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Full text of "Leopoldina"

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NUNQUAM OTIOSUS. 



LEOPOLLIIA. 



AMTLICHES ORGAN 

DER 

KAISERLICHEN LEOPOLDINISCH-CAROLINISCHEN DEUTSCHEN AKADEMIE DER 

NATURFORSCHER. 




HERAUSGEGEBEN 

UNTER MITWIRKUNG DER SEKTIONSVORSTÄNDE VON DEM PRÄSIDENTEN 

DR. A. WAN GERIN. 



VIERUNDFÜNFZIGSTES HEFT. — JAHRGANG 1918. 

HALLE 1918. 

BUCHDRUCKEREI VON EURHARDT KARKAS G^ M. B. H. IN HALLE (SAALE). 
FÜR DIE AKADEMIE IN KOMMISSION BEI MAX NIEMEYER, VERLAG IN HALLE A. 8. 



Inhalt des LIV. Heftes. 



Amtliche Mitteilungen; Seite 

Wahlen TOii Beamten der Akademie: 

Adjunktenwalil im 2. Kreise 53. 65 

Desgl. im 8. Kreise 1 

Desgl. im 1 5. Kreise 65. 73 

Wahl eines Vorstaudsmitgliedes der Fachsektion (1) für 

Matliematik und Astronomie 2. 17. 3^1 

Desgl. der Fachsektion (6) für Zoologie und Anatomie 

17. 34. 41. 4.1 

Desgl. der Fachsektion (7) für Physiologie . . . 41. 45. 49 

Das Priisidinni der Akademie 4 

Das Adjimkteukollegium 4 

Die Sektionsvorstünde und deren Obmänner .... 5 
Terzeicliuis der Mitglieder der Akademie 6. 18. 34. 35. 44 
Bibliothek der Akademie: 

Bericht über die Verwaltung der Akademiebibliothek vom 

I.Oktober I'JIT bis zum 30. September 1918 ... 74 

Die Kassenverhiiltuisse der Akademie: 

Beiträge zur Kasse der Akademie 2. 18. 34. 41. 46. 50. 53. 78. 81 
Die Jahresbeiträge der Mitglieder 81 

Mitteiluuff über den KommissiousTerlag der Akademie- 
schriften 33 

Der Unterstütznngsverein der Akademie: 

Aufforderung zur Bewerbang um die für 1918 bestimmte 

Unterstützungssumme 1 

Verteilung der Unterstützungen 82 

Veränderungen im Personalbestande der Akademie 2. 18. 

34. 46. 49. 53. 61. 66. 73. 77. 81 
Nekrologe: 

Cantor, Georg 10. 32 

Taschenberg, E. L 13. 44 

Simon. Max 31 

du Bois-Re3'moDd, Emil 78 

Sonstige Mitteilungen: 

Eingegangene Schriften 3't. 38. 46. 50. 54. 61. 66. 74. 78. 82 
NaturwissenschafUiche Aufsätze, Berichte und Notizen 

über naturwissenschaftliche Versammlungen und 

(Gesellschaften usw.: 

Taschenberg, Otto : Nachschrift zu dem Aufsatz : „Noch 
einige historische Betrachtungen über die Sing- 
zikaden" 38 

Roth, E. : Nahrungsmittel ans Getreide 42 

Taschenberg, Otto : Faunistische Ergänzungen zu meiner 
Bearbeitung der Zoologiu in Ules „Heimatskunde' 
des Saal- und Stadtkreises Halle, sowie des Mans- 
felder Seekreises 68. 74 



Seite 

Juhiläen u. s. w. : 

Feier des 80. Geburtstages des Herrn Dr. J. Repsold in 

llaintuirg 31 

Desgl. des Herrn Hofrat Professor Dr. V. Edler von Lang 

in Wien 40 

Desgl. des Herrn Geheimen Medizinalrat Professor Dr. 

G. F. Fritsch in Grofs-Licliterfelde 40 

Desgl. des Herrn Geheimen Bergrat Professor Hoppe in 

Claiistlial 40 

Desgl. des Herrn Professor Dr. Ernst Voit in München 42 

eojähriges Doktorjubiläimi des Herrn Hofrat Professor 

Dr. V. Edler von Laug in Wien 40 

Desgl. des Herrn Professor Dr. C. F. Goppelsroeder in 

Basel 60 

SOjähriges Doktorjubiläum des Herrn Hofrat Professor 

Dr. ,1. v. Hiinu in Wien 60 

Desgl. des Herrn Geheimen Regiernngsrat Professor 

Dr. N. Zuutz in Charlottenburg 60 

Desgl. des Herrn Geheimrat Professor Dr. Richard Meyer 

in Brauuschweig 64 

Desgl. des Herrn Geheimen Regiernngsrat Professor 

Dr. Julius llirschwald in Cliarlotteubiirg .... 76 

Desgl. des Herrn Geheimen Regiernngsrat Professor 

Dr. Klein in Göttiugen 84 

175jährige Stiftungsfeier der Naturforschenden Gesell- 
schaft zu Danzig lo 

2.10 jähriges Jubiläum der Universität Lund 72 

lOUjährige Stiftungsfeier der Naturforschenden Gesell- 
schaft in Leipzig 78 

Preisausschreiben 84 



Biographische Mittellungeu 10. 31. 51. 54. 62. 67. 72. 74. 83 



Literarische Anzeigen: 



64 



Nova Acta der Leop.-Carol. Akademie. Bd. CHI . . 

Verhoeff, K. H. : Zur Kenntnis der Zoogeographie 
Deutschlands, zugleich über Diplopoden namentlich 
Mitteldeutschlands und Beiträge tür die biolofjische 
Beurteilung der Eiszeiten (s5. — 88. Diplopoden- 
Aufsatz). (Nova Acta Bd. CHI, Nr. 1) 40. 64 

Wiedemann.E. nnd Hauser, F.: Uhr des Archimedes 
und zwei andere Vorrichtungen. (Nova Acta Bd. CHI, 
Nr. 2) 48. 64 

Becker, Th.: Dipterologische Studien. Dolichopodidae. 

Zweiter Teil. (Nova Acta Bd. CHI, Nr. 3) . . . 60. 64 

Wegener, Alfred: Der Farbenwechsel grofser Meteore. 

(Nova Acta Bd. CIV, Nr. 1) 52 



Namen-Kcgister. 



Seite 

Neu aufgenommene Mitgrlicder: 

Beck, Rudolf Hans Heinrich 77 

Dolezal, Eilinird 2 

Hey in. ins, Rich.ird Friedrich 

Wilhelm Carl 4{i 

Küstka, Carl Gottfried Franz 

Albert 77 

Laiiowitz, Konrad Walderaar 2 
Lietziiianu, Karl Julius 

Walther 77 

Lorey. Wilhelm 77 

Müller, Emil Adalbert . . 4fi 
Schlechter, Friedrich Richard 

Rudolf 77 

Schmid, Theodor NikoUns 

Laurenz Maria 4t) 

Schulde, Franz Arthur . . 4R 

Timerdiug, Heinrich Emil 77 



Gestorbene Mitglieder: 

Afsnianu, Richard Adolf . ."i(j. 83 
Ba^iusk}', Adoli Aron . . 41) 
Bof.ke, Hendrik Enuo . . M 
Cautor, Georg Ferdinand 
Louis Phillitpe ... 2. 10 

Döriiiff, ().-.kiir IS 

Doiurcl-'pout, Josef ... 41) 
Engiilhardt, Hermann ... 2 
Gehliardt, Franz August Max 

Walter .34.52 

Graefe, Heinrich F'ranz Kon- 
rad Karl Friedrich . . . ^1 



Seite 
Hefs.Karl FriedrichWilhelm 61 
HorubergeT, Karl Richard . 46 
John Edler von Johucsbersr, 

Konrad llemrich . . 66.84 
Koehne, Bernhard Adalbert 

Emil 7.'^ 

Kollmann, Julius Constantin 

Ernst 53 

Lampe, Carl Orto Emil. 66.67 
Lesser, Johannes Edmund 

Allton .50 

Mannkopir, Emil Wilhelm 2.31 
Markham, (Uemens ... 34 
Mauthner, .lulius ... 2. 10 
Merensky, Alexander Anton 

Bernhardt 53. 68 

Neumauu, Ernst Franz 

Christian 34. 58 

Roth, Ernst K.irl Ferdinand 66. 68 
Rothpletz, Carl Friedrich 

August 18. 52 

Schmidt, Ernst Adolph . 77. 84 

.Srieiia, Ludwig 77 

Thiele, Friedrich Carl Jo- 
hannes 49 



Mitarbeiter am LIV. Hefte: 

Lorey, Wilhelm (M. A. N.) 31 
Roth, E. (M. A. N.) . . . 42 
Tascheuberg,ütto (M.A Nl 13. 
38.44 68 74 
Verworn, Max (M. A. S.> . 78 
Wangerin, A. (M.A. N.) 10. 32 



Seite 

Verfasser tou Abliaiidlungen 
der Nova Acta: 

Becker, Th. (M. A. N.) . 60. P4 

Häuser, F 48 64 

Verhoetr, K H 40 64 

Wegeuer, Alfred .... 52 
Wiedemann, E. (M. A. N.) 48. 64 

Vcrstorbeue Naturforsclier : 



Albrecht, Michael . . . 


. 54 


Angerer, von .... 


. .54 j 


Biyt-r, Adolf von . . . 


. 54 


Bazziglier, Luzins . . 


. 83 


Brthriug, Emil Adolf von . 51 i 


Beue. ke. Ernst Wilhelm 


. 51 


Bernheim-r .... 


. 62 


Bt-rwarth, Friedrich . 


. 83 


Blaserua, Pietro . . 


. 62 


Brauer, August . . . 


. 54 


Christiansen, Christian 


. 55 


Courvoisi.'r, L. G. . . 


. 62 


Ueahna, August . . 


. 55 


Eilingt-r, Ludwig . . 


62. 72 


Freund 


. 55 


Frisch, Anton von 


. 56 


Gaffkv, Georg . . . 


. 83 


Goeldi, Andreas . . 


. 62 


Hahn, Friedrich . . 


. 56 


flavas, Adolf . . . 


. 56 


Heinrich, Reinhold . 


. Ol 


Hering, Ewalil . . . 


. 57 


Ue-sing, Friedrich 


. 62 


lloeftmann .... 


. . 6.i 


Hoppe, Hugo . . . 


. . Oi 



der V 



Jaeger, Gustav . . 

Jordes 

Jurisch, Konrad 
Kaudt, Richard 
Kisch, E. Heinrich 
Kohnstein .... 
Kolüsko. Alexander 
Koväch-Ajtay, Alexan 
Krause, Eduard 
Kröuig, Bernhard . 
Lampert, Kurt . . 
Levvandowsky, Max 
Ludwig .... 
Mellinger, Karl . . 
Purjesz, Siegmund 
RabI, Karl . . . 
Reiu, Johann Justus 
Revillos, Leon . . 
Riedinger, F. . . 
Riillmaun, Wilhelm 
Schächter, Max . . 
Schirmer, Otto . . 
Schottlander, Julius 
Smoluchowski, Ritter 
lau, Marian . . 

Soltefs 

Tangl, Franz . . 
Thiem, Carl . . . 
Veth, Hubert Johannes 
Vilmorio, Philippe de 
Voechting. Hermann von 
Wein, Emanuel. . 
Weinstein, Bernhard 
Yung, Emil . . . 
Zapp, Ernst . . . 



Seite 
52 
31 
57 
67 
84 
57 
63 
58 
58 
58 
63 
62 
63 
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63, 



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59 
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60 
60 
60 
64 
60 
60 
64 
64 
51 




NUNQUAM /m^^^^^/ OTIOSUS. 



LEOPOLLIIA 

AMTLICHES ORGAN 
DER 

KAISERLICHEN LEOPOLDINISCH- CAROLINISCHEN DEUTSCHEN AKADEMIE 

DER NATURFORSCHER 

HERAUSGEGEBEN UNTER MITWIRKUNG DER SEKTIONSVORSTÄNDE VON DEM PRÄSIDENTEN 

DB. A. WANGERLN. 

Halle a. S. (wuheimstr. Nr. 37.) Heft LIV. — Nr. 1. Januar 1918. 



Inhalt: Aufforderung znr Bewerbung um die für 1918 bestimmte Unterstützungssumme. — Ergebnis der Adjunljten- 
wahl im S.Kreise (Westplialen, Waldeck, Lippe und Hessen -Cassel). — Wahl eines Vorstandsmitgliedes der 
Fachsektion (1) für Mathematik und Astronomie. — Veränderungen im Personalbestände der Akademie. — 
Beiträge zur Kasse der Akademie. — Das Präsidium. — Das Adjunktenkollegiiun. — Sektionsvorstände. — 
Verzeichnis der Mitglieder. — Biographische Mitteilung. — Feier des 175jährigen Bestehens der Natur- 
forschenden Gesellschaft zu Danzig. — A. Wangerin: Georg Cautor. Nachruf. — 0. Taschenberg: 
E. L. Taschenberg. Zur Erinnerung an seinen 100. Geburtstag. 



Der Unterstützungsverein der Kaiserl. Leop.-Carol. Deutschen Akademie der Naturforscher 

wird auch in diesem Jahre, gleich den Vorjahren, eine Summe für Unterstützungen gewäliren, und diese ist 
für das Jahr 1918 auf 900 Mk. festgesetzt. Der Vorstand des Vereins beehrt sich daher, die Teilhaber 
desselben (vergl. § 7 des Grundges., Leop. XII, 1876, p. 146) zu ersuchen, Vorschläge hinsichtlich der Ver- 
leihung zu machen, sowie die verdienten und liilfsbedürftigen Naturforscher oder deren hinterlassene Witwen 
und Waisen, welche sich um eine Unterstützung persönlich zu bewerben wünschen, aufzufordern, spätestens 
bis 1. April d. J. ihre Gesuche einzureichen. Freunde des Vereins oder Gesellschaften, welche demselben 
als Teilhaber beitreten oder dazu beitragen wollen, dafs der Verein eine dem vorhandenen Bedürfnisse 
entsprechendere und des deutschen Volkes würdige Kräftigung erreiche, bitte ich, sich mit der Akademie 
in Verbindung zu setzen. 

Halle a. S., den 24. Januar 1918. Der Vorstand des Unterstützungsvereins 

ni'. A. Wangerin. 

Ergebnis der Adjunljtenwahl im 8. Kreise (Westphalen, Waldeck, Lippe und Hessen -Cassel). 

Die nach Leopoldina LIII, p. 81 unter dem 29. Dezember 1917 mit dem Endtermine des 20. Januar 
1918 ausgeschriebene Wahl eines Adjunkten für den 8. Kreis hat nach dem von Herrn Rechtsanwalt 
Renne wiz als Vertreter des Herrn Notar Schneider in Halle a. S. am 29. Januar 1918 aufgenommenen 
Protokoll folgendes Ergebnis gehabt. 

Von den 19 Mitgliedern des 8. Kreises haben 14 ihre Stimmzettel rechtzeitig eingesandt; von 
diesen lauten: 

10 auf Herrn Geheimen Regierungsrat Professor Dr. Richarz in Marburg, 
4 auf Herrn Geheimen Bergrat Professor Dr. Busz in Münster. 
Leopoldina LIV. 1 



Es ist demnach, da mehr als die nach § 30 der Statuten notwendige Anzahl von Mitgliedern an 
der Wahl teilgenommen hat, 

Herr Geheimer Regierungsrat Professor Dr. Richarz in Marburg . 
zum Adjunkten für den 8. Kreis mit einer Amtsdauer bis zum 29. Januar 1928 gewählt worden. 

Derselbe hat die Wahl angenommen. 

Halle a. S., den 31. Januar 1918. Dr. A. Wangerin. 

Wahl eines Vorstandsmitgliedes der Fachsektion (1) für Mathematik und Astronomie. 

Durch den Tod des Herrn Geheimen Regierungsrat Professor Dr. G. Cantor in Halle a. S. ist die 
Neuwahl eines Vorstandsmitgliedes der Faehsektion für Matliematik und Astronomie notwendig geworden. 
Ich ersuche alle stimmberechtigten Mitglieder dieser Faehsektion ergebenst, Vorschläge zur Wahl bis zum 
20. Februar 1918 an das Präsidium gelangen zu lassen, worauf die Zusendung von Stimmzetteln erfolgen wird. 

Halle a. S., den 30. Januar 1918. Dr. A. Wangerin. 



Veränderungen im Personalbestande der Akademie. 

Neil aufgenommene Mitglieder: 

Nr. 340U. Am 2. Januar 1918: Herr Hofrat Eduard Dolezal, a. o. Professor für Geodäsie an der k. k. 
Technischen Hochschule in Wien, Präsident der k. k. österreichischen Kommission für die 
Internationale Erdmessung, Präsident der Internationalen Gesellschaft für Photogrammetrie, in 
Wien. Erster Adjiinktenkreis. — Fachsektion (1) für Mathematik und Astronomie. 

Nr. 3401. Am 2. Januar 1918: Herr Professor Dr. Konrad Waldemar Lakowitz, Oberlehrer am Königlichen 
G.vmnasium, Direktor der Naturforschenden Gesellschaft und Vorsitzender des Westpreufsischen 
Botanisch-Zoologischen Vereins, in Danzig. Fünfzehnter Adjunktenkreis. — Fachsektion (5) 
für Botanik. 

Gestorbene Mitglieder: 

Am 28. Dezember 1917 in Wien: Herr Obersanitätsrat Dr. Julius Mauthner, Professor für angewandte 
medizinische Chemie, in Wien. Aufgenommen den 8. Oktober 1888. 

Am 6. Januar 1918 in Halle a. S. : Herr Geheimer Regierungsrat Dr. Georg Ferdinand Louis Philippe Cantor, 
Professor der Mathematik an der Universität in Halle a S. Aufgenommen den 2. September 1889; 
Mitglied des Vorstandes der Fachsektion für Mathematik und Astronomie seit dem 10. Juli 1896. 

Am 15. Januar 1918 in Marburg: Herr Geheimer Medizinalrat Dr. Emil Wilhelm Mannkopff, Professor der 
speziellen Pathologie und Therapie, früher Direktor der Medizinischen Klinik der Universität in 
Marburg. Aufgenommen den 24. Januar 1884. 

Am 24. Januar 1918 in Dresden: Herr Hofrat Hermann Engelhardt, früher Oberlehrer an der Dreikönigs- 
schule in Dresden. Aufgenommen den 29. Januar 1881. 

Dr. A. Wangerin. 

Beiträge zur Kasse der Akademie. Rmk. pf. 

Januar 2. 1918. Von Hrn. Hofrat Professor Dolezal in Wien, Eintrittsgeld und Ablösung der 

Jahresbeiträge 87 69 

„ „ ,, „ „ Geheimen Regierungsrat Professor Dr. Conwentz in Berlin, Jahres- 
beitrag für 1918 6 — 

„ . ,. „ » )) Professor Dr. Sievers in Giefsen, Jahresbeiträge für 1914, 1915, 1916 

und 1917 24 — 

„ 5. ,, „ „ Geheimen Oberregierungsrat Professor Dr. Afsmann in Giefsen, Jahres- 
beitrag für 1918 6 — 

„ , „ „ „ Geheimen Modizinalrat Professor Dr. Hasse in Breslau, desgl. für 1918 6 — 

„ 7. ,. „ „ Geheimen Hofrat Professor Dr. Hantzsch in Leipzig, desgl. für 1918 6 — 



3 

RmJi. Pf. 

Januar 8. 1918. Von Hrn. Hofrat Professor Dr. Compter in Weimar, desgl. für 1918 .... 6 — 

„ „ ,, „ , Professor Dr. Halbfafs io Jena, desgl. für 1918 6 — 

, „ „ „ „ Geheimen Regierungsrat Professor Dr. Schwarz in Grunewald bei Berlin, 

Jahresbeiträge für 1917 und 1918 12 — 

„ „ „ „ „ Geheimen Hofiat Professor Dr. Spengel in Giefsen, Jahresbeitrag für 1918 6 — 

„ 9. „ „ „ Geheimen Studienrat Professor Dr. Bail in Danzig, desgl. für 1918 . 6 — 

„ „ „ n „ Professor Dr. Escherich in München, desgl. für 1918 6 — 

, „ „ ,, „ Geh. Medizinalrat Professor Dr. Fürbringor in Berlin, desgl. für 1918 6 — 

„ „ „ B ,1 Geh. Bergrat Prof. Dr. Keilhack in Wilmersdorf bei Berlin, desgl. für 1918 6 — 

„ „ „ „ „ Professor Dr. F. Müller in Weifser Hirsch bei Dresden, desgl. für 1918 6 — 

„ „ „ „ „ Geheimen Medizinalrat Professor Dr. Ribbert in Bonn, desgl. für 1918 6 — 

„ „ „ „ r Geh. Regierungsrat Professor Dr. A. Schmidt in Potsdam, desgl. für 1918 6 — 

„ 10. „ „- „ Geh. Oberbergrat Professor Dr. Beyschlag in Berlin, desgl. für 1918 6 — 

„ „ ,, „ „ Dr. Bolan in Hamburg, desgl. für 1918 6 — 

„ „ „ „ „ Geheimen Oberbergrat Bornhardt in Charlottenbnrg, desgl. für 1918 6 — 

., „ „ „ ,, Hofrat Professor Dr. Detmer in Jena, desgl. für 1918 6 — 

„ „ „ „ „ Hofrat Professor Engelhardt in Dresden, desgl. für 1918 .... 6 ^ 

„ „ „ „ „ Professor Dr. Güi-ich in Hamburg, desgl. für 1918 ...... . 6 — 

„ „ „ „ „ Professor Dr. von Hammer in Stuttgart, desgl. für 1918 6 — 

„ „ „ „ „ Geheimen Hofrat Professor Dr. Krazer in Karlsruhe, desgl. für 1918 6 — 

„ „ „ ^ „ Professor Dr. Ernst Voit in München, desgl. für 1918 6 — 

„ 12. „ „ „ Professor Dr. Abromeit in Königsberg, desgl. für 1918 6 — 

„ „ „ „ ,, Geheimen Regierungsrat Professor Dr. Börsch in Cassel, desgl. für 1918 6 — 

„ „ „ „ „ Professor Dr. Herbst in Heidelberg, desgl. für 1918 6 — 

„ „ „ n n Geheimen Bergrat Professor Hoppe in Clausthal, desgl. für 1918. . 6 — 

, „ „ „ „ Prof. Dr. Jadassühn in Breslau, Jahresbeiträge für 1916, 1917 und 1918 18 — 

„ „ „ „ „ Professor Dr. Koch in Heidelberg, Jahresbeitrag für 1918 .... 6 — 

,, „ „ „ „ Geh. Regierungsrat Professor Dr. G. Müller in Potsdam, desgl. für 1918 6 — 

„ 14. „ » „ Professor Baschin in Berlin, desgl. für 1918 6 — 

„ „ „ ,„ „ Geh. Regieriingsrat Professor Dr. Behrend ia Hannover, desgl. für 1918 6 — 

, „ „ „ „ Professor Dr. Lenk in Erlangen, desgl. für 1918 6 — 

y, „ „ „ , Geheimen Medizinalrat Professor Dr. Lesser in Breslau, desgl. für 1918 6 — 

„ „ „ » » Geh. Regierungsrat Professor Dr. Pliilippson in Bonn, desgl. für 1918 6 — 

„ „ „ „ „ Prof. Dr. Poske in Grofs-Lichterfelde, Jahresbeiträge für 1917 und 1918 12 — 

„ 16. „ n n Geh. Regierungsrat Prof. Dr. V. Anwers in Marburg, Jahresbeitrag für 1918 6 — 

., ), „ * II Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Baginsky in Charlottenburg, desgl. für 1918 6 — 

„ „ „ n !) Professor Dr. von Bunge in Basel, desgl. für 1918 6 — 

, „ „ n n Professor Dr. Kumm in Danzig, desgl. für 1918 6 — 

, „ ,, „ „ Professor Dr. Martin in Oegstgeest bei Leiden, desgl. für 1918 6 — 

„ 17. „ „ „ Professor Dr. Bolza in Freiburg, desgl. für 1918 6 — 

, „ „ „ „ Professor Dr. Uhlig in Tübingen, desgl. für 1918 6 — 

„ 19. „ » „ Professor Dr. Grofse in Bremen, desgl. für 1918 6 — 

„ „ „ „ „ Professor Dr. Kirchner in Würzburg, Jahresbeiträge für 1917 und 1918 12 — 

„ „ „ „ „ Geh. Regiernngsrat Prof Dr. Wagner in Göttiogen, Jahresbeitrag für 1918 6 — 

„ 22. „ „ „ Geheimen Hofrat Professor Dr. Henneberg in Darmstadt, desgl. für 1918 6 — 

„ „ „ I, n Geheimen Forstrat Professor Dr. Vater in TLarandt, desgl. für 1918 6 — 

r 24. „ n ji Geheimen Regierungsrat Professor Dr. Pax in Breslau, desgl. für 1918 6 — 

„ , „ „ „ Professor Dr. Rathke in Meran, desgl. für 1918 6 — 

„ 28. „ n „ Geheimen Regierungsrat Professor Dr. v. Lilienthal in Münster, Jahres- 
beiträge für 1916, 1917 und 1918 18 — 

„ „ „ „ „ Professor Dr. Pintner in Wien, Jahresbeiträge für 1917 und 1918 12 — 

Dr. A. Wangerin. 

1* 



Kaiserl. Leopoldiiiisch-Carolinisclie Deutsche Akademie der Naturforscher. 



A. Das Präsidium. 

Herr Geheimei- Regierungsrat Professor Dr. phil., Dr. med. h. c. A. Wangerin in Halle, Wilhelmstrafse 37, 
Präsident bis zum 28. März 1926. 

Herr Geheimer Medizinalrat Professor Dr. med., Dr. phil. h. c. W. Roux in Halle, Keichardtstrafse 20, Stell- 
vertreter bis zum 18. März 1920. 



B. Das Adjunktenkollegium. 

Im ersten Kreise (Österreich): 

1) Herr Hofrat Professor Dr. R. von Wettstein in Wien IU3, Rennweg 14, bis zum 22. Januar 1925. 

2) Herr Hofrat Professor Dr. J. von Hann in Wien XIX 1, Felix-Mottl-Gasse 11, bis zum 20. April 1922. 

3) Herr Hofrat Professor Dr. F. von Toula in Wien Vll, Kirchengasse 19, bis zum 12. September 1921. 

Im zweiten Kreise (Bayern diesseits des Rheins): 

1) Herr Geheimer Hofrat Professor Dr. E. Wiedemann in Erlangen, bis zum 24. Juni 1923. 

2) Herr Geheimer Rat Professor Dr. R. von Hertwig in München, Zoologisches Museum, bis zum 

12. August 1918. 

Im dritten Kreise (Württemberg und HohenzoUern): 
Herr Professor Dr. P. von Baumgarten in Tübingen, bis zum 20. Juni 1927. 

Im vierten Kreise (Baden): 
Herr Geheimer Rat Prof. Dr. F. Himstedt in Freiburg i. B., Göthestr. 8, bis zum 22. Januar 1925. 

Im fünften Kreise (Elsafs und Lothringen): 
Herr Geheimer Hofrat Professor Dr. F. Schur in Strafsbnrg, Ruprechtsauer Allee 58, bis zum 14. Juli 1926. 

Im sechsten Kreise (Grofsherzogtnm Hessen, Rheinpfalz, Nassau und Frankfurt a. M.): 
Herr Geheimer Hofrat Professor Dr. W. Spengel in Giefsen, Gartenstrafse 17, bis zum 21. Januar 1926. 

Im siebenten Kreise (Preufsische Rheinprovinz): 
Herr Geheimer Regierungsrat Professor Dr. F. Küstner in Bonn, Sternwarte, bis zum 18. Juli 1922. 

Im achten Kreise (Westphalen, Waldeck, Lippe und Hessen-Cassel): 
Herr Geheimer Regierungsrat Professor Dr. F. Richarz in Marburg, Renthof, bis zum 29. Januar 1928. 

Im neunten Kreise (Hannover, Bremen, Oldenburg und Braunschweig): 
UeiT Geheimer Regiernngsrat Professor Dr. E. Ehlers in Göttingen, Rosdorfer Weg 4, bis zum S.September 1925. 

Im zehnten Kreise (Schleswig-Holstein, Mecklenburg, Hamburg, Lübeck und Lauenburg): 
Herr Geheimer Regierungsrat Professor Dr. K. Brandt in Kiel, Zoologisches Institut, bis zum 25. Mai 1920. 

Im elften Kreise (Provinz Sachsen nebst Enklaven): 
Hen- Geheimer Medizinalrat Professor Dr. med. et phil. W. Roux in Halle, Reichardtstrafse 20, bis zum 

18. März 1920. 

Im zwölften Kreise (Thüringen): 
Herr Professor Dr. E. Haeckel, Exzellenz, in Jena, Ernst -Haeckel-Strafse 7, bis zum 15. März 1925. 

Im dreizehnten Kreise (Königreich Sachsen): 

1) Herr Geheimer Rat Professor Dr. W. Pfeffer in Leipzig, Linnestrafse 19, bis zum 19. Juni 1924. 

2) Herr Geheimer Rat Professor Dr. F. Marchand in Leipzig, Göthestrafse 6, bis zum 23. November 1919. 

Im vierzehnten Kreise (Schlesien) 
Herr Geheimer Regiernngsrat Professor Dr. F. Pax in Breslau IX, Göppertstrafse 2, bis zum 17. Oktober 1921. 
Im fünfzehnten Kreise (das übrige Preufsen): ' 

1) Herr Geheimer Bergrat Professor Dr. A. Jentzsch in Charlottenburg 2, Mommsenstrafse 22, bis zum 

28. Oktober 1923. 

2) Herr Geheimer Ober-Medizinalrat Professor Dr. W. von Waldeycr-Hartz in Charlottenburg II, Uhland- 

strafse 184, bis zum 23. Oktober 1918. 



0. Die Sektionsvorstände und deren Obmänner. 

1. Fachsektion für Mathematik und Astronomie: 

Herr Geheimer Kegieriingsiat Professor Dr. Krttger in Grofs- Lichterfelde W, Mommsenstr. 6, bis zum 
24. September 1927. 

, Geheimer Regierungsrat Professor Dr. A. Gutzmer in Halle, Wettinerstrafse 17, bis zum 15. November 1920. 

2. Fachsektion für Physik und iVleteorologie: 

Herr Geheimer Regierungsrat Professor Dr. F. Richarz in Marburg, Renfhof, Obmano, bis zum 8. September 1925. 
„ Hofrat Professor Dr. J. von Hann in Wien XIX 1, Felix-Mottl-Gasse 11, bis zum 20. August 1919. 
„ Hofrat Professor Dr. L. von Pfaundler in Graz, Merangasse 5, bis zum 17. Dezember 1919. 

3. Fachsektion für Chemie: 

Herr Geheimer Regierungsrat Professor Dr. 0. Wallach in Göttingen, Obmann, bis zum 26. Februar 1923. 
„ Geheimer Regierungsrat Geheimer Hofrat Professor Dr. E. Beckmann in Berlin-Dahlem, Thielallee 67, 

bis zum IH. März 1920. 
„ Wirklicher Geheimer Rat Professor Dr. C. Engler, Exzellenz, in Karlsruhe, Englerstrafse 3, bis zum 

24. Mai 1920. 

4. Fachsektion für Mineralogie und Geologie: 

Herr Professor Dr. F. Becke in Wien I, Universitätsplatz 2, Obmann, bis zum 17. Oktober 1923. 

, Geheimer Bergrat Professor Dr. W. Branca in Berlin N, Invalidenstrafse 43, bis zum 28. März 1926. 
„ Geheimer Hofrat Professor Dr. G. Linck in Jena, Carl- Zeifs- Platz 3, bis zum 6. September 1922. 

5. Fachsektion für Botanik: 

Herr Geheimer Ober -Regierungsrat Professor Dr. A. Engler in Dahlem -Steglitz bei Berlin, Obmann, bis 
zum 21. Dezember 1927. 
„ Geheimer Regierungsrat Professor Dr. S. Schwendener in Berlin W, Matthäikirchstrafse 28, bis 

zum 1. Dezember 1927. 
„ Geheimer Rat Professor Dr. W. Pfeffer in Leipzig, Linnestr. 19, bis zum 21. Februar 1926. 

6. Fachsektion für Zoologie und Anatomie: 

Herr Geheimer Regierungsrat Professor Dr. F. E. Schulze in Lichterfelde -West, Steglitzerstr. 40/41, Obmann, 
bis zum 18. März 1918. 
Geheimer Regierungsrat Professor Dr. E. Ehlers in Göttingen, Rosdorfer Weg 4, bis zum 17. Oktober 1923. 
, Geheimer Rat Professor Dr. M. Fürbringer in Heidelberg, bis zum 26. Februar 1926. 

7. Fachsektion für Physiologie: 

HeiT Hofrat, Ober- Sanitätsrat, Professor Dr. S. Exner in Wien VIII, Schlösselgasse 12, Obmann, bis zum 
31. Juli 1922. 
„ Geheimer Medizinalrat Professor Dr. V. Hensen in Kiel, Hegewischstrafse 5, bis zum 11. Juni 1918. 
„ Geheimer Rat Professor Dr. J. von Kries in Freibnrg i. B., Göthestr. 42, bis zum 19. Juli 1919. 

8. Fachsektion für Anthropologie, Ethnologie und Geographie: 

Professor Dr. med. et phil. W. von den Steinen in Steglitz bei Berlin, Friedrichstr. 1, Obmann, bis 
zum 21 November 1926. 
„ Geheimer Regierungsrat Professor Dr. A. Penck in Berlin NW 7, Georgenstrafse 34 — 36, bis zum 
21. Januar 1926. 
Professor Dr. E. von Drygalski in München -Bogenhausen, Gaufsstr. 6 11, bis zum 26. Oktober 1927. 

9. Fachsektion für wissenschaftliche Medizin: 

Herr Geheimer Ober-Medizinalrat Professor Dr. W. von Waldey er- Hartz in Charlottenburg II, Uhlandstr. 184, 

Obmann, bis zum 26. November 1922. 
„ Geheimer Rat Professor Dr. W. von Leube, Exzellenz, in Stuttgart, Neue Weinsteige 44, bis zum 

5. November 1925 
„ Professor Dr. P. von Banmgarten in Tübingen, bis zum 19. Dezember 1920. 



6 

D. Mitglieder-Verzeichnis. 

(Nach den Fachsektiüncn geordnet.) 
Berichtigt bis Ausgang Januar 1918.*) 

Sektion für Mathematik und Astronomie (1). 

a) Einheimische Mitglieder: 

Hr. Dr. Ing. h. c. Bertrab, H. K. J. L. W. von, Generalleutnant, Chef der Landesaufnahme. Vorsitzender der 

Obersten militärischen Vermessungsstelle im Deutschen Reiche, Exzellenz, in Berlin. 
„ Dr. Böhm, K., Profe>8or der Mathemai ik an der Technischen Hochschule in Karlsruhe, in Ettlingen 

bei Karlsruhe, Schöllbronner Strafse 83 a. 
„ Dr. Börsch, F. A. C. C, Geheimer Regierungsrat, Professor, früher Abteilungsvorsteher am Königl. 

Preufsischen Geodätischen Institut und Zentralbureau der Internationalen Erdmessung in Potsdam, 

in Cassel, Cölnische Strafse 128. 
, Dr. Boiza, 0., ord. Honorarprofessor der Mathematilj an der Universität, in Freiburg i. B., 

Reichsgrafenstrafse 10 III. 
„ Borrafs, E., Geheimer Regierungsrat, Professor, Abteilungsvorsteher im Königlichen Geodätischen Institnt 

in Potsdam. 
„ Dr. Brendel, 0. R. M., Professor an der Universität, in Frankfurt a. M., Friedrichstrafse. 
„ Dr. Burmester, L. E. H., Geheimer Hofrat, emer. Professor an der Technischen Hochschule, in München, 

Kaulbachstrafse 83. 
„ Dr. Cantor, M. B., Geheimer Hofrat, Prof. der Mathematik an der Universität, in Heidelberg, Gaisbergstr. 15. 
„ Cznber, E., Hofrat, Professor an der k. k. Technischen Hochschule, in Wien IV, Karlsplatz 13. 
„ Dr. Dantscher v. Kollesberg, V., Ritter, Professor der Mathematik an der Universität, in Graz, 

Rechenbaustrafse 29. 
„ Dr. Dingeldey, F. G. T. K. W. F., Geh. Hofrat, Professor der Mathematik an der Grofsh. Technischen 

Hochschule, in Darmstadt, Hofmannstr. 41. 
„ Dolezal, E., Hofrat, Profes'^or für Geodäsie an der k. k. Technischen Hochschule in Wien, Präsident 

der k. k. österreichischen Kommission für die Internationale Erdmessung, Präsident der Inter- 
nationalen Gesellschaft für Pbotogrammetrie, in Wien XIII, Prenzingerstr. 125. 
„ Dr. Dyck, W. A. F. v.. Geheimer Rat, Professor der Mathematik an der Technischen Hochschule, in 

München, Hildegardstrafse 5. 
„ Dr. Finger, J., Hofrat, Professor i. R. der reinen Mechanik an der Technischen Hochschule, Privat- 
dozent für analytische Mechanik an der Universität, in Wien IV, Alleegasse 35. 
„ Dr. Frege, F. L. G., Hofrat, Professor der Mathematik an der Universität, in Jena, Forstweg 29. 
, Dr. Fricke, K. E. R., Geheimer Hofrat, Professor der höheren Mathematik an der Technischen Hochschule, 

in Braunschweig, Kaiser-Wilhelm- Strafse 17. 
„ Dr. Frischauf, J., Profes^sor i. R. der Mathematik an der Universität, in Graz, Burgring 12. 
„ Dr. Graefe, H. F. K. K. F., Professor der Mathematik an der Technischen Hochschule, in Darmstadt, 

Heinrichstrafse 114. 
„ Dr. Grafsmann, H. E., Professor der Mathematik an der Universität, in Giefsen, Frankfurter Strafse 53. 
„ Dr. Günther, A. W. S., Geheimer Hofrat, Professor an der Technischen Hochschule, in München, Nikolaistr. 1. 
,, Dr. Gutzmer, C. F. A., Geheimer Regierungsrat, Professor der Mathematik an der Universität, in Halle, 

Wettinerstr. 17. Mitglied des Vorstandes der Sektion. 
„ Dr. Haentzschel, E. E. R., Professor an der Technischen Hochschule und am Köllnischen Gymnasium 

in Berlin, in Berlin- Haiensee, Johann-Georg-Strafse 20. 
„ Dr. Haid, F. M., Geh. Hofrat, Professor i. R. für praktii^che Geometrie und höhere Geodäsie an der 

Technischen Hochschule, in Karlsruhe, Stefanienstrafse 72. 
„ Dr. Hammer, E. H. H. v., Professor der Geodäsie und praktischen Astronomie an der Königl. Technischen 

Hochschule, in Stuttgart, Hegelstrafse 15 III. 
„ Dr. Hartmann, J. F., Geheimer Regierungsrat, Professor der Astronomie und Direktor der Sternwarte 

an der Universität, in Göttingen, Geismar-Landstrafse 13. 
„ Haufsmann, K. G. F., Geheimer Regierungsrat, Professor der Geodäsie an der Technischen Hochschule 

in Berlin, in Charlottenbnrg. 
„ Dr. Hanfsner, K. H. R., Geh. Hofrat, Professor der Mathematik, Direktor des Mathematischen Instituts 

nnd des Mathematischen Seminars an der Universität, in Jena, Stoystrafse 1. 
Dr. Hecker, E. A. 0., Gebeimer Regierungsrat, Professor, Direktor der Kaiserlichen Hauptsfation für 

Erdbebenforschung und des Zentralbureaus der Internationalen Seismologischen Association, in 

Strafsburg i. E., Herderstrafse 10. 



*) Um Anzeige etwaiger Versehen oder Unrichtigkeiten wird höflichst gebeten. 



Hr. Dr. Heffter, L. W. J., Professor der Mathematik an der üniversit<ät, in Fi-eiburg i. B, Jacdbistrafse lä. 

„ Dr. Henneher^, E. L., Geh. Hofrat, Professor der Mathematik an der TechniseLen Hochschule, in 
Darmstadt, Roqiietteweg 51. 

„ Dr. Hensel, K. \V. S., Geh. Reg. Rat, Professor der Mathematik an der Universität, in Marburg, Breiter Weg 7. 

„ Dr. Hessenberg, G. W., Professor der darstellenden Geometrie an der Technischen Hochschule, in 
Breslau 18 Güotherstrafse 5. 

„ Dr. Jahnke, P. R. E., Geh. Rergrat, Prof. an der Technischen Hochschule, in Berlin W 15, Darmstädterstr. 9. 

„ Dr. JoUes, St., Geh. Reg.Rat, Professor für darstellende Geometrie an der Technischen Hochschule in 
Berlin, wolinhaft in Haiensee bei Berlin, Kurfürstendamm 130 III. 

„ Dr. Kiepert, F.W. A. L., Geheimer Regieriingsrat, Professor der Mathematik an der Technischen Hoch- 
schule, in Hannover, Herrenhäuser Kirchweg 20. 

„ Dr. Killing, W. G. J., Geh. Reg.-Rat, Professor an der Akademie, in Münster i. W., Gartenstrafse 6. 

„ Dr. Klein, Ch. F., Geh. Reg.-Rat, emer. Professor der Mathematik an der Universität, in Göttingen, Wilhelm- 
Weber- Strafse 3. 

„ Dr. Knorre, V., Professor, erster Observator der Kgl. Sternwarte in Berlin, wohnhaft in Grofs-Lichter- 
felde-West bei iSerlin, Potsdamer.strafse 57. 

„ Dr. Kötter, E R., Geheimer Regierungsrat, Professor für darstellende Geometrie und graphische Statik 
an der Teciinischen Hochschule, in Aachen, Nizzaaliee 41. 

„ Dr. Krazer, C. A. J., Geheimer Hofrat, Professor der Mathematik an der Technischen Hochschule, in 
Karlsruhe, Westendstr. 57. 

„ Dr. Krüger, J. H. L , Geh. Regierungsrat, Professor, Abteilnngsvorsteher am Königlichen Geodätischen 
Institut in Potsdam, wohnhaft in Grofs- Lichterfelde W, Mommsenstrafse 6. Mitglied des Vor- 
standes der Sektion. 

„ Dr. Küstner, K. F., Geheimer Regiernngsrat, Professor der Astronomie und Direktor der Sternwarte 
an der Universität, in Bonn, Sternwarte. Adjunkt. 

, Dr. Lampe, K. 0. E., Geh. Reg.-Rat, Prof. an der Teciinischen Hochschule, in Berlin W 15, Fasanenstr. 64. 

„ Dr. Lilienthal, R. v.. Geh. Reg.-Rat, Prof. der Mathematik an der Universität, in Münster i. W., Riidolt'str. 16. 

„ Dr. Lindemann, C. L. F., Gi-heimer Hofrat, Professor der Mathematik an der Universität, in München, 
Kolberger Strafse 1 1 II. 

„ Dr. Loewy, A. H., ord. Honorarprofessor der Mathematik an der Universität, in Freiburg i. B., Thurnseestr. 20. 

„ Dr. Mehmke, R., Professor der Mathematik an der Technischen Hochschule, in Stuttgart, wohnhaft in 
Degerloch bei Stuttgart, Löwenstrafse 102. 

,. Dr. Meyer, F. W. F., Geheimer Regiernngsrat, Professor der Mathematik an der Universität, in Königs- 
berg, Villenkolonie Maraunenhof, Hoverbeckstrafse 13. 

„ Dr. Müller, H. F., P.rofessor, in Weifser Hirsch bei Dresden, Querstrafse 2. 

„ Dr. Müller, H. R. R., Professor der darstellenden Geometrie an der Technischen Hochschule, in Darm- 
stadt, Wiltmannstrafse 38. 

„ Dr. Nachtweh, W. R. A. A., Geh. Regierungsrat, Professor für mechanische Technologie und landwirt- 
schaftlichen Maschinenbau an der Technischen Hochschule, in Hannover, Herrenhäuser Kirchweg 17. 

„ Dr. Palisa, J., Regierungsrat, erster Adjunkt an der k. k. Universitäts-Sternwarte, in Währing bei Wien. 

„ Dr. Papperitz, J. E., Geheimer Bergrat, Professor der höheren Mathematik und darstellenden Geo- 
metrie an der Königl. Sächsischen Bergakademie, in Freiberg, Leipziger Strafse 8. 

„ Dr. Pick, G. A., Professor der Mathematik an der deutschen Universität, in Prag, Weinberge, Riegerpark 2. 

„ Dr. Pringsheim, A., Geh. Hofrat, Professor der Mathematik an der Universität, in München, Aicisstr. 12. 

„ Dr. Repsold, J. A., Mitinhaber der unter der Firma „A. Repsold & Söhne" geführten mechanischen 
Werkstatt, in Hamburg, Clans-Groth- Strafse 96. 

, Dr. Scheffers, G. W., Geh. Reg. Rat, Professor der darstellenden Geometrie und graphischen Statik an 
der Technischen Hochschule in Berlin (Charlottenburg), wohnhaft in Berlin- Dahlem, Wildenowstr. 40. 

„ Dr. Schlesinger, L., Professor der Mathematik an der Universität, in Giefsen, Bergstrafse 15. 

„ Dr. Schmidt, A. F. K., Geh. Regierungsrat, Vorstand des Meteorologisch-magnetischen Observatoriums 
in Potsdam und Honorarprofessor in der philosophischen Fakultät der Universität in Berlin, wohn- 
haft in Potsdam, Telegraphenberg. 

„ Dr. Schmidt, M. C. L., Geh. Hofrat, Ingenieur, Professor der Geodäsie und Topographie an der Tech- 
nischen Hochschule, in München, Franz- Josef- Strafse 13 III. 

„ Dr. Schönflies, A. M., Professor der Mathematik an der Universität, in Frankfurt a. M., Grill parzerstr. 59. 

„ Dr. Schotten, L. G. H., Direktor der stadtischen Oberrealschule, in Halle, Kohlschütterstr:ilse 5. 

„ Dr. Schräm, R. G., Hofrat, Leiter i. R. des k. k. Gradmes^ungsbureaus, in Wien XVIU, Staudgasse 1. 

„ Dr. Schumann, R., Hofrat, Professor für höhere Geodäsie und sphärische Astronomie an der k. k. 
Techtiischen Hochschule in Wien, Vorstand des k. k. Gradmessungs-Bnreans in Wien IV, 
Technische Hochschule, Karlsplatz. 

„ Dr. Schur, F. H., Geheimer Hofrat, russischer Staatsrat, Professor der Geometrie an der Universität, 
in Strafsburg i. E., Ruprechtsauer Allee 58. Adjunkt. 



Hr. Dr. Schwarz, C. H. A., Geb. Reg.-Rat, Professor in der philosophischen Fakultät der Universität in 
Berlin, wohnhaft in Grunewald, Hnmboldstraft<e 33. 
Dr. Seeliger, H. von, Geheimer Rat, Professor der Astronomie, in Bogenbansen bei München. 
" Dr. Stäckel, S. G. P., Gebeimer Hofrat, Professor der Mathematik, in Heidelberg, Scbeffelstrafse 7. 
, Dr. Staude, E. 0., Geb. Hofiat, Professor der Mathematik an der Universität, in Rostock, St.-Georg-Strafse 38. 
„ Dr. Stickelberger, L., Geh. Hofrat, Professor der Mathematik an der Universität, in Freibnrg i. B., 

Landsknechtstrafse 17. 
„ Dr. Thomae, C. J., Geh. Rat, Professor der Mathematik an der Universität, in Jena, Kasernenstr. 9. 
Dr. Vogler, W. I. C. A., Geh. Regierungsrat, Professor der Geodäsie an der Landwirtschaftlichen Hoch- 
schule in Berlin, in Chailottenburg, Knesebeckstr. 78/79. 
„ Dr. Vofs, A. E., Geb. Rat, Professor der Mathematik, in München, Habsburgerstrafse 1. 
„ Dr. phil. et med. Wangerin, F. H. A., Geh. Reg.-Rat, Professor der Mathematik an der Universität, 
in Halle, Wilhelmstrafse 37. Präsident der Akademie. 
Dr. Wiener, H. L. G.. Geh. Hofrat, Professor der Mathematik an der Technischen Hochschule, in Darm- 
stadt, Grüner Weg 28. 
„ Dr. Wolf, M. F. J. C., Geheimer Rat, Professor der Astronomie an der Universität, Direktor der Stern- 
warte Königstuhl, in Heidelberg. 

b) Auswärtige Mitglieder: 

Hr. Dr. Geiser, C. F., Professor der Mathematik an der Eidgen. Polytecbn. Schule, in Zürich, Küfsnacht. 
„ Dr. Hagen, J. G., Direktor der vatikanischen Sternwarte, in Rom. 
„ Dr. Hobson, E. W., Professor der reinen Mathematik an der Universität, in Cambridge (England), 

The Gables, Mount Pleasant. 
„ Dr. Le Paige, C. M. M. H. H., Professor der Mathematik an der Universität, in Lüttich. 
„ Dr. Levi-Civita, T., Professor der analytischen Mechanik an der Universität, in Padna, Via Altinata 14. 
, Dr. Lindstedt, A., Staatsrat, Professor der theoret. Mechanik an der Techn. Hochschule, in Stockholm. 
, Dr. Loria, G., Professor der höheren Geometrie an der Universität, in Genua, Piazza Manin 41. 
„ Dr. Mittag-Leffler, M. G., Professor der Mathematik an der Universität, in Stockholm, Djursholm. 
„ Dr. Neovius, E. R., Senator, Prof. der Mathematik an der Universität, in Kopenhagen, Chr. Vintbersvei 3 I. 
„ Dr. Nielsen, N., Professor der reinen Mathematik an der Universität, in Kopenhagen, St. Hans Torv 32 L 
„ Dr. Teixeira, F. G., Direktor der Academia Polytechnica, in Porto, rna de Costa Cabral 148. 
, Dr. Volterra, V., Senatore del Regno, Professor der mathematischen Physik an der Universität, in Rom, 

Via in Lucina 17. 

Sektion für Physik und Meteorologie (2). 

a) Einbeimische Mitglieder: 

Hr. Dr. med. et phil. Afsmann, R. A., Geb. Ober -Reg.-Rat, Professor an der Universität, in Giefsen, Gartenstr. 28. 
„ Dr. Benndorf, F. A. H., Professor der Physik an der Universität, in Graz, Physikalisches Institut. 
„ Dr. Bergwitz, K. F. A., Oberlehrer an der Herzog-Johaun-Albrecbt-Oberrealscbnle, Professor für 

Physik an der Technischen Hochschule, in Braunschweig, Altewiekring 65 
, Dr. Elster, J. P. L. J., Geh. Hofrat, Professor, Oberlehrer am Herzogl. Gymnasium, in Wolfenbüttel. 
„ Dr. Ettingsbansen, A. C. C. J. v., Hofrat, Professor der Physik an der Technischen Hochschule, in 

Graz, Glacistrafse 7. 
„ Dr. Exner, F., Professor der kosmischen Physik an der Universität, in Wien XIX, Hohe Warte 38. 
„ Dr. Exner, F. 8., Hofrat, Professor der Physik an der Universität, in Wien, Währinger Strafse 50. 
„ Dr. Feufsner, F. W., Professor für mathematische Physik an der Universität, in Marburg. 
, Dr. Finger, J., Hofrat. Professor i. R. der reinen Mechanik an der Technischen Hochschule, Privatdozent 

für analytische Mechanik an der Universität, in Wien IV, Alleegasse 35. 
„ Dr. Geitel, H. F. C, Geh. Hofrat, Prof, Oberlehrer am Herzogl. Gymnasium, in Wolfenbüttel, Neuer Weg 61 a. 
„ Dr. Grosse, J. W., Professor, Direktor des Meteorologischen Observatoriums, in Bremen, Freihafen. 
„ Dr. Hann, J. F. v., Hofrat, emer. Direktor d. k. k. Zentralanstalt für Meteorologie und Erdmagnetismus 

und Professor der kosmischen Physik an der Universität, in Wien XIX 1, Felix -Mottl- Gasse 11. 

Adjunkt. Mitglied des Vorstandes der Sektion. 
„ Dr. Himstedt, W. A. A. F., Geheimer Rat, Professor der Physik an der Universität, in Freiburg i. B., 

Göthestrafse 8. Adjunkt. 
, Dr. Holdefleifs, F. R. R. J. P., Professor für Landwirtschaft an der Universität, Vorsteher der Abteilung 

für Pflanzenbau und Meteorologie des Landwirtschaftlichen Instituts, in Halle, Hoher Weg 31. 
„ Hoppe, 0., Geh. Bergrat, Pjof. der Mechanik und Maschinenwissenschaften an der Bergakademie, in Clausthal. 
„ Dr. Jaumann G. , Professor der Physik an der k. k. Deutschen Technischen Hochschule, in Biünn. 
„ Jüptner von Jonstorff, H. A. M. ]S\, Freiherr, Professor für chemische Technologie anorganischer 

Stoffe an der k. k. Technischen Hochschule, in Wien IV, Favoritenstrafse 26. 
„ Dr. Kayser, H. J. G., Geb. Reg.-Rat, Professor der Physik, in Bonn, Humboldtstrafse 2. 



9 



Hr. Dr. Kittler, E., Geh. Rat, Professor an der Technischen Hochschule, in Darmstadt, Heerdwegstr. 71. 

„ Knipping, E. R. Th., in Hamburg 30, Gofslerstrafse 191. 

, Dr. Koch, K. R. v., Professor der Physik und Meteorologie an der Königl. Technischen Hochschule, 
Vorstand des Physikalischen Instituts, in Stuttgart, im Schule 3. 

„ Dr. Kohlrausch, W. F., Geh. Reg.-Rat, Professor für Elektrotechnik an der Technischen Hochschule, in 
Hannover, Nienburger Strafse 8. 

, Dr. Korn, A., Professor an der Technischen Hochschule, in Charlotlenburg, Schltiterstr. 25. 

„ Dr. Krüfs, A. H., Proft'Ssor, Inhaber des optischen Instituts von A. Krüfs, in Hamburg, Adolfbrücke 7. 

„ Dr. Lampa, A., Professor der Physik, Vorstand des Physikalischen Instituts an der Universität, in 
Prag II 1594, Weiiiberggasse 3. 

„ Dr. Lang, V. Edler v., Hofrat, emer. Professor der Physik an der Universität in Wien IX, Boltzmangasse 5. 

„ Dr. Lecher, E. K., Hofrat, Professor der Experimentalphysik und Vorstand des Physikalischen Instituts 
der Universität, in Wien IX, Türkenstrafse 3. 

„ Dr. Lehmann, 0., Geheimer Hofrat, Professor der Physik an der Technischen Hochschule, Vorstand des 
Physikalischen Instituts, in Karlsruhe, Kaiserstrafse 53. 

, Liznar, J., Professor an der k. k. Hochschule für Bodenkultur, in Wien XIX, Hochschnlstrafse. 

, Dr. Lohr, E. L. E., Professor, Assistent und Privatdozeut für das Gesamtgebiet der Physik an der 
deutschen Techni>chen Hochscliiile, in Brunn, Hutterteich 3. 

„ Dr. Lorenz, H., Geh. Reg.-Rat, Prof. an der Techn. Hochschule, io Danzig. (Danzig-Langfuhr, Johannisberg?.) 

„ Dr. Mack, K. F., Professor für Physik und Meteorologie an der Laadwirtschaftlichen Hochschule, Vor- 
stand des Physikalischen Kabinetts, Leiter der Meteorologischen Station 1. 0. und der Erdbeben- 
warte, in Hohenheim. 

, Mazelle, E. F. L., Hofrat, Direktor des k. k. maritimen Observatoriums, in Triest. 

„ Dr. Müller, C. H. G., Geh. Reg.-Rat, Prof., llauptobservator am Astrophyi-ikalischen Observatorium, in Potsdam. 

„ Dr. phil. et med. Nernst, W. H., Geheimer Reg''erungsrat, Professor, Direktor des Instituts für physi- 
kalische Chemie an der Universität, in Berlin W 35, am Karlsbad 26 a. 

„ Dr. Paschen, L. C. H. F., Professor der Physik aa der Universität, in Tübingen, Gmelinstrafse 6. 

„ Dr. Pfaundler, L. von, Hofrat, emer. Professor der Physik an der Universität, in Graz, Meran- 
ga'ise 5. Mitglied des Vorstandes der Sektion. 

„ Dr. Poske, F. W P., Geh. Studienrat, Professor, Oberlehrer a.D., in Grofs-Lichterfelde W, Friedbergstr. 5. 

„ Dr. Richarz, F. J. M., Geh. Regierungsrat, Professor der Physik und Direktor des Physikalischen Instituts 
der Universität, in Marburg, Renthof. Adjunkt. Ohmann des Vorstandes der Sektion. 

„ Dr. Schering, K. J. E., Geh. Hofrat, Professor der Physik an der Technischen Hochschule, in Darm- 
stadt, Roquetteweg 12. 

„ Dr. Schmidt, A. F. K., Geheimer Regierungsrat, Vorstand des Meteorologisch -magnetischen Obser- 
vatiiriums in Potsdam und Honorarprofessor in der philosophischen Fakultät der Universität in 
Berlin, in Potsdam, Telegrapheuberg. 

„ Dr. Schmidt, C. A. v.. Geheimer Hofrat, Professor a. D. an der oberen Abteilung des Realgymnasiums, 
in Stuttgart, Hegelstrafse 32- 

„ Dr. Schmidt, -K. F. E., Professor der Physik an der Universität, in Halle, Am Kirchtor 7. 

„ Dr. Schreiber, C. A. P., Ober-Regierungsrat, Professor, Direktor der Königl. Sachs. Landes-Wetterwarte, 
in Dresden, Gr. Meifsner Strafse 15. 

, Dr. Trabert, W., Hofrat, Direktor der k. k. Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, in Wien XIX, 
Hohe Warte 38. 

„ Dr. Tumlirz, 0., Professor der theoretischen Physik an der Universität, in Innsbruck, Tempelstr. 17. 

„ Dr. Voigt, W., Geh. Reg.-Rat, Professor der Physik an der Universität, in Göttingen, Grüner Weg 1. 

, Dr. Voit, E., Professor der angewandten Physik an der Techn. Hochschule, in München, Lercheufeldstr. 51II. 

, Dr. Voller, C. A., Professor, Direktor des Physikalischen Staats Laboratoriums, in Hamburg, Jungiusstr. 

„ Dr. Wafsmuth, A., Professor der mathematischen Physik an der Universität, in Graz, Sparbersbachgasse 39. 

„ Dr. Weber, H., Geh. Hofrat, emer. Professor der Physik an der Herzogt. Techn. Hochschule, in Braun- 
schweig, Spielmannstrafse 21. 

, Dr. Wiedemann, E., Geh. Hofrat, Professor der Physik an der Universität, in Erlangen. Adjunkt. 

„ Dr. Wirtz, K., Professor der Elektrotechnik an der Techn. Hochschule, in Darmstadt, Taunusstr. 11. 

b) Auswärtige Mitglieder: 

Hr. Bell, A. G., in Washington D. G. 
„ Dr. Döring, 0., Professor und Präsident der Argentinischen National-Akademie, in Cordoba. 
„ Dr. Ferrini, R., Professor der Physik an der Polytechnischen Hochschule, in Mailand, Via San Marco 14. 
„ Dr. Hepites, S., Professor der Physik an der Offizierschule, früher Direktor des Meteorologischen Instituts 

und des Lyceums zu St. Georg, in Bukarest. 
„ Holmgren, C. A., Professor der Physik an der Universität, in Lund. 

(Fortsetzung folgt.) 

Leopoldiaa LIV. 2 



10 

Biographische Mitteilung. Poliklinik geleitet, seitdem war er Vorstand des 

Am 28. Dezember 1917 starb in Wien Ober- ^°«*'*"*^ ^^ angewandte medizinische Chemie. Er 

sanitätsratProfessor Dr. JnliusManthner, M.A.N. ^""^ zahlreiche Fachschriften auf physiologisch- 

(vergl. Leop. LIV, p. 2). Er war am 26. September chemischem Gebiete veröfifentlicht. 
1852 in Wien geboren, wurde 1876 Assistent bei 

Ernst Ludwig, 1881 Privatdozent, 1885 aufserordent- Am 2. Januar 1918 feierte die Naturforschende 

licher und 1913 ordentlicher Professor der medi- Gesellschaf t zu Danzig das Fest ihres 175 jährigen 

zinischen Chemie an der Wiener Universität als Bestehens. Seitens unserer Akademie wurden die 

Nachfolger von Ludwig. Von 1893 bis 1913 hat Glückwünsche zu der Feier durch ein in Danzig 

er das Chemische Laboratorium der üniversitäts- wohnendes Mitglied. Herrn Dr. Wangerin, überbracht. 



Greorg- Caiitor. 

