirtslius, 
Trink»^-n-alli .(-rlescli us. 

ERISWYL. 

656. 
Wylii. wiilii, Wii]ip. 
Ds Wäbers Cliind sy alli l)liitt, 
Si sitzen uf em Stiicli 
U platzen iri Soliücli 
Da chunt es ohlys, olilys (hätzeii 
Vertrit ne-n-iri Bliitzeli, 
Chätzeli git das Biimeli uf 
U setzt sich hurtiü,' oben drut" 
Biimeli chraohet. 
Cliätzeli lachet. 



Biimeli ghyjt, 

( liiitzeli schryjt. 

U \ve (Ir Kiifige rytet 

U we ilr Müllei' iityfet, 

Di chlyne (hinder nider gali. 

U dr Atr u il" .Alueter riiejig la. 

Z^\•EI.■5IMME^•. 

V.ul. Nr. 687. 

657. 
Wybi, wiibi, Wubb, 
Ds Wiibers Chind .sy blutt. 
Si hocke-n-uf em Ofe 
Und b];itze-n-iri Hose. 
Wybi. wiibi, Wubl), 
Ds Wäbers Cliind .«<y blutt. 

DE -..N, 

658. 
Wyber. Wäber, Wu))p, 
W;il»ers ( liind sy blutt, 
Si hucken uf em Sesselli. 
Hein weder Brot no Messerli. 
Was het der Wyber AVäber tan, 
Da.ss är sy Chind het blutti glan -^ 
Ni<l gwäbt, nid gwiibt, nid gwäbt!; 

OBEKEIED.. 



659. 
Gyggis, gaggis Eiernnies, 
D' (tüus loufe barfuess! 
Barfuess gange igöh) si, 
Hinder em Ofe stände (stange, stöli) si. 
Hätte si Sehne, so leite si a. 
D' Fi-ou isch Meister u nid der Ma. 
Ds Ciiälbeli ziet (häiclit) der Kieme. 
Im Oberland ist niemer, 
Im Unterland isch Vogelsang. 
Alte 3Ia, wi läbsch du lang! 
Ha gmeint, du sygisch gstorbe, 
.letz bisch i)o ( liindüfriisser wurde. 



BERN, Ml'NCHEXBrcHSEE. 
HEIME.\SCHW.\.\D (.NUR VON ZEILE 7 AN). 



Vgl. Nr. 540; Böhme 119 und 966; Ruchholz 226 und 738; Sehiht 
S. 19; Vonbun, Beitrüge zur deutschen Mytliologie, gesammelt in ChiUThiitien 
(Gjur 1862) S. 113: Der Kindleinfresser auf dem Kornhausplatz, Bern (Druck 
und Verlag von A. .lennii 1847 '). 



*) Der Verfasser dieses Büchleins lierichtet, vorstehendes Uiedcheu 
sei in Bern schon um 1520 aufgekommen und rühre von Nikiaus .Maniu'l 
her als Sputtlied auf die Barfüs.sermönche. Zeile 1 sei eine Anspielung 



85 



660. 
Stjirneblueme, Tulipa, 
D' Fron iscli Meister u nid der Ma. 

BERN. 

661. 
<-iyg'gi.s, g'aggis Eienmies, 
D' Äntleni laufen barfuess. 



OBEltRrED. 



Böhme 1512. 



662. 

Oyggis gaggis Eienmies, 

D' Gans lout'e baifuess; 

Si sitze hiiider eni Ufeli, 

U we si Schüeii liiitte, 

So leite si se-n-a. 

Ds Cliälbeli ziclit der Rienie w. o. 

BERX. 

663. 
<:^yggis, gaggis, Eiennues, 
D' Gens gange barfuess, 
Barfuess gange si, 
Hinger em Ofe stange si. 
8i lege spitzigi Schüeii a, 
Hinger u vor sy Rölieli dra. 
D.s Cliälbeli ziet am Kieme. 
Im Unterland isch niemer, 
Im Oberland isch Vogelsang. 
Alte ]\Ia, wi läbsch du so lang? 
So lang, das i liilx'. 



664. 
Gyggis, gaggis. Eiennues, 
D' Gans göh (gange ) barfuess, 
Barfuess göh (gange) si 
Hinderen! Ofe stöh (Stange) si. 
Lege spitzi Sdiüeli a, 
Spitz!, spitzi Rölleli dra. 

L.V.XGENTHAL, BERN. 

665. 

Gyggis, gaggis Eiermues, 
Üsi Geiss geit barfuess, 
Barfuess geit si, 
Hinderem Ofe steit si, 
Hat si Schue, so leit si a ; 
Het si keni, so mues si ha. 
Ds Cliälbeli zieht der Kie'me-n-a. 
Im Oberland isch niemer da, 
Im Unterland, da ässe si guet u gä- 
n-üs nüt, 
Das sy doch uverschanti Lüt. 

BERN. 

Vgl. den Schluss mit Nr. 402 und 
687. 

666. 
Gyggis gaggis Eiermues, 
Geiss, die gön mit z' baren» Fuess, 
Hätt i Schue, so leit i se an. 
D' Frou isch Meister u nid der Mann. 
Ds Chälbeli ziet der Kiemen. 
Im Oberland ist Niemen, 
Im Underland ist nid wo Vogelgsang, 
Und alte Mann, wie läbsch du lang; 



auf die Fastenspeisen; die durch ihr schnatterndes Singen auf den Gassen 
an (länse gemahnenden Barfüsser dürfen in ihren Zellen keine ( >fen haben ; 
gern würden sie Schuhe tragen, aber die Ordensregel herrsche, nicht der 
^'erstand. Der Reformator Kolb (ds Chölbeh) ziehe den Glockenstrang, 
d. h. er läute im Kanton Bern die Reformation ein; aber im Oberland finde 
ei-, der Umtriebe der Mönche von Intorlaken wegen, keinen Anhang, wäh- 
rend das Unterland ihm zujauchze. Man wundere sich, dass die Messe so 
lang bestehen und die Oberländer erbauen könne, aber die Sittenverderbnis 
der ^lönche müsse das Papsttum selber untergraben und stürzen. 

Die Hypothese, dass Manuel den Spruch verfasst habe, gründet sich 
oti'enbar auf dessen „Krankheit der Messe", wo auch ein I)oktt)r Johann 
Giggis Gaggis \()rkommt. Von einer alten Frau aus Bern erhielt ich die 
gleiche Variante (nur „der Cherli" statt „ds Chälbeli" : also noch die Ueber- 
ieferinig, dass sich diese Stelle auf einen Mensdien beziehen solli unter 
dem Titel ..ds Bohnelied". Vergl. Erk-BÖhme 111. S. 91. 



86 



I ha fTiiioint, du sygist jfsturhen, 
Jetz bist du uo eii altf Chiudlitnisser 

worden, 
Mit dyiier lutcn Nasen, 
Frissist nid wo Hieiidcr und Hasen. 

lilUE.NZWYLEll. 



667. 
Gyx gax, Eiennues, 
Gans, die louft mit baieni Fue.^s, 
Hätti si Scliue, si leiti si a. 
D' Frou ist Meister und nid dr .Ma. 
Chälbeli ziet der Rieuie. 
Im Unterland ist Nieme, 
Im Oberland ist Vtioelsang. 
Alta Ma, wi labst du lanji? 
Ha gmeint, du sygist gstoi'be, 
Jetz bist du noch e Cliindlifrässer 

worde 
S' .ü'it User Mueter e Chumuier, 
Das üsere so vil sy, 
U dr Ätti macht e Chrunu' 
U tuet US Alli dry. 

zweisi\;me.n. 

668. 
Gyggis gäggis Eiermues, 
D' Gans gähn bart'uess, 
Barfues gab si, 
Hindrem Ofe stall si, 
Hätte si Schue, so leite si an, 
So bruchte si niit barfuess z'gahn. 
Der 3Ia schlät d' Trumma, 
U ds Ilüenli gumpet drum umha. 
Ds Chälbschi ziet der Kiemen, 
Im Oberland isch niem(>ii, 
Im Niderland isch Vogelgsang. 
alte Ma, wi läbscli so lang! 
So lang, (las i liiben. 
Mi Vatter isch en Wäber. 
Houscheho! ') War isch da? 
Nume-n-i! Wo sy d' Cliind? 
D' ('bind sin uf der Breiti ! 2) 



Was mache s' da? Si tanzen da! 
Wela vor? Fritz isch vor. 
Wela liinder? Adolf hinder. 
U ds Anna isch der Chübelibinder. 

GSTEXOWVLER. 

669. 
Auf den Spengler. 
Der Spängler uf der Chabisgass, 
Ar blätzet Pfanne nid für Gspass; 
Ar macht e nöüe Tecliel druf 
lud hriiisclit derfür. es isch e Grus. 

H£IMEXSCHW.\>D. 

670. 
Auf den Schleifer. 
Wenn die Nase tropfen tliut. 
Ist (>s für den Schleifer gut. 
Braucht dazu kein Kübel nicht, 
Hat den Kübel vor dem Gsicht. 

BEUX. 

671. 
Es seid en Hirt zu sinen Schafen: 
Wa wei mier liina schlafen? 
Da sjjracli das kleine Lämmeleiii: 
Wir schlafen underm Tännelein. 
Da sjirach der alte Muttiwidder: 
Neen. liina gammer gar nid nider. 

BRIENZ. 
(J72. 

Auf den Müller. ^) 
Der Lung^i iLon) isch us, 
U ds Kad isch ab, 
U d' Schehue fahre 
D' Aare-n-ab. 

DKKX, EMMKNTIIAL, OBEI! X.M'.C. U , 
AARBEKO. 

Kochholz 120, Schild 41. 

67 M. 
Müller Müller, Roggeschidler, 
( 'liiirnebysser. Ibiseschysser. 

LEXONAl', I.AXGENTIIAI.. 

674. 
Ängliinder, Brotgschänder, 
Birlibysser. Hoseschysser. 



V) Von da weg als Gespriich. ^i Tenne, 'i Winl auch lien Leuten 
auf einem Floss, Wagen oder Velocii)ed nachgerufen. Man sagt es aber 
auch, wenn eine Arbeit beendet oder wenn die Schule aus ist. ■*! Lung 
(Lon oder d" Lone) ist der grosse Nagel, mit dem das Mühlrad befestigt ist. 



87 



675. 

Der Muser mit dpiii (hnitte, 

Er geit (loutt) dür alli Matte, 

Ga Müs u Schäre ta; 

Er j^-eit se hei .ü'a brate 

U niues e Längi (Mues ds Tüt'els 

Längi) warte, 
Bis er eiiii ;i.?-öe cha. 
(Bis »las iir se fr<ässe cha.) 

DÄRSTETTEN, LATPEN, KO.MZ. 

676. 
Der Muser mit (hMu (liriitteli, 
Er ,!ieit dür aili Mätteli, 
Ga Müs u Schüre fa; 
Er ma t'ascli ijar nid iiiid länger) 

warte 
U t'risst si uiiii'ebrate. 

EEK^, DÄKSTETTK.N. 

677. 
Spottlied auf ein altes Chu- 
dermannli. 

Kupf-aiii-Balx'li, Kupf-am-Babeli 
Geit mit ('luider z' ^färit, 
We-u-er e graue Batze luH, 
So het er e gueti Wärig. 

HEKZUGENBICHSEE. 
678. 

Rui)t-am-Babeli, Kuiit-am-Babeli 
Treit der iGeit uiit) ("hnder z' .Alärit, 
Wemi der (We-u-imi 's Pfund e Batze 

,^ilt, 
Pleseh e guete .Miirir. 
(So fat er ata i)i;inM. 

HKl'.ZOGKNEl'C'llSEE, L.VNGE.NTII.VL. 

679. 
Der heruntergekoiiinieoe 
Ratsherr. 
Der Haiiselima 
Het llöseli a 
U ds Dägeli a iV ds Chüpiieli uf) 

der Syte. 
Het ds Ross verchoiit't 
U ds Gäld verta (^verspilti, 
Jetz cha-n-er nümiiie ryte. 

ALLGEMEIN. 

Böiime 379 u. .Vnliang 34; Seliild 
S. 20; ilail.T .s. 25Ü. 



Grieich mit folgendem Schluss ; 
U we-n-er nümme ryte cha. 
So cha-n-er docli no Bäseli mache; 
So lout't er d' Stäge-n-uf und ab: 
.,(iiout"et mer myni Bäseli ab'". 

BEIl.N. 

680. 
Hanselinia het Höseli a, 
Ilinte und vorne Zötteli dra. 
Ijid ds Dägeli uf der Syte. 
Het ds Ross verchouft 
U ds (-ield verputzt. 
Jetz cha-n-(n' nümme ryte. 

D.ÄllSTETTEN. 

681. 

Hans Haldima iHansli Zimmerraa, 
(Tryttli Gretli Zimmerma, Chri- 
steli Zimmerma, üse Hanslima -. 

Het es Hüsli i^Güetli) gha, 

Het's verputzt ; 

Leit (hänkt) e Bräute- i Hütte n-a. 

Geit (louft) de Bärge-n-a 

r bättlet Schmutz (u höüsclit geng 
Schmutz). 

ALLGEMEIN. 
682. 

•lidieie, .Alai'eie 
Het d' Suppe la glieie, 
Het ds Täller la tatsche, 
•letz mues lue di brätsdie. 



Brenner 207. 



(583. 



Hut nit hei u morn nid hei 
(iit e längi Wuclie: 
Wenn mer nüt meh /.' ässe hei. 
.•^o wei mer Kier ciioclie: 
WtMui mer nit meh Eier hei. 
So wei nun- Rih'be ratsche; 
Wenn mer nit um Riiebe hei, 
So wei mer (V Chiichi tatsche. 

DÄRSTETTE.N. 

A. Tobler 32. 

Erste Hälfte auch von Ober- 
ried; es werde den Kiiideru auf 
der Alp gesagt, wenn sie Heim- 
weh haben. 



684. 
My Schwiger ii iiiy Scliwaücr 
Sy beidi bravi Lüt, 
Si hei luor welle hälfe, 
r hei (loch siilher mit. 
Si hei Hier welle halte 
Mit ere-n-alte Cime, 
Si het e Ho.neiTÜLi-.üc. 
U j?it kei Milfh derziie. 

Seliild S. 33. 



685. 
Der riansli am Bach, 
Tuet "Wydli stiimpe. 
Er bnicht (h»r llemmiiscliild 
Als Naselumpe. 



MINCHENBUCHSEE. 



Vül. Nr. 376. 



686. 
Da ehuiit der Vetter Ueli 
Mit syne grosse Sohueli. 
Mit dem Stäcke-ii-i der Hand 
Wntt uiit mir i ds (H)ei'laiid. 



687. 
We de d' Müller pfytie. 
U der Beck kes Brot me het, 
De cliuiit der Vetter Ueli 
Mit syne länge Sohueli 
Älit dem Stäcke-u-i der Hand 
V louft dermir i ds Oberland. 
Im Oberland sy bösi Lüt, 
Si ässe vil u gä-n-üs nüt. 

BEBE, MÜNCHE.MilCHSEE. 

E. H. Meyer, Badisches Volksleben 
190U). S. 46; TIerzt)g, Alemannisches 
Kinderbuch. S. 26; vgl. Nr. 402, 656 
und 665. 

688. 
Hans Ueli. 
Wo hesch dyni Seh ueli? 

WOHLE.N. 

Kochholz 176. 



689. 
Der I.yrilmeii ' . der L\iil»uel) 

(Der Hurlibueb\ 
Er lidcket nf der Tanne. 
Er list di grüene igiile) Birli ab, 
Di gäle (grüene 1 lat er hange. 

A I.I.OK.M KI.N (HEIME.\SCU WAND). 

Kochholz «48. 

690. 
Der l^yribueb, der Lyribueb, 
Er liocket uf der Tanne: 
Er list di grüene Z;i|)fli (düre Zai)fe> 

ab, 
J»i düic lat er draiine. 
(U lat di grüene hange.! 

DAKSTETTEN, Mr.NCHEMJlCUSEE, 
BL.\NKE.NßIKO. 

691. 

Der Lyribueb, der Lyribucl» 

(Der llmiibueb), 
Er hocket uf der Tanne. 
Er leit es anders Hemmli a. 
Der Fötzel lat er liange. 

XVOHLEN, HEISIEXSCHWAND. 

Vgl. Nr. 75. 

692. 
Zum (-iuili-Sami bi-n-i gange, 
Zum (-rudi-Sami bi-n-i clm. 
Zum Gndi-Sami gieng i nümnu', 
Der Gudi-Sanu het e Eloh. 

L.iri'E.N. 

Parodie auf das Schnadahüjitl _Zu 
dii- l>in-i gange". 

693. 
„Moni de'-, het der Michel gseit, 
„Moni de", seit er immer. 
Het verrissni Hose treii. 
U s'wird immer schlimmer. 

AARDERO. 

694 
Die Herre vo Bärn, 
Si ryte so gärn : 
We d'Gutsche-n-undärt, 
So hei si's ungärn. 



S(»ll an einigen Orten auch auf das Kichliorn angewandt werden. 



»9 



695. 

(Ti-ytli, (Tin'tli Iloldci'stdck 
Näliuii }j,';ii'n c nywc lioek 
rnnt' un (»bc Saninict dra 
Tiid ülx'i- ils Jalir <'ii sclienc Ma. 

OßEBRIED. 

696. 

Züt^ikäti \i> Lattorbaeli (Anncbäbi vo 

Ltiterbacli ') 
Hct de Bliebe Gatte gniacht; 
>'id vo Gatte (Zucker. Ziineti ii nid 

^■(l Tliee, 
Niiiiie vo blossem Sebiü.ii'oree. 

ALLGEMEIN. 

Haller S. 258. 

697. 
.Aleier, Meier. 
L;iiinner.ü-eier. 
Het es A'ast voll lull Eier. 
Het vi) Fesser olmi "Wy. 
Möolil nid d'.Iiiuii)tei' .Meier sy. 

WOHLEN. 

Korhliolz 71. 

698. 
Anna-) iscli e schöne Naine, 
Anna wett i dodi nid lieisse ; 
Anna hin, Anna här. 
Anna isch e Zottelbiir. 

BERN'. 

Böhme 6001»; I)iin.i--er. S. 111; 
Brenner 197. 

699. 
Ankematt-Leni, 
Het Anke-n-im Sack: 
Ks weis ne nüt z' bniche 
U i!:it ne der Chatz. 

HF.l.ME.NSCllWAND. 

700. 
Uf em Bärg-Ji steit es üiisli. 
AVolint e Fron drin, liet es Miisii. 
Het e clu'ummi Nase, 
C'ha Trnm])ete Idase. 

.Mi'.NCHEXBI'CHSEE. 



701. 

Alt! Kun.ü-.iiiinggU^, 
Was luegsch e so siir (fiil)'? 
AVi tro])fet der d'Nase 
r wi lam])(>t der ds ]\Iul! 

Mi NCHENBrCHSEE, BERN. 

702. 
Üsi alti (Myner i\Ineter) Sch\vij;eri, 
Si het e läng-e Hals; 
Si ma ne strecke iträie) wie si will, 
Si g'.selit doch niene-n- (Sa jfseht si 

doch nid) alls. 

WOHLE.N, BERN. 

Kochholz 303 : Keinle. AnhanyNr. 3. 

703. 
I)s C'hoi-berkäti isch niimme stolz, 
Es handlet jetz mit Schwäfelholz, 
Schwälelholz isch no nid s^'nuc, 
Es liandlet no mit Finkeschue. 

Mi'NClIEXBICHSEE. 

Viil. Nr. 575. 

704. 
U we di AVybei- wösche, 
So tat das ('hlapjjere-n-a; 
Si säge zii-n-enandei-e : 
Weli het dei- lirÜAcr MaV 

SIG.VAU. 

Die Schweiz, 1863, S. 91; Schild 
S. 41. 

705. 
Di alti .)iim]»t'er Dorothee 
(Üsi alti Dorotiiee) 
(Dorotliee, Di)rothee,) 
(Üsi Jiim])f'er Dorothee'i 
(Üsi alti Schwiji'erii 
Mit de län.ü-e (verdräite) Füesse, 
Isch sibe .lahr im Hirne! j^sy, 
Het wider abe mües.se. 

ALLGEMEIN. 

Bciiime 1302: A. T..bler 160, VI, 5; 
Vül. Ferd. Schmitz. Volkstümliches 
ans dem Siebeiiiiebirire (1901), S. 8. 
^■i!•l. 549. 



') Dünner Katlee wird scherzweise anch Lnterbacher uenamit. -) Oder 
sonst ii'i;'end ein Name. 



90 



706. 
Aniii riMiuii Itdiotlicc 
.Alit de liiiiii-c Fiicsst' 
Lscli silti- .lalii' im lliincl j^'sy, 
Ilcd wiilcr alle luüeHSO, 
Ga (It'i- Cliiillcr l)si-lili('t<so. 

BERN. 

V.ii-l. Nr. 418. 

707. 
Ü*<i alti AniitMiiarii' 
Iscli liiiii<l(M-t .lalir im llimcl nsy. 
Hot wider abc miicssc, 
Ga ds Cliirwlimnosgade Itwlilicsso. 

DAilSTETTE.N. 

708. 
Di alti .Miictcr Ihirotliee 
Mit iro jiTossc Fücssc 
Isc'li sibc Jahr im iliuu'l f;-.sy, 
Het widt'i- aha miiosse, 
Do HiuMnU'rc .ga z' Morf>:o ji;ii 
U d8 Kirt<cliniiio8i^';i(h^li bschliowse. 

BLAMvENDiniO. 

709. 
Jimyter Dorotlicc, 
Ilt'it er n|)|»('-ii-()hi't>\\(>li? 
1 will iii'i'h de 111' Hube u-ch (i>-äl. 

DÄUSTKTTK.N, UOULE.N. 



710. 

Zantiiiloiison Kl.^^i 

Hcd ä stolze Miiod, 

Ks lic<l all Sciiniidcinascn 

l'iid iKi all l.am|iilini'd. 

BiUE.NZ. 

711. 
.Mt'dcli am Stutz 
Hlybt Icdifi- alle Bliebe z'Tnitz, 
Ks eliumit iif ds Grytziiiioos. 
Ks wird syii Trasdi süst iiieiie Ins. 

DÄKSTETTE.N. 

712. 

Wie der Franzose spricht : 

S(i wie das böse Ziep'iibdck 
l>er «iiiine lilatt am Hosenstoek 
.Mit seine i\Iaiil abbeissen tiiiit. 
So macht die Tod das .Mensch kaput. 

BERN. 

713. 
Cliranke di malade 
r stürbe di moiii-ii-, 
Tanze iiiit meh (iallopade 
Und fertiü' (iiiätz sourire. 



714. 
Einem Hochzeitspärchen oder auch nur einem Knaben und 
Mädchen, die zusammen gehn, ruft man nach: 

.Mandeli. l-'roneli, Hochzyt ha. 

Cliiim mer wei lAlli .lalir) es Scliripiieli ha : 

Chiis II Bidt und Anke 

('hostet zäme-n-e Franke. 



Seliild S. 2;}; llallei' S. 252. 



Al.T.(iEMKl.N. 



Schkiss auch : 



oder 



(häs 11 Brot II Wy ilerziie. 
.Moni hei mir de ücnu- iio ii-iiiu 
.Moni am .Morn'c hei mer uniie 



-Mit emiie ."^clK'ipiili iio nid uiim 
No clilv Cliäs II Brot derziie. 



AI. LOKMEIN. 



715. 
Maiideli, Fruiu>Ii Hochzyt ha 
(Einisch sy zwöi Liebi gsy), 
Beüli nid gar hübschi, 
Ds Mandli isch e Tliürlistcjck 
Ds Fnnioli isch es Tütsclii. *) 

DÄKSTETTE.N, BER-\, BÜKEN. 

71 (j. 
Maiiiit'li, FruiieU Hochzyt ha, 
Z' Subige-n-uf der Loube, 
D' Cliup tanzet, s'Ross gyget, 
S' Muneli wird 8ü toubo. 

HEIIZOGENBUCHSEE. 

Gemalmt entfernt an .,Verwunde- 
rungslied" und .,V<)gelhi)clizeit", Wus- 
sidlo 1605 ff. 

717. 
Chhippert;isclie-n-nt" de Gasse, 
We nie di gseht, so nnies nie di hasse! 

BER.N. 

718. 

Ratsche, Rätsdie i ( lilaiijiei-tascliei 

uf de Gasse 

Weini di gseh. so iimes di hasse. 

heimexsch\va:<d, bekn, wohlex, 
hekzogesbicusee. 

719. 
Rätscliivogel uf de Gasse 
War di gseht, da niues di hasse. 

AARDEr.O. 

720. 
Länge, länge-n-Yse(haht (^lüsedraht), 
D' Bliebe loufe (h' Meitschi na. 

ALLGEMEIN, HERZOOENBrCHSEE. 

Böhme 1282. 

Zeile 2 wird auch umgekehrt. 

721. 
Eso-n-es Meitsciii, \\i du eis bist. 
Fiiidt me-n-uf em Ghüdermist. 

WOHLE.N. 

722. 
Anni, Pfanni, Gliessibode, 
Was (h* seisch, isch alls erioge. 

BERN. 

Rodiholz 270; A. Tobler 160 VI 
25; E. H. Meier, Badisches Volksleben. 
S. 76. 



91 

723. 
Anni, Pfanni. (hessiboge 
Het hund(Mt Jahr am Büppi gsoge. 

WOHLEN. 

Reiiile. Anhang Xr. 81. 

724. 

Anni. Pfanni. Chesselring, 

(4ang zum Brunne-n-ii wasch der 

Gring. 

BERN, WOHLEN. 

725. 

Anni. Pfanni, Chesselring 
Het hunderttusigsibe ("hing. 

DÄRSTETTES, EM.MENTUAL. 

726. 
Anneniarei 
Het Drück am Bei. 

727. 
Anni, Pfanni, Habeistiou 
Git e gueti Bättlerfroii. 

LAXGENTHAL. 

728. 
Biamberistüdeli und Bramberitinte. 
D'.AIeitscheni schmöcke wolil und 
d'Buebe stinke. 

ALLGEMEIN. 

729. 
Suri Ankeniilch u lilaui Tinte. 
D'Meitschi schmöcke wohl ii »rBuebe 
stinke. 

DARSTETTEN. 

auch 

Ai-peristüdeli n .\ri>eritinte u. s. w. 

THrN. 

730. 
-Aliiilers Blieb tuet nid guet. 
Bis ne der Tüfel i ds Truckli tuet. 

MiNCHENBUCHSEE. 

731. 
Hiiberlis Banz 
Het d'Hose veischiünzt 
Achzäliundertnüuezwiinzg. 

MTNCHESBUCHSEE. 

Suteniieisrer S. 29. 



Holzklotz, schwerfällige Person. 



92 

732. 740. 

Ig und du sy li»!bi Cliind iGsfli\vi«t(>i'- Anistcliiiui 

cliind . Ilft d" SiiiitiglidM'-ii-jini Wärclitig a. 

Hone (gä) -ii-ciiitndcrc Cldiipf zum 

(-irind. .-^ - 

MiNCHEXBrCHSEK, AAUBKIU;, 741. 

HKIMENSCH\VA>D. 



IIEIMK.NSCHWASD. 



Vgl. Nr. 217. 

733. 



Schwurfurmel. 
IIj'x, Häx, drüber cwiig.s: 
Wenn iii' liigf. so l»i-n-ig e Häx. 



WOIILE.N. 



HiinS Banz. HE:iZOGEXDrCHSEE. 

Häb dis HiMunili uf ii t;in/.I 

742. 

Parodien. 

Morgerot. .Aluigcrnt. 

^''^^''■""''' Der Vatter schlaf der ( liiing.'l zti.d: 



734. 



D' Buebo ridlni.'. 

PouKManzc. 

D' Mcitwlicni tanze 



wie gly. (t wie gly 

Iscli dei' Cliüngel gjisse gsy. 

UEIMEXSCHWAN'D. 



Vgl. Nr. 252. 743. 

