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Full text of "Leopoldina"

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NÜNQUAM OTIOSUS. 



LEOPOLDINA 

AMTLICHES ORGAN 

DER 

KAISERLICH LEOPOLDINISOH - CAROLINISCHEN DEUTSCHEN 
AKADEMIE DER NATURFORSCHER 



HERAUSGEGEBEN 
UNTER MITWIRKUNG DER ADJÜNCTEN, VON DEM PRESIDENTEN 

DR. W. F. G. BEHN. 

NEUNTES HEFT. 

DRESDEN, 

E. BLOCHMANN & SOHN. 

1873 — 1874. 



IN COMMISSION BEI FR. FROMM ANN IN JENA. 






Inhaltsverzeicliniss des IX. Heftes. 



Nr. 1, 2. 



Seite, 



Protokoll der Contereuz des Adjunkten- 
CoUeghims 

Beiträge zur Kasse der Akademie . . . 

Neu aufgciuiuimeue Mitglieder .... 

Gestorbene Mitglieder 

Eineeaangeiie Schriften 

Versanimlung der astronomischen Gesell- 
schaft zu Hamburg iSrä 

Bericht über die Generalversammlung der 
Deutschen geologischen Gesellschaft von 
I>r. H. V. Dechen 



12 



15 



Nr. 3, 4. 

Die Jalu-esbeiträge der Mitglieder . 

Beiträge zur Kasse der Akademie . 

Neu aufgenommene Mitglieder . . 

Johann Jakob Kauji t 

Hans Carl Leopold Barkow f . . 

Eingegangene Schriften 

Bericht über die Generalversammlung der 
Deutscheu geologischen Gesellschaft von 
Dr. H. V. Dechen (Schluss) 24 

Nr. 5, 6. 

Die Jahresbeiträge der Mitglieder ... 33 
Die Revisoren der Akademiereclmungen . 34 
Beiträge zur Kasse der Akademie ... 34 
Neu aufgenommene Mitglieder .... 35 

Gestorbene Mitglieder 35 

Gustav Kose t <r ' ' '^^ 

■ Die 4ö. Versammlung Deutscher Natur- 
forscher und Aerzte 37 

Die Meteorologie in ihrer Beziehung ziu- 
Laudwirthschaft, den volkswirthschaft- 
licheu luteresscn und den Gesuudheits- 

verhältnissen 42 

Hundertjähriges Jubiläum des Kais. Berg- 
korps in St. Petersburg 48 

Botanischer Jahresbericht 48 

Anzeige 48 

Nr. 7, 8. 

Die Jahresbeiträge der Mitglieder ... 49 

Beiträge zur Kasse der Akademie ... 49 

Neu aufgenommene Mitglieder .... 50 

Gestorbene Mitglieder 51 

Dr. Johann Friedrich Laurer j .... 51 

Eingegangene Schi-ifteu 53 

Die 46. Versammlung Deutscher Natur- 
forscher imd Aerzte (Fortsetzung) . . 55 
Neuer Comet mit kurzer Umlaufszeit . . ö4 
Die paläontologische Sammlung des Geh. 

Med.-R. Prof. Dr. Goeppert .... 64 

Anzeige ö4 



Nr. 9, 10. Seite. 

Beiträge zur Kasse der Akademie ... 65 

Neu aufgenommene Mitglieder .... 67 

Gestorbene Mitglieder 67 

Dr. August Emanuel von Pieuss f ■ • • 67 

Eingegangene Schriften 73 

Die nutzbaren Mineralien und Gebirgsarten 

im Deutschen Reiche 78 

On the genesis of species by St. George 

Mivart 79 

Die Toda 79 

Dr. Dohrn's zoologische Station zu Neapel 80 

Nr. 11, 12. 

Beiträge zur Kasse der Akademie ... 81 

Neu aufgenommene Älitglieder .... 82 

Gestorbenes ^Mitglied 83 

Dr. Carl Friedrich Naumann f .... 83 

Eingegangene Schi-ifteu 87 

Das austrahsche Wasserhuhn 91 

Prof. V. Seebach's neue Methode der Unter- 
suchung von Erdbeben 93 

Leybold's Escursion a las Pampas arjentinas 95 

Sternwai'tc auf dem Felsengebii-ge ... 96 
Die Expeditionen zur Beobachtung des 

Venusdurchganges 96 

Jubiläen des Hofr. Rokitansky und Prof. 

v. Kobell 96 

Nr. 13, 14. 

Beiträge zur Kasse der Akademie ... 97 
Neu aufgenommenes MitgUed .... 98 

Gestorbene Mitglieder 98 

Dr. Anton Alois Palliardi t 98 

Eingegangene Schriften 100 

Schiern : um Oprindelseu til Sagnet om 

de guldgra^ende Myrer 106 

Beruh, v. Cotta : Die Geologie der Gegen- 
wart 111 

Geh. Med.-R. Dr. Goeppert: Uebcr die 
Folgen äusserer Verletzungen derBäume, 
insbesondere der Eichen und Obstbäume 112 
Verleihung eines Arbeitstisches in der 
zoolog. Station in Neapel 112 

Nr. 15. 

Revision der akademischen Rechnung für 

das Jahr 187.S 113 

Beiträge zur Kasse der Akademie . . . 114 

Gestorbenes Mitglied 114 

Johann Heinrich von Maedler f ... 114 

Eingegangene Schriften 120 

Internationaler geographischer Congress 120 



29469 



Alpliabetisclies liameiireglster. 



Seite. 

Abbe, C. E 50 

Agassiz. L. J. ß. t 51 

Barkow. H. C. L. f Nekrolog 20 

Bauerufeind. C. M. v 35 

Beetz. F. W. K 35 

Breithaupt. A. f S 

Ehlers, E. H 67 

Fraas. 0. F 7 

Frauenfeld, G. v. f 35 

Gerhardt, C. J 82 

Geuther. J. G. A 35 

Geyler. H. Th 82 

Goltz. F. L 67 

Gordan. P. A 82 

Hansen. P. A. f ',)8 

Hebra. F 7 

Hegelmaier. Ch. F 7 

Heidenhain, R. P. H 18 

Hensen, V. A. Ch 18 

Herrich-Schaeffer. G. A. f 114 

Hofmann. A. W 35 

Kaup. J. J. t Nekrolog 18 

Kny. C. J. L 35 

Kobell, F. V.. Jubiläum 96 

Kühn, J. G. 82 

Landolt. H. H 67 

Laurer, J. F. f 35 

— Nekrolog 51 

Lazar. Colomaun Graf t ^^ 

Leitgeb, H 35 

Leyden. E 67 



Mach. E 18 

Maedler. J. H. v. f 98 

— Nekrolog 114 

Meier. D. E. f 8 

MüUer. J. W. A. A 98 

Naumann. C. F. f 36 

— Neki-olog 83 

Palliardi, A. f 67 

— Nekrolog .... 98 

Pietruski, St. C. Ritter v. Siemuszowa f . . 98 



Quctelet. L. A. J. f 



83 



Reusch, F. E. V 7 

Reuss, A. E. V. t 36 

— Nekrolog 67 

de la Rive, A.'A. f 51 

Römer, F 67 

Rokitansky. C, Jubiläum 96 

Rose, G. t Nekrolog 36 

Sehaafhausen, H. J 35 

Schüppel. O. E 18 

Schultze. M. J. S. t 67 

Settegast, H 18 

Strasburger, E 51 

Volkmann, A. W 82 

Wiebel. R. W. M 35 

Wüüner, J. H. A. H 7 



Zeller. G. H. ' 
Zenker. F. A. 



50 



Corrigenda zu Heft EX. 



S. 1, Z. 19 V. u. 1. CoUegiums, st. CoUegiums. 
S. 34, Z. 24 V. u. I. Graz st. Greiz. 
S. 66, Z. 7 V. 0. I. 1874 st. 1872. 




NUNQUAM ^JH^is^v OTIOSUS. 



LEOPOLDINA 

AMTLICHES ORGAN 
DER 

KAISERLICH LEOPOLDINISCH-OAROLINISCHEN DEUTSCHEN 
AKADEMIE DER NATURFORSCHER 

HERAUSGEGEBEN UNTER fflTWIRKUNG DER ADJUNCTEN VOM PRÄSIDENTEN 

Dr. W. P. G. Behn. 
Dresden. Heft IX. — Nr. 1, 2. September 1873. 

Inbalt: Amtliche Mittheilungen: Protokoll der Conferenz des Adjunkten-Collegimns. — Beiträge 
zur Kasse der Akademie. — Neu aufgenommene Mitglieder. — Gestorbene Mitglieder. 

Eingegangene Schriften. — Versammlung der astronomischen Gesellschaft zu Ham- 
burg. — Bericht über die General - Versammlung der Deutscheu geologischen Gesellschaft 
von Dr. H. v. Decheu. 



Amtliclie Mittlieilungeu. 



Anwesend 


1. 




2. 




3. 




4. 




5. 




6. 




7. 




8. 




9. 




10. 


Leop. 


IX. 



Protokoll der Conferenz des Adjunkten-Collegiums. 

Geschehen Wiesbaden im Gasthof zum Bären den 25. Sept. 1873. 

Erste Sitzung. 
Prof. Dr. Behn (Dresden) als Vorsitzender. 
Prof. Dr. Braun (Berlin) ak stellvertretender Vorsitzender. 
Reg.-R. Prof. Dr. Fenzl (Wien). 
Geh. Hofr. Prof. Dr. Fresenius (Wiesbaden). 
Prof. Dr. Geinitz (Dresden). 
Prof. Dr. Ger lach (Erlangen). 
Prof. Dr. Karsten (Kiel). 
Prof. Dr. Seidel (München). 
Prof. Dr. Virchow (Berlin) und 

der unterzeichnete Referendar Dr. Goeschen als Protokollführer. 

1 



Nicht erschienen waren die Herren : 
Geh. Med.-R. Prof. Dr. Goeppert (Breslau), 

Prof. Dr. V. Luschka (Tübingen), ■ ,-it)£j i-ji. 

^,^ „„„,T t,T^^/ durch ihr Befinden verhmdert. 

Geh. Bergr. Prof. Dr. Noeggerath (Bonn), 

Hofr. Prof. Dr. v. Schroetter (Wien), 

Prof. Dr. J. V. Carus (Leipzig), der aus Schottland noch nicht zurückgekehrt ist. 

Prof. Dr. V. Hochstetter (Wien), wegen geschäftlicher Verhinderung, und 

Geh. Ob.-Med.-K. Prof. Dr. Woehler (Göttingen). 

Der Präsident eröfinet die Sitzung um ll'/4 Uhr. Er begrüsst das Collegium und 
sein Zusammentreten als einen Beweis der fortschreitenden Reorganisation der Akademie, für 
die er auch von den bevorstehenden Verhandlungen weitere Förderung hofft und spricht sein 
Bedauern über die Behinderung der nicht gegenwärtigen Adjunkten aus. Betreffs der zu 
berathenden Gegenstände verweist derselbe auf seinen Jahresbericht für 1872 und auf das 
Protokoll der letzten Adjunktenversammlung im Jahre 1867. 

1. In Beziehung auf das letztere erinnert der Vorsitzende daran, dass der damals 
mit dem Entwürfe einer Geschäftsordnung für die Sitzungen des Collegiums betraute Dr. 
Walther inzwischen verstorben sei und beantragt, bei der Fortdauer des Bedürfnisses Dr. Vii'- 
chow zu bitten , die Ausarbeitung einer Geschäftsordnung zu übernehmen. Das Collegium 
schhesst sich dieser Bitte an und Hr. Virchow erklärt sich bereit, baldthunlichst einen Ent- 
wurf vorzulegen. 

2. üebergehend zu den finanziellen Verhältnissen ,der Akademie berichtet Dr. Behn 
zunächst unter Hinweis auf das Protokoll der letzten Conferenz über das zinstragende Ver- 
mögen der Akademie, welches sich gegenwärtig auf gut 20,000 Thlr. beläuft. Die gesammte 
Zinseinnahme betrug im Jahre 1872 = 1096 Thlr. — Ein notarielles Verzeichniss der von 
den Erben des Präsidenten Carus übernommenen Werthpapiere der Akademie wird vorgelegt. 

3. Der Adjunkt ,v. Schrötter, welcher das Wien -Bonner Capital bisher verwaltete, 
hat seit längerer Zeit mit Rücksicht auf seine Gesundheit gewünscht, dieser Aufgabe enthoben 
zu werden. Der Präsident hat demgemäss vor Kurzem die Werthpapiere der Stiftung vom 
Hofrath Schrötter übernommen und legt das dabei erwachsene Dokument über den Umfang 
des Capitals (10,800 fl. Ungar. Grundentlastungs-Oblig. und 1500 fl. Oesterr. Silberrente) vor. 
Derselbe fragt das Collegium : ob das Capital wiederum wie bisher gesondert, oder in Gemein- 
schaft mit dem übrigen Vermögen der Akademie verwaltet werden solle. Nach eingehender 
verschiedene Punkte der Vermögensverwaltung umfassender Discussiou beschliesst das Collegium : 

a. dass eine Vereinigung der Verwaltung des gesammten Vennögens herbeizu- 
führen sei und 

b. dass es wünschenswerth sei, sämmtliche Werthpapiere der Akademie bei einer 
sicheren Bank zu deponiren, welche die etwaige Ausloosung zu überwachen 
und die Zinsen zu erheben habe. 

Den Wunsch des Präsidenten , ihm eine Bank zu diesem Zwecke zu bezeichnen, lehnt 
das Collegium ab — verweist ihn vielmehr auf den Beirath der alsbald zu erwählenden 
Revisoren. 

4. Bei Gelegenheit der Uebergabe der Werthpapiere des Wien -Bonner Capitals hat 
Hr. Adj. v. Schrötter den Wunsch ausgesprochen : es möge dem Buchhalter der K. K. Akademie 



3 

der Wissenschaften zu Wien, Herrn Joh. Spitzka, für seine Hülfsleistungen bei der Verwaltung, 
eine Gratifikation von etwa 100 fl. Oestr. W. von Seiten der Akademie gewährt werden. Der 
Vorsitzende unterstützt diesen Antrag, den auch Dr. Fenzl warm befürwortet, und das Col- 
legium genehmigt denselben. 

5. Dem Herrn Adj. Schroetter wird für seine langjährige Verwaltung des Wien- 
Bonner Capitals einstimmig der Dank des Adjunkten - Collegiums votirt und der Präsident 
ersucht, dies dem Hofrathe v. Schroetter auszusprechen. 

6. Der Vorsitzende giebt eine Uebersicht über das bisherige Revisionsverfahren, seine 
Vorzüge und Mängel und legt die durch das Kgl. Preuss. Ministerium des Cultus revidirte 
vorjährige Rechnung nebst Belegen vor. Den Bestimmungen der Statuten gemäss trägt er 
auf Wahl von Revisoren für die diesjährige Rechnung an und befürwortete, dazu zwei am 
Wohnorte des Präsidenten, also p. t. in Dresden ansässige Mitglieder zu wählen. Nachdem 
das Collegium die dafür sprechenden Gründe gebilligt, schlägt Hr. Prof. Geinitz hiezu die 
Herren Geh. Med.-R. Dr. Merbach und Dr. Struve vor. Das Collegium genehmigte diesen 
Vorschlag, und wird der Vorsitzende die beiden Herren Namens des Collegiums um Uebernahme 
dieses Geschäfts für das nächste Jahr ersuchen. 

7. Der § 24 der Statuten bestimmt, dass alljährlich ein Voranschlag der Einnahmen 
und Ausgaben für das nächste Jahr aufgestellt werden solle. Der Voi-sitzende entwickelte 
die Schwierigkeit dieser Aufgabe wegen des Wechsels und der Unsicherheit mancher Einnahmen. 
Er glaubt indess unter Hinweis auf die Rechnungen der letzten Jahre eine Einnahme von 
etwa 5000 Thlr. für- das Jahr 1874 in Aussicht stellen zu können und beantragt, analog dem 
Verfahren der London Royal Society, '/s ^^^ Einkünfte zu Gehältern der Unterbeamten, ^/i 
auf Veröffentlichung der Akademieschriften und ^/s für die übrigen Ausgaben (Zinsen, Abgaben, 
Reparatur und Erhaltung des Hauses, Bibhothek, Porto und sonstige Bureauausgaben, Preise 
und Unterstützungen) zu verwenden. Das Collegium tritt diesem Vorschlage einstimmig bei. 

8. Dr. Virchow macht auf das Ungenügende der bisherigen Einnahmen aufmerksam 
und stellt mit Hinweis auf das Germanische Museum den Antrag : das Collegium möge durch 
den Präsidenten das Reichskauzleramt um eine jährliche Subvention ersuchen. Der Vorsitzende 
begrüsst den Antrag dankbarlichst und setzt hinzu, es sei wünschenswerth, auch das Interesse 
Oesterreichs und der Einzelstaaten für die Akademie wach zu erhalten und das von Privaten 
mehr als bisher zu wecken. Das Collegium beschloss demgemäss : Es sei auf eine Vermehrung 
der Einnahmen der Akademie durch alle ihrer Stellung würdige Mittel hinzuwirken. 

9. Dr. Fresenius macht darauf aufmerksam, dass ausser Vermehrung der Hülfsmittel 
auch ein Bekanntwerden der Akademie in weitereu Kreisen angestrebt werden müsse • — und 
betont im Laufe der Diskussion als einen dahin führenden Weg die Herstellung tüchtiger und 
billiger Lehrbücher der Naturwissenschaften für den Volksunterricht. Die Versammlung theilt 
den Wunsch des Dr. Fresenius, die Wirksamkeit der Akademie auszudehnen. Es werden 
verschiedene dahin führende Wege besprochen, unter anderen auch die Stellung gemeinnütziger 
Preisaufgaben — .soweit die vermehrten Einnahmen der Akademie dazu die Mittel bieten. 

Hierauf schhesst der Präsident die Sitzung um 1 '/^ Uhr. Die zweite Sitzung wird 
auf heute Nachmittag 5 Uhr angesetzt. 



Zweite Sitzung eodem 5 Uhr Nachmittags. 
Anwesend die am Vormittage gegenwärtigen Mitglieder. 

10. Der Präsident legt eine von Dr. Virchow bereits entworfene Geschäftsordnung 
für die Sitzungen des Adjunkten-CoUegiums vor. Dieselbe wird einstimmig angenommen*). 

11. Der Vorsitzende schlägt vor, der Cothenius' sehen Stiftung, der im Verlaufe der 
Zeit durch anderweitige Verwendung ihrer Zinsen ein Betrag von ca. 600 Thlr. für ihre 
speciellen Zwecke (Preisvertheilungen) entzogen ist, diesen Betrag wieder zuzuführen , wodurch 
das Capital dieser Stiftung auf ca. 1800 Thlr. gebracht werden würde**). Nach umfang- 
reicher Diskussion wird dieser Vorschlag mit 5 gegen 4 Stimmen angenommen. 

12. Der Vorsitzende berichtet über das jetzige Haus der Akademie. Dasselbe ist 
den Zwecken derselben nicht entsprechend und wurde vom Präsidenten Carus auch nur in 
der Erwartung gekauft, dass der Akademie bald ein öffentliches Gebäude zur Disposition 
gestellt werden könne. Neuere Verbandlungen machen indess die Gewinnung eines öffentlichen 
Lokales z. Z. unwahrscheinhch. — Dr. Geinitz berichtet eingehender über die der Erfüllung 
dieser Wünsche entgegenstehenden Hindemisse. — Dr. Behn wirft die Frage des Ankaufes 
eines andern Hauses auf. — Dr. Geinitz empfiehlt diesen Vorschlag, Dr. Feuzl hält den 
Ankauf eines neuen Hauses für unaufschieblich , — auch pekuniär für rathsam , ein grösseres 
Haus zu kaufen. Das Beispiel der K. K. Wiener Gartenbaugesellschaft könne dazu nur 
ermuthigen. — Dr. Fresenius wünscht Auskunft über die eventuell aufzuwendende Summe. 
— Dr. Beim glaubt unter 40,000 Thlr. ein geeignetes Haus in Dresden nicht erwerben zu 
können. — Dr. Geinitz bestätigt diese 'Angabe. — Dr. Braun entwickelt noch einige für 
den Hauskauf .sprechende Momente. — Dr. Karsten : Die Berathung sei nicht zu sehr zu 
specialisiren , da dabei zu viele Lokalverhältnisse in Betracht kämen. — Dr. Virchow stimmt 
dem zu und hält für genügend, zunächst auszuspi'echen, dass die Acquisition eines besseren 
Hauses wünschenswerth sei. — Der Vorsitzende rekapitulirt als die aus der Diskussion her- 
vorgehende Ansicht des Collegiunis : 

Der jetzige Zustand sei unhaltbar. Da eine Aushülfe der Regierung nicht in 
Aussicht stehe, so werde der Präsident aufgefordert, in Gemeinschaft mit Sach- 
verständigen sich zu bemühen, ein passendes Haus ausfindig zu machen und dem- 
nächst dem Collegium entsprechende Vorschläge zu unterbreiten. 
Das Collegium giebt dem einstimmig seinen Beifall. 



*) Die Geschäftsordnung lautet : 

1. Der Präsident leitet die Verhandlungen nach parlamentarischem Gebraucli. 

2. Er bestimmt die Tagesordnung, jedoch steht es dem Collegium zu, tUeselbe zu verändern. 

3. Alle Abstimmungen erfolgen nach Majorität. Bei Stimmengleichheit gilt der Antrag als abgelehnt. 

4. Die Abstimmungen geschehen in der Regel diu'ch Handaufheben , bei wichtigen Fragen je nach 

besonderem Beschlüsse bei Namensaufruf mündlich oder schriftlich. 

5. Der Präsident ertheilt das Wort, in der Regel nach der Reihenfolge der Meldung, bei wichtigen 

Frageu abwechselnd für imd wider. 

6. Anträge zur Geschäftsordmmg sind stets zulässig, wenn sie sich auf den in Verhandlung stehenden 

Gegenstand beziehen und müssen in diesem Falle alsbald zur Verhandlung gebracht werden. 
Andernfalls bringt sie der Präsident nach seinem Ermessen auf die Tagesordnung. 

7. Nach geschlossener Diskussion bezeichnet der Präsident den Wortlaut und die Reihenfolge der zur 

Abstimmung zu stellenden Fragen. Entsteht ein Zweifel darüber, so entscheidet das Collegium. 
Angenommen den 25. Sept. 1873 zu Wiesbaden. 
Dr. Behu. A. Branu. E. FenzL R. Fresenins. H. B. Geinitz. B. Gerlach. 

G. Karsten. Seidel. Virchow. 
**) Es sind 2000 Thh-. SVa "/o Preuss. Staatsanleihe. 



13. Der Vorsitzende erinnert daran, dass bei dem Beschlüsse vom Jahre 1863, ein 
Haus in Dresden anzukaufen, eine bedeutende Minorität sich dafür erklärt liabe, Heber ein 
Haus in einer der mitteldeutschen Universitätsstädte zu acquiriren ; und legt dem CoUegium 
die Frage vor : ob bei einem neuerdings nothwendig werdenden Hauskaufe eine Verlegung der 
Bibliothek in eine der bezeichneten Universitätsstädte zu berücksichtigen sei. — Dr. Fresenius 

' hält bei dem geringen Vermögen der Akademie eine grössere Häuserspekulation für bedenklich 
und empfiehlt daher den Gedanken der Verlegung der Bibhothek einer eingehenderen Berathuug. 
— Dr. Gerlach hält die Benutzung der Bibliothek in Dresden für nicht so ausgiebig, wie in 
einer Universitätsstadt. — Dr. Fresenius empfiehlt, in dieser Angelegenheit sich mit ver- 
schiedenen Universitätsstädten in Verbindung zu setzen. • — Dr. Fenzl : Die Verlegung der 
Bibhothek und der Hauskauf schhesseu sich nicht aus ; beide Angelegenheiten sind gleichzeitig 
zu betreiben. Die ausgiebige Benutzung einer Bibhothek ist, an welchem Orte auch immer, 
gesichert, wenn ein geeignetes Lokal da ist. — Dr. Virchow : Durch Verlegung der Biblio- 
thek au einen Ort, der nicht Wohnsitz des Präsidenten sei, werde doch das Verhältniss zu 
derselben wesentlich verändert. Jedenfalls werde immer ihre Unterbringung an jenem Wohn- 
sitze vorzuziehen sein. - — Bei der Abstimmung ist das Collegium der Ansicht : das es rath- 
sam sei, bei'den Vorschlägen über einen Hauskauf auch die oben erwähnten Universitätsstädte 
in Betracht zu ziehen. 

14. Der Vorsitzende giebt eine Uebersicht der Mängel der Bibliothek und der Mittel, 
um sie zu vervollständigen und nutzbarer zu machen. Er macht darauf aufmerksam, dass 
vor Allem die von den Statuten in Aussicht genommene Anstellung eines Bibliothekars noth- 
wendig sei. Eine dazu geeignete Persönlichkeit habe sich bisher nicht gefunden, wohl nament- 
lich wegen des Fehlens der für die Bibliothek nöthigen Hülfsmittel. — ■ Dr. Braun : Die 
Bibliothek ist ein Hauptverbindungsmittel zwischen der Akademie und anderen wissenschaft- 
lichen Anstalten ; ihre Förderung ist daher sehr wünschenswerth. — Dr. Karsten beantragt : 
den Präsidenten zu ermächtigen, alle Schritte zu thun, um der Bibhothek eine selbstständige 
fixirte Einnahme zu verschaffen. — Das Collegium ist damit einverstanden. 

15. Die Diskussion wendete sich zu der für die Reorganisation erforderhche Er- 
gänzung der Akademie und Aufnahme von neuen Mitgliedern. Das Verfahren und die dabei 
maassgebenden Principien werden erörteit und die für die zur Zeit durch Adjunkten nicht 
vertretenen Kreise 4, 5, 8, 11 und 12 etwa in Betracht kommenden Persönlichkeiten 
besprochen. 

16. Der Vorsitzende stellt die Frage auf, was zu geschehen habe, wenn ein Kreis, 
der einen Adjunkten besitzt, unter die Zahl von 10 Mitgliedern heruntergeht. — Das Col- 
legium spricht sich dahin aus , dass der Adjunkt provisorisch an seinem Platz zu bleiben und 
der Präsident die Anträge der Mitgheder des Kreises zu erwarten habe. 

17. Ferner wünscht der Vorsitzende die Meinung des Collegiums für den Fall der 
längeren Entfernung eines Adjunkten von seinem Kreise. — Das Collegium ist der Ansicht, 
es sei zurächst abzuwarten, ob sich wirkliche Schäden zeigen und Mitgheder des Kreises eine 
Neuwahl wünschen. 

Schluss der 2. Sitzung um 81/4 Uhr. 



Dritte Sitzung ibidem den 26. Sept. 1873 Vorm. 9 Uhr. 
Anwesend die gestern gegenwärtigen Herren ausser Dr. Virchow. 

18. Der Vorsitzende legt, in Anlass mehrerer an die Akademie gelangter Wünsche, 
dem CoUegium die Frage vor. in wie weit dasselbe es für rätblich halte, dass sich die Aka^ 
demie wissenschaftlichen Instituten und Unternehmungen gegenüber hülfreicb erweise. Eine 
eingehende Diskussion ergiebt, dass das CoUegium die Abgabe der Schriften im Tauschverkehre 
wünscht ; auch der Förderung wissenschaftlicher Institute, soweit sie sich durch Uebersendung 
der Leopoldina erreichen lässt , nicht entgegen ist ; aber die Unterstützung solcher Unter- 
nehmungen, die Geldbeiträge erfordern, bei den geringen Rlitteln der Akademie nicht em- 
pfehlen kann. 

19. Der Vorsitzende leitet ferner die Aufmerksamkeit des CoUegii auf die theilweise 
noch jetzt empfundenen Folgen der früheren Streitigkeiten. Auch lüerüber entwickelt sich 
eine umfangreiche Diskussion, die zu dem Ergebnisse führt, die verschiedenen Schritte zu 
empfehlen , welche geeignet sind , die Rechte der Akademie zu wahren und die bestehenden 
Gesetze zur Ausführung zu bringen. Dass an eine Aenderung des Urafangs und der Zwecke 
der Akademie, wie sie die jetzt maassgebenden sind, nicht gedacht werden könne, wird hierbei 
als selbstverständlich einstunmig anerkannt. 

Der Vorsitzende erklärt, dass hiemit die seinerseits auf die Tagesordnung gebrachten 
Gegenstände erschöpft seien und fragt an. ob von den Gegenwärtigen noch weitere Mittheilungen 
zu machen seien. 

Hierauf erbittet sich Dr. Karsten das Wort, schlägt aber zugleich eine Pause von 
20 Minuten vor, die angenommen wird. 

20. Nach Wiederaufnahme der Sitzung entwickelt Dr. Karsten in längerer Rede die 
Ansicht, dass es wünschenswerth sei: 

1. in der Leopoldina Anzeigen und Referate über tüchtige sonst unbekannt blei- 
bende Fachsclu'iften , namentHch Dissertationen und Sammelschriften kleinerer 
Gesellschaften zu geben. 

2. ISIit Hülle der zu bildenden Fachsektionen von Seiten der Akademie alljährlich 
einen in kurzen und scharfen Zügen durchgeführten Bericht über die vorhegenden 
Fortschritte jedes einzebieu naturwissenschaftlichen Faches zu veröffentlichen. 

Eine gründliche Erörterung dieser Vorschläge führt zu dem Resultate, dass das Gol- 
legium, wenngleich es die sich namenthch dem zweiten derselben entgegenstellenden Schwierig- 
keiten nicht verkennt, seine Zustimmung erklärt und seine Unterstützung verspricht. 
Aussetzung der Sitzung von 12ä'4 bis 2 Uhr. 

Bei Wiederaufnahme der Sitzung um 2 Uhr wurde zur Verlesung des erwachsenen 
Protokolls geschritten. Nachdem dasselbe genehmigt ist, schliesst der Präsident die diesmaUgen 
Sitzungen des Adjunkten-CoUegiiuns mit Worten des Dankes. 

Wiesbaden den 26. Sept. 1873. 

Zur Beglaubigung 
Dr. B. Goesohen, Referendar. 



Beiträge zur Kasse der Akademie. 

Sept. 8. Von Herrn Prof. Dr. Hegelniaier in Tübingen, Eintrittsgeld und 

Ablösung der Jabresbeiträge f. d. Leop. ... 30 Thir. — Ngr. 

„11. „ „ Prof. Dr. Ferd. Hebra in Wien, Eintrittsgeld . . 10 „ — „ 

„ 13. „ „ Prof. Dr. J. A. Schmidt in Harn bei Hamburg, 

Jahresbeitrag für 1873 2 „ — „ 

„ 15. „ „ Dr. H. Beigel in Wien, desgl. für 1873 .... 2 „ 4'/2 „ 

Oct. 6. „ „ Prof. Dr. Oscar Fr. Fraas in Stuttgart, Eintrittsgeld 

und Ablösung der Jahresbeiträge f. d. Leop. . . 30 „ — „ 

„ 6. „ „ Prof. Dr. Fr. Eduard Rausch in Tübingen, Eintritts- 

geld und Jahresbeitrag pro 1873 f. d. Leop. . . 12 „ — „ 

„ 6. „ „ Prof. Dr. Fr. H. A. Adolph Wüllner in Aachen, 

Eintrittsgeld 10 „ — „ 

„ 6. „ „ Oberfinanzrath Dr. Gust. Herm. v. Zeller in Stuttgart, 

Eintrittsg. und Ablös. der Jahresbeitr. f. d. Leop. 30 „ — „ 



'Seu aufgenommene Mitglieder. 

Nr. 2103, den 8. Sept. 1873: Herr Dr. med. & chir. Christoph Friedrich Hegelmaier, 
a. o. Professor der Botanik in Tübingen. 3. Adjunktenkreis. Fachsektion 5 für 
Botanik. 

Nr. 2104, den 11. Sept. 1873: Herr Dr. med. Ferdinand Hebra, ord. Professor der Derma- 
tologie an der Universität, sowie Vorstand der Chnik und Abtheilung für Haut- 
kranke im k. k. allgemeinen Krankenhause zu Wien. 1. Adjunktenkreis. Fach- 
sektion 9 für wissenschaftliche Mediein. 

Nr. 2105, den 6. Oct. 1873: Herr Dr. Oscar Friedrich Fraas, Professor der Mineralogie, 
Geognosie und Paläontologie, sowie Conservator der betreifenden Sammlungen am 
Königl. NaturaUen-Cabinet zu Stuttgart. 3. Adjunktenkreis. Fachsektion 4 für 
Mineralogie und Geologie. 

Nr. 2106, den 6. Oct. 1873: Herr Dr. phil. & scient. nat. Friedrich Eduard v. Keusch, 
ord. Professor der Physik an der Universität Tübingen. 3. Adjunktenkreis. Fach- 
sektion 2 für Physik und Meteorologie. 

Nr. 2107, den 6. Oct. 1873 : Herr Dr. Friedrich Hugo Anton Adolph Wüllner, Professor 
der Physik am Königl. Polytechnikum zu Aachen. 7. Adjunktenkreis. Fach- 
sektion 2 für Physik und Meteorologie. 

Nr. 2108, den 6. Oct. 1873: Herr Dr. phil. Gustav Hermann v. Zeller, Königl. Württem- 
bergischer Oberfinanzrath und Director der K. Kataster -Kommission in Stuttgart. 
3. Adjunktenkreis. Fachsektion 5 für Botanik. 



G-estorbene Mitglieder. 

Am 5. Sept. 1873 zu Constanz : Dr. Daniel Eduard Meier, praktischer Arzt zu Wangen 

in Allgäu (früher in Bischofs-Laak bei Laibach). Aufgenommen den 4. Aug. 1857, 

cogn. Pescliel. 
Am 22. Sept. 1873 zu Freiberg: Dr. August Breithaupt, Kgl. Sächsischer Oberbergrath 

und Professor der Mineralogie zu Freiberg. Aufgenommen den 1. Juni 1863, 

cogn. Abr. G. Werner. 



Eingegangene Schriften. 

(1. April — 30. Juni 1873.) 



Academie Royale deMedecine deBelgique. 
Bulletin. Annee 1872. HI-"« Serie. Tome Yil, 
Nr. 1 et 2. — Bruxelles 1873. 8«. 

M. Gallez: BecoUement et e.xpulsion d'uue 
portion considerable (un inetre cinq centimetres) 
de la muqueuse de riiitestin grele. par suite d"uu 
coup de tampon de waggou de cheinin de fer, re(,u 
sur la paroi abdominale (Suite). MM. Crocq, 
Kuborn, öegers: Suite de la discussiou de ces 
MM., et de tous les autres travaux relatifs ii l'epi- 
demie de rholera de ISfiß. soumis ä la Coiupagnie. 
E. Jansse ns: Releve statistique des causes de 
decfes et r^simie du nioiivemeut de la population 
dans la ville de Bruxelles. pendant le 4"ietrimestre 
de l'annee 1872. 

G. Karsten. Die physikalisch - chemischen 
Untersuchungen der Ostsee. Aus dem Bericht 
über die Expedition zur physikalisch-chemischen 
und biologischen Untersuchung der Ostsee im 
Sommer 1871 auf S. M. A\Tsodampfer Po»- 
merania. — Berlin 1873. fol. 

Naturwissenschaftliche Gesellschaft Isis 
in Dresden. Sitzungsberichte. Jahig. 1872. 
October. November, December. — Dresden 
1873. 8». 

Königl.Preussische Akademie der Wissen- 
schaften zu Berlin. Monatsbericht. December 
1872. — BerUn 1873. 8». 

Mommseu: Bericht über den Fortgang der 
Arbeiten am Corpus inscr, latinarum, I'oggen- 
dorff : Beitrag zur näheren Kenntniss derElektro- 
maschine zweiter Art. Kronecker: Beweis des 
Reeiprocitätsgesetzes für die quadratischen Reste. 
W. Peters: Ueber den Ilydrus täsciatus Schneider 
imd einige andere Seeschlangen (Hydrophis cyano- 
cinctus var.; H. tenuicoUis nov. sp. : H. bitubercu- 
latus n. sp.; H. Godeffi'oyi n. sp.). Hagen: Be- 
obachtungen über die Bewegung der Luft und des 
Wassers. Cur t ins: Mittheilungen über athenische 



Ausgrabimgen Ewald: Ueber che in der böh- 
mischen Kreideformatiou vorkommenden Reste von 
Plagioptychus Matheron. 

Verein für Deutsche Nordpolarfalirt in 
Bremen. Bericht über die 31. Versammlung 
am 18. Febr. 1873 und Anlage zum Protokoll 
derselben. — Bremen 1873. 8". 

Oberlausitzische Gesellschaft der Wissen- 
schaften. Neues Lausitzisches Magazin. 49. 
Band, 2. Hälfte. — Görlitz 1872. 8". 

V. Wagner: Ueber Einflüsse der Entwaldungen 
a\d' das Bauwesen und auf wirthschaftliche Ver- 
hältnisse. 

Verein zur Beförderung des Gartenbaues 
in den K. Preuss, Staaten. Monatsschrift. 
Nr. 4. 5 (April. Mai) 1873. 

Dr. Heinr. Bolau. Die Spatangiden des 
Hamburger Museums. Mit 1 Taf. — Ham- 
burg 1873. 4«. 

Lr. A. F. Besnard. Die Mineralogie iu 
ihren neuesten Entdeckungen und Fortschritten 
im Jahre 1872. XXV. .systemat. Jahres- 
bericht. 8". 

Dr. E. Schomburgk, Director. Report on 
tlie progress and coudition of the botanic 
garden and government plantations of South- 
Australia 1872. — Adelaide 1873. 4". 

Hartlaub and Finsch. On a fourth col- 
leotion of birds froni the Pelew and Mackenzie 
Islands. (S. A. fr. Proc. Zool. Soc. Jan. 
1872.) 8". 

Prof. Dr. FreiheiT v. Leonhardi. Die 
neue Zeit. Freie Hefte für vereinte Höher- 
bildung der Wissenschaft und des Lebens. 
Vin.Uoft (Bd.III, Heft II). — Prag 1873. 8». 



Zoologisch - mineralogischer Verein in 
Regensburg. C'ori«spoiidenz-]Jlatt. 26. Jahrg. 

— Regensburg 1872. 8". 

V. Amnion: l>ie Räulierliuhle am Silielmen- 
graben. Ein Beitrau znr Kegeiislnirger Juraformation. 
Dr. Besnard: Die Mineralogie in ihren neuesten 
Entileckuneen und Fortschritten in den Jahren 
1870 und 1871. !St. Clessin: Ueber den Kinfluss 
kalliarmen Bodens auf die Geliäuseschneeken. — 
Die Planorben !5ndl>aYerns. — Das Verhalten der 
Mollusken im Winter. J. A. Jäckel: Das Reh. 
Cervus Caineolus L. Dr. Waltl: Die Fische 
um Passau. 

Academie royale de medecine deBelgique. 
Bulletin, annee 1873, III. ser., T. VII, Nr. H. 

— Bruxelles 187.3. 8». 

Kuborn: IJaiiport de la conunission des epi- 
demies. sur le cholera et la peste bovine regnant 
dans la mouarchie Austro-Hongroise. — Suite de 
la discussion des traxaux relat. ä Tepidemie de 
cholera de ISGti . a une epidemie d'anjjine couen- 
neuse. k la picrotu.xine. et ;i la rechercbe de la 
Picrotoxine dans la biere. Janssens: Releve 
statistiqne des causes de deces et resume du nionve- 
ment de la population dans la ville de Bruxelles 
pendant l'annee 1872 ; et autres resumes sta- 
tistiques. 

Kaiserl. Akademie der Wissenschaften 
in Wien. Anzeiger. Jahrg. 1873. Xr. VII — XI. 

— Wien 1873" 8". 

Reale Istituto Lombarde di Scienze e 
Lettere. Memorie. — Milane 1872. 4". 

Cl. moral. e polit. Vol. 12. Ser. 111. fasc. ,5. 
Poli Baldassare: Della criminalita e delbi 
peuaKtä. — l)el discentramento nell' anuiiinistra- 
zione pubblica. 

Cl. matem, e natur. ^'ol. 12. Ser. III. fasc.5. 
Sangalli: Corpi strahieri nel tnbo yastro-enterico. 
Curioni: Piicerche geulogiche snll' epoca dell' 
emersione delle rocce sienitiche della catena dell' 
Adamello. nella provincia di Brescia. 

— Reudiconti. Serie II, Vol. V, fasc. 8 — 17. 

— Milane 1872. 8«. 

Schiaparelli : Aurora boreale osservata il 
lU aprile 1S72 a Mondovi e a Milano. Serpieri: 
Nuove riflessioui sulla teoria della luce zodiacale. 
Sangalli: Di un mostro doppio. analogo ui due 
fratelli di Siani. Fearnley: Intorno ad an effetto 
caratteristico esercitato dall'e eclissi del Sole sopra 
il movimento dell' ago niagnetii-o declinatorio. 
Bruno: Osservazioni sidla luce zodiacale. e suU' 
aurora polare nella notte 7 — 8 aprile 1872 a Mon- 
dovi. Porta: Dell' amministrazione del condu- 
rangü. BrambiUa : C'onsiderazioni hitorno ai mezzi 
per correggere Tincastellatura dei cavaUi. Bizzo- 
zero: Connmicazioni su ricercbe fatte nel labora- 
torio (U patologia sperimentale della li. l'ni\ersita 
di Pavia. Zucchi: P.egoledo nel 1871: note 
d'idroterapia. Selmi Antonio: Nuovi fatti che 

Leop. IX. 



si riferiscono all" esistenza di germi morbiferi nell' 
atmosfera ; — di un nuovo metculo per degommare 
ed imbiancare il tiglio deUe plante tessili, senza 
far loro subire la niacerazione. Garovaglio: 
Sidla scoperta di un discomicete trovato nel cerume 
del" orecchio umano. Gi belli: Sul Protomyces 
violaceus, e suUe Leuticelle. Visconti 
Achille: Caso di cancro epiteliale cutaneo a 
celiule cilindricbe. (c. 1 tav.) Sangalli: Üsser- 
vazione suggerita dalla lettura del dott. A, ^'isconti. 
Beltrami: Di un sistema di formole per lo studio 
delle linee e delle siiperticie ortogonali. Denza: 
Intorno alle aurore polari del primo quadrimestri 
deir aimo 1872. nota 1. Verga e Valsuani: 
Annotazioni cliniche sul C'ondurango Ferrini: 
Aleune esperimenti suUu polarizzazione elettro- 
statica. Serjiieri: Di alcuni contrassegiu delle 
nebbie secche. L o m b r o s o : Studj sulla cUstribuzione 
della tigna iif Italia. — Antropometria di 400 de- 
linquenti veneti. Denza: Osservazioiü spettro- 
scojiiche, fatte a Moncaheri. dell' aurora polare 
del 4 febbrajo 1872. Sertoli: Sulla terminazione 
dei nervi nei peh tattili. Biffi: Provvedunenti che 
occorrerebbevo in Italia jiei delinquenti divenuti pazzi. 
Zoja: SuUa coincideiiza di un' anomalia arteriosa 
cou una nervosa, (c. Itav.) Cantoni Giovanni: 
Sui coudensatori elettrici. Bertini: Sulla curva 
gobba di 4" online e 2'ia specie. Giglioli: Intorno 
alcimi denti uiteressanti di Cetodonti, couservati 
nel Museo di I'isica e Storia naturale di Firenze. 
Curioni: lücerche geologiche sull' epoca dell' 
emersione delle roccie sienitiche (tonalite) deUa 
catena montuosa dell' Adamello (provincia diBrescia). 
Cantoni Giovanni: Di un' altra analogia fra la 
pülarizzazioue elettrica e la maguetica, 1 e 2 : — 
siüle calorie di corabinazione dei corpi Verga: 
Della fossetta mecUa cerebellare dell' osso occipitale. 
Possenti: !Sul prosciugamcnto del lago Pucino. 
Tarry: De la prediction du moiivement des teni- 
petes et des pheuomenes qui les accompagnent. 
Stoppani: Sull" esistenza di un antico ghiacciajo 
nelle Alpi Apuane. Bassini: Sul processo isto- 
logico Ol riassorbimento del tessuto osseo. Dell' 
Acqua: Sul vajuolo e sulla vacciimzione animale 
in MUano. Brusotti: Sulla velocitä molecolare 
nei fliüdi aeriformi. Giordano: Sull' origine dell' 
elettrkitä dell' atmosfera. Barbaglia: Sopra il 
solfocianuro di Benzilo. Cantoni Paolo: Ten- 
tativi di nioditicazione alla macchina Holtz. Stop- 
pani: Osservazioni sidla eruzione vesuviana del 
2i aprile 1872. Polli Giovanni: Sidla incine- 
razione dei cadaveri. Curradi: 1 iiianoscritti di 
I.azzaro Spallanzani serbati nella biliHoteca comu- 
nale di Eeggio nell' Ennlia. Lombroso: Osser- 
vazioni critiche intorno alla memoria del dott. S. 
BiÖi : sui jirovvedimenti pei deUn(iiienti jiazzi in 
Itaha. Biffi: Risposta alle osservazioiü del prof. 
Londiroso. Lombroso: Statistica della pellagra 
m Italia. Lombroso e D u p r e : Indagini chimiche, 
tisiologiche e terapeutiche sul maiz gnasto. Can- 
toni Gaetano: Sulla ruggine del frnmento, e sui 
mezzi (h prevenirne i danni. I>e Giovanni: 
l'neumonite e nefrite. Giordano: Xuovi esperi- 
menti sul modo di elettrizzarsi dei corpi detti coi- 
benti. Garovaglio: Sui microliti della ruggine 



10 



del grano. Cantoni Giovanni: Prioritä del Prof. 
Villari in akune esperienze eiettro-niagnetiche. 

Cremona: Rendiconto dei lavori della Classe 
di scienze matematiclie e naturali. Conoorsi 
deir anno 1672: Preniio ordinario dfU' Istituto, 
prenüo di fondazione Cagnola, 8ecco-Conincuo, e 
Brambilla. — Tenii sui qnali e aperto concorso. 
— Osservazioni meteorologiche di marzo — set- 
tembre 1872, 

G. Ritter V. Frauenfeld. Pbjlloxera va- 
statrix, S. A. — Zoologische Miscellen. XVI, 

2. Hälfte und XVn. S. A. — Die Frage des 
Vogelschutzes; ein Vertrag. — Wien 1872. S". 

Prof. Dr. J. Röper. Der Taumel - Lolch 
(Lolium temulentum Linn.), in Bezug auf 
Ektopie, gewohnheitliche Atrophie und ausser- 
gewöhnliclie , uormaiistrebe:ide Hypertrophie, 
festschriftlich betrachtet. Mit 2 Tafeln. — 
Rostock 1873. 4". 

Versin für siebenbargische Landeskunde. 
Jahresbericht für das Vereinsjahr 1871/2. 8". 

— Archiv. Neue Folge, X. Band, 2. u. 

3. Heft. — Hermaniistadt 1872. 8«. 

Jos. Hoch: Bericht über einige I'etrefacten, 
welche in der Umgegend von Schässlnirg gefunden 
■worden. (1 Taf. ) J. L. Neugeboren: Die Cru- 
steliarien und Uobulinen aus der Thierclasse der 
Foraminiferen aus dem marinen Miocaeii bei Ober- 
Lajjugy in ^Siebenbürgen. (.3 Taf) 

Academie Royale des sciences, des lettres 
et des beaux arts de Belgique. Bulletin*. 
39"'*aunee, 2"" ser. T. XXXI, — 41""' auuee, 



2-"« ser. T. XXXiV. 



Bruxelles 1S7L2. 8». 



T. XXXI. A. Quetelet: Developpement de 
la tailie himiaine : extension remarquable de cette 
loi. — Note sur Teclipse de soleil du 22 dec. 1.^70 
et reclipse de hme du (i janv. I>s71. — fSur l'an- 
throponietrie ou sur ia mesure des difierentes fa- 
cultes de Thomme Terby: Aspect des taclies de 
la plaui'te Mars, observees ä Louvain de 1M)4 ä G7. 
(1 pl.) Melseus: Note sur le passage de l'iodate 
de putassiuin par l'economie animale. — Note sur 
les explosions des cbaudieres k vajieur. Prof. 
Swarts: Sur les falsifications de !a chicoree par 
la tourbe. (1 pl.) D'Omalius d'Hailoy: Note 
sur les ipialites de nos calcaires ancicns euiployes 
conime pierre de cimstruction. — Note sur la for- 
mation des limons. — Note .sur les forces naturelles. 
Dupont: Observatious sur la Constitution du cal- 
caire carbonifere de la Belgique. Catalan: Note 
sur requatio)! de Kiccati. Lamarle: Note sur la 
geometrie saus postulat. lUiprex: Discussion des 
observatious d'electricite atmospherique recueillies 
ä Uaud. et comparaison entre ees obscrvations et 
Celles faites en d'autres lieux. (2<^ partie.) P. J. 
van Beuedeu: Les reptiles fossiles eu Belgique. 
— Recherches siu' quelques poissons fossiles de 
Belgique. (4 pl.) — Sur los dents de lait de l'Ütaria 
pusüla. L. de Koninck: Nouvelles recherches 



sur ies aniniaux fossiles du terrain carbonifere de 
la Belgique. Tlionissen: IJn precurseur de 
Malthus. De Selys-Longchamps : Synopsis 
des tVirdulines. — Le (iuepier en Belgique. £d. 
van Beneden: Kechercbes sur ;revüli«ion des 
(Jregarines. (1 pl.) 

T. XXXII. Ilouzeau: D'un moyen de me- 
surer directenieut la distauce des ccntres du soleil 
et de Venus, pendant les passages de cette planete. 
.\d. Quetelct: Sur les etoiles tilantes de la pe- 
riode de nov. 1871. — Sur les aurores boreales 
des !t et 10 nov. 1871. — Sur rabaissement de 
tempi'rature du mois de deceiiibre 1871. Ld. van 
läeneden: Not(' sur la couservatiou des auiraaux 
inferieurs. D'Omalius: Discours sur les forces 
uatarelles. — t^uatrieme note siu' les furces na- 
turelles. Terby: Note sur l'aspect de la planete 
Mars eu 1871. (1 pl.) Dubois: Sur un nouveau 
mode de fcmuatiun du sulfate diethylicjue — Trans- 
formation de l'acide citrique eu acide tricarbally- 
lique. L. L. de Koninck: Reclierclies sur les 
mineraux beiges (2c notice). De TiUy: Note sur 
le roulenient des rouleaux et des roues sur uu plau 
d'appui. Montigny: Note sur la production suc- 
cessive d'eclairs identiques. aux inemes lieux de 
Tatmosphero. pendant Torage du 2 juillet 1871. 
P. .1. van Beueden; Les l'hoques de la mer 
sealdisienne. (3 pl.) — Uu sirenicn nouveau du 
terrain rupelien. (1 pl.) — Les oiseaux de l'argile 
riipeiienue. (1 pl.) Dewalque: Note sur les 
dents de poisson du depöt de transport de la Meuse 
et de ses aftluents. — Sur quelques fossiles des 
arduises coblencieinies de l'Ardenue. Mal herbe: 
Note sur les cardiuies rencontrees dans le bassin 
houiller de Liege. Plateau: Uue experience rela- 
tive ä la question de la vapeur vesiculaire. Bel- 
1 y u c k : Les anontalies dans le regne vegetal. 

T. .\XXIII. Houzeau: Du calcul rapide des 
phases luiiaires, ä l'usage iles personues qui s'occu- 
pent d'etudes historiques. — Note additionnelle sur 
la mesure des distaiu-es de V('nus au soleil . de 
centre en centre, pendant les passages de la planete. 
E. Quetelet: Note sur Teciipse de hme du 22 
mai 1872. Ad. Quetelet et Leclercq: Sur 
Taurore boreale du 4 fevr. 1872. De Koninck 
et P. Mar(juart: De Taction du jierclilorure de 
pbosjjhore sur la nitrouaphtaline. De Koninck 
et P. Davreux: Recherches sur les mineraux 
beiges, ye notice. Catalan: Theoreme de geo- 
metrie. Gilbert: Sur l'emploi des imagineres 
dans la rechercbe des ditti'reutielles d'ordre quel- 
conque. — Sur unc objectiou pro])Osee par M. 
Catalan. Folie: Sur le calcul de la densite moyenne 
de la terre, d'apres les obscrvations dAiry. 
Gloesener: Sur une nouvelle boussole magne- 
tique ou plutöt electromagnetique , son iraportance 
dans les observatious magneticpies et surtout dans 
Celles faites sur mer. Swarts: Note sur les de- 
rivi's par additi(Ui de Tacide itacouique et de ses 
isomeres. Briart et Cornet: Notice sur la Po- 
sition stratigraidiique des lits coquilliers dans le 
ternün liouüler du Hainaut. P. J. van Beneden: 
Sur l'existence du Gypaete dans nos contrees. 
d'apres des ossements decouverts par Schmerhng 
dans les cavernes des euvirons de Liege. — Sur la 



11 



decouvtite (l'un Homaril fossile dans l'argile de 
RupelmoiKle. (1 pl ) — Sur les thauves-souris de 
Belginue et leiirs imrasites. Dupont: Sur une 
uouvelle exploratioii des caverues d'Kngis. (4 pl.) 
Van der JNIeiisbrii.uHhe: Note prelimiiiaire sur 
Uli fait reiiiarqualilf que Ton observe au eoutact 
de certaius linuiiles de tensions supertieielles tres- 
diftereiites. J. l'lateau: Sur la iiiesure des sen- 
satious plivsinues. et sur la loi qui lie riiiteiisite 
de ces sensatioiis ii rinteusite de la cause excitaiite. 
F.Plateau: Materiaux pour la fauue liclge. (ipl.) 
Ed. van Benedeii: Kote sw la strukture des 
Gregarines. (l pl.) , , 

T. XXXIV. Ad. guctelet: L'uiute de 
l'espece lumiaiue. — Ktoiles tilantes du iiiois d'aoüt 
1.S72. — Aurores lioreales des inois d'aoüt et de 
sept. de la meine aniiee. — Tenipeiature des puits 
artesiens. — A]iparitioii extraurdinaire d'etoiles 
tilantes du 27 iiov. 187-2. — Sur le Imitieine con- 
gres international de statisti(|ue. teini ä St. Peters- 
bourg pendant le nnn's d'aoüt 1812. Terby: Note 
sur I'aspeet de la planete Jupiter pendant l'oiipo- 
sition de 1872. (I pl.) Dubois: üeclierches sur 
les cainpbres. D'Onialius: Sur les races bu- 
maines. Fetis: De la part de la nature dans les 
Oeuvres d'art. Mansion: Sur les Solutions sin- 
gulieres des eipiations difterentielles de jireinier 
ordre. C'atalan: Note sur une fonnule de M. 
Botesu. Saltel; Sur quelques questions de geo- 
metrie. I;eclereq: Note sm- les aurores polaires. 
M 11 1 i g n y : Mesures d'altitude baronietriques 
Ijrises ä la toiir de la catbedrale d'Aiivers, sous 
l'influence de vents de vitesses et de directions 
ditterentes. (1 pl.) P. J. van Beneden; Les 
baleines fossiles d'Anvers. — Notice sur nn n(ni- 
veau poisson du terrain lackenien. (1 pl.) I>e- 
walque: Sur repoqne ii laquelle Tetrao h\g0|iiis L. 
a disparu de la iielgiiiue. — Sur la presei re du 
ble dans une ca\erne ii ossements de la province 
de Nuniur. — l'ii spongiaire nouveau. du Systeme 
eifelien. (1 pl.) Vicomte du Bus: Mammiferes 
nouveaux du crag d'Anvers. M o r r e n : Iiitroduction 
ä l'etude de la nutrition des plantes. Va 1er ins; 
Descriptioii d'un procede iiour mesurer l'avantage 
de la Vision binotulaire sur la vision au nioyeii 
d'un seul oeil. (puiiit ä l'edat ou ä la darte des 
objets. Belpaire: Note sur le second iirincipe 
de la thermodynaniique. F. Plateau: liecliercbes 
pliysico - cliimiiiues sur les articules a(iuatiques. 
(2«- jiartie.) I'e Tilly: Sur quelques formules 
de balistique aiiiiliquee. 

— Anmiaire, 1872, SS'"" annee et 1873, 
39™"^ annee. 8". — Centieine anniversaire de 
foiidation (1772— 1872J. 2 vol. 8«. Bruxelles 
1872 ( — Rapports sur les travaiix scienti- 
fiques de PAcademie royale de Belgiqiie 177-_' 
— 1872i. 

— Meraoires. Tome XXXIX. 40. — 

Bruxelles 1872. 

L. G. de Koninck: Nouvelles recherches sur 
les animaux fossiles du terrain carlionifere de la 
Belgiipie. (l-'i pb) F.Folie: Fondement d'une 
geometrie superieure cartesienne. (1 pl.) — Obser- 



vations des plienomenes pöriodiques. annees 1869 
et 1870. J. J. de Smet: Memoire historique et 
statistique sur les Quatre Metiers et les iles occi- 
dentales de la ?;elande. 

— Memoires courouues et autres memoires, 
coli, in 8». T. XXII. — Bruxelles 1872. 

P. Mansion: Note sur la premiere methode 
de Brisson pour rintegration des equations lineaires 
aux ditiercnces tiiiies ou intiiiiment petites. J. lÄ. 
de Tilly: Ftudes sur le frottemeut : Irepartie: 
Note relative au frottement de glissemeut sur les 
surtäres helii,'oides reglees- M. A. Perrey: Note 
sur les treuible^nents de terre en 1868. avec Supple- 
ment pour les annees anterieures. de 1843 ii 1867 
(XXIVe releve aiinuel). — Note sur les tremble- 
nients de terre en 18G0. avec Supplements pour 
les annees anterieures, l>^4o ä 1808. L. Saltel: 
Sur l'application de la transformation arguesieune 
ä la generatioii des conrbes et des surfaces geo- 
metriques. 

Ad. ftuetelet. De rhomme, considere dans 
le Systeme social : ou comme unittä ou comme 
fragment de Tespece liumaine. 8" (extr. des 
Bull, de l'Acad. roy. de Belg. 2'^'^ser. t.XXXV, 
mars 187S). 

— Tables de mortalite et leur developpe- 
ment. 4» (extr. du t. XIII du Bull, de la 
Comiuiss. centr. de stat. de Belgique). — 
Bruxelles 1872. 

J. H. Bormans. Ouddietsche fragmeuten 
van den Parthenopeus von Bloys, grootendeela 
bijeenverzameld door wijlen Prof. Ferdinandus 
Deycks, en verder in erde geschikt en kritisch 
uitgegeven op last van de Kouinklijke Aka- 
demie vaii Belgie. 8'». — Brüssel 1871. 

— Speghel der Wijsbeit of leeringhe der 
zalichede van Jan Praet, Westvla einschen 
dichter van 't einde der XIIP eeuvv, vor de 
erste niael uitgegeven van wege de Kouink- 
lijke Akademie van Belgie. 8«. — Brüssel 1872. 

Dr. R. Fresenius. Geschichte des chemi- 
schen Laboratoriums zu Wiesbaden, zur Feier 
des 25jährigen Bestehens der Anstalt. Mit 
photogr. Portrait u. 2 Plänen. 8". — Wies- 
baden 187:-!. 

Königlich Böiunisclie Gesellschaft der 
Wissenschaften in Prag. Sitzungsberichte, 
1873, Nr. 2. 8». 

Prof. Fric: Ueber die Crustaceenfauna der 
Wittingauer Teiche und über eine flu- Böhmen 
neue Fiscbart: Leucaspius delineatus Siebold. 
Feistmantel: Ueber die Steinkoblenablagenmg 
bei Brandau im Erzgebirge. Prof. Buricky: 
Ueber neue Mineralvorkommen in der Umgegend 
von Waltscb. 



12 



Dr. R. Schomburgk. Papeis read before 
the Philosophical Society aud tlie Chamber of 
Mamifactures. 8". — Adelaide 1873. 

Influeiice of forests on ciimate. Forest reserves 
and plautiiig trees on railways and ordiiiary roads. 
The Victoria Regina. (Jn the cultivation of tlie 
siinflower. On the Urari, the deadly arrow poison 
of the Indian trilies in British Gnian'a. Tlie cnltwe 
of tobacco. The cause oi ilisease in silkworms. 
The uses aud i)roperties of plants. Rust in Ccreals. 
Poisonons plams. Cai)abilities of tlie varions di- 
stricts in the colony. 

F. V. Hayden, ünited States Geologist. 
Final report ol' the U. S. Geological Surrey of 
Nebraska aud portions of the adjacent terri- 
tories . niade under the direction of tlie Gom- 
missiouer of the general land office. With 1 
map and 11 plates. 8". — Washington 1872. 

The American Journal of Science and 
Ärts, editors and proprictors Profi', .i. Dana 
and B. Silliman. III. Ser. Vol. IV. Nr. 23, 
24; Vol.V, Nr. 25. 8«. — New Haven 1872 3. 

Nr. 23. J. Le Conte: A theory of the for- 
matiou of the great features of the eärtlis surface. 
C. A. Yonng: Catalogne of bright liiie? in the 
spectriim of the solar atniosphere. J. Dana: On 
the Quartzite, Liniestone and associated rocks of 
the vicinity of Great Barrington. Mass. (1 map.) 
0. N. Rood: On the natnre and dnration of the 
discharge of a Leyden Jar connected wlth an 
induction coil. p. HI. S. P. Langiey: On the 
Allegheny systeni of electric tirae signäls. A. M. 
Mayer: On a method of detecting the phases of 
Vibration in the air surrounding a sounding hody, 
and thereby nieasiiring directly in the vibrating air 
tlie length of its waves and e.xploring the form of 
itswave surface. J. C. Draper: Growth or evo- 
lution of stnicture hi seedlings. E. Billings: 
Rejoiuder to Prof Hall's reply to a ..Note on a 
questiou of priority." C. H. F. Peters: Elements 
of iilauets (122) and (12b). — Scienlitic Inteüigence 
(Chem. Phys., Geol. Nat. bist., Astr., Miscell.l 

Nr. 24. A. M. Mayer: On a simple and 
precise method of raeasuring the wave-lenglits and 
velocities of sound in gases. and on an apjdication 
of the method in the inveiitioii of an Acoustic 
PjTometer. (1 pl.) L. M. Rntherfurd: <)n the 
stabiUty of the coUodinm lilm. Prof L e e d s ; Note 
upon aventurine orthoclase. found at the Ogden 
Mine, Sjiarta Townshiji, Sussex Co, N. .T. E" W. 
Hilgard: On soil analyses and their ntility. 
J. C. Draper: The lieat produced in the body. 
and the ett'ects of exposm-e to cold. J. D. Dana: 
On tlie yuartzite. Liniestone and associated rocks 
of the vicinity of Great Barriugton, Berkshire Co., 
Mass. (coiitinued). R. Ridgway: On the relation 
between color and geographical distribution in 
birds, as exhibited in inelanism and hj-perchroniism. 
J. Le Conte: A theory of the formation of the 
great features of the earth's surface (coucl). E. S. 
Dana: On a crystal of Audalusite from Delaware 



Co, Pa. E. S. Holden: Spectruin of Lightnlng. 
— Scient. Intell. (Chcm. Phys., Geol. Nat. bist., 
Astr.. Miscell.). 

Nr. 2.Ö. A. E. Verrill: Results of recent 
dredging expeditions on the coast of New England. 
.T. W. Dawson: Impressions aud footprints of 
aquatic aiiimals and imitative markiugs, on carboni- 
ferous rocks. J.W. Draper: Researches in actino- 
chemistry. II. mem.: (3ii the distribution of che- 
raical force in the spcctrum. U. Ridgway: On 
the relation between color and geogr. distribution 
in birds etc. (contin.) A. M. Mayer: On the ex- 
jierinieiital determination of the relative intensities 
of Sounds , and on the measurement of the powers 
of various substances to reüect and to transmit 
sonorous vibrations. J. D. Dana : (Jn the Quartzite, 
Limestone etc. (c'ontin.. 1 map.i H. A. Newtou: 
Observations upon the meteors of nov. 24 — 27, 1872. 
J. C. Watson: Discovery of a new planet. — 
Scientif, Intell. 

Hydrographisches Bureau der Kaiserl. 
Admiralität. Hydrograpliische ^Jlittlieilungen. 
Jahrg. I. Xr. 8—12. ^4». — Berlin 1873. 

— Nachrichten für Seefahrer. Jahrg. IV, 
Nr. 10-25. 4". — Berlin 1873. 

K. Preuss. Akademie der Wissenschaften 
in Berlin. Mon.atsbericlit. Jan. 1873. 8". 

Scliott: Einige Zusätze und Verbesserungen 
zu sciuer Abhandlung über die ; ächten Kirgisen. 
Borchardt: Untersuchungen über die Elasticität 
fester isotroper Körper unter Berücksichtigung der 
Wärme. Dove: lieber die Regen in Spanien. — 
Die meteorologischen Unterschiede der Nord- und 
Südhälfte der Erde. 

Senckenbergische naturforschende Gesell- 
schaft. Abhandlungen. VIII. Bandes 3. u. 4. 
Heft. 4". — Frankfurt a/M. 1872. 

J. C. G. Lucae: Die Robbe und die Otter in 
ihrem Knochen- und Muskelskelet : eine anatomisch- 
zoologische Studie. l.Alith. mit 1.5 Taf H. Hoff- 
mann: üeber thermische Vegetationsconstanten ; 
mit 1 Taf. Fr. Hesse nberg: Mineralogische 
Notizen Nr. 11 (Zehnte Fortsetzung), mit 3 Taf. 



Yersammlung 
der astronomisclieii (resellsctiaft 

am 20 — 22. August 1873 zu Hamburg. 

Erste öfFeutliche Sitzung in der Aula des 
Johanneums den 20. Aug. 10 Uhr Vormittags. 
Es hatten sich eingefimden die Herren : Adams 
aus Cambridge (England), Andersen aus Lund, 
Argelander aus Bonn, v. Asten aus Pulkowa, 
Auwers aus Berlin, Bruhns aus Leipzig, Bruns 



13 



aus Pulkowa, Camphausen aus Rüngsdorf bei 
Bonn , Drechsler aus Dresden , Dreyer aus 
Kopenhagen, Engelmauri aus Leipzig, Fearnley 
aus Christiania, Forbes aus Grlasgow, v. Freeden 
aus Hamburg. Gill aus Aberdeen, Huggins aus 
London , Krueger aus Ilelsingfors , Möller aus 
Lund, Newcorab aus Washington, Pechüle aus 
Hambui'g, Peters aus Kiel, Peters aus Clinton 
U. S., Gebr. Eepsold aus Hamburg, Piiimker 
aus Hamburg, Scliönfeld aus Mannheim, Schu- 
macher aus Altona, v. Struve aus Pulkowa, 
Tietjen aus Berlin , Valentiner aus Leiden, 
Weyer aus Kiel, Winnecke aus Strassburg, 
Zenker aus Berlin und Zöllner aus Leipzig. 

Nachdem der Vorsitzende, Geheinirath v. 
Struve, mit einer kurzen Schilderung der Zwecke 
und der 10jährigen Thätigkeit der Gesellschaft 
die Sitzung eröffnet hatte, folgte eine Mit- 
theilung über den gegenwärtigen Personal- 
bestand der Gesellschaft, deren Mitglieder sich 
auf 226 belaufen , sowie ein Nekrolog über 
Prof. Schweizer aus Moskau. Nach Erledigung 
einiger geschäftlichen ' Punkte erstattete Prof. 
Bruhns Bericht über die Thätigkeit der Gesell- 
schaft in Bezug auf die Berechnung der seit 
1800 erschienenen Kometen. Mit Genugthuung 
wurde die Mittheilung von Prof. Newcomb 
entgegengenommen , dass man auf energische 
Beihülfe von Seiten amerikanischer Astronomen 
rechnen könne. Geheinirath Argelander l)e- 
richtete über seine neuesten Untersuchungen 
betreffend die eigenen Bewegungen der Fix- 
sterne. Auf den Wunsch mehrerer Anwesenden 
erklärte der Vortragende sich bereit, diesen 
Bericht in der Vierteljahrsschrift der Gesell- 
schaft abdrucken zu lassen. Dr. v. Asten be- 
richtete über den Stand seiner Rechnungen 
über den Encke'schen und den Tempel'schen 
Kometen. Prof. Peters (Clinton) legte einige 
Blätter seiner neuen Sternkarten vor, deren 
er sich zur Auffindung von Planeten bedient. 
Es knüpfte sich hieran eine längere Discussion 
zwischen den Herren Struve, Peters, Argelander, 
Schönfeld, Zöllner und Winnecke über die De- 



finition der Grössen teleskopischer Sterne. 
Dr. Drechsler machte Mittheilungen über die 
Sammlungen des Dresdener mathematischen 
Salons, insbesondere über einen dort befind- 
lichen arabischen Himmelsglobus. 