Von A. Wangerin. ') 

Am 6. Januar 1918 starb, zwei Monate vor Vollendung seines 73. Lebensjahres, zu Halle der 
Professor der Mathematik an der dortigen Universität, Geheimer Regierungsrat Georg Cantor. Er war 
seit dem 2. September 1889 Mitglied unserer Akademie, seit dem 10. Juli 1896 Mitglied des Vorstandes 
der Fachsektion für Mathematik und Astronomie. 

Georg Ferdinand Louis Philippe Cantor, am 7. März [19. Februar a. St.] 1845 in St. Peters- 
burg von deutschen Eltern geboren, wurde auf deutschen Schulen vorgebildet, auf dem Gymnasium In 
Wiesbaden, mehreren Privatschulen in Frankfurt a. M. sowie auf der Realschule und höheren Gewerbeschule 
(der jetzigen Technischen Hochschule) in Darmstadt. Im Herbst 1862 bezog er die Universität Zürich, 
die er schon nach einem Semester mit Berlin vertauschte. Im Sommer 1866 studierte er ein Semester in 
Göttingen, kehrte von da nach Berlin zurück und erwarb hier die philosophische Doktorwürde am 14. Dezember 
1867. Nachdem er im folgenden Jahre Mitglied des Schellbachschen Seminars für Lehrer der Mathematik 
gewesen, habilitierte er sich Ostern 1869 an der Universität Halle. Hier wirkte er drei Jahre als Privat- 
dozent, sieben Jahre als Extraordinarius und seit Ostern 1879 als Ordinarius. Eine Berufung an die 
Akademie in Münster hatte er ein Jahr zuvor ausgeschlagen. Im Sommer 1913 zwang ihn sein Gesundheits- 
znstand, vom Lehramt zurückzutreten. Eine reich gesegnete Lehrtätigkeit hat er während der ganzen Zeit 
von 1869 bis 1913 mit einigen durch Krankheit veranlafsten Unterbrechungen an der Halleschen Hoch- 
schule ausgeübt. Grofs ist die Zahl der Schüler, die ihm ihre Ausl^ildung verdanken, darunter die meisten 
Lehrer der Mathematik in der Provinz Sachsen, viele in anderen Landesteilen, auch einige Hochschuldozenten. 
Durch grofse Klaiheit und Eleganz seines Vortrages wufste er die Hörer nicht nur anzuziehen, sondern 
auch dauernd zu fesseln; er verstand es, sie in die Probleme der höheren Mathematik einzuführen, selbst 
in die schwierigsten. So manchen seiner Zuhörer hat er zu selbständiger wissenschaftlicher Arbeit angeregt, 
wie die unter seiner Leitung entstandenen Dissertationen zeigen. 

Neben der Lehrtätigkeit war seine Kraft vor allem wissenschaftlicher Arbeit gewidmet. Nicht 
allzu grofs ist die Zahl seiner Veröffentlichungen, desto gewichtiger aber ihr Inhalt. Die Dissertation und 
die Habilitationsschrift, sowie mehrere Ende der sechziger Jahre erschienene Abhandlungen betrafen Fragen 
der Zahlenlheorie. Von diesen ersten Arbeiten mag vielleicht die eine oder die andere von seinen Lehrern 
angeregt sein. Was er weiterhin verötFentlichte, war durchaus original und von höchster wissenschaftlicher 
Bedeutung. Dahin gehören zunächst seine Untersuchungen über die trigonometrischen, die sogenannten 
Fourierschen Reihen, deren Theorie er in wesentlichen Punkten vervollkommnete, dahin gehören vor allem 
seine Forschungen zur Mengenlehre, einer neuen mathematischen Disziplin, deren Grundlagen er vor mehr 
als 40 Jahren geschaffen hat, und die man als Mathematik des Unendlich- Grofsen bezeichnen kann. Bis 
dahin hatte in der Mathematik nur das werdende Unendliche Bürgerrecht gehabt, die Betrachtung ver- 
änderlicher Grofsen, die bei ihrer Änderung über alle Grenzen wachsen. Noch Gaufs, der „princeps 
malht-maticorum", wie ihn eine zu seinen Ehren geprägte Denkmünze nennt, verwarf ausdrücklich den 
Gebrauch einer unendlichen Gröfse als einer vollendeten. I<]s bedeutete dalier einen gewaltigen Fortschritt, 



') Auf Grund der am 10. Januar l'.ilb gelialtenen Trauerrede bearbeitet. 



11 



dafs es Cantor als erstem gelang, die Einführung von aktnal unendlichen Gröfsen (der Ausdruck „aktnal 
unendlich" rührt von ihm her) in die Arithmetik zu begründen. Er wurde darauf geführt durch Ver- 
gleichung der Menge der ganzen Zahlen mit der Menge aller Zahlen. Beide Mengen sind unendlich, 
aber nicht unendlich von derselben Art. Auf dieselbe Unterscheidung von unendlichen Gröfsen ver- 
schiedener Art führt die Vergleichung des Inhalts von Punktmengen. Fafst man auf einer unbegrenzten 
Geraden einmal alle Punkte ins Auge, die einen bestimmten gleichen Abstand voneinander haben, sodann 
die Gesamtheit aller Punkte der Geraden, das sogenannte lineare Continuum, so hat man zwei unendliche 
Mengen von Punkten, aber beide von ganz verschiedenem Inhalt. Wie kann man den Unterschied 
zwischen solchen verschiedenen Arten des Unendlich einer festen Begriffsbestimmung unterwerfen? 



Das war die Frage, die 
sich Cantor vorlegte, 
und deren Beant- 
wortung ihm durch 
Einführung des Begriffs 
der Mächtigkeit gelang. 
Er zeigte dann, dafs 
man gewisse aus den 
Punktmengen sich er- 
gebende Unendlich- 
keitssymbole den Rech- 
nungsgesetzen unter- 
werfen kann, und 
gelangte so zur Ein- 
führung der transfiniten 
Zahlen; damit definierte 
er zugleich die Fort- 
setzung der ganzen 
Zahlen über das Unend- 
liche hinaus. Auf dieser 
Grundlage baute er die 
Mengenlehre auf Es 
waren dabei neue Be- 
griffe zu bilden, streng 
abzugrenzen und aus 
der Operation mit ihnen 
weitere und weitere 
Folgerungen zu ziehen, 
eine Arbeit, die den 
grüfsten Scharfsinn, 
hohe mathematische 
Schöpfergabe und rege 




Phantasie erforderte ; 
alle diese Eigenschaften 
besafs Cantor. Er wurde 
80 der Schöpfer eines 
ganz neuen Zweiges der 
Mathematik, er gewann 
der Wissenschaft eine 
neue Domäne und be- 
reitete zugleich durch 
seine Methoden neue 
Werkzeuge für die 
mathematische For- 
schung. Die Haupt- 
bedeutung der neuen 
Disziplin liegt natürlich 
in den in ihr ent- 
wickelten Begriffen und 
den darin aufgestellten 
Sätzen. Darüber hinaus 
aber erwies sich die 
neue Lehre als aufser- 
ordeotlich fruchtbar 
auch für andere Gebiete 
der Mathematik, so 
zur Aufklärung vieler 
Fragen der Funktionen- 
theorie, ja für die 
strenge Begründung der 
höheren Analysis und 
der Geometrie. Der 
Mengenlehre sind Can- 
tors Arbeiten in den 



Jahren 1873 — 1897 gewidmet. Später hat er noch weiter gearbeitet, aber nichts gröfseres mehr veröffentlicht. 
Nicht sogleich wurden Cantors Verdienste gewürdigt: nur wenige, wie Weierstrafs, erkannten die 
Tragweite der neuen Konzeptionen. Andere ignorierten sie oder verhielten sich direkt ablehnend. So sagte 
mir im Jahre 1883 ein bedeutender Berliner Mathematiker, der Cantor sehr wohlwollte, es wäre doch 
nützlicher, wenn Cantor seinen Scharfsinn anderen mathematischen Problemen zuwendete. Er bedachte 
nicht, dafs sich das Genie seine Bahn nicht vorschreiben läfst. Über solche Ablehnungen und ebenso über 
eine spätere Kritik Henri Poincares ist die Wissenschaft zur Tagesordnung übergegangen. Immerhin verging 
einige Zeit, bis die Mengenlehre allgemeine Anerkennung fand. Das ist nicht verwunderlich; brauchen 
doch neue Ideen oft lange Zeit, um sich durchzusetzen. Schliefslich kam die Zeit der Anerkennung auch 
für Cantor; seit dem Anfang der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts begann die Mengenlehre sich 
siegreich durchzukämpfen. Immer mehr wurden Cantors Arbeiten studiert, immer mehr ihre Bedeutung 

2* 



12 

erkannt. Es entstand eine Fülle von Abhandlungen, die, an Cantor anknüpfend, teils die Mengenlehre 
weiter auszubauen, teils den einen oder anderen Punkt derselben zu erläutern suchten. Noch heute wächst 
die Zahl solcher Arbeiten beständig. Allein aus dem Jahre 1913, dem letzten Jahre vor dem Kriege, 
zähle ich 23 gröfsere Schriften und kleinere Aufsätze, die der Mengenlehre gewidmet sind. Auch die 
Philosophen wandten allmählich der neuen Lehre ihr Interesse zu, insbesondere die Logiker. 

Mit der Zahl der genannten Schriften wuchs auch Cantors Ruhm, und zwar nicht nur in Deutschland, 
sondern über dessen Grenzen hinaus in der ganzen mathematischen Welt, Es wurden ihm mannigfache 
-wissenschaftliche Ehrungen zuteil. So wurde ihm 1904 von der Royal Society in London die Sylvester- 
Medaille verliehen; er wurde Ehrendoktor der Universität Christiania 1902, der Universität St. Andrews 1911. 
Die Göttinger Gesellschaft der Wissenschaften und das Reale L-tituto Veneto di Szienze, Lettere ed Arti zu Venedig 
ernannten ihn zum Mitgliede, die London Mathematical Society und die mathematische Gesellschaft zu Charkow 
zum Ehrenmitsliede. Von unserer Akademie endlich wurde er, wie schon erwähnt, zum Mitglied, später zum 
Vorstandsmitgliede der Sektion für Mathematik und Astronomie gewählt. Welche Verehrung er bei seinen 
Fachgenossen genofs, das zeigte die Feier seines 70. Geburtstages, an der nicht nur Freunde, Kollegen 
und Schüler teilnahmen, sondern aufserdem eine Reihe hervorragender Mathematiker, die aus Jena, Göttingen, 
Frankfurt a. M., München und anderen Orten herbeigeeilt waren, um dem Meister zu huldigen. Bei dieser 
Feier, die ursprünglich als eine internationale gedacht war, aber des Krieges wegen auf eine rein deutsche 
beschränkt werden mufste, wurde Cantor eine besondere Ehrung dadurch erwiesen, dafs ihm seine Marmor- 
büste gestiftet wurde. Diese erst nach dem Geburtstage von dem Bildhauer Dr. Lobach angefertigte Büste 
ist im mathematischen Seminar der Universität Halle aufgestellt. Die Veranstaltung einer ähnlichen Feier 
zum goldenen Duktorjubiläum mufste Cantors Befindens wegen aufgegeben werden. Nur schriftliche Glück- 
wünsche wurden ihm in grofser Zahl übersandt. 

Noch auf ein anderes Verdienst des Heimgegangenen mufs hier hingewiefsen werden. In seinem 
Kopfe entstand zuerst der Gedanke, die deutschen Mathematiker zusammenzuschliefsen; seinen Bemühungen 
gelang 68 auch, die Schwierigkeiten, die sich der Verwirklichung des Planes entgegenstellten, zu überwinden 
und 1890 die Deutsche Mathematiker-Vereinigung zu gründen. Er war in den Jahren 1890 — 1893 ihr 
erster Vorsitzender. Aus bescheidenen Anfängen ist die Vereinigung zu immer gröfserer Blüte und inter- 
nationaler Bedeutung gelangt. Die Zahl ihrer Mitglieder beträgt zur Zeit ungefähr 800; ihr Jahresbericht 
gehört zu den angesehensten mathematischen Zeitschriften. — Cantors Plan ging noch weiter. Er dachte an 
eine Organisation, die nicht nur die diutschen Mathematiker, sondern die der ganzen Welt umfassen sollte. 
Liefs sich dieser Plan auch nicht verwirklichen, so ist es Cantors Anregung doch gelungen, die inter- 
nationalen Mathematikerkongresse ins Leben zu rufen, die 1897 in Zürich, 1900 in Paris, 1904 in Heidel- 
berg, 1908 in Rom, 1912 in Cambridge tagten. Der sechste Kongrefs, der 1916 in Stockholm zusammen- 
treten sollte, ist leider durch den Krieg vereitelt. 

Dieser Schilderung der wissenschaftlichen und der organisatorischen Tätigkeit des Verstorbenen 
seien noch einige Worte über seine Persönlichkeit hinzugefügt. Georg Cantor war kein einseitiger Fach- 
gelehrter, sondern ein Mann von vielseitigen geistigen Interessen. In seinen Mufsestnnden beschäfiigte er 
sich eifrig mit literarhistorischen und philosophischen Studien. Er war von grofser, imponierender Gestalt, 
geistvoll, liebenswürdig im Verkehr, in früheren Jahren lebhaft und anregend im Gespräch. Er war von 
lauterem Charakter, treu seinen Freunden, hilfreich, wo es nötig war. Bei allen, die ihn gekannt, wird die 
Erinnerung an den genialen und edlen Mann nie verlöschen. In der Wissenschaft aber wird sein Name 
fortleben bis in die spätesten Geschlechter. 

Terzeichuis von G. Cantors mathematischen Arbeiten. 

I. Abhandlungen zur Mengenlehre. 

1. Über eine Eigenschaft des Inbegriffs aller reellen alirehraischen Zahlen. Journal für die reine und angewandte 
Matbema'ik, l>e-t;riiii<let yon Crello, [Berlin, U.Reimer] Bd 77, 25s— 2ti2, 1S74. 

(Französische Ütper.seiziintc iu Aeta matheujatica Bd. 2.) 

2. Ein Beitrat: zur ManiiigfaltiKkeitsl.-hre. Crdle J. Bd ,S4, 242—258, 1&77. 

(Kranzösisflic Lber.setziiiis in A<ta math. Kd. 2.) 
:<. Über einen Sitz ans der Theorie der stetigen Mannigfaltigkeiten. Nachrichten der Göttinger Gesellschaft der 

Wissenschaften 1^79, 127—1^4. 
4, Über uuendlielio, lineare Puiikfmannijrfaltigkeiten I— VI. Miihematische Annalen (Leipzig, Tenbüer) Bd. 15, 1—7, 
1879; Bd 17, 3 -.5-3.18, ..'8Su; Bd. 2(», 1 l:t-l 21, 18>2; Bd. 21, r.l-.i-i ,i. 54.5—591, lt,8;i; Bd. 23, 453-488, I8S4. 
(Fran;6Ödische Übersetzung von II — IV in Acta math. Bd. 2.) 



13 

5. Grundlagen einer allgemeinen Mann'gfaltigrkeitslehre. Leipzig, B G. Teubner. 188S. 47 S. 

(Abdruck der tiiufren der unter 4 genannten Abliaudlungen. Ein Teil derselben ist in französischer Über- 
setzung auch in Acta math. Bd. 2 veröftVntlicht ) 

6. Sur divers tbeoreiues de la tli6orie des eusembles de puints situes dans un espace continu ä n dimensions. 
Acta niarheniatica. herausgegeben von G. Mittag -Leffler, (Siockholm) Hd 2, 4u9— 4i4, 18*3. 

7. De la pnissince des eusembles part^iits de pxints. Acta matli. Hd. 4, 382 — .M9I, 18s4. 

8. Über verschiedene Theoreiue aus der Theorie der Punktmengeu in einem n-t'ach ausgedehnten stetigen Räume. 
Acta math Bd. 7, 105— 124, Is^ö. 

9 Über die vfr>chiedeDen Standpunkte in Bezu? auf das actuale Unendliche. Zeitschrift für Philosophie und philo- 
sophische Kritik (Halle a S., E. M. Pfrtfer) Bd. 88. 224 IF., 18s5. 

(Auch in d^r Zeitschrift Natur und Olfenbarung (Münster) Bd. 32, S. 46—19 veröffen'licht ) 

10. Über die verschiedenen Ansichten in Beiusr auf die actual-uneudlichen Zahlen. Bihang tili Kongl. Svenska Vetens- 
kaps-Akadeuiieus handlingar (.Stock liulm) XI, Nr. in, l-iüti. (luS.) 

(Die erste Hallte dieser Note ist in den unter 9 anfjjefübrten, die zweite Hälfte, die auch mit dem Titel 
„Zur Frage des actualen Unendlichen" separat gedruckt ist, in dem folg' mlen Anfsati 11 enthalten.) 

11. Mitteilungen zur Lehre vom Traustiniten. I, 11. Zeitschr. f. Phil. u. phil. Kritik BJ. 91 u. 92. I8'57. 

12. Zur Lehre vom Transfinitt-n. Gesauimelte Abhandlungen. L Abteilung. Halle a. 8 , C. E. M. Pfeffer. 1890. 92 S. 

13. Über eine elementare Frage der Manuigfaltigkeitslenre. Jahresbericht der Deutschen Mathematiker -Vereinigung 
Bd. 1, -,5— 78, 1SH2. „ 

(Italienische Übersetzung in Rivista di matematica, diretta da G. Peano, [Turin] Bd. 2, 1^92). 

14. Sui numeri tran-finiti. Estratto di una l^ftera a G. Vivanti. Rivista di Mat. Bd. 5, 1U4 — 10», 1895. 

15. Lettera a G. Peano. Rivista di Mat. Bd 6, luS— 109, 1895. 

16. Beiträge zur Begründung der transfiniteu Mengenlehre 1,11. Math.Ann. Bd 46, 481— 512, 1895; Bd 49, 207— 246, 1897. 

(Die erste dieser beiden Abhandlungen ist in italienischer Übersetzung in Rivista dl Mat. Bd. 5, l^Wö, beide 
sind in franzosischer Übersetzung in den Memoires de la Soeietö des Sciences physiques et naturelles de Bordeaux, 
Serie 5, Bd. 3, 1899 erschienen.) 

II. Abhandlungen aus der Funktionentheorie. 

1. Über trigonometrische Reihen. 7 Anfsätze. Grelle J. Bd. 72, I.SO — l.i8 n. 139—142, 1870; Bd. 73, 294-296, 1871. 
Math.Ann. Bd 4, Ihh— 14s, 1871; Bd. 5, r.'3— 132, lb72; Bd 16, IM— 111 n. 2i)7 264, ibSu. 

(Von den beiden Aufsätzen in Math. Bd. 4 u 5 ist eine fr.inzösis. he Übersetzung in Acta math Bd. 2, 1883, 
veröffentlicljt, der erste Aufsaz aus Matn. Ann. Bd. 10 ist auch in Grunerts Archiv f. Math. u. Phys. Bd. 64, 1880, 
abgedruckt.) 

2. Zur Theorie der zahlentheoretiscben Funktionen. Göttinger Nachr. 1880, 161 — 168. 

(Abgedruckt in Maih. Ann. Bd. I« 5s:i— 588, 18s0) 

3. Über ein neues und allgemeines Coudeusationsprinzip der Singularitäten von Funktionen. Math. Ann. Bd. 19, 
588—594, 1882. 

TTT, Abhandlungen aus der Zahlentheorie und der Algebra. 

1. De aqnationibus secundi gradns indeterminatis. Dissertation. Berlin 1867. 

2. Zwei Satze aus der Theorie der binären und quadratischen Foruien. Schlömilch, Zeitschrift f. Mathem. u. Phys. 
(Leipzig, Teubner ) Bd. 13. 261 — 262, I86s. 

3. Über einfache Zahlen.systeme. Schlömilch, Ztse.hr. f. Ma'h u. Phys. Bd. 14, 121 — 127, 1869. 

4. Zwei Sätze über eine gewisse Zerlegung der Zahlen in unendliche Produkte. Schlömilch, Ztschr. f. Math. u. Phys. 
Bd 14, 152— 57, 1869. 

5. De trausformatione formarum ternarium quadraticarum. Habilitationsschrift. Halle 1869. 

6. Algebraische Notiz. Maih. Ann. Bd. 5, 133 -134, 1S72. 

7. Bemerknug zur Weierstjafs'-Cantorschen Theorie der Irrationalzahlen. Math.Ann. Bd. 33, 476, 1888. 

8. V6rification jusqu'ä lOOii du thfeoreme empiriqiie de Goldbach. Association Frangaise pour l'avancement des Sciences. 
Compte rendu de la 2310" Session. Cougres de Caen (lb94) 117—134, 1895. 

IV. Aufsätze zur Geschichte der Mathematik. 

1. Historische Notizen über die Wahrscheinlichkeitsrechnung. Abhandl. d. Natnrforsch. Gesellschaft zu Halle.- Jahr- 
gang 1873. 8 S. 

2. Ludwig Scheeffer (1859— 188.5). Nekrolog. Bibliotheea mathematica, herausg. von G. Eneström, Bd. 1, 197— 199, 1885. 

3. Em Brief von Carl Weiersirafs über das Dreikörperproblem. Rendiconti del Circolo Matematico di Palermo 
Bd. 19, 3UÖ— 3 ■», 190.1. 

Aiifserdem war Cantor Mitherausgeber des ersten Bandes vom Jahresbericht der Deutschen Mathematiker- 
Vereinigung (Berlin, G.Reimer), 1892. 



E. L. Tasclienberg. 

Zur Erinnerung an seinen 100. Geburtstag am 10. Januar 1918. 

Von seinem Sohne O. Taschenberg (M. A. N.). 

Motto: 'Tijg d' affeTijg jrfpcora 9-eol nQonÜQOid-iv ed-zjxav.' 

(Uesiod, Werke u. Tage, Vers 266.) 

Der Name Taschenberg kommt sehr vereinzelt vor und bietet in seinem Wortlaute wenige 
Anhaltspunkte, die auf seine Entstehung und ursprüngliche Bedeutung irgend welche sicheren Schlüsse 
zu ziehen gestatten könnten, sofern man nicht annimmt, dafs er ursprünglich zur Bezeichnung einer 



14 

örtlichkeit gedient hat; begegnet man ihm doch noch heute in einigen deutschen Städten als Namen für 
enge und entlegene Gassen. So in Dresden in der Nähe des Kgl. Schlosses und mit der vorgesetzten 
Präposition „am" in Nordhansen, wo in der ziemlich bergig ansteigenden Stadt „am Taschenberg" Gym- 
nasium und Progymnasium gelegen sind. 

Als Personenname tritt er in der Bibliographie zum ersten Male auf im Jahre 1734, wo ein 
Joannes Ludovicus Taschenberg auf Grund seiner lateinisch geschriebenen Dissertation zum Dr. med. 
in Jena 1734 promoviert wurde. i) 

Als ich im Herbste 1882 zum ersten Male im Interesse meiner 'Bibliotheca zoologica' im Reading 
Room des British Museum zu London arbeitete und bei der vorgeschriebenermafsen von jedem einzelnen 
der dort wissenschaftlich Tätigen geforderten Benutzung der damals noch geschriebenen, später gedruckten 
Bibliothekskataloge, um Bücher zu bestellen, fiel mein Blick unwillkürlich auf den Namen Taschenberg 
und zwar auf jene oben zitierte Dissertation. Dafs ich es mit dem Namen eines meiner Vorfahren zu tun 
hätte, ahnte ich nicht; erst als icli nach meiner Rückkehr in die Heimat meiuem Vater davon Mitteilung 
machte, erfuhr ich, dafs es sich um seioen eigenen Grofsvater handelt, der nach seiner Promotion in Jena 
sich als praktischer Arzt in dem unweit Naumburg im Saaletale hübsch gelegenen und später durch die 
Champagnerfabrik von Klos & Förster viel genannten Städtchen Freyburg a d. Unstrut niederliefs und dort 
auch Kreisphysikns wurde. Und in Naumburg erblickte mein Vater Ernst Ludwig Taschenberg am 10. Januar 
1818 als Sohn eines unbemittelten, aber allgemein geachteten Bürgerschullehrers, der sich später durch 
Gründung einer von den Töchtern der besseren Stände Naumburgs viel besuchten Privatschule viele Freunde 
erwarb, das Licht der Welt. Dafs sein Name später weit über die Grenzen seiner Heimat hinaus mit 
Achtung als der eines bekannten Entomologen genannt und dauernd mit der Literatur dieses Faches ver- 
knüpft bleiben werde, konnte damals niemand voraussagen. Er erhielt seinen ersten Schulunterricht auf 
der Bürgerschule seiner Vaterstadt, wurde dann am 25. April 1831 als Alumnus auf die benachbarte Landes- 
schule Pforta aufgenommen und verliefs sie mit dem Zeugnis der Reife am 6. September 1837, um nun in 
Leipzig und dann in Berlin Mathematik und Naturwissenschaften zu studieren. Er hatte in beiden Universitäts- 
städten Gelegenheit, bedeutende Fachprofessoren zu seinen Lehrern zu zählen. In Berlin hörte er den 
noch heute hoch geschätzten Anatomen und Physiologen Johannes Müller und den nicht minder hervor- 
ragenden Vertreter der Erdkunde Carl RHter; in Leipzig wirkte als Philosoph u. a. G. Fechner. Auf 
seinem eigensten Gebiete der Zoologie und insbesondere der Entomologie herrschte damals noch die alte 
systematische Richtung: von Schwägrichen ganz abgesehen, weder E. Fr. Pöppig in Leipzig, der durch 
seine Reisen in Amerika sich einen Namen erworben hatte, noch H. Karl Lichtenstein in Berlin, eben- 
falls als Reisender und zwar in Südafrika, wie nicht minder als Begründer des Berliner Zoologischen 
Gartens bekannt, können mit den Vorigen auf eine Stufe gestellt werden; dagegen war Wilh. Friedrich 
Erichson, ebenfalls in Berlin, ein auch heute noch hoch angesehener und verdienstvoller Entomologe; 
und gerade ihm verdankt Taschenberg die Grundlagen seiner Kenntnisse auf einem Gebiete, auf dem er 
selbst später viel genannt wurde. Nach beendigtem Studium erwarb er 1842 in Leipzig auf Grund einer 
nach den Bestimmungen der damaligen Zeit lediglich schriftlich eingereichten, nicht druckpflichtigen mathe- 
matischen Arbeit den Doktorgrad in der philosophischen Fakultät. Er war alsdann in einer Reihe von 
Jahren als Lehrer tätig und zwar zunächst bis Ostern 1847 in Halle an den Franckeschen Stiftungen, 
sowohl an der Bürgerschule, als an der vom Inspektor Ziemann dirigierten, noch jetzt in dem gleichen 
roten Gebäude bestehenden Realschule, wo er mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterricht als 
„Hilfslehrer' erteilte; denn das sogenannte Oberlehrerexamen hat er nicht gemacht. Dieser Aufenthalt 
in Halle war von entscheidendem Einflüsse für seine spätere Lebensrichtung und sein ganzes Lebens- 
schicksal. Denn er war hier speziell an zwei verschiedenen Stellen als Entomologe tätig und hatte 
Gelegenheit, seine in Berlin unter dem oben genannten Friedr. Erichson erworbenen Kenntnisse weiter 
auszubauen und durch selbständige Beobachtungen zu erweitern. Diese Gelegenheiten boten ihm einmal 
der Professor und Oberbergrat E. Fr. Germar, der an der Universität die Mineralogie vertrat, aber ans 
privater Liebhaberei eine bedeutende, durch vielfache Reisen bereicherte Insekten-, besonders Käfersammlnng 



•) Dissertatio inauguralis medica usu evacnantium niedicamentorum in febribus acutis, quam 
rectore academlae rnngnificKiitissinio st'reui.«.siiuo dnce ac douiinodouiino Carolo Aiigusto duce saxoniae inliiici cliviae 
mcintinmauKariae et guestpballae landgravio thurliigiae ret. ret. cousensu gratiosi medicuriiu] ordinis praeside U. Christian 
Gotbfredo Grunero, . . . pro trradu doctoria siiuiiuisque in medicina et cfiiriirgia bonoribn» ac privilegiis rite const-queiido 
a. d. 111. martii cioiocclxxxiiii. publice defendet auctor . . ., Nieskyensis Lusatus. Jenae, litteris Mavkianis. 8. (24 et 1 1 p.) 



15 

besafs — nach seinem Tode wurden von den Erben die Rüsselkäfer für das Zoologische Museum unserer 
Universität angekauft — und die Hilfe meines Vaters beim Ordnen derselben gern annahm; ferner aber 
und in noch höherem Grade die täglich mehrere Stunden beanspruchende ähnliche Beschäftigung in der 
unter Hermann Burmeister, dem hervorragenden Zoologen und wiederum speziellen Entomologen unserer 
Alma mater, stehenden ungewöhnlich reichhaltigen Insektensammlung des Zoologischen Museums. Bur- 
meister wufste es auch durchzusetzen, dafs mein Vater durch einen geringen Zuschufs von dem Gehalt des 
als „Inspektor" am Museum angestellten, seines Alters wegen aber nach mancher Richtung hin nicht mehr 
verwendbaren Herrn Buhle (s. meine Geschichte der Zoologie usw., p. 42) für seine Arbeit honoriert wurde. 
Bei der gänzlichen Vermögenslosigkeit meines Vaters und seinen geringen Einnahmen als Hilfslehrer am 
Waisenhause, wo man damals dem Hilfslehrer für jede einzelne Schulstunde baare „2 gute Groschen", d. h. 
sage und schreibe: 25 Pfennige bezahlte (!), mnfste er sich noch nach anderen Hilfsquellen umsehen, und 
da lag es am nächsten, seine Kenntnisse zur Schriflstellerei zu benutzen. Eigentümlicherweise trat er aber 
ursprünglich nicht als Entomologe, sondern als Botaniker an die Öffentlichkeit und begreiflicherweise 
nicht durch eigene Untersuchungen, sondern als Kompilator. Er gab 1843 ein „Handbuch der botanischen 
Kunstsprache" und 1845 „Deutschlands Pflanzengattungen, besonders zum Schulgebrauch zusammengestellt" 
heraus; beide Werkchen sind in Merseburg bei Garcke erschienen. Übrigens fällt seine erste Scbrift- 
stellerei der Einnahme wegen bereits in seine Universitätsjahre, wo er für das Pierersche Universallexikon, 
2. Aufl. (Altenburg anfangs der 40er Jahre) eine Reihe mathematischer Artikel schrieb. 

Es folgten für meinen Vater nun wohl die schwersten Jahre seines Lebens. Ostern 1847 verliefs 
er Halle und übernahm die Stelle des ersten Lehrers und, da gerade der Direktor Wohlwill erkrankt war, 
als dessen Stellvertreter die Leitung der jüdischen Jacobson-Schule in Seesen (Herzogtum Braunschweig). 
Hier hat er eine durchaus glückliche Zeit verlebt, zumal er sich, bevor er Halle verliefs, mit Bertha Heibig, 
der Zweitältesten Tochter des Salinen -Rendanten Heibig, verlobt hatte. Nach P/4 Jahren gab er aber 
diese ihm sehr zusagende Stellung — in jener Zeit war beiläufig auch der spätere Universitäts- Professor, 
damals noch Seminarlehrer Karl Moebius sein Kollege in Seesen — auf, weil sein Vater den Wunsch 
ausgesprochen hatte, ihn im Unterrichte an seiner sehr in Aufnahme gekommenen höheren Privat -Mädchen- 
schule zu unterstützen. Da sich sein Vater aber sehr bald darauf durch ihn kränkende Verhältnisse 
veranlafst sah, seine Schule aufzulösen, so war sein Sohn vollkommen an die Luft gesetzt und Obernahm 
(faut de mieux) Ostern 1851 die Stelle eines Rektors der Stadtschule in Zahna bei Wittenberg. Hier 
verheiratete er sich, und nach drei Jahren wurde ihm ein Sohn geboren, der die Namen Ernst Otto Wilhelm 
erhielt; er ist der Schreiber dieser Zeilen. Die Wertschätung Burmeisters für meinen Vater war seit 
jener Zeit, wo er als Hallischer Hilfslehrer dort bereits tätig gewesen war, so grofs, dafs er ihn aufforderte, 
nach dem Tode Buhles Ende 1855, nach Halle überzusiedeln und am 1. Januar 1856 die Stelle des 
„Inspektors am Zoologischen Museum" zu übernehmen. Damit war der Lieblingswunsch meines 
Vaters, sich ganz der Entomologie widmen zu können, erfüllt und sein weiteres Lebensschicksal fest- 
gelegt. Er hat sein Amt mit seltener Gewissenhaftigkeit unter drei Direktoren verwaltet bis zu seioem am 
19. Januar 1898, also acht Tage nach Vollendung seines 80. Leben.sjahres erfolgten Tode: unter Burmeister, 
der später nach Buenos Aires (Argentinien) übersiedelte, dann unter seinem Nachfolger C. G. Giebel, der 
im November 1881 starb, und unter Hermann Grenacher, der Ostern 1882 einem Rufe als Professor der 
Zooologie und Direktor des Zoologischen Instituts in Halle gefolgt war. Mein Vater wurde 1871 auf 
Antrag der philosophischen Fakultät unserer Universität zum etatsmäfsigen Professor extranrdinaiius ernannt, 
obgleich er sich niemals habilitiert hatte, und hielt von nun an Vorlesungen über das grofse und mannig- 
fache Gebiet der Entomologie. Mir, seinem einzigen Sohne — im Jahre 1858 war noch eine Tochter 
geboren — zuliebe, bat mein Vater, vom Wintersemester 1888 ab, von der Verpflichtung, Vorlesungen zu 
halten, entbunden zu werden, behielt aber die „Inspektorstelle" bei. Ich hatte mich im Jahre 1879 für 
Zoologie in Halle habilitiert, wurde 1882 Assistent unter Professor Grenacher, eine Stelle, die erst 
mit seiner Berufung nach Halle neu gegründet war, und 1887 aufserordentlicher, aber nicht etatsmäfsiger 
Professor, der gleichzeitig die Verpflichtung hatte, „sich den Sammlungen nach Art eines Kustos anzu- 
nehmen", was sich aber bis zum Tode meines Vaters nur auf den Teil derselben erstreckte, der nicht zu 
den Insekten gehörte, denn diese blieben, wie bereits hervorgehoben, unter der Verwaltung meines Vaters. 
Erst nach seinem Tode wurde mein Extraordinariat etatsmäfsig, und meine Verwaltung erstreckte sich auf 
die gesamte Sammlung, von der gerade der entomologische Teil die Hauptpflege beansprucht. Mit dem 



16 

Rücktritte meines Vaters vom Lebramte wurde ihm der Rote Adler-Orden 4. Klasse, aus Anlafs seines 
50jährigen Doktorjubiläums 1892 der Kronenoiden 3. Klasse verliehen. 

Die Einnahmen meines Vaters hatten sich mit seiner Übersiedelung nach Halle so wenig verbessert, 
dafs er sich einmal genötigt sah, Pensionäre, die die Schulen der Franckeschen Stiftungen besuchten, auf- 
zunehmen, und dann seine Schriftstellerei nicht nur fortzusetzen, sondern auch auszudehnen. Von nun an 
wandte er sich nur noch der Zoologie, im besonderen der Entomologie zu. Durch seine tägliche Beschäftigung 
mit der Insektensammlung des Zoologischen Museums schien ihm das Fahrwasser, in dem er sein Schifflein 
treiben liefs, ein für allemal vorgeschrieben zu sein. Und in der Tat sind viele seiner Veröffentlichungen 
auf verschiedene Insektengvuppen gegründet, deren Material eben durch jene Sammlung und auch durch 
seine eigene Sammeltätigkeit in der Umgebung von Halle geboten war. Aber im Laufe der Zeit dehnte 
sich sein schriftstellerisches Gebiet immer weiter aus und wandte sich besonders nach drei Richtungen hin 
solchen Gegenständen zu, die seinen Namen besonders bekannt gemacht und dafür gesorgt haben, dafs er 
dauernd mit unserer zoologischen, besonders entomologischen Wissenschaft verknüpft bleiben wird, i) 

Mein Vater hat einmal in systematischer Hinsicht ein früher sehr vernachlässigtes Gebiet bevorzugt 
und damit manchen dafür interessiert, nämlich die Kenntnis der Hymenopteren oder Wespen im weiteren 
Sinne. Sein Buch ,Die Hymenopteren Deutschlands" (1866) hat darin einen neuen Zeitabschnitt eröffnet. 
Alsdann hat er es sich angelegen sein lassen, die Kenntnisse der gesamten Insekten durch allgemein- 
verständliche Darstellung auch dem Laien zugänglich zu machen. Nach dieser Richtung sind vor 
allen Dingen zwei Werke zu nennen: ,Was da kriecht und fliegt! Bilder aus dem Insektenleben " , in 
erster Auflage 1861, in zweiter 1878 erschienen, und die Bearbeitung der „Insekten, Taasendfüfser 
und Spinnen" für Brehms Tierleben durch drei Auflagen hindurch, deren dritte noch 1892 (also sechs 
Jahre vor seinem Tode) erschien. Drittens aber ist es sein Verdienst gewesen, die Aufmerksamkeit des 
Landwirts, Gärtners, Forstmanns auf die unseren Kulturen schädlichen Insekten hinzulenken und gleich- 
zeitig die geeigneten Mittel zu ihrer Bekämpfung bekannt zu geben. Darauf bezieht sich eine ganze Reihe 
von selbständigen Werken und noch viel zahlreichere Aufsätze in Zeitschriften, wodurch sein Name all- 
gemein bekannt geworden ist. Der äufsere Anstofs zu diesen der Praxis dienenden Schriften bot sich für 
ihn, als am 30. Juni 1861 das Kgl. Landes- Ökonomie-Kollegium eine öffentliche Preisaufgabe ausschrieb, um 
die sich auch mein Vater bewarb. Er hatte das Gluck, sie mit dem ersten Preise von 100 Friedrichsdor 
gekrönt zu sehen, und übergab sie unter dem Titel „Die der Land wirthschaft schädlichen Insekten 
und Würmer" im Jahre 1865 der Öffentlichkeit. Diesem grundlegenden Werke folgten allmählich andere 
über die dem Gartenbau, dem Obstbau, den Forsten schädlichen Insekten, und als Schlufstein dieser Reihe 
die in fünf Teilen erschienene „Praktische Insektenkunde" (1879 — 80), in der alles zusammengefafst 
ist, was in jener Zeit auf diesem Gebiete der Erfahrung gewonnen war, einschliefslich auch jener kleinen 
Feinde, die sich zu unseren Hausgenossen zu machen verstanden haben und in Küche und Keller, im 
Kleiderschranke, Holze und in Polstermöbeln, und wo auch immer sich unnütz machen. Jahre lang hat er 
sich auch praktisch beteiligt an dem Kampfe gegen unsere „kleinen Feinde": er war seit 1875 im Dienste 
des Reichskanzleramtes als Sachverständiger in Reblansangelegenheiten tätig, bis ihm mit zunehmendem 
Alter die damit verbundenen Reisen unbequem wurden und zum Niederlegen des Amtes veranlafsten. 

Als sich im Dezember 1897 durch eine Hypertrophie der Prostata die Notwendigkeit ergab, 
Aufnahme im hiesigen Diakonissenhanse zu suchen, verliefs er das Zoologische Institut, auf dem er im 
Interesse der Insektensammlung bis zuletzt die feinsten Lupenuntersuchungen auszuführen imstande gewesen 
war, um es nie wieder betreten zu sollen. Am 10. Januar 1898 konnte er in jenem Krankenhause noch 
seinen 80. Geburtstag erleben, um acht Tage später durch ein langsames Einschlummern seinen Leiden zu 
erliegen. Er konnte auf ein langes, reiches und glückliches Leben zurückblicken, und für mich, seinen 
einzigen Sohn, dem gegenüber er sich stets nicht als gestrenger Vater, sondern als Freund und treuer 
Berater gezeigt hat, erscheint es als das höchste Glück, ihm meine Dankbarkeit zu zeigen, dafs ich ihm 
an dem Tage, wo er vor 100 Jahren das Licht der Welt erblickt hat, einige Worte der Erinnerung widmen 
durfte. Mag sein Name auch in Zukunft mit Anerkennung genannt werden! 



') Nach seinem Tode erschien im .Börsenblatt" (Leipzig, Nr. 22, 1898) ein Verzeichnis seiner selbständig im 
Buchhandel erschienenen Werke, dem ich bald darauf ebenda ein solches folgen liefs, das auch die mvisten seiner in 
Zeitschriften zerstreuten, kleineren und grüfseren Artikel als Ergänzung enthielt. 

Druck von Ehrhardt Karras G. m. b. H. in Halle (Saal«). 




JJUNQUAM /^^^S^/ OTIOSUS. 



LEOPOLDIIA 

AMTLICHES ORGAN 
DEK 

KAISERLICHEN LEOPOLDINISCH- CAROLINISCHEN DEUTSCHEN AKADEMIE 

DER NATURFORSCHER 

HERAUSGEGEBEN UNTER MITWIRKUNG DER SEKTIONSVORSTÄNDE VON DEM PRÄSIDENTEN 

DR. A. WANGERIN. 



Halle a. S. (wuheimstr. Nr. 37.) Heft LIV. — Nr. 2. Februar 1918. 



Inhalt: Wahl eines Vorstandsmitgliedes der Fachsektion (1) fiir Mathematik und Astronomie. — Wahl eines Vorstands- 
mitgliedes der Fachsektion (6) flir Zoologie und Anatomie. — Veränderungen im Personalbestande der 
Akademie. — Beiträge zur Kasse der Akademie. — Verzeichnis der Mitglieder (Fortsetzung). — Eingegangene 
Schriften. — Biographische Mitteilungen. — Feier des Sü. Geburtstages des Herrn Dr. J. Repsold in Hamburg. — 
Wilhelm I.orey; Max Simon y. - Kerichtignug zu dem Nekrolog für Georg Cantor (S lii). 

Wahl eines Vorstandsmitgliedes der Fachsektion |1) für Mathematik und Astronomie. 

Nach Eingang der unter dem 30. Januar 1918 erbetenen Vorschläge für die Wahl eines Vorstands- 
mitgliedes der Fachsektion (1) für Mathematik und Astronomie sind an alle stimmberechtigten Mitglieder 
dieser Sektion Wahlauffordernngen und Stimmzettel heute versandt worden. Sollte ein Mitglied diese 
Sendung nicht erbalten haben, so bitte ich, eine Nachsendnng vom Bureau der Akademie zn verlangen. 
Sämtliche Wahlberechtigte ersuche ich, ihre Stimmen baldmöglichst, spätestens bis zum 16. März 1918, 
an die Akademie einsenden zu wollen. 

Halle a. S., den '28. Februar 1918- Dr. A. Wangerin. 



Wahl eines Vorstandsmitgliedes der Fachsektion (6) für Zoologie und Anatomie. 

Nach § 14 der Statuten läuft am 18. März 1918 die Amtsdauer des Herrn Geheimen Regierungsrat 
Professor Dr. F. E. Schulze in Lichterfelde-West als Vorstandsmitglied der Fachsektion (6) für Zoologie und 
Anatomie ab (vergl. p. 5). 

Zn der erforderlichen Neuwahl sind die direkten Wahlaufforderungen und Stimmzettel sämtlichen 
stimmberechtigten Mitgliedern der genannten Fachsektion am 28. Februar 1918 zugesandt. Die Herren Emp- 
fänger ersuche ich, die ausgefüllten Stimmzettel baldmöglichst, spätestens bis zum 16. März 1918, an die 
Akademie zurückgelangen zu lassen. Sollte ein Mitglied die Sendung nicht empfangen haben, so bitte ich, 
eine Nachsendung vom Bureau der Akademie zu verlangen. 

Die Wiederwahl der ausscheidenden Vorstandsmitglieder ist zulässig. 

Halle a. S., den 28. Februar 1918. Dr. A. Wangerin. 



Leopoldina LIV. 

IV M 



Januar 31. 


1918. 


Von Hin 


Februar 2. 


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6. 







18 

Veränderungen im Personalbestande der Akademie. 

Gestorbene Mitglieder: 

Am 6. Januar 1917 in Cördoba: Herr Professor Dr. Oskar Döring. Präsident der Argentinischen National- 
Akademie in Cordoba. Aufgenommen den 23. November 1885. 

Am 27. Januar 1918 in Oberstdorf (AUgäu): Herr Dr. Carl Friedrich August Rothpletz. Professor der 
Geologie an der Universität in München, Direktor der geologischen und paläontologischen 
Samminngen des Bayrischen Staates, in Mtinchen. Aufgenommen den 8. Oktober 1898. 

Dr. A. Wangerin. 

Beiträge zur Kasse der Akademie. Rmk. pf. 

Geh. Reg.-Rat Professor Dr. Killing in Münster, Jahresbeitrag für 1918 G — 

Professor Dr. Weule in Leipzig, desgl. für 1918 ti — 

Professor Dr. Bamberger in Wien, Jahresbeiträge für 1917 und 1918 12 50 

Professor Dr. Stobbe in Leipzig, Jahresbeitrag für 1918 »3 — 

Professor Dr. Jannasch in Heidelberg, desgl. für 1918 ti — 

„ , „ „ „ Geheimen Hofrat Professor Di-. Schering in Darmstadt, Jahresbeiträge 

für 1917 und 1918 12 — 

„ „ „ „ „ GeLeimen Regierungsrat Professor Dr. Supan in Breslau, Jahresbeiträge 

für 1916, 1917 und 1918 18 — 

, 7. .. n n Professor Dr. Lönnberg in Stockholm, Jahresbeitrag für 1918 ... 6 — 

,, 9. „ „ ,, Geheimen Regiernngsrat Professor Dr. Rörig in Grofs- Lichterfelde, 

desgl. für 1918 6 — 

11. ,. , „ Professor Dr. v. Sufsdorf in Stuttgart, desgl. für 1918 6 — 

16. „ ,. ,. Geheimen Hofrat Professor Dr. Linck in Jena, Jahresbeiträge für 1915, 

1916, 1917 und 1918 24 — 

19. „ „ „ Hofrat Professor Dolezal in Wien, Restzahlung auf Eintrittsgeld und 

Ablösung der Jahresbeiträge 3 09 

,. „ „ ,. ,. HofratProf. Dr. Höfer, Edler von Ileimlialt in Wien, Jahresbeitrag für 1918 (> — 

20. „ „ ,. Geh.BergratProf. Dr. Busz in Munster, Jahresbeiträge für 1917 und 1918 12 — 

Dr. A. Wangerin. 

M i t g 1 i e d e r - Ve r z e i c h n i s. 

(Nach den Fachsektioneu geordnet.) 
Berichtigt bis Ausgang Januar 1918.*) 

(FortsetzuDg.) 

Sektion für Chemie (3). 

a) Einheimische Mitglieder: 

Hr. Dr. Anschütz, P. R., Professor der Chemie und Direktor des Chemischen Instituts der Universität in 
Bonn, wohnhaft in Poppeisdorf, Meckenheimer Strafse 158. 

,. Dr. Arnold, C. J. M., Geh. Regierungsrat, Professor der Chemie und Vorstand des Chemischen Instituts 
an der Königlichen Tierärztlichen Hochschule, in Hannover, Corvinusstr. 2. 

,, Dr. Auwers, K. F. von, Geh. Reg.-Rat, Professor der Chemie und Direktor des Chemischen Instituts an 
der Universität, in Marburg. 

,.- Dr. Bamberger, M. G. M., Profe.-sor der anorganischen Chemie und Enzyklopädie der technischen Chemie 
an der k. k. Technischen Hochschule, in Wien XIX, Hietzing, Uadiligasse 74. 

, Dr. Bauer, A. A. E., Hofrat, Professor i. R., in Wien 1, Gluckgasse 3. 

„ Dr. Beckmann, E. 0., Geheimer Regierungsrat, Geheimer Hofiat, Professor, Ehrendoktor der technischen 
Wissenschaften, Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Chemie in Dahlem, wohnhaft in Berlin- 
Dahlem, Thielallee 67. Mitglied des Vorstandes der Sektion. 



*) Um Anzeige etwaiger Versehen oder Unrichtigkeiten wird höflichst gebeten. 



^19 

Hr. Dr. Beckurts, A. li., Uelieimer Jledizinalrat, Piofessor der pharmazeutischen und analytischen Chemie 

an der Teclinischen Hociischule, in Brannscliweig, am Gaufsberge 4. 
„ Dr. Behrend, A. F. R., Geh. IJeg.-Rat, Professor, in Hannover. Herrenhauser Kirchweg 20. 
„ Dr. Blochmann, G. R R., Professor der Chemie an der Universität, in Königsberg, Hinterrofsgarten 24. 
„ Dr. Bunte. H. H. C, Geh. Rat, Professor der chemischen Technologie, Vorstand des Chemisch-techn. 

Instituts und der Chemiscli-techn. Prüfungs- und Versuchsanstalt, in Karlsruhe, Kriegstrafse 148. 
„ Dr. Claisen. L. R., Geh. Reg.-Rat, früher Professor der Chemie in Kiel, in Godesberg a. Rh., Augnstastr. 24. 
„ Dr. Conrad. M. J., früher Prof, der Chemie und Mineralogie an der Forstl. Hochschule, in AschaflTenburg. 
„ Dr. Decker, H.. Privatdozent der Chemie au der Technischen Hochschule, in Hannover, AUeestrafse 5. 
, Dr. Delbrück. M. E. .!., Geh. Reg.-Rat, Professor, Vorsteher des Instituts für Gärungsgewerbe und 

Stärkefabrikation, in Berlin N 05, Seestrafse. 
„ Dr. Duisberg, C. , Geh. Reg.-Rat, Professor, in Leverkusen bei Cöln a. Rh. 
„ Dr. Eder, J. M., Hofrat, Professor an der k. k. Technischen Hochschule und Direktor der kaiserlichen 

Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie und Reproduktionsverfahren, in Wien VII, West- 

bahnstrafse 25. 
„ Dr. Elbs, K. J.. Geh. Hofrat, Professor der Chemie an der Universität, in Giefsen, Hofmannstr. 5. 
„ Dr. Engler, C. Exzellenz, Wirklicher Gcli. Rat. Professor der Chemie, Direktor des Chemischen Instituts 

an der Technischen Hochschule, in Karlsruhe, Englerstr. 3. Mitglied des Vorstandes der Sektion. 
„ Dr. Erdmann, E. J.. ordentl. Honorarprofessor und Leiter des provisorischen Laboratoriums für an- 
gewandte Chemie an der Universität, in Halle, Margaretenstrafse 1. 
„ Dr. Feist, F., a. o. Professor der Ciiemie und Abteilungsvorsteher am Chemischen Institut der Universität, 

in Kiel, Düsternbrook 134. 
„ 1/r. Fresenius, T. W.. Professor, Direktor und Mitinhaber des Laboratoriums Fresenius, in Wiesbaden, 

Kapellenstrafse 63. 
„ Dr. Gabriel, S., Geh. Reg.-Rat, Professor, Abteilungsvorstelier am Chemischen Universitätslaboratorium, 

in Berlin NW 40, Reichstagsufei- 2 II. 
„ Dr. Gattermann, F. A. L., Professor, in Freiburg i. B., Stadtstrafse 13. 
„ Dr. Giesel, F. 0.. Leitender Chemiker der Chininfabrik Braunschweig Buchler it Co., in Braunschweig, 

Obergstrafse 2. 
„ Dr. Graebe, J. P. C, Professor, in Frankfurt ;i. M., Westendstrafse 28. 

„ Dr. Hantzsch, A. R., Geh. Hofrat, Professor der Chemie an der Universität, in Leipzig, Liebigstrafse 18. 
„ Dr. Harries, C. D., Geh. Reg.-Rat, früher Professor der Chemie an der Universität Kiel, Mitglied des 

Anfsichtsrats der Firma Siemens t*t Halske in Berlin-Grunewald, Hoehmannstr. 13. 
„ Dr. Hintz. E. J., Profes.sor, in Wiesbaden, Nerobcrgstrafse 24. 

„ Dr. Hornberger, K. R., Geheimer Regiernngsrat. Professor an der Kgl. Forstakademie, in Münden. 
„ Dr. Jannasch, P. E., Professor der Chemie an der Universität, in Heidelberg, Rohrbacher Strafse 45. 
„ Dr. Jobst, F. H. C. J. v., Exzellenz, Geh. Rat, Ehrenpräsident der Handelskammer, in Stuttgart, Militärstr. 22. 
„ Jtiptncr von Jonstorff. H. A. M. N., Freiherr, Professor für chemische Technologie anorganischer 

Stotfe an der k, k. Technischen Hochschule, in Wien IV^, Favoritenstrafse 26. 
„ Dr. Kiliani. H., Geheimer Hofrat, Professor für Chemie, in Freiburg i. B , Stadtstrafse 13a. 
„ Dr. König, F. J., Geh. Reg.-Rat, Prof., Vorsteher der Agiükultur-ehem. Versuchsstation, in Münster i. W., 

Südstrafse 70. 
, Dr. Krafft. F. W>L. E,, Prof in der naturwissenschat'tl,- mathematischen Fakultät der Universität und 

Leiter eines Privatlaboratoriums f. Unterricht u. wissenschaftl. Forschung, in Heidelberg, Block 83. 
„ Dr. Kremann, R, Professor der allgemeinen und physikalischen Chemie an der Universität, in Graz, 

Kaiser-Josef-Platz 6. 
„ Dr. Krensler, G. A. E. W. U., Geh. Reg.-Rat. Professor der Agrikulturchemie an der Landwirtschaftl. 

Akademie, Dirigent der Versuchsstation in Poppeisdorf, in Bonn, Kirschenallee 21. 
„ Dr. Landauer, J., Kaufmann und Chemiker, in Braunschweig. 

„ Dr. Lippmann, E. 0. v., Professor, Direktor der „Zuckerraffinerie Halle", in Halle, Raffineriestrafe 28. 
„ Dr. Meyer. L. H., Professor der Chemie, Vorstand des Chemischen Laboratoriums an der Universität, 

in Prag, Salmgasse 1. 
, Dr. Meyer, R. E., Geheimrat, Prof. der Chemie anderTechn. Hochschule, in Braunschweig, Bismarckstr. 14. 
„ Dr. Mühlau. B. J. R., Professor für Chemie der Textilindustrie, Farbenchemie und Färbereitechnik, in 

Dresden-A., Franklinstrafse 7. 
„ ü)-. phil. et med. Nernst, W. H., Geheimer Regierungsrat. Professor, Direktor des Instituts für physi- 
kalische Chemie an der Universität, in Berlin W 35, am Karlsbad 26 a. 
, Dr. Nölting, E., in Mülhausen i. E. 
, Dr. Ost, F. H. Th., Geh. Reg.-Rat, Professor der techn. Chemie an der Techn. Hochschule, in Hannover, 

Jägerstrafse 2. 
„ Dr. Petersen, Th., Professor, Präsident der Chem. Gesellschaft, in Frankfurt a. M., Gr. Hirschgraben 11 II. 
„ Dr. Precht, 6., Professor, in Hannover, Seelhorststi'afse 28. 

3* 



20 

Hr. Dr. Katiike, H. B., einer. Professur der Chemie in Marburg, in Meran (Tirol), Pension Ottoburg. 
., Dr. Eeifsert, K. A., Regierungsrat a. D., Professor der Chemie an der Universität, in Marburg, am Schlag 1. 
,. Dr. Schmidt, E. A., Geh. Reg.-Rat, Professor der pharmazeutischen Chemie, Direktor des Pharmazeut. 

chemischen Instituts der Universität, in Marburg. 
, Dr. Schultz, G. Th. A. 0., Professor, in München. Adalbertstral'se 1001. 

,. Dr. Staedel. W., Geh. Hofrat, Prof. der Chemie an der Techn. Hochschule, in Darmstadt, Herdweg 75. 
,, Dr. Stobbe, J H. A. A., Professor der Chemie an der Universität, in Leipzig, Simsonstrafse 4 HI. 
,, Dr. Strunz, F., Professor für Geschichte der Naturwissenschaften und Naturphilosophie an der k. k. 

Technischen Hochschule, Direktor der Wiener Urania, in Wien XVU. Dornbacherstr. 86. 
, Dr. Thiele, F. C. J., Professor der Chemie und Direktor de.s Chemischcu Instit»its an der Universität, 

in Strafsburg i. E., Chemisches Institut. 
,. Dr. Vorländer, D., Professor der Chemie und Direktor des Chemischen Instituts an der Universität, 

in Halle, Robert • Franz - Strafse 10. 
„ Dr. Wallach, 0.. Geh. Reg.-Rat, Professor der Chemie an der Universität, in Göttingen. Obmann des 

Vorstandes der Sektion. 
„ Dr. Will, C. W., Geh. Regierungsrat, Professor der Chemie an der Universität, in Berlin, wohnhaft in 

Grunewald bei Berlin, Dunckerstral'se 4. 
,. Dr. Willgerodt, H. C. Chr., Hofrat, Professor i. R. der anorganischen Chemie und Technologie an der 

Universität, in Freiburg i. B., Jacobistrafse 13 Hl. 
„ Dr. Windisch, K. A., Professor der Chemie und landwirtschaftlichen Technologie an der Landwirt- 
schaftlichen Hochschule, Direktor des Königlichen Technologischen Institutes (Versuchsstation für 

Gärungsgewerbe), in Hohenheim. 
^ Dr. Zincke, E. C. Th., Geh. Reg.-Rat, Piofessor der Chemie und Direktor des Chemischen Instituts der 

Universität, in Marburg. 

b) Auswärtige Mitglieder: 

Hr. Dr. Bunge, G. v., Professor der physiologischen Chemie an der Universität, ia Basel. — Auf Wunsch 

dem fünften Adjunktenkreise zugeteilt. 
, Dr. Goppelsroeder, C. F., Professor, in Basel, Leimenstralse 51. 
„ Dr. Liversidge, A., Professor der Chemie und Mineralogie, in Fieldhead. George Road, Coombe Warren, 

Kingston, Surrey. 
,, Dr. Lunge, G., Professor der technischen Chemie und Vorstand der Technisch -chemischen Abteilung 

der Eidgen. Polytechnischen Schule in Zürich, wohnhaft in Hottingen-Zürich. 
„ Dr. Prinsen Geerligs, H. C. P., Direktor der Filiale Niederlande der javanischen Zucker -Versuchsstation, 

in Amsterdam. Wanningstraat 17. 

Sektion für Mineralogie und Geologie (4). 

a) Einheimische Mitglieder: 

Hr. Dr. Ammon. J. G. F. L. v., Oberbergdirektor und Honorarprofessor .-in der Technischen Hochschule, in 
München, Akademiestrafse 13. 

, Dr. Becke, F. J. K., Professor der Mineralogie an der Universität, in Wien 1. Universitätsplatz 2. Ob- 
mann des Vorstandes der Sektion. 

„ Dr. Beckenkamp, J., Professor der Mineralogie an der Universität, in Würzburg, Pleicherglacistr. 49. 

n Dr. Berendt, G. M.. Geh. Bergrat, lyandesgeolog und Profe.ssor a. D. der Geologie an der Universität 
in Berlin, in Friedenau- Berlin, Kaiserallee 120. 
Dl'. Beyschlag, F. H. A., Geheimer Ober-Rergrat. Professor. Direktor d. K. Geol. Landesanstalt zu 
Berlin, Invalidenstrafse 44. 

„ Dr. Boeb«, H. E., Professor der Mineralogie und Petrographic an der Universität, in Frankfurt a. M., 
Cronstettenstrafse 9. 

„ Bernhardt, F. W. K. E., Geheimer Ober-Bergrat. Vortragender Rat im Ministerium, in Charlottenbnrg, 
Dernljurgstrafse 49. 

„ Dr. Branea. C. W. F., Geh. Bergrat. Professor, Direktor der geologisch-paläontologischen Abteilung des 
Museums für Naturkunde, in Berlin N, Invalidenstrafse 43. Mitglied des Vorstandes der Sektion. 

„ Dr. Brauns, R. A., Geheimer Bergrat, Professor der Mineralogie, in Bonn, Kronprinzenstr. 33. 

, Dr. Busz, K. H. E. G., Geh. Bergrat, Professor an der Universität, in Münster i. W., Heerdestrafse 16. 

„ Dr. Comptcr, K. G. A., Hofrat, Professor, in Weimar, Luisenstr. 4 ]. 

„ Dr. Deichmüller, J. V., Ilofrat, Professor, Kustos des K. Mineralogischen, Geologischen und Prä- 
historischeu Museums, in Dresden -Striefsen, Bergmanustrafse 18 I. 

r Dr. Doelter (y Ci.-iterich) , C, Hofrat, Professor der Mineralogie und Petrographie, Vorstand des 
Mineralogischen Instituts der Universität, in Wien, Franzensring. 



21 

Hr. Dr. Eck, H. A. v., Professor a. D. der Mineralogie und Geologie an der Technischen Hochschule, in 
Stuttgart, Weifsenburger Strafse 4 B H. 

„ Dr. Engel, K. T., Pfarrer, in Klein -Ei^lingen, Oberamt Göppingen. 

