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Full text of "Li proverbe au vilain, die Sprichwörter des gemeinen Mannes : Altfranzösische Dichtung nach den bisher bekannten Handschriften"

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LI 

PROVERBE AU VILAIN 

DIE SPRICHWÖRTER DES GEMEINEN MANNES 
ALTFRANZÜSISCHE DICHTUNG 

NACH 
DEN BISHER BEKANNTEN HANDSCHRIFTEN 
HERAUSGEGEBEN 

VON 

ADOLF TOBLER 



LEIPZIG 

VERLAG VON S. HIRZEL 

1895. 



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Gaston Paris 

in herzlicher Dankbarkeit für langjährige 
Freundschaft. 



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Einleitung. 



Die hier zum erstenmal unter der Überschrift li pro- 
verbe au vilain'^) vereinigten Strophen, 280 an der Zahl, 
sind folgenden Handschriften entnommen: 

F« Nationalbibliothek in Paris, Fonds français 17 177 
(vormals S. Germain 658). Die Handschrift, die dem Ende 
des dreizehnten Jahrhunderts angehört und, wie mir Herr Paul 
Meyer freundlich mitteilt, zuerst eine Geschichte des Alter- 
tums, außerdem eine abgekürzte Chronik und ein Itinera- 
rium für das heilige Land sowie bisher unbeachtete Aus- 
züge aus Philipps von Novara ,Vier Lebensaltern* enthält, 
und in der nach Histoire litter. XXIII 243 auch die 
Moralitez des philosophes des Alart de Cambrai stehn, 
soll demnächst durch den genannten Gelehrten beschrieben 
werden. Die Sprichwörter, die uns hier angehn, füllen 
Bl. CCLXXVr^a — CCLXXXIr<»a; es sind ihrer 201. Bei 
einem leider sehr kurzen Aufenthalt in Paris habe ich 
im Jahr 1889 nur die ersten 64 Strophen selbst abschrei- 
ben können; die Kopie der übrigen verdanke ich der 
Freundschaft Carl Wahlunds. Angeführt und kurz be- 
schrieben hatte ich die Handschrift bei Leroux de Lincy, 
Livre des Proverbes PS. XC gefunden. 

A Arsenalbibliothek in Paris, Mscr. français 3142 
(früher Beiles Lettres françaises 175). Auch dieser Text 
ist um das Ende des dreizehnten Jahrhunderts geschrieben. 
Wir haben von dem Buche, auf welches Leroux a. a. O. 
P S.C hinweist, eine genaue Beschreibung durch FMichel 
in der Einleitung seiner Ausgabe von Jean Bodels Chanson 



') In Fa lautet die Überschrift Des proverbes au villain, in F/9 
De proverbes et du vilain, in D Les proverbes del vilain; die 
übrigen Handschriften gewähren weder zu Anfang noch am Ende 
eine Rezcichnuni' des Werkes. 



VI 

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des Saxons S. LII ff. Auf den Blättern 273a — 278e 
finden sich 182 Strophen der Proverbes; die untere Hälfte 
der letzten Spalte und das ganze folgende Blatt sind frei 
gelassen; der Schreiber scheint gewußt zu haben, daß 
er nicht alles Vorhandene gab. In oft bewährter An- 
hänglichkeit hat Karl Breul 1884 den Text für mich ab- 
geschrieben, Eugen Braunholtz die Abschrift mit der Vor- 
lage nochmals verglichen. 

Fy Nationalbibliothek in Paris, Fonds français 837 
(früher 7218). Diese Handschrift ist von Paulin Paris, 
les Manuscrits français VI 404, beschrieben. Sie ist gleich- 
falls um das Ende des dreizehnten Jahrhunderts ausge- 
führt und giebt auf Blatt i64r''b — i65v^b von unserer 
Dichtung 36 Strophen, von einer weiteren bloß die erste 
Zeile, indem dahinter mindestens ein Blatt fehlt. Irrtüm- 
lich bezeichnet Leroux a. a. O. V S. XCIV, wo er dieser 
Handschrift erwähnt, die Proverbes au vilain als von Cra- 
pelet gedruckt. Die Abschrift habe ich selbst genommen. 

F^ Nationalbibliothek in Paris, Fonds français 191 52 
(vormals S. Germain 1239, auch Bibl. roy. 1830). Gleich- 
zeitig mit den vorher aufgeführten Niederschriften. Die 
von Leroux P S. XCII erwähnte Handschrift ist, da sie 
auch den Partonopeus enthält, von Crapelet in seiner Aus- 
gabe dieses Romans S. 27 ff. der Description des manu- 
scrits beschrieben. Von Blatt 73v^c — 77r*'a finden sich 
von unserem Gedichte 97 Strophen, hinter deren letzter 
das explicü nicht fehlt. Die Abschrift der ersten 49 ver- 
danke ich der Gefälligkeit des Herrn Oberlehrer Dr. Bern- 
hard Schneider; ich habe mich selbst durch Nachver- 
gleichung von seiner Sorgfalt überzeugen können und bei 
dieser Gelegenheit den Rest des Textes unter Dach gebracht. 

H Königliche Bibliothek in Berlin, Hamilton-Samm- 
lung 257. Gegen Ende des dreizehnten Jahrhunderts ge- 
schrieben. Eine Beschreibung hat davon GRaynaud, Ro- 
mania XII 209 ff. gegeben, GEbeling sie in manchen 
Einzelheiten berichtigt in dem mir zum 31. Januar 1895 
gewidmeten Bande S. 321 ff. Auf den Blättern 53 V® a — 
56v^b liest man hier 72 Strophen und die erste Zeile 



VII 

einer ferneren; dahinter hat die Handschrift eine große 
Zahl von Blättern eingebüßt. Die Abschrift habe ich 
selbst genommen. Natürlich war dieser Text Leroux un- 
bekannt geblieben. 

D Bodleianische Bibliothek in Oxford, Digby 86. 
Ende des dreizehnten Jahrhunderts. Die Handschrift ist 
bekanntlich von EStengel in einem besondern Buche be- 
schrieben (Halle 187 1), von dem hier S. 65 in Betracht 
kommt. Aus ihr hatte schon 1842 FMichel von den im 
ganzen 118 Strophen, die man da Bl. 143 r^b — 149VO 
findet, eine ansehnliche Zahl für Leroux' Livre des pro- 
verbes 11^ 376 — 385 ausgezogen. Mein Freund ANapier 
hat diesen Auszug oder, genauer gesagt, den der zweiten 
Ausgabe von Leroux' Buche, der die nämlichen Strophen, 
aber nicht ohne mehrere Fehler bietet, für mich mit der 
Handschrift verglichen und mich mit der Kopie der von 
Michel übergangenen 22 Strophen freundlich beschenkt. 

Die Handschrift vormals S.Germain 1830 (jetzt 19577), 
von der Jubinal, Œuvres compl. de Rutebeuf I^ 132 Anm. 
und Leroux PS. XCllI angeben, sie enthalte u. a. die 
Proverbes au vilain, ist ganz andern Inhaltes. Das Ver- 
sehn ist wohl dadurch veranlaßt, daß die Handschrift 
S. Germain 1239 (mein F^) einmal die Nummer Bibl. roy. 
1830 getragen hat; s. Johannes Martins Ausgabe der Pro- 
verbes au conte de Bretaigne, Erlangen 1892 S. 4. Die 
Oxforder Handschrift Seid. supr. 74, von der Stengel a. 
a. O. S. 66 spricht, enthält ein von dem unsern durchaus 
verschiedenes Gedicht, das man jetzt in der Zeitschr. f. 
franz. Sprache XIV i, 154 lesen kann. Auch von der 
im achtzehnten Jahrhundert angefertigten, von Leroux V- 
S. XCIII erwähnten Handschrift der Nationalbibliothek 
Suppl. franc. 1941 (jetzt 151 11) darf abgesehn werden, 
da sie auf ihren 390 Oktavseiten weiter nichts als Ab- 
schriften von der Hand des 1727 verstorbenen Benedik- 
tiners Dom Lobineau aus F^ enthält, von unserem Ge- 
dichte übrigens nur etwa zwanzig Strophen, sonst einzig 
Sprichwörter der Strophenschlüsse (gütige Mitteilung von 
JJeanjaquet). Hienach ist zu berichtigen, was bei GNaetebus, 



VIII 

die nicht -lyrischen Strophenformen des Altfranzösischen, 
Leipzig i8qi, S. 158 über die Handschriften von LXVl i 
gesagt ist. 

Es liegen nun die Dinge durchaus nicht so, daß 
wir ohne weiteres Fa mit 201 Strophen als die vollstän- 
dige, die übrigen Handschriften in der Reihenfolge A, D, 
Fß, H, Fy mit ihren 182, 118, 97, 72, 36 Strophen als 
solche Niederschriften anzusehn hätten, von denen die 
folgende immer noch etwas mehr als die vorangehende 
von dem in Fa Enthaltenen eingebüßt hätte. Halten wir 
neben die längste Fassung F« (201) die zweitlängste A 
(182), so ergiebt sich die Minderung der Strophenzahl 
um 19 vielmehr daraus, daß von den Strophen von Fa 
volle 32 vermißt werden, dagegen 13 neue hinzutreten, 
die in Fa fehlen. Der Unterschied im Strophenbestande 
zwischen Fa (201) und D (118) kommt so zu stände, 
daß 131 Strophen fehlen, dagegen 46 neue, worunter 
zwei zweimal, begegnen. Selbst die kürzeste Niederschrift 
Fy hat unter ihren bloß 36 Strophen immer noch 9, die 
der längsten abgehn, darunter zwei, die wir überhaupt 
nur in F/ antreffen. Alles zusammengefaßt, besitzen 
wir 280 Strophen, aber in allen sechs Handschrif- 
ten davon nur 8 (2, 41, 73, 82, 86, 93, 102, 201). 

In allen mit Ausnahme von Fy 10 Strophen (18, 19, 
2^, 26, 30, 34, 36, 72, 99, 186); in allen mit Ausnahme 
von H 8 Strophen (6, 52, 122, 146, 148, 181, 194, 199); 
in allen außer Fß 1 Strophe (105); von Strophen, die 
nur D fehlen, giebt es bloß i (39); nur A fehlen 2 Stro- 
phen (3, 126); Strophen, die bloß Fa vermissen ließe, 
treten nicht auf; also 22 Strophen, für die wir 5 
Hss. haben, aber nicht immer dieselben. 

In vier Hss. (nicht in F/H) stehn 16 Strophen (5, 
7, 8, II, 13, 14, 25, 43, 49, 53, 71, 78, 96, 104, 136, 
178); in vier Hss. (nicht in FßFy) stehn 3 Strophen (29, 
31, 38); in vier Hss. (nicht in F/3H) stehn 4 Strophen (4, 
57, 87, 140); in vier Hss. stehn (fehlen nur in F/D) 
7 Strophen (15, 20, 35, 50, 61, 191, 193); es fehlt einzig 
HD eine Strophe (47), einzig AH eine (161), nur F/A 



IX 

eine (60), nur FaH eine (202); für 34 Strophen haben 
wir also je 4 Hss., bald die, bald jene. 

In drei Hss. sind überliefert, und zwar in F«AH 
20 Strophen (9, 16, 21, 27, 28, 32, 33^ 44> 45> 4^, 55» 
58, 64, 81, 100, 106, HO, HI, 112, 117), in F«AD 
13 Strophen (i, 12, 22, 37, 56, 70, 114, 118, 120, 124, 
139, 197, 198), in FaAFß 7 Strophen (10, 24, 40, 91, 107, 
123, 134), in F/3HD vier Strophen (220, 223, 226, 227), 
in AF^D drei (205, 211, 212), in FaFßD zwei (160, 174), 
in AF/D zwei (208, 213), je eine in F/F/îD (217), in 
FaAFy (54), FaFßFy (170), AF/F^ (203), AHD (204), 
zusammen 56 Strophen. 

In zwei Hss. liegen vor und zwar in F«A 69 Stro- 
phen (17, 42, 48, 51, 59, 62, 63, 65, 66, 67, 68, 69, 
74» 75» 76, 77» 79» 80, 83, 84, 85, 88, 89, 90, 92, 94, 
95» 97» 98, loi, 103, 108, 109, 113, 115, 116, 119, 
121, 125, 135, 137, 138, 141, 142, 143, 144, 145, 147, 
149, 150, 151, 173, 175, 176, 177, 179, 180, 182, 183, 
184, 185, 187, 188, 189, 190, 192, 195, 196, 200), in 
F«D I Strophe (165), in AD 2 Strophen (209, 210), in 
F/D 2 Strophen (215, 219), in Fßi> 4 Strophen {221, 
222, 22^, 229), in F/3H 2 Strophen (230, 231), zusam- 
men 80 Strophen. 

Endlich sind viele Strophen in nur je einer Hs. 
zu finden und zwar in Fa 23 Strophen (127, 128, 129, 
130, 131, 132, 133, 152, 153, 154, 155, 156, 157, 158, 
159, 162, 163, 164, 166, 167, 168, 169, 171, 172), in A 
3 Strophen (206, 207, 214), in Fy 2 Strophen (216, 218), 
in Fß 12 Strophen (224, 228, 232 — 241), in H 13 Stro- 
phen (242 — 254), in D 26 Strophen (255 — 280), zusam- 
men 80 Strophen. 

Bei diesem Sachverhalt kann keine der sechs Hand- 
schriften eine der andern zu ihrer einzigen Quelle gehabt 
haben. Aber nicht bloß nach der Ausdehnung des in 
jeder Gebotenen unterscheiden sie sich wesentlich von- 
einander, sondern außerdem 

I. durch die Reihenfolge der ihnen gemeinsamen 
Strophen, welche die allermannigfaltigste ist. Nur zwischen 



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Fa und A besteht eine gewisse Übereinstimmung wenig- 
stens insofern, als die Strophen, die in F a die Stellen 
7 — 55 einnehmen, in A in der gleichen Folge auftreten, 
allerdings hie und da in der letztem Hs. eine Strophe 
zwischen sich nehmend, die in der ersteren fehlt oder 
einen andern Platz gefunden hat. Gleiches gilt von den 
Reihen in Fa 62 — 92 und in A 128 — 164, ferner in F« 
93 — 98 und in A 61 — 66, weiter in F« 99 — 125 und in 
A 95 — 123, in Fa 134 — 151 und in A 165 — 182, endlich 
in Fa 173 — 201 und in A 67 — 93. Eine gewisse Ver- 
wandtschaft weisen auch Fß und H unter sich auf: die 
Strophen 10 — 15 und 19, 21, 22 von H treffen wir in 
gleicher Folge, jedoch durch dazwischen tretende getrennt, 
in Fß, und die Strophen, die in ersterer Handschrift als 
4 und 5, als 6 und 7, als 2^ und 24, als 25 und 26, 
als 27 und 28 nebeneinander stehn, sind in Fß gleich- 
falls so gepaart als 7 und 8, 14 und 15, 65 und 66, 70 
und 7 I zu finden. 

2. Bei Gleichheit der Strophen gehn die Handschrif- 
ten nicht selten bezüglich der an den Schluß tretenden 
Sprichwörter auseinander, und zwar begegnen Diver- 
genzen dieser Art auch zwischen Handschriften, die hin- 
sichtlich der Strophenfolge sich verwandt gezeigt haben. 

3. Die Handschriften Fa und A heben mit einer 
Strophe (i) an, die als eine Art Widmung wohl gelten 
darf, sich übrigens nur noch in D, und dort ins Innere 
gerückt, findet. 

Herr Graf, auf eure Huld 
Wart' ich ohn' Ungeduld, 
Auf eure ganz allein; 
Doch nehm' ich mich in acht. 
Und meide mit Bedacht 
Euch lästig je zu sein. 
Wer das Warten versteht, wartet nicht allzulange, 
sagt der Bauer. 

Ohne Zweifel ist Frans cuens, wie in D steht, die 
richtige Lesart, nicht Fra?is cuers. 



XI 

Anders sind H und Fß eingeleitet; aber vermutlich 
ist die hier vorangestellte Strophe, die neun statt sechs 
Zeilen aufweist, auch nicht auf ein Sprichwort ausläuft 
wie alle übrigen, nicht ursprünglich: 

Wen gute Red' ergetzt, 

Sprichwörter wohlgesetzt, 

Der komm' und halte Ruh. 

Zu lernen ist dabei 

Für manchen mancherlei, 

Wie er am besten thu. 

Der Bauernweisheit Lehr 

Zu künden ich begehr. 

So kommt und hört mir zu^). 

D läßt eine Art Vorwort auch nicht vermissen und 
schließt die Eingangsstrophe (280) angemessenerweise 
mit einem nicht übel gewählten Sprichwort; aber die 
Strophe selbst hat nicht die sonst durchgeführte Form 
aab aab, sondern aa bb cc und wird dadurch mehr als 
verdächtig: 

Manch Bauernsprüchlein wahr 
Bringt man euch hiermit dar. 
Das drum nicht minder frommt, 
Wenn es vom Bauer kommt. 
Ihm hat es bessern Sinn, 
Als Narren finden drin. 
SM^ Wildbret 7ii7nmt ein kluger Mann auch 
Hammelfleisch, 
sagt der Bauer. 

*) Qui veut öir bons dis, 

Proverbes bien asis, 
Or m'escout, si orra. 
Il porra, ce m'est vis, 
Asés aprendre es dis, 
Qui bien les entendra. 
Li dit sont dou vilain 
Que orrez aparmain, 
Si comcnccrai ja. 

I <<. hcaiu mos H 3 Bons prouerbes bons ris F|9 3 Si esc. F|9 4 Si p. F|9 
■' '- MiToiz parmain V^ n Si romenceront ia F^. 



XII 
■ »»»»)»»>»»>»»> ^ C«(««C«««CCC«C«( - 

Durch das Gedicht hin zerstreut begegnen in ziem- 
lich großer Zahl Stellen, wo ein Verfasser über sich selbst 
Äußerungen thut, die uns zwar seinen Namen nicht 
kennen lehren, aber Aufschlüsse über sein Thun, seine 
Lebensstellung, seinen Aufenthalt und anderes gewähren; 
daneben weitere Stellen, die wenigstens auf die Zeit der 
Abfassung zu schließen erlauben. Nicht von allen ist in 
gleichem Maße sicher, daß sie dem ursprünglichen Be- 
stände einer Dichtung angehören, die zur Interpolation 
mehr als andere locken mußte, nicht alle treffen wir in 
den nämlichen oder in gleich viel Handschriften; aber 
alles, was sich von der angegebenen Art vorfindet, ist sehr 
wohl als Äußerung einer und derselben Person denkbar; 
und es ist schwer zu glauben, daß etwaige spätere Be- 
arbeiter Mitteilungen über ihre eigene Person, sich selbst 
mit ,ich' und weiter nichts bezeichnend, unter die eines 
andern gemengt hätten, der gleichfalls in erster Person 
von sich gesprochen hätte. Prüfen wir diese Äußerungen 
um so allmählich eine bestimmtere Vorstellung von der 
Person zu gewinnen, die als Urheber wo nicht des ganzen 
Werkes, doch des größeren Teils dahinter steht. 

(34) Zwei hab' ich angefangen: 
Ich war zur Schul gegangen, 
Doch blieb ich nicht dabei. 
Und was ich jetzt auch schaffe. 
Ich bin nicht Lai, nicht Pfaffe, 
Ich bin nicht Pfaff, nicht Lai. 
Wer zzvet Hasen jagt, fängt keinen, 
sagt der Bauer. 

Fünf Handschriften. Der Verfasser hat die Schule 
besucht, ist ihr aber untreu geworden; nun weiß er nicht, 
ob er sich dem geistlichen Stande noch zuzählen darf 
oder nicht. 

(78) In langem Dienst bei Pfaffen 
Könnt' ich mir nichts erraffen. 
Nicht Geld und nicht Gewand. 



XIII 

- »»?>»^»»>>»>»»»^ « ««««««««««« - 

Ich war' ein reicher Mann, 
Hätt' ich von Anfang an 
Mich Rittern zugewandt. 
Wer sich rechtzeitig vorsieht, hat später nicht das 
Nachsehen, 
sagt der Bauer. 

Vier Handschriften. Sein Leben unter den Gelehrten 
hat ihm wenig greifbaren Gewinn gebracht. Nützlicher 
wäre ihm gewesen von Anbeginn die ritterliche Gesell- 
schaft aufzusuchen. 

(6i) Am Hof werd' ich gehegt 
Aufs beste und gepflegt; 
Doch will's wie Haft mir scheinen, 
Doch zieht es mich hinaus; 
Ich wollt', ich war zu Haus, 
Ich wäre bei den Meinen. 
Der Hund steht aiif vom gemächlichen Schlafen^ 
läuft ins Dorf und holt sich Prügel, 
sagt der Bauer. 

Vier Handschriften. So gut es ihm jetzt bei Hof 
ergeht, doch fühlt er sich da unfrei, und es treibt ihn 
ins Land hinauszuziehn und seine alten Freunde wieder- 
zusehn. 

(54) Lass' ich den Hof manchmal. 
Zieh rund ich aus; und schmal 
Und blaß ich wieder kehre. 
Was geh' ich Narr auch fort! 
Wo fand' ich einen Ort, 
Da man so hold mir wäre? 
Ein ThoTj wem Weizenbrot nicht fein genug tstj 
sagt der Bauer. 

Drei Handschriften. Wenn er, wie bisweilen geschieht, 
den Hof wohlgenährt verläßt, so kommt er von seinen 
Ausflügen sicher abgemagert zurück. Warum auch von da 
weggehn, wo man sich seiner am freundlichsten annimmt! 



XIV 
- »»»»»»»»»?>»» #« «««CC«C«<«««« - 

(40) Die Augen bringen Kunde 
Ans Herz zu jeder Stunde 
Als Boten wohlbestallt. 
Sah mich mein Graf nicht hier, 
Er früge nicht nach mir, 
Vergäße mein gar bald. 
IVas das Auge nicht sieht, thut dem Herzen nicht weh, 
sagt der Bauer. 

Drei Handschriften. Leicht könnte der Graf sein 
vergessen, wenn der Dichter nicht im Bereiche seiner 
Augen bliebe. 

(56) Mir ist vor Not nicht bange, 
Vor Schaden nicht, solange 
Mein Graf mir bleibt gewogen. 
Ich denke nicht • an morgen, 
Wenn er für mich will sorgen. 
Wie er bisher gepflogen. 

Ruhig trinkt, wem sein Bett winkt, 
sagt der Bauer. 

Drei Handschriften. Solange der Graf nicht müde 
wird als gütiger Gönner sich des Dichters anzunehmen, 
braucht dieser nicht zu sorgen. 

(97) Ich fahr nach allen Winden 
Mein spärlich Brot zu finden; 
Doch zieht es mich nach Flandern, 
Mein Handwerk da zu treiben; 
Dies Land giebt Brot mir; bleiben 
Mag ich in keinem andern. 
Den loh' ich mir, der mir Liebes erweist, 
sagt der Bauer. 

Zwei Handschriften. Der Dichter sucht sein Aus- 
kommen bald hier bald da; aber zu Flandern steht er 
in eigentlichem Dienstverhältnis; dort kann er am leich- 
testen seinen Unterhalt finden. 



XV 

(70) Vom Bischof hab' ich oft 
Erbeten und erhofft 
'ne fette Kaplanei; 
Allein er scheint zu denken, 
Daß rätlicher als Schenken 
Doch stets Verkaufen sei. 
Bei leerer Hand leeres Bitten, 
sagt der Bauer. 

Drei Handschriften. Wenn er etwa von einem Bischof 
— bleiben wir in Flandern, so werden wir an den von 
Arras oder den von Tournai denken müssen — eine kleine 
Pfründe zu erhalten gehofft hat, so ist daraus nichts ge- 
worden; dergleichen verkaufen die Herren Prälaten lieber, 
als sie es verschenken. 

(179) Brabanter Söldnerhorden 

Ziehn nach Burgund und morden, 
Sengen und brennen nieder. 
Doch läßt im fremden Land 
Der Aug, der Fuß, der Hand; 
So kommen sie uns wieder. 
Von so hoch so tief y 
sagt der Bauer. 

Zwei Handschriften. Brabanzonen ziehn nach Burgund 
und treiben da ihr wildes Gewerbe; Edelleute und Kastel- 
lane müssen durch sie das Leben lassen. Aber die wüsten 
Gesellen kommen auch arg verstümmelt wieder heim. Der 
Name der Brabançons bezeichnet im zwölften Jahrhundert 
Söldnerbanden überhaupt, ohne Rücksicht auf ihre Her- 
inft; s. Du Gange unter Brabanciones ; Geraud, Les 
utiers au XII* siècle in Bibliothèque de l'École des 
lartes, I« série, T. III, 1841; ASchultz, Höf. Leben II ^ 
*3; daß das Wort auch einfach soviel wie ,gedungener 
«tschläger* bedeutete, sieht man aus Crestiens RCharr. : 
'' V/ dut cop (daß ich ihn nicht sehn und daß ich nicht 
mit ihm reden wollte) ront mort, ce me sanhle; Ne Vont 



XVI 
- »»» »)>»»»>> »>»»»# ««C«««««««<C «<- 

mort autre breibançon, 4219, oder aus GCoinsy: Des bre- 
bençonsj des coteriaus A tant ses fils (Gott) por li vengier . . ; 
Cïl coter eî, cil brebençon Ce sunt deable, 161, 312; /a 
n^i avra si brebefiçofi Qui pris ne soit a ce tournoi (beim 
Turnier zwischen dem Tode und dem Menschen), 693, 
208; s. auch in unserm Gedichte Str. 214. Hier ist wohl 
in Erwägung der nachfolgenden für die Datierung wich- 
tigen Stellen daran zu denken, daß 1166 Guillaume I, 
Graf von Chalon s. Saône (in Burgund!) eine Truppe 
Brabançons sammelte und unter seinem Sohne Guillaume 
gegen Cluny schickte, dessen Geistlichkeit und Bürger- 
schaft vergeblich mit Kreuz und Fahne, Reliquien und 
dem Allerheiligsten der wilden Horde entgegenzogen. Diese 
plünderte und erschlug vielmehr die Wehrlosen. Ludwig VII 
zog nun gegen den Grafen, nahm Chalon ein und ver- 
heerte die Grafschaft um ihn zu züchtigen, s. Géraud a. 
a. O. S. 131, der von späterem Auftreten der Brabanzonen 
in Burgund nichts zu melden weiß, Duchesne, Historiae 
Franc, script, coet. IV 417; Plancher, Histoire génér. et 
partie, de Bourgogne I 355; Petit, Histoire des ducs de 
Bourgogne de la race capét. II 166. Es ist seltsam, daß 
Gualt. Mapes, de nugis curial. Kap. XXIX von den Bre- 
beazones als von einer ketzerischen Sekte spricht. 

(84) In Hennegau der Graf 

Rein abgebrannt mich traf; 
Nicht wüßt' ich aus noch ein. 
Gesegnet sei das Jahr! 
Was ihm ein Bettel war, 
Mir schien's ein Schatz zu sein. 
Tagüher fasten ist kein Unglück^ wer sich abends 
satt ißt, 
sagt der Bauer. 

Zwei Handschriften. Der Graf (von Flandern) hat 
den von allem entblößten Dichter in Hennegau gefun- 
den und mit Wohlthaten beglückt. Erinnern wir uns, daß 
Philipp von Flandern, auf den alles hinweist, Bal- 
duin V von Hennegau zum Schwager hatte, indem des 



XVII 

ersteren Schwester Margarete seit 1169 an letzteren ver- 
mählt war, der denn auch als Balduin VIII jenes Nach- 
folger in Flandern wurde. Nachdem Balduins Tochter 
Isabella mit König Philipp August 11 80 vermählt worden 
war, stand jener freilich dem Grafen von Flandern wie- 
derholt auf des Königs Seite als Feind gegenüber. 

Einige weitere Stellen bringen zu dem, was die bis- 
her betrachteten ergaben, Neues nicht hinzu. Str. i (drei 
Hds.) zeigt nur wieder, daß der Graf der einzige ist, um 
dessen Huld der Dichter sich bemüht, und daß ihm zu 
mißfallen dieser vor allem vermeidet; Str. 153 giebt aber- 
mals der zuversichtlichen Hoffnung auf des Grafen Güte 
Ausdruck (eine Hds.); Str. 184 (zwei Hds.) heißt es, 
seinem guten Herrn die eigene üble Lage geheim zu 
halten, würde soviel heißen, wie den eigenen Schaden 
wollen; Str. 162 (eine Hds.) beteuert der Dichter, seine 
Ergebenheit an seinen Herrn gehe so weit, daß auch 
dessen geringster Dienstmann ihm hochwillkommen sein 
würde; Str. 17 (zwei Hds.) spricht von Freunden, die er 
habe, die (im Gegensatze zu dem guten Grafen) es beim 
Versprechen bewenden lassen. 

Wichtiger sind ein paar Äußerungen, die auf die 
Kreuzzüge hinweisen. Sie verraten eine gewisse Kühle 
der Auffassung, wie sie ja auch anderwärts schon im 
zwölften Jahrhundert nicht selten begegnet. Str. 272 
(eine Hds.), die übrigens leicht späteren Ursprungs sein 
könnte, redet von denen, die zum heiligen Grabe fahren, 
während inzwischen mit ihren Weibern und ihrer Habe 
andere sich wohl sein lassen; und wie kommen manche 
heim! 

(178) Ins heil'ge Land zum Streit 

Zieht mancher froh bereit 

Mit Jauchzen und Juchhei. 

Kommt endlich er zurücke. 

Dann schleicht er an der Krücke; 

Ihm liegt's im Leib wie Blei. 

Ein müder Ochs ivandclt sachte^ 

sagt der Bauer. 

b 



XVIII 



- »»»»?»»>>>?»>»»#«<«c«««c«cc<«c«< > 

Vier Handschriften. Unser Dichter weiß den Wert 
heiler Gliedmaßen zu schätzen, Str. 214 (eine Hds.). Be- 
sondere Beachtung aber verdienen noch zwei Strophen: 
in Str. 157 (eine Hds.) heißt es, kranke Pilger befehlen 
ihr Hab und Gut den Templern oder den Johannitern 
an; seien sie genesen, so versäumen sie nicht vor der 
Heimkehr es zurückzufordern. Daß der Prozeß gegen 
die Templer noch nicht begonnen hatte, als unser Ge- 
dicht entstand, daß also seine Abfassung vor 1307 liegt, 
ist auch sonst gewiß; darf man aus der Nichterwähnung 
der deutschen Ritter schließen, daß dieser Orden (ge- 
gründet 1190) noch nicht bestand? Ich glaube nicht. 
In Str. gi (drei Hds.) liest man: Die aus dem heiligen 
Lande Zurückgekommenen wissen viel zu erzählen vom 
Emir (Sultan) von Iconium; Noradin sei tot, und Herr 
über Babylon (Cairo) sei nunmehr Saladin. Nureddin ist 
1174, Saladin 11 93 gestorben; zwischen diesen zwei 
Jahren liegt die Abfassung des Gedichtes, oder, da wir 
nunmehr sicher sind, daß der vielgerühmte Graf von 
Flandern Philipp ist, der, 1143 geboren, seit 1157 neben 
seinem Vater Thierry, seit 11 68 allein regiert hat und 
II 91 auf dem Kreuzzuge gestorben ist, auf den er im 
Frühling dieses Jahres König Philipp August begleitet 
hatte, zwischen 11 74 und 11 91. Der unbekannte Dichter 
unserer Sprüche hat also hundert Jahre früher gelebt, als 
wir nach dem Alter der sechs Handschriften allein an- 
nehmen durften, und er hat wenigstens vorübergehend 
den nämlichen Fürsten zum Gönner gehabt, dem Crestien 
von Troies seinen Conte doü graal zudachte und neben 
andern Tugenden eine große Freigebigkeit nachrühmte, 
den nämlichen, zu dem auch Gautier d'Espinal in freund- 
licher Beziehung gestanden hat, s. PParis in Histoire litt. 
XXIII 574 mit Hinweis auf die Stellen, die man jetzt in 
Faths Ausgabe der Lieder des Castellans von Coucy S. 79 
Varianten und im Abdruck der großen Berner Lieder- 
handschrift Nr. 426, 5 findet^). Philipps erste Gemahlin 

^) Dagegen kann der Serventois des Jaques de Cisoing, den 
man jetzt in Schelers Trouvères belges II 74 liest, sich mit seinen 



XIX 

Elisabet von Vermandois, bei der die Teilnahme für die 
zeitgenössische Dichtung kaum minder rege war als bei 
ihrem Gatten, finden wir bei unserm Dichter nicht er- 
wähnt; die kühle Verständigkeit, die derbe Nüchternheit, 
mit der er die Aussprüche der Volksweisheit zusammen- 
trug und erläuterte, der Mangel an Verständnis für pre- 
ziöse Minne, den wir bei ihm voraussetzen dürfen, seine 
stark bürgerliche Art die Beziehungen zwischen den Ge- 
schlechtem aufzufassen, waren schwerlich geeignet ihre 
Gunst zu gewinnen, auch wenn sie, die 1182 starb, noch 
Gelegenheit gehabt haben sollte ihn kennen zu lernen; 
s. über sie GParis in Romania XVII 591 ff. 