Zweite Sitzung den 21. Aug. 10 Uhr Vonn. 
Es hatten sich ferner zu den Sitzungen ein- 
gefunden die Herren van de Sande Bakhuyzen 
aus Leiden, Schröder aus Hamburg und Vogel 
aus Bothkamp. Die lieutige Sitzung wurde 
durch Aufnahme neuer Mitglieder, sowie Vor- 
legung eingegangener Bücher eröffnet. Ein 
in der gestrigen Sitzung in Aussicht gestellter 
Bericht über die zu erwartenden Jupiterstafeln 
konnte nicht nütgetheilt werden , weil Herr 
Glasenapp verhindert war, sich einzufinden. 
Dagegen erfolgte die Berichterstattung über 
die von der Gesellschaft in Angriff genom- 
menen Beobachtungen der Sterne des nörd- 
lichen Himmels bis zur neunten Grösse. Der 
Vorsitzende machte Mittheilung über den Stand 
der Arbeiten zu Pulkowa , Kazau , sowie zu 
Dorpat ; Herr Prof. Fearnley aus Christiania 
und Herr Prof. Krueger aus Helsingfors be- 
richteten persönlich über iliren Antheil an der 
Arbeit ; über Chicago war kein Bericht ein- 
gelaufen, über Leiden, Cambridge (England), 
Berlin und Leipzig berichteten die anwesenden 
Herren Prof. van de Sande Bakhuyzen, Prof. 
Adams, Prof. Auwers und Prof. Bruhns ; von 
Neufchatel lag eine schriftliche Mittheilung 
von Prof. Hirsch vor. Prof. Peters aus Kiel 
berichtete über Beobachtungen auf der Altonaer 
Sternwarte und über die Längenbestimmung 
Kiel -Altona, so^vie Direktor Rümker über die 
Beobachtung nördlicher Sterne an der Ham- 
bm-ger Sternwarte. An diese Mittheilungen 
schloss sich die Berathung über den für 1875 
in Aussicht zu nehmenden Versammlungsort 
und wurde nach kurzer Discussion Leiden ge- 
wählt. Hierauf wurde über die von der Ge- 
sellschaft zu adoptirende Nomenclatur der 
Kometen berathschlagt, der definitive Bescliluss 
darüber jedoch auf morgen vertagt. Prof. 



14 



Fearnlej- legte lerner eiue Reihe Zeichnungen 
von SonuenprotuLerauzcn vor ; im Zusammen- 
hang hicmit wurde eiue Zuschiift von Prof. 
Spörer, betreffend eiue im Laufe dcT letzten 
Jahre beobachtete Veränderung des Charakters 
der Protuberanzeu verlesen. Herr Huggins 
sprach über seiue spektroskopisclien Unter- 
suchungen der BeAvegungen einiger Nebelflecke. 
Geheiuirath Argelander nuichte eine Miltheüung 
über die Resultrate einer neuerdings angestellten 
Vergleichung seiner uördlielien Zouenbeobacht- 
ungen mit. anderen Steruverzcichnissen. Schliess- 
lich trug Prof. Zöllner über sein Keversions- 
spekti'oskop, über die Beobachtung der Stern- 
spektren mit kleineren Fenu'öhren, sowie über 
spektroskopische Beobachtungen des kommen- 
den Yenusdurchganges . die nach Aiis>icht des 
Vortragenden nicht zu empfehlen wären, vor. 
Dritte und letzte Sitzung den 22. Aug. 
10 Uhr Vormittags. Seit gestern hatten sich 
noch eingefunden die Herren Denker aus Ham- 
burg , Förster aus Berlin , Knobh'ch aus Ham- 
burg und Peteis aus Altona. Der Vorsitzende 
meldete eine der Gesellschaft zur Vorfügung 
gestellte Abhaudlung der Herren Vogel und 
Lobse über Anwendung von Collodiumphoto- 
graplüen auf Souuenbilder au ; dieselbe soll 
in der Vicrt.eljahrsschrift der Gesellschal't pu- 
blicirt werden. Hierauf berichteten die Herren 
Direktor Rüuikcr und Dr. Tietjen über die 
von ihnen vorgcnonnnone Revision des Rech- 
nungsabschlusses und wurde auf ihren Antrag 
dem Rendanten Herrn Banquier A. Auerbach 
die Decharge ertheilt. In Bezug auf die ge- 
stern ofFengelassi;ne Frage wegen Benennung 
der Kometen wurde l)esch!ossen, die Bezeich- 
nung durch Nanieu des Entdeckers und Datum 
der Entdeckung zu adoptiren*'. Herr Prof. 



') Hierdurch wird iiidess in der Nonienclatur 
der älteren beV:iimten Kor.ieten iS'iclits geändert. — 
Encke's , Hallev's und andere periodisclie Kometen 
behalte:i ihren Xanien. Die Nonienclatur gilt nur 
für die neueren . wobei nach allgemeiner Verstän- 
digung auch niicli Nameusäuderungen. zumal wenn 
der Enttleeker eiiiverstandcu ist. zulässig sind. 



Förster berichtete über die Bearbeitung der 
kleinen Planeten. Nachdem in neuester Zeit 
Vergrösserung der am Berliner Jalu-buche be- 
theiligten Arbeitskräfte, sowie eine wirksame 
Betheiligung von Seiten der amerikanischen 
Astronomen m Aussicht gestellt worden, war 
der Vortragende in der Lage, seine vor 2 Jahren 
gestellten Anträge zurückziehen zu können. 

Es erfolgte nun die Ergänzung des Vor- 
standes. Gemäss den Statuten treten aus : 
Herr Auerbach, Rendant, Herr Zöllner, BibUo- 
thekar, Herr Auwers, Schriftführer, und die 
Herren Möller und Littrow. Nachdem Prof. 
Zöllner eine eventuelle Wiederwahl nicht an- 
nehmen zu können erklärt hatte, drückten die 
Anwesenden ihren Dank für seine lOjährige 
Verwaltung der Bibliothek aus. Hierauf wur- 
den durch geschlossene Stimmzettel gewählt : 
Herr A. Auerbach zum Rendanten, Prof. Scheib- 
ner zum Bibliothekar, Prof. Auwers zum Schrift- 
führer. Prof. Möller und Prof. Adams zu Vor- 
stauds-JIitgliedern für 4 Jahre, sowie Geheim- 
rath Struve zum Vorsitzenden und Prof. Bruhns 
zum stellvertretenden \'orsitzenden für 2 Jahre. 
In die Connnission für die Zoneusterue wurde 
an Stelle des Herrn Geheimrath Argelander, 
der nuszutrcten wünschte, Prof. Krueger durch 
den ^^orstand aufgenommen. 

Hierauf sprach Prof. Fearnley über den 
Zusannnenhang zwischen Sternschnuppen und 
Kometen. Prof. Newcomb machte Mittheilungen 
über die Massregeln, welche von Seiten der 
Vereinigten Staaten von Nordamerika getroffen 
werden . um den bevorstehenden Venusdurch- 
gang zu beobachten. Professor van de Sande 
Bakhuyzen berichtete über die Pläne der hol- 
ländischen Regierung in dieser Beziehung. 
Commodore Negri theilte ein Sclu-eiben des 
Lieutenant I'arent , der die letzte schwedische 
Expedition nach Spitzbergen mitgemacht hat, 
mit. Hieran schloss sich die Veidesung der 
Protokolle der Sitzungen. Nachdem dieselben 
genelmiigt worden . wurde die Versammlung 
für geschlossen erklärt. 



15 



Bericht ü"ber die Greneral-Yersammlimg 
der Beutsclien geologisclien Gesellschaft 

aiii lo., 14. und 15. September 1873 

zu Wiesbaden 

von Dr. H. v. Dechen, 
Wirkl. Geh. Rath u.überberghauptm. a.D. aus Bonn. 

Der Geschäftsführer Dr. Carl Koch eröft- 
nete die erste Sitzung am 13. und wurde das 
Präsidium dem Berichterstatter durcli Accla- 
mation übertragen. Die wissenschaftlichen 
Vorträge wurden in folgender Reihenfolge ge- 
halten : R.W.Raymond, Dr. phil., Commissar 
der berg- und hüttenmännischen Statistik der 
Vereinigten Staaten von Nordamerika aus 
New York , legte eine allgemeine geologische 
Karte der Verein. Staaten vor, welche seinem 
nächsten an die Regierung zu erstattenden 
Berichte als Beilage beigegeben werden soll 
und knüpfte daran einige allgemeine Bemerk- 
ungen. Diese Karte ist von Hitchcock u. Blake 
aus vielen monographischen z. Th. auch mangel- 
haften Schriften zusammengestellt und macht 
daher auch keine Ansprüche aul' grosse Ge- 
nauigkeit, die auch bei dem kleinen Maass- 
stabe nicht zu erreichen gewesen wäre. Sie 
zeigt jedoch deutlich die allgemeine Struktur 
des Landes und die Verbreitung der verschie- 
denen Formationen, Erz- und Kohlenregionen. 
Westlich vom Felsengebirge treten die Erz- 
lagerstätten, wie auch die ausgedehnten For- 
mationen in raeridionalen Zonen auf, wie die 
Küstengebirge Californiens, welche der Kreide- 
formation angehören und Lagerstätten von 
Quecksilber-, Kupfer- und Chroraeisenerzen ent- 
halten, die Zone des kupferhaltenden Schiefers, 
die Zone des triassischen goldführenden Schie- 
fers, beide am westlichen Abhänge der Sierra 
Nevada, die vulkanische Zone, in welcher sich 
der berühmte Silbergang Comstock befindet. 
Oestlich vom Felsengebirge macht sich eine 
beckenartige Vertheilung der Formationen be- 



merkbar, wobei die Kohlenfelder von älteren 
Schichten rings umgeben werden, welche Eisen- 
erze enthalten. Daraus folgt, Wie A. Hewitt 
bereits vor einigen Jahren bemerkt hat, dass 
die Kohlen auf dem Wege zui' Meeresküste 
bei den Eisenerzen vorbei transportirt werden 
müssen , also nicht zur Ausfuhr nach andern 
Ländern gelangen können. Redner gab als- 
dann eine lebendige Schilderung der im Terri- 
torium Wyoming, in dem vom Congresse reser- 
virten National-Park befindlichen heissen Quellen 
iGeiserj, schilderte die landschaftlichen Schön- 
heiten und die geologischen und physikalischen 
Eigenthümlichkeiten die.ser merkwürdigen Er- 
scheinungen und lügte denselben einige Worte 
übf-r den Yellowstone-See und die grossartige 
Schlucht des Yellowstone- Flusses hinzu, die 
er vor zwei Jahren , kurz nach ihrer ersten 
Entdeckung bereist hat, und vervries schliess- 
lich auf die Beschreibung derselben, welche 
der Landesgeologe Hayden und der Genie- 
hauptmann Barlow gehefert haben. 

L. G. Bornemann aus Eisenach zeigte einen 
von ihm constnrirten Apparat zur Anfertigung 
von Dünnschlifien und Proben von damit her- 
gestellten Dünnschliffen vor, welche um so 
mehr befriedigten, als die Anfertigung der- 
selben mit der Hand einen grossen Zeitauf- 
wand in Anspruch nimmt. 

Professor V. Seebach aus Göttingen sprach 
über die von ihm in seiner Arbeit „das mittel- 
deutsche Erdbeben vom 6. März 1872" vor- 
geschlagene Methode, die Tiefe des Ursprungs 
eines Erdbebens zu ermitteln. Dieselbe setzt 
allein genaue Angaben der Zeiten voraus, in 
welchen die Erschütterung an verschiedenen 
Orten empfunden worden ist. Um solche in 
hinreichender Genauigkeit zu erlangen, hat 
derselbe eine zu seismometrischen Zwecken ein- 
gerichtete Uhr in Vorschlag gebracht. Er 
ersuchte die Deutsche geologische Gesellschaft, 
durch ihr Gewicht und Ansehen seine Be- 
müiiungen zu unterstützen, damit zunächst in 
den häufiger erschütterten Rheingegenden Uhren 



16 



dieser Art au mehreren Punkten aufgestellt 
würden. 

Dr. Neuraayer aus Berlin legte das 
erste Heft des Werkes „das Gebirge von Hall- 
statt von Edmund Mojsisovics von Mojsvar", 
die Molluskenfauua der Zlamlia und Hallstiitter 
Schichten vor ; sprach .sodann über das Auf- 
treten von Tj'pen unter den Cephalupoden des 
norddeutschen Neokoni. welche ihre nächsten 
Verwandten im russischen Jura haben. Dieses 
Verhalten weist darauf hin. dass die im Neokom 
neu eintretende Bevölkerung des durch längere 
Zeit trocken gelegten und dann wieder von 
Salzwasser überflutheten mitteleuropäischen 
Meeresbeckens theils aus dem südlichen Me- 
diterraumeerbecken , theils aus der Ijorealen 
oder Moskauer Provinz stammt. 

Dr. K. A. Lossen aus Berlin sprach über 
die geologischen Beziehungen zwischen dem 
Taunus und dem südlichen Theile des Harz. 
Beide Gebiete sind Theile des Uebergangs- 
gebirges. ausgezeichnet durch Mineral bildungen, 
welche im rheinischen, wie im hercynischen 
Schiefergebii'ge in der Regel nicht oder selten 
gefunden werden : durch Scricit (auch echten 
Glimmer), durch Albit, Chloiit, wozu im Harz 
noch Karpholith tritt, alle diese Mineralien 
ausgeschieden in Verbindung mit derbem Quarz. 
Die Art der Ausscheidung ist eine zwiefache : 
entweder bilden die Mineralien die Masse der 
Schichten selbst, als Gneisse, Glimmerschiefer 
und dichte krystallinische Schiefer, wie es 
meist im Taunus . selten im Harz vorkommt : 
oder das ganze Gebirge mit seinen Einlager- 
ungen ist von Quarzadern, -Gängen und -Knaucrn 
durchtrünnnert . in welchen Albit , Karpholith. 
Chlorit ausgeschieden, während die Schiefer- 
flaserii blau geblieben (jdcr nur in Berührung 
dieser Quarzmassen in seidenglänzenden Sericit 
umgewandelt sind. Diese letztere Umbildungs- 
weise ist im Harz die Kegel und im Taunus 



der seltnere Fall bei Schichten devonischen 
Alters, während der betreffende -Theil des 
Harzes auf der Grenze von Süur und Devon 
(Hercyn) steht und zwischen zwei Schichten- 
mulden liegt, welche von gleichem Alter nor- 
maler Ausbildung ohne jene Mineraheu ge- 
bildet werden. Dass hier die abweichende 
petrographische Beschaffenheit dieser Sclüchten 
nicht aus einer- ursprünghch abweichenden 
Sedimentirung hervorgegangen ist, zeigt sich 
in dem Zusammenhange der Schichten und 
dem gangartigen Auftreten der Quarz -Albit- 
masseu und darin, dass nicht sowohl gewisse 
Schichten eine allmälige Aenderung ihres mi- 
neialogischen Bestandes erleiden, vielmehr 
jeder Schichtencomplex bei seinem Eintritt 
in jenes Gebiet von Quarzaderu durchtrümmert 
wird und jene Mineralien in genannter Ver- 
theilung enthält. So sprechen alle Verhältnisse 
für eine nachträgliche mit der Aufi'ichtung 
der Schichten erfolgte Metamorphose, wobei, 
wie die räumliche Vertheilung der einzelnen 
Mineralien zeigt, gewisse stoft'liche Beziehungen 
zu der stofl'lichen Zusammensetzung der nor- 
mal und abweichend entwickelten Schichten 
hervortreten. So findet sich der Albit in an 
Diabas- oder Grauwackenlagern reichen Zonen 
oder in grünen Schiei'ern besonders häufig, nie 
dagegen mit Karpholith zusammen ; während 
Sericit allen Schichten gemeinsam ist, als Ver- 
treter der normalen Thonschieferfiaser. Für 
den Taunus imd den Südostabhang des Harzes 
ist ihre Lage an dem Rande der Gebirge einer 
alten Bruch li nie entsprechend nicht be- 
deutungslos, so wie den krystallinischen Schie- 
fern mit Granit im Odenvvalde und im Kyft- 
häuser gegenüber. Beide sind als ein aus- 
gezeichnetes Beispiel regionaler Gesteinsmeta- 
morphose zu betrachten. 

(Schluss folgt.) 



Ab;,'e.sclilO(^seu den G. t>ctul>er 1S73. 



Druck von E. DIochniäun & Sohn iQ Dresdeu. 




NUNQÜAJI .^ss^MK^^ OTIOSUS 



LEOPOLDINA 

AMTLICHES ORGAN 

DER 

KAISERLICH LEOPOLDINISCH- CAROLINISCHEN DEUTSCHEN 
AKADEMIE DER NATURFORSCHER 

HERAUSGEGEBEN UNTER iMITWIRKUNG DER ADJÜNCTEN VOM PRÄSIDENTEN 

Dr. W. F. G. Behn. 
Dresden. Heft IX. — Nr. 3, 4. October 1873. 

Inhalt: Amtliclie Mittheilungen: Die Jahresbeiträge der Mitglieder. — Beiträge zur Kasse der 
Akademie. — Neu aufgenümmene Mitglieder. — Johann Jakob Kaup f. — Hans Carl 
Leopold Barkow f. 

Eingegangene Schriften. — Bericht über die General -Versammlung der Deutschen 
geologischen Gesellschaft von Dr. H. v. Decheu (Schluss). 



Amtliche Mittheilimgeii. 



Die Jahresbeiträge der Mitglieder. 

Mit der Entrichtung der Jahresbeiträge sind manche der Hei-ren Collegen , welche 
die Leopoldina in den letzten Jahren fortgehend bezogen haben, ohne diese Beiträge abzulöse», 
theils für das Jahr 1873, theils aber auch noch für 1872 im Rückstände. Zur Ordnung des 
Rechnungswesens erlaube ich mir dieselben zu bitten, den Betrag mit resp. je 2 oder 4 Thlr, 
vor Ende des laufenden Jahres vermittelst Postanweisung an mich einsenden zu wollen. 

Dresden den 31. October 1873. 

Dr. Seliiit.. 

Leop. IX. 3 



18 
Beiträge zur Kasse der Akademie. 

Öct. 9. Von Hen-n Prof. Dr. Prestel in Emden, Jahresbeitrag für 1873 . . . 2 Thlr. 

, 11. „ ^ Prof. Dr. Ose. Schüppel in Tübingen, Eintrittsg.u.Beitr. f. 1873 12 „ 

„ 20. „ „ Med.-R. Dr. J. B. Müller in Berlin, Jahresbeitrag für 1873 2 „ 
^ 20. „ -, Prof. Dr. E. Mach in Prag, Eintrittsgeld und Jahresbeitrag 

f. d. Leop. für 1873 12 „ 

,, 22. ,', „ Dr. 0. Finsch in Bremen, Jahresbeitrag für 1873 .... 2 „ 

^ 23. „ „ Prof. Dr. R. Heidenhain in Breslau, Eintrittsgeld .... 10 ,, 

„ 24. „ ,, Prof. Dr. Poleck in Breslau, Jahresbeiträge für 1873 und 74 4 „ 
., 25. „ ,, Geh. Reg.-R. Dr. H. Settegast in Proskau, Eintrittsgeld und 

Jahresbeitrag für 1873 12 „ 

„ 25. „ ., Prof. Dr. C. Friedr. Müller in Wien, Jahresbeitrag für 1873 2 „ 
„ 25. „ „ Prof. Dr. Victor Hensen in Kiel, Eintrittsgeld und Ablösung 

der Jahresbeiträge für die Leopoldina 30 „ 

Dr. Behn. 



Neu aufgenonmiene Mitglieder. 

Nr. 2109. Am 11. October 1873. Herr Dr. med. Oskar Eduard Schüppel, ord. Professor 
der pathologischen Anatomie und allgemeinen Pathologie an der Universität Tübingen. 

— 3. Adjunktenkreis. — Sektion für wissenschaftliche Medicin (9). 

Nr. 2110. Am 20. Oct. 1873. Herr Dr. phil. Ernst Mach, ordentl. Professor der Physik 
an der Universität Prag, correspondirendes Mitglied der Wiener Akademie, ordentl. 
Mitglied der k. böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften. — 1. Adjunktenkreis. 

— Sektion für Physik und Meteorologie (2). 

Nr. 2111. Am 23. Oct. 1873. Herr Dr. Rudolf Peter Heinrich Heidenhain, ord. Professor 
der Physiologie und Direktor des physiologischen Institutes an der Universität zu 
Breslau. — 14. Adjunktenkreis. — Fachsektion 7 für Physiologie. 

Nr. 2112. Am 25. Oct. 1873. Herr Geheimer Regierungsrath Dr. Hermann Settegast, 
Direktor der Kgl. Preuss. landwirthschaftlichen Akademie Proskau bei Oppeln in 
Schlesien. — 14. Adjunktenkreis. — Fachsektion 6 für Zoologie und Anatomie. 

Nr. 2113. Am 25. Oct. 1873. Herr Dr. Victor Andreas Christian Hensen, Professor der 
Physiologie an der Universität zu Kiel. — 10. Adjunktenkreis. — Fachsektion für 
Physiologie (7) und für Zoologie und Anatomie (6). 

Dr. Behn. 



Johami Jakob Kaup*). 



Vor Kurzem erst hat Darmstadt einen seiner berühmtesten Söhne, seinen Liebig ver- 
loren, imd schon wieder beklagt es den am 4. Juli erfolgten Tod eines zweiten, der zugleich 
fast während seines ganzen Lebens im Interesse und im Dienste seiner Vaterstadt thätig war 



*) Cf Mg. Augsb. Zeit. Beil. Nr. 196. 



19 

wenn auch so im Stillen und ohne alle Reclame, dass es sehr lange dauerte, bis ihm auch 
nur äusserlich die verdiente Anerkennung zu Theil wui'de, und wohl heute noch Mancher nicht 
viel mehi" von ihm weiss als seinen Namen. 

Kaup wurde am 20. AprU 1803 zu Dannstadt geboren. Er besuchte dort, nachdem 
er die untere Schule durchlaufen hatte, das Pädagogium, aber ebenso wie Gervinus und Liebig 
nur bis zur Conlirmation. Seine früh sich aussprechende Neigung zur Naturbeobachtung liess 
«ihm die alten wie die neueren Sprachen, für die ihm überdies der Siim gänzlich abging, nur 
als lästige Zugabe erscheinen und wies ihn auf das Selbststudium hin, das er denn auch 
namentUch mit Hülfe der an natur^vissenschaftlichen Schriften und Prachtwerken reichen Hof- 
bibliothek eifrig betrieb. Nebenbei erwarb er sich durch Schreibstunden uud Ausstopfen 
seinen Unterhalt. 

Im Drange nach höherem Wissen und bestochen durch den Ruf Blumenbach's und 
überhaupt Göttingens wanderte er im Herbst 1822, das Känzchen auf dem Kücken, dorthin, 
um schon Ostern 1823, gänzlich enttäuscht, wieder abzuziehen. Das Natui'aliencabinet und 
selbst die Bibhothek blieben weit hinter seinen Erwartungen zurück, und Blumenbach, der 
berühmte Anatom imd Physiolog, erschien ihm, der sich gleich von vornherein fast ausschhess- 
lich der systematischen Zoologie zugewendet hatte, nicht viel anders wie ein obei-flächlicher 
Nachtreter Linne's. — Nachdem er auf dem Heimwege den Pfarrer Brehm besucht , wandte 
er sich nach Heidelberg, um jedoch seine Hoffnungen abermals scheitern zu sehen. 

Nun war er entschlossen , fortan nur seine eigenen Wege zu gehen , und dies fühi'te 
er in so eigenthümücher Weise aus, dass er bei aller Anerkennung seines Fleisses und seines 
Strebens wohl nui' sein- wenige gefunden hat, die seinen Ansichten huldigten. Zunächst schlug 
er sich mit geringen Mitteln bis nach Leyden durch und fand bei TemniLnck, dem Director 
des dortigen Museums, eines der bedeutendsten in Europa, nicht nur die freundlichste Auf- 
nahme, sondern auch gleich Anstellung. Sein Fleiss «nd seine Geschicklichkeit verhalfen ihm 
bald zu einer sehr günstigen Stellimg, Temminck soll sogar damit umgegangen sein, ihn zu 
adoptiren : allein seine eigentliümliche Richtung', sein jugendlicher Stolz auf neu entdeckte 
Genera uud Species, die er stets unter eigenem Namen in der Isis veröfi'enthchte , und der 
Neid seiner Collegen auf den Fremden trübten bald seine Aussichten, und nach zwei Jahren 
war ihm das Leben in Leyden grüudhch verleidet. Nach längeren Streifzügen besonders durch 
Nortwestdeutschland wieder in seiner Heimath angelangt, wurde er 1828, freiUch mit sehr 
käi'giichem Gehalt, als Assistent bei dem Grossh. Naturahenoabinet in Danustadt angestellt 
und bald darauf von der Universität Giessen honoris causa zum Dr. phil. ernannt. Im Jahr 
1840 avancirte er zum Inspector jenes Instituts, und unterm 26. Dec. 1858 erhielt er den 
Charakter eines Professors. Mehrere auszeichnende und vortheUhafte Berufungen nach aussen 
hin lehnte er ab, doch führten ihn öfters ehi'envoUe wissenschaftliche Aufträge monatela.ng" 
nach England und Frankreich, wo er unter seinen Fachgenossen in grossem Ansehen stand. 
Er war Ritter des dänischen Dauebrog- und des hessischen Philipps - Ordens , sowie Ehren- 
mitglied vieler gelehrten Gesellschaften. 

Schon in Göttingen als Student hatte er ein ornithologisches Taschenbuch (mit Feder- 
zeiclmungen) zum Aufsuchen der deutschen Vögel vollständig ausgearbeitet. 1829 erschien 
dann seine merkwürdige kleine Schrift : „Skizzirte Entwicklungsgeschichte und natürliches 
System der eui-opäischen Tliierwelt", 1. Theil, Darmstadt, 8", welcher die „Vogelsäugethiere" 
und Vögel enthält uud den Gedanken der Entwicklung höherer Tlüergattungen aus niederen 

3' 



20 

in einer AazaU parallel laufender, vom Anijiliiljium an durch die Vogelwelt bis zum Säugethier 
aufsteigender Reihen bis ins Einzelne ausführt. Kaup selbst betrachtete diese Schrift später- 
hin als eine Jugendsünde, ja eine leider nicht ganz vollendet hinterlassene Schrift („Grundriss 
zu einem System der Natur") beweist, dass er beabsichtigte, seine dermahge Ueberzeugung 
von der völligen Unhaltbarkeit der früheren eigenen sowie der Darwinschen Ansicht eingehend 
darzulegen. Sein Standpunkt und seine ganze Auffassungsweise werden durch folgende Zeilen 
aus einem Briefe aufs Kürzeste charakterisirt : — «Die Menschen sind die einzigen, in welchen- 
das Nervensystem, das Auge und die Kopfregion zur vorherrschenden Entfaltung gekommen 
ist. Bei den Pithecidae (Orang, Chimpanse, GorUIa, Hylobates) ist die Athmung, das Olu- und 
die Brustregion zur Entfaltung gekommen, d. h. sie stellen am reinsten den Yogeltypus, oder 
was dasselbe sagt, den Fledermaustypus vor. Wer dies begreift, (■ — wir, offen gestanden, 
nicht ! — ) , wird niemals zu dem verrückten Gedanken kommen , dass aus einem Athmungs-, 
Brust- und Ohrthier ein Kopf-, Aug- und Nervenwesen (Mensch) entstehen kann. Nicht 
tausend, sondern Millionen und Milliarden Modificationen müssten vorgenommen werden, um 
aus einer solchen Bestie die niederste Menschenform zu schaffen. Jede Zeile meines neuen 
Werks ist gegen den Unsinn von Darwin und seinen Nachbetern gerichtet. Die Natur war 
doch wahrlich eine solche Baumeisterin, dass sie nicht zuerst einen Viehstall entworfen hat, 
um diesen in einen Temjjel umzuformen." — 

Spätere selbständige Werke Kaup's sind: „Allgemeine Zoologie, nach den neuesten 
Untersuchungen in ihren Gattungsrepräsentanten dargestellt." 1 — S.Heft. Darmstadt. Roy.-4<'. 
— „Das Thierreich in seinen Hauptfornien 'systematisch beschrieben", mit in den Text ein- 
gedruckten Abbildungen. 3 Bde. Darmstadt 1836. — „Classification der Säugethiere und 
Vögel", mit 2 lith. Tafeln in 4". Darmstadt 1844. Nebst Nachträgen und Berichtig- 
ungen dazu. 

Die grosse Zahl der im Darnistädter Museum befindlichen Fossilien und die eben 
damals im benachbarten Eppelsheim sich ersclili essenden paläontologischen Schätze führten 
Kaup schon sehr frühe zur Erforschung der vorgeschichthchen Thierwelt. Sein zahh-eichen, 
z. Tb. sehr bedeutsamen Entdeckungen auf diesem Gebiete legte er gesammelt in dem 1862 
zu Darmstadt erschienenen Werke ,, Beiträge zur näheren Kenntniss der urweltlichen Säuge- 
thiere, mit 34 Lithographien" nieder, einem Werke, das zugleich ein Muster typograpliischer 
Ausstattung ist und als solches sich auf der Wiener Weltausstellung befindet. 

Ausser seinen wissenschaftlichen Gaben zeichnete ihn aus ein hervorragender Sinn für 
alles Schöne in Natur und Kunst, mit einziger Ausnahme der Musik. Im üebrigen herrscht 
über das, was er als Mensch war. Unter seinen Mitbürgern und Allen, die ihn kannten, nur 
eine Stimme. Zur strengsten Gewissenhaftigkeit und Pflichttreue kam die opfer\^'illigste Liebe 
zu seiner Familie und seinen Freunden. Sein offenes, gemüthvolles und anspruchsloses Wesen, 
seine echte Menschenfreundlichkeit und Gefälligkeit gegen Vornehm und Geling gewannen ihm 
alle Herzen und werden ihm neben dem ehrenvollen auch ein freundliches Andenken sichern. 



Hans Carl Leopold Baikow*). 

Die Universität Breslau verlor am 22.Julid. J. ihren vieljährigen verdienten Professor 
der Anatomie, den Geh. Med.-R. Dr. Barkow, — der seit dem Jahre 1828 auch unserer 

*) Schlesische Zeitung vom 24. Sept. 1873. 



21 

Akademie angehöite. — Derselbe war im Jahre 1798 den 4. August zu Trent auf der Insel 
Rügen geboren, wo sein Vater damals Prediger war. Nachdem er zunächst im väterlichen 
Hause von Hauslehrern und namentlich auch von dem Vater selbst (der später Superintendent 
zu Loitz in Vorpommern wurde) in den Schulwissenschaften unterrichtet worden war, besuchte 
er noch ein halbes Jahr die oberste Classe des Gymnasiums in Greifswald und bezog dann 
im Jahre 1851 die dortige Universität, um Medicin zu studiren. — Im folgenden Jahre 
siedelte er nach Berlin über und hier erweckte eine nähere Bekanntschaft mit seinen Lands- 
leuten Rudolphi und Rosenthal seine Neigung für anatomische Untersuchungen, die für seinen 
Lebensweg bestimmend wurde. — Rosenthal, der inzwischen Professor der Anatomie in Greifs- 
wald geworden war, trug ihm im Herbste 1821, nachdem Barkow promovirt und durch seine 
Doktordissertation, über die vermittelst des Scheitels zusammenhängenden Doppelbildiuigen, 
bekannt geworden war, die dortige Prosektur an. Dies bewog Barkow, sich der akademischen 
Laufbahn zu widmen. Er habilitirte sich 1822 als Privatdocent , wufde im Jahre 1826 als 
ausserordentlicher Professor der Medicin und Prosektor nach Breslau versetzt und hat seitdem 
unausgesetzt, anfangs neben Otto und dann als dessen Nachfolger, als Lehrer und Schrift- 
steller an dieser Universität gewirkt. Am .31. Dec. 1835 wurde er ordentlicher Professor der 
med. Fakultät und Mitglied der Examinations - Commission und seit dem Jahre 1845 Direktor 
des anatomischen Instituts. 

Von seinen zahlreichen Werken erwähnen wir : 
Commentatio de monstris duphcibus verticibus inter se junctis. C. 4 tbb.aen.Vratislaviae. 1821.4''. 
Ueber den Verlauf der Schlagadern am Kopfe des Schaafes. Nova Acta XIH, 1. 1826. 
Bemerkungen über NervenanschweUungen. Nova Acta XIV, 1828. 
Monstra animaHum duplicia per anat. indag. II Tom. Lips. 1829 — 36. 4". 
Disquisitiones circa originem et decursum arteriarum inammalium. Lips. 1829. 4". 
Ueber einige Eigenthümlichkeiten im Verlaufe der f>chlagadern der Fischotter. Meckel's Arch. 

f. Anat. u. Physiol. 1829 p. 30—37. 
Disquisit. nonn. angiologicae. Vratisl. 1830. 4''. 
Anatom. -physiol. Untersuchungen vorz. über das Schlagadersystem der Vögel. Meckel's Arch. 

f. Anat. u. Phys. 1829 p. 305—486. Fer. BuU. 1830 p. 102—111. 
Ueber angeborenen Mangel des Unterkiefers bei Säugethieren. Nova Acta XV, 2. 1831. 
Ueber die Eutwickelung des Fettes beim Kukuk. Isis 1834 p. 696 — 97. 
Syndesmologie. Breslau 1841. 8". 

Disquisit. recentiores de arteriis Mammalium et Avium, cum tabb. VIII. NovaActaXX. P.2. 1844. 
Disquisitiones neurologicae. Vratisl. 1836, 4". 
Anatomische Abhandlungen. M. 10 Tafeln. Breslau 1851. 4''. 
Zootomische Bemerkungen. M. 1 Tafel. Breslau 1851. fol. 
Syndesmologie der Vögel, 1. Abth. M. 3 Taf. Breslau 1856. fol. 
Das Leben der Wale etc. M. 5 Holzschn. Breslau 1862. fol. 
Bemerkungen über Gegenstände aus dem Gebiete der vergl. Anat., Physiol. u. Zoologie. l.Abth. 

M. 6 Tafeln u. Holzschnitten. Breslau 1871. 4". 
Bemerkungen zur pathologischen Osteologie. 
Beiträge zur pathologischen Entwickelungsgeschichte. 
Comparative Morphologie der Menschen und menschenähnlichen Thiere 

und mehrere in den Schriften der Schles. Gesellschaft erschienene Abhandlungen. 



22 

Eingegangene Schriften. 

(1. April — 30. Juui 1873.) 



Deutsche Klinik, Zeitung für Beobachtungen 
aus deutschen Ivliniken und Kranlcenhäusern. 
Herausg. von Dr. AI. Göschen. Nr. 21 u. 22. 
(Dr. J. B. Ullersperger: Bemerkungen über 
Aetiologie des Typhus.) 4". — Berhn 1873. 

0. Finsch in Bremen. Zweite Deutsche 
Nordpolfahrt. IL Zoologie. 4. Vögel. Mit 
Noten von A. Pansch in Kiel. 8*'. 1873. 

The American Naturalist, a populär illu- 
strated uiagazine of natural history, ed. by 
Packard aud Putnam. Vol.V, Nrs. 2—12 
(11 pl.); Vol. VI, Nrs. 1—11 (6 pl.). — 8«. 
Salem , Mass. Peabody Academy of Science. 
1871/2. 

Greene: The spring flowers of Colorado. — 
Irrigation and the tiora of the plains. White: 
Prairie fires. — June rambles in the, rocky moun- 
tains. Bailey: Something about seets. — The 
grasses. Blake: The London fog. Wood; The 
game falcuns of Xew England. Packard: Bristle- 
taUs and spriug-tails. — Tlie embryology of Chi'y- 
sopa and its beariugs on the classitication of the 
Neuroptera. Hoy: Dr. Koch's Missourium. — 
Development of Amblystoma Inrida. Em er ton: 
Flyiug Spiders. Coues: The yellow-headed black- 
bird. — BuUock's Oriole. — The lougcrested Jay. 
Farlow: Cuban seaweeds. Lebarou: The lesser 
apple leaf-folder. Shimcr: Additioual notes on 
the striped squash-beetle. Brevez: Animal Ute 
in the rocky mountaius of Colorado. Hartt: The 
ancient indian pottery of Marajo. Brazil. — The 
occm'ronce of face-iuns in Brazil. — FertUization 
of flowers by iusects. Asa Gray: A new species 
of Erythronium. — Sequoia and its history. Bil- 
lings: The study of minute fungi. — The genus 
Hysteriimi and some of its aUies. Ritchie: The 
toad as an entomologist. Bailey: Fresh water 
Sketches. Lesquereux: Mode of preservation of 
vegetable remains in our american coal measures. 
A. Agassiz: Systematic zoology and nomenclature. 
Chickering: What I found at Hampton Beach. 
Tisdale: Habits of the black bass. Hays: Note 
on the ränge of some of the animals in America 
at the time of the arrival of the white men. 
Dnncan: Life at great depths. Verrill: On the 
food and habits of some of oiu- marine tishes. 
Cooke: Pclj-morphic ftmgi. Sterry Hunt: The 
geognosy of the Apallachians and the origin of 
crystalliue rocks. — On the oil wells of Terre 
Haute, Indiana. Mechan: The Monocotyledon 
the universal tjfpe of seeds. W. Hilgard: On the 
geological history of the Gulf of Mexico. T. C. 
Hilgard: Numeric relations of the vertebrate 
System. — The organic identity of the albumen 



and eudopleura of all the phauerogamae. Gill 
On the caracteristics of the primary groups of the 
class of mamnials. Morse: On the relations of 
Anoniia. Burbauk: On Eozoon canadense in the 
crystalliue limestoues of Massachusetts. Perry: 
Eözoou limestone of eastcrn Mass. Cox: Western 
coal measui'es and Indiana coal. C o p e : Tortoises 
of the cretaceous of New .lersey. — Observations 
on the systematic relations of the tishes. — The 
laws of organic developmcnt. — On the Wyandotte 
cave aud its fauna. — The geological age of the 
coal of Wyoming. Beal: lucquilateral leaves. 
Ward: On a new microtelescope. Wyman: Ex- 
periments with vibrating cilia. Ortön: Contri- 
butious to the natui-al history of the Valley of 
Qidto. Trippe: Some differences between western 
and eastern birds. Lewis: Symnietrical iigiu-es 
in birds' feathers. Silliman: The Chinese white 
wax insect. Perkins: Notes on the Geodes of 
Ilhnois. Lock wo od: A singing Hesperomys. — 
A new entozoon from the eel. Packard: The 
Mammoth Cave and its inhabitants. — On its cru- 
staceans and insects. Putnam: The bhud tishes 
of Mammoth Cave and their allies. L. Agassiz: 
Concerniug deep-sea dredgings. S haier: The 
rattlcsuake and natural selection. — On the geologv 
of the Island of Aquidneck and neighbourhood. 
Foster: The mouutaius of Colorado. Henderson: 
The former ränge of the buftalo. — Use of the 
rattles of the rattlesuake. — Notes on aboriginal 
relics known as ..plummcts". Biscoe: The brea- 
thing pores of leaves. Parker: Aqueous pheno- 
mena of the prairies. Ward: Rcmarks on uni- 
forniity of nomenclature in regard to microscopical 
objectives and oculars. — Students' microscopes. 

— The new Immersion illuniinatiou. Abbott; 
The stone-age in New Jersey. Wood ward: The 
use of Amphipleura pellucida as a testobject for 
high powers. — On the use of monochromatic sun- 
light, as au aid to high-power detinition. Dana; 
What is true TaconicV Curtiss: Hints on her- 
boriziug. Allen: Oruithological notes from the 
West. Walsingham: Directions for coUectiug 
Microlepidoptera. Ridgway: Relationship of the 
american white-frouted Owl. Tuttle: One of our 
common monads. Teniiey; Hibernation of the 
jumping mouse. Manu: The white coffee-leaf 
miner. Porter: The Fedias of the northern 
Uuited States. Hagen: Mimicry in the colors of 
insects. Bruce: Some of the familiär birds of 
India. Scudder; The ciu'ious history of a butterfly. 

— Fossil insects from the rocky mouutains. Riley; 
On the cause of deterioration in some of our native 
grapevines, and one of the probable reasons why 
european vines have so generaUy failed with us. 
Ridgway: Notes on the Vegetation of the lower 
Wabash Valley. Shaler: Effects of extraordinary 
seasons on the distribution of animals and plants. 

— Reviews. — Natural history miscellany. 



23 



Peabody Academy of Science. Fourth 
annual report of the tnistees. 8*. — Salem 

1872. 

Putnam: Synopsis of tho farnily Heteropygü. 
Send der: A systematic revision of some of the 
ainerican butterflies. with brief notes oii tbose kuown 
to occur in Essex couuty, Mass. Packard: New 
americau moths ; Zygaenidae and Bombycidae. — 
List of Coleoptera collected in Labrador. — Record 
of american entomology for the year 1871. C o o k e : 
List of additions to the museum during the year 
1871. - 

— Memoirs. Vol. I, Nrs. 2 a, 3. 4". — 
Salem 1871/2. 

Packard: Embryological studies on Dipla.x, 
Perithemis , and the Thysanurous genus Isotoma 
(3 pl.). — Embryological studies on he-tapodous 
iusects (3 pl.). 

A. S. Packard. Record of american en- 
tomology for the year 1870. 8". — Salem 
1871. S. A. 

Königl. Böhmische Gesellschaft derWissen- 
schaften in Prag. Sitzungsberichte , Jahrg. 
1871, Jan. — Juni, Juli — Dec. .Jahrg. 1872, 
Jan. — Juni. — Prag. 8". 

— Abhandlungen vom Jahre 1871 — 72. 
Sechste Folge, V. Band, mit 14 Tafeln. — 
Prag 1872. 4". 

R. W. Zenger: Die Tangentialwage und ihi-e 
Ajiwendiuig mittelst directer Ablesung (2 Taf). 
W. Matzka: Horners eigentliche Auflösungsweise 
algebraischer Ziffergleichungen. Jos. M. Solin: 
Ueber graphische Integration (1 Taf). Otokar 
Feistmantel: Steinkohlenflora von Kralup in 
Böhmen (4 Taf). — Ueber Fruchtstadien fossiler 
Pflanzen" aus der böhmischen Steinkohlenformation 
(G Taf). A. von Waltenhofen: Ueber die Be- 
stinmnmg der Vergrösserung und des Gesichtsfeldes 
von Fernröhi-en (l Taf, 1 Holzschn.). Domalip: 
Elektro-magnetische Untersuchungen. E. Weyr: 
Erzeugnisse mehrdeutiger Elementargebilde im 
Räume. J. Dienger: Ueber einen Satz der Wahr- 
scheinlichkeitsrechnung. K. Küpper: Beiträge 
zur Theorie der Curven dritter und vierter Ord- 
nung. J. Schwebl: Ueber die Nervenendigung 
an den Tasthaaren der Säugethiere. 

Academie Royale deMedecine deBelgique. 
Bulletin, annee 1873, III"« serie, Tome VII, 
Nr. 4. — Bruxelles 1873. 8". 

Dr. Barella: De la mort subite chez les 
femmes enceintes, en couche et recemment ac- 
couchees, consideree en g^n^ral, mais particidiere- 
ment dans ses rapports avec les maladies organiques 
du coeur. Gouzee: Rapport sur deux notes de 
JVIr. Declat relatives aux affections charbonneuses 
de l'homme et k une nouvelle methode de traitement 
des lifevres intermittentes par des injections sous- 
cutanees d'une Solution d'acide phöuique. — Dis- 
cussion du rapport de la commission chargee de 



l'examen de la question suivante: Sommes-nous 
suffisamment premunis eontre la varioleV — Dis- 
cussion du memoire de Mr. Lefebvro, sur la folie 
paralytique. 

Academie imperiale des Sciences de St. 
Petersbourg. Memoires, VII^ serie, T. XVIII, 
>}r. 8—10. T. XIX, Nr. 1 et 2. — St. Pe- 
tersburg 1872. 4". 

H. Wild: fitudes meteorologiques. W. Be- 
sobrasoff: Revenus publics de la Russie, leur 
Classification, leur Situation actuelle et leur mouve- 
ment, 1866—1872. Dr. Emil v. Asten: Unter- 
suchungen über die Theorie des Encke'schen Co- 
meten, I: Berechnung eines wichtigen Theiles der 
absoluten Jupiterstörungen des Encke'schen Cometen. 
Dr. Edmund Russow: Vergleichende Unter- 
suchungen betreffend die Histologie (Histiographie 
und Histiogenie) der vegetativen und sporenbildenden 
Organe und die Entwickelung der Sporen der Leit- 
bündel - Kryptogameu , mit Berücksichtigung der 
Histiologie der Phanerogamen , ausgehend von der 
Betrachtung der Marsillaceen. Mit 11 Taf Dr. 
Magnus Nyr^n: Bestimmung der Nutation der 
Erdachse. 

— Bulletin. T.XVII, Nr. 4 et 5. T. XVIII, 
Nr. 1 et 2. — St. Petersburg 1872. 4«. 

C. J. Maximowicz: Diagnoses plantarum 
novarum Japoniae et Mandshuriae, 1 1 « et 1 2e decade. 
H. Wild: Ueber ein neues Variationsinstrument 
für die Verticalintonsität des Erdmagnetismus. 
B. Dorn: Au.szüge aus vierzehn morgenländischen 
Schiiftstellern , betreffend das Kaspische Meer und 
angrenzende Länder. A. Sawitsch: übservations 
des planetes ä l'observatoire astronomiquc de l'aea- 
dömie des sciences. Prof Dr. W. Gruber: Ueber 
einen M. sterno-fascialis beim Menschen. — Ueber 
einen neuen (4.) Fall des Vorkommens von 9 Knochen- 
stücken in der Handwurzel des Menschen durch 
lu-sprüngliches Zerfallen des Naviculare in zwei 
Navicularia secundaria, (l Abb.) — Ueber einige 
supernumeräre Bauchmuskeln des Menschen. (1 Abb.) 
— Ueber eüien M. cleido - hyoideus auf der einen 
Seite, und einen M. supraclavicularis singularis auf 
der andern, beim Menschen. — Ein M. obUquus 
abdominis internus mit völligem Defect seiner In- 
guinalportion. — Ueber eine Variante des vom M. 
semitendinosus abgehenden M. tensor fasciae surahs. 
(1 Abb.) N. Tchaikowsky: Sur une nouvelle 
varietö de l'hexyl^ne J. Cienkowsky : Die Pilze 
der Rahmhaut. (2 Taf ) N. Geleznov: Ueber die 
Ursache der Färbung des Salzwassers im See Sak 
in der Krim. (1 Taf) - Mikroskopische Unter- 
suchung des heilsamen Schlammes aus den Salzseen 
Sak und Mainak. A. Th. v. Middendorff : Nach- 
träge zur Kenntniss des Nordkapstromes. Prof 
A. Famin tzin: Beitrag zur Keimung der Kresse. 
M. V. Jacobi: Eme galvanische Eisem-eduction 
unter Einwirkung eines kräftigen elektromagnetischen 
Solenoids. (1 Abb.) Ph. Owsiannikow und S. 
T s c h i r i e w : Ueber den Einttuss der reflectorischen 
Thätigkeit der Gefässuervencentra auf die Erweiter- 
ung der peripherischen Arterien und auf die Se- 
eretion in der Submaxillardrüse. A. v. Bunge 



24 



Hypogomphia, eine neue Labiatengattung ausTasch- 
kend. J. F. Brandt: üeber die Reste eines in 
Italien bei Aqui in den untern Sciiichten des mitt- 
lem Miocän entdecliten jungen Squalodon. Ed. 
Linderaann: Vorläutige Resultate in Pidliowa 
angestellter jihotonietrischer Beobachtungen. Frau 
A. V. Lukanin: üeber die Einwii-kung des Chlor- 
succinyls auf Benzoin. W. Goriaiuow: Siu* 
l'ethyle trimethylformene, une variete isomerique 
du hexauc. M.FIavitzky: Sur la transformation 
de l'amyleue en un alcool araylique, au moyeu de 
l'acide sulfurique. M. N. Idanow: Sm- l'action 
du bromm-e d'aectyle brome sur le zinc-metliyle. 
M. S. Glase napp: Observatious des satellites de 
Jupiter. M. A. Boutlerow: Sur l'acide trime- 
thylacetique , luic variete isomerique nouvelle de 
l'acide valerique. A. Brandt: Bericht über die 
Cyamiden des zoologischen Museums der Kais. Akad. 
der Wissensch. zu St. Petersburg. — lieber ein 
grosses fossiles Vogelei aus der Umgegend von 
Cherson. J. Somoff: Sur les vitesses virtuelles 
d'une figurc invariable, assujetties ä des equatious 
de conditions quelconques de forme lineaire. N. v. 
Kokscharow: lieber Afterkrystalle des Malachits 
aus den Turjin'sohen Kupfergruben im Ural. (lAbb.) 
E. Metschnikoff: Zur Embryologie der Myria- 
poden. — Vorläutige Mittheilung über die Embryo- 
logie der Polyde.smidcn. 

"Verein zur Beförderung des Gartenbaues 
in den K. Preuss. Staaten. Monatsschrift. 
XVI. .lalirg. Nr. 5. 6 (Mai , .Juni). — Berlin 
1873. 8». 

Liais, Emmanuel. Climats, geologie, faune 
et geograpliie botanique du Bresil, publie par 
ordre du gouvernement imperial du Bresil. 
Avec 1 carte. — Paris 1872. 8«. 



Bericht über die G-eneral-Versammluiig 
der Deutsclieii geolog-ischeii G-esellscliaft 

am 13., 14. und 15. September 1873 
zu Wiesbaden 

von Dr. H, v. Dechen, 

Wirkl. Geh. Rath u.Oberberghauptm. a.D. aus Bonn. 

(Schluss.) 

Dr. Emanuel Kayser aus Berlin sprach 
über die paläontologische Gliederung des Ober- 
devou mit besonderer Berücksichtigung des 
rheinischen Schiefergebirges. Das Oberdevon 
zeigt hier zwei Hauptabtheilungen, von denen 
die untere durch die Goniatiten aus der 
Gruppe der Primordiales (BejTich) oder Crenati 



(Sandberger) , die obere dagegen durch das 
Auftreten der Clymenien uud durch Goniatiten 
bezeichnet wird, welche sich von denen der 
luiteren Abtheikmg unterscheiden, wie G. sul- 
catus, G. Münsteri, G. planidorsatus u. s. w. 
Von dem für das Oberdevon überhaupt cha- 
rakteristischen Goniatites retrorsus kommen die 
Varietäten mit spitzwinkligem Lateral -Lobus 
nur in der oberen Abtheilung vor, während 
die mit gerundetem Lateral -liobus in beiden 
Abtheilungen auftreten. Die Fauna von Nehden 
bei Brilon, die bisher derjenigen von Büdes- 
heim bei Prüm gleicligestellt worden ist, 
schliesst sich der oberen Abtheilung an, ob- 
gleich die Clymenien bisher darin noch nicht 
aufgefunden worden sind und ihr daher wohl 
der Platz an der Basis der oberen Abtheilung 
anzuweisen sein diü-fte. In demselben Hori- 
zonte scheinen die Cypridinen am verbreitet- 
sten zu sein. Die untere Abtheilung (die 
Stufe des Gon. intumescens) findet sich bei 
Büdesheim, Adorf (Waldeck), Bicken, in den 
Gruben von Oberscheid theilweise ; die obere 
Abtheiluug (Clymenien - Stufe) am Enkeberg 
(Bredelar), bei Warstein, Medenbach (Herborn) 
und in den Gruben von Oberscheid theilweise. 
Diese Gliederung des Oberdevon gut auch für 
die übrigen Devongebiete Deutschlands, ja wie 
es scheint Europas. Der Stufe des Gon. in- 
tumescens gehört der Iberg im Harz an , wo 
mit den genannten primordialen Goniatiten 
gleichzeitig die charakteristischen Brachiopoden 
(wie Rynchonella cuboides, Spirifer Verneuilli 
u. s. w.) und Corallen vorkommen ; Neffiez in 
Südfrankreich , das Petschoi'aland in Nord- 
russlaud. Der Clymenien - Stufe gehört die 
grosse Zahl der berühmten sächsisch-fränkisch- 
thüringischen Lokalitäten, wie Magwitz, Schüb- 
belhammer, Saalfeld an, weiter Ebersdorf in 
Schlesien und Petherwiu in Devoushire. 

Professor Beyrich bemerkt hierzu, dass — 
wie die in der Sammlung des Direktor Kichter 
in Saalfeld befindlichen Bruchstücke primor- 
dialer Goniatiten zeigen — die untere Ab- 



25 



theiluug des Oberdevou auch in dem fränkisch- 
thüringischen Gebiete entwickelt ist, während 
bei Gattendorf eine der von Nehden äquivalente 
Fauna auftritt. 

Dr. Gurlt aus Bonn sprach über das tertiäre 
Matra-Kolilenbecken in Central-Ungarn , wel- 
ches 15 Meilen N.-O. von Pesth gelegen, von 
der Pesth-Oderberger Eisenbalm durchschnitten 
wird und durch seinen Koblenreichthum für 
die industrielle Entwickelung des Landes sehr 
wichtig ist. Dasselbe fördert schon jetzt gegen 
7 Millionen Centner jährlich und wird nach 
Vollendung der Aufschlussaibeiten bald das 
doppelte Quantum liefern können. Dieses 
Becken wird im S. durch das trachytische 
Matra -Gebirge, im 0. durch das aus Kulm 
und Jura bestehende Bück -Gebirge begrenzt 
und erstreckt sich gegen N.-W. und N. bis . 
an die Ausläufer des oberungarischen Erz- 
gebh'ges. In seinem W.- und N.-W.-Theile 
wu'd es von zahlreichen Basalterhebungen 
durchbrochen, von denen die Berge Szilwaskö, 
Salgo und Ragacz-hegy zu den bedeutenderen 
gehören, wälu-end der Karancs - Magossa einen 
isolirten .3500 Fuss hohen Trach}i:stock bildet. 
Die untersten Schichten des Beckens bestehen 
am Rande aus mächtigen Trachytkonglomeraten 
und Tuffen, hervorgegangen aus der Zerstörung 
quarzführenden Trachytes oder RyoUthes. Ihre 
Grundraasse ist grau, weiss, grünlieh und röth- 
lich, sie enthalten viele RyoHthblöcke. Dar- 
über stellt sich ein gelb- und rothbrauner, 
feinkörniger Sandstein mit vielen marinen 
Petrefakten ein , welche denen des Wiener 
Beckens gleich sind, wie Pecten opercularis, 
Diplodonta- rotxiudata u.s.w. Derselbe enthält 
untergeordnete Lager von Konglomeraten und 
sandigen Thonen, und wird an einer Stelle, 
am Südrande bei Samsonhaza und Verebeli 
von dem Leithakalk und den Cerithienschichten 
des Wiener Beckens bedeckt, während an vielen 
anderen die Cougerienschichten unmittelbar 
darauf ruhen, naraenthch im Gebiete des Za- 
gyraflusses und des Tarjanbaches. Dieselben 
Leop. IK. 



beginnen zu Unterst mit Ryolith- Tuffen, dar- 
über folgt ein 3 bis 11 Fuss starkes Kohlen- 
flötz von Brandschiefer bedeckt. Bei Matra- 
Novak und Homok-Terenne ist demselben eine 
fast nur aus Congerien und Ostracoden-Schalen 
bestehende Kalkbank eingelagert. Weiter auf- 
wärts folgt ein glimnierreicher Sandstein mit 
zwei Kohlenflötzen von 3 bis 4 Fuss und 
5 bis 6 Fuss Stärke und dann Saudstein, der 
bei 6 Lachter über dem obern Kohlenflötze 
eine mit Cardien erfüllte Bank einschliesst. 
Die Flötze liefern eine schwarze Pech- und 
Glanzkolile, deren Heizwerth in 10 bis 1 1 Centner 
1 Wiener Klafter Fichtenholz gleich ist. Die 
drei Kohlenflötze enthalten bei 18 bis 20 Fuss 
gesammter Mächtigkeit in dem Felde einer 
Deutschen (Hamburger) Gesellschaft bei Matra- 
Szele, Hamok-Terenne und Matra-Novak über 
1000 Millionen Centner Kohlen. 

Derselbe legte ein von Gould & Porter in 
London gefertigtes Taschen- Ana roid mit 
ringföimiger Höhenscala vor, dessen er sich 
seit mehi-eren Jahren für geologische Profile 
bedient und empfahl diese Ai-t von Instru- 
menten als sehr compendiös und praktisch. 

Professor von Fritsch aus Frankfurt a/M. 
zeigt ein schönes Exemplar von Amphisyle 
aus dem Rupelthon von Flörsheim vor, wel- 
ches mit Leda Deshayesiana und mit Pflanzen- 
i-esten zusammen vorkommt, welche denen von 
Promina in Dalmatien entsprechen. 

Professor vom Rath aus Bonn sprach über 
die drehenden Bewegungen, welche bei dem 
verheerenden Erdbeben in Belluno im Juni d.J. 
beobachtet worden sind und welche derselbe 
vor wenigen Wochen selbst gesehe uhat. Diese 
Drehungen sind bis zu Winkeln von 15 Grad 
gegangen. Die stärksten Stösse sind in Alpago 
bemerkt worden, wo sie auch noch fortgedauert 
haben, während Belluno ruhig blieb. 

Professor Karsten aus Rostock machte 
hierzu auf die Drehung der Bäume aufinerk- 
sam, welche er aus zwei herrschenden Wind- 
richtungen, aus N. und aus N.-W. erklärte. 



26 



Professor vou Seebach führte nach dem 
Vorgange von Robert Mallet aus, dass eine 
Drehung emen excentrischen Stoss voraussetzt, 
dann aber auch bei einer in derselben Richtung 
fortschreitenden Bewegung erfolgen müsse. 

Dr. R. W. Raymond führte in Bezug auf 
das die Erdbeben begleitende Geräusch an, 
dass bei den Geisern im Distrikte des Yellow- 
stoneflusses das Geräusch vor der Eruption 
gehört werde, grade wie dies auch vielfach 
bei dem Erdbeben beobachtet worden sei. 

Dr. 0. Büttger aus Offenbach legte einen 
nahezu vollständig erhaltenen Schädel von 
Sperraophilus superciliosus Kaup aus den Ep- 
pelsheimer Schichten von Bad Weilbach vor, 
den ersten Fund aus diesen Schichten von der 
rechten Seite des Main. 

Pi'ofessor A. Sadebeck aus Kiel legte die 
eben erschienene 3. Auflage von G. Rose's Ele- 
mente der Krystallographie vor, deren Heraus- 
gabe ihm von dem Verfasser übertragen war. 
Er hob hervor, dass diese Auflage eine we- 
sentUch andere Form, als die vorhergehende 
angenommen hat. Eine Erweiterung haben 
besonders die hemiedrisehen Formen erhalten 
und sind auch die in der 2. Auflage noch feh- 
lenden tetartoedrischen Formen abgehandelt. 
Die mit hemiedrisehen Formen zusammen vor- 
kommenden tetartoedrischen sind als scheinbar 
holoedrische dargestellt und ist besonders auf 
die Unterscheidung dieser Formen nach ihrer 
Stellung Rücksicht genommen. Eine derartige 
Auffassung hat bereits früher C. Naumann vom 
theoretischen Standpunkte angegeben, G. Rose 
hat ihre Begründung zuerst beim Eisenkies 
geliefert, indem er zeigte, dass die holoedrischen 
Formen theils elektropositiv , theils elektro- 
negativ sind und sich darnach auch in ihrer 
Oberflächen - Beschaffenheit unterscheiden. In 
ähnKcher Weise hat es der Vortragende für 
Fahlerz, Blende und Kupferkies nachgewiesen. 
Die Erweiterung des Textes erheischte auch 
eine grössere Anzahl von Figuren, welche bei- 
nahe vei'doppelt sind. Die Sorgfalt, welche 



Herr Lack auf die Lithographie derselben ver- 
wendet hat, ist noch von G. Rose lebhaft an- 
erkannt worden. Ein 2. Theil ist in Aussicht, 
worin die Beschaffenheit der Krystalle, der 
Zwillinge, Projeotion und Berechnung abge- 
handelt werden sollen. 

Hiermit \vurdc die Abendsitzung dieses 
Tages geschlossen. — 

Die Sitzung am 14. Sept. eröffnete Freiherr 
von Richthofe n mit einem Vortrage über 
die allgemeinen geologischen Verhältnisse von 
China, indem er auf die Verbreitung des 
Gneisses als Grundgebirges, des Silurs, Devons, 
Carbons und der Trias hinwies. Seit der Pe- 
riode der Trias scheinen die Ablagerungen 
allgemeiner Meeresbedecknng in jenen ausge- 
dehnten Ländergebieten zu fehlen, woraus der 
JSchluss gezogen wird, dass seit dieser Zeit 
jene Gegenden nicht mehr vom Meere bedecki 
gewesen seien. In den nördUchen Provinzen 
und namentUch in Tschili, Shansi, Shensi und 
Kansu erreicht der Löss eine überaus grosse 
Verbreitung und findet sich überall da, wo 
er späterhin nicht weggewaschen, erodü-t ist. 
Dieses Gebilde ist dem rheinischen Löss ganz 
ähnlich, steht in senkrechten, selbst über- 
hängenden Wänden von 400 bis 500 Fuss Höhe 
an. Der Hoang-ho, der gelbe Fluss, hat 
seinen Namen von dem Löss, welchen er fort- 
spült, die gröberen sandigen Theile in seinem 
Bette zum Nachtheile der Schiffahrt zurück- 
lässt und die feineren in das gelbe Meer 
führt. Der Löss zeigt eine Neigung zu senk- 
rechter Absonderung; wo der gelbe Fluss die 
hohen Wände berülirt, unterwäscht er dieselben 
und grosse Massen stürzen herab, welche auf 
die angegebene Weise von dem lliessenden 
Wasser separirt werden. Die Mächtigkeit des 
Löss erreicht bis 1500 Fuss; die Kalkcon- 
cretionen (Lössmänncheu) finden sich in be- 
stimmten Horizonten, Gebirgsschutt verbreitet 
sich dazwischen bis zu eine Meile vom Rande 
des Beckens entfernt, während Lösslagen von 
2 bis 50 Fuss dazwischen liegen, dieselben 



27 



eüid um so mächtiger, je weiter vom Eande 
ontforut. Die Terassenbildung ist sehr auf- 
fallend. Die Kalk- oder Mergelconcretionen 
stehen aufrecht. Die Laudschnecken, besonders 
Helix-Arten, liegen nicht sdiichtweise, sondern 
sind durch die ganze Masse zerstreut, die 
Schalen sind wohlerhalten, nicht zerbrochen. 
Laudthierknochen , obgleich von Reisenden 
wenig bemerkt, sind so zahlreich, dass sie 
von den Bauern gesammelt und auf die Felder 
gefahi'en werden. Die Missionäre haben an- 
sehnhche Mengen derselben zusammengebracht. 
Das Hauptgebiet des Loss liegt in der Um- 
gebung des gelben Flusses ; die Thalniedernug 
ist 40 Meilen breit und 200 Meilen lang, ein- 
gefasst \on den Plateaus von 2000 Fuss Höhe, 
denen das zweite in 6000 Fuss Höhe folgt 
und an dem der Löss zusammenhängend bis 
gegen 7000 Fuss ansteigt , während einzelne 
Becken noch bis zu 8000 Fuss Höhe sich 
finden. In diesem Gebiete, welches etwa der 
Grösse von Deutschland entspricht und wenn 
die sporadischen Verbreitungen hinzugenommen 
werden , noch um die Hälfte grösser ist, wird 
der Verkehr ausserordenthch durch die vielen 
tief und mit senkrechten Wänden eingeschnit- 
tenen Schluchten gehemmt. Die grosse Wich- 
tigkeit dieses Lössgebietes füi- den Ackerbau 
und die landwirthschaftliche Production mag 
nur so eben erwähnt werden, aber die Be- 
merkung ist dabei nicht auszulassen, dass ein 
grosser Theil der Bevölkerung in diesem Ge- 
bilde auch seine Wohnungen findet. Ueberall 
an den Lössrändern zeigen sich die Eingänge 
au denselben ; grossartige Gasthäuser .sind 
darin ausgehöhlt, im Sommer külil, im Winter 
warm. Viele dieser Wohnungen werden von 
7 bis 8 Generationen ohne Unterbrechung be- 
wohnt, bis die Zerstörung der Thalwände zur 
Aushöhlung von neuen Wohnungen zwingt. 

Die Bildung dieses Löss — den Pumpelly 
in der Nähe von Pecking als Terrace loam 
bezeichnet hat — ist, so weit es China be- 
trifft, auf trockenem Lande vor sich gegangen. 



Spuren vormaliger Gletscher fehlen durchaus 
in diesem Theile von China , so dass diese 
durchaus von der Lössbildung ausgeschlossen 
bleiben. Es ist dabei zu berücksichtigen, das.^ 
die Canäle, welche von Pflanzenwui'zeln her- 
rühren, in jeder Höhe im Löss vorkommen, 
dass die Schnecken an der Stelle gelebt haben, 
wo sich deren Schale noch gegenwärtig findet? 
und dass sich daher der Löss nur in der 
Weise von unten aufgebaut haben kann , in- 
dem die Staubstürme, welche noch jetzt in 
Nord -China herrschen, die Pflanzen bedeckt 
haben, indem durch die Wurzeln die festen 
Bestandtheile aufgesaugt werden und indem 
die Massen fortdauernd durch die atmosphä- 
rischen Niederschläge langsam von den höheren 
Gegenden den tieferen zugeführt werden. Auf 
diese Weise geht noch gegenwärtig die Löss- 
bildung iu den Steppen der Mongolei unter 
uusern Augen vor sich, in den Becken von 
Ceutralasien , welche keinen Abfiuss in das 
Meer besitzen, wo also alle durch Verwitterung 
der Gesteine gebildeten losen Massen nothwendig 
in dem Becken selbst zur Ablagerung kommen 
und sich in den tiefsten Punkten Seen bilden 
müssen, sobald die Verdunstung der Regen- 
rnenge nicht mehr das Gleichgewicht hält. 
Der Salzgehalt dieser Seen kann in den Step- 
pen Centralasiens nicht von einer Meeres- 
bedeckung abgeleitet werden , welche in so 
neuern Zeiten nicht stattgefunden hat, sondern 
nur von dem Gehalt der zerstörten Gebirgs- 
massen, daher auch die Beschaffenheit der 
Salze in jedem Becken vcrscliieden ist. Bei 
der Vergleichung des Lössbeckens von China 
mit den Salzwasserbecken von Centralasien 
findet sich, dass bei dem ersteren eine Ver- 
mehrung der jährlichen Regenmenge in dem 
Grade seit seiner Bildung stattgefunden haben 
möchte, dass sich eine mächtige Abflussrinne 
in das Meer gebildet und dadurch eine voll- 
ständige Auslaugung des ehemaligen Salzge- 
haltes möglich geworden ist. Aus diesen kli- 
matischen Veränderungen ergeben sich die 

4* 



28 



Verhältnisse zwischen der Grösse der Becken 
und der auf ihrem Grunde vorhandenen Seen. 
Die Ausfüllung der Seen giebt zu geschichteten 
Absätzen Veranlassung, welche sich wesentlich 
von denen des Lössgebietes in Nord -China 
unterscheiden und doch aus denselben Mate- 
rialien zusammengesetzt sind. 

Im Anschlüsse an diese Mittheihmgen des 
Freiherrn vonRichthofen sprach Professor Orth 
ausBerlin über den BegriftThon, Lehm, Sand und 
Löss, und entwickelte, dass im Interesse einer 
grösseren peti'ographischen Bestimmtheit für 
Wissenschaft und die praktischen Interessen 
des Lebens eine genauere Festsetzung der 
specifischen Eigenthümlichkeit und eine ein- 
gehendere Charakteristik und Begräuzuug sich 
als nothwendig herausstelle. 

Dr. 0. Böttger bemerkte dazu, dass in 
hiesiger Gegend wesentlich drei Formen von 
Lehm zu unterscheiden seien: Berglehin, ei- 
gentlicher Löss und Thallehm. Der erstere 
sei kalkfrei oder fast kalkfrei, petrefactenleer 
und als Zersetzungsproduct der Sericitschiefer 
meist hoch an den Abhängen des Taunus 
leicht nachzuweisen. Der Löss lagere in et- 
was tieferen Niveaus. Der Thallehm sei in 
hiesiger Gegend nur auf die nächste Umgebung 
des Mains beschränkt. Als besonders cha- 
rakteristische Petrefakte desselben sind anzu- 
führen Suecinea PfeifFeri, Helix hortensis neben 
den bekannteren Lössconchylien. 