„ Dr. Felix, F. J., Professor für Geologie und Paläontologie an der Univeisität, in Leipzig, Gellertstr. 3. 

„ Günther, 0., Chemiker, in Düsseldorf, Beethovenstrafse ly. 

, Dr. Gürich, (J. J. E., Direktor des Mineralogisch-geologischen Instituts und Professor am Kolonialinstitut 
in Hamburg, Lübecker Tor 22. 

„ Dr. Hirschwald, J., Geh. Reg.-Rat, Professor der Mineralogie und Geologie und Vorsteher des 
Mineralogischen Instituts der Techn. Hochschule in Charlottenbnrg, wohnhaft in Grunewald bei 
Berlin, Wangenheimstrafse 29. 

, Höfer, H., Edler v. Heim halt, Hofrat, Professor i. H. der Mineralogie, Geologie und Lagerstättenlehre 
in Wien III, Hintzerstrafse lü I. 

„ Dr. J aekel. 0. M. J., Geh. Regieningsrat, Professor der Geologie und Paläontologie, Direktor des Geo- 
logischen und Mineralogischen Instituts der Universität, in Greifswald. 

„ Dr. Jentzsch, C. A., Geh. Bergrat. Professor, Königl. Landesgeolog, in Charlottenbnrg 2, Mommsenstr. 22. 
Adjunkt. 

„ John Edler v. Johnesbcrg, K. IL, Regierungsrat i. 11., Vorstand des Chemischen Laboratoriums der 
k. k. Geologischen Reichsanstalt, in Wien Hl, Erdbergerlände 2. 

„ Dr. Kalkowsky, L. E., Geh. Hofrat, Professor der Mineralogie und Geologie an der Kgl. Technischen 
Hochschule, Direktor des Köoigl Mineralogisch -geologischen Museums nebst der Prähistorischen 
Sammlung, in Dresden, Geoj-ge-Bälirstrafse 22. 
Dr. Kayser, F. IL E.. Geh. Reg.-Rat, Professor der Geologie an der Universität, in Marburg. 

„ Dr. Keil hack, F. L. H. K., Geheimer Bergrat, Professor, Abteiluugsdiiigent der Geologischen Landes- 
anstalt, Dozent an der Technischen Hochschule, in Berlin, wohnhaft in Wilmersdorf, Binger Strafse 59. 

„ Dr. Klockmann, F., Geh. Reg.-Rat, Professor an der Technischen Hochschule, in Aachen. 

„ Dr. Koch, G. A., Hofrat, emer. Professor der Mineralogie, Petrographie, Geologie und Bodenkunde an 
der k. k. Hochschule für Bodenkultur, in Wien 1113, Marokkanergasse 13. 

„ Dr. Kosmann, H. B., Königl. Bergmeister und Bergassessor a. D., in Berlin W 50, Tauentzienstr. 4. 

„ Dr. Krause, P. G., Professor, Königlicher Landesgeologe und Privatdozent an der Königlichen Forst- 
akademie in Eberswalde, in Berlin N 4, Invalidenstrafse 44. 

,, Dr. Krusch, J. P., Geh. Bergrat, Professor, Abteilungsdirigent an der Königl. Geologischen Landesanstalt, 
ord Lehrer für Erzlagerstättenlehre an der Technischen Hochschule in Berlin, wohnhaft in 
Charlottenburg, Kaiserdamm. 

„ Dr. Laube, G. C, Hofrat, Professor i. II. der Geologie und Paläontologie, in Prag III, Petfingasse 20. 

„ Dr. Lehmann-Hohenberg, G. J., Uni versitäts- Professor a. D., in Weimar. 

„ Dr. Lenk, H., Professor der Mineralogie und Geologie und Direktor des Mineralogisch -geologischen 
Instituts an der Universität, in Erlangen, HIndenburgstrafse 46. 

„ Dr. Leppla, A., Geh. Bergrat, Professor, Landesgeolog, in Berlin N 4, Invalidenstrafse 44. 

„ Dr. Linck, G. E., Geheimer Hufrat, Professor der Mineralogie und Geologie, Direktor des Mineralo- 
gischen Museums der Universität, in Jena, Karl -Zeifs- Platz 3. Mitglied des Vorstandes der Sektion. 

„ Dr. Michael, R., Geh. Bergrat. Professor, Landesgeolog und Dozent an der Technischen Hochschule 
in Berlin, wohnhaft in Charlottenbnrg 9, Kaiserdamm 74. 

„ Dr. Oebbeke, K. J. L., Geh. Hofrat, Professor der Mineralogie und Geologie und Direktor des Geologisch- 
mineralogischen Instituts der Technischen Hochschule, in München. 

„ Dr. Penck, F. A. C, Geheimer Regiernngsrat, Ilofrat, Professor an der Universität, Direktor des Instituts 
für Meereskunde, in Berlin NW 7, Georgenstrafse 34 — 36. Mitglied des Vorstandes der Sektion 
für Anthropologie, Ethnologie und Geographie. 

^, Dr. Petrascheck, W. J., Adjunkt der k. k. Geologischen Reichsanstalt in Wien Hl 2, Rasumofskygasse 23. 

„ Dr. Sauer, G. A., Professor der Geologie und Mineralogie an der Technischen Hochschule und Vorstand 
der Geologischen Landesaufnahme, in Stuttgart, Seestrafse 5911. 

„ Dr. Scharizer, R., Professor der Mineralogie an der Universität, in Graz. 

„ Dr. Scheibe, R., Geh. Bergrat, Professor der Mineralogie an der Technischen Hochschule, Abteilung 
für Bergbau, in Charlottenburg, Berliner Strafse 170. 

,, Dr. Schröder, H. C, Geheimer Bergrat, Professor, Königl. Landesgeolog, in Berlin N, Invalidenstrafse 44. 

„ Dr. Stäche, K. H. H. G. , Hofrat, früher Direktor der k. k. Geologischen Reichsanstalt, in Wien 111. 
Otzettgasse 10. 

, Dr. Stille, H. W., Professor der Geologie und Mineralogie an der Universität, in Göttingen, Herzberger 
Chanssee 55. 

„ Dr. Tietze, E. E. A., Hofrat, Direktor der k. k. Geolog. Reichsanstalt, in Wien HI, Rasumofskygasse 23. 

,. Dr. Toula, F. von, Hofrat, Professor der Mineralogie und Geologie an der k. k. Technischen Hochschule, 
in Wien VII, Kirchengasse 19. Adjunkt. 

„ Dr. Vater, H. A., Geh. Forstrat, Prof. der Mineralogie und Geologie an der Kgl. Forstakademie, in Tharandt. 



22 

Hr. Dr. Wähner. F.. Professor der Geologie und Paläontologie, Vorstand des Geologischen Instituts an der 
Universität, in Prag II, Merangasse 11. 
„ Dr. Walther, J. K., Geheimer Regierungsrat, Professor der Geologie und Paläontologie. Direktor des 
Mineralogischen Museums an der Universität, in Halle, Fasauenstrafse 4. 
Dr. Wohltmann, F. F. W., Geheimer Kegierungsrat, Professor für Landwirtschaft, Direktor des Land- 
wirtschaftlichen Instituts an der Universität, in Halle, Ludwig- Wucherer- S'rafse 2. 
Dr. Wolff, L. F. von, Professor der Mineralogie und Petrographie, Direktor des Mineralogischen 
Instituts an der Universität, in Halle, Reichardtstr. 3. 
,. Dr. Wolterstorff, G. W., Kustos am Städtischen Museum für Natur- und Heimatkunde, in Magdeburg, 

Domplatz 5. 
,, Dr. Zimmermann, E. H., Geh. Bergrat, Professor, Königl. Landesgeolog, in Herlin N. Invalidenstrafse 44, 
wohnhaft in Rerlin-Wilmersdorf, Hildegardstrafse 19. 

b) Auswärtige Mitglieder: 

Hr. Dr. Capellini, G., Senatore del Regno, Professor der Geologie an der Universität, in Bologna. 
„ Dr. Geikie, A., Prof., früher Generaldirektor d. Geol. Landesaufnahme in Grofsbritannien u. Irland, in 

London, Jcrmin Street 28. 
„ Dr. Liversidge, A., Professor der Chemie und Mineralogie, in Fielhead, George Road, Coombe Warren, 

King?ton, Snrrcy. 
„ Dr. LiJczy de Löcz, L., Direktor der Königlichen Ungarischen Geologischen Keichsanstalt in Budapest, 

VII, Stefaniestrafse 14. 
, Dr. Martin, J. K. L., Professor der Geologie und Mineralogie an der Universität, Direktor des Kijks 

Geol. Min. Museums, in Oesfgeest bei Leiden, Leidsche Straatweg 57 c. 
„ Dr Moeller. V. v., Wirklicher Staatsrat und Oberberghauptmann des Kaukasus, in Tiflis. 
„ Dr. Nötling, F., Uofrat, in Hobart (Tasmanien), Elizabeth Street 316. 
„ Dr. Rüdemann, K. A. R. R., Assistant State Paleoutologist, New York State Education Department, 

Science Division, State Hall, Albany N. Y., U. S. A. 
,, Dr. Selwyn, A. R. C., früher Direktor des Geological Survey of Ganada, in Ottawa, Nepeanstrafse 19. 
„ Dr. Stevenson, J. J.. emer. Professor der Geologie an der University of the City, in New York, 205 West, 

lOpt Street. 
„ Dr. Verbeek, K. D. M., früher Direktor der Geologischen Landes- Untersuchung in Niederländisch- 
indien, im Haag (Holland), C" Speelmannstraat 19. 
„ Dr. Wichmann, C. E. A., Professor an der Universität und Direktor des Mineralogisch -geologischen 

Instituts, in Utrecht. 

Sektion für Botanik (5). 

a) Einheimische Mitglieder: 

Hr. Dr. Abromeit, J., Professor für Botanik an der Universität, Vorsitzender des Preufsischen Botanischen. 
Vereins, in Königsberg, Goltzallee 28 a. 

„ Dr. Appel, 0., Geheimer Regierungsrat, Vorstand des Botanischen Laboratoriums der biologischen Ab- 
teilung am Kaiserlichen Gesundheitsamt, in Dahlem -Steglitz bei Berlin, Königin- Luisenstrafse 17. 

. Dr. Bali, C. A. E. T., Geh. Studienrat, Professor, Oberlehrer a.D. am Realgymnasium, in Danzig, Weiden- 
gasse 49. 

,. Dr. Berthold, G. D. W., Geh. Reg.-Rat, Professor der Botanik und Direktor des Pflanzenphysiologischen 
Instituts der Universität, in Göttingen. 

„ Dr. Conwentz, H. W., Geh. Regierungsrat, Professor, Staatlicher Kommissar für Naturdenkmalspflege 
in Preufsen, in Berlin W 57, Elfsholzstrafse 13. 

, Dr. Detmer, W. A., Ilofrat, Professor der Botanik an der Universität, in Jena, Sonnenbergstrafse. 

„ Dr. Dingler, II., früher Professor der Botanik an der Forstlichen Hochschule, in Aschaffenbnrg. 

„ Dr. Drude, 0., Geh. Rat, Professor der Botanik und Direktor des Botanischen Gartens, in Dresden. 

„ Dr. Engler, H. G. A., Geh. Ober- Regierungsrat, Professor der Botanik und Direktor des Königlichen 
Botanischen Gartens und des Königlichen Botanischen Museums, in Dahlem -Steglitz bei Berlin. 
Obmann des Vorstandes der Sekti(m. 

, Dr. Falkenberg, (J. H. S. P., Geh. Hofrat, Professor der Botanik, Direktor des Botanischen Gartens 
und Instituts der Universität, in Rostock. 

„ Dr. Fitting, .1. T. G. E., Professor der Botanik und Direktor der botanischen Anstalten an der Uni- 
versität, in Bonn, Poppelsdorfer Schlofs. 

„ Dr. Freyhold, F. E. J. C. v., Professor a. D., in Emmendingen (Baden). 

,, Dr. Fünfstück, M. L., Professor der Botanik und Pharmakognosie, Direktor des Botanischen Instituts 
und des Botanischen Gartens der Königl. Technischen Hochschule, in Stuttgart, Ameisenbergstr. 7. 



23 _ 

Hr. Dr. Haberlandt, G. J. F., Geheimer Kegrierungsrat, Professor der UotaniU und Direktor des Botanisclien 
Instituts an der Universität, in Berlin Dorotlieenstr. tj. 

, Dr. Hansen, C. A., Geheimer Hofrat, Professor der Bolaniii an der Universität, in Giefsen, Löberstr. 21. 

,, Dr. Harms, G. A. T., Professor, wissenschaftlicher Beamter an der Königlichen Akademie der Wissen- 
schaften in Berlin, wohnhaft in Friedenau bei Berlin, Ringstr. 44 HI. 

„ Dr. Heinricher, E.L. J.. Hofrat. Professorder Botanik und DirektordesBotan. Gartens der Univ., in Innsbruck. 
Völserstrafse 29 IH. 

„ Dr. Hefs. C. F. VV., Geh. Regierungsrat. Professor der Zoologie und Botanik an der Königlichen Tech- 
nischen Hochschule, in Hannover, Detmoldstrafse 14. 

„ Dr. Hieronymns, G. II. E. AY., Professor, Kustos am Königl. Botanischen Museum iu Dahlem bei Berlin, 
Redakteur der „Hedwigia", wohnhaft in Steglitz bei Berlin, Gruncwaldstrafse 27. 

„ Dr. Holdefleifs, F. R. R. ,1. P., Professor für Landwirtsch.sft an der Universität, Vorsteher der Abteilung 
für Pflanzenbau und Meteorologie des Landwirtschaftlichen Instituts, in Halle, Hoher Weg 31. 

_,, Hoppe, 0., Geheimer Bererat, Professor der Mechanik und Maschinenwisseoschaften an der Berg- 
akademie, in Clansthal. 

„ Dr. Karsten, G. H. H., Professor der Botanik und Direktor des Botanischen Instituts an der Universität, 
in Halle, Am Kirchtor 1. 

„ Dr. Kirchner, E. 0. 0. von, Professor der Botanik a. D., in München, Georgenstrafse 82. 

„ Dr. Koch, L. K. A., Professor der Botanik an der Universität, in Heidelberg, Sophienstrasse 25. 

, Dr. Koehne, B. A E.. Professor, Oberlelirer am Falk-Realgymnasinm in Merlin, wohnhaft in Friedenau, 
Wiesbadener Strafse 84. 

„ Dr. Küster, E. P. H . Professor der Botanik an der Universität, in Hotin. Endenicher Alle 24. 

„ Dr. Kumm, P., Professor, Direktor des Westpreufsischen Provinzial-Museiims in Danzig, Langemarkt 24. 

„ Dr. Lafar, F., Hofrat und Hochschulprofessor i. R., in Mödling bei Wien, Beethovengasse 29. 

^ Dr. Lakowitz. E., Professor, Oberlehrer am Königl. Gymnasium und Direktor der Natnrforschenden 
Gesellschaft in Danzig, Vorsitzender des Westpreufsischen Botanisch Zoologischen Veieins. in 
Danzig, Brabank 3. 

„ Dr. Loesener, L. E. T., Professor, Kustos am Königl. Botanischen Museum in Berlin, wohnhaft in 
Steglitz bei Berlin, Humboldtstrafse 28. 

^ Dr. Magnus, W., Professor, Privatdozent der Botanik au der Universität und an der Landwirtschaft- 
lichen Hochschule, in Berlin W 10, Friedrich -Wilhelmstr. 26. 

„ Dr. Mez, C, Professor der Botanik an der Universität, in Königsberg, Besselplatz 3. 

„ Dr. Molisch, H., Hofrat, Professor der Anatomie und Physiologie der Pflanzen. Direktor des Pflanzen- 
physiologischen Instituts an der Universität, in Wien I, Franzensring. 

,. Dr. Neumeister, M. H. A., Geh. Ober-Forstrat, in Dresden, Theresienstrafse 25. 

„ Dr. Pax, F. A., Geheimer Regierungsrat. Professor der Botanik an der Universität, in Breslau IX, 
GöppertstralVe 2. Adjunkt. 

,. Dr. Peter, G. A., Geheimer Regiernngsrat, Professor der Botanik an der Universität und Direktor des 
Botanischen Gartens und des Herbariums, in Göttingen, Untere Karspüle 2. 

„ Dr. Pfeffer. W., Geh. Rat. Professor der Botanik und Direktor des Botanischen Gartens der Universität, 
in Leipzig, Linnestrafse 19. Adjunkt. Mitglied des Vorstandes der Sektion. 

„ Dr. Radlkofer, L.. Geh. Uofrat, Professor der Botanik- an der Universität und Vorstand des K. Botanischen 
Museums, in München, Sonnenstrafse 7. 

„ Dr. Reinke, J., Geh Reg.-Rat, Professor der Botanik und Direktor des Pflanzenphysiologischen Institut« 
der Universität, in Kiel, Düsternbrook 70. 

^ Dr. Roth, E. K. F., Professor, Obeibibliotheknr an der Kgl. Universitätsbibliothek, in Halle, Hohen- 
zollernstrafse 13. 

.„ Dr. Schiffner, V. F., Professor der Botanik, iu Wien. 

„ Dr. Schwarz, E. F., Prof d. Botanik a. d. K. Forstakademie in Eberswalde, Vorstand d. pflanzenphysiolog. 
Abteilung des forstl. Versuchswesens in Preufsen, wohnhaft in Eberswalde, Pfeilstrafse. 

„ Dr. Schwendener, S., Geh. Reg.-Rat, Professor der Botanik an der Universität, in Berlin W, Matthäikirch- 
strafse 28. Mitglied des Voistandes der Sektion. 

„ Dr. Stahl, Chr. F., Professor der Botanik und Direktor des Bot. Gartens der Universität, in Jena, am 
Prinzeesengarten 6. 

„ Dr. Thomas, F. A. W., Professor am Herzogt. Gymnasium, in Ohrdruf, Hohenlohestr. 141. 

,. Dr. Urban, I., Geh. Reg.-Rat, Professor, in Grofs-Lichterfelde W, Asternplatz 2. 

,, Dr. Wangerin. W. L., Oberlehrer am Königl. Gymnasium in Danzig und Dozent für Botanik an der 
Technischen Hochschule in Danzig-Laugfuhr, Kastanienweg 7. 

,. Dr. War bürg, 0., Professor, Privatdozent der Botanik an der Universität. Lehrer am Orientalischen 
Seminar, in Berlin VV, Uhlandstrafse 175. 

^, Dr. Wettstein, R. v., Hofrat. Professor der systematischen Botanik und Direktor des Botanischen Gartens 
der Universität, in Wien III 3, Rennweg 14. Adjunkt. 



•24 

Hr. Dr. Wittmack, L., Geh. Reg.-Kat, Professor der Botanik an der Universität und an der Landwirt- 
schaftlichen Huchschule, in Berlin NW, Platz vor dem nenen Tor 1. 

„ Dr. Wohltraann, F. F. W., Geheimer Kef;iernng;srat, Professor für Landwirtschaft, Direktor des Land- 
wirtschaftlichen Instituts an der Universität, in Halle, Ludwig-Wuchererstrafiie 2. 

„ Dr. Wortmann, J., Geheimer Regierungsrat, Professor, Direktor der Kiinigl. Ijchranstalt für Wein-,. 
Obst- nnd Garteoban, in Geisenheim am Rhein. 

„ Dr. Zawodny, J., Direktor, Honorarprofessor, in Moldauthein, Siidböhmen. 

b) Auswärtige MitgHeder: 

Hr. Dr. Berg. E. v.. Wirklicher Staatsrat, in Riga. 
„ Dr. Briosi, G., Direktor des Istituto botanico, in Pavia. 
„ Dr. Cuboni, G., Professor der Botanik und Direktor der R. Stazione di patologia vegetale, in Rom, 

Via 8. Susanoa l. 
„ Dr. Darwin, F., Präsident der British Association for the Advancement of Science, in CambridgCr 

Madingtei Road 13. 
„ Dr. Dyer, W. T. T., Direktor des Botanischen Gartens, iu Kew bei London. 
„ Dr. Flahanlt, C. M. H., Professor der Botanik an der Universität, in Montpellier. 
„ Dr. Gobi, C., Wirklicher Staatsrat, Professor der Botanik an der Univ., in St. Petersburg, Wassili-Ostrow, 

Neunte Linie 46. 
„ Dr. Lopriore, G., Professor, Direktor der Reale Stazione Sperimentale Agraria, in Modena. 
„ Dr. Mc Alpine, Professor, in Melbourne. 
„ Dr. Penzig, A. J. 0., Professor der Botanik an der Universität nnd Direktor des Königl. Botanischen 

Gartens, iu Genua, Corso Degali 43. 
„ Dr. Summier, C. P. St., Sekretär der Societä Italiana di Antropologia ed Etnologia, in Florenz, Lnngarno- 

Corsini 2. 
„ Dr. Tschirch, W. 0. A., Professor an der Universität, in Bern, Kollerweg 32. 
„ Dr. Zimmermann, A. W. Ph., Professor der Botanik am Botanischen Garten, in Bnitenzorg auf Java. 

Sektion für Zoologie und Anatomie (6). 

a) Einheimische Mitglieder: 

Hr. Dr. Adametz, L., Hofrat, Professor für Tierph3'siologie und Tierzucht an der k. k. Hochschule für 
Bodenkultur, in AVien XIX, Hasenauerstrafse 42. 

„ Dr. Adolph, G. E., Professor, früher Oberlehrer für Mathematik und Physik am Gymnasium, in Elber- 
feld, Brillerstrafse 155. 

„ Dr. Bardeleben, K. 11. v., Hofrat, Professor der Anatomie an der Universität, in Jena. 

„ Dr. phil. et med. vet. Baum, H., Geheimer Medizinalrat, Professor der Anatomie und Direktor des 
Anatomischen Instituts an der Königl. Tierärztlichen Hochschule, in Dresden, Müller-Berset-Strafse 8. 

„ Dr. Becher, E. S., Professor der Zoologie und vergleichenden Anatomie, Direktor des Zoologischen 
Instituts an der Universität, in Rostock. 

,, Becker, Th. W. J., Stadtbaurat a. D., in Liegnitz, Weifsenburger Strafse 3. 

„ Dr. Böbmig, L. R , Professor der Zoologie an der Universität, in Graz, k. k. Zoologisches Institut. 
Universitätsplatz 2 I. 

„ Dr. Bolau, C. 0. H., früher Direktor des Zoologischen Gartens, in Hamburg, Isestrafse 19. 

„ Dr. Bolle, C. A., Privatgelehrter, in Berlin W, Leipziger Platz 14. 

„ Dr. Brandt, K. A. H., Geh. Reg.Rat, Professor der Zoologie an der Universität, in Kiel, Zoologisches Institut.. 
Adjunkt. 

„ Dr. Braun, M. G. C. C, Geh. Reg.-Rat, Kaiserl. Rnss. Staatsrat, Professor an dei- Universität, in Königs- 
berg, Zoologisches Museum. 

„ Dr. Braus, A. D. 0. H., Professor und Direktor der Anatomischen Anstalt der Universität, in Heidel- 
berg, Albert-Ueberle-Strafse 5. 

„ Dr. Bfltschli. J. A. 0., Geheimer Rat, Professor der Zoologie und Direktor des Zoologischen Institnts- 
der Universität, in Heidelberg, Bismarckstrafse 13. 

„ Dr. Dahl, C. F. T., Professor, Kustos am Zoologischen Museum, in Berlin N 4, Invalidenstrafse 43. 

„ Dr. Demoll, R. R M., Professor der Zoologie und Direktor des Zoologischen Instituts an der Tech- 
nischen Hochschule, in Karlsruhe, Hirschstrafse 148 IV. 

„ Dr. med. et scient. natur. Disselhorst, R. II. F. W, Geh. Reg.-Rat, Arzt und Veterinärarzt, Professor in 
der philosophischen Fakultät der Universität, Direktor der anatomisch-physiologischen Abteilung 
nnd der Tierklinik am Landwirtschaftlichen Institut der Universität, in Halle, Wettinerstr. 37 II. 

., Dr. Doflein, F. J. T., Professor der Zoologie an der Universität, in Freiburg i. B. 

„ Dr. Driesch, II. A. E., Professor der Philosophie an der Universität, in Heidelberg, Uferstrafse 52. 



25 

Hr. Dr. Ehlers, E.H.. Geh, Kegierungsrat, Professor der Zoologie :tii dt-r Universität, in Göttingen, Kosdorfer 
Weg 4. Adjunkt. Mitglied des Vorstandes der Sektion. 

„ Dr. Eisler, K. A. P., Professor, Prosektor am Anatomischen Institut der l niversitiit, in Halle. 
Magdeburger.str. 26 III. 

„ Dr. Ellenberger, W., Geheimer Kat, Professor für Physiologie, Histologie, Embryologie und allgemeine 
Therapie und Direktor des Physiologischen Instituts nebst Physiologisch -chemischer Versuchs- 
station an der Königliehen Tierävztlichi'n Hochschule, in Dresden, Schweizer Strafse 11. 

„ Dr. Escherich, K. L., Professor für angewandte Zoologie an der Universität, in München, Prinzenstr. 26. 

„ Dr. Fick, R. A,, Professor der Anatomie, Vorstand des Anatomischen Instituts an der l'niversität. in' 
Berlin NW 6. 

„ Dr. Fischel, A,, Professor für Embryologie an dci' Universität, in Wien l.\ .'>, Wäliringer Stiafse 13a. 
Embryologisches Institut. 

„ Dr. Flesch, M. H. J., Professor, in Frankfurt a. M., Rüsterstrafse 2ii. 

„ Dr. Fuchs, H. L. K. A. B., Privatdozent der Anatomie und erster Assistent am Anatomischen Institute 
der Universität, in Strafsburg i. E.. Universitätsplatz 6 I. 

„ Dr. Fürbringer, M., Geheimer Rat. emer. Professor der Anatomie, in Hi'idilberg. Mitglied des Vor- 
standes der Sektion. 

„ Dr. Gebhardt, F. A. M. W., Professor, histologischer Prosektor und Abteiliiugsvorstand am Königl. Ana- 
tomischen Institut, Privatdozent für Anatomie an der Universität, in Halle, Stephanstralse 1 I. 

„ Dr. Göppert, E. M. H., Professor, Direktor des Anatomischen Instituts an der Universität, in Frankfurt a. M 

„ Dr. Goldschmidt, R. P... Professor der Zoologie und vergleichenden Anatomie. Kustos am Zoologisehen 
Institut der Universität, in München, Ungereisirafse 3ö. 

„ Grabowsky. F. .1.. Direktor des Zoologischen Gartens, in Breslau. 

„ Dr. Graff, L. v., Ilofrat, Professor der Zoologie u. vergleichenden Anatmuic, N'nistand des Zuologisch- 
zootomischen Instituts der Universität, in Graz, Universitätsplatz 2. 

„ Dr. Grobben, K. A. M., Hofiat, Professor der Zoologie. Vorstand des 1. Zoologischen Instituts der Uni- 
versität, in Wien I. 

„ Dr. Gruber, F. A., Geh. llulrat, Professor der Zoologie an der Universität, in Freiburg i. 15., .Stadtstr. 1 a. 

„ Dr. Haeckel, E., Exzellenz, Prof. der Zoologie an der Universität, in Jena, Ernst-llaeckel-Strafse 7. Adjunkt 

„ Dr. Haecker. V. C. F., Professor der Zoologie und Direktor des Zoologischen Instituts an der Uni- 
versität, in Halle, Fasanenstrafse 5. 
Dr. Hasse. J. C. F., Geh. Med. -Rat, Professor der Anatomie und Din-ktur des Anatomischen Instituts 
der Universität, in Breslau, Zwingerstrafsß 2211. 

„ Dr. Hatschek, B.. Hofrat, Professor der Zoologie an der Unixersität. in Wien. 

„ Dr. Heck. L. F. F. G., Direktor des Zoologischen Gartens, in Berlin W, Kurfürstendamm 'J. 

„ Dr. Heidenhain, M.. Professor, Dozent für Anatomie und erster Prosektor der Anatomischen Anstalt 
an der Universität, in Tübingen 

„ Dr. Hennicke, C. R., Professor, Augen- um! (»Inciiarzt, Redakteur der (»inithologischen Monatsschrift, 
in Gera (Renis), Johannesplatz 7, 

, Dr. Herbst, C. A.. Professor der Zoologie au der Universität, in Heidelberg, Weberatralse 18. 

„ Dr. HertAvig, C. W. T. R. v.. Geheimer Rat, Professor der Zoologie an der Universität, in München. 
Zoolog. Museum. Adjunkt. 

„ Dr. Hertwig, W. A. 0., Geh. Reg.-Rat, Professor der Anatomie an der Universität in Berlin, wohnhaft 
in Grunewald bei Berlin, Wangenheimstrafse 28. 

„ Dr. Hefs, C, F. W.. Geh. Reg.-Rat, Professor der Zoologie und Botanik an der Königlichen Technischen 
Hochschule, in Hannover, Detmoldstrafse 14. 

„ Dr. Kölliker, H. Th. A., Medizinalrat, Professor der Chirurgie, Direktor der ()itlio|)ildisehen Universitäts- 
Poliklinik, in Leipzig. Tauchaer Strafse 9 11. 

„ Dr. Kühn, A. R. W., Professor der Zoologie an der Universität in Freiburg i. 1!., wohnhaft in Litten- 
weiler bei Freiburg, Weudelinstrafse 4. 

„ Dr. Kükenthal. W. G., Professor der Zoologie an der Univt-rsität, in Breslau. 

„ Linden, M. A. W. L. C. E. K. 0. A. P. Gräfin v., Professor, Vorsteher des Parasitologischen Laboratoriums 
der Universität, in Bonn, Quantiussti'afse 13. 

„ Dr. Maurer, F. A. C. W. A. . (ich. Hofrat, Professor der Anatomie und Direktor der Anatomischen 
Anstalt der Universität, in Jena, Oberer Philosophen weg 12. 

, Dr. Merkel, F.. Geh. Med.-Rat, Professor der Anatomie an der Universität, in Göttingen. 

„ Dr. Pintner, T., Professor der Zoologie an der Universität, in Wien IX, Liechtensteinstrafse 61. 

,, Dr. Przibram, H. L., Professor für experimentelle Zoologie an der Universität, Leiter der biologischen 
Versuchsanstalt der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, in Wien II, Prater, Vivarium. 

„ Dr. Rörig, G. F. C., Geheimer Regierungsrat, Professor, Mitglied der Kaiserlichen Biologischen Anstalt 
für Land- nnd Forstwirtschaft in Dahlem bei Steglitz, in Grofs- Lichterfelde, Gofslerstr. 17. 

„ Dr. Rosenberg. E. W., Professor a. D. der Anatomie, in München, Wendlstr. 8. 
Leopoldina LIV, 4 



26 

Hr. Dr med. et phil. Kous, W., Geheimer Medizinaliat, Professor der Anatomie und Direktor de» Anatomischen 
Instituts der Universität, in Halle, Reichardtstrnfse 20. Adjunkt, Stellvertreter des Präsidenten. 
„ Riibsaamen, E. R. H. A., Professor, Oherleiter der staatlichen Keblausbekätnpfungsarbeiten in der 
Rheinprovinz, in Metternich bei C'oblenz, Trierer Strafse 41. 
I)r Schauinsland, H. H., Professor, Direktor des stiidtispüen Museums für Natur-. N'rtlker- u. Handels- 
knude, in Bremen, Humboldtstr. »i2. 
, Dr. Schnitze. 0. M. .'^., Hofrat. Professor der .\uatomiv und \'orstMnd der Anatomischen Anstalt an 
der Universität, in Wtirzburg, Pleicherglacistrafse 10 II. 
Dr Schulze. F. E. . Geh. Reg.-Rat, Professor der Zoologie an der Universität und frülier Direktor des 
Zoolog. Instituts, in Berlin N, Invalideustiiilse 43. wohnhaft in l.icliterfclde-West. Steglitzer 
Stral'se 40 41. Obmann des Vorstandes der Sektion. 
„ Dr. Semon. II. W., Professor, iu München S.S. Martiusstrafse 7 

,. Dr. Spangenberg, F. II. F. E.. früher Professor für Zoologie an der Forstl. Hochschule, in AschaÖ'enburg 

Dr. Spemann. H.. Geh. Reg.-Kat, ord. Honorarprofessor der Zoologie au der Universität, zweiter Direktor 

des Kaiser- Wilhelm-Instituts für Biologie in Berlin -Dahlem. 

„ Dr. Spengel, J. W., Geh. Hofrat, Professor der Zoologie und vergleichenden Anatomii'. Direktor des 

Zoologischen Instituts der Universität, in Giefsen. Gartenstrafsc 17. Adjunkt. 

Dr. Steindacliner, F.. Hofrat, Intendant des k. k. Naturhistorischen Hofmuseums, in Wien 1, liurgring 7. 

Dr. Stieda, L., Geh. Med. Rat, Wirkl. Russischer Staatsrat, früher Professor der Anatomie und Direktor 

der Anatomischen Anstalt der Universität in Königsberg, iu Giefson, Moltkestrafse 16. 
Dr. Stummer-Traunfels, li., Ritter v., Professor au der Universität, in Graz, Elisabethstr. 32. 
„ Dr. Sufsdorf, J. F. M. v.. Professor a. D. der Anatomie. Direktor a. D. der ehemaligen Königl. Tier- 
ärztlichen Hochschule, in Stuttgart, Silber waldstr. 6, (Vom I.April 191 8 ab in Tübingen, Gartenstr. 791.) 
Dr. Taschenberg, E. 0. W.. Professor der Zoologie an der Universität, in Halle, Ulestrafse 17. 
„ Dr. Thilenins, G. C, Professor, Direktor des Museums für Völkerkunde, in Hamburg 7, Glockengiefserwall. 
„ Dr. Thoma, R. F. K. A., Staatsrat, Professor, in Heidelberg. Blumenthalstrafse 18. 

Dr. Toldt. K. Fl., Hofrat, Professor i. R. der Anatnmie und Vdrst.ind der II. anatoraisclion Lelirkanzel, 
in Wien I, Schottenhof. 
„ Dr Tornier, G. A., Professor. Kustos am Znologisciien Mn>cuni in Berlin, wolinhaft in C'harlottenbnrg, 

Eosanderstrafse 14 II. 
„ Dr. Vircliow, H. J. P., Geh. Med.-Rat. Professor, Lehrer der Anatomie an der Akademischen Hochschule 

für bildende Künste iu Berlin, in Charlottenburg 2, Knesebeckstrafse 78 79. 
„ Dr. Voeltzkow, 0. R. A., Professor, Privatgelehrter, in Berlin -Friedenau, Wagnerplatz 6. 
, Dr Waldes er-Ilartz, II. W. G. v.. Geheimer Ober- Medizinalrat. emer. Professor der Anatomie an der 
Universität in Berlin, in Charlottenburg 11. Uhlandstr. 184. Adjunkt. Obmann des Vorstandes 
der Sektion für wissenschaftliche Medizin. 
Dr. Weidenreich, F., Professor und Prosektor .-iiii .Vnatuniisrlieii Institut der Universität, in Stral'sburg i. E.. 
Vogesenstrafse 5. 
„ Dr. Werner. F. J. M.. Professor für Zoolugie. .Vssislcnt am I zo<d(igischen Institut der Itiivcrsität. in Wien V, 

Margaretenhof 12. 
,. Dr. Wiedersheim, R. E. E., Geh. Rat, Professor der Anatomie an der Universität, in Freiburg i. B. 
Dr Wolterstorff, G. W.. Kustos am Städtischen Museum für Natur- und Heimatkunde, in Magdeburg, 
Domplatz 5. 

bi Auswärtige Mitglieder. 

Hr. Dr. Bambeke, C. Iv M. Vau, enier. Prufcssor iler Histologie und lüiibrv nlogie an der l'ni\ersität . in 

Gent, Rue haute .'> 
„ Dr. Ganin, M., Professor der Zoologie, in Warschau. 
„ Ilaswell. W. A., Professor der Biologie an der Universität, in Sydney 
^ Dr. Iwanows ky, N. v.. Staatsrat. Professor der pathologischen .\nntoniii- an der K.iiMJr!. Militär-niedizin. 

Akademie, in St. Peter.sburg. 
„ Dr. Kollmann, J.. Professor a. D. der anatomischen Wissenschaften, in Basel, Heinrichsgasse 23. 
„ Dr. Lenhossck, M. von, Hofrat, Professor der Anatomie und Direktor des I. Anatomischen Instituts der 

Universität, in Budapest IX, Ferener-kördt 30. 
„ Dr. Lindemann. C, .Staatsrat, Professor au der Akademie Petrovsky. in Moskau. 

Dr. Lönnberg, A. J. Iv. Professor und Intendant für die Vertebratenabteilnng am Naturhistorischen 

Reiehsmuseum in Stocklnilm, Veteuskapsakademien. 
!»r (Jrtmann, A. F.. .Vbteilungsdirektor für Invertcbrateu am t!arnegie-Museum und Piofessor an der 

Bergakademie, in Pittsburgh, Pa., Wightman-Str. 1411. 
Dr. Palmen, J. A., Professor, in Helsingfors. 
,. Dr. Retzius, M. G., Professor, in Stockholm, Drottninggatan HO. 
„ Dr. Romiti, G. L. E.. Prof der Anatomie und Direktor des Anatnmisclien Instituts der Universität, in Pisa. 



27 

Hr. Dr. Rosenberg, A. A., Staatsrat, Professor emer. des Veterinär- Institute, in lidrput. l';istoratstr. 4. 

„ Dr. Rugc, G. H., Professor der Anatomie, in Ziirlcb. 

„ Dr. Sarasin, G. F., in Basel, Spitalstrafse 22. 

, Dr. Sarasin, F. B., in Basel,. Spitalstrafse 22. 

, Dr. Sars, Ü. 0., l'rofessor der Zoologie an der Universität, in Cliristiania. 

„ Dr. Thilo, 0. W.. praktischer Arzt und Leiter einer orthopädischen Anst;vlt. in Higa, Komanostr 13. 

„ Dr. Vosseier, K. G. J., Professor, in Aiiiani bei Tanga, Dentsch-Ustafrika. 

„ Dr. Zsehokke, F. H. A.. Professor der Zoologie und vergl. Anatomie an dt r l niversitiit. in Hasel. 

Sektion für Physiologie (7). 

a) Einlieimische .Mitglieder: 

Hr. Dr. Abderhalden, E., Geheimer Medizinalrat, Professor der Physiologie nnd Direktor des Physiologischen 

Instituts an der Universität, in Halle, Kaiserplatz 5. 
„ Dr. Baginsky, A. A., Geheimer Medizinalrat, Professor an der Universität, Direktor des Kaiser- nnd 

Kaiserin-Friedrich-Kinderkrankenhauses in Berlin, in Charlottenburg, Kurfürstendamm H5. 
„ Dr. Biedermann, W., Geh. Hofrat, Professor der Physiologie an der Universität, in Jena. 
„ Dr. Cremer, H. H. M. , Professor der Physiologie an der Tierarzt! iolien Hoohsehnlo. in Berlin NW 28 

Klopstockstrafse 21. 
„ Dr. Driesch, H. Ä. E., Professor der Philosophie au der Universität, in Heidelberg, Uferstrafse .52. 
„ Dr. Dnrig, A., Obersanitätsrat, Professor der Physiologie an der Hochschnle für Bodenkultur, in Wien. 
„ Dr. Ellcnberger, W., Geheimer Ptat, Professor für Physiologie. Histologie. Embryologie und allgemeine 

Therapie und Direktor des Physiologischen Instituts nebst Physiologisch -chemischer Versuchs- 
station an der Tierärztlichen Hochschule, in Dresden. Schweizerstrafse 11. 
„ Dr. Ewald, E. J. R., Geh, Med. -Rat, Professor der medizin. Fakultät an der Universität, in Strafsbnrg i. E., 

Spachallee 5. 
„ Dr. Exner, S.. Hofrat, Ober-Sanitätsral, Prnfessor der Ph\siologie an der l niver>ität. in Wien Vlll. 

Schlösselgasse 12. 01)mann des Vorstandes der Sektion. 
„ Dr. Frey, M. von, Professor der Physiologie und Vorstand des Physiologischen Instituts an der Uni- 
versität, in Würzburg. 
„ Dr. Fritsch, G. T., Geh. Medizinalrat, früher Professor an der Universität nnd Abteilungsvorsteher im 

Physiologischen Institut in Berlin, in Grofs- Lichterfei de, Berliner Stralse 30. 
„ Dr. Fuchs. R. F., Professor der Physiologie an der Universität, in Breslau XVI, Hobrechtufer l». 
„ Dr. Fnrtli, 0. Ritter von. Professor für angewandte medizinische Chemie an der Universität, in Wien 

XIX, Hasenauerstralse 32. 
„ Dr. üad, E. W. J., Professor i. R. der Physiologie, in Konigstein im Taunus. 
„ Dr. Gottlieb, R., Geheimer Hofrat. Professor der Pharmakologie und Direktor des Pharmakologischen 

Instituts an der Universität, in Heidelberg, Bergstrafse 90. 
„ Dr. Hensen, V.. Geh. Med.-Rat, Professor der Pliysiologie an der Universität, in Kit-I, Hegewischstr. 5. 

Mitglied des Vorstandes der Sektion. 
„ \h: Hofmann, F. B, Geh. Med.-Rat, Professor der Physiologie nnd Direktor des Physiologischen Instituts 

an der Universität, in Marburg. Dentsehhansstr. 1 . 
„ Dr. Kossei, A. C. L. M. L.. Geh. Rat, Prnfessor in der medizinischen Fakultät der Universität, in 

Heidelberg, Akademiestrafse .'!. 
„ Dr. Kreidl, A., Regierungsrat, Professor der Physiologie, Assistent am Physiologischen Institut der' 

Universität, in Wien IX 3. Währinger Stralse 1 3 a. 
„ Dr. Kries, J. A. v.. Geheimer Rat. Professor der Physiologie nnd Direktor des Physiologischen Instituts 

an der Universität, in Freiburg i. B., Gothestrafse 42. Mitglied des Vorstandes der Sektion. 
„ Dr. Kfthn, A. R. W., Professor der Zoologie an der Universität in Freiburg i. B.. wohnhaft in Litten- 

weiler bei Freiburg, Wendelinstrafse 4. 
,, Dr. Loew, C. B. 0., Professor, in München, Marsstrafse 4U Hl. 

„ Dr. Meyer, H. H., Professor der Pharmakologie au der Universität, in Wien XIX, Karl -Ludwig- Str. 6y. 
„ Dr. Schaumann, H. K., am Physiologischen Institut der Universität, in Halle. 
„ Dr. Steinach. E., Professor der Physiologie und Vorstand des physiologischen Laboratoriums an der 

biologischen Versuchsanstalt der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, in Wien II. Valerie- 

strafse 53. 
„ Dr. Thierfelder, H.. Geheimer Medizinalrat, Professor der physiologischen Chemie und Direktor des 

Physiologisch -chemischen Instituts an der Universität, in Tübingen. 
„ Dr. Tschermak, A., Edler von Seysenegg, Hofrat, Professor der Physiologie und Vorstand des 

Physiologischen Instituts an der deutschen Universität, in Prag II, Albertov 5. 
„ Dr. Verworn, M. R. C, Geheimer Medizinalrat, Professor der Physiologie nnd Direktor des Physio- 
logischen Instituts an der Universität, in Bonn. 

4* 



2y 

Hr. Dr. Voit, E.. Geh. HotVat. Profosor der Physiolop:ic an der Tierärztlichen Hochschule, in München. 
Augustenstrafse 3 III. 
Dr. Weinland, E. J. F., Professor der Physiologie an der Universität, in Erlangen, Physiologisches Institut. 
„ Dr. Zoth. 0. K. M.. Professor der Physiologie und Vor.stand des Physiologischen Instituts an der Uni- 
versität, in Graz III, Harrachgasse 21. 
. Dr. Zuntz. N. , Geh. Reg. -Rat, Professor der Physiologie und Direktor des Tierphysiologischen 
Laboratoriums der Landwirf.'schaftlielien Hochschule in Berlin, in CharlottenburgS. Rleibtreustr. 38'39. 

1)1 Aus«arti;£f Mitglieder: 

Hr. Dr. Bunge, G. v.. Professor der physiologischen Chemie an der l'niversität, in Basel. — Anf Wunsch 
dem fünften Adjunktenkreisc zugeteilt. 
, Dr. Carus. P. C. G.. Editor of the ,,Monist^ in La Salle. 111. 

Dr. Danilew?ky. B. Staatsrat. Professor der Physiologie an der Universität, in Charkow. 
,. Ferrier. D., Professor am King's College, Lecturer der Physiologie am Middlesex-Hospital, in London. 
„ Dr. Fredericq, L . Professor der Physiologie an der Universität, in Ltittich, Rue de Pittenrs 20. 
„ Dr. Gaule. J. G.. Professor der Physiologie an der Hochschule, in Zürich, Wiesenstrafse 1. 
„ -^r. Grützner, P. F. F. v., Professor der Physiologie in Bern, Kirchfeld, Kollerweg 9. 
, Dr. Luciani, L.. Professor der Physiologie an der Universität, in Rom, Via De Pretis 92. 
„ Dr. Meltzer. S. .1.. Direktor des Departements der Physiologie und Pharmakologie des Rockefeiler 
Institiite for Medieal Research, in New York, 66"' Street and Avenue A. 
I)r. Prevost. J. L.. Professor der Physiologie an der Universität, in Genf. 
„ Dr. Schäfer, E., Professor der Physiologie an der Universität, in Edinburgh. Universität. 
Dr Stuart. Th. P. A.. Professor der Medizin an der Universität, in Sydney. 

Sektion für Anthropologie. Ethnologie und Geographie (8). 

a) Einhcimi.-che Mitglieder: 

Hr. Baschiu. A. K <>.. Professor, Kusto.- des Geograpliischen Instituts der Universität, in Berlin NW 7. 
Georgenstrafse 34 — 36. 
Dl'. Berendt. G M., Geheimer Bergrat. Landesgeolog und Profes^()^ a 1> der Geologie an der Uni-: 

versität in Berlin, in Friedenau-Berlin. Kaiserallee 120. 
I)i-. Rirkner, F., a. o. Professor für das Gesamtfach der Anthropologie an der Universität und Assistent 
der anthropologisch- prähistorischen Sammlung des Staates, in München. Herzog -Wilhelm -Str. 9III. 
Dr. Böhm Edler von Böhmersheim. A.. Professor für physikalische Geographie an der Universität, 
in ('zernowitz. Franzosgasse 16 
, Dr. Brückner. Iv. Professor der Geographie an der Universität, in Wien III, Baumanngasse 8. 

Dr. DeiclimülU-r. ,1. V. Ilofrat. Professor. Kustos des K. Mineralogischen, Geologischen und Prä- 
historischen Museums, in Dresden -Striesen, Bergmannstrafse 181. 
Dr. Drasche-Wartinberg. R. Freiherr v., Professor, in Wien, Opernring 1. 
Dr. Drude. 0.. Geh. Rat. Professor der Botanik und Direktor des Botan. Gartens, in Dresden. 
„ Dr. Drygalski. E. D. von. Professor der Geographie an der Universität. Leiter der deutschen Süd- 
polar-Expediüon, in München. Gaul'str. 6 I (Bogenhausenj. Mitglied des Vorstandes der Sektion. 
Dr. Ehlers, E H.. Geh Regierungsrat. Professor der Zoologie an der Universität, in Göttingen. Rosdorfer 
Weg 4. .\djunkl. Mitglied des Vorstandes der Sektion für Zoologie und Anatomie. 
„ Dr. Gerland, G. C. C. (ieh. Reg.-Rat. Piofessor a. D. der Geographie an der Universität, in Stralsburg i. E., 

Schillerstrafsc 6. 
„ Dr. Götze. A.. Professor. Direktorial- Assistent aui Königlichen Miise\ini für Völkerkunde in Berlin, 
wohnhaft in Grofs-Liehterfeldc, Steglitzer Strafse 42. 
Grabowsky. F. J.. Direktor des Zoologischen Gartens, in Breslau. 
„ Dr. Güfsfeldt. R. P. W.. (ieheimcr Regierungsrat, Professor am Orientalischen Seminar, in Beilin NW, 

Meethovenstrafsp 1 . 
„ Dr. Ilagen, B., Hofrat, Professor an der Universität, in Frankfurt a. M., Miijuelstrafsc 5p. 

Dr. Hahn, E. K. J., Professor der philosophischen Faknltät an der Universität, in Berlin W .tO, Sehaper- 
strafse 33. Gartenhaus II. 
„ Dr. llalbfafs, W., Gymnasialprofessor a. D., in Jena, Botzstrafse 21. 
„ Dr. Jentzsch. C. A.. Geheimer Bergrat, Professor, Königlicher Landesgeolog, in Charlottenburg 2, 

Mommsenstralse 22. Adjunkt. 
„ Dr. Kampffmeyer. .1. (i. K., Professor am Seminar für orientalische Sprachen, in Berlin-Lichterfelde W, 
Werderstrafse 10. 
Dr. Krämer, A. F., Generaloberarzt, Professor, wissenschaftlicher Leiter des Museums für Länder- und 
Völkerkunde (T>inden-Musoum), in Stuttgart. Pfizerstrafse 12. 



■29 

Hr. Dr. Krause, P. G., Professor, Königlicher Laiidesgeologe und Frivatdozent au der Kouiglichen Forst- 
akademie iu Eberswalde, in Berlin N 4. Invalidenstrafse 44. 
l)r. Küster. E. G. F.. Geheimer Mediziualrat, Professor der Chirurgie und früher Leiter der Chirurgischen 
Klinik an der Universität in Marl)urg, wohnhaft in Charloltenburg. Schlüterstrafse 36. 

„ Dr. Lehmann. P. R., Geheimer Regiernngsrat, Professor an der Universität, in Munster i. W., Engelstr. 8. 

, Dr. Le Monnier, F. Ritter v., Ilofrat i. R.. in Wien L Stephansplatz Ty. 

., Dr. Lenz, IL 0., Ilofrat, Professor a. D.. in Baden-Soofs bei Wien. 

, Dr. Lnsciian, F. A. M. von. Ueheimer Itegiernngsrat. Professer der Anthropologie an der Universität 
und Direktor der anthropologischen Abteilung des Museums fiir Viilkerkunde. in Berlin >SW 11, 
Koniggrätzerstralse 120. 

, Dr. Meinardus, W. 8. , Professor der Geographie an der Universität, in Münster i. \V., Heerdestr. 28. 

„ Dr. Mertens, H. F. A., Professor. Direktor des Städtischen Museums für Natur- und Heimatkunde, 
in Magdeburg, Domplatz 5 

.. Dr. Merz, A. J., Professor an der Universität und Abteilungsvorsteher am Königlichen Institut für 
Meereskunde, in Berlin -Wilmersdorf, Konstanzer Strafse 11. 
Dr. Meyer. Hans, Geh. Hofrat, Professor, in Leipzig, llaydnstrafse 20. 

„ Dr. Penck, F. A. C. Geh. Reg. - Rat, Hofrat, Professor an der Universität. Direktor des Instituts für 
Meereskunde, in Berlin NW 7, Gcorgenstral'se 34 — 36. Mitglied des Vorstandes der Sektion. 

„ Dr, Philippson, A., Geh, Reg.-Rat, Professor der Geographie an der Universität, in Bonn, Königstr. 1. 
Dr. Sapper. K. T., Professor der Geographie an der Universität, in Strafsburg I.E., Herderstrafse 28 II. 

_ Dr. Schenek. J. H. A.. Prof.. Privatdozent der Erdkunde an der Universität, in Halle. Schülerstr. 7. 

.. Dr. Sehultze. L, S. F, K, K , Professor der (ieographie an der Universität und Direktor des Geo- 
graphischen Instituts, in Marburg, Rotenberg 1 b, 
Dr, Schweinfurth, G,, Professor, in Berlin -Schöneberg, Kaiser- Friedrichstrafse « 

.. Dr. Sievers, F. W., Geh. Hofrat. Professor der Geographie an der Universität, in Gleisen, Göthestrafse 46a. 

_ Dr. med. et phil. Steinen. K. F. W. von den. Professor, in Steglitz bei Berlin, Friedrichstrafse 1. Obmann 
des Vorstandes der Sektion. 
Dr, Supan. A. G. . Geh, Regiernngsrat, l'niti>S(ir der Geographie an der Universität, in Breslau, 
Parkstrafse 32. - 

„ Dr, Thilenins. G, C, Professor, Direktor des Museums für Völkerkunde, in Hamburg, Glockengiefserwall 7. 

„ Dr, Toula, F, von, Hofrat, Professor der Mineralogie und Geologie an der k k. Technischen Hochschule, 
in Wien VII, Kirchengasse 1!>, Adjunkt, 

,. Dr, Uhlig, C. L. G., Professor der Geographie und Vorstand des Geographischen Instituts an der Uni- 
versität, in Tübingen, Wilhelmslrafse 14. 

,. Dr. Voeltzkow, 0. R, A,. Professor, Privatgelehrter, in Berlin -Friedenau, Wagnerplatz 6. 

„ Dr. Wagner. II. C. II,. Geh. Reg.-Rat. Professor der Geographie an der Universität, in Göttiugen. 

,. Dr. Weule. K., Professor der Volkerkunde und Urgeschichte an der Universität. Direktor des Museums 
für Völkerkunde, in Leipzig- Gohlis. Erfurter Strafse 5. 

., Dr. Wieser. F. Ritter v. . Hofrat. Professor der Geographie an der Universität, Vorstand des Landes- 
museunis Ferdinandeum. in Innsbruck, Mainhartstrafse 4. 

b) Auswärtige Mitglieder: 

Hr. Dr. Braun, G. 0. M., Professor der Geographie und Vorsteher des Geographischen Instituts an der 
Universität, in Basel. Wettsteinplatz 6. 
„ Greely, Major, Chief Signal Officer, in Washington, D. C. 
,. Dr. Hedin, Sven von. in Stockholm, Norra Blasieholmshamnan 5. 

, Dr. Markham, C, früher Präsident der Geographischen Gesellschaft, in London SW 31, Eccleston Square, 
Dr, Nansen, F„ Professor. Direktor der biologischen Station, in Christiania (Lysaker). 

(Sclüuls folgt.) 



Berichtigungen des Mitglieder-Verzeichnisses, 

Hr. Dr. med. et phil. Afsmann, Geh. Ober-Regierungsrat, Direktor a. D. des Königlich Preufsischen 
Aeronautischen Observatoriums Lindenberg, ord. Honorarprofessor an der Universität, 
in Giefsen, Goethestr. 30. 

„ Dr. Esner. F., Professor der ko.smisehcn Physik an der Universität. Direktor der k. k. Zentral - 
anstalt für Meteorologie und Geodynamik, in Wien XIX, Hohe Warte 38. 

„ Dr, Hecker. E. A. 0.. Geheimer Regierungsrat, Direktor der Kaiserlichen Hauptstation für Erdbeben- 
forscliung und des Zentralbureaus der Internationalen Seismologischen Association, Honorar- 
professor an der Universität, in Strafsburg i. E.. Herderstr. 10. 



HU 

llr. Dr. Hefftei-, L. W. J., Geh. Hofrat, Professor der Mathematik an der Universität, in Freihiirg i. B.. 

Jacobistrafse 19. 
Dr. Müller, H. R. K., Geh. llufrat, l'rofe.^sor iler darstellenden Geumetrie an der 'rechnisclien lUicli- 

schule, in Darm.sfadt, Wittmann.str. -iS. 
Dl-. Sehiinflies. A. M., Geheimer Itegieriingsrat. Professor der Mathemalik an der L'niversitiit. 

in Frankfurt a. M.. (irillparüersfr. 59. 
Dr. Trabert, W. . llofrat, Direktor a.D. der k. k. Zentralanstalt für .Meteorologie und (ieodx naniik. 

in Wien XIX, Hohe Warte 3«. 
„ Dr. V^ogler, W. J. C. A.. Geheimer Regierungsrat, Professor der Geodäsie an der Landwirtseliaftlichiu 

Hochschule in Berlin W. K aiserin- Augustastrarse SO HI. 



Eiiisegaiigeiic Schriflcii. 



Geschenke. 

Julius Ruska: Über die Ihren im l'.ereieh der 
islamischen Knltnr. Sep.Abz. 

A. Bauer: Anton .Schröttcr Ritter von Kristelli 
(Lebenslanf). Sep.-Abz. 

Max Bamberger: i'ber den Wert chemischer 
Forschung für die Wehrkraft. Wien 19Di. H". 

Königlich PreuFsisches Geodätisches Institut in 
Potsdam. Verötfentlichnng. N. F. Xr. 74. üeriin. 
Potsdam 1917. 4". 

F. Wohltmann: l'er deutsche Ackerbau in der 
Übergangszeit und in der Zukunft. Sep.-Abz. 

E. Roth: .Sonnenlicht und künstliche Höhensonne 
in der Heilkunde. Sep.-Abz. — Malaria. Sep.-Abz. — 
Medizinische Verwendung des Erdöls und seiner Ver- 
wandten. Sep.-Abz. — Martin Behringer: Schätzung 
stehenden Fichtenholzes mit einfachen Hilfsmitleln, 
unter besonderer Berücksichtigung der sogenannten 
Heilbronner Sortirung. Teil 1 und 2. Berlin 1900. 8". 

H. Conwentz: Die Gefährdung der Flora der Moore. 
Sep.-Abz. — Einige in Westprcufseu getrotiene Mafs- 
nahmen zum Schutze der ursprüngliclien Pfianzenwelt. 
Sep.-Abz. — • Om skydd iit det naturliga landskapet 
Jämte dess växtoch djurvärld, särskildt i Sverige. 
Sep.-Abz. — Über den Schutz der natürlichen Land- 
schaft, ihrer Pflanzen- nnd Tierwelt. Sep.-Abz. — 
Wiener botanische Abende. Vortrag „Aus Westpreufsens 
Wäldern" . Sep.-Abz. — Nachweis der hauptsächlichsten 
Veröffentlichungen aus der Erdkunde, Bodenkunde, 
l'danzenkunde. Tierkunde, Vorgeschichte und Volks- 
kunde der Provinz Westpreufsen. Danzig 1906. 8". — 
Die Pflege der Naturdenkmäler im Walde. Sep.-Abz. — 
Die Pflege der Naturdenkmäler und deren Beziehung 
zur Landwirtschaft. Sep.-Abz. — Schutz der natür- 
lichen Landschaft, vornehmlich in Bayern. Berlin 
1907. 8". — l)ie Erhaltung ursprünglicher Wuld- 
bestände; Vorschläge zur freiwilligen, administrativen 
lind legislativen Mitwirkung. Sep.-Abz. — Die Pflege 
der Naturdenkmäler mit Berücksichtigung des Garten- 
baues. Berlin 1908. 8". - — Die Naturdenkmalpflege 
vornehmlich in Prcufsen. Sep. Abz. — Naturschutz- 
gebiete. Sep.-Abz. — Die Aufgaben der Kommunen 
im Bereich der Naturdenkmalpflege. Sep.-Abz. — 
Wesipreufsi.sche Botaniker der Vergangenheit. Sep.- 
Abz. — Die Erhaltung der Naturdenkmäler. Sep.- 



Abz. — Naturdenkmalpllege. Jena 1912. 8". — 
Naturdenkmalpflege und Industrie. Sep -Abz. — 
Wandervereine und Naturdenkmal pflege. Schneeberg 
in Sachsen 1912. 8". — Landgemeinden und Natur- 
schutz. Wanne 1913. Fol. Protected Landscapes. 
Düsseldorf 1911. 4". 

Carl R. Hennicke : • »rnithologische Monatsschrift 
Jg. 42. 1917. Magdeburg 1917. 8". — .Sehwindende 
Vogelarten in Deutsehland. Sep.-Abz. 

Paul von Baumgarten und Walter Dibbelt: Jahres- 
bericht über die Fortschritte in der Lehre von den 
pathogenen Mikroorganismen, umfassend Bakterien. 
Pilze und Protozoen. 27. Jg. 1911. Leipzig 1917. 8". 

Hans stille: Das tektonische liild des Benther 
Sattels. Sep.-Abz. — Führer zu einer viertägigen 
Exkursion in den Teutobnrger Wald. Sep.-Abz. — 
Hebung und Faltung im sogenannten Sehollengebirge. 
Sep.-Abz. — Injektivfaltnng nnd damit zusammen- 
hängende Erscheinungen. Sep.-Abz. 

