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Full text of "Kleine philologische Schriften;"

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in 2010 with funding from 

University of Toronto 



http://www.archive.org/details/kleinephilologis02berg 



p II s (' II 1 a p h i 1 1 g i c a 
Beru'kiana 



edidit 



Kudolfus PeppinüUer. 



Yolumen IL 
Ad Graecaö litera« spectantia. 



Praeniissa est Borgkii vita. 



Halis Saxoiium, 

in Orphanotrophei liV)raria. 
MDCCCLXXXVI. 



Kleine philologische Schriften 



von 



Theodor Bergk. 



Herausgegeben 



Rudolf Peppmüller 



IL Band. 

Zur griechisclien Literatur, 



j*/- 

A^.^'' 



Mit einem Abiifs von Bcigks Leben. 



ty 



Halle a. S., 

Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses. 
1886. 



öennft«» 



V r w r t. 



JDer vorliegende zweite Band der Bergkschen Opuscula bietet in 
seinem ersten formalen Theile eine stattliche Reihe kritischer Abhand- 
lungen, welche meist in akademischen Gelegenheitsschriften erschienen 
sind und darum bisher sehr schwer zugänglich waren. Indem der 
Herausgeber sie als Phüosophica, Alexandrina, Epicharmea mid Miscel- 
lanea zusammenfafste , dachte er nicht blofs den philologischen Studien, 
sondern auch dem Andenken des grofsen Philologen am besten zu 
dienen : sind doch grade unter ihnen nicht wenige von hervorragendem 
"Werthe. Zugleich sollte aber durch die getroffene Auswahl auch eine 
Ergänzung der Lyriker, insbesondere der Anthologia Lyrica geboten 
werden, ein Gesichtspunkt, der namentlich für den ' Miscellanea ' betitel- 
ten Abschnitt bestimmend war. 

"Wenn sonach die kritische Hälfte des Bandes ein wohlabgerun- 
detes Ganze bUdet, so erscheint die zweite Abtheiluug, welche die 
verschiedenen Zweige des materiellen Theiles der griechischen Philologie 
fast gleichmäfsig berücksichtigt, nicht minder in zusammenhängender 
Einheit. Auch hier ist es übrigens bei alledem gestattet gewesen, 
neben dem Werthe der aufzunehmenden Aufsätze auch auf ihre Zu- 
gänglichkeit Rücksicht zu nehmen, so dafs etliche fast verschollene 
und doch recht bedeutende Aufsätze jetzt einem weiteren Pubhkum 
haben in Erinnerung gebracht werden können. Auf die Kritik von 
0. Müllers Literaturgeschichte hat Schäfer in seinem Xekrologe Bergks 
zuerst wieder aufmerksam gemacht, und für die Abhandlung 'über 
das Zeitalter des Babrius' hat 0. Crusius erst jüngst darauf hinge- 
wiesen, wie wenig sie in Deutschland gekannt sei: dem berechtigten 
"Wunsche des genannten Gelehrten, diesen Aufsatz durch Aufnahme 
in die vorliegende Sammlung allgemein zugänglich zu machen, hat der 
Herausgeber durch Rückübersetzung ins Deutsche, die auch durch die 
Rücksicht auf die Einheitlichkeit dieses Bandes geboten war, am besten 
entsprechen zu können gemeint. Bei der Uebersetzung hat mir 0. Cru- 
sius selbst, aufserdem aber mein Freund Director P. Biedermann dankbar 



VI Vorwort. 

anzuerkennende Hülfe geleistet. Dafs die Abhandlung 'über die Einheit 
und Untheilbarkeit des ersten Buches der Ilias ' nebst ihrer Ergänzung, 
der ' comraentatio de tabula Iliaca Parisiensi' grade unter den Beiträgen 
ziu" griechischen Literaturgeschichte ihren Platz gefunden hat, könnte 
eher Anstofs erregen, als dafs die Untersuchung 'über das älteste 
Versmafs der Griechen' ebendorthin verAviesen ist. Aber es war dies 
die einzige Möglichkeit, jene Arbeiten, die man ungern vermifst haben 
würde, im Kahmeu dieses Bandes einigermafsen schicklich unterzu- 
bringen, und so mag man sie denn an der ihnen angewiesenen Stelle 
dulden. 

Wenn der im ersten Bande für die Sammlung ausgesprochene 
Grundsatz, Recensionen auszuschliefsen , auch in diesem Bande nicht 
sti'eng befolgt ist, so hatte dies bei Aufnahme der Besprechung von 
Böckhs Staatshaushaltung der Athener seinen Grund in der ungetheilten 
Anerkennung, deren sich diese Arbeit bei den Fachgenossen erfreut: 
andere Recensionen durften um der Vollständigkeit willen nicht fehlen, 
wie denn namentlich die Recension von Meiers ' Diäte ten' durch den 
Aufsatz 'über die attischen Schiedsrichter' als nothw endige Ergänzung 
gefordert war. Auf die Besprechung von Rüstow - Köchlys Buch 'über 
das griechische Kriegswesen' hat Bergk selbst, wie ich von Arnold 
Schäfer weifs, Werth gelegt, und darum ist sie mitgedruckt worden. 

An Ineditis bringt der vorliegende Band nur wenig. Manche 
nachträgliche Bemerkung Bergks ist in den einzelnen Aufsätzen selbst 
eingestreut worden. Umfangreiche Ausarbeitungen zu Babrius, welche 
einer dritten Ausgabe der Anthologia Lyrica in den Prolegomenis voraus- 
geschickt werden sollten, mufsten sammt den Notizen in Bergks Hand- 
exemplare des Raumes wegen schliefslich vorerst ungedruckt bleiben, 
um später an einem anderen Orte veröffentlicht zu Averden. Manchem 
mag diese Art der Veröffentlichung ohnehin richtiger erscheinen : der 
Herausgeber gesteht, dafs er sich nur ungern dazu entschlossen hat. 

Was mir an handschriftlichem Material für die Vita vorgelegen 
hat, verdanke ich fast durch Aveg der treuen Fürsorge von Frau Pro- 
fessor Ida Bergk : sie Avar es auch, welche mir nicht allein die auf der 
Bonner Bibliothek befindlichen Briefe ihres Gemahls an Welcker in 
einer Abschrift zugestellt, sondern auch jene Briefe übermittelt hat, 
Avelche G. -R. W. Giesebrecht in München ehemals von seinem Freunde 
Bergk empfangen und in dankenswerther Bereitwilligkeit nun für die 
Abfassung der Vita zur Verfügung gestellt hat. Die hessischen Landtags- 
verhandlungen habe ich durch die gütige Vermittlung des Herrn Bürger- 
meisters Schneider in Halle, ehemaligen Landesrathes in Kassel, em- 
pfangen. Dafs die schöne Schilderung der letzten Lebenszeit Th. Bergks 



Vorwort. vii 

im Wesentlichen so wie sie ist von der Hand der hochherzigen Frau 
stammt, welche Freud' und Leid bis zum letzten Augenblicke seines 
Lebens mit dem theuren Gatten getheilt hat, bedarf kaum besonderer 
Erwähnung. Für die Bonner Zeit hat Herr General v. Yeith die Ein- 
drücke, die er von Bergk in mehrjährigem Verkehr gewann, aufge- 
zeichnet und mir in bewährter Freundscliaft für den Entschlafenen 
übersandt: ich sage ihm dafür meinen Dank. Doch darf ich es nicht 
unterlassen, an dieser Stelle auch den Herren zu danken, welche durch 
freundlichen Eath bei Aufstellung des Planes das Interesse abermals 
bethätigt haben, welches sie der Herausgabe der Opuscula Avidmen, 
vor Allem Herrn G.-K. Franz Bücheier und Herrn Prof. Eduard Hiller. 

Yon mancher Seite ist der Wunsch ausgesprochen, es möge 
diesem zweiten Bande später noch ein dritter folgen, und wenn man 
das Schriftenverzeichnifs im ersten Bande mit den Inhaltsverzeichnissen 
beider Bände vergleicht und sieht, wie viel Werthvolles bisher keine 
Aufnahme hat finden können, so mufs jener Wunsch in der That als 
vollauf berechtigt erscheinen: fehlen doch noch sämmtüche Beiträge 
zur Archäologie und den griechischen Dramatikern! Ob sich der 
Herausgeber zur Fortsetzung seiner Arbeit entschliefsen darf, hängt 
freilich nicht lediglich von seinem Willen ab. Er selbst würde dem 
grofsen Philologen und hochverehrten Lehrer, dessen Andenken diese 
Sammlung gewidmet ist, wenn es Zeit und Kräfte gestatten, gern auch 
fernerhin seine thätige Liebe beweisen. 

Zu dem Schriftenverzeichnisse sind infolge weiterer Veröffent- 
lichung des Nachlasses, welche wir der Sorgfalt G. Hinrichs' verdanken, 
mehrere zum Theil an der betreffenden Stelle vorläufig schon erwähnte 
Arbeiten nachzutragen. Es sind: 

1883. 315. Griechische Literaturgeschichte v. Th. B. Zweiter 
Band. Bcrhn, Weidmannsche Buchhandlung. 1883. XII und 544 S. 

316. Zu der eleischen Inschrift aus Olympia Nr. 362 (ßoehl 
I. G. A. 112). Ehein. Mus. für Philol. N. F. XXXVIH. p. 526 — 539. 

317. Beiträge zur römischen Chronologie von Th. B. Jahrbücher 
für classische Philologie. XIH. Supplementband, p. 581 — 662. 

1884. 318. Philologische Paralipomena Th. Bergks. I. Die Myr- 
midonen des Aeschylus. IL Die Abfassungszeit der Andromache des 
Euripides. III. Lucians lyy.iof.iiov Ji^inood^troig und der Gedenktag 
Homers. IV. De libello yregl l4x)-)^i'aio>r Tcohrsiag. V. Miscellanea. 
(1. Plato Phaedrus p. 258 A. 2. Phaedrus p. 278B. 3. Aristoteles de 
Anima I. 4 p. 407 B, 27. 4. Suidas v. /.oy.yJai. 5. Porphyrius vita 
Pyth. 11). Hermes. Zeitschrift für class. Phil. Herausgeg. v. G. Kaibel 
und C.Robert. Bd. XVIH. p. 481 — 520. 



vm Vorwort. 

319. Zur Geschichte des griechischen Alphabets in Pamphylien. 
Zeitschrift für Numismatik. Kedigirt v. A. v. Sallet. Bd. XI. p. 331— 337. 

320. (irriechische Literaturgeschichte von Th. B. Dritter Band. 
Berlin, Weidmannsche Buchhandlung. YIII und 620 S. 

321. lieber die ta(.iiai und das Archontenjahr des Themistokles. 
Rhein. Mus. für Philol. N. F. XXXIX. 607 — 619. 

Da Gr. Hinrichs das für die griechische Literaturgeschichte vor- 
liegende Material nachtrcäglich nicht auf zwei, sondern drei Bände 
vertheüt hat, so folgt demnächst 

322. Griechische Literaturgeschichte v. Th. B. Vierter Band. 
Berlin, "Weidmannsche Buchhandlung. 

Aber auch sonst bedarf das Schriftenverzeichnifs eines Zusatzes. 
Dafs zum Jahre 1876 (als Nr. 289«) die 

Beiträge zur Kritik des Gellius. Jahrb. für class. Philol. Bd. 113. 

S. 279 — 288 
übergangen sind, war dem Herausgeber schon durch freundliche Mit- 
theilung von Dr. Paul Wolters bekannt geworden, ehe A. Reifförsclieid 
in seiner Besprechung des ersten Bandes der Opuscula (Deutsche Lite- 
raturzeitung. 1885. S. 305) darauf hinwies. Doch fohlt, wie ich sehe, 
nach Nr. 195 auch ein anderer Aufsatz in dem Verzeichnifs : 

Epigraphisches. Jahrb. für class. Philol. Bd. 81 (1860), S. 60 — 63. 
Und zuletzt will ich nicht verschweigen, dafs nach meiner Ver- 
muthung auch eine mit B. unterzeichnete Besprechung der 

Personalien, gesammelt von Fr. Jacobs. Leipzig, Dyk 1840. 8. 

XXVni und 620 S. Literarische Zeitung. Berlin 1841. Nr. 7, 

p. 123 — 125, 

von welcher sich im Nachlafs ein Exemplar vorgefunden hat, von Bergk 
stammen könnte. Wenigstens machen dies stilistische Eigenthümlich- 
keiten, insbesondere der Gebrauch des Pronomen was, welches Bergk 
bekannthch so oft in ungewöhnlicher Weise als Relativum gebraucht, 
sehr wahrscheinhch. Früher hatte Rüge für seine Jahrbücher Bergk 
um eine Besprechung von Jacobs' Leben gebeten. 

Halle, im September 1885. 

Rudolf Pei)pmüller. 



Inlialtsverzeiclinirs. 



Vorwort p. Y VIII 

Th. Bergks Leben p. XI- XCV 

Philosophica p. 1 — 146 

A. Empedoclea p. 1 — 66 

I. De locis quibusdam Empedocleis .... p. 3 — 7 

IL Commentatio de Empedoclis proooinio ... p. 8—43 

in. Empedocleum p. 43 — 45 

IV. Recension des Kaisten'scheu Empodokles . p. 45 —59 

V. Recension des Steiu'schcn Empedokles . . p. 59 — 66 

B. Parmenidea p. 66 — 82 

I. Emendationum Parinenidarum pars I . . . p. 66 — 72 

II. Emendationum Parmenidarum pars II . . . p. 72 — 82 

C. Heraclitea p. 83 — 90 

D. De Aristotelis libello de Xenopliane etc.. . p. 91 — 111 

E. Commentatio de Chrysippi libris nsQi äno- 

(fuTiy.öJv p. 111 — 146 

Alexandrina p. 147 — 259 

A. Commentatio de Phoenicis Colophonii iambo p. 149 — 157 

B. Hermesianactea p. 158 — 184 

I. Commentatio de Hermesianactis elegia . . p. 158 — 182 

IL Ex specimine critico I Hermesianactea duo . p 182 — 184 

C. Callimachea p. 185 — 201 

I. De locis quibusdam Callimacheis .... p. 185 — 198 

IL Zu Callimachus p. 198 — 201 

III. CaUimacheum p. 201 

D. Eratosthenica p. 202 — 238 

I. Analectorum Alexandrinoriim particula I 

(Do Eiatosthenis Erigone) p. 202 — 221 

IL Analectorum Alexandrinorum particula II 

(Commontationis de Eratostheiiis Erigono contiiiuatio) p. 221 — 235 

III. Ad Eratosthenis Mercurium p. 285—238 

E. Theocritea p. 238 — 259 

I. De Lycida Eclogac septimae commentatio . p. 238 — 242 
II. Theocriti tertium quod vocatur Carmen Aeo- 

ücum p. 242—259 



Inlialtsverzoichnifs. 



Epicharmea p. 261 — 278 

I. Emendationum Eincharmearura pars I ]). 263 — 269 

II. Eraeudatiouum Epicharmearum pars II p. 269 — 278 

Miscellanea p. 279 — 338 

I. Ex coimnent. crit. specimine I p. 281 — 287 

n. Ex comment. crit. specimine II p. 287 — 292 

III. Exercitationum crit. specimeu VI p. 293 — 304 

IV. Meleagri in Ileraclitum epigramma p. 30i — 309 

V. Zu den Hymnen des Dionysius und Mesomedes ... p. 310 — 314 

VI. Beiträge zur Lehi-e von den griechischen Dialekten . . p. 314 — 321 

VII. Commentatio de titulo Arcadico p- 321 — 338 

Zur Encyklopädie der Philologie p. 339 — 351 

Ueber die Aufgabe der Alterthumswissenschaft p. 341 — 351 

Zur griechischen Literaturgeschichte p. 353— 567 

I. Eecension von K. 0. MüUers Geschichte der giiechischen 

Literatur bis auf das Zeitalter Alexanders .... p. 355 — 391 

II. Ueber das älteste Versmafs der Griechen p. 392 — 408 

in. Commentatio de tabula lliaca Parisiensi p. 409 — 414 

IV. Ueber die Einheit und Untheilbarkeit des ersten Buches 

der Ilias p. 414 — 444 

V. Ueber die Beschränkungen der Freiheit der altern Ko- 
mödie zu Athen p. 444 — 465 

VI. Verzeichnifs der Siege dramatischer Dichter in Athen. p. 466 — 505 

VII. Zm* Aristotelischen Politie der Athener p. 505 — 533 

VIII. Wann beginnt die alexandrinische Periode der grie- 
chischen Literatur? p. 533 — 546 

IX. Ueber das Zeitalter des Babrius p. 547 — 567 

Zu den griechischen Alterthüniern p. 569 - 632 

I. Receusion von Böckhs Staatshaushaltung der Athener. p. 571 — 593 
11. Recension der Rüstow-Köchly 'sehen Geschichte des 

griechischen Kriegswesens p. 593 — 607 

in. Die attischen Schiedsrichter p. 607 — 612 

IV. Receusion von Meiers Diäteten' p. 612 — 625 

V. Ueber den Amtseid der attischen Archonteu .... p. 625—632 

Zur griechischen Mythologie p. 633— 722 

Die Geburt der Athene p. 635 — 722 

Anhang p. 723 779 

L Philologische Thesen p. 725 — 760 

II. Scholia in carmina figurata p. 760 — 771 

III. Gratulationsgedicht zur Jubelfeier der Königsberger Uni- 

versität p. 772 — 775 

IV. Adversaria zur Anthologia Lyrica p. 776 — 779 

Wort- und Sachregister p. 781 795 

Stellenregister p. 796-813 



Theodor Bergks Leben. 



Johann Adam Bergk, Theodors Vater, war zu Heinichen in 
der Nähe von Zeitz am 21. Juni 1774 geboren. Yon zwölf Geschwi- 
stern war er der älteste Sohn. Es ist ein gutes Zeichen für Theodors 
Grofsvater, dafs er, ein schlichter Landmann — das Gut zu Heinichen 
ist noch heute im Besitze seiner Familie — seinen Sohn alsbald auf 
die Domschule nach Zeitz schickte, damit er etwas Tüchtiges lerne. 
Nach beendetem Gpnnasialcursus begab sich der Jüngling, gut vor- 
bereitet, nach Leipzig auf die Hochschule: die Magisterwürde erwarb 
er sich in Wittenberg, zu Würzburg ward er im Jahre 1809 auch 
Doctor beider Eechte. 

Die Jugend Johann Adam Bergks fiel in jene schwere Zeit 
napoleonischer Fremdherrschaft, in Avelcher es einem charaktervollen 
Manne schwer ankommen mufste, sich ruhig zu verhalten. Bergk 
war solche Zurückhaltung nicht gegeben. Voll tiefen Unwillens über 
die Schmach seines Volkes gab er seinen Gedanken in einer Reihe 
von Streitschriften Ausdruck ; in einer derselben, die bei Heinsius in 
Gera ohne Xamennennung herausgekommen ist, schilderte er Napoleon 
'als Menschen, Bürger und Eegenten': er hatte damit einen solchen 
Erfolg, dafs der Buchhändler in zwei Jahren sämmtüche 1000 Exem- 
plare absetzte, die er hatte drucken lassen. Und "vvie gegen den frem- 
den Tyrannen, so sprach er gegen die Fürsten der Kleinstaaterei mit 
nicht geringerer Offenheit. AVas für eine Gefahr freilich mit solcher 
SchriftsteUerei verbunden war, lehrte das Beispiel des Buchhändlers 
Palm zu Nürnberg, welchen die französische Mlitärcom mi ssion kurzer 
Hand erschiefsen liefs. Auch Bergks Blatt 'der Europäische Auf- 
seher' wurde vielfach verboten, und einmal ward der Censor zur Ver- 
antwortung gezogen, dafs er eine Nummer habe passiren lassen. Unter 
diesen Umständen fühlte sich der Herausgeber des Aufsehers nach der 
Schlacht bei Jena in Leipzig so wenig sicher, dafs er die Stadt verliefs. 
Ein grofsmüthiger österreichischer Freund, v. Rein, bot dem ti-efflichen 
Manne bei sich eine Zufluchtsstätte an, damit auch er aufserhalb der 
Tyrannen sei, bis 'Oostreich noch einmal in den Kampf eintrete, wo- 
bei dann doch jeder rechtliche Mann eine gute Gelegenheit habe, die 
gänzliche Unteijochung Europas nicht zu überleben.' Weitere Kunde 



Theodor Bergks Leben. 



von diesem Yerhältnisse habe ich nicht gefunden: doch kehrte Bergk 
jedenfalls nach dem Frieden von Tilsit nach Leipzig zurück, um seine 
schriftstellerische Thätigkeit fortzusetzen. Er hat im Laufe der Jahre, 
theils unter seinem, theils unter dem angenommenen Xamen Heinichen, 
eine stattliche Anzahl populärer Schriften veröffentlicht, die er grofsen- 
theils im Selbstverlage herausgab.*) Sie sind in klarer fafslicher Dar- 
stellung geschrieben und suchen idealen Sinn und ernstes Streben zu 
erwecken. 

Noch wärend der Zeit der Fremdherrschaft , im Jahre 1809, ver- 
mählte sich der damals 35jährige Mann mit der viel jüngeren Jung- 
frau Wilhelmine Agricola. Auch sie war, wie der gelehrte Ma- 
gister selbst, ein Landkind. Ihr Vater, ein Mann von ebenso klarem 
Verstände, wie achtem Biedersinn, hatte im Jahre 1799 das Vasallen- 
gut Schleufsig bei Leipzig erworben, welches er mit seiner Gattin, 
Wilhelmine Elisabeth, die er im Jahre 1779 als Jungfrau Röse- 
rin heimführte, bis zum Jahre 1823 bewirthschaftet hat. Dies Gut 
ist der Boden, auf welchem der erstgeborene Enkel Agricolas, Wil- 
helm Theodor Bergk, der am 22. Mai 1812 zu Leipzig das Licht 
der Welt erblickte , am liebsten die heiteren Tage der Kindheit verlebte, 
— er, die Hoffuung und das Wohlgefallen der Grofseltem. 

Unterricht gab der Vater dem Sohne. Er erzog ihn mit Liebe, 
doch nicht ohne jenen Ernst, ohne welche ein gedeihlicher Fortschritt 
weder in wissenschaftlicher noch moralischer Hinsicht denkbar ist. 
Erst am 11. Juli 1825 führte Bergk den schon 13jährigen Knaben 
dem Eector der Thomasschule, M. Fr. W. Ehrenfried Rost als neuen 
Schüler zu. Eine noch erhaltene schriftliche Ermahnung des Vaters 
'Meinem Theodor bei seinem Eintritte in die Thomasschule zu Leipzig' 
hält dem Sohne die Bedeutung des Tages vor Augen und zeigt ihm 
die Leitsterne, denen er auf seinem Lebenswege zu folgen habe. Das 
Erste ist: 'habe Gott immer vor Augen und im Herzen; dies giebt 
Muth zu allem Guten, hilft alle Schwierigkeiten in löblichen Din- 
gen überwinden und stärkt Geist und Körper beim Arbeiten'. Das 
Zweite: 'thue Niemandem Unrecht: aber handle auch nie gegen die 
Vernunft und das Gewissen'. Weiter ermahnt der Vater zu pünkt- 
lichem Gehorsam gegen die Lehrer und eindringlicher Aufmerksam- 
keit, welch letzterer Punkt auch für die häuslichen Aufgaben scharf 
hervorgehoben wird. Dann folgt das Gebot der Pünktlichkeit und 
Friedlichkeit gegen die Mitschüler, aus deren Zahl dem Sohne nur 
'sittlich -gute und fleifsige' Menschen zum Umgange empfohlen werden. 



*) Eine Aufzählung derselben bieten N. Nekrol. Xll (1834), 1254 ff. 



Theodor Beigks Leben. 



Weiter finden Avir die Lehre, der Sohn möge, 'was er lerne, genau und 
gründlich lernen , die griechischen und lateinischen Schriftsteller fleifsig 
lesen und sich um sorgfältige Kenntnifs in der Keligion, der Moral, 
der Geschichte, der Geographie, der Mathematik, der Philosophie und 
in den übrigen Wissenschaften bemühen'. Der Schlufs der Ermahnung 
fordert zur Liebe gegen Grofseltern, Geschwister und Eltern auf. 'Be- 
denke sorgfältig', heifst es dort, 'dafs alle ihre Gedanken, alle ihre 
Wünsche und alle ihre Bemühungen darauf gerichtet sind, dafs du 
ein rechtschaffener und braver Mensch, ein nützHcher und geehrter 
Bürger, ein geschickter und denkender Gelehrter wirst'. 

Man sieht wohl, der Vater handelt bei seiner Erziehung mit 
Plan und Bewufstsein und jenem Ernste, der auch dem Sohne tief in 
der Seele wohnte. 

Allseitige Ausbildung des Geistes, unwandelbare Pflichtti-eue, 
treuer Fleifs, festes Gottvertrauen, aufrichtige Liebe zur Wahrheit 
und Gerechtigkeit sind übrigens Forderungen, welche Dr. Bergk auch 
in dem von ihm herausgegebenen und im Jahre 1829 in der 'Expedi- 
tion des europäischen Aufsehers' erschienenen Büchlein 'Guter Kath 
eines Vaters an seine Kinder. Eine Mitgabe durchs Leben' in ganz 
ähnlicher Weise betont: es sind aber auch zugleich Züge, welche dem 
Sohne tief eingeprägt waren und nach denen er all sein Handeln rich- 
tete, solange er lebte. 

Theodor Bergk ward von Kector Rost nach Ober -Quarta auf- 
genommen. Er mufs gut vorbereitet gewesen sein: denn es gelang 
ihm alsbald, die Liebe und Anerkennung seiner Lehrer in seltenem 
Mafse zu finden. In wahrhaft rührender Weise spricht M. Schu- 
mann in einem Zeugnifs vom 22. März 1826 aus, wie sehr ihm der 
Knabe ans Herz gewachsen sei, indem er sich 'zu einem solchen Schü- 
ler und seinen verehrtesten Eltern zu einem solchen Sohne gratulirt', 
und vielsagend sind die kurzen Worte , welche Bergks späterer Freund 
F. V. Fritzsche in Rostock ihm damals am 3. April 1826 als Zeugnifs 
mitgab: 'Berghk (so) ist in Ober -Quarta mein bester Schüler. Uuic 
comparo perpaucos, antepono neminem\ 

So reifte der empfängliche Knabe in liebevoller , wissenschafthcher 
Beschäftigung und unter treuer Obhut der um ihn zärtlich besorgten 
Eltern der Universität zu. Nur den einen bitteren Schmerz hatte er, 
dafs ihm im Jahre 1827 die Grofsmutter starb, von der er in seiner 
Kindheit so viel Liebes erfahren hatte. Sie sei zu einem besseren 
Dasein entschlummert und schütze nun als guter Geist die Ihrigen, 
meinte der ihr in Liebe ergebene Enkel und sprach diesen Gedanken 



Theodor Bergks Leben. 



schön aus in folgenden wahr empfundenen deutschen Versen, unter 
welche der Grrofsvater mit fester Hand ' Teodor Berk ' geschrieben hat : 

Eben verliefs sie die Hülle entscMafend zu besserem Leben, 

Jene Dulderin, fromm und gut und ergeben in Gottes 

Willen: es röthete sich im Osten der Himmel am Morgen; 

Da nun schwang sich der Geist, der entfesselte, auf zu dem Vater, 

Segnend im Scheiden die Kinder, die lieben. ruhe sie sanft nun! 

Der April des Jahres 1830 brachte das Ende der Schulzeit: das 
Abiturienten -Zeugnifs erhielt B. der damaligen Sitte gemäfs in Form 
eines Diplomes, das folgendermafsen lautet: 

Q. d. b. V. 

Scholae Thomanae 

quae 

amplissimi senatus Lipsiensis 

patrocinio fruitur 

discipulus 

honestus adolescens 

Guilielmus Theodorus Bergk 

Lipsiensis 

a die VIII. lulii MDCCCXXV usque 

ad diem IV. Aprilis MDCCCXXX 

usus fuit 

tempusque illud scholasticum 

ita transegit, 

iit mores et vitam reprehendendi nun quam locum faceret, in publica vero doctrinae 

suae exploratione is inveniretui', qui iam venia ad interiorum literarum studia in 

acadomia se appUcandi omnino dignus censeri possit atque debeat. 

Hoc iUud est, quod nos 

antistes, cui-ator, rector et collegae 

hac tabula profitemur testatumque cupimus 

et eius rei üdem 

non solum nomina nostra subscripsimus , sed etiam sigillum scliolae apponenduin 

curavimus. 

Lipsiae die IV. mensis Ai)rilis MDCCCXXX. 

M. Fridericus Guilielmus Ehrenfredus ßostius rector. 

Reichenbach, StaUbaum, Ilohlfcld math. 

In einem langen lateinischen Valedictionsgedichte , das das Prä- 
dicat dieses Zeugnisses '' omnino dignus'' bestätigt, sagte der Abgehende 
in fliefsender Sprache, wenn auch natürlich nicht ohne mannigfache 
Reminiscenzen an antike Vorbilder, der ehrwürdigen Thomana Lebe- 
wohl, bedankte sich bei Lehrern und Rector und versicherte die Mit- 
schüler eines treuen Andenkens. Das Gedicht wird für manchen Leser 
nicht oiine Interesse sein, und ich setze defshalb wenigstens den Schlufs 
desselben hierher. Er lautet: 



Theodor Borgks Leben. 



Et vos Camoenae , quis liquidam pater 
Vocem canora cum cithara dedit, 
Quas ducere oblectat choreas, 
Propitiae mihi nunc adeste. 
Almae, faventes respicite huc, precor, 
Augete vestra haec grata sacraria; 
Thomana, salve, quae benigne 
Me puoruni tenerum educasti. 
dulce tu mi praesidium et decus. 
Tu qui parentis more modoque me, 
Eector, fovebas tarn benigne, 
Accipias pia sensa mentis. 
Fidi magistri vos venerabiles 
Scmper colendi, munera pectoris 
Haec parva grati nunc velitis 
Accipere et mcritos honores. 
Non si tricenis oribus uterer, 
Non lingua si mi ferrea, si Deus 
Musam dedisset, vos valerem 
Carminibus celebrare dignis. 
Et vos sodalcs, quos mihi iuuxerat 
Amor, iucundi, vos ego linquere 
Cogor, sed aetas nulla araorem, 
Non fugiens abolebit hora. 
Valete, cari: iussit acerba sors: 
Tristis parebo: saeva Necessitas 
Clavos trabales figit, at non 
Dissociet bene iuncta corda. 

Vortrefflich für philologische Studien vorbereitet, hat B. deunoch 
fünf Jahre in Leipzig studirt : denn seine Matrikel erhielt er am 5. April 
durch Chr. Daniel Beck, und erst am 11. Juli 1835 hat ihn Wilh. 
Wachsmuth exmatriculirt. Niemandem seiner Lehrer verdankt er so 
Viel als G. Hermann, dessen Vorlesungen er vor Allem hörte und 
dessen philologischem Seminar und griechischer Gesellschaft er als 
eines der hervorragendsten Mitglieder angehörte. Seine Seminararbei- 
ten, in denen man deutlich den Schüler G. Hermanns erkennt, ziehen 
bereits einen grofsen Kreis griechischer Dichter in ihr Bereich; er 
schreibt über Sophokles, Euripides und Aristophanes , behandelt Stellen 
aus den Bukolikern Theokrit und Moschus und spricht ein anderes Mal 
V?e vcrsihus spuriis ajrnd C(ilIiniacJium\ Wie er in der griechischen 
Gesellschaft den jüngeren Mitgliedern durch Schlagfertigkeit und Um- 
fang des Wissens, sowie durch scharfes Urtheil imponirt hat, kann man 
unter Anderem in Köchlys Opuscula I. 225 f. nachlesen.*) Was aber 



*) Die Stelle ist auch in diesem Bande p. G07 gelegentlich citirt. 

T)i. Bergk Kleine Sclirifton. U. " b 



Theodor Bergks Leben. 



jene kritischen Aufsätze anlangt, so hat Bergks grofser Lehrer sein 
Urtheil selbst in einem Zeugnisse vom 12. Juli 1835 ausgesprochen, 
in welchem er den 23jährigen zu einer Hauslehrerstelle empfiehlt 'oh 
mulia ]}racdara sfudiornm siwrum spccimina'' und hinzufügt, dafs 
er keinen würdigeren Lehrer empfehlen könne. Denn, sagt er weiter, 
sive accuratam anfiquartim lüterarum scicnüam, sive i^oUcrs et acutum 
nidicium, sive scrihendi recte eleganterque exercüationem, sive dicendi 
apte et perspicue cximiam facuUatem respicio, nidla Jiarum virtutum 
est, qua vn'Jii non sit maxime ]}rohatiis. Noch als Mitglied der grie- 
chischen Gesellschaft hatte B. , eben 21 Jahre alt, im Namen einer 
Anzahl von Commilitoneu, mit deren mehreren er zu dauernder Freund- 
schaft für das Leben verbunden geblieben ist, dem theuren Lehrer 
zum 28. November 1833, dessen Geburtstage, beglückwünscht mit 
seinem ersten Druckwerk, einer Conimentatio de Sophoclls fragmcntis, 
die so reich an schönen Emendationen ist, dafs eine gröfsere Zahl der- 
selben noch heute als unzweifelhafte Verbesserungen gilt. Schon im 
folgenden Jahre aber gab B. sein erstes gröfseres Werk heraus, eine 
Sammlung der ächten Fragmente des Anakreon. G. Hermann bezeichnet 
die Abhandlung in jenem Zeugnifs als commentatio ingeniosa^ den 
Anakreon als docte eluhorata cdltio. lind wenn er dann weiter seinem 
Schüler sittlich -guten Lebenswandel und ehrenwerthen Charakter nach- 
rühmt, so konnte er ihm Alles in Allem genommen in der That kein 
besseres Zeugnifs ausstellen, keinen Würdigeren empfehlen. Mit dem 
Anakreon war übrigens Bergks ehemaliger Lehrer Fritzsche , der damals 
bereits Professor in Rostock war, so zufrieden, dafs er ihn als ein 
opus bezeichnete, quäle vix exspedes, nisi a quodam veterano philohgo, 
multum ac diu exercitato. 

Eben war Theodor im Begriff mit seinen akademischen Studien 
abzuschliefsen , als ihm am 7. Oktober 1834 sein Yater durch den Tod 
entrissen wurde: der Grofsvater war wenige Monate vorher gestorben. 
Hatte Bergk bei den geringen Mitteln des Vaters, der, allmählich ledig- 
lich auf seine schriftstellerische Thätigkeit angewiesen , die gröfser wer- 
dende Familie nur schwer zu ernähren vermochte, schon als Schüler und 
mehr noch als Student für das sorgen müssen, was er für seine Stu- 
dien bedurfte, so war er von jetzt an ganz auf sich gestellt. Der 
eben damals auftaucheiule Gedanke sich in Leipzig zu habilitiren war 
ein Wunsch, der, auch schon um Bergks Jugend willen, schnell auf- 
gegeben werden mufste. Auch eine Lehrerstelle an der Thomana zu 
erlangen, wollte nicht gelingen. Da fafste B. denn, unzufrieden mit 
den Verhältnissen seiner Heimath, wo ungeachtet des Glanzes von 
G. Hennanu bei Besetzung der Lehrcrstellen Theologen, die hier den 



Theodor Bergks Leben. 



Darchgaug zu damals seltenen Predigerstellen suchten, nur zu oft den 
Philologen den Rang abliefen , den Plan sich dem grofsen deutschen 
JTachbarstaate zuzuwenden. Partikularistischer Sachse war er nie ge- 
wesen, ebensowenig wie der Vater; dazu dachte er schon damals zu 
weit und wahrhaft deutsch: — ganz im Gegensatz zu vielen seiner 
Leipziger Studiengenossen, von denen einer, der sich später habilitirt 
hat, um den Untreuen an das angestammte Vaterland zu erinnern, 
unter einen Brief an B. einmal das bezeichnende Datum setzt 'an 
deines Königs Geburtstage 1836 \ Bergk kostete es also keine Ueber- 
windung sein engeres Vaterland zu verlassen, und seine wissenschaft- 
lichen Arbeiten ebneten ihm den Weg dazu. Freihch war noch ein 
Erfordernifs zu erfüllen, ohne welches auch dem Editor des Anakreon 
eine feste Anstellung in Preufsen schon damals unmöglich war, das 
preufsische Oberlehrerexamen. Bergk erbot sich dazu, und so berief 
ihn Rector Max Schmidt vorläufig als Hülfslehrer au die lateinische 
Hauptschule zu Halle, wo er Michaelis 1835 eintrat. 

Das Loos der nicht geprüften Lehrer, von denen die Latina 
immer eine ziemliche Anzahl hatte, war eben nicht beneidenswerth : 
dem Ordinarius der Ober -Tertia ward jede Stunde mit zwei Groschen 
honorirt: aufserdem hatte Bergk freie Wohnung. Das Examen, das 
sich bis in den Februar hinein verzögerte und dann, der Bernhardy'- 
schen Praxis gemäfs, nicht einmal die unbedingte Lehrbefähigung für 
Prima eintrug, verbesserte diese Stellung ein wenig, indem es Bergk 
schon vor der Ertheilung der Vocation, die erst vom 1. April 1836 
datirt, onera et emolumenta eines Collaborators brachte: aber das 
wollte, soweit es den letzteren Punkt anlangt, eben auch nicht viel 
sagen. 

Uebrigens lebte sich Bergk in Halle bald ein, da ihm seine Col- 
legen mit Hochachtung entgegen kamen. Wenn ihn schon in Leipzig 
Gemeinsamkeit der Studien und die engen Beziehungen, welche die 
griechische Gesellschaft auch über ihre esoterischen Sitzungen hinaus 
unter ihren Mitgliedern zu knüpfen pflegte , mit vielen trefflichen Jüng- 
lingen zusammengeführt hatten, wie mit Freund Keil, dem Epigraphi- 
ker, Dryander, Doberenz, Jacobitz, Seiler, Stürenburg, Köchly und 
vor Allem auch mit dem ihm in besonderer Treue ergebenen Freun- 
despaar Schiller und Scheibe, so kamen hier aus der grofsen Zahl der 
Collegen an Latina und Pädagogium neue Freunde hinzu, mit denen 
ein angeregter, lebhafter Austausch der Gedanken stattfand. Scheibe 
war es übrigens, der die Beziehung zu Rector Schmidt vermittelt hatte. 
Er ist B(!rgk durchs Leben hin treu verbunden geblieben; auch noch 
in der Zeit, als Bergk zum zweiten Mal nach Halle übersiedelte, und 

b* 



Theodor Bergks Leben. 



Scheibe selbst im Jahre 1857 am Blochmann'schen Institut eine An- 
stellung erhielt, haben Beide einen ununterbrochenen brieflichen Ver- 
kehr mit einander gepflegt. Eine Zeit lang bestand der Plan vereint 
einen Dcledus oratorum herauszugeben, als äufserliches Zeichen dieser 
Freundschaft. Aber auch neue Freundschaften wurden in Halle geschlos- 
sen; so mit Krahner, Eckstein, Unger, Robert Prutz und manchen 
Andern, von denen etliche, wie Voigt in Halberstadt und Becker in 
Wittenberg, sich noch später nach langer Unterbrechung dieses Ver- 
kehrs mit Liebe erinnerten. Rüge und Echtermeyer forderten zur Mit- 
arbeiterschaft an den halUschen Jahrbüchern auf, und Bergk willfahrte 
ihnen, indem er schon damals die Recension von Droysens Aristo- 
phanes auszuarbeiten anfing, wie er denn auch seinen Freunden Schiller 
für den Andocides und Fritzsche für dessen Quaestiones Aristophaneae 
willkommene Beiträge geliefert hat. 

Auch promovirt hat Bergk damals, gerade ein Jahr nach seinem 
Oberlehrerexamen, und zwar zu Rostock am 25. Februar in absentia — 
^auspictis Frid. Francisci Magni Ducis Megalopolitani redore acade- 
miae maynifico Car. Frid. Quittcnhau))i\ Der eigens ernannte Pro- 
cancellarius et promotor Ludwig Bachmann hatte ihn in dem Diplome 
ingenio , dodrina, scriptis darum genannt: durch Fritzsches Einflufs 
ward der neue Doctor als egregie dodus bezeichnet, qui Anacreontis 
editione aliisque scrlptis magnani et ingenii et eruditionis laudem 
consecutus est. Eine Inauguraldissertation pflegte man in diesem Falle 
mit Recht zu erlassen, denn der Doctorand war in den Wissenschaften 
eben kein Neuling mehr und eben mit der Abfassung eines anerkannt 
bedeutenden Buches beschäftigt , den Commcntationes de antiqua contoe- 
dia Attica. 

Bergk hat dies Buch grofsentheüs auf dem Waisenhause aus- 
gearbeitet, trotz drückender, ihn beengender Berufsgeschäfte, trotzdem 
er klagt, wie er nur selten zu freier Thätigkeit kommen und jene 
ungetrübte Heiterkeit des Geistes geniefsen könne, deren man bei wis- 
senschaftlichen Arbeiten durchaus bedürfe. Und was hat er dennoch 
geleistet! Welcker konnte, 'obgleich noch mit duplirten Vorlesungen 
beschäftigt', dem Reize nicht widerstehen, gleich von vorn an mit der 
Leetüre des Buches zu beginnen, und es liefs ihn nach seinem Ge- 
ständnis nicht los, bis er zu Ende war. Er sah alle seine Erwartun- 
gen übertreffen, nicht nur 'hinsichthch des richtigen kritischen Blickes 
und der gewandten Divination, sowie auch der speciellen Kenntnifs 
der Zeit und ihren viel verschlungenen Tendenzen und Productionen, 
sondern vor Allem in Ansehung des Umfangs und der Reichhaltigkeit 
des Wissens'. Er fand 'ein Füllhorn ausgegossen von schönen Com- 



Theodor Bergks Leben. 



binationen, Emendationen, Erklärungen in näheren und nächsten und 
zum Theil in weitreichenden Bezügen, einen Schatz gehoben, der frei- 
lich lag, aber auch die Wünschelruthe rüstig und gewandt geschwun- 
gen '. Besondere Freude machte ihm auch der Abschnitt über Kratinos, 
'den Aeschylus der Komödie'. Hier und da hatte Bergk ihm das 
Wort aus dem Munde genommen, und 'was er irgendwo über die 
Musen des Phrynichus niedergeschrieben habe, das, meint Welcker, 
werde er nun wohl ausstreichen , um auf Bergk zu verweisen ' (Brief 
Tom 31. März 1838). Nicht minder grofs war die Bewunderung 
Kitschls über das Buch 'das stupende' und 'die divinatorische Vir- 
tuosität, um die nur wenige der Lebenden Bergk nicht zu beneiden 
brauchten' (14. April 1838). Böckh, der dem hochbegabten Schüler 
Hermanns A'om ersten Auftreten an die gebührende Aufmerksamkeit 
geschenkt hatte, bewunderte ganz in seiner Weise 'feinen Sinn und 
richtigen Takt' (20. Februar 1838). Meineke und der liebenswürdige 
Jacobs in Gotha , dessen schlichtes , einfaches Wesen Bergk ungemein 
anzog, waren für den Yerfasser der Commentationes schon früher 
gewonnen worden, und mit Freund Schneidewin, der 'von ganzem 
Herzen anerkannte und dankte', hatte ihn schon, während er noch in 
Leipzig war, die gemeinschaftliche Neigung für die griechische Lyrik 
zusammengeführt, ungeachtet jener ein Schüler 0. Müllers war. Denn 
Bergk war von aller Einseitigkeit fern: trotz aller Dankbarkeit für Her- 
mann war er doch für die Mängel seiner Schule nicht blind und suchte 
bei Böckh, Müller und Welcker schon früh ein heilsames Gegengewicht. 
Wie Schneidewin es dankbar anerkannt hat, von Hermann kritische 
Methode gelernt zu haben, an der es in Göttingen gar sehr gefehlt 
habe , so suchte Bergk sich durch den Anschlufs an Böckh vor einseiti- 
gem kritischen Formalismus zu bewahren. 

So war Bergks Name zwar früh hochgeachtet, aber eine seiner 
würdige Anstellung wollte sich zum Leidwesen für ihn und seine 
Freunde in Preufsen nirgends finden, obschon Joh. Schulze selbst dazu 
mitzuwirken versprach. 

'Wie gern wäre ich in Preufsen geblieben', schreibt er, schon 
in Ncustrelitz, seinem kurzen mecklenburgischen Exil , *) angelangt, an 
Welcker (31. April 1838), 'wenn man mir nur eine Stelle von 300 
Thalern hätte geben wollen'! Er war, um seinen eigenen Ausdruck zu 
gebrauchen, {■•/.cov dty.ovri ye ^vf-to) dorthin gegangen, in dem klaren 
Bewufstsein, wie sehr ihm der anregende Umgang der hallischen Ge- 



*) Einem 'russischen Exil' in Moskau (Funkhänel am 11. September 1837) 
war er glücklich entgangen. 



Theodor Bergks Leben. 



nossen in Mecklenburg fehlen würde. Als 'sechster Lehrer' war er 
unter dem 14. April 1838 ans Gymnasium Carolinum berufen worden: 
das Gehalt betrug genau die gewünschten 300 Kthlr. 'in den gewöhn- 
lichen Quartalraten' auszuzahlen, desgleichen '12 Scheffel Deputat 
Roggen uud anstatt des Holzes 12 Thaler Pr. Cour.' Zur Erhöhung 
der Einnahmen schlägt der Rector seinem neuen Lehrer privatim vor, 
Privatunterricht an den Prinzen Georg zu geben. 

Anfangs schien sich Bergks Leben in Mecklenburg, trotz der 
geringen Erwartungen, mit welchen er hingegangen war, mehr nach 
seinen Wünschen gestalten zu wollen: die Freundlichkeit, mit welcher 
ihn die Leute empfingen, und ihr Biedersinn berührten Bergk sym- 
pathisch, wenn auch ein gar zu grofses Plilcgma, sowie Mangel an 
Beweglichkeit und Gemüthlichkeit ihm nicht gefallen wollten. Aber 
über einen Punkt klagt er sofort, die geringe Theilnahme an höheren 
Interessen, welche ihm bei der Bevölkerung und den Collegen fast in 
gleicher Weise auffiel. Und je unbedeutender die Letzteren der grofsen 
Mehrzahl nach waren, um so mehr erfüllte sie, wie das zu geschehen 
pflegt, Scheelsucht und kleinlicher Neid gegen den Bedeutenderen. 
Th. Ladewig , den er schon von Leipzig her oberflächlich kannte , machte 
unter ihnen eine rühmliche Ausnahme. Besonders innige Freundschaft 
aber schlofs Bergk damals mit einem Tlieologen, Namens Milarch, der 
später zum Predigtamt übergetreten ist. 

Bedenkt man nun, dafs Bergk statt 23 wöchentlicher Lectioncn, 
von dem man ihm geschrieben hatte, 28 halten nuifste, und fast alle 
in den untersten Klassen des Gymnasiums und 4 sogar in der ersten 
Elementarklasse, und zieht man ferner die nothwendig damit verbun- 
denen zahlreichen Correcturen in Betracht, so wird man sich um so 
weniger verwundern, dafs ein Mann wie Bergk hier auf die Dauer 
keine Befriedigung finden konnte, als dem gewissenhaften Lehrer zu 
eigener Geistesthätigkeit keine Zeit und Mufse verblieb und vollends 
zur Production, wozu sein Geist ihn unwiderstehlich drängte, die 
rechte Stimmung fehlte. Nicht einmal zur Erholung im Freien lud 
die trübe und farblose Gegend ein ! Unter den unbefriedigenden geisti- 
gen Anstrengungen aber litt Körper und Geist. Bergk benutzte die 
Sommeifericn zu einer Reise nach Putbus auf Rügen, um sich hier 
zu kräftigen. Dort, in der Mufse des Aufenthaltes im Seebade, fafste 
er, 'unbekümmert um das Urtheil schwacher Seelen', den Entschlufs 
seine undankbare Stellung phitzlich aufzugeben und sich an einer 
Universität zu habilitiren. AVelckcr stinunto bei. 'Ein kühner Plan, 
meinte er, in kräftiger Jugend, auf guten Grund gefafst, auf ein wür- 
diges Ziel gerichtet, raifshngt selten, wenn man in seinem Bestreben 



Theodor Bergks Leben. 



Einheit, in seinen Mitteln und Kräften tieferen Grund hat'. Er rieth, 
trotz aller Concurrenz, Berlin selbst zu wählen. Meineke, der Bergk 
ebenfalls bereits nicht blofs in rein wissenschaftlicher Beziehung nahe 
getreten war und an seinen Lebensschicksalen, obwohl er ihn nur 
flüchtig einmal gesehen hatte, den innigsten Antheil zu nehmen be- 
gann, sprach sich für Halle aus, wo er 'das Eingreifen eines thätigen 
und fähigen Docenten' neben Bernhardy und Meier für um so wün- 
schensAverther hielt, als der Letztere 'ja doch nichts fertig bringe'. 
Zugleich aber blickt in dem Briefe, welchem diese Stelle entnommen 
ist, auch der "Wunsch durch, dafs der ältere Freund den jüngeren gern 
bei sich in Berlin sähe! Und eher als er es gedacht hatte, schon am 
1. September 1838, bot sich die Möglichkeit, Bergk als Adjuncten 
an das Joachimsthaler (Tymnasium zu ziehen. Schon Michaelis 1838 
konnte dieser sein neues Amt antreten, das Meineke nur als 'ein 
ÖQf.irjtr^ov'' angesehen wissen wollte, um 'in einer sorgenlosen Lage 
fernere Schritte vorzubereiten' (1. September 1838). Die Stelle brachte 
bei 12 bis 14 Stunden wöchentlichen Unterrichtes aufser Wohnung, 
Holz und Licht 400 Thaler ein. Freilich war mit solchen Adjuncturen 
auch mancherlei lästige Arbeit verbunden. An jedem Tage wechselnd, 
hatten zwei Ephoren, von denen einer stets ein Adjunct war, die Auf- 
sicht über das Alumnat zu führen, und gerade der Adjunct mufste 
dann von früh bis spät zugegen sein ; auch war derselbe verpflichtet, 
bei Tische und in den wichtigen Arbeitsstunden sich im Alumnat 
selbst aufzulialten , Arbeitszimmer, Schlafzimmer, Spielplatz und Kran- 
kenzimmer zu inspiciren, sowie im Ephoratszimmer Gesuche der Schü- 
ler anzuhören. Aber dafür winkte Bergk auch die lockende Aussicht 
unter einem Meineke zu arbeiten, im Verein mit so vielen Avissen- 
schaftlich tüchtigen und strebsamen Collegen , wie sie Meineke mit 
seltenem Blicke auszulesen verstand, an einer Anstalt zu wirken und 
im Verkehr mit ihnen sich für die öden Zeiten im mecklenburgischen 
Lande entschädigen zu können. 

In der That entwickelte sich in Berlin für Bergk sehr bald ein 
allseitig angeregter Umgang mit geistig ebenbürtigen Collegen, und 
die Lebhaftigkeit des Verkehrs ward durch das Zusammenleben auf 
dem Alumnat wesentlich befördert. Man traf sich in abendlichen Ver- 
sammlungen, die man Symposien nannte, und pflog dort rAit einander 
in Ernst und Scherz eine angeregte Unterhaltung. So trat Bergk zu 
Giesebrecht, Bonitz, AViese, lludolf Jacobs, E. Köpke, R. Merkel, 
Tischer u. A. in freundschaftliche Beziehungen, er verkehrte auch 
aufserhalb dieses Kreises mit Männern wie Ad. Schmidt, Joh. (J. Droy- 
sen, 0. Gruppe, Max Duncker u. A., und ward den älteren Berhn(>r 



Theodor Bergks Leben. 



Gelehrten, zu denen Meineke ihm gern den Zugang vermittelte, lieb 
und Averth. Besonders war es der so bedeutende Kreis der griechischen 
Gesellschaft, der 'Griechheit', wie sie sich selbst mit Vorliebe nannte, 
welcher Bergk gern in seiner Mitte sah. So ward er mit Lachmann und 
Böckh bekannt, obwohl der Letztere, gleich Bergk, nicht eigentlich zur 
griechischen Gesellschaft gehörte. Schon in der ersten Zeit seines Berliner 
Aufenthaltes hatte B. auch die Freude mit Welcker, den er um seines 
feinen Verständnisses willen so sehr verehrte und seiner menschlichen 
Eigenschaften wegen so liebte, wenn auch nur einmal bei Meinekes, zu- 
sammenzutreffen, während der kurzen Zeit eines Besuches, den "Welcker 
im Jahre 1839 in Berlin abstattete. Uebrigens sah Bergk den hochver- 
ehrten Mann damals nicht zuerst; schon im Jahre 1837 hatte er ihn in 
Göttingen bei der Säcularfeier der Georgia Augusta mit anderen bedeu- 
tenden Gelehrten kennen gelernt. So sehr sich Bergk damals dieser 
Zusammenkunft gefreut hatte, so hatte das Zusammenleben mit so vielen 
älteren Gelehrten, deren Ueberlegenheit er fühlte, auf den jüngeren, wie 
er selbst gesteht, zunächst doch einen 'niederdrückenden Einflufs' geübt. 
Aber er hoffte mit Zuversicht, dafs dies Gefühl kein dauerndes sein 
werde, sondern dafs sich aus demselben vielmehr eine 'belebende und 
erhebende Kraft' entwickeln werde zu weiterem Streben, eine Hoffnung, 
die ihn nicht täuschte. 

Gerade das Verhältnifs zwischen Bergk und Welcker ist ein 
besonders reines und schönes gewesen, das kein Mifsklang je gestört 
hat. Denn wenn auch die Kecension, die Welcker im Jahre 1834 
vom Anakreon im rheinischen Museum hatte erscheinen lassen, Bergks 
Erwartungen anfangs nicht entsprach , so war er doch von der Unpar- 
teilichkeit und dem lauteren Sinne Welckers zu sehr überzeugt, als 
dafs er sich hätte ernstlich gekränkt fühlen können. So hielt denn 
Welcker selbst seine Besprechung auch keineswegs für ungünstig, 
sondern versicherte ausdrücklich, dafs ihn das Buch 'im Ganzen nur 
Freude gemacht habe' (Brief vom 15. November 1834). Seitdem aber 
knüpfte sich gerade an diese Recension ein belebter, inhaltreicher 
Briefwechsel, welcher bis in Welckers letzte Lebensjahre hinein un- 
unterbrochen fortgedauert hat. Eine grofse Reihe wissenschaftlicher 
Fragen, die beide im Augenblick bewegen, werden angedeutet oder 
ausführlicher erörtert und von beiden Seiten kommen die schönsten 
Anregungen. Vollends als Bergk die Zeitschrift für die Alterthums- 
wissenschaft übernommen hatte, nahm der briefliche Vorkehr zwischen 
ihnen eher zu als ab; nirgends klingt auch nur der leiseste Mifston 
durch, der diese auf innerster Sympathie dei- Seelen beruhende Har- 
monie stören könnte. Bergk ist ebenso eifriger Mitarbeiter für das 



Theodor Bcrgks Leben. 



rheinische Museum gewesen, als Welcker die Zeitschrift für die Alter- 
thumswissenschaft unterstützt hat. An allen wichtigen Schicksalen, die 
Einen von Beiden betreffen, nimmt Jeder gleichen Antheil. Wahrhaft 
herzUch spricht sich noch zuletzt nach Bergks hallischer Berufung 
die Freude Welckers aus , den Freund nun endlich ' in die preufsische 
Collegschaft versetzt zu wissen', und von Bergks inniger Theilnahme 
am Glücke des älteren Freundes giebt die Festschrift zu "SYelckers 
50 jährigem Docentenjabiläum ein letztes öffentliches Zeugnifs. Es war 
ein Yerhältnifs, das, in Treue gepflegt, Liebe und Gegenliebe erntete. 
Noch in späterer Zeit konnte Bergk die Erinnerung an ein mild- 
ernstes Wort Welckers tief bewegen. 

Wie Bergk Meineke persönlich schon länger in Freundschaft ver- 
bunden war, so trat er nun in Berlin auch seiner Familie näher, von 
welcher die jüngeren Älitglieder 'Onkel Bergk' gern einen Besuch 
abstatteten, damit er mit ihnen allerlei Kurzweil treibe. Und er fand 
auch dazu wohl ein Stündchen trotz aller Arbeit, die auch die Berli- 
ner Zeit in reicher Fülle brachte. Denn schon im Jahre 1839 schrieb 
Bergk sein vortreffliches, an glänzenden Emendationen reiches Em- 
pedoklesprogramm , das rasch hingeworfen , wie es war (Bergk an 
Welcker am 15. September 1840), nicht nur eminenten Scharfsinn 
bezeugt, sondern vor Allem auch einen neuen Beweis liefert, wie früh 
Bergk die verschiedensten Seiten der Philologie zu umfassen und das 
Hervorragende und Vernachlässigte oder Yerkannte zu würdigen wufste. 
Doch war dies nur eine kleinere Arbeit, deren Mühen eine Erholung 
in Bad Helgoland vollauf verwischte. Mehr nahm Bergk die Bear- 
beitung der Fragmente des Aristophanes für Meinekes Sammlung der 
Komiker in Anspruch. Meineke hatte diesen Dichter ursprünghch 
ausschliefsen wollen: nun bot sich aber eine so willkommene Gelegen- 
heit dar zu einer vollen Abrundung des ganzen Werkes, dafs er gern 
seinen Plan änderte. Bergk ging mit der ihm eigenen Energie ans 
Werk. Zwar war ihm der Dichter kein Fremdling mehr, wie manche 
kleinere Arbeit und die eben erst gedruckte Recension des Droysen- 
schen Aristophanes zur Genüge zeigte, und so war er sich denn nach 
vollendeter Arbeit Avohl bewufst, 'das Yerständnifs des Dichters einen 
Schritt weiter gefördert zu haben ' : aber das Avufste er ebenso klar 
und gesteht es Welcker frei und offen, dafs er eine Menge Fragen, 
die eine ausführliche Besprechung erfordert hätten, bei der Kürze der 
Zeit nur hatte 'berühren' können und dafs sich bei gröfserer Mufse 
'Manches ganz anders gestaltet haben würde'. 

Welcker 'schien der Aristophanes einen guten Fortschritt zu 
bekunden' (29. April 1841): G. Hermann hat die Fragmentcnsamm- 



Theodor Bei-gks Tyohcn. 



lung in der Jenaer Literatur- Zeitung im Jahre 1842 (S. 508b — 511a) 
einer einschneidenden, sehr herben Kritik unterworfen. Schon früher 
hatte er an seinem Schüler gelegentlich auszusetzen gehabt, dafs dieser 
von seinem grofsen kritischen Talente einen zu ausgiebigen Gebrauch 
mache. So liefs er ihn am 18. März 1836 durch R. Dietsch 'schönstens 
grüfsen ' und sagen , Bergk ' solle nicht so viel Conjecturen machen ' ! 
Dazu kamen dann öffentliche Kundgebungen in der Zimmermannschen 
Zeitschrift und in den Anmerkungen zu Euripides' Helena (zu Y. 1320), 
'väterliche Ermahnungen, wie Dindorf meinte (20. August 1837), deren 
Zweck Besserung sei'. Aber das hinderte den Schüler nicht den Weg 
weiter zu verfolgen , den der Lehrer ihm ja selbst vorangegangen war 
und den zu betreten er ihn früher durch so manches Lob aufgemun- 
tert hatte. Sollte G. Hermann die Annäherung an die Böckhsche 
Schule übel vermerkt haben, oder hielt er den ungerathenen ZögKng 
wirklich einer Züchtigung würdig — gleichviel er handelte mit der- 
selben Rücksichtslosigkeit, wodurch er sich auch Anderen furchtbar 
gemacht hat: nur dafs jene nun den Weg zu ihm fanden, während 
Bergk sich von ihm zurückgestofsen fühlte, so dankbar er dem Leh- 
rer — er hat es nie geleugnet — im Herzen ergeben blieb. Uebrigens 
schwankte Bergk eine Zeit lang, ob er seinem Recensenten, natürlich 
mit aller Zurückhaltung, wie sie dem Schüler gegen den Lehrer zu- 
komme, antworten sollte: doch wie ihm überhaupt jede Antikritik, die 
nur zu leicht in gehässige Zänkerei ausartet, zuAvider war, so entschlofs 
er sich hier erst recht zum Schweigen. Freilich hatte sich zwischen 
Beiden nun eine Kluft gebildet, über die keine Brücke führte. Wel- 
cker gegenüber hat sich Bergk geradezu über 'Unwahrheit und Ent- 
stellung' in dieser Kritik beschwert (22. Mai 1844, also lange nach 
dem Erscheinen derselben) und hat bei jenem ein, wie er sagt, auf 
eigene Erfahrung gegründetes Gehör gefunden. 

Schon im Jahre 1838, che Bergk nach Neustrelitz ging, hatte 
sich für ihn eine Aussicht auf eine Anstellung am Gymnasium in 
Fulda eröffnet, wo Fr. Franke seiner sehnlichst wartete. Director 
Bach, ein aufgeklärter Katholik, hoffte in Bergk eine Stütze gegen 
Monachismus und Jesuitismus zu finden. Aber Bergks Hoffnung 
erwies sich gerade wegen des Widerstandes jener feindlichen Parteien 
als trügerisch. Da erfolgte am 2. Deccmber 1839 eine Anfrage von 
Bachs Freunde, Director C. A. Weber in Kassel, ob Bergk nicht 
geneigt sei in der Hauptstadt des kurhessischen Staates ein Amt anzu- 
nehmen. Das hessische Ministerium bot 700 Thaler Gehalt und An- 
rechnung der Dienstzi'it vom Octobcrl835, und der Director versprach 
das (Jrdinariat in J^rima, bei nur 18 wöchentlichen Unterrichtsstunden. 



Theodor Bergs Leben. 



Bergk wufste, dafs er in Berlin auf ein baldiges Aufrücken nicht 
rechnen konnte : dazu lockte die Aussicht vom Alumnate wegzukom- 
men, das ihm schon in Halle als sehr lästige Zugabe zum Lehramt 
erschienen war. So entschied er sich ohne langes Besinnen dem An- 
trag zu folgen, so schwer ihm auch der Abschied von Berlin wurde 
und von alledem , was ihm dort seither theuer geworden war : hatte er 
doch noch vor Kurzem auf eine Aufrage , die ihm eine aufserordentliche 
Professur in Breslau in Aussicht stellte, sowie eine Berufung nach Bran- 
denburg, wo er Conrector werden sollte, ablehnend geantwortet, um 
für die letztere Stelle 31. Seyffert statt seiner zu empfehlen. 

Ostern 1840 trat Bergk in_ seine neue Stellung ein. Die Eeise 
nach Kassel führte natürlich über Leipzig, wo Mutter und Schwestern 
herzliche Freude des Wiedersehens empfanden. Auch alte Beziehungen 
zu Leipziger Freunden wurden wieder angeknüpft und der ISTachbarstadt 
Halle zur Erinnerung an alte Zeiten ein Besuch gemacht. Das herr- 
liche Frühlingswetter des Ostersonntags forderte dazu auf, mit einigen 
Freunden die Felsen und Berge an der Saale zu durchstreifen. Aber 
schon am Ostermontag wurde die Reise fortgesetzt. In Göttingen wid- 
mete Bergk dem Verkehr mit Ranke und v. Leutsch anderthalb Tage 
\md lernte während dieser Zeit auch den Philosophen Ritter kennen: 
Schneidewin war in Braunschweig. Endlich am Donnerstag Morgen 
traf Bergk in der Stadt ein, in der er bis zum Jahre 1842 einige der 
schönsten Jahre seines Lebens zubringen sollte. 

Zwar fühlte er sich zunächst in Kassel vereinsamt, seine Blicke 
schweiften zu den Berliner Freunden herüber und er sehnte sich mit 
ihnen, wie ehedem, in anregendem, trautem Gespräch Erholung zu 
suchen für die Geschäfte des Tages: aber er klagte nicht. Und wie 
hätte er es auch thun sollen? Wie ihm die Behörden mit grofser 
Freundlichkeit entgegen kamen, so hatte er an Director Weber einen 
hochachtbaren Vorgesetzten erlangt, mit dem er bald eine innige, durch 
Jahre und in Zeiten der Noth erprobte Freundschaft schlofs, welche 
die Kasseler Zeit lange überdauert hat. AVilhg und neidlos erkannte 
Weber Bergks wissenschaftliche Ueberlegenheit an, ja es peinigte ihn 
später geradezu der Gedanke in Marburg der Nachfolger des bedeu- 
tenderen iYeundes werden zu sollen, als kiufürstliche Willkür ilin 
noch im 56. Jahre seines Lebens zu einer anderen Lebensrichtung 
nöthigte. Nachmals fand Bergk dann auch in dem durch seine Pau- 
saniasstudien bekannten Johann Heinr. Christ. Schubart, seinem lie- 
benswürdigen Hausgenossen, einen wissensciiaftlich bewährten Freund, 
während sein College Schimmelpfeng mehr gesellige Anregung ver- 
lieh. Auch die Brüder Grimm lernte er damals kennen. Und wie 



Theodor Berpks Leben. 



er stets ein feines Gefühl für die ISTatur und ihre Reize gehabt hat, so 
sagte ihm die Kasseler Gegend mit ihrer entzückenden Anmuth ganz 
besonders zu. Nur die politischen Verhältnisse des neuen Vaterlandes 
wollten ihm nicht gefallen: Hassenpflug machte schon bei der ersten 
Begegnung auf Bergk einen 'peinlichen, fast unheimlichen Eindruck', 
Ein Grund mehr für Bergk, das zu bleiben was er schon lange aus 
Ueberzeugung geworden war, 'ein guter Preufse'. Freilich war er 
kein partikularistischer Preufse: er liebte dies Land, ohne doch die 
Einseitigkeiten der damaligen Regierung za billigen: er wünschte 
Preufsens Hegemonie von ganzer Seele und tadelte ebendefshalb die 
falschen Schritte jener Jahre, die seiner Meinung nach von jenem Ziele 
nur abführen mufsten, anstatt darauf hinzuführen. Doch waren seine 
Beziehungen zu den hallischen Jahrbüchern allerdings rein wissenschaft- 
licher ISTatur, ihren Tendenzen war er nur insoweit nicht abgeneigt, 
als sie gegen gewisse Unklarheiten und Verkehrtheiten gerichtet waren. 
Aber insofern 'das junge Halle' nachgerade allem Positiven den Krieg 
zu erklären begann , fühlte er sich von den Intentionen Ruges, Echter- 
meyers und Prutzens schon während seines Besuches in Leipzig , wo er 
die Trias 'mit ihrem Patronus Wigand', dem Verleger der Jahrbücher, 
sah, wenig erbaut. Vollends mifsfielen ihm 'die verwerflichen religiö- 
sen Tendenzen ' der Zeitschrift. Aber das verschwommene hyperorthodoxe 
Christenthum der evangelischen Kirchenzeitung billigte er ebensowenig. 
Er hatte defshalb Lust, das Vorwort dieser Zeitung in Ruges Jahr- 
büchern einer entschiedenen Kritik zu unterwerfen, schon darum, um 
die Gymnasien von dem Vorwurfe der Unchristlichkeit zu reinigen, 
den jene Richtung ihnen machte. Um das zu können, müsse man 
freilich, meinte Bergk, nothwendigerweise vom christlichen Standpunkte 
ausgehen (Brief an W. Giesebrecht vom 5. Juni 1842); aber das 
duldete Rüge eben nicht. 'Der christlichen Manie unserer Tage, ant- 
wortet er (am 7. März 1842), können die Jahrbücher keinen Vorschub 
leisten . . . Für unsern Feind, diese forcirto und unklare Christlich- 
keit, können wir nicht auftreten . . . Das Dilemma ist: pfäffische 
Knechtschaft oder freie Menschheit, kein Griechenfreund wird einen 
Augenblick schwanken.' Classisches Alterthum und Christenthum waren 
für Bergk allerdings zwei so verschiedene Dinge, dafs er sich mit 
Ruges Anschauungen unmöglich befreunden konnte. Umgekehrt er- 
schien der modische Versuch in altgriechischen und römischen Schrift- 
stellern auf Kosten der Wahrheit überall christliche Anschauungen zu 
wittern, seinem klaren Blicke natürhch nicht minder verwerflich. So 
läfst er sich in einem Briefe an Giesebrecht vom 2. Juni 1840 über 
Böttichers Arbeit ' das Christliche im Tacitus ' ziemlich scharf vernehmen. 



Theodor Bergks Leben. 



'Bei all dem religiösen Sinn, den der gute Mann haben mag, sagt 
Bergk, hat er doch vom Christenthume eine so ganz falsche Ansicht 
dafs er alles rein Menschliche, was ebendefshalb der griechischen und 
römischen wie der christlichen Welt gemeinsam ist, als christhch 
bezeichnet; ja sogar so weit geht Herr Bötticher, dafs er den Glau- 
ben an portenta und ostvnfa, was doch etwas acht Eömisches ist 
als christlich darstellt; wenn der Glaube an solch launenhaftes Spiel 
des Zufalls christlich ist, dann ist auch der Glaube an ein Fatum 
christlich, dann ist Livius, und welcher Römer nicht? ein rechtgläu- 
biger Christ.' 

An Straufs, der eben damals mit seinen historischen Unter- 
suchungen über die Evangelien auftrat, gefiel B. zwar der hohe Muth 
der Ueberzeagung, aber die ganze JSTatur des Mannes war ihm zu 
destructiv , als dafs er von ihm etwas eigentlich Förderliches erwartete. 
Bergk wollte eben nicht blofs zerstört wissen; er wollte erhalten, 
was lebensfähig war, und nur an Stelle des Unhaltbaren Besseres, 
Lebensfähigeres gesetzt sehen. Wie sich Bergk speciell das Yerhält- 
nifs der classischen Studien zum Christenthum dachte, warum er die- 
selben für eine nothwendige Ergänzung der christlichen Anschauung 
und das beste Bildungsmittel für die Jugend hielt, hat er gerade in 
dieser Zeit, in welcher ihn solche Fi-agen überhaupt viel bewegten, in 
einer bei der Geburtstagsfeier des Kurprinzen und Mtregenten gehal- 
tenen Schulrede lichtvoll auseinandergesetzt. Ich kann mir nicht ver- 
sagen von jener Rede, die frei von allem Dogmatismus durch liebe- 
volles Eingehen und scharfes Eindringen in das Wesen der Sache ein 
wirkliches Verständnifs zu erzielen sucht, an dieser Stelle einen viel- 
leicht nicht unwillkommenen Bericht zu geben. 

Bergk geht von dem Nachweis aus, dafs, gleichwie alle wissen- 
schaftliche Bildung von dem Studium der classischen Werke der Grie- 
chen und Römer ihren Anfang genommen habe, so auch dies Studium 
selbst mit der Entwicklung und Verbreitung des christlichen Glaubens 
in innigster Yerbindung stehe. Er zeigt, wie das Licht der Bildung 
und wahrer Gesittung um so heller strahle, je mehr man sich in jene 
alte Welt vertiefe: 'wo man sich abwendet, da bemächtigt sich Dun- 
kelheit und Irrthum der Geister '. So wollte Christus seine Lehre auch 
nicht auf sein Volk beschränkt wissen: der schönen griechischen Spra- 
che bediente sich Gott, um seine Herrhchkeiten zu offenbaren, und 
in Griechenland waren die ersten christlichen Gemeinden. Gleichwie 
einerseits Dichter, wie Homer, Pindar und Sophokles, Philosophen wie 
Plato, Aristoteles und Cicero gewissermafsen schon im Voraus die 
ewige Wahrheit verkünden, so sind andererseits die bedeutenden Kir- 



Theodor Bergks Lebon. 



cheuväter in den Meisterwerken der Griechen ebenso zu Hause wie in 
den christlichen Urkunden. Als Karl der Grofse die Heiden zum Chri- 
stenthum bekehrte, suchte er zugleich auch die classischen Studien zur 
Geltung zu bringen, in Frankreich durch Alcuin, in Deutschland 
durch Rhabanus Maurus, 'den Schöpfer des deutschen Schulwesens'. 
In der Finsternifs, Oede und Einförmigkeit des Mittelalters verstumm- 
ten auch die classischen Studien: als sie erwachen, erwacht auch die 
Reinheit der christlichen Lehre. Wohl erstanden auch schon früher 
von reformatorischen Ideen erfüllte Männer: aber solche Bestrebungen 
gingen an der eigenen Beschränktheit ihrer Träger zu Grunde. Wenn 
in Italien die Kunst der Alten in religiöser Hinsicht befreiend und 
erhebend wirkte , so führte in Deutschland das Studium der classischen 
Literatur zur geistigen Befreiung und Erneuerung des christlichen 
Glaubens. 

Diesem Nachweis folgt eine weitere Untersuchung über den Grund 
dieses Zusammenhanges. Es ist kein anderer als der, dafs zwischen 
Religion, Kunst und Wissenschaft ein enges Band geknüpft ist: 'sie 
sind die ewigen Schwestern, die aus dem Leben der blofsen Natür- 
lichkeit und Sinnlichkeit ins Reich des Guten, Wahren und Schönen 
einführen, zu Gott selbst hinleiten, in dem die Endpunkte all ihres 
Sehnens und Denkens in ewiger Reinheit, Fülle und Unveränderlich- 
keit ruhen. Der Glaube setzt den Menschen mit einem höheren Wesen 
in Verbindung, die Kunst läfst jenes Wesen in der Welt der Erschei- 
nung erkennen, die Wissenschaft endlich sucht auf dem Wege ver- 
nünftiger Einsicht äufseres und inneres Leben zu begreifen. In diesem 
Sinne hat Goethe Recht: 

Wer Kunst und Wissenschaft besitzt , hat auch Religion.' 

In starrer Abgeschlossenheit wird die christliche Kunst dunkel, 
einseitig und formlos: sie bedarf, um diese Fehler zu vermeiden, fort- 
gesetzter Beschäftigung mit der Antike, ihrer Klarheit, Harmonie und 
Einfachheit. 

Und woher entstammen diese Vorzüge? Sie hängen mit dem 
ganzen Leben der Griechen zusammen, das nur dieser Welt mit all' 
ihrer Sinnlichkeit zugewendet war: ein Jenseits gab es, wenn es über- 
haupt angenommen wurde, nur als dunkles Schattenreich. Die gütige 
Natur spendete im Ueberflufs, ewig lächelte ein klarer, heiterer Him- 
mel und lud des Lebens Freuden zu geniefsen ein : so wiesen die 
Griechen den Gedanken an das Unendliche als störend ab, Ihre Re- 
ligion sucht die sinnliche Welt, die Aeufserungen der Naturkräfte zu 
f;rklären, und auch die griechische Kunst bringt mehr das Fühl- vmd 
Sicijtbare, das Feste, Ruhende zur Erscheinung. Doch fehlt dieser 



Theodor Bergks Leben. 



sinnlichen Auffassimgsweise keineswegs die Idee: besteht doch gerade in 
der Einheit der Idee und Form bei den Alten die höchste Schönheit. 

Ganz anders im Christenthum. Gerade der volle Geuufs, dem 
man sich namentlich in der letzten Zeit der griechisch-römischen Welt 
liingab, erweckte das Gefühl unendlicher Trostlosigkeit und diesem 
drückenden Gefühl kam Christus entgegen, indem er das Irdische auf 
das Ewige zurückführte. So ist das Leben des Christen eine Vorbe- 
reitung für die Ewigkeit geworden. Unleugbar gewann der mensch- 
liche Geist dadurch an Tiefe und Innerlichkeit: aber es ist damit auch 
eine Gefahr verbunden. Wird der Geist nicht genöthigt sich rein und 
klar zu gestalten, so kommt er auf Abwege, wie die Geschichte des 
Mittelalters zeigt. Trotz regen Eifers in Gemeinschaft mit Gott zu 
treten, will Euhe und selige Zufriedenheit hier doch nicht eintreten; 
die Kunst und Wissenschaft des Mittelalters sind unfähig für den 
Reichthum des Inhalts die ächte plastische Form zu finden. Zum Be- 
weise dient auch ein Vergleich der Nibelungen und Homers. 'Unzwei- 
felhaft übertrifft, sagt Bergk, die germanische Dichtung das Werk des 
Griechen an geistiger Tiefe und Bedeutsamkeit, an Innigkeit und Er- 
habenheit bei gleicher Fülle der Phantasie; aber ebensosehr wird sie 
von jenem übertroften an Einfachheit, Ruhe, Anschaulichkeit, Gleich- 
mafs und Schönheit der Darstellung.' Erst von der Zeit an, wo man 
anfing zu den lange vernachlässigten Studien des Alterthums zurück- 
zukehren, gelingt es der christlichen Kunst und Wissenschaft, dem 
unendlichen, geistigen Inhalte auch eine bestimmte, anschauliche Form 
zu geben, die Tiefe und Innerlichkeit des Gedankens mit Kraft und 
Durchsichtigkeit der Darstellung zu vereinen. 

So ist man also durch die classischen Studien erst zur wahren 
Kunst und Wissenschaft gelangt: wer der classischen Bildung erman- 
gelt, der ist auch nicht im Stande die reine Wahrheit, die im Christen- 
thimi offenbart ist, in der rechten, wahren Form zu erkennen und 
festzuhalten. ■ — 

Vor Allem aber ist das jugendliche Alter, dessen Sinnen und 
Trachten schon von Natur auf das Sinnliche, Anschauliche, Gegen- 
ständische gerichtet ist, dazu berufen, an jenen vollendeten Denkmälern 
des Alterthums sich zu kräftigen und zu stärken, sein eigenes Innere 
klar und schön auszubilden, und eine edle Begeisterung für alles Ideale 
zu gewinnen, damit es auf diesem Wege in das AUerheiligste der AVahr- 
heit, zur ächten, christlichen Wissenschaft eindringe. — — 

Wir wenden uns zu Bergks äufsoren Lebensverhältnissen zurück. 
Kassel lag zu günstig, um neben Arbeiten aller Art nicht au(!h reiche 
Erholung zu bringen. Seine centrale Lage in Mitten einer schönen 



Theodor Bergks Leben. 



Gegend forderte nach allen Seiten zu Ausflügen auf, und Bergk hat die 
sich ihm bietende Gelegenlieit damals reichlich benutzt. Die Nähe der 
Göttinger Freunde v. Leutsch , Schneidewin und Ranke lud zu häufigen 
persönlichen Zusammenkünften ein : bald war einer derselben in Kassel, 
bald durchstreifte man gemeinschaftlich die schöne Wesergegend bei 
Münden ganz oder theilweise zu Fufs, um am Ziele in behaglichem 
Gespräch auszuruhen oder, wenn die Stimmung es mit sich brachte, 
über philologische Dinge die Gedanken auszutauschen. Als Freund- 
schaftsdenkmal aus dieser Zeit besteht Schneidewins Behandlung der 
aus Letronnes Papyrus eruirten Dichterfragmente, welche der Heraus- 
geber Bergk widmete. Aber es erwachte auch die Lust, die anderen 
herrlichen Gegenden des Westens zu durchmessen. Schon in der ersten 
Zeit seines Kasseler Aufenthaltes, im Mai 1840, fragt Bergk bei Freund 
Giesebrecht an, wie er von einer Reise in den Sommerferien an den 
Rhein denke. Bergk entwarf den Plan dazu. In Fulda, wo Director 
Bach und Dr. Franke ein Besuch abgestattet Avurde, trafen sich die 
Beiden. Die Reise streifte Prankfurt, Darmstadt, Heidelberg und 
dehnte sich bis Strafsburg aus: der Rückweg führte über Speier, Worms, 
Mainz und Koblenz. Die ursprüngliche Absicht die Reise noch weiter 
fortzusetzen, um namentlich auch Welcker in Bonn aufzusuchen, mufste 
aufgegeben werden; da der Schulanfang drängte, kehrte Bergk von 
Koblenz aus in aller Eile nach Kassel zurück. Dort wartete sein die 
Arbeit des Abiturientenexamens. Aber kaum war dasselbe vorüber, 
so ward von Neuem zum Wanderstabe gegriffen. Das Ziel des am 
27. September angetretenen Weges war Gotha, wo im Herbst 1840 
die Philologen tagten. Auch dort fanden sich die Göttinger Freunde 
Schneidewin und Ranke ein: Ritschi, Fritzsche, Wiese und von den 
älteren Lachmann und Rost waren gleichfalls da. So wurde mit man- 
chem die alte Freundschaft erneuert, aber auch mit anderen neue 
Freudschaft angeknüpft. 

'Bei schlechtem Wetter, aber guter Laune' ging es, freilich auf 
Umwegen, durch den Thüringer Wald zurück: C. F. Hermann aus 
Marburg und Schimmelpfeng aus Kassel waren Bergks Gefährten. Ein 
Unfall in der Nähe von Fulda, wo der Postwagen umfiel, diente nur 
zur Erheiterung der Mitfahrenden. Ueber Frankfurt und Wiesbaden 
eilte Bergk dem Rhein und der Nahe zu , von da führte der Weg über 
Koblenz nach Königswinter, in das Siebengebirge und nach dem 'heili- 
gen ' Köln. Auch Bonn und Remagen wurden berührt. Der Strom 
machte auf Bergk dies Mal, bei dem schönen Wetter, dessen er 
sich erfreute, einen imponirenden Eindruck. Mit besonderer Wärme 
aber beschreibt er das Aarthal: die Lage von Aarweiler fand er so 



Theodor Bergks Leben. 



anrauthig, dafs ihm die Trennung schwer wurde, und das Thal bei 
Altenahr so eigenthümlich , dafs er damit keine andere Gegend zu ver- 
gleichen wufste. 

So kam damals Reise auf Reise. Selbst der Winter ward nicht 
ruhig in Kassel verbracht: es drängte Bergk, das Weihnachtsfest in 
Berlin bei den Freunden zu verleben. Dieser Besuch war es, der für 
den allein Stehenden eine entscheidende Wendung brachte: die alten 
freund seh aftliclien Beziehungen zur Familie Meineke wurden noch fester 
geknüpft: Bergk verlobte sich in den Weihnachtstagen mit Meinekes 
ältester Tochter Ida. 

Langsam, wegen des hohen Schnees, näherte sich Bergk in den 
ersten Januartagen 1841 wieder seinem hessischen Wohnort, um zur 
gewohnten Arbeit zurückzukehren. Was den Kasseler Aufenthalt vor 
Allem so wohlthuend und zu einer Zeit reinster Befriedigung machte, 
war die schöne Mufse, welche ungeachtet der Schulthätigkeit immer 
auch für wissenschaftliche Arbeit übrig blieb. Nie fehlte jene Frische 
und Freudigkeit zu eigenem Schaffen, deren Mangel Bergk einstmals 
besonders den Strelitzer Aufenthalt so verleidet hatte. Und bei aller 
Arbeit hatte der rührige, rastlos strebende Gelehrte noch Lust, von 
einem Herrn von Haxthausen, einem westfälischen Edelmanne, der 
sich im Winter in Kassel aufzuhalten pflegte. Spanisch zu lernen. Aus 
der Zahl der wissenschaftlichen Aufsätze jener Zeit sind aufser dem 
Osterprogramm von 1841, in welchem Bergk in seiner '•commentafio 
de Cliryiitppi lihris 7i£Qi (x;ro(favruov'' *) den Letronneschen Fund erst 
in das rechte Licht stellte , die Recensionen zweier damals erschienenen 
bedeutenden Bücher von hervorragendem Interesse. Beide Recensionen 
sind im Jahre 1842 in den deutschen Jahrbücliern gedruckt worden 
und bestätigen die rein wissenschaftlichen Beziehungen ihres Verfas- 
sers zu jener Zeitschrift, beide zeigen auch ihrem Ziele nach eine ge- 
wisse Verwandtschaft unter einander. 

Um zunächst von Beckers Charikles zu sprechen , so ärgerte Bergk 
daran das imwissenschaftliche und unkritische Verfahren des Verfassers, 
der Sitten und Anschauungen der allerverschiedensten Zeiten in den 
Rahmen eines mittelmäfsigen Romans zu bringen suche , und nicht min- 
der die Unklarheit und Halbheit, mit welcher sich das Buch theils au 
'das gelehrte Publikum', theils an 'Freunde der Wissenschaft' wende. 



*) Auf gi-iechischen Satz war die Druckerei so wenig eingerichtet, dafs 
wogen mangelnder Typen innnor nur ein lialber Bogen gedruckt, werden konnte 
(Bergk an Giesebrecht 12. März 1841), daher sich auch die nianniclifachen orrores 
typographici erklären. 

Th. Borgk Kloino Schrifton. U. C 



Theodor Bergks Leben. 



So werde eben, meint der Recensent, keinem von beiden Theilen ge- 
nügt, und was die Hauptsache sein solle, die Darstellung der Privat- 
alterthümer, erscheine als reine 'Zugabe'. AVas Bergk aber insbesondere 
beim Verfasser vermifst, das ist ein wahrhaft historischer Sinn und ein 
liebevolles Eingehen in die ungemeine individuelle Verschiedenheit der 
griechischen Stämme. Zeiten, sowie locale und volksthümliche Eigen- 
thümlichkeiten werden willkürlich durch einander geworfen, die Quellen 
verschiedener Perioden und verschiedenen AVerthes als gleichwerthig be- 
ti-achtet, späte Schriftsteller, die nur die verdorbene Sitte ihrer Zeit vor 
Augen haben, als Grundlage einer Schilderung der Blüthezeit von Hellas 
augesehen. Nirgend begegnet man einer scharfen, historisch -kritischen 
Scheidung. Wie Becker die einzelnen Gattungen der Poesie und Kunst 
in ihrer Besonderheit und doch wieder im Verhältnifs zur Allgemeinheit 
nicht zu verständnifsvoller Darstellung zu bringen weifs, so wird er, 
wie dann des AVeiteren ausgeführt wird, auch mit seiner Schilderung 
der Symposien, sowie mit seinem Urtheil über die Sclaverei und die 
Stellung der Frauen im Alterthum den thatsächlichen Verhältnissen nicht 
gerecht. Weil er nur die Zeiten des Verfalls berücksichtigt , spricht er 
bei Beurtheilung der Symposien 'eine trübe, pedantische Ansicht' aus, 
weil er Zeiten und Stämme nicht auseinander hält und von der moder- 
nen Ansicht über die Ehe nicht loskommt, ist er auch hier ungerecht. 
Vollends für die Bedeutung der Sclaverei im antiken Leben hat er, der 
nur 'den Mafsstab eines abstracten Kosmopolitismus anlegt', gar kein 
Verständnifs. Es fehlt Becker eben, meint Bergk, der 'freiere, universal- 
historische Standpunkt'. Somit wird das Buch im Allgemeinen als 
verfehlt betrachtet, und dies abfällige Urtheil ist in seiner wissenschaft- 
lichen Begründung für den ehemaligen Schüler Hermanns bezeichnend 
genug: es beweist, wie Bergk in den Anschauungen der von Böckh 
vertretenen, historisch - kritischen Richtung schon damals heimisch ge- 
worden war. Der Charikles ist später in vollständig veränderter Ge- 
stalt durch C. F. Hermann herausgegeben worden, der ihn in dieser 
Gestalt auch Bergk zuschickte. Der neue Herausgeber hatte richtig 
geurtheilt, wenn er bei dem ehemaligen Kritiker des Werkes wenig 
Lust voraussetzte, 'sich zum zweiten Male über ein Buch auszuspre- 
chen , dessen Grundgedanke Bergk gleich bei seiner ersten Erscheinung 
'ganz mit Recht' nicht habe billigen können' (15. December 1854). 
Becker selbst aber, der den Namen seines Recensenten trotz seiner 
Anonymität sehr wohl erfahren hatte, dachte nicht eben schlimm von 
der Sache. 'Kommen Sie', sagte er zu Bergks Freunde Hertzberg, 
der ihn in Leipzig besuchte, mit Rücksicht auf eine oben angedeutete 
Stelle der Kritik , 'ich werde Ihnen beweisen , dafs Bergk Unrecht hat, 



Theodor Bergks Leben. 



und dafs ich kein mürrischer Eebeuhasser bin.' Und da tranken sie 
ein paar Flaschen vom Besten auf Bergks Gesundheit. (Krahner an 
Bergk am 28. Juli 1841.) 

Die zweite, gegen das andere Buch, Otfr. Müllers griechische 
Literaturgeschichte, gerichtete Kritik ist weniger abfällig: aber sie ver- 
mifst nicht minder eine richtige Erkenntnifs und Würdigung der grie- 
chischen Stammesunterschiede in ihrem inneren Zusammenhange mit 
dem politischen und religiösen, künstlerischen und literarischen Leben 
der Völker und ihrer dadurch nothwendig bedingten historischen Ent- 
wicklung. Müller bringt wohl gelegentlich 'treffliche Bemerkungen 
und helle Blicke in den Charakter und die Denk- und Sinnesweise, 
sowohl des hellenischen Volkes im Allgemeinen, als auch der einzelnen 
Stämme', aber er wird mehr von einem 'unsichern und unbestimmten 
Gefühl' geleitet, 'anstatt uns mit selbstbewufsten Gedanken von Mo- 
ment zu Moment zu führen und so die unendliche Mannigfaltigkeit des 
Stoffes wahrhaft zu durchdringen ' (Opusc. II. 361). Zwar läfst der Ver- 
fasser die einseitige Vorliebe für den dorischen Stamm, in welchem er 
'die ganze Gröfse und Herrlichkeit des Griechen volkes ' vollendet sieht, 
hier nicht mit der Bestimmtheit hervortreten, wie in den Doriern, 
wo die isolirte Betrachtung eines einzelnen Stammes ihm geradezu den 
Ueberblick nimmt und zu einer ungerechten Beurtheilung der übrigen 
Stämme führt: doch müssen sich lonier, Aeolier und Athener immer 
noch mit einer mehr 'stillschweigenden Anerkennung ihres Werthes' 
begnügen; der innige Zusammenhang, in dem die Stämme ihrem inneren 
Wesen nach mit der Literatur stehen, wird nicht nachgewiesen. 

Indem sich Bergk nun mit diesem Tadel nicht begnügt, sondern 
das von Müller Versäumte in kurzen Umrissen nachholt, beweist er 
die Berechtigung zu seiner Kritik und seinen Beruf zum Literarhistori- 
ker. Das aber ist überhaupt der Charakter fast aller Bergkschen Re- 
censionen, dafs sie sich möglichst wenig mit dem zu besprechenden 
Autor, weder lobend noch tadelnd, beschäftigen, sondern dafs sie mög- 
lichst bald die eigenen Ansichten des Recensenten über wichtige, vom 
Autor entweder unrichtig dargestellte oder ganz übergangene Punkte 
entwickeln, um so die Wissenschaft positiv zu fördern. 

Uebrigens stand, um die Wahrheit zu sagen, Müllers Literatur- 
geschichte in Bergks Augen fast noch tiefer, als er aus Respect vor 
dem Andenken des eben verstorbenen grofsen Gelehrten, das auch er 
in Ehren hielt, geradezu ausspricht. In einem Briefe an W. Giese- 
brecht vom 5. November 1841 , in dem Bergk den Vorsatz zu erken- 
nen giebt, die Literaturgeschichte zu recensiren , sagt er seine Meinung 
kurz mit den bezeichnenden Worten: 'das Buch ist für seinen Zweck 



Theodor Bergks Leben. 



recht brauchbar, ein Lesebuch für Stadt und Land, wie Bernhardy 
sagen würde, allein Neues lernt man daraus nicht.' 

Auch an Müllers Festus, den er damals für die hallische Litera- 
turzeitung zu recensiren begann, hatte Bergk 'vieles Erhebliche' aus- 
zusetzen. Ueberhaupt gestand er 'in so manchen wichtigen Punkten 
ganz anderer Ansicht zu sein als Müller', wie er denn seine Werke 
'nicht für so vollendet als die Böckhschen' halten könne: aber als Müller 
unerwartet schnell im rüstigen Mannesalter vom griechischen Fieber 
dahingerafft wurde, hielt er doch diesen Verlust für 'unersetzlich', 
zumal defshalb, 'weil Müller noch Grofses leisten konnte'. 

Die Hannoversche Regierung bemühte sich gleich nach Müllers 
Tode C. F. Hermann zu gewinnen : aber dieser schlug ebensowohl den 
Ruf nach Göttingen als auch einen anderen, in derselben Zeit von 
Heidelberg an ihn ergangenen Ruf damals aus. Dafür ward der Gym- 
nasialdirector C. F. Ranke, mit dem Bergk schon lange in Freundschaft 
verbunden Avar, als ordentlicher Professor und Director des pädagogi- 
schen Seminars, unter Belassung seiner früheren Stellung am Gymna- 
sium nun auch an die Universität berufen. Erst als dieser kaum 
zwei Jahre später nach Berlin ging, nahm Hermann den zum zweiten 
Mal an ihn ergehenden Ruf nach Göttingen an: indem die kurfürst- 
liche Regierung Bergk am 25. August 1842, und zwar mit einem Ge- 
halt von 800 Tlialern, zu seinem Nachfolger in Marburg machte, gab 
sie ihm den Wirkungskreis, nach welchem er sich mit Recht schon 
lange gesehnt hatte. Am IL October ward er zugleich zum 'Mitglied 
der Marburger Commission zur theoretischen Prüfung der Bewerber 
um ein ordentliches Lehramt an einer Gelehrtenschule' ernannt, und 
so fehlte dem Director des philologischen Seminars nach keiner Seite 
die Grundlage zu einer gedeihlichen Wirksamkeit. 

Schon im Herbst 1842 siedelte Bergk nach seinem neuen Wohn- 
ort über, lieber den Eindruck, welchen Stadt und Umgebung auf iim 
machte, berichtet er selbst in einem Briefe an W. Giesebrecht. 'Ich 
kam, schreibt er am 10. December 1842, noch im October hierlier, 
nachdem ich in Kassel noch melirero Tage recht vergnügt zugebracht 
hatte, und da die Vorlesungen erst mit dem November begannen, so 
hatte ich, wenn ich des Morgens meine Besuche gemacht hatte, den 
Nachmittag über Zeit bei leidlichem Wetter mich in der nächsten Um- 
gebung umzusehen. So unschön die Stadt ist, so schön ist die Gegend, 
zwar nicht so grofsartig, wie man sie bei Kassel im Habichtswalde 
und nach der Weser zu bei Münden hat, aber desto freundlicher und 
anmuthiger; namentlich erinnei't einen die Mannigfaltigkeit des Farben- 
scheines daran, dafs man dem Süden näher gerückt ist, ebenso auch 



Theodor Bergks Leben. 



die Kastanienbäume in den Gärten und das frische Grün der "Wälder 
selbst mitten im Spätherbste. Ebenso ist unsere Elisabethkirche, die 
im 13. Jahrhundert erbaut ist, ein grofsartiges Gebäude. Desto mehr 
sticht das schmutzige Aussehen der Häuser, das Winkliche und Yer- 
baute im Innern derselben, sowie die Treppen, welche statt der Stra- 
fsen dienen, und die armselige Bevölkerung gegen die Schönheit der 
Gegend ab. Ich habe übrigens für das nächste Jahr eine sehr freund- 
liche Wohnung mir verschafft, mit der Aussicht nach Süden das ganze 
Thal der Lahn entlang, und brauche dann blofs durch den Garten zu 
gehen, um gleich im Freien zu sein.' 

Diese freundliche Wohnung im Huberschen Hause in der Unter- 
gasse, welche den BHck über das Lahnthal zum Frauenberg, bis zu 
den blauen Linien des Taunus hin schweifen zu lassen gestattete, hat 
Bergk erst bei seiner Uebersiedlung nach Freiburg verlassen: sie ist 
dieselbe, in welche er im folgenden Jahr seine Gemahlin heimführte, 
sie, die ihm in Freud und Leid treu zur Seite stand, die seine Seele 
kannte und ihre Eegungen mit dem liebevollsten Yerstäudnifs begleitete, 
die im Leben nicht von ihm wich und ihm die letzten Augenblicke 
eines schwer geprüften Daseins ertragen half 

Bergks Verhältnifs zu Meineke, seinem alten Freunde, erhielt 
durch dieses neugeknüpfte Band die schönste Weihe. Wie treu der 
Vater dem Sohne in Liebe zugethan war, zeigt gar mancher wahr und 
innig empfundene Brief. Es war ein Pietäts verhältnifs , wie es schöner 
nicht gedacht werden kann. Was Beider Herzen bewegt, kommt in 
schlichten, einfachen Worten, in 'argolischer Kürze', wie Meineke 
einmal sagt, aber darum nicht weniger herzlich zum Ausdruck, und 
mit dem rein Menschlichen geht das Wissenschaftliche in schönem 
Bunde gleich berechtigt zusammen. Der briefliche Yerkehr zwischen 
Beiden ist viele Jahre lang lebendig gewesen: erst in der letzten Zeit, 
als sich hier und dort Leiden einstellten, nahm die Correspondenz ab, 
und die Frauen vermittelten das Persönliche. 

Nachdem Bergk in Marburg, seinem neuen Wohnort, eben ein 
wenig zur Euhe gekommen war, warf er sich mit aller Energie auf 
seine Vorlesungen. Gleich anfangs bestimmte er mit Umsicht die Rei- 
henfolge derselben für längere Zeit. 'Ich denke, schreibt er an W. 
Giesebrecht am 10. December 1842, in einem dreijährigen Cyclus En- 
cyklopädie, griechische und lateinische Grammatik, griechische und 
römische Literaturgeschichte und griechische Alterthümer zu lesen : da 
eröffnet sich mir also ein reiches Feld von Studien aller Art; das 
Schwierigste ist offenbar die Grammatik , weil hier die Leistungen Frü- 
herer gar ungenügend sind, man also mehr als irgendwo auf sich selbst 



Theodor Bergks Leben. 



zurückgewiesen Avird. Indessen ist es einem ganz nützlich, dafs man 
auf ein solches Gebiet vorzugsweise hingewiesen wird.' 

An Arbeit war also kein Mangel, und Bergk machte sich diese 
Arbeit wahrlich nicht leicht. "Wie er sich um der Interpretation willen 
selbst in deutschen Nachbildungen antiker Poesien versuchte, lehrt fol- 
gendes theüweise schadhafte Bruchstück einer Uebersetzung der uns 
erhaltenen Elegie des Hermesianax , das ich um so weniger habe unter- 
drücken mögen, als die Opuscula die Commentatio de Hermesianactis 
elegia wiederholen. 

2 7 Er auch, den vor Allen das waltende Schicksal behütet, 

Kannte des Gottes Gewalt, dem sich kein Dichter entzieht. 
Jener Homeros: wie hoch um der klugen Penelope willen 
30 Hebt er durch seinen Gesang Ithakas armes Gcsfad. 
Vieles ertrug er um sie, auf die enge Insel gesiedelt, 

Weit von der Heimath fern w"ohucnd, der räumigen Flur, 
Preisend Ikarios' Kind und das Volk des Amyklas und Sparta, 
Doch er dachte dabei nur an das eigene Leid. 

35 Ferner Mimnormos, der Erste, der schmelzenden Ton in des Liedes 
Fülle sich schuf und den Hauch linden Pentameters klang. 
War für Nanuo entbrannt und brachte, den Mund in der [Binde,] 

Spielend die Flöte, gar oft Ständchen der Examy[e]. 
Hat auch Aergers genug, Hermobios sammt dem Pherekles 
4 Hassend, weil feindlichen Sinus schm[erzliches] Lied sie gesandt. 

Auch Antimachos, den der Lyderin Liebe verwundet. 

Zum Paktolos dem Flufs zog er: und als sie ver[schied] 
In Dardaniens Gaue, so legt' er sie unter die Erde 

AVeinend, und kehrt' zu der Burg Kolophons wieder zu[rück] 
4 5 Aus Aezanien: füllte geweihte Bücher mit Klagen: 
Also ward er befreit endlich von jeglichem Gram. 

Und Alkaeos von Lesbos, wie viel er Ständchen gedichtet. 

Als für Sappho sein S])iel sehnsuchtvollen Gesang 
Anhub, weifst du: es liebte der Sänger der Nachtigall Lieder, 
50 Und mit seinem Gesang kränkt' er den Teischen Mann. 

Denn auch der liebliche Sänger Anakreon nahte ihr werbend, 

Wann sie geschmückt in der Schaar Lesbischer Mädchen erschien: 

Und bald wandert' er her von Samos, bald von der eignen 
Heimath , welche an weintragende Berge sich lehnt, 
55 Hin zu dem Rebengelände von Lesbos: das Mysische Lekton 
Schaute er oft jenseits über äolischer Fluth. 

Und wie die attische Biene die felsige Heimath Kolonos 
Mied und im tragischen Chor sang Dionysos dem Gott 
Und der Theoris Liebe in Liedern feierte, weifst du. 



61 [.Jejner, behaupt' ich, der Mann, der stets seine Würde behütet, 
[Ulnd von der Kindheit an gegen die Frauen zumal 



Theodor Bergks Leben. 



[Hafs] und Verachtung gehegt, der konnte, getroffen vom krummen 
[Bog]en des Eros, die Qual nimmer beraeistern, des Nachts 
65 Irrte er einsam entlang makedonische Gassen zu Acgae, 

[AVoUte] der Schaffnerin nachschleichen des Königes, bis 

[PJndlich,] Euripidcs, dich dein Schicksal stürzt ins Verderben. 
[Denn des] Amphibios Hafs sandte die Meute dir nach. 

[Kennst auch] den Mann von Kythera, den treusten Verwalter der Flöte, 
70 [Wel]chen die Ammen des Gotts Bacchus gewartet, zugleich 
[Liebend] die Musen gebildet, Philoxenos: wie er erschüttert 

Einst durch unsere Stadt hin nach Ortygia zog, 
Weifst du: du hast ja gehört, wie selbst den Lämmern der Triften 

Sein sehnsüchtiges Lied von Galatea er lieh. 

75 Auch wohl kennst du den Sänger, in Kos des Eui-ypylos Bürger 
Haben sein ehernes Bild unter Platanen gesetzt, 
"Wie er von Liebe entflammt die Battis gepriesen, Phüetas, 
Während er emsig den Schatz sprachlicher Formen gehegt. 

Und auch die nicht, welche durchforschend verborgene Weisheit, 

8 Selber das Leben sich schwer machen mit sauerer Müh', 

AVelche der Tiefsinn selbst ringsum mit Schlüssen gewaffnet. 
Und die gepriesene Kunst des dialektischen Streits, 

Selbst sie konnten sich nicht vor Eros Kampfe bewahren. 
Wann er erschien: und gestreng lenkte der Gott sie im Joch. 

85 So wie den Samier fesselt' die heftigste Liebe Theano's, 
Jenen Pythagoras, der sinnig der Geometrie 
Linien fand, und den Kreis, wie ihn rings einfasset der Aether, 
Fein nachbildend an unscheinbarer Kugel entwarf. 

So wie die Kypris im Zorne den Sokrates, welchen Apollon 

9 Einst für den weisesten Mann unter den Menschen erklärt, 

Liefs in Feuer erglühn : und wie aus den Tiefen der Seele 
Er zum Lichte des Tags leichtere Sorgen entband. 

Wann zu Aspasias Haus hinwandelnd er nimmer den Ausgang 
Fand, wie leicht er auch sonst Bahn mit dem Geiste sich brach. 

95 Auch den Kyrenischen Mann zog mächtige Sehnsucht zum Isthmos 
Hin nach Korinth, als er warb, Lais [in Liebe genaht,] 
Aristippos, der scharfe, und mied dann alle Genossen; 
[Immer, war er auch fern,] weilte sein Geist in Korinth. 

Mcht nur aber, dafs Bergk seine Vorlesungen mit gröfster Sorg- 
falt vorbereitete, stets naclitrug und umgestaltete, widmete er densel- 
ben auch wöchentlich so viel Stunden, wie es wenige Docenten thim 
mögen. Das IVIinimum von Stunden, welche die Marburger Indices 
scholarum nachweisen, beträgt die immer noch ziemlich beträchtliche 
Anzahl von neun wöchentlichen Lectionen. Aber diese Zahl findet sich 
nur zweimal, im Sommer 1844 und im Sommer 1852. Meist las er 
11 Stunden, viermal 18 Stunden, und einmal, im Sommer 1849, nach 



Theodor Bergks Leben. 



seiner Rückkehr vom hessischen Landtage, hat er sogar 15 Stunden 
angekündigt. 

Die Zahl seiner Zuhörer war damals im Yerhältnifs zu der Ge- 
sammtzahl der Studierenden nicht unbedeutend. Er begann mit 15 
Zuhörern, freilich nicht lauter Philologen, denn so grofs war der Be- 
darf in dem kleinen Hessen nicht: später wurden es einige mehr. An 
Eifer und Fleifs fehlte es den Studenten nicht, aber Bergk klagte über 
mangelhafte Vorbereitung , namentlich ungenügende grammatische Kennt- 
nisse. Er theilte diese Wahrnehmung seinem Yorgänger unverhohlen 
mit, imd C. F. Hermann schrieb darüber am 3. Januar 1843 von Göt- 
tingen: 'Dafs ich Ihnen das Seminar nnd die Zuhörerschaft nicht auf 
der Stufe habe überliefern können, die Ihren Meinungen und Ansprü- 
chen gemäfs gewesen wäre, Aveifs ich sehr wohl; inzwischen wird es 
Ihnen nach Ihren früheren Yerhältnissen zu den Gymnasien weit 
leichter sein als mir, auf diese die Rückwirkung zu üben, ohne welche 
kein philologischer Unterricht auf der Universität auf stätiges Gedeihen 
rechnen kann. Das ist hier anders, wo die wissenschaftliche Prüfungs- 
commission eine starke Controlle über das ganze gelehrte Schulwesen 
ausübt; dort, wo sich das Gymnasium vom Staat und Universität 
emancipirt hat, kann nur eine Persönlichkeit mit Präcedentien wie die 
Ihrigen das nothwendige Band einigermafsen knüpfen.' An diesem 
von Hermann betonten wechselseitigen Yerhältnifs zwischen Gymna- 
sien und Universität festhaltend, hat es Bergk denn auch vermocht, 
die philologischen Leistungen in Hessen längere Zeit auf bedeutender 
Höhe zu halten: eine Reihe tüchtiger Dissertationen, zu denen er die 
Anregung gab, beweisen dies, und wenn es Bergk auch mit öfter aus- 
gesprochenem, klarem Bewufstsein stets für seine eigentliche Aufgabe 
gehalten hat, nicht Akademiker, sondern tüchtige Gymnasiallehrer zu 
bilden, so hat es ihm doch auch an solchen Schülern nicht gefehlt, 
welche in die Universitätslaufbahn mit Erfolg eingetreten sind. Yon 
diesen sind Max Büdinger und Gustav Linker, welche das Leben nach 
Oestreich verschlagen hat, ihrem Lehrer in Treue ergeben geblieben: 
als sich Bergk entschlofs nach Freiburg zu gehen, bedauerte es Bü- 
dinger nicht nur, dafs er den Ort verlasse, wo er so Yiele zu Liebe 
und Treue verpflichtet habe (Wien, 18. September 1852), sondern 
meint geradezu, dafs er sich 'die Alma Philippina noch gar nicht 
ohne Bergk denken könne'. Yiel versprach sich Bergk schon früh 
von A. Rofsbach, der ihm seine Rhythmik in dankbarer Yerehrung 
widmete und in der Widmung eingestand, einen von Bergk ausgespro- 
chenen Hauptgedanken weiter verfolgt und fruchtbar gemacht zu haben. 
Das Yerhältnifs zwischen Schüler und Lehrer ist auch hier allzeit 



Theodor Bergks Leben. 



lebendig geblieben und hat auf die Dauer einen auf schöner Pietät 
beruhenden, wahrhaft innigen Charakter angenommen. Westphals 
Begabung hielt Bergk sehr hoch: er hat ihn auch, so viel er ver- 
mochte, nie aus den Augen verloren, aber so nahe wie Eofsbach ist 
Westphal Bergk nicht getreten. Anch Schüler aus der Marburger Zeit, 
welche später Gymnasiallehrer wurden, haben ihrem Lehrer in schöner 
Weise und nach langem Zwischenraum oft ihre Anhänglichkeit und 
Dankbarkeit bewiesen. Den Marburger Zuhörern zu Liebe überwand 
Bergk seine Abneigung, ein Bild von sich anfertigen zu lassen: es 
ist die einzige Aufnahme, die es von ihm giebt; sie muTste defs- 
halb dem Stahlstich vor dem ersten Bande der Opuscula als Yor- 
lage dienen. Für Bergks historische Auffassung der Alterthumswissen- 
schaft zeugt die Unterschrift: 'Das Alterthum ist die Vorschule der 
Gegenwart: nur wer dort heimisch geworden ist, ist auch hier wahr- 
haft zu Hause'. 

Die Keihe der Vorlesungen, welche Bergk den Studirenden bot, 
war ungewöhnlich grofs: sie umfafsten allmählig fast den ganzen Kreis, 
in dem sich die Alterthumsstudien auf den Universitäten überhaupt zu 
bewegen pflegen. Von den gleich anfangs in Aussicht genommenen 
Collegien las Bergk Encyklopädie 1842/43, 1844/45 und 1849/50, grie- 
chische Grammatik 1843 und 1844/45, ausgewählte Capitel der griechi- 
schen Syntax 1843/44, römische Literaturgeschichte 1843/44, 1845, 1847, 
1850 und 1852, griechische Literaturgeschichte 1848/49, 1849 und 
1851, griechische Alterthümer endlich 1844, 1845/46, 1848 und 1849. 
Aufser diesen 4 — 5 stündigen Vorlesungen steht im Katalog einmal (im 
Sommer 1843), für vier wöchenthche Stunden griechische Philosuphio und 
in den Wintersemestern 1845/46, 1847/48, 1850/51, gleichfalls für vier 
wöclientliche Lectionen, auch Archäologie und Kunstgeschichte der 
Griechen und Römer verzeichnet. Die exegetischen Vorlesungen zogen 
von den Griechen Homer (1850/51), die griechischen Elegiker und 
Lyriker (1845, 1847/48, 1851), Aristophanes' Vögel (1844/45, 1850), 
Sophokles' Bhiloktet (1847, 1849/50, 1851/52) und einmal (Sommer 
1843) auch Piatos Phaedon in ihren Kreis: von den Eömern hat Bergk 
dreimal (1844, 1848, 1852) Horaz' Episteln, zweimal den Trinummus 
des Plautus (1843/44 und 1849) und einmal (1848/49) römische Ele- 
giker in einer Auswahl behandelt. Aber damit ist der ganze Umfang 
seiner Vorlesungen in der Marburger Zeit noch keineswegs erschöpft: 
denn im Seminar interpretirte er Hesiods Werke und Tage (1842/43 
und 1850), Solons Elegien (1845), Aeschylus' Prometheus (1849, 
1849,50), Pindars Epinikien (1844/45 und 1848/49), Aristophanes' 
Frösche (1843 und 1848) und AVolken (1851/52, 1852), Euripides' 



Theodor Bergks Leben. 



Phönisson (1845/46), Theokrits Idyllen (1842/43, 1847, 1850/51, 1851) 
lind Pliitarchs Solon (1844, 1847/48); von römischen Schriftstellern 
aber Tercnz' Hcautontimorumenos (1843, 1847, 1851, 1851/52), CatuU 
(1844, 1849), Tibull (1842/43), Horaz' Oden (1849/50) nebst den 
Episteln (1850), Persius (1845/46), Ciceros Brntns (1845, 1848, 1850/51), 
Yelleins Paterculus (1847/48) nnd Tacitus Annalen (1844/45, 1848/49, 
1852). Dazu kamen Examinatorien und eine seit dem Sommer 1847 
ausdrücklich so benannte philologische Societät. Wenn man nun weiter 
erwägt, dafs Bergk für das Seminar noch wöchentlich eine griechische 
oder lateinische Correctur hatte, dafs er als Programmatarius aufser 
den Indices scholarum bis zum Jahre 1847 doppelte Einladungsschrif- 
ten, nämlich zur Geburtstagsfeier sow^ohl des Kurfürsten als des 
Kurprinzen und Mitregenten, also in der Eegel vier Programme im 
Jahre zu schreiben hatte, so staunt man, wie es seiner Arbeitskraft bei 
dieser Fülle amtlicher Geschäfte doch möglich gewesen ist, noch weit 
über das Geforderte und Nothwendige hinaus zu leisten. Zahlreiche 
Aufsätze in Zeitschriften, dazu Gratulationsschriften für Universitäten 
wie Erlangen und Königsberg erschienen nebenher, und nicht so leicht 
versäumte es Bergk, befreundeten Gelehrten an festlichen Tagen eine 
gelehrte Gabe darzubringen. Als Grenzer, mit dem er schon eine 
Keihe von Jahren befreundet Avar und auch persönlich öfter verkehrte, 
40 Jahre Professor war, überreichte Bergk ihm eine Schrift mit schönen 
Emendationen zu verschiedenen Schriftstellern, namentlich den Lyri- 
kern, und als er erfuhr, Weber in Kassel feiere sein 25jähriges Jubi- 
läum, da setzte er sich, trotz der kürzesten Zeit , die übrig war, sofort 
hin , um durch die Bearbeitung der eben aufgefundenen Tabula Iliaca 
dem Freunde und alten Uirector zu zeigen, wie sehr er ihm in Liebe 
und Dankbarkeit ergeben sei. Daran knüpfte dann der gegen Lacli- 
manns ' Auf lösungstheorie ' gerichtete Aufsatz über die Einheit und 
Untheilbarkeit des ersten Buches der Ihas an, der Welcker 'sehr bedeu- 
tend erschien und in der einen feinen Erklärung (Opusc. IL 440), die 
man nur mit einem namhaften Beispiel geschmückt sehen möchte, für ihn 
einen besonderen Reiz hatte' (Welcker am 21. August 1846). Schon im 
zweiten Jahre seines akademischen Wirkens aber erschien das Werk, 
das Bergk, stets gefördert und vervollkommnet, von nun an durchs 
Leben begleitete, seine Poetae Lyrici Graeci, mit welchem sein Ruhm 
vor allen anderen Arbeiten eng verwachsen ist. 

Nachdem der Verlagsvertrag mit Reichenbach schon am 5. Juli 
1841 abgeschlossen war, meldet ein Brief vom 5. November dessel- 
ben Jahres an Giesebrecht, dafs bereits 10 Bogen gedruckt vorliegen. 
Bergk berechnete das ganze Werk auf 50 Bogen und hatte damit an- 



Theodor Bergks Leben. 



nähernd das Richtige getroffen. Er hatte schon lange auf diesem Ge- 
biete gearbeitet. Der zweite Aufsatz , den er überhaupt veröffentlichte, 
behandelte die bekannte Elegie Solons an] Mimnermus und imponirte 
durch das prachtvolle yllyvaazctdi]. Dann folgte der Anakreon und in 
verschiedenen Abtheilungen eine beträchtliche Anzahl von Verbcsserun- 
gen zu den Lyrikern; hierzu kam eine Reihe von Besprechungen, in 
denen Bergk Schneidewins Arbeiten über Simonides und die von Le- 
tronne gefundenen Fragmente der griechischen Lyriker ergänzend und 
berichtigend verfolgte und die zunächst nicht wenig dazu beitrugen , die 
beiden auf demselben Felde thätigen, schon früher befreundeten Gelehr- 
ten einander noch näher zu bringen. Als der Anakreon erschien, Avar 
Schneidewin wohl der Erste , der Bergk seine Bewunderung versicherte. 
'Auch meine Blicke, schreibt er von Braunschweig am L October 1834, 
waren, ich gestehe es, länger schon vornehmlich auf den trefflichen 
Alten von Tcos, den lieblichen, sorglosen Schwärmer gerichtet. Aber 
ich erwartete immer Mehlhorns längst verheifsene Bearbeitung, die nun 
durch Ihre treffliche Arbeit überflüssig wird. Ein Durchlaufen hat 
mich belehrt, wie viel wahre Belehrung in Ihrem Buche zu finden, in 
wie glückliche Hände der treffliche Dichter gerathen. Natürlich kann 
es nicht fehlen, dafs bei der oft vom Zufall abhängenden und in einem 
glücklichen Moment sich darbietenden Yerbesserung und Deutung sol- 
cher Fragmente ein Anderer Manches aus einem anderen Gesichtspunkte 
betrachtet. Aber bei Weitem das Meiste ist so gediegen, dafs Sie ge- 
wifs auf unbedingte Beistimmung rechnen können.' Allmählig regte 
Schneidewin den Plan an , als ' öffentliches Document der Freundschaft' 
ein Corpus Poetarum minorum herauszugeben. Anfang Februar 1838 
berichtet er, dafs er Tyrtaeus, Callinus, Selon, Mimnermus, Ion von 
Chios, Phocylides und Theognis zum Druck fertig habe. 'Die übrigen 
kleineren Elegiker will ich auch nehmen, rechne nun aber auf Dich 
liinsichtlich der Alexandriner, namentlich Hermesianax, Phanokles, 
Philetas. Vielleicht Alexander Aetolus, Callimachus? Das bleibt Dir 
überlassen. Von den Lyrikern bitte ich Dich zu nehmen: Alkman, 
Alcaeus und Sappho, Anakreon, Skolien und Volkslieder nebst den Di- 
thyrambikern. Das Uebrige möchte ich mir reserviren. . . . Der Druck 
soU, denke ich, Anfang März beginnen, und würde ich Dich bitten, 
um Ostern (1838) eine Partie des Angegebenen , eventuell die Ele- 
giker zu schicken. Ich meine, den Pindar können wir übergehen, da 
Dissens Ausgabe da ist.' Allein der Delectus erschien, — ohne dafs 
Bergk sich anders als durch einzelne Beiträge daran betheiligte. 
Es war ihm, je reifer er wurde, eben um so weniger möglich, sich 
von Anderen in seiner Selbständigkeit und Subjectivität beschränken 



Theodor Bergks Leben. 



ZU lassen. So konnte denn das Corpus Lyricorum auch nur ganz 
seine eigene Arbeit sein, in die er sich mit Niemandem seiner Freunde 
theilen wollte. 

Kaum war das Buch edirt, als Schueidewin eine umfangreiche 
Recension zu schreiben begann. lieber den Pindar schrieb er an Bergk 
schon am 6. Juli 1842, dafs er der Ausgabe zu danken habe 'auf 
Manches aufmerksam gemacht, über Manches belehrt worden zu sein, 
und er bedaure nur die Raschheit der Ausführung, die Bergk nicht 
erlaubt habe, in manchen Punkten genauer zu Werke zu gehen'. 
Auch rügte er, dafs der Fi-euud sich Manches zugeschrieben habe, was 
doch Andere schon vor ihm gesagt hätten. Und als er dann vernahm, 
wie sich die Lyriker ihrem Ende näherten, da freute er sich (25. De- 
cember 1842), der Erste zu sein, der sie, wie Bergk sagen werde, 
' nach Herzenslust schlecht machen , wie er selbst sagen AvoUe , der den 
Leuten sagen werde, was die herrlichen Ueberreste unter Bergks Hän- 
den für ein neues Kleid angelegt, wo etwa in der Naht oder sonst 
ein Rifs geblieben und wo vielleicht ein Loch mit falschem Zwirn zu- 
genäht sei. . . . Aber frei und ehrlich wolle er sagen, wie ihm ums 
Herz sei. ... 'So hast Du, fährt er fort, meinen nun wohl bald 
seligen Delectus recensirt und ich versichere, dafs ich Dein Corpus 
recensiren werde, wie mein literarisches, mit dem moralischen über- 
einstimmendes Gewissen befehlen wird.' 

Die Recension kam, nachdem Schneidewin schon in der Prao- 
fatio zu Dissens Pindar seinen Unwillen ziemlich deutlich zu erkennen 
gegeben hatte. Sie übertraf an Schärfe nicht nur die Besprechung des 
Delectus, in der Bergk sich in durchaus anständiger Form gehalten 
und dem Guten sein Lob nicht entzogen hatte, sondern ging geradezu 
ins Mafslose. Mag die erste Ausgabe von Bergks Poetae Lyrici im- 
merhin die Spuren einer gewissen Eilfertigkeit an sich tragen, mag 
mancherlei Wichtiges übergangen, manche Conjectur, obwohl gewifs 
nicht aus Absicht, nicht ihrem ursprünglichen Urheber gegeben sein: 
die Schneidewinsche Kritik, die niclits als Tadel kennt und denselben 
mit den Ansprüchen, die man an ein so begabtes kritisches Talent in 
höherem Mafsc als an jeden andern Autor zu stellen berechtigt oder 
vielmehr verpflichtet sei, nur übel entschuldigt, war jedenfalls in hohem 
Grade bitter und ungerecht, und eigentlich um so weniger gerechtfer- 
tigt, als die letzten Arbeiten dos Kritikers , namentlich der Pindar, von 
einem gewissen 'Autoschediasmus', wie sich Kayser in den Wiener Jahr- 
büchern, Band 105 (1844) S. 98 ausdrückte, ebenfalls nicht frei zu 
sprechen waren. Ob der w^ahre Grund der herben Venirtlieilung nicht 
anderswo lag, will ich dahingestellt sein lassen. Schneidewin war eine 



Theodor Bergks Leben. 



nicht unedle, aber durchaus reizbare, nervöse Natur, die man eben 
darum nicht mit dem gewöhnlichen Mafsstabe beurtheilen darf: ist 
doch durch E. v. Leutsch auch in weiteren Kreisen bekannt geworden, 
wie er mit C. F. Ranke, mit dem er aufs innigste befreundet gewesen 
war, nach dessen Ernennung zum Professor gleichfalls zerfiel, trotzdem 
Ranke sich an der Schneidewin angethanen Zurücksetzung vollständig 
unschuldig wufste. So ist sein Auftreten gegen Bergk wohl verständ- 
lich, bis zu einem Grade entschuldbar, ja theilweise selbst berechtigt, 
aber es ist im Ganzen doch nimmermehr zu billigen. Heute ist wohl 
keine Frage mehr, dafs Schneidewin die Mängel, mit denen die erste 
Ausgabe der Poetae Lyrici behaftet war, allzuschwarz dargestellt, allzu- 
sehr aufgebauscht hat; auch Bursian, der für Bergks Fehler keineswegs 
blind ist, giebt dies in seiner Geschichte der Philologie IL 873 aus- 
drücklich zu. Alles in Allem genommen war die Ausgabe, die unter 
besonders schwierigen Verhältnissen zu Stande gekommen war, denn doch 
eine gewaltige Leistung, eine Probe der Gelehrsamkeit und des Scharf- 
sinnes, der man bei einem eben erst dreifsigjährigen Gelehrten die 
vollste Anerkennung erst recht nicht versagen daif. Niemand that 
übrigens der Streit, bei dem es ihm an th eilnehmenden , beistimmenden 
Freunden keineswegs fehlte, mehr in tiefster Seele weh, als Bergk 
selbst, so scharf und schneidig er auch dem Gegner zu Leibe ging, um 
seine Hiebe zu pariren und seine '■(ha vinjV^ua (Opusc. I. 580) in das 
Nichts zurückzuweisen , aus dem sie hervorgegangen seien'. Er be- 
klagte solch einen Zwist auch defswegen , weil dadurch nach seiner 
Ueberzeugung 'in der Regel weder der Fortschritt noch die Würde der 
Wissenschaft gefördert werde ' (Bergk an Welcker am 29. September 
1844). Aehnlich urtheilte 0. Jahn. 'Ihren Streit mit Schneidewin 
beklage ich herzlich', schreibt er am 9. August 1844; 'zwar schaden 
kann er Ihnen wohl eigentlich nicht, denn wer kann Ihnen denn ein 
Plagium zutrauen? Aber ich begreife, wie wehe es Ihnen thun mufs. 
Ein ordentlicher, wissenschaftlicher Streit hat für mich etwas Erfri- 
schendes und Eifreuliches , aber Gott behüte doch Jeden vor solchen 
Verdächtigungen ! Lassen Sie aber ja keine Bitterkeit in sich aufkum- 
men, sondern werfen Sie das hinter sich und schaffen Sie fort mit 
Freudigkeit' 

Es macht Bergk alle Ehre, dafs er im Jahre 1852, wo er in 
(iöttingcn zur Philologenversammlung weilte, auch mit Schneidewin 
sicii auszusprechen wünschte. E. v. Leutscii übernahm, wie er Philo- 
logus X. 759 erzählt, die Vermittlung, und die Beiden sprachen sich: 
'aber es dauerte nicht lange und die Stimmung Sciuieidewins gegen 
Bergk war feindlicher denn je.' 



Theodor Bergks Leben. 



Wie die Poetae Lyrici schon in Kassel ihrem Abschlufs entgegen- 
gingen, — schon Anfang August war das Buch bis auf die letzten fünf 
Bogen Yollstiindig ausgearbeitet, und Bergk gönnte sich in den Ferien 
nur drei Tage Ruhe , um in Göttingen auf der Bibliothek allerlei nach- 
zusehen — so fallen auch die Studien zu einer anderen Arbeit, die 
gleichfalls erst in Marburg ans Licht kam, bereits in die Kasseler Zeit. 
Schon im Jahre 1840 spricht Bergk davon, dafs er ein Programm zu 
schreiben habe, zu dem er wohl einen Stoff aus der älteren lateinischen 
Poesie wählen werde: aber erst 1844 erschien das Enniusprogramm, 
das er damals gemeint hatte. Es bildet anerkanntermafsen einen be- 
deutenden Beitrag zur älteren Literatur der Römer. An sein Erschei- 
nen knüpfte sich das Gerücht, Bergk beabsichtige alle Fragmente des 
Ennius zu sammeln, und befreundete Gelehrte, wie 0. Jahn, munter- 
ten dazu auf. Aber erst nach geraumer Zeit , als eine solche Sammlung 
längst von anderer Hand existirte, ist Bergk zu jenem Stoffe zurück- 
gekehrt. Der grofse Umfang seines Wissens führte ihm immer wieder 
neue Aufgaben zu und liefs ältere Neigungen oft kürzere, oft längere 
Zeit zurücktreten. Und eben jetzt eröffnete die Zeitschrift für die Al- 
terthumswissenschaft, deren Leitung der bewährte j\Iitarbeiter, nachdem 
er acht Jahre lang dazu reichlich beigesteuert hatte, im Verein mit 
seinem Collegen Julius Caesar nun selbst übernahm, ein weites Feld 
mühevoller und zerstreuender Thätigkeit und in Wahrheit ein tQyov 
£7r' i'gyo). 'Es hat mich überrascht, schreibt Giesebrecht am 12. Ja- 
nuar 1843, dafs Du durch Herausgabe einer Zeitschrift Dir wieder neue 
Arbeit aufgeladen hast. In derThat, ich bewundere Deinen Muth und 
Deine Rührigkeit, es scheint Dir gar nicht wohl zu sein, wenn Du 
nicht die doppelte Last Anderer auf Deinen Schultern hast.' 

Dafs die Zeitschrift an eine so rührige, verständnifsvolle Re- 
daction übergegangen war, begrüfsten einsichtige Männer mit grofser 
Freude. Bald erwarb das Blatt sich zwar hohes Ansehen, aber die 
Zahl der Abonnenten wollte bei der Zersplitterung des deutschen Zeit- 
schriftenwesens sich nicht in gewünschter Weise steigern. Wie sich 
schon C. L. Zimmermann über die Lauheit des gelehrten Publikums 
beschwert hatte und mehr als einmal die Frage erwogen war, das Un- 
ternehmen, das die Kosten nicht decke, aufzugeben, so hatte Bergk, 
der die Leitung auch in eben solch einem kritischen Augenblick über- 
nahm , viel zu klagen , und namentlich waren es die preufsischen Gym- 
nasien, welchen er den Vorwurf" der Interesselosigkeit in hervorragen- 
dem Mafse machte. Die Ermunterungen befreundeter Gelehrter trugen 
wesentlich dazu bei, das Opfer an Zeit und Mühe, das eine mit der 
Redactiou verbundene weitverzweigte Correspondenz bedeutend ver- 



Theodor Bergks Leben. 



gröfsei'te, verschmerzen zu lassen. Es gelang, eine Eeilie tüchtiger 
Mitarbeiter zu gewinnen ; gern folgten auch die alten Hallischen , Leip- 
ziger und Berliner Freunde der Aufforderung mitzuwirken. Yor- 
theile äufserer Art flössen den beiden Herausgebern gar nicht zu. Noch 
am 4. April 1847 schreibt Bergk an Welcker: 'Ich und Caesar haben 
die Zeitschrift bis jetzt mit Ausnahme des ersten Jahres ganz unent- 
geltlich redigirt. Wir haben sie unter nicht geringen Opfern blofs 
defshalb geleitet, weil es uns damals, als wir sie gründeten, das Inter- 
esse der Wissenschaft selbst zu gebieten schien, und werden dieselbe 
aufgeben, sobald uns das Unternehmen überflüssig erscheint.' 

Dabei war Bergk zugleich sein eifrigster und fleifsigster Mitarbeiter. 
ISTach allen Seiten hin eroberte er neues Gebiet für seine Studien: eben 
jetzt betrat er ein ihm vordem nicht bekanntes Arbeitsfeld , die Archäo- 
logie und war so glücklich gleich mit der Erklärung des Mosaikgemäldes 
in der Casa di Goethe zu Pompeji die Zustimmung A. Meinekes und 
eines so hervorragenden Kenners, wie 0. Jahn, zu finden, der (am 
1. Mai 1844) in der archäologischen Zeitung seine Beistimmung öffent- 
lich auszusprechen verhiefs. Auch in der Erklärung der Codrusschale 
kam Bergk, und zwar unabhängig von Jahn, zu demselben Resultat 
Avie dieser, im AViderspruch mit A. Braun, dem ersten Erklärer des 
Kunstwerks. Jahn sah dieses Zusammentreffen als eine Bestätigung 
an (7. December 1844); aber Braun hielt seine Ansicht fest. 'Sie 
haben die von mir edirte Kodrosschale , schreibt er an Bergk (Rom, 
am 14. Juni 1845), Ihrer Aufmerksamkeit gewürdigt und an der Er- 
läuterung des einen (mittleren) Bildes Ihren Scharfsinn bewährt. Fast 
die ganz gleiche Ansicht hatte sich bei mir gebildet, und mündlich 
habe ich sie öfter, besonders Welckern, mitgetheilt, bis ich eine für 
mich befriedigendere fand, auf die ich ungeachtet Ihres und Jahns 
Widerspruch halte.' 

Die Beziehungen, welche Bergk zu Jahn hatte, schliefsen sich 
zunächst an die Redaction der Zeitschrift an, an der auch Jahn als 
Mitarbeiter betheiügt war: aber sie sind auch weiterhin gepflegt worden. 
Beruhten sie doch im letzten Grunde, wie die Beziehungen zu F. G. 
Welcker, auf einer durchaus harmonirenden Gesammtanschauung von 
der Alterthumswissenschaft. Denn Avenngleich Bergk seine Kräfte im 
Ganzen mehr der formalen Seite der Philologie zuAvandte, so hat er 
doch von Anfang an den sachlichen Theil derselben nicht aus den 
Augen verloren. Jede einzelne Erscheinung seiner Wissenschaft suchte 
er im Zusammenhange, in der Totalität ihrer Vergangenheit aufzu- 
fassen , und war darum von der Nothweudigkeit der Verbindung archäo- 
logischer und philologischer Studien überzeugt. Von dem Werthe der 



Theodor Berp;ks Leben. 



eigenen Leistungen auf archäologischem Gebiete dachte Bergk übrigens 
bescheiden. Als er, besonders durch Welckers Einflufs , am 9. Decem- 
ber 1844 zum Mitgliede des archäologischen Institutes in Korn erwählt 
war, hält er dem l^'reunde gegenüber damit gar nicht zurück, dafs er 
bei Arbeiten dieser Art um so mehr auf die Nachsicht der eigentlichen 
Facharchäologen angewiesen sei, als ihm 'eine umfassende Kenntnifs 
dieses weitverzweigten Gfebietes, die doch eigentlich nur durch unmit- 
telbare Anschauung erworben werden könne, leider abgehe. Mag man 
aber, fährt Bergk fort , vielleicht auch nicht überall mit den Resultaten 
einverstanden sein : wenn man nur die Art und "Weise der Behandlung 
der Monumente billigt, wenn man einverstanden ist mit dem Principe, 
die Kunstdenkmäler nicht in gewisser Isolirung zu betrachten , sondern 
in Verbindung mit dem gesammten Alterthume ! ' Umgekehrt trat bei 
Welcker und Jahn mehr die sachliche Richtung in den Vordergrund: 
aber in den Grundanschauungen , wie sie Bergk so schön in dem Vor- 
wort des zweiten Jahrgangs der Zeitschrift für die Alterthumswissen- 
schaft, das er als eine Art von Programm vorausschickte (Opusc. IT. 
341 ff.), gezeichnet hat, waren sie einig. Gerade der anziehende Ge- 
danke mit 0. Jahn in Bonn zusammenzuwirken war es, der für Bergk, 
als er im Jahre 1869 seine hallische Wirksamkeit aufgab, bei der Wahl 
des neuen Wohnortes hauptsächlich entschied. An die archäologischen 
Studien schlössen sich natürlich sehr bald epigraphische an. Als erstes 
gröfseres Zeugnifs davon veröffentlichte Bergk im Jahre 1845 'Beiträge 
zur griechischen Monatskunde', durch deren Zueignung erBöckh, den 
Altmeister in diesem Fach der philologischen Wissenschaft, hoch erft-eute. 
Ueborall, wohin Bergk sich auch wandte, Avirkte er fördernd und an- 
regend. 'Ich habe ord(nitlich grünen Neid empfunden', schreibt Droysen 
in dieser Zeit, 'als ich Avieder so ein paar prächtige, acht Bergkische 
l'rogranmie erhielt; ich weifs es nicht, wie Sie es treiben und schaffen, 
aller Orten heimisch, wohin Sie blicken, aufräumen, Licht schaffend, 
kühn und sieghaft, ohne Ballast und Anmafsung, mit der kühnen 
Fröliliclikoit der Virtuosität, eine rechte Herzenslust!' 

In dieser begeisterten Zeit fröhlichsten Schaffens sandte Bergk 
im Namen der Philippina an die Königsberger Schwester jenes schöne 
griechische (Gedicht von Deutschlands Einheit, die einst, wenn der 
schlummei-de Barbarossa erwache und sein Volk aufrufe, nach schwerem, 
blutigem Kampfe erstehen werde. Das Gedicht ist eine Leistung ersten 
Ranges, die in K<)nigsbcrg verdientes Lob erntete (W. A. B. Hertzberg 
am 31. Decembor 1844). Welcker schreibt darüber am 28. März 184.5: 
'Das griechische Gediciht liest man mit steigendem Interesse, es ist der 
Widerstreit zwischen J'^urin, Sprache, Beliandlung und Inhalt sammt 



Theodor Bergks Leben. 



Bestimmung vermieden , der diese Gattung sonst so ungeniefsbar macht, 
und die Lösung einer etwas eigensinnigen Aufgabe hier auf eine ganz 
neue und sehr glückliche Art vollbracht ' : Hertzberg aber begeisterte 
sich zu einer gewandten, wohlgelungenen deutschen Uebersetzung in 
Ottave rime. Da der gestrenge Herr Censor der Elbinger Zeitung, der 
'Politisches' nicht leicht durchgehen liefs, durchaus nicht, wie Hertz- 
berg gehofft hatte, zeitweilig durch Verreisen einem milderen Stellver- 
treter Platz machen wollte, so verzögerte sich die Uebersendung der 
Uebersetzung. Bergk erhielt sie nun in einer Abschrift: ob dieselbe 
nachmals, etwa in Walesrodes Taschenbuch, für w^elches der Ueber- 
setzer sie dann bestimmt hatte, noch gedruckt worden ist, weifs ich 
niclit: doch habe ich geglaubt, ihr auch in diesem Falle* hier eine Stelle 
geben zu dürfen. 

Jüngst naht' ein Bote mir aus fernem Lande, 

Dort, wo des Meeres ew'ge "Woge fliefst. 

Der Heliaden Schaar am Uferrande 

Manch heifse Thriin' um Phaethon vergiefst; 

Draus, wie sie perlend rinnt im dunkeln Sande, 

Ein Balsam für des Busens Schmerz erspriefst — 

Er sah mich an und gab mit holdem Munde 

Mir traulich lächelnd diese frohe Kunde: 

Grufs dir, Philippos' edele Erzeugte, 
Die er mit hohen Gaben einst betraut, 
Der, wie es recht dem weisen Manne däuchte, 
Zur "Wohnung er die hohe Burg gebaut, 
Die von der Felsen Gipfel, eine Leuchte, 
Auf "Waldesschlucht und Fruchtgefilde scliaut: 
AVo hiramehvärts die Zwillingsthürme ragen 
Elisa's imd dem Wandrer "Wunder sagen. 

Von wo mein Ahn vordem in Erzeswehre 
Zum grünen Ocean im Ritterzug 
Dem Heiland und der Lieben Frau zur Ehre 
Das helle Licht der neuen Lehre trug, 
Dorthin, wo mit des Blitzes Flammenspeere 
Perkunos Bär und Eloun niederschlug, 
L"nd wo von gi-ausem Menschenblut begossen 
Der alten Götzen Opferheerde flössen. 

Und nun hab' ich den "Weg mit raschem Scliritto 
Hicrlicr vollbracht, vom Vaterland so weit; 
Denn schon vernehm' ich des Jahrhunderts Tritte, 
Das seinen Lauf zum drittenmal erneut, 
Seit unsrer Fürsten Ahn der frommen Sitte, 
Der Mus' und Charis ihi-en Sitz geweiht: 
Das ist es, was ich dir zu künden habe; 
Drum sei gegrülst, und freue dich der Gabe. 
Th. ßorgk Kloino Schriften. U. d 



Theodor Bergks Leben. 



Drauf ich: Willkommen dir, der frohe Kunde, 
"Wenn auch nicht neue, von der Schwester bringt; 
Vergafs ich doch der Theui-on keine Stunde; 
Denn königlich, so wie ihi- Name, klingt 
Ihr Ruhm, der duixh der Länder weite Runde 
Noch zu den kommenden Geschlechtern dringt: 
Des Himmels Segen strahlt in dem Gemacli 
Und füllt dein Haus vom Grunde bis zum Dach. 

Doch eh' die Möre wiederum gesendet 
Ein neu Jahrhundert, wird noch gröfs'rer Glanz 
Gleichwie zu Kronos Zeiten dir gespendet, 
Von Glück und Heil ein voller, reicher Kranz. 
, Du weifst, wie Kaiser Friederich geendet 
Fern von den Au'n des theuern Vaterlands, 
Dem das Geschick in Kalykadnos' "Wogen 
Grausam den Blick mit Todesnacht umzogen. 

Thüi'iugeus Fruchtau'n, rings von AVald umwunden 
Entsteigt ein Berg mit grünendem Gebüsch; 
Dort sitzt der Held von Zauberschlaf gebunden. 
Sein rother Bart hat um den runden Tisch 
Gleich einem Eijheu rankend sich gewunden; 
Sein Aug' ist todt; allein sein Geist ist frisch; 
Frisch wie zur Zeit, da er in Deutschlands Gauen 
Gebot, gleichwie ein Gott dem Volk zu schauen. 

Und Tag und Nacht mufs ihm am Herzen fressen 
Der Kummer um des Volkes Noth und Last : 
Mit dem kein andres sonst sich durfte messen, 
Von schnöder Sclavenfessel ist's erfafst. 
Er selbst will ihm zu helfen sich vermessen: 
Umsonst! Du tück'scher Schlaf zwingst ihn zur Rast, 
Du Schlaf, des Todes Bruder und Gespann, 
Der du in Ketten schlägst den freien Mann. 

Doch, wenn sich hundert Jahr vollendet haben, 
Dann schüttelt er den Schlummer von den Brau'n, 
Dann winket er, und schickt hinaus den Knaben, 
Ob um des Berges Gipfel noch zu schaun 
Das Nachtgefieder, die vonuchten Raben; 
Dann fafst von Neuem ihn des Dämons Graun; 
Und sechsmal ist der Kaiser nun erwacht. 
Und sechsmal ward die Trauerpost gebracht. 

Doch, wenn nun siebenmal die Zeit verflossen, 
— Ich bin ein Seher, glaub' den "NVorten mein — 
"Wirst du ihn sehn vom Schlaf emporgeschossen. 
Mit frcud'ger Botschaft tritt der Diener ein. 
Und heitre Ruh' ist um den Berg ergossen. 
Und von Gewölken ist der Himmel rein; 



1 



Theodor Bergks lieben. li 



Von Eos' und Veilchen duftet's rings ini ßaume, 
Und neues Laub spriefst von dem düiTen Baume. 

Vom düiTen Baum, dran seine "Waffen hingen. 
Die nimmt er ab, zum Scepter greift die Hand, 
Und Flammen sieht man um den Bart sich schlingen : 
So schreitet er daher durch" s Vaterland, 
Und AVoib und Kind und reis'ge Mannen singen 
Ein heilig Lied, das flammt wie Opferbrand, 
Indefs die Feinde rings, Neid in den Blicken, 
Die Schwerter ziehn und sich zum Kampfe schicken. 

Alle gesammt, dort, wo die Sonne steiget 
Und wo der Don die Steppenrosse tränkt. 
Alle gesammt, wo sich die Sonne neiget, 
Wo der Saou' und Khone Flut sich mengt. 
Ausharrt der Held, wie auch die "Woge steiget 
Des Feindes, wie ihn Hinterlist bedrängt: 
Und eh' der Abend dreimal sich erneuet. 
Sind die Geschwader ringsum schon zerstreuet. 

Kings Tod und Leichen ! Weu'ge, die am Leben 
An "Weib und Kinder von der Hiren Mord, 
Dem blut'gen Kampf entronnen , Kunde geben ! 
Und vor dem Namen Deutschlands wird hinfort, 
Und vor dem Kaiser jedes Volk erbeben, 
So weit die Sonne strahlet hier und dort. 
Dann wird der Deutsche frei zu reden wagen, 
Nicht mehr gebückt den feigen Nacken tragen. 

Von Erd' und Meer wird er die Schlüssel halten 
Und strahlen fessellos in Freiheitsglanz : 
Sein Flügelwagen mit des Dampfs Gewalten 
Durchsaus't gedankenschnell der Länder Kranz, 
Und blaue Furchen diirch das "Weltmeer spalten 
Die Schifl' umscherzt vom Nereidentanz, 
Und Fried' und Heil und Frohsinn wird erblühen 
Und unser Volk befrei'n von Noth und Mühen. 

Auch die folgenden Jahre über dehnte Bergk seine Studien auf 
immer weitere Gebiete aus. In seinen Programmen über Eratosthenes' 
Erigone legte er den festen Grund für Studien, die spätere Forscher, 
namentlich E. Hiller, gerade in Anknüpfung an ihn fortsetzten. Ferner 
wandte er sich — abgesehen von seiner Eecension des Properz von 
Hertzberg, welche jenen bestimmte, 'selbst lang gehegte Ueberzeu- 
gungen mit Freuden gegen Argumentationen aufzugeben, die Gelehr- 
samkeit, Scharfsinn, Eleganz und Humanitcät so ansprechend vereinigten ' 
(31. December 1847) — nun auch noch mehr dem Altlateinischen zu, 
wozu Ritsclds bahnbrechende Plautusausgabo Bergk vor Allem reizte. 

d* 



Theodor Bergks Leben. 



Die bekannte Eecension des Trinummns wurde schon kurze Zeit 
nach dem Erscheinen des Buches selbst veröffentlicht: Eitschl hat 'dankbar 
anerkannt' (12. September 1849), dafs sie 'eben so persönlich freundlich 
wie wissenschaftlich strenge und belehrend' sei. 'Vieles, sagt er, habe 
ich, wie natürhch, unmittelbar daraus gelernt, Anderes giebt förder- 
lichste Anregung und will weiter erwogen sein : Einiges denke ich 
vielleicht in ' Plautin ischen Excursen', die ich successive fürs Rheinische 
Museum zu schreiben vorhabe, zur Sprache zu bringen'. Während 
Ritschi die ersten Stücke des Plautus bearbeitete, Avar die briefliche 
Conversation beider Gelehrten, speciell über Plautinisches, ziemlich rege. 
Ziun Stichus wünschte Ritschi die rechtzeitige Beantwortung etlicher 
cccoQt'ai (12. December 1849), da er die Beiträge zu den Bacchides 
leider zu spät erhalten habe, und die neue Bearbeitung des Miles 
übersandte er (12. September 1849) mit den Worten: 'Sieh zu, wie 
ihm die neue Montur steht: an der verschlissenen und dreckigten 
alten war mehr, als ich gedacht hätte, auszuklopfen und zu flicken. 
Freilich werde ich auch noch genug zmu Nachbessern übrig gelassen 
haben, und Du wirst ohne Zweifel unter den Xachbesserern den ersten 
Rang einnehmen. Indessen schäme ich mich nicht nur dessen nicht, 
dafs nicht auf den ersten Wurf Alles gelingt, sondern freue mich viel- 
mehr der gemeinsamen Arbeit recht sehr.' Dafs sich der mögliche 
dissensus nicht blofs auf die Herstellung einzelner verderbter Stellen, 
sondern namentlich auf 'die prosodischen Grundlehren' beziehen werde, 
war Ritschi von vornherein klar, und er fand es 'ganz in der Ord- 
nung': auch wufste er natürlich sehr wohl, dafs hier 'in Ermangelung 
scharfer Grenzen und objectiver Kriterien der subjectiven Ansicht stets 
ein weiter Spielraum gegeben sein werde': ebenso entging ihm keines- 
wegs, wie mifslich es war, auf einzelne Stücke ein Lehrgebäude auf- 
zuführen, das sich ohne Kenntnifs 'aller 20 Stücke mit den Varianten ' 
kaum skizziren, nicht aber bis in seine Einzelnheiten ausführen liefs. 
Dafs übrigens die Prolegomena, wenn sie nach G. Hermanns Tode 
geschrieben wären, in Manchem 'eine andere Gestalt angenommen und 
hauptsächlich in noch entscheidenderem Tone aufgetreten' sein würden, 
gesteht Ritschi ohne Weiteres. Es war hier niclit blofs auf 'absicht- 
liche Schonung' Hermanns abgesehen, sondern auch darauf, 'Hermanns 
mJiglichst unbefangene Entscheidung hervorzulocken, da er doch einmal 
ein unondHcii fein ausgebildetes Gefühl für das Angemessene in hoc 
genrre gehabt habe'. Die sachliche Annäherung Ritschis an Bergk war 
trotz der 'fördernden' Recensionen nicht eben bedeutend, ja Ritschi 
erhob gegen Vieles in jenen Excursen sogar den entschiedensten Wider- 
spruch. Das hinderte Bergk freilich nicht, in seiner viel 'conservativeren 



Theodor Bcrgks Leben. 



ßiclitung' und viel mehr im Ansclilufs an die Codices, von welchen 
er die Pfälzer Handschriften neben dem Ambrosianus mehr zu Ehren 
zu bringen suchte, weiter fortzufahren. Ein feines Ohr hatte ihn für 
die Klänge der Volkssprache, die er in Folge seines mehrfach wech- 
selnden Aufenthaltes in verschiedenen Theilen Deutschlands kennen 
gelernt und beobachtet hatte, besonders empfänglich gemacht und 
lehrte auch auf die kleinen, feinen Unterschiede der lateinischen 
Volksaussprache achten. Bergk ward von selbst zu der Untersuchung 
herausgefordert, ob sich Aehuliches wie im Deutschen nicht auch in 
der fremden Sprache zeige, die sich bei der Conversation ebenso leicht 
und mit ähnlichen, freilich von einer leichten Zunge unschwer zu 
bewältigenden, mehr scheinbaren, als wirklichen Härte bewegt haben 
möge, und die Beobachtung der italischen Dialekte schien diese Mei- 
nung zu bestätigen. So fuhr Bergk, unbeirrt um die Urthoile Anderer, 
fort, im Plautus nach seiner Weise weiter zu arbeiten. Und wie er 
bei Emcudationen mehrfach die Freude erlebte, dafs nachträglich die 
Handschriften bestätigten, Avas er, nicht ohne Widerspruch hervor- 
zurnfen, schon früher als richtig erkannt hatte, so sind jüngere Ge- 
lehrte auch in metrischen und prosodischen Fragen vielfach in den 
von Bergk gezeigten Wegen weitergegangen und haben zu einer 
richtigeren Avissenschaftlichen Erkeuntnifs jener Verhältnisse wesent- 
lich mit beigetragen. Oefter begegnete der 'sospitator Plauti' dem 
'coniector felicissimus' auch wohl auf demselben Wege und zu dem- 
selben Ziele hin, wie Eitschl und Bergk denn die Plautinische Vor- 
tragsweise aus der richtigen Deutung der nur in den Pfälzer Hand- 
schriften erhaltenen Zeichen fast gleichzeitig entdeckt haben. Dafs 
Eitschl seinen Theorien vom Hiat und Cäsur zu Liebe öfter den 
Ausfall kleiner Worte, wie hcrde, pol, iani, cgo, tu und ähnlicher 
annahm, oder den Text durch noch umfangreichere Einschiebsel 
'interpolirte', hat nicht blofs Bergk getadelt: wo dieser den Hiat als 
unberechtigt ansah, suchte er den Fehler anderswo, z. B. in einer 
verdunkelten Aussprache oder obliterirten Form : auch hier ist ihm 
nicht selten die Beistimmung Neuerer und wohl auch Ritschis selbst 
zu Theil geworden. Die Kenntnifs der Grammatiker, deren Werth 
für che Herstellung antiker Texte Bergk bei seinen Arbeiten zur 
griechischen Literatur so vielfacli erfahren hatte, unterstützte ihn auch 
bei Plautus und seinen Herstellungsversuchen auf dem Gebiete der 
älteren lateinischen Literatur überaus. Besonders in der Fragmenten- 
literatur verdankte er seiner Vertrautheit mit den alten Grammatikern 
die herrlichsten Funde. Einer Ausgabe der lateinischen Tragiker und 
Komiker oder des Ennius wäre er vollkommen gewachsen gewesen : 



Tlieodor Berj^ks Leben. 



denn avo Gelehrsamkeit sich mit Scharfsinn vereinigen mufs zu schönen 
Combiuationen , da ist ja recht eigentlich das Feld, auf dem ßergks 
Talent die glänzendsten Erfolge erzielt hat : aber wie hätte er bei seiner 
ausgedehnten Thätigkcit dazu kommen sollen! So blieb es denn, Avas 
L Müller (Ennii Keliquiae p. 175) bedauert, eben bei der Abfassung 
von 'Adversarien'. 

Dafs ßergks Leben in der Marburger Zeit still und zurückgezogen 
und auf den Umgang mit wenigen Freunden, zu denen besonders die 
philologischen Collegen Caesar und Rubino geluh-ten, beschränkt blieb, 
lag in der Natur der Sache. Doch durchstreifte er gern, sei es nur mit 
seiner Gemahhn, sei es mit Freunden, wie Prof. Platner, G.-R. Nasse 
und den Seinigen, die reiche, liebliche Gegend. Auf der Ruine 
Staufenburg vereinigte sich oft ein Theil der Professoren von Marburg 
und Giefsen: da traf er auch gern mit Osann zusammen In ent- 
ferntere Gegenden lockten die Ferien hinaus, 1844 an den Rhein, 
1845 zu der Pliilologenversammlung nach Darmstadt, zu anderer Zeit 
auch nach dem Süden, wo sich Bergk besonders gern der Erholung 
hingab. Ein Liebliugsplatz von ihm war der Odenwald, und dann 
verfehlte er nicht, die Freunde Creuzer und Kayser aufzusuchen. 
Namentlich sind ihm die Yerdienste, welche sich der letztere, ungebühr- 
lich zurückgesetzte Mann um die Hebung der philologischen Studien 
in Heidelberg erwarb, nicht entgangen. 

Im Jahre 1843, am 2., 3. und 4. October, führte er mit seinem 
Freunde Weber in Kassel das Präsidium des dort tagenden Philologen- 
conventes und leitete als jüngerer Mann, nicht ohne das Gefühl einer 
gewissen Schüchternheit, die Debatten der Yersammlung, die er vor 
sechs Jahren in Gottingen mitbegründet hatte. 

Seitdem ging das Freundschaftsverhältnifs mit Weber auch auf 
die Familien über, und dieser Kreis erhielt, als auch Schubart nach 
seiner Rückkehr aus Italien — er schickte Bergk dorther u. a. einige 
griechische Inschriften aus den sicilischen Cyklopenhohlen — sich 
einen eigenen Heerd gegründet hatte, eine willkommene Erweiterung. 
Bald war Kassel, seltener wohl auch Marburg Yersammlungsort der 
befreundeten Familien. 

Mitten aus dieser stillen Zurückgezogenheit ward Bergk plötzlich 
wider seine eigentliche Natur und Neigung vcranlafst, in die grofse 
Welt hinauszutreten. Unerwartet schnell starb nämlich im Jahre 1847 
Prof. Rehm, der langjährige Abgeordnete für die Marburger Universität 
im hessischen Landtage. Da Bergk schon früher als sein Stellvertreter 
gewählt war, so inufste er seine Vorlesungen unterbi-ochon und nach 
Kassel gehen. So kam er unbeabsichtigt und unerwartet in die poli- 



Theodor Bergks Loben. 



tischen Bewegungen jener Zeit hinein. Und es war nicht seine Art, 
wenn er mit zu arbeiten berufen war , sich als stiller Zuschauer zurück- 
zuziehen und die Hände in den Schofs zu legen. 

Am 4. Januar 1848 trat er in die Ständeversammlung ein, nach- 
dem am 16. November 1847 ein dahin gehender Antrag des Präsidenten 
genehmigt worden war, und am 11. Februar ergriff er zum erstenmale 
das AVort. Seitdem hat er als Abgeordneter eine vielseitige, rührige 
Thätigkoit entfaltet: bei den meisten Gegenständen, die zur Verhandlung 
kamen, hat er sich als Eedner, bei vielen als Mitglied der Ausschüsse 
bethcihgt. Oft ist sein Wort bestimmend gewesen, oft hat er der 
Debatte mit der ihm eigenen Geistesschärfe, auch durch manche scharfe 
"Wendung, Richtung und Halt gegeben. Noch im Anfang seiner Wirk- 
samkeit, am 13. März, ehrte ihn die Stände Versammlung selbst dadurch, 
dafs sie ihn dem Kurfiu'sten mit drei anderen Mitgliedern als Caudi- 
daten für den Präsidenten- oder Vicepräsidentensitz vorschlug: aber die 
landesherrliche Wahl fiel nicht auf ihn. An demselben Tage ward er 
in den Legitimationsausschufs und am 24. März in den sogenannten 
Desiderien-, einen 'erweiterten Petitionsausschufs', gewählt; später hat 
er dann auch dem Cultus- und Yerfassungsausschufs angehört. 

Eine längere Unterbrechung seiner Thätigkeit als Landtagsabgeord- 
neter führte seine am 18. April erfolgte Berufung nach Frankfurt 
lierbei, avo er Kurhessen bei den Geschäften der dem Bundestage bei- 
gegebenen 17 Männer des öffentlichen Vertrauens vertreten sollte. Er 
unterzeichnete in dieser Eigenschaft den Dahlmannschen Entwurf der 
deutschen Reichsverfassung. Nach Erledigung seiner Aufgabe löste sich 
jener Rath der Siebzehner auf, und Bergk kehrte nach Kassel zurück. 
Das Werk der Nationalversammlung, in der nach seiner Ueberzeugung 
'die edelsten Männer des deutschen Volkes' vereinigt waren, flöfste 
ihm volles Vertrauen ein: doch war er durchaus von dem Gefühl 
durchdrungen, dem er öfters, unter Anderem auch in dem schönen, 
zum Königsberger Jubiläum verfafsten Gedichte Ausdruck gab, dafs 
wir den neuen deutschen Kaiser nur au^ Preufsen und nicht anderswo 
als auf dem Schlachtfelde erhalten würden. Als ächter deutscher 
Patriot hat er am 14. April, kurz vor seiner Berufung nach Frankfurt, 
in der Ständeversammlung zu Kassel warme Worte für die von Däne- 
mark vergewaltigten Herzogthümer gesprochen, deren Trennung Deutsch- 
land nicht dulden dürfe, wenn es wahrhaft einig und 'aus jener 
spöttisch -verächtlichen Stellung herausgetreten sein wolle, die es dem 
Auslande gegenüber bisher eingenommen habe'. 

Im kurhessischen Landtage stand Bergk durchaus auf dem Boden 
der bestehenden Verfassung: er wünschte einen Ausbau derselben und 



Theodor Bergks Leben. 



Verbesserung der Gesetze lediglich auf legalem Wege. ISTöthige Keformen 
sollten sich möghchst und in besonnenem Fortschritt an die bestehenden 
Yerhältnisse anschliefsen, wie er oft hervorhob: selbst die Erbpacht 
wollte er defshalb nicht kurzer Hand beseitigt sehen. Als Feind der 
Massenherrschaft gab er auch den indirecten, durch einen allmähligen 
Läuteruugs- und Ausscheideprozefs zu Stande gekommenen "Wahlen vor 
den directen Wahlen, bei denen jeder Einzelne, mag er dazu befähigt 
sein oder nicht, dem Staate etwas Positives leisten oder nichts leisten, 
seinen unmittelbaren Einflufs übt, bei weitem den Vorzug. Er theilte in 
gewisser Weise che Ansicht, dafs das deutsche Yolli 'mündig sei und 
immer mehr werden würde, je mehr die freien Institutionen ausgebildet, 
je mehr jeder Einzelne zur Verwaltung des Staats und zur Ausübung 
der Rechtspflege hinzugezogen würde' (Rede vom 11. Juli 1848): ja er 
äufsert seine Freude darüber, dafs eine Zeit gekommen sei, 'wo das 
Volk aus der blofs vegetirenden Ruhe sich erhoben habe, wo es thä- 
tigen Antheil am Staatsleben, an seinem Geschicke nehme'; er spricht 
für Petitions - und Versammlungsrecht, für Geschworenengerichte, beson- 
ders auch bei Prefsvergehen , da 'ein öffentlich begangenes Vergehen 
auch öffentliche Verhandlung erheische' ; er stimmt für Selbstverwaltung, 
verlangt ferner, dafs der Staat die Bevormundung der Kirche aufgebe 
und dafür Sorge trage, dafs eine Synode zusammentrete, zu der natür- 
lich auch Laien heranzuziehen seien (20. Juni 1848) : — aber diese 
allgemeine Betheiligung des Volkes an der Regierung von Staat und 
Kirche lauft für ihn im Grunde doch nur auf eine Herrschaft der 
Besten hinaus. Je weiter sich der Einflufs des Volkes ausdehnt, je 
mehr Rechte es gewinnt, um so näher liegt es auch, sie zu mifs- 
brauchen. Gerade wenn das Volk Freiheiten erlangt, müssen die 
Gesetze um so strenger sein und von einer ebenso einsichtsvollen wie 
energischen Regierung gehandhabt werden. 'Nur durch Ordnung und 
Recht', sagt Bergk bei Gelegenheit der Berathung des Prefsgesetzes 
(19. Juni), an dem er übrigens einen hervorragenden Antheil genom- 
men hat, 'besteht die Freiheit: sonst könnte eine Majorität, ja sogar 
eine kecke Minorität die öffentliche Meinung tyrannisiren. Man mufs 
sich losreifsen von dem Standpunkte des alten Liberalismus, dessen 
Bestrebung dahin ging, die Gewalt der Regierung möglichst zu schwä- 
chen, ebenso wie die Regierung die Freiheit des Volkes in aller Weise 
zu beschränken suchte. Jetzt besteht die Freiheit des Volkes in vollem 
Umfange, wir haben diese Freiheit auf den breitesten Grundlagen, wie 
die beliebte Losung des Tages lautet. Soll aber das Gebäude Bestand 
haben, so bedarf es dazu einer kräftigen, geachteten, starken Regie- 
rung.' Als die 'Proletarier von Marburg', als deren mitunterschrie- 



Theodor Bergks Leben. 



bener Genosse sich Prof. Bayrhoffer zu erkennen gab, Gleichstellung 
mit ihren reichen, durch Aufhebung alter Gerechtsame, wie sie mein- 
ten, 'aus dem Staatsschatze beschenkten Mitbürgern' forderten, äufserte 
Bergk sich dahin, ' dafs die Eegierung mit aller Energie der Anarchie und 
Gesetzlosigkeit entgegentreten' solle, indem er es als 'Pflicht' derselben 
bezeichnete, 'dahin zu wirken, dafs Yeifassung, verfassungsmäfsige 
Kechte und Gesetze in ihrem ganzen Umfange aufrecht erhalten Avürden '. 
Denn 'nicht unter dem Schutz des Sensenmännerregiments, sondern 
nur unter dem Schutz der Gesetze könne wahre Preiheit, der wahre 
Wohlstand der Bürger gedeihen'. Wo er jene Energie der Behörden 
vermifst, da fehlt es nicht an scharfem Tadel. Er ersucht die Regie- 
rung, die Beamten streng anzuhalten, dafs sie die Gesetze ausführen, 
und am 1. September 1848 erinnert er das Ministerium geradezu daran, 
wie es 'nicht blofs verantwortlich sei für das, was es thue, sondern 
auch für das, was es nicht thue'. Verkennt er doch die 'dämonischen 
Gewalten' des Yolkes nicht, deren Entfesselung derjenige verhüten mufs, 
der nicht 'an die Stelle fi'eier Bewegung Auflösung, an die Stelle der 
Entwicklung Zusammensturz treten' sehen möchte (10. April 1848). 

Wenn Bergk gegen das Ministerium Scheffer oppositionell gesinnt 
gewesen war, so war dies doch keine principielle Opposition: er war 
conservativ, aber nicht ministeriell, und Avohl geneigt, ein Yertrauen 
erweckendes Ministerium vertrauensvoll zu unterstützen; denn er hält 
es nicht für die Aufgabe der Deputirten, 'das Mifstrauen', sondern 
'die Freiheit zu organisiren' (15. August), und dieser Aufgabe, meint 
er, sei die Ständeversammlung durch viele heilsame Gesetze näher 
getreten, welche die Wiederkehr alter unleidlicher Zustände besser 
verhinderten als fortgesetztes Mifstrauen. Demgemäfs leugnet er es 
auch nicht (17. Juni), dafs gewisse Paragraphen der Veifassungsurkunde, 
um deren Aufhebung wiederholt petitionirt worden war, 'in den letzten 
18 Jahren zu vielen Chicanen Veranlassung gegeben' hätten, warnt 
aber vor der Aufhebung einzelner Yeifassungsparagraphen und fordert 
auf, vertrauensvoller in die Zukunft zu blicken. 'Wir müssen auf- 
hören', sagt er, 'uns auf den Standpunkt des Pohzeistaates zu stellen. 
In neuerer Zeit, wo man den Rechtsstaat zu begründen begonnen hat, 
kann man jene Befürchtungen unterdrücken.' 

In diesem Rechtsstaat sieht er vor Allem eine schöne Errungen- 
schaft der modernen Zeit, und er stellt ihn bei weitem über jenen 
'christlich -germanischen Polizeistaat, der Alles, nur nicht christlichj 
nicht deutsch sei' (11. Februar 1848). 

Auf Grund des Rechtes wünscht er auch das Yerhältnifs der 
christlichen Bekenntnisse zum Staate geordnet zu sehen. Der Zweck 



Theodor Bergks Leben. 



seiner ersten Rede im Landtage ist, die Deutschkatholiken und sogen. 
Taufgesinnten in Marburg gegen das Erkenntnifs des kurfürstlichen 
Oberappellationsgerichts vom 24. April 1846, welchem sich der Eechts- 
ausschufs der Stcändeversammlung angeschlossen hatte, in Schutz zu 
nehmen. In streng - logischer Beweisführung zeigt er, dafs, wenn die 
Verfassung 'jedem Einwohner' Freiheit der Religionsübuug zusichere, 
sich dieser Ausdruck nothwendig auf eine Gesellschaft, nicht das 
einzelne Individuum beziehe; ebenso sei 'jeder Waffenfähige' nach der 
Verfassung nicht nur für sich, sondern auch in Gemeinschaft mit 
Andern zu dienen verpflichtet, und könne 'jeder Einwohner' nach der 
Verfassung nicht nur allein, sondern auch in der Gesellschaft Anderer, 
wenn er wolle, auswandern. Ganz besonders aber sei jene Interpre- 
tation in religiöser Beziehung unmöglich, weil sie 'mit dem Wesen der 
Keligion selbst in entschiedenem Widerspruch stehe, da diese nicht 
auf Isolirung, sondern nothwendig auf gemeinsamer Hingabe an das 
Göttliclie beruhe'. Aber Bergk erblickt in der irrigen Auslegung 
geradezu eine ernste Gefahr für den Staat: denn weit entfernt, atheisti- 
sche Richtungen zu verhindern , befördere man dieselbe vielmehr durch 
solche Verbote: es werde 'jene atomistische Zersplitterung' herbeige- 
führt, 'wegegen die Regierung eifere'. Das Princip der Toleranz ergiebt 
sich für Bergk nothwendig aus dem Princip des Constitutionalismus. 
Wenn der Staat aber einerseits allen seinen Bewohnern Religionsfreiheit 
gewährt hat, so darf er sich doch andrerseits gegen die religiösen 
Beziehungen seiner Angehörigen nicht gleichgültig verhalten. Er hat 
nicht nur 'ein unveräufserliches Recht' bei Erwachsenen in gewissen 
Fällen, z. B. bei der Eidesleistung, 'nach dem Glaubensbekenntnifs zu 
fragen', sondern es mufs ihm auch vor Allem daran liegen, dafs das 
nachwachsende Geschlecht 'sittlich erzogen' und 'zu religiöser Ueberzeu- 
gung herangebildet werde'. Denn allerdings ist der Staat mehr 'als ein 
blofses Rechtsschutzinstitut, in dem man Alles thun kann, nur nicht 
stehlen und rauben'. 

Dem Grundsatz von der 'Freiheit der Kirche im freien Staate' 
hat Bergk nicht unbedingt gehuldigt. Im Namen des Cultusausschusses 
räth er am 1. August 1848 eine Eingabe des Volksrathes zu Fulda, in 
welcher um Aufhebung 'des Ministerialausschreibens vom 18. August 
1823' petitionirt Avard, 'vorerst zu den Acten zu nehmen'. Denn 'es 
sei nicht gerathcn, ohne AVeiteres das frühere Gesetz, wodurch die Ver- 
hältnisse der katholischen und evangelischen Kirche geordnet worden 
seien, aufzuheben, gerade im Interesse der Freiheit: geschehe 
dies, dann möchte die Freiheit der evangelischen Kirche durch die 
katholische gefährdet sein. 



Theodor Bergks Leben. 



Diu Einführung der Civileho Avird bei anderer Gelegenheit will- 
kommen geheifscn: natürlich soll die kirchliche Trauung der bürger- 
lichen Eheschliefsung erst folgen (25. October 1848). 

Aecht Constitutionen, wie er ist, will Bergk die Miuisterverant- 
wortlichkeit , die in Hessen damals schon bestand, ebensowohl gewahrt 
wissen, wie er andrerseits durchaus den 'uralten parlamentarischen 
Brauch' verficht, dafs 'die Person des Landesfürsten nicht in die 
Discussion zu mischen sei' (19. Juni 1848). Diese Regel gehört nach 
seiner Ueberzeugung zu den 'ungeschriebenen parlamentarischen Ge- 
setzen, welche von selbst aus dem Gefühle der Schicklichkeit, wie aus 
dem Wesen des constitutionellen Staatslebens entspringen'. 

Auch geht Bergk nicht soweit, dafs er, wie die fortgeschritteneren 
Liberalen, das Widerspruchsrecht der Regierung aufgehoben zu sehen 
wünschte, falls sich, wie ein Antrag des Abgeordneten Henkel for- 
derte, 'eine zweimalige Vertretung des Volkes' für ein Gesetz ent- 
scheide. Einer Einschränkung jenes Rechtes ist er allerdings nicht 
abgeneigt: aber er verlaugt in einem Separatvotum des Verfassungs- 
ausschusses (9. October 1848) zuvörderst nicht einfache, sondern Drei- 
viertelmajorität, und zwar in drei auf einander folgenden Landtags- 
perioden; und auch dann hält er erst noch die Einführung einer 
Alterskammer neben den Volksrepräsentanten für nöthig, wenn man 
der Regierung ihr Veto entziehen wolle. Er ist frei von 'dem Irr- 
thum', der einfachen Majorität ohne Weiteres 'Unfehlbarkeit, die höchste 
InteUigenz, die lautersten Absichten beizulegen '. 'Majoritäten', sagt er, 
'repräsentiren keineswegs in jedem FaUe acht staatsmännische Einsicht, 
sondern den gewöhnlichen AUtagsverstaud , oder drücken nur den 
selbstsüchtigen Willen einer Partei aus, welche die Minorität ihrem 
Despotismus uutenvirft.' Hiefse es die wahre Freiheit des Volkes 
fördern, wenn man, indem man dem Despotismus der Fürsten und 
ihrer Minister zu steuern sucht, dafür den Despotismus einer Faction 
einführte, und 'indem man gewaltsame Explosionen, wie sie Deutsch- 
land in der letzten Zeit erlebt hat, zu verhüten bedacht ist, der will- 
kürhchen Neuerungssucht, die zuletzt alle öffentliche Ordnung vernichtet, 
Thor und Thür öffnet'? Das Für und AVider mufs in langer Zeit 
erwogen werden : erst so kann sich eine geläuterte öffentliche Meinung 
bilden. 'Jedes Recht, jede Freiheit, die durch Ausdauer und Energie, 
die unter Aufopferungen errungen wird, hat bleibenden Werth, wie die 
Geschichte der politischen Entwicklung aller wahrhaft freien Nationen 
lehrt, während das leicht Erworbene meist auch leicht wieder ver- 
scherzt wird.' Bergk hatte übrigens die Genugthuung, dafs der Antrag 
der Majorität des Ausschusses mit 24 gegen 18 Stimmen abgelehnt wurde. 



Theodor Bergks Leben. 



Ueberhaupt fand die ganze politische Haltung, Avelehe sich in 
den Abstimmungen, Reden und Arbeiten des Marburger Abgeordneten 
aussprach, in weiten Kreisen freudige Anerkennung (Brief von Rubino 
vom 31. August 1848). Man lobte an Bergk constitutionelle , monar- 
chische Gesinnung, gepaart mit Selbständigkeit, Einsicht und Scharf- 
bhck. Stets ist er muthvoll für seine Ueborzeugung eingetreten: ohne 
sich um die wandelbare Gunst der Menge zu kümmern oder gar nach 
Popularität zu haschen, ist es ihm gelungen, in hohem Mafse die 
Achtung der Edelsten und Besten zu erringen. Obwohl er für einen 
Abgeordneten volle Unabhängigkeit beanspruchte und dieser TJeber- 
zeugung schon am 16. Juni 1848 in den scharfen Worten Ausdruck 
verlieh , ' der Deputirte sei nicht der Commis seiner Committenten ', so 
wählten ihn die Städte Eschwege, Allendorf, Grofs-Almerode, Wann- 
fried und Witzenhausen am 21. August, mit der vollen Zahl sämmt- 
licher abgegebenen Stimmen, nicht blofs wegen seiner 'ausgezeichneten 
Befähigung', sondern, wie die Wahlcommission hinzusetzte, grade wegen 
seiner 'Gesinnungstüchtigkeit' zum Abgeordneten. Auch die Univer- 
sität wiederholte ihre Wahl. Bergk entschied sich, das erstere Mandat 
anzunehmen ; er hat die ' Städte des Werrastromes ' vom 5. December 
1848 bis zum 13. Pebruar 1849 vertreten, und während dieser Zeit 
nicht nur an den Debatten über das neue Wahlgesetz, welches er 
bereits in der voraufgehenden Sitzung (am 16. October 1848), zum 
Gegenstande eines besonderen Antrages gemacht hatte, hervorragenden 
Antheil genommen, sondern dasselbe auch in einer besonderen Schrift, die 
den Titel führt 'das kurhessische Wahlgesetz , seine Freunde und seine 
Gegner' (15 S. in Quart) heftig und entschieden bekämpft. 'Ich umarme 
Sie', schrieb Bürgermeister Xebelthau, der durch die Ereignisse des 
Jahres 1848 bewogen mit Bergk eine zunächst politische, dann über 
jene Jahre hinausdauernde persönliche Freundschaft geschlossen hatte, 
'ich umarme Sie, ich habe lange nicht etwas so Gescheites, Männliches, 
Tüchtiges gelesen. Und es thut wohl in dieser elenden Zeit' (20. Ja- 
nuar 1849). 