Amtsrath Struckmann aus Hannover hebt 
in Bezug auf den Vortrag des Prof. Orth die 
Wichtigkeit des Sand und Lehm für die Laud- 
wirthschaft und ganz besonders der genauen 
Berücksichtigung dieser Gebilde bei der geo- 
logischen Landesuntersuchung des nördlichen 
Tieflandes hervor. 

Dr. J entasch aus Leipzig macht einige 
Bemerkungen über die Abgrenzung von Löss 
und Lehm, empfiehlt die Zusammensetzung 
dieser Gebilde aus gleichen und ungleichen 
Elementen zu berücksichtigen und für die aus 
feinen staubartigen Theilen zusammengesetzten 



Massen den von Naumann gebrauchten Namen 
Pelit zu verwenden. 

Freiherr von Richthofen erläuterte noch- 
mals seine Ansicht üljer die Bildung des Löss 
in China und über den Antheil, welchen daran 
Wind und Wasser genommen habe. 

Schliesslich machte Dr. R. W. Raymond 
auf die Analogie der in Asien und Amerika 
bestehenden Flusssysteme, denen der Abfluss 
in das Meer fehle, aufmerksam und erklärte 
sich mit den vom Freiherrn von Richthofen 
vorgetragenen Ansichten einverstanden, wobei 
er einige Verhältnisse der amerikanischen Salz- 
seen und ihrer näheren Umgebungen ausführ- 
licher berücksichtigte. 

Regierungsrath Zerrenner aus Gotha 
sprach über Altes und Neues aus dem Ural und 
Altai und legte dabei einige seltene und neue 
Vorkommnisse von MineraUen aus diesen Gebirgen 
vor, denen sodann eine ganze Reihe von Karten 
und Plänen über einzelne Theile der interessante- 
sten Gegenden, wie von Boguslawsk, Blagodat 
und dem Topasbezirk des Altai folgte. Derselbe 
hob dabei hervor, dass es an einer genauem 
geologischen Karte des Urals, ungeachtet so 
vieler Bemühungen, dieselbe herzustellen, immer 
noch fehle. 

Professor Zittel aus München legte einige 
Probetafeln der di'itten Abtheilung seiner Mo- 
nographie über die tithonische Stufe vor und 
erläuterte dieselben mit einigen Bemerkungen 
über die Gliederung und Stellung der tithoni- 
schen Stufe. Die Untersuchung der Stram- 
berger Gastropoden bestätigt im Wesentlichen 
das bereits bei den Cephalopoden gewonnene 
Resultat, dass die Fauna der oberen Tithon- 
bildungen eine sehr eigenthümliche sei, dass 
sie der Mehrzahl nach aus neuen Formen be- 
stehe. Unter 142 Arten befinden sich nur 
25 , welche auch in der älteren Abtheilung 
dieser Stufe vorkommen und nur 10 zumeist 
indifferente Formen sind auch in verschiedenen 
Schichten des oberen Jura bekannt. Im ganzen 
Habitus, in der numerischen Vertheilung der 



29 



Gattungen imd Arten stellt sich die Stram- 
berger Gastropoden-Fauna den in jurassischen 
Corallenbildungen bekannten Formenvereinig- 
ungen am nächsten, dagegen weichen die ein- 
zelnen Vertreter der Gattung mit wenigen 
Ausnahmen specifisch von den verwandten 
jurassischen Formen ab. In den älteren Kreide- 
gebilden lelilt bis jetzt eine an Gastropoden 
reiche Corallenfacies und daraus erklärt sich 
wohl der Umstand , dass die Stramberger 
Gastropoden ein entschiedener jurassisches Ge- 
präge tragen, als die Cephalopoden. Am eng- 
sten ist die Gastropodenfauna der Stramberger 
Schichten mit jener der älteren Tithonstufe 
verbunden und da letztere unbestritten der 
Jurafoi'mation angehört, so wird man die 
jüngeren Tithonablagerungen ebenfalls dieser 
Formation zuweisen müssen. Der Voi'tragende 
hebt schhesslich noch das Vorkommen von 
CoUectivtypen, d. h. von Formen hervor, welche 
die Merkmale verschiedener recenter Gattungen 
in sich vereinigen. 

Dr. L a s a r d aus Berlin sprach unter Vor- 
legung von Exemplaren über die im Gotthard- 
tunnel durchfahrenen Gebirgsarten und über 
die in demselben bisher angestellten Tempe- 
raturbeobachtungen des Gesteins , welche den 
Anforderungen in keiner Weise entsprechen. 
Es steht zu erwarten, dass die gegebene An- 
regung dahin führen wird, dass diese so 
seltene Gelegenheit, Beobachtungen über die 
Gesteinstemperaturen in grosser Tiefe unter 
der Oberfläche anzustellen , uicht ungenutzt 
vorübergeht. Bis jetzt liegen bereits 40 ver- 
schiedene Varietäten von Gneiss vor, welche 
in 70 entsprechenden Exemplaren gesammelt 
werden. 

Professor von Fritzsch, der vor 2 Jahren 
eine ausführliche Untersuchung des Gotthard- 
Gebietes gemacht hat, gab eine allgemeine 
Uebersicht der Verhältnisse. Der Anfang des 
Tunnels bei GiJscheuen hegt in der Central- 
masse des Finsteraarhorns, dann folgen Schich- 
ten der Juraformation im Ursenerthale. Bei 



Airolo fallen hornblendereiche Schiefer flach 
gegen N., denen steilere Gneissschichten folgen, 
während der Granit des Gotthard in vertikalen 
Tafeln gespalten ist, und auf der Nordseite 
das entgegengesetzte Fallen auftritt. Der 
Tunnel verspricht über diese fächerförmige 
Schiohtenstellung und das Verhalten des Gra- 
nits in grosser Tiefe wichtige Aufschlüsse zu 
geben. 

Professor von Seebach berichtete über 
die Arbeit von Lacaze-Duthiers über die Ent- 
wickelung der Corallen, I. Theil (Arcliives de 
Zoologie, Vol. I.), in welcher derselbe gezeigt 
hat, dass die Actinien in ihrer frühesten Ju- 
gend eine bilaterale Symmetrie besitzen, aus 
welcher sich erst später durch ein verschieden 
schnelles Wachsthum der sechsstrahUge Typus 
entwickelt. Derselbe \vies auf das hohe In- 
teresse hin, welches diese Beobachtung für 
die Paläontologie haben müsse, nachdem Dr. 
Kunth gezeigt habe, dass den Eugoßen eben- 
falls ein ähnlicher bilateraler Bauplan zu- 
komme. Es werden durch die schönen Beob- 
achtungen von Lacaze-Duthiers offenbar die 
paläozoischen Eugosen den lebenden Corallen 
weder näher gerückt. Es wiederholt sich die 
interessante Erscheinung, dass in frühen Zeiten 
EigenthümKchkeiten der Formen persistent 
waren, welche die lebenden verwandten nur 
als einen vorübergehenden Entwickeluugszu- 
stand der Jugend zeigen. Der Vortragende 
wies zugleich darauf hin, dass durch andere 
neuere Arbeiten, wie z. B. von VeirU und von 
Lindenstroem , es wahrscheinüch werde, dass 
die Tabulaten nur eine künstliche Gruppe dar- 
stellen , welche aufgelöst werden muss. Es 
seien nach alledem in nächster Zeit grosse 
Veränderungen in der Auffassung und Anord- 
imng der Corallen zu erwarten, so dass mög- 
licher Weise demnächst die Zoantharia sclero- 
dermata nur in Aporosen und Perforaten, 
diesen zugehörig die Eugosen, eingetheilt wer- 
den würden. 

Professor A. Sadebeck sprach über die 



30 



Geologie von Ost-Äfi-ika, die von ihm für das 
von der Decken'scbe Keisewerk bearbeitet wor- 
den ist und von einer Kartenskizze begleitet 
wird. Es werden drei Theile unterschieden. 
Der nördliche Theil, von Chartum beginnend, 
umfasst Abessinieii, Sennar, Kordofan und das 
Reisegebiet von Dr. Schweinfurth , und zeigt 
als Grundlage das krystallinische Schiefer- 
gebirge mit Durchbrüchen von Granit und 
Porphj'r, in Abessmien eine grosse Decke von 
blasigen Basalten. Die Braunkohlenformation 
hat durch den Basalt Störungen erUtten und 
liefert, wie im böhmischen Mittelgebü'ge, Basalt- 
jaspis und Holzopal wie bei Steinheim. Gegen 
Ost treten obere Jurasclüchten mit Einlager- 
ungen von Trapp auf, gegen West Diluvium 
und AlluTOim. In der Ebene von Kordofan 
finden sich mächtige Ablagerungen von Rasen- 
eisenerz, welche gegen Süd fortsetzen, wo 
Dr. Schweinfurth Stücke gesammelt hat. — 
Der mittlere, äquatoriale Theil, das von 
Thornten (welcher von der Decken begleitete) 
besonders untersuchte Gebiet, enthält in der 
Umgebung des Schneeberges Kilimaudjaro grosse 
Massen von Trachyt und Basalt, nach der 
Küste hin die kohlenanue Carbonformation, 
bei Mombas braunen Jui-a. Im Gebiete der 
Seen spielen die krj'staUinischeu Schiefer eine 
Hauptrolle. — Das südUche oder Zambesi- 
Gebiet zeigt an der Mündung oligocäne Schich- 
ten, weiter aufwärts die Carbonformation mit 
Trapp, dann die krystallinischen Schiefer wieder 
von der Carbonformation bedeckt. Professor 
Peters brachte Eisenglanz haltenden Gneiss, 
goldführenden Quarz und gute, backende Stein- 
kohle von dort her. — Im Allgemeinen stimmt 
weiter nach Süd der geologische Charakter 
der Ktistengegenden mit dem von Indien über- 
ein. Im Innern von Afrika herrschen die kry- 
stallinischen Gebilde vor und ist von dort 
noch kein Meeres - Petrofact nach Europa ge- 
kommen. 

Dr. Böttger sprach unter Vorlage der 
beinahe vollendeten Section Kelsterbach der 



Aufnahme des mittelrheinischen geologischen 
Vereins über eine von der Versammlung etwa 
am 16. auszuführende Excursion in die älteren 
Tertiärgebilde der Umgegend von Wiesbaden. 
Kurz die Lagerungsverliältnisse charakterisirend 
und die zu erwartenden Petrefacten aufzählend, 
bespricht derselbe das Rothliegende und die 
tertiären Meereskonglomerate von Medenbach, 
die Rupelthone von Breckenheim, die Cyi-enen- 
niergel von Igstadt, die Landschnecken- und 
Cerithienkalke von Flörsheim, womit die Sitz- 
ung geschlossen wurde. 

In der Sitzung am 15. Sept. gab Professor 
Beyrich aus Berlin zuerst eine allgemeine 
Uebersicht über den Stand der Arbeiten an 
der geologischen Laudesuntersuchung, in deren 
Bereich nun auch das gesammte Flachland 
Norddeutschlands wird gezogen werden. Dabei 
wurden die östhchen Arbeits - Centren von E. 
E. Schinid in Jena, Liebe in Gera und Richter 
in Saalfeld , diejenigen des Harzes und seiner 
Umgebungen gegen Ost , woran Lossen , E. 
Kayser und Laspeyres arbeiten, gegen Süd 
mit dem Kyffhäuser, welchen Moesta zum 
Abschluss gebracht hat, die weiter westhcheu 
von Emmrich in Meiningen, von von Konen. 
Schlüter und Spe3-er in Fulda erwähnt. Es 
stellt sich heraus, dass die Umgebungen des 
Thüringer Waldes werden vollendet werden, 
ehe dieses schwierige Terrain zur Bearbeitung 
gelangt. Gegen Westen hin wird noch lange 
eine Lücke wegen des Mangels des Karten - 
Materials bleiben. Die westlichen Arbeits- 
gebiete von Koch in der Umgegend von Wies- 
baden , von Rolle und Grebe an der BHes, 
Nahe und Saar, welche sich den in der Pu- 
blikation begriffeneu Arbeiten von Weiss an- 
schliessen, werden daher noch lange ohne Ver- 
bindung gegen Ost bleiben. 

Hieran schlössen sich die Vorlagen einzelner 
Karten-Sectionen an. Zunächst legte Dr. Koch 
6 Sectionen des vorderen Taunusgebietes vor. 
Ueber die Hochpunkte zieht ein mächtiger 
Zug fester Quarzite, dessen Ghederung ebenso 



3t 



uocli vorbehalten bleibt, wie diejenige der so- 
genannten „Sericitschiefei'" der krj-stallinisch- 
morphologischen Schiefergesteine, welche sich 
theils gegen Süd. theils gegen Nord einfallend 
dem Quarzit-Zuge über den ganzen Süd-Abhang 
des Gebirges anlegen. Nördlich der Quarzite 
lagern blaue und graue Schiefer, welche bis 
jetzt keine charakterisirenden Versteinertingen 
aufweisen, in bestinunten Zügen aber ächte 
Coblenz-Schiefer mit deutlichen Leitpetrefacten 
einschliessen. Vor diesen älteren Schichten 
und dieselben bedeckend finden sich die Tertiär- 
schichten des Mainzer Beckens in ziemlich voll- 
ständiger Entwickelungsreihe von den unteren 
Meeressanden an bis in die jüngeren Sand- 
schichten über dem Litorinellenkalk. Zwischen 
den durch Leitpetrefacten gekennzeichneten 
Tertiärschichten treten ganz versteinerungs- 
leere Schichten von weissem und grauem Thotj, 
Sand und Kies aus Trümmern der Taunus- 
gesteine auf, deren relatives Alter bis jetzt 
nicht überall festgestellt werden konnte , um 
so weniger, als verschiedene sehr mächtige 
Diluvialschichten zum Theil von ähnlichem 
petrographischen Habitus darüber liegen. Die 
Diluvialsande, der Löss und Lehm wurden 
kurz charakterisirt , und das Auftreten be- 
stimmter Tertiär- und Diluvial -Ablagerungen 
in auffallend verscliiedenen Höhenlagen als 
Beweise einer posttertiären Hebung des vor- 
deren Taunus als besonders interessant be- 
zeichnet. Ausser den das Schiefergebirge 
durchsetzenden Glimmerporphyren und Basalten, 
letzterer in ziemlich schwachen Gängen, seltener 
in mächtigeren Stöcken, wobei Veränderungen 
an den Contactstellen und an den eingeschlos- 
senen Bruchstücken des Nebengesteins beob- 
achtet werden, wurden eine unterste Geröll- 
und Konglomeratlage bei Breckenheim, Langen- 
hain und Hoffheim und die Stellen erwähnt, 
welche das Vorkommen von Rothliegendem 
in dem betrefi'enden Gebiete wahrscheinlich 
machen, während dasselbe bis jetzt noch nicht 
darin beobachtet worden war. 



Dr. Rolle zeigte die Section Türkismühl 
vor , welche die Gegend zwischen St. Wendel 
und Birkenfeld enthält, und machte auf die 
Verwerfungen aufmerksam, welche das Unter- 
und Mittel-Rothliegende durchsetzen. Derselbe 
entwickelte die beträchtlichen Gegensätze im 
Auftreten des Porphyrs und des Melaphyrs 
in der betrefi'enden Gegend, also zweier als 
„ altvulkanisch " betrachteten Gesteine , die 
gleichwohl in der Lagerung und im Verhalten 
zum Nebengestein gewisse sehr in die Augen 
fallende Unterschiede wahrnehmen lassen. Eine 
Probe von dem stark veränderten Lydit ähn- 
lichen Gesteine, welches auf dem Schaumberg 
bei Tholey aus der Berührung von Melaphyr 
mit grauem Schieferthon des Mittel - Roth- 
liegenden entnommen war, wurde als ein ver- 
ändertes, hin und wieder dem Lydit oder 
Porcellanjaspis zugezähltes Gestein der Auf- 
merksamkeit der Mineralogen enpfohlen. 

Bergverwalter Grebe legte die Sectioneu 
Perl , Merzig , Wahlen , Lebach und Freuden- 
berg ganz und Kirf halb vollendet vor. Das 
Unterdevon erscheint auf denselben als west- 
hchste Fortsetzung des Taunus und tritt noch 
in einzelnen Quarzitkuppen an der Ober-Mosel 
bei Perl und Sierk auf, während der Zwischen- 
raum von Triasschichten bedeckt ist. Auf der 
Section Wahlen findet sich ebenfalls bei Düp- 
penweiler eine isolirte Partie von Unterdevou, 
an deren Südseite das Unter-Rothliegende oder 
die Cuselerschichten mit einem schmalen Stein- 
kohlenflötze aufgelagert sind. Mächtieg Ko-n 
glomerate aus der oberen Abtheilung der Cu- 
selerschichten bilden den Litermont, auf dessen 
Höhe dieselben verkieselt sind. Am Westende 
der Section Wahlen zeigen sich die oberen 
Konglomerate des Mittel - Rothliegenden (Le- 
bacher Schichten) , dann Melaphyre und Por- 
phyre, die auch den nördlichen TheU der 
Section Lebach einnehmen, auf welcher auch 
das Ober-Rothliegende zu unterst als Melaphyr- 
tuff mit quarzigen Geschieben auftritt. Die 
übrigen Sectionen zeigen die Trias, welche 



32 



mit den mächtigen Konglomeraten des Haupt- 
bnntsandsteins (Vogesensandstein) beginnt, denen 
der gelbe Bausandstein mit Pflanzenresten 
(Voltsiiensandstein) folgt. Die unterste Ab- 
theUung des Muscbelkalkes besteht aus einem 
Wechsel von mächtigen Sandstein- und merglig- 
kalkigen Schichten mit vielen Versteinerungen, 
denen eine schmale, dolomitische Zone folgt. 
Die mittlere Abtheilung enthält an vielen 
Stellen Gipseinlagerimgen, welche von Schiefer- 
thon mit Lingula bedeckt sind. Die obere 
Abtheilung wird auf den Sectionen Merzig, 
Perl und Kirf von den Schichten der Letten- 
kohlengruppe bedeckt , welche im Mergelkalk 
Myophoria Goldfussi spärlich enthalteu. Die 
weitere Entwickelung des Keupers findet sich 
erst weiter gegen West in Luxemburg. Tn 
der Trias sind sehr gi-osse Verwerfungen be- 
obachtet worden, welche Niveauveränderangen 
der Schichten bis 300 Fuss herbeiführen, so 
bei Perl, welche 1 1/2 Meilen weit gegen N.-O. 
zu verfolgen ist, eine ihr mehr parallele von 
Oberleuken bis Freudenberg. 

Dr. Speyer legte die Sectionen Fulda 
und Gross - Lüder vor , ein Gebiet , welches 
Muschelkalk . Keuper und Basalt darstellt 
und merkwürdige Verhältnisse grosser Ver- 
werfungen imd Versenkungsfelder zeigt. Dr. 
Moesta und Professor Bejrich knüpfen Be- 
merkungen daran. 

Dr. von Konen legte die Section Lengefeld 
vor, und folgte nun Dr. Lossen mit den den 
südöstlichsten Theil des Harzes darstellenden 
Sectionen, woran sich Dr. E. Kayser mit der 
Section Leimbach schloss, die in den hercyni- 
schen Schichten eine überaus grosse Anzahl 
einzelner Diabaspunkte ziu' Darstellung bringt. 
Dr. Moesta legte das vollendete Bild des KyfF- 
häusers vor, welcher sich über 6 Sectionen 
erstreckt, da das West- imd das Ostende eben 
noch in zwei verschiedene Sectionen hinein- 
reicht. Professor von Seebach legte die 
Section Kreuzbui-g und Bornemann die 
Section Wutha, östlich von Eisenach vor; 



beide zeigen höchst verwickelte Verhältnisse, 
wenn auch sehr verschiedenartige. 

Professor Groth aus Strassbui'g sprach 
über das Vorkommen eines Kalklagers im 
Gneisse. welches an seiner Grenze viele ver- 
schiedenartige Mineralien enthält und in der 
Nähe von Markirch in den Vogesen auftritt. 

Professor Berendt aus Königsberg i. Pr. 
legte zwei neue Blätter seiner Karte der Pro- 
vinz Preussen vor, das Weichsel - Delta und 
Littauen, welches letztere sieh bis an die 
Russische Grenze (Eidtkuhnen) erstreckt. 

Dr. 0. Böttger zeigte einige wohlerhaltene 
Schlangeneier aus dem Litorinellenkalk des 
Mainzer Beckens vor. 

Professor Orth schloss die ReUie der Vor- 
träge mit der Vorlage der geoguostisch- agro- 
nomischen Karte der Feldmark Rittergut 
Friedriohsfelde bei Berlin. Diese Karte, von 
dem landwirthschaftlichen Centralvereine für 
den Regierungsbezirk Potsdam veranlasst , be- 
zweckt durch einfache Zeichen und Zahlen die 
Natui- und die Mächtigkeit der oberflächlichen 
Bodenbildungen auf der geognostischen Grund- 
lage und die meist nahe Beziehung derselben 
zur Darstellung zu bringen, um dadurch die 
geologische Aufnahme für die Interessen der 
Landeskultur, füi- ein besseres Verständniss 
Seitens des praktischen Lebens und die Ent- 
wickelung der Volkswirthschaft nutzbarer und 
werthvoller zu machen. 

Die Versammlung hatte in der zweiten 
Sitzung beschlossen, die nächstjährige allge- 
meine Versammlung der Deutschen geologischen 
Gesellschaft am 11., 12. und 13. Sept. 1874 
in Dresden zu halten und vervollständigte 
diesen Beschluss dadurch, dass der um die 
Wissenschaft hochverdiente Geheime Bergrath 
und Professor C. Naumann in Dresden er- 
sucht werden sollte, die Geschäftsfülirung der- 
selben übernehmen zu wollen. 

Zum Schlüsse wurde noch daran erinnert, 
dass die Deutsche geolog. Gesellschaft in diesem 
Jahre ihr 25 jähr. Stiftungsfest begehen ^vird. 



Abgescblossea den 31. October 1873. i 



Druck von E. Blochmanu Sc Sohn in Oresden. 




NUNQUAM ,.J^mmür^ OTIOSUS 



LEOPOLDINA 

AMTLICHES ORGAN 

DER 

KAISERLICH LEOPOLDINISCH- CAROLINISCHEN DEUTSCHEN 
AKADEMIE DER NATURFORSCHER 

HERAT'S GEGEBEN DNTER MT WIRKUNG DER ADJÜNCTEN VOM PRÄSIDENTEN 

Dr. W. P. G. Behn. 
Dresden. Heft IX. — Nr. 5, 6. loYember 1873. 

luhalt : Amtliche Mittheilungen: Die Jahi-esbeiträge der Mitglieder. — Die Revisoren der 
Aiademiercchnungen. — Beiträge zur Kasse der Akademie. — Neu aufgenommene Mitglieder. 
— Gestorbene Mitglieder. — Gustav Rose f. 

Die 4G. Versanimhuig Deutscher Naturforseher imd Aerzte. • — Die Meteorologie in 
ihrer Beziehung zur Landwirthschaft , den volkswirthschaftliehen Interessen und den Gesund- 
heitsverhältnissen. — Hundertjähriges Jubiläum des Ksl. Bergcorps in St. Petersbiu-g. — 
Botauischer Jahresbericht. — Anzeige. 



AiutHelio Mittlieiluiigeii. 



Die Jahresbeiträge der Mitglieder. 

Mit der Entrichtung der Jahresbeiträge sind manche der Herren Collegen , welche 
die Leopoldina in den letzten Jahren fortgehend bezogen haben, ohne diese Beiträge abzuJösen, 
theüs für das Jahr 1873, theüs aber auch noch für 1872 im Rückstande. Zur Ordnung des 
Rechnungswesens erlaube ich mir dieselben zu bitten, den Betrag mit resp. je 2 oder i Thlr. 
vor Ende des laufenden Jahres vermittelst Postanweisung an mich einsenden zu wollen. 

Dresden den 31. October 1873. 

Dr. Behn. 

Leop. IX. 5 



34 
Die Revisoren der Akademiereclmungeii. 

In Uebereinstimmung mit dem § 21 d. Stat. v. 1. Mai 1872 hatte das Adjimkten- 
CoUegium in seiner Sitzung vom 25. Sept. d. J. zu "Wiesbaden (cf. Leop. H. IX p. 3 sub 6) 
die Herren Geh. Med.-Kath Dr. Merbach und Stadtrath Dr. Struve iu Dresden zu Revisoren 
der Akademierechnung für 1873 erwählt. Hr. Stadtrath Dr. Struve hat sich indess zu seinem 
Bedauern „da er in seinem eigenen Geschäfte über seine Kräfte in Anspruch genommen sei" 
genöthigt gesehen, die Wahl abzulehnen. 

In Folge davon hat das Adjunkten - Collegium auf Vorschlag des Hrn. Ghmrath Mer- 
bach Herrn priv. Aiiotheker Th. Kirsch in Dresden zum zweiten Revisor erwählt und hat 
derselbe ebenso wie früher Hr. Ghmr. Merbach sich bereit erklärt, dem Wunsche des 
Adjunkten-Collegiums zu entsprechen. Es sind demnach 

Hr. Geheimer Med.-R. Dr. Merbach und 
Hr. i^riv. Apotheker Th. Kirsch 
beide zu Dresden, Revisoren der Akademierechnungen. — 

Dresden den 22. Nov. 1873. Dr. Behn. 



Beiträge zur Kasse der Akademie, 

Nov. 1. Von Herrn Prof. Dr. Hub. Leitgeb iu Greiz, Eintrittsgeld und Ablösung 

der Jahresbeiträge f. d. Leop 30 Thh*. 

„ 2. ., „ Prof. Dr. Bergemann in Berlin, Jahresbeitrag füi- 1873 . . 2 „ 

), 10. „ „ Staatsminister a.D. v.Malortie in Hannover, Jahresbeitr. f. 1873 2 „ 

„ 10. „ „ J. C. Sattler in Schweinfurth, desgl. für 1873 2 „ 

n 12. „ „ Prof. Dr. v. Tröltsoh in Würzburg, desgl. für 1873 und 74 4 „ 

), 13. „ „ Prof. Dr. Autenrieth in Tübingen, desgl. für 1873 ... 2 „ 

n 13. „ „ Prof. Dr. J. Roth in Berlin, desgl. für 1872 imd 73 . . 4 „ 

,1 14. „ „ Prof. Dr. E. Boeckel in Strassburg, desgl. für 1872 und 73 4 „ 

„ 14. „ „ Prof. Dr. F. Gohn in Breslau, desgl. für 1873 2 „ 

„ 14. „ „ Dr. E. H. Costa iu Laibach, desgl. für 1873 2 „ 

,, 15. „ „ V.-Adm. Frhr. v. Wüllerstorf in Graz, desgl. für- 1874 u. 75 4 „ 
K 22. „ „ Prof. Dr. Leop. Kny in Berlin, Eintrittsgeld und Ablösung 

der Jahresbeiträge füi- d. Leopoldina u. d. Nova Acta . .110 „ 
„ 22.U.25. „ „ Direktor Dr. C. v. Bauernfeind in München, Eintrittsgeld und 

Ablösung der Jahresbeiträge f. d. Leop 30 „ 

1) 23. „ „ Kreisphysikus Dr. H. Schauenburg iu Quedlinburg, Jahres- 
beiträge für 1872 und 73 4 

» 24. „ „ Prof. Dr. W. Wiebel in Hamburg, Eintrittsgeld und Jahres- 
beitrag für 1873 12 

n 24. „ „ Hofrath Dr. A. Geuther in Jena, Eintrittsgeld u. Ablösung 

der Jahresbeiträge f. d. Leop 30 

), 25. „ „ Geh. Med.-R. Dr. H. Schaafi'hausen in Bonn, Eintrittsgeld u. 

Jahresbeitrag für 1873 12 



r. 



Nov. 25. 

26 
26 



35 

Vou Herrn Prof. Dr. Aug. Willi. Hofmann in Berlin, Eintrittsgeld und 

Ablösung der Jahresbeiträge 30 Tblr. 

„ ,, Prof. Dr. W. Beetz iu München, Eintritt.9g.u.Jahresbeitr. f. 1874 12 „ 

„ „ Dir. Dr. R. Richter in Saalfeld, Jahresbeitrag für 1874 . . 2 „ 

„ „ Geh. Hofr. Prof. Dr. Ried in Jena, desgl. für 1872 und 73 4 „ 

„ „ Dr. M. Trettenbacher in München, desgl. für 1874 ... 2 „ 

Dr. Behn. 



Neu aufgenommene Mitglieder. 

Nr. 2114. Am 1. Nov. 1873. Herr Dr. Hubert leitgeb, ord. Professor der Botanik und 
Direktor des botanischen Gartens an der Universität zu Graz. 1. Adjunktenkreis. 
— Fachsektion 5 für Botanik. 

Nr. 2115. Am 22. Nov. 1873. Herr Dr. phil. Carl Ignatz Leopold Kny, a. o. Professor 
der Pflanzenphysiologie an der Universität zu Bei-lin. 15. Adjunktenkreis. — 
Fachsektion 5 für Botanik. 

Nr. 2116. Am 22. Nov. 1873. Herr Dr. phil. Carl Maximilian von Bauernfeind, Direktor 
der Kgl. pol3'technischen Hochschule zu München und ord. Professor der Geodäsie 
und Ingenieurwisseuschaft an derselben. 2. Adjunktenkreis. — Fachsektion 1 für 
Mathematik und Astronomie. 

Nr. 2117. Am 24. Nov. 1873. Herr Karl Werner Max Wiebel (ahas Wibel), Professor 
der Chemie und Physik am akademischen und Real - Gymnasium in Hamburg. 
10. Adjunktenkreis. — Fachsektion 2 für Physik und Meteorologie. 

Nr. 2118. Am 24. Nov. 1873. Herr Hofrath Dr. Johann Georg Anton Geuther, ord. Pro- 
fessor der Chemie an der Universität zu Jena. 12. Adjunktenkreis. — Fach- 
sektion 3 für Chemie. 

Nr. 2119. Am 25. Nov. 1873. Herr Geh. Med.-Rath Dr. Hermann Joseph Schaafihausen, 
a. o. Professor in der medicinischen Fakultät der Universität zu Bonn. 7. Ad- 
junktenkreis. — Fachsektion 8 für Anthropologie, Ethnologie und Geographie. 

Nr. 2120. Am 25. Nov. 1873. Herr Dr. August Wilhelm Hofmann, ord. Professor der 
Chemie au der Universität zu Berlin. 15. Adjuuktenkreis. — Fachsektion 3 für 
Chemie. 

Nr. 2121. Am 26. Nov. 1873. Herr Dr. Friedrich Wilhelm Hubert Beetz, ord. Professor 
der Physik und Conservator des physikalischen Cabinets und Laboratoriums an der 
Kgl. polytechnischen Hochschule zu München. 2. Adjunktenkreis. — Fachsektion 2 
für Physik und Meteorologie. 



G-estorbene Mitglieder. 



Den 8. Oct. 1873 zu Wien: Dr. Georg Ritter von Fraiienfeld, Secretär der k. k. zoologisch- 
botanischen Gesellschaft zu Wien. Aufgenommen den 1. Juli 1868, cogn. Pohl. 

Den 23. Nov. 1873 zu Greifswald: Dr. Johann Friedrich Laurer, ord. Professor in der 
med. Fakultät luid Direktor der pharmacologischen Sammlung an der Universität 

5* 



36 

zu Greifswald, geb. den 28. Sept. 1798; aiifgenommen den 3. Aug. 1836, cogn. 

Hoffmann I. 
Den 26. Nov. 1873 zu Dresden : Dr. Carl Friedrich Naumann, Königl. Sächsisclier Geheimer 

Bergratb , Professor emer. der Mineralogie und Geologie an der Universität zu 

Leipzig. Aufgenommen den 7. Juli 1863, cogn. Chr. S. Weiss. 
Den 26. Nov. 1873 zu Wien: Dr. med. et phil. August Emanuel Ritter von Eeuss, ord. 

Professor der Mineralogie an der Universität zu Wien. Aufgenommen den 1. Mai 

1853, cogn. Saussure IL 

Dr. Behn. 



G-ustav Rose*),. 

der jüngere Bruder des Chemikers Heinrich Rose, ist am 18. März 1798 geboren. Den Vater 
verlor er früh ; in den Befreiungskriegen zog er wie seine drei älteren Brüder mit hinaus. 
Vom Bergfach, dem er sich Anfangs widmete, ging er bald ganz zur Wissenschaft über und 
arbeitete mit seinem Bruder Heinrich längere Zeit in Stockholm unter des berühmten Berzelius 
Leitung. Im Jahre 1823 habihtirte er sich in Berlin, 1826 wurde er ausserordentlicher, 1839 
ord. Professor der Mineralogie und nach Ch. Sam. Weiss' Tode Director des kgl. mineralogi- 
schen Museums. Zahlreiche Reisen führten ihn nach Scandinavien , England und Schottland, 
Italien und Sicilien, und Oesterreich. Im Jahre 1829 machte er mit Humboldt und Ehrenberg 
die berühmte Reise nach dem Ural, dem Altai und dem Kaspischcn Meere, welche ihn bis an 
die chinesische Grenze führte , eine Reise , welche die mineralogische Kenntniss des weiten 
russischen Reiches begründete. Seine Untersuchungen auf vaterländischem Boden waren 
namenthch dem schlesischen Gebirge gewidmet. 

G. Rose's Arbeiten umfassen alle Zweige der Mineralogie ; die Krystallformen und 
ihre Combinationen , die Krystallphysik , die chemische Zusammensetzung und die künstliche 
Darstellung der Mineralien. Er begi'ündete die Petrogi'aphie, er zuerst brachte das IMikroskop 
auch in der Mineralogie zur Anwendung und benutzte das Reflexionsgoniometer zu genauen 
Winkelbestimmungen ; auch an den Arbeiten Mitscherlich's über die Isomorphie hat er wesent- 
lichen Antheil. Das Gefüge der Eisenmeteoriten, das Mineralgemenge der Steinmeteoriten ent- 
hüllte sich seinem Scharfsinn. Und wohl bemerkenswertli ist es, dass seine schönsten mine- 
ralogischen Entdeckungen nicht etwa an seltenen Körpern gemacht worden sind, sondern an 
solchen, die in allen Sammlungen vorhanden und schon Vielen zur Beobachtung gedient hatten ; 
dahin gehört der Nachweis von rechten und linken lirystalleu des Quarzes aus ihrer äussern 
Form, die mannigfache Zwillingsbildung desselben, die von Vielen vergeblich erstrebte Ent- 
hüllung der Krystalhsation des Eisenkieses. Während seines letzten Jahres beschäftigte er 
sich vorzugsweise mit der Krystallform des Diamanten: 24 Stunden vor seinem Tode noch 
dictirte er einem seiner Söhne die Ergebnisse der letzten Geistesarbeit in die Feder. 

Gustav Rose war einer der Wenigen , bei denen Richtung und Ziel der wissenschaft- 
lichen Thätigkeit wie Behandlung und Betrachtung der vielseitigen Beziehungen des Lebens 
aus derselben reinen Quelle fliessen, aus einem tief wohlwollenden, friedevollen Gemüthe. In 
der Wissenschaft ging sein Streben dahin, die Einzelerscheinung als Theü des geordneten 
Naturganzen zu erkennen, im Leben war es das innerliche Bedürfniss, Freude, wahres Glück, 



*) Aus der Köln. Zeitung. 



37 

Frieden zu verbreiten, was ihn beseelte und aus seinen Augen sjirach. Mit höchster Freudig- 
keit und Hotlnuug erfüllte ihn, zu sehen, wie viele trüber dunkle Gebiete erforscht und erhellt 
worden sind. „ Pertransibunt multi, sed augebitur scientia ! " rief er denen zu, die an der 
Unermesslichkeit der Aufgabe verzagen wollten. 

Am 1 1 . Juli hielt er noch seine Vorlesungen ; am Abend dieses Tages aber stellten 
sich die ersten Anzeichen einer Lungenentzündung ein , die nach vier Tagen dem Leben eines 
der besten Menschen ein Ziel setzte. — Unvergänglich ist das Andenken, welches G. Rose in 
seiner Wissenschaft zurückgelassen hat ; zwar nicht unvergänglich , aber lebendiger und rüh- 
render ist die Erinnerung, welche er in den Herzen vieler Menschen zurückgelassen, Aller, 
mit denen er verkehrte. — 



Die 46. Yersammlung Deutscher Natur- 
forscher und Aerzte zu Wiesbaden 

vom 18 — 24. September 187.3. 

A. Die allgemeinen Sitzungen. 

In der ersten .Sitzung am 18. hält nach 
der Begrüssung der Versammlung durch den 
zu Leipzig erwählten Vorsitzenden Hrn. Geh. 
Hofi'. Fresenius, den einzigen Manu, der 
zweimal eine Versammlung der Naturforscher 
leitete, des Kegierungspräsidenteu von Wurmb 
Namens der Preussischen Regierung und des 
Oberbürgermeisters Lanz Namens der Stadt 
Wiesbaden und nach Erledigung einer Anzahl 
Eingänge Hr. Prof. Neubauer einen Vortrag 
über Justus v. Liebig in seinei Bedeutung für 
die physiologische Chemie , den das Tageblatt 
nicht mittheilte. Es folgt dann ein Vortrag 
des Prof 0. Schmidt in Strassburg, aus 
welchem wir, obgleich er auch nicht im Tage- 
blatt enthalten ist. Folgendes mitzutheilen ver- 
mögen. 

Schmidt betrachtet die Wiedergeburt der 
seit Lamarck's Versuche vergessenen Abstamm- 
ungslehre, nachdem die Geologie ihre jetzige 
Gestalt erreicht habe , als eine geschichthche 
Nothwendigkeit. — Er geht von dem sicher 
richtigen Standpunkte aus , dass die Descen- 
denzlehre , einmal erwiesen , auch auf den 
Menschen und zwar nicht blos auf den kör- 
perheben , sondern auch auf den geistigen 



Meuschen anwendbar sei. — Er ist der An- 
sicht, dass die anatomischen Untersuchungen 
von Huxley und Broca eine gemeinsame Ab- 
stammung der Menschen und menschenähnlichen 
Affen dargelegt hätten und sucht die abwei- 
chenden Ansichten von C. E. v. Baer und 
Lucae zu widerlegen. Er verwahrt sich 
gegen die Auffassung, dass noch jetzt aus 
den menschenälmhchen Affen ein Mensch ent- 
stehen könne, ohne indess die Gründe anzu- 
geben, warum bei der angenommenen Fort- 
dauer der Veränderlichkeit der Arten aus dem 
befruchteten Eie eines Gorilla nicht jetzt noch 
ein menschenähnhcheres Wesen sich zu ent- 
wickeln vermöge. Er betrachtet die Auf- 
findung dreizehiger Pferde als einen schlagen- 
den Beweis für den gemeinsamen Ursprung 
des Pferdes mit den Zwei- und Mehrhufern, 
hält aber das Verlangen nach den nothwendig 
vorhanden gewesenen Zwischenformeu zwischen 
Menschen und Affen für dilettantisch. — 

Er wendet sich dann zu seiner Haupitauf- 
gabe, zu erweisen, dass auch die hohe geistige 
Entwickelung des Menschen der Descendenz- 
lehre nicht widerspreche, nachdem er daran 
erinnert, dass der Unterschied der Gehmimasse 
zvrischeu verschiedenen Menschen grösser sei, 
als zwischen niedrigstehenden Menschen und 
dem Gorilla. 

Die Seele des neugebornen Kindes sei in 
ihren Aeusserungeu von der des jungen Thieres 
gar nicht verschieden. Die Stufe, bis wohin 
die fortschi'eitende Entwickelung in einem 



38 



gegebenen Kinde zu steigen vermöge, sei von 
den vorausgegangenen Generationen aLbängig, 
und es sei einfacli nicht wahr, dass unab- 
hängig von Farbe und Abstammung jeder 
Mensch unter übrigens gleichen Bedingungen 
ehie gleiche Hölie der geistigen Entwickelung 
erreichen könne. — Es gäbe niedrige Menschen- 
racen oder Menschenarten, wie niedrige und 
höhere Thiei;p, und man könnte die Menschen- 
gattung damit charakterisiren, dass ihre Arten 
so ganz verschiedene Stufen des Geisteszu- 
standes einnehmen. 

Der freie Wille des ethisch gehobenen 
Menschen sei kein Gemeingut aller Menschen^; 
auch das Gewissen sei ein Erziehungsresultat 
einzelner Racen und Stämme, das bekanntlich 
auch in den civilisirtesten Staaten vielen In- 
dividuen total abhanden komme ; gleichfalls 
stelle er mit Berufung auf die kürzlich von 
Mor. Wagner (in der Allg. Augsb. Ztg. Beil.) 
zusammengestellte Auswahl von Nachrichten 
in Abrede, dass ein Gottesbewusstsein Grund- 
eigenthum aller Menschen sei. Durch die ent- 
gesenstehende Ansicht von Missionären und 
andern Menschenfreunden lasse er sich nicht 
irre machen. Es reiche allein hin, um diese 
Behauptungen zu entkräften, dass die wlen 
ÄliUionen aus den gebildetsten Völkern, deren 
Sprecher David Strauss sei, den persönlichen 
Gott nicht in ihrem Bewusstsein haben. — 

Auch die Sprache widerspreche der De- 
scendenzlehre nicht. — 

Die Ueberzahl der Autoritäten unter den 
Sprachforschern habe sich aus sprachverglei- 
chenden imd sprachphilosophischen Gründen 
zu dem Schlüsse genöthigt gesehen, dass aus 
dem vernunftlosen Urzustände menschenähn- 
liche Wesen allmählig zu Menschen wurden, 
indem mit der Sprache die Vernunft sich ein- 
fand. Der Ansicht von Max Müller, der in 
der Sprache den Beweis der absoluten Trenn- 
ung des Menschen vom Thiere erkenne, stelle 
er den Ausspruch SteinthaPs vom Jahre 1851 : 
„Indem Sprache wird, entsteht Geist", und 



den Geiger's entgegen : „Die Sprache hat die 
Vernunft geschaffen ; vor ihr war der Mensch 
vernunftlos." 

Die Frage, ob die Menschheit von einem 
oder mehreren Paaren abstamme, hält S. für 
abgeschmackt, erklärt sich indess dahin, dass, 
falls sich nachweisen lasse, dass gewisse Sprach- 
stämme unbedingt unvereinbare Wurzeln führ- 
ten, man annehmen müsse, dass das Ausein- 
andergehen in Racen früher stattfand, als die 
Zuchtwahl auf dem Punkt der Sprachbildung 
angekommen sei. — Die ältesten uns bekannt 
gewordenen üeberreste von Menschen gehörten 
unbedingt jener Periode an, wo der Mensch 
schon in der Sprache das Werkzeug gefunden 
habe, die Schlacken seiner niedrigen Herkunft 
abzustreifen. — 

In der 2. aUgem. Sitzung am 22. Sept. 
hält, nachdem Breslau zum nächsten Ver- 
sammlungsort und die Hrrn. Geheimr. Prof. 
Dr. Löwig und Med.-R. Prof. Dr. Spiegel- 
berg zu Geschäftsführern erwählt waren. Hr. 
Prof. Vir chow einen Vortrag über die Natur- 
wissenschaften in ihrer Bedeutung für die sitt- 
liche Erziehung der Menschheit. 

\ . betrachtet seinen Vortrag als eine Foi't- 
setzung der früher bei gleichem Anlass zu 
Hannover und Rostock gehaltenen, die zwar 
vielfach verletzt hätten, deren Grundansichten 
indess durch die inzwischen eingetretenen Er- 
eignisse unerwartet schnell bestätigt seien. — 
Der Vertreter der Staatsregierung habe in 
seiner Begrüssungsrede anerkannt, welchen 
Werth die Rsgierung auf die Naturwissen- 
schaften ihres praktischen Nutzens wegen lege. 
Dies genüge aber nicht, man müsse wünschen, 
dass auch ihr Einfluss auf den sittUchen 
Menschen zur Anerkennung gelange. — Die 
sittliche Erziehung sei überall in der Em-o- 
päischeu Gesellschaft der Kirche anvertraut 
gewesen und jetzt erlebe man das Schauspiel, 
dass die Staaten genöthigt seien , aus der 
Hand der Kirche dasjenige zurückzunehmen, 



39 



was sie nicht in ausreichender Weise verwaltet 
habe. Die Kirche sei deshalb als berufene 
Lehrmeisterin anerkannt worden, weil sie früh- 
zeitig jene Gebote der äusseren Sittlichkeit in 
sich aufgenommen, welche ihr schon aus den 
ältesten Zeiten menschlicher Cultui- in bestimmt 
formnhrten Sätzen, z. B. in den 10 Geboten 
überkommen seien. Diese Gebote, getragen 
von fest normirten Glaubenssätzen, mögen für 
einfache Verhältnisse der menschlichen Gesell- 
schaft aiisreichen , da sie durch Vorschrift 
eines für die Gesellschaft nützlichen äusserlich 
sittlichen Verhaltens eine gewisse Sicherheit 
der Beziehungen vermitteln. Aber bei den 
compHcirteren Verhältnissen und der krassen 
Ungleichheit in der heutigen Gesellschaft ge- 
nüge dies nicht. Um sich in den schwierigen 
Verhältnissen der dadurch lieryorgerufenen 
Häufung der Conflikte zurecht zu finden , Jbe- 
dürfe es der inneren Sittlichkeit, der Befähig- 
ung zu freier sittUcher Selbstbestimmung. — 
Die Kii-che habe sich nicht bemüht, diese zu 
entwickeln, auch der Staat sei nicht im Stande, 
einen genügenden staatlichen Moralcodes an 
die Stelle des kirchlichen zu setzen, weil die 
Gesetzgebung höchstens nur dem jeweiligen 
Stadium der Entwickelung in regelmässiger 
Weise nachgehen könne. Dies vermöge nur 
die Wissenschaft mit der Beihülfe des echt 
germanischen Rechtes der individuellen Frei- 
heit. — Die Wissenschaft habe stets darnach 
gestrebt und so habe sich jener uralte Gegen- 
satz des Wissens und Glaubens gebildet. Es 
liege schon im Dogma vom Baume der Er- 
kenntniss, die dem Menschen verschlossen 
bleiben sollte und nach welchem, als sie ihnen 
doch zugänglich geworden, sofort der Sünden- 
fall eingetreten sei. — Die Kirche habe, so 
wie sie sich in ihren hierarchischen Bestreb- 
ungen eingeengt fühlte, stetig diesen Kampf 
verfolgt und schon Papst Innocenz in. um 
1215 das Studium der naturwissenschafthchen 
und naturphilosophischen Schriften des Aristo- 
teles untersagt. Als aber dennoch diese Ketzerei 



immer noch, sogar unter den Mönchen sich 
erhalten, sei in immer schärl'erer Weise jener 
Bruch zwischen den festgestellten Dogmen und 
der sich ausbildenden Wissenschaft erfolg^. — 

Der Redner kam nun auf die Frage, ob 
das Gewissen als ein ursprüngliches Vermögen 
oder als ein Produkt der Entwickelung anzu- 
sehen sei, und gelangte zu dem Schlüsse, dass 
es ein auf dem Grunde der gegebenen Ent- 
wickelungsfähigkeit anerzogenes sei. Diese 
Erziehung richtig zu freier sittlicher Selbst- 
bestimmung zu leiten, sei die Aufgabe und 
dazu müssten die Naturwissenschaften in ein- 
heitlicher erprobter Methode mitwirken. — 
Etwas absolut Gutes oder absolut Böses gäbe 
es nicht. Die diabolische Griindlage in der 
menschlichen Natur sei, dass er nicht existiren 
könne, ohne seine Existenz auf Kosten anderer 
organischer Wesen zu erkaufen. Das führe 
zu Raub imd Mord. Denn auch dei' Vegetarier 
tödte die Pflanzen und im Eie das entwickel- 
ungsfähige Huhn — damit beginne die lange 
Reihe der Sündenfälle und der weitere Fort- 
schritt führe zum Kriege, den die innere Moral 
verdamme. Aber die Menschheit sei noch 
nicht so weit fortgeschi'itten , dass wu- im 
Stande wären, diese Wahrheit zur eigentlichen 
Grundlage des öfi'entUchen Lebens in Europa 
zu machen. Wir hätten darin vielleicht selbst 
Rückschritte gemacht ; nach einem 50jährigen 
Frieden habe wohl mancher einen neuen Krieg 
für unmögUch gehalten und jetzt gäbe es ge- 
wiss wenige, die nicht überzeugt seien, dass 
wir für lange Zeit auf dem Fusse der steten 
Kriegsbereitschaft leben müssten. — 

Damit aber eine Wahrheit allgemeine An- 
erkennung finde, bedürfe es ihrer Feststellung 
durch Einheit der Methode und ihrer allgemeinen 
Verbreitung. Und noch herrschten über die 
Begrifi'e der Wahrheit die verschiedensten An- 
sichten. — Das gegenwärtig in Frankreich 
so häufige Vorkommen angeblicher Erschein- 
ungen der Jungfrau Maria gäbe davon einen 
Beweis. Wenn in einem solchen Falle ein 



40 



Erzbischof eine Untersuchung anstellen lasse, 
ob die Barbara X. die Maria wirklich gesehen 
habe oder ob sie lüge, so gäbe es für den 
Naturforscher noch eine dritte Möglichkeit, 
nämUch den wirklichen Glauben sie gesehen 
zu haben. Dies könne durch Vision geschehen, 
die dem Naturforscher aus den Sinnestäusch- 
ungen, den Illusionen und Hallucinationen er- 
klärlich sei. Die Sinnestäuschungen beruhten 
auf der falschen Verwerthung sinnUcher Ein- 
drücke, die oifenbar da seien, aber nicht von 
aussen angeregt. Sie vollziehen sich innerlich, 
die Kirche aber nehme sie äussei'lich. Die 
sittliche Erziehung würde einen grossen Fort- 
sclu-itt machen, wenn sie die Menschheit dar- 
über aufklären könnte. Denn es handle sich 
dabei nicht blos um kindische Consequenzen 
und alberne Vorstellungen , sondern sie könn- 
ten selbst die gi'össten pohtischen Sorgen, tiefe 
Erschütterung der menschhchen Gesellschaft 
und möglicherweise die schwersten aller Kriege 
zur Folge haben. Es sei sonderbar genug, 
dass man sich sagen müsse, dass die gegen- 
wärtigen Wallfahrten in Frankreich und die 
Reise des Königs von Itahen nach Wien und 
Berlin gewissermaassen darauf ausgingen, zu 
entscheiden, ob jene Erscheinungen eine vi- 
sionäre oder eine reale Bedeutung hätten. — 
Die sitthchen Grundlagen seien nicht blos in 
diesem, sondern auch in vielen andern Fällen 
durch unrichtige Interpretationen gefälscht 
und es sei nicht immer leicht, den Irrthum 
aufziildären. — Wenn man im Eisenbahnwagen 
sich über den bewegten Gegenstand täusche, 
so sei es leicht, sich zu überzeugen, dass man 
fahre. Dieselbe Täuschung auf das Verhält- 
niss der Erde zur Sonne angewendet, habe 
die äusserste Verwirrung in den sittlichen 
Vorstellungen der Menschen angerichtet. Die 
Erde sei als Mittelpunkt der Welt und der 
Mensch, das höchste Produkt der irdischen 
Entwickelung , als Zweck der Schöpfung er- 
schienen. Daran habe man die tiefstgehenden 
ReUgionslehren geknüpft. Die Lehre von dem 



auserwählten Volk Gottes ziehe sich in anderer 
Form durch die griechische und römische Ge- 
schichte und in neuerer Zeit betrachteten sich 
die Franzosen als die Erben dieses Präroga- 
tivs und das sei die Ursache des letzten Krieges 
geworden. — Auch jetzt sei die Gleich- 
berechtigung der Menschen weit entfernt, volle 
Anerkennung zu finden. Redner habe nach 
dem Kriege in England einem lebhaften Streite 
unter den gebildetsten Männern beigewohnt. 
Nicht darüber sei man uneins gewesen, ob 
irgend einem Volke eme Superiorität zukomme, 
sondern nur welchem, ^ und die Melirzahl habe 
sich dafür entschieden, dass nachdem die Fran- 
zosen besiegt seien, nunmehi* die Engländer, 
wie der heutige Ausdruck lautet, an der Spitze 
der Cirilisation marschireu %\iu-den. Die An- 
nahme einer Superiorität eines Volkes oder 
einer Race fülire aber zur Unterdrückung der 
andern, zur Sklaverei oder zur Vernichtung, 
wie sie in Nordamerika den Indianern gegen- 
über durch Pulver und Blei praktisch aus- 
geführt werde. 

Die Vorstellung des Naturforschers sei der 
der heutigen Kirchen, dass es sich um eine 
Rückkehr zu Gott handle, wodurch der Mensch 
der höchsten Erkeuntniss, des höchsten Lichtes 
und der Wahrheit theilbaftig werde , nicht 
unähnlicli. Auch der Naturforscher glaube, 
dass es der Menschheit beschieden sei, immer 
näher zum Lichte und zm- Wahrheit zu dringen 
und dass es seine Aufgabe sei, nach Kräften 
auf diesem Wege mitzuarbeiten. Dieses Lernen, 
dieses Fortschreiten in der Wahrheit ist sein 
höchstes Glück. Einen Glauben haben wir 
( schloss der Redner ) , den Glauben au "den 
Fortschritt in der Erkenntniss der Wahrheit 
und ein Zeichen haben wir, an dem man den 
Naturforscher immer erkennen müsste und 
sollte : dass er nie müde werde in diesem 
Streben, dem er den Namen Homo sapiens 
vom alten Linnee verdankt. Sonst müsste er 
homo credulus heissen. 



41 



Hierauf folgte ein Vortrag des Hrn. Prof. 
Dr. Sand berger aus Würzburg, das Ober- 
rbeinthal in der Tertiär- und Diluvialzeit. — 
Das Oberrheinthal war während der Trias und 
der Juraperiode ein schmaler Meeresarm ; von 
der Kreidezeit an wurde es trocken gelegt, 
weshalb uns für eine lange Epoche jede Kunde 
fehlt ; erst am Ende der Eocänstufe finden 
sich Süsswasserbildungen, reich an Land- und 
Sumpfschneckeu von durchaus tropischem Cha- 
rakter, daneben nur wenige, die auf die Mittel- 
meerländer beschränkt .sind. In ganz allmä- 
ligem Wechsel nimmt nun das Gebiet immer 
mehr den subtropischen Tj'pus an, auch in 
der Vegetation (Sabal major, eine P^ächerpalme) ; 
die früher herrschenden Lophiodonten werden 
durch das dem Schweine schon näher stehende 
Anthracotherium und den wichtigen zwischen 
Pferd und Tapir die Mitte haltenden Collectiv- 
typus des Palaeotherium ersetzt. 

Ein weiteres Sinken des Sumpflandes führt 
zum Durchbruch des helvetogallischen Meei'es 
von Südwest her, das sich jetzt bis zum 
Taunus und Hundsrück ausdehnt und die 
reichen Ablagerungen des Mainzer Beckens 
bildet. Massige Austern mit zahlreichen schma- 
rotzenden Muscheln , Korallen , Meereicheln, 
unzählige Haifischzähne und Knochen der See- 
kuh charakterisiren die (aus etwa 350 Arten 
bestehende) Fauna desselben, die deutlich eine 
Zunahme von solchen Formen erkennen lässt, 
die sich an heute lebende anschliessen. 

Durch abermalige allmälige Hebung wird 
das Meeresbecken in ein Brakwasser und end- 
lich in einen Süsswassersee umgewandelt, was 
sich namentlich in dem successiven Verschwinden 
und Verkümmern der verschiedenen Conchylien 
aufs schönste ausspricht ; gleichzeitig findet 
bei Weissenau eine Wirbelthierfauna ihr Grab, 
die sich an Reichthum mit der von Pikermi 
messen kann. Neben den geweihlosen Wieder- 
käuern, Zibethkatzen und Beuteltbieren früherer 
Perioden treten an Stelle des Palaeotheriums 
Tapire und Hippotherien , die unverkennbaren 
Leop. IX. 



Vorläufer des Pferdes, statt der Anthracothe- 
rien nur noch Hyotherien und endlich schon 
(zwar noch hornlose) Rhinoceronten auf. Die 
kleineren Säugethiere und mehr noch die Con- 
chylien stehen den heute in gemässigten Zonen 
lebenden Formen bedeutend näher. 

Eine grosse Lücke, die aber durch die 
Bildungen des Loirebeckeus sich ergänzen 
lässt, trennt die nun folgenden Eppelsheimer- 
schichten von den fi'üheren : schon erscheinen 
Hirsche mit einfachem Geweih, gehörnte Rhi- 
noceros, und vor Allem bemerkenswerth die 
gewaltigen Dinotheiiuni und Mastodon und 
der fürchterliche Machairodus. 

Bisher hatte der Kaiserstuhl im Breisgau 
die Wasserscheide gebildet, von welcher der 
Rhein seinen südlichen Anfang nahm. Jetzt 
erst finden im Alpenlande jene Veränderungen 
statt, die dem Rhein annähernd seinen heutigen 
Lauf vorschreiben ; dieser führte mm aber so 
massenhafte Gerolle in die Thalsohle herunter 
und spülte auch von den früheren Sedimenten 
so viel weg, dass sich von den bis zum Beginn 
der Diluvialperiode gebildeten Absätzen, die 
anderwärts durch die Fauna von Perrier in 
Frankreich und Norwich in England und die 
etwas jüngeren Forest-beds in Norfolk etc. ver- 
treten sind, nur an sehr wenigen Stellen SjJuren 
erhalten haben. Dass dieselben eine sehr lange 
Zeit repräsenth-en , geht schon daraus hervor, 
dass das alte Flussbett, von Basel bis Bonn 
überall noch an den längs der Berge ver- 
laufenden Uferlinien erkennbar, ca. 110 Meter 
über dem diluvialen lag , ganz besonders aber 
aus der völlig veränderten Physiognomie der 
Thierwelt des Lösses und der Sande des Di- 
luviums. Es sind fast lauter heute noch le- 
bende Thiere, die aber gegenwärtig grössten- 
theils in den Norden zurückgewichen sind ; 
unter den Säugern sind neben Pferd, Reh, 
Edelhirsch, Wildschwein, Dachs und Wasser- 
ratte noch Biber, Elen, Wisent und Ur, Renn- 
thier und Murmelthier erwähnenswerth. Aus- 
gestorben sind Höhlenbär , Riesenhirsch , die 

6 



42 



lieiden Elephanten, Nilpferd und Rhinoceros, 
letztere, die mau als Repräsentanten eines 
wärmeren Klimas anspreclieii könnte, wohl alle 
dicht behaart, wie dies für Mammuth und 
Nasborn durch die sibirischen Funde bestätigt 
ist. Im Thallöss sind Elephas antiquus und 
Nilpferd bereits verschwunden, das Rhinoceros 
mit halbknöcherner Nasenscheidewaud durch 
Rh. tichorhinus ersetzt, Höhlen-Löwe, -Hj'äne 
und -"Wolf neu hinzugekommen. Vom Menschen 
fand sich auffalleuderweise bisher nicht die 
geringste Spur, obwohl wir wissen, dass er 
damals schon lange in Höhlen und Schluchten 
mit jenen ausgestorbenen Riesen zusammen- 
lebte. ■ — Die gewaltigen Schlammmassen des 
Lösses sind, wie sich schon aus seinen Ein- 
sclilüssen, besonders den zahlreichen Land- 
schnecken ergiebt, fast nur durch jseriodisch 
aufeinander folgende Hochwasser abgelagert 
worden ; einer sicheren Berechnung zufolge 
hat der Rhein damals bei Strassburg 48 mal 
so viel Wasser vorbeigeführt, als heute. — 
(Fortsetzung folgt.) 



Die Meteorologie in ihrer Beziehung 

zur Landwirthscliaft, den volkswirth- 

scliaftlichen Interessen und den 

GresundlieitsTerhältnissen. 

In der im Selbstverlage des Verfassers 

erschienenen Schrift : 

„Der Boden , das Klima und die Witterung 
von Ostfi-icsland, sowie der gesammten nord- 
westdeutschen Tiefebene, in Beziehung zu 
der Landwirtbschaft, dem Seefahrtsbetriebe, 
den volkswirthschaftlichen Interessen und 
den Gesundheitsverhältnissen dargestellt von 
Dr. A. M. F. Prestel. 291/2 Bogen in 
^r. 8"^ und 6 Tafeln in Steindruck. Emden 
1872*)" 

*) Gegen Einsendung von 41/.2 Thaleru. am 
einfachsten mittelst Postanweisung, wird das Buch 
den Interessenten im Bereiche des deutsch- 
österreichischen Postvereins vom Verfasser 
mit der Post kostenfrei zugesendet. 



sind die Beziehungen dargestellt, in welchen 
Boden, Klima und Witterung der gesammten 
norddeutschen Tiefebene zu dem Culturleben 
der Bewohner stehen. Nach einer Charakteri- 
sirung der Bodenbeschaffenheit der norddeutschen 
Tiefebene in ihiem gegenwärtigen Bestände, 
nach Darlegung der noch andauernd umge- 
staltend auf dieselben einwirkenden Naturkräfte 
und nach einer Schilderung der Veränderungen, 
welche dieselbe seit der Eiszeit erfahren hat, 
sind in der meteorologischen Abtheilnng des 
Werkes die für das Luftmeer und die Er- 
scheinungen in demselben geltenden Gesetze 
in einer bei aller Wissenschaftlichkeit allge- 
mein verständlichen Weise so entwickelt, dass 
eine praktische Verwerthung der gewonnenen 
Ergebnisse der Beobachtungen selbst für solche 
Leser ermöglicht wird, welche derartigen Aus- 
führungen bis dahin weniger nahe gestanden 
haben. 

LTnter den Ueberschriften : das Luftmeer 
nach seiner physikahschen und chemischen Be- 
schaffenheit ; die Temperatur ; der Druck der 
Luft und der Barometerstand ; der Wasser- 
dampf im Luftmeere und die Verdunstung ; 
die wässerigen Niederschläge ; das Gewitter ; 
das Nordlicht ; das Ozon ; der Moorrauch ; die 
Winde — sind in möglichster Vollständigkeit 
die Thatsachen hervorgehoben, welche bekannt 
sein müssen , um die das Klima und die Wit- 
terung betreffenden Fragen beantworten zu 
können, die sich dem Landwirthe, dem Tech- 
niker, dem Aizte in ihrem Berufsleben auf- 
drängen. Insbesondere ist der Einfluss, wel- 
chen Klima und Witterung auf die landwirth- 
schaftlichen Arbeiten, auf das Gedeihen der 
Kulturgewächse, auf den Gesundheitszustand 
ti. a. haben, unter sorgfältigem Anschlüsse an 
die Beobachtungen und Erfahrungen ins Ein- 
zelne gehend dai'gestellt. Als von allgemeinerem 
Interesse dürfte Folgendes hervorgehoben zu 
werden verdienen. 

Das Khma Ostfrieslands so\vie der ge- 
sammten Norddeutschen Tiefebene ist seiner 



43 



Eigenthümlichkeit nach wesentlicli dadurch be- 
dingt, wie Land und Wasser zunächst in Nord- 
Europa, dann aber auf der nördlichen Halb- 
kugel überhaupt vertheilt sind. Emden liegt 
unter gleicher Breite mit Barnaul in Sibirien 
und Cumberland House in Canada, hat also 
mit den eben genannten Orten gleiche Ent- 
fernung vom Aequator. Hiernach scheint man 
berechtigt zu sein , annehmen zu düi-fen , dass 
auch die Temperatur der Luft zu ein und 
derselben Zeit im Jahre an den genannten 
Stellen der Erdoberfläche im Wesentlichen 
übereinstimmen müsste. In Beziehung auf 
letztere stellt sich aber, besonders im Winter, 
ein ungemeiner Unterschied heraus. Die durch- 
schnittliche Temperatur für die sechs Monate 
von der Herbst- bis zur Frühlings -Tag- und 
Nachtgleiche ist für Cumberland House — 10,4'', 
für Barnaul — 9,76", für Emden dagegen 
-}- 2,810. Die mittlere Jahreswärme für die 
genannten Orte beträgt beziehungsweise — 0,9", 
0,0" und + 6,92'l Die mittlere Temperatur 
für den Monat Januar ist für Barnaul — 15,84", 
für Emden -(-0,11"; der Thermometerstand 
geht dort bis auf — 40 " hinab , eine Kälte, 
bei welcher das Quecksilber erstarrt und zu 
einem hämmerbaren Metall wird. In Ostfries- 
land fällt das Thermometer bei dem heftigsten 
Froste nicht unter — 15". Die eben ange- 
gebenen Temperaturgrade, welche in Canada 
und Sibirien vorkommen, entsprechen der Ent- 
fernung jener Länder vom Aequator, für Ost- 
friesLind, sowie für Nordeuropa überhaupt, ist 
dieses nicht der Fall. Aus der Beschaffenheit 
der Oberfläche der Gebirgsmassen in Norwegen 
und Schweden, sowie aus den über Nord- 
deutschland verbreiteten nordischen Geschieben 
und anderen geologischen Thatsachen geht 
aber hei-vor, dass es eine Zeit gab, während 
welcher die Temperatur von Ostfriesland, so- 
wie von Nordeuropa überhaupt, eben so niedrig 
war wie gegenwärtig in Canada und Nord- 
sibirien. Die Erledigung der Frage nach der 
Ursache des so ausserordentlichen Unterschiedes 



zwischen der gegenwärtigen und früheren kli- 
matischen Beschaffenheit unserer Gegend hat 
in mehrfacher Hinsicht das grösste Interesse. 
Eine befriedigende Antwort auf diese Frage 
ergiebt sich sofort, wenn man der Quelle der 
hohen Temperatur, durch welche Nordeuropa 
gegenwärtig so sehr bevorzugt ist, bis zu 
ihrem Ursprünge nachgeht und zugleich ins 
Auge fasst, -wie das Land und Wasser auf 
der nördlichen Halbkugel gegenwärtig vertheilt 
sind und wie sie in früherer Zeit vertheilt 
waren. Dass die höhere Wärme Europas in 
der Jetztzeit durch den Golfstrom vermittelt 
wü-d, ist eine allgemein bekannte Thatsache. 
Verfolgt man nun den mit dem Golfstrome 
über den nordatlantischen Ocean zu den eui'o- 
päischen Gestaden gelangenden Strom dampf- 
reicher, hoch temperirter Luft, so gelangt 
man zur Strasse von Florida und von da in 
den Mexikanischen Meerbusen. Von dort her, 
aus der heissen Zone , wird also die höher 
temperirte Luft in die hohen nördlichen Breiten, 
nach West- und Nordwesteuropa fortgeführt. 
Westiudien ist, wie Dove sich ausdrückt, der 
Heizapparat für Europa. Da sich durch die 
neueren geologischen und hydrologischen Forsch- 
ungen herausgestellt hat, dass in früherer Zeit 
ein grosser Theil des europäischen Festlandes, 
wie es jetzt vorliegt, Meeresboden war, und 
dass andererseits in dem jetzigen Becken des 
nordatlantischeri Oceans grosse Festlandsmassen 
vorhanden waren, so konnte in fi-üherer Zeit 
die Golfströmung nicht vorhanden sein. Damit 
ist die Frage nach der Ursache des Contrastes 
ei'ledigt, in welchem die gegenwärtige Be- 
schaffenheit des Klimas der europäischen Länder' 
zu der in der früheren Periode steht, welche 
man mit dem Namen der Eiszeit näher be- 
zeichnet hat. Die Eiszeit liegt weit liinter 
der geschichthchen Zeit zurück. Auf ein Fest- 
land, welches im Becken des jetzigen nord- 
atlantischeu Oceans früher vorhanden war, 
deutet indess auch schon die Sage hin. Es 
ist dieses die Atlantis, von welcher Plato im 

6* 



44 



Timaeus und Kritias erzählt. Als Gewährs- 
mann beruft sich Plato auf Solon. Diesem 
soUen die Priester von Sais aus ihren Jahr- 
hüchern, welche nach ihrer Aussage bis acht- 
tausend Jahre vor Solon zurück gehen, die 
Sage mitgetheilt haben. Die jetzige Sahara, 
die libysche Wüste , sowie Norddeutschland 
sind entschieden der Boden eines früheren 
Meeres. Dieses, das Düuvialraeer, ist nach 
einer Rechnung, welche sich auf die Veränder- 
ungen der Erdoberfläche gründet , welche im 
Laufe der geschichtlichen Zeit vorgekommen 
sind , vor zehn - bis fünfzehntausend Jahren 
zurück getreten. Wenn man annehmen darf, 
dass zur Zeit der Könige von Libyen und 
Asien, von welchen in der Sage die Rede ist, 
die Sahara noch vom Meere bedeckt und 
Libyen in dem Diluvialmeere an der Stelle 
als Insellaud vorhanden war , wo wir gegen- 
wärtig den Atlas vorfinden , so hat das Ver- 
ständniss und die Erklärung der von Plato 
mitgetheilten geschichtlichen Ereignisse nicht 
die geringste Schwierigkeit. 