R. Schumann : Relative Sehweremessungen in 
Kopenhagen nnd in Kristiania. (Vorläufige Ergebnisse.) 
Sep.-Abz. — Über die Polhohensclnvankung. Sep.- 
Abz. — Ein Vergleich der Höhenlinien einer tachy- 
metrischen Aufnahme mit denen des Mefstischblattes 
der Königlichen Landesaufnahme. Sep.-Abz. — 
Besprechung von: Siegmnnd Wellisch „Theorie und 
Praxis der Ausgleichungsreclinuug. Wien und Leipzig 
1909 und 1910". Sep.-Abz. — Über die Anwendung 
der Theorie vom Massen -Ausgleich auf Vermessungen 
durcli die Coast and Geodetic Survey der Vereinigten 
Staaten. Sep.-Abz. — Über die Lotabweichung am 
Laaerberg bei Wien. Sep.-Abz. — Bericht über die 
feierliche Inauguration des für das Studienjahr 1914'1.> 
gewählten Dr. l\ichard Schumann. Technische Hoch- 
schule. Wien 1915. 8". — Bericht über die feier- 
liche Inauguration des für das Studienjahr 1915 16 
gewählten Rector Magnificus Dr. Gustav Jäger. 
Technische Hochschule. Wien 1915. 8«. — Über 
die Schwerkraft. Wien 1914. 8". — Lotstörungen 
und ihre Anwendung bei Tunnclatistcckungen. Sep.- 
Abz. — Die Lehrkanzel für höhere Geodäsie und 
sphärische Astronomie und ihre Sammlung. (Sep.-Abz. 
aus der Gedenkschrift „Die k. k. Teclinische Hoch- 
schule in Wien 1815 — 1915".) — Bestimmung einer 
Geraden durch Ausgleichung der beobachteten Koordi- 



31 



iiaten ihrer Punkte nach der Methode der kleinsten 
Qnadrate. Sep.-Abz. — Über die Lotabneichnn^ am 
Hermannskogel, dem Fiindamcntalpunkte der (Ister- 
reichischen Triangulation. Sep.-Abz. — lielmert f. 
Sep.-Abz. ^- Die Verschiedenheit der Ansichten über 
das Kimnra- Glied. Sep.-Abz. — Id. nnd E. Dolezal: 
Krklärungen. Formeln nnd Tabellen aus dem Gebiete 
der spliarischen Astronomie zum Zwecke von Meridian- 
und Zeitbestimmungen für das Jahr 1914. Sep.-Abz. — 
Id. und L. Flamm: Die Geschwindigkeitsabnahme 
der «-Strahlen in Materie. Sep.-Abz. 

Gerhard Hessenberg: ^■ektoriellc Begründung der 
Ditlereatialgeometrio. .Sep.-Abz — Id. und W 
Hlaschke: Lehrsätze über kon\'e\e Körper. Sep.- 
Abz. — Ebene und spliärische l'riüonometrie. Herliii 
und Leipzig 1917. 8". 

Walther Wangerin: Beiträge zur Kenntnis der 
Vegetationsverliältnisse der .Moore Weslpreufseus. 11. 
-Sep.-Abz. 

C. Lakowitz: Beitrüge zur Kenutuils der Terti;ir- 
riora des Ober-Elsafs. Die Oligoeänflora der Umgegend 
von Mttlhausen i. E. Stralsbur? 189.5. 8". — Die 
Algenliora der Danziger Bucht. Ein Beitrag zur 
Kenntnis der Ostseetiora. Danzig 1907. 8". — Die 
Bernsteinbänme. Sep.-Abz. — Über Schülerliaud- 
jirlieiten im Anschlufs an den rnterricht in der 
Pliysik. Sep.-Abz. -- Neues über den raathematischeii 
Lelirstoff der mittleren Klassen unserer (preuls.l 
huhereu Lehranstalten Sep.-Abz. — Die winterliche 
Mikrüt'anna und MikroHora des Klostersees bei Karthaus 
tWestpr.K Sep.-Abz. — Zum Gedächtnis Ferdinand 
f ohn's. Sep.-Abz — Der biologische Unterricht auf 
den höheren Schulen. Sep.-Abz. — Die Danziger 
Bucht. Sep.-Abz. — Zur Erinnerung an Linne. 
Sep.-Abz. — Die nordeuropäischen Meere im Rahmen 
der internationalen Meeresforschung. Sep.-Abz. — 
Die internationale Erforschung der deutschen Meere. 
Sep.-Abz. — Zum 100. (iebnrtstag Charles l);ir\vins 
Sep.-Abz. — Ein Schwalbennest auf dem Liclitschirm 
einer elektrischen Lampe. Sep.-Abz. — Nach Bos- 
nien. Herzegowina und Montenegro. Sep.-Abz. — 
>;ach dem Kaukasus und der Krim. Sep.-Abz. — 
Nach Siebenbürgen. Sep.-Abz. — Aus der Praxis 
des chemischen Anfangsunterrichtes. Sep.-Abz. 

E Heinricher: Berichtigende Mitteilung über die 
Keimungsbedingungen der Samen von Arceuthobium 



Oxycedri (DG.) M. Bieb. Sep.-Abz. — Die erste Auf- 
zucht einer Uafflesiacee, Gytinus Hvpocistis L. . aus 
Samen. Sep.-Abz. — Zur Kenntnis der Blüte von 
Cytinus Ilypocistis L. Sep.-Abz. 

Biographische Mitteilungen, 

»§H Der aufserordentliche Professor für anorganische 
Chemie in Erlangen Dr. Jordes ist im Alter von 
49 Jahren als Bataillons-Kommandenr auf dem Felde 
der Ehre gefallen 

Am 1."). .lanuar 1!I18 starb Geheimer Medizinalrat 
Professor Dr. Emil Willielm Mannkopff. M.A.N. 
(vergl. Leop. LIV, p. 2), ein Kliniker, der fast 40 Jahre 
lang als Lelirer und Forscher an der Universität 
Marburg gewirkt hat. Mannkopft' wurde am 5. Juni 
1836 in Pasewalk geboren. 1859 liefs er sich in 
Berlin als praktischer Arzt nieder, wurde aber bald 
durch Frerichs, der durch die experimentellen Arbeiten 
Mannkoprt's auf ihn aufmerksam geworden war. als 
Assistent an die Charife berufen. Hier hat Mannkopff 
besonders wichtige Untersuchungen über die epi- 
demische Genickstarre, die sich 1863 — 1865 über 
Deutschland ausbreitete, veröflentlicht. Nachdem er 
1862 sich habilitiert hatte, wurde er 1867 als ordent- 
licher Professor für innere Medizin und Dii"ektor der 
Klinik und Poliklinik nach Marburg berufen. Im 
Jalire 1 9uö trat Mannkopft' von seinem Lehramt zu- 
rück, docli ist er noch während des jetzigen Krieges 
im Interesse der Universität tätig gewesen, als 
beratender Arzt und als Mensch überall hochgeschätzt. 
Mannkopifs wissenschaftliche Arbeiten betrafen be- 
■■onders das Gebiet der Nerven- und Herzkrankheiten. 

Jubiläum. 

Herr Dr. J. Kepsold in Hamburg beging am 
3. Februar 1918 die Feier seines achtzigsten Geburts- 
tages. Die Akademie hat dem hochverdienten Jubilar 
die herzlichsten Glückwünsche ausgesprochen. 



Max Simon t- 

^'on Wilhelm Lorey in Leipzig 
Am 15. Januar 1918 ist der Honorarprofessor der Mathematik an der Universität in Strafsburg 
Dr. Max Simon an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben. Geboren am S.Juni 1844 in Kolberg 
als Sohn eines Arztes, hat er das Friedrichs -Werdersche Gymnasium in Berlin besucht, wo er durch Bertram, 
den späteren Berliner Stadtschul rat. für das Studium der Mathematik begeistert wurde, wie er dankbar in 
der Vita seiner Dissertatiim bekennt. Simon studierte in Berlin, wo er am 



Dezember 1867') promovierte 



') Simon hat also am 7. Dezember l'.ilT sein goldenes Doktorjubiliium uoeh feiern kiinnen. per Nackrut ist 
mit geringen notwendigen Äudenmgen ans einem (iliickwnnschartikel entstanden, den ich zu dem Jubiläum m rten 
Unterrichtsblättern für Mathematik uud Naturwissenschaft (1917 Nr. S) veröffentlicht habe. 



3-2 

auf Giimd iler Dissertation ; De relationibiis iiiter constantes diiavuni lineiinim seciiiuli ordiiiiü, iit sit polygomun 
alteri inseviptiim ciretirasciptuui altevi. — Es handelt sicli also um das von Poucelet aufgestellte Scliliefsungf- 
probleiu. das, wie schon .lacobi für den Fall zweier Kreise gezeigt hatte, auf elliptische Funktionen führt. 
Simon Itenutzt die Weierstrafssche Normalt'oriu des elliptischen Integrals und entwickelt u. a.. wie das. 
l'roblem mit der ganzzaliligen Multiplikation der Weierstrafsschen 7)- Funktion zusammenhängt.!) 

Einer der drei Opponenten gegen seine Doktorthesen war Gforg (Jantor. der übrigens eine Woche 
darauf promovierte, ein anderer Max Henoch, der spätere langjährige Mitherausgeber des Jahrbuclis über 
die Fortschritte der Mathematik. All.- diese jungen Mathematiker geiif.rten zu dem angeregten Kreis der 
damals so blühenden zweiten Berliner mathematischen Schule, die durch die Namen Kummer, Weierstrafs. 
Kronecker charakterisiert ist. Die Zahl der Malhematikstudierenden war in den sechziger Jahren noch 
klein im Vergleich zu der IJochriut des nächsten Jahrzehnts. Haben doch in den Jahren 1859 bis 1869 
durchschnittlich im Jahr nocli nicht 5i> Kandidaten die Oberlehrerprüfung in Mathematik und Naturwissen- 
schaften in Prenfsen bestanden.-) So war es auch möglich, dafs nahezu alle, die wenigstens in Merlin 
sich der Prüfung unterzogen, als Ergänzung der hohen Studien die wunderbare Anleitung für den praktischen 
Beruf geniefsen konnten, die das Schellbachsclie Seminar gewährte. Auch Simon wurde Mitglied dieses 
Seminars. Die Gedankenströme, die aus den beiden starken Quellen — Universität und Schell bachschcs 
Seminar — ihm zuflössen, wufste er in ausgezeichneter Weise in ein Bett zu leiten, wie sein amtliches 
Wirken beweist. Simon kam 1871 als Oberlehrer an das Staatsg>mnasium in Strafsburg, das von der 
Franzosenzeit übernommene Lyzeum, wo er den mathematischen Unterricht zu organisieren hatte. Welchen 
tiefgehenden Einflufs er dadurch über seine Schule hinaus für alle Gymnasien in Elsafs- Lothringen gewann, 
zeigt die IMUK- Abhandlung von J. Wirz. ') Simon wird oft darin genannt, und die Abhandlung schliefst 
mit einer von ihm aufgestellten Forderung: ..Die Lehrer nach zehn- bis zwölfjähriger Praxis auf ein Jahr 
zur Universität wieder abzukommandieren und sie über ihre Tätigkeit Rechnung ablegen zu lassen.- Diese 
Forderung hat Simon in dem liuche erhoben, das für viele Mathematiklehrer in ganz Deutschland segens- 
reich geworden ist: seine Didaktik und Methodik. Subjektiv und wie viele andere Simonsche Veröffent- 
lichungen den Leser oft zum Widerspruch reizend, ist seine Didaktik auch heute noch gerade deswegen, 
trotz der beiden grofsen neueren Bücher von Höfler und Lietzmann für jeden Mathematiklehrer sehr wichtig.. 

Ähnliches gilt von seinem Bericht „Über die Entwicklung der Elementargeometrie im XIX. Jahr- 
hundert".'') Er hängt mit seinen Untersuchungen über die Grundlagen der Geometrie und die Nichtenklidische 
Geometrie zusammen, andererseits aucli mit ^einen geschichtlichen Forschungen. Über diese las er auch 
als Honorarprofessor an der Universität, ein Amt, das er seit U)0;i bekleidete. 

Von seinen geschiciitlich-mathematisclien Veröfl'entlichungen sei die ..Geseliichte der Mathematik in 
Verbindung mit antiker Kulturgeschichte' ■~') genannt. In der letzten Zeit war er damit beschäftigt, mit 
Hilfe eines Hörers, der Arabist ist. eine Geschichte der Mathematik im Mittelalter auszuarbeiten. Allerdings 
war seine freie Zeit sehr gering, „da", wie er mir am 20. Dezemlier 1917 noch schrieb, „fast die ganze 
Last der Versorgung eines grofsen Haushalts auf seinen altersschwachen Schultern ruhte". 

Über die neuzeitliche Reform des mathematischen Unterrichts hat sich Simon in seiner charakte- 
ristischen Weise nicht immer ganz freundlich geäufsert. Das ist al)er, wie ich glaube, nie so böse gemeint gewesen-, 
tatsächlich besteht zwischen seinen Anschauungen und denen der neueren Reformer viel Übereinstimmung, 
begründet in der gemeinsamen tiefen Überzeugung von dem Wert der Mathematik für die Erziehung der Jugend. 



Berichtigung zu dem Nekrolog für Georg Cantor iS, 10). 

Die von Herrn Dr. Lobach angefertigte Rüste Cantors ist in dessen Hause aufgestellt. Im 
mathematischen Seminar der Universität steht nur ein Abgufs der Huste. Ferner ist ein Druckfehler zu 
berichtigen. Cantor ist nicht am 7. März, sondern am )<. März 1845 geboren. 

') Er ist, IS7.5 auf das Problem noch einmal /,uriickg(^kommeu. t'relle Sl. Vgl. auch Dingeldey. Kegelschnitte 
und Kegelschnittsystcine. l'^nzyklopädie der Mathem. Wissenschaften, lid. 111, 2, Heft 1, S. 50. 

'-) Vgl. Lorey, Staatsprüfung und praktische Ansbildnug der Mathematiker nsw. IMUK I, :i. S. 91. 

') J. Wirz, Der mathematische Unterricht au den hölieren Kuabenschuleu sowie die Ausbildung der Lehr- 
amtskandidaten in Elsafs -Lothringen. IMUK 11,7. 1911. 

*) Jahresbericht der Deiiischen Mathematiker-Vereinigung. X. Ergänzungsband. I Bd. 190ti. 

-') Berlin 1907. 



Druck von Khrhardt Karras G. m. b. H. in Halle (Saale). 




>)UNQUAM /WS^J^^Q^/ 0TI0SU8 



LEOPOLDISA 

AMTLICHES ORGAN 

DEK 

KAISERLICHEN LEOPOLDINISCH-CAROLINISCHEN DEUTSCHEN AKADEMIE 

DER NATURFORSCHER 

HERAUSGEGEBEN UNTER MITWIRKUNG DER SEKTIONSVORSTÄNDE VON DEM PRÄSIDENTEN 

DR. A. WANGERUT. 



Halle a. S. aviÄeimstr. Nr. 37.) Heft LIV. — Nr. 3. März 1918. 



Inhalt: Mitteilang über den Kommissionsverlag der Aljademieschriften. — Ergebnis der Wahl eines Vorstandsmitgliedes 
der Fachsektion (1) fiir Mathematik nnd Astronomie. — Wahl eines Vorstandsmitgliedes der Fach- 
sektion (6) für Zoologie und Anatomie. — Veränderungen im Personalbestande der Akademie. — Beiträge 
zur Kasse der Akademie. — Verzeichnis der Mitglieder (Scbluls). — Eingegangene Schriften. — 0. Taschen- 
berg: Nachschrift zn dem Aufsatz: Noch einige historische Betrachtnngen über die Singzikaden. — Feier 
des 80. Geburtstages und des sechzigjährigen Doktorjubiläums des Herrn Hofrat Professor Dr. V. Edler von Lang 
in Wien. — Feier des 80. Geburtstages des Herrn Geheimen Medizinalrats Professor Dr. G. F. Fritsch in 
Grofs- Lichterfelde und des Herrn Geheimen Bergrats Professor 0. Hoppe in Clausthal. - Die 1. Abhandlung 
von Bd. 103 der Nova Acta. 

Mitteilung über den Kommissionsverlag der Akademieschriften. 

Den sehr geehrten Mitgliedern unserer Akademie teile ich hierdurch mit, dafs der Kommissions- 
verlag der Akademieschviften seit Anfang dieses Jahres von der Firma Wilhelm Engelmann in Leipzig- an 
die Firma Max Niemeyer, Verlag in Hallo a. S. übergegangen ist. 

Halle a. S.. den 1. März 1918. Ur. A. Wangerin. 



Ergebnis der Wahl eines Vorstandsmitgliedes der Fachsektion (1) für Mathematik und Astronomie. 

Die nach Leopoldina LIV, p. 17 unter dem 28. Februar 1918 mit dem Endtermine des lii. Mäiz 1918 
ausgeschriebene Wahl eines Vorstandsmitgliedes der Faehsektion (1) für Mathematik und Astronomie hat 
nach dem von Herrn Rechtsanwalt Bennewiz als Vertreter des Herrn Notar Schneider in Halle a. 8. am 
21. März 1918 aufgenommenen Protokoll folgendes Ergebnis gehabt. 

Von den 76 gegenwärtig stimmberechtigten Mitgliedern dieser Fachsektion haben 47 ihre Stimm- 
zettel rechtzeitig eingesandt. Von diesen lauten: 

32 auf Herrn Geheimen Hofrat Professor Ur. Stäckel in Heidelberg, 
14 auf Herrn Hofrat Professor Czuber in Wien. 
1 Stimme ist ungültig. 

Es ist demnach, da mehr als die nach § 30 der Statuten notwendige Anzahl von .Mitgliedern an 
der Wahl teilgenommen hat, 

Herr Geheimer Hofrat Professor Dr. Stäckel in Heidelberg 
Leopoldina LIV. 5 

IV M 



3^ 

zum Vorstandbmitgliede der Fachsektion für Mathematik und Astronomie mit einer Amtsdauer bis zum 
21. März 1928 gewählt worden 

Derselbe hat die Wahl angenommen. 

Halle a. S., den 26. März 1918. Dr. A. Wangerin. 



Wahl eines Vorstandsmitgliedes der Fachsektion (6) für Zoologie und Anatomie. 

Nach dem am 21. März 1918 von dem Herrn Rechtsanwalt Bennewiz als Vertreter des Herrn 
Notar Schneider aufgenommenen Protokoll ist Herr Geheimer llegierungsrat Professor Dr. F. E. Schulze 
in Lichterfelde -West zum Vorstandsmitgliede der Fachsektion für Zoologie und Anatomie wiedergewählt. 
Herr Schulze hat mit Rücksicht auf seinen schwankenden Gesundheitszustand die Wahl abgelehnt. Es ist 
daher eine erneute Wahl erforderlich. Ich ersuche alle dieser Fachsektion ungehörigen stimmberechtigten 
Mitglieder ergebenst, Vorschläge zur Wahl bis zum 20. April 1918 an mich gelangen zu lassen, worauf die 
Zusendung von Stimmzetteln erfolgen wird. 

Halle a. S., den 2ii. März 1K18. Dr. A. Wangerin. 



Veränderungen im Personalbestände der Akademie. 

Gestorbeue Mitglieder: 

Am 30. Januar 1916; Herr Dr. Clemens Markham. früher Präsident der Geographischen Gesellschaft in 

London. Aufgenommen den 2. November 1864 
Am 3. März 1918 in Halle a. S.: Herr Dr. Franz August Max Walter Gebhardt. aulserordentlicher Professor 
der Anatomie, histologischer Prosektor und Abteilungsvorstand am Königlichen Anatomischen 
Institut au der Universität in Halle. Aufgenommen den 1. Oktober 1905. 
Am G.März 1918 in Königsberg: Herr Geheimer Medizinalrat Dr. Ernst Franz Christian Neumann. emer. 
Professor der Medizin an der Universität in Königsberg. Aufgenommen den 1(>. Juli 1882. 

Dr. A. Wangerin. 



Berichtigung. 

Herr Professor Dr. Döring starb am 4. Januar 1917 (niclit am H. Januar 1917), s.S. 18. 

Dr. A. Wangerin. 



Beiträge zur Kasse der Akademie. Kmk. pf. 

Februar 25. 1918. Von Hrn. Professor Dr. Gaule in Zürich, Jahresbeiträge für 1917 und 1918 12 — 
März 6. , „ ,. Geheimen Regierungsrat Professor Dr. Hornberger in Münden, Jahres- 
beitrag für 1918 6 — 

„ „ „ „ „ Geheimen Regierungsrat Professor Dr. Kiepert in Hannover, desgl. 

für 1918 6 — 

„ 7. „ ,. , Obersanitätsrat Professor Dr. Durig in Wien, desgl. für 1918 . . . 6 — 

„ 9. , „ ,, Professor Dr. Göppert in Frankfurt a. M., desgl. für 1917 ... . 6 — 
„ 16. ,, r )• Obersanitätsrat Professor Dr. Epstein in Prag, Jahresbeiträge für 1916, 

1917 und 1918 18 — 

,, 25. „ „ ,. Hofrat Dr. Schräm in Wien, Jahresbeitrag für 1918 6 — 

Dr. A. Wangerin. 



35 

Mitglieder- Verzeichnis. 

(Nach den Facbsektionen geordnet.) 
IJeiichtigt bis Ausgang Januar 1918.*) 

(Schluls.) 
Sektion für wissenschaftliche Medizin (9). 

a) Einheimische Mitglieder: 

Hr. Dr. Anton, G., Geheimer Medizinalrat, Professor für Psychiatrie und Nervenkrankheiten an der Universität, 
in Halle, Julius- Kühn -Strafse 6 a. 
Dr. Baeuniler, C. G. H., Exzellenz, Wirklicher Geheimer Rat, Professor a.D. der speziellen Pathologie 
und Therapie, früher Direktor der Medizinischen Klinik, in Freiburg i. B., Josefstrafse 7. 

„ Dr. Baginsky, A. A., Geh. Med.-Rat, Professor an der Universität, Direktor des Kaiser- und Kaiserin- 
Friedrich -Kinderkrankenhauses in Berlin, in Charlottenburg, Knrfürstendamm 65. 

, Dr. Bail, 0., Professor der Hygiene, Vorstand des Hygienischen Instituts an der Universität, in Prag, 
Hygienisches Institut. 

„ Dr. Banmgarten, P. C. v., Professor der pathologischen Anatomie, in Tübingen. Adjunkt. Mitglied des 
Vorstandes der Sektion. 
Dr. Beneke, K. A. C. R.. Geheimer Medizinalrat. Professor der Patliologie und Direktor des Patho- 
logischen Instituts au der Universität, in Halle, Friedenstrafse 12. 

., Dr. Bessel-Hagen, F. C, Professor, Direktor d. Stadt. Krankenhauses, in Berlin W 15, Kurfürstendamm 200. 

„ Dr. Boehm, R. A. M., Geheimer Medizinalrat, Professor der Pharmakologie. Direktor des Pharmako- 
logischen Instituts der Universität, in Leipzig, Egelstrafse 10 II. 
Dr. Bostroem, E. W.. Geh. Med.-Rat, Professor der pathol. Anatomie und allgem. Pathologie, Direktor 
des Pathologischen Instituts der Universität, in Giel'sen, Frankfurter Strafse 37. 

„ Dr. Denker, A. F. A., Geh. Medizinalrat, Professor, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für 

Ohren-, Nasen- und Kehlkopfkrankheiten, in Halle, Staudestrafse 7. 

Dr. med. et scient. natnr. Diese Ihorst. R. H. F. W.. Geh. Reg.-Rat, Arzt und Veterinärarzt, Professorin 

der philosophischen Fakultät der Universität. Direktor der anatomisch -physiologischen Abteilung 

und der Tierklinik am Landwirtschaftlichen Institut der Universität, in Halle, Wettinerstrafse 37 II. 

„ Dr. Doutrelepont, J., Geh. Medizinalrat, Professor, Direktor der Hautklinik, dirigierender Arzt im 
Friedrich-Wilhelm-Stift, in Bonn, Endenicher Allee 4. 

„ Dr. Eberth, C. J., Geh. Medizinalrat, früher Professor für pathologisclie Anatomie an der Universität 
in Halle, wohnhaft in Haiensee bei Berlin, Seesener Strafse 20. 

, Dr. Epstein, A., Obersanitätsrat, Professor der Kinderheilkunde und Vorstand der Kinderklinik der Univ., 
Primararzt der Findelanstalt, in Prag II, Palackygasse l. 

.. Dr. Erb, W. H., Exzellenz, Wirklicher Geheimer Rat, Professor der speziellen Pathologie und Therapie. 
Direktor der Medizinischen Klinik der Universität, in Heidelberg, Riedstrafse 4, 

.. l»r. Fehling, H. J. K.. Geh. Medizinalrat, Professor der Geburtshilfe und Gynäkologie an der Universität, 
in Strafsburg i. E,, Ruprechtsauer Allee 47. 

., Dr. Fiedler, C. L. A., Geh. Rat, Professor, früher Kgl. Leibarzt und (»berarzt am Stadtkrankenhause 
in Dresden. Stallstrafse 1 II. 
Dr. Finger, E. A. F., Professor an der medizinischen Fakultät der Universität, Direktor der Klinik für 
Geschlechts- und Hautkrankheiten im Allgemeinen Krankenhause, in Wien I. Spiegelgasse 10. 

„ Dr. Fischer, H. E., Geh. Medizinalrat. früher Professor der Chirurgie und Direktor der Chirurgischen Klinik 
der Universität in Breslau, in Berlin NW, Brnckenallee 35. 

, Dr. Fuchs, E., Hofrat, Professor der Augenheilkunde und Vorstand der 11. Augenklinik der Universität, 
in Wien VIII, Skodagasse 16. 

„ Dr. Fürbringer, P. W., Geheimer Medizinalrat, Professor, Direktor des Krankenhauses Friedrichshain 
und Mitglied des Medizinal-Kollegiums der Provinz Brandenburg, in Berlin NW, Klopstockstr. 59 I. 

.. Dr. Gaupp, R. E. , Professor der Psychiatrie und Direktor der Klinik für Gemüts- und Nerven- 
krankheiten an der Universität, in Tübingen, Osianderstr. 18. 

„ Dr. Gluck, T. M. L., Geh. Rat, Professor, Chefarzt der chirurgischen Station des Kaiser- und Kaiserin- 
Friedrich -Krankenhauses, in Berlin W, Potsdamer Strafse 139. 

„ Dr, Grawitz, P.A., Geh. Med.-Rat, Prof. der pathologischen Anatomie, in Greifswald, Stralsunder Strafse 7 8. 
Dr. Helferich, H., Geh. Med.-Rat, Professor, in Eisenach. 

., Dr. Helfreich, F. Ch., Hofrat, Professor der Augenheilkunde an der Universität, in Wiirzburg, Hauger King9. 

„ Dr. Heubner, J. 0. L., Geh. Medizinalrat, früher Professor der Kinderheilkunde an der Universität 
in Berlin, wohnhaft in Loschwitz bei Dresden, Viktoriastrafse 36. 



*) Um Anzeige etwaiger Versehen oder Unrichtigkeiten wird höflichst gebefeu. 



36 

Hr. l»r. Hippel, E. A. A. v., Geheimer Medizinalrat. Professor der Augenheilkunde und Direktor der Augen- 
klinik an der Universität, in Göttingen. 
„ Dr. med. et juris Hueppe. F., k. k. Hofrat, früher Obersauitätsrat, Professor der Hygiene, Vorstand der- 
Hygienischen Instituts und der k. k. Allgemeinen TIntersuchungsanstalt für Lebensmittel der 
deutschen Universität in Prag, wohnhaft in Dresden A, Eisenstuckstrafse 28. 
, Dr. Jacobj, J. C, Geheimer Medizinalrat, Professor der Pharmakologie und Vorstand des Pharmako- 
logischen Instituts an der Universität, in Tübingen, Eugenstr. 5. 
„ Dr. Jadassohn, J., Professor an der Universität, in Breslau, Leerbeutelstrafse 1. 

„ Dr. Jaksch Ritter v. Wartenhorst, R., Hofrat. Obersanitätsrat. Professor der speziellen medizinischen 

Pathologie und Therapie, Vorstand der zweiten medizin. Klinik der deutschen Universität, in 

Prag II, Wenzelsplatz 53 II. 

Dr. Karplus, J. P.. a. o. Professor der Physiologie und Pathologie des Zentralnervensystems an dsr 

Universität, in Wien I, Oppolzergasse 6. 

„ Dr. Kirchner, W. G.. Hofrat, Professor der Ohrenheilkunde. Vorstand der Poliklinik für Ohrenkranke 

an der Universität, in Würzburg, Tröltzschstrafse 9. 
„ Dr. Kübert, E. R., Geh. Med.-Rat, Professor, Direktor des Pharmakologischen Instituts der Universität, 

in Rostock, St. Georgstrafse 72. 
„ Dr. Küster, E. G. F.. Geheimer Medizinalrat, Professor der Chirurgie und früher Leiter der Chirur- 
gischen Klinik au der Universität in Marburg, wohnhaft in Charlottenburg, Schlüterstr. S6. 
„ Dr. Kuhnt, J. H., Geh. Medizinalrat, Hofrat, Professor der Augenheilkunde und Direktor der Augen- 

und Poliklinik der Universität, in Bonn, Baumschulallee 17. 
„ Dr. Landerer, G. J., Sanitätsrat, dirig. Arzt der Privat- Irrenanstalt Christophsbad, in (Göppingen. 
„ Dr. Lesser. A. P.. Geh. Med.-Rat, Professor an der Universität und gerichtlicher Stadtphysikus, in 

Breslau, Kaiser-Wilhelm-Platz 1. 
„ Dr. Lesser, J. E. A.. Professor der Dermatologie an der Universität, in Berlin NW, Roonstrafse 12. 
„ Dr. liBube, W. 0. v., Exzellenz, Geh. Rat, früher Professor der speziellen Pathologie und Therapie, Direktor 
der Medizin. Klinik der Universität und Oberarzt am Julius -Hospitale in Würzburg, in Stuttgart, 
neue Weinsteige 44. Mitglied des Vorstandes der Sektion. 
„ Dr. Levy. E., Adjunkt am Hygienischen Institut. Professor an der medizinisclien Fakultät der Universität, 

in Strafsburg i. E., .lohannesstaden 10. 
8e. Königliche Hoheit Prinz Ludwig Ferdinand von Bayern. Dr. med., in Nymphenburg. 
Hr. Dr. Marburg, 0.. a o. Univcrsilätsprofessor, k. k. Universitätsassistent am neurologischen Institut, in Wien IX, 
Ferstelgasse H. 
„ Dr. Marchand, F. J., (ich. Rat, Professor der pathologischen Anatomie und der allgemeinen Patliologie, 

Direktor des Pathologischen Instituts der Universität, in Leipzig, Goethestrafse 6. Adjunkt. 
„ Dr. Martius. F. W. A.. Geheimer Medizinalrat. Generalarzt a. D., Professor an der Universität und 

Direktor der medizinischen Klinik, in Rostock i. M., Friedrich- Franz -Strafse 7. 
^ Dr. Mendelsohn, M., Prof der inneren Medizin an der Universität, in Berlin W 15, Kurfürstendamm 40/41. 
„ Dr. Müller. G. F. 0., Professor, Direktor der medizinischen Klinik und Nervenklinik an der Universität, 

in Tübingen, Rümelinstrafse 21. 
„ Dr. Naunyn. B. G. J.. (Seh. Med.-Rat, Prof em., früher Direktor der Medizin. Klinik der Univ. in 

Strafsburg, wohnhaft in Baden-Baden. 
,, Dr. Neuburger. M., Professor für Geschichte der Medizin an der Universität, in Wien VI, Kasernengasse 4. 
„ Dr. Obersteiner. H. B., Hofrat. Professor der Physiologie und Pathologie des Nervensystems an der 

Universität, in Wien XIX, Billrothgasse 69. 
„ Dr. Orth. J. J., Geh. Med.-Rat, früher Professor der allgemeinen Pathologie und patholog. Anatomie, Direktor 
des Pathologischen Instituts der Universität in Berlin, wohnhaft in Grunewald, Humboldtstr. 16. 
„ Dr. Pauli. W. J.. Privatdozent für innere Medizin an der Universität, Assistent der Allgemeinen Poli- 
klinik, in Wien XVllI, Anton- Frank -Gasse 18. 
„ Dr. Pauliig, L.. in Seebad Zoppot, Haus Heidero.se 
y, Dr. Perthes, G. C. Professor und Direktor der chirurgischen Klinik an der Universität, in Tübingen, 

Wildermuthstrafse 10. 
„ Dr. Pfeiffer, L., Geh. Hof- und Med.-Rat, in Weimar, Seminarstrafse 81. 
„ Dr. Pick, A,. Hofrat, Professor der Psychiatric an der deutschen Universität, Vorstand der Psychiatr. 

Klinik, in Prag, Turgasse 17. 
„ Dr. Quincke, H. l.. Geh. Med.-Rat, Professor in Frankfurt a. M., Am Leonhardsbruun. 
„ Dr. Renk, F. G.. Geh. Rat, Professor. Präsident des Königlichen Landes-Gesundheitsamtes, in Dresden, 

Münchner l'latz Ki. 
„ Dr. Ribbert, M. W. IL, Geh. Medizinalrat, Professor der pathologischen Anatomie und allgemeinen Patho- 
logie und Direktor des Pathologischen Instituts der Universität, in Bonn. 
„ Dr. Romberg, E. M. von, Professor der Pathologie und Therapie an der Universität, in München, 
Richard -Wagnerstr. 2. 



37 

Hr. Dr. Rosen bacli, F. A. J., Geh. Med.-Kat, Prof. der Medizin an der Universität, in G^ittiugen, Schulstr. 1. 

„ Dr. med. et phil. Ronx, W., Geb. Medizinalrat, Professor der Anatomie und Direktor des Anatomischen 
Instituts der Universität, in Halle, Reiehardtstr. 20. Adjunkt, Stellvertreter des Präsidenten. 

„ Dr. Schieck, F. J. 0., Professor der Augenheilkunde. Direktor der Augenklinik an der Universität, 
in Halle, Robert- Franz -Stra.Cse 12. 

„ Dr. Schleich. G. A. L. F. von, Professor der Ophthalmologie und Direktor der Ophthalmologischen 
Klinik an der Universität, in Tübingen. 
Dr. Schmidt, E. A., Geheimer Medizinalrat, Professor der speziellen Pathologie und Therapie. Direktor 

der Medizinischen Klinik an der Universität, in Halle, Karlstrafse 12. 
Dr. Schmieden, V. G. 0., Professor der Chirurgie, Direktor der Chirurgischen Klinik an der Universität, 

in Halle. Friedrichstr. 13 a. 
Dr. Schotten US, M. B. J. G., Geh. Hof rat, Professor der Hygiene und Direktor des Hygienischen Instituts 
der Universität, in Freiburg i. B. 

,, Dr. Schreiber, J., Geh. Med.-Rat, Professor, Direktor der Königl. Medizinischen Universitäts-Poliklinik, 
in Königsberg, Mitteltragheim 24 a. 

„ Dr. Schnitze, B., Exzellenz, VVirkl. Geh. Rat, Professor der Geburtshilfe und Direktor der Entbindungs- 
anstalt der Universität, in Jena. 

„ Dr. Schultze, J. F., Geh. Med.-Rat, Kaiserlich Russischer Staatsrat, Professor der speziellen Patho- 
logie, Direktor der Medizinischen Klinik, in Bonn, Koblenzer Strafse 43. 

„ Dr. Schulz, P. F. H., Geh. Med.-Rat, Professor der Arzneimittellehre, Direktor des Pharmakologischen 
Instituts der Universität, in Greifswald, Wilhelmstrafse 37/38. 

„ Dr. Sellheim, H. P. A. A., Geh. Med.-Rat, Professor der Geburtshilfe und Gynäkologie, Direktor der 
Frauenklinik an der Universität, in Halle, Magdeburger Strafse 15. 

^ Dr. Solger, B. F., Professor, in Neifse, Bismarckstrafse 13. 

Dr. Strafsmann, F. W. S., Geh. Med.-Rat, Professor der gerichtlichen Medizin und Direktor der 
Unterrichtsanstalt für Staatsarzneikunde an der Universität, in Berlin W, Siegmundshof 18 a. 

„ Dr. Tappeiner, A. J. F. H. von, Prof. für Pharmakologie an der Universität, in München, Findlingstr. 25. 

, Dr. Trendelenburg, F., Königl. Sachs. Geh. Rat, Professor der Chirurgie, früher Direktor der Chirur- 
gischen Klinik der Universität in Leipzig, in Nikolassee (Wannseebahn). 

„ Dr. Tnczek, F. L., Geh. Med.-Rat. Professor, Direktor der Irrenheilanstalt und der Psychiatrisclien Klinik 
der Universität, in Marburg. 

„ Dr. Uhthoff. W. G. H. C. F.. Geh. Med.-Rat, Professor für Augenheilkunde und Direktor der Univ.- 
Augenklinik, in Breslau, Kaiser -Wilhelm-Strafse 154. 

„ Dr. Vierordt, H., Professor der Medizin an der Universität, in Tübingen, Ncckarhalde. 

„ Dr. Waldeyer-Hartz, H.W. G. von. Geheimer Ober -Medizinalrat, emer. Professor der Anatomie an der Uni- 
versität in Berlin, in Charlottenburg II, Uhlandstr. 184. Adjunkt. Obmann dos Vorstandes der Sektion. 

„ Dr. Weichselbaum, A., Hofrat, Ober-Sanitätsrat, Professor der pathologischen Anatomie und Vorstand 
des Pathologisch -anatomischen Instituts der Universität, in Wien IX, Thurngasse 17. 

,, Dr. Wertli, R. A. L.. Geh. Med.-Rat, Prof der Geburtshilfe und Gynäkologie, früher Direktor der Frauen- 
klinik und Hebammenlehranstalt in Kiel, wohnhaft in Bonn, Webers'rafse 55. 

„ Dr. Wolf. K. A., Professor der Hygiene und Vorstand des Hygienischen Instituts an der Universität, 
in Tübingen, Hygienisches Institut. 

„ Dr. WuUstein. C. A. L.. Professor, Oberstabsarzt, Direktor und Chefarzt des Krankenhauses „Bergmanns- 
heil" in Bochum i. W., Bergmannslieil. 

„ Dr. Zweifel, P., Geh. Rat, Professor der Geburtshilfe und Gynäkologie an der Universität, Direktor 
der Universitäts-Frauenklinik und der Hebammenschule, in Leipzig, Stephanstrafse 7. 

hj Auswärtige Mitglieder: 

Hr. Dr. Askanazy, M., Professor der pathologischen Anatomie an der Universität, in Genf 

„ Dr. Berg. E. v., Hofrat, in St. Petersburg. 

„ Dr. Richhorst. H. L., Professor der speziellen Pathologie und Therapie und Direktor der Medizinischen 
Klinik der Universität, in Zürich-Flnntern, Rottenstrafse 34. 

„ Dr. Golgi. C, Professor der allgemeinen Pathologie, in Favia, Corso Vittoria Emanuele 77. 

„ Dr. Györy, T. v., (Edler v. Nädudvar), Privatdozent für Geschichte der Medizin an der Universität, 
in Budapest IV, Veres-Pälnegasse 34. 

„ Dr. Hemmeter, J. G, Professor für Physiologie und für Klinik der Magen- und Darmkrankheiten an 
der University of Maryland, in Baltimore, 739 Univereity Parkway. 

, Dr. Loewenberg, B. B., Spezialarzt für Ohrenkrankheiten und verwandte Disziplinen, in Paris, Boule- 
vard Haufsmann 112. 

„ Dr. Szontagh. F. von, Professor für Pädiatrie an der Universität, leitender Primararzt der Kinder- 
abteilnng am St. Johannesspital, in Budapest VIII, Barofs-utca 21. 

„ Dr. Thilo, 0. W., praktischer Arzt und Leiter einer orthopädischen Anstalt, in Riga, Roraanostr. 1.^. 



38 

Berichtig ungeu des Mitglieder -Verzeichnisses. 

llr. Dr. Beckmann, E. 0., Gebeimer Regiernngsrat, Geheimer Hofrat, Professor, Ehrendoktor der Medizin. 
Direktor des Kaiser-Wilhelm Instituts für Chemie in Dahlem, wohnhaft in Berlin -Dahlem, Thiel- 
allee 67. Mitglied des Vorstandes der Sektion für Chemie. 

„ Dr. Demoll, R. R. M., Professor. Vorstand der Königliehen Biologischen Vevsnchsanstalt für 
Fischerei in Mönchen, Königinstr. 4 II. 

„ Dr. Heidenhain, M., Professor der Anatomie und Vorstand der Anatomischen Anstalt der 
Universität, in Tübingen. 

„ Dr. Michael, R., Geheimer Bergrat, Königlicher Landesgeolog nnd ordentl. Honorarprofessor an der 
Technischen Hochschule in Berlin, Abteilung Bergbau, wohnhaft in Charlottenbnrg 9, Kaiserdamm 74. 

„ Dr. Vosseier, K. G. J., Professor, Direktor des Zoologischen Gartens in Hamburg, Tiergartenstr. 1. 



Eingegangene Schriften. 



Geschenke. 

W. Ellenberger: Bericht über das Physiologische 
Institut der tierärztlichen Hochschule zu Dresden für 
die Jahre 1915 und 1916. 8ep.-Abz. • — Georg 
Lunge: Neue kritische Untersuchungen über die 
Sekretion der Parotis des Pferdes. Dresden 1915. 8". 
— Richard Götze: Oscillatorische Blutdruck- 
messungen an gesunden und an Ostcomalacie leidenden 
Pferden. Dresden 191t;. 8". 

C. A. L. Smits van Bürgst: Tunisian Hymenoptera. 
The Hague 1913. 8". — Naamlijst der in de Ichneu- 
monen Collectie van het rijk aanwezige genera en 
species der familie Ichnenmonidae. Ginneken 1918. 8". 

M. Hollrung : Jahresbericht über das Gebiet der 
Phanzenkrankheiten. Bd. 16 des Jahres 1913. Berlin 
1917. 8». 

A. Gutzmer: Jaliresbericht der deutschen Mathema- 
tiker-Vereinigung. Bd. 26. Leipzig 1918. 8". 



Nachschrift zu dem Aufsatz : 

Noch einige historische Betrachtungen über die 
Singzikaden 

in Heft LI II Nr. II nnd 12. 

Soeben fällt mir ein Sehulprogramm aus dem Jahre 
1866, hrsg. von der Realschule zum Heiligen Geist 
in Breslau, in die Hand, in dem eine hochinteressante 
und von einer ganz aufserordentlichen Belesenheit 
in den alten Schriftstellern zeugende Abhandlung 
von Dr. J. Milde') abgedruckt ist unter dem Titel 
„Natnrgeschichtliche Mittheilungen über Meran." Erste 
Mittheilung: Die Sing- Cicaden. 1. Teil: Die Sing- 
Cicaden der Gegenwart (der von S. 1 — 18 reicht) 
und dem sich der für uns besonders wichtige 2. Teil 
(8.18 — 40) „Die Sing-Cicaden der Alten" an- 

') .Seltsamerweise ist die Abhandlnnj^ von Keller 
nicht erwähnt, obgleich sie mit dessen Werke vielerlei 
Berüfarnngspunkte hat. 



schliefst. Es ist ganz unmöglich, diese Heifsige Arbeit 
hier unerwähnt zu lassen ; denn wenn ich sie eher 
(in meinem eigenen Besitze!) entdeckt hätte, würde 
ich ihr entschieden mancherlei entnommen haben, 
was wenigstens nachträglich nicht ganz unterdrückt 
werden darf. So finde ich zum ersten Male nähere 
Angaben über den mehrfach zitierten, aber nirgends 
im Originale wiedergegebenen „bittersten Spott", den 
der „Komiker" Xenarchus vonRhodus (bei Athenaeus, 
lib. Xlll, cap.VII, 10 und Meinecke ,Fragmenta comica 
(iraecorum' III, p. 625 mit der Iberschrift 'T.tj'o-') 
in den Worten ausspricht: „i-it rirür ni xinysi ovy. 
t ri)<'.ii(ovt^ : ir rnt^ yv>r'.i^)r orri' öriorr qof ))'>'/•: 
ii-i." („Sind nicht die Cicaden-Münner glücklieh, 
da ihre Weiber oline Stimme sind?") Interessant ist 
auch die Bemerkung, „dafs es möglich sei, dafs eine 
Cicade. von den einfachen Tönen einer Cither an- 
gelockt, anf die Cither herabgeflogen sei und weiter 
gesungen habe" ; er meint damit den von mir zitierten 
Wettstreit von Eunomos von Locri und Ariston 
von Rhoginm, nnd stützt sich dabei auf die von 
Leydig (s. in Nr. 11) herangezogene Mitteilung von 
Solier. Ferner berichtet er von der Benutzung der 
Cicaden als Nahrung oder richtiger als „Efslnst 
erregendes Mittel". — Aelian erzählt, dafs er selbst 
aufgereihte Zikaden habe zum Verkauf ausbieten 
sehen: auch fügt Milde hinzu, dafs noch heute von 
den Indianern in Amerika die Oicada septenidecim ') 
gegessen werde: „man reifst den Thieren die Flügel 
aus und siedet sie dann (P. Collinson, in Philos. 
Trans. 1763, Nr. X)". 

„Das UkY).ojaoo) üTÖftari' hat den Philologen 
Schwierigkeiten gemacht", heifst es anf S. 40. „Wer 
sich aber einmal eine Sing-Cicade betrachtet hat — 
dafs unser Autor nicht nur klassischer Philologe, 

') Wenn Milde übrigens die Berechtigung des Art- 
namens dieser amerikanischen Singzikade — nämÜL-h weil 
sie 17 Jahre als Larve lebt — bezweifelt, so ist das ein 
Irrtum, denn diese anffallende Tatsache ist neuerdings 
einwandfrei bestätigt worden. 



39 



sondern auch ein sehr erfahrener Entomologe ist, 
hat er im ersten Theile seiner Programm -Arbeit 
gezeigt — wird über die Interpretation nicht zweifel- 
haft sein können. Der Dichter bezeichnet hiermit 
die zwei grofsen halbkreisförmigen Deckel am Unter- 
leibe der Sing-Cicade, unter welchen der Gesang 
hervorkommt und welche sich während des Gesanges, 
gleich einem Munde, heben und senken." Des weiteren 
weifs er es sehr wahrscheinlich zu machen, dafs man. 
um der Zikaden zum Zwecke des Essens habhaft zu 
werden, Leimruten') auf den Bäumen aufstellte. 
Dahingegen bezweifelt er zu Unrecht. '-) dafs man im 
alten Griechenland Zikaden in Käfigen gefangen 
gehalten habe, spricht dagegen die Vermutung aus, 
dafs die im mehrfach zitierten Epigramme genannte 
Myro die Zikade in der Weise als Spielzeug benutzt 
hat. „wie sie heut noch von den Kiudern'*i in Süd- 
Tirol benutzt wird, wo das Thier am Bauche gekitzelt 
wird, um es zum Schreien 3) zu bringen". Auch das 
dürfte für die meisten Entomologen neu sein, was er 
(S. 13) vom Eierlegen der Zikaden mitteilt und zwar 
nach Brandt und Ratzeburg, Mediz. Zoologie. II. Bd. 
p. 211: „Das Weibchen ritzt mit seinem Legestachel 
die kleinen Zweige bis auf das Mark auf und legt 
in die gemachten Offnungen seine Eier. Wenn die 
jungen Larven auskommen, haben sie etwa die Gröfse 
eines Flohes und sind ganz weifs. Sobald sie laufen 
können, marschiren sie am Stamme oder Aste herab, 
und graben sich in die Erde, um daselbst zu leben 
und, 2 — 3' weit von der Oberfläche entfernt, die 
Wurzeln auszusaugen. Sie verwandeln sich daselbst, 
gegen Ende des 2. oder Anfang des 3. Jahres, in 
sehr bewegliche Nymphen (Puppen i, nachdem sie 
den Winter hindurch erstarrt blieben." Was er uns 
nach seinen eigenen, bei Meran gemachten Erfahrungen 
über den sogenannten Gesang der Zikaden erzählt 
reiht sich vollkommen an die früher \on mir mit- 



') Unser Entomolog Milde hat das Glück gehabt, mit 
Hilfe eines, an einen langen Stock gesteckten Schmetterlings- 
netzes in kurzer Zeit sehr zahlreiche Zikaden, bisweilen 
;i -4 Stück auf einmal zu fangen, und „ionerhalb 14 Tagen 
sind hunderte durch meine Hände gegangen". 

-) Er sagt sogar auf S. 42: „Mir scheint die Auuahme, 
(lal's Cicaden in Käfig-en gehalten wurden, aller Begründung 
zu entbehren." Mau vergleiche dazu, was Keller und 
Wissowa darüber berichten (in Nr. 11, Jhg. UilT der 
I.eopoldina). 

•') Durchaus neu für mich ist in dieser Hinsicht die 
(.S. 12 zu lesende) Mitteilung, rtai's die gefangene Zikade 
ein Geschrei ausstöfst, welches für ihren Körper nnverhältnis- 
niäfsig stark ist und mit ihrem Gesänge nicht die geringste 
Ähnlichkeit hat; es besteht dasselbe ans sehr rasch 
und in verschiedener Höhe aufeinander folgenden, fast 
kreischenden Tönen nnd erinnerte ihn weit eher au das 
Geschrei, welches ein plötzlich gefangener Sperling aus- 
stöfst. Lebend in Spiritus getan, stirbt das Tier augen- 
blicklich, wie vom Blitze getroffen. „Nie habe ich ein 
Insekt so schnell sterben sehen." 



geteilten Aufserungen anderer Fachmänner und Laien 
an. „Sowie wir in die Schlucht einlenken, empfängt 
uns ein tosendes Geräusch, welches sich am besten 
mit dem Rauschen eines Wasserfalles vergleichen 
läfst. Auf den zahlreichen Stränchern nnd Bäumen 
um die Wasserleitung und an dem nächsten Abhänge 
sitzen nämlich viele Tansende von Sing- Cicaden in 
vollster Thätigkeit, und da die Töne aller dieser 
Thiere zusammenfliefsen, so bringen sie ein derartiges 
Geräusch hervor, dafs nur mit Muhe zwei Männer 
sich gegenseitig verständlich machen können."') 

Die Zikadenart. von der hier bisher die Rede 
war, ist die gröfste Sing-Zikade Europas: Cicada 
plebeja Scop. Eine zweite bei Meran vorkommende, 
die stets am meisten genannte Manna- Zikade, C. orni 
L., ist kleiner. Ihr Gesang ist von dem der ersteren 
sehr leicht zu unterscheiden, wie denn überhaupt 
von den Tönen dieser Tiere dasselbe gilt wie von 
den Heuschrecken und Grillen, obgleich ihre Stimme 
in ganz anderer Weise zustande kommt, nämlich, 
dafs jede Art ihre eigene Weise fürs menschliche 
Ohr erzeugt. Kann doch sogar ein so geübter Hummel- 
kenner, wie es der bekannte Hymenopterologe 
0. Schmiedeknecht ist, die verschiedenen Hummel- 
arten an ihrem Flugtone erkennen! Genug, von der 
Manna-Zikade gilt ebenfalls, dafs man, wie Milde 
ans eigener Erfahrung angibt, „mit vollkommener 
Sicherheit von dem Gesänge auf die Person des 
Sängers schliefsen kann, wenn man auch letzteren 
nicht sieht. Der Gesang hat nämlich zwar auch 
eine metallische Färbung, ist aber weit unreiner und 
vollkommen eintönig: nie erleidet er einen vom An- 
fang verschiedenen Abschlufs, wie bei Cicada plebeja. 
Mir scheint er noch am meisten Ähnlichkeit mit den 
Tönen zu haben, welche entstehen, wenn man die 
Klingen zweier Messer rasch hintereinander in 
schleifender Bewegung aneinander wetzt. Beobachtet 
man einen einzelnen Sänger, wozu ich bei der Villa 
Martinsbriinn in Meran oft Gelegenheit hatte, da 
die Cicaden zuletzt, als die Hitze ihren höchsten 
Grad erreicht hatte, sich auf die Bäume am Hause 
selbst setzten, so bemerkt man nicht selten, dafs das 
Thier in seinem normalen Gesänge plötzlich aufhört 
und eine Zeit lang nur einzelne knarrende Töne 



') Ein alter Tiroler erzählte ihm einmal lachend, wie 
einst nach Grätsch bei Meran bayerische Einquartierung 
gelegt worden sei, dafs aber die Soldaten vor dem ent- 
setzlichen Geschrei der „Tschigallen" nicht haben ein- 
schlafen können; nm sich Ruhe zu verschaffen, hätten sie 
in die Bäume geschossen (!). Das hat aber auch nichts 
geholfen , d'inn nur einen Augenblick schweigt der Chor, 
nm sogleich mit derselben Vehemenz und Unermüdlichkeit 
fortzufahren, wenn man in den dicksten Haufen hinein- 
geschossen hat. 



40 



aiisstöfst, die sogar an die des I>aubfioscLes erinnern; 
nach einiger Zeit begann das Thier seinen Gesang 
von Neaem. Diese Cicade ist es, welche den Kindern 
nni Meran als Spielwert dienen mnfs. Sie wird 
nämlich am Bauche gekitzelt, worauf sie, wie ich 
mich oft überzeugt habe, knarrende, einen lächer- 
lichen Eindruck hei' vorbringende Töne auszustofsen 
ptlegt, an denen sich die Kinder ergötzen. Diese 
Cicade geht auch am weitesten liinauf auf die Berge. 
Ich beobachtete ein Exemplar noch bei 3800 ' am 
Bad Ratzes an der Seiser-Alp, welches jeden Mittag 
einsam seinen Gesang ertönen liefs. Auf diese und 
die Cicada plebeja bezieht sich die Rede der Welsch- 
tiroler, die Cicade singe sich die Seele aus dem 
Leibe, weil sie so grofse Lufthöhlen im Hinterleibe 
besitzt. Ich mufs offen gestehen, dafs der Eindruck, 
welchen vereinzelte Sänger durch ihren Gesang auf 
mich und meine Freunde gemacht liaben, nie ein 
anderer als ein lächerlicher gewesen ist, der mit der 
Zeit sogar langweilig wurde. Es ist möglich, dafs 
die Wirkung in einer ruhigen Sommernacht vielleicht 
eine andere ist, namentlich von anderen Arten ; denn 
das mnfs allerdings als bemerkenswerthe Thatsache 
hingestellt werden und gellt zum Theil aus dem 
bereits Erzählten hervor, dafs Jede Cicade aucli ihren 
besonderen Gesang besitzt. Ich habe um Meran 
3 Arten beobachtet und kann, auf zahllose Be- 
obachtungen gestützt, versichern, dafs der Gesang 
der einen mit dem jeder anderen durchaus keine 
Ähnlichkeit hat. Steigen wir ein wenig den buschigen 
Abhang hinan, . . ., so tönt uns von den niedrigen 
Eichengebüschen ein sehr reines, scharfes, metallisches 
.Tick, Tick, Tick' entgegen. Der Ton wiederholt 
sich in reifsender Schnelligkeit 15 mal und öfter, 
um nach kurzer Ruhe sogleich von Neuem wieder- 
zukehren. 'Wenn es schon schwer hält, die C. plebeja 
und C. orni an ihrem Standorte sitzen zu sehen, so 
ist es bei dieser dritten Cicade, der kleinsten, noch 
unendlich schwieriger. Einen ganzen Vormittag war 
die allerg! öfste Anstrengung umsonst verschwendet: 
es gelang uns, weder ein Tliier sitzen zu sehen, 
noch eins in unsere Gewalt zu bekommen. Rüttelte 
man endlich an der Stelle, wo das Thier sitzen 
mufste, so flog es lautlos blitzschnell davon. Endlich 
am zweiten Tage hatten wir die Genugthunng, das 
kleine Thier in 2 Exemplaren und später zahlreicher 
zu erbeuten. Der Körper ist kaum 7 '" lang und 
mit den Flügeln 81/2 — 10'" lang und 2'" breit. 
Die Farbe des Körpers pafst sich so sehr der Rinde 
des Baumes an, auf welcher das Thier sitzt, dafs es 
erklärlich wird, warum das Thier dem Naturforscher 
so selten in die Hände kommt-, denn vor Allem 



geliört viel Zeit und Geduld dazu, um des Thieres 
habhaft zu werden. Überdies erinnert sein Gesang 
weit eher an das Geräusch mancher Schricken, als 
an den einer Cicade. Ich mufs hier folgende Be- 
obachtung hinzufügen: Der Gesang dieser 3. Art, 
C. argentata Oliv., war mir noch ganz frisch im 
Gedächtnifs. da stieg ich von der Wasserleitung- ins 
Thal hinab. Während mich mein Weg an einer 
Wiese vorbeiführt, höre ich zu meinem Erstaunen 
ganz dieselben Töne im Grase, wie sie die kleine 
C. argentata von sich gegeben hatte. Vorsichtig 
näherte ich mich dem Sänger und erstaunte nicht 
wenig, als ich eine grofse, grüne Schricke in voller 
Thätigkeit antreffe, welche diese Töne liervorbringt. 
Icli habe übrigens nirgends eine Beschreibung des 
Gesanges dieser von mir bei Meran gefundenen 
C. argentata gefunden. Wahrscheinlich hat sie noch 
kein Naturforscher wäiirend des Singens beobachtet 
und sie mag wohl nur zufällig in die Gewalt von 
Entomologen gekommen sein." 

Es sollte micli freuen, wenn der eine oder andere 
meiner Fachgeuossen es mir Dank wttfste. dafs ich 
aus diesen interessanten, unzweifelhaft zuverlässigen 
IJeobaclitungen, die vor mehr als 50 Jahren der 
Öflentlichkeit übergeben und in einem wenig bekannt 
gewordenen Schulprogramm erschienen sind, so ein- 
gehende -Mitteilungen wiedergegeben und damit der 
Vergessenheit entrissen habe. (>. Taschenberg. 

Jubiläen. 

Herr Hofrat Professor Dr. V. Edler von Lang in 
Wien feierte am 2. März 1918 seinen achtzigsten 
Geburtstag und am 1 2. März sein sechzigjähriges Doktor- 
jubiläum. Die Feier ihres achtzigsten Geburtstage.* 
begingen Herr Geheimer Medizinalrat Professor Dr. 
G. F. Fritsch in Grofs- Lichterfelde am 5. März 1918 
und Herr Geheimer Bergrat Professor 0. Hoppe in 
Clausthal am 24. März 1918. Die Akademie hat 
den drei hochverdienten Jubilaren die herzlichsten 
Glückwünsclie ausgesprochen. 

Die 1. Abhandlung von Bd. 103 der Nova Acta 

K. H. Verhoefl': Zur Kenntnis der Zoogeographie 
Deutschlands, zugleich über Diplopoden namentlich 
Mitteldeutschlands und Beiträge für die biologische 
Beurteilung der Eiszeiten (85. — 88. Diplopoden- 
Aufsatz). 20 Bogen Text und 2 Tafeln (Laden- 
preis 20 Mark) 

ist erschienen und durch Max Niemeyer, Verlag 

in Halle a S. zu beziehen. 



Dmck von Elirhardt K.qrra8 fr. m. b. H. in TIiiUp (Saale). 




NUNQUAM /m^^^^M/ OTIOSUS 



LEOPOLDINA 

AMTLICHES ORGAN 
DER 

KAISERLICHEN LEOPOLDINISCH- CAROLINISCHEN DEUTSCHEN AKADEMIE 

DER NATURFORSCHER 

HERAUSGEGEBEN UNTER MITWIRKUNG DER SEKTIONSVORSTÄNDE VON DEM PliÄSlDENTEN 

DE. A. WANGERIN. 



Halle a. S. (wuheimstr. Nr. 37.) Hcft LIV. — Nr. 4. £ April 1918, 



Inhalt: Wahl eines Vorstandsmitgliedes der Fachsektion (6) für Zoologie und Anatomie. — Wahl eines Vorstands- 
mitgliedes der Fachsektion (7) fiir Physiologie. — Beiträge zur Kasse der Akademie. — Feier des 80. Geburts- 
tages des Herrn Professor Dr. Ernst Voit in München. — E. Rotli: Nahrnngsmittel aus Getreide. — 0. Taschen- 
berg; Znr Erinnerung au den \w. Geburtstag von E. L. Taschenberg. Nachtrag. — Berichtigungen des 
Mitglieder-Verzeichnisses. 

Wahl eines Vorstandsmitgliedes der Fachsektion (6) für Zoologie und Anatomie. 

Nach Eingang der unter dem 26. März 1918 erbetenen Vorschläge für die Wahl eines Vorstands- 
mitgliedes der Fachsektion (C) für Zoologie und Anatomie sind an alle stimmberechtigten Mitglieder 
dieser Sektion Wahlaufforderungen und Stimmzettel heute versandt worden. Sollte ein Mitglied diese 
Sendung nicht erhalten haben, so bitte ich, eine Nachsendung vom Bureau der Akademie zu verlangen. 
Sämtliche Wahlberechtigte ersuche ich, ihre Stimmen baldmöglichst, spätestens bis zum 16. Mai 1918, 
an die Akademie einsenden zu wollen. 

Halle a. S., den 30. April 1918. Dr. A. Wangerin. 

Wahl eines Vorstandsmitgliedes der Fachsektion (7) für Physiologie. 

Nach § 14 der Statuten läuft am 11. Juni 1918 die Amtsdauer des Herrn Geheimen Medizinalrats 
Professor Dr. V. Mensen in Kiel als Vorstandsmitglied der Faehsektion (7) für Physiologie ab (vergl. p. .5). 