^.jf, Las.st hören aus alter Zeit: 

, .... TT 1 War ohüechle wott. dii macht e Teigg, 

I wetr. 1 wai- IUI lininiiel. ° 

,. , . ,> , AViir Eiei- liet, da schlaf si dry, 

l du im raiiuUs. , , , 

, ,,1 -.^ \; 1 ■• I Wiir keini het, da lafs la sy. 

I wett. I haft e bciiummel. ' . ... 



l' dit-ii-e ('ho|tf (Sack I M)I1 Lüs 



Wir singen lieuf ein schönes Lie<l. 
Es "-ilt dem Helden Cliüechliwirf. 



ALLGEMEIN. 

Kochlinlz 727: Schild 43. »ern. 



744. 



736. 

lijli i^iii^ Heil <lir Helvefia 

(Willi. Willi) Hescli no kei Kösti ghaV 

<^f^„j.;fili Wart bis i gdiociief ha 

.Mi .NuiiKMsi CHSEE, BtK.N. ( j^f scliönc SpückbröckM dra). 
De chasf (I)as muesdn <le lia. 

'3'- BER.N. 

Issibarli. 

Sagmiihlkarli. ^*5. 

Mi KciiE.\BüCHSEE. Frcut cucli dcs Lebeus, 

73y D' Töchfere N. N. hei Sfifeli a; 

Ängeli. Bängeli. ^^i'^iit euch yergebens. 

Chinnistängeli. ') ^' überchr.me doch ke .^la. 



BEU.N, TUC.N. 



Vi--I. Böhme 177(j 



74li. 

739. Freut euch des Lebens. 

Fritz, Fritz. Bireschnitz. Ds Sclinelhus ist yerbrönnt: 

\y Mueter her di näcliti gtitzt. Freut euch yergebens. 

HEiME.NscinvAND. SI l)(>ue wlcdcr es nöüs. 

\'gl. Nr. 5(50. DEHN, STEFFISBITIO. 



1) Wiril (ift Cliue-UMst-ängeli ausgesiimchen: dazu g.di.-ii sich die 
Kinder auch ein Silbenrätsel auf. 



yü 



747. 
Das Herz im Lcilic tliiU mir weh. 
Wenn ich des I.clin>rs Sriickc ü-8c1i. 

WOHLEN. 

748. 
Jnplieidi und jiqilicida, 
Sai;iii:ildt;iscldi lici mer ylia : 
Jn]»lieidi und jui)li(^ida, 
Abwä.sfluvas.siM" lu^i un'v i;lia. 

BEKN. 

Vf>-1. Nr. 312. 

749. 
Hiuimcl, Erde, Lufr und .AIcer, 
Si)iickisalat und ijouinu-y <!(' tcrrc. 

DER.V. 



750. 

Tr;im, rriim. trädyrydy'\ 

-Mucrcr. morn mu('.'< ^cliücchlpt sy. 

}1EIME^SCHWA>"D . 

751. 
Triim, träm, trädyrydy, 
X. N. iseli e Löttol gsy. 

1IEIME.\SCHWA>(D. 



752. 

Lytum. lytum. lytum Ici, 
Lu.stiii- iscli der Ilcitibrci^;. 



Geheimsprachen, Verlegung der Betonung, Schnellsprechübungen. 

753. 

Geheimsprachen. 

Die bekanntesteu sind: 

Die B-Sprache. die nach jedem Vokal ein b einschiebt und 
dann den Yokal verdoppelt. 

Die Re-Sprache, die jede Silbe nur bis zum Vokal sagt 
und daran re hängt; die auslautenden Konsouuanten fallen weg 
oder werden als neue Silben gerechnet (mit ere). 

Die Adi-Sprache, die an Stelle jedes Vokals adi setzt. 

Diese Sprachen dienen oft auch als Schnellsprechübungen. 

Ueber das „Mattenenglisch" vgl. Kollier in: Zeitschrift für 
deutsche Wortforschung II, S. 51. 



754. 



Verlegung der Betonung; 



Kabsandas (Kah Sand ass). 
Mäusnielas (Maus Mehl ass) 
Kiiklefand (Kuli Klee fand), 
]Jensias (Den sie ass). 



Rochholz 97. 



755. 
CurcMiri (Chuc rennt y) 
Burtüti lanienti (Pur tut di lahm Änt y). 



Rochholz 97. 



'i I»it> beiden ersten 'Pakte des alten Bernermarsches. 
tenliod„ „Kneiperei 



Im Studen- 



94 



756. 

I)ikiiriUit(' Itissif'il. .sitilaiitirnriiiii. 

(Die Kiili i-;iiintc. bis ^ic licl. «ic fiel ;iiif ilir Olli- mii^ 

oder 

Dicur.'intmii si'rinn. (I*ii' Kiil: i;innr' mii See 'nun). 



Diiiiiicr S. 129. 



757. 



DEHN, LANGE.NTHAL. 



k-li ^;it<s ;iii iiii'iiiciii Scliiclit'cDstt'irlicn, 
Und neben iiiii- mein Stiefcnkel. 
Da kam ein kleines (iesjtensterclien. 
Da zupft er niicli am Knckärmel. 

Bölime 1503 c: Dun-er S. 128. 

758. 
Ich sass an meinem Seliiebfensterelien, 
Mit meinem kleinen Urenkt'lchen. 
Da kam ein kleines (■Tesi)enstere!ien 
Und zupfte mich am llemdärnK'Iciien. 

759. 
sterben. 6 sterben 
Olm (-Jlanben 
Ist ein ii'i'osses \'erderben. 

Bölime 1503 a; Dun-cr ?s. 129. 



760. 
Zum Schnellsprechen : 

Vgl. Sutermeister. S. 26: llerzoji-. Alemannisches Kinderbuch. S. 3i'; 
Rochholz S. 21 ff.; Böhme 461 n.: Brenner 222; Schild S. 24; Ilaller S. 263 
TIedi 

AVytliwedi 
Wvdi\v\zikaste(li 
W\ diwanischyschnedi 

oder 

Marie. 
Wydiwary 
^Vydi\vyzikastary 
Wydiwanischyschnary. 
Kann mit irgend einem Namen oder auch mit andern Sub- 
stantiven gesagt werden, z. B. 
l-\-id(M-e. 
Wvdiwiidere. 
Wydiwyzikastiitlere 
Wydiw anischyschn;i(hM'(\ 
Vgl. Folie, Wie denkt das \olk über die Sprache? (1898) S. 153; 
Singer, Sonntagsbl. des Bund 1898. S. 79; Dunger S. 113. 



95 

761. 
Ei Byii'oboo-o Postpajjier. 
Zwei ., „ 

Mau zählt, wie viel man in einem Atemzug sagen kann. 

762. 
Steck der Oberi^adeladenag-el obenaelie-n-y. 

BEKN, WOHLEN, LANGENTHAL. 

763. 
Länge, länge Daclilattenagel. 

EBLICKN, HEIMENSCH WAND. 

764. 

Es loufe (li'ci hlind bliitt Bättier über e Läberbärg abe. 

BERN, IIEIMENSCHWAND, LANGENTHAL. 

765. 
Üse Cliabis chäbi.sselet ; cliäbisselet öüe Cliabis o? 

WOHLEN. 

766. 
Clilyni Cliindei' eliTume keini C'liabiscliöpHi clHtclie. 

BERN. 

767. 
Keine kleinen Kinder (Kästli - K()l)is Kinder) können kleine 
Kabiskcipte kocben. 

BEilN, HKIME.NSCHWAND, MTNUHENBUCHSEE. 

768. 
Keine kleinen Kinder können keine kleinen Kinderkleider kaufen. 

BERN. 

769. 
Kipfei'-Kätti'.s Kinder können keine Kirsclienkerne knacken. 

HEIMBNSCmVAND. 

770. 
Der Kutscher putzt den Postkntselikasten. 

BERN. 

Scheint ganz modern zu sein, da weder „Kutscher" noch 
„Postkutsche" der Muudart geläufig. Vgl. den bekannten Schnell- 
sprechsatz vom Cottbuser Postkutscher. (Die Red.) 

771. 
Dür drü düri läri Hru-li lelii-e d" Lüt räciit redt>-n-n nid lurgge. 

Ml'NCHENBUCHSEE. 

772. 
Vrenelis Hyssigi Eingerü fältle vil fyni Fresli: \\\ fyni Frcsli 
fältle Vrenelis flyssigi Fingerli. 

BERN. 

773. 
Fischers Fritz fischt (frisst) frisehe Fische, frische Fische tischt 
(frisst) Fischers Fritz. 

ALLQEMSra. 



96 

774. 
GurDiücIIiiihi'l 11 Gibt'li'jiji'. 



i!EU^, HEItZOriEXBrtHSKK. 



775, 

Gabriels <;-raiii Gciss <;('it ■iiijro Garte ii:i (4arl)i .i:-iia>r(\ 

•■T. STKI'UA.N. 

77«j. 
Gang ga iriigii-clo, .i:-«ib (4iiji:gor-Gö(l('ls Giiggcl gcng di glyclii 
gntssi (-Jlugjicn' wiiiijagt. 

BEKA. 

777. 
Gselioii, Scliani:-. d' Simii scliyiit sein». 

DER.N. 

778. 
Hinder ITaiise-Heiris (Ifcrc Hauses) Uns liaiige limidert Ilere- 
lieniiiili I Hiulellieimnli i uf. 

BERN, ML'^CHKNUIXHSEK. 

Hinder Hasler-Kisis IIiis etc. 

HEI.MENSCHU'A.'.D. 

779. 
Hiiider Haiise-IIirtes Uns liaiii;-e hundert Windli uf. 

ST. STEFH.V.N. 
780. 

Hiiuler Heiri-Hanses lla.ü: (Hinder ds llere llüenerlnis etc.) lia-ii-i 
hundert Hase ghöre hueste. 

BEUN, .Mi'XCJHENBI'CllSEK. 

781. 
La Uli hl ga, so ht-n-i di o h\ ga. 

BEU>. 

782. 
Lüti- (Liischer-) Lüfi's Liiti littet liiter als Lüti's Liiti liitet. 

BEKN, Ml'-NCHE.NBl'CHSEE, L.\NQENTHAI., 
HE1ME>SCHWA.\D. 

783. 
1 ha iiiyr Läbtig scho miingo Liihtig erlabt; alxn- sn ne l.übtig 
wi-n-i hüt o Läbtig erlabt ha, ha-n-i mi uiyr Liibtig ke 
Liibtig erlabt. 

BEKN. 

784. 
Morn innes mir niyui ]\I;vdelis ."\la mit mym mutze .Metzgermiissei 
mys magere .Aluneli (my mageri More) nietzge. 

BEUN, WOHLEN, ST. STEPH.K.N. 

785. 
Metzger, morn nniest mir mys magere Muneli mit mym .Aletzger- 
miisser metzge. 

HEIME.NBCHWA.ND. 



97 



786. 
Metzger, wetz iner ds Metzgermässer. 

787. 
Het der rniiM'-n-rtiJpcr (ipix'-n-öppi.s ta? 

788. 
Rots, rot8 Rinderlibluet, 
Rowi, rowi Reliläbeie. 

789. 
Es tuet e Jnngi Fron im Junge Rogge jungi Riieldi jiite 



ALtGEMEi:«. 



AI.LGEMEI.N. 



DAKSTETTE.N. 



790. 
Rnefer-RöbeLs Büebli 
Rafle roiii Rüebli. 

MÜ.NCIIESBrCHSEi;. 

791. 

Es reiten (bei Reiter um den Ararat herum. 

.Mi'N-fHENBrCHSEB. 

792. 
Ströü dorn Spatz sclniiill Salz ni' e Selnvanz. 

BEKX. 

793. 
Sovil Tag im Jaln-, sovil (b'r Fuchs am Schwanz her Haar. 

DÄRSTETTEN. 

794. 
D' Schnyder ässe; nät, Niijere; recket über ds Brot ül)ere u 
niit, Sehnyd(M-. 

Das tönt, wenn schnell gesprochen : 

D' Schnyder ä.'<se Näht; d' Niijere recket über ds Brot ül»ere u 
näli d' Solniyder. 

DÄRSTETTE.N. 

795. 
We WassiM- Wy wäri, wo wettt» wältsohi Wyl)er weichi Windh' 
wi(h'r Avyss wäsclie. 

BERN, ST. STEPHA:«. 

796. 
We mer wäre, wo uier werte, mer wäre, wo wys.se, wältsehe 
Walliswy wachst. 

BERN, ST. STEPHAN. 

Gertrud Züricher, Kinderlied und Kinderspiel. 7 



98 



Verschen und Liedchen der 

797. 
Frytig. SaiiiistiK. Siiiintig- z' Nacht, 
(,'höiue di Bliebe iif di Wacht. 
Si lege-n-ps wysses Chäppeli an 
U säge de Meitschene: Ufgetaii. 
D' Bliebe oliöiiie z* Al)e.-<itz. 
ly Leitre isob an d' Loulii' gstiitzt. 
Uu iif (h'r L(>ube-n-ispli es Bett 
Un es strouigs RigeM für. 

OSTEIGWYLER. 

Vgl. <hMi Schlii.ss mit Lie(hM-biich 
1833, S. 140. 

798. 
Frytig ii .Sanistig u Siinntig z" Naelit 
Loufe (li Bliebe di ganzi Naelit, 
Si lege wyssi ('h;ij)i)eli iif 
U säge de I\Ieitseheni: Tuet iiier iif. 

KÖ.NIZ. 

799. 
Ha ds Leiterli giiuii. 
Bin Uta gstigen. 
Der Seigel iscii hrochen, 
Bin droben blÜMMi. 



OBEHRIED, BRtE.NZ. 



8U0. 
p]s kiajtpert die Mühle am rausehen- 
den Bach, 
gib abe, gib abe. 
Sie kla])|)ert und ]tlai)pert bei Tag 
und bei Nacht, 
gilt abe. gib abe. 
Sie mahlt uns das Korn, und das 

giebt uns das Brot. 
Und das Brot, das machet die 

Backen rot. 
gib abe, gib abe, gib abe. 

BERN. 

Wagner, Sitieibuch für Knaben 

Feber die Sprache der 
Mühle s. Wackernagel, Voces vari.ip 
animantium. 2. Ausgabe. Bas(»l 1869. 

s. 11. 14, 18 ü: 

8U1. 
Ei. du Ncrzwicktes Mülelilili, 
Bald fählt es dir am Mül.>lilili. 
Bald fählt es dir am I\Iülichn;icht, 



Erwachsenen im Kindermund. 

Bald isch «las .Mülirad nid rächt. 
Ei. du \erzuicktes .Mülelilili. 
Gib abe. gib abe, gib abe! 

I.ANOKVTHAI.. 

802. 
du li.'b.s .Ängeü. 
Rosmarinstängeli, 
Tue nid e.so! 

Tue nid eso. zittrc nid cso, 
I)s Ilüsli fallt nid um. 

Schluas auch: 
I)s Böümcli fallt i fallt nidi um. um, 

um. 

oder 
S' chunt e Zyt. bi.sch wider froh. 

PÄRSTETTE.V, BERN, I,A>GENT11AL. 

l»ie Melodie siehe am Schlüsse. 

803. 
Annemareieli. 
Zuckerveieli, 

Blätz mer myni Strümpfli, 
Aber mach mer hinde-n-u vorne 
Gar gar keni Büm]itli. 

1.AN0.NAU. 

Vgl. Bfilmie 1298. 

804. 
AmuMnareili, 
Suppeteili, 
Cluim, uu'r wei ga loube. 

I.ANGENTIIAL. 

805. 
Es lütet Mittag, 
De Herre-n-i ds Grab. 
De Meitschi i ds Ptairhus 
U de Buebe-n-i ds Wirtshus. 

WOllLE.N, IIEIME.NSCIIWAXD. 

806. 
So lang es no Flute-n-u ("hnöj)fli git, 
So lang vergeit di Wält no nit; 
So lang es no Buebe-n-u Meitschi 
S<» lang vergeit si nit. (git, 

AARBERO. 

\"ül. Nr. 622. 



99 



807. 
Ich und uKMii Schatz 
Sind beide wohl ;uif; 
Wir schloffen miteinander 
Durch's Ofeloch auf. 
Beim Spindelredel, beim, beim 
Eedelredel, beim, beim etc. 

DÄRSTETTEX. 

Soll viele Strophen haben. 
Die Melodie siehe am Schlüsse. 

808. 
D(M- Schmidli mit der Fron, 
Si tanze-n-uf em Strou, 
Der Schmidli nimmt es C'huchibnitt 
U schlat der Frou der Chopf ewägg. 

BÜREN. 

Vgl. Böhme 1236. 

809. 
Ig u mys aiti Wyb 
Huse sehr übel, 
Mer huse scho sibe Jahr, 
Hei no ke Chübel. 

LAXGEXTH.^L. 

810. 
U we my Frou nid wott guet tue, 
So leg ere e Chomet a 
ü bruche se als e ("hue. 
U \ve si seit: „0 liebe Ma, 
La du ml gab,'- 
So tue se i-n-e Chiste-n-y. 
ü we si .seit: „0 liebe Ma 
La du mi jetze-n-use," 
So schla-n-i der Techel no einisch 
Und obe druf. [druf 

MÜ.NCliENBCCHSEE. 

Vgl. F. H. V. d. Hagen, Gesamt- 
abenteuer l Nr. 3, Fiauenzucht; vgl. 
Rochholz 349: L. Tol)ler I, S. 208. 

811. 
Wenn eine giirn es Meitli hätt. 
So soll er nid z lang warte ; 
Wenn är's esmal am Schärme het. 
So brucht er nümme z' harte. 

DÄRSTETTE.V. 

Schweizer- Hauskalender (Heiden 
1901), S. 21. 



812. 
My Schatz isch chryde^\'7S8, 
Het roti Bäckli. 
Gfallt allne Lüte wohl (Het alli 

Buebe gäm) 
U mir (mi) kes Dräckli. 

ALLGEMEIN. 

813. 
My Schatz isch chrydewyss, 
Het chlyni Liisli, 
Si loufe-n-im über d' Ohre-n-ab 
Wi Schnäggehüsli. 

LAXGEXTHAL, BERN, LEXGXAO. 

A. Tobler. 160, IV. 6. 

814. 
We-n-i Cheiser (Landvogt. C'hünig) 
So wett i ds Land regiere, [war, 
Wett di schöne Meitschi 
I-n-ere Gutsche füere (karessiere i, 
U di wüpschte (Aber d' Buebe) 

(U di wüeste Buebe i sperrt ig 
I-n-e Söüstall y (I-n-e Söüstall tue) 
We-n-i Cheiser war, 
So müesst das sy (Das mües^^t mer 

sy)- 

LANGEXTHAL, WOHLES, MÜXCHEXBrCliSEE, 
IIEIMEXSCIIWAXD. 

815. 
Myner (User) Mueter Chabismässer 
Hout uf beide Syte ; 
Schätzen (Meiteli). we mi du nid witt 

(we d' mi nümme wotscii), 
Su s.äg mer 's de bizyte. 

BERN, KÖXIZ. 

A. Tobler. 160, VI. 9: L. Tobler 
II, S. 233. 

816. 
Mys Harz isch truresvoll 
Vo wäge Bal)is ; 
Es het der Esel use gla. 
Er isch im ("habis. 

BERX, WIMMIS. 

Die IMelodie .-;ieh(' am Schlüsse. 

817. 
Ds Froueli wott geng gyge, 
Hansli wott's nid tue: 
Der Tutel nimmt em d" Gyge 
U ds Froueli derzue. 

BERN, MÜNCHEXBUCH8EE. 



100 



818. 
Gy(lifi,-ä(li}<ou(li 
Pantörteliscliiu^, 
.S' ln't iiiäiij^c-ii-c Fn iii. 
Er hiitt riiif^fr •' Cliiif. 

LANOE.NTHAL, STEKKISBl'HO. 

819. 

Ilft cint'-ii-es sti'iniiis Aclicrli 
hcrziic-n-e iinitzc PHiieji,- 
L'iid obodriif es böses (rüdij^s) Wyb, 
Sil lict er TütVls iSuclics) .üiiut^f'-. 

.\LLOEMEI.N. 

oder 

Su iscli »M- ]>Iii.ü,ot liniii'u'. 

L. T()])l('r 1, S. 208; Scliild, S. 37. 

820. 
VVc-n-cint' es stciiii.üf* Aclicrli ln't. 
DtM'ZUP-n-f iiiiitzc PHiU'ji-, 
D.-iliciiu t's ii-ytii^s i IJ no-ii-cs hö.scs) 

Froiicli 
De lict er z' oliratzo (Sache) gnne,H,-. 

SIGNAr, KINSTERHK.N-NE.N. 

821. 
My Mueter cha guet tanze. 
Het iiber keini Scliue, 
Si leit dem \atters Sclilari)e-ii-a 
r t.-uizet lustig ziie. 

BKK.N. 

A. Tobler 145. 

822. 
I)i Alti wott ga tanze 
U het no keini Sehne; 
Si h'it dem Alte d' Sehiurgge-n-a 
r tanzet histig zne. 

LAIIPE.N. 

823. 
Zyseü, BnseM, ratata, 
C'hum, mer wei i ds AVirtshns ga. 
„ZyseH, Büseli, ratata, 
I ha keini SehüeU a. 
Zyseli, Büseli, ratata, 
So lege-n-i ds Vatters Schliirpli a." 

BEIl>'. 

824. 
Näcliti iiei mer Wusch ygieit, 
t' liineelit wei mer bnehe; 
her Ätti het der Stiimpfel verleit 
ü ds Miieti niöeht ne biuohe. 



825. 
Süppi eh<»che. Ba'pjii chuche. 
Windle wasche nn <leiziie. 
Das wahrt für ilie ganzi lerigi Wndir, 
lla-n-i weder K.ist nn Kne. 

ST. STEPHAN. 

82IJ. 
l)er Tampi-IIans het gwyliet, 
Ilet ds Tampi-Änni gno. 
Wi Tuners isch es gange. 
Däss die sy zürne clm':' 

RITT! II. BiKLN. 

827. 
We-n-i hätti 
Wi my Ätti 
So ne schön! Fron, 
So müntschlet i re d' Wiingli 
Wi der Atti oii. 

DÄ::srETTE.\. 

828. 
Es isch e .Ma i ds Wa.s.ser gfalle, 
1 ha's grad ghöre gluntsche. 
We ne nid hiitt nse zöge, 
Wiir er gwüss ertriiiike. 

BEllS. 

Kochhoiz 293; Büchmann, Grettii- 
gelte Worte, 8. Aufl.. S. 63. sub voce: 
Es ist ein .Tiid iiTs \Vasser gtalln. 

829. 
Es Froueli isch i Weier gheit, 
I has grad ghöre glunt-sche. 
U wp-n-is ni<l hiitt abedrückt, 
So war es nid ertriinke. 

BERN, WOUI.E.N, STEKKISBCUO. 

830. 
My Fron isch mir i d" Aare gheit. 
I ha se ghöre ghuitsche, 
U hiitt i se ni<l bim Gring verwütsclit> 
So wiir si mir bis al)e-n-ertwütscht. 
De wiir si mir vertrnnke. 

HEKZOOENBl'CHSEE. 

831. 
Gang du mer iiit ging dür mys 

Miitteii. 
Gang du mer nit ging dür mys Guet, 
Gang du mer nit ging zu mym 
Oder es geit der nit guet. ISchätzeli, 

BLANKENBCRO. 



101 

832. Und äs vom Tyrol, 

0;ing liier iii<l g'iMiji- diir iiiys Mätteli, I handle mit (niii i t'habis 

Oanji' mer nid ^'''i.ii' <lii'" »'ys Gras, Und ;is mit (um) Petn»!. 

<4an}i- Hier nid "-enn' zu mym beR-'^. mInchenbuchsee, 

' * ri 1 1 DÄRSTETTEN. 

SoliJüzeli, Kocldioiz 701. 
Oder i j)rüiiie di al). 

ALLGEMEIN. OOV. 

Liederbueli .'^. 140; Erk-Bölime II, Mi Schatz chunt vom (isch im,> WaUis 

1U05; (4iindhich 586; vi!,i. Nr. 903. Und i vom [ig im) Tyrol, 



833. 
Der Müller mnes male, 
U ds lledli g-eit um. 
U d.s Meitschi niue.s warte, 
Bis das der Bueb chunt. 
Vd. Nr. 78. 



Äs handlet mit Chabis (Zucker) 
Und i mit Petrol. 

BERN. 

840. 
Gugellioi)f ((TygeliüU])f) u Bratisbei, 
D' Buebe t'üere d'Meitscheni hei, 
Si füere si nfe Schützeplatz 
U säge-n-enander: „Guet Nacht, iny 
Schatz". 

BERN. 



834. 
('hlyi)i L'hrügeli niues me ,scliie.s.se, 

We me Vögeli fange will; g^j 

D.s Schwigermüeti mues me liebe, Gute-n-Abig. Fvrabi--. 

AVe iiK' ds Tiichti habe will. ^^^^^^^^ d'C'huchitür zue; 

Guiidlail. 449. ^^ ' ^=^"^f* '^' ^^^eitschi! 



835. 



Wi chlepfe di Scliue! 



BERN. 



Bramberiberibüscheli, Kochholz 329; Brenner .50. 

Braiuberiberibluesclit. g^2 

Ha gmeint, i lieig- es Schätzeli, Melodie: Muss i denn, muss i denn etc. 

.b'tz isch's e Iure Wuescht. We-n-i scho, we-n-i sclio kei Distel- 

BERN vogel bi, 

L. T..l)ler I. S. 212; Keinle. An- ßi-n-i doch, bi-n-i doch kei Sj.atz; 

liang JNr. ö.i. We-n^i scho, we-n-i sc]io kei Zürihegel 

836. hi (kes Bärnermeitschi bi) 

/■ olx'iist obe-n-aiii Thuner.see Ha-n-i doch, ha-n-i doch e Schatz. 

Ha-n-i sehöni .M.Mtsehi gseh lasgexth.vl, been. 

j^.,,,^. Kochholz 728: J.. Tobler 1. S. 211. 



Hei sclineewvssi Ariiieli 



843. 



U chngelrun.ii Wade. We-n-i scho. we-n-i sclui kei S])yri- 

Mi>CHE>BÜCHSEE. . j i j 

837. So bi-n-i doch de o kei Spatz: 

D" Hiedere-n-ab u d' Iiied(>re-n-uf We-n-i scho, we-n-i scho chly rot- 

Bis zur Ziegelhütte. Ha-n-i doch o my Sehatz. (haarig bi, 
Meitschi, tue mer ds Guggeli iit' stekfisburo. 

U la mi yne .güg-g:e. g|^4. 

Vgl. Nr. 561. """'■ ^'^ '•"•'' ""'>''''l>i«'l, 

E länge Stil dra. 

°^"- I ha di nie gliebet I dia di nie liebe) 

Ig un<l mys Schätzeli y ,„.^„. .^ „„i |,., ,i,.ty „„j,.^ ,ij ,i„j,i, 
Chöü's gar wohl. j,.^^ 

I chume \i>m Wallis, BKits, bcren. 



102 



845. 
E Hwvv Iloly.iipfcl iS' iscli jioiifi; eso 

icango), 
E lanjit' Stil ilr;i S" winl ji-t'n.ü- cso pl), 
E Jede Sclmintzii-iiii-,si,-el 
Muos iw(»tt 1 () HC Frnii Iia. 

DÄKSTETTE.N, WOIIl.E.N. 

Kciiilc, Anliaiij;- Nr. 29. 

846. 
S' isi'li gen^' oso iiangv. 
S' wird i^ciiji" ('SO .ü'a. 
Ks Idiife <li Bliebe 
])(' Meitsclit'iii iia. 

Mi .NCIlE.NBltllSEK, DÄUSTETTEÜ. 

L. 'r(il)ler I, S. 210. 

847. 
My Schatz isoli vom Adel. 
Heisst Anneniarei. 
Hot fi-iildig-e "Wade 
ü silberisi-i Cliiiöii. 

STEFflSBl-KG. 

Wiiiiderlioiii 11. letzte Seite. 

848. 
I ha-n-ekes Sehiitzeli 
U weis liier ekeis : 
I niiiie-n-e (-Jertel 
r gnäggle liier eis. 

BEUN, Mi NCMENBrCHSEE. 