Aber was wollte Bergk? Ausgehend von dem Gedanken, dafs 
'Gleichheit das Princip des gesunden Staatslebens' sei, betrachtete er 
doch nicht eine 'arithmetische', auf die Kopfzahl basirte, sondern eine 
proportionale' Gleichheit als das Richtige (21. December 1848), indem 
er dafür hielt, dafs die gröfste Gleichheit vielmehr zur gröfsten Un- 
gleichheit fülire (1. Juli 1848). Er konnte nicht finden, dafs, wenn 
man die Geschichte zum Vergleich heranziehe, aus einem freien Wahl- 
gesetze überall auch die besten Wahlen hervorgegangen seien, und ver- 
wies defshalb z. B. auf den Gang, den die französische Revolution ge- 



Theodor Bergks Leben. 



nomnien hat. Er zeigt , wie zwar die constituii-ende Yersammlung aus 
iinfreieu Wahlen hervorgegangen sei , wie Frankreich aber keine andere 
Versammlung aufzuweisen habe, die so viel Talent, InteUigeuz und 
Patriotismus in sich vereinigt hätte als diese A'ersammlung. 'Die ge- 
setzgebende Versammlung, welche ungleich fi-eieren "Wahlen ihren Ur- 
sprung verdankte \ fährt er fort, 'stand weit zurück, und der Convent, 
dessen Wahl auf der breitesten Grundlage beruht hatte, welche trüb- 
selige Gestalt bot er dar!' Er weist auch auf Preufsen hin, wo aus 
einem unfreien, übrigens von ihm nicht gebilUgten Wahlgesetz ein 
weit besserer, den Wünschen des Volkes mehr entsprechender Landtag 
hervorging, als jetzt aus freierer Wahl. Man sucht Wahlmänner zu 
vermeiden: aber was sind jene Emissäre, die man aussendet, um das 
'mündige' Volk zu bearbeiten, und jene Walilcomites, welche man zu 
gleichem Zweck bildet, anders als 'Wahlmänner, die aus eigener Macht- 
vollkommenheit sich constituii't haben *, ohne freilich dieselben Garantien 
darzubieten, wie die nach den Bestimmungen des Gesetzes gewählten 
Wahlmänner. 'Wollte man consequent sein", sagt er, 'dann müfste man 
allerdings alle Gesetzgebungs- und Verwaltungsfragen vor die Urwähler 
bringen und von ihrem Veto oder ihrer Zustimmung, von ihrer Dis- 
cussion müfste es abhängen, ob dieses oder jenes Gesetz angenommen 
oder diese oder jene Steuer bewilligt werde. Dergleichen ist wohl 
möglich in Duodezstaaten, in Winkelrepubhken , wie sie in der Schweiz 
existiren , aber in gröfseren Ländern ist eine solche Einrichtung durch- 
aus unausführbar.' Was insbesondere die Verhältnisse in Hessen be- 
trifft , einem Lande , welches eben erst ' in die Bewegung des politischen 
Lebens eingetreten ist imd in welchem die überwiegende Mehrzahl der 
Bevölkerung in kleineren Orten oder auf dem flachen Lande zerstreut 
wohnt', so hält Bergk, ohne den bisherigen Wahlmodus zu bilhgen, 
aufs entschiedenste am Princip der indirecten Wahlen fest. Dafs man 
in Preufsen später zur directen Wahl übergehen werde, sei nicht un- 
möglich: 'je mehr Zucht und Ordnung an die .Stelle der Anarchie, 
klares Bewufstsein an die Stelle des inhaltsleeren Pathos trete, desto 
mehr werde man die Freiheiten vernünftig gebrauchen lernen' ;^Bro- 
schüre vom 13. Januar 1849. S. 9a\ 

Directe Wahlen sind an sich vom Princip der Demokratie, die 
sie verlangt, weder gefordert, noch sind sie ihm allein eigen: findet 
man dieselben doch auch im 'aristokratischen England': wohl aber 
verlangt eine 'vernünftige Demokratie, eben weil sie keine blofs me- 
chanische Staatsform ist', dafs 'die Rechte den Pflichten entsprechen 
müssen '. Um die Freiheit zu bewahren , bedarf es eines couservativen, 
'moderirenden Elementes', das seine Spitze unter Umständen sowohl 



Theodor Bergks Leben. 



gegen Uebergrüfe der Volksvertretung, als auch der Regierung richten 
kann. Bisher war dazu die Vertretung der Ritterschaft berufen. Eine 
Untersuchung der Frage, ob diese ihre Aufgabe vollkommen erkannt und 
eifüUt hat, führt zu nichts: jedenfalls mufs jene Vertretung jetzt beseitigt 
werden, aber das Richtige, das im Princip lag, darf darum nicht mit 
fallen. An Stelle der Ritterschaft treten die gröfseren Grundbesitzer. 
Aus ihnen schlägt Bergk vor, eine Anzahl von 13 Abgeordneten in den 
Landtag zu wälilen, so zwar, dafs Jeder, der monathch zwei Thaler 
Grundsteuer bezahlt, zur Wahl berechtigt sei: er meint auf diese Weise 
zugleich eine Zersplitterung des Grundeigenthums zu vermeiden, indem 
gerade um des damit verbundenen politischen Rechtes willen ein Jeder 
'seine Ehre darein setzen werde, sein Eigenthum unverkürzt Anderen 
zu überliefern.' Sieben Abgeordnete sollen von den gröfseren Gewerb - 
und Handelti-eibenden deputirt werden; den auch für diese Wahlen 
nöthigen Census soll die Regierung ermitteln. 

Wenn so die materiellen Interessen die gebührende Vertretung im 
Landtage gefunden haben, so verlangen andererseits freüich auch die 
geistigen die ihnen zukonmiende Berücksichtigung. Die Berechtigung der 
Kirche hierzu ist längst in den einzelnen deutschen Verfassungen aner- 
kannt, aber es ist darin gefehlt worden , dafs man ihre Vertretung ein- 
zelnen Würdenträgern übertragen hat, anstatt zu einer 'vollkommen 
freien Wahl' zu schreiten. 'Man wird vielleicht einwenden', heifst es 
in Bergks Antrage vom 16. October 1848, welcher der genannten Bro- 
schüre angedruckt ist, 'in einer Zeit, wo von so vielen Seiten gebie- 
terisch die Trennung des Staates von der Kirche gefordert wird , könne 
von einem Recht der Kirche auf Repräsentation nicht mehr die Rede 
sein; aber indem der Staat die Kirche zur Selbständigkeit entläfst, 
scheidet er sich nicht von ihr, so wenig als er sich von den politischen 
Gemeinden lossagt, indem er ihnen Autonomie, freie Ordnung ihrer 
Angelegenheiten gewährt.' Zuletzt mufs auch die Schule, die hohe, 
^y\e die niedrige, und nicht minder die Universität im Landtage ver- 
treten sein : es erscheinen also im Ganzen ' sechs Vertreter angemessen, 
einer für die Universität, einer für die katholische, zwei für die pro- 
testantische Kirche, einer für die höheren Unterrichtsanstalten, einer 
für die Volksschulen.' 

Wahlberechtigt soll deijenige sein, der 25 Jahre alt ist, wählbar, 
wer das 30. Lebensjahr zurückgelegt hat : der Regierungsentwurf hatte 
für das active und passive Wahlrecht das 30. Jahr bestimmt. 

Dies sind die Grundzüge des Bergkschen Antrages, Gedanken, 
denen man den Einflufs antiker Studien wohl angemerkt haben wird. 
Freilich ein weiteres Eingehen auf diese Dinge, wozu jene Broschüre 



Theodor ßeroks Leben. 



manchen Anhalt darbieten würde, mufs ich mir versagen, da die Be- 
sprechung der politischen Stellung Bergks ohnehin einen verhältnifs- 
mäfsig breiten Kaum eingenommen hat. Ich glaubte mir indefs diese 
Ausführlichkeit gestatten zu düifen, weil dieser Punkt, der zur Beur- 
theilung der Persönlichkeit des grofsen Philologen in seiner staats- 
bürgerlichen Stellung und, wie ich denke, selbst darüber hinaus, so 
wesentlich ist, bisher wenig oder gar keine Beachtung gefunden iial, 
vollständig Verlässiges aber, wie ich es hier auf Grund der Acten 
gegeben habe, noch gar nicht in weitere Kreise gedrungen ist. 

Uebrigens hatte Bergk mit seinem Antrage in der Landtagskam- 
mer von 1849 keinen Erfolg. Nach langen Debatten , in welchen ins- 
besondere V. Sybel die Anschauungen der Majorität vertrat, wurde am 
2. Februar 1849 zunächst mit einer Mehrheit von mehr als Dreiviertel 
der Stimmen die alsbaldige Revision und dann in geheimer Abstimmung 
die Annahme des Gesetzentwurfes mit 35 gegen 11 Stimmen beschlos- 
sen. Opposition des Kurfürsten gegen den Bundestag verschaffte dem 
Gesetze später die landesherrliche Genehmigung. Bergk aber beantragte 
am 13. Februar die Einberufung seines Stellvertreters, des Pfarrers 
Meyer in Kassel, und kehrte auf die Dauer nach Marburg zurück. 
Seine parlamentarische Laufbahn hatte damit für immer ein Ende. Er 
hatte als Grund seines Rücktritts 'dringende Berufsgeschäfte' angegeben, 
die seine Anwesenheit in Marburg erforderten: in Wahrheit war es 
diese Rücksicht nicht allein, vielmehr behagte ihm vor Allem die 
Richtung nicht, welche die Verhältnisse in Kurhessen zu nehmen be- 
gannen und welche nach seiner Ansicht entweder zur Revolution oder 
zur Reaction führte. Er begleitete die hessischen Zustände seitdem nur 
als Zuschauer und schenkte ihnen, auch als sie sich dann unter Has- 
senpflug trüber und trüber zu gestalten anfingen, nichts als aufmerk- 
same, wehmuthsvolle Theilnahme. Die Verschuldung an dem einge- 
ti-etenen Conflict schrieb er, im Widerspruch gegen einseitige, parteiische 
Zeitungsberichte, durch welche die Anschauungen nicht - hessischer 
Beurtheiler getrübt würden , allen Betheiligten in gleicher Weise zu. 
Ebendarum spricht er in einem Briefe an Welcker vom 31. October 1850 
auch die Befürchtung aus, 'die Nemesis werde Alle erreichen, und 
Keiner in diesem unheilvollen Kampfe obsiegen.' 'Ich habe diese Ent- 
wicklung', fährt er fort, 'vorausgesehen und vorausgesagt, ich habe, 
als ich im Anfang des Jahres 1849 aus der Kammer trat, geradezu 
erklärt, die damaligen Minister und ihre Coterie machten das constitu- 
tionello System zur Lüge, und wenn man auf dieser Bahn fortfülu\', 
so würde das Land so tief unglücklich, wie Frankreich unter Ludwig 
Philipp werden. Ich habe micli eben defshalb völlig zurückgezogen 



Theodor Bergks Leben. 



und blofs meinem Amte und wissenschaftlichen Studien gelebt; Sie 
können aber denken, dafs in den letzten Wochen, wo die Zustände 
immer trostloser werden, es nicht leicht ist, die rechte Euhe und Samm- 
lung zu behaupten.' 

Da Bergk fast drei Semester seiner akademischen Thätigkeit ent- 
zogen gewesen war, nahmen ihn die Vorlesungen mehr denn je in An- 
spruch : es ist bereits erwähnt worden , dafs er ihnen im Sommerseme- 
ster 1849 wöchentlich 15 Stunden widmete. Gröfsere wissenschaftliche 
Arbeiten brachte daher diese Zeit zunächst nicht: aufser kritischen Ab- 
handlungen, welche die offici eile Verpflichtung veranlafste, sind es eine 
Menge den verschiedensten Gebieten angehörender Kecensionen, beson- 
ders für die Zeitschrift für die Alterthumswissenschaft , welche aus dieser 
Periode stammen : dieselben enthalten , wie aUe Bergkschen Recensionen, 
nie blofse Anzeigen, sondern fördern die Wissenschaft überall in posi- 
tiver Weise. Ich erwähne hier nur die Recension von Mommsens unter- 
italischen Dialekten, in denen ein Kenner wie Bernays den Beweis 
fand, 'mit welcher Meisterschaft Bergk auch dieses Gebiet der älteren 
Latinität beherrsche' (9. Februar 1851), und wie er vor Allen befähigt 
sei, auch andere in dies Gebiet schlagende Arbeiten zu würdigen. In 
der That brachten die Jahrbücher zwei Jahre später jene bekannte 
Besprechung des Lachmannschen Meisterwerkes (Nr. 155) mit derjenigen 
von Bernays' eigener Arbeit vereint. Auch das Pliniusprogramm vom 
Jahre 1851 bot des Interessanten Mancherlei. Insbesondere überzeugte 
Nr. VII, wo das Zusammentreffen mit Lachmann Lucr. IV. 53 beiden 
Emendationen zur sicheren Stütze diente. Die Beziehungen zum 
archäologischen Institute und der freundschaftliche Verkehr mit Ger- 
hard, der sich an jene Beziehungen knüpfte, nicht minder auch das 
alte, schöne Verhältnifs zu Welcker veranlafste manche archäologische 
und epigraphische Arbeit in den Mittheilungen jenes Instituts, in der 
archäologischen Zeitung und anderswo. Immer wieder taucht in jenen 
gehaltreichen Briefen an Welcker diese oder jene antiquarische Betrach- 
tung auf. Am ausführiichsten , ' sehr sinnreich ', wie Welcker schon 
am 14. März 1850 urtheilte, ist in Anknüpfung an Welckers Aufsatz 
der Sage von Aeschylus' Tode gedacht, zuletzt am 16. April 1850. Von 
dem älteren Meister überzeugt, hält Bergk den Adler mit der Schildkröte 
jetzt gleichfalls für ein Wahrzeichen von besonderer Bedeutung. Nach 
Appians ^I^evri/M genas der kranke Adler nach dem Genüsse von Schild- 
krötenfleisch. 'Stellt man sich nun', sagt Bergk, 'den Dichter, wie auf 
dem geschnittenen Steine, mit dem Becher in der Hand vor, so liegt 
in dem Adler und der Schildkröte die Beziehung auf den Wein, mit 
dem der Dichter die Sorgen verscheuchte, ziemlich klar vor.' Wahr- 



Theodor Bergks Leben. 



scheinlich gab ein gleichzeitiges Kunstwerk, namentlich ein Kelief auf 
der Grabstele des Dichters, Anlafs zu der Sage. Hier war aber der 
Tragiker gewifs nicht mit dem Becher, sondern meditirend oder schrei- 
bend dargestellt, und der Adler mit der Schildkröte darüber (vielleicht 
im Giebelfeld der Stele) sagt dann eben nur auf sinnige "Weise: er ist 
genesen*), von allem irdischen Leiden befreit . . . Später, wo der 
Sinn für solche Symbolik mehr und mehr abhanden kam, lag es 
nahe, jenes Märchen zu erfinden.' 

Welckers Methode gilt Bergk als 'mustergültiges Vorbild', dem 
Andere nachahmen sollten. Um so weniger fühlt er sich von Panofka 
angezogen, dessen Arbeiten für ihn 'je länger, je unerquicklicher wer- 
den, ja aller wahren Kunstbetrachtung Hohn sprechen.' Die 'schöne 
Entdeckung der Aktäonis und Patrokleia', welche derselben Zeit ange- 
hört, und 'die dabei ausgesprochene Bestimmung über die Meliker als 
XJebergang vom Epos zur Tragödie' brachten G. W. Mtzsch, wie 
er in einem Briefe vom 2. Januar 1857 sagt, 'wahrhaft den laf-mQo- 
zatog oÖQog zur Fahrt in der Sagenpoesie ' (S. 503 f.). Von gröfseren 
Arbeiten fällt nur die Aristophanesausgabe , welche in der Teubner- 
schen Sammlung erschien , in die allerletzte Zeit des Marburger Aufent- 
haltes. 

Der Dichter war seit lange ein Liebling des Herausgebers, wie 
manche kleinere Arbeit bewiesen hatte. ]\lit der neuen Ausgabe kam 
es ihm weniger auf eine durchgreifende Neugestaltung des Textes, als 
die Entfernung des Einflusses an, den die Yulgata und Brunck seit 
lange auf die Ausgaben geübt hatten, und die Rückkehr zur Autorität 
des Ravennas und des Yenetus. Als Grundlage diente Dindorfs Aus- 
gabe von 1830. Dafs es an zahlreichen Emendationen nicht fehlte, 
w^odurch der Text theil weise in treffender Weise verbessert, theilweise 
wenigstens zu weiterem Nachdenken angeregt Avard, versteht sich bei 
einer Bergkschen Arbeit von selbst: immerhin blieb 'freilich noch 
sehr viel zu thun übrig' (an Welcker am 27. März 1852). Manches 
hatte Bergk absichtlich mit Stillschweigen übergangen, da die Ein- 
richtung einer solchen Ausgabe seiner Meinung nach 'doch keine 
ausführliche Erörterung gestattet hätte'. Andere in Marburg bereits 
geplante oder auch begonnene Arbeiten, wie die Ausgabe des So- 
phokles, sowie die zweite Bearbeitung der Poetae Lyrici, zu welcher 
auch durch kleinere Aufsätze , namentlich in Programmen , Manches 
vorbereitet war, gelangten von hier aus nicht mehr zur Veröffent- 
lichung. 



*) Welcker hat hinzugoscliricbon 'er hat sich geheilt'. 

Tli. Borgk Ivleino Schrifton. II. 



Theodor Bergks Leben. 



Wenn Bergk schon im Anfang des Jahres 1847 darüber klagte, 
dafs die Art und Weise, wie sich die Verhältnisse in Marburg gestaltet 
hätten, wenig geeignet sei, eine behagliche Stimmung hervorzurufen 
und zu erhalten , so war die Kichtung , welche später in Hessen be- 
stimmend wurde, den philologischen Studien noch weniger günstig. 
Je mächtiger die Herrschaft der Orthodoxen ward, die dahin wirkten, 
dafs man die Lehrer- und Directorenstellen an den Gymnasien mit 
Theologen besetzte, ima so mehr mufste das Studium der Philologie 
verkümmern. Bergk fühlte, wie seine Wirksamkeit 'allmählig völlig 
vergeblich werde' (Brief an Welcker 8. Juli 1852). Die Auszeichnung, 
welche ihm seine CoUegen im Jahre 1851 durch die Wahl zum Pro- 
rector zu Theil werden liefsen , vermochte jene unbehagliche Stimmung 
nicht zu bannen. Von dem Gefühl durchdrungen, dafs er der Uni- 
versität mit seinen Neigungen nur noch halb angehörte, stellte er am 
4. August beim akademischen Senat das Gesuch, ihn von jenem Amte 
zu entbinden. Als dann das Ministerium des Innern (Hassenpflug), 
gerade in Anerkennung von Bergks akademischer Thätigkeit, unter 
dem 16. August 1851 ablehnend entschied, kam er von Neuem um 
Dispensation ein: da wurde ihm diese endlich durch allerhöchste 
Entschliefsung vom 11. September bewilligt. 

Es war dies in einer Zeit , wo bereits Unterhandlungen mit Jena 
schwebten, welche den Curator der ernestinischen Universität, Seebeck, 
persönlich nach Marburg führten. Allein die Gehaltsfrage — man 
meinte dem philologischen Professor nicht mehr bewilligen zu können, 
als Hand gehabt habe (Brief von Seebeck vom 28. August 1851) — 
verhinderte den Abschlufs der Verhandlungen , nicht zum Leidwesen 
für Bergk, da er Jena doch nicht für den Ort ansah, der ihm 'so ganz 
zugesagt hätte' (Brief an Welcker am 27. März 1852). So blieb er 
denn damals Marburg noch erhalten: aber dafs er mit den dortigen 
Verhältnissen unzufrieden war, verlautete in immer weiteren Kreisen. 
Als daher ganz kurze Zeit nach dem Jenaer Anerbieten von Karlsruhe 
ohne sein Zuthun eine (vom 1. April 1852 datirte) Anfrage an ihn 
gelangte, ob er nicht geneigt sei in Freiburg, wo er von der philoso- 
phischen Pacultät vorgeschlagen und seine Berufung 'betont' worden 
war (Brief des derz. Decans der philosophischen Facultät, Professor 
L. Oettinger, vom 11. Januar 1852), an Stelle Feuerbachs eine Professur 
für classische Philologie und Archäologie anzunehmen, glaubte er die 
dargebotene Hand nicht abweisen zu dürfen, obwohl er sich nach einer 
Gehaltsaufbesserung, die ihm in Marburg zu Theil geworden war, in 
Freiburg äufserlich durchaus nicht verbesserte. Auf Bergks Zusage er- 
folgte am 26. Mai 1852 seine Berufung, die Uebersiedelung mit Beginn 



Theodor Bergks Leben. 



des Wintersemesters. Dafs es Bergk nicht leicht wurde, von Marburg 
und dem alten Hesseulande , das ihm zum zweiten Vaterlande geworden 
war (Vorrede zur 2. Ausgabe der Lyriker), zu scheiden, würden wir 
glauben , auch wenn er es nicht ausdrücklich versicherte. Seine Schüler, 
alte wie neue, sahen ihn mit Schmerz von sich gehen, seine Freunde, 
auch die alten parlamentarischen , wie Nebelthau und 0. v. Trott , be- 
dauerten sein Scheiden, obgleich sie es unter den obwaltenden Um- 
ständen sehr begreiflich fanden. Keiner aber war schmerzlicher berührt, 
als sein unmittelbarer Nachfolger im Amte, Director "Weber in Kassel, 
der es beklagte, dafs Bergk bei der Eegierung nicht wenigstens den 
Versuch gemacht habe, 'die Uebelstände zu entfernen, welche seiner 
amtlichen Thätigkeit entgegenständen ' (18. Juni 1852). Aber jeder 
Versuch schien bei dem herrschenden System unmöglich, und diese 
Ueberzeugung , nicht blofs sein 'fester Kopf, wie Weber meinte, bewog 
Bergk zu gehen. Die Kedaction der Zeitschrift für die Alterthums- 
wissenschaft mufste er seitdem Cäsar allein überlassen; derselbe hat 
sie bis zum Jahre 1857, wo die Zeitschrift einging, fortgeführt. Bergk 
zog sich von dem Unternehmen nicht zurück, doch flössen die Beiträge 
spärlicher als fi'üher. 

Ueberhaupt kam Bergk in Freiburg in der ersten Zeit nicht viel 
zu literarischer Thätigkeit , weil er, wie er den Freunden schreibt, dort 
zum Theil ganz andere Disciplinen zu vertreten habe. Er nahm es 
mit seinen Vorlesungen nicht leicht, und sie kosteten ihm daher viel 
Zeit. Das Interesse für die philologischen Studien, welches ihm auch 
in Freiburg bald entgegenkam , entschädigte ihn für die aufgewandte 
Mühe nur theilweise. Da Professor Baumstark seit vollen vier Jahren 
dort der einzige Philologe gewesen, waren mehrere der nöthigsten 
Collegia seit längerer Zeit gar nicht gelesen worden. Dafs Bergk in 
einzelnen Vorlesungen bald ein Auditorium von mehr als 30 Zuhörern 
um sich versammelte, würde bei der geringen Zahl der Philologie Stu- 
direnden — betrug doch die Gesammtfrequenz der Universität damals 
nicht einmal 400 — unglaublich klingen, wenn man nicht zu berück- 
sichtigen hätte, dafs alle Inländer der drei ersten Semester gehalten 
waren, je ein sogenanntes Philosophicum von wöchentlich 4 Stunden 
zu hören. So fehlte es zwar nicht an Zuhörern, wohl aber, und zwar 
auch bei den eigentlichen Philologen, an der unerläfslichen wissen- 
schaftlichen Vorbereitung. Namentlich bezeichnet Bergk die Leistungen 
des Seminars , in dessen Leitung er sich mit seinem Fachcollegen theilte, 
als 'noch sehr untergeordnet' (Bergk an Horkel am 17. Januar 1853). 
Hier galt es tüchtig zu ' schulmeistern ', wie denn in Freiburg überhaupt 
gar Manches, vor Allem die Auditorien, an die Schule erinnerte, ja 

e* 



Theodor Bergks Leben. 



die wöchentlich fälHgen griechischen Exercitien 'eigentlich noch tief 
unter dem Standpunkte eines ordentlichen Gymnasiums standen ' (Brief 
an Horkel vom 29. Januar 1854). An Kterarischen Hülfsmitteln ge- 
brach es durchaus : die Alterthums wissen schalt wurde ' im glücklichsten 
Falle' mit etwa 50 Gulden jährlich bedacht (Brief an Welcker vom 
14. Februar 1855): kein Wunder, dafs aufser Jahns Jahrbüchern kein 
einziges philologisches Journal vorhanden war. Schrieb Bergk also 
nicht mit Kecht an seinen Schwager Horkel, dafs man in Freiburg 
'in idyllischer Abgeschlossenheit von der gelehrten "Welt, oder, wenn 
man üeber wolle , eigentlich in barbarischer XJncultur lebe ? ' Es darf 
das nicht verschwiegen werden: denn erst so ist es möglich, die 
Schwierigkeiten zu würdigen , welche Bergk auch auf dem neuen Ar- 
beitsfelde begegneten. Aber er liefs sich nicht entrauthigen, sondern 
'arbeitete' trotz aller Hindernisse 'treulich fort'. Er tröstete sich 
danüt, dafs er auch in Marburg 'nur einen beschränkten Wirkungs- 
kreis gehabt habe und doch hoffen dürfe , manchen tüchtigen Schul- 
mann gebüdet zu haben', und meinte, es gehe mit der Zeit doch auch 
hier wohl 'ein oder das andere Samenkorn auf, oft wo man es am 
wenigsten erwarte.' 

In 8 — 10 wöchentlichen Stunden las Bergk gewöhnhch ein syste- 
matisches und ein exegetisches Colleg; zwei Stunden davon waren den 
Uebungen des Seminars gewidmet, in welchem er während seines Frei- 
burger Aufenthaltes je einmal Plautus Trinummus (1852/53), Virgils 
Aeneis (1854/55), Euripides' Phönissen (1855) und Terenz' Heautonti- 
morumenos, und je zweimal Hesiods Erga (1853, 1856) und Horaz' 
Briefe (1854, 1856/57) behandelt hat. Zweimal las er römische Alter- 
thümer (1853/54, 1854/55), sowie Archäologie und Geschichte der Kunst 
bei den Griechen und Römern (1853, 1856), dreimal griechische Alter- 
thümer (1852/53, 1855, 1857), einmal Mythologie der Griechen und 
Römer (1854/55). lieber 'ausgewählte Abschnitte der lateinischen 
Grammatik ' trug er in den Wintersemestern 1853/54 und 1856/57, über 
'wichtige Abschnitte der griechischen Sprachlehre ' im Sommer 1854 vor ; 
metrische Uebungen stellte er im Sommer 1855 an. Hierzu kommen 
noch Vorlesungen über Aeschylus' Prometheus und Sophokles' Phi- 
loktet (vereint 1852/53, getrennt 1854/55 resp. 1856), Aristophanes' 
Vögel und Frösche (1853), die ersten Bücher der Ilias (1853/54 und 
1857), die griechischen Lyriker (1854 und 1856/57), Theokrits Idyllen 
(1854 und 1857), Catull, Tibull und Properz (1855) und im Winter 
1855/56 über Pin dar. Wie er auch sonst dem Interesse der Univer- 
sität seine Zeit widmete, beweist die Ordnung der Antikensammlung, 
von der er ein Verzeichnifs anlegte. 



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Theodor Bergks Leben. 



Konnte es Bergk nun schon wegen der Kürze der Zeit auch 
nicht gelingen, in Freiburg recht eigentlich 'eine Pflanzstätte für jüngere 
Philologen' zu gründen, Avie Welcker ihm gewünscht hatte, so hat er 
dem Alterthumsstudium an jener Universität doch allererst den Boden 
bereitet, der sich denn auch nicht gänzlich unfruchtbar erwiesen hat. 
Ich nenne von Freiburger Schülern Bergks vor Allen W. Fröhner, wel- 
cher durch manche mühevolle Arbeit, die er in Paris, gebeten und 
ungebeten, in der Folge für die Poetae Lyrici unternonunen hat, einen 
schönen Beweis treuer Anhänglichkeit gegeben und durch manche 
eigene Leistung sich des Lehrers würdig gezeigt hat. Abgesehen von 
den unmittelbaren Verpflichtungen des Amtes suchte sich Bergk sowohl 
um die akademischen, als politischen Verhältnisse 'wenigst möglich zu 
bekümmern': er gestand sich, in Marburg, 'obwohl er sich nie dazu 
gedrängt habe, nur zu viel Zeit und Stimmung daran gewendet' 
zu haben, und wollte nun, 'wenn auch sonst kein Epikureer, dem 
Grundsatze laße ßitooag nachleben.' Ganz freilich liefs sich jener Vor- 
satz doch nicht durchführen. Nicht nur, dafs Bergk für das Jahr 
1855/56 das Prorectorat übernehmen mufste, hat er auch im folgenden 
Jahre, gerade als die Alberto - Ludoviciana ihre vierte Säculaifeier be- 
ging, das Decanat der philosophischen Facultät geführt. Wie Alles, 
was um ihn vorging, so flöfsten ihm, dem ehemaligen Parlamentarier, 
insbesondere die politischen Verhältnisse der neuen Heimath hervor- 
ragendes Interesse ein, wenn er sie auch, getreu jenem Grundsatze 
des griechischen Weisen, nur aus der Ferne verfolgte. Wie er seinen 
'Posten' an Deutschlands Grenze auffafste und speciell die badischen 
Zustände jener Zeit beurtheilte, zeigt ein scharfes, äufserst charakte- 
ristisches Urtheil. Es findet sich in einem Briefe an G. Bernhardy, 
welchen er am 26. December 1853 dem Dedicationsexemplare seiner 
Lyriker als Geleitschreiben beifügte. 'Sie werden wissen wollen', 
schreibt er, 'wie es mir hier am Fufse des Hercynischen Waldes geht: 
nun man lebt hier eben im ehemaligen Vorderösterreich, docirt in 
einem alten Jesuitenkloster, und die Anfänge, wie die Römer mit Fug 
und Recht glaubten, regieren die postprincipia atque cxitus. Wir 
stehen hier am äufsersten Ende Deutschlands auf einem Vorposten, 
oder, wie vielleicht Andere richtiger meinen, auf einem verlorenen 
Posten, aber ich bin ein alter Soldat, der seine viginti stipendia bald 
hinter sich hat, und da ist man am Ende mit jedem Quartier zufrie- 
den. Ihrem CoUegen Leo möchte man übrigens rathen, einmal die 
hiesigen Verhältnisse mit eigenen Augen anzusehen. Es ist sehr wahr, 
aber auch sehr leicht, auf das bureaukratische Wesen der Regierung zu 
schelten: denn darauf läuft Alles hinaus, von staatsmännischer Ein- 



Theodor Berglcs Leben. 



sieht ist keine Spur zu finden. Aber die groben Fehler, die man hier 
macht, dürfen nicht dazu dienen, das Treiben der Anderen zu recht- 
fertigen ; denn da ist nichts als die roheste Demagogik und schmutzigste 
"Wühlerei. Darüber darf man sich freihch nicht wundern, denn die 
Aelteren haben unter Rotteck und Welcker, die Jungen unter Hecker 
und Struve gedient und wenden nun die alten Praktiken in anderer 
Richtung an. Dafs man Geister citirt und den Teufel leibhaftig erschei- 
nen läfst, ist eigentUch noch das Harmloseste und bildet eine lustige 
Episode in unserer Tragödie , aber man scheint auch vom Meuchelmord 
nicht entfernt zu sein.' 

Trotz dieser düsteren Schilderung war es Bergk in Freiburg 
übrigens doch gar nicht so unbehaglich zu Muthe. Er hatte als Ye- 
teran nach und nach Dulden und Resigniren gelernt, und fand in 
seiner amtlichen Thätigkeit, welche im Jahre 1854 durch seine Beru- 
fung zum Oberbibliothekar noch eine nach mancher Seite hin erwünschte 
Erweiterung und 1856 durch die Yerleihung des Hofrathtitels die An- 
erkennung der badischen Regierung erfuhr, in dem treuen Fleifse er- 
gebener Zuhörer, die er mehr und mehr an sich zu fesseln wufste, in 
einem kleinen anregenden Freundeskreise, zu welchem vor Allem die 
Familie des Philosophen Sengler treu gehalten hat, endlich auch in der 
reizenden, 'bei genauer Kenntnifs nur gewinnenden' Umgebung der 
heiTlichen Stadt (an Welcker am 14. Februar 1855) ausreichende Be- 
friedigung und anregende Stimmung, Begonnenes zu vollenden und 
neu zu Beginnendem sich zuzuwenden. 

Noch in Freiburg wurde der Druck der zweiten Ausgabe des 
Aristophanes vollendet, in welcher Bergk den Text 'wiederum an man- 
cher Stelle hergestellt zu haben hoffte', obwohl ' des Problematischen noch 
Viel übrig bleibe'. Mit Recht freute sich Welcker bei der Leetüre des 
Buches 'so oft des glücklichen Blicks neben der grofsen Technik, bei 
der nicht Alle sich einen regen und durchdringenden Blick erhalten'. In 
Freiburg gelangte aber auch die wichtigste Arbeit jener Zeit , die zweite 
Ausgabe der Poetae Lyrici Graeei , zum Abschlufs. Gedruckt war schon 
in Marburg daran. Bereits am 27. März 1852 meldet Bergk seinem 
Freunde Welcker, dafs 'Pindar und ein guter Theil der Elegiker fertig 
sei': aber die Hoffnung, das Ganze bis Michaelis oder wenigstens bis 
zum Ende des Jahres (an Welcker 8. Juli 1852) vollendet zu sehen, 
bestätigte sieh nicht; die Uebersiedelung nach Freiburg, sowie die weite 
Entfernung vom Druckort führte noch eine ziemlich lange Verzögerung 
herbei. Das stattliehe Buch ward Meineke und Welcker gewidmet: 
Bergk setzte den gefeierten Namen des Bonner Freundes dem 'müh- 
samen Werke' vor, 'durchdrungen von dem lebhaften Gefühl des 



i 



Theodor Bergks Leben. 



Dankes für das viele Treffliche und Anregende, was wir Ihnen — so 
schreibt er am 5. Januar 1854 — wie auf anderen Gebieten der Phi- 
lologie, so insbesondere der griechischen Poesie zu danken haben. 
Möchten Sie die Gabe mit dem gewohnten WohhvoUen aufnehmen'! 
Welcker war durch die ' Ehre sehr angenehm überrascht ' : sah er darin 
doch den Beweis, dafs 'wenigstens die besten Pliilologen einen Archäo- 
logen unter sich leiden möchten', und fand er in den Lyrikern doch 'eine 
der schönsten Gemeinschaftlichkeiten' zwischen Bergk und sich selbst 
(14. Januar 1854). Er erzählt, wie er den Pindar mit den SchoUen 
schon als Knabe von 14 — 15 Jahren ganz durchgearbeitet und in Giefsen^ 
da 'er einen lebenden Philologen noch nie mit Augen gesehen hatte', 
zuerst über Pindar geschrieben, und weiter, wie er dann 'viele Jahre auf 
Reisen und zu Hause ' an den Fragmenten gesammelt habe , ohne doch, 
abgesehen von Recensionen, vor dem 'Andrang anderer Arbeiten' und 
einer 'angeborenen Scheu' etwas darüber zu veröffentlichen und zur 
eigentlichen Ausführung zu schreiten : er freut sich herzlich und neidlos, 
dafs Bergk nun das, was er gewollt, ausgeführt habe, 'ganz anders' 
— meint er — 'als er es im Stande gewesen sein würde, in einem an- 
deren Zeitalter der Philologie, als Avelches seine Jugend gekannt habe 
und in einer Weise, dafs es in Avieder andere ehrenvoll, denkwürdig 
und wirksam hinüberreichen Avürde '. Bergk glaubte , nicht mit Un- 
recht, namentlich die Kritik Pindars gefördert zu haben: in der That 
haben allein in den Olympischen Oden 11 Bergksche Vermuthungen*) 
später durch T. Mommsen die handschriftliche Bestätigung gefunden ! 
Aber nicht blofs der Pindar, dem, wenn auch keine neue CoUation 
der alten vaticanischen Handschrift 1312, in deren Besitz zu gelangen 
Bergk wiederholte vergebliche Versuche gemacht hatte (8. Juli 1852, 
Yorrede zur 2. Ausg. der Lyriker), so doch immerhin das seit Böckh 
durch Kayser, C. E. Chr. Schneider und T. Mommsen bekannt gewor- 
dene handschriftliche Material zu Gute kam, sondern auch die Bear- 
beitung der Elegiker und Meliker zeigte einen wesentlichen Fortschritt, 
so dafs die zweite Bearbeitung die erste — auch an Umfang — bei 
weitem übertraf. Nicht geringen Fleifs verwandte Bergk schon damals, 
und noch mehr, als er sie 1868 zum zweitenmale edirte, auf die An- 
thologia Lyrica, in welcher er mehr als ein nur für Vorlesungen 
bestimmtes, brauchbares Hülfsmittel bieten wollte: denn er begnügte 
sich keineswegs, wie es die Editio III thut, einen blofsen Abdruck des 
Textes zu geben mit Weglassung des kritischen Apparates, sondern 



*) Vgl. A. Grurnmc De lectionibus Pindaricis nuper a T. Mommsenio prolatis 
Bielefeld 1866 p. 5, 7. 



Theodor Bergks Lchoii. 



indem er dem Buche eine sorgfältige Auswahl der uns erhaltenen 
Fragmente aus der alexandrinischen Zeit, sowie eine Bearbeitung des 
Babrius, um dessen Emendation er sich fortdauernd hervorragende 
Verdienste erworben hat, als etwas Besonderes beifügte, dachte er ihm 
einen eigenthümlichen, selbständigen Werth zu verleihen. 

Daneben beschäftigte Bergk schon seit dem Jahre 1849 die Kritik 
des Sophokles. Die umfangreiche Einleitung der Ausgabe ward zuerst 
1857 als Programmabhandluug zur Verkündigung der Ehrenpromotionen 
bei der vierten Säkularfeier der Freiburger Universität veröffentlicht: 
nicht lange danach erschien auch die Ausgabe : wohl ist auch sie reich 
an schönen Emendationen , welche den Text des Dichters erheblich 
bessern, aber einen wesentlichen Fortschritt in der Gesammtkritik des 
Dichters, wie er nur durch streng durchgeführte methodische Ver- 
werthung des handschriftlichen, damals nicht einmal sicher und correkt 
vorliegenden Materials zu erzielen war, bedeutet sie nicht. 

An Programmen war die Freiburger Zeit, gewifs zur Freude 
Bergks, der sich besonders in Halle über die lästige officielle Schrift- 
stellerei bitter beklagt hat, weniger fruchtbar als irgend eine andere; 
aufser einem lateinischen Gratulationsgedicht bei der Hochzeit des 
jetzigen Grofsherzogs mit der Tochter unseres Kaisers und der schon 
erwähnten Commentatio de Sophoclis arte, schrieb Bergk nur noch 
1854 als Prorector die Einladungsschrift zur Feier des grofsherzogUchen 
Geburtsfestes. Er führte in derselben einen glücklichen Gedanken 
'über das älteste Versmafs der Hellenen' aus und traf damit eine 
Ansicht, die AVelcker unentwickelter vorgetragen hatte, 'seitdem er 
über griechische Literaturgeschichte Vorlesungen hielt' (Brief vom 
26. Februar 1855). Auch C. F. Hermann drückte (in einem Briefe vom 
15. December 1854) seine Freude über den dort entwickelten Gedanken 
aus, den er wohl geahnt und insofern auch ausgesprochen hatte, als 
^r 'für die Römer den löyog dniMöiog, für die Griechen aber den 
Köyoq i'aog immer als Grundrhy thnius ' angesehen, den er sich aber 
doch nie 'so klar zum Bewufstsein gebracht hatte', als dies von Bergk 
nun dargelegt war. 

Dem Princeps pliilologorum , ^viro summo Äugusto Boec7chio\ der 
mit wahrer Meisterschaft auf so manchem Gebiete der Alterthumswissen- 
schaft für alle Zeiten die Grundlagen gelegt hat, sandte Bergk aus der 
alten badischen Heimath zum 50jährigen Doctorjubiläum eine kleine 
Festschrift, an welcher dieser, in Erinnerung an das alte griechische 
Sprichwort ^evliuv de re &r/.iög aqioxov, die dankbare Gesinnung des 
Gebers als das Beste ansehen sollte. Bergk hatte die Freude, dafs der 
Altmeister das ehemals von ihm in seiner Ausgabe der Supplices des 



Tlieodor Berjrks Leben. 



Aeschylus begründete Urtbeil über die Abfassungszeit des Stückes 
modificirte. 'Ich finde es jetzt auch wahrscheinKch ', sagt er in dem 
Dankschreiben vom 3. April 1857, 'dafs die SuppUces früher geschrieben 
sind, als ich sonst glaubte, und aus demselben Grund wie Sie; und 
ich kann nichts dagegen einwenden, dafs sie für Arges bestimmt waren. 
Sie vermuthen dasselbe von der Euripideischen Andromache; auf die 
Stelle, woraus Sie diese Ansicht sich gebildet haben, bin ich auch 
schon auftnerksam gewesen, hatte diese aber mir so in meinen Gedanken 
zurecht gelegt, dafs sie zwar in Athen gegeben seien, aber in den 
Didaskalien nicht aufgefunden wurden, weil sie nicht auf Euripides' 
Namen gestellt waren, sondern auf den Namen des Damokrates. Ich 
weifs schon aus früheren Beispielen, dafs Sie nichts ohne Grund hin- 
werfen; daher fällt es mir auf, dafs Sie neben 'Damokrates' auch 
'Timokrates' nennen. Worauf dies beruht, ist mir unbekannt'*). 

Nichts ohne Grund! A¥ie urtheilt der grofse Philologe hier so 
ganz anders, als so mancher unbedeutendere Fachgenosse über Bergk 
geurtheilt hat! Was Bergk, reich an Ideen, wie selten Jemand, aber 
von allen möglichen Arbeiten des Berufes oder der eigenen Wahl über- 
häuft, oft ohne Begründung hingeworfen, z. B. jene zahlreichen Thesen, 
die er abwechselnd im rheinischen Museum oder im Philologus ver- 
öffenthcht hat, hielt Böckh nicht für leichtfertige, nur vom Augenblicke 
eingegebene Behauptungen selbstgefälligen Gelehrtendünkels, sondern, 
wie er es gelegentlich wohl in seinen Yorlesungen hervorhob, für Pro- 
ducte ächten Nachdenkens und reichster Gelehrsamkeit, die Niemand 
berechtigt sei, ungeprüft oder gar verächtlich bei Seite zu legen. Diese 
Hochachtung des Altmeisters vor dem jüngeren Genossen stützte sich 
auf ein langjähriges vertrautes Studium seiner Schriften und benihte 
im letzten Grunde auf einer tieferen, innerlichen Verwandtschaft beider 
Gelehrten. Bergk hat seiner Zuneigung zu Böckh, zwar nicht mit über- 
schwänglichen Worten, die er nicht liebte, aber trotz aller Schlichtheit 



*) Dafs Bergk in der That auch hier seinen Grund hatte, den Damokrates 
mit dem Argiver Timokrates, welcher dem Euripides bei der Abfassung der meli- 
schen Partion hilfreich zur- Hand ging , für identisch zu halten , beweist A. Naucks 
Beistimmung (Vita Eurip. p. XVI, 21). Auch in dein nachgelassenen Aufsatze über 
die Abfassungszeit der Andromache des Euripides (Hermes XVHI. 493) kommt Bergk 
auf die Frage zui-ück. Freilich, dafs die Andromache für Argos bestimmt gewesen 
sei, hält er (p. 488f.) 'nach erneuter Prüfung des Dramas sowie der Scholien' nicht 
mehr fest: sie war 'für Athen bestimmt und ist auch in Athen aufgeführt' worden; 
'das Jahr — es ist Ol. 89, 2 — läfst sich genau feststellen und ist bereits von den 
alten Grammatikern durch eine scharfsinnige Combination gefunden worden, denn 
eine directe Ueberlieferuug lag auch ihnen nicht vor.' 



Theodor Bcrgks Leben. 



des Ausdrucks doch nicht minder nachdrucksvoll und aufrichtig gele- 
gentlich einen schönen Ausdruck gegeben, und wie Böckh über Bergk 
dachte, zeigt aufs klarste und ehrenvollste eine Stelle eben jenes 
Dankbriefes, der kurz nach Bergks Berufung an die HaUische Univer- 
sität geschrieben ist. 'Yon meiner Fi-eundschaft', schreibt Böckh, 
'brauche ich Ihnen nicht neue Versicherungen zu geben; sie ist Ihnen 
zugewandt gewesen von dem ersten Zeitpunkte Ihres Auftretens ab. 
Dafs Sie nun wieder nach Preufsen zurückkehren, ist der Philologie 
in diesem Lande ein grofser Gewinn. Und wenn die Regierung zu 
seiner Zeit den richtigen Griff thut, so wird, Avas ich wünsche, mein 
Platz in Zukunft durch Sie besetzt werden. Ich sage dies nicht, als 
ob ich mich für den hielt, der gerade den ersten Platz einnähme nach 
der Würdigkeit; aber die Stelle, die ich einnehme, wird Ihnen doch 
für die Zukunft immer noch wünschenswerther sein als die Halle'sche.' 
In der That die schönsten, anerkennendsten Worte, die Bergk 
von berufenster Seite vielleicht jemals gesagt worden sind: aber so 
aufrichtig sie gemeint gewesen sein mögen, so unwahrscheinlich ist 
es doch, dafs sich jener Wunsch, auch wenn Bergk länger frisch 
und rüstig und der Akademie mit allen seinen Neigungen ergeben 
gebheben wäre, erfüllt hätte. In Berhn wehte eine Luft, die Bergk 
nicht günstig war: das wufste vielleicht Niemand besser, als er 
selbst. Schon früher hatte es nicht an Stimmen gefehlt, Avelche ihn 
als Nachfolger Lachmanns bezeichneten: dafs er dies nicht wurde, 
bezeichnet Ritschi (13. Mai 1851) geradezu als ' unbegreif Uch und 
vom 'Staate der Intelligenz' unverantwortlich': Bergk freihch hatte 
'niemals daran gedacht' (Brief an Welcker vom 8. Juli 1852). Auch 
für Leipzig war er von seinen Freunden ausersehen, als G. Hermann 
starb, und insbesondere war es wiederum Ritschi, der sich damals für 
ihn nach Kräften verwandte, weil Keiner nach seiner Meinung für die 
Leipziger Stelle so geeignet sei als Bergk (Ritschi am 7. October und 
12. December 1849). Aber statt dessen ward Klotz gewählt, und nach 
Berlin kam Haupt, wie Bergk es lange vorausgesagt hatte. Dafs auch 
der stille Wunsch, in der gröfseren badischen Universität nach Creuzers 
Tode einen entsprechenderen Wirkungskreis zu finden, als ihn Freiburg 
damals bieten konnte, sich nicht erfüllte, lag vornehmlich an den 
Heidelberger Etatverhältnissen, die nicht einmal die Mittel zur Ueber- 
nahme der Freiburger Besoldung, geschweige denn zu einer Verbes- 
serung geboten hätten (Brief von Fr. Fröhlich vom 20. Mai 1857). Indefs 
Avürdc Bergk nach seiner Ueberzeugung in Heidelberg auch schwerlich 
einer Partei recht gewesen sein: 'denn die Einen verlangen', sagt er, 
'eine Null, womöglich einen Katholiken, die Anderen einen pohtischen 



Theodor Bergks lieben. 



Parteimann' (an "Welcker den 14. Februar 1855). Bergk focht das 
Alles wenig an: 'wir Menschen machen unser Schicksal doch nicht 
selbst', tröstete er sich und wartete auf bessere Tage. 

Da wollte es eine glückliche Fügung, dafs sich die Halhsche 
Wahl allmählig auf ihn lenkte: denn allerdings Avar er nicht sofort 
in Vorschlag gekommen : vielmehr hatte sich die Facultät für Haase in 
Breslau, Pernice, ihr einflufsreicher Curator, für Nipperdey ausge- 
sprochen, und auch Zumpt und Rofsbach hatten Aussichten. Manche 
der Extremen stiefsen sich an Bergks politischer Vergangenheit, so 
viel Besonnenheit und gesunden Conservativismus er auch gezeigt hatte, 
und man scheute sich nicht, die Antipathien, die man hegte, mit 
Leidenschaft herauszukehren (Bernhardy an Bergk am 11. Mai 1857). 
Ein berühmter, jetzt in höchsten Kreisen wohlangesehener Gelehrter, 
der freilich dem damals herrschenden System nicht huldigte, glaubte 
Bergk unter diesen Umständen keinen bessern Dienst erweisen zu 
können, als wenn er seine Bekanntschaft mit ihm verschweige. Doch 
drangen jene Stimmen schliefsKch nicht durch. Nachdem Joh. Schulze 
Bergk schon in einem vertraulichen Schreiben vom 7. März 1857 von 
seiner Ernennung vorläufig benachrichtigt hatte, unterzeichnete der 
König am 3. Juni 1857 zu Sans-Souci Bergks Berufung 'zum ordent- 
lichen Professor der classischen Philologie und der Eloquenz in der 
philosophischen Facultät der Universität in Halle' mit einem Jahr- 
gehalte von 1400 Thalern, — wozu erst später, als Bergk MitgKed der 
wissenschaftlichen Prüfungscommission geworden war, noch 160 Thaler 
Kemuneration kamen. Der Grund der ungewöhnlichen Verzögerung 
der Angelegenheit lag in den Weiterungen des Finanzministers, dem 
erst gezeigt werden mufste, dafs, nachdem L. Rofs, wie ihm ver- 
sprochen, in das zunächst erledigte Gehalt einer ordentlichen Professur 
eingerückt war, nunmehr die Berufung eines neuen Ordinarius für 
classische Philologie nothwendig geworden sei (Meineke an Bergk am 
5. April 1857). 

Bergk verbesserte sich in seiner äufserlichen Stellung in Halle 
durchaus nicht, eher verschlechterte er sich (an Welcker am 19. Sep- 
tember 1857): auch sonst fesselte ihn die Anmuth der Gegend und 
die Milde des Kümas, sowie manch' lieb gewordenes Verhältnifs an 
Freiburg: aber die Aussicht, einen reicheren, günstigeren Wirkungs- 
kreis zu gewinnen, liefs alle anderen Bedenken zurücktreten und 
bestimmte ihn, freudig zuzusagen. Schon am 15. October bestieg der 
neue Professor eloquentiae das Katheder der grofsen Aula, um in der 
Königsgeburtsrede die Gesinnungen auszusprechen, die er für Preufsen 
stets gehegt und, wie das von acht patriotischem Geiste durchwehte, 



Theodor Bergks Lebon. 



durch den festen Glauben an Bismarcks Bedeutung besonders bemer- 
kensAverthe Winterprograram von 1866/67 beweist, zu hegen nie auf- 
gehört hat. Ausgangs October begann er seine Yorlesungen zunächst 
noch vor einer mäfsigen Zuhörerschaft, die sich indefs, je mehr sich 
das Studium der Philologie vorzugsweise durch Bergks Bemühungen 
in Halle hob , um so mehr erweiterte. Öald mufste statt des mäfsig 
grofsen Auditoriums Nr. VIII Nr. YI gewählt werden: nachdem Bergk 
vollends unter dem 16. December 1861 zum Mitglied der Prüfungs- 
commission ernannt war, belief sich die Zahl der Zuhörer durchschnitt- 
Uch auf vierzig bis fünfzig in jeder Privatvorlesung. 

Besonders zeichneten sich die systematischen Collegien durch ihre 
kJare, schmucklose und doch anziehende Darstellung aus und imponir- 
ten durch die Reichhaltigkeit des gebotenen Stoßes , sowie durch strenge, 
lichtvolle Gruppirung: zugleich gaben sie einen äufserst praktischen 
Grundrifs jedes betreffenden Wissenzweiges und blieben, ein Vorzug, 
den sie vor den Bernhardyschen Vorlesungen voraus hatten, nie un- 
vollendet. 

In den 22 Semestern seiner Hallischen Wirksamkeit hat Bergk 
je 5mal griechische und römische Metrik (1858, 1860, 1862/63, 1864/65, 
1866/67), lateinische Grammatik (1858/59, 1861, 1863, 1865/66, 1867/68) 
und griechische Alterthümer (1859/60, 1861/62, 1863/64, 1866, 1868/69) 
gelesen, 4mal die griechische Mythologie (1859, 1862, 1865, 1868) 
und 3mal die römischen Alterthümer (1860/61, 1864, 1867) behandelt, 
über Avelche Bernhardy ebenfalls las. Aristophanes Vögel erklärte er im 
Sommer 1868 in 3 wöchentlichen Stunden, sonst (1862/63, 1865/66, 
1868/69) verwandte er, wie auf alle exegetische Collegien, darauf zwei 
Stunden, während die systematischen Vorlesungen vier Stunden bean- 
spruchten, lieber Ilias A und B las Bergk 1858/59, 1861, 1864 und 
1866/67, über die griechischen Elegiker und lambographen 1859/60, 
1862, 1864/65, 1868, über den Prometheus des Aeschylus 1859, 
1861/62, 1867, über Euripides' Iphigenia Taurica 1860 und 1865, 
über CatuU und Tibull 1860/61 und 1863/64, über Pindar 1863 und 
1867/68 und über Plautus' Trinummus im Sommer 1866. Dafs einige 
Schriftsteller in den Vorlesungen weniger oft an die Reihe kamen, 
hatte theils darin seinen Grund, dafs sie Bernhardy gleichfalls inter- 
pretirte, theils dafs Bergk sie auch in seiner philologischen Gesell- 
schaft vorlegte; auch andere Autoren, wie Xenophon, Sophokles und 
Aristoteles' Poetik, liefs er hier wohl übersetzen und erklären. Im 
Seminar wurden in einem regelraäfsig wiederkehrenden Turnus Terenz' 
Heautontimorumenos (1858, 1861, 1864, 1867), Hesiods Werke und 
Tage (1858/59, 1861/62, 1864/65, 1867/68), Properz' Elegien (1859, 



Theodor Bergks Leben. lxxvii 



1862, 1865, 1868), Euripides' Phönissen (1859/60, 1862/63, 1865/66, 
1868/69), das erste Buch des Lucrez (1860, 1863, 1866) und Theokrits 
Idyllea (1860/61, 1863/64, 1866/67) behandelt. 

Bergk machte grofse Ansprüche an die Aufmerksamkeit und 
Fassungskraft seiner Zuhörer : denn obwohl er etwas abgerissen vortrug, 
so dafs bisweilen mitten in der Rede eine kurze, nicht immer motivirte 
Pause entstand, so sprach er doch nicht langsam. Wiederholungen 
oder Umschreibungen dessen, was er schon einmal gesagt hatte, liebte 
er dui-chaus nicht. Doch hatte seine Präcision nichts Dunkeles und 
Unverständliches; jeder Ausdruck war scharf und überlegt, so dafs es 
den Eindruck machte, als böte Bergk einen bis ins Einzelne ausgear- 
beiteten Yortrag, und wenn er bei einer Wiederholung derselben Vor- 
lesung in einem späteren Semester sich oftmals ganz derselben Wen- 
dungen wie früher bediente , so mufste jener Eindruck bestärkt werden : 
dennoch hatte Bergk keine Seite wirklich ausgearbeitet, sondern stützte 
sich nur auf einzelne I^otizen. Indem er diese jedesmal wieder genau 
durchging und durch Nachträge vervollständigte, rief er das ganze 
wohlabgerundete Bild jeder Stunde in sich von Neuem hervor, und 
weil Form und Inhalt bei ihm unzertrennlich verbunden waren, so 
stellten sich dann ungesucht auch dieselben Worte wieder ein. 

Bei der Fülle des Dargebotenen und der grofsen Präcision Bergks 
war das Nachschreiben in seinen Vorlesungen nicht leicht: nur Geüb- 
tere bekamen ein 'gutes Heft'. Ueberhaupt hörten die reiferen Stu- 
denten Bergk lieber als die Anfänger, die sich obenein in Folge einer 
gewissen, ihm äufserlich eigenen kühlen Zurückhaltung nicht eben 
angezogen fühlten. Denn Bergk liefs sich mehr suchen, als er die 
Studenten an sich heranzog: aber wer ihn gefunden hatte, dem war er 
ein treuer Rather und Helfer, wohl auch über die rein akademischen 
Beziehungen hinaus: freilich verlangte der Umgang mit ihm, um wahr- 
haft fruchtbar zu sein, ein tüchtiges Wissen: auch wer es besafs, 
schied von Bergk nicht selten mit jenem sokratischen Gefühle des 
Nichtwissens, das zu immer erneuter wissenschaftHcher Arbeit und 
wiederholtem Nachdenken anregt. Man staunte über jene Schlagfertig- 
keit, mit welcher er unvorbereitet oft über die entlegensten Dinge 
Bescheid zu geben wufste, die Schnelligkeit, mit welcher er emendirte, 
und wie ihm das nöthige Material von allen Seiten zuflofs. Obwohl selbst 
zur Conjecturalkritik wie Wenige befähigt, lag es nicht in seiner Art, 
dazu anzuregen und aufzufordern, daher die Mehrzahl der im Seminar 
behandelten Themata nicht textkritischer Natur waren: nur wer sich 
zur Kritik berufen fühlte, mochte sich auf diesem Felde versuchen, 
hatte aber dann an dem Meister, der ebenso scharf Verfehltes zurück- 



Theodor Bergks Leben. 



wies, als er schlagfertig zu bessern und Neues zu bieten verstand, 
einen strengen Censor. Die pünktlich einzuliefernden Arbeiten sah 
Bergk mit der gröfsten Gewissenhaftigkeit durch: nach einer Vorbe- 
sprechung, in welcher der Autor sein Werk gegen ein Mitglied des 
Seminars oder der philologischen Societät zu vertheidigen hatte, erfolgten 
Bergks wohl vorbereitete Einwendungen, die sich nicht blofs auf den 
Inhalt, sondern auch auf die Form bezogen. Im Seminar ward jedem 
Interpreten ein Kritiker bestimmt, der auch Uebersehenes nachzuholen 
hatte: daran knüpfte sich dann Bergks eigene Erklärung, die oft in 
feinen Worten , immer in fliefsendem, klarem Latein zugleich die Beur- 
theilung der Interpretation enthielt. Lob und Tadel wurden sparsam 
vertheilt: selten fiel ein 'gut' oder gar etwas Besseres: ebenso selten 
aber, und dann ganz kurz, ward ein directer, scharfer Tadel, wie 
'sodalis munere suo satis leviter fundus est' oder Aehnliches ausge- 
sprochen : aber darum erfreute die Anerkennung um so mehr und ward 
ein abfälliges Urtheil um so heftiger gefürchtet. Mit einem regelmäfsig 
wiederkehrenden Pergamus igitur porro gab Bergk dem folgenden 
Interpreten das Zeichen, dafs er zu beginnen habe. Die Debatte war 
nicht besonders lebhaft: die Meisten hielt eine gewisse Scheu zurück, 
unaufgefordert sich einzumischen. Yiel unmittelbarer als im Seminar 
trat Bergk den Studenten in den beiden Societäten entgegen, welche 
er wöchentlich, und zwar in den späteren Semestern getheilt für 
jüngere und ältere Genossen abhielt. 

Exercitien, wie in Marburg und Freiburg, schien die bessere Yorbe- 
reitung der hallischen Studenten überflüssig zu machen. Wenn damit 
eine Last wegfiel, so kamen freilich andere Obliegenheiten hinzu, welche 
Bergks Arbeitskraft in noch höherem Mafse als früher in Anspruch 
nahmen. Jene Zeit, in der F. A. Wolf, auch einst Professor eloquentiae 
in Halle, D. Ruhnken melden durfte: eloquentiae niimus x^rope nulhim 
est . . .: etiam sumptus publicis scriptionibus impeyidendos timet Prus- 
sica parsimonia (Körte Leben und Studien Fr. Aug. Wolfs I. 316), war 
längst vorüber. Verschiedene Stiftungen legten dem Professor eloquen- 
tiae jetzt die Verpflichtung auf, die Einladung zu gewissen Reden, 
welche Studenten oder auch wohl Vorgerücktere zur Erlangung eines 
Stipendiums in der Aula halten, mit einer Abhandlung zu versehen, 
und solcher Abhandlungen hat Bergk in 10 Jahren (von 1858 — 1868), 
das Etymologicum Vindobonense inbegriffen, nicht weniger als 42 
schreiben müssen. Rechnet man dazu noch die 23 Indices scholarum, die 
er in Halle verfafsthat, so wird man einräumen, dafs diese 65 Programme 
eine Fruchtbarkeit beweisen, mit welcher sich nicht blofs Ritschi, wie 
er in einem Briefe an Bergk (vom 8. August 1860) einmal scherzend 



Theodor Bergks Leben. 



schreibt, sondern überhaupt kein Programmatarius messen konnte. 
Der Kreis, in dem sich diese Literatur bewegt, ist ein sehr ausgedehnter. 
Griechen wie Lateiner finden gleiche Berücksichtigung: Homer, die 
Tragiker und ihre Fragmente, Epicharm, Aristophanes, die philoso- 
phischen Dichter wie die Alexandriner, auch die griechischen In- 
schriften, von den Lateinern insbesondere die älteren Dichter, aber 
auch Tibull und CatuU, dazu Yalerius Maximus und die metrischen 
Schriftsteller und schliefsHch gleichfalls die Inschriften zieht Bergk in 
den Bereich seiner Forschung: denn seine Productionskraft reichte 
soweit als seine Leetüre, und jedes neue Programm , das er zu schreiben 
hatte, regte ihn an, aus dem reichen Schatze der Adversarien einen 
neuen Beitrag hervorzuholen. Selten kamen Theile solcher Arbeiten, 
mit denen Bergk sich gerade beschäftigte, z. B. Partien aus der dritten, 
natürlich wiederum wesentlich verbesserten Ausgabe der Poetae Lyrici 
und der zweiten , durch umfangreiche Prolegomeua vermehrten Ausgabe 
der Anthologia Lyrica zu vorläufigem Abdruck. Die Scholia Palatina 
in Theocriti fistulam (Nr. 245) und in Sinmiiae securim (Nr. 246), 
welche jene Gedichte erst verständlich machen, sind bisher nur in 
wenig gekannten Hallischen Stipendienschriften erschienen. Mancher 
schöne Fund liegt in diesen unscheinbaren Programmen verborgen. 
Eine gröfsere Reihe derselben bietet, wie bereits bemerkt, das von 
Joh. Heinr. Christ. Schubart aus dem cod. Vindob. philol. philos. CLXIX 
abgeschriebene und Bergk in alter Freundschaft überlassene Etymolo- 
gicum Vindobonense, welches nachmals auch A. Nauck herausgegeben 
hat. Dieser Editio princeps reiht sich im Index scholarum von 1865/66 
eine zweite Editio princeps, die Bearbeitung eines bedeutsamen Fundes, 
an, der durch Studemund nach Halle gelangte: ich meine das von 
Bergk mit Recht dem Theokrit zugesprochene und durch glückliche 
Emendationen allererst lesbar gemachte sogenannte dritte äolische Ge- 
dicht. Das Programm über die grofse arkadische Inschrift (Nr. 193) 
bewies zuerst die nahe Verwandtschaft jenes Dialektes nüt dem der 
Insel Oypern und rettete eine vielfach angefochtene Angabe Strabos. 
Obenan aber stehen die Plautina und Enniana. Hier spitzt sich der 
Gegensatz zu Ritschi und seiner Schule jetzt mehr und mehr zu. 
Trotz Ritschis 'hochverdienstlichen Arbeiten' fand Bergk schon früher, 
dafs im Plautus 'doch noch Viel zu thun übrig bleibe': 'auch weicht 
meine Methode', schreibt er bereits am 17. Januar 1853 an Horkel, 
'von dem Verfahren Ritschis in vielen Punkten wesentlich ab, ich bin 
ungleich couservativer, daher hier ein genügendes Feld der Thätigkeit 
sich darbietet.' Er verfolgt die Arbeiten Ritschis und seiner Schüler 
auf Schritt und Tritt und erringt unter den Nachbesserern des Plauti- 



Theodor Bergks Leben. 



nissimus durch seine Methode und mehr noch durch seine glänzende 
Begabung für Conjecturalkritik immer mehr den ihm ehemals schon 
von Kitschi selbst verheifsenen ersten Platz. Schade nur, dafs seine 
Polemik von Jahr zu Jahr mehr den Charakter persönlicher Gereiztheit 
annahm, den seine Gegner doch nur theilweise verschuldet hatten. 
Bergk hatte eine entschiedene, aus der Selbständigkeit seines ganzen 
Wesens entspringende Abneigung gegen Alles, was nach Schulemachen 
und Coterie aussieht. Schon am 14. Februar 1855 schreibt er an 
Welcker, dafs ihm 'der Weg der Polyhistorie und des dünkelvollen 
Dogmatismus' der Göttinger Schule ebenso zuwider sei, wie die 'rein- 
liche Methode, die anderwärts in Ehren stehe und sich für unfehlbar 
halte'. 'Bei aller XJebereinstimmung im Einzelnen', sagt Bergk in 
der Vorrede zu den Beiträgen zur lateinischen Grammatik, 'trennt 
mich von Kitschi ein prinzipieller Gegensatz: Ritschi hat für Alles 
eine Methode, die er fertig mitbringt, wenn er eine Untersuchung 
beginnt: ich bin stets der Ansicht gewesen, dafs jede wissenschaftliche 
Aufgabe ihre besondere Art und Weise der Behandlung erfordert, die 
man erst kennen lernt, indem man sich gründlich in den Gegenstand 
vertieft. So hat mir Ritschi wiederholt vorgeworfen , dafs ich in meinen 
Plautinischen Studien ganz andere Grundsätze befolge, als in der Kritik 
der griechischen Dichter, und hat dies als eine tadelnswerthe Inconse- 
quenz bezeichnet. Ich bin eben in der griechischen Grammatik Aristar- 
cheer, in der lateinischen Anhänger des Grates; aber ich führe weder 
dort das Princip der Analogie, noch hier die Consequenzen der Ano- 
malie in abstracter Weise durch, sondern im einzelnen Falle wird jedes 
in seiner Berechtigung anerkannt.' Je mehr Bergk nun von der Rich- 
tigkeit vieler schon früh im Gegensatz zu Ritschi gemachten Aufstel- 
lungen, von denen sich gar manche alhnählig denn auch die gebührende 
Geltung verschafft hat, persönlich überzeugt war, desto mehr ärgerte es 
ihn, dafs ihm die gerade, uneingeschränkte Anerkennung der Bonner 
Schule nur selten zu Theil ward. Nichts aber berührte ihn empfind- 
licher, als wenn ihn die Jünger statt des Meisters befehdeten. So 
lockerte und löste sich das alte Freundschaftsverhältnifs zu Ritschi mit 
der Zeit, der Ton der Polemik wird schärfer und spitzer, von beiden 
Seiten fehlt es nicht an unerquicklichen Worten, und so abgeneigt Beide 
im Herzen solchem 'Herumstreiten' sein mochten, so durfte sich 'das 
wohllöbliche Publikum, was stets mit Freude literarischen Fehden zu- 
schaut ' (Citat aus einem Briefe Bergks bei Ritschi) doch solchen Schau- 
spieles erfreuen. 

Als Ritschi nach Leipzig berufen wurde, wollte er Bergk persönlich 
den Nachbargrufs überbringen (Brief vom 7. Januar 1866), kam aber 



Theodor Bergks Leben. txxxl 



vor anderen Besuchen schliefslich nicht zu ihm in die Breitestrafse 
hinaus. Beide haben sich, trotz der Nähe, in welche sie das Schicksal 
schhefsKch geführt hatte, schwerlich wieder gesehen: vielleicht hätte 
ein persönHches Aussprechen über Manches hinweggeführt und min- 
destens den scharfen Ton des 'bösartigen Schriftstückes' gemildert, dem 
Ritschi in den Opusculis eruhescenda peUilantia vorwarf (vgl. Ribbecks 
Biographie Bd. 11. S. 465). Die noch in Halle in den Monaten Juli 
und August 1869 geschriebene, äufserst reichhaltige Schrift über das 
auslautende D, welche nebenbei eine grofse Zahl plautinischer und 
anderer Stellen aufs glücklichste herstellt, enthält gewissermafsen eine 
fortlaufende Kritik der denselben Gegenstand behandelndem Ritschlschen 
Schrift. Bergk constatirt den Wandel in der Methode seines Gegners: 
während dieser früher durch Einschiebsel und Umstellungen half, treten 
jetzt abstract durchgeführte Archaismen dafür ein: aber das auslau- 
tende D war zu Plautus' Zeit, wie auch die gleichzeitigen Inschriften 
beweisen, schon zur Seltenheit geworden: aus dem Schweigen der 
Grammatiker darf man schliefsen, dafs selbst Livius, Naevius und Ennius 
keine erheblichen Spuren desselben mehr kannten. Nur die Pronomina 
bewahren den ablativischen Auslaut, wie so mancherlei Alterthümliches, 
mit einer gewissen Treue. Ueberhaupt mied die lateinische Sprache, 
wie im Einzelnen näher gezeigt wird, den Hiat gar nicht so ängstlich: 
was speciell das auslautende D anlangt, so beweist der häufige Hiat 
in diesem Falle, dafs es, dem griechischen Digamma vergleichbar, auch 
nach seinem Schwinden noch eine Art von Nachwirkung auf den plau- 
tinischen Versbau ausgeübt hat, wie das ausgefallene c bei ubl, titer 
und ähnlichen Wörtern. 

Wie grofs die Verdienste Bergks um die Fragmente der römischen 
Sceniker und insbesondere des Ennius sind, be^veist eine Durchsicht der 
zweiten Ribbeckschen Ausgabe der Poetae Scenici und des L. Müller- 
schen Ennius. Dafs dem Petersburger Kritiker die glänzende Ent- 
deckung des Königs Epulo längst vorweggenommen war, ersah dieser 
erst aus dem ersten Bande der Opuscula. In MüUers kurzer Charak- 
teristik Bergks ist viel Richtiges, aber Müller ist doch nicht eigentUch 
darauf ausgegangen, diese eigenartige Natur zu verstehen: jene ^toXv- 
7CQayi.ioovvi], die Bergk gehindert haben soll, das Allerhöchste zu 
erreichen, war nichts Angewöhntes, sondern entsprang aus dem Wesen 
eines überaus regen, nach allen Seiten lebendigen und interessirten Geistes. 
Dieser war es, welcher Bergk jene grofsartige, wahrhaft erstaunliche 
Vielseitigkeit entwickeln liefs , worin sich kein neuerer Gelehrter mit ihm 
messen kann. Bergk ist mit unserer Wissenschaft grofs geworden: 
die verschiedensten Gebiete hat er mitangebaut, manches Gebiet aller- 

Th. Bergk Kleine Sdiriltoii. II. f 



Theodor Bergks Leben. 



erst niiterobert. Wie er seinen Forschergeist selbst über die eigentliche 
altclassische Philologie hinaus schweifen liefs, zeigen aus der Freiburger 
Zeit jene schönen Arbeiten über einige Goethesche 'Paralipomena': 
aus der HaUischen Zeit beweist es jener geistvolle Aufsatz über die 
Geburt der Athene, der im Einzelnen zwar, wie Yieles von Bergk, 
mannigfache, mehr oder weniger begründete Anfechtungen erfahren 
hat, dennoch aber anerkanntermafsen zu dem Bedeutendsten gehört, 
was überhaupt auf mythologischem Gebiete geschrieben worden ist. 

Je weiter Bergk die Ziele seiner Forschungen steckte, um so mehr 
empfand er die officielle Schriftstellerei, von welcher wir oben berich- 
teten, als lästigen Zwang. Vor Allem zeigen dies die betreffenden 
Schriften selbst. Nachdem Bergk in früheren Programmen wohl von einer 
opportunitas academica gesprochen, die sich ihm biete, lesen wir später 
von einer necessitas academica, die man ihm auferlegt habe. Meier 
konnte an solcher kleinen Schriftstellerei wohl Gefallen finden, denn 
er ging in ihr auf und hatte keine gröfseren , weit aussehenden Pläne : 
nicht so sein Nachfolger, denn er ward dadurch in dem Liebhngs- 
gedanken seines Lebens gehindert, mit dem er sich schon in Marburg 
und mehr noch in Freiburg getragen hatte, der Darstellung der grie- 
chischen Literaturgeschichte; jener Zwang, die Noth wendigkeit. Ange- 
fangenes immer wieder zu unterbrechen, um der akademischen Ver- 
pflichtung zu genügen, trübte nur zu oft Bergks Stimmung. 

Auch andere Obliegenheiten des Amtes drückten und kosteten 
viel Zeit, vor Allem die alle vierzehn Tage wiederkehrenden Staats- 
prüfungen. Denn Bergk nahm auch hier die Sache nicht leicht. Wer 
die Facultas für Prima erwerben wollte, hatte zwei Arbeiten, eine 
exegetische, lateinisch abzufassende und eine wissenschaftliche Arbeit 
in deutscher Sprache anzufertigen: beide las Bergk sorgfältig durch. 
Ja er lud sich durch Abhaltung eines zweistündigen Tentamens, welches 
dem eigentlichen Examen vorherzugehen pflegte, noch eine neue 
Bürde auf. Im Tentamen legte er irgend einen griechischen oder 
lateinischen Schriftsteller vor, an dessen Erklärung sich dann eine aus- 
gedehnte Prüfung über grammatische und metrische Fragen anschlofs: 
auch mufste der Candidat wohl aus dem Lateinischen oder Deutschen 
ins Griechische übersetzen. Das Examen erstreckte sich auf die Anti- 
quitäten und Literaturgeschichte: in den ersteren waren die Ausein- 
andersetzungen lateinisch zu geben. Die Fragen erfolgten schnell und 
präcis: wer sie verfehlte, empfing gewöhnlich keine weitere Belehrung. 
Nichts war Bergk so verhalst als Oberflächlichkeit und Halbwisserei. 
Sein Ui-theil fiel vollkommen unparteiisch aus: auf frühere Ansichten, 



Theodor Bergks Leben. 



die er sich etwa im Seminar oder der Societät über einen Candidaten 
gebildet hatte, nahm er beim Examen wenig oder gar keine Kücksicht: 
nicht selten mufste der Examinirte, selbst wenn er für Prima bestan- 
den hatte, hinterherhören, dafs der Examinator 'mehr von ihm erwar- 
tet' habe. 

Mehrere Jahre hindurch ist Bergk auch stellvertretender Königl. 
Commissarius für die Abiturienteuprüfungen der Halhschen G^^nnasien 
gewesen und hat hier dieselbe Festigkeit und Unparteilichkeit bewiesen, 
die ihn sonst auszeichnete. Ich erinnere mich, wie er bei der Prüfung 
der Latina — es war Michaelis 1862 — einen Candidaten definitiv 
hinauswies, weil dieser trotz des eindringlichen, nüt jener Mafsregel 
drohenden Verbots des Yorsitzenden vorgesagt hatte. Nach der Prü- 
fung entliefs uns Bergk mit dem Hinweis auf die freiere Stellung, in die 
wir nun einträten, warnte aber mit dem für ihn bezeichnenden Worte : 
vita academica hrevis est, ars longa vor Mifsbrauch derselben. 

In den zehn Jahren seiner Hallischen Wirksamkeit hat Bergk 
eine grofse Zahl tüchtiger Philologen gebildet , aber wie er das Schule- 
machen bei Anderen hafste, so hat er auch selbst nie nach einem 
solchen Ziele gestrebt: vielleicht hätte er es bei seinem Wesen auch 
nicht zu erreichen vermocht. Natürlich konnte er bei seiner 'Neigung 
und Art', wie Welcker richtig erkannte, sich erst recht nicht einer 
bestimmten Schule anschliefsen oder bei seiner Selbständigkeit 'Zweck, 
Plan oder Form' für die eigenen Studien hierher entlehnen. Mag 
man an Bergk ein gewisses rechthaberisches Wesen anderen Gelehrten 
gegenüber vielleicht nicht mit Unrecht getadelt haben, so darf man 
doch auch nicht verkennen, dafs er grade durch jene bewufste Oppo- 
sition , deren eigenthcher QueU die Wahrheitsliebe einer selten selbstän- 
digen Persönlichkeit war, jene schlagfertige Widerspruchsfi'eudigkeit oft 
Grofses geleistet hat. 

Bei Ausübung seines Lehramtes setzte er seine Ehre darein, 
tüchtige Gymnasiallehrer zu bilden; nur wenige seiner Schüler, unter 
denen ich vor Allen Wilh. Studemund nenne — denn 0. Hense in 
Freiburg hielt sich mehr zu seinem früheren Lehrer ßitschl, und 
Aug. Müller in Königsberg neigte von vornherein, so gern er Bergk 
hörte, zu den Orientalia — , sind in die Universitätslaufbahn einge- 
treten. Aber auf den Gymnasien haben recht Viele der disciplina 
Bergkiana Ehre gemacht. Manche, wie 0. Lorenz und A. Spengel, sind 
ihr näher getreten, ohne ihr im strengen Sinne des Wortes anzu- 
gehören. 

Die Philologie in Halle war Bergk ebenso Herzenssache, wie die 
Wissenschaft selbst: was seiner Meinung nach zu ihrem Besten diente, 

f* 



Theodor Bergks Leben. 



dafür trat er rücksichtslos ein. Als sichs im Jahre 1862 darum han- 
delte, für Halle einen Archäologen zu gewinnen, glaubte er als 'einziges 
sachkundiges Mitglied der Facultät' seine Stimme geltend machen zu 
müssen: hatte er doch selbst, abgesehen von seiner schriftstellerischen 
Thätigkeit, nicht nur in Marburg und Freiburg Archäologie und Kunst- 
geschichte gelehrt, sondern auch in Halle 'gewöhnlich vom Archäologen 
übernommene' Vorlesungen über Mythologie gehalten. In einem Sepa- 
ratvotum (22. December 1862) fühlte er sich verpflichtet, der Regierung 
seine von der Majorität abweichende Ueberzeugung darzulegen. Er 
konnte in Bursian nicht den gewiesenen Mann erblicken, der grade 
für das archäologische Fach auszuwählen sei. Wenn das Ministerium, 
wie es erklärt hatte, nur für einen Extraordinarius die nöthigen Mittel 
bewilligen konnte, so hielt er, wie die Facultät, Friedrichs, v. Lützow 
oder Conze für die geeigneten Persönlichkeiten: komme aber, wie das, 
wenn man auf Bursian sein Augenmerk lenke, nicht anders sein 
könne, ein Ordinarius für Archäologie in Frage, so gab er Wieseler 
und verbeck den Vorzug: nur für den Fall, dafs man etwa an die 
Berufung eines dritten Philologen denke, der nebenbei auch Ar- 
chäologie und Kunstgeschichte zu lesen habe, liefs er auch Bursian 
gelten, freilich nicht, ohne neben ihm auf Kirchhoff hinzuweisen, 
'der zwar nicht akademischer Lehrer sei, dessen wissenschaftliche 
Leistungen aber so bedeutend seien, dafs er jederzeit mit Ehren und 
gewifs auch mit bestem Erfolge ein Lehramt an einer Universität über- 
nehmen könne'. 

Ich glaube mit dieser Notiz keine Indiscretion zu begehen, die 
ich nicht verantworten könnte. Grade die Klarheit , mit welcher Bergk 
hier sein abweichendes Votum motivirt, die Objectivität, die darin 
herrscht, und das rein sachliche Interesse, das jenen Schritt überhaupt 
veranlafst hatte, zeigt, dafs seine Opposition, von der diese Eingabe 
nicht der einzige Beweis ist, doch zuletzt in einer tief begründeten 
Ueberzeugung, und nicht in ungerechtfertigtem Eigensinn wurzelte, 
dafs der Vorwurf der Unverträglichkeit, den man ihm wohl machte, 
theilweise gewifs nur auf dem Mangel richtiger Einsicht in das Wesen 
des ebenso unabhängig denkenden, wie scharf blickenden Mannes be- 
ruhte: Bergk war eben kein Anhänger des laisser passer, laisser faire: 
mit denen, qui reritatem 2)atefacere non audent, quoniam offhisionem 
habet (Fraefatio zur 4. Ausg. der Lyriker p. X), wollte er nichts zu 
schaffen haben! Dafs er eine reizbare, nicht leicht zu behandelnde 
Natur war, soll damit nicht geleugnet werden, und allerdings nahm 
jene Reizbarkeit in späteren Jahren bedeutend zu, denn jetzt machten 
körperliche Leiden, welche durch die stark angestrengte geistige Thä- 



Theodor Bergks Leben. 



tigkeit und die geringe körperliche Bewegung begünstigt wurden, sich 
immer fühlbarer. 

Nicht mit Unrecht hatte Welcker schon im Jahre 1852 (11. April) 
vor allzu vielem Arbeiten gewarnt, dessen Folgen er selbst im Alter 
zu büfsen habe. Auch Bergk blieben diese Folgen nicht erspart. Schon 
seit der ersten Zeit seines Hallischen Aufenthaltes war er leidend: 
dennoch liefs er im Arbeiten nicht nach; zum Spazierengehen kam er 
noch weniger als früher, und da Halle damals wenig ausgedehnte 
Spaziergänge bot, so ist dies kein Wunder. Zunehmende, Zufälle ver- 
anlassende Nieren- und Blasenbeschwerden, die nach dem Zeugnisse 
des Arztes durch das Vorhandensein steinigter Concremente bedingt 
waren, bewogen Bergk im Jahre 1859, einen sechswöchentlichen Urlaub 
zu einer Brunnencur in Karlsbad nachzusuchen; er wurde ihm von 
Mitte Juni an bewilhgt. Einen eigenthchen Urlaub hat Bergk nie 
wieder begehrt, so oft auch heftige körperliche Schmerzen die ganze 
AViderstandskraft seines energischen Geistes herausforderten. Aber es 
ward in ihm doch allraähhg der Wunsch rege, wenigstens von einem 
Theile der amtlichen Functionen befi-eit zu werden. Schon Ende 1866 
trug er diesen Wunsch dem Curator der Universität, Herrn v. Beur- 
mann , vor: dieser versprach, dahin zu wirken, dafs Bergk von der 
profcssura eloquent iac entbunden werde, und auch der Minister ging 
darauf ein. Es ward daher die Besoldung für einen dritten ordent- 
lichen Professor der classischen Philologie, der zugleich Professor elo- 
quentiae Averden sollte, zum Staatshaushaltsetat 1868 'angemeldet'. 
Bis ziun Eintritt desselben soUte Bergk die Einladungsprogramme zu 
den von Stipendiaten zu haltenden Keden weiter schreiben, da dieselben, 
weil 'sie auf Stiftungsurkunden beruhten und den CoUatoren der Sti- 
pendien zugesandt zu werden pflegten, nicht füglich unterbleiben könn- 
ten'. Also grade die Hauptarbeit Avurde Bergk nicht abgenommen: 
erst H. Keil ist es geglückt , diese sich immer wiederholende Last durch 
eine einmalige Leistung, eine jährlich abzufassende Chronik der Uni- 
versität, abzulösen. Bergk aber hat von der ihm gewährten Erleichte- 
rung keinen Gebrauch gemacht. Mit schwerer Entsagung ward in ihm 
der Gedanke zum Entschlufs, auf die festbegründete, ihm theure Thä- 
tigkeit der Pflege philologischer Studien in Halle zu verzichten, um 
in ein milderes KUma übersiedeln zu können. Ein schweres Augen- 
leiden kam im November zu andern Leiden hinzu, nahm aber nur 
langsam zu , so dafs es Bergk das Glück wissen schafthcher Arbeit nicht 
dauernd verkümmerte. Doch hatte er schon einige Zeit vorher, am 
20. October 1868, auf Grund seiner Kränklichkeit um Yersetzung in 
den Ruhestand petitionirt. Am 14. Decembcr 1868 genehmigte die 



Theodor Bergks Leben. 



Kegierung jenen Antrag unter Belassung des vollen Gehaltes, und der 
Curator fügte bei Uebermittelung des Bescheides seinerseits die Ver- 
sicherung hinzu, 'dafs er den unersetzUchen Yerlust tief empfinde, 
Avelchen das philologische Studium auf der Universität eben jetzt 
erleide '. 

Am 19. Februar 1869 ward Bergk 'in Anerkennung der Ver- 
dienste um die Wissenschaft, welche er sich seit einer Reihe von Jah- 
ren durch Schrift und Lehre erworben habe', der rothe Adlerorden 
3. Klasse mit der Schleife verliehen : dafs er auf solche Auszeichnungen 
keinen "Werth legte, weifs ich aus seinem Munde. Auch Jubiläen zu 
feiern hatte er, soweit ihn dies 'persönlich berüln-te, eine entschiedene 
Abneigung' (Bergk an R. TJnger am 27. Juni 1868), und so verlief 
1867 der Tag, an welchem er vor fünfundzwanzig Jahren seine aka- 
demische Thätigkeit begonnen hatte, ohne jede Feierlichkeit. Wie er 
selbst bei Freunden solche Tage in gutem Gedächtnils behielt, hatte 
noch zuletzt die 'gelehrt -solenne Theilnahme' an Welckers Jubiläum 
(Nr. 185) gezeigt. 

Wissenschaftliche Corporationen erwiesen Bergk früh Auszeich- 
nungen. Schon am 9. December 1844 ward Signore Teodoro Bergk, 
professore di letteratura greca Marburgo, wie früher bemerkt, ordent- 
liches Mitglied des archäologischen Institutes zu Rom, und im Februar 
des folgenden Jahres folgte die Ernennung zum correspondirenden Mit- 
gKede der Berliner Akademie nach. Von der Einladung, quotiens ali- 
quid augendis et promovendis studiis quibusquc optimis inservicns ant 
ah ipso repertum aut aliunde cogrütum Jiahcat, ut illud Jiumantfcr 
communicet , hat er nie Gebrauch gemacht. Die Münchener Akademie 
wählte ihn '■oh egregia de literis antiqnis mcr'da^ am 24. Juli 1860 zum 
ordentlichen ]\litgliede, die königliche Gesellschaft der Wissenschaften 
zu Göttingen zunächst durch Diplom vom 24. November 1860 zu ihrem 
Correspondenten und dann im December 1876 zum auswärtigen Mit- 
gliede. 

Bei der Hallischen Philologenversammlung im Jahre 1867 führte 
Bergk, wie ehemals in Kassel, das Vicepräsidium , *) betheiligte sich 
aber bei den Arbeiten nur, indem er einen Vortrag hielt. Das Thema 
desselben behandelte die seh Avierige Frage 'über den Dreifufs des Gelon 
und die Münzen der Damarete'. Der Präsident schickte das stenogra- 
phische Protokoll desselben vor der Veröffentlichung des Vortrags in 
den 'Verhandkmgen' ohne Wissen Bergks anllultsch in Dresden, damit 



*J Er liatto seit der Jenaer Versammlung (184G) wwv dio in üorlin (18.50) 
und Braunschweig (1860) tagenden Vorsammlungen besucht. 



Theodor Bergks Leben. 



dieser, gegen den derYortrag gerichtet war, nachtrcäglich seine Gegen- 
bemerkungen hinzufüge. Bergk war über dieses Verfahren sehr un- 
willig: nicht als ob er die Bemerkungen Hultschs, der seiner Ueber- 
zeugung nach 'nicht einen Punkt hatte anfechten können', gefürchtet 
hätte: aber er hafste bei der Geradheit seines Wesens selbst den Schein 
der Intrigue und ärgerte sich darum über jene "Weise des Hallischen 
Präsidenten. 

Ostern 1869 trat Bergk in den Kuhestand. Da ihm ausdrücklich 
gestattet Avar, seinen Wohnsitz von Halle 'nach einem anderen, seiner 
Gesundheit mehr zusagenden Orte inner- oder aufserhalb des nord- 
deutschen Bundes zu verlegen', so entschied er sich nach einigem 
Schwanken, ob er nicht München oder Würzbui'g vorziehen sollte, 
für Bonn, dessen Wahl die alten freundschaftüchen Beziehungen zu 
0. Jahn besonders anriethen. Xur der Sommer 1869 ward noch in 
Halle wissenschaftlicher Arbeit gewidmet: dann siedelte Bergk nach 
einer kurzen Ferienerholung in Thüringen im Herbst nach seinem 
neuen Wohnsitz über. 

Das günstige Klima, sowie die angenehme Lage der Stadt und 
Universität trug nicht wenig dazu bei, Bergks Gesundheit zu heben: 
er fühlte neuen Lebensmuth und nahm sogar allmählig am geseUigen 
Verkehr wieder Theil. Die Jahre 1870 und 1871, welche ihm am 
Ufer des bedrohten, von ihm so geliebten deutschen Stromes zu ver- 
leben vergönnt war, brachten die Erfüllung einer langgehegten Hoff- 
nung, ganz so, wie er es gewünscht und vorausgesehen hatte: unter 
Preufseus Führung erstand nach blutigem Kampfe das neue Keich. 

Dafs Bergk jetzt seiner Geschichte der Griechischen Literatur, 
über welche er früher für die Ersch und Grubersche Encyklopädie in 
wenigen Wochen einen überaus werthvolleu und keineswegs nach Ver- 
dienst bekannten Abrifs geschrieben hatte, sich in voller Mufse -«ddmen 
durfte, war ihm die Erfüllung einer wirklichen inneren I^othwendigkeit, 
Die Literaturgeschichte war das Lieblingskind seines Lebens; erst in 
Ragaz ist er von ihm, tief bedauernd, dafs er ihm nun doch nicht 
die letzte Liebe habe erzeigen können, voU inniger Wehmuth geschie- 
den. Dafs aufser dem ersten Bande noch etwas erschienen ist, war 
nicht eigentlich in seinem Sinn. Und dennoch , was würden wir ent- 
behren, wenn das Drängen der Fi-eunde, zu denen ich mich auch 
rechnen darf, jene Schätze nicht doch noch aus ihrer Verborgenheit 
aus Licht gezogen hätte! 

Bergks Werk ist die reife Frucht seiner fast ein halbes Jahrhun- 
dert lang fortgesetzten, liebevollen Beschäftigung mit der Alterthums- 
wissenschaft. Ohne 'einseitige Vorliebe oder Abneigung' will ein reich- 



Tlieodor Bcigks Leben, 



begabter, unermüdlich thätiger Greist die Eindrücke wiedergeben, die 
er empfangen hat. Nur unterstützt von einzelnen Collectaneen zetteln 
durcheilt der mit einem staunenswerthen Gedächtnisse begabte Mann 
noch einmal die einzelnen Gebiete, über die er der Mehrzahl nach 
sou verain gebietet, und ohne jede Mühe finden die Gedanken in klarer, 
fliefsender Sprache die anmuthende Eoim. Das gelehrte Detail, das 
die freie Entwicklung des Denkens im Augenblicke nur stören könnte, 
erhält unter dem Texte, den Bergk dictirt hat, erst nachträglich seine 
Stelle. Der Text selbst verläuft ohne Unterbrechung und- wesentliche 
Umgestaltung. Und gerade dieser ununterbrochene Elufs der Darstel- 
lung ist es, welcher jenen Eindruck der Unmittelbarkeit und lebendigen 
Frische erzeugt, die ein Jeder bei der Leetüre des Werkes so Avohl- 
thuend empfindet. Bergks rastlos strebender Geist hat die ganze grie- 
chische Literatur durchforscht: auf gar vielen Gebieten ist er schöpfe- 
risch gewesen: überall aber kennt er die Probleme, welche die Wissen- 
schaft beschäftigen oder ihrer Lösung harren. Es treibt ihn, sich in 
sie zu vertiefen und zu sagen, was er auf dem Herzen hat: nicht als 
wenn er meinte, immer eine vollkommen befriedigende, oder gar die 
einzig mögliche Lösung zu geben: wir sollen nur erfahren, wie die 
Sache ihm vorkommt und uns zu weiterer Prüfung, 'zu erneutem 
Studium der reichen Schätze dieser unvergleichlichen Literatur' ange- 
regt fühlen. So hat die Ausarbeitung der Literaturgeschichte auch so 
heterogene, Bergks sonstigem Studienkreise fern liegende Forschungen 
veranlafst, wie sie die fünf postumen 'Abhandlungen zur Geschichte der 
griechischen Philosophie und Astronomie' bieten. Die Untersuchung 
über den Verfasser der pseudoaristotelischen Schrift rregt ■Aoof.iov 
sollte vollends nur im Eahmen des grofsen Werkes ihren Platz finden. 
Schwierigkeiten scheinen Bergks Geist eher zu reizen als abzuschrecken. 
Neben dem aufserordentlichen stofflichen Keichthum imponiren insbe- 
sondere jene glänzenden Combinationen , durch Avelche sich Bergks 
Arbeiten so oft auszeichnen. Die Einleitungen zu den einzelnen Ab- 
schnitten der Literaturgeschichte sind geradezu Musterleistun gen. 

Und diese ganze Riesenarbeit von vier stattlichen Bänden ist in 
kaum zehn Jahren niedergeschrieben worden und füllte den Geist des 
Unermüdlichen in dieser Zeit doch bei weitem nicht einmal aus ! Nicht 
nur, dafs ein neuer Fund ihn unwiderstehlich anzog, — ich erinnere 
nur an das Verzeichnifs der Siege dramatischer Dichter zu Athen, den 
Aufsatz über die neuen Bruchstücke griechischer Dichter und jene 
glänzende Entdeckung, der wir Fragmente aus der aristotelischen Po- 
litio der Athener verdanken — lockten auch die alten Lieblinge der 
griechischen und römischen Literatur immer wieder von Neuem an , um 



Theodor Bergks Leben. 



jenes Hauptthenia kürzere oder längere Zeit in den Hintergrund treten 
zu lassen. Wie Bergk sich mit seinen Beiträgen zur älteren römischen 
Literatur vor Allen mit Lachmann und Eitschl berührt, so tritt er 
insbesondere mit seiner Ausgabe des Monumentum Ancyranum, von 
welcher das letzte HaUische Programm vom Sommer 1869 ein Vor- 
läufer war (Nv. 282), Mommsen entgegen. Auch dieser Arbeit rühmt 
man 'Scharfsinn und Gelehrsamkeit' nach: Bergk bietet viel Neues, 
und gar Mancherlei davon ist so erhaben über allen Zweifel, dafs es 
Mommsen selbst, unbekümmert um — 'Uvor und invidia' seines scharfen 
Gegners, in der zweiten Ausgabe unbedenklich in den Text gesetzt 
hat: dafs Bergk auch 'an einigen weiteren Stellen' das Eichtige gefun- 
den, hat Joh. Schmidt vor Kurzem im Philologus (XLIV. 447) dar- 
gethan. "Wenn die Bergksche Ausgabe des Index Augusti rerum a se 
gestarum somit stets ein werthvoller Beitrag zur Kritik und Erklärung 
des wichtigen Monumentes bleiben wird, so schiefst eine andere Ar- 
beit, 'Inschriften römischer Schleudergeschosse', wenigstens in ihrem 
gegen Mommsen gerichteten Anhange 'über moderne Fälschungen' 
über das Ziel hinaus. Aber auch durch diese Schrift hat sich Bergk, 
indem er jene Denkmäler zum ersten Male einer methodischen Behand- 
lung und kritischen Sichtung unterzog, ein entschiedenes Verdienst 
erAvorben. 

Uebrigens war die letztere Arbeit durch einen früheren Aufsatz in 
den Jahrbüchern des Vereins von Alterthumsfreunden im Eheinlando 
(iVr. 286) schon vorbereitet, wie Bergk denn überhaupt durch diesen Ver- 
ein, dem er seit 1873 angehörte, mehrfache Anregungen empfangen hat. 
Mit wie regem Eifer er seine Kräfte der Erforschung der römischen 
Geschichte und Cultur im Eheinlande widmete, beweist die werthvoUe 
Sammlung von Aufsätzen 'zur Geschichte und Topographie der Ehein- 
lande in römischer Zeit ' (Xr. 306), welche zur kleineren Hälfte bereits 
vorher in den Mittheilungen des genannten Vereins erschienen waren. 
Es sind wahre Perlen darunter. So kann als sicheres Eesultat des 
vierten Aufsatzes der Kachweis gelten , dafs Mainz stets die Hauptstadt 
von Obergermanien gewesen ist und Vindonissa ihm diesen Eang nie- 
mals streitig gemacht hat; besonders hervorragend aber und 'für die 
Intinerarienfrage geradezu epochemachend' ist der inhaltreiche Aufsatz 
über die Hoerstrafsen am Ehein. Ein Sachkenner , wie General v. Veith, 
welcher mit Bergk in Bonn viel verkehrte und der aus Freundschaft 
für den Entschlafenen zum besseren Verständnifs der letzten Arbeit 
die Uebersichtskarte entAvorfen hat, rühmt es Bergk nach, dafs er 
'im Terrain durch fleifsiges Kart(>n- und Kriegsstudium wirklich klar 
orientirt war und die OertUchkeiten in scharfer Würdigung der Ver- 



Theodor Bergks Loben. 



hältnisse ansah.' So hat er es vermocht, 'die Eömcrstrafsen zwischen 
Ehein und Maas nach den Itinerarien und nach dem Terrain, durch 
Karten und persönliche Anschauung mit meisterhafter Gründlichkeit 
klar zu legen.^ Für die Feldzüge Caesars am Khein hat er ganz neue 
Gesichtspunkte aufgestellt. Er bewies die Oertlichkeit der Usipeter- 
schlacht an der Roermündung, widerlegte die Annahme bei Goch oder 
Cleve und brachte unsere heimische Kyll (Calbis) zu Ehren statt der 
grundfalschen Scaldis. Ohne je Soldat gewesen zu sein, war er nach 
Herrn v. Yeiths Urtheil ein geborener Taktiker und Stratege: stellte 
man ihm Fragen über Gefechte und Kriegsereignisse, so gab er mit 
glücklichem Griff das Avohldurchdachte Richtige.' General v. Veith 
erzählt einen interessanten einzelnen Fall. 'Als ich ihn einst fragte', 
schreibt er, 'auf welchen Punkt verlegen Sie das hübsche Reitergefecht, 
welches Caesar vor der Usipeterschlacht so trefflich beschreibt? ' — sagte 
er: 'Das weifs ich nicht, — vielleicht später.' Ich hatte die Gegend 
bei Gangelt und Tüdderen gründlich recognoscirt, und nach acht Tagen 
sagte Bergk auf meine Frage ganz entschieden: 'Bei Nuth.' Diese zwei- 
fellose Aeufserung veranlafste mich zu der Antwort: 'Herr Professor, 
wenn Sie nicht Professor geworden wären, hätten Sie Generalstabs- 
officier werden sollen ', — was dem ernsten Mann ein wohlwollendes 
Lächeln abgewann.' 

Bergk hat dem Alterthumsverein eine Reihe von Jahren durch 
Wort und Schrift genützt. Schon im Jahre 1869 gab er am Winkel- 
mannstage einen Bericht 'über die neu erworbenen Statuen des Augustus 
im Yatican und im Berliner Museum' (Nr. 272 j, und so hat er auch 
in den folgenden Jahren seine Mitwirkung an diesem Tage nicht ver- 
sagt. Am 9. December 1873 hielt er, nunmehr als Mitglied des Ver- 
eins , zur Feier von AVinkelmanns Geburtstage den Hauptvortrag ' über 
den Ursprung und die Bedeutung der als etrusldsch angesprochenen 
Metallfunde diesseits der Alpen.' Er leugnet darin einen weit reichen- 
den Eintlufs der Etrusker auf Gallien und den Norden und beweist, 
insbesondere mit Berufung auf die Gräberfunde zu Hallstadt in Ober- 
östreich, wie es den Kelten nicht an Geschick gefehlt habe, die Metall- 
schätze ihrer Heimath zu verarbeiten. Die Aehnlichkeit der Technik, 
Avclche keltische und nordische Erzeugnisse mit denen anderer Cultur- 
völker zeigen, erklärt Bergk aus der Zusammengehörigkeit der Völker: 
diese offenbart sich 'nicht nur in der Sprache und den religiösen An- 
schauungen, in den Sitten und Rechtsgewohnhoiten , sondern vor Allem 
auch in dem Triebe künstlerischen Schaffens.' Später kommt der Ein- 
flufs vorgeschrittener Völker auf die niederen hinzu, wie dies insbeson- 
dere aus der Einwirkung der Massalioten auf die keltischen Stämme 



Theodor Bergks Leben. 



hervorgeht (Jahrb. des Vereins v. Alterthumsfr. im Eheinlande LV und 
LVI. p. 271 f.). 

Auch in den beiden folgenden Jahren hat Bergk au demselben 
Tage gesprochen. Das erste Mal "waren die ältesten Münzen von Lyon, 
das andere Mal eine zu Wellen an der Mosel in den Substruetionen 
einer römischen Villa gefundene Statuette Gegenstand des Vortrags 
(Heft LVII. p. 234 f. und Heft LVIII. p. 229). Die auf Quinaren von 
Lyon vorkommenden Zahlen bezeichnen die Aera der Stadt. Im Jahre 
82 oder 81 v. Chr. liefsen sich aus Vicnna vertriebene Allobroger am 
Zusammenflufs von Khone und Saone nieder : im Jahre 44 erhielt Lug- 
dunum nach seiner Vereinigung mit den Nachbarortscliaften Stadtrecht 
und sofort auch Münzrecht: römische Colonie ward es erst im Jahre 27, 
zugleich mit Basel. So beweist denn auch 'das Gepräge, der schrei- 
tende Löwe, ein gewöhnlicher Typus gallischer Stadtmünzen', dafs die 
den Jahren 43 und 42 (oder 42 und 41) zuzuweisenden Quinare nicht 
römische Reichsmünzen sind. 

Der Bericht des Jahres 1876 weist keine weitere Betheiligung 
Bergks auf: infolge schwerer Differenzen mit dem Präsidenten des 
Vereins hatte er durch ein Schreiben vom 7. October das Vicepräsidium, 
welches er seit 1875 führte, niedergelegt. 3[ag Bergk bei dem be- 
dauernswerthen Vorkommnifs in der Form auch nicht im Recht gewe- 
sen sein, — verlieh ihm doch sein scharfes Urtheil im Umgange und 
Verkehr wohl manchmal eine gewisse Schrofiheit — so war es ihm 
doch, wie stets, so auch in diesem Falle gewifs nur um die Sache 
zu thun ; in der That haben ihm einsichtsvolle Beurtheiler , denen es 
nicht gelang, die Heftigkeit seiner Angriffe zu mäfsigen, hierin Recht 
gegeben. 

In eben demselben Jahre löste Bergk sein Verhältnifs zur Uni- 
versität, in das er sich, ohne eine eigenthch amtliche Stellung zu 
bekleiden, schon vom Sommer 1870 an begeben hatte. Er hat dieser 
akademischen Thätigkeit bis zum Sommer 1876 wöchentlich 4 — 5 Stunden 
gewidmet und in dieser Zeit nicht nur kleinere exegetische Vorlesungen, 
wie über die griechischen Elcgiker (1870), Homer (1871, 1874/75) und 
Plautus' Trinummus (1871/72 und 1876) gehalten, sowie zu 6 ver- 
schiedenen Malen pliilologische Uebungen angestellt, sondern auch 
verschiedene gröfsere Collegia, wie Metrik (1870, 1873, 1875/76), grie- 
chische und römische Alterthümcr (1870/71, 1873 —1874) und lateinische 
Grammatik (1873/74) gelesen: einmal (1872/73) hat er auch Prolego- 
mena zur griechischen Mythologie behandelt. Er that das, weil ei 
einzelne dieser Fächer, wie er schreibt, in Bonn damals überhaupt 
nicht vertreten fand und es 'auch sonst nur förderlich sei, wenn in 



Theodor Bergks Leben. 



einer grofsen Universität derselbe Gegenstand von verschiedenem Stand- 
punkte aus behandelt werde'. Aber da nach Jahns Tode 'diejenige 
philologische Richtung, welche schon früher eine Zeit lang in Bonn 
prädominirt, eine fast ausschliefsliche Vertretung erlangte', hielt er das 
Feld der Wirksamkeit 'für einen, der nicht nur aufserhalb der Bonner 
Schule gestanden, sondern der, wie er sich ausdrückt, 'überhaupt 
niemals dem starren Dogmatismus einer Schule gehuldigt habe, für zu 
beschränkt', und richtete an die Facultät das Gesuch, ihn aus dem 
Yerzeichnifs der Docenteu zu streichen. 



"Wir kommen zu Bergks letzten Lebensschicksalen. 

Das alte, quälende Steinleiden fing auch allmähhg in Bonn an, 
sich geltend zu machen, trotzdem die schone Natur und ausgedehnte 
Spazierwege mehr als in Halle zu körperlicher Bewegung einluden, und 
Freunde wie A. Schäfer, Prof, Reusch und General v. Yeith mannigfach 
Anregung boten zu gemeinschaftlichen Gängen. Im Herbst 1876, nach 
dem Schlufs seiner letzten Yorlesungen, besuchte Bergk nach längerer 
Zeit wieder die Schweiz : nur ein Mal Avar er von Bonn aus, nach 
schwerer Krankheit im Jahre 1874, dort gewesen. Heimkehrend von 
dem Weifsen Stein und Berner Oberlande, wo Regen und Kälte ihm 
sehr nachtheilig gewesen, verweilte er, im Sengierschen Hause gast- 
freundUch empfangen, im lieben Freiburg. Doch körperliches Unbe- 
hagen, Aviederholte SchwindelanfäUe zwangen den Aufenthalt daselbst 
abzukürzen, es war nothwendig, bald die volle Stille des eigenen 
Hauses*) aufzusuchen. So verging der Winter unter vielen Beschwerden. 
Das alte Leiden war zeitweilig in den Hintergrund getreten, neue 
ebenso schwer zu tragen. Im Winter traten dann auch die alten Plagen 
in heftiger Weise von Neuem auf. 

Dennoch war Bergk, soweit es seine tief erschütterte Gesundheit 
zuliefs, thätig. Schon seit der HaUischen Zeit war er dem Juristen 
0. E. Hartmann, welcher Ostern 1862 nach Göttingen übersiedelte, 
näher getreten. Es fand zwischen beiden ein lebhafter Gedankenaus- 
tausch über römische Chronologie statt, womit sich auch Hartmann 
seit Jahren beschäftigte. So entstanden unter diesen Anregungen fünf 
Aufsätze: 1. 'über das zehnmonatliche Jahr', 2. über die 'Schaltung' 
und den Platz derselben, 3. über den 'Gang des Kalenders in den 



*) Bergk hatte sich im Jahre 1873 in der Kaiserstrafse unfern des Bahnhofs 
angekauft. 



Theodor Bergks Leben. xcnl 



Jahren 698. 699. 700 und 703 — 707 \ 4. über 'Caesars Reform' und 
endlich ein Anhang über 'die Trichotomie der Jahreszeiten'. Ludwig 
Lange, dem die noch nicht bis zur Herausgabe vollendete Arbeit zur 
Durchsicht und Yeröffenthchung zugestellt war, urtheilt darüber in der 
Vorrede der Hartmann sehen Schrift über den römischen Kalender p. IX, 
dafs zwar 'die Ansicht Bergks über das zehnmonatliche Jahr und den 
Platz der Schaltung weniger wahrscheinlich sei, als die Ansicht Hart- 
manns über diese Gegenstände', dennoch diese Beiträge aber 'durchaus 
so beschaffen seien, dafs die hohe Achtung vor dem Geiste, der 
Gelehrsamkeit und der wissenschaftlichen Leistungsfähigkeit Bergks 
durch deren Publication nur noch gesteigert werden könne.' — 

Mit Sehnsucht sah man dem Frühlinge 1877 entgegen, um so 
bald wie möglich in Ragaz Erleichterung zu suchen. Die Hoffnung 
täuschte nicht. Von nun an erfuhr Bergk in jedem Frühjahr den 
Segen der Quelle: 1879 und 1880 kehrte er besonders gestärkt zurück. 
Im Jahre 1881 wollte Bergk die Reise bis zum Herbst verschieben. 
Mannigfache Arbeit umdrängte ihn. Die neue Ausgabe der Lyriker 
beschäftigte ihn vorherrschend : dafs auch Anderes daneben Raum fand, 
ergab der ISTachlafs : ich erinnere hier nur an die Adversaria zum Trinum- 
mus, welche durch Ritschis zweite Ausgabe des Stückes veranlafst sind. 
Mit unermüdlichem Eifer aber und wunderbarer Frische verweüte Bergks 
Geist bei den Lyrikern. Wie schon der in 4. Ausgabe Tycho Mommsen 
gewidmete Pindar im Jahre 1878 neue glänzende Beweise des hohen 
Talentes gegeben hatte, mit dem es Bergk im Wetteifer mit so vielen 
bedeutenden Gelehrten immer wieder gelang, einen alten Schaden des 
Textes glücklich zu heilen, so bezeichnen auch die beiden neuen Bände, 
an denen der Herausgeber bis in seine letzte Lebenszeit nüt der ächten 
Hingebung eines für die Wissenschaft begeisterten Mannes gearbeitet 
hat, wiederum einen anerkannten, bedeutsamen Fortschritt: fast jedes 
Blatt zeigt die unermüdliche Hand des unablässig bessernden und das 
Vollkommene anstrebenden Gelehrten: auch das Verfehlte will als ein 
Versuch beurtheilt sein, Neues und Besseres zu bieten. Denn ^^^e es 
für Andere schwer war, Bergks Anerkennung zu finden, so genügte 
er sich selbst nicht minder schwer. 

Ohne Ahnung der Bedeutung, welche das Jahr 1881 für ihn 
haben sollte, hatte Bergk es begonnen. Er war heiter und klagte 
nicht: war es doch nicht seine Weise, sich über körperliche Leiden zu 
beschweren, sie machten ihn nur stiller und zurückgezogener in sich 
selbst. Doch nahmen die Nächsten nur zu gut wahr, dafs er sich nicht 
so gut befand, wie im vergangenen Winter. Es fJillt bei dem Blick 
auf seine Manuscripte aus dieser Zeit die meistens kleine, feine Hand- 



Theodor Bergks Leben. 



Schrift auf, wohl ein Zeichen der gesteigerten Kurzsichtigkeit, welche 
die Seinen schon lange mit ängstlicher Sorge erfüllte. 

Im April hatte er einen heftigen Katarrh, der nicht wie sonst 
normal verlief. Allmählig ward eine grofse Veränderung bei ihm 
sichtbar : er fühlte sich ganz unfähig zu arbeiten , das kleinste Gespräch 
ermüdete ihn ungewöhnlich. 'Ich weifs nicht, was mit mir vorgegangen 
ist', sagte er einmal; 'im Winter war ich doch ganz frisch'. Das Gefühl, 
sehr krank zu sein, liefs es ihn selbst aussprechen, er müsse möglichst 
bald nach Ragaz gehen: 'das ist das Einzige, was mir helfen kann', 
meinte er, — 'wenn mir noch Etwas hilft'. An seinem Geburtstage 
erwiederte er die warmen Segenswünsche einiger Freunde, die für 
diese Reise laut Avurden, nur mit den wenigen Worten: 'Wenn Gott 
es will!' 

Es kam üim aus der Tiefe des Herzens, dieses 'Wenu Gott es 
will!' Denn Bergk hatte ein tief religiöses Gemüth, obwohl änfsere 
Kirchlichkeit kein Zeugnifs hiefür ablegte. Er besafs die demüthige 
Ergebung in den Willen Gottes wie die frommen Dichter der Grie- 
chen, aber auch wie ein Paul Gerhard. Tiefe Demuth des Herzens 
und aufrichtige Liebe zur Wahrheit waren Grundzüge seines innersten 
Wesens. 

Eine Erkältung verzögerte die Abreise nach der Schweiz. Bei 
der Ankunft in Ragaz — es war am 21. Juni — herrschte grofse Hitze. 
Mit Vertrauen wurden die Bäder begonnen : aber sie bewährten nicht, 
wie sonst, ihren wohlthätigen Einflufs, Die Abneigung Nahrung zu 
nehmen steigerte sich, die Kraft schwand täglich mehr. Im Schatten 
des nahen Waldsaumes ausruhend, versuchte er sich an dem Anblick 
des Falkenis zu erquicken. Wie oft hatten diese Berge, die freund- 
lichen Matten auf der Höhe ihn erfreut, war er dem Ziehen der Wolken 
um die Gipfel, den fliehenden Schatten mit dem Auge gefolgt! Jetzt 
sagte er nichts darüber. Erschöpft kehrte er bald wieder in seine 
Wohnung zurück. 

Die Bäder erwiesen sich als nicht heilbringend: nach einer ße- 
rathung mit dem Arzte gab er sie auf. Schwer, doch ohne Klage 
schied er von dieser Hoffnung. 

Am 15. Juli begann Bergk die letzten Verfügungen über seinen 
schriftlichen Nachlafs zu dictiren , aber er hat sie nicht zu Ende geführt. 
Seinem letzten Wunsche, dafs A. Schäfer die Ausführung seiner Be- 
stimmungen im Ganzen anordnen möge, ist auf die treuste Weise 
nachgekommen. Der erste Gedanke, die kleinen Schriften zu sammeln, 
damit sie ein Denkmal seien zu Bergks Gedächtnifs, ist, wie hier 
bemerkt werden möge, von Fr. Bücheier ausgegangen. — 



Theodor Bergks Leben. 



Man hoffte einige Erleichterung für den theuren Kranken von 
der Uebersiedelung an einen höher und kühler gelegenen Punkt: denn 
die Hitze stieg täglich, und die Unruhe des Badeortes nahm zu. Es 
mufste nur gelingen, das Fieber zu mäfsigen, welches sich jetzt gegen 
Abend einstellte, um eine selbst kurze Reise wagen zu können. 

Am letzten Sonntage, dem 17. Juli, war Bergk sehr erschöpft 
und legte sich ruhebedürftig schon Mittags nieder. Fieberhafte Phan- 
tasien belebten an diesem Tage scheinbar noch ein Mal alle seine 
Geisteskräfte, — es war ein letztes Aufleuchten, Zwei bange Tage 
vergingen. Er nahm wohl etwas Antheil an dem Bestreben, einen 
bessereu Aufenthalt zu finden, als Ragaz jetzt für ihn war, aber mit 
fragendem Blick und eindringlich sagte er am Dienstag ]N^achmittag, 
als er sich aus dem Garten des Hauses zurückführen liefs : 'Ich glaube, 
ich werde Ragaz wohl nicht mehr verlassen.' 

Die letzte I^acht begann mit einem kurzen, erquickenden Schlaf: 
aber bald litt er durch viel Unruhe. Am Morgen nach jener schweren 
IS'^acht war jede Hoffnung reisen zu können dahin. 

Etwa um 9 Uhr verlangte er aufzustehen und sich anzukleiden: 
nur mit Schmerz willfahrte man ihm, aber er verlangte sich zu erheben, 
sanft, aber bestimmt. So trug man ihn zu einem Sessel, — es war 
die letzte Anstrengung des Willens und des vergeistigten Körpers. Er 
wünschte nichts mehr, er athmete nicht schwer, es neigte sich das 
müde Haupt, — er war entschlafen für diese irdische Welt. 

Auf dem Friedhofe des Ortes hat seine sterbliche Hülle die letzte 
Ruhestatt gefunden, neben ScheUing liegt er begraben. Sein Name 
aber wird fortleben, so lange die altclassische Philologie dauert! 

l4vÖQ(üv divxdon' yQuvog GcoTrjQ aqiGiog. 



Pliilosophica. 



Th Beigk Kleine Schritten. II. 



A. Empedoclea. 
I. 

[De locis quibiisdam Empedocleis]*). 

203 Empedocles v. 39 [Stui-z = 93 Karsten = 66 Stein = 67 MuUach]: 

Kttl tuvt' (cU.äanovTK (^launfgeg ov(i((ficc Xriyei, 
'yilXoji /ufv 'PilörriTi avv(Q/ö/j.£v^ tfg l'v cinavTu, 
]l4XloTf J' {(V Si^ iy-Kara qootvfifra NttxEog ex^^t- 
'Hl Si nähv ihaifvrrog irog nXiov' iy.TÜ.tOovCtv, 

Tfi uiv yCyvovTCii t( xal ov G(fiaiv ffineäog aicjv' 
'Hl Sh SiuD.ÜGaovTci (fiHuneofg ov<^ccuä ).riyti, 

TavTri J" aiiv faair (\y.ivt]T(( xarä y.vyj.ov. 

Mirum est neminem animadvertisse , quam scabra sit oratio et prae- 
postera: ' Hi öe yidhv diatfvvTog — T^ utv yi'yporrat : nam dicendum 
fiiit f iüv. Praeterea vox 7cdltr indicio est quaedam alia praecessisse: 
nihil enim est, quo possit referri. Cum autem hoc sit Empedoclis 
placitum, omnia in natura rerum esse mutabiüa nee interitus expertia, 
quoniam modo dissipentur ea, quae fuerint ante coniuncta, modo con- 
socientur quae diremerit Discordia, aeternam autem eatenus esse rerum 
naturam, quatenus haec vicissitudo sine ulla intermissione secundum 
ratas firmasque leges iteretur, satis superque apparet versum excidisse. 
Scripserat Empedocles [et id ipsum B. a Prelleri offensione defendit in 
Diar. Antiq. a. 1837 p. 448] : 

OvTwg tj fxiv (V Ix 7t).(Övü)v ufu«^?jzf (fvealhni, 
'Hl Ss ndhv 6iu(pvvTog ivog ni-sov' ixTfliOovaiv, 

Tfj ^Iv yCyvovral Tf x«t oi} 0(piaiv 'ifintdog uiiöv 
'Hl Sf önO.XuaaovTa Siufinegig ovöauu Xrjyti, 

TuvTi] rf' {<ttv tu(Siv uxivrjTor xarä xvxXuv. 

Recte me talem versum inseruisse patet ex v, 100 [St. = 145 K. = 159M.], 
ubi iidem fere versus repetuntur. Praeterea correxi ax/v/yTOj' /.atd 
%vyXov : lila enim vicissitudo firnia necessitate rataque lege est constituta. 



[*) Surata haec sunt ex Actis Societatis Graecae. Ediderunt A. Wostcrmaniius 
C. H. Tunkhaenel. Vol. I. Lipsiae MDCCCXXXVI.] 



De locis quibusdam Empedocleis. 



Graviiis etiam corruptus est versus, qui haec excipit [101 K. = 
74St. = 75M.]: 

!AIV äys /j,v')ü)V y.XvOf juixhij yico toi r/(>fV«f «i/|6f. 

Sturzius quidem /.lad^ij interpretatur furorem poeticum : sed ista | signi- 204 
ficatio verbi neque idoneis exemplis potest comprobari (nam qiii loci 
potuerint quodammodo cum hoc compoui, ii ita sunt comparati, ut ex 
instituta sententia ea verbi notio peti possit), neque, si concesserimus 
Empedoclem aliquid in verbi illius notione novavisse, apta est huic 
loco. Scripsit poeta: 

I4>IA' üyt uvdojv xlvOf /xu^t] yd() toi (fQ^vag ccö^fi. 

Hortatur enim Empedocles, ut auimo attento exaudiant, quae dicturus 
sit; iterum enim ea quae modo dixerat inculcat; quare ne ista repe- 
titio inutilis videretur, aut taedio afficeret eos, qui legerent, subiunxit 
illud ,t/ßi'>/y yccQ TOL ffQavag ac^ei. Satis recte autem formavit poeta 
istud vocabulum {.idd^rj: nam uti dicitur av^ij et av^rjaig, avdrj et 
ävd-ijGig, ßlaarij et ßXäaTr^aig, -Axxvy^i et xavy/jOig, alia, sie etiam licuit 
f-idd^rj ad eandem normam fingere pro f,tdd)jGig. Omnem autem dubita- 
tionem eximunt verba Clementis Alexandrini, qui in Strom. V. p. 589 C 
[697 Pott] non verbi quidem formam integram, sed sententiam tamen 
conserva\ät: ^ f.iadt]aig, ait, '/mt' "'Ef.i/ceöo/.lia zag cpqevag ac'^ei. 
Yerbum aX-'^uv uon dissimili ratione usurpavit ipse Empedocles v. 321 
[Sturz = 318 K. = 330 St. = 375 M.] : 

Tloög nuQtov yuQ jufjTig äi'iiTui HvdQiitnoiaiv. 

Ea autem quae sequuntur in hoc loco, de quo agimus [102 K. = 
75 St. = 76 M.], ita videntur distinguenda esse: 

£lg yuQ y.id tiqiv ftmct, niifuvay.un' nfiQaTn fivii^iov, 
/tlnV l()t(i)' totI jutv yuQ tv rjv^i]!h] fiüvov tivca 
Ex nleövwv xtX. 

Ex multis, quae in Empedoclis carminum reliquiis corrupta sunt, pau- 
cula quaedam delibabo. Sic in v. 155 [Sturz = 72 K. =-- 135 St. = 172 M.] : 

"EvO^ out i]i).ioio iitdiTTtTui äylabv tiSog, 
Ovöf jutv ot'rf' id'rig Xdaiov y^vog ovd't ^yükuaaa, 

quid sit alVyg läoiov yevog, nemo facile dixerit: neque dyXaöv elöog 
scripsisse videtur poeta, sed: 

"Ev\'y oütf' Tjdioio dtöiTTtxui wx^a alyXt], 
OiiSl fitv oinV (drjg Xüaiov fi^vog, ovSf (hiXuaau. 

Et tixiö alyhi scribendum esse probabiliter coniicias ex ea scriptura, 
quae est apud Simplicium (Peyron p. 52 [Phys. fol. 272 B Aid.]): 



De locis quibusdam Empedocleis. 



Evdi]f.iog (^E(.i7tsöo'/J.rig) yovv rrpf crMvrjOiav h' rfj rfjg cfiXiag STtr/.ocaeia 
Y.arä Tip' G(pdiQco' [röv acpalgov] r/.öexETai , i.cetdav arrmra avyy-Qi^fj, 

"Evd^ ovt' fiO.ioio öititjui wxiu yt}*). 

^u^g autem f.ievog apud Empedoclem eodem modo dictum est, quo 
apud Parmenidem [140 M.] : 

205 nüs ycda xcti rj^iog fj^f (Jfl^vr] 

u4iO-i]0 Ti ^i'vög yälcc r' ovqÜviov xcd ökv^nog 
Ea/dTog fjö^ (cOTQOJV i)-fQfid}' juf'iog thoin'p'hrjaav 
riyvialhti. 

Brevissime attingam alia: v. 174 [Sturz = 194 K. = 157 St. = 248 M.] 
scribendum videtur: 

uneGxiua tv Se ot a iydg 
'Eg yuiiiv yMlhvnto'in'. linfGxviffoiaf Jf yccirjg 
Toaoor. öaor r tvoog y}.avy.(i)nidog fnktTo ui]rrig. 

Legebatiu": ärveGY-Evaatr dl o\ avyäg ^'Eot (fi>f') «'«^ ■ •**) — Y. 216 
[Sturz = 240 K. = 259 St. = 315 M.] scribendimi est: 

ufuiy/ufva Tf/ utv vn' av^Qwv 
Tfi ^t yrvcdxoffifi, artßccooi^g tjOy.rj/j.€va yviotg, 

non a/ueQü'ig, ut vulgo perinepte legitur. Compares v. 237 [Sturz = 
223 K. = 236 St. ^- 216 M.]: 

TuvTu TQiytg y.cu <fv).).a ycc) otojvwv nrtou nvxvä 
Kul XfTTifhg yiyvovTcn tni arißccQoiai uO.taaiv. 

Gravem labern contraxerunt complura in longiore fragmento, ubi poeta 
de respiratione agit: omissis alüs attiugam uniun; v. 256 [Sturz = 
282 K. = 294 St. = 350 M.] corrigendum est: 

Ei)Tf J' uvc({}Qwaxij , TtiiXiv ^xnveT , üann) öiav Tiu7g 
KktxpvdQaig nuCCovau diintxtog y((c).y.om. 

Vulgo dl' ehimlog vel dievTtersog. At duTteTfj ya?.Y.dv dixit Empedocles 
peUucidum. [Bergkii coniecturam quatuor codd. ap. Arist. de respir. 
c. 7 (p. 473 B, 17) confirmaverunt.] 

Corruptissima sunt, quae leguntur v. 324 [Sturz = 32 K. = 2 St. 
= 36 M. ap. Sext. Emp. VII. 123], facile tarnen possunt restitui. Scri- 
pserat Empedocles: 

S^TiivcjTioi fitv yccQ naldfiai xarä yvTa xf/wrui, 
lloklu ä't dtCk' ffi-Tiva, rü t' äfxßkvvovai fitQitxvag. 



[*) Ita praebet cod. Taur. secundum Pejroneni. Nunc ^töiaxirui scribi 
solet: dniötjui uykubv t'iöog Bergkius aduotavit in margine editionis Steinianae, 
veluti äiutCötTui iam Geelius proposuit.] 

[**) "Ear' UV fri {h. e. rjliog) Bergkius in margine.] 



De locis quibusdam Empedocleis. 



^'EfXTtva Substantiv! loco dixit idcera. [At vide Opusc. II. 21.] Parum 
recte constitiiit Sturzius ea, quae v. 344 [= 46 K. = 16 St. = 50 M.] 
leguntur, quae sie refingenda esse arbitror: 

Mri^ä av y' eiJö^oio ßi^atai uv(^ta Tifxflg 

IJQog ^'^vrjTwr ävtXtaOai, ^ (f' w ü^ w rj nXiov iintTr. 

[Sed cfr. Opusc. II. 27.] Egregium illud fragmentum, quod ex Liistra- 
tionibus servatum est [ap. Diog. Laert. VIII. 62, 389 K. = 352 St. = 
397 M.] , sie corrigendum esse censeo : 

'£1 (fikoi, dt fj.tya üarv y.aTu La'i-iov ytxQÜyavTog 
NaitT^ ttv' äxQa nöXsvg, äyaOwv fxtXtdrifiovtg (Qywv, 
^t(v(av aidoCwv Xi^sveg, xccy.örrjTog äntiQoi, 
XuiQir' ■ iyib J" v/juiv ^60? ic/.ißQOTog oiy.tTi &vrjTÖg 

ITcükiVjUKI jUfTU TTÜai TtTIfX^VOg, (OßTTfQ fOlXiV, 

Tcdvittig Tf TifQtaTiTiTog aTSfftOtr re O-uXiCo ig. 

Toiaiv «y für' äv ixcoficu ig äarta rriXiOötJVTa, 

uivdodaiv rj(Sf yi^vKi^l G(ßC^ofj.ui' 01 ö' üf/,^ 'inovrat 206 

Ml'qioi , i^iQ^ovTfg ontj TiQog x^Q^og uTagnög, 

Ol ju(v fjavToavvtiov xeyQtifxivoi , o i J" ini voiia«) 

/IriQÖv S )j )(((}. in fj dl ntnaQfiivoi afi(p^ 06 vvijGiv 

TTavToir]v invxIovTO xXuetv ivr]x4a ßci^tv. 

Yersu 1 legebatur /.ard ^avx'yov Li-AQccyavrog, quod recte dicitur de 
fluvio, non item demonte; scripsi igitur 'Cad-eor. Tertio versu, quem 
probabiliter inseruit Sturzius, cum legeretur Seivcov aldoloL lif.iev£g, 
correxi Beivwv aldoitov: id enim et instituta sententia et constans ser- 
monis usus requirit. Multa exempla suppeditat Homeri Odyssea, ut 
est Vin. 544: Kive/m yuQ ^slvoio rdd' aldoioio thvMca, et IX. 271: 
Zevg . . . BeivLog, og ^eivoioiv äfi' alöoioiaiv onr^dei, XIX. 191: Beivov 
yccQ o\ tcpaG'AE g)iXov r' t'f.isv aldölov re, ibid. 316: !Elei'vorg aidoiocg 
ä7ioycef.t7i:6iLi£t> rjde dtyeoiyca. Similiter 'i^trai appellari solent, ut est in 
n. XXI. 75: ^AvTi zol elf^i lyterao, dioTQEffag, aldoioio, et Od. VII. 165: 
"Og iV-' r/IxijOiv au aidoioiaiv öjcißsi. Et substantivi quoque loco inter- 
dum alöolog in eandem sententiam dicitur, ut in Od. XV. 373, ubi 
Eumaeus dicit: 

Tüv fff'uyöv t' iiiiöv T( x(ci «.löoioiaiv f^oixu. 

Atque id restituendum Theocrito in egregio illo sed corruptissimo car- 
mine [16] in Hieronem v, 24. Ibi enim sententia flagitat, ut scribatui-: 

/luifiövtoi , rl St x^QÖog 6 fxvQCog (vdorhi ^Qvaög 
KiCfitvog; oi)/ icöf nXovxov (fQoviovOiv övaoig, 
AXXu TU jutv xjjv^a, tö St xui tivi dovv ai S odov. 

Jovv formam insolentiorem non solum ipsius Theocriti versus in aeolico 
carmine 29, 9 : 



De locis quibusdam Einpedocleis. 



Tlüg TccvT aQfifvu. tov (fiXf'ovT^ övitxig 6iSwv*)] 

sed magis etiani confirmat Phoenix Colophouius, qui apud Athen. VIEL 
p. 360 A [fr. 1, 20] dixit : 

]\öfj.og y.oQürvr) X^^Qce dovv ^naiTovOrj. 

Sed ut ad Empedoclem revertar, in fine huius carminis versum temere 
ut videtur omissum e fuga reti'axi. Legebatur: oi öi tl vovgcop JJav- 
xoicüv STtvd-ovTo /.Iveiv ev/jy.ea ßa^iv. Sed Clemens Alexandr. Str. VI. 
p. 630 D [p. 754 P.] haec respiciens dicit: naQa'/.olov&eXv xe avxio tlEyev 
Tovg j.iev f.iavTOOvviov y^Ey_Qi]f.iivovg, xovg d' htl vovaov oiörjQÖv örj /aZe- 
nöioL 7rS7[aQf.iei'ocg. Scripsi igitiir ol cJ' stvl vovgcü [sed cf. Opusc. II. 14], 
deinde versum inseriii sie redin tegratum : 

207 J7]q6v (fij /alfnfjat ntnnQ/usvoi KU(f^ 66 vv ijot v. 

Sic fere scripsisse poetam probabiliter coUigas ex simiUimo exemplo 
Archilochi apud Stobaeum LXII. p. 397 [fr. 84]: 

^vaTTjvog tyy.tifiHi nöd-cp 
Idifjv/og . /aXfTT^ai -ß-scDv oövvrjaiv 'ixrjTi 
ITtnuofAirog Ji' oOtscov. 

Adde ApoUonium Eh. lY. 1064 : 

iv ÖS Ol riTOQ 

'O^iirj tiXiTro mnctofiivov uuip^ uövvyaiv, 

et Orphea de Lapid. XIII. 3 [490] : 

UixQ^aiv TÖTS yvTa ntnaQfi^vog uu(f>' oSvvrjdiv. 

Deinde correxi ^tavxolr^v et mutato accentu [quod libri praebent] evrf/.ia\ 
nam Ev)f/.ea ineptum est: £vrf/.r]g insolentibr forma est pro fitazjyc:, sed 
defenditiu' simülimo exemplo vocis dcoif/.t^g. Ceterum Eviy/.t)g sensu 
activo dicitur is qui hene sanat, medetur. Adiectivum dvarjxfjg resti- 
tuendum est Empedocli v. 382 [Sturz = 416 K. = 428 St. = 440 M.] 
pro vulgari dcorixrjg: 

Ov nccvaead^s (fövoio Svarjxsog, ovx ^aoQcirf 
l!ii.l)]XoL'g SÜTiTovreg äxr)6((t]ai vöoio; 

06vog dvGrfÄ.i)g est caedes, quae aegre expiari potest. Ceterum minore 
etiam mutatione hie locus ita poterit restitui: 

ol S^ TS vuüacüv 
TTuvToiwv ^nvihovTo xXvtiv ivrjxs'a ßd'iiv, 
/IriQuv öi] ^uXinfiai ntnKOjUi'voi u/j.(p' dduvrjaiv. 



[*) avi'ctig äi(fo)v scripsit Bergk. in alt. ed. Anthol. Lyr. p. 506, sed addit 
p. LXI: malim öv tat?.] 



Commentatio de Empedoclis prooemio. 



II. 

Commentatio de Empedoclis prooemio*). 

Et x>rodesse volunt et deledare poetae, Yenusinus ait poeta, 3 
qiiod etsi paulo pinguius crassaque, ut dicunt, Minerva, sicut multa 
alia in illo, quo de poesis vi et natura egit, carmine praecepit, aliquid 
tarnen dixisse censendus est: rectius certe veriusque iudicavit, quam 
qui, ubi poesi pretium statuendum est, omnia aut ad utilitatem fru- 
ctumque aut ad iucunditatem oblectationemque referunt: quamquam 
etiani a vero aberraverit, si quis, quod Horatius, poeta ille quidem, 
at Romanus homo, h. e. a Musis aversus et omnia ad commoda extrin- 
secus posita vocare solitus censuit, poesis hoc imprimis institutum pro- 
positumque existimet, ut animos erudiat et conformet ad humanitatem 
cum voluptate aliqua, qua teneras potissimum mentes alliciat ad se ac 
deliniat. Eecte sane \nilgo quoque perhibent poesin hominum esse 
magistram vitaeque optimam ducem. I^am quemadmodum Orphea 
veteres ferunt fabulae non solum immanes ferasque bestias cantu 
mulcere, sed etiam fontes, arbores, saxa, in quibus nullus inest sensus, 
secum ducere solitum esse, ita omnes omnino poetae, quos quidem 
benigne Musa lumine aspexit, efferas vehementesque perturbationes, 
quae rectae rationi adversantur impotenterque in hominum animos 
dominantur, facili negotio mitigant atque compescunt. Non tamen hoc 
est poesis quasi proprium quoddam munus aut officium . ut doceat, quae 
sint fugienda quaeve expetenda, quid bonorum quid malorimi sit 
extremum, quomodo animi cupiditates libidinesque exsultantes moderari 
perturbationesque graves ac vitiosas radicitus evellere possimus. Verum 
cum poesis totius omnino vitae shnulacrum ad perfectam illam omnibus- 
que numeris absolutam, quae poetae animo obversatur, veritatis speciem 
adumbrat atque conformat, homines, quamquam proni ad libidines, 
abiecti ad pericula, moUes ad molestias, ubi hanc vitae hominum quo 
imaginem intuentur, subito ita commoveri solent, ut divini illi igniculi 
mentis ingeniique, qui obruti prorsus et exstincti videbantur, acriter 
efflorescant. Ita homines et se ipsos quales sint cögnoscunt, cum non 
solum quae clara in luce posita sunt eraineant, sed etiam ubi umbra 
est et recessus illustretur, et vero etiam ad uberiorem reruni et huma- 
narum et divinarum cognitionem perveniunt : quod ciun sunt consecuti, 
animi altius efferuntur, ut et ipsi aliquid dignum honestumque aut 



*) [Ankündigungschrift der am 28. September 1839 zu haltenden öffentlichen 
Prüfung sämmtlicher Klassen des Königl. Joachimsthalschen Gymnasiums, zu welcher 
ergebenst einladet der Director Dr. August Meincke.] 



Commentatio de Empodoclis prooemio. 9 

efficere aut excogitare stiideant. Hac ipsa autem cognitione ubi animus 
est satiatus et ad veritatis virtutisque Studium incensus, incredibili etiam 
atque diuturna perfundatur voluptate necesse est. Non iniuria igitur a 
poesi et vitae rationem meliorem et iucundam delectationem repetiveris. 
4 Verum enim vero est etiam poesis genus, quod docendi erudien- 

dique munus quasi proprium sibi ^indicat, quod, cum veritatis virtutisque 
praecepta non iam fabularum quasi involucris quibusdam rerumque 
simulacris magna cum sollertia condita tradat, sed ipsam doctiinam 
ingenue profiteatm-, hoc ipsum, modo quod dixi, refellere atque erroris 
convincere \ädetur. At eiusmodi carmina, qui intentiore cura exami- 
naverit, a perfecta illa et consummata artis specie longo abesse animad- 
vertet. Est autem hoc carminum genus quasi in ipsis Continus poesis 
et pedestris orationis sitmn, ut ubi de hoc iliove carmine iudicium sit 
ferendum, haereas saepe dubius, huc an illuc referas: nam internam 
quidem formam atque speciem ubi intueris, poesin esse arbitraris, 
argumentum carminis atque institutum ubi examinas, a poesi procul 
recedere intelligis : ita, quod in omnium omnino artium ingeniorumque 
monumentis smnmum est, quodque praeter ceteros poetae et petunt et 
consequuntur , ut externa species congruat penitus cum re ipsa, sitque 
simulacrum quasi quoddam sive speculum ipsius naturae, iUud funditus 
sublatum videbis. 

Graeci autem , ut omnes omnino artes liberales aut primi invene- 
runt aut inventas ab aliis et apud se receptas perfecerunt et emendarunt, 
sie, ut suo iure inventionis laudem sibi tribuere possint, ita etiam hoc 
poesis genus et repererunt et magna excoluerunt sollertia. Atque ut 
ab eiusmodi carminibus discedam, quae etsi praecipiendi docendique 
officium Profiten tur, propius tamen absunt ab artis aeterna divinaque 
specie, uti Hesiodi carmina, quae ad epicae poesis similitudinem acce- 
dunt, aut Theognidis et Solonis praecepta, Simonidis Amorgini' iambi, 
aha, quae lyricoruni carminum speciem prae se fcrunt, etiam ea poe- 
mata, in quibus philosophi praecepta tradunt, quam quam maxime 
videntur abhorrere a germano poesis ingenio, tarnen tanta arte sunt 
elaborata ac polita, ut (zraeci in hac quoque re suo iure primas ad se 
vindicent. Etsi enim philosophi illi vates hoc unice agebant, ut ipsam 
veritatem ratione comprehenderent comprehensamque dilucide expone- 
rent, tamen sedulo curarunt, ue externa species ab instituta sententia 
prorsus discreparet, aut abiecta esset humilisve, sed quantum quidem 
fieri potuit, ad pulcritudinis venustatisque simulacrum conformare enixe 
studuerunt. 

Iam si tres illos poetas, qui propemodum soli, si ab Hippone 
-paucisque aliis discesseris, hoc poesis genus illustrarunt, accuratius 



10 Commentatio de Enipedoclis prooemio. 



examinamus atque inter se componimus, hos, qui continuo se ordine 
exceperunt, etsi qiüsque artis et ingenii laude floruit, non exiguo 
seiunctos interyallo et quasi gradibus diremtos esse reperimus. Xeno- 
phanes enim Colophouius, multum terra marique iactatus, ut est mobile 
et varium novarumque remm studiosum lonicae geutis ingenium , raulta 
oculis lustravit, multa audivit, multa et in se et in aliis est expertus, 
idemque, cum in magna Graecia fortunarum sedem domiciliumque 
collocasset, ad Doricae stirpis severitatem gravitatemque ingenium con- 
formavit, ita ut in hoc viro utriusque gentis indolem artes|que, quam vis 5 
adversa saepe fronte inter se pugnantes, facile coaluisse perfectamque 
et consummatam Graecae gentis virtutem enituisse animadvertas. Ita- 
que cum infinitam paene rerum vim et copiam animo perlustrasset, 
luxuriantem hanc ubertatem varietatemque , quae ingenti mole animum 
propemodum obrueret ingeniique praestringeret aciem, ut suis legibus 
terminisque coerceret, plurimam dedit operam. lam ut Xenophanes 
primus ipsam veritatem procul a sensuum lenociniis fallacique imaginum 
specie investigare ipsumque deum, ad quem omnia essent referenda, 
mente et cogitatione comprehendere studuit, ita etiam ornamenta ora- 
tionis et lumina aspernatus est, sed quae vera et certa esse sibi per- 
spexisse visus est, ea ut simphciter, dilucide ordinateque exponeret, 
nisus est omni virium contentione. Nee facilem sane in se recepit 
laborem aut expeditum planumve iter ingressus est, cum primus sine 
exemplo de rebus maxime absconditis et sublimibus Carmen pangere 
conaretur: itaque factum est, ut licet versuum vincuHs inclusa essent 
praecepta, saepe tamen ad pedestris orationis simiUtudinem accederent: 
non tamen humi serpit Xenophanis sermo, qui ob id ipsum, quod 
poetae animus elatus fuit liberumque duxit spiritum, hanc carminis 
legem ut sequeretur, omnino necesse fuit. 

Parmenides Eloates, in quo viro praeclarum quoddam fuit inge- 
nium, niüla mortaü aut terrestri concretione obrutum, quique animi 
sanctitatem et pietatem etiam externa specie atque ore prae se tulit, 
cum ad veritatis indagationem animum appuhsset, Xenophanem, quo 
magistro et studiorum duce usus erat, facile superavit, fuudamentisque, 
quae ille iecerat, nova superstraxit firmamenta, ut iam laetissime efflo- 
resceret sapientiae Studium amplioremque gyrum sibi recluderet. Cum 
autem Xenophanes paullo pinguius nonnullos locos, qui satis impediti 
et difficiJes erant, tractasset, Parmenides tanto ingenii acumine res vel 
obscurissimas crassisque errörum tenebris obvolutas pervestigavit tanta- 
que iudicandi subtilitate de sunmiis rebus disseruit, ut tuo iure mireiis, 
qui Sit factum, ut ex tot obiectis impodimentis angustüsque facilem 
sibi planum que muniverit tramitem. Non tamen, quod fortasse aliquis 



Commentatio de Empedoclis prooemio. 11 

exspectaverit , Parmenidis carmina expeditam illam qiiidem, sed simpli- 
cem et incomtam pedestris orationis prae se ferunt speciem; verum eo 
quoque nomine Xenophani Parmenides palmam praeripuit. Parmenidis 
enim animiis, qiii divino prope erat habitii motuque interiore quodam 
ciebatur, spirabat altissüne, ita ut difficultates, qiiibus rerum cogno- 
sceadarum Studium, cognitarum explanatio circumvallata est, audaci 
nisu superaret et altius iam evectus, ubi semel foras eminuit, ocius 
arcana omnia non solum mente, sed etiam oratione persequeretur. 
Itaque non humile aut abiectum dicendi genus est, sed grande et su- 
blime, non hebes inersve languet sermo, sed mobilis et incitatus profluit, 
ut quocunque divinus impetus poetae animum abripiat, eo etiam ipsa 
consequatiir oratio. Et hoc ipsum, quod Parmenides sensuimi fidem 
non prorsus sustiüit , verum mentis illos quidem quasi nuntios quosdam 
6 et satellites existimavit, | qiii, etiamsi non ipsa veritas sapientiaque iis 
subesset, at certe non contemnendi essent aut suo orbandi honore, hoc 
ipsum inquam effecit, ut orationem non omnino ab earimi rerum, quae 
sensibus subiectae sunt, conununioue avocaret, sed himinibus potius 
artisque illecebris distingueret atque ornaret. Verum ut grave et 
sobrium erat vatis ingenium, ita etiam, ubi conveniens decorumque est, 
äibi temperat, ne nimis iuveniliter exsultet atque lasciviat fervida illa 
quidem, sed casta poesis. JSTon tamen, ut dicam quod res est, haec, 
quae ita sunt nata, ut acriter sibi repugnent et adversentur, ubique 
sie inter se conciliare valuit, ut pulcrum perfectumque exsisteret tem- 
peramentum. verum aequabilitatem venustatemque est ubi desideremus. 
Empedocles Agrigentinus , in quo tantimi lumen animi, ingenii 
consiliique tamque praeclara virtus enituit, ut non solmn praesens deus, 
qui arceret et propelleret mala, qui scelera expiaret, qui laborantibus 
auxilium ferret, qui iuvaret consilii incertos, mortuos denique excitaret 
ab inferis, videretur aequaübus, verum etiam ipse virtutis egregiorum- 
que factorum conscientia commotus hanc mentis ingeniique vim sibi 
divinitus datam esse non iniuria arbitraretur, Parmenide, quem, sive 
ipsius, ut perhibent, disciplina atque institutione est usus, sive aliunde 
illius placita ac praecepta percepit, eximie admiratus est studioseque 
aemulatus, nequaquam inferior fuisse censendus est. Eadem in utroque 
viro fuit dignitas gravitasque, eadem pietas animi et sanctitudo, veri- 
tatis investigandae Studium par: iudicandi quidem disserendique subti.- 
litate superior Parmenides, quamquam etiam Empedocles eximio ingenii 
acumine fuit ornatus: at doctriuao copia et ubertate longe praecellit 
Agrigentinus philosophus: nihil cnim est, quod ille a se segregarit aut 
alienum censuerit: et quo magis aetate provectus est, eo plura mente 
et cogitatione est complexus, eo maiore studio vel remotissima quaeque 



12 Commentatio de Empedoclis prooomio. 

spatia animo est permensus. lam quod in omnibus omnino rebus 
humaDis animadvertimus, parva incrementa et primordia, licet exstingui 
et interire videantiir, ubi nova aliqua exstiterit species, per omnes tarnen 
Ticissitudines non solum conservari, sed etiam nova capere augmenta, 
iisque dum ad altissimum consummati operis fastigium evehantur 
rursusque retro subita collabescant ruina, illud etiam in Graecae 
philosophiae monumenta, si diKgenter studioseque perlustramus , cadere 
animadvertimus: maximeque documento est haec ipsa Empedocles 
disciplina, quae licet discrepare omnino videatur a priorum sapientium 
virorum placitis, tamen quaecunque antiqui illi veritatis investigatores 
egregie invenerunt, ea congregavit atque complexa est. l^am cum lones 
illi philosophi, qui physici vocari solent, in rerum natura cognoscenda 
potissimum occupati fuissent infinitamque rerum varietatem et copiam 
ad unum aliquod principimn revocare studuissent, Pythagoras autem 
et qui ab huius disciplina profecti sunt, qui quidem numero modoque 
omnia temperari et contineri existimabant , ab reconditis bis abstrusisque 
rebus animum revocassent et in morum vitaeque explicatione acquie- 
vissent, Eleatici denique summa cum iudicandi disserendique subtilitate 
ipsas rerum omnium rationes causas|que ultimas mente et cogitatione 7 
comprebendere tentavissent, Empedocles, qui ad philosophiam accessit 
non recens ortam nee in cunabulis delitescentem , sed adultam iam et 
confirmatam, noluit iter prorsus avium nulliusque ante pedibus tritum 
investigare aut doctrinam, si non alia re, inventorum certe novitate 
commendatam in medium proferre, sed, cum praesago quasi animo 
vidcret, quis esset naturalis flexus motusque philosophiae, intelligeret- 
quo, sua quid potissimum aetas flagitaret, saeculi nisum secutus, ea, 
quae priores recte vereque indagavissent, suopte ingenio confoi-mare et 
componerc studuit: tanta autem animi contentione tantoque acumine 
adversantia et secum pugnautia conciliavit, ut ex tribus illis generibus, 
modo quae enumeravi, exsisteret novimi aliquod moderate permixtum 
aequabilique ratione iunctum. Sed quo temporamento usus est Empe- 
docles in doctrina conformanda, idem etiam in carminibus componendis 
adhibuit, ita ut ipsis rebus oratio egregie congruat et ex argumenti 
veritate proficiscatur formae venustas. Ingenio Parmenidem si aequat, 
at certe arte illum superat, iniit enim difticillimam gravitatis et digni- 
tatis cum lepore ac suavitate societatem, ita ut nihil reperiatur in bis 
carminibus, quod non sit expolitum, venustum, ornatum, admirabili 
denique placitorum cxplanatione dignmn. Sed quid labor longius? 
exemplo potius quam singulari arte haec carmina composita sint, demon- 
strandum est: nee alte repctam huic instituto quod sit congruum: con- 
tinuo proponam redintegratum ipsum carminis prooemium, quo nihil 



Commeutatio de Empedoclis prooeinio. 13 

magnificentius, nihil vemistius dici aut fingi potest: namque certe 
ccQxoi-ievovg e'gyov jiqogmttov xqt) d-iz-iev Tr]Kaiyeg. lam si reKquias 
dispersas et vetustate obsoletas componere inter se pristinumque revo- 
care nitorem professus a vero aberrarisse minusque fidem datam exsol- 
visse hominibus doctis vldear, illud velim teneant, me magnis temporis 
angiistüs inclusimi fuisse, ita ut haec, quae propemodum iiolenti exci- 
deruut, paucis admoduni diebus opera subseciva conscribenda essent. 

Empedoclem Carmen, quod de rerum natura tribus libris com- 
posiiit, ad Pausaniam amicum et studiorum socium misisse testantur 
auctores fide haud indigni, Aristippus et Satyrus apud Diog. Laert.YIII. 
60 seqq.: r^r d' 6 Ilavoavlag, äg (pr^oiv l4QLöTi7i7Tog^) /.al ^dziQog, 
eQwi-ievog auTOv, w dt] ytal xa. mql if^g (pvaecog 7iQ0G7te(f(i)vrf/.Ev oürtog' 
UavGcivtcc , ßv Se xXvd^i , öaicfQovog Ayj(iTov vi£'^). 

Hunc Pausaniam Anchiti filium non illepido carmine celebravit Empe- 
docles, quod apud Diog. Laert. ibid. et in Authol. Pal. YII. 508 legitur 
[nr. 2 Bgk.] : 

Havaaviccv irjTQÖv ^naövvfiov, Liy^iTOv vtov, 

Tövd' l4G/clr]7iiäSr]V nccTQlg fß^gfxf/s Ftkcc 
Og noD.ovg /LioytooTai /uctQaivo/nsvovg xctfA.uroi'Gtv*) 

'PwTccg httsGtquIjsv IT(Qai(f'6vrjg daldfiwv^). 

1) Aristippus enim videtur esse Tarentinus ille e Pythagorae disciplina pro- 
fectus, de quo vide lamblicli. vit. Pyth. s. f. [267 Kiessl.], nisi forte IdQimö'^tvog 
legendum, quem in libro de Pytbagora haec attigisse. non improbabile est. 

2) Simon Karsten , qui nuper Empedoclea diligentissime retractavit , [hoc 
versu, qui est 54 ap. ipsum (v. 1 ap. St., v. 58 ap. M.)] comgere voluit 'Ay/irtw 
vU, quoniam ita in epigrammate legitur, at illic potius Idy/ijov restituendum, 
nam ^Ayy^ixiqg, quod non multuni recedit ab 'Ayyirtr]g, mediam syllabam producit, 
quo pacto dicuntiu* noh'Trjg, Tt/xtviTrjg, TivieyiTtjg, dnf.nrjs, oSirrig. ^roQuiTrjg , ßov- 
viTT)g , Id'y.iTTjg, cci'rrjg, fxvO^iTrjg (quae vocabuli forma, ut hoc praeteriens moneam, 
restituenda Anacreonti fr. 51 [nunc fr. 16 Bgk.]: Mvii^iTta J" ivl vr^ao), \iivu vfiaov,'] 
Msy(GTr\ öienovatv | Nvfxtpeoiv liQov üaxv ^Iqov üotv {NvfKftwv)], de quo loco 
dicetur accuratius alias) item nomina propria , ut &(QaiTr]g, ArjioniTtjg. At 'Idy^itog 
corripitur, uti ßÜQßnog, alia, et ex propriis nominibus Arinog, et quae eandem 
normam sequuntui' J!Ji'()i'ro?, AlnvTog. Atque '^y/iiog sirnUiter legitur apud lambli- 
chum vit. Pythagorae 113. 

[*j In Poet. Lyr. editione quarta Bergkius Authologiae lectiones recepit Uctqov 
et i&a\pe pro ed-Qaxpt, versuque tertio scripsit: "O? nXei'aTovg x(jvf quIgi /lkcquivo- 
fx(vovg vnö voiiaoig,^ 

3) In Anthologia Simonidi tribuitur, cf. Schueidewin Simon, p. 226, ibique 
legitur iituxpt. quae lectio si vera est, abiudicaudum epigramma Erapedocü, siqui- 
dem Pausanias superstes fuit philosopho: nam inter amicos, qui ipso ante mortem 
die poetae adfuerunt, Pausanias refertui- ab Heraclide, vid. Diog. Laert. VIII. 68; 
iam etsi HeracHdae auctoritas parum est gravis, tarnen etiam Hippobotus, qui 
diversam sequitur famam, Pausaniam in eadem re commemorat, ibid. 69. Timaeus 
autem, qui Heraclidae fidem in hac memoria abiudicat, non tameu argiüt Pausa- 



14 Commentatio de Empedoclis prooemio. 

Et fuisse Pausaniani artis peritia insignem prodidit Galenus Therapeut. 
I. T. IV. p. 35. ed. Basil. [X. p. 5 Kuehn.], qui eum inter principes Italo- 
riim medicos refert: v.al TtQÖad^ev i-iev SQig fjV ov G/LiiytQd, vLyirjaai, zä 
7T.)Jjd-ei tdv tvQ\f.mTiov dl'A/j?Mvg oQiyvoi^ieviov zwv iv Koj yial Kviö(ij' 
diTTOV yccQ iXi Tovco tÖ yevog r^v twj' eTtl riß ^Giag ^ovihjTtLadcdv, 
eTtiXiTtövTog TÜv yxnd '^Podov. ^^qiLov (3"' avrolg xrp> dya-9-rjv €qiv syieivrjv, 
?jv '^Hoiodog ftivvel, /.al oi hi xrg ^ItaXiag latQoi, Wiharicov yial ^Ef^Tis- 
öoy.lrg y.ai navöavlag -Km 6i tovtcov (zaXqoL. Anchitum patrera, quem 
epigramma illud indicat, puto eundem esse, quem lamblichus cum 
Empedocle hospitalitatis iure coniunctum a poeta ex gravi vitae discri- 
mine ereptum esse tradit in vita Pythagorae 113: ^Euiredovlrg df^ ona- 
Gauevov rov '^ixpovg fjörj veaviov zivög hii röv avtov ^evoöoxov ^^y^irov, 
STiel diyidaag dr]juoaia xbv rov veaviov Ttazeqa e&avdrioGe, Kai a^avrog, 
(hg eiye ovyytoecog ymi -^^if^iov, ^iq>rjQovg ^rdlaai zöv zov TvazQog yiaza- 
öt'Aaozfjv, (hoavel cfovta yiyy^izov^ f.i£OaQi.w(jdf.ievog svdvg dveyiQOvoazo zb 
NrjTtevd-sg t' ayolov ze /.a/MV eTrlXtj^ov ärcdvzoiv, Kazd zov jtoiiijci^, xai 
zov ze eavzov ^evodoyov ^yyizov davdzov fQQVOaxo Kai zöv veavlav 
dvÖQOcpoviag. Gelae igitur hoc accidit, si recte statui Pausaniae patrem 
intelligendum esse. lam ut Anchitus pater familiaris fuit Empedocli, 
ita etiam Pausanias filius philosophi amicitia usus est : non igitur mirum, 
si huic potissimum, quem veritatis et sapientiae studiosum cognovisset, 
libros de rerum natura inscripsit. At si recta satis ratione auguror, 
non hoc solum Carmen ad illum misit, verum eidem etiam alterum 
opus, quod cum illo satis arcto argumeuti vinculo cohaeret, Lustralia 
carmina impertivit: sane Empedocles hoc Carmen ita exorsus est, ut 
amicos, quos Agrigenti haberet, affaretur (vid. Diog. Laert. VIU. 54): 

'12 ifiXoi , dl ixtyu äOTV y.mä Laxhiov Idy.nnynvTog 
NaCtT uv' (iy.Qci noXtvg, uynO-üv uikf<^T]f.iov(s i-Qycov, 
Sf(vo)v (dSoio)v li/j.h'fg, y.ccyörrjTog üthiqoi. 
XtUQfT^ ' iyoi (V iSfXfxtv &t6g uixßQOTog , ouy.f'ri fhvtjrog 
Tfo)).tvu(u fXBTu n&ai Ttxifx^vog, wßneQ (oixfv, 
TuivCuig ra negiartTiTog üT^ffiaCv rs d^aXetoig. 
ToTaiv ufi' fvr' &v ixcofiui ig aar au TtjlfOöwvrci, 
AvSQdaiv fjjf yi'vai^l aaßt'Co/ucd' ol J" äfx ünovrai 
MvqCoi , l^eo^ovTfg onr] TTQog x^Qi^og ccTannög, 
Ol fikv fiavToavj'iov xi/Qrjfi^voi , oi (5" inl vovdwv, 
/It}q6v St] )(((k(7Tri0i n(7Ta()f^^voi afA(f d<ii'vy(Tiv, 
riuvr oiojv invOovTo xlitiv ei)rjx^u ßu^tv*). 

niam tuno iam mortuum esse; sed haec accuratius persequi alienum ab hoc loco. 
Multo vero minus Simonidos carminis auctor haberi poterit, quandoquidem is multo 
ante Empedoclis mortem obiit diem supremum. [Cf. Poetae Lyr. II.' 260 sq.] 

4) Dixi de bis versibus [389 K. = 352 St. = 397 M.] in Actis Soc. Graec. I. 
p. 205 [Opusc. II. seq. Quae diductis litteris dedimus, ea istic Bergkius aliter 



Commentatio de Empedoclis prooemio. 15 

At vero extremam partem operis ad Pausaniam, ut arbitror, potissimmn 
conscripsit: nam cum virtutis lionestatisque praecepta civibus commen- 
daret et quibus sacris ac religionibus aninii purg-arentur atque a vitio- 
rum liberarentur labe, doceret, tum vero etiam multorum malorum, 
quae homiuum vexant vitam, medicamina versibus est persecutus, 
quorsum pertinent illa, quae Diogenes YIII. 59 affert [424 K. = 
24 St. = 462 M.] : 

<PäQfjLay.a d" oaau yiyäGi xuxwv xal yrjgaog üX/.ao 
ITsvarj, inei fj-ovvoj pot iyoj y.QCiv^co TÜSe nävTcc 
IlavGiig tf' uy.ufiäTWV uv^uiav fif'vog , oi t ^nl yaTnv 

'OqVI\USVOI TlVOluTai y.HTCUfOlVvdovaiV HQOVQCtV*), 

Kai, nnXiv, eir Id^iXr^aH^a, naXCvTiTct nvivfi-UT Ind^ng' 
Qi^ffeig J' i§ öjußQoio xelaivov xuCqlov avyuov 
IdvS^Qwnoig, O^riatig dl xcu *| atixfioTo 3eQ(iov 

'PtVfXUTCC äfVi^QiÖ&QfTTTa, TU T (tl&Ol'uV xirjaoVTCCI ^), 

Zi^fig rf' l§ lA'l'Suo xuTC((p&ifj.svov /u^vog ccv<^QÖg. 



exMbuit]. Hlud addo, eiTare virum doctissimiim Simonem Karstenium , cum 
n. 70 lustvalia carmina tribus versuum millibus, physica duobus constitisse con- 
tendat. Sane Diog. Laert. VIII. 77 ad quinque millia versuum haec carmiua 
complexa esse tradit: tu fxtv ovv ntQl (füaewg ccitw xal ot Kaüaouol tig 'int] 
Tsivoudi navTuxiaxi'Xiu, at quod Suidas dicit s. v. Eixntöoy.lfjg '^ eyoaipi Jt' 
inüv TiiQl (fvatiog TCüv övtcjv ßißXiu y' xal (Otiv tJir} wg öiö/iXiu", id sive cum 
Diogenis ' auctoritate componas, sive per se spectes, parum verisimile videtur. Quis 
enim credat illud opus in tres libros diremtum minorem numerum versuimi exbi- 
buisse, quam lustralia carmina, quae vel propter argumenti simplicitatem tan tum 
Volumen respuant: immo pliysica vel propter rerum difficüium et obscurarum gra\d- 
tatem etiam orationis copiam satis largam efflagitaut. At facile haec possunt inter 
se conciliari, apud Suidam enim leviuscula mutatione scribendum est: xul fOrtv 
87irj wg TeTQuxi axi^ic(, commode enim tres physicorum libri quatuor millia ver- 
suum complexi sunt , ita ut etiam nunc fere decima pars servata sit ; lustralia autem 
carmina mille erant versuum. Et sie saepius erratum est in eiusmodi locis, ita, 
ut uno defungar exemplo , apud Suidam v. &aoyvig legitui" tymoptv IXtytiuv eig 
Toi'g ow&^VTug twv 2vQuxoraio}v ^v Tfj noXionxiu , yvwjuug cT/' ü.tytiag tig tni] ßw' , 
xal TiQog KvQVov töv uvtov ^owufvov yvwfxoXoyiuv J/' iXiyticDv, xul heQug vnoSrixug 
nagaivsTixtig, tu nuvTu Inixcög , quae non expedivit Sclmeidewinus in Lyricor. 
delect. p. 46. Scribendum t« tiuvtu (nt) xw' , sive tu alium minorem malis nume- 
rum, nam hoc quidem incertum; conf. Suid. v. EviioXnog' ovrog tyQuxps TsXtTug 
^^/xTjTQog xul Triv (ig KeXsov u(pi^iv xul ti]v twv fivaTtjoioiv nuQÜöoaiv ttjv TuTg 
d^vyuTQÜaiv airrov yfvofiävtjv. fni] tu niivTu tqiOx^Xiu, et V- 'Ai'äxuQOig' fyQuxps 
vöjuifxu ^y.vO^ixu (T/ ' Inwv, tkqI iVTiXftug TcDr eig uvOqwtiivov ßiov, (nrj ndvTu oxtuxö- 
atu. Accuratissime de hac, quam antiqui grammatici diligenter secuti simt, versuum 
mensura disputavit Eitschelius de Alexandr. bibl. p. 91 seqq. [Opusc. I. 74 seqq.] 

[*) Pluralem reposuit Stein, collato II. */' 599.] 

5) Eecte ut puto emendavi hunc versum multis modis a viris doctis tenta- 
tum: proxime ad verum accedit Tzetzae lectio t« t' uÜHqivu i)riaovTui: hoc enim 
poetam oportuit dicere, imhres aurum pur gare, u tumio acuta liberare. Al(i()(a 



16 Commentatio de Empcdoclis prooeniio. 

Kecte enim Stiirzius haec ex Liistralibus carminibus petita esse censet. 
Apparet autem facile, si qiiis acciu-atius orationem perpenderit , poetam 
in iis, quae praegressa sunt, orationem ad pliires convertisse ; iam vero 
quae sequuntur, ea cum uno tantum communicaturus est. Atqui vir- 
tutis sane praecepta tradidit poeta civibus, artis medicae inventa ubi 
illustrare vult, medicum, ut par est, affatur. Et Pausaniam quidem 
significari cognoscimus ex iis, quae apiid Diogenem Laert. YIII. 60 et 61 
ex Heraclide proferuntur, cum quibus componas quae leguntur apud 
Iriarte Catal. [Regiae biblioth. Matritensis codd. Graeci mss. Matriti, 
a. MDCCLXIX] p. 450, ex quibus etiam illud liquide conficitur, de 
quo nonnullos video dubitare, hos versus ex Lustrali carmine petitos 
esse. Ita igitur etiam Physica Pausaniae commendavit. At vero ille 
ipse versus, quem commode servavit Diogenes, 

Ilavauvici , av S( xlv&i SatipQovog IdyxiTov vie, 

satis arguit alium praeterea fuisse, quem eodem loco poeta allocutus 
sit: illud enim oh de, proprio nomine praemisso, tum demum in usu 
est, ubi sermo ab alio ad alium subito deflectit, uti est apud Euripi- 
dem in Oreste v. 1673: 

'i2 Zrjvög 'Elevrj yjuQi^ naT' fjjAw (^s ae 
&8WV xaToiy.rjGttöuv ölßiov ^6fj,ov. 
'Oq^Gtu, Gol (Fi TtttTS^ lyü) y.KTfyyvü. 

Conferas quae Porsonus ad eiusdem fabulae v. 614 disseruit Hunc 
autem, quem ante paulo allocutus est Empedocles, et ipsimi poetae esse 
familiärem sapientiaeque studiosum eidemque simul hoc opus inscriptum 
fuisse vix quisquam negabit. Neque longe quaerendus est, quem Em- 
pedocles hoc honore dignatus sit : Diogenes enim Laert. VIII. 43 Telau- 
gem, Pythagorae filium, ab Empedocle compellari Hippoboto auctore 
tradit: | /}v '/.al TtjXavytjg v'iög avxov, üq, xai diede^aro töv ^tartga -Kai 11 
yiata Tivag ^Ef.i7tedoKleovg yiad^rjy/jGaro' '^btjtößoTog yi coi (prjOi iMyuv 

Tqluvytg, y.XvTt xovQt Oeavovg ITvdayÖQfco n'''). 



autem media syllaba producta dictum, uti est apud Cratinum (Aelian. Eist. Ani- 
mal. XII. 10. [Fr. Com. TL. 46 (4) M. ^ fr. 53 K.]) : 

'ßg al9Qla? y.utanvyoavrtiv jxvtic: uorqüyjio 3tvo(ptSvtog 

et apud Aristophanem in Nubibus v. .371: 

Kultoi XQH'^ al'dQia? vnv uvxöv, tavtui; d' u7toSt]fitlv. 

Empedoclis autem hie versus prorsus oodom modo est conformatus, quo Homericus 
in Uiade XI. .593 : 

]lh]<>loi iatijaav, oüy.t' üfintaiv xXlvavte?. 

6) R(H;te Bentleius in C)[)usculis p. 188 Tri)Mvy^g restituit, (nisi quod Tr,Xuvy(g 
potius scribendum, nam eiusmodi adiectiva, ubi nominum propriorum loco sunt, 



Commentatio de Empedoclis prooemio. 17 

Non equidem contenderim Telaugem sapientiae studio Empedoclem 
imbuisse et Pvthagorae praeceptis erudiisse; nam cum uon esset obscu- 
rum, quam multa liic vates Pythagoreonim doctrinae accepta referret, 
pronum fuit eum aut ipsius Pvthagorae discipulum (quamvis temporum 
recta ratione adversante) aut Telaugis perliibere, quem patre mortuo, 
qui philosophorum finxerunt diadoxdg, una cum matre Theano scholae 
praefuisse memoriae prodiderunt. At amicitiae certe vinculo studiorum- 
que societate Empedoclem cum Telauge coniunctum fuisse confirmat 
illa ipsa fama, quae Telaugem EmpedocKs magistrum fmsse perhibet, 
quae etsi improbanda, non tamen temere prorsus conficta est, sed ut 
alias quoque fieri solet, veri aliquid continet: quorsum spectat etiam 
illud, quod Telauges in epistola ad Philolaum de Empedoclis et patre 
et morte quaedam memoriae prodidisse dicebatur '') : at recte sane iam 
ISTeauthes commenticiam illam epistolam censet, neque enim ullo pacto 
fieri potuit, ut Telauges, Pvthagorae filius, ad Philolaum de Empedoclis 
morte scriberet. Itaque sane arbitror Empedoclem Carmen, quod de 
rerum natura composuit, ad Telaugem, amiciuu aetate maiorem, misisse, 

1 Ti]lavyfg, y.XvTt xovos QsKVoüg nvfhcy'ÖQfH) Tf, 

praeterea vero Pausaniam, amicum aetate fere aequalem, in eodem 
exordio compellare: 

2 navGavt'n, av Jf y.lvihi iht'üfxmrog L4y/iTov vi f. 

Neque enim hoc inusitatum aut novum plane fuit, pluribus librum 
aliquem inscribi, quod fecit Archestratus ille, qui raoTQo?Myiai' scripsit, 
quam ad Moschum et Cleaenum amicos misit, vid. Athenaeum VIT. 
p. 278 D : oÖTog 6 ^QytaroaToq ivrö (pth^doviag. yr^v 7cäaav y.ai d-äJxiö- 
oav 7r EQu^Xd-ev d7.Qißojg, ^fiol doy,€7, rä ytQog yaorega eTtijiielojg eBerccGai 
ßofXr^&eig, y.ai üojteq oi rag TXEQLr^yrjaug ymI zovg Treghtloig 7toi)]aa- 
(.levoL f-iST' dyioißEiag ^d^eXsi Ttdvr' h.ti&EOd^at, ojtov lötiv e/.aorov 
y.d}Jj(Jrov ßg ojtov te tvotov tb' tovto ydg avrdg f/rayyfUsrai roh' 
12 y.a\Xo)v rovziov vrcod-rf/Mv d)v ycQog Tovg traiQOvg 7toiEiTai , llöoxov te 



accentum reiiciunt) \'Tilgo enim male scribitur TrjlavyfT. Telaugem autem Empe- 
doclis magistrum etiam alii ai)pellant, ut Eusebius in Praeparat. Evangel. X. 14: 
rav filv ovv ni'')icy6Qccv öiföf^HTO f)t(iV(ii rj yvvi] o'i re vtol uiiTOV TrjXccryrjS xal 
Mvriaao)rog' TrjlKi'yovg öt \Eu7Tfö()xlfjg Cc/.ovaTt^g yCrtrai , xad^' ih' llodxltirog 
ö axoTfivög iyvioQiitJo. Adde Tzetz. Chiliad. ]I. 002: 7Ji' iV omog rav rfittayötiov 
/Lia&rjTrjg y.ai Tr]i.avyovg var^Qoig. 

7) Diog. Laert. VTII. 53: TrjXavyrjg <if o nilhiyÖQov niag h' Tfj ngog <f'i).ö- 
).ci(iv fnimoXif (ftjai tuv ^E/uTif-Soxlfcc '.Ao/iröfjou eivca vlöv et 55: rtrog fi(r>Toi ye 
(UTüv (Pythagoreorum) i]y.ovaiv 6 'E/uTreiyoykfjg, ovy. fi'ntv (Nfür'Jrjg)- ttjv yuo ngo- 
(f (QOfjfi'tjV jiQog TrjXui'yovg fniaTokr'iv. oti utitaytv 'innäoof yui Hqovti'voi', fAt] 

iiVKI U^lÖniOTOV. 

Th. Bergk Kleine Schriften. U. 2 



18 Commentatio de Empedoclis prooemio. 

'/.ai KllavÖQOv {KXiaivov). Fortasse tarnen hoc, quod dixi duobus 
amicis inscriptum fiiisse Empedoclis Carmen, nonnulli propterea impro- 
baverint, quod iibi in deciirsu operis sermonem convertit ad aliquem, 
ita ubique loqtiitur, ut unum aliquem compellet, uti est v. 55 ed. 
Karsten [33 St. = 59 M.] : 

T^aaaQu TU)v nüvrwv oiCwfKCTu tz^wtov iixove, 

et V. 85 [56 St. = 106 M.]: 

£lg d( nag'' i^/ueTfotjg xtkijai Tiiaxw^iaTa Alovcftjg, 

et V. 101 [74 St. = 75 M.] : 

!AkV äya, fivtiior xlD'h- finSrj y((() toi (fQ^vccg nö^ft, 

V. 108 [81 St. = 82 M.]: 

Tt]V av vöqj ^S()y.fv, ixriö^ Ö/x fj.ua iv rjao T(!)r]7Twg, 

et statim infra [113 K. = 86 St. = 87 M.]: 

ai' (J" üy.ovi löyojv arokov ovy. ccTiaTrjXöv. 

item V. 124 [96 St. -= 120 M.], v. 150 [210 St. = 276 M.] et v. 162 
[127 St. = 142 M.]: 

Oviw jui] a' anÜTU ifiQ^vrc 

AXlu TOQüig TovT ladt, Ofov TKcQu, fiC'Oov (cxoi'ac(g^)^ 

et V. 182 [130 St. ^- 233 M.], v. 222 [235 St. = 302 M.], v. 248 [262 St. 
= 318 M.j, denique v. 313 [231 St. = 298 M.]. 



8) Eximius ille locus [154—164 K. = 119 — 129 St. = 134-144 M.], quem 
homines docti frustra tentaverunt , ita mihi videtur emendandiis esse: 

' iif 6' onözav yr)tt(pitg äva9iifj.ata noiy.llkioaiv 

Avi^sg, uuipl rij(yt]c ino fit'jziog tv öiduiättg,') 

0'lt\ tml uv") fiuQipwoi jloXvypou (puQuaxa )(e()alv, 

'A^ixovltj fiü^avTe'") tu /niv nXtui , ukXu d' iXäaaio, 

Ex tüLV ildsa näaiv äXLyy.ia-\-) noqavvovaiv, 

JivdQtü tt xtl!^ovtB-\-\-) y.al uvkqag viSi yvvalxag 

B^^äg t ' oiwvovg re xal vduxo9qtf.ifiorag l)(9vg, 

Kai tt 9tovg doXi}(alu)vag tt/xijai cptQlatovg' 

Ovtto /.ttj a' uTtutu (pQivag ,fff) äg vv xiv ukXo&er eliai 

fivt]tiüv, öaau yi dt]?.a yiyüaivudaTtitu,^) Tttiytjv, 

AXÄ.Ü toQwg tovt' Xa9i, &iov nüqu, fiv9ov dxovoag. 

Sod dicetur de hoc loco alibi accuratius, illud tantum indicabo prorsus a vero 
aberrare Karstenium, qui Oend ncigu interpretatus sit ita, ut ad Musam reforatur, 
a qua poetae haec audiverit: immo hoc dicit, omnem rerum infinitam varietatem 
a deo tamquam fönte et origine repetendam esse. 



[•) deduditf odidenint Stein ot Mullach.] f") pro ovv.] ["') pro fil^avro.] 

[t) Correxit etiam Karsten.] [ff) xtl^ov ti Aid., xtlt^ovteg D.] [fff) (p()iva vxügo.j 

[»J pro ytyuaaiv u()neta.\ 



Commentatio de Empedoclis prooemio. 19 

At vero cum Archestrati Gastrologiam adhibuerim , eadem iitor, 
nt demonstrem hunc quoque poetam fere uniim taiitimi ex amicis com- 
pellare, exempli gratia ap. Athen. YII. p. 310 C: 

'J^^Ao J' IxsiGe, (f,i).T] xtifakri, ixriöiv n^oatviyxijg, 

et Vn. p. 311 B: 

ly.tTvot (J" iiGir, ircdge, 

TrjV UOiTTJV d-KL\UKÖTOl, 

13 similiterque idem poeta saepius Moschiim solum appellat, uti est in 
versibus ap. Athen. HI. p. 111 F: 

ÜQÜia fitv ovv duiQüiv utiivriaojxni i]vx6^oio 
/lrifi.riTQog, (fXlt Möayt, ab (5" h' (fQeal ßdkXto afjaiv, 

qui quidem versus coUocati erant in ipsius operis exordio statim post 
prooeniium, in quo postquam professus erat institutum propositumque 
(laroQirjg 87tiÖ€Lyf.ia TtoLOVfxsvog "EXKddi ytdat], Athen. I. 4 E) Moschum 
et Cleaenum sive Cleandrum amicos allocutus erat (Athen. VII. p. 278). 
Item ibid. VII. p. 278 B : 

Ei (J" ^&eleig xcä toCto lict^ufvcci , w <fi).f Möa/i, 
"OvTira /Qri at tqötiov xiivrjr öic('iih'(ci ciQiaTci 

et vn. p. 301 D: 

Kai ).fßt'«j' ).(ißs, Moa/e, töv rjnc(TO}' iv niQixlvaTO) 
z//JA(w xcä Ti]V(o. 