Da Herr Hensen gebeten hat, von seiner W^iederwahl abzuseilen, so ersuche ich alle stimmberechtigten 
Mitglieder dieser Fachsektion ergebenst, Vorschläge zur Neuwahl eines Vorstandsmitgliedes bis zum 20. Mai 
1918 an das Präsidium gelangen zu lassen, worauf die Zusendung von Stimmzetteln erfolgen wird. 

Halle a. S., den 30. April 1918. Dr. A. Wangerin. 

Beiträge zur Kasse der Akademie, Rmu. p: 

März 30. 1918. Von Hrn. Geheimen Bergrat Professor Dr. Schröder in Berlin, Jahresbeitrag für 1918 6 — 

April 8. , „ n Professor Dr. Kühn in Littenweiler bei Freiburg i. B., desgl. für 1918 . ö — 

13. „ V n Professor Dr. Strunz in Wien, desgl. für 1918 6 — 

,.15. ,. „ „ Dozent an der Technischen Hochscluile und Oberlehrer Dr. Wangerin 

in Danzig, desgl. für 1918 t» — 

Dr. A. Wangerin. 
Leopoldina LIV. 

IV M 



42 



Jubiläum. 

Herr Professor Dr. Ernst Voit in München 
beging- am 14 April 1918 die Feier seines achtzigsten 
Geburtstages. Die Ai<ademie hat dem huchverdienten 
Jubilar die herzlichsten Glückwünsche ausgespruchen. 



Nahrungsmittel aus Getreide. 

Von Dr. E. Roth (M, A. N.). 

A. Mauriziü, welchem wir bereits so manche Gabe 
aus dem Getreidewesen verdanken, tritt soeben mit 
einem nenen Werk ') auf den Plan, das er als ein 
Handbuch für Studierende, Landwirte und den gesamten 
Getreidenahrung erzeugenden Gewerbestand bezeichnet. 
Es ist ein liöclist interessantes Buch, dessen Einzel- 
heiten wir natürlich nicht wiederzugeben vermögen, 
dessen Gerüst aber vor den Augen unserer Leser 
erstehen möge. 

Zunächst sei bemerkt, dafs alles Technische nur 
insoweit l)erührt ist, als es mit dem Getreide als 
Speise zusammenhängt : gänzlich diese Seite unerwähnt 
zu lassen, ging nicht wohl an, die Art des Bereitens, 
die Gärungen, das gesundheitliche Verlialten und 
vieles andere blieben ohne sie unverständlich. 

In der ausführlichen Beschreibung des anatomischen 
Baues des Kornes hat Maurizio auch das Erkennen 
von Mischungen der Schrote und Mehle aus Getreide 
und Hülsenfrüchten behandelt, ein gänzlich neues, 
gärungstechniscli wie kulturgeschichtlicli anziehendes 
Gebiet ist das der Brotgewürze, kurz, fast jeder 
Leser wird irgend ein ihn besonders anziehendes 
Kapitel finden. 

Wir müssen zunächst unterscheiden zwischen den 
Getreidearten des kälteren Klimas, Weizen, Roggen, 
Gerste, Hafer, und den der wärmeren Gegenden, wie 
Mais, Reis, Rispenhirse, Mohrhirse. Mehr für den 
Fachmann ist das Kapitel Bau und Kennzeichen der 
in der Müllerei benutzten Früchte und Samen ge- 
schrieben. 

Brotgewürze waren in früheren Zeiten ungemein 
beliebter wie zur Jetztzeit, welche fast nur noch den 
Kümmel verwendet. Mauriziü weist dabei wohl als 
erster darauf hin, dafs für scharfe Zusätze früher 
deshalb ein griifseres Bedürfnis vorlag, weil man 
mit ihnen den muffigen (ieruch der Speisen und 
deren bitteren Geschmack verdecken wollte. So 
gebrauchen auch heute noch Roggen verzehrende 
Länder melir Gewürze, als die Gegenden, welche 



') Die Nahrungsmittel aus Getreidt', ihre botauischeu, 
chemischen uud i)hysikalischeD K'geuschaften, hygienisches 
Verhalten, Prüfen und Beurteilen. Bd. 1, Berlin 1917. 
Parey. 8°. .\II, iri4 S. 2 'l'af. l'-o Abb. 



sich fast nur an den Weizen halten, wie Engländer. 
Nordamerikaner und Franzosen. 

In Europa hat neben dem Kümmel nur noch der 
Mohn einige Verbreitung als Brotgewürz; Schwarz- 
kümmelsamen, Sesam, Bockshornklee, Koriander, Anis. 
Fenchel, Salbei- und Kohlblätter, Zwiebeln, Hopfen 
usw. gehören als Brolbeimengungen so gut wie ganz 
der Geschichte an. 

Dagegen hat man die Verunreinigung und Ver- 
fälschung des Getreides und der Mehle, gewollte uud 
nicht beabsichtigte, nocli nicht aus der Welt zu 
Schäften vermocht, obwohl die moderne Müflerei in 
der Ausscheidung von Unkrautsamen immerhin einen 
hohen Grad von Vollkommenheit erreicht hat. 

Unter l'nkräutern versteht der Fachmann Raden 
und Wicken, doch gehören zu ersteren neben der 
eigentlichen Kornrade (Agrostemma Githago) auch 
Rittersporn. Knöterich. Ackerwinde usw. Der Begriff 
Wicken umfafst damit auch Linse, Andicago, wie 
andere Hülsenfrüchte, dann Iledrich, Senf, Kohl, 
Dotter und verwandte Kreuzblütler. Absichtliche 
Zusätze enthalten namentlicli Erdnufsmehl, Steinnufs, 
Sägespäne, Sand, kohlensauren Kalk und ähnliches. 
Dabei wird darauf hingewiesen, dafs die meisten 
Ackerunkräuter nicht gesundheitsschädlich sind, dafs 
eigentlich nur die Kornrade giftig wirkt und das 
Mutterkorn, dann der Taumelloch und vielleicht der 
Wachtelweizen. Bakterien und Pilze im Mehl kommen 
vielleicht in höherem Mafse in Betracht, um das 
Materi.il zu schädigen, doch liegt hier die Schuld 
mehr an den Verhältnissen, schlechter Beaufsichtigung 
der Böden und AVerkstätten wie der Betriebe. Neben 
pflanzlichen Schädlingen spielen tierische eine grofse 
Rolle in Getreide, .Mehl und Brot, meist gehören sie 
den Kerbtieren. Manche leben nur im Getreide, wie 
der Kornkäfer. Merkwürdig ist der Umstand, dafs 
in manchen Jahren sich einzelne dieser unangenehmen 
Gäste in bisher nicht aufgeklärter Weise kolossal 
vermeliren und zur wahren Landplage werden. Wen 
es besonders interessiert, möge das Kapitel nachlesen 
über den Kornkäfer, den Mehlkäfer, die Schaben, 
die Mehlmotte, die Milben und wie diese Sorte Gäste 
sonst heifsen. 

Man sollte im allgemeinen glauben, dafs es bei 
unseren unendlich vielen Gesetzen auch solche über 
den Gehalt an Verunreinigungen im Getreide gäbe, 
aber weit gefeliltl Die Wünsche der Müller, der 
Landwirte uud der Kunden gehen in diesem Punkte 
weit auseinander, so dafs beispielsweise Wien 5 "/u, 
Berlin aber nur 3 "/i, an Unkräutern in Körnern als 
zulässig erklärt. Vielfach liat sich demgemäfs eine 
Art von Wertschätzungsskala herausgebildet. Beim 



43 



Weizen heifst es, am besten sei der ans Kansas, 
Dninm, Manitoba wie aus Kumänien. La Plata-Waie 
sei nnentbehrlich und stark verunreinigt mit Kohle, 
Glas wie Unkräntern, deutscher Landweizen liefere 
2 — 3"o Beimengiingeu. Russisches Getreide hat 
den sclileehtesten Ruf: dort gibt es Händler, welche 
berufsmäfsig die zur Ausfuhr bestimmte Ware bis zu 
10",, ünkräntersamen beimengen. 

Gewisse Getreideunkräuter finden sicii fast über 
die ganze Welt verbreitet: so existiert die Kornrade 
nahezu überall, ihr vergesellschaften sich einige 
Schmetterlingsblütler, wie namentlich Wicken. Doch 
ist das Getreide aus Nordamerika frei von diesen 
Unkräntern, wie denn die Unkräuter der Alten und 
Neuen Welt recht verschieden voneinander sind. Im 
allgemeinen aber mufs man hervorheben, dafs unsere 
Mehle so gut wie unverfälscht sind, wobei namentlich 
dem Forscher anf diesem Gebiet eine gewichtige 
Rolle zufällt: wiederholt haben diese zur Vorsicht 
gemahnt und gemeint, es sei falsch, so oft von ver- 
fälschtem Mehl zu reden. In den Städten sei davon 
kaum die Rede, eher seien solche Verhältnisse anf 
dem Lande möglich, doch kommen auch dabei meist 
mehr Schmutzmengen und Mäusekot in Betracht als 
Unkräutersamen. 

Was nun die Mahlerzeugnisse in physikalisch- 
chemischer und biologisclier Hinsieht anlangt, so 
bezweckt die ganze sinnreiche, zusammengesetzte 
Mnllerkunst. den Weizen von der Spreu, die Kleie 
vom Mehl zu trennen. Man kann also aus dem 
Korn niciit mehr Mehl herstellen, als im Nährgewebe 
oder Endosperm vorhanden ist. Der Keim allein 
beträgt beim Roggenkorn 6,74 " ,,, beim Weizen 4,H2 " „, 
bei der Gerste H.Ol " ,). Der Anteil des Keimes der 
bespelzten Früchte ist geringer als der unbespelzten. 

Was das Mehl anlangt, so gibt es gewisse Regeln. 
Die Hochmüllererzeugnisse besitzen matte, weifse 
Farbe und sind griffig. Solche Mehle erfordern 
längere Knetzeit, weil sie Wasser schwer aufnehmen: 
dafür ist der Teig fester, er steht mehr als der der 
Mehle der Flachmüllerei, die häufig einen schliffigen 
GrifT aufweisen, fliefsenden Teig geben. Praktisch 
lassen sich die Mehle nach der Sorte gut unter- 
scheiden. 

Wichtig vor allem ist das Lagern von Getreide 
und Mehl; bei weitem der gröfste Teil Schädigungen 
unserer Ware läfst sich durch das Trocknen des 
Getreides verhindern; dem stehen aber zunächst die 
Kosten entgegen, dann der Wechsel des Wasser- 
gehaltes des Kornes und, setzen wir hinzu, der Mehle 
mit den Jahreszeiten. Natürlich änfseren das Atmen 
Von Korn und Mehl dabei auch ihre Wirkung, das 



Auswachsen und Verschimmeln des Getreides übt 
einen wesentlichen Eintlufs auf Teig und Brot. Sclion 
deshalb grift" man früii zu allerlei Backhilfsmitteln, 
welche das Melil an gärungsfähigem Zucker bereichern 
und anregend auf die Hefegärung wirken. Uralt 
nennt Maurizio geradezu das Beimischen von Auf- 
güssen zuckerhaltiger Stoffe zum Mehlteige, vom 
Mittelalter bis zu unserer Zeit half man der Gärung 
nach durch Zusatz von gesnfster oder gehopfter Bier- 
würze. Dann verwendete man auch gequetschte 
Kartoffeln und Mehle von Hülsenfrüchten, besonders 
Bohnenmehl, das als Castormehl eines besonderen 
Rufes genofs. Auch die Brotwürzen hatten vielfach 
den Nebenzweck, durch ihre Reizstoffe die Hefegärung 
zu fördern. 

Von Bedeutung für den Praktiker ist auch die 
Selbsterwärmung und Selbstentzündung von Korn 
und Mehl, welche Explosionen in den Mühlen hervor- 
ruft und Brände verursacht. Lagerfestes, umgerührtes 
Getreide wird sich freilich nicht von selbst erwärmen, 
aber ruhig liegendes, lagerfestes, das an gewissen 
Stellen feucht geworden ist, -wird durch die hier 
sich einstellenden Pilze sicher an Wasser bereichert 
und gefährdet. Allgemein gesagt, ist, um Explosionen 
in Mühlen zu verhüten, für sorgfältige Reinigung des 
tietreides zu sorgen, bevor es zwischen die Steine 
oder Walzen kommt; insbesondere sind Eisenteilchen 
zu entfernen, eine zu starke Erhitzung des Mahlgutes, 
offene Lichtflammen. grofse Staubsammler zu ver- 
meiden: feuerfeste Räume wie Behälter sind erforderlich 
wo Getreide bewegt wird. 

Auf die chemischen Bestandteile des Getreides 
und der Mahlerzeugnisse wollen wir hier nicht näher 
eingehen, auch die Teiggärung, die Gärungsorganismen 
und sonstige Lockerungsmittel dürften nicht einem 
allgemeinen Interesse begegnen. 

Dagegen seien dem eigentlichen Backen und den 
Eigenschaften des Brotes einige Zeilen gewidmet. 

Während kleine Brötchen, Semmeln, Bretzeln und 
dergleichen bei einer Temperatur von 210 — 235" in 
15 — 20 Minuten ausgebacken sind, bedürfen grofse 
Brote bei dieser Temperatur einer Baekdauer von 
über einer Stunde; Pumpernickel gar liegt 'S — 10 
Stunden im Ofen. Im allgemeinen wird Weizenbrot 
bei 250 — -270" gebacken, Roggenbrot erheischt 
290 — 300". Gute, regelrecht gebackene Brote ent- 
halten 18 Stunden nach dem Backen 33 — 34",, 
Wasser. Langsam gebackene, deren Rinde stark 
gefärbt und sehr widerstandsfähig ist, enthalten am 
wenigsten Wasser. Je gleichmäl'siger die Poren im 
Brote verteilt sind, um so geschätzter ist das Brot, 
wozu der Bäcker hinzufügt : Je backfähiger ein Mehl. 



44 



lim so giölser ist das Volumen des aus gleicher 
Menge erzeugten Brotes, um su poröser das Brot. 
Die sogenannten vorderen Mehlsorten verbacken sich 
besser, als die. denen teilweise Kleie beigemischt ist, 
obwohl die kleielialtigen einen höheren Gehalt an 
Stickstoft' besitzen. Die Bäcker weisen auch darauf 
liin. dafs das Bestreben, das ganze Korn', mit Aus- 
nahme der äul'seren Schale, zu einem gut verwertbaren 
Mehle zu vermählen, von dem geträumten Erfolge 
kaum begleitet sein werde, da aus dem dem änfseren 
Kornteile entstammenden Mehle kaum ein unseren 
-Ansprüchen genügendes Brot herstellbar sei. 

Ein eigen Ding ist es um das altbackene I5rot. 
das für gesünder als frisches gilt. Sein Verbraucli 
empfiehlt sich auch aus Gründen der Sparsamkeit 
und nicht nur wegen der Beschwerden, welche der 
Gennls frischen Brotes herbeiführen kann. Heute 
wissen wir. dafs das altbackene Brot sicli vom 
frischen nicht duroh einen geringeren Wassergehalt 
unterscheidet, sondern durch einen eigentümlichen, 
molekularen Znstand, der während des Erkaltens 
eintritt, sich später noch mehr entwickelt und so 
lange andauert, als die Temperatur eine gewisse 



Höhe nicht überschreitet. Altbackenes Brot bleibt 
nur so lange auffrischbar, als sein Wassergehalt nicht 
unter 30 *„ sinkt. Wieder frisch gemachtes Brot, 
ist es einmal gut altbacken gewesen, kann nicht 
wieder ganz frisch werden, während altbackenes ganz 
frisch wird. Aufgefrischtes Brot wird viel schneller 
altbacken als frisches, oft bereits nach wenigen Stunden. 

Krankheiten des Brotes haben ihre Ursache in 
fehlerhafter Gärung und fehlerhaftem Verbacken. Da- 
hin gehören wasserstreitige Brote, schlecht gewachsene, 
zu saure Ware, zähe Stärke. Dann betrachtet man 
die Veränderungen des Brotes als Brotkrankheiten, 
welche von Schimmelpilzen oder Bakterien ihren 
Anfang nehmen, sei es im fertigen Brote oder schon 
im Teige, namentlich fadenziehendes Brot ist vom Übel. 

Was die Backfähigkeit selbst anlangt, so sei 
bemerkt, dafs die Gröfse des Brotes nicht von der 
Menge des während der Gärung erzengten Gases 
abhängt, sondern von der wechselnden Menge des 
Gases, die die Teige zurückhalten und im Aufgehen 
des Teiges und Brotes verwerten. 

Doch genug! Man ersieht wohl aus den an- 
gezogenen Beispielen die Reichhaltigkeit des Buches. 



Nachschrift zu dem von mir zu Ehren meines Vaters ergriffenen Worte in Nr. 1 des Jahrganges 1918, 

Mein verehrter einstiger Universitätskollege Professor Dr. Bernhard Solger. jetzt Spezialarzt iu 
Neisse. schreibt mir unter dem (J. Febr. d. Js.: „Es ist Urnen vielleicht von Interesse, dafs Taschenberg 
der Name einer Station der Kleinbahn von Prenzlau nach Strasburg (Uckermark) ist. Ortsnamen sind ja früher 
vielfach zu Familiennamen geworden; ich erinnere nur an Lucas Kranach, der nach dem oberfränkischen 
Städtchen Kronach heifst. Damit ist der Name noch nicht erklärt. Neben dem deutschen Namen wie 
Holzendorf und Ellingen kommen dort auch wendische, also slavische Bezeichnungen vor (Prenzlau, Dedelow 
u. dgl.). Es gibt aber auch Zusammensetzungen aus slawischen Hauptwörtern mit deutschen Endigungen. 
So kenne ich auf ehemals von Wenden bewohntem Boden in Franken ein Dorf „Jesserndorf", das von dem 
slavischen „jasen" (Esche) abzuleiten ist und also soviel heifsen würde wie „Eschendorf." Ich danke dem 
hochverehrten Herrn Kollegen, der mich einst in Triest um mitternächtige Stunde nach dem Hafen begleitete 
und mir bis zur Abfahrt mit dem Nachtdampfer nach Venedig seine liebenswürdige Gesellschaft schenkte 
Und er hat mir jetzt eine grofse Freude bereitet, indem er seine freundlichen Zeilen mit den Worten 
beginnt; „Zu der Zahl deijenigen. denen der Sinn für Familienforschung erst gegen finde ihres Lebens 
aufgellt, gehört auch der Unterzeichnete ..." 

Und ich rufe ihm in angenehmster Erinnerung früherer Zeiten des Dichters Worte zu : 
„Du sprichst von Zeiten, die vcrgaugeu siud." 

L. Taschenberg. 



Berichtigungen des Mitglieder -Verzeichnisses. 

Hr. Dr. E. A. F. Finger, llofrat, Professor an der medizinischen Fakultät der Universität, Direktor der Klinik 
für Geschlecht^- und Hautkrankheiten im Allgemeinen Kraukenhause in AVien I, Spiegelgasse 10. 

Dr. Fürbringer. P. W., Geheimer Medizinahat, Professor, Mitglied des Medizinal -Kollegiums der 
Provinz Brandenbui j;. in Berlin NW, Kloppstockstr. 59 I. 

Dr. Heidenhain. M.. Professor der Anatomie. Vorstand der Anatomisclien Anstalt an der Universität, 
in Tübingen. 



Druck Ton Ehrhardt Karras G. m. b. H. in Halle (Saale). 



NUNQUAM /(^^^^^\/ OTIOSUS. 



lEOPOLDINA 

AMTLICHES ORGAN 
DEK 

KAISERLICHEN LEOPOLDINISCH- CAROLINISCHEN DEUTSCHEN AKADEMIE 

DER NATURFORSCHER 

HERAUSGEGEBEN UNTER MITWIRKUNG DER SEKTIONSVORSTÄNDE VON DEM PRÄSIDENTEN 

DE. A. WANGERIN. 

Halle a. S. (wuheimstr. Nr. 37.) Heft LIV. — IVr. 5. Mai 1918. 



Inhalt: Ergebnis der Wahl eines Vorstandsmitgliedes der Fachsektion (6) für Zoologie und Anatomie. — Wahl eines 
Vorstandsmitgliedes der Fachsektion (7) für Physiologie. — Veränderungen im Personalbestande der Akademie. 
— Beiträge zur Kasse der Akademie. — Eingegangene Schriften. — Die 2. Abhandlung von Band 103 der 
Nova Acta. 



Ergebnis der Wahl eines Vorstandsmitgliedes der Fachsektion (6) für Zoologie und Anatomie. 

Die nach Leopoldina LIV, p. 41 unter dem 30. April 1918 mit dem Endtermine des 16. Mai 1918 
ausgeschriebene Wahl eines Vorstandsmitgliedes der Fachsektion (6) für Zoologie und Anatomie hat nach 
dem von Herrn Rechtsanwalt Bennewiz als Vertreter des Herrn Notar Schneider in Halle a. S. am 
31. Mai 1918 aufgenommenen Protokoll folgendes Ergebnis gehabt. 

Von den 78 gegenwärtig stimmberechtigten Mitgliedern dieser Fachsektion haben 52 ihre Stimmzettel 
rechtzeitig eingesandt. Von diesen lauten : 

27 auf Herrn Geheimen Rat Professor Dr. R. von Hartwig in München, 
23 auf Herrn Geheimen Medizinalrat Professor Dr. med et phil. W. Roux in Halle. 
2 Stimmen sind ungültig. 
Es ist demnach, da mehr als die nach § 30 der Statuten notwendige Anzahl von Mitgliedern an 
der Wahl teilgenommen hat, 

Herr Geheimer Rat Professor Dr. R. von Hertwig in München 
zum Vorstandsmitgliede der Fachsektion für Zoologie und Anatomie mit einer Amtsdauer bis zum 31. Mai 
1928 gewählt worden. 

• Halle a. S., den 31. Mai 1918. Dr. A. Wangerin. 



Wahl eines Vorstandsmitgliedes der Fachsektion (7) für Physiologie. 

Nach Eingang der unter dem 30. April 1918 erbetenen Vorschläge für die Wahl eines Vorstands- 
mitgliedes der Fachsektion (7) für Physiologie sind an alle stimmberechtigten Mitglieder dieser Sektion 
Wahlaufforderungen und Stimmzettel heute versandt worden. Sollte ein Mitglied diese Sendung nicht 
erhalten haben, so bitte ich, eine Nachsendung vom Bureau der Akademie zu verlangen. Sämtliche Wahl- 
Leopoldina LIV. 7 

IV M 



46 

berechtigte eisuclie ich, ihre Stimmen baldmöglichst, spätestens bis zum 16. Juni 1918, an die Akademie 
einsenden zu wollen. 

Halle a. S., den 31. Mai 1918. Dr. A. Wangerin. 

Veränderungen im Personalbestande der Akademie. 
Neu aufgenomnieiie Mitglieder: 

Nr. 3402. Am 3. Mai 1918: Herr Professor Dr. Franz Arthur Schulze, Privatdozent der Physik an der 
Universität in Marburg. Achter Adjunktenkreis. — Fachsektion (2) für Physik und Meteorologie. 

Nr. 3403. Am S.Mai 1918: Herr Dr. Richard Friedrich Wilhelm Carl Heymons, Professor der Zoologie 
an der Königliclien Landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin. Fünfzehnter Adjunktenkreis. — 
Fachsektion (6) für Zoologie und Anatomie. 

Nr. 3404. Am 11. Mai 1918: Herr Hofrat Dr. Emil Adalbert Müller, Professor der darstellenden Geometrie 
an der k. k. Technischen Hochschule in Wien. Erster Adjunktenkreis. — Fachsektion (1) für 
Mathematik und Astronomie. 

Nr. 3405. Am U.Mai 1918: Herr Theodor Nikolaus Laurenz Maria Schmid, Professor der darstellenden 
Geometrie an der k. k. Technischen Hochschule in Wien. Erster Adjnnktenkreis. — Fach- 
sektion (1) für Mathematik und Astronomie. 

Gestorbene Mitglieder: 

Am 2. April 1918 in Hann. Münden : Herr Geheimer Regierungsrat Dr. Karl Richard Hornberger, Professor 
an der Königlichen Forstakademie in Münden. Aufgenommen den 24. November 1887. 

Am 30. April 1918 in Bonn: Herr Geheimer Medizinalrat Professor Dr. Josef Doutrelepont, früher Direktor 
der Hautklinik, dirigierender Arzt im Friedrich-Wilhelm-Stift in Bonn. Aufgenommen den 
8. Oktober 1888. 

Am 15. Mai 1918 in Berlin: Herr Geheimer Medizinalrat Dr. Adolf Aron Baginsky, Professor an der Uni- 
versität, früher Direktor des Kaiser- und Kaiserin -Friedrich -Kinderkrankenhauses in Berlin. 
Aufgenommen den 10. Oktober 1888. Dr. A. Wangerin. 

Beiträge zur Kasse der Akademie. Kmk. pi. 
Mai 1. 1918. Von Hrn. Geheimen Bergrat Professor Dr. Scheibe in Wilmersdorf, Jahresbeiträge 

für 1917 und 1918 12 — 

_^ 3. „ „ „ Professor Dr. A. Schulze in Marburg, Eintrittsgeld und Ablösung der 

Jahresbeiträge , 90 — 

Hofrat Professor Dr. Deichmüller in Dresden, Jahresbeitrag für 1918 . 6 — 
8. „ ,. ,, Professor Dr. Heymons in Berlin, Eintrittsgeld und Ablösung der Jahres- 
beiträge 90 — 

^ 11. ^ ^ „ Hofrat Professor Dr. Müller in Wien, Eintrittsgeld und Ablösung der 

Jahresbeiträge 90 — 

„ ,, ,, „ „ Professor Dr. Demoll in München, Jahresbeitrag für 1919 6 — 

„ 14. „ „ „ Geheimen Bergrat Professor Dr. Papperitz in Freiberg, desgl. für 1918 6 — 

^ ^ ^ , „ Professor Th. Schmid in Wien, Eintrittsgeld und Ablösung der Jahresbeiträge 90 — 
„ 15. „ „ „ Geheimen Hofrat Professor Dr. Meyer in Braunschweig, Jahresbeiträge 

für 1917 und 1918 12 — 

Dr. A. Wangerin. 

Eingegangene Schrillen. 

Geschenke. Adolf Ma reu se: Die atmosphärische Luft. Eine all- 
George Vivian Poore: Essays über Hygiene auf gemeine Darstellung ihres Wesens, ihrer Eigenschaften 
dem Lande. (Übersetzung nach der zweiten englischen und ihrer Bedeutung. Berlin 1896. 8". — Sieg- 
Auflage durch A. v. W.). Wiesbaden s. a. 8". — mund Günther: Wissenschaftliche Bergbesteigungen 



47 



in älterer Zeit. Sep.-Abz. — Otto Müller: Einige 
Bemerkungen über Röntgen -Strahlen. Sep.-Abz. — 
Ernst Küster: Über rhythmische Strujjturen im 
Pflanzenreich. Sep.-Abz. — Carl Ochsei^ins: Kohle 
und Petroleum. Sep.-Abz. — Id.: Die Bildung der 
Kohlenflötze. Sep.-Abz. — W. Nernst: Das In- 
stitut für Physikalische Chemie und besonders Elektro- 
chemie an der Universität Göttingen. Halle a. S. 1896. 
8». — E. Such sl and: Über das Wesen der Tabak- 
fermentation und über die sich daraus ergebende 
Möglichkeit, den Fermentationsprocefs behufs Ver- 
edelung der Tabake zu beeinflussen. Mannheim 
1892. 4». — Hugo Erdmann: Über das Vor- 
kommen von Ammoniakstickstofif im Urgestein. Sep.- 
Abz. — Id.: Über eine einfache Methode zur quantita- 
tiven Analyse mit Hülfe des Telephons. Sep.-Abz. — 
Id. und Paul Köthner: Über Rubidiumdioxyd. Sep.- 
Abz. — Veit Valentin: Graf Reventlow als Ge- 
schichtsschreiber. Sep.-Abz. — J. Gaedicke: Studien 
über Roentgenstrahlen. Sep.-Abz. — Lehmann- 
Hohenberg: Universitätsreform. Einheitlicher Auf- 
bau des gesamten Staats- und Gesellschaffslebens 
auf der Naturerkenntnis der Gegenwart. Kiel und 
Leipzig 1900. 8«. — G. Brandes: Über die Sicht- 
barkeit der Röntgenstrahlen. Sep.-Abz. — Paul 
Käuffer: Energie — Arbeit. Mainz 1896. 8". — 
W. V. Bezold: Das meteorologische Observatorium 
auf dem Brocken. Berlin 1896. 8o. — Friedrich 
Renk: Über den hygienischen Unterricht auf den 
technischen Hochschulen. Dresden 1895. 40. — Hans 
Zürn: Das Pendel und seine Verwendung. Plauen i.V. 
1897. 4'\ — Ernst Sagorski: Die Rosen der Flora 
von Naumburg a. S. nebst den in Thüringen bisher 
beobachteten Formen. Naumburg a. S. 1885. 4". — 
Hector Lebrnn: Application de la methode des 
disques rotatifs ä la technique microscopique. Sep.- 
Abz. — Ch. Janet; Notice sur un flottenr fri'S 
simple et tres economique, permettanf a un homme 
de se sontenir sur l'eau. Sep.-Abz. — Wilh. Roux: 
Methode, undeutliche und selbst bis zur vollkommenen 
Unsichtbarkeit abgeschliffene Prägung von metallischen 
Gegenständen wieder deutlich sichtbar zu machen. 
Notiz. Sep.-Abz. — F. L. Ortt: Der Einflufs des 
Windes und des Luftdruckes auf die Gezeiten. Sep.- 
Abz. — Boudin: Programme d'une Geographie 
Nosologique. Sep.-Abz. — Otto Luedecke: Be- 
obachtungen au Harzer Mineralien. Sep.-Abz. — 
Richard Afsmann: Die Nachtfröste des Monat Mai. 
Halle 1885. 8". — C. Hart Merriam: Plauts of 
the Pribil of Islands Bering Sea. Sep.-Abz. — 
C. Doelter: Über das Verhalten der Mineralien zu 
den Röntgen'schen X-Strahleu. Sep.-Abz. — L. Witt- 
mack: Das Mehl und seine Verfälschungen. Sep.- 
Abz. — Joh. Bartelt: Über Thyrojodin. Sep.-Abz. 
— R. Kobert: Über den Kwas. Sep.-Abz. — • Id.: 
Zur Geschichte des Bieres. Sep.-Abz. — Id.: Bei- 
träge zur Geschichte des Gerbens und der Adstringentien. 
Sep.-Abz. — Id. und C. Böhm: Das Absinthöl. Sep.- 
Abz. — Joseph Rosenthal: Über Röntgenstrahlen. 
Sep.-Abz. — William Blasius: Was sind eigentlich 
Cyclone und wie entstehen sie? Sep.-Abz. — Abegail 
C. Dimon: Experiments on cutting off parts of the 



cotyledons of pea and nastnotium seeds. Sep.-Abz. — 
Siegfried Valentiner: Über die Abhängigkeit des 

Verhältnisses ^ der spezifischen Wärmen des Stick- 

cv '^ 

Stoffes vom Druck bei der Temperatur der flüssigen 
Luft. Sep.-Abz. — A. Sauer: Das alte Grundgebirge 
Deutschlands mit besonderer Berücksichtigung des Erz- 
gebirges, Schwarzwaldes, der Vogesen, des Bayrischen 
Waldes und Fichtelgebirges. Sep.-Abz. — Eimer 
D. Merrill: New er Noteworthy Philippine Plauts. 
Sep.-Abz. — S. V. Prowazek und J. Yamamoto: 
Experimentelle und morphologische Studien über das 
Vakzinevirus. Sep.-Abz. — Paul Holdefleifs: 
Über den Gehalt der reifen Stroh- und Spreuarten 
an nicht eiweifsartigen stickstoffhaltigen Stoffen. 
Halle a. S. 1897. 8». — Martin Schmidt: Das 
Wellengebirge der Gegend von Freudenstadt. Stutt- 
gart 1907. 80. — L. WuUstein: Die Skoliose in 
ihrer Behandlung und Entstehung. (I. Teil). Stuttgart 
1902. 8". — 17 Dissertationen. (Geschenk des Herrn 
Professor Dr. Taschenberg in Halle.) 

E. Borrafs: Schwerkraft im Meridian der Schnee- 
koppe. Berlin 1896. 8". — Schwerkraft im Berliner 
Meridian. Berlin 1902. 8». — Intensität der Schwer- 
kraft. Berlin 1905. 8". — Berichte über die relativen 
Messungen der Schwerkraft mit Pendelapparaten für 
den Zeitraum von 1900 bis 1903, 1903 bis 1906, 
1909 bis 1912. Sep.-Abz. — Bericht über die 
relativen Messungen der Schwerkraft mit Pendel- 
apparaten in der Zeit von 1808 bis 1909 und über 
ihre Darstellung im Potsdamer Schweresystem. Berlin 
1911. 40. 

R. D. M. Verbeek : Opgave van geschriften over 
Geologie en Mijnbouw van Nederlandsch Oost-Indie. 
(Vijfde Vervolg.) 's-Gravenhage 1918. 8». 

Max Bamberger und Herbert von Klimburg: Zur 
Kenntnis der Überwallungsharze. (IX. Abhandlung.) 
Sep.-Abz. 

Hugo Krüfs : Die Hartmannsche Dispersionsformel 
und die Dispersion des Quarzes. II. Sep.-Abz. 

E. Steinach und R. Lichtenstern : Umstimmung der 
Homosexualität durch Austausch der Pubertätsdrüsen. 
Sep.-Abz. 

H. Conwentz: Zur Geschichte des Naturschutzes 
in Sachsen. Sep.-Abz. — Bericht über die Natur- 
schutzsitzung in Wien am 24. September 1913. Sep.- 
Abz. — Beiträge zur Naturdenkmalpflege. Bericht 
über die Naturschutzsitzung beim XIII. Kongrefs 
Russischer Naturforscher und Ärzte in Tiflis am 
18. Juni a. St. 1913. — Eröffnungsrede bei der 
VII. Konferenz für Naturdenkmalpflege in Berlin 
1915. — Die Kriegsmeliorierungen der Moore und 
ihr Einflufs auf die ursprüngliche Natur. Über die 
Notwendigkeit der Schaffung von Moorschutzgebieten 
und die hierauf bezüglichen Schritte der Staatlichen 
Stelle. Referat in der VII. Konferenz für Natur- 
denkmalpflege in Berlin 1915. — Über den Schutz 
der Natur Spitzbergens. (Denkschrift überreicht der 
Spitzbergenkonferenz in Kristiania 1914.) Berlin 1914. 
80. — Eröffnungsrede zur VIII. Konferenz für Natur- 
denkmalpflege in Prenfsen Berlin am 1. und 2. Dezember 



48 



1916. Sep.-Abz. — Über die Notwendigkeit der 
Schaffung von Moorschutzgebieten. (Denkschrift.) 
Berlin 1916. 8". — Expose snr Ja Protection 
nationale et internationale de la Nature. (Extrait du 
Recneil des proces-verbaux de la Conference inter- 
nationale pour la Protection de la Nature, Berne 
17. — 19. Novembre 1913.) — Nnturschntzgebiete in 
Deutschland, Osterreich und einigen anderen Ländern. 
Vortrag, gehalten in der allgemeinen Sitzung der 
Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin am 2. Januar 

1915. Sep.-Abz. — Über die Berücksichtigung des 
Naturschutzes bei Ingenieur -Anlagen. Vortrag beim 
Baltischen Ingenieurkongrefs in Malmö 13. — 18. Juli 
1914. Stockholm 1915. 4». — Ein Besuch im Wisent- 
wald Bialomies. (Die Woche. Jg. 1916. Hft. 2. Berlin 

1916. 4".) 

von Hertwig: 21 Dissertationen. 

E. Zimmermann : Die Eigenarten und geologischen 
Aufnahmeschwierigkeiten des Bober- Katzbach-Gebirges 
besonders in seinem altpaläozoischen Anteil auf den 
Blättern Lahn, Gröditzberg, Goldberg, Schönau, Bolken- 
hain und Ruhbank. Sep.-Abz. — Tiefbohrungen bei 
Gera. Sep.-Abz. — Buntfärbungen von Gesteinen, 
besonders in Thüringen. Sep.-Abz. 

Wilhelm Walte: Eine neue Erklärung der osmo- 
tischen und elektrischen Erscheinungen. Hamburg 

1916. 8". — Beiträge zur Energielehre. Hamburg 

1917. 8". 

F. Wohltmann: Deutschlands Einfuhr landwirt- 
schaftlicher Stoffe vor dem Kriege und nach Friedens- 
si'hlufs. Sep.-Abz. 

Bernhard Kosmann : Gipsbrei und Magnesiazement. 
Sep.-Abz. 

Ludwig Pfeiffer: Eigenartige (pathologische) 
Zeichnungsabänderung bei Dasychira pudibunda L. 
(Sep.-Abz.) — 100 Jahre Senckenbergische Natur- 
forschende Gesellschaft. (Sep.-Abz.) — Über Urania 
var. „intermedia" (in lit.) sowie Beschreibung einer 
neuen Art. Sep.-Abz. 

Fernand Meunier: Über einige Mycetophiliden und 
Tipuliden des Bernsteins nebst Beschreibung der 
Gattung Palaeotanypeza (Tanypezinae) derselben 
Formation. Sep.-Abz. 

Johannes Frischauf: Die Vereinheitlichung des 
Vermessungswesens in Mitteleuropa. Sep.-Abz. 

Julius von Kann : Untersuchungen über die tägliche 
Oszillation des Barometers. III. Die dritteltägliche 
(achtstündige) Luftdruckschwankung. Sep.-Abz. 

L. Krüger: Die kürzeste Entfernung und ihre 
Azimute zwischen zwei gegebenen Punkten des Erd- 
ellipsoids. Sep.-Abz. 

0. Meifsner: Tabellen zur isostatischen Reduktion 
der Schwerkraft. Sep.-Abz. 

R. Fick: Zur Frage der Nervenversorgung des 
M. Sternalis. Sep.-Abz. — Über die Länge der 
Muskelbündel und die Abhandlung Murk Jansens 
über diesen Gegenstand. Sep.-Abz. 

Joh. A. Repsold : Zur Geschichte der astronomischen 
Mefswerkzeuge. Nachträge zu Band 1 (1908). Sep.-Abz. 



L. Adametz: Studien über die Mendelsche Ver- 
erbung der wichtigsten Rassenmerkmale der Karakul- 
schafe bei Reinzucht und Kreuzung mit Rambouillets. 
Leipzig 1917. 8». 

Paul Krusch : Der geologische Bau Belgiens unter 
besonderer Berücksichtigung der Steinkohlenvorkommen 
und ihrer wirtschaftlichen Bedeutung. Leipzig 1916. 
8". — Über das Sinken der unteren Banwürdigkeits- 
grenze der nutzbaren Mineralien, vorzugsweise der 
Erze im Kriege infolge der höheren Metallpreise und 
der Fortschritte der Technik. Sep.-Abz. — Die 
Lebensdauer unserer Eisenerzlagerstätten und die 
Versorgung Deutschlands mit Eisen- und Manganerzen 
nach dem Kriege. Sep.-Abz. — Id. und Beyschlag: 
Deutschlands künftige Versorgung mit Eisen- und 
Manganerzen. Berlin 1917. 4". 

Richard Heymons : Die Entwicklung der weib- 
lichen Geschlechtsorgane von Phyllodromia (Blatta) 
germanica L. Sep.-Abz. — Die Segmentirung des 
Insektenkörpers. Berlin 1895. 4". — Grundzüge der 
Entwicklung und des Körperbaues von Odonaten und 
Ephemeriden. Berlin 1896. 4». — Über die Fort- 
pilanzung und Entwickelungsgeschichte der Ephemera 
vulgata L. Sep.-Abz. — Entwicklungsgeschichtliche 
Untersuchungen an Lepisma saccharina L. Sep.-Abz. — 
Mitteilungen über die Segmentirung und den Körperbau 
der Myriopoden. Sep.-Abz. — Zur Entwickelungs- 
geschichte der Chilopoden. Sep.-Abz. — Die Ent- 
wicklungsgeschichte der Scolopender. Stuttgai-t 1901. 
4". — Biologische Beobachtungen an asiatischen 
Solifugen nebst Beiträgen zur Systematik derselben. 
Berlin 1902. 4». — Die Hinterleibsanhänge der 
Libellen und ihrer Larven. Sep.-Abz. — Über einen 
Apparat zum Öffnen der Eischale bei den Pentatomiden. 
Sep.-Abz. — Über die ersten Jugendformen von 
Machilis alternata Silv. Sep.-Abz. — Die verschiedenen 
Formen der Insectenmetamorphose und ihre Bedeutung 
im Vergleich zur Metamorphose anderer Arthropoden. 
Sep.-Abz. — Europäische Insektenschädlinge in Nord- 
amerika und ihre Bekämpfung. Sep.-Abz. — Ein 
neuer Troctes als Schädling in Buchweizengrütze 
(Corrod.). Sep.-Abz. — Über die Lebensweise von 
Hemimerus (Orth). Sep.-Abz. — Über den Genital- 
apparat und die Entwicklung von Hemimerus talpoides 
Walk. — Über die angewandte Entomologie in Italien. 
Sep.-Abz. - — Ein gynandromorphes Exemplar von 
Tenthredella livida L. Sep.-Abz. — Dromopompilus, 
ein neues Pompilidengenus aus Afrika. Sep.-Abz. — 
Über hermaphroditische Bildungen bei einem Männchen 
von Rana temporaria L. Sep.-Abz. 



Die 2. Abhandlung von Bd. 103 der Nova Acta 

E. Wiedemann und F.'Hauser: Uhr des Archimedes 
und zwei andere Vorrichtungen. 5'/i Bogen Text 
und zahlreiche Figuren (Ladenpreis 9 Mark) 

ist erschienen und durch Max Niemeyer, Verlag 
in Halle a. S. zu beziehen. 



Druck von Ehrhardt Karras G. m. b. H. in Halle (Saale). 




NUNQUAM /W^^^^^Q^/ OTIOSUS 



LEOPOLDISA 

AMTLICHES ORGAN 
DER 

KAISERLICHEN LEOPOLDINISCH- CAROLINISCHEN DEUTSCHEN AKADEMIE 

DER NATURFORSCHER 

HERAUSGEGEBEN UNTER MITWIRKUNG DER SEKTIONSVORSTANDE VON DEM PRÄSIDENTEN 

DE. A. WANGERUiT. 



Halle a. S, (wiiheimatr. Nr. 37.) Heft LIV. — Nr. 6. Juni 1918. 



Inhalt: Ergebnis der Wahl eines Vorstandsmitgliedes der Fachsektion (7) für Physiologie. — Veränderungen im 
Personalbestande der Akademie. — Beitrag zur Kasse der Akademie. — Eingegangene Schriften. — Bio- 
graphische Mitteilungen. — Die 1. Abhandlung von Band 104 der Nova Acta. 



Ergebnis der Wahl eines Vorstandsmitgliedes der Fachsektion (7) für Physiologie, 

Die nach Leopoldina LIV, p. 45 unter dem 31. Mai 1918 mit dem Endtermine des 16. Juni 1918 
ausgeschriebene Wahl eines Vorstandsmitgliedes der Fachsektion (7) für Physiologie hat nach dem von 
Herrn Rechtsanwalt Bennewiz als Vertreter des Herrn Notar Schneider in Halle a. 8. am 21. Juni 1918 
aufgenommenen Protokoll folgendes Ergebnis gehabt. 

Von den 31 gegenwärtig stimmberechtigten Mitgliedern dieser Fachsektion haben 21 ihre Stimmzettel 
rechtzeitig eingesandt. Von diesen lauten: 

13 auf Herrn Geheimen Hofrat Professor Dr. W. Biedermann in Jena, 
8 auf Herrn Geheimen Medizinalrat Professor Dr. E. Abderhalden in Halle. 

Es ist demnach, da mehr als die nach § 30 der Statuten notwendige Anzahl von Mitgliedern an 
der Wahl teilgenommen hat, 

Herr Geheimer Hofrat Professor Dr. W. Biedermann in Jena 
zum Vorstandsmitgliede der Fachsektion für Physiologie mit einer Amtsdaner bis zum 21. Juni 1928 
gewählt worden. 

Derselbe hat die Wahl angenommen. 

Halle a. S., den 30. Juni 1918. Dr. A. Wangerin. 



Veränderungen im Personalbestande der Akademie. 
Gestorbene Mitglieder: 

Am 17. April 1918 in Strafsburg i. E.: Herr Dr. Friedrich Carl Johannes Thiele, Professor der Chemie und 
Direktor des Chemischen Instituts an der Universität in Strafsburg. Aufgenommen den 
18. November 1910. 
Leopoldina LIV. ^ 

IV M 



^J 

Am 28. Mai 1918 in Giefsen: Herr Geheimer Ober- Regierungsrat Dr. Richard Adolf Afsmann, Professor an 

der Universität in Giefsen. Aufgenommen den 12. Mai 1888. 
Am S.Juni 1918 in Grunewald: Herr Geheimer Medizinalrat Dr. Johannes Edmund Anton Lesser. Professor 

der Dermatologie an der Universität in Berlin. Aufgenommen den 14. April 1891. 

Dr. A. Wangerin. 



Beitrag zur Kasse der Akademie, Kmk. pf. 

Juni 15. 1918. Von Hrn. Professor Dr. Hecke in Wien, JahresVjeiträge für 1917 und 1918 ... 12 — 

Dr. A. Wangerin. 



Eingegangene Schriften. 



Geschenke. 



Wilhelm Roux: Bemerkungen zu der Abhandlung 
Belogo'iowys über Parasitismus von Embryoneu und 
die dabei entstehenden bösartigen Geschwülste. Sep.- 
Abz. — Besprechungen. (Sep.-Abz. aus Archiv für 
Entwickelungsmechanik der Organismen. Bd. 43 Hft. 3 
1917.) 

F. Wohltmann; Amtlicher Jahresbericht des Land- 
wirtschaftlichen Instituts der Universität Halle für 
die Zeit vom 1. April 1917 bis 31. März 1918. Halle 
1918. 40. 

Zentralbureau der internationalen Erdmessung in 
Potsdam. Verudentlichung. N. F. Nr. 32. Bericht 
über die Tätigkeit des Zentralbureaus im Jahre 1917. 
Berlin 1918. 4«. 

Emil Müller: Die Kugelgeometrie nach den Prin- 
zipien der Grafsmannschen Ausdehnungslehre. Sep.- 
Abz. — Anwendung der Grafsmannschen Methoden 
auf die Theorie der Ciirveu und Flächen zweiten 
Grades. Sep.-Abz. — Die Geometrie der Punkte- 
paare und Kreise im Räume nach Grafsmannschen 
Principien. Sep.-Abz. — Über das gemischte Product. 
Sep.-Abz. — Die Geometrie orientierter Kugeln nach 
Grafsmannschen Methoden. Teschen 1898. 8". — 
Beweis einiger Determinantensätze mittels der Grafs- 
mannschen Ausdehnungslehre. Sep.-Abz. — Über 
einen Steinerschen Satz und dessen Beziehungen zur 
Konfiguration zweier einander ein- und umbeschriebenen 
Tetraeder. Sep.-Abz. — Statik. Lehrheft der König- 
lichen Baugewerkschule zu Königsberg i. Pr. Als 
Handschrift gedruckt. Zweite Aufl. Königsberg i. Pr. 
1900. 8". — Über das Analogon zur Lieschen 
Kugelgeometrie im Gebiete der geraden Linie. Sep.- 
Abz. — Die einem Steinerschen Satze entsprechende 
algebraische Identität. Sep.-Abz. — Zur Theorie der 
linearen Systeme von Kurven und Flächen zweiten 
Grades. Sep.-Abz. — Ein Übertragungsprincip des 
Herrn E. Study. Sep.-Abz. — Über Schiebflächen, 
deren eine Erzeugendenschar aus gewöhnlichen 
Schraublinien besteht. Sep.-Abz. - Beiträge zur 
Grafsmannschen Ausdehnungslehre. 1. Mitteilung: 



Einige allgemeine Sätze. Sep.-Abz. — Anregung 
zur Ausgestaltung des darstellend -geometrischen Unter- 
richts an teclinischen Hochschulen und Universitäten. 
Sep.-Abz. — Einige Gruppen von Sätzen über 
orientierte Kreise in der Ebene. Sep.-Abz. — Der 
Unterricht in der darstellenden Geometrie an den 
Technischen Hochschulen. Sep.-Abz. — Eine Ab- 
bildung krummer Flächen auf eine Ebene und ihre 
Verwertung zur konstruktiven Behandlung der Schraub- 
und Schiebflächen (1. Mitteilung). Sep.-Abz. — Das 
Abbildungsprinzip. Wien 1912. 8". — Durch vier 
Punkte einen Drehkegel von gegebener Achsenrichtung 
zu legen. Sep.-Abz. — Die Heranbildung der Lehr- 
amtskandidaten für darstellende Geometrie und die 
Reform der Prüfungsordnung. Sep.-Abz. — Über 
die methodische Freiheit des Lehrers. Sep.-Abz. — 
Eine Weiterbildung der Grafsmannschen Ausdehnungs- 
lehre im Sinne der Invariantentheorie. Sep.-Abz. — 
i^ber tripolare Ebenenkoordinaten und ein Analogon 
zur Bonnetschen Transformation. Sep.-Abz. — Dr. 
Ludwig Tuschel. f. Sep.-Abz. — Die Lehrkanzeln 
für darstellende Geometrie. Sep.-Abz. — Schraub- 
flächen und Strahlgewinde. Sep.-Abz. — Die achsiale 
Invertion. Sep.-Abz. — Über Krümmungseigenschaften 
der Kegelschnitte samt Anwendungen auf beständig 
gleichartig gekrümmte Kurven. Sep.-Abz. — Duale 
Gegenstücke zu den flächentheoretischen Sätzen von 
Meusnier und Euler. Sep.-Abz. — Bedeutung und 
Wert mathematischer Erkenntnisse. Sep.-Abz. — Über 
Punkttransformationen, die die Ebenen des Raumes 
in kongruente gerade Konoide mit parallelen Achsen 
überführen. Sep.-Abz. — Kreise als Loxodromen. 
Sep.-Abz. 

Hermann Baum: Das Lymphgefäfssystem des 
Hundes. Berlin 1918. 8". — Die im injizierten Zu- 
stande makroskopisch erkennbaren Lymphgefäfse der 
Skelettknoclien des Hundes. Sep.-Abz. 

Adolf Schmidt: Die magnetischen Variations- 
instrumente des Seddiner Observatoriums. Sep.-Abz. — 
Über die gegenseitige Einwirkung zweier Magnote in 
beliebiger Lage. Sep.-Abz. — Die erdmagnetische 



51 



Störung am 17. Juni 1915 in Potsdam und Seddin. 
Sep.-Abz. — Die internationalen erdmagnetischen 
Charakterzahlen. Sep.-Abz. — Erdmagnetismus. Sep.- 
Abz. — Begründung der von Ad. Schmidt der 
Direlitoren -Versammlung zu Innsbruck unterbreiteten 
Vorschläge. Sep.-Abz. — Ein Lokalvariometer für 
die Vertikalintensität. Sep.-Abz. — Archiv des Erd- 
magnetismus. Potsdam 1903, 1904. 4". — Ergebnisse 
der magnetischen Beobachtungen in Potsdam und 
Seddin in den Jahren 1900—1910. Berlin 1916. 40. 

R. V. Jaksch : Mafsnahmen zur Bekämpfung der 
Ödemkrankheit in Böhmen. Gutachten. Sep.-Abz. — 
Nachklänge zum VI. Tuberkulosetag. Sep.-Abz. — 
Zur Frage der Reform der medizinischen Studien 
und Prüfungsordnung in Österreich. Sep.-Abz. 

Reinhard Demoll: Die Augen von Limulus. Sep.- 
Abz. — Protoplasmatransformationen in differenzierten 
Gewebszellen als Ausdruck ihres Erregungszustandes. 
Sep.-Abz. — Die bannende Wirkung künstlicher 
Lichtquellen auf Insekten. Sep.-Abz. — Die künst- 
liche Beeinflussung der Lebensdauer. Sep.-Abz. — 
Der Flug der Insekten und der Vögel. Jena 1918. 8". 

W. Junk: Vertebrata recentia et fossilia. Katalog. 
Berlin 1918. 8». 

B. S. Schultze : Über den Scheintod Neugeborener 
und über Wiederbelebung scheintot geborener Kinder. 
Sep.-Abz. 



T a u s c h V e r k e h r. 

Reichenberg i. B. Deutscher Gebirgsverein für 
das Jeschken- und Isergebirge. Jahrbuch. 
25. Jg. 1915. Reichenberg 1915. 8". 

— Verein der Naturfreunde. Mitteilungen. Jg. 42. 
Reichenberg 1915. 8«. 

Salzburg. Gesellschaft für Salzburger Landes- 
kunde. Mitteilungen. 54 — 57. Vereinsjahr. 1914 
— 1917. Salzburg 1914 — 1917. 8". 

Triest. I. R- Osservatorio marittimo Rapporte 
Annuale 1910. Vol. 27. Trieste 1914. 4". 

Wien. Kaiserliche Akademie der Wissen- 
schaften. Mathematisch -naturwissenschaftliche 
Klasse. Denkschriften. Bd.57Abh.4. Bd.58Abh. 2. 
Hd. 89— 92. Wien 1914 — 1916. 4». 

Sitzungsberichte. Bd. 122 Abt. I Hft. 8, 9, 

Abt. IIa Hft. 9, 10, Abt. IIb Hft. 9, 10. Bd. 123 
—125. Wien 1914 — 1917. 8». 

Philosophisch-historischeKlasse. Bd. 171 Abh.2. 

Bd. 173 Abb. 5. Bd. 174 Abh. 4. Bd. 175 Abh. 3. 
Bd. 176 Abh. 3, 4. Wien 1913— 1915. 8». 

Anzeiger 1914—1917. Wien 1914—1917. 8». 

Almanach. Jg. 63—67. 1913—1917. Wien 

1914—1917. 8». 

- — — Mitteilungen der Erdbeben-Kommission. N. F. 
N,. 47_50. Wien 1914—1916. S». 

— — Mitteilungen der prähistorischen Kommission. 
Bd. 2 Nr, 3. Wien 1915. 4«. 



Biographische Mitteilungen. 

^ Der Kustos der Erdmessungskommission der 
Akademie in München Dr. Ernst Zapp ist im Westen 
als Kompagnieführer gefallen. Von ihm stammt eine 
wichtige Untersuchung über Resultate bei Schwere- 
messungen und Einzeluntersuchungen über die Tempera- 
tureinflüsse. Er war 33 Jahre alt. 

Am 31. März 1917 starb in Marburg Geheimrat 
Emil Adolf von Behring, ordentlicher Professor der 
Hygiene an der Universität daselbst, der Begründer 
der Serumtherapie. Emil Adolf v. Behring wurde 
am 15. März 1854 in Hansdorf bei Deutsch-Eylau 
geboren. Er begann seine Laufbahn als Zögling der 
Kaiser-Wilhelms-Akademie und als Militärarzt; 1891 
wurde er Assistent am Institut für Infektionskrank- 
heiten in Berlin, 1894 Professor der Hygiene in 
Halle, 1895 in Marburg, wo er auch die Leitung 
des hygienischen Instituts übernahm. Im Jahre 1901 
wurde Behring der erbliche Adel verliehen. Behrings 
grofses Werk ist die fundamentale Entdeckung der 
Antitoxine. Es gelang ihm, im Blutserum von Ver- 
suchstieren, die er systematisch mit den Giften des 
Diphtheriebazillus und des Tetanusbazillus behandelt 
hatte, Schutzkörper, Antitoxine, nachzuweisen, die 
die wunderbare Fähigkeit besitzen, diese höchst ver- 
derblichen Gifte unschädlich zu machen. In langen 
Jahren mühsamer Arbeit wurde diese Entdeckung 
von ihm ausgebaut und für die Menschheit nutzbar 
gemacht. Wenn heute eine der furchtbarsten Seuchen, 
die Diphtherie, einen grol'sen Teil ihrer Schrecken 
verloren hat, so gebührt dafür Emil von Behring 
unauslöschlicher Dank, und auch der Wundstarr- 
krampf, der infolge der Granatenverletzungen be- 
sonders auf dem westlichen Kriegsschauplatze in 
vorher ungeahnter Heftigkeit auftrat, ist durch die 
zielbewnfste, energische Anwendung des Behringschen 
Heilserums fast vollständig beseitigt. Behring ver- 
ößentlichte : Die praktischen Ziele der Blutserum- 
therapie (Leipzig 1892. 2 Teile); Gesammelte Ab- 
handlungen zur ätiologischen Therapie von an- 
steckenden Krankheiten (Leipzig 1893); Die Geschichte 
der Diphtherie (1893) ; Die Bekämpfung der Infektions- 
krankheiten (1894, 2 Teile); Allgemeine Therapie 
der Infektionskrankheiten (Wien 1899). 

In Strafsburg i. E ist der ehemalige Leiter der 
Geologischen Laudesuntersuchung Elsafs- Lothringens 
Professor Dr. Ernst Wilhelm Benecke im Alter 
von 79 Jahren gestorben. Er schrieb auf Grund 
mehrfacher Forschungsreisen über die Südalpen und 
wandte sich dann der Geologie Elsafs -Lothringens 
zu, über die er einen Abrifs und eine Übersicht 
veröffentlichte. 1901 behandelte er die paläonto- 

8* 



52 



logische Gliederung der Eisenerzformation in Deufscli- 
Lothringen und Luxemburg. Auch ein geologischer 
Führer durch das Elsafs ist von ihm erschienen. 
Seit 1879 war er Mitherausgeber der "Neuen Jahr- 
bücher für Mineralogie". 

Am 3. März 1918 starb in Halle an einer im 
Lazarett erwoibenen Infektion der aufserordentliche 
Professor der Anatomie Dr. med. F. A. M. Walter 
Gebhardt, M.A.N. (vergl. p. 34), Prosektor und 
Vorsteher der histologischen und entwicklungs- 
geschichllichen Abteilung des anatomischen Instituts 
zu Halle. Er war im Kriege Chef eines Lazaretts 
daselbst. Vor kurzem erhielt er die zum ersten Male 
verliehene Hermann-Meyer-Medaille für seine vielen 
ausgezeichneten Untersuchungen über den Bau und 
die Entwicklung der Knochen. Walter Gebhardt 
wurde am 22. März 1870 in Breslau geboren, besuchte 
bis Ostern 1889 das Johannes-Gymnasium seiner 
Vaterstadt, studierte in Berlin und Breslau, wurde 1894 
in Breslau zum Dr. med. promoviert, war dann zu- 
nächst Assistent am dortigen Pathologischen Institut, 
später an der Chirurgischen Klinik und an der Histo- 
logischen Abteilung des Physiologischen Instituts 
daselbst. Von 1897 — 99 war er wissenschaftlicher 
Mitarbeiter in Zeifs optischer Werkstätte in Jena 
(Abteilung für Mikroskopie, Mikrophotographie und 
Projektion) und kam dann Michaelis 1899 an das 
Anatomische Institut in Halle, seit 1900 als Assisteut 
daselbst. Am 2. März 1901 habilitierte er sich mit 
einer Antrittsvorlesung über funktionelle Anpassung. 
Am 1. Januar 1903 wurde er Prosektor und Vorstand 
der histologischen Abteilung des Instituts und erhielt 
am 6. August 1906 den Professortitel. 

Am 14. Mai 1917 starb in Stuttgart Professor 
Dr. Gustav Jaeger, der einst vielgenannte Ilygieniker 
und Zoologe, im Alter von 84 Jahren. Gustav Jaeger, 
am 23. Juni 1832 in Bürg (Württemberg) geboren, 
habilitierte sich 1858 für Zoologie und vergleichende 
Anatomie in Wien, wurde später dort zugleich Direktor 
des Zoologischen Gartens und siedelte 1866 nach Stutt- 
gart über, wo er, nach vorübergehender Wirksamkeit 
an der Landwirtschaftlichen Akademie in Hohenheim, 
eine Professur für Zoologie und Physiologie am Poly- 
technikum und an der Tierärztlichen Hochschule be- 
kleidete. 1884 trat er von seinen Lehrämtern zurück, 
um sich ausschliefslich seinen Arbeiten über Biologie 
und Gesundheitspflege zu widmen. Die Zahl seiner 
Schriften auf diesen verschiedenen Gebieten ist sehr 
beträchtlich. In seinem „Lehrbucli der allgemeinen 
Zoologie" und in seinen „Wanderungen durch das 
Tierreich aller Zonen" zeigte er sich als einer der 
entschiedensten und wissenschaftlich bestgerüstelen 



Vertreter der Darwinschen Entwicklungslehre, um 
deren Popularisierung in Deutschland er sich un- 
zweifelhafte Verdienste erworben hat. In weiteren 
Kreisen wurde sein Name, wie erwähnt, hauptsächlich 
durch seine vorübergehend sehr erfolgreichen Be- 
strebungen zur Einführung einer wollenen Normal- 
kleidung und durch die damit zusammenhängende 
angebliche „Entdeckung der Seele'' (vergl. seine 
gleichnamige Schrift, 2 Bde., 1885) bekannt. 