Schon bei einer Yergleiohung der Tempe- 
ratur Ostfrieslands mit der der östlichsten 
Provinzen des preussischen Staates stellt sich 
erstere für die Gesundheit der Bewohner und 
das Gedeihen der Thiere und Pflanzen als be- 
vorzugt heraus. Im Gegensatze zu dem con- 
tinentalen Charakter des Klimas von Posen 
und Litthauen hat das Klima Ostfrieslands 
oceanisches Gepräge. Mehr in die Augen fallend 
als bei der Vergleichung der mittleren Jahres- 
wärme tritt dieses hervor, wenn man die Tem- 
peratur der kältesten und wärmsten Monate, 
sowie die grössten Wärme- und Kältegrade 
berücksichtigt, welche vorkommen. Die mitt- 
lere Jahrestemperatur für Emden ist -j- 6,94''R., 
fiü- Posen -j- 6,22», für Tilsit + 5,20». Grössere 
Difterenzen, als unter diesen Zahlen, stellen 
sich schon bei Vergleichung der mittleren Tem- 
pei'atur des Winters heraus. Diese ist für 
Emden -f 0,84", für Posen —1,510, für Tilsit 
— 2,76 ^ Die niedrigste mittlere Temperatur 



des Januar sinkt in Ostfiiesland nicht unter 

— 8" bis — 9", dagegen in Posen bis — 12". 
Bedeutender und tiefer in das organische Le- 
ben eingreifend sind die absolut niedrigsten 
Kältegiade, welche vorkommen. Als solche 
haben sich ergeben: für Emden — 15", für 
Tilsit —250, für Posen —29". Eine mittlere 
Temperatur unter 0" haben in Ostfriesland 
nur 15 Tage, nämlich vom 5. bis 18. Januar. 
in Posen dagegen 86, die nämlich vom 2. Januar 
bis 26. Februar. 

Als kältester Tag im Jahre hat sich für 
Ostfriesland der 12. Januar mit — 0,7 o heraus- 
gestellt. Von da nimmt die mittlere Tages- 
temperatur stetig zu, bis sie am 9. August 
ihr Höchstes mit 13,98" erreicht. Von diesem 
Tage fällt sie dann ebenso stetig bis zum 
12. Januar. 

Am 24. Juli 1872 zeigte das Thermometer 
im Schatten 29,2". Dieses ist die höchste 
Wärme, welche in den letzten ^äerzig Jahren 
vorgekommen ist. Die niedrigste Temperatur 
kam am 22. Januar 1850 vor; das Thermo- 
meter war bis — 15 " gesunken. Zwischen 
der höchsten und niedrigsten Temperatur liegt 
somit ein Spiekaum von 44,2" R. oder 55,25" 
Geis. Li Tilsit kam im Juli 1868 ebenfalls 
eine Temperatur von -|" 29 " R. vor; im Fe- 
bruar 1846 sank das Thermometer aber bis 

— 25". Es stellt sich also dort die Vai-iabi- 
lität zu 54 " R. oder 67,5 " Gels., d. i. um 
10 " R. grösser heraus. Die Orte, wo die 
Variabihtät der Temperatur gross ist, wo dann 
zugleich plötzliche Temperaturstürze häufig 
vorzukommen pflegen , sind der Gesundheit 
nichts weniger als zuträglich. Besonders Per- 
sonen, welche angegriff'ene Respirationsorgane 
und Anlage zu Phthisis haben, kann der Aufent- 
halt an Orten, wo die Temperatur sehr variabel 
ist, sehr nachtheiUg werden. 

Bei einer Temperatur unter 0" wird das 
Wasser zu Eis und das Leben der Pflanzen 
und Thiere geht zu Grunde. Nachtfrost ist 
an der Nordseeküste am frühesten im Jahre 



45 



1862 am 4. October, am spätesten am 8. Mai 
vorgekommen. Wie aus dem sogenannten 
„Alten Mai"' hervorgeht, um welche Zeit das 
Milchvieh ins Land getrieben zu werden pflegt, 
haben die Landwrthe Ostfrieslands die Zeit, 
nach welcher kein Frost mehr vorkommt, auch 
ohne Thermometer ermittelt. Freilich waren 
die von vielen Generationen im Laufe mehrerer 
hundert Jahre gemachten Erfahrungen erfor- 
derhch , um zu dieser Praxis zu gelangen, 
ohne das Thermometer zu Rathe ziehen zu 
können. — Glücklicher Weise kommt es nicht 
häufig vor, dass der Frost schon so früh oder 
noch so spät auftritt, wie eben angegeben. 
Häufiger kommen Nachtfröste vom 18. October 
bis zum 21. April vor. Der erste Tag mit 
mittlerer Temperatur unter 0* ist der 3. No- 
vember und der letzte der 9. April. Vom 
7. November bis zum 31. März kommen Tage 
mit mittlerer Temperatur unter O** öfter vor, 
der Laubfall beginnt nach dem ersten Nacht- 
frost ; am 10. November pflegen die Bäume 
entlaubt zu sein. 

Vom Barometer, dem als Wetterpropheten 
von Vielen und häufig befi-agten Instrumente, 
welches die mit dem Wetter vorgehenden Ver- 
änderungen allerdings richtig ankündigt, dessen 
Zeichensprache aber von den Meisten nicht 
gehörig verstanden wird, mag hervorgehoben 
werden, dass der mittlere Stand desselben an 
der Nordseeküste = 28 Zoll 0,6 Linien := 
336,6 Linien Par. Maass = 759,3 MiUimeter 
oder 29,9 Zoll engl. ist. Wenn die an dem 
Barometer angebrachte Wetterskala euiiger- 
maassen Anhalt für die Wetterveränderung 
abgeben soll, so muss die Bezeichnung „ver- 
änderlich" an der richtigen Stelle, d. i. neben 
jener Zahl stehen. In Beziehung auf die 
übrigen am Barometer angebrachten Bezeich- 
nungen der WitteruBgsbeschafienlieit muss man 
nie vergessen, dass sie sämmthch nur unter 
gewissen Bedingungen gültig sind. 

Im December 1859 erreichte das Barometer 
steigend 29 Par. Zoll = 348 Par. Linien = 



785 MiUimeter oder 30,9 Zoll engl., im Ja- 
nuar 1865 fiel die Quecksilbei'säule bis 26 Zoll 
und 8 Linien Par. Maass = 721 Älillimeter 
oder 28,1 ZoU engl. Nach den Beobachtungen 
der letzten vierzig Jahre sind dieses die äusser- 
sten Grenzen, innerhalb welcher sich das Baro- 
meter steigend oder fallend bewegt. Bei dem 
höchsten Barometerstande beträgt der Druck, 
welchen die uns umgebende Luft auf jede 
Fläche von der Grösse eines Quadrameters 
ausübt, 10669 Kilogramm, bei dem Barometer- 
stande von 336 Par. Linien übt die Luft auf 
eine gleiche Fläche einen Druck von 10,339 
Kilogramm aus, bei dem angegeben niedrigsten 
Barometerstande ist der Druck aber nur 9808 
Kilogramm. Der Unterschied des Drucks bei 
höchstem und niedrigstem Barometerstande ist 
somit 861 Kilogramm. Da die Grösse des 
atmosphärischen Drucks auf den Blutumlauf, 
die Ausdünstung, die Nerventhätigkeit u. A. 
von Einfluss ist, dieser letztere aber bei den 
soeben angegebenen Differenzen dem Grade 
nach bedeutend verschieden sein muss, so ist 
ersichtlich, dass wenn es sich um die Auf- 
findung der Ursachen von Unwohlsein und 
Krankheiten handelt, der Barometerstand eben- 
falls beachtet und in Rechnung genommen zu 
werden verdient. Ebenso dürfte, wenn die 
Rede von dem Einflüsse ist, welchen der Aufent- 
halt in einem Seebade auf das Befinden hat, 
der höhere Barometerstand am Ufer des 
Meeres als wesentliches Moment in Betracht 
kommen. 

Das Wasser, welches sich in den Strömen, 
Flüssen, Brunnen, sowie im Erdreiche als 
Grundwasser vorfindet, ist als Regen, Hagel, 
Schnee oder in anderer Form aus der Atmo- 
sphäre niedergefallen. Wenn die nur Wasser 
abgäbe und nicht wieder empfinge , so würde 
sich ihr Vorrath bald erschöpfen. Dass dieses 
nicht geschieht, dafür ist durch die Verdunst- 
ung gesorgt. Das niedergefallene Wasser wird 
wieder luftförmig und kehrt als Wasserdampf 
ins Luftmeer zurück. Der Niedersclüag und 



46 



die Verdunstung machen bei ihrer Andauer 
den sogenannten Kreislauf des Wassers aus. 

Wenn von dem Wasser, welches in Ost- 
friesland im Laufe eines Jahres als Regen 
oder Schnee niederfällt, nichts in den Boden 
eindränge, abflösse oder verdunstete, so wirde 
die ganze Provinz von einer nahezu 2 Fuss 
2 Zoll Par. Maass oder 73 Millimeter hohen 
Wasserschicht bedeckt sein ; wäre hingegen 
unsere Gegend ganz mit Wasser bedeckt, so 
würde davon eine 28 bis 29 Par. Zoll oder 
78 Millimeter hohe Schicht verdunsten. 

Im Sommer ist die Menge dos verdunsten- 
den Wassers viel grösser als die Regenmenge, 
im Winter ist es umgekehrt. Ln Juli beträgt 
die mittlere Höhe der verdunsteten Wasser- 
scliicht 56,5 Par. Linien, die des Regens nur 
29,2 Par. Linien. Da somit fast dojjpelt so 
viel Wasser verdunstet als niederfällt, so würde 
Alles verdorren, wenn nicht im Untergrunde 
eine gewisse Menge Wasser vorräthig bliebe, 
die wegen der niedrigen Lage des Bodens 
weder abfliessen kann und andererseits durch 
die darüber liegende Erdsclücht verhindert 
wird, rasch zu verdunsten. 

Aus der Vergleichung der statistischen 
Daten, welche sich aus den in Emden von 
1859 bis 1867 auf die Regenmenge und Mor- 
taUtät gerichteten Beobachtungen ergeben 
haben, geht als bemerkenswerthe Thatsache 
hervor, dass das Wachsen und Abnehmen der 
SterbUohkeit im Laufe des Jahres der Zu- 
und Abnahme der Regenmenge genau umge- 
kehrt proportional ist. Nach den Beobacht- 
ungen von 1858 bis 1867 ist die in Procent 
ausgedrückte mittlere Veränderung 

der der 

Regenmenge. Mortalität. 

December — 0,6 — 0,5 

Januar + 0,5 + 1,0 

Februar — 1,2 — 1,2 

März -1-1,3 + 2,1 

April — 2,9 — 0,4 

Mai + 1,2 — 0,8 

Juni + 2,9 — 1,1 

Juli -f- 1,0 — 0,5 

August 4- 1,9 — 0,8 

September — 1,9 — 0,2 

October — 2,5 + 1,8 

November -\- 0,3 + 0,6 



Vom November bis zum December wird 
die Regenmenge um 0,6 */o geringer, im Ja- 
nuar wird die Sterblichkeit um 1,0 % grösser. 
Im Januar ist die Regenmenge um 0,5 "/o 
grösser , im Februar ist die Sterblichkeit um 
1,2 "/(j kleiner u.s.w. — Vom Mai bis August 
ist die Regenmenge grösser als das durch- 
schnittliche Monatsmittel, andererseits ist die 
Mortalität geringer. Für die Jahreszeiten stellt 
sich genau dasselbe Gesetz heraus. Die Regen- 
menge ist im Frühling am kleinsten, die Sterb- 
lichkeit am grössten ; im Sommer ist die Regen- 
menge am grössten, die Sterblichkeit am klein- 
sten. Es beträgt von der Jahressumme : 
die die 

Regenmenge. Sterblichkeit. 

im Winter 22,4 »/o 25,7 % 

„ Frühling 18,9 „ 29,0 „ 

„ Sommer 30,2 „ 21,9 „ 

„ Herbst 28,2 „ 23,4 „ 

Allgemein : Eine Abnahme der Regenmenge 
oder ein Zurückbleiben derselben gegen die 
mittlere hat in dem nächstfolgenden Monate 
eine Zunahme der Sterblichkeit zur Folge, und 
umgekehrt : wächst die Regenmenge, so nimmt 
die Sterblichkeit im nächsten Monat ab. 

Das absolute Maximum des Niederschlags 
fällt auf August, das absolute Minimum der 
Mortalität auf September. 

Das Grundwasser, welches bei der Frage 
nach der Salubrität der verschiedenen Oert- 
Uchkeiten sehr in Betracht kommt, hat man 
durch direkte Messung zu bestimmen versucht. 
Durch letztere erhält man indess eine Grösse, 
die nur für die Stelle gilt, an welcher die 
Messung ausgeführt ist ; je nach der Boden- 
beschaffenheit wird in nicht beträchtlicher 
Entfernung davon der Grundwasserstand ein 
ganz verschiedener sein. 

Für Untersuchungen, welche darauf ge- 
richtet smd, den Einfluss zu ermitteln, welchen 
der höhere oder niedrigere Stand des Grund- 
wassers auf den Salubritätszustand einer Stadt 
oder eines noch grösseren Bezirks hat, reichen 
direkte Messungen nicht entfernt aus. 



Das iu einem grösseren Bezirke zu einer 
'bestimmten Zeit vorhandene Grundwasser ist 
die gesamiute Wasserinenge , welche daselbst 
nicht allein im Ober- und Untergründe, son- 
dern auch in den Seen , Flüssen , Bächen und 
Gräben vorhanden ist , diese ist aber gleich 
der Menge des in der nächstvorhergegangenen 
Zeit niedergefallenen Regens oder Schnees, 
weniger dem Wasserquantum , welches ver- 
dunstet, abgeflossen, im Haushalte der Natur 
oder von den Menschen verbraucht worden ist. 
Da die ahfliessende Wassermenge unter ge- 
wöhnlichen Umständen sich so ziemlich gleich 
bleibt, die von den Pflanzen und Thieren con- 
siimirte Menge nur verhältnissmässig gering 
ist, so kommt hauptsächlich das verdunstende 
Quantum in Rechnung. 

Aus den vieljährigen Beobachtungen des 
Niederschlags und der Verdunstung hat sich 
die folgende Zahlenreihe ergeben, welche die 
mittlere periodische Veränderung des Grund- 
wasserstandes im Laufe des Jahres von der 
Nordseeküste ausdrückt. 

Normal-Abweichung 

des Grundwasserstandes 

vom Mittel. 

Deoember -f 23,72 

Januar -(- 23,76 

Februar -|~ 15,74 

März -f 3,24 

April — 11.90 

Mai — 28,83 

Juni — 26,92 

Juli — 24,96 

August — 8,97 

September — 7,09 

October + 18,98 

November -)- 23,18 

Vergleicht man den Grundwasserstand, 
welcher aus den Niederschlags- und Ver- 
dunstungs - Mengen eines bestimmten Jahres 
herechnet ist, mit den vorstehenden, aus viel- 
jährigen Beobachtungen abgeleiteten Normalen, 
so ergiebt sich das Zuviel oder Zuwenig. 
Bestimmt man auf dieselbe Weise die Ab- 
weichung der Mortalität oder Morbidität des- 



selben Jahres . so ergiebt sich durch die Ver- 
gleichung beider Zahlenreihen , ob und welche 
Beziehung unter dem Grundwasserstand- und 
den Gesundheitsverhältnissen Statt findet. 

Dass man durch Berechnung der Difierenz 
zwischen der Hohe des atmosphärischen Nieder- 
schlags und der Höhe der verdunsteten Wasser- 
schicht einen richtigen Maasstab für die Be- 
urtheilung des Grundwasserstandes erhält, er- 
giebt sich aus den Pegelständen der Flüsse 
und Ströme. Diese verändern sich von Monat 
zu Monat jenen Differenzen proportional. Für 
den Rhein, die Elbe und Oder hat der Ver- 
fasser dieses schon früher in einer Abhandlung 
nachgewiesen, welche 1863 in der Zeitschrift 
des Architekten- und Ingenieur - Vereins füi' 
das K. Hannover unter dem Titel erschienen 
ist : „ Die Aenderung des Wasserstandes der 
Flüsse und Ströme in der jährlichen Periode, 
als der jährlichen periodischen Zu- und Ab- 
nahme des atmosphärischen Niederschlags und 
der Verdunstung genau entsprechend , an 
Beobachtungen nachgewiesen." 

Die Ozon-Reaction ändert sich an der 
Nordseeküste im Laufe des Jahres periodisch 
und zwar höchst gesetzmässig. Die Ozon- 
Reaction ist im November, dem in England 
so berüchtigten Monate, am geringsten, wird 
dann von Monat zu Monat grösser, und er- 
reicht zur Zeit des Frühlings- Aequinoctiums 
ihr absolutes Maximum. Sie nimmt dann ab 
bis nach dem Sommer-Solstitium , wo sich ein 
zweites kleineres Minimum einstellt, wächst 
darauf bis gegen das Herbst - Aequinoctium, 
um welche Zeit sich wieder ein zweites kleine- 
res Maximum herausstellt. — Die Einwirkung 
des Ozons ist im Winterhalbjahr, vom No- 
vember bis zum März, am Tage geringer, als 
wälu-end der Nacht ; im Sommerhalbjahr da- 
gegen, vom AiDril bis October, ist sie bei Tage 
grösser als Nachts. 

Das Auftreten der Malaria und der Ozon- 
gehalt der Luft stehen in solcher Beziehung, 



48 



dass während jeder Malaria -Epidemie in den 
Marschgegenden der Ozongehalt der Luft sehr 
gering ist. 

Dass die Ozon-Reaction eine Function der 
Windesrichtung ist, hat der Verfasser schon 
1865 in einer in Vol. XXXII der Verhandl. 
der Kaiserl. Leop. - Carol. Akademie veröft'ent- 
lichten Abhandlung aufgezeigt. 

Aus dem Abschnitte des Buchs, in welchem 
vom Äloorrauch oder Höhenrauch gehandelt 
■wird, ist hervorzuheben, dass die Beobachtungen 
und Erfahrungen auf eine nachtheilige Ein- 
wirkung des Moorrauchs auf die Gesundheit 
der Menschen oder auf das Gedeihen der 
Pflanzen nicht entfernt hindeuten. 

Mit der Lehre von den Winden schliesst 
das Buch. Nachdem die Winde an der deut- 
schen Nordseeküste in ihrem Zusammenhange 
mit dem allgemeinen tellurischen Kreislaufe 
der Luftströme aufgezeigt sind , stellt der 
Verfasser den Satz auf: Der wichtigste Ab- 
schnitt der Klimatologie , insofern ärztliche 
Untersuchungen auf letztere zu recurriren Ver- 
anlassung geben, sei die Lehre von den Winden. 
Dieser Satz wird durch die Nachweisung be- 
gründet , dass wenn die Windverhältnisse , zu 
welchen die den Winden zukommenden Werthe 
in der thermischen, atmischen, hyetometrischen, 
ozonoskopischen , sowie in den übrigen Wind- 
rosen gehören, durch die Beobachtungen ge- 
nügend festgestellt sind : 

1. die MögUchkeit gegeben ist, die ur- 
sachlichen Momente der Krankheiten . welche 
Folge des Klimas und der Witterung sind, 
aufzufinden und nachzuweisen ; 

2. dass der klimatische Charakter jeder 
Gegend eine exacte Darstellung durch die da- 
selbst stattfindenden Windverhältnisse findet : 

3. dass aus den Windverhältnissen ver- 
schiedener Orte ein Maasstab abgeleitet werden 
kann, mittelst welches sich die Salubrität der- 
selben bestimmen und vergleichen lässt. 



limdertjäüriges Jubiläum des Ksl. 
Sergcorps in St. Petersburg. 

Am 2. und 3. Nov. d. J. feierte das Ksl. 
Bergcorps, d.h. die von der Kaiserin Gatha- 
rina IL 1773 gegründete grossartige russische 
Lehranstalt für den Bergbau ihr hundert- 
jähriges .Jubiläum. — Der Kaiser Alexander 
und die kaiserliche Familie, die Behörden und 
Corporationen des weiten Reiches und alle, 
welche die wichtige Wirksamkeit des Berg- 
corps zu würdigen verstehen , bewiesen der 
unter der Direction des berühmten Geologen 
General Kokseharow kräftig gedeihenden 
Anstalt durch Auszeichnungen und Belolmungen 
der Lehrer, durch Deputationen und Glück- 
wünsche ihre TheiLnahme. Auch vou Seiten 
des Auslandes waren Belgien, Frankreich und 
Nordamerika durch Abgesandte vertreten und 
ungleich zahlreicher waren die übersandten 
Fe^grüsse, denen sich auch unsere Akademie, 
deren Mitglied Kokseharow ist, durch einen 
telegraphischen Festgruss anschloss. — 

Botanischer Jahresbericht. 

Dr. Leopold .Just, Docent für Botanik 
und Agrikulturchemie am Polytechnikum zu 
Carlsruhe in Baden, beabsichtigt unter dem 
Beistande zahlreicher namhafter Mitarbeiter, 
im Verlage von Max Müller in Breslau (J. U. 
Kern's Verlag) , ein „referirendes Organ über 
die Fortschritte auf dem Gesammtgebiete der 
Botanik" unter dem Namen „Botanischer 
Jahresbericht'' herauszugeben, der vom Jahre 
1874 an regelmässig im Herbste erscheinen 
und stets die Literatur des vorangegangenen 
Jahres enthalten soll. — 



Durch alle Buchhandlungen ist zu beziehen : 

Niederländisches 

Archiv für Zoologie, 

herausgegeben 

von 

Emil Selenka. 

Profeäsor und Director des zootoniischeu Labora- 
toriums zu Leiden 

Band I. Mit 22 Tafela. 

geh. Preis 5 Thh-. 22 1-, Ngr. 

In Commission der C. F. Winter'scheu Ver- 

lagshancUung in Leipzig. 



Abgeschlosseu den 1. Dnceraber 1873. 



Druck vou E. BlocUmaan & Sohn in Dresden. 




NÜNQUAM ^ri^m^U!^ OTIOSUS. 



LEOPOLDINA 

AMTLICHES ORGAN 

DEK 

KAISERLICH LEOPOLDINISCH -CAROLINISCHEN DEUTSCHEN 
AKADEMIE DER NATURFORSCHER 

HERAUSGEGEBEN UNTER MITWIRKUNG DER ADJUNCTEN VOM PRÄSIDENTEN 

Dr. W. F. G. Beim. 
Dresden. Heft IX. — Nr. 7, 8. December 1873. 

Inhalt: Amtliche Mittheilungen: Die Jahresbeiträge der Mitglieder. — Beiträge zur Kasse 
der Akademie. — Neu aufgenommene Mitglieder. — Gestorbene Mitgheder. — Dr. Johann 
Friedrich Laurer f- 

Eingegangene Schriften. — Die 4(3. Versamndung Deutscher Naturforscher und 
Aerzte (Fortsetzung). — Neuer Comet mit kurzer Umlaufszeit. — Die paläoutnlogische Samm- 
liuig des Geh. Med.-K. I'rof I>r. Goefiiiert. — Anzeige. 



Amtllclie Mittlieilimseii. 



Die Jaliresbeiträg-e der Mitglieder. 

Beim Jahreswechsel erlaube ich mir an die Bestimmungen des § 8 der Statuten zu 
erinnern, dass die Beiträge der Mitglieder praenumerando zu Anfang des Jahres fällig und 
im Laufe des Monats Januar zu entrichten sind. — 

Dresden den 31. December 1873. Dr. Beim. 



Beiträge zur Kasse der Akademie. 

Dec. 1. Von Herrn Prof. Dr. E. Abbe in Jena, Eiutrittsgeld und Ablösung 

der Jahresbeiträge f. d. Leop 30 Thlr. 

Leop. IX. 7 



50 

Dec. 4. Von Herrn Dr. med. H. Kleneke in Hannover, Jahresbeitrag für 187.3 . 

^ 4. ^ „ Geh. Med.-R. Dr. Günther in Dresden, desgl. für 1873 . . 

4. „ „ Prof. Dr. Fr. A. Zenker in Erlangen, Eintrittsg. u. Abi. d. 

Jahresbeiträge f. d. Leop 

5. ., „ Dr. G. Stenzel in Breslau, Jahresbeitrag für 1873 .... 
^ 6. ., , Geh. Hofr. Dr. Doli in Carlsruhe, desgl. für 1873 . . . 
„ 8. „ „ Hofr. Trof Dr. E. E. Schmid in Jena, desgl. für 1872, 73 u. 7-1 
jj 9. ,, „ Prof. Dr. Eduard Strasburger in Jena, Eintrittsg. u. Abi. 

der Jahresbeiträge f. d. Leop 

^ 9. „ ,, Hofr. Dr. Mor. Seubert in Carlsruhe, Jahresbeitr. f. 1872 u. 73 

„ 9. _ „ Geh. Oberforstrath Dr. Grebe in Eisenach, desgl. für 1873 . 

„ 9. - „ Ober.stabsarzt Dr. A. Be.snard in München, desgl. für 1874 

„10. „ ., Prof. Dr. E. Haeckel in Jena, Ablösung der Jaliresbeiträge . 

„11. „ „ Prof. Dr. Franz Seitz in München, Jahresbeitrag für 1874 . 

„ 11. ., „ Geh. Sanitätsr. Dr. Stilling in Cassel, desgl. für 1874 

„ 15. „ ,, Geh. R. Prof. Dr. C.Gegenbaur in Heidelberg, dsgl. f. 1873 u. 74 

„ 15. „ „ Prof. Dr. K. v. Littrow in Wien, desgl. für 1874 

„ 15. „ „ Dr. C. Stizenberger in Constanz, de.sgl. für 1873 und 74 

,, 16. „ „ Prof. Dr. A. W. Eichler in Kiel, desgl. für 1873 und 74 . 

„ 16. „ ,, Prof. Dr. C. Th. v. Siebold in München, desgl. für 1873 . 

„ 22. „ „ Prof. Dr. Birner in Regenwalde, desgl. für 1873 .... 

„ 22. „ „ Dr. Weinland zu Hohen- Wittlingen, desgl. für 1873 . 

„ 22. „ ,, Prof. Dr. Leiseriug in Dresden, desgl. für 1872 und 73 

„ 22. „ „ Prof Dr. Sussdorf in Dresder, desgl. für 1872 und 73 . 

„ 24. „ ., Prof. Dr. A. Zeising in München, desgl. für 1873 . . 

„ 26. ., „ Prof. Dr. Landois in Greifswald, desgl. für 1873 .... 

„ 26. „ „ Prof. Dr. Luschka in Tübingen, desgl. für 1873 und 74 

„ 27. „ , Prof. Dr. J. Gerlach in Erlangen 

„31. „ „ C. V. Ettingshausen in Graz, Jahresbeitrag für 1872 und 73 

„ 31. „ „ Med.-R. Prof. Dr. Preyss in Wien, desgl. für 1873 und 74 

,31. „ „ Ghinr. Prof. Dr. S. Schultze aus Greifswald in Jena, desgl. 

für 1873 und 74 

Dr. Beim. 



Ifeu aufgenommene Mitglieder. 

Nr. 2122. Am 1. December 1873. Herr Di-, phil. Carl Ernst Abbe, a. o. Professor der 
Mathen^.atik und Physik in Jena. — 12. Adjunktenkreis. — Fachsektion 2 für 
Physik und Meteorologie. 

Nr. 2123. Am 4. Dec. 1873. Herr Dr. med. Friedrich Albert Zenker, ord. Professor der 
pathologischen Anatomie und Staatsarzueikunde sowie Direktor des pathologisch- 
anatomischen Instituts an der Universität Erlangen. — 2. Adjunktenkieis. — 
Fachsektion 9 für wissenschaftliche Medicin und 6 für Zoologie und Anatomie. 






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51 

Kr. 2124. Am 9. Dec. 1873. Herr Dr. phil. Eduard Strasburger, ord. Professor der Bo- 
tanik und Direktor des botanischen Gartens an der Universität zu Jena. — 
12. Adjunktenkreis. — Fachsektion 5 für Botanik. 



Grestorbene Mitglieder. 

Am 27. Nov. 1873 zu Genf: Dr. August Arthur de la Rive, emer. Trof. der Physik an 
der Akademie zu Genf (geboren den 9. Oct. 1801), aufgenommen den 15. Aug. 
1858, eogn. Saussure IV. 

All) 14. Dec. 1873 (?) zu Cambridge Mass. U. S. : Dr. Ludwig Johann Rudolph Agassiz. 
Prof. der Naturgeschichte am Harward College zu Cambridge in Nord -Amerika 
(geboren den 28. Mai 1807), aufgenommen den 1. Januar 1838. cogn. Artedi. 

Dr. Behn. 

Dr. Johann rriedrich laurer. 

Abermals hat die Universität Greifswald ein Mitglied verloren, das wie der ihm 
vorausgegangene Dr. Creplin eben so sehr durch stiUes aber unermüdliches wissenschafthches 
.Streben wie durch die Liebenswürdigkeit seiner Persönlichkeit Alle an sich 'fesselte, die ilui 
näher kannten. — 

Laurer wurde am 28. Sept. 1798 zu Bindlach bei Baireuth, dem Wohnorte seines 
Vaters, des Medicinal- Assessors Dr. J. M. Laurer, geboren. Er erhielt seine humanistische 
Vorbildung auf dem Gymnasium zu Baiieuth und trat dann in die Apotheke des Hrn. Funk. 

In diesem Hause machte er die Bekanntschaft des Eegensburger Professors Dav. Heinr. 
Hoppe, der an dem wissenschaftlichen Streben des jungen Mannes Gefallen fand, ihn auf 
botanischen Excursionen und selbst auf weiteren botanischen Reisen bis in die Salzburger 
Alpen mitnahm. Auf einer solchen Reise lernte Laurer den Greifswalder Professor Friedr. 
Hornschuch kennen und folgte diesem 1824 nach Greifswald, um sich daselbst dem Studium 
der Medicin zu widmen. 

Schon während seiner Studienzeit fungirte er als Prosektor au der Greifswalder Ana- 
tomie und behielt diese Stellung, nachdem er am 30. Aug. 1830 zum Dr. med. promovirt 
war (Diss. :_ Disq. anat. de amphistomo conico Gryph. 1830. 4". c. 1 tab.) im Ganzen gegen 
24 Jahre. Der reiche Schatz dieser Anstalt von Präparaten, namentlich von injicirten Gefäss- 
präi^araten , zeugt eben so sehr von dem Fleisse wie von der Geschicklichkeit Laurer's. Zu- 
gleich aber habilitirte er sich im Herbste 1830 als Privatdocent für die Pharmacologie , zu 
der ihn Neigung und sein früherer Beruf hinzogen. 

Am 15. Januar 183G wurde L. Prof. extraord., trat im Jahre 1838 als Mitglied in 
die med. Examinations-Commission, rückte aber erst am 1. April 1863 zum Ordinarius der 
med. Fakultät auf. Er hatte inzwischen die mit der Universität verbundenen wohl ausge- 
statteten pharmakologischen Sammlungen begründet, denen er als Direktor vorstand. — Seine 
Vorlesungen wurden gern gehört ; sie waren durch seine umfangreichen Kenntnisse auf dem 
Gebiete der Naturwissenschaften und Medicin und durch die Klarheit seines Vortrages inter- 
essant und belehrend. 



52 

Aber man würde sehr irren, wenn man in dieser immerhin umfangreichen Thätigkeit 
Xiaurer's den eigentlichen Kern seines wissensch.iltliclien Strebens suchen wollte. Dieser lag 
•vielmehr in der Lichenologie. ' Schon in früher Zeit hatte Laurer in seinen botanischen Studiert 
den Flechteli ein besonderes Interesse zugewandt und seit dem Jahre 1827, also noch als 
Student , die Ergebnisse seiner Untersuchungen theils allein , theils im Verein mit seinem seit 
längerer Zeit (1856) verstorbenen Freunde Major Sal. v. Flotow veröffenthcht. Seine zahl- 
reichen Keisen in die Gebirge Deutschlands,'] der Schweiz und Skandinaviens und vielfache 
Tauschverbindungen brachten ihn in den Besitz eines der grössten Flechtenherbarien, das, wie 
man hört, dem kgl. Herbarium in Berlin als ein werthvolles Vermächtniss anheimfallen wird. 

Unter seinen Fachgenossen galt er für einen der ersten Flechtenkenner, manche Arten 
tragen seinen Namen , und er beschilftigte sich noch in seinen letzten Lebenstagen mit den 
ihm von seinem nahen Freunde Prof. Munter übergebenen Flechten, welche Prof. Dr. Buch- 
holz in Westafrika gesammelt und soeben übersandt hatte. — 

Laurer's literarische Thätigkeit war keine ausgedehnte. Ausser der oben erwähnten 
Dissertation kennen wir nur seine Beiträge zur kryptogamischen Flora der Insel Rügen, 
Flora X. 1827 p. 289, die Sieberschen Lichenen (v. Xeuholland u. Mauritius) Linnaea II. 
1827 p. 38 und Lichenologische Bemerkungen von Flotow lund Laurer) Flora XI. 1828 
in mehreren Abschnitten. — 

Ungleich grösser ist die Zahl der Schriften, deren Verfassern er seine Hülfe auge- 
deihen lies« , oder an denen er Mitarbeiter war , ohne auf dem Titel erwähnt zu werden , wie 
z. B. Kratzmann's .,der Kurort Marienbad", dessen Licheuenflora von Laurer herrührt. 

Aehnlich machte er es auf dem Gebiete seines Lehramtes. So besorgte er im Jahre 
1856 angeblich eine neue Auflage von Phil. Seifert's Handbuch der Arzneimittellehre, während 
das Buch in der That eine ganz neue Bearbeitung bietet. — 

Laurer hatte auf seinem durch die treue Pflichterfüllung und durch die Liebe , die 
er zu erwecken wusste , im Ganzen glücklichen Lebenswege doch mit allerlei Ungemach zu 
kämpfen. Er erfuhr manche Zurücksetzungen und Kränkungen , die ihn ungeachtet einer 
wahren und grossen Bescheidenheit in seinen Ansprüchen, tief verletzten, und er war wohl 
zum Theil in Folge davon zweimal geisteskrank, genas aber beidemal vollkommen. 

Mit der Wittwe des Buchhändlers Koch glücklich verheirathet , löste der Tod der 
Gattin schon nach wenigen Jahren die kinderlose Ehe. 

Nach solchen Unfällen wusste Laurer indess immer bald das innere Gleichgewicht und 
die ihm natürliche Heiterkeit wieder zu gewinnen. Bei einer kräftigen Constitution, geradester 
von innerer Kraft zeugender Haltung erschien er viel jünger, als er war, und bewahrte sich 
bis in sein 75. Jahr eine Lebensfrische und fast jugendliche Elasticität, die er, sobald sich 
Gelegenheit bot, durch grosse Fusstouren erprobte und erhielt. — Im kleinen Kreise ein 
nnvergleichlicher Gesellschafter , voll Scherz und drolliger Einfälle , sanftmüthig und naiv , ein 
wahi'haft kindliches Gemüth im vollsten Sinne des Wortes, ehrenwerth, ein unwandelbar treuer 
Freund und, wo er es vermochte, nach allen Seiten hin hülfreich (wovon einige von seiner 
Frau gestiftete und von Laurer's Munificenz erweiterte Universitäts-Stipendien hoffentlich einen 
bleibenden Beweis geben werden) musste er sich zahlreiche Freunde erwerben. Sein Tod 
erfolgte unerwartet und schnell durch einen Schlagfluss am 23. Nov. d. J. und sein Begräbniss 
Am 26. bezeugte in vollstem Maasse die allgemeine Trauer, die sein Verlust erweckte. 



53 



EiiiftCffaiigene Sclirifteii. 

(1. Aiiril — 30. Juni 1S73.) 



Kaiseil. Akademie der Wissenschaften 
in Wien. Anzeigeiv Jahrg. 1873. Nr. 12 — 15, 
nebst Inhaltsverzeichiiiss des 3., 4. u. 5. Heftes 
des 6. Bandes II. Abth. der .Sitzungsberichte. 
— Wien 1873. 8». 

Seitz, Prof. Dr. Franz. Krankheits- und 
Sterblichkeitsstand zu München im Jahre 1871. 
S.-A. ans dem Aerztl. Intelligenzblatt 1872 
Nr. 50. — 4". 

Schlesische Gesellschaft für vaterländische 
Cultur. Botanische Section. Bericht über die 
4. Wanderversammlung auf dem Gröditzherge 
am 25. Mai 1873. 

Naturhistorisches Landesmuseum von 
Kärnten. Jahrlmch, herausgeg. von J. L. Ca- 
naval. XI. lieft, mit 3 Taf. u. 2 Karten. — 
Klagenftirt 1873. 8". 

J. Prettner: Das Klima Kärntens. G. A. 
Zwanziger: Siihenozamia Augustae Zwgr. Ein 
OycadeenMPdelabitruck von Raibl in Kärnten. 
J. Prettner: 'faliellen über die meteorologischen 
Beobachtungen zu Klageniurt und üebersichten der 
Witterung m Kärnten, Dec. 1S71 bis Nov. 1872. 
F. S ee lan d : MagnetischeDeclinationsbeobachtungen 
zu Klagenfurt vom Dec. 1S71 bis Xov. 1S72. 

Kais, botanischer Garten zu St. Petersburg. 
Arbeiten. T. 1, 2. Heft; T. II, 1. Heft. ~ 
St. Petersburg 1872/3. 8". 

E. R.. a Trautvetter: Catalogus plantarurii 
anno 1870 ab Alexio Lomonosowio in Mongolia 
Orientali lectarum. — Plantae a capit. Maloma 
annis 1870 et 1871 in Turkomania collectae. E. 
Regel: Plantae a Burmeistero prope Uralsk col- 
lectae. F. ab Herder: Lobeliaceae, Campanula- 
ceae. Siphonandraceae, Rhodoraceae, Hypopityaceae. 
Lentibulariaceae, Primulaceae, Oleaceae, Asdepia- 
deae, Gentianaeeae. Polemoniaceae, C'onvolvulaceae, 
Cuscuteae, Borragi^ieae, Hydroleaceae, !~olanaceae 
et Scrophulariaceae. a Cl. Dre. G. Radilc annis 
185f) — 1859 in Sibiria orientali collectae. (Das 
Uebrige russisch.) 

Lotos, Zeitschrift für Naturwissenschaften, 
herausgeg. vom naturhist. Verein „Lotos" in 
Prag. XXII. Jahrg. — Prag 1872. 8". 

R. Brandeis: Kurzer Bericht über eine bo- 
tanische Excursion ins Riesengebirge. K. Feist- 
niantel: Beitrag zur Kenntuiss der Steinkohlen- 
fiora in der Umgebung von Rakonitz. E. Fürst: 
Zur Kenntniss einiger Stärkesorten. (2 Taf.) \V. 
F. Gintl: Beiträge zur Kenntniss böhmischer 
Braunkohlen. G. C. Laube : Ueber einige Mine- 



ralien von Mies. — Wanderung des Mimulus rivu- 
laris. — Eine Pseudomorphose vou Dolomit nach 
Granat. — Arsensäurehaltigpr Uranglimmer von 
Joachimsthal (Zeunerit). E. Mach: Mittheilung 
über eine quantitative Bestimmung der Doppel- 
brechung des gedehnten Glases, -tvclche zum Zwecke 
der spectralen Untersuchnng tiinender Körper aus- 
geführt wurde. J. Nowak: Ueber den täbriks- 
mässigen Betrieb der trockenen Destillation des 
Holzes. (1 Taf) A. Vogl: Ueber Piianzenwachs 
und das sog. chinesische Insectenwachs Pelah. — 
Kurze Mittlieilung über einige histologische imd 
liistochemische Verhältnisse des Waus (Reseda 
Luteola L.). — Floristischer Beitrag. K. Vrba: 
Mittbeilungen aus dem mineralogischen Museum 
der Universität Prag. (1 Taf.) v. Zepharovich: 
Vorläufige Mittheilung über den Syngenit, ein neues 
Mineral der Salzlagerstätten. L. Agassiz: Ueber 
Tiefsee - Baggerungen , offenes Sendsi-hreiben an 
Prof. B. Peirce. 

K. Böhmische Gesellschaft der Wissen- 
schaften in Prag. Sitzungsberichte, Nr. 3. 

— Prag 1873. 8». 

Prof. Krejci: Ueber die geometrische Realität 
des dikhnischen Krystallsystems. Prof. l>r. Fric: 
Ueber v/eitere Untersuchungen der Böhmerwaldseen. 

— Ceber fossile Baumstämme in der Umgebung 
von Wittingen und Frauenbere. Prof. Dr. Ko- 
ristka: TVber die Terrainverhältnisse von Schweden 
und Finnland. 

Boeckel, Dr. Eug. De la galvanocanstie 
therminue. Avec 3 pl. litb. — Paris 1873. 8". 

Naturwissenschaftlich-medizinischer Ver- 
ein in Innsbruck. Berichte, 111. Jahrg. 
I.Heft. — Innsbruck 1873. 8". 

Sitzungen Jan. — Juli 1872. — V. v. Ebner: 
Das Nervenepithel der Crista aciistica in den Am- 
pullen der Vogel. (1 Taf.). K. W. v. Dalla Torrc : 
Resultate der meteorologischen Beobachtmigen zu 
Innsbruck im Jahre 1871. H. Kr a vogl: Zu- 
sammensetzung und Lagerung des Diluviums um 
Innsbruck. (1 1'rofiltaf.) Prof. Dr. L. Pfaundler : 
Das Nordlicht vom 4. Febr. 1872. 

Nobbe, Dr. Friedr. Die landwirtbschaft- 
lichen Versuchs -Stationen. 1873, Bd. XVI, 
Nr. 2 u. 3. — Chemnitz 1873. 8". 

Hydrographisches Bureau der Kaiser!. 
Admiralität. Hydrographische Mittbeilnngen. 
I. Jahrg. Nr. 8—13. — Berhn 1873. 4«. 

— Nachrichten für Seefahrer. Beiblatt zu 
den Hydrograph. Mittheilungen. IV. Jahrg. 
Nr. 16—27. — Berlin 1873. 4«. 



54 



(1, Juli — 31. All-, 1S73) 

Oberhessische Gesellschaft für Natur- und 
Heilkurrde. XIV. Bericht. — Giessen 1873. 8. 

A. Streng und K. Zöppritz: Ueber den 
basaltischen Vulkan Aspenkippel bei Climbach un- 
weit Giessen. (1 Taf.) C, Trapp: Die Braun- 
eisenstein-Lager des obern Bieberthales bei Giessen. 
(1 Taf.) H. Hoff mann: Diatomeen von Giessen. 
— Phänologische und meteorologischeBeobaclitungen. 
G. Winter: Verzeichniss der im Jalu-e 1809 in 
der Flora von Giessen gesammelten Pilze. A. 
Schneider; Untersuchungen über Plathelminthen. 
(5 Taf.) F. A. Kehrer: Ueber die Schädel- 
Impressionen der Neugebornen. (1 Taf.) 

Göppert, Prof. R. Aus dem botanischen 
Garteil zu Breslau (Ivurze Notiz). — Breslau 
1873. 8". 

Beich, Dr. Ed. Die lürche der Mensch- 
heit. — Neuwied 1873. 8". (Beilage: Aufruf 
zur Neugestaltung der legalen K. Leop.-Carol. 
Akademie , vom Director und Vicepräsidenten 
derselben, Dr. Fi. Tveich.) 

Königl. Prenssische Akademie der Wissen- 
schaften in Berlin. Monatsberichte, Febr. 
(Nr. 1 u. 2), März, April. — Berlin 1873. 8". 

Helmholtz: Vergleich des Ampere'schen und 
Neumann'schen Gesetzes für die elektrodynamischen 
Kräfte. Reichert: Beschreibung einer frühzeitigen 
menschlichen P'rucht im bläschenförmigen Bildungs- 
zustande, nebst vergleichenden Untersuchungen über 
die bläschenförmigen Früchte der Säugethiere und 
des Menschen. Kronecker: Ueber die verschie- 
denen Sturm'sclien lleihen luid ihre gegenseitigen 
Beziehungen. Rammeisberg: Ueber die Zu- 
sammensetzmig des Stauroliths. Kiepert: Ueber 
die Lage der armenischen Hauptstadt Tigranokerta. 
Vom Rath: Ueber den Mikrosommit. 

Verein zur Beförderung des Gartenbaues 
in den K. Preuss. Staaten. Monatsschrift. 
XYI. Jahrg. Nr. ß u. 7, .Juni u. Juli. — Berlin 
1873. 8". 

Möbius, Prof. Dr. K. Die Bildung und 
Bedeutung der Artbegrifle in der Naturge- 
schichte. Vortrag (S.-A. aus : Schriften des 
nat. - wiss. Vereins für Schleswig - Holstein, 
L Band). — Kiel 1873. 8». 

Naturhistorische Gesellschaft zu Nürnberg. 
Nachtrag zum V. Bande der Abhandlungen 
(Bemerkungen und Berichtigungen zu Kittel's 
und Kriechbaumer's systematischer Uebersicht 
der Fliegen etc., von Dr. Ki-iechbaumer). 

Schaufuss, Dr. W. L. Correggio's Träu- 
mende Magdalena. Dresden 1873. 4".. 

K. K. geologische Reichsanstalt. Ab- 
handluncfen. Bd. V, Heft 4. Dr. A. Korn- 



huber: Ueber eiuen neuen fossilen Saurier 
aus Lesina. (2 lith.Taf.) — Wien 1873. gr. 4». 

— Jahrbuch. Jahrg. 1873. XXIII. Bd. 
Nr. 1 (Jan. — März). — Wien 1873. 40. 

F. J. Noth: Ueber die Bedeutung von Tief- 
bolu-iingeu in der Bergölzoue Galiziens. (2 Taf.) 
T h. F u c h s : Beiträge zur Kenntniss fossiler Binnen- 
faunen. (2 Taf ) Dr. E. Tietze: Geologische Dar- 
stellung der Gegend zwischen Carlstadt in Croatien 
und dem nördlichen Theil des Canals der Morlacca. 
Mit besonderer Rücksicht auf die hydrograplüschen 
Verhältnisse jener Gegend und die Karstbildung 
im Allgemeinen. Franz Ritter v. Hauer: Geolog. 
Ucbersichtskarte der Oesterreicliischen Monarchie 
(Bl. VIII: Siebenbürgen). 

Dr. G. Tschcrniak : Mineralogische Mittheil- 
ungen. III. Bd. I.Heft. Dr. R. v. Drasclie: Zur 
Kenntniss der Kruptivgesteine Steiermarks. Dr. 
C. Dölter: Ueber das Muttergesteiu der böhmischen 
Pyropen. Dr. A. Brezina: Krystallographische 
Studien über Albit. (1 Taf.) 

Analysen aus dem Laboratorium des H. Prof. 
E. Ludwig. — K. Ludwig: Ueber den Atakamit. 
(i. Tschermak: Ueber den Atakamit. — Notizen. 

— Verhandlungen. Jahrg. 1873. Nr. 1 — 6 
(Jan.-— März). — Wien 1873. 4». 

Dr. Hölter: Geologische Notizen aus Südtirol. 
Dr. Stur: Ptlanzenreste aus Wieliczka. C. v. 
Hauer: Die Bausteine aus den Baron Suttner'scheu 
Brüchen bei Zoglsdorf in Nieder - Oesterreich. Dr. 
G. Stäche: Notizen über das Erdbeben vom t-i. Jan. 
Dr. Lenz: Die geoguostischen Verhältnisse der 
Fruska Gora. Dr. v. Dräsche: Die Eruptiv- 
gesteine Steiermarks. A. Patera: Feuerfeste 
Thone aus dem Moräntschenthale in Krain, A. 
Redtenbacher: Die Cephalopoden der Gosau- 
fofmation. Dr. E. Tietze: Das Graphitvorkommen 
bei Kunstadt in Mähren. H. Wolf: Das Gyps- 
vorkommen von Grubach im Salzburgischeu. K. 
M. Pauli: Petroleumvorkommen in Nord-Ungarn. 
J. N i e d z w i e d s k y : Basaltvorkonunen in Mährisch- 
Üstrau. G. Tschermak: Die Zone der ältesten 
Schiefer am Semmeriug. F. Fötterle: Das Erz- 
vorkommen bei Ferriere in der Provinz Piacenza. 
0. Feistmantel: Ueber die innige Beziehung der 
Steinkohlen- und Permformatiou in Böhmen. R. v. 
Dräsche: Ueber eine pseudomorphe Bildung nach 
Feldspath. F. Posepny: Die sog. Röhrenerze von 
Raibl. C. V. Hauer: Das Vorkommen verschie- 
dener Kohlcnarten in einem Flötze. K. Paul : 
Beiträge zur Geologie der Bukovina. 0. Lenz: 
Geolog. Mittheilungen aus dem Baranyer Comitate. 
Dr. C. Dölter: Zur Kenntniss der Dacite Sieben- 
bürgens und Ungarns. E. v. Mojsisovics: Zur 
Geologie des Rhätikon. 0. Feistmantel: Geo- 
logische Stellung und Verbreitung der verkieselten 
Hölzer in Böhmen. 

Anthropologische Gesellschaft in "Wien. 
Mittheiluugou. III. Bd. Nr. 1—4. — Wieu 
1873. 8«.^ 

Prof Dr. J. Woldrich: Eine Opferstätte bei 
Pülkau in Niederösterreich. (4 lith. Taf) F. Lu- 



55 



sfhan: Die Fmule von Briix. (1 T;if. ii. Hoksclm.) 
0. V. Pctiinö: üehnr Yeiwendbarkeit des Löss 
zur Altersbestimmung- antiiropologistlier Kuude. 
Prof. Dr. J. Wdldrieli: Geolog. Bericht über den 
Briixer Schädel und weitere Funde der Brüxer 
Cieu-end (2 Tal'.) — Bemerkungen über den Schädel 
von Nagv Saji. Dr. H. Wankel : Eine Oplerstätte 
bei Raigern in :Mährcn. (-1 Taf.) — Kleinere Mit- 
theilungen. 

Reale Istituto Veneto di Scienze, Lettere 
ed Arti. Atti. Ser. IV, T. 1, Disp. 5—10. 
T. ir, Disp. 1 e 5. — Veiiezia 1871/72/73. 8". 
Mariano Quer ei a: C'onsiderazioiii soinmarie 
suUa quantitii di lavoro diuamico che etfettivamente 
si utilizza da uua Caloria iicgli apparccchimec- 
canici a vapore etc.. contin. (1 tav.) M. Leicht: 
Studii e raSronti suU' etä del bronzo nel Belluuese. 
(1 tav.) F. Cortese: «id progressi, che le ultime 
guerre hamio promosse nelie istituzioni civili ed 
umaiiitarie. G. Meneguzzi: Bollettino mcteoro- 
logico di Venczia di luglio e agosto 1871. A. Berti 
e G. Narnias: Osservazioni statistiche e mrdiche. 
G . V c n a n z i o : Sulla veccliiaia. B. flecehetti: 
Delle fonti della statistica negli archivii ili Venezia. 
G. Namias: Sulla propilamina. A. Miuich: 
Sopra un nuovo metodo d'innesto cutaneo. A. 
F'avaro: SuUe prime operazioui del calcolo gra- 
tico. (2 tav.) Fl F. Trois: Sopra una importante 
applicazione della betula alba. (i. Bizio: La 
porpura degli antichi, e la sostanza colorante tro- 
vata neir urna di Sant' .^mbrogio in Milano. .\. 
Naccari: Delle coppie elcttriche e delle princiiiali 
loro applicazioni. (.^ tav.) L. Stalio: ^iotizia 
storica sul progresso dello studio della malacologia 
deir Adriatico. G. dal Sie: Di un calcare bitu- 
minifcro ü volgarniente pietra i)ece di Kagusa 
<Siri!ia). 

— Memorie. Vol. XVI, P. 1 e 2. Vol. 
XVIL P. 1. — Venezia 1872. 4". 

A. Pazienti: Considcrazioni generali intorno 
alla Termodiuaniiea. G. Venauzio: ^ul Kidicolo. 
Rob. de Visiani: Florae Dabnaticae supple- 
luentum. (10 tav.) G. Namias: Sui bromuri. 
T Vanzetti: Intorno all' Onichia maligna e al 
modo di curarla. (11 tav.) G. Sandri: Sulla 
genesi della Tubercolosi e prima dei morbi specifici 
m generale. F". Cavalli: La scieuza politica iu 
Itaila. G. Bucchia: Sulla spinta della terra coii 
appendice sulla opportunitii dei contratforti interni 
applicati ai muri di rivestimento. A. Pazienti: 
Considcrazioni termodinamiche intorno alle correnti 
clettriche per induzione. .T. Zanardini: Phy- 
cearum indicaruin pugillus a Gl. F;duardu Beccari 
ad Boriieum, Sincapoore et Ceylanmn annis IPG.'i— 67 
collectarum. (12 tab. col.) D. Turazzo: Delle 
formole di Bazin e delle equazioni del nioto per- 
manente deir acfjua negli alvei naturali od ai-tefatti. 
Isis, Naturwissenschaftliche Gesellschaft 
in Dresden. Sitzungsberichte. Jahrg. 1873, 
Jan.— März. — Dresden 1873. 8". 



Die 46. Versammliiiig Deutscher Natur- 
forsclier und Aerzte zu "Wiesbadei 

vom 18 — 24. September 1873. 

(F'ort Setzung.*) 

Iu der 3. allg. Sitzung am 24. Sept. gab 
der Vorsitzende zunächst Hrn. Dr. Neu mey er 
(Berlin) das Wort, der die Aufmerksamkeit 
der Versammlung auf die Bestrebungen der 
Afrikanischen Gesellschaft (Leop. VIII. p. 78) 
lenkte und sie zur Mitwirkung aufforderte. — 

Hierauf entwickelte Hr. Ghmr. Dr. Snell 
(IIilde.sheim) den naturwissenschaftlichen nnd 
ärztlichen Standpunkt dem Unterrichtswesen 
gegenüber. Er verlangt, der Unterricht solle 



*) IMe Ausgang Nov. erschienene 16 B. starlvc 
\r 8 des Tageblatts, die uns in den Stand setzt, 
uuseru Bericht fürtzusetzeu , bringt noch einige 
Nachträge zu den allgemeinen Sitzungen, uber die 
bereits berichtet ist. Die Rede Virchow's (pag. 
203—13) giebt zu keinen Zusätzen Anlass. Hin- 
sichtlich der Rede Neubauer's „Justus v. Liebig" 
in der ersten allgem. Sitz. (Tagebl. p. 97—104) 
tragen wir nach: Der Redner erinnert daran, dass 
nachdem die .Tatrochemiker der Chemie wie der 
Physiologie mehr geschadet als genützt hatten, zwar 
Lavoisier und Andere die Athmuag und Wärme- 
erzeug-uiig und Tiedemann, Gmelin und Protit die 
Ernährung auf chemische Vorgänge zurückzuführen 
versucht hätten, und obgleich Berzelius die Thier- 
i-hemie wesentlich erweiterte und förderte, diePhy- 
siolosren dennoch die volle Bedeutung der Chemie 
für die Physiologie nicht klar erkannten. Erst, 
Liebig gelang es. dem Chemismus in Tliier und 
Pflanze zu seinem vollen Rechte zu verhelfen. Er 
draug auf verbesserte Forschuugsmetliode, wies aoi' 
die zunächst vorliegenden Aufgaben hin und grifl 
umgestaltend in die herrschenden Ansichten ein, 
indem er als Quelle des Kohlenstofls in den Pflanzen 
die Kohlensäure der Atmosphäre nachwies, die 
Rolle der unorcanischen Bestandtheile der (Orga- 
nismen hervorhob, die Kohlenhydrate unter den 
Nahrungsmittebi den Protemstoften entgegenstellte 
und die'Bedeutuiis der ersteren für die Fettbildung 
erklärte und die Muskelsubstauz der erfolgreichsten 
Untersuchung unterwarf. Seine Ansicht gipfelte in 
dem Satze: Die einzige bekannte und letzte Ur- 
sache der Lebensthätigkeit im Thierkörper sowie 
in der Pflanze ist ein chemischer Process. Die 
Wirksamkeit Liebig's beschränkte sich iiicht aiil 
die wissenschaftlichen Kreise, durch die Entdeckung 
des Chloroforms und Chlorals, durch die Darstellung 
des Fleischextrakts, seiner Kraftbrühe und Kinder- 
»uppe wui'de sie jedermiun zugänglich. 



56 



1. mögliolist einfach, 2. möglichst klar und 
auschaulich, 3. psychologisch richtig fortschiei- 
teud, 4. maassvoll sein und 5. die körperliche 
Ausbildung mit der geistigen Hand in Hand 
gehen. — 

Dann hielt Hr. Dr. Rad de (Tiflis) einen 
Vortrag über Steppeu und Wüsten. Der Redner 
entwickelte zunächst den Begrifi' und den Unter- 
schied von Steppe und Wüste und gab dann 
von den nach den verschiedenen Jahreszeiten 
höchst verschiedenen Bildern von Tliier- und 
Pflanzenlebeu in den Russischen Steppen so 
lebendige Schilderungen, dass er die Versamm- 
lung zum lebhaftesten Beifall hinriss. 

Es folgte die Berichterstattung einer in 
der ersten allg. Sitzung erwählten Commissiou 
[v. Dechen (Bonn), Spiess sen. (Frankfurt) 
und Virchow (Berhn)] über einen vom Kreis- 
physikus Dr. Schauen bürg in Quedlinburg 
bereits im vorigen Jahi-e an die 45. Versamm- 
lung in Leipzig gerichteten Vorschlag, eiuen 
Ausschuss statutarisch einzufühi'en, der in be- 
stimmten näher bezeichneten Fällen als Schieds- 
gericht zu fungiren habe. Der Berichterstatter 
Hr. Prof. Virchow begründet und beantragt 
die Ablehnung dieses Vorschlags und die Ver- 
sammlung tritt dem bei. — 

* Den letzten wissenschaftlichen Vortrag 
hielt 'Hr. Prof. Meynert (Wien) über die 
Mechanik des Gelürubaues. 

Der erste Geschäftslührer ergreift hierauf 
das Wort, um nach einem Ueberblick der Er- 
gebnisse der gegenwäatigeu und der im Laufe 
der Zeit laut gewordenen Reformvorschläge 
für die Naturforscherversanunlungen im Allge- 
meinen (von denen er abräth) und mit dem 
Wunsche, dass dieselben ^-ielmehr in der bis- 
herigen Form segensreich zu wirken foitfahreu 
mögen, die 46. Versammlung zu schhesseu. — 
Vor dem Auseinandergehen bringt Hr. Prof. 



*) Die mit * bezeichneteu Vorträge sind im 
Tageblatt nur ihrem Titel nach angegeben imd 
auch auf anderm "VA'ege noch nicht zu näherer 
Kunde der Akademie gelangt. — 



Virchow, indem er daran erinnert, dass auch 
die Naturforscherversammlungen weseuthch da- 
zu beigetragen haben, das Eiuheitsgefühl im 
Deutschen Volke zu beleben, den Geschäfts- 
führern und ihrem „Geueralstabe" und der 
Stadt Wiesbaden den Dank der Versammlung. 



B. Sections-Sitzungen. 

Section für Mathematik u. Astronomie. 
Prof. T h o m e (Berlin) hält eiuen Vortrag über 
allgemeine Eigenschaften eines Systems linearer 
Differentialgleichungen , und zwar über das 
Verhalten zweier homogener hnearer Diffe- 
rentialgleichungen zu einander, von denen die 
eine die Differentialgleichung des iutegrirenden 
Factors der andern ist und deren Coefficienten 
beliebige stetige Functionen siud. — * Prof. 
R e y e (Strassburg) behandelt zwei geometri- 
sche Beziehungen zwischen zehn Punkten einer 
Fläche zweiter Ordnung. — Von Dr. A. 
Drechsler (Dresden) ging eine Beschreibung 
des im dortigen math.-phys. Salon befindlichen 
ai'abischen Himmelsglobus vom Jahr 1279 ein. 
— Px'of. Hoppe (Berhn) verbreitete sich über 
ein identisches Problem aus der Curveutheorie 
uud der Dynamik. 

Für die übrigen Tage beschloss die Section, 
sich den Sitzungen der jjhysikal. Section au- 
zuschhessen. 

In der Section für Physik und Meteoro- 
logie sprach *Dr. Walter (Augsburg) über 
ein neues dynamisches Theorem und seine Con- 
sequenzeu, welche die Grundlagen der chemi- 
schen Statik ausmachen, und über die Ana- 
logie, welche die GHederuug eines Molecüls in 
Theümolecüle zeigt, im Vergleich mit der Eüi- 
richtung des Sonnensystems. — ""Prof. Weber 
(Hohenheim) : Erklärung der Quincke'schen 
secundäreu Gitterspectreu. — * Oberl. Dr. Kr ebs 
(Wiesbaden) sprach über die Bestimmung des 
Gefrierpunktes bei feineu Thermometern und 
zeigte einen elektromagnetischen Eotations- 
apparat und einen Apparat zur Demonstration 



57 



•des Satzes vom Parallelogramm der Kräfte 
vor. — * Prof. K o h 1 r a u s c h (Darmstadt) : über 
eine Inductionsmaschine und ein Variations- 
barometer. — *Prof. K Uli dt (Strassburg) be- 
liandelte die Schwingungen rechteckiger Luft- 
platten und die anomale Dispersion des Lichtes ; 
* Prof. Karsten (Kiel) berichtete über das 
System der physikalischen Meeresuntersuch- 
ungen in Deutschland, * Dr. Budde (Paris) 
über die starke Erwärmung des Chlors durch 
die brechbarsten Theile des Sonnenlichtes. — 
*Prof. Himly (Kiel) sprach über eine Wasser- 
luftpumpe, *Prof. Neumeyer (Berlin) zeigte 
ein Thermometer zur Temperaturbestimmiuig 
in Meerestiefen vor; endlich regte Dr. Budde 
(Paris) eine Discussion über die Begrifl'e Ge- 
wicht, Gramm, Druck- und Krafteinheit an. 

Sectiou für Chemie vind Pharmaeie. 
Prof. -Tollen s (Göttiugen) macht schriftliche 
Mittheilung über die Verschiedenheit und Ana- 
logie der aus Brom und Propionsäure darge- 
stellten Bibrompropion- oder der «-Säure, und 
der isomeren p-Säure aus Allylalkoholbromür ; 
über die durch Kochen von Zucker und Schwefel- 
säure entstehende Säure, und über die wahr- 
scheinliche Moleculargrösse der Stärke. — 
*Dr.Wiebel (Hamburg) spricht über eine neue 
Wasserluftpumpe, *Prof. Horsford (Boston) 
über die Reductiou der Kohlensäure zu Kohlen- 
oxyd durch Eisenphosphat, Prof. Grabe 
(Königsberg) über eine mit H. Garo ange- 
fangene Arbeit über die Constitution des Eos- 
anilins (C20H19N3) und dessen Beziehung zur 
Rosolsäure (Ca Hi s O3 ). Prof. Oppenheim 
(BerUn) : über das Substitutious- (nicht Ad- 
ditions-) product von Quecksilberoxyd und 
Beuzamid. — Hierauf berichtet Prof. Lossen 
(Berlin) über amidartige Derivate des Hydro- 
xylamins und eine neue Classe von Körpern, 
die Carbamidole. Dr. C. Scheibler (Berlin) 
legt Proben des Gummizuckers (Arabinose, 
CeHisOe) vor. Prof. V. Meyer (Zürich) 
macht Mittheilungen über die Einwirkung von 
Leop. IX. 



Katriumformiat auf Sulfobenzoesäure und Benzoe- 
säure und über die Einwirkung von Schwefel- 
säure auf Nitroaethan, Dr. C. Wurster (Zürich) 
über die Formel der Knallsäure, Prof. Wisli- 
cenus (Würzburg) über die AethylenmUch- 
säure als besondere vierte Milchsäuremodifi- 
cation. Prof. Böttger (Frankfurt) macht 
auf einige neue Vorlesuugsversuche bezüglich 
der reducirenden resp. oxydirenden Wii'kungen 
des activen Wasserstoffs und Sauerstoffs und 
der Aufbewahrung des ersteren und auf das 
Verhalten des Ammoniaks zu Silbersuperoxyd 
aufmerksam. Professor Weith spricht über 
Entschwefelung des Diphenylsulfoharnstoffs 
durch HgO, Dr. Petersen (Frankfurt) über 
Benzolkörper, Prof. Fittig (Göttingen) über 
Chiuone , ihre Verbindungen mit Basen und 
ihre Constitution. — In der letzten Sitzung 
hält *Prof. Himly (Kiel) einen Vortrag über 
eine neue Wasserluftpumpe : sodann spricht 
Dr. Rasenack (Grabow) über einen aus den 
am höchsten siedenden Antheilen des Stein- 
kohlentheers erhaltenen Kohlenwasserstoff. — 
*Dr. Michaelis (Karlsruhe) zeigt die früher 
von ihm dargestellten Derivate des Phosphor j-1- 
chlorids vor, Prof. St aedel (Tübingen) spr'icht 
über Reduction des Benzojihenons und über 
gechlorte Aethane. Dr. Blochmann (Königs- 
berg) berichtet über die Veränderungen, welche 
das Leuchtgas in der Hitze bei Abschluss der 
Luft und in der sog. zurückgeschlagenen 
Flamme des Bunseu'scheu Brenners erleidet. 
Hierauf trägt * Dr. Walter (Augsburg) vor 
über die mechanische Ursache der wechselnden 
Valenz von Stickstoff, Phosphor etc. Dr.]_^Bau- 
mann (Schlangenbad): über Addition von 
Cyanamid. Dr. G scheid len (Breslau) demon- 
strirt einen Apparat, der gestattet, verschie- 
dene Lösungen bei Abschluss der Luft mit- 
einander zu mischen. *Dr. Thudichum (Lon- 
don) hält einen Vortrag über Bilirubin, und 
endlich macht Dr. Heumann (Darmstadt) 
Mittheilungen über chlorirte Azoverbindungea. 
des Benzols. 

8 



58 



In der Section für Agrieulturehemie 
referirt Prof. E. v. Wolff (Hohenheiii!) über 
Fütterungsversuche in Betreff des Verdauungs- 
vermögens der Schweine für verschiedene Futter- 
mittel, welche zeigen, dass die Verdauung der 
EiweissstofFe selbst bei einem sehr weiten 
Nährstoffverhältniss nur eine geringe Depression 
erleidet, woran Prof. Heiden (Pomritz) eine 
Mittheilung über ähnliche Versuche mit 8 
Schweinen knüpft. Prof. E. v. Wolff (Hohen- 
heim) weist aus ferneren Fütterungsversuchen 
mit Hammeln nach , dass Beifütterung von 
Zuckerrüben eine nur etwa halb so grosse 
Verdauuiigsdepression für die Proteinsubstanz 
des Rauhfutters Ije wirkt, als Kartoffeln von 
gleichem Nährstoir'verhältniss. — Dr. A. Mayer 
(Heidelberg) constatirt im Gegensatz zu früheren 
Resultaten von J. Sachs, dass die Pflanzen 
fähig sind, durch ihre oberirdischen Theile so- 
wohl gasförmiges als gelöstes kohlensaui-es 
Ammoniak aufzunehmen und zur Stoffbildung 
zu verwenden. Dr. Kreusler ( Poppeisdorf } 
berichtet über einige Versuche betr. die Zu- 
lässigkeit der \Vill-Varrentrapp"schen Methode 
(Natronkalkverbrennung) der Stickstoffbestimni- 
ung für Albuminate, Dr. Fleischer (Weende) 
über die Aenderungen im Stoffwechsel des 
Wiederkäuers, welche mit Aenderung der Stoft- 
zufuhr, spec. einer Steigerung der gebotenen 
Eiweissmengen eintreten ; es lässt sieh daraus 
die Zusammensetzung eines Gleichgewichts- 
futters ei-mitteln und die Wirkung der ver- 
dauten stickstoffhaltigen und - freien Nähr- 
stoffmengen auf den Stickstoftumsatz erkennen. 
— Dr. Wildt (Proskau) schUesst aus Ver- 
suchen mit Kaninchen, dass die Hippursäure- 
ausscheiduug hauptsächlich auf Rechnung der 
grünen Wiesenkräuter zu setzen sei. *Prof. 
Neubauer und Dr. v. Gans t ein (Wiesbaden) 
sprechen über die Saftbewegung in der Wein- 
rebe und über die quantitative und qualitative 
Beschaffenheit der im Frühjahr gelieferten Reb- 
thriinenflüssigkeit. * Dr. A. 3Iayer (Heidel- 
herg) befürwortet die statistische Behandlung 



der Felddüngungsresultate. Prof. E. v. Wolff 
( Hühenheim ) verbreitet sich über Wasser- 
culturen und den mit Hülfe derselben fest- 
gestellten Einfluss verschiedener Mengen von 
Phosphorsäure auf die Entwicklung der Hafer- 
pflanze. 