L. Tobler 1, S. 217. 

849. 
1 hätt giini es Schätzeli 
Und ha no-n-ekeis, 
I niiiie iler (4ertel 
U gnilgge liier eis. 
I ha Hier eis gniigget 
Wolil US eine I»orn, 
Es het e kei (-iattig 
U het e kei F(»riii. 



STEKKISBl'UU. 



850. 



My Schatz (MysChindi iscli nid (vo) 

Ziieker, 
i)es bi-ii-i gar il)ruiii bi-n-i so) troh; 
Süsch hiitt i iie gsugget (g.ässe, 

gfrassp, gschläcket), 
Jetz lia-n-i iie iio 's (h»ch noi. 

-ILLGEMEIN. 

A. Tobler IGO: (4riiiidlaeli 340. 



851. 
"VVe niiiiie niys Schätzeli 
E Zuckerstock war, 
So wetti dran schlacke. 
Bis nüt ineli dran war. 

BEK.N, MÜSCHE.NBI'C11SEE, 
STEFPISBCKO. 

852. 
I ha-n-es iniiii])t'eli Haber gsiiit. 
Bili bili buiii buiii. 
Der Wind, da het (Der Winter liet) 

nier'.s ganz verwäit. 
Bili bili buni buiii. 
Dert linde steit es Iliisii. 
Bili bili buin buui. 
Dert (b'inne wohnt iiiys idysi Schiitzeli 
Bili bili biiiii biiin. 

Mi'.NCHEXBl'CHSEE. 

L. Tobler I. S. 140. 

e53. 
.Meiteii, gümiierle nid eso 
Ds Güinperle wird der scho verguli, 
Ds Güniiierle iscli iler wohl vergaiige, 
We-n-aiii Böümeli d'Windle hange. 

BEU.N, THr.N. 

oder 

S" (4üiii]»ele iscli ein scho vergange, 
D" Wiiidl(> hange a der Stange. 

I..\>CiESTUAL. 

Uochliolz 752; A. Tobler 157. 

854. 
Ännelli. iiiys Ainielli, 
Poch niiiiiiiH'u nid eso; 
Ks cliiinnt denn eis es Zytelli. 
De biscli denn iiiiniler froh. 

ODEiUilED. 

855. 
1 der Chilche steit e Tritt. 
Wo nie d' Liebi ziiniegit, 
Git se zärae Paar uui Paar, 
("hiinie-n-i acht o dertharV 

DEKN. 
85G. 

Meiteii, liesch du Xuss im Sack. 
Nn, SU la mi giyrte. 
Will der (h> di gaiizi Nacht 
Vor em Liideli i»tyrt"e. 

BERN- 

Schweiz 1858, S. 128. 



103 



857. 
Sy si zwänzjj-i. so sinji-e si no: do la 

Uli, — 
Sy si (liyss^i, ao sin«;e si schu: nii 

la ta — 

GSTEIGWYLER. 

Vf?l. Schweizer- Hauskalpiulpi- 
(Reideni 1901, S. 21. 

858. 
Wenn my Schatz e-n-Ij^cl wiir, 
Und ich (igie wilde Biir, 
So schloff' icli zu dem (So gieng i 

z' Nacht zum) Fenster (Fänster) y 
Und über e-n-I.üel liiir. 

BI.ASKEXBrRG, LA^GENTHAI., BEK^. 

859. 
Ih'i'i rüdiii'i .Mcitli'i i(4itzii 
Und e gf'otzleti (^eiss, 
Das git mir my Vatter (Mueteri, 
Wenn ig e Fr« tu weiss. 

DI.ANKENBIRG, WOHLE.N, 
STEKKISDl'RG. 

(Gustav .Meyer, Essays und Studien 
zurSitracligescliiclite und Volkskunde. 
S. 361 luid ff.; Schild S. 30. 

860. 
Drei jiölzigi Batze 
(Drei hölzig Halbbatze) 
U-n-e glesigi Chue, 
Das git mer my Vattei- .Alueter), 
AVe-n-i heirate tue. 

i'.ER.N, STEFFISBl-RG. 
8»il. 

U we mir lie my .'^(•liwiiher stirbt. 
So erbe i de d" (weisse 
Und e Bock und e Bock, 
Aber ni<l e leisse. 

DOTZIGEN B. BÜREN. 

S&2. 
Tyroier sind lustig, 
Tyroler sind fmli, 
Si trinke Champagner 
U lige-n-uf Stroh. 

BER.N, MÜ\CHE:(BfCHSEE. 

Dunger Nr. 98; Archiv V, S. 42. 



863. 
I wott ga ds Chueli miilciie. 
U ds (hueli steit nid rächt, 
Drum tue-n-i ds C'hübeli dänne, 
Und düderle mit dem ("hnächt. 

DÄRSTETTEN. 

A. Tobler 145; vgl. IJeihn-buch 
1833. S. 147, Str. 6. 

864. 
Ds Lyseli geit ga miilche. 
U ds Cluieli steit nid rächt. 
Es stellt sys Chübeli dänne 
Und gangi>-let mit dem Chnäclit. 

ALLGEMEIS. 
865. 

We-u-i es Burel)üsseli war. 
So wctti lehre muse. 
Z' Abe spät i ds Cliämmerli. 
Am 3Iorge früe wider use. 

BER.\, LENGNAU, LA.NGEMUAL. 

Kulm. .,I)as Kätzchen*'. Str. 2; vgl. 
Erk-Böhme II. 669; L. Tol)ler I. S. 
212, Schild S. 31. 

866. 
I ha n-e Schatz gha, 
Da het e Chro])!" gha, 
S' het mi sehr verdrösse. 
\Ve-n-i's gwüsst hätt, 
Dass er e (hropf het, 
Hätt mi gwüss ersdmsse. 

DÄR6T£TTTE.\. 

Die Schweiz 1858, S. 96. 

867. 
Zwiiü iDrü) Schinneli a dei- Diechsle 
U ds Füchsli (Es Schnägglii vorus 
Mys Schätzen (Meitschii cha tanze. 
H(>t ds ("höi)teli grad uf. 

AARBEUG, KI.NSTfrRMENNEN. 

868. 
.Mcitsclii, bis gscliyihM-, 
Tanz mit kern Schnyiler. 
Tanz mit ere Chue, 
S' geit lustiger zue. 

IIKr.ZOOENBtCHSEE. 



') ^leit oder .Alyt, kleine .Münze; s. Niki. Mantud, herausgegeben v. 
Bächtold 1878, S. 456: vgl. die folgende Nummer. i.Meitli kann hier aber 
auch „Mägde" bedeuten. Ked. i 



104 

869. 
I linder myiicr Miiet(M" Hus 
Sclilat (' Juiif^v Niissbuum us, 
AVc der Nnssbomii Birli treit, 
IsclTs liier iiiii <Ii \ii.ssli leid. 

GERN. 

Uoclilii.iz 245:1 : L. Tohicr 1. S. 213. 

870. 
S' iscli j^clm li;dl»i iiiiiii. 
S' wott iKi nieiiier ut": 
Der Müller steit im lleiiiinli 
U chratzet ji,eii.y,- am Bneii. 

BERN. 

871. 
lloti Kösli im (-Jarte. 
Meverysli im Wald : 
We der I.uft eliunt cho Ijlase 
Su stürbe si bald. 

BERN, .\AKBEKG. 

L. Tcblcr 1. S. 215: Viil. Nr. 906. 

872. 
(tU Liinzburj;- bi-n-i ii"aiiii,e. 
Ha ('hac'liels>scliir i^kouft. 
Bi d' Stiiii-e-ii-ab lilieit, 
U lia Alles verlieit. 

DÄRSTETTEN. 

873. 
Schrm Wärter, scliön (TJaiiz. 
8chöni ^leitsehi bim Tanz. 
Solnviiri Cliette-n-u i>-ross Hüet. 
Scliöiii Aleitsehi im Biirnbiet. 

BERN. 

874. 
Ds Schätzen iscIi imCliäller unde. 
Het es ysigs Röekeli a, 
Iscli mit Reife biindo. 

BERN. 

L'liland. Alte hoch- und nieder- 
deutsche Vdlkslietler. Nr. 214: .,I)en 
liebsten Buhlen, den ich han'' ; Böhme 
II. Anhaiiii' 50. 

875. 
Albets. Avo-n-i Jiiiiu- bi jisy. 
Wo-n-i d'Söü ha illa-n-i es Söiili) 

ijliüetet. 



Ua-n-i es hölziüs Pt'ylrii ;;lia 
U ha-n-es Tiinzli .i;fiejff?et. 

ni'RK.v, dXrstktten. 

876. 
(■Jäll. fräll. es täji-el.'tV 
(■Jäil. ix':\\\. i weiss? 
Wenn d" Ilüener mei;-jfelt'. 
So ijaii'iilft d' (4ciss. 

Bi'REN. 

877. 
Ilcidciliiin. iiiys Bei isch clirumm, 
Ks iscli liier cliniiiiiii (so) yewaclise 
Am .Morjic (.Mäiitii;-, clinnnt der 

Zimuienna 
r cliiiiint mer"s clio (l' tuet mer's de) 
lireitaehse '). 

WOIII.EN, I.AÜPEN. 

Vi;l. B(ilime 695. Zeile 1. 

878. 
i'si alti Stalllatärne 
Het ke j;anzi JSchybe meli, 
U ds Gäld i niym Porte-nmnnaie 
I\Iaclit o nümnie grosse Lärme. 

WOllLEX. 

879. 
Helene. Helene, 
('hasch mer (liiild entlehne V 
„Für was'? für was?" 
Für Brantewy i ds (ilas. 

BERS. 

Anfang auch 
Üsi alti Fron. 
Tue mer (-ielil etl^line etc. 

Mi'.NBHENBlCHSEE. 

Fiiie \'ariation zu dem AVirtshaus- 
Vwd: 

Garibaldi. 
Zalil mer e Halbi etc. 

880. 
Hoppe. liopi)e llämmerli. 
D' Stäge-n-uf i ds Chiimmerli, 
Hinde-n-use-n-i (larte. 
Wo di schöne Buel»e (Töchtere) 

warte. 

BERN, LANO.V'AU. 

Viil. Nr. 214. 



V) Mit der Breitaxt liehauen; s. Idiotikon 1. 620. 



105 
881. 885. 

(rogrüessech ((4nete-n-Ab('i Fnm Fi-rniil lia-ii-i keini 

(Guets Abodli. Bjihii. Wirti. v^..„. j „j,j .,||,:.j„j 

Was chochf't iU'v z'Naclit V p^,,^,--„l |,.,.„.j i,pj„i ,„^,, 

Wa« Iieit (Um- mit üsoii. ^y,..,,.,- ,,,, Bnu-..liH,an.l.'li oseh. 
FaiidiKloli ') (Fandiiscli. PaiKliidclh 

üinaclitV Wc-ii-i wott i Garto k;>1'. 

Es sitzet aiu Kein (Reinii) ^'^''>" o elily <>-a cliölc. 

r cliratzet am Bei (Beinli); Loiift mer d.s Bii.y.yeiimaiideii na, 

S' wott iWott) nitMiicr mit üsem ^^'<>ft^ mi ii«'".«" iniitnilc. 
Fandndeli liei. iVi 

ALLGEMEIN 



Wc-ii-i wott i (Tartc üali. 
Kochholz 201. ^^'"" '' '■'''■^' -•' '•'"■•'f'^- 



Loiift mer ds Bu.üiiclimaiidcli na, 
gg2 Wott gpn<>- nf mi ürupc. 

Es war einmal ein Menscli. ^y,,.,,.; ^^.,,ff ■ c,,;.,,,,,. ^,.,,,_ 

Der fuhr in einem Kennseli- ^y,,^^ ,„^. ^y^, „.., ,,,,|^. ' 

litten und tiel um. 1^^,,,^ ,„;, ,,; Buoo,di,„andeli na, 



iMaclit mi l'asili umztrole. 



BKIliV, THl'N. 

Vi;'!. E. St'lnnidt. Deutsche Keim- 
studien I, Sitzun,H,-sber. d. K. i)reuss. AVe-n-i wott i ds StühH .uah. 
Akad. z. Berlin 1900, S. 454. Wott mys Bettli mache, 

Lout't liier ds Buij-gelimandeli na, 

^^^- Fat o-rad ata lache. 
Frere Jaciiues. t'rere Jacques, 

Dormez-vous, dormez-vons? AA e-n-i wott i d' Chuchi uah, 

Sonnez les matines, sonnez les AA ott mys Süpiili clioche. 

iiiatines. Eonft mer ds Bnüji-elimandeli na, 

Didindon, didiiKhm. Tuet schnall sys ybroche. 

(bimbambiim etc.) 

,, T^ We-n-i wdtt zum Stiieli ij-ah, 

Als lianou e-esunffen. ^t- .^ , , 

r> o \\ Ott e clilv üa sitze, 

ALLGEMEIN. , . ' l i> i- i i- 

iv I 1- /.i ^ 15 1 Eoutt mer ds Buii-ii'eiimandeli na, 

\\ eckerlin. ( hansons et Kondes ,, , 

n ^. Ti . o OK IV Ar 1 1- Macht mi liriisam z schwitze, 
eniantmes. Paris, S. 85. Die .Melodie 

siehe am Schlüsse. We-n-i wott zum Tischli .-iah. 

Wott mys Siippli ässe. 

^^^- Isch scho ds Buü-o-elimandeli da. 

Annebäb.'li. chum sitz zu.^ ^j^^^ „„.,. ,,^ ,,.,„,,. ^.j.^^,. 

1 ha jetz u-rad es Stündeli Kiie. 

1 bi so lustig-, trala la la la. Fniüd ha-ii-i keini meh. 

Wenn ii? es C'hacheli (laffee ha. We-n-i ds Bu!i-i;-elimandeli ii-seh, 

W.är isch acht o da tusiiis Ma. Fi-(iiid ha-n-i keini. 

Wo der GatTee schickt vo Afrika V Syy- i nid alleini. 

I möcht ne scliier verouldet lia. "^''^' 

Wenn ig- ,.s Chacheli Gaffee ha. Böhme 1'237 und 1238: Erk-Böhme 

BP.UN, LANG.NAi-. E 4: E. Tobler II. S. 190. 



') ("lUtiiiütiü-es. einfältiges ^liidchen. s. Schweiz. Idiot. 1. 845: wohl 
echtei- als das aargauische ..Zizibüseli". 



106 

886. 
Wenn iii' i niys (-iiirrli i;;ili. 
Möclit es Bli'u'inli hindc. 
Stcit oti Biiji-.ücliniamlli il:i. 
L;it Uli kcis nie Hmlc 

Wenn ig i iiiys Stiibli i;ali, 
Will iiiys .Müt'sii iissc, 
Steit ('S Bug-j^'('liiii;untli ila. 
Hot mor ds liailx' i;;isst'. 

Wenn lg iifc-n-Kstriii- üuli. 
Will g-a Scliytii IkiIi', 
Stcit es Bu.ü-.u'»'li"ian(lii da, 
llet selio ds halbe ii-stole. 

Sitz iii' a iiiys Rcdli lii, 
Will es F;i<leli diiiie. 
Steit es Bii.üii'eiiinaiiilli da, 
Lat Uli ds Kad iiiil di'iiie. 

Wenn iii' i niys Bettli i;ali, 
Will niyni Händli falte, 
Steit es Biiii-iieliniandli da. 
rha sys Mnl nid halte. 

Liehi Mueter im Stüiili dort. 
.la.ü" nier ds Biiii.ücliniandli fort. 

.M l-.NCHESBÜCHSEE. 

887. 
AVeini i will i Garte ga, 
Wenn i will si'a chnite, 
Cluint Hier ds Bniiii-elniandii na, 
U tuet liy nier ^rni»'. 

Wenn i will i d" Stul)e ,ü,ali, 
Wenn i will "a bette, 
Steit ds Buiig'elniandli du scIki da. 
U drückt ini i-n-en Kii,i;t'. 

Bi'KH.N. 

888. 
We nier wei i ds (lade ii'ali, 
We nier wei ua In^Üie, 
Louft is ds buii'.ylet .Maiinli na, 
Nimmt is l»i de Clinrnie. 

BERN. 

889. 
I}? un du und ds Biiiiii-eliniandeli 
Gingen zu den Pfatüen. 
Als wir bei den Pfatfeii waren. 
Sassen wir y.n Tische. 
Ig und du und ds Bimyeliniaiideli 



Assen \iele Fi.sclie. 

Als wir sie gegessen hatten, 

Gingen wir zu Bette. 

Ig unil flu und i\s Buggeliniandeli 

Zankten inii ilie hecke. 

Als wir um die i)ecke zankten. 

Fing es au zu krachen. 

Ig und du und tU liiiggelimaiideli 

Mussten alle lachen. 

BERN, LANGE.NTHAL. 



890. 
Wenn ich in den i\ellei' geh 
Und will Aepfel schnäbeln. 
Steht das Buckelmämichen da 
Mit der Ofengabel, 

^Venn ich in ilie Küche geh 
l'nd will Honig schlecken, 
Sjiringt mir "s Buckelfriiiilein nach 
.Alit dem grossen Stecken. 

Wenn ich nicht zui' Kirche geh. 
Will in Wald siiazieren. 
Steht das Buckelknechtlein ila 
lud thut i'aisoimiereii. 

Wenn ich in den (iarten geh 
l'nd will l'tlaiimen schütteln. 
Läuft mir "s Huckelmiigdlein nach 
.Mit ilem dicken Knüttel. 

Wenn ich meines Nachbars (iret 
Will am Zoi»fe reissen. 
Hellt mich "s Huckelliündlein an 
Wan. wau. waul will lieisssen. 

Steig' ich auf des .Müllei's Baum. 
.Miiss ich niinter fallen, 
S' Biickelkiitzlein sitzt halt dort. 
Solineiitzt und streckt die Krallen. 

Nachts im Traum, ila springen mir 

Nach die Bärenhäuter, 

.Mann und Frau und Knecht und 

.Mag! 
"s Kätzlein und so weiter. 

Thu nur recht, o Hüblein du. 
So lassen dich auch die Biickelleut 

in Kuh 

Mi'NCHENßl'CIISEE. 



107 



891. 
Der Jogg<>li fliiint vo lieiine 
Mit syne clininiiiip Beine 
|: ü chloptt ;i (Is Ännelis Hiis. :| 
U <ls Änneli ohunt ki"<i<1 '^^^ 
Mit syne chruninie Wade 
|: U tuet em Joj?geli uf. :| 
Si jfiibe-n-enander d' Finger 
U gange zänie-n-i ds Zimmer 
|: U nähme Brot u Wy. :| 
Der Joggeli iscli *<•) güetig 
U chouft dem Änneli es Hüetli 
|: Mit Spitz u Bündel i druf. :| 
Am Sunntig ga si 7: Chile 
U sitze z' vorderseil füre 
U juble-n-überlut, 
U ds Änneli iscli sy Brut. 

BEE 

892. 
Der Joggeli cluint vo daheime 
Mit syne chnimme Beine 
|: U steit vor Anneli's Hiis. :| 

Das Änneli, das chunt abe 

Mit syne grobe Wade 

|: U tuet dem .Joggeli uf. :| 

Es nimmt ne In sym Fingerli 
ü füert ue i sys Zimmerli 
|: U git im Brot n Wy. :| 

Der Joggeli i.sch so güetig 
Und chouft im es Strouhüeti 

1: Mit Spitz u Biindeli dra. :\ 



Am Sunntig ga si z" Chile 
U sitze z' vorderisch füre, 
U ds Anneli singt überlut: 
„Jetz bi-n-i Joggeli's Brut." 

SIG-NAU. 

893. 
Ds Froueli wott z" Märit ga, 

hy ha, ho! 
Het der Ma deheime gla. 

hm, hm, hm! 
.Ma, du blybsch deheime, 

hy, ha, ho! 
Flick.sch di alti Zeiue. 

hm, hm, hm! 
Ma. du hesch uut d" Kier gässe, 

hy, ha, ho! 
D' Schale lige i der Ä>che. 

hm, hm. hm! 
Ds Froueli holt der Stücke. 

hy. ha, ho! 
Huut em uf e-n-Äcke, 

hm, hm, hm! 
Ma. jetz wirsch de gnuc wohl ha. 

hy, ha, ho! 
Ds ander mal chasch meh nc ha. 

hm, hm. hm! 

EER>'. 

L. Tobler II, S. 188 u. 189; 

Commersbuch Nr. 639: 
A. Toljler 154: Kik-Böhme II. 907. 



894. 



Es wott e Frou ga Bade •) gab, 
Si wott der Ma nid nache la, 
Si seit: ..Du blybsch deheime 
Und hüetisch mir di Chleine."' 
Und wo di Frou vo Bade chunt. 
Da isch der Ma im Sunntigstaat. 
Da nimmt die Frou e Küche 
Un<l wott der Ma erstüche; 
Da aber springt zum Fänster us 
Und louft no grad i ds Nachberhus 
Ach, Nachher, i uuies der chlage. 
Mi Frou, die h(>t mi gschlage.'' 
„Herr Nachher, uu'r wei zäme ha 
l"nd wei di Wvber zäuu^ schlah." 



hu fschuderidu 



UER.N, .M l.NCHESBrCHSEE. 



Vgl. Nr. 73. I)ie Melodie siehe am Schlüsse 

«) Vgl. Düiidliker, Geschichte der Schweiz. HI. Aufl., HI , S. lfJ7 rt". 



108 

895. 898. 
Es wott es Fioiicli z" Miiiit '^:ih I .Miictcr.s Stiiltcli. 

Und Avott der Ma nid naclii' la. I>a jieit der Inii. Iini. lim, 

So so so, so so so. so SU ja. Da jicit der Wind. 

Mandeli, mncscli dclifiinc lilylic Miies fa.st \ ciIVüit 

l'nd do Hüoncr d' Eici- trvlx'. i'tc. Nim- liitrr lim. lini. lim, 

iAIandoli, licscli d' Stnltc jiwiisdity \i>\- hitiT Wind. 

I weis nid, w<» diM- Bäsc lyt. etc. Mcr wci iiiad ziimc ;;ali 

iMandoli. wo hcscli mci- d' Kicr? So sj' nuT hm. lim, lim. 

D' Ei(M- lia-ii-i üüssc. etc. So sy uiiT zwi'iii. 

Ds Froucli nimmt der Ma iiiin Hart I)n licscli kcs llcmmcli 

l'nd f'ilort nc d' Stäu('-ii-ut' iiiid al). etc.. Uml i Uei lim. lim. lim, 

Ds Mandcli sprinjj't zum Fiinstcr iis, Und i kci Strnmiif. 

S])riniit zu Siimis Naclil)arlins, otc. Du nimscli der Biitrcl.-^ack 

Seit: I 11 du wci zämc staii Und i der liiii. lim. lim. 

Und der l'rou der (Ti'iud aiisclila. etc. Und i der ('Imrl). 

896. Und i sjii;-: lim. hm. hm. 
Use Hans wott wybe. iim lic, l'nd i süy,- Dank. 

S' war besser, er Hess 's la hlyhe, "khn, mi .\tnK.\DucHsi;E. 

iim he. ja so. iim he. ^-'''' -Alelo(lie siehe am Scliliisso 

S' war besser, er Hess 's la l(lyl>e. 

Üsi Fron wott z' .Märit ij-o, am he, "99. 

Si Avott der Hans nid nache lo. ete. ' '''^ Mueters Stiibeli 

Hans, du blybseh deheinie, am iie ";• M<'it der hm. hm. hm. 

Und tuesch ;"im Abe d' Hüener y. <'tc. '>;' ?4-<Mt der Wind. 

Der Hanseli het d' Eier u:\uk am he ''^'i'«''^ '•'■■^•'i \''rtVnre 

S' war besser, er Hess 's lo lilyl te. V'ir luter Wind. 

Und als die Frau iiaeii llauJe kam. ''^'i'' 'i<'' zwöü Hüener 

j.jiii ||,> r numme-n-eis Ei. 

Da war der Hans im llüenerstail etc. -'^'i'' ^^•<'i-"-<'••< teile. 

.Vi'.NCHE.MiUCHSKK. S" SV ÜSCl'C ZWÖÜ. 

897. Du nimnisch dei- Hättelsack 
Es wott CS Tryni z' iMärit iioli, Und i i\ov Chorb, 

Der Hanseli wott ou mit ^-oh. Du steisch Mir ds Fänsterli 

„Hanseli, blieb dchcimi' Vnd i yoy d' Tür. 

Und spinn mer lilaui Seide.'" Du seiscli: ., Vergalt ech "s (4utt" 

„Hanseli, wo heseh nier d' Eier?" Und i s;if>; Dank. 

„„D' F^ier Iia-n-i üüssc'-". darstette.n 

., Hanseli, wo hesch mer d" Schale ":"■ 

„„D Schale lia-n-i Hüener ix^i- 

,, rn • 1 u 1 V)-- I \ attcr.'^ .">rübeli, 

Ds li'yiH holt der Base 

,- 1 11 ^ • ..1 I- X- 1 I'a ü'cit der hm. hm. hm. 

l.nd Schlot im über d Aase-n-ab. 

ir I- I IV v) I II Da ü'eit der Wind. 
Hansel) loutt zu Brucdcis llu.«*. 

u Tj 1 , . I' . Miies fasch verfrüre 

J)erBrueder lueüt zum lauster us. 

TT ,. ■ ' 1 . , , .. N or liiter W ind. 

„Hansen, was licscli merz clilai;»' .'^•" 

T\ rr ■ 1 . II ... 1 nime der Biittelsack 

„„Ds iryni het mi ii'schlaji'e. 

rj 1- 1 '.'..■ l du der Chorb. 

„Hanseli clium, mer wei zame ha 

I- , „• rn 1 1 „ I ü'ali \ or ds Fänsterli 

lud alli Iryni zame sclila. 

MÜNCHENni'CHSKE. l dll \ Ol" d 1 Üf. 



I höüwlio-n-es Bitzoli Bmt 
Und (In-n-os Chloid ic clily), 
I s;ii;-(': ,,Verg-ält ccirs (-Jott", 
Tiid du .seisch Dank. 
I l)i diT Cry^^erbiiob, 
I>ii iiiaclisch d(»f Tanz. 

BEB>\ 

901. 
Mir sy zwöü anni Liit, 
Mir wci g;\ bättlo, 
Du ninimsch der Biittcisack 
Und i der Stacke, 
I .säji'c: .,Hälfi Gotf 
Und du: .,1 danke" 
Du nininiscii der SiiJick i Sack 
Und i der AidvC. 

LKIBEI-NGEN. 



902. 
Kot, rot, r(tt 
Sind all! uiyiii Clilcidor, 
Kot, rot, rot. 
Liebt jiMlcruiaiin, 
Wil niy Scliatz c .Metzger iscli. 

(rrün, jfi-ün, sirün etc. 

Wil luy Scliatz e (ijirtiiei- iscli. 

Schwarz, ^cliwai'z, sdiwarz etc. 
Wil uiy Schatz e Cheniita.y-er iscli. 

(Trau, ii'rau, "ran etc. 

Wil uiy Schatz e ^liiller iscli. 

Wy.ss, \vy88, wyss etc. 

W^il niy Schatz i^-estorben iscli. 

HERZOGENBUCHSKK. 

L. Tohler I., S. 163; Erk-Böhnie 
III, 1794. 



903. 

S' iscli HO nid laiij;-, dass 's u-r;i,i;-elet 
Di Böiiineli tröjjf'ele no, |liet, 

I ha-n-esinal (>s Scliiitzeli ulia, 
1 wett. i liätti 's no. 
'i'raa la la etc. 

letz isch er ^ani^e »o wantlere, 
I wünscho-n-iui Löcher i d' Sehne, 
U jetz ha-n-i halt wichM- e-n-.indere, 
S' isch ne brave Bueb. 



109 
U ganfr nier nid li-eiiii- <\i\v niys 

Mätteli, 
U g-ang mer nid .i^cn.ü- ilür mys C4ras, 
U ji'anii- liier nid ücn.ü- zu inyin 

>^ch;itzeli, 
Oder i prüi^ie (cliloijfej lU ab. 