Atque equidem existinio etiam in iis locis, in quibus non satis Hquido 
dignoscas, ad utrum sernio sit refereudus, hunc Moschum intelhgendum 
esse. Confirmatur autem mea sententia maxime his Archestrati ver- 
sibus, qui leguntur ap. Athen. VII. p. 322 C: 

AvTUQ TOI' airötSovTcc juevMv ujrei nayvv eivai, 
Ex TTOQß-fJoD 6t ).aßih' ndQüi xal tovtov, eTcciQf 
Tkvtk ät ndvTii xvqü (fQÜCcov xccl nQog as, KX^nire, 

ubi, cum praeterea tamquam appendicis loco Cleaeni nomen addat poeta, 
non iam est dubium, quem amicum dicat: apparet enim ex hoc loco 
Archestratum, quam vis duobus amicis Carmen inscripserit , tamen ad 
Moschum potissimum orationem convertisse, ita tamen ut simul ad 
Cleaenum referret. Atque eadem plane ratione Empedocles, qui ad 
Telaugem et Pausaniam de rerum natura scripsit, in decursu operis 
alterutrum tantura amicum compeUat. Iam si licet de re admodum 
incerta et dubia coniecturam proponere, Pausaniam potius quam Telau- 
gem allocutus est poeta, non quod Pausanias dignior hoc muuere visus 
est, sed quod Carmen, in quo poeta se omnem veritatem expositiirum 
hominesque edocturum esse professus erat, aptius longe refertur ad 
eum, qui et aetatis aequalis et studiorum socius est poetae, quam ad 

2* 



20 Commentatio de Empedoclis prooemio. 



virum annis et virtute insignem, cuius nomen quasi honoris causa 
Empedocles operi inscripsit. 

lam vatem philosophum quid potius in totius operis exordio 
exposuisse verisimile est, quam vera esse quae tradat, in veritate 
autem indaganda qui sit occupatus, multas huic magnasque difficultates 
et impedimenta obiici? Huc igitur refero ea, quae partim Clemens 
Alexandr. Strom. V. p. 549 B [649 Potter.], partim Sextus Empiricus 
adv. Mathem. YII. 123 servavit : 

3 il (ptXoi , o?äa fiiv ovvfx' dlrjO^iir] ttüok fxv{}otg, 14 

OVg iyu) i^eQ^tt}' fiüka J' uQYaltr] ys TfTvxTcu 
f) IdvdQÜai xal SvaCriXog Inl ipQiva nCariog oQurj. 

ZTfivtanol fiiv yüg naXdiiai xarä yvTa xi^wrai, 

TIoX).u rff ^iO.' ffincau, rci r' uf^ßlüvoiai fifoi/uvug. 

riavQov rff Coiflg nßiov [X^Qog u&QriativTtg 

^ilxvfiOQOi , y.unvoTo öixrjv UQ>7('vTfg {ctt^tttccv, 
10 Ai'To fxovov miaO^^vTtg, oto) TTooafxrQafv (xccGrog. 

ITdvToG^ ilavvöfifvof to S' oXov nug fv^fTKi ivQsh'. 

OvTwg oi'S' tntöfQXTu thS' ärÖQÜcSiv ovt' ^naxovaTii, 

OvT8 vorn TTfQilrjTiTÜ' (Tv (P ovv, in(l W(J" ikiciaßrjg, 

TTfvaeui , ov nXuöv ye ßQOToig ij /LifjTig ÖQWQfv^). 



9) Tres versus, quos praemisi [407 sqq. K. = 366 sqq. St. =411 sqq. M. 
Eeliqui sunt ap. Karstenium 32 sqq., ap. Steinium 2 sqq., ap. Mullachium 36 sqq.], 
servavit Clemens Alex, loco, quem dixi supra [Opusc. IL 6 et 14]: xai fxoi aipöÖQu 
inuivtTv fTidOi Tov Idy.ouyavTivov TioirjTi^r, t'^viivovvTU ttjv niariv o)<^^ noig' '£1 (fO.ot, 
ohht ixiv ovv, fr' ulrjUfir] nuou u. xtI. Vulgo legitur fx t' ulrjOid], Stui'zius et Karsten 
ex Hoeschelii coniectura 6V' dlr]itt(ri [itemque scripserunt ii, qui postea haec edide- 
runt]. Meinekius verissime restituit ovvtxu^ quo sensu posteriores maxime poetae hanc 
particulam frequentaverunt: ndou autem an tkiqu scribatm', non sane multum refert: 
male autem vulgo sie distinguunt verba, ac si ulr],'ftirj diceretur uqyal^r] et dva- 
tr^log, eademque adiecto vooabulo, nCanog 6ofi^: hoc enim dicit poeta: diffieile 
homines veritatem, quippe quae non aub oculortim cadat aspectum, sed mentis acte 
sit inrestiganda , inrenire : ea enim faciUime Jiominibus persuaderi , quae sensibus 
percipiantnr : compares quae de divino numine dixit poeta [v. 356 seqq. K. = 
344 seqq. St. = 389 seqq. M.] : 

Ovy. lativ jttXiiaaa9' ovd' ocpSalfiolrriv itpixtov 

'Hfiitlooig ti /eool laßtlv, »;«£() tt f.ityLatri 

Ilti9ovc dv 9i)W7toia IV uuuqito c ilc (pqtvu nlmii. 

Ov fiiv Y"Q (^(i"''^^!! yKp"^-fi xuzu yvla y.lxuazai, 

Ov fiiy ünal viütiav )'t*) ''f« y.i.udoi utonovot%'**), 

Ov Ttödig j ov ,9ou yovv\ ov u(;'Jta la](vi\tv%a, 

'AXXu (pQ>]v ieor] y.ul d9io(putog iTtXtzo ftovvov, 

'f>Qovtlat y.üofiov ünaytu xutaioaovau ,9ofiaiv. 

Ita enim, quod praeteriens moneo, magnifica illa oratio componenda videtur, seiunotis 
vulgo membris, vid. de prioribus Giemen. Alex. V. p. 507 B [694 Pott.] et Theodoret. I. 



[*) rtufoo ex nippo). corr. Schneider.] 
[**) ülaaovtai idem Hippolyt. al^ea. i^eyX- P- 248.J 



Commentatio de Empedoclis prooemio. 21 

15 Eecte aiitem haec, qiiae diremta diversis locis leguntiir, mihi videor in 
unum coniimxisse , cum inter iitramque particiüam arctissimum sen- 



p. 476 D [74 Gaisf.]. de posteriori bus Aramon. in Aristot. ntQi fQfiTjv. 4, f. 54 A. 
Tzetz. Chiliad. XIII. 80 all. Cum hoc, de quo agitui-, versu couferas etiam v. 52 
[K. = 22St. = 56 M.]: 

Mr^zt ji zbjv u^/.iov, 6n6a>i*) TiÖQog iatl vo>]aui. 

Adde Pannenidem [v. 35 seq. M.] apud Proclum in Platou. Tim. p. 105: 

'B uev, OTTiü? lativ ZI y.ui lög ovy. iaii i-it] tlvai. 
Uiid-ovc iazi xikiv&os, <i?.)i9ilti yu() OTttjötl. 

Simillimus autem est Lucretii locus V. 100, qui ut alias, ita hie quoque Empe- 
docleam coluit musam : 

Ut fit, ubi insolitam rem adportes auribus ante, 
Nee tarnen hanc possis oeulorum subdere visu 
Nee iacere indu manus , via qua munita fidei 
Proxima fert humanuni in pectus templaque mentis. 

Maior autem pars carminis Empedoclei legitur apud Sextum Empiricum , vid. supra: 
tikXoi 6f TjOav Ol f.f'yovTtg autk tov ^EfintSoy.Xfa xqixtiqiov tivat. rfjg ukrjfhtias ov Tcig 
((taf)i](Jiig. <}lX(c TOV ooOov Äöyor. tov öe 6q!)ov löyov töv ixiv Tiva {^€iov imäQ/eiv, 

TOV St (CV&QCjniVOV, (OV TOV UtV ü^tToV avf^OlOTOV tiVCil , tov (St ävit(nÖTllVOV f'^OlGTOV. 

Aiyti St nt(n fitv tov fj.i] h' TaTg (iialh'iatai Trjv y.Qi'oiv T(\).r]')-oOg vnÜQ/tiv oi'Toig' 

^TtivoTTol xtX ovTt vö(i) nf()ikr]7TT(c. ITtni St tov ^ut] tivni dg t6 TietvTtktg 

('(krjHTOv Tip' ulrj{)t(nv, ((kV fif'^ oaov ixvtnai ö (ivfloomtvog Xöyog IrjTtTTjV vnnQ/tiv, 
Sia(ttt(ft7 Toig 7T(joy.tiutvoig ^TiKfioMV' av ovv, ^ntt ciid' ^Xniatfrjg, Iltiatm , ov 
Txlfiov yt ßQOTtir] /ufjTig ö(HO()fv. 2,'Ttiv(t)7ioi nahi^ui Lactantius III. 28 respexit : 
Empeäodes ungastas esse scnsuuin semitas queritur, tnnquaia Uli ad cogitundum 
iheda et quadrigis opus esset. Est autem ncdäurj mentis acies, quam vöov aüas 
vocat poeta; similiter infra [v. 49 seqq. K. == 19 seqq. St. = 53 seqq. M.] dicit: 

'AkV äy' ä9Qii nuo}] nuXuii)] , nfj äijkov 'ixaatov . . . 
Fvlwr nlaziv igvxe , röii d ' ly JiJAov 'ixaazov. 

Neque vero opus est, ut aTtivonÖQoi scribatur, quod PreUerus in Zimmermanni 
Annalibus 1837 p. 155 ex Theophrasto de sens. c. 7 coniectavit: nam Empedocles, 
Siculus poeta, adamat adiectiva illa, quae in (anog exeunt, dixi quaedam de hac re 
in iisdem Annalibus 1837 p. 452. V. 7 [33 K. = 3 St. = 37 M.] coiTupte legitur 
StikffiTifja et StiXt/uTTt'u; Proclus autem, qui bis utitui- in Tim. p. 175, ita exhibet: 
o x(d ^EuntSoxXfjg rjfxüv xKToSvQÖusvog f(fr]' flokku Si Stiv' fntcc, tu ts (lußkvvovai 
fxf(j{fi7'ccg. TToXXu yiu) i^ninTOVTa Tolg ö'vrw? i]nn' St(?.otg (i)g (fiyäai tf-töHtv 
ufißXvvfi Tfjv Tüiv övTcov f)to)Qti(v. Perverse sane ille locum interpretatur, ita tamen, 
ut lectionis germanae vestigia quaedam supersint: dudum enim correxi [in Diar. Antiq. 
a. 1837 p. 452] : IToXXu St StiX' 'ifinuKt, i. e. propra multa ingruunt, uti est apud 
Aechylum in Agamemn. v. 174: ^fnrcdoig Tv/uiai av/xnv^oiv et rursus ibid. v. 332 non 
dissimili adeo ratione: Otoi^g J' uvdunXüxriTog ti fiöXo( ßTQUTÖg 'E^'orjyoQÖg tö nfjuit 
T(x)v (jXojX()T(ov I'tvoiT' üv, ti TKjöaTiaiit ui] Ti'/o» xuxd. Postea idem proposuit Emperius 
Act. Soc. Gr. I. p. 356 et Karsten, nisi quod is praefert Stivü, non i-ecte, neque enim 
de periculis, quae vitae immineant, agitur, sed de pravitate, quae insit in animis 



[♦) unnti Karsten et Mallach, oTtöaiar Stein.] 



22 Commentatio de Empedoclis prooeinio. 



tentiariim intercedat vinculum. ] Agrigentiniis enim vates, ut est animo 16 
elato et gcuoroso, ita ingenue proütetur persuasissimum sibi esse vera 



hominum, quae quasi piaculum quoddam inhacrcscat rebus humanis : atque ad eandem 
normam correxerim infra v. 350 [K. = 51 St. = IIG M.]: 

Oi'y. UV «v»Jo roiav-ta ao(p6? (pgeal f.iaytivaairo, 
'Sig otpQU uiv tt (iiüioi, to dt] ßlotov xuXiovaiv, 
TÖifQa |U£>' Ol»' eioiv xul oipir naQU dnXu y.al ia9ku. 

Vulgo enim ihirii legitiu': couferas Theogn. v. 57: Ä(u vvv tlo'' äyafhoi , noXinaiSt]' 
Ol (^f TTQiv ^a't^loi NCv änXoi, 161: ftolkoi toi xQ^^rai (hiXalg ipQtGi , iSai/xovi 
J" ia&Xo), Oig TÖ y.uxuv dox^ov yt'yvfTcti fig «y«'>di' et 1167: Twi' äyai)u)v iaf^^lrj 
fiiv anöxQiaig. la&ltt lU (Qya. Twv 6t xctxujv ävt^oi (Suku (f^Qovaiv enr]. V. 8 
[34 K. ^ 4 St. = 38 M.] corruptam übrormn lectionem CwoToi ßiov fi^gog vel Cw^at 
{CoTjOi) ßCov correxit Scaliger, sed pro ud^Qt^accvreg Karsten ä&XriaavTtg reposuit: at 
neque a&lefv ßiov fi(Qog satis eleganter satisque Graece dicitui-, et rectissimum 
hoc quidem loco est ai^^ntiv tiulqov /iis'()og ußCov i(afjg, hoc enim dicit Empedocles, 
vulgus, etsi exigua parte vitae non vitalis hominibus concessa pauca tantum per- 
spexerint, tarnen se efferre ac iactare, quasi omnem rerum naturam mente conce- 
perint. — V. 9 [35 K. = 5 St. = 39 M.] affert Plutarchus de Iside et Os. c. 24 p. 360 
poetae nomine omisso. — V. 10 [36 K. == 6 St. = 40 M.] Sexti editt. nQosxvQOtv male. 
Utitm' Ms Diogenes Laert. IX. 73: äXXä xal ^Efj.nt6oxX^K- Ovrcag ovt' inii^eQXTa t«J" 
avSQÜaiv ovT^ inttxovaTu OiJra vom nfQiXrjnra' xal incivo)' Arno fiövov neiaHtv tö 
(aliquot codd. nfia')iv t6 tw) otu) nQoaixvQatv fxctGrog. Revocat Mc locus in mentem 
HeracHti sententiam [fr. 3 M.= 2 Schi, et Seh.], quae corrupta legitur apud Clem. Alex. 
Strom. II. 362 [432 Pott.] : ov yuQ ifQoviovat rotuvra ttoXXoi, öxöooi ^yxvQOtvovaiv oviVt 
fxaO^övTfg yivwaxovaiv, iwiroTai (St ^oxiovai xarcc tov ytvvuiov IlQiixXtnov. Legen- 
dum enim: oj; yaQ (fQov^ovGi loiavru ot noXXoi, ö xoCoig lyxvQßwaiv: con- 
feras Archilochi similem in ipsa dissimilitudine sententiam [fr. 70, 3] apud Platonem 
in Eryxia p. 397 E: onoToi äv nveg waiv oi /gdfitvoi , Toinvra xco t« n^uy^ma 
avToJg uvdyxT] tivai' xuXwg (J", ((pri, öoxti /xoi xnl tö tov ldQxiX6)(ou nt7Toifja,'h<r 
Kai (pQovevai toi', oxoLoig iyy.v(}iwaiv iqyfiuaiv. 

V. 11 [37 K. = 7 St. = 41 M.] in Sexti libris legitur: to J" öXov tv/nai fi'(«/>: 
Vitium non sustulit Stui'zius, qui to öt ouXov ^ntvxtTiu tvoti^v scripsit, quamvis 
hoc probaverit Karsten, nam intolerabilis iste est hiatus, neque illud tvxtTai quo 
referatur, habet. Ego inserui nüg, quod non raro a librariis temere aut additum 
aut abiectiun esse constat, conf. Porsoni notam ad Acschyl. Prometh. v. 362 apud 
Blomfioldium. lam haec erit Empedoclis sententia, se quidem ipsam veritatem 
pcrspexisse, quam ])lerique omnes in tanta praesertim vitae humanae brevitate 
tantaque sensuum fallacia perspicore nequeant: ita fieri, ut plerique, etsi cxiguam 
tantum veri particulam fortuito cognoverint, omnem tamen rerum vim et naturam 
mente et cogitatione se complexos esse glorientur. In eandem sententiam disputat 
poeta infra v. 199 [K. = 146 St. = 237 M.J : 

ßtrtiQ untlnovu yijg rt /^u^^ij xul duipüog ui9)'iq, 
'Sg diu noXXwv dt] ßooTiwv (>i]9iytu /xuialüig 
^Exxt^vrui atofiüzwv, oklyov rnv nuvxog iSövtotv, 

ubi similiter vulgi temeritatem et aiTogantiam increpat, quod, cum paucissima 
quaedam viderit animo, tarnen de omni rerum natura disputare audeat. V. 12 
[38 K. = 8 St. =- 42 M.] Sturzius «t'ro;? scripsit, nulla idouea ratione perductus: 



Commentatio de Empedoclis prooemio. 23 

17 se et inquisivisse et amicis prodere: sed cognitio renim aut | occultanim 
aiit admirabilmm cum sit admodum difficilis, suo iure de imbecillitate 
ingenii humani conqueritur, quod etiam, ubi lumen veritatis illuxerit, 
quasi praestringatur sibique diffidat. lam consentaneum est poetam 
humanae huius imbecillitatis causas recensere: itaque non dubitavi 
tiibus prioribus versibus subiungere ea, quae apud Sextum leguntur, 
quae ita sunt comparata , ut quasi sua sponte accedant nee facile divelli 



nam quod requirit, Empedoclem dicere frustra illos hanc sapientiam iactare (uti 
Homerus dixit exempli gratia II. XI. 388 : Nvv ih' u ' ^niyQc'apag rctoabv noSbg aV/eai 
auTCog et Xin. 446: ^r]t(foß\ rj äQct J»? ti h'axouiv ä^iov fivcu Tgei^g ivög uvtI 
TifcfäaS^ai ; infl av mn iv/tut «ikcog [ubi nunc legitur ovrcog]) , id si quis accura- 
tius consideraverit totius orationis conformationem , in bis ipsis verbis tö <5" olov 
neig fv/iTCii t'tvtti inesse reperiet. Atque si ai'royg legitur, ea quae subsequuntur 
prorsus essent abrupta et diremta ab iis, quae antegressa sunt. Eecte igitur apud 
Sextum legitur oiriog, sed male ibi ad (VQsh' refertui" quorsum pertineat, docet et 
Diogenes Laert. IX. 73 (locum supra adscripsi) et Plutarchus de poet. audiend. 
p. 17 E: xul rä ^Efxnsi^oxliovg fffrw TT^ö/fiQa ravri' Ovrcog ovt' ^niöiQxrti tüS' 
ürÖQÜaiv ovt' InaxavaTÜ Oirf rdw 7Tfot).t]7TT(c, ubi pessime illud ovTojg Plutarcbo 
tribuimt, quod quam perversum sit, vel praegressum tcutI documento est. Apte 
autem illud oiTcog praemittitui- sententiae satis gravi et incitatae: ita infra v. 96 
[K. = 69 St. = 70 M.]: 

Oittog »/ ^iiv 'iv ix nXtovwv fiifiä9iixi (pvia9ai, 
'uSi nüliv dimpi'vToc kvog nXiov' ixriUSovaiv, 
T>] ,((£V ylyvortai te xal ov acpiaiv ij.i7tiSoc: al(äv 
Hl Si lu6' akXuaaovza diaiJ.7tcoic ovSufiu Aij'yfi, 
TuVT>] (J' aliv iuoiv lixlrrjzov y.azu xvxXov, 

ubi non recte PreUerus repugnavit ei rationi, quam in Actis Soc. Gr. I. p. 203 
[Opusc. 11. 3] et in Zimmermanni Annal. 1837 p. 447 seqq. institui. V. 13 [39 K. 
= 9 St. = 43 M.] av if ovv scripsi pro vulg. ac ovv, non solum numerum ut cor- 
rigerem turpemque tollerem vocalium litterarum concursionem , sed etiam ut com- 
modo yinculo sententiae necterentur: wd" llida&rjg autem non significat, quod 
Karstenio visum devertere, venire in aliquem locmn, sed est quando ita concupivisti, 
ita postulavisti, nam hdCealhu , quod est apud Homerum declinare de via, apud 
eos, qui post secuti sunt, poetas significat festinarc, propcrare , petere; eo modo 
dixit Euripides in Hecuba v. 98: \Exdßy], anovSfj jiQÖg a' iXiüaH^r^v Tag ötanoavvng 
Gxrjvdg noohnovau. Et sie Empedocles ipse dixit v. 292 [K. = 304 St. = 360 M.]. 

Ai9)]() ixzoc iaw ÄiÄttjftirog oftßQOV iQVxei, 

quod cave ad verbum ).iXu((x> referas. lam pronum fuit dicere fntl oiJ" ü.iüa&rig, 
quundoqtddem ita studuisti , peticiati. V. 14 [40 K. = 10 St. = 44 M.J vulgo legitur 
ov nlelöv yt ßQortd] /ufjTtg öqojqiv, quae nullo pacto cum iis, quae praegressa sunt, 
conciliari possunt. Scribendura: ov nXiTöv yt ßQojwv (vel ßQOToTg) ^ f^fiTig 
ÖQWQev i. e. ipsani ex me audies veritatem, quantiim quidem hnviana mens cogitando 
potent assequi, ürmatque coniecturam ipse Sextus, qui haec interpretaudi gratia 
praemisit: mgi di tov juij tivai dg tö navTtVtg üXriniov Trjv uXrjiltiuv, uXX' i<f 
Soor i^vfirai ö avO^Qwnivog Xöyog , XrjTirrjv inaQ^^nv, äiftoaqifi roig JiQoxnjxtvoig 
inicf^Qwv I^i' ovv xtX. Possis etiam scribcre ov nX(ov ijyi ßQorfir) fifjTig ÖQWfitv 



24 Commentatio do Empedoclis prooemio. 

se patiantur: queritur enim poeta, quod tenuia sapientiae semina innata 
sint iugeniis homiuum, quodque multa saepe in ipsius vitae curriciilo 
incidant, quae igniculos illos exstinguant cognitionisque aniorem retar- 
dent, praesertim cum tarn brevis sit liaec vita parum illa quidem 
vitalis, ut qui vel in omnes partes de summis rebus inquisivisse sibi 
videatur, pauca tautum mente perceperit. Respexit autem hunc potis- 
simuni locum Cicero in Academ. Quaest. I. 12, 44: sed earum reruni 
obscuritate, quae ad confessioneni- ignorantiae adduxerant Socratem et 
vel iam ante Socratem Democritum, Anaxagoram, Empedoclem, omnes 
paene veteres: qui nihil cognosci, nildl percipi, nihil sciri posse, 
angustos sensus, imbecillos animos, brevia curricula vitae, 
et (ut Democritus) in profundo veritatem esse demersam, opinionibus et 
institutis omnia teneri, nihil veritati relinqui, deinceps omnia tenebris 
circumfusa esse dixenint. Eodeni spectat rursus II. 23, 74: furcre tibi 
Umpedocles videtur (cum negat quidquam sciri posse): at mihi dignis- 
simum rebus iis, de qnibus loquitur, sonuni fundere. Num ergo is 
excaecnt nos aiit orbut scnsibus, si parum magnam vim censet in iis 
esse ad ea, quae sab eos subiecta sunt, iudicanda? At licet difficillimam 
sapientiae cognitionem esse Empedocles contenderit, tarnen ut amicorum 
voluntati satisfaciat, se iam, quae ipse invenerit, quantum quidem fas 
sit scire hominem, expositurum esse dicit. Neque vero illud quidquam 
habet offensionis, quod, cum ab initio et Telaugem et Pausaniam allo- 
cutus esset poeta (Co cpiloi)^ iam ad unum deflectat oratio: est enim 
hie quoque, ut iam supra indicavi, Pausanias intelligendus, qui cum 
ab amico studiorum socio postulasset, ut continuo ordine dilucideque 
universam doctrinam explicaret, solus fuit Empedocli appeliandus. 
Atque eodem prorsus modo Archestratus variat orationem et a plurali 
ad singularem flectit, vid. versus apud Athenaeum I. p. 29 B: 

"JMt] /()/) YiQ(cöv. noXiov a<fi6d(j(c xqutic ifiOQovvra — ^uv yaQ 
'E^((i(fVT]g ((VTov yti'ot), juij 7ii>6a!ltv ^i'HaDti'g, 
Evoidr]g lAt'v aoi d'ü^ti rov ^dtaßiov tivui 
AlüXXov. 

Nec plane dissimilis est üle locus ex Lustralibus carminibus, de quo 18 
supra disserui [p. 20]. 

Iam poeta, postquam dixit se ipsam veritatem, quantum quidem 
huniani ingenii acies rerum naturam valeat compreliendere , explicatu- 
rum esse, graviter invectus est in eorum vecordiam, qui omnia se 
indagavisse praedicent et plus, (juam homini conccssum, sapere sibi 
vidoantur: docet hoc Sextus Empiricus [adv. Math. VII. 124J, qui ubi 
isla adscripsit, 



Commentatio de Einpedoclis prooemio. 25 

av oiiv, infl üiS' lliüad^rig, 
TJivGtcii , ov nXtTov yt ßooToTg fj fitjTig öoMotv, 

haec subiungit: /mI did tcov l^r^q eniTtlrj^ag xolg TtXiov STiayye'k- 
Xofxevoig yivtüa'/,eiv Ttagioxi^OLv, otl tö öl' eyjdorr^g alad-i^aeiog Xafx- 
ßavopievov tcigtov iazi, rov loyov tovtojv STriaTarovvzog , /.abtEQ rcqö- 
TEQOV ■A.azaÖQai.uov rr^g a/r' avrcüv 7ciOT€0}g. Atque eodeni plane modo 
etiam Xenophanes et Parmenides, cum diviua quasi vi et numine in- 
citati ipsam veritatem accuratius cognovissent , sed in hac ipsa veri 
indagatione, quam caecis tenebris omnia essent obducta quantaeque 
difficultates et impedimenta perscrutantibus rerum naturam obiicerentur, 
animadvertissent , acriter vituperarunt immodestam ülam arrogantiam, 
quae omnes et humanas et divinas res se percepisse gloriatur: vid. 
Cicero Academ. Prior. II. 23, 74: Parmenides, Xenophanes, minus honis 
quamquam versihus, sed tarnen Ulis versihus increpant eorum arrogan- 
tiam quasi irati, qui cum sciri nihil possit, audeant se scire dicere. 
Et Xenophanes quidem (apud Sext. Empir. YII. 49 et YIII. 326) ut 
ipsi est di\inior mens, ita hac conscientia elatus longe spernit ahorum 
commeuta, quippe qui sensibus fallacibus confisi nihil omnino digno- 
scant, licet sibi sapere videantur [fr. 14 M.]: 

Kai TÖ f/.tv oiiv ßa(pig ovTig uvrjQ yivtj' oi'di rig fOTCci 
Eiöuig üju(fl d^fwv Te xcd üaaa kfyw vrfQt ndvTwV 
Ei yuQ xai r« (xühoTa tv^oi TtTiXtOfi^vov tiniöv, 
jlvTog Ofiwg oiy. oldi, äöxog d' inl naat t^tvxtki. 

Eodemque pertinet versus , quem ex Xenophane Plutarchus Sympos. IX. 
p. 746 B. affert [fr. 15 M.]: 

Tui'za ötöö'^uajui utv foixÜTu Tolg hi\uoiaiv. 

Et sie Parmenides quoque [v. 120 M.] non minore fiducia vulgi opi- 
niones spernit, vid. apud Simplic. in Physica f. 9 [p. 39, 8 Dielsj: 

Töv Oot. ^y(b öidxoafjiov toixoTcc tiüvtu (faiii^ü), 
'llg or lurj noTS Tig at ßQOTtJj' yvtour] naotXdaati 

et ibidem [p. 38, 30 D., v. 110 M.]: 

19 Ev TW aoi TiuLü) marov löyov t)dt vörjutc 

lAjUfftg aXrj^iirjg' äö^ug iT (cno Tovifi ßoorti'ovg 
Alüvii^Hvt. xöauov $fA,wv tni(ov unctTTjkov äxov(ov. 

In eiusmodi enim locis uterque et Xenophanes et Parmenides hominum, 
qui sibi sapere videantur, arrogantiam et vecordiam notarunt, idemque 
Empedocles quoque in carminis exordio fecit. 

lam Empedocles ut sibi procul sit tarn improba mentis fiducia, 
a diis optat; Sextus enim Empiricus ilüs, quae modo adhibui, ipsos 
Empedoclis versus subiungit, ut doceat philosophum non omnem 
sensuum vim penitus sustulisse; qui quidem versus [41 seqq. K. = 



26 Commentatio de Empedoclis prooemio. 

11 seqq. St. =- 45 seqq. M.] satis depravati et perturbati sie videntur 
conformandi esse: 

15 AkXä i^iol TüJv juh' jLiavirjv nnoTQixpuTt yluiaaijg. 
Ex J" öauüv aTOjachiov xc(Ha()ijv o^tTtvGuTt nrjyi^v. 
Kai ai, 7ioXvfivi]OTt] XtvxMlevt nnQiyh't MovGa, 
AvTOfiai, (UV d-^fJ-ig ^gtIv i(fr]/xiQioiGiv ccxovav. 
Il£fj,ne (F^ _«' Ei'Geßirjg IXciova^ fvi]vtov ctQfia. 



20 Mfjöi av y' (vöö^oio ßirjGtut iivQ^tu Tifirjg 

ITQog xh'rjTüiv fcvcah^Gxf^ai , ^^i' u) ^' ÖGirjg nXfov iimiv. 

GÜQGfi ' xcd TOTi 6r] GO(fir\g In'' uxgoiGi ^odifig. 

AXV uy üd-Qti TTuGri TTaXdfiij, nfj SfjXov 'ixaGrov, 
Mrftt ri öipiv f^wv Tiiarijv nXiov i] xht^ uxov^v, 
25 iVy>Jr' uxorjv iQidovnov vni(i TQavwfj.iira yXu)Ga>]g, 
AlrjTt Ti TUiv üXXwv, önÖGri nÖQog ^Gt) vofjGui. 
rvfoiv niGTtv (Qvxi , von J' r] tSijXov fxaaTov^"). 



10) V. 15 [41 K. = 11 St. = 45 M.] restituit Fabricius ex libris msc. cum vulgo 
legeretur: uKvtuv dmTQtipcat . . . xa'i^anäv d)^tvGaTs. Sic alio loco [165 K. = 169 St. 
= 189 M.] : 

Aiitu^ iyü) naXlvoqooc iktvoo^ai ig nopov vfivujr, 
Tov TtQOtiQOV xa^iXe^a, Aoyo) Xöyov Blao/itivtav 
Kaivov. 

Ita enim haec comgo, vulgo Xöyov ino/tTtvoiv Kiivov legitui'. [Sed cf. Bergkium 
in Diariis Antiq. 1842 p. 1002 (Opusc. II. 47) Xöyov Xöyov t'^oxtTtvwv coniectantem, 
quam correctm-am recepit Stein.] Y. 17 [43 K. = 13 St. = 47 M.] Musa noXvfiv^GTtj 
vocatur, non ut Karsten arbitratui-, quasi proprio nomine, ducto ab adiectivo 
noXvfivTjGTog , sed quasi virgo, quam multi expetunt proci. quae multorum viget 
laude, uti est apud Homerum. V. 18 [44 K. = 14 St. = 48 M.] üxoüiiv tarn ad 
ävToutti , quam ad ff^^/nig IgtIv pertinet, illud enim precatur a Musa, ut se edoceat 
Vera, quantum quidem fas sit hominem cognoscere rerum uaturam, sicuti supra 
ipse profossus erat amicos a se audituros esse, quantum quidem humana investi- 
gatio penetrare valeat: 

av J' ovv, iml tuj' iXiua&tjg, 
I/tvatui, ov TiXeiör ye ßfjozol? i] fit]ric o()uif)(v. 

V. 19 [45 K. = 15 St. = 49 M.] legitur vulgo TUf^nn n(t{f tvGtßir]g, quod ferri 
nequit, nam praepositio nuQu prorsus est praepostera, et requiritui- aliquid, quo 
referatur illud Tiifxnt: itaque scripsi /Z^jUtts S^ (ji\ EvGiß(7]g iXdova' tvr^viov ÜQfia. 
Hoc enim consentancum est poetam precari, ut Musa se, cum viam ingressus sit 
paucorum ante pedibus tritam , satis illam quidem difücilem et praoruptam , ducat 
et comiter prosequatur: iure autem Musae currum tvtjvtov dixit, sicuti Plato in 
Phaedro p. 247 A: t« fiiv Uiwv ^)y^r\uuTu iGOQQÖnojg fvqviu övtic Quö'ioyg noQfi'tTai, 
TU (U äXXu noQfL'ovTca fiöyig- ßQCOti yuQ 6 Tijg xdxr]g 'innog ntrfx^)v inl yijv Q^nwv 
rt xal ßKQvvorv, ^v jurj xaXojg 5 jtfhQUfi^^vog vno rwv rjviö/iov. V. 20 [46 K. == 16 St. 
= 50 M.]. Leguntur haec etiam apud dementem Alex. V. p. 576 A [628 Pott.]: lacjg 
(f^ xal To ihiTÖv IxtTvo tldog r(bv ix xov Tit{iinHiov xö (v Toig Xöyoig (vdo^öv rt 
xal intGiTjfiuvixuv xuXoufxtvov ovx ünjjXXuxiai ätuiQtiv öö'^av anö t« ivxXtCag zat 



20 



Commentatio do Empedoclis prooemio. 27 

Deos autem cum invocat Empedocles , nt suo incepto faveant, ut 
sanctam sibi nientem sanctamqiie orationem praebeant, censendus est 



alrjx'hiiag' MruVt Gi y' sMö^oio ßir'jGtTai ävOsa ri/nfig Hgös üvrjTuiv tcviltaS^ai , i(p' 
(1) 0-' öahjg nXiov dntTv. Et prior quidem versus eodem prorsus modo apud Sextum 
legitur, alter vero ita scribitm-: nobg (H'arwv äveWa&ni, i(p' w .9^«jjjs- (Cod. Vratisl. 
^(fojxi^oftrjs. Cod. Ciz. ^(p' <ü &o(ir]g) nXf'ov ilmTv. Et ipse quidem in Actis Soo. 
Gr. I. p. 205 [Opusc. II. 6] ita conieci haec corrigenda esse: Mrjäi av y' tvd. 
ßi^asai üvxita ri/utjg ... Af' oj &(ürj TiXtov iintrv, parum recte: quamquam etiam 
nunc probo illud au yt . . . ßirjaecci, nam nullo pacto dici potest, quod Karsten 
voluit, qui vulgatam libroruni lectionem serva\dt, fitj^t rö ccvtXt'aOai äv&sa Tiufjg 
ßiriGiTuC ae , quod quantopere ab Empedoclis poetae oratione abhorreat, facile qui- 
libet inteUigit: itaque nunc nihil aliud nisi incommodum illud aveX^ad^ai sustuli: 
Mrjöf av y'' sMö^oio ßi^a'ecci. ävS-ea rifi^g IJQÖg xh'TjTcöv AvaäeTo d^ni , i(f' (p {f 
öa(r]g nXaov dnttv. Coronis qui tempora cingunt, victores sunt summumque hono- 
rem adepti, eleganter igitui- poeta id transtulit ad eos, qui nimio honoris incitati 
studio se iactent etiam ea scire , quae hominem scire nee fas sit nee liceat : conferas 
Simonid. fr. 28 [10 Bgk.] : 

TL? Sri Ttöv j'£ vvv toouaSs niruXai fiVQtwv 
"H aztifävoiai (loSiav urtd^aato \lxag 
Ev (xytäri mqiy.xioyoiv ; 

Adde Pindarum in Nem. 11,28: uviiriaäutvög rt xö/nav Sv noQ(fVQioig "E()Viaiv, 
Isthm. 1, 28: Tur ü&oöoig icvöriadutvoi Üuixüxig "Eovtöiv xairug, ibid. II, 15: JwQdov 
ßi'Tw aTf(füv(o^cc y.ofxa Tliumv ävaöd^G&ai aO.iviov et sie alibi saepius. Adde 
Platonem in Symposio p. 212 E: y.cu ratviag (/ovtk ^ttI r^g xi<pa).flg nävv noXXng, 
xal iineiv, . . . fj (cni(i)fA.ev uvuöt]aavrtg fxövov lAyäxJ^wvu xtX. Et ad eundem morem 
omatum poeta se ipse fingit in Lustralium carjninum exordio [393 K. = 356 St. = 
401 M.]: 

UtaXsiJfiai fiitu nüai tszi/iiivoc , wantQ ioixev, 
Taivlaig ts TttQlareTtzog azi^ioLv ts d-aXeioic. 
ToXaiv afi' evt' av ixuifiui ig uottu rriXeSöiurru, 
AvÖQäaiv T]di yvrai^i OißL'Zoj.iai. 

Ita igitui- in hoc loco Musa Empedoclem monet, ut ne nimis honoris sit avidus. 
UvudtlaUcd autem ilvthtu TifiFjg quod dixit poeta, neque ävUiai , quod fortasse quis 
exspectaverit, illud veHm animadvertas , uon proprio usum esse Empedoclem hoc 
verbo, sed transtulisse omnino ad bonam hominum existimationem , nihilque aüud 
«V.'/f« Tifj.fig esse quam rjjU/jj': iam uti Simonides vixug ävuStlaötit , ita Empedocles 
ärtitcc ri/ii^g (h'ic^iTa&at dixit. Extrema autem pars versus a Clementis übris recte est 
tradita: itf' w d' öairjg nXiov tlmlv h. e. ea lege, ut plura eloquaris quam fas est. 
Uti enim poeta in iis versibus, qui praegressi erant, quonim argumentum accurate 
exposuit Sextus, gi-aviter vituperaverat impietatem ülam hominum, qui omnia 
omnino se percepisse dictitarcnt, ita Musa, casta virgo, quam poeta precatus erat, 
ut Pictatis cmTU se proveheret, hortatur poetam, ut ne nimia honoris cupiditato 
praeceps actus in idem arrogantiae vesaniaeque crimen incidat; itaque etiam supra 
deos oraverat, ut ex sancto ore sancta proflueret oratio. V. 22 [48 K. = 18 St. = 
52 M.] O^oäCftg scripsi, apud Sextum enim ^f^odCd vel ^o«f»j legitur. Proclus, qui 
Ms utitur, in Tim. p. 106 E xul rdi^e r^? aoifirjg in' äxQoiai xi^oäCfi exhibet, 
Plutarchus denique de multit. amic. p. 93B: 't6 inö tov ^EuntöoxXtovg Xtyöfztvov 
aoi^Cug In' üx(tuiai Oufxii^ttv. Corrigunt O^oüaug, Vel quod metrum roquirit, 



28 Commentatio de Empedoclis prooemio. 

communem consuetudinem j secutus esse, ut alias quoque poetarum more 21 
orationem ad vulgarem captiim accommodat. Sunt enim alii quoque 



'^odaatig, nee tarnen opus est tempore futm'o: aptius praesens, nam Musa poetam 
iubet bono aniuio esse: sibi si confidat, contiuuo se illum ad summum sapientiae 
fastigium evehere. Y. 23 [49 K. == 19 St. = 53 M.] aliqiüd vidit Kai-sten, cum 
24A;.' üy(, t(,')()ei n.aiuncdüfxy scriberet, tui-pi ille quidem hiatu elegantiam numeri 
corrumpens. Apud Sextum legitui-: 'Allä yccQ k&qh nag tkcIicjuij, in qua lectione 
non solum «AA« ycif) incommodum est, sed multo magis illud nag: quod recte se 
haberet, si poeta omnino homines adliortaretui- , quam viam in veritate investiganda 
insistere deberent: uti est apud Cratinum in Ulixibus apud Hephaest. [p. 51, 10 
Gaisf. Frgm. 15 Mein. = 144 Kock.] : 

Ziyär VW ünug i/t aiyüv 
Kai ndrza Xoyov za^v ntvati 

et apud Aristophanem in Acharnensibus v. 204: 

TffSt nü? inov ÖIvdxi y.al zov ävdoa nvv&ävov 

et V. 282: IlaTt nag röv /uiaQÖv, si recte hoc emendavi: cf. praeterea Euripides 
Rheso V. 685, 687, 688, 690: at non cadit id in bunc locum: nam primum Empe- 
docles nunquam multos simul compellat, sed ad unum aliquem ex amicis, quibus 
Carmen inscripsit, sermonem convertere solet, deinde autem, quod longe gravis- 
simum est argmnentum, non ipse poeta hie loquitui-, sed refert, quae ipsi sapienter 
praeceperit Musa. Itaque non dubitavi !aW äy' ä&Qn ndar^ naXäfxy corrigere: 
hoc enim a poeta flagitat dea, ut ipse omnem vim mentis ingeniique aciem intendat, 
quo possit verum perspicere, neve nimis sensuum fallacium praestigiis confidat. 
Verbi autem cu'i^QsTv prima syllaba, quae alias producitur, hie correpta est, ut 
Empedocles in verbo äxQog , aliis variare solet. V. 24 [50 K. = 20 St. = 54 M.] 
apud Sextum legitur: Mi^n nv' öipiv f/'"^ niarti nliov fj xar' äxovi]v: at nvä 
öxpiv hie prorsus incommodum, itaque n scripsi; nee fem potest niarfi , correxi 
niaTT^v, quo verbo etiam Parmenides usus est [v. 110 M.]: 'Ev tü) aoi nano marov 
köyov. 'H xut' dy.ovr)v, possit aliquis coniicere fj xa) äxovijv. sed recte se habet 
xard. hoc enim vult poeta, non esse visum fide digniorem quam auditum, si haec 
secum componantur; id quod deinde variata orationo vntQ TQaviöfjiara yhöaarjg 
dixit. V. 25 [51 K. = 21 St. = 55 M.] äIijt' äxorjv scripsit Karsten, vulgo '// axor'jv, 
quod otsi ferri potest, tarnen vastius os diducit: «;for; autem ^(jühjmog cum vocatui-, 
non tarn auditum, quam aurem signiücat, uti est etiam apud Parmenidem apud 
Sext. Emp. VII. 111 [v. 55 M.]: 

Niofiüv äay.oTtor o^fia y.al i^x^'l^oauv uxovi\v 
Kai yXiöaaav, (ubi tvffxoTTov.potius requiritur). 

Adde Hermippum ap. Athen. XIV. p. 649 C: 

A7tta9ln fiov Ttjv uy.nr^v 

et Grammaticum in Bekkeri Aneedotis I. p. 369, 1: axoriv uvri toü ovg- oikw 
'l'Kjr/.näjrig. Sopater apud Athen. III. p. 86 A : 

'A).}.' ta^i • Zii.).lvt]g yuq i^aUprtjg fiiyug 
'Ay.odg fiiZuidog tj^og tlg i^üff ifltj. 

V. 27 [53 K. — 23 St. = 57 M.l vulgo legitur vöei {h' jj JjjAor 'ixuarov, quod pridem 
correxi, viditque hoc etiam Karsten. 



Commentatio de Empedoclis prooemio. 29 



versus, in qnibus d-eav nomine utitnr ita, iit divinum numen significet, 
uti est V. 354 [K. = 342 St. = 387 M.] : 

Olßiog og d-ei'on' nnanidwv r/.Ti](JnTo nkovTov, 
/IftXog iV (1) axoTÖfcfdcc 'hfüv ntQi ööi^u jufurjlf7>. 

Et ipsuni divinimi numen dixit etiam illo versu, de quo mox [Opusc. 
n. 42] dicitur: 

Aldiov, TckaT^taai xccnGif Qriyid/Lisvov ooxoig. 

22 At est etiam ubi distinctius d-edg dicit, uti est v. 162 [K. = 127 St. = 
142 M.]: 

OvTO) /.iTj a' ändja (fo^vug, wg vv xsv ulXo&iv tlvuL 
OvrjTdJv, oaaa ys öfjla ytyüaiv udantTtt, 7ir]yi]v, 
A).}.u Tooüjg TOi'T^ Yad-i , x)(ov ndga, ixvO-ov üxovOag. 

Aliis autem in locis ^soi Empedocli sunt genii illi sive daemones, uti 
est V. 384 [K. = 447 St. = 457 M.] : 

Etg (ff T^Xog fidvTtig xe xa), l\uvo7t6Xoi xctl irjTQoC 
Kai 7iQ6fj.ot uvj^QwnoiOiv Inix^ovCoiGi ntXovrca, 
"Ev&fv uraßkaarovai {Hol Ti/nfjai (fiQiarot. 

Et ad eandem fere normam dixit v. 160 [K. = 126 St. = 141 M.] : 

Kcd re ß-foiig SoXi^aiavag Ti/ufjai (pfQicfrovg. 

lam poeta ut divini numinis auxilium invocat, ita Musam, castam 
virginem, precatur, ut Pietatis curru vecta se ducat sibique suppeditet, 
quae fas sit audire hominem: consentaneum enim est poetam, qui in- 
genue professus erat, angustis terminis et quasi claustris quibusdam 
circumscriptum esse humanum ingenium, qui conquestus erat de bre- 
vitate vitae, quae mortalibus accuratiorem veri perscrutationem in^ädeat, 
a deo petere, ut se per tot angustias et amfractus in liberiorem cam- 
pum, ubi latius possit exspatiari, propitie educat, ut tenebras hominum 
oculis offusas dispellat et, quod quidem fas sit, ipsam veritatem et 
sapientiam pandat. Et sensit sane vates propitium sibi esse numen 
divinum, in se ipso divinae animae particulam esse, quae ingenii igni- 
culos prope obrutos et latentes excitet aciemque mentis acuat, ut plus 
sapiat quam alii omnes, quin ipsimi dignum iudicatum esse divino 
quasi consortio: itaque ipse, ut Suidas v. ^Ef.i7redoyiltß refert, gloriatus 
est ^ivelvai röig xf'SoT.g /.ai f.iavd^dveiv 7raQ avTcov, oVr/^ rolg dvd^oio/roig 
XCiiQovaiv /.ai o/nj uxd-ovrai : non igitur mortalis et dubia est poetae 
sapientia, sed vera et firma, divinitus quasi tradita: itaque eum, quem 
dcus divina hac mente instruxerit, felicem praedicat, infelicem autem, 
cuius animo crassae sint illae tcnebrae offusae v. 355 [K. = 342 St. = 
387 M.]: ^ 

"OXßiog og 0(((üv nQnniSwv ixTrjauTo nXovTov. 
JtiXbg J' (^ dxoTÖeaaa &t(iijv n(Qi cTol« /n^fxtjXiv, 



30 Commentatio de Empedoclis prooemio. 

itaque egregio praeconio decoravit sive Pythagoram, sive Parmenidem, 
sive aKum quem, cui divinior mens erat et subliniius spirabat pectus, 
V. 440 [K. = 415 St. = 427 M.]: 

'Hv d^ Tig iv xtCvoiaiv ccvi]o n(Qiiöaicc fidwg, 

Og Si) fxriy.iarov nganCSayv ^XTt^aaTO ttIovtov, 
UavToiwv TK fjiükiaTa*) ßoffdiv tnirnjavog fQytav. 

OnnÖTE yuQ nüar]Giv ogf^uno TiganiSidaiv, 
'PfTü ye Tcjv övtcov nüvTwv Itvaasaxiv 'ixuarn 
Kui TS «J^x' (ivO^Qbinwv xuC r' tixoaiv tttwvsooiv. 

N'eque aliter ipsi veteres de Empedocle mdicarunt, testis est Lucretius, 23 
qui praeclaris versibus dilucide dicit vix huinana stirpe creatuin videri 
hunc vatem I. 71ö: 

Quorum Acragantinus cum primis Empedocles est, 
Insula quem üiquetiis terrarum gessit in oris, .... 
Quae cum magna modis multis miranda videtui- 
Gentibus humanis regio visendaque fertur, 
Eebus opima bonis, multa munita virum vi, 
Nil tarnen hoc habuisse viro praeclarius in se 
Nee sanctum magis et mirum carumque videtur: 
Carmina quin etiam divini pectoris eins 
Vociferantur et exponunt praeclara reperta, 
Ut vix humana videatm- stirpe creatus. 

Ac Parraenides quidem, cui divina ope quasi contigit, ut arcana 
sapientiae recluderentur, quique mentis gravitatem et castitatem etiam 
ore et vultu prae se tulit^^), cum ex iutimo pectore praeclara praecepta 
petiturus est, in exordio operis divina ope se fingit ad veritatis pene- 
tralia perduci: quem quidem locum tanta sublimitate et gravitate exor- 
navit, ut nescio an ullus sit alius in Graecarum litterarum monumentis, 
qui cum illo componi possit; Danten potius aliquem, infema regna 
perlustrantem , audire tibi 'videris: 

Innoi, Tal /ne ipi^ovaiv, öaov t' inl Onfiög Ixüvoi, 
n^finov, Intl y" lg oSov fjC rjOav no).vqr]juov äyovOai 
/laifiovog , ij xuxa n&v ttüvtt] (p^ofi ff(hh(c (/wr«' 
Tfj {ffQÖfitjv, Tfi yuQ u( nolvifQuaroi (f^oor innoi 
5 Aofjiu TiTuhovanf xovqui rf' odov rjyfjuortvov, 
II).i(c(hg XOVQUI, nno).i7Tov(Tui i^w/uara vvxTÖg, 
Eig <f((og, waüixivui xqutwv Uno yjQ^^ xuXvmQug. 



[*) Sic Bergkius emendavit, cum vulgo legeretur rt /j-ühaiu.] 
11) Eximie Parmenidem coUaudat Plato in Theaeteto p. 183 E: Mihaaov 
fitv xul rovg ülXovg . . . rjZTOv (dayvvo/xcu fj 'iva Övtu If(C()Ufvf6r]V. nn()U(v(<^r]g 
rf< u(ji ifKiCviTui , To ToD 'O/uTjnoij, ah^wög t( fxoi ü/uia öiivög Tf ' aiunQocs^fii'^«. yuQ 
äii TW uvthn Tiiivv vfog iiüvv TrofaßLTTj, xid (xoi l(fMivr\ ßüDog ti /-'/ftv nuvTiinuai 
ytvvuTov. 



Commentatio de Empedoclis prooemio. 31 



!k^ft)V (F' fv xvof^Gtv 'iei avQiyyog avTr\v 
Aiihöfxfvog , ^otoTs yctg ineiytro ^ivwtoTgiv 
10 KvxXotg (ifxifOTEQbid^tv, OTt aniQ^^oiaro ni^nnv, 

^Ev^a ni'Xui vvxiög Tf y.cu >jfj.uTog dal xsXivdcoj', 

Kitt a(f(cg vn^Q&vQov afxipig f^fi xcd Xdivog ovSög. 
Alt cd J" ccid^foicct TTlfjvT' tvy.tküSoiai ihvQtT(ioig' 
Twv dt zir/CT] noXi'Tiotvog f/si xXr)T6ag ciftoißovg. 
15 Ti]V är] 7taQ(fdfi,tvai xovQUi /naluxoiai XöyoiGiv 

24 Tftiaav inicfQKäewg, äg 0(fiiv ßaXavcoTÖv o/fja 
^AnTtQtwg üaeie nvl^iov äno' xui 8\ S-vQiTQOuv 
Xäafi' ä^KVig TTOirjaccv, uvunräuEvat 7To?.v^äXxovg 

^kfov«? ^v avoiy^iv uuoißcaSov dK^ccGai 
20 r6fj.(poig xcu ntQÖv^aiv ägriQOTug' »j ^« 6t^ uvroJv 

^Id-vg f/ov xovQcct xcct' icjua^tTov äo/xa xcu innovg'^'^). 

Qui locus dignus sane est, ut cum Empedocleo prooemio componatur. 
lam vero ea, quae subsequuntur in Empedocle, parmu inter se 
cohaerent, ita ut non temere suspiceris plures versus intercidisse, idque 
etiam Prellerus et Karstenius arbitrantur. Firmatur autem haec con- 
iectura vel eo, quod etiam in Parmenidei carminis exordio, quod apud 
Sextum praecedit, plura aut ipsius Sexti negligentia omissa aut libra- 

25 riorum culpa obKtterata deprehenduntur^^). Et in hoc quidem | loco 



12) Paucis reddam rationem eorum, quae in difficillimo hoc loco immutavi. 
[Exstat autem ap. Sext. Emp. adv. Math. VII. 111.] V. 2 scripsi ^nei y' ig öäöv /u' 
ifictv, \'uIgo intC u' ig 636v ßfjaav legitui": haec autem est poetae sententia: eqni, 
qui me ferunt, vexerunt vie quucimque anivio hibuit, uhi in-imum perrencrunt in 
viam divinam. V. 3 eximie emendavit Boeckhius nßv Tzdvry, vulgo nrivr' icTtjtpsQSi. 
V. 5 subiunxi statim eos versus , qui vulgo nonum et decimum obtinent locum : nam 
hie omnino requiritur accuratior descriptio, sed tarnen videtur unus alterve versus 
excidisse post illa ort anttj/oiuTo niimtiv, item post v. 11. V. 13 scripsi nXrjvr' 
ivxtXüöuiai O^vfjiTooig, vulgo nkfJTut fxiydXoiat legitur. 

13) Ita apud Sextum versui 30 [K.] statim subiungitur hie [52 K. = 53 M.] 

'AXXa av tt'iad' ü<p' oSov dti^r^aioe tlQyf ^'örjfia. 

at vero ex Simplicio de coelo fr. 137 A ed. Aid. cognoscimus duos praeterea versus 
satis commodos institutae sententiae inserendos esse, qui propter exordii similitu- 
dinem facüe poterant Ubrariorum sedulitatem faUere, ita ut sie couformandus sit 
iUe locus [v. 28 seqq. et v. 53 M.j : 

/ot(x) (J{ Ol Tcärta nv9ta9ai, 
'llfiiv d?.t]&cliic iV7Zti9ioc: utQtxig r\tQq 
'ijd'i ßqotwi Jo'las, tut? ovx ivi nlatig ukij^ij?. 
'aXX'' ifi^tj? xal tavxa fia9ilotai, <ü? zu do/.ovvta 
XQt] doxifjLtoaititrui diu nuvto: nävta niQiüvTa. 
'aX/.u av zt'iaö' d<p' odov i)tt>}öto? tlQy^ rotjixu. 

Scripsi quamquam dubitanter (foxijuo)aiuirc(i: A-ulgo <h)xi\uovg i^vici vel iioxi/uiog 
i(vui k'gitur, qiioruin ueutrum satis commodum est: recto vero iam dicitur tioxi- 
ficja^fxtvui (infiniti\Tis futuri cum x^U coniunctus nihil habet insolentiae, praesertim 



32 Commentatio de Empedoclis prooemio. 

abruptum orationis filum vel illiid /.irjde arguit. lam vero haec non 
ipsiiis Empedoclis sunt praecepta, quae cum amicis communicaturus 
est, hos enim satis superque in praecedentibus cohortatus erat. Yenim 
Empedocles, uti censuit hominem deo tantum duee ad ipsius veritatis 
sapientiaeque templa penetrare posse, ita nunc exposuit, quo pacto 
divinum numen, ciiius propitium animum modo flagitaverat, faciles 
praebuerit aures ipsumque instituerit, qua via in veritate investiganda 
incedendum sit. Musa igitur adloquitur poetam monetque, ne sui 



cum futurum juafh'jasKi praegressum sit): haec euim est Parmenidis senteutia, ei, 
qui universam rerum naturam, qui ipsam veritatem mente et cogitatione velit oom- 
prehendere, etiam ea, quae veritatis tantum speciem aliquam prae se ferant, 
examinanda et cognoscenda esse, /loxifxoöv autem ru öoxovvju est fere idem, 
quod JoxiudCeiv. existimare , perpendere aliquid, uti est in epistola, quam vulgo 
Pherecydi tiibuunt, quamvis subditicia, at vetusta certe, apud Diog. Laert. I. 122: 
av 6t fjv Soy.ifXMar^g avv rolg äXXoig ao<foTg . oi'Vw fxiv (ffjvov fjv öt ov Soxi/LioKrrjTf, 
fj.Tj (frivr^g, ubi significat idem fere quod probare. At fide digniorem etiam auctorem 
habeo Sappho Lesbiam, quae feolica huius verbi forma usa in versibus, quos 
nuper Letronnius ex Papyro publici fecit iuris, Soxiuiofii*) dixit: 

Oiid' Xuv doxlfiwfii TTQoaiöotaav (püoc; uZlia 
'Eaasad'aL aocplav naqd^tvov tig ovdkva rtuj ;fpovov 
Toiavtav. 

Distat hie verbi (^oxijuo)/xi significatio non ita longe a vulgari vocabulo (^oxiö, nisi 
quod firmiorem aliquam persuasionem indicat: existimo autem idem hoc verbum 
etiam Aeschylo vindicandum esse in Persis v. 87 loco satis corrupto: 

Joxt/xoi tJ' ovtic: vnoaxug fiiyuXip ^tv^ati (pwzwv 
E/VQOT? 'i^y.saiv t^pyetv u/xa/ov xvina &(xXaooijc- 
ATtiiöaoiarog yuq 6 JJiqaüy oi^aro? u^xl(p(iv>v tt Xaoc. 

Legebatur: (Soxif^dg d" oüng imoardg , in quo explicando editores operam frustra 
consumsisse videntur: Soxi/tHj autem, quod scripsi, non sine vi quadam in prin- 
cipio carminis est coUocatum : chorus enim Persarum ipsi quae sit fiducia in exer- 
citus robore et iuventutis Acre posita, libere profatur. lam si iioxi^ü legitur, 
proprie tTlnya requiritur: atque id ipsum exhibent aliquot editiones, at vero huic 
formae carminis lex et modus adversatur, sive in tetrametros, id quod praestat, 
sive tu in dimetros, quod vulgo fit, Carmen dispescas: nam dimotri quoque ionici 
continuo ordine decurrunt, neque ancipiti syllabae locus est: itaque retineo infmi- 
tivum tioyfiv; solet enim apud Graecos, poetas praesertim, mobilis atque frequens 
esse transitus ab oratione recta ad sermonem aliunde suspensum , ita ut duo diversa 
prorsus dicendi genera confundantur et quasi in unum coalescant. Jta ne longe 
petam, legitur in eadem tragoedia v. 188: 

Tovtü) atuaiv rtv\ tag iyix> 'döy.nvv o'päv, 
Tiv/iiv iv u).X}'iX>]ni- nale J' Lfioe uu.f^oiv 
Xattixe xuTtQiivvfv. 

Conferas Meinekii notam ad Theocrif;. 12, 14. 



[*) Cf. infra comraent. de Chrj'sippi Hbris 7ti(jl unotputixüv c. i:3, 2. Postoa ipse Bergki 
in Sapphns fr. G9 scripsit doxlfioifii.} 



Coramentatio de Empedoclis prooemio. 33 

fiducia elatus superbiat et arcana profanet. Consentaneum autem est 
poetam in iis, quae interciderunt, exposiiisse, ut Musa volens lubens- 
que ipsi adfuerit animmnque sapientiae praeceptis imbuerit. Secutus 
est autem Empedocles etiam in hac carminis parte Parmenidis vestigia, 
qui cum finxisset divina ope se in eum locum pervectum esse, ubi 
diae aurae luminis satis largiter essent diffusae, quo sermone ipsum 
exceperit lustitia exponit [v. 22]: 

K(u fi€ {hfu 7iQÖ(fQü)v vntöt^uTo , /sma dt X^'Q^ 
^f^iTfQTjv aXav, wSf J' 'inog <f>äro y.aC ut TTQoarjvSw 

'£1 y.ovQ^ ud-avc'noiGi awdoQog r^viöxotOiv, 
^Innoig, rctC as qj^Qovßiv, ixüvwv rjusreQov Jw, 
Xc(i'o\ Intl ovTi as fioToa y.ay.i] nnovntune vttad-ut 
26 . T/JvJ' dSöv (jj yuQ «n' dviyQwjKov ixrdg tiutov tariv), 

'AlXic i}tixtg TS SCy.T] rt. 

lam cum Musa Empedoclem cohortata esset, ne laudis studio ad impro- 
bam aiTOgantiam abripi se pateretur, videtur eadem exposuisse, quot 
cum diöicultatibus et laboribus ipsi esset deluctandum, si veritatem 
vellet indagare: at Musa, quae poetae animum a proposito propemodum 
deteiTuerat, quae imbecillitatis humanae conscientia turbarat, eadem 
etiam languescens iam Studium reficere novasque addere vires debet: 
quorsum pertinet üle versus [48 K. = 18 St. = 52 M.] : 

QÜQOif y.ul töts 6r] aoifiTjg tn' cry.ooiai {hodLSig, 

qui quidem neque cum praegressis neque cum subsequentibus cohaeret; 
et, si accuratius singula verba perpenderis, animadvertes ne haec ipsa 
inter se commode congruere: videntur enim post illud d^aqaei complures 
versus excidisse, ita ut iam si quis illa, vml töte di] aocpu]g ht'' ay.qoioi 
O-od'^eig, cum iis, quae subsequuntur, continuo ordine iungere velit, non 
iutercedam. Ac possumus sane coniectura divinare, quid sit illud quod 
Musa dixerit: postquam enim dea poetae animum afflictum solatio 
erexit, se ipsam ei omnem reruni naturam, omnem veritatem, quae 
hucusque operta et crassis tenebris obruta latuerit, aperii-e velle pro- 
misit: confirmatur hoc satis superque iis, quae Proclus, ubi hoc versu 
utitur [in Tim. 106 E], dicit: ^EfA7tedo'/.lr,g de avt}]v iytayyilXerat 
öioGEiv Ttjv dh]&ELav /mI räÖE T7]g Gocpir^g ht' ar/.Q0iOL d-odui. 

At poeta, etsi divino robore munitus arduuni iter insistit et ad 
sanctissima virtutis sapientiaeque adyta penetrat, tarnen ipse quoque 
mentis aciem ingeniique vires adhibere debet, ut illuc, quo tendit 
animus, perveniat: itaque Musa eum monet, ut omnium virium con- 
tentione in rerum naturam inquirat: 

l-ilV «y äil()(t Tidaij 7T(cl('cf/ij , nfj öfjXov ixuOTOv. 
Th. Bort'k Kleine Scliriflen. U. 3 



34 Commentatio de Empedoclis prooemio. 

Hanc tarnen cautionem adhibendam esse censet, ne sensniim dubia fide 
decipi se patiatiir, mentis tantum acumine vim et naturam rerum intelligi 
posse. Ad eiindem prorsus modum etiam Parmenidis dea vatem cohorta- 
tur, postquam promisit se omnia ei revelaturam esse [versibus 28 — 32 cum 
52 — 57 ap. K. et M. coniunctis, qui sunt ap. St. v. 28 — 32, 61, 33 — 36]: 

Hutv ukrjd^iij]; {vTreix'^fos uTQf/iifs*) i^toq 

'i/Je ßQOTWV Jol«?, T(US OVX iVl TTlOTig fU»j5^»J?. 

^^A' (UTiTjg xttl TccuTU u(eO-i]a(c<i, (bg tu SoxovvTCi 
Xgr] 6oy.i/uü}ae'ufrici J"/« ncivrog niivra thqujvtu. 
Akku ab Ttjad^ atf' ööov (^iLTJatog (t'Qye vötjuu. 
Mrjiie a' fd^og nokvntioov ö^ov y.ujä rtjväi ßiuaO^o)' 
Nwfj.üv uaxonov Ö/j,jLia y.ui fj/ijtaauv uxoviiv 
Kai ykbjaoav, xoivov**) Si köyu) nokvi^rjoiv ikhy/^ov 
'E| iue&ev ^rj&f'vjtc. 

Nani Parmenides quoque divinam sapientiam sive ipsam veritatem 27 
distinguit ab hominum opinionibus, quae, quoniam ex sensibus potis- 
sinium satis illis quidem fallacibus proficiscuntur, et ipsae sint dubiae 
et incertae, itaque hie quoque rationem censet adhibendam esse, ut 
possint Vera a falsis, bona a malis dignosci. Pertinent huc illi versus, 
qui leguntur apud Procluni in Piatonis Timaeum p. 105 B***), quos, 
quoniam satis corrupti sunt, redintegratos adiiciam [sunt autem ap. K. 
et M. V. 33—40 et 43 — 51, ap. St. v. 43 — 50, 52 — 59]: 

1 El (5" uye TTiv ioiw xo^uiOuio ffi'j), uvd^ov uxoüaug, 

A'intQ ö3oi fA-ovvui SiC^oiög tiai vofjaai' 

JI /JLiv, onojg fOTiv re xnl wg ovx eart fii] tivui, 

Ilii&ovg iöTi xektv&og, Kkrj&fit} yuQ öjirjiSir 
5 H 6^ wg ovx fOTiv TS xut wg xqui'jv iari /ni] tivcu, 

Tt]v öq TOI (f'QÜCfo nuvuntid-iu ffxfitv utuqjiöv. 

Oihs yuQ UV yvoCrjg rö yt fxt) iöv, ov yug i (p ixt 6 v'f'f), 

OvTf (fQÜaaig rö y' iöv fj^ij ffiuevui, (an yuQ (ivni, 

Mrjöiv J' oi'x ilvuf tu ff' /j' («"{"")■"}") (fodCtai^ui ävcjyu. 

[*) Hanc lectionem pro uTofxf'g, quod est in Sexti libris, Proclus ceterique 
testes exhibent.] 

[**) Diogenes Laei-t. xnJvui idque recentiores receperunt.] 
[***) Exstat ibi locus usque ad (foüauig, v. 3 — 8 (H /uh onwg — ifodauig) 
leguntur etiam ap. Simpl. ad. Phys. I. f. 25 A [p. 116, 28 seqq. D.], cetera tantum ap. 
Simplicium. Et initium v. 8 apud eum p. 86, 27 D. hanc praebet formam : Xqi] t6 
k(yiiv T( votiv t' iov f^fiivui' iOTi yuQ tivui , MijSiv rf' ovx fOTlV.] 

[t) Pro: Ei J' äye tCjv ^q^w, vöuiani öt av, ex quo Ei J' äy' tywv ^Q^to 
coiTexit Karsten.] 

[ft) fivraTov Simplicius.] 
[ttt) Aldina: tu at, unde tu t( ae Heindorf, scripsit. tu y' fyo) cod. Laur. 
sec. Brandis Hdb. d. Gr. -Rom. Phil. I. 379. Cfr. nunc Dielesium 1. c. , qui rede 
Bergkittni tu ff' fyw Parmenidi censet reddidisse.l 



Commentatio de Empedoclis prooemio. 35 

10 ITqiüt' «y' oSov TCiVTTjg SiC^diog siQyf vorjf^u*). 
AvTicQ fnsir' anö r^g, rjv ät] ßooToi tiöÖTfg oiJ'fi' 
iD.üCovTui 3iXQuvof icuriycivCri yao tv ainutv 
2^Ti]>9iaiv id-i'Vfi nXuyy.Tüv vöov' ol St cpooi Ovt ai**) 
KbXfol ojuüig Tvffloi Tf , Ta&T]7i6T(g, äxQira (fvka, 

15 Oig t6 TTs'kfiv TS xccl oi'% tivcu raiiTov vtvöfiiöTat 

Kou Tui'TÖv' 71 (i V T w g***) 6ä naXivtQonög lart xaXtvd-og. 

Atque Erapedocles qiüdem , ut summam horum placitorum paucis repe- 
tam (nam Sextus quideni obsciirius et satis dubitanter exponit Empe- 
doclis seutentiaiu, ut parum recte haec iutellexisse ^ädeatur), censuit 
debilem esse humanam intelligenüam , quae non possit omnia compre- 
hendere: imhecillos et incertos animi sensus, qui saepe in fraudem 
inducant vel sohriam mentem, diviiiam igitiir opem pctendam esse, quae 
stahiliat humanam imhecillitatem , ita ut mens defixa in rerum naturae 
contemphäione verum perspiciat. JN^on tarnen plane segregat sensuum 
intelligentiam , * at mentem iudicem assidere vult. Kequaquam igitur 
haec repungnant iis placitis, quae Empedocles infra libro II, ubi de 
corpore et de sensibus dixit, aut libro III, ubi de animi natura disserit, 
in medium protulit, quod existimat Sextus [adv. Math. YII. 115] et 
quos ille secutus est auctores, "EihcedoyJJjg de 6 l4y.Qayavrh'og '/..axa. fiiv 
Tovg aTrXovozeqov öo7.ovvTag avTÖv i^r^yelaS-ai 'i^ Y.QLTrjQia rrg dXr^d-elag 
jiaqaöidcooi. dvo yäq dqaocr^qiovg rüv o)xov äqxäg v.ro&si-iEvog, cpiXiav 
'/.at mxog, aua ze tcov lEGüdqiüv /.irt^oO^elg (jg vXl/mv^ yt^g ze /.al i'öazog 
'Kai digog '/.al rcvqög, vcdaag zavzag Icprj '/qiz/jQia zvyydveiv. ... [et 
infra YII. 120:] zoiavzrjg cJ' o'iot^g ^tagd zöig TTQoyevtGTeqoig dö^r^g eor/e 
•/al 6 ^Eu.iedo/'LTß zavzrj GCLi/ceqKfeqeod^ai , i-'§ ze ocotov zcov zd ndvza 
owEGia/iiCüv dqyüv keyeiv iGdqid-f.ia zavzaig VTzdqyeiv zd '/qiztjqia, Öl 
ibv ycyqaifE [321 K. = 333 St. = 378 M.]: 

28 Fair] fitv yi(o ytduv djicjnuuiv, vSari J" vSüjq, 

Ai&BQi J' ui&fQu öiov, uTuo tivqI tzvq aiör,Xov, 
2Tonyr]v <^e ZTooyfi, Ntlxog Jf rf NtC/.ii IvyQiL. 
{Ex TovTbjv yuQ TtdvTu Titnt'iyuaiv uQ/uoai^tvTd 
Kai TOVTOig (fQoviovai xcu ijiiovr' fjS' uviwvTcci)^*). 



[*) Tradit Simplicius UnMTTjg yän [ff'] «^)' 6<iov TKvrtjg, imde IToütov rfjg 
utf oäov ed. Karsten; TuvvTjg tiüüjt' i\q>^ oäov coni. Stein in SymL. philol. Bonn, 
p. 783.] 

[**) Ante Karsten (fioQovvTui : idem retinuit Diels, qui supra v. 12 pro nXü- 

CüVTui , quae est Aldinae lectio, ex codicibus nkÜTTortai restituit.] 

[***) Vulgo nüvrwv^ 

14) Adieci hos duos versiculos, qui satis illustrant Empedoclis placitum, ex 

Theophrasto de sensu c. 10: (hauvToig St liyti CEun.) xul tkqI (fnortjatwg xul 

(tyvüCug' TÖ fitv yciQ (foovtiv fiv«i roTg öfAotoig, t6 J" üyvotTv ToTg (tvotiotoig , ü)g 

3* 



36 Commentatio de Empedoclis prooemio. 

Kam ubi Empedocles accuratius de sensuum fide et humana mente 
inqiiismt, ibi statuit nihil omnino percipi posse nisi communione qua- 
dam et cognatione, simile enirn a simili taudem cognosci posse: itaque 
quod homo quatuor eleraenta et in rerum natura, quae ab bis profecta 
sit, cernat et mente comprehendat, hoc eo fieri, quod et corpus et 
animus humanus easdem naturas in se contineat, eandemque rationem 
esse etiam eorum principiorum , quae etsi non sub sensus cadant, 
omnia compleant, omuia regant et gubement, Aniicitiae et Discordiae. 
Yerum haec accuratius persequi alienum est ab hoc loco. 

Empedocles autem cum exposuisset, quae sibi praeceperit Musa, 
qui sit factum, ut ipse divino quasi spiritu inflammatus sublimiorem 
sapientiam sit consecutus, ipsum hoc quod meditabatur aggressus esse 
videtur. Fortasse autem antea paucis refutavit eos, qui his, modo quae 
edixit, diffisi, negent reclusa esse vati divina ope ipsa veritatis pene- 
tralia: existimo enim huc referendos esse tres versus, quibus vix com- 
modiorem inveneris locum, apud Clem. Alex. Strom. V. p. 554 C 
[656 Pott. V. 84 K. = 55 St. = 105 M.] : 

2 8 ^AD.u xuxoTg yicQ y.uQTCc niXei y.Qcatovatv ccmaieiv. 
'ilg äi nuQ^ ^f^fT^QTjg x^XeTca niaTOJfiuTa Movar]g, 
30 FvCifh , SticdfiriO-tifTog ?vt anXüy/voiat löyoto. 

Toig. i-ifv yuQ '/Mv.oig tovto ovvi^d^eg cpr^ölv ö "Ef-irtEdo'/iXr^g^ rö iS^eleiv 
■/.ouTEiv Tcjv dh]d(hv ÖLcc Tov d7riarelv. Pessime autem Clemens Alexan- 
drinus pervertit Empedoclis sententiam, nam hoc quidem satis apparet, 
illud -/.gartovoiv referendum esse ad ä/tioiEiv, ut hoc dicat poeta, pravos 
solere potentibus, hoc est diis refragari: sie enim malim equidem inter- 
pretari, quam quod Karstenio visum est, firmis certisque argumentis 
vel effatis non credere'^^). Ea autem, quae Musa benigna voluntate 
philosopho reclusit arcana, 7tioTWf.iaTa vocat, ita ut iam non suam, 
sed quasi divinam quandam sapientiam in medium proferre videatur. 

Vidimus Empedoclcm, ubi allocutus erat araicos, quibus Carmen 29 
inscripsit, graviter de humanae mentis debilitate conquestum, divinum 
auxilium implorasse Musamque faciles ei praebuisse aures et edocuisse, 



fj lairrov ^ TiaoanXriaiov uv Tfj (cfaü^^Gsi tt}V (fQÖvrjaiv. ytiuQiOfitjadufvog ydo, w? 
f/.naTov exüaTO) yv(j}Q('Cofj.tv, fn\ T^kfi 7rQoa^,')^r]Xtv, (hg ^y. toitov nüvTn mnriyaatv 
(iQfioaltd'Ta, xal rovToig (fQov^ovotv xul üSovrai xul tiviiövTui. Retulit huc etiam 
S. Karsten, qui ultima recte expedivit. [In margine editionis Stcinianae Bergkius 
ultima coiTCxit: ij^rjVTcci xui uaotvTnt.] 

15) Theodoretus Therap. Serm. I, 71 Gaisf. utitur v. 2 et 3, apud quem minus 
recte '£Löf yÜQ fjutT^Qrig etc. legitur, nisi forte credas Theodorctum ex alio quodam 
loco hos versus petiisso, ubi Empedocles eadem refinxerit et instituto accommodarit. 



Commeutatio de Empedoclis prooemio. 37 

qua ratione in investiganda veritate uti debeat. Hoc divino numine 
fretus potest sane phüosophus coutiuuo opus quod agebat aggressus 
esse videri : at aliiim praeterea in prooemio a vate tractatuiu esse lociun, 
qui quidem cum instituto propositoque arctissime coninnctus erat, 
ostendit Plutarchiis, qui in übro de Exilio p. 607 C [HI. 1 p. 386 W.] 
haec dicit: vml jiegl f.itv ihv ^lOyvXog fjvi^azo yml VTtedi^Xcoaev ehicjv. 
Idyvöv t' l4u6X}.io (pvyäö^ a/r' ovqavol S-eov, ecozofid tiot -/.eioü^w, y.aO-^ 
'^HqoÖotov. 6 d' ^EiiTtedo'/lr^g iv ccQxfj Tf;g (pilooocpi'ag jcqoava- 
cpiovrjoag' "Eon t' dvdyy.r^g yqrßa, O^ecov ijn^(piaina nalaiöv . . . Tr/v 
yial iyw vvv eiui q)vydg ^eö&ev y.ai d)j]xi]g , ovy (avröv (inorov) , dX)J' 
dq>^ hcvrov ytdvzag drcodei/j'iai fieiavaatag ivtavd^a y.al ^ivovg /mI 
(fvyddag i]f.ic(g ovrag' od yuo cdua, (pt^oiv, i)f.uv oddi 7tv£Vfia ovyy.Qad^iv, 
10 avd-Qi07ioL , it'iyj^g oioiav y.ai dgyjjv 7iaQioyEv, dXV f x tovriov zö 
GÖjLia Gvi.i7iLr}.aovaL , yt^yeveg y.cd dv)^zöv. zrg de Uuyig d?J.ay6&ev 
rf/.oiot]g SecQO zijV yaveoiv d/codi^itiav v7toyOQiLezai, zv) 7rQaozdzo) ziov 
övo(.idziov' zö ö' dh^d^eozaiov fpei'yti yai 7tXavdzai d^eioig elavvo/Ltevt] 
doyuaoi ycd vüuoig. Haec inquam satis superque arguunt Empedoclem, 
antequam ipsam doctrinam explicaret, de se suaque sorte animique 
origine et concretione plura versibus persecutum esse: tum demuni id 
quod ipse expertus erat, cadere in omnes omnino homines, cadere in 
universam rerum naturam ostendit: in qua re, etsi nonnullis fortasse 
devium iter secutus esse videbitur Empedocles, quod non prius ipsius 
doctrinae causas rationesque explauaverit, easdem denique ad se retu- 
lerit, non tarnen eo nomine reprehendeudus est vates phüosophus, qui 
simplicem planamque rationem, quae non nünis a communi sensa 
abhorreret, secutus est. laui vero ad illos versus, quos Plutarchus 
servavit, praeterea alii non pauci accedunt, qui quin huc pertineant, 
vix cuiquam poterit esse dubium: ita ut splendidum hunc et magni- 
ficum locum si non prorsus redintegrare valeamus, at sie certe refin- 
gamus ac renovemus, ut summa lineamenta facili negotio possint 
cognosci. 

lam vero quaeritur, quo pacto haue de animi sui origine et fatis 
doctrinam poeta exposuerit, quem auctorem et testem huius rei exhibeat. 
Et olim quidem existimavi poetam finxisse in somnis sibi ipsa veritatis 
adyta reclusa fuisse, ita ut arcana omnia penitus perspexerit satisque 
dilucide recordatus sit, quas vicissitudines mutationescpie ipsius subierit 
animus. Est enim haec ratio et ipsa per se satis idonea et ab aliis 
quoque poetis non raro adhibita. Nam animus, quandoquidem in 
somnis liber a rebus, quae sub sensus cadunt, viget agitatque, saepe 
ea, in quibus quis vigil defixus fuit, sed propter multa quae cogitaudo 
obiiciuntur impcdimenta nihil omnino videre potuit, quamvis proxime 



38 Commentatio de Empedoclis prooemio. 

ad veritatem accesserit, ea iam dilucide perspicit; quin qui anirao sunt 
nimis mobili et agitato, ii quandoque etiam interdiu vigilantes ipsis 
oculis species quasdam miras et imagines animo ipsorum obversantes 
sibi videre videntur: cadit autem hoc maxime in eos, qui sancta illa 
penetralia et arcana, quae [ non possunt mente et cogitatione compre- 30 
hendi, quae perspicere homini non est fas, aggressi sunt audaci quodam 
nisu obtinere. Ita Pythagoras fertur dixisse, animum suum corpore 
manente foras vagatuni aeternum illuni mundi concentum percepisse^^); 
idemque dixit, se aliquando in Orcum descendisse et inferna lustrantem 
Homeri Hesiodique animas vidisse, quod quin eadem hac ratione expla- 
nandmn sit non dubito^''). Ac sit sane ille liber, qui inscribitur 
Kardßaaig elg udov subditicius, sive ab Hieronymo, sive ab alio quo 
confictus, certe ad Pythagoreorum rationem accommodatus fuit: nee 
dissimili prorsus ratione sive Cercops Pythagoreus sive Prodicus Samius 
videntur Orphei illum, qui fertur, descensum ad Inferos composuisse^^). 



16) Scholiast. Hom. Odyss. « 371: tovto x«t« t6v ITvOKyöoov köyov ixtivog 
yao (fiT]Oiv w? f|(W ytvöixtvog tov auyi^uTos (c/.rjxoa iu/uiloOg uouovücg. 

17) Diog. Laert. VIII. 21 : (frjai 6t 'hnüjwuog y.icrtXO^övxa ai'tbv ifg ((^ou rijv 
jutv 'Hoioöov 'ipi'xhv töiJv noog y.iovi /«Axö 6(Sffx^vr}v y.ul tqCLovguv, ttjv d'a 
'Ou^oov y.Qetxu/x^vriv uno ö^väoov y.ul Öcpng jisqI uvttjv uvO-' (öv tlnt ntnl Otwv, 
y.ohc^ofisvovg ö( y.ul Toig fii] dilovrag auveivai ruTg airrwv yvvca^iv. 

18) Vid. Clem. Alex. Strom. I. p. 397 Pott.: t^v ts elg uöov y.urdßaatv Ilno- 
öixov ToC ZiifxCov. "lüjv J' 6 XTog iv roTg XQiuyfiotg [ita pro TQiyQÜfiuoig e Suida 
Lobeckius] y.ul TlvO^uyönuv tfg 'Ooiftu tivu uvtvtyxtiv iaroQU' 'Emyivrjg cJ" iv rolg 
ntQl Tfjg ftg 'Ogq^u noirjafwg Ktnxwnog tivui roß IIvOuyoQtlov rrjv fig uSov y.urci- 
ßuaiv y.ul TOV ifQov ).6yov, tov 61 ntnXov y.ul tu (fvaixu BqovtCvov. Ion Chius quid 
statuerit ignoramus, cum non exstet ipsius testimonium , fortasse nihil aliud signi- 
ficavit quam societatem illam , quae inter Pythagorae et Orphei doctrinam intercedit : 
veteres tamen critici videntur isto lonis testimonio ita usi esse, ut arguerent 
quaedam Orphica, ut Descensum ad Inferos, Sacrum Sermonem, alia a Pythagora 
vel eius discipulis ficta esse. Iam quem Prodicum Saraium Clemens vocat, Hero- 
dicum Perinthium appellat Suidas v. 'OQiftvg: tig u6ov xurüßuaiv tuvtu 'Nqo- 
öCxov Tou rifoivOiov, neque enim dubitari potest, quin eundem uterque intelligat, 
sed_utra forma nominis vera sit, nequeo invenire. At apud Aiistotel. Rhetor. II. 23 
extr. : xul Iltiöäixog QQuavfxuyov ,,ü.(.l -O-Quaüfiu^og ti," xul UüjXov, „utl ov näXog 
ti", xul zJquxovtu tÖv vo/uo'}(TTjv, ort ovx äv uv&Qwnou ol vofxoi uXXu ÖQÜxovTog, 
ocius corrigas TlQÖSixog. Ceterum iis, qui Orphica carmina aut recensuerunt 
antiquitus aut integra composuerunt, iam acccdit alias, Gongylus, cuius opera 
Pisistratus in restaurandis Homeri carminibus usus esse dicitur; vid. Schol. Plau- 
tinum editum ab Eitschelio p. 4 [Opusc. I. 6] : usxis ad hoc opus divinum industria 
ciuattuor celeberriviorum et eruditissimorum hominum scilicet Concyli, Onomacriti 
Atheniensis, Zopyri Heracleotue et Orphei Crotoniatae. Nam Gonyyli potius , quam 
quod Visum est Eitschelio, Conchyli scribendum, memoraturquo alicubi nescio quis 
GonyyluH Eretriensis. Iam cum tres, qui una cum hoc Gongylo memorantur, Orphici 
fuerint, non dubito hunc quoque in eundem referre numerum. 



Commentatio de Empedoclis prooemio. 39 

Eodem referenda sunt, licet fabulariim figmentis involuta, quae de 
Abaride Hyperboreo, Aristea Proconnesio , Hermotimo Clazomenio, Ere 
Pamphylio, Aesopo, aliis perhibent, quae diligentius alibi exaniinanda 
sunt. Prorsus autem ad Pythagorae rationem se composuit Ennius, qui 
in exordio Annalium exposuit sibi in somuis \dsum esse Homerum 
ipsique quae sit aniniorum vis et natura exposuisse, ut Lucretius 

indicat I. 113: 

Ignoratur enim quae sit natura animai, 
Nata sit, an conti-a, nascentibus insinuetur, 
Et simul intereat nobiscum morte diremta, 
31 An tenebras Orci visat vastasque lacunas, 

An pecudes alias diviuitus insinuet se, 
Ennius ut noster ceciniti^) . . . 

19) Lucretii locum male quidam sie sunt interpretati , ut poeta duos diverses 
locos Ennü intellexerit , quibus haec exposita sint: at spectant haec unum eundem- 
que locum, prooemium Annalium: vid. Scholiast. ad Persii Satir. 6, 9: Lunai 
portiim est 02)erae cognoscerc cives. Cor inbet hoc Enni, postquam desteriiit esse 
Maeonides Quintus pavone ex Pythugoreo, ubi haec adscripsit: hunc versum ad 
suum Carmen de Ennü carminibus transtulit: sie enim Ennius ait in Annalium 
suorum principio , ubi se dicit vidisse in somniis Homerum, dicentem fuisse se 
qtwndnm pavonem et ex eo translatam in se animam esse, secundum Pythagorae 
philosophi definitionem , qui dicit animas humanas exeuntes in alia j^osse corpora 
transire. Item Persius haec tetigit Prol. v. 19 : Nee fönte labra prolui cuballino Nee 
in bieipiti somniasse Parnasso Memini, ut repente sie poeta prodirem , ubi Schol. : 
tangit autem Ennium , qui dicit se vidisse per somnium in Parnasso Homerum 
sibi dicentem, quod eius anima in suo esset corpore. Itaque in ipso carminis 
exordio Homeri quasi divino spiritu se inflammari ad cai'mina pangenda professus 
est, quibus promissis cum non satis stetisse videretui' in ipso hoc Annalium opere, 
critici illi veteres, quos Horatius Epist. IL 1,50 dicit, Ennium hoc nomine repre- 

henderunt : 

Eiinius et sapiens ot fortis et alter Homerus 
Ut critici dicunt, pariter cuiare videtur, 
Quo promissa cadant et somnia Pythagorea. 

Versiculum dimidium, qui ad istum locum pertinet, servavit Cicero Academ. II. 
16, 51: eadem ratio est somnioi'nm; num censes Ennium cum in hortis cum Ser. 
Galba vieino suo ambulasset , dicere: visus sum mihi cum Galba ambulare? Ast cum 
somniavit, ita narravit: . . . visus Homerus adesse poeta. Cf. de Eepubl. VI. 10 
[Somn. Scip. 1, 2] et Eronto Epist. T. I. p. 45 ed. Mai [p. 11 Naber]: transeo nunc 
ad Q. Ennium nostrum, quem tu als ex soinno et somnio initium sibi fccisse. Ad 
Homeri somnium pertinet illud, quod Donatus ad Terent. Andr. II. 5, 18, Phorm. I. 
2, 24, alii afferunt [Annal. 15 Vahl.]: memini me fiere pavum. lam cum Lucretius 
Homerum dicat Ennio exposuisse de renim natura, huc potissimura refero ea, quae 
apud Yarronem d. L. L. IV. p. 18 [Bip. V. 59 Muellcr] leguntur: 

Ova parire solet genus pcnnis condocoratuiu, 
Xon animaii), 

ut ait Ennius [Ann. 10 — 12 V.] et post: 

indo venit divinitus pullis 
Ipsa anima. 



40 Commentatio de Empedoclis prooemio. 



Etsi praeterea tarnen esse Acherusia templa 32 

Ennius aeternis exponit versibus edens, 

Quo neque permaneant animae neque corpora nostra, 

Sed quaedam simulacra modis pallentia miris; 

Uude sibi exortam semper florontis Homeri 

Commemorat speciem, lacrumas et fundere salsas 

Coepisse et rerum naturam expandere dictis. 

Consimili artificio existimabam etiam Empedoclem iisum in exor- 
nando prooemio, ut qiiomodo Ennius Pythagoreus in somnis Homeri 
speciem sibi visam finxerit, quae ipsi rerum omnium naturam expedi- 
verit, sie Agrigentinus vates in somnis sibi visus sit in illum locum 



Item ad hanc Ilomeri orationem pertiuent duo versus longi Enniani ibidem [Ann. 13 V.]: 

torraquo corpus 
Quao dedit, ipsa capit noque dispondi facit hilum. 

Male enim hos versus ad Ennii Epicbarmum referunt, quod Carmen ex versibus 
trochaicis fuit compositum : immo sunt ex Annalibus , ubi Homerus de animi cor- 
porisque natura ex Pythagoreorum placitis disseruit. Quod autem intcr Epicharmea 
reperiuntur , quae cum bis Ennianis concinant, hoc noli mirari: sane illud Epi- 
charmi ap. Diog. Laert. III. 16 [v. 206 M. = fr. ine 46 Lor.] : 

Evfxali , tÖ ao(p6y iativ ov y.u9' tv ^lövov, 

'aXV ooaa ntQ ^i;, nävtu xal yi'cUjUav l/tt. \ 

Kai ydo to 9ij?.v rtüv dkoctoQldvjv yivoc, 

AI kfjS y.urafia9ilv ütivi?, ov tlxzti ilxra 

ZöJvz', uXV inwt^ii xal noitl x/jv/uv i/tiv 

potest cum Enniano iUo : Ova parire solet etc. componi, at aperte Varro hos hexametros 
distinguit ab Ennii Epicharmo, ex quo statim aliquot petiit versus; et vel Lucretii 
auctoritas vindicat hacc Annalibus. Ulud autem quod Ennius dixit de terra, quae 
corpus ex ipsa generatum ad se recipiat, accedit quidem ad Epichannium illud ap. 
Plutarch. [Consol. ad Apoll.] p. 110 [I. 2, 435 Wytt. V. 263 seqq. M. = fr. ine. 8 Lor.] : 

Xvvtxqld-ri zal dtixql^i] xa7ii\v9tv, tj&sv ijv&iv, ndXiv, 

rü (liv ilg yäv, nviVfia d' ävto. ti iiövde /aXiTtov; ovdi iv. 

At licet aliqua intercedat similitudo, illud memincris, Epicharmum quoque Pytha- 
gorae sapicntia imbutum esse eamque quamquam suo ingenio conformatam et immu- 
tatam in carminibus professum esse. Et profecto Ennius ea, quae in Annalium 
exordio inchoaverat tantum et pro operis Institute breviter admodum attigit. ea 
retractavit in Epicharmo, ubi doctrinam de animarum immortalitate et migrationo 
traditurus similiter a somnio aliquo orsus est, vid. Cic. Acad. IL 16, 51. qui himc 
ex Epicharmo [1 Vahl.] profert versum: 

Nam videbar somniare med cgo osse mortuum. 
Et ad doctrinam de animi natura pcrtinent ista apud Priscianum VII. 12 [Gr. Lat. IL 
341 K. Epich. 6 V.] : terra corpus est, at mentis ignis est et apud Varronem IV. 
p. 18 ed. Bip. [V. 590 Mueller. Epich. 7 V.] : (animus) 

Istic est de sole sumtus, isque totus montis est 
et p. 19 [V. 030 MueUer. Epich. 4 V.]: (Terra sivo Ops) 

Torris gontos omnes poporit et rosamit donuo 

et quae sequuntur. Cf. de his Leop. Krahner de corrupt. rclig. Koman. [Progr. 
Halense a. 1837] p. 43 infra. 



Commentatio de Empedoclis prooomio. 41 

evectus esse, iibi primordia rerum omnium ac notiones sedem domici- 
liumque collocaverunt. Hanc antem sententiam idoneo argimiento con- 
firmari arbitrabar, namque Empedoclis sonmium quoddam memoratur 
a Servio in Yirgil. Georgica I. 34: Varro tarnen alt sc legisse Empe- 
docli cuidam Syracusano a qiiadam potcstate divina mortaJem aspectum 
detersum, eumque inter cetera tres portas vidissc trcsquc vias, unam 
ad Signum Scorpionis , qua Ilercidcs ad deos isse diceretur, alteram 
per limitem, qui est inter Leonem et Cancrum, tcrtiam esse inter 
Aquarium et Pisces. Offendit saue quod Empedocles Syracusanus 
dicitur, etsi hoc aliqua ratione potest defendi: nee comraodum satis est 
illud cuidam. . Sed Empedoclis nomen corruptum esse arguunt lectiones 
codicum, qui Empedoti vel Empedotim exbibent : itaqiie Empedotimo 
33 comgendum censeo et memini eiusmodi | somnii, quod Empedotimo 
cuidam oblatum sit, mentionem fieri in Aristotele eiusque interprete, 
sed locum in praesentia frustra investigavi. Ac non dubito, quin 
eundem liunc Empedotimum Clemens Alexandrinus commemoret, ubi 
eos recenset, quibus divinandi facultas contigit, Strom. I. p. 334 [399 P.] : 
TtQoyrcoosi di ymI Uid^ayögag 6 f-ityag 7rQooaveiyßv del, ^4ßaQig te 6 
'^YyieqßoQEog y.al 'Aqiaxiag ö nQO-/iovvrjOLog, ^Eni(.iEvidrß te ö Kg/^g, 
oOTig elg ^TtaQrr^v mprAero, ymI ZioQoäoTQr^g 6 Mrdog, ^Ef.i7redo/.lrjg re 
6 ^y.QayavTh'og vxa Wog/nitov 6 ytcc/xov, /mI f,(r]v TlolidgaTog 6 QaGiog, 
^E^ytedoTiixög re ö ^VQCCAOcoiog' i/tl te rovroig ^coKqarrß ö lr4d^r^- 
vciiog (.laliGTa. Suspicor autem bunc Empedotimum Pythagoreum 
fuisse, nam Suidas baec ex luliano adscripsit: ^E^i:!TEd6vif.iog- ohog 
i'yQailiE TtEQL q)iOr/.r^g ccKoodoECüg' 7teqI ov }JyEi 6 7raQaßdTr^g ovrcog €v 
ToTg hTLyQaq)OfAEvoig Kgovioig "jy^/efg di ^Ef-iTtEdoTif-ioj vml JJvd^ayoQo. 
TiiOTEvovTEg, oig te i/.ElS^Ev Xaßtov "^HQa/Jxidy^g 6 JTo»Tr/.öc tcp], /.al 
f^L'Aqot ^iQOTEoov 6 v.XEivbg tj/.t7v tÖEi$6v 'lEQOffdvTiOQ Idfißliyog.^^ 

lam etsi Empedoclis somnium istud nobis e manibus quasi ereptum 
est, tamen hanc de animorum immortalitate, origine et sorte doctiinam 
quasi virgula quadam divina sibi suppeditatam poeta exposuerit necesse 
est; haec enim sunt illa 7TiOTc!}f.iaTa Movar^g, quae ipse appellat. 
Yerum, uti par est in operis exordio, summara tantum breviter per- 
strLnxit, nee rationes causasque addidit, quoniam deinceps ordine 
secundum ipsius placita ac principia omnia haec accuratius est retracta- 
turus: itaque hoc loco quae proponuntur, ea exornata sunt luminibus 
orationis ac figmentis quibusdam et quasi simulacris, ut ne nimis a 
poesis natura recederent. Ita autem arbitror hunc locum, quem Plu- 
tarchus affert [de Exil. p. 607 (III. 1, 386 Wytt.): legitur v. 1—7, 
380 seqq. ap. K.; v. 369, 371, 373 — 375, 381 — 384 ap. St.; v. 1—3, 
4 — 7, 9 — 12 ap. M.], refingendum esse: 



42 Commentatio de Empcdoclis prooemio. 

31 "Eariv aviiyxTjg /Qfjfia, d^icjv xpriipiGfia naXaiöv, 
IdiSiov, nkecTSfaai xKTtacfQTjyiafx^vov oQxotg' 
Emi TIS KfA.n).axii]at (fövo) (f)iXK yvTa fifi^vy 
/lai/xtav, o/Vf ßioio Xi).6y/aai ficcxQKiwvog, 
35 Tqi's juiv juvQtctg CüQccg äjib ^axÜQWv uXc'tXr]ad-Ki, 
Fiyvo^tvov navToJa Siä /()6vov ti'thcc ^vriTÜv. 
Twg xal iyct) vvv aifxt (fvyäg O^iöxi^iv xkI äli^XTjg 

Niixü fiaivo/Li^v(o niovvog 

"HStj yÜQ noT^ iytj) yiv6ju.r]v xovQÖg t( xöqt] ts 

40 Qäfxvog t' otwvög ts xkI tiv uXl (XXonog i)^&vg. 

At quae de his versibus commentatus sum, cum vel sie suos egressa 
sit disputatio terminos, recidenda sunt, itaque quae praeterea ad hoc 
prooemium referenda censui, continuo subiungam [sunt ap. K. 11 — 12, 
9 — 10, 13, 21-31,14-15; ap. St. 390 — 391, 436-437, 385-388, 
393 — 399, 392, 400—401; ap. Mull. 15 — 16, 13-14, 17, 19 — 31]: 

41 ^E'4 o'ir]g Tififjg n xcu oaaov /ui^xiog öXßov 

'fläs Xiniov Xii^uiorKg nvaaTQi'cfo/uai xaru &vt]Twv^''). 

* * 
* 

Oifioi , ot' ov TiQÖadsv fxt öuöXtat vr]X(fg rj/uctQ, 34 

n()\v ayJrXt^ f()ya ßoQüg nfQi xn'XtOi firjriaaaO-Ki'^^). 

* * 

4 5 KXc(iaü Tf xal xwxvaa, idiav dauvijSitt )((bQOV, 

"Eviha 'Povog rt Körog re xctl üXXwv lO-vtct XrjQcov 
[ylv)(ur]or(i ts vöaoi xal a^ijjifg (Qya rf QevOTci] 

u4TT]g HV Xfifiüva xarä axoTog )]Xäaxovaiv'^'^). 

* * 
* 

"EvO-' TjOav XQ-ovCi] ts xal 'HXiönrj Tuvaünig, 
50 z1fjQ(g ^' uifiuTÖsaaa xal l4Qf/ovir) d^Sf^sQwnig, 
KaXXiOTO) t' Ata/QT) ts, Göwaü ts Jrjvaii] ts, 
NrjjuSQTi^g t' iQÖsaan fxsXüyxovQÖg r' 'AadifSta, 
4^100} TS ^'ihjus'vrj TS, xal Ei'vait] xal 'EySQOtg, 
Kivoj t' IdOTffKfrig TS, noXvOTsqavög ts MsyiGTOj, 

5 5 Kai 'AffOQi'rj, 2i(onrj ts xal 'Ou(fiairj'^^). 



20) Haec ex demente Alex. Strom. IV. p. 479 C [569 Pott.] lestitui et ad 
numeros rcvocavi. [Legitur ap. Clem. : wf (prjalv 'ü. 'iWf Xinwv [xstu ifvriTüv 
dvaaros'ifSTai .^ 

21) Leguntur apud Porphyrium de Abstin. IL 31. 

22) Quatuor hos A'ersus coniunxi, qui separat! leguntur apud diversos scripto- 
res, Clem. Strom. III. p. 432 B [51ö Pott.], Hieroclem in aureum Pythag. carm. 
comment. p. 18(3, Syncsium de provid. I. p. 89 D et in Epistel. 146, apud Proclum 
in Piatonis Cratyl. p. 103 ed. Boisson. [Istic: "Eviha KÜTog ts 'I'övog ts.] 

23) Sic coniunxi ea, quae partim Plutarchus de animi tranq. p. 474 B [933 C. 
T. II. 2,278 Wytt.], partim Comutus de Nat. deonim cap. 17 [p. 170] exhibet. 
[Cod. Galei: Kccl <Psn(rj Zötpri ts xal '0/j.(fa(, cod. Laur.: J<al <Po()(r], Zöipr] ts, 
xal 'Oix'fäXr], cod. Laur. 2: Kai 'I'oqIt], Zo<pCri ts xal 'OfKfuXrj.] 



Empedocleum. 43 



* * 

* 

*f2 nönoi , w 3ti).6v O-vrjTuiv yevog , w dvdüvoXßov, 
O'i'o)v t'^ iniöcüv f'y. ts otovu^wv iyivta&t'^^). 



III*). 

m Empedocles v. 302 ed. Karsten [= 316 Stein = 220 Mullach]: 

'ü? <?' 6Vf Tig noöodov voiwv umXiaGaTO kv/vov 

XsiUiQlTjV J<« VVXTK TIVQÖS fffA«? id&OfXf'vOlO, 

A^pag navToiwv ((V€juo)v XccunTfjoag (i/uoi'oyovg' 
Ol J" av€uwv fi(v nvti'fxti Siaaxiövüdiv (cevraiv, 
^'cog rf' f'^oj ^Kc&owoy.ov, baov Tuvud'ntQov i^ev, 
yiicuTTtaxev y.uTK ßr]}.6v (CTiiof'aiv uy.Tiveaaiv. 

Haec non expedivit recentissimus editor, qui ita illum locum interpre- 
tatus est: ut si quis iter mcditans lyclmum armaverit, flagrantis per 
noctem liiemalem ignis facem, lanternam aptans ventos quosvis arcen- 
tem, quae spirantium flatus ventorum depellit et quae seq. minimeque 
potest illa ratio ferri, qua usus censet Xaj^tTtTriQag dvei^tcov di^iovoyovg 
esse idem quod dvei.ioay.£Treig , venti vim arcentes. Est autem non tarn 
emendatione, quam recta verborum distinctione opus, nam legendum 
arbitror : 

'Slg J' ort Tig jiQoodov vof'wv cjnXCöaaTo Xv/vov 
XfifiSQhjv Ji« vvxTU, nvQog aslicg ai&o^ivoio 
'A^png , nnvToioiv ccvi/uwv, XctfinTtjoag uuoQyovg, 

ut verba ita sint componenda: cog cJ' ote Tig ^tgoodov voecov yuf.ie.Qir^ 
öiä vi-Kxa navxo'uov dr&!.aov, äipag nvqbg aeXag ald-opiivoio lorcXiooaTO 
Ivyrov, ?Miii7iTrQag d(.ioQyovg. Nam 7iavtouov dvef.aov genitivi sunt ab- 
soluti, ita ut hibernae noctis tempestas accuratius describatur, prorsus 
uti Homerus dixit D. II. 394 : 

'i2? ((fdi', IdQyitoi St jUfy' ia^ov, d)g OTf xv/u(c 
■AxTfl i(p' mprii.fi, 6t6 xiviqGrf vörog ii.&a)v, 
nQoßXfjTi axonsX(p' tov J' ovnore xvfiaia XiiJifi 
TlavTotcov (cvs'fiwv, ot^ uv iv&^ ^ fvO^a yf'vwvTai. 

Porro apparet iungenda esse verba öiiffag yrvQog otlag cdd^of-ievoio, nam 
accensam lucernam esse dilucide dicendum fuit. Deinde autem ex 



24) Affert Porphyrius de Autro Nympharura c. 8. 

25) Servavit Clemens Alex. Strom. UI. p. 432 B. [517 Pott.]. 

[*) Sumta haec sunt ex Commentationum criticarum specimine II (indices 
lectionum . . . quae in acad. Marb. per semestre hib. a. MDCCCXLIV — V. .. liabendae 
proponuntur) : est autem in eo libello numerus I.] 



44 Empedocleum. 



pluribus Aristotelis [de sensu et sensibus c. 2] codd. laf-imfjQag cc/j^oq- 
yovg revocavi: quod explicandi gratia additum est, ut qualis lucerna 
significaretur, clarius intelligi posset: nam sane de lanterna, quae undi- 
que muuita est pellucido linteo (lafcrrrjQEg df.ioQyoi) sernio est, quam 
satis commode describit Isidor. Orig. XX. 10, 7 : laterna dida, quae lucem 
interius habet clausam: fit enim ex vitro, intus rccluso lumine, ut venti 
flatus adire non possit , et ad praebcndum lumen facile uhique circum- 
feratur. Adde Martial. XIV. 61 {Laterna Cornea): 

Dux laterua viae clausis feror aurea flammis, 
Et tuta est gremio parva lucerna meo. 

Et illo quidem tempore videtur non tarn ex vitro, sed potissimum ex 
cornu vel etiam vesicis adornata fuisse, vid. ib. XIV. 62 {Laterna ex 

vesica) : 

Cornea si non sum, num quid sum fuscior, aut me 
Vesicam contra qui venit esse putat? 

Punica autem lanterna, quam dicit Plautus Aulul. III. 6, 30 [566 G.]: 

Ita is pellucet, quasi laterna Punica, 
qualis fuerit ignoro. Sed ne Gsraecis quidem usus lanternarum ignotus, 
quae quidem corneae potissimum erant, vid. Photii Lex. p. 238 : liy- 
vovyov, röv •Aeqativov (pavov, dvcb tov Xvyyov \ Iv amCi ycEQieyeaÜ^ai' (pavög IV 
di t) l/. §i'hov laf-iTcdg' OiliTtTiiöijg. adde Phrynich. ed. Lob. p. 59: 
cpctvog i.cl rr^g la/n7cddog, dlld ^i/») €7il rov '/.egazirov Xtye, toTto di 
Ivyvoryov. Et ita Pliilippides apud Athen. XV. p. 699 F: 

^ Eyw öl öt'^ia yt rdrcJ" 6/w rivä, 
SidrjQÖTtiy.Tov ivnXiwv d-riQÜv ßt'Xog, 
KfQccTivov Tt qcoaffÖQov Xv/vov Gilag. 

Et de lanterna intelligendum est, quod Aristophanes dicit in Aeolo- 
sicone [fr. 10 M.] ib. [et ap. Poll. X. 116 = fr. 114 Df.]: 

Kai äinOTCXßovO^ ÖQÜutv 
TTiivT« Tfjg i'^o}jj.iöog. 

Sed etiam ex bysso vel quovis tenui linteo confectas esse lanternas hie 
Empedoclis locus docet, ita enim interpretandum duco XajimTTjQag 
duoQyovg, quod cum depravatum esset in df.tocQyovg, iam Alexander 
Aphrodisienis ftnstra in hoc verbo explicando laboravit. lAj-ioQybg sub- 
stantivum proprio est, unde duÖQyiva 'ii^idria dicuntur, vide Harpocr. 
duoQyog hjii naqanXi^oiöv xi ßvooqt. ^loyjvr^g iv to) 'mxd Ti/.idQyov 
luvrji^ovevovoi di oi y,iof.iiy.ol 7io'k%d'/Ag xCov d/tiogylviov, ibg yiai yiQioro- 
(fdvt^g y/rGiGTQdtrj /xd Ehrohg Uöleoiv, et Pausanias ap. Eustath. ad 
Dionys. p. 210 [c. 525]: Uavoaviag di, ol ro yixxvAov le'^iyiov, alle xi 
i^ufalvEi ?Jycov' dpoQyog oi-ioiov ßi'oaoi. Falso haec vulgo ad Amorgum 



Recension des Karsten'schen Empedokles. 45 

insulani referunt, tum enim ^/.lOQylvog dicendiim fidt, rectissime Steph. 
Byz. : l^uogyög . . . mio rrjg Mivwag i]v 1.ti.aovid)]g u laußorcoiog, ^4f.ioQ- 
yivog Xey6}.ievog, ihg ^EQV/Xvog . . . tö d' ^ftoQyivog (scr. duoQyivog) xncbv 
XQcöuaTog ^cöiov. Ceterum hoc loco duoqybg adiectivi vice dictimi est, 
quemadmodum r/.zrQL d^aXkw, ßQcoTr]Qag alyjidg, y-vvag ßoxr^qag, alia 
plurima apiid poetas Graecos. Itaqiie Xaf.i7tTrjQeg df.iOQyoi hoc loco 
siguiiicat ipsam lanternam, quam Ivyyovyov Attici, cpavöv seriores 
dicunt, Ivyvog autem est lucerna, plane ut est apud Pherecratem in 
Dulodidascalo ap. Ath. 1. 1. [fr. 5 M.] : 

^!Avva6v tiot'' ^^skü^iöv, axörog yuQ yiyviTui, 
Kai töv lv)^vov/ov fxcpeQ^ Iv&fls tbv kv^vov. 



IV. 

1001 Philosopliorum yeterum praesertim qui ante Platonem 
floruerunt operum reliquiae. 

Recensuit et illustravit Simon Karsten. 
Volumen alterum. Empedocles. 

Auch unter dem besonderen Titel: 

Empedoclis Agrigentini Carmiuum Reliquiae. 

De vita eins et studiis disseruit, fragmenta explicuit, philosophiam 

illustravit Simon Karsten, 

Phil, theor. Mag. litt. Doct. Institut! reg. 

Neerland. Sodal. Gymn. Amisfurt. Rect. Amstelodami. 

Sumtibus lohannis Müller. 1838.*) 

Es kann nicht die Aufgabe dieser Anzeige sein, auf diese neue 
Bearbeitung des Empedokles von Hrn. Simon Karsten, dessen Ver- 
dienste auf diesem Gebiete der Literatur anerkannt sind, erst aufmerk- 
sam zu machen, da schon mehrere Jahre seit ihrem Erscheinen ver- 
flossen sind, und dieselbe auch in anderen deutschen Zeitschriften 
ausführlichere Beurtheilungen gefunden hat; sondern, indem ich dem 
Wunsche der geehrten Redaction willfahre, werde ich versuchen, einen 
kleinen Beitrag zum richtigeren Verständnifs des Dichters mitzu- 
theilen. 



*) [Zeitschrift für die Altcrthumswissenschaft, begründet von Dr. L. Chr. 
Zimmermann. In Verbindung mit einem Vereine von Gelehrten fortgesetzt von 
Dr. Maximilian Fuhr und Dr. Friedrich Zimmermann. IX. Jahi-g. 1842. October.] 



46 Eecension des Karsten' sehen Empedokles. 

Ich will aber den ersten Abschnitt de Empedoclis vita et studiis 
(von p. 1 — 78) übergehen, der sehr sorgfältig und unisichtig ausgear- 
beitet ist, wenn auch Manches tiefer aufgefafst sein könnte. Dahin 
rechne ich namentlich das magisch -mystische Element im Empedokles, 
was freiHch nicht so isolirt, sondern erst in Verbindung mit andern 
ähnlichen Erscheinungen in Griechenland, und namentlich in Unter- 
italien, seine richtige Würdigung findet, bisher aber zu wenig beachtet 
worden ist. Yielmehr wende ich mich gleich zu dem zweiten Ab- 
schnitte, welcher die Ueberreste des Empedokles selbst nebst kritischem 
und exegetischem Commentar enthält. Es ist nicht zu verkennen, 
dafs hier bei Herrn Karsten ein bedeutender Eortschritt sich zeigt im 
Vergleich zu dem übrigens für seine Zeit achtungswerthen Sammel- 
werke von Sturz : denn Herr Karsten hat sich nicht begnügt das 
kritische Material zu vervollständigen (gerade in dieser Beziehung hatte 
ihm sein ehrenwerther Vorgänger Sturz nicht viel zu thun übrig 
gelassen), sondern auch, wie er mit dem Fortschritte der philologischen 
Kritik vertraut ist, mit Umsicht und Geschick sowohl die Herstellung, 
als auch | die Erläuterung der Ueberreste des Empedokles wesentlich 1002 
gefördert. Allein die Kritik des Empedokles hat mit ganz eigenthüm- 
üchen Schwierigkeiten zu kämpfen, da eine genaue und vertraute 
Bekanntschaft mit der Geistesrichtung des philosoplüschen Dichters 
erfordert wird, um in den nicht selten bis zur Unkenntlichkeit ent- 
stellten Besten und Trümmern seiner Poesie, die oft mitten aus dem 
Zusammenhange herausgerissen sind, den richtigen Gedanken zu ent- 
decken und auf den Mittelpunkt der Lehre zurückzuführen, zu gleicher 
Zeit aber auch so viel als möglich die ächte, ursprüngliche Form her- 
zustellen, die, je mehr der Dichter genöthigt ward für seine in vieler 
Beziehung neue und eigenthümliche Betrachtungsweise eine neue 
Sprache zu bilden, desto leichter willkürlichen und häfslichen Ent- 
stellungen ausgesetzt war. Dafs in dieser Beziehung auch nach Herrn 
Karstens tüchtiger Arbeit noch Manches zu thun übrig geblieben ist, 
glaube ich in meiner freilich nicht vollständig gedruckten Abhandlung 
de Empedoclis prooemio (Berlin 1839) nachgewiesen zu haben. Ich 
will indessen hier nicht die ganze Sammlung der Fragmente des 
Empedokles zu diesem Zwecke durchgehen, sondern mich darauf 
beschränken, eine etwas längere, zusammenhängende Stelle heraus- 
zuheben, v. 165 — 181 der vorliegenden Sammlung [= 1G9 — 185 St. 
= 189 — 205 M.]: 

AvTUQ fyo) ntü.CvoQaog iXtvaofiai ig nÖQOv vfivviv, 
Tov TiQÖTtQov y.HT^li^u, löyoj köyov tno/fTei'wv 
KtlV07>. ... 



Eecension des Karsten'schen Empedokles. 47 

So der Anfang jener Stelle bei Herrn Karsten, der srroxsTEiwv als 
metrische Freiheit nach dem Vorgange Näkes zum Choeriliis p. 118 
zu vertheidigen sucht. Allein Hr. Karsten geht sowohl hier, als auch 
anderwärts in der Annahme dieser Freiheit zu weit, da Empedokles 
sich durchaus auf die Licenzen, welche durch die alte epische Dichter- 
sprache allgemeine Geltung erlangt hatten, beschränkte; alle die Stellen 
aber, wo jenes Mafs überschritten wird, sind unbedenklich für ver- 
dorben zu halten, lassen sich auch meist mit geringer Mühe verbessern; 
und hierher gehört offenbar dieses keineswegs altepische Wort f/ro/e- 
revsiv, wo die Verlängerung der Anfangssylbe als durchaus unzulässig 
erscheint. Auch beruht überhaupt snoxsTevcov auf schwacher Autorität, 
da die Handschriften des SimpKcius [de Coelo p. 27 Peyr.] iTTiyeTEvcov, 
vTtoyßjevcov, l^oyETEviov darbieten ; letzteres wird schon aus metrischen 
Gründen als die richtige Lesart zu betrachten sein: allein sobald man 
E^oyETEviov liest, dürfte auch die Lesart Ao/w, die freilich alle Handschriften 
zu bestätigen scheinen, nicht das Richtige sein, ich lese vielmehr Xöyov 
Xöyov i^oxETEvcov. Aber auch xeTpov, obwohl von Hrn. Karsten passend 
erklärt (indem er sagt: loyog Evxivog . . . refertur ad sequentia, non ad 
sui)erlora, ut censehat Peyr onus) scheint verdorben, da die Bezieh ung 
auf das Folgende gar zu unklar sein würde; ich habe schon längst dafür 
y.aLvbv verbessert, was als das bedeutsamste Wort passend an das 
Ende des Satzes und zugleich an den Anfang des Verses tritt; irre ich 
nicht, so ist auch schon von Budeus dieselbe Vermuthung aufgestellt 
worden. Der Dichter bezieht sich offenbar auf seine schon früher aus- 
gesprochene Ansicht vom Sphaeros, in welchem, nachdem das NeTy-os 
1003 ganz zurückge|drängt ist, die Herrschaft der Wilozr^g beginnt: hier will 
nun der Dichter zeigen , dafs dieser Uebergang von der Herrschaft des 
Hasses zur Herrschaft der Liebe kein plötzlicher sei, sondern vielmehr 
erst nach und nach im Verlauf der Zeit und unter vielfachen Kämpfen 
vollbracht w^erde, und dafs aus diesem Streite der feindlichen Principien 
die verschiedenartigsten Schöpfungen und Gestalten, wenngleich nur 
von momentaner Dauer, hervorgehen. Diesen Procefs schildert der 
Dichter in folgenden Versen [Simpl. Phys. p. 32, 13 D.]: 

fml Ner/iog fxiv ^v^qtcctov ixsto ß^vdog 
^ivrjs, iv (^6 ("^<^{; ^^ikÖTTjg aT()o(f((Xiyyi yivrjiai, 
^Ev Ttj (^r) TÜ^e nüvTCi awfQXiTai l'v fiövov tivcci, 
Ovx u(f((o, (cXV tüeli\uvu awidTÜ/ufv^ u).ko&f.v ü).).o. 

"Ev zfj dt) vertheidigt Hr. Karsten durch v. 131 [= 103 St. = 127 M.] : 
^vv ö' l'ßr] ev 0il6rijri, allein hier würde doch iv t^ gar zu unbestimmt 
und zweideutig sein, da man es ebenso gut auf divr] oder ozQoqxxhy^ 
beziehen konnte ; auch weichen die Hdschr. bedeutend ab : iv r^ ijös, 



48 Kecension des Karsten'schen Empedokles. 



ev Tji de, tv tTjöe oöv ö' av. Das Passendste scheint: ^'Evd-' Ijöij rdöe 
Ttdvra awsQxerai, wodurch auch der Nachsatz klar und bestimmt hervor- 
tritt. Wenn aber Hr. Karsten im folgenden Yerse e&elvfivd aus Conjectur 
für die gewöhnliche Lesart [der Aid.] ^ehiiva schreibt, wie vs. 129, so ist 
dies gewifs unrichtig und dem Gedanken widerstrebend. Denn id-elvf-ivd 
würde so viel als 7ir/,vd sein, also ganz und gar keinen Gegensatz zu aq)aQ 
bilden, da der Dichter doch eben sagen will, nicht auf einmal, sondern 
allmählig, nach und nach vereinige sich die Materie zum Sphaeros, und 
gehe in eine unterschiedslose Einheit auf; die richtige Lesart bietet der 
Turiner Cod. dar, i&elrjiAa, und ähnlich zwei Oxforder Handschr. d^eXtjiua. 
[So auch F; -d^ehj/xd DE, dlld i)eh]nd Diels.] Die folgenden Yerse sind: 

Töiv 3i TS fjitayo^ivb)v, /f^r' 'id-vta f^vQia d^vrjTwv. 

JlokXa J' üfi.r/.x' 'iarrjxe xSQuiofi^voiGiv ivuXXci'4, 
"Ooa' eri Nelxos (Qvxe fiirdQGiov ov yuQ ((f^eju(f(ws 

ITw Tiuv ^^i'aTrjxiv M fff/«T« TSQfxaTct xi'xXov, 
!Alk(c TU fxiv t' tvf\ui/Live /bial^wv , tu 6s t i^sßsßi]xsi. 

Ich selbst habe schon früher [Z. f AW. 1837 p. 451] ausgesprochen, dafs es 
in der Natur der didaktischen Poesie selbst begründet sei , dass einzelne 
Verse in derselben oder nur wenig veränderter Fassung wiederkehren, 
und man daher an solchen Wiederholungen nicht Anstofs nehmen dürfe. 
Lidefs ist es hier mehr als befremdend , dafs derselbe Vers in einem ganz 
geringen Zwischenräume (vs. 171 — 180) wiederkehrt, ohne dafs durch 
den Gedankengang selbst eine solche Wiederholung motivirt würde : 
vielmehr ist dieser Vers an der ersteren Stelle ebenso überflüssig und 
störend, als an der zweiten passend. Denn der Dichter mufs zunächst 
den Streit der beiden Principien, die ein jedes für sich die Materie zu 
bewältigen suchen, schildern, ehe er die Gebilde erwähnen kann, 
welche dieser Kampf hervorruft, darum glaube ich mit Recht den Vers 
an der ersten Stelle zu streichen. Ferner halte ich es für völHg unzu- 
lässig, einen Vers mit der enkU tischen Partikel Ttco zu beginnen, die 
Handschriften bieten keine erheblichen Veränderungen dar, aufser dafs 
einige ro 7cuv lesen; ich möchte verbessern: 

od yuQ u/bis/ii(f>^we 1004 

'Es TÖ 71 av l^iaTTjxsv in' sG/ata T^QfJ.uta xvxXov. 

^Eg TÖ 7cdv wird verkürzt, gerade wie bei Pindar Ol. 2, 85 : e.g de tö 7cdv f^Qjjr]- 
vköv yariCu. Früher wollte ich lesen: Tläv t^EöTrjABiv lit f.viqvaxa 
TiQUata xvyXov, und vtäv t^eorrf/ieiv findet sich auch bei Brandis [Schol. 
Arist. p. 507a], ich weifs nicht, ob aus Handschriften oder aus Conjectur*). 

[*) Am Rande der Steinschen Ausgabe vermuthot Bergk zu v. 177 anstatt 
ujusf2(fi^(Dg üjuvG/Qwg (und, wie er darüber geschrieben hat, uOufißtiog)^ während 
er sich für den Anfang des folgenden Verses TIuv fi. nw notirt hat.] 



Recension des Karsteu'schen Empedokles. 49 

Im folgenden Verse müsste man ^lelkov mit ra f.iiv verbinden, und 
dies als Subject betrachten, wie dieses auch Hr. Karsten thut, indem 
er übersetzt: sed pars eins membrorum remansif, pars excessit , und 
dies auf das NEixog bezieht. Aber dem idealen Principe schreibt der 
Dichter keine f-ith] zu, sondern damit bezeichnet Empedokles den 
Sphäros, wie vs. 66 [== 139 St. = 177 M.]: 

und in ähnlicher Weise vs. 70 [= 142 St. =180 M.] ebenfalls von der 
"Welt, dem Sphäros: 

ndvTU yuQ i^tirjg jiflfuiCiTO yvuc O^iom. 

Und so möchte ich auch den Yers eines unbekannten Dichters bei 
Plutarch philos. esse disser. cum princ. c. 2 für Empedokleisch halten : 
Ov OTÜatg {'>]v) , ov SfjQig änuCaiog iv fxeXetaaiv. 

Denn so lese ich statt ävaioLfxog. Ich möchte daher abtheilen : 

ldi.Xu T« fiiv T Ivffiifivs , /nfXewv tu äe r t^tßtßrixti : 

zum Theil nämlich behauptete sich der Hafs noch im Sphäros, zum 
TheU war er schon herausgetreten sti Voyaxa rtQ^axa -/.v'/lov. In den 
folgenden Versen: 

"Oaaov J' aVtv vntxnQod^tot , töoov idlv inyti 
'H7ii6(fQ(ov 'PtXÖTTjTog uuffiifiog ufxßQOTog oqu^, 

ist die frühere Lesart di.ief.iq)eiog in demselben Sinne wie oben v, 173 
wiederherzustellen.*) Aeufserst schwierig sind die letzten Verse: 

Alxpu 61 ü-vi]T i(fvovTO, TU TtQiv udlhov ufhcivaT'' tivui, 
ZüiQÜ TS TU TTQIV uy.QT}ru, öikXXü'^uvtu xsXiv&ovg. 
Tüv St Tt fitayo^tvwv /sTt f&veu fivQia xhvriTöJv, 
UuvToiyg idsT^aiv uqtjqötu, d^avfxa idia&ai. 

Dafs tcDQct. von Empedokles in der Bedeutung geinischt gebraucht 
worden sei, wie Theophrast bei Athenäus X. p. 423 F (vergl. Eustath. 
Ihad. p. 746, 57) und Plutarch Sympos. V. 4. annehmen, halte ich für 
ganz unmöglich; freilich, wäre die Lesart des Simpücius Zcoqd re tu 
jcQiv cc/.QrjTa, die auch die ebengenannten anführen, richtig, so könnte 
man Cioqcc kaum in einem andern Sinne fassen. Allein die Stelle scheint 
von altersher verdorben gewesen zu sein, darauf führt wenigstens die 
Stelle des Aristoteles Poet. c. 25 : xd da {dfxaQTi'jf^iara vcQog Xe^iv 
ÖQÜvia) diaiQioei, oiov^Ef.i7cedoy~.}Jlrq' ^ii^fa de &vt/c' Ecpvovuo, xd itqlv 
(.idd^ov d^dvax' elvai, Ztogd xe 7tqIv /l/.qr^o. Hätte nun Aristoteles 
die Lesart Theophrasts und der Andern vor Augen gehabt, ZLoqd xe 

[*) In Bergks Handexemplar findet sich zu v. 181 der Steinschen Ausgabe 
[== 201 M.] der Emendationsversuch <PiXÖTrjg uot tfiif^wg u/^ßQÖTU) ö^/uy.] 

Th. Borgk Kleine Schriftoii. U. 4 



50 Recension des Karsten'schen Empedokles. 



xa icqiv ccAqrfca.^ so wäre dies zwar auch ein Fehler gewesen, aber 
nicht diaiQeo€i, sondern eher ylc^TTtj. Ich vermuthe, Aristoteles fand 
bei Empedokles | Zioqq xe /rgh xd yJr/.Qrjxo, was allerdings doppel- 1005 
sinnig ist, je nachdem man interpungirt ; denn man kann verbinden: 
ZcoQci T£, ^rQiv xd yJ-Ägr^xo , und rein ward (Jffvovxo) was früher ver- 
mischt war, aber auch: Zcoga xe jtQiv, xd /JyiQrjxo, und das, was 
früher rein tvar, das (xd d. h. xavxa) ward gemischt. Die erste Yer- 
bindung stimmt ganz zu der gewöhnlichen Vorstell ungs weise des 
Empedokles, und wollte man uoqd da lesen, wie Simplicius wirklich 
an einer Stelle [p. 32, 25 D. , aber nur nach der Aldina] hat, so wäre 
alle Zweideutigkeit gehoben. Die ganze Stelle dürfte demnach so im 
Zusammenhange gelautet haben: 

AvTtcQ tyia naXivoQOog tkfvao/jcn fg nöpov v/nvoiv, 

Tov TiQOTiQov XKT^Xi'ia löyov koyov t'ioxtTtvwv 

Kulvöv ind IVfTxog fjtv tv^QJUTOv ixiTO ßiv9-og 

/livrig, tv ät fi^cfrj ^^ilÖTrjg OTQOtfdhyyi y^vtjTKi, 

Evd-' iji^ri Ttiöf nävTK Gi'ViQ/fTai fv juövov fivai, 

Oi'x üffaQ , uXV t{)-fXr]fia GwiOid/xtv äD.oOfv äXlo. 

JTolla <r üfj.i^,')-'' earrjxs xiQcciofxt'voiaiv tvnXXd'^, 
"Oao^ f'ri NsTxog fQvxs fx^TÜQaiov' ou yuQ (\/nefi(p^(üg 

'E? t6 nav i^iaTrjXiv in' f'a/ctTu jtQ^ara xvxkov. 
IäU.u tu fxiv r' ivifiifxvi, fxsXiwv tu öt r' i^fßfßi^xti. 

'OoaoV (J" ccilv vntXTlQodiOl , TÖaoV nitV tTlfjtl 

^Hniöcf'QOJV 'PikÖTtjTog afxtfA<f'((og ctfißQorog ÖQ/uq. 

Ahpa Si &vriT tifivovTo , tu ttqiv fidx'fov ufhivuT n'vni, 

ZülQÜ TS, TTQIV T(( Xf'xQTjTO , Ö I (tkXÜ'^HVT a XiXiviiovg. 

Twv ä^ TS fiiöyofxivov /fr' fSvfu /xvqik Ov^twv, 

Die Fragmente selbst, obgleich der fleifsige Sturz seinen Nachfolgern 
das Meiste vorweg genommen hatte , sind doch um einige Verse, selbst 
aus bekannten und nahe liegenden Quellen, wie z. B. Theophrast, ver- 
mehrt worden. Von der neuen Bearbeitung des Simplicius, welche 
Hr. Cobet, ein Landsmann von Hrn. Karsten , dem wir eine gehaltvolle 
Schrift über den Komiker Plato verdanken , herauszugeben beabsichtigt, 
ist wohl nicht gerade eine Bereicherung unserer Sammlungen, sicher 
aber die Verbesserung vieler Bruchstücke zu erwarten. 

Aber auf eine Quelle möchte ich aufmerksam machen, welche 
Hr. Karsten ebenso wenig, wie wohl die meisten deutschen Gelehrten 
gekannt zu haben scheint, ich meine die Philonische Schrift de Provi- 
dentia, welche Jo. Bapt. Aucher aus dem Armenischen in's Lateinische 
übersetzt hat (Venedig 1822). Aufser manchen Notizen von unter- 
geordnetem Werthe, die eben keinen neuen Aufschlufs gewähren, wie 
p. 11 : Enipedocles Agrigentinus igneni , aquam , aerem , terram et duo 



Eecension des Karsten'schen Empedokles. 51 

principia, amorem etodium, oder p. 12: Empedocles mundum unum, 
ncc tarnen Universum illum, sed minorem istius universi partem, rcli- 
quum vero vacuum esse materia (oder vacuam esse materiam\ was fast 
wörtlich übereinstimmt mit Plutarch. de Plac. Philos. I. 5 : -/MOiiov uiv 
fW, ov f.ih'TOL tÖ yrär eivcn röv '/.6af.iov, d?JJ dlr/oi' xl tov TtavTog 
(■ifQog, TÖ di loLTcöv doyt]v tAa^j', oder wie Eusebius Praep. Evang. XV. 33 
1006 hat: vö da loi/töv ccQyi^v eivai clrp; | ist das Urtheil des Philo über die 
drei philosophischen Dichter Xenophanes, Parmenides und Empedokles 
nicht unwichtig; auf die Anklage nämlich p. 74: non ita tarnen Xeno- 
phanes aut Parmenides aut Empedocles sive alii, quicunque theologi 
a poesi capti sunt divini viri, sed potius theoriam naturae iucunde 
sibi accommodantes , et vitam omnem ad pietatem laudemque deorum 
dedicantes , optimi quidem viri comperti sunt, poetae tamen non felices : 
quos oportebat divinitus spiritum sortiri, gratiamque de coelo, metrum, 
Carmen, digitumque coelestem ac divinum, ut poemata vera relinquerent 
velut prototypum libri perfectum erwiedert Philo p. 76: at quare 
Empedocles, Farmenides, XenopHumes aemulatorque istorum cJiorus 
non sortiti sunt spiritum Musarum, cum theologiam exercuerunt? 
Ideo scilicet, o vir optime, qiiia non decehat hominem deum esse, quasi 
omnia integre in se condcntem, sed remanere hominem participem 
generis humani, cui error et deliquium cognata sunt. Oportebat ita- 
que eos ultimo loco in veri investigatione contcntos esse: ad illud 
autem, ad quod non erant ex natura destiiiati, minime satagere per- 
venire. Et melius quidem tum sibi, tum philosophiae consuluissent, si 
omissa poesi disputationes aut dialogicas conscriptiones secuti fuissent, 
quod omnino magnus Plato effecit. Man beachte ferner p. 79: agc 
interim ponamus inter nos, Universum ingenitum ac sempiternum, iuxta 
illud, quod suggerit sensus celeberrimorum plülosophantium, sicut con- 
scribunt Parmenides, Empedocles, Zeno, Cleanthes, aliiquc divi homi- 
nes, ac velut veriis qiiidam proprieque sacer coetus. Ungleich wichtiger 
ist dagegen eine andere Stelle über die Weltbildung , die vorzugsweise 
auf Empedokles Ansicht sich bezieht, auf S. 85, wo Alexander sagt: 
exigamus nimirum antesignanorum a te rationes. Quam ob rem vaste 
in medio universorum conditam erexit terram, siipra se habentem 
maria: et concedens terrae spatium secundum, aerem supra aquas 
elevans, eum sursum delatum usque ad aetherem extendit? Quod vero 
a nobis (fortasse) audire vultis, praesto est responsum, necessitate vide- 
licet quadam naturae leviora a gravioribus sursum pelli contigit. 
Occiiltis autem certam faciunt ßdem haec, quae sunt manifesta. Situ- 
lam si quis aqua plenam smnens, oleum ei superfundere arenamque 
velit, arena inferius abit, oleum autem supra perstat, aqua vero 

4* 



52 Eecensiou des Karsten' sclien Eiupedokles. 



medium ohtinet simt'mm. Etenim aqua eo , quod levior sit terrcna 
materia, surswn acta resilit: qnoniam vcro gravior oleo est, suh leviori 
cogitiir subsidere. Eodem modo et mundi partes afßci videntur, ut 
dicit Empedoclt'S. Jene Yergieichuug- , wenn es auch nicht die "Worte 
des Philo selbst deutlich zeigten, ist sicher aus Einpedokles selbst ent- 
lehnt, der überall physische und metaphysische Probleme durch ein 
der sinnlichen Welt entlehntes Gleichnifs oder Beispiel anschaulich zu 
macheu sucht, man vergleiche nur vs. 282 ff. [=- 294 ff. St. == 
350 ff M.] oder vs. 302 ff [--= 316 ff St. ^= 220 ff M.]. Die 
Anwendung jenes Gleichnisses auf die Bilduug der "Welt ist offenbar 
ebenfalls aus Empedokles entnommen : disccdentihus enim ah aethere 
vento et iync atqtie volantihus , tum coelo latissime expanso ac desuper 
circumducto , ignis, qui patdlo inferior coelo manserat, ipse quoque in 
radios solis adaucius est: terra vero concurrens in unum spatium, et 
necessario condensata ap2)arens, in medio stat. \ Porro circa eam undi- 1007 
qiie^ quoniam nimis levior erat, volvitur absque dimotione aether. 
Quietis autem exinde ratio datur per deum, non vero per sphaeras 
multas super sc invicem posifas, quarum circumrotafiones poliverunt 
figuram. Quia circa eam coarctata fuit sphaera ignis mirahilis: 
magnae enim et multiplicis tlieoriae (vel speciei, formae) vim habet: 
ideo nee huc nee illuc cadit ista. Alles stimmt mit der Kosmogonie 
des Empedokles vollkommen überein, zuerst die Bildung des Himmels 
durch Luft und Feuer (dehn vcntus ist sicher nur ungenauer Ausdruck 
für aer) gerade wie Plutarch. Placit. Philos. IL 11 : ^ Ei.(7c£ÖoyJrjg oie- 
Qif.iVL0v eivai xöv OLQavöv, ^E, di-QOC, Oif-vcaylvrog med ycvQoq Y.QVora'k- 
'Ao£1()Ö)q , zö .liQtodeg /.al d€Qi~)d£g Iv I/mi^qo) ciov tj/itiocpaiQiiiJv jrequ- 
yovca. Aus dem Feuer gestaltet sich aber auch die Sonne ignis . . . 
in radios solis adauctus est, wie Diog. Laert. "VIII. 77 berichtet. In 
der Mitte dagegen ruht die Erde, umgeben von dem rotirenden Aether, 
ganz wie Aristoteles de Coelo II. 13 : trjv yljv jcdvzsg oaoi röv ovqavbv 
yevvCjüiv, eui %b f.doov ocvelO^eiv cpaoiv oii di /.livei, "Qtjxovüi ztjv 
ulriufj /Ml '/Jyocoiv .... üOyieQ ^Ei.i7CEdoA,Xrjg, trp> lov ovQavov (pagdv 
■/.v/'Kv) ict^iUi-ovüuv /Mi d^drcov (peoo[.ievr^v rijV 'crjg yTß cpoqdv '/xohvuv, 
/MOd;rEQ cd fr rotg /.vddoig vöcjq, wo also wieder die Ruhe der Erde, 
während der Himmel oder Aether sich bewegt, durch eine Vergleichung 
erläutert wird. Die Erklärung dieses Phänomens bei Philo scheint 
freilich von der des Aristoteles abzuweichen , allein diese Abweichung 
ist anch nur scheinbar: nach Aristoteles begründete Empedokles die 
feste Stellung der Erde eben durch den ungleich rascheren Umschwung 
des Himnuils, bleibt dagegen der Aether stehen, so ist zu erwarten, 
dals auch die; Erde ihre ruhende Stellung verliere, wie Aristoteles 



Recension des Kaisteu'schen Empedokles. 53 



ebendas. 11. 1 sagt: öia rt]r ölvi^Giv O^arioro^ Tiyydvovicc (pogag rrg 
oi7.eiag ooju^g l'xi ot'j'^eaOai roaorrov xqÖvoi' , /.ax^dyieq ^Eiii7redo/.lrjg 
(pt]Giv. Also ist auch der Untergang zu erwarten, mit Recht bemerkt 
Hr. Karsten auf S. 421 : ex Enipcdodis enim ut ex alior'um opinionc 
motus üle non est necessarius ac sempiternus , verum nihil obstat, quo- 
minus cesset ah'quando eoque cessante mimdus hie coli ah cd nr, quod pla- 
citiim tangit alicuhi Aristoteles dicens (Metaphys. YIII. 8; : oö (foßeQor 
}.n'i 7COTE (6 ovQavög^ orjj , o q^oßovvTai o) tisqi ffiOEwg. quibus verbis 
EmpedocJem praesertim intelligi, iam vetus interprcs animadvertit 
Alexander Schol. Aristotel. p. 784a). Es kann also Empedokles, da 
ja doch nach seiner Ansicht die feste Stellung der Erde keine dauernde 
Avar, den Gedanken ausgesprochen haben : qiiictis ratio datur per 
dcuiii. Noch interessanter aber ist das Folgende, unzweifelhaft aus 
Empedokles ebenfalls entlehnt, da wir ihn hier gegen seine Yorgänger 
polemisch auftreten sehen; denn wenn es Aveiter heifst: non vero per 
sphaeras nmltas super sc invicem positas etc. , so ist dies offenbar 
gegen die Theorie des Parmenides gerichtet , welcher die Erde sich von 
einer Menge von Kränzen oder Kreisen umgeben vorstellte, wodurch 
sie im Gleichgewicht erhalten würde, vergl. Plut. Plac. Philos. IIT. 15: 
lOOS TlaQusyidrjg, Jt^f.i6/.qiTog^ diä rb 7cavTax6&Ev l'oov \ dcfEaTcooav (.(ivEiv hri 
Ti^g laoQQQyriag, ov/. l'yovaav aiTi'av, di"' T^v öevqo L(d?J.ov f^ r/MOE Qei''Ei£i' 
av did Tolro jiiovov fxiv '/.QaöaivEod-ai , i.t>yMrE~ioOai di. Stob. Ecl. Phys. 
p. 482 p. 22]: TTaQUEvidi^g aiEffdrag eIvcu /lEourE^rlcyiilvag f7caXXi])J.org, 
Ti^r /.(ev ET. TOI' dgaior, jt]r öi fx vor ri r/.i'0v , i.ir/.rug ()e d}Jxig l/. 
(fii)Tog y.ai Gv.oiüvg pEra^v zovnov yMi rö .rEotr/ßv öi- 7rd(Jag zElyovg 
dr/.i^i' oiEQEOV hcaQ/Eiv, iip o) 7rrocodi^g arECfdrr^' vmi Tt]r uEGairdri^r 
7caoCiv douiOtv 7id'kiv 7rrQ('jdi^ • lojy öi oruaiycor tt]v pEOaitdrt^r d7tdoc(ig 
ToyJa 7idai^g /uvi'^OEog y.ai yEVEüEcog c/rdQyEiv, tji'rira yjd öalpora '/.cd 
yrßt^Qvt'^Tt^r yiai yh^qovyor i.iovoi.id'^Ei , Ji/j^r iE v-ai ^Avdy/J^v. Diese 
Stelle des Stobäus ist freilich fast unverständlich , doch glaube ich die- 
selbe durch nicht allzu grofse Aenderung herstellen zu können, wenn 
man nämlich schreibt: /.ai xr^v GCEroTdzrjv (oder arEvundri^v) 7raa(~)r 
atpaiQiov 7id?uv 7cvQtodrj, so ist nach der Vorstellung des Parmenides 
sowohl die äufserste, als auch die innerste (d. h. der Erde nächste) 
Sphäre oder Stephane aus Feuer gebildet : in der Mitte aber finden sich 
die aus Licht und Finstcrnifs gebildeten Kreise, und unter diesen ist wieder 
der mittelste der Mittelpunkt oder das Centrum der ganzen Schöpfung. 
Damit stimmen auch die Verse des Parmenides selbst überein vs. 125 
[= 126 M. =^ 132 St.]: 

yti Y (,' ffTfii'ÖTtn«! 7i).fjVi(> 71 r nag uy.oi'jioio, 
Ai rf' Iti\ T>ig vvxTog, farü dt (filoyog 'itiui uiau. 



54 Recension des Karsten' sehen Empedokles. 

Ev äi fiaata toltwv dcUfiorv, jj ttccvtu xvßtovä' 
JIuvTog yag arvysQoTo röy.ov xcu ui^iug «()/»?, 
Tleunova^ äoOivt ü^fjlv uiyfjv, t6 t' ^vuvtiov av&ig 
^^gaev !hr]}.vTiQO). ^) 

Die folgenden "Worte des Philo sind zu unverständlich übersetzt, als dafs 
sich etwas Bestimmtes darüber sagen liefse, doch beziehen sie sich wohl 
gleichfalls auf die Ansicht des Parmenides, welche Empedokles bekämpfte. 
Philo fährt weiter fort : deinde ratiocinatus de mari ait: concreta 
est extremitas orae, maxime in grandinis niorem resiliente aqua limosa: 
qiiae enim in terra humiditas passim est, in demissis depressisqiie eins 
locis aniat frequenti ventorum impulsu impelli, fluctu uno alterum 
sustinente more nexuum quornndam forfissiniorum. Abstirdum aufem 
est dicere, iuxta providentiam esse tantam nmltitudinem aquarum, quae 
minime hibuntur. Quandoquidem maria sunt non pauca inclusa intra 
Hercideas columnas: magnum aidem mare extenditur praeter legem 
naturae debitam. Itaque quae ex terra defluit humiditas, aqua est 
facta, similiter et aer vapor exJialatus ab aqua terraque, sicut in hai- 
neis solet esse, ubi aqua extenuatur per calorem, sccimdum necessariam 
elementorum ad se invicem commutationem. Hier haben wir wolil 
durchgehends , sicher aber zu Anfange und zu Ende die Fort'setzung 1009 
der Empedokleischen Yorstellung von der Weltbildung, und zwar theilte 
hier Philo wohl die Yerse des Empedokles selbst mit; man vergleiche 
nur mit dem Anfange vs. 206 [= 164 St. = 257 M.]: 

A).g ^nuyr] oiTTfiOiv iwOfifvog i]tXtoio, 

was man irrig auf die Bildung des Salzes bezog; die Yorstellung des 
Empedokles war \ielmehr, wie wir aus der Stelle des Philo deutlich 



1) Ich habe nXr,vTo nvQog uxqtijoio statt noirfvro [Aid.] oder [narjvTo oder 
TiärjVTo oder] tiutjvto {nurjv] TTi'oög üxqCtoio [«zpjjroi? oder uxQirotg haben die 
Hdschr. , äxnixoio die Aid.] geschrieben, ccxq^toio ist wohl sicher das Richtige; der 
Aoristus 7i}.fiiTo, 'sie wurden erfüllt', steht wohl mit Beziehung auf das "Werden 
und Entstehen der Welt: an der Verlängening der Endsylbe ist bei Parmenides 
kein Anstofs zu nehmen. Ferner habe ich uiyfjv, tö t statt fxiyav %6 t [rdrf] 
geschrieben, uiyfjv, wie f/tr statt ifvvui bei Parmenides, ^ovv statt Sovvm bei 
Theognis , Phönix und Theokrit. [Die Stelleu des Parmenides stehen bei Simplicius 
p. 39, 14 und p. 31, 13. Von den hier von Bergk zuerst gemachten Emendationen 
hat Diels die im ersten Verse vorgenommenen Änderimgen als sein (ttA^jto näm- 
lich) und Steins Eigenthum in den Text aufgenommen; auch fjiiyfjv tot' schreibt er 
Stein zu. Vgl. Stein Symb. philol. Bonn. p. 799 f. und Bergk selbst Opusc. II. 68 
und 82. Auf einem einzelnen in Bergks Nachlafs vorgefundenen Blatte steht ein 
anderer Emeudationsversuch : ^•. 125 vereor, ue tradita scripturu noirjvro (Brandisii 
libri TiL'Tjv vel TiL'rjvTo) fallaci specie transversum aqat, neque enim verhum, sed 
nonien ridetur delitcscere: AI yuQ aTtirörumi nvi^uriv mgog ('(xoi^toio . . .: nvUfii^v 
idem est quod (5/"^«.] 



Becension des Karsten'schen Empedokles. 



erkennen , namentKch wenn wir die verwandten Ansichten des Empe- 
dokles über die Bildung des Himmels und des Mondes damit ver- 
gleichen , der äufserste Saum des Meeres , der dem Himmel oder dem 
Aether am nächsten ist, sei durch die Gewalt des Feuers zu Krystall 
geworden, erstarrt wie Hagel. Mit der Ansicht von der Bildung des 
Meeres vergleiche man den Ausdruck des Empedokles [Plut. Plac. Phil, 
in. 16, Euseb. XY. 59] Id^toza xr^g yiß eirai d^dlaaaav, siehe Hrn. Karsten 
auf S. 438. Die von den Bädern entlehnte Vergleichung gehört sicher 
dem Empedokles. 

Was Alexander weiter über die Umlaufszeiten der Planeten erwähnt, 
ist sicher nicht aus Empedokles geschöpft, sondern Philo hatte gewifs 
hier die zu seiner Zeit gültigen Bestimmungen vor Augen , vergl. Plut. 
Plac. Philos. n. 32. Dagegen das Folgende wird ausdrücklich dem 
Empedokles beigelegt: limae vero himcn nonne inepte putatur a sole 
iiixta providentiain desumere lucem, cum potius instar specidi casti in 
se incidentem formani recipiat? quemadmodiim Empedodes (dixit): 
Imnen lunaris glohus magnum largumque, mox illico reversus est, ut 
currcns coelum attingcret. Auch hier also werden wieder die eigenen 
Worte des Empedokles angeführt, die, obwohl dunkel und fast unver- 
ständlich übersetzt, doch mit der Ansicht des Philosophen überein- 
stimmen , dafs der Mond nur durch die sich brechenden Sonnen- 
strahlen erleuchtet werde, vergl. Plutarch. de fac. in orbe lunae 
p. 929 D [T. IV. 2, 216 W.]: d/roXeiTterai xb rov ^Eiuredo/Morg, 
dvaxXaoei xivi xov rjh'ou fcgög xt]v aeh^vtjv yivead-ai xbv siraiS^a 
(f>toxia(.ibv d;c ahrg und die daselbst angeführten Verse des Dichters. 
Zu bedauern ist nur, dafs uns der griechische Text jener Schrift des 
Philo nicht erhalten ist, alsdann würde der Gewinn jener Stellen 
ungleich gröfser sein; namentlich die Citate aus Dichtern sind in der 
lateinischen Uebersetzung oft kaum wieder zu erkennen. ^) Ob die 
armenische Uebersetzung, die neben der lateinischen steht, bessere Auf- 
schlüsse gewährt, vermag ich nicht zu beurth eilen. 



2) So z. B. das schöne Hyporcliema des Pindar [Fr. 107 Bgk.] : ^fxrt? liMov, 
tC TToXiaxoTK y.rX. fängt hier mit den Worten an: Radium solis , tyro , multum 
intncri etc., so dafs fiu- die Kiitik dieses schwierigen Gedichtes daraus nicht der 
mindeste Gewinn zu ziehen ist. Verständlicher sind dagegen zwei Stellen des 
Aeschylus auf S. 50 : lovem ex scelcraturiitii genere eximit et ah iniustis lex und auf 
S. 102: dira Ines vacuam maxillam voracem in popxlos cireumferens adimplet, 
murtuorum corpora sepeliendo, ungefähr als ob Aeschylus geschrieben hätte: 

Jiivt] di Xoiuog tv TtöXii zfv»)v yvä9ov 
Manywouv ätijc: 7ttnt(pinovo' irtlftTiXato 
'Ayd()iüv , ytoQvtwv xu'i viwv Tttatifiaair. 



56 Recension des Karsten'schen Empedokles. 



Schliefslich will ich noch zu Xenophanes und Parmenides einige lOlO 
Yerbesserungsversuche mittheilen. Xenophanes Fr. 4: 

Afii J" iv Tai'Tü) T6 [xiveiv xivot\uivov oi'ösv, 

So verbessert Hr. Karsten die durchaus verdorbene Lesart des Simpli- 
cius [Phys. p. 23, 11 D.]: Alei ö' ev taho) fiiveL . . . f.t£T€QXEO^ai (.itjv 
hrei nQe^ru XT/I.,*) im letzten Yers unzweifelhaft richtig, allein im 
ersten ist T£ unpassend ; ich schreibe: ^hl d' ev radro [.(evei ov mvov- 
f.ievov ovdiv^ und es sind diese Yerse nicht sowohl auf die Gottheit 
(O-eög)^ sondern auf das Weltall (ro fV) zu beziehen, was freihch nach 
der Ansicht des Xenophanes auf eins hinaus kommt, vergl. Aristotel. 
de Xenoph. Zen. et Gorg. c. 3: tö di toiovtov ov ev, ov töv d^eöv 
slvat Xsyei , ovtb yiiveiod^ai ovze XLvrixbv eivai .... /.aTa ndvta de 
oiktog eyuv xbv &e6v, pLiÖLÖv te xai eva, ofxoiov te "/im Gq^aiQoeidr ovxa^ 
ocre ccTieiQOV one 7ie7CEQaoi.ievov , oI't« fJQEf^elv oute dMvrjTOv eivai. 

Xenophanes Fr. 5 : 

Allä ßQOTol äoxaovai &tovg yivvüad^cci . . . 
Tr]v aipeTfQTjv J" io&fjTu t^tiv (fwv)]v TS öifxas r(. 

Den zweiten Vers hat Hr. Preller aus Theodoret. Graec. Äff. Cur. 
in. p. 49 [136 Gaisf.] richtig verbessert: T^ ocfExeqrjv t aXöd^rjOiv 
e'xEiv**) im ersten ist vielleicht zu schreiben: 

liDiä ßQOTol ^oxiovai diovg ytvvGaU^ai ü/j.oi(og, 



[*) itifvii hat aufser der Aid. nur ein wenig bedeutender Codex , die besseren 
lesen fiitxvtt , und dies hat Diels mit Recht eingesetzt. Übrigens hatte Bergk, 
wie ein in seinem Nachlasse vorgefundenes Blatt beweist, später ganz dasselbe 
conjicirt.] 

[**) Auf dem erwähnten Blatte urtheilt B. anders, indem er sagt: fr. 5 satis 
mendose tradiium, neqiie enim (idducor, ut jillit ßQoiol doy.iouai lytnvg yevvuai^ai 
{öuo(o)g) ftententia imperfecta ticriptum fuisse , mit retcrem poetam voce (datlrjaiv 
(Theodoreti haec videtur esse correctio , ceteri testes [Clem. AI. Strom. V. 601 C et 
Euseb. Praep. ev. XIII. 13, p. 678 D.] ^a!)-fjT(() usum esse credain. Correxi olim in 
fmnc modum: 

A/J.u [iQotot doxtovai 9eov? o<pialv lau yiria&ai. 
Tu aiplxio ov S" uXa9rif.iu z i/tiv (fwvi'iv th äifiug li. 

Aio'iriud Euripides usurpavit , atque Phrynichus grammuticus commendavit voca- 
biilum Bekk. An. I. 27 utad-rjaiv interpretatus. 

Ich füge hier gleich aus derselben Quelle die Besprechung einer anderen 
Stelle aus Xenophanes hinzu. 

Fr. 14, V. 3. 4 legcndum: 

El Y"Q x«l tÜ fjukiata tvxH tttii-tonivov ilno)v, 
Avto d' ofiios ovK olde döxog, d' Ini nüai titvy.zui. 



Eecension des Karsten'schen Empedokles. 57 

nämlich ßgoroig : öfioicog konnte um so leichter ausfallen , da in dem 
gleich darauf folgenden Fragmente bei Clemens (Strom. V. p. 601) zwei 
Verse ganz ähnlich mit öitöiov und ouoia schliefsen, der unmittelbar 
vorausgegangene aber mit 6/^(oiioQ oida vötjia endet. 
Parmenides vs. 77 [= 78 M. = 83 St.]: 

Ovdt äiaiQiTÖv iOTiv , ^nt). ttüv i(fTiv öixoTov, 
Oi'ih' Ti TTj /xaXkov , t6 y.tv tiQ^'Oi fiiv |i'Vf^fffi>«/, 
Oi'()V TI ^fiQÖTfnor' TTÜV St TiXiov laxiv iovTog. 

Das Adverbium ttj ohne ein entsprechendes tjj ist kaum passend , noch 
viel weniger das Adverbium juallov, da Parmenides sagen will, das 
All sei nicht nach der einen Seite hin gröfser, nach der andern 
kleiner; ich lese Odde ti tcji [.iäX?^ov,*) vergl. vs. 104 [K. und M. = 
107 St.]: 

IVltaqö!}iv laonaki-g nih'irj' tö yuQ oi'Tt ti utlcov 

OvTt TI ßaiOTtQOV jlfliVUI /Ofiöv iOTI TTj ij TTj. 

Parmenides vs. 84 [= 85 M. = 90 St.] : 

TmVTÖV ()"' iv TCJL'TW T{ fXtVOV, XClx)-' kwVTO Tt XflTKI' 

OvT(og ffineSov avOi /uivn , XQUTfQtj yuQ avciyxr] 
ütCgaTog iv SiO/uoTaiv f/ti , t6 fxtv Hfiiflg i^Qyfi. 
Ovvtxtv ovx uTtltvTTjTov TO iöv Sf/xig iivai ■ 
EotI yccQ ovx iniSivfg , f.irj }6v yctQ äv navTÖg l(hiTo. 

So Simplicius [p. 30, 10 und 40, 6 D.], oder ^irj iöv di av, f.n) oV d' aV, 
Hr. Karsten: (.ifj iöv de xe navrög iöelTO, was ebenso unmetrisch ist, 



Vulgo legitur uvTog ofxwg , sed Sextus [adv. Math. VII. 110] (tmög (f., idem v. 1 
läiv exhibet, unde coniicias: 

Kai to jUfv ovy ou(pis ov tig urrjQ old\ ovdi lig iazai 
Eldws, . . 

Scd tneor quod reliqui [Plut. Aud. poet. 17 E] tedantur ysvtT\ — Dann heifst es 
weiter: ex physico carmitie tenues admodum reliqaiue propayatae sunt, quas Mnl- 
lachius nequc iit decuit separavit a ceteris poematis, neque operam dedit ut, quae 
priores inchoaverunt, absolveret: complura fragmenta praeter missa adscripsi Poet. 
Lyr. II. * p. [115 seq.].'] 

[*) Dafs Mer ein Schreib- oder Druckfehler vorliegt, leuchtet von selbst ein. 
"Was Bergk gemeint hat, erhellt aus Parmenidea IL p. X fp. SO) und einer im Nach- 
lafs vorgefundenen Bemerkung. Dort heifst es: r. ^6' adverhium jualkov prorsus 
importunum olim sustuli ser ibendo ficiaaov: doch fügt B. hier hinzu: sed 
denuo pJiilosophi reliquias perlustrans germanam scriptaram esse intellexi: oMe ti 
ny fiavöv, .. Zu V. 87 M. (= 86 K. = 92 St.) bemerkt B. ebendaselbst: poetam 
TU fiiv {t/ii(fig i^nyfi scripsisse puto, i. e. ötafxu und zu v. 104 [= 103 K. == 
107 St.] : apodosis desideratur, quam reciperamus , si pro tö yccQ correxeris : 

tö y uq' uvdt ti fitl^ov 
Oi'di ti ßai6x(()ov ntXivai ;fߣuJv iati tfi »; r»;. 

Siiiiiliter r. 07 [= Üö K. =^ 100 St.] tö yt Pannenidcs tö 6v appellaoit.'] 



58 Eecension des Karsten'schen Empedokles. 

als die gewöhnliche Lesart. Ich lese: iöv ö^ av 7iavTÖg edelro, das 
All bedarf Nichts, wäre es aber bedürftig, so ivürde es Alles begehren. 
[Vgl. Opiisc. II. 70.] Aehnlich Hr. Preller fov yctq av navrdg edeiro, 
was wohl föi' I ydo 7ravTdg edelro heifsen soll , aufserdem aber ergänzt lOU 
derselbe irrig dreleiri^rov. 

Parmenides vs. 105 [= 106 M. = 109 St. Smiplic. Phys. p. 146, 
19 D.]: 

OvTt yuQ ovx iöv ioii , t6 xtv navi^ fiiv ixEOD^ai 
Etg dfiöv, ovr iöv fariv, onwg ti'rj xtv iövTog 
Tfj fxüXXov, rfi J' tjaciov, intl nav ißriv ÜGvXov. 

So schreibt Hr. Karsten statt bmog ei'tj xevdv eovrog [wie die Aid. hat; 
die Hdschr. : /mI h'v], eine Vermuthung, die aus mehreren Gründen 
unstatthaft ist; es ist ganz einfach o/aog eit] y.Evöv ovtog herzustellen.*) 
Denn Parmenides sagt : aufser dem Einen, Seienden giebt es weder ein 
Mcht - Seiendes {ov% £w), denn das würde die Einheit des Seienden 
aufheben (rd abv 7iavoi f.nv rAead^m Elg bf.i6v, wie vs. 83: t6 %ev 
eiQyoi /itiv '^vviyeod^aL) , noch auch ein Seiendes, denn dann würde das 
Eine nicht alles Seiende enthalten, würde mehr oder weniger, hier 
und dort leer sein; aber das Eine fafst Alles: eTrel 7iäv eotiv äovXov, 
wie vs. 85: 7iav de 7ileoi' eaiiv eoviog. Yergl. noch vs. 62 ff., wo ich 
am Schlüsse [v. 68 K. = 69 M. = 74 St.] lese: ovre yeveo^ai Om' 
olliad^ai dvTf/.€ Ji/jj, yaXdoaoa 7r eörjOiv, ^IX eyu , [wie Diels im 
Text hat Simpl. Phys. p. 145, 14. Ygl. Opusc. IL 70] statt 7iedr]0iv; 
Ttiörjaig gleich 7tedi^, wie av^tj und ac^rjoig, f.idd^r] und i^idd^rjoig. 

Parmenides vs. 112 [= 113 M. = 116 St. Simphc. Phys. p. 39, 1 D.] : 

MoQipag yaQ x(n^i>tvTo Svo yvo\urig ovoficcCtiv. 

Ttöv fJiCttv oii ^Qfcjv fariv, fv w TienXavrifxivoi liaiv 

[*) Eine Notiz im Nachlafs lautet: v. 107 non rede critici tentavcrunt libro- 
rum scripturam : 

ovt' iöv iatir önwc tirj xiv iövtog 
Tfj fiüi.iior , tfi (5' iiaaov, intl näv ioriv uavkov, 

quae nulli cahimniae est obnoxia, refmgentes xtvov övrog. Noch zu zwei anderen 
Stellen des Parmenides finde ich dort kritische Bemerkungen. V. 69 [M. = 68 K. 
= 74 St.] Toüvfxfv traditum, sed non soluni versus numerus laborans mendum 
delüescere arguit, verum etiam argumentatw necessaria desideratur , igitur toO 
(i'vixfv non satisfacit, sed scribendum : 

Ovdi ye i« '] »* ^1 ovioQ i(p)]nti nlorioQ In/vg 

riyvta9ttl ti nai> (xvx ■ inii ov xtvöv, ovdi yhxiaSai 

Ovo' uX).vo9ai ürijut dlxij. 

V. 77 [M. und K. =- 82 St.]: 

Tuig ytvtaig fiiv ünlafitatai y.ui änioto? ä).t9(>og 
purum convenit äniaiog, neque quod alii libri praebent ÜTivOTog vel ÜTiavatog 
aptiim. Poeta scripserat opinor ano)aT6g, cf. v. 84 [M. = 83 K. = 89 St.]: «Tiöae 

St 7i(oiig «A»yt'>;Jf.] 



Eecension des Stein'schen Empedokles. 59 

uiVTia J' ixQlVKVTO Jf^«? XIU atjfXKT' fü^f VTO 

"Hntov 6v , fxiy uqchöv , iwiToi nccvroat jwvtöv, 
Tu) J" irfQO) firj tmvtÖV uTCiQ xaxtTvo y.ar «i'rd 
^AvTia, vvy.TuSu ^ nvxivov Jf'u«? t^ßQixUg re. 

Im ersten Yerse erscheint yvco/urjg oder yvco^aig durchaus unpassend, 
ich lese Mo^f/'ag yccQ yMTed^evvo ööo yvto/.ii]v dvouaLeiv, yvcof.irjv xaraTi- 
^eod^ai 'bestimmen, festsetzen.' Im dritten Yerse ist vielleicht livzia 
S" l'-AQivdv IE de /.lag zu verbessern. Im fünften Verse findet sich auch 
}j7iiov tj /(äy' oder ijyriöv eoriv, was so wenig befriedigt, als Hrn. Prel- 
lers rJ7i:iö(pQ0v , da iieya durchaus unpassend ist; vielleicht ist ^'Hniov 
t(.if.iev, doaiop u. s. w. zu schreiben. [So auch Stein p. 794.] Am 
Schlüsse endlich ist dyrta, wofüi' Simplicius an einer anderen Stelle 
[p. 31, 2 J).] xdvaviia bietet, ganz und gar verkehrt, der Sinn erfor- 
dert: didq y.dv.Eivo /Mt' avrö (oder •/«i9'' f torrd) Tiovror, vv/.r' ddarj, 
nr/uvdv dif-iag e/ißQi&eg te, und vvv.x' ddaij bieten auch die Hand- 
schriften dar. Man vergl. vs. 123 [- 124 M. --= 127 St.]: Uäv nUov 
iarlv ofAOv q^dsog '/.al vvAzog drfdvvov loiov dficpoxEqwv , etcel ovÖEzegot 
fiha i-ir^ötv. [Doch vergl. Opusc. II. 76 seq.] 

Parmenides vs. 132 [= 133 M. Clem. AI. Strom. V. 732 Pott.] : 

Etarji J" al&iQittV je (fvöiv tu t iv aiO^SQi nuviu 
^rifxuTu xul xKxhttQäg evuyf'og i]tXCoio 
AufxndSog (oy^ aCdr\Xa xul onnöii^tv i^tyivovio, 

WO sicherlich «'(o/- ß^/(5>;Aa zu. verbessern ist. [Vgl. Opusc. IL 71.] 



21 V. 

Empedoclis Ag;rigentiiii fragmenta 

disposuit recensuit adnotavit Henricus Stein. 

Praemissa est de Empedoclis scriptis disputatio. Bonnae 1852. Marcus. 

87 S. gr. 8*). 

Eine kurze übersichtliche Sammlung der Bruchstücke dieses Phi- 
losophen wird vielen willkommen sein, da die umfassenden Bearbei- 
tungen von Sturz und Karsten nicht Jedermann zugänglich sind, 
aufserdem aber in der letzten Zeit theils von andern Gelehrten mancher 
Beitrag zur Herstellung oder zum richtigem Verständnifs dieser werth- 



*) [Neue Jahrbücher für Philologie und Pädagogik. XXIII. Jahrg. 68. Band. 
1853.] 



60 Recension des Stein'schen Etnpedokles. 

vollen Ueberreste geliefert worden ist, theils auch neue und interessante 
Bruchstücke (bei Origines adv. Haeret.) hiiizugekoninien sind. Hr. Stein 
bat die Arbeiten seiner Yorgänger sorgfältig benutzt; nur Mullachs 
Abhandlung de EmpedocUs prooemio (Berlin 1850), die übrigens die 
Sache nicht eben bedeutend fördert, kennt Hr. St. nicht; ebenso ist, 
so viel ich sehe, nirgends Gebrauch gemacht von einer Abhandlung 
Tischers (irre ich nicht, zu Sorau [vielmehr im Jahre 1843 zu 
Luckau] erschienen, ich selbst besitze sie nicht). Ich zweifle nicht, 
dafs Hr. St. für die Ueberreste der altern griechischen Philosophen 
einst etwas Tüchtiges leisten wird , sobald er sich von den Fesseln der 
falschen Methode, die in der vorliegenden Schrift überall sichtbar sind, 
wird frei gemacht haben : nicht mit Trugschlüssen, sondern mit der ein- 
fachen Wahrheit dient man der Wissenschaft, die von ihren Dienern 
Strenge gegen sich selbst und Entsagung fordert. Um die Methode des 
Hrn. St. etwas genauer zu charakterisiren, verweile ich zunächst bei der 
Abhandlung, die der Sammlung der Fragmente vorausgeschickt ist. 

Hr. St. behauptet auf p. 14, Empedokles habe seine (pvoiyta als 
junger Mann (iuvenis) bekannt gemacht; diese Behauptung beruht 
aber auf ganz unsichern Schlüssen: die Aeufserung des Aristoteles 
Metaph. I. 3 beweist nur, dafs Empedokles obwohl an Jahren jünger 
mit seinem System fi-üher auftrat als Anaxagoras : eine nähere Bestim- 
mung läfst sich aiis dem LOregog und jcqoteqoc. in keiner Weise ermit- 
teln. Das ganze System des Empedokles macht aber gar nicht den 
Eindruck eines ersten jugendlichen Yersuchs, erscheint vielmehr als 
das Kesultat gereiften, langjährigen Forschens; war es doch überhaupt 
nicht ( die Weise der griechischen Philosophen, vorschnell mit unzei- 22 
tigen Systemen aufzutreten. Dafs die y.ad^aQi.tol später als die (fvaiyid 
abgefafst sind, ist sehr wahrscheinlich, aber daraus folgt noch nicht, 
dafs ein weiter Zwischenraum beide Werke trenne. Die '/lad-aQf^iol 
beweisen, dafs ihr Verfasser auf dem Höhepunkte des Ansehns sich 
befand, und da Eusebios des Empedokles auch unter Ol. 86 gedenkt, 
so könnte recht gut die Abfassung und Bekanntmachung dieses Gedichts 
gerade jener Olympiade angehören; die Veröffentlichung der q)voixä 
könnte dann in Olymp. 84 (nach Diog. Laert. die Blüthezeit des Empe- 
dokles) fallen, und damit stimmt ganz gut, dafs auch Mclissos, dessen 
Blüthezeit gleichfalls der 84. Ol. (wohl mit Rücksicht auf den samischen 
Krieg) zugewiesen Avird, ganz deutlich auf das System des Empe'dokles 
hinweist. 

Hr. St. geht ferner davon aus, dafs die ffvoi/M dem Pausanias 
allein, die /Md^aQ/noi den Agrigentinern gewidmet waren, und schliefst 
daraus, dafs alle Fragmente, wo nur eine Person angeredet wird, dem 



Recensioa des Stein'schen Empedokles. 61 

erstem Gedichte angehören, Wcährend er die Bruchstücke, welche einen 
Plural enthalten, den -/.aO^aQuoi zuweist. Ich habe früher die Ver- 
muthung ausgesprochen, Empedokles habe seine cpvoiAa dem Telauges 
und Pausanias gewidmet: diese Ansicht ist unsicher, und ich will sie 
keineswegs hartnäckig festhalten, aber Hr. St. bekämpft sie mit unzu- 
reichenden Gründen, z. B. p. 18, wo er meint zAtTf 'kovq^: Qeavovg 
JIvd^ayoQSw T£ bezeichne den Telauges als jungen Mann, und gerade 
bei seiner Annahme, die (pror/M seien ein Jugendwerk des Empedokles, 
würde ein gewichtiges Bedenken wegfaKen. Das ganze Kriterium aber, 
auf welches sich Hr. St. stützt, ist ein höchst unsicheres: ich habe 
schon früher [Opusc H. 19] durch Beispiele aus Archestratos nach- 
gewiesen, dafs auch da, avo ein Werk mehreren gewidmet ist, öfter 
nur einer oder der andere angeredet wird; Hr. St. giebt sich ganz ver- 
gebliche Mühe, dies zu bezweifeln. Ueberhaupt wird ja die zweite 
Person Sing, bei den Griechen sehr oft da gebraucht, wo man gar 
keine bestimmte Person ins Auge fafst. Verse wie ^'Ev^' oWei yßova 
yiQiüToq vTrtQTava vaierdovocn' [235 St. = 302 M.], oder Ei ydg yJv oq)' 
ddivfjGiv ircö yroa/rlöeaaiv ^Qeioag EuuEvicog /.aiyaQjjöiv hroTTTEVOrjg 
f-islecrjOiv [222 f. St. = 289 f. M.J könnten, was die grammatische Form 
anlangt, recht gut auch in den /.aO^aQuol ihre Stelle finden. Umgekehrt 
darf auch der Plural in den (fcar/M, selbst wenn wir annehmen, dafs 
sie nur an den Pausanias gerichtet waren, nicht befremden. Warum 
in aller Welt sollten Verse wie [400 f. St. = 30 f. M.] : 

'£i nönoi , 6) ötiXm' Üpr]Twv yivog, w övaüvokßov, 
Toiiov ix t' tQidon iy. rt arora/uiv tytvtaSH, 

mag man sie nun als Anrede der ipvyo.roLucol dcmfiEig betrachten oder 
ganz allgemein als rhetorische Apostrophe fassen, nicht ebenso gut in 
dem physischen Lehrgedicht als in den /Mdaquoi zulässig sein? Und 
kann es nicht mit andern Stellen, wo der Plural erscheint, die gleiche 
Bewandtnifs haben? 

Hr. St. benutzt diese Gelegenheit, um noch einen andern groben 
23 Irrthum der bisherigen Erklärer des Empedokles zu beseitigen. Hr. St. 
sagt, Parmenides trage seine Philosophie in der Form vor, dafs nicht 
blofs das Prooemium, sondern das ganze Gedicht als unnnttelbar gött- 
hche Ueberlieferung erscheine, indem nicht sowohl der Dichter selbst 
rede, sondern vielmehr die Göttin der Wahrlieit (so Hr. St.) den 
Dichter belehre (id praeter prooeinium toiiim Carmen deae ore funde- 
retur, ipso docilis auditor illius suadelam auscultaret [p. 20J). So 
stellt es Hr. St. dar; ob es in der That sich so verhält, will ich hier 
nicht untersuchen: ich beschränke mich auf Empedokles. Dadurch, 



62 Recension des Stein' scheu Empedokles. 

fährt Hr. St. fort, sind die Erklärer des Empedokles verleitet worden, 
eine ganz gleiche Form für diesen Dichter anzunehmen, nämlich dafs 
auch bei Empedokles nicht eigentlich der Dichter, sondern die Muse 
rede: accidit viris egregiis , qtio valde dubito an quicquam lepidius in 
hoc genere potucrit accidere. Hr. St. giebt sich nun die undankbare 
Mühe, diesen heillosen IiTthum zu widerlegen; er führt Stellen an, 
wo die Muse um Beistand angerufen wird, wo fji-iETeQrjg TtiOTibf-iaza 
Movor^g erwähnt werden, und fragt endlich witzig [p. 21]: nt quo tan- 
dem sexu qiiave naturae foeda amhiguitate putas dodam istam Musam 
fuisse, a qua vel hunc versum: 

SvaSatuora nÖTfiov, 
"H (h^uig tarl xcdoCat , vöu(o rf' tTiitfrj/bit y.Hi uvTog 

pronuntiakim esse dictitant, vel hunc . . . Non reveniet, spero, Musa 
magister. 

Es zeigt sich hier eine Unart, die gerade in neuerer Zeit in der 
philologischen litteratur vielfach eingerissen ist, und es ist nur im 
Interesse der Wissenschaft, wenn man solchen Mifsbräuchen entgegen- 
tritt. Leider haben selbst Koryphäen der Wissenschaft, wie Gottfried 
Hermann, sich von dieser Yerirrung nicht freigehalten, dem es bei 
seiner lebhaften Phantasie gar nicht selten begegnete, dafs er eine 
Ansicht, die nie Jemandem in den Sinn gekommen war, sondern ledig- 
lich ihm selbst den Ursprung verdankte, mit allen Waffen seiner 
Dialektik bekämpfte und als absurd darstellte. In einen solchen Irrgarten 
ist auch hier Hr. St. gerathen; er kämpft mit einem Phantom, das er 
lediglich selbst geschaffen hat. Ich habe mich wenigstens vergeblich 
bemüht zu ermitteln, wer jene abenteuerliche Ansicht ausgesprochen 
hat, dafs in den ganzen drei Büchern der (fvaiy.ct nicht Empedokles 
selbst in eigner Person rede, sondern die Muse den Dichter über das 
Wesen der Dinge belehre, also gleichsam einen langen Monolog nach 
Art der Lykophronschen Kassandra halte. Hr. St. hat auch nirgends 
durch ein Citat den Urheber dieser Ansicht nachgewiesen; er wird 
also dieselbe auch allein zu vertreten haben, und die ganze Polemik, 
wonüt er jene Phantasmagorie ad absurdum deducirt, ist gegen ihn 
selbst gerichtet. 

Wie aber, wird man fragen, kann man solche Abenteuerlichkeiten 
erfinden? Karsten und ich haben angenommen, dafs im Prooemium 
(dies ist wohl zu beachten) der Dichter, nachdem er die Muse | ange- 24 
rufen hatte, dieselbe redend einführe, indem sie ihn unterweise, 
wie er seine schwierige Aufgabe zu behandeln habe [v. 13 ff. St. = 
47 ff. M.] : 



Eecension des Stein'schen Empedokles. 63 



KaC as, no).vfivriaTri ktvxtöXevE nagO^^vf MoCaa, 
'AvTOfjUii , wv &^fxig tOTiv t(fr]fi(oioionv iixovfiv, 

n^fint TTcco" (vatßirjg fXfcoia" (vi^vioj' uqu«. 

* * 

JMrjdf at y^ fvihi^oio ßirirstTut iivdta Tifiijg 

ITQog {h'tjTtüv (h'iktadui , *(/)' w />' öairjg nl^ov ttnfrr. 

* * 
* 

QÜQOti, y.(u TOTi 6i] ao(fir]g tir' uy.ooiGi d^oüiliig xtX. 

Man kann diese Ansicht in Zweifel ziehen; nur mufs deijenige, der 
dies unternimmt, die Stelle auf eine einigermafsen erträgliche Weise 
verbessern : der Versuch, den Hr. St. p. 31 gemacht hat, ohne Annahme 
von Lücken auszukommen, ist gänzlich verfehlt. Aus dieser Yermu- 
thung nun, dafs im Eingange des Gedichts die Muse redend eingeführt 
wird, ist offenbar jene abenteuerliche Yorstellung, welche Hr. St. erson- 
nen hat, um sie zu bekämpfen, entstanden. Dafs übrigens Empedokles 
sich als gottbegeisterter Seher, als Hypopheten darstellt, dies ist eine 
Ansicht, welche Hr. St. selbst festhält, wie sich aus v. 129 ergiebt: 

ui).).cc TOQwg T(cvT^ la'h, d^fov nuQu fxvihov uxovaug, 

wo er unter dem i}£Ög die Muse versteht, eine Stelle [144 M.], die ich 
früher [Opusc. II. 18, 8] anders erklärt habe. 