Section für Mineralogie, Geologie und 
Paläontologie. Prof. A. Sadebeck (Kiel) 
widmet dem am 15. Juli verstorbenen Meister 
der Mineralogie, Gustav Rose, einige Worte 
der Erinnerung , unter besonderem Hinweis 
auf seine Verdienste um alle Zweige der Kry- 
stallographie; Hierauf spricht Herr Ochseniiis 
(Marburg) über das Vorkommen von Glaubcrit 
und Boracit unter den sog. Abraumsalzen der 
grossen Salzmulde Stassfurt - Wester - Egeln. 
Geh. Bergr. D unk er (Halle) widei-legt das 
Baer'sche Gesetz beti'. die Einwirkung der 
Erdrotation auf den Lauf der Flüsse. Prof. 
Sandberge r (Würzburg) bespricht die kry- 
stallinischen Gesteine in Nassau, weist auf die 
Aehnlichkeit der paläozoischen mit den tertiären 
Gesteinen hin und bezeichnet u. a. die siluri- 
schen Diabase als Paläodölerite, die devonischen 
als Paläobasalte. Prof. Möhl (.Cassel) be- 
handelt unter Vorlage einer grossen Suite von 
Handstücken, Dünnschhffen und Zeichnungen 
die mineralogische Constitution der Phonolithe 
und giebt auf Grund dieser eine neue Ein- 
theilung derselben, Dr. Miller (Essendorf) 
macht Mittheiluug von der Gliederung , die 
sich im oberschwäbiseheii Tertiär mit beson- 
derer Rücksicht auf ein Profil bei Uhu er- 
geben hat. — Dr. Wie bei (Hamburg) führt 
die merkwürdige Erscheinung der Meermühlen 
von Argostoli auf Cephalonia auf ein einfaches 
Princip der Hydrodynamik zurück. — Dr. 
Möhl (Gassei) spricht, abermals eine grosse 
Gesteinsuite , Dünnschliffe und Dünnschliff- 
zeichnungen vorlegend, über Glimmerbasalte. 
zur genauem Charakterisirung der von Gut- 
beriet aufgestellten Gruppe der Horublende- 
bae^alte. Geh. R. Behm (Stettin) bespricht 
und zeigt einige Säugethierreste aus dem Di- 



59 



luvium Poimuerns, Prof. Laspej'res (Aachen) 
ein Stück Porphyr aus der Gegend von Halle 
a/S., welches an der früheren freien Oberfläche 
ofi'enbar diu'ch darüber weggehende diluviale 
Kies- und Sandinassen glatt geschliffen ist. 
Herr R. A. Lossen (Berlin) spricht über die 
Berechtigung der Anschauung des regionalen 
Metamorphisnius , wobei er hauptsächlich den 
Taunus und den ihm geologisch verwandten 
Südostrand des Harzes ins Auge fasst , deren 
metamorphischen Charakter er als Folge grosser 
physikalischer Störungen darstellt. — * Prof. 
Zirkel (Leipzig) legt seine Schrift über mi- 
kroskopische Untersuchung der Mineralien und 
Felsarten vor; *Dr. Fr. Xi es (Würzburg) zeigt 
ein Titaneisenstück von 2 Kilo aus Norwegen, 
da.s sich durch sehr geringen Eisenoxydulgehalt 
auszeichnet, und legt 2 kleine Sclmften vor 
über Äphrosiderit und über den Roth Unter- 
frankens und seinen Bezug zum Weinbau. 
Trof. Sandberge r (Würzburg; erläutert die 
Verhältnisse eines schon von C. v. Leonhardt 
beschriebenen Kalkspathganges von Kieder- 
kirchen bei Kaiserslautern. — In der Sitzung 
vom 23. Sept. hält, nachdem Prof. Sand- 
berger (Würzbuig) ein Werk von Geh. R. 
C. F. Brandt über die fossilen und subfossilen 
Cataceen vorgelegt, Dr. Möhl (Cassel) einen 
Vortrag über vulcanische Siebengebirgs- und 
Westerwaldgesteine , unter Vorlage der be- 
treffenden Handstücke und Dünnschliffe. So- 
dann erinnert Director Schröder (Mannheim) 
an die schon 1840 von ihm versuchte An- 
wendung der für gasförmige Verbindungen 
erkannten Volumgesetze auf flüssige und feste 
Köi-per, an die damals aufgestellten zwei Ge- 
setze: das Summationsgesetz und das 
Condensationsgesetz , und an den 1859 
erbrachten Nachweis , dass die Constitutions- 
volume eines imd desselben Componenten in 
isomorphen Verbindungen gleich sind, und 
betrachtet nun eine grössere Anzahl von Mi- 
neralien unter diesem interessanten Gesichts- 
punkt. Dr. Flight ('London) trägt vor 



1. über eine von Prof. Maskelyne in den 
Phil. Trans. 1870 beschriebene Destillations- 
methode zur Bestimmung vou Kieselsäure, 
welche namentlich bei der Untersuchung ge- 
ringer Mengen meteoritischer Silicate Vortheile 
bietet; 2. über Darstellung und Form von 
Phosphorkrystallen , die in Gestalt , Flächen- 
zahl, Lichtbrechungsvermögen grosse Aehnlich- 
keit mit dem Diamant besitzen , nach W. 
Douglas Herman und W. Story - Maskelyne ; 
3. über die Farbe der Diamanten, deren 
dauernder oder vorübergehender Wechsel beim 
Erhitzen mit der Phosphorescenz in Beziehung 
gebracht wird. — Consul Ochsenius (Mar- 
burg) legt ein längeres und sehr specielles 
Profil von dem Westabhang der Küsten -Cor- 
dillera Chiles bis zum Meere, nebst zahlreichen 
Gesteinstücken und Petrefacten vor. Dr. D. 
Brauns (Moritzberg) macht eine kurze Mit- 
theilung über einen abnorm entwickelten Punkt 
im norddeutschen Flötzgebirge , den bei llsede 
verhütteten Eisenstein aus der obern Kreide^ 
bildung, * Director Vo geige sang (Mannheim) 
über das Vorkommen von Jurakohle auf der 
Insel Ando, Lofoden, sowie über die Pyrit- 
lager der Westküste von Norwegen. Director 
Trapp (Freiberg) über ein Profil durch den 
Taunus bei Oberrossbach. * Dr. Petersen 
(Frankfurt) zeigt Osteolith mit Apatitkryställ- 
chen vom Rossberg bei Darmstadt, und Optiker 
F u e s s (Berlin) seine Goniometer , eine Reihe 
von Dünnschlift'en und ein Anemometer vor. 

Section für Botanik und Pflanzenphy- 
siologie. *Prof. Frings heim (Berlin) giebt 
einen kurzen Umriss des Inhalts seiner Unter- 
suchungen über die Sphacelarienreihe , welche 
er als genetische durch allmälige Sonderung 
in eine complicirt gegliederte Sprossform heran- 
gebildete Entwicklungsreihe auffasst. Prof. 
Pfeffer (Marburg) erklärt die (indirecte) Be- 
ziehung des Lichtes zur Rückbildung von Ei- 
weissstoffen aus dem beim Keimen der Papi- 
lionaceen gebildeten Asparagin als Folge des 
geringeren Kohlen- und Wasserstoffgehalts des 

8* 



60 



letzteren, welcher eine vorherige Assimilation 
dieser Stoffe durch die junge Pflanze noth- 
wendig macht. Dr. Askenasy (Heidelberg) 
spricht über das in zwei scharf gesonderte 
Perioden zerfallende Wachsthum der Frucht- 
stiele von Pellia epiphylla, Dr. Magnus (Ber- 
lin) im Anschluss an Prof. Pringsheim's Vor- 
trag und mit Hinweis auf die Vorgänge bei 
vielen Florideen über die Verz\veigung der 
Sphacelarien, bei welcher er zwei Modalitäten 
untei'scheidet. * Dr. Uloth (Nauheim) legt 
durch kohlensaures Ammoniak auf trockenem 
Wege vollständig raacerirtes Buchenliolz vor. 
— A. Batalin (Petersburg) behandelt die 
periodischen Bewegungen der Blätter, die er 
in drei Abtheilungen bringt; Prof. Pfeffer 
(Marburg) äussert sich theilwcise abweichend 
über diesen Gegenstand. Hierauf spricht Dr. 
Frank (Leipzig) über das Verhalten der 
Gonidien im Thallus einiger homöomerer und 
heteromerer Krustenflechten ; dieser besteht 
längei'e Zeit aus blossem vielverschlungenem 
Hyphengewebe , und erst nachträglich treten 
an zerstreuten Punkten desselben die Gonidien 
auf, deren jüngste Stadien sich in einem Falle 
als interstitielle und terminale Glieder der 
Hyphen selbst herausstellten, was allerdings 
der Schwendener'schen Ansicht direct wider- 
spricht. Dr. Geyler (Frankfurt) giebt eine 
kurze Mittheilung über die sog. Luftwurzeln 
von Laurus canariensLs , Staramsprossen , die 
schon vor ihrem Hervorbrechen vom Mycelium 
eines Pilzes inficirt sind. Dr. Sorauer 

bespricht die Milbeusucht der Birnblätter, 
gallenförmige Auftreibungen der Mesophyll- 
zellen , die nicht durch Pilze , sondern 
durch den Stich von Phytoptus piri hervor- 
gerufen werden. Dr. Ascherson (Berlin) 
theilt die 10 deutfchen Atriplex-Arten in die 
3 Untergattungen Dichospermum , TeutUopsis 
und Sclerocalymma ein, Prof. Pringsheim 
(Berlin) legt die Tafeln einer Arbeit über die 
Befruchtung der Saprolegnien vor und theilt 
mit, das.s diese in einer Copulation und einem 



davon getrennten Befvuchtungsacte der Be- 
fruchtungskugeln bestehe. Analoges glaubt 
Prof. Pfitzer (Heidelberg) auch bei den Ba- 
cillariaceen gefunden zu haben. Prof. Hass- 
karl (Cleve) berichtet über Cultur und Qua- 
lität der Chinarinde auf Java, Prof. Pfitzer 
(Heidelberg) über Versuche, welche er über 
die Geschwindigkeit der Wasserbewegung im 
Stamm dikotyler Holzgewächse angestellt liat, 
die Sehr viel schneller geschieht, als bisher 
angegeben wurde. *Prof. A. Braun (Berlin) 
spricht über die Bedeutung der löffeiförmigen 
Gebilde in der Blüthe von Fuchsia globosa 
var. flore pleno, und giebt eine vorläufige 
Mittheilung seiner neuesten Untersuchimgen 
über die Ordnung der Schuppen an den Fichten- 
zapfen. 

Section für Zoologie und Vergleichende 
Anatomie. Prof. Landois (Greifswald) hält 
einen Vortrag über experimentelle Schrilltöne 
und Akustik des Unhorbaren in ihrer An- 
wendung auf Insektentöne. Die Höhe der 
letztern ist abhängig von der Länge des Raspel- 
apparates, der Anzahl der Rillen desselben und 
der Geschwindigkeit der Reibung und lässt 
sich daraus nach einfacher Formel berechnen. 
Prof. Troschel (Bonn) theilt mit, dass nach 
seinen Untersuchungen über die Mundtheile 
der Neritaceen und Trochoiden viele der nach 
der Schale aufgestellten Gattungen eingezogen 
werden müssten. *Geh. R. v. Brandt (Peters- 
burg) entwickelt im Anschluss an sein Werk : 
„Ueber fossile und subfossile Cetaceen'" das 
Verhältniss der lebenden Cetaceen zu den fos- 
silen. Prof. Ed. van Beneden (Löwen): über 
die ersten Entwicklungserscheinungen bei Li- 
mulus. * Dr. Bottger (Frankfurt) bespricht 
marokkanische ReptiUen, *Dr. Focke (Bremen) 
bringt Mittheilungen über Sarkodethiere und 
deren Beschaffung. * Prof. Weis mann (Frei- 
burg) bespricht die Organisation einer höchst 
merkwürdigen (bereits früher von Dr. G. W. 
Focke in den Bremer Stadtgräben aufgefun- 
denen) Daphnide aus dem Bodensee ; Prof. 



6V 



Sand berger (Würzburg) theilt mit, dass er 
im Gegensatz zu der Hilgendorf sehen Be- 
hauptung über die Steinheimer Planorbis multi- 
formis fast alle Varietäten schon in den unter- 
sten Schichten gefunden habe. Es folgt hier- 
auf der Vortrag von ^ Prof. van Beneden 
(Löwen) : Sur la caisse tympanique des Gefa- 
ches, dann derjenige von *Dr. Kossraann 
(Heidelberg) über die Bedeutung von Anelas- 
ma squalicola für die Systematik der Cirri- 
pedien. — Oberförster Joseph (Eberstadt.) 
bespricht die Doppelrosen uud Doppelstangen- 
bildung beim Damwilde im Hinblick auf die 
Berthold'sche Theorie der Geweihbildung über- 
haupt. Dr. Miller (Essendorf) legt Abbild- 
ungen der Bodeuseemollusken vor, macht auf 
deren bedeutende Veränderungen und auf das 
Aussterben der Valvata piscinalis in Ober- 
schwaben aufmerksam. *Dr. Langerhans 
(Freiburg) hält einen Vortrag über die Haut 
von PetrOmyzon ; Dr. N o 1 1 (Frankfurt) über 
zwei Würmer (Phreoryctes Heydeni und Rhyn- 
chostomum papillosum) und ein 1)ei Cadix ge- 
fundenes neues Cirriped. Zuletzt theilt Prof. 
M. Schnitze (Bonn) unter Vorlage von Prä- 
paraten und Zeichnungen seine Untersuchungen 
über Eozoon canadense mit und erklärt sich 
für die organische Acervuhnen ähnliche Structur 
desselben mit dem Hinzufügen , dass er auch 
in den siUcatreichen Kalken der unmittelbaren 
Umgebung der Eozoonstücke durch Glühen 
organische verkohlende Substanzen gefun- 
den habe. 

Section für Anatomie und Physiologie. 
*Prof. Falck (Marburg) spricht über den Ein- 
flnss der Fleischnahrung auf Harnstoifbildung 
und Ausscheidung, Dr. Langerhans (Frei- 
burg) über das Auge der Neunaugen, an wel- 
chem eine solera völlig fehlt ; die chorioidea 
hängt mit der membr. Descem. continuirUch 
zusammen, in der retina findet sich eine üm- 
lagerung der Schichten. Prof. Grünhagen 
(Königsberg) theilt mit, dass die bei Blut- 
wärme nach dem Tode stark erweiterte Säuge- 



thierpupille bei Abkühlung auf Stubentempe- 
ratur sich stark verenge, bei Abkühlung auf 
0" sich wieder stark erweitere, was er auf 
Wasseraufnahme und -abgäbe durch das Iris- 
gewebe zurückführt ; ferner dass der Irismuskel 
des Frosches durch Erwärmung, die willkür- 
liche Muskulatur dagegen durch Abkühlung 
auf 0" oder Wasserverlust an Empfindlichkeit 
gewinne. Prof. Merkel (Rostock) erläutert 
die eigenthümliche strebepfeilerartige Anordnung 
der Stützbälkchen in der Spongiosa der Rühren- 
knochen , die sich an einzelnen Stellen , z. B. 
am Schenkelhalse zu ganz besonderen Leisten 
coniplicirt. Dr. Köhler (Halle) zeigt, da.ss 
die Injection von Bitterstofien erst ein Sinken, 
dann ein bedeutenderes Ansteigen des arteri- 
ellen Seitendrucks zur Folge hat. — Die 
Sitzung am 20. Sept. eröffnet Prof. Falck 
(Marburg) mit Verlesung eines kurzen Nekro- 
logs auf den am 16. Sept. verstorbenen Prof. 
J. N. Czermak, Dr. Flechsig (Leipzig) 
giebt sodann Beiträge zur Topographie der 
Markscheideelitwicklung im centralen Nerven- 
system. Pi-of. K oll mann (München) führt 
den schrumpfenden Einfluss des destillirten 
Wassers auf die Blutkörperchtm auf Gerinnung 
des Stroma zurück, die auch bei Anwendung 
anderer Stoffe eintritt; Prof. Ger lach (Er- 
langen) theilt mit, dass die hinteren Rücken- 
markswurzeln nicht wie die vorderen direct, 
sondern nur durch das feine nervöse Fasernetz 
der grauen Substanz mit den Nervenzellen der 
betr. Hörner in Verbindung stehen. Ki-eis- 
physikus Dr. Speck (Dillenburg) berichtet 
über den Einfluss der Nahrung auf 0- auf- 
nähme und COa-ausscheidmig, Prof. Lieb er- 
kühn (Marburg) über die Wirkungen ver- 
schiedener Stoffe bei Emstichinjection der Horn- 
haut. Dr. Gscheidlen (Breslau) constatirt, 
dass im thätigen Muskel energisch reducirende 
Körper entstehen, die bei Anwesenlieit von 
Nitraten Nitritbildung veranlassen und Indigo- 
lösung in kurzer Zeit entfärben. * Prof. S. 
Mayer (Prag) demonstrirt ein vnu ihm cou- 



62 



struirtes Gassphygmoskop. — Dr. Gscheidien 
widerlegt die Behauptung von Huizinga, 
Abiogenesis dargethan zu haben , durch den 
Nachweis, dass viele Organismonkeime erst bei 
ca. 110°, dann aber auch ganz sicher zerstört 
werden, und dass bei Anwendung solcher Ab- 
kochungen niemals Abiogenesis eintritt. — 
Prof. W a g e n e r (Marburg) wendet sich gegen 
die Remak'sche Ansicht von der Entstehung 
des Muskelbündels aus einer einfachen Zelle, 
und nimuit, gestützt auf das Verhalten des- 
selben im Typhus, sein Hervorgehen unmittel- 
bar aus dem Protoplasma an. * Dr. Stein 
(Frankfurt) spricht über die Erkenntniss des 
Baues von Pleurosigma angulatum durch pho- 
tographische VergrösseruDgeu und erklärt einen 
photograpbischen Apparat zur automatischen 
Darstellung naturwissenschaftlicher Gegenstände 
ohne Dunkelkammer. * Geh. R. Prof. M. 
Schnitze (Bonn^ bemerkt Einiges über Pleuro- 
sigma, spricht hierauf unter Vorlegung bezüg- 
licher Zeichnungen über den Bau des Tapetum 
der Choricidea bei Raubthieren und erläutert 
an Zeichnungen und Präparaten den Bau des 
Eozoon canadense. — Prof. v. Wittich (Kö- 
nigsberg) berichtet, dass thierische Kohle fast 
alle organischen Stoffe (selbst Galle), mit Aus- 
nahme des Harnstoffs beinahe vollständig fest- 
halte. Prof. Kupffer (Kiel) erklärt die schon 
von Hering gesehenen geknöpften Ausläufer 
der intraceUulären Gallencapillaren für präfor- 
mirte Bildungen, ähnlich den bei Insekten vor- 
kommenden innerhalb der Drüsenzellen ge- 
legenen Secretkapseln. *Hofr. Prof. KöUiker 
(Würzburgj zeigte einige Knochenpräparate 
von mit Krapp gefütterten Tliieren vor. 

In der Section für Anthropologie legt 
Prof. Scha äff hausen (Bonn) die ersten 
4 Liefrgn. des von Damman in Hamburg 
herausgegebenen Albums von Racenphotogra- 
pliien vor und bespricht ausführlich eine 
grössere Anzahl anthropologischer Gegenstände 
aus westphälischen und französischen Höhlen, 
Ausgrabungen bei Mainz und Coblenz, berührt 



die Beziehungen zwischen Menschen- und Affen- 
schädel und die Stammtypen verscliiedener 
Völker und zeigt eine Originaltodtenmaske von 
Shakespeare vor. Dr. Pansch (Kiel) weist 
auf die Wichtigkeit der Tiefe der Gehirn- 
furchen hin, die zu der Zeit ihres ersten Auf- 
tretens , d. h. also ihrer Bedeutung im Ver- 
hältnis« steht. Prof. Kollmann (München) 
spricht über die frühere dolichocephale Be- 
völkerung Süddeutschlands, die allmälig durch 
die jetzige brachycephale verdrängt wurde, 
aber noch zahlreiche Spuren ihres Daseins in 
dolicho- und orthocephalen Formen aufweist. 
Prof. Virchow (Berlin) knüpft hieran Be- 
merkungen über die Aufeinanderfolge der 
Völkerstämme ia Baiern und beschreibt dann 
die von ihm ausgestellten Schädel der Wies- 
badener Sammlung; * Prof. v. Wittich (Kö- 
nigsberg) erwähnt eines Fundes zweier mikro- 
cephalischen Schädel. Nachdem * Prof. Vir- 
chow Knochenstücke aus der Höhle von 
Steeten besprochen, referirt * Dr. Wie bei 
(Hamburg) über Ausgrabungen bei Hamburg, 
welche Bronce und Eisen nebeneinander er- 
geben hatten. * Dr. Oidtniann (Linnioh) 
spricht über statistische Porträturkunden zur 
Züchtung und Vererbung der Menschenphy- 
siognomien und legt einige Vererbungsstamra- 
bäume vor. * Prof. v. Wittich (Königsberg) 
redet über Grabfunde auf der kurischen 
Nehrung; * Prof. Boltz hält einen Vor- 
trag zur Lehre vom Ursprung der Sprache und 
über die Anschauungs- und Ausdrucksweise 
der Njam-Njam ; * Prof. Lucae (Frankfurt) 
denionstrirt den von ihm angegebenen Apparat 
zur Anfertigung geometrischer Zeichnungen 
und zu Uebertraguug derselben auf Stein. 
Prof. Virchow behandelt den Schädel- 
charakter wilder Rassen und warnt vor der 
Aufstellung niederer Formen, deren Vorkommen 
auch unter hochentwickelten Völkern Prof, 
Lucae bestätigt. 

In der Section für Geographie geben 
Prof. Koner und Dr. Neumeyer (Berlin) 



63 



Auskunft über die gei^ejiV'tivtig'e Lage der 
deutschen Coiigo- Expedition, sodann berichtet 
ersterer über Nachtigairs Reise und über die 
österr. Xordpolexpedition , letrferer über die 
Reisen des Botanikers Hiklebraud in Ostafi-ika. 
* Generalarzt Roth (Dresden,! giebt Notizen 
iibtn- den Ashanti-Krieg, und *Dr. Seh wein - 
l'urth (Berlin) theilt Näheres über die von 
H. V. Koppcnfels nach Banaras an der Loango- 
küste beabsichtigte Reise mit. — Am 20. Sept. 
verliest Dr. Neumeyer einen eben ein- 
getroffenen Brief von Prof. Bastian von der 
Loangoküste, Dr. Rad de v^Ühs) hält unter 
Vorzeigung der vortrefflichen russ. Karten des 
Kaukasus Yortiag über die oro- und hydro- 
gi'aphisohen und die Vegetationsverhältnisse 
Hocharnieniens und des Kaukasus, Hofr. Rohlfs 
(Weimar) berichtet über seine im W^inter aus- 
zuführende Reise in die libysche Wüste, Dr. 
Ascher so n i Berlin i über die Reise von Prof. 
Ijorentz und G. Hieronymus von Cordova aus 
durch die argentinisohe Rejiublik und Bolivia. 
hauptsächlicli zu botanischen Zwecken. — 
Dr. Rein erstattet Bericht über die mit 
Prof. V. Fritsch im letzten Jahre nach Ma- 
rokko ausgeführte Reise, welche wenn auch 
nicht von langer Dauer, doch über Fauna, 
Flora und Geologie des Landes nuiiicbe Auf- 
schlüsse geliefert hat. — Vegetation und Thier- 
welt der atlantischen Küste tragen ganz den 
Mittelmeereharakter. Der Atlas erreicht stellen- 
weise eiue Höhe von -1000 m., erhebt sich steil 
in 4 und mehr aufeinanderfolgenden Längs- 
riicken, die von unten nach oben aus jüngeren 
Kalksteinen , paläozoischen Schieiern , rothem 
Sandstein und älteren Eruptivgesteinen gebildet 
werden. Ackerbau und Baumwuchs hiJren bei 
2000 m. plützlicli aul', um einer der unsrigen 
sehr ähnlichen Wiesenvegetation Platz zu 
machen ; höher hinauf wird sie sehr düri'tig, 
was neben dem Anstehen von Steinsalz auf 
sehr geringen Niedersddag schliessen lässt. 
Gletscher wurden nirgends beobachtet. — 
Dr. Seh wei nfurth (Berlim empfiehlt, die in 



den Tropen gesammelten Pflanzen zwischen 
Papier gelegt in theilweise mit Sph-itus ge- 
füllten Blechkisten zu transportiren und legt 
die Vortheile dieser Methode dar. Dr. Frie- 
derichs on i'IIamburg) legt die ersten 4 Hefte 
des von ihm herausgegebeneu Journals des 
Museum God.el'roy vor und berichtet über einen 
Aufsatz, der von den Palaw- Inseln manches 
völlig Neue bringt. K. Hauch erörtert die 
Möglichkeit einer Erforschung Centralafrikas 
von Südosten her, hält diesen Weg für den 
billigeien , aber strapaziöseren und weniger 
lohnenden, un<l billigt den Plan der deutschen 
E.xpedition, von Südwesten her einzudringen. 
Dr. Neumeyer (Berlin) weist auf die Wich- 
tigkeit der- Wettertelegraphie und Sturm- 
prognose hin , schildert die in England und 
Nordamerika angewendeten Systeme und be- 
spricht die von den Verein. Staaten angeregte 
Einrichtung simultan registrirender Stationen 
auf der nördlichen Hemisphäre. Dann kündigt 
er das baldige Erscheinen eines Werkes : „An- 
leitung zu wissenschaftlichen Beobachtungen 
auf Reisen " an und beantragt , wieder ein 
ständiges Comite zur Wahrung der geogTaphi- 
sehen Interessen in Deutschland zu wählen, 
was angenommen wird. 

In der Section für Pathologische Ana- 
tomie und Allgemeine Pathologie spricht 
Dr. Letzerich (Braunfels) über Entwicklung 
der Diphtherie ; er unterscheidet 4 Entwick- 
lungsstadieu des Diphtheriepilzes, den er in 
seiner höchsten P'orm als Tilletia diplitheritica 
bezeichnet ; dann charakterisirt er die beiden 
Hauptformen der Krankheit seihst, die exsu- 
dativ - ulcerosa und die infiltrirte Diphtherie 
und beschreibt tlie an Kaninchen hierüber an- 
gestellten Versuche. Prof. Eberth (Zürich) 
constatirt als Hauptquelle der Fettembolie die 
fettig zerfalleneu Gerinnungen des Herzens, 
welche von der rechten Kammer aus einen 
grossen Thoil des CapiUargebietes der Lunge 
verstopfen können. * Prof. B e n e k e (Marburg) 
deniotistrii't ein mikrocephalisclies Kind. Hier- 



64 



auf spricht Dr. K. Thoma (Heidelberg) über 
die Einwanderung farbloser Blutkörper in die 
Lymphgefässe der Froschzunge, wobei durch 
Injection mit Silberlösung die Stomata der 
Lymphgefässe als Eingangspforten für die 
weissen Blutkörper nachgewiesen werden. — 
Dr. Birch-Hirschfeld (Dresden) berichtet 
über Untersuchungen zur Pathologie des Ty- 
phus abdominaUs, die allerdings noch nicht 
zum Abschluss gelangt sind. Die Darment- 
leerungen zeigten, besonders auf der Höhe der 
Krankheit, eine gewaltige Menge Bacterien 
eigener Form, an den weissen Blutzellen tritt 
später oft eine massige körnige Degeneration 
auf. Die Versuche, durch Uebertragung von 
Tj-phusexcrementen auf Thiere eine dem Ab- 
dominaltyphus ähnliche Krankheitsform zu er- 
zeugen, fühi'ten je nach Methode und Menge 
des beigebrachten Stoffes zu verscliiedenen 
Resultaten , welche noch weiterer Ergänzung 
bedürfen. — Prof. Rindfleisch (Bonn) hält 
einen Vortrag über Lungenschwindsucht, der 
zu einer längeren Discussion fülu't unter Be- 
theiligung von Virchow, Rindfleisch, Köster, 
Zenker imd Waldenburg. — Dr. Flesch 
(Frankfurt) spricht über eine Uebergangsform 
zwischen Mikro- und Anencephalen-Missgeburten 
und weist auf einige ätiologische Momente für 
die Entstehung der Schädelmissbildungen hin. 
* Prof. Bollinger (Zürich) erörtert die Ent- 
stehung des Milzbrandes, und schliessUch be- 
handelt * Dr. Ponfick (Berlin) die anatomi- 
schen Veränderungen beim Typhus recurrens. 

Aus den Arbeiten der zahlreichen speciell 
medicinischen Sectionen war Nichts von allge,- 
meinerem Interesse hervorzuheben, und über 
die vielen werthvollen Einzelheiten zu berichten 
verbietet leider der beschränkte Raum dieser 
Blätter. 



leuer Comet mit kurzer Umlaufszeit. 

In der Sitzung der Wiener Akademie vom 
20. Nov. d. J. theilte Prof. Dr. E. Weiss mit, 
dass der von Coggia zu Marseille am 10. und 
von Winnecke in Strassburg am 1 1 . Nov. d. J. 
entdeckte Comet seinen Untersuchungen nach 

Abgeschlosseu den 31. December 1873. 



mit dem Cometen 18181 identisch sein müsse. 
— Vorausgesetzt dass der Comet 18181 jetzt 
zum erstenmal zur Somieunähe zurückkehrte 
und dass also nicht eine oder mehrere Perihel- 
passagen vmbemerkt vorübergegangen seien, 
würde die Umlaufszeit de.s Cometen 55,82 
Jahre betragen. 



Die paläontologisclie Sammlung des 
Geh. Med.-R. Prof. Dr. Goeppert, 

aus mehr als 11,000 Exemplaren grösstentheils 
fossiler Pflanzen bestehend, ist, wie aus Breslau 
berichtet wird, für die dortige Universität zum 
Preise von 6000 Thlr. angekauft worden. 



Verlag von Hermann Costenoble 
in Jena. 

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Alterthtinis und die Sitten und fie- 

lnäuelie der jetzigen Wilden 

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Sir John Lubbock. 

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Auflage aus dem Englischen von 

Mit einleitendem Vorwort von 
Rudolf Virchow. 

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und 2 lithogr. Tafeln. Lex.-8. broch. 
SVa Thlr. 

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Tafeln. Lex.-8. broch. höchstens 2 Thlr. 
(Erscheint in Küi'ze.) 

Vorstehendes Werk ist für die Ur- 
geschichte des Menschengeschlechts und 
die Werke Dai'Win'S und Ilaeckers von 
hervorragender Bedeutung , wie drei 
schnell hintereinander vergriffene bedeu- 
tende Auflagen des englischen Originals 
beweisen. 



Druck TOD E. Blochmana & Sohn in Dresden. 




iVUNQüAM ,<?aMMn?.^ OTIOSÜS 



L E O P L D I N A 

AMTLICHES ORGAN 

DER 

KAISERLICH LEOPOLDINISOH- CAROLINISCHEN DEUTSCHEN 
AKADEMIE DER NATURFORSCHER 

HERAUSGEGEBEN UNTER MITWIRKUNG DER ADJÜNCTEN VOM PRÄSIDENTEN 

Dr. W. F. G. Behn. 

Dresden. Heft IX. — Fr. 9, 10. Januar 1874. 

Inhalt: Amtliche Mittheiluiigen : Beiträge zur Kasse der Akademie. — Neu aufgenommene 
Mitglieder. — Gestorbene Mitglieder. — Dr. August Emanuel von Keuss f. 

Eingegangene Schritten. — Die nutzbaren Mineralien und Gebirgsarteu im Deutscheu 
Reiche von Dr. v. Dechen. — On the gcnesis of species by St. George Mivart. — Die Toda. 
— Dr. Dohrn's zoologische Station zu Neapel. 



Amtliche Mittheiluiigen. 



Beiträge zur Kasse der Akademie. 

Jan. 3. Von Herrn Prof. Dr. Sadebeck in Berlin, Jahresbeitrag für 1874 ... 2 Thlr. 

„ Pfarrer Dr. Dzierzon zu Carlsmarkt in Schlesien, desgl. für 1874 2 „ 

„ Prof. Dr. Hensel zu Proskau in Schlesien, desgl. für 1874 . 2 „ 

„ Geh. Med.-R. Prof. Dr. Coccius in Leipzig, ausserordentl. Beitr. 2 „ 

„ Dr. Julius Haast in Neuseeland, Ablös. d. Jahresbeitr. f. d. Leop. 20 „ 

„ Dr. Otto Finsch in Bremen, Jahresbeitrag für 1874 ... 2 „ 

„ General-Ltut. \. Schierbrand in Dresden, desgl. für 1874 . 2 „ 

„ Prof. Dr. Munter in Greifswald, desgl. für 1872, 73 u. 74 6 „ 

„ Dr. M. Gottsche in Altena, desgl. für 1874 2 „ 

„ Oberbergrath Prof. Dr. F. Reich in Freiberg, desgl. für 1874 2 „ 

9 



3. 


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5. 


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IX 



66 



Jan. 13. 

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. 23. 

„ 24. 

„ 25. 

„ 26. 

„ 26. 

„ 26. 

_ 27, 



Von Herrn Stadtrath Dr. G. Struve in Dresder, desgl. für 1872, 73 u. 74 
„ , Prof. Dr. Ernst H. Ehlers in Erlangen , Eintrittsgeld und 

Ablösung der Jahresbeiträge f. d. Leop 

s „ Prof. Dr. Ernst Leyden in Ktrassburg , Eiuti-ittsgeld und 

Ablösung der Jahresbeiträge f. d. Leop 

„ ,, Prof. Dr. Heis in Münster, Jahresbeiträge füi- 1873 u. 74 

„ „ Prof. Dr. H. Schäfter in Jena, desgl. für 1872 ... 

„ ., Oberlehrer Dr. G. Stenzel in Bieslau, desgl. für 1874 

„ „ Prof. Dr. J. V. Lamout in München, desgl. für 1874 

„ , Prof. Dr. Leupoldt in Erlangen, desgl. für 1872 und 73 

„ „ Prof. Dr. K. Möbius in Kiel, desgl. für 1874 .... 

„ „ Joachim Barrande in Prag, desgl. für J874 

„ „ Geh. Bergr. Prof. Dr. Ferd. Römer in Breslau, Eintrittsgeld 

und Jahresbeitrag für 1874 

„ ,, Distriktsarzt Dr. Arnoldi in Winningen, Jahresbeitr. für 1874 

„ „ Sanitätsr. Dr. W. L. Döring in Düsseldorf, desgl. füi" 1874 

,, ., Geh. Reg.-R. Direktor Dr. Kannarsch in Hannover, dsgl. f. 1874 

,, ., Geh. Med.-R. Prof. Dr. Göppert in Breslau, dsgl. f. 1873 u. 74 

„ „ Geh. Reg.-R. Diiektor Dr. Settegast in Proskau. dsgl. f. 1874 

„ „ iStaatsminister a.D. Geh.R. Dr. v. Malortie Exe. in Hannover, 

desgl. für 1874 

„ „ Gustos Dr. Rogenhofer in Wien, desgl. für 1874 .... 

„ „ Ob.-Med.-R. Prof. Dr. v. Hering in Stuttgart, desgl. für 1874 

„ ., Prof. Dr. Friedr. l.eop. Goltz in Strassburg, Eintrittsgeld 

und Ablösung der Jahresbeiträge f. d. Leop 

„ ,, Prof. Dr. Birner in Regeiiwalde, Jahresbeitrag fiü- 1874 

„ „ Hofrath Prof. Dr. A. Fieiherr w Ettingshausen in Wien 

desgl. für 1872, 73 und 74 

„ „ Prof. Dr. K. B. Heller in Wien, desgl. lür 1874 . . . 

„ „ Dr. Eduard Lichtenstein in Berlin, desgl. für 1874 

„ „ Generalstabsarzt Dr. v. Zimmermann in Wien, desgl. f. 1874 u. 7 

„ ., Prof. Dr. M. Wagner in München, desgl. für 1872 

„ ,, Hofr. Prof. Dr. Stöckhardt in Tharaud. dsgl. f. 1872, 73 u. 74 

„ „ Dr. E. Fieiherr v. Bihra in Nürnberg, desgl. für 1874 . 

„ „ Prof. Dr. F. Hebra in Wien, desgl. für 1873 und 74 

,, „ Prof. Dr. H. H. Landolt in Aachen, Eintrittsgeld . 

,, „ Oberlehrer Dr. Fr. Goldenberg in Saarbrücken, Jahresbeitr. f. 187 

„ ,, Prof. Dr. J. Röper in Rostock, desgl. für 1874 

„ „ Ghmr. Prof. Di'. Kopp in Heidelberg, desgl. für 1874 

r, „ Prof. Dr. L. Seidel in München, desgl. für 1874 . . . 

„ „ Prof. Dr. Bau in Danzig, desgl. für 1874 

„ ,, Prof. Dr. Reichardt in Jena, desgl. für 1874 .... 

„ „ Dr. J. B. Ullersperger in München, desgl. für 1874 . 

„ y, Apotheker A. Geheeb in Geisa. desgl. für 1874 



6 Thir. 



30 

30 
4 
2 
2 
2 
4 
2 
2 

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2 
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4 
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2 
2 
2 
2 
2 
2 

2 
o 



67 

Jan. 27. Von Herrn Prof. Dr. A. Wüllner in Aachen, desgl. für 1873 und 74 . 4 Thlr. 

„ 28. „ „ General- u. Corpsarzt Dr. Richter in Düsseldorf, dsgl. f. 1874 2 „ 

, 29. „ „ Geh. Reg.-R. Prof. Dr. Stöckhardt in Weimar, desgl. für 1874 2 „ 

„ 30. „ „ Dr. H. P. D. Reiehenbach in Altona, desgl. für 1874 . . 2 , 

„ 30. „ „ Custos Dr. IL W. Reichardt in Wien, desgl. für 1874 . . 2 „ 

Dr. Behn. 



Ifeu aufgenommene Mitglieder. 

Nr. 2125. Am 13. Januar 1874. Herr Dr. med. Ernst Heinrich Ehlers, ord. off. Professor 
der Zoologie und vergleichenden Anatomie zu Erlangen ( von Ostern d. J. an zu 
Göttingen). Zweiter (später 9.) Adjunktenkreis. — Fachsektionen 6 für Zoologie 
und Anatomie und 8 für Anthropologie, Ethnologie und Geographie. 

Nr. 2126. Am 14. Januar 1874. Herr Dr. med. Ernst Leyden, ord. öff. Professor der 
Pathologie und Therapie und Direktor der medicinischen Klinik und Poliklinik zu 
Strassburg. Fünfter Adjunktenkreis. — Fachsektion 9 für wissenschaftl. Medicin. 

Nr. 2127. Am 15. Januar 1874. Herr Geheimer Bergrath Dr. Ferdinand Römer, ord. 
Professor der Mineralogie an der Universität zu Breslau. Vierzehnter Adjunkten- 
kreis. — Fachsektion 4 für Mineralogie und Geologie. 

Nr. 2128. Am 19. Januar 1874. Herr Dr. med. Friedrich Leopold Goltz, ord. Professor 
der Physiologie und Direktor des physiologischen Instituts an der Universität zu 
Strassburg im Elsass. Fünfter Adjunktenkreis. — Fachsektion 7 für Physiologie. 

Nr. 2129. Arn 23. Januar 1874. Herr Dr. phil. Hans Heinrich Landolt, Professor der 
reinen Chemie an der Kgl. Rheinisch- Westphäl. polytechnischen Schule zu Aachen. 
Siebenter Adjunktenkreis. — Fachsektion 3 für Chemie. 



Grestorbene Mitglieder. 

Am 23. Nov. 1873 zu Franzensbad Herr Medicinalrath Dr. med. Anton Palliardi, Badearzt 
am Kaiser - Franzensbad in Böhmen. — Aufgenommen den 12. Aug. 1851, cogn. 
Hoppe n. 

Am 16. Januar 1874 zu Bonn Herr Geh. Medicinalrath Dr. med. Maximilian Johann Sigis- 
mund Schnitze, Professor der Anatomie und Direktor des anatomischen Instituts 
zu Bonn. — Aufgenommen den 10. Nov. 1860, cogn. Rathke. 

Dr. Behn. 

f 

Dr. August Emanuel von ßeuss, 

K. K. Universitäts-Professor der Mineralogie in Wien, 
geb. am 8. Juli 1811, gest. am 26. Nov. 1873. 
August Emanuel Rudolf Reuss war der Sohn des in den Annalen der inine- 
alogischen Wissenschaften rühmlichst bekannten K. Bergraths Dr. Franz Ambrosius Reuss, 

9* 



^8 

Füi'stl. Lobkowite'schen Arztes in Bilin. Von dem Vater eihielt er auch den ersten Privat- 
unterricht, der ihn nicht nur für das Kleinseitener Gymnasium in Prag vorbereitet, sondern 
wohl auch den Grund für seine sjiäteren Richtungen gelegt hat. 

Nach glänzend bestandenen Prüfungen auch in Mineralogie, die unser Reuss 1826 — 
1827 bei Zippe am polytechnischen Institute gehört hat, begann er im October 1827 seine 
niedicinischen Studien an der Prager Universität und wurde am 10. Nov. 1833 zum Dr. med. 
promovirt. Seine Inaugural - Dissertation führt den Titel: Tentamen unutoniico- pathohgicum 
de Melanosi. 

Nachdem er im J. 1832 in Folge einer Aufforderung des Fürsten Lobkowitz in Bilin 
während einer dort ausgebrochenen Cholera - Epidemie fungirt hatte, wurde der nur 22 Jahre 
alte Doctor 1833 Assistent an der Augenklinik des Prof. Fischer in Prag, musste aber diese 
Stelle später in Folge einer schweren Erkrankung verlassen und kehrte nach Bihn zurück, 
wo er bald als Fürstl. Lobkowitz'scher Brunnenarzt , als Stadt- und Herrschaftsarzt eine sehr 
umfangsreiche Thätigkeit entwickelte. 

"Wiewohl Reuss als Arzt iu Bilin sehr beliebt war, so hat ihn diese Stellung doch 
nicht sehr befriedigt und er wandte sich mehr und mehr den specielleren Naturwissenschaften 
zu, wozu auch die reiche und schöne Mineraliensammlung des Biliner Fürsten immer neue 
Veranlassung bot. 

Während diese Mineraliensammlung durch den ihm befreundeten Gustos U übe seh 
vorzüglich gepflegt wiirde, erwarb sich Reuss hier das besondere Verdienst, auch die paläon- 
tologischen Schätze der Umgegend zu sammeln und dui'ch dieselben den Fürstlichen Samm- 
lungen ein erhöhtes Interesse zu verleihen. 

Seine „geognostischen Skizzen aus Böhmen, 1840 — 1844", denen er das Motto auf- 
druckte : Turpe ed. in patria hahitare et patriiim igiuirari', zeigen am besten, mit welcher Energie 
und welchem Erfolge sich Reuss der Erforschung des lieiniathlichen Bodens zugewendet hat. 
Bald folgte diesem Werke ein grösseres über : Die Versteinerungen der Böhmischen Kreide- 
formation, 1845 — 1846, mit 38 Quarttafeln, wozu Freund Rubesch die Zeichnungen geliefert 
hat, das noch heute als ein llauptquellenwerk für die Kreidefürmation gilt.*) 

Fast ganz auf sieh selbst angewiesen, hatte der eifrige Forscher sich erst mit der 
reichen Literatur über diese Gegenstände und mit verschiedenen Sprachen vertraut machen 



*) Andere iu jeuer Zeit von Reuss verdttentlichte Sclu-iften sind : 

183S. Die geognostischen Verhältnisse von Tei)litz und über das Vorkommen des I'jrops in BiibmeiL 
(Karsteu's Archiv. XI. p. 298—^14. M. Karte.) 

1840. Geoguostische Beobaclitunaeu, aesanunelt auf einer Reise dunli Tirol ün J. 183s. (Jaliil). f. Min. 

p. 127— 1U5.) 

1841. Aufzählung der um Te[ilitz vorkoiinneiiden Gefässpflanzen. (Iu Sclmielke's : Teplitz imd seine 

Mineral(iuelleii.) 

1843. Das Saitschützer Bitterwasser iu Bezieluuig auf seine Heilkräfte. (Der chemische Theil von 

Berzelius.) Prag. 

1844. Die Thermen von Teplitz. 2. Aufl. (1, AuM. vou Dr. F. Ambr. Reuss.) Prag. — Einige 

Zweifel über die Altersverschicdeuhcit der Grauite vou Marienbad. (Jahrb. f. Min. p. 129.) 
- Bemerkuugeu über die geognostischen Verhältnisse der südlichen Hälfte des K()uig- 

grätzer Kreises. (Ebd. p. 1—27.) 
184"). Der Sauerbrunnen zu Bihn in Böhmen in therapeutischer Hinsicht. (Der chemische Theil vou 

J. Kedtenba(-her.) Prag. 
1S47. Die fossilen Polyparieii des Wiener Tertiärbeckens. 4". 109 S. 11 Taf. (Haidinger's naturw. 

Abb. H. 1.) — Die Cytherinen des Wiener Beckens. (Wiener Berichte, p. 417.) 



69 

müssen; er begann erst um diese Zeit zeichnen zu lernen, eine Kunst, der wir den grüssten 
Theil des künstlerischen Schmuckes seiner zahlreichen späteren Monographien verdanken. 

Seinem grossen Fleisse folgte sehr bald die Anerkennung in wissenschaftlichen und 
anderen Kreisen. Er wurde bereits am 26. Januar 1848 zum wirklichen Mitgliede der K. 
Akademie der Wissenschaften in Wien ernannt und seine Vaterstadt ehrte ihn in demselben 
Jahre durch Verleihung des Ehrenbürgerreclits. 

Mit Freuden folgte er bald einem im November 1849 au ihn ergangenen Rufe als 
ordentlicher Professor der Mineialogie an der Universität Prag, wo sich eine weitere Thätig- 
keit für ihn entfaltete. Hier lehite er neben seinen Vorlesungen über Mineralogie an der 
Universität auch Geognosie und Paläontologie an dem polytechnischen Institute , und hielt 
ausserdem 1854 und 1855 eine Reihe von wissenschaftlichen Vorträgen vor Kaiser Ferdinand. 
Es ward ihm um diese Zeit durch Höchsten Etitschliiss vom 13. Juni 1854 das Ritterkreuz 
des Frauz-Josefs-Ordens verliehen; er wurde im J. 1853 zum Mitgliede der Kais. Leopoldinisch- 
Carolinischen Akademie der Naturforscher ernannt, und viele andere wissenschaftlichen Vereine 
ehrten ihn durch Ernennung ^u ihrem Mitgliede. 

1850 war er als Mitglied der Piiifungs-Commission für Candidaten des Gjmnasial- 
lehramtes eingetreten und wurde 1862 Dlrector dieser Commission. Er wirkte thätig als 
Mitglied des Verwaltungsausschusses des Künigieichs Böhmen , sowie mehi'ere Jahre hindurch 
als Präses des naturhistoristhen Vereins Lotus in Prag. 

Zweimal war er Dekan der philosophischen Fakultät, im Jahre 1859/60 Rector 
magnificus der Prager Universität. 

Schon 1801 zum Ehrendoctor der Philosophie au der Breslaucr Universität ernaimt, 
trat er 1802 auch als ordentliches Mitglied des Prager j)hilosophischen Doctoren-CoUegiums ein. 

Wissenschaftliche Reisen führten den thätigen Forscher während der Ferienmonate 
August und September in verschiedene Theile des Kaiserstaates, worüber er in den verschie- 
denen Publicationen gründlich berichtet hat.*j. 



*) Wälu-end seiner Wirksamkeit in Prag sind folgende Schriften entsprungen : 

|,S49. Die tertiären Süsswassergebilde des nördlichen Biihmens und ihre fossilen Thierreste. (Paläonto- 
graphica, 11. p. 1— 42. oTaf) — Die fossilen Entoraostraceen des österreichischen Tertiäi-- 
beckens. (Haidingers naturw. Abli. 111. 1. 4". 52 S. 4 Taf) — Neue Koraminlferen 
aus den .Schichten des österreichisrheu Tertiärbeckens. (Deukschr. d. k. Ak. d. Wiss. in 
Wien, I. 26 S. Ü Taf) 

l!S50. Die Foraminiferen und Kiitomostraccen des Ivreideniergels von Lemberg. (llaid. Abb. IV. 36 S. 
5 Taf) — Bericht über geologische Untersuchungen in der Gegend von Franzensbad und 
Eger. (Jahrb. d. k. k. geol. ll.-A.) 

liSöI. Geologische Untersuchung im Gosauthale im Sommer 1S51. (El). IL 4.) — Ein Beitrag ziu' 
Paläontologie der Tertiärschichten Uberschlesiens. (Zeitschr. d. Deutsch, geol. Ges. M. 12 Taf) 
— Ueber ilie fossilen Foruminifereu und Eutomostraceeu der Septarientlione der Umgegend 
von Berlin. (Eb. III. p. 4ii— Ho. Taf 3—7.) — Ueber Bernstein iu Böhmen, Alter der 
Braunkohleugebilde in Nord-Böhmen ; zweiter erloschener Vidkan in Böhmen. (Eb.III. p. 13.) 

lsr)2. Uelipi- den Kupfergelialt des Kothliegenden in der Umgebung von Böhmisch Brod. (Jahrb. d. 
k. k. geol. R.-A. III. p. !)0. mit Karte.) — Die" geoguostischen Verhältnisse des Egerer 
Bezu'kes und des Ascher Gebietes m Böhmen. (.\bh. d. k. k. geol. R.-A. I. 1. 72 S. mit 
Karte.) — Ueber Clytid. Leiwhii Rss.. eüien lang-geschwänzten Dekapoden der Kreide- 
formatiou. (Denkschr. d. k. Ak. d. Wiss. VI. 4. lu S. 5 Taf) 

\S^S. Ueber Entomostraceen und Foraminiferen im Zechstem der Wetterau. M. Karte. — l.'eber zwei 
neue Rudistenspecies aus den alpinen Kreideschichten der Gosau. (Sitzb. d. k. Ak. d. Wiss. 
XI. Mit Tafel.) — Kritische Bemerkungen über die von H. Zckeli beschriebenen 
Gasteropodeu der Gosaugebilde in den Ustalpeu. (Eb. IX. 44 S. 1 Taf) — Ueber 
einige noch nicht beschriebene Pseudomorphuseu. (Eb. X. p. 44—72.) — Reklamation 



70 

Die üf bersiedelung von Reuss nach Wien als Professor der Mineralogie an 
der dortigen Universität erfolgte im October 1863. Er hielt hier Vorlesungen sowohl in der 
medicinischen als auch in der philosophischen Facultät, welche letztere ihn 1866 bei Gelegen- 
heit des Jubiläums der Universität zum Ehrenmitgliede ihres CoUegiums ernannte. 

Vom Jahre 1869 an war er Mitglied der Wiener Prüfungs-Commission für Gymnasial- 
lehramts-Candidateu ; 1870 erhielt Reuss den Orden der eisernen Krone und am l.Oct. 1870 
wurde er in deu Oesterreichischen Ritterstand erhoben. In Anerkennung seiner wesentlichen 



iu Betrefi' einiger. Angaben von Zekeli über die Gasteropoden der Güsautbrmation. (Jahrb. 
d. k k. geol. R.-A. IV.) — Ueber Foraniiniferen Englands, der Wetterau und des Mainzer 
Beckens. (Jahrb. f. Min. p. 582. (>70. 1 Tat.) — Drei Polyparien-Species aus dem 
oberen Kreidemergel von Lcmberg. (Palaeouto,!;rapbica: III. p. l'l7. Tat'. 17.) 

1854. Beiträge ziu- geoguostischcn Kenutniss Mährens. (Jahrb. d. k. k. geol. E.-A. V. 104 S. — 

Km-ze Uebersicht der geoguostischen Verhältnisse Böhmens. Prag. 103 S. Mit Karten. — 
PjToretiu. ein fossiles Harz der b(3lmnschen Braunkohleuformation. (Sitzb. d. k. Ak. d. W. 
XII.) — Beiträge zur Charakteristik der Kreiileschicliteu der Ostalpen. (Denksebr. d. k. 
Ak. d. W. VII. Mit 31 Tat.) — Die Kreidrschichten am Wolfgangsoe; Geologisches 
über Mähren; vollständiges i'ui'jWic/-«»« ,• Blätterkohle bei Bühm.Leiiia. (Jahrb. f Min. p. 53.) 

1855. Paläoutologische Miscellen. (Denkschr. d. k. Ak. d.W. X. p. 71. Mit 7 Tat.) — Ein Beitrag 

zur genaueren Kenntniss der Kreidecrebh-.ü'e Mecklenburgs. (Zcitschr. d, I). geol. Ges Mit 
4 Tat.) — Beiträge zur C^harakteristik der Tertiärsclücliten des nördlichen und mittleren 
Deutschlands. (Sitzb. d. k. Ak. d. W. XVIII. p. 1Ü7. M. 13 Tat.) — Loligineen-Reste 
in der Kreideformatiuu. Prag. Mit 1 Tat. — Ueber zwei Polyiiarieii aus den Hallstädter 
Schichten. (Denksebr. d. k.Ak. d.W. IX. 1 Tat ) — Fragmente zur Entwickelungsgeschichte 
der Muieralieu. (Sitzb. d. k. Ak. d. W. XXH. p. 12'J.) 

1856. Neue Fischreste aus dem böhmischen Pläner. (Denkschr. d. k. Ak. d. W. Xlll. 3 Taf) - 

Ueber KoproUthen im Kothliegenden Böhmens. (Sitzb. d. k. Ak. d. W. XVIII. p. 124.) 

1857. Mmeralogische Notizen aus Bölimen. (Eb. XXV. 24 S. 1 Taf.) — Ueber sibirische Schal- 

steiue und F.iscuerzlager von Auval bei I'rag. (Eb. .XXV. p. 5Ö3.) 

1858. Ueber die Foraniiniferen im Septarienthone von Pietzpuhl. (Zeitselu-. d. D. geol. Ges. X. p.433.) 

— Ueber kurzschwänzige Krebse im Jiu-akalke Mährens. (Sitzb. d. k. Ak. d. W. XXIX. 
p. 5.) — Ueber die geoguostisohen Verhältnisse des Ralionitzer Beckens in Böhmen. 
(Eb. XXIX. p. 121.) — Bleiglanz und Blende als Hüttenproducte bei Pnbram. (Zeitschr. 
Lotos, März 18^8.) — Ueber fossile Krebse aiis den Raibler Schichten in Kärnten, 
(v. Hauer's Beitr. z. Pidäunt. I. 1. Mit 1 Taf) 

1859. Ueber einige Auüiozoen ans den Tertiärschichten des Mainzer Beckens. (Sitzb. d. k. Ak. d. W. 

XXXV. p. 470. 2 Taf) — Ueber che Verschiedenheit der chemischen Zusammensetzung 
der Foraminiferenschaleu. (Sitzb. d. k. böhin. Ges. d. W. in Prag. 28. Nov.) — Minera- 
logisclie Notizen ans Böhmen. (Zeitschr. Lotos, p. 85.) — Zur Kenntniss fossiler Krabben. 
(Denkschr, d. k. Ak. d. W. .XVII. 90 S. 24 Taf) — Die marinen Tertiärschichten 
Böhmens imd ihre Versteinerungen. (Sitzb. d. k. Ak. d. W. ISöO. XXXIX. p. 207. 
81 S. ö Taf) 

1860. Ueber Lingulhw^isis, eine neue Foraminifcrengattung- (Sitzb. d. k. böhni. Ges. d. W., 30. Jan.) 

— Die Foraniiniferen der westHchen Kreidefoi-niatinn. (Sitzb. d. k. Ak. d. W. XL. 
p. 147 — 2db. 12 Taf) — Die fossilen Mollusken des tertiären Süsswasserkalks in Böhmen. 
(Eb. XLII. p. 55 — 8'. 3 Taf ) - Ueber einige chemische Unibildungsproducte an mehreren 
in Böhmen aufgefundenen celtischrii Bronce-Alterthümern. (Sitzb. d. k. böhm. Ges. d. W. 
m Prag. 27. l'ebr.) — (jeher einige böhmische iSIiueralien und Hüttenproducte. (Zeitschr. 
Lotos, X. p. 41. 134.) — Mineralogische Notizen über Pnbrara. (Eb. p. 211.) — Ueber 
die Foraminiferen aus der Familie der Peneropliden. (Sitzb. d. k böhin. Ges. d. W.) — 
Ueber Atoxophragmami , eine neue Foramuiilerengattimg. (Eb.) — Die Foraminiferen des 
Crag bei Antwerpen. (Sitzb d. k. Ak. d. W. XLII. p. 355. 3 Taf) In das Französische 
übertragen von M. Grün. (Bull, de l'Ac. r. de Bel.gique. 2. ser. t. XV. Nr. 1.) 

1861. Neuere Untersuchungen 1. über die Fortptlanzuug der Foraminiferen, 2. über eine neue Gattung 

Haplusticite. (Sitzb. d. k. böhm. Ges. d. V^'.) — Paläontologische Beiträge. 1. u. 2. Folge. 
Mit !1 Taf (Sitzb. d. k. Ak. d. W XLIV.) — Ueber die fossile Gattung Acieularia. 
(Eb. XLIII. Mit 1 Taf) — Entwurf einer systematischen Zusaninienstellung der Fora- 
miniferen. (Eb. XLIV.) — Ueber eine neue ohgocäue Scalpelluni - Avt. (Eb. XLIV. 



71 

Betheiligung an den Arbeiten üljer „Das Elbthalgebirge in Sachsen" wurde ihm 1872 auch 
von Sächsischer Seite durch Verleihung des Ritterkreuzes des K. Sachs. Albrechtsordens eine 
Auszeichnung zu Theil. 

Seine rastlose literarische Thätigkeit wurde auch in Wien nicht unterbrochen, viel- 
mehr durch Zusendungen des Interessantesten aus iSah und Fern , v/as ihm zur Untersuchung 
übersandt wurde, mehr und mehr angeregt.*) 

Nacli der liier gegebenen Uebersicht hat der unermüdliche Forscher in den genannten 
Schriften 20 goologisclie Karten und Profiltafeln, über 300 Quarttafeln und 150 Octavtafeln 
mit Abbildungen von Versteinerungen in seüien höchst gediegenen Schriften veröffentlicht. 



p. 3<Jl. Tat. 1.) — Kurze Notiz über eine neue Foraniiniferen - Gattung Schizophora. 
(Sitzb. d. k. biihni (ies.. d, W.) — Ueber die Theorie der Umbildung der Speeies. (Zeitschr. 
Lotos. Uet.) 

18(52. Die Foraniiniferen des nonldeutselien IHis und Gault. (Sitzb. d. k. kV. d. W. XLVl. 100 S. 
l.ö Tat) — Die Foraniiniterenfainilie der Lageiiideen. (Eb. XLVl. 7 Taf) — Ueber 
zwei neue Euoinpliahin-Xitun des aipinen Lias. (Palaeoutogr. VII.) 

ISOJJ. Ueber die Parayenese der auf den Erzgängen von Pribram einbrechenden Mineralien. 2. Abth. 
(Sitzb. d. k. Ak. il. W. Xl^VII. p, la — 76.) - Beiträge zur Keuntniss der tertiären 
Foraminifeieutauna. ( Eb. .\L\'11I. p. .S6. Mit .-5 Taf) — Geognostisehe Skizze der 
Unigeliinigeu von Karlsbad. Maiieiibad imd Franzensbad. (In Löschner's Beiträgen zur 
Balneologie. 1. Bd. Prag n. Karlsbad. tJT S. 1 Karte.) — .-Mtersverhältnisse der Diorite 
bei Piakonitz. (.lalirb. f. Min. p. .^47.) — Die fossilen Foraniniiferen, Antbozoen und 
Bryozoeii von Oberburg in Steiermark. (Denkscbr. d. k. Ak. d. W. XXIII. Mit 10 Taf.) 

*) Es folgten von ihm sehr rasch aufeinander: 

1S(}4. Ueber fossile Lepadiden. (Sitzli. d. k. Ak. d. W. XLIX. 32 S. 3 Taf) — Ueber Anthozoen 
und Bryozoen des Mainzer Tertiärbeckeiis, (Eb. L. Mit 3 Taf) — Zm- Fauna des 
deutschen (Jber-Oligoeäus. 1. u. 2 Abth. (Eb. L. M. l.'i Taf) — Ueber einige Antho- 
zoen der Kössener Schiebten und der aljiinen Trias. (Eb. L. M.4Taf) — Ueber fossile 
Korallen der Insel Java. (Ber. d. Novaraexpedition, II. p. Kif). 3 Taf ) — Mineralogische 
Notizen aus Böhmen. (Zeitschr, Lotos, p. 2. S2. 

18GÖ. Zwei neue Antbozoen aus den Hallstädter Schichten. (Sitzb. d. k. Ak. d. W. LI. 4 Taf) — 
Die Foraniiniferen und Oatiakoden der Kreide am Kanarasee bei Küsteudsche. (^b. LH. 
26 S. 1 Taf) — Die Foranuniferen . .\nthozoen und Brvozoen des deutschen Septarien- 
thüiies. (Denkschr. d. k. Ak. d, \V. XXV. Üb S. U Tat.) 

ISöü. Die sogenannte MiUepora ommluta. (Jahrb. d. k. k. geol. R.-A.) — Beiträge zur t^harakteristik 
der Tertiärschiihten des nördlichen und mittleren Deutschlands. (Sitzb. d. k. Ak. d. W. 
LIV. 12 Taf) — Die Brvuzoen. .Vntliozoen und Spongiarieii des braunen Jura von Balis. 
(Denkscbr. d. k. Ak. d. W'. XXVL 2ü S. 4 Taf) 

lS()T. Ueber einige Bryozoen aus dem deutschen Unter-OUgocäu. (Sitzb. d. k. Ak. d. W. LV. 17 S. 
3 Taf) — Ueber einige neue Crustaceenreste aus der alpinen Trias Oesten'eichs. (Eb. 
LV. 8 S. 1 Taf.) — Palaontologische Studien über die älteren Tertiärschichten der 
Alpen. I. Die fossilen Anthuzuen der Schichten von Castelgondierto. (Denkschr. d. k. Ak. 
d. W. XXVIII. .")(; S. 16 Taf); II. 18ü9. — Die fossilen Anthozoen und Bryozoen der 
Schichten von Crosara. (Eb. XXIX. 86 S. 20 Taf.) — IIL 1S72. (Eb. XXXIII. 20 Taf.) 
- Markasit pseudoniorph nach Eisenglanz. (Verh. d. k. k. geol. R.-A. Nr. 10. p. 218.) — 
Die Gegend zwischen Komnujtau. Saaz. Raudnitz und Tetschen in ihren geognostischen 
Verhältnissen geschildert. (In Löschner's Balneographie von Böhmen. II. 72 S 1 Karte.) 
— Die fossile Fauna der Steinsalzablageruug von Wieliczka. (Sitzb. d. k. Ak. d. W. 
LV. 166 S. 8 Taf) 

1868. Paläontologische Beiträge. 2. Folge. (Eb. LVII. 31 S. 3 Taf.) 

1865». Zur fossilen Fauna der Uligocäiischicbten von Gaas. (Eb. LIX. 43 S. 6 Taf) — Ueber 

hemimorphe ßarytkrystaile. (Eb. L\K. Apr.) — Ueber tertiäre Bryozoen von Kischenew 

in Bessarabieu. (Eb. LX. 9 S. 2 Taf) 
1870. Oberoligocäne Korallen aus Ungarn. (Eb. LXI. 20 S. t) Taf) — Die Foraminiferen des 

Septarienthones von Pietzpubl. (Eb. LXII. 39 S.) — Ueber zwei neue Pseudomorphosen. 

(Jahrb. d. k. k. geol. R.-A. XX. p. 5U).) — Schlussheft zu M. Ilörues: Die fossilen 



72 

Mit grosser Liebe war Reuss auch botanischen Studien ergeben und sie gewährten 
ihm Erholung nach anderen wissenschaftlichen Arbeiten. Er hatte in früheren Jahren selbst 
eifrig Pflanzen gesammelt und bestimmt und war bis zuletzt um die Vermehrung des Herba- 
riums seines älteren Solines, Herrn Dr. August Leopold R., eifrig bemüht, welches hier- 
durch zu einem der grössten Privatherbare Oesterreichs erhoben worden ist. 

Lange Jahre bereits litt unser verewigter Freund an einem äusserst quälenden Nerven- 
leiden, das in Folge Ueberanstrengung seiner Augen mit einer Hyperasthenie der Netzhaut 
begonnen hatte und sich später durch oft eintretende Anfälle von nervösem Herzklopfen mani- 
festirto. Dieses Leiden hatte in den letzten Jahren so zugenommen, dass er Gesellschaft mied 
und sich nur in den engsten Kreis seiner Familie zurückzog, wo er rastlos thätig bis an sein 
Lebensende mit seinen mühsamen, meist mikroskopischen Arbeiten beschäftigt war. 

Nach dem am 26. April 1873 eingetretenen Tode seiner, einem langen und schweren 
Leiden er'legeneu gehebten Gattin, geb. Anna Schubert, welche Reuss am 16. Febr. 1841 
in seiner Vaterstadt Bilin heimgeführt hatte, war auch seine Lebenskraft sichtlich gebrochen 
und die von einer Erholungsreise nach Bilin erhofften Erfolge waren wenig befriedigend. „Ob 
und wie ich diesen Winter hindurch bringen werde," schrieb er seinem 33-jährigeu Freunde 
noch unter dem 25. Sept.. „weiss ich nicht. Wie Gott will!" Nach Wien zurückgekehrt, 
begann er Anfang October wieder seine Vorlesungen und seine literarischen Arbeiten. Noch 
war der Druck seines zweiten wichtigen Beitrages zu dem Eibthalgebirge in Sachsen nicht 
beendet, so war er schon wieder mit der zweiten Abtheilung seiner Arbeit über die Brj'ozoen 
des österreichisch -ungarischen Miocäns eifrigst beschäftigt, als er am 1. Nov. 1873 inmitten 
dieser Arbeit an einem Lungenblutsturz erkrankte, an dessen Folgen er am 26. Nov. verschied. 

Reuss hinterlässt zwei vortreffliche Söhne, die sich schon in den Wis.senschaften aus- 
gezeichnet haben, Dr. August Leopold R., Docent der Augenheilkunde an der Wiener 
Universität, und Dr. med. Wilhelm R., d. Z. Operationszögling an der chirurgischen Klinik 
des Prof. Billroth in Wien. Sie betrauern mit 3 blühenden Schwestern den unersetzlichen 
Verlust, der sie betroffen hat. An dieser gerechten Trauer nimmt aber Jeder den innigsten 
Antheil, der überhaupt den Namen des auch für die Wissenschaft unersetzbaren Reuss kennt. 
Sein ganzes Leben war der Wissenschaft gewidmet, die er, wie kein Anderer mehr, in der 
aufopferndsten Weise bis an sein Lebensende unermüdlich gefördert hat. 

H. B. Geinitz. 

Mollusken des Tertiärbeckens von Wien. II. (Nr. 9. 10. p. 431—479. Taf. 68—85.) — 
l'hymafocrinuit, eine neue fossile Krabbe aus dem Leithakalke des Wiener Beckens. (Sitzb. 
d. k. Ak. d. W. LXIII. Apr.) 
187L Notiz über zwei neue Foraminifereu - Gattungen. (Eh. LXFV.) — Die fossilen KoraUen des 
Oesterreichisch-Ungarischen Miocäns. (Denkschr. d. k. Ak. d. W. XXXI. 74 S. 4 Tabellen. 
21 Taf ) — Neue Mineral-Vorkommnisse in Böhmen. (Verh. d, k. k. geol. R.-A. Nr. 14. p.2i)2.) 

1872. Die Bryozoen und J'oraminiferen des unteren Pläners. (In Geinitz, das Eibthalgebirge in Sachsen. 

I. 4. p. 95—144. Taf. 24—33.) — Vgl. 1867. 

1873. Die Foramiuiferen , Bryozoen und Ostracoden des mittleren und oberen Pläners. (Eb. IL 4. 

p. 73 — 157. Taf 20 — 28.) — Die Bryozoen des Oesterreichisch- Ungarischen Miocäns. 
(Dcaksckr. d. k. Ak. d. W.) Noch unter der Presse. 