BERN, WIMJIIS. 

L. Tobler, I, S. 214; E. H. Meyer, 
Bad. Volksleben, S. 185: Erk-Böhnu- 
II, 1003; vkI. Nr. 832. Die Melodie 
siehe am Schlüsse. 

904. 
S' liet no nid l;in,i;-iscli i^riiij-elet, 
Di Böümeli tröiifele no; 
I ha iiiys Scliätzli iiinärfelet 
Und äs Uli nadis<-li o. 

S' het no nid liin.uisch ysclineierlet, 
Di Böiiineli sy no wv.ss. 
I lia-n-es Mal es Scliiitzeli .ü'ha, 
I wett, es war no niys. 

DAKSTETTE.N. 

Di(> Schweiz 1858, S. 192. 

905. 
S" isch no nid laii.y, da.ss 's j^Tägelet 
Und ([■ Böiiiiii'li dröpfelet no, |het. 
1 ha niys Schatzeli aiue-ii-Äifeli giia, 
I wett, i jiätt 's no so. 

LTSSACH. 

906. 
Drei Hose-n-iiii (-farte. 
Drei Tanne-n-iiu Wald. 
Im Summer iscli's lusti.ü,-. 
Im Winter isch's ehalt. 

We's nniiie nid riignet, 
We's nume nid schneit, 
We nume niys Scliiitzeli 
Nid (rstä!j;e-n-abglieit. 

U du het es du grägnet, 
U du het es du uschneit. 
U du iscli du mys Scliiitzeli 
D' Stäge-n-al) gheit. 

Du bi-n-i du iian.ü-e. 
Du bi-n-i du cho. 
Du ha-n-i mys Scliiitzeli 
A-ii-es Arfeli giio. 



110 

Erk-Böliiiit' II 897; Bölinif 1064; Woliin, du jiin.ucs Miidclicn, 
\^\. Nr. 85 1111(1 871. Wuliin, ilii jinif^cs Blut?" 

Das Versehen wird auch ohne -It-'' "'" zu <-ott. (I.mii Vntcr, 
die 4 ersten und die 4 letzten 

/eilen gesprochen; am häufigsten Er nalmi x'io hei der Hände, 
kommen die 4 ersten Zeilen Bei ilneui sciineewei.sseii Ann, 

l'nd f'iilirte .sie in den Himmel. 
Ins iiimndisclie N'aterland. 



allem vor, 



909. 



Wenn <l<-is mein N'atci' und .Mutter 

907. wii.sst, 
.Jetz l.a-n-i mys Sel.iitzeli t)=''^^ ''•'' i"' "'"'""■' ^^•''•• 

|: Lang- niit me gsvh : ^i*' f''=*f''" "'i*''' "i^ht lan- suchen. 

Das tuet mir im Hiüv..' oa,- fn.l würden mieh fahren hin. 

(Es sitzet im Garte u) ^^,^.^. j,.^„j._ ,s,.ii,.,.ib ein r.riefelein, 

!: .üTÜseli weh :j Sehreil) m\v eins. zwei, drei Wort. 

i.Iätet der Chleei. Kegina sei im Himmel. 

Bald bi-n-i /.' Fraiil)riiiine-M-u An einem gar lustigen Ort. 
: Bald z' (4rateried :! ""'""'■ 

Bahl bi-n-i deheim(> (bim Sehiitzlii, i>i'' Sehweiz 1858. S 87, 185; L. 

1: Bi-n-ig im Chriei:-. : |hald Tobler I, S. 88 und i\. I»ie .Melodie 

siehe am Schlüsse. 
Dort a'.net de Barge-n-am 

|: Thu — unersee :| 

Dort ha-n-i niys Sohätzii zum 

\: Letschte Mal gseh. :| 

i.ANcsBNTHAi.. licgina gt'it i (iarte 

Vgl. Erk-Böhme U 1048; vgl. U bricht es Köseli ab, 

Strophe 6 mit Liederbuch 1833, S. Regina schaut ringsume 

1 i4, Str. 5. l'nd gseht e schöne Chnab. 

Die beiden ersten Strophen „.. , . , . , 

'■ \\ le iMst (hl reingekonimen, 

sind, jede einzeln, überall ver- j^.^ ,,i^, r^,,,;.,,. verschloss.Mi war? 

breitet. "\Yip bist du reingekommen. 

Da die Thüi' verschlossen war? 

908. i>r nimmt sie bei der rechten, 

Kegina gieng in Garten, Bei der schneewelssen Hand. 

Wollt brechen die Köselein ab. T'i'l fübrt sie aus dem (4arten 

Die weissen und die roten, I'i's sclwine Vaterland. 

Wie sie gewachsen war'n. ,,. , ... 

" \\ enn das nuMn \ ater wusste, 

Regina schaute um sich, Dass ich hier oiien war", 

Sah gar ein fein lustigen Knab; Er würd mi nümuK» sneche 

„Wie seid liir hinein gekommen? Er würd mi blybe la. 

Die Thür Ja verschlossen wai.'' 

Herr Jesus schryb es Brietii, 

., Keine Mauer ist mir zu hohe. Schryb nume zwei, drei W.ut. 

Kein Siegel ist mir zu stark. Regina syg im llimiiu'l. 

Ich bin d<M- Köselimaler, |,„ ,schön"e Vaterort. 
Der Röseli malen kann. mi nchesbuchsei; 



111 



910. 

Eegina ging- in Garten, 
Wollt brechen liöseli ah. 
Die feinen und die zarten 
All die im Garten war'n 
Regina sah sich nme, 
Sah gar ein schöner Knab: 
Wo bist du hergfkonniit'. 
Die Tliür verschlossen wnv? 
Keine Mauer ist mir zu hohe, 
Kein Schloss ist mir zu stark. 
Ich bin der Köseliuialer, 
Der Röseli malen kann. 



911. 
Kegina ging in Garten, 
Wollt brächen Köseli ab, 
J)i fynen wie di zarten, 
Wi si im Garten war. 
Regina luegte umha 
Sah gar ein feiner Knab: 
Wo bist du inha komme, 
Di Tür verschlossen war? 
Er nahm sä iif den Arm. 
Uf synen schneewyssen Arm 
Und er füert sä in den Himmel 
Ins rächte ^'aterlan(l. 

GSTEIGWYLEa. 



912. 

1. Es wohnt ("in Pfalzgraf i Goldgraf) iwohl) an dem Rhein, 
Der hatt' (hatte) drei schöne Töchterlein. 

2. Die erste reiste (reist) in's Niederlaiid 
Die zweite reiste (reist) ins Oberland. 

3. Die dritte reiste (reist) vor Schwesterleins (Schwesters) Thür 
Und klo])fte so leise (wohl) an die Thür. 

4. Wer ist denn draussen vor meiner Thür, 

Und klopft ikhtpfti so leise (wohli an die Thür? 

5. Es ist ein Mädchen (so) hübsch und fein. 
Es möchte gerne Dienstmagd sein. 

6. Und als sie gedienet i gedient > ein halbes Jahr i sieben Jahr) 
Unil als sie krank im Bette lag, 

7. i\ran kocht ihr viele Süpi)elein 
Und roten Wein und Gift darein. 

8. Ach Kind, ach Kind, wenn du krank sein willst. 
So sag, wer deine Eltern sind. 

9. Mein Vater ist Pfalzgraf (Goldgrafi am Rhein 
Meine Mutter list) Königs Töchterlein. 

10. Ach Kind, ach Kind, das glaub' ich nicht. 
Und wenn du schon die Wahrheit sprichst. 

11. Und wenn du es nicht glauben willst. 
So geh zum Kotfer und lies den Brief 

12. Und als sie ihn gelesen hat. 
Fiel eine Thräne iin- aufs Blatt. 



13. Ach Schwesterlein (Schwester i. hättest ihättst 
Dann iiättest du Seide und Sammt getragt. 

14. Ich will nicht Sammet (^Sammti. ich will nicht Seid, 
Ich will ein weis.ses Sterbekleid. 



du's eher gesagt, 



112 



15. Geschwind, gesch\vii)(l, holt AVcck iiiid Wein. 
Es ist mein iit'bos Schwestcrlcin. 

16. Icii will nicht Wecken (Weck), ich will iiichr Wein. 
Ich will in's kühle Grnl) hinein. 

17. lud als sie nun •i'estorhen wnr. 

I)a le^•t man sie aiifdie Tdrcnhahr ' i )a triii:- man sie zum 'rimr hinab i. 

18. l>a trnji; man sie zum Tlior hinaus, 
(Teschniückt mit letztem Bhnnenstran.ss, 

19. -Alan .sa^i't, der Sarj? sei von .AIai-nn>rstein, 
nie Näji'el seien von KIfenbein. 

I.N BEU.N 8KI1K VERDUEITKT. 

Erk-Hölnne 1 182. Die .Alelodie siehe am Schlussr. 
In eiuigeu Varianten fehlen Strophe 7, 13, 14 und 17 
oder 18. 



913. 
Kaiser, der Napoleon, 
Isch nach Ku.ssland zöge, 
Hat mit seiner ganzen Macht 
Moskau eingenomme. 

Ein französischer Offizier 
Sprach: .,Wir sind verlöre". 
Viermalhunderttausend Mann 
Sind im Schnee erfröre. 

Hiitt' ich Russland nie gesehn, 
Moskau nie betrete, 
Müsst ich nicht in Schanilen stehn 
Und um Frieden bete." 

Hochmut wird von Gott bestraft. 
Denn es steht geschriebe: 
Kaiser, der Nai)oleon 
Muss jetzt unterliegi\ 

DBRN. 

Erk-Böhme 11, 349; Schauenburgs 
("(unmersbuch 636. 



914. 
Der Kaiser, der Napoleuiu 
Isch nach Ruessland zöge, 
Hat alldort die grosse Stadt 
^loskau eingenomme. 

Ruessland, da isch guet zu syn. 
Da isch guet zu labe, 
Da trinkt man Champagnerwyn, 
Chiis und Brot danäbe. 

BEBM. 



915. 
.,Bis(li du der Schwyzer-.Ioggeli?" 
j: Sprach Bonepartli. :| 
.,Ei, was geits di a? 
Ei, was frag.sch mer na?'- 
|: Sjjrach der Schwyzer-Joggeli. :| 
,1 gloub, i well di prügle la." 
|: Sprach Bonepartli. :| 
„Ei, honsch du mir eis, 
Ei, so hou i dir zwöü." 
|: Sprach der Schwyzer-Joggeli. :| 
.,1 gloub, i well di hänke la!" 
|: Sprach Bonepartli. :| 
„Sä, da hesch e Striek, 
Und i wünsch der (Tlück!" 
|: S])rach der Schwyzer-.Toggeli. : 

BERN. 

Die AleltMÜe sieln^ am Schlüsse. 

916. 
lieber Lulu. 
(4eh nicht zum Zulu, 
Geh nicht zum bösen .Alann in Afrika. 
Er thut dich schiessen 
Und auch verdriessen, 
(Lulu, den süssen) 
Der böse Mann in Afrika. 
Doch nun der Lulu. 
Der ging zum Zulu. 
Der ging zum bösen Mann nach 

Afrika. 
Er hat ihn erschossen 
Und auch verdrossen 
Der böse .Afann in Afrika. 



ii;i 



oder 

Er wird dicli schiessen 

Mit seinen Spiessen u. s. w. 

2. Strophe fehlt. 
oder 

Er wird dich schiessen, 

Das wird verdriessen 

Die liebe ijute Frau Mama. 



We's Chabischöpfli rägnet, 
U Späck derzue schneit (U Späcksyte 
So bhüet is der Himmel, [schneit), 
Dass ds Wetter so bleibt. 



EBEN, WIMMIS, HEIMENSCHWAXD. 
(letzteres ÜNVOLLSTÄ:iüia.) 



A. Tobler 160 V 33; Reinle, An- 
hang Xr. 94; vgl. Nr. 248. Melodie 
siehe am Schlüsse. 



917. 
Mein lieber Lulii, 
Geh nicht zum Zulu. 
Geh nicht zum schwarzen Mann 
Sie werden schiessen [nach Afrika; 
Mit Pfeil und Spiessen, 
Dann ist mein lieber Lulu tot. 

Mein lieber Lulu 

Ging doch zum Zulu, 

Ging doch zum schwarzen Mann 

Sie haben geschossen [nach Afrika. 

Und Blut vergossen. 

Nun ist mein lieber Lulu tot. 

BERN. 

Die Melodie siehe am Schlüsse. 

918. 
Üse-n-Ätti 
Da isch der Atti 
(Da isch e Trätti) 
Mit de Chueli 
Ab em Flueli. 

Er cha Briinteli, Chübeli mache, 
Settigs Zug und anderi Sache. 
Üse-n-Ätti isch im ganze Land 
Als ene brave Ma bekannt. 
Vgl. Liederbuch 1833, S. 146. 

BERN. 

919. 
Es nygelnageinöüs Hüsi 
U-n-es nygelnageinöüs Dach 
U-n-es nygelnageinöüs Fänster 
Mit Hudle vermacht [(Pfaister) 

rulla di rulla etc. 

U-n-es nygelnageinöüs Meitschi 
U-n-e nygelnagelnöüe Bueb 
U-n-e nygelnagelnöüe Schue, 
Wo der Zäie drus luegrt. 



920. 
S' isch aber eine dusse, 
Frou Muetum dii-lirly, 
S' isch aber eine dusse, 
Frou Mueterli. 

Was het er welle, 
Mys Töchtum dh-lirly. 
Was het er welle, 
Mys Töchterli? 

Mi het er welle, etc. 
F'rou Mueterli. 
Wi vil Gäld het er, etc. 
Mys Töchterli? 

Füftusig Thaler, etc. 

Frou Mueterli. 

Gang säg im, er soll yne cho, etc. 

Mys Töchterli. 

Wie soll er sich denn kleiden, etc. 

Frou Mueterli? 

In Sammet und in Seide, etc. 
Mys Töchterli. 

Was soll er denn auch essen, etc. 
Frou Mueterli? 

Gebackne Fisch und Ki-eb.sen, etc., 
Mys Töchterli. 

W^o soll er denn auch sitzen, etc., 
Frou Mueterli? 

Bei dir im Siisseli, etc. 

Mys Töchterli. 

Wo soll er denn auch schlafen, etc. 

Frou Mueterli? 

Bei dir im Betteli, etc. 
Mys Töchterli. 

BEOX. 

Melodie siehe am Schlüsse. 



Gertrud Züricher, Kinderlied und Kinderspiel. 



114 



921. 

Schatz, mein Schatz (Schönster Schatz), was sol i dir sjjjh'? 

I will dir spile-n-auf meiner Flöte; 

La si löte, la si löte 

Macht meineri Flöte. 

Schatz, mein Schatz, was sol i dir spile? 

I will dir spile-n-auf meiner Klarinette. 

Schnäderiängängäng-, schnäderiäng.ängäng 

Macht meineri Klarinette. 

Schatz, mein Schatz, was sol i tlir sijiley 

I wil dir spile-n-auf meiner Viidina. 

Tschioliiia, tschiulina 

Macht meineri Violina (Vigolina). 

Schatz, mein Schatz, was sol i dir sjjile? 

I will dir spile-n-auf meiner Bassgeige. 

Suribumbumbum, suribumbumbum 

]\raplit meineri Bassgeige. 



Erk-Böhme III 1748; Böhme II, 614. 



BER.\, RVCHIGE.N. 

Melodie siehe am Schlüsse. 



922. 
I der erste Hütte sy mer nidergsässe, 
I der zweite Hütte hei mer Nydle gässe, 
I der dritte Hütte hei mer yne gschout, 
Da sitzt der Jägersmann mit seiner Brout. 

Wär'sch nid ufe gstige, wär'sch nid abegfalle, 

Hcätt'sch my Schwöster gno, so wär'sch mj' Schwager worde, 

Hätt'sch di jüngsti gno, su hätt'sch di schönst! kriegt 

A. Tobler 151; vgl. Archiv Y, S. 39. 



BERN, Tars. 



923. 
Jetzt ist die Abschiedsstunde da. 
Wir reisen nach Amerika. 
Die Kutsche steht schon vor der Thür, 
Mit Weib und Kindern ziehen wir. 
Die Pferde sind schon angespannt, 
Wir reisen in das ferne Land. 
Und als wir kamen in Basel an, 
Da ging es mit der Eisenbahn. 
Und als wir kamen an das Meer, 
Da ward es uns auf einmal schwer. 
Und als das Schiff im Meere schwamm. 
Da stimmten wir viel Lieder an. 
Und als wir kamen in New-York an. 
Da trafen wir zwei Schweizer an. 
Sie reichten uns die rechte Hand 
Und fragteu nach diMU ^'aterland. 



Im nächsten Wirtshaus kehr'n wir ein 
Und trinken eine Flasche Wein. 
Und trinken eine Flasche Bier — 
Und bleiben unser Lebtag hier. 

HERZOGEXBrCHSEE. 

Ygl. Archiv Y. S. 26. Melodie 
siehe am Schlüsse. 

924. 
Jetzt ist die Abschieilsstunde da. 
Wir reisen nach Amerika ; 
Der Wagen steht schon vor der Thür, 
Mit Weib und Kindern ziehen wir. 
Die Pferde sind schon angespannt, 
Jetzt geht es fort in's fremde Land. 

Und als wir kamen in Basel an. 
Da ging es auf die Eisenbahn. 



115 



Und als wir kamen an das Meer, 
Da wurde uns das Herz so schwer. 

Wir fürchten keinen Wasserschwall, 
Der liebe Gott ist überall. 

X^nd als das Schiff im Wasser 

schwamm, 
Da stimmten wir viel Lieder an. 



Und als wir kamen in New-York an, 
Da trafen wir viel Schweizer an. 
Sie drückten uns die rechte Hand 
Und fragten nach dem Heimatland. 
Im nächsten Wh'tshaus kehrten mr 

ein 
Und tranken eine Flasche Wein. 



Spiele. 

Ringelreihen. 



925. 
Ringeringereie, 
D' Buebe mache Meie, 
D' Meitschi mache Chränzli, 
Buti buti (butzi, butzi) tänzli. 
(Hup, hüp, liüi)). 

ALLGEMEIN (|1E1^1£^;SCH^VA^'D). 

926. 
Kingelringelreie ( Ringeringereie , 
Sind der Chinder dreio (zweie), 
Sitze under em Hoiderbusch 
Maclie-n-alli husch husch husch. 

ALLQEMEm. 

Böhme H 41. 

927. 
Ringeringereie, 
D' ('hinder sy im Freie 
Si tanze-n-under em Holderstock (ume 

Rosestock) 
Und mache-n-alli Bodehock. 

LANGENTUAL, WIMJIIS, BERN. 

Haller S. 258. 

928. 
Ringelringeltänzli (Ringeringetänzli) 
])■ Meitschi nuiche Chränzli: 
D' Buebe mache Meie, 
Butibutiheie. 

BERN. 

Ilali.'r S. 259. 

929. 
Kiiigelringelreihe (Ringeringereie) 
1>' Chinder göh (gab) i ds Freie (i 

d' Meie), 
!>' Chinder göh (gab) i d' Haselnuss. 
Mache- (säge) n-alli: , husch, husch, 

husch!" 

BEKN, LA.NGE.NTIIAI., ST. STEPHA.N. 

Schild S. 28. 



930. 
Ringe ringe Tänzeli, 
D' Buebe trage Chränzeli, 
D' Meitschi trage Yeieli, 
Husche, husche, heieli. 

LATJPEN. 

931. 
Ringeli Ringeli Reie, 
Buebe mache Meie, 
Meitscheni mache Chränzeli. 
Hutti, hutti, Tänzeli, 
Meitsclieni gange-n-i Haselbusch, 
Mache-n-alli husch, husch, husch! 

AARBERG. 

932. 
Ringe ringe Rose, 
Zucker wei mer stosse. 
Rote Wy u Zucker dry, 
Rüefe-n-alli Güggerüggü. 

Vgl. Bölune H 66. 

Zum Schluss kauern die 
Kinder auf den Boden. 

933. 
Ringe ringe (Ringe reie) Rose, 
Zucker wei mer stosse. 
Rote Wy u Zucker ( Zinnat) dry 
U mys Schätzen obedry (Härzigs 
Schätzen, du bisch my). 

DÄKSTETTE.N, BERN, WOHLES, 
HEIMENSCHWAXD. 

Zum Schluss fassen sich die 
Kinder paarweise und tanzen 
im Kreis herum. 
934. 
Ringe ringe Rose 
D" Buebe träge itrage) Hose. 
D' >bMtschi träge (hei) Pantötfeli, 



Miieter, ffi ^D' Miieter f>iti inor os 

Löft'cli, 
I)' Suinje-n-isch gknohet lini Climen), 
Husch, husch, husch! (Kykeryky.) 

HERZOQENBCCHSEE, ST. STEPHAN. 

V^l. Nr. 547. 

935. 
Die Kioder bilden einen 
Kreis und gehen fortwährend 
stampfend herum. 
I)ic stampfen in der Mühle. 
Die gehen auf und ab. 
Das Wasser macht das kühle 
Klipp klapp, klipp klapp, klipp, klapp. 

MÜ^CHENBUCHSEE. 

936. 
Ainsi füut, aiusi fönt 
Les petites marionnettes, 
Ainsi fönt, fönt, fönt 
Ti-ois ])etits tours (Trappletour) e puis 

sen vont. 
Mettez les mains dans les cotes 
Petites, petites marionnettes, 
.Mettez les malus dans les cotes, 
Marionnettes et dansez! 

BERN, GOLDBACH. 

Weckerliu, Chansons et Rondes 
enfautines. Paris. S. 9. 

937. 
Ainsi fönt, ainsi fönt 
Les petites marionnettes 
Les poings aux cotes, 
Marionuettes, Marionnettes, 
Les poings aux cotes, 
Marionuettes pour danser. 
La plus belle du roud 
La plus belle 
Qui s'appelle 
Jeanneton. 

DÄRSTETTEM. 

938. 
Rouilin, picotin, 
La Marie a fait sou pain, 
Aussi gros qua son jardin 
(Pas plus gi'os que son levain) 
Pie! 

DÄBSTETTEN, BERN. 

Keinle, Anhang Nr. 56. 



939. 
Kondiii, piciitin, 
-Marif tn'ni]ie ton pain. Marie tremiie- 

ton pain, 
Marie treuipe ton pain dans la sauce!: 
Pie! 

BER.N. 

Weckerlin, Chansons et Kundes^ 
entantincs. Paris. !>. 13. 



940. 
11 ötait une bergere 
Qui gardait ses moutons-tons-tons, 
Elle en fit un fromage, 
Du lait de ses moutons-tons-tons. 

DÄäSTKTTEN. 

941. 
11 etait une bergere 
Et ron, et ron 
Petit patapon 
Qui gardait ses möutons. 

Elle faisait du fromage 

Et ron, et ron 

Petit patapon 

Du lait de se.s moutons. 

Son chat qui la regarde etc. 

D'un air de petit fripon. 

Si tu y mets la patte, etc. 
Tu auras du baton. 
Le chat y mit la patte, etc. 
Sans penser au bäton. 
La bergere en colere etc. 
Tua son petit cliaperon. 
Pardonnez-moi, mon pere, etc. 
J'ai tui^ mon chaperon. 
La penitence est faite, etc. 
Nous nous embrasserons. 

BEXM. 

Weckerlin. Chansons et Rondes- 
enfautines. Paris. S. 112. Die Melodie 
siehe am Schlüsse. 

(936 — 40 von deutschen Kin- 
dern. 941 von einem deutschen 
Kinde, das ein französisches- 
Kindermädchen hat.) 



117 



942. 

Ringelreihen mit Umkehr des Kreises. 

Die Kinder gehen im Kreis herum und singen: 
Mer zune, nier zune, 

Mer zune-ii-üse Zun (Der Zun isch üse Zunj 
Mer zune d' Jumpfer N. N. ') y, 
Es cha ja gar nid anders sy. 
Mer zune, mer zune, 
Mer zune-n-üse Zun (Der Zun isch üse Zun). 

BERN. 

Böhme II, 122. 

Das genannte Kind dreht sich um und tanzt, den Rücken 
gegen das Innere des Kreises gedreht, mit verschränkten Armen 
weiter. Sind alle Kinder „gezunet", so „zunet" man sie wieder 
rückwärts. 

943. 
Es wird ganz gleich gespielt, wie „mer zune", nur drehen 
sich da die Kinder der Reihe nach um. 
Heins, reuis HübeH, 
Hat gesponnen sieben Jahr, 
Sieben Jahr sind umen, 
D' Jumpfre dreht sich umen. 

BEBK. 

Böhme II, 88; Dunger, S. 182. 

oder 

Es hat einmal ein Mann, 
ßeins, reins HübeU gesponnen, 
Hat gesponnen sieben Jahr etc. 



WINCHENBOCHSEE. 



944. 
Heins -), reins Fädeli 
Gespunue, gespunne, 
Rein, rein wi-n-es Haar, 
:Sibe Jahi- sy uniha, 
Jungfer Kessel kehrt sich um. 

DÄBSTETTEN. 

945. 
Höre auf der Wiese 
Drei Tag Spiesse, 
Acht Tag rumpedibum, 
N. N. kehrt sich um. 
N. N, hat sich umgekehrt, 
Het der Chatz der Schwanz uszert. 

DÄRSTETTEN. 

Böhme II, 95. 



946. 
Wir sind auf der Wiese, tschy, 

tschy, tschy, 
Dreimal niesse, tschy, tschy, tschy. 
Dreimal rumpedibum 
N. N. kehrt sich um, 
N. N. het sech kehrt, 
Het der Chatz der Schwanz uszert. 

BERN. 

Vgl. Zeile 1 und 2 mit Böhme 
1192, Zeile 4 und 5. 



>) Diminutiv auf —li eines beliebigen Taufnamens, dreisylbig, wenn 
«/ dabei steht zweisylbig. -) Fein. 



118 

947. 
Königs Töchter lein. 
Ein Mädchen kniet; die andern bilden dicht um es einen 
Kreis, halten mit beiden Händen sein Kleid ein wenig in die 
Höhe und singen, während ein Kind aussen herum geht: 
Königs, Königs Töcliterlcin 
Sitzt im Turm gefangen, 
Doch der Turm ist viel zu hoch, 
Kann niemand hingelangen. 
Dann halten sie das Kleid höher, so dass es dem Mädchen 
über dem Kopf zusammen kommt und singen: 
Königs, Königs Töchtcilcin 
Lass dich mal besdiauen. 
Doch der Turm ist viel zu hoch, 
Mau muss ein Stein abhauen. 
Dabei schlägt das aussen herumgehende Kind demjenigen, 
bei welchem es gerade steht, eine Hand herunter. Nun wird 
die zweite Strophe widerholt, bis alle Hände unten sind. (Das 
ist wohl der Grund, warum man vielerorts nur noch die zweite 
kennt.) Dann fassen alle Kinder das Kleid noch einmal au und 
schütteln das Königstöchterlein hin und her, indem sie rufen: 
Bimbambum. Bimltambuui etc. bebn. 

Rochholz II, 28; Böhme II, 123 und 143; .I;du-luicli des Vereins für 
niederdeutsche 8i)rachforschung XXVI, 8. 134. 

948. 
Königs, Königs Töchterlein 
Kaimst mir wohl gefallen, 
Doch der Turm ist viel zu hoch, 
Muss ein Stein abhauen. letorinoen. 

949. 950. 

Ringe, Ringe, Thale Ring, Ring, Ring, Thalerring, 

War isch doch i disem Ring? Wer ist hier in diesem Ring? 

Eines Königs Töchterlein Eines Königs Töchterlein, 

Möcht ich gern beschauen; Darf man es beschauen? 

Doch der Turm isch vil zu hoch, Ja, ja, nein, nein; 

Man muss ein Stein abhauen. Denn der Turm ist viel zu hoch, 

BERN. ;\[;in muss den Stein abhauen. 
Böhme II, 123. pinsterhex.nen. 

951. 
Di^ei mal ums Gässchen. 
Die Kinder bilden einen Kreis; eines geht aussen herum:. 
Alle: Dreimal mn's Gässchen, 

Ich weiss nicht, was da tloh. 
Da tioh ein annes Mädclu'u 
Tnd ilas hiess so. 