Hr. St. sucht dann auf p. 22 den Inhalt der -/.ad^aQ/itoi näher zu 
bestimmen; ich kann jedoch nicht sagen, dafs dadurch die Sache geför- 
dert würde, vielmehr zeigt sich ein entschiedener Kückschritt. Hr. St. 
geht offenbar von der Voraussetzung aus, dieses Gedicht müsse einen 
von den (piaiYM wesentlich verschiedenen Inhalt gehabt haben; im 
Gegentheil die /.a&aQfiol enthielten gewifs eben nur die sittHchen und 
religiösen Ansichten des Empedokles in mehr populärer Form, und 
theilweise vielleicht in gröfserer Ausführlichkeit. Hr. St. dagegen nimmt 
an, dafs die ganze Lehre von der Seelenwanderung, von dem Abfall 
der seligen Geister und ihrer endlichen Eückkehr zum Reiche Gottes, 
nachdem sie ihren Frevel gebüfst und geläutert worden, in den cpioi/M 
übergegangen worden sei, und bereichert so die y.ad^aof.ioL auf Unkosten 
der (fvoivA^)] man sehe nur, wie dürftig bei ihm das 3te Buch der 
qvor/.a (v. 338 — 351) ausgestattet ist. Hr. St. selbst hatte auf p. 14 
den richtigen Grundsatz ausgesprochen: Fhysica porro ex omnibus 
EmpedocUs operibus gravissimum esse, totius antiquitatls consentitur (!) 
vox, utqiic ea intelligenda sunt, sictibi univcrse de eius poesi auf phi- 
losophia sermo est, ita ad hacc fragmentorum pars maxima petiinet; 



1) So wird z. B. dio Scliilderung von der Hcirscliaft der KvnQig. die, wenn 
irgend Etwas den tfvaixu zuzuweisen ist, in die x«'>«()uo/ aufgenommen; ebenso die 
Aufzählung der zwanzig Dämonen (die nur in der Physik rechten Sinn hat). 



64 ßecension des Steiu'schen Empedokles. 

aber diesem Grundsätze wird er fortwährend untreu. | Jener willkürlichen 2' 
Hypothese zu Liebe scheut sich Hr. St. nicht den Worten der bewähr- 
testen Zeugen offenbare Gewalt anzuthun ; wenn Plutarch de Exil. 607 
pn. 1, p. 386 W.] sagt: ^Ef-ucedoxlii^ tV «(>7^^ Tr]g (filoGoq)iag 7cqo- 
avaq)tüv/jaag, so. kann man keinen Augenblick zweifelhaft sein, dafs die 
dort angeführten Verse aus dem Eingänge der cfror/.d entlehnt sind, und 
das Bemühen des Hrn. St. diese Stelle den ytad^aQf^ioig zuzueignen ist ein 
ganz vergebHches. Dafs aber eine solche Auseinandersetzung, ehe der 
Dichter zu der eigentlichen Darstellung des Systems überging, ganz 
passend war, habe ich schon in meiner Abhandlung de Empedoclis 
prooemio p. 29 [Opusc. H. 37] hervorgehoben; will man daran Anstofs 
nehmen, dafs ich auch diesen Abschnitt als zum Prooemium gehörig 
bezeichne, so habe ich Nichts dagegen, wenn man nur die Anrede 
an die Muse und an Pausanias als Vorwort, jene Schilderung 
von dem Schicksal der abgefallenen Geister als Einleitung 
betrachtet. Darüber kann man natüi-Hch zweifelhaft sein, wie viel von 
den übrigen Fragmenten hieher gehört, denn ausführlicher konnte 
diese Lehre doch erst später erörtert werden. 

Aus der Bearbeitung der Bruchstücke selbst will ich nur ein 
paar Stellen hervorheben. V. 222 ö". [289 ff. M. Hippol. aiQEö. ileyx- 
p. 251 Mill.]. Hr. St. ist hier fast ganz Schneidewin [Philol. VI. 16] 
gefolgt, der aber, den eigentlichen Gedanken der Stelle mifsv erstanden 
hat. Das Mifsverständnifs ist hauptsächlich hervorgerufen durch die 
falsche Anwendung der Stelle des Sextus Empir. adv. Math. VIII. 286 : 
daraus schliefsen Hr. St. und Schneidewin, dafs Empedokles hier gelehrt 
habe, alle Naturgebilde, Thiere, Pflanzen u. s. w. seien belebt und 
beseelt; allein der Vers 

fJiivTd yuQ laü^i (f>()övr]aiv f/nv xcd viö/xurog aiauv 

[281 St. = 298 M.], der einen Hauptgrundsatz des Systems enthält, 
konnte und mufste an mehreren Stellen des Werkes wiederkehren, wie 
ja Empedokles auch sonst in ähnlichen Fällen den Ausdruck nicht zu 
variiren pflegt, sondern absichtlich mit Nachdruck dieselben Wendungen 
wiederholt. Im zweiten Buche also, an der Stelle, wo von den ein- 
zelnen Naturgebilden die Rede war (welche Stelle Sextus vor Augen 
haben mochte), fand jener Vers eine passende Stelle; aber ebenso gut 
war der Vers da anwendbar, wo von der Erkenntnifs überhaupt gehan- 
delt ward, und hierher gehört sicher die vorliegende Stelle, die uns 
Origines erhalten hat Es ist zu verbessern : 

El yÜQ x(v a<p^ uöivfiOiv üjiö TiiianCötaaiv iQtCaug 
Eiifiev^toe xud^KQfjaiv fnomtvarig fitl^Ti^aiv, 



Recension des Stein'schen Empedoldes. 65 

Tavrn öi (fot fidXu, ndvrn Jf ' afwvos naQißovTni, 
^!AkXu TS TTÖkV an 6 Twvöf^ xcct 6\p i cc f *) uvtu yuQ (cv^ei 
Tcivt' efg rj&og 'ixaarov, ojirf <fvaig tGTiv fxüaTM. 
Ei S( ai T uXV dl MV 1 71 1 äfQxe Cd ,**) oia xar lä'Jo«^ 
MiqC iidriX'' f fiTT a i a ,***) Tci r' äußXvvovOi ueniurctg, 
'H ff' H(faQ iy.Xetifjovai nfQiTrXo/u^voio XQÖvoio 
Z<füv uvTÜv nod^iovTtt (f'iktji' inl yt'vvKV Ixia&ui, 
nüvTCt yuQ 1(7x71 (fio6vi]Giv i^nv xccl vcjficcTog aiaav. 

20 Der Gedanke, den Empedokles hier ausspricht, ist: nur für den, der 
mit sinnendem Geist das AU anschaut, giebt es eine zuverlässige Er- 
kenntnifs; nur ihm ist das wahre "Wesen der Dinge klar (daher di'' 
alcdrog naqtoovxcci), und wer diesen festen principiellen Standpunkt inne 
liat, ist im Stande das Einzelne richtig zu erkennen (die Begründimg 
at-xa yccQ ac^et xrZ. ist etwas unklar ausgedrückt, kann aber wohl 
nichts Anderes enthalten, als 'Gleiches wird durch Gleiches wahrhaft 
erkannt'; mit av^et vergl. den bekannten Yers iT(o6g yra^eöv yäq /.irjTig 
di^erai uvüqmtioigiv). Wer dagegen dem blofsen Wahne folgend die 
Dinge betrachtet, duov (oder wenn man lieber will ö'uov oder olüv) 
e/cid^QY-eai (das Futurum eTiiöeo^eai würde noch passender sein, doch 
kenne ich kein Beispiel dieser Form), dem entschwindet ganz das 
Wesen der Dinge (ich habe hier juiqi' ädijl^ l'j.(7raia, nicht dei'/J 
l'it/iata geschrieben, und ebenso schreibe ich jetzt in der bekannten 
Stelle des Prooemiums [v. 3 St. -= 37 M.J: Ilolld d' ciöijV t/n/taia, vne 
dies auch der Gegensatz ciS^qel 7t7j ötjlov l'/.aorov, roei ö' f, öifkov 
f-'/MGTov wahrscheinlich macht). 

Die Herstellung von v. 338 ff. [383 ff. M. Hippol. aigea. ^leyx. p. 254], 
wo Hr. St. Schneidewin folgt, kann nicht gebilligt werden, denn der 
Nachsatz beginnt offenbar mit vh' airce, während evyoiAtvw zum Vorher- 
gehenden gehört; vergl. Homer II. K 278: KlvOl /.lev, alyiöyjoio /hog, 
xh/Mc. , ijxe f.ioL aiEi ^Ev 7co:vxtO(Jt 7c6volgl /laQiaxaaai , ocde oe ?jjOio 
KiviLievog' vZv avxe judhaxd f.tE rpiXai, ^4^/jVtj. Ganz sicher läfst sich 
die Stelle nicht emendiren, doch ist vielleicht ein ganzer Vers ausgefallen: 

Ei yÜQ l(f:ri/bif()(o)v (Vfxsv rivög, üfißooTt Alovaa. 

'jlfJfT^Qces fxfX^Kcg onfirfjg (oder xa'htQTjf;)-]-) Ji« (fnarrühig fklhtiv 

{Evfitr(o)g to nuQog nor' fSo)y.(cg) 

Ei'yoith'M' rC'v (cuif 7i(coiaT«(Jo , KaXXiüTitia, 
.//jUf/) Uiutv fKcxänon' uyaiiov Xöyov ffA(f(cirovTi. 



[*) XT die lldsclir.; xt/.criatai Ritschi.] 

[**) rüXV olwv tTTio^^tig die lldschr. ; y' liXXoioiv fnotiC^Ku Schneidewin.] 
[***) «)VyA« TiO.ovmi . . iifmiivui die Hdschr. , ötiV uTiüXu/ivu . . fif()i'u7'i<g 
Schneidewin, Jf/A« jiü.oviui . . fifotfivug Stein, ötivu Mullach.] 

["}■) Sclineidewin : 'j/ufT/^o)ig tufXtv ^tX^mg . . . Evxouh'd) vor aÜTf 

TTHQlOTtcan.^ 

Th. Uert'k Kloino Scliriftoii. H. 5 



66 Emendationum Parmenidearum pars I. 

Den Vers 347 [392 M.]: Ovdi yäg dvÖQOfxsrj ytecpaltj %ara. yvla 
■/l/xioxca citirt auch Olympiodor in Pkt. Gorg. (Jahn Archiv XIV. 129). 
— Ebendaselbst wird auch aus Heraklit (XIV, 357, und vollstän- 
diger 542) angeführt: ^vyvfii ßqotiaio, d^dvarog iyQjjGi yevsod^ai (die- 
selbe Stelle führt auch Origenes adv. Haeret. p. 132 an, wo zu schreiben 
ist: (bv larl /.al '^HQÜ/lenog eig, Xeycov xpi-yrrjOi ydg -d^dvarog vÖioq 
yeviod^ai), und ein bisher unbekanntes Bruchstück S. 267 : elg e/iiol 
dvtl TToXXüv, y.ai Xiyio tovto xat 7taQd IIsQOEcpovrj öiv. Hierauf bezieht 
sich das Epigramm Anthol. Pal. VII. 128 : 

Eis ^fiol üvdQwnog tqiOjuvqioi " ol cT' uvaQid^fioC 
OMfig' tkCt' aväw y.al nuQo. UfgOfcpövy. 

In dem von Meiueke Delect. Anthol. p. 173 behandelten Epigramme 
des Meleager auf Heraklit sind noch nicht alle Schwierigkeiten gehoben; 
V. 3 mufs es wohl heifsen: BXd^ ydg xat /ot' eytov. 

Ich schliefse hiermit, indem ich nur die schon oben ausgesprochene 
Ueberzeugung wiederhole, dafs Hr. St., wenn er künftig mit allem 
Ernst sich gewöhnt, blofs die Sache ins Auge zu fassen und allem 
Scheinwesen zu entsagen, Tüchtiges zu leisten verspricht. 



B. Parmenidea. 
I*). 

Ex Parmenidis carmine jceqI q^vGEiog quae supersunt cum homines 3 
docti diligenti cura coUigere, acute emendare, sollerter interpretari stu- 
duerint, tum MuUachius easdem reliquias bis edidit: sed ut ingenue 
confitear, non satis naviter suo functus est officio; nam cum Aristotelis 
libello de Melisso, Xenophane, Zenone, quem anno 1845 edidit, Elea- 
ticorum philosophorum monumenta subiecisset, nuper in sylloge, qua 
fragmenta Graecorum phüosophorum complectitur (Parisüs 1860), nihil 
aliud egit, nisi ut repeteret ea, quae iam autea minus recte administra- 
verat. Quod ne iniquius dictum videatur, Parmenidis reliquias paucis 
perlustrare placet. 

Haud raro aperta vitia patienter propagavit, velut v, 62 [67 Stein]: 
xiva yuQ yivvriv öiCxiOEaL avtov , ubi ylvvav vel librorum auctoritas 



*) [Universitatis Fridoricianae utriusque Halis consociatao rector et senatus 
Latinam orationem . . . d. III. m. Aug. MDCCCLXIV • • • habendam indicuut] 



Emendationum Parmenideai'um pars I. 67 

suppeditabat, et proximo versu: olV ex fj.rj ovrog idaco, ubi iam dudum 
alii iövTog correxeruiit ; idem v. 69 [74 St., de quo vide p. 58 in adnot] 
versum imnimerum sine offensione tolaverit: 

rCyveod^aC t/ 7r«p' auiö' Tolivtxev oike yevia&at, 

V. 109 [112]: H yuQ jtavxod^ev laov ö/utög tv fteigaai /.vgel, ubi '/.vqsi 
scribendum esse manifestum est; v. 120 [123] edidit: Tüp ool iycb did- 
•/.OG/Liov loL'Mxa 7tdvxa q^atioio, cum cpari^io esset scribendum. Parmenidi 
quamvis dubitanter tribuit [fr. ine. 2], quod Suidas afFert, (cui non recte 
Mullachius Photium addit, apud quem ^g/jevöag exstat,): 3IayuxQ0Jv 
vr^GOi, t) d/.QÖ7tolig xiov iv Boicoria Qrßüv tö Tialaiöv, cog TlaQ/jevidvig: 
at dudum observavit Porsonus scribendum esse ^Q(.ieviöag, quem 
0}]ßar/.d composuisse constat. Item alia praeter necessitatem mutavit, 
velut ad v. 97 [100] : '^AAo vtaqi^ tov sovzog adnotavit Ttaqh, scribendum 
esse, quoniam consonans littera subsequatur: vide tur igitur legem, quam 
ludi magistri pueris praecipiunt, a simplici vocula l^ transtulisse ad 
compositas Tzage^, öit^, quas iUius legis immunes esse satis evincit 
constans locupletissimorum testium auctoritas. V. 65 [70] audacissima 
mutatione usus scripsit: 

Ti J" äv fj.iv y.al XQ^'^S (oqobv 
Yotsqov ^ TiQÖad-iv' (pvßig oii yciQ Iövti xul uq/i^, 

4 cum in Kbris [Simplicii ad Ar. Phys. p. 162, 22 D.] sit: '^'Yaregov ^ TtgoaS-ev 
TOV f^tiiöevög dQ^df.i€vov cpvvai, quae integerrima sunt, modo (pvv resti- 
tuatur, id quod dudum critici homines animadverterunt [et tres Die- 
lesii Codices nunc confirmaverunt] : breviores enim has fonnas frequentat 
Parmenides, estque ad eundem modum etiam emendandus v. 130: 

IT^/uTiova^ äQOfvi xf-ijXv fityijv, t6t^ ivavTiov uvfhg 

ubi in libris [Simpl. ad Arist. Phys. p. 31, 16 D.] est f^iyh rdr' fvavriov, 
quod nimis pro arbitrio homines docti [Prellerus] emendavisse sibi visi sunt 
scribentes fuiyr^vai , Ivavtia r' avO^ig, numero versus incommodo. Item 
formam eiv iam olim dixi revocandam esse v. 52 [60], qui nunc in 
hunc modum videtur conformandus esse: 

Ol) yUQ /J.t]7T0Tf. TOVTO ÖoüaOiUI f l V f^tj hOlTU. 

In libris [Piatonis Soph. p. 237 A] est tovt' ovöafjr^ elvai, ubi Hein- 
dorfius TOVTO datjg eivat scripsit, quod non recte plerique omnes assensu 
suo comprobaverunt. Omnino in verborum flexionibus peculiaria multa 
habet Parmenides, velut v. 13 [8]: 

AVTUI J' (ciO^^QICCI 7l}.fjVT(Cl fXtyÜluiai &VQt'TQOig 



Einendationuin Parmenidearum pars I. 



novavit hoc, ut opino r, poeta, sed praeter rationem : cum yclijco esset in 
usu, quae est aoristi fomia, ille plusquamperfectum geminatione viduatum 
esse ratus ad eundem modiim etiam cITjvtui pro jd^vh^vTaL dicere ansiis 
est. Geminationen! etiam abiecit v. 126 [133 St. cf. Opusc. II. 54]: 

AI yuQ aTiivÖTfoni noitjvTo nvQÖg uxQiroio, 

sed nescio an potius scribendum sit: 

AI yctQ (TreivörSQKi nXijvrni nvQog uxQijToto, 

ut 7ilr^m quamvis ab alia stirpe descendens ad eundem modum pro 
TiEnXrjvxaL sit dictum. 

Sed non lubet haec et alia id genus pluribus persequi, itaque 
potius utar hac opportunitate ut aliquot locos Parmenidei carminis, 
quantum fieri potest, in integrum restituam. Statim in splendide 
exordio carminis v. 1 [Sext. Erap. ad. Math. YII. 111]: 

"innoi , TctC fxs (ffQovatv, oaov t' tnl ^vfxös Ixävoi, 
n^/Linov, intl fi^ is oSbv ßfjOc(v n oXv(frifiov (iyovßcu 
/iKiuovog , i] xccTU nüvTU Tfj (f(Q(i iidora (pCJra 

cum alia ojffendunt, tum maxime importunum est jrsimov. Mihi qui- 
dem haec sie videntur instauranda esse: 

"Innoi , xal fis (f^Qovdiv, ödov t' inl d^vfiog Ixdvot. 
ITo^nov Inti fx' fg 6S6v ar^auv noXvtfirifiov äyovßcci 
/lutfiovog, rj x((Ti( ndvx^ tTSfj (f>^oft ff (Tot« (fiJTK. 

Quod TtofiTTOv scripsi, ipso Sextus Empiricus confirmat adv. Math. YII. 112 : 5 
dg Xöyog 7tQ07i6^jcov daifuovog tqojcov htl rtjV ä/tävxMV ödrjyEi yviöaiv. 
Et fortasse huc spectat Hesychii glossa : 7coii7tol • üdtjyov. Deinde orrjoav 
malui scribere quam ßrioav [cf. Opusc. II. 31, 12], cuius loco codd. duo, 
Vratisl. et Savil. Üauv exhibent. Tertii versus numeruni iustum ut 
restituerent, alii alia proposuerunt : omnium Icnissima est Hermanni 
correctio fj /.axä 7ictvx'' avri) (piQEi, at niniis otiosum est iUud pronomen, 
itaque he/j existimo in librorum scriptura delitescere. ^Erefj frequen- 
tavit Democritus, vid. Sext. Emp. Hypot. I. 214: Ikav o Jriix6y.Qitog 
llyii' hei, dt aroi^a -/mI lisvöv. txefi fuev yag Xiyei arzl rov dlrjOela, 
quem locum integrum adscripsit adv. Math. YII. 135: v6f.io} ylv/ib y.al 
vöfJO) 7ciy^6v, v6/.((o ^EQuov, rof-di) iIhxqov, vo^oj XQOit'j, hejj dt azo/na 
■/Mi y^vov. Adde ibid. 13G : tzejj f.iiv vvv Iki olov t/.aatov toxiv Vj ova 
tOTiv ov awU/utv, 7Colhxyrj deÖ/jlcnai et 137 : yiyvcboMiv xqi) ur&Qco/rov 
TMÖE Toj ■/M.vovL, üxL tTtrg u7Ctjlla'/.raL , et drlKoi /.itv 6t) mt ovcog ö 
l6yog, OTL hefj ovötv l'ai^ev 7ceql oi;öev6g, ukV t7f:iQvo/.iirj r/iaaroioiv 
ij öö^ig et /.akoL örlov torai, ort her oiov ty.aoTOv yiyvioa/.tiv tv 
u7Cü()(o tacL Adde praotorea adv. Math. YIII. Gl. Cf. etiam Hesych. : 
treu ivyji' uyuOij tvytj et tteal luxcci' ulijO^eXg xvyai. 



Emendationum Parraenidearum pars I. 69 

Sequuntur haec v. 15 [10]: 

Ti]V Si] nccQ(fd/xevai xoCgai fiahtxoTai Xöyoiaiv 
JleTaav ^niifQaöioDg , iog acfiv ßaXavwTov 6^fj(( 
^AmtQiwg üatie nvXiiav üno' Tai ät S^vqetqcov 
XdßfA.' i(j(nvis noiTjOav avartTÜfitvai , nokv/älxovs 
^^A'^ovag Iv GvQiy^iv u^otßudbv tU.i^aaat 
20 röfxifotg xkI neoövrjaiv ccQTjoÖTCcg' ^ ^« J'^' avTwv 
'/t9-t'ff e/ov xovQui. x(CT ' (tfxct^iTOV ((Q/iic( xcu 'innovg. 

Haec perperam interpretatur Mullachius, ad virgines referens tal di 
d^iQizQOJi' xrZ. , nam de Ulis postea demum poeta dicit ; fores , postquam 
dea repagulum removit, ipsae sua sponte aperiuntar, atque v. 20 [15] 
scribendum : 

rö^ipoig xtd TifQÖvrjiGiv hqtjqöt e' ttj q(( rf/' avrwv xtX. 

duali enim numero vice pluralis usus est poeta. 
V. 31: 

IdkV fUTlTjg X(U TCCVTU jU((d^l]aiai , W? T« <SoXOVVT(C 

Xqt] äoxifiwg tivcct ötn nuvTog ndvTa niQwvtcc 

neque do/j'i.i(og Uvai scribendum cum Peyrono, multoque minus yvwvai, 
quod Mullachius excogitavit, sed: 

Xqi] 6 0X1 fA.(i)a Sfitrni dta TiavTÖg ndvTu ntoüvict, 

6 quod iam olim commendavi in commentatione de Empedoclis prooemio 
p. 24 [Opusc. IL 31, 31] : neque vero futuri temporis est ille infinitivus, 
quemadmodum antea arbitrabar, sed aoristi, cuius formae unum novi 
exemplimi öaidahooe/.iev, quod Pindarus clixit Ol. 1, 105 pro daida- 
Xiooai'^). Ceterum integra haec infinitivi forma ne Doriensibus quidem 
poetis abiudicanda, Bij-ievaL vel V^fiEvai Megarensis apud Aristoph. Acharn. 
V. 775 usurpat, quod non debebat tentare Ahrensius, in Epicharmi 
autem versu ap. Diog. L. III. 17 [v. 218 M. = fr. ine. 1 Lor.] scribendum 
censeo : 

^Slg rf' iyu) dox(u), öoxiu) yän ad(fu iaduivcci toO.'/', ort 
Twv Ijucjv fxvdua nox' laothui löywv xovtujv tri, 

ubi in libris est aacpig d[.ii: cf. Hesych. : yiaäi-tevai' elöevai, quae glossa 
ex ipso Epicharmo videtur repetita esse^). 



[*) In quarta LjTicorum cditiono Bergk. Homcricuni d^ifitv addit.] 
1) Non recte G. Dindorfius hanc formam oblitteravit iiSvTtu pro ddfvKi 
scribcns. Granus etiam culpandus M. Schmidtius, qui ab Ahrensio inductus in 
Hosychio edidit yiad^tv iiiiävai: neque enim decet quidquid peculiare est pro 
libidino e medio tollere. Ac Dorienses, cum breviores fornias acute accentu insignire 
sint soüti ijfiiv vel tifiiv, non rj/bitv sive ti'fitv, originis memores fuisse apparet. 



70 Emendationum Parmenidearum pars I. 

V. 43 et 44 [51 et 52] omnino oportebat sie redintegrare : 

Xqt} t6 Xiysiv t6 votiv t' löv ffx/bitvai' fari yuQ eivui, 
Mr] J' fiv oi'X fOTiv' TU er' lyw (foäua&ai üvwyu, 

ubi aiterius versus exordium iam Heindorfius [ad. Plat. Soph. p. 239 B] 
rectissinie restituit, priorem autem versum similiter concinnavisse olim 
Brandisium in Eleaticariim comment. particula p. 104 nunc animad- 
verto. — V. 69 [74] : 

Tov tivfxfv*) ovTf yivea&ai 
OvT^ oD.vad^ui dvfjxf /lixt], ^^uküaaaa niö^aiv, 

Graece dici debebat yaXaoaoa. nidag, itaque sublata littera muta scri- 
bendiim 7cedr^aiv, quamquam non novi qiü hac vocabuU forma sit 
usus. Porro v. 74 [79]: 

jr]v J" äaie niXtiv xcd hriTVfxov (ivni 

perperam interpretatus est MuUachius: poeta dicit illmn ut sit, ita 
etiam veram esse. Neque Parmenidem scripsisse credo v. 76 [81] : 

Et ye yäron' ovx (Ot\ oi'S^ (i nore fitf.lti foeod-at, 

sed El yccQ eyerz' [et id ipsum Dielesius Simpl. Phys. p. 145, 21 
recepit]. — V. 89 [94 seq. St. Simpl. Phys. 130, 10 et 40, 6 D.] omnino 
scribendum : 

^Earl yuQ oix inidfvf'g, ^öv d' äv nuvrög iStno. 

Sequuntur v. 113 [116] haec: 

MoQffttg yäg xaTe&tvxo ovo yvo')/u.^g dvo/udCnv, 

Tütv fjifciv ov XQfiiv iariv, iv o) nenkartj/u^voi tlaiv. 

Interpretes existimant yviofivjg 'A-axid^evro nihil aliud significare, quam 
mtntibus statuunt, quod a Graeci sermonis proprietate prorsus abhorret; 
corrigas [ut Bergkius iam antea suasit Opusc. 11. 59]: 

Moiufitg yuo xur(i}tvTo <Svo yvwjur]v övofiüCiiv, 

id est deereverunt, uti est apud Theognidem v. 717: ^Xla XQV ^civtag 
yvoji-ir^v ravzr] yMTai^eod^ai. Sed gravius corruptus est versus proximus, 
quem neque priores interpretes, neque Zellerus (Hist. Phil. Gr. I. p. 407 
[p. 521 ed. IV]), qui novam proposuit interpretationem, recte intellexerunt : 
falluntur enim, qui existimant Parmenidem dicere: ziov ^iav ov xqsiöv 
ioti y.arai^eod^ai, sed si quid ex prioribus repetendum, foret dvof.iaC€iv. 
At isto modo iam aperte philosophus isti decreto adversaretur, quod postea 
demum inde a v. 120 [125] sub iudicium vocavit: accedit aliud incom- 
modum, quod tunc ea, quae subiungit, iv o) 7t€7iXavr]iuevot eIoLv, satis 



[*) Sic tacitus correxit Bergkius tralaticium editorum, non codd. Simplicii ad 
Arist. Phys. (p. 145, 13 D.) errorem: sed postea locum aliter ab eo refictum esse 
significavimus p. 58 in adnotatione] 



Emendationum Parmenidearum pars I. 71 

inertia essent ac languerent. Gravius igitur vitium hie versus con- 
traxit, quod sie videtur tollendiim esse, ut scribatur: 

i. 8. cum non intelligant , unum idemque esse. XcoqeIv non tantum est 
capere, sed etiam mente animoque percipere: quemadmodiim est apud 
Plutarchum in vita Catonis Uticensis c. 64: el di Kdxojveg o&ä, eiaiv 
ovde TÖ Käxiovoq (fqövrji^ia xcoqovglv. Notionis progressus satis illustrat 
versus carminis, quod Phocylidis nomine fertur, v. 89 : Ov xioget ^eyalr^v 
öidayrjv ddida'/vrog arAovrj. Quodsi quis hoc genus dicendi ab antiquorum 
scriptorum usu alienum esse existimet, poterit scribere Ttjv (.liav ovy 
ÖQiovxEQ'^). Articulus recte se habet, ita Theocritus 18, 19: Ztjvöq 
TOI &vydri]Q vtto zäv fxiav i^yezo yXaivav, similiter Callimachus h. in 
Delum V. 75: (Dslye y.al ^ovirj töv iva dgöfjov, quam quam is locus 
fortasse aüam ob causam in suspicionem vocari potest. 
V. 133 [Clem. Strom. Y. p. 614]: 

EiOri ö' aixhiQCriv n (fvGiv rd r' Iv «?^f()t nnvTa 
Srifiaxa xai xad^agag evay^og rjiXioio 
^ctfXTittdog fQy' ntJrjXa x«l önnd&ev l^fy^vovro 

interpretes non recte egya diörjXa de soüs defectione accipiunt, scriben- 
dum est egy' aQiörjXa. [Idem B. iam a. 1842 proposuit: cf. Opusc. 
II. 59.] 

Y. 147 [149]: 

'i2f yciQ ixäaToj l/fi x(jäaig fxtXtoyv nokvxäfxmwv, 
Twg vöog ävxhQwnoiöi naQ^OTrixtv' ro yccQ avjö 
^EOtIv, ontQ (pQovs'd , ufliCüv (pvGig uvd^Qionoidtv 
Kai Tiüaiv xa\ navjC' tö ytiQ nXiov fori vör^fia. 

Homines docti, ut versus numero consulerent, TragearrfKev ex Theo- 
phrasti libris [it. de sensu in.] restituerunt, cum apud Aristo telem 
[Metaph. ni. 5, p. 671 C] TtagiaraTai legatur: at videtur ista librarii 
alicuius correctio esse, poeta opinor scripsit: 

Tu)g vöog av&Qtänoiat TTaQiGTaTui' avTO yuQ avjo 
^Eaziv, ojieg (pQovfti , fA.tXiwv (fvaig uvO^QOjnotaiv 

pronomine geminato. 



2) Haec vocabula etiam alias sunt confusa, velut in Alcmanis parthenio carmine 
[fr. 23, 50], quod nuper Eggerus ex codice Aegyptiaco in lucem protulit, legitur: 

Ov /(UQtjaofiiv xikrjg, 

at scribendum est: 

Ovx OQiji; 6 juiv xiXrjg 
'Erttixog, a di ;|fa(«a 
Tä? ifiäg uvtxpiüg 
'AytjaixÖQag inuy9ti. 

[In quai-ta Lyricorum editione Bergkius scripsit: V/ ov/ ÖQ^g; adnotatque: ^ qicod 
dubitanter proposui, Blass sibi visus est reperire (in papyro).] 



72 Emendationvun Parmenidearum pars II. 

V. 152 [153]: 

OvTio TOI y.axa ^ö^uv 'f(fv räSt vCv TS tnaiv 
Kttl /xfT^neiT' ccnö Tovöe TekevTrjaovßi TQK(f>ivTu. 

Intülerabili hiatu deturpaverunt critici versum priorem, liani apud 
Sirapliciuni [ad Arist. de Coelo III. f. 138 B] est vvv l'aoi, quod debe- 
bat y.ai vvv l'aaiv corrigi. 



II*). 

Labet secimdam vel potius tertiain curam adhibere Parmenidis III 
Veliensis versibus nobilissimis [51 seq. M. 60 seq. St.] : 

Ou yccQ fxri TioTS ToCr' oi)(5'«,u^ tivai fxi] iövTU, 
lAllcc av T^ffJ' «ff' oiiou äi!^riaiog ttQyi vörjua, 

quorum prior manifesta corruptela laborat: inveteratum esse vitiiim 
arguit omniimi testimoniorum consensus: nam apud Platonem, qiü bis 
utitur Ms Parmenidis versibus in Sophista p. 237 A et 258 D, libri 
omnes rol-r' ovöai-ti] (vel ovdai.tij) eivai f.ir) ovta exhibent^): item apud 
Aristotelem Metaphys. N. c. 2, ubi prior versus exstat, zovt' oöda/^ir] 
(E dcifxr], T dvvcatei, qui librariorum sunt errores fide indigni) eivai 
/ATj eövra (iiTjvza A^a) legitur; Alexander Aphrodisiensis , qui frustra 
huius loci difficultates expedire conatur, in suis libris lurjdaf^r reperit. 
Aristotelem ex Piatonis Sophista Parmenidis versum repetivisse censet 
H. Steinius (Symb. philol. Bonnens. 784), at Aristoteles etiamsi Parme- 
nideis versibus raro utatur^), illius philosophi | carmina et placita satis IV 



*) [Index scholarum in universitate litteraria Fridericiana Halcnsi cum Vite- 
bergensi consociata per hiemem anni MDCCCLXVII — MDCCCLXVIII • • ■ haben- 
darum.] 

1) Prioro loco legitur: (eniuatnvncao neCfj Tt ö)äf txäaTOTt It'yMV x(d /ufTa 
fi^TQwv' Ol) yicQ fii] noTS toöt' oväaufj ift^aiv th'cii fxr] övra, ubi quod insci'tum 
est ifjTjaiv, luculento est argumento Platonem integra Parmenidis verba adscripsisse, 
non sententiao tantum summam adumbravisse. 

2) Velut Metaph. I. 4, ni. 5, neque vero huc referendi sunt loci libelli de 
Melisse c. 2, .ö et 4, 5, nam is libellus neque ab Aristotele neque a Thcophrasto 
conscriptus, ut iam olim significavi, idque etiamnuuc tuoor: cuius libelli media 
pars utrum in Xenophanis an in Zenonis doctrina illustranda versetm-, bodieque 
grammatici certant: ego [illud olim secutus sum, nunc confidenter contendo hanc 
partcm neque ad Xenophanem neque ad Zenonem pertincre. Philosophus hie, cuius 
ignoratm- nomen, quamquam coniectura fortasse indagari potest, qui post Melissum, 
sed ante (Jorgiam jilacita sua publici fccit iuris, Xenophanis doctriiiam, quam unus 
ex Omnibus diligontissiine tuetur, cum eorum qui i)ost socuti sunt rationibus con- 
ciliare conatus est quamvis minus prospero successu. Ignobilis autom iste magister. 



Emeudationum Parmenidearum pars 11. 73 

siiperque triverat, et quam vis ibi Platonis sermonem respexerit^), non 
tarnen adventicia doctrina egebat aut Parmenideum hoc, quod Eleati- 
corum doctrinae summam continet, ex magistri siii libro descripsit. 
Denique Simplicius, qui saepius haec adhibet, non variat, nisi quod 
semel [p. 143, 31 D. sed tantum in Aid. et cod. F] tovxov legitur; et 
ille quidem ad Arist. Phys. p. 17 [p. 78 D.], ubi una cum aliis Parme- 
nidis versibus adscripsit, selecta Parmenidei carminis capitula usurpavit. 
Primus Heindorfius loco laboranti subvenire studuit, ov yäq (.iiq noze 
zovTo dafjg scribens, sed verbum daf]g institutae sententiae parum conve- 
niens, quamvis Zeller Hist. Phil. I. 399 [p. 512 ed. lY.] probaverit; itaque 
alii alia tentaverunt, velut Ueberweg (untersuch, über die Aechtheit plato- 
nischer Schriften p. 156) g^avT] commendavit, qui quod dicit hanc medi- 
cinam illa leniorem esse, manifesto errat, neque credibile tam pervagatum 
vocabulum obHtteratum esse : nuper H. Steinius [Symb. philol. Bonn, 
p. 785], via et ratione utendum esse ratus edixit nullam emendationem 
omnes veritatis numeros implere posse, nisi quae ab antiqua scriptura 
TOTOJ^JIEI proficiscatur : quod si ad hunc modum ipsum Parmenidem 
scripsisse arbitratur, ego nesciendi arte uti mahm, Atticos certe iam anti- 
quitus HOYTO^ et OYK scripsisse constat: neque quidquam causae 
Video, cur Steinius antiquam scripturam asciverit, nisi forte existimat 
locum iam ante Piatonis et Aristotelis aetatem Vitium contraxisse, et 
sunmios philosophos corrupto hoc et obscurato versu usos esse ad Parme- 
nidis placitum illustrandum; id quod omnem excedit tidem. Iam quod ipse 
Steinius coniecit Od yäg f-irj tiote tovto dafxfj, quod interpretatur neque 
enim imquam Jioc vincatur sive cogatur, ne no\itate quidem inventi 
commendabile : nam decebat eum profiteri , ad eundem fere modimi iam 
Steinhartum coniecisse zovro daf.ifjg, i. e. noli x)ersu,adendo subigi, cave 
persuaderi tibi sinas, quae coniectura non delituit, si quidem C. Fr. Her- 
mannus eam recepit. At non ostendit Steinius Graecos ita locutos esse; 
nam quae componit dvay/A'ZeLv et i^ia^eaO^ai, satis illa quidem nota, sed 
diversa sunt ; magis etiani alienimi, quod Latini dicere solent, ratio vincit, 
quod prorsus congruit cum Graecorum consuetudine, qui löyog aiQet 



qui Eleaticorum placita siib examon vocavit, quem nostri iniuria culpant, fidclitor 
huius quoque philosophi doctiinam quemadmodum Melissi et Gorgiae videtur ex- 
posuisse. 

3) Negat sane hoc Schaarschmidt, qui de Piatonis Sophista disputavit in 
Museo Rhenano XVIII. p. 1 seq., ubi hunc sermonem Piatoni omnino abiudicat, 
quas suspiciones postca peculiari libro cxornavit: censet is huius dialogi auctorem 
potius Aristotelis loco (Motaphys. N. 2) usuiu esse (vid. Mus. Rh. p. 5 et 20) ; at ex 
Aristotele certe uou potuit Parmenideum hoc propagari in Sophistam, ubi versu 
auctum legitur. 



74 Emendatiouum Parraeuidcarum pars II. 

dictitant. Ego cum olini (Diar. Antiq. 1854 p. 433] Ov yag i-irj Ttore tovt' 
ivddXleai, elv /.tt) eövra commendavissem, postea [Opusc. IL 67] rovro 
dodooeai legendum proposui : utrumqiie vocabulum cum huius loci con- 
silio convenit, sed a litterarum vestigiis hae coniecturae nimium recedunt : 
nam cum omnium testium libri eandem corruptelam ostentent, non aliunde 
progagatam, sed domi natam, consentaneum est ea tarn in proclivi fuisse, ut 
pariter quam vis diversis locis hie error se potuerit insinuare. Nee desperan- 
dum de mendi origine aperienda : equidem Parmenidem scripsisse existimo : 

Ol) yccQ firjTioTe tovt\ ov Jüv, tj, el'v fiij lövra*). 

lurisiurandi Carmen ov Jäv huic loco satis conveniens, ac facile 
intelligitur, quo pacto | ex verbis OYJ^NHI proclivi errore OYJ^MHl V 
potuerit fieri, neque magis mirum breviorem formam eh ubique a libra- 
riis mutatam esse. Hanc formam iam olim [Diar. Antiq. 1. c] ostendi in 
titulis lonicis legi^), ov Jav Dorienses maxime videntur frequentavisse, 
uti est apud Theocr. 4, 17: Ov Jäv, all' öacc fxev viv hx' AloäqoLO 
voi^evü) y.Tl., 7, 38: iyib de Tig ov zaxv^rreid^rjg , Ov Jäv, quamquam 
utroque loco libri aliquot de melioribus yäv exhibent, quod ex prava 
veterum grammaticorum interpretatione ortum: item Ahrens in Phüol. 
VII. p. 433 iniuria haec in dubitationem vocavit et davT ' scribere voluit, 
postea ipsum poenituit et conatus est ov Jäv restituere etiam 18, 25, 
ubi legitur Täv ovo' av tlq äiAto/Aog, htei yj ^Eliva TzaQLOcod^fj. Neque 
vero obediendum Meinekio, qui cum Nauckius ov Java i. e. ov Zrva 
legendum suasisset, in addendis ei assensus est, nisi quod Jäv tuetur. 
Nauckii suspicionem falsam esse satis superque docent q)€v Ja et älev' 
ä Ja. Quemadmodum JafidTt]Q {Jt^^rjvijq) nihil aliud est quam Jia 
ficcTTjQ (diTj i.i//trjQ)^ i. e. dea dia, ita eadem dicta est breviter Jia sive 
Ja, hoc igitur nomine non est reprehendendus Schol. Theocriti 7, 39, 
qm Jäv interpretatur Jt](.n[iQa: nisi forte dia non tarn adiectivum, 
quam substantivum fuit, quod coelestem lucem significabat, ita ut ov 
Jäv nihil aliud sit, quam per coelum: cuius nominis teniiis exstat 
memoria apud Hesychium: öTav {jeyälyv }] l'vdo^ov tbv ovqavbv lHqaaL, 
quae glossa non est ad Herodotum referenda I. 131, quamquam Hero- 
doti locus grammatici testimonium illustrat, 

4) Quamvis pro tj possis etiam '4ij restituere, tarnen noa necessaria est haec 
correctio, cf. Empedocl. v. 282 [K. = 294 St. = 350 M.]: Eure (J" uva&QMOxy, näXiv 
ixnvti, üantQ otav nuTg et v. 299 [K. = 311 St. = 467 M.]: Evts rf' avadQÜaxt^, 
ndXiv ixTivtl iaov önCaaw, sed idem ibidem v. 295 [K. = 307 St.]: nvtv/uaTog 
iixnCmovTog vn txi) (ti alaifxov vömq. 

5) lonici sermonis vcstigia passim videntur delitescere, velut v. 7 M. fortasse 
pro xQUTüjv potius xQUT^cjv scribendum, quoniam Sexti libri [adv. Math. VII. 111] 
XQUTiQüiv exhibent. 



Emendationum Farmen ideanim pars 11. 75 

Lenissimam medelam adhibuisse mihi videor, sed non deerunt, 
qui iusiurandum illud ov Jav ab hoc poesis genere abhorrere censeant. 
At philosophum et poetam, praesertim elati ingenii virum, placita sua 
expromentem iure iurando uti, minime iiiirum. Ut praetermittam 
lyricos poetas, ad quorum similitudinem haec philosophoriim poesis 
proxime accedit, Pythagoreus, qui aureum Carmen condidit, v. 45: 

TavTCi TTÖvd , T«t)r' ixfiilfTn' rovroiv XQU ^Q(^v Ge, 
TavTu ae Tfjg x^firjg (CQiTtjs tig i/vkc &^aii ' 

A'«l fia TOV ft«£Tf(7« xpi'Xfi nUQaSÖVTK TfTQaXTVV, 

TlKyav ccevttov (f'VOiwg. 

Neque Lucretius dubitavit in hac qiioque parte Graecorum poetarum 
sequi exemplum, velut scripsit II. 434: 

Tactus enim, tactus, pro divum numina sancta, 
Corporis est sensus 

et 1093: 

Nam pro sancta deum tranquilla pectora pace 
Quae placidum degunt aevom vitamque serenam, 
Quis regere immensi summam, quis habere profundi 
Indu manu validas potis est moderanter habenas? 

VI Ahis fortasse offensioni erit, quod Parmenidi Doricum iuris iurandi 

Carmen ov Jäv vindicavi: sed Attici quoque tragici in lyricis carmi- 
nibus adhibent cpeh Ja et & Ja. Apud Parmenidem autem etiam 
alibi passim Dorici sermonis vestigia comparent, velut v. 63 [68] et 
Peyroni et Gaisfordii libri suppeditant: 

'PäaO^ai a' ovSi vosTv, 

non edaio: id quod omnino recipiendum erat, atque quod nunc legimus 
in Parmenideis reliquiis TiEiarj, eior], sldt^asig, svQrjOeig, dnoQQt^^ei, 
videntur tenores vulgares a librariis profecti esse. Magis dubitationi obno- 
xium, quod v. 47 [55] pro Ttld'Covrat öUgai'OL Brandisii libri ^rldzTOvraL 
praebent; nam quod Corinna [fr. 41] cpgdrTto dixit pro (pgdCo), Dorienses 
secundum grammaticos ägf-iorrio pro aQi-iouo, Boeoti OTinrof-iai pro 
OTtitoi-iai (de quo non recte Ahrens I. 176 disputavit), aliquantum 
diversa sunt : sed ut vulgo tdooio sive rdTtto dici solebat, ubi item 
gutturalis littera subest, ita potuit etiam 7tldzT0i.iaL dici, nisi forte haec 
scriptura ex describentium errore nata. At Dorici sermonis proprie- 
tatem deprehendo in loco perdifficih, qui nondum satis est expeditus, 
V. 113 [116]: 

MoQtpag yuQ xaT^&tVTO ovo yvotjurig dvoi.iHC.ttv, 
Twv fiiav Ol' )(QSO)v Igtiv, iv o) ntnlavrjfifvoi tiaCv 
'AvTia J' ixQivavTO S^fxag xal ari^ax' fO^tvTO 
Xw^K «'t' «A/l.jJAwj'' TTj fxiv (ployög ai&^Qiov nvQ 



76 Emendationum Parmenidearum pars II. 

"Hniov Öv, fxiy^ vcqkiöv, swvtw ndvToae tcovtöv, 

Tw cT' STSOO) jU-t] rOJVTÖV' tlTUQ X&XEIVO XCiT^ aVTÖ 

'Avt(u vvxt' aSaf], nvxivbv öifias l/^ßQi&^s re. 

De principio huius capituli iam antea [Opusc. II. 59 et 70] disserui, ubi 
yroj/iu^v^) correxi, alterius autem versus emendationem Tijv i-iiav od 
ywoeovxeg dubitanter proposui. Iam vero ea quae sequuntur ita videntur 
conformanda esse: 

Tr]v uiv (fXoybs uiü^Qiov ttvq, 
"llntov öv, (ji-iy^ ugaiöv, iwvrü ndvxoae tmvtöv, 

Tü> J' iTgQü) fir] TwilTÖV UTUQ xäxeiVO XUTUVTO 

l4vTici vvxt' alci^v, nvxivbv äs'juag ^/nßQid^sg re. 

Yersu 116 [119] rrjv, quod Brandisii über praebuit, vid. Hist. Philos. Gr. I. 
p. 386, id quod ut alia permulta neglexit Mullachius, praeoptavi, qiian- 
doquidem verba }j7tiov ov axI. non ad nvq sunt referenda, sed ad 
l-ioQffrjv priorem, cuius naturam poeta describit, id quod satis docet 
alterum enuntiatum , ubi accusativi geminati plane comparent '/mthIvo . . 
vvxt' dla/jv. Est igitur ex superioribus oi]f.iax^ td^EVTO aliud verbum 
velut iü[.iöi.iaaav tacite addendum, vel potius (J/;;t/aTr ' kdsvxo accusativum 
vice dativi asciscit, qua structura similiter usus est Eurijpides in lone VII 
V. 74: ^'liova ö' auröv, vaiozoQ' l4aiaöog xd-ovog, ^'Ovo^a yie'/ki^oS^ai ^tjae- 
TUL xa^' 'EXlada ''). ^'Ov, quod non incoramodum, servavi, Brandisii über 
/) exhibet [duo codd. optimi DE to], ut fortasse aliud quid lateat; sed 
neque e'v f.idX\ quod aliquis suspicetur, satis placet, multo minus feren- 
dum , quod Steinius proposuit If-if^iev, item Prelleri [Hist. phil. p. 95] con- 
iectura iy7cfdr/5(»ov magis speciosa quam vera est: nara propriis hie verbis 
uti decuit phüosophum poetam. Fortasse scribendum: "H/ciov ovvf/i\ 
dgatöv, Hoiytdj ndvTOOs xoiutöv. Deinde cum apud Simpücium bis [p. 30, 27 
et 39, 5 D.] legatur dqmhv ElaffQov, semel [f. 39 A.] elaq^QOv*), facile aliquis 
existimet i)M(fQÖP esse germanum vocabuliun, cui interpretandi gratia 



6) Steinius nuper yvio/xag praeoptavit [Symb. philos. Bonn. p. 794] , at hoc a 
Graeci sermonis proprietate abhorret, neque omnino plui-alis numerus rationem habet. 

7) Ita etiam v. 122 [125]: 

Avtu(> intidi\ Ttuvzu <päos xal rv^ ovöfiaarai 

Kai tu xuTix otpetioug Svrü^ns ini tolal rt xul toXf 

repetendum est altero versu divöjuaaTni , nisi tni scribere malis. Utramque inter- 
jtretationem pariter commendat adnotatio, quam Simplicius [p.31, 4D.] ad v. 117 — 119 
adhibuit, quae hunc ipsum locum satis illustrat: iul Tuii^e (oti tö üqutbv xcu 
lö OiQubv x(u TÖ (ftcog xm rb fiuXOuy.bv xal rb xoOtfov' Inl öh T(p 7ivxv(p wro- 
uuarai TÖ ypi'XQov xcd ö Lö(fog X(u axlT]()bv xul ßicQV' rnvT(( yttQ t\nfx()(>')r) txa- 
iHio)g txiijfQa, ubi nescio an (xuj^qwv scribendum sit. 

[*) Adnotat Dielesius hoc loco (p. 180, 5): tjmov uq> {i. e. uquiov) E: rjniov 
ÜQ DE: ijniov ianv a (Aid.).] 



Emendationum Parmenidearuni pars II. 77 

additimi fuerit dgaiöv : malim tarnen Karstenium sequi propter Hesychii 
auctoritatem, apud quem haec leguntur : ccQaioi'- dieovög, ilaq^ov. Y. 118 
[121] legebatur: draQ '/.cbieivo /.az' airo J^jt/ö xrA., quod plane est prae- 
posterum : poeta quid dicere voluerit , band obscurum : alterum quoque 
elementum ut sui simile, ita alterius dissimile esse; coniiciat fortasse 
aliquis versum intercidisse , nee tarnen ea suspicio verisimilis, cum 
SimpKcius ter repetiverit hunc locum, nisi forte sumas iam bunc libro 
haud integre usum esse: equidem vitiuni lenissima mutatione procura vi 
y,aTavTd scribens, i. e. /.ard rö ah 6, Doriensium more subtracta 
littera , quae geminanda fuit. ^) Poeta breviter sed band obscure dicit : 
at alterum, quod shniliter sc habet (zaraiTÖ), contra (dvTia adverbiascit, ut 
supra V. 115 [118]) appellant caecam noctcm. Scaligero auctore scripserunt 
critici vrxT' ddatj, quod sane videtur in librorum corruptelis vvY.rd6a ]) 
[F] vel vvv.Tada tjds [Aid.] delitescere, atqiie Brandisii liber id ipsum 
suppeditavit*); at ddatg. id quod luce careat significare, prorsus est 
inauditum : lepide MuUacbius fatetur hunc vocis slgnißcatum tarn rarum 
esse, ut vix aliis exemplis demonstrari 2^ossit: vellem equidem boc 
quod rarum dicit uno certe alterove exemplo munivisset: nee minus 
lepidus Steinius , qui lexicograpbis auctor est, ut diversas notiones et 
origines buius vocabuli sedulo discriminent. Scribendum omnino j'j'zt' 
dla^v, quemadmodiun Empedocles dixit 198 [K. = 161 St. = 252 M.] 
Nvxrög SQrif^air^g dlawTtidog. Clausulam autem insolentiorem satis tue- 
tur Homericum vv^ aßgorr]. 

Sed alia quae dicenda sunt de Parmenideis reliquüs in praeseutia 
praetermitto, leviora nonnuUa paucis perstringam. Ipsum exordium 
carminis iam olim [Opusc. 11. 68] recte mibi restituisse videor, si a versu 
tertio discesseris, quem nunc ita potius conformandum censeo: 

Innoi , TC(i jj.( (figovaiv , oOovt^ tnl S^v/Ltug ixcivoi, 
JTofinov fjTfi |u' tg cxiov arrjaccv 7TO?.v(fr]fiov leyovGcti 
^lai/uovog , ij xaru n üv dnÜTrjg (fioti tiöoTu qdiTu, 

Vin i. e, quae per onmes errores et sensuum fallacias virum ita dueit , ut 
mentis acies ne hehescat. Yocabulo dyrdcr^g Parmenidem usum esse 
probabile, siquidem etiam Empedocles dixit v. 162 [K. == 127 St. = 
142 M.]: OvTii) i^ii'i o' d/tdru (fqtvag, a/rar/^Aöv uterque usurpavit, hinc 



8) Exspectavoris sane -AUTiavTär, qiicniadmodum similes formae hoc ipso 
loco servatae sunt, quae alibi plerumque vulgariLus «onccssorunt. Steinius liic 
quoque parum prospero successu usus y.uT uutüC uvtiu scripsit, quod xhko'tik 
ttiiToC interpretatur. 

[*) vvxt' (<J<«^ Jivxiruv K: vv/.t «J« »J nvxip'in' IJ.\ 



78 Emendationum Parmenidearum pai'S 11. 

Timon [v. 21 M.] ap. Diog. IX. 23 de Parmenide: "Og q' enl cpavraalag 
d^cocTtig dvsver/MTo vioaeig. In eodem carminis exordio v. 8 [19]: 

'A^wv J' ^v /voifjOiv iei avQiyyog avrr^v 
AiO^öfiivog' SoioTg yäq infiytro SivoiToToiv 
KvxXoig ocfi(fOT^Q(i}&(v 

primus ac solus haesit Steinius [p. 773], dx^o/usvog corrigens, cuius vice 
certe ßgid^of-ievog aptius fungeretur: at haec omnino aliena, nam non 
de mole dicit, qua currus premitur, sed de cursu citato, ubi axis sive 
Ligneus sive aheneus sive ferreus semper fervet: poeta ipse, cum sub- 
iecit doiöig yccg xrA., satis tuetur librorum omnium scripturam ali^o- 
[.levog. — Idem Steinius v. 26: 

XaTg', Infi oxiri as /j.oTQa xuxi] TTQOvTre/tiTre v^ea&ai, 
TrivS' 6ö6v, ri yuQ an' uv&Qwnwv ixrög nÜTov tariv, 
Alka &^/utg T( Sixt] TS 

satis audacter pro r/rög requirit rj^Aoü [p. 778], quam coniecturam pror- 
sus inanibus argumentis lirmare studuit, neque vero vitii immunia sunt 
haec verba: ia promtu est correctio Tcdrog, at neque aptum viam non 
tritam ttcctov dici, neque txrog Trarof soliicitandum , quod solenni more 
dicebant, cf. Luciani de bist, conscr. c. 44: t^co yiärov övofAara et 
Pseudolog. c. 13: t^io tov 7toXkol tccctov -/.al adt^Xa, itaque haud scio 
an poeta scripserit: 

TJ yuQ (tn uvS^Qiönwv xuxrög ntirov tariv. 

Comparant Timonis siUographi versum [30 M.] apud Sextum Hypot. 
I. 224: Bsivoffdvrjg . . . ^Evabg dyc dv&QiOTiiov d-ebv hcldaav' iaov 
andvirj, ^a/j-O^rj, voeqlotov rjöe v6i]fja, quemadmodum Fabricius spe- 
ciose correxit, sed nescio an scribendum sit: ^Ev zöv djtdv&QiOTiov 
&e.6vj in libris est habv (m xov) dvidvd^Qcovtov. Crasis fortasse oblitte- 
rata est etiam v. 122 [125]: 

Avrno intiöi] niivra (füog xcci ri'^ ovö/nuaTca, 
Kai rä xara a(fiT^otcg dvvdixtig ^ni To7aC rf xal ToTg, 
IJüv nX^ov fariv öfiov (ftitog xal vvxTÖg atfcivTov, 
^'lawv u/ii(ioT^(j(ov, Intl oviieT^QO) fui^ra fitjSiv, 

ubi non solum offendit negatio ^j/, nam exemplorum ubi post snel 
infertur /jt] diversa est ratio, sed etiam obscura orationis brevitas, nam 
dici oportebat fTiel ovÖExtqoj xov fxeqov f^txa ovölv, Equidem suspi- 
cor poetam scripsisse: 

?ntl ovdiT^QO) fi^xa firi'' v3eTv. 

1. e. quandoquidem alterum altcrius indigcns est, quae verba non ad 
secundarium enuntiatum "Ioojv d/ucpoxeQiov, sed ad primarium Jläv nXiov 



A 



Emendationum Parmenidearum pars Ü. 79 



sattv OLiov cpaeog /mI viv.rbg dcpdvzov sunt referenda. Ac fortasse ex 
hoc et similibus locis veteres interpretes confecerunt, quod Diog. L. 
IX IX. 21 paiicis comprehendit: dvo rs sivai azoixeia, nvQ /.al yTv , xal 
tö fxsv dr]uiovQyov tü^lv Ix^iv , rt/v de vlr^g. Cf. alia testimonia ap. Zel- 
lemm Hist. pliil. Gr. I. 407, 3 [p. 522, 1 ed. lY]. 

Y. 38 [48]: 

TfjV c5"»J TOI (fQlcCo) TTCd'KnflO^^CC ffl/UfV UTKQTlÖV 

Steinius, ut hiatum removeret, [p. 782] rcava:ceid-rj scribendum edixit, hoc 
est, quod dicitur clavum clavo trudere ; omnino autem satis difficile est in 
tanta reKquiarum et tenuitate et depravatione indagare, quas leges ea 
in re Parmenides secutus sit. Hlud certum, hunc poetam non fugisse 
asperitatem , ubi tö iöv usurpat, v. 75[80]: Ucog d' av tTtena jiHol tö 
söv, V. 88 [93] : Ocve/xv ovy. dzElevTrjTOv tö Iöv d^e/jig sivai , v. 91 [38] : 
Ov ydg d/ioT/jtj^ei tö iöv tov lovrog byeod^ai , quamquam non tulerunt 
Steinius et Roeperus [p. 788. 802], velut hie v. 75 tö ^lilov, ille etiam 
maiora molitus ajreiT drröloiTo ^velov, y. 88 Roeperus ti iöv, Steinius ro 
7csXov, V. 91 Steinius to tcLXov scripsit, qui ad eundem modum etiam 
V. 68 [73] i:/. ye Trelovzog quam iy. tov iovvog corrigere mahiit; at nimia 
haec est audacia to 7ci'kov, quod nusquam quantum scimus poeta dixit, 
invitis Hbris novare. Hiatus si removendus foret, certe alia medela adhi- 
benda, velut v. 91 possis coniicere: Ov ydq d7toTi.ttj^ei Tig iöv toi 
iovTog tyeod^ai, nam iöv etiam non addito articulo apud Parmenidem 
legitur, quamquam ubi repetitur vocabulum, solet utroque loco omitti, 
velut V. 81: iöv ydq iovzi Ttelduei: itaque praestat Karstenium sequi, 
qui drioTf^irj^eig scripsit, atque hoc loco non incommodum foret t6 y iöv, 
sed duo reliqui loci hoc fulcnim aspernantur. 
Satis ambiguus locus v. 58 [63] : 

TKiTjj 6' tnl GTifiuT faatv 
ITolXcc fj(cl\ tbg äyii'tjTov iöv y.al (i.v(i)).ti^QÖv tGTiv, 
OvXov fiovvoyevf'g ts y.ai uTQfufs ^d' ar^learov. 

Nam novissimuni verbum prorsus incertum, siquidem tres scripturae 
varietates traditae sunt, dzlleoTov [Simpl. Phys. p. 30, 2 D.], drilevrov 
[Aid. ibid. p. 78, 13], dyevrftov [cf. Simpl. Phys. p. 120, 23 D.]: haec tertia 
lectio, quam vis plurimos auctores habeat, omnino reiicienda, nam versu 
superiore praecessit dyivrjTov, quod quidem non licet de loco suo detur- 
bare. Sed cum neque dzileaTov neque dreXevTov apta siut, Brandisius 
coniecit ovo' dvileoTOv, verum hoc, quamvis nuper probaverit Steinius 
[p. 786], vel propter negationem reiiciendum est. Hie quoque ut saepe 
alias multitudo variarum scripturarum , quarum nulla est probanda, 
argumento est, gennanum vocabulum plane oblitteratum esse: ego iam 



80 Emeudationum Pavmenidearum pars 11. 

dudum mihi videor certa emendatione hunc locum in integrum resti- 
tuisse : 

OO.ov fiovvoyfj'f'e Tg y.ttl urofufg ^J' (cÖ^tjtov. 

Testis locupletissimus ipse philosophus, qui postqiiam ea, quae hie paucis 
et suraniatim coniprehendit , singillatim explanavit, in fine huius capituli 
unum et immotum (uTQEu^g) et nullius re iudigens (dÖH^Tov) esse ostendit 
his versibus (86 seqq. [= 91 seqq. St. Cf. Opusc. II. 58 et 70]) : 

Oi'TWs (fiTifSov aOHi uh'tt ' XQUTfor] yao aväyxt] 
IltiQCiTog tv ötauoTaiv (/fi . t6 juw üjucf^g t^oya, 
Oi'ViXfV oix ftTfUl'TT}TOV TÖ töv i)^(fiig (iVttl ■ 
^Earl y((Q ovx i n i S e v^g' iöv J" äv nccvrog t<i(TTO. 

Usus est hoc vocabulo Antipho, ut testatur Suidas: ddtifcog u f.nßsvdg X 
deof-isvog '/mI Tcavra tywv. ^vTicfüv Iv a l^Xr^ü^eiag- öiä tovto ouöevdg 
deirai, ovdf jcQOödr/ETca ovdevög ri, dlX' wreigog /.al ddtrfiog, atque 
haec quoque de deo dicta esse manifestum est. 
V. 78 [83J: 

OvSt ihutütTOV tGTIV, iml TTÜV tC!TtV 6/bioTov, 
OiJf Ti Tri y.ü).Xov, TÖ y.tv fiQyoi /uiv ^uv^/sOt)cci, 
OvS^ TI /tiQOTiQov' 71 üv öi nlhov far)!' tövTog. 

Mirum est interpretes non vidisse, neque adverbium (.lüllov neque par- 
ticulani ot-Jf geniinatam institutae sententiae convenire; scribendum est 
[cf. Opusc. IL 57] : 

OvTf T ( 71 r] fxüaoov, TÖ y.iv (i()yoi //iv ^vr^/tatHii, 

OvTi TI ytIQÖTiQOV. 

id quod poeta infra v. 104 [107] paulo aliter efFatus est: xb yuQ ouze zi 
LitTlov Ol'fe TL ßaiüTEQOv 7C£)Jvai xQEcüv iori xfj fj z^. Hoc loco MuUachius 
verum vidit, nr^ scribens pro ifj [cum Bergkio 1. c], quod tum demum 
aptum, si deinceps esset iteratum: ac poterat sane v. 80 inferri, sed non 
sine incommodo, itaque Mullachium secutus sum. Aliquando suspicatus 
sum hemistichia esse traiicienda, O'vte ti yuQÖiEQor, ro /.ev Eiqyot uiv 
^vvEyEoOai^), Oute t/ ;f*y (.iüggov, sed nihil iam praeterea novandum 
censeo, verba interposita rö y.Ev EiQyot (.iiv ^wEyEod^ai pariter ad /wäaaov 
et ad yEiQÖxEQOv spcctant: nam inaequalitas tollit rerum necessitudinem. 
Poetae facile condonabimus lianc verborum traiectionem. 
V. 90 [37], qui integerrimus est: 

yitöaah <r i')uo)g untövTu vöto nuQtövTu ßtßaCwg 

Stcinius [p. 780] futili c(miectura tentavit: ^eZooe d" ofuTjg ujci-ov xe 
vou) jiuQtov XE ßEßaio), offensus ut videtur particula of.w)g, scilicet 



'.>) In i)roiiitu f'st conicctura tu y.fv tt(>yot fi tj ^w^/faOai , sed niliil inutan- 
duin, cf. V. lOG [109]: to xfv nnvoi [iiv ix^aihni Eig ofiöv. 



Emendationiim Parmenidearam pars II. 81 

ignoravit vir doctissimus eam voculam haud raro praemitti, nou tan- 
tum a poetis, iiti est apud Soph. Oed. Col. 666: "Ofitog di -/.d/nov ///) 
TtaQovTog old' ort Toöfiöv q^vM^u a' ovoi.ia, sed etiam a pedestris ora- 
tionis scriptoribus , uti est ap. Xenoph. Cyrop. V. 1, 26: obp ooi uiv 
bficog VMi fv tJ] ;ro?.suici ovreg S^aoooZuev. Hoc igitur praecipit philo- 
sophus: quamvis remota tanquam iiraesentia mente contcmplare. 

V. 95 [97]: 

Ol) yitQ ÜVSV TOV tÖVTOS , iv (p 7TS(f((Tta/LliV0V ^OTIV, 

EvQTjatig tö votTv ovötv yuo (Otiv ^ farcci 
^!AXXo nnof^ tov lövrog. 

Steinius post tö voeiv plura intercidisse suspicatur, mihi locus 
satis integer esse videtur, ubi scripseris: 

XI ovJ' riv Y^Q ^ fOTiv*} fj fOTni 

'^Xko naoVi TOV lövrog. 

Contra desiderari aliquid censeo v. 102 [105], ubi apodosis deest, neque 
probari potest ullo pacto Karstenii coniectura, qui a/ri pro e/cel sub- 
stituit: mihi repetito v. 85 [90] scribendum videtur: 

AvTun ind TtsTorcg tivuktov TSTflfOfiivov tariv, 

TftvTÖv T tv TKVTW Tt fxivov xa&' iccl'TÖ T( y.ttTai, 

nüvTod-tv (vxL'xXov a(f'C(i()r]g ivetKyxtov öyxo), 

Mtaaöxhtv iaonallg ttüvtij. 

Sed si quid rectius quis noverit, lubenter concedam. 
V. 128 [135 St. Simpl Phys. p. 31, 14 D.]: 

^Ev iSl fA^ao) TovTwv (hd'juwv, ij nüvTK xvßfova' 
JJdvTtt yäo OTvyeQoi'o töxov xtu fit'^iog fujX'l- 

IlavTog, quod Brandisius commendavit, multo est aptius quam quod 
Mullachius scripsit /cävxri, idque plane firmat Stob, EcL Phys. I. 22, 1 : 
ru)v da oviiiiiyCov ri^v j.iEOcaTäTi]v caiaGcag ze y.cd 7rdGi]g y.iv/jöeojg y.al 
yEvtOEiog v/caQxeiv, rjv xiva y.al daii.iova y.al y.vßeQi'T^riv y.ai yj^r^öocxov 
ETtovoiuaCei , öiy.r^v ze /ml dvdyy,rp>, quamquam Vitium ille locus contra- 
xit, quod non sustulit Davisius xoy.ia scribens [pro ze /.«/]: legen- 
dum videtur äjtdoaLg ozEqidvaig {alzi'av) yxdoi^g y.iv/jOEiog yzL Adde 
Simplic. ad Phys. p. 8 A [p. 34, 14 D.J: y.al jcou^ziyöv ai'ziov r/.Eivog /Ltiv 
tv y.oivöv zijV Iv f-ifffo) 7cdvziov \ÖQvi.itvrjV y.al 7tdor]g yEvioetog alzi'av 
daii.iova zidi^aiv. Deinde autem codicis lectio aqyu [sie DE : aQyJj aF\ 
omnino erat revocanda; sed praeterea displicet oziysQOio, quod hie, 
ubi philosophus omnia dicit, quao in rorum luitura procreantur, non 



[*) Simplicuis Phys. p. 14G, 9 T).: oviT hf /nürog fan'v: uvülv /Qi^og Steinius.] 
Th. Bergk Kleine Sclirifton. U. G 



82 Emendiitionum Parmenideanim pars tl. 

caret offensione, quasi omnis partus abominandus esset, quemadmodum 
Rittenis existimavit Parmeüidem hoc vocabulo significavisse , homini 
oinnino non nasci Optimum esse; legendum arbitror: 

UuvTog yuQ a/xvytQoTo töxov y.cd fii^iog ÜQ^ti. 

Quemadmodum apud Homerum Elleid-na nuncupatur i-ioyooiö/.og , ita 
hie poeta partum propter dolores quos ciet Gi-ivyeQbv appellat, quo 
adiectivo non solum Apollonius Rhodius utitur (composito hciO(.ivyEQÖg 
Hesiodus, hciouiyE^Cog Homeriis, utroque vocabulo Alexandrini poetae), 
sed etiam Sophocles; nam in Philoctetae v. 166 rectissime Brunckius 
scripsit oi.iiyeqov Of-uytoCog, quod plane firmare videtur Hesychius 
(s. h. voce), ac nescio an etiam in Electrae v. 92 corrigendum sit: 
Tä di 7cavvvyJdiov }'^dt] o/LiiyEQai !^ivioao' eurai o/.ii'yEQÖJV 6i7.cov, 
ubi oicyEoai et i.ioyEQiov legitur. — In proximis Parmenidis versibus 
formam .«//A/V restituendam esse iam in comment. acad. (d. III. m. Aug. 
MDCCCLXIV [Opusc. II. 67]) significavi.io) 

Denique quod v. 151 [153] scripsi: XII 

Oiiw TOI xccTit Sö'^av i(fv xd^f xaC vvv fnOi, 
Kai /ntTf'mir' unb tovös TilfiTtjaocai TQuqiVTn, 

Video iam Gaisfordum similiter edidisse, cuius Codices ^ B /.al vvv 
exhibent: neglexit hoc ut alia multa Mullachius, Steinius autem spre- 
vit proterviter atque prorsus praepostere scripsit: tcfvv xäÖE vvv -/.ai 
l'aaiv, nee melius Roeperus: vZv d' tv l'aoi, ubi l'zi nimis otiosum ac 
molestum. Ceterum rectius opinor scripseris y.al vvv, quemadmodum 
in Pindaro nuper edidi, quotiescunque temporis notio voculae inest. 



10) Hanc commentatioiiein Steinius non videtur inspexisse, siquidem eandem 
emendationem denuo proposuit, sicut etiam alia ibi a me occupata sunt, velut v. 20 
[15 St.] scripsi uQrjnÖTf Tfj ^5« Ji' uutwv, v. 126 [133] nrQÖg uxo^toio , quod item 
Steinius commendans iif,utv pro Ti^vrai legendum censet, quac futilis est con- 
iectura, v. 135 [p. 797] quod scripsi «(ji'JtjA«, nunc etiam Roeper [p. 802] coniecit. 
laem Steinius cum hemistichium v. 44 [52]: r« a' fyw (ftyduaiyai ävcoyu attigit, 
ita disputat, quasi ipse sie correxcrit, atque sie iam in commcntatione de Empe- 
doclis prooemio p. 27 [Opusc. 11. 34] scripsi, qua commentatione Steinius usus 
est, eamque correctionem Mullachius meo nomine addito recepit in ed. I et II. 
Alia uterque silentio praetermisit , velut iam olim [Opusc. II. 31 et 69] v. 32 dixi 
legendum esse w? t« (foxoOvTu Xq}] 6oxi jnojat/xtvcd , eamque formam postea in 
illa commentatione tuitus sum, Steinius tarnen Karstenium secutus öo/Jinog y.Qivui, 
Mullachius öoxtjuwg yvüvui scripsit. 



ilmendationes Heracliteae. 83 



C. Heraclitea.*) 



in In libello de Mundo, qiü A'ulgo Aristotelis nomine fertur, sed a 

Stoico aliquo philosopho **) in regii alicuius pneri vel adolescentuli 
usum compositus est, cap. VI. extremo Heracliti sententia [fr. 41 M. 
= 87 Schuster (Acta Soc. Phil. Lips. III)] ajäertur haec: twv xe Uocuv 
xd T£ ayoia ymi r^j-iega^ zd ze iv degi /.al htl ytjg '/.al iv vdazi ßoo/.ö- 
{.lEva yivEzai y.ai äy./.idKst '/.al (pü^siQEica, zo7g zov dsou 7c£id-öfAEva 
0-£Ouo2g' 7iav ydq fQ/tetöv zi]v yrv vauezai, üg (fr^oiv '^H^axleizog. 
Schleiermacherus (in WoLfii Museo Antiq. I. p. 422 [Opera Philos. 
II. 72] haec ita interpretatur, quasi Heraclitus animaHa, quae humi 
serpant, terra vesci dixerit, ut quam abiecta et humilis sit animaüum 
natura ostenderet : et eodem fere modo Lasalle de hac Heracliti sententia 
commentatus est ^). ZeUerus vero in Hist. Philos. Graec. I. p. 489 n. 1 ed. 
sec. [p. 660, 2 ed. IV] haec ipsa verba ad hominum multitudinem refert, 
qui velut animaha humi serpentia coeno vescantur , quemadmodum ideni 
Herachtus alias indignabundus dixit: oi ycolloi /.Ev.oqr^vzai b/MaTtsg 
y.z/jvea, sive secundum Athenaeum V. 178 F praecepit: del zör yaQievza 
f.i//ze QVJiav f-iifVE air/f-ielv lAt'jve ßoQßoQO) yaiQEiv. Istas explicationes a 
vero procul abesse vel Graeci sermonis proprietas arguit: etenim yrv 
sive yr^g vef.ieoiyai dicendum fuit, si Heraclitus terra tanquam pabulo 
frui significare voluisset: atr/)i' yr^v veusad^ai est terrae solum depasci 
sive obtinere. Deinde si haec esset Heracliti sententia, plane prae- 
postere is, qui iibrum de Mundo composuit, his verbis usus esset : vult 
enim ille ostendere omnia in rerum natura sie esse nata, ut necessi- 



*) [Index scholaiura in nniversitate litteraria Fridericiana Halensi cum Viteber- 
gcnsi consociata per hiemeni anui MDCCCLXI — MDCCCLXII . . . habendarum.] 

[**) Cf. nunc in Mus. Rhen. XXXVII. 50 seqq. commentationem , quae inscri- 
bitur "der Verfasser der Schrift tt^qI y.öafxov.'] 

1) Lasalle (die Philosophie Herakleitos des Dunklen) I. p. 202, ubi hanc sen- 
tentiam pluiibus exornavit: dasselbe dürfte nämlich, wenn wir nicht irren, bei 
IleraJdit in dem Zusummenhumje gestunden haben, um zu zeigen, tvelche niedrig- 
sten und cerächtücJistcn Lebensformen der Nahrung nus dem Sturren entsprechen, 
ivie ihm ja in der That die Erde als das Starre und der Jicioegwng noch mehr 
Entnommene als das Nasse, als das eigentliche Gebiet des auf sich beharrenden 
Todes in seiner, so zu sagen, geistigen Rangoi'dnung der Elemente ebensosehr unter 
dem Feuchten stand ^ dem Momente und Samen des sinnlichen Lebens, tcie dieses 
ivieder unter dem Feuer, der Bewegung als solcher. Viderit ipse, quomodo haec 
conveniant philosopho, qui herbis et oleribus vitain sustentare solebat, vid. Diog. 
L. IX. 1. 3: y.ui r^lug fiiaicvt'^QWTi i^aicg xai ^xnun]aug (v loTg ÖQtai äirjTüTo nöug 
aiTüv/ntvog y.u) ßorierug. 

6* 



84 Emendationes Heracliteae. 



täte et divina quadam lege regantur. Itaque consentaneiim est potissi- 
mum id, quod ipse dicit xotg tov d^Eov 7iEid-öf.iEva d^Eaf.iöig, illustrari 
his Heracliti verbis : 7cäv ydg {■qjtetöv Tt)v yrv vif-ietai , quae quin 
Vitium aiiquod contraxerint, non dubito. Atque commode accidit, ut 
liceat germanam scripturam restituere : apud Stobaeum enim in Eclogis 
Physicis I. 2, 36, ubi ille locus descriptus legitur, codex ^ non r>jv 
yrv exhibet, sed 7iäv ydq eQjcexbv \ 7cXr]yf] vei-ierai, i. e. verberihus IV 
pastoris unumquodque animal regitur vel coercetur. Haec sententia, 
ut instituto consilio illius Stoici philosophi accommodata est, ita etiam 
comprobatur loco Piatonis in Critia p. 109: d^eol ydq mraoav Tt^v yif 
710TS /.arä rovg xoTtovg öieldyxavov, od zar' e'giv ov ydQ av oqü^öv 
v/Ol Xoyov^ d-eovg dypoeiv zd rcQ^Ttovra h/AoTOig avzcov, ovo' au yiyvco- 
o/Mviug tÖ f.iäXlov aXloig 7tQOOrf/.ov tovto eziQOvg atrolg dt' igidiov hn- 
yELQELV -/.Tao&aL, dr/tKjg di) '/.l/jQOig rö cpiXov Xayydvovrsg '/.azoruCov zdg 
yiüQag, xat '/.azor/uoavzeg , olov vo(.ng 7roif.ivia, y.zji.iaza -/.al d^qe^piaTa 
eavTtov fjl-idg izgecpov, 7rh)v od oio^aGt ocof^iara ßiaCof-ievoL ^ %aiyd7CEQ 
7C0if.iEVEg 'ATifjVrj 7tXr]y7j väf.iovrEg, dXX jj {.idlioza Ecovqocpov "CCoov , fx 
7tQV[.ivrjg aTtEvd^vvovzEg olov oiaxi TiEid-ol ipvyrg e(pa7iz6f.iEvoi /.azd zrjv 
adtiov didvoiav, ouriog äyovzsg zb d-vrjzöv 7tdv E-/.vßeQVCov. Haec illis 
Heracliteis tarn sunt similia, ut Platonem illa respexisse consentaneum 
sit, ita tarnen ut tacitus Ephesio philosopho adversaretur: nam negat 
Plato a deo homines tamquam pecora a pastore vi et ingratiis coerceri 
aut castigari. 

Neque tarnen Stoicus ille videtur ipsa Heracliti verba, queraad- 
raoduni scripta erant, adhibuisse, sed memoriae incertae confisus paulo 
liberius conformavit. Heraclitus haud dubie in comparatione aliqua, 
quemadmodum solet, illam sententiam in medio proposuerat. Atque 
confirmat hanc suspicionem non solum Piatonis ille locus, modo quem 
adhibui, sed etiam illud, quod apud Apuleium, qui istum libellum de 
Mundo in Latinum sermonem transtulit, olim longe aliud quid legebatur. 
Vulgo sane etiam apud Apuleium [de Mundo c. 36] eadem ista exstant, 
sed interpolaverunt in Imnc modum editores: codex enim Florentinus 
exhibet: Mensa IIANI.A eYePRe rioMOS SABRINA MePPHeSSe 
TONOSS^HYTI. Non fugit hoc Bernaysium in Heracliteis [disscrt. 
inaug. Bonn. a. 1848J p. 25, qui ex his codicis corruptelis haec sibi 
Visus est eruisse: Elg ä7cavza diEQ7iiov (vel öUyuov) %6öi.iog xvßEQvd 
IxEiAEQiaf-itvov Eg &cavTa. Atque in extremis haud dubie agnosces 
vEf-iEzai fQ7CEzdv 7clriyi. Sed cetera quomodo sint restituenda, sane 
incertum est: nam aegre reperias, quod et ad litterarum vestigia prope 
accedat et cum philosophi proposito conveniat: possis coniicere: ZEvg 
li7cuvzu '/.vßEQVu, oy.o)07r,EQ vif-iEzai fQ7CEzöv 7cXrjyf: luppücr 



Emendationes Heracliteae. 85 



onmia gubernat , qiiemadmodum animal plagis regitur.^) Illud tarnen 
incoirmiodum est, quod cum verbi activa forma v.vßeQvu non satis con- 
gruit passivum vef.iEvai: hoc igitur nomine magis probabile foret: Zrjvog 
chrarta y.vßeqvaTai yvibf-O] (sive »'ow), o/xoOjtEQ vif-tezai eq-nerbv Tthjyfj.^) 
V Sed alii | fortasse indagabunt, quod omni ex parte satisfaciat. Ceterum 
duobis verbis uti philosophum in tali sententia, non erit offensioni. 
Solet sane Heraclitus plerumque pancis comparationem absolvere, ita 
ut idem verbum ad utrumque enuntiatum pertineat: sed alias videtur 
idem etiam peculiare verbum in ipsa comparatione addidisse, id quod 
arguit is locus, quem Origenes vel potius Hippolytus adv. Haeret. IX. 
p. 283 ed. IVIiUer. [p. 448, 32. Fr. 86. 87 M. = fr. 67 Seh.] servavit: 
Tov yäq nqCorov \^^ioir^%bv\ '/.do^iov avzbv dt^f.iiovQybv ymI noujii^v tavrov 
yivö/uevov ovrto Xeyei ' 

6 &e6g rjfxfQT} tvifQÖVT], )(Ei^iov &ioog, nökf/uog efg>]rr], xÖQog liuög. 
TccvavTLa änawa' oiTOg 6 vovg' 



2) Non credo ipsum Apuleiuni substituisse germanam sententiac Heracliteae 
formam, sed usus est haud dubie libro, iu quo homo doctus emendaverat ea, quae 
minus diligenter adscripserat Stoicus iste philosophus. 

3) KvßfQvaxcu tenui, non solum quia convenientissimmn est, conf. Pindari 
Pyth. V. P22: Jiög rot vöog fi^yag y.ißfora ^lai/nov' aniocüv (fiXcjv, sed etiam quo- 
niam Heraclitus alias [fr. 55 M. = 24 Seh.] hoc ipso verbo utitur, velut est apud 
Diog. Laert. IX. 1, 1: flvai yug IV t6 aoqöv, im'aTuaOcci yvii\uTjv , ^n ol tyxv- 
ßtQvriatt ndvTtt din ncivroiv, ubi codd. aliquot yviö/xrjv ot' tyxvßfQvfjaca exhibent. 
Schleiermacher ijrf oirj xvßfQvrjaa coniecit, sed futurum tempus ferri omnino 
nequit, quod recto -vidit Bemaysius, cui frustra adversatur LasaUe I. 336 et 338: 
multo minus veii similia sunt, quae alii tentaverunt. Mihi quidem scribendum 
videtur: eivai yuQ fv t6 aotfov, iniaTaaß^ai yviö/urjr, ort iv xvßSQvrjOi ndviu 
Olli nävTwv, ut HeracUtus antiqua forma xrße'Qvrjai pro xrßtQvü sit usus: yvuiurjv 
autem neccssitatem sive legem sempiternam Interpreter. Atque haud scio an in 
eandcm sententiam Heraclitus [fr. 92 M. = 79 Seh.] etiam ööyfxa dixerit ap. Ori- 
genem [Hippolytum] IX. p. 286 [p. 442, 54]: ovx ifiov dlkn toD däyfiaxog axov- 
aavTug öfioloytTv aoqör iariv, iv ndvTu ilöivut, ubi Bemaysius speciosa magis 
quam vera coniectura -roO Xöyov scripsit: quemadmodum vulgo yvMjxri ßovlfjg xal 
^i]fj.ov et döy/uK ßovlfjg xal iSt'juov dici solebat, ita etiam licuit Heraclito orationcm 
variare: cadit enim iu ipsum iam Heraclitum id quod Plato in Theaetcto iis, qui 
Heracliti sectam sequcbantur opprobrio vertit p. 180A: u)X üv tivü t< tor), wottsq 
ix (fUQijQug qr]ixuTlaxia aivtyfiaTMrj üvaanwvrfg unoTO^evovat , xuv toltov C»jr,^? 
Xöyov XnßtTv, ri iiQrjxtv , hfQO) ntnXri^ti xccivwg /nfToivofxuau^vo}. Ceterum illud 
ipsum Heracliteum, quod Origenes adscripsit, in huac modum redintegrandum 
arbitror: Sixaiov ovx ifiov, icXXu tov ööyfxuiog (ixovauvrug öuoXoyitiv, oti tv t6 
aoiföv iaiiv, i'v ndvin ti^tvui ^ id est unam haue esse sapicntiam, si quis per- 
spexerit utiiverscnn verum naturam unum esse. Ac nunc demum intcUigitui" recto 
se habere eläh-ai , quod Millero de vitio fuit suspectum, ut tl'vfo scribendum cense- 
ret, Bemaysius tuetur, sed secus interpretatur. Verum haec munire et confii'mare 
non est huius loci. 



86 Emendationes Heracliteae. 



tV.XotovT(ci (U, oyaxJnen oxötkv av/JuiyT] d^viof^ctaiv övof^äCfrni xad'' rjdovi]v iy.ÜGrov, 

ubi apparet vocabuluni , iu quo comparationis cardo versatur, inter- 
cidisse: scribendum puto: o-moojisq olvog, b'/Mav ovi^i^iiyri dvtofAaoiv, 
örofiaZeTai -/a^' fjöovtjv hAoTOv.*) Vinum odoratum intelligit: olvog 
appellatur variis nominibus ii/r(»/V/yC, (.ivQTkr^g, vEATaQirrjg, sed vini vim 
et naturam usque servat, quemadmodum deus unus est, licet varias 
species prae se ferat. Non assecutiis est comparationis insignem vim 
Bemavsius, qiii in Museo Ehenano IX. p. 245 scripsit: o'/mötieq bxoxav 
oiufiiyjj d^vcoi^ia ü^nofiaaiv dvouccUTai y.aO^' ^dorrjv t/Aorov, extrema 
verba male a prioribus dispescens, quam rationem non debebat Zellerus 
Hist. philos. 1.2 p. 467 sequi, qui iure quidem Bernaysii supplementum 
reiecit, sed quod ipse substituit vdioq non magis est probandum.*) 
Permira vero Lasalle I. p. 144, qui probat Bernaysii coniecturam, com- 
mentus est , quae refeilere nihil attinet. 

Heraclitus, cuius oratio nimia quadam obscuritate iam antiquis 
videbatur laborare, subinde exemplis et tan quam luminibus quibusdam 
sententiarum arcana aptissime distinguit etillustrat, sed in hac quoque 
re insignem ingenii castitatem admirari licet ; nihil enim redundat, nihil 
praeposterum est : ^) quare vel hoc nomine non est verisimile Heracli- 
tum I scripsisse, quod locupletes auctores ei tribuunt [fr. 38 M. = ^I 
80 Seh.] : jraXivTOVog agi-tovirj yiooiiiov ot-cootisq ?iVQrjg /.ai xö^ov : nusquam 
enim duobus simul utitur exemplis ad rem illustrandam : ac praeterea, 
si hoc fuisset Heracliti institutum, xö^ov fj IvQrjg potius, quam ro- 
^ov %ai IvQTjg scripturus erat. Mininie autem hiiius sententiae vim 



[*) Postea similiter Schusterus coniecit in Actis Soc. Phil. Lips. III. 188 , 1 : 
iiXlotoirrai di oxwantQ öxötuv (iv/u/uiyfj OvMfxaGiv olvog' övoiAÜ^tTui xtX^ 

4) Eecte Zellei-us [p. 603*] verba x«.9' fiSovijv de sapore vel odore ungentorum 
interpretatur. Ceterum etiam verba illa xuvavjla änavja, ovrog o voCg non inter- 
pretis, sed ipsius Heracliti esse existimo, quae ita videntur corrigenda: 6 'Hog 
rjf^^Qt] iv(fo6vr], /tiixuiv if^fQog , nölf/nog (iQi]vr], xÖQog kifiög, TävavTiu (innvTtf 
bjvTog vöog' aXXotovTai ö( , oxoGnit) oi'vog, öxorav Gv/uuiyr] ihvMixaaiv , ovofjidCt- 
tai xa'y j)6(ivrjv kxüajov. 

5) Nusquam videtur Heraclitus amplificasse comparationes , quemadmodum 
assolet Heracliteae philosophiae assecla, qui librum primum usqI dmlrrig composuit, 
qui Hippocratis nomcn prae se fort, volut I. 6 (T. VI. p. 478 cd. Littrc. [XXI. 
p. 633 seq. Kuehn.]): fa^ojiti öl fg äv&Qionov fx^Qta ^(q^wv .... xal t« fxiv 
hiixßävovTu nXtiov noi^ti , t« äf Sidövra fxiiov' nQCovaiv äv&Q(anot ^vXov, 6 
fiiv ilxti , ö 3t (i)it^ii , t6 J' avTo jovTO nottovoi , fxtTov ßt noiiovTtg nXtTov 
noi^ovai' Tu J' uvTü xal (fvatg ((viJ^Qwnojv rb fiiv dtihdi, t6 St iXxti, tö fxtv ö(i((üai, 
rö ät Xufißävti , xai tip filv S(3o)ai , lov Jf ka/ußicva , xal T(p fxiv SiSwai, ToaovTM 
nXiiov, 70t) dl Xufißdvti , ToGomtn u.t7ov, quam similitudinem etiam I. 7 [p. 635 K.] 
et 16 [p. 642 K.] ropetit. 



Emendationes Heracliteae. 87 



et naturani perspexit Bernaysius, qui in Museo Ehenano YII. p. 94 
lyram et arcuni propter consimilem figurara adhiberi censet, qiiod non 
debebat Zellerus Hist. Philos. I. p. 466 ed. II [p. 599 ed. lY.] probare: 
neque enim de specie atque forma hie agitiir, sed de iiitentione sive 
arcus sive lyrae, qiiae cum mundi liarmonia componitur: quare 
alteriitro exemplo rem absolvere licuit philosopho : itaque etiamnunc [ut 
in Diar. Antiq. V. 1847, p. 35 seq.] arbitror iam antiquitiis hunc locum 
Vitium contraxisse, ut scribendum sit: jcaliitovog agfiovii] y.6Gf.iov 
b/Ma/cEQ ro^ov y.al vevg'^g.^) Hie enim optimus est concentus secun- 
dum Heraclitum [fr. 37 M. = 78 Sch.j, qui e contrariis et adversan- 
tibus exsistit, vid. Aristot. Eth. Nicom. VIII. 2: ' HgcUleirog tö dvii^ow 
ovuffeQov y.al £z tiov diaq)eQÖvvon' '/m?JJgv)]v ccQ/.ioi'iav , xat nävra yjxz^ 
I'qiv yivead^ai. Minime omniimi audiendus Lasalle (I. p. 105 seqq.) qui 
ut tueretur paradosin , to^ov /mI ?A'Qr^g non proprie , sed per transla- 
tioneni interpretatur. '') Ut largiar, eiusmodi involucris uti potuisse 
Heraclitum ad placita sua significanda, tamen nullus est locus istis 
ambagibus in comparatione , ubi philosophus scmper ex communis vitae 
consuetudine exempla proponit, quae rem illustrant: namque cogitat 

Non fumum ex fulgore, sed ex fumo dare lucem. 

Libros autem Heracliteos multis locis inde ab antiquo tempore 
depravatos fuisse satis arguunt scripturae eiusdem loci admodum inter 
se discrepantes , velut fr. 60 [Schleierm. = 73 M. = 54. 55 Seh.]: avyri 
^i]Qrj xpiyji oofpMTccT}] /mI dgiarr^ , quod ahis est acrj xj'iyjj, de quo quae 



6) Veterem lectionem si quis omni machina vellet tueri, ^vgrjg vocabulum 
ita foret explicandum, ut non fides, sed nervus arcus diceretur: et sane ad eandem 
stirpem revocanda videntui- vocabula Ivnt] et vivoi] sive vivoov, quae nunc diu- 
turao usu et consuetudine sunt diremta: neque vero probabile est Heraclitum ex 
ultima Graeci sermonis origine hoc ascivisse, ut ambigua vocabuli significatione 
sententiae perspicuitatem penitus obscuraret. 

7) LasaUe p. 111 : so ist Apollo mir die lebendige Einlieit der beiden Gegen- 
sätze, die als Attribute neben ihn treten, der Leyer und des Bogens, des Princips 
des Allgemeinen und des Negativen. ... So ist dem Heraklit die Harmonie eine 
Harmonie der Leyer mit dem Bogen, des Allgemeinen lind des Negativen, der sich 
zur Einheit aufJiebenden Bewegung des Vielen und des in die Einzelheit und den 
Unterschied emanirenden Hervorgehns des Einen. Ad hunc modum qui postea 
Heracliti sectam sequebantur magistri doctrinam videntur cxornavisso , id quod 
ostendunt Scythini Teil versus, de quibus dixi in Poet. Lyr.^ p. (520 [II. 507 seq. 
ed. IV.]: 

tijv ?.voy}V uQu6<ltTai 
Ziivog fvtidijc: 'AnöXkiov, nüaav «(j/i;v xai tü.og 
ZvXXa(ttöv , i/it de Xuixnoor n).ily.t(>ov riXlov <päog. 

Verum ab hac comparatione ista interpretatio plane est aliena. 



88 Emendationes Heracliteae. 



interpretes disputant, non satisfaciimt.») Pariter mihi videor deprehen- 
disse Vitium inveteratum in eo loco, quem Proclus et Clemens 
Alexandrinus servaverunt [fr. 82 M. = 26 Seh.], qui a Bernaysio in 
HeracHteis p. 34 scite in hunc modum conformatus est: rlg yccQ ahCov 
v6og }] (pQt'iv; drj^uov doidoloi [sive: doiöaloL] t7iov\TaL vmI didaüKah') ^^^ 
y^Qeoviat ö^iilo), ov'/, Eiöoreg, on nollol -/m-mI, ollyoi 6e dyad^oi, 
aiQtovTai yccQ 'iv dviia Ttdvrtov^) ol ccqiotol, xleog davaov ^vrj- 
züfv, Ol de nollol y^Ä.oQrjvraL o/mottsq ya/jvea. Sed quod poetae, 
qui sane magistri et duces Graecae gentis erant, di^i^iiov doidol 
vocantur, id satis est insolenter dictum et haud scio an non con- 
veniat cum Graecae linguae ingenio, a quo di][.i(i) doidüv enov- 
zat non abhorrebat: sed quod Bernaysius dubitanter proposuit legen- 
dum esse dt^incüv doidfjoi, naenias vulgares interpretatus , non magis 
probabile arbitror: mihi quidem Heraclitus scripsisse videtur: rig ydq 
aÖTclJv voog rj (pgijv öai^i-tiov; doidolai eTiovrai yal., sive dalfxiov 
malis: nam antiqua hac ladis forma usus est Heraclitus etiam fr. 67 
[Schi. = 78 M. = 138 Seh.], ut iam olim monui: dvrjg v>^7ciog rf/.ovGE 
7rQÖg öc({f.iovog , oyioojteq iidig itqog dvö^ög : quem locum et veteres et 
nostri homines vel nuper parum recte sunt interpretati, solus Bernaysius 
vidit, quid instituta sententia requirat, sed quod da/jfiovog scribendum 
existimavit, ea coniectura nos supersedere posse ostendi in Prooemio 
lect. Marburg, sem. hiberni a. 1850—51 p. X. Hoc autem loco perinde est, 
utrum öarifAOiv an daif-icov scribatur, nam licuit Heraclito varias passim 
formas adhibere: id igitur cum antiquitus proclivi errore d^itaov scriptum 
esset, iam Clemens deceptus illud ipsum vocabulum coniunxit cum doi- 
doloi, quemadmodum etiam Aristoteles testatur saepe eos, qui Heracliti 
libros legant, ambigere, quo pacto destinguenda sit oratio. Non tarnen 
possum Bernaysio adsentire, qui in Museo Rhenano IX. p. 162 ea, quae 
Sext. Empir. adv. Math. VII. 126 ex Heraclito adscripsit: yta/tol (.idq- 
zvQsg dviyQ(J)7toioiv d(pltalf.iol /.al dna ßaqßdqovg ipvyag eydmov^ satis 
audaci tentavit coniectura /':fo^/?ü^oi; xpv%dg l'xovzog, quod mihi qui- 
dem prae Heraclitei dicti elegantia sordere videtur, Constructionis 
autem inaequaUtatem, quae Bernaysio fuit offensioni, in scriptore lonico 
satis tuebimur locuplctum scriptorum excmplis, velut est apud Home- 
rum in Od. t 155: /udla 7cov öcpioi ^vfuög ^Uv lv(pQOOvvrjGiv luivezai 



8) Respexit etiam Aristid. Quinctil. IL p. lOG: rrjv /uiv yiiQ tv yiai^oiadv h 
ulH^oi (Srik&v «frjOiV civt] §TiQr] aoifWTiar]. [Cf. fr. 72 M.] 

9) Potius ^V ilvTi TTuvTCüv scribendum est, quocum componas Ilcraolitcum ap. 
Olympiodorum in Comment. in Piaton. Gorgiam ([p. 87] lahn Arcliiv XIV. p. 267 
[fr. 30, 137 Seh.]): (ig f/uul uvil tioXIüjp xici X(yo) tovto xu\ nu()u IIt()at(f)övtj iotv, 



Emendationes Heraclitcae. 89 

eivEVM aeio, uievaöovTCJv roiovöe d^dlog yoQov elooixvevGav et i 256: 
fjLUv d' avre '/.atey.ldad^ti tplXov i]toq JeiodvTtov (fO^oyyov re ßaqvv 
avröv ze rcelwQov ^^^) atqiie eodem modo Herodotus IX. 58: /ml ifuv 
fisv eovOL IleQOecov dyreiQoiai 7voXXrj l'y. ye ij.iev fytvevo avyyvtöfH], Inai- 
veovTwv zovTOvg, xoiai n ymI arvrjdäare^ a quo exemplo alia aliqiian- 
tum dissident, quandoquidem praecedimt genitivi, velut est VI. 85: 
fieXXövrcüv de ayeiv xCöv ^lyivtjriwv röv yteuTvxidea, euie 0(fi Qeaoidt^g 
et m. 65: top f.iäv vcv fidXiora ygr^v, iuev alo^gd yiQÖg ttov 3Idyo}v 
7i€7covd-6Tog , Ti/Licogieiv ef.ioi. 

Heracliti reliquiae, quamqiiam homines docti düigenter undique 
operis praeclari membra disiecta colligere et instaurare non destiterunt, 
etiamnunc augeri possunt : addam hie iinum aliquod Heracliteum, quod 
servavit schol. Eurip. ad Alcestin v. 983 : 6 de. (fvor/.dg '^HQd/.letTog 
eivai ovTiog (frjol oaviöag Tivdg ^Ogfptiüg, yqdcfwv ovrtog' rö de rov 
Jlovvoov •/.axEO'AevaGxai E7tl rrg Qqdy.rjg tTtl rov Y,alovf.i£vov 
^'ifj.0Vj OTtov öt'j TLvag ev aavlaiv (^Ogifitog) dvaygacpdg eivai 
YIU (faoiv. '^HQd/.l£L\Tog rectissimo iudicio scripsit Cobetus, qui primus 
haec ex codice Vaticano edidit, nam in ipso libro "HQavlEidrß exstat: 
neque quisquam opinor diibitabit, quin haec Ephesii pliilosuphi sint^^), 
quamvis lonici sermonis vestigia sint oblitterata, scribenduni enim 
&Qi)/,rjg et oy.ov. Deinde ut redintegrarem sententiara, ^OQcpaiog (vel 
potius ^OgcfEog) addidi, cum Cobetus ag yMTEyQaxpEv^OqcfEvg scribendimi 
esse suspicatus esset. Hie autem locus, quamvis ad antiquitatem 
Orphicae poesis vindicandam non multum videatur conferre, commode 
opinor illustrat aliud Heracliteum, de quo nostri homines secus iudi- 
cavenmt. Etenim hunc ipsum locum de Orphicis monumentis continuo 
existimo excepisse ea, quae Diogenes Laertius ex Heraclito de Pytha- 
gorae philosophia adscripsit YIII. 6 [fr. 15 M. = 22 Seh.]: üvi^a^/ö- 
Qtjg Mvriodqyov iotoqiijV "ilia'A.r^GEv dviyqiomov [idXiOxa vcdvTiov 
%al Ey.XE^df.iEvog xavxag xdg avyyQüffdg i7roirjaaxo lavxov 
aocplrjv 7colvf.iai>irv (y.al) /.ayoxEyv UjV. Sane non comprobant 
haec verba, Pythagoram placita sua litteris mandavisse, id quod Dio- 
genes hoc testimonio sibi confecisse videtur, sed minime assentiri pos- 
sum Schleiermachero , qui p. 343 [Op. Phil. II. 21] haec ipsa verba yal 



10) Nolo alia cxempla ex Ilomeri carminibus addero, nara Classcnus in 
Observat. Homericis Part. IV. p. 29 [Beobachtungen über den hom. Sprachgebr. 
p. 1751 ^^ liac ipsa re docte et eleganter cxposuit. Non dissimilis inaequalitas 
admissa est in Iliadis loco K 187: "üf rwr vri<ii/uog i'nvos (^tio ßkuftUmuv (iko'tXn 
NvxTu ffvXaaaouiroioi xKy.rjv. 

11) Bernaysius tarnen in ]\lus. Rhen. VII. 98, 1 ö J^ llovuxug 'ihmxku'dtjg 
scribere maluit. 



90 Emendationes Heracliteae. 



fy.).€^duevog Tavzag rag aiyyocecpdg Heraclito abiudicat, qiiippe quae a 
Diogene demum sint adiecta, qiiemadniüdum etiam Lasallc (II. p. 309 
seq.) in eandem fere sententiam disputat, nisi quod ipsum Diogenem 
haec de suo adiecisse negat.^^) Xeque enim Diogenes sive is, quem 
ille auctorem sequitur, in pauca haec verba contulit, quae Heraclitus 
pluiibus erat persecutus, sed fideliter Ephesii philosophi orationem 
descripsit: legentiura sane commodo minus prospexit, quandoquidem 
Heracliti lioc de Pythagora iudicium tum demum recte satis planeque 
intelligi potest, ubi compertum habemus, quae proxime praegressa sint: 
apparet enim Heraclitum de illis ipsis libris, quibus Pythagoras ad 
concinnandam suam disciplinam usus esse dicitur, paulo ante verba 
feeisse: atque mihi qiiidem maxime verisimile videtur Orphicae poesis 
monumenta significari : nara inter veterem Pythagoreorum disciplinam 
et Orphica sacra ac placita magna intercedit similitudo, id quod etiam 
Herodotus II. 81 affirmat. ^^) Haec nostra coniectura si non vana aut 
irrita est, non solum planius iam Pythagoreae sectae antiqua disci- 
plina '^) illustratur, sed etiam apparet, quantopere a vero aberraverint, 
qui Orphicae poesis prima incrementa ad Onomacritum referant. Verum 
de his alio loco dicentur plura. 



12) Est steht fest, daß die fraglichen Worte von Diogenes vorgefunden 
worden sind; sie sind gerade die, durch deren Anführung er sein Thema heiceisen 
will. Mögen diese Worte nun Heraklit selbst, mögen sie dem von Diogenes Aus- 
geschriebenen angehören — in beiden Fällen müssen sie einen Sinn haben. Würden 
sie HerakUitos angehören, — icas wir ebensowenig annehmen als Schleier- 
macher — so müfsten zwischen dem ersten und zweiten Satze des Fragmentes 
Worte ausgefallen sein et quae seqq. 

13) Ouo).oy(ovai öi TuvTft roiOi OQffixoTai /.(dtouivoiai y.ui lUty./iy.oTai, 
ioiai 6i Aiyfnr(oiai y.u'i UvOuyoQtioiai. 

14) KuxoTtyviriv, quam Heraclitus opprobrio vertit Pythagorae, nihil aliud 
significat quam fraudem sive malus artes: arcana enim illa sacra, sivc Orphica sive 
P\-thagorea crant, omnino aspernabatur Heraclitus. Xullo enim pacto potest probari, 
quod Lasalle hoc ad mathomaticarum disciplinarum argutias refert, quas Pythagoras 
ex Aegyptiorum et Chaldaeorum commentariis asciverit: istorum enim arbitratur 
monumenta esse avyYQaifdg, quas Diogenes dicit vel potius ipse Heraclitus. 



De Aristotelis libello de Xenophane etc. 91 

D. De Aristotelis libello de Xenophane, 
Zenone et Gorgia.*) 

3 Inter Aristotelis opera fertur libellus, qui 7rEQi xerorpciroig. , 7ceqI 
Z^rtorog, ycEQi FoQylor inscribitur, sed an hie libellus ab ipso Aristotele 
sit profectus, valde dubiiim videtur, noqiie quidquam auctoritatis inde 
accedit, quod in tabula librorum Aristoteliorum ap. Diog. Laert. Y. 25 
etiam liaec memorantur: .roög rä l\lE)Jaaov a , 7CQÖg rä l4X/.uauovog 
a, loög Tovg nvd-ayoQeioig «', yrQog ra Fagyiov a , ^rgög rd xerocpcc- 
vovg a, jrQog rä Zr^viovog a. Immo liaec ipsa tabula videtur effecisse, 
ut iste libellus Aristoteli tribueretur, quippe quem constaret de tribus 
illis philosophis Ubros edidisse: hinc igitur etiam in hoc libello de 
Zenone disputari existimatum est, cum potius de Melisso agatur. 
Atque fuerunt inter homines doctos, qui Aristoteli abiudicarent. Quid 
quod haec suspicio vel eo videtur confirmari, quod in uno codice apud 
Bekkerum (Ra) inscribitur Qeo(fQC(oroc rrsoi Bevocfävovg xtA. Ita- 
que Brandisius (Hist. philos. Graec. I. p. 358 not.) ad Theophra- 
stum referre voluit hunc librum, et videtur illa suspicio quodammodo 
confirmari, si quis composuerit, quae Simplicius ad Physica Aristot. 
f. 6 [p. 22, 26 Diels] ex Theophrasto profert: {.nav dt %t]v ccQyj^v \'jroL 

4 fV rb ov '/.CLL 7cav VMi oX-re 7ce7i£Qaoi.itvür ölte lireiQor, \ oI'te •uvovf.ievov 
ovTE ■^QEf.iovv !Sevocpdvrjv rbv KoXoq)coviov zbv naqf.iEvidov did(xay,aXov 
htoiid^Eod^cil ffi^aiv 6 QEorfQcioxog bitoloyiöv IztQag f.m?JMr Jy rrg fiEQU 
cpvaEwg laroQiag Tt)v iivi'jUr^v rrg tovtov dö^r^g. Intellexit opinor Sim- 
plicius amplum illud opus, quo Theophrastus physicorum placita dili- 
genter exposuit et examinavit, quo libro pliirimum usus est Simplicius. 
lam ea, quae deinceps Simplicius Theophrasto auctore de Xenophane 
refert, plane congruunt cum iis, quae hie leguntur; quemadmodum 
quod Simplicius dicit [p. 22 , 30 D.] : rb ydg tv lovro /mI 7cäv zbv 
d^sbv DxyEv ü XEvocfdvi^g, ov f-'va iiev ÖEr/vvoiv Iv. zov 7cdvzcov -aqcczl- 
Gzov Eivai' ttXeiÖiwv yccQ, cprjolv, o'rrfr»^ oftoitog hrdgxEiv dvdy/.i] 7tdai 
zb -AqazEh' , zb de 7rdv[0ji> /.qdzLOzov '/.ai ccqiotov d-Eog, plane conve- 
niens est cum iis, quae apud Aristot. exstant p. 977 A, 23 ed. Bekk. : 
eI d' i'oziv ö d'Ebg 7TdvTon' y.QaziGzov , f-'va fptjaiv avzbv 7i:QoorfA.Eiv Eivai' 
Ei ydq ovo }] tzL 7clEioig eIev , od/, av tzt -/.QdzLOzov /.al ßaXziOTOv 



*) [Eegiae tinivcrsitati litterarum Fridcrico-Alcxandrinae die XXIII. mensis 
Augusti MDCCCXLIII sacra seciüaria prima feliciter agenti . . . gratulatur . . , 
academia Marburgensis.] 



92 De Aristotelis libello de Xenopliane etc. 

adröv eivai TiavTiov ' ay.aorog yäq av d^eög xiov nolXCov oLtoiog av xoiov- 
Tog eh] y.i?. 

Planius etiam simüitudo illa perspicitur ex iis, quae apud Sim- 
plicium seqimntiir [p. 22, 33 D.] : dylvifcov öi sdeUvvev h. zov deiv 
yifouerov fj i^ ö^oiov rj eS, dvof.ioiov yiveoü^ai , dXld xb jUfV b/noiov 
dTtad-eg (fr^oiv vtio xov ö(.ioiov ovdiv ydo judlXov yevmv rj ystvdad^ai 
7CQoa/f/£i xb b(.ioiov ey.xov öfAoiov el d' e^dvoi-ioiov yivoixo, eoxai xb ov iy, 
xov ///} m'Tog' y.al ovrug dyevr/rov '/mi didiov Ideiy.vv. Quibus simillima 
sunt apud Aristotelem p. 977 A, 14: dövraTov \ cpr^oiv etvai, el xi toxi, 5 
yevea&ai, xovxo ?Jycov hti xov d^eov- dvdy/j] ydg i^xoi i^ Ö/lioIcov rj ^^ 
droftouov yeread^ai xb yevöfierov dvvaxbv de oiöexeQOV olVs ydg b/^ioiov 
fff' öfiüior 7rQoo/j/.eii' xe/.vto0^i^vai i.id)JMV )] xeyjvioöai (xacra ydg ^nai'xa 
xdig ye laoig i^ 6f.ioioig vndgyeiv rcgbg dXhila) oYx' av e^ dvof.ioiov xb 
dvoLioiov yevloii^cu. el ydg ylyvoixo l^ dad^ereüxegoc xb loyvqöxeqov Irj 
fS. e'Adrxovog xb liielLov }j i/. yeiqovog xb y^qelxxov }j xoövavxlov xd xeiQio 
ey. xCov y.Qeixx6vo)v , xb oiv. dv i§ ovxog av yeveod-ai, bneq dövvaxov 
didiov f,iiv oi'v did rafr' e\vai xbv d-eöv. 

Deinde animadvertas haec, quae Simplicius addit [p. 23, 4J: 
ovxe dt ujieiQov ocxe 7te7teQaGf.iivov eivai , öiöxi dneiqov (.lev xb fxij ov, 
thg ovxe agyr^v t'xov {.ir'fce fAtoov (.irfce xiXog, Tteqaiveiv de Tcqbg äXh]la 
xd Ttlelio. Legitur enim apud Aristotelem p. 977 B, 2: didiov d' ovxa 
yjxt iva vmi ocpaigoeidi] ocx' UTreiQOv ocxe /ce/tegdod^ai • djieiQOv o /jrj 
ov eivai • xovxo ydg ovxe (.liöov ovx' dgyjjv /.al xilog ovx' dlko f.ttgog 
ovdiv t'yeiv, xoiovxov d^ eivai xb ciceigov oiov dt xb (.irj ov, ov/, av 
eivai xb ov , ^rtgai'veiv dt 7tgbg aXXiika , el ycXeuo eiev xb de tv ovxe 
xo) oiv. ovxi ovxe xdig noXXöig bf.ioiova9-af tr ydg ov/. tyei 7tgbg oxi 
7cegave~i. 

Dcniquc Simplicius dicit [1. 6]: 7f agaytXrjOuog dt /ai x))v yJvt^oiv 
dffaigei y.a\ xi^v r^geutav d/Jvtfrov /Liiv ydg elvai xb f.iij ov ovxe ydg 
liv eig avxb t'xegov, ovxe avxb Tigbg uXko iX^eiv /ivelo^ai dt xd 7cXeuo 
xov tvög' t'xegov ydg tig t'xegov i.iexaßdXXeiv • üaxe /al brav tv xavxij) 
fiiveiv layrj /al fjrj /iveloO^ai • 

L4ti J' iv rccvTü) jui'fAvfi y.ivov^tvov oi'Siv, 6 

üvSi fiiT^QXiolhu fiiv ininQ^ntt äkXoit äXlij. 

OV y.axd xr(v i^geidav xtjV dvxr/eiiiiivt^v xr v.ivt'^oei (.liveiv avxö (frjOiv, 
d)Xd y.axd xf^v d/cb y.iv^oeiog y.al yge/niag t^tjgt^/ttivijV iiiOv/jv. Congruunt 
plane, quae Aristoteles dicit p. 977 B, 8: xb de xoiovxov ov tv, ov xbv 
i^eov eivai Xtyei , ovxe /ivelod^ai ovxe vxvrftbv eivai ' d/ivt^xov f.iiiT'ydg 
eivui xb f^Uj ov o"re ydg av elg avxb t'xegov ovxe t/eXvo elg alXo eXi^elv 
■/.ive~iöi>ui de xd Ti'Xeuo xov tvög' \ [ovxa fvoc; Bekk. et Mull.] t'xegov ydg 



De Aristotelis libello de Xenophane etc. 93 

slg {-'teqov öeIv ytivelad^ai. Ubi videmus eandem sententiam iisdem 
prorsus verbis indicatam esse. 

Quae orationis similitudo posset explicari , si Xenophanes pedestri 
scripsisset oratione, ita ut uterque Xeuophanis sententiam atque placita 
verbis vel plane non vel leviter immutatis ex ipso scriptore petivisse 
censendus esset: at versibus ille perseciitus est haec placita, atque hie 
Omnibus poesis luminibus et ornamentis reiectis tenuem et exilem dis- 
serendi ratiouem animadvertimus ; itaque illa similitudo non poterit 
fortuita existimari, sed alter ex altero sua derivaverit necesse est. 
Quam similitudinem si reputamus, sane Brandisli coniectura, Theo- 
phrasti hunc libellum esse et Simplicium libro magis integro usum 
esse, satis veri similis esse videbitur. Non tamen possum hanc viri 
doctissimi sententiam probare : namque etiamsi concedamus niulta in 
nostris codicibus graviter corrupta, alia plane praetermissa esse, tarnen 

7 reperiuntur in hoc libello, quae nullo pacto a Theophrasto pro|ficisci 
potuerunt, quae vel indigna sunt hoc philosopho vel aperte pugnant 
cum iis, quae alibi Theophrastus memoriae prodidit de horum philo- 
sophorum placitis. Itaque ego qiiidem hunc libellum tarn Theophrasto, 
quam Aristoteli abiudicandum censeo, ita autem arbitror huius operis 
scriptorem versatum esse, ut maximam partem ad Theophrastum se 
componeret, alia ipse adiiceret. Sed antequam accuratius disseram de 
huius libelli auctore, inquirendum est in eam orationis conformationem, 
quae in nostris editionibus reperitur. Namque tum demum recte satis 
et ordine potest proficisci disputatio illa de libri auctore, ubi prius 
examinaveris, quid quoque loco sit scriptum. Etenim hie libellus gra- 
vissimam contraxit labern, ita ut nullus fere sit versus, quin emenda- 
tioneni aliquam requirat. Quamquam autem plures iam homines docti, 
Fuellebornius , Spaldingius ^) , Brandisius, Karstenius, Fossius, qui vel 
Universum opus vel partem percensuerunt , multa vere correxisse cen- 
sendi sunt, tamen etiamnunc plurima vitia supersunt. Et multi qui- 
dem errores corrigi possunt facilümo negotio, si quis ad codicem 
Lipsiensem accurate se applicaverit , quem diligentissime contulit Christ. 
Dan. Beckius^), sed quamquam in nupera Bekkeri recensionc ratio 

8 sit habita huius codicis, tamen neque Bekkerus neque ahus quis 



1) Spaldingii Commentarium in prior, part. libelli de Xenoph., Zenoiic ot 
Gorg. Hai. 1702, quod aegre fero , non licuit mihi inspicoro, sed ex aliorum taii- 
tum commemoratione cognovi. 

2) Solemnia doctoruni philosopliiae ot magistrorum artium a. d. XIV. Febr. 
MDCCXCIII antiquo ritu creaiidoruin indicit Chr. Dan. Beckius. Pracmissa est 
vavietas lectionis liboUorum Aristotelicoram ex codicc Lipsiensi diligentur enotata. 



94 i)c Ai'istotelis libello de Xenophane etc. 

ubique secutus est hunc codicem , qui licet et ipse multa vitiose scripta 
exhibeat, tarnen plerumqiie rectam emendandi viam commonstrat. 
Videtur autem Bekkerum sicut etiam alios haec collatio a Beckio 
denuo post Olearium, qui cum Fabricio (Bibl. Graec. T. II. p. 139) 
communicaTit varietatem lectionis, et post Fuellebornium instituta plane 
latuisse. Itaque iam locos quosdam depravatos, quemadmodum corri- 
gendi sunt, in medium proferam. 

P. 974 A, 2 ed. Bekker. : di'diov elvai (prjaiv et xi eoriv, eÜieq 
f.o) hölyerai yeveaü^ai {.ir^öev fz {.it^devog' elte yuq thiavta yeyovEv eYte 
f.irj, 7cavTa uiöi' ducporeQtog' i^ ovÖEvog yag acTcop av yivöfAEva' arcctv- 
Ttüv ZE yccQ yivoidviov ovdiv rcQo'C/cccQXEiv ivt uvtcov zivtov dsl VxEQa 
jcQOOylvoiTO , jcltov UV YMi i-mtov tö fV yEyovEvai. w dr) yrXeov '/,ai 
}iE~iL.ov TOi'TO yEVEod^ai UV ff ovÖEvög' CO) ydq eIuttovl tö ^cXeov, Tj ö' 
iv TiT) f.ii/.QO[eQ(o tö /.ieT^^ov oux l'^rüqyEiv. diöiov ös ov ujceiqov eivui, 
(kl ovY. tyu dqxijV oO^ev iyävEvo, oude. TslEirtjv slg o yiv6}.iEvov eteIev- 

Tl^GE 7C(yiE. 

Hie pro e'uceq f-irj h'deyETai cod. Lips. recte EiodexEGd^ai prae- 
bet, namque Melissi argumentatio qualis fuerit exponitur, conf. Herod. 
II. 172: eI yuQ uqÖxeqov eIvul dtjf.i6Trjg, dXV iv xu) 7cuqe6vxi Eivai 
ahliov ßaailEvg. ib. III. 108: Xiyoroi de /ml xoöe ^Qußioi, log naaa 
av yH] E7iifj.7cXaxo xöjv ocplojv xovxcov, eI f.itj yivsa^ut xar' aöxovg oiov 
XL '/.axa ixiövag rjjcLOxuf.ajV yivEoi^uL. \ Melissus autem initium ceperat 9 
ita, ut Nihilum esse negaret, quorsum spectant ea, quae Simplicius 
in Phys. f. 22 B [p. 103, 13 D.] servavit: xolg yuQ xcov cpioiAiov 
di,noi.iuaL xQt^GÜfjEvog 6 Mhhööog 7veql yEvaoEcog y.ul (fd-ogug uqxexul xov 
ovyyQanfxuxog ovxiog " Ei (.liv nrjÖEv toxi, 7ceql xovxov xl uv Xtyoixo wg ovxog 
xivog; EL de xiiaxiv, }jtoi yiv6f.iEv6v ioxiv Irj dEi ov dXV e\ yEvopiEvov, }'iXOi 
tS. ovxog fj E^ oh. ovxog' dlX olxe ey, /Litj ovxog olov xe yEvtod-ai xl (ovxe 
üXXo (itv ovÖEv ov, 7coXlo) de fiaXXov xb äjtkQg ov) o'&ce va xov ovxog • Eirj 
yuQ UV ovTiog vmi ov yivoixo' ovy. uqu yivofiEvov iavi xb ov dEi ov aqu iaxiv. 
Quamquam Simplicii verba non ita sunt explicanda, ac si hoc ipsum 
operis esset exordiura, nani nihil aliud indicatur, quam lianc fuisse pri- 
mam disputationem. Itaque quod Aristoteles (nani hoc nomine brevi- 
tatis causa appellare übet auctorem huius libclli) IvötyExai dixit, id 
Melissus o'ioYCE vel alias fortasse dvvoxbv dixit, quemadmodum est 
fr. 7: ov yuq dEi eivul dvvaxov, o xi (.iij tcuv eoxiv, nam Aristoteles 
sententiam, non ipsa Melissi verba servavit. Iam quod Icgitur apud 
Aristotelem: e^ ovÖEvbg yctgi autüv uv yivofAEva, ubi Bekkerus nullam 
notavit lectionis varietatem, sententia quidem quae sit non obscurum 
est, sed oratio parum accurata, et cod. Lips.: eS, ovÖEvbg yuq yEvtoÜui 
av uircwv yivöfxEvu, idque restituendum est; similiter dixit Aristoteles 



t)e Aristotelis libeÜo de Xenophane etc. 95 

Phys. Ausc. I. 8, ubi Eleaticam doctrinam exponit: /.al (faoiv oVie 
yiveoi^ai twv ovxiov ovdev ölte cf&eiQEO&ai öia tö avay/xäov (.dv elvai 

10 ytyvea&ai zö yiyvöjuEvov /; f^ ovrog \ fj s/. /.iij ovzog, iy. de rovrcov 
dj.i(poTeQ(üv döivarov sivai. Deinde [1. 4] nescio an melius legatiir: 
ä/cavTi(jv T€ yccQ yevofiivwv pro yivoidviov , at certe scribendum est 
[1. 5]: et d' oviiov dei eTsga ;cQOöylvoivo. Porro cod. Lips. : tö l'v 
exhibet pro tö ev , itaque confirmat [1. 6] , quod Brandis Conimeiit. 
Eleatt. p. 187 et Hist. Philos. I. p. 399 not. coniecit tö uv. Deinde 
pro (1) öt) 7cleor '/.al ^.leiZov cod. Lips. et öi) cX. /.. u., quod ferri quideni 
potest, rectius autem scribas, id quod ipsa illa codicis lectio indicat, 
j] öe 7cliüv /.xX. Melissus enim dicit, quateuus id quod sit augescat 
et crescat , eatenus aliquid ex nihilo fieri. Hi autem sie saepissime 
usurpatur, ut est apud Empedoclem v. 96 [K -^- 69 St. = 70 M]: Ocnog 
tj Liev 'ev ev. 7tXe6v(.ov jiieud0^rr/.e q^veoO^ai , ^Hi de 7tdXiv öiacfvriog evög 
TcXeov ev.reXed^ovoiv , Tavir^ yiyvovrai re /.cd oc ocpiaiv eiccedog alojv 
Hl ÖS rdd^ dlldooovxa diau7ceQeg otdai.id ?.tjyei^ Taviij d' alev e'aaiv 
d/.iv)^Tov /.axd y.&/Xov. — Porro barbarum plane est, quod legitur [1. 8] 
/; ö" ev xC) /Lir/QoxeQO) : aliquot codd. apud Bekkerum ohV, rectissime 
cod. Lips.: ovo' er {.ii/.QoxeQoj, a principio autem iam Beckius pro- 
posuit ev xijj ydg, nisi forte hie praestat oJ'r' ev xo) i-ii/iQoxeQdj , cf. 
Isaeus de Philoctem. hered. p. 132 [16]: ;caQadovvai ocxe laßelv t]d^e- 
Xi^oav. 

Deinde [1. 11] docet Melissus rerum natiiram, cum sit aeterna, 
esse etiam infinitam, sed ibi pro elg o yivo^evov ereleuxr^ae 7core for- 
tasse quis coniiciat scripsisse Aristotelem xs'/.SiXijoei 7coxe, quod 

11 melius congruit cum praegresso eyerero, namque ex eo, quod | ünum 
nuUo tempore sit natum, nuUo tempore sit interiturum, docere insti- 
tuit Melissus etiam infinitum esse: conferas quae Simplicius ex ipso 
Melisse affert inPhys. p. 22 [p. 103, 20 D.]: ouxe ff^ag/^aexca xö ov ocxe 
yuQ eg xb f.tt) ov olövxe xö ov f.iexaßccX'keiv {ovy/MQELxaL yäq '/.al toTto hcö 
xtov (fvoi'/.iov) ol'ze eg ov ueroi ydo ch' jcccXlv oVxm ye /uxl ov rpOeiQoixo' 
ocxe uQa yeyove xö ov oirxe (fO^aQ/^oeraf del äoa i]v xe '/.al eoxai. 
Et maxime huc pertinent, quae leguntur ibidem [1.24.]: dA?^ ejcEidij xö 
yevoi-ievov dgyjjV eyei, xö (xt^ yev6f.ievov doxt]y oc/. lyei, xö de ov oc 
yeyovEv, oc/. av eyoi dqyrp>' txi de xö tpO^EiQÖf-iEvov xE?.Erxi]y eyei. ei de 
xi eoxLV acfi^agxov , xEXecxrjV ovy. eyei' xö ov äga mfO^agxov ov xeXecxijv 
otr/. exw xö de f.n]xE dqyj^v eyov fx//xe teXecxiiv wcelqov xcyyavEi (iv 
a/TELQOv aqa xö ov, ubi itidem conficit, inde quod interitus sit expers, 
infinitum esse. Sed quoniam Melissus, quem Aristoteles non iniuria 
q^OQXi'/.öv appellat, non satis ubique temporis notionem a magnitudiiie 
diremit, fieri potest, ut epitomator et ipso minus accurate dixerit ext- 



OG Do Aristotelis libello de Xenophane etc. 

lEvrr^oe tiote, quemadmodum est apud Melissiim ap. Simplic. f. 23 B 
[p. 109, 21 D.j : xat a^X')*' ov/, lyu odöe rsXevr/jv, all' ccTteigov eanv 
el ufv yag iyevevo, oiQyJjV av eiyev Q'jQ'§aTO yaQ liv 7iOTe yivo/iievov) 
y.ai TsXevTijv {steXEiTi^OE yaQ av uote yivö/iievov)' si de (.it'jve ]jQ^aio 
f-i/jis eTEXevTtjGEv dei re i]v ymI dei lavai, od'/, lyet agy/jv oX%e vteIet/jv. 
Itaque nihil mutaverbn. Sed dicetur de hoc Melissi argmuento post, 
ubi ad huius libelli auctoritateni examinandam accessero. 

P. 974 A, 11: Ttav de xai aTteiqov oV eivai' el ydg nXiov 5y 6vo 12 
«l'j^, ^ilqax av eivai ralta ngög äXlr]la' ev öe o/.ioiov eivai JidvTTj' et 
yäq dv6f.ioia 7rXeico ovra ovy. av eti ev i^elvat , dXXd 7CoXXd ' diÖLOv de 
OV /LiiTQiov ze "/.Oft 0/.1010V 7cdvTi] d'üvYjxov eivai xb e'v. 

Sequitur novum argumentum, cum ülud, quod sit, infinitum sit, 
esse etiam unum : at apparet corrupta esse 7iäv de xat aTteiqov ov eivai, 
quemadmodum Bekkerus sine ulla lectionis varietate edidit. Cod. Lips. : 
Tiüv yuo u/veiQOv, quo nihil proficimus, sed plane absurda sunt, quae 
sequuntur et ydg 7tlAov ri dvo eXrj, quod nihil aliud significare potest 
quam si plus quam duo essent, ac si Melissas duo esse demonstratu- 
rus esset; egregie cod. Lips. 7tXeio exhibet, quod non correxerim 
TtXeiio: epitomator enim usus est forma, quam legerat in Melisso, in 
eandem enim ille sententiam dixerit: el ds ä7reiQ0v, f-'v el ydq dvo el'rj, 
ovy. av dvvaixo aTteiga eivai, dXV l'yoi av 7teqaxa jcqdg äXXrjXa' miei- 
Qov de xb eöv , or/. aqa 7cXeio xd eövxa' fV aqa xb eov. Et magna satis 
formarum inconstantia in hoc libello, ita p. 976 A, 2G 7tXeiova, at 
ib. 31 7cXeiio. Itaque scribendum puto transposita particula ytat et ad- 
dito f-'v, quod necessario requiritur: Tcdvxi] de d7ceiQov oV tv eivai' 
el ydg 7rXto) fj /.al dvo el't] v.xX., quam quam si quis abiiciat plane 
illud y.ai, non adverser. 

Pergit Melissus demonstrare, cum L-;it unum, esse etiam omni ex 
parte sibi simile, at quod legitur apud Bekkorum [1. 11. 12]: tv de 
of.ioiov eivai 7tdvxa, pro quo Bckkori codd. o f.i6vov, id corri|gendum 13 
ex cod. Lips. ev de ov b/noiov eivai jcdvirj. Deinde quod Bekkerus 
edidit [1, 13. 14]: el ydq dvöfioia 7cXeicü ovxa, ovy. av l'xi ev d eivai, ibi 
scribendum est: el ydq dv6(.ioiov^ 7tXeiio ovxa oir/. av eti ev eivai: 
utrumque suppeditat cod. Lips. , nisi quod per errorem librarii ev omisit, 
et eivai coniecit iam Sylburgius probavitque Brandis Quaest. Eleatt. 
p. 188. Ceterum hie quoque epitomator vidctur iusto brevius Melissi 
ratiocinationem tradidisse, dolendum autem est, quod ne Simplicius 
(juidem servaverit ea, quae huc pertinent: nam obiter disputata sunt, 
quae leguntur ex Melisso apud Simplicium f. 22 [p. 103, 28 D.]: el 
de urieiQOV, ev el ydq dvo el'rj, ovy av dvvaixo mceiqa eivai, dXV eyoi 
ixv 7ciqaxa ycqbg aXXrjXa' ci/veiqov de xb ov ovy üqa 7cXeito xd ovxa' 



De Aristotelis libello de Xenophane etc. ö? 

ev aoa rö ov. ^IXa /.irjv el e'v, '/.al ar/Avr.rov zö yccQ tv eov, of.ioiov dei 
liovTÖr tö de bf.wiov ocz' av d/roXoivo otV av /.leiLov yivoiro ölte /Li€Ta/.oa- 
fxtoLto üct' av dlyeoi ovze dvujrto. Namque ibi plane praetermittitur 
demonstratio haec, imum sibi simile omni ex parte esse. Deniqiie Melissus 
docet id, quod sibi simile sit, etiam motu carere. Sed quid sibi velit /.lezQiov 
[1. 14], vix exponas, Bekkeri codd.: af.iEiQov et sie quoque cod. Lips., 
legendum igitur arvsLQOv, quamquam nescio an melius ita conformetur 
omnis hie locus: diSiöv te ov a^cEiQÖv te y.al tv vmi olioiov Tiävirj 
d/Jvi^iov Eivai. ISTamque id quod est epitomator nondum sie simpliciter 
appellavit xb fv, atque ita omnia illa, quae singulatim erant pertractata, 
una comprehenduntur. 

14 Sed omissis iis, quae in hoc capite emendationem requirunt, 
accedo ad caput alterum, in quo Aristoteles Mehssi argumenta refeilere 
suscipit; ex plurimis auteni locis, qui graviter corrupti sunt, aliquos 
ehgam. 

P. 975A, 36: tri eI y.al ori fiähora (.irjrE rö ut) ov EvdäyExai 
yEvioi}aL \.irftE drcoXiG^aL rö (.dj ov, Of.ttog ri yxo'kvtL rä \xev yEvoi-iEva 
avrüv Etvac, rd 6' diÖLU, log vml ^Ej.ii:iEdoy.}Jirfi XlyEi; airarra ydq 
yM/.Eivog ravrd 6f.ioXoyrjaag , ort e'y rE /.irj ovrog dia'f/avöv Ion yEviad^ai, 
rö rE w e^o'Alrod^ai dv)^vuorov y.al ä7CQ)f/,rov, dEi ydq d-ijOEod-aL, orciß 
yE rig auv EQEidi] , o/^aog rCov ovrcov rd /.liv didia Eivai (fi]Gi , 7tvQ yal 
vdtoQ yMi yrjv yal diqa, rd d' dkLa ylvEG^ai rE yal yEyovtvai ly, rovrcov. 

Hic ex cod. Lips. pleraque iam restituta sunt a Bekkero, at 
supersunt alia vitia: nam inepte de nihili interitu Empedocles consen- 
tire dicitur, qui dixerat neque ex uihilo quidquam generari, neque ea, 
quae sint, exstingui posse. Itaque necessario scribendum: j.njcE rö t.n) 
oV EvdkyErai yEvto^ai, f-i/^rs d-icoHod^ac rö ov [1. 38], idque ipsuni 
Spaldingium coniecisse dicit Beckius. Deinde [p. 975 B, 1] inanis ver- 
borum copia est raird of^oloyr^oag , corrigendum est ex cod. Lips.: 
mcavra ydq yd/.Elvog ravra 6}.io)Myr]Gag , atque ita Bekkeri Ya. Deinde 
idem codex exhibet cV. rov fir) ovvog, fortasse igitur scribendum: t'y 
rs rov i-itj ovrog, namque Aristoteles non ipsos Empedoclis versus 
integres adhibuit, sed suae orationi accommodavit , ita tarnen, ut quae 

15 Empedocles propria quadam | ratione usurpavit, servaret, quemad- 
modum illud dv/jvvGrov yal dyrQifKrov; ita igitur etiam in illo ^rjGEGd^at 
peculiare aliquod Empedoclis verbum delitescere videbitur, nam quin 
corruptum sit, dubitari nequit. At Sturzii coniectura Gc/^oEoi^ai, quam 
Simon Karsten recepit [v. 83], probari non potest, namque Empe- 
docles docere vult nihil interire, quam vis omnia mutentur, neque vero 
hic verbo 'iGraoO^ai ullus est locus; itaque corrigo [v. 50 St. = 104 M.]: 
I^Jei ydo OelgegO^ui , o/ci] ye rig auv tQEidij, qua ratioue id asse- 

Th. borgk Kleine Schriften. U. 7 



98 De Aristotelis libello de Xenophane etc. 



quimur, quod requiritur, perpetuo tantura mutari, quocunque modo 
vis urgeat, neque vero quidquain geuerari aut interire. Verbum enim 
d^eir ad elementorum mutationem variasque, quas induunt, formas 
traustulit Empedocles, couferas \. 122 [K. = 94 St. = 96 M.], ubi 
postquam hanc ipsam senteiitiam exposiiit, nihil interire posse, pergit: 

ifAA' «VT iartv rctvxa, J/' üXXriXcxJV 3t {i^sovra 
rCymai ülXoxs äXXct öirivtxig, aVtv ö^oTa. 

Ita enim restituendum, Karstenius: 141V cuyi l'ari ye taT-ra^) et ad 
eandem rationem v. 136 [= 108 St. = 132 M.] : 

AvTcc yuQ tOTiv TCiLTu, J/' aXXi]X(i)v Jf d^^ovta 
FiyveTKi aXXoioinic tu yuQ Suc&Qf^ig uusfßn*) 

et V. 140 [= 114 St. = 149 M.]: 16 

AVTU yUQ iOTlV TUUTK , J/ ' (i?.XliX(OV 6t xh^OVTK 

riyvovT üvii^QtoTi Ol Tt y.cu üXXwv tOvta x^vrjrwv'^) 

et simpliciter, quemadmodum hie, v. 204 [= 167 St. = 260 M.]: 

OvTW yuQ awixvQOt &t(iiv TOTt, tzoXXkxi S' äXXwg. 

P. 975 B, 6: ovÖEf-da yag Irequ, tog oXtrai, yevealg ian rdlg 
ovaiv, dlla f.tövov jul^lg ze öialla^lg rs f.uyevTtov eoriv (fvoig d' E7ti 
rdig ovoi-tdUTai dvd^QcoyroiOLV xrjv de yiveaiv 7CQoaioiaav roXg diöloig 
yjxi tCj hzL yivEOd^ai Xtyei, hid tovro ye döuvarov weto. 

Extrema haec recte emendata sunt cod. Lips. auctoritate, at 
plane non inteUigi potest, quid sit tcJj otl ylvsod^ai, et obscure dictum 
ytvEOiv ycQooioloav rolg diöioig. At idem ille codex hie quoque quid 
restituendum sit docet, exhibet enim t/}v öt yivaaiv sl 7CQÖg oiuiav . . . 
T^ ovtl: scribendum igitur [1. 8. 9.J: TtjV öe yEvEoiv jiqbg ovai xöig 



3) Nisi forte praestat: IdXX" (wt' foTiv TavTti, quae forma minime ab hoc 
genere poesis abhorret, duriore usus est Xeuophanes fr. 4 [8.") M.] : Aitl ö' Iv twvtw 
fih'fi ov xivoi'fitvov ovöiv et Parmenides v. 90 [85 M.] : Twvtöv t' tv rwrrco ts 
fi^vov x«'>' tMVTÖ Tt xiiTut ct V. 118 [120 St. = 117 M.] : twvrü ntcvToat tojvtöv, 
Tai J" lr^(>w fiii TtavTÖv htuq xuxtivo xia' uvrö livTÜt, ubi legendum x a,')' 



avro TüJVTOv. 



4) Scripsi SiüäQt^ig, pro vulg. öu'r/.nvxpig, quamvis dubitantor, Karsten äiünTv'iig, 
quod ferri nequit tarn proptor numerum quam proptcr sentontiani, nam öiünTvi^ig esset 
idem quod discretio, vid. Simpl. in Pbys. p. 34 B [p. 161, 18 I).]: xhv yü'taiv xcu Ttjv 
(fyOoQuv firiötv äXXo t'ivui, "uiXXu fxövov fxi'iiv Tt SiüXXu'^iv Tt fJ.iy(vTon''\ xcu "avvo- 
Jor" didmv^h Tt ytv(adai "aiarig." Hie vero tarn concretionom quam discretionem 
indicare debuit poeta. [In margine exempli sui editionis Steinianae Bergkius hunc 
in modum locum correxit: Avtic yug tOTiv thvtu, explicans nuru = tuvTÜ, ver- 
sumquo sequentem: ry yuQ thuOi^ig i\ut(fiti.] 

5) Scripsi OrriTOJv, vulgo xrjQwv, Karsten 0r](iüjv. 



De Aristotelis libello de Xenophane etc. 9 9 

diSloig yMi tw ovtl yereod^ai leyei , quam vis etiam corrigi possit: rfji' 
ds yevEGiv, el rcQog oiai rdig aidioig '/.ai tiJ) ovtl y l yverai, Xeyei. 
Hoc enim dicit Aristoteles, Empedoclem haue generationem appellare, 
cum uovi aliquid accedat ad ea quae sunt, cum revera aliquid nascatur. 
P. 975 B, 10: nwg ydg, q^i'jGsi, '/.ai ircaq^ig Yexo, navri xe vjxl 

17 TtoS^iv sld^ov; dXlä f.(iayouevtoi' xe -/.ai oviTid-Ef.ilviov vcvQog '/.ai \ xGiv 
HExa 'jvvQog yiyvea&ai xd TtoXkd, diaXXaxTOiiävcov xs xai diay.Qivot.ie.vcov 
(pdeiQEodaL 7id'kiv, v.al eivat xrj f.iiv /.u^el TioXXd xs %ai xfj diay.Qioei, 
xfj öi (pvOEL XExxaq^ avsv xcov alxicov Vj f-'v. 

Hie quoque Bekkerus iniuria sprevit, quae cod. Lips. suppeditat, 
in quo haec leguntur: ^cog ydg (p]aEi v.al htav^^OEiExo :ravvl /.al 
Tcöd^Ev eld^cov, quod plane eonfirmatur iis, quae Simplie. in Physie. 
p. 34 A [p. 159, 1 D.] ex Empedoele profert [v. 120 K. = 92 St. = 94 M.]: 

TovTo J" inav^i^afis rö nüv ti xs y.cd nödtv tXO^öv, 
Ilfl Si xi y.cd unokoiTo; inet röyJ" oM(v fQTjfiov, 

qui versus ita videntur corrigendi esse: 

TovTO J' inav'^Tjaeie to näv y.f tI y.al nod^tv fld^ov, 
TIfi ÖS y.al i^uTTÖloiTÖ x, inil TtDvJ" ovdiv (qtjjuov; 

Alio autem loco Empedoeles bis substituisse videtur: nod^Ev ocv xt z.' 
htild^oL, vid. Aristot. infra [p. 104]. Apud Aristotelem autem apparet 
seribendum esse : nüg ydq av, (pT]al, /mI eycav^rjoEiE xö 7cdv xi y.al 
7c6d^Ev ildov; Portasse autem Empedoeles itidem haee variaverat: 
Iltdg ydg eitav^t^aEiE xd ;tdv y.i xi; Praepostere autem ea, quae 
subsequuntur [1. 16 — 21], direnita sunt in tres duosve articulos, ita ut 
iam plane nuUa insit sententia; adscribam, quemadmodum sunt distin- 
guenda: tj eI tmxI miEiQa Evi^vg xavxa eu] (Mo enim ordo est in cod. 
Lips.) l^ S)v ovvxLd^f}.iivMv yiyvExai , diayoivof.if:Viov ds (fO^EiQExaL, wg xal 
xbv Idva^ayöqav cfaoi xivEg '/JyEiv, e^ aEi ovxcov yMi d.cEiQcov xd yivo- 
LiEva yiyvEolyai , xaV ovx(x)g oi'/. av Exrj diöia 7cdvxa, aKkd y.ai yiyvo- 

18 \-iEva axxa [xat yEv6/.iEvd r'] e^ ovxcov \ yxxl (pd^siQOfiEva slg ovoiag xivdg 
dXlag. Namque iUa tog y.al xbv lAva^ayoqav . . . yivEaO-ai mediae sunt 
inserta orationi, itaque iam interruptus orationis ordo his verbis xaV 
o'ikiog continuatur, quae ad protasin referenda sunt: nam hoc dieit 
Aristoteles, etiam si quis infinitatem principium esse statuat, quae sit 
ab omni aeternitate, quemadmodum Anaxagoras fecerit, vel sie tamen 
necesse esse aUa exoriantur, alia intereant. Verba autem y.ai ytrüiierd 
t' sunt plane delenda. 

P. 975 B, 20: txL de. odöev y.oü.vEi \.iiav xivu ovaiav ib ndv f.iOQ- 
ifijV, log y.ai 6 l4va^ii^avdQ0g y-al ö ^/ivaS,i utviß ktyoiaiv, b uev vÖcoq 
Etvai (fdfiEvog xb jIUv, 6 de , b l4i'a^t^tevt]g deo<(, y.ai oool dXXoi ovciog 

7* 



100 De Aristotelis libello de Xenophane etc. 

eivai x6 Tiäv fV ij^iio/Mai' vocvo }'jöi^ oyj'juaoi te xat 7tXt]d^€ai '/ml oki- 
yöxijTi VMi zo) uavöv )] /rv/.vdv yir£OÜ-a( , yroXla VMi wreiQa orra re '/ml 
yivüf.iEva dycEQya.L.ExaL rö o/mv. 

Ostendere viilt fieri posse, ut alia sint ab omni aeternitate, alia 
autem procreata, quemadmodum Empedocles statuerit immortalia esse 
elemeDta illa quatuor, ex quibus oniuis gignatur rerum infinita multi- 
tudo, aiit Anaxagoras infinita esse omnia statim a principio, ex quibus 
omnia sint profecta. lam non potest ita pergere, nihil prohibet, quo- 
minus nniun illud quod est unam aliquam speciem induat, uniim 
aliquod sit elementum; hoc enim quid ad Melissi argumentationem 
confutandam? sed hoc dicere debebat, nihil prohibet, quoniinus etiam ex 
una aliqua rerum forma gignatur ahquid. Viam autem emendandi 
demonstrat | hie quoque cod. Lips. qui uvauv pro ovoiav exhibet : iam 19 
apparet haec, cum non integram sententiam conficiant, arcte cohaerere 
cum iis, quae sequuntur, quae et ipsa inepta sunt. Corrigendum est: 
ETL de ocöiv xwXvEi, f.(iav civd ouaav rö 7täv f.(OQ(f}]v, log '/ml 6 l4va- 
^iiiavÖQOg '/ml ö ^yiva^Luivtjg XayovGLV, ö (.liv vdwo sivcu cpduEvog xb icdv^ 
ö ÖE l4va^LUEV]ng diqa, -/ml baoL aXXoL ovxiog eivul xb jcäv tV ^^ito- 
'/MGi, xovxo Yjöij oxrjuaGi xe '/mI ;rX)^0EOL '/ml ohyöxt^xL /mI xw f.iai'bv /y 
7iv/.vbv yiyvioiyaL jcoXXä /ml auEiqa ovxa xe /ml yLyv6f.iEva duEQyd- 
Isod^aL xb olov: xocxo nfertur ad unum illud elementum (/.lo^cf)})^ quod 
sive quantitatem, sive qualitatem spectes {oyjjf.ta, jcli^i^og, olLyöxr^g, 
jcv/voxYjg, f.iav6xrfi)^ multifariam dividatur et tamen totum illud efficiat. 

P. 975 B, 27: yiyai de '/ml u JiHÄÖ'/Qixog xb cöioq xe '/ml xbv 

UEQa E'/MOx6v XE xCiTV 7CoXXvJV, tOVCO OV, Qvd/iKj ÖLmftQELV. Tl Öl] '/(.oXvEl 

Mxl oVxcog XU 7coXXd yiyvEOÖui xe /ml d,i6XXco0^aL , e^ övxog aEL ig ov 
(.lExußdXXovxog xaig Elqrif.ui'aig diaipoQaig xov evbg '/mI ovöiv o't'xE .cXiovog 
ovxE tXdxxovog yiyvo/.itvoc xov oXov ; 

Quaenam tandem sunt illae Elgr^inEvaL ÖLacfOQai , quas commemo- 
ratas esse in praegressis facile coniicias ? At nihil antea reperitur, quod 
huc referas, nisi dlud ^f^jt/fjy öiucfi^Eiv, at Democritus non tantum 
forma differre censuit individua illa corpuscula, quae ipse principia 
rerum esse statuit, sed etiam ordine et collocatione, vid. praeter alios 
Aristot. Met. I. 4 [p. 985 B, lOJ: /.ai /MiydjcEQ oi 'tv ycoLOcvcEg xijv bco- 
'/Jii(.iEvi^v ovoiuv xdXXa xdig jcdi^EöLv atrcrig yEv\vüai, xb /.lavbv '/ml xb 20 
niy.vbv dqyug xii^t(.iEV0L xüv 7La0^tjf.idxiov, xbv avxbv xqÖjcov /ml ovcol 
xäg diarpoQdg alxiag xojv aXXwv Elvai (paaiv. Tav-cag f.itvxoL 
XQEig eIvul XeyotdL , (JyJ^ijd le /m\ xdS.Lv /ml ^eolv diaLfEQEiv ydq (paoL 
xb ov QvOfuo} '/ML dia-diy^ '/.al XQ07cfj fxövov xovctov öe u (xev qvoixbg 
ayfßd foxLv, i] di dia^iyrj xd^ig, fj öe xQ07crj d^tOLg. Itaque conigen- 
dum est : (fi^ai öe /ml ö Ji^o/^ixog xb cöloq xe /.ui tbv uequ r/MUiov 



De Aristotelis libello de Xenophane etc. 101 

T€ Ttöv 7toXkv)v ravrb ov qvo/hoi, dia&tyjj zat TQO;rTj öiaffeQSiv 
TL Ö€ Y.ct}Xvoi civ VMi ovTiOQ Tcc ^rohXcc ylyvEoiyaL /Ml d-ro'LiroS^at , s^ 
oirog del elg ov aeTaßd?^loiTog toiq elQi]ueraig öiaffOQcag /.xX.: tuvio 
suppeditavit cod. Lips. ; deinde scripsi r/ 81 y.oj?.roi civ, iibi cum Lips. 
tum alii /.lolveiv exhibent. 

P. 975B,33: eVt zi /xoXvei, noTe uev e^ ai.hov ra GLü(.icaa 
yiyread^ai te -/mi ccTtöLhod-aL yraXiv; 

In quibus nee orationis conformatio recte absolvitur, nee sententia 
nisi futilis inest. Mirum est profecto ea, quae leguntur in cod. Lips., 
plane neglecta esse; ibi enim haec exstant: tri ri -moIvel .rolld f.itv 
e$ alXwv xd ocoiiiaxa yiyvEO&ai [/.at öiah'vEod-ai Eig moitaxa, ol'xojg 6)) 
drahröi-iEva vmI Xoa yiyvEod^ai re] /.m dnöXhaOai 7rd?uv. Apparet 
igitur integrum versum excidisse in ceteris libris, quamquam ne haec 
quidem, quae cod. Lips. suppeditat, satis integra sunt. Corrigas: tri vi 
yx')?AEi :ro?J.d /nh' f^ d/J.i'^?.coi' xd aiöuaxa yiyi'EOx^ai /.ai diakvEöd^ai 
Eig Gujuaxa, ol'xcog da yiyrouEvd xe v.al dvalvöf^iEva l'oa yiyrEod^ai 

21 TE I y.ai d:c6)lvod^ca vrd'/uv. Namque hoc dicit Aristoteles, fieri etiani 
posse, ut quae ex se invicem procreentur et in se revertan tur, ea et 
in nascendo et in intereundo eandem servent quantitatem. 

P. 975 B, 34: eI de /.ai xavxd xig ovyxcoQoh^, /.ai eu] tl /.ai 
dyävtjTov, XL /.laXlov a^iEiqov ÖEi/.vrxai ; djcEiqov ydq Eivai cf>i]Oiv, el tön 
UEV, iu) yEyovEvaf iiiqaxa ydq Eivai xi]v rrß yEvtOEtog aQXtjv te /.ai 
xeLevxiiV yjxixoL ri /.lolÖEi dyavr^xor ov IxEiv :ceoag 1/ xmv ElQr^uevcov ; 
eI ydg iyevExo, dQYj]p tyEiv d^iol ravzr^v, od-Ev yi'yroixo, eI yiyvouEva. 

Ad novam accedit Aristoteles disputationis partem , ostendere enim 
vult ne id quidem satis recte conclusum esse a Melisso, infinitum esse 
id, quod sit. Sed extrema quae leguntur vix ferenda sunt, si illis 
verbis et yiyvöi-iEvu iuesset dubitatio quaedam, certe dicendum fuit eI 
yiyvoixo. At cod. Lips. exhibet tyßiv dQyJjv et bd-Ev i]Q^aTO yiyv6i.iEva, 
verissime, nisi quod praestat [1.40.41]: eI ydg ayh'Exo, tyEiv dqyrjv 
d^iöi xavxrjv, oS^ev )'jq^axo yiypo^iEvoi'. Aristoteles ipsius MeHssi 
orationem secutus est, vid. Melissi fragmentum ap. SinipUc. in Phys. 
p. 23 B [p. 109, 21 D.]: bxs xoivw ov/. eytvExo, toxi de, dei i)v /.ai ueI 
EOxai y.ai dQyi^v oh. tyn oide xe}.evxi\v, d'K'K a.teiQov eoxiv el f.(iv ydg 
eytvETO, dQXt]v dv Eiyßv (t'^Q^aio ydg av 7C0TE yivouEvov) /.ai xe/.ev- 
xt'jv (ixE).Ei-xr^OE ydq av JtoxE yiyrofiEvov)- el da j.i(xe i'^g^axo inr^xE ixE- 
Kevxi^oev aEi XE t]v /.ai dEi t'axai , ov/. lysi dqyj^v ovd^ xe).evxi[v ov ydq 
dsl elvat dvvaxov, o xi (.n) jxdv loxiv. 

22 P. 976 A,l: xi dij /.id'/.lei, y.ai eI i^n) tyivExo , lyeir doyj]v, ov 
(.dvxoi yE fi' Jfi yE eytvExo, uü.d /.ai exEQav /.ai Eivai uEqairovxa Tiqbg 
dXh^Xa didia ovxa. 



102 De Aristotelis liboUo de Xenophane etc. 

Haec leviter corrupta sie emendaverim eiectis particulis inutilibus 
ye et /.«/, quae temere videiitur repetitae esse: ri örj vmXvel, xat el 
f.ifj lyivExo, lyav ccQyjjv, ov /.livroi f^ r^g ys syiv&vo, dXXa htigav, 
■/ML elvai nsqalvovTa ^rgög ä?Jj^la, didia ovta. Ceterum conferas 
Melissi disputationem ap. Simplic. in Phys. p. 22 B [p. 103, 28 D.]: ei 
de mieiQOv, ev et yuQ ovo el'i], orx av dvvaixo wceiqa eivai, akV eyoi 
av rciqaxa 7iqog ukhika, et p. 24 B [p. 110, 5 D.] : el {.tri ev ett], yiegavel 
TCQÖg allo. Quae proxime subsequuntur praetermitto , et accedo ad 
alium locum longe dtfficillimiim. 

P. 976 A, 10: eyov dt jutaov /.al eoyara, negag eyet dyevtjtov 
ov, enel ei /.at , cog acTÖg leyei, f-'v eön '/.al xovto oco/.ia, eyei alXa 
favrov ,ueQ>j, ei rdde o/KOia Trdvra' vxd ydq Of.ioiov ovxio ?Jyei rö tcclv 
eivai ov . . . aXhij rivi, o yieqavD^qvai öqag, eXhyyei ei xl bfioiov xö 
aneiQov x6 ye ouoiov, t^xigci) 6/.wiov, äaxe ovo rj 7cleiio ovta ov'/l dv tv 
ovö^ ciTteiQOv eivaf dXV Yöiog xb buoiov rcgög avxb Xiyet y.al cpr^alv 
avxö bf-ioiov elvat näv, bxL öiiioio/LieQig vdiOQ ov änav i] yr> ^ et xl 
roiovxov äXXo. 

At haec quidem plane inepta et obscura sunt, sed hie quoque 
cod. Lips. ex parte certe meliora praebet, in eo enim pro eTtel ytal 
legitur Ttoiel yuxi, deinde ovyl log all .... xlvl, porro pro monstro 
illo 7teQavd^Tj}>ai oQag exhibet wceQ ^ihjvayoQag, \ idque iterum in 23 
margine scriptum exstat, et pro eX xl bxi, denique rcQog xb avxb leyei. 
Et Athenagorae quidem nomen alienum est ab hoc loco, sed ostendit 
illa ipsa lectio corrigendi viam, nam vix dubitari potest, quin Atiaxa- 
gorae nomen restituendum sit, id quod etiam Beckius suspicatus est. 
Totus autem locus ita fucrit conformandus: eyov da /jeaov xal eoyaxa, 
yteqag eyet, dyLvr^cov ov. "Exl, ei log y.al avxbg leyei, f-'v iaxi Kai 
Tovxo oojf.ia, eyei cilla eavroZ [-(iQtj, xd öe (vel xavxa öe) bf.toia 
jrdvxa' '/mI ydo o/^ioiov ovxog leyei xb 7cäv eivai, ovyl (hg älloi 
exiQ<^) xivi, (% jcegav^ eiTj av, ovceg viva^ayoqag elayyei, oxt 
dvoftOLOv xb mceiQOV ' xb ydg ouoiov Ixeqoj ojiioiov, ÜGxe ovo ^ 
7rleUi) ovxa OV'/. dv ev oiö^ ccTieiQOv eivai. IdlV Xoiog xb of.ioiov /r^ög 
avxb leyei, /al (pt^Oiv avxu) b(.ioiov eivai 7iäv, olov öiiioiO[.i£Qsg vöioq 
ov li7r.uv fj yrjv }) eX xi xoiovrov dllo. Adieci [1. 15] u) 7ceQavd^ei)j dv, 
quamquam possunt haec etiam abesse, sed necessario scribendum fuit 
[ibidem] : ort dv6(.ioiOv xb mceiqov, vid. Anaxagorae disputationem apud 
.Simplic. in Phys. p. 33 B [p. 156, 7 D.]: a/ceQiudxcov d/ceiQiov 7clrji)-ovg 
ovöev ior/.oxojv dllr[loig' ovöe yuq xöjv dlliov ovöev i'oi'/e xb exeqov 
XVI extQO) . . . xovxcov de oiktog eyovxcov ev xoj avf.t7iavxi yqrj öo'/eTv 
tv eivai /cdvxa yqrjfxaxa, et fr. 8 [6 extr. M.] : vovg de Tcdg b^ioiög eaxi 
/.ai b /ueiCojv /.al 6 eldoaajv exeqov de oidtv eoxiv bf-ioiov ovdevl dllay 



De Aristotelis libello de Xeuophane etc. 103 

aXV oruov yrleTora l'vi , ravra lvdi]l6raTcc ev V/xiötÖv sgti /mi j]v. Hic 
autem locus vel propterea maxime memorabilis est, quoniam inde 

24 cognoscimus Anaxagoram contra Melissum disputa|visse , qua re contir- 
matur, id quod aliunde etiam constat, Anaxagoram senem admoduiii 
librum de rerum natura edidisse, quemadmoduin Aristot. Met. I. 3 
[p. 984 A, 12] dicit Anaxagoram (^EunedoyMovQ) zfj f.iev ijlrAia rrgoTegov, 
xdig d' eqyoig vöteqov esse. Atqui Melissas contra Empedoclem dispu- 
taverat, id quod liquido docet eins locus apud Simplic. p. 24 A [p. 111, 
21 D.] : ovxiog otov didiov iovi vmi arteioov yial ev 'Aal Of-Wiov rcäv. xat 
olV av anokoLTO Otts [.ieIlov yivoiro outs /uETaxoGiidoiTO ölte dXyEi o'i'te 
dviaTaf eI yccg zi tovnov 7cdaxoi, ovt. av eti ev El'rj' eI yaQ ETEgoiourai, 
dvdyArj zö iöv f.irj o/iioiov Eivai, dll' dyröllvod-ai zö Ttgöod-Ev iov, zö di 
ovA, eöv yivEoS^aL' eI zolvvv ZQtaf.ivQi oiaiv ezeolv*) ezeqoiov 
yivoLzo zö 7tav, o'Lolzo av**) ev zot vcavzi xqovo). Namque 
etiamnunc haec ad Empedoclem pertinere puto, qui videtur ceusuisse tri- 
ginta miUibus annorum absolutis eodem omnia redire, unde sint profecta, 
quorsum spectat maxime Empedoclei carminis exordium [K. et M. = 369] : 

Eariv urciyy.T}; ^gfi/nu, O-twv xpiqifio^a naXutöv, 
^Aiäiov, nluT^fdai xaTSß(pQrjyiafj,fvov OQXoig, 
Eure Tig cc/nnluyJijai (fövo) (fO.a yv^c ,ui^v>] 

/luijxiav, o'iTS ßt'oin f.tköy^aGi fxciXQuiiovog, 

Tn(g fiiv /uvni'ccg wnag unb ju((y.(coo}v (\).<<.).i]0(icu 

riyvöutvov nciVToTa J"/« XQOog tX^tu OvrjTWV. 

Et congruunt tempora, nam Empedocles circa Olymp. LXXXI videtur 
Carmen suum edidisse, circa illara enim Olympiadera eum inclaruisse 

25 perhibet Eusebius, Melissus autem censendus est circa | Ol. LXXXI V 
scripsisse, qua floruisse creditur secundum Apollodorum, Anaxagoram 
autem circa Olymp. LXXXVII demum scripsisse ceuseo, sed de hac re 
disseretur alio tempore accuratius. 

P. 976 B, 12: d/Jvr^zov S' Eirai cpt^aiv, eI aevov u/j eoziv mtavia 
ydq 'Aivuo^ai zoj dXKdzzEiv zÖjcov. Ugcftrov aar ovv zdvzo jtoXkoig ov 
oitöoaeI, dlK' Eival zi 'kevÖv, ov fisvTOt zovzo yE zi oüf^ia Etvai, all' 
oiov y.al 6 '^Ho/odog ev zJj yEvtOEL yrgurtov zö x^^ot," fft^ol yEvia^aL, log 
öe yioqav 7CQiözov VTtdgyßiv zolg ovaiv. Toiovzov ös zi Aal zb -aevÖv, 
o'iov dyyE~i6v zt urd (.lioov eivul Ufvovf.iEv. 

Hic recte iam ex cod. Lips. : eI 'aevöv fir'j eoii pro (.ttv et ä/ravia 
yoQ ALVE~io&a i pro Aivelzai, denique zovzö yl zi pro z6 ye zi resti- 



[*) Ad hunc locum adnotat Dielesius: ti toi'vvv tqioixvqioiGi htai vulgo 
legunt e.c Brandisii inteiyolatione : verum recte tq/^i ^'S hfQowv interpretatur 
Simpl. p. 113, 12 T<> dl).oioi'iifvnv xnl rb fTfooioi'jufvov onwaovv.] 
[**) Sic MuUachius quoque: uXtTiut äv libri.] 



104 De Aristotelis libello do Xenophane etc. 

tutum est, sed inepta sunt plane fl. 17] log di ytogav ytrl., pro quibus 
ideiii über rectissime exhibet ibg öäov, quod fiiit recipiendum. Deinde 
parum recte disputatum est vacuiim esse quasi vasculum quoddam, 
imnio consentaneum est inane illud cum vacuo, quod videtur in 
vasculo esse, comparari. Hoc ipso autem exemplo etiam utebantur, 
qui docebant nihil esse vacuum, et tale aliquid requiri ostendunt vel 
verba uvä uiaor, quae vix habent, quo referantur. Itaque coniicio 
scribenduni esse: all' otov /mI ö ^Floi'odog Iv tfj yeveasi tiqojtov tö 
yaog (ft^m yfveaO^ai, chg deov ytogav yrgioTOv htccQxsiv zöig ocGiv, 
roiovTOv de ti y.al tö y.€v6v, otov dyyeiov n dvä jLiiaov ytevov, eivai 
Kijovuev. Cf. Aristot. Phys. Ausc. IV. 6 init. : oTov yccQ rorrov rivd Tial 
dyyeiov rö y.£vöv ziO^äaoiv oi Ityovreg, do'/ieX de yilrjqeg jiiiv elvat^ brav 
tyrj töv I oy/.ov, ov dey,Tiy.6v eoriv, brav di aTEQrjd^fi, y.Ev6v, log xb avrb 26 
l-ifv ov -AEvbv -/ML TclrjQsg y.al rönov, rb 6' eivai ahoig od rainb ov, et 
deinde de Anaxagora, qui negavit inane esse: o\ fxev ovv deiAvivai 
7ceLQiof.ievot bzi ov/. l'oziv, ovy o ßoclovrai liyeiv oi avdQCoyroi '/.svöv, 
rovT l^eltyyovOLv, dll' ä^iaqTdvovreg leyovaiv, üorceQ yiva^ayögag -/.al 
Ol TOVTOv rbv TQÖyvov eleyyovzeg- f7iiöer/a'vovai ydo an tan zi 6 d/jg, 
otgeßloivreg roig da/Mvg '/.al dei'/vvvreg chg loyrQog ö d^Q, xcfi evayco- 
lafißdvovxeg Iv raig '/.lexpvdqaLg. Adde ib. sub finem [p. 213 B, 
21]: inuQTVQiov de /.al rb Tteql zrjg ztcfgag yioLüvvrai, rj dayszaL l'aov 
vdtoQ, üoov zb dyyeiov zb %ev6v. 

P. 976 B, 19: dlld dij y.al ei /mj eozi '/evov, jLojde zi fjooov dv 
y.tvöizo, hrel y.al ^Ava'^ayoqug zb ^rqbg auzb 7CQay/.(azerd^elg y.al ov 
(AOvov djcoyQiTjOav arzw dyrocft'ivaadai ozt ov/. l'oziv, o/ncog y.irelad^ai (ptjOi 
rä ovza, ov/. ovzog /.evov. 

Hie facile quis coniiciat, scribendum esse ^va^ayogag 6 rcgbg 
avtbv 7tQayi.iazevi)eig, ut Anaxagoras dicatur adversus Melissum scri- 
psisse, quod factum esse vidimus supra, sed aliud quid requiritur, 
quod vel particula oiAcog indicat, scribendum coniicio : htel y.al l^va^a- 
yoQag 6 ^veqI zb avzb 7CQay/uaz€vi)^eig, wg ov /liovov aTtoyqrfsav avriM 
d7co(p]vaöi)^ai, bzi ovy. t'oziv, b^iog "/.iveiad-al fprjOt zd ovza, ovy, ovrog 
y.evov, ut dicatur Anaxagoras, quam vis in eo ipso fuerit occupatus, 
ut non esse inane ostenderet, tamen eo non fuisse contentus, sed 
motum rebus concessisse. 

P. 976 B, 22: bf.to!o)g de yxxl 6 ^Ef.i7tedo'/.lrg ■/.iveloiyai /niv dei 27 
(fr^ai oiyy.ivoi'fieva zbv ^caira evdeleyiog ygövov, ovdev elvai leycov tog 
zov 7cavr6g, ovde y^veov 7r60ev ovv zi x' evrtl^oi; bzav de elg /niav 
fiOQffijV ory/.Qi'>^, wg ev elvat , ovdev (prjoi, z6 ye /.evebv nel&i ovde 
7ieqiaa6v. At vero quomodo /.ive~iai)ai avy/ivov[xeva ferri possit, non 
Video, e Bekkeri copiis enotatum est avy/ivö/jeva et avy/.otv6f.ieva, Lips. 



De Aristotelis libello de Xenophane etc. 105 

ovyA.Qiv6i.teva, at vero non tantum, iibi contrahuntur, quae dissipata 
fiierunt, sed etiam ubi conti-acta nirsus dissipantur, motus exsistit; 
itaque non sufficit illiid avy/.Qiv6f.(eva, sed addeudum [1. 23] diayiQivo- 
/LiEva, deinde illud ipsum ürav de elg f.iiav uoQfft)v oiyy.Qi^J] postiilat, 
iit antea dictum sit de dissipatione rerum omnium, in qua nihil neque 
parum neque nimium deprehendatur, sed quae praegressa sunt corrupta 
esse arguit vel ipsa illa particula tog. lam vero totus locus ita videtur 
conformandus esse: Öjlioi'ojq de y.ai ö ^EicreSo/JJ^g /.ivelad^ai uev dei 
(pi]OL acyKQivo jLievd re '/.ai öiav.Qivöueva töv änavTa evdeXeywg 
XqÖvov, orav (.lev öiay.Qiü^f), odöiv eivai liycov 7teQioo6v tov rcavrög, 
ovöi y.sv€6v' Tto^ev ovv ri x' tTiild-oi; brav dt elg f.iiav (.lOQffrjv 
ovy/.qL&f, üod^' ev eivai, ovdtv, (ptjaiv, bye 'aevsöv TteXsi ovöe 
nEQiooöv. Et Cöod-' ev confirmat cod. Lips., ubi ibod-iv scribitur, idem 
supra exhibet rov naiTÖg de oiöev y^v . . . 

P. 976 B, 27: zi ydg yM?^vei elg al'/jfAa ffegeaS^ai yal TiegiiOTaad^ai 
Sc/aa özovovv elg ciXXo, y.ui tovtov elg eieqov ~/.al elg %o jvQMtov, allov 
(.leraßdV.ovTog dei. 

28 Qui locus plane impeditus est, quamvis örovolv pro öriovr sit ex 
cod. Lips. restitutum; idem über exhibet y.cd el rö tiqütov. Coniicio, 
sed dubitanter, haec sie esse conformanda: tI ydq yiolvei elg akh^Ku 
(feqeo^ca /.ai ^ceQiiaraaO^ai 7caliv (nisi vtavta nialis), örovovv elg 
ccDm y.al TOVTOV elg ezegov, e^Te to tiqcotov eYze yai al?.o, ueTa- 
ßdU.ovTog dei. Hoc enim dicere videtur, fieri posse, ut perpetua haec 
sit mutatio, ut unumquidque modo hanc modo illam speciem induat, 
et vel revertatur in eam formam, qua primum fuerit praeditum, vel 
aliam ex alia asciscat. Conferas quae ab initio huius capitis leguntur: 
5/ ovdev -Mo'KvEL yeyovevui ezega e^ eregiov yal tövto elg aiteiQOv levai ; 
rj /tat dvar/Ai-iTCTeiv y^v/Mo, ügte to eTegov e/. rov eregov yeyovevai. 

P. 976 B, 29: tri xal tr^v ev toi avTcJ) /nevovvog tov ngayf-taTog 
TOTtoß TOV eidovg f.iETaßo).rjv, r^v dX?Mt(i)Otv di t' äl?.oi ydv.eh'og Xeyei, 
ovdev 6X Tiöv elQt]f.ievwv avroj yiolvei y.ivelad^ai rd .rgayinaTa , brav ex 
Xevyov /.le'Aav )] ey Triygov yevijraL yXvy-v' ovdev ydg to /Jt) elvai y^vov 
r) /ut) deyeaiyai to 7c?.rQeg dXloiuvaO^aL /.o)?A'ei. 

Horum verborum satis impedita est sententia, scribendum censeo: 
tTi yal yar d tijV ev t<J> avrot /iievovTog tov rgayf-taTog to^ko tov eidovg 
/ueToßolrjv . . . /uveiGd^ai rd 7CQdyi.iaTa, quamquam etiam scribi possit 
r^ . . . (.leraßolfi, sed prius praestat. Et de rerum mutatione dis- 
senüsse MeHssura arguit etiam Aristoteles Phys. Auscult. I. 3 init. : ort 
i.iev olv Ttaga'koyiteTai MeXiaaog, dfjXov oieTat ydg elh/pevca, ei tö 

29 yevof-ievov e/ei dgyjjv liiav, ort 'Aal tö \ ///) yev6f.ievov ov/. eyei' eira yMi 
TOVTO uTOTtov, rö 7ravTÖg ol'ea&ai elvai dgyrjv rov jigäy/iazog, y.ai ftt] 



106 De Aristotelis libello de Xenophane etc. 

ror XQOvov, y.ai yeveaetog /nrj zrjg aTtXrjg, dlld ymI dXloKbaetog , üorteQ 
oh. dd-Qoag yevouivrig /.teraßolrg. Maxime aiitem huc pertinet ipsius 
Melissi locus apud Simplic. de Coelo F. 137 A [fr. 17 M.], quem quoniam 
corruptus est, ex parte subiungam : vZv da cfaf.iev OQd^tog ogäv yiai d'/.ovELv 
'/.al oiviivaf dovAsi öe f^f-ilv rö re ^EQf.idv xi'r/Qdv yivsod-ai xal rö 
ipi'XQÖv ^eQf.töv, y.ai rö a/.hjQÖv i.iaXd^a/.dv yiai rö (.laliyaxbv ayiXrjQov, /.al 
tÖ tojov d7iodyt]Oyeiv xal r/ f.ifj UoiTog yiveod^aL, vmI ravca ndvxa 
IreooioiGd-aL , ymI b xi i^v rs y.ai o vvv (ßarlv) ovSiv öf.io7ov eivar dlV 
o T€ oidr^Qog ay-Xr^gög ewv rot da'ATvho "/.azaTQ/ßeGd-ai ö/nov qexov yml 
XQroög y.ai h'S^og '/.al aXko o n loyvQOv doylei eivai, rcdv. Disserit 
enim Melissus de mutatione rerum, quae sub sensus cadunt, quibus 
fidera habendam esse negat, quoniam saepissime in contrarium vertant 
et aliam ex alia induant speciem, idque exemplis illustrat, velut quod 
de ferro dixit, quod videatur durum esse, sed cum usu conteratur, 
etiam molle sit; at vero o/nov qIiov plane absonum est, ocius corrigas 
öftovQtMv, hoc enim dicit, ferrum si digito vicinum sit, conteri, vide- 
turque Melissus hoc exemplo usus ferreos potissimum anulos, quorum 
frequens apud veteres usus, respexisse; conferas Ovid. Art. Am. I. 473 : 

Ferreus assiduo consumitur anulus usu. 
Sed gravius etiam corrupta sunt, quae subiunguntur: loare oi'fjßaivei 
fi^re OQCtv iir/te xd Iöitu yivioo'/eiv, i^ vöarögre yfjyai \ h'd^oig yivead-ai: 30 
sunt enim haec transponenda et ita emendanda: dlV o re aiörjQÖg 
a/.}.r<Qbg awv rtj) dav.tvhi) y.aTaTQi'ßeaO-ai ö(.iovqeiov ~/.al yqvobg %al 
Xi\9og /.al älXo, 6 ri loyvQOv do/eei eivai ndv, s^ vdarög te yH] %al 
XI '^og yiveo^ai , üore ov{.ißaivEt [.irjiE öqdv {.ttp^E xd fovxa yinbay.Eiv. 
Nam etiam contrarium afferri cxcmplum conscntancum est, quo probetur 
etiam ex mollibus et lentis rebus exsistere densas, confirmatque quodam- 
modo ipse Simplicius, qui addit: y,al MtXioaog (.dv iv xovxoig ^EQfuöv 
^l'iy.Qov ylvEoiyaL y.ai xd (■$i]g, e^ vdaxog xe /.al yr '/al Xi'd^oi yivEOdai. 
Aptissime autem universa illa conclusio terminatur his verbis : üoxe Gvf.i- 
ßaivEL {.ir^xE öodv i^ir'fiE xd eovxa yivcba/Eiv, quae opposita sunt iis, quae 
a principio legebantur: vvv de <pauEv uQiftög öqdv /ai d/ovEiv /al avviavai. 

Sequitur secunda pars, quae ad Xenophanis doctrinam pertinet, 
et hie quoque cod. Lips. quantum praestet ceteris intelligi potest, in 
00 enim haec particula inscribitur IdqioxoxäXovg tieqI SEvocpdvovg, 
assentientibus aliis quibusdam libris, cum vulgo 7ceqI Zrjvtovog imperi- 
tissime praemittatur. Sed breviter hie aliquot locos perstringam, cum 
pleraque homines docti iam expediverint. 

P. 977 A, 14: ddvvaxov fprjaiv Eivai, ei xt eoxi, yEviod^ai, xovxo 
XlytDv E7rl xoh O^Eov " dvdy/ri ydq Vfxoi e^ ö/noiojv üj i^ dvofxoiiov ysviadai 

TÖ ySVO/JEVOV. 



De Aristotelis libello de Xenophane etc. 107 

31 Rectissime hie cod. Lips. praebet singularem numerum , qui plane 
requiritur, )'[toi e^ bf.ioiov )] i^ dvoj-ioiov yeviod^ai ro yLyv6f.ievov, 
quemadmodum etiam Simplicius dixit: dyävr^xov ds edeivjvvev 6x tov 
dsiv ro yiyvouEvov /) l'^ öf.ioiov )) e^ dvo{.ioiov yiyveoH-ai. Sequuntur 
iam haec, quae gravius vitiata sunt [1. 16]: 

dvvarov de ovöäregov oure yag ouoiov L(p' öfioiov 7TQ00rf/^iv 
Teya'o&T^vai uä?J.ov rj TBv.vwöaL' Tavxä ydq ScTrawa röig ye Xooig ?/ 
6f.ioioig hcccQxeiv JVQog ällijla- oiV av i^ dvoiioiov ro dvofioiov yeriod^at. 

Corrigunt ex cod. Lips. Brandis in Comm. Eleatt. p. 26 et Karsten 
in Xenoph. p. 101: rolg ye locog öfAOuog, at nee apta est illa sententia, 
neque est ea Lips. Kbri seriptura, sed ravta . . . /.ai 6f.iotcog. Immo 
emendandiim : ravra yccQ cäravra zölg ye l'aoig '/.ai ofxoioig ovx 
vrcccQxeiv TiQog alhp.a, i. e. zo reAvCoGai ymI z6 rexvcod-^ai : idem est, 
qiiod Simplicius dicit: dlld ro uiv o(.ioiov d;ta0^eg (pi]Oiv hio tov o.t/o/oc. 
Adde Sext. Empir. Hypot. I. 225: edoyi-iciri'Ze dt Seroffdvr^g Tcagd rag 
TÖJv ällcoi' dvd^QcoTriov 7CQoXt^ipeig tv eivat ro näv vmI tov d^eov ovf.icpvfj 
Toig TtaGLV, eh'ai de ocpaiQoeidfj ymi djcad^Tj /.al df.iexdßh]Tov 'Acd loycMV. 
Deinde autem cod. Lips. non to dvöf.ioiov pro olV dvofioiov praebet, 
sed paulo reetius xavöj-ioLov. 