Der weite zeitliche Abstand, der die Entstehung we- 
nigstens eines ansehnlichen Teiles der Dichtung von den 
uns vorliegenden Niederschriften trennt, erklärt schon 
einigermaßen, daß diese so stark voneinander abweichen 
im Umfang des Ganzen, in der Anordnung der Teile, im 
Wortlaute der einzelnen Strophen, in ihrer Verbindung mit 
Sprichwörtern. Denn auch in dieser letzten Hinsicht be- 
merken wir ein starkes Auseinandergehn der sechs Texte: 
nicht weniger als 25 in der Hauptsache gleichlautende 
Strophen (3, 13, 25, 28, 30, 31, 32, 34, 38, 39, 41, 
48» 51» 52, 57» 58, 61, 85, 87, 93, 99, 100, 105, III, 
176) schließen in verschiedenen Handschriften mit je 
zwei verschiedenen Sprichwörtern; drei mit je dreien (29, 
96, 213), eine gar (86) mit vieren, dergestalt daß 29 
Strophen uns im ganzen 63 Sprichwörter kennen lehren, 
welcher Thatsache dann allerdings die andere gegenüber- 
tritt, daß das nämliche Sprichwort — und zwar bisweilen 
in derselben Handschrift — den Schluß von mehr als 
einer Strophe bildet, achtundzwanzigmal von zweien, ein- 
mal von dreien, einmal von vieren. Schon dieser Sach- 
verhalt läßt sich aus bloßer Nachlässigkeit in der Wieder- 



Schlußversen nicht an Philipp wenden. Welchen , Grafen von 
Flandern' der Sänger anredet, hat die Histoire litter. XXIII 634 
besser erkannt als de Smet S. 36 seines sonst beachtenswerten 
Mémoire histor. et crit. sur Philippe d'Alsace (in Mémoires de 
l'A-.'i ->y. de Belgique T. XXI, Bruxelles 1848). 

b* 



XX 

- »»»»»»?»»>» »»^ ««««««c«<c«<c«< - 

gäbe einer Vorlage, die man im ganzen unangetastet zu 
lassen den Willen gehabt hätte, nicht erklären; er führt 
— und andere Umstände treten bekräftigend hinzu — 
zu der Überzeugung, daß von dem Dichter, der gegen 
Ende des zwölften Jahrhunderts am Hofe Philipps von 
Flandern lebte und in den oben erörterten Stellen einige 
Auskunft über sich gegeben hat, nicht alle 280 Strophen 
herrühren, sondern daß sein Werk Kürzungen und Inter- 
polationen erfahren hat, daß es manchmal wohl auch 
nur aus wenig treuem Gedächtnis niedergeschrieben ist. 
Läßt sich das meiste, was uns die Handschriften ge- 
währen, ohne Gewaltsamkeit in die francische Mundart 
der Zeit um 1200 bringen, wie ich es versucht habe, so 
erscheinen doch vereinzelt ungenaue Reime und erregen 
Verdacht {viise: repentisse 59; déserte: tertre 92; estrous: 
plusours 22 2 \ gage: sache 239); es tritt einmal tele auf, 
während sonst derartige Feminina dem Gedichte fremd 
sind; das weibliche Pronomen el erscheint zweimal wäh- 
rend im übrigen ele vorherrscht; lechiere, sire, pire ohne 
s sind gesichert, aber auch leres einmal; neben dem 
älteren Nom. sing, autre erscheint auch autres; ein paar 
grobe Flexionsfehler in Strophen, die nur je eine Hand- 
schrift kennt, kommen dazu. 

Man darf ferner gewiß nicht glauben, daß die nur 
in der anglonormannischen Handschrift D überlieferte 
Eingangsstrophe, die eine ganz andere Reimordnung zeigt 
als alle übrigen, von dem Dichter des Grundstocks her- 
rühre; gleiches gilt von Str. 237, die lauter fünfsilbige Verse 
statt sechssilbiger aufweist, aber auch in nur einer Hand- 
schrift steht. Sicher hat ferner nicht der nämliche Dichter 
das nämliche Sprichwort an verschiedenen Stellen durch 
verschiedene Strophen eingeleitet. Und kann es glaublich 
scheinen, daß derjenige, der sich wiederholt mit direkter 
Rede an seinen Grafen wendet und mehr als einmal des 
Hofes als der Gesellschaft gedenkt, in der er verkehrt, 
dieser auch die (übrigens nicht zahlreichen) Strophen vor- 
gelegt habe, die so säuischen Inhaltes sind, daß man sich 
schwer entschließt, sie auch nur abzudrucken, geschweige 



XXI 

denn sie zu erklären, und daß selbst in den alten Hand- 
schriften Wörter oder Verse derselben nachträglich mit 
Tinte zugedeckt worden sind? Mir scheint das nicht, so 
wenig ich daran zweifle, daß einige gleichfalls derbe 
Sprichwörter, die heute bei Hofe vermutlich nicht würden 
ausgesprochen werden, die Umgebung Philipps von Flandern 
angehört hat ohne mit den Wimpern zu zucken. 

Es liegt auf der Hand, daß bei einem Werke von 
der Art dessen, das uns beschäftigt, das aus lauter unter 
sich völlig zusammenhangslosen Stückchen besteht, einem 
Werke, das anzuhören oder zu lesen um so unterhalten- 
der ist, je weniger man das dem Inhalte nach Verwandte 
zu Gruppen sammelt, kein Abschreiber und vollends keiner, 
der aus dem Gedächtnis niederschrieb, großen Wert auf 
Vollständigkeit und auf Festhalten einer bestimmten Reihen- 
folge legen konnte; so erklärt sich — namentlich wenn 
man erwägt, daß schwerlich jemals auch nur der anfäng- 
liche Bestand auf einmal in seinem ganzen Umfange zum 
Vortrage kam — daß er frühzeitig kürzer wurde und die 
Ordnung der Strophen bald so bald anders sich gestaltete. 

Andererseits ist das Verfahren, durch das die ein- 
zelnen Stücke zustande kommen, so ungemein einfach, 
daß auch dem Ungeschicktesten es ein Spiel sein mußte 
das Gegebene zu mehren, zu einem Sprichworte, dessen 
alte einleitende Strophe dem Gedächtnis etwa entschwun- 
den war, eine neue anzufertigen oder ein früher noch 
nicht hereingezogenes Sprichwort, das ihm einfiel oder 
das ihm jemand zur Erklärung aufgab, nach den vorlie- 
genden Mustern zu behandeln. So ist denn auch die 
Menge des jetzt Vorhandenen so bedeutend geworden; 
und so hat, wenn der heute kaum mehr mit Sicherheit 
ausscheidbare Urbestand über die Kreise hinausdrang, an 
die er sich wandte, und wenn er lange nach seiner Ent- 
stehung anzuziehn und zur Nachahmung zu reizen fort- 
fuhr, jene sprachliche und inhaltliche Ungleichartigkeit 
sich ergeben können, auf die oben hingewiesen ist. Be- 
deutende Schädigung hat sich, wie es scheint, auch da- 
durch eingestellt, daß bisweilen zu erhaltenen Strophen 



XXII 
- »»»»»»»»?»»»> #« «««««C«c««C«<^ 

die zugehörigen Sprichwörter abhanden gekommen sind; 
sie mochten dem Gedächtnis dessen entfallen sein, der 
aus der Erinnerung niederschrieb, und wurden dann 
wohl unglücklich ersetzt durch anderwärts bereits erklärte 
oder sonst wenig passende. Die Varianten unter und die 
Anmerkungen hinter dem Texte lehren derartige Fälle in 
großer Zahl kennen; sie auch hier im einzelnen zu er- 
örtern wird nicht not thun. Wo mehrere Handschriften 
zur Verfügung stehn, hält es meist nicht schwer zu er- 
kennen, welches von verschiedenen Sprichwörtern ursprüng- 
lich zur Strophe gehört hat; leider aber vermissen wir die 
erforderliche Entsprechung zwischen Strophe und Sprich- 
wort auch in einem Teile der Fälle, wo bloß eine Hand- 
schrift vorliegt, und da müssen wir uns denn damit be- 
gnügen auf das Gebrechen hinzuweisen und oft unent- 
schieden lassen, ob wir mit einem Mangel der Überliefe- 
rung oder mit Unvermögen des Verfassers zu thun haben, 
der vielleicht den Sinn eines Sprichwortes verkannte, oder 
auch ihn zwar verstand, aber in der gebotenen Kürze 
richtig darzulegen nicht imstande war. 



Die Sprichwörter, die wir hier kennen lernen, sind 
größtenteils auch sonst bekannt, aus Sammlungen, aus 
der Litteratur, und mit gutem Fuge heißt es jedesmal am 
Ende ce dit li vilains ,der gemeine Mann*, während in der 
sonst ganz ähnlichen Dichtung li proverbe au conte de 
Bretaigne (54 Str.), herausgegeben 1833 von Crapelet, 
1892 von Dr. Joh. Martin, der gleiche Zusatz sehr mit 
Unrecht hinter Sprüchen steht, die der Dichter wohl mei- 
stens selbst erfunden hat. In den Anmerkungen werden 
die Stellen, wo unsere Sprüche mir sonst begegnet sind, 
nach meinen eigenen Sammlungen angegeben. Wir können 
zunächst dem Inhalte nach solche ausscheiden — und 
dies sind die anziehenderen, weil wirklich poetischen — , 
die einen an sich richtigen Satz nicht um seiner selbst 
willen hinstellen, sondern alsAnalogon, als Seitenstück 
zu einem Satze, der unausgesprochen bleibt, den 



XXIII 

zu bilden die Vorkommnisse des Weltlaufs den nachden- 
kenden und verallgemeinernden Beobachter veranlassen 
können. Der Sinn des Volkes schreitet nicht immer zu 
unmittelbarer Formulierung der sich für andere ergeben- 
den allgemeinen Thesen, sondern zieht es oft vor seine 
Wahrnehmung in der Weise auszusprechen, daß es aus 
dem im Leben der Tiere, in dem Verhalten der Pflanzen, 
aus dem im täglichen Leben, in der Berufsarbeit als regel- 
mäßig oder gewöhnlich Beobachteten eine Thatsache hin- 
stellt, die ihm vermöge einfacher Association der Gedanken 
angesichts gewisser Vorkommnisse ins Bewußtsein tritt, 
weil diese Thatsache im Verhältnis einer gewissen Ent- 
sprechung zu den Vorkommnissen steht. Die Redeweise 
und somit die Denkweise des Volkes ist in diesem Falle 
gegenüber der des nüchternen Denkers, wenn man will, 
die reichere, lebendigere. Während dieser das im Welt- 
lauf Beobachtete oder die allgemeine Regel für mensch- 
liches Verhalten in einen das Gemeinte direkt aussprechen- 
den Satz bringt, giebt das Volk in seinem Sprichwort 
statt dessen einen andern von seiner Meinung nach 
gleichfalls unbestreitbarer Richtigkeit, der sich zu jenem 
wie das Beispiel zur Regel verhält, wie der Vergleich zu 
dem, was veranschaulicht werden soll, wie die Anwendung 
zum Gesetze. Und dabei kann man doch nicht sagen, 
daß dem Volke ein ahnendes Erkennen des Allgemeinen 
abgehe, wenn es auf einen generalisierenden Ausspruch 
verzichtet; denn wofern es glücklichen bildlichen Ausdruck, 
zutreffenden Vergleich, richtige Einzelanwendung zu geben 
vermag, so ist das eben doch nur dadurch möglich, daß 
es den Gegenstand seiner Beobachtung in seinem wahren 
Wesen erkannt hat. Doch kann es ja freilich vorkommen, 
daß das Sprichwort mehr sagt, als verantwortet werden 
kann, wie das übrigens nichtsprichwörtliche Behauptungen 
oft genug auch thun fau bon bue/ esniuet on le char ,wenn 
man den rechten Mann oder das rechte Mittel anwendet, 
so kommt man ans Ziel*); oder es kann vorkommen, daß 
das Gleichnis hinkt, d. h. daß man den Vergleich nicht 
bis in alle Einzelheiten verfolgen darf, wenn er nicht un- 



XXIV 



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zutreffend werden soll (noire geline pont blans uès). Die 
Sprichwörter dieser ersten Art sind die echten, diese 
mögen wohl auch anfänglich allein den Namen respit ge- 
tragen haben (^Rücksicht'). Solcher Art etwa: Au colon 
saoul cerises ameres, A petit porcel donc dieus bone pasnaie. 
Chiens en cuisine son per n'i désire. Adès brait la pire ruée 
dou char. Ja de buisot ne ferez esprevier. Cui H asnes est, 
a la coue H court. U autrui cuir larges corroies. A petite 
pluie chiet granz venz. Qui une foiz escorche, dous foiz ne 
tont. A courtes chauces longues lasnieres (Tragriemen). Da- 
neben haben wir in großer Zahl Sentenzen, die ohne 
Vergleich, unmittelbar das sagen, was der Beobachtung 
des Volkes sich als im Weltlauf gewöhnlich, als Lehre 
für das Verhalten im menschlichen Verkehr ergeben hat. 
Wenn wir auch von diesen Sätzen behaupten dürfen, sie 
seien Gemeingut des Volkes, ist es nicht um der stilisti- 
schen Form willen, obschon auch hier metaphorischer 
Ausdruck vielfach herrscht und große Knappheit und 
Kraft der Rede das Volkstümliche verrät, sondern weil 
die Beobachtung uns zeigt, daß der Gedanke in immer 
gleicher Form an vielen Orten begegnet und häufig aus- 
drücklich als ein alter, allgemein für wahr gehaltener be- 
zeichnet wird, dessen Richtigkeit man darum nicht erst 
zu beweisen brauche. Man kann auch hier die Bezeich- 
nung respit angemessen finden, insofern ein anerkannt 
richtiger Gedanke nicht um seiner Allgemeingültigkeit 
willen ausgesprochen wird, sondern mit ,Rücksicht' auf 
einen bestimmten Fall, in dem er sich wieder einmal be- 
stätige, wo man gut thue ihn zu beherzigen. Unser Ge- 
dicht natürlich giebt nicht dergleichen bestimmte Einzel- 
fälle, sondern umschreibt, entwickelt das in der Sentenz 
Gemeinte ; wohl aber gilt das Gesagte von der Verwendung 
des respit in der lebendigen Volksrede oder in der schönen 
Litteratur. Privez mal achate (ein guter Freund bezahlt 
teurer, weil er den Kampf nicht zu führen weiß, der zu 
einem vorteilhaften Kaufe führt). Tel pié baise on qu'on 
voudroit qui fust coupez (Synekdoche). De longues terres 
longues noveles (von langen Reisen lange Geschichten). 



XXV 



Qui pain a et santé, riches est, si nel set (wer Gesundheit 
und sein täglich Brot hat, weiß oft gar nicht, wie reich 
er ist). 

Was die Form der Sprichwörter betrifft, so ist zu 
beachten, daß manche gerade einen oder auch zwei der 
im Altfranzösischen üblicheren Verse, namentlich acht-, 
zehn-, sechssilbige bilden. Das kann Zufall sein, aber 
auch von einem besondern Wohlgefallen an diesen Maßen 
für Redeglieder herrühren, oder etwa davon, daß Dichter 
Sprüche, die ursprünglich keines jener Maße hatten, um 
sie in ihren Werken anbringen zu können, der von ihnen 
gewählten Form anpaßten, worauf leicht geschehn konnte, 
daß sie in dieser vielleicht sekundären Gestalt sich weiter 
verbreiteten und in ihr auch da auftraten, wo ein be- 
stimmtes Silbenmaß nicht erfordert war. Qui de loing 
garde, de près jot (wer aus der Ferne aufpaßt, ist in der 
Xähe froh) ist ein achtsilbiger Vers, und so tritt der 
Spruch in Gedichten wiederholt auf; aber man findet 
auch . . de près s^esjöist, was zehn Silben, aber keinen 
zehnsilbigen Vers (wenigstens keinen mit Cäsur) ergiebt. 
Teus cuide hoivre sour les coustesf?) d^ aucun, Qui boit sa 
chape atout son chaperon sind zwei zehnsilbige epische 
Verse und zwar, wenn man aucon einführt, gereimte; 
aber eine Handschrift hat boivre le coutel son compaignon, 
und dabei hört alles übliche Versmaß auf. Dem nämUchen 
Gedanken giebt eine Handschrift den Ausdruck Teus cuide 
boivre autrui sourcot, qui paie souve?it tout Vescot; dann liegen 
zwei achtsilbige mit Reim vor. Man wird in dieser Be- 
ziehung beim Anerkennen von Möglichkeiten stehn zu 
bleiben gut thun. Qui fol envoie a la mer, n^i a ne poisson 
ne el können zwei siebensilbige assonierende Verse sein; 
ine Handschrift hat envoie en mer, navra poisson ne el, 
irinn sind es sechssilbige. Sicher ist eine gewisse Neigung 
orhanden Satzschlüsse oder Schlüsse von natürlichen Wort- 
ruppen reimen zu lassen, sei es mit Gleichheit der 
-ilbenzahl sei es ohne sie; mit: Toutes oures ne sont 
taures (2X3); Feme avère trois foiz aele {ly:.^»^ Assonanz); 
'Jui a mal voisin, si a mal matin (2X5» wo matin sicher 



XXVI 

■ »»»»»»»»?>» »»>#« «««««««««c« ^ 

des Reims wegen steht, denn soir^ jour^ an, temps wären 
gleich gut); Contre mort nul resort {2^-^, aber es besteht 
die Variante Encontre, womit die Versgleichheit aufhört, 
wofern man nicht n^a nul korrigiert); Qui bien atent, ne 
souratent oder ne se repent (2X4); Chose ou a mesure 
plus loîiguement dure (2X5» Var. Mesure duré)', Ou chiet 
boise, si souri noise {2"^^,)', Teus chace le dain Et ui et 
demain Qui puis le pert tout (3X5, Hälfte der Reimpredigt- 
strophe); ohne: Ce cuide H 1ère, que tuit soient si frère 
(5-J-6); Pour noient argue, cui dieus n^aiue (5 + 4); A 
tart prent, qui en autrui bourse s'aient (3 -|- 8). 

Meinem kritischen Texte habe ich die Form gegeben, 
die nach meinem (nicht in jedem Punkte unerschütter- 
lichen) Dafürhalten dem Sprachstande der francischen 
Mundart um 1200 entspricht, und für die in den Haupt- 
sachen Reim und Versbau zeugten. Bezüglich einiger 
Einzelheiten, die nur die Schreibweise angehn (stummes h, 
gewisse Konsonantenverdoppelungen), habe ich mich an 
einige Regeln gehalten, die ich mir selbst gegeben habe; 
es ist damit der äußeren Erscheinung des Textes eine 
Gleichmäßigkeit verliehen, auf die man in altfranzösischer 
Zeit sonderlichen Wert nicht legte, die aber sicher auch 
damals niemand verletzt hätte; Schreibungen, die der Zeit 
der Entstehung des Gedichtes fremd wären, sind, abgesehn 
von Apostroph, Interpunktion, spärlichen Accenten, ge- 
mieden. Vielleicht hätte ich mich zu einem anderen 
Verfahren entschlossen, wenn ich für den ganzen Verlauf 
der Dichtung über gleichartigere Überlieferung verfügt 
hätte. Abweichungen der Handschriften von meinem 
Texte verzeichne ich unter diesem nicht, wenn sie bloß 
die Wortgestalt, die mundartliche Form, die Schreibung 
betreffen; von denen, die den Sinn, den Ausdruck oder 
auch die Flexion angehen, hoffe ich keine verschwiegen 
zu haben. 

Zum Schlüsse folge hier noch eine Übersicht des in 
den Handschriften Gegebenen, die nochmals zeigt, wie 
oft und in jeder beteiligten Handschrift an welcher Stelle 
jede der 280 Strophen überliefert ist. Dies wird aufs 



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neue zur Anschauung bringen, in welchem Maße die 
sechs Texte voneinander abweichen, und wird, wenn 
neue sich finden sollten, es erleichtem deren Verwandt- 
schaft mit den bekannten festzustellen. Das Sternchen 
neben der Nummer zeigt an, daß die Strophe zwar mit 
der in der ersten Spalte entsprechenden im wesentlichen 
gleich lautet, dagegen mit einem andern Sprichwort schließt. 



F« A Fy Fi? H D 



I 


I 


— 


— 


— 


37 


2 


150 


18 


45 


19 


102 


3 


— 


28 


35 


12 


100 


4 


136 


33 




— 


46 


5 


15 


— 


34 


— 


18 


6 


142 


21 


36* 


— 


19 


7 


3 


— 


58 


— 


40 


8 


4 


— 


72 


— 


32 


9 


5 


— 


— 


29 


— 


IG 


6 


— 


50 


— 


— 


II 


7 


— 


33 


— 


35 


12 


8 


— 


— 


— 


30 


13 


10 


— 


28 


— 


72* 


14 


II 


— 


82 


— 


7ß 


15 


12 


— 


14 


6 


— 


i6 

17 
18 


13 


— 




30 


— 


14 
16 


— 


15 


7 


8 


19 


17 


— 


27 


65 


13 


20 


19 


— 


71 


26 


— 


21 


20 


— 




32* 


— 


22 


21 


— 


— 




21 


23 


22 


— 


85 


17 


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24 


23 


— 


21 


— 


— 


25 


24 


— 


59* 


— 


64 


26 


25 


— 


49 


22 


9 


27 


27 


— 


— 


36 


— 


28 


28 


— 


— 


37* 


— 


29 


29 


— 


— 


38* 


75* 


30 


31 


— 


5 


2* 


7 


31 


30 


— 




39* 


74* 


32 


32 


— 


— 


40 


— 


33 


33 


-^ 


— 


41 


— 


34 


34 


— 


25 


42* 


43 



XXVIII 



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35 


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36 


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38 


39 


— 


39 


42* 


26 


40 


43 


— 


41 


44 


10 


42 


45 


— 


43 


46 


— 


44 


47 


— 


45 


48 


— 


46 


49 


— 


47 


50 


13 


48 


51* 




49 


52 


— 


50 


53, 


— 


51 


54* 


— 


52 


55 


20' 


53 


56 


— 


54 


58 


9 


55 


59 


— 


56 


124 


— 


57 


60* 


14 


58 


125* 


— 


59 


126 


■:- 


60 


— 


— 


61 


127* 


— 


62 


128 


— 


63 


129 


— 


64 


130 


— 


65 


131 


— 


66 


132 


— 


67 


133 


— 


68 


135 


— 


69 


138 


— 


70 


139 


— 


71 


140 


— 


72 


144 


— 


73 


145 


5 


74 


146 




75 


147 


— 


76 


148 


— 


77 


149 


— 


78 


151 


— 


79 


152 


— 


80 


137 Spr. 


fehlt — 



29 


10 


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31 


II 


61 




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54 49 

86 51 



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59 
II 



— — 54 

81 — 67 

6 3 87 

47 21 12 



57 - 58 



XXIX 







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II 


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— 


80 


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105 


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— 


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106 


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107 


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108 


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— 





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113 


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114 


III 


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171 


140 


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145 


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154 


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155 


— 


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159 


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160 


— 


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164 


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165 


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166 


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— 


169 


— 


170 


— 


171 


— 


172 


— 



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17 



- - - 56 

30 — — 42 



27 3 — 39 

7* 16 — 26 



— 13 — 34 

32 75 — 44=114 



70 



36 52 



XXXI 

F« A F/ Fi? H D 

— 74 — 27 

— 18 — 79 
17 83 — 17 



173 


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174 


— 


175 


68 


176 


69 


177 


70 


178 


71 


179 


72 


180 


73 


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74 


182 


75 


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77 


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78 


186 


79 


187 


80 


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81 


189 


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190 


83 


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192 


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197 


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198 


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199 


141 


200 


94 


201 


93 


202 


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203 


9 


204 


18 


205 


26 


206 


36 


207 


40 


208 


41 


209 


57 


210 


89 


211 


98 


212 


117 


213 


134 


214 


143 


215 




216 





217 


— 


21 H 





66 24 — 

32 — 28 



— — — 49 

— — — 52 
25 9 _ 24 

15 8 5 36 

II — 2 

31 42 — — 

— — 31 77 

— 19 — 16 



35 - - 48 

— — — 55 

— - - 63 

— 30 — 69 
-55-53 
34 - - 47" 

3 - - 6 

12 — — — 

23 38 — 92 

24 — — — 



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319 — 29 

220 — — 

221 — — 

222 — — 

223 — — 
^^4 — — 

225 — — 

226 — — 
^^7 — — 

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230 — — 

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288 — — 

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240 — — 

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251 — - 

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258 — — 

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264 — — 



— 


— 


41 


37=90 


13 


103 


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66 


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51 


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80 = 1 04 


65 


23 


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— 


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77 = 93 


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78 = 94* 


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■ — 


20 


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— 


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69 

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— 


— 


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— 


— 


— 


81 








82 


— 


— 


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— 


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— 


— 


89 


— 


— 


90 


— 


— 


91 


— 


— 


93 


— 


— 


94 


— 


— 


95 



XXXIII 



A F/ F/3 H D 

265 — — — — 96 

266 — — — — 97 

267 — — — — 98 
-268 — — — — 99 
269 _ _ _ _ loi 
-27Ö — — — — 105 
271 — — — — 106 
.27,2 — — — — 109 

273 — — — — III 

274 — — — — 112 

275 — — — — 113 
;876 — — — — 115 
^77 — — — — 116 

278 — — — — 117 

279 — — — — 118 

280 ^ — — — I 



» 



Berlin, im Juli 1895. 

Adolf Tobler, 



Li proverbe au vilain 



1. F«i Ai D37 

Frans cuens, vostre manaie 
Atent, tant que je Taie, 
Ne n'ai soing de Taiitrui; 
Ainz me prien et reprien 
Et si dout et si crien 
Que je ne vous enui. 
Qui bien atent ^ ne sour atent, 
ce dit li vilains. 

I F. cuers FaA 2 Atenz Fa Aten A t. ki ieo D 3 Ne 
nai s. dautrui A de autrui D 4 preim et repreim Fa criem 
recriem A 5 si doute et si priem A 6 Qui D 7 a. ne 
repent D 

2. F« 2 A150 F718 Fi345 H19 D102 
Durement me merveil, 
Quant son privé conseil, 
Se il son cors ne het, 
Nus hon dit a sa ferne; 
Qu'ele Tespant et semé, 
Tant que chascuns le set. 
Mal est coverz, cui li eus pert, 
ce dit li vilains. 

I De celui mesmervail D 2 Qui AFyHD 3 Si il 

inolt ne se het D 4 Dist nus hon A Nus hom dit F/ Le 

raconte H Wait counter a f . D 5 Ele A Ensemaunt lespaunt 
ccle \) 6 chascun H Qui checuns le s. D 7 Mal se cueure 
(Jui le cul p. H Malement se covre a qui le cul p. D 8 dist A 

3. F« 3 F728 F/335 H 12 Dioo 
Riche dame engoulee, 
Quant bien est saoulée, 

i ..!<!.. , 1 : proverbe au vilain. 1 



- »»)»»»»»»»»»> ^ ««<««««««««« 4> 

Au mangier son seignour 
S'asiet par grant dangier, 
N^ele ne puet mangier 
Rien qui li ait savour. 
Tierce mie paste set, 
ce dit li vilains. 

I Dame bien F/9D 2 Q. uient bien s. F/9 Q. est bien s. H 
Q. ele vient s. D 3 mengier F«F)/F^H A table s. D 4 dongier 
Fa Dont sasiet au disner H Demeine g. D 5 mengier Fcf Fy H 
Dist quel (ki ele D) ne p. Fy F/? D Et dit n. H 6 R. ne li a s. 
Fj/F/9H Ken ne a savoure D 7 set. Au coulon saoul cerises 
ameres F« T. nue p. D 

4. F« 4 A 136 F733 D46 
Quant mainte dame essaie 
Et tente la manaie 

De son seignour souvent, 
Bien veut qu'il l'entreprenge ; 
Se il donc ne s'en venge, 
Puis fait maint fol couvent. 
Li chaz set bien oui barbe il lèche, 
ce dit li vilains. 

î Mainte d. e. FaFy Meint d. D 2 Se tient a la foie F/ 
E cerche D 3 De seruir son seignor Yy 4 quil entrepreigne 
F«A Sauient quil entreprenge Fy qui il entreprerae D '5 ne se 
V. A Celé sel puet sen Fy leo le di pur vérité D 6 Et li fet 
un fol tour Fy Pus fest m. D 7 barbes A Bien set li ch. Fy 
Asez set chat ki b. D 

5. F« 5 A 15 F^34 D18 

Celui tieng je pour sot 
Qui au premerain mot 
Son marchié prent et fait, 



Et celui qui s*amie, 
Se c'est que l'escondie, 
Au premerain mot lait. 
Aîi premier coup ne chiet pas li chaisnes, 
ce dit li vilains. 

I tent D l va. tient et A et fest D 5 Sil est kel lese. 
A Sel set quel sesc. F^ Ja seit ki ele lescoundie D 7 ch. mie 
li AF/9 Al premerain c. D 

6. F« 6 A 142 F721 Ff3 36 D 19 
Quant dame ne respont, 
Qui la prie et semont 
Que drüerie otroit, 
Fous est, s'il en a aise, 
S'il senpres ne Tesquaise; 
Et face ce qu'il doit. 
Asez otrie, qui se taistj 
ce dit li vilains. 

I Q. la d. r. Fa Q. femme ne AYß 2 Q. lemprie FaD 

ui on proie A Que len p. FyFß 3 Qui d. otrie D 4 e. sil 
le baise F/ e. si il veit sei aeisse D 5 Que s. ne la baise A 
il en a lieu et aise Fy Se s. ne lesquaisse Fß Si il vous ne 
i quaisse D 6 Sen f. A Si f. Fß ceo ki il deit D 70. qui 
ot ne sonne A o. q. mot ne dist Fy Trestot son don bestorne 
: ;int le tome et retornc Maine et remainc Fß 

7. F« 7 A3 FßsS D.|o 
Quant li riches pramet 
Au povre et il le met 
De rien en espérance, 
Bien cuide cil savoir 
Que il le doie avoir 

1* 



o»>?>?»» »»»>»» » #« «« « «««« C« «« ^ > 

Au terme, sanz doutance. 
Plus apareilliee chose remaint, 
ce dit li vilains. 

I promet FaAD 2 li met D 3 riens F/9 4 Et cil 

cuide por uoir A Et cil c. s. F/9D 5 il li die voir Fcc Qui il 

deie aueir D 7 apareillie FaAF/9D remant D 

8. F« 8 A4 F/372 D32 
O bien grant tenement 
Ai vëu folement 
Maint ome contenir, 
Et tel qui pou avoit, 
Qui tresbien en savoit 
A grant enor venir. 
A petit porcel done dieus bone pasnaie, 
ce dit li vilains. 

I A A De Yß 2 A on veu souuent A 3 soustenir F« 
4 Et tiex q. p. sauoit F« 6 honor F«AD 7 A petite poree 
d. d. b. pesnaie F« b. racine AYß bon padnaie D 

9. Fa 9 A 5 H 29 
Pour son grant parenté 
S'est mis en orfanté 
Mainz orgoillous estouz; 
De ceus qui par outrage 
Perdent lour eritage, 
Veons nous souvent mouz. 
Mesure dure, 
ce dit li vilains. 

3 Maint Fa Meins orgeus e. H 4 De tiex H 6 s. mit 
F« Mit souuent v. n. A Auon ueu plusors H 7 M. mit d. Foc 
Chose ou a mesure plus longuement d. H 



• »»»»?»»»»»»»>t ? ««<«««««««««^ 



10. F«io A 6 F/350 
Qui a grant seignourie, 
Provosté o baillie, 
N'a soing de conpaignon; 
Face tort o droiture, 
De conpaignon n'a cure, 
Ne plus que d'un gaignon. 
Chiens en ciitsine son per n'i désire, 
ce dit li vilains. 

I Provosté (Prevostez F/9) et baillie FaFß 2 Par enuie 
baillie Fa Et année faillie Fß 3 Grieue son c. FaF/? 6 Nient 
pi. A 7 per ne AF/9 

n. F«ii A7 Fßss D35 
Ne voi ne fol ne sage 
Qui couvoit son damage, 
Ainz veut chascon son bien. 
Li juenes et li vieuz, 
Nés mes sire aime mieuz 
A son uès que au mien. 
Qjii fait son prou, ne cuit sa main, 
ce dit li vilains. 

î uoi fol F/9 3 V. chascuns A v. chacun D 4 Ni voi 
»ne ne viex Fa II nest joenes ne viex A iofnes ne li D 5 Mes 
lon frère Fa Ke asses naime A N. me sire Fß Nés nus frères 
1)1 m. D 6 Al soun oes D 7 cuist son doi A ne congie sa 
^ prou evist D 

12. Fa 12 A 8 D30 
Nus ne puet deservir 
Gré en félon servir, 
Souvent l'avons vëu. 



^ »»»»»»»^>^ »>»» ^ «<««««c«««««« ^ 

Servirs trop pou i vaul; 
Qui une foiz li faut, 
Si a trestout perdu. 
Au vespre loe on le jour, au matin son äste, 
ce dit li vilains. 

3 S. avons A 4 Que seruir pou A Seruise poi v. D 
5 Car sune Fcf Si u. f. i f. D 6 perdue Fa a le tout A Si lad 
lem tout D 7 le biau ior et au A Al seir lo lum 1. j. et al D 

13. F« 13 A 10 F|9 28 D72 
Fous est, qui tant atent 
Que on a escient 

Le sourprent en träine; 
Ainz que cil le déçoive. 
Face qu'il aparçoive 
Qu'il sache son couvine. 
Buer escrie le lou, qui sa proie rescout, 
ce dit li vilains. 

I e. sachiez de voir Fa 2 Qui ce lait deceuoir Fa Que 
len a Yß Ke le suen D 3 Quant uoit la uerte fine Fa s. et tr. 
Yß Le suen prent et tr. D 4 Mains ains con le Fa 5 Face 
qui le decoiue Fa quil se aparceuie D 6 Qui bien set le c. Fa 
Et sache F/? Ke ben set sa D 7 Ber Fa qui reskeut s. pr. A 
Bar chace 1. 1. q. s. pr. en r. Yß Et par pluie et par bel deit lern 
porter sa chape D 

14. Fa 14 An Y^^i D78 

A paines trueve Ton 
Träitour ne félon 
Qui tiegne nule loi. 
De fil a félon père 
Ne faire ton conpere; 



Ja ne te tendra foi. 

De put uef put oisel, 

ce dit li vilains. 

I trueue on A paine F^^ D 3 Qui soit de bone foi ¥ß n. 
fai D 6 tendroit A die Zeile tmlesbar Fß ne t. fai D 7 Di 
put lin p. D 

15. Fa 15 A 12 F/? 14 H 6 

Quant muert princes ne rois 

Ne cuens, tant soit courtois, 

Adonc comence guerre; 

Ja puis ne la garrons 

N'a ribauz n'a larrons 

Qui destruisent la terre. 
Ou chiet boise, si sourt noise, 
ce dit li vilains. 

I m. ou rois ou quens A H m. ne rois ne quens ¥ß 2 Ou 
princes qui soit buens A Ne priuez tant s. boens ¥ß Ou prince 
tant s. bons H 3 Adont Fa Demanois monte g. A Yß Des 
maues monte g. H 4 Puis ni aura raison A garron Yß la puis 
ne fineront H 5 Pautonnier et larron AF/9 Pautonnier tuit 

iuont H 6 Sesmueuent par 1. t. A Esmueuent par 1. Yß Et 
honisent la H 7 si fait n. Fa b. la muet A La ou ch. H 

16. Fai6 A 13 H30 
Cil qui l'autrui a pris 
Et touz tens a apris 
A vivre d'autrui pain, 
Puis manjue a grant paine 
Le suen, ensour semaine 
Se lait morir de fain. 
A enviz muert, qui apris ne Va, 
ce dit li vilains. 