119 



BEBN. 

dauert so 



Das aussen: N. X., du moin liebes Kind, 
Koiuni unter meinen Schleier, 
Und wenn der Schleier stecken bleibt, 
So fallen alle um. 
Dabei nimmt es die Gerufene mit sieh; das 
lange, bis alle den Schleier bilden. 

Böhme II, lüG (Spiel wie 165) ; Jahrbuch des Vei'eins für nieder- 
deutsche Sprachforschung XXVI, S 133. 

952. 

Es regnet auf der Brücke. 

Es regnet auf der Brücke, 
Und ich werd' nass; 
Ich hab' etwas vergessen 
Und weiss nicht was. " 
Schönstes Mädchen, hübsch und fein, 
Lade dich zum Tanzen' ein 
Lass uns einmal tanzen 
Und lustig sein. 
Spiel gleich wie Böhme II, 170 
Melodie siehe am Schlüsse. 



BERN, LAUPEN. 

Böhme II, 172; Dunger, S. 178. Die 



953. 
Schönes Kind, komm her zu mir, 
Beide Hände reich ich dir, 
Einmal hin, einmal her, 
Rundumdum, das i.st nicht schwer. 

BERN, LAUPEN. 

Wird gleich gespielt wie Nr. 952. 
Böhme 600 c; Frömmel, Kinderreime 
aus Berlin (1899) 160; vgl. Nr. 238. 

954. 
Schöner, blauer Fingerhut, 
Mädchen, dir geht's gar so gut, 
Mädchen, du sollst tanzen. 
In dem blauen Kranze; 
Mädchen, du sollst stille stehn 
Und dich dreimal ringsum drehn ; 
^lädchen, du sollst knieen 
Eine andre Zierde. 

INTEELAKEN. 

Böhme II, 186 tf.; Dunger, S. 183. 



955. 

E schöne, blaue Fingerhuet, 
Mäilchen, dir geit's gtiet, 
Mädchen, du musst tanzen 
In dem blauen Kränzen, 
Mädchen, du musst kriehen ') 
Und ein anderes ziehen. 

ST. STEPHAN. 

Vgl. Nr. 568. 

Als Verseben sagt man auch; 
Nadle, Fade, Fingerhuet 
Geit dem Anneli gar so guet. 

AARBEKO. 

95G. 
Grünes Gras, grünes Gras, 
Unter meinen Füssen, 
Welches dir das Liebste ist. 
Solltet du herzlich küssen. 

LNTERLAKE.N. 

Böhme II, 213. 



957. 



Es kommt ein lustig Kind herein. 



Es kommt ein lustig Kind herein. 
Schüttelt mit dem Kopf, 
Küttelt mit dem Rock, 
Böhme II, 228. 



Stampft mit dem Fuss. 

Komm, wir wollen tanzen gehn. 

Die andern müssen stille stehn. 

BEBN. 



') D. i. kriechen. 



120 

958. 

WaUewattewijleico. 
Die Kinder bilden einen Kreis mit Ausnahme von einem, 
das für sich allein mit ausgebreiteten Armen einen Kreis bildet. 
Dieses beginnt, nachher singen sie abwechselnd: 
W.itte\vatte\v\le\\'(j. o. i lia- (iner hei) n-e schöne King, Wattewattcwvlewo 
„ (), nier hei no vil der schöner, „ 

„ 0, i will (nier wei) ne scho vermindere, „ 

„ o, nier wei der's (-n-ech's) scho ver- 

wehre, 
„ i will niyne (mir wei üse) scho ver- 

grössere, „ 

., (su) weli wotscli de (weit der) näme 

drus ? „ 

„ di schönst! will i (wei mer) näme 

drus, „ 

„ Aveles soll die schönste sein? „ 

die N. N. soll die schönste sein, 

Die Gerufene geht nun in den kleinen Kreis hinüber und 
das Spiel beginnt von neuem „O, mer hei e schöne Ring etc.". 
Zeile 4 und 5 fehlen manchmal. 

Hier lebt allgemein die Ueberlieferung, dass das Spiel nicht, 
wie Rochholz angiebt, von „Wart e Wyli" herkomme, sondern 
von „va-t'en, va-t'en, vilain veau"; man sagt, es sei politischen 
Ursprungs und gehe auf einen Streit zwischen Patriziern und 
Bauern zurück, bei welchem erstere mit oben stehenden Worten 
einen Bauern weggejagt hätten. 

BERN, TUUN, DÄRSTETTE.V. 

Böhme 229; Rochholz 311: Brenner 55. 

959. 

Häslein in der Grube. 
Die Kinder bilden einen Kreis um das Häslein, das am 
Boden kauert und die Hände vors Gesicht hält. Sie drehen 
sich herum und singen: 

Häslein in der Grube 

Sass und schlief. 

Armes Häslein, bist du krank, 

Dass du nicht mehr hüpfen kannst? 

Häslein hüpf, Häslein hüpf, hüpf, hüpf, hüpf, hüpf 

Während der letzten Worte hüpft das Häslein in kauern- 
der Stellung im Kreis herum und ergreift zum Schluss ein an- 
deres Kind, das nun Häslein wird. 

BERN. 

Böhme II, 409. 



121 

960. 

Machet auf das Thor. 
Die Kinder bilden einen Kreis und halten die Arme hoch 
Ein Kind schlüpft unten durch hinein und hinaus; alle singen: 
Macliet auf «las Thor, machet atif das Tlior, 
Es kouinit ein goldner Wagen. 
Wer sitzt darin? Wer sitzt darin? 
Ein Mann mit goldnen Haaren. 
Was will er denn? Was will er den? 
Er will Charlotten fahren. 
Beim letzten Wort giebt das durchziehende Kind einem 
andern einen Schlag; das folgt ihm nun immer nach, und so 
gehts fort, bis sich alle angeschlossen haben. 

BERK. 

Böhme II, 334. 

961. 

Maria sass auf einem Stein, einem Stein 

Und k.ämmte sich ihr goldnes Haar, goldnes Haar. 

Und als sie damit fertig war, fertig war, 

Da fing sie an zu weinen, we-i-nen. 

Da kam ihr Bruder Ka-arl, Ka-arl : 

Mai'iechen, warum weinest du, weinest du? 

Ach, ^\'eil ich heut noch sterben muss, sterben mu.ss. 

Da kam der böse Scho-orsch, Scho-orsch, 

Der zog was aus der Tasche, Ta-asche. 

Das war ein blankes Messer, Me-esser. 

Er stach Maria in das Herz, in das Herz. 

Maria ist ein Engelein, E^ngelein 

Der Schorsch. der ist ein Teufelein. Teufelein. 
Die Kinder bilden einen Kreis um Maria, alle angegebenen 
Bewegungen werden ausgeführt. Zum Sehluss wird der böse 
Schorsch (der Fähnerich) gehenkt. 

BERN. 

Böhme H, 350; Erk-Böhme T, 42; Frömmel. Kinderreime 146. 



962. 
Maria sass auf einem Stein, 
Sie kämmte ihre goldnen Haar, 
Da fing sie an zu weinen. 
Da kam der Bruder Karl herein: 
Maria, warum weinest du? 
Ich weine, weil ich sterben mus.s. 
Da kam der stolze Fähnerich, 
Was zog er aus der Tasche? 
Ein schönes blankes Messer. 
Er stach der Maria in das Herz. 
Da kamen ihre Eltern : 
Wo ist denn unsre Maria? 



Si ist schon längst gestorben. 
Wer hat sie denn getötet? 
Das war der stolze Fähnerich. 
Wir wollen ihn ermorden. 

BERN. 

Die Melodie siehe am Schlüsse. 

963. 

Maria sass auf einem Stein, einem 

Maria hatt(» blondes Haar. Stein. 

Maria weinte bitterlich. 

Da kam sein Bruder Karel: 

Maria, warum weinest du? 

Weil ich so früh muss st<'rben. 



122 



I)a kam der bö.so Fälinoricli 
Und stach Maria in die Brust, 
Maria fiel zu Boden. 
Da kamen seine Eltern : 
Wo ist deini unsre" Maria? 
yie ist schon ]änjj:st bejiraben. 
Wer hat sie denn getötet? 
Das tliat (h»r böse Fähnerich. 
So muss man lim erlienken. 

lil.ANKE.NBl'RO. 

964. 

Mariechen war allein zu Haus. 
Mariechen sass auf einem Stein. 
Mariechen weinte bitterlich. 
Da kam der Bruder Karl herein. 
Der stach j\laria in das Herz. 
Marieclion. das war mausetot. 



MarLeciien war ein En;?elein. 
LikI Karl, das war ein Bengelein. 
dXrstette.n. 
Vgl. Zeile 1 mit Iloft'mann's Stru- 
welpeter: „Paulinelien war allein zu 
Haus." 

965. 
Maria sass auf einem Stein. 
Sie kämmte ihre gohlnen Haar. 
Da fing sie an zu weinen. 
Da kam der Bruder Karl herein: 
Maria, warum wi^nest du? 
Ich weiiH', weil ich sterben muss. 
Da kam der stolze Fähnerich 
Und stach sie in das Herz. 
Da kam der Bruder Joseph a: 
Maria, du hast Blut im Schurz! 

BERN. 



966. 

Wir reiseti nach Amerika. 
Die Kinder gehen hinter einander im Kreis herum: eines 
ist Anführer und macht alles vor; sie singen: 

Vict(tria, Victoi-i;i, 
Wir reisen nach Amerika. 
|: Da begegnet uns der Sclnister 
Der so macht, der so iiiaciit. :| 
Desgleichen : 

Der Sclmeider. der Metzger, der Bauer, der Lehrer, der 
Ptarrer etc. 

BERN. 

Böhme 11. 244. 

967. 
Wollt ihr lüissen. 
(Wird in gleicher Weise gespielt.) 

Wollt ihr wissen, wie der Bauer 

seinen Hafer aussät? 
So sät der Bauer, so säl der Bauer 
seinen Hafer ins Feld. 
Desgleichen : 

Abmäht, au.sdrisclit, dturhsiebt. H.iferbrei kocht, rührt, 
isst, in seinem Bett schläft. 

BERN. 

Bnliuie 11, 239. Die Melodie sit^hi» am Sehlusse 

968. 

Madame, wir wollen waschen. 
(Gleich gespielt). 

.Aladame. wir wo11(mi waschen, 
waselien wollen wii'. 



123 

Fydyra, fydyra fydyrallala 
fydyralyum. 
Desgleichen : 

Madame, wir wollen kochen, nähen, stricken, hiickeln, 
plätten, spinnen etc. 

BE-RS. 

Die Melodie siehe am Schlüsse. 

969. 

Was hei mer z' Nacht. 
Die Kioder bilden einen Kreis, und je nach der Grösse 
desselben kauern 2 — 5 Kinder innerhalb desselben am Boden. Die 
aussen herumtanzenden Kinder singen : 

Was hei mer z' Nacht, was hei mer z' Nacht? 
Zum dyaldyaldo. 
Die innen befindlichen rühren am Boden herum und ant- 
worten : 

Es Süppeli, es Süppeli etc. 

Die äussern : 

U was no meh, u was no meh? 
Die Innern (führen scheinbar die Tasse zum Munde): 

Ein Tässchen Thee. ein Tässchen Thee etc. 
Die äussern: 

U was no meh, u was no meh? etc. 
Die innern (mit der Hand einen Kreis beschreibend) : 

Ein Kuchen gross, ein Kuchen gross etc. 
Die äussern: 

Wer tanzt mit mir, wei- tan2,t mit mir? etc. 
Die Kinder im Kreis erfassen nun Kinder aus dem Kreis 
und tanzen mit demselben herum. 

BERN. 

Die Melodie siehe am Schlüsse. 

970. 

Die Kinder bilden einen Kreis, eines steht in die Mitte 
und zieht beim 2. Yers ein 2. Kind zu sich, das ein 3. und 
so fort. Nachher tritt eines nach dem andern wieder in den 
Kreis zurück. 

Der Mami nimmt .sich eine Frau, heissa Victoria, der Mann etc. 

Die Frau „ ., ein Kind, „ „ , die Frau etc. 

Das Kind ., „ eine Magd, „ „ , «las Kind etc. 

Die Magd „ ., einen Knecht, „ ,, , die Magd etc. 

Der Knecht „ ,, einen Hund, ,, „ , der Knecht, etc. 

Der Hund „ , eine Katz, „ „ , der Hund etc. 

Die Katz' ., „ eine Maus, ,, „ . die Katz' etc. 

Die Maus scheidet von der Katz, „ ., . die Maus etc. 

Die Katz' „ _ dem Hund. ,, .. . die Katz' etc. 

Der Hund .. . dem Knecht, , .. . der Hund etc. 



124 

Der Kiioclit scheidet von der M{i^<l, lieissa Victoria, der Knecht etr. 

Die Magd „ „ (h'ni Kind, „ ., , die Magd etc. 

Das Kind „ „ (h'r Frau. „ „ , (bis Kind etc. 

Die Frau ,. „ dem Mann. „ „ , die Frau etc. 

MÜMCBENBUCU8EE, ]>ER>' 

Anfang auch: 

Der Bauer stellt allein, iie so X'ictoria. <Um' Bauer .stellt allein. 
Der Bauer nahm sieh eine Frau etc. 

DLANKE-NUimO. 

Böhme II, 620; Jaiirhuch des \'(M'eins für niederdeiitsclit' Siirach- 
forschung- XXVI, 132. 

971. 

Der Herr mit einem Pantoffel. 

Die Kinder bilden eine lange, gerade Reihe mit Ausnahme 
von einem, das sich in einiger Entfernung den andern gegen- 
überstellt; sie schreiten abwechselnd vorwcärts und rückwärts; 
der „Herr" beginnt: 

Es koiiimt der Herr mit einem (eim) Pantoffel, ade. ade. ade 

Was will der Herr mit einem (eim) Pantotfel? , 

Der Vater hat den Brief g-(»schrieben. „ „ „ 

Was Süll in diesem Brieflein stelin? .. .. „ 

Die schönste Tochter will ich haben. 

Die schönste Tochter geben wir nicht. 

So schlagen wir die Fenster ein. 

So schliessen wir die Läden zu. 

So stecken wir das Haus in Brand. 

So rufen wir d(Mi Richter (Herrschen an. 

So jagen wir ihn aus dein Land. , 

So lese er sich eine aus. „ „ ^ 

Die N. N. nehm' ich bei der Hand 

Und führe sie nach Engeland. 

Oft werden die dritt- und viertletzte Zeile weggelassen 
und der Schluss lautet so: 

So nehm' ich si(» bei rechter Hand 
Und führe sie nach Engeland. 

Dabei geht der Herr zur andern Reihe hinüber und wählt 
eine aus. Oft bilden nun die andern Kinder einen Kreis um 
sie und singen : 

Wir haben eine Braut, wir haben (Miie liraiit. 

Die Hochzeit ist beschlossen. 

Schöner, grüner .Tungfernkranz 

(Schöne, grün<' .Tumpfer Kranz i: 

Eine Braut. 

SEKN. 

In Interlaken heisst es: 

[: Wir haben eine Braut, w'w haben (>iiie Braut. 
Wir haben sie gestohlen. :| 



125 

Dann fängt das Spiel von vorn an: 

E.s kommt «lor Herr mit zwei Pantofl'eiii etc. 
Eine andere Variation hat den Refrain: Fjfe la (Fyfa) 
Cumpany und statt „Die schönste Tochter etc/' : 
I)ie jiino-ste Tochter soll in's Kloster kommen. 
Was soll sie in dem Kloster thun ? 
Nähen, stricken und so weiter. 

Die jüngste Tochter geben wir nicht etc. beb». 

Böhme IL 268 ff; Rochholz U. 4. 



972. 
Es kommt ein Herr mit eim PantoffeL 
Was will der Herr mit eim Pantoffel"? 
Der Vater lässt ein BrieHein schreiben! 
Was soll in diesem Brieflein stehn? 
Die schönste Tochter soll ins Kloster kommen 
Was soll sie in dem Kloster thun? 
Nähen, stricken, iiloschieren. 
Die schönste Tochter geben wir nicht. 
So brechen wir die Fenster auf. 
ISo schlagen wir die Läden zu. 
So stecken ^v^r das Haus in Brand. 
So rufen wir das Richteramt. 
. So nehmen wir sie beir rechten Hand. 



973. 



Fyfeli Cumpany. 



FLNSTERHEXSEN.. 



Die Nonne von Ninive. 

Es kommt eine Nonne von Ninive 

Des Kaisers von Pilatus. 

Was will die Nonne von Ninive 

Des Kaisers von Pilatus? 

Sie will ein feines Töchterlein 

Des Kaisers von Pilatus. 

Eine Nonne werd' ich nicht, 

In das Kloster geh' ich nicht. 

Des Kaisers von Pilatus. 

So werden wir dich schlagen . 

Mit Ruten, 

Dass dir die Hände bluten. 
Bei Zeile 7 tritt ein Kind vor und spricht Zeile 7, 8 und 
9; die andern bilden einen Kreis um sie zu Zeile 10, 11 und 12. 
Böhme 383 ff. ebliqe.>-. 

974. 
Di ysigi (hoUündischi) Brügg. 
Die Kinder ziehen im Gänsemarsch, sich an einander hal- 
tend, zu zwei Kindern, die, sich bei den Händen haltend, die 
Brücke bilden. 



126 

Mir inöclito ^arn ül)or di ysif?! Brügg;. 

„Si isc'li veiiioit.- 

So machet se-n-miic 

„Mit was?" 

Mit Yse-n-u Stalil. 

„"Was gät der für Loliiiy" 

Die hindersti Geis.sboliii. 

Nun halteu die zwei Kinder ihre Arme hoch und singen, 
während die andern durchziehen : 

Su fahren !jie, iso falireii Sie, 
Die letzte iniiss bezahlen. 

Die letzte wird angehalten und gefragt: 

Was wütscli lieber. Scliofi'gela oder Tiirte (Orange oiler 
Citrone etc.)? 
Je nach seiner Wahl muss es hinter das eine der beiden 
stehen. Sind alle verteilt, so lufen die Kinder einander zu: 

„Äiifi-eli. Äiifi'elil" 
oder 

„Tiifeli. Tüfeli!" 

Oft fassen sich auch alle Kinder einer Partie von hinten 
um den Leib und suchen so das vorderste Kind der andern 
Partei über einen gezogeneu Mittelstricli hinüber zu ziehen. 

BERN. 

Böhme II, 311; Kochholz 11. 2. 

975. 

Z)' Frou Rose. 

Die Kinder setzen sich in eine Reihe. Eines steht davor 

und fragt: 

Wo isch (T Fron Ro.se? 

„Obedra." 

Was liet si a? 

„E sydige Kock mit GlÖK'ii'li tlra - 

Nun hält das stehende Kind dem zu oberst sitzenden einen 
Stock hin, dreht es au demselben ein paar mal rings herum und 
setzt es dann zu unterst hin. Das geht so weiter, so lang man 
will. 

Böhme 11, 342; Kochholz II. 57. 

976. 

Frau Holle (Frau Rose). 
Die Kinder sitzen so in einen Kreis, dass man die Strümpfe 
nicht sieht; eines geht im Kreis von einem zum andern und 
fragt: 



127, 

„Wuhnt da d' Fron HolU^ iRosei?" 
Worauf ihm jedes antwortet : 

^Xei. e Stäge wvter obe.'" 
Das letzte sagt: 

„Ja, was heit der welle?" 

„I ha der Schlüssel zum Chäller verlöre; «eit der mer 
öüe-n-entlehne?- 

...Ta.'- 

Das fragende Kind fasst nun ein anderes bei der Hand 
und eilt mit ihm, in kauernder Stellung, so dass die Strümpfe 
verdeckt werden, zur nächsten Bank. Dann fängt es seine 
Fragen von neuem an. Wenn alle Kinder geraubt sind, kommt 
Frau Holle zu der Fragerin und sagt: 

„Du- heit liier inyni Wyfässli gstole.'' 

„yei. (hi.s sy iiiyiii; süsch säget, was hei si füi- iie Färb." 

Frau Holle muss nun bei jedem Kind die Farbe der 
Strümpfe erraten; trifft sie's, so erhält sie das Kind zurück, 
sonst bleibt es dem „Schelm". 

BERN. 

Vg-1. Rocliholz II. 58 und 27. 

977. 

Farh agä. 
Die Kinder wählen sich Farben aus; eines ist Verkäufer; 
nun kommt der Teufel. 

Teufel (mit tiefer Stimme): 

Uiiig ging ging! 
Verkäufer: 

„War Isch da?" 
Der Tüfel mit der Ofegabh>. 
„Was raöcht er?" 
E Färb. 

„Was für eini?" 
Ist die Farbe vorrätig, so muss das Kind mit dem Teufel 
gehen. 

Engel (mit hoher Stimme): 
Ging giug ging! 
„War iscli da?" 

Ds Ängeli mit em guhlige Ring. 
„Was möcht es?" 
E Farl). ete. 

Zum Schluss rufen die Kinder oft einander zu: 
Ängeli. Ängeli. Ängeli! Tiifeli. Tiifeli. Tüfeli! 

BER>. 

Böhme IL 532: Rochhulz II. 40; Brenner 70. 



128 

978. 

FiiessU zelle. 
Alle bilden eiue Reihe mit Ausnahme von einem, das die 
Füsse zählt. Je der zehnte Fuss rauss nach hinten gestreckt 
werden. Wer mit beiden Füssen hinten steht, wird vom Zähler 
beiseite genommen; er muss einen von drei autgestreckten Fin- 
gern wählen und je nachdem er wählt, kommt er in Himmel, 
Paradies oder Hölle. Wenn alle plaziert sind, gehen der Zähler 
und das zuletzt übrig gebliebene zum Himmel und suchen die 
Engel auf alle möglichen Arten zum Lachen zu bringen. Dazu 

singen sie: 

|: ,,Li('l»s Aii.ü-cli im Iliuiclryc'h". :| 

Lacht ein Kind, so kommt es ins Paradies hinunter; dort 

geht es gleich: 

|: Liobs Aiiji'pli im Paradys. :| 

Wer nicht lacht, darf in den Himmel aufsteigen, die an- 
dern kommen in die Hölle. Dort heisst es: 
„Bös! Tüfle, schämet öüch (ech) 
Immer so (Geng- eso) ga z' lache. "" 
Das Spiel geht weiter, bis alle im Himmel sind. 

BEEN. 

979. 

Seele wägge. 
Zwei Kinder geben sich die Hände, so dass sie eine 
Brücke bilden, auf der nun die andern gewogen werden, indem 
man bis zu einer gewissen Zahl zählt. Die, welche so schwer 
sind oder so stark lachen, dass man sie vorher fallen lässt, 
kommen in die Hölle, die andern in den Himmel. Zum Schluss 
rufen sich die Kinder auch zu: 

Aiigeli. Angeli! 
oder 

Tüfeli. Tül'eli! 

BEKN. 

Auch 

.,Schöns Ängeli Ilimelrlng!" 

,,Bösl Tüfle, .schämet öüch, geng esc ga z' hiche." 

DÄRSTBTTEJi. 

980. 

Elle müsse. 
Die Kinder stehen mit ausgebreiteten Armen in einer 
Reihe; die Mutter misst sie und sagt zur Magd: 

„Es sy (so uml so viel) Elle; hütet si guet, i mues jetz fürt.'- 
Aber die Magd geht auch fort und nun kommt der „Schelm" 
und stiehlt eine oder mehrere Ellen. Der „Hahn", der dabei 
steht, ruft: 



129 
„Güggerilggü, der Sclicliii liet gstole." 
Nim kommt die Mutter zurück und schilt die Magd aus. 
Jedesmal, wenn die Mutter fort geht, holt der Schelm ein paar 
Ellen, zuletzt auch noch den Hahn. Nun geht die Mutter, um 
die Ellen zu suchen. Die stehen in irgend einer Ecke und ver- 
bergen den Schelm unter ihren Schürzen. 
Mutter : 

Wns licif (l(>r dn (liiiiidcry 
Ellen: 

Es schön s Vögel i. 
Mutter : 

Es soll pf'yrte. 
Es geschieht. 

J>at's flügv. 
Der Schelm springt davon, die Mutter sucht ihn zu 
fangen. Statt dieses Schlusses lässt der Dieb die Mutter auch 
etwa die Farbe ihrer Tuchstücke (der Strümpfe der Kinder) 
nennen; errät sie recht, so bekommt sie ihr Tuch zurück; 
nun sucht sie den Dieb zu fangen, und oft muss er auch Spiess- 
ruten laufen. 

BERN. 

Kochholz II, 58. 

981. 



Käufer: 
Händler : 



Vögelt verchoufe. 

I inöflit giirii OS Vöji-eli clioiife. 



Was für eis? 
Der Käufer nennt eines; ist es vorhanden, so muss es her- 
vorkommen und sich an einem gewissen Ziel aufstellen. 
Käufer : 

Was cliostet's? 
Der Händler giebt gewöhnlich einen Betrag von 2 bis 10 
Franken an, den der Käufer mit gleich viel Schlägen auf seine 
Hand bezahlen muss. Während er zählt, darf der Vogel davon 
fliegen, so dass er einen Vorsprung bekommt. 

Der Händler ruft ihm nach : 
Vögoü, Hiig US. 
Cliuin wid(M- i inys Hus! 
Gelingt es dem Vogel zurückzukommen, ohne gefangen zu 
werden, so erhält er einen andern Namen. Das Spiel dauert 
fort, bis alle gefangen sind. 

BERN. 

Böhme II. 428, Kochholz II. 72. 
Gertrud Ziii-icher, Kinderlied und Kinderspiel. 9 



130 

982. 

Häfeli verchoufe. 
Die Kinder, welche „Häfeli" darstellen, kauern am Boden, 
die Arme in die Seite gestemmt. Der Käufer wählt sich eines 
aus, klopft ihm auf den Rücken, damit es einen Ton von sich 
gebe. Dann fassen der Käufer und der Verkäufer es an den 
Armen und tragen es zu einem bestimmten Ziel. Lassen sie es 
vorher fallen, so wird es mit Schlägen geflickt und noch einmal 
verkauft. 

BERN. 

983. 

Di fuli Magd. 
Magd klopft. 
Mutter : 

Was weit der? 

Magd : 

TTcit (ier öpj^'-ii-c Ma.üd nötig-? 
Mutter : 

Was ohöiit «UtV Cliöüi dor clioolie? iFägo. wüsche etc.) 

Magd: 

0, i cha alles, nmiie das nid. 
Die Magd reibt sich immer die Augen aus, gähnt und 
macht ein paar schleppende Schritte. 
Mutter : 

Was machet »ler da? 
Magd : 

\y Onge nsrvbe. 
Mutter : 

So machet, das.s der Aut chömet, e setijfi Magd cha-n-i 
nid bruche. 
Dann kommt die Verrückte, die gen Himmel schaut und 
mit der Hand in der Luft herum fährt. 
Was machet der da? 
,.St;irnli zelle" etc. 
Die zu kleine, die nirgends hinauf langen kann. 
Was machet der da? 
..Böümele, wil i nid id'e ma." 
Die naschhafte, die immer etwas in den Mund stösst. 
Was macliet der da? 
..Täfeli sugge." etc. 
Die grobe, die alles umwirft. 
Was machet der da? 
„He, ha öppis umgheit." etc. 
etc. etc. 



131 

Nachdem eine Anzahl Mägde da waren, fragt die Mutter 
nicht mehr 

,.War3 chöüt (lei-y" 

sondern sagt: 

„Ja chömet, mer hei eini nötig. Jetz gauge-n-i fiirt ga 

spaziere, und dir gät de de Chinder underdesse di 

giiete Sache, wo da im Schaft sy." 
Magd : 

..Ja. ja." 
Die Mutter geht. 
Die Magd giebt den Kindern hiuter schlechte Sachen: 

.,Dii hesch Holz, du he.^^oh Steine, du hesch Hard etc. 
Nun schlafen die Kinder ein, unterdessen isst die Magd 
alle guten Sachen. Jetzt kommt die Mutter heim und rüttelt 
die Kinder, um sie zu wecken. 