Am 27. Januar 1918 starb in Oberstdorf (Allgäu) 
Dr. August Rothpletz, M.A.N. (vergl. Leop. LI V, 
p. 18), ordentlicher Professor der Geologie an der 
Universität zu München, Direktor der geologischen 
und paläontologischen Sammlungen des bayerischen 
Staates, Mitglied der bayr. Akademie der Wissen- 
schaften. August Rothpletz wurde am 25. April 1853 
in Neustadt a. d. Hardt geboren. Er war nach 
Beendigung seiner Studien von 1875 — 1880 sächsischer 
Landesgeolog und wurde 1895 als Professor nach 
München berufen. Als Fachschriftsteller, besonders 
auf alpengeologischem und geotektonischem Gebiete, 
genofs Professor Rothpletz ausgezeichneten Ruf. Mehr- 
fach unterbrach er seine Lehrtätigkeit, um ausgedehnte 
wissenschaftliche Reisen, u. a. nach Nordafrika, der 
Sinaihalbinsel, dem indischen Archipel und den 
Kanarischen Inseln zu unternehmen. Als Vorstand 
des deutsch- österreichischen Alpenvereins und des 
Fremdenverkehrsvereins für B'ayern erfreute er sich 
holier Achtung und Beliebtheit in weiten Kreisen. 
Rothpletz schrieb: „Das geotektonische Problem der 
Glarner Alpen", Jena 1898; „Geologische Alpen- 
forschungen", München 1900; „Geologischer Führer 
durch die Alpen" (Berlin 1902) u. a. 

Im Juni 1917 starb in Kiel der aufserordentliche 
Professor für Geburtshilfe an der Wiener Universität 
k. k. Marine -Oberstabsarzt a. D. Dr. med. Julius 
Schottlaender, Inhaber des Eisernen Kreuzes, im 
Alter von 57 Jahren. Dr. Schottlaender war am 
12. April 1860 zu Petersburg geboren. 1888 bestand 
er in Heidelberg das Staats- und Doktorexamen, 
war dann Assistent der dortigen Frauenklinik und 
habilitierte sich ebenda im Januar 1893. Vier Jahre 
später wurde er a. o. Professor und siedelte 1908 
nach Wien über, wo ihm die Leitung des Labora- 
toriums an der II. Frauenklinik übertragen wurde. 



Die 1. Abhandlung von Bd. 104 der Nova Acta 

Alfred Wegener: Der Farbenwechsel grofser Meteore. 

4'/, Bogen Text (Ladenpreis 5 Mark) 
ist erschienen und durch Max Niemeyer, Verlag 
in Halle a. S. zu beziehen. 



Druck Ton Ehrhardt Earras Q. m. b. H. in Halle (Saale). 




NUNQUAM M^^r^^^^\/ OTIOSUS 



LEOPOLDIIA 

AMTLICHES ORGAN 
DER 

KAISERLICHEN LEOPOLDINISCH- CAROLINISCHEN DEUTSCHEN AKADEMIE 

DER NATURFORSCHER 

HERAUSGEGEBEN UNTER MITWIRKUNG DER SEKTIONSVORSTÄNDE VON DEM PRÄSIDENTEN 

DK. A. ■WANGERIN. 



Halle a. S. (wuheimstr. Nr. 37.) Heft LIV. — Nr. 7. Juli 1918. 



Inhalt: Adjnnktenwahl im 2. Kreise (Bayern diesseits des Rheins). — Veränderungen im Personalbestande der Akademie. 
— Beitrag zur Kasse der Akademie. — Eingegangene Sclirifteu. — Biograpliisclie Mitteilungen. — HU jäliriges 
Doktorjubiläum des Herrn Professor Dr. C. F. Goppelsroeder in Basel. — 5ü jähriges Doktorjobilanm des 
Herrn Hofrat Professor Dr. J. von Hann in Wien und des Herrn Geheimen Regierungsrat Professor Dr. N Zuutz 
in Charlottenbnrg. — Die H. Abhandlung von Band KiS der Nova Acta. 



Adjunktenwahl im 2. Kreise (Bayern diesseits des Rheins). 

Gemäfs § 16 alin. 4 der Statuten lauft am 12. August 1918 die Amtsdauer des Adjunkten für den 
2. Kreis (Bayern diesseits des Rheins) Herrn (leheimen Rat Professor Dr. R. von Hertwig in München ab 
(vergl. p. 4). 

Indem ich bemerke, dafs nach g IB, alin. 5 der Statuten Wiederwahl gestattet ist, bringe ich den 
Mitgliedern dieses Kreises zur Kenntnis, dafs die direkten Wahlanfforderungen nebst Stimmzetteln am 
31. Juli 1918 versandt sind. Sollte ein Mitglied diese Sendung nicht erhalten haben, so bitte ich eine 
Nachsendung vom Bureau der Akademie zu verlangen. Sämtliche Wahlberechtigte ersnche ich, ihre Stimmen 
baldmöglichst, spätestens bis zum 31. August 1918, an mich einsenden zu wollen. 

Halle a. S., den 31. Juli 1918. Dr. A. Wangerin. 

Veränderungen im Personalbestande der Akademie. 

Gestorbene Mitglieder: 

Am 22. Mai 1918 in Berlin: Herr Missionssnperintendent und Missionsinspektor a.D. Dr. Alexander Anton 

Bernhardt Merensky in Berlin. Aufgenommen den 8. April 1880. 
Am 24. Juni 1918 in Basel; Herr Dr. iulius Constantin Ernst Kollmann, Professor a.D. der anatomischen 
Wissenschaften in Basel. Aufgenommen den 28. Februar 1882. 

Dr. A. Wangerin. 

Beitrag zur Kasse der Akademie. Kmk. pt. 

Juli 6. 1918. Von Hrn. Professor Dr. Petersen in Frankfurt a. M., Jahresbeitrag für 1918 . . 6 — 

Dr. A. Wangerin. 

Leopoldina LIV. 9 

IVM 



54 



Eingegangene Schriften. 



Geschenke. 

K. W. Verhoeff: Über Diplopoden. Aufsätze 27, 29, 
42 — 47, 49, 51, 52, 54 — 56, 58—60, 62, 64—82. 
84, 90. Sep.-Abz. — Über Scutigeriden. Aufsätze 3, 
5, 6. Sep.-Abz. — Über Isopoden. Aufsätze 13, 14, 
17—20, 22, 23. Sep.-Abz. — Zur vergleichenden 
Morphologie des Abdomens der Coleopteren und über 
die phylogenetische Bedeutung desselben, zugleich 
ein zusammenfassender kritischer Rückblick und neuer 
Beitrag. Sep.-Abz. — DasScapobasale derColeopteren- 
Antennen. Sep.-Abz. — Zur Systematik der Carabus- 
Larven. Sep.-Abz. — Vergleichende Morphologie des 
1. — 4. Abdominalsternites der Coleopteren und Be- 
ziehungen des Metathorax zu denselben. Sep.-Abz. — 
Zur vergleichenden Morphologie des Coleopteren- 
Abdomens und über den Copulationsapparat des 
Lucanus cervns. Sep.-Abz. — Studien über die 
Organisation der Staphylinoidea. Sep.-Abz. — ('ber 
einige Isopoden und Myriapoden aus Montenegro und 
Albanien. Sep.-Abz. - Über einige niederösterreichische 
Diplopoden und Isopoden. Sep.-Abz. — Über Meso- 
niscus. Sep.-Abz. — Neue Isopoden-Gattungen. Sep.- 
Abz. — Über einige .lapix des Berliner zoologischen 
Museums. Sep.-Abz. — Über Brachychaeteuma n. g. 
nnd Titatonosoma jurassicum aus England. Sep.-Abz. 

Joh. A. Repsold : Arthur v. Anwers. Nachruf. Sep.- 
Abz. 

Alfred Loewy: Über Matrizen- und Ditt'erential- 
kumplexe II. Sep -Abz. — Eine algebraische Be- 
hauptung von Gaufs. Sep.-Abz. — Ein Aufsatz von 
Gaufs zur jüdischen Chronologie aus seinem Nachlafs. 
Sep.-Abz. — Die Begleitmatrix eines linearen homo- 
genen Differentialausdruckes. Sep.-Abz. — Über einen 
Fundamentalsatz für Matrizen oder lineare homogene 
Differentialsysteme. Sep.-Abz. 

R. Thoma : Untersuchungen über das Schädel- 
wachstum und seine Störungen. 6. Rückblick und 
Schlufs. Sep.-Abz. 

0. Baschin : Der Eintlufs des dynamischen Gleich- 
gewichtes auf die Formen der festen Erdoberfläche. 
Sep.-Abz. — Ein geographisches Gestaltungsgesetz. 
Sep.-Abz. 

G. Berendt: Zur Vergletscherung des Riesen- 
gebirges. Sep.-Abz. 



Biographische Mitteilungen, 

Anfang September 1917 starb der Senior der 
tierärztlichen Fakultät der Universität Münclien und 
frühere langjährige Direktor der Tierärztlichen Hoch- 
schule Geh. Hof rat Dr. Michael Alb recht im Alter 
von 70 Jahren. 

In München starb der berühmte Chirurg Professor 
Dr. V. Angerer, Ordinarius für Ciiirurgie an der 
Universität daselbst. Ottmar v. Angerer wurde 1850 



in Geisfeld bei Bamberg als Sohn eines Oberförsters 
geboren, studierte in Würzburg Medizin, habilitierte 
sich dort 1879 als Privatdozent, wurde 1885 aufser- 
ordentlicher Professor und 1890 als Nachfolger von 
Nufsbaum auf den Lehrstuhl für Chirurgie an der 
Universität München berufen. Er war Leiter der 
Chirurgischen Abteilung des Münchener Kranken- 
hauses, Leibarzt des Königs, Generalarzt ä la snite 
der Armee. In den ersten beiden Kriegsjahren 
leitete er ein Feldlazarett im Westen. 

Am 21. August 1917 starb in München Adolf 
von Baeyer, der Altmeister chemischer Forschung, 
im Alter von 82 Jahren. Adolf von Baeyer, der 
Sohn des hervorragenden Geodäten Generalleutnant 
Joseph Jakob Baeyer. wurde am 31. Oktober 1835 
in Berlin geboren. Er besuchte das Friedrich- 
Wilhelms- Gymnasium und bezog dann die Universität 
seiner Vaterstadt, wandte sich aber bald nach Heidel- 
berg, um im Laboratorium Bunsens zu arbeiten. Hier 
lernte er Kekule, den späteren Begründer der 
Benzoltheorie, kennen. Nachdem er 1858 in Berlin 
auf Grund einer Arbeit über organische Arsen- 
verbindung zum Dr. phil. promoviert worden war, 
folgte er Kekule nach Genf. 1860 kehrte er nach 
Berlin zurück und wurde Lehrer am Gewerbeinstitut, 
der späteren Technischen Hochschule. In dem Labo- 
ratorium dieses Instituts machte Baeyer die wissen- 
schaftlichen Untersuchungen, die seinen Namen in 
allen Kulturländern berühmt gemacht haben. 1872 
siedelte Baeyer als ordentlicher Professor der Chemie 
nach Strafsburg über, und 1875 folgte er einem Rufe 
nach München; 1885 wurde ihm der Adel verliehen. 
Als Nachfolger Justus Liebigs wirkte Baeyer 40 Jahre 
lang auf dem Lehrstuhl an der Universität München. 
Er war ein unübertrefflicher Lehrer, der seine 
Schüler zu wissenschaftlich denkenden Arbeitern 
erzog, ein genialer Forscher, dessen Name vor allem 
mit der künstliclien Darstellung des Indigo verknüpft 
ist. Volle 20 Jahre hat sich der grofse Chemiker 
mit dem Indigoblau und den damit zusammen- 
hängenden Verbindungen beschäftigt, bis ihm das 
grofse Werk gelang, durch das er das ostindisch- 
englische Monopol für Indigo brach. Er hat grofse 
Industrien ins Leben gerufen, aber stets die Früchte 
seiner technischen Forschungen uneigennützig anderen 
überlassen. Von grofser Bedeutung für die deutsche 
Industrie ist er auch durch die Schar der Schüler 
geworden, die er herangebildet hat. 

Am 10. September 1917 starb in Berlin Geh. 
Regiernngsrat Dr. August Brauer, ordentlicher 
Professor der Zoologie an der Berliner Universität, 
Direktor des Zoologischen Museums. Mitglied der 



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Akademie der Wissenschaften. Der hervorragende Bio- 
loge, dessen unerwartetes Hinscheiden einen schweren 
Verlust für die Wissenschaft bedeutet, war 1863 in 
Oldenburg geboren. Nach Beendigung seiner natur- 
historischen Studien erwarb er 1885 in Bonn die Doktor- 
würde und bestand bald darauf die Lehramtsprüfung. 
1890 wurde er Assistent von Franz Eilhard Schulze 
am Zoologischen Institut der Berliner Universität, 
1893 siedelte er nach Marburg über, um dort unter 
Korschels Leitung seine Arbeiten fortzusetzen. In 
den Jahren 1895/9e unternahm er eine Forschungs- 
reise nach den Seychellen und war 1898 Teil- 
nehmer der deutschen Tiefsee- -Expedition. Ende 
1905 wurde er zum aufserordentlichen Professor an 
der Berliner Universität und als Nachfolger von 
Karl Möbius znm Direktor des Zoologischen Museums 
ernannt. Seit 1907 führte er auch die Geschäfte 
eines Verwaltungsdirektors des Museums für Natur- 
kunde, dessen mustergültige Organisation für andere 
Institute gleicher Art vorbildlich geworden ist. Seit 
Anfang 1914 bekleidete er eine ordentliche Professur 
für Zoologie an der Berliner Universität, nachdem 
er kurz zuvor einen ehrenvollen Ruf nach Bonn ab- 
gelehnt hatte. Brauers Forschungen, deren Ergebnisse 
er meist in den Schriften der Berliner Akademie 
und in zoologischen Fachzeitschriften niedergelegt 
hat, bezogen sich vorwiegend auf vergleichende 
Embryologie und Histologie der niederen Tiere, 
ferner auf Tiergeographie und zoologische Systematik. 
Ende November 1917 starb in Kopenhagen 
Christian Christiansen, früher Professor der 
Physik an der Universität daselbst. Christiansen, 
der ein Alter von 74 Jahren erreicht hat, zeichnete 
sich schon in jungen Jahren auf dem Gebiete der 
Physik aus : so erhielt er als 22 jähriger Student 
die goldene Medaille der Universität Kopenhagen 
zuerkannt. Nach vollendetem Studium war er eine 
Zeitlang Physiklehrer an der Seeoffizierschule, dann 
wurde er Dozent am Polytechnikum: seit 1886 
gehörte er dem Lehrkörper der Universität Kopen- 
hagen an. Christiansens Hauptarbeit beschäftigte 
sich mit der Entstehung der Reibungselektrizität ; 
diesem Zweige der Physik hat er sich freilich erst 
verhältnismäfsig spät, nämlich im Jahre 1895, zu- 
gewandt, um dann dauernd dabei zu bleiben. Seine 
erste bedeutende Arbeit ist eine Untersuchung über 
eine eigentümliche Lichtbrechung in stark gefärbten 
Stoffen, die für die Theorie der Physik von Bedeutung 
wurde: weiter hat Christiansen eine Reihe von Unter- 
suchungen über Wärmestrahlung ausgeführt, und die 
kinetische Gastheorie verdankt ihm erhebliche Förde- 
rung. Auf dem Gebiete der theoretischen Physik 



ist er für Skandinavien der Bahnbrecher : von ihm 
stammt das erste umfassende Lehrbuch auf diesem 
Gebiete, ein Werk, das in mehrere Sprachen, darunter 
auch ins Deutsche, übersetzt ist. 

Im Mai 1917 starb in Stuttgart Geh. Hofrat 
Dr. August Deahna, Ehrenmitglied der poli- 
klinischen Arztevereinigung und langjähriger Leiter 
des württembergischen medizinischen Korrespondenz- 
blattes. Deahna, der am 9. August 1849 in Stutt- 
gart geboren wurde, studierte in Heidelberg und 
Freiburg und liefs sich 1876 in Stuttgart nieder, 
nachdem er vorher Assistent bei Friederich und Czerny 
in Heidelberg und am Deutschen Hospital in London 
gewesen war. Deahna war stellvertretender Vor- 
sitzender des ärztlichen Landesausschusses und Leiter 
des Kiodererholungsheims und gab seit 1889 das 
„Württemberger medizinische Correspondenzblatt" 
heraus. Hauptsächlich den Bemühungen Deahnas 
gelang es, die württembergischen Arzte zu einigen 
und die Verhältnisse der Krankenkassen zu ihren 
Ärzten vorbildlich für ganz Deutschland zu regeln. 
Auch wissenschaftlich ist Deahna vielfach hervor- 
getreten. Er hat einen „hygienisclien Führer durch 
Stuttgart" geschrieben und das „Württembergische 
Arztebuch" herausgegeben. Auch als Vorsitzender 
des Vereins für Feuerbestattung in Stuttgart hat 
Deahna eine rege Tätigkeit entfaltet. 

Ende Dezember 1917 starb in Wilmersdorf der 
frühere Ordinarius für Frauenheilkunde an der Uni- 
versität zu Strafsburg, Geh. Medizinalrat Dr. Freund, 
einer der bedeutendsten deutschen Frauenärzte, im 
84. Lebensjahre. Wilhelm Alexander Freund wurde 
1834 in Kreppitz, Oberschlesien, geboren und studierte 
von 1851 — 55 in Breslau. Nachdem er 1855 auf 
Grund einer Untersuchung über die rationellste An- 
wendung des Aderlasses zum Dr. med. promoviert 
worden war und die Staatsprüfung abgelegt hafte, 
liefs er sich als praktischer Arzt in Breslau nieder. 
Hier habilitierte er sich 186U für Frauenheilkunde. 
1874 wurde er zum aufserordentlichen Professor er- 
nannt, und 1878 folgte er einem Rufe nach Strafs- 
burg als Ordinarius für Frauenheilkunde, wo er bis 
1901 wirkte, um dann 1901 in den Ruhestand zu 
treten. Das gröfste Verdienst hat sich Freund auf 
dem Gebiete der Krebsbehandlung erworben, dadurch, 
dafs er die Methode der abdominalen Ausschälung 
der krebsigen Gebärmutter angab. Weiterhin hat 
Freund durch die operative Behandlung der Tnben- 
erkrankungen die Lehre von der Verlagerung der 
Gebärmutter bearbeitet und über die Entwicklung 
der wissenschaftlichen Geburtshilfe aus der Hebammen- 
kunst und über die Reform des geburtshilflichen 

9* 



56 



Unterricht» bemerkenswerte Arbeiten geliefert. Über 
seine wissenschaftliehen Studien, die er in den von 
ihm mit herausgegebenen „Klinischen Beiträgen zur 
Gynäkologie" und in der „Gynäkologischen Klinik" 
veröffentlichte, befafste sich Freund vielfach literarisch 
mit der Kunst und Literatur. Er veröffentlichte 
„Blicke ins Kulturleben, drei Reden über die erzieh- 
liche Kraft der Kunst, speziell der Musik'. Auch 
über die Emanzipation der Frauen hat er eine 
temperamentvolle Abhandlung geschrieben. 

Ende Mai 1917 starb in Wien Hofrat Dr. Anton 
V. Frisch, ein bekannter Urologe, im Alter von 
68 Jahren. Anton v. Frisch wurde am Iti. Februar 
1849 in Wien geboren und schlofs sich während 
seiner Studienzeit eng an den Anatomen H\ rtl und 
den Physiologen Brücke an. Nachdem er 1871 
zum Dr. med. promoviert worden war, wurde er 
zuerst Assistent bei Billroth und dann 1874 als 
Lehrer der Anatomie an die Wiener Akademie der 
Künste berufen. 1883 habilitierte er sich für 
.Chirurgie, und 1889 wurde er zum aufserordentlichen 
Professor ernannt. Seit 1882 war er an der All- 
gemeinen Poliklinik als Vorstand der chirurgischen 
und nach Ultzmanns Tode der urologischen Abteilung 
tätig. Als Assistent Billroths hat Frisch sich haupt- 
sächlich mit bakteriologischen Arbeiten beschäftigte 
So gelang ihm der Nachweis, dafs die sogenannte 
Hadernkrankheit mit dem Milzbrande identisch ist. 
Aufserdem fand er den Erreger des Rhinoskleroms. 
einer infektiösen sarkomähnlichen Erkrankung. 

Am 5. Februar 1917 starb in Königsberg Dr. 
Friedrich Hahn. ord. Professor der Geographie an 
der Universität daselbst, im Alter von ö5 Jahren. 
Friedrich Gustav Hahn wurde am 3. März 1852 zu 
Glauzig, Herzogtum Anhalt, geboren. Er machte 
seine vStndien auf der Universität in Leipzig und 
erwarb hier 1877 die Doktorwürde mit der Disser- 
tation „Die Beziehungen der Sonnenfleckenperiode zu 
meteorologischen Erscheinungen". Zwei Jahre später 
habilitierte er sich in Leipzig als Privatdozent für 
Erdkunde mit der Schrift: „Untersuchungen über das 
Aufsteigen und Sinken der Küsten, ein Beitrag zur 
allgemeinen Erdkunde". In diese Leipziger Zeit fällt 
auch noch ein drittes Werk, das die Aufmerksamkeit 
der Geographen auf sich zog: „Inselstudieu. Versuch 
einer auf orographisehe und geologische Verhältnisse 
gegründeten Einteilung der Inseln" (1883). Im Jahre 
1884 wurde Hahn zum aufserordentlichen Professor 
ernannt; 1885 folgte er einem Rufe an die Universität 
Königsberg, wo er im folgenden Jahre zum Ordinarius 
ernannt wurde. In Königsberg wirkte Hahn bis zu 
seinem Lebensende als erfolgreicher Lehrer und 



fruchtbarer Schriftsteller. Im Jahre 1906 wurde er 
zum Geheimen Regierungsrat ernannt. Als das wich- 
tigste der Werke Hahns wird sein Band über Afrika 
in der von Sievers herausgegebenen Länderkunde 
angesehen, von dem eine neue, noch nicht veröftent- 
lichte Bearbeitung vorliegt. Auch zahlreiche Berichte, 
die er von 1891 — 1909 im Geographischen Jahrbuch 
veröffentlichte, geben eine Vorstellung von seiner 
Beherrschung der Literatur über Afrika und Australien. 
Für die von Kirchhoff herausgegebene Länderkunde 
Europas übernahm Hahn die Bearbeitung Frankreichs, 
Grofsbritanniens und der skandinavischen Länder. 
Zu diesem Zwecke machte er ausgedehnte Reisen in 
Süd -Frankreich. Dänemark, Schweden und später 
auch in Norwegen, England und Schottland. In 
weiteren Kreisen bekannt sind auch seine Arbeiten 
zur Deutschen Landeskunde, wie sein „Topographischer 
Führer durch das nordwestliche Deutschland. Ein 
Wanderbnch für Freunde der Heimats- und der 
Landeskunde. Mit Routenkarten." Leipzig 1895. 
Im Jahre 1905 wurde Hahn zum Vorsitzenden der 
Zentralkommission für Deutsche Landeskunde ge- 
wählt, und nach Kirchhoffs Tode übernahm er die 
Redaktion der Forschungen zur Deutschen Landes- 
kunde. Auf fünf Geographentagen in den Jahren 
von 1905 — 1914 erstattete er die Berichte über die 
Foitschritte der Arbeiten der Zentralkommission und 
veröffentlichte 24 Hefte der Forschungen. Auch für 
die Erforschung Ostpreufsens hat Hahn erfolgreich 
gewirkt, und ein grofser Teil der Arbeiten seiner 
Schüler galt diesem Gebiete. 

Am 5. Dezember 1917 starb in Budapest Professor 
Dr. Adolf Havas. Er wurde im Jahre 1854 zu 
Szentgiil (Komitat Veszprem) geboren und studierte in 
Budapest und Wien. Von 1879 bis 1887 war er 
Assistent an dem Institut des Professor Scheuthauer 
für pathologische Anatomie, dann beschäftigte er sich 
bei Ranvier in Paris mit dermatologischer Histologie. 
1883 kehrte er heim und organisierte die venerische 
Abteilung an der Poliklinik, an der er bis 1897 
wirkte: 1898 wurde er im Rochusspital, 1910 im 
St. Stephan -Spital in Budapest Primarius der derma- 
tologischen Abteilung. Schon 1884 hatte er die 
Qualifikation eines Privatdozenten erhalten. 1902 
wurde ihm der Titel eines aufserordentlichen Uni- 
versitätsprofessor verliehen. Hervorragend war auch 
seine Tätigkeit in der Fachliteratur, die er um viele 
wertvolle Arbeiten bereicherte. Unter anderem arbeitete 
er an der von Dräsche herausgegebenen Bibliothek 
der gesamten medizinischen Wissenschaft und der 
Lesserschen Enzyklopädie der Haut- und Geschlechts- 
krankheiten. 



57 



Am 14. Juli 1917 starb in Rostock der frühere 
Leiter der dortigen Landwirtschaftlichen Versuchs- 
station Geheimer Üiconomierat Professor Dr. Reinhold 
Heinrich. Von der Gründung der Versuclisstation 
an hat der Verstorbene 33 Jahre an der Spitze der- 
selben gestanden. Er wurde am 13. April 1845 zu 
Tharandt geboren und besuchte die Akademie für 
Forst- und Landwirtschaft in Tliarandt und die Uni- 
versität in Jena. 1865 übernahm Heinrich die Stelle 
eines Assistenten an der Agrikultur- chemisclien Ver- 
suchsstation in Regenwalde in Pommern und wurde 
1869 erster Lehrer für Naturwissenschaften an der 
Ackerbauschule in Zwätzen bei Jena. Im Dezember 
1869 wurde er auf Grund seiner Dissertation „dber 
den Temperatur- und Lufteinflufs auf die Sauerstoff- 
abscheidnng der Wasserpflanzen" in Jena promoviert. 
1873 richtete er die Landwirtschaftliche Versuchs- 
station in Bromberg ein, 1875 diejenige in Rostock, 
deren Leitung er übernahm und im Herbst 1908 
niederlegte, um in den Ruhestand zu treten. An 
der Rostocker Universität war er auch Professor für 
Agriknltnrchemie und Pflanzenphysiologie. Seine 
zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten umfassen 
das gesamte Gebiet der Agrikultuvchemie und Physio- 
logie. Vor allen Dingen rühren von ihm die grund- 
legenden Versuche über die Konservierung des Jauche- 
stickstoffes und die zweckmäfsige Anwendung der 
Jauche her. Auch mit agronomisch -bodenkundlichen 
Untersuchungen hat er sich sehr eingehend befafst 
und von einer Reihe von mecklenburgischen Gütern 
landwirtschaftliche Bodenkarten hergestellt. 

Am 26. Januar 1918 starb in Leipzig Geheimer 
Rat Professor Dr. med. Ewald Hering, ordentlicher 
Professor für Physiologie an der Universität daselbst, 
im Alter von 84 Jahren. Ewald Hering wurde am 
5. Augast 1834 zu Altgersdorf geboren. Seit 1865 
Professor der Physiologie in Wien, seit 1870 in Prag, 
wirkte er von 1895 an in Leipzig als Nachfolger 
Gar! Ludwigs. Hering begründete die Theorie der 
Gegenfarben und ist ferner bekannt durch seine 
psychophysiologischen Forschungen, die ihn zu einer 
eigenartigen Theorie des Gedächtnisses führten, das er 
als eine allgemeine und stetig sich vervollkommnende 
Funktion der lebenden und organisierten Materie auf- 
fafst. Zwischen dem Reproduktionsvermögen der 
„Vererbung", dem der Gewohnheit und l'bung und 
dem „Gedächtnis" besteht ein innerer Zusammenhang. 
Vermittels der Nervenzellen, die die erhaltenen Ein- 
drücke bewahren und auf die folgende Generation 
übertragen, wird nicht nur die Fähigkeit, Gedächtnis- 
bilder aufzunehmen, sondern diese selbst vererbt. 
Neben diesen wichtigsten Forschungen verdankt die 



Physiologie Hering noch eine Reihe anderer wert- 
voller Untersuchungen über die Beziehungen zwischen 
Blutkreislauf und Atmung, sowie über andere auf 
die Theorie der Atmung bezügliche Fragen. Während 
seiner Prager Wirksamkeit erwarb sich Hering grofse 
Verdienste um das Deutschtum durch die besonnene 
Umsicht und Entschlossenheit, mit denen er die 
bedrohten Interessen der deutschen Wissenschaft 
wahrzunehmen verstand und die völlige Tschechi- 
sierung der Hochschule verhütete und ihre Teilung 
nach Nationalitäten durchsetzte. 

Am 28. Oktober 1917 starb in Königsberg i. Pr. 
Sanitätsrat Dr. Hugo Hoppe, ein Nervenarzt, der 
sich durch zahlreiche Beiträge auf dem Gebiete der 
neurologischen Fachliteratur einen Namen gemacht 
hat. Er wandte seine ganze Kraft besonders der 
Bekämpfung des Alkohols zu und galt als einer 
der leidenschaftlichsten Vorkämpfer der Abstinenz- 
bewegung. Sein umfassendes Werk „Die Tatsachen 
über den Alkohol', das eine gröfsere Zahl von 
Auflagen erlebt hat, kann heute als Grundlage aller 
Einsicht in die Fragen der Alkoholbewegung be- 
trachtet werden. 

Am 15. Oktober 1917 starb in Berlin der Chemiker 
Professor Dr. Konrad Jurisch im 71. Lebensjahre. 
Jurisch erhielt seine Ausbildung an der Gewerbe- 
akademie in Berlin und an der Universität zu Rostock 
und arbeitete dann als praktischer Chemiker in ver- 
schiedenen Fabriken des Auslandes, so in der be- 
kannten Sodafabrik von James Muspratt & Sons in 
Widnes (Lancashire); später (1885 — 1887) leitete er 
die erste österreichische Ammoniaksodafabrik in Szcza- 
kowa (Galizien), 1887 envirkte er seine Zulassung 
als Privatdozent für anorganische technische Chemie 
an der Berliner Technischen Hochschule, 1899 er- 
hielt er den Titel Professor. Verschiedene seiner 
Arbeiten und Werke beschäftigen sich mit dem Be- 
trieb der chemischen Grofsindustrie, vor allem der 
Soda- und Schwefelsäuregewinnung. Von seinen 
Werken auf diesem Gebiete sind zu nennen: „Hand- 
buch der Schwefelsäurefabrikation", „Die Fabrikation 
von schwefelsaurer Tonerde", „Salpeter und sein 
Ersatz". Sehr eifrig trat er vom chemischen, volks- 
wirtschaftlichen und hygienischen Standpunkt für die 
Schaffung eines Luftrechts ein („Grundzüge des Luft- 
rechts", ,Das Luftrecht in der deutschen Gewerbe- 
ordnung"). 

Am 6. November 1917 starb in Königstein im 
Taunus Sanitätsrat Dr. Kohnstein, bekannt als 
erfolgreicher Leiter eines Nerven -Sanatoriums. Seine 
wissenschaftlichen Arbeiten sichern ihm aber auch 
einen Platz in der Reihe der selbständigen Forscher. 



58 



Durch seine Arbeiten hat er die Kenntnis vom Faser- 
verlaiif des Gehirns mehrfach gefördert; vorzüglich 
aber beschäftigte er sich mit philosophisch -psycho- 
logischen Fragen nnd äufserte originelle Ideen über 
das Wesen hysterischer Bewufstseins- und Willens- 
störnngen, auf Grund deren er die hypnotische und 
suggestive Behandlung in selbständiger Weise weiter- 
bildete. 

In Abony starb Dr. Alexander von Koväch- 
Ajtay, Professor der gerichtlichen Medizin, im Alter 
von 72 Jahren. Im Jahre 1845 in Klausenburg 
(Kolozsvär) geboren, wurde er 1868 in Budapest zum 
Doktor der Medizin promoviert. Er wirkte als Assistent 
in den Instituten für pathologische Anatomie nnd für 
gerichtliche Medizin, unternahm sodann mit einem 
staatlichen Stipendium eine Studienreise nach Deutsch- 
land, wurde 1872 in Klausenburg zum aufserordent- 
lichen und bald darauf zum ordentlichen Professor für 
allgemeine Pathologie und Pharmakologie, 1874 zum 
Professor für gerichtliche Medizin ernannt und leitete 
seit 1882 diese Lehrkanzel an der Budapester Uni- 
versität. Im Studienjahr 1906/7 wurde er zum 
Rektor der Budapester Universität gewählt und 1907 
mit dem Hofratstitel ausgezeichnet. Seine wissen- 
schaftlichen Publikationen bearbeiteten hauptsächlich 
histologische und pathologisch -anatomisclie Fragen. 

Mitte November 1917 starb in Berlin der Alt- 
meister prähistorisch -technischer Forschung, der Kon- 
servator des Berliner Völkerkundemuseums Eduard 
Krause. Krause wurde in Berliu geboren und er- 
lernte zuerst das Maurerhandwerk. Dann machte er 
seine Abiturientenprüfung, wandte sich dem Studium 
der Chemie zu und wurde zugleich durch Rudolf 
Virchow und Albert Vofs der Prähistorik und Anthro- 
pologie zugeführt. 1879 wurde Krause als wissen- 
schaftlicher Hilfsarbeiter der ethnologischen und 
nordischen Abteilung des Völkerkundemuseums an- 
gestellt und später zum Konservator ernannt. 

Am 29. Oktober 1917 starb in Freiburg i. B. 
der Chirurg und Frauenarzt Geheimer Hofrat Professor 
Dr. Bernhard KrOnig, Direktor der Gynäkologischen 
Klinik an der Universität daselbst, im Alter von 
54 Jahren. Krimig gehört zu den bedeutendsten 
Vertretern der Frauenheilkunde in unserer Zeit. Er 
begann seine akademische Laufbahn 1896 als Privat- 
dozent und Assistent an der Frauenklinik in Leipzig. 
1903 wurde er Oi'dinarius in Jena als Nachfolger 
von Siegismund Schnitze, folgte aber schon im Herbst 
des folgenden Jahres einem Rufe als Nachfolger 
Alfred Hegars nach Freiburg i. B., wo ihm zugleich 
die Stelle eines Kreisoberhebearztes übertragen wurde, 
j'jnen Ruf an die Berliner l^niversität als Ordinarius 



nnd Direktor der Charite- Frauenklinik (im Frühjahr 
1910) lehnte er ab. Seine zahlreichen Veröffent- 
lichungen betreffen bakteriologische Studien in Be- 
ziehung auf Frauenkrankheiten, Untersuchungen über 
die Lehre vom engen Becken, sowie solche über die 
Beziehungen der Nervenkrankheiten zu Frauenleiden. 
Grofses Aufsehen erregte vor einigen Jahren die von 
ihm mit seinem Kollegen K. Gauls erdachte und aus- 
gebildete Methode des Dämmerschlafes zur Schmerzlos- 
machung des Entbindungsaktes, die zwar nicht den 
Beifall aller Fachgenossen fand, aber doch mit Erfolg 
in zahlreichen Fällen angewendet wurde und wird. 
In den letzten Jahren beschäftigte sich der hervor- 
ragende Forscher besonders mit der Behandlung 
des Uterus -Krebses durch Radium- und Röntgen- 
Bestrahlnng, die grofse Aussichten für die Zukunft 
verspricht. 

In Basel starb im Mai I9I7 der ordentliche 
Professor für Augenheilkunde an der dortigen Uni- 
versität Dr. Karl Mellinger. 

In Königsberg starb am 6. März 1918 der ehe- 
malige Direktor des dortigen pathologischen Instituts, 
Geheimer Medizinalrat Professor Dr. Ernst Neumann, 
M. A. N. (vergl. Leop. p. 34). Ernst Neumann wurde 
am 30. Januar 1834 in Königsberg geboren und 
machte seine Studien auf der Universität seiner Vater- 
stadt. Im Jahre 1860 habilitierte er sich als Privat- 
dozent und wurde 1866 als Nachfolger von Rind- 
fleisch Ordinarius und Direktor des 1864 errichteten 
Pathologischen Instituts, das er bis zum Jahre 1903 
geleitet hat. Die umfangreiche wissenschaftliche 
Arbeit Neumanns liegt auf dem Gebiete der normalen 
und pathologischen Gewebelehre. Von Wichtigkeit 
sind seine Forschungen zur Kenntnis des gesunden 
und kranken Blutes, namentlich die Auffindung der 
kernigen roten Blutkörperchen im Knochenmark ist 
hier zu nennen. Von grundlegender Bedeutung sind 
auch Neumanns Beiträge zur Kenntnis der Blut- 
erkrankung, der Leukämie. Andere Arbeiten Neu- 
manns beziehen sich auf den Bau der Geschwulste, 
insbesondere der bösartigen; auch die Amaloidentartung, 
die regenerativen Wucherungen an den Nerven und 
Muskeln und die Kenntnis des Zalinbeins und Knochen- 
gewebes. Besonders zu gedenken ist noch der Forschung 
Neumanns über die Entzündung und Eiterung. 

Ende Dezember 1917 starb in Leipzig Professor 
Dr. Karl Rabl, Ordinarius für Anatomie an der 
Universität daselbst, im 64. Lebensjahre. Rabl, der 
von 1886 — 1904 die ordentliche Professur für Ana- 
tomie in Prag inne hatte, hat in Prag sich lebhaft 
an den Kämpfen, die das Deutschtum in Böhmen zu 
bestehen hatte, beteiligt. Rabls wissenschaftliclie 



59 



Arbeit war umfangreich und bedeutend. Er ver- 
folgte das Ziel vermittels entwicklungsgeschichtlicher 
Forschungen, die Bedingungen und Erscheinungs- 
formen des Werdens der Tierwelt, sei es der einzelnen 
Arten, sei es der einzelnen Individuen klarzustellen. 
Von Wichtigkeit sind auch Rabls Studien über die 
Teilung der Zellen. Auch vergleichend -anatomisch 
hat Rabl über die Entwicklung einzelner Organe 
bemerkenswerte Arbeiten geliefert, die ins Einzelne 
gehend, doch die Neigung zeigen, die allgemeinen 
Grundgesetze des Geschehens und Werdens klar- 
zulegen. 

Am 24. Januar 1918 starb in Bonn der ehemalige 
ord. Professor für Geographie an der Universität da- 
selbst. Geh. Kegierungsrat Dr. Johann Justus Rein, 
im Alter von 83 Jahren. Rein, der nahezu ^0 Jahre 
als Lehrer und Forscher an der Bonner Universität 
gewirkt hat, wurde am 27. Januar 1835 in Rauen- 
heim (Hessen) geboren und machte seine Studien, 
die der Mathematik und den Naturwissenschaften 
galten, in Giefsen. Schon hier erregten die angewandte 
Botanik und technologische Cliemie sein besonderes 
Interesse. Er war dann als Oberlehrer in Reval 
und als Hauslehrer auf den Bermudas- Inseln tätig 
und konnte so seinen Gesichtskreis erweitern und 
seine Kenntnisse zum Studium fremder Länder ver- 
werten. Entscheidend für seinen Ruf als Forscher 
war das grofse Werk über Japan, zu dem er das 
Material auf einer 1873 — 1875 im Auftrage der 
preul'sisclien Regierung unternommenen Reise, die 
vorwiegend dem Studium von Handel, Industrie und 
K>instgewerbe des Inselreiches galt, gesammelt hatte. 
Er schuf damit eine der wertvollsten Grundlagen 
für unsere Kenntnis der wirtschaftlichen, sozialen 
und kulturellen Verhältnisse des damals noch ziemlich 
unbekannten Landes. Andere Studienreisen führten 
ihn von Frankfurt a. M., wo er Direktor des Sencken- 
bergischen Museums war, durch ausgedehnte Teile 
Europas, Afrikas und Nordamerikas. 1876 wurde 
Rein auf den neubegründeten Lehrstuhl für Geo- 
graphie nach Marburg berufen, seit 1883 lehrte er 
in Bonn. Auch an der Handelshochschule in Cöln 
vertrat er einige Jahre hindurch das Fach der wissen- 
schaftlichen Erdkunde. Daneben war er eine Reihe 
von Jahren als Vorsitzender der Niederrheinischen 
Gesellschaft für Natur- und Heilkunde tätig. Für 
Scobels „Geographisches Handbuch" bearbeitete er 
Asien, in Kirchhotfs „Länderkunde von Europa" den 
Abschnitt über Finnland. 

Anfang Oktober 1917 starb in München der 
Bakteriologe und Hygieniker Professor Dr. Wilhelm 
Rüllmann, im Alter von 72 Jahren. 



Stabsarzt Dr. Max. Schächter, aufserordentlicher 
Professor der Chirurgie an der Universität in Buda- 
pest, ist gestorben. Im Verein mit Professor Koväcs 
gründete er das Facliblatt „Gyt'igyäszat", das er auf 
ein hohes wissenschaftliches Niveau brachte. Er war 
59 Jahre alt. 

In New York starb der frühere ordentliche Professor 
der Augenheilkunde an der Universität Strafsburg 
Dr. Otto Schirmer, 53 Jahre alt. Er wurde 1889 
in Göttingen Privatdozent, dann Assistent von Hippels 
in Königsberg, und 1893 wurde er nach Greifswald 
als Stellvertreter seines Vaters berufen, dessen Nach- 
folger er 1896 bei dessen Tode wurde. 1906 ging 
er als Ordinarius nach Kiel und 1907 an Stelle 
Laquenrs nach Strafsburg. Im Jahre 1911 trat 
Schirmer von seinem Lehramt zurück. Die wissen- 
schaftlichen Arbeiten Schirmers befassen sich haupt- 
sächlich mit Experimenten und pathologisch -ana- 
tomischen Studien über den Linsenstar. Aufserdem 
schrieb er noch über sympathische Augenentzündung, 
über Nachtblindheit und über durch Diphtheriebazillen 
hervorgerufene Bindehautentzündung. 

Mitte September 1917 starb in Krakau der ord. 
Professor der theoretischen Physik an der Universität 
daselbst Dr. Marian Smoluchowski Ritter 
v. Smolau im Alter von 52 Jahren. Smoluchowski 
wurde 1865 in Mödling bei Wien geboren, studierte 
am Theresianum und der Wiener Universität und 
machte dann eine dreijährige Studienreise, die ihn 
nach Berlin, Paris und Glasgow führte. Hierauf 
habilitierte er sich als Privatdozent an der Wiener 
Universität. 1903 wurde er Ordinarius in Lemberg 
und 1913 in Krakau, wo er für das nächste Jahr 
zum Rektor gewählt wurde. Einer der hervor- 
ragendsten, ja neben dem kürzlich gefallenen Hasen- 
öhrl wohl der hervorragendste Schüler des genialen 
L. Boltzmann, hat er gleich seinem berühmten Lehrer 
hauptsächlich auf dem Gebiete der Thermodynamik 
und der kinetischen Gastheorie gearbeitet und auf 
beiden Untersuchungen von bleibendem Werte hinter- 
lassen. Seine zahlreichen Veröffentlichungen, die 
sich auch durch Meisterschaft der Darstellung und 
der sprachlichen Form auszeichnen, sind in deutscher, 
französischer, englischer und polnischer Sprache er- 
schienen. Klarheit und Formvollendung zeichnen 
auch seine akademischen Vorträge ans, so dafs 
sein Tod in mehr als einem Sinne einen fast un- 
ersetzlichen Verlust für die österreichische Wissen- 
schaft bedeutet. 

Der österreichische Forschungsreisende Soltefs 
wurde im holländischen Teile von Neu -Guinea er- 
mordet. 



60 



Am 19. Dezember 1917 starb in Budapest Dr. 
Franz Tangl, Professor für Physiologie und Bio- 
chemie an der Universität daselbst. Er war 186Ö 
in Budapest geboren. 

Am 7. September 1917 starb in Cottbus der 
Geheime Sanitiitsrat Professor Dr. Carl Thiem. 
Er war am 10. Oktober 1850 in Nikolscbmiede, 
Kreis Löwenberg, geboren und besuchte das Gym- 
nasium zu Lissa. Als Primaner nahm er am Kriege 
gegen Frankreich teil. Durch das Eiserne Kreuz 
ausgezeichnet, vollendete er die Schulzeit, studierte 
in Greifswald und bildete sich weiter in Wien, 
Leipzig, Prag und Berlin. 1885 gründete er in 
Cottbus eine chirurgisch -gynäkologische Klinik, der 
sich bald ein mediko- mechanisches Institut für Unfall- 
verletzte anschlofs. Die Unfallheilkunde, dies Gebiet 
mit seinen unübersehbaren segensreichen Folgen für 
das soziale Leben, wurde nunmehr das Sondergebiet, 
als dessen ureigenster Schöpfer Thiem zn gelten hat. 
1898 erschien die erste Auflage seines Handbuches 
für Unfallerkrankungen, das seinen wissenschaft- 
lichen Ruf begründete und ihm die Auszeichnung 
des Professorentitels eintrug. In zahlreichen anderen 
Schriften und Abhandlungen war Thiem im gleichen 
Sinne fruchtbar. Die Monatsschrift für Unfallheilkunde 
ist von ihm begründet und bis in die letzte Zeit 
fortgefürt. Auf den Kongressen für Unfallheilkunde 
im In- und Auslande hat er eine führende Rolle 
gespielt und auf die Rechtsprechung des Reichs- 
versicherungsamts durch ständige Fühlung mit dieser 
Behörde und besonders durch seine Gutachtertätigkeit 
hervorragenden Einflufs geübt. Seit dem 1. April 
1914 sind seine Kliniken in dem nach seinen Vor- 
schlägen neuerbauten Cottbuser Krankenhause unter 
dem Namen „Vereinigte städtische und Thiemsche 
Heilanstalten' aufgegangen. Die mustergültige An- 
stalt, der Thiem noch bis zuletzt seine Arbeitskraft 
gewidmet hat. bedeutet die Krönung seines Lebens- 
werkes. 

Am 10. August 1917 starb der Entomolog Dr. 
Hubert Johannes Veth zu Haag in Holland, im 
Alter von 71 Jahren. 

Im November 1917 starb in Tübingen Professor 
Dr. Hermann v. Voechting, einer der bedeutendsten 
Pflanzenphysiologen unserer Zeit, im Alter von 71 
Jahren, v. Voechting wurde 1847 zu Blomberg am 
Teutoburger Walde geboren und beschäftigte sich 
schon in jungen Jahren mit den Naturwissenschaften, 
besonders mit der Botanik. Er studierte, nachdem 
er sich eine Zeitlang der gärtnerischen Tätigkeit 
gewidmet liatte, in Berlin, wo Alexander Braun auf 
seine ungewöhnliche Begabung aufmerksam wurde, 



und in Göttingen. Im Jahre 1877 wurde er a. o. 
Professor in Bonn, 1878 Professor und Direktor des 
Botanischen Gartens in Basel: seit 1887 lehrte er 
als Nachfolger Pfeilers in Tübingen. Glänzende 
Anträge von anderen deutschen Universitäten haben 
ihn nicht veranlassen können, der schwäbischen 
Hochschule untreu zu werden. Die Wissenschaft der 
Pflanzenphysiologie verdankt ihm eine Reihe der 
wertvollsten Bereicherungen. Es ist in erster Linie 
mit sein Verdienst, dafs bei der Erklärung der 
Lebensvorgänge in der Pflanze jetzt neben den 
äufseren auch die inneren mitwirkenden Kräfte ge- 
bührend beachtet werden. In seinem ersten grund- 
legenden Werke , Organbildung im Pflanzenreich' 
hat er den Gegensatz zwischen Spitze und Basis der 
Organe höherer Pflanzen nachgewiesen und eingehend 
studiert. Andere wichtige seiner Untersuchungen 
greifen in das Gebiet der Vererbungslehre ein, unter- 
suchen die Bewegungen von Blüten und Früchten, 
den Einflufs des Lichtes auf die Blütenbildung, die 
Blattstellung und die Blütenanomalien. Alle seine 
Versuche zeichneten sich durch besonders sinnreiche 
Anlage und Ausführung aus, wobei ihm seine gärt- 
nerische Erfahrung besonders zu statten kam. Voech- 
ting war korrespondierendes Mitglied der Berliner 
Akademie der Wissenschaften und mehrerer anderer 
gelehrten Körperschaften. 

In Budapest starb Dr. Emanuel Wein, Dozent 
der Chirurgie an der dortigen Universität, im Alter 
von 57 Jahren. Er war der Verfasser zahlreicher 
wissenschaftlicher Abhandlungen, darunter eines zwei- 
bändigen Werkes über die „Praktische Chirurgie' 
und einer längeren Arbeit über die Heilwirkung des 
Ikaserums gegen Tuberkulose. 



Jubiläen- 
Herr Hofrat Professor Dr. J. von Hanu in Wien 
feierte am 6. Juli 1918 und Herr Geheimer Regierungs- 
rat Professor Dr. N. Zuntz in Charlottenburg am 
31. Juli das fünfzigjährige Doktorjubilänm. Herr 
Professor Dr. C. F. Goppel sroeder in Basel feierte 
am 31. Juli sein sechzigjähriges Doktorjubiläum. 
Die Akademie hat den hochverdienten Jubilaren die 
herzlichsten Glückwünsche ausgesprochen. 

Die 3. Abhandlung von Bd. 103 der Nova Acta 

Th. Becker: Dipterologische Studien. Dolichopodidae. 
Zweiter Teil. 141/4 Bogen Text (Ladenpreis 21 Mark) 

ist erschienen und durch Max Niemeyer, Verlag in 
Halle a. S. zu beziehen. 



Druck Ton Ehrhardt Karras G. m. b. H. in Halle (Saale). 



NUNQUAM 




OTIOSUS 



LEOPOLDISA 

AMTLICHES ORGAN 
DER 

KAISERLICHEN LEOPOLDINISCH- CAROLINISCHEN DEUTSCHEN AKADEMIE 

DER NATURFORSCHER 

HERAUSGEGEBEN UNTER MITWIRKUNG DER SEKTIONSVORSTÄNDE VON DEM PRÄSIDENTEN 

Dß. A. WANGERIN. 



Halle a. S. CWUhelmstr. Nr. 37. 



Heft LIV. — Nr. 8. 



August 1918. 

Inhalt: Veränderung im Personalbestande der Akademie. — Eingegangene Schriften. — Biographisclie Mitteilungen. — 
.50 jähriges Doktorjubiläum des Herrn Geheimrats Professor Dr. Richard Meyer in Braunschweig. — Nova Acta 
Bd. 103. 



Veränderung im Personalbestande der Akademie- 
Gestorbenes Mitglied: 
Am 6. Juni 1918 in Hannover: Herr Geheimer Regierungsrat Dr. Karl Friedrich Wilhelm Hels, Professor 
der Zoologie und Botanik an der Königlichen Technischen Hochschule in Hannover. Aufgenommen 
den 26. September 1892. 

Dr. A. Wangerin. 

Eiii^oi^angciic Schriften. 



Geschenke. \ 

F. V. Luschan : Zusammenhänge und Konvergenz. 
Sep.Abz. 

Deutsches Museum, München. Verwaltungs-Bericht 
über das 14. Geschäftsjahr 1916 — 1917. München 
1918. 4«. 

G. Compter : Ein Nachtrag zur fossilen Keuper- 
flora Ustthüringens. Sep.-Abz. 

L. Krüger : Die Übertragung geographischer Ko- 
ordinaten mittels Potenzreihen der linearen Länge 
der geodätischen Linie. Sep.-Abz. — • Jahresbericht 
des Kgl. Geodätischen Instituts 1917/18. Potsdam 
1918. 8». 



T a u 8 c h V e r k e h r. 

Wien. K. K. Geologische Reichsanstalt. Abhand- 
lungen. Bd. 22 Hft. 4. Bd. 23 Hft. 1. Wien 1914. 4". 

Leopoldina LIV. 

IV 



Wien. K. K. Geologische Reichsanstalt. Jahrbuch. 

Bd. 64-66. Bd. 67 Hft. 1. Wien 1915—1918. 8». 
Verhandlungen. 1914 Nr. 2— 18. 1915. 1916. 

1917 Nr. 1—18. Wien 1914—1918. 80. 

— — Erläuterungen zur geologischen Karte der im 
Reichsvate vertretenen Königreiche und Länder der 
Osterr.- Ungar. Monarchie. SW-Gruppe. Nr. 29 a, 
114, 115 a, 117 a, 126 a. Wien 1914. 8". 

— Neurologisches Institut an der Wiener 
Universität. Arbeiten. Bd. 21. Bd. 22 Hft. 1. 
Leipzig und Wien 1914—1917. 8». 

— Geologische Gesellschaft in Wien. Mit- 
teUungen. Bd. 6 Hft. 4. Bd. 7. Bd. 8. Bd. 9 Hft. 1, 2. 
Wien 1913—1916. 8". 

— K. K. Zoologisch-Botanische Gesellschaft. 
Abhandlungen. Bd. 8 Hft. 2. Bd. 9 Hft. 1—4, Wien 
1914—1918. 80. 

Verhandlungen. Bd. 64— 67. Bd. 68. Jg. 1914 

—1916. Wien 1914—1916. 8». 

10 

M 



62 



Wien. K. K. Hydrographisches Zentral-Bureau. 
Beiträge zur Hydrographie Österreichs. Hft. 10. 
Wien 1914. 4». 

Jahrbuch XIX. 1911. Wien 1917. 4o. 

— K. K. Österreichische Kommission für die 
internationale Erdmessung. Richard Schu- 
mann: Über die Lotabweiehung am Laaerberg bei 
Wien. Wien 1914. 8». 



Biographische MitteiluDgen. 

1^ An einer Erkrankung, die er sich im Felde 
zugezogen, starb der bekannte Berliner Nervenarzt 
Professor Dr. Max Lewandowsky. 1876 in Berlin 
geboren, bildete sich Lewandowsky unter v. Leyden 
und Zielien an der Berliner Charite und unter P. Marie 
in Paris in der Nervenheilkunde aus. 1903 habili- 
tierte er sich an der Berliner Universität und wurde 
1908 zum Professor ernannt. Lewandowskys Arbeiten 
auf dem Gebiete der Nervenheilkunde zeichnen sich 
durch grofse Gründlichkeit aus. Sie betreffen den 
Muskeltonus, den Einflnfs der Hirnrinde auf den 
Blutdruck, Sprachstörungen usw. Als eine Folge 
von Krankheitsherden im linken Hinterhauptslappen 
beschrieb er die Erscheinung der Abspaltung des 
Farbensinnes. Auch ein Lehrbuch der Funktionen 
des zentralen Nervensystems ist von ihm erschienen. 
Während des Krieges leitete er in Berlin nach dem 
Rücktritt von Professor Dr. Oppenheim das Lazarett 
für Nervenkranke im Kunstgewerbemuseum und später 
das Nordlazarett. 

In Wien starb der Professor der Augenheilkunde 
an der Universität daselbst Dr. Bernheimer. 

Anfang März 1918 starb in Rom im Alter von 
82 Jahren der namhafte Physiker und Präsident der 
römischen Akademie der Wissenschaften (Accademia 
de) Lincei) Pietro Blaserna. Mit ihm ist einer 
der angesehensten Gelehrten des heutigen Italiens 
dahingeschieden. Seit 1892 war er Professor der 
Experimentalphysik und Direktor des Physikalischen 
Instituts der Universität Rom. 1890 wurde er in 
den Senat berufen, der ihn wiederholt zu seinem 
Vizepräsidenten wählte. Seine wichtig.sten Veröffent- 
lichungen beziehen sich auf mechanische Wärme- 
theorie, Akustik, Luftschiffahrt; auch geographische 
und geologische Fragen hat er mehrfach in den 
Kreis seiner Forschungen gezogen. Warme Freund- 
schaft verband ihn in früheren Jaliren mit mehreren 
der bedeutendsten deutschen Physiker, namentlich 
mit H. V. Helmholtz; auch dem Fürsten und der 
Fürstin Bülow stand er bis zum Ausbruch des 
Krieges nahe. 



Am 8. April 1918 starb Professor Dr. L. G. Cour- 
voisier in Basel. Er galt als Autorität auf dem 
Gebiete der Lycaeniden. 

Im Februar 1918 starb in Frankfurt a. M. Dr. 
Ludwig Edinger, ordentlicher Professor der Nerven- 
heilkunde, im 83. Lebensjahre. Edinger, einer der 
bedeutendsten Nervenärzte Deutschlands, hat durch 
seine Arbeiten die Nervenheilkunde wesentlich ge- 
fördert. Er wurde 1835 in Worms geboren, studierte 
in Heidelberg und Strafsburg und habilitierte sich 
1881 in Giefsen als Privatdozent für innere Medizin. 
1893 wurde für ihn am Senckenbergschen Institut 
in Frankfurt a. M. ein neurologisches Institut errichtet, 
an dem er viel besuchte Ärztekurse abhielt. Bei 
der Gründung der Frankfurter Universität wurde 
Edinger zum Ordinarius für Nervenheilkunde ernannt. 
Von gröfster Bedeutung ist Edingers auf Experimenten 
beruhende Theorie über die Entstehung vieler Nerven- 
krankheiten, die später vielfach als Aufbrauchstheorie 
bezeichnete Anschauung, dafs durch (bertragung 
Nervenkrankheiten, insbesondere tabesähnliche Rücken- 
markserkrankungen entstehen. Zusammengefafst hat 
Edinger seine dieses Gebiet behandelnden Arbeiten 
in der Abhandlung „Der Anteil der Funktion an 
der Entstehung von Nervenkrankheiten". Von nicht 
geringerer Bedeutung sind Edingers zahlreiche Arbeiten 
zur Anatomie des Nervensystems, insbesondere des 
Gehirns. Neben der vergleichenden Anatomie behandeln 
sie den Verlauf der Gefühlsbahnen im Gehirn. Edinger 
hat in diesen Arbeiten die Entstehung des Gehirns 
im Tierreiche von den ersten Anfängen an aufwärts 
verfolgt. Während des jetzigen Weltkrieges hat 
Edinger eine neue Art der Vereinigung verletzter 
Nerven angegeben, über deren Verwendungsmöglichkeit 
die Meinungen noch geteilt sind. Ehe Edinger sich 
der Nervenheilkunde zuwandte, bevorzugte er das 
Lieblingsgebiet seiner Lehrer Kufsmaul in Strafs- 
burg und Riegel in Giefsen, die Erkrankungen des 
Magens. 

Andreas Goeldi, Vorstand der landwirtschaft- 
lichen Versuchsstation und ehemaliger Direktor des 
naturhistorischen Museums in Parii (Brasilien), ist in 
Bern gestorben. Er war 58 Jahre alt. 

In seiner Vaterstadt Rothenburg o. d. T. starb im 
79. Lebensjahre Hofrat Friedrich Hessing, der 
weltbekannte Orthopäde und Menschenfreund, dem 
die praktische Heilkunde so Bedeutendes verdankt. 
Hessing war ein selbstgemachter Mann im strengsten 
Sinne des Wortes. Geboren 1838 als das neunte 
Kind eines wenig bemittelten Töpfermeisters in 
Rothenburg, zeigte er schon in frühester Jugend ein 
warmes Interesse für die Heilung verkrüppelter 



63 



Menschen. In rastloser Arbeit machte er sich die 
Kenntnis des anatomischen Baues des menschlichen 
Körpers zu eigen und verstand es, die mühsam er- 
worbene Kenntnis der Gesetze der Mechanik in den 
Dienst der leidenden Menschheit zu stellen. Der 
Bau von Apparaten zum Zwecke der Ausgleichung 
körperlicher Defekte, der sogenannten Prothesen, ist 
ausschliefslich auf seine Anregung zurückzuführen. 
Fortschreitende Erfahrung verschaflften ihm auf diesem 
Gebiete allmählich eine Meisterschaft, die ihm die 
Anerkennung der bedeutendsten Vertreter der Chirur- 
gie eintrug : Männer wie Bergmann und Hofifa haben 
mit dem Ausdruck ihrer Bewunderung für den genialen 
Mechaniker nicht zurückgehalten. Die von ihm be- 
gründete Heilanstalt in Göggingen bei Augsburg 
wurde die bedeutendste ihrer Art, nicht blofs in 
Deutschland; aufserdem errichtete er noch weitere 
Mnsteranstalten in seiner Heimat Rothenburg und in 
Bad Reichenhall. Ein Zeichen seines kaufmännischen 
Weitblicks war ferner die Pachtung des Bades 
Kissingen, das Hessing auf eine Reihe von Jahren 
von der baj'erischen Regierung übernahm. Im vorigen 
Jahre wurde sein Name in der Öfifentlichkeit wieder 
viel genannt, als er sein grofsartiges Anwesen in 
Rothenburg der Deutschen Bühnengenossenschaft als 
Erholungsheim für ihre Mitglieder zum Geschenk 
machte. 