»»»»)»»»»»» »»#« «««<««X««««< - 

2 tot tens H 4 Moût mengue Fa Puis mengue A Puis 
meniue H 5 sien Fa Dou sien longue s. A Du sien une s. H 
7 Enuis A A peine m. H 



17. Fa 17 A 14 
Moût ai de bons amis 
Qui souvent m'ont pramis 
• Ce que cuidoie prendre. 
Grant chose ne me vuelent 
Doner, faire nel suelent; 
Et je rehaz atendre. 
Qui petit me done, il veut que je vive, 
ce dit li vilains. 

2 promis Fa A 3 Faillance faz au pr. A 4 ne vuelent A 
5 Ne il ne le s. A 6 Je rehe mit a. A 7 donne cil veut A 



18. Fa 18 A 16 F/9i5 H 7 D8 
S'aucuns hon a plenté 
Et a sa volenté 
Dras et or et argent, 
Quel gré Ten doi savoir, 
S'il a son grant avoir 
Et je n'en ai nient? 
D' autrui prou s'esjot^ qui le con sa ferne voit, 
ce dit li vilains. 

I Se chascuns a A Se aucuns a F^9 Qui aukes ad p. D 
2 E ad s. D 3 Et de d. et darg. AD 4 li doi A Que men 
doit il chaloir H g. ien dei D 5 Cil Fa Se il a s. a. A Si il 
ad soun g. a. D 6 E io ie nen ad nent D 7 sesjoit FaA con 
radiert in A Dautrui belet sesgot Fß Dautri belet sesioist H sa dame 
V. F^H Ne autrus peie ses ioit Ici le coun sa dame manera D 



■ »»»»>»»»»»»>» ^ «««««««««««« - 



19. FßiQ A 17 Fßzy H 65 D 13 
Chascuns ami se fait 
Et dit tout entresait: 
Dou tout en vous me met; 
Se mestier aviiez, 
Donc aparcevriiez 
Ce que je vous pramet. 
Plus sont de coup er es que d'amis, 
ce dit li vilains. 

I (.)aucuns se fet cosins H amis FaAF/?D 2 d. beaus 

douz amis H d. ben en treshait D 3 t. a v. Fa De t. en v. D 

4 m. en auiez Fa " besoing en aures A besoig a. F^^HD 

5 Dont aperceueriez Fa Adont aperceures A D. esproueriez H D. 
aparceuerez D 6 Ceo ki jeo D 7 P« est d. A que ne sont 
d. F/9H P. sount c. ke a. D 



20. F« 20 A 19 F/971 H 26 
Touz jourz voi l'userier 
De prendre coustumier, 
Ja lassez n'en sera. 
Ait eine cenz mars o mil, 
Tant se tient il plus vil, 
Se ses voisins plus a. 
Plus a li de ab le s, plus couvoife, 
ce dit li vilains. 

I Couz Fa Couuoiteus vseriers AF/9 Te uoi touz usuriers H 
2 Prent tous dis volentiers A De p. uolantiers Yß costumiers H 
\ Aine riens ne refusa A Ainz ne refusa riens ¥[i Onques nen font 
refus H 4 Eit cent mars ou trois mil H 6 Au uoisins plus 
et plus H 7 Corn plus A Tant plus a 1. d. et pi. vclt F/9 le 
deable et il ^\m% coueite H 



10 

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21. F« 2 1 A20 H 32 

De ce sai bien la some: 
Fortune alieve un ome 
Sour touz ceus dou pais; 
A un soûl coup l'abaisse, 
Touz ses parenz si plaisse 
Que chascuns est chaitis. 
Cil qui haut monte, de haut chiet, 
ce dit li vilains. 

2 F. lieue lomme A eslieue un H 3 c. dun p. H 4 Puis 
labat a un fes AH 5 p. après AH 6 Fait poure (poures H) 
et chaitis AH 7 Qui plus h. m. de plus h. ch. A Qui plus haut 
bee quil ne doit sa coueitise le decoit H 

22. F« 22 A 21 D21 

Povretez va et vient; 
Mais cil qui honte crient, 
La suefre o bon corage, 
Ne ja pour sa poverte, 
Se dieus li a soferte, 
Ne recevra hontage. 
Plus dure honte que sou/raite, 
ce dit li vilains. 

I Pourete F« 3 Sesforce od D 6 r. damage F« Ne 
souferra h. A Ne avéra trop grant h. D 7 ke sofFreit D 

23. Fa 23 A 22 F/3 85 H 17 D 76 
Cil qui se sent coupable, 
Espoire bien sanz fable 
De chascun de la gent. 
Si tost come il le voit, 



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Que cil uns auteus soit 
Con soi mëisme sent. 
Ce cuide li 1ère que tuit soient si frère, 
ce dit li vilains. 

I corpable Yaß 2 Nespoire A 3 Que chascuns Fa De 
toute (Que t. F/9 A t. H) lautre g. AF/9H De touz autre g. D 
4 De tous ceaus quil voit croit A Dont il le sanblant v. F/9 Dont 
il essample v. H Dount il les semblaunz v. D 5 Kautretex chas- 
cuns s. A Que il autretel s. F/?H Qui checuns autel s. D 

6 C. cil meismes Fa Con meimes se s. H Cum il meimes s. D 

7 lerres Fa cuident li leres que tout A li lierres F/9 leres D 

24. F« 24 A 23 F/3 2 1 
Puis que ne veut tenir 
S'enour ne maintenir, 
Gentis hon qui n'a rien 
Ja celui n'amera 
Qui li conseillera 
Ne s'enour ne son bien. 
Fous est, qui conseil ne croit, 
ce dit li vilains. 

I Cil qui ne A Puis con ne F/9 2 Seignor et bien seruir F/9 
7 Nest hon q. A Nest dorne q. F/9 

25. Fa 25 A 24 F/359 D64 

Nus de son bon seignour 

Qui l'aime par amour 

Ne doit prendre ne traire 

Quanque il li donroit 

Ne quanqu'il li porroit 

Esraangier ne for traire. 
N'est amis, qui rien ne lait, 
ce dit li vilains. 



>î^ »»»?>»?»>?>»»»#CC<CCCCC««C<«C«««< . 



I Cil ki ad D 2 De cui il a lamour A Sil laime F/9 Qui 
il D 3 ne atreire D 4 Quantke il doreit D 5 quanque 
li F/9 q. il p. D 6 Ne embler ne forstr. A Esmaner F/9 De 

soun aver forstr. D 7 Qui petit refuse, grant masse (m. ne A) 
doit penre FaA 

26. F« 26 A 25 F/? 49 H 22 Dg 
Princes qui doit valoir, 
Qui met en nonchaloir 
Et son ome et son oste, 
Si voisin le träissent, 
Maintenant l'envaissent 
Et de riere et d'encoste. 
A mol pastour tous chie laine, 
ce dit li vilains. 

I Prince AHD 2 Si m. H m. a n. D 4 Se v, le baissent 
Fa Si lîome A lenuaissent F/9H lenhaissent D 5 Tantost et e. 
A Demanois le laidissent F/9 M. lenhaisent H De mêmes D 6 de 
coste F« Et deuant et enc. AF/9 Et derr. et enc. H 7 leus li 
ch. A A mal p. chie lox 1. F/9 p. chie li leu 1. H A mois poste 
lus ehie lein D 

27. F« 27 A 27 H 36 
Li fous de sa besoigne 
Ne cure ne ne soigne, 
Ainz met en nonchaloir. 
Ja garde n'i prendra, 
Tant que li poinz vendra 
Que riens ne puet valoir. 
Qui a oure veut mangier, ainz oure doit apareillier, 
ce dit li vilains. 

I Fols hom AH 2 Ne prent c. ne s. AH 4 nen pr. H 
5 Duske leure A luques leure H 6 Qui H 7 mengier a h. F« 
Qui a droite eure v. m. einz e. H 



13 



I 



28. F« 28 A 28 H 37 

Sour toute créature 
Doit on amer mesure; 
Li sages hon touz jours 
Trestout le petit pas 
Rist bien dou mauvais pas 
Ou li fous chiet le cours. 
Sages hon ne chiet ou pont, 
ce dit li vilains. 

I Por t. Fa 2 hon estre a m. H 3 Li saige home 
touz iors F« Sage home ne meschiet A Enuers toz ses détours H 
4 Tr. le maues p. H 5 Rit bien d. Fa Soste fors dou mal p. 
A Soste le petit p. H 6 f. souuent chiet A Ou lautre quiert 

le H 7 ch. en p. A Qui est garniz nest desconfiz H 



29. F« 29 A 29 H 38 D 75 

Li hon suefre sa honte, 
Lonc tens n'en tient nul conte, 
Puis venge ses talanz. 
Mainte bontez est faite 
Que on a puis retraite 
Des iluec a set anz. 
Viez plaie cuit, et viez dete aide, 
ce dit li vilains. 

I (.)uns H Mainz houm D 2 Nul t. ne t. Fa L. i. (|iu 

nen t. c. A L. l. nen fet n. H Semblaunt ne fest ne c. D 
4 M. honte e. Fa bonté refraite A M. honte a hon f. H bounte 
e. refaite D 5 Qui a este r. H Qui pus li est r. D 6 a mil 
a. Fa Diluée duska set A Diluecques a sept H De le cheffs a 
et a. D 7 V. p. nuist et v. cete laissie A De uiez pechie 
louele uergoigne H Petite parole fest graunt tensouns D 



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30. F« 30 A31 F/?5 H2 D7 
Cil qui trestout le suen ' 
A faire tout mon buen 
Me met en abandon, 
Quant trestout m'abandone, 
Tout me tout, tout me done, 
N'ai cure de tel don. 
Qui tout me done, tout me viee, 
ce dit li vilains, 

I Q. tr. D son AF/9H 2 f. com del mien F« Me met a 
abandon F/9 Met en son abandon H 3 Affaire tot mon bon F/? 
Mettez a b. D A fere son plesir H 4 Qui AF/9D Ne fet pas 
que senez H 5 Nai cure de tel donne Fa Grant auoir mal 

menez H 6 Ne que chiens de landon Fa Est mit tost departiz H 
7 d. t. me toit F/9 doune t. me nie D t. me vee FaA De povre 
conseil maues iugement H 

31. Fa 31 A 30 H 39 D74 
Genz sourparlee et foie 
Bien petite parole 
Par orgueil hauce et monte; 
Ne cesse ne repose, 
Ainz maine tant la chose 
Qu'ele tourne a grant honte. 
Petite parole esmuet grant brait, 
ce dit li vilains. 

I (.)ent sonparliere H Gent sorpalere e D 2 Porte meinte 
p. H 3 Dont il croist mit grant honte H o. haute D 4 Quant 
sesmuet ne A Tant ua de rue en rue H Quant ses moz ne D 
5 Si con chascun lestrue H Ainz tourne a t. D 6 Que a grant 
dolour monte H Ke ele vent ad D 7 Petite nue a grant brai 
A De peu de parrolle vient grant noise H Qui aventure avent ne 
vent soûle D 



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32. F« 32 A 32 H 40 
D'orne de juene aé 

Pris pou la sainteé. 
Souvent avons vëu 
Qu'il a ou cors la rage, 
Quant il est de Taage 
Qu'il a le poil chanu. 
Qui juene s saintïst, vieuz enrage, 
ce dit li vilains. 

1 josne Fa De ioene home arree A (.)ame de iane a. H 
2 P. por Fa Prise mit s. H 3 Chauon ueu souent H 4 Quil- 
lont Fa Quant el uient en aage H 5 Q. il iert Fa il est en 1. 
A Si a el cors la rage H 6 Quil ont le Fa Et a le poil ch. 
H 7 josnes Fa De ioene saintel viel dyable A De iane pape- 

lart vieil deable H 

33. F« 33 A 33 H 41 
Souvent, si con moi senble, 
Ai moût vëu ensenble 
Proudomes et mauvais; 
Mais cil qui mains valoit, 
C'iert cil qui plus jengloit; 
Pour rien ne fust en pais. 

Ad'ès brait la pire ruée dou char, 
ce dit li vilains. 

4 q. mais v. Fa Et cil A 5 Siert c. q. pi. iougloit Fa Et 
dont mains lor chaloit A Adont meins leur estoit H 6 Cil 
(Si H") gengloit tout ades AH 7 La p. r. d. ch. se fait tous 
lors oyr A La p. r. d. ch. bret tos jorz H 

34. F« 34 A 34 ¥ß2^ H 42 D43 
J'ai dous mestiers apris: 
As letrcs fui ja mis, 



i6 

0>»?»>?>>>r>?>»^ »»»»#<« «««««««<««« ^> 

Or nel tieng ne ne lais. 
De ce sui je bien fers, 
Ne sui ne lais ne clers, 
Si sui et clers et lais. 
Qui dous choses chace^ et nule n'en prent, 
ce dit li vilains. 

1 D. m. ai a. AF/9 (.)ol mestier ai H Deus mester ai enpris D 
2 A 1. fui apris Fa A lettre me sui m. A A lestre F/9 A 1. H A 
le terz fui apris D 3 Or ne le t. ne 1. A nel tieg ne nel 1. F/9 
Mes ie mi ting petit H Ne sui ne clers ne lais D 4 ie tous f. 
A Ce me tome a domage H De I ceo sui ieo ben sers D 5 Sanz 
user nest nus sage H 6 Et sui F/9 Trop me ting au délit H sui 
clers D 7 Q. II chace nule ne p. A Cil qui d. c. chace nule 
F/9 Qui deus chace et nule ne p. D Tel chace le dein Et hui et 
demein Qui puis le pert tot H 

35. F« 35 A 35 Fi9 29 H 10 

Fortune ne séjourne, 

Puis que a mal s'atourne; 

Dou sage orne fait fol. 

Ui li brise la main 

Et le braz l'endemain 

Et au tierz jour le col. 

Cui avient une, n^avïent soûle, 

ce dit li vilains. 

2 Quant ele A Puis quele F/9 se torne AF/9 3 De AH 
5 Et le pie H 7 Cui vient u. ne vient s. A Quant a. H 

36. F«36 A37 F/331 H II D61 
Se je un mauvais ost 
D'un concile o d'une ost, 
Ne sai les queus i lais; 
Se mauvais est li sire, 



I 



17' 
- )>?>»»»»»»»»»» ^ ««««««««««< «<- 

Chascuns hon en est pire; 
Uns hon fait cent mauvais. 
Cui II chiés deut^ tuit li menbre Li f aient, 
ce dit li vilains. 

I les m. o. AF/9HD 2 De commune ou A Dune uile ou 
dun F/9H Dun cunsail et dun D 3 illais Fa sais 1. q. ie 1. A 
ge lais F^ gi les H 4 sires FaAF/9 reis D 5 homs e. e. pires Fa 
Li mieudres est li (en est F^) pires (pire H) AF/9H Checun e. e. 
pireis D 6 Uns en f. A 7 Qui le chief Yß li duelent F/9 Qui 
le chief a enferm Tuit li m. li deut H A ki li D 

37. F« 37 A 38 D60 
J'ai maint ome vëu 
Qui tant ot acrëu 
Qu'après en ert frarins; 
Ce cuidoit a chief traire 
Que ne pëussent faire 
Quatre de ses voisins. 
Moût remaint de ce que fous pense, 
ce dit li vilains. 

I leo ai D 2 t. ont a. Fa t. aveit a. D 3 en sont f. Fa 
(Jue puis en A Ki a. D 4 Cex c. Fa 5 Ou eussent afaire A 
Dount eussent a f . D 7 ceo ke li fol p. D 

38. F« 38 A 39 H 43 D73 
Pour sa chose demaine 
A mainz proudon grant paine, 
N'a chief venir n'en puet; 
Si voi, mon escient, 
C'uns autres pour nient 
Ra quanqu'il il estuet. 
Cui dieus veut aidier, nus ne li puet nuire, 
ce dit li vilains. 

Li proverbe au vilain. 2 



i8 

- »»»»)>»)>»»»?»> ^ V«««<C - : ««««« «« - 

I sa bouche d. H 2 Trauaille uns hons (home HD) et 
p. AHD 3 A chief nen puet venir A E al chef v. ne p. D 4 Bien 
sai a e. A Si reuoi mit souent H Ben vei a asc. D 5 Cun home 
p. H Ke vers autre p. D 6 Ra chose a son plaisir A Ra quant 
que H H Ad quant ke li D 7 Por nient argue oui deu naiem 
H aider ne li puet nuls houme nuire D 

39. F« 39 A 42 F/ 26 Fß 2^ H 9 

Cil qui a moi ne monte, 

Qui destourbe ma honte 

Et m'enour me pourchace, 

Nel doit faire en pardon; 

Ainz l'en doi guerredon 

Et rendre grez et grâce. 
Bo7itez autre requiert et colee sa per, 
ce dit li vilains. 

1 qui ne me sormonte H 2 Et Fy Et destorne AF/9 Einz 
destorne H 4 Nel doi f. Fa Ne d. H 5 lendoit F/9 6 Rendre 
et gr. Fa Et r. et gre A gre FyH 7 Nest tost mas qui aieune 
A Nest tot mal qui aide F^H 

40. F« 40 A 43 F/356 
Li ueil ont le corage 
Si con créant message 
Loiaument afïé. 
Se je départ dou conte, 
De moi ne fera conte. 
Tost m'avra oblïé. 
Ce que euz ne voit, cuers ne deut, 
ce dit li vilains. 

2 con leal m. F^^ 3 affiee Fa L.et afie A 4 d. de c. 
Fa je me part AF/9 5 ne sera c. Fa ne tenra c. A Ja mais nen 
tenra c. Yß 6 oubliée Fa 7 Que iex A Qui oeil n. v. euer F/? 



19 
■ >>W>^>>»»»»»»>» # «««««««<<««C« <- 

41. Fa 41 A 44 F/ 10 Fi9 24 H 66 D31 
Nature Tome prueve 
Autel corne en le trueve; 
Ne ja pour nourreture 
Li cuers fel et vilains 
Ne au plus ne au mains 
Ne lairoit sa nature. 
y a de huisot ne ferez espr évier, 
ce dit li vilains. 

1 trueue Fa le me pr. H le houme pr. D 2 comme le 
leue Fa Sifait com il A Jtel con len Fy Jtel con el le Yß Jtel 

m ie le tr. H Jtel cum il le tr. D 3 Que ja H 4 Honme 
Ty Le euer H 5 plus que au Ta a plus ne a m. A 6 laira 
î'/î lera Fy perdra H Nen perdra D 7 busart ne fera on A 

lisart ne fera len YyYß esperuier F/9 Ja de lome mauues Ne 
»ra on prodome H Ja de busard ne frez bon pernant esperuer D 

42. Fa 42 A 45 
N'est cruautez greignour 
Que de félon seignour 
Pour grever povre gent; 
Quant un ome raaint, 
Ses voisins moût le plaint, 
Car el de soi n'atent. 
Petit est sëurs de sa maison, quila son voisin voit ardoir, 
ce dit li vilains. 

2 de mauuais s. A 4 Tant Fa Q. li vns daus se plaint A 
5 (Jue son voisin raaint A 6 Dou sien el nen a. A 7 Pou est A 

43. Fa 43 A 46 Fi9 6i D62 
Li vilains, se manjue 
Le blé de sa charrue, 



20 

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N'en queut sens ne savoir; 
Mais quant il est bien ivres, 
Donc cuide estre délivres 
Et cuide asez savoir. 
Plus a de paroles en un mui de vin qu'il n'a en 
cent charretées de froment, 
ce dit li vilains. 

I V. si mengue FaD Se li v. m. A v. quant m. F/9 3 Ja 
plus naura s. Fa Ne quiert F/9 Ne cuilt sen D 5 Lors c. AF/9 
Lores D e. deluiures F/9 6 assez avoir FaD Et c. tout s. A 

Lor c. Yß Lores D 7 a p. (parole F^) en un sestier de v. que 

en un mui daigue (de forment D) AF/9D 

44. Fa 44 A 47 H 44 
Cil qui se desgamist 
Dou suen, on l'escharnist, 
Quant il n'a mais que prendre; 
Tost va avoirs et vient. 

Mais hon qui honte crient, 
Ne s'i lait pas souzprendre. 
Et par pluie et par bel tens doit on porter sa chape, 
ce dit li vilains. 

4 und 5 umgestellt Fa auoir H 5 Cil qui pourete cr. A 
Mes cil qui h. H 6 souprendre Fa Ne se 1. AH sorpr. AH 
7 Et par bel et par lait d. A Et par beau tens et par le tens d. H 

45. Fa 45 A 48 H 45 
Qui a mil mars d'argent, 
Cil qui l'en tout les cent, 
Le fait forment confus; 
Se tu au povre touz. 
Qui n'a que quatre souz, 



« »»?>»»»?»»»»»>^«««««««c«««« - 

Les dous, tu li tous plus. 
Qui petit a et petit pert, de grant se deuf, 
ce dit li vilains. 

1 Ki .m. mars a d. A 2 Et on len H 2 f . granment 
c. A Forment se fet conclus H 5 Q- naura que .V, s. A Qui 
naura que vingt s. H 6 Les .v. H. 7 Qui petit a petit pert ce d. For 

46. F« 46 A 49 H 46 

Cil qui chantent et lisent, 
Par maintes foiz eslisent 
O abbé o priour. 
Tel corne il l'ont, le prenent. 
Mais moût souvent asenent 
A trestout le piour. 
Pour soufraite de proudome asiet on fol en chaiere, 
ce dit li vilains. 

2 P. meinte f. H 3 prieus Fa 4 Tel lont com il le Fa 
prendent A Tel c. i. chiet H 5 Et bien souuent entendent A 
Et bien s. H 7 Par FaH on le fol A a. on bric en banc H 

47. Fa 47 A 50 F/ 13 F/363 
Ja nus n'avra tel soigne 
De faire la besoigne 
Con cil cui ele tient; 
Cil la quiert, cil la trace 
Et demaine et pourchace, 
Tant que biens l'en avient. 
Cui est li asnes, a la coîie li court, 
ce dit li vilains. 

i Ja cil naura t. soig F/9 2 f. sa b. Fa f. autrui b. Fy 
f. autrui besoig F/9 3 cil qui a le seing Fa cil qui a besoing 
A r. a cui el t. Fy cil qui a tesoing F/9 4 C. le q. c. le tr. A 



■ »»» » »»)» »» »»» ^««««C«(C(« «««« ~ 

5 Et demande A Et maine et F/9 6 Comme por son besoin^' 
FaAFß 7 Cui li a. e. sel tiengne par 1. k. A Cui lasnesse est 
e li court a la coue Fy si li cort ala q. Fß 



48. Fa 48 A 51 

Ja ne tendrai a dete 
Nului qui me pramete, 
De teus ai moût vëuz; 
Mais itant sai je bien: 
Quant aucuns me dit ^tien', 
Ne sui pas decëuz. 
Mieuz ain un ^tien' que dous Ju l'avras\ 
ce dit li vilains. 

I Ja nus niert de bon estre A 2 promele F« Qui tous 

tans veut prometre A 3 De ceaus A 5 aucun me d. rien Fa 
me doit rien A 7 Bons est li diex qui en présent aye A 



49. F« 49 A 52 F/9 73 D 23 

Quant hon par nonsavoir 
A perdu son avoir, 
Lors dit, quant est lassez: 
Dieus, garder nel savoie; 
Mais s'ore le ravoie, 
Touz tens avroie asez. 
A tart ferme on Vestable, quant li chevaus est per duz, 
ce dit li vilains. 

' I Q. nus p. F« Q. fols p. D p. mal s. A 3 Lor F/9 E 

il est ben matez D 4 savei D 5 se ie le F« si ore le 

avei D 7 Quant li ch. e. p. si ferme len lest. F/9 Quant le 
cheval est emble dounke ferme fols lest. D 



23 

■ >>>>?>>>>>>>>>>>>>>>>>>> # <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<< ^ 

50. Fa 50 A 53 Fßs3 H 8 
Coquin truant paillart 
Font souvent le gaillart, 
De bon mangier sont aigre. 
Mieuz aiment estre nu 
Et povre et bien peu 
Que bien vestu et maigre. 
Qui au matin prent la coke, toute jour la conforte, 
ce dit li vilains. 

I Cil cokin cil bregier AH Cil coquin talurgier F^9 2 Cil 
truant tauernier A Cil truant pautonier Yß Cil garçon pautonier H 
3 De maint m. AH Sont de m. mit ai. F/9 4 nus Fa M. vuelent 
poure et nu A M. uient poures et nuz F/? Miex saiment cras et 
nu H 5 peus Fa Estre et por vill tenu A Estre et b. pëuz 
F/9 Et estre mal uestu H 6 uestuz Yß Que mal peu et m. H 
7 ior la porte A Qui matin reçoit lacolee tot le ior la porte H 

51. F« 51 A 54 
Et ici et a Rome 
Prent chascuns de son orne 
A petite ochoison; 
Puis que il l'ochoisone, 
De petit l'araisone, 
De son tort fait raison. 
Mauvais partir fait a so?i seignour, 
ce dit li vilains. 

I De ci iusques a A 2 chascun Fa ch. le sien h. A 
3 oquoyson Fa petit doch. A 4 il la qoisonne Fa 7 M. 
partit Fa Tantes viles tantes guises A 

52. F« 52 A 55 Fy2o F/î 1 1 D 20 
Povres touz tens laboure, 
Pense et travaille et ploure, 



24 

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Onques de euer ne rit; 
Li riches rit et chante, 
De grant chose se vante, 
De prou li est petit. 
Touz se fait lié^ qui auques a, 
ce dit li vilains. 

I Poure Yß 2 P. tr. FaFyD Plaint et tr. F/S Pensez 
trauaillez et ploure D 3 Nonques A 5 soi v. A De granz 

choses F/9 6 De par li F« De poi AFyD 7 liez Fa T. est 
1. A Ne set li saouls comme (que F/9) est au fameilleus FyF/9 
Ne set li saulfs cum esteit al jun D 

53. F« 53 A 56 F/^22 D14 
D'aquester orent erres, 
Qui de fieus et de terres 
Firent département. 
Cil se fist roi, cil conte; 
Onques ne tindrent conte 
De toute l'autre gent. 
Qui avant prent, ne s'en repent, 
ce dit li vilains. 

I De ajuester vienent D 2 Que F/9 de feins et des t. D 
3 Eurent d. Fa Fount départir la gent D 4 Cis se f. rois eis 
c. A rois F/9 Mes cil roi noun c. c. D 5 n. firent c. Fa 

Donques F/9 Ne tienent houkes counte D 6 De lour département D 
7 Q. premiers (primes F/9D) pr. AF/9D ne se AD * 

54. F« 54 A 58 F/ 9 
De court me vois issant; 
Se m'en is en croissant. 
Je revieng en decours. 
Fous sui, quant m'en départ; 
Ja n'irai celé part 



25 

Que truisse tel secours. 

Fous est, qui court a meillour pain que de froment, 

ce dit li vilains. 

I c. men u. disant Fa c. men v. A 2 Si Fa Se ien vois 
A Se ien is Fy 4 q. me d. Fa qui men A 6 tr. nul s. Fa Ou 
tr. A 7 e. qui meilleur p. quiert que A Fols qui quiert m. Yy 

55. Fa 55 A 59 H 47 
Cil qui celer ne set 
Son covine, on le het 
Et refuse s'escole; 

Mais cil qui bien se çoile, 
Escorche et plume et poile; 
Ja n'en sera parole. 
Li bon celeour vainquent, 
ce dit li vilains. 

I Fols qui A (.)ui c. bien ne H 3 Et refuse en esc. H 

4 Et cil H 5 Icil esc. et poile H 7 bons celeeurs Fa Li 

bon soufreor vaint partout H 

56. Fa 56 A 124 D59 
N'ai cure de poverte; 
Ne ferai si grant perte 
Dont li cuens ne me gart. 
S'il de moi n'est lassez, 
Touz tens avrai asez, 

Se il le suen me part. 
A sëur boit, qui son lit voit, 
ce dit li vilains. 

I Nai garde AD 2 Ja ne ferai celé p. D 3 li cuers 
f' 1 Se de A Si de mai est D 6 Ja al soun ni p. D 



26 

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57. F« 57 A6o F/ 14 D 33 

Maint fol orne ai vëu 
De maint bien conëu 
Et qui bien ert amez, 
Si rai vëu maint sage 
Qui en tout son aage 
N'ot onques pain asez. 
Tel le veez, tel le menez, 
ce dit li vilains. 

I Jai maint h. v. Fy M. simple h. D 2 Qui bien conçus 

fu A Qui ben ert c. D 3 Et prisies et âmes AD Ou qui ert 

bien a. Yy 4 Si ai FyD 5 âge D 6 Ne out D 7 Wide 
chambre fait foie dame FaFyD 

58. F« 58 A 125 H 48 
Mainz hon est d'autrui chose 
Larges et doner l'ose, 
Ne li chaut ou l'espande; 
Le suen garde et estraint, 
Si se demente et plaint, 
Quant nus rien li demande. 
Dou pain a mon conpere grant pièce a mon ßlluel, 
ce dit li vilains. 

I dautre ch. Fa (.)eint home est dautri H 2 L. ou d. F« 

3 ou despendre Fa 4 Li FaH 5 se gaimente et A Et se H 

6 Q. on riens A riens H 7 Dautrui cuir larges (large H) 
courroie FaH 

59. Fa 59 A 126 
Mainte chose ai donee, 
Mise et abandonee. 
Dont je me repentoie; 
Se ne l'eusse mise, 



27 

Ja ne m'en repentisse 
Et j'en eusse joie. 
Mainz hon jeté a ses piez ce qu'il tient a ses mains, 
ce dit li vilains. 

2 Autrui et présentée Fa 4 Se leusse promisse A 5 Et 
ie men Fa Et ne leusse mise A 6 Ja nen eusse ia i. Fa Que 
encore fust mole A 7 Fols est ki ce quil tient gete a ses pies A 

60. F« 60 F^54 H 49 D51 
Fous est qui a tel soigne 

De faire autrui besoigne 
Que il en pert la soue; 
H fait son grant meschief, 
Le suen lait, si fait chief 
D'autrui prou, dou suen coue. 
Mal oure pour autrui, qui soi ohlie, 
ce dit li vilains. 

I q. autrui soing F/9 2 autri besoing F/9 3 p. son preu 
Fa Quer F/9 il pert D 5 Son preu 1. Fa Li sient 1. F/9 Qui 
lautri tret a eh, H 6 sien pev Fa Dautrui auoir senboe F/9 

Le sien giete en la boe H prou de suen D 7 De maie heure 
naist Fa Por nient prie qui soublie H Mal oure ki se o. D 

61. F«6i A 127 F|386 H51 

Quant je sui a la court 
Dont touz li biens me sourt. 
Si sui come en liiens; 
Tart m'est que hors en soie 
Et par pais revoie 
Mes amis anciiens. 
Lt chiens se lieve de son soue dormir 
Et va au bourc colee recoillir, 
ce dit li vilains. 



28 

- »»»»»»»>»>>>»» ^ C««««««««««<< f^ 

I sui en la Fß 2 tot le bien macourt H 3 Dont sui Fß 
4 que ge hors s. Fß 5 Et que p. p. uoie Fß par pes me r. H 
6 Ariere entre les miens H 7 de soef A Tant grate chieure 
que mau gist FaH 8 Si va A va el b. Fß 



62. F« 62 A 128 

Qui ne puet maintenir 
Grant gent ne court tenir, 
N'est pas pour fol tenuz; 
S'il se puet estrangier 
Adès d'autrui dangier, 
Est il moût bien venuz. 
I^e faut pas dou tout, qui a cheval monte, 
ce dit li vilains. 

2 ne retenir A 3 por fox t. Fa por sot t. A 4 Soster 
sans reprouuier A 5 Se puet dautrui A 6 Ainsi est bien A 
7 faut dou A q. el cheual fiert A 



63. F« 63 A 129 

Quant aucuns hon par mal 
Afole autrui cheval. 
De fi puet on savoir, 
Grains en est et pesanz. 
Si li prise on dous tanz 
Qu'il n'en pëust avoir. 
Chose perdue cent souz vaut, 
ce dit li vilains. 

2 A. son ch. A 3 fi poes s. A 4 et pensans Fa et 
dolans A 5 Se Fa Si len poise .vu. t. A 6 ne peust 

valoir A 7 perdue .c. f. vaut A 



29 

64. F« 64 A 130 H 52 
Mainz hon par hardement 
Si grant folie enprent 
Dont il muert sanz confesse; 
Uns autres si s'aroute, 
Ja la ou avra doute 
Ne fera point de presse. 
Mieuz vaut hone fuie que mauvaise atente, 
ce dit li vilains. 

I M. fols p. AH 2 Tel f. entreprent A 3 Quil en 
m. H 4 si a Route Fa U. a. sen redoute H 5 Ja lau il 
a grant d. Fa 6 f. trop grant pr. AH 7 b. fuite H 

65. F«65 A 131 
Ja dui fol orgoillous, 
Estout et desdeignous 
Ne se consentiront; 
Se rien ont a partir, 
Bien sai qu'au départir 
Par mal départiront. 

Ja dui orgoillous ne chevaucheront bien un asne, 
ce dit li vilains. 

I Jadis f. F« 2 et dedaingnos Fa 4 riens A 6 mal 
le partiront Fa 

66. Fa 66 A 132 

Cil qui despendre veut 
Et il granz genz aqueut, 
Dou suen face raison. 
Gart chascuns, n'i ait el, 
Le suen petit chatel; 
Car petit a foison. 



30 
- »»»»»»»»»»»» # C«««<««C<«<CCX<« - 



Pains chauz n'a que trois quartiers, et li durs en 

a quatre, 

ce dit li vilains. 

I qui grant gent akeult A 2 Et qui despendre veut A 

3 De poi il prent poison A 6 A petit de f. A 7 Par lains 

chans na que .II. quartiers ce dit Fa 



67. F« 67 A 133 
J'ai öi corroucier 
Maint ome et manecier 
Autrui pour son contraire; 
Mais tout ce remanoit, 

Ja soit ce qu'il senbloit 
Qu'il en vousist plus faire. 
A petite pluie chiet granz venz, 
ce dit li vilains. 

3 A. par grant c, A 5 El euer ne li manoit A 6 Que 
plus en V. f. A 

68. F «68 A 135 
Hon qui chiet en raalage 
En un lointain voiage, 
Prise pou manandie; 
Mais ses amis remaint, 
Qui le garde et le plaint 
Et a mort et a vie. 

Mieuz vaut amis en voie que deniers en corroie, 
ce dit li vilains. 

I Por prise qui malage A 2 Kiert en 1. v. A 3 — 5 féluen; 
der Raum dafür ist leer gelassen A 



31 

69. F« 69 A 138 
Deniers va en touz lieus; 
Les terres et les fieus 
Achate danz Deniers; 
L'un lasche, l'autre apresse, 
Les orgoillous abaisse 
Et les unbles fait fiers. 
Qui deniers a e7i bourse, si a vin en pot, 
ce dit li vilains. 