..Eh. die wei ja gar nid erwadie, die .schlafe jetz fest." 
Magd : 

I will si .sclio wecke. 
Sie schüttelt sie sehr unsanft, und die Kinder erwachen 
und erbrechen alle. 
Mutter: 

Ja. was isch das? Was liesdi du z' iisse glia? und dny etc. 
Die Kinder: 

Ig Härd, ig Steine, etc. 
Mutter (zur Magd): 

U was heit dir glia? 
Magd : 

„0 Chueclie-M-ii Turte." 
Mutter : 

.Alacliet. (lass der fürt chömet. e scttigi .Magd cha-n-i nid l)ruche. 

BERN. 

984. 

Häx im Chälle7\ 
Mutter : 

("Jang iiol mer Anke-n-im Chäller. 
Kind (geht und kommt bald zurück): 

Mueter. es isch e ITiix im Chiillei-. 

Mutter (zu einem andern Kind): 

Duninis Zug, so gang du mit. 
Kinder (gehen, kommen bald zurück und rufen): 

Alneter, (\-< isch e Hiix im Chäller. 
Mutter: 

1 will jt'tz diu Inege. 
Die Hexe sitzt ganz ruhig da und hat das Gesicht unter 
«einem Tuch versteckt. 



132 

Mutter (die Hexe berührend): 

Djis isoli J;i imiiic-ii-cs F.-iss. 
oder 

Das i.scli ja miiiic-n-cs liclts Biisscli. 

Die Hexe fängt an zu stricken. 
Mutter : 

Was luaclict der da ? 

Hexe: 

„LisniP." 

Was lisnu'f der? 

„Strumpf.'' 

Für wJinV 

„Für e Tüf'cl.-' 

C'höiiiet der am Nadimittai"" mir is cIk» spazicrcV 

„Ja." 
Die Kinder spazieren nun mit ihrer Mutter in einer langeo 
Reihe, bald kommt die Hexe und zupft alle abwechselnd an 
ihren Kleidern, mit Ausnahme der Mutter; man darf sich nicht 
umwenden. 
Kinder: 

.Miicter, ('S zM]»t> i's gong öpper a de ('lilcidcr. 
Mutter: 

Das iscli iiiimc dci- l.iifr. 
Kinder: 

Wi <lor Ijuft e so stark geit. 
Die Hexe zupft die Mutter. 
Mutter: 

.Tetz gspün>-ii-i's o. 
Die Mutter dreht sich um und erblickt die Hexe ; sie be- 
grüssen sich. 
Mutter: 

Was iscli fiii- Zyt]:' 
Hexe: 

„Was uiiilcr cm Zeiger lyt. 

Was ässet der?" 

Cliiieclie-n-u was ässet dir? 

„MöntscheHeisch. u was trini<et der?' 

Syrup, 11 dir? 

„Möntschebliit, n was machet der?" 

Niiie u lisine; ii was iscli öüi Arbeit? 

,,I)e Möntsche d' Ouge-ii-iisstäclie." 
Nun rennen alle davon, die Hexe sucht eines zu fangen, 
das wird nun Hexe. 

Es wird auch ohne den Spaziergang gespielt, der wohl 
neuerer Zusatz ist. Wenn die Mutter die Hexe berührt, stösst 



133 
diese allerlei schreckliche Töne aus und erhebt sich langsam, 
worauf alle fliehen. Die Hexe sucht eines zu fangen, das nun 
an ihrer Statt Hexe wird. Oft wird auch das ganze Gespräch 
bis ^Für e Tüfel" und weiter von „Was ässet der?" bis ans 
Ende im Keller abgehalten. ^^^ 

y^]. den Spaziergang mit Böhme II, 425, 



Kind: 
Mutter: 



985. 

Bösi Mueter. 

Mueter, darf i clily uf d' Gass? 



„Nei, du chasch jetz nid ga." 
Di andere Chind sy o dnsse. 
„So gang u cluim am achti ume." 
Wenn alle Kinder fort sind, ruft die Mutter: 

S' i«eli acliti, ciiömet liei. 
Kinder: 

Es gfallt is nu lang dusse. 
Nun nimmt die Mutter ein Stöcklein und springt den Kin- 
dern nach, bis sie alle gefangen und ans Ziel gebracht hat; das 
letztgefangeue wird die Mutter. Unterdessen rufen die Kinder 
von allen Seiten : 

Bösi Mueter mit der Ruete, 

Bösi Mueter mit der ßuete. bek^. 

986. 

Der Gärtnersmann. 
(Gespräch mit entsprechenden Gesten.) 
Madame: 

Guten Tag, Herr Gärtnersmann, 
Haben Sie Lavendel, 
Majoran und Tymian 
Und ein wenig Quendel? 



Gärtner : 



(Zur Liesel. 



.la, Madame, das haben wir 
Draussen in dem Garten. 
Will Madame so gütig sein 
Und ein wenig warten? 



Liesel, bring den Sessel her 
Mit den goldnen Spitzen. 

(Zur Madame.) 

Will Madame so gütig sein 
Und ein wenig sitzen? 

(Zur Liesel.) 

Liesel, zieh den Sessel weg. 
Und die Machime sitzt im Dreck. 

Erk-Böhme II, 582: Brenner 84. 



134 



987. 
Boiijonr, Miulaiiie Gartnorin, 
Ilaben Sie Orangen? 
Olli, Madame, das haben wir 
Draussen in dem Garten. 

Lieschen, hol das Sesselein (schnell den Stuhl lierbeil 
.Mit den goldnen Spitzen. 
.Madame, sitzen Si»' wohl ein! 
IJeschen, reiss (ziehi den Stuhl hinweg! 
Und die Madame sitzt im Dreck ! — 



BERN, AARBKHO. 



Statt Zeile 6 und 7 auch: 

.Aladame wird wohl müde sein. 
Vgl. Nr. 531. 

988. 

Herren, i trape der uf dys FüesseJi. 
Eiu Kind nach dem andern kommt zum Herreli, tritt ihm 
auf den Fuss und sagt: 

Herreli, i trajje der uf dys Füesseli. 
„Waruui ■?" 

Wil ig es arms Tierli bi. 
„Was für eis?" 

E Schn<ägg (e Wolf, es EichlK'irnli etc. etc.) 
„So gang (gump, hop, spring, schnagg etc.) bis zu däm 
Brunne dert und clium de zur Sujiije." 
Jedes bekommt ein anderes Ziel. Wenn alle plaziert sind, 

ruft das Herreli: 

„Zur Sui)i)e, zur Suppe, zur Sui)])e!-' 
Alle nähern sich nun mit der vorher gewählten Sclirittart, 
und wer zuerst beim Herreli ist, hat gewonnen und wird Herreli. 
Beginnt auch: 

Herreli, i trape-n-uf dy Fuss 
Und bringe-n-e schöne Gruss. 

nv.ws. 

Böhme II, Anhang 72; Brenner U; Kttchholz 11, <i4. 
Schluss auch: 

Storch, Storch, eher di um, 

Suppe zum Fleisch! 

D.\K8TETTEN. 

989. 

Büsseliy mach miau. 
Die Kinder drehen sich um eines, das mit verbundenen 
Augen und einem Stock in der Mitte steht; dieses ruft: 
Ds Redli geit, geit, geit — — — 
es steit! 
Sofort müssen alle stehen bleiben; das Kind berührt eines 
und sagt: 



135 
„Biisscii, iiiat'Ii iniair', 
worauf das betreffende, wenu es verlangt wird, dreimal antworten 
niuss. Verrät es sich durch seine Stimme, so kommt es in den 
Kreis; ist dies nicht der Fall, so tanzt man weiter. 

(In einem Gesellschaftspiel, bei welchem man errraten muss, 
auf wen man zeigt, heisst das Sprüchlein : 

l)t> Stiickli geit, geit, ^e\t, es steit.) 

V,ül. Kochholz II, 53 und 55. 

990. 

Jakobeli, ivo bist du? 

Zwei Kinder mit verbundenen Augen stehen im Ring, das 
eine ruft: 

Jiikobpli, wo bi.^t du? 
Das andere antwortet: 

Hier bin icli! 
sucht sich aber dann möglichst schnell zu entfernen, um nicht 
gefangen zu werden. Sobald es gefangen ist, werden zwei neue 
gewählt. 

BERN. 

991. 
Katze und Maus. 
Die Kinder bilden einen Ring, eines ist innerhalb, ein 
anderes ausserhalb desselbeu. Dasjenige im Kreis fängt an ab- 
zuzählen. 

..Süoss, siir, bitter, riis.s etc." 
Was machst du (bt i niyui (-rarte? 
„Trubel abläse." 
War het der'.s erloubt? 
,,('hatz n Mus, eiiiel nid du.-' 
Damit flüchtet sich die Maus so schnell sie kann, die Katze 
verfolgt sie; die Maus wird überall durchgelassen, die Katze 
sucht man aufzuhalten; sind beide im Kreis, so halten alle die 
Arme herunter, so dass die Maus gefangen wird. 

BERN. 

Böhme II, 383; Koehliolz II, 30. 

992. 

Der Papst fah. 
Die Kinder bilden einen Kreis, in welchem der „Papst" 
steht. Zwei Kinder gehen mit verschränkten Armen um den 
Kreis herum und singen: 

1^ u du sy Scliwilsterli 
U hätte ^iii-n der I'apst. 



136 

Die andern antworten: 

IhT Papst, ilcr Papst 

Do jfä nior nid 

Bis liier dni mal iiiiic sy. 

L' \ve nicr »Irii mal ume sy. 

Sil ia liier tic der Pajist la ü^ali 
Die Kinder drehen sich, während sie das singen, dreimal 
im Kreis herum und lassen dann den Papst aus dem Ring 
schlüpfen ; die beiden ausserhalb stehenden rennen ihm nun nach, 
um ihn zu fangen. Ist dies geschehen, so werden andere ge- 
wählt. 

BERN, Mi NCKKXBrCHSEE. 

993. 

Lumpe lege. 
Die Kinder bilden einen Kreis und halten die Hände auf 
den Rücken, eines geht mit einem Plumpsack aussen herum 
und darf den Kindern, die rückwärts schauen, einen Schlag 
geben: es ruft oftmals: 

Lumpe lejit'. Liimiie leirel 
und nachdem es den Plumpsack hinter einem Kind hat fallen 
lassen: 

J^uiupo .ffleit. Nieineifiii ^x'it. 

Das Kind, hinter welchem der Plumpsack liegt, muss das 
rechts von ihm stehende Kind um den Kreis herum prügeln. 
Bemerkt es aber nicht, dass der Plumpsack hinter ihm liegt, so 
dass das Kind, das ihn warf, ihn wieder aufheben kann, so wird 
es selbst von diesem um den Kreis herum geprügelt. 

Das Sprüchlein heisst auch: 



Vj-i. Nr. 228. 
oder 

oder 



oder 



Lumjie lege, Niemerem säge, 
Lmiipe gleit. Niemerem gseit. 



Lumpe lege. Liimjie lege, 
Lumpe gleit, Bode-n-abe gheit. 

Rund um. rund um. 
Der Plumpsaek gelit um; 
Das Huhn will legen. 
S' darf keines sich regen. 

Lumpe trage, Sehüeli gheit, 
Nieme. nieme nüt meli gseit. 



Böhme II. 366: Rochholz II. 10. 



DARSTETTBX. 



ST. STEPHAÜ. 



137 
994. 
Zweirnannshoch (Dreimannshoch). 
Die Kinder stellen sich im KveU auf, so dass je zwei 
hinter einander stehen. Zwei Kinder jagen sich um den Kreis 
herum. Stellt sich das fliehende Kind vor ein Paar, so muss 
das hintere Kind des Paares an seiner Statt laufen; wird es be- 
fangen, so muss es nun wieder den Fänger fangen. 

995. 
Bing schlah. 
Die Kinder bilden einen Kreis; eiues läuft herum und 
giebt einem Kinde einen Schlag auf den Rücken. Dieses läuft 
nun in entgegengesetzter Richtung; wer zuerst bei der Lücke 
ist, darf nochmals rennen; manchmal spielt man es auch so, 
dass das zuerst angekommene in den Ring tritt und das zweite 
weiter rennt. 

996. 
Herren, uf dyner Vesti 
oder Herren uf dt/ne sibe Bärge. 
Das „Herreli" steht auf einem bestimmt abgegrenzten Ge- 
biet, durch welches die andern hindurch springen, bemüht, sich 
nicht fangen zu lassen. Sie rufen dazu: 
HiMTeli. uf dviier Vt^sti I 
oder 

H(MTeli. i bi uf dyner Vcsti! 
oder 

HtMTeli. i bi uf dyiic .«;il)e Bärüvl 
oder 

HtMTeli. i bi uf dyniMu Grund I 
AVird eines gefangen, so muss es „Herreli" werden. 
Die Kinder rufen dem „Herreli", wenn sie durch dessen 
Grund laufen, auch neckweise zu 

,,0, ifmHi Trubel, o ji-ueti Trubel." 

BEKN. 

997. 
TT7/- kommen aus dem Morgenland. 
Eines ist der Meister; die andern kommen singend daher 
und stellen sich vor ihm auf. 

Wir konuuen aus dem Morgenland. 
Die Sonne hat uns schwarz gebrannt, 
Meister, gieb uns Arbeit. 
,.Was für eine?" 
Reine, feine. 



138 

Dabei ahmen sie irgeud eiu Handwerk nach ; errät er's, 
so springen alle Kinder davon, und der Meister sucht eines zu 
fangen ; dieses wird nun Meister. 
Kr.lmi.' II. 612. 

998. 
Blindi Mus. 

Blindi Mu.s, i fiioro di. 
.,W<.lii?- 
1 Wal.l. 

.,Wa8 %a. iiiaclie?'' 
Ga Brei (Sniipc-ni iis.'so. 
.,AVo isfli der Löffel?'- 
(■JaiiiT xiiec'li MC. 
Zum Schluss dreht man die „blindi Mus" noch ein paar 
Mal um. 

DEHN. 

Böliuie II. 511; .lalii-lmcli des N'ercins für iiiedcrdeiit.sclie Sjiracli- 
fur.selmn.ü- XXVI, S. 130. 



999. 
Blindi Mut*, i füere di. 
,Wohi?" 

Zum rote Hündli. 
„Das bysst." 
So hou *) der e Rute. 
„I lia kes Mässer.'- 
So chouf der eis. 
„I ha kes Galt." 
So niaeli, dass d' üheroluuiscli. 

WOHLE.N. 



1000. 
Blindi Mus i füere di. 
.,Wolii?" 

Zum ne böse Hiiudli. 
.,Das bysst mi." 
So nimm e Stäcke-n-u wclir di. 

DEBX. 

1001. 
Wir tanzen um die blimle Kuli. 
Tytam tytam, schöü, 
^ler gii re nüt als Haberstrou. 
Tytam, tytam, schöü. 

DÄKTSETTE.N. 



1002. 

Schwa)'ze Ma. 
Der „schwarze Mann" stellt sich an einem Ende des Spiel- 
platzes auf, die andern Kinder auf der andern Seite. Der 
schwarze Mann ruft : 

„Was weit der mache. \ve der schwarz .Ma chuntV' 

„Usrysse-n-u tue", 
antworten die andern, die nun das entgegengesetzte Ziel zu ge- 
winnen suchen. Das erste Kind ist gefangen, wenn es einen 
Schlag erhält, die andern mit drei Schlägen. Des erstgefangene 
Kind oder das zuletzt übrig bleibende wird „schwarzer Mann". 



•) Abschneiden. 



139 

Zum gleichen Spiel ruft man auch etwa nur: 

,,TiiIii'z. TubezI'' 
Im „Mattenenglisch" nennen die Knaben das Spiel „Tober". 

BERS. 

BöliiiM' II, 379; Schild, S. 28: Kochliolz II, 3. 

1003. 
Tschigglis. 
Ein Kind, der „Tschigg" sucht einem andern einen Schlag 
(Tschigg) zu geben, worauf dasselbe den Schlag wieder weiter 
giebt. Ist man müde, so ruft man ,.verbütt'' oder „bott"; oft 
wählt man auch ein gewisses Ziel, das so genannt wird. Bleibt 
aber ein Kind zu lange dort, so ruft ihm der „Tschigg" zu; 
Böppoi'li. bripiterli ab ein Hulz, war iiid gcMt. iseh ütaiiüo. 

BERN, AARBERO. 

oder 

Schlange, banof, 

War nid fiiet, dar iseh gefang-e. berx. 

Auch wenn zwei Kinder sich trennen, sucht jedes dem 
andern den letzten Tschigg zu geben, indem es ihm zuruft: 
Tscliigg. du bi.scli! 
Varianten des Spiels sind: Handtschigglis, Ysetschigglis, 
öruptschigglis, wobei man nicht getroffen werden darf, wenn 
man die Hand eines andern oder Eisen berührt, oder nieder- 
kauert. 

Böliiiie II, 431 und II, 369; Rocldiolz II, 23 ff. 

1004. 

Versteckiis. 
Ein Kind muss „plinzen" ; es steht an einem bestimmten 
Ziel und hält die Augen zu. während sich die andern verstecken. 
Wenn es bis zu einer vorher bestimmten Zahl gezählt hat, ruft es: 
Zytol Hinder eni Zil ii vor cm Zil iscli agschlagcl 
Geht es beim Suchen nicht weit vom Ziel weg, so rufen 
ihm die Versteckten eine Anzahl Schimpfnamen zu und zwar 
immer die selben : 

..Zilbrüetcr. Auipclistuck. Fiirplattoniuni, Äschclochl- 

Sieht das Suchende ein Kind, so eilt es zum Ziel, um es 

anzuschlagen; gelingt dies, so muss das andere Kind das nächste 

Mal „plinzen". Können aber alle Kinder sich selber anschlagen, 

so muss es noch einmal ,,plinzen". Schlägt es ein falsches 

Kind an, so ruft man: 

.,!)' Sil]»))»» vcrbn'inntl" 

und das Spiel beginnt von neuem. 
Bölinic II. 371: Kochholz Ii. 22. 



140 



1005. 

Das „Plinzeude" ruft, bevor es suchen gelit: 

His, zwei. drei. \ icri. 

(iiiinpelitM'i, sclialevicri, 

l'ntiM- der KikhIic, 

Da will ich si >ii('(lic. 

Unter fiel' IJiidc. 

I)a will ich si iindi'. 

Tiid wer sich nicht vci^tcckt hat, 

Der hat den Schaden an ihm .seihst. 

J^antörti'li üiiiijiU I jetz chunie-n-i. 

V,ü-1. Zeile 3—6 mit Böhme 188. Str. 2: vj-l. Nr. 486. 



BL.VNKENBCKO. 



1006. 

Wolf gsc/t. 

Der „Wolf" versteckt sich; nach einer Weile gehen die 

andern ihn suchen; sie singen dazu: 

Wir gehen in den üriinen Wald 

Und tindeii keine Beeren (Und suchen rote Beeieni. 

Es schlägt ein Uhr, er kommt nicht. 

Es schlagt zwei Uhr, er kommt nicht etc. 

Erblickt ein Kind den Wolf, so ruft es 

..Wolf gseh- 

und alle Kinder eilen mit dem Ruf 

..er chunt, er cluinf 
dem Ziele zu. 

Fängt der Wolf ein Kind, so niuss das an seiner Statt 
Wolf sein. 

Gewöhnlich heisst es bei oder vor zwölf Uhr „er kommt"; 
oft aber zählen die Kinder auch weiter: 13 Uhr, 14 Uhr etc. 



Rochholz II. 25. 



1007. 
.Mer wei i Wald ga Heei-i snech 
Es isch ke Wolf im Wald, 
We-n-i ne gseh, so Hie-n-i bald. 



1008. 
Wir wollen mal spazieren gehn 
Wohl in dem grünen Wald, 
Den alten, bösen Bären sehn 
Wohl in dem grünen Wald 
'S .schlägt eins, er kommt noch nicht etc. 

l.\TEKL\KBN. 



141 
1Ü09. 

Schaff'ijschaffu. 
Es wird fast gleich gespielt. Beim Spazierengehen ruft 
der Hirt: 

Cliöiiift alli myiii ^cliiift'li, iler Wolf iscli iiümiiic wyt. 
Erblickt mau denselben, so eilt man mit dem Ruf 
.,Srluvftyscliaffu- 
dem Ziel zu. Alle Gefangenen werden zu Wölfen; das Spiel 
dauert, bis alle gefangen sind; dabei haben die Wölfe das Recht, 
sich an verschiedeuen Orten zu verstecken. 

be;i>, wohlen. 
1010. 

Tschuepjj (Tschueppis: Sehne, Schue). 

Die Kinder teilen sich in zwei gleich grosse Parteien ; die 

eine versteckt sieh (alle au demselben Ort), die andere sucht. 

l*]rblickt man eines von der feindlicben Partei, so eilt man mit 

dem Ruf 

./rsoluiepp, Tsohuopp!" i Schue, Öchiie.i 

flem Ziel zu. Wird auch nur eines gefangen, so kann sich die- 
selbe Partei nochmals verstecken, sonst geht die andere. 

BERN, WIMMIS, UOIILEN. 

1011. 

Gäle Fuchs. 

Alle Kinder versehen sich mit Plumpsäcken; der Fuchs 

hat ein bestimmtes Ziel; verlässt er dasselbe, so darf er nur 

auf einem Beine hüpfen und muss jedesmal beim Verlassen des 

Loches rufen 

..(tüI»' Fuchs, Fiiclis. Fuchs," 

sonst wird er ins Loch zurück geprügelt. Er darf seinen Plumj)- 
Kack auch werfen, trifft er aber nicht, so wird er geprügelt, bis 
er seinen Plumpsack wieder hat. Trifft er, so wird der Ge- 
troffene ins Loch geprügelt und wird nun Fuchs. 

BEUN. 

liodiholz II. 29. 

1012. 

Gure., Gure, Loch., Loch, Loch! 
oder Mo)X jage. 
Es wird ein Loch in die Erde gemacht, in das der Ball 
gelegt wird; darum herum gräbt man kleine Löchlein und zwar 
eines weniger als Mitspielende sind. Die Kinder, mit Ausnahme 
des abseits stehenden Jägers, rühren mit Stecken in ihren Löcli- 
lein herum und rufen: 



142 

Giiro, Giire, Loch. Lo!-' , Lnrli, 

Orure, Gure, Locli, Lucli, Loc-Ii, 

(tiuc, (tuit, Loch I 
oder dreimal 

..Mir wi'i der More Siip|)e choflic''. 
Beim letzten Wort schlägt eines den Ball aus dem Mittel- 
loch weg und der Jäger versucht nun, ihn wieder hinein zu 
schlagen, woran ihn die andern verhindern, indem sie den Ball 
immer wieder weg schlagen. Gelingt es dem Fänger, den Ball 
ins Loch zu bringen, so hat er gewonnen ; gelingt es ihm, seinen 
Stock ins leere Loch eines Mitspielenden zu stellen, so muss 
dasselbe ihn ablösen. 

BEU.N, WOHI.K.N. 

Rochholz IL 14. 

1013. 

Ch eiser, lonr icirff ? 
Der Ball liegt in einem Loch am Boden; die Mitspielen- 
den, mit Ausnahme von zweien, stehen möglichst nah dabei; der 
Kaiser und der Diener stehen zwei Schritt abseits; letzterer 

fragt: 

„('heiser, war wiiftV'' 

worauf der Kaiser einen Namen nennt; er darf auch sich selbst 

oder den Diener wählen. Der Genannte ergreift den Ball und 

ruft: 

.,Halt! Nüt Beweo-igs!'' 

worauf alle still stehen müssen und sich auch nicht mehr be- 
wegen dürfen. Hat aber ein anderes noch vor ihm gerufen: 

,.BeAvegiiisI" 
so hat es damit das Recht erworben, sich an seinem Platz zu 
bewegen, so viel es will. Trifft das werfende Kind ein anderes, 
so ergreift das den Ball und wirft ihn wieder weiter; während 
es den Ball aufhebt, dürfen sich die andern bewegen; verfehlt 
ein Kind sein Ziel, so ist es „gschüsselet" und das Spiel be- 
ginnt^von neuem, wobei die „Gschüsseleten" auch mithelfen. 
Beim nächsten Mal lieisst es nun aufpassen, dass mau kein 
„gschüsseletes" Kind trifft, sonst ist man selbst auch „gschüsselet". 
Wer zuletzt übrig bleibt, wird Kaiser. 

nKKN. 

IUI 4. 

Der Habicht lootf es Ilnenli nah. 
Die Kinder stellen sich hinter einander auf und halten 
sich an den Kleidern; das vorderste ruft: 

,.I)er Habicht wott es HüciiH iiiih • 



143 

uud breitet die Arme schützend aus, während der „Habicht'' 
versucht, das hinterste Kind zu erwischen; dem suchen die 
Hühnchen durch möglichst rasche Schwenkungen zu entgehen. 

BEBX. 

KuchlK.lz II, 27. 

1015. 

Hase jage. 
Zwei oder mehrere Hasen verstecken sich im Wald oder 
zwischen Büschen ; von Zeit zu Zeit streuen sie Papierfetzen 
an den Boden, um ihren Weg anzugeben oder auch, um die 
Verfolger irre zu leiten. Nach einer Weile rennen ihnen dio 
Hunde nach uud suchen sie zu fangen. 

BER.N, WIMMIs. 

1016. 

Chelti bräche oder 

Der Cheiser schickt Solclate-n-us. 

Zwei Anführer wählen sich ihre Parteien aus und stellen 
sich dann in laugen Reihen einander gegenüber, sich möglichst 
fest bei den Händen haltend. Der eine Kaiser schickt nun 
einen seiner Soldaten aus oder er geht auch selbst, um die feind- 
liche Reihe zu durchbrechen; gelingt es, so darf er eines der 
Kinder, bei denen er die Reihe durchbrechen konnte, mit sich 
nehmen und kann noch einen andern Soldaten ausschicken. 
Gelingt es nicht, so muss er bei der feindlichen Partei bleiben, 
die nun an die Reihe kommt. 

BEr.N. 

1017. 

Gleser schioänke. 
Die Kinder stellen sich paarweise auf und halten die Arme 
hoch. Das hinterste Paar fängt an durchzuschlüpfen und stellt 
sich vorn wieder auf. 

BEilX. 

1018. 
P)Hor. 
Man wählt ein Ziel. Ein Kind, der Prior, läuft von dem- 
selben aus mit vorgestreckten Händen, 

..Prior. Prior' 
rufend, den andern Kindern nach und sucht eines mit einem 
Schlag (Tschigg) zu fangen, wobei es aber die Hände stets ge- 
faltet lassen muss, sonst ist die Gefangennahme ungültig. Ge- 
lingt es, so kehren beide zum Ziel zurück und machen von 
dort, sich die Hände gebend, einen neuen Ausfall; jedes neu 



U4 

gefangene Kind mues sich der Reihe anschliessen. Dabei darf 
aber die Kette nie zerrissen worden, sonst darf das gefangene 
Kind entweichen, und die Priors müssen zum Ziel zurückkehren, 
um einen neuen Ausfall zu versuchen. 

DKll.N'. 

1019. 
Eis, zioöii, (b'ü, rtiss! 
Die Kinder stellen sich paarweise auf; eines stellt sich 
vorn hin, klatscht (ohne sich umzusehen) dreimal in die Hände 

und ruft: 

..Kis, zwöii. (Ii'ü. iMissI-- 

Nun laufen die Kinder des hintersten Paares an ihm vor- 
bei und suchen sich vorn wieder zu treffen; gelingt es iiinen, 
so können sie sich als vorderstes Paar wieder aufstellen. Fängt 
der „llüss'' eins, so muss das übrigbleibende „Küss" sein. 

BER.N. 

1020. 
Släckli uniioärfe. 
Die Kinder stecken ein Stöcklein lose in die Erde und 
tanzen, sich bei den Händen haltend, darum herum, indem sie 
einander möglichst hin und her zerren, damit das Stöcklein zu 
Fall gebracht werde. Wer es umwirft, tritt aus der Reihe. 
Wer zuletzt übrig bleibt, hat gewonnen. 

BERN. 

1021. 