Omissis in praesentia aliis huius capitis loeis*), qui faeili plerum- 
que negotio corrigi possunt, accedo ad huius partis caput alterum. 

32 P. 977 B, 21: 7cqojtov fxev oiv Xafißdvei xai oirog to yiyvof-ievov 
ylyveoiyaL i^ ovTog, üoTreq 6 3UXiaoog. Kanoi tl yM?^vei (.n'fv^ i§ 
ö(.iOLOv TO yiyv6{.ievov yiveod^ai, dXX' er/. f.nj ovrog; 

Haee quoque oratio non satis integra est: Xenophanes docuerat, 
si quid generaretur, id aut ex simili aut ex dissimili generari necesse 
esse; neutriim autem fieri posse; vid. supra e. 3: dövvaTov rpi^oiv elvai, 
€t Tl eoTiv, yeveod-aL, tovto \iyiov hcl tov i^eov' dvdy/.t] yaQ rfioi s^ 
öfxoiov ^ e§ dvofxoiov yevea&ai to yevöi-tevov. diraTov de ovöaTegov: 
itaque apparet hie quoque eorrigendum esse: '/.ahoi ri •/.to?.vei ut/r^ e^ 
ofAoiov ixi'fi^ e§ dvoHOiov tc yiyvo^ievov yiyvead-ai, dX}J e/. /.a) oirog; 
Dieit cnim Aristoteles nihil prohibere, etiam si id largiaris, quominus 
ex nihilo generetur aliquid. Autca autem restituendus est verborum 
ordo, qui in eodice Lips. legitur: .covnov uev ovr lafißdvei to yiyvö- 
(.levov /.ai o^xog e^ ovTog yiyveod-ai. Et video etiam Karstenium 
p. 111, 16 similiter haec correxisse. 



[*) In margino huius libelli editionis , quam Mullachius curavit Beroliui 1845, 
haec invcni a Bergkio emendata: p. 977 A, 22: tö ov i^ ovx övrog (fj tö ovx uv i§ 
övTog) äv j'f v^ff'l«* , 1. 28: x(d TinvTa xQartTafhti (J"f/> vel xal tüXXu XQaifia(h(ti dttv, 
aXXa fit] xQttTfiv, 1. 32 (hTv uncis clrcumclusum, p. 977 B, 3 denique: xnt (ouoiov 
xui) a(fut()üttäfj.] 



108 De Aristotolis libello de Xenophane etc. 



P. 977 B, 30: rö de /.gdTiarov eivai röv d^eöv oij ovrtog v/co- 
?Mf.tßdr(ür }Jyetai che. yiQog allo tl roiauzrj fj xov 'f^sov q^voig, dlld 
7iodg Ti)v aitov öid^saiv, i:rei roiye yCQog Vreqov ordiv av yuolvoi f.i)) 
rfj airtov fjuEixeia yxxI gio/ia] VTteqtyELv, dlld did t))v xiov alliov dad^s- 
vEiav d-f-loi ö' av ovöeig ocno röv S^eöv rpdvai /.QdriOTOV eivai , dlX' 
ort aiTÖg tyu ibg oiovrs aqiota xa< ocöh l/Xdnu ymI ei xal Y.alc7}g 
tyuv acTO)- Seiita yaQ l'acog I'xovti y.dy.elvo av Ovi-ißair^. 

Hie nonnulla ex cod. Lipsiensi emendata sunt, recepta alia, quae 33 
vitiosa lieet, viam tarnen emendationi muniunt, quemadmodum illud 
eTTEi TOI ye, vulgo enim i^cei roü yaQ legebatur. Corrigas: rö de 
■/^driazov elvai röv d^eöv ovy oikcog v7rolaf.ißdvcjv leysi, djg ngog allo 
XL Toiairrj ij rov ^eov tpiaig, d?dd 7Tqog rfjv ahov öidd^eatv escel %6 
ye TtQog f-reqov ovdev dv -moIvol /^ifj tTj avxov hcieiABia xal gco/^it] 
VTreglyeiv, dlld ÖLa xrjv xav dllcov da&eveiav, ü-eloi d' dv ovöelg ovxo) 
xov d^eov cpdvai -/.Qaxiaxov elvai, dll' ort auxbg tyu ihg oiöv xe aqioxa 
YXiL ovdev fllei7csi /Mt ev /.al 'AalCog l'yeiv avxov dlld ydq l'ocog 
l'yovxi /M/^Xvo dv avi.ißaivoi. Ubi quod correxi de et leyei [1. 30. 31] 
necessario requiritur, deinde [l. 33] scripsi x6ye TtQog exeqov, ubi repe- 
tendum ex praegressis xoiavxr^v xol d^eov eivai (fvaiv, elleiTtei auteni 
[1. 37] ex cod. Lips. restitui et deinde avxov correxi, ex eodemque [1. 38] 
avfjßaivoi revocavi, quod firmatur aliquot codd. apud Bekkerum aucto- 
ritate, qui av/ußahei exhibeut. Necessario autem fuit scribendum 
alld ydg l'aojg tyovxi, quorum verboruni sententiam non perspexit 
Karstenius p. 116, 22, qui 6)/« ydq Yao)g xovr' l'yovxi coniecit, Bran- 
disius autem p. 77 plane non expedivit. At vero est Aristotelis argu- 
mentatio haec, Deum sane potentissimum dici non ita, ut cum aliis 
comparetur, sed ita ut ad ipsius naturam referatur, quippe cui nihil 
desit ad optimam conditionem; illud autem etiam tum fieri posse, si 
praeter Ueum alii sint, quibus aeque bene sit, aliorum felicitate non 
tolli Dei feli[citatem; est enim Yoiog tyovxi idem quod eö ml -mlwg 34 
tyovxL Xoiog dlloig. 

P. 978 A, 20: l'xiöi (TcpaiQoeidfj ovra dvdy/jj jrtQag eyeiv eoyaxa 
yuQ eyei, ei/reQ i^ieoov tyei avxov xov 7clslaxov d/uyeiv (.leoov ö^ ^X^i, 
OffaiQoeiöeg ov roTno ydg iaxi acpaiQoeideg o er/, xov f.ieoov öf-ioitog 
Ttqbg XU toyaxa' oCüf.ia eayaxa ^q 7teqaxa eyeiv, oiov öiatpoqel. 

Cod. Lips.: avxov x' ov 7rleloxov dirlyu, atque dyreyei etiam alii 
codd. apud Bekkerum; verba xovxo ydq eari acpaiqoeLÖeg o, quae 
Brandisius p. 81 [Olearius] dicit ex cod. Lips. accessisse, nequaquam in 
eo leguntur, .sed desunt, et pro uv legitur 6 f^ttv -^ , deinde exhibet 
0(j)f(u ()' et öiacpiqei. Sed nullo pacto fcrri potest, quod Brandisius 



De Aristotelis libello de Xenophane etc. 109 



scripsit : oCof-ia tayaxa lyeiv rj Ttegag oJov diaq'igei , hoc enim esset 
mirum quantum intercedlt discrimen, cum contrariimi potius conse- 
quatur ex iis, quae Aristoteles disputavit. Ita potius hie locus con- 
formanclus est: Iti de GcpaiQOSiSr ovva dvdyy.}^ 7CiQag tyeiv toyava ydo 
tyßi, ei.reo utoov lyet, o avrov lov /..v/.'Kov yrleiorov UTctyu- utoov 
ö' tyßi, ocpaiQOSiöeg oV' toüio yccQ iovi arpaiQoeidig , o h. cov ^iaov 
6i.ioa')g >TQog lä ioyata' öCof.ia ö" toyaxa kyeiv }j 7ieQag ovöev öia- 
(ftQEi. Praetereo alia, quae subsequuntur, et accedo ad locum satis 
difficilem, quem ex parte recte iam expedivit Brandisius. 

P. 978 B, 15: 7cd'kiv 7C€qI tov d/Ivtjcov ehat xb fV /mi tö ov, 
(kl -/Ml TÖ üf y.iveiiai , Xocog of-ioitog rolg emtgoo^ev cko7cov -mi izi 

35 dqd ye ov xavib av rig v7Coldßoi xö (.iij yuveiaO^ai y.ai xb d/ü\vrxov 
Etrat, dXld xb f.iev dytocpaoiv xov 'uvelod^ai, üoyreg xb i^iij l'aov, 07ceo 
'Aal v.axd xov (.lij oVrog, eiyreg dhjd^eg, xb dt dvlvifcov x(7) l'yaiv 7Ciog 
y^dij '/Jyeod^ai, üo.ctQ xb avioov vmi hei xijj evavTuo xoB 'uveiai^ai xd 
rjQEf^iEiv, cog '/.cd oyeöbv oi d7cb xov ä aTtocfdoEig hcl avavxtoig kiyovxai. 

Scribendum est a principio: 7idXiv vcsqi xov ^t//) d/.ivi^xov elvui xb 
ov /al xb Vv (hie enim verborum ordo restituendus videtur ex cod. 
Lips.), oxi xb fu) ov ov /.ivEicai, Yoiog buoiiog xolg tf.ijrQ0öi>ev cao7cov, 
ubi negationes addendas esse recte censuit Brandisius, abieci auteni 
particulam -/al alienam ab hac conclusioiie. Sequentia autem [1. 17 — 23J 
ita arbitror corrigenda esse: /al loxiv äga ye ov xavxo, o av xig 
hiohxßoi, xb i^tt] /ivüoiyai '/al xb d/tvi^xov eivai, dkXd xb f-dv d:c6(paoiv 
xov '/ivelod^ai, üo.ieQ xb f.u] l'oov, o/ceq '/al '/xtxd xov /.itj ovtog dXij- 
■d'tg, xb de d/ivijiov hcl xov lyeiv yciog i^dij leyeaO^ai, üojvbq tb 
avioov, '/al i7cl xov ivavxiov cu) '/iveiad-ai xov t^ge/xelv, log '/al 
oyedbv ai d/tb xov ä d^cocpdosig hcl Ivavxiwv XLyovxai. Dicit enim 
Aristoteles non esse idem, quod fortasse quis existimaverit, non moveri 
et immobile esse, sed illud tantum esse negationem (infinitivi suspensi 
sunt per attractionem a verbo illo v7coldßoi av xig)^ itaque etiam de 
nihilo dici posse {e]'yi€Q abieci, quod videtur ortuni ex praegresso 6Vc£^), 
hoc vero tum demura recte usurpari, ubi aliquid quodammodo sit, 
aüqua ratione sit comparatum: dici enim de quiete, quae sit contraria 

36 motui : i illa enim verba /al htl xov Ivavciov xw /ivdaO^ai xov rjoeueiv, 
vel si malis hcl xov lijQeuelv interpretandi causa adiecta sunt, i]otf.ieu> 
et d/ivi^cov tlvai idem esse dicit. Minus recte autem Bekkerus ex cod. 
Lips. recepit htl havcio) xov (articulus xov vulgo deest) /ivelaüai xd 
t/Qei-ieiv, requirit praepositio hcl genitivum, itaque iani havciog adiungit 
sibi dativum, et revera unus ex Bekk. cod. hil xiov havciiov exhibet, 
deinde autem ex cod. Lips. a'i djcoifdatig . . . hcl icov havciiov resti- 
tui, niniis patienter Bekkerus vulgatam scripturaiu tulit. 



110 De Aristotelis libello de Xenophane etc. 

Ex extrema parte huiiis capitis, quam Brandisius intactam reli- 
quit, unimi aliqiiem locum illustrabo. 

P. 978 B, 37: tn et -/.al öiä voüto |t//} /.iveiTai 6 d^eog ze xal xo 
tv, du TU ^lo'tXä -/.LVEixai zo) elg alhjXa uvai, zi vxohb'eL yial zov dsov 
yuveioS^aL elg lillo; ovda zi f.i6vov, dkl' ozl elg ^övog d^eog' el de vjxl 
ahög, ZI '/mIvei elg a)J<.r]la '/.LVov(.itviov ziov /negcov zov . . . xt'xA^J 
cpe . . . ^eöv ; oc yocQ öt) zo zoiovzo ?v, üo/teg 6 Zt'jviov oioXkä eivcti 
(fvoef avzbg yag oCif.ia kkyei slvai zov d-eov, eXze zoöe zo Ttäv, eize 
bzL d/jTtoze avzo ?JycüV daco^azog ydg cov jcCog av ocfaiQoeiörjg eh] hu- 
fiovojg, otav ovrwg ocz' ilv yuvono ocr' dv »}(»£/< ot f.irjöaf.iov ye üv; evtei 
de ocoud eazi , zi dv avio 'moIvol '/uveiad^ca, wg eleyd-rj; 

Plura vitia ex hoc loco codicis Lips. ope sustulit Bekkerus, sed 
tarnen ne sie quidem ita est persanatus, ut commoda insit sententia. 
Coniicio, sed dubitanter, scribendum esse: ezi, el /mI \ did zovzo fxt] 37 
'/uvelzaL ö d'eog ze vmi zo 7iäv, ort zd 7CoXld xivelzai zw eig dXkr]ka 
levai, zi yxo'Kvei '/.al zov -d-ebv yuveladai elg dkXo; ovda/.iiüg ye, ozt 
dvofxoLog, d'/JJ ozt eig luovog ^eog' el de yal fxfj avzog, zi ytoXvei elg 
akXr^M yuvoifjevcov ziov /.tegiov zov d-eov yv/Mo cpegeod^ai zov -d-eov; 
od ydg d)) zo zoiovio ev, iöo7ceQ 6 Zt^viov, noXXd eivai cpijoiv ovzog 
ydg oa(.ia Xiyei eivai zov -O^eov, eYze zode zo 7cäv, elze 6' zi dr^ 7coze 
avzo Xeyiov dGwf.iazog ydg lov, 7ccög dv aqaiQoeidrjg elr]; 871 el i^oviog 
y' dv ovzcog ovz' dv yuvoizo ocz' dv i'jQef.iol, f.Oida/iiov ye div €7iel de 
oijjfid eozL, zi dv avzöv yxoXvoi yuveloO^ai, tog eXey&rj. Hie ozl pro zi 
praebet cod. Lips. , in quo legitur ovdai.i . . . ozl . . . f,i6vov : sed cum 
dvouoiog substituerim , nescio Aristotelis sontentiam an nou satis asse- 
cutus sim ; verisimile tamen est eiusmodi quid dixisse Aristotelem : nam 
Xenophanes ratiocinatus erat, nonmoveriid, quod sit unum, quoniam 
moveantur ea , quae sint multa : multis autem prorsus dissimile esse 
unum, vid. c. 3 extr. : zo de ev ovze dzQef.te~iv ocze yivelod^uL- ouze ydq 
zqj fjt] ovzL ovze zöig 7coXXo~ig o/lioiov ehai. Kecte autem mihi videor 
lacunam, quae deinde deprehenditur, redin tegrasse. Necessaria autem 
plane est negatio i-itj, quam in eodem loco adieci. Itidem plane requiritur, 
ut fpijol pro (fvaeL substituatur, confirmatque cod. Lips., qui cp/jaeL oxhibet. 
Hoc enim dicit Aristoteles, Xenophani deus corpus est, habotque membra 
sive partes, non igitur ei Unum illud plane est Individuum, quemad- 
modum Zenoni placet, vid. Themist. f. 18 [p. 122, 14 Sp.j : {Zip>iov) ey 
zov avveyeg ze elvuL yal ddiaiqezov, fV eivaL zb ov yazeoyevaCe , Xeytov 38 
v}g ei diuiQelzai, ovde eozuL dyqißojg ev diu zi/v e7c' a7ceLQ0v zo(.tt)v zöJv 
ai»ijdzo)v. AddeSimplic. in Bhys. p. 30 A [p. 139, 19 D.]: yal ö Ge/uiaziog 
dt zov Zr/viovog Xoyov 'ev eivuL zb ov '/azuayxvd'CeLv cpr^oiv e/. zov ovveyjg 
ze zb uvcb eivuL y.ui ddiaiqezov el ydq diaiQo7zo, (prjoiv, ovde tozat 



Commentatio de Chrysippi libris tkoI unotfanx&v. 111 

(r/.Qißcog fv did t))v ett^ ccTteiQOv rout)v roji' GiOf.iccriov. Porro [p. 990A, 5] 
ohog scripsi pro ahög, etenim ad Xenophanem, de quo agit Aristo- 
teles, refertur, et ubique haec perturbantur, quemadmodum supra 
pro el 08 y.ai (ji(i)) avvdg cod. Lips. ovvog exhibet, quamquani etiam 
acTÖg ferri potest. Deinde dubitari nequit, quin [1. 7] pro hiif-iovoig' 
orav recte restituerim Frcei /.lovcog /' av, confirmatque cod. lips. 
nisi quod scriptum est ibi ejcei jiiövtog r' op. Sed etiamsi ipsa verba 
recte fuerint restituta, non tarnen concludendi ratio satis recte proce- 
dit, quam si culpam nolueris in scriptorem huius libelli transferre, ita 
erunt haec transponenda: datlifjarog ydg oiv, /tcog av acfaiQoeidfjg elr^ ; 
hcel de GÜiiä iori , tl av avrbv 'Atokvoi '/.Lvelad^at , ibg fXlyd-rj • hcei 
f-iöviog f av ol'rcog oct' av /uvoizo oi'r' «V ijQ€uo7 , in^dauov ye wv. 

Sed tarn reliqua, quae in bis capitibus praetermisi, quam quae 
subsequuntur de Gorgiae doctrina, quaeque de huius libelli auctore 
disserenda sunt, alio tempore examinabo. 



E. Commentatio de Chrysippi libris 

nEQi d/tO(paTL X w v. *) 

1 Quod Pericles in ea oratione, in qua Atheniensium hello Pelo- 

ponnesiaco occisorum memoriam eximio ornavit praeconio de suis suo- 
rumque popularium studiis dicit [Thuc. IL 40]: (fLloy.aXovi.iev ydq ^i/er' 
tlieXeiag y.al (filoGorfoli^iev avEv {.ia?M/Jag. . . . tri re roTg avTO~ig ol/Mcov 
af-ia VML jcoXiTLvXov LcifAfikeia /mI iTtgoig 7CQÖg tgya TEigai-iutvoig rä 
^toXiTLÄU (.dj ivöeaig yvcovaf f.iövoL yäq röv t€ fir^ötv rCjvde nExixovia 
ovY. d/cQayf.wva, dXX" dygelov vo/liiZoliev , ymI aircoi ycot '/.Qivof.itv ye lij 
tvi)^i/.iOi\ut0^a dQi)^öjg TU ^rQÜyuaia, od roig ?.öyovg rolg eQyoig ßXdßrp> 
ip/ovi.ievoL, d'kXd f.iij jrqodidayßi^vai uällov Xoyii) hil a Sei tQyo> ehi^elv, 
id cimi tcmperamento quodara licet ad universam Graecorum gentem 
comniode transferre; nam Graeci soli sunt ex antiquitatis populis, qui 
non agendo magis occupati essent, quam mentis aciem intenderent, ita 
tamen ut Atheniensibus utriusque laudis summa facile sit vindicanda. 
Neque vero Graeci a principio pariter utrumquo Studium amplexi sunt, 
verum Graecorum animus tum demuni onmibus viuculis solutus atque 



*) [Sechster Jahresbericht über das Kurfürstliche Gymnasium zu Kassel, wo- 
mit zu den am 29. 30. und 31. März (1841) stattfindenden Schulfoierlichkciton ein- 
ladet Dr. C. F. Weber.] 



112 Commentatio de Chiysippi libris thqI Knoifanxwv. 

liber enituit ac foras quasi ex carceribus, quibus circumcliisus tene- 
batur, prosiluit, cuni ab iis rebus, quae sensibus subiectae sunt, ipse 
se revocasset suamque vim et naturam penitus cogno%4sset. At vero 
quamdiu res et publicae et privatae essent satis arctae et perturbatae, 
non potuit Graecorum ingenium libere suum sequi arbitrium, verum 
quotidianae consuetudinis vinculis constringebatur. Verum cum res 
publicae legibus atque institutis satis essent firmatae, cum privatae res 
essent lautiores, cum ipsi non iam angustis patriae terminis cohiberen- 
tur, sed latius evagati alienis in locis aut stabile collocassent donii- 
cilium, aut certe peregrinati essent, ibi vero cum artium liberalium 
litterarumque studia laetissime effloruerunt , tum vero etiam philoso- 
phia est excitata. 

Diu tamen Graecorum philosophia et a ceteris artibus ac disciplinis 
et ab ipsa vita prope abhorruit et in angulo quasi quodam delitescebat, 
ut paucis quibusdam cognita, paucioribus etiam probata esset: ex quo 2 
recessu illam in apricum educere conati sunt sophistae, qui cum alius 
aliud sequereutur iter nee quid agendum esset satis perspexissent, 
quod petiverunt summo studio, non sunt adepti. Atque qui deinceps 
subsecuti sunt philosophi inchoasse potius quam perfecisse divinum opus 
censendi sunt. Tandem exstitit Aristoteles, in quo plane divina men- 
tis ingeniique virtus enituit, qui quemadmodum ipsius alumnus atque 
amicus Alexander ille Magnus totum terrarum orbem sub suum redegit 
Imperium, sie infinitam artium litterarumque vim et varietatem in 
unum quasi coegit philosophiamque cum ipsa vita arctissimo coniunxit 
vinculo. At sicut ingens illa imperii moles, quam Alexander ille stru- 
xerat, brevi post illius mortem dilapsa atque diruta est, ut frustra ille 
tanta consilia agitavisse videatur, ita etiam philosophia, cuius auctor et 
princeps fuit Aristoteles, non ita multo post evanuisse et penitus 
exstincta esse videtur. At non frustra neque Alexander neque Aristo- 
teles illa moliti sunt: namque quemadmodum ex ipsis illis ruinis multa 
magnaque exstiterunt impcria per Universum terrarum orbem , ita ex 
iis fundamentis, quae Aristoteles iecerat, plurimae celeberrimaeque 
effloruerunt disciplinae. Quam vis autem disciplinaruni tanta sit multi- 
tudo et varietas, tanta dissimilitudo, tanta denique discordia atque ini- 
micitia, tamen omnes ab Aristotehs ingenio tamquam a fönte quodam 
sunt deducendae. Quamquam autem qui post Aristotelem exstiterunt 
philosophi nequacjuam cum illius ingenii virtute ac praestantia compa- 
rari possunt, tamen illae disciplinae pluriraum contulerunt ad omnem 
et humanarum et divinarum rerum conditionem conformandam tarn 
apud Graecos quam apud Romanos. Itaque operae pretium videtur 
diligentius inquirere, quid pust Aristotelem ad veritatis indagationem 



Commentatio de Chrysippi libris nfol unoifuTixm'. 113 

communi multorum studio coUatum sit, quidque inde et in publicam 
et in privatam vitam redundaverit. Quuni autem magnuni atque 
arduurri opus sit Graecorum philosophorum , quorum integra supersunt 
ingenii mouumeuta, doctrinam explicare atque illustrare, tum vero 
multo est difficilius de eoruni sapientia certi quid statuere, quorum 
paucae tantum sunt servatae reliquiae, id quod cadit in omnes ilias 
quas dico familias maximeque in nobilissimas Epicureorum et Stoico- 
rmn doctrinas. Quamquam enim multi sunt, qui summam certe liarum 
3 disciplinarum servaverunt, tarnen qui vel | maximam adhibebant curam, 
cavere non potuerunt, quin adderent aliquid deraerentve aut immuta- 
rent falsoque interpretarentur itaque germanam formara prorsus oblit- 
terarent. 

Dici igitur vix potest quanti momenti sint ea, quae quam vis 
pauca ex integris illis litteris servata sunt. Et Epicureorum quidem 
doctrinam aliqua certe ex parte illustrant quao Herculani reperta sunt 
codicum fragmenta, licet exiguae tantum deformataeque reliquiae et 
ipsius Epicuri et eius discipulorum sint servatae. At minus laeta for- 
tuna fuit Stoicae doctriuae : quamvis enim Herculani etiam Chrysippi 
duo Volumina reperta esse dicantur, tamen illa nouduni, quod sciam, 
publici sunt iuris facta. At aliqua ex parte licet illud restituere 
damnum: namque ipsius illius j)rincipis monumentum mihi reperisse 
videor, quod quoniam paucis tantum iunotuit, primum subiiciam, cor- 
rectum illud quidem et quantum fieri potuit ad pristinam formam revo- 
catum. Exstat autem illud Chrysippi ft-agmentum in papyro Aegyptiaco, 
qui servatur Parisiis in Museo regio. Et poetarum quidem fragmenta, 
quae in illo libello reperiuntur, primus edidit Letronnius, qui docte 
elegantercjue de plerisque disputavit ^) ; postea eadera explanavit Schnei- 
dewinus ^). Post idem Letronnius integrum illud philosophi fragmen- 
tum una cum alüs papyris edidit , ^) qui quidem liber in Germania 



1) Journal des Savans. 1838. Fase. V. et VI. [p. 309 — 317 et p. 321-328.] 

2) Fragmente griechischer Dichter aus einem Papynis des Königliclicn 
Museums zu Paris. Nach Letronne herausgegeben von Dr. Fr. W. Sclmeidewin, 
aufserordeutlichem Professor zu Göttingen. Gott. 1838. 

3) Fragments inedits d'anciens poetes grecs, tires d'un Papyrus apparteuant 
au Musee Eoyal, avec la copie entiöre de ce papyrus, suivis du texte et de la 
traduction de deux autres papyrus, appartenaut au memeMusoc, publiös de nouvoau, 
avec des additions par M. Letronne. Paris, tyi^ographio de Firmin Didut Frercs. 
1838. [Haec commentatio cditioui Aristophanis , quam sumptibus Didut fratrum 
curavit Dindorfius, subiuncta esse dicitui-: postea repetiit eam W. Brunei de Presle 
una cum fragmentis in amplo opere quod inscribitur Notices et extraits des manu- 
scrits de la bibliothcque imperiale. Tome XVIII. Paris MDC('('LX.V.] 

Th. Borgk KJoiiio Sclirifton. U. 8 



114 Commentatio de Clu-ysippi lil)iis thq) anotpaTi/.wv. 



pariira videtur innotuisse. Ceterum hoc moneo . me libellum in viginti 
quatuor capita descripsisse , totidem eniiii poetarum loci a Chiysippo 
tractantiu- : uiimeri in margine positi indicant codicis columnas, lineo- 
lae auteni interpositae singulos codicis versus. 



Cap. 1. -Et ') xat xHvdog vmi dh^Ü^eg Iötiv, o/ieq l'leyev ö Tioirfirß- 4 

Ovy. o'i^' onoyg /()>; tuv amfwg •/.uTti6('tTa 
Tfjg 'H()iiy.}.t(ug (^ctüvriöog /KarjyoQth'^ 

dXtjd^eg föTiv, mieq oikco layoi zig äv 

0?ö' onojg XQTj rov autfwg y.urtiSÖTU 
TFjg 'jf()(cx).f{ug (fQovridog y.uTriyoQiiv. 

I. iV«/' ol're ifievöog orte dhjdig \\ iariv, 07ceo oi'ro Xl-.yoi \ ixv xig- 

OlS'^) onoyg XQV 1 ^^^ Ocnfüg y.artidÖTu \ 
Tfjg 'llQuy.}.iiug (foovTiöog ycarjyooe^v. 

Nal- I orx dhid-eg, o ') l'leyev 6 \ ^oujn^g' 

Ovx oirf' OTTcog I /QTj Tov au(fcjg y.uTiiöo\Ta 
Tilg 'Jlnc.y.ktiug \ (f{)ovriiSog xurrjyoQfh'. \ 

Cap. 2. El'^) '/Mi ipEvdojg /.al dhi\0-(I)g olkw Xiyoi xig av \ 



Cap. 1. 1) Initium capitis, quod dimidiam fere complet columnam, de coii- 
iectui-a addidi; sed reliqua quoquo pars huius capitis, cum prima columiia discissa 
esset, jicriit, neque Letronnius, quippe qui non perspexisset auctoris disputandi 
rationem, satis recte redintegravit ea, quae pcrierunt: subiiciam et quemadmodum 
in codice leguntur et quemadmodum editor restituenda censuit [p. 94 seq.]: 
IV ontQ ovTU) Xtyoi ^Egt^iv othq outw Xiyoi 

g ovy. oiö 07Tü)g XQI ["^ Tt]?" Ovy. oid" onuyg Xi>h 

u(pu>g y.uTtiöoTu [rov a^atpwg y.axtiöoTu 

Quy.).ttug (fjQOVTi [r^? 'jJ]o(cykficcg qQovri- 

UTTjyooeiv vui [^fog xjartjyoofiv. Nui. 

ri&fS ov O.tytv o [Ov u).]rjü^g ö 'iktyiv ö 

r\g ovx oid' o/iwg [tio/jjt]/;? ' Ovx «/()" oTiwg 

(fatfjO)g xuTtiöo \jCQh t^v\ OCKfiwg xuTtid'ö- 

r)g TjQuxliiag [tu T^ijg 'jfQC(x).i(ug 

nfng xuTrjyuQiiv [f/poirjt'Jo? xuTtiyoQtiv. 

Ceterum Euripidis videntur esse senarii, quod Letronnius quoque coniecit. [Apud 
Nauckium Adesp. 77.] 2) Cod. ovx o'id\ 3) Cod. öv. 

Cap. 2. 1) In hoc quoque capite resti tuende prorsus a vero aberravit Letron- 
nius, neque videtur omncs litteras codicis recte legisse; subiiciam quemadmodum 
in papyro legitur et quemadmodum editor instauravit: 



Commentatio de Chrysippi libris tkqI unotpmixwv. 



llf) 



OiiS"-) äS\a^/^ovc( Moiauv^) inaißfvaciv y.XvrccC 



äXrj&eg eaziv, otteq ovto) lEyßeir^ uv 

OVTOl I flE '4^vov 
Oi'S' (iScirjuova MoiOuv tncctihvaccv y.XiTitt 
Qrißdi. I 

Nai' /.Ol ilievd(7jg | yxd ä)j]Oö)g olkco leyoi | tiq av 

TOI fie ^fvov 
Oi'6^ icöc(i]uorcc Aloi'aüv tncitSfvauv -/.Xithi \ 
Gfißui. 

II. Neu'- Ol-/, dhid^tg taviv, otibq ?.EyߣLrj av \\ olkojg- 

OVTOl JUS I^J'03' 

Oiiä' I (iäcit'juovcc Moiaiiv t7T(ti\(hvaav y.XvTuC 

GfjßKI. I 

6 Cap. 3. El a.h]d^(x)g rig tCjv tiou] to)v ovrcog ärreqaivETO' \ ') 

Ov ixoi 2^aQÖ uvein uXkog \ (CQtaxti jtjv äiuvoiuv^ \ 



rptvdwg ov . . . [ ] ypf^vdwg ov . . . 

OVTO) Xfyoi [ ] oiTw XtyoilTo <Vr ] 

^fvov ov^e [Ov TOI fii] '^ivov oMi [kJ-] 

va fiovaav [«jJ_ao]i'a Movaßv [tTTfa'-] 

av y.XvTcti [SivG\uv y.XvTUi [0^/?«/.] 

jj.7f? ov fXs [Ov uX]r]Ofg 6 fXe- 

xhfir] av ov TOI [yf Xt/\!ytiTi av Ov toi 

itvov ov [,af] ^i'vov oi'[(^f «-] 

ova fxovGuv f \ßariu\ova fAovaüv ^[7rfi:i'-] 

UV xXvTui iht]ßai [Sfva^ttv y.XvTal &fißni 

TS J/zfrJw? [ ]t€ rpeväwg 

ovTOj Xiyoi [ Öjtsq] ovtoj X^yoi- 

fx€ isvov \to üv Ol) Toi] fit '4svov 

ova fiov [ovSe äiiu^\uova fiov- 

aav y.Xvrui [güv i7ia{Sev\auv xXvtuI 

V aXfjd^fg e [Ofißui " o]v tcXtj'j^^g i- 

Xf^O^fiTj av [OTiv ottsq] Xt/iytir] av. 

Eeliqua quae in secvinda columna leguntm*, iam integra sunt. At quod 
Letronnius in versu 11 exhibet tb \ptvdwg, etsi ovts esse videtur, tarnen repugnat 
institutae sententiae: itaquo vereor, ne ille non satis accurate repraesentaverit codi- 
cis scripturam; siniiliter supra exhibet -qi^sg ov iXf . quod etsi o fXtyi esse videtur, 
tarnen ferri nequit, itaquo restitui aXtjOlg ottso. quod sontentia requirit. Ceteruni 
Letronnius hoc fragmentum satis probabiliter Pindaro tribuit. [Est autem fr. 198 
ap. Bergkium in IV. ed.] 2) Cod. hie ut infra ovöi. 3) Cod. ubique Movaüv. 
[' Moiaüv Schneidewin se)-ipsit\] 

Cap. 3. 1) Choerilum Samium, non lasensem auotorem huius versus esse 
censeo, sed dicetur de hac re alias. 



116 Commentatio de Chrysippi libris neo) anotfarixibv. 

urTi/.eiTaL d^uof.ia 'A.a\vacparLy.bv rw* 

Oij fxoi I 2^n()ÖHrdncü.).og uQEay.ai | ttiv ^läroinv. 

Nar OL-/.-) dv\TLy£ivai d^uojua vMTa\cpaTi/Mi' tof 

Ov ftoi 1 2laQiiav('(naX).og uaiay.fi \ Tt]v (hävoiav. 

Nar I oc'A^) dhjd^öjg Tig xCov 7ioiri\xCov '^) ovciog dvcecfaivBTO- \ 

Ov uoi I^aodnvÜTi aX).og \ (cnf'axfi rrjv öiävoiav. 

Cap. 4. El driEcprjvatö rig ■ ^) 

Ovy. riv \ «o'"^) ovötv^) nfju*) tXfvf)^\oav 6<cxvov 
^'v/rjv ü uoiws uvi^QÖg (bg uTiufn, \ 

uiTi/.eiTai d^uoi.ta /.axm^axL'Aov tu)- 

Oiy. i]v UQ Qi'öiv ttTju' ^XiiOfoccv öüyvov 
III. H'v/i]v ouoi o)g ((Vi^()(>g (hg uiiuici. 

Aar I or/.^) dvzi/.Enai diiwua \ y.aracparr/.6v tcc 

Oiyy. 7]7' tco oi'(5'^?' 7iFjU ^Itvll^oav ih'cy.vov 
'I'vyiß< öunioig arthwg (hg \ (iTiitia. 

Nar or/.^) dnt.cfrj\vax6 xig' 

Ovy. i]V äo' \ ovötv ^fjfJ- tXtvO/fOuv (h'cy.rov 
^'vj(iß> 6[uoto}g icvifgog w? urifxCa. \ 

Cap. 5. El dXrjS-cög^) ovxcog dTceq)ao\xev EvQnrlör^g''^) 

Ovy. (iyiuai T«t'r' ■') t(V(fQdg \ lajiaTHDg, 

dvii-AEixat I d^koLia y.axaffair/.dp \ xor 

Ol'x äyuuai kcvt' \ dvihmg (coKTTtoig. 

Nal' \ ov/.^) dvxivxixaL d^tojiia \ y,axacparr/.di' X(J)' 

Ovy. ü\yafi(ii rra'r' uvSQog tioiOTimg. 

Nar oir/J') d7te\fpaay.ev ovxiog EvQrri\örjg- 

Ovy ((yaufti tuvt' \ üvthjug (ctjiaitoyg. 

2) Cod. ov. 3j Cod. Ol'. 4) Cod. jiotjTctjv. 

Cap. 4. 1) lidem versus sod depravati leguntur ä'pud. Clement. Alexaiidr. 
Strom. II. p. 388 B [p. 402 P.] : «AA' oviU Alng aioinii, ut'XXon' J* hcvtov (\n(ja<f('aTtiv 
x^yQuyfV ovdiv oiiv nfjfxu iXevO^Quv ypvyr]v Süy.vov ovToig (hg (h'(f(jög (ixifMia. Cave 
tarnen existimes haec verba Aiacis osse, immo Clemens his versibiis utitur, ut 
Aiacis animus cur tantopere cxaspeiatus sit ostendat, itaque paiticulam ovv inter- 
ponit: at quae sequuntiir ex incerti alicuius ti-agici fabula petita sunt, quae Aiax 
moriens loquitur: Ovroig n^unvOa' yici fit av/i(fo(^)iig (cti [sie Suevernus pro xid fxt 
avfxif'ooovau] Bailtia y.rjf.ig tx ßvHCjv (\vu<JT{)((f f^i , Avaatjg 7iiy(j()lg yf'vTooiaiv ijQtlli- 
(t^Hvov. At hi duo senarii [Adespota nr. 83 N.] Euripidis esse videntur, neque tarnen 
de Aiace dicti sunt, cui uullus in Euripidis tragoediis locus concessus est. 2) Cod. 
ubique üna. 3) Cod. quatcr oiOtv. 4) Cod. nrj/i« ubique. 5) Cod. ov. 6) Cod. 
hie, si recte Letronnius descripsit, oijy. 

Cap. f). 1) ti ilXrjOwg in cod. detrituni adiecit Letronnius. 2) Euripidis versus 
est in Iphigen. Aulid. v. 28. 3) Cod. ubique tuCtu. 4) Cod. ov. ö) Cod. ou. 



Commentatio de Chrysippi libris ntQi iinotfuTixiäv. 117 

IV. Cap. 6. Ei ^v\dQOiLidyri EvqLrcidov 7tQÖg \ '^Eq/^iiovi^v roviov d7CE(pty\ 
vato TÖv tqÖtcov ^) 

Ovx i§ ifxwv ae (funucr/Aüv arvyii nöaig, 
avTi/xiTai I d^itofia '/Mva(paiiy,bv \ zw- 

Ovx l^ ^fitüv as (fccQudxwv OTiyil nöaig. 
Nar I oir/,^) avtixeiTai d^lxoi.ia ' '/.atwpaTLAOv zo)- 

Oi'x i'^ fucüj' cff (fatiutcxü)v \ arvyei^ noGig. 

Nal' ouY.'^) I ^vdqoiidyji EvQncldov \ rcgög '^EQf.uövtjV d,re(f^\vaTO 

tOVTOV TÖv TQO/IOV 

Oi'X i§ ificbv öi (fanuüxiov ariytt nöaig. \ 
Cap. 7. El dh^d-tQ iaziv , otieq oc\cto 'Keyßeiti av^) 

Ovx tartv I oarig navT^ uvSjq \ ti'öuiuovu, 
dvrUsiTai \ d^Uoi-ta Y.aTacpaviy,dv | rof 

Ovx tariv oarig \ ndvr^ üvrjQ fviiaifioviT. \ 

Nal' ovy,^) dvziyiEiTai d^l\toiLta %ata(faTLyibv ru' \ 

Oi'X (Oliv oOTig ndin^ a\vriQ tvöaifA.ovtT. 

V. Nai' or/t ^) j dXt^d^lg ioviv otieq olkio ?.E\\/ßEÜj äv 

Oi'X fOTiv bang | nävz^ dvijQ fi'öuiuorti'. \ 

Cap. 8. El d?<.rj^eg, o ^) l'lEyEv EvQi\7ciöt]g' ^^) 
Ovx iv^) yvvai^i \ Tovg Viuviag ^giutv, \ 
l4XV iv aiSriQO) xav*) 8'nloig rifiicg f'xi'V, 

dvrL%Euai. d^icofia y.a\Taq)ca:i'AÖv toj • 

Ov\x iv yvvai'il rovg V8a\vii(g /(jfojj', 
liXk' Iv ai\öi]()M xdv OTiXoig Ti\jiäg f;(tiv. 

Nai' ovA^) dv\Tiy.EiTai d^liofia '/.aracparivMv tw- 

Ovx Iv ywui^l Tovg vsaritcg youov, 
AkV iv aiSri\Q(i) xdv bnküig ti uug f'/eiv. 

Nai- ou-/.^) dXr^d^ig, o ') tlEyEv EvQL7cidi]g' 

Oi'X iv yvvai^l \ rovg vtavCag /Qtwr, \ 
A).V fv aiSr](}0} xuv onkoig Ti/xug f^nv. 

Cap. 6. 1) Est V. 205. 2) Cod. oi: 3) Cod. oi: 

Cap. 7. 1) Versus est Euripidis iu Stheueboea fr. 1. [662 N.]. 2) Cod. oi: 
3) Cod. nv. 

Cap. 8. 1) Cod. 6V. 2) Euripidis versus [iuc. fab. 896 N.] coniicio ex Scyiiis 
pctitos esse: compares Sophoclis verba ex cognomine fabula ap. Plut. Mor. p. 34 D 
[et iterum p. 72 E = ft-. 497 Df. = Adcsp. 7 N.]: 

Xv d\ <ü tu XufiTtoov (fioüc uTtoa^nvi'? yivov?, 
Saliitc, (IqIotov nu-tooc ' E^?.)jywv ytyoig; 

3) Cod. ubique iyyivui^i. 4) Cod. ubique xca tr. ö) Cod. oi. 6) Cod. oi- 7) Cod. 6V. 



118 Cominentatio do Chrj'sippi libris tkqI anoipiaixm'. 

Cap. 9. Ei 7coi)]Trjg Tig oikcog ä7iBqiij\vato ' 
\ 1. Oii /not fr' EvxiXddbiv i[uvb)v /ns^fi oirf' tri ') || fiolTifjg^ 

(fäaig e'oTiv, otieq \ ovtio lex^eö] ccv 

Mol fr' tvxe).udo)V v^vtav fxiXti \ oi'J" tTi fioXnflg. 

Nal' ovfpdöig I'otiv, 07ceq ovtcü Xe\x-9'€ifj ccv 

Mol'^) f'r' BvxBktt\d(ov v/nvwv fiilfi oi'J' (ti fioln^g. 

Nal • od 7to\irjr'^g Tig ovrcog ccTte'cfrjvaTO ' 

Oii fxoi fr' ii)y.i\XdS<i}v i[uvwv fxiXtt \ otd' tTi fA-olnfig. 

El 7iou]zrjg^) rig ovttog d/rsq)/jvaTO ' 

Ov juoi fr' (uxiXüSon' vfivaiv /uslei oM' fjrt /nolnfjg, 

dwrKEiTai I z(J)' 

Ov fioi fV ivy.ik(c(fo)v i'fiVMV /Li^ld ovii' in /lolnfjg 
d^iMfia I -/.aracpaTi'Aov. Nai.' otx^) | dvTr/ieirai rur 

Ov juoi I fV tvy.ikd^wv i'/uvwv | /us'Xn ovcV in uoXti^s 
d^uofia VMxaffaTLyiov. \ Nai' ov noirjErig xig o'^^tog dvcerprjvaro' 

Ov fxot I fV ivxtXdScjv vfivoiv \ fxiXti ovä' 'in [xoXnfig. 
VII. Cap. 10. El KdlAlioxp 6 xov Tif.io3^£Ov^) Jtqbg \ xivd oikiog d/ie- 
(prp>ato' I 

Ov TOI röv y'^) v7TeQafi7isj(ovTf( 

OvQavov iiaavc(ßi]Gii ,^) 

dvTiiAEizaL '^vi yiaTacpaTivuJ) d^iwpiatL ovo \ drtocpaTiKd d^icbf-iara. \ 
Nal' 017/*) dvrl/ieiTai evl j yiaracpaTiVLiJ) d^ubf^a^^i dvo^) d7io(paTiy.d 



Cap. 9. 1) Letr. et Sckneid. ov 6i n. Magis placet omV tn , quod non est 
propterea reiiciendum , quod plerumquo in hoc codice elisio negligitur : namquc 
c. 19 quater exhibet codex: uiydXu J' ovx i/o). Ccterum rccto videtur Schneide- 
winus [p. 15] haec [quae postea recepit B. in frg. adosp. 5] Alcmani vindicare; 
haud dubio autem est ex Partheniis hie versus petitus, fortasse ex eodem carmine, 
e quo quatuor versus affert Antig. Caryst. 27, (23) [fr. 26 Bgk.]: 

Oij ,u iti, nuQ^iviy.ul iuXiyünvtg lixiQocpwvoi, 
rvta (fioeiv dvruTui- fiüXt öi] ßukt xiiQvkog (Itjv, 
"Og t inl xvixutog uv9o? ü^' dXxvöytoai notiitai 
Ni\dtig*) fjXoq ^jfwv, u).i7töq(pvqog tXaqog oqvig. 

2) Ojd. male oii fi.oi. 3) Cod. jiorinqg. 4) Cod. ov. 

Cap. 10. 1) Male Lctronnius haec ad Timotheum, mediae comoediae poetam, 
retulit, de quo vide Meinekium t. 1. p. 428: recte Schnoidcwinus fp. 22] Timotheum 
Milesium, dithjTamborum poetam clarissimum, intellexit [cuius ap. Bgk. est fr. 4]. 
2) Cod. hie et infra röyyi. 3) Fortasse rectius haec unius versus vinculo compre- 
hendas : Oii toi t6v y' ÜTifQKLiTii/ovT^ ovquvov tiaKvußijan. 4) Cod. ov. 5) Cod. 
ü^iüifiun o et supra Ji'. 



[*) Hie B. Boissonadiom sequitur, nunc tijXiyig ex Uesycliii glossa reposuit.] 



Commentatio de Chiysippi libris ntQi änotfxaixmv. 119 



d^uof-iaxa. Nar ov Kvvlioip ö Tiinod-eov \ rtQÖg rivä ovrcog ccTte- 
(pifj\va'ro • 

Ou TOI rov '/ vnSQccuni/ovTa 
OvQKvöv si&iavctßi^aei. 

Cap. 11. El oL'vwg d'.rcefprjvaxö tiq' ^) 

Ovy. oiöcc- I Ta).r](hig yäo äaifcdig \ (fnüaai, 

(XTtocpaivoiz' av \ zig' 

Oi^a'^)' Tiü.rjUig yuo | aaifalhg tfodaiu. 

Nai' ovy.^) d\7rog)aivoiT' av rig' 

OiSa*)- I Tcdrj&fs yctQ uacfcütg \ (fQÜaai. 

Nai ' ovx ■'') ovTOjg d\7te(paiv€T6 zig • 

Ovy. oida' \ räXrifHg yiw uaifaktg \ ifnäacu. 

Cap. 12. El ovzwg drcoffaivoiz^ av zig' 

y^lll. 'E^K»Qt}(fag^) o?(y'-2) /Jw,. rff aoi If'yM^), | 

QtOTtig^) ö 7coirjZijg ol'zojg \ d/te(paay.ev ' 

Ovx i^c(O^Qi]aag \ oi'ö' ' föwv äe aoi ktyo). 

Nai' I oi'X^) ocTiog d7toq)aivoiz^ av \ zig' 
10 ^E'^adQ^aug^) olö' t^wr | <^i' aoi ).fyo). 

Nai' od QsGrtig \ 6 7coirfcfjg ovrwg dTCEcpaavxv 
Oix i^cc{)^o^ aug oiö^ ' ISorv dt aoi Xiyb). | 

Cap. 13. El ^aTtq^co ovzojg d^rfcft^razo' ^) 



Cap. 11. 1) Euripidis ess& senarius -vadetu]-. [Apud Nauckium Adesp. 78.] 
2) Cod. ut Leti'onnius quidem edidit [et Bnmetus confirmavit]: ovx o?^«. Delevi 
negationem. 3) Cod. ov. 4) Cod. xoida. Leti. ovx olSn. 5) Cod. or. 

Cap. 12. 1) Cod. xf^c(,7oi]ac(g. [Itaque Letronnius ovx f'iKiyor^aug edidit.J 
2) Cod. hie et inft-a ubique o'iSu. 3) Cod. primum ipodaa), quod deinde correxit 
librarius. 4) Letr. ov Q^amg: at negatio nee apta uec legitur in codice [?J, sed 
nota aliqua, quae quid significet, neseio. Male Letronnius ipsius Thespidis eonser- 
vatum esse versum existimat : immo Heraclidis Pontici est , qui Thespidis nomine 
usus tragoedias composuerat, vide Diog. L. V. 92: cftjal d' 'jiQiarö'itvog ö /uovaixög 
xcu TQtiyioöiag nvTÖv noifiv xiu &eani3og avTug iniyQuiftiv. [Apud Nauckium 
Thespidis fr. 2.] 5) Cod. or. 6) Cod. xi^ud^QT^aag. Letronnius: ovx t'SuihQrjaug 
olöu, omisso idixjv, quod est in eod. 

Cap. 13. 1) Sapphus versus [fr. 69 Bgk.] Schneidewinus [p. 69 sq.] rocte ad 
ipsam retulit, videntur autem ex eodem earmine petiti esse, e quo Stobaeus Floril. 
IV. 12 quatuor versus eiusdem nuineri et consimilis argumenti [fr. 68] attulit San- 
(fovg Jinbg linaidtvjov yvruixiC 

Kat9uvoiaa di xiloiuf ovS" iti tig fivafioavru aiStv 



120 Comnientatio de Chiysippi libiis ntQ) uno<f(cjixwv. 

OrJ' fav Soy.iuoiui ^) | jiQoaiäoTaav (fciog uXim \ ^) 
"Eaaia&ai aoqt'uv TtanOtrov \ tfs ov^ivu nw xqövov \ 
Toiavrav, 

dvti7.eiTai I d^i'oua y,atarpaTiy.dv \ r(7)' 

Ov(^' iccv doy.t\u(o^i \ TiQoaiSoJoav <f>twg (cXfio \ 
"EaotaOai ao(fiKV nccoO^rov dg oMü'k no) xq6\vov 
Toiavrav. 

Nai' ot'iX*) ävTiyxLTai d^Uoiiia | Y.aTa(faTLVMv xfo' 

Oi'J" tav Soy.ffifafxi 7iQoOiäoi\Gav^) (ptiog hX(o) 
"EaataÜai aocfücv naQ&ivov (fg ovßi'va nw ^qövov 
ü. Toiai'lrav. 

Nai ' ov ^ayiffoj ^) ovrcog wrecpalvero ' 

Ov6' uev I 3oy.i^(i)fii nooOtSoTaav \ (pdog tiXtco 
"EoOiOdai ao(fC\av na^iO^tvov (tg ovöiva \ noi xqövov 
Toiavrav. \ 

Cap. 14. El ') dvTiyceiraL d^itofxa \ Y-atafpaTLAor cor 

Oiiy. tdriv anoipfh/j.^voig^) \ fw«? ht (ftcQuaxov iö\QfTv, 

^'jßv/.og ^) 6 7C0UjTrjg*) \ oiktog d[7cs](paivST[o] ' \ 11 

Ovx tariv dno<fßifievoig Cwiig hi (f(cQjbin\y.ov ev()f?v. 

Nai' ovK^) I dvtt'/,£izai d^Uof^ia | '/,aTa(paTi/.dv xoj' 

Ovx iariv ano(f&i/Li(voig fw«? tri (fuQuuxov tr()ti'v. ( 

Nai ■ or/. "ißvTiog ^) 6 7i;oirjTrjg \ ovrcog dTvecpaivezo ' 

Ovx tdriv (i7io(fy)i^ivoig \ Ctoüg tri (ficQuccxov fi>\()(fv. 



Tiäv ix I/itolag , ukk' u<pürt]S xi'v 'Alda döf^ioig 
^oituang Ttid' dfiuv()iüy rey.vojv ixTltnotuiiiru.*) 

Suam enim sapientiam Sappho adversariae stultitiae opponit. Ceterum cod. dnfcpt)- 
vuT • ■ v^ lav [?]. 2) Cod. hie et infra uMque öoxifioiui [quod B. postoa retinuit 
corrigens quae h. 1. disputat]. At Aeolensos öoy.ifA.iü^i dixisse testatur Grammati- 
cus in Crameri Anecdot. Ox. t. 377, 24 et IV. 341, 15. Cf. Ahreus de Graecae 
L. Dial. t. 1, p. 136. [p. 176 Meister.] 3) Cod. primo ut videtiu- ukitvg, quod 
correxit librarius. 4) Cod. ovx, sed librarius deiade delevit x. 5) Cod. nooan'ioit- 
aaju. [vel potius n^oaiSoiauf^]. 6) Cod. 2.. (poj. 

Cap. 14. [Est Ibyci frgm. 27 ap. Bgk.] 1) Cod. d ov uvrlxetrui. 2) Cod. hi 
<f,Oifi^voig, sed supra und. 3) Cod. ovx ö "ißvxog., si Letronnius recte littoias notavit. 
Schneidewinus in delectu p. 344 [et antea in libello saepius citato p. 24], qui de 
argumento huius versus recte disputavit, nescio cur: ovx tax' dTioifOi^i^voig. 
[*) vel potius norjrilg.] 4) Cod. ov. 5) Cod. ut Letronnius refeit : Na(- Ovßvixog, 
scripserat librarius ov "jßry.og, ut vidctur. 



[') ut non dicam de accentilms ot spirilu moro Aoolico mutatis, RorRltius in quarta Lyricoriim 
editione primo vorsu ovdi nota ^rafioovru, altoro autom versii "Eoatz' ovtt nn' ovt' vmtoov 
reposuit.] 



Commentatio de Chrysippi Kbiis ntqi ttnofpuTix&v. 121 



Cap. 15. El 01-/.^) eloiv df.upißo\?Mi '^) diüley.xoi, otx ^) EuQUcißijg 
otkwg d7toq)aivöf.iEyog ' ^) 

Oix äv yivoiro \ yqriGjbq fx xuxov nuroög,^) jj 
d7T£q)aövxv ' 

Z4i' yfvoiTO /_Qi]aT6g ix xaxov naroög. 

Nai- elolv du(pißo'Aoi öid?,€'/.TOi. Nar EvQiTtidrjg oVziog djtocpm- 
voj-ievog ' 

Oix äv yivüiTO /QrjOTos-ix xaxov nuxQÖg^ 
d/'UcpaüKEv ' 

^V ysvoiTO yQt]aTbg ix xaxov narQÖg. 

Ei EvQL7tidi]g ovztog d7C€cprjvaT0' 

Oi'x äv yivoiTO x^rjaTog ix xaxov naxQog, 
aativ XL •/.azmpaiiY.bv d^icüf.ia dviLy.Eii.iEvov tm- 

Oix äv yevoiTO /orjOrog ix xaxov najoög. 

Nai' ot'X böXLv XL yMxacfaxixbv d^iiof.ia dvxLv^ifAEvov x(J' 
Oi'x äv yfvoiTO y^riarog ix xaxov naroög. 

Nar od/. EvQUiidrß ovxiog dTrecpr/vaxo ' 

Ovx äv ysvoiTO yQTjGTog ix xaxov naroög. 

Cap. 16. El dXtjd^ig ioxii', o:teo ovicog IXt^d-r^ wc' EvQtrcldov ^) 
Oi'/ w6s vavrag oXouivovg TVfißkvojxtv, 

dvxi\'A.ELxai d^uofia '/xtxacpaxL/.bv xor 

Ovx W(Se vavxug \ ökofit'vovg Tvußevo/u.iv. \ 

Nai' oi-/.^) dvxi'AELxai d^Uofia yiaxacpaxi/.öv r^ • | 
Oi'x ü)Si VHVTug 6X6 u^vovg TVfißevoft8V. \ 

Nai' ovxE ifiEvdog ovx' dXi]d-tg eoxiv, o e'/JxV^rj'^) \ tvr' EvqljcIöov 

xbv XQÜitOV XOVTOV' 

Oi'X (ö^e I vaihag ölo/bi^vovg rvfißivouiv. 

Cap. 17. El^) dlr^d^öjg \ EvqL7Xidrig llEyEV^) 

Ov[X (OTi Tov (rQi'ifjavTog^) i'jSiov niJov, 



Cap. 15. 1) C. oi'. 2) Cod. i\u(fiß6v?.oi. [II y u ici cn inan/e A.] 3) Cod. 
oi\ 4) Euiipidis versus est in Diotye fr. 15 ed. Matth. [344 N]. 5) Haec et quao 
seqviuutur pariter atque initiuin cap. IG de coiücctura adieci, dcest enim integra 
columna a librario oinissa 

Cap. 16. 1) Eiu-ipidis versus est in Helena 12(31 [1245 N.]. 2) Cod. oö. 
3) Cod. «>l>j'/^? iartv .... Minus recto Letronnius supplevit: o XfX'^n'ri äv. 

Cap. 17. 1) Ei deest in codice. 2) Euripidis versus est in Phoenice fr. 10 
[814 N.]: cetcnmi cod. . . fytv. 3) Cod. fan . . t\i>avTog. 



122 Commeutatio de Chrysippi iibris nt{)l (inotftaixwv. 

ävTiKEiTai d^i'cojiia ~A.aTacfd(Civ.bv %u)' 

Oiy. fOTt Tov I ')^Qf\fJca'Tog rj(hov n^dov. 

Nar ot'x *) dvTi/.eitaL ä'^io)f.ia /.aTacpazi\yidr Tor 

Ovy. i'OTi ToO I i)-Qhpm'Tog i'nhov ntöov. 
Nai' I or/^) dh^O^iog EcQi7iidr^g \ l'lsyEV 

Ovy. 'ioTi. TOV -d-QffipavTog ijSiov n^öor. \ 

XL Cap. 18. El EiQLTtiÖYjg ovziog ä7re<f>aiv€T0 • ^) 

Ovx {(TTir oi'äh>'^) ' Siic Tf'kog sväKi/novovv,-^) \ 

dvTiXEiTai d^uüiLia \ y.araffaTiy.öv ror 

Ovx 'f'artv I ovt)'f7' rf/« Tskorg tväc<i\jUOVOVV. 

]Sar ovy,*) dvTi\/£iTai d^uof.ia y.d^ai^axixov to)' 
Ovx tohir ov^iv d^i(\ T^Xorg \ evtSai/novoüv. 

Nal' I ocy.^) EvQi/n'öyjg ovriog dyierpaivETO' 

Ovx tojiv ovStv öiä Tflovg \ ivöcuy.ovovv. 

Cap. 19. Ei ovTcog \ dycEfpaivExö rig twv \ Ttoir^xCov '^) 
Ovx u'^id) iiixQwr'^) (Jc i-itydln ö'^) ovx f^X'"' 

eOTt *) Tig dg ovrcog | d7to(paivOLT^ av 13 

A'^iü^) I uixQÜv Gf fisyäka J" ovx f^w. 

Nal' otz^) I'gtiv offlrtg '') twv rroLrjrcdv*) d7ioq)al\voiz' av 
li^iü) ) /.iixQwv ac'-') I fifydla rf' ovx f/M. \ 

Nar otvt'^) dTiecpaivEtö rig | tiov 7ioir]Twv ovriog' \ 
Ovx ä^ioj juixQüJv (Ji' fjLf'ydXn J' ovx f^w. 



4) Cod. Ol'. 5) Cod. ov ukrjOüig EvQtnCdrig NAT^ ita ut illad NAf sit in mar- 
gine, quippc quod omisisset librarius, quod iion intellexit Letronnius, at neccssario 
requiritur. [Bnuictus sie: le mut Neu avuü etc oublie pur le copiste, qui Va 

N 
recrit en marqe cn superposant les trois lettres faute (V csjmcc, ainsi: A. M. Le- 

N I 

ironne, en imprimaid a scmhie n'avoir pas reconnu la valeur de ce niot.] 

Cap. 18. 1) Euripidis versus est in Supplic. v. 270. 2) Cod. ov,'}fv hie et infra 
ubique. 3) ivthuuovuvv restitui ex Euripide, cod. ubique tv(h(if.iovtfv. 4) Cod. 
ov. 5) Cod. ov. 

Cap. 19. 1) Em-ipidis esse hie senarius videtur, Epicharmo vindicant Letron- 
nius et Schneidewinus , sed Siculus poeta ab hac numeri venustate longo abfuit. 
[Adesp. 79 N. Le papyrus porte tw/j, ttoititwv. Brunet.] 2) Cod. ubique fiixCiv, 
non dubitavi corrigere. 3) Observandum est eodicem in hoc loco ubique elisio- 
nem exhiberc. 4) Cod. faTiv. 5) Letronnius hunc versum sie cdidit: [^tinotfaf- 
ron' äv ovx u:-i(h «»], ut videatur aut oblitteratus fuissc aut plane exeidisse, at 
non recte negationem addidit. 6) Cod. ov. 7) Cod. tanv r/?, quod corrcxi. 
[*) Ad hacc Brunetus : par une erreu/r de iransposllion, M. Letronne avait imprime 
xüv notriTöjv au Heu de dg oLhoig: exhibet igitur Francogallus : fariv ng og ovrcog . .] 
8) Cod. X ü^ioj 9) Ol deest in cod. 10) Cod. ov. 



Commentatio de Chi-ysippi libris tkqI anotfari-Küv. 123 



Xn. Cap. 20. El l4ya\f.i€fAviüv ocvcog dycicpao '/.ey'^) 

Ovx i(pufirjv li^ilfji /olbiGtiv iü.y.iuov rijoQ 
'ilös ,u«A'^) tx7Tuy).0JS , I inttii uc'dn uoi tfiXog tjiv,^) | 

d^lofld BOT IV 

^E(fC([ur}v *) !/I/i).rii yo)Mattv äkxiiAOV rjon 

ilSe fxä\V txndyhog, intttj uüXcc uoi (fikog ^fv. 

Nai' I OLV.^) d^icoud soriv 

E(fuur]v Ayilfji /okwanv uly.iu.ov rJTOo 
'£lSs fj.t(\V ixnciylwg , ^nsit] u(i\).a uoi (fiXog r'sv. 
Nar I ov'/.^) ^4ya/n£uvtov ovrcog \ djrecfao/MV 

Ovx iifäuTjv ^Ayi).fji yoXöiativ \ icXxiiiov ijTno 

'£lSi fxdV'') lx7ic'cy).wg, imirj uäla*^) uoi ifO.og rev. 

Cap. 21. El AX'mdv ö uoir^rrjg ovTCog d/iecpcdvETO' 

Ovx rig uvtjQ uyQoixog \ ovd'i axutög ^), 

Y,aTaq)dov.Oi av \ Tig' 

'Hg'^) ävi}Q ccyooixog \ ov^i Oxcciög. 

14 Nar oc \ '/.ata(pdo-/.oi av zig' 

-^^J-J-- 'Hg I ((VTjQ äyijoixog oMf axaiög. i' 

Nai' ovv. Ahmdv 6 jroufttß \ ovrcog aTtecpaivETO' 

Ovx rig uvTjQ uyQoixog ovSh \ Oxaiög. 

Cap. 22. El ovTtüg dTtocpaivoir' av zig' 

z/jjyr'') ffiTiidög ffui, 
OtV udToini I 7i{)oa>]vrjg , 

^va-/.Qe ojv ''') otrcog d7re(prjva\T0' 

Ov i^rji'iT^ funeSög ti ui , 
OvtV dnroTni nonaijvi^g. 



Cap. 20. 1) Letr. uni<fug \ <faaxfv eiTore, ut videtui-. 2) Cod. ubiquc udXce. 

3) Cod. ubique //?jr, quod correxi. Eecte autem liCtronnius coniicit [p. 87] liacc ex 
Cyprio carmine [fr. 13 K.] potita esso, confcras Procliim j). 474 ed. Gaisf. : '^hiXoxT^rrig 
... tv AriuvM xuTfXiiifO^Tj. xcüJl/iXktvg vartnov xXriiH)g Sicuf^Qtiai TiQÖg l4yau^uvovce. 

4) Cod. hic et infra xdpufirjv. Letr. oix fifdurjv. 5) Cod. praeter morem ovx exM- 
bet. 6) Cod. ov. 7) Versum äXxi/iov »jrop ind fxäX. uncis inclusum exhibet Letron- 
nius [quippe qui desit in papjTo]. 8) Restitui versum, quem Letronnius prorsus 
omisit, Xu ^xndyXüyg inarj uü | in codice quoque an desideretur ignoro. [Non 
desideratui- ille teste Brunoto.] 

Cap. 21. 1) Alcmanis versum [ex fr. 25] una cum aliis adscripsit etiam Ste- 
phanus Byzant. v. 'EQvai'yr] . .. nun AXxuüvi iv uQ/fj tov (StvT^oov twv rfnoIHviiMv 
uafiüron'' (ftjal yuQ' Ovx fi'g [ita codd. ; ^? rec. Meineko] urijn äy^iog oviU axcadg 
xtX. 2) Cod. hic et statim infra xrig, Letr. ovx ^f. 

Cap. 22. 1) Cod. ov StOrt hin. et ötvjt quidem ubique exhibet. 2) Cod. ov 
uivuxQiwv, negationem delcvi. Anacreontis versus [fr. 15] recte ad Polycratem retulit 
Letronnius. 



124 Commentatio de Clu-ysippi libris nun (\no(f('.Tixo)r. 

Nai' or/^) OLTiog drcocfaivoiz' liv rig' 

Ovd'^ uarolai nQoatjvijs- | 
Nar or/. *) ^vcr/.Qitov ov^utg d7isg)rjvazo ' 

Od 6i]vt' tfintdög et/xi, 
Oi'J' uajoiai TTooaTjvi]?. 

Cap. 23. Ei*) \ ^aycffoj ottcog d7CO(paLyoixtvrj'^) 

Oi'X o'iä^ '^) OTT/ I 0(o)' ävo /xoi rtc vorjfiutu, 
Oid' ikri i>^(/j' düo fxoi tu vorjuuTu, 

üo\v di.i(ptßo\loi 6id?^yaoi. Nar ouy.^) elolv d^ipißoXoi öid}.i./:coL. 
Nai' od ^a/i(pw oVTO)g d\7tocpaLvoiuevrj • 

-A.lv. Oiy. oiö' 07 Tl iy(W OVO jXOt TU VOrjUKTU, 

u/ucpao/.€v • 

Otd' Oni I ()(o)' d'vu fioi tu vurifiuiu. \ 

El ^aTtqicü oikcjg djticpao/^v 

Oi'X otd' OTT/ i>((3)' döo fioi t« vorifiuzu, 15 

tOTC*) TL '/jaTa(pa\Ti'/Jbv d^iojua dwiAeifAEvov zor 

Oiix ol'ö' OTT* i'/^W öüo fioi T« I vorifiaiu. 

Nai' 01'/.'°) l'azi,^) zi '/xizatpazc/ov \ a^m\xa uvzi/M(.ieyov zur 
Oix o'iS' (nri \ i)^<»- (ivo uoi tu voijuutu. 

Nai' od ^a/cfpu) oczojg U7i'c(paoyjiV \ 

Oiix o?d' ötti U(o)' Ovo \ fioi tu vorjUUTu. 

Cap. 24. El jconjtVig zig ovzojg dfcecpaivEZO' 

Ovx tliSov uvt uorxiu xöoav,'') 

l'ozc ^) ZL I y.azarpazr/.ov d§ioj/iia \ dvrr/M/uevov zoi ' 

Ovx tiiÜoV UViflOX^U XOQUV. 

Nai ' oi-A*) t'azi *) zi \ y.ucacpazi/.ov d^ioj/ja dvzty.Ei(xevov ziö • 



3) Cod. ov. 4) Cod. Ol'. 

Cap. 23. [*) HuDC versum , quod abest a codice, Brmictus uncis saepsit.] 
1) Sapphus versus [fr. 36] neque Letronnius nequo Schncidewinus fp. 27] recte in- 
tellexerunt, rectc Ahrens de dial. Acol. p. 273 distinxit post ii(oi, interpretatus: 
»escio rjuid faciain: duo viihi sunt consüia. Namque O^o idein est quod 
rro/w, ut est apud Sappho fr. 87 [12]: mrirug yÜQ Ev iJt'o), xfjpc ( fxt fiühaTa 
atvfrvTui. 2) C^jdex. ut videtur, ubique ohV . 3) Cod. uv. 4) Cod. tOTiv. !j) Cod. 
oi'. 6) Cod. tat IV. 

Cap. 24. \) Pindari vei-sus hio videtur. [Est ap. Bergk. in fr. adtsp. 100 cd. 
quartae, tom. III. p. 723.J 2) Cod. 'iOTiv. 3) Cod. uv. 4) Cod. tOTiv. 



Commentatio de Chrysippi libris nfQ'i uTTotfctrixwv. 125 

XV. Od II 

Ti'edecim versus desiderantur. 
I a zo . . . . I '/Mvacpa | cparr/M d . . . . \ 

Duo versus desiderantur. 
I ~/MTa(par . . . . | uara arc . . . . | li/.uxai . . . . | öi-yErai .... | mv 
vÄ'AUvu .... ciTzoifaiv .... I X Eiöov aveuor/Ja Y.6oav a.roff . . . . | 
vEiAio/Ja '/.ögav . . . . | twv ov elö . . \ 



IG lam de ipso codice nonnulla praemitteiida sunt ei disputationi, 

quae est de liuius libelli scriptore. Magnopere vero dolendum est, qiiod 
Letronuius ea, quae in altera papjTi parte leguntur, noluerit public! 
facere iuris : neque enim pauca illa, quae de his scripsit, satisfaciunt, 
ita ut coniecturae locus sit concessus. Dicit autem Leti'onuius in alte- 
ram papyri partem somnia rationesque relatas esse*). Ex his facile 
coniicias hunc quoque papyrum pertinere ad tabulas magni Sarapei. 
quod fuit prope Memphim: horum enini monumeutorum non exigua 
pars est servata, sunt autem partim epistolae, partim ratioues accepto- 
rum, partim somnia: neque raro res diversissimae in imo eodemque 
papyro tractantur, quemadmodum est in uno Leidensi (72), de quo 
mentionem fecit ßeuvens^), ubi simUiter in uno eodemque latere 
somniorum et rationum monumenta reperiuntur, in altera autem parte 
alia leguntur, quae ad idem iliud Sarapidis fanum pertinent. lam quod 
Letronnius dicit, illa somnia relata esse ab liomine Aegyptio, quem 
•/.dioyov appeUat, id vereor ne non satis vere sit dictum. Sine dubio 
haec ex ipso illo papyro petiit, at is, qui somnia retulit, non xaro/og 
dictus est, sed ut opinor iv YMToyf] cov, quemadmodum est saepe in 
Ulis pap}Tis, qui ex Sarapei tabulis sunt petiti. Non raro legitur hoc 



4) P. 3 [Notices et extraits des manuscrits de la bibliothcque imperiale. 
Tome XVni. p. 81]: Vepoque de ce maiinscnt est im element qail Importe de se 
procurer. Je puis au moins donner la limite inferieure de cette ejwqiie. Voici 
crnnment: le papyrus est opistographe ou ecrit aussi par derriere. Les pieces 
ecrites de l'autre cöte, que j'appellerai le verso, consistent dans le recit de soiu/cs 
obtenus et racontes en grec harhure par tm Egyptien, un xcho/og ou inspire du 
teviple de Serapis, et dans des campte s tenus par un personnage attache ä ce 
teniple. 

5) Vid. Lettres a M. Lctroune p. 104 : c'est le No. 72 dont fai dejä fait 
mcntion, parce qu'il contient au recto la quittance delivree par Ptolemee ä Deiue- 
trius pour les arrcrages de la 18e et de la lOe annee. — Le verso du papyrus 
contient non seulement des songes, mais encore des etats de receitcs et de dipenses 
et on y trouve les noms de Ptolemee et de Tages avec Taous les jumelles. 



120 Commontatio de Chrysippi libris ntn) unoffcnixür. 

in illis papyris, qiios Forsall nuper edidit^), qiiemadmodum est in II. 
statin! ab initio: ßaoi?.e7 rirolsuaio) v.ai ßaaüJatj KXeo.rdTQa rf] döelcp^ 
d^eoig (piXof.o]TOQai yaiQEir | UvoXeixdiog [sie in cod., non — ov\ riavvJov 17 
IMavxdwv rrg tTTLyoviig xüv fx rov '^HQavJxo;roUrov tov TtQOEiQiji^iivov 
[yCQOiQi^l-isvov cod.] liiov TtaTQÖg riav/Jov, ovvog f.dv rcov h tiJ) 'Hga/leo- 
TtoXlrr] avyyevojv -/MToi/xov, xovtov de f.iEza}l(x^avtog vöv ßiov h> zöig rrg 
TaQcr/Jg ygovoig /xd dTToXe'koLTTOtog e^d re '/ml I^tto/Moviov tÖv vecoTsgov 
{.lov dde/xför, ovußdrrog de ysyovavai f.ie ev -/«ro/f ev zq 7tQÖg Mefx- 
wei i.isyd'Ao} ^Qa/tieiq) trrj ls , 7tQOod£Of.dvov de /nov tov 7t£Qi7toir]aai T(p 
Gi]i.iaLvo(.dv(i) döe?xfqj Grqatidv did rb avtvjvov /.le eivat di vß '/.al avrög 
TE ev AaTOxfi ibv e^co te avxov diEvGyrji.iovEiv -/.al ßo/jSsiav ejEiv, öeof-iai 
it.a~)v '/vi. Arguit hie unus locus satis superque Ptolemaeum illum, qui 
ev -/MToyT) Elvai dicitur, non esse hominem divino spiritu incitatuin, 
sed potius munere aliquo aut ministerio ad Sarapidis fanum functum 
esse: addas quae infra in eodem papyro II. 56 leguntur: dövxog 
Evxev^Lv %0) ßuoiXEi '/Ml Tfj ßaGiXiGrj IIvoXE[.iaiog rXav/iov Ma'/EÖovog 
dt' /yg eygd(fiEi [sie in cod.: leg. eyQacfEv] Eivai ev '/.aroyfj ev tm nQog 
I\Ieu(fEi (.lEydkqt ^laoa/ciEiq) [_ le'. Conferas ibidem IV. ab initio: ^aoa- 
TtLWVi Tiöv öiaöü'yojv /al v7vodioi'/i.r/rfj 7taQä nToXEf.iaiov tov [abest a cod.] 
Ma/EÖovog tov ovrog ev /aro'yfj '/al tCjv ÖiÖv/mov dyrodEÖoiievtjg zio 
ßaGiKel evTEv^Ecog hrö twv diövi.icov, et V. ab initio: 2aQa[n:i]c'JVL rCov 
öiadoycov /al htodioi'/rfvfj 7raQ[d] IlToXEixatov twv ev /aroyfj ovxiov ev 
T(J) i.iEydXq) ^agarcLEiq) erog rovro evöe'/avov tov id-' \_ iuegoqI dvaßdvvi 
GOL '/al e/cid-vGavTL dTvedor/a xijv ^laqd tov ßaGiXecog '/EyQ)]/i(aTiGiLtevrjv 
Tiiv dtövfAOJv vTteQ tov '/xc&i'f/ovTog avTalg eXaiov '/xxl -/i/Log evtev^iv. Poito 
XIII. 1 : —a[o]a> f/Wt tCov ÖLaööyiov '/al v;Todioi'/i]Tf] rtagd ÜToXsi-iaiov 
Ma'/^d6vog tov ovTog ev '/azoly/j] ev t(o :cQÖg Mef.iq^iv iiiE[y]dX(it ^agayciEUi) 
ETT] [//()]// la ' ^vtjGTrfti [sie], eTteöo'/d [sie] goi ty(v 7iaqd \tov ßa\GiX{n.og 
did Tfjg -d^vgiöog e[GffQa]yiGjiievtjV7r£Ql tmv d\iöv\ucov '/nl Elrtdg (aol e\y07t\L 
tov ^Qa7ii, e7nöij [sie] \ev ■/a]Toyfj Et, Ti'g ovv 7ceqI Ta[v]Ta eotai, GvveGTrjGa 
GOL \l4\7ToXXvjviov^ et XV. ab initio: z/iovvGio) tojv cfiXcov /al GTQaTrjyq/ 
7caqd AqixaLog tG>v ev rw uEydXcj ^aquTiLELO) ovtcov ev '/aToyj^ ETog 
7ctH7i:Tov öiaZvjvra^ et ibidem [32]: ^aqa7rlon'LTU)v diaöoyiov '/al hiodLOL'/ifct^ 
7cuqd llioKtnaiov I\Ja/Ed6vog tov ojTog ev -/aToyJ] [voyj^L cod.] ev toj 7tQÖg 
Mtfjffiv /.lEyd/jo ^aQU7cieiq) ettj (eTog) ijdtj evde'/aTOv, f.iv/jGtrjTi , e.Tiido/M 
GOL Ti)v Ttaqd tov ßaGLXeojg eGffoayiGuevrjV 7CEqI tG)v öiövf^io)v '/al Et7cdg 
IJOL e'vo7ri TOV ^dga/ri, eyriötj ev /aioyjj Ei. Ad eandom causam spectat 
alius papyrus, quem edidit Maius Auct. Class. t. IV. p. 445: JiovvGi'xtj 
T<i (fiXqt '/xil GTQatriyo) 7caqd llToXsi-ialov tov IlaviGtov (corrigas | FXav- 18 



6) Description of tho <>reek papyri in tho British Musomn Part, 1. London 1839. 



Commentatio de Chiysippi libris tibqI uno(faxixwv. 127 

■/.lov) May^dovog tcov ovtojv h> vxaoyfl ev zu fisydlo) ^aga/ruioj trog 
z/)'/^ ör/MTov, et t. V. p. 352: ßaailel IlToXeuaio) /.ai ßaailioGi] KXeo- 
jtdtQa Tjj ädeLfffi O-eolg (filoi^itjtOQOi yaiQEiv UrohEuaiog rXaiv.lov 
Mavxdiov ö iv vMToyfi eV tw nQog )Uj.nfEi (.leyaloj ^aQajcieio) l4aiaQ- 
zEiio drrd Toc % L , et ibidem: hciq te l47coXkioviov tov vEiorioov 
ddeXcpov . . . '/Mi VTtEQ tov iotuQTEiov , iv 0) eI^u Iv VMxoyfj djib tov 
7rQoyEyQauuevov ygövov, et infra ibidem, qui quidem locus maxime illustrat, 
quid sit illud iv '/MToyf^ Eivai: vvvl ös ö 7tQo[y£yQafAf.ievog] l47iol?Mviog 
Eig TTjv iv MiucpEi [/.aToy^]v nQdyvrjv ivTETWAxai , vtiö te [vtio di Malus] 
Twv vTcr^QEToJv ^tEQLOyiäxuL Etg Tag XELTOVQylag. Adde ibidem p. 354: 
diö d$ioj, "H?uE ßaoikEv, /iirj vTteQiÖElv /.iE iv vMxoyfj ovva, quibus simllla 
leguntur infra p. 358 et in alla eplstola p. 356 : ßaailsl ÜTolEfiauo 
v.al KXEO^cdxQa cTj ddEkqfj d-EoXg (piloi.i/jTOQ(Ji yaiQEiv TlToXEf.taiog ö 
r'Acayjov l\Ia'/.Edtüv [6 oj]v iv tu /cQog l\Iif.iqet (.lEyah^) ^laQa.riEto) iv 
'/xcioyfj iv Tu l4aTaQviÖEiw ecog tov vvi'. Et ibidem in alio papyro 
p. 601: y.ouKjduEvog Tt]v jXUqu oov ijCLöToh'jV, iv ?y ddygacpeg diaas- 
aCoodai iv. usydlcov yjvövvcov, yal Eivca iv /.aioyfj^ et in alla eplstola, 
quae iu altera elusdem papyrl parte legltur, p. 602 : ^aqarcUovL töjv 
öuiööywv yjxl vTtodioi/j^Tij ^cagd IlToXEi.iaiov Hla/.Ed6vog tov ovzog iv 
/.aToyTj iv tu) (.lEyalo) ^agavciEioj tovto tTog la, et p. 603: ^a^ayiitovi 
Tiöv diadoycov /ml i\-codtoiyjjT^ vcaqd ÜTolEf-iaiov tov CXav/Iov IMa/x- 
dövog TOv . . . og twv iv t(J fisydli;^) ^aqu/tiEuo ölöv^icov, ovTog ös iv 
Auvoyfj Yjöt] 'fvöiYMTOv . . . TOJv didvf-uov Tavr^Tog ymI TdovTog, nee non 
Dresdensls, quem mecum communicavit vir amiclsslmus Droysenus: 
^aQajcELWVi Tiov diadoycov ymI V7coöiOT/,r^tfj naqd UTolsjuaiov MaxEÖiov 
{ßla/^dovog legendiun est) tcuv iv /.uToyfj ovtcov iv ti7 f.iEyd?jo ^a(ja- 
7CIEL0J i/cog lovio höi/MTOv zrA. Idem genus dlcendl reperitur etiam in 
alio papyro, quem et Ipsum ad Sarapei tabulas referendum esse apparet, 
apud Forshall ]S"r. XVIII. 7, ubi Isias Hephaestloni scrlblt: /Mi.iniaj.iiyij 
TijV ;caod aoc i.TCiOioLijV tijV 7cao '^ Qqov , iv /y öiEodcfEig Etvat iv yaioyfj 
iv TiJ) ^qa7ciEii'j tw iv Mi/ittpEi , et iufra 25 : tzc di /ml "Qqov tov Tt]r 
i;cLGToktjV 7caQa/.E/.0(.u/MTog dvti^yyEh/.ÖTog lvcsq tov ayrEh^Äv^otog [cod. 
d7CElE'l)jOoTog] iy Tt^g '/.axoyj]g 7cavTE?uog d>^di'Cof.iai y.rl. Eiusmodl 
munere etiam illum Aegyptlum functum esse arbitror, a quo somnla lila 
perscrlpta esse Letronnlus slgnificavit, cohaerentque oplnor arcto vlnculo 
19 cum lila causa, ad quam plorlque papyrl ex Sarapei | tabulls servati 
pertlnent: addit enlra Letronnlus temporls quoque notas reperlrl, esse 
onlm lila scripta anno a. Chr. n. 160, Ptolemael PhUometoris anno XXII ^). 



7) P. 3 [81] : iiar des ruisoas qail serait trup lotuß de dediiire ici, j'ai 
(icfiuiii la certitude fiue le recto, uu le cöte qui eonUcnt Ich fraymentü, a (He ecrit 



128 Commentatio de Chrysippi libris neQl änoffianxwv. 

Atque quae ex Sarapei tabulis servata sunt maximeque illa ipsa causa 
ad Ptolcmaei Pbilometoris imperium pertinent, vide Reuvens in litteris 
ad Letronnium p. 89 sq., ita ut non dubitem bunc papyrum eodem 
referre. lam Letronnius, cur fragmentum de dialectica arte antiquius 
sit babendum, causis uuUis demonstravit : at rem sie se babere mani- 
festum est: quis enim credat quemquam inter Sarapei tabulas exiguas 
quasdam reliquias de dialecticis laqueis retulisse: immo vero is, qui 
litteris mandavit ista somnia atque rationes, usus est codice illo, in quo 
integer über erat perscriptus: recente enim papyro carebat aut cbartae 
parcere voluit, itaque illum de dialectica librum in suuni convertit 
usum et vel medias discidit paginas papyri. Quae cum ita siut, ali- 
quante ante annum 160 a. Clir. n. scriptus sit ille über necesse est: 
neque enim consentaneum est quemquam libro recens exarato taraquam 
futUi Charta usuriun fuisse : immo probabile est illum codicem non ita 
multü post annum 200 a. Chr. n. exaratum esse. 

Leguntur autem in eo latere papyri, quod Letronnius publici fecit 
iuris, quindecim columnae, aeltdag Grraeci appellant: et prima quidem 
columna non integra exstat: omnes enim versus ab initio truncati sunt, 
namque mediam fere columnam disciderat is, qui alteram partem in 
suum convertit usum; at ütterae, quae desiderantur, facili negotio 
potuerunt redintegrari ; quin etiam partem certe eius columnae, quae 
proxime autegressa est, studui restituere. Quinta decima columna 
pessime est habita, neque tamen papyrus deficere, sed potius ipsae 
ütterae paene deletae esse videutur, et haec quidem columna aegro ad 
pristinam poterit revocari formam. Sed inter nonam et decimam 
columnam alia est ab oscitante übrario omissa, id quod etiam Letron- 
nius animadvertit ^). | Sed disserendi ratione, qua libri auctor usus est, 20 
perspecta, hoc quoque detrimentum resarciri potuit, integram enim 
columnam de coniectura addidi: hoc ipsum autem argumento est, non 
plures hac una columnas intercidisse : nam cum secundum ülam dia- 



avant Vautre. Lcs iricccs ecrites sur le verso, Vont cte Van XXII du regne de 
Philometor, en J60 avant J. C. Le viorceau sur la dialectique est done anterieur 
u cette epoque, de comlnen? Je l'ü/nore. Mais un manuscrit grec du Ile et peut- 
etre du Ille siede arant J. C. est ä coup süi' d'ime antiquitc fort respectahle , et 
que ti alteignent , d'une manicre certaitie, aucuns des pajitjrus yrecs conmis, excepte 
quelques - uns , mais cn petit nomhre, trouves en Eyypte. 

8) r. 12 [104, .j]: il manque ici, sehn toute apparence, une colonne entre 
Celle -ci et In suivante. (Jette colonne, oic le passage d' Euripide etait rqxHe plusienrs 
fois, se terminait pur lcs lignes, oii Vautre fragmeut d'Kuripide od/ dxh vuvricg 
xrl. etait cite une jrremi'f^e fois; lcs dernieres leltres de cette colonne etaient 
ivTi[xiiTui . . . 



Commentatio de Chrysippi libris neQi änoipnTixüiv. 129 

lecticam rationem et extremam partem prioris disputationis et exordiiim 
subsequentis, quantum desiderabatur, restituisseni, animadverti haec 
plane integram paginam complere: quod longe secus esset, si plures 
excidissent disputationes. Hoc ipsum autem indicio est eins codicis, 
ex quo hie papyrus descriptus est, externam formani plane eandem 
fuisse; nam si columnae illius codicis fiiissent maiores, ea, quae exci- 
derunt, huius papyri una pagina non caperet: sin minores, non iam 
ea, qiiae redin tegrata sunt, integram conficerent columnam. Reliquae 
autem columnae, si a paucis quibusdam locis discesseris, satis integrae 
sunt servatae. Itaque si haec, quae supplevi, adieceris, iam fere 
septemdecim columnae superstites erunt. 

Numerus versuum in singulis paginis est impar, errat enim 
Letronnius, qui duodetriginta in una quaque columna exstare dicit ^). 
At vero columnae 1 — 5 sunt Septem tantum et viginti versuum, 
6—11 autem versu auctiores, 12 continet versus XXVII, sed ultimae 
rursus XXVIII: quod eo magis est notandum, quoniam plerumque in 
papyraceis voluminibus omnium columnarum versus totidem nmnerantur. 
Litterarum autem numerus in singulis versibus admodum variat: non 
tarnen verum est, quod Letronnius dicit minimum numerimi sedecim 
litterarum, viginti maximum esse: nam inveniuntur versus, qui plures, 
alii qui pauciores exhibent litteras: ita in col. 6 est ultimus versus 
litterarum XXI: /nüxi odd' tn i-iohrfjg. El Kv-, col. 7, vers. 5 Htte- 
rarum XXII: -ßi^oei dvTiyxixai hl -/mtu-, col. 8, v. 1 totidem litte- 
rarum : aag olda. idwr de aoi /Jyio, et sie etiam in nonnullis aliis locis. 
Hunc tanien numerum nullus versus excedere videtur. At plerique 
21 versus ne viginti quidem litteras | continent, multi etiam pauciores, ita 
col. 10, V. 21 est litterarum XIII: -^uojna -/MracfatL-, item col. 4, v. 18: 
oorig Tcavc' dvrjq. Col. 7, v. 11 est XI litterarum: f-iara. Nai' ov Kv-. 
Denique col. 14, v. 16 est X tantum litterarimi: ra- Nar od ^an-, 
uti omnino ii versus, in quibus particula vai legitur, pauciores 
capiunt litteras, quoniam haec particula intervallo a rehqua oratione 
seiuncta est. 



9) P. 2 [80]: le commencement et la fin manquent dans le papyrus. II ne 
contient plus qiie quinze colonnes, dont treize ä peu pres intactes. Le pi-emicr Hers 
des ligyies de la premiere colonne ne suhsiste plus, mais fai pu les retahlir entiere- 
ment; la dei-nicre est plus dcfectueuse et ne peut etre restituee qu'en partie. Toutes 
ces colonnes ont uniformetnent vincjt-huit ligties*), chacune de seize ä ringt lettres. 



[*) Ad haoc adnotat "W. Brunet de Preslo , qui in opero supra laudato commentationem Le- 
tronnii a. 1865 repetiit: ks ci)iq prcmieres colonnes et la douxiemc ne coiüienncnt que vingl-scpi lignes, 
comme l'a renw/rque M. Bergk.] 

Th. Borgk Kloiiio Schriften. U. 9 



130 Commentatio de Clirysippi libiis 7it(}). tino(furiy.wv. 

Altitiido papyri est, quaiitum qiüdem ex Letronnii delineatione 
coDÜcias, fere duodecim digitorum , latitudo singulis colamnis digitorum 
quinque: prorsus igitur congruit cum vulgari papyrorum forma, namque 
quinque aut sex digitos columnae latae esse solebant, tredecim in alti- 
tudinem extensae^*'). Non autem integrum esse volumen exiguus 
numerus columnarum indicat, namque triginta paginarum volumina 
non rara sunt, exstant vero, quae septuaginta et plures etiam conti- 
neant^^). Ipsa autem argumenti ratio satis superque docet multa et 
exordio et extremo deesse, ut fortasse vix tertia pars voluminis supersit. 

litterae, quibus usus est librarius, satis sunt elegantes nee a 
vulgari consuetudine recedunt. Scriptura autem est continua, neque 
distinctionis ullum reperitur vestig-ium, quantum quidem ex Letron- 
niana delineatione coniicias, nisi quod particula val ubique aliquo 
Intervalle diremta est et ab iis, quae praecedunt, et ab iis, quae sub- 
sequuntur. Praeterea notae quaedam sive lineolae reperiuntur, quas 
Letronnius plane neglexit, sed ex delineatione columnae 8 coniicias 
etiam in aUis columnis consimiles notas reperiri; eiusmodi lineola est 
in col. 8 in sinistra parte inter versus 4 et 5, rursus 7 et 8, 10 et 11, 
denijque 22 et 23. In eadem parte ad vers. 11 adiecta est nota, quae 22 
significare videtur aüam disputationem initium capere. Ibidem in 
dextra parte vers. 1 videtur nota satis illa quidem obscura fuisse. 
Librarius in exscribendo saepe erraverat, sed errata ipse correxit, 
quantum similitudo scripturae arguit; ita in illa columna (8) vers. 1 
videtur prius q^qüoco scripsisse, deinde supra scripsit Xey{co). Ibidem 
vers. 10 scripserat -/.öa pro oida, quod ita correxit ut o supra pingeret. 
Ibidem v, 13 pro älicj scripserat, ut opinor, ahev(g)^ quod punctis 
additis delevit supra quo scripsit lo. Ibidem v. 14 scripsit oo(pqav pro 
oo(fiav neque correxit. Ibidem v. 22 — 23 scripsit ov \ v.aviiAuxai, sed 



10) Cf. Ritschi die Alexandrinisohen Bibliotheken p. 124 [Opusc. I. 102] : die 
Zuhereitungsart des Papyrus a-lauhie zivar, einer Rolle jede hcliehige Länge zu geben, . . . 
dagegen ist die Breite d. i. Höhe des Papyrus nach den genauen Angaben des Plinius 
N. H. XI JI. 12 (rgl. Isidor Orig. VI. 10) und nach dem Augenschein sämmtlicher in 
Hercidanum aufgefundener Rollen eine u/nverhältnifsmäfsig geringe, das Mafs einer 
Spanne in der Regel nicht ühersteigetide u. s.w. et infia p. 128 [105] : atXlätg sind die 
einzelnen Paj)yrusstreifen, welche aneinander geleimt die Länge der Handschrift 
gaben, d. h. es sind die dünnen Häute der Papyrusstaude, deren Breite nach dem 
Umkreise des Stengels, deren Höhe nach der Länge des Stengels, und deren Güte 
oder Schlechtigkeit sich danach bestimmte, ob sie zunächst dem Marke oder zunächst 
der änfseren Schale des Stengels genommen waren. Zusammengeleimt wurden diese 
fünf bis sechs Finger breiten Streifen dergestalt, dafs einer über den andern in 
der Breite eines bis ziveier Finger lag. 

11) Vid. Ritschi ibid. p. ?>0 [27]. 



Commentatio de Chrysippi libris nfQi anocpaTixwv. 131 

punctis additis x delevit, et v. 25 scripserat jiqoiöoi Eoa}.i (pro jcqoö- 
löoioav) ffdog et g quidem supra adiecit, sed neque inutile illud e delevit 
neque tt mutavit [sed cf. p. 120], cmn tamen alias constanter TtQooidöioav 
scripserit. Y. 26 älo) scriptum, sed littera i tan tum evanuisse videtur. 
Denique v. 27 scripserat ut opinor ev pro et (etg), sed errore statim 
inter scribendum animadverso expunxit et deiuceps scripsit el[g). Ex 
hac columna satis superque apparet parum diligentem fuisse librarium, 
et reliquae pagiuae, si quis eadem diligentia examinaret, multas opinor 
varietates suppeditarent : nam Letronnius non nisi paucissimas notavit, 
quemadmodum est col. 7, v. 10, ubi supra o scriptum est öv, ut sit 
ovo, et col. 9, V. 9 tri (pO^if-dvoig correcljim est ita, ut supra legatur 
ö/To h. e. d7to(pd-ifitvoig. Deinde Letronnius col. 10, v. 23 sie exhibuit: 

&QiipavTog rjätov nsöov 
N 
ov (ckrjSiüg EuQiniärig. ii. 

Et hoc quidem quid esset non perspexit Letronnius, at scribendum est : 
vai' 06-/C ähi^i^cüg EiQi7rLÖt]g^ quae particula necessario requiritur in 
illo loco, librarius opinor omiserat et postea in margine adiecit*). At 
non intelligo, quid sibi velit littera N in alio loco col. 9, v. 24, quem 
sie edidit Letronnius: 

()(Tv' Ei ov ifalv iltxßißo N 
).oi 3idXt%Toi , ov Evgtni **). 

Ex bis facile perspicias librario illi parum tribuendum esse: nee 
probanda esse, siqnae a vulgari consuetudine recedant, namque hominem 
Aegytium scripsisse codicem arbitror, qui vulgarem dicendi rationeni 
23 secutus j quaedam etiam depravavit: ita non o scripsit, sed ov, credo 
quod sie vulgus Aegyptium loqui solebat, uti est col. 1, 6 dlr^d^c-g ov 
llsyer u 7coirjTr)g et rursus v. 16, pariterque col. 5, v. 3 et v. 20. Illud 
novum prorsus et singulare, quod in ipsius pliilosophi oratione ubique 
fere od scriptum, etiam ubi littera vocalis subsequitur, od dh^S^eg, ov 
dvTL'A£nai, ov duecprjvaTo , ov olkiog, aHa id genus. Paene invitus 
videtur librarius rectäm rationera adhibuisse col. 3, v. 7: var ov/. 
d.ceif/jVaTu rig et col. 9, v. 11: oi-A. 6 ^'ißv/.og ö 7ioir/ri]g, si Leti'onnius 
[quod novissimus editor confirmatj recte haec descripsit, nam barbara 
est oratio, et col. 12, v. 10 ova, d'E,uoua, at vero cum col. 8, 22 ov/. 
dvTi/EiTai scripsisset, postea illud /. expunxit. Contra in poetarum 
locis, quibus philosophus utitur, librarius servavit ov/, at id uescientem 
fecisse inde apparet, quod ubi negatio fuit abiicienda, liomo imperi- 



[*) Vide de his oa, quae ex iio\'issima papyri editione adnotaviinus p. 122.] 
[**) Cf. notam p. 121, c. 15, 2 a nobis adscriptam.] 

9* 



132 Commentatio de Chrysippi libhs ti^qI unotfarixüv. 



tissimus litteram x servavit, ut est col. 7, v. 22: %o\da- Tcchid-ig ydg 
dowalfQ cpQÜoai, et ibidem v. 28: y-e^ad^g/joag oida, Idcbv de ooi leyco, 
et 8, V. 6 : /.sBad^Qt'jaag xrA. , porro col. 12, v. 5 : •/.€q)dfirp> lixilfiL xoIwoblv 
cihu^ov f/roQ, et ibid. v. 24: x^g dvt]Q ayQor/.og ovös GYMiog, eodem- 
que pacto col. 13, v. 21 videtur in codice legi: y.oid' otti S^eio' ovo (.loi 
ra vo/jfjava, quamquara Letronnius hoc loco non satis dUucide varieta- 
tem indicavit*). Ex bis autem exemplis satis superque apparet ülum 
librarium poetarum illos locos prorsus non intellexisse Graecique ser- 
monis prope ignarum fuisse : at vel sie tarnen mimm est, quod scripserit 
yiE^ad^Qrjoag similia. Nam quamvis librarius üle, ubi addita fuit negatio, 
sie verba diremerit: ov •/.e^aS^Qt'JGag , ov y.oida, od x^g et sie porro, 
tarnen non intelligitur, qni factum sit, ut ubi omissa negatione übri 
auctor olöa, e^ad-Qt^oag /al. scripserat, librarius importunum illud x 
adiecerit. Neque vero credibile est librarium, cum in codice, quem in 
manibus habebat, l'^ai>Q)]aag reperisset, scripsisse -/.e^ad-Qt^oag propterea, 
quoniam in negantibus enuntiatis od /.e^aS^Qijaag legere solitus erat : 
immo potius existimo in codice, quo utebatur librarius, in illis locis 
per errorem negationem, quae proprie erat in poetarum illis locis, 
additam fuisse, quam deinde corrector punctis supra additis delevit: 
cum igitur iste librarius reperisset in codice ÖYKEBAQPH^A^, 
ÖYKOIJ^ similia, ille ov quidem omisit, at litteram x retinuit: con- 
firmatur haec coniectura etiam eo, quod in ahis quoque locis negatio 
ov prorsus repugnante | dialectica arte sit adiecta, sive in iUo antiquo 24 
codice non fuerit sublata, sive id non curaverit iste librarius ' 2). 

lam igitur cum librarium ne prima quidem elementa Grraecarum 
litterarum satis cognita habiiisse viderimus, nihil est causae, cur ei in 
ahis rebus magis reconditis atque doctis fidem habeamus, id quod fece- 
rimt Letronnius et Schneidewinus, qui codicis antiquitatem solam 
respexisse censendi sunt. Ita si col. 6, v. 12 ei Ttorfürjg tig oikiog 
cc7iE(pt]vaT0 legitur, non continuo ipsi hbri auctori vindicaverim illud 
TtoriTtig, praesertim cum ahas fere ubique meUor forma ycoirjzrjg lega- 
tur^^). Multo vero minus adducor, ut tragicum poetam satis antiquum 



[*) Codex un^tfuaxtv oJd" ont: addit papyri editor sub textu: ov est omis 
dans le papyrus.] 

12) Fortasse Aegyptii, qui Graeca lingua usi sunt, ubique ov dicere soliti 
sunt: omninoquo asperior fuit Aegyptiorum Graeca dialectus, vid. Theodor. Metochita 
ap. Mai. Vatic. Coli. t. 11. p. 684 et 688. Illud vero addam , me in Aegyptiacis 
papyris nusquam ov, saepe ovöt(g, oviS(v, firi, fxridtlg alia legisso. 

13) Ita ipsi Aegyptii variabant, vid. papyri, quos Forshall edidit, XII. 4: 
fnöriauv, at 29: inoirjauvro , XV. 16: Tioifj, at 20 mnörjxtv, VI. 13 ntnoCriJui, 
at 36 710 flaut. 



Commentatio de Chrysippi libris ntQi anoipaTixmv. 133 

scripsisse putem: Ot-x f/v aq ovd-ev 7i^ia, qnamvis col. 2 et 3 quater 
sie scribatur. At haec est vulgaris sermonis forma, quae ab Atticis 
prorsus abhorret ^ "). Itaque etiam col. 10 et 11 in Euripidis versu 
ovd^h legitur. Neque existimo Epicharmi aut certe Doriensis poetae 
esse versum Ovv. d^ico (.u/mv ae, f.ieydla d' ov/. l/w, propterea quod 
quater col. 11 /.(i/mv scriptum sit: at Doricum certe erat ur/xoJv, neque 
quidquam praeterea est, quod Doriensem prodat poetam: immo Attici 
vatis hie est versus, itaque non dubitavi f.ir/.Qiüv restituere; namque 
illud fji/Mv ex Aegyptiorum lingua videtur profeetum esse. Porro 
inaudita plane est forma ^)piV, quae in epico versu col. 12 quater repe- 
ritur: non dubito, quin i^sv restituendum sit. Neque multum tribuo 
ei, quod in Anacreontis versu col. 13 constanter de vre sit scriptum: 
quin hie quoque, quod in plerisque locis, ubi illa particula legitur, 
aeeidit, ut germana forma dr^bre oblitteraretur. Neque illud defendo, 
quod in Sapphus versiculo col. 8 doyJi.ioif.ti sit scriptum, cum gram- 
matiei Aeolenses öo/juio/.ii dieisse affirment, illaque ipsa forma satis 
conveniat dialecti legibus. [At de bis cf. ad p. 120.] Manifesta autem 
sunt vitia quae non correxit übrarius col. 13, v. 22 [23]: dvof.tai rd 
vor^l-taia pro ovo uoi xä v. et col. 9, v. 20: var Ovßvr/.og 6 noirjZt^g. 
25 Letronnius scripsit 6 ^'lßv/.og, \ 6 Tioir^t/jg, at id ipsum vitiosum est, 
immo scribendum: rar ovy^'JßvKog 6 7toir]T^g, quemadmodum col. 13, 1 
legitur: val- ovy. lälrMiäv ö 7t0Lrfcrig. Gravis denique error admissus 
est in Euripideo versu col. 11: Ova eoriv ovd-iv did zeloig evdaiLiovelv: 
namque poeta scripserat Evdaii-iovovv, quamvis codex in Omnibus locis 
falsam lectionem exhibeat. Praeterea in aliquot locis negatio est adiecta, 
quod in eiusmodi argumento facile potuit fieri: itaque non dubitavi 
eam delere, ubi disserendi rationi adversabatur. 

Sed dicendum est de ratione ac via, qua auctor libri in disse- 
rendo est usus, deque vocabulis, quae adhibuit. Et possumus eo certius 
de bis iudicare, quandoquidem in omnibus locis iisdem usus est verbis, 
ut facile appareat propriam quandam vim tribuisse philosophum bis 
vocabulis, ut ab eis desciscere ei non licuerit. Et d^icofia quidem 
vocat enimciatum sive pronuntiatum , quod aut /.axacfaxi-Mv sive affir- 
mans aut dnoffaTC/Jov sive negans est, ita ut alterum alteri sit oppo- 
situm, dvxUeitaL. Et negantium quidem pronuntiatorum quatuor et 
viginti affert exempla, quibus cum utitur, plerumque dicit: dycEfpt^varö 
Tig vel d7ce(pah€T6 zig, neque enim ullum discrimen intercedit, quan- 
doquidem in uno eodemque loco cap. 13 dixit: el ^a7i(pu) ovziog d7ce- 



14) In papyi-is, quos Forshall edidit, similiter variatur, quemadmodum ov&tv 
legitui- I. 25, IX. 19, XI. 23, XU. 29, ov^ivu XEI. 9, at otWr XV. 20. 



134 Coimnentatio de Chiysippi libris nft/i linoffUTiy.m: 

cf}]vctro et infra: ov ^ayrcpio ovriog. dyTerfcciveTO. üt orationem variaret, 
aliqiioties dixit: tleyt rig, vel simili aliqiia forma usus, ut quid sit 
diioffctiveod^ai satis appareat. Sed quoniam negantia sunt pronuntiata, 
nonnunquam d/iorpairouerog d/clcpaa/J cig dixit: iam ut djcocpdayieiv 
negarc est, ita /.aracpäa/.Eiv affirmare intellexit. Exemplis, cum in 
promtu sint, nolo haec firmare. 

Difficilius est exponere, qua disserendi ratione usus sit philoso- 
phus, quandoquidem modo fusius, modo brevius disputavit. Et maxinie 
quidem compendiaria haec est ratio, quam sequitur philosophus c. 4: 
si est negans pronuntiatiim , huic oijposiUim est affirmans, sin minus, 
non est negans pronuntiatum ; quemadmodum est in illo loco [cap. 4] : 

Ei ((7lt(ft1]VUTÖ TIS' Ovx rjV. 

jivTly.dTtti u^iwfxci xciTcufUTiy.ov tw' Ovx jjv. 

Nc((' oi'x ävTlxiiTtti u^(o}fi(c xaTaffarixöv rib' Ovx iqv. 

NtiC' ovx unnfrjvaTÖ rig' Ovx rjV. 

Prorsus ad hunc modum disseruit c. 6, 13, 18. Et variata tantum 26 
dicendi forma dixit c. 3: el dXiqd-oJg rig oikcog d7ta(paivEro . . . od'/, 
dXrj&ojg Tig ovrcog d7TE(paLVET0, ad quod proxime accedit c. 17 nee 
magnopere discrepat c. 5: eI dh^d^Cog ol/ccog dTtlcpao'/J xig . . . var ot'X 
d7iE(paayJ zig ovriog, nisi quod d7iecpaa/.E dixit, paulo accuratius quam 
dicEcpaivETO. Eodem redit illa ratio, nisi quod paululum dubitantior 
est, qua usus est philosophus c. 7: eI dh]dEg eoziv, ojieq outoj IexOeÜj 
Sv . . . ov/. dh]d^eg iariv, wceq olkio kEy^EU] av. Kursus confidentius 
dictum est id, quod c. 8 reperitur: et dh^Oig, o Heye rig . . . ovvi 
d).^d^ig, ilayt rig, quocum fere congruit c. 16: eI dlrjS^eg eotlv, 
OTZEQ ovriog elixOrj . . . ovte ipevdog ovt' dlrjS-eg sgtiv, o elex^^ t iiisi 
quod extrema illo paullo explicatius dicta sunt, et fortasse in exordio 
quoque illius capitis scribendum est: eI ytal dlrjd^ig ymI ilJEvdög iaziv. 
Ab omni hac disputandi ratione non multum distat ea, quae c. 14 repe- 
ritur, nisi quod auctor inverso est ordine usus: 

Ei avTCxurui (c^(wfu(c xctTUifarixäv. 
udniffutviTÖ rig ovTO)g. 

NaC- ovx t\vT(xtiTui u^tuua xcauipajixöv. 
NaC' ovx ünt(fa(vtTÖ rig oikwg. 

At singulare prorsus disputandi genus reperitur c. 10: 

Ei Tig ovTOjg antifuCvtto' Ovx uvaßriati. 
IdvjCxnTai (vi x(crK(farixa> d^iMf^aTi 
Svo unoipuTixä u^iw/nKTa. 
NnC' ovx uvtCxnjai kvl XKTiapaTixiii 

a^KÖUUll Svo UTTOfpUTIXU uilli)fJ.(CTU. 

Nal' ovx oi'TO)g unt(fuCveTÖ jig' Ovx uvußr^an. 



Coinmentatio de Chrysippi libris ntQi «notpuTixüHv. 135 

Eiusdem argumentationis vestigia quaedam reperiuntur c. 24, sed ita 
oblitterata suut, ut integra restituere nequiverim. N"eque satis perspicio 
in tanta bre^dtate dicendi, quid dialecticus significare voluerit, nisi for- 
tasse cum dixit duo negantia enuntiata opposita esse, intellexit d'^iiofia 
v7ieQa7co(paTi"A.6v, quod dialectici vocant, nam non solum 

OiJroi rov y' vmQu^ni/ovTu 

27 OvQfivov i!a«vriß)]a(i 

dici potuit, verum etiam: 

OUtoi töv y^ vnfQafj.7iej(ovt(c 
OvQUVov ovx Ü0avttßrjati. 

Verum haec fateor perquam incerta. At usitata illa disputandi via 
aliquoties ita variatur, ut aiens sive affirmans pronuntiatum substi- 
tuatur, quemadmodum est c. 19: 

Ei oÜTwg ccne(f)aCvtTO ns' Ovx «|<w, 
'£o'^^ Tig og ovrwg unotfcUvoir^ üv' Id'^tüj. Ncd. 
Ovx iGxiv oGXig ano(fttivoiT üv li^iw. Nai. 
Ovx antipcuvtTO rig oikwg' Ovx a^iw. 

Nee multura distat ea forma, qua usus est philosophus c. 20 : sc zig oxkiog 
chiiffaG7.£v . . . d^ico/ja ioriv. Nal' ovy. d^icof.ia iaziv. — Nai' ovx ovrwg 
d/teq)a(r/J rig, aut c. 2 1 : et zig oikiog drcecfaivezo . . . '/xtza(päö/.oi av zig . . . 
Nar oö '/.azacfday.oi av zig. — Nar Obj ovziog dneffciivEzo zig, quocum c. 11 
fere congruit : el occiog ditEcprjvazö zig, . . . dycocpaivoiz^ av zig. . . . Nai' ov'/, 
dytocpaivoiz^ av zig. — Nar ovx oiziog dnecpalvezö zig, aut. c. 9: u zig 
ovTOjg d7tE(piji'aro , . . . (pdaig laziv, ousq ouzio kex^eir/ av. — Nai' ov 
ffdoig l'oTiv, 07C€Q ovzoj Xey^d^eh] av. Nai' ovv. drcEqji^'azö zig ovzoig. 
At quoniam impeditior paulo haec est ratio, librarius plerumque eam 
oblitteravit, neque Leti-onnius perspexit, quomodo isti loci essent expli- 
candi. Eo facilius autem illi loci potuerunt interpolari, quoniam pliilo- 
sophus, ubi affirmans pronuntiatum substituit neganti, leviter tantum 
immutavit detracta negatione neque reliqua cura^^t, quemadmodum 
c. 9 hoc tamquam affirmans pronuntiatum proposuit: 

I^Lol fV i.vxikii.S(av vuvwv ixiXi.i oyrf' tri txoknfig. 

Atque hoc quidem caput differt ab rehquis eo, quod philosophus non 
solum hanc disputandi viam ingressus est, sed ut magis etiam id quod 
volebat confii-maret, adiunxit etiam alteram illam disserendi formam: 

El TioiTjTi^g Ttg oi'jwg (iTTSffTjvaTO' Oi' fx^ktf 
IdvjCxtiTai a^C<x)fiK xaTutfaTixöv t(ü' Ov ^(Iti. 
NaC' ovx i(VT(xtiT(ci ä^twinu xuruifcatxbv rw" Oi) fiO.ti- 
Nut' ov TTOiTjT^g Tig ovrwg (c7ie(fr)vaTo' Ov y-O^tt. 

28 lam ad alteram hanc disserendi rationem prope accedit c. 1, quemad- 
modum restitui: 



136 Comraentatio de Chiysippi libris tkqI anoiparixatv. 

Ei xcä \pevSog xai nkrj&^s iariv, onsQ (i.(yiv 6 7Toi}]T)jg' Ovx olSct. 
Ldkrjih^S fOTiv. OTifQ ovT(o Xiyoi rig iiv OlSu. 

NaC' oöre iffsu^og oilrf nlrj'f^^s fffriv, ontQ ovtw X^yot äv ns' OM«. 
NaC' ovx uXr]y^(g, o flfyfv 6 noirjTiig' Ovx oiSu. 

Poteram haec brevius sie conformare: el dh]&sg eariv, otieq . . . Nar 
ovK dhj&eg sariv, 07ieQ ovtio Xeyoi rig av, at quoniam in subsequenti 
capite eandem fere disputandi rationem secutus est philosophus, nolui 
ab ea discedere: conferas etiam c. 16 extrem. Atque hanc alteram 
quoque disserendi formam variavit dialecticus, ita ut aiens pronuntia- 
tum praemitteret, uti est c. 12: 

Ei ovTMg (cnoffctt'voiT^ äv Tig' ^E'^nS-qriang. 
OvT0)g an((fccax^ rig' Oix ^^«.9^p>Jo'«?. 
Na(' ovx ovTcog unocfccivoiT äv rig' ^E^ccOo/jOug. 
Na(' oi'x ovTCjg an^ffncsxi rig' Ovx i'^aOQijang. 

Plane eadem ratio adhibita est c. 22, nisi quod ovnog drcEcprjvaTO 
dixit, non ol'rwg dnlcpaoAev, Et prope accedit, nisi quod dicendi genus 
mutatum est, c. 2: 

Ei ovTi tljfvöcig oüre cclrjx'hcjg kfyoi Tig äv' Toi (xe. 
Ovx ui-TjO-^g , oneo kfx&^ed] äv' Ovtoi ,uf. 
Neu' xal xpivöüg xnl uXTj&uig ovto) X^yoi rig äv' Toi fXB. 
Neu' fU^/>^f iartv, omo }.t/&t(ri äv ovTwg' Ovtoi fxe. 

Sed hoc quoque genus disserendi, quoniam impeditius paulo est, fere 
oblitteratum est. 

Deniquc non multum distat ab hac altera ratione illa disputandi 
forma, quam adhibuit auctor c. 23 : 

Et Tig ovrwg änotfiatvöfitvog' Oix oiSa. 

un^cfaaxfv ' Olda. 
Eialv ufjnfi(ßo).oi JtfUexToi. 
NaC' ovx (ialv ufx(f(ßokot diäktxToi. 
Nai' ov Tig ovTwg uno(faivö^tvog' Ovx oiSu. 

un((f)Kaxiv' OJSa. 

Quod dicit du(pißoXoi didle-Axoi , idem est ac si dixisset ytal if^ievdog 29 
ymI d'Ar^lttg lariv, vel brevius dlijOeg lonv. At hanc disputandi formam 
dialecticus magis raunit et jBrmat, ascita illa usitata, quae explicandi 
causa adiungitur: 

El Tig oikog unfifuaxtv' Ovx olöa. 
livT(xtiTui ("(^((jjfia xnTa<fUTixöv t^' Ovx olßa. 

NuC' ovx iOTl Tl XUTUIfitiTlxbv tt^ClÜfJLa 

uvTixtCfxtvov Tü' Ovx olöa. 

NuC' od Tig oiTMg (cn^epaOxtv ' Ovx üFJ«. 

Prorsus codem modo disseruit dialecticus c. 15, nisi quod invertit 
membrorum ordinem: 



Commentatio de Clirysippi libris Tifpl anotfUTixiHv. 137 

Ei oi'x iialv (\fX(fißo).oi Stälexroi, 

Ot'X oi'rtog ano<f(uvöfitvög Tig' Oiy. uv y^vono' Hn^cfaaxfV Z4v yf'roiTO. 

NaC- iialv H[j.(fißolot dtdlty.Toi. 

NaC' ovTwg ano(fuivccfxevög rig' Ovx äv yh'oiTO' unäffaaxfV !kv ytroiTO. 

Et tum subiungitur usitata illa argumentatio, prorsus uti est c. 23. 
Ceterum videtur dialecticus fere eandem rationem seciitus esse etiam 
in c. 24, cuius magna pars intercidit. 

Ac dicendi quidem genus si paiilo acciiratius consideramus, prorsus 
cum Stoicorum et placitis et sermone consentire animadvertemus : nam- 
que d^iwf^a dialecticae apud Stoicos fuit principium, vid. Cicero Academ. 
11.29,95: nempe fundamentum dialecticae est, quidquid emmtiefur, 
id auteni appellant d^i(of.ta, quod est quasi effatum, aut verum esse 
aut falsum, et rursus c. 30, 95 : illiid quaero, si ista explicari non 
possunt, . . . tibi est illa definitio, effatum esse id, quod aut verum 
aut falsum sit? Similiter istius vocabuli vim exponit in Tuscul. Quaest. 
I. 7, 14: an tu dialecticis ne imhutus quidem es? in primis enim hoc 
iraditur, omne pronimtiatum , sie enim in praesentia mihi occurrit, ut 
ap>pellarem d^iiü{.ia, idar post alio, si invenero melius, id ergo est 
pronuntiatum , quod est verum aut falsum ^^). Et Diocles, qui Stoico- 
30 rum doctrinam in comjpendium redegit, apud Diog. Laert. YII. 66: 
aS.itiJi.ia /iiiv yaQ eoziv o Xlyovzeg d/to(faiv6f.(ed^a, o^ceo rj aA/;^6g ioriv 
}} ipeidog. Adde Sextum Empir. VIII. 13 et 70 seqq. 

Similiter Stoici d^iojfxaxa alia d7iocpari'/.d, alia /.aracparrKd esse 
docent, vid. Diocles ibid. [v. 69]: iv öi To7g cvrloXg d^itbi.iaoi Ion tö 
dnocpaTiv.bv^^) y.al xb dQvrfiiy.6v /.ai rö OTBqr^ri/.ov y.al rö xar/;yo^fxöv 



15) Adde de Fato c. 1 : explicandaque vis est ratioque env/ntiationum , quae 
Graeci d^to\uaTa vocant: quae de re futura cum aliquid dicunt, deque eo, quod 
possit fieri aut non possit, quam vim habeant , ohscura quaestio est. 

16) Pessime recentiores editiones dnoifavnxov hie et infra vjitinmotfuvrixbv 
atque unoquvTixov exhibent, quod falsum esse vel exeiuplum, quo usus est Diocles, 
ostendere poterat: rccteque edd. vett. et codd. unoifcaixov et vTiiounoifuTixov prae- 
bent. 'AnotfuvTixbv enim id ipsum esset, quod Stoici u^uduu appellant, neque usi 
sunt Stoici hoc vocabulo, sed Aristoteles, vid. Schol. Aristotol. p. 93 B ed. Brandis: 
xulovai dl Ol filv ZtojixoI tov unoifavTixbv {'köyov) ((^((Ofin et Ammonius ibid. 
p. 96 A: xttkovai 6( ol ZtwixoI tov /xiv unotpavrtxdv Xöyov u^iwfia . . . nüXtv di 
jov uno(favTixoC Xöyov 6vo övtüjv tiJwv xal tov fiiv xaXovfi^vov xaTTjyoQixoü, toO 
Si vno&iTixov, XKTTjyoQixov /utv TOV arjuat'vovTog t( t(vi inäo/it ^ oi'X vnÜQ/tt, 
Cü? OTuv tincüf^iv ZojxnciTTjg ntQiTiaTii , Zor/.QÜTrig ov niQinctTiT {xarriyoQovutv yuQ 
TÖ niQinnTiTv tov ^MxnÜTOvg noTt /Jiv xaT iiif ut ixwg , noTt J* dnoifaTtxwg), 
vnod^iTixov rfi ToO aijuui'vovTog xtX. Itaque secundum Aristotelem (tnoifuvTixbg 
Xoyog aut dnoquTixög aut xuraffuTixög, secundum StoicOS ((^(lOfiu aut djKxpuTixov 



138 Commentatio de Chiysippi libiis mn) unoffccTixwv. 

•/.at TÖ yMTayooeiriy.dv vxd äooiaTOv. . . . y.ai d^uof.iaTOQ dyTorpariy^öv 
/,iev olor OvyJ i]ueqa roriv eiöoQ öl- tovtov rb {•TteQarrofpariy.ov' 
{'7tBQa7ioq)aTiy.bv d' iariv d;ro(puTiAbv dnocpaxi/.ov^ o\ov Ovyl f^k^a oh. 
tarf Tid^r^GL de rb'Hueoa eoriv. Et neganti quidem pronuntiato (d^ico- 
fiOTi aTtoffUTr/jJ)) oppositiini est (arr/yeiTai) pronuntiatiim aiens {d^icof.ia 
yMxa(faxiy.6v) secundum Stoicorum doctrinam, quin solam negationem et 
affirmationem Stoici docent sibi opposita esse {dvTiyelaO^ai)^ quae notio 
apud Aristotelem multo latius patet: vid. Simplicium ad Aristotel. p. 87 
A ed. Brandis: oi yovv ^ttoiyioi f.i6va rd dTCOfpaxixd röig y,aTacfaTLy.öig 
dvTiy.uoxha rouuorai yx'L Et sie reliqua quoque vocabula, quae in 
hoc libello reperiuntar, prorsus cum Stoicorum dicendi genere con- 
gruunt, quemadmodum quod c. 24 h'ötyevai legi videtur; compares, 
quod Sext. Epir. VIII. 115 ex Diodoro Crono affert: JiodcoQog ös dhj- 
d^eg eivai cfr^Oi avvrjuiiiivov mcEQ f^o'fCE h'dtyexo lojve hedeyßxai , dQy6f.ievov 
UTi dlrjd-ovg hrjyEiv hti xpEvöog xiX. 

Yerum non solum dicendi genus, sed etiam disserendi ratio, quae 
in hoc hbello reperitur, plane ad Stoicorum consuetudinem accedit. 
Namque siunma totius disputationis haec est: quod non sit, id etiam 
esse passe, verum igitur id esse, quod et esse et non esse possit. Ab 
hoc igitur principio profectiis auctor enuntiata negantia examinat, 
ostenditque verum | esse id, quod negetur, tum demum, ubi rursus 31 
illud negari liceat: omni igitur neganti enuntiato oppositum esse aiens 
pronuntiatum. Atque haec ipsa Stoicorum est doctrina de vero, vid. 
Sext. Empir. YIII. 10: ol de a/cö xrg axoag liyovoi /.liv xcov xe aiod-tj- 
XMV xivd yjxl xöjv vorjtojv dlt]^ .... dXvjd^ig yaQ eaxi xar' avxovg xb 
VTtdqyov /ml dvxiyBLf.iev6v xivl' yMi rlievSog xb (.irj vTraQyov yal [fxrj] 
dvxi/^luevöv xLvi, etinfraSS: ocxiog ei dhj^eg eoxi y.axd xovg öxioiy.ovg 
o hcdqyu xe yal dvxiyeixal xivi, yal xpevdog o i-irj mtdqyei f.itv, dvxi- 
v^ixai de rivi, yxxxd dvdyxxjv dcpeiXofjev yivcbayieiv elg xfjv xoijxiov votjGiv 
XL eaxt xb dvTLyeif.ievov, ubi scribendum est: o ^irj htagysL /iü]de dvxi- 
/£ixai' xivi, et deinde ex Stoicorum sententia quid sit oppositum expla- 
nat: (paol ydq " dvxr/.elf.(evd eoxiv, &v xb f-'xeqov xov Ixiqov dTtocpdaei 
7i:Xeovd'Cei^\ olov "fj/ntQa l'axiv — ocy fjj.itqci l'axiv" ' xov ydq " fjpeqa 
tOTiv" d^ii<j/.mxog xb '^ oiy fjj^tiQct eaxiv'' d/rocpdaei yrleovateL xo) [xf]] 
ovyi' /M diu xovx' dvxiy.ei/uev6v eoxiv e/£iv<i). 

Constitueram de hac Stoicorum dialectica explicatius disserere, 
quod angusti huius libelli termini prohibent: conferas quae Petersen 
Philosophiae Chrysippeae fundam. p. 204 seqq. de hac re dixit. Illud vel 



aut xtcTaffjarixov est: quare fcrri nequit in Diocle unoifuvTixov et ijnt()uno<fjuvTix(>v 
ui((»nu. 



Commentatio de Chiysippi libris 71 fo) änotfiaixCjr. 139 

ex his quae disserui facile apparet, aiictorem illius libri Stoicum fuisse 
philosophum , quod Letronnius qiioque, quamvis non satis disserendi 
subtilitateni perspexerit, animadvertit^'^). 

At ego quidem procedo lougius ipsumque etiam libri auctorem 
indagari posse arbitror: non esse imiira aliqiiem ex posterioribus philo- 
sophis, sed principibus potins adniimerandiim vel inde apparet, quod 
hie codex, ut siipra ostendi, nou paucis annis ante anniim 160 a. Ch. n. 
scriptus est. Et Zeno quidem auctor Stoicae doctrinae, uti omnino non 
sane litteris clarus fuit, ita dialectica vix attigit, nisi forte huc referre 
velit aliquis librum 7ieQl le^ecov, quem Diog. Laert. YII. 4 commemorat, 
quod tarnen argumentum non sane late patet, vid. ibid. 44, aut librum 
Ttegl koyov, vid. Diog. ibid. 39. 40, qui tarnen liber vix summam dia- 
lecticae comprehendere potuit. Aristo autem Chius dialecticam artem 
32 prorsus neglexit et ab ipsa philosophia segregandam | esse censuit, 
vid. Diog. Laert. YII. 160 sq.^**). Cleanthes primus fuit, qui dialecti- 
cam paulo accuratius illustraret, memorantur enim aliquot eins libri, 
qui huc referri possunt'^), nee tarnen Cleanthis inter dialecticos magna 
fuit auctoritas aut bonos, id quod etiam in Sphaerum Bosporianum, 
Cleanthis discipulum cadit, quamquam is non abhorruit a disserendi 
subtilitate''^"). Itaque Chrysippi tantum celebre reliquum est nomen, 
quem dialecticam artem multo maxime amplificasse et exornasse omnes- 
que eins partis pari studio complexum esse consentiunt omnes. Ad 
Chrysippum igitur auctorem refero hoc ipsum, quod illustravi frag- 
mentum : cui vindicandum est vel propterea , quod nemo ante eum 
tanta diligentia atque accuratione tantaque ubertate, quanta in hoc 
libello conspicua est, illam disserendi artem tractavit: ulterius autem 
progredi non licet. At accedunt etiam alia satisque idonea argumenta, 
quae hanc meam coniecturam stabiliant. 



17) P. 2[81]: ce Traite avuit donc ete redige d'apr'es Jes -principes admis 
par les sto'iciens et principalement pur Chrysippe, dans ses ouvrayes sur la dia- 
lectiqiie; c'est ce qu'on peut voir dans Dioghie Laerce, qui nous donne une idee 
assez compilete de ces distinetions subtiles. 

18) T6v Tf (fvaixov jönov y.ul tÖv Xoyi/.ov av^ofi , ).iy(ov töv txiv tivut imfQ 
tjiiäg, Toy J' ov^iv nQog ^/uüg . fiövov öi tov fjOiy-ov nQog ^,«<tf loixfrai J^ Tovg 
SiaktXTiy.oi'g ).öyovg To7g anuyvioig, 11 xcu'toi (^oxovvtcc Tf/vixöv ti ixifuivtiv [^vv- 
(fccirtiv Bloinfield], ä/orjaTÜ tanv. 

19) Diog. Laert. VII. 175: TTfot rwr uttöqojv, moi öicdfxTixfjg, ;iioi tqötkov, 
thqI xcarjyoQrjudrcov. 

20) Diog. Laert. VII. 178: Sphaerum dicit praeter alia scripsisse nfQl 
ofxoCwv, nsQi OQ(ov, nt(>i e^eiog, tkqI twv avTiliyofiivMv rgia, TitQi ).6yov, tkqI 
nXovjov, TTfoi (fö^Tjg, nfol ihuvciTov , T^/vrjg (hnl(xrixt]g Svo, tisqI y.aTijyoQTffKcrwv, 
TTfQi ((jutfißoXitbv, l/TiaroXdg, quorum pleraque huc spectant. 



140 Cominentatio de Chrysippi libris niQi HnotpnTixwv. 

Facile quilibet, qiii hoc fragmentum perlustraverit, exemplorum 
coiiiam niinis fortasse largam ab auctore libelli ex poetis congestam 
niirabitiir: at hoc prorsus convenit cum Chrysippi consuetudine, qui 
non semel eo nomine castigatur, quod cum paucis rem absolvere 
potiiisset, legentes documentorum multitudine propemodum obruerit. 
Ita Diogenes Laertius VII. 180 cum alia in Chrysippo reprehendit, tum 
hoc maxime ei vitio vertit, quod non potuerit in testimoniis propo- 
nendis sibi temperare: E7ch'jd-vve di avrä {zä GvyyQauf.iara) 7tol'k(XY.ig 
VTteQ Tov avTor d6yj.iarog hiixtLqüv kül 7täv rb V7io:cEobv yqüifiov yial 
diogi^oviiievog 7clEovay.ig 7cXEiöxrj re tmv i.taQTVQUov Tiaqad^loei /pw/zevoc;. 
Imprimis autem rem iUustrat illud Apollodori, quod ibidem legitur [181]: 
Y-ai A7ro)J.6do)Qog de ö Idd^i^vaiog ev tTj ovvayioyfj rojv doy/.(dTtov, ßov- 
Xöuevog Ttaqiaravai bri rä ^Ejriy.ovqov oh,eia divd/iiet yeyQaf.ifxava ytal 
a7raQäd^Era ovra fiivQio) 7r}.Ei(ü iotl tmv XQvai7r7tov ßißlliov, cprjGiv 
oi'rcog aörfj rfj le^si ' „eI ydg zig | dcfslot rcov XQVOijT7tov ßißXkov, oa' 33 
allÖTQia TtagaTE^EtTai , '/£vög avro) ö ydqxrjg '/.aralEXELipEzai", id quod 
cadit quam maxime in hunc libellimi, ex quo si sustuleris, quae aliunde 
sunt petita, pauca sane relinquentur, quae ab ipso auctore profecta sunt. 

Accedit iam aliud, quod nostram de auctore libri coniecturam 
non mcdiocriter firmat: viginti quatuor testimoniis utitur philosophus 
in ea operis parte, quae conservata est; herum exemplorum tertia pars 
est ex Euripide petita, namque Septem loci Euripidei proponuntur, 
qui iam aliunde erant noti, Iphig. Aul. 28 (c. 5), Andrem. 205 (c. 6), 
Helen. 1261 [1245] (c. 16), Suppl. 270 (c. 18), Stheneb. fr. 1 [662] 
(c. 7), Dictys fr. 5 [344] (c. 15), Phoenix 10 [814] (c. 17), denique 
duo ex Euripide senarii adscripti sunt c. 8 : 

Ovx iv yvvui^i Tovg vtuviug ;^p6(uv, 
AXX' iv (fiSrj(}q) y.uv ojxXoig Tijxug '^Xfiv. 

Casune arbitremur libelli auctorem ex Euripide potius, quam ex 
alio poeta exompla repetivisse? praesertim cum aliorimi poetarum, 
quibus auctoribus utitur scriptor, velut Anacreontis, Ibyci, Sapphus 
unum alterumve tantum exemplum in medium attulerit. Immo satis 
superque apparct philosophum Euripidis tragoediis plurimum tribuisse. 
Atque hoc quidem compertum testatumque est, Chrysippum nuUo 
poeta tantopere quam Euripide esse delectatum, credo quod ingenii 
aliqua similitudo inter utrumquc intercessit. Quid quod integram fere 
Euripidis Medeam Chrysippus in unum aliquem librum transtulit, quod 
scite aliquis exagitavit^^j; nee lictum hoc temere aut coramenticium, id 



21) Diog. Laert. VII. 180: 7iXt(aTrj n twv uuqxvqiwv nanaO^ati yQwnvog' 
loart /.(ü fnndi] noit tv rivi riäv avy/Qa^fiäruiv tiuo dklyov ttjv EvqiuCöov Mr'idtiuv 



Commentatio de Cliiysippi libris negl anotfUTixüv. 141 

quod arguunt tarn ipsae Chrysippeonim libromm reliquiae, quam voces 
aliquot, quas veteres auctores memoriae prodiderunt, ut totuni paene 
Euripidem memoria tenuisse videatur^^). 



olr]V TTKOSTlütTO XCtl Tig fxnu /iJ^QKg ei/f TÖ ßißklOV, TTQOg TÖl' 7TV!)6/JSVOV Tl UQCi 

f/oi , f<f'fl, „XQvainnov Mrjdtiav." 

22) Huc pertinet, quod Diogenes L. VII. 179 refert: fxirtvött fxivToi dnörs 
TtQÖg avTÖv anoTtivono, wan (fvvf/ig 7tQ0(fiQBa&ai tkOtcc 

'Eyw 6i,ruXi.a ftaxÜQtog Ttiipvx' avt'iQ, 

UJLijv eis Ki.iar9i]v zovto d' ovx ivdaif.ioMJi, 

qui versus ad Euripidis Orest. 533.4 [540.1] sunt accomodati et ibidem 182: 
ndXtv <J'* imi Tig CtjtcJjv xnTUtxövag uirw öitl^ytro ivarctihwg , Infi Ss {iswQuiv 

TTQOatÖVTU Ö^IOV rjg^iTO (flXoVtlXiJv, i(fri' 

Oifioi , xaalyyyiT', ön^ia ouv zaQaaactaf 
Ta/v? ds fiitt9ov Xvaaav, uQZiwc ipQovtäv, 

qui versus in eadem tragoedia subsequuntur. Adde GeUium Noct. A. VI. [VTI.] 16 : 

si versus Euripidi recordemur, qiübus saepissime Chrysippus philosophus usus, 

tamquam edendi irritationes quasdam repertas esse, non per usum vitae necessarium, 

sed per luxum animi parata atquc facilia fastidientis per improhaia satietatis 

lasciviam. — ^Entl t« ötT ßnoToTat nlrjv (^coiv uövov xtL, quocum componas Plu- 

tarchum de Stoicorum Repugn. c. 20: y.cuToi nolla/oO /xtv ano/.vaiti [XotainTiog) 

TuvT ^naivüv' 'Entl ri öti ßQOTotai xil. Quantopere autem Chiysippus delectatus 

sit Eui'ipide , ostendunt ipsius librorum reliquiae , ita conferas Galenum de Hippocr. 

et Plat. Decr. I. p. 283 ed. Bas. [V. 417 sq. K.]: ßovXtTai öt tö TTQotriJrjfxt^v ^fjfj.ce rtp 

XQva^TiTTO) t6 otov TTQoauvanXdTJttv TS y.al ngoTvnoCv tö ngäyfin nao' iuiTW to 

uillov yfvijOtaSai . . . äi6 y.ul t6 tov lAvu^icyÖQov TKiQftkrjqfv ivrav&u, üg (cQu, 

Tivög unayytCkuvTog . avTO) TtdvdvKi tov vtöv, tv ^üXa TtOvrjxörog eimv, Hiötiv 

xt^VTjTÖv ytvvriaug , xcd d>g toDto Xußwv EcQtnit^rjg tö vurjua tov &t]ai(c Tisnotrjxi 

MyovTif 

'Eyiii $i {tovTo) TtaQu ao(pov ziroc fia&u)y y.z?.. 

ovTCo (ff (i(}fja&(d (frjOi xul t« TOiavTW 

El fiiv töd' ^,uccQ TZQuJtov j]v y.axovuivw xtX. 

fOTIV 0T€ xcd TIC TOlUVTCi' 

(Maxoö;) xqÖvoc ua?.ägef vvv d' i9' }]ßäaxn xaxöv. 

Adde Ciceronem Tusc Quaest. III. 25, 59: qiwdrca Carneades, ut video 
nostrum scribere Äntiochum, reprehendere Chrysippum solebat, laudantem Earipi- 
deum Carmen illud [fr. 757] : 

Mortalis nemo est , quem nou attingit labor 
Morbusquo etc. 

Galenus eo loco quem dixi p. 281 ed. Basil. [V. 405 K.] ex Chrysippo haec profert: 
'ixuGTOv yuQ Twv ToiovTiov TQintTid TE xal öovi.ovTai rj/nfig, w«; ivSiöövTug «itok xcd 
cpCXovg xal nöXtig nQoSiöövai, xcd cevTovg tig noXkceg xcd üaxüfjcovug TiQci^eig inidi- 
Sövui, Tijg TiQÖg OicaQu (fogiig IxlväeiOTjg- olog fiafjxTca xcd r^ EvQinlSij c) JVUviXaog' 
anctaci/uivog yuQ t>]v fid/uiQuv cf.^QtTcu inl Ti]v 'Eltvr]V (hg uvcuQt]au)v, iiSwv Jf xcd 
xciTcmXuytig tig xi'dXog iiißuXt Trjv /j.(cxccioccv, ovJi Tavirjg hi övvüy.tvog XQciTtiv, 
xuüä xcd tj iniTrXtj^ig uvTijg tigtjxtv «rrw ' 



142 Commeutatio de Chrysippi libris tkqI (\no(paTiy.wv. 

Tantopere igitur cum Chrysippus admiratus sit Euripidem, non 34 
dubito ad hiinc potissimum poetam aliquot versus referre, qui in hoc 
fragmeuto leguntiu* | auctoris nomine omisso, quique ad Euripideae 35 
poesis indolem proxime accedunt, quemadmodum c. 1 [Adesp. 77 K]: 

Oi'X oiö^ onojg /qi] tov Oatfüig xkthöÖt«. 
TTjg 'jJoay.lfi'ccg (f'OOVTi'äog y.ciTYiyoQttv. 

Et Letronuius quoque Euripidi tribuit haec^^), arbitror autem hos versus 
ex Euripidis Auge petitos esse, videtur enim aut ipse rex Aleus aut 
unus ex eins amicis reiicere id, quod Auge dixerat se ab Hercule 
compressam esse, quippe qui facinus Hercule indignum censeret: de 
argumento illius tragoediae vid. Welcker de Graec. Tragoed. t. II. p. 763. 
Porro ad Euripidem vindicaverim duos senarios c. 4 [Adesp. 83 N.] : 

Oi'X riv uq' ovöiv nfj/j.'' ^kivÜ^Qav ödxvov 

1'V)(T]V OfXOlCOS «J'cTpOf W? UTtfJ.l'((, 

quod Letronnius item suspicatus est 2^). 



2'i) <5' WS ioeldeg f.iuati')v, ly.ßu'/i.ti>v iLipoc; 
'Pü.tju' iöi!;0) 7ti}oö6tiv ulxüXXiav y.i'vu y.tX. 

ibid. p. 282 [V. 411 K.]: ovTMg re ^nxQäv aniyovGi roß köyov, wg äv uxovOni ^ 
nQoa()^(iv Tivl ToiovTw, üare f^i]<^t tu toikOtu und tqötiov (ytiv y' avjoTg MysaS^at-' 

Kvn^ic: yu^ ovSi vov9eTov^uiy>i X"^'f- 
"Av yÜQ ßtüi^ij , /xüÄ.?.ov ivtelrtiv tpiXtl, 

et infra ipse Galenus [V. 413K.]: otkq, oi\uui , xul öiu toiovtmv nu^enhiyfxÜTOJv 
X(»L<Ji7inog xuTuaxuüCoiv oix u^aUuvtTui. nuQctTiOtTui yovv tov EvQiTiidov ytyQUjLi- 
fi^vov 'HQUx}.ti 7iQüg uiö^rirov diüloyov. f/fi d'e wrff 

Tl d' UV ngoxömoig , il -S^iXti? ativftr utl; — 
"Eyriaxa xavtöc, ukV i^tug ztg i^üyti. 

Atque Plutarchus de Stoic. Repugn. c. 15: oütw lU (huavQug tu toO JlXÜTwvog 
(XoüauiJiog) fnaivfi iiuXiv ^v ä).).oig xa) n^cxf^^QtTui tu tov EvQniidov tuvtI 

noXX.dxig' 

'AX/.' intiv, ti tig iyytXQ Xöyu), 

Zivg xal 9tol ^(löztia Xivaaovrtc nü^t]. 

ibidem 32: xui töv Evqijiiötiv (xüqtvqh z«t rovg iiXXovg nQoauytTni [XQvatnnog), 

Toi'g X^yovTug, thg 6 TQonxog n6Xifj.og vno twv Otwv ünavTXtjafwg svsxu tov ttXtj- 

O^ovg Tüiv iivfhQo'murv y^voiTO, et 33: nXXu vi] /ICa (pijaei Tig inuiviJv {XQvamnov) 

TTÜXiv TOV EvQinit^ov X^yovTog' 

KL 9eol tl df)tü(!ir uUi/ijov, oiiy. ilalv dtol. 
xaC' 

T(i (iifotov tlnac uUiuaua^ai Siovc. 

23) r. 4 [84] : comnie Euripidc est Vunique poete tragique qne cite Ic dia- 
kcticien, il se peut que le fraginent soit de lui. 

24) P. 5 [87] : ces deux trimetres , h en juger prtr la pcnsee , le style et le 
rylhme, jxjurraicnt bien Hre d' Euripide , source principule oü l'auteur a pulse ses 
exetnjiles. 



Commentatio de Chrysippi libris ntgl anotfaTixüv. 143 

Item Euripidi tribuo hos versus c. 11 et c. 19 [Adesp. 78 et 79 N.]: 

Ovx oiöcf TuXriiyig yuQ uaffulig (fodacci. 
Oi'y. u'^iw fxty.oüv Gf fuyiU.a J" ovx f)^0), 

quae si satis vere coniecta sunt, dimidia pars exemplorum ex Euripide 
petita est. Quae supersunt praeterea, maximam partem Lyricorum sunt, 
Alcmanis, Sapphus, Ibyci, Timothei; duo alia Pindaro vindicaverim, 
unum [fr. 180 Bgk.] c. 2, in quo poeta Thebas se nutrivisse dixit, 
quemadmodum est in Isthmiis 1, 1 : 

AlÜTfi) tU((, TO TSÜV, XQvauGni &l]ß(C, 

alterum [fv. adesp. 106 Bgk.], quod est c. 24: 

36 Oi'x fiäov artfJ.oiy.ia y.oQav. 

Et Pindaro quoque operam satis diligentem dedit Chrysippus, vid. Schol. 
Nem. 1, 49. Isthm. 1, 56. 2, 58. 4, 14 al. Thespidis autem fragmentum, 
quod affertur (c. 12), id satis congruit cum ingenio Chrysippi et iudicio, 
qui, ut uno exemplo utar, Hesiodo tribuit versus sane multos, vid. 
Galen, de H. et PI decr. p. 273 [V. 351 K.], quos interpolatos esse 
facile quiübet intellexerit. Denique iUum heroicum versum c. 3 : 

Ov fjLOi ^^ao^avänaXlog doiay.ti riir ihävoiav 

ex Choerilo petitum esse arbitror, referoque ad illum ipsum Samü 
poetae locum, quo usus est Chrysippus alias, vid. Athen. VIII. p. 335 
et p. 336, coli. Xn. p. 529 seq. Sed dicetur alias de hoc carmine 
explicatius a me. 

Et dicendi quidem genus, quo huius hbelli scriptor usus est, 
licet aliquam varietatem sedulo conquisiverit , satis ieiunum et fameli- 
cum esse quilibet, qui vel leviter tantum attigerit. facile concedet: 
atque hoc ipso nomine Chrysippus inprimis reprehendi solet, quod 
externum orationis cultum fere ueglexerit oratioque eins multo magis 
quam ceterorum succo et vigore careat; quam quam Stoici omnino in 
summa subtüitate horrido et obscuro genere dicendi usi sunt, quod a 
populi usu atque captu procul abhorrebat, hoc est, quod Diogenes 
Laertius dicit YII. 180: 7tleovdGag dt zolg 7CQä'/f.iaot n]v It'itv ov 
-/.aiiÖQd^tooE^ Et alii quoque fide digni auctores perhibent Chrysippum 
cum rebus inten tus esset, partim curasse orationis elegantiam, itaque 
Cicero cum exiliter disputasse censet '^•'). Et no ipse quidem Chrysippus 



25) De Orat. I. 11, 50: videmus eisdem de rebus ieimte quosdam et exiliter, 
ut cum, quem acutissiuium ferunt, Ckrysippum disputavisse neque ob eam rem 
philosaphiae non satis fecisse, quod non hahuerit hanc dicendi ex arte aliena 
facultatem. Gravi us etiam Chrysippum vituperat Dionysius, scitus dicendi arbiter, 
de compos. verb. p. G8 ed. Schaefer: yui oi rfjv qi).oao'^(ar tn«yyfD.öutvui xai rag 



144 Commentatio de Chi-ysippi libris mQi anotfarty.m: 



nega\it se inusitata ac ieiuna oratione uti, vide Gralenum de Hippocr. 
et Plat. decr. | p. 272 ed. Bas. [p. 339 K.] : iyib d' S)v (uiv -Aal avrbg 37 
XQvai7C7cog rjad-Ero Ttegmiog UQrji.iivo)v vcp' tat/rov, yxxl rdy^ av t(^ 
öo^m'Tiov, cog avrog (f)]Oiv, vTtb yQa/.i^aTiaTOd rivog fj yqabg ddoXeoxovGrjg 
Elqr^od^ai, ßüjiwv otj-tr^v elvai f-irjö' ohog /.ivtjiitoveveiv^^). 

Yerba formasque dicendi, quibus auctor huius libelli usus est, 
demonstravi prorsus conguere cum Stoicorum dicendi genere, at omnium 
maxime Chrysippus eiusmodi verba adhibuit, ut eo ipso nomine repre- 
hensus sit a Dionysio de composit. verbor. p. 72. ed. Schaefer: «g de 
XQtjaiTtTtog ■/Mxaki'koniE aivra^eig dirrdg, hciyQacprpf ixovoag üeqI rrjg 
awTcc^eiog rav toü ?.6you (.leqiov, od qr^TOQi'A,ijV S^eiOQiav exovaag, dXXd 
dia?^S7.TL'/jjv, log Xoaoiv o\ rag ßißlocg drsyno/iüveg, VTceQ d^ico f-idv cov 
oivrd^eiog d'Kiqd^wv ts y.al xpevöüv xat övvaiiov y.al ddivdriov, apdexo- 
fxivcov re ~/.al /.lETajrucTovviov '/.ai df.iq^ißöliov'^'') xal alXwv ttviov 
TOiovTOTQOTtiov, ovÖEf-iiav o'cxE y^qEiuv ovTE ihcpelEiav TÖig VlollTLÄÖig 
loyoig Gv/ußalXo/uiviijv, slg yovv fjdovijv rj yAlXog f-Qi^ir^vEiag, (hv ösl 
oroxd'-EoiyaL rrjv ovvi>EGLv. Congruunt, quae Dionysius dicit, adeo cum 
huius fragmenti externa specie, ut non sit opus plura addere, quibus 
simüitudo illa confirmetur. 

At non solum verba inter se conveniunt, sed omnis etiam dispu- 
tandi ratio ea prorsus est, qua Chrysippum usum esse scimus. Apparet 
hoc vel ex iis, quae supra dixi, ut ostenderem Stoicum philosophum 
esse auctorem huius libri: namque illa ipsa dialectica ars, quam vulgo 
Stoicorum perhibent, a Chrysippo primo et fere solo est exomata. 
Ita Chrysippus, ut exemplo utar, praeter ceteros usus est pronuntiati 
illa notione, vide Ciceronem de Fato c. 10: condudit enim Chrysippus 
hoc modo : Si est motus sine causa , non omnis enuntiatio , quod d^iiofia 



SnO.tyTiy.tcg fyjf^QovTtg T^/vag, ovrtog (foiv (ü')lioi nio) ttiv avviltoiv jüv dvofiÜTWV, 
iitaxi idStlaüui y.ui ).(yw anoyjtr] Si Tty.ur\{}(«) yQriaaaOai rw Xöyd) XQvainnov tov 
2^TWiy.ov' TiiQuiT^QO) y((() ovx äv 7T()oßu(r)V toltov yuQ ovSf üfxtivov ovötlg rng 
SiuXty.Tixug r^/vug TixQlßMatv, o Vre / i(Qovi uq fj,ov((i awraxO^vr ng i ^ijvfyxf 
loyovg Twv ovofj-urog y.al So'^rig ti'^i wO^^vroyv , quae quidem prorsus cadunt 
in dicendi genus, quod in hoc libello reperitur. 

26) Notandus imprimis est singularis usus particulae vaC, et insolens illa 
orationis conformatio, qua in secunda cuiusquo disputationis parte uti solet, cum 
duo memhra iuxta ponuntur, omissa particula ti. 

21) Uac ratione sacpius Chrysippus usus, conforas etiam librorum inscri- 
ptiones, quas recenset Diog. Laert. VII. 193 : ntQi ufitfnßohwv ngog IdnoXlüv cT, 
niQi Tüv TQoniy.wv &fi(fißohwv «', ntQt awrif^iuivrig TQOTTix^g ufj.(f>ißoX(ag (i , JiQog 
TO ntQl ufxifißokiojv IluvOoidov ß: , niQi rfjg (fg Tug ufxtfißoKag tiauyiDyfjg t , ^Eni- 
TOfii} Tojv TTQog Eiiiy.nüxri ufjUfißoXiüv «', 2^vvrifAfx(v(i iiQog rijV tI(Tt(yo)yrjV roiv tig 
Titg ufi<fiß()).(i(g ß! . 



(üommentatio de Chrysippi libris nffA unotfarixtUv. 145 

dicdedici appellant, aut vera aut falsa er it. Causas enim efflcientes 
quod non habebit, id nee verum nee falsum crit. Omnis autem enun- 
tiatio aut vera aut falsa est. Blotus ergo sine causa malus est. — 
38 Itaqiie \ contendit omnes yiervos Chrysippus, ut persuadeat omne d^ioji.(a 
aut verum esse aut falsum. — Chrysippus mctuit, ne, si non obti- 
nuerit omne quod enuntietur aut verum esse aut falsum, non tencat 
omnia fato fieri et ex causis aeternis rerum futurarum, et ibidem c. 16 : 
tenebitur ergo id, quod a Chrysippo defenditur, omnem enunciationem 
aut veram esse aut falsam et quae sequuntur, et Diogenes Laertius 
VII. 65 e Diocle, qui Stoicorum dialecticam exposiiit: d^icoi.ia de 
ioTir o ioTiv dlr^S^eg )) il'svöog Tj 7CQßyi.ia avroveXeg ärcöcfuvrov boov 
Icf)' eait(lj 1^ ytaTacpavTOv, cog XQvai7C7rög cfi^oiv iv rolg dia'A€Axi/.olg 
OQüig' oiov '^Hf.tiQa Igtl, JUov 7r£Qi;caTEi , et deinde (58, quod maxime 
huc pertinet: ovte di dXtj^r^ eariv octe üiecöf] %d iQioT/jj.iaTa 
ymI vd rrvat-iara y.al rd rovTOig 7iaqa7ch']Oia, nov d^uoi-tdroji' lij dhjÜ^i- 
vöjv Itj ifieidcor orvcjr. Pronuntiatorum diversitas autem prorsus eadem 
est apud Chrysippum, quae in hoc libello reperitur, vid. quae Diocles 
ex Chrysippo ibidem proponit. 

Plane ea autem disserendi argumentandique ratione usus est 
Chrysippus, quae in hoc libello reperitur: ita, ut uno rem absolvam 
exemplo, Cicero, ubi Chrysippi rationem ridet Acad. II. 30, 96 : haec 
Chrysippea sunt, ne ah ipso quidcni dissolufa. Quid enim facerct huic 
conclusioni: Si lucet, lucet, lucet autem, lucet igitur^^)? 
Cederet scilicet: ipsa enim ratio connexi , qiium superius concesseris, 
cogit inferius concedere. Quid haec ergo ab illa conclusione differt: 
Si mentiris, mentiris: meniiris autem, mentiris igiiur? ubi 
vides prorsus eandem quam in hoc libello rationem. Sed nolo hoc 
pluribus persequi. 

lam restat, ut ex quo potissimum Chrysippi libro hoc fragmen- 
tum Sit petitum, inquiramus, quae quidem quaestio propterea, quod 
Chrysippus plurimis libris dialecticam illustravit saepiusque in eodem 
argumento versatus est, ahquid habet difficultatis. At illiid quidem 
apparet ea, quae in hoc fragmento leguntur, non profecta esse a philo- 
sopho, cum aliud quid ageret, sed potius cum illum locuni, qui est de 
negatione, sedulo et data opera exponeret: itaque non diibito haec 



28) Vide Dioclem apud Diog. Laei-t. VII. 76: ti t'itt^oa fmi, ifwg iari' 
rifi^ou S( iaii , (füg uQu tarf. Cclebrem illam conclusionein lidct Frouto do Elo- 
quent. 10 p. 93 ed. Niebuhr [p. 154 Nabei]: andias xl rö nootior, li rb d'tiTiQov 
diu multumgue mimerari; ti fi^({)a ian'v, ifuig ianv fenestris patentibus luboruri, 
ubi vulgo TTWf iaiiv legitur. 

Th. Bergk Kleine Schiifton. U. 10 



146 Commentatio de Chrysippi libris nfQi unocfKTixwv. 

referre ad illud de negantibiis pronuntiatis opus, quod | Diogenes 39 
Laert. YIL 190, ubi Chrysippi libros recenset, commemorat : tieqi d/to- 
(faTi'Mov 7tQdg L^QiozayoQav TQi'a^^)^ qui quidem Aristagoras idem esse 
videtur, ad quem Chiysippus etiam dialecticam artem miserat, vid. ibid. 
supra: dialEycti/j) ^rgöc ^QiarayoQm' a. Verum haec hactenus. 



29) Hie quoque vulgo ujioffuvrixüv legitiir. recte cod. Arundel. (cnotfaTiy.üv, 
alterum cur fem neqiieat exposui supra ipseque olim deceptus sum, cum primum 
in Zimmermanni Annalibus 1840 p. 578 hanc de huius libelli auctore coniecturam 
significarem. 



Alexandrina. 



10 



A. Comineiitatio de Phoenicis Colophonii 

iambo*). 

III Apiid Rhodios mense Boedromione pueri ostiatim stipem colligere 
solebant cantilenam veterem hiruDdinis nomine canentes, nnde pueri 
yßhdoviötal et yehdoviuiv isto modo mendicari dicebatur. Memoriae 
hoc prodidit Athenaeus YIII. 360 B et ex Theognide, qiii scripserat 
Tteqi xtov Iv 'Pööco d-vaudv, ipsum Carmen adscripsit. Yerum quod illi 
censent Cleobulum apiid Lindios, cum insiüa penuria laboraret, hunc 
mendicandi morem instituisse, male excogitatum esse apparet, cum 
eiusmodi instituta, quorum origines ab ultima antiquitate gentium repe- 
tendae sunt, non soleant arbitrio unius quam vis principis viri temperari. 
Cleobuli memoriam quod cum isto mendicandi more coniunctam esse 
videmus, haud dubie inde repetendum est, quod Lindii vulgo ferebant 
cantilenam illam puerilem aCleobulo, quem a poesi non alienum fuisse 
constans fuit antiquitatis fama ^) , compositam esse, quemadmodum Samii 
Carmen similis plane argumenti, quod Elqeouovr^Q nomine insigne fuit, 
vel Homere vindicare ausi sunt. 

Sed niulto magis mirum est, quod Theognis hoc Boedromione 
mense fieri dixit, Atticorum ut consentaneum est fastos secutus. Boe- 
dromion enim cum ad auctumni initia sit referendus, cum hoc anni 
tempore prorsus'pugnat ipsa cantilena, quae hirundinis recentem adven- 
tum nuntiat [carm. popul. nr. 41 (Poet. Lyr. III ^. 671)]: 

'W.O^ rikd-s xekiSoiv 

Kalug ft»p«f üyovOH 

KcckoL's fviKlTOl'g. 

^Enl yccOTion Xevxä, 

'Eni vtäta y.O.(uvK. 

IV Itaque Carmen hoc ad veris initium pertinuisse certum est: sed 
ut solent vetera instituta haud raro ad posteritatem ita propagari, ut 



*) [Index scholai-um in universitate littcraria Fridericiana Halensi cum Yite- 
bergensi consociata per aestatem a. MDCCCLVIII • • ■ habendarum.] 

1) Vide sis Diog. Laert. I. 89 et Poett. Lyr. p. 737 seq. [ed. II. T. UI. 201 seq. 
ed. IV.] 



150 Commentatio de Phoenicis Colophonii iambo. 

consilium, quod suberat, plane oblitteretur, ita etiam haec cantilena 
apud Rhodios a verno tempore ad aiictumnmn translata est^). Etenini 
cum hiruDdo revertens veris initium nuntiet, nulla avis magis grata 
aut accepta fiiit: hinc laetis vocibus primam hirundinem excipiebant, 
hinc lyrici poetae, ubi verni temporis adventum describiint, hirundinem 
salutant, velut Sappho, quae ad popularis poesis ingenium ubique se 
componere solet, fr. 88^): 

Ti fii JTccvdiovtg w "quvvcc xtXtöwv; 

et Simonides fr. 74: 

Kvavici x^^'^oT. 

cf. etiam Stesichori fr. 36. Quantopere autem primae hirundinis con- 
spectu gavisi sint, planissime illustrat vasculi Attici pictura, quam 
explanavit Panofka^). Hinc mos fuit, ut laetissimo hoc tempore hirun- 
dinis nomine pueri ostiatim vicos obirent et munuscula flagitarent, 
quorsum spectant verba cantilenae, quae vulgo Homero tribuitur, carm. 
min. XV. 11: 

Niv/nai TOI, vfi'fiai ivitxvaiog, üare /(XiSu>v 
Eorrjxtv ttqö -d-VQTjs, xfjilr] nööctg' idku yif(>' uixpa. 

Samiorum haud dubio haec fuit cantilena, at antiquitus iste mos 
per omnem Graeciam viguisse videtur, quin hodieque Calendis Martiis 
pueri hirundinem prae se ferentes carminibus verni temporis adventum 
celebrare solent^), et ut plurima instituta antiquissimo tempore Graecis 



2) Accidit id etiam apud alias gentes, ut ostendi in commentatione de Car- 
mine fratrum Arvalium in Diario Antiquitatis anni 1856 [Opusc. I. 514 seqq.]. 

3) Similiter in alio carmine Sappho de luscinia 39 : 

V/po? uyyiXog , Ifttqötpwvog «»JJüjv. 

cf. Simonid. fr. 73. 

4) Annal. Inst. Archaeol. 1835 p. 238 (Monum. t. II. tab. XXIV) et Bilder 
antiken Lebens XVII. 6: parum tarnen recte verba EAPEJE viro tribuit, quibus 
potius censenduin est totius picturae argumentum significari. Est autem Euphro- 
nius, artifox ingeniosus et haud ignobilis, ut alio loco demonstrabo, scitae huius 
picturae auctor. Ex quotidianae vitae usu taiia petita esse docet lopida Aristophanis 
narratio in Equit. 418: 

£iijTlüzwv yüo tov? liiaYtiQlaxov? Xiyuv toiavtl. 
Xy.txfjaa^t naldeg- ov^ öpü^'; wQa via, /ektöwv 
Ol 6' i(i).tnov, y.üyu] 'v toaovTifi tüv xqiiöv inktntov. 

Et quanto desiderio sub extremam hiemem exspectaverint hirundinis adventum, 
colligas ex Arist. Thesmoph. v. 1. et fragm. ine. 590 [499]. 

5) Vid. Fauriel Cantil. Popul. Graec. interpr. Gorman. ed. G. Mueller, t. IL 
p. 112 et Proleg. 1. 1. p. XVIII. Firmenich Neugriech. Volksgesänge p. 93. 



Commentatio de Plioenicis Colophonü iambo. 151 

et nostris hominibus communia fuerunt, ita etiam in Germania permulta 
eiusdem moris vestigia deprehenduntur ^). 

Eursiis auteni siib auctumni initium, postquam condita erant 
frumenta, pueri olivae ramuni vittis vinctum sive dQeoiojrr^i' prae se 
V ferentes stipem colligebant. | Pvanepsiis enim eiusmodi ramum omnis 
generis fruguni primitiis gravem Apollini dedicare solebant, quem puer 
patrimus et matrimus (:ia7g äu(fiiyah]q) gestabat, ceteri autem pueri 
cantilenam cantabant hanc: 

EfoiatwvTj avxa <f^Qtt y.nl niovag icoTuvg 
Kca uf'li tv xoTvkrji y.ccl iXutov unoxpijauaO^ui 
Kai y.vXix^ fi'LÜQOv , tö? äv /utii^vovatt xa^^fi'dij?'). 

Itaque usi sunt hac occasione pueri pauperum, ut a ditioribus 
munuscula peterent, cantilenam canentes, cuius reliquiae sed graviter 
depravatae etiamnunc in Homericis carminibus (XY) leguntur^). Hie 
mos etiam apud Rhodios obtinuit: mense Panamo, qui mensis Dorien- 
sium non est diversus a Pyanepsione Atticorum et lonum ^) , pueri 
mendicantes circuibaut; cum autem haud dubie, si quis accuratam 
dierum computationem iustituere vellet, Rhodiorum Panamus non iam 
Atticorum Pyanepsioni, sed Boedromioni responderet, hunc ipsum men- 
seni Theognis et Athenaeus nuncupant. Qui autem factum sit, ut 
posteriore aetate Rhodiorum pueri praepostere illam hirundinis canti- 
lenam ad auctumnalem mendicationem transferrent, ignoramus: illud 

6) lac. Grimm Deutsche Mythologie t. II. p. 724 seqq. ed. sec. [p. 636 seqq. 
ed. IV.] 

7) Plut. vit. Thes. c. 22 et alii, quos Sintenis ibi recenset, cf. quae dixi in 
Commentat. de Com. Att. p. 41. Primo autem versu alii ^^deatm• cantasse auxn 
(ftQti xc(i u^Xa xal öy^vag , vid. Strabo I. p. 16 [c. 2, 3]. Apparet autem pueros his 
versibus Famem (Xifiöv) alloqui, quam placare quasi et delenire student his munusculis 
oblatis, nam non recte hoc oblitteravit G. Hermanus, qui v. 3 scribendum censuit: 
Kai xvhx' fi'CtjQov olvov jufd^vovai xa&fvSftv. Hinc etiam alias, quando subito 
fames incidisset, eiusmodi sacra offerebant, item Athenis certe Thargeliis et Proe- 
rosiis, sed non licet haec accuratius persequi. Ceterum non integrum carmen, sed 
pars tantum exstat. Et nescio an ad hanc eandem cantilenam etiam pertineat ver- 
siculus : 

"ßcpvyov xaxür, tVQor uutirov, 

quem item puer patrimus et matrimus in nuptiis usurpare solebat panes circum- 
ferens, ut nihil aliud significet nisi laetitiam , quod cum dii largam messem dederint, 
iam penuriam feliciter evaserint. Sed poterat coramode hie ipse versus etiam in 
nuptiis adhiberi ; cf. Eossbach de Romanorum matrimonio p. 224 seq. 

8) Noviluniis hoc factum esse scriptor vitao Homericae 33 [p. 17 Wcsterm.] 
significat, Athenis Pyanepsia die septimo mensis cognominis celebrabantur. 

9) Conferas quae dixi in libello de mensibus Graecorum [Gissac 1845] 
p. 46 seq. 



152 Commentatio de Phoenicis Colophonii iambo. 

certuni, morem verni circuitus iam desuevisse: fortasse ea aetate, qua 
niagis mag'isque antiqui temporis iustituta et mores oblitterabantiir,. 
pueri mendicantes verno tempore, cum frugum non magna esset copia, 
parum vel nihil accipiebant, itaque satius duxerunt semel quotannis 
sub auctumni initium post messem couditam stipem colligere, atque 
vernum illud Carmen hac occasione adhibebant. 

Iam fortasse existimes pueros Khodi olim, cum auctumnali . tem- 
pore vicatim circumvagarentur, ad divitum fores Carmen illud ipsum 
EiQEaitüvr^g, quod vulgo Homero tribuitur, vel aliud simile cecinisse: 
fuerit sane haec communis Graecorum consuetudo, sed apud Rhodios 
peculiaris videtur mos obtinuisse, ut antiquitus cornicis nomine mu- 
nusciila rogarent. Athenaeus ipse (VIII. 359 D) cum Ephippi comici 

versum : 

TÖ fxoa/iov 
Tö Tfjg xooiövrjg iti'oiov ihi 7iVi](f ofitv 

adscripsisset, haec addit: fyio ydg cuoiiai 'lOTOoiav riva eivai /ml 7ioi^co VI 
(.lad^eiv. /ML ö TJ'LovzaQxog iffrj 'FoÖLa/JjV eipaL leyoi.iivt^v 'lazoQi'av, ^v 
STcl Tov TcaQOVTog wtoGtoiiaxiCeLv od övvaod-aL rot jrdvv 7rpd /coXXoü 
f.vTETiyj/JvaL rot raüva vtmilyovTL ßißXi(i). oiöa (U OoIvl'/m tov KoXo- 
ffcovLov la/jßo7coidv f.ivrj(jove.vovTd tlvojv dvdQt7)v^'^) ibg dyeiQOVTiov rrj 
y.OQcovi] /Ml ?JyovTa ravra' ^Eöd^Xoi, /oqiovt] vjcX. laal hrl TtXei de 
TOV tdf.ißov (pi^öiv yiXV loyad-OL -/aX. KoocorLorai di ^/mXovvto o\ tjj 
-/.OQOJvrj ayeigoiTEC, üg (pr^ai nd[.t(piXog ö ^Xe'^avögevg h rolg jieql 
öi'0/.tdiojv, -/ml xd aöotiisva öi tvr' airaJv y.0QCijrta/iiaTa VMXutaL, ojg 
larogel Idyvo/M^g ö ^Podiog }v KoQon'iaTdig^^). Poterant sane etiam 
vemo tempore in cornicis gratiam stipem colligere, nam ut hirundo 
veris praenuntia, ita cornix hiemis est quasi comes et satelles^^), ita- 



10) Pueri potius fuerunt, ut est etiam in hirandinina cantilena extrema: 

Ov yun yknnvTtc: ioi.iev, lif.Xu nuiölu, 

quamquam postea fortasse etiam mcndici hoc praetextu abusi sunt. 

11) Haj^nocles alias quantum scio nusquam memoratur, fuit fortasse et ipse 
iamborum poota; nam comoodiam fuisse eius KornDviarug minus probabile. Verbum 
laioQfiv de iambogi-apho adhibitum ne quem offcndat, adscribo Athen. XII. 5.54 D : 
ötg /.ai (') jVlfyuXonoXi'rrjg Ktoxidug iv Toig iü/Lißoig lOTOQti , et ibidem: <hg laroQtT 
■x(u Idnyjhwg h TOig laußoig. 

12) Hibemi temporis cornix cum sit index, fortasse indc etiam repetendus 
est antiquus ille mos, quo in nuptiis solobant cornices invocare: 

Ky.y.onn , xoni] xonwvii, 

de quo vide sis quac dixi in Poetis Lyr.^ p. 1031 [cd. IV. tom. III. üG.3 seq.], 
quamquam veteres magistri cornicem concordiae titulum interpretati sunt, velut 
Aelian. Hist. An. III. 9. Horapollo Hieroglyph. I. 8. Nuptiac autom antiquitus 
poüssimum hieme celebrabantur. 



Commentatio de Phoenicis Colophonii iambo. 153 

qiie in patria nostra cornicem, sed quo res fieret planior, potissimum 
eraortuam pueri circumferre solebant^^). Apud Rhodios vero, cum 
iisdem hirundinina cantilena fuerit in usu, potius probabile est auctumni 
tempore, tamquam appropinquantis hiemis Signum, cornicem adhibitam, 
atque inde auctumnalia illa carmina v.0QMviaf.iaTa dicta esse, quae post- 
quam hirundinina cantilena in ipsorum successit locum, oblivione obso- 
pita sunt'^). Phoenicem autem, Colophonium poetam, consentaneum 
est eiusmodi populari carmine usum esse: certe ipsius versus ad natu- 
ram harum cantilenarum prope accedunt. 

Sed ipsum Phoenicis Carmen cimi in libris Athenaei satis depra- 
vatum legatur, aliquante emendatius subiungam. 
VII V. 3 ut in codicibus legitur, bis turpi hiatu laborat, qui in 

versibus iambicis omnino non est ferendus: 

'7/ (CQTov 7} ilfiai-&ov ^ o ri Tis ^q/jl^i. 

Medetur huic incommodo Dobraei coniectura "fiT aqrov xiv^ )]uiaiS^ov 
scribentis, sed ^julaid^og an satis recte pro f^fuiVaiarog dicatur, valde 
dubito. Meinekii autem coniectura ^H aoxiöAOv Vj tl ifiaiOTÖv nimis a 
librorum lectione recedit. Ego conieci: 

'i/r' HOTOV fJT^ Tjuatd-ov fj ö ti Tig /Ol)i^f^. 

Atticis quidem veteres magistri /^ — \'jioi abiudicant, at dixit Pindarus 
ISTem. 6, 5: ä)JA tl ^rgoarfigouEv au7cav ^H f.dyav vöov ^i[iot cpvoir 
äi^aväroig et Antiatticista ap. Bekk. Anecd. I. 99, 2 [fr. 138 Bgk.]: 
TiTOi ovv. ccQxov, all' VTtoraaoouevov' nlvöagog 0Qrji'Oig. Elisionem 
autem idem Pindarus tuebitur Isthm. 7, 8 : ^'Hz' ducpi /rr/.vaig Teiqe- 
oiao ßovlcüg; "f/r' df.up' ^lolaov hrTrof-n^Tiv ; quemadmodum certa ut 
opinor emendatione scripsi. ^'Huaii^ov autem haud dubie componendum 
cum Hesychii glossa: ]^inad-ov f^uiioßOuov öiwßolov vragd KiLi/J^volg, 
ubi ^luaiS^ov scribendum esse litterarum ordo docet, praeterea autem 
öubßolov plane tollendum censeo. Cyzicenis nummus aereus ald-bg 
(sive al&bv) videtur dictus esse, hinc ^f^iaid^og sive rjfuaid^og est hemio- 



13) Vid. Grimm. Mythol. Gerai. II. p. 725 [637] et Prolegom. ad Renardum 
p. CCXIX. 

14) Fortasse idem mos etiam in aliis civitatibus obtinuit: quod Ephippus 
mediae comoediae poeta in Obeliaphoris dixit [fr. 1 M.]: 

To uoa^lov 
T6 ttje xogoirtjg uvijtov öetnvijaotiev, 

quod quidem Athenaeus huc retulit (quamquam dubitavit Meinekius t. III. p. 335), 
videtur vulgi ore dictum esse de tonui coona, quam coronistae sibi apparere solcbant. 
Cetcrum index fabulae Ephipjji 'OßtlKafÖQui nescio an referendus sit ad morem, ex 
quo Athenis in pompis sacris, ut videtur maxime Pyanepsiis, panes gestare sole- 
bant, cf. Athen. III. 111 F. 



154 Commentatio de Phoeuicis Colophonii iambo. 



bolium: Phoenix igitur lonicae gentis more nummulum dixerit Vj/^iaiOw, 
nam non opus est, iit poetam in eiusmodi re censeamus Rhodiorum 
institiita secutum esse. Ceterum si quis lonicam if'i'lcootv in hoc voca- 
bulo improbaverit, poterit 'ijO-' ijjitaid-ov scribere^^). 

V. 4 in codicibus legitur: z/dr' ilyaO^oi tüv {'/.aoTog rig iv yeqöiv, 
corrigunt: J6i' toyaS^ot zi tCov r/.aoTog cv y/QOt'v, sed cum ti valde 
langueat, malim 

scribere, [De hac coniectura tacet B. in Prolegg. alterius Anthol. Lyr. edit] 

* . 8: £1 TinT, d^vQTjv äyxXivf nkoCxog rjxovOt, 
Kccl Tfj xoQuivi] TiaoxHvog (ftQd Ovxa. 

Yerba yc'Koviog rf/.0Lae aperte sunt corrupta, nam non possunt signifi- 
care preces cxaudiri, larga munera efferri. Quid sententia instituta 
flagitet, intellexit vir doctus, qui rf/iei dr) coniecit, quamquam ipsa illa 
coniectura vel propter nionos}dlabi vocabuli insolentiam reiicienda est. 
Certa emendatione hoc vitium licet tollere, scribendum enim est: 

£1 JIM, x>VQr]v äyxlivi, nkovTog (XQOvaiv, 

i. e. aperi fores, ipsa enim copia fores pidsat, vestram domum visere 
vult. Est enim prorsus id, quod in Homeri cantilena legitur v. 3: 

Avxni ävnxXivtaO-t dvQur nXovTog yäo tatiGiv 
Uoi-Xog , al'v ttXovtm 3t xul tvfpQoavvi] rtOaXinu 
ElQrivri r' aya&i]. 

Proximo autem versu (pegoi ex cod. B pro (fiQSL restituendum est, 
quamquam fortasse unus alterve versus post v. 8 excidit. 

\ . 12'. Kai TW y(QOVTi tiktqI xovqov ffg /ti'()(tg VIII 

Äcd f^7]Tol xovQTjv (tg TU yovvn XKrihtiri. 

Honoris causa videntur nonnunquam recens natos in avi vel aviae 
gremio collocavisse, unde est etiam apud Homerum in Iliadis 1. IX. 454: 
UoXXä xart^qäto, otvyEQag 6' hrv/l/Xtx^ ^Eqivvq, HJi^rroTS yovvaaiv 
oioiv ifftooaaOai rpi'/.ov r'iuv ^ES, ff.ied^ev yeyatora, quamquam alii 
yovvaa' ifjöioiv scribebant, quemadmodum etiam Ennius in Phoenice 
[Vn. 347 V.] ap. Ciceron. Orat. 46 : 

Neque tuum unquam in grcraium extoUas libororum ex te genus 

scripsit, ut videri possit hanc lectionem secutus esse: verum Phoenicis 
hie locus satis tuetur altcram scripturam. 



1.5) Quod cod. B exhibet solus ^ TifiaiO^ov, non est magni momenti, sed TI 
ut saepenuraero ortum est ex //. 



Commentatio de Phoenicis Colophonii iarabo. 155 

Y. 14 haud dubie gravi vitio laborat, quamvis verba 

Qü).og Toe'ffeiv yvvcdxcc rolg yM(Jiyvi]Toig 

neminem offenderint. Quis enini credat poetani sobrium de sororis 
connubio cum fratribus ineundo verba fecisse: nam quamvis Athenis 
licuerit sororem eodem patre prognatam in matrimonium ducere, tamen 
eiusmodi connubium improbabatur. Fratrum si voluit mentionem facere, 
poterat dicere puellam fratribus insigni decori et gaudio esse: 

QdXog TQi'cfiiv (cyakficc roTg xaaiyvriToig, 

uti summus poeta venustissime in Odyssea YI. 155 : Tqlg {.lor/Mgeg ds 
'/.aoiyvrjTOf f.idXa nov ocpiGi S-vf-iög yilev evcpQOGvvrjGLv laivezai e'ive'Aa 
asio ^evoGÖvxcov roiövde d^alog yoqbv Elaor/vecaav, at recte se habet 
y war/M : nam consentaneum est poetam dignum connubium puellae 
vaticinari: scripserat Phoenix: 

QdXog TOi(fiiv yvvcuy.a ToTaiv iyv rjr oi g. 