1 De deniers est mains loiez Fa 2 Des t. e. d. fiez Fa 

3 A. on de den. Fa A. on o den. A 4 Lun sache Fa lautre 

presse A 7 Q. a d. em b. sa vin Fa 

70. F« 70 A 139 D54 

S'uns evesques m'a chier 
Et je rente requier 
Et je ra'i apareil, 
Mieuz est qu'il la me vende 
Qu'il me doint la provende, 
Ce trueve en son conseil. 
De vuide main vuide priiere, 
ce dit li vilains. 

I Se ie prouende quier A leo provende requier D 2 A 

leuesque et requier A A un evesque et quier D 3 Et de ce 

map, AD 4 qui] a me Fa que il la v. A 5 Que il me d. pr. D 
6 Ceo vei en D 7 m. vaine promesse D 

71. F« 71 A 140 F^8i D67 
Povres est de pou las; 
Mais ce ne sevent pas 
Ne li roi ne li conte. 
Puis qu'il suefre po verte, 



32 



Asez petite perte 
A grant chose li monte. 
De mains se crive on Vueil que d'un cheveron, 
ce dit li vilains. 

1 Poures hon de poi las A Poure (Poures D) est de petit 
las F/9D 3 Ne li duc ne A 4 Puis cons s. AF/9 Pus ki s. D 
5 A. petit de p. AF^ 7 m. cr. on son oeil que dun tinel A 

Qui petit a et petit pert de petit se dielt F^D 

72. Fa 72 A 144 F06 H 3 D87 
Mainz hon voit son pain querre 
Son frère par la terre, 
Ne li feroit grant don; 
S'il veoit son ami, 
Si metroit bien pour lui 
Tout son cors a bandon. 
Au besoing voit on qui amis est, 
ce dit li vilains. 

I Tex escondist son pain A h. uait F^ (.)eint home ueit p. H 
Meint houme vest s. D 2 A son f. germain A SofFraitous p. D. 

3 li donne A li donroit du son F/9 li donroit g. H li durrez D 

4 s. anui FaA Se son anui veoit H Sil veit s. D 5 Sempres 
m. p. A Son cors m. p. li F/9 Sempres p. li m. H Senpres mureit 
pur li D 6 Son c. en abandon A Sempres en ab. Yß Le sien 
tot a b. H Soun c. a b. D 7 on son ami A Al bosoing v. lum 
ki e. a. D 



73. Fa 73 A145 F75 F/347 H21 D12 
Qui a haut ome sert 
Et son vivre en désert 
Et de lui ne se muet, 
La doit prendre ensement 



33 

Chevaus et garnement 

Et quanqu'il li estuet. 

Qui a atitel sert^ d'autel doit vivre, 

ce dit li vilains. 

I haut seignor Fy Qui haut s. s. D 2 viure i dessert AFy 
loier d. H 3 de li H Ne de lui D 4 Bien doit H 5 Cheual 
AFy et vestement A Cheuaus dras or et argent D 6 kanckalui AF/9 
Quant que li H E quant ke lui D 7 a tel sert de tel A Qui 

autel FyF^'îH Qui hautel s. de hautel vive D 

74. Fa 74 A 146 

Mainz hon n'a de quoi vivre, 
S'on por dieu ne li livre; 
En son euer lors estrive 
Et si pense en quel terre 
Il voist avoir conquerre 
Dont a enour se vive. 
De maintes se pour pense, qui pain n'a, 
ce dit li vilains. 

I Sages h. ne senyure Fa 2 Qui ne sa de quoi viure Fa 

3 Mais en s. c. estr. Fa A son A 4 Et p. en quelle t. Fa 

5 II voit honor c. Fa II puist a. A 6 D. il a h. v. Fa 7 pain 
nen a Fa De mainte se A 

75. Fa 75 A 147 
Vassaus qui a grant ire 
Prent son ome et martire, 
Fait son enpirement; 

S'il le raient et plaisse 

Que nient ne li laisse, 

11 n'i prent puis nient. 

Qui une foiz escorche, dous foiz ne tont, 

ce dit li vilains. 

Tobler, Li prorerbe au viUin. g 



34 



I qui o gr. A 4 Cil le raaint Fa Si le r. et presse A 
5 Qui F« 6 Nil ni Fa Et si ni pr. n. A 7 esc. ne tont .11. 
fois A 

76. Fa 76 A 148 
Pour aquerre a mainz froiz 
Uns hon et mainte foiz 
Char froide sanz moustarde. 
Ja jour n'avra remire; 

Con plus vit, plus enpire, 
Plus estraint et plus garde. 
Con plus giele^ plus estraint, 
ce dit li vilains. 

I Hons p. a. a frois A 2 homs est m. Fa Et si a m. A 
5 Que pi. A 7 Que pi. A 

77. Fa 77 A 149 
Ce ai je bien vëu 

Que j'ai jadis eu 
Conpaignon sage et buen 
Qui par son bel prametre 
Le mien me faisoit mètre 
Et gardoit bien le suen. 
Le pain au fol manjue on avant, 
ce dit li vilains. 

I bien seu Fa Je sai et ai seu A 2 jadis veu Fa 3 saige 
bien Fa s. et bon A 5 Me faisoit le mien m. A 6 g. tout 
le suen A 

78. Fa 78 A 151 F/Î57 D58 
Longuement ai esté 
O clers, mais conquesté 
N'i ai dras ne deniers. 



35 

Riches et mananz fusse, 
Se autretant eusse 
Acointié chevaliers. 
Qui de loing garde, de près s'esjöist, 
ce dit li vilains. 

1 Lungement D 3 Nen ai D 4 Sires et manant F^ 

5 Se acointié e. A Se longuement e. F/9D 6- De lonc tans A 
Acointiez F^9D 7 loinz FaF/9D près iot AF^^ 

79. Fa 79 A 152 
Je ne voi pautonier 
Ne truant ne bergier 
Ne tant mauvais garçon 
Qui aint parçonerie; 
Ire et pautonerie 
Vient de maie parçon. 

Mieuz vaut mienz que nostres, 
ce dit li vilains. 

2 Truant ne sermonnier A 4 Ki ait A 5 Lire A 

6 de truant garçon Foc 7 que vostres Fa mien que nostre A 

80. F« 80 A 137 
Fous est qui covent fait 
A tricheour ne plait; 
Avenu est souvent 

Qu'il se prent a la briche; 
Li trichiere le triche, 
Ja ne tendra covent. 
Tel foi^ tel cheneviere, 
ce dit li vilains. 

I Pois A 3 Avenuz Fa 4 Qnil se plaint F« 6 Ja 
• 'n tcnra Fa 7 Tele f. tele Fa, Zeile leer A 

3* 



36 
- »»?»»»»>»»»^»># <4< cC<«Cc«C;<7cx<C<C ^- 

81. F«8i A 153 H54 
Fortune abaisse et monte 
Et met enour a honte; 
Mais li sages hon prent 
Le tens si come il vient, 
Et le suen garde et tient, 
Et aliène et despent. 
Selonc le tens la tenprëure, 
ce dit li vilains. 

I F. besse et H 2 Et trait h. A Et tome et uet a H 

4 Li tens H 6 Et aloue et Fa Et a reson d. H 7 la trenpeure H 

82. F« 82 A 154 F/ 22 F|9 43 H 15 D 22 
Qui trop veut baréter, 
Ne se puet desdeter; 
Quant trestout perdu a, 
Lors pramet, lors s'acoste. 
Lors esplume son oste, 
Terme quiert, tant qu'il Ta. 
A courtes chances longues lanières, 
ce dit li vilains. 

I Qui se V. Fa Ne se puet desdeter A Qui veut trop D 
2 Qui trop veut baréter A Ne sen puet destorner Yy Ne put des- 
endoter D 3 Mais puis que apris la AF/9H Puis que il apris la 
Fy Quant acoustume la D 4 lois Fa Prent devant et ericoste A 
sacoute F/9 Adonc pramet sa coste H Lores premet si sac. D 

5 emplume Fy esplusche F/9 Et enprunte a s, H Lores plumez 
si D 6 tant quil a Fa Et le quiert tant quil a F/? Du sien tant 
quil en a H Termes q. taunt qui la D 7 A courte chauce 
longue (longe D) lasniere F7 D 

83. F« 83 A 155 
Qui au tremerel jeue 
Et le suen i aliène, 



37 



S'une 'foiz i gaaigne, 
Fous est, s'il s'i afie; 
Tremeriaus le desfie, 
L'endemain le mehaigne. 
Toutes oures ne sont ?noures, 
ce dit li vilains. 

I Q. a tr. Fa 4 II pert lautre foiee Fa 

84. Ea84 A 156 
Quant oi trestout perdu, 
Li cuens tout esperdu 
Me trova en Hainou; 
A la bone oure i ving, 
Car a grant chose ting 
Ce qu'il tenoit a pou. 
Biier jeune le jour, qui la nuit est saous, 
ce dit li vilains. 

I Li quens tout esperdu A 2 Quant ie oi tout perdu A 
3 en Henou Fa en hainau A 4 eure ving Fa 5 Qant a Fa 

6 a pau A 7 Ber Fa Bon A qui au vespre est A 

85. F 85 A 157 
Sages hon mesurez, 
De sens asëurez 
De folie n'a cure. 
Mais fous folie enprent 
Et souvent d'ire esprent. 
Qu'il n'a sens ne mesure. 
De fol folie et de ctiir corroie, 
ce dit li vilains. 

4 M. quant il entreprent A 5 Et que dire sesprent A 

Ni a -,. A 7 ja m vi i res si grant folie com de sage home A 



38 
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86. Fa 86 A 158 F/ 19 F/^44 H 18 D 15 
Pou truis ome endeté 
Sourpris de povreté 
Cui on enple le poing; 
Nul ne chaut de sa vie; 
Cil en cui plus se fie, 
Li faut au grant besoing. 
Povres hon fait povre plait, 
ce dit li vilains. 

I Se uoi de pourete Fa Petit tnieve endetes A Poure trop 
endete F/9 {.)ome trop e. H Povre houme trop endette D 2 .1. 
vieil home endete Fa Souzpris de pouretes A Soupris HD 3 Com 
emplisse le Fa Qui li e. AD Qui lui emplist le F/9 Ne li chaut 
de sa uie H 4 N. nen ch. Fy Qant requiert ses amis FaA Ne 
li chaut F/^D Que tost fet un fol saut H 5 Cil qui li a promis 
FaA Cil ou il plus F^ Cil ou plus se affie D Car au besoing li 
faut H 6 Cil li faut au b. Fa Cil ou il plus se fie H 7 Qui 
ne rueue ne prent Fa Tant as tant uaus et ie tant tain A A bien 
amer a face pert H 

87. F« 87 A 159 F/ 37 D50 
Ja servir en manaie 
A parent que je aie 
Ne quier jour de ma vie, 
Ne a lui marchié faire 
Dont me puisse retraire; 
Ne m'en prent point d'envie. 
Vendre que vendre, doner que doner, 
ce dit li vilains. 

La s. {mit dieser Zeile hört das Gedicht auf) Fy De s. a 
m. D 2 p. ki ieo D 4 Nad celui m. D 5 D. ne me p. D 
6 men preing p. Fa Nai ie aussi p. F Nai ieo point D 7 donne 
que d. A Prive mal achate D 



39 

88. Fa 88 A i6o 

De félon deputaire 
Ne puet hon nul bien traire; 
S'il fait bien, c'est dou mains. 
Moût a enviz le fait; 
De ce son euer retrait 
Que il fait a ses mains. 
Tel pié baise on qu'on voudroit qui ßist coîùpez, 
ce dit li vilains. 

2 p. nus home tr. Fa 3 Se bien fait A 4 Mais a Fa 
6 il sent a Fa 7 pie tert on A que on volroit auoir cope A 

89. Fa 89 A 161 

Li siècles perist touz, 
Ce desus vait desouz, 
Chascuns le suen guenchist. 
Mais Antecriz vendra, 
Qui la gent maintendra 
Par cui anïentist. 
De bone garde ne fu onques trop, 
ce dit li vilains. 

2 Li desus va A 4 antecrist Fa 5 les gens A 7 De 
bonnes gardes ne fu il o. Fa 

90. Fa 90 A 162 

Maint serjant sourcuidié, 
De son cors pou prisié 
Ai vëu faire enui 
Et dire grant folie 
Par sa grant seignuuric 



40 



A mieuz vaillant de lui. 

Toiiz tens nHert pas danz Gerouz maire, 

ce dit li vilains. 

I Mains serianz Fa 2 Orgueilleus et irie A 4 Par sa 

grant felonnie A 5 Et dire grant folie A 7 niert mie gillous 
maires A 

91. F«9i A163 Fi920 
Cil qui d'outre mer vienent, 
Granz paroles maintienent 
De Tamirant dou Coine; 
Dïent que Loradins 
Est morz, Salehadins 
Retient or Babyloine. 
De longues terres longues noveles, 
ce dit li vilains. 

I mer vient ¥ß 2 Mit grant parlement t. A Grant paroles 
maintient F^ 3 De la mir'. A lamiralt F^ 4 q. noradins A 
q. toradins F^ 5 mors et salhadins AF^ 6 Remaintient b. A 
Retient ia b. F^ 7 De lointaignes t. A 

92. Fa 92 A 164 
Cil convers, cil rendu 
Ont adès entendu 
A terres conquester; 
S'on lour done déserte 
Terre en val ou en tertre, 
Bien la font aprester. 
Cheval doné ne doit on en bouche garder, 
ce dit li vilains. 

I Cil conuert F« 2 Ont tous tans e. A 3 A terre c. A 
5 De truans vne herte A 6 1 vait maindre et ester A 7 A ch. 
d. n. d. o. pas garder en la bouche A 



■ »»»»»»»»»»»»#«««««««««««« ■ 



93. Fa 93 A6i F711 F/384 H 16 D 29 
Mainz hon par sa bone uevre 
Touz ses parenz recuevre, 
Tout veut fournir, touz pestre, 
Touz les veut recoillir. 
Qui tout ce veut fournir, 
Ne puet pas riches estre. 
Voie batiie n'aqueiU erbe^ 
ce dit li vilains. 

1 weure Fa (M)eint home HD par bon ovre D 2 ces p. Fa 
ses amis A 3 fornir et p. FaH f. tout p. AFy Toz v. f. et 
(et touz D) p. F/9D 4 Toz les uelt raaitenir F/9H les fest r. D 
5 Ne puet auoir cueillir AF/9H Cil qui ce v. Fy Ne velut a nul 
faillir D 6 Ne p. plus r. A Ne ne puet r. F/9 Et si ne p. riche H 
7 Pierre volage (volanz F/9 volante D) ne keult jnousse AF/9HD 
Pierre volant ne puet cueillir mousse Fy 

94. F« 94 A 62 
Noviaus hon qui a terre 
Ou enz cuide conquerre, 
De ceus souvent s'acoint 
Qui a petit d'ahan 
Dedenz le premier an 

Se mistrent en bon point. 
Mieuz vaut tendre que ronpre, 
ce dit li vilains. 

2 Ouains Fa Vient, cuide mit aquerre A 3 souuent acoint A 
4 Qui o p. A 6 Le metent en mal p. A 

95. F« 95 A 63 
J'ai öi escondire 

Moût mainte chose et dire 
^Ostcz, n'est dons entiers'. 



42 

La moitié en preist, 
Se on li requëist, 
L'endemain volentiers. 
Toîites voies pesche, qui aucu^ie chose prent^ 
ce dit li vilains. 

2 De m. Fa 3 nest pas e. A 5 on len r. A 7 Toute 
uoies peesche qui riens ne prent F« 

96. Façô A64 F^46 D71 
Qui celer ne se veut, 
Cui chaut, se il se deut 
Après de sa folie? 
Car s'il ne se veut plaindre, 
Si voist en tel lieu maindre 
C'on ne sache sa vie. 
Voisins tout sety 
ce dit li vilains. 

2 Que ch. Fa Qui en ch. sil D sen d. Fa 3 fehlt FS 

4 Et se il se v. Fa Se il Eß Sil ne D 5 voit Fa Dont aut AD 
aille Fß lui D 6 Ke houme D 7 Mal fait tencier a son 

voisin A Ce que uoisin set ce seuent tuit Fß Ben escri le lu ki 
sa preie rescout D 

97. Fa 97 A 65 

Je vois en mainte terre 
L'autrui rover et querre, 
Mais Flandres m'a mis fieu 
Qu'a li m'en aille ovrer, 
Car la puis recovrer 
Plus tost qu'en autre lieu. 
De celui rne lo qui bien me faity 
ce dit li vilains. 
2 Lautrui auoir conquerre Fa 4 Que a li a. A 



43 

98. F« 98 A 66 
Mainz hon est si hastis, 
Quant rien a entrepris, 
Tantost veut a chief traire; 
Le suen despent et gaste 
Et si pert par sa haste 
Le plus de son afaire. 
Rome ne /te pas faite toute en tin jour, 
ce dit li vilains. 

2 riens A 3 Sempres v. A 5 Et desfait a grant h. A 
6 Le miex de A 

99. F« 99 A 95 Y^bz H 68 D 45 
Teus hon despent et boit 
Et sour autrui acroit, 
Qui tost tressaut son onbre; 
Puis Testuet esmaiier, 
Quant lui estuet paiier 
Ce pour quoi il s'enconbre. 
Teus cuide boivre sour les copistes d^ aucun, 
qui boit sa chape atout le chaperon, 
ce dit li vilains. 

I homs Fa Fols hom A Maint home F/9 (.)eint hom meniue 
et H Meint houme D 2 acroist Fa autri H E sur lautrui a. D 
3 Qui bien t. F/9HD soun.noumbre D 4 Plus A 5 Quant illestuet Fa 
lui lestuet A Q. il (Q! li HD) couient p. F/9HD 7 sor les cou- 
tiaus Fa sor les costes A Tel cuide {fehlt boivre?) sor les costez 
auconF/9o tout AD Tel cuide boiure autri sercot Qui paie souent 
lot lescot H Tel quide beivre le coutel soun cumpainun D 

100. F« 100 A 96 H 33 
Cil qui a au euer soigne, 
De faire sa besoigne 



44 
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Su doit bien aploiier; 
Ne doit pas, par raison, 
Le piour de maison 
En son lieu envoiier. 
Qui fol envoie a la mer, rûi a ne poisson ne el, 
ce dit li vilains. 

I qui ne quiert et s, {vielleicht früher essoigne) A (.)es celui 
qui a s. H 2 Doit bien a sa A 3 Soi racisme a. A Bien si 
doit traueillier H 5 poieur Fa 7 ne poison Fa Qui fol enuoie 
fol (folie H) aient AH 

101. Faioi A 97 

Vilain, quant il sont ivre, 
Guident estre délivre 
De toute autre déserte. 
Si font, quant s'entrebatent 
Par force et se conbatent, 
Autrui prou et lour perte. 
Oii force vient, justice prent, 
ce dit li vilains. 

3 Se tout Fa 4 Tant font quil sentrabatent A 6 Dautrui 
preu a lor A 

102. F« 102 A 99 F72 F/? 70 H 25 D5 

Hon délivres et sains 
Ne au plus ne au mains 
Ne s'esmait de sa vie; 
Ait bon confortement 
Et gaaint loiaument; 
Dieus ne l'oblie mie. 
Qui pain a et santé, riches est, si nel set, 
ce dit li vilains. 



45 
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I Li homs qui est touz s. Fa Li hom deliure et s. Fy Li 
hom deliure et sain F/9H Loum délivres et s. D 2 a p. ne a 
m. A Ne au soir ne au mein F^H 3 voie Fy Ne senmait de 

soun nuire (vivre?) D 5 Si FyFß Et gaint durement H Si guarrat 
leaument D 7 Mit est riches et nel set Qui a p. et s. A Qui 
a pein et santé II est riche et nel set H 



103. Fa 103 A 100 

Moût a povre resourse 
Cil qui en autrui bourse 
Met s'esperance toute. 
Qui dou suen rien ne tient, 
Quant il a Tautrui vient, 
Fous est, s'il n'en a doute. 
A tart prent, qui en autrui bourse s'atent, 
ce dit li vilains. 

3 A sesp. Fa 4 sien FaA riens A 6 sil ne se doute A 
7 qui a lautrui satent A 



104. Fa 104 Aïoi F^2 D3 
Ja li hon qui est sages. 
Entre mauvais visnages 
Longues ne deraourra. 
Se ses voisins le het. 
Quant son damage set, 
Ja ne li destourra. 
Qîii a mal voisin, si a mal matin, 
ce dit li vilains. 

I li houme D 2 m. lignaige F/9 mais veisinages D 

; demoura Fa 4 le set Fa Quant A 5 Et son d. het Fa 

Se A Et F^D 6 nel destournera Fa ne le A Ja lui ne mousterra D 



46 
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105. F« 105 A 102 Fy6 H 55 D 25 

Cist siècles est mauvais, 
Ja hon n'i avra pais; 
Qui plus vit, plus laboure. 
Bien a, s'il le désert; 
Mais tout son raueble pert 
En une petite oure. 
Encontre mort nul resort, 
ce dit li vilains. 

I Cil Fa Cis AFy (.)est s. H 2 la nus AFy lames H 
la nul ni auera D 3 p. a p. A 4 Et icil qui dieu sert A si 
le H ad qui il D 5 Trestout son A 6 En mit très petit 

deure A En assez petit deure FyH 7 Contre m. na r. A Contre H 
En la coiffe gist li encombriers Fy En la coue est 11 encumbres D 

106. F« 106 A 103 H 56 
Hon qui mauvais veut estre, 
Fait de son serjant mestre 
Et si le met a fuer; 

S'il done a ses amis, 
Son serjant est a vis 
Qu'il li isse dou euer. 
Ce que sire done et sers ploure, ce sont termes perdues, 
ce dit li vilains. 

I (.)il qui musart v. H 2 De s. s. f. m. A 3 Et cil le A 
Et le met en grant f . H 5 Donques li est A Sest a celui auis H 
6 Qui li oisse Fa Con li traie d. H 7 Que sires A 

107. Fa 107 A 104 F/? 80 

Qui n'a ne fieu ne terre, 
Ne doute pais ne guerre; 
S'aucuns le veut aerdre, 



47 

Moût petit i gaaigne; 
Ne H chaut qui le praigne, 
Quant il n'a rien que perdre. 
Quarante bien vestu ne despoilleroient un nu, 
ce dit li vilains. 

3 Sauçons F/9 4 Mauuaisement vendenge AF/? 5 le 

prenge AF/9 6 riens que A il nen a que F/9 7 bien uestus Fa 
Home (Hom F/?) nu ne puet on despoillier AF/9 

108. Fa 108 A 105 

Genz qui est marcheande 
Trueve asez, qui demande 
^Le travers nous donez*. 
Uns coquins, uns ribauz 
S*en va outre granz sauz, 
Ja n'iert araisonez. 
De quoi donra paiage, qui rien ne porte? 
ce dit li vilains. 

I Gent Fa 2 Tr. bien A 5 outre les s. A 7 Qui 

donra Fa riens FaA 

109. F« 109 A 106 

Nus ne done a plenté 
Contre sa volenté, 
Ainz fait tost vilonie; 
Trestout son don bestourne, 
Tant le tourne et retourne, 
Manie et remanie. 
Ferne avère trois foiz sehe, 
ce dit li vilains. 

6 Et retourne et manie Fa 7 celé Fa 



48 
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110. F« HO A 107 H 57 
Menace de povre ome 
N'est au riche soursome, 
Trestout le tient a jeu; 
Mais cil gaite et atent, 
Si s'en venge asprement, 
Quant il en vient en lieu. 

De fol et (T enfant se doit on garder, 
ce dit li vilains. 

2 Nient iert a r. home H 3 Nen fait el que son geu A 

5 Dont sen A Si se v. H 6 en voit son 1. A 7 et diure H 

111. F« m A 108 H 58 
Uns hon désespérez, 
Malement ëurez 

Cuide grant los aquerre. 
Sa gloire pou li dure; 
Par sa grant desmesure 
Li vi puis son pain querre. 
Qui ainz saut qu^il ne doit, ainz chiet qiCil ne voudroit, 
ce dit li vilains. 

I Fols hon AH 2 Durement est uantez H 3 Ne puet 
g. 1. conquerre H 6 Le voi A Si ua p. H 7 ne doie A ne 

vueille A Lueure se prueue cest bien reson H 

112. F« 112 A 109 H 34 

Qui rien ne puet avoir, 
Cil pramet son avoir. 
Son pain et sa viande. 
Quant il l'a, si l'estuie, 
Et tresbien li enuie, 



49 

Quant nus rien li demande. 
Ja ne verrez si large con celui qui rien n'a, 
ce dit li vilains. 

I. riens Fa Cis nient ne A 2 promet Fa Cis promet A 
Si pramet H 4 Q. il a H 5 len anuie A Et forment li H 

6 Q. on r. len d. AH 7 riens A v. li large H 

113. Fa 113 A iio 

Qui son los aconplir 
Veut par son ventre enplir, 
Li palazins i entre. 
Ja n'iert plainz, ce plevis, 
Se soufraite a d'amis, 
Qui tout met en son ventre. 
Mieuz vaut ues donez que ues mangiez, 
ce dit li vilains. 

2 V. por s. A 3 La palazine A 4 plains F« Ja ne doit 
cstre plains A 5 Se il damis a mains A 

114. Fa 114 A III D68 

Bien sai, plus lasche vie 

N*est que chevalerie, 

Tost a son los perdu, 

Qui le mestier ne fait; 

Si tost con l'entrelait, 

Si dit on que bons fu. 
Tant con dure, tant aiue, 
ce dit li vilains. 

I lache Fa 3 Tout a A 5 Si t. c. il le lait D 6 Sil 

ad tout perdu D 7 t. anuie A Taunt est bon cumme dure 
•^i aie D 

Tobler, Li proverb« au vilain. A 



50 
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115. F« 115 A 112 

Qui d'enfance acoustume 

Sa mauvaise coustume, 

Ne s'en puet repentir. 

S'il a mentir aprent, 

Volentiers jure et ment, 

Bêlement set mentir. 
Qu' aprent poulains en dentëure^ 
tenir le veut tant corne il dure, 
ce dit li vilains. 

4 Cil F« Se a A 7 Qui prent poulains en douteure Fa 

116. F« 116 A 113 

Ne se vont de senblant 
Ne de rien resenblant 
Frère tresbien souvent; 
Car je voi tout adès 
L'un buen, l'autre mauves, 
Ne sont pas d'un covent. 
Tuit li doi de vostre main ne sont pas oni, 
ce dit li vilains. 

I uont assamblant Fa 2 Nule riens A 3 Frères Fa F. 
gaires s. A 4 voi près kades A 6 Et het foi et conuent A 
7 li doit Fa de la main A 

117. Fa 117 A 114 H 35 

Mainz hon veut son voisin 
Décevoir; en la fin 
L'estuet a lui entendre; 
De son agait est pris 
Et de ce est souzpris 



Dont le voloit souzprendre. 
Qui le damage sou voisin désire, le suen aproche, 
ce dit li vilains. 

1 (.)el cuide H 2 Receuoir F« Decoiure ens en A 3 Puis 
a a el e. Fa Et a tel chose e. H 5 soupris FaH sorpris A 
6 souprendre Fa sorpr. A Dont autri ueut soupr. H 7 sien li 
a. FaH sien aproisme A 

118. F« 118 A 115 D85 

Qui délivrer se veut 
Dou serjant dont se deut, 
Blasme li brasse et muet; 
Dit qu'il li a enblé 
Quanqu'il a asenblé, 
Si li tout ce qu'il puet. 
Qîci son chien veut tuer, la rage li 7net sus, 
ce dit li vilains. 

2 De s. AD 3 Blâme li brase Fa 4 Dist ki il D 
5 Quanquauoit a. Fa Quant ki il li ad a. D 6 Puis li t. se il 
p. A Si t. ceo ki il D 7 Ki het soun chen 1. r. 1. m. soure D 

119. F« 119 A 116 

Souvent avons vëu 
Que buen oir sont issu 
D'aucun mauvais lignage; 
Et bien est conëu 
Qu'en bas ome a eu 
Forlignié seignourage. 
Noire geline pont blans uls, 
ce dit li vilains. 

I Pou auommes v. A 4 Et bien auons veu Fa 5 Que 
\k\i homs a F« Que b. h. ont c. A 6 Lignie et s. A 7 p. 
blanc oef A 

4* 



52 
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120. Fai2o A ii8 D 86 

Fous est, qui son serjant 

Et son petit enfant 

Fait sour lui damoisel. 

Qui trop le damoisele, 

Tost li dit tel novele 

Dont ne li est pas bel. 

Privez sire fait fol vassal, 

ce dit li vilains. 

2 Ou son AD 4 Quant A le dauncele D 5 tele n. D 
7 Sire prive fest f. D 

121. Fa 121 A 119 

Qui forz est de poissance, 
Souvent met en doutance 
Son plus riche voisin; 
Les autres fraint et brise, 
Tuit doutent sa justise, 
Tuit sont a lui aclin. 
La force paist le pré, 
ce dit li vilains. 

I fors Fa Si fors est A 5 iustice Fa 6 Tout s. A 

122. F« 122 A 120 F/ 16 F/348 D38 
Cil qui a sa grant dete, 
Au mains qu'il puet la mete; 
Ne fera que vilains. 
Ja puis tout ne toudra, 
Que nient en soudra, 
Ainz devra de tant mains. 
Qui s'aquite ne s'enconbre, 
ce dit li vilains. 



» 



53 

I q. doit grande d. A ad si gr. D 2 Sau m. A ki il p. D 
3 Ne fait pas q. Fa A Nen fest pas q. D 4 Ja tout puis ne 
toldra A taudra Fy perdra Fß ne H t. D 5 sourra Fa Kaukun 
pou en soldra A Qui petit en soudra Fy Q.un poi en soudra Fß 
Qui nient en s. D 6 d. .11. tanz m. Fß A. dorra D 7 sa- 

cuite FaFy 

123. F« 123 A 121 Fßzö 
Fous est, qui aparente 

Ne parent ne parente 
Dont cuide avoir viltance; 
Mais loing de lui le mete 
N'onques ne li pramete 
Chose ou ait espérance. 
// /atï moût bone journée, qui de fol se délivre, 
ce dit li vilains, 

3 Dont il en ait v. Fa De quoi ^1 ait Fß 4 loins de lui 

la mete Fa de soi le A loinz de lui le Fß 6 Ch. ou il ait fiance Fß 
7 Bone i. fait qui A Bon iomel fait qui Fß 

124. F« 124 A 122 D57 
Cil qui autrui enploite 

A soûl son uès convoite, 
Ne doit autrui huchier. 
Se c'est terre ne rente, 
Fous est, s'il ne présente 
Ce qu'il en a plus chier. 
Qjii 7ie done que aime, ne prent que désire, 
ce dit li vilains. 

I a. esploite Fa a. enplaide D 2 Auec son Fa Auoec 

son A E al soun D 3 Nel doit par tout h. AD huchir D 4 Si 
ceo est D 5 si il D 6 Ce que il plus a ch. A Ceo qui il ud D 
' ime ce <juil ainme Va 



54 
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125. F« 125 A 123 

La chose qui mains vaut 
Et dont a dieu mains chaut, 
Amende et monteplie; 
La buene suefre ahanz, 
Et dieus a non otranz, 
Qui bien et mal otrie. 
Maie erbe croist asez, 
ce dit li vilains. 

I la ch. Fa 2 Et de cui dieu A 7 croist tous tans A 

126. F«i26 F74 Y^\2 H67 Dio 
Quant cil prince s'aprestent 
Et lour conpaignons vestent 
A pasque o a noel, 
Après eus vienent tant 
Escuier et serjant 
Qui vuelent autretel. 
Qui cuir voit taillier, corroie demande, 
ce dit li vilains. 

I sarestent FocF/? princes F/9 c. baron H saresteit D 2 com- 
paignon H vestreit D 3 ou au n. Fa et a n. D A pasques a 
n. FyF/9H 4 A. lui v. Fa e. vount taunz D De ce sui bien 
sachant Yy 5 Escuiers Fa seriaunz D Quapres eis en va tant Yy 
7 Quant fols v. t. c. si d. c. Fy corroies Y^ Qui veut quir dalier 
coreie d. D 

127. F« 127 

Je sai bien endroit moi 
Que maint proudome voi 
Soufraitous de touz biens; 
Mais cil qui rien ne puet, 



55 
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Voi bien qu'il li estuet 
Estre plus vis qu'uns chiens. 
VU est, qui nient n'a, et plus vis, qui ne puet, 
ce dit li vilains. 

4 ne prent 5 Voit b. qui li 

128. F« 128 

Hon qui en orfanté 
Chiet et en povreté, 
Ses amis n'ose atendre; 
O lui les sejourroit, 
Volentiers lour donroit, 
S'il avoit rien que prendre. 
Qui n'a que doner, plus est durs que piere, 
ce dit li vilains. 

4 le seignouroit 5 V. li d. 

129. F« 129 

Qui le suen pert et gaste, 
S'en suefre fain et laste, 
Quant n'a que prendre plus; 
Mais cil qui a tant fait 
Qu'il a avoir atrait. 
Est touz jourz au desus. 
Qui estuie de son disner, mieuz l'en est a son souper, 
ce dit li vilains. 

5 Quil a honor se trait 

130. F« 130 

Qui n'a grange ne tour 
De son mauvais détour. 



56 
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Ne refust ja ses ofres; 
Se il n'a mais que rendre, 
Touz doit les oustis prendre, 
Huches et bans et cofres. 
Dou bon détour prent on avaine^ 
et dou mauvais ne ce ne quoi, 
ce dit li vilains. 

3 r. mais ces 5 les ostex 



131. Fa 131 

Cil qui bons seignours ont, 
Se granz despenses font, 
Touz tens sont d'eus loé; 
Quant chascuns a sa ferne, 
Ce qu'el despent et semé, 
Est moût mal aloué. 
U autrui cuir large corroie, 
ce dit li vilains. 

2 Les gr. dépenses 3 Touz les uoy deslones 5 Ce qui! 
alouez 



Ö mal alouez 



132. F« 132 
Mainz hon grant despens fait, 
Et despent en souhait; 
Quant vient au daerain, 
Son poindre fournir n'ose, 
Ainz pert par pou de chose 
Tout son los premerain. 
Mal fait la chape, qui ne fait le chaperon, 
ce dit li vilains. 

3 au desriain 



57 
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133. F« 133 

Cil cjui dieu crient et sert, 
Maintes fiiees pert 
Et chiet en maus liiens; 
Mais ne s'en done garde; 
Quant il mains se regarde, 
Si l'en revient granz biens. 
En pou d'oure dieus laboure^ 
ce dit li vilains. 