73 



Eiiigegaiigene Schriften. 

(1. Juü — 31. Au^'. 1873.) 



Academie royale de Medecine de Belgique. 
Bulletin. anneel873, III'" sei-., T.YII. Nr. 5— 7. 
— Bruxelles 1873. 8». 

Wai-lcpiiiont : Faliot, sa vie et ses travaux. 
Kuborn: Rapiiort de la conimission des epkU'inies 
relatif au cliolera rejJiiaiit daiis la raoiiarchie Austi'o- 
Hongroise. Lefebvre: Sur la folie paralytique 
(Discussiüii). Boeiis: Traitemeiit de i'Agonie. 
Van Anbei: Siir la dcsarticulation du nenou. des 
doigts et des oiteils (I!a])pürt). G. ßoddaert; 
Trois nouveaux cas d'nvariutDnde (Eapjiort). Van 
Anbei: Woditication,s apportees an procede ea 
raquette pour la desaiticulatiou des doigts et 
orteils. Warlomont: Preseutation d'uue trepliiue 
pour la vaicinatidu. la sangsne artifieielle et la 
trepanatioii de Toeil. Guille: La tanaisie et son 
acide (Rapport). Kuborn: L'emjdoi des per- 
sonnes du sexe feniiiuu dans les travaux souterrains 
des mines (Rapport). JMalcorps: La Grippe et 
ses epidemies. ou rechercbes historiques, theorii]ues 
et pratiques snr tette uialadie. Pigeolet: Di- 
verses epidemies qui ont regne dans le pays 
(Rapport). 

Lese-Verein der deutschen Studenten in 
Wien. Statuten. — Wien 1873. 8". 

Verein für Deutsche Nordpolarfahrt in 
Bremen. Sitzung-sberichte. XXXII. Yersaium- 
lung, 2. Juli 1873. — Bremen 1873. 8". 

NaturhistorischeGesellschaft zu Hannover. 
Jahresbericht (Michaelis 1871 — 72.) — Han- 
nover 1872. 8". (C. St ruck mann: Ueher 
die fossile Fauna des hannoverschen Jiua- 
Meeres.) 

Meyer, Dr. H. A. Untersuchungen über 
physikalische Verhältnisse des westlichen Theiles 
der Ostsee. Ein Beitrag zur Physik des Meeres. 
Mit 82 Tabellen. 5 Taf. u. 1 Karte. — Kiel 
1873. iol. 

Museum of Comparative Zoology. Cam- 
bridge. Annual report of the trustees tor 
1871. — Boston 1872. 8». 

Agassiz, Alex. Application of photography 
to Ulustrations of natural history. With 2 
plates priuted witli the Albert and Woodbuiy 
process. S. A. s. 1. e. a. 8". 

Kiiserl. Akademie der Wissenschaften in 
Wien. Denk.schriften, Math.-naturwiss. Classe, 
XXXIL Bd. — Wien 1872. 4". 

V. Littrow: Bericht über die von Herrn Prof. 
E. Weiss ausgeführte Bestimmung der Breite und 

Leop. IX. 



des Azimuthes zu l»ablitz. (1 Tat.) Hyrtl; Die- 
doppelten Sehlät'elinien der Älenschenschädel und 
ihr Verhältniss zur Form der Hirnschale. (3 Taf.) 
Freiherr v. Ettingshauseu : Ueber die Blatt- 
skelete der Loranthaceen. (15 Naturselbstdrucktaf) 
V. Littrow: Bericht idier die von Herrn Prot. 
E. Weiss au.sgeführte Bestimmung der Breite und 
des Azimuthes auf dem Laaer Berge bei Wien. 
(3 Taf.) Freih. v. Ettingshauseu: Die fossile 
Flora von Sagor in Krain. I. Theil. enthaltend die 
Acotyledoneu . Gynniospermen . Mouocotyledonen 
und Apetaleu. (ll) Taf) v. l-ittrow :' Bericht 
Idier die \ou den Herren Dir. C. Bruhus. Dir. W. 
]''örster und Prof. E. Weiss ausgeführten Bestiram- 
tnigen der Meridianditferenzeu Berlin- Wieu-Leipzig. 
Hyrtl: Die Ko])tarterieM der Haitische. (3 Taf) 
Helmhacker: tjeber Baryte des eisensteiufiüiren- 
den böhmischen Untersilurs, sowie der Steinkohlen- 
formation und über Baryt im .Mlgemeinen. (:; Taf) 

— Sitzungsberichte. Math.-naturwiss. Classe. 
LXV. Band, Jahrg. 1873, Jan.— Mai. 

I. Abtheilung. Fitzinger: Die natürliche 
Familie der Schuppenthiere (Planes). Wiesner: 
Untersuchung eiiüger Treibhölzer aus dem nörd- 
lichen Eismeere. B o u e : Ueber die Mächtigkeit 
der Formationen und Gebilde, Tschermak: Die 
Meteoriten vcm Sliergotty und Gopalpur. (4 Taf. u. 
2 Holzschn.) Freih. v. Ettiugshausen: Ueber 
Castanea vesca und ihre vorweltHche Stammart. 
(17 Taf in Naturselbstdruck.) Bone: Ueber 
geologische Chronologie. Graber: Vorläutiger 
Bericht über den propulsatorischen Apparat der 
Insecten. (1 Taf) Reichardt: Ueber die bota- 
r.ische Ausbeute der Polar -Expedition des .Tahres 
1871. Süss: Ueber den Bau der italienischen 
Halbinsel. Schrauf: Mineralog. Beobachtungen, 
IV. (1 Taf) Brandt: Bemerkungen über die 
untergegangenen Bartenwale (Balaeuoideu), deren 
Reste bisher im Wiener Becken gefunden wurden, 
v. Eeuss : Paläontologische Studien über die älteren 
Tertiärschichten der Alpen. 3. Abth. (Auszug). 
Brauer: Beiträge zur Kenutniss der PhvlloiJoden. 
(1 Taf) 

II. Abtheilnng. Seydler: Ueber die Bahn 
der Dione (Idi;)- v. Lang: Ueber das schwefel- 
saure Aethylendiamin (2 Holzschn.) Gegenbauer: 
Note über die Bessel'schen Functionen zweiter Art. 
Maly: Ueber das Verhalten der Oxybenzoesäure 
und Paraoxybenzoesäiu-e in der Blutbahn. Stefan: 
Untersuchungen über die Wärmeleitung in Gasen, 
1. Abhandlung. Priwoznik: Ueber die Veränder- 
ung einer Bronze durch langes Liegen in der Erde. 

Ein Beitrag zur Bildung von Schwefelmetallen. 
Weiss: Bestmimung der Längendifterenz Wien- 
Wienerneustadt durch Chronometer-Uebertraguugen. 
A.Exner: Ueber die LTntersalpetersäure.(2Holzschn.) 
Handl: Notiz über absolute Intensität und Ab- 
sorption des Lichtes. Frombeck: Ueber Fourier- 

10 



74 



sehe Integrale iiml Aualo^icn derselben, v. Strze- 
lecki: Theorie der Sehwingiingscurven. v. Litt- 
row: Berielit ülier die von den Herren Dir. C. 
Bnihns, Dir. W. Förster, Prof. K. Weiss aus- 
yet'ülirten Bestiuimuiigen der Meridiaiiditferenzeii 
Berlin-Wien-Leipzig (Auszug). Stern: Beiträge 
zur Kesonanz lut'tlialtiger Hohlräume. Stefan: 
lieber die dynamische Theorie der Difi'nsion der 
Gase. Gegen bauer: Note über die l'umtiouen 

X" und Y", Hau dl: Ueber die Constitution 
der Flüssigkeiten (Beiträge znr Molccuhntheorie H.) 
Hornstein: Ueber den Flintluss der Elektricität 
der Sonne auf den Barometerstand. ( 1 Taf ) 
V. Lang: Zur dxnianiisthen Theorie der (iase, H. 
Stefan: Anwendung des Chronoskops znr Be- 
stimnumg der Schallgescliwindigkeit im Kautschuk, 
(o Holzschn.) — Ueber Schichtungen in schwingen- 
<len Flüssigkeiten. 

HI. Abtheilung. F. .xner: Weitere Studien 
über die Structur der Itiechschleinihaut bei ^Virbel- 
thieren. (o Taf.) — lieber den Erregungsvtn-gang 
im Sehapparatc. (1 Taf.) — Ueber die piiysiologi- 
scho AVirkung der Iridektomic. Hofmeister: 
Untersuchungen über die Zwischensubstauz im 
Hoden der Säugethiere. (I Taf) Schanta: Zer- 
störung des Nervus facialis und deren Folgen. (1 Taf) 
Brücke: Studien über die Kdhlenhydrate und über 
die Art. wie sie verdaut und aufgesogen werden. 
L. Seh riitter : Mittheilung über ein von der Hcrz- 
action abhängiges, an der Lungenspitze einzelner 
Kraidvor wahrnehmbares Geräusch. Weil: Bon- 
träge zur Kenntniss der Entwickehtng der Knochen- 
fische. (2 Taf.) Latschenhergor : Ueber den 
Bau des l'ankreas. ( 1 Tai'.) 

— Regisfer zu den Bänchi-n 61 — 04 der 
Sitzungsberichte der malh.-natuvwiss. Classe. 
VIT. Heft. — Wien 1873. 8". 



— Anzeiger. Jaln'; 
Wien 1873. 8". 



187(1, Nr. IG— 21. 



Academift imperiale des Sciences de St. 
Petersbourg. Memoires. VIT Serie, T. XIX, 
Nrs. 3 — 7. — 8t. Petersbourg 1873. 4". 

M. F. Schmidt: Ueber die Petrefacten der 
Kreidefiu'niation von der Insel Sa<'ha!in. (8 Taf) 
J. Doli: Die Sammlung (-esuola. (17 Taf.) Dr. 
L. Stieda: Studien über den Amphioxus laneeo- 
latns. (4 Taf.) 

Societe imperiale des naturalistes de 
MOSCOU. Bulletin. Annee 1872, T. XLV, 
Nr. 2. — Moscou 1S72. 8". 

R. Hermann: Fortgesetzte Untersuchungen 
über die Verbindungen von llmenimn und Niobium, 
sowie über die Znsarmnensetzung der Xiob-!Minera lien. 
E. A. Lindemann: Sup]dementum II ad tiorulam 
Kli.sabethgradensem. Dr. .1. Knoch: X:ichtrag zu 
der Besi-hreibnng der Heise zur Wolga behufs der 
Sterlet tbefrnchtnng. F. ab Herder: Plantae 
Severzovianae et Borszcovianae, fasc. HI. de 
Chaudoir: Observations sur i|uelqnes gem'es de 
ijarabiqnes, avec la descrii)tion d'e.speces nouvelles 



A. Regel: Excursioneu im Waldai und an der 
Ostgrenze des Gouvernements Tschernigow. <J. 
Clerc: Plantes de l'Oural moyeu, recoltees en 
1868— r;fl. 

Academie des Sciences et Lettres de 
Montpellier. Memoires de la section des 
Sciences. T.VI, fa.sc.2, 3; T.VII, fasc. 1—4; 
T. VIII, fasc. 1.— Montpellier 1865—72. 4». 

T.VI. (i'h. Martins: l-a Vegetation du Spitz- 
berg comparee k celle des Alpes et des l'yrenees. 

— Sur les racines aeriferes ou. vessies natatoires 
des especes aquatiipies du genre Jussiaea L. — 
Sur la syniniymie et la distribution geographique 
du .lussiaca repens L. (4 pl.) P. Gervais: De- 
scri])tion du Mesosanrus tenuidens. reptile fossile 
de l'Afrique australe. (1 pl.) — Application de la 
lumiere electrique (tubes de Geisler) ä l'eclairage 
sous l'eau. — De l'auciennete de l'homme. Ed. 
Roche: Resume des observations meteorologiques 
faites ä la faculte des sciences de Mont])elliei- pen- 
dant l'annee l.S(i4. — Note sur un phenoniene 
d'obscurcissement du soleil du ä un brouiliard sec. 

— Resume des observations meteorologiques de 
18ti.'). — Tableau des obs. met. de .janv. 18(;4 ä 
dec. 186.5. — Recherches sur les ut^uscations du 
soleil et les meteores cosmiques. G. (Jhancel: 
Dosage du Nickel et du Cobalt. — fitudes sur la 
composition des vins et sur les proccdes de vini- 
tication. — Sur une r^action de l'alumine. Felix 
.leanjean: Recherches sur l'eau de cristaüisation 
des seis. — Recherches sur les derives de quelques 
sulfocyanures de radicaux alcooliques. Diacon 
et Wolf: Sur un moyen de montrer. en em]iloyant 
les appareils ii i)rojection . le mode de pro]iagation 
des ondes sonores. L. Duclos: Transformation 
des equations lineaires par le changement de va- 
riable inilependante. A. Crova: Description d'un 
ap])areil pour la projection meeanique des mouve- 
ments viliratoires. (1 pl.) Garlin: Sur les sy- 
stemes isothermes. .\. Moitessier : De l'emploi 
de la lumiere ])olarisee dans l'examen microsco- 
pique des farines. (1 pl.) A. Lallemaml: Re- 
cherches sur la distance de la vision distincte ä 
travers les instruments d'optique. H. Loret: De 
l'herbier connu sous le nom d'herbier Magnol. 

T. VH. Ed. Roche: Resume des observations 
meteorologiques, pendant les annees 1866 et 1867. 

Recherches siu' les ofFuscations du soleil et les 
meteores cosmnpies. (2« partie). Ch. Martins et 
E. Collomb: Essai sur lancien glacier de la 
vallee d'Argeles(Hautes-Pyrenees). (Ipl.) P. (ier- 
vais: Sur le genre Squaiodon. (2 pl.) — Sur un 
cräne de Ziplnns eavirostre de Corse. ( l pl.) 
Ch. Martins: Sur Thiver de 1868. — Notice 
biogi-apliique sur M. Westiihal-Castelnau. — Sur 
l'aueienne existence durant la ])eriode quaternaire 
d'un glacier de second ordre occupant le cirque de 
la vallee de Palheres. dans la partie Orientale du 
massif granitique de la Lozere. — L'hiver de 1870 
— 1871 dans le jardin des plantes de Montjiellier. 
L. Vaillant: Remarques sur le developpement 
d'nue planariee dendrocoele, le Polycelis laevigatus 
Quatref. (1 pl.) — Note sur l'.anatomie de deux 
especes du genre Perichaela et essai de Classification 



75 



des amielides lomUricines. (1 pl.) Le Ru-que de 
Moucby: Des i'erments organises qui peuveut se 
trouver daiis le bicarlionate de soude du commerce. 
— Note sur les gramilatious inoleculaires de di- 
verses origines. E. Diacoii: Sur la Dotation des 
raies des spectres. — Ilesume des observatious 
des orages daiis Ic departement de l'Heraidt peii- 
daut les'annees 18C.G— (iS. (Spl.) V. de Rouville: 
Session de la sucietc geologique ii Montjiellier, oct. 
1S68. (7pl.) Lallemand: Note sur la ijreparation 
de l'acide'citriiiue avcc les Iruits du Grenadier. — 
Description d'un nouveau thernionietrographe ä 
maxima et ä minima. — Sur un aspirateur pneu- 
matique ä mercure. (1 pl.) J. Duval - Jouve: 
Etüde anatomiques de quelques graminees. et en 
particulier des Agropyruin de l'Herault. (5 jd.) — 
Des comparaisons liistota.\i(iues , et de leur iinpor- 
tance dans Tetude critique de.s espcces vegetales. 
Ch. Martins et G. Gliancel: Des phenomenes 
pliysiques qui aceom]iagnent la rui)ture. ])ar la 
congelatiou de l'eau, des projectiles creux de divers 
calibres. Ed. Combescure: Remarques sur un 
theoreme de M. Clausius. — Veritication d'une 
certaine equation qui tigurc ä la page 17 du 
2evolume de la Mecanique Celeste. — Sur quelques 
relations diflerentieiles (jue l'on peut resoudre par 
des forniules degagees de tont signe d'integratiou, 
et sur quelques invariants d'une espece parti- 
culiere. 

T. VIII. Ch. Martins: Observations sur 
Torigine glaciere des Tourbieres du Jura Neu- 
chatelois. et de la Vegetation speciale qiu les ca- 
racterise. — Sur la repartition des pluies daus le 
departement de l'Heraidt peudant les annees 1870 
et 1871. (1 pl.) J. liuval-.Touve; Etüde ana- 
toniique sur Tarete des graniinees. (2 pi.) — Dia- 
phragmes vasculiferes des Mouocotyledoues aqua- 
tiques. (1 pl.) A. Crova: Considerations theo- 
riques sur les ecbelles de temperature, et sur le 
coefficient de dilatation des gaz parfaits. A. 
Munier: Decouvertes prehistoriques faites dans 
la chaine de niontagnes de la Gardeole. (4 pl.) 
J. Boussinesq: Recherches sur les principes de 
la mecaniquc. sur la Constitution nioleculaire des 
Corps, et sur une nouvelle theorie des gaz parfaits. 

— Memoires de la section des lettres. 



T. IV, 

pellier 



fasc. 1 — 4 : 
1865—71. 



fasc. 1 — 2 



Mont- 



T.V 

4". 

— Memoires de la section de medecine. 
T.rV, fasc.3— 5.— Montpellier 1865— 69. 4». 

H. Guinier: Relation d'une tlioracentese pra- 
tiqu.ee avec succes sur un entant de douze mois, 
accompagnee de reflexions poiu- servir ä l'liistoire 
de la thoracentese chez les ent'ants ä la manielle. 
— Le laryngoscope ä cauterets. — Etüde du gar- 
garisme laryngien. (3pl.) Dumas: Histoire d'une 
epidemie de suette niiliaire qui a regne peudant 
les mois de mars, avril et mai 1860 ä Draguignan 
(Var). Lacroix: Tribut ä l'histoire des kystes 
des ovaires et de leur traitement. (2 pl.) F. 
Moutet: Des anevrysmcs des os. — Resection 
totale du maxiUaire superieur, Observation et re- 
flexions. (1 pl.) — De l'urethroplastie dans l'hy- 



pospadias scrotal. (1 pl.) Tonssagrives: Notice 
biographique sur le Prof. .Teaumes. E. Bertin: 
Les phenomencs vitaux devant la theorie de la 
correlation des forces pliysiques. ou de l'unite des 
l)lienomenes naturels. 

Geological Society of London. The Quar- 
terly Journal. Vol. XXIX, Pt. 1, 2 (Kr. 113, 
114). — London 1873. 8". 

Gregory: Report on tlie tin-discoveries in 
(j)ueenslaud. Ulrich: Recent tin-ore discoveries 
in New England. New South Wales. Sollas and 
Jukes-Browne; On the inchuled rock-fragments 
of the Cambridge Upper Greensaud. Nichelson: 
Gn the geology of tlie Thuu<ler-liay and Shabuu- 
dowan mining-districts on the north shore of Lake 
Superior. (1 pl.) Dawson: Relations of the sup- 
posed carlionüprous yilauts of Bear Island with the 
palaeozoic fiora of North America. Woodward: 
Eocene crustacea from l'ortsmouth. (2 pl.) — On 
a new Trilübite from the cape ofGoodHope. (1 pl.) 
Wintle: Landslip in Tasmania. Hicks: Tre- 
niadoc rocks at St. David's. South Wales, and their 
fossil Contents (opl.) Fisher: On the phosphatic 
nodnles of the cretaceous rock of Canibridgeshire. 
(1 pl.) Sollas: Upper-Greensand Vcntriculitae. 
— Upper-Greensand coprolites and fliuts. Meyer: 
On the Puntield section. .ludd: The secondary 
rocks of Scotland. (2 pl.. 2 tables). Campbell: 
Ob the glaciation of Ireland. Sharp : The Oolites 
of Northamptonsbire. (2 pl.) 

Der Zoologische Garten, herausgeg. von 
Dr. F. C. Noll. XIII. Jahrg. 1872. Nr. 7—12 
(Juli — Dec.) — Frankfurt a/M. 1872. 8». 

K. k. geographische Gesellschaft in 'Wien. 
Mittheilungen 1872. XV. Bd. — Wien 1873. 8". 

Kauitz: Reise im bulgarischen Donau-Timok- 
und Sveti-Nikola-Balkan-Gebiet. Dr. J. Winkler: 
Wien und die Entwickelung des Donau -Handels. 
Dr. F. v. Hochstetter: Reise durch Riunelien 
im Sommer 1869. R. Falb: Die Abkiihlungs- 
geschichte der Erde in kurzen I'mrissen. Dr. J. 
Yalenta: Volkskrankhciten und almliche Zustände 
hl Serbien. Kolberg: Ethnographisches aus dem 
Krakauer Gebiete. Cpt. M i 1 e s : Das Somali-Gebiet. 
— Aus dem Sudan. F. Freih. v. Kuhn: Heber 
die Ursachen des eisfreien Meeres in den Nord- 
polargegeudeu. — l>ie Ueberschwemmung im Banate. 
Lenz: Der Yellowstonc-l'ark. Dr. F. Ziegler: 
Die geograph. Arbeiten in der Schweiz während 
des Jahres 1871. Prof. F. Siniony: Gietscher- 
und Flussschutt als Object wissenschaftlicher Detail- 
forschung. R. Roesler: Topograph. Skizzen von 
Kairo. W. Kropp: Die Beschiffimg des Rothen 
Meeres. -- Die Bucht von Buccari. Prof. C. 
Bruhns: Zusanmienstellung der astronomischen 
Bestimmungen zur europäischen Gradmessung. J. 
L e h n e r t : Zur Kenntniss von Süd-Albanien (1 Karte). 
C. Sonklar: Einleitung in die allgemeine Oro- 
graphie. E. v. Bluhm: Die Canalisirung der 
ponto - caspischen Niederung. Becker: Dia 
Balearen. 

10* 



76 



Videnskabs-Selskabet i Chiistiania. Foi- 
liandlinger. Aar 1871. — Christiania 1872. 8". 

G. 0. Sars: Nye Ecliiuodormer fra den norske 
Kyst. -- Uiulersögelser ovi'v Hardaiigertjordeiis 
Fauna. — Diasiuiser of iiyc Ainiolider fra Chri- 
itiaiiiatjorden . etter l'iof. M. Sars'.s ettei-ladte Ma- 
luiscripter. Axel Boeck: Bidray til Kaliforniens 
Ampliipodefauna. R. Cnllett: Sniiiilement til 
„Nor.ses Fugie og deres geograpbiske Fdbredelse 
i Jjaudet." — Lycodes ISarsii, n. sp. ex ordine 
iTadoideorum (1 tab.^. S. Lie: Over eii Classe 
geometriske Transformationer. H. Mo Im: .Tor- 
denveir i Norge i 1H7(I. A. Blytt: Bidrag til 
Kinulskiiiien om Vegetationen i den lidt sydfor og 
nndfi' l'olarkreilsen liggende Deel af Norge. A. S. 
(luldberg: Om Ligningen af .'i-die (irad. — Om 
Ligningen af .'i-die Grad. (J. A. Bjorknes: Sur 
le mouvement sinniltane de eorp.s siiheriqne.s va- 
riables dans uu tinide indetini et inronipressible. 
L. .Sylow: Om den (.ini|ipe af Snb&titiitioner. der 
tilhoerer Ligningen for l)i\i.siim af l'erioderne \ed 
de eliiptiske Fiuictioner. A. X. Kjaer: Om 
Doedeliglieden i det foerste Levcaar. C. A. lloliii- 
boe: Om Vaegten of nogle Smykker fra (»Idtideii 
af aedelt Metal. samt om de paa saadaune anbragte 
Betegnelser af Vaegten. F. C. Faye: Bemerk- 
niiiger i Anlednijig af Assessor Hjelms Foredrag : 
.. Stroebcmerkninger om Bevisthedens Vaesen." 
(;. M. Guldberg: ^Bidrag til Legemerues Mole- 
( nlartheorie.' J. J. Astrand: >.'y Inlerpolatious- 
metbode. P. Waage: Meddelelser fraUniversitetets 
kemiske Laboratorinm (1 pl.). Tb. lliortdabl: 
Oin Lavoisier og den franske Cbemie. 

Bataviaasch Genootschap van Künsten 
en Wetenschajjpen. Notnleu van de algemeene 
ea Bestuur.'5 - Vergaderinjjen. Deel X, 1872, 
Nr. 1—3. — Batavia 1872. 8". 

• — Tijdsclirift voor Indisclie Taal- , Land- 
en Volkenkunde. Deel XVIII. Afl. 2, ö : Deel 
XX, AH. 2, (5. — Batavia en 's Ife^e 
1871/72. 8^ 

— Verhandelinoen. Deel XXXIV— XXXVI. 
— liatavia 1870 72. 4". 

Societe Hollandaise des Sciences äHarlem. 

Areliives Xeerlandaises des sciences exactes et 
naturelles. T. VII. Livr. 4 et 5. — La Haye 
1872. 8". 

r. Harting: Le idivsometre. nouvel Instru- 
ment pour la determination de volumes variables 
d'air ou d'autres i-orps. surtoiit de la vessie mita- 
toire des poissons. (1 pl.). F. ('. Donders: De 
Faetion du courant constant sur le nerf vague. 
0. T. W. (Saehr: Sur les ra.cines des eqnations 



1 eos (x cos 
.'0 



s")) d w = et 



5t / 



cos (x cos r.)) 



sin -<f> dm =^ O. A. P. N. Frauebimont: Sur 
Tacide beptyliijue normal. — et Tb. Zincke: 
Sur l'acide nonylique (probablement) nonnal. P. 
JJIeeker: Sui- le genre Moroiio|isis Hill (Paradides 



Blkr.) et ses especes indo - areliipelagiques. A. J. 
van rtossum: Sur le li(juide des larves de cimbex. 
H. V'ogelsang: Sur les cristallites ; etndes cri- 
stallogenetiipies (4 pl.). A. W. M. van Hasselt: 
Sur rKresns ani}ulatus Halm. — Observation de 
la eopulation ibe/ l'uue des )ilus petites especes 
des araignees ( MicrypLantes s. Krigone rurestris 
C. Kocli). T. Zaaijer; Observations anatomiques 
(2 pl). 

Commission zur wissenschaftlichen Unter- 
suchung der deutschen Meere in Kiel, .lalires- 
bericht für das .lalir 1871: Die ExjjeJition 
zur physikalisch -chemischen und biolocfischen 
Untersuchung der Ostsee im Sommer 1871 
auf S. M. Avisodampi'er Pommerania ; herausgeg. 
von Dr. H. A. Meyer, Dr. K. Möbius, Dr. G. 
Karsten und Dr. V; Mensen. (1 .Seekarte, 1 Taf.) 
— BerHn 1873. Fol. 

Anthropological Institute of Great Britain 
and Ireland. .lournal. Vol. II, Xr. 3 (Jan. 
1873.) — London 1873. 8«. 

C. Stauiland Wake: Man and the ape. — 
The origin of scrpeiit worship. D. i. Heatb: 
Tbe Moabite jars, witb a translatiou (1 pl.). 
(.'pt. Burton: On bumau remains and other 
articles Irom Iceland, witb uote of Dr. Carter Blake 
(1 pl.). — and M. H. Gerber: Tbe primordial 
inbabitants of Minas Geraes. Col. A. Lane Fox: 
Ou stoue Celts fnnu Salem. Prof. T. R. .Jones: 
On implenu'nts bearing ma.rics of ownersbip etc. 
from tbe caves of Dordogne. Lieut. C. Co o per 
King: Discovery of a tlhit implement Station in 
^\'isllmoor Bottom, iiear Saudburst ('J pl.). Maj. 
(ioodwiii-Austen : Ou Garo Hill tribes. Bengal. 
.J. W. .lackson: Tlie .\tlanteau race of western 
Kurope. .1. Sbortt: Tbe Kojabs of southern 
ludia. 

K. Böhmische Gesellschaft der Wissen- 
schaften in Prag. Sitzungsberichte. 1873, 
Xr. 4. — Prag 1873. 8". 

Prof. L. Celakovsky: Leber Eiiilobieu- 
bastardc. — Leber die Frncbt von Trapa natans L. 
Prof. A. l'ric: Studien im Bereiclie der Weissen- 
berger und Malnicer Scbicbten. Prof. J. Krej^i: 
Mittbeilungen über neu aufgefundene Kaolin- und 
Kiesefgubrlager. Prof. K. Boiicky : Ueber Ein- 
scblüsse fremder l'elsarten und Mineralien in Böh- 
mens Basaltgesteinen und über die llesultate ihrer 
Contactwirkungen. Prof E. Weyr: Uelier Durcb- 
schuittspunkte von l''oc;den mit Krei.sen und mit 
Lenniiscaten. 

Societe entomologique de France. Annales, 
IV '^ ser. T. X, partie suppL, cah. 2 et 3 
(Familie des Eucuemides, 1.5 pl.); V'^ ser. T. IL 
— P.aris 1872. 8". 

H. de Peyerinilioff : Descriptiou de quelques 
Lepidopteres nouveaux ou puu conuus (2 pl.). 
IL Lucas: Remarques sur uue nuuvelle espeee 
d'Euryoaullia (E. calc;u-ata). precedees de quelques 



/ / 



obscrvatioiis syiioiiynüques siir crttp couije "-öne- 
nqne (3 pl.). I). V. Signoret: Essai sur les 
(-ucl)cmlJcs DU Gallinscftes, He partie (1 pl.). 6d 
Lt'fevre: iMonnaTapliie dos Clytriilcs (rKuroiip et 
du hassin de la Mediterranee (4'i,l.). Ch. ßrisuiit 
de Earneville: Essai mojiosraphitjiie du aem-e 
Ajratliidium Illig. M. üirard: ltava«es du Der- 
niestes laidaruis dans les yraiuaües" cellulaires. 
,'"■,.,'• ♦.»'■f'^fPaii: r)eseripti(iii et ii«iire des nids 
de 1 Aiithüj)luira jiarietiua L. (1 pl.). Dy, \ j^.^. 
bdulbene: Note sur rapparitioii d'une trfe-fframle 
(luaiitite de Dipteres iioires (Bibio Jlarei L) — 
Metaiiiorpliüse de la puee du eliat ( Tulev ' felis 
Boiulie) (1 pl.). E. L. Ragoiiot: Note sur IVm- 
ploi des teuillps de laurier-cerise pour ramollir les 
uisectes. E. Simon: Notiee sur les Araclinides 
cavernieoles et Ijyi.oges (2 pl.). - Araclinides de 
Syrie (bcorpions et Galeodes). II. laicas: Etudes 
sur (pielques Coleopteres nouvoau.x du Tliibet 
.iri.'Utal (1 pl.). L. Bedel: Note pour servir ä 
letud(; des Carabitpies. — Supplement ä la revisiuu 
<lu genre Aularodiilus Laeord. et destription ile 
ijuatre especes nouvelles. A. t'hevrolat- ])e- 
senptiun de plusienrs Colcnipteres d'Esiia.Tne et de 
ileu.\ (.urculionites du Noiil de TAfrifpie. J Des- 
brochers des Loses: Monouraphie des Balani- 
mdae et Aiitliononiidae. h'^suiipl. —Notes diverses 
sur des t'üleopteres. II. .lekel: Note sur les 
geiires Peribleptiis Seli.. I'aipalesomus Seh. et Pai- 
palepliorus Jek. Piueliard de la Brulerie- 
Coleopteres cavernieoles. P. M a b i 1 1 e : Kecberches 
et observatious le]iidopterolosiques. IriJ p (1 pl ) 
Dr. J. Giraud: Moeurs de rAiithonivia spreta 
-Meig. — Bulletill eu toiiiologiquc. ' 

Prof. Dr. Göppert. Ueber die Pflanzen- 
welt im vergangenen Wintci- 1872 '73. 

Breslau 1873. 8». 

Prof. K. Möbius. Ueber eine 2 Jahre 
S Monate im A.|uaiimji gehaltene Oiihioglyplia 
albida. (S.-A. aus den Schriften des Natur- 
wi.-^s. Vereins für Schleswig-Holstein. Bd I ) 
— Kiel 1873. 8". 

Universität München. Chronik für .In.s 

4". 



Menioir.';. 
2. — Cal- 



■lahr 1872/73. — München 1873, 

Geological Suivey of India. 
Vol. VIII, p. 1, -; v„i. 9_ j. 1^ 
cutta 1872. 4". 

Wn,. King jr.: On tlie Kadai)ah and Kariiül 
tormations in tlie Madras in-esidence i lo pl 47 
wdcts.. 1 geol map.). Th. W. Hughes :'" The 
Itkhun coal-hel.l (1 pl.). _ Tlio Daltonganj coal- 
held (2n,aps) V.Ball: The Cliopi coal - tield 
(1 map). A. L. \\ ynne: Memoir ou the geuloiry 
w T i./'^ pl" ,-"' Sketches. 1 map in 3 partI). 
vv. J. Blantord: Description of the geology 
ot Nagpur and its ueighbourhood (1 map) W 
AVaagen and A. B. Wynne: The geology of 
mount Suban in the upper PuiijÄb (1 map. 4 
Sketches). M.Maagen: On the occurrenee of 
Aniimmites associated with Caratites and Goniatites 
in the carboniferous deposits of the salt ran-e 
(1 pl.). =■ 



— Palaeontologia IiiJica. Ser. VIII (Vol 
IV). p. 1, 2. — Calcutta 1871. Fol. 

Cretaceous faniia of Southern India. Dr F 
Stoliczka: The Brachiop.ida (7 pl). — The 
Giliopoda (3 pl,). 

— Reeords. Vol. V, pts. 1 — 4. — Cal- 
cutta 1872. 4«. 

Anmial report of the geological survev of India 
and ot the geological iiuiseum. Calcutta'. tor the 
year 1S71 (1 map). Dr. W. Waagen: Roi'ioh 
sectioii showing the relations of the rocks iiear 
Murrer (Mari) Pnnjab. W. T. Blanford: De- 
scription ot the saiidstoiies in the neighbourbood 
ot tbe tirst barrier on the (iodävari and in the 
cüuniry between God.lvari and Ellore. — Note on 
the geological tormations seeii along tbe coast of 
Bilücbistan and Persia froni Kar:lchi to the liead 
ot tbe persian giilf, and on some of the gulf Islands 
— Sketcli ot tbe geology of Orissa. — Note oii 
Maskat and Massandim 011 the east coast ofArabia 
-Sketch of tbe geology of the Bombay presidence.' 
\\. King: Notes on a traverse of parts of tbe 
Knmmumnaet and Hanamconda districts in the 
Nizanrs doniiiiions. — Notes on a uevv coal-tield 
in the S. E. part of the Hydrabad (Deccan) terri- 
tory (1 map). — Note 011 a possible Held of coal 
ineasures in the Gcjikuari district. JMatlras presi- 
dence. H. B. Medlicott: An examide of local 
.lointing. — Note 011 e.xploration for coal in the 
iiortliern regioii of tlie Satpiirä basin. — Note on 
the Laineta er Infratrap])eaii formatioii of central 
India ( 1 map). VV. T h e o b a 1 d : A few additional 
remarks 011 tbe a.xjal group of western Prome — 
Note on the value of tbe evidence aHorded by 
raised oyster banks on the coasts of India. in esti- 
mating the amount of elevatioii indicated thereby 
— A brief notice of sonie recentlv discovered iie- 
troleum localities in Pegu. ' 

A. S. Packard. I!eeord of American En- 
toniology lor l)S7(t. — Salem, Mass. 1871. S". 

Eliiott Coues. Key to North - American 
birds. Prospectus. — Salem 1872. 4». 

F. V. Hayden. Map of parts of Idaho 
Montana and Wyoming territorie.s. — Salem 
1872. 8". 

Deutsche Gesellschaft für Natur- und 
Völkerkunde Ost - Asiens. Mitfheilungen. 
I. Heft, Mai 1873. — Yokohama 1873 Fol 

Inlialt s. Leop. \ III. Nr. ID. 

Prof. Dr. F. Nobbe. Die landwii t hschaft- 
hchen Versuchs -Stationen. Bd. XVI, N'r. J 
— Chenmitz 1873. 8». 

K. Sachs Polytechn. Schule zu Dresden. 
Programm füi- das 46. Lehrjahr (W.-Sem. 
1873/74). — Dresden 1873. 8». 

K. Sachs. Bergakademie zu Freiberg. 
Vorlesungsverzeichnis« liir das 108. Lehrjahr 
OV.-Sem. 1873, 74j. — Dresden 1873. 8«. 



78 



Hydrographisches Bureau der Kaiserl. 
Admiralität. Hydrograpliisclie Mittheilungen. 
I. Jahrg. Kr. 14—17. — Berlin 1873. 4«. 

— Nachrichten für Seefahrer. IV. Jahrg. 
Nr. 28 — 35. — Berlin 1873. 4". 

Dr. Friedr. Carl Stahl. Beschreilmug einer 
1838 zu Ilörlheim etc. verlaufenen Friesel- 
Epidemie. S.-A. s. 1. e. a. — 8". 

— SchäJelconfiguration und Intelligenz, 
eine vergleichende psychiatrische Studie. S.-A. 

— Berlin '1860. 8". ' 

— Ein Beitrag zur Casuistik der Enostosen 
des Clivus bei Geisteskranken. 3 Taf. S.-A. 

— Berhu. S". 

— Fortsetzung der Clivus-Studieu. 1 Taf. 
S.-A. — Berlin. 8«. 

— Ueher Educatiun und deren Varianten 
bez. auf Therapie der Seelenkraukheiteu. S.-A. 

— Heilhronn 1872. S". 

— (Der Irrenfreund, psychiatr. Münats- 
schi-ift. 1870, Nr. 1. 1871, Nr. 11. 1872, 
Nr. 6. 10. 1873, Nr. 1 mit Arbeiten von 
Stahl.) — Heilbronn. 8". 



Die nutzbaren Mineralien und G-ebirgs- 
arten im Deutschen Eeiclie nebst 
einer pbysiograpbiscben und geogno- 
stiscben TJebersiclit des Grebietes von 
Dr. II. V. Dechen, wirkl. G-eh.-E. u. 
Oberberghauptm. a.D. Berlin, Reimer. 
1873. 8". XXIY & 806 p. 

Der Verfasser hatte bereits für che unvoll- 
endet gebhebene „Statistik des zollvereiuten 
und nördlichen Deutschlands von G. v. Viebahn'' 
im Jahre 1857 die entsprechenden Abschnitte 
bearbeitet. Es ist daher dies ^Verk als eine 
zweite Ausgabe zu Ijetrachteu , zu deren Ver- 
mehrung und Vervollständigung der Verfasser, 
welcher dazu durch seine wissenschaftliche wie 
amtliche Stellung besonders geeignet war, wäh- 
rend 16 Jahren gesammelt hat. 

Das Werk zerfällt in 3 oder vielmehr in 
4 Abschnitte. 



Im ersten wird die Gestalt der Oberfläche 
und zwar in orographischer und hydrographi- 
scher Uebersicht beschrieben. 

Im zweiten wird die geognostisehe 1)6- 
schaflenheit . zunächst im Allgemeinen und 
dann für die geschichtete Silikatformation und 
die damit verbundenen Erujitivgesteine , sowie 
für die Sedimentfonnatiouen und die damit 
verbundenen Eruptivgesteine dargelegt , denen 
ein Verzeichniss der wichtigsten geognostischen 
und geologiscVien Werke und Kaiteu folgt. 

l)er dritte Abschnitt ist bei weitem der 
umfangreichste. Er behandelt die nutzbaren 
Mineralien und Gebirgsai'ten, zuerst brennliehe 
Mineralien, dann metallische Mineralien, Erze, 
ferner das Steinsalz, die Sool- und Blineral- 
(juellen und endhch die Steine und Erden. 
Dabei werden die einzelnen Abtheilungen zu- 
nächst wissenschaftlich gruppirt, also z. B. für 
die erste in Steinkohlen, Braunkohlen, Torf 
und Asphalt, Bitumen und Erdöl, und dann 
die einzelnen geographisch durch das beschrie- 
bene Gebiet verfolgt. — 

Den Schluss des Werkes bildet eine stati- 
stische Uebersicht der Pi'oduktion der Berg-, 
Hütten- und Salzwerke. Der Verfasser hatte 
bereits in dem 3. Abschnitte bei einigen der 
wichtigsten Produkte die Grösse der Förder- 
ung , des Geldwerthes und der beschäftigten 
Arbeiter für das Jahr 1872 angegeben. Eine 
gleichmässige Durchführung dieser Angaben 
war aber wegen Mangels des erforderlichen 
Materials nicht möglich. Der Verfasser hat 
sich darauf beschränken müssen, die Angaben, 
welche er zu gewinnen vermochte, so weit 
thuulich zusammenzustellen und deshalb wohl 
diesen Abschnitt dem dritten angefügt, der 
hoffentlich in Zukunft an Genauigkeit , Um- 
fang und Selbständigkeit gewinnen wird. — 

Jeder, der sich für den mineralischen Reich- 
thum Deutsclilands interessirt, wird in diesem 
Buche eine willkommene Belehrung luid beim 
Nachschlagen einen kundigen Rathgeber finden. 
Letzteres würde indess durch ein Register, 



79 



welclies die Verlagshandlung wohl dem sonst 
gut ausgestatteten \Verke hiitte hinzufügen 
mögen, nicht unwesentlich erleichtert worden 
sein. — 



On tlie genesis of species by St. Greorge 
MiYart F. ß. S. With numerous 
illustrations. See. ed. London & 
lew York. Macmillan and Co. 1871. 
8«. XV & 342 p. 

Der Verfasser, Lehrer der vergleichenden 
Anatomie an St. Mary's Hospital zu London, 
ist durch seine Unter.'suchungen auf demselben 
Gebiete wie Darwin in dieser seit längerer 
Zeit die wissenschaftliche Welt bewegenden 
Frage zu nicht unwesentlich abweichenden 
Ergebnissen gelangt. Sein Buch, das bereits 
in J^ngland und Amerika in zweiter Auflage 
verbreitet ist, 'wurde in Deutschland weniger 
bekannt und verdient doch eine grössere Be- 
achtung auch von Seiten dt>r Gegner. Das 
Werk zerfällt in 12 Abschnitte. Im ersten 
■wird die Wichtigkeit der Frage erörtert, Dar- 
win's Verdienste hervorgehoben und viele nicht 
wissenschaftliche Stimmen für und wider, z. B. 
die aus einem odium theologicuni oder anti- 
theologicum entsprosseneu zurückgewiesen, zu- 
gleich aber auch die wissenschaftlichen Be- 
denken gegen die Darvvin'sche liChre aufge- 
zählt, mit denen sich dann die folgenden Ab- 
schnitte im Einzelnen beschäftigen . nämlich 
2. dass die natürliche Auswahl nicht ausreiche, 
die anfangende Entwickelung zweckmässiger 
Organisationsfornien zu erklären ; .3. dass diese 
Lehi'e nicht in Uebereinstimmung stehe mit 
dem Nebeneinanderbestehen sehr ähnlicher 
Bildungen verschiedenen Ursprunges ; 4. dass 
es Gründe gebe, die dafür sprechen, dass spe- 
cifische Unterschiede eher plötzHeh als allmählig 
entstanden seien. 

5. dass die Meinung, die Veränderlichkeit 
der Species habe bestimmte, wenn auch sehr 



verschiedene Grenzen , nicht widerlegt und 
noch haltbar sei. 

6. dass der Mangel fossiler Uebergangs- 
formen unerklärlich bleibe. 

7. dass einige Thatsachen der geographi- 
schen Vertheilung andere Bedenken unterstützen. 

8. dass der Einwurf des physiologischen 
Unterschiedes zwischen Species und Rasse un- 
widerlegt sei. 

9. dass eine Fülle merkwürdiger organi- 
scher Formen durch die natürUche Auswahl 
in keiner Weise erklärt werde, während eine 
solche Erklärung Licht auf die Entstehung 
der Species zu werfen geeignet sei. 

10. dass endlich die mit der natürlichen 
Auswahl nothwcndig verbundene Hypothese 
einer Pangenesis, die angeblich grosse Schwie- 
rigkeiten erklären solle, eigentlich eine Er- 
klärung von obscurum per obscurius sei. — 

Im 11. Abschnitt stellt der Verfasser die 
Ergebnisse seiner Untersuchungen zusammen 
und knüpft daran die Darstellung seines eigenen 
Standpunktes zn der Frage der Annahme 
einer Entwickelung, die von manchen äusseren 
Umständen beeinilusst und begünstigt, haupt- 
sächlich jedoch auf einer Innern Ursache be- 
ruhe; und im 12. entwickelt er di(^ Stellung 
der wissenschaftlichen Untersuchung der Frage 
über die Entwickelung der Species der Theo- 
logie gegen üljer. — 



Die Toda. 

Soeben ist ein Werk erschienen, das den 
Titel führt : A Phrenologist amongst the Todas 
or the study of a primitive tribe in 8outh 
ludia. London 1873, und dessen Verfasser 
der Obristlieutenant W. Marshall ist. 

Es behandelt das Volk der Toda, wie 
sich die ursprüngliche Bevölkerung der Nilagiri- 
berge im südlichen Dekan nennt, und ist ein 
übei'aus wichtiger und interessanter Beitrag 



80 



zur Ethnographie dieses noch so ungenügend 
bekannten Volkes. Der Verfasser hat den 
Gegenstand mit entscliiedener Lielje. ja mit 
einer Art Begeisterung für das interessante 
Volk behandelt, das ihm bei einem längeren 
Aufenthalt in den Bergen , die es bewohnt, 
um so genauer bekannt geworden ist, je mehr 
Zeit und Mühe er daran gewandt hat, sich 
mit ihm zu beschäftigen , und man muss ihm 
grossen Dank wissen , dass es ilun gelungen 
ist , in manchen Beziehungen richtigere Vor- 
stellungen über ein Volk zu verbreiten , das 
in so vielen und wesentlichen Punkten von 
den übrigen . im südlichen Indien wohnenden 
Volksstämmen abweicht. 

Aber eine wissenschaftliche ethnologische 
Schilderung seines Gegenstandes zu entwerfen, 
ist ihm nicht gelungen, vielleicht gerade eben 
deshalb, weil sein Interesse an dein von ihm 
geschilderten Volke so gross gewesen ist. 
Das wird eine Uebersicht des Buches zeigen. 
Es ist in 29 Abschnitte getheilt, von denen 
der erste sich mit den historischen Verhält- 
nissen der Toda beschäftigt, während in AVahr- 
heit darin von den sogenannten Dravidiern 
und der Weise , wie in Indien verschiedene 
Stänmie eingewandert sind und sich vermischt 
haben . die Rede ist Die beiden folgenden, 
mit Vorhebe ausgeführten Kapitel behandeln 
die jsbrenologischen und physiologischen Eigen- 
schaften der Toda, das vierte, die Charakteri- 
stik derselben, umfasst allerlei Bemerkungen 
über Art des Grüssens, Hautfarbe, Kleidung. 
Im fünften wird endlich das von ihnen be- 
wohnte Land, doch nicht so gründhch, als 
man es wünschen möchte, im sechsten und 
siebenten Wohnungen und Familienleben, im 
achten die Nahrung geschildert ; diese Ab- 
schnitte sind an interessanten Bemerkungen 
reich. Dagegen konnte das folgende Kapitel, 
das den wunderlichen Titel Savage antitypc 
fuhrt, ohne Schaden für das Ganze fehlen. 
Das zehnte und elfte berühren die Zahl der 



Toda und die Frage, ob sie im Aussterben 
begriffen sind, die der Verfasser verneint. Bei 
weitem das Interessanteste aber enthalten die 
folgenden elf Kapitel, in denen von den reli- 
giösen Vorstellungen des Volks (mit Einschluss 
der Begräbnissfeierlichkeiten ) die Rede ist ; 
sie sind ohne Zweifel der wichtigste Theil des 
ganzen Werkes, wenn es auch dem Verfasser 
nicht gelangen ist , das System der religiösen 
Anschauungen der Toda mit Klarheit zu ent- 
wickeln. Das 23. Kapitel, das vom Kinder- 
morde, der bei den Toda einst geübt worden 
sein soll, handelt, und die folgenden vier, in 
tlenen von der bei ihnen als Sitte bestehenden 
Polyandrie gesprochen wird, sind mit fast un- 
gebührlicher Breite ausgeführt und bieten An- 
sichten dar, die nicht allenthalben Beifall finden 
dürften. Das letzte, eines der wichtigsten des 
ganzen Buchs, enthält den Versuch einer 
Grammatik der Todasprache (von Dr. Pope) ; 
es ist besonders darum interessant, da es den 
unwiderleglichen Beweis liefert, dass sie mit 
der (alten) Kanaresischen und der Tamulischen 
Sprache nahe verwandt ist. 

Aus allem dem folgt, dass das Werk zwar 
keine wissenschaftHche Ethnographie der Toda 
heissen kann, dass es aber als Quelle für eine 
solche unschätzbar ist. Hervorgehoben zu 
werden verdienen noch die zahlreichen, ihm 
beigefügten Photographien, die einen besonderen 
Schmuck ausmachen. M. 



Dr. A. Dohrn's zoologisciie Station 
zu Neapel. 

Der Deutsche Kaiser hat genehmigt, dass 
dem Dr. Anton Dohrn zu den Kosten der 
Errichtung seiner dem Studium der Meeres- 
Organismen dienenden zoologischen Station in 
Neapel für 1873 ein Zuachuss von 4000 Thlr. 
und für 1874 ein solcher von 3000 Thlr. aus 
einem bei der Reichshauptkasse zur Disposition 
stehenden Fond gewährt werde. 



Ab^oaühluäDUu den ^1. Januar 137i. 



Druck vuü K. iJlucumaQii <S. öohn ia Dresden. 



NÜNQÜAM 




OTIOSUS. 



LEOPOLDINA 

AMTLICHES ORGAN 

DER 

KAISEELICH LEOPOLDINISCH-OAROLINISCHEN DEUTSCHEN 
AKADEMIE DER NATÜEFORSCHER 

HERAUSGEGEBEN UNTER MITWIRKUNG DER ADJUNCTEN VOM PRÄSIDENTEN 

Dr. W. F. G. Behn. 



Dresden. 



Heft IX. 



T^r. 11, 12. 



Februar 1874. 



Inhalt: Amtliche Mittheilungeu : Beiträge zur Kasse der Akademie. — Neu aufgenommene 
Mitglieder. — Gestorbenes Mitglied. — Ur. Carl Friedrich Naumann f. 

Eingegangene Schriften. — Das australische Wasserhuhn. — Prof v. Seebach's 
neue Methode der Untersuchung von Erdbeben. — Leybold's Escursion a las Pampas arjentinas. 
— Sternwarte auf dem Felsengebirge. — Die Expeditionen zur Beobachtung des Veuusdiu'ch- 
ganges. — JubUäen des Hofr. Rokitansky und Prof v. Kobell. 



Aiutliclie Mittlieiluusen. 



Febr. 1. 

2. 
o 



8. 



Beiträge zur Kasse der Akademie.*) 

Von Herrn Prof. Dr. v. Reuscli in Tübingen, Jahresbeitrag für 1874 

„ „ Prof. Dr. Th. Irmisch in Sondershausen, desgl. für 1874 

„ „ Prof. Dr. Wiebel in Hamburg, desgl. für 1874 

„ „ Reg.-R. Prof. Dr. Fenzl in Wien, desgl. für 1874 

„ „ Dr. A. Boiie in Wien, de.sgl. für 1872 



Oberbergr. Prof. Dr. v. Zepharovich in Prag, desgl. für 1874 



2 Thlr. 
2 „ 
2 „ 
5 „ 
2 „ 



*) In Leop. H. IX p. 66 ist der unterm 14. Januar eingegangene Beitrag des Hrn. Prof. Dr. 
H. Schäffer in Jena dui'ch einen übersehenen Druckfehler als der für das Jahr 1872 bezeichnet. Es ist 
derjenige für das Jahr 1874. — 

Leop. IX. H 



'ebi-.lO. 


„ 10. 


. 11- 


., 11. 


. 11. 


. 17. 


. 19. 



82 

Von Herrn Dr. E. Brand in Stettin, Jalu-esLciträge für 1873 und 74 . 4 Thlr. 

,, „ Geh. Med.-R. Prof. Dr. Budge in Greifswald, desgl.;_für 1874 2 „ 

., „ Prof. Dr. Ehrmann i]i Strassburg, desgl. für 1874 ... 2 „ 

., ,, Prof. Dr. A. Krohn in Bonn, desgl. für 1874 2 „ 

„ ,, Prof. Dr. Rammeisberg in Berlin, de.sgl. für 1874 .... 2 ,, 
., „ Med.-R. Dr. A. Palliardi in Franzensbad, desgl. f. 1872 n. 73 4 ., 
-, „ Prof. Dr. P. Gordan in Giesseu, Eintrittsgeld und Jahres- 
beitrag für 1874 12 „ 

19. „ „ Dir. Prof. Dr. J. Külui in Halle, Eintrittsgeld ixnd Ablösung 

der Jahresbeiträge f. d. Leop 30 ., 

20. ,, „ Apotheker Th. Kirsch in Dresden, Jahresbeitrag für 1874 . 2 ., 

21. „ „ Dr. Joh. Grünland in Dahme, desgl. für 1873 und 74 . . 4 „ 

23. , ,, Prof. Dr. C. J. Gerhardt in Eisleben, Eintrittsgeld ... 10 „ 

24. „ „ Prof. Dr. Prestel in Emden, Jahresbeitrag für 1874 ... 2 ,, 

25. „ „ Dir. Dr. Th. Geyler in Frankfurt a. M., Eintrittsgeld und 

Ablösung der Jahresbeiträge f. d. Leop 30 ^ 

26. T „ Geh. Med.-R. Prof. Dr. A.W. Volkmann in Halle, Eintrittsg. 

und Beitrag f. Leop. u. Nova Acta für 1874 20 ., 

26. „ „ Sanitätsr. Dr. Paul in Breslau, Beitrage für 1873 n. 74 . 4 „ 

28. „ ,, Geh. Sanitätsr. Dr. H. Wolff in Bonn, desgl. für 1874 . . 2 „ 

Dr. Behn. 



leu aufgenommene Mitgiieder. 

Nr. 2130. Am 19. Februar 1874. Herr Dr. ijhil. Paul Albert Gordan, a. o. Professor der 
Mathematik an der Universität zu Giessen. Sechster Adjunktenkreis. — Fach- 
sektion 1 für Mathematik und Astronomie. 

Nr. 2131. Am 19. Februar 1874. Herr Dr. phil. Julius Gotthelf Kühn, ord. Professor an 
der Universität und Direktor des landwirthschaftlichen Instituts zu Halle a. S. 
Elfter Adjunktenkreis. — Fachsektion .0 für Botanik. 

Nr. 2132. Am 23. Februar 1874. Herr Dr. phil. Carl Immanuel Gerhardt, Professor und 
Com-ektor am Gymnasium zu Eisleben. Elfter Adjunktenkreis. — Fachsektion 1 
für Mathematik und Astronomie. 

Nr. 2133. Am 25. Febr. 1874. Herr Dr. phil. Hermann Theodor Geyler, zweiter Direktor, 
Doceut für- Botanik und Phytopaläontologie, sowie Direktor des botanischen Gartens 
an der Senckenbergischen naturforschenden Gesellschaft zu Frankfurt a.M. Sechster 
Adjunktenkreis. — Fachsektion 5 für Botanik. 

Nr. 2134. Am 26. Februar 1874. Herr Geheimer :\redicinalrath Dr. Alfred Wilhelm. Volk- 
mann, ord. Professor zu Halle a. S. Elfter Adjunktenkreis. ■ — Fachsektionen 6 
für Zoologie und Anatomie und 7 für Physiologie. 



83 



G-estorbenes Mitglied. 

Am 17. Februar 187-1 zu Brüssel Dr. Lambert Adolphe Jacques öuetelet*), ord. Professor 
der Mathematik und Astronomie an der Universität und an der Militärschule, 
Direktor der Sternwarte, ordentliches Mitglied und beständiger Sekretär der Aka- 
demie der Wissenschafteu und Präsident der Kgl. Central-Commission der Statistik 
zu Brüssel. Aufgenommen den 3. Aug. 1838, cogn. Blumenbach I. 

Dr. Behn. 



Dr. Carl Friedrich laumann. 

In dem vcrlusti eichen .Jahre 1873 war der 26. Kov. für unsere Akademie besonders 
verhängnissvoll, indem an demselben ausser dem verdienstvollen Prof. v. Reuss in 'Wien, dem 
in Nr. 9 der Leopoldina ein Nachruf von kundiger Feder gewidmet war, auch der edle Carl 
Friedrich Naumann luierwartet und tief betrauert verschied. — 

Der Geheime Bergrath und laugjährige Leipziger Professor der Mineralogie und Geo- 
logie Dr. Carl Friedrich Naumann wurde am 30. Blai 1797 als der älteste Sohn des 
berühmten Kirchenmusik - Componisten und HofkapeUmeisters Johann Gott lieb (oder Ama- 
deus) Naumann zu Dresden geboren. Wenig mehr als 4 Jahr alt (am 23. Oct. 1801) 
wurde ihm und seinen beiden jüngeren, erst 1^/2 und 3 Jahre zählenden Brüdern der Vater 
durch den Tod entrissen. Die Erziehung der drei begabten Knaben lag nun in den Händen 
der Mutter, Katinka geb. v. Grodtschilliug, welche sich dieser schwierigen Aufgabe in 
einer ungemein erfolgreichen und für sie im höchsten Grade ehrenvollen Weise entledigte. 
Alle drei wurden ehrenwerthe und 'angesehene Männer. Jetzt sind sie alle heimgegangen. 
Der jüngste der Brüder (Constantiu August, geb. den 9. März 1800) starb zuerst (den 
21. Nov. 1852) als Professor der Mathematik an der Bergakademie zu Freiberg; der zweite 
(Moritz Ernst Adolph, geb. den 7. Oct. 1798) vor zwei Jahren als Professor der Medicin 
und langjähriger Direktor der Clinik in Bonn. — 

Nachdem unser Carl Naumann eine vorzügliche klassische Vorbildung zunächst auf 
der Kreuzsch'ule in Dresden und dann seit 1812 in der Schulpforta empfangen und seine 
Studien zu Freiberg, Jena und Leipzig vollendet hatte, wurde er an letzter Universität am 
13. Sept. 1819 zum Doktor der Philosophie i^romovirt. — Man wird sich erinnern, dass 
Fi'eiberg damals durch A. G. Werner's bahnbrechende Wirksamkeit für die hohe Schule der 
Mineralogie galt, die Alex. v. Humboldt, Leop. v. Buch und so viele andere aufsuchten. 



*) Geboren zu Gent am 22. Febr. 179G. wurde Q. schon sehr jung Prof. der Mathematik am 
College roj-al seiner A'aterstadt (ISl'l— 1.^) und darauf am Atlieiiaeum zu Brüssel. Im Ja,hre 1824 begab 
er sich, um sich zum Astronomen auszubilden, nach I'aris imd kehrte nach 4 jährigem eitrigem Studimn 
nach Brüssel zurück, wo ihm die Direktion der nach seinem Plane neuerbauten Sternwarte übertragen 
wurde. Diese Stellimg hat Q.. in spateren Jahren von seinem Sohne und walu-scheiulichem Nachfolger 
unterstützt, bis au sein Lebensende beibehalten. Im Jahre 1834 ernanute ihn die Belgische Akademie 
Akademie der Wissenschaften, der er liereits seit 1820 als ord. Mitglied angeluirte, zu ihrem beständigen 
Sekretär. Im Jahre 183G wurde er Prof. der Astronomie und Geodäsie an der Kgl. Militärschule. Seine 
grösste Beriüm,theit verdankt y. indcss nicht der Astronomie, sondern seinen statistischen Werlicn über 
den Menschen und die Entwickehmg seiner Fähigkeiten. Q. war ein überaus fruchtbarer Schi'iftsteller 
und die Zahl seiner verötientlichten Arbeiten beträgt eher über als unter .300. Sein letztes Buch war 
ein im vorigen Jahre erschienenes Werk über Anthropometrie. — 

11* 



84 

Auf den Universitäten bildete dagegen die Mineralogie kaum irgendwo eine selbstständige 
Professur. Selbst Hausniaun in Göttiugen verband sie mit der Technologie. Auf den 
meisten Universitäten bildete sie einen Theil der Professur der allgemeinen Xaturgeschicbte, 
aus der bisher nur an manchen , aber noch nicht an allen Orten die Botanik ausgeschieden 
war. Unter diesen Umständen war es ein Beweis selbstvertrauenden Muthes , dass Naumann 
sich entschloss , als Privatdocent der Mineralogie aufzutreten. Er bereitete sich dazu durch 
eine in den Jahren 1821 und 22 ausgeführte Reise nach Norwegen vor, deren Ergebnisse 
er veröfientlichte*). 

Im Jahre 1823 habilitirte er sich in Jena, welches durch die von Göthe so lebhaft 
geförderte mineralogische Gesellschaft und deren Sammlungen für diesen Zweig der Natur- 
wissenschaft besonders reiche Hülfsmittel bot. — Dagegen war die Kleinheit der Universität 
und die geringen Hülfsmittel, die zu ihrer Verfügung standen, dem Unternehmen weniger 
günstig. Auch wandte sich Naumann schon im nächsten Jahre 1824 nach Leipzig und habi- 
litirte sich dort aufs Neue. — Hier erreichte er nun zwar sein Ziel , aber nicht sogleich, 
sondern erst nach 18 Jahren, und Naumann musste auch Leipzig wieder verlassen. Ln Jahre 
1826 folgte er einem Riife als Professor der Krystallographie und als Disciplinarinspektor an 
die Bergakademie nach Freiberg und 1835 wurde ihm dort auch die Professur für Geognosie 
übertragen. — Erst im Jahre 1842 wurde zu Leipzig eine ordentliche Professur für Mine- 
ralogie und Geognosie errichtet und Naumann dieselbe übertragen. Damit hatte er den blei- 
benden Standjjunkt für seine noch fast ein Menschenalter dauernde Wirksamkeit errungen. — 
Naumann's bahnbrechende Thätigkeit lässt sich nach 5 Hauptrichtungen verfolgen. — ■ Seine 
ersten Arbeiten beschäftigten sich mit der Form der Minralien, den Krystallen, neben denen 
er aber auch organische Formen, die Blattstellung der Pflanzen und die Windungen der Con- 
chylien vergleichend in Betracht zog und diese Arbeiten gipfelten in seinen „Elementen der 
theoretischen Krystallographie. Leipzig 1856"**). 

Diesen zunächst lagen seine Arbeiten über die Mineralogie. Ausser zahlreichen Ein- 
zelnabhandlungen waren es seine unter verschiedenen Titeln herausgegebenen Handbücher, von 
denen das letzte, die Elemente der Mineralogie, in 9. verb. u. verm. Aufl. vorhegt, die über- 
aus grossen Einfluss gewannen***). — 

Eine dritte Richtung bilden seine geologischen Karten. Naiunanu wurde dazu durch 
einen im Jahre 1834 von der Kgl. Sächsischen Regierung an ihn ergangenen Auftrag veran- 
lasst, eine geognostische Karte des Königreichs Sachsen herauszugeben, zu welcher schon seit 
50 Jahren Materialien gesammelt worden waren. Diese Materialien erwiesen sich indess als 
ungenügend und es musste eine neue Untersuchung des Landes erfolgen. Diese grosse Arbeit 



*) Beiträge zm- Kenutniss von Norwegen. Lei])zig 1S24. 2 Thle. mit Profilen imd Karten. 
Naumann machte siiäter nocli mehrere wissenschaftliche Reisen, an den Rhein, in die Alpen, nach Italien 
und in die Auvergne, über die er theihveise gleichfalls öffentlich berichtete. 

**) Schon die erste in Leonhard's Mineralogischem Tascheubuche Bd. XV p. 315 — 335 im 
Jahre 1821 veröffentlichte Abhandlung Naumann's handelte von den allgemeinen CrystalUsations-Systemen. 
Seine Leipziger Habilitationsschrift de hexagonali crystalliuaruni iörniaruni systemate. Lips. 182-5. 
In demselben Jahre erschien zu Leipzig sein Grundriss der Krystallographie. 1830 ibid. das Lehrbuch 
der reinen und angewandten Krystallographie m 2 Bdn. Im Jahre !84l (und 1854 in 2. Aufl.) die 
Anfangsgründe der Krystallographie und 1652 nochmals der Grundriss der Krystallographie. 

***) Bereits 1824 erschien in Leipzig sein Versuch einer Gesteiuslehre. 1826 ibid. der Ent- 
wiu'f der Lithurgik oder ökonomischen Mineralogie. 1828 zu Berlin das Lehrbuch der Mineralogie und 
seit 1846 die Elemente, die so viele Auflagen erforderten, welche Naumann mit unermüdlicher Sorgfalt 
revidu'te. — 



85 

hat Naumann unter Theilnahme Ton Bergrath Bernhard v. Cotta in dem Maasse gefördert, 
dass die 12 Sektionen der Karte in dem Maassstabe von 1 : 120,000 von 183G — 1844 ei'- 
scheinen und in einem Uebersichtsblatte ihren Abscbluss finden konnte*). 

Damals existirte noch für keinen andern Theil von Deutschland ein gleich gründliches 
und specielles Karteuwerk und die geognostische Karte von Sachsen diente als Muster für die 
durch sie angeregte Kartirung fast aller anderen Deutschen Staaten. — In den Erläuterungen 
zu den einzelnen Sektionen dieser Karte (5 Hefte, Di-esden 1836 — 45) findet sich ein Schatz 
der gründlichsten und scharfsinnigsten Beobachtungen, die nach vielen Seiten die Wissenschaft 
erweiterten, besonders abei-, da sie die Ausdehnung und Zusammensetzung der Steinkohlenlager 
in Sachsen aufklärten, den grossartigen Aufschwung des Sächsischen Kohlenbergbaues veran- 
lassten und die Industrie Sachsens mächtig förderten. — Specieller noch hat Naumann die 
Ergebnisse seiner gründlichen Forschungen im Gebiete der Steinkohlenformation und des sich 
darüber ausbreitenden Rothliegenden 18ö4 in einer ..geognostischen Beschreibung des Kohlen- 
bassins Flöha" (Leipzig, 8", mit Karte), 1866 in einer „geognostischen Karte des erzgebirgi- 
schen Bassins" (Leipzig) und 1871 in einer „geognostischen Karte der Umgegend von Hai- 
nichen in Sachsen, mit Erläuterungen" (Leipzig), sämmtlich in dem Maassstabe von 1 : 57600 
niedergelegt. 

Ungeachtet Naumann auf diese Weise durch seine wissenschaftlichen Arbeiten dem 
industriellen Aufschwünge seines Vaterlandes unberechenbare Vortheile gewährte, so erwuchsen 
ihm daraus doch keine entsprechenden Einnahmen und seine Mittel blieben immer beschränkt. 
Sehr wahr bemerkte der Berichterstatter über Naumann's Feier des 50jährigen Doktor- 
JubOäums **) : In England hat man gegenüber solchen Verdiensten der Wissenschaft um die 
Industrie in den betreffenden Kreisen eine ganz andere Dankbarkeit und drückt dieselbe durch 
irgend einen grossen auch materiell ins Gewicht fallenden Nationaldank aus. In Deutschland 
haben wir dergleichen pi'aktische Anerkennungen wenig zu verzeichnen. — 

Diese Untersuchungen führten nun Naumann naturgemäss zu seinem umfangreichsten 
Werke, seinem bewundernswürdigen Lehrbuche der Geognosie (Leipzig, 8", 2 Bde. mit vielen 
Holzschnitten und einem Atlas von 70 Tafeln. 1850 — 54). Eine 2. auf 3 Bände berechnete 
Auflage dieser Arbeit, deren erster Band bereits 1858 erschien, bildete in den letzten Lebens- 
jahren des Verstorbenen seine Hauptaufgabe und ist bis auf die Schlusslieferung beendet 
worden '''"'*). 

Aber ausser diesen 4 auf dem w-issenschaftlichen Gebieten verfolgten Richtungen hatte 
Naumann, wde jeder, der ein neues Feld auf einer Universität beai'beitet, noch eine fünfte 
Aufgabe zu lösen, diejenige, die für seihen Unterricht nothwendigen liülfsmittel zu sammeln. 
Die Leipziger mineralogisch-geologischen Sammlungen sind im Wesentlichen sein Werk. — 



*) Geognostische Genera! - Charte des Königreiches Sachsens und der angränzeuden Länder- 
Abtheilungen, von C. F. Naumann 1845. — Eine neue geologische Karte des Kgrs. Sachsen in dem 
Maassstabe von 1 : 2öU00 ist auf Naumann's Antrag dem Bergr. Prof. B. v. Cotta in Freiberg und Prof. 
Geinitz in Dresden üljcrtragen worden. 