Am 17. September 1917 starb in Königsberg der 
Orthopäde Geh. Sanitätsrat Professor Dr. Hoeftmann 
im 67. Lebensjahre. Hoeftmann hat sich die gröfsten 
Verdienste um die Orthopädie erworben und namentlich 
den Ersatz amputierter Glieder wesentlich gefördert, 
so dals die Prüfstelle für Ersatzglieder ihn zu ihrem 
Ehrenmitgliede ernannt hat. Grofses Aufsehen hat 
der „Hoeftmannsche Mann" überall erregt, dem die 
beiden Vorderarme und Unterschenkel amputiert 
werden mufsten, und der durch Hoeftmann in die 
Lage versetzt wurde, sein Gewerbe als Tischler 
weiter fortzusetzen. Hoeftmann, der in Memel ge- 
boren wurde, bestand 1876 das Staatsexamen, ging 
zu seiner weiteren Ausbildung nach Wien, und wurde 
dann Assistent bei Schönborn. Im Jahre 1882 
gründete er in Königsberg eine Anstalt für Chirurgie 
und orthopädische Chirurgie und wurde 1892 zum 
Professor ernannt. Bei dem Chirurgenkongrefs 1901 
wurde Hoeftmann beauftragt, die Gründung der 
Deutschen Gesellschaft für orthopädische Chirurgie 
in die Wege zu leiten, zu derem Vorsitzenden er 
mehrfach gewählt wurde. 

Im März 1918 starb in Wien im 60. Lebensjahre 
Dr. Alesander Kolisko, ordentlicher Professor für 
pathologische Anatomie an der Universität daselbst 



und Vorstand des pathologisch -anatomischen Instituts. 
Der namentlich durch seine Tätigkeit in der gericht- 
lichen Medizin in weiten Kreisen bekannt gewesene 
Anatom war ein gebürtiger Wiener und erhielt in 
Wien auch seine Ausbildung. Von 1881 bis 1890 
war er Assistent am pathologischen Institut in Wien. 
Im Jahre 1888 habilitierte sich Kolisko an der 
Wiener Universität als Dozent für pathologische 
Anatomie und wurde 1892 zum aufserordentlichen 
Professor ernannt. Später wurde er zum ordentlichen 
Professor für gerichtliche Medizin sowie zum landes- 
gerichtlichen Anatom und Prosektor der Gemeinde 
Wien und Prosektor des Annen -Kinderspitals ernannt. 
In der allerletzten Zeit hatte er den Lehrstuhl für 
Bakteriologie als Nachfolger von Professor Weichsel- 
baum inne. 

Am 21. Januar 1918 starb im 59. Lebensjahre 
Oberstudienrat Professor Dr. Kurt Lampe rt, der 
Vorstand und erste Konservator der Königlichen 
Naturaliensammlung in Stuttgart. Er schrieb „Das 
Leben der Binnengewässer" (1910, Zweite Auflage 
erschienen.) 

Ende Juli 1918 starb in Greiz Hofrat Professor 
Dr. Ludwig. Mit ihm ist ein Gelehrter von Ruf 
dahingegangen, der über die Grenzen des Reiches 
hinaus bekannt und geschätzt war. Er war ein 
Naturfreund, der mit besonderer Liebe das Heimat- 
gebiet erforscht und viele neue Funde in zoologischer 
und besonders in botanischer Hinsicht gemacht hat. 
Er war u. a. Leiter der biologischen Zentrale für die 
beiden Fürstentümer Reufs und Berichterstatter über 
Erdbebenforschung für die Geologische Anstalt in 
Berlin. 

In Budapest starb an Arterienverkalkung Uni- 
versitätsprofessor Dr. Siegmund Purjesz. Er war 
1846 zu Szentes geboren und wurde 1870 in Buda- 
pest promoviert. 1874 erwarb er das Diplom eines 
Doktors der Geburtshilfe und der Chirurgie. Dann 
ging er als Assistent zur chirurgischen Klinik in 
Klausenburg, ein Jahr darauf in derselben Eigen- 
schaft nach Budapest, 1876 habilitierte er sich an 
der Budapester Universität als Privatdozeut und 
wurde zum zweiten Sekretär der Ärztegesellschaft 
gewählt. 1880 wurde er zum Professor der internen 
Heilkunde an der Universität Klausenburg ernannt. 
Nach seiner Pensionierung war Purjesz in Budapest 
ansässig und übte hier eine ausgedehnte Praxis aus. 
Dr. Leon Revillos, ehemals Professor der 
Medizin an der Universität zu Genf, ist im Alter 
von 83 Jahren gestorben. 

Ende März 1918 starb in Würzburg der lang- 
jährige Leiter der chirurgischen Klinik Geheimrat 

10* 



64 



Professor Dr. F. Riedinger im 74. Lebensjahre. 
Ferdinand Riedinger, der am 19. September 1844 zu 
Schwanheim geboren wurde, erhielt seine medizinische 
Ausbildung an den Universitäten München und Würz- 
burg. Nachdem er sich 1874 habilitiert hatte, unter- 
nahm er eine gröfsere Studienreise nach England 
und Frankreich. 1884 folgte er einem Ruf an die 
Würzburger Universität, wo er die chirurgische Klinik 
leitete. Von seinen klinischen Arbeiten sind zu er- 
wähnen: Studien über künstliche Blutleere, Krank- 
heiten und Verletzungen des Thorax und seines 
Inhalts, Verletzungen der Brust, Knochenbrüche. Im 
letzten Semester las er über Kriegschirurgie. 

Am 30. Juni 1917 starb in Paris der Botaniker 
Philippe de Vilmorin im 45. Lebensjahre. 

Anfang April 1918 starb in Charlottenbnrg Geh. 
Regierungsrat Professor Dr. Bernhard Weinstein, 
Privatdozent für Physik, Geophysik und Philosophie 
an der Universität zu Berlin. Weinstein, der aus 
Kowno stammte, habilitierte sich zu Anfang der 
achtziger Jahre an der Berliner Universität und 
wurde später auch Mitglied der Normaleichungs- 
kommission und Vorstand des Internationalen Instituts 
für Tacho -Bibliographie. Von seinen fachwissen- 
schaftlichen Werken ist das zweibändige über 
„Physikalische Mafsbestimmungen" wohl das wich- 
tigste; aufserdem schrieb er über Thermodynamik 
und Kinetik der Körper, Erdströme und Erdmagnetis- 
mus u. a. In seiner Abhandlung „Die Physik der 
bewegten Materie und die Relativitätstheorie" neigt 
er sich den Einsteinschen Anschauungen zu. Ein 
reich gebildeter Geist von vielseitigen wissenschaft- 
lichen und selbst künstlerischen Interessen, behandelte 
der Dahingeschiedene aufser dem Gesamtgebiet seiner 
Fachdisziplin in seinen Vorlesungen auch mit Vor- 
liebe philosophische Probleme. Er zeigt sich dabei 
von Spinoza, Kant, Wundt, Mach, Poincare und an- 
deren neueren Denkern mannigfach beeinflufst, ent- 
wickelt aber zum Teil auch durchaus selbständige 
und eigentümliche, wenn auch nicht immer genügend 
geklärte Gedanken. Mehrere dieser Vorlesungen, 
wie die über die philosophischen Grundlagen der 
Wissenschaften (190<)), die Grundgesetze der Natur 
und die moderne Naturlehre (1911), die Entstehung 
der Welt nach Sage und Wissenschaft u. a. sind 
durch den Druck auch weiteren Kreisen zugänglich 
geworden. Eine Anzahl formgewandter Dichtungen 
hat Weinstein unter dem Titel „Denken und Träumen" 
zusammengestellt. 

Am 2. Februar 1918 starb in Genf Emil Yung, 
Professor der Zoologie und vergleichenden Anatomie 
an der dortigen Universität, im Alter von 64 Jahren. 



In seinen wissenschaftlichen Arbeiten befafste sich 
Yung zunächst mit der experimentellen Physiologie 
der Tiere, speziell dem Einflufs der Nahrung auf 
den Darmkanal der Frösche, der Bestimmung des 
Geschlechtes bei diesen Tieren, dem Einflufs des 
Lichtes auf das Wachstum, der Physiologie und 
Anatomie der Sinnesorgane der Weinbergschnecke, 
sowie der Verdauung und der Struktur des Ver- 
dauungskanales der Fische usw. Auf dem Gebiete 
der Psychologie war er bekannt durch seine experi- 
mentellen Untersuchungen über die Halluzination 
und Suggestion in wachem Zustande. Von seinen 
gröfseren Werken seien hier seine gemeinsam mit 
Carl Vogt publizierte „Praktische vergleichende Ana- 
tomie" in zwei Bänden, sowie sein in Publikation 
begriffenes „Lehrbuch der Zoologie" erwähnt. Seit 
langen Jahren verfolgte er seine Studien speziell 
über das Plankton, wobei er die klassischen Unter- 
suchungen des Begründers der Hydrobiologie F. A. Forel 
von Morges vervollständigte und vertiefte. 1909 be- 
gründete Yung die erste schweizerische hydrobio- 
logische Station. 



Jubiläum. 
Herr Geheimrat Professor Dr. Richard Meyer 
in Braunschweig feierte am 16. August 1918 sein 
fünfzigjähriges Doktorjubiläum. Die Akademie hat 
dem hochverdienten Jubilare die herzlichsten Glück- 
wünsche ausgesprochen. 



Bd. 103 der Nova Acta 

Halle 1918. 4". (40 Bogen Text und 2 Tafeln, 
Ladenpreis 50 Mark) ist vollendet und durch Max 
Niemeyer, Verlag in Halle a. S. zu beziehen. — 
Derselbe enthält: 

K. H. Verhoefl": Zur Kenntnis der Zoogeographie 
Deutschlands, zugleich über Diplopoden namentlich 
Mitteldeutschlands und Beiträge für die biologische 
Beurteilung der Eiszeiten (85.— 88. Diplopoden- 
Aufsatz). 20 Bogen Text und 2 Tafeln (Laden- 
preis 20 Mark). 

E. Wiedemann und P. Hauser: Uhr des Archimedes 
und zwei andere Vorrichtungen. 5'/2 Bogen Text 
und zahlreiche Figuren (Ladenpreis 9 Mark). 

Th. Becker: Dipterologische Studien. Dolichopodidae. 
ZweiterTeil. 14i/4BogenText (Ladenpreis 21 Mark). 

Die einzelnen Abhandlungen werden auch getrennt 
zu den beigesetzten Preisen abgegeben. 



Druck von F.hrhardt Karras G. m. b. H. in Halle (Saale). 




NUNQUAM ^ /m^y^im/ otiosus 



LEOPOLLIIfA 

AMTLICHES ORGAN 
DER 

KAISERLICHEN LEOPOLDINISCH- CAROLINISCHEN DEUTSCHEN AKADEMIE 

DER NATURFORSCHER 

HERAUSGEGEBEN UNTER MITWIRKUNG DER SEKTIONSVORSTÄNDE VON DEM PRÄSIDENTEN 

DR. A. WANGERESr. 



Halle a. S. (wuheimstr. Nr. 37.) Heft LIV. — Nr. 9. September 1918. 



Inhalt: Ergebnis der Adjunktenwahl im 2 Kreise. — Adjunktenwahl im 15. Kreise. — Veränderungen im Personal- 
bestande der Akademie. — Eingegangene Schriften. — Biographische Mitteilungen. — Otto Taschenberg; 
Faunistische Ergänzungen zu meiner Bearbeitung der Zoologie in Ules „Heimatskunde" des Saal- und Stadt- 
kreises Halle, sowie des Mansfelder Seekreises. — 2.30 jähriges Jubiläum der Universität Lund. — Berichtigung. 



Ergebnis der Adjunktenwahl im 2. Kreise (Bayern diesseits des Rheins). 

Die nach Leopoldina LIV, p. 53 unter dem 31. Juli 1918 mit dem Endtermine des 31. August 
1918 ausgeschriebene Wahl eines Adjunkten für den 2. Kreis hat nach dem von Herrn Rechtsanwalt 
Dr. Bieber als Vertreter des Herrn Notar Schneider in Halle a. S. am 6. September 1918 aufgenommenen 
Protokoll folgendes Ergebnis gehabt. 

Von den 37 Mitgliedern des 2. Kreises haben 19 ihre Stimmzettel rechtzeitig eingesandt, welche 
sämtlich auf Herrn 

Geheimen Rat Professor Dr. R. v. Hertwig in München 
lauten. 

Es ist demnach, da mehr als die nach § 30 der Statuten notwendige Anzahl von Mitgliedern an 
der Wahl teilgenommen hat, 

Herr Geheimer Rat Professor Dr. R. v. Hertwig in München 
zum Adjunkten für den 2. Kreis mit einer Amtsdaner bis zum 6. September 1928 gewählt worden. 
Derselbe hat die Wahl angenommen. 
Halle a. S., den 18. September I9I8. Dr. A. Wangerin. 



Adjunktenwahl im 15. Kreise. 

Gemäfs § 16 alin. 4 der Statuten läuft am 23. Oktober 1918 die Amtsdauer des Adjunkten für den 
15. Kreis Herrn Geheimen Ober -Medizinalrat Professor Dr. W. von Waldeyer- Hartz in Charlottenburg ab 
(vergl. p. 4). 

Indem ich bemerke, dafs nach § 18, alin. 5 der Statuten Wiederwahl gestattet ist, bringe ich den 
Mitgliedern dieses Kreises zur Kenntnis, dafs die direkten Wahlaufforderungen nebst Stimmzetteln am 
25. September 1918 versandt sind. Sollte ein Mitglied diese Sendung nicht erhalten haben, so bitte ich eine 
Leopoldina LIV. U 

IV M 



66 

Nachsendung vom Bureau der Akademie zu verlangen. Sämtliche Wahlberechtigte ersuche ich, ihre Stimmen 
baldmöglichst, spätestens bis zum 20. Oktober 1918, an mich einsenden zu wollen. 

Halle a. S., den 25. September 1918. Dr. A. Wangerin. 



Veränderungen im Personalbestande der Akademie. 

Oestorbeue Mitglieder: 

Am 28. Juni 1918 in Wien: Herr Regierungsrat i. R. Konrad Heinrich John Edler von Johnesberg. Vorstand 

des Chemischen Laboratoriums der K. K. Geologischen Reichsanstalt in Wien. Aufgenommen 

den 23. Juni 1883. 

Am 4. September 1918 in Berlin: Herr Geheimer Regierungsrat Dr. Carl Otto Emil Lampe, Professor an 

der Königlichen Technischen Hochschule in Berlin. Aufgenommen den 16. Dezember 1895. 
Am 5. September 1918 in Halle: Herr Professor Dr. Ernst Karl Ferdinand Roth, Oberbibliothekar an der 
Königlichen Universitätsbibliothek in Halle a. S. Aufgenommen den 24. März 19U5, Leiter der 
Akademiebibliothek seit 1904. 

Dr. A. Wangerin. 



Eingegangene Schritten. 



Geschenke. 



Krusch : (ber die Stellung des Gelbbleierzes 
(Wulfenits) in der Reihe der Leiterze im Lichte der 
im Kriege geschaffenen Aufschlüsse (Kärnten, Werden- 
fels im Höllental. Dirstentritt bei Nassereit usw.). 
Sep.-Abz. — Warum war die Metallproduktion aus 
einheimischen Erzen bei Kriegsbeginn nicht gröfser 
und wie kann sie gesteigert werden? Sep.-Abz. 

Franz Richarz: Auffindung, Beschreibung und vor- 
läufige physikalische Untersuchung des Meteoriten von 
Treysa. Sep-Abz. 

G. Anton: Aus der ärztlichen Seelenkunde: Macht 
des Geistes über den Körper. — Über geistige Wechsel- 
wirkung beim menschlichen Beisammensein. Psycho- 
logie der Masse. — Über Volksvermehrung und 
HöhorzüclituDg. Drei Vorträge für ,\rzte, Lehrer, 
Erzieher. Berlin 1918. 8«. 

Landwirtschaftlicher Central -Verein der Provinz 
Sachsen etc. Jahresbericht 18H8. s. 1. 1868. 8". — 
Natur und Offenbarung. Bd. 47. Bd. 48 Hft. 1 — 3. 
Münster i. W. 1901, 1902. 8". — Monatsschrift des 
deutschen Vereins zum Schutze der Vogelwelt. Jg. 6 
Nr. 2—3, 8—12. Merseburg 1881. 8«. — Beihefte 
zum Botanischen Centralblatt. Bd. 7 Hft. 1 — 4. Bd. 9 
— 11. Cassel 1897, 1900—1902. 8». — Bericht 
über die Verhandlungen des 8. und 9. deutschen 
Weinbau -Congresses 1885, 1886. Mainz 1886, 1887. 
8". — Annalen der Oenologie. Bd. 1 Hft. 2, 3. 
. Bd 6 Hft. 2. Bd. 8 Hft. 3, 4. Heidelberg 1870, 1877, 
1880. 8". — University of California Publications 
in Zoulogy. Vol. 12. Berkeley 1913 — 1916. 8". — 
Der Stein der Weisen. Jg. 8, 12 — 14 (unvollständig). 
Wien, Pest und Leipzig 1896, 1900—1902. 4». — 
Gaea. Natur und Leben. Jg. 37. Jg. 38 Ilft 1 — 5. 
Leipzig 1901, 1902. 8". — Naturwissenschaftliche 
Rundschau. Herausgeg. von W. Sklarek. Jg. 15. Jg. 16 



Nr. 1—13. Braunschweig 1900, 1901. 4". — La 
Nature. Revue des Sciences. Nr. 1402 — 1409, 1489, 
1491, 1492. Paris 1900, 1901. 4". — Science. N. S. 
Vol. 15 Nr. 366 — 370, 373, 376—380, 382 — 389. 
New York 1902. S". — Revue scientifique. Ser. 4 
Tom. 13 Nr. 20 — 26. Tom. 14. Tom. 15. Tom. 16 
Nr. 1 — 16, 18 — 26. Tom. 17 Nr. 1 — 15, 17—26. 
Tom. 18 Nr. 1, 2. Paris 1900—1902. 4". — Aufser- 
dem noch eine Anzahl von Separatabzügen und Disser- 
tationen. (Geschenk des Herrn Professor Dr. Taschen- 
berg in Halle a. S.) 

Artur Korn: Das mathematische Problem des gleich- 
förmig bewegten Elektrons. Sep.-Abz. — Eine kurze 
Darlegung meiner mechanischen Vorstellungen über 
den Lichtäther. Sep.-Abz. — Mechanische Theorien 
des elektromagnetischen Feldes VH. VHL IX. Sep. Abz. 



Tauschverkehr. 

Wien. K. K. Naturhistorisches Hofmuseum. 
Annalen. Bd. 28—31. Wien 1914—1917. 8». 

— Wissenschaftlicher Klub. Jahresberichte. 
1914 15 — 1917/18. Wien 1915 — 1918. 8". 

— Verein zur Verbreitung naturwissenschaft- 
licher Kenntnisse. Schriften. Bd. 54, 55. Wien 
1914, 1915. 8«. 

— Wiener Entomologische Zeitung. Jg. 1914 
—1916. Wien 1914—1916. 8". 

— — Ant. Fleischer: Bestimmungtabellen der 
europäischen Colaryteren. Sep.-Abz. 

— — Achille Griffini: Le specie orientali del 
gen. Neanias Hrunner. Sep.-Abz. 

— — Alfred Hetschko: Zur Erinnerung an Ernst 
Girschner. Sep.-Abz. — Id.: Verzeichnis der 
Schriften von Edmund Reitter (1869— 1915). Sep.- 
Abz. 



67 



Wien. Wiener Entomologische Zeitung. 
H. Schmitz: Neue Beiträge zur Kenntnis der 
myrmecophilen und termitophilen Phoriden. Sep.- 
Abz. 

— — E. Was mann: Viviparität und Entwicklung 
von Lomechusa und Atemeies. Sep.-Abz. 

Albert Winlcler: Ein neuer blinder Tene- 

brionide aus der Krim. Sep.-Abz. 

Adrian Schuster: Neue Laena- Arten. Sep.- 
Abz. 

— — F. Netolitzlcy: Verbreitungskarten zur In- 
sektengeograpbie. Sep.-Abz. 

— — K. M. Heller: Über Colydier von den 
Philippinen. Sep.- Ä.bz. 

— — Karl Petri: Einige neue Rüfsler des palä- 
arktischen Gebietes. Sep.-Abz. 

Budapest. Königliche Ungarische Geologische 
Reichsanstalt. Julius TiUh: Chemische Analyse 
der Trinkwässer Ungarns. Budapest 1911. 8". 

— — Heinrich Horusitzky: Zusammenfassung der 
Literatur tiber die Höhlen Ungarns 1549 — 1913. 
Budapest 1914. 8". 

— — Belavoninkey: Geschichte der Bodenkunde 
in Ungarn. Budapest 1914. 8». 

— Ungarisches Nationalmuseum. Annales. 
Vol. 12 Pars 2. Vol. 13. Vol. 14 Pars 1. Budapest 
1914—1916. 8». 

— Ungarische Geographische Gesellschaft. 
Bulletin. Tom. 42 F. 6 — 10. Tom. 43 F. 1 — 3. 
Budapest 1914, 1915. S". 

Iglö. Ungarischer Karpathen-Verein. Jahrbuch. 
Jg. 41—43. 1914—1916. Iglö 1914—1916. 8». 

0-Gyalla. Königlich Ungarisches Physikalisches 
Observatorium. Publikationen. Bd. 1. 0-Gyalla 
1916. 40. 

Temesvär. Stidungarische Naturforscher- Ge- 
sellscliaft. Termeszettudomänyi Ftizetek. Jg. 39. 
Temesvär 1916. B». 

Basel. Universitätsbibliothek. 53 Dissertationen. 

— — Rudolf Thommen: Die Universität Basel 
in den Jahren 1884—1913. Basel 1914. 4«. 

— — Jahresverzeichnis der Schweizerischen Hoch- 
schulschriften 1913-1916. Basel 1915, 1916. 8». 

— — Bericht der Realschijle zu Basel. 1913/14. 
Basel 1914. 8». 

— — Bericht über das Gymnasium in Basel. Schul- 
jahr 1914/15 — 1916/17. Basel 1915—1917. 80. 

Bern. Naturforschende Gesellschaft in Bern. 
Mitteilungen aus den Jahren 1913 — 1915. Bern 
1914—1916. 80. 

— Schweizerische Geodätische Kommission. 
Astronomisch-geodätische Arbeiten in der Schweiz. 
Bd. 14, 15. Zürich 1915, 1916. 4K 

— Schweizerische Entomologische Gesell- 
schaft. Mitteilungen. Bd. 12 Hft. 5—8. Bern 1914 
—1916. 80. 



Bern. Schweizerische Naturforschende Gesell- 
schaft. Neue Denkschriften. Bd. 49 — 52. Zürich 
1914—1916. 40. 

Verhandlungen. 1914, 1915. Aarau 1915, 

1916. 8". 

— Universitätsbibliothek. 31 Dissertationen. 

— Volkswirtschafts-Departement. Landwirt- 
schaftliches Jahrbuch 1915. Beilage: Ergehnisse 
der eidg. Stutfohlen- und Pferdezuchtgenossenschafts- 
Prämiierungen pro 1914. Bern 1915. 80. 

Chur. Naturforschende Gesellschaft Grau- 
bündens. Jahresbericht. N. F. Bd. 55 — 57. Vereins- 
jahre 1913/17. Chur 1914—1917. 80. 

Frauenfeld. Thurgauische Naturforschende 
Gesellschaft. Mitteilungen. Hft. 21, 22. Frauen- 
feld 1915, 1917. 80. 



Biographische Mitteilungen, 
^1 Am 29. April 1918 erlag den Folgen einer 
im Feld erlittenen Gasvergiftung der Resident bei 
dem Kaiserlichen Gouvernement von Deutsch- Ost- 
afrika Geheimer Regierungsrat Dr. Richard Kandt. 
Er hat in der deutschen Kolonialforschung Hervor- 
ragendes geleistet. Ursprünglich Arzt, unternahm er 
1897 eine grofse Forschungsreise nach dem ost- 
afrikanischen Zwischenseengebiet, deren Ergebnisse 
in dem Buche „Caput Nili" Eine empfindsame Reise 
zu den Quellen des Nils (538 S. mit Abb. u. Karten, 
Berlin 1904) niedergelegt sind. 

Geh. Regierungsrat Professor Dr. Emil Lampe, 
M. A. N. (vgl. p. 66), der unermüdliche Lehrer der 
höheren Mathematik, auf den das Wort des Dichters 
Novalis zutrifi't: „Der echte Mathematiker ist En- 
thusiast per se, ohne Enthusiasmus keine Mathematik", 
ist am 4. September 1918 in Berlin im 78. Lebens- 
jahr verschieden. Ein Sohn der Mark — er wurde 
am 23. Dezember 1840 in Gollwitz bei Brandenburg 
a. H. geboren — ist er ununterbrochen in seinem 
Wirken der Reichshauptstadt treu geblieben. Nach 
Beendigung seiner mathematischen und naturwissen- 
schaftlichen Studien an der Berliner Universität wirkte 
er als Lehrer der Mathematik an der Friedrich- 
Werderschen-Gewerbeschule, später an der Luisen- 
städtischen Oberrealschiüe, daneben viele Jahre an 
der Kriegsakademie. 1889 wurde er der Nach- 
folger Paul du Bois-Reymonds auf dem Lehrstuhl 
der höheren Mathematik an der Berliner Technischen 
Hochschule. Hier legte er grofses Gewicht darauf, 
zu zeigen, wie die höhere Mathematik sich in der 
Physik und den Ingenieurwissenschaften verwenden 
läfst; aber so sehr er auch diese praktische Seite 
betonte, er hat darum die Mathematik nie zu einem 

11* 



68 



blofseu Handwerkszeug erniedrigt. Mit besonderer 
Liebe pflegte er die Beziehungen zwischen Geometrie 
und Algebra. Früchte dieser Beschäftigung sind 
Arbeiten wie „Geometrische Aufgaben zu den kubischen 
Gleichungen", „Geometrische und mechanische Auf- 
gaben zur numerischen Auflösung von Gleichungen 
höherer Grade". Seit 1885 gab er das „Jahrbuch 
über die Fortschritte der Mathematik", sowie im 
Verein mit Geheimrat Professor E. Jahnke und Professor 
Franz Meyer das „Archiv für Mathematik und Physik" 
heraus. Fast bis zum letzten Atemzuge hat er daran 
gearbeitet. Die Technische Hochschule, an deren 
Spitze er zweimal als Rektor gestanden hat, ernannte 
den um die allgemeine Ausbildung der Hochschüler 
sehr verdienten Mann zum Dr.-Ing. ehrenhalber. 

Am 22. Mai 1918 starb in Berlin der Missions- 
superintendent und Missionsinspektor Dr. Alexander 
Anton Bernhardt Merensky, M. A. N. (vgl. p. 53). 
Er wurde am 8. Juni 1837 zu Forsthaus Panten bei 
Liegnitz geboren und hat sich um das deutsche 
Missionswesen, sowie um das Deutschtum in Südafrika, 
grofse Verdienste erworben. Im Jahre 1858 ging er 
zum ersten Male nach Südafrika, wo er die Trans- 
vaalmission begründete, die er zwei Jahrzehnte hin- 
durch geleitet hat. 

Am 5. September 1918 starb in Halle a. S. Ober- 
bibliothekar Professor Dr. Ernst Roth, M. A. N. 
(vgl. p. 66). Er wurde am 13. August 1857 in Berlin 
geboren, wo sein Vater ordentlicher Professor der 
Geologie an der Universität war. Nach Alsolvierung 
des Lnisenstädtischen Gymnasiums studierte Ernst Roth 
Naturwissenschaften, besonders Botanik in Strafsburg 
und Berlin, hier namentlich unter P. Aschersons 
Leitung. Von 1882 — 1886 war er Assistent am 
Königl. Botanischen Museum in Berlin. 1883 wurde 
er auf Grund einer Arbeit „Ueber die Ptianzen, welche 
den Atlantischen Ozean auf der Westküste Europas 
begleiten", zum Doktor promoviert. 1886 ging er 
zur Bibliothekslaufbahn über. Nachdem er mehrere 
Jahre an der Königl. Bibliothek in Berlin als Hilfs- 
arbeiter und Assistent tätig gewesen war, wurde er 
1891 an die Universitätsbibliothek in Halle berufen, 
wo er 1902 zum Oberbibliothekar aufrückte. Seit 
1904 war er nebenamtlich Bibliothekar der Leopol- 
dinisch- Carolinischen Akademie der Naturforscher in 
Halle, die ihn auch zum Mitglied wählte. Seine 
Arbeiten beziehen sich vorwiegend auf die Biblio- 
grapliie der Naturwissenschaften und die Geschichte 
der Medizin, über die er in verschiedenen Fach- 
organen eine Reihe beachtenswerter Aufsätze ver- 
öffentlicht hat. Von Wert ist seine 55 Druckbogen 
umfassende Bibliographie der gesamten Krankenpflege, 



zu der noch jahrelang Nachträge erschienen. Seit 
1899 war Roth Mitherausgeber der „Bibliographie 
der Deutschen Zeitschriften -Literatur", für die er die 
medizinisch - naturwissenschaftliche Abteilung bear- 
beitete. 



Faunistisclie Ergänzungen zu meiner Bearbeitung 

der Zoologie in Ules „Heimatskunde" des Saal- 

und Stadtkreises Halle, sowie des Mansfelder 

Seekreises. 

Von Otto Taschenberg, M. A. N. 

Die nachfolgenden Mitteilungen bilden die Fort- 
setzung einer in der Zeitschrift für Naturwissenschaften 
veröffentlichten Notiz (das 5.^6. Heft des letzten Bandes 
dieser Zeitschrift, worin jene Mitteilungen veröffentlicht 
wurden, ist bis jetzt noch nicht erschienen), worin ich 
über meine im vorigen Jahre im Südharze gemachten 
Beobachtungen einige Notizen veröffentlichte, denen 
sich die nachstehenden ausführlicheren anschliefsen 
sollten und zwar mit einem von mir für den Verein 
für Erdkunde verfafsten Referate über den Rückgang 
der Ornis im Sttdharze in den letzten 70 Jahren. 
Blath, Ludwig, Siebzig Jahre Beobachtung der 

Vogelwelt des Südharzes. 1842—1912. in: Der 

Harz, Monatsschr. d. Harzklubs. 20. Jhg. 1913. 

S. 94— 98. 

Die zuerst (1892 — 93) vom Freiherrn Ludwig 
von Minnigerde , seit den 70 er Jahren auch vom 
Verf angestellten Beobachtungen und Aufzeichnungen 
beziehen sich auf einen Teil des Südharzes, nämlich 
das Vorland der Linie Lauterberg und Sachsa und 
die angrenzende Hügellandschaft südlich davon, die 
Dörfer Usterhagen, Steina, Bockelnhagen, Silkerode, 
Zwinge und Weifsenborn umfassend (Bockelnhagen 
als Wohnsitz der Beobachter). Wie Verf. bereits 
190() anderweitig veröflFentlicht hat, ist die Zahl 
aller in diesem Gebiete beobachteten Vögel auf 152 
festgestellt; dazu sind nachträglich noch 3 Arten 
von Dnrchzugsvögeln gekommen, die ihren Tod an 
Telegraphendrähten gefunden hatten, während um- 
gekehrt die Abnahme mancher Art im Laufe der 
Zeiten hat festgestellt werden können. Eigentliche 
Standvögel, d. h. solche, die unter allen Umständen 
als Bewohner der Gegend anzusehen sind, bezitlern 
sich nur auf 39 Arten; dazu kommen noch 13 andere, 
die nur in ganz milden Wintern, und auch dann 
nicht immer, dableiben. Zu den brütenden Zugvögeln 
gehören 50, zu den Durchzüglern, die anderswo 
brüten, 22 Arten. Im Laufe der etwa 70jährigen 
Beobachtungszeit sind von Brutvögeln verschwunden: 



69 



Nachtigall, Schwarzkehlchen, Rotkopfwürger und 
Uferschwalbe; von den Durchzüglern kommen nicht 
mehr zur Beobachtung: Blaurake, Grauwürger, Hals- 
bandregenpfeifer und Haarschnepfe. Überhaupt nur 
einmal als Brutvögel festgestellt sind Wespenbussard 
und Gimpel. Von Strichvögeln sind ganz ver- 
scliwunden: Haselhuhn und Nebelkrähe, und die 
regelmäfsig und in gröfserer Anzahl wiederkehrenden 
bezitiern sich nur noch auf 18; dazu kommen als 
Brut- und Standvögel 39, als Brut- und Zugvögel 46, 
zusammen (gegenüber den ursprünglich aufgezählten 
152) nur noch 103 Arten. Neu dazugekommene 
Brutvögel sind nur zwei: die (in den 60er Jahren 
eingewanderte) Turteltaube und die (seit 1911 dort 
brütende) Gebirgsbachstelze. Auch die Zahl der 
Individuen der einzelnen Arten ist entschieden zurück- 
gegangen. Von seltenen Gästen und dem Verschwinden 
früher einheimischer gröfserer Vögel wird noch folgendes 
mitgeteilt. Auerwild ist seit den 20 er Jahren des 
vorigen Jahrhunderts verschwunden (eine einzelne 
Henne ist noch 1868 gesehen). Die letzten Hasel- 
hühner sind in den 30 er Jahren erlegt. Am 26. Mai 
1863 ist ein vereinzeltes Steppenhuhn in der Feld- 
mark Zwinge gesehen. Zuletzt 1885 konnte der 
schwarze Storch den Brutyögelu (in den Forsten 
zwischen Schalgfels und dem Grolsen Knollen) zu- 
gezählt werden. Der Merlinfalk ist zweimal erlegt 
(1864 und 1887, beidemal im Oktober); der Stein- 
adler wiederholt in den Wintermonateu beobachtet 
(1841, 1856, 1865 [dreimal während der Monate 
November und Dezember], 1873 und 1877, seitdem 
nicht wieder). 1889 hat der Wespenbussard dort 
gebrütet. — An einer steilen Klippe des Ohmgebirges, 
in der Nähe des Dorfes Holungen, hat ein Uhupaar 
bis in die 50 Jahre regelmäfsig Junge aufgebracht. 
Im Revier ist der Uhu zur Begattungszeit noch zwei- 
mal gehört worden (am 27. März 1873 und am 
13. März 1885). 

Ich knüpfe nun zunächst wieder an die finken- 
artigen Vögel 1) an und gehe damit zu den in der 
Überschrift genannten Nachträgen, worauf sich auch 
Seite und Nummer bezieht, über. — Dafs der Kern- 
beifser (Coccothraustes coccothraustes[L.] S. 19 Nr. 50) 
in Halle Brutvogel sein müsse, scheint mir aus der 
Tatsache zweifellos hervorzugehen, dafs ich in den 
Jahren 1907 und 1908 die Alten mit ihren Jungen 
vor meinem Fenster (in der Ulestr.) am Futterplatze 
während der Brutperiode fast täglich beobachten 
konnte, wobei dieser wenig scheue — man könnte 
sagen „dummdreiste" — Vogel sich in hellstem Lichte 



') Vgl. meinen Artikel über die Kreuzschnäbel in 
Ztschr. f. Naturwiss. Hft. -d/B 1918 (noch nicht erschienen). 



zeigte, u. a. auch als Polizei gegenüber anderem 
„Gesindel", wie Grünlingen und den frechen Spatzen, 
die er nur mit einem Blicke anzusehen brauchte, um 
sie in die Flucht zu schlagen. Auch im nahen 
Botanischen Garten habe ich den Dickschnabel zur 
Brutzeit beobachtet; seitdem aber scheint er aus der 
Stadt verschwunden zu sein. Auf der Rabeninsel 
ist sein Nest mit frischen Eiern schon vor vielen 
Jahren aufgefunden ; die letzteren befinden sich in 
der Sammlung des zoologischen Instituts. — Am 
22. Nov. 1909 habe ich an meinem Futterplatze das 
erste- und letztemal einen Gimpel gesehen. 

Nr. 51. Der Girlitz (Serinus serinus [L.]) (s. S. 22) 
hat sich auch weiter in Halle gehalten ; ich konnte 
im Frühjahr 1917 ein Pärchen in den Gärten der 
Ulestrafse beobachten; sie brütet nicht nur regelmäfsig 
im Botanischen Garten, sondern wird von Herrn 
Geheimrat Körner direkt als „gemein" bezeichnet. 

Interessant ist auch als Anpassung an die Zeit- 
verhältnisse zu erwähnen, dafs unser Spatz in der 
Stadt selten geworden ist, weil ihm der gewohnte 
Inhalt des Rofsapfels als Nahrung fehlt. Auch der 
Buchfink ist seltener als sonst. 

Der Mauersegler oder die Turmschwalbe 
(Cj'pselus [Apus] apus L.) (S. 26 Nr. 78), der in den 
Mauern Halles, wie von mir berichtet, alljährlich bei 
seiner Ankunft (zwischen dem 8. und 30. April) und 
seinem in der ersten Hälfte, oft in der ersten Woche 
des August stattßndenden Abzüge, Freude und Ab- 
schiedsschmerz erregt, ist nach dem ungewöhnlich- 
heifsen und trockenen Juli 1911, der in ganz Deutsch- 
land und einem grofsen Teile Europas geherrscht 
und viel Unheil angerichtet hat (nachdem eine enorme 
Hitzewelle in Nordamerika vorausgegangen war) vom 
31. Juli an vollständig verschwunden gewesen. In der 
Zeit vorher hatten sich die Segler durch ihre Luftsegel- 
fahrten und ihr Kreischen besonders bemerkbar ge- 
macht. Auch 1917 sind die lebhaften Vögel schon 
recht zeitig von dannen gezogen; ob sie gehofft haben, 
im Lande ihres Wiuteraufenthaltes bessere Verhältnisse 
vorzufinden ? In diesem Jahre 1918 sind sie ungewöhnlich 
spät (erst im Mai) eingetroffen und scheinen uns seit 
dem 3. August bereits verlassen zu haben (wenigstens 
was die betriffst, die bei uns gebrütet haben). 

Seit einigen Jahren hat sich die Zahl der bei 
Halle brütenden Pirole (Oriolus galbulus L.) er- 
freulicherweise vermehrt; dafs er mitten in der Stadt 
seine Jungen aufzieht, ist mir seit den 80er Jahren 
des vorigen Jahrhunderts bekannt (Gr. Märkerstr., 
auf einer Kastanie). Val. Hacker hat am 17. Januar 
1918 an der Saale zwei sehr lebhaft gefärbte Turdas 
pilaris beobachtet (bei nicht sehr kalter Witterung 



70 



mit Regen und Tauwetter), während der Krammets- 
vogel in der Regel erst vom 21. — 25. März anzu- 
kommen pflegt (vgl. Heimatkunde, S. 21). 

Wie ein männlicher Auerhahn (Tetrao urogallus 
L.) am 16. Januar 1909 nach Holleben bei Halle 
gekommen ist, erscheint beinahe rätselhaft, aber die 
Tatsache ist nicht zu bestreiten, dafs er dort vom 
Gutsbesitzer Sc höllner in seinem Garten am Nach- 
mittag geschossen und dem Präparator des zoologischen 
Instituts, Herrn A. Neumeister (f), zum Ausstopfen 
übergeben ist. 

Von Irrgästen (S. 50) ist von Tengmal's Rauch- 
fufskauz (Nyctala tengmalmi Gmel.) [Nr. 210 (14)] 
am 9. November 1907 dem hiesigen zoologischen 
Institut in einem frischen Kadaver von Herrn Wilh. 
Schlüter (zum Zwecke osteologischer Präparate) 
zugesandt worden mit dem Bemerken „bei Halle 
erlegt". 

S. 83 wird eine Mitteilung von mir (0. Klein- 
schmidt) an Prof. Otto im Katalog der Vogelsammlung 
des Kgl. Gymnasiums zu Eisleben, Osterprogramm 1901, 
zitiert, die auf dem Mifsverständnis einer mündlichen 
Änfserung beruht. Bei Schwittersdorf wurde um 1900 
ein junges Exemplar der Grofstrappe (Otis tarda) er- 
legt. Die Kolbenente (Fuligula rufina) wurde um 
jene Zeit zwischen dem Süfsen See und Bindersee 
von mir auf so grofse Entfernung beobachtet, dafs 
ich die Sicherheit der Bestimmung nicht ganz ver- 
bürgen kann. Ich habe sie nicht wieder bemerkt. 
(Aus der Zeitschrift 'Falco', Jhg. 1900 Nr. 3. Von 
0. Kleinschmidt.) Vgl. dazu „Skizzen von den 
Mansfelder Seen". Von Astur. (Deutsche Jäger-Ztg. 
Bd. 51. 1908. Nr. 41 S. 661 — 664) und mein Ref. 
in: „Literaturberichte" des Arch. f. Landes- u. Volks- 
kunde d. Prov. Sachsen für 1909. 

Nach einer freundlichen Mitteilung des Herrn 
Prof. V. Hacker ist im Winter 1917/18 (vom 17. Januar 
bis 16. Februar) eine Schellente (Fuligula clangula 
L.) auf der Saale (oberhalb der CröUwitzer Brücke) 
von ihm beobachtet worden (vgl. Heimatkunde, S. 45). 

Zwei sehr interessante Irrgäste sind zwar nicht 
direkt aus dem Gebiete unserer Heimatkunde, aber 
in dessen unmittelbarer Nähe zu verzeichnen, dafs 
ich sie nicht gern unerwähnt lassen kann. Am 
25. August 1911 wurde nach der Mitteilung des 
Herrn Wilh. Schlüter gelegentlich der Hühnerjagd 
in der Nähe von Neuhaus bei Delitzsch ein Nacht- 
reiher, Nycticorax griseus (Nycticorax nycticorax L.), 
vgl. was in der , Heimatkunde" (S. 41) von dieser 
Art mitgeteilt ist, im ersten Jugendkleide von einer 
Schwarzpappel, auf der er aufgebäumt war, herab- 
geschossen. Der Vogel zeigte nicht die geringste Spur 



eines Gefangenschafts -Exemplars, dafs er eventuell 
entflohen sein könnte. Der Reiher ist ausgestopft 
worden und befindet sich in der Sammlung des 
Jagdpächters, des Herrn Kaufmann G. Kreyenberg 
in Halle a. S. (vgl. Zeitschr. Falco, 7. Jhg. 1911, 
S. 35). Von zwei anderen seltenen Irrgästen 
macht derselbe Autor Mitteilung (ebd. 6. Jhg. 
1910, Nr. 2), nämlich von Ibis falcinellus und 
Anser albifrons (die beide unserer zoologischen 
Institutsammlung zu erwerben geglückt ist). Vom 
Sieliler sagt Naumann, dafs er in früherer Zeit 
öfter am Salzigen See erschienen sei (s. Heimatkunde 
S. 52). Der Vogel wurde am 26. November 1909 
vom Jagdvorsteher Robert Bätge aus Roitzsch bei 
Bitterfeld an den vielfach mit Wasserlachen aus- 
gestatteten Sandgruben bei Roitzsch geschossen. Es 
handelt sich um ein jugendliches Männchen, das im 
Magen eine Anzahl frisch geköpfter Planorbis mar- 
ginatus enthielt und durch die Beschaffenheit von 
gut erhaltenem Gefieder, Schnabel und Fufsenden 
die Vermutung eines der Gefangenschaft entflohenen 
Exemplares ausgeschlossen erscheinen läfst. Die 
andere Seltenheit ist Anser albifrons, die am 3. Nov. 
1909 von Herrn Gustav Elsässer (Halle a. S.) in 
der Nähe von Colpa erlegt wurde. Es handelt sich 
um ein Männchen im Alterskleide. Der Magen ent- 
hielt pflanzliche Reste, anscheinend junger Saat. Nach 
Naumann ist diese Art ganz vereinzelt in unserem 
Gebiete vorgekommen (vgl. Heimatkunde, S. 55). 

Dem, was ich (Heimatkunde, S. 37) über den 
Tannenhäher mitgeteilt habe, ist hinzuzufügen eine 
Notiz von 0. Kleinschmidt (Falco, 7. Jhg. 1900 
p. 21) und von W. Rüdiger (ebd. p. 22 — 24), wo- 
nach der Vogel im Gräfl. Assenburgschen Revier 
des Unterharzes am 27. März 1898 auf drei Eiern 
brütend aufgefunden wurde. 

ad 213(8. 51). Aquila maculata (Gmel.). Ein 
grofser Schreiadler wurde Ende Oktober 1907 
von Herrn Gutsbesitzer Koch bei Bennstedt (unweit 
Halle) erlegt. 

ad 258 (S. 57). Die schwarze Seeschwalbe 
(Hydrochelidon nigra L.) (S. 46 Nr. 186 [51]) erhielt 
ich in zwei Exemplaren (beides ?) von Herrn Dr. 
Bock er, der sie in unmittelbarer Nähe der Zucker- 
fabrik Gröbers am 31. Mai 1910 geschossen hatte; 
dort hatte er sie auch bereits in früheren Jahren als 
Durchzugsvogel beobachtet. 

Nr. 46 (S. 19). Der Ortolau (Emberiza hortulana 
L.), über dessen Vorkommen in unmittelbarer Nähe 
der Stadt Halle bereits auf S. 22 berichtet ist, wurde 
am 18. Juni 1910 von Herrn Professor V. Hacker 
auf einer mit Studenten unternommenen Exkursion in 



71 



der Gegend des Petersbergs genau erkannt und im 
Jahre 1916 am 16. Juli zwischen Seeben und Guten- 
berg von neuem bestätigt. Derselbe hat auch zuerst 
das Vorkommen der Gebirgsbachstelze (Motacilla 
boarula L.) Nr. 42 (S. 19) als Brutvogel festgestellt 
und zwar 1916 am Felsenburgkeller, wo sie nach 
der Aussage des Wirtes schon mehrere Jahre an 
gleicher Stelle genistet hat. Ich sah im Frühjahr 
1917 ein Pärchen an der Mühle nahe dem Dom- 
platz im Paarungsspiele. Am Gotthardsteiche in 
Merseburg ist sie mir schon vor Jahren begegnet. 

Ich gehe zu den Säugetieren über. 

Vespertilio leisteri Kühl (die rauhharige Fleder- 
maus) ist von Herrn Wilh. Schlüter jr. nach einer 
Mitteilung vom 9. XI. 1909 für Halle zweifellos 
nachgewiesen. 

Bei dem auffallend milden Wetter, das gegen 
Ende Januar 1918 herrschte, wird aus Dessau unter 
dem 23. 1. gemeldet: „Die Biber, jene immer seltener 
werdenden interessanten Nager, sind in den letzten 
am Parunkel, dem sich oberhalb der Militär- Bade- 
anstalt abzweigenden und durch den Tiergarten nach 
der Jonitzer Mühle hinziehenden Muldenarme, wieder 
sehr eifrig an der Arbeit gewesen, indem sie besonders 
auf dem linken Ufer des Flusses zwischen der sog. 
Galgenbrücke und der Frauen -Schwimmanstalt viele, 
namentlich stärkere Stämme verschiedener Holzarten 
(Weiden, Erlen, Rüstern, Pappeln usw.) vorwiegend 
von der Landseite her geschnitten haben. An mehreren 
Bäumen haben die noch ganz frischen unfertigen 
Schnittstellen die charakteristische Form einer Sanduhr. 
Die meisten Zweige aber sind vollständig durchgenagt, 
ins Wasser gezogen und in diesem fortgeführt worden. 
Von einigen am Ufer liegen gebliebenen Stammstücken 
ist die Rinde ringsum ganz abgefressen. Auf dem 
von der jüngsten Überflutung des Wassers zurück- 
gebliebenen Schlamm ist die Spur der .Källe' des 
Bibers [so nennt man bekanntlich den ganz eigen- 
artigen plattgedrückten Schwanz], auf welche er sich 
bei seiner Arbeit gestützt hat, deutlich sichtbar." 
(Saale -Ztg.) 

Unsere Sammlung verdankt einen vom Biber 
benagten Baumstamm der Güte des Oberforstmeisters 
V. Nordenflycht in Letteritz bei Aken. 

Bei meinem Eintreffen in der Pfingstwoche in 
Bad Sachsa fielen mir unterhalb des Ravensberges 
sehr zahlreiche, z. T. noch an den Bäumen (Buchen) 
festsitzende und keineswegs sehr tief hängende Äste 
auf, deren Rinde vollkommen abgenagt war, und 
diese Nagespuren wiesen unzweideutig auf die kleinen 
Nagezähnchen einer Maus, vermutlich der Waldmaus 
(Mus silvaticus L.) hin, die unter dem hochliegenden 



Schnee ihren winterlichen Hunger gestillt hatte. Ich 
habe eine Anzahl dieser interessanten Frafsstücke der 
biologischen Abteilung unserer Instituts -Sammlung ein- 
verleibt, wo sich solche vom Hasen befinden, der in 
der gleichen Weise, nur unter viel gröfserem Schaden, 
im Winter in einem wohlgepflegten Garten in Dresden 
(unweit des „Grofsen Gartens") die Zwergobststämmchen 
bearbeitet und zum gröfsten Teile getötet hatte. 

III. Amphibien: 

Die Krenzkröte (Bufo calamita Laur.) ist im Mai 
1908 von A. Neumeister und einige Tage später von 
Herrn stud. Spätlich (leider als Dr. phil. ein Opfer 
des Weltkriegs geworden) in einer Mondscheinnacht 
in gröfserer Anzahl an einem der Punkte erbeutet, 
von wo auch ich sie schon in einem Stück kannte, 
nämlich vom Galgenberge. 

IV. Von Fischen ist etwas über den Lachs 
(Trutta salar L.) zu berichten. Von Merseburg wird 
unter dem 19. Mai 1906 in der Saale -Zeitung be- 
richtet: „Die hiesigen Fischer scheinen in diesem 
Jahre beim Lachsfange vom Glück begünstigt zu sein, 
denn bis jetzt haben zwei Meister allein 17 Stück 
dieser schmackhaften Fische im Durchschnittsgewicht 
von je 17 Pfund ihren Netzen entnommen." 

V. Arthropoda (Gliederfüfser). 

Was nun das Heer der Gliederfüfser, ins- 
besondere die Insekten, anlangt, denen ich aus 
leicht begreiflichen Gründen in meiner Zusammen- 
stellung der heimischen Tierwelt einen weiteren Raum 
zugebilligt habe, so hat die Zahl der Interessenten, 
hauptsächlich der Sammler dieser nach den ver- 
schiedensten Richtungen hin interessanten, nicht am 
wenigsten wegen ihrer schönen Formen und Farben 
vom ästhetischen Standpunkt ans anziehenden Geschöpfe 
nicht wenig zugenommen. Wenn auch der Tod in die 
Reihen der alten Garde arge Lücken gerissen hat: 
mein Vater, der bei seinem Tode im Januar 1898 
soeben sein 80. Lebensjahr überschritten hatte, war 
ja einer der bekanntesten Entomologen überhaupt, 
der gerade in Halles Umgebung sehr viel gesammelt 
und in faunistischer Richtung veröffentlicht hat. 
D.v. Schlechtendal,!) eine hochangesehene Autorität 
auf dem Gebiete der Gallen und ihrer Erzeuger (ein 
neuerdings als Cecidiologie bezeichnetem Wissens- 
zweig) ist erst 1916 aus unseren Reihen geschieden. 
Unter den Jüngeren und teilweise „Jüngsten" hat der 
Mittelschullehrer Herr H. Haupt ein besonderes In- 

') Vgl. meine Nekrologe, denen ein vollständiges Ver- 
zeichnis seiner Schriften beigefügt ist, in Leopuldina (1916), 
Zeitschr. f. Natarwissensehaften 1918 und Mitteilungen d. 
naturforsch. Ges. Halle 4. Bd. 1918 (noch nicht erschienen). 



72 



teresse für Hymenopteren, besonders Ichnenmoniden 
nnd ihre Verwandten — Herr Dr. Curt Schlüter 
ist Spezialist für Blattwespen — einerseits und ander- 
seits für Zikaden an den Tag gelegt, während ein 
nicht viel Älterer, der sich einen angesehenen Namen 
auf dem Gebiete der Wanzen erworben hat, nns 
und der Entomologie leider viel zu früh entrissen 
ist. Die meisten der zahlreichen neuen Arten, die 
von ihm zuerst beschrieben sind, gehören zwar der 
exotischen Fauna an, aber das, was er über Schutz- 
färbung gewisser Formen mitteilt, entstammt Be- 
obachtungen unserer engeren Heimat. Ich meine den 
früher an dem Waisenhause in Halle, dann in Magde- 
burg tätigen Lehrer Herrn A. Br eddin. Auch die 
Dipteren haben ihre besonderen Freunde gefunden. 
Ich nenne besonders Herrn R. Lafsmann, den der 
Krieg leider schon lange seinem Bernfskreise in der 
rühmlichst bekannten Lehrmittelanstalt des Herrn 
Wilh. Schlüter fernhält. Er hat in den „Mitteilungen 
aus der Entomologischen Gesellschaft zu Halle a. S.", 
die sich von dem Naturwissenschaftlichen Verein seit 
Jahren, weil es noch nicht genug Zeitschriften gibt, 
frei gemacht hat, in Hft. 3/4 (1912) die hübsche 
Gruppe der Syrphiden zum Gegenstande von „Bei- 
trägen zur Hallischen Dipteren- Fauna" erhoben 
(S. 49 — 61). In den Heften 5/7 (1913) berichtet 
Walter Rosenbaum, der hauptsächlich die Odonaten 
zum Gegenstand seiner Liebhaberei erwählt hat, eine 
Notiz „Über die Hallischen Stechmücken" (S. 42 — 44), 
worin er neben 6 Culex -Arten auch die berühmte 
und berüchtigste Überträgerin der Malaria, Anopheles 
maculipennis Meig. in vereinzelten Vorkommnissen 
aus Halle nnd der näheren Umgebung erwähnt. 
Ehe ich auf den Gegenstand näher eingehe, sei noch 
eine praktische Arbeit aus dieser Ordnung erwähnt: 
V. Hacker, Über Fliegen in Häusern und Lazaretten 
(Ztschr. f. angew. Entomol. [Escherich]). Die Stuben- 
fliege und der blaue „Brummer" gehören tatsächlich 
zu den lästigsten Insekten. Der bekanüte Schrift- 
steller Wilh. Jensen sagte einmal zu mir: „Die 
Fliegen hat der Teufel geschaffen!" Nach meinen 
Erfahrungen genügen die von Hacker vorgeschlagenen 
Vorsichtsmafsregeln, sich der lästigen Gäste in unseren 
Wohnräumen zu erwehren, nämlich die Fenster an 
der Sonnenseite zu schliefsen, nicht. Ich füge einige 
Abwehrmittel der Fliegen bei, die vor Jahren in der 
„Hallischen Zeitung" zusammengestellt sind: 

Vertilgung von Fliegen in Ställen. Als 
wirksames Mittel werden hierzu an verschiedenen 
Orten der Stalles, dicht unter der Decke desselben, 
kleine mit Chlorkalk gefüllte Näpfchen angebracht. 
Auch dürfte ein öfteres Anstreichen der Decke mit 



Chlorkalklösung von Nutzen sein. Ein anderes Mittel 
ist: Man lasse in der Apotheke eine Mischung von 
120 Gramm dalmatisches Insektenpulver, 2 Gramm 
gestofsenen feinen Schwefel und 2 Gramm Lycopodium 
anfertigen und fülle diese in eine Schweinsblase, 
welche mit einer Federpose versehen, sonst fest zu- 
gebunden ist. Hierauf spritze man diese Mischung 
gegen die in den Ställen, namentlich am Morgen 
und an kalten Tagen in grofsen Massen zusammen- 
sitzenden Fliegen, worauf sich die schnell und tödlich 
eintretende Wirkung in wenigen Minuten zeigen wird. 
Die Mischung behält, gut verkorkt, lange ihre Wirkung. 
Ein wolilfeileres Mittel ist : Man hängt ein kleines 
Bündel Beifufs, Mutterkraut (Artemisia vulgaris) oder 
einen Weidenbüschel an der Decke von Wohnräumen, 
Küchen und Ställen usw. auf, woran sich, wahr- 
scheinlich durch den Geruch angezogen, die Fliegen 
gegen Abend in so grofsen Massen setzen, dafs der 
Büschel oft vollends von denselben bedeckt ist. Wenn 
es nun dunkel geworden, hält man einen möglichst 
weiten Sack geöfiTnet unter den Büschel, schneidet 
letzteren mit einem Schnitte los, so dafs er sofort 
in den Sack fällt und man hat fast ziemlich alle 
vorhandenen Fliegen gefangen ; man darf den Büschel 
aber nicht berühren, denn durch die geringste Er- 
schütterung stieben die Fliegen auseinander. Ein 
weiteres Mittel ist: Man räuchere besagte Räumlich- 
keiten mit getrockneten, verrotteten Kuhfladen aus. 
Man läfst dabei die letzteren auf einer mit glühenden 
Kohlen gefüllten Pfanne langsam verschwelen, öflTnet, 
nachdem die Räumlichkeit mit Dampf gefüllt ist, 
rasch sämtliche Fenster und Türen, damit Luftzug 
entsteht und die Fliegen entweichen können. Die- 
selben vertragen nämlich den hierdurch entstehenden 
Geruch nicht; dasselbe ist der Fall bei den Mücken, 
Bremsen, Wespen usw. (Schlufs folgt.) 



Jubiläum. 
Die Universität Lund hat am 27. September 
1918 ihr 250 jähriges Jubiläum gefeiert. Der Zeit- 
verhältnissewegen war von der Einladung ausländischer 
Gäste Abstand genommen und das Fest auf eine 
interne akademische Feier beschränkt. Unsere Akademie 
hat der altberühmten Hochschule einen Glückwunsch 
gesandt. 



Berichtigung zu S. 62 Spalte rechts Z, 6 u, 9. 

Edinger war 1855 (nicht 1835) geboren und 
starb im 63. (nicht 83.) Lebensjahre. 



Druck Ton Fhrhardt Karras G. m. b. H. in Halle (Saale). 




NUNQUAM ^/^^Jt^lk/ OTIOSUS 



L E P L D 1 1 A 

AMTLICHES ORGAN 

DER 

KAISERLICHEN LEOPOLDINISCH- CAROLINISCHEN DEUTSCHEN AKADEMIE 

DER NATURFORSCHER 

HERAUSGEGEBEN UNTER MITWIRKUNG DER SEKTIONSVORSTÄNDE VON DEM PRÄSIDENTEN 

DR. A. WANGERTN. 

Halle a. S. cwuheimstr. Nr. 37.) Heft LIV. — Nr. 10. Oktober 1918. 

Inhalt: Ersebnis der Adjunktenwahl im 15. Kreise. — Veränderung im Personalbestande der Akademie. — Bericht 
über die Verwaltung der Bibliothek vom 1. Oktober 1917 bis 30. September 1918. — Eingegangene Schriften. — 
Biographische Mitteilung. — Otto Taschenberg: Faunistische Ergänzungen zu meiner Bearbeitung der 
Zoologie in Ules „Heimatskunde" des Saal- und Stadtkreises Halle, sowie des Mansfelder Seekreises (Schlnfs). — 
50 jähriges Doktorjubiläum des Herrn Geheimen Regiernngsrats Professor Dr. Julius Hirschwald in Charlottenburg. 



Ergebnis der Adjunktenwahl im 15. Kreise. 

Die nach Leopoldina LIV, p. 65 unter dem 25. September 1918 mit dem Endtermine des 20. Oktober 
1918 ausgeschriebene Wahl eines Adjunkten für den 15. Kreis hat nach dem von Herrn Rechtsanwalt 
Dr. Bieber als Vertreter des Herrn Notar Schneider in Halle a. S. am 25. Oktober 1918 aufgenommenen 
Protokoll folgendes Ergebnis gehabt. 

Von den 97 Mitgliedern des 15. Kreises haben 43 ihre Stimmzettel rechtzeitig eingesandt; von 
diesen lauten : 

41 auf Herrn Geheimen Ober-Medizinalrat Professor Dr. W. V. Waldeyer-Hartz in Charlottenburg, 
1 auf Herrn Geheimen Regierungsrat Professor Dr. Hertwig in Haiensee bei Berlin. 
1 Stimme ist ungültig. 

Es ist demnach, da mehr als die nach § 30 der Statuten notwendige Anzahl von Mitgliedern an 
der Wahl teilgenommen hat, 

Herr Geheimer Ober -Medizinalrat Professor Dr. W. V. Waldeyer-Hartz in Charlottenburg 

zum Adjunkten für den 15. Kreis mit einer Amtsdauer bis zum 25. Oktober 1928 gewählt worden. 

Halle a. S., den 28. Oktober 1918. Dr. A. Wangerin, 



Veränderung im Personalbestande der Akademie. 
Gestorbeues Mitglied : 
Am 12. Oktober 1918 in Berlin -Friedenan: Herr Professor Dr. Bernhard Adalbert Emil Koehne. früher 
Oberlehrer am Falk -Realgymnasium in Berlin. Aufgenommen den 26. September 1892. 