I qui dieut cr. 3 liens 5 mais se 6 Si en 



134. F« 134 A 165 F|3io 
Quant manjüent seignour, 
Garçon et lecheour 
Fors de l'ostel remaignent 
Et gaitent aus pertuis; 
Et quant on uevre l'uis, 
Enz par force s'enpaignent. 
Teus s'enbat corne chiens, qui vit corne hon^ 
ce dit li vilains. 

2 et iougleour A 4 Et gälte a la pertruis Fa Esgardent es 
p. A Agaitent au p. F/9 7 Qui semb. c. ch. si uit c. homs Fa 
Oui senb. corne soz si uait c. h. F^. 

135. F« 135 A 166 
Tel ome en povreté 
Vol estre et endete 
Tant que il est touz vieuz, 
Que s'il voloit tracier 
Son bien et pourchacicr, 



58 
■ »»»»»»?»» »» >» #« « C«««c««««C« ^ 

Il l'avroit asez mieuz. 
Qui siety il sèche; qui va, il lèche, 
ce dit li vilains. 

1 Qui h. Fa 2 Voit e. Fa 3 illest Fa 4 voloit chacier 
Fa Se il voxiloit A 6 II auroit A 7 va si lèche A 

136. F« 136 A 167 F/317 Du 

Ribaut en cez tavernes 
Se font boces et bernes 
Es testes et es dos; 
Mais li povre en pais vivent, 
Ne se bâtent n'estrivent, 
Qui a l'uis sont forclos. 
Ce fait vins que ne fait taue, 
ce dit li vilains. 

2 Si F/? Fount b. D 3 es os Fa 4 M. li sage F/? 5 b. 
ne tirent Yß Ne combatent ne e. D 6 Car aillors s. Fa siet 
forclos F^ 7 vin ki ewe ne poest D 



137. F« 137 A 168 

Sages hou par grant ire 
Tout son bien desatire; 
Ce fait que après het. 
Se il ëust pourpens, 
Nel fëist en nul sens; 
Mais mesure ne set. 
Irous n'a conseil, 
ce dit li vilains. 

2 Sa chose d. A 4 Sil eust nul p. A 6 ni set A 7 Iries 
na c. A 



59 

138. Fai38 A170 
Povres hon pou esploite; 
Chascuns des suens couvoite 
Que il fust de lui loing. • 

Corne il plus est gentis, 
De tant est il plus vis, 
S'il rueve par besoing. 
Dolent celui qui rueve, 
ce dit li vilains. 

2 Ch. de lui c. F« 3 lui soing F« de soi LA 4 Car 
quant pi. Fa il est plus g. A 7 Mar fu nés qui prie A 

139. P^«i39 A 171 D56 
N'est nus, tant soit courtois, 
N'abbes ne cuens ne rois 
Ou il n'ait a reprendre. 
Ne nus dieu tant ne crient, 
S'il cest siècle maintient, 
Ne l'estuisse a mesprendre. 
Ainz ment li hon qu'il muire, 
ce dit li vilains. 

I Nés nés ne rois ne quens A Nest ne reis ne quens D 
2 Ne abes tant soit buens A Princes taunt seit bons D 4 nus 
tant dieu ne AD 5 Cil se s. F« Si! ce s. A Si cest s. D 

lestueche mespr. A li cstoce m. D 7 quil ni merge D 

140. Fa 140 A 169 F730 D42 
Mainz hon voit son voisin 
Vieil et près de sa fin, 
Qui couvoite sa terre 
Et par son grant avoir 
La cuidc bien avoir 



6o 
o»>»^»»»»»»»»>#««<«c<«c««««CX< - 

Et de ses oirs aquerre. 
Longue corroie tire, qui la mort son voisin désire, 
ce dit li vilains. 

• I Meint houme D 2 Viex A Ou est prüf de D 3 Quil c. 
Fa . .ui sa terre desierre Fy Si c. de s, D 4 . .son g. a. Fy 
5 . .uide b. a. Fy 'X-e quide ben aueir D 6 De s. h. et a. A 
conquerre Fa . .es oirs conquière Yy E sei erite cunquere D 
7 Qui la m. s. v. d. 1. c. t. Fa . .ue et. . . .n mort d. Fy 2 — 8 
fehlen in Fy die Zeilenanfänge infolge Beschädigung des Blattes. 

141. Fa 141 A172 
Teus cuide décevoir, 
Tout sanz aparcevoir, 
Son voisin et souzprendre, 
Que cil gaite et atent 

Et bien tost le souzprent; 

Bien set son lieu atendre. 

// est bien 1ère, qui a larron enble, 

ce dit li vilains. 

I Ciex c. Fa 2 Touz cex a. Fa 3 et souprendre Fa et 
sorprendre A 4 Corn cil Fa 5 le souprent Fa le sorprent A 
7 Mit est lerres A 

142. F«i42 A173 
Merveille est de fortune, 
Qui tel avoir aune 

A un orne et as enble; 
Grant chose li consent. 
Mais puis que se repent. 
Si li tout tout et enble. 
En la coue gist li enconbriers, 
ce dit li vilains. 
5 Qant ele se reprenl Fa 6 tout ensemble A 7 keue est li A 



I 

'^ 

143. F« 143 A174 
Hon de pute nature 
Corne il onques plus dure, 
Et mains de biens désert. 
Il est pire d'un chien: 
Qui plus li fait de bien, 
C'est cil qui plus i pert. 
De bien fait col frait, 

ce dit li vilains. 

3 Onques bien ne d. A 5 plus i fait Y a 

144. Fai44 A175 

Cil qui son prou veut faire 
De félon deputaire, 
Fous est, s'il ne l'atrait. 
En lui doit le suen mètre 
Et largement prametre. 
Tant que il en ait fait. 
Tant doit on le chien blandir que on ait la voie passée^ 
ce dit li vilains. 

4 En lieu d. Fa 5 Et donner et prom. A 

145. Fa 145 A 176 
Mainz hon a tel corage 
Qu'en trestout son aage 
D'autrui prou n'avra soigne. 
Quant son prou i cuidoit, 
Durement sji aidoit 

A faire la besoigne. 
Entre dous verz la tierce meure, 
ce dit h' vilains. 



62 

I Cex hom Fa Jai veu maint fol sage A 2 Qui en tout A 

3 preu nen a s. A 4 Q. le sien i A 5 D. sen ai. A 6 Dauan- 
cier la A 7 .11. verdes A 

146. F« 146 A177 F727 Fßs D39 
Se tes povres amis 
En son ostel t'a mis 
Et de pou est lassez 
Pour faire toi enour, 
Ne Ten dois gré menour 
Que s'il faisoit asez. 
Qui fait ce qu'il puet, on ne H doit rien demander, 
ce dit li vilains. 

3 Pour faire toi honor A E seit de pouerte leissiez D 

4 De poi est voir lasses A 5 Car sil disoit aies A doiz 
grez F/? 6 cil Fa Ne len dois gre menor A Qui si il feseit D 
7 Qui fait ce quil doit toutes ses lois acomplist A f. que p. ses 
lois acomplist Yy Qui ce f. que il p. totes les lois acomplit F/? 
Qui fest ceo kil p. toutes ses leis acomplist D 

147. Fa 147 A 178 
Ja tour n'alos ne pris. 
Bien l'ai par moi apris 
Et bien sai que voirs est: 
Quant nus hon a soufraite, 
La atent, la agaite 
Ou il set le conquest. 
Qui a mestier dou feu, a son doi e quierty 
ce dit li< vilains. 

I ne los ne F« Natour na los na pr. A 2 Bien ai A 3 Et 
sai bien A 4 Q« aucuns a A 5 atent et la gaite A 6 Sil i 
set son c. A 7 Q- mestier a A 



63 

148. F« 148 A 179 F/ 7 Fi? 16 D26 
Tel voi faire despens 
Dont forment me pourpens, 
Mais que parler n'en os. 
S'il dou suen devoit faire, 
Ainçois se lairoit traire 
Un chat parmi le dos. 
Souef noe, cui on tient le menton, 
ce dit li vilains. 

I despenz FaFy Tex F/9 2 porpenz FaFy Dont ge mit me 

r/9 3 Mais ie Fa 4 Sil deuoit dou sien A Se duFySel deuoit 

s. f. F/? Se del sen le d. D 5 II se 1. ains t. A Ainz se le- 

îit il t. D 6 p. son d. Yy aual le d. F/9 7 Dautrui cuir 

rges corroies Fy meton Yß n. ke lum tent par le m. D 



149. F«I49 A 180 
Hon riches et mananz 
Qui n'a de touz enfanz 
Fors un soûl, bien le paist; 
En lui met tout le suen, 
Quanqu'il fait, tout est buen, 
Tout li siet, tout li plaist. 
Qfii n'a qu'un ueil souvent le tert, 
ce dit li vilains. 



I Li h. r. m. A 
est A 6 li plet Fa 



3 le vest Fa Fors cun seul A 5 fait li 
7 le tuert Fa 



150. Fa 150 A 181 
Hon est malëurez 
Et n'est mie senez 
Qui a plus fort de lui 
Se prent, se il le trouble. 



64 
■ ?>T>)>>>?>>>)>)>?>)> i»^ <<<<<<<<<(CcCt<(<<<<C(<< - 

Sa honte croist et double, 
Se il li fait enui. 
Mal venge sa honte, qui Vacroist, 
ce dit li vilains. 

1 Fols hom m. A 2 Malement espères A 4 se il se tourble 
A 5 croit Fa croist a double A 6 Si li refait 7 la croist 

Fa Mauuaisement v. A 

151. F« 151 A 182 

Uns hon qui a cent livres 
En est moût tost délivres, 
S'il asez veut despendre. 
Mais ne se done garde. 
Quant il mains se regarde, 
N'en a il mais que prendre. 
Qui ne conte et prent, ne set qu'il despent, 
ce dit li vilains. 

2 Mit tost en est d. A 3 Quant a. A 5 Q. mais ne se 
r. Fa 6 Nena mais q. despendre Fa Si na noient q. A 7 prent 
Il ne set Fa Ki conte ne prent n. s. que d. A 

152. Fa 152 

Uns hon en mainte terre 
Va sa garison querre 
Ou il petit conqueste; 
Et quant il mieuz ne puet, 
De l'ostel ne remuet 
Et a celui s'areste. 
Qui mieuz ne puet, a sa vieille se dort, 
ce dit li vilains. 

5 ne se remuet 



^ 



-, ' 'c 

153. F« 153 

M'atente et ma fiance 
Ai mise et m'esperance 
Ou conte, ou mes cuers tent; 
A petit de servise 
Sai bien que sa franchise 
Me vaudra durement. 
Par petit pertriiis voit on son ami^ 
ce dit li vilains, 

4 seruice 7 pertruiz 

154. F« 154 

Cil qui dou tout s'atent 
A son riche parent, 
Ne fait mie savoir; 
Mais endroit soi gaaint. 
Fous est, s'en lui remaint 
Que il n'ait grant avoir. 
Parent parent; dolent celui qui n'a nient, 
ce dit li vilains. 

5 sen li r. 

155. F« 155 

Cil qui raout a broiié. 
Quant il voit son marchié, 
Fous est, s'il ne l'aert; 
Car teus va par la voie 
Qui tost prent ce qu'il broie; 
Sages l'a, fous le pert. 
Maaille n'est perdue qui sauve denier, 
'■ (lil li vilains. 
7 nesl j)rcMiz (U." laus denier 
I obier, Li proverbe au vilain. K 



66 
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156. Fa 156 

Vëu ai bien souvent 
Asenblé grant covent 
Conseillant sanz séjour; 
Et tout priveement 
Le sorent toute gent 
D'ilueques au tierz jour. 
Teus conseuz avant revient, 
ce dit li vilains. 
7 a. reuiennent 

157. F« 157 

Cil pèlerin pour mal 

Au tenple, a l'ospital 
• Le lour comander suelent; 

Quant il sont respassé, 

Ainz qu'il soient passé 

Deçà, ravoir le vuelent. 

Qui comande, si demande, 

ce dit li vilains. 

I par mal 2 lopital 

158. Fa 158 

Cil povre vavassour 
S'esmuevent toute jour, 
Li uns l'autre guerroie. 
Puis vienent roi et conte 
Qui celui font grant honte 
Qui lour voloir n'otroie. 
Au bon buef esmuet on le char, 
ce dit li vilains. 



67 
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159. Fa 159 

Ce ne porroit pas estre, 
S'aucuns aime son mestre, 
Son per o son seignour, 
S'il trueve son serjant, 
Qu'il n'en ait joie grant 
Et ne li face enour. 
En V amour dou seignour gaaigne li serjanz, 
ce dit li vilains. 

160. F« 160 Fi9i3 D34 
Il pert bien aus murauz 
Queus paines, queus travauz 
Orent li anciien; 
A paine sont desfait, 
Ja n'ierent contrefait 
Par orne crestiien. 
// pert bien aus tez, quel li pot furent, 
ce dit li vilains. 

I as muriax Fa Bien pert as granz mureax F^ Bien pert 
as fez morans as fors murailz D 2 Les p. les trauax F/9D 

3 Qorent F/9 Ki eurent li auncien D 4 A paines furent fait Fa 
desfez F/9 defeit D 5 Ja ne seront refaiz F/9 Ja ne serount 

resfait D 6 Por h. F|9D 7 tes qiex li pos furent Fa Bien 

pert an teest F/9 Bien pert cl chef quels les oilz furent D 

161. Fa 161 F732 F|975 D44 DI114 
Mainz granz hon son cors het, 
Conseillier ne se set 
D'eschiver son enui; 
Uns petiz contrefaiz, 

5» 



68 
- »»)»>»>»>»»»»» #« ««<««««(«««« ^ 

Uns boçuz, uns desfaiz 
Garist soi et autrui. 
Torte laigne fait droit feu^ 
ce dit li vilains. 

I M. hom son grant c. Yy Tex est que s. F/9 Meint fol 
houme soun tors h. D Meint houme autre h. D^ 2 E covrir 

ne se set D* 3 Ne couurir s. F/9 Ne e. D Ne celer s. D* 

4 U. chetiz uns contrais FyD .1. bocerez uns laiz F/9 Wns 
povres mesfaiz D* 5 .1. cortois contrefaiz F/9 b. un mauveis 

D Qui est torz et countraiz D^ 6 Garde D 7 T. boise f. 

Fy T. busche F/9D T. boche D* 

162. F« 162 

J'ai en euer tel seignour 
Que j'ain de tel amour, 
(Qui voudra, si m'en croie) 
D'un suen petit serjant 
Feroie joie grant, 
Se sanz lui le tenoie. 
Qui moi aime, mon chien, 
ce dit li vilains. 

I Jai en cor tel 2 tele 6 lui latenoie 

163. F« 163 

Se le voir n'en celé on. 

En prester a félon 

Nus conquester ne puet; 

Car cil bareteour 

Heent lour presteour, 

Quant il paiier estuet. 

Qui preste, ne jot; qui ne preste, mal ot, 

ce dit li vilains. 
3 ni puet 



69 

164. F« 164 

Chascuns sert pour aquerre, 
Cist avoir et eist terre, 
Si est la chose enprise; 
N'i a point de rescousse, 
Car a la parestrousse 
Quiert chascuns son servise. 
Ja ne verrez preecheour qui en la fin 71e déniant, 
ce dit li vilains. 

6 chascun son seruice 7 preescheur 

165. F« 165 D70 

Garçon losengeour 
Qui sont a haut seignour, 
Mainz frans hon d'eus se claime; 
Car a ce s'apareillent 
Que souvent li conseillent: 
^Cil vous het, cil vous aime'. 
Teus puet nuire qui ne puet aidier, 
ce dit li vilains. 

F losenjou^ D 2 s. od h. D 3 De meint houme se 

laiment D 4 aiceo D 5 Qui FaD 6 Cil nous h. c. nous 
iment D 7 Tel poest noiser D 

166. Fa 166 

Quant je voi entrepris 
Orne et souvent repris 
Et de mal coustumier, 
Li vins en est bëuz, 
Ja puis n'iert mais crëuz 



70 
■ »»»»»»»»»» »»>#« ««<CC«<«««««« > 

A nul jour de legier. 
Qui maintes fist, maintes fera^ 
ce dit li vilains. 

167. Fa 167 

Cui chaut, se cil se deut 
Qui pas celer ne veut 
Ne son mal ne son bien? 
Qui tout dit son covine, 
N'a amour n'a haine 
Ja ne dirai le mien. 
Malement cèlera autrui, qui soi mëisme ne puet celer, 
ce dit li vilains. 

I Que Fa 6 ne dira le Fa 7 soi meismes Fa 

168. Fa 168 

Sages mal et bien set, 
L'un aime, l'autre het, 
De tout set raison rendre; 
Fol son sens ne pris rien; 
Pou puet savoir de bien, 
Qui mal ne set entendre. 
Qui bien set et le mal prent, fous est tresnäivement, 
ce dit li vilains. 

I bien fet 3 A touz set 4 Tout son senz 5 Poi 

7 tresnayument 

169. Fa 169 

Mainz riches hon mauvais 

Veut faire grant palais 

Et granz tours contre aoust; 



Et quant vient en septenbre, 
Dou despendre li menbre, 
Sil lait tout pour le coust. 

Moût est loing de Rome, qui a Paris jupe, 
ce dit li vilains. 

6 Si lait 7 e. loinz 

170. F« 170 F/ 36 Fi952 
La vieille si nourrist 
Ses poucins et pourrist 
Que nul n'en asavoure; 
L'iver les garde et couve, 
Mais sire en est la louve, 
Qui trestouz les devoure. 
Mal noure, qui n' asavoure, 
ce dit li vilains. 

I Lamelle si Fa v. qui FyF/9 2 et bellst Fy Les p. si F/9 
3 Q. nus FaF/9 4 Ele les g. Fy Luins F^ 5 Ses sires est 
FaFy M. sires est F^ 6 Q. de tout les Fy 7 M. norrist 

FaFß M. neure qui nassaueure Fy 



171. Fa 171 

Qui outrage et mesdit 
A un sage ome dit. 
Ja ne movra le groing; 
Mais li desmesurez 
N'iert ja asëurez, 
Ainz fiert tantost dou poing. 
A sëur fiert, qui n'a que perdre, 
ce dit li vilains. 

2 home dist 7 Asseui 



72 

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172. F« 172 

Maint orne sont asez 
Qui ont ore amassez 
Granz avoirs en lour vie; 
Robe ont au dïemanche, 
Puis font dou geron manche, 
Quant ele est enviesie. 
De meisme la terre fait on le fossé, 
ce dit li vilains. 
3 grant auoirs 6 en viessie 7 De meismes 

173. F« 173 A 67 
Ja hon de conoissance 
N'avra bien ne privance 
De son félon voisin; 
Mais Testrange aime et tient, 
Dont touz enuiz li vient 
Et honte a la parfin. 
Verbe qu'on conoïst, doit on mètre a son ueil, 
ce dit li vilains. 

2 b. ne puissance F« bien nacointance A 4 aime et 

crient A 7 connoist dont on mestre F« on liier a A 

174. F« 174 F^74 D27 
D'oisiaus, de chiens courtois 
Se font fil a bourjois, 
Mais a estrous s'afolent; 
Après la mort lour père 
Apovrissent lour mère 
Et son avoir li tolent. 
Mieuz vaut mestiers que espreviers, 
ce dit li vilains. 



73 

1 oi. et de D 2 Sont cil fill de b. Fß fiz de burgeis D 
M. en estor Fß 4 Enpres 1. m. lors pères Fß 5 Affebloient 

iors mères Fß 6 Et lor auoir lor t. Fß E tout le sen li t. D 
7 Mieldres est m. q. chiens ne e. Fß 

175. F« 175 A 68 
Mieuz ameroie a Rome 
Mil mars, c'est or la some, 
Pour avoir une église, 
Que je l'eusse eue. 
Si fust chose sëue 
Qu'a tort fust sour moi prise, 
Con veut li rois, si va la lois, 
ce dit li vilains. 

2 .III. mars ce est la A 4 Ke auoir la e, A 7 C. uient 
F« la soys F« Si vont les lois come li seignor vuelent A 



176. F« 176 A 69 
Avers n'ose despendre 
N'a son ami entendre 
De faire li nul bien. 
Ses sire au daerain 
Li monde si la main 
Que il ne li lait rien. 
Qui tout tient, tout pert, 
ro dit li vilains. 

I luers Fa Mains hom A 2 Ne son a. atendre F« Na 

parens e. A 3 faire lui Fa Ne faire leur n. A 4 au 

sriain F*« au daerrains A 5 Li mende Fa Li wuide si les 

ins A 6 Que ne li romain» r. A 7 Qui t. couuoite t. p. A 



74 
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177. Fa 177 A 70 
Je cuit que dieus mesprist, 
Quant il cest siècle fist, 
Qui en osast plaidier. 
Li riches n'a que faire 
De son ami atraire, 
S'il ne li veut aidier. 
Ne set li saous qu'est au féun, 
ce dit li vilains. 

2 ce s. Fa ce monde A 3 Que on nossast Fa 4 Riches 
hon A 5 son voisin a. A 6 ne li puet a. Fa 7 saous quil 
est Fa 

178. F« 178 A 71 Fi? 18 D79 
La voie d'outremer 
Voi a maint ome amer, 
A l'aler jupe et huie; 
Quant vient au revenir, 
Ne se puet soustenir, 
A un baston s'apuie. 
Las bues souef marche^ 
ce dit li vilains. 

2 hom a. F/9 meint a. D 3 gäbe et hue F/9 4 Q. est au A 
5 ne puet soi s. F/9 6 Mais dun b. A 7 buef F/9 boel D 

179. F« 179 A 72 
Brabançon en Bourgoigne 
Font moût bien lour besoigne; 
Barons et chastelains 
Font aus armes périr; 
Puis les en voi venir 



75 

- »»?»>»»>>»?>» »»^« <<<«««««««««< - 

Sanz piez, sanz braz, sanz mains. 

De si haut si bas, 

ce dit li vilains. 

I Brebencon Fa Brabencon A 2 mit de lor A 4 F. par 
a. A 6 Sans iex sans pies s. A 

180. Fa 180 A 73 
Estroite vie et maie 
Puet mener en grant sale, 
Qui despendre n'i ose; 
Si voit on a grant aise 
Maint povre orne en sa haise 
A asez pou de chose. 
A petite fontaine boit on souef, 
ce dit li vilains. 

I E. uoie est m. Fa 3 d. ne nose A 4 Et ie uoi A 
5 M. prodôme sabaise Fa 6 Et dasses p. A. 7 on bien 

aise A 

181. F« 181 A74 F717 F|983 D17 
En bon espoir m'a mis 
Mainz hon qui m'a pramis 
Ce qui dut estre estable, 
Qui puis ert tout mençonge. 
En manière de songe 
Tourne parole a fable. 
De bêle parole se fait fous tout lié, 
ce dit li vilains. 

I Cn Fa Molt ai de bons amis FyFß Moût ai oue a. D 

2 promis Fa A Qui souent mont pramis (requis F/9) FyF/iD 3 Sen 

iiidoie Fa Dont cuidoie Fy Que (Qui D) cuidoie e. F/ffD 4 Ce 

• jui plus icrt m. Fa Que p. c. vil m. Fy Mais tot estoit m. Fß 



76 



5 A m. FaFyD Et m. Fß de mensounge D 6 Toute p. affable 
Fa T. promesse AD Tornoit tout et a Fy Et tornoit tot a F^ 
7 De b. promesse AFyD fox liez Fß fols le D touz liez FaAFy 

182. F« 182 A 75 
Qui touz tens en richece, 
En tour, en forterece 

A démené son cors, 
Se dou euer ne li vient, 
Ne set con se contient 
La povre genz la fors. 
Ne set li riches qu'est au povre, 
ce dit li vilains. 

2 En tours A 3 son cours Fa 6 p. gent Fa 7 riches 
coment il e. A 

183. F« 183 A 76 
Quant li hon est plus riches, 
S'il est avers ne chiches, 
Blasmes l'en sourt et vient. 
Se il bourc ne vile a, 
Selonc ce que il a 

Selonc ce li covient. 
Que ne manjue sainz Martins, si manjue ses pèlerins, 
ce dit li vilains. 

3 Blâme Fa 5 Ou autre auoir cil la Fa 6 li souient 
Fa 7 mengue FaA martins Ce font si hoine A 

184. F« 184 A 77 
Bien doi ma mesestance, 
Mon enui, ma pesance 
Dire a mon bon seignour. 



11 

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Se je çoil mon corage, 
Je faz mon grant damage 
Et ma perte greignour. 
Qjii langue a, a Rome va, 
ce dit li vilains. 
4 ie soil Fa Se coile m. A 6 Et perte i ai gr. A 

185. F« 185 A 78 
Con proudon que cil soit 
Qui conbatre se doit, 
Ice sai bien sanz faille, 
Ne doit blasmer autrui, 
Se honte ne enui 
A eu en bataille. 
Qiii brais a en cuve, ne doit blasmer autrui cervoise, 
ce dit li vilains. 

1 kaucuns soit A 3 I. set b. F« Bien sai de fi s. A 
5 h. et grant anui Fa 6 eu en la b. Fa 7. Q. braies Fa 
Ki brez a A 

186. F«i86 A79 F^7 H4 D4 
D'un père et d'une mère 
Naissent souvent tel frère 
Dont guerre sourt et muet; 
Li ainznez a l'enour, 
Puis partist au menour 
Dou noauz que il puet. 
Qui ainz naissent, ainz paissent, 
ce dit li vilains. 

2 te f. F/y (lui f. H N. deus frères D ^ g. naist et A 
iJount suresourt et mort D 4 a sonnour Fa 5 P. part il ¥ß 
VA p. H 6 Dou pire se il A Al meins ki il poest a tort D 
7 a naist a. paist AF^HD 



78 

187. Fa 187 A 80 

Qui fait ce que il doit, 
Ou que ses amis soit, 
Touz tens li doit plaisir. ♦ 
Se il bien ne puet faire, 
Le bien en doit retraire 
Et le mal doit taisir. 
Bone parole bon lieu a, 
ce dit li vilains. 

4 Cil bien ne li p. plaire Fa 6 Le m. en doit A 

188. F«i88 A81 
Li bon est fous nais 
Qui done son pais 

A son fil ne sa terre, 

Tant con tenir la vueille; 

Car li fiz s'en orgueille, 

Si fait son père guerre. 

Qui 7nieuz aime autrui de soi, 

au molin fu morz de soi, 

ce dit li vilains. 

2 d. a son Fa 3 Ne son Fa 5 fiex Fa fols A 6 Sen 
f. A 7 ainme de soy A. m. f. m. de soyf Fa 

189. F« 189 A 82 

Ne voi ne fol ne sage, 
Tant ait le euer volage, 
Tant aint déduit estrange. 
Qui demanois nel laist, 
Tantost con li desplaist 



79 

Et son corage change. 
Biaus chanters enuie, 
ce dit li vilains. 

3 Ne le coraige estrange Fa 4 d. nellait Fa 5 Si tost 
com lentrelait Fa 6 Et son uoloir li ch. Fa 7 De bel contenir 
sauoie on A 

190. Fa 190 A 83 
Quant j'ai d'aucun regart, 
Au mieuz que puis me gart, 
Que je par lui ne muire; 
Mais cil qui nuit et jour 
Est o moi a séjour, 
Me puet grever et nuire. 
Ja ne verrez si mauvais larron con le privée 
ce dit li vilains. 

I iai aucun Fa 4 M. qui et n. A 7 Jamais n. v. si 
mal 1. corne A 

191. Fa 191 A 84 F^4 Hi 
Sages est entresait 
Cil qui amer se fait 
Et bien est reclamez; 
Cil rest morz et traiz 
Qui de ceus est häiz 
De cui doit estre amez. 
Bien a sa court close, cui si voisin aiment^ 
ce dit li vilains. 

3 Et en b. r. A En biens est F/9 Et qui est r. H 4 Cil est 
I «F/9H 5 g. est de ceus h. F/9 6 Dont il AF/9H 7 a son 
Tt close qui ses uoisins aime F/9 qui son uoisin aime H 



8o 

192. F« 192 A 85 
Quant chose est renomee 
Par pais et criée, 
Lors fait grant de petit 
Cil qui la chose het; 
Et cil qui mains en set, 
C'est cil qui plus en dit. 
Li lotis 7i'est pas si granz corne on le crie, 
ce dit li vilains. 

I ch. r. Fa 2 Est par p. alee Fa 3 L. font dou grant p. A 



193. F« 193 A 86 F^66 H 24 
Ne cuit pas que dieus vueille 
Que povres s'enorgueille; 
Mais chascuns endroit soi 
Esgart selonc son estre; 
Car ne pueent pas estre 
Tuit ne conte ne roi. 
Qui n'a cheval, voist a pié, 
ce dit li vilains. 

2 p. trop sorgueille AH 3 chascon ¥ß 4 E. mit bien 
s. F/9H 5 Nous ne poons tout e. A Nos ne poons pas F^H 
6 Ou duc ou c. ou r. A 7 ch. si v. AF/9H 

194. F« 194 A 87 F78 Yß^i D28 
Cil qui tout le suen boule 
A ses mains, a sa goule, 
Va puis querant son pain; 
Car se il nel queroit, 
A estrous enfleroit 



8i 

Et de laste et de fain. 
Vente et pluet, va eut estuet, 
ce dit li vilains. 

I ki suen D 2 O s. m. o s. AF/9D De s. m. de s. Fy 

3 Puis vait q. Fy Puis uait querre F/9D 4 si! ne le q. AFyFß 
Qui si il nul q. D 6 De laste et d. f. A De la 1. (teste F/9) 
de f. FyFß De mes aise et D 7 V. ou plueue A pluet a qui 
est oes Fß plet vet ki estet D 

195. Fa 195 A 88 
Cil qui grant mesprison 
A eu en prison 

De fain et de torment, 
Quant aucuns hors l'en boute, 
Durement crient et doute; 
Lors se tient sagement. 
Eschaudez iaue crient, 
ce dit li vilains. 

I Cil qua A 3 Grant f. et grant t. A 4 Q- chascuns 
Fa Qui arrière le b. A 6 Quil ne rait ensement A 7 E. aiguë 
boulant c. A 

196. Fa 196 A 90 
Li ome sont nonper; 
Chascuns done a son per 
Pour avoir guerredon; 

Cil encontre li done 
Et bien li guerredone 
La bonté de son don. 
Donant et prenant sont fille et mère bien, 
ce dit li vilains. 

3 Et atent g. A 7 sont fil et mère Ce Fa Mères et filles 
'ionnans et prendans sont amies A 

Toblcr, Li proverbe au vilain. g 



?>)>?>^»>^>?»»>)> »»>#<«< «C<««CCC<C<C<«C« - 

197. F« 197 A 91 D49 

Fous hon de petit gront 
Et bien trestost respont, 
Quant aucuns le menace. 
Mais au sage ne chaut 
C'on die bas ne haut, 
Mais touz tens son prou face. 
Tuit dit se laissent dire^ 
ce dit li vilains. 

I Bons h. d. p. grout D 2 Et mit tr. A Tost respount 
cum estout D 3 Q. aukes le D 4 nen chaut Fa neschaut D 
5 Que die A Ki die D 6 Mais que il s. A M. touz dis s. D 
7 dire et tout pain mengier AD 

198. F« 198 A 92 D52 
Fous dit tost tel folie 
Dont on si le colie 
Qu'après l'en estuet tondre. 
Mais li sages se taist; 
Teus chose li desplaist 
Dont il ne veut respondre. 

Mieuz vaut bons tairas que fous parler s, 
ce dit li vilains. 

I tost sa f. A F. fest t. tele f. D 2 le manie A D. len 

si lie c. D 3 Que a. lestuet A Ki a. se esteut t. D 5 Tel 

FaD desplait F« 6 il nose r. AD 7 bons taisirs A t. ke 
trop parler D 

199. F« 199 A 141 F725 F|9 9 D24 
Quant je voi a cez festes 
Et de dras et de bestes 
Faire si grant barat, 



83 



Donc sui je plus iriez 
Et plus mal atiriez, 
Quant n'ai dont les achat. 
Mui de fro7nent a denier, dolent celui qui ne Va, 
ce dit li vilains. 

I uois a ses F« 3 granz baraz F/9 barate D 4 irez 

FaD Tant AFyF/ÎD 5 atournez Fa Dolenz et corouciez Fy Mariz 
et coroucez D 6 d. riens a. Fy dount jeo lachale D 7 Qui 
m. de f . a a d. Fa M. de ble Yy Muie D dener alas dolent ki ne D 

200. F« 200 A 94 

Qui honte fait autrui, 
Sa mort et son enui 
Pourchace, et dit qu'il monte, 
Quant sa vie a rescousse; 
Mais a la parestrousse 
En vient il a grant honte. 
A tel marchié tel vente, 
ce dit li vilains. 

201. Fa 201 A 93 F/ 15 F^ 8 H 5 D36 
Uns hon toute sa vie 
S'entremet de clergie 
Et en pris s'en veut mètre, 
Et raout s'en fait délivre, 
Qu'il ne savroit escrivre 
Soulement ptroupt en letrc. 
Ne sont pas tuit chevalier, qui a cheval montent y 
ce dit li vilains. 

I Mains AFyFß {.)uns H Meint houme D 2 de folie Fy 

ij.eslrie H 3 Nen pris ne sen Fa se veut AF/9 En pris se 

util I) 4 deliures FuFß Si sen (se D) f. m. deliure AD Et .1. 

6* 



84 
■ »»?»»»»»»>^ »»#« «««««C«(«««« > 

clers de clergie H 5 Ne s. mie e. A Nonques nen (ne Fß) sot 
e. FyFß Qui en tote sa vie H Si ne set neins e. D. 6 S. une 
1. Fa S. trop en 1. Fy S. tropt en 1. Fß Ne savra une 1. H Wn 
soûl mot prod en 1. D 7 p. tout ch. cil qui A p. tuit ch. Cil 

qui a ch. uont H Ici sour ch. m. D 



202. A 2 F71 Fi9i D2 
A grant folie entent, 
Qui dous choses enprent 
Et nule n'en achieve. 
Savez qu'il en désert? 
L'une pour l'autre pert 
Et soi mëisme grieve. 
Entre dous seles chiet eus a terre, 
ce dit H vilains. 

3 ne a. D 6 meismes FyD 7 ch. li c. Fy cul Fß deus 
arcouns D 

203. A 9 F/ 31 F/342 
Sa ferne et son serjant 
Et son petit enfant, 
S'avient que il foloit, 
Pour son talant abatre 
L'estuet ferir et batre, 
Tant que chastiiez soit. 
Buer a son verjant, qui chastie son enfant, 
ce dit 11 vilains. 