**) Ilhistrirtc Zeitung 1S(;9 Nr. 13GS. 

***) Auf die kleineren Abhandlungen Naumann's näher einzugehen, verbietet uns der Piaum. 
Der Leser findet deren öS in dem Catalogue of scientific papers, aber dies Verzeiclmiss geht nur bis 
1863 imd ist nicht voUstäudig, wird auch durch die gegenwärtig beabsichtigte Fortsetzung dieses Werkes 
bis 1870 noch nicht ganz vervollständigt werden, denn Naumann war bis in die letzten Tage seines 
Lebens auch in dieser Richtung unermüdlich thätig. Eine Anzahl der fehlenden zählt dagegen Professor 
Geinitz in seiner Erinnerung an Dr. C. F. Naumann in dem Neuen Jahrbuche für Mineralogie etc., 
Jahrgang 1674, auf. 



86 

So ausgezeichnete wissenscliaftliclie Leistungen, verbunden mit einem fesselnden Vor- 
trage als trefflicher akademischer Lehrer, stets hülf bereitem \\ülil\vollen und nie wankender 
Treue in allen Verhältnissen seines Lebens , namentlich auch in dem zu seineu Brüdern und 
deren Angehörigen, mussten Naumann die allgemeinste Anerkennung und Verehrung Aller, die 
ihn kannten, und zumal seiner Schüler und Fachgenossen gewinnen, und die Zahl der Beweise 
derselben, die namenthch bei der Feier seines 50jährigen Doktorjubiläums im Jahre 1869 einen 
einstimmigen und lauten Ausdruck fanden, ist ungemein gross. — Dass die naturwissenschaft- 
lichen Gesellschaften und Akademien es sich zur Ehre anrechneten, ihn unter ihre Mitglieder 
zu zählen , wird Jeder begreifen ; aber auch ungewöhnUchere Anerkennungen wurden ihm zu 
TheO. Die philosophische Fakultät der Universität Wien ernannte ihn, der bereits seit 1819 
Dr. phil. war , zu ihrem Ehrendoktor und die Londoner geological Society verlieh ihm ihre 
höchste Auszeichnung, die goldene Wollastou-Medaille. — Weniger gelang es Naumann, von 
seiner vorgesetzten Regierung die L^nterstützung zu gewinnen , die er für seine wisseuschaft- 
hche Thätigkeit für erforderlich hielt , und diese Klage war die einzige , die man bisweilen 
von den Lippen des so wahrhaft bescheidenen und deuiüthigen Mannes hörte. — 

Naumann hatte sich bereits im Jahre 1824 mit Emma Demiani verheirathet und 
aus dieser Verbindung erwuchs ein so glückliches und reiches Familienleben , das Jedem , dem 
ein Einblick in dasselbe vergönnt war, unvergesslich bleibeu wird. Von der Kunst verschönt, 
die in beiden Familien sich erblich fortpflanzte und die noch in Kindern und Enkeln blühte, 
wirkte es auch nach aussen erfreuend und segensreich und schien durch harte Prüfungen, wie 
z. B. langjährigen Krankheiten naher in dem gastlichen Hause aufgenommener Krauken, nur 
um so köstlicher zu erblühen. — 

Naumann war bis in sein Alter eine lebhafte heitere Natur, ein durchaus biederer, 
offener, edler und frommer Maiui, von überraschender Milde und Anspruchslosigkeit. — Die 
Leistungen Anderer ehrte er bis zur üeberschätzung uud nur seine eigenen Leistungen wollten 
ihm nie genügen. — Seine grösste Freude war Andere zu erfreuen. Dies gelang ihm überall, 
aber vielleicht am besten seines eigenen rein kindlichen Gemüthes wegen bei Kindern , deren 
Liebling er war und namentlich der Abgott seiner Enkel. — Dass aber eine solche Natur 
wenig geeignet war, im Kampfe um das Dasein Vortheile zu erringen, und mehr geeignet 
ausgebeutet zu werden , wird man auch begreifen , zumal da ihm Nichts ferner stand , als un- 
begründete Ansprüche zu erheben. — 

Im Jahre 1871 legte Naumann sein Leipziger Amt nieder. Theils veranlasste ihn 
eine anhaltende Heiserkeit dazu , die sich bisweilen zur Aphonie steigerte , ihm die Haltung 
seiner Vorlesungen erschwerte uud ihm bei seiner Lebhaftigkeit auch im Gespräch recht lästig 
fiel. Aber er fühlte auch , dass seine Ki'äfte nicht mehr der stets wachsenden Aufgabe seiner 
Stellung genügten, die nach seinem Abgange unter zwei Nachfolger getheilt werden musste. 
Bei Niederlegung seines Amtes verliess Naumann Leipzig. Er hätte sich am liebsten nach 
Blasewitz, dem Geburtsorte seines Vaters zurückgezogen, das er als seine und seiner Familie 
eigentliche Heimath betrachtete und an das sich ihm manche hebe Jugenderinnerung knüpfte. 
Er wählte in Dresden, wohin Kinder und Enkel ihn zogen, wenigstens eine Wohnung, die 
einen BHck nach Blasewitz gestattete. Hier lebte er, ein eifriger Benutzer unserer Bibliothek, 
in stiller heiterer Zurückgezogenheit, emsig beschäftigt mit den verlaugten neuen Auflagen 
seiner Sclu-iften, mit weiteren wisseuschafthcheu Arbeiten und geologischen Excursionen, an 
denen er, noch immer ein rüstiger Bergsteiger, grosses Gefallen fand und die er am liebsten 



87 

allein unternahm , da er ilann nicht zu sprechen brauchte. Seine eigenen körperlichen Be- 
schwerden vergass er bei seiner Arbeit und nur die zunehmende Kränklichkeit seiner Frau, 
mit der er so innig verwaclisen war, machte ihm Sorge. Als diese im Herbste 187.5 zunahm 
und sich bedenkliche Symptome einstellten , war ihm alle Euhe genommen , er klagte , dass er 
nicht mehr arbeiten könne, und wanderte, um die Kranke durch seine Besorgniss nicht zu 
beunruhigen und ihr nicht zu schaden, rastlos umher. Als die Erscheinungen Ende Oktober 
eine Besserung versprachen, meldete er es sofort einem Freunde, dem er mehrfach seine furcht- 
bare Sorge, wie er sich ausdrückte, raitgetheilt hatte und unterschrieb sich, vorahnend, wie 
eng sein Geschick an das seiner Frau gekettet sei : naufragus sed adhuc natans. Als der 
Tod dennoch nach wenigen Tagen erfolgte, war er gefasst, erfüllte alle ihm dabei obhegenden 
Pfliclit.en mit milder Ruhe, verfolgte neue wissenschaftHche Pläne und rühmte es dankbar, dass 
er wieder arbeiten könne. Aber in der That war er doch gebrochen. Ein unter andern 
Verhältnissen unbedeutendes Unwohlsein fällte ihn ohne Krankenlager und noch in demselben 
Monate senkte man ihn zu der Gattin in das Grab, das er inzwischen in jedem Wetter täglich 
besucht hatte. 

Die Stadt Dresden schien nicht zu ahnen, welch ausgezeichneter Sohn ihr verloren 
war. Nur eine Anzahl wissenschaftlicher Freunde und Schüler folgte den Famihengliederu zur 
letzten Ruhestätte. Aber die Beerdigung war doch eine schöne und erhebende. Der Mann 
nämlich, welcher das Wort dabei ergriff, der Hofprediger Dr. Rüling, kannte und .schätzte 
den Mann vollkommen und verstand es, seiner Theilnahme Ausdruck zu verleihen. An eine 
kundige Darstellung der Leistungen des Verstorbenen und seines Werthes, die auch die vor- 
ausgegangenen Familienglieder Vater, Brüder und Gattin nicht unerwähnt liess, knüpfte sich 
so natürlich das Bedauern, dass es ihm nur so kurze Zeit vergönnt gewesen sei, als Beicht- 
vater einem Beichtkinde näher zu treten, das ihm Ehrfui'cht abgewonnen habe. Damit hatte 
der Redner das rechte Wort gefunden, das in der Brust seiner Hörer wiederklang : 
• Ehrfurcht vor Carl Friedrich Naumann ! 



Eingegangene Schriften. 

( 1. Juli — bl. Aug. 1S73.) 



Dr. C. K. Hoffmann. Zur Anatomie der 
Echinen land Spatangen. Diss. inaug. 8 Taf. 

— Leipzig 1871. 8». 

— Ueber die Stäbchen in der Retina des 
Nautilus. 1 Taf. — Ueber das Blutgefäss- 
system der Echiniden. 1 Taf. — Ueber die 
Pars ciliaris etc. des Cephalopodenauges. 1 Taf. 
S.-A. — Leyden 1872. S». 

— Twee Gevallen van Leukaemie. 1 Taf. 
S.-A. — Leyden 1872. 8°. 

— Zur Anatomie der Asteriden. 2 Taf. 
S.-A. — Leyden 1873. 8". 

— und H. V/eijenbergh jr. Sur la place 
du Chiromys dans la methode naturelle. Extr. 

— Leyden 1870. 8". 



Dr. J. J, Kaup. Monographie der Passa- 
liden. 5 Taf. S.-A. — Berlin 1871. 8". 

Dr. H. A. Meyer. Untersuchungen über 
die physikalischen Verhältnisse der westhcheu 
Ostsee. Beitrag zur Physik des Meeres. Mit 
Karten und Tabellen. — Kiel 1873. Fol. 

Dr. Armand Ihielens. Les Orchidees de 
la Belgique et du Grand - Duclie du Louxem- 
bourg. — Gand 1873. 8". 

— Voyage botanique et ^^^leontologique 
en Eifel. — Liste des fossiles devouiens etc. 
recueiUis dans TEifel. 1 Taf. — Bruxelles 
1873. 8». 

Dr. E. Kampe. Specjes muscomm novae 



88 



ex Museo Melbounieano Australiae. S.-A. — 
Blankenburg 1870. 8". 

— Prodromus florae Novo - Granatensis. 
Musci. — Allgemeine Bemeikuugen und Ver- 
besserungen zu der 85"uopsis florae Kovae 
Granadae von Triana und Planchen, Musci. 
S.-A. — 1869. 8". 

— Musci frondosi in insulis Ceylon et 
Boruea a D''* Od. Beecari lecti. S.-A. (Nuovo 
giorn. bot. Ital.) — 8". 

— Symbol ae ad floram Brasiliae centralis 
cognoscendam ed. Eug. Warming. Musci 
frondosi. S.-A. — Kjöbnhavn 1870/72. 8». 

— Flora Hercynica (Gefässpflanzen, Laub- 
und Lebermoose des Hai'zgebietes). — Halle 
1873. SO. 

A. Prendhomme de Borre. Y a-t-il des 
faunes naturelles distinctes ä la surface du 
globe, et quelle methode doit-on employer 
pour arriver ä les definir et les limiter V S.-A. 
— Bruxelles X873. 8«. 

Prof. Dr. Oscar Fraas. Die Fauna von 
Steinheim , mit Rücksicht auf die miocenen 
Säugethiere und Vogelreste des Steinheimer 
Beckens. XI Taf. Stuttgart 1870. 4». (Co- 
lobus grandaevus. Parasorex socialis , Am- 
phicj'on maj . , giganteus , Trochotherium cya- 
moides , Lutra dubia, Valet.oni , Viverra Stein- 
heimensis. Myolagus Meyeri, Myoxus Sansa- 
niensis, Cricetodon minus, pygmaeum, Chali- 
comys Jaegeri. IMastodon arvernensis, llhino- 
ceros miuutus, Sansanieusis , brachypus, inci- 
sivus , Tapirus suevieus , Chalieotherium anti- 
quum, Chaeropotamus Steinheimensis, Listriodon 
splendens, Anchitberium aurelianense , Hyae- 
moschus crassus. Palaeomeryx furcatus , emi- 
neus, Microraerj-x Flourensianus. — Anas atava, 
cygniformis, Blanchardi. Pelecanus intermedius. 
Ibis pagana , Ardea similis , Paloelodus Stein- 
heimensis, gracilipes.) 

— Die Albwasser - Versorgung im König- 
reich Württemberg. — Stuttgart 1873. 
Vel.-Pap. Fol. ^ ^ 

(1 — 30. September 1873.) 

Verein zur Beförderung des Gartenbaues 
in den K. Preuss. Staaten. Monatsschrift. 
XVI. Jahrg. Nr. 8 (Aug.). — Berlin 1873. 8". 

Acadämie des Sciences, Beiles - Lettres 
et Arts de Lyon, Classe des Sciences. T. XIX. 
— Paris et Lyon 1871/72. 8». 



L a f o 11 : Observations meteorologiques faites 
ä l'observatoire de Lyon du Udec. 18ij9 au Irdec. 
1S71. Th. Perrin: Etüde critique des doctriues 
medicales regnantes et de la valeur de la statistique 
appliquee ä la medecine. .J. E. Petrequin: Du 
trausport des blesses dans les ambulances de siege 
et geiieralement dans les ambulances provisoives. 
— Des eaux niiiierales de France comparees ä 
Celles de rAUcmague. Mulsant et Key: Tableau 
methodique des Coleopteres brevijieunes ; famille 
des Aleochariens. — Tribii des Coleopteres brevi- 
peiines. Mulsant et Mayet: Histoire des meta- 
morplioses de diverses especes de Coleoirteres. 
L. J. Michel: Determination de la longueur du 
pied gaidois ä l'äide des moiiumeiits autiques de 
Lyon et de Vienne (4 pl.). — Le iiivellemeüt 
geiieral de la France et le uivellemeut de precision 
de la Suisse'. Th. Dien: Mecanique rationelle. 
Mi.mvement d'un poiut materiel en egard ä la ro- 
tation diunie et abstraction faite du niouvemeut 
aunuel de la terre daiis les cas traites ordiuaire- 
ment eu supposant la terre immobile (1 pl.)- 

Societe d'Agriculture, Histoire Naturelle 
et Arts TJtiles de Lyon. Annales. IV« ser. 
T. in. 1870. — Lyon et Paris 1871. 8». 

Glenard: De rhydrocahmetrie , ou methode 
nouvelle d'analyse des eaux miuerales dites bicar- 
boiiatees. Gounard: üiie excursiou dans la Haute- 
Loire. notice sur une concessiou de miuerai de 
plomb. I'ulliat: Kapport sur l'exposition de 
raisius faite ä Lvon du l.'i ä 19 sept. 1870. Ta- 
b u r i n : Note 'relative k l'actiou du coralline sur 
Thomme et sur les auimaux. Mulsaut: Histoire 
des Coleopteres de France (suite). Tribus des 
Laraellicornes et des Pectinicornes (3 pl.). P. 
Eymard: Bapport de* la commission des soies 
sur ses Operations de Taimee 1870. Commission 
meteorologique de Lyon: Observations, ta- 
bleaux. coiu-bes — Ilauteurs du Ehöne ä Fechelle 
du pout Moraud ])endaiit les anuees lS6ü ä 18G9. 

Naturwissenschaftlich-medizinischer Ver- 
ein zu Innsbruck. Berichte, III. Jahi-g. 
2. u. 3. Heft. — Innsbruck 1873. 8». 

M. J. Dietl: Die Carolinenquelle zu Marien- 
bad, analytische Revisou. A. Kerner : Die Schutz- 
mittel des Pollens gegen die Nachtheile vorzeitiger 
Dislocation und gegen die Nachtheile vorzeitiger 
Befeuchtung. Prof. E. Hof mann: Ueber den 
forensischen Nachweis der Blutkörperchen in Blut- 
spureu. Prof Schott: Mittheilungen aus der 
pathologisch -anatomischen Anstalt zu Innsbruck. 
Dr. Ph. Terc: Statistischer Bericht aus der 
chirurgischen Khnik und Abtheilung m Innsbruck. 
Dr. F. Plenk: Bericht über die k. k. Augenklinik 
der Universität zu Innsbruck für das Studienjahr 
1671/2. Dr. J. Pircher: Mittheiluugen iiber die 
in Tirol und Vorarlberg bestehenden Sanitätsau- 
stalten und die statistischen Verhältnisse der wich- 
tigsten Sanitätsgegenstände im Jahre 1871. 

Prof. R. Göppert. Aus dem botanischen 
Garten. (Kurze Notiz.) — Breslau 1873. 8». 



89 



Schlesische Gesellschaft für vaterländische 
Cultur. Sitzungs-Berichte der Med. u. Natur- 
wiss. Sectioji. Mai — Juni. — Breslau 1873. 8". 

Hydrograph. Bureau der Kais. Admiralität. 
Hydrograph. Mittheihaigen. I. Jahrg. Nr. 18 
u. 19. — Berlin 1873. 4». 

— Nachrichten für Seefahrer. IV. Jahrg. 
Nr. 36—40. — Berlui 1873. 4". 

(1 — 31. October 1873.) 

K. K. geologische Reichsanstalt. Ab- 
handlungen. Bd. V, Heft 5. (A. Redte n- 
b ach er, Die Cephalopodenfauna der Gosau- 
schichteu in den nordöstlichen Alpen. 9 Taf.) 
— Wien 1873. Roy.-4". 

— Jahrbuch. Jahrg. 1873. XXIII. Bd. 
Nr. 2 (April— Junij. — Wien 1873. 4». 

Th. Fuchs und F. Karrer: Geologische 
Studien in den Tertiiirbüduugen des Wiener Beckens. 
Dr. K. V. M ojsisovics : Beiträge zur tonischen 
Geologie der .\lpen. 3. Der Rhätikon (2 Taf.). 
Dr. G. Staclie: Der Graptolitben - Schiefer am 
Osternig - Berge in Kärnten und seine Bedeutung 
für dieKenntniss des Gailtlialer Geliuges und für 
die Gliederung der paläozoischeu Schicliteiireihe 
der Alpen. — Nebst Dr. G. Tschermak. Mine- 
ralogische Mittheilungen, 111. Bd. 2. llett. (C. 
D ölt er: Zur Kenutniss der (luarzführenden An- 
desite in Siebenbürgen und Ungarn (1 Taf). C. 
W. C. Fucbs: Bericht über die vulkanischen Er- 
eignisse des Jahres 1872. H. Fischer (Freiburg. 
Baden): Ueber das sog. Katzenauge und den Faser- 
quarz. Dr. Rieh. Dräsche: Ueber eine pseudo- 
morphose Bildung nach Feldsijath. Prof F. 
Warthe: Ueber die Zusammensetzung des Jor- 
danits.) 

— Verhandlungen. Jahrg. 1873. Nr. 7 — 10. 
— Wien 1873. 4". 

Dr. F. Wick: Vergleich der krystallinisclien 
Gesteine im südlichen Finnland mit jenen der 
Centr.nlalpen. 0. Feistmantel : Ueber die heutige 
Aufgabe der Phytopaläontologie. F. Karrer: Zur 
Kenntniss der Tertiärbüdungen des Wiener Beckens. 
F. (iröger: Skizze iüier die Gesteiusverhältnisse 
im südlichen Afrika. V. W. Gttmbel: Mikro- 
skopische Untersuchung alpiner Triaskalke und 
Dolomite. Dr. M. Neumayr: Tenuilobaten- 
Schichten und Astartien im Schweizer Jura. G. 
Stäche: Neue Petrefactenfunde aus Istrieu. J. 
W 1 d r i c h : Neue Fundorte von Mammuthknochen. 
E. V. Mojsisüvics: Die Bedeutung der Kheinlinie 
in der geologischen Geschichte der Alpeu. — Das 
Gebirge von Hallstädt , eine geologisch - paläonto- 
logische Studie aus den Alpen. I. Th. Die Mol- 
luskenfauua der Zlambach- und Hallstätter Schichten. 
I.Heft. D. Stur: Pflanzeureste aus dem Hangenden 
des oberen Flötzes der Steinkohlenmulde Bfas bei 
Radnitz in Böhmen. J. Marcou: Ueber eine 

Leop. IX. 



zweite Ausgabe der geologischen Karte der Erde 
F. Keller: Ueber die am 19. Jan. d. J. in Rom 
verspürten Erdstösse. Dr. C. Dölter: Vorläufige 
Mittheilung über Untersuchimg von Dolomiten und 
Kalksteinen aus Süd-Tirol. — Die Trachjte des 
Tokay - Eperieser Gebirges. Dr. Th. Oldham: 
Die geologische Karte des „Salt Range" im Pend-. 
schab. F. Poäepny: Zur Geologie der Erzlager- 
stätten von Raibl. T Fuchs: Bemerkimgen zu 
Ch. Mayer's Verzeichniss der Versteinerungen des 
Helvetien der Schweiz und Schwabens. R. Helm- 
hacker: Ein neues Diatomaceenlager bei Täbor. 

E. Tietze: Die älteren Sclüchten bei Kappl in 
den Karavanken. — Ueber ein neues Gypsvor- 
konimen am Randgebirge des Wiener Beckens. 
J. S z a b ö : Ueber -eine neue Methode , die Feld- 
spathe auch in Gesteinen zu bestimmen. 

Anthropologische Gesellschaft in Wien. 

Mittheilungen. Bd. III. Nr. 5 u. 6. — Wien 
1873. 8». 

Graf Wurm brand : Fund-Notizen. — Die 
Gleichzeitigkeit des Menschen mit dem Mammuth. 
J. Liedermann; Prähistorische Ansiedelungen 
im Nikolsburger Bezirke. Prof E, Nagel: Die 
Vitalität des magyarischen Volksstammes. Prof. 

F. Coppi: Ueber die im .Jahre 1872 in den Terre- 
mare von Gorzano vorgenommenen Ausgrabungen. 

Reale Istituto Veneto di Scienze, Lettere 
ed Arti. Atti. T. II, Ser. IV. Disj). 6. — 
Venezia 1873. 8'^. 

T. Taramelli: Stratigrafia della serie pale- 
zoica delle Alpi carniche. E. Bernardi: Sul modo 
di utilizzare il calorico dell' ambiente per jirodurre 
un piccolo lavoro. — Sopra un utile moditicazioue 
degli elettroscopi. Fubini e Gambari: Sulla 
resistenza de' materiali da fabbrica. esperimenti. 

— (Jsservazioni meteorologiche e statis'tiche pei 
mesi di luglio e agosto 1872. 

Prof. Dr. Friedr. Nohhe. Die landwirth- 
schaftliclien Versuchsstationen. Bd. XVI. Heft. 5. 

— Chemnitz 1873. 8». 

Kong. Danske Vedenskabernes Selskab. 
Skrifter. 5. Raekke, uaturvidensk. og math. 
Afd. Bd. IX, Nr. 8, 9; Bd. X, Nr. 1, 2. 

— HLstor. og philos. Afd. Bd. IV, Nr. 8, 9. 

— Kjöbnhavn 1872/73. 4». 

R. Colding: Om Lovene for Vandets Be- 
vaegelse i Jorden (2 Taf). Avec un resume fran- 
{;ais : Sur les lois du mouvement de l'eau dans les 
couches terrestres. H. Topsöe og C. Chri- 
stiansen: Krystallografisk - optiske Ündersögelser, 
med saerhgt Hensyn til isomorfe Stoifer. hr. E. 
Warming : Forgreningsforhold hos Fanerogamerne, 
betragtede med saerligt Hensyn til Kloevning af 
Vaekstpunktet. Avec resume frain'.: Recherches 
siu- la ramificatiou des Phanerogames principale- 
ment au point de vue de la partition du poiut ve- 
getatif (11 Taf, 15 Holzsehn.). J. Thomsen: 
Thermochemiske Undersoegelser, 9. Ifndersoegelser 
over Affiniteten imellem Brint og Metalloiderne 
(1 Taf). 

12 



90 



— Oversigt over Forhandlinger og dets 
Medlemmers Arbejden i Aaret 1872. Nr. 2. 
Apr.— Dec. — Kjöbnhavn. 8". (Chr. Lütker: 
Nogle nye eller mindre bekjendte Slangestjernei 
beskrevne, med nogle Beiuaerkninger om Selv- 
delingen hos Straaled3'rene. 2 Tai.) 

Gustav Storni. Snorre Sturlassöns Histo- 
rieskrivning, eD kritisk Undersögelse (1 Karte). 

— Kjübenhavn 187.S. 8". 

X. Böhmische Gesellschaft der Wissen- 
schaften in Prag. Sitzungsberichte, Nr. 5. 

— Prag 187.3. 8". 

Schmidt von Bergenhold: Uebersichtliche 
Geschichte des Bergbau- und Hüttenwesens im 
Kgr. Böhmen von den ältesten bis auf die neuesten 
Zeiten, mit 1 Karte. Prof. Boricky: Zm- Para- 
genesis der secundären Minerale böhmischer Basalt- 
gesteine. Prof. E. Weyr: lieber die lineale Con- 
structiou der Curven n — ter Ordnung mit einem 
(n — 1)— fachen Punkte und der Curven n— ter 
Classe mit einer (n—1)— fachen Tangente. Dr. 0. 
Feist niantel: Ueber die Verbreitung und geo- 
logische SteUung der verkieselten Araucariten- 
Stämme in Böhmen. 

Dr. Ed. Lichtenstein. Zur dermaligen 
Choleraepidemie. (S.-A.) — Berlin 1873. 8". 

Verein zur Beförderung des Gartenbaues 
in den K. Preuss. Staaten. Monatsschrift. 
16. Jahrg. Nr. 9 (Sept.). - Berlin 1873. 8". 

Dr. G. Zeller, Oberfinanzr. Algae, col- 
lected by M. Kurz in Arraean etc. (S.-A.) 
— Calcutta 1873. 8». 

— Zweite Deutsche Nordpolfahrt. I. Bo- 
tanik. 5. Algen. — Bremen 1873. 8». 

Prof. Dr. Osk. Ed. Schüppel. lieber Hydro- 
myelus. Diss. inaug. Mit I Taf. — Leipzig 
1865. 8«. 

— Ein Fall von innerer Incarceration des 
Dünndarms. (1 Taf.) S.-A. Arch. d. Heilk. 
vn, 2. — 8». 

— Das Gliom und Gliomyxom des Rücken- 
marks. (iTaf.) S.-A.Arch.d.Heilk.VIII,2. — 8<'. 

— Zur Lehre von der Histogenese ,des 
Leberkrebses. (1 Taf.) S.-A. Arch. d. Heilk. 
IX, 4.-8». 

— Zur Histogenese der Lebertuberkulose. 
(1 Taf.) S.-A. Arch. d. Heilk. IX, 6. — 8«. 

— Die Entwickelung des kalkkörperhaltigen 
Sarkoms der Dura mater. (iTaf.) S.-A. Arch. 
d. Heilk. X, 4. — 8». 

— Ueber Peripylephlebitis syphihtica bei 
Neugebornen. S.-A. Arch. d. Heilk. XI. — 8". 



— Ueber die Entstehung der Riesenzellen 
im Tuberkel. (1 Taf.) S.-A. Arch. d. Heilk. 
xm, 1. — 80. 

— Untersuchungen über Lymphdrüsen- 
Tuberkulose sowie über die damit verwandten 
und verwechselten Drüseukrankheiten. (4 Taf.) 

— Tübingen 1871. 8». 

Dr. Oskar Böttger. Calamaria iris n. sp., 
neue »Schlange von Sumatra. (1 Taf.) — Kurze 
Notizen über bei Offenbach gefundene Ver- 
steinerungen etc. (S.-A.) — Offenbach 1873. 8». 

Will. E. Marshall. A phrenologist amongst 
the Todas. With niany illustr. — London 
1873. 80.' 

Prof. Dr. C. Arendts. Adrian Balbi's all- 
gemeine Erdbeschreibung. 5. Aufl. bearbeitet 
von — . 2 Bde. — Wien 1873. 8«. 

Prof. Dr. Pelegrino von Strobel. Die 

Terremare, eine Berichtigung. (S.-A.) — Wien 
1873. 8». 

Naturforschende Gesellschaft in Emden. 

58. Jahresbericht 1872. — Emden 1873. 8". 
Prof. Dr. Prestel: Ergebiuäse der Beobacht- 
ungen und Erfahrungen betreffend die Sturm- 
warnungen und Sturmsignale. - Einige Daten und 
Sätze, welche die geologischen und meteorologischen 
Verhältnisse Üstfrieslands betreffen. — Dr. Loh- 
meyer: Verzeichniss der Fische, welche in den 
ostfriesischen Gewässern vorkommen. 

Geograph. Gesellsch. in München. 1. u. 

2. Jahresbericht. — München 1871/72. 8". 

Prof. Dr. Roll manu: Ueber d. Bildg. von 
Sedimenten u. Erdschichten durch mikrosk. kleine 
Organismen.— Dr. 0. Peschel: Die Wanderungen 
d. fridiest. Meuschenstämme. — Ueb. d. Gliederung 
Europas u. ihren Einll. auf d. Fortsein-, d. Gesittung. 

— Prof Dr. M.Wagner: Der Canal von Suez. — 
Oberlieut. Kuitli: Die Hoch-Pyrenäen. — Prof. 
Dr. H aus ho f er: Die Pacificbahn. -- Prof. Dr. 
Kluckholm:! Ueb. Reisen im Mittelalter. — C. 
Hofmanu: Die Gebirgsgruppe der Hohen Tauern. 

— Dr. Ed. Dobbert: Eine Reise durch Russl. — 
Hofr. Dr. v. Liebig: Die Andaman - Inseln. — 
Min.-Ii. Dr. Huller: Ueb. d. Wesen d. vergl. Erd- 
kunde. — Prof. v. Jelly: Ueb. einige Resultate, 
welche durch d. Kabelleg. f. d. Physik d. Meere 
gewonnen wurden, — Ueb. d. Farbe d. Meere. — 
Dr. H. V. Schlagintweit-Sakünlünski ; Ueb. 
d. Salzseen d westl. Tibet. — Prof. Dr. Sepp: 
Capitän Allen u. s. neuer Seeweg nach Indien. — 
Ueb. d. Centraltiefe d. Erde u. ihi'c Geschichte. — 
L. Bauer: Das Elsass, e. etlmogr. Skizze. 

Dr. tJllersperger. Du bromure de potass. 
et specialement de son emploi dans les malad, 
du syst. nerv. (S.-A.) 



91 



Prof. Dr. Friedr. Hegelmaier. Monographie 
der Gattung Callitriche. 4 Taf. — Stuttgart 
1864. 4». 

— Ueb. d. Entwickl. d. Blüthenth. von 
Potaniogeton. 1 Taf. S.-A. Bot. Zeit. Jahrg. 
28. 1870. 40. 

— Uel). d. Fructiflcationsth. v. Spirodela. 
1 Taf. S.-A. Bot. Zeit. Jahrg. 29. 1871. 4«. 

— Zur Morphol. d. Gatt. Lyeopodium. 
3 Taf. S.-A. Bot. Zeit. Jahrg. 30. 1872. 4». 

— Ueb. d. Moosvegfit. d. sohwäb. Jura. 
S.-A. Württ. nat.-wiss. Jahresb. 1873. — 
Stuttg. 1873. 80. 

Kgl. Preuss. Akad. d.Wissensch. zu Berlin. 
Monatsberichte. Mai 1873, Nr. 1 u. 2. — 
BerHn 1873. 8». 

Auwers: Ueb. e. angebi. Veränderlichk. d. 
Sonueuduri'hraessers. — Nacbtr. zu d. Untersuch. 
üb. d. veränderl. Eigenbewegung d. Procyon. — 
Peters: Ueb. zwei Giftschlangen aus Afr. u. üb. 
neue oder weniger bek. Gatt. u. Art. v. Batrachieru. 
(JTaf.)— Ranimelslierg: Ueb. d.Zusammensetz. 
des Yesuvians u. Manganepidots. — Reuseh: 
Weitere Mittlieil. id). d. zweiachs. Glimmer. — 
Hofmanu; Ueb. d. Darstell, d. Jodpliosphonmms. 
— lieb. d. I'hosphiue d. I'ropvl-, Butyl- u. Amyl- 
reihe. — Ueb. Phosphiubild. bei Mitwirk. v. Re- 
ductionsprocessen. — Ueb. d. rropylendiamni. 

Lesever. d. deutsch. Stud. Wiens. 1. u. 

2. Jahrcsber. (1872/73). — Wien 1873. 8''. 

Geh. R. H. von Dachen. Die nutzbaren 
Mineralien u.Gcbirgsarteu im Deutschen Reiche, 
mit e. physiogr. u. geognost. Uebersicht. — 
Berhn 1873. 8»'. 

Hydrograph. Bureau der Kais. Admiralität. 
Hydrogr. Mitthcil. Jahrg. I, Nr. 20—21. — 
Berlin 1873. 8". 

— Nachrichten f. Seefahrer. Jahrg. IV, 
Nr. 41—44. — Beriin 1873. 4». 

(Vom 1 — 30. Nov. 1S73.) 
Dr. Hubert Leitgeb. Die Haftwurzeln 
des Epheu. 1 Taf. S.-A. — Wien 1858. 8". 

— Zur Kenntn. v. Hartwegia oommosa 
Nees. 1 Taf. S.-A. — Wien 1864. 8». 

— Ueb. kugelf. Zellverdick. in d. Wurzel- 
hülle einig. Orchid. 1 Taf. S.-A. — Wien 
1864. 8". 

— Die Luftwurz. d. Orchid. 3 Taf. S.-A. 
— Wien 1864. 4». 

— Beitr. z. Entwickl.- Gesch. d. Pflanzen- 



organe. I— IV. Hft. 14 Taf. S.-A. — Wien 
1868/69/71. 8». 

— Ueb. Coelosphaerium Naegelian. Ung. 

1 Taf. S.-A. — Graz 1869. 8«. 

— Gedächtni.ssrede auf Franz Unger. Mit 
dess. Portr. S.-A. — Graz 1870. 8«. 

— Zur Morphol. d. Metzgeria furcata. 

2 Taf. S.-A. — Graz 1872. 8». 

— u. C. Nägeli. Entsteh, u. Wachsth. 
d. Wurzeln. 1 1 Taf. S.-A. — München 1867. 8». 

Verein zur Beförd. d. Gartenbaues in d. 
Kgl. Preuss. Staaten. Monatsschr. 16. Jahrg. 
Nr. 10 (Oct.). — Berlin 1873. 8». 



Das australisclie Wasserliuliii. 
(Fulica australis Grould.) 

Es giebt wohl kaum einen niedlicheren, 
lebhafteren und muntereren Vogel in der 
Schaar der Watvögel unseres Gartens, und 
überhaupt Südaustraliens, als das australische 
Wasserhuhn. Während der vier letzten Jahre 
habe ich ein Pärchen dieser Vögel mit stets 
gleichem Interesse beobachtet, besonders in 
ihrer Brütezeit, wobei ich auf Etwas aufmerk- 
sam wurde, was sicherlich nicht blos für den 
Ornithologen , sondern für jeden Freund der 
Thierwelt in hohem Grade anziehend ist. 

Ich brauche wohl keine Beschieibung dieses 
Vogels zu geben, da derselbe hinlänglich be- 
kannt ist. Seinen Lieblingsaufenthalt bilden 
die Binnenseen des Landes und die salzigen 
Lagunen an der Küste, welche er nur selten 
verlässt, um etwa anderswo reichlichere Nahr- 
ung zu suchen, die in Wasserinsecten und 
Mollusken besteht. Die beiden Geschlechter 
unterscheiden sich nicht durch die Farbe, son- 
dern blos dadurch, dass das Männchen etwas 
grösser ist als das Weibchen. 

Die Brütezeit fallt hier in den October, 
und jedes Jahr pflegten die Vögel unseres 
Gartens den oberen Teich hiezu auszuwählen, 
der mehr abseits liegt und vom Publikum 

12* 



92 



weniger besucht wird. Gewöhnlich bauten gie 
ihi' Nest zwischen den dort wachsenden Binsen, 
indem sie durch Abbeissen und Niedertreten 
derselben auf einem kleinen Raum die Grund- 
lage zu ihrem Neste legten. — Dem Männ- 
chen scheint das ganze Geschäft des Nestbaues 
zu obhegen, während ihm das Weibchen nur 
gelegentlich durch Herzutragen eines kleinen 
Zweiges oder einer verwelkten Wasserpflanze 
behülflich ist. Jenes ist keinen Augenbhck 
müssig ; bald holt es Reiser aus der Umgebung 
herbei , bald taucht es nach Sumpfgewächsen 
unter. Das Weibchen dagegen treibt sich in 
der Nachbarschaft herum und belohnt seine 
Anstrengungen von Zeit zu Zeit durch ein 
Wasserinsect , welches er ihr in grosser Eile 
abnimmt , um ja nicht zu viel Zeit zu ver- 
lieren. Leider hatten sich die armen Thiere 
dies Jahr anfangs ihren Nistplatz unmittelbar 
neben demjenigen eines Paares weisser Schwäne 
ausgesucht Das männl. Wasserhuhn fing mit 
gewohnter Eneigie zu bauen an. Die Schwäne 
aber fanden das Material, mit dem die Wasser- 
hühner bauten, auch für ihr Nest sehr geeig- 
net, machten davon Gebrauch und nahmen 
weg , was jene den Tag über gebaut. In 
Gegenwart der Wasserhühner würder die 
Schwäne das nicht zu thuu gewagt haben, 
da jene, wie ich oft beobachtete, ihr Werk 
muthig veitheidigten und die grossen Schwäne 
wegjagten ; aber gewöhnlich wurde die Unthat 
ausgeführt, wenn die Vögel nicht bei ilirem 
Neste waren. So ging es wohl 14 Tage fort, 
bis endlich die Wasserhühner die Hoffnungs- 
losigkeit ihrer Sache einsahen und sich ferne 
von den Schwänen einen anderen Platz für 
ihr Nest aussuchten , das sie dann ungestört 
vollendeten. 

Das Weibchen legt meist 4 — 6 Eier, die 
es selbst ausbrütet , während das Männchen 
dasselbe auf dem Neste mit Insecten und 
Würmern füttert und mit grosser Wuth alle 
anderen Wasservögel, die sich dem Neste 
nähern, vertreibt, unbekümmert um ihre Grösse 



— Schwäne , Gänse und Enten ; der kleine 
Bursche kennt in der Tliat keine Furcht. 
Die Brütezeit dauert etwa 16 — 18 Tage; die 
Jungen scheinen aber nicht alle auf einmal 
auszuschlüpfen, sondern es vergehen zwischen 
dem ersten und letzten oft 3 bis 4 Tage. 

Und nun kommt jene merkwürdige und 
interessante Thatsache. Zwei oder drei Tage 
vor dem Ausschlüpfen der Jungen fangt das 
Männchen an ein neues Nest zu bauen . und 
zwar diesmal am untern Teich an einer we- 
niger abgelegenen Stelle. 

In der Nähe des Weidenweges befinden 
sich zwei kleine Inseln , die durch ein dicht 
über dem Wasserspiegel liegendes Brett ver- 
bunden sind. Dieser Weidenweg wird vom 
Publikum häufig besucht und die Kinder füt- 
tern hier gewöhnlich die Wasser vögel. In 
den letzten 4 Jahren baute nun das männl. 
Wasserhuhn auf diesem Brett sein zweites 
Nest , das als Ruheplatz und Schlafstätte für 
die Jungen dient. Wie schon erwähnt, kommt 
das Männchen 2 — 3 Tage vor dem Auskriechen 
der jungen Brut von dem oberen Platz her- 
unter und beginnt einen neuen Wohnoit für 
seine Kinder zu bauen. 

Nie habe ich einen Vogel mit solchem 
Eifer arbeiten sehen. Er ist nicht einen Au- 
genblick müssig und der neue Bau ist ge- 
wöhnlich nach Verlauf von 2 — 3 Tagen fertig. 
Dies Nest ist dabei sorgfältiger gebaut als 
das frühere. 

Kaum sind die Jungen ausgeschlüpft, so 
eilen sie dem Wasser zu, und das Männchen 
bringt sie gleich nach dem neuen Neste, ohne 
zu warten , bis die ganze Brut ausgekrochen 
ist ; dies Jahr brachte er erst 4 herunter, und 
drei Tage später die Mutter noch 2 andere. 
Da der ol-ere und der untere Teich durch 
einen kleinen Bach verbunden sind, vollzieht 
sich diese Ueberführung ohne Schwierigkeit. 

Das neue Nest wird von den Jungen 
während des Tages gelegentlich zum Ausruhen, 
stets aber des Nachts zum Schlafen benutzt, 



93 



wobei sie meist vom Vater beschützt werden, 
der sie des Nachts bedeckt und bei Tage mit 
Würmern, oder was er von den Besuchern des 
Gartens erhält, füttert. Er scheint mir die 
Erziehung seiner Kinder ganz allein zu über- 
nehmen, und er thut das offenbar mit grosser 
Bereitwilligkeit, denn sie stehen meistens unter 
seinem .Schutze, bis sie völlig ausgewachsen 
sind, und ich habe nie gesehen, dass er eines 
seiner Kinder verloren hätte. Die Hauptauf- 
gabe der Mutter besteht inzwischen darin, alle 
anderen Vögel zu vertreiben, welche der jungen 
Famihe nahe zu kommen wagen ; sie ist in 
der That wählend dieser Zeit der Schrecken 
der übrigen Wasservögel, besonders der kleine- 
ren Arten, wie der Krick- und anderen Enten, 
der Möven etc. — Das Brett, auf dem sie 
ihr Nest bauten , ist an sonnigen Tagen auch 
ein Lieblingsaufenthalt der Süsswasserschild- 
kröten , die dasselbe erklettern , um sich dar- 
auf zu sonnen, aber auch diese unschuldigen 
Thierchen dulden jene nicht in der Nähe ihres 
Nestes, obgleich es für sie immer eine schwie- 
rige Aufgabe ist , sie zu vertreiben , da die 
Schildkröten sich wenig um ihr Picken und 
Scharren zu kümmern scheinen. 

Ich habe noch nicht eimitteln können , ob 
die Wasserhühner auch in ihren natürlichen 
Wohnorten zwei Nester bauen, oder ob sie 
dies blos in unserem Garten thun, da sie wohl 
eingesehen haben mögen, dass die Jungen im 
unteren Teiche von den Besuchern mehr Futter 
erhalten werden, als im oberen. Und wenn 
dies letztere der Fall ist, soll man dies dann 
Instinct oder Vernunft nennen '? 

R. Schomburgk, Dr. phil, 
M. A. N. 

Bot. Garden, South Australia, 5 12. 73. 



K. V. Seetach's neue Methode der 
TJntersucliuiig von Erdbeben. 

Im zweiten Hefte des 20. Bandes von Dr. 
A. Petermann's geographischen Mittheilungen 
(Gotha, Justus Perthes 1874) bespricht Prof. 
Dr. H. Wagner das Werk des Professors 
K. von Seebach in Göttingen : „Das Mittel- 
deutsche Erdbeben vom 6. März 1872. Ein 
Beitrag zu der Lehre von den Erdbeben. 
Mit 2 Karten und 3 Tafeln. Leipzig, H. 
Haessel, 1873." 

In diesem Werke bringt Professor v. See- 
bach eine neue Methode in Vorschlag, die 
Lage und die Tiefe des Erdbebeuheerdes zu 
finden, welche von der neuerdings befolgten 
Mallet's wesentlich verschieden ist. Letzterer 
bestimmt aus den Rissen und Spalten in Ge- 
bäuden und aus der Fallrichtung umgestürzter 
Gegenstände den Ursprungsort des Erdbebens 
im Innern der Erde und den Oberflächen- 
mittelpunkt (Epicentrum). Die Methode ist 
aber nur bei stärkeren Erdbeben anwendbar, 
bei geringeren gar nicht. Hr. v. Seebach 
geht dagegen von Zeitbeobachtungen aus und 
sucht dadurch die Lage des Heerdes, das 
Epicentrum und die Geschwindigkeit des Erd- 
bebens zu ermitteln. Da es demnach in Zu- 
kunft auf möglichst genaue Zeitbestimmungen 
der Erscheinungen eines Erdbebens ankommen 
wird und Hr. v. See b ach Anlass hatte.' sich 
über die Ungenauigkeit der ihm zugegangenen 
Beobachtungen zu beklagen, so entlehnen wir 
dem genannten Aufsatze noch Folgendes : 

Was die Lage des Epicentrums betrifft, 
so folgt Seebach den Angaben Hopkins' : Alle 
Orte, in denen das Erdbeben gleichzeitig ver- 
spürt ward, mit einander verbunden bilden 
Kurven — Homoseisten — , welche bei homo- 
gener Erdkruste Kreise sein müssten und an- 
nähernd als solche betrachtet werden können. 
Indem man nun zwei Orte gleicher Zeit ver- 
bindet und im Mittelpunkte der Verbindungs- 



94 



linien Perpendikel errichtet, findet man die 
Lage des Epicentruma. 

Das wichtigste der neuen Methode ist nun 
aber der Satz, dass, wenn man auf der 
Abscissenaxe eines Coordinaten- 
Systems, dessen Nullpunkt im Epi- 
centruui liegt, die Axialabstände der 
verschiedenen Beobachtungsorte von 
letzteren abträgt und in diesen 
Punkten als Ordinalen die beobach- 
teten Zeitgrossen aufträgt, die Ver- 
bindungslinie der Endpunkte dieser 
Ordiuateu eine Hyperbel bilden müsse. 
Indem wir hinsichtlich des theoretischen Be- 
weises auf die Entwickelungen der Seiten 159 
und 160 des Buches selbst verweisen, glauben 
wir den Lesern einen Dienst zu leisten , wenn 
wir die Seebach'sche Methode noch durch 
folgende Figur erläutern. 




Wenn A das Epicentrum, M die Lage des 
Erdbebenheerdes, h die Entfernung beider be- 
zeichnet, so gebraucht die Stosswelle, um von 
M nach A zu gelangen , eine gewisse Zeit : 
^ t)) — , wo c die Geschwindigkeit darstellt. 
Um bis Ai zu kommen , durchläuft die Welle 
eine etwas grössere Strecke (li-j-yO, gebraucht 
dadurch auch eine geringe Zeit mehr, näm- 
lich ^i-. 
c 

Diese Zeitgrösse oder, wenn man der Be- 
quemUchkeit wegen c = l setzt, yi selbst 



trägt man, wie bereits gesagt, als Ordinate 
in A, auf. Ebenso haben wir in Aa, Aj, A4, 
etc. die Zeitunterschiede y^, ys, yi . . . , um 
welche die Erschütterung den Ort Ao, A3, A4 . . . 
später erreicht, als Ordinaten aufzutragen. 
Das Resultat wird sein, dass die Endpunkte 
von yi, ya. ys ... auf einer Hyperbel liegen. 
Theoretisch lässt sich an der Richtigkeit dieser 
Behauptung natürlich nicht im Geringsten 
zweifeln, und man wird dieser Methode den 
Beinamen der Eleganz nicht versagen können, 
wenn mau bedenkt, dass durch Construktion 
der Hyperbel alle hier jin Frage kommenden 
Grössen sofort abgelesen werden können. 

Man thoilt nämlich ehi Blatt Papier netz- 
förmig in Quadrate ein, nimmt eine der hori- 
zontal laufenden Linien, z. B. eine Meile. 
Anderseits wird eine der Vertikalen als Ordi- 
natenaxe angenommen und ihre Eintheilung 
durch die Horizontalen bezeichnet die ver- 
flossenen Miiniten. Alsdann ist nichts leichter, 
als jedem Beobachtungsort seine Stelle in die- 
sem Netze zu geben. 

Bleiben wir nocli einen Augenblick bei 
allen den nothwendigen Prämissen stehen, so 
wird man also finden, dass alle Orte auf einer 
Hyperbel liegen. Es ist dann klar, dass durch 
Construction derselben das Epicentrum sich 
sofort da ergiebt, wo dieselbe die Ordinaten- 
axe scheiden würde. Ferner kann man direct 
ablesen, wie viel Meilen die Bewegung in 
einer Minute durchlaufen hat, ja man kann 
aus der Neigung der Asymptote gegen die 
Abscissenaxe sofort die Geschwindigkeit ev- 
kennen, d. h. je steiler die Hjrjjerbeläste laufen, 
um so geringer ist dieselbe, und umgekehrt. 
Da, wo die Asymptote die Ordinatenaxe schnei- 
det, ist der Zeitpunkt des ersten Anstosses. 
Aus dem Abstand dieses Punktes vom Scheitel 
der Hj'perbel hat man die Zeit, welche die 
Bewegung gebrauchte, um den Oberflächen- 
raittelpunkt zu erreichen, niitliin, da maa die 
Gesciiwindigkeit kennt, die Möglichkeit, die 



95 



wahre Tiefe h des Heerdes zu berechnen. 
Alle Elemente werden demnach durch diese 
Methode gefunden. 

Was schliesslich die Resultate der Unter- 
suchungen über das Mittel-Deutsche Erdbeben 
betriät, so ergiebt sich aus Seebach's Unter- 
suchungen, dass der Heerd desselben wahr- 
scheinlich unweit Amt Geliren in Thüringen 
circa 2,4 geogr. Meilen unter der Erdober- 
fläche liegt, dass die Fortpflanzungsgeschwindig- 
keit etwa 6 geogr. Meilen in der Minute be- 
trug (742 Meter in 1 Sekunde) und eine 
Fläche von circa 3100 geogr. Quadrat-Meilen 
erschüttert wurde. 



Escursion a las Pampas arjentinas 

Hojas de mi diario. Febrero de 1871. Se- 

guido de tablas de observaciones barometricas 

i un booeto de la ruta tomada per Feder ico 

Ijoybold. Santiago. Impreuta nacional 

1873. 8». 107 p. 

Gehört ein in Santiago de Chile gedrucktes 
naturhistorisches Buch schon an und für sich nicht 
gerade zu den häufigen Erscheinungen, so ist 
es um so mehr geeignet, Interesse zu erregen, 
wenn es von einem Landsmanne und Mitgliede 
der Akademie herrührt, der seit fast 20 Jahren 
in Chile wohnt, sich dort eine angesehene 
Stellung erworben hat, das Land und seine 
Produkte , die Bewohner und ihre Sprache 
vielleicht besser wie irgend ein Einheimischer 
kennt und der nun, begünstigt durch alle diese 
Vortheile und durch die Hülfe zahlreicher auf 
seinem Wege wohnender Freunde , uns über 
einen Ausflug berichtet, der ihn zweimal über 
die Gipfel der Anden führte. Und in der 
That verdient dies Buch im höheren Grade 
wie manche andere den Namen einer natur- 
historischen Reisebeschreibung. Die Sitten und 



Gebräuche der Bewohner, die Art zu reisen 
und die allgemeine Gestaltung des Landes sind 
dem Verfasser nichts Neues, .sie werden als 
bekannt vorausgesetzt und nur in einzelnen 
Fällen erwähnt ; aber die Thiere und Pflanzen 
(von denen die auf dieser Reise gemachten 
neuen Funde dem Leser der Leopoldina aus 
Heft VIU p. 52 u. flgde. bereits bekannt sind), 
die geologische Beschaffenheit der grossartigen 
Gebirgslandschaften, die meteorologischen Er- 
scheinungen (zu deren Beobachtung und Ver- 
wendung zu Höhenberechnungen H. L. Grosch 
den Verfasser auf seiner Reise begleitete) wer- 
den fortgehend untersucht, Quellen, die mit 
oder ohne Berechtigung für Heilquellen gelten, 
und einige Landesprodukte chemisch geprüft, 
und auch die Sitten und Ueberreste der fast 
untergegangenen früheren eingeborenen Be- 
völkerung nicht unbeachtet gelassen. — 

Der Verfasser vermied bei seinen beiden 
Uebersteigungen der Anden die grosse Strasse 
über den Uspallata - Pass. Auf der Hinreise 
verfolgte er anfangs den Maipo und dann den 
Rio del Yeso aufwärts und zog über die beiden 
PortUlo - Pässe , denselben Weg, den auch Ch. 
Darwin auf seiner Reise nach Mendoza ein- 
schlug. Diesen Ort aber besuchte Leybold 
nicht. Am östlichen Fuss der Anden ange- 
langt, wandte er sich südlich über San Carlos 
bis zur Boca del Cajon de cruz de piedra, 
überstieg die Paramillos und gelangte am Fuss 
des Vulkans Maipo wieder zu den Quellen des 
gleichnamigen Flusses, den er dann bis zu 
seinem Austritt aus den höheren Gebirgen 
abwärts verfolgte. Das Wetter war der Reise 
nicht günstig. Viel Regen und beim Ueber- 
gang beim Portillo Mendocino einer jener ge- 
fährlichen Schneestürme hinderten vielfach. 
Die Reisenden verloren bei letzterem bei der 
völHg benommenen Aussicht und dem Alles 
verhüllenden Schnee den Weg und fanden ihn 
imr durch ein sich selbst überlassenes , des 
Weges kundiges Maulthier wieder. — 



96 



Beachtenswerth erscheint auch, dass der 
Verfasser es unternehmen konnte, seine Schrift 
in spanischer Sprache und in Santiago diucken 
zu lassen. Es deutet dies auf ein wachsendes 
Interesse der Chilenischen Bevölkerung für die 
Naturgeschichte ihres schönen Landes, dessen 
mineralische Schätze sie bisher allein zu be- 
achten pflegten. — 



Sternwarte auf dem Felsengebirge. 

Der Augsburger Allg. Zeit, .schreibt man 
aus London vom 20. Febr. : Seit einigen Jahren 
bereits zeigt das wissenschaftliche Publikum 
in den Ver. Staaten ein lebhaftes Interesse an 
der Errichtung eines Riesenteleskops auf den 
Felsenbergen, wo möglicherweise ein ganzes 
Observatorium gegiündet werden wird. Vor 
endgültiger Fixirung des geeignetsten Platzes 
wurden sorgfältige Voruntersuchungen veran- 
staltet , um zu sehen , wo die Atmosphäre die 
zu optischen Beobachtungen nöthigen Eigen- 
schaften besitze. Prof. Davidson hält Summit 
Station auf der Sierra Nevada für besonders 
vortheilhaft. Der Ort ist 7042 Fuss über 
dem Meeresspiegel, und von 358 Tagen und 
Nächten wai'en nur an 88 Wolken sichtbar. 
Die Wolken waren aussei'dem fast durchgängig 
nur im Winter zu sehen. Das Wetter im 
Sommer ist sehr angenehm , die Nächte sind 
kühl und die Atmosphäre wunderbar klar. 
Der Professor ist der Ansicht, dass Beobacht- 
ungen während mir zweier Nächte an solch 
einem hohen Ort in Folge der standhaften 
Atmosphäre wei'tlivoller sein dürften, als seehs- 
monatliche auf niedrigeren Stationen. Anläss- 
lich dieses Berichtes hat ein in San Francisco 
wohlbekannter Millionär, Hr. J. Lick, in einem 



Briefe an die californische Akademie der Wis- 
senschaften erklärt, dass er eine Million DoUars 
zur Ausstattung eines an dem bestmöglichen 
Ort zu errichtenden Observatoriums hergeben 
wolle. — 



Die Expeditionen zur Beobachtung des 
Yenusdurchganges, 

welche das Deutsche Reich auszurüsten beab- 
sichtigt, werden auch zu andern naturwissen- 
schaftlichen Untersuchungen Gelegenheit bieten. 
Dem Vernehmen nach wird Hr. Dr. K. Mö- 
bius, M. A. N. und Prof. der Zoologie in 
Kiel, die nach Mauritius gehende begleiten 
und auch andere Naturforscher hegen ähnliche 
Wünsche. — 



Jubiläen des Hofraths Rokitansky 
und des Professors von Kobell. 

Am 19. Februar feierten die Akademie, 
die Universität und die Behörden zu Wien unter 
Betheiligung aller österreichisch - ungarischen 
Universitäten und vieler in- und ausländischen 
gelehrten Gesellschaften den 70. Geburtstag 
des Professors der pathologischen Anatomie 
Hofrath Carl Rokitansky und am 25. Fe- 
bruar die Akademie, die Universität und die 
Behörden zu München das 50jährige Doktor- 
jubiläum des Professors der Mineralogie Dr. 
Franz v. Kobell. Die Akademie der Natur- 
forscher bedauert sehr, von diesen, ihren ver- 
dienstvollen Mitgliedern gewidmeten Festen 
erst so spät Kunde erhalten zu haben , dass 
sie sich an denselben nicht betheiligen konnte. 



Abgeschlossen den 28. Februar 1874. 



Druck \on E. Blochniano & Sohn in Dresden. 



NUNQUAM ^;^m^a^ OTIOSUS 




LEOPOLDINA 

AMTLICHES ORCxAN 

DER 

KAISERLICH LEOPOLDINISCH-OAEOLINISCHEN DEUTSCHEN 
AKADEMIE DER NATURFORSCHER 

HERAUSGEGEBEN UNTER MITWIRKUNG DER ADJUNCTEN VOM PRÄSIDENTEN 

Dr. W. P. G. Behn. 



Dresden. Heft IX. — Nr. 13, 14. März 1874 



luhalt : Amtliche Mittheilungen: Beiträge zur Kasse der Alcadeniie. — Neu aufgenommenes 
Mitghed. — Gestorbene Mitglieder. — Dr. Anton Alois Palliardi f. 

Eingegangene Schriften. — Schiern : Om Oprindelsen til Sagnet om de giüdgraveude 
Myrer. — Bernh. v. Cotta : Die Geologie der Gegenwart. — Geh. Med.-R. Dir. Goeppert : 
Ueber die Folgen äusserer Verletzungen der Bäume, insbesondere der Eichen und Obstbäume. 
— Verleihung eines Arbeitstisches in der zoolog. Station in Nea])el. 



Aiutliclie Mittlieiluuseu. 



März 5. 


Voi 


7. 


1) 


„ 9. 


11 


„ 12. 


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„ 12. 


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„ 13. 


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„ 20. 


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. 20. 


11 


Leop, 


IX 



Beiträge zur Kasse der Akademie. 

Von Herrn Dr. L. Preiss in Hattorf, Jahresbeitrag für 1874 .... 2 Thlr. 

„ Dl". J. Scbnauss in Jena, desgl. für 1874 2 „ 

„ Gustos Dr. Pelzein in Wien, desgl. für 1874 2 „ 

„ Forstr. Prof. Dr. Hartig in Braunschweig, desgl. für 1873 — 77 10 „ 

„ Reg.-R. Prof. Dr. Stein in Dresden, desgl. fiü- 1873 ... 2 „ 

„ Prof. Dr. V. Bischolf in München, desgl. für 1874 ... 2 „ 

„ Präs. Ghinr. Dr. Reinhard in Dresden, desgl. für 1874 . . 2 „ 

„ Dr. Herrich-Schäffer sen. in Regensburg, dsgl. f. 1872, 73 u. 74 6 „ 

„ Gell. Med.-R. Prof. Dr. Güntz in Meissen, desgl. für 1874 . 2 „ 

13 



März 21. 


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21. 


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30. 


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55 


10 





08 

Von Herrn Hofr. Prof. Dr. Gri.sebacli in Göttingen, Jahresbeitr. f. 1 873 u. 74 

„ „ Dr. L. Clamor Marquart in Bonn, dospl. für 1874 und 75 

„ „ Hofr. R. V. Toinniasini in Triest, desgl. für 1874 .... 

„ „ Sanitätsr. Dr. Lessing in Berlin, desgl. für 1874 .... 

„ „ Prof. Dr. Willi. Müller in Jena, Eintiittsgeld 

Dr. Behn. 

l^Teu aufgenommenes Mitglied. 

Nr. 2135. Am 31. März 1874 Herr Dr. med. Joh. Wilhelm Anton Albrecht Müller, Grossh. 
Säcl)sischer Hofi'ath und ord. öfF. Professor der pathologischen Anatomie an der 
Universität zu Jena. — Zwölfter Adjunktenkr«is. — Fachsektion (9) für 
wissenschaftliche Medicin. — 



G-estorbene Mitglieder. 

Im Februar 1874 zu Zarwaniza in Podolien : Herr Stanislaus Constantin Pietruski Ritter 
von Siemuszowa. Aufgenommen den 15. Oct. 1843. Cogn. Gaston II. 

Ende Februar 1874 zu Elisabethstiidt : Herr Coloman Graf Lazar. Aufgenommen den 24. April 
1864. Cogn. Temminck. 

Am 14. März 1874 zu Hannover: Der Ksl. Russ. wirkl. Staatsrath Herr Dr. phil. Johann 
Heinrich von Maedler, emer. Professor der Astronomie und Direktor der Stern- 
warte zu Dorpat. Aufgenommen den 1. Nov. 1860. Cogn. Kepler. 

Am 28. März 1874 zu Gotha: Der Herzog!. Sachsen - Coburg - Gothaische Geh. Reg. -Rath 
Herr Dr. phil. Peter Andreas Hansen, Direktor der Sternwarte zu Gotha. Au!- 
genommen den 15. Aug. 1858. Cogn. Aragd. — 

Dr. Behn. 



Dr. Anton Alois Palliardi, 

Fürstl. Reuss-Schleizischer Medizinali'ath und Badearzt zu Kaiser-Franzensbad. 

Gegen Ende des vergangenen Jahres erlitt Franzensbad einen schwer zu ersetzenden 
Verlust durch den am 23. Nov. erfolgten Tod seines Ehrenbürgers und vieljährigen Badearztes, 
des Medizinalrathes Dr. Palliardi. Derselbe war am 19. Nov. 1799 zu Prag als der Sohn des 
Baumeisters und Hofarchitekten Ignatz Ant. Alois Palhardi geboren. Seine humanistische 
Vorbildung empfing P. auf dem Kleinseiteuer Gj'mnasium seiner Vaterstadt, von welchem er 
anfangs zur dortigen Universität übei'ging, aber im Jahre 1821 die Universität Wien bezog. 
Aus besonderer Vorliebe für die Naturwissenschaften hatte sich Palliardi für das Studium der 
Medizin entschieden. Schon früh hatte ei- angefangen, naturhistorische Gegenstände zu sammeln, 
und er setzte dies auch während seiner Studienzeit fort. Vorzüglich beschäftigte ihn die 
Entomologie imd sein Intere.sse fülirte ihn in Wien mit den bedeutendsten Naturforschern 
zusammen. Ziegler und Schreibers unterstützten ihn imd Eisner und Kollar waren seine 
genauen Freunde. So konnte er bereits gegen da« Ende seiner Studienzeit mit einer Be- 



_99 

Schreibung zweier Dekaden neuer und wenig bekannter Carabicinen (Wien. J. G. Heubner, 
1825. 8". M. 4 Kpftfln.) als entoniologisclier Schriftsteller auftreten. Nachdem er am 
13. Juni 1825 zu Wien promovirt war, begann er im Sommer 1826 seine Sommerpraxis in 
Franzensbad und setzte sie in den folgenden Jahren fort, während er im Winter zu Asch 
wohnte. Im Jahre 1835 Hess er sich ganz in Franzensbad nieder. 

In dem halben Jahrhundert, das ihn an Franzensbad knüpfte, widmete sich nun 
Palhardi neben seiner ärztlichen Praxis mit allen seinen Kräften und bewunderungswürdigem 
Fleisse der naturwissenschaftlichen Erforschung seiner neuen Heimath, des Egerlandes. Auf 
die Untei'suchung und Benutzung der Heilquellen wies ihn schon seine Stellung als Brunnen- 
arzt und es lag nahe, auch die mineralogische und geologische Beschaflfenheit des Bodens, dem 
sie entströmen, zu erforschen. In gleicher Weise aber untersuchte er die umfangreichen Moor- 
strecken, welche Franzensbad fast nach allen Seiten umgeben und förderte ihre Benutzung als 
Heilmittel. — Dazu schon bedurfte er einer genaueren Kunde der Pflanzenwelt und auch diese 
erstreckte sich über das ganze Gebiet. 

In der Erforschung der Thierwelt hatte er schon von Jugend auf, wie er sich selbst 
ausdrückt, seine fröhlichsten Erholungsstunden gefnnden und für die Insekten und verwandten 
Clasäen behielt er wohl bis an sein Lebensende eine Vorliebe , aber er beobachtete die Vögel 
nicht minder genau. Nach allen Richtungen hin legte er Sammlungen an und veröffentlichte 
hin und wieder die erhaltenen Ergebnisse*). 

Seine zahlreichen Ausflüge auf heimathlichem Boden, sowie grössere Reisen in Deutsch- 
land, Ungarn, Steyermark, welche er in den Jahren 1830 bis 60 unternahm, gaben ihm 
Gelegenheit zur Vermehrung seiner reichhaltigen Sammlungen und zur persönlichen Bekannt- 
schaft mit auswärtigen Naturforschern. In den letzten Jahren bildete das Studium der Arach- 
niden seine Lieblingsbeschäftigung, welcher der bejahrte Mann unverdrossen, oft mit Gefahr 
für seine Gesundheit nachging. Kein Naturfreund, der Franzensbad berührte, vei'Säumte es, 
Palliardi z\i besuchen , wie er denn selbst mit vielen Gelehrten Deutschlands , Englands und 
Skandinaviens in regstem wissenschaftlichem Verkehre gestanden. Er kannte aufs Genaueste 
die Fundorte der seltensten Mineralien, die Standplätze ausgezeichneter Pflanzen, die Schlupf- 
winkel der veiborgensten Insekten. Keine Erdarbeit fand statt, ohne dass er dabei war, kein 
Schacht wnrde abgeteuft, ohne dass er ihn beführ und mit seltener Emsigkeit die wissen- 
schaftliche Ausbeute daraus hervorholte. 

Palliardi's langjährige uneigennützige Verdienste besonders um die Sachsenstiftung 
fanden ihre Anerkennung durch die Verleihung des Ritterkreuzes des k. sächs. Albrechtsordens. 
P. war Mitglied zahlreicher naturwissenschaftlicher, medizinischer und entomologischer Gesell- 
schaften und der k. k. geologischen Reichsanstalt zu Wien. Auch die Kais. Leop. - Carol. 
Deutsche Akademie der Naturforscher, der er seit dem 12. Aug. 1851 angehörte, hat in seinem 
Hinscheiden den Verlust eines langjährigen Mitgliedes zu betrauern. — 



*) P.'s Schriften sind ausser der oben erwähnten über die Carabicideu, soweit sie uns bekannt 
geworden, folgende: Die Miuerahnoorbäder zu Kaiser Franzensbad bei Ejjer. 1. AuÜ. 1'-I2'J. 2. Aufl. 
Leipzig. Teubner 1844. 8". — Kurze Beschreibung des Moorgruudes bei Franzensbad, nebst Anzeige 
des Vorkommens einiger FossiUen in demselben. (Oken's Isis lf<37. pag. 437 — 40.) — Die Wiesen- 
ijuelle zu Kaiser l'ranzensbad. Eger 18-i'J, 8". — Nachrichten über das Vorkommen des Schvvarztorfes 
im Egerland (Erdmann's Journ. f. prakt. Chemie Bd. XVII. 183'J. p. 17 — 19.) — Der Kammerbühl, 
ein Vulkan bei Kaiser Franzeusbad. 1. Aufl. 1846. 2. Aufl. M. 2 Tat'. Eger 18G3. 12". — Systemat. 
Uebersicht der Vögel Böhmens m. Angabe ihres Vorkommens, Strichzeit u. Brütens, nebst einer lat., 
deutschen u. böhm. Syuonimik. Leitmeritz, Medau. 1852. 8\ — 

13' 



100 



Eingegangene Schriften. 

(Vom 1 — 30. Nov. 1873.) 



Smithsonian Institution. Contribut. to 
Knowledge. Vol. XVIII. — Washington 
1873. Koy. 4». 

Chas. A. Schott: Tables and results of the 
precipitation , in rain and snow, in the U. S., and 
at sonie stations in adjac. i)ts. of X. America, and 
in Centr. and S. America. Collect, by the Smithson. 
Instit., and discussed iinder direct. of Jos. Henry. 
Secret. (5 pl., 3 Charts.) — John N. Stockwell: 
Memoir on the seciüar variations of the elemeuts 
of the Orbits of the 8 principal planets, Mercury. 
Venus, the Earth. Mars, Jupiter. Saturn, Uranus, 
and Neptune, w. tabl. of the same. Together w. 
the obhgnity of the Ecliptic, and the process. of 
the equinoxes in both longitude and right Ascens. 

— Wm. Harkness: Observ. on ten-estr. magnetism 
and on the deviat. of the compasses of the U. S. 
iron-clad Monadnock dur. her cruise from Phila- 
delphia to San PYancisco, in 1865 and i86G. — 
Wm. Ferren : Converging series expressing the 
ratio betw. the diameter and the circumfer. of 
a circle. 

California Acad. of sciences. Proceed. 
Vol. IV, Part 5 1-1872). — San Francisco 
1873. 8". 

F. E. Durand: Note on crystals of Quartz 
of a red col. , by the iuterposit. of Cinnabar. - 
On the crystalliz. of Metacinnabarite. — On the 
silver mines of Pioche. — J. Blake: Ou some 
recently discov. aborig. implements. — On the 
absence of a rien to the great basin to the north 
of the Pueblo Butte. — Remarks on the typogr. 
of the Gr. Bas. — R. Stearns: Descript. of a 
new spec. of Mangeha, fr. Calif. — On the economie 
value of cert. Austr. forest trees and tlieir cultiv. 
in Calif. — G. E. Gray: On the depress. of the 
Col. Basin. — A. Bowman: On coast surface and 
scenic geol. (1 pl.) — G. Davidson: Tlie rel. 
value of great and small altit. for asü'on. observ. 