Etenim prisci insulae Ehodi incolae dicti sunt lyn^reg sive r/vr^reg, id 
est indigenae, ut ab advenis distinguerentur. Steph. Byz. : ^r/rrfiEg, dt 
■/.al yioQig rov t leyovTai, log iv tio F: supra enim haec leguntur: 
yvtjg, tih'og ol/.fiaav xfjv "Pödov, ivd-ev y.ai l'yvr^rag ol Id^aysveig, leyeraL 
yccQ y,al i.ierä rov i ^lyvrfceg. Hesychius autem: ^iyvrfveg' oVrcog wvo{.i(x- 
Cüvro o\ i-ierd xoig Teh/Xvag E7coiyj]öavTeg TtjV '^Podov. cf. Lobeck 
Pathol. I. p. 73. Memoravit eos Simmias Rhodius ap. Clem. Alex. 
Strom. Y. p. 569 [p. 674 P.]: 

uiu/udg 
'lyviirojv XKi TtX^ivwv fcpv ^ c'(i.vxr] t«J//. 

Hominibus igitur patriciis dignum fore puellae connubium auguratur 
poeta ^^). 

V. 15: ^Eyib cJ^' oxov nöSeg (psQOvaiv ö(p&ai.fiovg 
ldfie(ßofi(tc Movautai nQog d^vQccig (iSwv 
Kai öövTi xal fxi] öövri nkiCova tüv y' tu). 

Insolentissime dictum quocunqiie pedcs ferunt oculos: ambiguum porro 
est, quid dueißouai significet: credas esse circumvagari , osliatim irc, 
quod satis conveniens huic loco, sed cum proximum vocabidum IMov- 
oaiöi necessario videatur cum hoc verbo coniungendum, potius existi- 
mandum est remunerandi vim inosse. Itaque conieci quamvis dubitanter: 



16) Malui To7aiv fyr^roig scriberc, quoniam ita facillime intoUigitur , quo- 
modo Vitium vulgaris seripturae sit ortum. Sin quis consuetudini convcniontor 
ToTaiv tyvriaiv requirat, non adversabor. [Ceterum in altera Anthol. Lyr. editiono 
hanc omeudationem non recepit: dicit autem in Prolcgg. p. XXIII, postcaquam 
hunc locum commcntationis de Phoenice allegavit: sed librorum scripturam tuetur 
Memeke in adnotationibus ad Athenaeuin.] 



156 Commentatio de Phoenicis Colophonii iambo. 

'Eyoi <V, oxov n66€g iffQUiaii', i <f-f)- 1 ju o v g IX 

lijjfißouni Movaaioi. 

'Dxoj' 7t6deg cfiqiooiv dictum ita, ut in proverbio Append. Paroem. I. 59: 
tvd^a ixv Ol 7r6öeg fpigcoaiv, hxla' a/tiiiEv*). Desideramus saiie in 
priore versu legitimam caesuram, quam alias nusquam Phoenix neglexit, 
tarnen etiam Aeschrio fr. 8, v. 9 scripsit: 

^ EyQuxfjfv iiO<f (ygmlf^ ' fyo) yan ovx oiSa. 

Ultima autem verba graviter corrupta: cum Dindorfius 7tleiov' dtv 
ahio) coniecisset, Meinekius lenius sie mutavit, ut 7rl€vva rcov alrko 
scriberet. Sed non placent ista, quae non inepte subiicerentur verbis 
xa< dovTL , sed praepostere excipiunt negans enuntiatum xal ijfj dörci. 
Equidem legendum puto: 

J(cd dovTi y.nl fxf] ^6vti TiXfjfia tcöv iiyy^cjv**). 

^!Ayy(,fx non tarnen sunt vasa, quae fortasse quis credat coronistas secum 
attulisse, quibus munuscula quae impetrassent conderent, sed potius 
de domesticis vasis cogitandum , uti est apud Homerum in Iresione v. 5 : 
ooa d' äyyea , (.leorä /iiiv auj. Substantivum 7cXfjf^a servavit Hesychius : 
TtXfjfua ■ 7cXrjQiofxa. 

V. 18: /log o>vtti y.al oü noXXd ju.oi vi\u<frj. 

Versum ut redin tegrarent Athenaei editores ööf^iot- (vel öo/liiov) adiece- 
runt prioribus tbv uixög 7tlovTei döf-tov, verum cum codd. AB <^ög 
dn'a^ dög /xu exhibeant, potius 

/log (irv ilva'i rföf y.cu ah nÖTva fjioi vvutft] 

scribendum est: 7c6Tva enim pro 7rolka iam Ilgenius restituendum 
esse vidit. Ceterum nescio an rectius proximus versus praemittatur 
hoc modo: 

Nöuog xoooh'i^ /*'(^" (fovv (neciTovat)' 
^iog <äv ävn^ (füg. 

Monendum autem est coronistas ostiatim oberrantes variasse carminis 
modum, ita cum supra (v. 8 seqq.) accessissent ad domum, in qua 
liberi adulti compellantur, hie novam nuptam et maritum salutant. 

V. 21, qui ut Athenaeus indicat, carminis totius fuit extremus, 
in libris sie scriptus legitur: xotaiT' eldcbg (ita PV, xoiovx^ siöwg B, 
Toiavra eldiog L) dög tl mi /.axayj^i'iOEi. Placuit editioribus Schweig- 



[*) In Prologg. Anthol. Lyr. haec adnotat Bcrgkius : conieci hfihCfiovg, qiiod 
occupuvit Ifaiijit [Opusc. I. 188], qui praeterea lixot fx,E nöSt if^Qoroi proposuit.] 
[**) Commemorat quidem Bergk. hanc coniecturam in Anthologia, sed non 
recepit: addit autem oJivi tw Xtu) Tjltvvu se proposuisso.] 



Coinmentatio de Phoenicis Colophonii iambo. 157 

haeuseri coniectura eldcbg roiavra^''), sed iniuria, nam potius scriben- 
dum est: 

ToauvT utiSo)' 36g ti xcd xarayQriad. 

Sic enim solent in extrema oratione dicere, ut est apud Soph. in Aiace 
V. 770: Tooövd' lAÖf-ircei (.ivd-ov, v. 780: Toaatd^ 6 ludviLg eiTte , v. 831 : 
Toaacrd a\ iZ Zev, jtqoaxqäTHo. lam quod vel sie denuo infertur dög 
TL v.al /jxtaxqrjOeL, lepidissime niendicorum importunorum more non 
desinunt usque rogare. 

Totmn igitur Carmen in hunc modum restituendum arbitror: 

'EaS^lol xoQtivy /f^pa ngöaSore xqiO-^oiv 
Tfj naiSl Tänökkwvos ^ X^xog nvQüiv 
"Hx^ üqtov >j'r' ilfjtat&ov fj o ri rig XQlh^'- 
z/öt' (ü ''yad-ol äöd-\ orv (xaarog tv /(oai'v 
X 5 'Exil, xoQiövrf /«A« XrixptTni /övSqoV 

'PiXeT yuo avTTj Tiuy/v raCTK SnivvaO^af 
'O vvv (ckag äovg av(h xtjqiov Süan. 

*i2 nat O^vQTjv äyxXivf nXovTog fxQovcffV 
Kai Tfj xoQiiirrj nngO-trog (figot aCxa. 
10 Qfoi, ysvoiTO Tiävj' (cufuTTTog rj xovgt}, 
K(i(fv(i6v üv^Qa xcbvofiKaTÖv tSsvooi' 
Kai T(p yfQovTi naTQt xovgov efg ;ff'(>«?, 

Kttl /blTjTQl XOVQTjV sfg TU yOVVCt XUT&ilT], 

QäXog TQ^fffiv ywctTxa ToTaiv iyviJTOig. 
if) ^Eyw 6\ oxov 7TÖ<^fg (f^goiaiv lif&Cfi,oLg 
ldfxtißofi.at /uovaaiai . ngog fh'QKig «Jwv 
Kui JdjT/ xttl ui] öövTt nXfjun twv uyy^iov. 



!AXX' (o 'ya&ol 'nogf^nd^ wv fivyig ttXovtbT' 
Nöfiog xoQwvrj /(i^Qcc 6ovv tnceiTovOr,. 
/log *äv üvai Sog xai ah ttötvu fxot rCucpT}. 
ToauvT^ atiSo)- öög ti xal xnTa/Q^aa. 

Constituerani adiicere nonnulla de Homeri Iresione, sed dicentur 
ista alia opportunitate academica. 

D. die XX. mensis Decembris anni 1857. 



17) Neque quod Leutschius ia Philologo XI. 244 commendavit , tooiivth f 
eiäug comparato Sophocle Ai. 441 et Electra 332 satisfacit. 



158 Commentatio de Hermesianactis elegia. 

B. Hermesiauactea. 
I. 

Coiumentatio de Hermesianactis elegia*). 

Hermesianactis elegia, quam Athenaeus lib. XIII. p. 597 A ser- 3 
vavit, iure inter praestantissimas anüquitatis reliquias refertur. Malus 
sane poeta Hermesianax (si ad eundem modum omnia, quae scripsit 
camiina, composita fuerunt, id quod consentaneum est), quippe qui 
plane desciverit a germana poesis natura: nam magnopere dissentio a 
philologorum iudiciis, qui non desinunt Hermesianactem tanquam per- 
fectum et omnibus numeris absolutum poetam laudibus ad coelum usque 
efferre, maxime postquam Fridericus Schlegelius (Op. IV. p. 52 seqq.) 
suo iUum praeconio ornavit. At sit sane malus poeta, tamen doctrinam 
miram quandam et artis industriam insignem tanquam in opere tessel- 
lato construendo in hac elegia ostendit et indicio est: quäle fuerit 
Ingenium eins poesis, quam illa aetas maxime admirata et studiose 
secuta est, itaque nihil profecto omnibus, qui Graecarum litterarum 
imaginem sibi infomiare volunt, exoptatius accidere potest, quam quod 
tani insigne consummati artificii monumentum ab Athenaeo servatum 
est. At hoc Carmen ob id ipsum, quod magna doctrinae reconditae 
copia excellit, obscuritate nimium quantum laborat, itaque plurimas 
gravissimasque corruptelas contraxit. Quare critici homines, principes 
huius artis pariter atque qui nullo sunt loco habendi, certatim hoc 
Carmen corrigere tentaverunt, prolataeque sunt coniecturae plurijmae, 4 
quas enumerare longum est, emendationes admodum paucae. Duo 
autem praeter ceteros in hoc carmine restituendo feliciter versati sunt, 
Ruhnkenius in epistola altera, quam Ernesto inscripsit, et Godofredus 
Hcrmannus : praetcrea autem alii quoque viri docti plura vitia ingeniöse 
et recte sustulerunt: sed qui his novissimis annis et apud Germanos 
et apud Britannos hanc elegiara ediderunt, ii impares huic operi fuisse 
non iniiu-ia censendi sunt. Restant autem etiam nunc plurima in hoc 
carmine, quae medicinam sollertem requirant. Id Hermannus quoque 
censet, qui cum in opusc. t. lY. p. 240 difficultates, quibuscum criticae 
arti in hoc carmine emendando luctandum est, percensuisset, haec 
addidit: sed etsi utrumque gettus iia est comparatum, ut vitari possit, 
si quis caute satis circumspecteque procedat, tamen vel sie in Ilerme- 



*) [Natalem sexagesimum octavum Serenissimi et potentissimi principis ac 
domini f^uilielini IL Electoris et Landgravü Ifassiae ... ab acadcmia Marburgensi 
die XXVm. lulii (a. MDCCCXLIV) • • • celebrandum indicit Th. B.J 



Commentatio de Hermosianactis elegia. 159 

sianactis quidem elegis nonnulla relinqucntur, quae nisi codicum melio- 
7'um ope sanari nequeant, iis pracsertim in locis , in quibus vel res 
hpdie ignotae respiciimtur, vel nominum locorunive nomina inveniuntur 
mendosa. Et ab Ins quidem subsidiis destitutus sum, itaque sola artis 
ope conatus sum Carmen pro viribus emeudare. Ceteram ego quoque 
de me eadem plane censeo , quae Hermannus de suo dixit commentario : 
quare si ego qiioque, quantum quidem possim, ad Jiuius consfitui car- 
minis emendationem conferre, sie vellm existimari, viam me potius 
corrigendi aliquam in plerisque locis voluisse ostendere, quam certa 
putare corruptorum remedia repcrisse, gavisurumque potius esse, si 
meliora quis afferat, quam ipse quae invenerim defensurum. 
^ Primo autem loco posui ipsam elegiam, quemadmodum restituen- 

dam censeo; subieci autem lectionis diversitatem, quae in codicibus 
manuscriptis reperitur, ut quid et ab aliis et a me novatum sit in hoc 
carmine, continuo possit intelligi. In commentario autem, qui sequi tur, 
rationem potissimum reddidi eorum, quae ipse mihi invenisse visus 
sum: nam in redarguendis aliorum sententiis versari inutile plerum(|ue 
negotium est taediique plenum. 

Oiriv ^uiv (fClog vtog ocvi]yccysv OidyQoio 

ligyiÖTirjv, &Qfjaauv aretläy-svog xi&kqtjv, 

"Ev&cc XicQwv y.vuvr]v 'ily.tTiu ttg äxarov 
ö ^'i</u5 oi/ofu-^vojv' Kuvrjg J' int fj.c(xouv uvTti' 
PtCuu dilx fiiyäkcov (ivoofitvtjg dovuxwr. 
]AXV (tXt] naoic xi\u(c fxovÖMOTog xtihuoiCcov 

'OQCfiig, uvTcaovg J' i^sndnas &fovg, 
KcoxvTÖv t' it&ifj.iaTov vn dcpQvai ^etJ^accvra 
10 Ei(^e, xul uivoTUTOv ßl^fi/ii' vn^fidvs xvvög, 

'Ev ni'ol juh' (fiovrjv TeO-ocjfxivov , iv nvQi cF" 8/jLua 
2xXi]q6v, TQiöToi'/otg ö^(^/j.a (f^Qcov xfq)nktcig. 
6 "Evd^ev aoi^idwv fxtyälovg uv^n^iatv üvaxTag 

^oytÖTiTjv /xcü.uxov nvivfAcc ).aßiTv ßiörov. 

15 Ov firjv oi'J' vlög Alijvrjg uy^oaarov f&t]xfv 
MovauTog , XuoiTwv ij^nrog, livTiönr^v, 



V. 2 U^yiOTTi/i', logobatur Uyßio«i;v. 

V. 4 xvay>\v, legebatur «xoi/v. 

T. 5 Xlfivtjg, legebatur /i'ur»;. 

V. 6 ätix, legebatur öi' ix. ib. äv-QO/j-iriig , logobatur {jvouinj. 

V. 7 juovo^üjaros, legebatur fiorö^^ioaior. 

V. 8 livtaiov?, legebatur naiiolovs. ib. i-ie/iünat, logobatur iiavi/tnui. 

V. 9 in' legebatur in'. 

V. 10 eWe , legebatur i;Ji. 

V. 11 cptuyi'jy, logobatur (fojy;]. 

V. 13 (lotdiüiuy, legebatur Ävdtuniy. 

V. 14 'AQYfiniji, legebatur liy^ioTrijV. 

V. 15 iJQayog, legebatur i/^av oc. 



160 Commentatio de Hermesianactis elegia. 



"Hn 7T0/.VV ftvarriatv ^EXivaTvog nuQu naLav 

EvaOfiov xQV(fiwv ^^((fOQei koydov, 
^P((q(ov oQyeiiiyv tW IJoi^«« noinvvovßa 
2 /IriixrjQr yvwarr] (5" ^atl xal üv jiCSij. 

^^Tjul Jt xal BotwToC dnonQüXinovTCi f/^XctOQcc 

'llOiodov, nüarig iJQCcvov taTOOi'rjg. 
lAaxQcctwv tGix^altrci ixörf^' "^EXixwvfSa xtöf^rjv 
"Evlhav oy' 'HoiTjv fxvojufvog AaxQu'ixriv 
25 nöXl' iTittlhtv, TTiiaug dt löywv livtyoüipuTo ßißlovg, 
"Yuvwv tx 7iQ(ÖTrig nuidbg unuo/^ö^fvog. 

AvTog t^' oiiTog üoiiiög, ov Ix /Itog aiact (fvAÜcfafi 

"JUiOtov ndvTWV öaiuova fj.ovofonolfi'v, 
AtnTiv!>^t)g ^fi)äxr]V tvfTftvfTO 'hmg 'O^irjQog 
30 'iliii^aiv nirvTfjg e'ivfxa nrjVflönrig. 

^'Jlv J/« noXXa 7ia!)wv oliyrjv iaevdaaaTO vfjaov, 

IlokVuv an' fi'Q€iT]g Xetnöfifvog naTQi'dog' 
^'ExXee J' ^Ixhqi'ov n y^vog xal öfl^ov ^Auvxkov 
K(u I^näi)Tr]V, tih'wv ümöinvog ncdh^MV. 

3.") MiuvfQ/^og (h' . Tov rjöi'v og fit)iTo noXktv ävmXäg 
JI/ov xni u((X((xov TTViVfi äno nfTTU/n^rgov, 
Kai'tTO uiv Navvovg , noXioj J' fnl noXXdxi Xwtw 

Kr]fiO)!)t\g xo'morg ti/i dvv E'^Kfiiny 
/Iriyli^ri J' 'E()uüßiov tüv ufl ßdQvv in^l ^'totxX^v 
40 'ExOqov jj.iar]aag, o^' uv^ntuipav fnrj. 

Av^n? <^' 'AvT(fA(c)^og AL<(^Tjid'og (x fiiv f()0)Tug 
JlXriytlg IT(txTO)Xou (>evf^' fn^ßrj noTHuov, 

/IdQÖuvirf J* liuvüvauv vnu ^ri()rii> ü^to yidav 
KXttCütv. AiCdviov <y' TjXOiv unonQoXinwv 



V. 17 7to).vv uvatt;aty, logeliatur Troxijuvijazi/air. 

V. 1!) 'Panlov , legobatur '/'«otor. ib. opyfdür, leg. ooyituv. ili. «»■' löiükiu noinvvovou , log. 
üvlfiu diunoiTtvvovou. 

V. 20 ^i'juritQi, Icgebatur Jt'jUiittju. 

V. 21 Itoivnov , Icgobatur linioitöv. ib. fiiÄu9()u, logobatur uiXa!f(jov. 
V. 23 iy.öv9\ logobalnr t/wr. 
V. 20 ärfuij/öuttog, logobatur «ifp/o/ifvoc. 
~ V. 28 fiovaoTioXtlv, logobatur fiovaoTtöXoy. 

V. 2M Ximvv9tlc, logobatur XinTt'iv d' tle. ib. irittlveto, logobatur ütuthtto. 

V. :i3 ixXtt , logobatur ixXixitv. ib. 'ixuolov , logobatur '/xÜqov. 

V. 37 nttXiu), logobatur noUv). 

V. ;j8 xi,fiu>9tl?, logobatur xvijjuuj^t/?. ib. tZ/« aiiv '/ii-ufiiit] , logobatur nt/iaws^ufiiti. 

V. 30 äiix-'/tj, logobatur 'tX^ti. ib. i/tJ^ , logobatur ovöt. ib. '/'eQixXijv, logobatur <I'i(>ixhiv. 

V. 40 <)V uvlntuy UV, logobatur tolav l«tjui^«v. 

V. 41 Avdt]ldoi;, logobatur ).\ia>fidiii. 

V. 43 Ju(^durlii, logobatur dia(idüvrj. 

V. 44 xkaltov, Ali^üyiov, legebatur y.uX?.lwy ali^uov. 



Commentatio de Hermesianactis elegia. 161 



4ö '^xQTjv is Kolo(fä)vcf yöwv d' ivinkriaaTO ßCßXovg 
'l^äs, ^x navTÖg navaüfisvog xuucctov. 

AiGßiog lAXxuiog St noaovg uvtSi'iaro xvj/xovg, 

2!a7npovg (poQfiiCwv ifxeQÖtvra nöd^ov, 
Fiyvioaxtig' 6 cT' ttoiSog arjSövog fjodOKd-^ ([uvojv, 
5 Trjtov aXyvvoiv ävägn nolvipQctSi'r]. 

Kai yc(Q rrjv o fj,f).ixndg itpijuiXlriatcr' IdvuxQ^wv 

2^T(l}.ou(vr]V unnXuig ccixiLiiya Ataßidaiv. 
'Poiru rf' (cXkoTt ,ufv XfiJiiov 2('caov, äXlorf cJ" «.vti'jv 

OtvTjoijv ovgei x(x).i/j.(vrjv TtaToida, 
55 AfOßov ig svoivov' tö JI Mvaiov tlaiSt Afxröv 

IToD.dxig AtoXixov xi\uc(Tog ctVTinfQttg. 

Ar8-)g J' oia fifkiaaec noXvnoi^cov« Koltüvrjv 
Afinovrs' iv jQayixuig ißt /OQoaTaaiaig 
Biiy.yov xcü tov foon' iysnaiof &e(t)f)iSog . . 
60 Z(vg fTToofv ^o(foxk(i'. 

'Priui dt xttxtivov TOV ut) ntffvXnyusvov üvSqk 

Kai ndvTwv fiToog xTio^tvov li ori'/wj' 
TTdaag äf/.ipl yvvaixag , vnb cSxoXioTo Tvntvja 

Tö^ov, vvxTtQiväg ovx ano&Bß^' öSivag, 
d:') AXku MaxTjSovii] ndaag xaTtvicScnn XavQng 

Atydwv, ixtfhtntv 6' Ap/fXtoj Tu/xir]v. 
Efaöxt aoi öaiuwv, EvQinid'i], ii'()(t' ölt>')oov 

AtxifißCov arvyvüiv ui'Tidauvri xvvüiv. 

'kväQU St TOV KvO-^()r]0^tv, ov ifyQtxpavro Tifhfjvai 
70 Bdx)(OV , TOV kiOTOV tugtÖtutov Tauit]V, 

Moiactig nuiStvihtvTu 'PiXü^tvov, oiu Tivu/Ütig 
OoTvyujv TttiiTJj? ^Hht Sia nTÖXtwg, 



V. 45 äxQtjv, legebatur uxfjur. 
V. 46 iQÜg, legebatur itoäg. 
V. 51 i(pt]uiX^tjaaT' . legebatur itfüiuiXiia' . 
V. 52 unaXul?, legebatur noVlule. 
V. 54 ov()ii , legebatur dov](iv. 

V. 55 Mvaiof, legebatur ixvqIov. ib. tiotöf , legebatur lialde. ib. Atxzöv, legebatur i.ixt^ov. 
V. 57 'Ax91?, legebatur av9ig. ib. Tto/.vnQi'ivjiu, legebatiu- TtokvnQloifa. ib. KoÄiüviir, lege- 
batur >fod(u»i;v. 

V. 59 iyi()atQt ßtwijlöoc, legebatur aytioai .'^etunttSoc. 
V. 62 is ovvxtuv, legebatur ix ovyi>x^'>y. 
V. 65 Ma/.i]So\L>] , legebatur J/axi;Joi f>;c. 
V. 66 Alyäwv, legebatur Aiyfluy. 

V. 67 aol, doest vulgo. ib. Eviimldti , legebatur Kvomldji. 
V. 68 'Afifißlov, legebatur ünipl ßlov. ib. urtiiiouiit , legobatur ilirn'wKyru. 
V. 69 öv i9(}iif/avT0 , legebatur avetQiipavto. 
V. 70 «o'v, legebatur xtxl. 
V. 71 Movauig, legebatur ilovaut. 
V. 72 '0(jtv/lr]V, legebatur tü^vyi/. 
Th. Bergk Kleiue Sclmfteu. U. 11 



162 Commentatio de Hennesianactis elegia. 



rtyviüGxiig , aCovaa fi^yav nöd-ov, ov r«XttTiCr]g 
At'ToTg fj.rikeioig xhijxay vnu TiQoyövoig. 

7 5 0ia9a 3( xal tov aoiSöv, ov EvQvnvXov nohfjTai 
Kwoi /ccXxeiov O-fj/av, vjib nXariivM 
BuxTiSu fxoXnicCorTK Oiofjv ^vqi , riävTct 't>iXriTCn> 
'PT^fiuru xcii nuGav Qvöftevov XaXi^v. 

Oi'Sf ^Iv oi'S^ oTTÖooi axXrjQov ßiov ^ar^acivro iQ 

80 uivO-Qomwv, (TxoXirjv fimoijLfvoi cfocfirjv, 

Ovg ainr] 7T£(A nvxvu Xvyoig ^acfiy^uTO fJ.fjTig 

Kai Jfivr) iLivd^wv xvdog e/ova^ «(«rjj, 
Ouö^ oV xiTvov fQWTog äntaTQixpavro xvdoifxöv 
'f>uiro/Li^vov , Stivuv J' riXxi-ov inf iqv(oxov. 

85 Oit] fi(v J^äfiiov ftavir] xariöriae &(avovg 
IIvd^ayö(jriv, iX(xwv xojurjju yfwuSTQirjg 
EvQOfjitvov, xal xvxXov oaov jifQißdXXnai ai&ijQ 
Baifj ivi acpaigy ncivT anoraaaö/nfvov. 

O'iu) J' ^^XCriviv, ov f^oxov f/Qr] IdnoXXoiV 
90 ^AvO^Qu'iji oiv el'vai 2^wx()((tt] ^v aofftrj, 

KvTTQig firiviovOa nvQog fitvti' ix (U ßaOtirig 

^h'/fjg xov(fiOT^oag i^fnovrja^ aviag, 
OixC ig AdnuaCriq nwXtvutvog' ovd^ ri t^x/hu^ 
Et)Qe, Xöyo) noXXug tvQÖ^tvog öiööovg. 

9 5 Av^Qtt KvQTjvaTov J" tYrno TTÖ'log ianaatv 'fo^'^/iioC 
^fivög, OT^ Idnidavfig Aa'iäog ijQccOaTo 
OH'g AQCaxinnog, näaag J' rjVi'jVUTo X^a/ag 
<Pevy(ov svXifi^vojv i^ 'EtpvQrjg ögCcav. 



V. 73 yiyvtaaxiig , ulovau, legebatur yiyvwaxti xal ovaav. 
V. 74 jj-tiXtloi?, legebatur fitjUoig. 
V. 75 ov, legebatur töv. 

V. 77 Barrldu , legebatur liittldu. ib. ^(qi\v nvql, logobahir .^'oijv rittil. ib. <r>ihjrüv, 
legebatur (piklzav. 

V. 81 Tlvxvü , legebatur niXQÜ. ib. /.vyoi?, legebatur hlynic:. 

V. 83 Ol xilvov^ legebatur oldev ov. 

V. 84 ipaivo^ivov , legebatur (paivöfitvov. 

V. 88 fiuii' ivl, legebatur [ilrjg iv. 

V. 80 i//.hjvtv, ov, legebatur i/Xiiiniirov. ib. t/Q'l 'AnöXXiDV, legebatur ^/(^"l*' 'i'oA/lüJi'. 

V. 94 iVQO^nog , legebatur tvfjüunog. 

V. 95 e)' vnlgo deest. 

V. % durog, legebatur Stivöv. 

V. 98 fVXifilvu)V ii 'K(pv(tijg o'^/cuv, logobatur ovJa^u^vov i^Kföutioe jltor. 



Commentatio de Herinesianactis elegia. 163 

11 Y. 2 pariter atque v. 14 ^QytoTtr^v correxi pro eo, quod olim 
legebatur liyfiiörn^v. Utrimique sane a vulgari fama aperto recedit, 
Eurydicem enim Orphei coniugem esse inter omnes constat. At vero 
Hermesianax plui'ima novavit, ut hoc ipsum Carmen dilucide docet, et 
ut mihi quidem videtur, pleraque suo ingenio satis libere conformavit, 
ita ut nequaquam in eum cadat, quod Callimachus de se suisque car- 
minibus praedicavit, 

Kjuc'coTVoov ovdtv (Cfiäo). 

Sed Hermesianax etiamsi satis multa novaverit, non tarnen id temere 
fecisse censendus est, sed plerumque haud iuscita ratione usus aliunde 
petiit aut suo proposito accommodavit. Itaque nomen Agriopae*mihi 
suspectum est, quoniam nihil omnino de ea compertum habemus. At 
commemoratur Argiope, Philammouis uxor et Thamyridis mater, vid. 
Apollod. Bibl. I. 3: oi- Gauigig, ö Ü)ilauintovog y.ai liQyLÖ/Ti]g vvi.icprjg, 
ioxsi' tQcoTa, TiQ&iog aQ^d/nsivg egcit' olqqi-viov, et schol. II. B 595: 
ottog (QduvQig) ndig fjV 0i}A(Aucovog vsu Idqyiöjtr^g (ita recte Heynius 
pro l4QGiov Trg) viurftjQ, rö yavog QQa$. Et maxime Pausanias, qui 
et ipse nympham vocat et olim circa Parnassum montem habitavisse 
memoriae prodidit IV. 33, 4: Ttalda de avxov (DiMi.i(.aovog ymI ^gyiSyrr^g 
rJjg Nv(A(prig elvat, tijv ös Idqyiöityfv rlcog uev jceqi rbv Tlaovaaabv 
olvx'iv, enel Si eh/ßv fv yaOTQi , Fg'OdQiaag liyocai iii£Tor/.Toai • 0i'/.du- 
ucora ydo ovv. Id^üxiv ag röv oiy.ov avTi^v ay€o')^ai /aX. lam vero 
nescio au ab eadem uympha nomen traxerit Argiopium, quod prope 
Plataeas situm esse Herodotus docet IX. 57 : Jitqi ycoTccfiöv Molöevra 
lÖQVfjevov l^Qyiöyciov te yüqov vmXeoiaevov, ttj /ml JrjUijcQog ' EXEvaivir]g 

12 'iQÖv f:Grai: namque | Philammon, cuius filius Eiiniolpus dicitur, uxor- 
que Argiope profecto necessitudine aliqua cum sacris Eleusiniis con- 
iuncti sunt. Diversa autem est Argiope, Nilifilia, quam commemoravit 
Pherecydes ap. schol. ApoU. Bhod. III. 1185. Mihi quidem videtur 
Hermesianax illam, quae ad Cereris sacra pertinet, ad Orphea transtulissc. 

Ibid. Aid^äfji^v A, -ui^ÜQn PVL, quo offensus Ruhnkenius Q()i]oaa 
acei'/MuEvog yud^dgfj coniecit, et recte quidem ille adiectivum ad citharam 
retulit, quod non tarn propterea probandum est, quod alias quoque a 
poetis Thracia Orphei cithara dicitur, sed quod commendat illam cou- 
iunctionem artificiosa pentametri structura, qua Hermesianax aequahi- 
litatis studiosissimus fere utitur, ita ut in extrema parte hemistichiorum 
congruat adiectivum cum substantivo. Confera« haec exempla*): 



[*) Et horum et aliorum, quae post afferuutm-, oxemplorimi nunc lu Anthol. 
paullo aliam esse rationem vix est quod coiniuemoretui-: etcuim ]iaud pauca aut in 
prioro aut in [lostPiion^ editioiie B. alitov conformavit, quae suis Im i> infra indicata 
suut.J 

11* 



164 CJommentatio de Hermesianactis elegia. 



"Ev&a XÜQOiv y.vavr]V elxSTai dg äxarov. 
'Pivfxa öiix fi(ynl(ov <h^oousvr]g ö ovtcxoiv. 
'Ogcfivs, uvTaiovg rf' ^'^tndtiae &eovg. 
Ei3( , xtti aivoT (CTO V ßksuu vn^finvi xvvög. 
2xXr]Q6v, TQiaxot)(oig StTun ip^owv xiifiaXaig. 
Idgyiönriv (laXaxov nvfv/xn kiißfTv ßiÖTOv. 
Evaafibv XQV(f((ov l^sipÖQU }.oy(o}v. 
'Haiöäov ndarjg rjgavov iaTOQt'tj g. 
"Ev^iv oy' 'lIoiTjv fivtäutvog IdaxQdixr'iv. 
^Sliäfiatv nivi'Tijg (i'vfxa TlrjViloTi rjg. 
IToD.öv an (VQfirjg XnnöfKvog naj qCö og. 
Ken 2^TiÜQTr]v, iäiwv f'.nrofiivog nad'ioiv. 
Ilyov xni uttXaxoß nvfv/Li' und n tvr ttfA-^TQov. 
niTjyflg n uxj (i)).o ö i^iöf.1,' ineßr] nor ufjLov. 

'fQfcg ^x navTog naLadatrog xafiÜTov. 13 

^TfXXojUfVTjV ünaXaTg äfifiiya A(0 ßidoiv. 
Atinovd' iv TQaytxciT g rßt yoQoaTuaiaig. 
Tö'^ov , vvxT tQivug ovx uno'HaO-^ öSvvtig. 
uififfißiov ar vyvöjv dmceOavTi xvvöiv. 
^OQTvyiT]v TuvTTjg riX'^t Siu tit öXiotg. 
AvToTg fiTjltioi g .'>»;x«.'>' vnu n Qoyövoi g. 
'Priucna xal nuac.v ovöfitvov lali t'jv. 
]AvB-QU)7to)v, oxo).i't]v ixcaö^fvot ao(fir]v. 
't'uivofxivov , ätivöv ()"' rjX&ov vip "^vCo/ ov. 
•^'v/fjg xovcpoT^Qccg i^fnövrja' uvCag. 
EiiQe, Xöyo) noXXug tvoo^tvog ö t öS o i g. 
4'ivy<av tvXifji^vMV i§ EffvQrjg öqCwv. 

Quod profecto non casu, sed consulto factum est, nani cum quadraginta 
Septem sint disticha, septies vieles hoc observavit poeta; magnoque 
artificio ita institidt, ut praecederet adiectivum, substantivum sequeretur, 
quo magis suspeiisus esset legentium auimus. Semel omnino ab hac 
lege discessisse videtur v. 42 in nomine proprio, quod aliter non potuit 
pentametro accommodari : 

nXriytig ITaxTOiXoO Qiu/n^ (nißri noxu /xoD. 

Sed non revera discessit, nam llaArioXov tan quam adiectivum accedit 
ad subst. 7coTaiLioc. Sed est etiam aliud artificium, quamquam rarius 
adhibituni. ut partes pentanietri in unum coalescant, ubi adiectivum in 
fine prioris partis, substantivum in exordio alterius articuli collocatur: 

Yfivwv fx TiQWTTjg nuidog anaQxofxevog. 14 

TToXXüxig AioXixoD xv/xarog uvTin^Qag. 
/Invög, ör' 1/4 TT I d' (cv fj g AatSog ifQuauio. 

Nonnuraquam autem sie, ut haec in exordiis hemistichiorum collocen- 
tur, versus confonnavit: 

Hä larov nüvrwv äulfxova (xovaonoktTv. 
Tt'ji ov uXyüvo)v äv<f(»(( noXvifqadCr^. 



C!ommentatio de Hermesianactis elegia. 165 



lam qiiod de adiectivo dixi, id etiani valet de genitivo ciun alio Sub- 
stantive, unde suspensus est, de nominativo, qiii siibiecti loco est, 
deqne reKquis casibus, qiii verbis adhaerescunt, itaque plane eadem 
ratio observatiir, quam supra indicavi, ut est: 

I. Bcix/ov, Tov AwToi' maTÖTcerov T(tfJ.iT)v. 

KXuiMV, AiLHViov d" rii.&ev anonQoXi n liv. 
n. MovauTog XuQiTwv ifgnvog liivTi6nr]v. * 

Kai äiiVTj fivd-div xvSog f/ova^ uqet^. 
TTi'hiyöoTiv kkCxwv xofx^pu yfOififTQirjg. 
^fi^utjToi , yvcoOTTj (5" iarl xn) tiv ACSr^. 
Krjuwif^dg xiöuovg tt/i oiv 'E^uuiij. 

Ad tertium genus retulerim v. 48 : 

2^c(7T(fovg (fOQjj.iLwv i n toöivr a nöfhov. 

Gerte hie quoque ut in reliquis poeta sedulo ciiravit, ne versus articuli 
dilaberentiir, sed aptissime concinnavit, pariter atque in v. 54: 

Otvr}Qr)v oi'Qii xix).if^irr]v tiutoiSu. 

Itaque paucissimi versus relinquuntur, qiü minus artüiciose elaborati 
sunt, quamquam in liis sunt, quos de corruptione suspectus habeam; 
ita V. 62 : 

15 Ä«t ndvTbJV fx^aog xriöutvov /^ ovi'Xf^v, 

etsi iam Cüllocatio verborum idaog -/.Ttouerov coniungit utramque versus 
partem, tamen haud scio an rectias legatur: 

Äal luiGog 7t(ivT0)v xjwutvov ^| ovi'XMV. 

Item V. 67: 

Alydwv, fjiid^entv S' 'AQ/i-Xto) Tnui'rjv, 

namque melius substantivimi a verbo suspensum praecedit: 

Alydiav, Tn/uirjv rf' Ao/tX^M fiffhentv. 

Sed excusationem habet minus concinnus versus 76: 

Ktpoi yuXxftov d^fjxav, vno nXctTÜvi^ — 

propterea, quod hie oratio continuatur et cum hexametro. qui sequi tur, 
arcte cohaeret. Supersunt igitur tres tantuni versus 40: 

ut fortasse de ea medicina, quam huic versui adhibui, etijun dubitan- 
dum sit; porro v. 88: 

Hcdfi iv'i atfni'nrj 7T(cvt' finHmaaöittvov 

et V. 90 : 



16t) Commentatio de Hermesianactis elegia. 

Tractavi haec accuratius, quoniam non solum ad criticam rationem 
exercendam alicuius sunt momenti, verum etiam omnem huius poesis 
naturam maxime illustrant. Oeteruin in Theognideis carminibus similia 
exempla reperiri alio loco [Mus. Khen. III. 413 seqq.] ostendi. 

V. 3 i-jclevGEv A, vulgo tyclevoe. — wcEii^ia, Hermannus drcEvd^ba 
coniecit, sed d/reid^ea argute dictum est, hie enim ante omnia id agitur, 
ut Orpheus dicatur vel inexorabilem Orcum carminibus delenivisse; 
hinc V. 13: "Evd^ev doididwv ueydlocg dvt7ceiOEv ava/.cuc, xr/l. [In utra- 
que Anthol. editione B. scripsit djiE%iyia^ 

y. 4 /.vavi^v scripsi, libri «/o/^V, Lennepius Aoiviiv coniecit, quod lö 
sane ex multis, quao prolatae sunt, couiecturis maxime commejidatur, 
non tarnen satis commodum videtur huic loco esse, ubi de omnibus 
omnino mortuis dicit poeta , ita ut publicam esse cymbam per se appa- 
reat; recte so haberet iüud epitheton, si de uno aliquo semio esset, 
hie vero languet, itaque scripsi vaavi'iv. Vide, ne plura in medium 
proferam, Virgil. Aen. VI. 298: 

Portitor has liorrendus aquas et Üumina servat 
Terribili squalore Charon .... 
Ipse ratem conto subigit velisque ininistrat, 
' Et ferruginea subvexit corpora cumba 
lam senior. 

Adiectivo autem v.vuvoc. sive yttßj'öc; usus est Nicander Theriac. 
V. 488: (DouCeo df ylodona daeiQ yj'avov le ö(jdy.uvza. Et Lucianus in 
Philopatr. c. 20 /.vapioceQOc; dixit: idem legitur Pseudoanacr. 16, 11, 
itaciue etiam apud Moschum 2, 47 videtur zcav/} Ö' hhu/ao ddlaooa 
scribendum, nam /.icm ferri nequit, neque opus est Meineldi coniectura 
■/aüvov. [His addit B. in Anthol. ed. IL p. VII: emendatio iiiccHa, ix>ssis 
dl AQÖxt^v, quod ipsum in proecdosi coniecerat p. V, vel b'k/J]v .stt.spicar/.] 

V. 5 A/;f/j'/yC Ruhnkenius, A A///J'//, PVL A/tu'/y [quod B. in Anthol. 
restituitj. Contrario modo erratum est v. 88, ubi /^//^c pro i^au] libri 
suppeditant, -- ib. ua^qw dccel, B fxa%QVv quiel. 

V. 6 öih. Dindoi-fius, vulgo öi' h.. [Alibi B. tentaverat öi' ev/iEkd- 
don'.\ Ib. dcQOf^itvtjg scripsi, quam verbi formam Alexandrini poetae non 
improbavisse videntur, ita etiam apud Moschum Id. 4, 21 corrigendum puto : 
'Hl: (Y oovig dvQt/cai. ejcl mpECEQulai vEoaaolg. [rec. hoc Ahrens] ; neque enim 
causam video, cur tragicis | sohim hanc primariam et antiquam formam 17 
vindicemus. Verbum autem illud eximie convenit huic loco, ut Stygia 
palus per arundines serpens ingemiscere dicatur, cf. Virgil. Georg. IV. 478 : 

Quos circum lirnus nigor et doformis aruiido 
Cocyti tardaque jialus inamabilis unda 
AUigat, et uoviens Styx interfusa coercct. 



Commentatio de Hermesianactis elegia. 167 

Ceterum qiii insolitas verbormn structuras praeferunt, ii poterunt övqo- 
litevr] scribere. [In A ovo/,iivt] legitur, cuius in lociun B. in ed. II. Anthol. 
siibstituit ovQouivt), de quo iam in proecdosi cogitaverat.J 

V. 7 f.iovoüooTO(; Ruhnkenius correxit pro (.loröutoaTov, qui dicit: 
Hesychius olöuovov. fxovöoxolov, quae glossa pertinet ad Sophoclem Oed. 
Tyr. 856 [846] : Ei ö' civdQ f-'v' oIo'mvov adöi'jaei , uhi Scholl a explicant 

I-IOVOÜOVOV, fAOVOV. 

V. 8 dvraiovg. Valckenam coniecturam recepi, vulgo enim [et sie 
in Anthol. quoque] jcavcoiovg legitur, quod quocunque modo expla- 
nas, incommoduni est: at dvialoi Seoi rectissime se habet, conferas 
Erotianum p. 62 [p. 45 ed. Klein]: dvreorO^eÖp- töv ßkdßrjg vrcovoov- 
/Lievov aiTiov i-'aeaS-ai avd^gwjcov. dvcaiov*) di i'/.dlovv o'i 7ialaiol röv 
acofpQOva [sie libri: o'LoocfQova Welck.], tog y.al ö ^ocpoxkr^g sv K'lv- 
Taifj.vrjOTQq [310 Df.] ktyiov '■'■röv di avreov /cegiöivsovra ovx ÖQccre yiai 
öelf-ia 7CQoayrvioiTa dvciag i^eoc, de quo loco haec scripsi in Diario 
Antiq. 1836 p. 77: verum facile intelliges non umim aliquod esse 
fragmentum, sed duo : m posteriore dvcmov significare adversum, in 
prior e prud entern, ut visiim Erotiano: partim ille quidem considerate 
hoc dixit: nam illo quoque versicido germanam notioneni retinet; pru- 
dentiae significatio latet in corrupto isto neqiöiviovxa, scribendum enim 
videtur: 

Tov (}" aviaiov 

n t (11 ö i]v tvovT ä />' (>(>(at. 

18 JleQidijVEveiv est callidiini esse. — lain alterutn fragmentum videtur 
sie eorrigertdum : 

hat dtTfxii nQoanväovTa tuvt uC ug d^tov. 

Credo auf OH illud ex Sophociis Polyido [fr. 466 Df.] esse petittim, coin- 
paraia Hesychd glossa: ditulag, jio'kE(.iiag , lyJiQag. 2og)oy.liig llo- 
Äveid(i). Puto auteni haec accipienda esse de aliquo Hecatae terrore, 
ea enim appellabatur dvraia, quod ex eodem cognoscimus Hesychio: 
dvrai'a, ivavri'a, iyJaiog- ^loyvlog ^Eulhy orif.iaivu de. '/.al dalf.iova' 
Mxi %r^ '^E/MTi^v df l4vTCiiav Xlyovoiv «yrö xov e7CL7ri{.i;ieiv ccvraia. 
Haec quae planissime disputata sunt, miris modis God. Hermannus per- 
vertit, qui nie oriminatus est daemonem quendam sive deum Antaeum 
comnientum esse in commentatione, quae inscribitiir : Non videri Acschy- 
lum Uliov 7vtQOLv scripsisse (Lips. 1841) p. 4 [Opusc.VIU. 130], ubi dicit: 
non puto Welckerum hoc cuiquam persuasisse, quo circa satis erit magnum 
qui in Ms est eumquc duplicem error em apcruisse, Ämphidromus qui- 
dem daemon fuit, Antaeum autem Wclckerus et Th. ßergkius creave- 



[*) uvTt'ov ia textu Uuius libelli Bergkius, ("ivriov libri, (U'tkiov Wolckems.] 



1Ö8 Commentatio de Hermesianactis elegia. 



nmt. Nullius enim ftiif, sed est illud nomen adiectivum, dicebafurque 
diToioL d-Eoi et dvtaia dsog. Haec Hermannus, sed solet ea ratione 
uti, si quando mea attigit, quemadmodum in Diar. lenens. 1842 
p. 504 seqq. me gravissimae cuiusdam inscitiae et levitatis arguit, quod 
in commentatione de Empedoclis prooemio p. 10 [Opusc. II. 16 seq.] hos 
duos versus in unum coniimxerim : 

T/jXcivyeg . xXvTt xovqs &savovg IIvduyÖQfw Tt, 
IJuvauviH. ai' J* xXvi)i d\u<f'()ovos !Ayx(rov vi f. 

et ad hoc novum scilicet conimentmn probandum Porsoni nota ad 
Eurip. Orest. v. 614 abusus sim. Quod si fecissera, sane in reprehen- l'J 
sionem iure incun-erem, at falsa est ista criminatio, nam nusquani hoc 
dixi, sedscripsi: at vero ille versus, quem commode servavit Biogenes, 

Tluvaavia, ai: (U y.lv'h öat(fiQorog lAy/irov vif, 

satis arguit alium praeter ea fuisse, quem eodem loco poeta allocutus 
Sit: illud euim oi- öe , proprio nomine praemisso, tum demum in usu 
est, uhi sermo ah alio ad alium subito deflectit. . . . Hunc autem, quem 
ante paulo allocutus est Empedocles, et ipsum poetae esse familiärem 
sapientiaeqiie studiosum eidemquc simid hoc opus inscriptum fuisse, 
vix quisquam negabit. Nequc longe quaerendus est, quem Empedocles 
hoc honore dignatus sit: Diogenes enim Laertius et quae seqq. . . . 
Itaqae sane arbitror Empedoclem Carmen, quod de rerum natura com- 
posuit, ad Telaugem, amicum aetate maiorem, misisse: 

TriXavytg, y.).i'Tt y.oöQi- OiavoCs IlvüuyÖQtM n, 

praeterea vero Pausaniam, amicum aetate fere aequalem, in eodem 
exordio compellare: 

riavauvCu, ai< ät xlüOi ötuifQovog Idy^iror vlL 

Haec ibi scripsi, et ex his Hemiannus finxit me illos versus in unum 
conglutinavisse. — Sed ad Hermesianactem revertor: dr/.cxloix; v>£o/V 
cum dixit poeta, profecto uon eiusniodi imagincm ob oculos habuit, 
qualem describit Homerus Od. XL v. 36 seqq., id quod interpretes 
existimant, verum signiticat id, quod Virgilius Aon. VI. 273 dilucide 

exponit : 

Vestibulum ante iitsum primisque in faucibus Orci 20 

Luctus et ultrices posuere cubilia Cuiae, 

Pallentesquo habitaiit Morbi, tristisque Senectus, 

Et metus et malesuada Farnes ac tuipis Egestas, 

Terribiles visu formae, Lotumque Labosque, 

Tum consanguinous Lcti Sopor et mala montis 

Gaudia mort.iforumqun adverso in limine Bellum. 

Ferreique P^iimcnidum tlialami et Discordia demens, 

Vipereum criiiem vittis innexa crueutis, 



Commentatio de Hermesianactis elegia. 169 

et maxime, quae deinde seqiiuntui' [285]: 

Multaque praeterea variamm monstra feranim 
Centauri in foribus stabulant Scyllaeque biformes 
Et cenhimgeminus Briareus ac behia Lernae, 
HoiTendum stiidens, flammisqiie armata Chimaera. 
Gorgones Harpyiaeque et forma tricorporis umbrae. 

Haec igitur monsti'a, hos adversos deos permulsit carminibus Orpheus, 
scripsi enim i^eTideias, cmn libri e^aveTteiae exhibeant, quod ferri non 
posse recte animadvertit Hermannus, sed quod ipse coniecit e^avsXiaae 
ita est comparatiun , ut ipsuin iam prorsus improbaturum existimem. 
Quod ego proposui, non solum ad librorimi scripturam proxime accedit, 
sed etiam aptissime dictum est de Orpheo, qui carmine monstra illa 
demulcet; exempla huius verbi cum in promtu sint, nolo subiicere. 

Y. 9 V7t' ocpQvot scripsi ex Rubnkenii coniectura, quae necessaria 

21 plane est, codd, kn ö^Qvai, idem Ruhnkenius mtod-eoTov con|iecit pro 
dS^euiOTor, Herrnannus autem dvtd^iGtov, quod cum f-iEidriOavia con- 
iungendum fuerit : ego nihil mutare ausus simi, nam potest sane Cocytus 
dd^s^iOTog dici, qui omnis iuris atque humanitatis est expers; uudrj- 
oavra, [A et] B (.üßeiöavia, in quo aliquando opinabar e/d' eladvra 
vel eidsv fodvia delitescere. Hermannus praeterea oidtjaavra scripsit 

, tarn quam de flumine sermo esset, at facile apparet, Cocytimi deimi 
ah quem inferorimi hie fingi; itaque etiam convenit (.leuh^Gavta , quod 
argute et prorsus ex Hermesianactis more dictum est, nam videtur hoc 
ipsi nomini KiüKvtdg prorsus repugnare, tamen Cocytus, quamvis tristis 
et saevus deus, victus diücedine carminis subrisit. [In Anthol. ed. I. 
legitur p. Y: fort, lit' öqjQvoiv eidev iadvra.] 

Y. 10 e}de Hermannus correxit, [idque, ut hie, sie in altera Anthol. 
cd. reposuit B. Prior ed. exhibet idem quod] codd. rjds. ib. y,vvög, B -/.vgog. 

Y. 11 ffon'tjV Lennepii coniectura est, quam vel id quod sequitur 
ö//t<« avlijQov postulat, libri (fojvi^, probaveruntque omnes editores inde 
ab Ruhnkenio, qui dicit: ^oovad-ai, (fiovfjv est incitata voce latrare, 
d^ooiod^ai of.iiia ocidos acriter intendere. Nicander Theriac. 227: 
avraQ hiovit^g Vh]vta (foiv/oaei re^otof-tivog. Oppian. Halieut. IL 525: 
^EvovcaL Ivaarj TE&otofxivoi. Nonnus XLVIl. p. 1338 [v. 604] : Mrj oe 
7cdhv Liavifj xa^oiouivov ui!i^ voi)oi'). Sic pro red-oo^dvov acrihendum, 
non red-eo)fx6i>ov, ut coniecit Falkenburgius. 

Y. 12 (peQwv, librorum lectionem revocavi, cum plerique recepis- 
sent Ruhnkenii coniecturam (ffgor, (|Uod ad 6'////« fuerit referendum ; 
sed ofif.(a yj-rög (feget delfia TQtaroiyoig /.erfakalg Graece dici nequit, 
verum recte se habet (pegiov, quod Heinrichius quoque apud Bachium 

22 animadvertit, ut ad Orphea referatur, qui cai-mine suo | etiam tricipitem 



170 Conimentatio de Hermesianactis elegia. 



canem defixit eique teiTorem inieeit, conferas Homer. II. V. 682 : Jeif.ia 
q^SQCov JavaoiOLV. 

V. 13 doidicciov VL, ita ut ex coniectura profectum videatur, 
ABP höidtov. [Pro bvd^ev se eloöv.' coniecisse dicit B. in Anthol. 
ed. II. p. VII.] 

V. 14 l4Qyi67ttjV scripsi, vulgo Idyoiöyctjv, vid. ad v. 2. Cetermn 
animadverto nunc id etiam Zoegam coniecisse, ut intellexi ex Lobeckii 
Aglaophamo t. I. p. 373 not, ubi dicit: pro Agriope, quomodo Herme- 
sianax Athen. XIII. p. 697 B vocat, Zoega Obelisc. p. 512 Argiope ut 
mitius nomen substitui malebat. Librum ipsum inspicere non licet. 

Y. 16 y^gavog YL, ut videtur ex coniectura, BP "jqav og, [A 
t]Qav ' bg.] 

Y. 17 /y TS A, f]TS B, . . z^£ P, oore YL. — Ibid. 7colvv fjvoTjjaiv 
Blomfieldius in Diario Classico t. YII. p. 233 rectissime coniecit, vulgo 
7TolviuvrjOzr]Oiv [ut est in A], B 7coh)f.ivrjg rrjoiv. 

V. 18 €vao/.i6v A, tvaai-iov B, Evoof.iov PYL. 

Y. 19 legebatur '^Paqiov dqyUov dvef.ao diavcoiTtvvovoa , ita certe 
in YL verbum extremum legitur, nam A dia/coi7cvviovGa [vel potius 
dia7coi7cvoHorßa\., B Öia7roi7rvcü0ioa , ubi Schweighaeuserus OQyiMv cor- 
rexit, rectius Dindorfius ogyeicuv, qua forma etiam Antimachus usus est 
in Lyde fr. 2: Kaßccqvovg Sijytev dya-nliag ogyeitovag, neque dubito, , 
quin öoyeibv etiam de muKere sacerdote dictum fuerit, quamquam 
peculiarem formam servavit Hesychius: oQyeiovai,- 'legsiai. Deinde 
autem correxi: 'Fagiov ... dv' föwlia, ut ita dicatur Cereris templum 
in campo Eario exstructum, de quo campo conferas Leake in libro de 
pagis Attic. p. 153 ed. Westerm. : (dtoha autem non solum de navibus 
dicuntur, sed de quovis aedificio, ut est ap. Sophocl. | Electr. 1393: 23 
lA^cciörvlovra 7ravQbg Big edtolia, ut autem hie 'FaQi'oc eöcoha dictum 
est, ita idem Sophocles in Syndeipn. fr. 152 Df. dicit: "Hdrj rd Tgoiag 
elooQÖJv fdiolia Jidor/.ag. 'Pdgiov autem spiritu leni scribendimi esse 
vidit Bach! US. 

Y. 20 JrjutjTQi scripsi, vulgo J/j/nt/iga, sed dativus necessario 
requiritui*; Hermannus zy*^////-r^a, quam formam Hermesianacti vindicare 
dubitavi, fin altera Anthol. B. sie conformavit locum : ^Fäqiov ögysiibv 
dd7cedov dia7roiyirroioa J/jUi^tQog.] 

Y. 21 lUlai^Qd Schweighaeuserus scripsit, /tdladgav AB, jutla^gov 
PL [et hoc ipsum est in utraque Anthol. ed.], i^dladQMvY. Ibid. Boimtov 
scripsi, cum logerotur lioiozov, (|uod quidom forri nequit; nam Boeotus 
quidem fuit Hosiodus, ut ipse testatur, Ascra oriundus, verum Herme- 
sianax hie quoque a communi faraa discessit et suo more fingit Hesio- 
dum patria relicta amore incensum se Ascram contulisse ; at quae ei fuerit 



^ Commentatio de Hermesianactis elegia. 171 

patria, acciTratiiis fiiit mdicaudiun; fecit id alias ubique Hermesianax 
etiam ibi, ubi nihil novavit, queraadmodum v. 53 de Anacreonte: 

4>oir(i ä' iü.XoTB /j.fv leirrcov 2^c<uov, äXXoTt d" uittiv 

Oivrj()T]v oögit xixXi^svrjV naTQidu, 
Aioßov ^g evoivov 

et paulo post de Sophocle: 

!At&is f^' ot« ui'Xiaaa noXvnQ^wva KoXwvr)v 
AtCnova^ iv TQuyixatg ^de /oQoGTnaictis 
Häx/ov xtX.: 

hic autem miilto magis necessarium est, ubi aut reconditam aliquara 
memoriam sequitur aut ipse rem suo ingenio finxit: nam Boumbv 

24 aTtojcQolLTiövra (.dlad^qa etiamsi ita interpretemur, ut sit | BouorCov 
(.leh dvcoyco., tarnen ineptum fuerit, quandoquidem etiam Ascra Boeoto- 
rum Mt oppidum. Animadverterunt hoc Kiglerus et Axtius, qui 
Kvfioiov coniecerunt, at hoc nimium quantum a litterarum vestigiis 
recedit, quandoquidem in hoc carmine nullae interpolationes deprehen- 
duntur, sed nihil nisi litterarum corruptelae satis usitatae. Itaque ego 
comeci olim scribendum esse : 0rj}.u ös Kvinaiojv zov, namque hoc, etsi 
a nullo traditum est, commode comminisci potuit Hermesianax; pater 
enim Cumae domicilium habuerat, vid. Hesiod. Sed aegre desidero par- 
ticulam xa/, quae satis commoda est, vid. infra 61: 0t^f.il de yMxelvov 
TÖv det 7i:e(pv?Myi.tevov m'dqa, sicut etiam alibi adhibetur, ut 75: 0\ada 
de '/.al TÖv doLd6r\ ov Evqvyrvkov 'jioktr^iai KCooi lähAUov d-ry.av '/.rX. 
Itaque scripsi, quam vis dubitanter, Boiiox ov, ita ut Arnem, Boeoti 
herois urbem, Hesiodi patriam dixerit poeta, cf. Diodor. Sic. IV. 67 : 
'Aal rfjv f.iev xtogav djtö r^t," f.nfiQbg ^^^Qn^v, rovg de Xaovg dfp' eavrov 
Boiiozoig wv6i.iaae. Denique si cui id ipsum minus placuerit, addo 
aliam coniecturani : </>/^,«t de "Aal zliov röv dycovtQoXutövra (.leXad^qa, 
quae inde aliquam habet commendationem , quod ab Hesiodi carminibus 
non nimis recedit: tunc autem indicaverit Hermesianax Dium Cymae 
commoratum et Hesiodum illa urbe felicta in Boeotiam profectum esse. 
[Postea in altera Anthol. ed. spretis bis omnibus B. cimi MeineMo scripsit 
7tarQCoov.\ 

V, 22 TjQavov, PVL tjgavor. ib. 'laroQU^g, B iorogiag. 

Y. 23 l^o/^aiojv [vel potius l^aAQca'ov] A, doAQoiui' PVL. — 
Ibid. i-AÖvO^'' Dalecampius coniecit, libri tywv. Riglerus egiovy, sed hoc 
otiosum est, recte probavit Hermannus Dalecampii coniecturam; nam 
Hermesianax, cum quae de patre dixorat Ascraeus vates, ad ipsum 

25 Hesiodum videatur transtulisse, | suum institutum persecutus non pau- 
pertate coactimi aut invitum, sed volentera domo migrasse dixit. 

V. 24 l4aY,QarAi^v, B doAQaiQifjV. 



172 Conimentatio de Herniesianactis elegia. 



Y. 26 ä7taQy6f.ievo^ Ilgeniiis correxit, vulgo dvsQXo^ievog , Canterus 
dvaQxoi^tsvog , sed Hermesianax dicere debuit singulas partes carminis 
{vf.cvovg) ab Eoeae puellae laude exorsum esse Hesiodum. 

y. 28 (.iovoo7coXeiv scripsi, i.iovoo7cö)mv AP, f-iovooTtöhov VL. 
Hermannus recte animadvertit neutrum ferri posse et fxovooTtolojv 
correxit, at neque ihd'^aiv, id qnod vidt Hermannus, commode cum hoc 
verbo coniungi potest, neque apta exsistit sententia; neque enim Herme- 
sianax 60 audaciae potiüt procedere, ut Amorem suavissimum deorum 
ab Homero carminibus celebratum esse fingeret: immo consentaneum 
est potius Hermesianactem hoc dixisse: non aperte quidem, quemad- 
modum alii poetae, amores professus est Homerus, tacite tarnen vel hie 
significavit, vel ut Aeschines alicubi dixit [in Tim. 142]: töv f^sv egtora 
V7roy.QV7rreTai \d7co'/.QV7CT€Tai], f]yoviii€vog rag rS'jg evvoiag v7t€QßoMg ytata- 
(favüg eivai rotg yieTtaideiinevoLg tCov dytQoatiov, idque ipsum plane confir- 
mant huius elegiae v. 33 et 34. Atque ante omnia dicendum fuit, a 
quanam re tutuni et incolumem servaverit vis fatalis, itaque non dubitavi 
litOLao7[oXelv corrigere, ut haec ad (fvMoöei referenda sint; hoc enim 
Hermesianax dicit, ipse ille poeta, quem heroum laudes celebrare fatale 
fuit quique ob id ipsiun versatus est in argumento ab amoribus plane 
alieno, is quoque incensus fuit Penelopae amore. Yerbum | autem 26 
fiorao7rol£iv quin recte sit formatum, dubitäri nequit, simile est jliov- 
oo7coi€lv, quo usus est poeta ap. Stob. I. p. 125: Mt) f.tovao7roiei 7tQÖg x6 
vrj7tid)TeQov. [In Anthol. B. amplexus est Cobeti 'Hiöei xöv Ttdvriov in 
exitu versus fxovooTcöltov scribens.] 

V. 29 }.e7crvvd^Eig scripsi, lE7TTfjv d^ elg ABP, Xenrrjv f ug YL; 
Dindorfius particulam delevit, dein de autem dvE%uvE%o in omnibus codd. 
et edd. legitur, quod ita interpretantur , ac si significaret Homerum 
cum carminibus suis Ithacam profectum esse et ibi carmina (alia ut 
puto) composuisse. Quam incommoda vel potius praepostera haec sen- 
tentia sit, demonstrare nihil attinet. Sed librorum lectio omnino ferri 
nequit; nam Aejcttj» elg ^l^d/.rjv dvETsivero dici, cum statim subsequatur 
o/dyijV fOEvadouTo vr^oov profecto invenustum et Hermesianacte indignum 
est: deindo dvacEivtad^ai omnino quid hoc loco sibi velit non perspicio, 
nam illa quidem significatio, quam commenti sunt, a Graeci sermonis 
lege abhorret: non dubitavi lenissima mutatione corrigere UddrArjv 
tvETEivExo ihdfjaiv, i. e. Ithacam et quae ibi gesta sunt, carminibus 
celebravit, versibus comprehendit ; sie enim solet evzeiveiv dici, ut est 
apud Platonem in Phaedone p. 60 C: 7i:EQi ydg tot cmv 7coirjf.tdTOJV wv 
7ctyjjLif/Mg f.vTEivag rovg toC Alod)7r,ov Xoyovg xat t6 Eig xöv A7c6X'Kv) 
7CQooifAiov Tiai üXXoL xLVEg fjE rjÖTj TjQOvxo '/.xl. Plutarch. vit. Selon, c. 3: 
t'vioi 6h ffuaiv, (kl -/Ml xovg vüfxovg hcEyEiQtjOEv ivTEivag Elg luog 



Commentatio de Hermesianactis elegia. 173 



i^svsyxEiv. lam fortasse aliquis eo offendatur, quod evereivsTo scriptum 
Sit, cum Fvheive requiratur, at vero notandus est singularis Herme- 
sianactis usus, oyrua quasi quoddam '^EQi.tr^oiavd'/.Tsiov, sive mavis 
KoloffCüvia/Mv, quamquam non satis certo scio, au alii quoque Colo- 

27 phoniaci poetae hanc consuetudinem secuti | sint, nam Nicandri carmina 
hoc consilio examinare non fiiit otium. Etenini Hennesianax solet 
medias verborum formas adhibere pro activis, ita ut nequaquam singu- 
laris et iusta huius usus ratio perspici possit, sed potius pro abusu 
habendum sit. Huc statim refero v. 2: QQj^ooav ocsildijevog xi^a^j^v. 
Quod V. 4 legitur XX/^xai commoda ratione explicari potest, sicut etiam 
fortasse v. 69 i^Qeipavro, sed v. 25 : ^vaoag ö^ löyiov dveyQaiLiaro ßißloug 
dilucide hunc morem arguit; ecgero autem v. 35 et alibi segregaveiim, 
cum omnino Alexandrini poetae hoc adamaverint ; at pertinet huc v. 45 : 
yötov ö' ivEnh'^Gctxo ßißloig, porro v. 79: gkAi^qÖ)' ßlov iort]oavTo, quod 
iniuria tentavit Porsonus, v. 81: Ttsql ... locfiyiato urjiig, v. 88: Batfi 
svl GfpaiQfi 7cdvT dTtoTaooöt-iEvov. Itaque recte etiam se habet h'exsi- 
vexo. lam verba corrupta y[E7rxtiv ö' eig supersunt, in quibus apparet 
amoris aliquam significationem latere, qui commoverit Homerum, ut 
Ithacam carminibus celebraret; itaque scripsi, quam vis dubitantur, 
l£7tTvvd-£ig: cf. Theoer. 11, v. 68: Ovdiv 7rt]7vox oliog 7coxl xiv cpilov 
EiTtev v7t£Q /uer, Kai zavr' dfxag hi dfuaQ ögevod fue Xbictov eövxa. 
Adde 14, 3. [Haec quoque in Anthol. B. aliter conformavit scribens 
^STcxrjv d' aig ^I^d/n^v iv£TSivsxo.\ 

V. 31 tGEvdoaaxo, BP eloEvdaaaxo. 

V. 33 cum olim legeretur ^'E/laLtv d' ^Iymqov te ytvog, merito 
offensus est Hermannus et KIolev 6' ^/-/.agioc te yevog scripsit, nam 
Icarius, non Icarus Penelopae est pater, neque probabile hie quidquam 
poetam novavisse. Cum autem in cod. B evIue legatur, existimavi 
aliquando id ipsum recipiendum esse, siquidcm eandem hanc aoristi 
secundi formam suppeditant Theocriti vulgares edd. in carm. 14, 32, 

28 ubi corrigunt hXaC : sed tamen neque forma satis certa, neique ipsum 
verbmn /laiEiv huic loco convenit, nam profecto parum scite Herme- 
sianax epica Homeri carmina flebilia diceret, apparet potius vix littera 
mutata scribendum esse l'xA««. 

V. 35 dvaxhj.g, ingeniöse Huschkius dva/ldg coniecit, quod recte 
dici potuit de mollitie carminis elegiaci, ut est apud Aristophanem in 
Thesmophoriaz. v. 163 de poeticis lyricis: /xti öu/.hm> ^üovr/.wg, de 
quibus idem dixit: or/rEQ aQ^ioviav fyruiaav: tamen praefero librorum 
scripturam, quae satis argute dicta est, ita ut referatur ad t]dir i]yov: 
nam ipsa illa mala, quae perpessus est Mimnermus, ipsum impulisse 
dicuntui-, ut suavissima componeret carmina. 



174 Commentatio de Hermesiauactis elegia. 

Y. 37 /ro?u(J VL ex coniectura ut videtur, 7tolXuJ} A, tvoXIm P; 
deinde iro/.la/u /.ojto) vel Iwtoj A, Ttolld/u uwrco P, noXkä xif.aüT(o VL. 
Couf. Theophrast. Hist. Plant. IV. 3 exti-. et 4 : fv Aißvrj öe 6 hovög 
TtXelorog xat 'AjuKhoroq, . . . rö f.iev ^vkov uelav . . . zw ^vlcij de (xQfjO^ai 
cfaaii') eXg re rovg avXovg y.ai elg alXa :r'kE'ii'). Quamquam fuit, cum 
Tilayio) coniicerem, ut rtlaylavlog indicaretur, vid. Athen. IV. p. 175 E: 
Yxxi TOP YxxXovfxEvov (pcoTiyya JihxyiavXov, ov mi adrov 7caQaaTrjaofxai 
(AV)]iiov£vovTa el?<.6yii.(0v ärdga. eTciytogiaCei yuQ xal 6 cptoziy^ avXdg 
Trag' ))f.uv. p. 182 D: oi öi v.aXovj.ievoi 'Acotivol avlol ovxoi elaiv o'i 
VTTO ^Xs^avögeiov yjxXov(.iEvoL (pioxiyyEg. yiaTaGy^EvdtovzaL d' fx tov 
vxxXovi^ivov lioTOv, '^vXov (J' ^OTi TOVTO yivöf.ievov iv ^ißvrj. 

V. 38 %rif.iu)d-eig Hermannus scripsit, legebatur yivrji.aüd^£ig, quod 
verbum, quamquam satis tuetur Hesychius v. y.vrj^oviAaL, %vrif.iiod^rjvai, 
yan^Luooai , l'/.viiuovvxo , diey,v)ii.HüaaTo , f$e/.rtji.aüdtj, unde intelligas idem 
fere esse quod perdi, tamen alienum est ab hoc loco. - Deinde lege- 
batur in AB ff//£ (crt/fi) GvvE^a/.wi], in PVL oiye owögafiirj: recte 29 
Dindorfius Eiye ohv 'E^a/uvt] in Zimmermanni Ann. 1839 p. 1132, qui 
comparat Examyam Milesium, Thaletis patrem. Fuit hie Examyas vel 
potius fingitur Mimnernii amicus esse, nam nequaquam incredibile hoc 
quoque Hermesianactem commentum esse, et fortasse illum ipsum Mile- 
sium hominem, Thaletis patrem, nobili satis genere ortum (cf. Herodot. 
I. 170, Diog. Laert. I. 1, 22) intellexit. Locus autem ita explicandus est, 
ut cum Mimnermus tibicen tibiis canit, Examyas voce Carmen modu- 
letur, quemadmodum est apud Theognidem v. 939: 

Ov dvvufica (fmvfj Uy' und^fxiv mOttsq (irjStov' 
Kul yuQ Tt]v 7T()0T(i)r]v vvxr' inl xwfiov fßrjv. 

Ov6t TÖv (ivkr]TijV Tii)o<fHa(CüfAai " akXü fx ircuQog 
^Ey.Xt(nfi , aocfiTjg ovx ^ntötvöfifvog, 

ubi corrigendum est: ovöt fi' haigog; nam hoc dicit poeta: nee tibicen, 
nee amicus, qui una canit, artis peritus, mihi of fielt, sed propter 
hesternam commissationem vox obmiituit. Apud Hermesianactem autem 
ipsa commissatio describitur. 

V. 39 dif/dij Hermannus probabiliter coniecit, A r]ö' rjy^EE, B >y 
XjyßEE, PVL 'ff/OEE, quod Dindorfius coraparatis .'■'»/'£€ et GvvEiyeE apud 
Herodotum defendit. |In Anthol. ed. IL ipse B. tentat EiÖEyßTj'^ Egi^ioßiov, 
si eiusmodi synaloephen liunc poetam admisissc credere liceat, qua usus 
est Callimaclius fr. 140 [470 Sehn.]: Mtj öcpElEx'' aXh'ikoiaiv hcl -itlAov 
oufxuTa (ilvai, sive Ut) lofftlsT.] — Ib. rjöe Casaubonus, legebatur ovöt. 
0EQE/.lf/p Dindorfius, libri fpEQt/.hiV, Casaubonus (Deqe/Iov, sed recte Din- 
dorfius tuitus est formam WEQE/.Xrjg , quae ipsa legitur apud Boeckh. C. 
Inscr. I. p. 302 [v. 10], 11. p. 270 [v. 83J. Accusativus 0EQEy,lrjv in Herme- 



Commentatio de Hermesianactis elegia. 175 



sianacte non est offensioni, ut est apud Theoer. 13, 73 et Apollon Khod. II. 

30 769 '^Hqu/MiiV, cf. Phiynichus pag. 156 et quae ibi LobecMus dixit. 

V. 40 oV dverieuWccv scripsi, A z oiav e;t€j.nli€v, B TÖlar ö' eTieimlm', 
PVL Toidd' eTteinipsv, quod quo iure dici possit, non inteliigo, itaque cor- 
rexi: namqne videntur Hermobius et Pherecles adversarii Mimnermum 
iambicis carminibus dilaceravisse , fortasse propter hunc ipsum Nannus 
amorem. Ipse quo animo tulerit ae.qualium opprobria, indicat fr. 7: 

MriTS Tivcc itiixor Sr]}.svutvog fQy/nnai XvyQoTg 

MriTB Tiv ivSrifxtoV aXXa diy.aiog ?(6v 
Ttjv GavTOv (pgäva r^onf övOTjXey^iov öt noXiTüiv 

'üillog Tig GS xuxwg , äXXog äfxtivov tQBi. 

V. 41 ^1(5 /y/dog Ruhnkenius , XvGri'Cöoc. AB, yQvatjidog PVL, quod 
plane ita dictum est ut apud Xicandrum Ko'Ayjfig Mr^öeia ; aüa non dissi- 
milia exempla ut Bid^vvtjig, udißavig, x^ioQr^lg videas apud LobecMum Pathol. 
p. 468. [In altera Anthol. ed. cum Meinekio datirum i-'qc'Jti restituit B.] 

V. 42 JaQdavi'r] scripsi, couf. Commentat. crit. spec. I. p. 11. AB 
daQÖdvr], P TtEQcidvri, VL daQddvr]v: et Goettlingius quoque JaQÖavirjv 
— 7xxlhov deidiov coniecit, quod quidem vix ferri potest. 

V.'44 y,laiwv Ilgenius, AB xallicov, PVL •/.a?Mov'. ib. ^ItdvLov 
vel l4tdvLov [pro aLÜaov, quod est in A] correxi Commentat. crit spec. I. 
p. 11 [Opusc. IL 182] comparato Stephane Byzantio: Id'Cavol , diQvyiag 
noKig. ^TQaßtüv dioÖE/MTr^ "ir/]g d' ^Eni/Jirfiov 0Qvyiag lr4Lavoi xe. elot 
xat JVaxdAffa." o\ Tco'/lTai i4'CavltaL, zö d-rjlv/.dv IdCavlzig.. . . riveg de 

31 lätdvLov avxrjv rpaaiv: ibidem ille grammaticus Hero|diano auctore docet 
primam syllabam etiam per dipbthongum ai scribi. Sin quis offendatur 
correpta syUaba av, poterit is yiitavohg restituere. 

~ V. 45 ccKqr^v Hermannus, a-^ov AP, cxq/mv PVL. ib. hercXrjoazo 
AB, dvf.7t'kr]Gaxo PVL. 

V. 46 \qdg VL, ex correctione puto, \Eqdg AP, \tq&g B. [In 
Anthol. ed. II. praeterea 7tav6f.ievog restituit pro vcavadjuevog.] 

V. 49 yiyvioo%eLg PVL, yivioG/Mg AB. ib. vuvojv PVL, viavCov A. 
Ceterum Hermannus post tuvcov distinxit, ut ad rjQdauTo referatur, 
vulgo numero pessumdato iungunt cum verbo 7tolv<pQadn]. 

V. 51 e(prjUt?MjOaT' scripsi, legebatur npoulh^a', quod nee sententiae 
institutae nee sermonis legibus convenit: Hpaf.tillüaOai, quamquam alias 
non legitur, satis commodum est ; vid. Xenoph Cyrop, I. 4. 15: xat ardg 
F.d-E&io Tovg dj-iiXlcoi^ievocg ivcl xu i)^\Qta '/.ai (pikover/.oivxag ymi öub/.ox'xag 
yuxl dr/iovxi'Covxag. Idem alio loco [Anab. III. 4. 44] ^jci xö cUoov df.iil- 
iGad^ai dixit. Recte autem expauiXXäaÜ^ai cum accusativo iungitur, vide 
de his disputantem Bernhardy in Synt. Ling, Graee. p. 253. Deinde 
l^vcoiQHov^ quod est in ABP, revocavi, ^/iva'A.QEiii)v VL ex iuterpolatione. 



176 Commentatio de Hermesianac;tis eloaia. 



V. 52 aTtahxig correxi, legebatur Tcollaig, quod languidiim. Deinde 
in A legitur laioßiaaiv. 

Y. 53 XeiJtlüv 2df.iov A, hyriov aäiiov B, /rgoXivvwv od^ov VL 
band dubie ex coniectura. 

V. 54 ol'-QEi dudum correxi, cum antea ö/jqi vel öovqei coniecissem 
(vid. Anacr. Fragm. p. 142), idem etiam Schneide winus coniecit, estque 
propterea probandum , quod Hennesianax fere ubique siturn \ et naturam 32 
locorum describere solet. P dor/cp, VLA (B?) öocqiv, B olvagip' pro 
olvr]Qtjv. [In altera Anthol. ed. haec adnotat B. : restitutio incerta: 
possis OlLVQtjv yövaoiv AS'A.Xif.iivrp' TrazQida coniicere. Pro ovgei 
adscriptum deiQrj inveni.] 

Y. 55 ig, AP elg. ib. Mvoiov Wenschius correxit [progr. Viteberg. 
a. 1820 p. 17], vid. Schaeferum ad Plut. t. V. p. 149. Legebatur ^/r^tW, 
Casaubonus dij qiov, alii alia coniecerunt: praestat Wenschii coniectura 
ceteris propter ea, quae sequuntur: ^lolmov %v(.iazog dvTi7t€Qag, quod 
Hermesianax in eiusmodi locis aequabiKtatem studiose sectari solet. 
Deinde SLOLde L, dolos APV. — ^i-'/xov Casaubonus (nisi praestat 
AerMÖv^ vid. Schol. Hom. II. H 284: ovxoig Aeyxov dSotovcog, (hg cpvtöv 
oikiog ydg ö Tojcog '/.aXenaL), legebatur Xf/Aigov. 

V. 57 l4T&ig Ruhnkenius scripsit pro librorum lectione aid-ig, 
quae fcni nequit, neque enim hie ab Hermesianacte Sophocles cum 
ape comparatur, verum ex solenni usu et consuetudine propter carmi- 
num dtilcedinem cqns Attica dicitur; oia autem refer ad yiyvcoayteig, 
quod repetendum ex v. 49; confer v. 71: oia tivayßeig 'ÖQTvyi'rjv Tamrjg 
^Xd^e ÖLa TtTÖXeojg riyvd)G/.eig. Ruhnkenius adhibet huc Schol. Soph. 
Ai. 1418: tjdiOTog lov 6 ^ocpoTiXrg jidXiv htl tb Xdiov t'j^og eyiXivev, 
oO^tv VMi utlma r/.'Arj^ti et Suid. v. ^otpovM^g' nQootjyoQevd-tj öi (.dXma 
did TÖ y'kvyjü. Adde vit. Soph. extr. [13j, ubi alia appellationis causa 
dicitur : f.(6vog öi ^o<fo/,Xrg dif r/Aorov rö la/^iyiQOv djravd^itei • xa^' o 
y.ai lua'Ama i'/Jyezo: sed illuc spectant, quae ibidem leguntur: q)rjalv 
oh' l^QiaTocpdvtjg aa ^^AaiQog i^reyiccdaCero rdig yelleaiv autov'", älloi 
de " 2oq)oyJJ.org To7: /.tüdti rö <Jt6f.ta '/.eyQia/.iivor.''' Cf. Aristoph. Fragm. 
p. 1142. Ib. ;f oAr/rp//'«'« Lcnncpius ; libri jio'LvjCQuova^ ^om&Q KoXiovrjv 
scripsi, I vulgo ytodojvr^v, corrigunt /.oltovtjv aut KoXcovov: alterum sen- 33 
tentiae non satisfacit, alterum niniis a librorum scriptura recedit: atqui 
Coloni, unde oriundus est Sophocles, mentionem factam esse, consen- 
taneum est. Pagum autem Colonum a regionis natura appellatum 
eundemque etiam Kohovtiv et Kolowag dictum esse censeo, siquidem 
Callimachus ap. Schol. Hom. Od. XIV. 199 [fr. 428 Sehn.]: 
"Ex fit Kokwvdoiv TIS ofi^atiov fjyayt i^fiov 

TÜV iTICQWV, 



Commentatio de Hermesianactis elegia. 177 

qiiod Snidas cum dissimili forma componit : y.o'/.ojvdtov /xci vr^ackor 
yiaqaköyoK r/^Qi'^oaro KcMJiicr/o^' or yao yragaysTca dyrö rT^g y.o?x'jvi^g, 
all' a/ro Tov y,oXcovov (scr. Kol(ovov)^ eandemque formam etiam Thu- 
cydides indicat I. 131: ig da Kolwräg rdg Tocoddag 'idQvdei'g, ubi recte 
Schol. : elol ydo xai ^4Tny.ai : confirmatque formam feminini generis 
etiam adverbium Kolwvrid^Ev sive Kohovr^i^ev, nam accentus fluctuat: 
recte se habet properispomenon , si a plurali Kohovai repetas, sed 
potest Qimva. Koh'ovrii^ev dici, qiiod a singiilari numero Kohövi) descendit: 
nam non credo in hoc vocabulo accentum in idtimam syllabam conii- 
ciendum esse, siquidem plane eodem modo reliqua pluralia a singula- 
ribus differunt, vid. Arcad. de accent. p. 112, 24 [129 Schm.]: id did rov 
tovrj '/.vQia . . . mrSQÖiOL/JMßa ßaon'svaf Jtodtovr^, Me&cov)^, Eigsauurrj, 
XehüV)], VMQon'r^. rode aCtovrj o^vverai y.a\ xb KXeojvai vxa uoyojvai jioXug, 
7r?Lt^0^cvrr/.ojg leyöiierai , ubi corrigendum AlSojvtj et deinde Kokcovcd 
pro litoyMvcd vel ut alius cod. f-iohorai. Xumerum autem singularem 
quod hoc loco revocavi, id in hoc carmine vix offensioni erit. 

V. 58 XeiTtova' , PL lei7tova\ Y XittoIg'. 
34 Y. 59 tjowr' scripsi, Yiügo^'EgojT: deinde f/^'^ta/^e correxi (Ruhn- 

kenius yegalQai coniecit) et Lennepii verissimara coniecturam GeoQi'dog 
recepi: legitur in AB dyEiqaid^ELaqeidog, in PVL ayeioai!)^ doeidug. 
Cf. Athen. XIII. p. 592: ^0(foy.Xr]g 6 TQay(^)öio,coiög V^dt^ yeoow luy 
tjQdod^t^ QeojQi'dog rrg eraigag. . . . tf^g öf- OecoQiöog f.ivt^iiovtvEi Hyiov 
tv xivL GTaaif-io) oVrcog '(pt'Xtj ydq i] Qecjoig'. 

V. 61 Intactam reUqui crasin , quamquam facili negotio ymi y.elrot' 
scribi potest. 

V. 62 f^ ovvyjiov pro Hbrorum lectione fx owoyCov ex lacobsii 
coniectura scripsi, qui praeterea olim correxerat //()' ducikCo)\ ut est 
in Automedontis epigr. Anthol. V. 129: ti]v y.ay.otryvoig ^y(uaaiv e^ 
uiiakCov ztriy/m^g ovvyi'iv. Lennepius autem hat .cdvrojg scripsit. At 
recte se habet TtdvTtov, non tamen r/. jcdmop droycov idem est, quod 
f^ ujra'/uov ovvyiov, verum significat id (juod omniiiin virium conteutionc, 
penitus, videturque pariter atque illud vulgi ore tritum proverbium 
fuisse, vid. Cicero Tusc. Quaest. IL 24, 56: toto corpore atque omnibus 
ungulis, ut dicitur, contentioni vocis asserviiuit, Latinusque sermo 
foi-tasse hoc quoque proverbium, ut alia pluriraa, Graecis accepta refert, 
cf. Cic. ad Div. I. 6: sed praesta te cum, qui mild a teneris, ut Gi'aeci 
dicunt, unguiculis es cognitus. 

V, 63 öA-oholo ABP, a/,o?Joio L, a/.o?uoto Y. 

Y. 65 Ma/j^()ovit] scripsi, ut supra v. 43 Jaqdioiij, legebatur 
Ma/ir^öovir^g (P y.a/.i)dovit^g) [quod in Anthol. reposnit B.]. 

Tli. Ucrgk Kleine Schriften. H. 12 



178 Commentatio de Hermesianactis elegla. 



V. 66 Alyäiov scripsi, sive ^lyeiiöv malis, vid. Commentat. de 
Com. Att. p. 96, legebatur Alyeuov [ut est in A]. Quo loco tunc ver- 
satus fuerit | Archelaus, non constat, Pellae certe non fuit, siquidem 35 
Moschopiüus in vita Eurip. p. LXVI ed. Pflugk. dicit: xat cä doxa 
avzov h Ilelh] f.iEva/Mi.doaL cbv ßaoiUa: namque hoc ideni est, ac 
si eig nülijV dixisset, satis autem probabile est Aegis, quod olim 
Caput fuerat Macedoniae, haud ita procul ab urbe Pella tunc versatuni 
esse, vide Hygin. 219: Archelaus (i. e. antiquus ille Archelaus, unde 
reges originem deducebant) . . . profmßt ex responso Äpollinis capra 
duce oppidumque ex nomine caprae Aegas constituit: ah hoc Alexander 
magnus oriundus esse dicitur. übi alii Aegeas legunt, conf. lustin. 
VII. 1, 10: urhem Edessam oh memoriam muneris Aegeas, populum 
Aegeatas [legitur Aegeadas] vocavit. Ac forniam trisyllabam tuetur etiam 
Steph. Byzant. v. Aiyar jcöleig yiollai. Kdrüag, May^edovlag, ... cd 
tih>L/.bv d/iö uiv öioillaßov Alydlog., äab de iQioiXlaßor evQijtai y.ai 
ovcojg Alymvrß. Adde Theophrast. [fr. 5, c. 4] de ventis 27 : ölö Iviaxov 
lu vtcpij tolg jcveif-iaoiv V7cevavcia (ptgezai, y.ai>d7ceQ jcegl Aiytiäg crig 
Ma-/£Öoviag , ßoQtov 7cveovTog 7CQÖg ßoQtav. Itaque sane etiani apud 
Hermesianactem praetulerim Aiyeitov [quod ipsuni repositum vides 
in Anthol. ed. IL]. Ib. 'AQyJleto, BT ^Qxekko. 

V. 67 ool inserui, in ABP deest, in VL toi legitur. Ib. EvQL7tidrj 
Porsonus scripsit , legebatur iij;^f7f%, quod si recte se haberet, EIg6'/.e 
xig öaifHüi' scribendum fuisset, at elegantior multo est illa ratio, ut 
Hermesianax ad ipsum Euripidem sermonem convertat. 

Y. 68 Muifdßiov Hermannus et ego Commentat. de Com. Att. 
Ant. p. 96 correxi; legebatur (Xf.i(pi ßior. Moschopolus autem dicit: 

cöv cot' I ßaoi'/Jojg oMli^v ovo^a Avoi^iayov, ötvM f.iviov dyoQaoi>tvca, 36 
Tovg ßaoiXiMvg, ovg aircog tTQerpe, y.cmg Icacpeivat c(J) EdQi7ciörj. 

V. 69 ov l^Qtipavto Hermannus correxit, legebatur dveiQtil'avxo. 
V. 70 xbv Meinekius Com. Oraec. t. III. p. 646 correxit, vulgo xa/. 
V. 71 Movoatg Emperius in Zimmerm. Annal. 1838 p. 821 et 

Meinekius ibid. Legebatur Movoai. 

V. 72 'fjQtvyirjv correxi, legebatur djQcyJj. Nam Ephesum se con- 

tulit Philoxenus, cum Colophone commoratus est, et Ephesi mortuus 

est, vid. Suidas v. (IhUhvog . . . rtUvca de Iv 'EffeooK Ortygiam autem 

Ephesum esse ostendi Comment. Crit. Spec. p. 12 [infra ]). 183 seq. 

Pro 7cc6leojg in altera Anthol. ed. scripsit 7cr6hog.\ 

V. 73 yiyvdtayeig Dalecampius, diocoa f-ieyav Ruhnkenius, yiyvvjoytL 

(B yLvcjo/xi) /mI ovociv (.leyav BP, [/-«' ovoav A,] yLyvvja/.u /.at ocaa- 

iityuv Y, yiyvo'jo/.ei /.uiotaa ui-yav L. 



37 



Comraentatio de Hermesianactis eiegia. 1?9 

Y. 74 lO'leloig Heringa, vulgo iur]?Joig. Locus a plerisque ten- 
tatus sanissimus est: hoc dicit poeta, Philoxenum etiam ovibus iniecisse 
vel tribuisse (hoc est hcoTid-EGiyaL) Galateae amorem ; namque in Cyclope 
oves quoque desideiio Galateae tactas indiixisse videtur, conf. Arist. 
Plut. V. 290: 

Kul jxr]v tyij ßovXriaouui ^^QiTTuvikö tov Kvxlwrtu 
Mifj.ovuivog xul toTv noSotv wJt na(}tvaaktinüv 
'^Yuüg üytiv. «AA' tiu iv/.tu dafiCv' iiruvußowvTig 
B).r]/wutr'oC re nooßuTiwv \ Aiy^v n y.ivußoojvjwv jJiO.t], 
'Entaty unt\l)iü).riutvoi' Todyoi d' äy.nuTitiax^t. 

Cf. Poet. Lyric. p. 858 [IIP. 612J. 

V. 75 ov L ex coniectura haud dubie, tov BPV. 

V. 76 beb 7c?MTdfO), quae interpretes a ^rf/.ai> referri vohmt, ut 
sub platani unibra Phile tae statua collocata fuerit, malui Euhnkenium 
secutiis cum uohialovTcc coniungere; namque Philetas haud dubie vel 
saepius vel in celebri ahqua eiegia dixerat se in ruris recessu sub 
umbrifera platano Battidis amores carmiuibus celebravisse , neque dubito 
huc referre id quod ex ipso Phileta servavit Athen. V, p. 1 92 E : 6 yuQ 
^Qovog avrof-iovov sXecd^iQiog Ion /.ad^lÖQa ohv i:ro:coöi(i), wceo dqrjvvv 
■/.ukovviEg ivuevd^ey acrbv äivöuaouv d^odvov lou d^o/^aaaO^at "/ägw, ojcbq 
hci TOV '/.ad^t^EO^ai fdoooiOii', Log iÜih^iäg' 

©«/jffttffi'/fa n}Mrävip kaat'r] ihtu. 

V. 77 BaTTida Scaligerus correxit, libri Bittiöu: sed Battidem 
Philetae amicam vocatam esse testatur Ovidius duobus locis Trist. I. 6, 1 : 

Nee tantum Clario Lyde dilecta poetae 

Nee tantum Coo Battis amata suo est, 
Pectoribus quaiitum tu nosti-is uxor inhaeres, 

Digna minus misero, non meliere viro 

et Epist. ex Pento III. 1,57: 

Nee te nesciri patitur mea pagina, qua neu 
Inferius Coa Battide nomen habes. 

MerkeHus ad priorem locum: Clario est Bathis amata suo. Pulat. 
prini. Alii alia. Biifis nullus*). Temerarium igitur fuerit ex Athenaei 
librorum auctoritate corrigere utrumque Ovidii locum : nam illud qui- 
dem necesse esse videtur, consentiat inter se uterque poeta, quippe 
38 ipsius Philetae elegiis usus: nam non possumus hoc loco | ea uti excu- 
satione, ut dicamus Hermesianactem Bittida vocavisse, quam Philetas 
Battida appellaverit : nam si quid novare voluisset poeta, id profecto 



[*) In editione Teubneriana idom lectionem cod. Sanaviaui , qui nunc Ham- 
burgi asservatur, enotat p. V: coabit tibi de Ep. ex Pont. III. 1, 58, nude Co am 
Bittidem se restituisse atque hoc testimonio etüini Tristibiis intulisse adiicit.] 

12* 



180 Counnentatio de Ileimesiauactis elegia. 

alia ratione fecisset; quamquam fuit sane nomen nou inusitatum Bivrig, 
quare cimi alii defendenmt a suspicioiie, tum Herzbergius nuper ad 
Propertium t. I. p. 207, qiü quidem recte improbavit Lachmanni conie- 
cturam. qui in Prop. ITT 34, 31 

Tu ßattus memorem musis imitere Philetam, 
Et non inflati soinnia Oallimachi 

coniecit, sed quod ipse edidit: Tu satius Musis uieliorem imitere 
PJiiletam, id ipsuni parum verisimile commodunujue arbitrur, ego pro 
memorem dudum correxi : 

Tu satius Meropem musis imitere Philetam. 

[Tu Lafiis Meropem Musis Schneidewin in Phil. I. 170.] Conferas tan- 
tiim Stephan. Bjz.: Mtgoip, Toiovia jraig, mf ov Jl6Q0;ieg ot Kotoi 
■/XU vroog Msgo^ulg. Ibid. d^eol-v /crgl correxi, vulgo inepte legebatur 
^oi)v TtEQL 7iüvru /.vi., quae interpretando expedivit nemo*). lam 
aptissima restituta est orationis conformatio, diio illa participia fiolnd- 
Zovia et Qtoueror habes iam, quo possis referre: et ülud ipsum, in quo 
summa totius elegiae versatur, Philetam quoque amore incensum esse, 
clare perspicueque ut in ceteris locis elocutus est poeta. Apte Hesy- 
chius hoc verbum interpretatur ^egerai' /.aierai , yhaivETai [^egsoS-ai' 
i^EQuaivead^ai , /.uiead^ai, ^aX7tead^ai , JiQog ijXiov xXialvead^ai]. Aoristo 
hoc usus est Homerus Od. q 23: f.rei /.e mvQÖg Oegäcü, deQtjV autem pro 
^EQ^ivui dictum, quemadmodum Theocrito 16,24 dovv restitui. Cf. Mei- 
neke Analect. Alex. p. 131 [et Opusc. Tl. 6j. Ib. Quhfiuv VL, ifth'jrav P, 
(piXiTav AB. 

V. 78 Qi^uaia. Vitiose L 7ci'^(.iaia. Tb. Xakitiv: exhibet P yuXu'iv. 39 
V. 79 tOTi^aavTo, Porsonus h.crjoawo coniecit. |In altera An thol. 
ed. B. scripsit hjtloöuvxo.] 

V. 81 uutr'j, B aucüi. Schweighaeuserus avi)'' i] coniecit, Her- 
mannus avrj: deinde /cv/.va Porsonus correxit, libri yi:i/,Qa. Tb. Xvyoig 
scripsi, legebatur löyoig, quod quam vis non defore puto qui defendant, 
tamen propter f^ivdiov y.r()og, quod subsequitur, parum accommodatum 
videtur. y/i'yoi autem sunt per translationem ipsa vincula, quemad- 
modum dixit Euripides in Cyclope v. 225 : 

2^TQtTiT(iig kiyoiair awfju ov/jnfnliyfi^vovg. 
[Altera Authol. ed. sie exhibet versuni: Ovg ?.eyi:it) jrtql n/oa loyoig 



[*j fio'rjv «iuamriuain corruptum esse censet in altera Antliol. ed., tarnen 
reposuit Borgkius, alia tontaus in praefatione. Dicit enini )». VII: fortrisse jioüiiv 
KcrihendiDii, antra noUtiv ntoi, niivTa y.il. conieci , ovöutvav tiiituH, in cuius 
htcinii nunc lUDi'iufvor suf/sfitni.'^ 



Commentatio de Hermesiaiiactis elegia. 181 



Focpiy^aro uriTig adnotatque B. in praefatione p. VII idem nunc Mei- 
nehius suasisse, qiii hrt] ediderif.] 

V. 82 xvdo^ PVL, yS~dog A. 

Y. 83 di' /.elvov scripsi, oiöev ov AB, ot ä^ rov P, o'i deivbv V, 
oa' ö' cdvöv AVestonus; sed t|uamqiiam Hermesianax solet idem vel 
simile verbum iterare, queinadmodum supra v. 53 noii temere dixit: 
(VoiTCi (V aü.oie uh }xi7co)r ^auoi', aXlore d' avrip' Olri^ot)i' ocqei 
y.ey.'Uutri^r raiuläa yleaßor h ecoirov et hoc ipso loco cousulto 
repetiit: Kai ötirt^ urVor yj-dog i-yoro' (XQETt] ... öeirov d' r^Xi^ov 
[ff fjvioxor, tarnen vis plane infringeretur, si tertium insiiper addi- 
disset deii'öv /.cdoiuöi'. — Deinde d^tearoüiiayro AB, cireTotijiarro PYL. 

Y. 84 (pmvoulvov scripsi, legebatnr (fuivüiievor, qnod cum non 
iniiiria displiceat, Hermannus (fxhivöuevov correxit. 

[Ad V. 86 in ed. II. Antliol. adnotat: locus nondum cx^jeditus.] 

Y. 87 ttqüutvov ABPY, Evoüittvov L. 

Y. 88 ßcaij tri Dindorlius, ßaiTj r' h YL, ßit^g iv ABP: vereor 
ue aliud quid delitescat. Deinde d7TOTaaö6f.tEvov libri recte, vide ad 
V. 29. Hemsterhusius d/rofiaooduevor coniecit [quod in Anthol. ed. IL 
Bergkius recepit.] 

Y. 89 r/'/Jt^ver, ov Heringa correxit, libri r/lei)]f.ievor. Ib. i'xQij 
^^ !A;c6)1o)v dvyjQii)7run' ehcci Person US emendavit, ^XQiy yroXhov ö' dr'}oo)- 
7Cü)v eii'ai AB. ^yorv . . eintf 7i.o?Mor (V dvi)^()(ü7ri')v PYjj. Wytten- 
bachius coniecerat elvai vi/töXKiov "Eym^d' dvbqtoicMv. 

Y. 90 ^crKoditj, P ooj/.Qdcst. Ib. (jo(ft'ij, B aocpf^. 

Y. 92 y.ovcpOTEoag AB, /Miooitoug PYL. Ib. f$£7i(h't^(j\ legitur in 
B f'!iE7tövi]aav. [In altera Anthol. ed. B. suspicatur fiE;roh]a\\ 

Y. 94 löyttj Codices, Heringa löyiov coniecit. Ib. ttgouerog Din- 
dortius, legebatnr ErQuasrog. 

Y. 95 d' VL ex eoniectura, deest in ABP. Hermannus coniecit: 
'^vÖQU Ö€ KvQr^vaiov tao). 

Y. 96 ÖEivög Ruhnkenius, libri dEn'ör. Ib. l47ri()m'rg, si recte 
se habet, videtiu* signiticare Peloponnesiam Laidera, quamquam qui 
hac forma pro l^Ttidovrfig usus sit, novi neminem : nee satis verisimile 
est eo nomine Laidem ab Hermesianacte esse vocatam. quin potius 
adiectivum appellativum dycidavfjg videtur delitescere, quod servavit 
Arcadius p. 64, 14 [73]: tö öe ö 7rQÖ rov a did rd dyib rod öavog, ikt 
7idvTa ö^vEtai, ywgig eI ut) OfpiHlr^ yrgö roß ö rö q /uxraÄt^yor, olov 
fjdavdg, ö ^järg, ovridavog, fk'kEdavög , o (Traroerpon; öiyEÖm'ög, d7Ct- 
öavög: sed quid significet, non adiecit. 

Y. 97 ^v^raro AB, tjvrjactro PYL. 



182 Hermesianactea. 



V. 98 Evhf.itviov E^ ^E(fVQr^g ogltov Hermanuus coniecit, Porsonus: 
f| ^Eifi-Qi^g eßi'(o. Libri ocda/^ievov e^ecfOQi^GE ßiov [ßüoi A. Codd. 
vestigiis magis insistens ex parte cum Friedemanno et Schneidewino 
postea edidit: oid' dvtjaov E^E(f6ßiiOE ßia.] 



II*). 

1. Hermesianax v. 41 primum non recte fecerunt nuperi 10 
editores, quod neglexerunt Ruhnkenii emendationem ^vdrjlöog, quod 
pro yiiöia dictum est eodem pacto, quo Boißrfig lif.ivrj et | Boißia, 11 
^lohjig i-iohrij et ^lolig vel ^iolEia dicuntur. Deinde autem non 
recte iudicaverunt, qui ^agdiavrjv . . . tvro yalav scripserunt, nam 
primum incommodum est vocabulum, quod numeri venustatem tollit, 
deinde cum iam Sardianorum mentio esset facta, profecto si Lyde in 
patria decessisset e vita, id non sie plane dixisset, namque adraodum 
ingrata est repetitio eiusdem memoriae. Loci tarnen nomen hie deli- 
tescere apparet, at ob id ipsum, quod dilucide locus fuit commemoratus, 
Lyden procul a patria mortuam esse probabile est. Iam vero apparet 
etiam in illis corruptis verbis '/.aXliiov aitaov loci nomen investigandum 
esse, ubi quod Ilgenius coniecit Klalcov, aldtwv 6' tjXd^Ev, propterea 
ferri nequit, quod d/T07TQoh7tdjv necessario requirit loci alicuius men- 
tionem, nee commoda esset iteratio eiusdem notionis, quae inest in 
verbis vJkaUov et alauov: vJku'aov tamen rectissime coniecit. At in 
aiLaov vel al'Caov (YCaov) videtur urbis alicuius nomen inesse, sicut in 
priore illo daQÖavi] terrae appellatio. Et prius quidem non est dubium, 
quin sie sit corrigendum: 

/iuQÖavCri dt -O-avovoav vnö ^r]()ijv (hfro ymuv KXuiwv. 

[Cf. Comment. de Hermes, el. ad v. 44. Opusc. IL 175.] Iam quaerendum 
est oppidi nomen, quod in illa regione situm ad litterarum vestigia 
accedat. Et in ipsa quidem Troade nihil omnino reperies, quo uti 
possis, at verisimile est Dardaniae nomen hie latius patere, ut omnino 
Mysiam sive Phrygiam comprehendat : iam etiam alterum vitium facili 
negotio sustulerim: 

Aildviov (J" rjX'}^tv u7ion()oliTiü)v 
'lAxtjav (g Kolocfdivu, 

quamquam de ipsa forma poterit dubitari. Fuit enim Phrygiae urbs 
ad Olympum montem sita, Äzani dicta, vid. Steph. Byz. l^tavoi' 
^TQccßwv d(j)derA.äxrj (p. 576 [c 12]) "rfg d' hnAxriiov (ÜQvyiag Idtavoi xk 



[*) Sumta haec sunt ex libeUo, quo 'viro clarissimo Fridorico Creuzero . . . 
do munere professoris in univcrsitate Heidelbergcnsi ante quadraginta annos suscepto 
gratulatur Th. B.' Numeros dedimus IX et X. Prodiit libellus a. MDCCCXLIV.] 



Hermesianactea. 183 



eloi y.ai Ncx-/.6lE(a'\ o) ^collrai l4umrai^ tö ')i^h-/Mv l4t.avntg, deinde 
autem addit rivt^ öt ^Larior avc/jv (faoiv. At fuit etiam alia forma, 
a diphthongo incipiens, quam idem Herodiani grammatici auctoritate 

12 coiifirmat, "^Hocodiarög er ^rgojcr^ (Ji?J.aßJi \ dta roT ai er a tTq ■/.aO^ölov 
Xeyojr, yilLrjv Tarcäkov Jca7g, drp' ov Iv (I)Qvyia ^toXig ^l'Cavoi. TJtram- 
que formam servavit Herodiani epitoniator Arcadius p. 8, 25 [7]: oiov 
iaar^v, y.auaa/^v, {u Ix^ig) raoo/^i', ^QOi]r, ^-/i'S./^r, d'^i'^v, aH'i^)'. Itaque 
hie quoque_librorum auctoritate siiadente diplithongum servavi Qi Altd- 
viov scripsi : nam neutrum hoc genus proxime ad hbrorum vestigia 
{yilZAON = AlZAviON) accedit, sin vero quis existimaverit litte- 
ram ä producendam esse, poterit is Al'Cavovg revocare, fierique potest, 
ut Herodianus hunc ipsum Hermesianactis versum respexerit, si quidem 
is etiam alias Heniiesianactis auctoritate utitur {7ceqi uot'^o. ?J^. p. 16). 
Quae si recte emendata sunt, apparet Antimachum cum Lvde coniuge 
(nam matrimonio illam sibi iunxerat, vid. Plutarch. Consol. ad Apoll, 
p. 106 B: djroi)^fü'oi'ai^g ydo r/jg ycvar/.dg athov u4vdtjg, .rgög r^v cfilo- 
orögycog «l/fi, miqai.iviytov itg lv7iiß cd-ru f.roh^ae Tijr ^Elsyeiay Tt)v 
v.alov(.dvi]v yttdi]v xrA.) se Azanos ad Olympum montem contulisse, 
sive quod ibi rerum suarum domicilium coUocaturus erat, sive quod 
forte peregre profectus illuc venerat, mortua autem Lyde rediisse in 
patriam Colophonem. Itinera autem plura suscepisse Antimachum vel 
inde apparet, quod Sami Lysandriis certamen subiit cum Nicerato poeta, 
vid. Plutarch. vit. Lys. c. 18. — Ceterum fortasse illud ipsum oppidum 
AlCavoi a loci natura nomen accepit, si quidem Hesychius dicit: 
Al'Cdo))'- oQwv vü>i]}mv, ubi distinguendum censeo: AiCdor uqwv 
t'iprf/ion', ut adiectivum potius quam substantivum sit. Atque Azunes 
quoque Arcadiae ob id ipsum, quod saltus incolebant, videntui' appel- 
lati esse. 

2. Hermesianax v. 68: 

'yivSon äi Tuv Kvf^fQTj&tv, ov (ihQ^ypuvTo rifi^vui 

Bux^or, rbv Xmtov TiiaröruTor Tnutrjv, 
Alovautg nuiötvUtina 'i^iXö^trov, onc rira^'^ti'i 

Fiyvwaxsis. 

13 Adscripsi hunc locum, quemadmodum emendavit Meinekius Com. 
Graec. III. p. 646, verum etiam nunc gravissimum latot Vitium in voca- 
bulo coQiyfj, nam ridicula profecto imagine usus esset Hermesianax, si 
dixisset eiulavisse prae Galateae desiderio Philoxenum. Sed quid poeta 
scripserit, facili negotio divinare possumus; corrigas: 

oiu iivuyjltig 



184 Hermesianactea. 



Etenim Philoxeaus cum Syracusas reliquisset, Ephesum se contulit ibique 
vita decessit, vid. Suidas v. (Dilo'ievog . . . zelerv^ d' h 'Ecpioot. [Cf. de 
Heniies, el. p. 36. Opusc. II. 178.] Ephesum autem cum se contulit, 
etiam vicinam urbem Colophonem attigit: haec enim est, quam significat 
Hermesianax verbis rant^g f^ld^e öid :cT6?.sci)g. Ortygia autem antiquum 
urbis Ephesi nomcn, quod ab Hermesianacte usurpatum fuisse profecto 
nemo mirabitur. Conferas Stephan. Byzant. : "Ecpeoog, noXig ^Icjvlag hci- 
ffavEOictri] VML ?,ifii^v fv -/.öhrii). '^Hoodorog öi ytvdiag ahijv cpr^oir. 
r/.a?MTo de ^f^vQva d/cö ^uiovr^g riß liucuovog' r/Mleho da '/.al 2a- 
l^ioQva /Ml TQif/Eia /mI ^Ogri-yia /ml Tltelta, quod quidem nonien 
cum Apollinis rehgione cohaeret. Fuit autem proprie lucus ApoUini 
sacer, vid. Tacit. Ann. III. 61 : primi omniuin Epliesü niemorantes non, 
ut viilgus credcret , Dianaiu afque ÄpoUinem Delo genitos; esse apud 
se Cenchrkim amnem, Incum Ortygiam, tibi Lafonam partu gravidam 
et oleae, quae tum etiam mancaf, adnisam edidisse ea numina, deorum- 
que monitu sacratum nemus. Adde Strabonem XIV. p. 639 [c. 20] : (.ir/Qbv 
htig tr^g d^aXärrtjg lori /mI r) ^Ogrcyia, öiaTiQS/ceg aXaog. Imprimis 
autem huc pertinent, quae ex Nicandro affert Schol. Apoll. Khod. I. 419: 
'/Ml Ni/MvÖQog h TV) ci Tiov ^ho)lr/uüv [d/rö] rrg iv ^hcolia 'OQzryiag 
(pr]ol rfjv Jr^ov üvojiiaoürß'aL, ygacpcov rdÖE' 

Ol <r ^s 0<nvyit]g Tnrjvtdog ÖQurjO^vrfg, 

Ol juiv Tr]v "E(peoov, oi öi zijv vrQorsQOv z/r^loi' ■/Mloi/.ävrjv, alXoi de 
TTjv ö/iiOTeQfJOva 2r/.€h'ag vfioov, oS^ev X^QTvyiat yiäaai ßocovzai, ubi 
apparet poetae alicuius, | fortasse Callimachi, verba pessime disiecta 14 
esse, quae sie fere corrigenda videntur: 

Ol fitv TTjv "E<ft(Toi', äXXoi S" öuoT^Quovu vfjaov 
2ty.t).ir\g, 0,'hv ^OQTvyiui näaai ßoöwvrni ' 
Oi J' ^1 ^OQTvyt'rig TiTT]v(dog ÖQ/urj&^vTtg — 

et tunc demum dixit de Aetolica Ortygie, unde omnes omnino nomen 
traxisse censuit; quare possis etiam locum ita conformare: Ol f.tiv zrjv 

"Efpeoov, cxKXol ö' öjuoTtQuova vfjaov ^i/elir^g Ol ö' «^ ^OQtvylrjg 

Tixr^vidog ogui^^iiTeg üxf-tv ^OQivyica 7cäa(xi, ßooiijvzai, sed 

minus hoc placet. Illud apparet, Ortygiam Titanida vocari Delon insulam 
a Latona Titanide, itaque illa verba ol de zrjv tiqoteqov (scr. ijategov) 
Jt}j)v -/MXovithvr^v interpretis alicuius sunt. [Ceterum cfr. Schneiderus 
Philol. IV. 564.] — Denique plane confirmat meam emendationem Pro- 
pertii versus 1. IV. 22, 15: 

Et si qua Ortygiae visonda est ora Caystri, 
ubi itidem libri Oryge exhibent. 



De locis quibusdam Callimacheis. 185 

C. Callimachea. 
I. 

[De locis quibusdam Callimacheis]*). 

III Latinarum litterarum monumenta quoniam his libellis academicis 

identidem illustrare studuimiis, placuit nunc ad Grraecorum poesim 
denuo animum advertere : selegi aiitem Callimachi carraina , quae quam- 
quam a criticis hominibus haud neglecta sunt, tarnen neque emendatio 
neque interpretatio omnibus numeris absoluta est: nam hie quoque 
aceidit, ut ea quae sana sunt praeter necessitatem coniecturis vexarentur, 
vitia autem manifesta aut prorsus laterent aut non satis recte curarentur. 
Cavendum est inprimis, ne corrigantur, quae ipse Callimachus minus 
recte adniinistravit : velut in hymno in lovem v. 22 haec legimus: 

'II 7ioX).äg iffVTHQÜt accQcorid'ug vyt)ds Iciov 
"iffiofv, nolkug öi Ah'Xtig (<')y./r]atv uud'^ag. 
IJolXa (H Kuovt((>)vog ävM d'ifoov niQ iövrog 

IkvOVg fßdkoVTO XIV(l>7TtT(C. 

Nam praeposterum est fluvios, qui tunc in arido solo nulli fuerunt, 
vygovg aut öiegovg dici; novo modo de loco, qui arbores fert, fjEiQev 
dictum est: nimis insolens ilvocg ißdloiro, et hoc fortasse vitium con- 
traxit, sed eyMuorvo, quod Meinekius coniecit, non satisfacit. Satis 
audacter poeta novavisse videtur in hymno in Dian. v. 41: 

^tvxov (711 KoTjTcdor ÖQog xfxo/urjuf'vov r'A«, 

sed Callimachus, qui de popnii itinere solet deflectere, noluit trita 
usurpare, velut est apud Homerum in Od. XIX. 431: oQog /.aTaei/.ievov 
vXrj, vel apud Hesiodum in Theog. v. 484: ^lyaicj iv oqet 7ie7tv'A.aG{xivot, 
vUiEvri. Ac fortasse non ipse primus hoc novavit, sed alium auctorem 
secutus est; nam nobis, qui Graeci sermonis consuetudinem ex parva 
tantum parte perspectam habemus, multa singularia et sine exemplo 
videntur dicta esse, quae olim haud insolita fuerunt : Callimachus autem, 
quod professus est [fr. 442] in argumentis enarrandis se secutum esse, 
ut nihil diceret nisi quod locupletibus testibus iirmatum esset {d^aQTVQOv 
ovöev deidoj), idem fere etiam in dicendi genere observavit. 
Quod in hymno in Cererem v. 30 legitur: 

'Oaaov FAtvaivi , TQK'ma ifoanv, dxxnOov Evrfc, 



*) [Index scholaiuin in universitate htteraria Fridericiana Halensi cum 
Vitebergensi consooiata per hienieni a. MDCCCLXIV— MDCCCLXV • • • hahendarum.] 



186 De locis quibusdam Callimacheis. 



non tentandum est hrEf.iaiveto, quamqiiam fateor intempestive nee 
satis ven liste poetam vocabulo usum esse, quod gravera animi affectum 
notat nee convenit voluptati, quae ex amoenae | regionis aspectu per- IV 
cipitiir: neqiie proximo versii Tgiö/ra ex librariorum errore ortum puto, 
sed ipsius poetae negligentia ciilpanda est. Ibidem v. 121 haec leguntur: 

Xwg «/') Tov y.d).ui}ov ItvxöiQiy^ig 'innoi iiyovrt 
T^aciuofg, üg dixTv ufyiD.u ^)■fös fvQrdmaaa 
Aivxbv ftcQ, kfvxöv J'f \}(()og xcd /*'7''" iffQoiacc 
'Ji'^ti y.ul (fu'hvönwQOV, trog iVttg (üJ.o (fvla^eK 

^■iEv/.ov tao etiani alii poetae dixerunt, d^eqoc. qui appellaverit levAov, 
nulluni novi auctorem: atque mihi quidem videntur ver lev^/iov nun- 
ciipavisse propter arbores candidis floribus onustas: sed Calliraachus 
fortasse de splendide et sudo coelo cogitavit, itaque ad eundem modum 
etiam d^eqoc, eodem ornavit epitheto. 

Cavendum autem, ne calumniemur poetam: rectissime est dictum 
in hymno in Cer. v. 118: 

^jUol y.axoytijortg ^/fhQüC, 

nam improbus vicinus recte potest ytay.oyeiTwi' vocari, quemadmodum 
Kcuoihog, y,ay.o7tdQd^ei'og , '/MyJdovlog dictum, neque si alibi Tia^oyeircov 
idem est quod ym-mov yeinov, poterit id ofPensioni esse; nam eadem 
ambiguitas in nomine YMÄoSai^uoi' deprehenditur, ac nonnumquam utra- 
que interpretatio eodem redit; velut nihil interest xaxd^uavr/j^ iitrum 
'/M/.ÖV jLtdvriv an yMy.äJv /^tdvriv interpreteris. Improbos autem vicinos 
exosos esse dicit Callimachus, quoniam insontes in calamitatum suarum 
societatem vocant. Sed nullo pacto adduci possiim, ut Callimachum 
scripsisse credam dovlcoToi, quod legitur in hymno in Dianam v. 212, 
ubi Dianae comites describuntur : 

A't TiQtÜTai 'holt TÖ'^a xcil äutf' (ö/xaiOi <f(C()t'T(>(cg 
^fodöxovg iffÖQrjaitV uavkwToi S^ (fiv m^oi 
/If'^iTiQol, xcd yiifivog utl naQUfitUvtTO ^a^ög, 

neque vero audiendus Hauptius [Opusc. II. 145], qui davCoavot scri- 
bendum esse suasit, sed potius legendum est sv'Ccügtoi da (fiv iof^oi 
Js^iTSQoi: humeros expeditos poeta dixit vocabulo ev'CcooTog non proprie 
usus. Item in hymno in Dclum v. 183: 

'hüayuvu x(d ^(oaT^Qttg uvunHitg f^rUofxtvag rt 
l/tanCdug , «V raldTtjm xuxrjv (x^öv ä(f{tovi ipvko) 

potius /.rrjaorrai scribendum, quam ^rjaovoiv aut i^irjooriai. 



I) Ärticulus traiectus sane offendit, itaque Meinekius «V edidit, equidom 
malim yö'jg ol. 



De locis qiiibusdam Callimacheis. 187 



Alias ambigui haeremus, utriim poeta an librarii aberraverint : 
veliit in hymno in Minervam v. 132 : 

^TiH uojvfc Zei's TÖyi x^vyarsQwv 
/lüjy.iv lAdavaiu, tiutqwik tiuvth (fiQfa&cti, 
ylu)TQo/6oi , fjÜTrin J' ovrig fTiXTf d-tdv, 

ubi illud liüZQoxöoi inane versus complementum est: nam virginum 
appellatio hoc loco plane praepostera. Sed alius versus, qui est in 
hymno in Deluni v. 30, non dubito, quin librariorum socordia labern 
contraxerit : 

'// lüg TCC TTQWTiaTK fi-EyCCg x)^i6g oi'QfK &flVü)V 

'AoQi TQiy).(i)/ivi , t6 Ol Tt).xivtg fTtr^av, 
Ä'^^aovg aivcO.iag tl^yäuTO, 7'^Qdf i^i ndoccg 
'Ex vti'cTOiv ö'j/kiaas y.ul fiafxvXias O^K^.äaarj. 

V ndaag non esse ferendum vidit Meinekius, sed videtur hie quoque 
versus novissimum verbuni in archetypo penitus oblitteratum et a 
librariis pro arbitrio redintegratum esse: itaque non tarn curandum, 
quid ad litteraruni vestigia proxime accedat, quam quid instituta sen- 
tentia desideret: hie omnino scribendum censeo: veQ&e de ßd^QOJv ^Ek 
veäviov or/?uaGe. 

Saepius critici coniecturis tentaverunt ea, quae vitii immunia sunt, 
velut in hymno in Minervam v. 60, ubi libri omnes exhibent: 

!A?.).i\ y.(u uQ/HiMv für' inl Qtanitwv, 

non recte Meinekius ccQxaidi' scripsit, nam lonica forma Qearriuov ab 
huius carminis dialecto abhorret: recte se habet librorum scriptura, 
incolae Qeoyrieig urbis vice memorantur. 
Item in hymno in lovem v. 76: 

AvTixa yaXxfiag uiv vöiiouiv 'Hqut'aToio, 
TtL'^i^aTug J" yiQrjog, InaxrfjQag Jf X.iT(iyvr}g 
'AQTifiiöog 

nulle modo probandum, quod Meinekius coniecit Teiyj^aTag ö' aq' 
^^gr^og, nam inutilis est particula, quam inserendam censuit, ne ^^grjg 
prima syllaba producta in thesi diceretur, quod equidem in hoc poeta 
ferendum esse puto; si foret correctio necessaria, mallem TevxeoriQag 
^^qi]og scribi, nam vocula Jf possumus hie carere. Neque magis probo, 
quod Meinekius in epigr. 27 [29J : 

Täv in^wv 6 2o}.(vg nnffiti^mo yutQm Itmni 
"^Pi^aifg, IdoriTov avußoXov uyQi'nvCr\g 

scribendum putavit cr/.ot]rov avußolov dyqvrtvirß: sane poetae nomen 
vulgo prima vocali correpta dici solet, verum etiam Leonidas Taren tinus 
in Anthol. IX. 25 produxit : 



188 De locis quibusdain Callimacheis. 



rot'ctxuu Tod^ jinriToio Sarjfiovog , (ig nore IfTTTfj 
'tjQorTt()'i <)i]rKic>i'g (((TTe'o(cg ftf^daccTO. 

Fortasse Theocritus quoque scripsit 7, 97: 

'üiQKTOg ()" Ö TU TldVTU (fikc'.tTUTOg ('(VSQI TTjVO), 

ut est in bonis libris. Atque in Callimachi epigrammate ipsum Arati 
nomen vix commode poterat omitti. 
In hymno in Dianam v. 240 : 

AvTtil rJ", Ovni iivaaafi , ntin riQvhv oto/t^acttTo, 
JTqüjtk utv h' aay.tioaiv tvonhov, aviii <)7 y.Lv.lo) 

J^TTiaÜutVUt y_GI)Ul> fVQl'V, 

Meinekium offendit non soluni quod .regi obiecto caret, sed etiani quod 
7rQvhg pariter armicrepa saltatio et cyclius chorus dicitur: nam pyrrhi- 
cham nisi ab armatis non esse saltatam ; itaque suspicatus est poetam 
scripsisse: tieql ßQtrag loQyJ^amTO. Verum pyrrhichae varia erant 
genera, testatur hoc inprirais Athen. XIV. 631 A, qui pleraque ex 
Aristoxeno descripsit, et postquam bellicam dixit saltationem , pergit: 
ij öi vMd^ ^,"äg (h. e. Aristo xeni aetate) tivqqi'xi^ Jiovvaiayuj rig elvai 
öovM, hciEiy-^ariqu ocoa irgdoxaiag, l'xovai yaq oi OQXOvinevoi ^VQOovg 
dvrl dogarojv, Tigotevrai d^ht dll/fAoug /ml vaQO-tf/Mg /.al ?MfA7iddag 
ffiQorow: atque hanc quoque speciem quamvis postmodo inventam 
antiquam esse ipsum 7ivoQlyrß nomen docet, nam a taedis ardentibus, 
quas gestabant, ipsa saltatio nomen accepit: Callimacho autem licuit 
vocabulo 7CQiykLg utramque saltationem, quam Amazones in Dianae 
honorem edebant, | comprehendere. Sed ^teqi solitarium duriusculum: VI 
consentaneum est poetam eodem modo conformasse orationem, ut est 
in hymno in lovem v. 52 : OvXa ds Kotgr/csg oi jctQi jrQvXtv wQx^oavTo. 
Fortasse igitur scribendum est: 

Avial ö\ Ouni ävct§, at ti^qi tiqüIiv wQ/^auvTo. 

!V}'«;^ similiter dixit Aeschylus fr. 333 [379]: Jiajioiva vi'fjffij, öraxii-tioi' 
6qi7)}' (xva^, adde Pindari Pyth. 12, 3. — Ibidem v. 248 haec de Dianae 
Ephesiae templo leguntur: 

KtTvo äe TOI utThrrtiTU TZfQ) ßo^rag iUQv (y^fit!)^Xov 
^o)/h^Ot]- toO f)' oiki 'Hu'nfoov ö\ptT(a iiutg, 
OviV &(fVfiÖT(oov' oi(c xtv Ilvii-üva nKQ(k(t-oi. 

Iure negat O^fuey/Mv Meinekius huic loco convenire, neque tamen satis- 
faciunt quae substituit evQv tötd-'kov vel 61;^/; /.ttlaO^gov: mihi quidem 
etiam proximum verbum do)i.trjd^r^ labem aliquam contraxisse videtur, 
quamquam hoc verbo non tantum recentiores poetae, sed etiam Lyco- 
phro et Apollonius usi sunt; potest autem locus leni admodum rauta- 
tione in integrum restitui, si scripseris: 



De locis quibusdam Callimacheis. 189 



KiTvo (h' roi utTemiTcc niQi /3«fr«? t i'Qvdtfi fd^lov 

^'H^Hi] dojuu satis tuetiir Sapphicum illud [fr. 91] : "[ijfoL St) rb i^^laOgov 
lif^^QQtce rt/.iovEQ ärdoEg : et Thucydides quoque [I. 90, 3J Tuyog aiQeip dixit. 
In hymno in Cererem haec conqueritur Triopas de filii morbo 
V. 106: 

Xrjoni utv ^üvämti , xevt(d (Tf /j.oi nvlits ijd'tj 
TtXQdTio^iov' ißrj ytco un rinv rjO avr o fxuyfinoi, 
ldk).(\ x(d oi'Qfjccg /uevalüv vntXvOiiV ü/xn-üv, 
Kfd Ttiv ßwv fifuyfv, räv Eariu (TQK(fe fxthriQ, 
Kfd Tov atO-koif'OQov xcd rbv no).e/j.i^iov 'innov, 
K(d Tuv iu).ovoov, THV tTQiui x')^rjoi(( uiy.y.ä. 

Iure Meinekius statuit vitium contraxisse verba }]drj yccQ ävttjQvrjoavto 
udyeiQOi , sed quod correxit /J(J*y ydg d^c tyvaQiaapvo udyeiooi, minus 
probo: nam verbum dm^Qy/^oavio satis est commodum, itaque potiiis 
legendum censeo: 

ovo (V yuo uTirjQv'jaupTo u dytiQoi , 

ac negantem particulam satis conmiendat, quod subsequitur Mild vjxi 
ovqr^ag v.xl. Sed praeterea alia in hoc loco offendunt : valde euini mirum 
est, quod Triopae oratio quo loco subsistat, plane non est indicatum, 
sed continuo Callimachus pergit enarrare, quomodo res gesta sit: non 
puto hoc ipsuni poetani comniississe, sed videntur post v. 111 nonnidla 
intercidisse. Item offensioni est subita subiecti nmtatio, nam cum de 
coquorum opera locutus esset, statim de Erysichthone verba facit, sed 
nomine non addito : verum hie utrum ipsius Callimachi an librariorum 
socordia culpanda sit, ambigi potest. Denique nego a poeta profectum 
esse, quod legimus v. 110: 

Jiid TÖv HtH).o<f6i)ov y.(d tov 7rüi.f/J.riiov 'innov, 

quamquam aequo animo hoc tulerunt critici : at ycoleuiacal i/rycoi iidem 
sunt, qui alias ded^locfÖQOi vocantur: equi, quibus in hello utebantur, 
etiam curuUa certamina inibant, hinc est apud Aiistophanem in Nubibus 
V. 28: 

Iloauvg J()6fAOis tf.it t« Tiof.i/uiaT^Qiu; 

Igitur verba /.ai röv, quae repetuntur post deO-locpÖQOv, sunt de medio 
VII tollenda: videtur autem | erroris origo haec esse, quod proximo versu 
ad vocabulum aYloroov explicandi gratia adscriptum fuit y.dcioy, 
quemadmodum etiam in sciioliis legitur: top IdiiOi^ leyouevov /xiccov, 
pariterque in Labbaei glossariis ai'lovQog explicatur Latine haec caita 
sive cattus. Haec interpretatio alieno loco ut fieri solet in verborum 
ordinem recepta germanum aliquod vocabulum exterminavit, (^uod certo 
restitui nequit; fortasse scripserat poeta: 

J\(d T(iv t''.t!l).o(f<'i{tov y.ii-fricr jui/.i-uiiiov 'ijinov. 



19Ö De locis quibusdam Calliniacheis. 



Ac possis praeterea de versibus traiiciendis cogitare, ut hie versus col- 
locetur post v. 108, ut primo locü muli, tum equi, deinde boves com- 
memorentur: sed haec fateor incerta. 

In eodem liyrano in Cererem v. 129 haec leguntur: 

jMiatfa r« jüg nökioi nQVTcivt]ia rag urt)JaTwg 
Tug öi Ti).iO(fO()ius noTi riiv Oti'V ti/oig o^uQrtiv, 
A'i Tives k'^rixovTU xccrwitnai ■ al rf* ßaotuci, 
XuTig 'EktiO^via rtivti yjQi^ , /«t«? h ülyti, 
'!ß? üXig, WS ((VTüv ixKvöv yovv. 

Ita libri exhibent, Ernestius [Stephanum secutus] scripsit xäc, ccTEleoTiog 
Tccoöt TsXeacfOQiag: sed ipsum postea poenituit emendationis, desi- 
derat enim apertam initiatarum mulierum mentionem, itaque maluit 
Stigmen ponere post drellociog et deinde Tag de xeleotpoQtag scribere, 
quod nuUü pacto ferri potest. In eandem autem sententiam nuper 
Meinekius haec ita conformavit , ut scriberet: Tag dt. TelEGOnpÖQtog 
jcoTL xäv 0-eöv, ubi ^eöf pro SsZr codex Yen. suppeditavit. At reAea- 
OKfOQog, quod novavit Meinekius, omnino alienum est ab hoc loco, 
neque enim idem quod le'AeocpoQog potest significare, sed notaret eum, 
qui vectigal pendit, quippe quod ex verbo relelv et nomine cpoQog foret 
compositum, cum zeleocfUQog sit ö (ftQCov tö ralog. Quod Meinekius 
comparat v.v^oEOOKpÖQi^cog, recte se habet, sed a casu dativo descendit: 
ua/xoi/.oavog, quod Hesychius servavit, obscurae originis est: reXeo- 
aiöcoceiQu, quod legitur apud Euripidem in Heraclidis v. 899, haud 
dubie corruptum, ut iam significavi in commentatione I. de tragicorum 
Graecorum reliquüs (ed. [d. XY. m. Decembr.] 1859 p. 7), ubi etiam 
ostendi geminationem litterae sibilantis ab optimorum scriptorum usu 
abhorrere "0 : nam ab antiqua imperativi forma haec composita originem 
ducunt. Omnino verum vidit Ernestius, sed emendationem loci tantum 
inchoavit, quam perfeceris, si scripseris: 

M(a<f-u TU Tüg nöliog TiQVTUVfjiu Ttcg tntl^GTwg 

Tüad't Tt).ta(fooiug- noTi tuv i'HOv d" äyj)ig ofxUQTtJv, 

A'i iivtg i^qy.ovia y.iauntQut. 

Usus est poeta figura, quae /Mtä xö ouo7CLof.itvov dicitur: cum mulieri- 
bus, quae sacris Cereris non initiatae sint, tantum usque ad prytaneum 
pompam prosequi liceat, apparet eas, quae ulterius procedere iubentur, 
sacris initiatas esse, neque brevitas haec dicendi incommoda aut obscura 
est. At ob id ipsum , quoniam a profanis initiatae separantur, necessaria 



2) Sane apud Aeschyluin Agam. v. 676 nunc Ttltaoüfimv legi solet, sed 
poeta aut alio prorsus vocabulo usus est vclut r tXtatf ÖQog aut j (XiaftfQojv 
scripsit, numero versus liberius conformato. 



De locis quibusdam Calliinaclieis. 191 

est adversandi particula da, atque ipsa haec necessitas poetam adegit, 
ut spondeo in quarta sede et contracta forma O^evg uteretur: particula 
öi- similiter ab exordio remota legitur in epigr. 14 [16], 1: Jaluova rig 
d" ec olde töv acQiov. Ceterum forma contracta 0^£i\; usus est Calli- 
machus supra in hoc ipso hymno v. 58: 

^/(cuiiTtjo J' (((fuTÖv Ti y.oxtaauTo , ytivuro J' ü 0-tvg. 
"li>fu.uTU uiv ^f'oaco, /.tifulä Si ol uipcct ^0).vunw, 

VIII ubi mirum est, editores non offendisse in articulo addito: quod vitium 
facili negotio procurabimus : yEivavo d' ad d-ecg, nam antea dea anus 
speciem prae se tulerat. 

In liymno in Minervam v. 35: 

iVthivic, ifi^()tT(ci ifi xul u ^liofxrjd^fog uani's. 

'i2s fd-og AQytiwg tovto niü.utOTtoov 
Eujurjd'rig iiftdtcif , Tti'v xi/uoiauivog iQtvg, 

"Og JioTt ßoiXevTov yvovg hii ol ihiivtitov 
^üfxov kroifxdCovTU, (fivyic xtov iQuv uyal/nu 

"£ii/tT f;((ov, Kotlov J' (fg öoog MxiauTo. 

BoiXecTÖg O^dvavog est si quis alterius vitae insidias struit, sed populiis 
cum in concilio quem morte multare aggreditui-, minime illud voca- 
bulum congruit : neque tamen quod Meinekius commendavit dßovlevrov 
iyävacüv satis commodum est: mihi non dubitandum videtur, quin 
poeta levocbv iyävazov scripserit, hoc enim mortis genus iuprimis 
populari iudicio convenit : adiectivum Äerffro^; tuetur Hesychius : leiocü- 
aoarä, hd^oßöh]xu: ?.iO-6leravog '^Qr,g dixit Sophocles in Aiace v. 253, 
quemadmodum apud eundum Qiyccög uooog legitur in Trachiniis v. 357. 
Cetera autem quo pacto sint redintegranda ambigo ; fortasse scribendum : 

"Og TTOx' ißu XivOTov yvovg tni ol r^dvarov 
JCtuüv eToiU(cCovTU' (fvyä rtov loöv üyiü.ij.a 
"ili/tr'' f/oiv, Kotiov d" ttg öoog loxiaiao. 

Nam cum novissima haec explicandi gratia addita sint , apte poeta poterat 
asyndeto uti: sed aiii fortasse haec probabilius restituent. 
In eodem hymno in Minervam v. 82 : 

A uiv f(f((, Tiaiöog ()' ouuutu vv'i ikußtv. 
^Eaxüiyri J' üifOoyyog' IxölXuauv yuo uviai 
rürvmu , y.cd (fwvnv to^fv äuuyuvta 

eoTcdfii versus numeros plane evertit, quod primus perspexit A. Hecker 
[Callim. Comment. p. 140], sed quod suspicatus est, legendum esse "Eaia 
öi^v ccif'&oyyog, speciosa sane est couiectura, sed ab instituta sententia 
ahena , ut scite animadvertit Meinekius ; neque vero quod ipse commen- 
davit "Bnii Ih^v mihi probabile videtur: ut largiar Callimachum uti 



192 De locis quibusdain Callimacheis. 

potuisse hac particula, at non convenit Vjd^ei huius loci: potius corri- 
gendum arbitror 

"Egt(( J' wJ" lufüoyyog, 

ubi (J)Ö£ more Homerico nihil aliud significat quam sicut erat. 
Insigni obscuritate laborat epigranmia 13 [15]: 

H ^' iino aol Xaoiöccg nvanaviTai ; Ei töv 'Aoi/n/na 

Tov KvQT)Victov niuda ks'yttg , vn^ tfioL 
'£1 XuqCöu, XI TU ve'Qdt; Ilokv axürog. At J' ävoöoi rl; 

'4'tvöog. 'O öi nioviuiv; Mvilog. linwXöutd^a. 
Obrog ifiög löyog vufiiv akrjßivög , tt d't tov t](K<v 

BovXit , riiD.uiov ßovg fi^yag tiv Atärj. 

Versu novissinio quod Scaliger coniecit Ilellalog, Heckerus [Comra. de 
Antliol. Graeca p. 268] tueri studuit, sed quod idem Cyrenaeum illum 
Pythagoraeum eundemque hominem gulosum fuisse statuit, merito reiecit 
Meinekius, qui lacobsium secutus in vocabulo difficili Tlellaiov uummuli 
inesse notionem suspicatur : neque tarnen vitii expers est vocabuluni illud, 
sed scribendum puto: 

ii ät TOV riöüv 
Boclii , y.ul ntXdvov ßovg fisyug tiv läiöi^. 

Hesychius enim testatur hoc nomine Spartanos appellavisse ferreos ix 
nummos, quibus olim uti solebant: 7rf:'kavoig, tö TEZQaxcel'AOv. y/d/Mveg. 
Adde Plutarchum Apophth. Lac. p. 226 D: tö aidijQovi' Eiatjy/joaro, o fou 
uvä ö't/~ri ^lyivuia, dtvduei df y ah/Mi TtooaQeg. Hinc Nicander, ut 
pondus notaret, in Alexipharmacis v. 488: 

KaC noTt xfdoiv^rjg JiO.dvov ßäoog ffifiOQS niaarjg, 

ubi scholiasta: /ceMvoc ßccQog dvzl tov ößoXoi ölvJjV ov yd() f-iövov rö 
7Uf.i(ja, r^yoiv rö Vxpt^^a, jctXavog Xtyexai, dXku y.ai fj rov oßoXou öh/t-i']: 
qui quod dissentit a Plutarcho et Hesychio, haud dubie deceptus est, 
nisi forte bis i)uii<)ßelioi; pro oßolou scribendum est. Utitur igitur 
poeta hie Spartano nomine, cum idem Atticum adhibuerit eandem rem 
tangens in versu, quem servavit Pollux IX. 6, 72 : el'i] d' dv /.al y,6llvßov 
Ktjccöv rt rof-iio^tdriov. KaXXliAayog yovv ifftj, ^ieqi luv iv aöov Xf-yiov 

Ex Tüjr, oy.ov ßovv y.olXüßor iiinorja/.ovaiv, 

vjg UV Ei/roi Tig, cot .cQoanyovrog. [Frgm. est 85 ap. Sehn., 164, v. 2 
ap, Bgk.] Collybi pretium, quamvis sit ambiguum, certe Spartanorum 
pelano minus fuit, verum non sunt talia ad vivuni resecanda; nam 
poeta nihil aliud dicere voluit, quam apud inferos boves nummulo 
venales esse. Huius proverbii origo mihi quidem repetenda videtur 
a solenni sacrificio, quod inferis diis offerebant: bos, quem prisco 
niore olim Graeci hominc; mortuo iminolabant, visus est mortuum 
(juasi ad inferos comitari: hinc in Orco credebant tantam esse boum 



De locis quibusdam Callimacheis. 193 



multitudinem , ut uummiilo essent renales. Quare Charidas ludeus, ut 
solliciti viatoris aiiimum quodammodo consolaretur , dicit: sin vero 
laetiim nuntiiim de iiiferorum reguo fabuloso accipere vis, scito ibi 
vel maguum bovem nummiüo venii-e^). 

Epigr. 31 [33]: 

'ilyofVTt'jg, 'Enixröeg, ii' oi'oiai Ticara kuytoöi- 

zliipä y.cii nüarjg fyvia 6oQxu).iöog, 
^Ti'ßrji xal viff(T(p yf/QT]u(vog, 

novissimum hoc vocabidiini inficetum, sed quod Bentleius coniecit 
■/.eyaQr^uivog , nimium exaggerat venatoris patientiam: scribendum est 
[sicut Anna Fabri proposuit] : — r/,% /.cd iu<fero) y.ayoi u^vog, hoc est 
priiina et nive 2)erusiux: verbum euini XQi'sir, quod est pungere, 
imprimis hnic loco convenit. 

Epigramm a 42 [43]: 

Ei fifv ixtör, 'AoyTv, infy.Muccacc, uvoCa ufuffov 

Ei d" äy.wv rjxü) , Ttjv noontTfiav oqk. 
'^xQTjTog xal fgwg fi rjväyxaaaV wv ö uh' uvtüv 

Et).y.tv, 6 J" ovy. ff« aoKfoova xt-i\ubv f/eiv. 
^EkS^irv rf' ovx ixörjan rig ^ rivog , ickV ^qi'Xrjaa 

Tili' (fhrjv' ti rofr' fOT' aih'xrju'. (''.d^xw. 

Exstat hoc epigrarania etiam in codice Parisino apud Gramer Anecd. 
Par. IV. 384, 21, qui codex non solimi hominmu doctorum emendatioues 
confirmat, velut v. 3 /<' TJvdy/Maav, v. 6 q}ilnjv praebet, quod proxime 
ad verum accedit, sed praeterea etiam duobus locis novas easque band 
speruendas suppeditat lectiones : uani v. 2 in illo codice sie scriptus est : 

Ei tJ" (cyo)v rjxo) , rijr noonirfiur tu. 

X non Qoa: verissime, nani hoc dicit poeta: meac temer Hat i ignoare. 
Porro v. 5 legitur : 

'ElO^üJV (5" ovx tß6r]a« rlg ^ rivog, ukV i<fi').(t^(( 
Trjv (fi).ir,r' fi TovT^ fOr' ad'iXT]/Li\ ctäixüi. 

Hoc quoquo meo quidem iudicio muliu convenientius, quam i(fih^ou: 
vino et amore victiim se dicit Archini Urnen occupavisso ibique per- 
noctavisse. Sed v. 4 quod in illo Hbro exstat ticc, rt)v ßiar oaoi^v ouii 
videtur a librario profectum, qui quae obhtterata erant, pro arbitrio 
redintearravit. 



3) Etiam noottlingius in oommentationo acadomiea (\9>T\2) [Opusc. acad. 
p. 251 seq.] hoc epigrainina expediro studuit, qui quidem ßuvr itfyur Apin, fJfk- 
kuiov Alexandi-um regem interpretatur. 

Th. Borgk Kleino Schriften. 11. 13 



194 T>e locis quibusdam Callimacheis. 



Alia pliirima in Callimacheis carminibus interpretis iudustriam 
desiderant: hie eiiim poeta si quis alius omnem antiquitatem iion sohim 
verborum, sed etiam rerum tenebat, adeo iit haiid raro haec sive ars 
sive eruditio vel doctos interpretes fefellerit: velut in hymno in Delum 
V. 262 : 

Xni'atim' J' txöurjat yfVf'i'l?.ior forog ü.«n]g 

Meinekius Ernestium reprehendens geuitivum olaii^g non ab ^'grog, sed 
ab adiectivo yereOliov suspensum esse viüt, ut sit arhor olivarum ferax: 
sed haec quidem interpretatio omnino reprobanda: erant enim praeter 
nobilem illani palmam apud Delios etiam olea et laurus Apollinis et 
Diauae natalibus clarae: tres arbores sacras una celebrat Euripides in 
Iph. Taur. v. 1097: Uodovo' ^^qtsuiv loyjav [ö?>.ßiav], A vraga Kvvd-iov 
oyßov ol/.el (Doi'vr/.d .9' aßQO/.Of.tai', Jäcpvav t euEQvea -/.ai riar/.äQ 
O^a'/löv 'iQÖv f-'/.ai'ag, Aaiorc, todlrn ifilav, qnamquam in aliis canticis 
(Hec. V. 458 et Ion. v. 919) omissa oliva tantiim primigeniam palmam 
et lanrum nominavit. Callimachus , qni sacram hanc olivara etiam infra 
in hoc eodem hynmo v. 322 respicit, hie genitalem {yevtdhov I'qpoq 
ilaii]g) dixit, quoniam non minns atque palma Latonae laborauti adfuit: 
plane hoc dicit Ovid. Met. VI. 335 : 

lUic incumbens cum Palladis arbore palmae 
Edidit iuvita gcminos Latona noverca 

et CatuU. 34, 7 de Diana : Quam maier propc Ddiam Beposivit ollvnm. 
Adde praeterea Hygin. Fab. 140, Servium ad Aen. III. 91 (qui palmae 
mentione omissa duas laurus commemorat) , Schol. Iliad. A 9, Tzetz. ad 
Lycophr. 401. Nam cum Dolus insula ex maris fundo emersisset, ipsa 
tellus ferebatur has primigenias arbores edidisse, vid. praeter Tzetz. ad 
Lyc. 401 Aclian. Var. Hist. V. 4; hinc Delia olea antiquitate generis 
vel nobilissimam arborem in Athenarum ai-ce superabat, vid. Pausan. 
VIII. 23 [4], 5 et I. 30,2^). 

In hymno in ApoUinem v. 12: 

jMi'jTt (Ti 0)71 rj).iiv -/.liUutiv iii'jT^ äiljdffüv f/vog 
Toö 'I'uißor rovg nuhSug f-'/fir tTiiäiiur'jafd'Tog, 
El TfX^tiv fxO.hifai ydfxov noXiriv Tf y.f()(i^G')cci, 
'r.ar^^fiv lU T() TiTyjig tji^ uayainioi t)f^(th}.otg. 



4) Thcophrastus Hist. Plant. IV. ].'!, 2, ubi rüg nuQuSttiofih'Hg >fi],u«g tiuqu tüv 
uv!)o).i'tyo)r socutus recensot arbores antiquitate insignos, Dcliae oleac nullain faoit 
nientionem : fhUw uh' ytco XJyorai liiv l^.'h'jvtjai, H'ofviyH iit- tot fr /1rj).u), y.tniviir 
äi luv fr ^()).viJ7i(i( , Ulf' oü 6 aTt^(f«rug, (frfyovg dt rag fv ^iXito lug f/i) tuO ' iXov 
fivrifuaog' nv^g J^ ffuai xrel ttiv h /1tX<f)oig nXdruvov Idyufx^fxvova (fwTfCaui xitl 
Tr]v h' Katfvaig rij? L4Qy.«di'«g. 



De locis quibusdam Callimacheis. 1Ö5 

Versum novissimum, qui neqiie integer neque satis probabiliter a quo- 
quam videtur correctus esse, in praesentia intactuui relinquo, sed 
0. Schneidero etiam paenultinius versus de vitio suspectus fuit, quoniam 
XI senes tantum in luctu tonderi par sit, id quod | ab huius loci instituto 
abhorreat, itaque in Pliilologo VI. 498 coniecit noku'jv te y.rQeloÜ^ai, 
qua coniectura facile caremus; nam id ipsum inest in verbis, quae 
non sunt tentanda. Defendit librorum scripturam etiam Meinekius, 
sed Virgilianus locus in Ecloga I. 29, quem cum Callimaclieo versu 
comparat, nihil probat. Ephebos crinium suorum primitias diis obtu- 
lisse satis superque constat, at solebant etiam qui ad senectutem per- 
venerant gratum animum testificaturi diis eundem hunc honorem per- 
solvere: docet hoc Antipatri Thessalonicensis epigramma in Anthol. 
Pal. VI. 198: 

"£Iqiov uv0-i]O(ivTug tn) XQOTi'ufoiGiv iovkovg 

KsiQdfievog, ysvvtov ÜQatvag äyyeUag, 
4'oißM x)-fjxf Avxwv, 7T{)WTov ytQC(g' tii'iaTo ö' oikwg 

Kca 7To).iT]v }.tvy.ü)V nfTocti uno y.QOTÜifon'. 
Toi'rjv fUr tni'vfvt' TiDu ^i uiv, wg tiqö ye toiov, 
'"i2? (cvTig nohiö yqoa'i rKfo/xtvor, 

qui versus satis hunc Callimachi locum illustrant. 

In hymno in Dianam poeta postquam satis copio.se narravit de 
cervis, quas dea currui iunxit, pergit v. 113: 

IIov (Tf ae tb TTQWTov y.tQÖtig öyog i'iQiui' ätiQUv; 
A'ifxo) tnl &Qi^ixi, rdi'/fv ßooe'fco y.caici^ 
"Eo/fTcu d/XctivoiGi övOKia xqi\u6v äyoiOK. 

Hic 7101 potius quam Jtov scribendum esse arguunt proximi versus 
prima verba ^'iuoj ^^rt 0o»yr/.t, quam quam fugit editores pariter atque 
Cobetum, qui nuper in Mnemosyne X. 426 de hoc ipso loco disputans 
vituperat poetam, qui x£oo£/l.- üxo<; scribere ausiis sit: est sane y.eoöeig 
oxog duriusculum, sed a Callimachi more talia nequaquam abhorrent; 
fugit Cobetum vocabulis aoua et uxog haud raro apnd Graecos poetas 
significari iugales, qui trahunt currum: dixit de hoc usu loh. Henr. 
Vossius, vir iudicio et doctrinae copia insignis, in Epistolis mythologicis I. 
p. 172 ed. 2, quas iam nemo legit, cum bonae frugis sint plenae"'). 
Cobetus autem, cum Callimacho existimat obversatum esse Aeschyleuin 
versum in Prometheo 135: ^vOrjV ö' d;ridi'Log 0^(1) 7CT€qo)T({) , iilius 
quoque loci sententiam non perspexit, (juaniquam etiam Vossius a vero 
aberravit, qui existimat curriis. quibus Oceanides in Aeschylea fabula 



.^3) Adhibet ihi Vossius praeter alios locos etiam Ilimorii v(>rba ex orat. 
XIV. 10: y.i''xrot rf^ ^aitv tu «p//«, ubi Meinekius in adnotatioiiibus ad Oalliniachuni 
p. 201 praeter necessitateni riyuv .scribi voluit. 

13* 



196 r>e locis qiübusdam Callimacheis. 



advehuntiir, alatis gryphibus fuisse iunctos, ciii coniecturae etiam alii 
interpretes assensi sunt: at Oceanides niillis utuutur iugalibus, ipsi 
cuiTus alis miiniti sua spoiite moveiitur ; argumento sunt artis antiquae 
monumenta, cf. quae ad Mimueiinum 12, 7 adnotavi. 
In hymno in Cerer. v. 43: 

ytuTlXa NlXlTTTKi, T(CV Ol nÖXig (CQtJTtlQdV 

JafxoaUtv fdiuanv, td'auro, yf'vro i)'^ X^'i"' 
^Tf'fijUKTcc y.ai u('r/.(i)vu , ■/.(aiof.Kuh'ar ()"' f/_t •/.Xtdda. 

Non recte haec coniectura tentavit A. Hecker [Philol. IV. 480], vmtio- 
(.laöiag. 6' f/£ v.Kaidög scribens, ut dea demulcens iuveneni manu sua 
illius humerum tetigisse dicatur: reiecit hanc suspicionem Meinekius, 
sed non recte haec interpretatur ; existimat enini deam clavem de 
humero pendentem | et licio adnexani gestavisse : at non est argutandum, XII 
nam verba illa nihil aliud signiticant, quam humero reposuit clavem, 
ut iani Ernestius interpretatur. Satis rem illustrat vasculi pictura in 
Annalibus Inst. Arch. 1862 [Monum. vol. VI et VII] tab. LXXL 2 deü- 
neata, ubi ante aram, quam duae mulieres supplices obsident, adstat 
sacerdos anus clavem praegrandem humero reclinem gerens. Igitur xarto- 
f-iadiov prorsus eodem modo dictum, quo est in fr. 211 [60 Bgk.]: 
Qr^oög ueQTaUov digiiia VMiof.iadiov vol apud Moschum 8, 2: jciiq\]v S' 
EifE y.ato)}.iadh]v. Ceterum pro y.'kmöa omnino scribendum est -/.Xaöa, 
nam haud dubie Dorienses longam vocalcm, quae est in -/.Icdg, y.hjig, 
yjxoßög, clavis servaverunt, neque diphthongo usi sunt, quemadmodum 
Attici vJkElg dixerunt: argumento est forma /Aa^, qua utitur Theocri- 
tus 15, 33, nam ita potius quam vla^ scribendum est, siquidem littera 
I ex vocali / cum sibilante littera confusa orta est, id quod iam Ahren- 
sius de dial. Dor. p. 94 et 141 recte observavit. 

Ex epigrammatis denique, quae obscura permulta continent et 
iam antiquitus grammaticorum hominimi industriam exercucrunt, unum 
paucis absolvam, 48 [49]: 

EvfxUi'ßlTjv tjTfiTO ()'i3(jig ^ui- 2iiiJt()g ö MCxxov 

Tuig Moüaicig' lü (Vt rkuvy.og oy.btg tSoauv 
yivT^ oUyov iiiyu (iwQov ^yw (T icvä Tt]vöt xf/ijvwg 

hi-iuui roD 2.'(tiLii'ov ihTildov, ö loayixög 
llHn)(ujiorv /liövvaog fnrixoog' oi öf ).(yovaiv' 

,,/todg o 7iX(txufi()g'\ rotiuuv ih'tiitn ffxoi. 

Variis modis explicare conati sunt Bentleius, J3emliardyus (Eratosth. 
p. 87), Heckerus''): equidem hanc ([uaostionom facili negotio soivi 
possc arbitror. In 8amo insiila faiium haud ignobiJc fuit z/iovtUwv 



G) lacobsius in animadvcrsionibus [t. Vfl. 279] satis habuit Bentloii inteipie- 
tatioin.'in v. 4, in 4110 gravissiina iiiost dirficultas, repctivisse. 



De locis (|iübusdam Calliinacheis. 197 



•/.axr/varog nomine praeditimi , quod Elpis Samius Libero dedicavit; 
Piinius Hist. Nat. VIII. 56: siinili modo Elpis Samius natione in 
Africam delafus nave, iuxta liftiis consjiecfo Icone liiatu minaci, 
arhorem in ftir/a petit Libero pdtre invocato, (ßwni/un tarn prae- 
cipmis votorum locus est, cum spei nullus est: neqiie profugicnti, cum 
potuisset , fera institerat , et procumhens ad arhorem hiatu quo terruerat 
miscratio)icm quaerehat. Os morsu avidiore inhaeserat dentihus cru- 
ciahatqiic inedia, tum pocna in ipsis eius telis siispcctantem ac cclut 

mutis precibus orantem: dum fortuitu fldens non est contra 

feram: multoquc diidius miraculo quam mctu ccssatum est. Degressus 
tandem evellit p)raehenti et quam maxume opus esset accommodanti, 
traduntque, quamdiu navis ea in littore steterit, retidisse gratiam venatus 
adgerendo. Qua de causa Libero jxttri femplum in Samo Elpis sacravit, 
quod ab co facto Graeci ■/.eyj^)'uro<^ Jiori'oor appcUarcre. Attigit etiam 
Aelianus Hist An.YII. 48 extr. : l'diu)' dt] lojv 'Idnov /.cd i. urt'ur. /.ai airi')- 
öbv tolg /foo£/^/^,«cVo/c /.ai fg lö ah 6 dt igtiv el'donog ev ijj ^ccj-dit ercl 
rol yxyj]v6rog Jiovvaov vouiIolto av vmi rb (ptoXeöv elöivai. /ml tovto 
d/Mctiu) ^EQaroad^tvovQ re /.(d EicpoQi'oyog /.ai a/Mov 7tEQiiiyovf.ilvc')v ainö, 
sed lociim graviter corruptiim nemo dum expedivit. Praeter Eratosthe- 
nem et Euphorionem videtur etiam Polemo periegeta origines Samii 
illiiis signi illnstravisse, nam quod Clemens in Protr. p. 32 [Pott.] dicit: 
UoltLKOv 08 y.eyjjv6cog ^7iöllojvog ()i()er ciyalua y.al oipocpdyov vräXiv 
Idjco'ÜMvog lillo h' ^FJh'di riia'jueroi' haud dubie Bacchi et Apollinis 
nomina confudit. id quod etiam Prellerus (Polem. fr. p. 109) suspicatus 
est. Videtur autem Elpis Samius Bacchi personam hiatu magno insignem 
dedicavisse; hinc simulacnim illud JiorrGor /xy\v6rog vulgo nuncupa- 
tum, atque inde fortasse illa fama orta, Bacchum Samium illum hominem 
XUI a Icunis | inhiantis impetu defendisse. lam Sinuis ille. quem Callimachus 
dicit, item Bacchi personam praegrandi hiatu notabilem dedicaverat, 
itaque Calliuiachus hoc donarium cum Samio simulacro componit, et ut 
rem exaggeraret , hiatum duplo maiorem esse dixit : Y.EyjjViog rol ^ajtiiov 
öiyiXöov. Sed Vitium praeterea videtur delitescere in verbis ^yvj f)' 
uvd t/jvöe v.eytiVwg heluai: potest sane per brachylogiam quandam, 
quac in his cpigrammatis haud infrequens est, cxplicari, ut ad locum 
referatur, in quo donarium erat dedicatum, velut hie possis interpretari 
drä ti]röt tt]v ■/Mi,:nda, sed tamen verisimilius est poetam scripsisse: 

byo) (V" äv(t TfjtH xt/}]Vo')g 
KtiuHi Tov 2.'(cutoi' SiTiloov, ö TOfcyixös 
I/«id((oi(i)i' .tiövinog tiii'jy.ixßg. 

Cetcrum Bcntleius recte censuit Simuin «iliiu pucruni haue Hacchi i)er- 
sonam Musis dedicavisse, ut has doas sibi disceuti propitias redderct: 



198 Zu Callimachus. 



aliud piieri, qui in ludo praemio fiiit ornatus, donariiim haud dissimile 
Aliisis dedicatum Asclepiades Samius Autliol. Pal. A^I. 308 describit; 

Aixi'iOtcg Toig ncdd'ag, intl y.u'/.u yQccjUjUKT' iyoaxptv, 

Kovranog oy^Mxovr^ äaTQayülovg k'i.nßiv, 
Kduf /fcQii' AIoiGaig tov yjouixov wöt Xüorjrd 

IJQfOßi'Ti]V {f-oocßo) ih'y/.UTo naiötiQiuiv, 

iibi pro Xc(oi]xci nescio an potiiis Xqi(.ii]Ta sit scribendum, ut senox 
avarns ex comoedia Menandri, fortasse ex Hydria, intelligendus sit, 
quem Horatius quoquc respicit in Epod. 1, 32: haud parucero, Qacd 
aut avnrus ut Chremes terra premam, Discinctus aut per dam nepos. 
Scd quaeritur, qiüs ille sit Simus. Micci filius, quem Callimachus dicit 
a Miisis raulto maiora impetravisse, quam precatus erat: si in re incerta 
coniecturam periclitari licet, suspicor Simum Magnesium esse, poetam 
inter hilarodos insigncm tamam adeptum, unde 'ilccQindol etiam ^iiiiojöoi 
dicti sunt; de Simo illo videndus Athenaeus XIY. p. 620 D et Strabo 
XIV. p. 648. Atque iam intelligitur, quam convenienter poeta de Musis 
scripserit: 

(ci öi- riavy.og öy.wg töoanv 
AvT^ uh'yov ut'ya Jöpov. 



II. 

Zu Callimacbiis*.). 

Im Etymologicum Magnum unter äoiroov (als gleichbedeutend li^S 
mit lö cioTi) wird ein Bruchstück des Callimachus aus dem zweiten 
Buche der ^m« angeführt (Fr. 19 [Callim. ed. 0. Schneider IL 129]): 

♦ JI uiv utmüilovOu utyu Toi'(fug vipiCtovog 

'y4aTioov fta((v^ß((irf. 

Da die yfiim im elegischen Versmafse abgefafst waren, hat man ua- 
avtßi, vermuthet: eine solche Vermuthung ist bei Fragmenten, wo man 
den Zusammenhang nicht kennt, stets milslich Es ist daher gerathener 
diu Elision "Aöhqov eioavißair' anzunehmen. So viel ich weifs, haben 
die Metriker auf diesen Punkt noch nicht geachtet: es giebt Dichter, 
welche die Elision in der Mitte des Pentameters sorgfältig vermeiden. 



*) IRheinisches Museum für Philologie. Herausgegeben von F. G. Wclcker, 
F. Ritschi, J. Bernays. N. F. IX. Jahrg. 1854.] 



Zu Callimaclius. 199 



während andere sie gestatten : zu diesen gehörte Callimachus, wie abge- 
sehen von der EHsion der Partikel da folgende Beispiele aus den Epi- 
grammen (auf die Fragmente nehme ich absichtlich keine Rücksicht) 
darthun: 32 [30j, 6: 

Tu y.ii).6v, (!) in6^!h](>', fiiltTitg (c/bKfoTt'nuig, 

38 [37], 2: ^ 

^AxQi]Tov noonoiytia' <ltxti' i/ovaa yili^ 

(freilich mit der Variante (favEoä)^) und 44 [43], (3: 

T/;r (f).ii]v tf tovt' ioT' ('c(h'y.iju\ ('.äiy.ih. 

139 Vielleicht läfst sich aber auch der Zusammenhang, in welchem j dieses 
Bruchstück stand, mit Wahrscheinlichkeit ermitteln. Auf der Akropolis 
zu Athen liefs sich keine Krähe blicken; so berichten Apollonius in 
seinen Wundergeschichten c. 8 (nach Andron ,ceqi ^laudv)^ Aelian 
(Hist. Anim. V. 8), Plinius (Hist. Nat. X. 30j, (der hinzufügt, dafs die 
Krähe überhaupt in den der Athene geweihten Tempeln und Hainen 
nur selten erscheine). Die Richtigkeit der Beobachtung braucht man 
nicht in Zweifel zu ziehen: die Eulen, welche in grofser Zahl auf der 
Akropolis nisteten, mochten hinreiclien, um jede Krähe von der heiHgen 
Stätte fern zu halten '). Aber solche natürliche Erklärung widerstrebt 
der Weise des Volkes, vielmehr Avard die Thatsache auf einen mythi- 
schen A^organg zurückgeführt, den uns Antigonus Carystius c. 12 aus 
der Atthis des Amelesagoras ausführlich berichtet. Athene, um ihre 
Burg zu befestigen, holt ein Felsstück aus Pallene; als sie dem Burg- 
felsen schon nahe ist, kommt ihr die Krähe mit der unerfreulichen 
Botschaft entgegen, dafs die Töchter der Kekrops die heilige Cista 
geöilnet und darin den Erichthonius erbhckt hätten: zürnend läfst 
Athene den Felsblock fallen (dies ist der Berg Lykabettos oder Wolfs- 
schlucht, nordöstlich von der Akropolis) und verbietet der Krähe 
jemals wieder die geweihte Stätte zu berühren. Hier haben -wir eine 



1) Aristoteles Hist. Auiiu. IX. 2, 3 [609 A, 8 Bekk.] bezeichnet ausdrücklich 
die Kriiheu uud Eulen als feindliche Thiere : x«i xoqmvii neu yXur^ Tjoh'uiu- i) /jiv 
yuo Tfjg utat]ijß(>iicg äiu rö fiij d^i< ßltntiv Ttjv ykaiy.u tijs i)_ui-\)(eg /.uitailiti rtffcQ- 
.luJnaa (cvrfjg rtc ox'c, ^ öt ylav^ Tijg vv/.Tog tu jfjg xuod'ivijg' xiü xoh'tkov i) /utv 
Ttjg i'i/iitQHg, j'i Ji T^f vuxTÖg laxiv. Anders freilich sucht Lucrcz das riiiluoinen zu 
crklüien VI. 749: 

Est et Athonacib in mocuilnis arci^ in ipso 
Vertico Palladis ad lemplum Tritoiiiilis alinac. 
Quo niinquam ponnis appelluiit corpora raucac 
Coniices , noii cum fuiiiaiil alUiria donis : 
\'!-fluo adoo fui^itaut iioii ira.s l'alladis acris 
l'en-iicili causa , Oraiuni ut cecinero pootae, 
Sed natura loci opus efficit ipsa suapte. 



200 Zu Callimauhus. 



Sage aus dem Munde des Volkes, die sicli vortrefflich zur dichterischen 
Bearbeitung- eignete und ganz für die ^l'iia des Callimachus palst. 
Ist nun der gewaltige Felsblock (^(iya tQccpog) , den die hochgeschürzte 
(Athene) trägt, der Berg Lykabettos, so pafst nicht der Aorist, sondern 
nur das Inipeifectum eloaveiicuve , sie ivar im \ Begriff die Burg zu ^40 
ersteigen, als ihr die unholde Krähe erschien '^). 

Ich habe oben, indem ich die Sage nach Amelesagoras erzählte, 
Pallene gesagt; bei Antigonus steht, wie es scheint, ohne Variante 
ne)Jkt]yt^; an das achäische PeUene ist gewifs nicht zu denken, aber 
nelh^vi: und IJalh^v)^ sind identische Namen, die recht gut mit ein- 
ander vertauscht werden können, nur dafs gewöhnlich eine Form mehr 
in dieser, die andere in jener Gegend gebräuchhch war. Der Name 
Tlalh'jVi^ (Tle/Mjvrj)^ von ni}lu abzuleiten, ward nämlich Localitäten 
gegeben, wo gewaltige Felsblöcke massenweise sich vorfanden (eben 
daher stammt der Bergname (DeXKivo) ^ und wie natürlich knüpften 
sich an solche Stätten seit Alters Sagen, namentlich von Giganten- 
kämpfen u. s. w. an. Hier nun könnte man an den attischen Gau 
Pallene denken , zumal da sich dort ein Heiligthum der Athene befand 
(vergl. Leake, Demen von Attika S. 40), und die Sage von den Pallan- 
tiden stimmt damit recht gut. Aber ich ziehe es doch vor, an die 
sagenberühmte Halbinsel Pallene, die eigentliche Stätte des Giganten- 
kampfes, an dem Athene selbst so wesentlichen Antlieil iiatte, zu 
denken. Und dafür bietet das Fragment des Callimachus (>rwün sehte 
Bestätigung; tj/'/Lon-oc nämlich ist nur Verbesserung von Bentley, die, 
so passend sie auch auf den ersten Blick scheint, doch nicht das Kcchte 
trifft; die Vulgata hluLi'n'or ist freilich sinnlos, aber nicht nur die Fd. 
princeps, sondern auch die Dorvilleschc Handschrift haben cilu'CtÖQoi', 
also ist zu lesen: 

'y/ fitv i'.fQTÜCoL'acc fit'yu TQVtfog 'Y^jji^mqov 
Ziari'Qov tlaav^ßttivt. 

Dieser Berg wird ausdrücklich von Plinius Hist. Nat. IV. 30 auf der 
Thrakischen Halbinsel ei"wähnt: qua in regione ntontes Ilypsipjurus, 
Epitus, Halcyoue, Leoomne'-^). Hypsizorus | ist ein ganz bezeichnender 141 



2) Auf welche Fassung der Sage lAiciez sich hozioht, wcils ich nicht: 
sollten die Worte pervigili causa vielleiclit darauf gehen, dafs bei einer navwxig 
(freilich eine nächtliche Feier zu Ehren Athenes ist sonst nicht bekannt) die vor- 
witzige Kekropstochter die Cista öffnete? 

3) Dieser letzte Name ist verdorben , violleicht Lcitcivme, worauf die Hand- 
schriften zu führen scheinen. Epitus sonst Epyton genannt, steht nach bootischer 
"Weise für Alniiug [Aininov). 



Callimacheum. 201 



Name, der HocJiriKjendr, ans hi'iriiäooo^ (wie cm >ooc, TtxQioQog, ii. s. av.) 
ziitjammuugezugen. Von diesem Berge also ualim Athene einen Fels- 
block, der Lykabettos ist nur ein u7roQQco^ des Hypsizorus. Habe ich 
aber mit Kecht den Xamen des Berges auf Pallene in jenem Verse des 
Callimachus erkannt, so erscheint damit auch die von mir vorgeschla- 
gene Deutung des ganzen Fragmentes gesichert, soweit man sichere 
Resultate bei der Erklärung von Bruchstücken überhaupt erreichen kann. 



III*). 

VI Choeroboscus in Cram. Anecdot. Oxon. IV. p. 399, 25 insignia 

quaedam Callimachi fragmenta servavit: ^t' evläßeim' öe, . . . cog /.ai 
Tiagd KaX,}u(.idyoj' ,,tÖ rrro de t' drt/xcvoag ?QOg ov noXXfj vxyioQi^/M 
(pXoyi'" y.al jcdliv ,,1(7X8 de doöiiov iiagycovrag 'i/c7coi'g, /.itj dei^SQav 
vAf.iilitjg, fxt'j ZI jcaqd vcaot] öupQOV a^ojoiv, iy. da v.if.tßayog y.vßiorfig.^^ 
TavTci ov y.iQiiog eiQt^rca • ovie. ydq rcegl 7vvQÖg ovrs hr^cod^ouiag 6 loyog 
civTÖj, all' ojöjreQ aldot'iiierog ujrelv o eßoclsro, t7j dlh^yoniu eyQ/^aaro. 
Disputavit de hoc loco [fr. 180. 181. 187 Bgk. 98' Sehn.] Schneidewinus 
in Coniect. crit. p. 149, sed iambici tiimetri, quos conformavit, vitiosi 
sunt. Apparet autem facile choliamborum reliquias delitescere, ita 
tanien ut nonnulla sint omissa. Et priora quidem ex Tryphone ab 
Hemsterhusio ad frgm. Call. 456 sie proferuntur: Tö ^rrQ d' ojcsq 
dve/xivoag 7collijV 7cquo(o yJyQipte (plöya, similiterque in Mus. Philol. 
Cant. II. p. 433, nisi quod eveyxuoag ibi legitur. Quae mihi quidem 
sie videntur scribenda esse : 

To nvo t)"' ojiti) aviy.tivoug or Tionaoi 7io).kt}V 
'^l'köya y.t/6(>tix"**). 

Reliqua autem [fr. 180. 181] ita corrigo : 

AliiQyünnug iTiTiovg, urjd't dtvTt\mi' y.nuijjtjg, 
'^A'^Möir, ix {)t y.i\uii(i/og y.ißiar/jaijg. 

Et ultimum illud conlirmat Gregor. Corinth. ap. Walz. Rhet. YIII. 
p. 764: /Ml laQu Kalliudyo)' vd 7ciq de z' dre/Miaag, vroot^ dicpqov 
cihoGiv ey. de y.v(.ißayog /Aßioti^oijg. Ceterum apparet Callimachum de 
opere venereo illa dixisse. 



[*) Indicis lectioaum Marburgensium per somestre hibenium a. MDCCCXLIV— V 
habeudaruin ur. III. Cf. su[)ra p. 43 seqq. et infra p. 235 seqq.l. 

[**) In Anthologiao fr. 187 ed. 11. B. locum siü conformavit: Tö Tiin iSi . luri- 
y.uvaecg or nokkfi <f).nyi Tfoöoo) xf/o'iQijxe.] 



202 Aualoctorum Alexaudriuoi'iiin i)ai'ticula ])rima. 



D. Eratostheiiica. 
I. 

Aiialectorum Alexandriiioriini 3 

particula priiusi*). 

De Eratosthenis Erigone. 

Longinus, poetarum scitissimus existimator, Eratosthenis elegiam, 
quae Erigone inscripta fiiit, carmcn politissimnm esse praedicat, in quo 
haud facile invenias, quod iure in reprehensionem incurrat, quamvis 
neget coniparari posse cum Archilochi divinis carminibus, in quibus 
quideni haud pauca insint, quae a proposito abhorreant; vid. de Subhm. 
33,4: dg' oöv '^'Ofn^gog av /iiccllov fj ^ytolXioviog id-iXoig ytviod-ai; tl 
di; EQccToa^h't^c; ev z7] \HQiy6vrj (öiä jcccvtcov yocQ äf.idjf.njcov rb 7ioLt^- 
f-idzioi') yiqyÜMyov noilXa. vmI uvoi/Mv6f^it(va yraQccovQOVxog, -/.dr/iEiva zij 
ejnßo?^f]**) Tol öaifioviov 7Cvevf.iarog , fjv vvib vö(.iov ta^ai ÖvgkoXov, dqa 
drj f.i€iUov vroLtiz/ji;; ubi quod Longinus cum Eratosthene Archilochum 
componit, potissimum elegiaca Parii pootae carmina respexisse videtur, 
et quod in Archilocho reprehcndit, id fortasse raaxime in nobilissiraam 
illam cadit elegiam, quam ad Periclom scripsit de sororis marito, qui 
naufragio intcremtus fuit: nam sanc ibi videtur poeta nonnunquam 
latius evagatus fuisse, quamvis ipsius naufragii descriptionem summis 
laudibus efferat ipse Longinus c. 10, 7: ovyi aX'Acog | ^^Qyiloyog hd xov 4 
vavuyiov '/ml l^il tfj ^cQOOayyeXia ö zfrj/iioaO-avtjg . . . dXld tdg i§oydg, 
log av unoi zig, dgiazivdriv iy.'/MO^tjQavTeg e7tiavvi0rf/,av, ovöiv qj'koiCoöeg 
/■ äaeuvov rj oyoXvAOv ly/Mrardviovreg öid f.itoot'. 

Omnino autem quod Callimachus praecipit, j.itya ßißliov /.leya 
■/M/.ör, secuti sunt omnes fere illius saeculi poetae, qui cum in tenui 
laborant argumento, maxime satis faciunt, si quae maiora moliuntur, 
fere improbantur. Ita non est mirum, si Erigonem quoque Eratosthenis 
Carmen onuiibus numeris absolutum esse censuerint veteres, cum Mer- 
curiiis, amplum satis et eruditum opus, minus fuerit probatum. Sin- 
gularis autem necessitudo intor Erigonem et Mercurium interccdit, 
quae olim latuit Bernhardyum, qui in Eratosthenicis negavit Eratosthe- 
iicm fjiiidfiuam praeter Mercurium versibus composuisse, itaque Erigonem 



*) [Natalom soptuagcsimum scronissiini et potcntissiini i)riucipis ac domini 
(iuiliehni 11. Electoris et Landgiavü Hassiae ... ab academia Marburgensi die 
XXVin. lulii (a. MDCCCXLVI) • • • oelcbranduni indicit Th. B.] 
[**) Sic Heckeius Philol. V. 42G pro xuxtivt^g Ttjg ixflokfjg.] 



Aualectoiuin Alexaudniioruin iiarticula i)riuia. 203 

existimavit particiüaiii aliquam illiiis operis esse ^). At recte Bacillus 
in Diariis Antiqiütatis a. 1837 p. 346 seqq. ostendit Erigonem diversum 
a Mercurio faisse Carmen; idemque Erigones reliquias componere stu- 
duit, quae qnideni opera minus ei cessit, itaque ipse quaedam correxi 
5 in iisdem Diariis a. 1841 p. 87, ubi ] contendi poetam eandem fabnlam 
in Mercurio perstrinxisse , coniecique postea demum, quoniam materia 
satis larga satisque venusta visa erat, idem argumentum singulari carmine 
fiisius perseciitum esse. Alia quaedam de Erigone dixi in Commentationum 
criticarum particula II. p. V [Index schol. Marb. per sem. hib. 1844/45. 
Opusc. II. 236]. Denuo nuperrime in hoc argumento versatus est 
Fried. Osannus (de Eratosthonis Erigona, carmine Elegiaco scr. Fr. Osann. 
Gottingae 1846); at ne hie quidem vir doctissimus satis cavit ab erro- 
ribus, itaque operae videor pretium facturus, si eandem hanc quaestio- 
nera iterum sub examen vocavero. J^olo autem omnia, quae conunen- 
tatus est Osannus, perscrutari, nam odi improbimi, huuc adversandi 
laborem, sed potissima tantum eligam. 