I Saucuns a son enfant A (. . . .)e et Anfang weggerissen 
Fy Se f. a son siuant Fß 2 Son parent ou sergant A 3 Se 
cest q. A Sel uelt que Fß 4 De s. AF/? 5 Le doit on et 

bien b. A Le doit et souent b. Fß 6 Ains con ne le chastoit 
A Ainz que bel le chastoit Fß 7 Bon a Fy qui en ch. F,^ 



85 
■ »»»»»»»»»»»» # ««<«««««c«««« - 

204. Ai8 H 31 D77 

Cil qui est coustumiers 
De mentir volentiers, 
Pour nient s'afiance; 
S'il te fait serement, 
Onques ne t'i atent 
Ne n'i aies fiance. 
Qui foi ne tient ^ ne serement, 
ce dit li vilains. 

3 Ne pren pas sa f. H Pur mentir safiaunce D 5 Wnc 
ni ti a. D 6 Plus quen une arse granche H Ne plus ke arse 

grache D 7 Cui il ne tien foi non fet il s. H 

205. A 26 Fi^ig D i6 
Pou vaut sens ne prouece 
En orne sanz richece; 
Tant le voi je en ses flours, 
Come il a que despendre; 
Et quant il n'a que prendre, 
N'a ami ne secours. 

Veue dame n'a ami, 
ce dit li vilains. 

I II nest s. A sens sanz richece F^ 2 En h. ne proece 
Vß 3 le voie en AF/9 Quant il est en D 4 Quant il nen a 
q, prendre A Cum il nad ke prendre D 5 Et q. na q. des- 
prendre A E quant il nad ke despendre D 6 Nad amis D 
7 Deue dame est senz seingnour D 

206. A 36 
Mauvaisement conqueste 
Cil qui tout le suen preste, 
Ne set prou conquester; 



86 
0»»»»>^>»»?>»»>> ^ <C«CX«««C«««C«< - 

Car de tout le déçoivent, 

Si tost come aparçoivent 

Qu'il n'a plus que prester. 

Qui espant sa goûte, ne la reqiieut toute, 

ce dit li vilains. 



207. A 40 

Nus ne doit trop grant joie 
Mener pour rien qu'il voie, 
Cornent qu'il li aviegne, 
N'en dolour trop entendre; 
Si doit la chose enprendre 
Qui a raison le tiegne. 
De tout est mesure, fors de sa ferne batre, 
ce dit li vilains. 

2 por riens 



208. A 41 F/ 35 D48 
Li hon plains de grant ire 
Se confont et enpire; 
Mais puis se rasouage, 
Si con s'ire remaint, 
Et son talant refraint 
Et tenpre son corage. 
N'est si chauz, ne refroit, 
ce dit li vilains. 

I Li bons houmes pi. D 2 Sei c. D 3 M. après sassoage 
A se resuage D 4 sire refraint A Si cum il r. D 5 Et ses 

talens reraaint A 6 Et temple Fy 7 ne refroide A chaut 

qui ne refroide Fy chaut ki il ne refreit D 



87 
■ »»»»»»»»»»»» ^ ««^«««CC«««« -^«- 

209. A 57 D55 
Gastee et entreprise 
Est terre sanz justise. 
Princes qui par valour 
Defent que on ne Tarde, 
La vie tense et garde 
A moût d'omes le jour. 
Ou chat n'a, sourïz i révèlent, 
ce dit li vilains. 

I Gaustee D 2 En t. D 4 Desfent A ke lum ne D 

5 Sa vie D 6 A mil honmes D 7 chas A reuele A Ou 

chat nen ad sorices r. D 



210. A 89 D63 

Se riches est vilains 
Et se ses sire a mains, 
Si soit de prendre engrès, 
Touz tens le contralie; 
Ja puis jour de sa vie 
N'avra desouz lui pais. 
Mal partir fait a seignour, 
ce dit li vilains. 

2 Et ses sires a A E si sires ait m. D 3 s. de! pr. D 

4 Tout t. D 6 Vers lui nauera p. A 7 fait agueule ce A 

fest au s. D 



211. A 98 ¥iUo D69 
Puis que chaitis sourpuet 
Plus chaitif, n'en estuet 
Parler; quant l'a sourpris, 



88 
■ »»»>>»»>>»»>>>»>#««C«««««««<<<<< - 

Ja merci n'en avra 
N'avoir ne la savra, 
Car il ne l'a apris. 
Dolente la vile qu'asniers proie, 
ce dit li vilains. 

I cheitifFs me estuet D 2 PI. chaitis A PI. garoz F/9 PI. 

cheitiffs ne estuet D 5 ne le s. A Nennorer nel s. F/9 Ne 

aueir ne se s. D 7 v. qui a son seignor proie A asniers por- 

voit F/9 D. est la v. ke asniers preieient D 

212. A 117 Fi3 55 D 53 
Quant jou ai robe nueve 
Et aucuns la me rueve, 

Moût l'ain, quant l'ai première; 
Mais au tierz jour m'enuie, 
Au vent et a la pluie 
La met, ja tant n'iert chiere. 
De novel tout est bel, et de viez entre piez, 
ce dit li vilains. 

I Se iou A Q. ge F/9 neve robe D 2 Que a. hon me 

trueue A Et aucon F/9 me rove D 4 men annule D 6 la 

taunt niert cher D 7 tout mest b. et de viel A tout bel et de 
veuz D 

213. A 134 F/ 34 D47 
Mainz hon est de tel hait 
Que, quant aucuns li fait 
Chose qui li desplace, 
Lors en jure et rejure 

Et sa voe parjure, 
Menace et remenace. 
Menaces ne sont pas lances, 
ce dit li vilains. 



89 

1 Meint houme D 2 Quant aucuns li mesfait A Q. q. li 

hom li Fy Q. q. aukes li faut D 3 desplaise D 4 Lors jure 
A Lores jure D 5 sa voie A Pariure et repariure Fy sa uoee 
et D 6 et remace Fy 7 Trop puet on menacier A Manaces 
vivent et decolez murent D 

214. A 143 

Onques jour brabançons 
Ne fui, ne chanpions, 
Ne ne serai ja mais; 
Ne vu eil hardement faire 
Qui me tourt a contraire, 
Mieuz ain je vivre en pais. 
Bon chatel garde, qui son cors gar de y 
ce dit li vilains. 

215. F/ 3 D6 

Il n'est sens ne prouece 
\ En ome sanz richece, 

( Souvent l'avons vëu. 

S'or revenoit Macrobe 

Vestu de povre robe, 

Pour vil seroit tenu. 

Tel te voi, tel f espoir, 
ce dit li vilains. 

I Nest D 4 Si ci venist D 5 E eust p. D 6 Mal 

sereit coneu D 7 tel tespon Fy Tel te veie tel te espeir D 

216. Fyi2 

Fous est, qui trop se fie 
D'entrer en la folie 
Dont il est eschapez; 



90 

• »»»?>»»»»?»> »»^ «<«;«c«<c<<«:<«<<<< - 

Car trop fous hardemenz 
Li met tel frain aus denz 
Dont il iert atrapez. 
Tant va li poz a Viaiie qu'il brise le col, 
ce dit li vilains. 

4 fol hardement 5 au dent 6 il est a 



217. F723 F^38 D92 

Mainte dame, ce cuit, 

Va a son dru par nuit 

Sanz crieme et sanz freour, 

Pour son seignour n'iroit 

Jusqu'à Tuis de son toit, 

Ainz dit qu'ele a peour. 

Plus tire eus que corde, 

ce dit li vilains. 

I d. ie c. Fy d. vait ceo D 2 Vient a F/? A soun D 

3 Sanz ire et Fy F/9 S. crime D 4 P. s. mari ne D 5 Treske 
achef de D 6 Et dit quel a F/9 A. dist ki ele D 

218. F/ 24 
Quant fous par nonsavoir 
A perdu son avoir. 
Lors dit, quant est passez: 
^Dieus, garder nel savoie; 
Mais se je le ravoie, 
Touz tens avroie asez'. 
Tart maifi a cul, quant pez est hors, 
ce dit li vilains. 

3 dist 



91 

219. F/ 29 D41 

Mainz hon par aventure 
Est riches sanz mesure 
Plus que nus de sa rue; 
Mais puis li recourt soure 
Aventure en pou d'oure, 
Qui de ce le remue. 
De si haut si bas, 
ce dit li vilains. 

I Meint houme D 3 Sour touz ceus de D 4 li court D 

6 le trestourne D 



220. F/937 F^No H 13 D103 

Une dame conois, 
Auques me tient pour mois, 
Quant la tieng en mon lit, 
Qui me met a bandon 
Une espane de con 
A dous doie de vit. 
De petit aguillon point Von grant asnesse, 
ce dit li vilains. 

I Tele d. ¥ß Tel d. c. F/9^ (.) einte d. ai ueue H U. 
dema D 2 Donc ge me tieg p. F/9 Qui me tint un m. F/9* 

Deschauce tote nue H Aques m. t. p. muus D 3 Lautrier en 
son 1. F/9* Soer dedenz son 1. H 4 me uient a ¥ß Piain 

espan de con F/9* Quj metoit a H 5 Plain esp. F^ Me 

ist a bandon F/9* Pleine paume de H Wne espande de D 6 nach 
vu: Por ce sil est petit Nen doit auoir despit Roine ne contesse 
F/9' A trois d. H 7 point on F/9 Que de p. a. point len 

n g. F/9* a. chace len g. D 



92 

221. F^ 39 Duo 

Mainte dame souvent 
Prent deniers et argent 
De la main son seignour, 
Car el les veut doner 
A un bon bacheler 
Pour mieuz avoir s'amour. 
Puiez de cul trait lentes de chief, 
ce dit 11 vilains. 

I M. ferne s. F/9 2 dener D Ai ueu prenre a. F/9 3 En 
la Yß 4 Kar ele les D Quel donoit au danzel F/9 5 Qui li 
batoit lenel F/9 6 Et par nuit et par ior F/9 7 Plus tire cul 
ki corde D 

222. Fi3 40 D66 

Grant mal fait a estrous 
Convoitise a plusours, 
Si ne s'en gardent mie: 
Tantes choses enbracent 
Dont puis ne se deslacent 
En trestoute lour vie. 
Qui tout couvoite^ tout pert, 
ce dit li vilains. 

I Quant m. fount D 2 Si ne gardent prouz D 3 Li 

bachilers leger D 4 Ki tauntes D 6 De tel encumbrer D 



223. F^4i H 14 D65 

Bien ai aparcëu 
Que de don recëu 
Guerredon en doi rendre; 



93 

Car donant et prenant 
Sont ami parissant 
Et ont touz jourz que prendre. 
Bontez autre requiert, et colee sa per, 
ce dit li vilains. 

I (.)ien est aperceuz H 2 Qui d. d. receuz H Ki de D 

3 en doit r. H Guerdoun deit lern prendre D 4 donanz et 

prenanz F^ D 5 ami et parenz F/9 a. et parent H Sount auns 
parisaunz D 6 Et uont toz F/9 Et sunt tor iors ensemble H 

E nient toudis p. D 7 requiert ce dit F/9 Bonté autri garde et H 
Bounte D 

224. F/3 51 

De ce sai bien la some: 
Sire fait de son orne 
Mal pas a eschalier. 
Sour son ome charrie, 
Ses filles enmarie, 
Son fil fait chevalier. 
De mëisme la terre fait Von le fossé, 
ce dit li vilains. 
I ce sait bien 4 vSor ses homes 6 Ses filz 7 De 

meisse la 

225. Ff:^64 D80 DI104 
Dame qui veut andouille, 
Petiz viz la chatouille, 
Le cul pou li cscaise; 
Mais quant sent tel bouzon 
Qui li hurte au poumon. 
Lors dit qu'ele est a aise. 
Qui bon morsel met en sa bouche, 
bone novele envoie a son euer, 
ce dit li vilains. 



94 

I qui het a. Fß ki veit D* 2 Petit vit F/9DD' ki la 

coille D 3 Le cumpeil li esquase D Ne quit ki point li plaise 
D* 4 was hinter quant stand, mit Tinte bedeckt Fß Ki tel li 
met al coun D quant ele sent tel bogon D' 5 was hinter hurio 
stand, mit 'Tinte bedeckt Fß Qui ert al pomouun D 6 que est 
F^ Si li fait greingnour aise D Dounc est ele a a. D' 7 nouele 
enueit al quer DD* 



226. Fßös H 23 D108 
Bourdons lechiere a court 
Ne lo pas que sejourt 
Ne mais dous jourz o trois; 
Mais aut, si se pourchast, 
Ainçois que l'on Ten chast, 
Si fera que courtois. 
Biaus chanters enuie, 
ce dit li vilains. 

I (.)ns lechierres a H Or dun 1. de c. D 2 Nest pas drois 
quil s. F/9H suriourt D 3 Plus de d. FßFi 4 M. uoist si 

se porchace F^ M. aust et se H 5 len le chace Fß que hon 

len ch. H A. ki lern len ch. D 6 f. ki c. D 7 Quar beau 

chanter Fß Beau chanter H Bel chancer D 



227. Fi3 67 H 70 D 107 
Mainte dame orgoillouse 
Ai vëu desdeignouse 
De seignour de chastel, 
Cui uns mauvais garçons 
Entroit puis es arçons, 
S'en faisoit son avel. 
Enuious veint ne mie biaus, 
ce dit li vilains. 



95 



I A meinte D 3 Damer par de F/9H 4 Puis uenoit 

uns g. F/9 P. un poure garçon H 5 Montoit li es Fß Li en- 

troit en larcon H Entre pui et a. D 6 Por faire son Fß Qui li 
batoit lanel H Si en feit s. D 7 v. nient b. Fß v. ne mie bel 
H Enuious fut met le bel D 

228. F^68 

Veez vous cez granz sales 

Ou cez genz sont si pales? 

Il n'ont dedenz que frire. 

En petite maison 

Done dieus grant foison, 

Ç'avez bien öi dire. 
Mienz vaut bons petit que granz mauvais, 

ce dit li vilains. 
6 oi bien dire 7 que grant m. 

229. F/3 69 D83 

Il sont genz de mestiers 
Et de vis et de chiers, 
Ne sont pas tuit d'un fuer; 
Teus est biaus par defors 
Et moût riches de cors 
Qui povres est de euer. 
N'est mie tout ors qtianquHl luist, 
ce dit li vilains. 

I gent de D 2 et de fiers Fß 3 tout de un quer D 

4 est riches de cors D 5 riche cors Fß mont bel par defors D 
Qui est mauuais de Fß 7 or Fß or ke luist D 

230. Fjïyô H 27 

Li hon qui putain prent 
Tout a son escient, 



96 

Bien doit estre chaitis; 
Et s*ele li fait lait, 
Il n'en doit tenir plait, 
Car iluec s'est il mis. 
A bon droit boit merde, qui en son puis la chie, 
ce dit li vilains. 

I (.)ome qui pute pr. H 2 Trestot a esc. H 4 Que 

sele H 6 Ilueques F/? 7 boit la m. F/? son poig la F^ 



231. F^77 Fi3»93 H 28 
Teus prent a gabelet 
Fermail et anelet 
Qui a certes le rent; 
Biaus li est li mestiers, 
Sel fait moût volentiers, 
Dont par la goule pent. 
Tant va li poz a Viaue qu'il brise, 
ce dit li vilains. 

I Tel F|5H gabelez H Cez petiz enfantez F/9* 2 Fremaus 
et anelez H Amblent cez anelez F/9* 3 Et cez fermauz dargent 
F/9* 4 die Zeile mit Farbe zugedeckt F/9 Tant lor plaist le 

mestier F/9* 5 Si fet plus v. H Entre robe et denier F/9* 

6 Donc F/9 Que par le col en pent F/9* 7 le pot H qui se 

brise le col H 

232. F^78 F/31 94 
Quant li leres est pris 
Et el pilori mis, 
Genz le vont esgarder; 
Volentiers jureroit 
Que ja mais n'enbleroit, 



97 

Qui le lairoit aler. 
Conseuz artère main n'est prouz, 
ce dit li vilains. 

I lierres Yß 3 Si le uont tuit ueoir F/9* 4 Qui aler le 
lairoit F^* 5 Volentiers iureroit F/?* 6 Que iamais nenbleroit 
F/9* 7 Consels Y^ A tart met main a cul Quant li pez est 

hors F/9' 

233. F^79 
S'autre hon ma ferne fout, 
Et je truis le con tout 

Si con devant i ert, 
Fous sui se m'en aire 
Ne duel en ai ne ire; 
Cous en iaue ne pert. 
De nient se corrouce, qui nient ne pert, 
ce dit li vilains. 
6 en aiue ne 

234. F^87 

Dieus me gart ui mon sens 
Et me doint tel pourpens 
Dont je ne mesparol; 
Tel chose me laist dire 
Dont je ne soie pire 
Ne ja tenuz pour fol. 
Qui dit bien, ne dit mal, 
ce dit li vilains. 

235. F/3 88 

Nus hon qui tient enour, 
Si ne doit träitour 
Atraire en son pais; 

'('■'■■■ ' : ; • ....'»„- ;ju vilain. 7 



98 
»»»»»»»»?>»»»#<«<«««««««««« ■ 

Car se il Ti atrait, 
Bien l'en puet venir plait 
Et lui et ses amis. 
Bacons mal salez en charnier enpire, 
ce dit li vilains. 
I qui crient hennor 6 A lui a ses 

236. Fi9 89 

Fous est li usuriers 
Qui preste ses deniers 
En estrange pais; 
Car se il i sourt guerre, 
Il nés ose aler querre 
Pour paour d'estre pris. 
Mieuz vaut près jonchiere que loing perriere, 
ce dit li vilains. 
7 loinz perere 

237. Fi^Qi 
Pute bien vestue 
Saut enmi la rue 

Pour son cors moustrer; 
Mais quant ele est nue, 
Trop est reponue. 
Si se fait celer. 
Flaons chauz s^ensaigne, 
ce dit li vilains. 



I Puste 



238. F/3 92 

Maint ome i a, pour prendre 
N'oseroit rien despendre 



99 

Ne faire enour autrui; 
Quant siet a autrui table, 
Si se fait conoissable 
De doner entour lui. 
U autrui cuir large corroie, 
ce dit li vilains. 

2 riens 5 connoistai>le 

239. F|3 95 

Hon cui prestes ton gage, 
Ne veut pas qu'on le sache 
Ne qu'on se gat de lui; 
Qu'a tel puet l'on prester 
Son gage et demander 
Qu'il li tourne a enui. 
// se sont maint orne, qui lour preste, si lour do?ie, 
ce dit li vilains. 

I Hons qui preste 

240. Fi? 96 

Il se sont maint tignous 
Qu'ont les chiés dolerous, 
Qui les descouverroit. 

Que trop i a laide uevre; 
Moût lour en peseroit. 
Quant plus remuet on la merde, et ele plus put, 
( c dit li vilains. 



Z. 4 oder 5 iehit\ als 4 etwa zu denken Fous est qui (Ne 
o qu'on) les descuevre. Für den Anfang möchte hesser hefric- 
ligen II sc sont maint bontous Qui ont les chiés tignous, Qui u. s. w. 

7* 



100 

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241. Fßgj 

Fous est qui met s'entente, 
Tant que il se repente, 
En juene ome mauves; 
Quant Ton plus le chastie, 
Et il plus fait folie, 
Sil voit l'on tout adès. 
Qui a estront lutte, de toutes parz enbrace la merde, 
ce dit li vilains. 

242. H20 

Se dieus me benëie, 
N'est mie bien partie 
Feme par la ceinture; 
Car desus est tifee 
Et peigniee et mirée, 
Par desouz est l'ordure. 
Li uns bouzons fait Vautre vendre^ 
ce dit li vilains. 

I (.)e diex 3 Famé en par 7 Lun bogon 

243. H 50 

Ne cuit que pour richece 
Puisse faire largece 
Li mauvais hon avers; 
Ausi ne cuit je point 
Que ses hueses me doint. 
Qui vent ses viez souliers. 
Enviz me donroit Pue/, qui le festu e7i lèche, 
ce dit li vilains. 

I (.)e cuit 4 ne cui ge 7 festu enleque 



o>;>i>»;>i>;>;>;>»;»? ^ < ' :<;<;<;««C:Ccg:g:g!CC ' 

244. H 53 

Estrange conpaignie, 
Qui bien près i espie, 
A entre cul et con; 
Li conz en a le fruit, 
La joie et le déduit, 
Li eus n'a se cous non. 
Privez mal achate, 
ce dit li vilains. 

I (.)strange 4 Le con 5 et le duit 6 Le cul 7 Priue mal 



245. H 59 

Nus clers ne trueve en letre 
Qu'on se doie en prametre 
Trop fier ne atendre. 
Car des que li dons targe, 
Li aver sont plus large 
Dou tenir que dou rendre. 
Mieuz vaut uns ^tien' que dut Jti Vavras\ 
ce dit li vilains. 

I {.)ul clerc 5 Li auers sunt 7 I tien que II tu laras 



246. H 60 

Le pel quiert dont se fiert, 
Et sa honte pourquiert, 
Qui trop sa ferne alieve; 
Car autre en fait son buen, 

Et li ga.stc le suen, 



102 
?>?>?»>?>»?»>>>» »>»Xg? <«C<C«<C<CCC<«C<C<C<C 

Si le honist et grieve. 
Qui de loing se pourvoit, de près s'esjöist, 
ce dit li vilains. 

I (.)e pel 4 son bone (e hlaß) 6 Ce le 7 de loiz 

se poruoit d. p. sesioit 

247. H 61 

Soi mëisme déçoit 
Et damage i reçoit, 
Qui trop félon enoure; 
Car quant plus l'aime et sert, 
Damages en apert 
L'en vient en petit d'oure. 
Oigniez a mastin le cul, il vous chïera en la paume, 
ce dit li vilains. 

T (.)oi meimes déchoit 2 Et dom. i rechoit 5 Et do- 

mage en 

248. H 62 

Cil qui fait au menour 
De mes omes enour. 
Me monstre par provance 
Que il est mes amis. 
Si vous di qu'il m'a mis 
Dou merir en errance. 
Qui m'aime, si aime mon chien, 
ce dit li vilains. 
I (.)il 3 Me raoutre par essample 

249. H 63 
Errer doit o proudome. 
Qui aler doit a Rome, 



103 
• »»»»»^»»»»>?>»#«««««««««««« - 

Car bon conseil i prent; 
On aprent par usage 
Mainte parole sage, 
Qui a droit i entent. 
Qui a proudome parole, si se repose, 
ce dit li vilains. 

I (.)rrer 4 On i prent en u. 7 preudome parle 



250. H 64 
Maint baron de haut pris 
M'ont mainte foiz pramis 
Tant dou lour pour atendre 
Que j'estoie touz liez; 
Puis estoie corciez, 
Quant je failloie au prendre. 
De bel prameteour mauvais paieour, 
ce dit li vilains. 

4 tot liez 6 failloie aprendre 7 prameteur m. paieur 



251. H 69 

Sages est, qui esploite 
Ce que il plus couvoite 
Tenir et asomer; 
Et cil est forvoiiez, 
Qui trop s'est esloigniez 
Sanz aviron en mer. 
Entre fol et sage a grant devise, 
ce dit li vilains. 

I (.)age8 2 coueite 4 est renoiez 



104 

252. H 71 

Quant hon a tant haucié 
Un ome et eshaucié 
Qu'il est baillis le roi, 
Lors mesdit et mesfait, 
Tant qu'aucuns li refait 
Conparer son desroi. 
Pour bon seignour grosse colee^ 
ce dit li vilains. 

I (.)uant 3 baillif 

253. H 72 

Cil qui bon seignour trueve, 
Sel conoist et esprueve 
Et aint sa conpaignie, 
Fous est, qui s'en esloigne; 
Mais serve sanz essoigne, 
Si ne s'en mueve mie. 
Qui bien est, ne se mueve, 
ce dit li vilains. 
I (.)il 

254. H 73 

L'en ne prise pas ome 

Der Vers, dessen erster Buchstabe nicht ausgeführt ist, bildet 
den Schluß eines Blattes; weiteres fehlt. 

255. D81 

Mout est buens acointiers 
De clers, de chevaliers. 
Ce sachiez, trop est voir; 



i 



105 

En un lieu a ester 

Ne puet nus conquester 

Granment pris ne avoir. 

Trop puet Von garder le perier son aiuel, 

ce dit li vilains. 

I bon 3 trop veir 4 En nul liu arester 5 puet nul 

c. 6 pris saunz aueir 7 garder le pilier soun aiel 



256. D82 

Qui volentiers séjourne, 
A nul pris ne li tourne, 
Mains en vaut par droiture; 
Qui va et ça et la. 
Mainte foiz prou i a 
Et mieuz en vaut souvent. 
Qui va, lèche; qui siet, sèche, 

j ce dit li vilains. 

1 6 E meuz en ad s. 



257. D84 

Teus a or grant renon 
Qui dedenz sa maison 
Moût laschement se vit; 
Se dieus me benëie, 
Tant de mal ne ra mie 
En plusours con l'en dit. 
Li lous n'est mie si granz con l'en Vescrie^ 
ce dit li vilains. 

r Tels ad hors 4 E si deu 5 ne irramie 6 cum 



io6 

7>?>?>i>)X>?>>>>>^> >>»>#<<<< <^<<<<c<x<<<<<<<<< - 

258. D88 

Qui son ami descuevre 
D'aucune vilaine uevre 
Qu'il a faite vers lui, 
Lui et as suens fait honte, 
Se il a tant li monte, 
Sil trueve a enemi. 
Qiii son nés coupe^ sa face desenoure, 
ce dit li vilains. 

I Kui s. a. descure 3 Sil ad fest v. 4 Luie et assens 
fest 5 Sil 6 Qui il 11 trêve ad 

259. D89 

Fai ce que tu savras, 
Si ne te faire pas 
De ce que ne ses, baut; 
Ce qu'on cuide souvent 
Savoir veraiement. 
Par aventure faut. 
Mieuz vaut savoir que soz paroir, 
ce dit li vilains. 

I Fai ki tu saueras 3 Desque 4 Ce ki houme quide 

s. 5 Saueir ver aiment 7 Menz v. s. ki soz perier 

260. D90 

J'ai vëu maint serjant 
Qui se faisoit vaillant 
De mangier achater; 
S'il venist a Paris 
Querre pain blanc o bis, 



107 

Nel porroit il trover. 
Qui fol envoie en mer, n'avra poisson ne el, 
ce dit li vilains. 

I leo ai veu meint s. 2 feseit mult v. 6 Nel purreit 

7 fol enveit en m. nauera 

261. Dgi 

Maint orae ai je vëu, 
Des que il ot perdu, 
Qui ne voust mais jouer; 
Ausi avient souvent 
Que ferne se repent 
De soi despuceler. 
Tart est 7nains a cul, quant li pez est hors, 
ce dit li vilains. 

I ai veu 2 ouït perdeu 3 ne volt 5 Qui 7 main 

al cul quant le pet 

262. D93 

L'en puet bien par usage 
Faire le chat si sage 
Qu'il tient chandoile ardant; 
Ja n'iert si bien apris, 
Se il voit la souris, 
Qu'il n'i aut maintenant. 
Mieuz vaut nature que nourreture, 
ce dit li vilains. 

3 Qui il tent 5 Si! veit la soriz 6 Qui il 

263. D94 

Maint proudorae vaillant 
Ai vëu coup sofrant, 



io8 
- »»?»>»»»»?»»»># « «««C«««««<«<ê ^ 

Nel voust a touz moustrer; 
Se il sa ferne escrie, 
Tant iert graindre folie, 
Si s'en fera huer. 
Con plus esmuet on la merde, et ele plus put, 
ce dit li vilains. 

3 Nel vout 5 Taunt .i. ert 6 Si sen frad 7 pi. 

esmuet la m. e ele pi. puet 

264. D95 

Nule franche pucele, 
Tant soit gente ne bêle 
Ne de clere façon, 
Ne doit orne desdire 
Ne vieil ome despire 
Par droit ne par raison. 
Vieuz roncins fait juene poutre poire, 
ce dit li vilains. 

7 Kar viel runcin f. joefne puldre peire 

265. D96 
Ne doit nus refuser 
Marchié'ne achater 
Pour petit gaaignier; 
Car menu et souvent 
Puet l'on mui de froment 
Un et un grain mangier. 

Petiz gaainz est Maus, quant il vie^it souvent, 
ce dit li vilains. 

2 Marche achater 7 Petit gain est bel 



109 

266. D97 

Fous est, qui sour chemin 
Comence son jardin 
Sanz mur et sanz roion; 
Car i jeteront tuit, 
S'en porteront le fruit; 
Chascun iert a bandon. 
Mieuz vaut près jonchiere que lointaine perriere, 
ce dit li vilains. 

3 saunz reoun 4 Kar .1. getterount 5 Si en aportent 

le f. 6 Checuns a baundoun 7 Meuz v. uingiere ki loin- 

taingne prière 

267. D98 

Cil cui cent marc d'argent 
Sont doné pour nient, 
Pour quoi nés despendroit? 
Se trop en est aver, 
Bien l'en doit l'on blasmer, 
C'est jugemenz a droit. 
Que vient legierement, soit doné largement, 
ce dit li vilains. 

I A qui cent mars 3 ne desp. 5 lern deit bl. 6 Ceo 
est jugement 7 Quant vent 

268. D99 

Li vilains ot mangié 
Dou pain mal saacié. 
Trop i ot de la paille; 
En dent tel dolour ot, 
Onques dormir ne pot, 



- »»»»»»»»)» »>»># <«««{Cc<«««c<c<.:« ^ 

Par tant rescoust s'aumaille. 
Mieuz vaut paille en dent que nient, 
ce dit li vilains. 

2 mal saecie 4 dent del dolour 6 Par taunt recust sa 
maille 7 dent ki nient 



269. D loi 

Ne devroit refuser 
Petit ome a amer 
Reine ne contesse; 
Car ce dit Salamon: 
D'un bien petit tronçon 
Se fait liée barnesse. 
De mains se crieve hon Vueil que d'un chevron cor nier, 
ce dit li vilains. 

5 Dun ben gros trunchon 6 Se fait le b. 7 crieue 

houme le oil qui de vn clieueroun c. 



270. D 105 

Sour toutes bestes mues 
Qui quierent lour manjues, 
Muet cornaille plus main; 
Toute jour se pourchace, 
Ne voit qui bien li face, 
Au vespre muert de fain. 
Co7i plus main lieve li malëurez, plus a lonc jour, 
ce dit li vilains. 

I bestes muers 2 lor mangers 7 Cum pi. m. leue 1 

malure plul long iour 



271. D io6 

A la bouche dou four 
A souvent grant chalour 
Et si n'i croist point d'erbe; 
Desouz blanc vestement 
A maint noir trop puUent 
Et qui ja n'iert sanz merde. 
Qici a estront lutte, conchiiez s'en part, 
ce dit li vilains. 

I der for 5 Ad meint neir tr. puillent 6 Qui ia ne 

.1. ert saunz m. 7 luit cunchie senpart 

272. D109 

Povres qui se demente 
De nueve chaucemente, 
Qu'il ne la puet avoir, 
Doit a la vieille tendre; 
Qui li donc sanz vendre, 
Bucn gré l'en doit savoir. 
Qui lait n'a, megue manjust, 
ce dit li vilains. 

I Poures se desm. 3 Qui il 4 Qui ad la uiele t. 5 E 
ele li donist sauns 7 mesge 



273. Dm 

Teus fait ome grant bien 
Et donc moût dou sien 
Qui malement l'enploie, 
Si sont des dames moût 
Que autres lour con fout 



112 

■ »»»»»»»»»»»»# « «««<C«««<«<C«< - 

Que cil qui les conroie. 

Tel la menez, tel la prenez, 

ce dit li vilains. 

I A tels f. houme 2 moût de suen 3 lenplie 5 Qui 
7 tella pemez 

274. D112 

Plusour vont outre mer 
Le sépulcre aourer 
Et damedieu proiier; 
Ainz qu'il soient venu, 
Ont lour fernes foutu 
Et gaste maint denier. 
Mal est bailliz, qui a ses noces n'est, 
ce dit li vilains. 

I Plusours 3 E damnedeu prier 4 A. ki il 6 E 

gauste m. dener 7 bailli ki ases nuces 



275. D113 

Qui veut avoir bon livre, 
Fous est, sel fait escrivre 
A tel qui ne voit goûte; 
Ausi est fous o foie, 
Qui gaste sa parole 
La ou nus ne Tescoute. 
Vil a s'alleluie, qui au cul dou buef la chante, 
ce dit li vilains. 

2 est ki le fest 5 gauste 6 Ou nuls 7 Wile ad 

soun allelua 



113 

276. D115 

Fous est par saint Mahieu 
Hon qui trop en un lieu 
S'areste ne s'apuie; 
Tant come il est noviaus, 
Si est ses estres biaus; 
Quant vieuz est, si enuie. 
De novel tout est bel, et de viez entre ptez, 
ce dit li vilains. 
I seint machu 2 Qui trop 3 ne apuie 4 est novel 

5 soun estre bel 7 tout bel de ueus 

277. D116 
Mainte dame ai vëue 
Qui bien estoit vestue 
Et de vair et de gris, 
Qui pas tele n'estoit 
Come ele me paroit 
Ne el cors ne el vis. 

Desouz chemise blanche a mainte brune hanche, 
ce dit li vilains. 
5 ele parreit 

278. D117 
De dame enprisonee, 
Quant est estroit gardée, 
A Ton souvent faus oir. 
Ne puet a chevalier 
Parler n'a escuier; 

Ce prent que puet avoir. 
Poîir soufraite de proudome si met l'on fol en banc, 
ce dit li vilains. 
I Dame enpr. 5 Parler ne deduier 6 Ceo pr. ki p. 

TobltT, Li proverbe au vilain. g 



114 
- »»»»»»» »»»»» # C«<C<«««C«««« «<- 

279. D118 

Cil cui l'on ferne fout, 

Quant il recuevre tout, 

Sa ferne pour quoi het? 

Fous est, s'il en a ire, 

Quant de rien n'en enpire 

Fors tant que il le set. 

De ce qu'on ne puet mnender, 

ne se doit Von pas trop doloir, 

ce dit li vilains. 

I Cil ki len 2 recoure tout 5 ren ne enpire 6 taunt 
ke len se set 7 De ceo ki ne 7 trop doler 

280. Di 

Ici a dou vilain 
Maint proverbe certain; 
Ne n'ait nus le respit 
Dou vilain en despit; 
Tout l'entent autrement 
Que li fous ne l'entent. 
Sages hon prent mouto7i en lieu de venoison, 
ce dit li vilains. 

6 Qui li 7 Sages houme p. motoun 



Anmerkung-en. 



117 



Anmerkungen. 



I3 Zu V autrui ergänze manaie. 