Boumiüächsle. 
Jedes Kind wählt sich einen Baum mit Ausnahme von 
einem, das in der Mitte steht. Es geht zu einem Kind und 

fragt : 

Wi jjfallt der ily N:iclibarscli:it't? 

Das gefragte antwortet entweder: 

.,(-;iit!" 
oder es wählt zwei Kinder aus, die es zur Rechten und zur 
Linken haben möchte, oder es kann ferner 

..Ally-oiiicini Himiplotol" 
verlangen. Bei dieser Gelegenheit sucht das in der Mitte ste- 
hende Kind einen leeren Baum zu gewinnen. Während ein Kind 
gefragt wird, dürfen die andern Platz wechseln, so oft sie wollen. 
Bei der ., allgemeine Rumplete" muss jedes Kind seinen Baum 
verlassen. 

DEHN. 

Böliino U, 563 iintl 5(54. 



146 
1022. 
Ds Pfand hole. 
Die Spielenden bilden zwei Parteien und stellen sich an 
beiden Enden des Spielplatzes auf. Etwa im Drittel wird ein 
Strich gezogen und ein Rütlein oder ein Ball hingelegt. Nun 
rennt von jeder Partei gleichzeitig ein Kind weg; das, das dem 
Strich näher ist, muss den Gegenstand aufheben und zurück- 
bringen, das andere rennt gerade aus und sucht es zu fangen; 
gelingt dies, so kann es den Gefangenen mit sich heim führen, 
wenn nicht, muss es sich selbst gefangen geben und muss sich 
hinter die Reihe stellen. Das Spiel ist erst gewonnen, wenn 
von der Gegenpartei alle gefangen sind. 

BERN. 

V^-l. KoolilK.]/. II, 11. 

1023. 
Räuberlü. 
Die Kinder teilen sich in drei Parteien ein, die Kauflente. 
die Räuber und die Landjäger, Die Räuber verstecken sich; 
nach einem Weilchen ziehen die Kaufleute durch den Wald, 
werden überfallen und fortgeschleppt. Sie rufen um Hülfe, wo- 
rauf die Landjäger herbei stürzen, denen sich die Kaufleute an- 
schliessen. Sie suchen die Räuber zu überwältigen, was oft 
schwierig ist, da diese, wenn sie nicht mehr fliehen können, 
oft mit Händen und Beinen zappeln, so dass vier Landjäger sie 
ans Ziel tragen müssen. Von dort dürfen sie nicht mehr ent- 
weichen. Sind alle gefangen, so wird Gericht gehalten und die 
Gefangenen werden hingerichtet. 

BER^. 

1024. 

Tag u Nacht. 

Die Kinder teilen sich in zwei Parteien, Tag und Nacht; 

sie haben ihre Ziele an den Enden des Spielplatzes, stellen sich 

aber, nur wenige Schritte von einander, in zwei Reihen auf. 

Ein Kind stellt sich abseits; ruft es 

/rag!- 
SO muss die Tagpartei die Nachtpartei zu fangen suchen und 
umgekehrt. 

OEKN. 

1025. 

Baar. 

Die Kinder teilen sich in zwei Parteien und stellen sich 

an beiden Enden des Spielplatzes auf. Einige Schritte vor 

jedem Ziel wird ein Ziel bestimmt für die Gefangenen. Nun 

Gertrud Züricher. Kinderlied und Kinderspiel. 10 



146 

geht ein Kind zu der feindlichen Partei hinüber, schlägt einem 
Kind dreimal auf die Hand und eilt zu seinem Ziel zurück; 
wird es gefangen, so muss es sich ins feindliche Gefängnis stellen, 
wo es warten muss, bis es von einem Kinde seiner Partei erlöst 
wird Wagt sich das verfolgende Kind zu weit vor, so kann 
es von einem Kind der andern Partei gefangen werden, doch 
wird es auch von seiner Partei unterstützt, indem immer das- 
jenige Kind, das zuletzt das Ziel verlassen hat, das Recht 
hat, ein anderes zu fangen. Fängt ein Kind ein anderes oder 
erlöst es ein gefangenes, so kehren alle Kinder in ihre Ziele 
zurück und fangen wieder mit Schlagen an. 

BERN. 

Vgl. Rochholz II. 8 n. 32. 

1026. 
Pralle. 
Eine Partei ist im Ziel, die andere über den ganzen Spiel- 
platz verteilt. Vor dem Ziel steht immer eines von der draussen 
stehenden Partei, das den Ball aufwerfen muss („einschenken"). Ab- 
wechselnd treten nun die Kinder der andern Partei aus dem Ziel 
und schleudern den Ball mit dem Prellscheit oder mit der Hand 
weit weg. Ist kein Kind mehr da, um den Ball zu schleudern, 
so wirft das „Einschenkende" ihn zu Boden und die draussen 
stehende Partei geht hinein; ebenso wenn es einem draussen 
stehenden Kind gelingt, den Ball aufzufangen, bevor er den 
Boden berührt. Sobald ein Kind den Ball geschleudert hat. 
stellt es sich bei einem nahen Ziel auf, um dort einen günstigen 
Moment abzupassen, um von dort nach einem fernen Ziel und 
wieder zurück ins erste Ziel zu rennen. Wird es unterwegs 
vom Ball getroffen, so geht die aussen stehende Partei hinein. 
Deshalb muss das „einschenkende" Kind den Ball oft hin und 
her werfen. 

DERN. 

Vgl. K(K-lih(.iz 11. 8. 

1027. 

Zyhe^-le zäberle. 
Zwei Kinder fassen sich bei den Händen und drehen sich 
so schnell als möglich im Kreis herum. 

UKII.N. 

1028. 

Pfand ylege. 
Alle halten ihre Schürzen hoch, und eines geht herum und 
thut, als ob es jedem etwas hineinlege. 



147 

Nun muss ein Kind, der „ Ampelistock", erraten, wer das 
Pfand hat. Rät er falsch, so ruft man: 

vEijärige Ampelistock, gang!" 
worauf der Stein neu versteckt wird. Es darf weiter erraten 
bis 6. tHat es sechs mal falsch erraten, so muss es Spiessruten 
laufen; dann darf es aber ein anderes wählen. 

BERN. 

Böhme IT. 533; Koclihf.lz 11, 49. 

1029. 

D' Wuche stapfe. 
Die Kinder ziehen am Boden ein grosses langes Rechteck, 
das sie durch Querstriche in Wochentage einteilen; zuletzt wird 
der Sonntag als Halbkreis angesetzt. Ein Kind nach dem an- 
dern legt einen Stein auf den Fuss und versucht nun, auf einem 
Bein hüpfend, durch alle Wochentage hindurch, in den Sonntag 
zu gelangen. Lässt es unterwegs den Stein fallen oder tritt es 
auf einen Querstrich, so hat es das nächste Mal, wenn die Reihe 
wieder an es kommt, dort weiter zu fahren. Den Rückweg 
darf man, den Stein auf dem Fuss tragend, gehend zurücklegen, 
doch muss er in einem Mal gemacht werden. 

BBBN. 

1030. 
Paradysle. 
Die Kinder zeichnen eine Figur auf, bei der zuerst drei 
rechteckige Felder kommen, daun ein Quadrat, das durch Dia- 
gonalen in vier Felder geteilt ist, dann der Halbkreis ^das 
J^iradies". Manchmal wird vor dem Paradies noch eiu Rechteck 
eingeschoben. Man wirft den Stein ins erste Feld und sucht 
ihn dann, auf einem Fusse hüpfend, mit dem Fusse ins folgende 
zu stossen, wobei er nicht auf die Grenzstriche zu liegen kommen 
darf. Geschieht das oder setzt man den 2. Fuss auf den Boden, 
so muss man austreten. 

liölniic II. 451. 

1031. 
Hinderlis (Schritterle). 
Eiu Kind stellt sich mit dem Gesicht gegen die Wand; 
die andern stellen sich einige Schritte hinter ihm bei einer ge- 
zogenen Linie in eine Reihe und suchen nun Schritt um Schritt vor- 
wärts zu kommen, ohne dass das, welches vorn steht und welches 
oft schnell den Kopf wenden darf, die Bewegung sieht. Bemerkt 



14H 



es aber, dass eines eine Bewegung macht, so ruft es dessen 
Kamen und das Kind muss wieder zu der Linie zurückgehen. 
Ist ein Kind dem vorn stehenden so nah gekommen, dass es 
ihm einen Schlag geben kann, so darf es an seine Stelle treten. 



1032. 

Finger errate. 

Man klopft ein Kind, das sein Gesicht auf dem Schoss 

eines andern verbirgt, mit den Fäusten auf den Rücken und 

streckt dann schnell ein paar Finger auf; das Kind muss erraten 

wie viele. Dazu sagt man : 

Fuiuodi, ])iinie(li (Kiiiii])('(li, piiniiiedi) Holdcrstock, 
Wi iiiängi* Fiiif^-iM' 8trockt der Bock? 
Rät das Kind recht, so sagt man : 
Dil liesch OS riiclit orri-ato, 

.lotz oha-n-i dir es schöus Häiieli (Tübelii brate. 
Rät es falsch: 

Du liescli es nid errate, 
.letz cha-n-i dir kes Hiineii (Tübelii brate, 
oder 

Hättisch (h-ii errate 
!Sii hätt i dir es scliöns Häiieli brate. 
(Drü oder irgend eine Zahl.) 
Man fragt auch: 

Der Hansli iseli i Garte gani»-e, 
Wie inäiig's Vöjjeli liet er gfang-e? 
Antwort gleich. 

oder 

Kö.sj^li b.schla, liössli b.sclda, 

Wi injinge Nagel (Wie niängs Negeli) imies i ha? 
Antwort gleich. 

BERN. 

Schild S. 26; Böhme II. 523 tf.: Brenner 63: vgl. Nr. 492 und 509 
und 125 und 513. 

1033. 
Zum gleichen Spiel : 

Typis, tapis Eierlapis (Chuypis, cluiopis Habennähltopi.s) 

Wi inängs Hörn het der Bock 

Uf synem Chopf? 

„Zwöü Hörn het der Bock uf i^yneni Cliopf, 

Zwöü stande-n-uf." 
(Zwei oder irgend eine Zahl.) 
Antwort gleich. 

BERN, L.^NOEXTHAL. 



149 

1034. 

D' Wuche balle. 
Man wirft den Ball hoch auf (oder an eine Wand) und 
nennt dazu einen Wochentag, mit dem Montag beginnend. 
Beim Sonntag sucht man den Ball mit dem Kopf oder mit der 
aufgehaltenen Schürze zu fangen. 

BERN. 

1035. 
Ds Ris halle. 

Der Ball wird sieben mal an eine Wand geworfen und 
mit beiden Händen gefasst ; sieben mal nur mit der Rechten 
geworfen und gefasst, und zwar so, dass der Handrücken dem 
Boden zugekehrt ist; 

sieben mal ebenso geworfen, aber so gefasst, dass der 
Handrücken dem Gesichte zugewendet ist; sieben mal auf diese 
Weise geworfen und gefasst; sieben mal auf gleiche Weise ge- 
worfen, aber gewöhnlich gefasst; 

sieben mal, den Handrücken dem Boden zugekehrt, ge- 
worfen, ohne ihn aufzufangen (tälple, tätschle); 

sieben mal, den Handrücken dem Gesicht zugekehrt, so 
zurückgeschleudert. 

Dazu werden immer die Namen der Wochentage genannt, 
wobei man immer beim Montag beginnt. 



1036. 
Man wirft den Ball hoch in die Luft oder an eine Wand 
(auch zu Boden, ohne ihn aufzufangen „tälple") und sagt: 
Ds Eiseli wott z' M.ärit loufe, 
Wott ga früschi Eier choufe. 
S' Iiet am Arm e Chratte. 
Wi mängs git's für ne Batze? 
Eis, zwöü, drü otc. 

BXBK. 

1037. 
Aniiebäbi Meier, 

Ui mer fiii- ne Batze (für iies Totze, für nes Zächni) Eier: 
Eis, zwöü, (Irü etc. 

OGaN. 

1038. 
Anne Babi Mei, 
Wie miings Ei 

Gisch mer für iie üiiidine Stei? 
Ei.s, zwöü, drü (Ho. 



150 

1039. 
Man wirft den Ball an eine Wand und während er oben 
ist, macht man die Bewegungen, die das Sprüchlein angiebt: 
Grüssccli, IIiMT Präsident, 
(Verbeugung.) 

I \v;i!<cli(' iiiyiii Hiind, 
1 tiwline si ab 
IJ lege si i ds Grab. 
(Man hält die Schürze auf und sucht den Ball damit zu 
fangen). 



oder 



1040. 
(4riis<8Pcli, Herr Pviisideiit, 
Wasch dyiii Fliiiid, 
Tröehne si nh 
IT steck si i Saci<. 



Brenner 59. 



1041. 

(Twöiilecii, 

Hopsa, 
(Man hüpft auf.) 

Chlatsche. 

Winde, 
(Man dreht eine Hand ein paar Mal um die andere.) 

Harz clihjpfe. 

Anne verscliränlce, 

Hind(>-n-iMi(l noiiic cliiMtscIit'. 

Redli. 
(Mau dreht sich einmal herum.) 

Beim Ballaufwerfen sagen die Kinder oft auch nur: 
Alleri pastalleri, aller! pastalleri etc. 

BElt.N. 

1042. 
Handwerkerlc. 
Zwei Kinder (rosa und blau) suchen durch ihre Beweg- 
ungen etwas darzustellen und sagen dazu die Anfangsbuchstaben 
eines Substantivs und eines Verbs, z. B. 
W. w. ^= Wäsche waschen 
T. 1). = Tote be.ii,raben 
11. ;i. = Hemden aufh;in,ü-en etc. 
Wer es errät, oder wer das Substantiv errät, kann Hand- 
werker sein, mit einem der frühem Handwerker (rosa oder 
blau) nach Wahl der Farbe. 



151 

1043. 

Ysebähnlis. 
Die Kinder sitzen im Kreis; eines steht in der Mitte, 
denkt sich einen Buchstaben aus und fragt ein Kind nach dem 

andern 

Vü wo bis wo fklirscli? 
Antwort : 

N'oii .... bits .... 

Kommt in den beiden Wörtern der gedachte Buchstabe 
nicht vor, so sagt das Kind: 

„Es iscb riielit.'" 
Kommt er vor, so sagt es: 

„Es rumplet." 
Das geht nun weiter, bis ein Kind errät, welcher Bucli- 
stabe gemeint ist. 

aEEN. 

1044. 

Chrützerli schänke (Räppell gä.J 
Ein Kind thut, als ob es jedem der andern Kinder etwas 
gäbe und sagt: 

.,S{it, da heit der ( 'liriitzcrli iRiippeli), iiauget uf e Mäi'it 
lind (.'houfet öppis; aber dir dörf'et nid ja u nid nei säge, 
nid schwarz u nid wyss, nid Vater und nid Mueter."' 
Dann geht es von einem zum andern und fragt: 

,,\Vas lieseh mit dym ( 'liriitzerli üiiiaebt?" 
Darauf stellt es ihm eine Menge Fragen, um es zum An- 
wenden eines der verbotenen Wörter zu veranlassen. Geli 
ihm dies, so muss das Kind ein Pfand geben. 

BERN. 

Bölimc II, 576: Kdcbliolz II, 39. 

1045. 

S/ille Musik. 
Ein Kind ist Musiklehrer; von den andern wählt sich jedes 
ein Instrument. Der Lehrer macht, rasch wechselnd, das Spiel 
auf den verschiedeneu Instrumenten nach; wer bei seinem In- 
strument nicht sogleich mitspielt, muss ein Pfand geben. 

IIER.N. 

Hölime H, 615. 

1046. 
Kapuzlnoiis. 
Die Kinder sitzen im Kreis; jedes wählt sich einen Gegen- 
stand, der dem Kapuziner gehört (Rosenkranz, Gürtel, Kapuze 
etc.). Ein Kind steht in der Mitte und erzählt ein Geschicht- 
chen, in dem diese Wörter recht oft vorkommen. Jedesmal, 



152 

wenn ein Gegenstand genannt wird, muss das Kind, das ihn 
wählte, klatschen oder sich umdrehen. Bei den Wörtern Kapu- 
ziner, Kirche, Kapelle, müssen alle Kinder klatschen oder sich 
umdrehen. "Wer es unterlässt, giebt ein Pfand. 

BERN. 

1047. 
Man giebt ein brennendes Zündhölzchen weiter, wer es er- 
löschen lässt, giebt ein Pfand. Dazu sagt man: 
Stirbt «ItM- Fiiflis. SU {>ilt ilcr Hnlii, 
Labt Ol- lang (Stirbt er nid), so wird er alt. 
Stirbt er, so stirbt er. 

Brenner GO. 



oder 



1048. 



Stirbt der Fuclis, so gilt der Balg. 
Labt er lang, so wird er alt, 
Frisst er vil, so wird er dick 
Und zuletscht gar imgescliiekt. 

Bölinie II. 573. 

Schluss auch: 

Frisst er vil, so wird er fett, 
Frisst er wenig, bivbt er nätt. 



DAUSTETTE.V. 



1049. 
Peter, ziiiid nn-r ds Stiini|)li a. 

BölniH' II. 573. 



BEKN, DAKr>TKTTE.N. 



1050. 

Utn das Kind lachen zu maclien. 

Es fahrt (chimt) es Soliitf ga (vo) Neueburg Xyweidung'. 
I schicke (füere) 's ohni Lache fürt : 
Brieggele nid, lächele nid, 
Zeig nier dyni wysse Zändli ni<ll 
(Das Kind soll nicht lachen.) 



oder 

Böhme 190 



DERX, HEUZOQENBÜCHSEE, OIIERKIED. 



Lueg nii a ii lach nid. 



1051. 
("hrüseli, Mü.seli nf eui Dach. 
^ycr schilt, wer lacht? 
War di wysse Z<ändli zeigt. 
Der niuss ein Pfiind geben. 

Böhme 191 und 11 588: Hocldiolz II 50. 



DAKSTETTK>'. 



153 



1052. 
Clmöücli. Clinöüeli iif cm Dar-h, 
W'lir i\\ wvssc Ziiiiil füre lat. 
MiH's OS Pfand u;i. 



HBRZOGENBl'CHSEE. 



zu; wer gefaogeu 



1053. 
Fischli fall. 
An einem Rütchen wird eine Schnur mit einer Schlinge 
befestigt; diese wird auf einen Tisch gelegt und die Kinder 
halten einen Finger hinein. 

Der Fischer sagt oft nach einander: 
I ti.schc-ii-uf Olli Soe, 
1 üsclio-n-ubo-n-aui Soo, 
I tischo-n-umle-n-aiii Soo. 
I tischo-n-usoiii Soo. 
Von Zeit zu Zeit zieht er die Schlinge 
ist, muss ein Pfand geben. 
Böhme IL 622. 

1054. 
I fiselio äuet ein Bacli, 
I Hsclio (lisot Olli Bac-li. 
I tische ol) ein Bach, 
I fische linder ein Bach. 
I fische hionachot ein Bach. 
1 fisclie US ein Bacli. 

OBERRIED. 

1055. 

D' Gans verchoufe. 
Die Kinder sitzen im Kreis nah beisammen. 
A: I ha-n-e Gans ■/' \ crchimto. 
B : Isch si feissV 
A: Feiss isch si. 
C: Feiss isch si; liot si FäihMv? 
A: Fadere het si; feiss isch si. 

D: Feiss isch si; Fadere lief si; ^eit si \\yjiol\\'ai>or:' 
A: Wygelwagel geit si, Fädore liet si. feiss isch si. 
E: Feiss iscli si, F;i<h're iiot si. wygelwagel geit si. wi 

tür gisch si? 
A: Für ne Batze, wygolwagol geit si. Fädero her si. 

feiss isch si. 
F: Feiss isch si, Fiüh'ro het si, wygelwagel geit si, für 

ne Batze gisch si. Iiesch se-n-ö])])t> gstt»leV 
A: Bsch, hsch, bsch I 
Wer sich verspricht, giebt ein Pfand. Es wird auch so 
gespielt, dass jedes der Keihe nach die Antworten wiederholt 
und nur das letzte die neue Frage stellt. ber». 

Fr. Drosiliii. Doiitsclio Kindorn'iino n. Vorsclioii ISl»?. S. 108. 



154 

1056. 

Pfänder auslösen. 
Ein Kind ruft: 

W;ii^ soll (l:is I'taiid 
In iiicinci- IhimlV 

BEKN. 

1057. 

Brieftreger sy. 
Das Kind, das ein Pfand auszulösen hat, sagt: 

_1 li;i-n-f l-5i"i('l" iihzfiü." 

Für wün? 

.,Für N. X." 

Wi iiiänijs Si^i'l lict er? 

..Fiif/- 
(Oder eine andere beliebige Zahl.) 

Kofi (m1('|- scliw ;ir/.i? 
.,R()ti.'' 
Nun giebt es dem genannten Kind so viel Küsse, als es 
Siegel nannte. 

oder 

„Scliw .■ir/i- 
lSo viel Schläge.) beun. 

1058. 
Polnisch bällle. 
Das Kind, das ein Pfand auszulösen hat, wählt sich noch 
ein Kind aus, geht mit ihm im Kreis herum und sagt bei jedem 
Kind nach Belieben entweder 

„1 niöcht für iiii es Sriickli l^rot imd für \\\\ Frmi es 
Müntsclii'" 
oder umgekehrt; als Brod wird ein Schlag auf die Hand gegeben. 
Bölniie IT. 630 b, 10. bern 

105;t. 

Der Ofe-n-ahäte. 

Li('It(>-ii-()f('. i hüte (li n. 

Du brticliscli \ il Ilitiz iiml ii:' c .Mji. 

Iv'lllllH' II. 630 b. 6. BEK.N. 

1060. 

/ Brunne falle. 
Ein Kind stellt sich in eine Ecke und ruft: 

..I bi i Briiniic üfjillf." 

Wi uiiiiiiis <'lil;ifti'r tiffV 

.,l»rü.- 
(Oder irgend eine Zahl.) 

W;ir soll (li iisc zieh ? 
.N. N." 



155 

das ihm nun so manchen Kuss zu geben hat, sich nachher 
vor es hinstellt und die Geschichte von neuern anfängt, bis alle 
Kinder an der Reihe gewesen sind. 

BERN. 

Böhme II. 630 h, 5. 

1061. 

Der Nonnekus gä. 
Zwei Kinder suchen sich durch zwei Stuhllehnen hindurch 
einen Kuss zu geben oder sie stellen sich auch mit dem Rücken 
gegen einander, verschränken die Arme und suchen sich über 
die Achsel den Kuss zu geben. 

BEIiN. 

1062. 

Fade-n-üsse. 
Zwei Kinder kauen am gleichen Stück Faden, bis sie zu- 
sammen stossen und sich einen Kuss geben. 

BBIIN. 

1063. 

D' Bilds üle mache. 
Ein Kind stellt sich in die Mitte, und alle andern befehlen 
ihm, irgend ein Glied in eine gewisse Lage zu bringen, in der 
es nun eine Weile bleiben muss. 

ÜEUN. 

Bölmio II. 611 und 630. 

1064. 
Sfrilssli binde. 
Ein Kind nennt drei Blumen und ein farbiges Band und 
verlässt dann das Zimmer; die andern machen unterdessen aus, 
welche Personen die verschiedenen Blumen bedeuten sollen, 
worauf das draussen stehende Kind gefragt wird : 
Was luach.seli mit dem Veieli ? etc. 

BERN. 

1065. 

Ds Testamänt mache. 
Ein Kind versteckt seinen Kopf unter der Schürze eines 
andern ; dieses fragt es mehrmals : 

„Wäm gisch das?" 
und macht dazu irgend eine Bewegung (Nasenstüber. Streicheln, 
Kuss, Schlag etc.) Nachdem es jedem Kind etwas zugedacht 
hat, kommt die Ausführung des Versprochenen. 



Nachtrag. 



1. 

Gegen Warzen. Man zieht 
eine Hausglocke und ruft durchs 
Jlaus hinauf: 
lü' n iiiyiii Wärzo 
( liöiiio ila fho harzt'. 



Nuggizapf, Gygenapf 
Hanget a der Stange, 
List (li griieiie Birli ab. 
Di gäle lat er hange. 

\'i-l. Nr. (389. 



„.SchniuUn'ängäugäng. SehniuhM'äng- 
^faclit meine Trompete. [ängäng" 
^Het e nätte. het e nätte". 
Macht meine Khirinette. 
..Het e fyne. het e fyne." 
.A[acht meine Vigolyne. 

THr.N. 

Vül, Nr. 921. 



I>fr .Mcie-ii-iscli koiiime-)i-untl das 

i.st'li waln-: 
Ks griienet hür aUes i Lmih und i 

(^ras: 
1 i-iiiih inid i (Tfas der»' Bh'iesth Sd 

vil. 
I»nnii tanzet ds Mareih im Seitespiel. 

RADELKINQKN. 

Vgl. .Maih.'d. l.iederhiich 18.38. 
S. 1.35. 

5. 
Der Tamhurmajui' 
Nimmt ds C'hätzU him Oiw 



r <ls .Müsli bim Schwan/, 
U iiei zänif-n-c Tanz. 



Es sy u Hüng (Iliinn • 

Wi anger Hüng (anner Hüini 

Si gali <) unger <!' Linge ' anner 

d' Linm- 
U frässe-n-iise Cliinge (Chinnei 
Mit irne länge Zange (länne Zäune) 
I)s Brot US de Hänge (Hanne). 

rTIGEN (jenseits DER AARE). 

Als Spottvers auf die ver- 
schiedene Aussprache von Nach- 
barorten. 



N. N. v(i Tiuui 

Het d' Chüechli gärn biini. 

Der Gattee gärn %\yss 

U het doch geng ke Flvss. 



1)" Winniii.serliit hei bösi Ko.^s: 
Si stille lier Haber /.' Thun im 

Schins 

THr.N. 

9. 

1)' Arclier-Chatze 
Hei Hooi- a de Tarze. 

AUCH B. UURKN. 

10. 
Zmii .Müller 'i -Hansi bi-n-i gange. 
Zum .Miiller-Hansi z' Hus: 
Zum Miiller-Hansi gieng i niinnne. 
her .Miiller-Hansi liet e Lus 

DEilN. 

ViCl. Nr. G92. 



'i Irgend ein Nanu 



157 



11 
An zähl reim: 
Li), fleiix. tyne, 
•S(h(»raggp tyiip, 
Schfjragge tygg'Ptagg«' 
Ala mala butf. 

THCX. 

12. 
Ks geit e (7eis^^ zum Biumif: 
Si het PS Chindli gfuniip. 
Wi so) das Cliindli lipissp? 
( Vtcronp-Gpissc. 

War so! däm Chindli d" Windle 
i »i alti bösi Pbrndcrtäsclip. [wasche? 

THl-X. 

\'-l. Nr. 552 ff. 

13. 
lii ga Laiizl)m'g gange, 
IIa Häfeli keilt: 
Bi d' St.ägp-n-ab gfalle. 
IIa si alli verheit. 



Vgl. Nr. 872. 



14. 



THTN, BERN. 



S,-liätz('li. ps-tu faclipe, 
Fachee contre moi? 
So nimp-n-i p-n-andpri. 
Me liehe pas mal de toi. 

15. 
<» lieViei- Lulu, 
Geh nicht zum Zulu. 
'm'Ii nicht zum wilden Mann in Afrika. 
Kr thätp schiesseu 
Dpn Sohn, dpn süsspu, 
l'en lipben Lulu nutusptot. 
l)och nun, dpr Lulu 
(iing doch zum Zulu, 
Ging doch zum wilden Mann in Afrika 
Dpr that nun schipssen. 
1 >en Sohn, den süssen, 
l)en liebpu Lulu mausptot. 

THCN. 

Vgl. 1)16 ff. Die Melodie siphp am 
Schlussp. 

16. 
Ks tanzt ein Bybabutzimann. 
In unserm Haus herumtyruni: 
Kr rüttplt sich 



Und schüttplt sich 

Und wirft den Stecken (das Siickipin > 

hintpr sich. 
Ks tanzt ein Bybabutzimann 
In iniserm Haus herumtyruni. 