Osannus autem fere idem statuit de necessitate, quae intercedat 
inter Mercurimn et Erigonem, quod ego olim proposui, nisi quod censet 
Erigonem prius scriptam esse ; dicit enim p. 4 : quod denlque ponit 
Bemhardi/us, cum Erigonae historia Mercurio inseri dehuisset, vix 
fieri potuisf^e, ut eandem idcntidem rem idem tractaturus fuisset , kl 
nullius omniuo vidctur mumenti, cum suml possit elegiam de Erigona 
prius quam Mercurium scriptam esse, Erigonae vero res in Mercurio, 
ipsa ratione argumoifi ^;06•^^(Z«w^e, quam hrevissimis vcrhis commemo- 
ratas esse. Irritus fuerit labor, si quis de hac re disceptari velit, 
utrum Carmen prius sit compositum, ncc multum refert, utrum Osanni 
an meam scntentiam quis probaverit: ilhid vero permirum est, Osannum, 
cum hie idem fere sit secutus, quod oUm proposui, mDii paulo post 



1) Nam Video, postquam ista scripseram, iam virum summum in historia 
litt. Graec. t. 11. p. 1031 [11. 2-, 634] suain scntciitiam retractavisse , ubi haec 
leguntui': vor anderen aber Urutoathenes im 'EQfi^g, der ausgehend von den An- 
fängen menschlicher Kunst und Wissenschaft die mathematischen Lehren mitjler 
ausführlichen, mythisch verschönerten Erzählung von den Sternbildern vereinigte, 
dann die Blüte der Katasterismen in einen vortrefflich stylisirtcn , der Kritik 
unantastbaren (tiuwurjTov) elegischen Gedicht ^Jliuyövi] niederlegte et supia p. 491 
[IL 13,565]: wenn man ertcägt , dafs Eratosthencs die Fabel vom Ikarios, die er 
schon in den Mei'cur aufgenommen hatte, nochmals in der idyllischen Elegie 'jJni- 
yövT] mit besonder m Glanz und Intei'essc darstellte; und selbst hier findet man den 
Inhalt des Gedichtes, (ivovon aufser den zwei Distichen des Frooemiums min- 
destens G [4] Fragmente nebst dem in Matthaei Medici Gr. p. 360 erwähnten sicJier 
sind) unter einei- allgemeinen Citation rorgetragen , larumT 'LottTdaß^vt]? tv rofg 
iiivToO xaxaköyoig Schol. II. X HO, 



204 Aualectoruiu Aloxaudiiuorimi paitiuula iJiima. 



advcrsari p. 6: ncqiic dcnnjue (juiflqiia»i profkimus ex coniectura 
Bcrgkii, qui Bachii sentcntia de peculiuri Erigonae carmine prohata, 
rem ita \ cxpedlri censet, ut poetani idem argumentum prius in Mer- 6 
curio tractaiuni postea singulari opere fusius persecutum esse staiuamus. 
Hoc enim cum dicit, sibi potissimum adversatur, et id qiiod modo 
mihi concesserat, retractat. Nolo autem hanc inconstantiam pluribus 
persequi, cum Osannus in iis, quae sequuntur, rursus ad priorem 
illam sententiam omnia coufomiaverit, quemadmodum p. 10 scripsit: 
carmina reliquit Eratosthencs duo pecidiaria, uniim illud grandius 
Mercurio ab ipso inscriptum, in quo . . . non potuit non etiam Erigonae 
leariiqne res quamvis succincte exponere; alte mm metro elegiaco com- 
positum, quo seorsum Erigonae fahtdam tractavit fusius. Nam hoc 
ipsum est, quod ego censui. 

Ordicndum autem est a scholiastis Homeri II. XXII. 29: rov 
dotQojov -Aivu oizog i'cpij. l'vioi de (faoi zör /.azt^azeQiGf-dvov Avra ovy. 
'ilgiiüvog, all' ^HQiyövtjg i^cagyeiv, ov /MTaOLSQiaS^fjvai diä zuiaort^v 
cdtiav. ^I/.aQiog yavog f.iiv 9jV ^-d^tjvaiog, tayjE de ^vyaxiqa jLiot'dyevrj 
^Hoiyovi^v, tjiig -/.vva vjniov irgefps. ^evioag de rrore ö ^IvAqiog rbv 
Jlövvoov t'kaßev dyi avioT: oivov re y.al äi-i^cekoc 'Alrj/.icc /mtcc di rag 
Tov d^eov VTto^Tpiag 7teQijjei rrjv yrp>, 7CQO(paiviov rr^v rov Jiovvaov yccQiv, 
typ)v ovv iavro) rov '/.t'ra. yEv6(.iEvog dt exrög rrg /coleiog ßovviöloig 
oivov jcagiayEV o\ 61. dÜQOOjg hi(poo)]GÜi.ievot , o). /niv slg ßa'/i'P Ynvov 
irgdcTirjOar, o'i de 7CEQiXei7i6{AEvoL , vo^douviEg i}av(XGif.top EirccL fpdQ/iia/.ov 
rö 7r6(.ia, /ch'^aaovrEg l<p6vEvauv rov ^I/Aqiov. f.iEi)-' tjf.(eQC(v de rtjilich'vov 
aihtJu', -/.arayrofTEg lairdiv Eig (pvyijV ergd/ct^auv ö de /.vtov tycooroeiliag 
7CQÖg rrfv ^Hqiyövt^v di' ujQvyfAOv idylioOEv aurfj rd yEyovöra' fj de 
fin'}ovoce rdhjHg ec(rrt]v dvrjQzrjOE. voaov de ev ^'h'jvaig yEro/nevt^g, 
yxtrd XQijOuöv läih^vcäoi rov rE ^I/mqiov /.al rrjv ^HQiyovt^v eviavoiaig 
eyeqaiQov rif-uäg, dt Am AaraorEQiod^evrEg ^t/Mqtog f.iev BodytHjg ivili^Orj, 
^Hgiyovi^ de .cag^evog' 6 de aviov rrjV avrtjv ovoj-iaöiav toyer. 'H \oroQia 
7iuqd 'Egaroüif^evEi. Ita cod. A, unde sanc aliquis coniicere possit, 
haec I ad ipsam Erigonam elegiam referenda esse ; at vero ceteri codd. : 7 
iGroQEi ^EocaooÜevfjg ev roJg eavrov /.aiaXoyoig. Reiicicnida omnino est 
Bachii sententia, qui existimat collationom quandara Eratosthenicorum 
carminum, in quam etiam Erigone fuerit recepta, hoc nomine a gram- 
maticis appellari, ita ut vel sie scholiastae Erigonem respexerint, quam- 
quam simile quid etiam Bernhardyus nunc videtur censere. Plurimis 
disserit do hac quaestione Osannus, in quibus in.sunt, quae aperte sibi 
adversentur, quae nolo curiosius redarguere; eo autem redit eius dispu- 
tatio, ut contendat /jaa/.öyor nomon piano ineptum esse, eiusque loco 
iv rolgeuvTol /.uruorEQiOfxolg legcnduiu esse, quod iam olim Valcke- 



Änalectorum Alexandriuonim particula prima. 205 



narius suaserat. Poterat sane catasterimorum nomine Mercuriiis significari, 
quemadmodum est apiid Achillem Tat. [in Ar.] p. 146 E: .reoi öi toctoc 
(yaXa^iou) cpr^olv ^Egarood^evifi iv rCj /.araOTeQLGf.w) (sie eniiu recte Kop- 
piersius pro /.aTaiteoiGi-dJ) scripsit) (.nd^r/MteQov, rbv yalaiiav vJySkov yeyo- 
vivaL f /c xov Ttg "Hgag ydla/aog /.iL : nani haec ad Mercuriiim referenda 
esse docet Hygin. Astron. II. 43 [cfi-. Diar. Antiq. 1850 p. 177 seqq.]. 
Verum ut grammatici Mercurii noniini, qiiod ab ipso poeta profectmn 
fuit, substituerunt catasterismorum appellationem , ita liciiit idem poema 
etiam VMraloyovg appellari. Eratosthenes enim in hoc carmine, id quod 
iam Heynius snspicatus erat, quamvis refragante olini Bernhardyo, cum 
artium et disciplinarum origines exposuerat, tum vero accuratissime 
Mercurii inventa tractavit, undc latius exspatiatus omnia astronomica 
mythologumena complexus est. Carminis propositum quam maxime 
iilustrat ille versus [p, 19 Hill.], quem in Diariis Antiquitatis [a. 1841, 
p. 88] Eratosthenis Mercurio vindicandum esse ostendi: 

8 XottCo nüvT^ tSiöu^e' tC c)"' ov /oho'> xtv ävtvooi-)^ 

tum vero etiam ipsae reliquiae docent. Mercurium igitur cum alii gram- 
matici, ut argumentum carminis indicarent, a principali parte catnstc- 
rismos appellarent, quidni licuerit idem Carmen, in quo poeta artium 
auctores recensuit et maxime signorum coelestium origines ordine expo- 
suit, catnlogos YOCiive? Nihil omnino causae est, cur ista verba: 'lOTogal 
EgaToodevi^g h töig hmrov vxaa/.öyoig corrupta censeamus; nam quod 
dicit schohasta in suis catalogis, eo ipso vocabulo accuratius signifi- 
cavit, quod Carmen diceret: nam quod Osannus dicit p. 5: caret 
tarnen ea omnino sensu, nisi earum verum adiectus est index, quarum 
recensio vel delectus, quae est vocis signißcatio, habetur, non meminerat 
vir doctissimus, quam saepe legatur apud grammaticos ^Haloöog h 
'/.axaloyoig vel 'A.aTal6y<i) , non adiecto vocabulo yvvca/.Cov. Eodemque 
modo Apollodorus dicitur .ceqi y.axaXöyov scripsisse, cum commen- 
tatus erat nEqi vetov yMTalöyov, vid. Eustath. ad II. 263: /xxt Idnol.- 
Xodbiqog ö yid^rjVaiog l;rQay}.iatevaaTO rä irEQi rov VMxa'koyov aqiGta 
h öiödeyxi ßißlioig, sed plenius scholiasta Apollonii Rhod. III. 1090: 
l^TtoX?M6iooog h vemv /Mxaköyu). Recte igitur se habet, quod legi- 
tur apud schol. Homeri: \aioqEi ^EQUCoa^evr^g fv roig hcvvov /xtrcc- 
loyoig, quod non magis ofFendit, ac si quis grammaticus Phanoclis 
n elegias, in quibus pueriles amores re|censuit, quae inscriptae erant 



2) Alter versus [p. 20 Hill.] quem ibidem attixli, sie videtur eorrii^oudus esse: 

\>q9ov- xid ydo ,uf(0>' iTtwdhovai uioiutui 

pro iiüXXor. Videtur autem ox prooemio carminis pctitus esse, in quo Eratosthenes 
aniicum aliqueni consolandi gratia allocutus erat. 



206 Analectorum Alexandrinorum particiüa prima. 



^'Eocoreg Vj Ka?^oi, respiciens dixerit: )gtoqei (l)avo/.lrjg ev röiq lavxov 
■/.aicilöyoiQ. Illud iam apparet, scholiastam Hoineri, cum fabiüam illam 
de Erigone exponeret, non elegia Eratosthenis, sed Mercurio iisumesse; 
verum consimili ratione poetam eandem rem etiam in elegiaco carmine 
memoriae prodidisse consentaneum est. 

Verum in ipsa argumenti rerumque similitudine dispar tamen 
utriusque carminis ratio erat. Nam in Mercurio, quam vis, ut docet 
scholiasta Homeri , omnia ordine sit poeta persecutus, tarnen summatim 
fabulam perstringere debebat, quam in elegiaco carmine diligentius 
exposuit ingeniique luminibus ornavit. Ita consentaneum est in elegia 
Eratosthenem ea, quae ad hospitium, quo Icarius Bacchum excepit, 
pertinebant, non primis lineamentis descripsisse, sed diligentissime 
oratione persecutum esse: nam hoc loco, si quo alio, poeta, quid in 
moribus describendis valeret, experiri debebat. Porro consentaneum 
est, firmantque ipsae huius olegiae reliquiae, Eratosthenem, quam vim 
Bacchi munus, quod cum pastoribus liberaliter communicavit Icarius, 
in rüdes animos exercuerit, non sine verborum gravitate persecutum 
esse: nam inde repetenda est omnis malorum origo. Deinde verisimile 
est poetam Erigones filiae maerorem et fatalem mortem, item miram 
canis fidelitatem summa arte et copiose descripsisse, ut pariter quid in 
affectibus movendis posset, ostenderet: ibique adiecit haud dubie non- 
nulla, quae in Mercurio prorsus silentio praetermiserat, quemadmodum 
illud, quod Hyginus Astron. II. 4. memoriae prodidit de cane, quae in 
puteum se praecipitavit. Denique probabile est Era'tosthenem accura- lo 
tissime exposuisse, quae ad solemnitatem in Icarii et filiae honorem 
institutam pertinebant: nam bis antiquitatum originibus explicandis 
mirifice delectati sunt illius saeculi poetae. Eieri autem potuit, ut 
Eratosthenes in elegia etiam nonnunquam discederet ab ea fama, quam 
in Mercurio secutus erat, de qua re dicetur infra [p. 225J. 

Iam si quis carminum Eratosthenicorum roliquias perlustj-et et 
inquirat, quae cum probabilitatis aliqua specie ad hanc Icarii et Eri- 
gones memoriam pertineant, cavendum est magnopere ab eo errore, ut 
existimemus Eratosthenem nulluni praeter Mercuri um et Ei-igonem Carmen 
composuisse. Ostendi in Commentat. crit. II. p. V [Opusc. IL 237] Era- 
tosthenis Carmen praeterea fuisse 14qt€qivvv, quod non solum in Nicandri 
scholiasta ad Theriac. v. 400 cod. Gotting., sed etiam Athenaeus IX. 
p. 376 B. firmat [p. 90 Hill.]. Osannus p. 6 perobscuram hanc esse dicit 
inscriptionem , at quemadmodum ^prf'gojg dici solcbat, ita etiam Wt/tE- 
(jirig plane ex (;onsuetudine est fictum vocabuhun, nee videtur nomen 
hoc alienum esse a carmine, in quo haud dubie poeta oxemplo aliquo 
insigni ostenderat vindicüini ex vindicta nasci. Ipso Osannus infra 



Analectorum Alexandriuorum particula prima. 207 

p. 28 rursus dubius fluctuat, sed tarnen non diibitat Bernhardyo et 
Bachio assentiri, qui illiid ipsum hemistichium , quod est apiid scho- 
liastam Nicandri, audacissima Schneiden coniectiira h ^HQiyovij probata, 

^Ivyijg J" wg ttccOoov unfxXvtv 

de Maera cane accipiimt, quae Erigonae patris defuncti corpus, ubi 
esset, indicavit. At qiüdni in alio quoque carmine Eratosthenes canis 
voceni commemorare potuerit? Et infra ipse proferam coniecturam de 

11 alia quadam fabula, quam tractavit Eratosthenes, in qua | canis ope 
gra\ässimum flagitium deprehensum est, ita ut commode dici potuerit: 

'fuyijg J" (og Tiavoov tntxlvnv' 

ita enim, ut iam olim significavi, scribendum est ex cod. Gott, aucto- 
ritate; atque vel hoc probat non esse haec de Erigone dicta, nam tunc 
certe InhXvE scribendum. Iam qui ex hoc loco Nicandri AnterinjTi 
expellere conantur, ii certe debent consimili ratione etiam Athenaei 
locum corrigere, quod ausus est Bernhardyiis, qui h rih 'Eouj] legen- 
dum esse censuit: at hoc vel Osanno nimis audacter novatum esse 
videtur, quo magis mirandiun, quod non dubitavit Nicandri scholiastae 
locum corrigere: nam utriusque loci eadem est conditio: si insolens, 
si perobscurimi est nomen carminis ^Avteqivvg , quod nego , si correctione 
opus est, quamquam non omnia, quae nobis obscuritate aliqua laborare 
videntur, continuo sunt corrigenda, certe uterque locus pari ratione 
emendandus est. Verum nihil est omnino prolatum, quod nie deiiciat 
ab ea sententia, quam olim professus sum, Anterinyn peculiare Era- 
tosthenis fuisse Carmen. 

Porro dixi in Comment. crit. spec. II. p. V [Opusc. II. 237] Era- 
tosthenem Epithalamium carmen scripsisse, quod probat Etymol. M. p. 170, 
47 : aroooydg' fj af.i7te?.og' ui/nviivca Uagd-eviog er 'Hocr/J.el avoooyada 
ßoroiv ^l/Moiiovir^g. ^EgaiooO^h't^g di f/' ^E7iii)^a?M}.ii(i) rö '/xaä ßörgw 
y.'/S^ua' eigr^raL öi €7caiiüQ0Li.iiv)j zig ovoa ooyj]' ooyjj yag rö •Klriia. 
Sed huius quoque carminis memoriam Osannus p. 6 valde dicit dubiam 
esse: et infra p. 31 non dubitavit haec quoque in numerum Erigones 
reliquiarum recipcre. Ipse fatetur Bernhardyi rationem, qui non solum 
carminis nomen corruptura censuit (correxit enim hie quoque ei' ^Hqi- 

12 yov/y), verum etiam ipsa poetae verba sibi deprehendisse visus est tri 
d^aXloLiEVYi t' aiQoaydg, nimis esse violentam^), et tarnen ad Eri- 



3) Si et hie et in iis, quae subsequimtur, (juae Bernhardyiis de his in Era- 
tosthenicis in medium protulit, accuratius examiuavi, feci id contra ineam cousue- 
tiidinem, cum quae minus recte ab aliis dicta sunt, silentio practermitti satius 
esse iudicem, et fecissem id hie quoque, praesertim cum existiniem ipsum Bern- 
hardyuni nunc longo aliter de his, quae olim scripsit, sentire-, sed cum Osannus 
(erc omnia, quae Bernhardyiis protulit, denuo probaverit, non potui non oxaniinaro. 



208 Analectorum Alexandrinoium particula prima. 



gonera refert. Dicit enim: si igitur onmia stiadent, ut quae ex Era- 
tostliene aff'eruntur, ex Erigona carmine eins laudari credamus, operis, 
unde ea sunipta dicuntur, inscriptionem iv ^E7tiS^alaf.ilot, quae plane 
singularis est, non tantiim ponderis habere pufavenm, ut sententiam 
ipsa re sustentatam relinquere cogamur. Sed haec ratio quid sibi velit, 
plane non intelligo; nam si omuia suadent, ut haec ad Erigonem refe- 
ramus, corruptum sit nomen ^ETTcd^aMuLov necesse est, itaque vel ad 
violentam aliquam coniecturam confugiendum ; sin ^Emd-aXai-tiov appel- 
lationem niutare non audes, si argumenta non tarn certa videntur, 
iam non possunt haec ad Erigonem revocari. Et quid tandem est, 
quod Osanno concedamus Epitlialamii appellationom plane singularem 
esse? Nam Epithalamia scripserunt, ut notissiinum est, phirimi poetae; 
ita ne aliunde exempla repetam, Eratosthenis lere aequalis Theocritus 
'^Elivr^Q hiid-alautov eomposuit, scripsit Callimachus nuptiale Carmen in 
Arsinoen, eiusdem saeculi poeta, ut videtur, Agamcstor Pharsalius Pelei 
et Thetidis epithalaraium (vid. Tzetz ad Lycophr. v. 177), aliudque 
Carmen, quod in eodem argumento versabatur, imitatus est Catullus. 
Quid igitur est, cur Eratosthenem negemus Epithalamium scripsisse, 
sive ut aniico | alicui gratificaretur (quemadmodiun multi ex illius sae- 13 
culi poetis scripserunt propemptica, epinicia, encomia, cpicedea, alia id 
genus) sive ita, ut ex mythologumenis argumentum eligeret. An forte 
Osannus propterea Epithalamii appollationem singularem dixit, quod 
uno hoc loco commemoratur ? At ista ratione, si quis abuti velit, 
plurimarum rerum memoria penitus abolenda est, maxime in huius sae- 
culi litteris, ubi tenuis saepenumero memoria exstat; nam tuiic nullum 
fuit Antimaclii Carmen Ji'kioL inscriptum, nam non exstat memoria, 
nisi. apud Athen. VII. p. 300 D; non rescripsitEiiphorion Theodoridae, cum 
semel tantum Clem. Alex. V. p. 243 [673 P.J Eiiphorionis a^oq. Oeodtooidar 
dvciyqacfäg, afFerat; non scripsit de Anio Carmen, nam solus Stephanus 
V. Jcoöo'jvij commemorat; nullum fuit Callimachi Carmen in Branchum, 
quoniam Hephaestio tantum p. 3 |p. 56 Gaisf. ed. II.] adhibet; nullum 
eiusdem Carmen Gaiatea, si quidem unius Athenaei testimonio YII. 
p. 284 C de hoc carmine constat. Sed nolo plura in medium proferre : 
illud modo adiungam, quod non fugit viros harum rerum peritos, 
saepenumero id ipsum, quod nonnuUis singulare sit visum, aliis etiam 
documentis firmari posse: quemadmodum, ut uno rem absolvam cxemplo, 
Meinckius in Analectis Alexandrinis p. 384 ex Galeno ostcndit Aratum 
de medicamentis letalibus Carmen composuisse, Galenus enim de An- 
tid. IL p. 77, 6 Aid. [t. XIV. 144 K.] dicit: /.aineQ yrolliov f/nyeiQtiGuvTcov 
Toig zovTdJV (davaaif^iov (fugiAcr/Mv) GvyyQa(paig, lov fOtlv OQ(peug ö ^rti- 
■/Mjiyeig ^eolöyog /.ui 'ii()og o 'Mtvöi]ai og ö vfioregog /.ai 'Hhööioqog 



Analectorum Alexaüdi'iaorum paiiicula priuia. 209 

ö l4d-rjva7og, zqayojöuov yioufi/ig, -/ml ^yiqa.%OQ. yxii ccD.oi zivig tojv 
xoiovTiov ocyyQacpelg. At Arati Carmen etiaiii Polliix respicit II. 37 : 
^Hqoöotou Ö€ (päoy.ovTog '/Mzd cbv Iv niaraiaTg (fövov iv xdig neQUi/idlg 
14 v€'AQo7g etqed^rvai \ '/.EcpaktjV i.ü^def.iiav oyovoav Qa(frg avf.ißo'kriOLv. TJyti, 
öe jcov '/Ml ^Aqarog iv rolg laTQt/,o7g' 

'Hör] yuQ TOT önwna y.uQt'iura noD.u txtv uvriog 
MeaaccTirjg y.0QV(f'fig uoüvi) ai'Vüoyfievu yoKiA^ufj, 
IToU.tu J' ((ooccffteg y.HfuXai nüyiv urihiconoiotv, 

iibi corrigendum : ^'Hd)] ydg jcot' o/cojjicc, in quo carmine etiam illum 
lociim, quem Galenus dicit, tractavisse videtur. Porro etiam in vita 
Arati I. p. 55 Biograph, ed. Wester. legitur: tyQaifje df -/.ai nolXä 
7tOLrif.iaia , od f.i6vov rä cpaiv6f.ieva , /.at datQoloyiav /ai lazQiyidg 
dvvdf.isig ~/al slg Flava vuvov xal elg Mvqiv lov ddelcpöv hcr/jjÖEiov, 
'/al öioatifielag '/ai ^vri/bv /ai /.aialE.rxbv (nuni '/axaloydöi^^^ 
ulXa et auctor vitae IL ib. p. 56: /.ai eoiiv actov 'i'ieqa oii'idyuaia, 
u^ia di- /iivi'jLD^g TiOGaga, f-V cdv laTQL/Aov divdueojv, öbvteqov di 
'/avovog '/aiazof-üj., tqizov zd (faivöiieva, ztzaozov z6 :c£q} dvazolrg, 
o qaaiv ziveg (.it) eivai l4odzov, dlld "^Hyi^aidra/zog. Item Dionysius 
apud auctorem vitae III. ib. p. 59, qiii negat Aratum artis medicae 
peritum fuisse, sed Carmen de bis rebus edidisse affirmat: oc zi&SjLiev 
ai'zöv laxQÖv eivai, yqdipavza rdg lazor/dg öivdiieig, ocöi uad^tif.iazi'/bv 
d^rjoof.iEv, ouöiv ^evov ehtovza ziov Evöö^ov. Contra quartae vitae auctor 
medicum fuisse asserit p. 60: l'viot de cpaai zbv ^^qazov Mvaasov 
ycazQog yeyovevai , ^giGxod^/jQor ds zivog iiiad^tji(azr/oc öia/ovoai , lazqbv 
de 7iQOi^yovi.dviog /ai HOir^Tt]v yevea&ai ev xdig ^ävriyövov ßaai'Aet'oig. 
Suidas sane plura carmina huius argumenti videtur percensere, nam 
dicit in indice operum Arateorum: ^vvOeoii' cpaoud/cov, QtjQia/Mv ein- 
xi'jöeia, ^4vd-QiOjCoyoviav, "Rcii^vzr/öv . . . l4vacoji(i'jv, elg llavöavlav zbv 
Ma/edova. Sed ita Kuesterus ex duobus codd. edidit, legebatur: orv- 
O^EOtv ifagiid/vw Üt^gia/ojv Lnzißeiav, atque ita Eudocia; fortasse cum 
^•"' Muellero logendum 2'tVi'/£(jn' f/^ao/^r/.cjj' lazQi/ojv emo^ßelar, nisi forte 
Suidas cogitavit de Theriacis Xicandri, quae nonnulli ab Arato com- 
posita esse ferebant. ^4vazout]i' autem, quam Suidas deinde appellat, 
fortasse est repetenduni ex erroro pro '/axazofi/^r, ut über ^csqi z7jg xoc 
Kavovog '/.azaxof^rg intelligatur vel etiam l4vazoh)v corrigendum; minime 
audiendus Bernhardyus, qui censuit apud Biographum IL corrupta esse 
verba zb .leq} drazolrg, ibiquc dvazo[.iT^g scribendum, nam Hegesianax, 
quem nonnulli perhibebant auctorem libri esse, non fuit medicus, sed 
mathematicus. 

Sed revertor ad Eratostbonem. Quid tandeni est, quod Osannus 
dicat ipsam rem docere haec ex Erigone petita esse? (Juod si ipse 

Th. Borgk Kloine Sclirifton. U. 14 



210 Analectoruni Alexaudrinorum particula piinia. 

poetae versus servatus esset, fortasse aliqiiid diceret, at nunc gramma- 
ticus nihil affert nisi solum vocabulum aroooyac;, quod vitem significat. 
Poterat sane hoc vocabulo in Erigone uti, quemadmodum Osannus 
dicit : non invenuste auQooyag vitis ramulum designari , quem ah auris 
Icviter concitum foliis iam inhorrescentem audire liceret, interpretatus 
Bernhardyus perspexit ad Erigoncm refercndmn esse. At nihil est, cur 
negenius etiam in aliis carminibus eo verbo uti potuisse Eratosthenem ; 
illud certe argumentum, quod profert Osannus nihil oninino valet: 
neque ego haesito, inquit, quo vocis sensus etiam magis ad fabulae 
argumentum adstringatw, enm uhi de Aeoris festis in hoc carmine 
silentio haudquaquam praetermittendis senno fuerit, adliihitam existi- 
mare, ita nt intelliyantnr vitis ramuU, duas inter arhores suspensi, 
ex quarum cum vento cillantur, h. e. iactentur, ratione osciUatio quae 
dicifur in Aeoris orta esse videtur. Namque quod grammaticus dicit: 
fycaiojQovfdi'i^ riQ oiaa oayj], voluit etymon vocabuli avQooyäc, explicare; 
nihil igitur hoc pertinet ad Aeorae solenn ita tem ; deinde in oscillatione IG 
veteres vitibus usos esse, nusquam est memoriae proditum, nam quae 
Osannus de originibus oscillationis dixit in Actis philolog. Casell. 1843 
p. 22, ea omnia ipsius divinatione nituntur, neque vero veterum aucto- 
ritate firmantur: Parthenii denique versus non potest indicio esse, quid 
Eratosthenes dixerit. Sane Parthenius, quod recte perspexit Meinekius, 
in Hercule etiam Icarii et Erigones memoriam attigit (poteratque hac 
re Osannus uti supra p. 12, ubi recenset poetas, qui in hoc argumento 
versati sunt), et huc pertinet etiam illiid, quod alio loco [Opusc. IL 237] 
dixi sie fere corrigendum esse: 

(CL'Qoa/döog (tivvTo ßuT{)vv 
^fxaoiwviirjs*). 

4) Cum enim grammaticus dicat Parthcnium dixisse HV{)oay(Uhi ipsam vitem, 
necessario scribendum uvooaxüdog 'fy.ccoiwvi^irjg. Verum possis aliam quoque loci 
corrigendi rationem iniro, si existimcs, quod nonnunquam factum est, poetarum 
locos confusos esse, ita ut transpositione sit utendum in hunc modura: avQoaxt'cg' 
ij äuTTflog' fx^fXvrjTcci ITao!)(viog h 'ifoaxXtK 'EncaoaU^irjg J^ tv ^EniUcdctjuiq) rö 

XKTU ßÖTQVV y.).fjU(C 

I y.uniO)Vi]C. 
fioTjTHi (U fnanooovjxfvri rig o'vau oa/t]- oa/j] yitQ to y.X^/xct. Eratosthenes cum 
pumpinum uva (iravem significare vellct, potuit sane coniunctim ccv()oax<((^« ßÖTQvv 
dicere, quod profecto non audacius est novatum, quam quod Aristophanes dixit in 
Ranis v. 207: ßuTQu/iov xv/.vinv et in Avibus v. 1550: yüutjlov (\uv6v tivu. IIoc si 
scripsit Eratosthenes, intelligitur etiam, qui sit factum, ut grammaticus vocabulum 
cxplanaret: tö ytcitc ßörorv ylijua. Iam si vere haoc Eratosthoni vindicavi et 
'lx((oto}vt]g scripsi, plane docent nunieri haec ex heroico carmine petita esse, quäle 
Jüpithalamiiim fuisse consentaneum est, neque vero ad Elegiam, quae fuit Erigone, 
possuiit leferri. 



Analectonun Alexandrinorum pai-ticula prima. 211 

Pampini autem mentionem factam esse in Epitlialamio miiiime mirum 
est, probabiliter enüu coniicias Eratosthenem comparatione iisum esse, 
qiialis exstat in Catulli Epithalamio 62, v. 49: 

17 Ut vidua in nudo vitis quae nascitur arvo 
Nuaquam se extollit, nunquam mitem ediicat iivam, 
Sed tenerum prono deflectens pondere corpus. 

lam iam contiugit summum radice flagellum; 
Haue uulli agricolae, nulli coluere iuvenci: 
At si forte eadem est lümo coniuiicta marito, 
Miüti illam agiicolae, multi coluero iuvenci: 
Sic virgo dum intacta manet et quae seqq. 

Quare etiam nunc tueor illam sententiam, quam olim [infra p. 237] 
proposiii Eratosthenem praeter Mercurium et Erigonem scripsisse etiam 
Anterinyn et Epithalamium. 

Iam adiungo his, quamvis dubitanter, quintum Carmen, quod 
Eratosthenes scripsisse videtur: estque eo minus silentio praetermitten- 
dum, cum eius memoria arcte cohaereat cum hac quaestione. Osannus 
enim Bernhardyum secutus inter Erigones reliquias recepit etiam id, 
quod ex Eratosthene profert Choeroboscus p. 81 ed. Gaisf. : rä elg v^ 
dioi/J.aßa l'yorra /tqo r^lovg orllaß^jf elg ä YMraXrjyocactv, fji) ovva 
'/.ard ucfcÜQEOiv difkovön rov ä, ///) Xeyoueva aQüEvi/Mg ymi d-t^lv/Aog, 
'/ML ur) /lEcpvAOTa tyßiv uqÖ rov 'S. i:b y f)/« %ov x vJJvovTca • xa yäq 
üvTidiaozEXXoueva Ölo. toZ y vJJvoviai. ^'EaiioGav dt .raQccöelyuaxa rov 
vxivövog xavta, J^öqu^ ^yiÖQVAog, {jcoKLg ^vQa/.ovaicov, dQoevi/Mg }xyo- 
(.levri, "icfvyev elg xbv ^d^txa", (Dilucyiog 6 'iaT0QiY.6g q^ijOiv,) af.tßv^ 
äf.tßvy,og, yävv^ ydpv/.og, (6 yavd/.TCOQ .ragd ^Equcood^tvEi,) O^qccvv^ &Qä- 
vv/.og, (6 d^Qovog rcagä KoQivvrj). Existimat enim Osannus p. 22 [cum 
Bernhardyo Eratosthen. p. 154] scribendum esse oliev Farv/xioQ yiaqd 
^EqaToöiylvEL, ita ut hoc vocabulum, non ydvv'i. P]rat.osthenis auctoritate 
Sit firmatum ; putat autem hoc nomine ipsum Bacchum appellatum esse. 

18 Iam vero non fugit Osannum, quod | auctor certaminis Homeri et 
Hesiodi p. 323 ed. Goettling.^ [367 ed. III Biogr. Gr. ed. Westerm. p. 42] 
ex Eratosthene refert: ^Egarood^evi^g de <pr^(Tiv tv 'Epi^/cödii) Kviuerov /.ai 

SdvxKfov toig rcei'i'y.TOQOg i-jcl ijj jrQüEiQt^uti'ij alii'a dvEÜ^öiTag acpa- 
yiaad-fjvai d^Eaf.ioig ^Evioig inb Evoir/JJoig roü (.idvzEiog. Tt]v utvvoi 
;raoi}irov, ct^v ddEhpijV tcop /cgoEigi^f-itviov, f.ieid Tt]i' fpcogai' (aiit]r 
di'agir^oaf cpxhtQTivaL ö' v/co XLvog ^tvoc , oirööoc xov 'Hatodor, J)^i.ab- 
dovg ovoua- ov /mi avxbv dvaiged^^vai v/tb xüv dociin' qi^aiv. Sed dubius 
haeret Osannus, utrum Bernhardyi sententiam amplectatur, qui haec 
ad chronographias Eratosthenis retulit, corrigens tv (rydi/^ ^0).vu,viddi, 
quae correctio nullo pacto probari potest, au Holsteuium secutus h 

14* 



212 Analectorum Alexandrluoriim paiticula prima. 



"Hoiyöro) vel potius ^Hgiyortj scribat: et hanc emendationem ut com- 
mendaret, coniecit Osaunus Gaiiyctorem illuiii ad Bacclmm suurn genus 
retulisse, de qua re nihil plane est memoriae proditum, et propter hanc 
Bacchi cum Ganyctore coniunctiuuem etiam Hesiodi mortem in Erigone 
expositam fuisse. At satis intempestive Eratosthenes fabulari doctrina 
abusus esse censendus esset, si omnem hanc memoriam (quod neces- 
sario locus ille certaminis Homeri et Hesiodi arguit) in hac elegia per- 
secutus esset, quam eo ipso nomine potissimum laude dignam censet 
Longinus, quod nihil insit, quod a proposito et ab instituta sententia 
abhorreat, cum vel ingeniosissimi poctae peccent, quippe qui Archilochi 
modo i^iolla /.ai uvor/MVü{.üjTa öiaoLQoviog) non satis sibi temperare 
possint. 

Ac primum quidem Choerobosci locus non est corruptus, nisi 
quod maiuscula litera scribendum: rdrv^ lavr/.og, ö rav&ATOJ^ jcaqd 
'Eouioa^hu ; nam non rccrr/.TCjQ dixit Eratosthenes, sed Favi'^; et hoc 
ut ostenderet Farr/Mg flecti, Choeroboscus vel potius Herodianus Era- 
tosthenis utitur auctoritate , o ravi/.rtoQ autem explicandi | gratia adiecit, 19 
plane ut est illud quod sequitur: öqccvi'^ DQavc/Mg, ö '/QÖvog jcaqä 
KoQiwij, nam non d^govog, sed ^Qdvv^ dixerat Corinna [fr. 38]. Apud 
Eratostiienem igitur Locrensis ille (janyotor s) breviore nominis forma 
rdcpc^ vocabatur, nee dubitari potest quin Choeroboscus eundem illum 
locum respexerit, quem dicit auctor certaminis : ''E()azood-evrjg de (prjGiv 
«r ^EviiJiodo) Kzlfievov /.ui 'J^viicpov toc Fayv/aogog. . . . Sane exspecta- 
veris fortasse hie ad eandem normam rovg Fävvv.og scribendum fuisse; 
at grammaticus utitur vulgari nomine, quo illum etiam apud Alcida- 
raantem vocari supra significavit. lam quod Eratosthenes Ganyceni 
maluit quam Ganyctorem dicero, id ipsum indicio est ex carmine aliquo 
haec petita esse: carminis autem index delitescit in corrupto illo h 
^Evrpcodo), quod male ev lAvdqanüödj correxerunt. Legendum omnino 
est f v 'Haiödoi, et video nunc sie etiam Goettlingium Proleg. Hesiod. 
p. XV ^ fp. XIX ^] not. coniecisse. Eo minus autem de hoc carminis 
titulo dubitandum, quoniam non ita multo post Euphorien quoque 
Carmen, quod JIcsiodus inscriptum fuit, composuit, quod in simili 
argumento vei*satum esse coniicias. Suidas enim v. EvipoQuov dicit: 
ßißXi'u df ahou htvm xavvu' 'Hai'oöog, Moif)o/cia 5/ ^!Axa/aa^ eodem- 
que modo Eudocia Viol. p. 107 |p. 292 ed. Flach], 



5) niud notandum, ab auf.torc certaminis etiam Ampliidamantis, rogis 
Euboeae, filium, qui ludos fuuebres iiiütituit, Ganyctorem appoliari p. 315 [üoettl.'' 
od. III p. .^59. Biogi'. rjr. ed. Westerm. p. .30]: vAtju St lov kvtuv x^jövov I'Hi'vxiwf) 
fnmiijior lov jnaoug '/4u.if'iSi<[xuvTog, puaildag Evßolag, inirtXwv '/.rX. 



Analectoruni Alexandrinorum paiticula prima. 213 

lam Eratosthenici carminis argumentum facile ex illius gramma- 
tici loco iustauraveris : etenim Hesiodi poetae mortem deseripsit, qui 
cum oraculum accepisset, quo monebatur, ut sibi a Nemeeo caveret, 
20 Oeuoem, Locridis oppidum, se coutulit, ibique cum apud Ctimenum et 
Antiphmn, Ganyctoris fi]ios hospitesque suos, deverteretur et illis 
suspectus esset de clandestiua consuetudine virginis sororis, ab bis 
ipsis prope lovis Nemei fanuni, quod ibi fuit, interfectus est. Sum- 
matim rem tangit Pausanias, qui plane consentiens cum Eratosthene 
a Ganyctoris filiis interfectum esse prodit Hesiodum IX. 31, 5: ort 
/iiev yag oi ^ralöeg tov ravv/.xoQog Kriuevog y.aL S4viicfog tcpvyov eg 
Mohy.Qlav h. Savvrcr/.rov öiä tov ^Hoiodoi- rbv (povov y.al airöd^i dae- 
ßr^ociaiv fc Hooeidcjva iy^rsro tJ] 'Molv/.ola ocpioiv i) öi/Ji, rade iiiv ol 
■/Ml 7cavTsg y.caä radra EiQrf/.aai' t>]i' dt ddehprjv riov veaviavxov o'i fiev 
alXov TOV rpaaiv cuüyivaviog '^Hoioöor laßsiv oh. dh^d^r^ Tr^v tov dör/Jp 
Liaxog ööiav, o'i öt h.eivov yereodai rö tQyov. Paulo aliter auctor certa- 
minis rem exponit, qui Ganyctorem ipsum et Amphiphanem caedis auctores 
dicit [p. 322 Goettl.^ p. 366 ed. III.]: o de ^Haloöog d/Mvoag tov ygi^of-iov, 
r/~t; nekojrovv/^oov t^iiv dreycögei , voi.ii'Gag Tt^p r/ei Nefieav tov d^eöv 
Xeyeiv elg d^OivötjV r/^g yioAQiöog aXü^cov yMcalvei rcaqd ^pi(pi(pdvEi 
y.ai Farv/.TOQi , Tolg 0rjHog jcaioh', dyvoi'joag to /.lavieiov' 6 yccg roTiog 
ovxog i'/MÄelTo Jibg Nsj-tslov uqov. JiarQißJjg ö^ airnj) uXeiovog yevo- 
f.dvrig SV rölg Oh'ibaiv, hcovo/jOaifTEg o'i veavio/.oi Trp> döelcffjv avuov 
l-ioiyeieiv tov "^Haiodov, d;roy.TeivavTeg elg to usTaH' Tfjg Evßoi'ag /.al 
TÜjg y/oy.Qidog uälayog yaTe^roviioccv. Tov öe veyQOv TQiTaiov Ttqbg Trp> 
yrjv hiö dehplviov TtQooevsyd^evTog , loQTfjg Tivbg hciyioQiov 7taQ^ avroXg 
ovarjg Idqiadveiag , /rdiTsg hcl Tbv aiyiaXbv tdqai.iov, ~Mcl Tb G(x)f.ia yvio- 
Qi'oavTEg, ay.eh'0 f.iiv Tiev&i^aavTeg l'Üaipccv, Tovg öi q)OV£ig dveU^tow. 
Ol de (füßi^O^evTsg Ttjv tCov yroXiTÜv dgyi'jV, yxaaG:cäGavTEg d?utvTT/.bv 
oxäffog öu7iXevaav Eig KQt/rtjV ovg xara i.daov Tbv 7ckovv ö Zeig 
yxQavviööag yMTEJiövTioOEv, üg (pt^oiv l4h/.iöäuag ev ^lovoEicj^). Itaque 



6) Goeitlingius coniecit aut A ai-Kfict/og tv MovatiM aut jilxKhiuag ^v 
MfaaTjviaxo). Osannus dicit nihil mutandum esse, quod Hefftenim in Antiq. 
Diariis 1839 p. 860 docuisse ; at illc , cum dicat Alcidamantem in Museo Graecarum 
litterarum historiam enarrasse ibique ctiam Hesiodi mortem commemoravisse , vix 
verum vidisse censendus est. Equidem credo Alcidamantem scripsisse de Hlnsarnm 
fano, quod fnit in Ildicone, de quo etiam Amphion Thespiensis commcntatus est, 
vid. Athen. XIY. p. 629 A: u4n<fi«)r äl f5 Gfa/mlg fr i)H<t^(ii>i tiiqI tov h 'r.hxdvi 
fxovatiov äytai^ai <fr]aiv iv ' FAixibvi nuiStov do/TJatig fifTÜ anordfjs, nunmilhtutvog 
ttn/tciov fniYQu/iiinK TcJeTf lAjuiförtQ' utQytvfiav xxk. Porro Nicocrates similiter 
scripserat thqI tov h 'Elixiövi uyüirog, vid. Schol. Vict. II. A^ v. 21. Fuit onim 
Museum ITeliconium aiiis operibus egregie exornatum, vid. Paus. IX. 30. qui etiam 
certamen musicum, cui Thespicnses praefuerunt, memorat IX. 31, 3: neQioixovai 



214 Analectoruiii Alexandiiiioium paitiuula i)rima. 

hanc omnem narrationem seeimdiim Alci daraantem expositam arbitror, -1 
schptürque certamiüis in postromis tantum Eratosthenem auctorem 



äi xkI (ivi^Qeg ib üXaog, xul eoQir]v t£ ivcccüi^a ol Qtant^tg y.al uyüvcc ayorai 
Movai7u (haec est illa solennitas, de qua scripserat Nicocrates). üyovoi ät xal 
TO) "r.Qoni, dl».u ov /uorac/tfjg uövov, dlkä xcu uO-lriJuTg TiOiVTtg. Quantus autcm 
honos fuei'it Hesiodi, inde apparet, quod in suinmi poetae menioriam certameu 
'^llaiöötiu [rJaiüötin) fuit institutura, ut testatur titulus, quem mox vü'um amicis- 
simuni Carolum Keilium cditurum esse spero, iu quo post notum illud initium OPOZ 
TAZ TAZ TAZ IEPyl2: d^Qin&e commemoratm- ipse AFilN TUN EfZIOAEinN*). 
Fortasse autem Hesiodea non diversa fuerunt a Museis, quae Pausanias dioit. — 
Itaque Alcidaraas erit refeiendus inter mystagogos sive periegetas, qui cum illud 
fanum describeret , profecto debebat etiam Hesiodi mentionem facero; hinc igitur 
explicandum est, quod accurate exposuit fainam de Hesiodi morte, quam antistites 
et inquiliui illius templi a maioribus acceptam servabaut, prorsus ut illo ipso loco 
Pausanias primum expouit de Hesiodi carminibus quod Heliconii sacri acoolae com- 
pertum habebant, ubi diversani famam commemorat IX. 31,4: Boiwtwv J* ot ntm 
jov 'Ehy.üjvci oty.ovvTfg nuotiXr]fxuiva öö'^y Xiyovaiv . . . f'ffrt ät y.cd iTi'oa xi^^wQiauirt] 
Tfjg nQOT^oug. deinde vero (5) adiungit etiam de Hesiodi moiie diversam famam 
fem, quod non alio consilio memorat, quam quod haec quoque qui circa Museum 
Heliconium liabitabant narraie solebaut, quod satis superquc apparet, si quis 
advertat, quo pacto haec cum superioribus coniungat Pausanias : tvavTiu 6't xul 
ig ToO'JIaiüäov TtjV Ttltvrriv tariv ii()rjfj.^vc( ... rdd'i fxiv y.cd ol nävrtg y.uTU 
TuvTu ti Qi'iy.uo f Tr]v (U uöt}jfii]V Tüjv viariG/.MV ot atv . . . Ol öi . . . TU fxiv 
di] ig'lla ioS ov yai uvtov xui ig tu firrj ö i dcpoQU ini tooo vr ov ii'(>rjT(ci , 
ubi Ol nüvTtg sunt, qui illic habitant. Ceterum non multum rcfcrt, utrum omiiia 
haec Pausanias, ut ipse ab illius fani mystagogis acceperat, litteris mandaverit, au 
usus praeterea sit peiiegetarum libris, veluti Amphionis Thcspiensis. — Dcniquo 
verbo attingam, quod est apud Stobaeum CXX. 3 [t. IV. 102 Mein.] : iy. roü Xaky.i- 
äüiiaviog MovatioV 

'Ao/i]v i^iv fx}] <pvvui i7ti/9ovloiaiv uQiaiov, 

•l'vvtu ()' OTTW? wxtaza nvXag 'Alduo 7lt()t]aui. 

In pi'omptu est corrigeie ix toO A}.y.iäüf.iuvTog Movatiov , quod prorsus coufirmat 
Photius, qui in Bibliotheca in indice scriptorum, quibus usus est Stobaeus, etiam 
Alcidamantem poetum atfert, Chalcidamantcm plane non commemorat. Errat sanc 
Photius, cum jjoetam dicit; nam niystagogum fuisso, qui Museum propc Thespias 
descripserit, ut conieci, hie quoque locus planissimc confirmat. Nam cave arbitreris 
Alcidamautis hos esse versus, verum cum ille cxponerct de tripode, quem Hesiodus 
in Hcliconc Musis se dedicasse ))erhibet quiquo Museum visentibus ostendebatur, 
famam illam de Hesiodi ot Homei'i certamine ordine narravit et mutua quoque 
illorum carmina adscripsit; Homerus enim, ut est in Centone p. 31.5 [360] statim 
cum Hesiodus quaesivisset : 

ili Mi/.tjtog,"Oiiii(j( , fi^küiv üito fit'jdtu tLöwg, 

Ein' uyt ftoi TtüunüOiXu, xL (plittuTiiv iati ^ootulaiv ; 

illa ii;sa rcspondit: 'A(t/rjv /ih fi'rj (fOvui xtX.; illud vero certum, versus illos non 
ab auctore illius ccutonis profectos esse, sed quisquis fecit, adhibuit wrsus satis 



[*) Edidit Koilius titulum in Sylloge Inscr. IJoeot. p. i)l, ((uoin lepetiorunt Cauorus (nr. 39!)) ot 
MeiKtcru.s fapud Collitzium nr. SOfJj huiic in modum: oQog rä? | yü? tue [iu] | (>üg xuiv ()\vv\ \ »vtüuiv 



Analectorum Alexaudrinoium particula prima. 215. 



22 adhibet (nam continuo siibsequuTi|tur illa: ^EoaToa&errjg de (p>]Oiv Iv 
^Evijjcööo)), quoniam in Ms ille diversam famam secutus erat. Verum 
puto etiamniinc accurate nos assequi posse, quo pacto Cyreiiaeus poeta 
antiquam illani de Hesiodi luorte famam conformaverit. Ad hunc enim 
potissimum auctorem refero, quae memoriae prodidit Plutarchus in 
Convivio Sept. Sap. c. 19 [p. 162 C. Tom. I. p. 639 sqq. Wytt.], ubi haec 
leguntur: dvS^Qto/civov di- '/.ai ^rgög '//'«g tö tov '^Haiodov 7idd^og, 
ä/Jf/Loag yuQ I'omq tov löyov. Oc/i i'yojye, ei/cov. ^XXä (.itjfv a^iov 

23 /rvO^äoO^ai. \ Milrjaiov yccQ, wc,' e'oiy.ev, dvögog, o) ^sviag i'/.oiv(ovEL >tat 
diain^g iv ^loAQÖig, zf] rov ^evov O-ryaroi /.Qvcpa ovyyevof.dvov '/.al 
rpojQa^evTog hcoiiiiav toyev, log yvohg äyv dqyrjg xal ovve;riy.Qvxpag zö 
ddixrjliia, f.irjÖ6vdg tov aiziog, ogyrjg di "KaigtJ} -/.al diaßoXfj tisqijieocüv 
ddi'Mtjg. ^vcl/aeivav ydg avzbv ü\ zfjg 7tmdio/Jig ddehpol jteql to ylo'/.Qr/.bv 
Naf.ie.iov ii'eÖQecaarieg y,cd f-iEz' avzov zbv d^olorÜ^ov, o) Tgtoilog i]v 
ovo(.ia. TCov de- aondicov slg zrjv ifdXaGoav lood^tvztov lö f.dv zov 
TqojiXoi' eig zbv Jä(pvov norafibv l'^oj (fEQOj-ievov i/reoxäO^t] 7c€Qr/.Xcoz(^> 
XOigddi f-uy.qbv vttJq zrjv 'f-dXazzav dveyovatj, -/.al (.läxQi vvv TqibiXog 
/) XOiQag y.alsizai' rov da '^Hoiööor zbv veyqbv Evdvg dno yfig vnoXa- 
ßovoa öeXrpivwv dyäXtj jcgbg zb '^Piov rAOfiiCa yal zr^v MoXr/iQi'av. 
^Ezvyxave da yloAQolg rj zCov ^Pitov (Goettlingius coniecit liqiaövEitov) 
YMi/EOztaoa i^vGia 'Aal 7cav^yvQig, ^v ayocoiv azi vvv /lEQKpavCog 7ceqI 
zbv z67LOv eyMvov. '^Qg da ütf'hj 7CQOG(pEq6{.iEvov zb Gco/iia, O^acfAaoavzEg, 
(hg ffxdg, ETtl zrjv d'/.zrjv YMiäöga/iiov '/.al yviogiaavzEg azi 7CQ6o(pazov 
zbv vE'/iQOv, öcTiavza ÖEvzEQa zov QtfCElv zbv cpovov hioiovvzo did zfjv 
öö^av zov '^Hoiodov. Kai zovzo j-iav zayätog a'/r ga^av, EvqovzEg zovg 
cpovElg' avzovg ze ydq '/MZE;c6vzioav CCoviag '/.al zt)v ol/iav '/azäö'/aipav. 

autiquos, qui vulgi oie ferebautur, quos Silenus Midae regi dixissc perhibebatur, 
quosquc in suum usum convertit, ut solet, Theognis v. 425: 

Llo/jjv H£v*) (.Lt] (fvvai inix^ovioioiv uQiator, 

Mtiö' iaiötlr uvyus ögiog t'iiklov • 
'I>v\ra d' 'önioQ wy.iata nvXag 'aLöuo 7ttot]aui 

Kai xfiadut 7ro//t)v yijv iTtitaaüfitvov. 

Ceterum auctor certaminis ipsum quoque centonem ex Alcidamantis Museo petivit, 
et eodem vel certe simili Plutarchus videtui- usus esse iu convivio Sept. Sap. c. 10, 
quamquam Goettlingius quidem hunc existimat ex Lesche quodam sua petiisse ; uam- 
quc dicit: h^ünoviü iiQÖg Toiairug ioonrjang y.ai nttovßcdov ju^v, iog <fr]ai Aia^rig' 

Movaa txoi ivven' ixelru , tu ^>}Z' tYivovzo 7tüooi9ev 

Mi\t' latui iiitöniaütv. 

Oonieci ipse quoque aliquando .^/f c/^J/?? legcndum esse, at Plutarchus nihil scripsit 
nisi x«t nQuvßalov, ö fitv Movaa xtX., illa autem w? (ftiai A^a/tjg aliquis 
adiecit, ut indicaret auctorem Centonis haec ex parva Iliade petiisse. 



[♦) De varietatescripturao ««»icui, quod postea praetulit Bgk., ot «(>/•;>' conferendu est oditiolV 
Lyricorum p. 155 sq. V. 428 codd. praobent yijv (««.«»/oü.utvov, quode vido sisetuidem Poet. Lyr. locum.J 



216 Anlaectoruin Alexandiiuomm paiiicula prima. 

^Eräq^ii di o 'Ho/odog ^rgdc toi Neusior rbv dt- rdcpov o\ ycollol xmv 
Beriüv ovy. l'accGir, d'/JJ' u7.0Aey.Qi.iic(i Ct/covfisro^; i\c' 'OQ/of-ieriiov, üg 
(paoi, ßoilof-ieviov /mtu xot^aiiör dveltadm rä lelifjava /.ai d-mpuL jCqq^ 
avioig. lUud apparet, Plutarchiim hie non secutuni Alcidamantis nar- 
ratiouem, nam secuudiim hunc iuterfectores fugam capessentes in mari 
fulmine interemti sunt, ut divinitus vindicta iis acciderit; sed apud 
Plutarchum ipsi Locrenses poenas sumunt, prorsus ut est apud Era- 
tosthenem: sane Plutarchus dicit: Aaiejcüviiaav uorrag y.ai rrjv ol-üav 
•KareayMiiiav, cum apud Eratosthenem sit: otfayiaaS^rp'ai dea^iöig ^evioig 
hib EvQv/Jksovg tov advTewg ''). Sed videntur tan tum haec sibi | adver- 24 
sari. Cum gravissimum illud facinus a Ganyctoris filiis commissum 
esset, noluerunt Locrenses hoc piaculo ipsorum terram affici, itaque 
non privata vindicta facinus persequendum esse censuerunt, sed ipsi 
ab inteifectoribus poenas repetiverunt; iam vero ne ipsorum terra 
sanguine maleficürum liominum inficeretur, videntur ita institutisse , ut 
homicidae vel de rupo aliqua vel ex navi in mare praecipitarentur ^), 
reete igitur Phitarchus breviter dixit vMrenöi'T.ioav Cwvcag. Auetor 
certaminis, qui Eratosthenis narrationem sequitur, cum Locrenses ut 
deorum iram tamquam sacrificio aliquo expiarent, ab Ulis hominibus 
vindictam sumerent, reete potuit dicere acpayiaadfjvai &e(j/.ioig ^evloig 
hcü Evov/.Uüig rol /.(drieojg. Nam verisimüe est Eratosthenem accurate 
descripsisse sacros ritus, quibus Eurycle auctore usi sunt Locrenses. 



7) Eurycles vates, qui hie coiiimemoratur, non videtui- diversus esse ab eo, 
quem tangit Aristophanes Vesp. v. 1019: 

Mtf-itiouiitvoi zi]v EvijvxUuv? uuvztluv y.ul Siuvoiuv, 
ubischol. : oiVo? u>g fyyuaroifivlhog ki'yfTcci l4,'h'jvrjai Ttdrjif^fj /^nvTtvöjUivos öia roü 
hi'TiÜQyovTog uvTut Su(iJovog. — tyyKaToiTcci dt y.al Ei'QvxXtJöat h.alovvTO ivrtöiHv 
ntivTtg Ol uutntröfjiivoi unb Er{)vy.).^oig [jinibrov] rovTo noirjaa/^tvov, ubi inter 
principes vates refertur; cf. Plato Sophist, p. 252 C: ^vro? vnoipiyeyyöfiEvov üaniQ 
TÖv UT07I0V Erniy.lfu , ubi scholiasta: nuooifidc fn) tüv iuiToi^g rivu xaxu /uav- 
itiofi(vo)v, Ityou^vr] f^ Ei'QixX^org fyyaaiQiuvitoi' /LuivTtMg, tuf)' ov xal yh'og ri 
utcvTfo)v Eroi xi.fig i-'ltyor. fyyua7()i\ur!)ug tfi' ^aiiv ö h' y((GT()l fxuvTtvöjufvog xrk. Hinc 
sane postca praestigiatoros lüuryclidac dicti sunt, coufcras ctiam Athenaeum I. p. 19 E. 

8) Ita Athenis et alibi jjiaculares lioinines de rupe deiicere solebant; constat 
Athenicnses homicidas, qui caedem ex caedc commisciant, a solo prohibuisse, ita 
ut illi propo litus ad Phreatto in navi causam coram iudicibus dicere cogerciitur. 
Quid quod ctiam liominum mortuorum, qui invisi erant aliquam ob causam, cor- 
jjora Don sepcliobantur, sed in mare dciecta sunt, quod llyberbolo accidit, vid. 
Theopompum ap. schol. Arist. Vesp. v. 1007: f^war^iixiaicv lov 'Yn^QßoXov 'i'i hu' 
<) (Vi xuiunXhvnug tlg 2.'(ifxov x(d rr^v or/.i)aiv uitov noiriOufxivog , an(üuvt. xid 
Torror jöv vtxnov tig äffxüv uyayövTtg tfg tö ntlayog xutfnüVTWOuv. Et COUSen- 
taneum est eos, qui interfecti Ilesiodi corpus in inaro immiscrant, ipsos vivos iu 
mare praccipitatos esse. 



Analectorum Alexaudriiiorum partieula prima. 217 

25 Alia autem sunt, quae Plutarciius refert, qiiae prorsus cmn Era- 
tosthenis uarratione coügruunt; queiuadmodum quod dicit iusontem 
omnino esse Hesiodum hospitisque filiam a Milesio aliquo homine, 
Hesiodi comite, corruptam fuisse. Nam alii, inter quos Aleidamas 
faisse videtur, revera dixerunt Hesiodum puellae consuetudine usum 
fuisse (vide Paus. IX. 31, 5), quemadmodum etiam refert Proculus in 
vita Hesiodi, qui fere eodem pacto omnem rem exponit quemadmodum 
auctor certaminis, Alcidamantem secutus^), Proculus autem Aristo- 
teles °) teste utitur: ^QiötOTth^c, yäo 6 (filoaocpog, /.lällov de o\f.iai 
ö Toi'Q 7ce7cloLg ovvxa^ag, ev xrj ^Oq^oucviiov jtoXiTeia ^vrjai'xoQOP röv 
f.ie?.o:coidr eivai (fi^oir növ 'Hoiööoc l/. Tt^g KT)j/.ieri^g cccto) yevvi^d^tvra 
Zig l4f.i(fi(färocg /.cd ravv/.iOQog ddeX(f?g, S-vyaTQÖg öi (Dr^yacog^^). 

26 Porro Plutarchus etiam alibi hanc | faniam attigit, maximeque refert 
per canem Hesiodi inteifectores deprehensos esse, vid. de SoUert. Anünal. 
c. 13 [p. 969 E. Tom. IV. p. 933 Wytt.j, ubi cum dixisset de cane, qui 
ululatu Pyrrho regi heri sui interfectorem prodidit, liaec addit: ravza 
de ~Mil tÖv '^Haiödoc y.uva rov GO(fOc Soäaai ?Jyocoi, rovg ravv7,T0Q0g 
e^eXey^avra rov NavTia/xiov 7taidag, Icp^ wi' ö '^Hai'oöog mied^avev et 
ibid. c. 36 [p. 984 D. Tom. IV. p. 992 Wytt.]: "Hoiodoc öi /.ata /miqöv 
amög ^/nag, ih cpiXe, dvef.ivijaag' dvaQ ov relog i^eo {.ivd^iov. Eöet de röv 
Tivva alrrjOccf^iEvov ui] .tccQah^reiv rovg dehfivag' ricflbv yäo i]v x6 



9) Quemadmodum plane ostendunt, quae infra de morte Hesiodi narrat: 
6 dt TtjV iv TlfkoTiovr^ao) Afuf'av (fvywv iv Oivö)^ Tfjs ,<tox()iSog vnö ]Afi(fi<fdvovg 
xai ruvvxTOtjog tüv 'I'rjyt'wg nuiöinv avuiotiTui x(u ^iTiTtTcei ttg xqv d^äkaaaav, wf 
ffihtiQug Ti]v Mfhfrjv ^xtCvcov Krriuivr]v, i§ rjg iYtrvi]<)^r] 2Lrr]aixonog' ixcdtiro 6( 
t) OivÖT] Jiög NtfAtiov UqÖV /ntTU ät Toirrir ^ufQnv vnö {hXtfiviov nnög rov 
(tiyicc).6v ^irjyjhri tb aü/na jUiTU^v Aoxoiöog xai Evßoing (Goettl. MolvxQ(ug) xai 
a0^a\l)uv uvTov AoxqoI iv Nifxäu rijg Oivörjg, oi öt (fovvg kutov vr]bg inißiivreg 
infiQöjvTo (fivyeiv, xfiuüjvi öt d'iefpO^äorjanv. Proculum autem rursus Tzetzes 
sequi tur. Suidas, qui Ctimenum et Antiphum, ut Eratosthenes vocat, tamen paulo 
aliam famam secutus est, quantum ex brcvi memona colligi potest, dicit enim: 
hif.fvrrjat ()'i: ini§tvo),'ftig nun' IdvTt'iiui x(d ÄTi/ut'vo), oi vüxtmi) öö^uvreg urniotTv 
(fthonia i\ötX(fTig hvtüv. avtiXov ibv "^llaioöov uxovrtg. 

10) Do Ai-istotelis Peplo quae nuper dixit Schueidewinus in Philologo vol. I. 
fasc. 1, ea alio loco oxaminabo. 

11) Ubi Az/,atV»)? conigcndum, quemadmodum Ctimenus sccundum Eratosthe- 
ncm fuit Ganyctoris frater. neque vero, ut Wytteiibachius voluit, Älr^trtjv ex Schol. 
üp. [Proculo] V. 268, ubi sane legitur 'Piköyooog di ^.'rtiai'xonov (ftjal rov uno 
Kkvfi4vrig, sed potius hie quoqueA:7/^^v»j?emeudandum, eodemque pacto apudTzetzem 
in Hesiodi vita, ubi itidem KTr]ut'ri] legitur, et video nunc etiam Westermannum 
[p. 48] sie correxissc ; Ctimene autem probum est nomen , vid. Homer. Od. XV. 
V. 362, ubi Ulixis soror hoc nomine appellatur: Oi'rtxic ,«' idrij Dofxptr Iuih 
Kjifx^vn TKVvn^nko), Qvyuj^Q hfi)^(Liiji, t>> 6nkoxiiTT\v rixt niUöwv. 



218 Analectoium Alexandriiiorum particula iirinia. 



/ni'^rvf^ia Tov y.rvog, Dxc/.Toh'roa vmI uetcc ßor^g hri(peQoi.ievov roig cpovevoi, 
TiBQL tö ]Sef.itiov ^aläaar^ ÖLUipEQUf-ierov dQ<x(.ievoL deKcplveg, tceqoi 7iaQ^ 
ItIqwv i/.dExöftEvoi 7tqodv(.iii)g sig rö 'Piov iy,&ivT€g l'dei^av 80cpayf.iavov. 
Haec quoque plane congruunt cum Eratosthene, qiii Ganyctoris tilios 
caedis auctorcs dixit: eiindem autem auctorem Plutarchum utroque 
loco seciitum esse consentaneiim est. Omnino autem fama illa, quem- 
admodum Plutarchus exponit, ita est comparata, ut poeta prorsus 
videatur digna esse. 

lam ostendi Eratosthenem famani de Hesiodi niorte accurate 
exposuisse in carmine aliquo, quod Hesiodi nomine fuit inscriptmn, 
ita ut quinque Cyrenaei vatis poemata nobis sint cognita. Sed non 
celabo suspicionem, quae miiii identidem orta est, hoc ipsum Eratosthenis 
Carmen, cui Hesiodi nomen fuit (nam quin recte apud auctorem certa- 
minis correxcrim fV '^Haiodo), plane non dubito), non diversum esse 
ab illo carmine, quod siipra attigi, cui nomen fuit Anterinys, ita ut 
revera fuerit inscriptum 'Hoiodog Vj lävTsqivvg; quemadmodum Eupho- 
rion scripsit Ldqäg r) noTt^gioxläjiTr^v, ut integrum titulum servavit 
Steph. Byz. v. i/Zt'/?»;, cum scholiasta Theocriti 2, 2 tantum posterius 
nomen servaverit; item Moiponiav ^ ^^dtaxxa, ut Suidas | docet v. 27 
ELffOQi'vn', sed Clioeroboscus Bekkeri t. IH. p. 1194 tantum l\Ioij.i07riav 
appellat; item quod Euphorionis Carmen affert scholiasta Clem. Alex, 
t. IV. p. 97 ed. Klotz: ravta Eccpogicov \otoqeI ev vfj '^lotla yial ^Ivdyjit 
fortasse unum idemque opus est, ut scribendum sit ev rrj ^lariaia }j 
^Ivdyw. Eodem modo Theocriti idyllia plerumque duobus nominibus 
inscripta fuerunt, de qua re alias dicam. Itaque etiam hoc Eratosthenis 
Carmen, quod ab aliis Hesiodus vocabatur, ab aliis Anterinys appellari 
potuit. Facile autem apparet, quam bene conveniat uterque titulus 
huic carmini: recte enim ab argumento Hesiodus inscriptum est, verum 
non minus convenienter Anterinys dici poterat; nam Antiphus et 
Ctimenus, cum contumeliam sibi illatam ulcisci vellent, ab Hesiodo, 
quem clandestina sororis consuetudine uti existimabant, vindictam sumpse- 
runt interfectique corpus in mare immiserunt; at continuo huius faci- 
noris poenas dederunt, cum Locrenses cane indice deprehensos in marc 
praecipitarent. Coniecturam autem meam magnopere confirmat illud 
ipsum fragmentiira, quod ex Anterinye servavit schoKasta Nicandri: 

De canis voce haec intelligenda esse docet scholiasta: plane autem 
cadunt haec vorba in Ganyctoris filios, qui cum primuni canis illius, 
qui Hesiodo morienti adfuerat, vocem audiuut, subito expavescunt, 
conscii facinoris, quod commiserant, itaque ipsi se produnt. Haec 



Analectorum Alexandrinorum paiücula prima. 219 



autein omnia pariter atquc quae tradita sunt de delphinis, qiii ex alto 
mari ad litus tulerunt Hesiodi corpus, accui-ate persecutum esse Era- 
tosthenem consentaneum est, atque animadverti etiam licet, quae simi- 
litudo inter Hesiodi et Icarii mortem intercedat, quae non latuit 

28 Pollucem Y. 42 : ol de '^Haiödov (y.vvei^) j'iaQaueivcaTec, avro) draioEO^eiTi 
yMTrj?^y^av vXar/.rj rovg (fovEvoavTccg. '0 da ^Iy.aQiov /jclov l'öei^s zfj 
d-vyazQi Tov ^Ivjxqiov ve/.oov, vmi eI '/ot] thoteveiv roig rtoir^ralg, ovrög 
iaziv 6 —EiQiog. 

Dixi Euphorionem Carmen eiusdem nominis scripsisse; huc refero 
potissimimi, quod Stophanus dicit voc. 'Moh'-vMEia, rcolig ^hcoliag. 
—Todi^ojv ÖE/xcT)^. Qor/.vdiö)^g ÖEireoa 3Io}.r/.oEiov aiTr^v yM?.El, Eupo- 
giiop di 'Mo'/.r/.oiav civtii]v cfi^oi. to e&rr/.dr ^loLvv.Qiog '/ml di]XtyMg 
/Ml OidereQOjg. -/xd MoXv/oiaou vxd 3Io'/.r/.oidg. '/JyEtca /xd lUolv/oiEi'g. 
^Q/MÖLog di Jlo?.v/.oatovg (f\Gi- Verum otfendit forma Mo'/.v/.qia, qua 
Euphorio in heroico carmine, quäle üiit Hesiodus, vix uti potuit, nee 
probabile est hanc vulgarem formam poetae exemplo confirmari: immo 
scribendum: ^lolv/ola, :c6?xg ^Ircoliag. ^Tqdßiov öe/mt)]. Oov/.v- 
öiör^g ÖEiraga 3Io?Jy.Q£iov avzr^v yM?.Ei, EvffOQiojv de 3IoXvy.Q£iav avvrp> 
(fr^oi. Recte cum Thucvdidea forma IMolvy.QEiov, quae et ipsa singularis 
fuit (Thuc. n. 84, 4), componitiir ea, qua Euphorio usus est Molv/QEia, 
contra 3Io?.v/oia apud Strabonem duobus locis legitur lib. X. p. 310 et 
311 [2, 4 et 22], idque ipsimi plane firmat emendationem loci Stephaniani, 
quam proposui; itaque etiam IX. p. 294 [4, 8], ubi apud Casaubouum 3/o- 
Ic/.oEia editur, videtur JioÄf /o/a legendiuu*), et formam vulgarem 3io- 
h'/Mia etiam gentile 31olv/Qiog firmat. Euphorio autem conunemoravit 
hanc urbem eo ipso loco, ubi Hesiodi corpus a delphinis in litus delatum 
esse dLxit ; nam ad Rhium promoutorium . liaud procul ab urbe Molycria 
(unde illud ipsum Promontorium, ut ab Achaico promontorio discerne- 
retur, Molycricum dictum est, v. Steph. Byz.: 'Piov, 7c6?.ig 'Maöor^vt^g }j 
l4ycaug. /ml ci'Ü.ij ^Iroj/jag, Tj /xd lUo?u/.Qi/.öv eyM^Elro,) detulerant 

29 delphini eo ipso tempore, quo Locrenses (nam Rhium nondum Aeto- 
lorum in ditione fuit) solennitatem celebrabant, vid. Plut de Soll. Anim. 36 : 
eig TÖ 'Piov e/.MiTEg eofpayueroi' et planius etiam Conviv. Sap. 19: 
dElcpiviov dyiXr^ ^rgög to ^Fiov e/.oi-iiuE /Mi r/)v 31oXiy,Qiav. ixvyyavE de 
udoy^dig i] tdjr '^Piiov /Md^EOTÜoa d-iata /mi 7iavi]yvQig, ^v ayovoiv exi 
vvv rEQKpavojg scEQi TOV TOTTOv ev^h'ov. Et hinc etiam Pausanias dicit 
IX. 31, 5 caedis auctores Xaupacto relicta se contulisse Molycriam et 
ibi sub iudicium vocatos esse: tffvyov ig 3Iolv/.Qiav ix Navjiar/xov did 
TOV ^Haiödov röv (fovov /ai aihuxh doEßi]öaGiv Eig noOEidCna iyevEzo 



[*) Meineklus omnibus locis edidit MoXvxQtin.^ 



220 Aualectoium Alexandrinorum particula prima. 



Tj] Mo?Ay.Qia Offiaiv f Si/.t^ ^^). lam apparet hos de loco, ad quem 
Hesiodi corpus delatuni sit, couseutire, Goettlingius autem, ut itidem 
eadem solennitas ab onmibus commemoretur, apud Plutarchum läqiad- 
veiiov pro '^Paov restituendum esse suspicatus est. Verum hie quoque 
observandum est duplicem famam fuisse; alteram Aleidamas memoriae 
prodidit eamque auctor certaminis secutus est, qui in Bacchica aliqua 
solennitate hoc accidisse perhibeut, alteram Eratosthenes haud dubie 
adhibuit eique se applicavit Phitareluis: estque aut servandum noraen 
illud 'P/wj'^^), I quemadmodum regaiocia, ^E'/.evaivia, ^'löi^f-iia, alia a 30 
locis dicta sunt, aut ytov.Qiiov corrigendum, quemadmodum Jlanwvta, 
navad^i[vaia (vel IdAfifjVmu)^ alia dicuntur, quoniam commune Locren- 
sium hanc soleunitatem celebrabat. lila ipsa autem solennitas, sive 
'Fm sive A6/.Qia vocabatur, non erat in Bacchi honorem instituta, 
sed Neptuni gratia celebrabatur , id quod confirmat Pausanias, cum dicit: 
avTü^L Eig llooeidvn'cc uoE(ii\oaGLV iyevETO rf] l\Io/j'/.oia oqiioiv i) öi/j^. 
Etenim solennitas illa, ut mos erat, per complures dies continuabatur; 
lam cum sub ipsum initium huius solennitatis Ganyctoris filii prope 
Oenoen ad Nemei levis fanum interemissent Hesiodum, cuius corpus 
tertio die post Khium est delatum, illi hoc ipso facinore non solum 
sanctum hospitalitatis ins violaverant, verum etiam deonmi religionem 
contempserant: nam per omne illud tempus, quo Locrenses Neptuni 
Sacra celebrabant, debebant ab omni vi et armis abstinere. Satis autem 
superque ipse deus ostenderat facinus hoc puniendum esse, nam del- 
phini, dei illius miuistri, detulerant corpus interfecti Hesiodi ad illum 
ipsum locum, in quo Neptuni erat fanum sanctissimum , ubi Locrenses 
tunc festos dies agebant; hinc igitur facile apparet, cur Pausanias, qui 
hie quoque Eratosthenem potissimum sequitur, dicat Ganyctoris tilios 



12) Quod auctor certamiuis dicit iinoxTtivavTfig tfs tö f^fTu^v jfjs Evßotng 
xtä Tfji Aoxnlöog ndayog y.iainüVTiauv, quocum consentit fcrc Proculus, nisi quod 
l)raepostere plane locutus est: rnd öthfivMv ^^tj/ili] t6 awfxa fAtru^v AoxqCöoq xul 
J'.vßotag , id nequaquain cum Goettlingio in t^? MoXvxQiug y-al r^g AoxQidog mu- 
tandum est, nam Molycria tunc fuit terrae Locridis; certe debuit ille scribere 
fxtTfi'iv rfjg Ahmh'ug xui Tfjg Aox()(i)og, nam posteriore tempore sane Oenoe, ubi 
interfectus est Hesiodus in Nemeo. Locrensium in ditione fuit, Molycria autem 
Aetoliae adscripta. Sed scripserat opinor auctoi- certaminis th ro futret^v r^g 
llyaiag xui Tfjg Aoxoi'd'og nfXayog , quod cum matuie in T'A'ßofag esset corrui)tum. 
Proculu.s ille hunc librariorum eiTorem non solum repetiit, verum etiam inepte 
dixit corpus delatum esse ad litus /xtra^v AoxqlSog xai Evßoiag. Auctorem autem 
certaminis, liominem haud indoctum. qui hie Alcidainantom soquitur, noli crederc 
crrorem cominisisse. 

1.3) Nam a voce 'iHov recte potuit adi. ' l'i og (J'itc) formari, ut Xiog, alia 
dicuntur. Reiskius coniecit 'Pitiojv, sed haec forma prorsus a lege abhorrere videtur. 



Analectoram Alexandrinoriun pai'ticula secuuda. 221 

in Neptuiium peccavisse, et cur Locrenses publicam vindictani de caedis 
aiictoribus sumendani esse iudicavermt ^^). Templum Neptuni apud 
31 illud Promontorium commemorat etiam Thucyd. II. 84, 4: ig l\Io\?.v/.Qeiov 
diiäjcXeov, y.al XQOJcalov oir^oaxtEg hcl tu) '^Pioj /.al vdhv dvad-ävzeg rilj 
Tloaeidiövi dveywQr^aav ig Nav7ca/.T0v, et Atheniensium sacrificium, quod 
ISTeptuno ülic obtulerunt, commemorat etiam Pausan. X. 11, 5: yeväoü^ai 
6i dnb TU)V vavf.iaxiiüv tovtwv /.al iyvoiav Qr^ael /ml tuj Iloaeidäfvi hcl 
TU) ovoj-iaCouivii) '^Flw' /.ai jlwl (paiverai tö i/ciyQaiiiua ig (Doguicova töv 
^Aoto7iiyov /ai ig xov OoQuUovog id i-'qya. Itaque ad idem illud tempus 
pertinet, de quo Thucydides dicit. — Ad Euphorionis Hesiodimi fortasse 
etiam referendus est üle versus, qui est apud Polluc. lY. 95: 

OQ/oufvöv XuQiTaaatv infiuoiaiv oQ^rjO-evra, 

nam verisimüe est hunc poetam, fortasse etiam Eratosthenem, extremo 
carmine quaedam de Hesiodi sepulcris adiecisse, de quibus conferas, 
quae "Welekerus exposuit in Opusculis suis, quae ad litterarum Grae- 
carum historiam pertinent, t. I. p. 154 seqq. 

lam quae praeterea de Eratosthenis Erigone diceuda sunt, ea 
expromam proxime. 



II. 

Analectorum Alexandrinoiuni 

particula secuuda*). 

Commentationis de Eratosthenis Erigone continuatio. 

Tandem aliquando revertar ex bis ambagibus, quas non potui 
evitare, ad Eratosthenis Erigoncm. Luculenter ostendi tria illa fragmenta, 
quae Osannus in ordinem reeepit, aliena esse ab hac elegia, et vel ex 
Epithalamio vel ex Anterinye vel denique ex Hesiodo petita esse. 
At sunt alia quoque, quae Osannus, (jui XIV fragmenta sibi reperisse 
Visus est, non maiore iure huc revoc-avit. 



14) Forte fortuna autem, ut fieri solet, accidit, ut in eiiiidem illnm loeum 
se conferrent Ganyctoris lilii, ut canis quoque fidolissinuis, qui facinus indioavit, 
quasi liaud ignams futuiü, eodem iret. 

*) [Natalem quadragosimum quintum soronissimi et potontissimi principis 
ac domini Friderici (iuiliolini piinc-ipis olpctoralis et consortis regiiiiinis Hassiao .. . 
ab academia Marburgousi die XX. ni. Augusti (a. ArD(?CCXLVI) . . . celebrauduin 
indicit Th. B.] 



222 Analectorum Alexandrinorum particula secunda. 



Et priinuni quidem nee ad Erigouem elegiam nee omnino ad hanc 
de Icario fabulam referri potest illud fragmenüim [p. 86 sq. ap. Hill.], 
quod est apud seliol. Nicaud. Ther. 472: x«< 'Egavoodenig (frjar ei toi 
baoig cpaiveo/x Mooiylah] (ployl toov. Osannus p. 19 ex Bernhardyi 
coniectura scripsit: 

Eviog, of (fid'vfOy.f Aloai'/lrcu] (floyl iaov 

et hanc coniecturam Tel eo confirmari credit, quod Leninus propter vini 
ciüturam et praestantiam apud veteres magnis laudibus efferri solebat. 
Poterat sane aliquis poeta vim, quam vinum ignis more in homines 
expromat, cum Lemnio igue comparare, at vero parum accommodatum 
huic comparationi vocabulura (paivEGy,E. lam vero codd. Pajrisini apud 4 
Duebnerum Antira. p. 39 exhibent eövol oooe -/AvO^cor, itaque in hunc 
modum iste locus corrigendus est: 

?v (i^ Ol öaae 
^Ey. y.uv^)(br (fciiveaxt Moai'X^ntri (floyi loov, 

et h. vMvd-wv etiam Duobnerus coniecit^), quemadmodum est apud 
Homeruin II. T, v. 16: h öe o/ oooe Jeivbv vjcö ßltrpaQiov tooEt ae.Xag 
f^ecfdav&ev et ibid. v. 365: reo öi ol oooe yianjcea&riv loOEi te rtvQog 
aeXag. Nam quod Homerus dixit hrö ßXEfpaQcov, id apud Eratostheneni 
est fy. y.aviyön', conferas PoUucem IL 71: züv ßlEfpccqiov xä fxaTEQCodEv 
ay.Qa VMvd-oi , Jjv qiCai lyyavii^idEg. Nihil igitur pertinet hie Era- 
tosthenis locus ad vinum, sed igniti oculi describuntur, simulque ad 
proverbium illud respicitur ^i]i.tvLov jivq et yl}'if.iviov ßlhteiv; vid. 
Aristoph. Lysistr. v. 299: /xioxiv yE ^rjf.ivLov xb 7cuq, ubi scholiasta: 
^rjuvLOv rö ytvQ dvri tov jrävv yEvvaiov. Vj djtö rtov ylt]f.ivuüv yvvai%6Jv, 
TtoQvojv ovüiöv, rj dvLO rCüv ya/tiivojv zov 'Hq)ai otoxk Minus recte 
Eustath. ad II. p. 158: log o'i ./i/j/nvioi ayQioi SrjloJ /.al i) ;raQoii.iia, 
yirj/Ltviav yEiga shtovoa t^ dycaQaltrjTOv yai yl^iviov ßliitEiv dvxl xov 
ÖELvbv y.al yivqbjÖEg' rxEl'Hr d^. /.cd y/tjiiviOJ' yaybv fj d/ib xrg yaxd 
atoua öiaojdiag xojv yftji.ividdi')v /J uällov d/rb xwv dqvX'kovf.dvMV rpovojv. 
Conf. Appendix proverb. IIL 66 ed. Gotting. 

Porro admodum incertum est, an huc pertineat quod Osanno est 
fr. Xn [Hiller p. 109], quod legitur apud Hesychium: dyqrjvbv diy- 
TvoELÖlg, u 7CEQiTli^EVTai o'i ßa/.yEvovxEg JiovvGuj. ^EQaxood^ivrjg öe avxb 
yxx'/.Ei yQrjvcv }} yQf(vov. Sed yQtjvcv vel yQfjVov (de quo eonferas Winkel- 
mann Monum. Ined. [IL] p. 212 et Schocnium de person. in Eurip. 
Baech. habitu p. 54, | denique Wieselerum in Diar. Antiquit. 1845, n. 14) 5 



1) Cum Cod. Gott, nafxtfnirfnxf cxhibeat, possis ctiam scribore xnvHoTg 
■jituifufvmxf, sed illud pracslat. 



Analectorum Alexandrinoniin particula seciinda. 223 

potuit commode etiam in aliis carminibiis commemorare, et dubiimi 
omniüo est, au sit ex carmine aliqiio petitum; nam Eratosthenes etiam 
in grammatico aKquo opere, quemadmodum in libris de antiqua cotnoe- 
dia, qnibus saepius usus est Hesychius, adhibere potuit. 

Restant quinque fragmentis reniotis novem vel potius octo, cum 
illud, quod Osannus ultimo loco posuit, ad Parthenium referre malit. 
Verum ne haec quidem omnia ad Erigonem elegiam pertinent, sed cum 
constet, quod Osannus quoque mihi concessit, Eratosthenem idem argu- 
mentum in Mercurio tractavisse, videndum est, an forte ad illud opus 
quaedam reliquiae rectius quam ad Erigonem referantur. Et ipse 
Osannus dicit p. 14: in hac sedis unius cuiuscunque anihiguitate ne 
quid praetermitteretar, quod ad Erigonam pertincrc potuisset. lianc 
rationem instituendam putavi, ut nisi quae a mctro elegiaco aliena 
essent , cetera omnia fragmenta, quae vel aperte ad Erigonae fabulam 
vel ad res Bacchicas spectarent, compJederer atque Erigonae carmini 
adsignarcm, Jiaud nescius posse in iis esse, quae olim in Mercurio 
locum liahuissent. Ita ut facercm, eo potissiniuni. adductus sunt, quod, 
cum argumentum fahulae in Erigoua multo cxplicatius, quam in 
Mercurio manifcsfo tractatum fuerit, maiorem fragmentorum partem 
ex illo pioemate potius, quam ex hoc afferri probdbilius videatur. At 
non est verum, quod dicit Osannus Erigonem nobilius Carmen quam 
Mercurium fuisse. Quid quod sclioliastae Homerici, a quibus profecti 
sumus, non secundum Erigonem, sed secundum Mercurium famam de 
6 Icario et Erigone enarrant, quod vel Osannus con cedit, cum ibi h 
y.aTaGTeqiGuöig legendum esse suspicatus sit. Deinde quod dicit se 
seiunxisse ea, quae a metro elegiaco aliena essent, ne in hac quidem 
parte satis ab errore cavit; quare non est mirum, si nullum omnino 
fragmentum Mercurio reliquerit, et tarnen sunt nonnulla, quae satis 
probabili ratione ad illud opus revocari possunt. 

Et primum quidem minime assentiri possum iis, quao Osannus 
p. 29 scripsit de versibus apud schol. Nicandri Theriac. 465 [Hiller p. 88]: 
raxecog öi tveqI Trp> adg'^a ar]7t€Ö6vag F.7ioh]oe dvoidrovg. airai yccQ 
eiGiv ai Tivi^EÖöveq' "Of.ir]Qog [J 174]- oeo (V dazea 7cvaei agoi-Qa- /.cd 
^EgaTooS^eviig ' 

(d ßt mXiävaC 
UtOeöövfg y(taTQi]vav v7T^TQf(fov orloor fXxog. 

Ita Codices; Bernhardyus legendum coniecit: ovd^ d^uag jceXiöml 
Ilviyedöveg ycaQerptjvav, hcei xQ^xfov ovloöv f'Axoc, interpretatus de 
corpore Icarii vix ab Erigone agnito, cum iam dudum dissolutum atque 
putridum esset. Osannus autem, Bachium secutus, scripsit: a\ ce- 
Xiöpul Ili'Jtöövtg yäütQiji' uv V7ift()£(fi0i> ovkoop fk/.og, ut sit liridac 



224 Aualeotorum Alexaadhuorum pai'ticula secuada. 

putredincs per ventrem suhnutriebant perniciosum viilnus, eodemque 
pacto quo Bernhardyus interpretatur. At nee yäavQi^ facile Eratostheiies 
dixisse censendus est pro yaori^q, nee potest ferri insolens coireptio 
vocabuli 7cehövai^) : omnino apparet heroicos esse versus, ita ut ad 
Erigonem elegiam non possiut referri. Scribeudum autem est: 

Kl Ö( TiiXtövaC 7 

Ilv&sSövfg yäyyQuivuv vTiiTQfCfov, ovkoov 'ii.y.og. 

Coniecturam confirmat gangraenae descriptio, quae legitur apud Celsum 
V. 26, 31: priora (ulcera) in qualihet parte corporis fiunt: hacc 
(gangraena) in prominentibus memhris, id est inter nngues et (das vel 
inguina, fereque in senihus vel in his, quorum corpus mali hahitus 
est. Caro Uli idceri vel nigra vel livida est, sed sicca et arida; 
proximaquc cutis p)lerumque suhnigris pustulis impletur; deinde ei 
2)roxima vel pallida vel livida fereque aeruginosa [vulgo rugosa] et 
sine sensu est. Deterior [vulgo idterior] in inflammatione est, omnia- 
qite ea simul serpunt: ulcus in locum pustidarum, pustulae in eum, 
qui pallet aut livet; pallor aut livor in id, qiiod integrum est, transif. 
Itaque Ticdedöveg jctliöval apud Eratosthenem sunt subnigrae illae 
Pustulae, quae nutriunt quasi ulcus, cum gangraena latius serpere solet. 
Concidit igitur interpretatio loci, quae ab hominibiis doctis pro- 
posita est, sed vel sie coniieio hos versus ad Erigonae et Icarii fabulani 
pertinere. Etenim ut ipse Eratosthenes auetor est, cum Erigone 
suspendio se interfecisset, Athenienses, ut poenas solverent, morbus 
eorripuit, a quo tum demuni liberati sunt, cum oraculi iussu solennibus 
honoribus Icarii et Erigones memoriam celebrare incepissent: vöoov öe 
Iv l4iytp>aig yevof.dvr^g aulu yi()):Of.iüv liOiivdloi xöv le ^J/mqiov /.al rijv 
^Hqiyüviiv fviavGiaiaig lytQcuQov rif-iaig. Morbum, qui fuerit, scholiasta 
non accuratius indicavit, alii non tam corporis morbo, quam animi 
quadam aegritudine virgines Atticas infectas esse dixerunt, ut suspendio 
vitam finirent, quemadmodum Servius docet ad Virg. Georg. IL v, 389: 
sed post aliquantum tempus Athcniensihus \ morbus immissus est talis, 8 
tit eorum virgines furore quodani compcllerentur ad laqueum, respondit- 
que oraculum sedari posse pestilentiam illam, si Erigones et Icarii 
cadavera perquirerentur. Et plane eodem modo Hyginus Astr. II. 4 : 
interim cum in finibus Atheniensium niidtae virgines sine causa 
stispendio sibi mortem consciscercnt , quod Erigone moriens fucrat pre- 
cata, ut eodem leto fdiae Atheniensium afficerentur, quo ipsa erat 



2) Conferas versum Calliuiachi ut vidctur apud Suidani in v. unotf^m^' 'ff J"^ 
nh).iörtt)UtTai( yu) lUiuitai ln^or liioihnii 'Oaodui^i'ij |fr. aiioii. 0.'} Sehn.]. 



Analectoium Alexandrinonun paiticula secuuda. 225 

öbitura, nisi Icarii mortem persecuti et enm forent uUi. At fuisse 
etiani aliaiii famani de turpi morbo, quo affecti sint Atheiiienses propter 
Icarii caedem, docet scholiasta Luciani Concil. Deor. c. 5, t. IV. p. 261 
ed. lac. Itaque sane etiam Eratosthenes in Mercurio videtur memoriae 
prodidisse gangraeiiae morbo affectos Athenieuses et prope ad insaniam 
adactos esse, nam haec quoque, ubi is morbus adauctus est, subsequi 
solebat, ut docet Celsus [1. c] : inter haec deinde febris acuta oritur 
ingensque suis: quihusdam etiam delirium accedit; alii, quamvis mentis 
sint compotes, halhutiendo vix sensus suos explicant: incipit affici 
stomaclms; fit foedi Spiritus ipse odoris. Et de corporis aliquo morbo 
Eratosthenem in Mercurio dixisse vel id videtur indicare, quod sie 
simpliciter scholiastae Homerici dicunt: vooov di iv ^d^ijvaig yevoi.dvrjg. 
Yerum nou arbitror in Erigone poetam rem eodem modo explicuisse, 
nam cum foeda illius morbi species ab elegantia poesis, quam in Eri- 
gone elegia sectatus est Eratostbenes, abhorrere videretur, sane illius 
carminis Institute multo melius conveniebat altera fama, quae est apud 
Hyginum et Servium , virgines Atticas insania quadani correptas voluu- 
tatem obeundae mortis cepisse; eoque aptior erat haec fama, quoniam 
9 sie licuit poetae ex more illius saeculi origines solennitatis | illius, quae 
lälTjiiQ vel u4uoqa vocabatur, explicare, quam non praeterüsse silentio 
poetam in extreme earmine consentaneum est, cum in Mercurio verbo 
tantum attigisse videatur. Sin tamen cui minus probabile videatur, 
illos versus 

(d ^i nth^vcd 
Tli'iltööi'ig ydyyQKii'nr vniTt>i(f>ov, ovXoov 'i).xog, 

ad narrationem de Erigone in Mercurio pertinere, vel sie tarnen me 
recte emendavisse arbitror. 

Ad Mercurium autem, non ad Erigonem versum, qui legitur 
apud Hyginum Astr. IL 4 : 

Ixainov noo) noiüTU ntin TQÜyov WQ^rjauvTo 

qui(|ue ad origines Ascoliorum pertinct, quod ipsa Hygini docent verba ^), 
referendum esse, iam olini dixi [in Diar. Antiq. a. 1841 p. 87J; apparet 
autem hunc versum eo loco adhibitum fuisse, ubipoeta enarravit, quomodo 
Icarius Bacclii munus coluerit et cum aliis communicaverit. Adversatus 



3) Qui cum sevisset vitem et dUigentissime administrundo floridum falcc 
fecifiset, dicitur hircus in vineum se coniecisse et quae ihi tenerriina folia videret, 
deccrpHisNe ; quo facto Icuriam iruto unimo tulisse eumque inter fecisse et ex pelle 
eins utrem fecisse uc rento jilennm praeligasse et in medium proiecisse snosque sodalcii 
circu cum scdtare coeffisnc: itaque Krttlostlicnea aif : 'ixun/ou xtX. [Rostituit versum 
llillcrus p. lOß codd. opc rcctissiinc sciiluüis: 'ixuituti, n'iihi nimm et (juao soi|(|.| 
Th. U.MLk Kloiiip SdiriltcMi. II. 15 



226 Analectorum Alexandrinorum particula secunda. 



est Osanniis p. 32, sed nullam rationem addidit; nam ex versus niimero 
nihil coniicias, cum hexametro aeque in Erigone atque Mercurio fuerit locus. 
Ego autem sie statuo. Hyginus, cum in Pöeticis astronomicis saepissimo 
Eratosthenis auctoritate utitur, ubique, ut par est, Mercurium, quamvis 
nomeu non addiderit, respicit. Itaque consectarium est, ut hunc (^uo- 
que versum ab Hygino ex eodem carmine petitum j esse existimemus. 10 
Nam Eratosthenem in illo quoque carmine Icarii res non nimis breviter 
perstrinxisse, sed accuratius explicuisse docent scholia Homerica. Quare 
non dubito ad Mercurium etiam illud referre, quod apud Hyginum IL 40 
legitur: nonnulU cum Eratosthene dicunt cum Cratera esse, quo Icarius 
sit usus, cum Jiominihus ostendcrct vinum (Osann. fr. VIII), et de hoc 
quidem loco etiam Osannus fatetur potius ex Mercurio sibi quam ex 
Erigone ductum videri. 

His igitur expositis iam licet ad eas reliquias aninuim advertere, 
quae vel ex testium idonea auctoritate vel ex probabili ratione ad 
Erigonem referendae videntur. Sunt autem hac^): 

I. 

!^ffrt' Sl (T// Qoi)iy.ov xuXov 'ixavfv ftfog. 

*II. 
K(u ßnili'v HXQr'jTM TTVfi'fiovcc Tfyyöfifvog. 

III. 

Müayjn'g y.ca /Xojoicg xlrjuuiog .'xcfviUteg. 

nv. 

Ol'vdg TOI nvQi laov f)((i fx^vog , (vr^ äv /? ihnhm 

"Eltlrj, xvfJitivd J' oia A(ßi'Oauv üka 
BoQ^tjg rji NÖTog' rit St xca xexQVfXfi^vu qui'vfi 

BvaaöißfV fx J' urd^Qüiv ttüvt' hCvu'^t vüov 
Otvug lifidQTOfnrig, oi'rog ueOvoiair ohaHog, 

Oirog ijJv/UTiÜTtjg. 

V. 11 

Xud. 

Fr. I. [p. 97 Hiller] exstat apud Steph. Byz. v. uaiv, ubi cum legeretur eig 
Tb. dt) [Ald.J vel tl oie dt) [codd., nisi quod ei ()' oce dt) legitur in cod. E.j, 
rocto Bernhardyiis äoir (»■ restituit, quod flagitat ipso grannnatici locus, 
(pii dicit hie üoir de pago dictum esse. Iure autem suo Eratosthenes 
vocavit Thoricum uocu, cum ante Tiiesei saeculum Thoricus fuerit 



4) Notavi asterisco vorsus, qui coiiiectui-a ad Eiif^onoiii sunt i'clati. Cetcrum 
Bernhardyus nunc quoquo plura fragmoiita Erij^oiios inuiicrat, sed cum iiiliil plaiiius 
dixorit, de liac re iudicaii iic(iuit.. 



Analectorum Alexandriuoruui particiila secunda. 227 



inter duodecim illas Atticas civitates, neque ipsis Atlienis multum inferior. 
Conferas Strabonem IX. p. 274 [1, 20], nee postea fuit ignobilis locus, 
quem vel propter Opportunitäten! Athenienses belle Peloponnesio niuni- 
mentis firmaverunt (vid. Xen. Hellen. I. 2, 1), quorum reliquiae etiam- 
nunc exstant, cf. Eoss de pagis Atticis p. 72. Romanoruni sane aetate 
accidit, quod plerisque civitatibus, ut paene funditus evanesceret, hinc 
Pomponius Mela II. 1: Thoricus et Brauron, olim urhes, nunc noniina. 
At antea etiam Hecataeus urbem vocavit, vid. Steph. Byz. v. QoQi/.6g- 
drjj.iog Tfjg l4y.a(.iavcidoQ. qvkT^g. '^E/Mzalog di xrp> 7t6Xiv auti]v (pr^aiv, 
ubi Tijv delendum. — lam edog Osannus vult de sede sacra vel signo 
eius numinis accipere, quod apud Thoricenses maxime fuerit darum, 
itaque ad Apollinem refert; quod non ferendum esse facile apparct, 
nisi statuas in iis, quae sequuntur, alia adiecta esse. Verum ipse 
addit posse etiam Qoqi/mT cum edog coniungi, ita ut de lierois cogno- 
minis cultu, de quo nihil sit compertum, cogitandum sit. Et sane 
coniungenda sunt verba Qoqi/.oc -/.albv '^öog, quae appositionis loco ad 
liaii- adiunguntur. Nee tamen l'öog de numinis alicuius signo expli- 
candimi est. Sane Tlioricum, tamquam conditorem urbis, postea heroicis 
12 honoribus cultum esse consentaneum est; nulla enim fuit regio, | quae 
plures heroes coluerit quam Attica; at intempestive Eratosthenes, eru- 
difcus poeta et grammaticus , liic , ubi antiquissima Atticae terrae tempora 
attigit, de Thorico tamquam heroe locutus esset; verum '^dog nihil nisi 
domicilium significat, quemadmodum dixit Callimachus in Dian. 57: 
Ave de l'oi rcr/Ji^ , ^r/xiratv edog, itaque Thoricum urbem dicit Qoqiymü 
l'dog, vel quam olim condidit et habitavit Thoricus, vel cui tunc prae- 
erat Thoricus rex. — Illud praeterea quaeritur, Eratosthenes utrum de 
Icario haec dixerit an de Bacclio. Et de Icario tum demmn recte 
accipi posse putaverim, si demonstrari possit illum prope Thoricum 
inteifectum esse ab agricolis: nam quamvis Eratosthenem probabile est 
itinera Icarii, qui Bacchi munus cum aliis communicabat, commemo- 
rasse, tamen verbo hunc vel illum locum attiugere satis erat, liic autem 
versus ad accuratiorem descriptionem pertinet. Icarium autem haud 
procul a Marathone interemtum esse traditum est a Mythographo Mim 
II. 61, quocum consentit, quod Statins ait XI. 644: qualis Maraihonidr. 
Silva Flebilis Erigone caesi, prope funera patris etc.^). Itaque potius 



5) Puteum Anygrum , in quem Hyginus IL 4 dicit cauem Maerain sc coii- 
iccisse, in eadem regione quaeiendum esso apparet; Osannus dicit propterea appella- 
tum esse, quoniam siccus fuoiit: at Hyginus addit, quare postea neminem ex eo 
piiteo hihiftfie mcmoriae prodiflrriud. Legonduni potius Ani<jrnm, putmis enim 
vidotur foodi odoris fuisso, (juod indo ropotcbant, <|Uod Macia«- corpus inicctuni 

15* 



228 Analectorum Alexandrinorum pai-ticiüa secunda. 

Euhnkenio et Osanno assentior, qui ad Bacclii adventum hunc versum 
referendum esse putant. Sane sunt, qui tradunt Thebis relictis Bacchum 
adiisse Icarium, | idque ipsum videtur quodammodo vicinitate pagi 13 
Icarii confirniari ; nam nequaquam assentior Osanno, qui ad Hymettum 
situm esse contendit, sed potius iis, qui non ita procul ab Eleusine 
situm esse dixerunt, Prellero in Diariis Antiquitatis [a. 1836 p. 631], 
cui adversatur Osannus, et Eossio in libro de pagis Atticis p. 73. 
Verum Ceres quoque, ubi Atticam adiit etEleusinem se contulit, primum 
Thoricum attigisse dicitur apud Hom. in hymno in Cer. v. 126: 

Ol fxtv (Titna 
Ä'Tji (Jo^ QoQiy.övöa y.aifO/tOov. fvfUc yvvaTy.fg 
^HntiQov ^nißtjaav uoD.itg y.rl. 

Nihil igitur niirum, quod Bacchus, cum ad Icarium proficisceretur, 
Thoricum venisse dicitur. Sin vero quis malit Bacchum Thebis relictis 
se contulisse ad Icarium, vel sie versus ad Bacchum referri potest, 
quem poeta dixit Icario relicto Thoricum abiisse, ut deinde insulam 
aliquam Aegaei maris viseret. 

Fr. n. Versum hunc [p. 101 ap. Hill.], qui apud Macrobium 
legitur Sat. VII. 15, 23 (cf. Flut, de Stoic. Eepugn. c. 29 [p. 1047 D.]) 
recte ad Erigonem videntur homines docti retulisse; haud dubie autem 
dicta haec sunt de Icario, cum ei Bacchus primum vinum praeberet, 
quemadmodum est apud Nonnum XL VII. 58: 

Kiu nCtv üXXo fitr'' äkXo ysQwv (puTOSQyog uXojti'g, 
OiGToov f/wv uy.ÖQTjtov IvQQU&dfxiyyog i^oarjg. 

Fr. III. Affert schol. Dioscor. ap. Matth. Med. vet. p. 360 [p. 104 
ap. Hill.]: i.i6ay_ov ävzl xov '/Idöov rj ßlaorov (.loo^svi^iccca yccQ cd 
via cuiv (frccüP tleyov (hg /.al ö f^ ^HqLyovr^q [(hg /.ul Iv ^Hgiyovr] scr. 
Meineke Anal. Alex. p. 274] ^EQa.coo&lvrig i/ii di.i7ce'lov Hlooxoig /.cX. 
Eefert Osannus [p. 26] ad ipsum Bacchum, qui Icarium vitis curam 
docuerit, vel ad | Icarium, qui post aliis eandem disciplinam tradiderit, 14 
ut est apud Nonnum ib. v. 67 : 

lAyQovöfKii 6t y(Qovri «fvTrixofiog ünaat Sal^Kav 
KXrffiaru ßoTQvötvxu, (fi).(vin <S(äQU zQun^^Tjg' 

Kul UIV ävu^ ItSCSu'^tV Uf^KfUTCO Ttiii T^/vrj 

KXüaaai ßof^Qiüoui n ßuXtlv t' hl y.XrjU(tTu yvooig. 



fuerit, quemadmodvim in Elide fluvius fuit 'AviyQÖg (ibiquo Nü/utfui l4viy{>{öig\ 
qui et ipse propter ingratum aquae odorem nomen accepit, cuius odoris causam 
alii a Chirone, qui illio vulnus abluerit, alii a Proetidibus , quas Melampus purga- 
verit, repetiverunt, vid. Paus. V. .ö, qui cum dielt ytr^frlfia dva/toTj tw llvtyiii^ 
Trjv i'iau/n', voibi veriloquium significat. 



Analectorum Alexandrinorum particula secunda. 229 

Sod malim interpretari de hirco, qiii, ut ait Hyginus Astr. II. 4, in 
Icarii vineam se coniecerat et quae ihi tcnerrlma folia videhaf decerpsü, 
quam famam, cum ne in Mercurio quidem, ut siipra ostendi, poeta 
praetermiserit silentio, multo minus in Erigone negligere debebat, ut 
ostenderet Ascoliorum origines ad Icarium referendas esse. Et Mytho- 
graphus quoque Yaticanus II. 61 in Icarii fabula enarrauda consentit, 
et, qui paulo aliter memorat Porphyrius de Abstin. II. 10: cdya d' h 
^I/MQio) rtjg ^viL'/Sfi ixEiQcooarro ^tqCoTOv, ovi cancelor dyced-giaev. 

Fr. lY. Versus nobilissimos [p. 111 ap. Hill.] ex parte Athenaeus 
affert II. 36 E: zara de tÖv KvQt^vdiov 7touftt'jV Oivög xoi . . . vöov 
(v. 1 — 4) et eodem modo Stobaeus Flor. XVIII. 3: "EqaTood^ävovg' 
Olvög TOI . . . voov. Plenius vero ex parte Clem. Alex. Paedag. II. p. 67 ed 
Sylb. [p. 183 Pott.]: evTEvd-Ev ytal fj 7Wirfci%rj tog^eXy]f.ievrj Xsyei- Oivög S-', 
dg 7ivQi ioov I'xsl juivog, eiT' av ig avögag 'EX^ij, yjiimvu (J' o'ia 
ylißvooav aXcc Boget^g )]t Nozog' rä öi '/mi y.£7.Qi/.iiiieva 7iävca Oaivet 
ai-taQToeyctjg oivog f-isO^voioir oXioO^og Oivog xJMyaTtccTrjg '/.ai %u f^f/g, 
unde illud otiam apparet, amplius lianc vini descriptionem continuatam 
fuisse. Initium denique affert Hesychius v. vaQÜt/.oyrXtjQioTov . . . 
oivog tot yrigi ioov l'yßL fitrog- ^Egaroad^evr^g. V. 3 ex demente restitui 
Bogii^g, male apud Athenaemn et Stobaeum vulgo BoQgfjg scribitur, 
conf. Homer. II. IX. 5 : 

15 Booii]i y.Hi Zt<i'VQog , rdi rt SotfXriOtv üy]rov, 

XXIII. 195: 

BoQit] y.(u ZKf'VQ([) , y.cu vnCa/no itou y.ulü*). 

— V. 5. 6. recte fecit Osannus, quod haec, quae sprevit Bernhardyus 
et mire dixit Orphico aliquo poeta quam Eratosthene digniora esse**), 
restituit, sed non potest probari, quod edidit: 

— \j icjj.c(QToe7Trjg oivog, utO^covaiv öXiaOog 
Oivog x^ji/ciTiiarig. 

Addidi oivog, et aliter distinxi, quemadmodum etiam Bernhardyus 
nescio quo auctore versus exhibet. Epanaphora autem luiic loco, ubi 
commotus est dicentis animus, imprimis convenit, haue autem figuram 
Alexandrini poetae saepius adliibuerunt ; ut unum exemplum afferam, 
Callimachus in hymno in Apollinem dicit v. 43: 

KiTvog diOTivTTjv *^«;f' uv^qk, xtivog (cotööv, 
KtCvov (Tf &Qial y.cii fxcivrifg' ^y. ()V vv 'l^oißov 
IrjTQoi ötdtacotv aräßi-Tjaiv fhivuToio, 

[*) Sed cfr. nunc de bis Beigkium Opusc. I. 287.] 

G) Iure vir suuimus in litterarum Graccarum historia itendidcni tlagitat, ut 
l)hilologi in genera dicendi accuratius incjuirant, sed quae ipse piotulit de bis 
(luaestionibus, ex parte paruin sunt probanda, (jueniadmodum quae de Cboerilo 
dixit, quae alibi cxaminabo. 



230 Analcctorimi Aloxamliinorum particula sccunda. 

quem lociim ipse poeta alio tempore sie conformaverat : 

'J'oiß(t) yicQ y.(u to'^ov iniToinfrai y.al äoiSri, 
'Poi'ßoi' ifi Unna y.al ixävTHg' tx Jf vv ^'oi'ßov 
'f>]TQoi ihö(caaiv uv(iß).r]aiv OaricToiu. 

Secl de his dicam, ubi bis Callimachiim hymnos siios recensuisse 
ostendam. Ceterum Eratosthenis versus Osannus refert ad Bacchi 
orationem, qua Icarium, qui ipsum hospitio exceperat, vini usum et 
vim I exposuerit. Verum eiusmodi expositio parum illi loco convenif), 10 
quin potius ipse poeta vim vini describit, postquam narraverat, quan- 
tiun facinus pastores Bacchi munere saucii commisissent. Nam hie, ubi 
learius cum in aliis tum in se expertus erat, quanta vini vis esset, 
decebat poetam graviter commoveri et 7iai>rfciy.Cog ista exponere. 

Fr. Y [cf. Hiller p. 114] in Commentat. crit. [II. p. 5 adnot. infra 
p. 237] huc referendum esse docui ex Erotiano p. 394, 4 [Franz. 136, 13 
Klein]: ysuif ^Eyrr/Jj^gcpt^oi ipr/ar olv, öo'hiog- yelui ydo elaiv r/rod/jiiiaiog 
yvvaiy.eiov eldog, VMiyä (pr^aiv ^Egaioolf^iri^g ^fitjQiyvrtj -Acd KallioTQazog 
iv g avi-if-tUrcDP, quod quidem probabiliter ad Erigonae virginis habitum, 
quam descripsisse videtur poeta, referas. [Cfr, infra p. 237 not.] Fortasse 
ibi commemoravit poeta, ubi dixit virginem nudis pedibus quaesivisse 
patrem, ut est apud Nonnimi ibid. v. 215: 

A«t ni.oyccjuovg TiD.ovaa (fiko) TKCQay.chx'hio lijxß«) 
IJunOh-og lixornhui-og i<aii/jß((log. 

Ceterum et hie et alias, ubi comparavi Nonnum, sie statiio, liiiicpoetae 
plane non lecta esse Eratosthenis carmina, nam nc illud quidem, quod 
dicit v. 111, quod facile philologus aliquis verboium auceps opinetur, 

Afä (fXf'ßts oiäntvovTfg ^yvfiai vovto y.uoi'iroi', 

ad Eratosthenis exemplum conformatum est. 

Haec igitur sunt ex raultis reliquiis, quas ad Erigonem revocavit 17 

Osannus, quae iure huc referri possunt. Verum sunt etiam alia, qiiae 

fortasse ad hanc elegiam pertinent, quenuidniodum illud hcjnistichium, 

quod ex Eratosthene profert grammaticus in Bekkeri Anecdotis t. II. 

p. 655 : 

u(aov iV i^KvauTo ßuvvöv. 

Hoc enim coniicias de Icario dictum esse, qui, cum hibcrno tempore 
Bacchus ad se venisset, ut hospitaliter illum acciperet, ignem accendit; 



7) Aliud esset, si liic laudos vini in-aodicarcutur , quod IJaculuis a;,nt apud 
Xoiiuuui XLYII. V. .53: 

dvuoflÖQOvg yuo 
Ov atuxvig Xvovai ui).}jSörag- olrozöxot di 
BÖtQVig uvdqofitiii nuii'jorif liaiv ürltig. 



Analectorum Alexandrinorum particula secunda. 231 



ßal'vog enim nihil aliiicl est, quam quod alias iayaQig vel /xtiavog dici- 
tur, conferas Polkicem X. 100: ov //// dUxc /.cd ßcclror av eijcoiq ibv 
XvtQOTtoöa, /.al 7C0v ~/.al avd^Q(XY.iov, l4'/J^idog ehcöviog iv ylt^firia' 

Kcu (UTjv TTKQfjv (cvO-ndxiov ijurv tv uioo), 
^eiOMv re y.vüuor utarög' 

. . . y.cd ui]i' eo/agar ehcoig av zu dr^od/uoi' zovio /.cd ioxctQior, 
läQiaTOcfävoig tv Tayi^viOToig eiTtövrog loyäoici, /.cd rcoc /.cd loyaqida. 
6 dt ^iQccrrig tv 'FiyaoraTg cpi^or 

y.oHiatit II Ol Tig 
&i\uceXo)n(i)r ojjf /Litarrjr ia/ünav. 

Cf. de toyÜQcc Arist. Acharii. 888, Vesp. v. 938. Et similiter /.ccfavog 
dicit Galen, t. IV. p. 146 : oi/t^im l/. /.aidvov 0^tQ(.iaivöi.iEvov tv ye to 
yßi(.iCjvi. Adde Poll. VII. 110, ubi 7n7/c'a interpretatur «j'i/(»«/('JJ' /Aluvov. 
Eratosthcneni autem in liac hospitii descriptione ad idylliorum simili- 
tudinem accessisse verisimillimum est. 

PoiTO ex ipso prooemio elegiae [cf. de h. 1. Hiller. p. 116 seqq.] 
potest versus petitiis esse, quo utitur Athenaeus I. 2 A: 

Toig rf' unoua^uut'i'oiai O^fol äiööuaiv tcutivov, 

[de quo Eergkius postea in Diar. Antiq. a. 1850 p. 177 seqq. disputavit, ubi 
Theonis Smyrnaei librum de Astrononiia a Tli. H. Martine edituni recen- 
suit]. Athenaeus autem cum hoc versu utitur, (epitomator enim hie ipsa 
Athenaei verba videtur servavisse.) dicit: do^ olv ede'/JjOEig vmi i]i.uv 
18 ziöv yiaXiöv i7cr/.v?u/£Liüv Xoycov /.tETadoüvcw (rglg ö' d7C0f.i. ^. ö. a, log 
710V cpi^oiv 6 Kigr^valog 7tou]Trjg) fj 7cao alloi- rivög ^««g dva7cvv0^d- 
veai/ai del; Kecte opinor homines docti haec Eratostheni, non Calli- 
macho tribuunt, nam sie iufra quoque Athenaeus IL 36 E Eratosthe- 
nem vocat Cyrenaeum poetani. At quaeritur, quid sibi velit ille 
versus. Apparet diiouciictutvoiai (nam quod in uuo codice est aTiode- 
^af.iivoioi reiiciendum omnino) nihil aliud significare posse, quam üs, 
qui ter sc imrgavcrint , deos propitios esse, quod ad proverbii veteris 
speciem proxime accedit. At Eratosthenes non is est, qui tamquani 
Boeotus aliquis poeta tralaticia quaedam praecepta ad vitam bene beate- 
que agendam composuerit, verum consentaneum est eum hoc proverbio 
usum esse, ut aliud quid subtiliter notaret. Ipse autem Athenaei locus 
docet, in quam sententiam versus dictus sit. Nam Athenaeus eo con- 
silio adhibuit, ut diceret noU nobis petentibus clcesse, seil quod aliis 
iam cxposuistiy kl nohis qiioquc iteres, itaque consentaneum est Era- 
tostiienem quoque hoc versu usum esse, cum excusaret, quod bis tervo 
aliquid repcteret. Iam vero vix aptiorem locum reperies huic versui, 
quam prooemium Erigones, in quo poeta more Alcxandrinorum haud 
dubio quaedam praefatus est de suo iustituto. Hie igitur, si rccte 



232 ADaleetoriiin Alexaudiiuoruin paiticula secunda. 

conieci antea Mercuriiim cum edidisse, in quo Icarii et Erigones fatum 
exposuit, profecto debiiit rationem reddere, ciu- iam denuo hanc mate- 
riam tractandam sibi suraeret, recteque dixit iis, qui ter sc purgave- 
rint, iit est in proverhio, cleos favere. Apte autem hoc ipsum 

Ti/ig J" uTio/ucc^aiufvuiai (hol JiJöaaiv ä/utivov 

adhibere potuit de poesi, quandoquideni dycoftccoaeo^ai est etiam imi- 
tando aliquid fingere, uti Callimaclius dixit in Ep. 27 [29]: 

'//ff/orfor r6(J" (itiauu y.cd 6 TQÖnog' oi' töv aoid'ojv IK 

"EayaTov, tikV dxvio) f-irj rö fith/QOTajov 
Tu)V fniun' 6 2.'oltrs äne/nü^aTO. 

Deniqiie dicendum est de versu , quem olim iam [Comment. crit. IL 
p.V. infra p. 236] ad Erigonem referendum esse suspicatus suin, de quo dixit 
Osannus p. 35 [cf. Hiller. p. 27 sqq.]. Apud Etymol. M. leguntur haec 
p. 135, 31 : !^Qyuqirig- o'tov Niifid /.levai -/.Qt'jvijg edgafiov i^qya- 
(pi^ig. Tivig de. öid rov e, U7tb Feqymfov rov Uooeidojvog. tö öi 
evT€?Jg ev zot 'Equ?^' Kqrjvr^g raQyacpirjg. 6 ITaQi^iinog arer rov y 
Irj fj tl^eiilug d7cd 'laxoQiag. Dixi illud hemistichium ad Eratosthenis 
potius Mercuriimi, quam ad Philetae Carmen, quod eodem modo 
inscriptum fiiit, pertinere, cum illud Carmen longo nobilius magisque 
grammaticorum studiis fuerit explicatum: neque negat hoc Osannus. 
Censui autem etiara pentametnim eiusdem poetae esse; nam verisimile 
profecto est ex codem poetae utriusque formae exemplum a gramma- 
tico afferri: sin diversorum sunt poctarum versus, mirum profecto, 
quod grammaticus doctus vulgarem hanc formam, quae in multis car- 
minibus haud dubio obvia erat, Eratosthenis potissiinum voluerit aucto- 
ritate firmare. Itaque pentametrum quoque vindicavi Eratostheni; et 
cum non constet hunc poetam aliud Carmen elegiacum composuisse 
praeter Erigonem Cnam et Epithalamium et fortasse Anterinys quoque 
potius heroicis versibus vidcntur ('omprehensa fuisse), huc revocavi. 
Parmenii autem nomen, cum aperte corruptum sit, Farmeniscuni sub- 
stitui, ut is diceretur ad eandem normam etiam in Mercurio edidisse 
Kgrjvrig liQyrnfir^g, ut iam utriusque loci summa sit similitudo, nee 
idem poeta alio loco alia sit forma usus. Parmeniscum autem inter- 
pretatum esse Mercurium conatus sum ex | Hygino ostendere, vid. Comm. 2(J 
crit. II. p. V [infra p. 236]. Osannus et haec reprehendit et id, quo dixi 
U7cb lotooiag idem fere esse, quod xai!>' laioQiav. 'loiooia grammaticis 
est pro auctoritate, si quid singulare sive usu aliquo et librorum fide, 
sive exemplorum similitudine defenditur, quemadmodum Herodianus 
significat apud Etym. M, p. 791, 55: öFjlov ort ovöt tö fffjg wfpEiXev 
k%uv TÖ l' ukKu Auxu toroQLav rjyovv vcagadooiv tyEi xö l ycQoa- 



Aualcctorum Alexandrinoruni particula seounda. 233 

yeyQafti-tevov. Uöte yccQ zT] iGvogia XQOjtisd-a; i^vr/M ri VMra. Ttagddoaiv 
yQcuperai, iÖ07CEQ xb o/.eiQio. loreov öi otl r) 'lorooia ÖLirrj eariv 
l'oTL yaQ )] xgr^aig, tjrig y.ai tbg vXtj V7c6'/£LT(xl rj] oqOoyQacfiq' ktyezai 
de laroQia ymI rj inaQTiQia ziov dqyaiiov -/.al ivdö^coi' dvögaiv, tjzig Kai 
ogyavöv egzl zr^g dod^oyQmfi'ag. Jict zovzo y,al l'ayazov ziza/.zca i) iGzo- 
Qia, hieidrj ovy. dei xe/Qi^fie^a adzj], all' bve od dvvazov eozi zfjv 
?J^iv did ziüv aX'Kiov ymvovojv dQd-ioaai, dvakoyiag, diaXexzov, }j Itvi.io- 
loyiag. Cf. ibid. p. 816, 56 : \ozooia dt toziv i) ziov 7ialaiCüv yQT^Gig, 
Tj xal 7iaoddoGig. loreoi' öi bzi 7ro?J.dy.ig 'iGzoQta IvaiTiovzca öia- 
"kevaoj Azl, PoiTO idem Herodianus 7ceqI uov. '/J^. p. 5, 16: od i^it]v 
bzL y.ai ^io vi Igzlv oczcd yctQ eXiyero rrooiEoov i] (Doirr/.)^. zovzo yaQ 

d7CE^El'0)f.ltl'0l' EGZL '/Ml EV 'iGTOQICC '/.EUlEVOV, UyVOOVUEvÖv ZE /Xti z7j ZMV 

TtaXaiiov 'Elhp'OJV XQi'Jgei ymI zf] Gvvr]d^Eia. öiö /.ai zd orzo lEy6i.iEva 
'Aal 'iGzoQia [/.a^' 'iGzoQiav Lehrs] ovy. dvaGV-EidGEi zö r/cö 7co?lon' ?.Ey6- 
(.lEvov f.iovr^QEg. Adde p. 12,21: zb öe ^vq ov Gvvr^d^Eg 7caQd "EI?j]Giv, 
dll' iGzoQiag Eyöf-tEvov. lam qiiod dixi in iUo Etymologici loco, qui 
item ex Herodiani libro tieqI 7iad^CJv petitus videtur, d7rb iGzooiag esse 
idem fere quod /.aO-' 'iGzooiav, Osannus adversatur quidem, sed quod 
dicit: nihil alind sifjnlßcare potest, quam quod ex historia sumtum 
dicatur, nihil omnino dicit. Herodianus dlcit, quod poeta scripsit 
l^Qyaffü^g, non esse temere novatum metri causa (ßEßiaGf^dvof), sed 
21 iinnari auctoritate, ab aliis | quoque hanc formam adhibitam esse. 
Conferas schol. Find. Ol. 3, 52: d-(lEiai' öi eLte ymI XQVGo/jQon' a^rö 
'iGzoQiag' ö ydo Gt^GiJöa yodii'ag zoiavii^v acit]r leyEi /.al TlEiGavÖQog 
u KajiiiQEig Y,ai 0EQE/röi^g, nam sie pro inepto ^iGzoi'ag, quod vulgatur, 
corrigondum. Hoc dicit grammaticus, Pindarum, cum cervam cornutam 
dixerit, sccutum esse proborum scriptorum auctoritatem. Eodemque modo 
dycb dvaloyiag dicitur, vid. Herodian. .r. ,«. A. p. 6, 9: zb öi Eig [Lehrsius 
GEvg\ a/rö dvaloyiag 7iXaGG6i^tEvov zb öi ffEvg^) lycl zov JiovvGov /eI- 
(.lEvov, (jjg iv zalg E7ci/h'^GEGiv e\'qoi.iev, YxtO-' iGvooiav egziv eIqIjUEvov. 
Non dicit contra analogiam formatum esse Evg ab adverbio eI , sed secun- 
dum idoneam rationem. Osannus, ut iam suo modo illud «tcö iGzoQi'ag 
explicaret, primum dicit cum Sylburgio aliisque scribendum esse IlaQ- 
Hviog, ut illius sit versiculus, deinde dicit: Parthenius cum fontis 
nomen sine y exlnhcret, nescio quam rationem sccutus est , nisl id fecit 
proptcr causam aliquam ex historia petitam, quac qualis sit, statim 
dicam. Fingit cnim versum ex Metamorphosibus Farthenii pctitum, et 
huic opinioni ut fidem faciat, suniit Metamorplioses elegiacum Carmen 
fuisse, serraonem autem esse de Nymphis, quae Dianam, cum ab 



8) Corrige 'Pkn'g , qui est Etruscis per roduplicationem Piqihluns. 



234 Analectoruin Alcxandrinorum particula seciinda. 

Actacone spectaretiir, comitatae sunt, quoniam Ovidius dicat Met. 
III. 155: 

Vallis erat piceis et acuta deusa cupressu, 
Nomine Gargaphie, succinctae sacra Dianae, — 
Fous sonat a dextra, tcnui perlucidus umbra. 

Ovidiuni autem haec Parthenio debere, Parthenium autcm eam formam 
adhibuisse, quae simiü fontis naturam indicarct, hoc est | ^gyacpü^, 22 
quo nomine candor fontis indicetur, nam Parthenium ab dgydg rcpe- 
tiisse, idque ipsum Ovidianum illud temii perlucidus unda significare. 
Non videtur operae pretium esse hanc eoniecturarum copiam singulatira 
refellere: nam, ut unum tan tum proferam, Osannus sumit, quod nuUo 
nititur argumento, Parthenii locum expressum esse ab Ovidio, reiicit 
id, quod ego dixeram, quodque planum est, Alciphroncm imitatum esse 
poetae ilHus locum. Nam legitur apud Alciphronem III. 1 : tö di ulov 
7tQ6oi07iov adralg ivoQxeJad-ca raig 7raQ€ia7g uvioig av tag Xagizag töv 
OQyoj^iEvbv dyroXutovoag vmI rijg l'/gyarpiag '/.Qi'jvijg d7C0i'iipa(.ttvag. Qui 
Alciphronis consuetudinem novit, facile largietur hos flosculos aliunde 
sublatos esse; illo autem pentametro usuni esse xilciphronem vel inso- 
lentior forma ^Qyacfiag*), quam codd. tuentur, ostendit. Hinc igitur 
consentaneum est, quod ego statui, etiam poetam, quisquis fuit, de 
Gratiis dixisse illum versum: fac enim poetam de ISTymphis hoc dixisse, 
Alciphronem autem ad Gratias retulisse, tunc imitationis vis mirum 
quantum infringeretur. Nee tamen crcdo poetam, cum virginis alicuius 
pulchram faciem describeret, Gratias in genis saltare dixisse, nam hoc 
ab ipso Alciphrone profectura videtur: verum Eratosthenes , si ei vin- 
dicandus est versus, potuit in carmine aliquo dicere de Gratiis, quae 
et olim ipsius preces cxaudiverint quasque nunc quoque sibi propitias 
fore existimat: 

[Ot«t TIQIV 71 Ot' «7/' 'OqX OfJ-tVÖV X (( Q I T { g llTlüV f] X U l] 

Nnl/dfifvai XQ^vrjg tSoafxov lA()yu(fh]g, 

potuitque hoc in ipso Erigones prooemio expositum esse. Sed incerta 
sane ista sunt; itaque nolo repugnare, si quis, quod etiam Meinekius 
fecit, Anal. Alex. p. 282, Parthenio haec tribuere malit, | quemadmodum 23 
etiam alibi Herodianus Eratosthenem cum Parthenio coniungit, ut est 
in Etym. M. p. 170, 47. Fatendum tamen est, si scribatur o naQ^eviog 
uver Tov y, ita ut hoc ad pentamotrum pertineat, nihil omnino dici, 
quod non ante iam dictum fuerit, nisi quod poetae nomen additum 
est: quanto melius autem tunc grammaticus, qui Herodianea in bre- 
vlarium redegit, scrip.sisset supra oiov 7caQd TlagO^evio» vel oiov UaqMviog. 



[*) Sic Bci-gkio scriborc in aiiiino erat ])ro ytymufiug. Adnotat autom öeile- 
rus: ytoyiufdig Dr Big. Vat. V: uy^iuflug Lamb. Bari, b.] 



Eratosthenica. 235 



Haec igitiir sunt, qiiae de Eratosthenis Erigone probabiliter dici 
posse videntur; in quibns si Osauno plerumque advei-satus sum, spero 
id virum doctissimum miliique amicissinium non aegre laturuni esse, 
siqiiidem ipse itentidem significavit, eiusmodi quaestiones quam sint 
ambiguae, ut in alterutram partem disputandi non desit materia. Vole- 
bam autem alia addere de Phileta, cuius carmina olim iam attigi^) et 
de Callimachi elegia, quae inscripta fuit l4oyovg olY.Laf.ioi, (non 
'^Qyoig ohioiiüg, ut perquani inepto apud Siiidam legitur,) cuius memo- 
riam plane obliteratam ex parte iam Alphonsus Heckerus instauravit, 
sed de bis exponam alia oblata academica opportunitate vel ut rectius 
dicam necessitate. 



III*). 

IV Eratostlienos Mercurio p. 111 ed. Bernhaidy [p. 56 ed. Hiller]. 

In Mercurii insigni fragmonto, quo poeta quinque zonas descripsit, 
(,'um alia ciiiondationem tlagitant, tum illc locus, ubi frigidae regiones 
dcscribuutur, quem Bernhardyus odidit ex Achillo Tatio p. 153 C: 

At (H öco ky.ÜTioüt noloig jitQinTtjiiui, 
u4ii (foiy.fü.tui , ti!)' i<)aTi voaTtovOiV 
Ov juijv {(fcon, i'ilV (ctTÖs «7i' ovnavüt'ßiv y.nvaruXlog 
Kihai äp((7it(T/t , TTtQi'ilJi'y.Tog rt JtTvy.Tui, 

ubi nec numerus nee sententia satis integra est. Et apud Heraclidem 
quidem Allegor. c. 50 recte ölm legitur, deinde ov ftiv Fellus [Scaliger] 
correxit, idem TizvÄto, quod ipsa orationis conformatio llagitat; sed 
reliqua plane dcpravata sunt, nam quod Brunckius coniecit aiel ö' 
vdaiL fioyeovoi probavitque Bernhardyus, nisi quod v>' requirit, magis ad 
Latini quam ad Graeci sermonis consuctudinem accedit. Scribendum est: 



9) lUud tantum hie adiungo, vcrsum, quem alias iam adicci: 

Kui y.tr 'A9>jyaiijg doh/uöoov 

ex bulioliis llomcricis ad IL S, v. 385, ubi versus exstat iioctac uoiuinc uon addito, 
sie esse rcdintcgraudum : 

Kul y.iv 'ASijVuliji: öo/.t/uvoov itiiot uotv. 

roiTO addo homisticliium ex Bibliothecao Coislinianac cod. 17(3: tö afdiog ö •/'//. »/t«s 
äviv ToC I nnotjVf'yy.uTO ffno'tv' 

'Aya9i] J' inl »;^to«i uidvJ. 

Quod neseio undo aliquando adscripsi, nam Montefalconius nihil ex isto oodice affert. 
*) [Indicis lectionumMarbuigcnsium per semestre hibernum a.MDCCCXLIV— V 
habendarum nr. IL Cf. p. 43 et 201.] 



236 Eiatosthonica. 



AI St Sim ixccTfoO^e nöloig nfoiTitTtTrjvhci, 
Aifl (fnixaktai t\ {(fei i'i-^ V(^kti vort'ovani' 
Ol' fxtv i'SwQ, äXV avTos (tn" ovqavö^tv y.QvaralXog 
K(ivr]v yai^av tnhaye, 7ifQi\pvy.Tog St TfTvxTO. 

0Qi/.aliai aptius puto, quam quod Heraclides exhibet yiQv^ialeai, vel 
qiiod in schol. Venet. Homer. IL 18, v. 468 legitur ßQif.iaXlaL. Deinde 
roreoraai , quod correxi, cum Heraclidis et schol. scriptura ^oyiovoai 
confirmatur, tum ipsa sententia commendatur, namque cum poeta illas 
regiones semper madere dixisset, ipse hoc corrigit, addens Ov /uev 
l'dojQ, d?jJ aiTÖg mc' oiQaro'hi' y,oi'aTcdlog, qua figura cum alii poetae, 
tum Sappho usa est fr. 93 [Bgk.^j: Oiuv tö yXvvuf^iaXov eQEvd^srai a>iQ(ii 
hl lodo) ^!dy.QOv hl crAQüiarr)' ?.e?mü^ovto di fialoÖQoyn^eg , Ov f.tdv 
Ivleläl^ovi, dlV oi-A eSi'rmi;' hil/Miüai. Eodem modo explicandus est 
Bionis versus I. 95, qui nonnullis fuit offensioni: Kai /.dv hcaeiöovoiv, 
6 da Gffiaiv oca. hia/.ovEi. Ov f-iäv ov/. ed^äXei, /xbqa de /mv ov/, dvco- 
XvEi, hoc est, QU /(«»• ov/ eOelei hca/ovsiv, lubenter ille quidem vuU 
audire, sed PersepJione non permitiit. Deinde in Eratosthene scripsi 
Keivi^v I yaiav f/reV/e, nam quod sequitur yceoiih/Tog öf. raTv/ro indicio V 
est eiusmodi uomen, qualc est yf(7a praegressum esse, namque non 
ad ipsas zonas referri potest illud hemisticliium : /em^v ycäuv autem ad 
utramque zonam pertinet et ex more dictum pro trjv r/el yalav. 

Alia de Eratosthene, quae addere volebam, paucis perstringam. 
Dixi iam in Zimmermanni Diario a. 1841 p. 87 de loco Etymologici 
Magni p. 135, 31 [p. 27 HilJer]: l^gyarpü^g- oiov Nixpäi-ievai /Q/jvmg 
tÖQapiov l4Qya<pit^g. rivig da öid tov £, dvcö Fegyccfpov rov Ilooeidtovog. 
tÖ da avTsXag av coj'^EQi.ifi' KQ/jV)^g ragyacpi i^g. ö naoiiai'iog avsv tov y' 
\] i) DÄeiipig «7fö 'laroQtag, ubi ostendi ö 1 laQuavio/og scribendum 
esse, nam non poetae, sed critici nomen requiritur, qui etiam in Mer- 
curio ad eandem normam correxisse videtur ^Qyacpirjg, sed in medio 
reliqui, utrum hae reliquiae ad Eratosthenem , an ad Philetam referendae 
sint, quouiain uterque poeta Mercurium scripsit: sed non dubitandum 
est, quin utrumque fragmentum Eratostheni sit vindicandum [cfr. supra 
p. 232 1, nam huius Carmen longe nobilius, ita ut etiam sie simpliciter dici 
possit, fuitque ita comparatum, ut grammatici studia facile in se con- 
verteret. Ex Parmenisci autem commentario fortasse petitum est, quod 
Hygin. Astron. II. 2 exhibet: postea autem de Septem stellis, ut Par- 
meniscus ait, quhique et v'ujinti sunt a quihusdam astrologis constitutae, 
ut ursae species non Septem stellis perficeretur. Itaque et ille, qui 
(lutea planstrum sequens Bootes appellahatur, Arctophylax est dictus, 
et iisdem temporihus, quibns Homerus fuit, hacc Ärctos est appellata 
et quae seqq. Item II. 13: Parmeniscus autem ait Melissea quendam 



Eratostlienica. 237 



fuisse Cretae regem, ad eins filias lovem nutriendum esse delatum, 
quae quod lac non liahuerint , capram c'i admislsse, Ämalfheam nomine, 
qiiae eum dicitiir educasse: haue antem geminos haedos solitani esse 
procreare et fere eo tempore perperisse, quo lupiter nutriendus est 
allafus. Itaqiie propter heneficiuni matris et haedos qiioqnc dicitur 
inter sidera collocasse. Quamquam haec etiam ad Homericos commen- 
tarios referri possunt. Pentameter autem ille 

Niif)icfiivcci y.(>i]r)js fä()(cuov lAnyaifirig, 

(yiQ^rjg enirn vel numerorum elegantia commendatiir prae vulgato 
■/.Qrjvais) sane ad Erigonam ^) videtiir pertinere, quamquam Eratosthenis 
etiam alia carmina elegiaca videutur exstitisse, sicut l4vieQivvg, uude 
exstat fragmentum [p. 90 Hill] 

'ivyfig rf' Mg navnov inty.kvov 

ap. schol. Nicand. Ther. 400 : \vyfj di (ptovrj xig eari, ßorj ddidqd^QMTog chcö 
Tov orußaivovTog ^te.roir^uevr^. vmI ^Egarood-irr^g Iv 14vveqivvi yregl /Avbg 
'Kiyoiv Ehttv ^Ivyi^g 6' iog :iavQov hrt/Xvov. Ita cod. G [vel potius e/.iyJkvov\^ 
vulgo 'Eqivvvl et ^hyr^g tog 7r. aTttvJkvEv. Schneiderus et Bernhard\Tis non 
rede iv ^HQiy6v7]. [Vide supra p. 207.] Porro ad idem Carmen pertinet 
locus Athenaei IX. p. 376 B [p. 91 H.] : ;caQa7ch]Ouog de. ro) l^yaioj yxd 
^EqaTood^lvr^g iv 14vteqivvvl (ita PVL, ^iteqivci B) voug ouag haQivovg 
7CQ0O)]y6QEvae, {.tezayayojv y.al avrög (i.cb xCov kaqLvojv ßowv. Deinde for- 
tasse elegiaco meti'O conscriptum fuit 'E/r/,9-a^^«/o>', cuius exstat memoria 
in Etymol. M. p. 170,47 [p. 102 H.]: auQoaydg' i) cifx/telog' fj€fAvr/rai 
üaQ&ävi og iv '^Hgar/SLel avQOGy^äda ßÖTQVv^lyiaQLWvi'rjg. ^Eoaroad^evr^g 
de iv ^E7Cid^a?Mui'o) tÖ YMTa ßörqvv '/Jj^t.ia. eiorfrai di ircauoQOVf-iivri zig odoa 
oaxr]. ooyji yäq rö /.Irua. Ceterum Parthenii versus corruptus, neque 
probat id quod vult grammaticus acQOOxdda ipsam vitem dici, fortasse 
scribendum: a LQOoyddog {aLviro) ßoTQvv ^J/.aQnoveh^g, ut acQoayug 
Icarionea ab ipso Icario, non ab eins filia Erigone dicatur. [Cfr, supra 
p. 210 not.] JS'am Bernhardyo certe, qui praeter Mercurium carmina 
scripsisse Eratosthenem negavit, nemo adsentiet. — Cete?;yLim forma Idqya- 
(fli] videtur etiam Callimacho reddenda esse in hymno in Del um v. 75: 



1) Ad Erigonam cum alia pertinent, tum quod legitur apud Erotianum p. 394 
ed. Franz [p. 136 Kleiu] yjna- ^EnixkFjg (ftjal xpv/uC, ovx öfj,>w?' /ina yÜQ (iaiv vno- 
3rifi.uTog yuvuixftov iMog' y.uihd ff,r]aiv ^EQUToaO^ivtjg y.icl KiclUaTQUTog fv g aufi- 
fii'xTcov. Scribendum Xica , ut Auxuyvi/.aC, ^xvih/.ui, 'Po^tay.tä, all. commemorantur, 
vid. PoUux VII. 88. Negligenter autem hunc locum edidit Franzius, siquidem in 
Addendis p. 622 haec leguntui-: p. 394.1. 4 pro ^fxriQiyövrji l. 'JlQiyövri, cuius voca- 
buli supra uullum vestigium exstat, sed non dubium est, quin ^EQaToa&evrjg iv 
'Jfot-yüvij legendum sit. [Cfr. supra p. 230. Ceterum de eiTato typographi apud Fiauzium 
a{^i Kloinius iiitoUo.xit: speetat nota ad p. 374, ubi ö 2.'o(f(>x).>]g fv ^^umjiyi'inj dic-itui'.] 



238 De Lycida Eclogae septimac comraentatio. 

«i J' iiff'novTO 

laurjvov XH'" ^f(Tt)6g. 
Legebatur Ji'q/Jj ts ^iQocfuj ts, et iam Ruhnkenius FaQyacpuj deleta 
particula zt coniecit. — Deiiique ille Eratosthenis versus, qui satis 
cormpte legitur apiid Choeroboscum Bekk. Anec. | p. 1185 [in Theod. VT 
p. 119]: evqed^i] de y.al tö y^Qvag l^qvarcog 7ceQiTcoavlkdßiog /.hd^tv 
f] de wceq ^qvavtog, hcl vcQOXoaig Troraftiiüv, iiaq ^Egarood-f-vei' Ion 
de ovofia Tcoraf^ov, sie videtur corrigendus: 

H t)" Ynt^it'' ^A()V((VTug fnl nooyowg n ot (cu oTo*). 

Sed hie versus lougioreni disputationeni requirit. 



E. Theocritea. 
I. 

[De Lycida Eclogae septimae commeiitatio]**). 

Cleanthis Stoici hymnus in lovem, quem soliis Stobaeus in TU 
Eclogis Physicis I. 2, 12 ab oblivione vindicavit, statim in ipso exordio 
grave aiiquod vitiam contraxit. Haec euim philosophus de nccessitu- 
dine, quae inter deum et lioniines intercedat, vaticinatur: 

Ex aov yuo yh'og fa/xtv' i'i/jtv juifirj/btcc Xux^övTfg 
Alovvoi , Hau tüJf/ T( y.icl tijnit ^^vr/T^ fnX yniuv. 

'Hyov enini libri nianuscripti ad unum oinnes tuentur: sed quae homiues 
docti coniecerunt, paruni probabilia, partim plane aliena sunt, velut 
losephus Scaliger oyov lusit, Brunckius Irig seripsit, Ahlwardtus ooi., 
Petersenus o ooc legendum censuit. Mihi (piidem xim niaxime simile 
videtur Cleanthem scripsisse: 

Ex aov yuQ y^vog fauh'' 'öXou jufju.r]fn( ku/üvng 
Müvvoi , off« Cuiti re xu) tQnn Orr/i'' fjil yautr. 



[*) Veram esse scripturam AI J^ ti^qtjv j4()vuvT(>g ox cod. MarcMano 489 
nunc pci-spicuuin est: ^ Si vti^q exhibet Coislinianus.] 

**) [Index Hcliolarum in univoisitato litteiaria Fridoiioiana ffalensi cum 
Vitebergensi consociata per aeslateni a. MDCCCJjXI • • • habcmdaiuni.J 



De Lyeida Eclogae septimae commentatio. 239 



Haec enini Stoicorum fiüt sententia, animiim hominis ex anima 
mundi originem ducere divinaeqne mentis esse particulam et quasi imagi- 
nem quandam. Ita secundum ipsum Cleanthem Hermias adv. gent. p. 31 
[c. 7 ed. Otto] : t/^v i}'r/i]v di' o'lor xoc y.öainov du'/.Eir, /^g uioog f.iETtyovia^ 
i)f.täg hixlir/olöi^ai. Adde Diog. Laert. YII. 143, ubi Stoicorum placita 
exponens dicit: Cioov äga o -/.oGf-iog' l).nlnyov de, log ör^lo}' r/. zr^g 
f^f.i€t6Qag ilnyjg r/.Ei^ev o\'oi^g d7roo/cäofiaTog et 156: r/)j' de. nor oXior 
('/''7'}*') ceq)&ceoTOv, t]g ueor^ etvai rag iv zöig Zwoig. Imprimis autem 
hoc placitum illustraut Arrhianus in Epictet. Diss. I. 14, 6 : d?2' a'i 
xliiyai uev OiTtog elöiv evöedEf-ievciL y.al arvacfeig toi S-eo), are avrov 
fjoQia ovoaL y.ai aTtoGyraOf-icaa (adde ib. I. 17, 27 et IL 8, 11) et 
M. Antoninus IL 4 : Sei öi i^ör^ 7iox8 aiod^eoO^ai , rivog /.öaiiov uegog ti, 
IV xa/ Tivog öior/.oh'Tog vöv /.ooiiov dyroQQOia hreati^g. \ Atque hinc 
Seneca in Cousol. ad Helv. c. 8: animus conteniplator admiratorqiia 
mundi, pars eins mägnificentissima. Luprimis autem comparandi sunt 
Mauilii versus Astronom. lY. 888 : 

lam nusquam natura latet: pervidimus omnem, 
Et capto potimur miuido, uostrumque parentem 
Pars sua perspicimus, genitique accedimus astris. 
.... Quid mirum, noscere muadum 
Si possunt homines, quibus est et mundus in ipsis, 
Exemplumque dei quisque est in imagine parva. 

Cleanthis autem hi versus haud dubie obversati sunt Arato, qui 
Phaenomena ita exorsus est: 

Ex zftos uo/(öjueai^(c, TOI' ovSinoT^ (cvti{)fg tüiufi' 
ui^QTjTov' fxtartu Si Jtog nüaui ulv uyviui, 
TIüOcu J' icvdgwjKav uyooai , utoii] Si OüXaaaa 
Kai Xifi^vfg' ntivTrj Si ziiug xf/QiifAfx'hc nüvTig. 
Tov yuo y.al ytvog ißfi^v^). 

Aratum cnim coustat, cum Athenis versaretur, Zenonis et Persaei 
auditorem fiiisse: ibi fortasse etiam familiariter vixit cum Cleanthe, 
qui videtur illo ipso tempore, quo Aratus Athonis commoratus est, 
hunc hymnum scripsisse, unde integrum hemistichium in sui carminis 
prooemium transtiüit Aratus^), ut etiam hinc appareat, quam vana 



1) Aratei carminis exordium respicit Paulus apostohis in coucione apud 
Athenienses Act. Apost. XVII. 28 : Iv uvtw yug Cöiufv xul xirovfif'hu xal tau^r, 
wg xul Tivfg twv xkO' i\uüg ttoitjtwv (l()^xuai' 

TuO yü^ xal yivo? ia^uiv, 

2) Veteres interpretes Arati, qui quidem Cratetis Pergameni conimeutariis 
usi sunt, quaniquani in hoc exordio Stoicae disciplinao vp.stigia inesse eos uon 
latuit, Cleanthis tarnen nullani faciunt inoiitiononi. 



240 De Lycida Eclogae septimae commeutatio. 

fuerit suspieio nonnullorum criticomm, qiii nimia addubitandi omnia 
licentia abrepti etiain hoc praeclarum ac magiiiticum carmen Stoicü 
philosopho abiudicaverunt et saeculo tertio vel quarto p. Ch. ii. mala 
fraude compositum esse suspicati sunt. 

Atque haec Stoicorum doctrina de generis humani ac diviiii 
numinis necessitudine , quamquam non huic philosophorum familiae 
propria fuit^), tarnen iis, qui antiquitatis memoriam ignorabant, quo- 
niam a vulgaribus placitis multum abhorrebat, ipsa novitate insignis 
esse videbatur. Et Theocritus quidem, qui cum Arato arctissima 
familiaritate coniunctus fuit, cum encomium in Ptolemaeum regem 
(id. 17) hoc versu orsus est: 

'£z /libg HQy(x)ixtaxha xul ig /Uu XriytTt Moioui, 

haud dubie nobiUssimum illud Aratei carminis prooemium respexit, 
unde vel integrum hemistichium ascivit, id quod veteres quoque inter- V 
pretes adnotaverunt ^). Atque etiam alius locus Theocriti huc videtur 
referendus esse: in ecloga enim VII. haec leguntur v. 42: 

"ils IcfüuKV IniTctdig' 6 <i' uinoXog uöi' yddaaceg 
Tüv TOI, tif'U , y.oQvvciv d'iDQVTiofxui , oiJvixtv taaC 
TIuv in uhiiltiu ntTT}.aa{j.ivov l/. Aiog (Qvog. 

Novum hoc prorsus et insolens, quod Lycidas caprarius, cum 
Simichidam pastorem sive ipsum Theocritum propter ingenuam oris 
libertatem coUaudare vellet, a love ita prognatum ac formatum esse 
dicit, ut veritate nihil antiquius haberet. Veteres interpretes non satis 
assecuti sunt vim et notionem horum verborum, cum existiment 
a love repeti hominis illius genus, quoniam unus praeter ceteros 
luppiter sit verax deus ^) : recentiores autem grammatici vel secuti sunt 
hanc interpretationem vel nihil plane curaverunt gravissima illa verba. 



3) Altius enim origines huius doctrinae sunt repetendae, quamquam quod 
Pythagorei quoque docuisse feruutur, animos nostros ex mentc divina delibatos 
esse valde est iucertum, utium haec antiquitatis fide nitautur, an a recentioribus 
pliilosophis sint exornata, cf. Zoller Hist. Philos. I. p. .304 et 322 ed. sec. [p. 38.5 et 
412 ed. IV.] Non minus incerta auctoritas placitorum de mundo maiore et minore 
{üvd^Qianog /Spß/i'ff xüofiog öive fxixQÖg öiüy.oafiog), quae Orphica dicuntui', vid. 
Lobeck Aglaoph. II. p. 920 seqq. , nam in bis quoque Stoicae disciplinae vestigia mani- 
festa deprehenduntur. 

4) Itaque qui argumentum huius eclogae composuit UguTtCit x^xqtjtui tiaßoXfi 
dicit, item in schol. ad. v. 1 'A(uatiug r/ tlaßolr), sive ut cod. Cant. exhibct, h. 
jüO '0()(fiü)g Tu nQOüifxtov' Idotatiüg (cod. ÜQurog) ^ tiaßokr] adscriptum est, quae 
non debebat Herm. Fritzsche spernere. 

T)) TIüv fn' u).7]!)n'ic jitnXuOfi^vuv, Öti (filu^ürjg n(<f>vxug' tö St fx Jiög, 
&ti üijJtuf^TJg tOTiv 6 Zfvg, ojg xiei "OfxriQog' ov yi((t i^ior 7i((Xij'((y(>fTuv ouä' anii- 
irihiv, ölt xtv xKfuXii xKTKVtvaoj. 



De Lycida Eclogae septimae coinmentatio. 241 

Quis sub Lycidae pastoris nomine delitescat neque veteres videntur 
eompertum habuisse neque nostri homines quaesiverunt : tarnen ipse 
poeta band obscure significavit: nam v. 94 Simichidas dicit se Carmen 
in Lycidae honorem canere velle: 

IdXXu TÖy^ ty. TKtvTMi' uiy^ rnfino/ov, di tv yeoKi'Qfv 
^Q^fvu'' tiXr VTidy.ovaov, tnt) (fü.og inkio jMoirfmg. 

Exspectamus igitnr Carmen, quod subsequitur, in Lycidae laudibus 
versari: sed nihil minus fit: nam orsus Theocritus a suis amoribus, 
quos secundos esse iactat, continuo ad Aratum transit, quem misere 
dicit iuvenis*') amore vexari: tum Panem invocat, ut is propitius 
laboranti amico subveniat, quod haud inscite instituit poeta, siquidem 
Aratus hymno in Panem composito vel maxime inclaruit et Antigoni 
Gonatae amicitiam sibi conciliavit: denique Aratum hortatur, ut misero 
et perdito huic mnori valedicat: omnia igitur ad Aratum pertinent, de 
Lycida nihil prorsus dictum. Neque latuit haec difficultas veteres: 
hinc repetenda temeraria coniectura oriL z' {ottl y) deider l4q^evuai, 
quae in scholiis et compluribus libris legitur. Ut paucis rem absolvam, 
sub Lycidae nomine ipse Aratus delitescit: aptissime igitur Simichidas, 
antequam Carmen orditur, haec praefatus est: ot xv ytqaiqev l^Q^evuai, 
et ficto nomine, quod carminis institutum flagitabat, abiecto iam ipsum 
Aratum eiusque amores versibus illustrat. Itaque etiam ea, quae supra 
V. 43 Lycidas dixisse perhibetur: 

^T Tdv TOI 'f(f(t, XOQVVCtV S(x)()VTTOfX((l , OVVtXiV idOl 

TJüv *77' (\kctO-ft(c jiinkaaufvov ix /Itbg (ovog, 

ad Arati personam referenda sunt: Aratus, qui in prooemio Phaeno- 
menon secundum Stoicorum placita lovis numen, unde hominum quo- 
que genus originem duxerit, eximie celebraverat, non potuit illustii 
magis praeconio Theocritum sibi amicissimum ornare. Nee minus Arato 
conveniunt, quae subiungit: 

'£lg uoi y.a) r^y.Tior ,««'}'' unt/iHrui, oarig ioevrij 
laov öofvg yoQV(fu TtXiaai ööfxov ^£lQoui6ovTog, 
Kiu JVloioüv ÖQVixtg, oaoi ttotI Xiov uoidöv 

AvTi'u xoxxvCovTfg irwaia fiox&tCovri. 



6) Philinus, qui Arati doliciae dicitur, fortasse est medicus haud iguobilis 
Cous, qui postea inter principes auctores ompiricorum familiae refei'tur, quemad- 
modum Agcanax , cuius amore Lycidas flagrat, haud duhie non divei-sus est ab 
Ifcf/esianucte, qui Arati iUustri exemplo excitatus Phaenomena scripsit. Aristis, 
qui sunimis laudibus effertur, quem scholiasta citharoodum fuisso coniocit, fortasse 
est AriHtarchKü Samius, astronomus nobilissimus, (juem ])oesi o|)orani dedisse sane 
igiioramus; voniin ut Arcliiniedis etiaiiuiuiic cxstat. carnicii clcgiacuni, ita fortasse 
Aristarchus quoquo a pocsi non plane abhorruit. 

Tli. Bort'k Kloino St'hiifton. II. IG 



242 Theocriti tertium quod vocatur carmen Aeolicum. 

Spectant enim haec ad Antagoram Rhodium, qiü tunc una cum Arato 
Antigoni hospitio utebatur et epicam poesin fere exstinctam resuscitare 
ausus est. Yerum liaec, quae scholis nostris iam olim pluribus per- 
secuti siimus, in praesentia significavisse satis habeo: nam Theocriti 
illa ecloga, quae planissime iUustrat, quae litterarum artiumque libora- 
lium illo saeculo fuerit conditio, iustum comnientarium flagitat. 



II. 

[Theocriti tertium quod vocatur carmeu Aeolicum]*). 

Quod tragicus poeta dixit tö ^rp;ovf.ievov dlcorov, fr/.cpEvyei de III 
rdfAsloi'i.isvov, cum in reliqua vita, tum vel maxime in litteris artibus- 
que liberalibus usu venire solet. Ex quo tempore antiquarum littera- 
rum studia denuo instaurari coepta sunt, homines docti tanta sedulitate 
ac religione omnes. bibliothecarum latebras pervestigaverunt, ut plerique 
existiment nobis omnem occasionem aliquid adiiciendi praeclusam esse, 
nisi forte ex Herculanei Pompeianaeque civitatis favillis aut ex Nilia- 
corum sepulcrorum situ contigerit in lucem proferre librorum qiii adhiic 
latent reliquias. Sed quam vis plurimum egerint priores, tarnen ut 
verissime Seneca dixit, non inventa tantum nobis reliquerunt, sed etiam 
quaerenda: plurimum autem ad inveniendum contulit, ut idem ait, 
qui speravit posse repoiiri. 

Hoc quantam vim habeat, nuper luculenter experti suuius. Nam 
cum anno proximo priore Guilel. Studemund, iuvenis gnavissimus et de 
nostris litteris ut auguror optime meriturus, Mediolani in bibliotheca 
Ambrosiana meo rogatu examinaret Theocriti Codices, in quibus Sim- 
raiae aliorumque carmina figurata exstant, iucidit in Theocriti Carmen 
melicum, quod adhuc prorsus fugit hominum doctorum diligentiam: 
quod eo magis mirum videri potest, quoniam illum librum manuscriptum 
iam ahi versaverunt: nam non solum Christophorus Ziegler inspexit, 
qui quidera trium tantum Theocriteorum carminum varias scripturas 
enotavit, sed etiam denuo eundem librum losephus Müller in Ahrensii 
usum contuUt**). 



*) [Index scholarum in universitate litteraria Fridericiana Halensi cum Vite- 
bergensi consooiata per hiemem anni MDCCCLXV— MDCCCLXVI • • • habendarum.] 
[**) De Zieglero vide sis quae ipse dixit in Fleckeiseni Annalibus a. IHGG p. 159, 
undo api)aret Studomundum huic viro carminis notitiam dcbuissc] 



Theocriti tertium quod vocatur Carmen Aeolicuni. 243 

Codex Arabrosianiis membranaceus (B 75), qui saeciüi XV esse 
fertur, poetanira Bucolicorum et praeterea Hesiodi carmiiia exhibet, alia 
alionim manibus descripta^). Hie codex p. 133 Theocriti s^Tingem, 
p. 135 Dosiadae aram (^HuäooErog. /.tI.), inde a p. 136 Holoboli rhetoris 
conimentarium in Theocriti syringem et praeterea aliud cüinmentum 
eiusdem carminis continet, p. 144 et 145 vacuae relictae: tum sequitur 
p. 146 Holoboli commentarius in Sinimiae securim, tum p. 146 Sim- 
miae eiusdem ovum legitur. Continuo subsequuntur p. 149 haec: 
Toüro tö Elöi'?.hov Gvy/xnai elg i]Xu'mT}]v ^'AecpavTivijv, fjv vc'ktiov eTtl 
TV (.iiXrp:ov 6 ^eö/,Qirog \ jcgög vivlav xbv iargöv döJQor lY.uf.iLCe tkj tovtov 
yvvar/j O^eoyevidi' yayQaTcrai di alokidi öia'kä/.rio .rccQcc tö aa7tq>r/,dv 
r/yMide/MOvD.aßov rö Qodo^rayjeg ayvai yaQireg devre diög Y.ÖQai. 
6 de Xoyog jcgög rr^v rfkavArrfv xat e'öTt rö f^g yhxv'/jag dd^dvag dwQOv 
riXa/xay] (fi)Joid^E. Torreari (piXeQys zccig yvvai^i. lam subiicitur Theo- 
criti Carmen 28, quod inscriptura est in codice ula/.dra' naidr/.d 
cuoliy.d, cuius versus primus ita scriptus: 

D.avxug w (fthioii)^ aXay.ÜT« Swnov (\&cn'C(i , 

sed recentior manus in vocabulo novissimo litteras cu expunxit. Tum 
p. 150 haec leguntur: vjcöd^EOig oivog lo (flle ;tdi ;taiöi/.d aloXr/ui- 
y6yQa(fe de toZto elg (prius fuit el) ^ccäöa d/coaTQe(fui.iepoi' zfjv avrov 
cpiliar. öiö '/.cd iTlyyetv avzbv jteiqäzaL log f.itj O7iovdauog Ttqög zijv 
acToc (fi/jar öia/xii-ierov. zb de /.lezQOv zdvco Gcc/Kfr/.br .cevzdiieTQOv 
z('oGCi{)Lg y.id öev.aGrhXaßov /) ö' uui'/Ja ;i:ao oGov eloi^oO-ca <faGiv oivog 
yjxi dh'jdeiu iccQa zt]v ^ragoi/mar. lam subiicitur Theocriti Carmen 29, 
quod in codice inscribitur oirog dldiHia: cuius carminis versus novis- 
simus legitur in p. 152 primore; continuo autem subsequitur novum 
Carmen adhuc ineditum, quod item ;caidi/.d aloXi/xc inscriptura est. 
Hoc melicum Carmen excipit p. 153 media EiQojrr^, cid admodum 
recens manus fortasse Angeli Mail Latinis litteris Moschi nomen adscripsit, 
quod continuatur usque ad p. 159 mediam; quae sequuntur paginae 
vacuae sunt, tum p. 163 legitur cannen elg rey^bv äSorir, p. 164 
/.)^Qio/JJ,iTt^g: reliqua pars paginae vacua est, quemadmodum p. 165. 
Denique p. 166 exhibet imagines instrumentorum rusticorum, zd zCov 
dyQoi/MV zevxea, quae iam ipsius Hesiodi carniina excipiunt. 

Commode igitur i-ecuperavimus insigno Graecae poesis monumen- 
tum, quamquam aegre ferimus carmen in libro Ambrosiano tarn male 
esse habitum, ut quo pacto sit in integrum restituendum, multis locis 



1) Hesiodi caimina oninia ab codoin lilirario descripta sunt. (|ui otiain Theo- 
criti cpigrammata oxaravit. 

16* 



244 Theocriti tertium quod vocatur carinen Aeolicmn. 



valde Sit dubiura. Ut omnino difficilis et incerta esse solet emendatio 
librorum, qui imo tantum exemplo sunt propagati, ita hoc Carmen 
peccatis et erroribus imprimis fait obnoxium propter sermonis Aeolici 
obscuritatem , cuius librarii parum gnari fuerunt. Credo equidem codicis 
Ambrosiani librarimn diligenter haec ex antiquiore aliquo libro descri- 
psisse, neque videtur incusandus esse, quod praesertim in versibus 
novissimis identidem vocabula plane praetermisit; haud dubie iam in 
antiquiore exemplo litterae adeo erant incertae et evanidae, ut descri- 
bentis opera irrita, esset. Satis enim religionem ac fidem suam probavit 
librarius, qui pessima carminis conditione non deterritus sit a descri- 
bendi officio, cum ceteri satius duxerint plane omittere, quam chartis 
mandare, quae prorsus non intelligebant, quemadmodum in compluribus 
apographis etiam carminis 29 posterior pars deest, quoniam librarios 
improbi laboris taedium ceperat. Et in hoc quidem carmine, quod 
32 versibus constat, vix unus vel alter versus labis est immunis, 
ceteri omnes vel mutili vel variis vitiis inquinati. Ac miüta sane 
peccata levia sunt, ut certam medicinam adhibere liceat, sed alii loci 
tarn gravi ter sunt corrupti, ut nee interpretatio nee emendatio recte 
procedat. Itaque ubi verum indagare non potui, ubi iterum iterumque 
meditanti complures viae patebant, posui id, quod saltem non plane 
improbabile videretur, ac valde laetabor, si in his locis, ubi omne auxi- 
lium in divinatione positum est, alii | nie feliciores meos errores cor- "V 
rigant atque carminis perpoliendi periculum, quod inchoavi, pro viribus 
absolvant 

Iam adscribo Theocriti Carmen, quemadmodum mihi restituendum 
videtur; infra autem subieci sicut in codice legitur, quantum quidem 
typographus obtemperavlt*). 

^'£liut TW xuktnü x((ivufj.6Qco rwJf voa^/uurog' 
TfTOQTaTog f^fi naiSog fQOjg jufjvti /x( SfVTfQov, 



[Hoc loco adnotavimus ea, quae Bergkius postea in Antbol. Lyr. in toxt.nm 
admisit: cetera, quae in Prolegomenis criticis adiunxit (p. LXVIsoq.), infra in ipsa 
carminis explicatione suo quidque loco inserta invenies. 

Aal TW yukiJiü) y.uivofiöow TwSf voarf^arog 
TtTOQTiu e/n TiaTihc ^'(jojf jutjva i^fitigov 

[*) Alteram Studemundi coUationem Bergkius in Anthol. Lyr. ed. TT adhibuit, 
ex qua infra ohliquiH littfria notabimus quae accnsserunt. Ziegleri apograpbi, quod 
ipse in Fleckeiseni Annalibus a. 1860 p. 161 seq. publioi iuris focit, , vanetatem, 
quibus locis Bergkius adscribere noluit, eis rectis litteris exbibondani curavimus. 

V. 2. Ziegler plane rito^taZ , aiq\te id signifieat compmdiimi, qiuxl non Heut plane hif. exhibere. 



Tlieocriti tertium quod vooatur carinen Aeolicum. 245 

Kui.01 fitv [xeTQCojg, uXV önöaov t<^ niüöi nQtnti. 

Kai vvv fiiv rö xaxöv raTg fx(v f/f, Ttxioi de ,u' ovxiri. 
5 Tüg yag toDto ^ÜQtg' TaTg Jt naQKvaig ykuxu fxtiätai. 

Tdya d'orJ' baov vnvia ^niTi'/rjv ('aatr' ^qmuc. 

Ey^ig yuo naQiiav eS(iay.e Aö|' üu/ut rf»' offQviov, 

AiStai)^tig noTiSrjv avTi'og , ijotött-no Sl /^o«. 

EfxtO^iv öh nkiov rag y.QaöCag w "Qog iÖQu^uro. 
lu Eig olxov J' unißuv 'iXxog i^üiv xctl Tid-oXwfif'vog. 

IloXla J' iiaxuXf'aag ikvLiöv ?fj.KUT(p öitXt^icuuv 

Ti rf/j tol't' inÖTja' ; ccXoGvvccg xi iayuxov ioatrai ; 

/Itvxug ovx dtd'Tja&\ otti qoQtig iv xooTK(foig TQing ; 

'ilod TOI (f'Qovf'eiv Uli ov rt viog xuv löiav ntXr}. 
lö TIüvt' f{>ä\ öaauntQ ol zwv heuiv uqti ytytvfxivoi. 

Kai fiäv äXkog iXciox^Tj' rö tf' «p' »j? Xüiov, tfj./ntv«i 
VI siivoi' Twv xaXtnüv naiöog fonvri nnoyfViOTe'no). 



V. 3. onöaov zoi ntx'idl 

V. 4. tuiai di /.i' oi'z ({/£«). 

V. 5. tag nalg cur' üj^aqig, tüg dt 

V. 7. Ainz^ "i","^ 

V. 10. ti{9oi.<o^ivo?.) 

V. 12. tuvT' inöiig; 

V. 13. o-rri? in margine exempli sui B. adnoUivit. 

V. 17. {qav(ti Ttqoyivtazi^u)). 



xäXü) uiv jutT()io)g ccXX^ önöaov roj tjuiöi 7itQit'/ti 
X(d vvv [x'tv TÖ xuxbv luig jutv (xti T((ig d ov. 
5 T«? yäg TOVTO /tcgig. raig 66 n^avXuig yXvxu finöüc/j,'* 

T«/« d' Ot'd' OOOV i'TlVtO TTlTVyrjV Ifffffl' ^()W'/ß 

f/O^tg yciQ nuQtüiv Mguxe Xinrä [xtXi(f>Qvy(av 
cdötaii^Hg noTt^Tjv üvriog ?/r>5t''>fT0 6t /('oa 
fuid^iv 6i nXiov rüg xicq6i((s aojoög ^dpa'lwro 

10 tig oixov d' anißuv tXxog f/wv xcu rö 

noXXu d' iiaxuXtaug d-vfj.6v ijuuvTOv 6i(Xi^t 
it 6r} ruvT^ inöria uXoavvag' ti fff/aTOV tatTUi 
Xfvxag ovx inva&tjai^^ oti (fÖQoig Iv xQOTÜipoig xqiu 
WQCc TOI (fiQov^Oiv fxi] . . . I viog Tav i6iav ni^rj 

15 ndvx' (q6^ öaaa nto ol twv hetitv üqtiu ytytvfxt'vot 
xcu fxuv üXXog iXuiytno 6' ((orjg Xwiiov ififxtvia 
'^tTvov TWV /(cXinwv nui66g (qkv 



V. 5. Zkgler nuQavXutg . atque hoc significare competidium addil Studcmwid. Idoin in fine 
versus agnovit nndlufia, non ixiidtaix>^. Cfr. ad. v. 22. 

V. 9. xuoöt'^ Z. 

V. 11. 4t? xakfougZ. dä/.vie vcl forte 6ii/.tit vod. (imu SiiXigt), atquc dii/us« cliam ZUgler. 
j V. 12. li iu initio cod. soc. Z. inono , Ziegler inonn. Punctum post ükoaturag uou est in 
cod. sec. Z. 

V. 13. inia&)ja&' A {iion inra9>ja9'), Zicglcr inin^i^a 9\ 

V. 14. Z. dicit inter /t») et triog — nam coniunctim haec exhibet - spatium vacuom relictum 
es<<e, noii puncta appicta. 

V. IC. /.ojioi-. Ziegler '/.onor, quoil alias corruptelae est iiidiciiim, vitie II. 28, IIl. 27 [in An- 
thol. LjT.] , sed hoc quidcm vocaindum lethis immune indetur. 

V. 17 interputictio post l§«v tion comparel in ZiegUri apographo. 



246 Tlicocriti tcrtium ijuod vocatur ciuiiicn Aeolicuni. 

T>t) uiv y{(Q ßi'og f()7iti JiQoyövoig t'G^ iXdqio Uoiis, 

TXäatirti J' iriQLi novTonöorjv ctvfiiov äfiiom', 
20 Oi'rf' «rrö) ykvxiQug ävd-ifxov äßag ntd' vj.ia)Jy.u)v 

iMO.ti' T(p rf' nöüog xkt töv '(<T(o /uriXör iaih'ti 

'Oju/^iuvttOxofxavo)' noXka ö' ö^rj vvxrog ivvnvia. 

IJuiaua'dui J' fviuiTÖg /(ckenug oiixl dcccg l'chg. 

TaiTa yÜTtQU nolXu tiqot' ^ixbv O-Ufiov ifAif-njid^av. 
2ö O ät jovT f'f/i«r'* OTT ig ^oy.i\uoi tov öoXoftä/avov 

Aixdaur fQOV, ovrog Soxiuoi roig vnfQ (i/uutov 

j\hTQt7v ßiiiäSiMg äajfQug, onnoaanxi /.ttig via. 

Kai vvv ftr' i{)^ei.(o, /qtj /.is uccxnor a/övra rm' i'^uiftvc. 

"Elxtiv TÖV u^yöv, (I't' ovx iü^sko' zaiTa yao (nyai)og 
ä\) BovXtxKi Oeog, og xkI ^liog tatfali fisyav vöov 



V. 19. u?.küaatt d' itiQVi Krcusslcr cm-cndavit. 
V. 27. irtnoaaäy.ig ivvia. 



TW fitv yuQ ßiog sqtis qojI Oayövoig ^Xdcpco d-oidg 
SXäatt rf' kxiQa novTonöoriv avQiov äfitQav 

2 ov J" UV ykvxiQug uvUtfxovtißag ntSifJiuXixM 

uf'vfi TW J' OTTÖx^ov xal röv fffw fxitXdv iG(hin 

öuui juvKßxoufvu) TToXXd J' ÖQr} Vi'XTÖg ivvvi^ 

y. 
navaaa'i' J" h'iccvTog od yccXenui ovyl 

TUVTK /' CCTfQK TloXXä TIOT tlXOV dvjUOV tJl tUlli(<jil((V 

25 o rfi toi't' fffr' ÖTig i^oxii' fioi rbv SolnuüyavHV 
vixdaeiv fooV ovrog doxei fioi Tag üntQ ä^fx 
ti!Qtiv ßQ(t(h'o)g (iOTtQug önnoGÜxivvtvv tvvfa 
x(u vvv (iTt O^Xo). yQTj ue fiuxQov tyoviic tov äufftva 
fXxfiv TOV Cvybv' iiY ovx itkfXo) TttvTa yuQ (öya !)iog 

30 ßovXsrai d-äoaog xal ifiog ta(faXe fisyav vöov 



V. 18. aayöroic, Zicgkr oa yoiwic secuiulum JJorgkiujn in Trolegg. Aiithol. Lyr. Soil propius 
accedere ad codicis scriplarani dicit Z. liwldayöroig (non owl ffuyoioie). 

V. 20. Utrum is qui codicem exaravit avzov an ui'tiö scribero voluorit, sec. Z. non liquet : 

scripsit enim ille uv^- Ceterum comparet in cod. uvdtftovufiuo i^non -/:?«?). 

V. 21. Ttö(f cod., non seiunctis litterLs tiä 6': ideui 'nö&oc: (non nödor.).' 

V. 22. ivvnviu cod., non Ivvnvi^: oandem rationem cadere in ixtidiufi^ supra ad v. 5 Ziegleri 

secuti adnotavimus. 

V. 23. Zkgkr plane navaaa9ai : id enim codicis corapendio significari dicit. Quod addit 

Bergkius: ov u librario est ddctum, item / in voce ov/l, alterum rocte so habere dicit Zieglenis , alte- 

rum , quod de littera x a librario deleta B. scripsit , non item. 

F. 25. öoÄoua/avuv, lUfrariun ipse Htteram u adpunxit. Ibidem cod. praebet ozi?, non öttc. 
V. 26. Codex sec. Z. exhibet: rixüoiiv 'tQov. ovto?, non: nxüaiiv iqov ovtog. 

V. 27. (jTtfioaaäxivvevv fvvia Stude'mu7id, onnooauyivvivv ivvLa Ziegkr : Sttulcmund asseritv, 

cui Zwjkr -j- aMid.il, expttnclwn esse, consenlicntc Zieglero, (jiii tarnen in editione sua onnoouy.ivi^ ex- 
priiiii iu.«sit : adiunxit idem : de ivviu et üinptvu amln/jo. Formae litteranmi eae sunt, ut etkim ujuptvit 
et imlu legi possit. In ivf ex « i correctnm videtur. 

\'. 28. In Anthol. Lyr. &ü.w, XQ'I /"' legitur: Oi/.oi, /(ji'j /it codicem repraoscntaro dicit Z. 

y. 29. layu 9iog, Ziegler ii>yu9log. 

V. 30. Cod. sec. Z. 9ioaoa y.ui öio? (non 9io(iu? y.ui (Uög, ut supra logitur). JJorgkius in 
Anthol. Lyr. vöov retinuit, addeus: Ziegler yüov. 



Theocriti tertium quod vocatur Carmen Aeolicum. 247 

Kamag Kvnooytvrjng' f\u( juäj' <f(Xov ind^utoov 
2fj.(y.Qcig Sivfxevov avQag uvfucov ov öixaov (footiv; 



V. 31. f'.ut iiuv, (pvXJ.ov inäjxiqov, 

V. 32. uvQus, Vfiüiiag ulaa xaxuv (po^tlv dubiiantcr scrijysi.] 



xaihag xvTrQoyevrjag ffie fxnv (pilov inKfxsQov 
a/xixQng öivöutvov ävQag 6 uiD.wv «ix« (fonsl. 



X. 31. Cod. y.avTuc et v. 32 uvQag sec. Z. Extremum v. 31 vocubuluin idom sie scriptum osse 
dicit: iTTuiiio .] 

Keligiose qiiantum liciiit codicis Ambrosiani scripturas servavi, 
neque Aeolicmn sermonem ad aequabilem legem revocare studui, prae- 
sertim cum nounulla etiamnunc panim explorata sint; itaque etiam 
gravem accentimi, quem Kber ille passim exhibet quemque alii Codices 
in duobus carminibus quae praecedunt saepius tuentur, iis tan tum locis, 
VII ubi codicis fide nititur, adhibiü, | quamquam certum est hanc incon- 
stantiam a poeta alienam esse ^). Ceterum illud praemuuio , Theocritmn, 
quamquam Alcaei et Sapphus carmina imitatus sit, tamen Aeolensium 
dialectum fere cam adhibuisse, quali tiinc Lesbii et finitimae civitates 
utcbantur: itaque consentanemn est Theocriti sermonem aliquantum 
discrepare ab antiquorum poetarum usu, velut nusquam littera Bau 
utitur, quoiiiam tunc apud Aeolenses iam exoleta fuit. At Balbilla, 
cum doctae mulieris laudem affectans epigrammata conderet, Aeolicum 
sermonem ex libris et grammaticorum praeceptis didicit, nisi forte 
Graecus aliquis rhetor vel grammaticus itineris comes ambitiosae feminae 
haec ipsa epigrammata suppeditavit. 

V. 1. "iliai scripsi, in codice legitur /mI, pronum fuit aiaX scribere, 
ego illud praetuli secutus Apollonium de adverb. p. 537 extr. : yaud^aTteg 
ovv T<7} jToycoi rö 7ra7cai 7caQdy.€iTai ymi rw drozol tb drarai, ovriog 
'Aal rw tooioi rö loaiai, ojteo aLva?u£icpü^ev y.ai iv ßageia rdoei 
yivüuevov ^cccq' ^IoXevolv l'oTir <l»cci' diori /mi tö i ;tqöo/£iTai 
/.Quoeiog '/eyo/iuv}!^ /xtl 7iooa?j^Wecüg. 

V. 2. Emendatio certa^), dicit euini poeta se pueri amore iam 
secundum mensem tan quam febri (ytvQETw zeTagTaioi) laborare, neque 

2) Ahrensii vero miior inconstantiam , qixi et iu appendice übri de Aeolen- 
sium dialecto (unde etiam Meineke haec ascivit) et in uovissima Theocriti cdi- 
tioue, cum omnia aequabiliter ad Aeolicos tenores revocare vellet, tamen compluribus 
locis vulgarem acceutus legem servaverit: sunt sane quaedam forniae, de quarum 
pronuntiatione apud Aeoles valde anceps haereo, sed xfjyw, tivrög. xahdv, xalov, 
fi'l^vg, (iväiitüv, tiii , icynd^ög , uaTWV, ;faAf7rü)ff, finXii-axöv, ()i(jao(, avkXaßtiv, O^vfAÖ), 
XctkfTTw, quae in carmine 29 reliquit Ahrens, non sunt dubia. 