4 Ein Beispiel von soi priembre ,sich ducken* giebt Godefroy 
unter preindre. 

7 Leroux II 292, 393, Belege aus französischen Dichtungen bei 
Godefroy unter souratendre. Erklärungen in lateinischen Ver- 
sen bei Meyer S. 173, bei Zacher 10; vgl. vulgare proverhium 
est, quod non nimis exspectatur, cum aliquid, quod bonum 
est, exspectatur, lateinische Predigt bei Hauréau, Not. et Extr. 
de quelq. msc. IV 240. 
2j Mit Übersetzung in einem Hexameter bei Zacher 269; wenig 
abweichend malement se eovert (l. se cuevre), a qi le dos 
piert, Leroux II 391. — Die hier gegebene Deutung des 
Sprichworts ist wohl nicht ganz zutreffend, gewiß nicht die 
einzige statthafte. 
3j Ob Godefroy unter engoU unsere Stelle richtig versteht, ist 
mir zweifelhaft; daß die vornehme Frau , geschmückt' sei, 
thut nichts zur Sache. Eher mochte man denken, engouU 
heiße hier ,eßgierig' (nämlich unter gewöhnlichen Umständen) 
oder allenfalls ,gefüttert, gespeist*; doch kann ich diese Be- 
deutungen nicht nachweisen. 

^par grant dangier heißt hier .unlustig, widerstrebend*. Man 
kann seltsam finden, daß der nämliche Ausdruck dies und 
,nach Herzenslust*, also , reichlich* bedeuten darf (prist a 
mengier Des viandes par grant dangier. Car il en avoit a 
foison. Sagremor por sa garison Boit et manjue richement, 
Claris 9627^ ; aber dangier ist eben .Willkür, freie Verfügung*, 
die gleich gut im Thun wie im Lassen sich bethätigen, Lust 
wie Unlust sein kann. 

7 Prima sapit panem, sed pastam tercia mica bei Zacher 59. 
Quant tierce mie set le paste, Qui des peciés faire se haste, 
N'a mie grant pité de lui, VdlMort 237, i. Den gleichbe- 
deuif-nden zweiten Spruch der Hds, Fa, den Leroux I 1 10 



ii8 
■ »»>»»»>»»»»>>»^««C«<C««««<<<«« - 

aus späterer Zeit nachweist, findet man bei Zacher 73 in zwei 
Hexametern wiedergegeben; in französischer Fassung einer 
lateinischen Predigt einverleibt, begegnet er bei Hauréau a. 
a. O. II 279. 
4^ ,Sie will, daß er ihr das Handwerk lege, sie in ihre Schran- 
ken zurückweise*, d. h. sie hat das zu erwarten; sie thut, was 
dazu führen sollte, entreprendre (= intercipere, Voc. Duac. 
117a) heißt ,packen, fassen*. Hier ist prenge durch den Reim 
geschützt, 107 praigne. 

7 Zu den Belegen für den französischen Spruch und den Nach- 
weisen für lateinische Nachbildung oder Auslegung, die bei 
EVoigt zu Fecunda ratis 7 beigebracht sind, füge ich noch 
Roi de Cambrai in Œuvres de Rutebeuf P 443, Ren. 8578 
(Martin Va 600), Dite de vérité bei Jub. NRec. II 87. 
GParis sagt im Journ. d. Sav. 1 890, 570, daß der unmittel- 
bare Sinn des Spruches nicht völlig klar sei. 
b^ prendre mit marchié als Objekt, wie mit guerre, tournoi, 
jouste, estrif, plait, droit, parlement, amour, compagnie, 
wobei es sich überall um ein Thun, Anerbieten und Annehmen 
zwischen zwei Parteien handelt; vgl. Tel marchié prent, qui 
tel Vachate, Ruteb. II 31. 

5 Se c'est que Vescondie = se Vescondit, beliebte Umschreibung : 
Se c'est que femme vos die ,Je vos aim', nél créez ja, Bartsch 
ehrest.* 338, 27; Et quant c'ert que mengier voloit, Ä none, 
si comme il soleit, Menjout, S Alex. R 41, s. Zts. f. rom. 
Phil. II 145 zu 2753. 

7 On n'abat pas lo chane au premier coul mit Wiedergabe 
in einem Distichon bei Robert 82; in gleichem Wortlaute 
wie in unserm Texte steht der Spruch in einer lateinischen 
Predigt bei Hauréau IV 55. Vgl. Vous savés bien qu'au pre- 
mier cop Ne cope Ven mie le chesne. Rose 4024; Au premier 
cap li Jcaisnez, che dist on, ne Met mie, BSeb. V 666; A 
un cop ne Met pas li caisnes. Du Garçon et de l'Aveugle, 
Jahrb. VI 168, 103 ; du premier cop on n'abat point le quesne, 
Cte d'Artois 161, Führt Leroux II 273 aus dem sechzehnten 
Jahrhundert den Spruch ungefähr gleichlautend vor, so findet 
man dagegen eb. II 387 in der alten Cambridger Sammlung 
A. pr. c. n, eh. p. V arbre, und dasselbe gewährt Clef d'am. 792. 



119 

ößDasVerbum, das auch Str. 225 im Reim zu aise begegnet, 
macht Schwierigkeit. Kommt ihm doppeltes s zu, das ihm 
einige Handschriften geben, und ist somit der Reim entweder 
ungenau oder nur in engeren Grenzen befriedigend, wie mise: 
repentisse Str. 59? Und was heißt es? Weitere Stellen, wo 
es vorkäme, als die bei Godefroy unter escasser zu findenden 
und die beiden unseres Gedichtes sind mir nicht bekannt. 
Bei Watriquet, wo man liest Se le degré (die dreizehnte Stufe, 
wo Soufisance wohnt) pues esquafijsier, D'avoir te fera 
apaisier, scheint es »ersteigen, betreten' zu bedeuten; im 
RAlix. 360, 17 (Reim: iés) heißt es von Porrus, der zu Fuße 
den anreitenden Alexander erwartet: Sot que li rois fu fors 
et trancans ses espees (1. espiés); Se le fiert contre tiere, 
mors est et escaciés (Var. esquaisiés), wo fouler ,treten' wie- 
der passen würde. Keinesfalls darf man es ohne weiteres 
mit escasser für eins halten, unter welches auch die Stelle 
Tourn. Cliauv. 3783 gehört (esquace: passe); auch mit es- 
cachier ist es nicht leicht zu vereinigen, obgleich z.B. Guil. 
Mar. 578 (Romania XI 54) die Identifikation nahe legt: Telz 
presenz avra, ce saciez, Bunt il serra tost esquasiez Autresi 
conme un tàberaut. 
7 Aus andern Sammlungen angeführt bei Leroux II 175; dazu 
sens contredit, Tout otroie qui mot ne dit, Rose 13925; vgl. 
Otto, die Sprichwörter der Römer unter tacere 3. Was Fß 
anstatt des Sprichworts giebt, ist der Schluß der in dieser 
Hds. nicht enthaltenen Strophe, welche hier die 109 te Stelle 
einnimmt. 

7, Es scheint nicht ein eigentliches Sprichwort vorzuliegen, wie 
etwa das verwandte der 37. Strophe eins ist, sondern bloß 
ein mit Hinweis auf einen grade vorliegenden Fall etwa aus- 
zusprechender Satz. ,Es unterbleibt manches, was noch besser 
(als das hier Erwartete) vorbereitet war*. Oder konnte plus 
apareilliee auch ohne bestimmten Vergleich und im Sinne von 
tant sott (tp. gesagt werden? 

87 Die Pastinake, außer pasnaie auch pasnaise, jetzt panais ge- 
heißen, erscheint als von dem Schweine geschätzt auch bei 
GCoins. : Car une truie une pasnaie Aine (\. Aime) assez 
miex qu'um. marc d'argent, 632, 43. 



120 

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9, Das Sprichwort, verbunden mit dem von Str. 94 , ist in einem 
lateinischen Distichon bei Zacher 52 wiedergegeben. Pour 
che dist on: mesure dure, JJour. 2448, der nämliche Vers 
RBlois I S. V; En reprovier dit Ten que dure Üvre menée 
par mesure, LMan. 429; Si m'estuet ovrer par mesure. Car 
la soe uevre toz jorz dure, Poire 2532, wo Mesure in Person 
spricht; moût se doit on pener d'estre amesurez; car toz jors 
dit on: mesure dure, Phil. Nov. QT 138. 

lOg Nient einsilbig scheint dem Gedichte fremd. 

7 Verbindet man en cuisine mit dem Subjekte, so ist i nicht über- 
flüssig. — Das Sprichwort mit der Variante compaignie für 
son per giebt die Cambridger Sammlung bei Leroux II 388; 
Ch. e. c. ne quert ufejoir son per ist bei Zacher 158 zwie- 
fach übersetzt; der Wortlaut unseres Gedichtes einmal bei 
Robert 34; s. auch EVoigt zu Fee. rat. I 65. 

II7 Qui fet son preu, ne solle ses mains liest man in einer latei- 
nischen Predigt bei Hauréau IV 118, was zu der Lesart von 
Fß (congie = conchie) stimmt. 

12^ felon hängt von servir ab. 

7 Bei Leroux II 169 aus einer Sammlung des 13. Jahrhunderts: 
au V. loon le hiau j. et au m. nostre oste; dagegen stimmt 
mit unserem Texte die bei Zacher 117 übersetzte Fassung. 
Bei Meyer S. 171 ist al vespre deit Tum löer le jor dreifach 
übertragen. Vgl. weiter Li vilains dist en reprovier, Si lou 
dient encor plusor, Q'au vespre loe Ven lo jor, Quant Ven 
voit que hele est la fin. Si fet Ven son oste au matin, Méon 
I 140, 417; Li vilains dist en reprovier Ca vespre voit on 
hei lou jor, Bern. LHs. 448, 6. 

183 träine Verrat, von träir wie häine von häir. 

^il ist der, der auf Betrug ausgeht, il im nächsten Verse der 

rechtzeitig der Gefahr gewahr Gewordene. 
7 Leroux I 116 (zwei Formen), II 387 mit unpassendem receit 
als Schlußwort. Irrtümlich setzt D dieses Sprichwort zu 
Str. 96; was diese Hds. dagegen hier giebt, steht richtig am 
Ende der in D fehlenden Str. 44. 

14, Leroux I 122. Zahlreiche Sprüche behaupten entsprechend, 
der Baum schlage der Wurzel, die Tochter der Mutter, die 
Frucht dem Stamme nach. 



121 

164 Das tonlose weibliche Personalpronomen dritter Person ohne 
Beziehung auf ein bestimmtes Substantiv findet sich öfter auch 
bei garir: Mes ja a tant ne la garront, Äinz iront de mal 
en sordeiz, Troie 27808; Ne la garront U glouton losengier, 
RCambr. 2734; Sarrasin voient que il ne la garront, MAym. 
1797; Ne la garront no mortel anemi, MGar. 88; Par deu, 
fos der s, ne la porras garir, eb. 154; vgl. Jahrb. VIII 338 
und Anm. zu Elie 2356. Die Konstruktion mit a aucun ist 
nicht minder üblich als die mit vers oder contre. 
7 boise ,Span, Scheit*, s. Godefroy. Daß die Strophe das 
Sprichwort richtig auslege, möchte ich bezweifeln; mindestens 
darf nicht der sterbende Fürst, sondern nur sein Land, sofern 
es nicht sofort in feste Hand übergeht, unter dem fallenden 
Holze verstanden werden. 

IQ^ensour semaine ,im Laufe einer Woche', wie ensore jor an 
der bei Godefroy unter ensore beigebrachten Stelle ,während 
des Tages* heißt; vgl. auch Clig. 6419. Ebenso steht nicht 
selten das einfache sor : Sor nuit (über Nacht) envoie maint 
mesage Ä ciax qui de li sont tenant, Qu'il a li viegnent 
maintenant. Si tost corne il verront le jor, Perc. VI S. 195; 
Bien sai que'trestout mon travail Mavra délivré sor une 
eure Ma dame, BCond. 317, 1432; que . . ait wuidiet le ville . . 
hui sou/)' jour et de solel luisant, Rois. 9, 13; pouc prix Celi 
ki en feste plainne Bergaigne et acheté en pris Et retient dru 
soi' quifnjsainne, Bern. LHs. 178, 3. Was Godefroy unter 
sou/r 519 c beibringt, gehört nicht hieher und ist teilweise 
mißverstanden {eur ,Rand' mit eure verwechselt in RAlix. 
194, 12). 
7 Leroux II 222; mit dem Spruche beginnt auch der vierte 
Traktat der Somme le Roi, s. Romania 23, 450; und man 
trifft ihn Méon II 368, 190 etwas ungeschickt angebracht, 
wenn die Stelle nicht verderbt ist, und Rose 10226 in dem 
Sinne, der ihm hier beigelegt ist: ,man findet sich schwer in 
Entbehrungen, an die man nicht gewöhnt ist* (vgl. Zts, f. rem. 
Phil. II 144, zu 2480). 

177 Qi pou me dou/ne vivre me vuet, Cambridger Sammlung bei 
Leroux II 394. Der Übersetzer bei Zacher 24 scheint zu ver- 
stehn: , auch der karge Geber verdient Dank; er will den 



Beschenkten wenigstens nicht ganz umkommen lassen* Vivcre 
me cum (1. qui) vult, mihi munera parmüa inofert; Vifere 
me non vult aliquis, mihi cum nichil offert; und darauf läuft 
die Fassung bei Leroux II 306 hinaus: qui petit me donne, 
si veut il que je dîne. Etwas anders ist der Gedanke hier 
gewendet: ,Wer von Versprochenem nur wenig hält, scheint 
dem Empfänger langes Leben zu wünschen, indem er reich- 
lichere Leistung sich für später vorbehält*. So auch Vult me 
vitalem, rem qui miehi dat modicdlem, Prov. rust. 9 und Qui 
modicum rnichi dat, me vivere longius optat, was E Voigt 
dazu beibringt. 

I87 helet zweier Handschriften heißt ,KleinodS wie Delboulle in 
Romania 12, 335 gezeigt hat. esjot ist die regelmäßig ent- 
wickelte Form; esjoit kann aber geduldet werden und ist von 
Risop in Zupitzas Archiv 92, 457 richtig erklärt; vielleicht 
ist es hier vorzuziehn, weil es einen Reim zu voit giebt. Auf 
den Unterschied, der sich für den Gedanken ergiebt, je nach- 
dem man ferne oder dame (Herrin) vorzieht, trete ich nicht 
ein. 

19i ami der Überlieferung entgegen (statt amis, das durch chas- 
cuns herbeigeführt sein mag) im Hinbliclf auf 20 5, 23 j, 53 4, 
2385, 2593' 26O2. 
3 SOI metre en aucun heißt sonst ,es auf jemand ankommen 
lassen, den Entscheid in jemandes Hände legen*. An celui 
(den Arzt) se met a délivre De sa santé et de sa vie, Clig. 
5712; Li reis dit Je' en ces dous (Kardinäle) volentiers se 
metra, SThom. 3962; eb. 4031, 4145; hier ist der Sinn nicht 
ganz derselbe ,sich ganz zur Verfügung stellen*. Erstreckt 
sich die Rede des vorgeblichen Freundes bis ans Ende der 
Strophe? oder reicht sie nur bis zu met, und ist das Übrige 
Rede des Dichters, der sich zu jenem in Gegensatz bringt? 
7 Leroux II 283 (i3.Jalirh.); tex est comperes, n'est amis, eb. 
322 (13. Jahrh.). 

20^ jourz mit ist nicht völlig sicher, denn 28 reimt jours: cours 
(cursum). 
, Plus a le diable, plus veut avoir, Leroux I 9 (13. Jahrh.). 

2I4 Ungern mißt man das in AH gegebene Puis; vielleicht 
Puis a un coup. 



123 

21 7 Qîii plus haut monte qu'i ne doit, De plus haut chiet qu'i 
ne voudroit, Leroux II 307, dagegen Qi mount plus tost qHl 
ne deyt, chet plus tost q'il ne devereyt, eb. 394 (Cambridger 
Sammlung). Erstere Fassung begegnet öfter: Jak. d'Am. (?) 
II 484; Jub. Jongl. 177; I Ysop. I 252; Lyon. Ys. 1739; 
Form. HV 371; lat. Predigt bei Hauréau III 284. Nate stehn: 
Cil chiet en bas ki trop hault veult monteir, Bern. LHs. 316, 
3; Qui haut monte, de haut descent, Rom. u. Fast. II 57, 
96; Quant (l. Qui?) plus haut peie et plus haut monte, De 
plus haut chiet et mort a honte, LMan. 35; tels est halt 
muntez ki asez tost descent, Rou II 2866; de tant com li 
hom amonte plus haut en poissance, de tant chiet il plus 
tost, JTuim 12, 15. Vgl. hier zu Str. 179. 

22, Plus dure honte que chiers tens, Leroux II 282, . . que po- 
vreté, eb. 283; plus dure est hounte qe povreté, eb. 393; plus 
dure honte que mesaise, Zacher 28. In Übereinstimmung mit 
unserem Gedichte Clef d'am. 404. 

287 Ceo quid li leres qi tuz li seient frères, Cambridger Samm- 
lung bei Leroux II 388; Cunctos furari scimus furem medi- 
tari, Prov. rust. 19; Car leres cuide adès, on le dist de pie- 
cha, Que tout soient si frère, BSeb. X 432. 

24 ,Ein armer Mann von Stande, dem nicht daran liegt seine 
Ehre aufrecht zu erhalten, wird dem wenig Dank wissen, der 
ihm rät, was zu seiner Ehre und seinem Besten gereichen 
würde*. Damit ist das Sprichwort nicht eben glücklich um- 
schrieben, das auch die Cambridger Sammlung bietet, Leroux 
II 389. 

25g esmangier hier nicht mit dem Accusativ der Person, deren 
Habe verzehrt wird, sondern der verschlungenen Sache. 
7 Vgl. N'est bon compaignoun qi tut voet retenir, Cambridg, 
Sammlung, Leroux II 392. Das wenig zur 'Strophe passende 
Sprichwort der Hdss. FaA (daß in A das ne vor doit fehlt, 
wird ein Versehen sein) hat sein Gegenstück im Floril. Gotting. 
192: Perdis maiora si spernis digne minora; Ne magnis 
digne careas, cape parva benigne. 

2ßg08te bezeichnet hier den zinspflichtigen Bauer, s. Du Cange 
unter hospites. 



124 

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267 Fast gleichlautend in der Cambridg. Samml., Leroux II 386; 
die Übersetzung bei Zacher 170 lautet Möllide segnis pastoris 
lana per anum Transit ah ore lupi, desidiaque canum; 
etwas freier Prov. rust. 3 und Fee. rat. I 174, wozu EVoigt 
weiteres beibringt. Nicht unpassend ist unser Sprichwort am 
Schlüsse des Fablels von Berangier au lonc cul angebracht, 
Mont. Fabl. III 262; vgl. noch Mol pastour damage rechoi- 
vent; Car U lou sovent caut sanc boivent, Quant le garde 
n'est resoignie, Rend. M 129, i. 

272 curer d^a. r. wird erst später gewöhnlich; doch trifft man 
diese Konstruktion auch in VdlMort: Uns jours venra dont 
peu eueres, 82, 10; D'orne qu'on voit desmesurer Et de tos 
maus faire curer, 244, 8. 
7 Leroux II 289 (13. Jahrh.), wo aber des Herausgebers Erklä- 
rung durchaus irrig ist. Die richtige Form des Spruches ist 
offenbar entstellt in Qui ainz (\. a) höre vient (1. vieut) 
mangier, ainz höre doit apparaillier , Fr. Koehler, Ehst- 
ländische Klosterlectüre, Reval 1892 S. 25; eher kann man 
sich zweimaliges a höre gefallen lassen, wie es bei Hauréau 
a. a. O. II 98 begegnet. Ungefähr dasselbe besagt Ki ne fet 
ainz oure, ne prent a oure, Zacher 14. 

285 rist von rissir. 

7 Sage home ne chara ja au pont, quar il decend, übersetzt 
Non de ponte cadet sapiens, quia non equitando Loro du- 
cit equum pedetoitim, non tituhando, Zacher 266; vgl. Fee. 
rat. 125. Das hier minder passende in H gegebene Sprich- 
wort findet man mit geringer Abweichung Ki est garniz, n'est 
pas huniz bei Meyer 58, Cambridg. Samml. bei Leroux II 
394; Qui est garni, si n'est honni, Ehstl. Klosterl. 24 und 
26; Qui est garniz, ne est sorpriz, in lateinischen Predigten 
bei Hauréau II 96, 279 und IV 141, welche Form auch Leroux 
II 297 aus dem 13. Jahrh. beibringt. 

294 Ich möchte rest faite vorschlagen. 
7 Vieilles debtes aydent et vieulx péchés nuisent, Leroux II 
333 (15. Jahrh.). Zu dem Spruche von H vgl. Viez pechiefz] 
fet novele honte, GCoins. in Méon II loi, 3876, gilt. eb. 
173, I mit dem Zusätze Si com le proverbe reconte; ferner 
De vies pechié mal aquité Vient on a novele vergoigne. 



125 

VdlMort 12, 1 1 ; La parole est bien voire qu'est souvent re- 
pourtee Qu'adèsha vielle haine nov elle mort pourtee, Gir. Ross. 
163; Veuz péché nove vergoyn, Cambridg. Samml. bei Leroux 

II 396; Péché viel, nouvelle pénitence, eb. II 280. Was in 
D gegeben ist, findet sich Str. 31 beinah gleichlautend. 

3O7 Die Lesart von Yß findet sich auch bei Leroux II 395 (Cam- 
bridger Sammlung), die von D bei Zacher 223; den gleichen 
Sinn hat M tut me pramet, ne me pramet (Qui nichil ex- 
cepit, promissio f allere cepit) bei Meyer S. 177. 

31i sourparlé in aktivem Sinne ,maßlos im Reden' auch an der 
von Godefroy irrig unter sourparlier angeführten Stelle molt 
esteit fox sorparlez, Troie 5199. 
7 s. Str. 29 Varianten; vgl. Pro verbis parvis crescit lis sepe 
sub armis, Floril. Gotting. 296, 2. Die Fassung von H mit 
brai , Schlamm' statt brait , Geschrei' und dann natürlich auch 
nue statt parole ist mir sonst nicht bekannt. Der Spruch 
von D begegnet in vier Hdss. Str. 35. 

32^ Die Form von H trifft man auch bei Leroux II 388 (Cam- 
bridger Sammlung) ; vgl. eb. I 8. Dazu kommen qui jeunes 
saintist, vieus est diables, lateinische Predigt bei Hauréau 

III 284; de Jone saint viel deable, Phil. Nov. QT 58, wo 
die Richtigkeit des Spruches bestritten wird; Li vüains dit 
en reprover: De jofne saint veü adverser, SGile 90. 

387 Leroux II 1 94 (in wenig befriedigender Form), 390 (Cambridg. 
Samml.); la pire roe deu char brait totjorz, Zacher 238; 
s. auch PMeyer in Romania 21, 222 zu Z. 284; ich füge 
hinzu: Ce dit en repruvier Li vilains dl buvier: La pire 
riielete Criet de la charete, Ph. Thaon Comp. 133; On dist 
que toudis brait au Jcar li ruée pire, GMuis. II 45; Car 
plus brait et plus crie haut La roe el car qui mains i vaut, 
Form. HV 828. Lateinische Fassungen giebt EVoigt zu 
Fee. rat. 287. 

34» Vielleicht nes für nel einzuführen; doch kann der Singular 
neutral sein oder sich auf den Singular mestier beziehen, den 
Z. 2 dem Gedanken nahe legt. 
4 fer braucht im Sinne von cert öfter Mousket : Caries en fu 
sëu/rs et fers, 11 205; Dont li rois fu creans et fers, 11357; 
Pur Vescriture fers en sui, 12760. 



126 

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34, Über die Einführung des dem Subjektsatze folgenden Haupt- 
satzes durch et s. Zts. f. rom. Phil. II 141 zu Z. 27. Den 
Spruch verzeichnet aus dem 13. Jahrhundert wenig abweichend 
Leroux II 59. Was in H steht, ist wohl überhaupt kein Sprich- 
wort und paßt keinesfalls hieher. 

367 S. Varianten zu Str. 31. Leroux II 207 (13. Jahrh.), 330, Zacher 
51; vgl. Floril. Gotting. 104 und EVoigt zu Fee. rat. I 759. 

367 cm U chiés deut, est (1. et) tuit li membre , Leroux I 185 
(13. Jahrh.); vgl. De le proverbe te ramenbre: Cui li ciés 
diut, et tout li menbre Li doient par raison doloir, Bari, 
u. Jos. 290, 29. Lateinische Parallelen giebt EVoigt zu 
Fee. rat. 766; dazu füge ich Cui capvit infirmum, cetera 
membra dolent, Ehstl. Klosterl. 18. 

37 Die ersten drei Zeilen reden von dem, der auf spätere Erfolge 
hin Schulden macht, die ihn erdrücken. 
T de ce que fol pence souvent en demeure, Leroux I 158; il 
remaint assez de ce que fox pense, eb. I 1 60 ; moût remeint 
de ce que fol pense ^ Zacher 154. Genau in der Fassung 
unseres Gedichtes gewähren den Spruch Erec 2942, Ren. 
27784 (M VII 2), Supplém. S. 10, 241 (M XXV 242), Guil. 
Mar. 342, SAlex. R 734, Escan. 2401 1, Rose 15763, Jub. 
NRec. I 74, GGui. II 7548 (wo remaint statt remest zu 
schreiben ist); wenig weicht ab il faut assenz (l. assez) de 
ce que li fouc (l. fous) pense, Gir. Ross. 72, was Mignard 
arg mißverstanden hat (vgl. eb. 224); il remaint asseiz de 
u. s. w., Men. Reims 67, Chronik in Mon. Germ. bist. Scr. 
XXVI 607, 4; De ÇOU que musars pense, remaint a faire 
asés, RAlix. 426, 5; Molt faut de ce c'om cuide faire, 
Joufr. 2090; de ce que fol pense demeure largement. Dit 
Rob. D 835; [de] ce que fol pense, en remaint beaucop, 
Gil. Tras. 75 b, ähnlich 79 b. 

387 Gleichlautend Leroux I 1 3, Zacher 197, in lateinischen Pre- 
digten bei Hauréau II 284, III 297, IV 21, 137, Gil. Tras. 
24b, 161 a; ähnlich Quer Vom sout dire en reprovier: A qui 
damledeu velt aidier, Que mesestance ne martire Ne nule 
riens ne li puet nuire, Guil. Mar. 712 und cui dieus veut 
aidier, mauvais lions ne li puet nuire, Men. Reims 347, 
wozu stimmt eu dex vuet aidier, mas hons ne li puet noire, 



127 

■ ^»>»»^>»^»>»»^»> ^ «««««««««««« » 

Robert i; endlich Et qui dieus veut aidier, il est savés, 
Aiol 672; N'a garde, cui dex veut aidier, GDole 4022; 
Mais on dist bien, et c'est vertez 'prouvée: Cui dex aide, ce 
est chose sauvée, Gayd. 244; Mais j'ai öi piesa dire et 
conter Que cil cui dex weult de la mort sauver, Nus hom 
ne li puet nuire, Jourd. Bl. 2899. Wahrscheinlich ist bei 
Hauréau IV 97, wo man liest cil est riches qui diex aime, 
statt des letzten Wortes aiue einzuführen. — Der Spruch von 
H kehrt fast gleichlautend bei Zacher 219 wieder; zur ersten 
Hälfte der Strophe fügt er sich recht gut. 

39i ,mich nicht angeht, mir nicht verwandt ist', was sein freund- 
schaftliches Verhalten doppelt dankenswert macht. Diese 
Bedeutung des Wortes ist bei Godefroy nicht belegt, ist aber 
sicher: II ne vos doit pas anoyer Se je parole un poi a 
vos; Car vos deveis monter a nos, Ce me soloit ma mère 
dire, Tr. Belg. I 233, 228; En la court avoit cevaliers, Haus 
homes corageus et fiers, Qui montèrent a Guenelon, Mousk. 
9442; Cascuns aiuve adies le suen. Plus un mauvais qui a 
lui monte, C'un autre, s'il valoit un conte, Perc. 11 373; Et 
monte il rien ne lo[i]nc ne près Ä vous de rien n'a vostre 
ami, Quant il de vos vengier issi Se painne et tant s'en 
entremet? — Sire, la painne qu'il i met. N'est pas por moi 
ne por m'amor, N'onques a mon ami nul jor N'apartint 
n'acointes ne fu, Veng. Rag. 5214. 

, Das Sprichwort kehrt Str. 223 wieder. Meyer S. 171; ferner 
bei Hauréau in einer lateinischen Predigt II 284 (einmal mit 
garde statt requiert). Öfter trifft man den Spruch ohne den 
scherzhaften Zusatz et colee sa per, so bei Meyer S. 1 78, in 
Predigten bei Hauréau II 96, III 284, IV 146; Bonté autre 
rega (regarde?), Cambridg. Samml. bei Leroux II 387; L'une 
hontez Vautre requiert. Mont. Fabl. II 257; I Ys. I 77; Gil. 
Muis. I 201; Ehstländ. Klosterl. 23; Gil. Tras. 199 a; unne 
bonté autre demande, Lyon Ys. 2206; bountez reqiert sa per, 
Ehstl. Klosterl. 22. 
40.^ message ist Nom. pi., créant heißt ,vertrauenswert*, vgl. Plus 
créant mes n'i pöez envoier, Aym. Narb. 3801; Quant 
François öfrjnt la parole créante Dont Loöys et Aymeris 



128 

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se vante, MAym. 3288 und Verm. Beitr. I 36. Endlich afier 
aucun heißt ,einem Treue geloben*. 

4O7 Man könnte cuers n'en deut vorziehen oder euer ne d., wo- 
bei euer, obschon nicht eigentlich Personbezeichnung, im 
Sinne des Dativs stünde; doch sprechen die Formen, in 
denen der Spruch anderwärts auftritt, im ganzen für die in 
den Text gesetzte Fassung mit leichter Anakoluthie. que 
euer ne voit, ne euer ne det, Robert 25; ceo que oül ne 
veit, quer ne dout, Meyer S. 172; dicitur communiter : quod 
oculus non videt, cor non dolet, lat. Predigt bei Hauréau II 
94 {französisch eb. 282, IV 104); Cui (Var. Que) iauz ne 
voit, ne cuers ne diaut, Clig. 488; Li vileins dit: la oil u 
voit, Ke oü vie veit, al quor ne doit, SGile 547; Li vilains 
dit et si a droit, Que cuers ne duet que huil ne voit, Flo- 
rimont bei Du Méril, Einleitung zu Fl. u. Bl. S. CCI; Qant 
oez ne voit, ne cuers ne duet, FI. u. Lir. m 6; Car U vilains 
dire le suit (\. suet) : Que iex ne voit, al euer U duit (1. ne 
duet), SSag. 1096; Ke ieus ne voit, a euer ne deut, Rend. 
M 136, 2; Por ce li sages dire seut, Que iex ne voit, ne 
cuers ne deut, Rob. Blois bei Barb. u. M. II 190, 196; Cuer 
ne se deut, cescun le seit. De cen qu'uil (so zu lesen) ne 
voit ne ne seit, Clef d'am. 1691; Car che que eix ne voit, 
coers ne doelt ne ne scent, BSeb. XXIV 304; Dex, que oil 
ne voit euer ne deut, bei Jeanroy, Orig. XXVIII 49; Que 
ne voit oyex, au euer ne diult, GMuis. I 96; De ce qu'oeil 
ne voit, euer ne deult, JBruyant II 15. In der Cambridger 
Sammlung bei Leroux II 393 liest man qe oyl ne voyt, quer 
ne desyr und so auch (ne desiret) bei Meyer S. 177. Vgl. 
dazu EVoigt zu Fee. rat. 179. Unser Dichter legt in den 
Spruch den Sinn : ,was den Augen sich entzieht, entschwindet 
leicht dem Gedächtnis'; anderwärts meint man damit: ,das 
Betrübende wird leicht ertragen, wenn man es nicht vor 
Augen haben muß.* 

4:1^ prueve ,erweist, läßt erscheinen*. 

5 ,weder beim Mehreren noch beim Minderen', d. h. ob man mehr 
oder minder sich bemühe ; ähnlich ne por le plus ne por le moins 
,um keinen Preis', VGreg. A 1333; Barb. u. M I 233, 742; ,aus 
keinem denkbaren Grunde', GCoins. 186, 287; vgl. Str. 102. 



129 



4I7 buisot ist wohl dasselbe wie bussot an einer sicher verun- 
stalteten Stelle bei GCoins. 418, 34, wo etwa zu schreiben 
sein wird : Car ne plus que miaue (Möwe) u bussoz Faucon 
resemble u esprevier Ne que mastins semble lévrier, oder 
buisard, busard heute, d. h. ,Weih*. In der Cambridger 
Sammlung Leroux II 391 heißt es: Ven ne poet fair de bo- 
sard ostour, bei Robert 29 apoines fat on de bouson faucon; 
vgl. Ce öi dire en reprovier Que Ven ne puet fere espervier 
En nule guise d'un busart, Rose 4311. Der oft wiederholte 
Satz nature passe norreture wird an andern Stellen wieder 
anders speziahsiert: Fois est ki d'esprivier cuide faire 
faucon, Ne de ronci destrier ne de lévrier (1. lévrier de) 
gaignon. Nature et noreture mainent mult grant tençon, 
Mais au loig va (1. vaint) nature, ce conte la liçon, RAlix. 
549; Ja de bruhier ne ferai on esprevier, führt Roquefort 
als altes Sprichwort an (unter bruhier); Qui vilain viut 
aprendre de le cevalerie. De bruier faire ostoir, se poine 
restudie (1. rest usdie?), RAlix, 549, 4; Wescoufle puet on 
bien savoir Que hairon n'en puet on avoir, Cour. Ren. 405 ; 
Faire lévrier d'un viel mastin Et d'un larron boin pèlerin, 
Ce seroit merveilles a faire, VdlMort 195, 4. Zu dem, was 
in H von der nicht zu ändernden Natur des Menschen gesagt 
ist, haben wir eben schon Parallelen gefunden; ich füge noch 
hinzu: ki de fol se poinne Faire sage, bien pert sa poinne, 
RBlois I S. VII. Verwandtes auch in E Voigts Anmerkung 
zu Fee. rat. I 340, während der erläuterte Vers selbst an- 
deres besagt. 