Dr. A. Wangerin. 

Leopoldina LIV. 12 

iVM 



74 

Bericht über die Verwaltung der Bibliothek vom 1. Oktober 1917 bis 30. September 1918. 

Am 5. September 1918 verschied nach längerem Leiden der Oberbibliothekar Professor Dr. Ernst 
Roth, welcher seit 1. Oktober 1904 Leiter der Akademiebibliothek war. Seiner Tätigkeit hat die Bibliothek 
viele neue Tanschverbindungen, insbesondere diejenigen der Dissertationen, zu verdanken. Mit Rat und Tat 
stand er gern jedermann zur Seite, auch Unterzeichnete hat Dank seiner gütigen Unterstützung während 
seines langen Krankenlagers den Betrieb der Bibliothek in vollem Umfange aufrecht erhalten können. 

In diesem Jahre ist ein kleiner Zuwachs der Eingänge zu verzeichnen; desgleichen ist die Ziffer 
der benutzten Bände im Lesesaal gestiegen, dagegen die Zahl der verliehenen Werke etwas zurückgegangen. 
Au« der Vereinigten Bibliothek für Natur- und Erdkunde stellten wir 30 (18) Werke mit 37 (43) Bdn ein; 
im ganzen wurden eingereiht: 1049 (775) Werke mit 1326 (1042) Bänden. Verliehen wurden 176 (210) 
Werke mit 241 (329) Bänden. Im Lesesaal zählten wir 204 (201) Besucher, welche 822 (561) Bde 
benutzten. Für umfangreichere Geschenke haben wir Herrn Professor Taschenberg zu danken; sie sind, 
gleich allen anderen Eingängen, ständig in der Leopoldina aufgeführt. 

Der Katalog für Staats- und Gerichtsarzneikunde, sowie Medizinalwesen wurde fertiggestellt. 

Halle a. S., den 1. Oktober 1918. E. Vierow. 



Eingegangene Schriften. 

Geschenke. 

H. Bechhold: Das Institut für Kolloidforschung 
der „Neubürgerstiftung". Sep.-Abz. 

Max Lenz: Für die Hamburgische Universität. 
Zugleich eine Kritik ihrer Gegner. Hamburg 1918. 4". 

Alfred Jentzsch: Das Profil der Ufersande in Seen. 
Sep.-Abz. — Über das örtlich beschränkte Vorkommen 
diluvialer Ganoman-Geschiebe. Sep.-Abz. — Eine 
Oslandschaft bei Berlin. Sep.-Abz. — Über Bohr- 
kerne aus West- und Ostpreufsen. Sep.-Abz. 

Robert Jentzsch: Untersuchungen zur Theorie der 
Folgen analytischer Funktionen. Inaug.-Dissert. Berlin 
1914. 8». — Über eine Klasse von algebraischen 
Gleichungen mit lauter reellen Wurzeln. Sep.-Abz. — 
Über Potenzreihen mit endlich vielen verschiedenen 
Koeffizienten. Sep.-Abz. — Über Integralgleichungen 
mit positivem Kern. Sep.-Abz. — Untersuchungen 
zur Theorie der Folgen analytischer Funktionen. 
Sep.-Abz. — Fortgesetzte Untersuchungen über die 
Abschnitte von Potenzreihen. Sep.-Abz. 

Bericht über die Feier aus Anlafs des 175 jährigen 
Bestehens der Naturforschenden Gesellschaft zu Danzig 
am 2. Januar 1918. Sep.-Abz. 

Heinrich Obersteiner: Grnndzüge einer Geschichte 
des Vereins für Psychiatrie und Neurologie in Wien 
in den ersten fünfzig Jahren seines Bestehens (1868 
— 1918). Sep.-Abz. 

Wilhelm Roux: „Immunisierung durch Teilauslese" 
gegen Vergiftung und verminderte Ernährung. Sep.-Abz. 

Biographische Mitteilung. 

Berichtigung. 
In der biographischen Mitteilung über Professor 
Dr. F. Riedinger (Nr. 8 S. 63, 64) ist irrtümlich 
Riedinger als langjähriger Leiter der chirurgischen 
Klinik in Würzburg bezeichnet. Riedinger war nie Vor- 
steher der chirurgischen Universitäts- Klinik, sondern 
bekleidete nur ein Extraordinariat. 



Faunistische Ergänzungen zu meiner Bearbeitung 

der Zoologie in üles „Heimatskunde" des Saal- 

und Stadtkreises Halle, sowie des Mansfelder 

Seekreises. 

Von Otto Taschenberg, M. A. N. 
(Sohlnfs.) 
Ich komme auf die Mitteilung Rosenbaums 
(1913) zurück. Der Umstand des Auffindens von 
Anopheles- Larven hat m. E. recht viel unnötigen 
Staub aufgewirbelt. Wir haben in unserer Gegend noch 
keinen einheimischen Malariafall zu konstatieren gehabt, 
wohl aber haben sich die „Behörden" in einer Weise der 
Sache angenommen, die im zoologischen Interesse 
im höchsten Grade zu bedauern ist. Jede Wasser- 
pfütze, die kleinen Kolke, die früher dem wissen- 
schaftlich arbeitenden Zoologen in unserer an Wasser- 
tieren armen Gegend bequeme Gelegenheit boten, in 
nächster Nähe der Stadt Untersuchungsmaterial zu 
erlangen, wurde aus Mücken -Furcht zugeschüttet. 
Wenige Schritte vom Mansfelder Bahnhofe entfernt, 
konnte man früher die interessanten Riesenlarven 
von Pelobates fuscus in beliebiger Menge einheimsen. 
Auch an anderen benachbarten Örtlichkeiten, besonders 
bei Hohenturm, in der Ammendorfer Gegend, am Wein- 
berge, bei Passendorf usw. wird entweder das Fischen 
nach niederen Avertebraten verboten, weil die moderne 
Spielerei der Aquarienfexe Futter dort holen mufs, 
oder es wird jede Pfütze aus Antimücken -Vorsicht zu- 
geschüttet, wo man einfach Fischbrut einsetzen sollte, 
die für ihre eigene Nahrung der Überhandnähme der 
lästigen Culex- und Anopheles- Arten zur Genüge das 
Gleichgewicht halten würde. Kurz, dem Studium der 
Zoologie im alten Sinne wird in Halle bald jede 
Möglichkeit zur praktischen Betätigung entzogen. 



75 



Auf der anderen Seite ist nicht zu leugnen, dafs 
diese Art der Mückenbekämpfung für uns Zoologen 
mit grofsen Nachteilen verbunden ist und manches 
Tier, was für den Anfänger der Untersuchung zur 
Verfügung stand, aus dem Hallischen Faunengebiete 
verschwunden ist und ihm bei seinen Studien fehlt. 

Um nun wieder auf unsere Anopheles zurück- 
zukommen, so ist die Literatur über Mücken im all- 
gemeinen und über die, welche Malaria verbreiten, 
neuerdings eine ganz gewaltige geworden ; es mag 
anf die hauptsächlichsten und besten Werke zunächst 
hingewiesen werden. 

In seinem Handbook oftheGnatsorMosqnitos 
giving the anatomy and life history of the Culiciidae 
teilt Major Geo. M. Giles (London 1900) auf S. 169 
über den Aufenthalt von Anopheles claviger Fabr. 
= macnlipennis Meig. folgendes mit: „Widely diflused 
throughout Europe; Zettersted records it from Scan- 
dinavia, Stephens and Walkerfrom England, Schiner 
from Austria, Meigen and others from Germany, 
Gimmerthal from Russia, and Ficalbi finds it com- 
mon in Italy, in fact, from the extreme north to the 
Mediterranean Islands. It is very common throughout 
Italy, but especially in small honses, near water, 
more so than the other species of the genus. The 
larva lives at the sarface of clear water, and will 
not tolerate dirty water, such as is often preferred 
by species of the genus Culex. It generally subsists 
npon the Juices of plants, but the femmale does not 
disdain to suck the blood of man and mammals. It 
is often very troublesome to domestic animals in 
Stahles, and is more persistent in its attacks on man 
than the ordinary Mosquito, producing great Irritation 
of the skin. Grassi's recent researches indicate this 
as the species most concerned in the communication 
of human malaria in Italy" (p. 169 — 170). — Theo- 
bai d zählt 1905 nicht weniger als 650 Arten auf. 

M. Braun, „Die tierischen Parasiten des Menschen", 
4. Aufl. 1908 (p. 131) sagt: „In Europa kommt in 
erster Linie in Betracht Anopheles maculipennis Meig. 
(= A. claviger Fabr.), dessen Verbreitung sowohl 
östlich wie südlich über das Mittelmeer hinausgeht." 
Sehr ausführlich werden die Mafsregeln zur Vertilgung 
der Anopheles -Arten besprochen in dem Anhange 
zn diesem bekannten Werke , Klinisch-therapeutischer 
Teil", bearbeitet von Otto Seifert (p. 492 — 501). 

In seiner Bearbeitung des ersten Teils der Diptera 
(Heft 21) der „Süfswasser- Fauna Deutschlands" führt 
Grünberg 1) drei Arten von Anopheles an, die alle 

') Derselbe Griinberg verbreitet sich in seinen .Blut- 
saugenden Dipteren" (Jena, Gustav Fischer, 1907, S°) viel 
ausführlicher über die Culicidae (S. 35—84), worin die Unter- 



Malaria-Überträger sind : A. maculipennis Meig. „Ganz 
Europa, Mittelmeerländer und Nordamerika. In Deutsch- 
land besonders in der norddeutschen Tiefebene, stellen- 
weise (Oldenburg, Friesland) recht häufig. Mit Vor- 
liebe in Gebäuden und daselbst an geschützten Orten 
überwinternd. Die + erseheinen daher schon im ersten 
Frühjahr und sind bis zum Spätherbst zu finden. 
c? Anfang Juni — Herbst" (p. 85). Ferner mit gleicher 
Verbreitung Anopheles bifurcatus L., die als Larve 
überwintert, und A. nigripes Staeg., in Deutschland 
nur in den Küstengegenden (nördliches Europa und 
Nordamerika). 

Sehr ausführlich verbreitet sich über die Stech- 
mücken (darunter auch über Anopheles) Emil A. Göldi 
in seinem interessanten Buche „Die sanitärisch- patho- 
logische Bedeutung der Insekten und verwandten 
Gliedertiere, namentlich als Krankheits- Erreger und 
Krankheits- Überträger" (Berlin 1913), worin die 
Moskitos oder Stechmücken den ßaum von S. 31 — 53 
einnehmen. 

Vor Jahren, als die Grassische Entdeckung all- 
gemeines Interesse beanspruchte, hielt auch Herr 
Geheimrat Prof. J. W. Spengel einen Vortrag darüber 
und bat mich, als Vorlage ihm ein Exemplar von 
Anopheles aus der Sammlung unseres Zool. Instituts zu 
schicken. Da sich darin keines befand, wandte ich 
mich an Herrn V. v. Röder, der eine der gröfsten 
Dipteren- Sammlungen besafs (jetzt Eigentum unseres 
Zool. Instituts in Halle); er sandte mir ein Stück mit 
dem Bemerken, vorsichtig damit umzugehen, da Ano- 
pheles sehr selten sei. Diese Auffassung beruhte 
also, wie wir jetzt wissen, lediglich auf unserer Un- 
kenntnis der einzelnen Mückenlarven, ganz gewifs 
nicht auf einer Neu -Einwanderung der jetzt so viel 
genannten Malaria -Überti-ägerin in unseren Gegenden. 

So sind auch neuerdings von zwei Herren, die 
auf dem Zoologischen Institute arbeiten, unterstützt 
durch den Institutsdiener E. Nicht, bei Halle an sehr 
vielen Stellen Anopheles -Larven aufgefunden. Dem- 
nächst wird in den „Mitteilungen der Naturforschenden 
Gesellschaft zu Halle" (Bd. 6) näher darüber berichtet 
werden. Ich habe leider den Wortlaut der behörd- 
lichen Anfrage, die zu diesen Funden Veranlassung 
gegeben hat, nicht einsehen können. 

Interessante Resultate verdanken wir den sorg- 
fältigen Untersuchungen des Herrn Oberstabsarztes 
Dr. Bischoff über Käfer in Wespen- und Hummel- 



familie der Anophelinae S. 65 — 83 einnehmen und 15 Arten 
in Gattungen systematisch behandelt werden. Dabei ist 
auch die neuere zusammenfassende Literatur (S. 62) berück- 
sichtigt, die es uns anzeigt, dafs F. V. Theobald in dem 
Genera Insectorum (Wytsman), Bruxelles 1903, eine der 
neuesten Arbeiten veröffentlicht hat. 

12* 



76 



nestern bei Halle a. S (S. 69 — 75 von Hft. 5/7 der 
„Mitteilungen aus der Entomologischen Gesellschaft", 
und eine besonders dankenswerte Bereicherung hat 
unsere Kenntnis der Schmetterlinge, insonderheit 
der Kleinschmetterlinge erfahren durch den „Reitrag 
zur Hallenser Lepidopteren- Fauna'' von G. Stange, 
Friedland i. Meckl.-Strelitz (ebd. 10. Hft. 1916, .S. 50 
— 59). 

Um nun noch einige Einzelheiten anzuführen, die 
ich mir seit Erscheinen unserer „Heimatkunde" in 
meinem durchschossenen Exemplare notiert habe, 
füge ich folgendes hinzu. Callidium alni hat (nach 
mündlicher Mitteilung) Herr Forst- und Regierungsrat 
J. V. Wangelin (Merseburg) 1863 bei Lödderitz 
(unweit Aken a. d. Elbe) unter Eichenrinde gefunden. — 
Unter den Schmetterlingen ist Colias edusa F. 
(nach Mitteilungen des Herrn R. Lafsmann) i. J. 1908 
in 15 — 16- Exemplaren von verschiedenen Sammlern 
bei Nietleben in der Dölauer Heide erbeutet worden. — 
Vom Totenkopfe (Acherontia atropos L.) wurden 
1895 im September bei Löbnitz (unweit Bitterfeld) 
ca. 6Ü gut erhaltene Puppen gefunden. In Betreff 
der immer noch unsicher beantworteten Frage, ob 
dieser Schwärmer als einheimisch oder nur als ein 
vei-flogener südeuropäischer Bürger bei uns anzusehen 
sei, führe ich folgende Notiz an, die ich dem 
„Literaturberichte zur Landes- und Volkskunde der 
Provinz Sachsen" usw. entnehme, der übrigens als 
Ergänzung unserer „Heimatskunde" wärmstens emp- 
fohlen sei. 

Gillmer, M. Der Totenkopf (Acherontia atropos L.) 
in Anhalt. (Mitteilungen aus der Entomologischen 
Gesellschaft zu Halle a. S. Hft. 5/7. 1913. S. 11—42.) 
Aus den Mitteilungen der speziellen Nachweise 
für das Vorkommen des bekannten Schmetterlings in 
ganz Anhalt und den benachbarten Gebieten geht 
hervor, dafs der Totenkopf in einem Teil des Gebietes 
alljährlich als Raupe und Puppe gefunden wird, und 
dafs ein kleiner Prozentsatz der Puppen unseren 
Winter lebend überdauert: dafs aber die Acker- 
bestellung im Herbst und Frühjahr der alleinige 
Grund zu sein scheint, weshalb diese Art bei uns 
nicht heimisch werden kann; denn Verf. steht auf 
dem Standpunkte, dafs bis jetzt die Heimatberechtigung 
derselben bei uns nicht einwandfrei behauptet werden 
kann. Es folgen noch ausführliche Literaturangaben 
über die einzelnen Vorkommnisse. 

Diese Literaturberichte umfassen nach ihrem Prinzipe 
nicht nur die Umgebung von Halle, den Saal' und 
Mansfelder Seekreis, sondern dehnen sich auch auf 
Harz und Thüringer Wald aus und geben so ein 
getreues Bild von dem Faunengebiete wieder, das in 



einer eigenen „faunistischen Sammlung" zur 
Darstellung zu bringen, sich u. a. unser Zoologisches 
Institut in Halle zur Aufgabe gestellt hat, und das auch 
die Zeitschrift für Naturwissenschaften, herausgeg. vom 
„sächsisch-thüringischen Verein", zu erforschen 
bestrebt ist, bzw. bestrebt war; denn sie wird wohl 
eingehen, wie es nach meiner Ansicht (s. Geschichte 
d. Zool. u. d. zool. Sammlungen an d. Univ. Halle [1894] 
p. 112) bereits nach Giebels, des Begründers Tode, 
das richtigste gewesen wäre. Es gibt keine Zeit- 
schrift, die so niedrig im Antiquariatshandel steht, 
wie die „Zeitschrift für Naturwissenschaften" (einige 
Bände ausgenommen). In unserem vom „Verein 
für Erdkunde" in seinen „Mitteilungen" heraus- 
gegebenen Literaturberichte ist u. a. die gesamte 
Literatur über das Horsten des immer seltener 
werdenden Uhus und über einen der interessantesten 
kleinen Vögel ganz Deutschlands enthalten, ich meine 
den nur noch an ganz vereinzelten Ortlichkeiten 
Thüringens nistenden Steinsperling (Passer petro- 
nius L.). 

Von anderen Insektenordnungen kann ich nur 
einige wenige Mitteilungen machen. Am 25. Apiil 
1911 wurden von unseren Institutsbeamten Neu- 
meister und E. Nicht etwa ein Dutzend der Wasser- 
wanze (des „Rückenschwimmers") Notonecta glauca, 
var. fasciata (neben einem typischen Exemplare) 
auf den Brandbergen gefangen. 

Sehr interessante neue Arten von Strepsipteren 
sind durch Herrn H. Haupt als Parasiten von Zikaden 
bekannt geworden. 

Nachträglicher Zusatz. 

Soeben erhalte ich aus Bad Sachsa die Mitteilung, 
dafs auch in diesem Jahre viele Kreuzschnäbel sich 
dort eingefunden haben. Interessant ist es, dafs sie 
in diesem Herbste, wo es sehr viele Bucheckern gibt, 
statt der gewohnten Nahrung der Tannenzapfen die 
ersteren zur Nahrung wählen. 

In Bezug auf meine Bemerkung über W. Jensens 
Stellung den Fliegen gegenüber (s. vorige Nr.) macht 
mich Herr Kollege B. Solger darauf aufmerksam, 
dafs das hebräische Wort Beelzebub ursprünglich 
„Fliegengott' bedeutet. 



Jubiläum. 

Herr Geheimer Regierungsrat Professor Dr. Julius 
Hirsehwald in Charlottenburg feierte am 26. Oktober 
1918 sein fünfzigjähriges Doktorjubiläum. Die Akade- 
mie hat dem hochverdienten Jubilare die herzlichsten 
Glückwünsche ausgesprochen. 



Druck von Flirhurdt Karras G. m. b. li. in Halle (Saale). 




NUNQUAM M^P^(y=^3i/ OTIOSUS 



LEOPOLDOA 

AMTLICHES ORGAN 

DER 

KAISERLICHEN LEOPOLDINISCH-CAROLINISCHEN DEUTSCHEN AKADEMIE 

DER NATURFORSCHER 

HERAUSGEGEBEN UNTER MITWIRKUNG DER SEKTIONSVORSTANDE VON DEM PRÄSIDENTEN 

DU. A. WANGERIN. 



Halle a. S. cwiiheimstr. Nr. 37.) Hcft LIV. — Nr. 11. November 1918. 



Inhalt; Veränderungen im Personalbestände der Akademie. — Beiträge zur Kasse der Akademie. — Eingegangene 
SchrifteD. — Feier des hundertjährigen Bestehens der Naturforschenden Gesellschaft in Leipzig. — Max 
Verworn; Zum Gedächtnis Emil du Bois-Reymonds. 



Veränderungen im Personalbestande der Akademie, 

Neu aufgenomineue Mitglieder: 

Nr. 3406. Am 4. November 1918: Herr Dr. Friedrich Richard Rudolf Schlechter. Assistent am Königliclien 
Botanischen Museum in Dahlem -Steglitz bei Berlin, wohnhaft in Berlin -Schöaeberg. Fünf- 
zehnter Adjunktenkreis. — Fachsektion (5) für Botanik. 

Nr. 3407. Am 4. November 1918: Herr Professor Dr. Wilhelm Lorey, Direktor der öftentlichen Handeis- 
lehranstaltin Leipzig. Dreizehnter Adjimktenkreis. — Fachsektion (1) für Mathematik und Astronomie. 

Nr. 3408. Am 4. November 1918: Herr Professor Carl Gottfried Franz Albert Kostka, Gymnasial- Oberlehrer 
i. R. in Insterburg. Fünfzehnter Adjunktenkreis. — Fachsektion (1) für Mathematik und Astronomie. 

Nr. 3409. Am 6. November 1918: Herr Dr. Karl JuÜUS Walther Lietzmann, Direktor der Oberrealschule 
in Jena. Zwölfter Adjunktenkreis. — Fachsektion (1) für Mathematik und Astronomie. 

Nr. 34iO. Am 7. November 1918: Herr Dr. Heinrich Emil Timerding, Professor für darstellende Geometrie 
an der Technischen Hochschule in Brannschweig. Neunter Adjnnktenkreis. — Fachsektion (1) 
für Mathematik und Astronomie. 

Nr. 3411. Am 15. November 1918: Herr Dr. Rudolf Hans Heinrich Beck, etatsmäfsiger aufserordentlicher 
Professor der Mathematik an der Universität in Bonn, wohnhaft in Beuel a. Rh. Siebenter 
Adjunktenkreis. — Fachsektion (1) für Mathematik und Astronomie. 

Gestorbene Mitglieder: 

Am 11. November 1918 in Bonn: Herr Geheimer Medizinalrat Dr. Ernst Adolf Schmidt. Professor der 

speziellen Pathologie und Therapie, Direktor der medizinischen Klinik an der Universität Bonn. 

Aufgenommen den 6. November 1910. 
Am 19. November 1918 in Giefsen: Herr Geheimer Medizinalrat Dr. Ludwig Stieda. früher Professor der 

Anatomie und Direktor der Anatomischen Anstalt der Universität in Königsberg. Aufgenommen 

den 26. Juli 1886. 

Ur. A. Wangerin. 

Leopuldina LIV. 13 



78 
Beiträge zur Kasse der Akademie. Rmk. pi. 

November l. 1918. Von Hrn. Dr. R. Schlechter in Berlin- Schöneberg, Eintrittsgeld und Jahres- 
beitrag für 1918 36 — 

„ 4. „ I, » Professor Dr. W. Lorey in Leipzig, Eintrittsgeld und Ablösung der 

Jahresbeiträge 90 — 

„ ,. „ „ „ Professor C. Kostka in Insterburg, Eintrittsgeld und Ablösung der 

Jahresbeiträge 90 — 

„ 6. , „ „ Direlitor Dr. W. Lietzmann in Jena, Eintrittsgeld und Ablösung 

der Jahresbeiträge 90 — 

,, 7. „ 1! !i Professor Dr. H. Timerding in Braunschvveig, Eintrittsgeld und Ab- 
lösung der Jahresbeiträge 90 — 

^ 15. „ „ „ Professor Dr. H. Beck in Beuel a. Rh., Eintrittsgeld und Ablösung 

der Jahresbeiträge 90 — 

„ 1- r )> )! Hofrat Professor Cziiber in Wien, Jahresbeiträge für 1917 und 1918 12 — 

Dr. A. Wangerin. 

EiiiJ^egaiigeue Schritten. 

Geschenke. Hans Beck: Die Strahlenketten im hyperbolischen 

, ,. ,, T-.. .... i- 1 .> • 1 j in Raum. Hannover 1905. 8". — Ein Gegenstück zur 

Julius V. Hann: Die jährliche Penode der halb- . . • c ». n u i- u 

.... T f.j 1 i 1 Q Av, projektiven Geometrie. Sep.-Abz. — Hyperbolische 

tagigen Luftdrucksschwanknng. Sep.-Abz. ^:' , ... -.n.- j t. o 

'^ " 11 und pseudospharische Geometrie des Raumes. Sep.- 

Alexander Bauer:.Zur Erinnerung an die Gründung ^^^ _ ^ur Geometrie in der Minimalebene. Sep.- 

der Realschulen in Osterreich. Sep.-Abz. — Eduard ^^^^ _ Rezension über Alfred Clebsch: Voi- 

Mack. Nekrolog. Sep.-Abz. lesungen über Geometrie (Bd. 1 Teil 1 Lieferung 1, 2). 

P. Steinmann und G. Surbeck: Die Wirkung Sep.-Abz. — Die Gruppe der Minimalgeraden.. Sep.- 

organischer Verunreinigungen auf die Fauna schweize- Abz. — Zur Lehre von den Mongeschen Flächen. 

rischer fliefsender Gewässer. Preisschrift der Schweize- Sep.-Abz. — Die Hessesche Normalform. Sep.-Abz. 

risehen Zoologischen Gesellschaft. Bonn 1918. 8". Die beiden Geraden-Kngeltransformationen von Sophus 

«„., a IT r c 1 Tj t^v,j Lie. Sep.-Abz. — Fünfecke und Polarsysteme. Sep.-Abz. 
C. Kostka: Schlulsformel zur Hauptaufgabe der ^^ •' ^ 

symmetrischen Funktionen. Sep.-Abz. — Über ein 

bestimmtes Integral. Sep.-Abz. — Zur Grundaufgabe Jubiläum, 

der symmetrischen Funktionen. Sep.-Abz. — Tafeln Die Naturforschende Gesellschaft zu Leip- 

für symmetrische Funktionen bis zur elften Dimension, ^^j^ ^^5^^.^^ ^^ g^ November 1918 abends 61/., Uhr 

Sep.-Abz. jjjj. hundertjähriges Bestehen im grofsen Hörsaale IX 

Ellenberger : Bericht über das Physiologische der Universität (Augusteum). Unsere Akademie wurde 

Institut der Königlichen Tierärztlichen Hochschule bei der Feier von ihrem Adjunkten, Herrn Geheimen 

zu Dresden auf das Jahr 1917. Sep.-Abz. Rat Professor Dr. Marchand in Leipzig, vertreten. 



Ziini Gedächtnis Emil du Bols-Reyiiionds.) 

Von Max Verworn, Direktor des Pliysiologischen Instituts der Universität Bonn. 

Am 7. November 1918 sind hundert Jahre vergangen, seitdem in Berlin ein Mann geboren wurde, 
dem es beschieden war, in dem geistigen Leben der zweiten Hälfte des verflossenen Jahrhunderts eine 
geradezu glänzende Rolle zu spielen. Emil du Bois-Reymond war nicht nur der Geburt, sondern auch 
seiner geistigen Entwicklung und seiner ganzen Lebensarbeit nach ein Sohn Berlins. 

In Berlin fand er seine Erziehung, in Berlin verlebte er mit kurzer Unterbrechung seine Studienzeit, 
in Berlin begann er seine wissenschaftlichen Arbeiten, in Berlin scliafTte er sich die Stellung im geistigen 
Leben, von der aus sich sein Name über die gesamte Kulturwelt verbreitete. Dabei war du Bois-Reymond 
nicht eigentlich deutscher Herkunft. In ihm mischten sich die Kulturströme mehrerer Nationen zu glück- 
lichster Einheit. Dennoch fühlte er sich durchaus als Deutscher. Er gab dieser Tatsache selbst einen 
freimütigen Ausdruck, als er bei Ausbruch des Krieges 1870 das Rektorat der Berliner Universität bekleidete. 



') Abdruck ans: Vossischc Zeitung vom h. November l'.llS (Morgen -Zeitung). 



79 

In seiner Rektoratsrede über den „Deutschen Krieg", in der er bei gerechtester Würdigung aller guten 
Seiten des französischen Charaltters und der französischen Kultur doch das französische Volk als den Ver- 
brecher anklagt, „gefährlicher als Louis Napoleon selber, weil unabsetzbar und unsterblich", rechtfertigt er 
diese Anklage durch seine internationale Natur: „Selber fast rein kellischen Blutes und halb französischer 
Erziehung, tue ich es mit tiefem Schmerz, denn die Wurzeln meines geistigen Wesens ragen zum guten Teil 
in französischen Boden. Um so mehr fühle ich Recht und Pflicht zu reden, wie ich reden werde, da meine 
besondere internationale Stellung in den Augen billig denkender Franzosen das Gewicht meiner Worte nur 
vermehren kann." Sein Vater stammte aus Neuchatel, seine Mutter aus einer französischen Emigrantenfamilie. 
Auf seine wissenschaftliche Entwicklung und Denkweise indessen übte den entscheidenden Einflufs 
sein grofser Lehrer Johannes Müller. Wir Jüngeren können uns heute nur schwer eine Vorstellung machen 
von dem mächtigen Zauber, den die überragende Persönlichkeit dieses grofsen Mannes auf begabte Schüler 
ausübte. Wir erkennen das nur aus der Begeisterung, mit der seine Schüler von ihm sprechen. Und Schüler 
Johannes Müllers waren fast alle hervorragenden Biologen der zweiten Hälfte des verflossenen Jahrhunderts, 
wie Henle, Lieberkühn, Troschel, Remak, Max Schnitze, Reichert, Rudolf Virchow, Brücke, Pflüger, Helm- 
holtz, Hermann Munk, Ernst Haeckel und viele andere. Du Bois-Reymond kam erst nach mehrfachem 
Umhertasten in anderen Wissenschaftsgebieten zur Medizin und speziell zur Physiologie. Er hatte Theologie, 
und danach, wie das nicht selten geschieht, Naturwissenschaften, besonders Geologie, studiert. Dann zog 
ihn die Persönlichkeit Johannes Müllers in ihren Bann. So bestimmte auch Johannes Müller das spezielle 
Arbeitsgebiet der Physiologie, dem dn Bois-Reymond sein ganzes Leben hindurch treu geblieben ist, indem 
er ihn im Jahre 1841 zuerst auf die Untersuchungen Matteuccis über die tierische Elektrizität hinwies. 
Damals schon als Assistent Johannes Müllers stellte sich dn Bois-Reymond die Aufgabe, die so geheimnis- 
vollen Erscheinungen der Elektrizitätsproduktion der Muskeln und Nerven des Tierkörpers in exakt natur- 
wissenschaftlicher Weise aufzuklären. 

Was ein solches Unternehmen damals bedeutete, wird nur der ermessen können, der sich klar 
macht, dafs zu jener Zeit noch dieses Gebiet der Physiologie von der ganzen unklaren Mystik des Vitalismus 
durchseucht war, ja geradezu als ein Eckpfeiler der Lehre von der Lebenskraft galt, und dafs andererseits 
noch alle die zahllosen Arbeitsmethoden fehlten, die wir in so hochentwickelter Form heute besitzen, und 
die zu einer exakten Behandlung des Gegenstandes unentbehrlich sind. Gerade in der Schaffung dieser 
exakten physikalischen Methodik, mehr noch als in der Ermittlung der fundamentalen physiologischen Tat- 
sachen liegt aber das unsterbliche Verdienst du Bois-Reymonds auf seinem speziellen Gebiete experimenteller 
Forschung. Seine starken physikalischen Neigungen, die ihn auch später veranlafsten , in Gemeinschaft mit 
seinem Freunde Helmholtz die Physikalische Gesellschaft ins Leben zu rufen, befähigten ihn dazu in hervor- 
ragendem Mafse. Mit unsäglicher Mühe und Geduld und der zähen Ausdauer und Willensstärke, die den 
Grnndzug seines Charakters bildeten, entwickelte du Bois-Reymond unter den ungünstigsten Verhältnissen 
und mit den primitivsten Mitteln die ganze physikalische Methodik, welche seitdem Gemeingut aller Physio- 
logen geworden ist, und die nicht nur seinem speziellen Arbeitsgebiet, der Lehre von der tierischen 
Elektrizitätsproduktion, sondern vor allem auch der gesamten Reizphysiologie zugute gekommen ist. Den 
Multiplikator, das Rheochord, das Schlitteninduktorium, die unpolarisierbaren Elektroden, um nur einige der 
bekanntesten Apparate zu nennen, stellte er nicht nur selbst eigenhändig in ihren ersten Anfängen her, 
sondern vervollkommnete sie so, dafs sie von jedem Experimentator leicht und bequem gehandhabt werden 
konnten. So wurde du Bois-Reymond einer der Hauptbegründer der physikalischen Richtung in der Physio- 
logie. Freilich, es ist wahr: die ganz überwiegend physikalische Denkweise dn Bois-Reymonds hat die 
theoretischen Ergebnisse seiner Untersuchungen in manchen grundlegenden Punkten etwas beeinträchtigt. 
Seine Theorie der elektrischen Ströme tierischer Gewebe ist schon zu seinen Lebzeiten fast allgemein auf- 
gegeben worden, weil sie den chemischen Vorgängen in der lebendigen Substanz keine Rechnung trug. 
Aber das schmälert seine Verdienste in keiner Weise. Denn wo ist das wissenschaftliche Genie, dem so 
wenig von menschlicher Unvollkommenheit anhaftet, dafs es niemals geirrt hätte ! Es war nur ein Ausdruck 
seiner willensstarken und unbeugsamen Persönlichkeit, wenn er an den Erlvcnntnissen, die ihm seine Denk- 
weise und seine wissenschaftliche Arbeit geliefert hatte, bis zuletzt zäh festhielt. 

Indessen bei allen diesen Dingen handelt es sich nur um die spezielle Seite seiner Forschertätigkeit. 
In viel ausgedehnterem Mafse hat du Bois-Reymond gewirkt durch seine Reden und Vorträge von all- 
gemeinem natur- und knltnrwissenschaftlichem Inhalt und durch seine öffentlichen Vorlesungen. Sie sind 

13* 



_ 80 

es, die seinen Namen und seine wissenschaftliche Persönlichkeit den fernsten Kreisen nahe gebracht und 
die einer unabsehbaren Zahl der Besten unter seinen Zeitgenossen bewundernde Verehrung für seine hohe 
und vielseitige intellektuelle und sittliche Persönlichkeit abgezwungen haben. Du Bois-Reymond war ein 
glänzender Redner. Was seine Hörer und Leser immer wieder von neuem fesselte, war nicht nur die hohe 
Warte, von der er die grofsen Fragen, welche die Menschheit bewegen, mit überlegenem Geiste behandelte, 
sondern auch die Gründlichkeit und peinliche Gewissenhaftigkeit, mit der er das tat, und die unvergleichliche 
Schönheit der Form und des Ausdrucks sowohl wie der Gedanken. Er besafs auf Grund seiner natur- 
wissenschaftlichen und philosophischen Studien die Fähigkeit, die Probleme nicht nur zu finden, sondern 
auch mit wundervoller Klarheit zuzuspitzen und zu formulieren, und er verlieh dieser Gabe in jedem 
einzelnen Fall einen besonderen Reiz durch wirklich tiefgründige historische Quellenstudien. Aber er hatte 
offenbar auf Grund des französischen Einschlags seines Blutes und seiner Erziehung auch ein besonders fein 
entwickeltes Gefühl für die ästhetische Ausgestaltung und Einkleidung seiner Gedanken, das ihn zu einem 
der ersten Meister der deutschen Sprache seines Zeitalters machte. Die Lektüre seiner gesammelten Reden 
ist für jeden, der Empfindung für harmonische Schönheit von Inhalt und Ausdruck hat, noch immer ein 
erlesener geistiger Genufs, auch wenn er heute in diesem oder jenem Punkt mit dem Autor nicht mehr 
übereinstimmt. 

Was du Bois-Reymond in seinen grofsen Reden einem weit über die ganze Kulturwelt sich aus- 
dehnenden Kreise an Anregung bot, das gab er dem engeren Kreise seiner Zuhörer in seinen öffentlichen 
Vorlesungen „Über einige neuere Fortschritte der Naturwissenschaften", und über , Physische Anthropologie", 
die er abwechselnd in jedem Winter einstündig Montag abends im Auditorium masimum der Universität 
vor einer nach vielen Hunderten zählenden Schar von Studenten aller Fakultäten und Gasthörern zu halten 
pflegte. Frühzeitig mnfste man sich einstellen, um noch einen Platz in dem überfüllten Hörsaal zu finden. 
Voll gespannter Erwartung safs man, bis sich endlich die Tür öffnete und unter rasendem Getrampel die 
wohlbekannte Gestalt gravitätisch an der Hand des Spazierstockes auf das Katheder hinkte. Dann trat 
lautlose Stille ein, und unter Verbeugungen nach rechts und links begann „du Bois"' seine wohlgeformten, 
nicht selten geradezu gekünstelten Sätze. Man safs und lauschte den ebenso genau durchdachten wie 
scharf pointierten Ideengängen mit angestrengter Aufmerksamkeit. Von Zeit zu Zeit löste ein genau 
berechnetes Bonmot, ein besonders treffender Vergleich oder ein verblüffendes Paradoxon ein donnerähnliches 
Beifallsgetrampel aus, wie auch ein solches mit dem Stnndenschlage die Vorlesung besehlofs. Man ging 
voll von Anregungen nach Hause, diskutierte auf dem Heimwege, oft in leidenschaftlicher Weise das 
Gehörte, und noch lange hallten die packenden Worte in einem nach. 

Du Bois-Reymond hatte beim Tode Johannes Müllers als Nachfolger das physiologische Erbe 
seines grofsen Lehrers angetreten, aber es war gewissermafsen ein Königtum ohne Land. Ein eigentliches 
physiologisches Institut gab es damals nicht. Johannes Müller hatte in einigen Zimmern des Universitäts- 
gebändes mit den dürftigsten Mitteln seine grofsen physiologischen Entdeckungen gemacht. Seinem Nach- 
folger war es vorbehalten, erst später der Berliner Universität ein eigenes physiologisches Institut zu bauen, 
das mustergültig war und späteren Institutsbauten als Vorbild dienen konnte. Dennoch hat du Bois-Reymond 
nicht im eigentlichen Sinne eine gröfsere Schule begründet. Eine systematische Bearbeitung eines gröfseren 
Problems durch zahlreiche Schüler zu organisieren, war eine Sache, die ihm offenbar nicht lag. Er begnügte 
sich, den einen oder anderen strebsamen und begabten jungen Mann heranzuziehen und anzuleiten. Die 
grofse Masse seiner Zuhörer aber blieb in respektvoller Entfernung von ihm und konnte wohl auch den 
hohen Anforderungen, die oft seine speziellen Vorlesungen stellten, nicht immer ganz entsprechen. Du Bois- 
Reymond war nicht ein Mann, der schwierige Dinge auch dem Unbegabtesten anschaulich klarzumachen 
bemüht war. Dazu setzte er zuviel voraus. Deshalb war er auch als Examinator von den Medizinern gefürchtet, 
und mancher unter den heutigen Ärzten wird, wie der Schreiber dieser Zeilen, noch daran denken, mit 
welcher Eleganz man bei „du Bois" durchfallen konnte. So wie er an sich selbst die höchsten Anforderungen 
stellte, so stellte er sie auch an andere, und weichherziges Entgegenkommen war ihm unbekannt. 

Mit du Bois-Reymonds Tode erlosch der zweite grofse Stern von dem berühmten mediziniscli- 
naturwissenschaftlichen Dreigestirn, das, aus Johannes Müllers Schule hervorgegangen, von Berlin aus sein 
unvergleichlich helles Licht in die Welt hinausstrahlte. Sein Freund Helmholtz war ihm bereits wenige 
Jahre im Tode vorausgegangen, und sein Freund Virchow folgte ihm wenige Jahre später nach. Seitdem 
ist es dunkler geworden in Berlin. 

Druck Ton Fhrhardt Karras G. m. b. H. in Halle (Saale). 




NUNQUAM ^,f((^^M^=^W^/ OTIOSUS 

fr 



LEOPOLDIIA 

AMTLICHES ORGAN 
DER 

KAISERLICHEN LEOPOLDINISCH- CAROLINISCHEN DEUTSCHEN AKADEMIE 

DER NATURFORSCHER 

HERAUSGEGEBEN UNTER MITWIRKUNG DER SEKTIONSVORSTÄNDE VON DEM PRÄSIDENTEN 

DK. A. "WAKGEIIIN. 

Halle a. S. nv-uheimstr. Nr. 37.) Heft LIT. — Nr. 12. Dezember 1918. 



luhalt: Jahresbeiträge der Mitglieder. — Veränderungen im Personalbestande der Akademie. — Beitrag zur Kasse 
der Akademie. — Unterstützungsvereiu der .«Xkadeniie. — Eingegangene Schriften. — Biographische Mit- 
teilnngen. — .50 jähriges Doktorjiibiläum des Herrn Geheimen Regierungsrats Professor Dr Klein in Göttingen. — 
Preisausschreiben. 



Jahresbeiträge der Mitglieder. 

Der beifolgenden Nummer der Leopoldina sind, nach dem Beispiele anderer gelehrter Gesellschaften, 
für diejenigen Mitglieder, die nicht durch einmalige Zahlung von 60 Mark die Jahresbeiträge für immer ab- 
gelöst haben (§ 8, Abschnitt 4 der Satzungen), Postanweisnngskarten zur gefälligen Benutzung beigelegt worden. 

Die mit Jahresbeiträgen für frühere Jahre (1918 etc.) rückständigen Mitglieder werden ergebenst 
gebeten, die auf dem Vordruck angegebenen Ziftern gefälligst nach ihren eigenen Aufzeichnungen zu prüfen 
und die Rückstände mitsamt dem Beitrage für 1919 an die Akademie einzusenden. 

Halle a. S., den 20. Dezember 1918. 

Der Präsident der Kaiserl. Leop.-Carol. Deutschen Akademie der Naturtorscher 

Dr. A. Wangerin. 



Veränderungen im Personalbestande der Akademie. 
Gestorbene Mitglieder: 
Am 2. Dezember 1918 in Darmstadt: Herr Geheimer Hofrat Dr. Heinrich Franz Konrad Karl Friedrich Graefe. 
Professor i. R. der Mathematik an der Technisclien Hochschule in Darmstadt. Aufgenommen 
den 16. Oktober 1888. 
Am 6. Dezember 1918 in Frankfurt a. M. : Herr Dr. Hendrik Enno Boeke, Professor der Mineralogie und 
Petrographie an der Universität in Frankfurt a. M. Aufgenommen den 17. Dezember 1914. 

Dr. A. Wangerin. 

Beitrag zur Kasse der Akademie. Rmk. pf. 

Dezember 21. 1918. Von Hrn. Professor Dr. Loew in München, Jahresbeitrag für 1919 .... 6 — 

Dr. A. Wangerin. 

Leopoldina LIV. 14 



82 
Unterstützungsverein der Kaiserl, Leop.-Carol. Deutschen Akademie der Naturforscher. 

Die verfügbaren Unterstützungen im Gesamtbetrage von 570 Mk. sind nach sorgfältiger Erwägung 
des Vorstandes im Laufe des Jahres 1918 an Hilfsbedürftige gemäfs § 11 der Grundgesetze des Vereins 
verteilt worden. Dr. A. Wangerin. 



Eingegangene Schriften. 



Geschenke. 

C. Kostka: Be.sprechHng der Arbeit: „Über die 
Auffindung der ellipsoidischen Gleichgewichtsfiguren 
einer homogenen, um eine feste Achse rotirenden 
Flüssigkeitsmasse, wenn deren Dichtigkeit und Um- 
laufszeit bekannt sind." Sep.-Abz. 

H. Conwentz: Merkbuch für Naturdenkmalpflege 
und verwandte Bestrebungen. Berlin 1918. 8". 

Richard Meyer und Wilhelm Meyer: Pyrogene 
Acetylen- Kondensationen. V. Sep.-Abz. — Richard 
Meyer und Hermann Lüders: Zur Theorie der 
Eingschliefsung. Sep.-Abz. 

Alwin Nachtweh: Mitteilungen des Verbandes land- 
wirtschaftlicher Maschinen Prüfungs- Anstalten. Jg. 9 
Hft. ;3— 6. Jg. 10. Jg. 11. Berlin 191.5 — 1918. 8«. 

Rudolf Disselhorst : Die Lebensdauer domestizierter 
und wildlebender Tiere. Mit besonderer Berück- 
sichtigung der im Landwirtschaftlichen Institut der Uni- 
versität Halle gezüchteten Kreuzungsprodukte. Sep.-Abz. 

Wild und Hund, lilustr. Jagdzeitung. 23. Jg. 1917. 
Berlin 1917. 4". (Geschenk des Herrn Professor 
Dr. Taschenberg in Halle a. S.). 



T a u s c h V e r k e h r. 

Freiburg. Schweiz. Naturforschende Gesell- 
schaft. Mitteilungen. Zoologie Bd. 1 Hft. 3. Geo- 
logie und Geographie Bd. 4 Hft. 4. Mathematik und 
Physik Bd. 3. Botanik Bd. 3 Hft. 3. Fribourg (Snisse) 
1914—1916. 8". 

Bulletin. Vol.21—2H.Fribonrgl913—191(i. 8". 

— Universität. 15 Dissertationen. 

Genf. Societe de Physique et d'Histoire na- 
turelle de Geni've. Memoires. Vol. 38 Fase. 2 — 6. 
Vol. 39 Fase. 1. Geneve, Paris 1914—1917. 40. 

— — Compte rendu de seances. 32. 1915. Geneve, 
Paris, Londres. New-York 1916. 8". 

— Societe de Geographie de Geneve. Le Globe. 
Tom. 54. 55. Geni-ve 1915, 1916. 8". 

— Conservatoire et Jardin botanique de 
(iencve. Annuaire 18, 19. (1914, J915.) Geneve 
1914 — 1916. 8«. 

Lausanne. Societe Vaudoisc des Sciences na- 
turelles. Bulletin. Nr. 183 192. Lausanne 1914 
— 1917. 8«. 

Neuchatel. Societe Neucliateloise de Geographie. 
Bulletin. Tom. 23— 26. Neuchatel 1914—1917. 8". 

— Societe des Sciences naturelles. Memoires. 
lom, 5. Neuchatel 1914. 4". 

St, Gallen. St. Gallische Naturwissenschatt- 
liche Gesellschaft. Jahrbuch für 1913. Bd. 53. 
St. Gallen 19M. 8". 



Solothurn. Naturforschende Gesellschaft. Mit- 
teilungen. Hft. 5. 1911 — 1914. Solothurn 1914. 8". 

Winterthur. Naturwissenschaftliche Gesell- 
schaft. Mitteilungen. Hft. 10 Jg. 1913 und 1914 
Hft. 11. Jg. 1915 und 1916. Winterthur 1914, 
1916. 8». 

Zürich. Schweizerische Centralanstalt für das 
forstliche Versuchswesen. Mitteilungen. Bd. 1 1 
Hft. 1, 2. Zürich 1914, 1916. 8". 

— Schweizer Alpenklub. Jahrbuch. Jg. 47, 49, 50. 
1911, 1913/14, 1914/15. Bern 1911 — 1916. 8». 

— Geographisch - Ethnographische Gesell- 
schaft. Jahresbericht 14 und 15 für 1913/14 und 
1914/15. Zürich 1915. S». 

— Naturforschend-e Gesellschaft. Vierteljahrs- 
schrift. Jg. 59 1914. Jg. 60 1915. Jg. 61 1916. 
Zürich 1914—1916. 80. 

Festschrift. Zürich 1917. 8». 

Neujahrsblatt. Stück 1 17— 119. Zürich 1915 

—1917. 40. 

— Schweizerische Botanische Gesellschaft. 
Berichte. Hft. 23—25. Zürich und Leipzig 1914, 

1916. 80. 

— Geologische Kommission der Schweize- 
rischen Naturforschenden Gesellschaft. 
Geologische Karte der Schweiz. Erläuterungen. 
Nr. 14, 16—18. Zürich 1914—1916. 80. 

— — Beiträge zur geologischen Karte der Schweiz. 
N. F. Lfg. 20, 30 1,11, 44, 45, 48. Bern 1914 
—1916. 4". 

— — Geologische Spezialkarte Nr. 66. 

— — August Aeppli: Geschichte der Geologisclien 
Kommission. Zürich 1915. 4o. 

— Schweizerische Meteorologische Zentral- 
Anstalt. Annalen 1913 14. 19i:). Zürich 1914 
—1916. 40. 

— Physikalische Gesellschaft. Mitteilungen. 
Nr. 17. Zürich 1915. 80. 

Kopenhagen. Zoologisches .Museum. The Danish 
Ingolf- Expedition. Vol. 3 P. 4, 5. Vol. 4 P. 4. 
VoI.5P. 6. Copenhagen 191.3— 1917. 4". 

— — Ad. S.Jensen: The Selachians ofGreenland. 
Kobenhavn 1914. 8". 

— — Danm.arks-Ekspeditionen tit Grönlands Nord- 
«stkyst 1906— 190S. Bd. 3 Nr. 16, 17, 19. Koben- 
havn 1916. 8". 

— Dauske Naturhi stori^k Forening. Videns- 
kabelige Meddelelser. Bd. 67, 68. Odense 1916, 

1917. 8«. 



83 



Kopenhagen. Danske Meteorolog:iske Institut. 

Meteorologisk Aarbog. 1911 Del 2. 1912 Del 2. 191.3. 

1915, 1916 Del 1. Kjebenhavn 1914—1917. 4". 
Nautisk- Meteorologisk Aarbog 1914, 1915. 

Kjübenhavn 1915, 1916. i». 



Biographische Mitteilungen. 

In Giefsen verstarb nach längerem Leiden am 
28. Mai 1918 der Geheime Ober- Regierungsrat und 
frühere Direktor des Kgl. Preufsischen aeronautischen 
Observatoriums iu Lindenberg Dr. Richard Afsmann, 
M. A. N. (vergl. Leopoldina LIV, p. 50). Am 13. April 
1845 in Magdeburg geboren, studierte Afsmann nach 
Absolvierung des Gymnasiums Medizin und übte dann 
in Freienwalde und Magdeburg die ärztliche Praxis 
aus. Während dieser Tätigkeit erwachte in ihm das 
Interesse für Meteorologie. Auf seine Veranlassung 
wurde 1880 die Wetterwarte der Magdeburger Zeitung 
gegründet und ihm deren Leitung übertragen. Im 
Jahre darauf gründete er den Verein für landwirt- 
schaftliche Meteorologie, der 250 Stationen umfafste. 
1885 siedelte er nach Halle über und habilitierte 
sich an der dortigen Universität für Meteorologie. 
Aber schon 1886 vertauschte er die Universität Halle 
mit der Berliner Universität und wurde gleichzeitig 
Abteilungsvorsteher am Kgl. Preufsischen meteoro- 
logischen Institut. Als solcher leitete er längere Zeit 
den Gewitterdienst und die Abteilung für Instrumenten- 
kunde. Hier entstand das berühmte „ Al'smannsche 
Psychrometer", das zuerst zuverlässige Feuchtigkeits- 
messungen ermöglichte. In den neunziger Jahren des 
vorigen Jahrhunderts wandte Afsmann sich der Er- 
forschung der höheren Luftschichten zu ; sein Werk 
sind die berühmten Berliner wissenschaftlichen Ballon- 
fahrten, an denen er sich auch persönlich beteiligte. 
Diese Fahrten gaben den Anstofs zur Entwicklung 
eines neuen Zweiges der Meteorologie, zu dessen 
■weiterer Ausbildung vor allem die unbemannten 
Ballons mit Registrierapparaten dienten; diesen Ballons 
ermöglichte Afsmann dadurch, dal's er sie aus Gummi 
konstruierte, eine früher nie erreichbare Steighöhe, 
bis zu .30 km. Auch eine Verfeinerung der Registrier- 
apparate ist ihm zu verdanken. In der Erkenntnis, 
dafs zur Vorherbestimmung des Wetters an der Erd- 
oberfläche regelmäfsige Beobachtungen in den höheren 
Luftschichten nötig seien, bestimmte Afsmann die 
preufsische Regierung zur Gründung des ai-ronautischen 
Observatoriums in Lindenberg bei Beeskow, in dem 
bald ein täglicher Beobachtungsdienst eingeführt wurde. 
Neun Jahre hat er an der Spitze dieses Instituts 
gestanden und neun Bände seiner Beobachtungen 



veröflfentlicht, sowie einen weiteren Band über die 
Geschichte und die Arbeiten des Observatoriums. 
1914 legte er die Leitung des Instituts nieder, zog 
sich nach Giefsen zurück und wirkte hier als Honorar- 
professor an der Universität bis zu seinem Lebens- 
ende. Afsmanns literarische Tätigkeit war eine sehr 
ausgedehnte. Von seiner Magdeburger Zeit an gab 
er die populäre Zeitschrift „Das Wetter" heraus. 
Seit 1888 redigierte er ferner den auf die kosmische 
Physik bezüglichen Teil der Fortschritte der Physik, 
seit 1900 auch die Beiträge zur Physik der freien 
Atmosphäre. 

In Chur starb Hauptmann LuziusBazzigher im 
Alter von 85 Jahren. Die Naturforschende Gesell- 
schaft Graubündens verliert in ihm eines ihrer ältesten 
Mitglieder, das ihr mit seinen lepidopterologischen 
Beiträgen in den Jahresberichten wertvolle literarische 
Materialien zuwandte, und die natnrhistorischen Samm- 
lungen des Museums dürfen die grofse Sammlung 
graubündnischer Kleinschmetterlinge des Verstorbenen 
(771 Arten und Varietäten) als kostbares Besitztum 
hüten. In den Jahren 1900 und 1905 erschienen 
von Bazzigher der dritte und vierte Nachtrag zu 
Killias Verzeichnis der Schmetterlinge Graubündens, 
die er unter der Mitwirkung von Dr. Zeller, Dr. Frey, 
Dr. Staudinger, Professor Standfufs, Graf Turati 
von Turin und anderen zusammengestellt hatte. 

Hofrat Professor Dr. Friedrich Berwarth, ord. 
Professor der Mineralogie an der Universität und 
Direktor der mineralogisch -petrugraphischen Abteilung 
des natnrhistorischen Hofmuseums in Wien, ist dort 
kurz vor Vollendung des 68. Lebensjahres gestorben. 

Der Nachfolger Robert Kochs in der Leitung des 
Instituts für Infektionskrankheiten Geheimer Ober- 
medizinalrat Professor Georg Gaffky ist plötzlich 
gestorben. Gafi'ky, der 1850 zu Hannover geboren 
wurde, hatte als Zögling der Kaiser -Wilhelm -Akade- 
mie Medizin studiert, wurde 1880 an das Kaiserliche 
Gesundheitsamt berufen und so als einer der ersten 
Mitarbeiter Robert Kochs in dessen neue Methode 
eingeweiht. Seine Arbeiten bezogen sich auf die 
Erforschung der Wnndinfektionskrankheiten. Die 
wichtigste Arbeit Gafl'kys bezog sich auf den Erreger 
des Typhus. Weiter lieferte er wichtige Arbeiten 
über Milzbrand und Desinfektion 1883 begleitete 
er Robert Koch auf der Cholerareise nach Ägypten 
und Indien und, als Koch 1884 die Hygiene- Professur 
in Berlin übernahm, wurde Gaft'ky sein Nachfolger 
im Reichsgesundheitsamt, von wo er 1888 als Or- 
dinarius für Hygiene nach Giefsen kam. Von hier 
aus war er 1892 in Hamburg während der Cholera- 
Epidemie tätig und leitete 1897 die Pest -Expedition 

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n.ich Indien. Über die eine wie die andere Reise 
trstattete Gaifky Berichte, die unentbehrliche Winke 
für die Seuchenbekämpfung enthalten. Zahlreich 
sind seine dazwischenliegenden früheren Einzel- 
forschnngen. Als Robert Koch im Jahre 1904 von 
der Leitung des Instituts für Infektionskrankheiten 
zurücktrat, wurde Gaffky dessen Nachfolger. Aber 
im Jahre 1910 legte er das Amt nieder mit der 
Begründung, dafs er nicht als Greis in seinem Amte 
weiterwirken wolle, sondern in voller Rüstigkeit 
zurücktrete. Seitdem hat er in Hannover gelebt und 
sich noch fleifsig wissenschaftlich betätigt. 

Am 28. Juni 1918 starb in Wien Regierungsrat i.R. 
Dr. Konrad Heinrich John Edler von Johnes- 
berg, M. A. N. (vergl. p. 66), früher Vorstand des 
chemischen Laboratoriums der K. K. Geologischen 
Reichsanstalt in Wien. Er wurde am 3. Februar 1852 
zu Kronstadt in Siebenbürgen geboren, absolvierte 
die deutsche Oberrealschule in Prag 1862 — 1868, 
studierte sodann 1868 — 1872 an der chemischen 
Fachschule der Technischen Hochschule in Wien, 
war hierauf von 1872 bis Ende 1873 Assistent der 
k. k. chemisch- physiologischen Versuchsstation für 
Wein- und Obstbau in Klosterneuburg bei Wien und 
trat am 1. Januar 1874 als Assistent des chemischen 
Laboratoriums in die Geologische Reichsanstalt ein. 
Nach dem 1880 erfolgten Tode des damaligen ersten 
Chemikers C. v. Hauer wurde von John mit der 
Leitung des Laboratoriums betraut und 1881 definitiver 
Vorstand desselben. 1898 bekam er den Titel 
Regierungsrat. Am 1. Dezember 1911 trat er in den 
Ruhestand. Seine wissenschaftlichen Arbeiten an der 
Geologischen Reichsanstalt erstreckten sich auf die 
Gebiete der Mineralchemie, Gesteinsanalyse und Petro- 
graphie; hiervon waren einige mineralchemische Unter- 
suchungen von besonderer Bedeutung. Vorwiegend 
betraf seine Tätigkeit auch die amtlichen Laboratoriums- 
arbeiten zu praktisch -technischen Zwecken, welche 



grofsenteils in den periodisch erscheinenden „Arbeiten 
aus dem chemischen Laboratorium der k. k. Geo- 
logischen Reichsanstalt" enthalten sind. Ein Ver- 
zeichnis seiner Schriften findet sich in den Verhand- 
lungen der k. k. Geologischen Reichsanstalt, Bericht 
vom 1. August 1918 

In Marienbad starb Medizinalrat Professor Dr. 
E. Heinrich Kisch. Er gab ein Lehrbuch der Balneo- 
logie heraus. Für die Jubiläumsnummer der Inter- 
nationalen Mineralquellen-Zeitung schrieb er den Artikel 
„Balneologische Untersuchungsanstalten für Kurorte'. 
Der frühere Direktor der Medizinischen Klinik 
zu Halle, Geheimer Medizinalrat Professor Dr. Adolf 
Schmidt, M. A. N. (vergl. p. 77), ist am 11. November 
1918 in Bonn, wo er seit Juni d. Js. als Direktor der 
dortigen Medizinischen Klinik wirkte, gestorben. Zu 
Bremen am 7. März 1865 geboren, wurde er 1893 
Privatdozent in Bonn, später Titularprofessor und Ab- 
teilungsleiter der dortigen Medizinischen Klinik, 1902 
kam er als Oberarzt nach Dresden an das Friedrichstädter 
Krankenhaus und 1907 als Ordinarius nach Halle, 
wo er 1916/17 das Rektoratsamt bekleidete. Seine 
Arbeiten umfassen alle Gebiete der inneren Medizin, 
namentlich der Darmkrankheiten. Er veröftentlichte 
ein umfassendes Werk über Faeces des Mensclien 
(mit Strafsburger), ferner ein Lehrbuch der allgemeinen 
Pathologie und Therapie innerer Krankheiten, sowie 
die Werke „Klinik der Darmkrankheiten", „Klinische 
Diagnostik und Propädeutik" (mit Lüthje) und 
„Pankreaskrankheiten". 



Jubiläum, 

Herr Geheimer Regierungsrat Professor Dr. Klein 
in Göttingen feierte am 12. Dezember 1918 sein 
fünfzigjähriges Doktorjubiläum. Die Akademie hat 
dem hochverdienten Jubilare die herzlichsten Glück- 
wünsche ausgesprochen. 



Preisausschreibeii. 

Die Königlich Preufsische Akademie der Wissenschaften in Berlin stellt für das Jahr 1922 folgende 
Preisaufgabe : „Sekundäre Geschlechtsmerkmale sind im Tierreich allgemein verbreitet. Für das Pflanzen- 
reich liegen nur wenige und zum Teil widersprechende Angaben darüber vor, wie weit die Geschlechter 
(liözischer Arten an morphologischen, anatomischen und physiologischen Merkmalen der vegetativen Organe 
unterschieden werden können. Es sollen die vorhandenen Angaben kritisch gesammelt, und unsere Kennt- 
nisse durch neue Untersuchungen fester begründet und erweitert werden." Der ausgesetzte Preis beträgt 
fünftausend Mark. Die Bewerbungsschriften können in deutscher, lateinischer, französischer, englischer oder 
italienischer Sprache abgefafst sein und sind bis zum 31. Dezember 1921 im Bureau der Akademie (Berlin 
NW 47, Unter den Linden 38) einzuliefern. Die Verkündung des Urteils erfolgt in der Leibniz- Sitzung 
des Jahres 1922. 



Druck von Fhrharrlt Karras (i. m. b. H. in Halle (Saale). 



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