3) AJfjva codex habet, eodemque modo scribitur iu titulo Cymaeo, vid. Ahrens 
I. 51, et in Balbillae epigrammate, sed in inscriptione Lesbia fifivvog exstat, item in 



248 Theocriti tertium quod vocatur carmen Acolicum. 



qiiisquam dubitabit, quin recte versu proximo Ambrosiani libri scriptu- 
ram rCo naidl jceqUxei correxerim in hunc modum ti7) jcaidl 7tQt7cei: 
hoc enim dicit Theocritus, puero mediocrem esse formae decorem, sed 
eum, qui puero conveniat. Ila'idi trisyllabum hie esse apparet, quamvis 
modo 7iaidog coalescentibus vocalibus poeta usurpaverit: sane diaeresis 
potissimum in recto casu et fortasse in vocativo, item in accusativo näiv^) 
servata est, cum ei casus, in quibus ö clausulam antecedit, principalem 
speciem mature oblitteraverint ; neque tarnen bis formis diaeresis abiudi- 
canda, quae Ahrensii sententia videtur esse (p. 105), sed quemadmodum 
apud Homerum est datdcov v7co kaujco(.iEvaiov et aliyof.iivag datÖag {.leza yßq- 
Giv tyovxeg, eodem pacto licuit Theocrito yiaidi [ndiÖL) dicere. Pro fiSTQicog 
veterum Aeolensiimi more f.i£TiQiog dici oportebat, nam quamvis Et. M. VIJI 
p. 587, 12 unam tantum formam /ntteQQog exhibeat, tamen verisimile 
est Aeolenses hie quoque, ubi usus veniret, geminationem non cura- 
visse; grammatici sane tantum niqqanov et y.67CEqQa. agnoscunt, vid. 
testimonia ap. Ahrensium p. 56, nam -/.öyfEQa et Utgaiiog librariorum 
mendae sunt, sed dlXoTEQog, quoniam cum t)(.iETEQog componitur, non 
est mutandum, recteque puto veteres graramaticos hoc cum dlXoxQiog 
composuisse, quamvis secus visum sit Ahrensio: licuit igitur etiam 
Theocrito uErtQOjg dicere, nolui tamen hoc restituere, nam ille sequitur 
multis locis Aeolici sermonis consuetudinem , quae suo saeciüo vigebat''). 
Y, 4. Sententia plana, restitutio incerta: hoc enim poeta dixit, so 
modo hoc malo vexari, modo liberum esse a morbo. Quod si satis 
auctoritatis haberet forma oul (quam Etym. M. 638, 47 : oi'i -/.ai ovyl 
■/xtl ov/l momorat, neque finxisse videtur citra necessitatem) , posset 
versus commode in hunc modum redintegrari : Kai vvv fdv zö /.ayiöv 
raig /niv e'xsi, ralg (J' ovl /.i' ai-iegaig diphthongo correpta; interim ut 



alia apud Conzium iter Lesbiacum VI. 1: tuv J* S(xccv ififxevai ^ntiöe (»viuiToys 
{fntU'iri [leg. hit( xf] vrvCumog) S^^L'hj h t'6 ^rfwiai (vel ut^vvtaoi). Gcminatio quam- 
vis i-ationem habeat, tamen post vocalejn pioductam cum non satis percipi possit, alias 
ncgligi solet: sin retinetur, vocalis corripitiu-: itaque in titulo Lesbio apud Boeckhium 
2167 [nr. 213, 11 ap. Collitz.] : est Zövvciog, item in alio apud Conzium IX. 1 [nr. 271 
A, 5 et B, 3] ZovvL'^o) [?] et deinceps Zovvcao), sed apud Aristotelem in Problem, 
recens editis II. 87 Zu')vvaog scribitur. Neque tamen hanc legem ubique servabant, 
id quod arguunt exempla, quae congessit Ahrens I. bl et 62, in quibus plerumquo 
gcminatione jn-aeter rationem ascita servata est longa vocalis, velut TTQouyQrifxutr«}, 
tfilkrifji^t . alia id genus. Hciaclides autem grammaticus, quem minus recte repre- 
hendit Ahrens I. 60, cum <iüt/uiui , TtoUifxjji scripsit, legem illam obscrvavit. 

4) Contraeta forma nui non solum apud Thcocritum , sed ctiam apud Alcaeum et 
Sapphonem cxstat. Memorabile est apud Conzium t. IV. 2 |nr. 299J legi lliui^lMaCa nütig. 

5) In Balbillao epigrammate 23, 2 [C. I. G. III. nr. 4729, 2] idloTQ(oig legitur, 
si recte est ille versus instauratus. 



Theocriti tertiuin qiiod vocatur taniion Aeolicum. 249 

aliquod ferrem auxilium , zalg {.lev l'xsi, Toioi de ,u' ovkstl scripsi, nani 
c^dgaig ut addatur non est necessarium : sed possunt alia tentari^). 

Y. 5. Tag yag rovro yäoig, haec verba si vitii iramunia sunt, 
significant: terra haec mihi hoc maliim grafißcata est: poterat ita poeta 
dicere, si hospes inaliena civitate commoratus in amorem quemadmodum 
in febrem incidit: diiriiisculum tarnen, qiiod continuo ipsius pueri decor 
describitiir, quo se totum irretitum esse profitetur, si recte emendavi 
raig Si jcagavaig yhvl: lueiöiai, nee tarnen video, quo pacto ienius 
aut probabilius possint verba quae sequuntur depravata corrigi*). De 
Aeolica forma ytagara dixit Alirens p. 36. 

V. 6 plane integer est servatus, nam eQOjia, quamquam alibi non 
legitur, nihil aliud est, quam igwi], atque haudscio, an Hesychii glossa 
fQwta- f(>('W)'/^ huc spectet, ut foojtj corrigendum sit. Ceterum apparet 
rectius iQ(i'rj scribi, quam Iqco/j, ut nunc solet. 

Y. 7 pueri superbiam descripsit poeta, nee tarnen certa vitii emen- 
datio in promtu est: verba corrupta Iöqu-ae XEina uehfpQryov cum 
appareat iis, quae sequuntur alÖEod^eig riorldt^v ditlog, ex adverso 
posita esse, scripsi idgay-e X6§' ccf-if-ie dC öcpQvtüv, fere ut est in 
Theocriti carmine 20 (quod Bionis esse suspicor) v. 12: Kai «' ct/rö 
zag '/.ecpaXäg 710T1 rio 7töde ai'reyeg eiöe Xei'Xeai ^nyßiCoiaa xal of-maoi 
XoBa ßli/toioa. Quod additur ÖC dcpqviov, nihil aliud est quam quod 
pedestri sermone iier' ö(pQvog diel solet '). 

Y. 8. ^iO^eo^eig 7coTiör^v aiTiog in memoriam revocat Moschi 
locum 4,115: /.eiTai (5' 6y^ f/rt y^d-ovog tiaceöov aniog, EIoÖkb xig 
yeiQog f.iiv dveigvoof] jcaqiövziov ^Ideo^Eig o/ciSa yigcnlgriv rtoXiolo 
yeveior, ubi ante multos annos nooTOQrv correxi; nam quod olim 
lacobsius proposuit yiQareQt]!' aut quod Ahrens nuper commendavit 
TQOf-tsQ^, vix quisquam probabit. 

Y. 9 10 "gog scripsi: i. e. ö tQog,' cum in Ambrosiano libro sit 
OiOQug, quamquam fortasse satius erat psilosin restituere, quemadmodum 



6) Possis ruTai 6t u ovx K/ti scribere, sed minus placet. [Postea idem 
lecepit dicitque iu Prolegg. : ndai d^ fi ovx t/ji scripsi, quamquam etiam rafai 
ö^ ß' ovSk/uu, alia proponi possunt (velut Ahrensius coniecit d' dv(r] mcXiv): sed 
jctiai 6^ ,u' o^'- 77«'/?, quod fortasse alüiuis coniiciat, improhandum.'] 

[*) His igitur retcntis in initio versus Tüg naig wr' u/noig scripsit in Anthol., 
i. e. , ut ait, hoc die est puer quasi Veneris omnino expers, alio die dulce genis renidet. 
U^noig recte interpretutur j/ Tin [it] ^^Tfari /«(>'?• ^ ^."'5 "'^ (firrui^vr) /«pi'Cfo.V«/. 
Adde Sapphus fr. 34 et Plutarchi locum Erot. c. 5, quem ibi adscripsi. Hoc Tlieo- 
criti loco cur rüg . . rüg J^, quam r«/""? . . T<cig (U scribere maluerim , facile apparet.] 

7) Fortasse servanda fuit littera, quam codex exhibet, rf«' d<fQvy(üv, sed 
nolui nimis incerta sectari. 



250 Theocriti tcrtiuin quod vocatur carmen Aoolicum. 



infra v. 29 loyaO-ög sive potius (oyad-og in libri ] scriptura delitescit IX 
loya S^iog. Veteres Aeoles videntur etiam in articulo leni spiritu usi 
esse, hinc apud Sapph. fr. 53 ex libris restitui TTX/jQr^g f.iiv ecpaivez'' d 
aeldvi'a. Itaque etiam Balbilla, qiiae ex grammaticorum praeceptis et 
Lesbiormu poetarum libris Aeolici sermonis usum didicit, scripsit [nr. 322, 
9 Coli.] Kih ])Uf.ivMv TQtGoaig et Balßillog x 6 oocpog [nr. 321, 16 1, nee 
non ad idem exemplum [nr. 320, 14] rgo/r^rata öaualvovtd t oo' e'vide. 
•Aoloo' ead/.ovae, vid. epigrammata apud Ahrensium IT. 578 seqq. Theo- 
critus quid secutus sit, sane incertum: nam ascivit poeta potissimum 
sermonem, quo tunc Aeoles utebantur, qui fortasse etiam hac in parte 
iam communi consuetudini se accommodaverant. 

V. 10. Versu extremo, quid olim scriptum fuerit, vix licet divi- 
nare; ut versum redintegrarem , /.ai Ted-oXio}.tevog scripsi, sed v. 11 
haud cunctanter F^iairT dielES.df.tav correxi, in Ambr. est 8(.iavrov 
dieXsBs. Sappho sane fr. 87: Zd ö' ele^dfiav ovuq KvyrQoyevrja scripsit, 
sed 1. 12: ca&SQog did /.(eaocj, fr. 4: öi' ißdcov, 14 didf-iemtov legitur, 
nisi forte ibi quoque 'CdiieiTrrov restituendum : sed 2, 6 -/.agdiav dixit, 
quamvis Aeolenses /.do^^av enuntiavisse auctor sit gramm. Et. M. 407,21. 
Theocrito olim primus restitui 29, 6 Zd rdv adv iöeav confirmatum 
etiam librorum auctoritate, sed idem vMoölav dixit ib. v. 4 et in hoc 
carmine v. 9. 

V. 12 in libro Ambrosiano verba sie distincta sunt: ri drj lavx^ 
ijiot^g*) dloavvag- xl i-!oyajov l'aexai, sed librarium fefellit verborum 
traiectio, itaque d'Aoavvag cum prioribus iunxit; de explicatione voca- 
buli ambigo. Apud Hesychium est dXoorva- fjdovrj, ubi corrigunt 
ddoovva, atque idem supra exhibet döodiva' i)dovij, mihi tarnen ista 
correctio haud necessaria videtur; nam alias quoque litterae d et l 
permutantur. Hoc igitur vocabulum si Theocritus usurpavit, sententia 
est quis deliciarum erit finis: sed nescio an potius refcrendum sit ad 
adiectivum rjlög sive ?}/.eoc, quod Aeolensibus fuit allog sive dllog, ut 
iam olim ostendi, probante Ahrensio p. 57; inde descendit nomen 
■fjkoovvri, quo vocabulo utitur Nicander Alexiph. 415: l\h)de avoom:df.ui) 
xig diöoriEvia VMoia/.oi Nt^di'v, o'id xe jroXXd /ragaarpalhg xevyovxai, 
^Ht vlov (jyCtiQ)jua yxd dft<fl/.QijVa -/.oitdon' Koiqoi d7cei7cdf.i€voi dlorjv 
^' fQ7cri()6r(c yii'ov ^Ggd^ayroöfg ßaivoriEg arer oiiiyEQÖio xiS^rjvrjg ^Hlo- 
ai'vij ßQi'/.vxji yjc/xiviyrfivKig agdavorg, ita unus über, ceteri dloairnj, 
id igitur Acolcnsium more dlloovvag scribi oportebat, ut hoc dixerit 
poeta: quis t andern stultitiae erit fmis? Atque mihi quidem videtur 



[*) In Autliol. Lyr. p. LXVI sie adnotat B.: ri rf// r«ti" ^nürjs; Kreusslei\ 
eyo untea ti ()'»/ tkCt' iTiörja'; nisi forte fuit hiöOtjg.] 



Tlieoci'iti tertiuiii (|U<)d vdcalur earmeii Aeolicuni. 251 

etiam adiectivo usus esse Theocritus 27, 1 (sive potius Bion, huic enim 
poetae Carmen vindicandum censeo) : Tav ^civirav 'E'/Jvav Ilagig rJQjcaoe 
ßovy.öXog aD.og (sive allog), cuius versus acumen latuit interpretes, 
hoc enim dicit: prudcntem lielenam stidtus pastor ahdnxit. — Quod 
Theocritus scripsit : xi toyatov tooeccci , non tarn coalescunt vocales, 
quam aphaeresin agnosco, ut sit ii "axaiov, Aeolenses enim quem- 
admodum per synizesin saepius quam alii duo vocabula conglutinant, 
ita etiam aphaeresi hatid raro usi videntur, quemadmodum supra v. 7: 
vTivto 'jciTvyt^v, Balbilla [nr. 320, 5] : ^JlMf.iEvov cpiövr^v Orjßa'r/M Vrt- llO^oj, 
et rursus [nr. 323, 1]: ^'Exlvov avdrjaavTog tyto ^itv lid^oj Bälßilla. 

V. 13 dubitanter scripsi orx oldijoy, latet fortasse aUud quid 
in codicis scriptura, sed ov ovveTi^oi>'' quod quis proponere possit, quem- 
admodum est apud Alcaeum fr. 18, 1 dovvlTi]i.ii, apud Hippocratem 
awsTHo, minus aptimi neque propius ad litterarum vestigia accedit 
X [ov GLi'/i^od-' Kreussler]. Formam | OLÖr^im non sohim Etym. M. 618, 56 
testatur: o'ida ^IoXi/mq Oiörif.ti ?Jy€rai, rö dEiteoov öi'St^g /.ai /xa' 
Inh.xaaiv oidi^GxYa. /ml aty/o/n] oiaS^a, sed etiam Hesychius: yoidr^ui' 
hiioxai-iai. Diaeresin tuetur Alcaeus, vid. Herodian. :r. uor. )I^. p. 24, 6: 
oi 7ceqI tÖv ^IymIov Xiyovai oiöa TQiaillaßojg. Cum forma öidr^o^a 
componi potest fpih;Gd^a Sapphus fr. 22 et /ro^oQtjGO^a, quod Theo- 
critus 6, 8 usurpavit: disparis generis est in Aeolico poemate 29, 4 
id^eXr^Gifa (ubi Ahrens non recte td^tluGd^a scripsit), ibi enim longa 
vocalis ratione caret, vide quae adnotavi ad Sapphus fr. 22. Sed ut 
haec correctio incerta sit *) , rqlag haud cunctanter quamvis sine exemplo 
scripsi: prorsus enim rationi convenit haec forma ^). Aeoles autem in 



[*) Nihilo tarnen setius in Anthol. Bergkius: tenui , quod proposiii, Itiy.ag ovx 
diöi]a{y' öxji (fÖQns tv xQOTäffois TQiag; quamqiiam haud infttior öur>jff'/' a litte- 
rarum vestigiis nimis recedere, nee magis probahile ou /.aj ÖQrjaO^' ; fortasse scri- 
hendum : 

Atvxuc ovx in' ia' ola9' otti ipÖ!)ite tv y.qotütpoi: Tol/ug; 

i. e. ovx o'ialhi, öti ini tau xtL nam traiectio vcrborum in his carminihns haud 
infreqnens: jQi'xag, quod etiam alii certutim proposuerunt , praeoccupaiit Stude- 
mund. Quod Schicabe proposuit ovxh' iarjaO\ duohns nominihus displicet: nam 
neque hi huic loco conreniens, et Aeolica dialcctus iaag sive l'onig i-equirit.] 

8) Aeoles TQfjg non TQslg dixisse Choeroboscus in Gram. An. Ox. II, 267, 10 dicit, 
tarnen vulgaris forma legitur in titulo apud Conzium t. XII. A, 30 [ni: 281, 30 Coli.]. 
Ceterum reccntiores Aeoles videntur passini vocali n loco simplicis litterae i usi esse ; 
nam cum multis in verbis >] , non ti usurparent , tum etiam vocalem i longam , cuius 
loco illis saeculis saepe 77 scribere solebant, ad eundem modum cedere iusserunt 
litterae »?, velut dixerant, si grammaticis fides habenda est (Ahrens I. p. 95) üxTijvfs, 
non äxrrvfg (axTtivtg): item huc pertinet quod Bacchus, qui liQianiog vcl Bniafi's 
uuncupari solcbat, etiam li{maauiog dictus est, vid. Hesych., quod etiam titulus 



252 Thcocriti tertiuui quod vocatur cannen Aeolicum. 

niimeralibus etiam alia peciiliaria servaverunt , velut Alcaeus fr. 33, 7 
Ilayjiov d7iv 7il(.miov et fr. 75 Eig rtov droy.aidi'/Mv dixit. Item Sap- 
phoni fr. 36 [37] vindicavi diot yiceyeaiv, qua forma usus est etiam 
Theocritus ap. Et. M. p. 290, 54, cuius verba ex epigrammate ut videtur 
sumpta sie scribenda puto: 

h> oi'xi fvi fxovvov, 

Deinde fpuQEiQ scripsi, in libro Ambrosiano est (poQOig, unde etiam 
ffOQt^g possis petere. Apollonius Dyscolus solam hanc formam agiioscit; 
antiquorum exemplorum fides eam formam haud dubio tuebatur, paucis 
locis comparebat vulgaris species, velut ap. Alcaeum fr. 5, 1: Xalge 
KiX'/.dvug o ftedeig et fr. 48B: l^yillev, o rag ^■/uiyr/.ag fiideig, haec 
cum Apollonius homo religiosus non änderet immutare, adversante 
sermonis Graeci usu participium (o /-(eÖEig) commentus est. Quod in 
reliquiis Aeolicorum poetarum, quae supersunt, raro rjg comparet, 
midto frequentius efg legitur, ex librariorum socordia repetendum est, 
qui vulgares formas substituerunt. Antiqua autem exempla, qiübus 
Alexandrini grammatici usi sunt, quando i^ exhibebant, consentaneum 
est ea aetate, qua scriptura antiqua cessit recentiori, Aeolenses rjg pro- 
nuntiare solitos esse, sed haec recentior lingua fortasse ab antiqua 
consuetudine degeneraverat. In antiquissimis exemplis fuit haud dubie 
E2 scriptum, quod quomodo elocuti sint veteres Aeoles, nescimus: 
hoc cum ambiguum esset, utrum eig an t^g valeret, librarii hoc ipsum 
T/g praetulerunt, quoniam recentiores Aeoles ita loquebantur. Dixi de 
hac re ad Alcaei fr. 3 ed. tertiae [fr. 5 ed. quartae]. lam | quaeritur XI 
quid Theocritus secutus sit. Si haec recte disputata sunt, hunc poetam 
^ praeoptavisse consentaneum est, atque ad hunc modum dixit 29, 4 
liftlr^o^a, quod omnes libri tuentur, contra in Sapphus fr. 21 l'x^io&a 
exstat. Libri tarnen fere adversantur, nam 28, v. 10 exstat iy^releaeig, 
V. 21 olyJjoeig, 29, v. 14 eyetg, v. 19 doyusig (K2 doyiug exhibet, for- 
tasse Theocritus öovJf.iOLg scripserat): fluctuat scriptura v. ^Q IvoyXeig, 
ubi c hvoylTß. Aliis locis, ubi haec forma legitur, oranino est repu- 
dianda, velut v. 33: 

(cvC/.ti juv y(vvv uvdQi'üiv t/^'S- 

apud Conzium t. XVII. 1 [nr. 255, 1] confirmat, ubi legitur: (Id ft)(')X?.a x<t> 6 SäfAog 
ISofiOor Iioi]Oo> u<)y(u{i)()()v: ita enim novissimum vocabulum scribendum, liinc etiam 
Kresus illo praetor alia munera, quibus functus est, fuit hooxät>r^ tojv itQtojv L((y.ö()0)v 
auonriQog l/iaxXrjnto) , et quod idem per quadraginta annos gratis operam praestitisse 
dicitur [v. 24 seqq.]: y.ul twv t«? nöXiog t'tQOiv hQol^viuv, xul [xal] ntQiriyrftav, 
fTton/ tjffr] ifoaaQtixovra xal riQÖg ävtv awidiiog xal fxCoihov oii 2 . , 2 ol tiqo aÖToi 
[.o^(x)[' "j]? "^ Trpö aÖToii], haec liberalitatis laus potissimum ad archiatri munus 
videtur refereoda esse. 



Theocriti tertium quod vocatur carmen Aeolicuni. 253 

Hic eiiim omnino coniunctivus l'yjjg requiritur, atque Porti codex tyj^g 
exliibet. Item suspecti sunt indicativi v. 35: 

^4t ö( TccvT« (f^Qtiv uvfiioirsiv iniToö/idg, 
'Ex fhi'fibi Jf ).('yfig. 

Multo rectius enim ^TCiTQÖrcr^Q. (vel potius hiLXQtTcrig ^) et Af'//^g scripseris, 
(ac A«yjyg codex c suppeditat, pro eTrizQOTreig alii libri fuLTQOJtoig, 
pTiiTQOjcig, f.7ciTQt7roig)^ quemadmoduni est v. 21 : ^l yccQ dtöe noi^g. 
Legitiir tarnen indicativi terminatio r^g v. 15: e'E. hegco d' Vreoov uaTi^g, 
sed lectio satis incerta, fortasse poeta i^tdi] scripserat. Certius exempluni 
praebere mihi visus est v. 7, iibi vulgo legitur: 

XÜTttV fxfv TV &f]irjg, ua/.uotoaiv laccv äy<a 
l^u^Qnv, oxa J" oi'x ffi-^lyg tv, udr }v (Sxütm. 

ubi cum intellexissem orai' pariter atque oy.a ab Aeolici sermouis pro- 
prietate abhorrere, iam ante triginta anuos correxi yjova uer rb 
S^e'Atjg et oza d' ovy. a^e'Ai^g, pariterque 39 zora pro tüvm scripsi^'^), 
idque etiamnunc teneo, sed coniunctivum retinere satius est; libri hic 
quoque variant admodum, nam priore versu 9-f-lrjg, d^ahjg, S^eleig 
exhibent, altero inter e^^eXr^g et rS^älEig tluctuant. Facile apparet, 
quam exigua in his rebus codicum Theocriteorum sit fides. Neque 
mirum est diversas formas permutatas esse, si quidem Aeolenses con- 
XII iunctivo iota vulgo | detrahebant^^), ut liyijg pariter indicativi atque 

9) De forma hinooniu) dixit Lobeck ad Phrynichum p. 500, sed vulgarem 
formam etiam Nonni imitatio Aidetur commendare. Ceterum hi duo versus post 
V. 38 sunt coUocaudi, id quod iam dudum observavi, postea etiam Meinekius suasit. 

10) Etiam Ahrous in novissima Theocriti editione yj'öra ^tv ni (yikfig et v. 8 
oTCi legendum proposuit, sed v. 39 roxtc intactum reliqiüt, cum olim de dial. Aeol. 
p. 153 haec omnino non tentanda censuisset. Attigit nuper haec etiam Hugo Weber 
in commentatione , in qua docte et subtiliter dissemit de Dorica particula xu p. 22, 
qui quidem in illo Theocriti versu XwT«r fj.tv ab &^X(ig scribere mavult, quippe cum 
Aeoles etiam orav pro or« sive ote dixisse videantur; non equidem hoc nego, atque 
ipse suspicatus sum in edit. III. Poett. Lyr. apud Pindarum Isthm. I. 25: Kai Xi&i- 
votg önÖTctv öiaxoig 'i(v i. e. xul hiUvovg orrÖTf äiaxovg 'ifv scribendum esse. [Sed 
cfr. ed. IV, ubi ÖTrör' fx restituit B.] Sed apud Theocritum illud yßxuv mihi ex 
librariorum errore profectum videtur. Omnino autem a Webero, qui particulam 
xüv, quam ipse primus indagavi, ubique fere restituendam esse censet, haud raio 
dissentio: videtur enim mihi vir doctissimus non satis curavisse id, quod Aristo- 
teles philosophis de re publica disserentibus suasit: tö Uav ivoCv Cv^fh' Trjr nöXir, 
ovx fOTiv üudvov, etiam grammaticis vel maxime convenire. 

11) Argumente sunt inscriptiones , id quod praeter ea, quac iam Ahrens p. 130 
adnotavit, alii tituli nuper reperti confirmant, velut est apud Conzium t. IV. 3 [nr. 293] : 
ö xe ihar] »vriv fnl t<ö ßu>u[(a] . . . .'/u^rw igijiov ötti xf »^Ir}, t. Xu. A, 17 [nr. 281] 
xuT(niJU(ffa»t], 21 x((Tt<yn. ftnri, ngöftr]. Sed t. VI. 1 fnr. 213, 12] f^^Xffij scriptum 
exstat. 



254 Theocriti tertium quod vocatur carmen Aeolicum. 



couiimctivi esse possit. Ceterimi secundae personae formas in titulis 
nusquam comparere valde est dolendum. 

Y. 14 ibga cum über Ambrosianus praebeat, nou mutavi accentum, 
nam aliis quoqiie in vocabulis hanc correptionem admiserunt Aeoles; 
neque enira moror loh. Gramm, (vid. Ahrens I. 12 not.), qui Aeolensibiis 
vulgarem formam ÜQa tribuit, quoniam idem tradit Aeolensium esse 
l^ifQoöira, cum iilos licpqödna dixisse locupletum testium auctoritas 
evincat. Deinde (pQOvleiv (liber cpooveoiv) scripsi, quamquam ratio 
(pQOvei]v flagitat. In hoc qiiidem carmine iustae formae servatae sunt 
V. 6 £7CiTvyj]v, V. 8 yTOxidr^v, v. 19 yCOVTOjcoorjV, at vulgares leguntur 
V. 26 vi/MGEiv, V. 27 euQEip, v. 29 ehieiv et si verum assecutus sum 
V. 32 (poQei{v). Ceterum fides Hbrarii in hoc carmine describendo etiam 
hie apparet, siquidem tribus locis germanas formas tuitus est, nam in 
carm. 29, cuius phira supersunt apographa, ubique vulgares formae 
substitutae sunt, v. 4 q^i?Jeiv, v. 19 7Tveuv, v. 20 et 28 l'yeiv (v. 28 in 
uno libro olim fuit opinor iyj^v, mide vitiosa scriptura l'yveiv repetenda), 
V. 30 Gvllaßeiv, v. 31 ^rlleiv, v. 35 cptQEiv. — In eodem versu litteras 
detritas sententia ipsa suadente redintegravi (.tt) oV zi veog %av Ideav 
7ci?j], item V. 15 aon scripsi, cum in codice sit uoria. Atque etiam 
V. 16 et 17, quam vis mutilos et corruptos, ita mihi videor restituisse, 
ut nihil dubitationis relinquatur. Porma i?.aod^}^ ipse Theocritus etiam 
2, 45 usus est: Toooov r/oi IciOag, uooov 7c6y.u QrpLa (pavTt ^Ev Jiq 
laad^Tjf4€v evfcloyAiiio) l^giccövag. I^eque /]g mutare ausim, quamquam 
in Sapphus fr. 106 : Od yuQ ?jv Itega yiäig vulgo legitur. Haec autem 
huius loci sententia est: satius est ei, qui aetate provectior puerum 
amet, liberum esse ah his lahoribus et aerumnis. !^eivog^''^) enim hie 
dicitur qui expers est aUcuius rei, velut est apud Soph. Oed. Reg. 219: 
ly/yo) ^evog (.ih xov Xöyov rovd' e^EQW, Btvog de xov jcQayd^ivxog. 

Sequitur v. 18 omnium corruptissimus, de quo restituendo despero, 
quamquam plura divinari possunt. Videtur puer iuventae flore gaudens 
et securus cum hinnulo componi, qui ludibundus huc illuc vagatur: 
similis in ipsa dissimilitudine est comparatio, qua Anacreon utitur fr. 51: 
l4yuvCog, old te veßQOv veod^i^Ma ralaihi^vov, oüt' ev vXrjg -/.EQOtaör^g ^Auo- 
kenpO^Eig V7CÖ firjTQÖg fcVrrojy^. Itaque scripsi: l'ij) f.itv ydg ßiogtQTtet 
7CQoy6voig 1 o' e'kä(po) d^odg. — V. 19 Tläoeiui ö' izegvi correxi, 
quod in libro est ö'/Aoel ö' hlqa. De adverbio iteqvi vel arcEqvt dixit 
Ahrens I. 154, quamquam etiam fxeqa hie ferri potest. Neque spiritum 



12) Forma Ht^vog etiam legitur supra 28, 6, sed iJiidnm v. 23 '^^vog. Piiore 
versu Ahrens l^rro? ex coniectura soripsit. 



Tlieocriti tertium quod vocatur Carmen Aeolicum. 255 

asperiim cwqiov toleravi, qui haucl dubie ex librarii negligentia pro- 
fectus est. 

y. 20 — 22 emendatio certa, nisi forte quis v. 21 particnlam ymi, 
cuius loco '/MT scripsi, tueri malit. Ibidem dedi uis?M', quemadmoduni 
est apud ipsura Theocritum 28, 18: vdoco TQiva/.Qiag itvelov, nam quod 
XIII in libro Ambrosiano {.uelbv legitiir, scribentis error est, [ quemadmoduni 
supra 7iEdo(ia1rA.d) scriptum, ubi ned' vfialr/Mv debebat: nisi forte 
Aeoles ^vielov olim dixerunt. Y. 22 singularis est forma oorj, siqui- 
dem alias apud Aeoles tertia persona etiam eorum verborimi, quorum 
prima est ijili, in el cadere solet, velut Sappho fr. 1, v. 23 cpilEi, fi-. 17 
vA'KeL dixit, cum (pih]fui et vAlr^i-ii dicere sit soKta. JS'ec tamen propterea 
0Q1] immutare ausim: fortasse Aeolensium sermo tluctuabat; cf. etiam 
Cram. An. Ox. IV. 352, 14: oi ^ioXelg <x7ioßolf xov g uii tovnov xä 
TQixa Ttoiovair, oiov xi^)]g, xiO^t], 'ioxi^g, 'ioxr^, öidcog, diöoj, Levyvvg, 
Uvyvv, quamquam largior huius testimonii exiguam esse fidem. At 
V. 23 quomodo restituendus sit, ambigo, quamquam instituta sententia 
quid requirat, non est obscurum: scripsi igitur Ilacaaa&ai d' eviavxög 
yctKanäg ovvSi {dvag ciXig)^ cum antea tentassem yale;cäg ov/. r/.ai'og 
vuaio. Ceterum od, quod post iviauTÖg in codice legitur, ab ipso 
librario est expunctum. 

Neque difficile fuit proximis versibus pristinum nitorem reddere, 
V. 24 7CQ0x' ipsa versus lex requirit, v. 25 et 26 doy.i(.ioi latere in Kbri 
scriptura öoy.ü /.loi manifestum est; simili errore apud Herodianum /t. 
iiov. Af'|. 7, 28 in Sapphus versu doxel tioi Coqavoj legitur, ubi doyJiioi{.i' 
üQdvü) restitui. Quod deinde scripsi xoig i.ceQ auuecov MexgeXv ß^aidliog 
daxegag, fortasse alii tuebuntur ei-oelv, mibi interpretandi argutiis missis 
proprium vocabulum omnino requiri videtur: nam proverbü loco doxegag 
uoid^fteTv dici solebat, vid. Paroem. Graec. t. 11. p. 4, velut est apud 
Platonem in Euthydemo p. 294 ß: /} /.ai xd xoiaDxa {hcioxaad^e) xovg 
daxtQag, öjröooL elal, /.cd zi]i' aiiiior, qui locus hunc Theocriti 
versmn commode illustrat. Hinc etiam Catullus 61, 206 : Ille pulveris 
Africi Siderumque micantium Suhducat numerum prius, Qui vostri 
immer arc vult Multa milia ludi. Itaque non dubitavi fiexgelv scri- 
bere, Theocritus etiam hie Alcaei vestigia legit, vid. Photius p. 264, 13: 
f-iexqroaL irtl xov dgid^ftraai l^lxalog, neque enim ad comicum, sed ad 
melicum poetam haec adnotatio referenda est. Dixit ipse Theocritus 
ad eundem modum 16,60: ^R' loog -/dg 6 ftoyßog e-c' ^6n /Ji-taxa 
f.iexqeiv, quod non est sollicitandum , cf. proverbium AVf.iava (.lexQEig 
Paroem. Gr. I. 345, II. 182. Poetam de numerandis maris undis cogi- 
tavisse satis arguit, quod additur f^r' q6vL, et praeterea 'Offff' ave^tog 
XeQGÖvöe uexd y'/MV/tüg dlög loOei, nam etiam paulo aliter nidS^w ^d~ 



256 Theocriti tertium quod vocatur carmen Aeolicum. 



/MGOuv i-iETgeiv dici solebat, vid. not. Paroem. I. 345, quorsum spectat 
etiani Apollinis oraculum: 0]da d' eyio xJ^a{Af.iov d' dgid^fjöv aoI ^ihqa 
S^aläoot]g*). — Deinde ßgaidnog leviter corruptum a librario, cf. Hesych. 
ßQatdiov, Qtxdiov ^IoIeic. Eustath. ad IL 163, 21 : stteI y.al qqÖLOv 
Aloh/MQ ßgaöiov Uyeiai. Sed v. 24 novissimo quo pacto vitium foe- 
dum tollendum sit haereo: apparet poetam fere idem dixisse, quod 
Callimachus in Del. v. 175 significavit bis verbis: vicpadeoaiv ioLY,atEg 
}) ladoi&Liot Teigeair, t]vi/.a ^clelara yiav ij^qa ßovAoleovrai. lam nova 
hina, si quideni coelum serenuni nee nubibus obductum est, plurimae 
stellae comparent, itaque ausus sum Ö7t/coaad/.L [.lelg vta scribere: 
formam iitig Aeolensibus vindicant veteres grammatici, vid. Ahrens 
I. 122, vulgo quidem est masculi generis, sed ubi non tarn menseni 
(fAriva) significat, quam lunam (j.irivtj%>)^ quemadmodum hoc loco, poterat 
conunode femininuni genus asciscere; exstat autem aliud praeterea 
exemplum apud Hesychiuni: (.liGuhy ij aeh'jvrj 7caQä ^xv^aig: neque 
enim hoc barbarum est vocabulum, sed | Grraecum, quod Scythae a xiV 
Milesiorum colonis asciverunt, quibus plenilunium erat f^eig uXerj^^). 
Ceterum componendus cum hoc Theocriteo versu Homeri locus II. 
555: 

'PuCvtj' UQITTQiTItCC, OlE t' fnXiTO VI]Vi/LlOg atd^tJQ' 

^Ex (T' (tpavBV nüaai axomul y.td n^diovig üxqoi 

Kai vdnai' oiiQuvöd-fv J' äg^ vntQQuyrj iiantTog aiS^ijQ' 

TTiivTU äi t' tidnai äarga, y^yrjihe ö^ t( <fQiva noifxijv, 

ubi GEh'jvrp' (paeiv/jv, quamquam Aristarchus aliique epicorum consue- 
tudine hoc importunum epitheton excusari credunt, non est ferendum : 
verum viderunt veteres critici, qui divisim scripserunt: 
'£lg ä' ör' iv ovQuvi^ üarga (fäei v^v uficpl aek'^vrjv 



[*) Addit B. in Anthol. p. LXVU: fHTQttv, quod pro fiiQei'v scribendum esse 
dixi, plane confirmat Nicetas Eugenianns, qui solet Theocriti carmina diligen- 
tissimo studio imitari, IV. 411: zloxei ^( fxoC rig, äj' nug^lüy xal (pvyi^ "Eqwtu 
TÖv TVQHVVOV imiQWfx^vov, Kai xovg ^(f' inpovg fxfieTgr'jadv nar^gag , quem locum 
eommode adhibuit Schwabe.] 

13) Forma contracta nkrj etiam Diogenes Apolloniata usus sec. Herodianuni 
nfgl fiov. IC^. p. 7, 7. [In Anthologia haec de hoc loco adnotata sunt: onnoaadxig 
lvv(u G. Owrtius, praeeu/nte Th. Fritzchio: nam quod ego conieci (mnoaadxi fit)g 
vfu, id 6nav(xa potius dici oportebat: neque tarnen ista correctio satisfacit, Tatet 
aliud, fortasse onnöaa' uxlvuyfi'' 'ia vel unnöaau xvXCvö trui i. e. äargu, 
sed possis alia quoque suspicari, velut satis conveniret sententiae ij 6 tt 71600' üll 
xüfiuia, item numerus innumerus arenne in littore niaris poterat apte comme- 
viorariA 



Theocriti tertium quod vocatur Carmen Aeolicum. 257 



Sed non recte (fdei cum vrv^^) iungunt, quae vocabula vel versus 
incisioue separautur, referenduni est cfdei ad ea quae proxime sequuntur. 
Quod si verba in hunc niodum collocata ambiguitate laborant, siquideni 
imperitis proiiuui fuit q^dei vTjv in ununi coniungere, id bic poeta 
(neque eniui antiquae Iliadis ista sunt) non tarn imprudens adinisisse, 
quam consiüto instituisse videtur. Neque duo versus, qui subsequuntur, 
adpungendi sunt, ut Zenodoto, Aristophani, aliis visuni est; uam bis 
sublatis biat oratio , sed antiquum vitium de medio tollam , neque enim 
al&fjQ scripsit poeta, sed: 

ovQKvoO^iv (J" i(o vTTfQQKyr] äantrog cciO^oi], 

eademque medicina etiam infra U 299 adbibenda. 

V. 28. Quamquam Sappho et Alcaeus promisciie eiyiho et d^llio 
dixerunt, et ad eundem modum variavit Tbeocritus 29, 3. 7. 8, 
tarnen bic «IV eiyü.io malui scribere, quam quod codex exbibet eXte 
iyÜM. Deinde oyövia scripsi, quod non solum versus lex, sed etiam 
sententia flagitat: nani boc dicit poeta, se cum autea superbia fuerit 
elatus, iam fractum esse. Quod codex planissime praebet aucpEva, fir- 
matur grammaticorum auctoritate: apud Hesycbium exstat: «/'T';^> 
air/jqv^ tqäyj^ov ^'^) et ibid. du(fijv, aöhjv, ubi recte corrigunt aöyjjv, 
quamquam ipse grammaticus iam reperit aölrjv atque hoc vitio in 
errorem iuductus banc glossam tamquam novam reliquis addidit. Quod 
loh. Gramm. (Abreus I. 42) Aeolensibus tribuit aiffi^v, utrum germana 
sit forma an ficta, ambigas. 
XV Y. 29 et seq. facili negotio restitui, sublatis quae in codice Am- 

brosiano vitiose sunt scripta : sed graviter corrupta est extrema pars 
poematii elegantissimi, quod commoda clausula absolvisse poetam con- 
sentaneum est, sed in venire quid poeta scripserit periculosimi , neque 
confido me ipsius poetae verba restituisse; Interim scripsi, quod nee a 
litterarmn vestigiis nimis recederet nee ab instituta sententia abborreret. 
Hoc enim videtur poeta dicere: cum vel dii anioris imperio obnoxii 
sint, nonne me par est amicum parum constantem, qui levissimo 
momento impellitur, ferre? ^tgag in codice ut videtur exstat, quam- 
quam littera q incerta. Est autem oratio plane ad eum modum con- 
formata, quo usus est Midas sopbista c. 3: rd f.itv Xdia rtov tiöIecov 
idj- xd 6e y.oivd cccg '^ ED.ddog, rd l/. JeXipiov /.cd rd i^ ^0Xv(.i7ciag, 



14) Formam vfj Herod. n. iiov. kt'l 7, 9 ex Satnioruin aimalibas et ex Aristo- 
phane comico affert. 

15) Musurus T<Hiyt]).og scripsit, sed cum Calliinachus [fr. 98] pluraliter joü/ijkic 
dixerit, fortasse nihil mutandum; M. Sclimidt non recto de liis disputavit. 

Th. Bor-k Kloiiio Schnlten. II. 17 



258 Theocriti tertium quod vocatur carmeu Aeolicum. 



[uiXXoviog zw ßaqßaQio räv ^ElXdda Xaßev, xal rag; acori^Qiag iv xqrjuaöLV 
fovaag, ov dr/.aLOv laßiv /.al XQtoO^ai ig röv jtölef^iov; nam ille auctor 
est, ut bis opibus ad belli necessitates utantur, quando opus esse 
videatur. Od dUaov quod scripsi fortasse ex boc ipso loco petiit 
Hesychius: ov dr/Mor, ov dUaiov^^). Deinde (figeiv sane usitatum est, 
sed cpoqsiv quoque olim Graecos ad eundem luoduin dixisse indicio est 
adiectivum q>0Qrftöv, velut apud Aescbylum in Prometbeo v. 978 : eir^g 
(fOQijibg oh. äv, et ap. Eurip. Hippel, v. 443: Kv/iQig yccQ ov (poQijTov. 
Item insolens est dsvi-ievov, sed metro satis tutum: ambigi autem potest, 
haec forma utrum ex vocalium contractioue an syntbeticae litterae 
ectblipsi orta sit: boc tarnen verisimilius videtur, nee dissimile est 
O£vf.i£vog. Amicum icfKjfieQov vocat, cuius animus in dies mutatur, nee 
prorsus dispar, quod dixit Tbeognis v. 965: IIollol toi yjßdrjlov 
htr/.'ko7iov i]d^og VyovTEg Kqvtcxovg', evd-i/.isfoi d^vj-iöv e(frjfi€Qiov. Denique 
superest offensio in producta priore syllaba vocis (filov*): sane apud 
Homerum II. J 155, E 359, CD 308 (üile xaoiyvrjre legitur, atque 
binc veteres grammatici ancipitem buius syllabae mensuram dictitant, 
velut Eustatbius. In epico poeta, praesertim in prima versus sede, eius- 
modi productio videtur ferenda esse, non item in boc carminum genere 
et in medio versu. Equidem suspicor Aeolenses praeter vulgarem 
formam ffD^og etiam qlXlog geminata littera dixisse; fidem faciunt 
nomina propria, quae antiquitatis esse tenacissima solent, velut (Dillog 
(Herod. ti. f.iov. A. 11, 26: 7iaQa. l4va%qiovxt xo ovoj-ia), Oillo) mulieris 
nomen Epbem. Arch. n. 3500, 0ilhg Delius baud ignobilis musicus, 
qui passira minus recte (DvlXig scribi solet, (DilVig mulieris nomen 
restituendum ap. Hippocr. Epid. IV. 4 (ubi vulgo (Dilig scribitur), item 
(Di)JJdag, alia, de qiiibus vid. Keil Syll. Inscr. Boeot. p. 7. Num etiam 
apud Homerum secundum banc Aeolici sermonis consuetudinem 0ilXe 
•juxaiyvr/re sit scribendum, nunc in medio relinquo. 

Sed fortasse aliquis ambigat, quo iure boc Carmen, quod in 
codice Ambrosiano fertur adespoton, Tbeocrito vindicaverim , siquidem 



16) Etiam in Thessalico titulo (Ahrens II. r)29, 13) Sixuoi legitur [at cfr. 
Qf. 361 B, 12 ap. CoU.], Sappho tarnen fr. 28, 4 ^ty.uCwg scripsit, item in titulo Lesbio 
apud Conzium t. XII. A, 28 [nr. 281] nüvTu iS(y.uiu tv t^fxtvai, et similiter B, 4 
]v. .39 Coli.] et 17 [ubi (rf)//f«/(o)r«T« Conzius exliibet pro {ö)ixa(TaTa, quod est ap. 
CoUitzium v. 52]. Illud memorabile, urbem ^l'wy.ufav, quam Sappho ^'0)y.dav vocat, 
etiam duabus syllabis efferi in titulo Lesbio ap. Conzium t. VI. 1 [213, 9] : l/x ^'üxu 
J(k t)««"? [rulg] ÜQ^aig nalauig raig [ralg'] Ifx <i'täxii nuQ üarojv [7iA(^)«? röv] u!f4(- 
atü)(v) et similiter deinceps, quod ex ^Pwxda contractum videtur, quemadmodum ex 
^avÜT] ortum Juvü, ^A'J^rjvü ex uii)r\vüu. 

[*) Postea Bergkius ifvXXov recepit dixitque: fpvlkov emendavit Theod. 
Fritzsche.] 



Theocriti tertium quod vocatur Carmen Aeolicum. 259 

XVI in eo libro, quemadmodum in multis aliis, trium | bucolicorum poetarum 
carmina indiscreta et temere confusa exstant, ita ut omnino etiam nunc 
multorum carminum auctoritas sit incerta. Sed mihi quidem non videtur 
dubium esse, quin tria haec AeoKca carmina, quae in codice Ambro- 
siano deinceps leguntur, Aeolico sermone ad exemplum Alcaei et 
Sapphus composita, Theocriti sint. Et primum quidem Carmen (28), 
quod missum est ad Theugenidem, uxorem Niciae Milesii, quo fami- 
liariter usum esse Theocritum constat, nulkis criticorum Theocrito 
abiudicare ausus est: praeterea etiam scriptor argumenti hoc ipsum 
testificatur. Alterum cannen (29) locuples auctor Piatonis scholiasta 
p. 377 Theocrito tribuit, quocum etiam schol. Tzetzae Gram. An. Ox. 
TTT . 315 consentit. lam tertium Carmen, quod nunc primum edidi, ad 
prioris (29) similitudinem proxime accedit, ut utrumque poematium 
eiusdem esse scriptoris omnino sit consentaneum. Accedit aHud: Car- 
men 28 inscriptum a\a/Axa 7iaidiY.a. aiohyux, sed haud quaquam 
in puerorum amore versatur: igitur illa inscriptio non ad singulare 
hoc poematium referenda est, sed quicunque haec praemisit, omnia 
Theocriti melica carmina comprehendere volebat: neque vero 7taidr/.ä 
alo?jy.cc tan tum ad Carmen 29 spectare credo, sed simul ad tertium 
Carmen, quod edidi, et fortasse ad alia similis argumenti, quae inter- 
ciderunt, pertinet: nam singulare Carmen potius 7raidr/.öv aloh'AÖv 
dicendum fuit, quemadmodum £QonLY.bv (£Qa)Tr/.dv qjdäoiov) aha id genus. 
Quamquam sane is, qui alterum poematium pariterque tertiimi hoc 
Carmen pluraliter 7i:aidr/.d ulohyA inscripsit, illud discrimen neglexisse 
censendus est, quemadmodum etiam in Anacreonteis hrid^aldiiLa sin- 
gulare inscribi solet ad versaute sermonis Graeci proprietate. Denique 
ut Theocriti tria haec carmina esse credam etiam hoc me movet, quod 
neque Bion neque Moschus melicae poesi animum adiecisse videntur, 
si discesseris a versibus Anacreonteis elg ve/.QÖv ^J^öcoriv, quod poema- 
tium, quamvis vulgo Theocriti nomen prae sc ferat, tamen ab hoc poeta 
prorsus est alienum. Ac milii quidem videtur Bionis esse. 



17 



Epicharmea. 



[Emendationes Epicliarmeae.] 
I*). 

III De Epicharmi vita et scriptis qui nuper docte et subtüiter dis- 

putavit Augiistus Lorenzius, etiam fabiüarum reliquias addidit, sed in 
hac quidem opeiis parte minus prospero successu usus est, cum cetera 
plerumque probabili ratione expediverit. Sane difficillimum has Coi 
poetae reliquias multis et gravibus vitiis inquinatas in integrum resti- 
tuere; nam quamvis iam a criticis haud pauca recte sint emendata, 
tarnen plurimae supersunt corruptelae , vel nondum probabiliter curatae, 
vel plane neglectae, quoniam omnis corrigendi labor irritus videbatur. 
Sed Lorenzius passim etiam offendit et menda sibi deprehendisse visus 
est iis locis, qui eos quibus sermonis Graeci reique metricae paulo sub- 
tilior est peritia, non morabuntur; velut fr. ine. 1 [v. 220 seqq. M.] 
versus nobilissimos, in quibus poeta vaticinatur posteris saeculis alios 
ea, quae ipsi placuissent, exornaturos esse, in corruptelae suspicionem 
voeavit: sed Epicharmi verba, quae etiam Ahrensius praeposteris con- 
iecturis tentavit, integerrima sunt; nam poeta cum scripsit: 

Kca heßwv Tig ui<T('c, miiidvacig tb uiXQOi', o vvv f/^'y 
Eiua öovg xai TiOQ(fVQav, Xöyoiai noiy.ü.ng xaloTg, 
JvOTKÜMiOTog MV t6? üllovg tvjictlttCaTovg unoipavti^)^ 

U(.ia 'Mxl TiOQcpvqav haud ineleganter dixit i. e. eiua 7C0Q(fVQ0vv, usus 
figura pervagata, quam Virgilianum illud pateris lihamus et auro satis 
illustrat. Idem Lorenzius haesit in his versibus ^-iöyog /ml Aoyiva 
fr. 3 [v. 126 seq. M.] : 

Ol Tovg hifißovg xcct töv uq/ki^ov tqötiov, 
"Ov TiQüTog liatjytjGttaif öjQiarö^evog, 



*) [Index scholaium in univcrsitate litteraria Fridericiana Haicusi cum Viteber- 
gensi consociata per aestatem anni MDCCCLXVIII . . . liabondarum.] 

1) In iis versibus, qui praecedunt, iam alias ostendi legendum esse: 

'iis J' ^ytu doiclüj, doxtut yap aä(pa iaäfttvat tov9', ori 
Tdir ifxiöv un'tuu nox' iitaüiui }.öyu)r luviiuv in. 



264 Emendatioucs E])iclianneac. 



vel potius elaay/jaaz', nam ipiXcoaiv commendat Apollonius de Synt. 
p. 335. Verissime enim | Porsonus töv ccQxalov tqÖjcov correxit, quod IV 
in Hephaestionis [de Metr. 8, 3] libris est top aQtoiov tqÖ/iov, quod 
quid sibi velit se nou satis assequi dicit Lorenzius: sed de Aristoxeno 
eiusque iambis, unde coraoediae primordia repetenda sunt, dixi in bre- 
viario bist. litt. Graec. [Erschii et Gruberi Encyclop. t. 81] p. 372. Loren- 
zio bic quoque obfuit Abrensii auctoritas, qui pravis coniecturis priorem 
versiun omnis labis immunem sollicitavit ; fugit illos notissima bracby- 
logia, qua posteriores saepe utuntur, velut Aristoteles de Poet. c. 2: 
NiY.oyaQi^g ö tijV Jr^Xiäöa, Philodemus tieqI evaeßeiag p. 43: 6 öi rrjv 
Titavot-iaxiav, Herodiauus 7ceql fiovi'^g. ?J^. p. 9: cog 6 rd KvriQia 
(/rjolv, p. 10 (adde ib. p. 26): 6 rovg Eilwrag, Partbenius Narrat. amat. 
c. 14 [Anal. Alex. Mein. p. 317] : oJ rd MihjOia/.a, scbol. Sopb. Electr. 152 : 
rj '^Oi^d'Jqci) d/.oloud-ei siQTf/.ÖTi TQeig rdg S^cyaieQag rov ^yafAtf.ivovog, )j wl; 
ö zd Ki7iQia TiOoaQag ffr^aiv. — Item anapaesticum septenarium, qui 
nulli caliunniae obnoxius est, ex Pyrrha et Prometbeo fr. 1 [v. 150 M.]: 

Tut' TekXivfcv, Tov uvnQirav üaaui 6ti y.id Xtnag oaoa 

nondum in integrum restitutum esse Lorenzius arbitratur, ubi nescio 
quae caligo eins oculis offusa est. — Prava distinctione obscuravit p. 276 
[ti-. ine. 60 = v. 307 M.] proverbium : 

"0 TOI {i^Qaavg nQÖg tQyov iy. noXXov, xny.ög. 

^Ey. 7collov, quod alias temporis moram significat, bic dictum de negotio, 
quod remotiun est neque imminet; ipsius autem Epicharmi verba pro- 
babiliter rcstituit Abrens [Dial. II. p. 461, nr. 153]: 

. . . ö y.uy.bg DuQoti fxi'cV unMOtv, iJitiTu dt qevyti. 

— Item p. 278 fr. 49 [v. 261 M.] non debebat Aristotelis [Khetor. techn. 
III. 9 extr.] scripturam: 

Tüy.u jLitv iv TTivwv tyojv i'jv, jüxu öl tiuqu itjvuig tyo'iv 

spernere; male enim apud Demetrium iv rt'jvoig scribitur^). 

Sed iam ex iis , quae horis subsecivis ad Epicbarmi reliquias mendis 
liborandas ])aravi, nonnulla depromam. Ex Sirenibus iinum superest 
fragmeutum [v. 154 seqq. M.], gravitcr illud quidcm dcpravatum, quod 
exstat apud Athen. YII. 277 F, quod adscribo qucmadraodum mihi 
emendandum videtur : 

2) Epicharmi reliquiis pauca quaedain addo, quae Lorciizii diligontiani fuge- 
runt. Versum notissiinuni fr. ine. 15 p. 259 [v. 2.5G M.]: Twv növon' niolovair i]ulv 
nüvru TuyiUf ul Ütoi respexit etiam Libanius III. 200. — Item fr. 27 p. 262 [250 M.]: 
Tä TJQÖ loi) tiv' üvÖQtg tltyov, dg fyiov lain/jidD afi'cit Olympiodorus in lahnii 
Supplem. XIV. p. 370. 



Etnendatinnes E])ic]ianneae. 265 

A. IToon ufv y uTivlg v.ti' aovg (((ficeg ÜTKniQi'Coiuig 

^TQoyyvlug xcd 6().qccxiayc(s önric y.Qea y.cu nuiXvnovg, 
K(u ylixiv "/ Iti' (äv infoLitg oivov. 13. otßoißoT rulag. 
A. IltntQi, acca((fx(g, nlKxovg, — B. ü. A. xta/dcffg, — B. ifov rmv y.ay.täv. 
5 A. ^vy.ii nÜQu, TQiyXug re riy.va nay^ia y.a^iai 6vo 

JiccTtT^a^ivui fx^acti , (fäaaai Tt ToaauvTui TTaQfjv 

V Y. 1. d7iE7ivQitof.iEg scripsi, quod evtiofieg v. 3 plane flagitat, lege- 

batur dno7TVQiCoi.ieq. -VQoyyvlag dffvag pingues et magnas dicere videtur 
poeta, cum plenunque pisees miniiti essent, cf. Hesychius: oxQaßalög- 
ö OTQoyych'ag v-ai rergaycovog avS^qioytog' l4yaiol. — Y. 2 deXcpaMöVMg 
scripsi, erat dslcpuKivag , quam formam fortasse alii tuebuntur. — Y. 3 
oißoißöi scripsi, ol'ßoißoi AD, dif.wi P, hinc vulgo oi'uoi f.wi , at Siculi 
videntur oJßöl dixisse, quod Atticis est alßot, quae interiectio hie 
geminatur, ut est apud Aristophanem in Face 1066: TP. ^Ißoißöl' 
IE. r/ yelag; TP. jjaO^r^v yaoo/röiai 7tiiytf/Mig. Est autem haec vocula 
uon solum dolentis, sed etiam mirantis, cf. Hesych.: alßol, log oifioL 
Tid^erai -/ml Inl dav\.iaoiiov. Item Siculorum vox videtur ftiisse (fov v. 4, 
quacum componere possis Latinum fu^ vid. Plaut. Pseud. 1294 [Y. 2, 5], 
Most. 39. — Y. 4 ut potui restituere conatus sum; in libris est: nEql 
oanä f.ie y.aloioa /Mvia/M Myei (B liyoi) (foc (YL (fov) rior '/mkiöv. 
Piperis mediae comoediae poetae saepius mentionem faciunt, utebantur 
potissünum ad vinum condiendum, vid. Athen. IL 66 D seq.; sed piperis 
usum etiam in cibis condiendis fuisse docet Alexidis locus apud Polluc. 
YL 66, ubi grammaticus 7c&ceQi dilucide testificatur, quamquam Athe- 
naeus, qui lY. 170A eosdem versus adscripsit, oeoeh legit. Atque 
hie ipse Alexidis versus [123, 8 Mein. = 127, 8 Kock]: 

^(f'üxov, aiQcaov, niniQi , nrjyavov, vnüaov 

tribreve vocabulum esse arguit, id quod analogia quoque commendat; 
neque Nicander ultimam syllabam produxit, sed /riVre^n' scribere mahnt, 
vid. Theriac. 876^), Alex. 332 et 607. Sicuh videntur ex Africa peti- 



3) Ahrens [p. 449] hunc locum redintegi-aie studuit additis iis , quae Athen. 
VII. 309 E ex comoedia, cuius nomen praetermisit, adhibet [v. 100 seq. M.]: 

. . . y.uykaoi xöxxvyt?, ox)? Ttaqaxl^ojit? 
llürtag, ontüvttg di xadvravte? avrois %yuvo^ue. 

Speciosa niagis quam vera haec est coniectura, nam vel temporis diversitas (7i«t>- 
axiCojufg et xvnvoufg) ostendunt ista ab hac narrationc aliena esse. Lorenzius hos 
versus in ordinem lecipere oblitus est. 

4) Athenaeus sane II. 66E, ubi hoc Nicandri versu utitur, ntneni exhibet, 
sed idem lU. 136 B: er Ov /nh'Toi töv Kolo(f>i>'mor Ä'txaviSQOv nd rdUtv^n/Mg tov 
inonoiov wg iii).ü(>/uiov xut nolvuitOf); x«i t'og tö ntni{)iov uvöfiaauvTU nuQ^b^ov; 



266 Emendationes Epicharineae. 



visse, certe Ophelion ap. Athen. 66 D dixit: ylißt%öv 7C€7reQi yial d^v- 
f.iiaf.ia, ßißXiov Hkaiiovoo. ef.ißQ6vTijiov. — V. 5 legebatur o xal rcaqä 
TQiyXag re y.ai ndyj^a, quae correxi. — V, 6 diazeTfia^evai Meineke 
restituit, erat diareTayiuevai. 

Epicharmus primus poetarum comicorum parasitum in scenam 
deduxit in fabula, quae ^ Ehr ig >] TI'/MVTog inscripta fuit, ut Athen. VI. 
235 F seq. docet; statim primus versus [25 M.] manifesto vitio laborat: 
i4?2' a)log od' fW/y/' oös tovöe Aatä 7c6dag, nam eOTr]y.e a Dorici 
sermonis proprietate plane abhorret; sed multo gravius est, quamquam 
critici non animadverterunt, /.axd 7c6dag non posse commode coniungi 
cum standi verbo, siquidem dici solet de iis, qui propere gradu ince- 
dunt, velut est apud Thucyd. III. 98, 2: 7toXXovg (.isv ahoC ev tfi rq07cfi 
'Aaxa. 7t68ag aiqovvcEg avd^Qiojioi Ttoöcoyieig vmI xpiXol diiq)d-€iQOV. 
Y. 64, 3 : '/ML Toig /tiev l4Q'/.(xdiov Gcperiqoig oioi ^vi.if.tdxoig TCQoelTtov 
dd^QOiöd^eioiv levai /.ard 7rödag avToiv elg Teyeav. Atque ita non solum 
Herodotus, Xenophon, alii historiarum scriptores, sed etiam comici, 
velut Axionicus fr. 1, 3: IMsd^vovad t' l^OTtiaü^ev fj oocpcordT^j . . . ytatd 
TTodag 7roQev€Tai, et Philemo in Milite fr. 1, v. 15 [fr. 75 M. = 79 Kock]: 
dve7Ci^ör^ae y.äg^eryev av'aKu) Ttjv lo/cdö' i^MV, alloL (5' ediiOY.ov xara 
7c6dag. \ Quare non dubito lenissima medicina adhibita apud Epicharmum VI 
iorety' corrigere^): reliquorum emendatio incerta, nisi quod a duobus 
sermones seri certum est: equidem suspicor scribendum esse: 

^. IdkX' äkXog (GTtix ü)Se xovSe xktu Tiäöag, 
Tdv ()(((f(ü)s kKifjfj TV, y.oivoivbv yd ü^tjv 
Eilwvov, uiißiTov. B. «AA' a/unccg oJf 
'Ü4fj.vaTiv üantQ xvXixa Txlvtt rbv ßCov. 

Scripsi V. 2 Koivcovör, ubi in hbris est y.al toivvv, quamquam aliud quid 
videtur delitescere, itaque olim conieci: ytal rö vvv yd d^ijv Evtovov 
die ig oirov, i. e. ac nunc quidem scis vileni esse annonam. Prior 
auctor est, ut alter scurram ad se recipiat quotidianum convivam 
(deioiTov)^ non adeo sumptuosum (eviovov), cum contentus sit, quidquid 
alter praebuerit. Alter vero hoc negat, ac dicit verendum esse, ne 
opes suas penitus exhauriat: nam prorsus integra sunt verba novissima 
7civ€L töv ßiov, quae parum recte coniectura tentavit Ahrensius [p. 438], 



ubi Casaubonus rb ninfQi , Dindorf t6v n(ntQiv, 0. Schneider tb nintgt viov cor- 
rexit, sed nihil mutandum esse puto: videtur Athen aeus nintQiv, quod reperit apud 
Nicandrum, novicio more pro ntn^Qiov dictum esse existimavisse , neque vero locus 
Alexiph. 007 hanc opinionem confirmat. 

Ti) Quamquam foiiassn etiam exordiuin versus vitium contraxit, ubi possis 
'^).u}.og od' tatnx' oiäf coniicere. Etiam in iis quae sequuntur olim alia tentavi, 
velut tÜTKovov , Htianov, cf. Hesych. : tv/iojvog öixß()os tÜTiurog. 



Emeadatioues Epicharmeae. 267 



quem non debebat Lorenzius sequi: nam Ttivsiv hoc loco eodem modo 
dictum est, quo Plato comicus [t. IL 616, 1. fr. 8 Mein. = fr. 9 Kock] 
Otd' bang avrfjg e/.7iiExaL rä y^Qi]i.iaTa: sed Porsonus, qui idem verbum 
Euripidi in Hippolyto v. 622 [626]: oXßov dtof^ccTCüv hiTiivoi^ev (legitur 
haivof.iEv) restituere Yoluit, verum non est assecutus. 

Ex parasiti oratione pauca decerpam; virtutes suas praedicaturus 
ita orditur [v. 29 seq.]: 

2vvSiinvs(o Tö) XcävTi , xuXiaui det fxövov, 
Kai TW y« ^i] kiüJVTi, y.ojvSlv Sit y.aletv, 

ubi cum Dindorfius Ielovtl scribere maluisset, Ahrensius utramque 
formam repudiavit et (.ir^ÖE Xwvri scripsit, cui coniecturae multiun prae- 
stat Meinekii inventum fti^yt Iwvti, verum nihil omnino mutandum, 
Xiwvzi ad eundem modum dictum, quo : 

ilre yioväTig yvvci, ovStv 7iQOfj.a&iovjusv(c 

vel TCQOLia&Lioiiiva, quem versum non dubito Epicharmo vindicare, cf 
quae dixi post Lyi-icorum fragm. adespota in ed. III. p. 1359 [ed. lY. 742]. 
De origine auctioris formae ahbi dicendi erit locus. — V. 3 [31] pro 
xaqiuq fortasse scribendum yiaQir^q, quam formam Doriensibus tribuit 
Et. Gud. 171, 46, et Apollonius quoque de adv. (Bekk. An. IL 573) 
testificatur. — V. 10 [38] scribendum videtur: 

ulxa S'ivTVXfo T^oTg ntQinolotg, 
TovToiGiv aya&wv imk^yo) ^ya&TS\ oti 
Ol) X&VTt nslavov, aXXa fiaOTiywvrt uf. 

In libris est rovroig (B rovroTov, P tov toiöv) äyad^bv Ijiikiyu) xoig 
d^eöig (ki od ?mvtl 7tauov. Quod dyad-tov dyaiyida hiikiyuv i. e. 7iok'Ka. 
dyaS^ä restitui, quodanmiodo firmat Suidas : Td TavrdXov xdXavxa ravra- 
\'1I ?JL€Tai . .. hiEhtEo 7tauovreg yroD.d vxd a)JM Toiavra \ 7te7toirfA.aoiv, olov 
dyad^äJv dyaiHdeg /.ai oocpiöreoog ao(fov 7cctq ^E7riydQi.to): nam videtur 
Epicharmi auctoritas pariter ad utrumque proverbium referenda; item 
supra: dyaOioi' dyaifideg' rdrieiai l^ .laooiulu caqu röig /Mur/.dig iyil 
TÜ)v 7coKlCov dyaO^oJv. Ideni testatur Pollux YII. 31, uani Attici quoque 
comici videntur usurpa\isse, hinc Phrynichus Bekkeri An. I. 9, 31 
attigit. Tlflavov autem nuimmmi interpretor, dixi ea de re in quaestio- 
nibus Callimachiis [Opusc. IL 192], adde schol. Porphyrii de Abstin. 11. 7 : 
Tiilavog . . . b tot- ^.lävxEiog ino&ög ößolog. Etenim noctui'ni vigiles 
videntur a grassatoribus multam exogisse, eosdem si non essent sol- 
vendo, verberibus mulcabant. Sequuntur haec [v. 41 seqq.]: 

'iiTTtl Si X ^'"^ utxaSis xmatpduQitg. 

.jiOTQOJTOS fl'Sti)' X((l T« juiv TtQÖn^ <)V XOfJJ, 

Aq xii |u' üximTog oivog ufiffintf <f()ipag, 



268 Emendationes Epicharmeae. 



ubi ■Mtracpd^aQelg Heringae est coniectura, nam YL yixxtacp&EQeig, P YMta- 
(pEQEig exhibent: mihi quidem aliud latere videtur, nam parasitus quo- 
tidianas miserias enarrat, illum autem singulis noctibus vapulavisse 
omnem fidem excedit, itaque haud scio an sit scribendum: 

^Entl 3e x^ '■^■^ oixaSis, y.cu ÖKfS^^Qug 

Homo pauper stragulo caret, itaque noctu cubat in vestiniento agresti, 
quod interdiu gestabat. Deinde versu novissimo cum libri exhibeant 
ag y.ai,uöv, fortasse rectius scripseris: 

lAg X' i'iU((DV äxQKTog ufxi^nri (fQivag, 

quemadmodum in Sophronis mimis trisyllaba forma vf-ikov exstat : oivog 
autem librarii est additamentum. 

His subiungo longe gravissimura locuni, quem Diogenes Laert. 
III. 10 servavit, qui nondum est in integrum restitutus [v. 180 seqq. 
M.] ; imprimis autem curandum est, ut sermoues commode distinguantur : 
nam novissimus quidem editor ea in re ita versatus est (vide p. 267 seq. 
et quae supra p. 108 de his versibus disputavit), ut poetae orationem 
magis obscuravisse et impedivisse, quam illustrasse censendus sit. Sed 
paucis indicabo, quomodo universus locus expediendus esse videatur. 
Sermones inter se conferunt duo, ex quibus prior omnia in rerum 
natura aeterna esse censet, alter hoc placitum argumentis refellere 
conatur : 

A. !A).V uti Toi &foi nuQrjaccr /iniXinov ovnnmoxn, 

Tt'cöt rf' ätl TTKQfjg 0' öuoTa öid t( twv hvtwv atC. 
li. 'AXXä l^ynai fiuv ;f«'o? ttqütov yivia9ai r&v diüv. 
A. Uwg Si x' ; afidxtivöv y' unö rivog fiok^v, oti nQäTov /uöXoi. 
ö Oi'X ä(f ffioXf TiQäxov ovS^v, oMi fju /1(a ötvrtQOV 

T(öv6e, rö)v üfilg vvv wöt ßl^n o/ufg, dlX' üsl t«(5" rjg*). 
li. At ttot' uQtDfxüv Tig ntQiaaör, «i öt Xflg , ttot'' uQriov 

noT'}^^Lifv Ifj ifjucfor, ^ x(d Tüv vnuQXovauv XaßtTv, 

'JI öoxi7 XU roi TÖx (avrbg fl/utv; A. ovx ^julv röxct. 
10 ii. Oi'Si [luv oM' al noTi fiizQov nuyvuTov TiorO^fiiv 

Afl TIS ÜTtQOV fl&XOg f) TOV TlQÖad^ fÖVTOg UTIOTU/Utlv, 

"Eri /' vnÜQXoi xttvo rö fiirQov. A. oii yÜQ. B. wdt vvv öqt) 
Kui Tog uvOQo'iJtovg' ö /utv yuQ uö'^tO-, 6 S^ yu fjiuv q^&hti. VIII 

'TJr fxtTu).Xuyü tVt nüvng h'il tiuvtu töv xQÖvov. 
16 "O ^t jutTuXXdaofi (fvaiv rt xownox' h Twiuip fxivti, 

ArtQOV (irj xu Torf' ijärj tov nuQt^earuxÖTog. 
Kttl TV Sri xfjyo} x^^S äXXoi xul vvv äXXot TtX(&ofXig, 
Kavd^ig iiX).oi xmüjiox' oytnol xuttöv (uTQfxfj) Xöyov. 

[*) Adnotat Bcrgkius in margine huius libclli hoc loco aut lacimam statuen- 
dam esse aut novi frafjmcnti oxordiura.] 



Emendationes Epicharmeae. 269 



V. 2 scripsi Tdde d»' del 7taQfjg d^'öj.iöia did ts tcov avidv del, legebatur 
7idQ£oiy' o^ioiu öiu de, sed praeteritum restituenduin esse satis siiperque 
docet prior versus: räde ex more est haec rerurn natura, quam cer- 
nimus. — V. 4 Lenissimam adliibui medicinam, uoliv scribendo pro 
{.ir^öav, id quod quae subsequiintur omniuo tlagitant, nisi forte praeterea 
f-iolt] potius quam iaöXoi scribendum : productionem otl Ttqaiov non abhor- 
rere ab Epicharmi usu ostendit ille versus [250 M.]: Tä ;cqö lov dv' ävögeg 
e?^eyov, Eig iyojv u7ioxqÜo. ^on recte Cobetus scripsit dyt ocrivog eii.iev, 
id quod et ab instituta seutentia plane abhorret et numero versus 
adversatur: admisit sane hie poeta etiam in quarta sede septenarii 
dactylum, velut p. 262 [fr. in. 26, 3 L. - 230 M.]: 

'Eart J" övi'fi^ uvTW TQinovg, TeroQÜg ya fxuv fj(ti nüöug, 

quae Ahrensius praeter necessitatem coniectura tentavit, at vitiosus est 
hie pes, ubi legitima diaeresis subsequitui". — V. 6 in libris est TQv 
d' (Lv dfiig vh' lüde ?Jycüv (vel Xeyio) fiüJxi zdö^ dvai {dv)^ quae non 
ita magno mohmine expedivi, quamquam etiam '/.eiGooiieg poterani 
scribere. Inde a v. 7 alter prioris argumenta refutare studet, ac iani 
manifestum, quomodo personarum notae sint adornandae. — :cot' doiior, 
in libris est röv äoiLOv. — V. 9 ocy. hdv rdx.« scripsi, legebatui* rd^a, 
repetit ille particulam, qua alter usus erat. — V. 15 (fvoiv te restitui, 
nam quod legitur auiu (pvoiv omnino ab hoc loco alienum: vxiid 
ineptum librarii est additamentum , qui versui laboranti subvenire voluit, 
cum xe excidisset. Praeterea nescio an rectius o dt (.lELalldiJorj . . . 
(^tvrj scribatur, quo vitii genere nihil est frequentius, velut apud Euri- 
pidem fr. 183 scribendum: '^'Iv' avzdg avzov zvyydvrj /^dziOTog üv, non 
zvyxdvEi. — V. 18 dzoE/.Tj (sive dzQExfj malis) adieci, ut et sententiam 
et versum redintegrarem. 



II*). 

III Epicharmi reliquias cum uuper emeudare instituerim, iani omissis 

iis locis, qui graviora vitia coutraxerunt, leviora quaedam quam potero 
brevissime perstringam. 

In amplo fragmento ex Hebae nuptiis Lorenzius p. 230 v. 4 
[51 M.]: 

Ta SiiXeTv u^v Ion xaXind, xcaiofaytTv J' eu/mcottc, 



*) [Index scholarum in universitate litteraria Fridericiaua Haleiisi cum Vite- 
bergeusi consociata per hiemeni aiini MDCCCLXVIII — MDCCCLXIX . . . habcn- 
daruin.] 



270 Emendationes Epichanneae. 



iiüu debebat secunduin Ahrensium hi-iaQea scribere, sed corrigendiim 

■A-azacfayri-iev ö' eif.(aQea, atque video nunc id ipsum a Meinekio 

[Athen. III. 85 D] occupatum. In eiusdem comoediae frustulo [fr. 2] 
p. 231 [v. 63 M. Athen. III. 91 C]: 

KuQxivoi &' ixovr' t/Tvo( ^', oi xaS-' dk/nvQuv äka 
Neiv fjifv ovx laavTi, Tref« J" ifxnoQtvovTui /u.6voi 

sane novissimum vocabulum ineptum, sed verum non est assecutus 
Ahrensius, qui ^i/ oj^or scripsit; poetani, qui cancrorum tardum incessum 
descripturus est, uoycg decet. — In eiusdem fabulae fr. 10 p. 233 
[v. 69 M.] Ahrensius metrum imperfectum supplevit: 

Mvfs (i'r') älcfTjaTcä xt xoQaxivoi t8 xo()ioitäees, 

sed verisimilius Meineke [Athen. YII. 308 Ej (.tikg af^i' scripsit, nisi forte 
^veg est scribendum, ut Hesiodus [Op. 436] ÖQiög priore producta 
extulit, et i.wod6-/.oQ est apud Mcandrum Ther. 795: nam quod Choero- 
boscus dicit p. 115 in Batrachomyomachia i^ivoiv et correptum et productum 
legi, nunc quidem productionis nullmn exstat exemplum, sed v. 173 et 
174 correptum legitur. Sed valde mihi suspectum /.oQioeidhg, quod 
nigricantes interpretantur, ut ab oculi pupula yioqt] vocis origo sit repe- 
tenda, quod prorsus incredibile: sane Oppianus Hai. I. 133 huius piscis 
nigrum colorem testificatur: %OQayuvov hnövvf.iov aid^oyti XQ^tf], Aristo- 
phanes pinnis certe nigris instructum esse indicat, f^eXavomeQvyiov 
■/.OQar/üviov, verum Athenaeus YII. 309 A non a corvl colore, sed a 
frequenti oculorum (^/.oqüv) motu nomen accepisse contendit. lam apud 
Athen. VII. 308 E omnes libri exhibent -^/iOQOEidtEg, 304 E %oQa%oeideeg, 
282 A /.OQioeidhg AP, yj^qioEideeg PVL. Nescio an | /.iQQoeidssg sit IV 
scribendum, Apollodorus certe ap. Athen. YII. 281 E, ubi dl(pt]OTag 
memorat, qui hie una cum coracinis recensentur, descripsit tö (lev 
(ilov yuQQoeidelg (ita C a pr. m. et Etym. M. 72, 52, %r]Qoeideig PYL et 
Crameri An. Paris lY. 55), TtoQifVQi'CovTeg öa /.ard riva i-t^gt], et Aristo- 
teles ib. SV zo) 7CEqI twcov testatur fAOvdKavO-ov eivai /.al kiqqöv röv 
d?^frjOTr/.6v. Ceterum idem versus etiam in Musis friit fr. 13 p. 240 
[v. 102 seq. M.], cui subiungendum fr. 7 [p. 239 L. = v. 105 M.], nam 
hie quoque versus pariter in utraque fabula legebatur. — In Musa- 
rum versu p. 238 [fr. 1 = v. 103 M.]: 

ävTt TOO 

JKöy/os , itv T^Xhv xal^ofitg' 'iart J" ndiorov xQ^ag 

prima verba vix integra: tentari possunt plura, mihi videntur plane 
segreganda: nam credo Athenaeum [III. 85 E], qui modo amplum illud 
fragmentum ex Hebae nuptiis adscripsit, tan tum addidisse, v. 8 in 
Musis aliter scriptum exstare: nam de lectionis potissimum varietate 



Emendationes Epichai'meae. 271 



agi ipsmn illud ygagierai, quo Athenaeus utitur, indicio est: igitur in 
hunc moduni locus redintegrandus : eV öe Jloi'oaig yQÜcpezat dvil rbv 
(hie iterandus versus Köyyog, äfieq y.oyyod-r^oav Ttäoiv eg TQiacjvia) 
YMyxog, av relhv y.aleof.teg /.tL et deinde de hoc versu pluribus disserit. 
lain vero geminus versus ex Hebae Nuptiis, quem nemodum proba- 
biliter restituit, ita videtur emaculandus : 

Köy/os, cineQ xoy/od^rjoüv nctiaCv lax'' oixcjQiu, 

h. e. conchae, quihus piscatorum xnieri ludere solent: oh.ovqia enini 
puerorum sunt ludicra, vide quae ad Pindari Pyth. 9, 19 adnotavi. 
üsos esse autem pueros his conchis tanquam bucina ipse Athenaeus 
testatur infra p. 85 F: rä Ttaiödgia de, i^vr/ av elg rö arof-ia }jxßo)Giv, 
avXelv iv tavraig /.ai TtaiLsiv, '/.ad-äyieq y.al rtag' f^fäv rä a7teQf.iol6ya 
xwv ■jcaiba.qLOiv xaig y.akoii-dvuig leXlivctig xzrA.^). 

In Musarum fr. 8 p. 239 [v. 106 M.] yöyyqiov nayJ]tov non erat 
tolerandum, conieci: 

OvTi yöyy'QCjv Tig t qittcc/ iwv oi'rs fivouivuv unfjs. 

Nam si yoyyqoL fuenint dvdQayßeig et dj-ia^iaioi (vide Athen. YU. 288 C), 
licuit poetae congros trium cubitorum adhibere. — Megaridis fragmen- 
tiun [2] p. 246 [v. 134 M.] maxime notabile, quoniam paeonicos versus 
mihi deprehendere videor, cuius niuneri vestigia in Epicharmi fabulis 
aUbi non supersunt: 

"Ogva, TVQiSiov, xwXeoi, aifovSvXot.' 
Tüv <Sa — — w — ßQüifidrcov oväk 'iv. 

V Nam V. 2 aliquid interceptum esse non solum versus lex, sed etiam 
ipsa sententia arguit; etenim edulia etiam ea, quae supra poeta recen- 
suit; sententiae institutae consulas hoc fere modo: 

Täv J' {in axTüiv naQfjg) ßQW/j,(cTwv ovSi sv. 

V. 1 oQva revocavi, quod Casaubonus scripsit, cum in libris sit ogea, 
recentiores ögia ediderunt: correptam autem passtm fuisse novissimam 
syllabam videtur Aristarchus testari, vid. Theognost. in Gram. An. Ox. 
II. 106,19: oloi'a, •/.lodva, /.aQva, l^va, ar/.va, lyvva, ogva. ^gioraQXog 
ovoTtXXei TÖ ä /.al l/aeivei x6 i /xtl 7CQ07taQ0^cv€i , ivaXlayt]v rovov 
■/.al xqÖvov TtSTtoirfMog (ita restituendum ex Bekkeri Anecd. III. p. 1383 
in tndice v. iyvva), üg (pr]Otv 'Hgcoöiavög. Videtui' haec adnotatio ad 



1) Possis sane etiam aliter locum conformare; nam festivissimi poetae lepo- 
rem praesertim in tanta libromm corruptela vix licet ceiia ratione assequi. velut: 
uTifQ xoyxo^Tjoäv nutal rüg lao)vlag, i. e. pueris tanti stmt, quanti in foro ven- 
duntur, sed hoc frigidiusculum et ambiguum, quoniam xoyxo(^r\Qäv nuidtg etiam 
ipsi piscatores dici poterant: hanc ambiguitatom evitabimus, si o^xüip«« restituimus. 



272 Emendationes Epichanneae. 



üüvissimum vocabulmn oQva spectare, quamquam fortasse latius patebat: 
Lobeckius Pathol. II. 29 ad o^öav retiüit, qiiod antea Theognostus 
adhibuit, parum verisimile ratus Aristarchum de ignobili nomine ögva 
locutuni esse, id quod mihi quidem secns videtur. lam correptioneni 
ultimae syllabae hie ipse versus testatur, productioneni paenultimae 
non item, sed fortasse fluctuabat usus, ut Epicharmus, quem saepius 
hoc nomine usum esse et vel fabulae hoc nomen indidisse auctor est 
Athenaeus [III. 94 FJ, alibi eam syllabam produxerit; atque Hesychius 
Epicharmi comoediam oqovav inscriptam fuisse testatur, ubi corrigunt 
OQOva, sed potius oqova scribendum ^). Magis ojffendit, quod deinde 
Tvoidiov (in libris est r)]Qtjdiov) antepaenultima producta poeta extulit: 
sed tuentur productioneni exempla, quae ad Aristophanis Fragm. p. 1060 
adhibui; non solum ab aQyvQiov descendit äQyuQidiov, alia id genus, sed 
etiani a deminutivis, velut et cLxd-iov et m^idtov exstat, da-/.rvlidiov 
autem olim etiam zö davarliov in usu fuisse fidem facit; ita quod 
Teleclides tvqiov dixit, Epicharmo est Tvqiöiov. Sin tamen quis neget 
hoc ferendum esse, poterit tvqiölov *)g scribere, nam xvqio%Lov nimis 
recedit a Ubrorum scriptura neque alias legitur. — Perialli unum 
exstat fragmentum p. 249 [v. 144 seqq. M.]; quae de hoc titulo Lorenzius 
p. 147 alios secutus exposuit, improbabilia sunt omnino; Tieqia'klog 
(haec enim iusta est vocabuli forma, cf. Meineke ad Alciphr. p. 108) 
secundum grammaticos est loxiov: eiusmodi titulus non magis ab Epi- 
charmi ingenio abhorret, quam ^'Oqva sive "'Oqova, qua quidem in 
fabula, si recte Meinekius apud Hesychium s. h. voce ovoTQei.if.ia 
ycoXiciy.öv emendavit, factiosos cives exagitatos esse coniicias; sed hoc 
incertum, nam videtur hie poeta rempublicam omnino non attigisse. 
lam fabulae, quae nsgiallog in scripta fuit, argumentum fabulare fuisse 
suspicetur aliquis, ut Oedipodis et filiorum discidium illustraverit, vid. 
schol. Soph. Oed. Col. 1375, sed cum constet veteres modos musicos 
efficax ischiadicis remedium adhibuisse, vide quae Theophrasto auctore 
narrant Apollon. Mirab. c. 4, Athen. XIV. 624 A, Plinius H. N. XXYIII. 21, 
fortasse comicus aliquem hoc morbo laborantem induxit; certe huic 
suspicioni non adversatur unum quod superest fragmentum, quod ita 
redin tegrandum censeo: 

StfxiXa dl /o^ewet 
K(ä vnuvXtl \pi).u aotpog xiihÜQU nttQittfißCöaq' n Si ycyd'ß^si 
IIvxivwv XQtyfiwv üx()oaiofA.^va. 



2) Etiam tituli fabularum olim Doricae dialecti legibus accommodati, velut 
ll(taxlijg ö nuQ 4>6lb} fuisse videtur, non TKeoii, certe Apollonius testatur üorienses 
nttQ <4*6ku> dicere solitos esse. 



Emendationes Epichai-meae. 273 



VI In libris est v. 2 xat vTtaXiacpiv Go<pÖQ, ubi vTtavXel delitescere iam 
Schweighaeuseius vidit, sed reliqua non recte procuravit oq^iv ooq^ög 
{■V yj^dga scribendo: nam neque atpiv quo referatur est, neque fidicen 
artis suae peritus tibiis canere solebat: neque tarnen Grotefendi con- 
iectura iTradsi probabilior. Athenaeus [IV. 183 C] cum 7caQiaußiöag 
musicum organon fuisse dicit, a vero aberrat, organon ipsum TiceQiaußog 
dictum, vid. PoUux lY. 59: 7raQiaf.tßid£g idem inter vof^ovg refert, quibus 
^filol /.id^agiorai usi sunt, IV. 66: rö fuewoi rwv ilulcov /uS^agtaTcov 
ogyavov, o /ml TIvd-r/Mv ovoiiaCezai , (Jöxrt'Afzw riveg yx/Jkt'^/.aoiv vofioc 
ö' avTwv Jiög, L40-i]vag, lAjcdlXiovog' l'a^ßoL, laußiSeg, ^caQiafjßidsg. 
Paullo planius Hesychius, testem adhibens Apollodorum, qui in libro 
de Epicharmo hunc ipsum poetae comici locum illustraverat : 7raQiafx- 
ßldeg TiaQo. rovg idfjßovg avrag (cod. avza) (pr^oi 7te7toifjOd-ai , ag oi 
•/uO-aQC)dol lidovGiv, quamquam non recte ApoUodori expHcationem bre- 
viator interpretatus est, siquidem citharoedis tribuit, quae citharistanun 
fuerunt; adde Hesychium: laf.ißacleii'' tö öl' auloC 7raQiaußi'C€iv xfi 
yu^aga yxxi otöf^. Sed Photius quoque falso inter vöuovg /ud^aQc^diKovg 
refert p. 395, 20: 7taQiafAßoi yai 7caQiaijßideg /.al l'a/.ißof M&aQCjdr/.ol 
vofxoL, ot 7cooai/lorv, ubi legendum oig (y.al) 7iQoafjv?.oiv, et hoc 
quidem additamentum imprünis hunc Epicharmi locum ülustrat, ubi si 
verum assecutus sura, tibicen una cum citharista canticum modulatur 
[iycav'Kei /uiyäqa 7caQiaf.ißiöag) , nullo quidem carmine subiecto {il'ild). 
— Philoctetae fragmentis poterat inseri versus, quem Lorenzius 
p. 296 fr. 8 [v. 170 M.] exhibet: 

Oik' iv y.üdb} 6r)i.oiy.riv ovt'' iv ufKfOQtf, 

ubi olim conieci 7calol. viv: quemadmodum enim 7r/;A6c vinum adulte- 
riniun dicitur, ita etiam 7crjlovv ad malas has artes transferri licuit: 
nisi forte fuit: Orr' fV /möoj CelX' vfXLv otV ev df-icpogel*). — In 
Sphingis fr. 1 p. 252 [v. 165 M.] vitiosus anapaestus non erat tole- 
raodus, corrigas: 

AXV ov/ 6fj.oia ravT^ ^QtvioTg ovSafiwg. 

OUarum versus p. 254 [v, 173 seq. M.], quorum prior vitioso 
spondeo laborat, ita videntur restituendi: 

IdXV ofibig y.uXul yu nioC t' ÜQVig ivQriaovvTi fxoi 
zfixH voi\uovg nbikiiv' xaXüg yÜQ h'Tt rüg [XKioog. 

Legebatur /Mhxi /ml 7noi aqveg . . . vovf4fxovg 7ito?MTidg ydo. Exspe- 
etaveram praeterea jüai, sed cum omnino solitaria haec adiectivi sit 

[*) In margine editionis Loron/.ianao a B. «)»/ ).üj fjiv adsiriptum video.l 
Tli. Boi(,'k Kloiue Scliriftoii. H. lÖ 



274 Emeadationes Epicharmeae. 



forma, nihil novavi. Y. 2 7a(jldv, qua voce etiam Sophron usus est 
(vid. Phot. 479, 13), dixit ri/^o'^v, quemadmodum ihi't) passim dicitur, 
nisi 7tctjX^ malis. Ceterum a librorum scriptiira propius abesset Tiioldv 
7ciaq ydq, sed correptam esse priorem syllabam parum verisimile, ita- 
que -/.alceg scribere malui. Ibidem vov(.iovg scripsi et eodem modo in 
proximo fr. [v. 175 seq.] legendum : 

y.&Qv'^ i(i)V 
Ei'dvg naiu) fxoi öixu vovfiojv /uoa/ov y.ahh, 

nam vovfAf.iiüv, quod quidem pervagata Latini nominis scriptura mimnms 
tuetur, plane adversatur numeri legi, neque tarnen rof-nov cum Ahrensio 
[p. 451] scribendum, etsi Siculi etiam hac forma | usi sunt, ut testantur VI! 
tabulae Heracleenses, sed plebeia forma ut opinor fuit vovfiog. Siculi non 
aliter atque Latini pronuntiabant, itaque Boeotorum more öv scripserunt, 
quam vis syllaba esset brevis, id quod Epicharmi versus arguunt. Non 
solum veteres, velut Varro, Festus, Pollux, sed etiam recentiores velut 
Boeckhius, Ahrensius, Mommsenus, Hultschius^) censeut Romanos hoc 
vocabulum a Graecis colonis in Sicilia et Italia repetiisse, qui germano 
vocabulo vofiov dixerint, mihi secus videtur; Italicarum gentium pro- 
prium fuit vocabulum, quod deinde Graecorum coloni receperuut: 
neque obstat, quod Latinis prior syllaba est longa, Siciliensibus brevis; 
nam idem etiam usu venit in liTQa, quod Latinis est libra: a Siculis 
et productum et correptum esse videbimus infra, quamquam alias 
Sicilienses sy Ilabar um quantitatem düigenter tuiti sunt*), velut docent 
Xi7C0Qig, Qoyog (sive qöyog malis), Tzatccva^). 

Sed quandoquidem nummorum Siculorum mentio facta est, eadem 
opera etiam fr. 1 et 2 [v. 4—7 M.] comoediae, quae Ldq^cayal inscripta 



3) Nisi quod Hultschius non prorsus imjjrobat foimam vor/j/xos, Boeckhius 
vovfijuos scribere mavult. 

4) Ceterum Latinorum sermo, qui multas subiit vicissitudines ac syllabarum 
quoque mensuram saepius immutavit, fortasse olim etiam haeu vocabula numus et 
libra correpta vocali usurpavit. 

5) Vocabulis, quae Sicilienses ab indigenis asciverunt, fortasse addendum 
est obscuratum nomen, quod delitescit in Diphili vorsibus h ^.'ixfkixut, quos 
Pollux IX. 81 affert [G8 M. = 71 K.]: 

Olov uYO(jü!^tiv Ttüvta fitidk 'iv d' ^/tiv, 
El fii] xixlvrovc ugiovg XLtqaiv dvolv. 

Quis vero unquam crines in foro venales illo saoculo fuisse audivit: crodo corrigen- 
dum esse y.ixCQoong, ita Siculi gallos galliuaceos vidontur vocitavisse: cf. Hesych. : 
y.(/.i{)iji)g- lü.ty.Toimv, quod non recte a üraeco vocabulo xiifQÖg repfitunt, nam apparet 
propter vocem gallo hoc nomen inditum esse, atque liinc Horatiano Messio (Sat. I. 
5, 52j Cicirri cognomentum adhaesit. 



Emendationes Epicharmeae. 275 



fuit, mendis liberabo: p. 221 prioris fragmenti versus lütimus imper- 
fectus, sed imus liber [cod. Pal. Poll. IX. 81 seq.] addit tio xl koyio, 
quod alii aliter corrigere studuerunt, Bekkerus et Lorenzius plane 
spreverunt; ego olim fuisse credo: 

^f^djufvcci , y.ai ndvra yivwGxovTi tw riß Xöyio, 

i. e. ut tu quidcm dicis: qiiemadmodum Rhintho dixit r/w, i. e. oov, 
potuit etiam Epicharmus xib^ dicere, quam quam si quis praeferat teü, 
haud adversabor. Alterum autem fr. [v. 9. 10 M.] graviter corruptum, 
nee successit criticis emendatio, cum non animadverterint ßalävxiov 
hie prorsus praeter morem prima syllaba correpta legi, cum alias ubi- 
que producta sit vel etiam ßaklävtLov scribatur. Bekkerus edidit: lyw 
ydg t6 ye ßaXdvziov litga '/.al dsyidliTQOs oraz^Q , f'§di>vi6v re '/.al 
ycevTcby/uov, nihüque omnino adnotavit, ut in libris ita verba scripta 
esse videantur, quam quam ex codd. enotatum est XiTQO/xde/jxliTQoq 
axaxrjQ e^dvTiöv re TtExxoyuov. Ego haec periclitatus sum: 

. . . iyii yÜQ, oxa ßakdvriov Ktqus f ;f J , 

/l ixuXiT Qovg ar aTtjQag , i^av t', öyxiav, TKvröyxiov. 

^Oynlav ex Epicharmo afferunt Photius et Eustathius ponderis vocabulum 
testati, neque tamen obstat, quominus credamus alibi apud hunc ipsum 
poetam nuramum significavisse. Ceterum apud Epicharmum utrum 
öy/Ja an ovy/Ja, an denique wy/Ja scribendum sit, possis ambigere: 
Vin oy/Äuv Epicharmo Photius et Eustathius vindicant, sed fj/niovy/uov 
antiatticista Bekk. I. 98, 33 ex Epicharmo affert, atque ovyüa Aristo- 
teles alii dixerunt: loy/ila minimam habet auctoritatem, nam PoUueis 
libri 7ie.xx6y/.Lov, non Tievtiöy/.iov exhibent. Quod in nummis Syracu- 
sanis legitur OFKI, ambigua est haec scriptura *') , si priscae sunt 
aetatis. 

Video nunc etiam Hultschium Script, metrol. I. 293 hunc Epi- 
charmi locum adhibuisse, quem sie confonnavit: 

lyw yuQ . . . [tö yt ßuktivTiov] 
yiiTQodöxa Xitquv gtccttjo' k'^dviiov [rf] nivtöyxiov, 

sed eiusmodi interpretamentis Pollucis libros auetos esse ignoro, neque 
de/AhxQog axax^g, quod plane in codicibus legitur, erat coniectura 
tentandum. Neque offendor correpta syllaba vocis Ö€y.dlixQog, quam- 
quam sane et apud Epicharmum et apud alios ?JxQa producte dici solet, 
velut apud Nicandrum Alex. 329, atque in Monum. Ancyr. [p. XI. 18] keixga 



6) Sed videntur lecentionis aetatis esse, cf. Brand is Münzwesen in Vorder- 
asieu p. 279. 

18* 



276 Emeudationes Epicharmeae. » 

scriptum, tarnen Damocrates in medicae artis praeceptis pro arbitrio et 
correpte et producte enuntiavit. 

Epicharmi sententiam p. 257 [fr. ine. 4 L. = v. 294 M.] possis ad 
iambos revocare, si scripseris: 

avTu (pvais 
ldvS-Q(on i (üv ctcfy.ol ni(fvoiafi(voi. 

Gerte deminutivum vocabulum huic loco aptissimum , sed jtecpvaiafAavoi 
vix rectum, nam cpvoiäv est spirare, neque cpvaiäod^ai ad eum modum 
dicitur, quo (fvaaad^ai, i. e. inflari. Yidentur septenarii anapaestici 
reliquiae esse: 

« vta <f vai s avd-QcjTiuv u axol (pva dfi-evoi , 

neglecta diaeresi, ut est in Aeschyleo versu [Choeph. 1073] Nvv (V ad rghog 
i'jlü^e Tiod-Bv GiüTt'iQ. Sane praesentis temporis loco praeteritum hie aptius, 
neque tarnen do'/Mt rcoicpv^äfxevoi satis placet Huius dicti consilium 
videntur interpretes non satis assecuti esse; poeta nihil aliud dicit, 
quam quod Timo sillographus apud Euseb. Praep. ev. XIV. 18 [p. 763, 
V. 14 M.]: 

'^vO^Qunoi y.fvefjg oli^aiog f/nTilfoi äaxoC, 

qui hoc Epicharmeum respexit. — Exordium fr. ine. 43 p. 270 [v. 213 M.] 
non dum restitutum, poeta haud dubio scripserat: 

non Uyeiv: ibidem versum novissimum [217 M.] dudum ante Cobetum 
suppleveram: ^'Ovog d»' ovw yxclliorov, vg de d-rjv vi, nam ^/)}^ encliticam 
voculam esse docet ApoUonius in Bekk. An. IL 525, 18. — Nobilissimus 
versus p. 274 [fr, ine. 53 = 254 M.], quem fortasse etiam Cicero ad. 
Att. YIII. 2. 3 respexit, mihi hunc in modum redintegrandus videtur: 

A dt xtiQ li'-v X^i^Qu viCfi ' «Fof T/, töxk t( xa Xüßoig. 

Fr. 56 p. 275 [v. 237 M. Athen. IL 60 E] non debebat Lorenzius ix 
Naekii coniecturam recipere, quae mihi quideni parum commoda videtur; 
tentavi haec: 

Olovul fj.vxKi yuQ f^eaxlrjxÖT^ unonvi'^sTaD-^ /xs. 

Versum fr. 72 p. 280 [v. 233 M.] unus Ahrensius laborare sensit, sed 
non placet, quod proposuit; ego dubitanter commendaverim : 

{Kai) (fuarjkovg (fojyi 4)uaaov, «(/' 6 /liövvaog ipX(y, 

non (filfi, ut est in libris [Athen. 11. 56 A]: hoc est, si vinum abundet, 
aut quod malira, si vitis gemmascat sive florescat: cf. Plut. Quaest. 
Symp. V. 8, 3, quam quam late patet verbi vis, hinc Hesychius: iflei, 
ytfABi, 7col.v/.u()jci~i , Ev/MQjrEi. Cetcrum conferas Aristoph. Pac. 1143: 



Emendationes Epichai'meae. 277 



^Ef.iTcieXv e/tioiy' dQ6ay.ei zov d-eoV ÖQtorrog yxtXCog,' läXV atfevs rtov 
(faarjltov, Co yvvai, rgslg x^^^^^'^^Q • • • Ol- yccQ oiov r' eari ^cdvzojg 
oivaQitEiv Tt'it.ieQov, Ocdi TuvTlaLeiv, erceidr^ naQday.bv ib xioqiov. — 

Fr. 90 p. 284 [v. 316 M.] corrigas: 

AlÖQOyV ViOV TÖ (flTV. 

Quod uunc legitur [ap. Phot. 547, 7] (pirov interpretamentum est; cf. 
Photius 650, 9 et Hesychius: (plxv cpcröv, <f)VTevf.ta, OeQE/iQäxrjg. 

Denique fr. 120 p. 290 [v. 312 M.] verba TQig d/iedoO^ti 'Coog, qiiae 
servavit Heroclianus [ycsQi i.iov. li^eiog 41, 3] in loco satis impedito, de 
quo praeter Lehrsium egit LobecMus Pathol. IL 62 et 121, non carent 
ofFensione; nam videntiir haec dicta esse de servo maligno, qiü iam 
ter veniit, cf. Menandrum (t. IV. p. 201 [fr-. 432]): 7tali'i.ißolog rgiicgavog, 
vel etiam de filio familias, quem pater mancipio dedit, ut apud Siculos 
et fortasse etiam apud Sicilienses eadem lex olim fuerit, quam Romae 
decemviri [tab. lY. 2, p. 125 Schoell] sanxerunt : si pater fdium ter venum 
duit, filius a patre liber esto '). Verum sive haue sive illam interpreta- 
tionem sequimur, mirum accidit, quod Zöog additur, quasi mortuos quoque 
vendere aut mancipio dare liceret. Itaque aut accipiendimi est de homine, 
cuius bona iam ter venierunt, ut comicus poeta ipsius hominis nomen 
pro bonis ac familia adhibuerit, aut scribendum roig dvedöd-ij uoog, quae 
dicere poterat Epicbarmus Pythagorae de animorum migratione placita 
perlustrans. Verbum djcedöS-ti quominus veimin ivisse in terpre tarer, 
non deterritus sum Cobeti admonitione Lect. Nov. p. 159, qui Hesychii 
glossam d7rodoi)^fi' ycQad^ij vehementer sibi suspectam esse dictitans 
recte quidem observavit passivi verbi notionem a medio vocabulo a-ro- 
didoaif^ai h. e. venum dare alienam esse, sed Attici sermonis haec pro- 
prietas fuit; Hesychius autem omnem Graeci sermonis consuetudinem 
comprehendit, atque solitaria, ut par est, multo magis quam pervagata 
Xnotavit: nulla igitur causa est, cur grammaticum, | qui tot graves 
errores commisit, immerentem culpemus. Vera sunt quae idem Cobetus 
ib. 703 adnotavit, veteres (rectius Atticos dixeris) v6/.wp YMoi^ai, non 
TeO^eiad^ai dicere solitos esse; quemadmodum etiam dd^Xov /xlad^ai, non 
ted^eiöi^ai dixerunt (nam vitiosimi est, quod Valckenarius apud Eurip. 
Alcmaeon. fr. 68, 7, ubi est: HhyJ^v ydq dä^Xa uiiye^iivi^v e^itjv uqCo, volebat 
t€i^Eif.iei't^v restituere, sed iure 'KEi(.avrjv Lobeckius correxit): item ovo(.ia 



7) Alias quoque passim apud Italiotas et Sicilienses indigenarum instituta 
deprehcnduntur, velut Dinolochus ap. Follucem IV. 174 TtTTKitaxovKdn (toig rni 
vKtviaxo) niSttg ubi dicit, in memoham levocat legem XII tabularum de addictis 
[tab. III. 3, p. 122 Seh.]: ni iudicatum facit .... secum dncitu, rincitu aut nervo 
aut compMihas: XV pondo ne maiore, aut si volet nmwrc vincito. 



278 Emendationes Epichai'meae. 



■/Arai frequentant, neque vero Ted^eiTai, ut idem Cobetus Lect. I. 311 seq. 
observavit; neque tarnen Aristophanis versum Thesnioph. 11. fr. 9 [304 Df.] : 

ubi Cobetus rid^saS^ai, Herwerdenus ys Aslod^ai requirit, sollicitaverim ; 
nam proletariorum scriptorum consuetudo fere repetenda est ex parvis 
primordiis: frequentant isti, quae antea iam probi scriptores aliquando 
admiserunt. Yerum haec accuratius persequi hoc loco non licet. Cobe- 
tum autem, virum de Graecarum litterarum monumentis restitucndis 
eximie meritum, ut est ingenuo animo, certo scio hunc dissensum haud 
gravate laturum esse, quam quam suo ille quidem iure conqueritur de 
nostrorum hominum petulantia et iniquitate, qui cum plurima ex Cobeti 
libris perdiscere possint, aut omnino discere ac dediscere nolunt, aut 
quae ille recte observavit, tacite in suum usum convertunt, si quid 
secus iudicavisse videtur, invidiose perstringunt et ex summi viri 
obtrectatione gloriolam captant. Sed quod Cobetus effrenatam hanc 
licentiam ex publicarum rerum statu in Germania repetit, omnino errat: 
nam cum circa huius saeculi initium litterarum antiquarum studia 
laetissima capercnt incrementa, et magnus deinceps clarorum virorum 
numerus academias et scholas nostras ornaret, procul arcebatur taetra 
invidia et importuna petulantia, quam vis civium iura arctis admodum 
vinculis constricta essent. Nunc ubi rerimi publicarum forma mutata 
satis libertatis adepti sumus, in hac ingeniorum bonorum penuria ista 
vitia longo lateque grassantur. Et qui nuper conatus est refeilere quae 
Cobetus nostris hominibus opprobrio vertit A. Yelsenus, quam vis invitus 
confirmavit. Simulat enim ille, quem suis sodalibus paulo modestiorem 
esse credideram, in Symbolis phüologorum Bonnensium I. 432, se 
imprimis aegre ferro, quod Cobetus vel Meinekio temere foedam adula- 
tionem vel importunam petulantiam exprobraverit: at hie defensor in 
manifeste peccato tenetur, nam Cobetus eodem loco, quo conqueritur 
de iniuriis sibi illatis, libere professus est (Lect. Nov. p. XXI) se cum 
Meinekio, Dindoi-fiis, Bergkio, et si quis ahus herum similis sit, luben- 
tissime contendere, quoniam certo sciat, illos sequi Socraticum morem, 
quem Plato in Gorgia p. 458 A exposuit. Curandum omnino, ne foeda 
haec calumniandi cupiditas latius serpat, novo iure dici possit, quod 
nuper Carolus Badhamus, vir ingeniosus et honestatis amantissimus, 
(praef. ad Piatonis Euthydemum et Lachetem p. LIII) iecit: ori baoi 
riüv Fegf^avo/v jcovr]qoi eioi , diacpegovriDg eiai roiovroi. 



Miscellanea. 



I*). 

1 I. Hesiodus ap. Strabou. VII. p. 322 [c. 7, 2, fr. 35 G. = 136 K. 
= 141Kz.]: 

"Htoi yttQ AoxQÖg AiKyniv rjyTJaaTO kawv, 
Toi's QU nojt ÄQOVidrjg Ztrg (UfO^ira fitjöta tiöo'jg 
yitXTOvg ix yctiTjg . . nÖQt /ItvxaXicovi. 

Lacimam tertü versus unus codex explet, dltovc. exhibens. Propius 
ad verum accedit lectio Etymol. Gudiani p. 362, 22, ubi est ■/.E/.rovg 
ex yah]Q laög Jer/M?Jcorog, quod sane quodam modo firmare videtur 
Salmasii coniecturam, qui ?Moi-g coniecit. At vero latov — rote; — 
le-ziToig i/. yaufi laolg inauis plane verborum esset copia: itaque recte 
existimo Heynium ad Apollod. IL p. 40 läag coniecisse, quod vel adiectivum 
illud Aexrög satis superque confirmat: sie lllha Xoyädeg a Pausania VII. 
22, 3, lid^oL loycdoi [Strab. p. 59, c. 3, 18] et loy(xö)]v /re/voir^uivoi aThucy- 
dide [IV. 31, 2] commeinorantur. Neque obstant huic coniecturae, quae 
Strabo subiungit: zjj yccg hiuoloyia rö aiXXe-/,TOt:g yeyovevaL rivag «c 
TtaXaiov Mxl f^iiyddag alvirreod^ai /hol öo/.el /xü did roT-vo IvJkeloi/rlvai 
TÖ yivog: namque haec non pertinent ad veriloquium verbi laog, sed 
indicant, unde Lelegum nomen ortum sit. At consentaneum est poetam 
non solum Lelegum nomen, sed etiam vocabuli ?Mdg originem signifi- 
casse, itaque verissime Heynium A«ac coniecisse arbiti-or. Adiungo 

2 autem alium versum , quem poetae nomine omisso servavit scho liasta 
Pindari Ol. 9, v. 68, qui et Hesiodo et huic ipsi fragmento imprimis 
conveniens est: 

"JJtoi yuQ AoxQog AtXtywv t'iyt'jauTO Xnuiv, 
Tovg (>ei nort K()ov(3r]g Zfvg ä(fifhju jutid'ta tfSo)g 
yiiXTOvg ix yaiTjg Xäag nÖQt /1tvxaXio)vi, 
^Ex Si Kd^ojv iyevovTo ßQoioi , ).(to\ öi xcdtvvro. 

Consentaneum enim est poetam dilucide id ipsuni, in quo summa roi 
versatur, exposuisse, quomodo ex lapidibus homines facti sint. Sane 
non ignoro in Crameri Anecd. Oxou. t. I. p. 264, 27 haec legi : älloi 



[*) Sumta haec sunt ex libcUo ad Fr. Creuzerum gratulaiidi causa scripto 
a. MDCCOXLIV. Cf. p. 182. Opusc. I. p. XV ".J 



282 Hesiodi et Simmiae loci emendantur. 



7iaQtt Tovg ?Mag lovoficcGd^cti' ytaol jJevY.aXuovog dooi yivoi-isod-a. KaXXi- 
/.laxog' 'Hoioöog öi jcaqu rö a?Jg, rö otj/naivoi' rö dd^QotVy dXabg Xaög 
dffcciQtoeL Tov ä, quae videntur illi sententiae aperte adversari; eoque 
loco Schneidewiniis Exerc. critt. p. 26 usus ipsum illud a?Jag resti- 
tuendum esse censet. At vero a?Jag vel d?Jag iam propterea tolerari 
nequit, quod Hesiodus primam syllabam producit, ut est in Operibus 
V. 493: 

n(c() ()' iHi yük/.tiov Uüxov y.ai in' iü.ia Isa/rjv 

et codom modo Callimarhus ap. Etym. M. p. 59, 49 [fr. 166 Bgk. =- 
86 Sehn.]: 

Eig TÖ TTQo Til/iL's 'Qot' ükf'eg äivre. 

Nam ibi \qÖv pro hgöv scribendum est [dleeg pro dlieg B. in suo Anthol. 
Lyr. excmplo correxit; ibidem v. 2 Zava et v. 3 ijjrxev pro rp/jxsi scripsit]. 
Praetcrea recte animadvertit Goettlingius p. 260 ed. sec. [p. 296 ed. tert. | 
Hesiodi hunc loeum in Crameri Anecdotis huc prorsus non pertinere, cum 
nemo divinare possit, si scripseris alaag, Hesiodum laöv ab dlig vocabulo 
derivasse. Omnuio autem, qui accuratius grammatici illum locum con- 
sideraverit, facile concedet id, quod ibi legitur, a poeta omnino alienum 
esse, sed grammaticum aliquem potius decere. Conücio autem, quamvis 
dubitanter, 'Hgiodiavög scribendum esse. Ceterum Callimachi versus 
[fr. 53 Bgk. = 500 Sehn.], qui ibidem legitur, sie est redintegrandus : 

Actoi /Itvy.uKiovog oaoi küwv yivöfnad^n. 

IL Simmias apud Tzetz. Chil. YII. 697 : 

Gean^aiöv rt nfQi ()6ov fjkvOov atvüoio 

Kufxnäaov, og uXu Siuv fg u^'hiVccTtjv (p^Qti O'Jajp. 

'Ex ()" txöfjLriv Ikuluiai nf^u/XtjQ^aiv iQUfxväg ; 

Nr^aovg mlfixöfxoiaiv inrjQfif^ag iSovüxtoaiv. 

Praeterea, quod secundi versus numerus vitiosus est, displicet etiam 
incommoda illa coniunctio ölav et dd^avdzrjv, scribendum igitur: 

Kufinüaov, efg 11). u STav og n&uvarov (f^gei vSiüq. 

Sed magis etiam reiicienda est correptio illa vocis slaiaiat, neque quid- 
quam proficias, si lluaiai scripseris. Immo corrigendum videtur: 

Ex ö' ixöfi.y]v n.drr^ai nKji/jMQfiOiv ^Qi/uväg 
Nijaovg v\pix6uoin( t' fnriQKffug iiovdxtaaiv. 

Adiectivum autem yhßqog, etsi optimc conveuit oleastro, non tamen ita 
comparatum est, ut a pinus natura prorsus abhorreat. Sed possis etiam 
fieXlrjaiv scribere. 



Timouiana. 283 



m. Timon ap. Sext. Empir. Hypotyp. I. 224 p. 51 ed. Bekk. 
[v. 32 seqq. ap. Mullach.]: 

'i2f xal iyMV ötpikov nvxivov vöov icvTißokfjaai 
IdLKfOTtQoßltmog' öoXirj (T ödo) ^'^a7TUTri(^r]v 
TlQtaßvytvrig fV iwv xiü uiiivO^tjQiOTog (cnäarjs 
^y.tnroavvr]g. 

Xenophanes haec loquitiir, sed vcrba illa non una difficultate laborant: 
nam quid tandem sibi vult importunum illud tVt? Plane nulluni autem 
vocabulum est dytevS^/^Qiazog, neque ferri potest Schneideri coniectura 
dvai.iq>i]QiOTog, ac ne Bekkeri quidem inventuni d/cEid^rjviaTog [idem 
quod ä/tevS-rjg, a^reigog] placet. Scribendum censeo: 

nQtaßvyevijg tTtutv xal äfitvd t]oiGTog (inäatjg 
2xtnT0GvVT]g, 

Et hewr quidem, quod dudum conieceram, etiam Bekkerus proposuit; 
7rQeoßiyevi]g hkov dictum est, quemadmodum apud Eurip. Hipp. v. 546 
ß5| XlvaQiov et Helen, v. 524 aq)iXog (fihov. lam vero adiectivum 
di.iEvih';QiaTog h. e. dcpQOVTiOTog satis firmatur verbo fievd^t.Qi'u') , quod 
4 est apud Photium p. 258, 16: ^levO^i^ono, tieoiav/^oco, diaid^o. Et | subst. 
[iEvd^TjQr^ apud Etym. M. p. 580, 6: [.lerd^rQaf cd fpQovrideg, oiovu f-ieveo- 
d-fjQcei, ai ihr^Qwi^ievca rö uevog, rovriari zr^v V'X'/'' O'^' y^Q ^'^^-'t" 
d-t^garai tj ipvyjj ~/.ai '/.gazeiTca fj zeug (foovzioiv. Quod verbum restituit 
Meinekius Analect. Alex. p. 365 apud Panyasim Stob. XYIII. 22 [fr. 12 K.] : 

^Ev ÖE TS fitvO^TjQrjg xa) SiGffooai'rrjg ctkfytivfjg. 

Tel sie tamen ille versus non congruit cum reliqua sententia, nam vini 
commoda recensentur, itaque vide ne scribendum sit: 

'Ev cT^ T€ fievd^^Qccg xal 6vO(fQoavvag uXeeCvtiv, 

ut dicatur vini etiam haec facultas esse, ut curas atque sollicitudines 
arceat. 

lY. Timon ap. Sext. Empir. ad. Mathem. X. 351 p. 545 ed. Bekk. 

[v. 147 seqq. M.] : 

Qyara ue!^' r'jau;(irig 
Ah) uff'OovTiGTiog xa) äxivriTwg xaru ravTÜ, 
Alii TiQoa^/MV 6fi).oi^g TjäfXöyov ao(f(t]g, 

in quibus versibus apparet duldig corruptela aliqua laborare. Sextus 
autem accommodavit Timonis verba suae orationi , dicit enim : oi-zto ydq 
r/MOTog i]ia~)v zf^v zelsi'av /.ai o/^enzi/j/ d.rolaßwv öidd^eair /xtzd zw 
Ti^aova ßiiöaerat ofjoza y.zl. Itaque existimo ne hie quidem integrum 
pentametrum esse, coniicio autem Sextum scripsisse: /</} .iQooix^v 



284 Timoniatia. 



lvöaXuo7g i)dvl6yov ooq^h^g, ita tamen ut is haec qiioque ex Timone 
petiverit, qui videtur dixisse: 

Fuerint autem hi versus petiti ex Timonis carmine, quod ivda'Ai.iol 
inscriptimi fuit, vid. Sext. Empir. adv. Math. XL 20 : /.aTcc de rö rpai- 
v6(.ievov TovTiüv r/MOTov l'xo/uev l'O-og dyai)-öv Yj xaxoj' fj döiäcpoQov 
7rQoaayoqevEiv, Y,ad^a;reQ /.ai ö Tif-iiov iv roig Irdal/iiolg toLY.e drjlovv, 
brav rpj] [v. 150 seqq. M.]: 

7/ yäo tyiov (oito w? iioi x(CT(t(fnivtT((i ti'vni, 

Ali'(}ov ulrjihhjg oQlhüv i/MV /.«röi'a, 
'Slg fi Tov 'Hiov T* (fvaig xal jccyad-ov uiei, 

E'^ wv taÖTarog yivtrai uvSqI ßiog. 

Neque dubito, quin ex eodem carmine petita sint, quae leguntur ib. 5 
XI. 140: /Ltöviog oiv l'orca cpryeh' ravrt^v, el v;voöel^ai(.iEv rot Taqaxro- 
{.dviit y.cad xi^v tov /xt/.ov cpryrjv fj '/.ara ri)v tov dyaO-ov duo^iv otl ovre 
dyaO^ov ti tOTi (fvoei otre -accaÖv^ 

l4).).u TTQÖg ((v'^Qo>7i(i)v TauTK rÖM xfxoircci 

■/.axa TOV Ti'iK'jva. Sed quae ibidem subiunguntur ex Timone, ttuvti] 
yuQ i/rElye yah)vi^ et Tov (3' vtg ovv höi^a' ev vi^veftlfjoi yah]vt^g , ea vero 
[v. 155. 156 M.] retulerim ad Sillos. At vero ad Indalmos pertinent 
ii versus, in quibus Pyrrhonem cum sole comparat, ap. Sext. adv. 
Gramm. 305 p. 670 ed. Bekk. [144 seqq. M.]: 

jVIoOvog ()" uv't()ii)noiai O^tov iQonov ijytfxovtvng, 

"Og ntQi nüauv ^jov ynTuv uvaOTQ^iftTai , 
^(ixvvg (i'TÖovov a(fiuQKg nvQixavrona xvxXov, 

ubi Bekkerus rectissime eXöjv coniecit pro vulg. IXojv*). 

XI. Antimachus apud Athenaeum VII. p. 300 D [fr. 57 K. 14 
Poet. Lyr. II.*292]: 

'Ek&ö)V Ei'Xtiug Tirjyag hm äivritvrog. 

Athenaeus dicit: vjxl 7i€qi töv Evita di /roTa/növ, ov juvr^fiovevei Wvxi- 
/■tayog Iv Talg h7CiyQa(f0f.itvuig Ji'Ltoig ovxvig' ^El^iiiv /.tX. Jr^/nr/tgiog 
o ^/j'jiifiog Iv r/:A.aide/ATO) tov Tq(oi/mv dia/.6a/iwv iyytXeig rprjal öia- 
fpÖQovg yiveoi^ai. Constructio, quae in hoc Antimachi versu reperitur, 
prorsus insolens est; recte quidem so habet [£741] rogyilrj yieqjaXrj öeivolo 



[*) Particulas V— VIII, in quibus Lyriconxm quidam loci tractantur (Mimn. 
fr. 5, Solon. fr. 13, 33 seqq., Theogn. v. 1013 seqq. et 1043 seq.), ex eo quod inivi- 
mus consilio omisimus-, Hermesianactea (nr. IX et X) suo loco inserenda cura- 
vimu.s p. Ib2 — 184.] 



Locus Antimachi emendatur. 285 



ycelwqov, ubi substantivum accedit, at solum adiectivum ÖLvrjevzoq ferri 
nequit, neque vero probabile est Athenaeum aliquid omisisse, quod 
arcte cohaereat cum bis verbis, veluti vcoraf-iov sive aliud quid. Immo 
existimo scribendum esse: 

^Ek&ü)v EvkiTos TiTjyäg kni ßtvrjtvrog. 

Etenim Erksiog pro Evlfjog, forma nequaquam spernenda est, eiusmodi 

15 formas recentioribus lonibus et Aeolensibus | vindicat Choeroboscus in 
Bekk. Anecd. t. III. p. 1194: dDJ o\ ^lolelg jtQOTtaqv'^vvovoLv liyiXhpg 
■/Ml ßaoihjog, Ttagd öi röig vecüregoig 'icoai öid rrjg ei di(f&öyyov /ml ö, 
oiov l4.yxXkEiog '/xxi ßaaiXelog' öf^oiiog öi mxl Ttagd röig vecozegoig 
^lolevatv, d^Xd nahLv 6i ^ioleig rcgo/vago^vrovoiv l^yjXleiog vuxi 
ßaoileiog IsyoiTeg, Ttagd de röig Boitoröig did xov i y.ai 5 l4yiXXiog, 
ßaaillog. At Boeotos quoque, certe recentiores, eadem forma usus esse 
satis superque docent tituli apud Boeckbium. lam in libris qiüdem 
nusquam vestigia harum formarum reperiuntur, sed ea obütterata esse 
facile credideris: ac restituenda est forma Tlegoelog pro Ilegorog Ni- 
candro in Ther. v. 764, quod docet schol.: ÜEgGelog öi Tt]v yevr/Jjv 
ELTtev, (hg oiTtb xrg Uegoevg scd^e/ag, Uegaiog vxu Uegosiog, alohv.wg 
[dgöevi/Mg\ yJJvag, ojg ßaailecg, ßaailiog /xa ßaailelog. Item in 
Callimachi versu ap. schol. Alex. v. 99 [fr. 88 Bgk. = 139 Sehn.]: Kai 
rgitdxrj üegaelog eTtcüvviuog, fjg 6gööa(.(vov | ^lyvTtTV) /.atiTtr^^Ev. 

IS^icandrum autem recentioris lonismi formam adhibuisse profecto 
non est incredibile. Itaque etiam apud Antimachum Ecleiog restituo, 
praesertim cum hunc poetam constet haud pauca novavisse, quae ab 
antiquorum epicorum consuetudine recedant. Antimachi autem ad 
exemplum rursus Mcander se composuit, vide schol. Ther. 3: tocL öi 
ö Ni'/.avögog urjXcorrjg ^vrif^ayot , öiOTteg TtoXXalg le^eaiv avrov vJygijrai, 
öiö '/Ml iv ivioig öiogiuei, chg tuxI vvv iv ri^ naiöv 7t}]iov ydg ioriv 
o ioTL Tiov avyyevcöv. 

Ceterum Antimachi ille versus ad Jelxotg refertur, neque ofteu- 
dor, quod carmina PugiUares inscripta fuerunt: Duebnerus autem in 
editione Hesiodi Paris. Append. p. 44 haec adiecit: conferri 2)ofen'f 
scriptum Callimachi FgatfEiov dictum, cuius notitiam cum fragmento 
aliquot versuum nuper ex codice mihi eruere contiyit, Kallifiayog iv 
Tijt -/.akoLf-uvio yga(piv). Callimachi fi-agmentum Duebneri humanitati 
acceptum refero, nee dubito illud in medium proferre, ut etiam aliis 
illius explicandi et corrigendi sit facultas: nam satis obscurum est illud 

16 fragmentum, vix ut | divinare possis, quid poeta scripserit. Gramma- 
ticus autem ineditus (cod. 1778) de origine iambi disserit, quem dicit 
appeUatum esse Ttagd xov Ibv ßdCetv, /xxi ydg KaK'ki^iayog .itgi -Agyt- 



2ö6 Callimachi r^wf^Tov. 



Ittov liyojv ev rw y^acpUt) ('/.alovfievqj quod illo loco Diiebnerus exhibet, 
non videtur in codice legi) (pr^aiv. Eih/xoe 6QLf.ivv re yokov xtvog, og 
Irt aiicfoxiqiov löv Ivjyßl OTO/iidTcov, o^ivieQO)' '/Jvtqoi- G(frf/.6g. Et primum 
quidem non dubito corrigere Ttegl l4Qyjl6xov, nam de ArcMlocho, 
iambi inventore, dixisse Callimachum verisimüe est, Archelai certe 
meutio aliena est, constat auteni, quoties Archilochi nomen fuerit depra- 
vatum; ita apud ipsum Callimachum fr. 223 [134 Bgk.]: 

Tov Ti fi(xfvn).fjyog (pgoifiiov IdvTikö/ov 

recte Meinekius ^Aqyiköyov correxit. Deinde haud scio an non recte 
se habeat [Schneiden Callim. t. IL X. p. 166] h tuj yQacfUo vei yQucfeiio: 
nam hoc vocabulum multo minus commodum est, quod libro inscribatur, 
quam Jtlroi,; fortasse igitur iv toj yQi<f<iJ corrigendum est; quod si 
recte coniectimi est, facile coniicias non aperte poetam suam sententiani 
exposiiisse, sed doctis verborum ambagibus involutam, ne dicam obscu- 
ratam. lam versuum reliquiae [113 Bgk. = 37* Sehn.] ita fere sunt 
disponendae : 

E'ü.xvaa öi ÖQifi.vv rs /ölov y.vvog .... 
. og in u/ii(fOTeQwv löv fX^' OTOfidT(ov, 



^O^VTiQov y.ivTQOv acprjxög, 

quam quam fieri potest, ut ultima haec tertii versus i. e. hexametri pars 
fuerint. Apparet autem iambicam Archilochi poesin describi, verba 
autem dg in' ducpmtquv y;cI. neque ad quemvis canem neque ad Cer- 
berum referri possunt, cuius venenatum fei traxisse arguatur Archilochi 
iambus, verum aliorsum spectant. 

[Anno 1848 H. Keilius ex grammatico cod. Ambros. 222 in Anal. 
Gramm, p. 5 seq. haec edidit partim integriora: (Jafjßog) jcagd rö löv 
ßäuiv, 07it,q lozlv loc -/.al jci/.Qiag dräf-ieOTa q/ji-mra Ityeiv (^laqTVQEi, de tu 
Xoyo) /Ml ö 7iOU/Trjg KaXkii^tayog- vmi yd() jCEql tov l^Qyiloyov Xiywv iv 
T^) Fgaifeio) (f>r^olv oikiog' Eüuvot re ÖQii-av ze Xoyov y.vvbg o^v xe 
yJvTQOv ^ftf/.ög, djc diA<fOTeQa)v d' löv tyu orofiaTtov. Pro arof^drcov 
in margine sui Anthol. Lyr. exempli B. correxit ai6{.iaTog, quod ipsum 
occupavit Schneiderus 11. 168.] 

XII. Epigramma ap. Pausaniam X. 21, 3: 

JI fidlu Si] nod-iovaa v(av hi KvdCov ijßriv 

l,4onig ic()iCq)^ov tfonog äyuXfiu Ad, 
l4g äiti Jr; n()unicg ).ui6v noTf nijxvv heivs, 17 

Evr' inl TOV raldrav ijxfi.aae ^ovQog '^Qrjg- 

HiK'c (jucmadmodum vulgo leguntur parum commodam praebent sen- 
tentiam; Pausanias autem docet Cydlam admodum iuvenem in hello 



Epigranima apud Pausaniam. 287 

adversus Celtas fortissime dimicavisse , eoque interfecto cognatos clipeum 
in fano lovis liberatoris suspendisse : avrCJv ö' l4'h]vaiiov Kcdiag ud/uaza 
iyarero dyaMg, veog re ißw/lav vmi tote ig dycova elS^wp 7ioleuoi' 
.iqiöiov' a.7iod^av6vcog de hro riov ralazcöi' rrjv ua/riöa o'i nqoöif/.OiTeg 
dvad-eoai' t(J) e?^£id-€oiq) s/ii , '/.ai )]v xb S7iiyoai.iua' 'H {.idXa xrÄ. Con- 
sentaneum autem est ipsi clipeo, cui inscriptum fuit hoc epigramma, 
haec verba tribui, itaque coniicio sie hos versus emendaudos esse, 
Doricis formis revocatis: 

1(4 J' äqa dri no&^i'ovoa ve'uv in Kvöiov rjßav 

Idamg doi Cdlov (fWTÖg, äyakfxct zliC, 
'Ag öiu dt] nqwTag ).ca6v noTt nüyvv ereirev, 

JEiiT^ inl Tov raXazüv rj^ftccas i^ovoov Ii^qt]. 

quae coniectura aliquatenus eo confirmatur, quod revera in uno codice 
S^ovQov legitur. Verb um autem alyjiduir, quod est hasta pugnarc, 
imprimis convenit, ita iam Homerus II. IV. 324: ^ixi-tug 6' alyf.idoGovoi 
veibreqoi. Aeschylus in Persis v. 770 [745 K.]: XiyovGi ö' wg oh ^dv 
fjayar Ti'/.voig Hkovcov lya)']Oco gvv alyji^, rbv d^ dvayycaiag [pro dvccp- 
ÖQiag] 0710 Evöov alyz-idZeiv. Sophocl. Ai. v. 97 : 'H y.al 7CQÖg 14tqei- 
daiGiv Tjfyi^aGag xeqcc; et in Trachin. v. 354: "'Eqiog da viv 3I6vog d^eöv 
^el^eiev cdy(.idGai xdde*). 



n**). 

YI I. Demetrius Scepsius ap. schol. Pind. Olymp. 5, 42, 

Leguntur ibi haec: ^Iddiov uvrqov av ^Hlidf zlr^f^ir'jiQiog 6 ^yj)xj'iog' 
v£(bv di(r/.ÖG[.iov uqÖv Jcdg. avtoL da vof.tuovv£g {.ifj iQv av ^'Wuöt x'^ü^/wi' 
avTÖv fiiejLivr^G&ai, VTta'iaßov ixvijuoveveiv ^'lör^g rrg av KQtjrrj, ^ zrg iv 
iQoiq. ovTio Qacov (pijGiv. Ita Boeckhius haec edidit,' veiov in locum 



[*) Particulas XIII — XVI, quibus cmendationes ad Archil. fr. 32, Simon. 
Am. fr. 18, Hippon. fr. 32, Sappho fr. 4 coutinentur, repetere noluimus: reliqua 
(XVII — XX), ia quibus scenicorum loci quidam tractantur, ut ab huius voluminis 
consilio aüena, hoc quidem tempore seposuimus.] 

[**) Ex indice lectiouum Marburgcnsium per semestrc hiberniim a MDCCCXLIV 
— V habendarum. Inscripsit Bergkius hanc commentationem, e qua supra particulam 
primam (p. 43 — 45), alteram (p. 235 — 238) tertiamque (p. 201) dedimiis, Commeu- 
tationum criticanun specimen 11. Hoc loco extremam partem eius libelli adii- 
cimus omissa tarnen particula quinta , quae est de Diog. L. I. 81 : retractavit enim 
B. eundem locum et passim coiTexit in Exercitationum criticanim specimine VF, 
quod integrum subsequitur p. 297 seqq.] 



288 Demetrius Scepsius. 



ytfjy, quod codex Vratisl. praebet, Substitute, d1a7.ua1.tor autem depra- 
vatum esse censet. Existiiuat igitur ipsa Demetrii verba allata esse, 
quibus ille docuerit etiam in Elide Idaeum antrum esse: at etiarasi 
largiaris diavMouov corruptum esse, non tarnen intelligitur, quomodo 
eiusmodi sententia integra ex paucis verbis, quae leguntur in codice, 
restitui possit. Itaque ipse Boeckhius haec ex parte retractavit in praef. 
schol. p. XXII, ubi scribendum esse dicit: Jrju/jTQtog 6 ^xtj^uog . . . 
Netov dia/MOi-ioc, haec addens: qtiippc cum doctus ille multos libros 
scripserit Tqwlv.ov dtaY.6of.10v, qui etiam simpliciter .JiayioGfxov vocantur 
(v. Voss. H. Gr. I. p. 35), Idael in Elide antri ihi eum meminisse 
patet, libi de Ida montc Troico dicehat: sed oh scripturam codicis 
vecop etiam catalogum Graeeorum eo opere complexum grammaticum 
esse arhitror, ut hipartitus Über fuerit, Newv oidy.oai.iog et TQcor/.dg 
dicr/.oouog: quariim partium cum illa praecederet, potuerunt vel ea, 
quae ex Tgior/jJ» öia/MOiKf) petita essent, sub nomine Nuov diaA.6Gf.iov 
reponi. Sed ut nihil dicam de confusione parum verisimili, quam a 
docto grammatico profectam esse Boeckhius statuit, ea quae de Scepsii 
opere bipartito disseruit, nequaquam confirmantur horum libronim reli- 
quiis. Quin potius simplicissima ratione corrigendum est: ^Idalov, 
avTQOv iv^Hliöi, JrjfiijvQiog ö ^-/iijipiog Iv itdinixu) JcayMOfiov, ^eqÖv 
Jiog, ut Demetiii auctoritate simpliciter usus grammaticus doceat Idaeum 
esse specus lovi sacrum in Elide. Cum autem scriptum esset ev eii), 
ut solet in codicibus, apparet, quam facile inde vkov oriri potuerit, 
quamquam potest etiam scribi JtifxifiQLog ö 2^yj'jipiog le Jiayöafiov. 
Demetrius autem honio satis doctus et in libris poetarum imprimis 
diligenter versatus, ubi de Ida disseruit, etiam illum Pindari locum 
adhibuit, ostenditque non de Troico monte, sed de Elide accipiendum 
esse. Yidetur autem Demetrius, id quod operis quoque amplitudo satis 
probat, saepius latius exspatiatus esse, conferas | maxime locum apud VIT 
Strabon. I. 79 ed. lansen [c. 2, 40 Mein.], ubi Mimnermi versus, qui 
additi sunt, haud dubio ex Scepsio petiti, et sie dem um intelligitur, 
cur tam impedita sit Strabonis oratio, qui saepius paulo negligentius 
ex aliorum libris sua concinnare solet. Yerum de Scepsii opere dicam 
alias explicatius. 

IL Alciphron Epist. I. 38: 

uÜJ f'/oj fjfv vrEQi'eiiJi y.ai TQO(fr?jg x^tavio /.al ÖLaXe^OfiaL roXg 
haiQOig, fj öf. ovvJti /.te (faiögolg rdig OftfxaoLv oifiSTai fieiduooa, ovds 
i'/xojg yxxi ev/Atvtjg öiavvyreQevaei zoig ijdiaroig ty^ivoig ycoldafuttaiv. 
Parum aptum illud /.oluafiuoLv, quamvis Berglerus explicare conatus 
sit comparato Aristophanis versu in Nub. 1070: rrvtj öh aivafiu)QOvfihrj 



Alcipki'on et Hesycliius. 289 



XaiqeL , qui neqiiaquam id quod ille vult probat ; neque vero crediderim 
Alciphronem •/.o).cr/.Evtiaoiv scripsisse, qiiod Abreschiiis coniecit, sed röig 
€/.eivoig d'Aolaotdo (.taöiv, quod vocabulum, quemadmodum ä/.ölaöiog, 
satis apte de libidine et immoderata voluptate dicitiir*). Conferas de 
hoc verbo grammat. Bekk. Anecd. t. I. p. 367, 21 : ä^olaöTauara {ar/.o- 
'/Matdauaru) d'f /Jyovai y.arav.ooüg o\ ^E7cr/MVQeioi' nJJiv /.cd ^4va^uv- 
ÖQi'dr^g yJ/Qr^Tcu rfj ki^ei /.ai ^4oiaTocpdvt]g. Hinc restituit Dobreus 
Aristophani in Lysistr. v. 398: 

Toihlt' utt' tti'Tüjv ^OTiv i(xolaaT(iafi(CTc(: 

viügo legebatur axoAaar' aof-iara. 

ni. Hesychius v. Msvtovidai. 

Mevioviöai' rtov f-vq)/jf.uov iv. 3Iavtovog idicov rivig öe (faai töv 
Mtvo)va s^ooTQayuai}r;vai, Codex cum pro fV. Mivwvog idliov exhibeat 
ev, i-dvcov Idiiov, recte Meinekius Com. Gr. t. IV. p. 646 r/. JlevcovidiTw 
restituit, idem tiop evoriLuov coniecit. At corrigas: Mevioviöai- tüv 
evrj-9-cöv' sy. Mevioviöätv. rivsg Ö6 q^aoi röv yilviova i^oaTQa'/.iaS-fjvai. 
TUI Dicit igitur Hesychius | Menonidas inter homines stultos et ineptos 
relatos esse, et subiungit exemplum comici alicuius poetae e/, Meviovi- 
dcjv. Menonis nomen obliteratum est apud Photium Lex. p. 558,17: 
avg' ig rovg '^iTTvto/.Qdtovg viovg l'Xeyov xal vovg ITavairiov xal Mt(.ivovog, 
eig vijviav y.iouo)dovt'T€g. Ita Porsonus edidit, at codex 3Uuviovog, ita- 
que corrigas Meviovog. Nota autem stultitia fuit Hippocratis filiorum, 
de quibus dixi in Commentationibus de comoed. Att. ant. p. 351 (Lips, 
1838). Idem nomen iam olim restitui Photio p. 498, 10: .3a//mxov 
TqÖ7iov Kgazlvog l^QyÜMyoigj slg ct^viav Lcio/.w7rciüv Meviova' vgI yuQ 
efxcpeQtig eiys rag jcqojqag rd x ojv ^a^icov ^ckoXa, log XoiQilog 6 ^/.uog: 
codex enim exhibet uovuuiav hciö/xbymov f.uvvico vavGi ydo xrA. , vid. 
Commentat. meas p. 29; quae couiectura si vera est, ipse quoquo Meno 
eadem fama qua filii laborabat: atque id quoque cognoscimus, si 
Cratinus in Archilochis istum hominem vexaverit, aequalem fere Periclis 
fuisse eundemque exilio multatum , vid. Hesychius ; neque tarnen iude 
coniecerira Menonem magna quadam in rebus pubücis auctoritate usum 
esse, verum existimo artificem istum esse, qui Phidiam accusavit, vid. 
Plut. vid. Pericl. c. 31 : o'i de zov di]uov 7coiovfjevot 7ctiQav ev f:/.€i'v(i), 
nöiog rig l'aoizo TiT) neQi/.'Ael '/iQtrrjg, Miviovd ziva tojv (Deidlov oiveg- 
yG/v TcuGavxEg lyJztjV ev dyoQ^ /.ad^uovaiv altovf.iBvov aöeiav hd ftijvvaei 
■/.ai yMTr^yoQi'a tov 0eidlov. Inde magnam satis invidiam coilflatam esse 
Menoni indicat Plutarchus ib.: toj öe fitjvvrji Mevcovi yQdi^iaviog rXv- 

[*) Meineke scr. tinolaüa^ucin.] 

Tli. Horffk Kleine Schriften. H. 19 



290 Stephanus Byzantius. 



-Movog dteXsiav 6 6^f.wg eöcoKS y.al Ttgoaera^s töig OTQaT)jyoig hcLfxe- 
Ie7a0^ai zfjg do(faXeiag xov ävd^Qtojtov. — Adiungam alium Hesychii 
locum: XiS^tüfiovai dtjfxtjyoQOi' eTzl xov Xid^ov of-ivvvceg. ö dt XiOog 
t6 h> xfi &€ia ev.xkrioia ßrf.ia. Recte Meinekius in Com. Grraec. t. IV. 
p. 644 ev xf l^d-rjvaitov r/,-/,h]oia corrigit, neque vero existimo Hesy- 
chiuin recte illud ipsura Xid^iof-iöxaL öiji-üjyoQOi interpretatiim esse: nam 
non agitur, ut opinor, de fortuito aliquo iureiurando, sed de solemni 
sacramento, lapis autem ille fuit prope porticum regiani, vid. Pollux 
Yin. 86, ubi de novem archontibiis dicit: c6f.irrov d^ oHoi riqbg xfj 
ßaaileio) axoä ercl xov Xid-ov, e(p' oö xä xo/ma, (fvXd^eiv xovg v6f.iovg 
y,cci f.u) dcooödo/Jjasn' rj xQvaovv ävöqidvxa d/rox7aai : ita enim emendo 
illum locum, vulgo inepte legitur vcp' oi xd xat^iieT^a. Hlud quoque 
memorandum, Harpocrationem , Photium, Siiidam apud Demosthen. in 
Cononem 26 [37. 38 Df.] legisse: vta^' Vva ovxioal rcQog xov Xld-ov 
ayovxegvMi f^OQy.ovvxEg[e'^OQYJtovxEg\, ubi nunc sr^ög rov ßiof.ibv legitur 

rV. Stephanus Byz. p. 252 ed. Westermann [I. p. 566 ed. Meineke]: 

2iy£Xia, rj yüqa 'Aal fj vrjoog . . . f^GXt ymI aXXrj ^lyteXi'a %axd xtjV 
neXo;c6vvi]Oov. At quis tandem unquam fando audivit de Sicilia in 
Peloponneso! Non dubito, quin error aliquis subsit, verum non Hbra- 
riorum, sed grammatici. Existimo enim errorem ortum esse ex 
Eupolidis versu, quem servavit schol. Aristoph. Thesmoph. v. 162: 
l4Xyuxiov xov /.id-aQOJÖov , oii yial EmtoXig iv y^QvGu) yivEi \xk^v\]xai' 



qui quidem versus nihil aliud indicat, quam citharoedum illum ex 
Peloponneso oriundum plerum<l[ue in Sicilia commoratum esse, sed 
grammaticus perperam intellexit, ac si Sicilia oppidum esset Pelopon- 
nesiacum. Et hunc quidem ipsius grammatici errorem esse arbitror. 
Sed in Stephani libro plurima otiam nunc insunt vitia. Aegre autem 
diiudices, quid a librariorum oscitantia quidve ab epitomatoris negli- 
gentia sit repetendum. Insigne exemplum est v. l4/.adrii.ieia- yvixvdoiov 
l^xh'^vt^üiv, ot' Ol ^y.a()tjuar/.oi cpiXoaocfoi. '/l'KXyfcai diio l4'/,adrj}i0v. 
yQuqexai /xtl did xov e '^E/.ad/jf.ieia , yreql ov Iv xu e Xt^Ofxev dib yuxl 
fj ttXbudv xqrioig oVxojg. Primum grammaticus non o^, sed d(p' o^ 
videtur scripsisse: deinde autem verba diö -mi fj nXeUov xqrjOig ovxtog 
ineptissima sunt, nam quis tandem credat frequentius Hecademiam 
quam Äcfulemiam dictum esse. Immo pertinent haec ad aliam observatio- 
nem, quae excidit : etenim etiam de penultimae syllabae scriptura videtur 
grammaticus disseruisse, utrum per ei an per / scribenda sit, de qua 
re etiamnunc fluctuant doctonim hominum iudicia, et haud dubie com- 



Stephanus Byzantius. 291 



mendaverat doctus grammaticus diphthongum, quam etiam lfjuf.m exhibet, 
improbaverat aiiteni formam ^/xcdr^uia: huc igitur pertinet illa nota: 
diö yxii fj ttIeuov XQfjGig oncoi^. Et verissime quidem haec praecepit, 
nam optimi et antiqm scriptores ubiqiie ^/Mdt'ueia dixisse videntur, 
verum posterioribus nou est abiudicandum ^/MÖt^uia. — Porro quod 
legitur \. ^Id-iomov, ywolor yivdiag ytagd "YlÄot, 7ih]oiov xov EvoIttov, 
dq' ov t] ^^oTiuig ^4lrhoyria perversis coniecturis rel explicationibus 
restituere conati sunt editores. Duo diversa eiusdem nominis loca 
fuerunt, alter in Lydia, alter in Euboea; itaque grammaticus carte 
IX scripserat: | ^Id ö^ciov, ycogiov ylvöiag yraqu "Y?Jji), o'i de 7th]öiov 
cov EvQuiov. Sed utrum Kbrario an epitomatori error tribuendus sit, 
nolo diiudicare. Conferas de Hyllo, Lvdiae fluvio, schol. Hom. II. 
XXIY. 616: et de Aethopio (ita enim ubique scribendimi est, non 
^Idioynov, id quod poetanim auctoritas pariter atque literarum series 
apud Stephanum ostendit) ad Anacreontem p. 237. Alia vero manifesto 
a librariis sunt profecta. Ego pauca quaedam percensebo. Ita v. 
^^ßdt^oa p. 5 [p. 6 Mein.] legitur: Nr/MivsTog ertOTtoiög vxii nQOjrayoQag, 
ov Ecöo^og iotoqe7 töv ijaaco '/.ai /.oelaocj loyov jiETroirf/J^rai '/.al xovg 
^ad-rfcäg deÖEiyt-vai rbv aciöv ifjiyeiv vxd ejtaivuv oirog ovv ö IIqio- 
rayöoag -/.cd Ji]H6y.oitog ^4ßdt]Qu:ai , ubi pro inepto illo (hdeiyivat cor- 
rigas ()eöiSayh'ai [sie Coraes quoque]. Ceterum ipse Stephanus infra 
V. Tt'wg Protagoram Teium dicit p. 276: dcp ol- "IlQWTayoQag 6 Trjiog'\ 
vxd ^y.i')7rog Idußiov yroir^zi^g Ti^iog. Et Teium appellat etiam Eupolis 
Adulat. fr. 10 [146 a Kock] : ^Er(f-dde [Hvöov Cobetus] ,«€»' fOTi Jlgiora- 
yoQag 6 TrjLog. — Porro v. ^vlh\g\^ rcokig ylv/lag' . . . eoiae de Xeyeo^ai 
djcö ^yJ'Aor tov '^Hoa/JJoig ymi ^Oacpd'Udog rrcuSog , wg '^EhXdvr/.og 
corrigas ^völag [ut Holstenius] et \)i.i(fdXi]g [ut Salmasius]. Vid. 
schol. Hom. [Vict.] IL XXIV. 616: riveg du(p' Idyekr^öiov 7coTa{.ibg de 
yivdlag, i^ oi 7cXrjQ0L-TC(i ""Yl'/.og, vxii "^HQccy.'/Jog voorjOavtog ettl tcüv 
TOrccov, dvaöövTtov aicüj &EQud kovTqd töjv TtoraiiCov, xovg 7cdiöag 
^'YXlov eyjdleae /.al xov ۤ 'Oi.icpdXrjg l4yIXr(xa \l4yekiqia BekkerusJ, og 
ylvdCov eßaoiXevev. elal de yxxI NvucpaL ^ye^Sjxidsg, üg q^r^Gi Ilavvdoig. 
— ^'/mI l^gacpr^videg. . . yal l4lfjS^ev /.al l4}J^ai /mI !AXrj^evde. 
Bevöfpavxog Ei7ce, quae ineptissima sunt. Et primum quidem pro 
monstro illo verbi ^Xr^v&evde scribas l4X^vdE, deinde autem iam 
sequebatur exempli gratia: !^£r6(pavxog . . . oc l^lrjO^Ev eI.cev, quod 
ex titulo aliquo Attico petitum, quem suppeditaverunt Crateri libri 
.lEQi ii'iifpiai.idxcov, ex quibus plurima petita sunt, quae apud Stephanum 
leguntur. Ut hie patcrnum nomen, ita ahas ipsiiin excidit nomen, uti 
est V. Jvo7t6vxior, ubi legitur: Oleyiov er dhn.iiddt d' (corrigas ß') 
„!^rxiftttxog ^HXelog e/. Jv07coviiov oiddiov." /.al ev y.'C' /Idnr/cog Kqo- 

ly* 



292 Stephanus Byzantius. 



Tioriarrjg tiv^, ^Hleuov h. Jva-Jtovx'iov xid^qntTiov. At apparet duos 
diversos victores appellatos esse, excidit enim uomeii eius, qui quadrigis 
vicit. [Meinekius "Hleiog scribendum esse suspicatur, quod ipsum alterius 
victoris nomen sit.] Ibidem corruptissiina sunt, quae adduntur: oJ öe 
Jvojcovteiq ov ;iaQä rijp loktv JiGnowLOV /xikovvcai, IXiyovzo yaq 
JvGTtovxüc, Jtaqä röv Jlelo.cog ciöv Jva/rorrov. Corrigas: flayoPTO 
'/ag av JvGtz oviielg, dXXa ;taqä röv neXo.rog vlöv JvG;covtov. — 
Item plura exciderunt v. Bi^Qrrög . . . OEOtjf.(€itoTm tö MihjGiog e.v lolg 
t07ci'/.oig cki STQmtrj, ihg tö QeodoGiog, ubi addas /-al ^Ad-avaG log 
'/.al AußgoOLog, quod iiidicant ea, quae sequuntur: tö yccQ d-eodozog 
vjxl dd-ccvaxog /.al cif^ißgorog GvvS^eva. — BlßaGTog, ©^azA^g 7töhg, zö 
iS^'i/Mv l'det BißaGTiog, log (DaiGnog. ei öi BovßaOTog, zö sd^viTiöv 
BoißaGTiTr^g. Inepte, quasi Bubastus, Aegypti urbs, eadem haec esset. 
Legendum: BißaoTog, QQa/jjg nölig ... et dt Bi'ßaGTog, tö id^vixöv 
Bi ßaGTizi^g. Nam ad accentus diversitatem ethnici variae formae 
referuntur: fortasse autem additum erat, ihg BovßaGrog, BovßaGrhr^g, 
ut inde error sit oriundus. Similiter in accentu erratum cum alias 
saepissime, tum infra: 'EgiiuopOig, jcokig Alyhtrov, u)g Mco/Lienq^ig, 
Mevovd-ig, Teghoid^ig [pro quo 0^Qf.iovd^ig Holstenius]. Itaque "^'Eq- 
fiiovd^Lg corrigendum. — Bgay^mveg . . . '^leQOY.lfjg S^ av tdig (filiGTOQGl 
(ftjGf „iLiSTd ravra G^tovöfjg a^iov ho(.dGd-ri tö Bqayf.idvon> Ideiv (fulov, 
dt'ÖQOJv cfiXoGÖqcov za/ d-eoig (fiXcov, fjlio) di /.(dXiGva yuxd-iooiiüf.ievcov,^^ 
ubi li jidlXiovi potius quam jyZ/V/> scribendum videtur. — Sub voce 
Bv'CdvTLOv oraculum Megarensibus datum affertur: 

"Olßiot , o'i y.fCvriv nöXiv uv^ftig otx^aovaiv, 
lAxTfjg &i}r)iy.ir]g üyQov ttuq' äy.Qov aröua növTov, 
"EvO' f/^'^ig fkcufög Ti vojLiov ßüaxovai tov avxöv' 
2^r^llfiv J' (og ('öxiaru y.u) tig (fiQ^vu nüvTa XaßövTu, 

ubi vyqbv admodum languidum et suporvacuum, corrigas GxevvyQOv 
ifuq u:/.Qov Giofia yrovxov , quod ut oraculorum sermoui singulari con- 
venit, ita loci naturam , ubi Byzantium conditum est, satis bene illustrat: 
in illo autem oraculo, quod est apud Euseb. Praep. Evang. V. p. 210 
videtur scribendum: 

N(y.T)v (loi (f,(((vorai 'hfo) tf/' ot^wv ar ti vvy qmv 

Gaisfordius edidit öl öddio Grevt'yQiov, alias dt ödölo Gxevvyqov. 
Omnino autem optandum est, ut Stephani Byzantii über longe prae- 
stantissimus, sed plurimis vitiis foedatus, sollerti doctorum hominum 
opera tandera aliquando expoliatur. 



Anaxarchus. 293 



in*). 

m I. Anaxarchus ap. Stob. Flor. XXXIV. 19: 

TTohuad^li^ vAgrci f^itv lOffeXesi, y.aQTCc de ß?MyVTei röv l'yovra' 
(bffe?Jei f.iav röv ös^iöi' avöga, ßXd^iTSi de rör m^iditog ffojvevvta 7cäv 
eTtog '/.al iv vcarvt drj(.i('j. xgfj de y.aiQor iierga eldivai , aocphjg yccQ 
oirog (Trincav. oi-rtog) OQog- o) de (A ei de. oi) e^co ymiqov qfjOLv f.iov- 
arÄtjV 7re7tvvj.ieviog deiGojatv (A deiaovoiv) , ov TcaQadeyonai iv agyitj 
yvüf-ifjVy alzir^v (sie A, alriav Gesn. m., alteiv vulgo) d' tyovoi f^aoQirig. 

Hunc locum, cum in editionibus prioribus nomen scriptoris 
deesset, alii Democrito, alii Heraclito tribuerunt: Anaxarchi esse, qui 
argutum illud et sententiosum lonicorum philosophorum dicendi genus 
secutus est, docuit cod. A et Trincav. Adde Seren. Stob. App. p. 46 : 
^HQccvSKeiTog f-iev eheye yro'/jfidd-eiav vovv /iitj euvioielv, Idvdiaqyog de 
yio/.vudd^Eiav vA^a iiev vnftXüv^ /.dgra de ßkdyc-cuv, Crameri An. Ox. III. 
p. 215, ubi TÖ Idva^dQXEiov (cod. Bar. e^avdqyEiov) dicitur et prior pars 
cum aliqua lectionis varietate affertur, nam xbv eyovra deest, deinde 
legitur röv d^iov eovra, . . . (fwveorra . . . oQog oiiog, et inprimis 
Clem. Alex. Str. I. p. 297 [337 Pott.]: ec yovv y.ai ^Avd^aqyog ö evdai- 
(.tovivMg iv ro) 7isqI ßaoiXeiag yQdffef yColviiaS-eit] ■ad^ra }.dv 
d)ffsliet, yMQza de ßXdycTEi ibv eyovra' iüifel.eei iiev röv a^iov [ds^iöv] 
ovza, ß?M7icei de top Qr^idicog ff wv eovra ;rdv eicog '/.ai ev 7carii dijj.ior 
XQrj de '/.aiqov f.ierqa eldevai, aofplrjg yccQ oirog oQog' baoi de. /.ai d^vQrjatv 
dei dovoiv fj i^ 7irj 7c€7ivi:ueva [-uevtjv] dsidtoon; oc rtd-efievot ev ao(pif], 
yvMi^njv d' eyovoi utogh^g, quem locum nuper etiam Beruaysius adhibuit 
in Museo Ehen. t. VII. p. 306 seqq. [Opusc. I. 123 seqq.] sed non recte 
statuit Clementis lectiones omnino esse praeferendas, verum uterque 
locus pariter depravatus: eommode quidem apud dementem ifigr^aiv 
deidovoL servatum est, quod apud Stobaeum perquam corrupte Qfjaiv 
fiovöi legitur, sed recte apud Stobaeum se habet eiio vmiqov (apud 
dementem nihil nisi vmi exstat) : nam non omnino reprehendit Anaxar- 
chus, si quis publice eloquatur, quae noverit, sed si non suo fiat 
tempore. Deinde apud Stobaeum verissime legitur alxli]v d' l'yorot 
InioQÜjg, cum apud dementem ulrir^v omissum sit, nam nullo pacto 
assentiendum Bcrnaysio, qui aivli^v glossoma vocis yviofii^v esse putat; 
at yrojuTjV eyELv nusquam est fama premi, in culpa esse. Restant 
verba difficiUima apud Stob, ov 7caoadeyovTai ev doyit] ynoi^triv, ap. Clem. 



[*) Exercitationum (riticaium specimen VI, ijuod praemissum erat Indicibus 
Ipctiouuin, (juac in acadeniia Marhurgensi per scmestro hibcrnuni a. MDCCCL — 
MDCCCLI habcndae proponebantur.] 



294 Andocides. 



od tid^tf-iEvoL h Gocpi't] yvibf.n^v. Et hoc qiiidem certimi, non ex eodem 
fönte Stobaeum et dementem sua petivisse, nam etiamsi haec corrupta 
sint, diversa tamen lectione iiterque nsus est. Et apud dementem 
quidem videtur scribendum: ov rid-efievoi iv oicojcr yviof^irjV, apud Sto- 
baeum vero in eandem fere sententiam: or naQexovteg {-Öj-ievol) Iv 
degyit] yrojin^v, et deinde part. d' delenda, ut haec sit sententia: cum 
nolint tacite sententiam ferre, stultitiae crimine laborant. Totus igitur 
locus ita videtur conformandus : 

no)Af.iai)^hj /.ciQTa f.ih' wcfeXesi, vAqtci de ßhmttei [tw 6x01^«]" IV 
w(peXeei f.tiv töv öe^iöv ävöga, ßld/iTSi de xbv qiqiduog (ptoviovra nav 
enog xat iv itavTi ö/jiio). xoij de ymiqov (.leiQa eldevaL' aoffirjg ydg oirog 
ovQog' oooi de e^co '/.aigol ^i'gijoiv deidovoi , yj]v :tE;ivrj.ieva dei'atoaiv, 
od Tid^ejiievoL ev degyit] yvMf.üjv airiijv i'yovoi f-iioQ/i^g. 

IL Andocides de Mysteriis §48: 

STteidij de idsdeiu^Ed-a jcdvxeg ev tw avz(7 y.al vv^ ze t)v yial tö 
dEO (.aoxr^QLov öWE/l/ileioto^ fjAov de Tfjj (.lev f.np;t]Q, rui de ddElq)/j, tiT) 
de yvvrj '/ml 7caldeg, -ijV de ßorj y.al or/,Tog vJmiÖvtcov vmI 6dvQoi.ieviov 
ra Ttagovta x«/a, XeyEi Ttgög f.iE Xagf-ddi^g xtA. 

Interdiu quidem hcuit Athenis visere eos, qui in carcerem erant 
coniecti, quemadmodiun ad Socratem familiäres statim primo niane 
admissi sunt, noctu vero, ut ipse Andocides hie significat, carcer 
claustris muniebatur, nee licuit adire captivos: atque etiamsi nonnun- 
quam carceris custodem credibile sit concessisse, ut quis noctem in 
carcere transigeret cum captivo aliquo, erat tamen id occultandum, 
neque, quemadmodum hie fit, unicuique aut quotidie licuit. Itaque 
locus de vitio suspectus est; credo oratorem scripsisse: ifAOv de ig 
vovv rci) /.tev (.u'/iiiQ /iL Xam interdiu, cum familiäres et cognati 
adessent, lenius illi captivi adversam fortunam tulerunt, sed cum nox 
ingruisset, cum reraotis illis solitudo esset in carcere, ibi vero unicui- 
que ob aninium versabatur calamitatis imago, nee lacrimis aut questibus 
moderabantur. Insunt in hac oratione etiam alia, de quorum integri- 
tate iure dubites, velut § 30 non solum cum Keiskio dva(xii.ivrjO/.ovca 
scribendum pro dva/ni^(vrjG/.o) , sed etiam § 31 '/,al ante dgaGdf-iEvot 
delendum. Similiter § 38 scribendum est: t(pYj yäq eivai, /.tev dvdgd- 
7cod6v Ol ini ^avQiq), dslv de /o/AiaaG^ai djcocpoQdv, dvaardg 7r,Q(l) 
ipEva'Mig rf^g ügag ßadiLEiv: legitur dvaardg de, quae interpolatio ab 
eo profecta est, qui ignoravit delv idem esse quod deuv. Contra /.al 
addendum est § 40 : dvayaycov. (fort, dytayaywv) adzöv slg cd '^H(faiaxE'iov 
'/JyEiv &iE() rf.iiv iyu) Eiqt^/.a, -/au tog ^Idoi f^f-idg ev i/Jiivij rjj vr/ri : 
nam hoc quod adiicitur prorsus novum est; deinde autem scribendum: 



Antigonus Carystius. 295 



ory.ovv e?^oiTO ^raga rfjg 7t6l€0)g XQ^juara laßelv f.iaXkov ?^ tkxq' ^/uiov, 
load^' ijf.tag eyßiv q)iXovg pro daoiro. Et § 68 fortasse praestat: ol* vvv 
ÖQiüGL Tov i)}Jov rb ffcog di' ius, log /mi avroi ouoXoyovGL vel wg airol 
öfi. — § 84 scribas: tovg de rtaQadEdof-ievovg vöuovg öo/u/uaGdTCü 
tcqöteqov fj ßovh] [pro 7iaQadidoi.dvovg\. — §110 scribeudum videtur: 
xai ovTiog dai to?m)^qoi, üad-' a airol y.ar£G/.svaoar, ovy. doyM. aörolg 
(kl ov yMviGyov deletis verbis quae adiiciuntur: u l;reßovXevGav. — 
Traiectione verbonmi sanandus videtur locus § 141 : 7tollwv evE/xv 
Gcpag avTOvg Ttagexorreg roiovtovg, fxdliGTa de o/ccog eY nore ng avröig 
1] zcüv i^ eyelviov rivl yJvdvvog yevr/vai fj Gif-icpoga, gioCoivto , Gvyyvio(.irig 
Ttag^ vf.uov rvyyävovzeg' elyöriog d' av aurcor iief.iv7jGi)^s rrg eig vf.iag 
ei'voiag- yMi yäq y.zl.: Tulgo enim haec verba post /.laliGra de [Tfjg 
elg vitceg edroiag, yai] leguntur. — aSI^on minus importuna § 147 sunt 
verba ol/Ja de ^raGCov äqyaiotdTij y.al yoivoTccTt: dei tu) deü/nevoj, sed 
dubimn, utrum prorsus delenda sint, an inserenda §146: /mitoi ovy. 
oveidog ii.nv eoziv fj l4vdoyJdor y.a.1 yletoyÖQOv ol/Ja, ovGa ycaGcTv 
agyai ozdrij yal y^oivordttj del t(J> deof-ieno. 

III. Antigonus Caryst. Hist. Mir. c. 15: 

ev de KgdvviüPL rf^g QexzaXiag dvo tpaolv /.lovop eivai /.öga/Mg' 
diö /Ml BTil rwv Ttqo^evLov xüv dvayqacfOf-ieviov rö yraQdGijjLiov rfig 7c6Xeiog, 
yM^dj-reg eGxlv ed-ii-iov 7täGi 7igoG/cagazid^evai , hioygdcfovzai dvo yoga/xg 
ecp' af-ia^iov yak/.ov, diä zb f.njde ;coze TiXeioig zovziov loifd^ai. ») de 
öcf-ia^a 7cgoG7ictgd/.eizai diä zoiavxtjV cdziav '^evov ydg XGiog y.ai zovzo 
(pavEU]. eGziv avzolg dva/xif.ievrj yaX/S], ^v, oxav avy\.ibg ij, Geiovxeg 
vdiog alxovvxai xbv d^Em> /.ai ipaGi yivEGd^ca. 

Memorabilis hie locus de tesseris hospitalibus publicis labern ali- 
quam contraxit, repeti enim certo dobebat vocabulum äua^a, sed 
Y arbitror plura excidisse, fortasse scribendum: eGxtv avxöig | dva/.Eiuevij 
llf.ia^a ya):/.?!, y.ai f7r' avzijg vdg/a yaX/Sj: verisimile est enim 
Crannone praeter aheneum illimi currum conservatam aHquam fuisse 
antiquitus nasiternam, quam cum agri siccitate laborarent, coucutientes 
pluviam eliciebant. Origines autem huius antiqui moris haud obscurae; 
etenim currus ille aheneus lovis currum imitatur, quo ille vehitur per 
coelum, cum fulmina iacit aut pluit: nam hanc imaginem Graeci anti- 
quitus sibi informaverunt, vid. Horatium carm. I. 12, 58 et 34, 8, itaque 
tonitrua ad rotarum strepitum referebant. Hesych. : elaoißgoi'xa- eXav- 
v6(.iEva, ojg ai ßgorxar hcEi do/.El oyjjjLia xor Jibg t) ßgovri] Etvai. 
lam cum pluit, de cuitu suo urceum vel nasiternam desuper effundit, 
qua imagine ingens imbrium vis aptissime significatur, conferas etiam 
Petron. c. 44: antea stolatae ibant nudis pedihns in clivum, passis 



296 Paradoxographi. 



capillis, mentibus pnris, et lovem aquam exorabant: itaque statim 
urceatim jüovebat. Thessali enim, qui antiqiütatis tenaces erant, 
aatiquae superstitionis vestigia diu servaverant ; multo simpliciore ritii 
Athenienses pluviam eliciebant, quos iniuria vituperat Marcus Anto- 
ninus V. 7 : evyJi lAS^i^vaiiov • 

'Yaov, vcfov, 0) (fO.e Ziv, 

KuTu Tfjs ccQOLQug T^ff ^Ad^r]vc(i(ov xat TÖy ntSlav 

^'jioi ov del er/ßoiha }j ovrtog «/rAwg y.al sXevd^eQcjg. Recte autem nie 
hydriae nomen restituisse docet nummus Crannoniorum , ubi in antica 
parte lovis caput conspicitur, in postica currus, cui inipositum vas, 
rotis insistunt duae aves, adscriptum autem KP^NNOY. E0YP. vid. 
Eckliel. Doctr. T^umni. IL p. 136. 

Supersunt alii loci in bis Paradoxographorum libellis non minus 
corrupti, velut ap. Antigon. Car. c. 78 legitur: yxd iv tv Erßoi'a df^ 
■/.ard Ti]V ^hu/.iy.i]v ri^v orvooiLoroav rf] XaXv.iöi ovo 7iOTaf.iol Keoov 
y.al Nr^levg. Corr. rrjv ^rjlavri/.t^v. Apud Aristotelem autem Mirab. 
Ausc. c. 108 : yregi S^ zrjv ^haXiav Tr)v yMlovuev)jv FaQyaQi'av iyyix Me- 
xanovriov, ubi KcdaßQt'av corrigunt, potius yrSQt de r/^c; ^Iraliag rrjv 
y.aXov/.tevi^v AayuQiav scribendum videtur, vid. Strabo VI. p. 263 
[c 1, 13]: (.lexä dt Qovgiovg vlayaqia (fqovqiov, ^Ertuov /.al Womeiov 
vaiGf-ia, bd^ev yxa ö ylayaQLxavbg oivog, yXvyvg yai mrakög yal vcaQa 
zdig lacQolg a(f6d()a eiöo/ui-udv et imprimis Lycophron v. 930: 

'O (5" innor^XTWV ^ayu^yiag h' ayy.dkaig 
Ey/og 7i((fQix6)g xal (fäXayya 0-ovqikv xt).., 

ubi plures codd. ylayyaqlug, Aayy,aqiag, ylayqiag. Adde Steph. Byz. 
V. Aayaqia et Etym. M. p. 554, 15. Nam quamquam Lagariae propior 
fuit Heraclea, quam Metopontium , tarnen clarioris urbis nomine Mcuit 
situm Lagariae indicare: illud quoque convenit, quod dicit Aristoteles 
in templo Minervae Epei donaria esse, Strabo autem ab Epeo oppidum 
conditum esse perhibet: et lustinus quidem illa ipsa ferramenta in 
templo Metapontino servari dicit XX. c. 2 : Mcfapontini quoque in 
templo Minervae ferramenta , quihus E2)eus, a quo conditl sunt, equum 
Troianum fabricavit, ostentant. Ceterum in AristoteHs loco Ruhn- 
kenius ad Vellei. Pat. I. 1 pro 'Elh^viag liiyr^vag '^Elleoiag legendum 
esse coniecit collato Hesychio: ^Elleoirj' ij !Ai)^i^vä, sed Elleviav vocat 
Etymol. M. p. 298, 26: Ei'Aevia- 7cöhg, x«t Eilevia lid^rjva. 0iloy.Tr/irjg 
yccQ 7raQaytv6f.itvog elg ^hakiav \ÖQvöato Elkeviag l4^Tjväg iegöv mrb 
rov hv f/Mvo) ovy/.E/ltXoOaL rvt xÖjcok jcciqu rö ellw olv Eilevia. iv 
hco^vr'ifiatL yiiv.oifQovog. ^Qog, ubi cod. V. ElXr^vta [Eilevia], quod ipsum 
Hemsterhusius Aristoteli [1. c] restituendum esse censuit. Adnotata autem 



Aristoteles. 297 



haud dubie fiienmt ad Lycophronis v. 948, iibi Epeum dicit in Myndiae 
]\Iinervae fano ferramenta dedicavisse: 

Tu d" IqyaXtia, Toiai T^Torjvag ßoi'zag 
Ttv'^ti TTor' iyxbJQOiai fjKQfx^qav ßXäßrjv, 
Ka&iSQ(äati Mvvöiag uvaxTOQOig, 

illud ipsuni Minervae templum, quod Lagariae fuit, intelligens. — Alia, 
quae sunt in hoc Aristotelis libro corrigenda, nunc praetermitto , nisi 
VI quod c. 100, ubi de vetustis Sardiniae insiüae | monumentis loquitur, 
scribendum: aXXa re nokXa. /.cd /.a'/.a /.cd x^ö?.oi\; .lEoiaaolg To7g ori^- 
f.(öig /.aTea/.evaauevovg pro -/.cae^eaidvoig. — Apud Apollonium 
Hist. Mir. c. 13: ev l4?u'/.aQvaGOo) ^laiag rivög toi Ju rot L4GY^aiut 
avvreXovuevi]g scribendum ^Ay.oal «k Tovis Acraei religio in bis regio- 
nibus haud infrequens, vid. nummos ap. Eckhel. Doctr. Numm. t. II. 
p. 508. 543. Et apud euiidem ApoUon. c. 45 scribas: noiovoi de loHo 
al OTE(pavt]/t?.6/.oi : vulgo oJ. 

IV. Aristotel. Polit. IL 11 Bekk.: 

Grjiueiov de /rohtsiag ati'iETayf.iävrjg tö tör ör^i.ioi' i-'xovoai' dice- 
jiiaveiv iv rjj td^ei rTjg 7ioXu€iag, '/.cd t-irfie oiäoiv, ort ymi a^iov tLrelv 
y€yEv7joi)-ca /.trjxs Tvqavvov. 

Aristoteles, cum Carthag;iniensium, Cretensium, Lacedaemoniorum 
civitates ab aliis longe diversas, sed ipsas sibi similes esse dixisset, 
multa in haruni reruni publicarum institutis laude digna esse addit: 
■/xtl TTohXä Tiov tETayf^ievon' ejel :Ta^ avroig /.aXoyg : tum subiungit illa, 
in quibus ycoXirEiag avvTerayfjevi]g displicet, quod Schneidere ev ovite- 
tciy(.iEvifi corrigendum esse videbatur: rectius :io?urEiag sd TETayi.ih'i]g 
scripseris; sed gravius vitium inest in iis quae sequuntur, quod quidem 
non sustulit Goettlingius , cimi importunum illud t'xovoar, quod etiam 
in cod. Paris. 1 omissum est, delendum esse censet. Potius scribendum 
est: TÖ lör örj-iov ey.övza diafievEiv iv ifj xa^EL rf^g ^cohzeiag. Nam- 
que ea demum civitas legibus et institutis laudabilitor est constituta, ea 
demum hrma et libera est a conversionis periculo, ubi cives sua sponte 
legibus obtemperant. 

V. Diogen. Laert. I. 81: 

■/IXEai uE r/.rEl(J^cu eg ^ivdi'ar, o/i(ng aoi tbv oXßov Ydoif-ii' eyto 
de Kai fir/ ögelg 7re7iEiGf.iaL top l^XrarrEVJ vrcäda lojv ßaailr^cov tioXv- 
Xqva&caxov 71eXeiv' ovdiv re 7iXiov a////tv r/ouivoig eg ^äqdig- XQ^'^ov 
yccQ ov ÖEvuE^', uXV T( jre7rc(uai ctQ/ia /.cd TÖig euolg erceiQoig' eunag 
(Y 'i^ofiai, ihg didgi |c'j'^j yEvolui^v lui öf.ti?Mog. 



298 Diogenes Laertius. 



In hac Pittaci ad Croesiim epistola, licet ficta sit nee omnia accu- 
rate ad Lesbiae dialecti leges examinanda sint, certe scribendum: 
XQvoov yccQ ov d€viii€Gd^\ aÄA' a riETcai-iai agyiiSL yiai rolg t(.iolg 
iragoig ... wg dvö^l ^eh'q) yevoiiuav rot o vv6f.iilXog. Eiiismodi 
alia permulta in Diogene corrigenda, veluti in Chilonis epistola I. 73: 
ooTig y.a oi'Mi l^ ainog amCo 'A-aidäv]], vulgo xai: similiter in Epime- 
nidis epist. I. 113 legenduni: £\%8 xa rar doxäv dei, et deinde ar/a yial 
IleioiOTQarog vMtaoyt&ij xav n:6)uv pro 'Aal et ai/.e. — In Thaletis 
epistola I. 44 scribendum: ^yßalqeig ydq .cävxwg alövf-ivrjtag, dXkd 
tIqtioio av pro jtaviag . . xtQyioi civ. — Aperto glossemate depra- 
vatus locus IL 41 : xqlvouIvov ö^ avtov rpr^oiv ^lovorog 6 TißsQievg iv 
to) ^reuLiciTL nhxTcova dvaßfjvai sul tb ßfjj.ia vmI sircetv „vEtozatog 
(or, oj arSgeg l4d-r^vdioi^ tmv htl rö ßTjf.ia draßdvtcov j^' tovg dr/.aoidg 
iy.ßorjOaL- „yMTaßdvrtov, rovrioTi y.aic(ßtj^iJ' Delenda sunt duo ultima 
vocabula, et praeterea praestat omnino yaxdßa. Cf. Aristoph. Yesp. 979 : 

'PTyl. Karäßu y.ardßa y.arüßa y.uTtißa. B/tE. xi(T(ißt]ao/iic<i. 
KuiToi t6 y.HTÜßa tovto noXkovg (irj nccvv 
E^r]7r(cTT]y.Bv' äraa ouojg xccTccßi^aof^ai. 

Alibi contra unum alterumve vocabulum excidit, ut II. 32: dXXd yial 
?AoiZ£iv hidviyavEv üt£ VMiQÖg, ubi me ov/Aii f^v yiaigög scribendum. — 
IL 12 legas: ^arvQog 6" iv roig ßloig vttÖ Qov/ivöidov (frjGiv elaay&fjvai 
TTiV diAr^v (roD) dvci7toXirEvaat.ilvov zw nsQiyilel. Saepenumero nomina 
propria corrupta sunt, velut VIII. 89: xomov ditpiovos XQvoiJtTtog 
^Eg/veio Kvidiog, ubi Kqiveio scribendum. — 1.42: Aäoov XaQf.tav~ 
riöov fj ^lOvi-tßQivov ^ (hg liQiGxö^evog Xctßqivov '^EQf.dovm scribendum 
XaoLilvov. — Vn. 18 Zenonis apophthegma refertur : npaoAE öe xovg (.dv 
zun' dookoh.on' Xoyov.g vmi d7ci^{)riat^dvovg öfioiovg EhaL 1(0 dqyvQUo tm 
l^'XE^avÖQivo)' 8vo(fd-dXf^iovg f.iiv yai nEQLyEyQtti.if.iEVOvg AaS^d Aal %o 
vöuiauu, ordiv di dtd tavra ßaXriovag. rovg öi xovraviiov | d(piof.ioiov VII 
xöig ^xxiA.oigxExqaÖQÜyfAOig, El/jfi f.tkv AEAüf-itiivoig v.al aoXor/Mg, Aa&tX- 
/.Eiv ^evxoi noXlÄAig xdg AE/MXXiyQa(prj(.iivag Xe^Eig. ^qyvqiov ^AXE^av- 
<)oir()v ('AXEtavÖQivov, vid. Steph. Byz.) forent nunimi Ptolemaeorum 
regum, qui haudquaquam elegantia insignes sunt: consentaneum potius 
est Attica tetradrachma cum Alexandri Magni nummis, qui multo 
maiore arte confecti erant, comparata fuisse, itaque tfi» dQyvquo xqt 
^AXE'S,avÖQEi(ij (cf.PoUux IX. 84: Xavjg öt voiiiioi.(dxiüp[dvof.tdxojv]y.axaX6y(i) 
7CQo<7irjA.ovaiv o'i KgoloEioL oxaxT^QEg, Aal (DiXiirjcEiOL /mI JagEiKoi, Aal xö 
BeqevI/^iov voiiumu /,al AXE6.dvdQEiov /.al UxüXEinaiAdv Aal Ai]f,(aQEXEiov, 
o)v xovg hco}vv(.iovg yvo>QiC.6vxon> djrdvxcov et ib. 59), vel ut omnis ambi- 
guitas vitetur, xot AXEiavöqL-Aoi scribendu