— Suggest. of a cosm. cause for the great chmat. 
changes upon the earth. — Prof. J. Le Conte: 
On some of the ancient glaciers of the Sierras. — 
R. Stearns: New spec. of sheUs from Calif. — 
Notes on Purpura canalicul. — A partial comparism 
of the Conchol. of portions of the Atl. and Pac. 
coasts of N. America. — R. H. Stretch: Notes 
on a spec. of Coccus recently found in Calif. — 
Capt. C. Scammon : On a new spec. of Balamoptera. 

— W. H. Dali: New spec. of Moll. fr. the N.W. 
coast of America. (1 pl.) — Three new spec. of 
Crustacea, parasit. on the Cetacea of the X. W. coast 
of America. — On prehist. rem. in the Aleutian 
Isl. (1 pl.) — On the parasites of the Cetaceans 
of the N. W. coast of America, with descript. of 
7iew forms. — A. Stout: The horse disease and 
its treatment. — A. Kellogg: A new spec. ot 
Hibiscus. — W. Goodyear: On the geol. of the 
coast of Oregon. 



Geolog, snrvey of Indiana. 3"* and 4"^ 
annual reports of the — , made during the 
years 1871 and 1872, byE.T.Cox, State geol. 
4 gr.Karten, sep. geb. — Indianopolis 1872. 8". 

Staats-Ackerbau-Behörde von Ohio. XXVI. 

Jahresber. , mit e. Aiisz. aus d. Verb, der 
County-Ackerbau-GeseUsch. , an d. Gen. -Vers, 
von Ohio, für d. J. 1871. — Columbus, Ohio, 
1872. 8". 

Akad. of nat. sciences of Philadelphia. 
Proceed. P.I— III, Jan.— Dec. 1872. — Phila- 
delphia 1872. 8». 

Edw. D. Cope: On Holops pneumaticus. — 
List, of the rept. of the eocene form, of New Jersey. 

— Synopsis of the spec. of the Chelyiü'inae. — 
On an extinat whale fr. Cahfornia. — On a spec. 
of Clidastes. and on Plesiosanrus gulo Cope. — 
Ou the struct. of Pythonomorpha. — On the geol. 
of Wyoming. — On an extinet gen. of saurodont 
fishes. — Jos. Leidy: Remarks on fossils fr. 
Wyoming. — On some extinat vertebr. — On 
Mastodon fr. New Mex. — On .\rtemia fr. Salt 
Lake. — On some new spec. of fossil mamm. fr. 
Wyoming. — On mineral Springs etc. of Wyoming 
and Utah. — On the action of wind and sand on 
rocks. — Th. Meehan: On the numerical order 
in the branching of some Coniferae. — On the 
axial origin of so-called pine needles. — On in- 
herent growth foree, and on variations in Quercus 
l>ouglassii. — On the tlowers of Asparagus. — 
On the spawn of Agaricus camp. — On the agency 
of insects in obstructing evolution. — IL Allen: 
On the append. skel. of Vertebr.— E. L. Berthoud : 
On prehist. hum. art fr. Wyoming and Colorado. — 
T. A. Conrad: Descript. and illustr. of gen. of 
Shells. — Elliott Coues: Stud. of the Tyraunidae. 

— Material for a monogr. of the Sphenicidae. — 
G. W. Tryon: Catal. and synon. of the recent 
spec. of the fam. Lucinidae. — Catal. of the fam. 
Chamidae, Chametrachacidae. Galeommidae, Lep- 
tonidae. Lascidae, .Astartidae. and Solem\adae. - 
J. Lewis: Shells of Herkimer and adjac. counties 
in the State of New York. — SheUs of Tennessee. 

— Th. G. Gentry: On hybridism betw. Macaeus 
nemestr. u. M. cynomolg. — T. Haie Streets: 
Notice of some crustacea fr. the isl. of St. Martins. 

— J. G. Cooper: Ou new Cahfornia Pulmonata. 

— Js. Lea: Descript. of 29 spec. of Unionidae 
fr. the U. S. — Wm. M. Gabb: Notes on the 
gen. Polorthus. — Notice of a collect, of eretac. 
foss. fr. Chihuahua, Mexico. — Descript. of some 
new gen. of. Moll. 

The Americ. Journ. of Science and Arts, 
ed. by Proff. James D. Dana and B. Silliman. 



101 



III. Ser. Vol.V, Nr. 26— 20, Feb.— May 1873. 

— New Haven 1873. 8<*. 

G. F. Barker: On tbe spectrum of the aurora 
of Oct. 14ti'187L'. — J. D. Daua: On the quartzite, 
limestone and assoc. rooks of the vicin. of Great 
Barrinj^ton. — On the glacial and chaniplain eras 
in New England. — Öu the origin of niountains. 

— J.W. Draper: Researches in aetino-chemistry. 

— A. E. Verrill: Results of reoent dredging exped. 
on the coast of New England. — J. Lawrence 
Smith: A descript. of the Victoria meteoric iron, 
with notes on Chladnite orEustatite. — W. Gibbs : 
Analyt. notiees. — O. C. Marsh: On the gigantic 
füss. mamm. of the order Dinocerata. ('2 pl.) — 
Notice of uew tert. mamm. — .\dditional Observat. 
on the Dinocerata. — A. M. Mayer: On 
the e.xperim. determin. of the relative intensities 
of Sounds etc. — On the effects of magnetiz. in 
changing the dimens. of iron, steel and bismuth 
bars." — On a simple device for projecting on a 
sereen the deflections of the needles of a Galvano- 
meter. — P. Denza: Meteoric shower of Nov. 
27 — 28, 1872. as observed at the observatory of 
Montcaheri, Italy. — T. C. Menden hall : Ex- 
periments for the determin. of the height to which 
iiqiiids mav be heaped above the edge of a vessel. 

— 0. N. Rood: Observations od the duration and 
multiple character of flashes of hghtning. — J. 
R c m s e n ; Investigations on parasulphobenzoic acid. 

— W. A. Norton: On dynamical theories of heat. 

— S. W. Ford: On sorae new spec. of foss. fr. 
the primord. or Potsdam group of Rensselaer county, 
N. Y. — C. Peters: Discov. of a new planet. — 
El. Loomis: Comparison of the mean daily ränge 
of the niagnet. declin. and the number of auroras 
observed each year. (2 pl.) — C. Rockwood: 
Notiees of recent earthquakes. — T. Sterry Hunt: 
On some points in dynam. geol. — R. D. Irving: 
Note on the age of the metamorph, rocks of Port- 
land, Dodge county. Wisc. — A. Chase: On the 
Oregon borate of lime (Crj-ptomorphiteV) — W.D. 
Moore; On footprints in the carbonif. rocks of 
Western Penusylv. - J. Le Conte: On some of 
the ancient glaciers of the Sierras. (1 map.) — 
Wm. Ferrei: Meteorol. effects upon the heights 
of tbe tides. — H. W. AVilcy: On an automatic 
filtermg apparatus. — J. Gibson: The salt depo- 
sits of Western Outario. — Ch. S. Hastings: 
Comparison of the spectra of the Limb and of the 
centre of the Sun, made at the Sheffield scient. 
school. — J. Trovrbridge: luduced currents and 
derived circuits. — F. Bigelow: Ona niethod 
of measuring induced currents. — N. Ho dg es: 
On methods of determ. the resist. of a battery, 
deduced from Poggeudorfl's mode of measur. electro- 
mot. forces. — Scientific Intelligence. 

American Association for the Advancement 
of Science. Proceed. XX"' meet., held at In- 
dianopolis, Ind., Aug. 1871. — Cambridge 
1872. kl. 4". 

J. E. Hilgard: An application of an expo- 
uential ftmction. — On the use of the zenith te- 
lescope for observations of time. — J. Ficklin: 



To find a gen. fornnüa for the length of curves of 
pursuit. — E. B. PJlliott: On the rates of interest 
realized to Investors in the securities of the U. S. 

— The law of electric currents. — J. N. Stock- 
well: An inquiry concern. the phys. relation betw. 
the masses and mean distances of the diff. planets. 

G. W. Dean: Longitude determ. across the 

continent. — J. Ennis: The four great eras of 
modern astron. — The meteors, and their long- 
enduring trails. — J. D. Warner: A discussion 
on perturbation of forces. — J. A. Hill: On some 
improveraents in the reflecting telescope. — C. G. 
Rockwood: The daily raotion of a brick tower, 
caused by solar heat. — S. Peckham: Evapo- 
rating uiches. — H. F. Walliug: The ehem. 
equiv. of ether. — J. Lawrence Smith: Phos- 
phates of soda and potash. — A regulator to 
maintain a const. level in the water -baths of a 
laborat. — A convenient form of specific gravity 
flask. — On bending glass tubes for fitting appa- 
ratus. — A simple', clean. and convenient little 
stand for small filtrations. — The precise geo- 
gra]ih. posit. of the large masses of meteoric iron 
in N. Mexico, with the descript. of a^ new mass, 
the San - Gregorio meteorite. — J. R. Rogers: 
Steam-boiler waters and mcrustatious. — Rieh. 
Owen: Contribut. to physiogr. and dynam. geol., 
iuvolving the discuss. of terrestr. magnetism. - 
J. Tiugley: Account of a dust-storm of Dec.24h 
1S7(I, in Clinton county, Ind. — Ch. Whittlesey : 
The eartbquake of Oct. 1 P70. Its rate of progress. 

— The great moimd on tbe Etowah river. Georgia. 

— Ancient rock inseriptions in Ohio. — E. W. 
Hilgard: On the geol, bist, of the gulf of Mexico. 

— E.T. Cox: Western coal measures and Indiana 
coal. — E. A. Smith: Remarks on the geol. of 
theMississ. bottoni. — G. C. Swallow: Remarks on 
the geol. section and map of the rocks of Missouri. 

— L. S. Burbank: On Eozoiin canad. in the 
crystaÜ. limestones of Mass. — J. Perry: On the 
„Eozüön" limestone of eastern Mass. — E. S. 
Morse: On the carpal and tarsal bones of birds. 

— Elliott Coues: On the mechanism of flex. 
and extens. in birds' wings. — Dr. Gill: On the 
characteristics of the primary groiips of the cla.^s 
of mammals. — E. D. Cope: Observations on the 
System, relations of the fishes. — On the extinct 
tortoises of the Cretac. of N. Jersey. — Th. C. 
Hilgard: Numeric relations of tbe vertebr. syst. 

— the freshwater algae as the spawns of mosses. 

— The organic indentity of tbe albumen and en- 
doplcura of aU the Phanerog. — W. Beal: Ine- 
quilat. leaves. — Th. Meehan: Tbe Monocoty- 
ledon. the univers. type of seeds. — H. W. Ra- 
venel: On the seemingly one-ranked leaves of 
Baptisia perfol. — On the relation of the tendril 
to tbe pbyllota.xis in eertain Cucurbitae, plants. — 
Ch. C. Barry: On a form of the Boomeraug in 
use ainong the Mogiü-Pueblo Indians of X. America. 

— E. R.'Taylor: Improvements upon Eggertz'.s 
method for d'eterm. conibüied carbon in steel. — 
E. Read: Ancieut dentistry. — Executive 
Proceedings. 

K^l. Akad. d.Wissensch. zu Berlin. Ab- 
handl. a. d. J. 1872. — Berlin 1873. 40. 



102 



He n sei: Beitr. zur Kenntn. d. Säugeth. Süd- 
Brasiliens. (3 Tat'.) — Ehrenberg: Mikrogeol. 
Stud. üb. d. kleinste Leben der Meeres-Tiefgründe 
aller Zonen u. dessen geol. Eiufluss. ( 12 Taf., 
1 Karte.) 

— Monatsber. Juni - — Aug. 1873. — 

Berlin 1873. 8". 

Pringsheim: Ueb d. neueren Resultate d. 
Untersuch, an d. Saprolegnieen. — Peters: Ueb. 
einige zu d. Gatt. Cynonyeteris gehör. Arten d. 
Flederhunile u üb. Megaderma cor. — Ueb.Dmomys, 
eine merkvv. neue Gatt. d. stachelschweinart. Nageth. 
a. d. Hochgeb. von Peru. — Helmholtz: Ein 
Theorem üb. geometr. ähul. Beweg, flüss. Körper, 
nebst Anwend. auf d. Problem. Luftballons zu lenken. 

— Ueb. galvau. Polaris, in gasfreieu Flüssigk. — 
Borchardt: Ueb. Deformationen elast. isotroper 
Körper dui-ch median, au ihrer Oberfl. wirk. Kräfte. 

— Sohncke: Die regelmäss. ebenen Puuktsyst. 
von unbegrenzter Ausdehnung. 

Sociöte de Physique et d'Hist. nat. de 
Geneve. Memoires. Tome XXII u. XXIII, 
1 Part. — Paris et Bäle 1873. 4". 

H. de Saussure: Biographie d'Ed.Claparede. 

— Ed. Claparede: Kecherches sur la structure 
d. annelides sedentaires. — de Saussure: Me- 
langes orthopterologiques (1 Fase). — Cli. Cel- 
ierier: Memoire sur la surface des ondes. — 
li.apport annuel. 

Allgem. Schweiz. Gesellsch. f. d. gesammt. 
Naturwiss. Neue Denkschriften (Nouveaux 
Memoires). XXV. Bd. od. 3. Decade V. Bd. 
M. 23 Taf. — Zürich 1873. +». 

A. Moussou: Revision de la faune mala- 
colog. des Canaries. — L. Rütimeyer: Die foss. 
Schildkröten v. Solothurn u. d. übr. Juraformation. 

— Verhandlungen (Actes) der 55.Versamml. 
zu Freiburg v. 19 — 21. Aug. 1872. — Frei- 
burg 1873. 8». 

Communications. Prof. C. Vogt: Les 
Branchipus et les Artemia. — Le Botbrio(;ephale, 

- Structure de certaines roches examinees sous 
le microscope. — Prof Alph. Favre: 5me Rapp. 
sur l'etude et la conversat. d. blocs erratiques en 
Suisse. — Dr. Victor Fatio: (Quelques mots s. 1. 
format. de collections locales dans les musees can- 
tonaux d. 1. Suisse. — Prof. Alb. Mousson: Sur 
la coustruct. d'uu dispersiometre. — H. de Saus- 
sure: La derniere erupt. d. Vesuve en 1S72. 
Prof. P. Volpi Celli: Sur Telectricite atmosphe- 
rique. — De l'induction electrostatique. — De la 
Rive: L'action du magnetisme s. 1. decharge 
electrique dans 1. gaz raretiö. — Prof. Lebert: 
Mem. sui' quelq. points de l'hist. nat. de l'ambre. 

— Ueb. Temperaturveränder. b. Tuberkulösen. — 
Prof J. Müller: Die Polarisationsverhältn. d. 
Gletschereises. — Dr. H. C. Lombard: Distrib. 
geograph. de quelq. maladies en Europe. — Dr. M. 
Clerc; De la trausmiss. du Pietain a l'espfecc 
humaine. — V. Gillierou: Not. göolog. s. 1. Alpes 
du cantoa de Fiibourg. 



"Naturforsch. Gesellsch. in Bern. Mit- 
tbeilungen a. d, Jahre 1872. Nr. 792 — 811. 
M. 1 Taf. — Bern 1873. 8". 

Prof. B. Studer: Der Meteorstein v. Walk- 
riugen. — Prof Dr. D o r : Ueb. Farbenblindheit. 

— Dr. Ad. Vogt: Ueb. d. Entwäss. d. Städte. — 
K. Krähenbüiii: Ueb. d. Nordlicht v. 4. Febr. 72. 

— Dr. R. Stierlin: Nord- u. Südlicht in Luzern 
V. 4. Febr. 72. — W. A. Buss: Ueb. e. neu erfand. 
Regulator f. Darapfmasch. etc. — Prof A. Forst er: 
Ueb. d. Sternschnuppenfall v. 27. Nov. 1872. 
Dr. H. Wydier: Beitr. z. Kenntn. einheini. Ge- 
wächse. (Moi;ocotylcdoni'n : Orchideae. Colcbicaceae.) 

Kgl. Physic- Oekonom. Gesellsch. zu Kö- 
nigsberg. Schriften. XIII. Jahrg. 1872. 
2. Abth. —Königsberg 1872. 4». 

Dr. H. V. Klinggräf : Beschreib, d. in Preussen 
gefund. ArtL'u u. Variet. d. Gatt. Spagnum. 
Aufzähl. d. b. jetzt in d. Prov. Preussen aufgefund. 
sporentragenden Cormophyteu. - Dr. E. Dorn: 
Die Station z. Mess. v. Erdteraperat. zu Köuigsb. 
u. d. Berichtig, der dab. verwanilten Tbermom. 
(1 Taf.) — Prof. Dr. G. Berendt: Die Pom- 
merellischen Gesichtsurnen. (5 Taf) — Unreifer 
Bernstein. — Bernsteinbergbau im Samlande. — 
V. Wittich: Beschreib, einiger in Nemmersdorf 
gefund. Schädel. — H. Spirgatis: Ueb. d.^Identität 
d. sog. unreifen Bernsteins m. d. Krantzit. — G. 
Künnow: Ueb. d. Raupe u. Puppe der Argynnis 
laodice. — Zwei Schnecken im Bernstein. — 
Sitzungsberichte. 

Kgl. Preuss. Universität zu Kiel Schriften 
a.d. Jahre 1872. Bd. XIX. — Kiel 1873. 4». 

Festreden etc. 0. Ribbek: Philocteta 
des Accius. — Politische Anweisungen. (Frei n. 
Plutarch.) 

Dissertationen. C. Lodemann; Ber. üb. 
d. im Kieler akadein. Hospital währ. d. Epid. 
1871—72 behand. Pockenkranken. — L Grot: 
Zur Lehre d. Schutzpockenimpfung. — G. W. B 
Stille: Abdomiualtj'phus im Reservelazareth Ham- 
burg -Altona 1870. — V. Wasmer: Beitr. z. 
Aetiologie u. Therapie d. Sarkoms. — H. Wil- 
ckens: Ueb. d. Rotatiousbeweg. d. Herzens. — 
A. Tayssen: Ein Fall v. tert. Syph. — A. 
Schäfer: Vegetat.-Verhältn. von Neuvorporamern 
u. Rügen. 

Naturwiss. Verein f. Schleswig-Holstein. 
Schriften. 1. Bd. l.IIeft. M. 3 Taf. — Kiel 
1873. 80. 

Prof. G. Karsten: Die Gesetze der Bewegung. 

— Prof. V. Hensen: Die willkürliche Bewegung. 

— Prof Kupffer: Die vor- u. rückwärtsschreitende 
Entwick. im Thierreich. — Prof K. Mob ins: Die 
Beweg, d. Thiere u. ihr psychischer Horizont. — 
Prof Bartels: Die Eigenwärme d. menschlichen 
Körpers u. ihre Bedeut. f d. Gesundheit. 

Naturforsch. Gesellsch. zu Halle. Ab- 
handlungen. XII. Bd. 3. u. 4. Heft. — Halle 
1873. 40. 



103 



G. 11 ieronynuis : Beitr. z. Kenntn. d. Cen- 
trolepidareeii. (4 Tat.) 

Der zoolog. Garten. Zeitschrift, herausg. 
V. Dr. F. C. Koll. XIV. Jahrg. 1873. Nr. 1—6 
(Jan.— Juni). — Frankfurt a. M. 1873. 8». 

Kgl. bayr. Akad. d Wiss. in München. 

Silzuiigsbericlite d. matheni. - pliysik. Classe. 

1872. Heft in. — München 1872. 8". 

V. Tettenkofer: Ucb. ein Beisp. v. rascher 
Verhreit. spezif. leichterer Gasschichten in darunter 
lieg, spezif. schwereren. — Ueb. d. Kohlensauregehalt 
d. Grundlnft im Geröllboden v. München in verschied. 
Tiefen u. zu verschied. Zeiten. — Erlenmeyer: 
Ueb. einige Eigensch. d. Calciumphosphate u. d. 
üalciumsulfats. — Ueb. d. relative Constitut. d. 
Hanisäure u. einig. Derivate ders. — v. Kobell: 
Ueb. d. neueren Montehrasit v. Descloizeaux 
(Hebronit). — Zur Frage üb. d. Einführ. d. 
modernen ehem. Formeln i. d. Mineralogie. — H. 
Y. Schlagintweit - Saküulünski : Keisen in 
Indien u. Hochasien. — C. Nägeli: Das gesell- 
schaftl. Entstehen neuer Spezies. — G. Bauer: 
Bemerk, üb. ein. Determinanten geometr. Bedeut. 

— Buchner: Ueb. eine Verbind, d. Jods mit 
arseniger Säure, die Jodarsensiiurc. u. deren Verbind, 
mit basischen Oxyden u. alkalischen Jodüren. 

— Desgl. 1873. Heft I. — München 

1873. 8». 

Vogel: Ueb. d. Verhalten d. Milch zum 
Lakmusstotf. — v. Kobeü: Ueb. d. Kjerulün, 
eine ueue Mineralspecies v. Bande in Norwegen. 

— Weitere Mitth. üb. d. Buchoint. Von F. Sand- 
herger. — Gümbel: Geognost. Mitth. aus d. Alpen. 

- Beetz: Ueb. d. Kolle, welche Hyperoxyde in 
d. voltaischen Kette s])ielen. 

Eimer, Dr. Theod. Geolog. Studien auf 
Capri. M. 9 Taf. — Leipzig 1873. 4". 

Württemberg, naturwiss. Jahreshefte. 
XVIU— XXIX. Jahrg. (1862— 1873.J — Stutt- 
gart 1862—7 3. 8". 

Oberlaus. Gesellsch. d. Wissensch. Neues 
lausitz. Magazin. 49. Bd. 2. Hft. u. 50. Bd. 
1. Hft. — Görlitz 1872—73. 8«. 

Kgl. Akad. gemeinnütz. Wiss. zu Erfurt. 
Jahrbücher. Neue Folge. Heft VII. — Erfurt 

1873. 8". 

Dr. Alb. Rienäcker: Ilistor.-satyr. Gedicht 
a. d. lo. Jahrh. v. Nie. v. Bibera. — A. Fils: Die 
absoluten Höhen a. d. Uehersiehtskarte d. Forste 
im Amtsbez. Gehi-en. — v. Tettau: Ueb. d. 
epischen Dichtungen d. finnischen Völker, lies. d. 
Kalewala. 

Ksl. St. Petersb. Bot. Garten. Arbeiten. 
T. IL Heft 2. — St. Petersburg 1873. 8«. 

E. Hegel: Animadversiones de plantis vivis 
nonnull. horti bot. imp. Petropol. — Couspectus 
spec. geueris Vitis, regioues Americae bor.. Chinae 
bor. et Japoniae habitantium. — Descrijjtiones 



plantarem nov. in regionilnis Turkestanicis a cl. 
viris Fedjenko. Korolkow, Kuschakewicz et Krause 
coUectis cum adnot. ad plautas viv. in horto bot. 
imp. Petropol. cultas. • — C. J. Maximowicz: 
Synopsis gen. Lespedezae Michaux. — E. R. a 
Trautvetter; Stirpium novar. descriptiones. — 
Enumeratio plantarum a. ISSTl a Dre. G. Radde in 
Armeiüa ross. et Turciae districtu Kars lectarum. 

Prof. Dr. L. Kny. Beitr. zur Entwickl.- 
Gesch. der Fannkräuter. 3 Taf. S.-A. Jahrb. 
f. wiss. Bot. VHI. 1869. 8». 

— Ueb. d. Morphol. von Chondriopsis 
coerulesc. Crouan u. die dieser Alge eigenen 
opt. Ersehein. 1 Taf. S.-A. — Berlin 1870. 8". 

Photogr. Gesellsch. zu Dresden. Helios, 
herausg. u. redig. von IL Krone. Jahrg. I — III. 
— Dresden 1870/72. 8». 

Dr. H. Möhl. Morphol. Unters, üb. die 
Eiche. 3 Taf. — Cassel 1861. 4". 

— Die nördlichsten Phonolithdurchbrüche 
der Rhön (iro Kr. Hünfeld d. Kith. Hessen). 
S.-A. Abb. Naturf. Ges. Bd. IX, 2. — Halle 
1865. 4«. 

— Die Gesteine (Tachylyt, Basalt u.Dolerit) 
der Sababurg in Hessen, nebst Vergl. mit ähnl. 
Gesteinen. "2 Taf. — Cassel 1869. 8". 

— Der Bühl bei Weimar in d. Nähe von 
Kassel, Beitr. zur vulkan. Entstehung basalt. 
Gesteine. 1 Taf. S.-A. IX. Ber. d. Offenbacher 
Ver. f. Naturk. 1868. 8". 

■ — Der Scheidsberg bei Remagen am Rhein, 
Beitr. zur vulk. Entst. basalt. Gesteine u. 
Fixirung unserer jetz. Kenntn. üb. d. Zussetzg. 
d. Basalte. 1 Taf. S.-A. XIII. Ber. d. Offenb. 
Ver. f. Naturk. 1872. S». 

— Mikroraineral. Mitth. S.-A. Min. Jahrb. 
1873. 80. 

— Kleine Beitr. zum Vork. des Tridymits, 
Breislakits u. Sodaliths. S.-A. Min. Jahrb. 
1873. 8». 

— Kurhessens Boden u. seine Bewohnei'. 
III. Abschu. Die Wohnorte mit ihrer Wohn- 
häuser-, Bewohnerzabi n. mittl. Höhenlage üb. 
d. Ostsee. — Cassel 1867. 8». 

Geh. Med.-R. Prof. H. Lebert. Biograph. 
Notizen n. Uebers. der von mir bekannt ge- 
machten wissensch. Werke u. kleineren Arbeiten. 
— Breslau 1869. Id. 8«. 

Th. Kirsch. Beitr. zur Keuutn. der peruan. 
Käferfauna. S.-A. — Berlin 1873. 8". 

Prof. K. Wiebel. Das Gold d. Goldküste, 
bes. das von Ehuina. Vortr. s. 1. e. a. 4". 



104 



— Die Insel Helgoland. Unters, üb. deren 
Grösse in Vorzeit u. Gegenw. vom Standp. der 
Gesch. u. Geol. 2 Kart. u. 1 Taf. in iol. — 
Hamburg 1848. 4«. 

— Die Insel Kephalonia u. d. Meermühlen 
von Argostoli. Vers. e. Lösung dieses geo- 
phyeikal. Räthsels. 1 Karte u. 3 Skizz. in fol. 

— Hamburg 1874. 4". 

Dr. 0. Finsch. Description d'une nouv. 
espece de Perruche. 1 Taf. S.-A. — Milauo 
1873. 8». 

— On a new american Pan-ot, of the gen. 
Chrysotis. 1 pl. S.-A. — London 1873. 80. 

Verein zur Beförd. d. Gartenbaues in d. 
Kgl. Preuss. Staaten. Mouatsschr. 16. Jahrg. 
Nr. 11 (Nov.). — BerHn 1873. 8". 

Hydrograph. Bureau der Ksl. Admiralität. 
Hj'drograph. Mittlieil. I. Jahrg. Nr. 22 — 24. 

— Berlin 1873. 4". 

— Nachrichten f. Seefahrer. IV. Jahrg. 
Nr. 45—49. — Berlin 1873. 4«. 

Deutsch e Gesellsch. fNatur- U.Völkerkunde 
Ost-Asiens. Mittheil. 2. Heft (Juli). — Yoko- 
hama 1873. fol. 

P. Kempermaun: Die von Jyeyassu liinter- 
lass. u. in d. Schatzkammer niedergelegten Hundert- 
Gesetze. (Forts.) — Meteorolog. Beobacht. 
Result. 1873. — 0. Heeren: Eine Japan. Erd- 
kugel aus d. 10. Jahi-e Kwanbuu (167U u. Chr.), 
Uebersetz. der darauf befiudl. Bemerk. Mit 1 photogr. 
Taf. — E. Zappe: Die Bereitung des Japan. 
Papiers, nebst Verz. der Papiersorten in d. Samml. 
d. Gesellsch. — Dr. Hoff man : DieJapan. „Kak-ke", 

Naturforsch. Verein in Brunn. Verband]. 
Bd. Xu. XI, 1871/72. — Brunn 1872/73. 80. 

Abhandlungen. Dr. A. Rehmann: Einige 
Notizen üb. d. Veget d. nördl. Gestade d. Schwarzen 
Meeres. (2 Taf.) — H. Leder: Erster Nachtr. zu 
Edm. Reitter's Uebers. d. Käferfauna v. Mahren u. 
Schlesien. — H. Schindler: Die meteorol. Ver- 
hältn. V. Datschitz. Ein Beitr. zur KUmatol. des 
böhm.-mähr. Plateaus. — G. v. Nissl: Beitr. zur 
Kenntn. der Pilze. (5 Taf) — Höhenmess. in d. 
Umgeb. von Brunn. — Uebers. der i. J. 187ii in 
Mähren u. Oesterr. Schlesien angestellten phäuolog. 
Beobacht. — J. G. Schoen: Meteorol. I5eobacht. 
aus Mähren u. Schlesien i. J. 1870. — Mittheil, in 
topogr.-geol. Bezieh, üb. e. Reise längs d. Küsten 
Griechenlands u. durch d. Türkei. — Uebers. der 
in Mähren u. Schlesien i. J. 1872 angest. meteorol. 
Beobacht. — Ed. Reitter: Revision d. europ. 
Epuraea- Arten. (1 Taf) — Die Rhizophaginen, 
monograph. bearb. — Neue Meligethes-Arteu. — 
Nachtr. zur Revis. d. europ. Meligethes-Arten. — 
Beitr. z, Kenntn. d. Gatt. Pria. — • A. Makowsky: 
Reiseskizze aus Norwegen. — Der petrefactenführ. 
Schiefeithon von Petrowitz in Mähren. — A. To- 



mas chek: Studien üb. d. Wärmehedürfniss d. 
Pflanzen m. Rucks, auf d. Darwinismus. — Cultiu-en 
d. Pollenschlauchzelie. (1 Taf.) — Uebers. d phä- 
uolog. Beobachtungen. 

Vorträge. G.v. Niessl: Eintl. d. niedrigsten 
Organismen auf d. Lebenserscheiu. hiiherer Organi- 
sation. — Floristische Notizen. — E. Donath: 
Ueb. d. Chemisnuis d. chlorophyllhalt. Pflanze. — 
A. Makowsky: Ueb. d. Salzberg bei Aussee im 
Salzkammergute. — Ueb. Philodendron pertusum. 

— Ueb. d. Veget ationsverhältn. Norwegens. — 
Dr. R. Feigel; Ueb. Kreiselbewegung. — Dr. F. 
Schur: Zur Flora Mährens. — Fr. Arzberger: 
Ueb. Präcisionswägungeu. 

Gesellsch. f.Natur-u. Heilkunde in Dresden. 

Jahresber. Oct. 1872 — Juui 1873. — Dresden 
1873. 8". ■ 

Grenser: Ueb. einige Uterinkrankh. m. Bezieh, 
auf SteriUtut. — Siedamgrotzky : Ueb. d. sog. 
Räude d. Hunde. — A. Schumann: Ueb. sog. 
lineare Schnitte am Augapfel. — Merbach: Ueb. 
d. neueren Schriften üb. d. Verbreitungsweise d. 
Cholera. — Friedrich: Die Curorte Bertrich u. 
Neuenahr. — Winckel: Ueb. Anwend. u. AVirk. 
d. DigitaUs b. Wöchnerinnen. — Beschorner: 
Papillomatöse Neubild, im Kehlkopfe e. 2'/-2Jähr. 
Kindes. Tracheo-. ThjTeotomie. — Mossdorf: 
Mittheil, aus d. elektrotherap. Praxis. — F. Schu- 
rig: Sectio caesarea b. e. osteomalac. Becken. — 
Reinhard: Das Verh. d. Cholera in Sachsen 
währ. d. letzten 40 J. — Küchenmeister: Ueb. 
d. Monsune Indiens u. üb. d. Winde u. d. Klima 
des Gardasees. — Birch-Hirschfeld: Ueb.Pyämie. 

— Steruberg: Ueb. tropb. Nervenerkrauk. — 
Zur Lehre v. d. sympath. Nervenatfectionen. — 
Lewi: Ueb. einige Fälle v. Diphtheritis u. deren 
Verhältn. zur Pilztheorie. — Günther: Ueb 
d. ^'erhältniss d. Grundwasserschwankungen zur 
Typhusmorbihtät. — Ueb. Reinig, d. Schmutzwässer 
durch Berieselung. — T h i e m e : Der Scheintod 
Neugeb. u. die rationellste Wiederbelebungsmethode. 

— G. Hänel: Physikal. Diagnostik der Refraction. 



(1—31. December 1873.) 

Geolog. Soc. The quart. Journal. Vol. 
XXIX, 3 (Nr. 115). London, Aug. 1873. 8o. 

Dr. Bryce: On the Jurass. rocks of Skye and 
Raasay; w. palaeont. append. by Mr. Täte. (2 pl.) 

— D. Mackintosh: On the more remarkable 
boulders of the N. W. of England and the welsh 
borders. (1 pl.) — Prof Amsted: On solfataras 
and deposits of sulphur at Kalamaki. near the 
isthmus of Corinth. — J. Lucas: On the origin 
of clay - iroustone. — P. Dawson: On Lepto- 
phloeum rhomb. u. Lepidodendr. gaspianum. — 
Cpt. Huttou: Synopsis of the younger formations 
of New Zealand. — T. G. Bonney: On the lakes 
of the N.E.Alps, and their bearing on the glacier- 
erosion theory. — B. Gastaldi: On the effects 
of glacier-erosion in alpine Valleys. — Prof Hüll: 
On the permian boulderbeds and breccias of Armagh. 

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105 



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Genocchi: Su d'uua controversia int. alla 
Serie di Lagrange. — 8alvadori: Nuovo gen. 
di Saxicola. — Int. al Cypalus horus. — Nuova 
spec. del gen. Euphonia. Ilyphantornis. — Curioni: 
Sul lavoro della resistenza molecolare in un solido 
elastico qualuuiiue soUecitato da forze comunque 
operanti. (Ipl.) — G. Mazzola: Osservaz. astron. 

— Determ. del diametro solare mediante lo studio 
delle esagerazioui a cui vanuo soggette le grandezze 
appariente degli astri. (1 tav.) — Govi: Metodo 
ottico per misurare le grossezze minime. — Rap- 
port sur l'utilite des tables de Logar. ä plus de 
7 dec , ä prop. d'uu projet public par M. Sang. 

— Di un nuove caraere-lucide. — Int. alla misura 
delle altezze col barometro. studi storici. — Bruno: 
Su d"uua relazioue fra il punto in cui s'iucontrano 
due tangenti ad un elhsse etc. — Regis: Sulla 
determin. del centro dispiuta di un terrapieno 
contro un muro di sosteguo. (2 tav.) — Un teo- 
rema sui punti comuni ad una parobola e ad una 
circonferenza. — S. Fubini: Contributo allo studio 
della lente cristallina. (1 tav.) — Codazza: Piro- 
metro ad aria con manometro ad aria compressa. 
(1 tav.) — Gastaldi: Appunti suUa mera. del sig. 
Geikie : on changes of climate during the glacial 
epoch. — Tapparone-Canefri: /oologia del 
viaggio int. al globo della Freg. Magen ta uegli 
aniii 18t).5/6S. — Luvini: Int. ad una creduta 
ricomposizione del gas touante — Cavallero: De 
un apparecchio per la determin. sperimentale delle 
costanti degh anemoraetri. (Itav.) — Moleschott: 
Sugli efl'etti emodmamici delle recisione dei nervi 
pneumogastrici. 



Leop. IX. 



14 



106 



Om Oprindelsen til Sagnet om de 

guldgravende Myrer. Af Professor 

Dr. r. Schiern*). 

Die Sage von den goldgrabenden Ameisen 
war eine so weit verbreitete und ist bis in 
die neuesten Zeiten so oft besprochen worden, 
dass ein ernster Versuch ihren Ursprung auf- 
zuklären, wie die obige Abhandlung ihn bringt, 
sicher alle Beachtung verdient. — 

Obgleich diese Sage bei Griechen und 
Römern, bei Persern und Indiern, bei Türken, 
Arabern und tief nach Afrika hinein mit 
mancherlei Abweichungen erzählt wird, kann 
man doch Herodot, den ältesten Griechischen 
Schriftsteller, der sie erwähnt und der sie 
aus Persien nach Griechenland brachte, als 
den Vater der verbreitetsten Form ansehen. 
Er erzählt Bd. III. cap. 102—105 (mit Weg- 
lassung einiger nicht zur Sage gehörenden 
Einschiebsel] wie folgt: 

., Andere Indier sind der Stadt Kaspatyros 
(nach anderer Lesart Kaspapyros) und der 
Paktinschen Landschaft benachbart, wohnen 
gegen den Pol und den Nordwind**) von den 
übrigen Indiern und haben eine den Baktriern 
ähnliche Lebensart. Dies sind die streitbar- 
sten der Indier und diese sind es auch, die 
dem Golde nachstellen. In dieser Gegend ist 
nämlich eine Sandwüste und in dieser Wüste 
und in dem Sande kommen Ameisen vor, die 
zwar kleiner sind als Hunde, aber grösser als 
Füchse ; es sind nämlich davon bei dem Kö- 
nige der Perser, die dort eingefangen wui'den. 
Diese Ameisen nun machen eine Wohnung 
unter der Erde und tragen den Sand hinauf 
ebenso und auf dieselbe Weise, wie die 
Ameisen unter den Griechen, denen sie auch 
an Gestalt sehr ähnlich sind. — Der hinauf- 



*) Overs. ovcr d. K. Dauske Viden.sk. Selsk. 
Forh. 1873, p. 1— 4(j. 

**) 771)0? iigxTOV 7f xat floQ^M üff'fior y.ctzoi- 
x,]fX(yoi 7iur aXUor 'Ifäiöi. Schiern übersetzt 
..Nordwest und Nord von den übrigen Indiern". 



getragene Sand aber ist goldhaltig. Diesem 
Sande stellen die Indier in der Wüste nach, 
indem jeder 3 Kamele zusammenkoppelt, ge- 
trennt von einander ein Männchen auf jede 
Seite ziehend, in der Mitte aber ein Weibchen. 
Dieses nun besteigt er selbst und achtet dar- 
auf, dass er ein solches einkoppele, welches 
möglichst kurz vorher ein Junges geworfen 
hat. Ihre weiblichen Kamele nämlich stehen 
den Pferden an Schnelligkeit nicht nach, sind 
zugleich aber viel kräftiger, eine grosse Last 

zu tragen 

Die Indier ziehen nun auf diese Weise und 
eines solchen Gespannes sich bedienend nach 
dem Golde aus*), indem sie dabei beachten, 
dass sie den Raub ausführen, wenn die Hitze 
am brennendsten ist; denn während der 
Hitze verschwinden die Ameisen imter der 

Erde. — 

Wenn aber die Indier, mit Beuteln ver- 
sehen, au den Ort gekommen sind, füllen sie 
diese mit dem Sande und eilen so schnell wie 
möglich zurück. Denn unmittelbar nachdem 
die x\meisen, wie von den Persern erzählt • 
wird, durch den Geruch sie wittern, folgen 
sie mit einer Schnelligkeit, der kein anderes 
Thier gleichkomme, so dass, wenn die Indier 
nicht am Wege vorauskamen, während die 
Ameisen sich sammeln, keiner von ihnen wohl 
glücklich davon käme. — Die Männchen der * 
Kamele aber (denn sie sind schwächer im 
Laufen als die Weibchen) werden auch los- 
gebunden, wenn sie hinterher schleppen, aber 
nicht beide zugleich; während die sich ihrer 
zurückgelassenen Jungen erinnernden Weibchen 
keine Schwäche merken lassen. Auf diese 
Weise verschaflen sich die Indier das meiste 
Gold , wie die Perser sagen ; anderes, das im 
Lande gegraben wird, ist seltener." — 

Eine andere, wie es scheint ganz selbst- 
ständige Quelle ist die des Megasthenes, der 

*) Dio Chrvsostomus lässt die Indier durch 
Wagen, die mit" den schnellsten Pferden bespannt 
sind, und der angebliche Presbyter Johannes durch 
Elephauteu den Raub ausfüliren. 



107 



selbst als Gesandter des Seleukiis I Nikator 
an den König Sandrakottug oder iSandrakyptus 
nach Indien kam. Sein Werk ist nicht auf 
uns gekommen, aber Strabo schöpfte aus ihm, 
wie er selbst angiebt, und ohne Zweifel be- 
nutzte auch Plinius seine Angaben. Von beiden 
wird weiter unten die Rede sein. — 

Man darf nicht annehmen , dass diese Er- 
zählung selbst bei den Alten vollen Glauben 
gefunden hätte. Herodot giebt durch seine 
wiederholte Verweisung- auf die Perser seinen 
Zweifel kund, und auch Strabo deckt sich 
durch seinen Gewährsmann Megasthenes ; aber 
wenn auch nur das daran wahr wäre , dass 
die nördlichen Indier sich den grössten Theil 
ihres Goldes durch gefahrvolle Raubzüge ver- 
schafften, würde sie Beachtung verdienen. 
Aber ohne Zweifel liegen ihr weitere Thatsachen 
zu Grunde. Es wäre sonst nicht zu erklären, 
dass auch in den alten Indischen Quellen, 
z. B. in dem Epos Mahabharata, das Begeben- 
heiten erzählt, die man "für etwa gleichzeitig 
mit der Belagerung von Troja hält, wie Wilson 
nachgewiesen hat, das von Ameisen gegrabene 
Gold erwähnt wird, das desshalb den Namen 
Ameisengold (paipilika) tiägt, welches, in 
Stücken von einem Drona an Gewicht, von 
Völkern aus dem Norden, unter denen die 
Khasier (Khaga) namhaft gemacht werden, 
nebst Himalaja-Honig und Yak-Schweifen dem 
König Indhishthira als Tribut gebracht wird. 

Auch kann es nicht genügen, sich dem 
Ausspruche des Albertus magnus : „ sed hoc 
non satis est probatum per experimentuni " 
anzuschliessen. Wie man sich aber die Ent- 
stehung der Sage zu denken habe, darüber 
gingen bisher die Meinungen weit aus ein- 
ander. — 

Einige meinen, es sei an sich nicht so un- 
glaublich , dass Ameisen, die so mancherlei, 
freilich meist vegetabilische Stoffe in ihre Baue 
zusammentragen , in goldhaltigen Gegenden 
auch Goldstückchen zusammenschleppen könn- 
ten, die einen Raub lohnten. Humboldt sagt 



(Kosmos II, 422): Auffallend ist es mir ge- 
wesen, dass in basaltreichen Gegenden des 
mexikanischen Hochlandes die Ameisen glän- 
zende Körner von Hyalith zusammentragen, 
die ich mir auf Ameisenhaufen sammeln konnte. 

Man erinnert an den Schaden, den die 
Termiten anrichten und an die, wie der Be- 
richterstatter selbst bezeugen kann, überaus 
schmerzhaften Bisse, mit denen die grösseren 
indischen Ameisen diejenigen strafen , die sie 
in ihrer Ruhe stören und die wohl hinreichen, 
sie zu scheuen. — 

Nach dieser Ansicht wäre nur die fabel- 
hafte Grösse und Schnelligkeit des Thieres, 
sowie die dadurch erzeugte Gefahr herabzu- 
setzen, um die Erzählung des Herodot glaub- 
würdig zu machen ; ja man dürfte hoffen, 
wenu man das Thier nur wieder auffinden und 
etwa in andere goldsandhaltige Gegenden ver- 
setzen könnte, es sehr nutzbar zu machen. 
Freilich müsste man dann auch den Bericht 
aus einer reinen vegetationslosen Sandwüste 
verlegen, denn dort werden keine Ameisen 
existiren können. — 

Andere glauben, es seien zwar keine Amei- 
sen , aber andere vielleicht grabende und dem 
Menschen wahrhaft gefährliche Thiere gewesen, 
deren Namen möglicherweise mit dem der 
Ameisen ähnhch gewesen sei (haben wir doch 
Ameisenlöwen, Ameisenbären u. s. w.), aus deren 
Bereiche die Indier das Gold entwendeten. 
Zu dieser , wie es scheint , wenig fördernden 
Ansicht geben in der That andere Berichte 
alter Schriftsteller Anlass. 

Nearchus, der von Alexander dem Grossen 
bei seiner Rückkehr aus Indien beauftragt 
wurde , den Indus hinabzusegeln und die 
Mündung des Euphrats aufzusuchen, berichtete 
nach Strabo's und Arrian's Zeugniss*) in sei- 
nem naqaitXnvg: er habe zwar keine gold- 
grabenden Ameisen gesehen, wohl aber Häute 
derselben und die seien den Pantherfellen 



*) Strabo XV. I. 



Arrian Indica c. 15. 
14» 



108 



ähnlich gewesen. Und Plinius berichtet gar 
(H. N. XI. 36): Indicae formicae cornua, 
Erythris in aede Herculis fixa, miraculo fuere. 
Ich gebe den Satz unübersetzt , da das Wort 
cornua { statt dessen übrigens Wahl : Erdbe- 
schreibung von Ostindien II, 484 coria lesen 
will) auch als Fühlhörner gedeutet werden 
könnte. — 

Allein durch alle Versuche, an die Stelle 
der Ameisen ein anderes etwa grabendes Thier 
zu setzen (Hyänen, Schakale oder Nagethiere), 
hat man nur eine Annäherung an die Von 
Herodot angegebene Grösse erlangen können, 
keineswegs eine den Räubern daraus entste- 
hende grössere Gefahr, abgesehen davon, dass 
wenn der Boden so goldhaltig gewesen wäre, 
dass der zufällig aus geringer Tiefe hervor- 
gescharrte Goldsand eines gefährlichen Raubes 
werth gewesen wäre, die Indier ihn sich mit 
geringer Mühe, ohne jene Thiere zu beun- 
ruhigen , durch eigenes Ausgraben hätten 
schaffen können. — 

Dennoch hat diese Meinung so viel An- 
hänger gefunden , dass selbst Lexikographen, 
z. B. Passow, dem Worte uiour.i die Bedeut- 
ung eines 4füssigen Indischen Raubthieres 
beilegen. — 

Eine dritte Ansicht sucht unter der Be- 
zeichnung als Ameisen eine goldgrabende 
Völkei'schaft , deren Name etwa (nahe liegt 
die Erinnerung an die Myrmidonen) zu einer 
Verwechselung mit diesen Thieren Anlass ge- 
geben haben könnte. — Diese wie es scheint 
zuerst von Malte Bruun*) geäusserte Ver- 
muthung hat mehrfach Anklang gefunden. 
Bastian bemerkt**), es könne vielleicht die 



*) Mem. sur l'lnde septentrionale d'Herodote 
et de Ctesias in Nouvelles Annales des Voyages, 
de la Geographie et de Thistoire , publiees par 
MM. J. B. EjTies et Malte- Brun. Tom. II (Paris 
1819) p. 382. 

**) Das Beständige in den Menschenrassen 
und die Spielweite ihrer Veränderlichkeit. Prole- 
gomena zu einer Ethnologie der Culturvölker. 
Berlin 18Ü8 p. 140. 



Personifikation eines Fahnenwappens der Sage 
von den goldhütenden Ameisen zu Grunde 
hegen , indem solche und andere Thiere noch 
jetzt in Hinterindieu zu Siegeln dienen, und 
auch Prof. Schiern sieht in ihr die richtige 
Erklärung. 

Um dies wahrscheinlicher zu machen, be- 
müht er sich zunächst, den Ort der Sage näher 
zu bestimmen. Zwar sind auch hiefür die 
Angaben nicht ganz übereinstimmend. Solinus 
und der ihm folgende Isidor von Sevilla ver- 
legen sie nach Aethiopien, aber dies ist ohne 
Zweifel durch Herodot's Anwendung der Be- 
zeichnung der Aethioper auf die dlinkelfarbigen 
Indier veranlasst (HI, 101 u. VII, 71), die 
ja auch heutigen Tages (obgleich trotz viel- 
fältiger Versicherung manche es nicht glauben 
wollen) wenigstens in den Ebenen, den Be- 
wolmeru Afrikas an Schwärze vielfach Nichts 
nachgeben. Alle übrigen Verfasser setzen die 
Sage in den Norden von Indien. Schon He- 
rodot's Angabe, dass die Räuber in der Nähe 
der Stadt Kaspatyros (oder Kaspapyros, welche 
Lesart des Codex Sancroftianus — Schiern so- 
wie Carl Ritter für die richtigere hält) und 
der Paktyischen Landschaft wohnen, giebt 
einen brauchbaren Nachweis. Es finden sich 
diese beiden vereinigten Ortsangaben noch ein 
zweitesmal im Herodot (IV, 44). Derselbe 
erzählt, Darius habe, um den Indus- Fluss zu 
erforschen, den Skylax beauftragt, denselben 
(ähnlich we später Nearchus in Alexander's 
Auftrage) auf Schiffen bis ins Meer zu ver- 
folgen. Dieser nun sei, so berichtet Herodot 
weiter, von der Stadt Kaspapyros und der 
Paktyischen Landschaft aus, den Fluss abwärts 
bis ins Meer geschifit. — Dieser Bericht ver- 
legt demnach jene Ortsangaben in das obere 
Flussgebiet des Indus. Die Faktyer werden 
überdies von Herodot unter den Völkerschaften, 
die unter ihrem Führer Artyntes dem Xerxes 
nach Griechenland folgten und anderswo (VIT, 
67, 68, 85) erwähnt und es kann um so we- 
niger bezweifelt werden, dass darunter eine 



109 



Völkerschaft und zwar eine östlich wohnende 
Völkerschaft des Landes, welches wir jetzt 
Afghanistan nennen, bezeichnet wird, als die- 
selben, wenn auch im Ganzen von den Indiern 
Pataner genannt, sich selbst im Westen mit 
dem Namen Pashtuu und im Osten Pakhtun 
bezeichnen. 

Nicht minder wahrscheinlich ist die Deut- 
ung des Namens Kaspapyros. Einige (z. B. 
Heeren und Wheeler) haben darin das heutige 
Kabul erkennen wollen, aber Schiern ist in 
Üebereinstimmung mit Carl Ritter (Asien 11, 
1086) anderer Meinung. Er erinnert daran, 
dass der von dem Sanskrittexte der Chronik 
Raja Tarangini als ein Nachkomme des Brah- 
ma bezeiclmete Kasjapa als der Gründer der 
Niederlassung angesehen wird, die nach ihm 
Kasjapa-jjura oder zusammengezogen Kasjap- 
pura hiess und die zu der Stadt wurde, die 
heutigen Tages Kashmir oder eigenthch Kas- 
japa mira, der See des Kasjapa, heisst. — 
Es ergiebt sich demnach Kaspapyros für iden- 
tisch mit Kashmir. 

Mit diesen Ortsangaben stimmen denn auch 
die Berichte anderer Schriftsteller gar wohl. 
Strabo verlegt den Sitz der Ameisen auf eine 
Bergfläche {uQO/rldiov) von .3000 Stadien Um- 
fang ; sie lebten von der Jagd , grüben das 
Gold im Winter und häuften es an der Mün- 
dung auf wie Maulwürfe ; er bezeichnet die 
Räuber als ein gegen Morgen wohnendes grosses 
Indisches Bergvolk und nennt den Namen, den 
wir von Herodot nicht erfahren, als den der 
Derder. Auch Plinius erwähnt die Derder, 
die er Dardae nennt, als ein goldreiches 'N'olk 
mehrfach und namentlich bei der Erzählung 
von den goldgrabenden Ameisen (XI, 36j. Er 
ergänzt den Bericht, dass die Ameisen das 
Gold im Winter grüben , durch den Zusatz, 
dass die Indier es in der Sommerhitze raubten. 
Aber die Darder sind kein verschwundenes 
Volk. Es sind die Darada der Sanskritschrift- 
steller und neuere Reisende besprechen sie als 
ein wildes, unabhängiges und räubeiisches Volk 



im Nordwest von Kashmir an den Ufem des 
Indus, die namentlich nach Tibet hinein ihre 
Raubzüge richten. A'igne*), Leitner**), Moor- 
croft und Trebeck***) und namentlich Mir- 
Izzet Ullahf) erwähnen ihrer. Der letztere 
erzählt auf seiner Reise von Kashmir durch 
Tibet bis zur Chinesischen Grenze, er habe 
von Matayin, welches noch zu Klein-Tibet ge- 
hört, bis zu dem etwa 2 Meilen entlegenen 
Diriras, welches schon zu Mittel-Tibet gerech- 
net wird, alle Häuser in Verfall und verlassen 
gefunden. Im Jahre 1811 sei nämlich ein 
grosser Theil der Einwohner von Schaaren der 
Darder fortgeführt, einem unabhängigen Volke, 
welches in den Bergen 3 oder 4 Tagereisen 
nordwärts wohnte, die Pashtu- und Daradi- 
Sprache redete und die bei ihrem Einfalle 
gemachten Gefangenen als Sklaven ver- 
kaufte jfj. 

So sind wir nach Tibet geführt worden, 
ein Land, von dem wir erst seit Kurzem eine 
eingehendere Kunde zu erlangen beginnen. — 
Neuerdings haben die Engländer angefangen, 
unterrichtete Eingeborene (Panditen) in geeig- 
neter Verkleidung zur Erforschung Ost-Tibets 
auszusenden und diese sind weiter vorgedrungen 
als die Europäer. Ihren Berichten , die von 



*) Vigne, Travels in Kashmir. Lailak. Iskardo 
Bd. II. p. 250 u. flgde. 

**) Dr. G. W. Leitner. Results of a tour in 
Dardistan. Kashmir, Littlc Tibet. Ladak. Vol. 1. 
Labore 1SG7 — 7U. 4". und Ou tlie races and lau- 
guages of Dardistau im Journal of the Ethnological 
Society of London Vol. II. ji. 31 — 34. London 1870. 

***) Travels in the Himalayan Provinces of 
lündustau and tbe l'aujab, in Ladak and Kashmir 
II. 2C4. 

j) Voyage dans TAsie centrale jiar Mir Izzet 
Ullah en 1812 in Klajtroth's Magazin Asiatique, 
II, 3—5. 

tt) Noch ein anderer alter Schriftsteller giebt 
uns Naclirichten von dem Wohnsitze der das Gold 
bewachenden Indischen Ameisen, die uns zwar bis 
jetzt noch nicht weiterführen, aber vielleicht später 
bei wachsender Kunde bedeutsam werden können. 
AcUan uämhch (de X. A. III , 4) bezeichnet den 
Fluss Kainpylios als die Grenze der Gold bewachen- 
den Ameisen und setzt sie in die Nähe .der Isse- 
doner. eine Völkersdiaft, die auch l'tolemaeus 
(Geoffr. VI, 16) in das nördliche Indien versetzt 



110 



Montgomerie in dem 39. Bande des Journals 
der London Royal geographical Soc. mitgetheilt 
sind, verdanken wir auch näheren Aufschluss 
über die reichen Tibetanischen Goldlager zwi- 
schen Rudok und Lhassa. 

Die Reisenden, welche die Goldgräbereien 
der Provinz Nari-Khorsun mehrfach im August 
und September besuchten, fanden dieselben auf 
einem öden Hochplateau mehr als 16,000 Fuss 
über der Meeresfläche gelegen, in der Nähe 
der Wasserscheide des Indus und Brahmaputra. 
Nirgends war eine Spur von Anbau und eben 
so wenig Wohnungen oder Zelte zu bemerken, 
obgleich es nicht an Tibetanern fehlte, die mit 
dem Goldgraben beschäftigt waren. Dies letz- 
tere rührte daher, dass sämmtliche Zelte in 
ausgegrabenen Erdvertiefungen standen, um 
sie der Einwirkung der furchtbaren Winde 
dieser Höhen zu entziehen. M^asser war nur 
durch Schmelzen von Schnee oder Eis der be- 
nachbarten Gletscher zu gewinnen. — Die 
Reisenden erfuhren (einer derselben im Jahre 
1868 aus eigener Erfahrung), dass diese Gold- 
gräbereien räuberischen Ueberfällen ausgesetzt 
seien. Im Jahre 1868 kamen die berittenen 
Räuber von dem grossen Tengri-nor oder dem 
See Nam-tso-Chimbo und wurden abgekauft. 
— Sie erfuhren ferner , dass die Tibetaner, 
trotz der dort auch im Sommer herrschenden 
Kälte, die Winterszeit zum Goldgraben vor- 
zögen und sich alsdann in etwa doppelter 
Zahl einstellten, weil der alsdann gefrorene 
Boden ihre Arbeiten erleichtere. — Sie er- 
fuhren endlicli, dass die Winterarbeiter sich 
in Thierfelle kleideten , um der grossen Kälte 
besser zu widerstehen. — In Beziehung auf 
diese Kleidung in Thierfelle hatte Prof. Schiern 
Gelegenheit, den Bericht eines Augenzeugen 
einzuziehen. Ein sich mit dem Theebaue in 
Indien beschäftigender Däne, Hr. Friedrich 
Severin , befand sich mit seiner Frau , der 
Tochter des Inspektors der Gouvernements- 
schulen von Assam Mr. William Robinson, der 
auch als Schriftsteller über die Provinz Assam 



und die benachbarten Tibetaner aufgetreten ist, 
in Kopenhagen. Frau Severin erzählte, sie habe 
als junges Mädchen mit ihrem Vater eine Reise 
in den Norden der Provinz zu dem ihnen be- 
freundeten Oberst Holroyd gemacht und dieser 
habe seinen Gästen einige zufällig auf einer 
Reise dorthin gekommene Tibetaner vorgestellt, 
die in Thierfelle gekleidet waren. — Das 
junge Mädchen sah, dass die in Yakfelle ge- 
kleideten Männer die Hörner an den Häuten 
gelassen und dieselben über dem Haupte trugen, 
wie das Gleiche ja auch von den Nordameri- 
kanischen Eingeborneu bekannt ist. — Damit 
stimmt vollkommen die schon oben erwähnte 
Stelle des Mahabharata, wo auch neben den 
Ameisengold als Tribut bringenden Khasiern 
behaarte und gehörnte Kankaer, ein anerkannt 
tibetanischer Volksstamm , aufgeführt werden. 
Professor Schiern glaubt nuu in diesen aus 
so verschiedenen Quellen gesammelten Zügen 
dem Ursprünge der Sage von den goldgraben- 
den oder Gold bewachenden Ameisen nahe 
gekommen zu sein ; und es lässt sich nicht 
leugnen , dass , zumal was den Sitz der Sage 
betriflV, sich wenig gegen seine Schlüsse wird 
einwenden lassen. Auch manche der uns von 
den Alten mitgetheilten Einzelnheiten, die 
Raubzüge der Indier, die Erzählung des Me- 
gasthenes, dass die Ameisen das Gold im Winter 
grüben und die Indier es im Sommer raubten, 
die Felle des Nearchus und selbst die Höruer 
im Tempel des Herkules zu Eresiae liessen 
sich erklären, wenn wir annehmen dürfen, dass 
die in Thierfelle gekleideten Tibetaner den 
Anlass zu der Sage von den goldgrabenden 
Ameisen gegeben haben. — Immerhin müsste 
man noch Manches, namentlich von der Er- 
zählung des Herodot aufgeben. Dahin gehört 
Alles, was er über die Hitze sagt und beson- 
ders die Angabe, dass einige jener angeblichen 
riesigen Ameisen sich an dem Hofe des Königs 
der Perser befänden. — Vor Allem aber 
scheinen die bis jetzt aufgedeckten Thatsachen, 
die Pelzkleidung, das Arbeiten unter der Erde, 



111 



das AufstelleD der Zelte in Erdlöchern noch 
nicht genügend zu erklären , warum diesen 
Goldgräbern gerade so allgemein der Name 
der Ameisen beigelegt sei. — 

Professor Schiern verkennt das nicht und 
versucht seine Ansicht noch durch weitere 
Gründe zu stützen. — Er erinnert an die 
schon von Marco Polo gelobten Tibetanischen 
Hunde, die auch von Mir Izzet Ullah und 
ebenfalls von den Pandit-Reisenden als könig- 
liche Hunde gepriesen werden. Er hält es 
für wahrscheinlich (obgleich die neuesten Rei- 
senden dies nicht zu bestätigen scheinen), dass 
die Tibetaner solche Hunde zu ihrem Schutze 
bei dem Goldgraben mitnähmen und führt 
zahlreiche Beispiele an, wie gefährliche Gegner 
solche Hundeschaaren werden können und im 
Oriente oft geworden sind. Er glaubt, dass 
efne Verwechslung der Goldgräber mit ihren 
Hunden manche andere Züge, z. B. die der 
gTosseu Schnelligkeit und die angeblich am 
Hofe des Königs der Perser vorhandenen gold- 
grabenden Ameisen erklären könnte. — 

Es bleibt dabei indess immer unbegreiflich, 
wie die Perser diese Tibetanischen Hunde hätten 
für Ameisen halten und nicht sofort als Hunde 
erkennen können. Liesse sich jedoch nach- 
weisen, dass der Tibetanische Volksstamm früher 
aus irgend einem Grunde, sei es wegen des 
Goldgrabens, oder wie Bastian will, wegen 
ihrer Fahnenzeichen, allgemein Ameisen genannt 
wurden *) , so wäre eine Verwechslung des Na- 



*) Dass die Gewohnheit der Tibetaner, in zu- 
sanimeugekauert sitzender SteUuug mit dem Kopfe 
auf den Knien zu schlafen . wie Schiern annimmt, 
dazu beigetragen haben sollte, die in Pelze geklei- 
deten Menschen für Thiere oder gar für Ameisen 
zu halten, ist wenig glaublich. Diese Stellung ist 
im Orient gar zu gemein. — Und eben so wenig 
wird man ihre Gesichtsbilduiig und ihre immerhin 
auffallenden Gebräuche als einen genügenden Grund 
dafür ansehen können. Dass alle diese Aeusser- 
lichkeiten mit Eiuschluss der wold vielen IJerg- 
stämmen gemeinsamen Pelzkleidung aus den Tibeta- 
nern keine Thiere und Ameisen zu machen ver- 
mögen, scheint sich am schlagendsten daraus zu 
ergeben, dass in dem Mahabharata die haarigen 
und gehörnten Kankaer, die man doch allgemein 



mens ilirer Hunde, etwa wie wir von Neu- 
fundländern und Bernhardinern, von Wolfs-, 
Dachs- und Hühner -Hunden sprechen, eher 
begreiflich. 

Erwähnt sei schliesslich noch einer von 
Schiern angeführten Stelle eines des Orients 
sicher kundigen Schriftstellers des 16. Jahr- 
hunderts , die je nach der Glaubwürdigkeit, 
die man dem Verfasser beimisst, als eine ta- 
delnswerthe Benutzung der alten Sage, oder 
als eine Bestätigung der Erzählung des He- 
rodot betrachtet werden könnte. A. G. Bus- 
beck nämUch erzählt in seinem 4. Briefe vom 
16. Dec. 1562 (Ed. Lips. 1689 p. 411) als 
sein Erlebniss, es sei aus Persien in die Türkei 
ein Gesandter mit reichen Geschenken gesandt. 
Assyrischen und Persischen Teppichen, einem 
Koran und verschiedenen merkwürdigen Thieren, 
qualem memini dictum fuisse allatam formicam 
Indicam mediocris canis magnitudine, morda- 
cem admodum et saevam ; — ein Bericht, der 
übrigens von de Thou*) bestätigt und in das 
Jahr 1559 verlegt, und von Lascher zur Er- 
klärung seiner Üebersetzung des Herodot be- 
nutzt wird. — 



Die G-eologie der Gregenwart. 

Dargestellt und beleuchtet von Bernhard 

von Gotta. Vierte umgearbeitete Auflage. 

Mit dem Bilde des ^Vrfassers. Leipzig. 

J. J. Weber. 1874. 8". 450 p. 

Ein Werk , wie das vorstehende , welches 
in einem Zeiträume von 7 Jahren bereits die 
vierte Auflage erforderte , bedarf sicherlich 
keiner weiteren Besprechung, um es einer ge- 
rechten Würdigung der Gelehrtenwelt und 
aller wissenschaftlich gebildeten Kreise zuzu- 
führen. Wenn hier dennoch die Aufmerksam- 



ais Ost-Tibetaner ansieht, neben di^m Ameisengolde 
nicht als Ameisen, sondern als eine Völkerschaft 
aufgeführt werden. 

*) Aug. Thuani historiarum sui temporis opera 
Offenbach 160U. fol. p. 4yu. 



112 



keit der Leser der Leopoldina darauf gelenkt, 
wird, so geschieht dies, weil der Titel nicht 
genügend die Aufgabe anzudeuten scheint, die 
der Verfasser sich gestellt hat. Das Buch ist 
kein Lehrbuch der Geologie. Es bezeichnet 
sich vielmehr als eine Kritik, die von dem 
Grundgedanken ausgeht, ein allgemeines, mit 
den übrigen Wissenschaftsfächern verbundenes 
Entwicklungsgesetz auch in der Geologie nach- 
zuweisen und die zu diesem Zwecke die Erde 
nach den verschiedensten Beziehungen als 
Schauplatz wie Resultat einer endlosen Reihe 
von Vorgängen untersucht : als Planet des 
Sonnensystems, als Resultat mechanischer und 
chemischer Vorgänge, als Aggregat von Mi- 
iieralsubstanzen , als Wohnort von Pflanzen 
und Thieren und welche sich zu zeigen be- 
müht, dass auch das letzte und liöchste Glied 
in der langen Entwicklungsreihe des organi- 
schen Lebens — der Mensch — immer noch 
einigem! assen abhängig ist von dem innern 
Baue des Landes , welches er bewohnt. — In 
der vorliegenden 4. Ausgabe sind ausser den 
den Fortschritten der Wissenschaft entspre- 
chenden Abänderungen einzelne Theile ver- 
bessert und namentlich eine Formationstabelle 
übersichtlicher und bequemer gestaltet worden. 



lieber die Folgen äusserer Verletzungen 

der Bäume, insbesondere der Eicben 

und Obstbäume. 

Ein Beitrag zur Morphologie der Gewächse 

von Geh. Med.-Rath Prof. Dr. H. R. Goeppert. 

Breslau. Morgenstern. 1873. 8". Mit 56 

Holzsclm. u. einem Atlas mit 10 lithogr. 

Tafehi in fol. 

Der Verfasser geht nach einer umfassenden 
morphologischen Einleitung, — welche die In- 
schriften und Zeichen in Bäumen, die Knollen- 
bildung, Ueberwucherung von aus Adventiv- 



knospen entstandenen Aestchen , die Maser- 
bildung, das Aufästen odei ' bhauen von Aesten 
und dessen Folgen, Ueb 'allunr und Ver- 
wachsung, ferner den aui- und absteigenden 
Saft in den Holzgewächsen und die Einwirkung 
des Frostes auf das Innere der Bäume be- 
handelt, — auf die praktische Verwendung 
der durch vorgenannte Einleitung gewonnenen 
Erfahrungssätze für die Cultur der Baumwelt 
mit besonderer Berücksichtigung der Cultur 
der Eichen über. Er tadelt zumal das Ab- 
schneiden der Pfahlwurzel beim Verpflanzen 
und den Missbrauch, den man mit dem Be- 
schneiden und Behauen der Bäume treibt und 
der nicht nur ihre natürliche Schönheit , son- 
dern auch ihre Gesundheit beeinträchtigt. 

Die in dieser Schrift dargestellten Beob- 
achtungen und Anleitungen sind theilweise 
schon früher, zunächst für die Zwecke des 
Schlesischen Forstvereins veröffentlicht worden. 
Hier werden sie vereinigt und durch den Ab- 
schnitt über die Einwirkung des Frostes auf 
das Innere der Bäume vermehrt und reich 
illustrirt als eine wiederholte Mahnung der 
ernsten Erwägung der Betheiligten übergeben. 



Yerleibung eines Arbeitstiscbes 
in der zoologiscben Station in llfeapel. 

Die Königl. Baierische Regierung hat einen 
Arbeitstisch in der zoologischen Station des 
Dr. Dohrn in Neapel auf mehrere Jahre ge- 
miethet und die Verleihung desselben an ge- 
eignete Naturforscher auf ein Jahr oder kürzere 
Zeit wechselweise den 3 Baierischen Landes- 
universitäten und zunächst der Universität 
München übertragen. Diese fordert nunmehr 
zu Bewerbungen auf. Die Benutzung des 
Arbeitstisches ist unentgeltlich , aber eine 
Reiseunterstützung ist nicht damit verbunden. 
Auch nicht - baierische Gelehrte sind bewer- 
bungsiahig. — 



Abgeschlosseu den 31. Marz 1874. 



Druck von E. Blochmann & Sohn in Dresden. 



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