THfN. 

17. 
[: Ich fang emal e Maus. :) 
Uffy-nfta-ufflädermaus, 
Ich fang emal e Maus. 
[: Was willst du's mit der Maus? :| 
Uffy- uffa-uffladermaus, 
Was willst du mit dpr 3Iaus. 
|: Ich zielrs ihr ab den Pelz :j 
Utty-uffa-uftläderpelz 
Ich zielis ihr ab den Pelz. 
[: AVas willst du"s mit dem Pelz? :| 
etc. 

|: Ich mache's mir ein Porteiiioniiaip :| 

etc. 
|:Was willst du"s mit dem Porte- 
monnaie? :] etc. 
[: Ich tlius darein mein Geld :] etc. 
|: Was willst du's mit dem Gpid? :] 

ptc. 

|: Ich kaufe's mir ein Weib. :] etc. 
|: Was wilLst du's mit dem Weib? :) 
etc. 

[: Ks bringt mir dann pin Kind. :] 
etc. 

|: Was willst du's mit dem Kind? :] 

etc. 
[: Ich schick" es in die Sclud. :] etc. 
[: Was macht es in der Schul? :] ptc 

THC.N. 

Die .Melodip siplie am Schlus.sp. 

1«. 
Bisch e Suribmi, bisch e Suribiu'i. 
Machsch eie pompeie, 
Bisch e Suriburi, bisch e Suriburi. 
Machscli eie pompei. 

THCN. 

19. 
Bärpmutzli. gib ps Schmutzli: 
Bärpmutzli, gib e Schmutz. 



158 



20. 



(0) Mueter, uiyni Cliüngle(Fii]ke)sy tot. 
.,0 hättiseli du ine zu frässe gegäbe, 
So wiire disalbige jetz uo am Labe.'' 
(Ol Mueter. niyni Chüngle (Finke) 

sy tot. 

Tllü.N, MÜNCUENBDCHSEE. 

I»i(' Melodie siehe aiu Seldusse. 



I)" Bure Iure 
So lana' si diire 



21. 



22. 



Wei uu'r nid es bitzeli. 
"\Vei nier nid e ehly, 
Wei uier nid es bitzeli 
Lustig sy? 

Wohl, mir wei es bitzeli 
Wold uu'r wei e ehly, 
"Wohl, mer wei es bitzeli 

J^UStig sy. TUU^, BEKN. 

23. 

Abends, wenn ich schlafen geh. 
Vierzehn Englein um mich stehn. 
Zwei zu meiner Kopfende, 
Zwei zu meiner Fusseiide, 
Zwei zu meiner rechten Seite. 
Zwei zu meiner linken Seite, 
Zwei, die mich decken, 
Zwei, die mich wecken. 
Zwei, die mich weisen 
Zum Himmelsparadeisen. Amen. 
Vgl. Nr. 39. BEK.N. 

24. 
1 ghöre-n-es Glöggli, das chlingelet, 
Drei Angel im Himel singe. 
Der erst wott mit mer nider gab. 
Der zwöüt wott mit mer bätte, 
Der cb-itt wott mit mer ufgah, 
Das i chönn i llimel träte. Auie. 

BERN. 

25. 
(Tdiicklech isch der Tag verby. 
Liebe Gott, i danke dir; 
Ha-n-i dir hüt gfalle? 
Ach, verzeih, was i ha gmacht. 
Gib is jetz a gueti Nacht, 
AVach du bi-n-is alle. Amen. bbkn. 



26. 
Es wott e Ma ga Strassburg ga, 
Wott syni zwölf Wyber nid mit secli 
Di ersti heisst Fron Ofedür, [la; 

Di zwöüti macht es grimmigs Für, 
Di (b-itti bringt e bratne Fiach, 
Di vierti setz sech hinder e Tisch etc. 

BERN. 

Schluss wie Nr. 471. 

27. 
Ds Bäsebinders Joggeli 
Ilet hinder eni Ofe gschwitzt, 
Het welle lehre pfyffe. 
Het ds Mul vergäbe gsititzt. 

BKIl.N. 

28. 
Es git e giieti Sui>pe 
Mit hunderttusig Mugge. 
i\Iit Flöhne gsalze, 
Mit Lüse gsclnnalze. 
Mit Wäntele gspickt 
Drei Finger dick. beb.n. 

29. 
Haberstrou heisst my Frou, 
Lüsegring heisst mys Ching, 
Türlistock heisst my Bock 
Und Huppeli mys Hüendschi. 

BERN. 

Vgl Nr. 450. 

30. 
Eis, zwöü, zwo, 
Wydiwädi, wo. 
Wydiwädy, wydiwädy. 
Wydiwädy, wo: 

Meinsch. i chönn nid zwänzgi zelle? 
Zwänzgi sy scho do. 

BERN. 

Dieses Aiizählverschen hat 
20 betoute Sylben. 

31. 
(Trosumeter geit ga tanze 
Het si keiner Schue, 
Si leit dem Vatters Schlarpe-n-a. 
Tanzet lustig zu. 

BEBN. 

Vgl. Nr. 821. I>ie .Melodie .siehe 
am Schlüsse. 



Iv/^elod-ieaa. 



Zu Nr. 1 



^-'2 J J— K — s — K 



rJrW: 



0-±S E ^ ^_. 



Schlaf, Chind-li sclilaf,der Vat-ter hüe-tet d'Schaf, u d'Mue-ter sohütt-let 
c — ,11 _s — £ — ^ — ^_i 0—1-0 — ,--'— i — 3J 



«Is Bön-iiie-]i, ila fal - le sdiö- i)i Tröü-me - li. sclilaf, Cliind-li, soliTaf. 

Zu Nr. 1. 






=3^4— 4-Jrd=a=g: 



:a: 



Sclilaf, Chiiiil-Ii, schlaf, drr Vat-tei- hüt'-tet d'Schaf, ii d'Mue-tei- schütt-let 



dsBöü-in<>- li iiml a- befallt es Tröü-iue - li. 

Zu Nr. 15. 



Schlaf Chind-li. schlaf! 



.^e=^S: 



:i 



:1= 



-# — 



Siis - si nun - ni püt - ti. ds'C'hälb-sclii geit i d'Küt - ti. 



-ß «_ 






:-N— *- 



:J — i — — ■ 



1 



(ls('hue-li o;eit i d'A-cher-weid.. hriii^'t demBueh-li .Aliiin-mi hei. 



Zu Nr. 18. 



Irg=pz:rpz3 _^_ 3_:|z=j=3-:1=:|— -i|z=j-: 



=:^:=i- 



i=r— J 






* Sv sa Hen-nel-li, am Mor-üe friei im Tän-nel-li, <äs 



giy- gel-läd, as grä-gel - litd. hop-sas- sa, ;is sä- del-läd. 

Zu Nr. 25. 



[-^ — ^- H-^P| -# — S — #- | -» -■ — A-^ -0 — — # — g ^— I 



ü der Ät - ti geid an Wel-len-biirg, du gherd er es Bjin-zel - li 



r=:zz=ir -J — 4— ::|=jq-:l — #— #— ,- ra— 4=H-— H^:f^-=: 

L_ ^ ^_1 1 1— I 



l)lä - rän. da y:eid er hein und iiimmd es Seil uml bindt das Bän-zel - li 



1 ^-4 1 -i H 



a-n- es Bein und brinert es vs - am Mar - tel - li liein. 



3^£Ji^p^^}^ 



m 



itiu 



Zu Nr. 245. 

r- V S— -N- 



"^ Dert ii-nc-ii am H;ir,u-Ii, <lert steit e Ka-p;ill. dcit tan -zt- (Jrci 

Pfal-fe mit ei- ncrMam-scIl, tV - <lv - ral - lal - lal - la, tV-ilv-nil-lal-Ial- 

la. ty - (ly - ra, lal - lal - lal - lal - lal - lal - la. 

Zu Nr. 246. 



*" y\'n\ i'ii ie-de-re, nid vn ic-di'-rc lict Piil-xcr zum ic-i'-c-n-, nid cii 

i(^ - de - re. niil en ic - de - rc lief Pul-vcr, das Infiniit. 

Zu Nr. 248. 

•^ Wenns Clia-bis-chrut nig - net u .Spa 

\ — ^ — f^ j. — I — ^ — ^ — ij — 



\ir und uiys Scliätz-Ii e Ins- ti - .üi Fröud. 
(«climut-zi - gi) 

Zu Nr. 280. 



Im Hi - mel, im Hi - mel iscli e liul - di - ge Tisch, da 



: — » 

sit - Z( 



z 3=jz^ |i#=j=T:|r3— g— ^rfig^jj; 



di An - ücl l)i Fleisc-Ii ü bi Fisc-li. 
Zu Nr. 345. 






Ks git ke» schö-ntTs Tier-li. als »• - .so en J>clniägg. Schnägg, 






Schnägg, er trcit sys ei- i^i^ Hüs ■ li uf" cui-Küg-ge wägg. 

Zu Nr. 359. 

i-— -L, -, 

-tf— A- — i-4- s s — v — > N- 



Tr — - — ^-^ * — • * — • — 

I weis am-e-n Ort es Ihim- ])e - li -näst, das lia-n- i ghö - re 



161 



I L_^ ^ ^ ^-J L_^ j^ ^ J^ -- ^ 

SU- se; Boh-ne-bluest u Schwä-fel-dampf, das trybt di Hum-pe - li 

.i 



u - se, 



m - tä, m - tä, m - tä, m - tä, m - tä, m - tä, iii - tä. 
(Wird als Kanon gesnngen.) 

Zu Nr. 369. 



- -^— 

^--t-" 



i^gE-^4^^i^J^s;^ESEg 



Di Fa - si-nacht, di Fa- si-nacht, wenn uns - ri Mue-ter Chüecb-li bacht; 



t'hüech-li ba-cbe kann sie uicbt, denn sie bat die Wa-re nicht, di 

I = « 0-i- » 0-^-0 , , ^ L ,_I ^ ^_D 

Fa - si-nacht, di Fa-si-nacht, di Wy - ber ba-che Chüech-li, si tan-ze, si 
t i(-J-^ — ^ — ^ — ^i — *_iz, — ^ — ^ — ^-J^ ^J 



gum - pe i all-ne-u-Eg-ge-n- um-me u hei di gross- ti Fröud 

Zu Nr. 387 



Chum, mier wein gän Chrie-se-ni gwin-nän, weis amen Ort gar giys-li 



vil, grie-ni, ro - ti, bru-ni, schwar-zi, s'han-gen je vier - i an ei-neni 



StU. Jodler. 



Zu Nr. 450. 



Ds'erst .Talir wo-n-ig a-gfange ha liu - se, da ha-n-i es Hueii ü-ber- 



cho; däni ha-n-i der Xa-iue ge - gä - be. ja Hen-ne-H heisst niv; 

--V 1^ V 



h — *-'* — — * = 0-\ — 1-^ S 1 y=^ — -g #i-.5— 

— - -•■ i_^_^ ^ ^ X 



Huen, Hen-ne - li heisst iiiysHuen,Hen-ne - li heisst mys Huen. 
(Von der 4. Sti-ophe an wird der zweitletzte Takt so oft als nötig wiederholt.) 

Gtartmd ZOricher, Kinderlied und Kinderspiel. 11 



162 



Zu Nr. 453. 






Dert un-de-n- i der Ou, da steit e Bir - li-bouni, drBir-li- 






boum treit Loiib. Wasisch adäm sal-bigeBouiu?E wnn-der-scliö-ne-n-Ast 






»i— • 1- —A — 0'—m- 

d ,J ff_J. ^ ^- 









Ast a däm Boum, Boum i der Ou, Ou a der Ar - de. 

Die zweite Strophe beginnt bei 2. — Der zweitletzte Takt wird in lien folgenden 
Strophen so oft wiederholt, als es der Zuwachs des Textes verlangt. 

Zu Nr. 454. 



-A- S P+ — 1 1-5 • ^ 1^^^ 4 1-! 1 



-:\—X 



Ä - her wenn nun der Topf ein Loch hat, lie-ber Hein-rich, lie - ber 



cz:\=-=^;- 












Hein-rich. Stopf es zu, dum-me, dum-meLie-se, dum-meLie-se, stopf es zu. 

Zu Nr. 624. 



Wald-brue-der im Hütt-li hetdsStü-be - li gwü8cht,het ds BU-se-li la 

-ä — ^ 1 e — szii_,. 33 

fal - le-n u ds Jüm-pfer-ii küsst. 



Zu Nr. 802. 



14: 



du liebs An - ge - li. Res- ma- rin-stän-ge - li, o du liebs 

An - ge - li, tue nid e - so, zit - te - re nid e-so, tue nid e-so, 

dsBöu-me-li fallt um, um, um, zit - te - re nid e- so, tue nid e- so, 

ds Böu-me - li fallt um . 

Zu Nr. 807. 






Ich und mein Schatz sind bei -de wohl auf, wir schlof-feu mit ein - 



16S 




« L_-H^ 4 , , 1 



an - der durch's - fen - loch auf, beim Spin-del - re - del, beim beim 

P -N- — N — K — I — ^- '■-'^ — J— ^ 






Spin-del - re- del, beim beim Re- del- re-del, beim beim Spin-del-re- del, beim beim 

Spin-del - re - del, beim beim ße- del - re - del beim. 

Zu Nr. 816. 






:?=::^ 



a 



-# 0- 

Mys Harz isch tru - res - voll vo - wä - ge Ba - bis ; es 






i * ^ 

het der E - sei u - se - gla, er isch im Cha-bis. 
Zu Nr. 883. (Als Kanon.) 



*^ Fr^-re Jac-ques, fre- re Jac-ques, dormez- vous? dormez-vous? Sonnez les ma- 






ti - nes, son-nez les ma - ti - nes, di din don, di din don. 

(bim bam bum, bim bam bum.) 

Zu Nr. 894. 



■t^ 









-^-- 



:^-=2=:S: 



Es wott e Frau ga Ba - de ga, 



hu, tschu-de - ri du, si 



4 = m 1-- —A-0 (-: ^■ -H^^ — ^ — -? — V — h — ^-11 — 



het der Ma de - hei - me gla, m hm a ha m hm. 

Zu Nr. 898. 



tiEs^: 






=J=J=;^:Ä=: 



I Mue-ters Stü-be - li, da geit der hm hm hm, i Mue-ters 



— I- 

— ^ 






= :=d=± 



Stü-be - li, da geit der Wind. 

•Schluss auch: 



J Mue-ters Stti- be - li, da geit der Wind. 



164 



Zu Nr. 903. 




S'iscli 110 nid lang, dass s'grä-ge-Iet het, di Böü-nic - li trö - pfc - le 



no, 



—X 



^ 



ha-n-es mal es Schä-tze - li glia, i wett. i liät-ti'p 



il^S^^S^^üi 



ESfeE 



:t: 



no. tra-a-la la la-a-la la la la-a-la la-a-la la-a-la ia la a-ia 

^ w3 



i^l^^^f^il_^l 



la la-a-la la, tra la 



la la la la. 
Zu Nr. 909. 






^—ä- 



-ä — ^— ^^— #- 



iii=qz=:1: 



^f=^ 



u bricht es Röse-li ab. 

I I I 



Re - gi - na geit i Gar - te 
Re- gi - na schaut rings - u - me 



und gseht e schö-ne Chnab. 
Zu Nr. 912. 



LSjZ — 3: ß — 1_-# 1->. rs « — J — ^ H; ^-; h- 

^7^ U L IV •:•- -#- ^^' ■*■ ■»■ 4- 1^ t' y' 



II ^ ^ r 

Es war ein Pfalz-graf (wohl) an dem Rhein, der hatt' diei 

t — ß * — ß ß—i—0 .# ß ^—1—0 — h K==J 

( ^ |j Ij I [j \j f \ w \/ 



schö - ne Töch - ter - lein, 



es war ein Pfalz-graf (wohl) an dem 



— W— ? — — ä- 



Rhein, der hatt' drei schö-ne Töch-ter 



f-r=f=r r 



lein. 



Zu Nr. 915. 



-^— * w 1^—^ — 



zz^l: 



Z^—c 



:t- 



^- zirg^ ^p ^=:z ^ ß 1 ^ — - — 
,Bisch du der Schwj'-zer - jog - ge - 11?" sprach Bo - ne-part- 



-^ ß—^ 



:t=±it:: 



--^^=^ 



li, „bisch du der Schwj--zer - jog - gc - li?" sprach Bo - ne-part- 



165 



irrt^ 



—• — # — 



3z:i— 



iE±=:±zEt^E^EEQE^=£?=r^=W=^=^ 



li. „Ei, was geit's di a? Ei, was fragscli mer ua?" spraöli rl,-r 

:1==SJ=:ii: 



it: — ■^. — ^ 



Sch^^'^^-zer - jog - ge - li. 



^IPi 



Zu Nr. 917. 



lAIein lie - ber Lu - In, geh' nicht zum Zu - lu, geh' nicht zum 



=1=5 



.schwar-zen Mann nacli A - tri - ka; sie wer-den schies-seu, mit Pfeil und 



Spies-seu; dann ist mein lie -ber Lu - lu tot. 



Zu Nr. 919. 



*-^ 



SEÖ-Ii 






:j=:: 



Es ny - gel - na - gel-nöüs Hü - si und es ny - gel - na - gel-nöüs 



Dach, lUld es nv - o-pI . nn . ü-ol.r.M;it. ir:;., ,.i 



q=^^=2E 



luid es ny- gel -na -gel-nöüs Fän-ster mit Hud - le ver- 






macht 



Kul - la di rul - la, rul - la di rul - la, rul - la di 



^Sll^Üf^J^ 



rul - la, rul - lal - lal - la. 



Zu Nr. 920. 



S'isch a - ber ei - ne dus - se, FrouMue-tum dir - lii- - ly, s'ildi 



a - ber ei - ne dus - se, Frou Mue-ter - li, was het er wel- 



le mys Töch-tum dh--lir - ly? was het er wel - le, mysTöch-ter - li? 



166 



Zu Nr. 921. 

Schönster Schatz, was soll i dir spile? 
Ich will dir spile-n-auf meiner Flöte. 



CWinl halt) sins^end yresprochen.) 



j. — U — I 1 



/ — u^-3 3 17-5 — ^5-1 JJ 



.si lö - te, macht mei-ne-ri- e-ri Flö-te. 



La si lö - te, la 

(Su-ri bum-bum bum, su - ri bum-bumbum, macht raei - ne Bass - jjei - ge.) 



Zu Nr. 923. 



%^^^^^^^^^^^\^^ 



-• — 



Jetzt ist die Ab-sehieds-stun-de da. 



wir rei-sen nach A- 



nie - ri - ka. jetzt i.st die Ab-schieds-stun - de da. 



wir 



— » ^ • '-• 



rei- seil nach A 



nie - ri - ka. 

Zu Nr. 941. 






II e - tait une her - gfe - ri' et roii. et ron p'tit 






pa - ta-pon, il e - tait une ber - ge - re qiii gar-dait ses nioii- 



tons et ron qiii gar-dait ses mou - tons. 



Zu Nr. 952. 



cke und ich werd' nass; ich 



Es reg-net auf der Brü-cke und ich werd" nass; ich 



^ip^E^i 



hab' et- was ver - "-es-sen nnd weiss nicht was: 



schön-stes Mäd-chen 



—• — ^ — g^T— g^ =i^-* — ^— \ -m — ^ — T^-^ — ; — * — *-H 

und fein, la - de dich zu 



hübsch und fein, la - de dich zum Tan-zen ein, lass uns ein - mal 



tan-zen und In - stig sein. 



167 



Zu Nr. 962 u. ff'. 



;=i= 



:c^i;:i^=:1=:1 



^lp2=Ji^^^3=i=^i 



Ma - li - a sass auf ei- nem Stein, ei- nein Stein, ei -nem Stein, Ma- 






ri - a sass auf ei -nem Stein, ei -nein Stein. 
Zu Nr. 967. 






-w — 



Wollt ihr wis-sen, wie der Bau - er, wollt ihr wis-sen, wie der 
Bau- er, wollt ihr wis-sen, wie der Bau - er sei -neu Ha - fer aus- 



sät? So 
' — • — • — ^ä ^ 



so so sät der Bau - er. 



so so sät der 



.01. — £_ 






Sä 



Bau- er, so so so sät der Bau - er sei - neu Ha - fer in's Feld 



* 



Zu Nr. 968. 



::^t:^-ii=i;=s3i?=?=; if 
-0-i.-0 — e 1 1-1, 



# — f — -J t- 



ifEHzis^zii^^z^id 



Ma-dame, wii* wol-len wa-schen,wa-schen wol-ien wir, ty - dy- 



--^^ — ' ^^ ^^ ^ —^ — N — N — V — r — t T— I — d-J— r--Ä-33" 

E?EEL=^E^EäEf^E?^?=^^fe^I3Eä3: 

ral- lal - la. fy - dy - ral - lal - la, fy - dy - rai - lai - la. 
Zu Nr. 969. 

K y ^ 



~ r^ ^ - - ^ .0 0^ 



slpji-^^^ 



-#=# — #«=# — 



Was hei mer z'Nacht? Was hei mer z'Nacht? Zum dyal dyal 






:^^i^ 



=^- 



-v-r— ^ — S 1 ^ — n 



don. Was hei mer z'Nacht? Was hei mer z'Nacht? Zum dval dval do. 



-fr 



Zu Nachtrag Nr. 15. 



- P— # '— \ 4 '. 0—^ ' -!■ 



=^=S 



m 



lie-ber Lu - lu, geh" nicht zum Zu - lu. geh" nicht zum 



168 



bö-sen Mann nach A - <Vi - ka; er wiid dicli seliifs-st-n. I.ii - In den 



«üs-sen, dann ist mein lie - ber Ln - In tot. 
Zu Nachtrag Nr. 17. 






._£3 1] #i — # 



^ — -1 — #-• — • — « 



^;q=tF= 



gfeEgS^ 



I fimg e - mal e Maus, i fang e - mal e Maus, 



L'f- 



F ^ — ^ — ^4 f— [- I r"^ "^ — "^ —^ — r^i — ^il : 

fy - uf- fa - uf - ti;i.-der-maus, i tang e - mal e Maus. 
Zu Nachtrag Nr. 20. 



.Mue-ter, my-ni Chiing-Ie sy tot! „(> liättiscb du ili-no zu tVässc gc- 






gä-be,so Aviire di-sälbige jetz no am Labe." Mue-ter,myniChüng-le sy tot. 
oder 



Mue-ter, my-ni Chüng- le sy tot. „Oh, hät-ti.-ich du ih - ne zu 

crj — — 1 — z. — T. — #-i-^ — ^ — — 2 — — ^i-# — 0- — ^ 

fräs-se ge-gä-be, so wii - re di - säl - bi - ge jetz no am Lii-be!" 



.0^—0 ,-^ 



;=^ 



::iL::ls^r5:fi: 



Miie-ter, my-ni Chiing-le .sy tut. 
(Die Variante von Münchenbuchsee geht nach anderer Melodie.) 

Zu Nachtrag Nr. 31. 

Gros-mue- ter wott ga tan-ze, hay- du - ly - du - o hay-du - ly- 
du, Grios-mue-ter wott ga tan-ze, het si koi-ner Scliue, hay - du - ly- 
du - o, hay - duo - ho, hay - duo - du - o, hay - duo - ho, hay - duo- 



du - o, hay - duo - ho, o het si kei -uit Sfliuc. 



Wichtigste Druckfehler und Berichtigungen. 

Seite 6, Zeile 4 lies: Oh Chiitzeli statt Oli Sehätzoli; 
S. 8, Z. '■/Q lies: Finsterhennen statt Fiusterbruunen ; 
S. 8 unten beifügen: Frau Schniid-Lohner (v. Thun) Aarberg; I-'rau iJv. 

Glaser (v. Tlnuii Müiielienbucli.see: Frl. J. Stettier. Lehrerin. 

(V. Bern) Gelterkinden; 
Nr. 78, Z. 1 lies: male statt mahle; 
Nr. 90, Z. 3 lie.^: Winkeli statt Winkel; 
Nr. 176, Z. 8 lies: schöni statt schöne; 
Nr. 291 als Z. 2 einschalten: I chume-n-über ds Bniggeli; 
Nr. 360, Z. 1 lies: amene statt anie ne; 
Nr. 362, Z. 4 lies : si statt sie; 
Nr. 369, Z. 5 lies: di statt die; 
Nr. 388, Z. 2 lies: guete statt gute; 
Nr. 401, Z. 2 lies: ohni statt ohne; 
Nr. 402 — 407 lies überall: chumm statt duim; 
Nr. 407, Z. 9, lies: vil statt viel; 

Nr. 448, Z. 1 und 3 lies: pfyife statt pfyfe, Z. 2 sohlütte statt schlüfe; 
Nr. 469, Z. 15 lies: de statt da; 
Nr. 542, Z. 8 lies: si statt s'; 
Nr. 558, Z. 2 lies: Chnöpfli statt Cliöpfli; 
Nr. 579, Z. 1 lies: Absalom statt Absolom; 
Nr. 583- 586 werden vun verschiedenen Ortschaften gesagt; 
Nr. 598, Z. 1 lies: Nj-dle statt Nidle; 
Nr. 603, Z. 2 lies: es statt e; 

Nr. 650, Z. 1 lies: Uf em Öubärg, Jensbärg statt z' Ö. .1.; 
Nr. 656, Z. 13 lies: rytfet statt ryfet, Z. 14 lies: i)fyftVt statt pfyfet: 
Nr. 706, Z. 4 lies: het statt hed; 
Nr. 711, Z. 4 lies: Tratsch statt Trascli ; 
Nr. 713, Z. 1 lies: Chrankedinuilad oder Chranke dis malade statt chranke 

di malade, Z. 2 lies: stärbedimurir oder stürbe dis mourir statt 
stürbe di mourir; 
Nr. 714, Z. 2 lies: chumm statt chum; 
Nr. 740, Z. 1 lies: Ärn.stelima statt Arnstelima; 
Nr. 744, Z. 5 lies: chasch statt chast; 

Nr. 835 wii-d gesungen nach der Melodie: Zm .Mantna in Banden: 
Nr. 884, Z. 3 lies: la la statt la la la; 
Nr. 889, Z. 1 lies: und statt un; 
Nr. 891, Z. 9 lies: nüme statt nühnu^; 

Nr. 8it6, Z. 4 lies: gab statt go. Z. 5 und 10 lies: la statt lo; 
Nr. 897, Z. 1 lies: gab statt goli, Z. lu lies: schlat statt schlot ; 
Nr. 903, Z. 5 lies: ga statt go; 
Nr. 919, Z. 3 lies: Pfäister statt Pfaister; 
Nr. 988, Z. 17 lies: Fuess statt Fuss, Z. 18 lies: Gruess statr Griiss. 



Das Gesellschaftsorgan, die A'ierteljahrsschrift: 

iz 

tritt mit Januar 1902 in den 6. Jahrganf;- ein. 

Es ist (lies die erste und einzig-e Zeitschrift 
der Schweiz, die sieh die Aufgabe j^estellt liat, die 
alten Sitten, Bräuche, Aheryhmben, Volkslieder, Sagen 
w. s. \y., kurz die Anschauungen und Lebensiius.ser- 
ungen des Volkes, zu sannneln und dem Publikum 
zuganglich zu machen. 

In Bezug auf Inhalt und Ausstattung ist das 
„Archiv" von Kennern des Volkslehen.-< ohne Aus- 
nahme günstig beurteilt Avorden. 

Der Preifi ist in Anbetracht des Umfanges (20 
Bogen jährlich) und der Illustrationen ein sehr nied- 
riger; er stellt sich für Mitglieder der Gesellschaft 
auf 4 Fr., fiU- Nicht-Mitglieder auf 8 Fr. Jährlich. 

Der Jahresbeitrag der ^Mitglieder beti'ägt ;{ Fi-. 

Beitrittserklärungen nimmt der Schrifrfülirei> 
Dr. E. A. Stückelberg, Zürich I. entgegen. 




FT Züricher, Gertrud 

3870 Kinderlied und Kinderspiel 

Zo4 im Kanton Bern 



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UNIVERSITY OF TORONTO LIBRARY 



^