42j greignou/r neben dem Nominativ cruautez ist schwerlich zu 
dulden; vielleicht Cruauté n'a greignour. 
4 raaint (hier durch den Reim gesichert , aber überraschend 
neben der älteren Form raient 75 und neben crient 44, 133, 
^39» Ï95) heißt .brandschatzt*; s. Godefroy raembre 8.5503. 
7 qi voyt la mesoun son veisine arder, deit creyndre de la 
80we, Cambridg. Samml. Leroux II 395; eb. II 300 (f5. Jahrli.); 
grant pour put avoir, qui voit la meson son veisin ardre, 
Zacher 109; qui voit le feu an la meson son voisin, il ne 
doit pas estre assëur de la sene (seue?), lateinische Predigt 
bei Plauréau IV 152; De sa maison puet creme aveir, Qui 

l'obier, Li proverbe au vilain. q 



130 
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la son veisin veit ardeir, Thcbes 4969; s. EVoigt zu Fee. 
rat. I 76. 

487 Zu dem, was ich in Zts. f. rom. Phil, IV 80 über diesen Spruch 
und seine Varianten bemerkt habe, sei hier noch nachge- 
tragen: Onques ne ja, bien Vadevin, Ciervoisse ne passera 
vin, Qu'eîe n'est pas de tel conroi, Mousk. 31114; noch im 
Moyen de parvenir S. 8 (Ausg. Garnier) liest man: il y a 
phis d'esprit en une pinte de vin qu'il n'y en a en un 
boisseau de bled. S. auch EVoigt zu Fee. rat. I 787. 

44, S. EVoigt zu Fee. rat. I 613 und GParis im Journ. d. Sav. 
1890 S. 567. Unser Dichter denkt aber nicht an Schutz gegen 
möglichen Regen allein, sondern an Vorsichtsmaßregeln gegen- 
über undankbaren Beschenkten. 

45^ Dem Reimwort von Z. 4 kommt streng genommen ein z nicht 
zu; ich habe es ihm gegeben im Gedanken an anvoiz, 2. Sing. 
Präs. Conj. von anvoiier, bei Crestien Ch. lyon 2772. 
7 Leroux II 394 (Cambridg. Samml.); bei Zacher 35 heißt es 
am Schlüsse de petit se deut ,der ist (auch) über einen ge- 
ringen Verlust (gleichwohl) betrübt', was ziemlich auf eins 
herauskommt wie de grant se deut ,ist über einen großen 
Verlust betrübt, obgleich er nur einen kleinen erlitten hat'. 
"Was in Fa steht, ist an sich auch annehmbar und findet sich 
bei Leroux II 306, Robert 83, paßt aber nicht zur Strophe. 
S. Varianten zu Str. 71. 

465 Der Ausdruck ist ungeschickt. Es sollte nicht von einer 
Wahl die Rede sein, die auf den Untauglichsten fällt, son- 
dern von einer, die einen Untauglichen ins Amt beruft, weil 
ein Geeigneter nicht vorhanden ist. 
7 Meyer S. 170; par sofrete de prodome set fol eurent (1. siet 
fol eu renc). Zacher 4; en défaut de sage monte fol en 
chaire, Leroux I 159; Souffraite de saige troveir Fait bien 
mètre fol en chaiere, Bern. LHs. 509, 3; Mais de tel gent 
g' on a, convient faire jurés, BSeb. XVIII 876; s. Str. 278. 

473 tenir a aucun ,angehn, in Beziehung stehn', vgl. il me de- 
manda se je tenoie riens de lignaige a V empereour Ferri, 
Joinv. 216 a; cliis hom chi ne m' apatiient. Ne tant ne quant 
a moi ne tient Fors que de diu le souvrain roi, Barb. u. 
M. I 234, 788. 



131 

47, Leroux I 89: a qui est Vasne, si le garde; daneben mit 
Konjunktiv (was übrigens garde im 15. Jahrb. vielleicht auch 
ist) im Hauptsatze, was den Sinn nicht unwesentlich ändert: 
a qui est Vasne, si le tienne par la queue, eb., wozu Fee. 
rat. I 98 stimmt: Cujus enim est asinus, comes hunc post 
terga sequatur, wozu EVoigt einiges beibringt. 

48,1 ^^i^ männlichen Geschlechtes in der Bedeutung , Schuldner' 
scheint durch diesen Vers gesichert. Der Herausgeber des 
Beaumanoir war unschlüssig; er schrieb se li detes veut hail- 
lier nans por ses pièges, encore les doit mix penre li créan- 
ciers, car il n'est tenus a garder les nans du dete que sept 
jars et sept nuis, 30, 52, aber deté 66, 3, und Godefroy, bei 
dem man weitere Belege findet, setzt letztere Form an. 
7 S. auch Str. 245. mieus vaut.., Leroux H 265 (13. Jahrb.), 
392 (Camhridg. Samml.), Meyer S. 174, Zacher 142. Vgl. Assez 
vaut miex un ,tien' que quatre Ju Vavras', Aye 89; Ke 
j'ain muelz por estre ameis Un ßen' ke dous ,vos Vavreis', 
Bern. LHs. 53 , 5 ; auf das Sprichwort spielt der Rendus 
C 240, II an, wenn er sagt: Füus est Jci en ehest val (auf 
der Erde) voit rien Dont il aint mius avoir un ßen' Ke 
en cler mont dous ,tu Varas\ — Der hier übel angebrachte 
Spruch von A findet sich bei Leroux H 183 in der Form hon 
est le deuil qui après ayde. 

497 Leroux H 387 (Cambridg. Samml.), 1 103, Zacher 267: a tart 
est Vuis clos, quant li cheval en est hors. Vgl. Li vilains 
dit bien chose estahle. Que trop a tart ferme an Vestahle, 
Quant li chevax an est menez, RCharr. 6955; P^^du ai le 
cheval, si fermerai Vestahle, Barb. u. M. I 372, 492; s. auch 
Littré im Historique zu étàble; Ains que li chevax fust per- 
dus, Feroit trop bon fei'mer Vestahle, Roi de Cambray in 
Œuvres de Ruteb. I 444. 

50._j Wegen des Singulars le gaillart zu dem Plural des Subjekts 
s. Verm. Beiträge I 142. 
a aigre d'aucune rien ,auf etwas erpicht*; aigre d'anhler, 
Ren. 131 (M XXIV 109); Be jouster ert aigres et caus, Ren. 
Nouv. 5955. 
.; Man erwartet einen Spruch ungefähr gleiches Sinnes wie Non 
sic veste nova, saturo quam ventre jocatur, Fec. rat. T f.. 

9» 



132 

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wozu EVoigt Parallelen giebt. coke scheint hier scherzhaft 
im Sinne einer kräftigen Mahlzeit genommen zu sein, die nicht 
mehr entrissen werden kann, wenn sie einmal eingenommen 
ist. Im unmittelbaren Verstände ist colee bekanntlich ,Hieb 
auf den Nacken*, vielleicht aber auch ,Last für den Nacken, 
Ladung für einen Menschen'. Der eigentliche Sinn des Spruches 
dürfte sein: ,Die Ladung, die einem früh aufgehalst ist, hat 
er den ganzen Tag zu schleppen'. 

5I2 ome hier im Sinne von ,Lehnsmann'. 

^,Wenn er ihn einmal anschuldigt, so zieht er ihn schon für 
eine Kleinigkeit zur Rechenschaft; aus seinem (des Herrn) 
Unrecht macht er Recht', araisnier als Ausdruck des Ge- 
richtswesens belegt Godefroy; in ähnlichem, aber etwas wei- 
terem Sinne steht es: Troi mile sont de se maisnie, Qui 
nostre gent ont araisnie Mout malement, si qu'il s'en pla- 
fjnent, 111 e 2606; Far dies deus visses sus nous court (li 
mondes) Et si nous tient par aus si court Et nous en vu 
si arresnant Qu a peu ne soumes recréant, JJour. 763. 
^ S. auch Str. 210. Leroux II 77 (13. Jahrh.) : mal partir u. s. w. 
Vgl. qi a seigneur part poyres, n'ad pas des plus bêles, eb. 
II 394 (Cambridg. Samml.), wozu sich stellt Cerasa cum do- 
minis non consulo mandere servis; Mandunt matura, sed 
relinquunt sihi dura, Floril. Gotting. 74. Die Variante a 
gueule in Hs. A zu Str. 210 ist mir unverständlich. 

52g , auch am Großen ist ihm wenig gelegen*. 

7 Die Accusativform lié, s. zu 19, r. Über den Spruch der Hss. 
FyF^D s. zu 177. 

53i erres {-=-nfr. arrhes), ,Handgeld',, Pfand*, dann, Vorrecht, Sicher- 
heit'; vgl. En chiaus doit estre espechïaus (carités), Ä cui 
dius done si grant erre D'onour Tee il sont diu en terre, 
CKest as prestres parrochïaus. Rend. C 55, 10. 
7 qui premier pren, ne s'en repend, Leroux II 307 (13. Jahrg.); 
qui primes u. s. w. eb. II 394 (Cambridg. Samml.); Zacher 145. 

542 ,im zunehmenden* und ,im abnehmenden Mond' d. h. in guter 
und in übler Verfassung, fett und mager, reich und arm; vgl. 
Ma vie vat en décors Toz les jors d'or en avant, Bern. LHs. 1 , 
2; Ne te lai morir en decours, Rend. C 236, 11 (im Stande 
der Sündhaftigkeit). 



^Z3 
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öSa covine ,Treiben, Verfahren, Handlungsweise'. 

3 escale , Zucht, Behandlung'; so versteh ich das Wort auch in Quant 
mes dox amis m'acole Et ü me sent grasse et mole, Dont sui 
jou a celé escole, Baus ne tresce ne car oie . . N'i vauroit 
mie, Auc. 33, 6; Aprise sui de maie escole, Quant en tel liu 
ai mis m'amor Dont n'avérai joie a nul jor, Perc. 32798; 
Mort est, qui aime dame foie. Puis qu'il est de mauvaise 
escole, Joufr. 1475. 

^çoile, dagegen celé on: félon 163. 

_ Das Sprichwort von H trifft man auch sonst : on dist pieça ke 
ki sueffre, il vaint, JTuim 172, i; li bon soufreor vainquent 
tout, Phil. Nov. QT 197 ; qui bien puet souffrir, il vaint, Œuvr. 
poét. de Christ, de Pisan I 201. 
otig ,wenn er mir Anteil an seiner Habe gewährt' ; Jeo vos par- 
tirai mes trésors. Dont toz jorz mais serez mananz, SMagd. 
362; volentiers vouz partir onz Les bienz que dix nouz a 
donez, Escan. 2 118; Voeil a vos partir par ingal Et joie et 
doel et bien et mal, Guil. d'A. 51. 

7 Leroux II 386 (Cambridg. Samml.) ; Zacher 143 ; asurement 
b. u. s. w. Meyer S. 178; Cum lectum cerno, secure poto 
Falerno, Prov. rust. 31. 
ôTo ,im Rufe vieler Vorzüge stehend' ; vgl. Or est de tràisun cunëuz 
e pruvez, Rou II 3949; De félons gas ert con'éuz E de mal 
faire esteit cremuz, eb. III 9953; N'i avoit chevalier, ne fust 
d'armes connus, Ch. cygne 173. 

, Als Schlußsatz zu der Strophe, die von der Häufigkeit gänz- 
lich verkehrten Urteils über Menschen redet, scheint der Spruch 
zu bedeuten: ,wie ihr ihn anseht, so behandelt ihr ihn; ihr 
behandelt den Menschen als das, was ihr in ihm seht'. Alm- 
lich 215; weniger 273. 
58g Der nämliche Vers II2. 

7 Der Spruch von FaH begegnet weiterhin noch öfter: 131, 148, 
238. 
h% Die Lesart von A empfiehlt sich weniger durch den reichen 
Reim als durch weiteren Gedanken; der Schlußspruch läßt 
erwarten, daß in der Strophe außer von leichtsinnigem Ver- 
schenken auch von anderweitigem unbedachtem Preisgeben der 
Habe die Rede sei. 



»34 
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59^ sDer Keim ist ungenau. Die Lesart von A teilt diesen Übel- 
stand nicht; es ist aber fraglich, ob der Dichter wirklich eine 
lunga promessa colVattender corto empfehlen will. Über Fälle 
der Bindung des stimmhaften mit dem stimmlosen 5, die frei- 
lich nicht alle gleich aufzufassen sind, s. Risop, Studien z. 
Geschichte d. frz. Konjug. auf -ir, S. 28. 
7 ne mettre a tes pies ce que tu tiens a tes mains (13. Jahrh.), 
Leroux II 267. 

6O5 faire chief de »voranstellen', faire coue de »hintansetzen' ; vor 
dem männlichen Boten , den man an die Geliebte zu senden 
versucht sein könnte, und der leicht für sich selbst wirken 
dürfte, warnt Clef d'am.: Lors se fet chief dont il est coue, 
Et de ta cause fet la soue, 983. 
, mal prie qi se ulilie, Leroux II 391 (Cambridg. Sammig.); ma- 
lement eure que soi ohlie, Zacher 96. 

61^ par päis ohne Artikel, wie deutsch ,über Land*. 

, Der Spruch von F«H paßt zur Strophe weniger als der von 
AF/?, der mir sonst nicht begegnet ist, gehört aber zu den 
besonders oft verwendeten: Erec 2588; Ren. 5150 (M XVI 300), 
15706 (MIX 390); Men. Reims 119, 362; Mousk 25196, 25822; 
Eust. Moine 1239; Ruteb. II 206; Roi de Cambrai in Œuvr. 
de Ruteb. II 442 (hier wenig glücklich angebracht) ; vgl. Et 
la chievre quant de (wahrscheinlich gardoit, Präs. Conj.) sa 
pate; Mal gist, quant trop forment en grate, I Ys. II 83; La 
chievre qui est en un test (d. h. toit) De chaume, quant elle 
trop grate, Aval (1. Mal) gist par le fait de sa pate, eb. II 
486; mit ihm hebt noch Villons Sprichwörterballade an. (Pro- 
venzalisch in RFerauts Sant Honorât 136.) 

G'2^pour fol in den Text gesetzt im Hinblick auf Str. 234. 

6 hien venuz ,wohl daran, in glücklicher Lage* : Sien est Älixan- 
dres venuz, Car a rien qu'il vueille ne faut, Clig. 388 ; Com 
est li doiens hien venuz. Qui o tel dame gist toz nuz, Barb. 
u. M. IV 9, 257. 

7 Der mir sonst nicht vorgekommene Spruch besagt: wer auf 
einem Rosse sitzt (das ihn jeden Augenblick aus dem Bereiche 
fremder Willkür hinwegtragen kann), ist immer noch nicht 
aller Hülfsmittel bar (auch wenn er Leute in seinem Dienste 
zu halten nicht vermag). 



135 
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63 jWenn jemand böswillig eines andern Pferd zu Schanden macht, 
dann kann man sich darauf verlassen, daß er (der Geschädigte!) 
betrübt und mißmutig darob ist, und daß man es ihm doppelt 
so hoch veranschlägt, als er es hätte verkaufen können*, d. h. 
Verlornes, insbesondere durch fremde Schuld Verlornes wird 
über seinen Wert geschätzt, und zwar sowohl von dem, dem 
es gehört hat, wie von denen, die mit ihm darüber reden. 
son cheval in Z. 2 wäre an sich annehmbar, verträgt sich aber 
nicht mit dem par mal, welches (kaum zu unterscheiden von 
por mal, das aber gewöhnlich ein de bei sich hat nebst Be- 
zeichnung der zu schädigenden Person) ,in böser Meinung, im 
Unfrieden* heißt und sich namentlich mit regarder, estre, partir 
verbindet : Mais ja si hardis ne serez Que vouz me regardez 
par mal, Escan. 1117; ne les osa regarder Par mal ne serpens 
lie lyons, eb. 24983; onques puis ne furent par mal en- 
sanle, RClary 15 ; devant chou qu'il fust par mal de le court, 
eb. 64 ; onques ne porent pes avoir Li vassal nul jor de lor 
vie, Einz sont par mal et par envie Entr'aus et par mortel 
haine, Ren. 18024 (M X 146); ai je dont folie Faite dont 
häir me doiés Ne dont par mal vers moi soies? Ch. II esp. 
2786; par mal erent départi, Rou III 6674; D'amedous est 
par mal partiz, eb. 9493 ; Tant Ten repris et chastoiai Qu'ele 
m'en a si enhäie Que de li sui par mal partie, Guil. Pal. 
3628; par mal somes sevré, RAlix. 220, 10; Par mal est del 
conte partis, Eust. Moine 392; hier Str. 65. 

^pesanz s. Verm. Beitr. I 43; ebenda 151 ist von dem negativen 
Satze die Rede, der wie hier Z. 6 auf dous tanz folgt. 

7 Leroux II 201 (13. Jahrb.). 
6^ß avoir doute ,Gnind zur Furcht haben*, s. Zts. f. rom. Phil. X 163. 

. Leroux: M. v. bons fuir q. m. a., U 262; Mius volt . . . Botis 
filirs que mauvais atendre, Ferg. 160, 7^ Pour eschapper de 
mort vault trop mieulx hone fue. Ce dïent li couart, que 
malvaise attendue, Gir. Ross. 152; Miex vaut uns bons filirs 
que melement esr er {woM ester), Aiol 5518; Mais il vaut mieus 
fuir qu' atendre horion, Bast. 1115; Et quant on est en lieu 
la ou gist U péris, Ch'est sens de lui deffendre tant c'on est 
nains et vis; Et s' on voit que deffence n'i raille deus espis, 
(liest sens du l/ien fuir et d'cKiri' a qnranf mis, eb. 5697; 



136 
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B(yne est la fuie dont li cors est sauvez, Cov. Viv. 39. Man 
kann damit zusammenhalten lox est de füir et lox est de chaucer 
(]. d'enchaucier), Zacher 113; Car il est Heus de föir (1. et) 
d'ester, MAym. 872. 

65, deux orgueilleux ne peuvent estre portez sur un as,ne, Le- 
roux I 89 (16. Jahrh.). 

6G., /aire raison d'à. r. heißt wohl ,etwas zu Rate halten, spar- 
sam damit umgehn*; ich kenne die Redensart in solchem Sinne 
sonst nicht, aber da raison , Rechnung," Rechenschaft* sicher 
heißt, sanz raison auch ,maßlos' bedeutet {Sa fille haut salut 
aporte Con chilz qui l'ainme sans raison, Rieh. 457; Mais 
de cez i ot sans raisons, Méon I 295, 83), so darf man ihr 
wohl jene Bedeutung beilegen, 
g Die Zeile kann man so fassen, daß petit Adverbium und ,die 
kleine Habe' Subjekt ist (,denn sie reicht wenig weit, es ist 
wenig damit auszurichten*), oder so, daß man petit als Subjekt 
nimmt (,denn auch wenig vermag, leistet etwas*, wenn man 
es nämlich zu Rate hält). Ich neige mich der zweiten Deutung 
zu, nach welcher schon diese Schlußzeile einen allgemeinen 
Satz enthält, den man mit peu aide bei Leroux II 281 zusammen- 
halten kann. 
, Neugebackenes Brot hält im Haushalt so viel weniger lang 
vor als altes, daß es scheinen möchte, als hätte es ein Viertel 
weniger. Damit ist die Strophe freilich nicht besonders glück- 
lich zusammengefaßt, jedoch ein Satz ausgesprochen, den immer- 
hin erwägen mag, wer jene beherzigen will. 

GTg contraire »Feindseligkeit*. 

7 Ä pou de pluie chiet grans vens Et grans orgueil en pou de 
tens, Leroux I 75 ; Mais grans vens ciet a poi de pluie, Perc. 
6792; Grans vens ciet mais a poi de pluie, Ferg. 48, 37; 
RHam 219; Ren. 8828 (M Va 850 Par petit vent ciet il grant 
pluie); De pou de pluie chiet grant vent, Jub. NRec. I 311; 
petite plue abat grant vent, Zacher 169; Fl. u. Lir. 844; C'un 
peu de plueve abat g. v., VdlMort 65, 7; lat. Predigt bei 
Hauréau II 281 ; Une petite plueve grant vent apaise, GMuis. 
II 74; Stellen aus Rabelais hat schon Leroux beigebracht; 
vgl. Prov. rust. 35. Ähnlichen Sinn bei anderer Fassung giebt 
de grant vent petit pluye (Cambridg. Samml.) Leroux II 388. 



137 

G84 remaint ,bleibt um ihn' als mitleidiger Pfleger. 

7 meuz vaut ami par vei qe detur en currey (Cambridg. Samml.) 
Leroux II 381; Zacher 5; (muez vaut amis an place que ar- 
gent an horse, Robert 50 ohne Übersetzung); Ehstl. Klosterl. 25 ; 
in lateinische Predigten eingeschaltet bei Hauréau II 283, IV 
24; Aye d'Av. 28; muez vaut en voie Amis que denier en 
corroie, Lyon. Ys. 845; Assez vaut miex amis en voie Que 
ne fet deniers en corroie, Méon II 154, i; Qu'ades vaut miex 
amis en voie Que ne font deniers en corroie, Rose 5669; Pour 
ce dit uns proverbes: miex vaut trouver en voie Un loin 
certain ami que denier en coroie, BSeb. I 1048; Miex vault 
amis en voie qu'argens en ches tissus, eb. XIX 780; Mius 
vaut amis en coite que argens ne or mier, RAlix. 153, 35. 
(î9 Über die Personifikation des denier s. Verm. Beitr. Il 207. 

^ ,Den einen läßt er im Stich, an den andern drängt er sich*. 

7 Vgl. bei Leroux II 87 und 288 die mit qui a (de V) argent 
beginnenden sinnverwandten Sprüche; Cheli qui a deniers, fet 
auques son talent, Gaufr. 154. 
70,5 ,Das bekommt er als Ansicht seines Rates zu hören* ; vgl. 
Porquant gel voldrois (1. voldrai) volentiers. Se gel puis trover 
rers lo rei (wenn der König zustimmt), Troie 17811; Iço, fet 
il, sereit granz hiens, Quil trover eit es Troïens, eb. 19668; a 
comandé Que ço qu'Anthenors a trové A cels de Grèce, 
cont{e) et die, eb. 24906; eb. 25344; molt voil a vos ajoster. 
Si ge le puis en vos trover, Joufr. 3452; eb. 4338; Siairoiivé 
a son consel Que toute Flandres saissira, Mousk. 20980; se 
je puis Et je en mon conseil le truis, Ren. 14112 (M VI 416); 
ge ne ferai Ce qu'en mon conseill troverai, Claris 15085; vgl. 
s'en mon conseil le voi, MAym. 1330. 

- Leroux I 27 (13. Jahrh.); GCoins. 691, 86; Ruteb. II 41; de 
vuides mains vuides prières, Robert 51; De vuie main prière 
est touste (: couste ,kostet'), NDChartr. 131. 
71 Die Strophe besagt ungefähr dasselbe, was die 45stc, deren 
Sprichwort denn auch hier in F/SD auftritt. 

7 Zacher 82, wo offenbar zu lesen ist de meins se crieve Ven 
l'oü; s. auch hier 269. ,Auch an Geringcrem als einem Dach- 
l.alkcn kann man sich das Auge ausstechen', {crire und che- 
reron durch Druckfehler für crieve . . chevron.) 



138 
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72, Leroux II 167, Zacher 118, in lateinischer Predigt bei Hauréa" 
IV 97; mjL besoing voit on Vami, Robert 18, 45; RHam 257 
BCond. 264, 576; JTuim 130, 14; Au hesoing voit li lions son 
ami de coer vrai, BSeb. XVIII 847 ; Au graut hesoing con- 
noist an son ami, MGar, 33; Car au hesoing, toz jorz dit 
Van, Doit an son ami esprover, Ch. lyon 6600; Au besoing 
puet on bien son ami esprouver, Fier. 8 ; Et je sai bien pieça, 
bien Vai öi conter, Que au besoing puet Ven son ami esprover, 
RMont. 356, 37; A la besoigne est amis esprovés, Alise. 73; 
Car au hesoing puet li hom esprouver Qui est amis ne qui 
le weult amer. Am. u. Am. 2856; Quer au besoing peut nen 
sentir Qui est ami vrai sanz mentir. Clef d'am. 1603; Av 
besoing voit li lions qui bien le voiît amer, BSeb. XIII 533 : 
Au b. V. l. h. dont il est chiers tenus, eb. XVIII 733; Qu'a- 
mis est, au besoing le trouve (1. prueve), Ruteb. II 46; Au 
besoing voit on camis vaut, VdlMort 196, 12; Au grant he- 
soing voit on qui vaut, RHam 256; Al busuin est truvc: 
L'amis e espruvez. UnJces ne fut ami Ki al busuin failli 
Dunt il pöust aidier Ne de rien cunseillier, Ph. Thaon Comp. 
165; Au besoing pert, qui est amis, Perc, 10657; Bien puet 
Ven veoir au besoing. Qui Vaime et qui de lui a soing, Ren. 
11633 (M la 1883); Quer au besoing veier puet Von, Qui son 
ami est et qui non, Chast. I 77; Li besoing dou bon Vamistié 
Mostre, Lyon. Ys. 3395; Au besoing voit on, qui bien aime, 
Méon II 404, 340. 

787 Leroux I 3 (13. Jahrh.); Chil qui siervent auteus, des auteus 
doivent vivre, GMuis. I296; Priestres de son autel c'est rai- 
son qu'il en vicJie, eb. I 155. 

74^ de maintes choses se pourpense, qui pain n'a (13. Jahrh.), 
Leroux II 149; de beaucoup a soin, a qui manque le pain, 
eb.; vgl. la ou pain fault, tout est a vendre, eb. Il 243. 
Wegen des weiblichen maintes ohne Bezug auf irgend ein 
Substantiv (zusammen zu halten mit den zu Vr. An. 2 be- 
sprochenen Fällen) s. Une nuit qu'il se fu de maintes pur- 
pensez. Vit une avisiun, Rou II 233, und hier Str. 166. 

753 ,thut sich selbst Schaden*. 
^raient s. zu 42^. 



139 



757 qui une fois escorche, ne deux ne trois ne tont (13. Jahrh.), 
Leroux ET 312; et si dist on un proverbe que eu qui a une 
fois escorche, deus ne trois ne tont, Beauman. 45, 37; Que 
droiz retret en reprovier, Qui une foiz veut escorcier Qu'a- 
près ne deus ne trois ne tont, Jub. NRec. II 142. Ähnliches: 
il faut tondre les brebis et non pas les écorcher, Leroux I 
112; après raire n'y a plus que tondre, eb. II 174; ce qui 
est ray ne se peult tondre, eb. II 191. 

706 vgl. 58,. 

- quanto plus gelât, tanto plus stringit, Sal, et Marc, a 5v®; 
de tant plus gelle et plus estraint (15. Jahrh.) und quand il 
gelé, si estraint (15. Jahrh.), Leroux I 67 ,je stärker es friert, 
desto mehr zieht es zusammen* ist der wörtliche Sinn. Im 
Dolop. scheint mit Taiit com plus giele, et plus estraint 226 
gesagt werden zu sollen: ,je höher die Not steigt, um so mehr 
sieht man sich zu dem gezwungen, was man lieber miede*; 
ähnlich plus se plaint destroitement Cil qui plus grant an- 
goisse sent . . .; Qar com plus gèle, plus estraint, Barb. u, M. 
II 208, 749; Adont furent gardé et par nuit et par jour. 
Et fremerent les portes, quil ne voisent ailliour. Or ont U 
crestïen plus que devant hisdour: Plus gelé, plus destraint, 
ce dient U pluisour, BSeb. XII 480; auch XIV 23. In der 
vorliegenden Strophe ist dem Spruche, vielleicht nicht eben 
glücklich, ein anderer Sinn beigelegt, estraindre von dem 
geizigen Zusammenhalten der Habe verstanden und geler erst 
recht gezwungen gedeutet. 

77, le pain au fol est le premier mengé (15. Jahrh.), Leroux I 
160. 

78, auch zu Str. 246. qi de loing se prevoist, de près s'enjöist 
(Cambridg. Samml.), Leroux II 394; qui de loing garde, de 
près joit, Zacher 66 (übersetzt: Conservata diu res confert 
utilitates); ki de luinz veit que aimet, de près se cjöist, 
Meyer S, 1 78 (übersetzt : Qui procul aspiciunt quod amant, 
prope gaudia fiunt) ; seltsam verderbt qui de loing se garniz 
(so), de près se porvoit, in lateinischer Predigt bei Haurôau 
II 98; qui a longe ridet, de prope gaudet (vulgariter dici- 
turj, eb. V 35, fast genau so Leroux II 295; Qui de loing 
fffirde, de preu jot , erster und letzter Vers einer Legende 



140 
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aus den Vies des anciens pères, Jahrb. f. rom. u. engl. Lit. 
VII 408 ; Weber, Handschr. Studien i ; Car cil ki ce porvoit 
de loing, Est garis (garnis?), kant vient au hesoing, Beaud. 
547; eb. 3650; On dit savent, ki ce porvoit De loing, sanz 
faille de prcs jo[i]t, eb. 3066. Der ursprünglich Vorsicht 
empfehlende Spruch ist, wie man sieht, bisweilen auch anders 
gewendet worden. 
79i_4Sogar die Elendesten w^ollen von gemeinschaftlichem Besitze 
nichts wissen. 

^pautonerie ist schwerlich das richtige Wort; soll bei -erie 
geblieben werden, so ließe sich an plaidoierie, tençonerie, 
forsenerie denken. 

.j Per Ç0 dis om a Voste ^ Miels val meu qe nostre', Provenz. 
Cato III 21. 
8O4 ,er gerät in die Falle' ; esti'e, remanoir, entrer en la briche 
kommen öfter vor; soi prendre a la briche ist mir sonst nicht 
bekannt. 

7 Das Sprichwort bleibt mir unverständlich. cheneviere ist 
,Hanffeld*; heißt es aber das auch an folgenden Stellen: Je 
Vavrai a baron, Quar en mon sorceron, Quant fis ma 
chenneviere. Le vi, plus m'en tieng chiere, Rom. u. Past. III 
31, 65; fëist sa chaneviere, Tr. Dits II 145, wo der weitere 
Verlauf der Rede zu beachten ist? Heißt es, wie nfz. chan- 
vrière, ,Hanfarbeiterin', so daß der Satz bedeutete ,wie die 
Ehrlichkeit so die Hanfbrecherin oder Hanfhechlerin*, d. h. 
,ihre Güte hängt von ihrer Ehrlichkeit ab*.'' 
8I3-6 jj^ nach den Zeitläuften hütet er seine Habe und hält sie 
fest, und wendet er sie an und giebt sie aus'. 

7 selon le temps la temp[r]eure (15. Jahrh.), Leroux I 84; Se- 
lonc le tans la temprëure, Jeh. et Bl. 1549; Sire, savez que 
dïent vilain an reprovier? Selonc tans tramprëure ne fait 
a desjugier, Ch. Sax. H 152; GMuis. I 228, 332, 368. ,je 
nach der Zeit die Maßgabe, die Bestimmung des Maßes'. 
82 ,Wer sich auf zuviel Geschäfte einläßt, kommt aus den Schul- 
den nicht heraus; wann er alles eingebüßt hat, dann verspricht 
er, dann wird er zuthulich, dann liest er seinem Wirte die 
Fläumchen ab, bittet um Aufschub, bis er ihn bekommt. Zu 
kurzen Hosen lange Tragriemen*, esplumer heißt hier und 



141 



so auch bei Mont. Fabl. VI 32 ßone fame . . Ne set pas 
son haron hlandir Ne esplumer ne aplanir) dasselbe, was 
oster plume ,in kriechender, listiger Dienstbeflissenheit Flaum 
voa den Kleidern oder aus den Haaren ablesen', vgl. Foerster 
zu Clig. 4532, wozu man weiter stellen mag Ne voi prouvoire 
ne dyacre, SHl voit sus son archedyacre Poutie, plume ne 
plumete, Qui tost ne la bout jus et mete, GCoins. 508, 107; 
Se poutie poés veoir Sor li de quelque part clieoir, Ostés li 
tantost la poutie, Nëis s'ele n'i estoit mie, Rose 8534 (nach 
Ovid. Ars am. I 149). emplumer, was in Fy steht, würde 
sich auch halten lassen, s. Foerster a. a. O., ist aber minder 
gut bezeugt. 

- a courtes hoeses longues lanières (13. Jahrh.), Leroux II 117; 
a courte chausse longue lanière (15. Jahrh.), eb. 

SS^ tûtes hures ne sont meures (Cambridg. Samml.), Leroux II 
395 ; Se vilain ont hias hués par hores, Si ne sont mies tos 
tans mores, Tr. Belg. I 238, 410; vgl. Fee. rat. I 22. 

843 Die heutige Schreibung Hainaut ist nicht etymologisch; im 
12. Jahrh. hieß es Hainoia, Hainonia, Hainoensium comes, 
comtes Hainoensis. 

- buer jeune au matin, qui au vespre est sous (13. Jahrh.), 
Leroux II 186; bien jume le jour, qi a vespre est saul (Cam- 
bridg. Samml.), eb. II 387; il fait hon juner, dont hom est 
a seyr saul, eb. 390. , 

85.2 »durch Verstand in Ruhe erhalten', vgl. 171, 5. 

7 de fol folies et de quir curreys (Cambridg. Samml.), Leroux 
II 388; Zacher 23; bei Meyer S. 175 nur lateinisch; De fol 
folour, de cuir corroie, GCoins. bei Méon II 42, 1315 ; ähn- 
lichen Sinn hat (L'en dit que) fols qui ne foloie Pert sa seson, 
Ruteb. I 6; vgl. De stulto stulta procedunt sompnia multa, 
Prov. rust. 8, — Das Sprichwort von A giebt einen ganz 
andern, gleichfalls sehr guten Sinn, verlangt aber auch für 
die zweite Hälfte der Strophe die Lesart dieser Handschrift. 
il n'est si grant folie que de sage home, Leroux I i6o. 

SQ^pou ,kaum, schwerlich, selten*; Poi i voi mais àler nului, 
Barb. u. M. I 286, 502; pou voi celui qui face Gh'ant harde- 
mcnt qui si menace, Ren. 16687 (M IX 1329); Pou trueve 
nul c'a lui s' ajoute, Qu'au départir moût ne ce plaigne, 



142 
)»»»»»»>»»» »»»># «<CC««««««««<« - 



Beaud. 4013; Poi voi prélat qui a droit doigne, Barb. u. M. 
I 306, 1107, und oft. 

863 Über nichtinchoative Flexion von emplir s. Risop, Studien 
z. Gesch. d. frz. Konjug. auf -ir, S. 116. % 

7 Das Sprichwort von ¥a paßt nicht; ich finde es übrigens 
anderwärts gleich wenig, wie das in den Text aufgenommene, 
während qui ne trueve, ne prent öfter vorkömmt. Das von 
A ist wohl bekannt (manchmal mit pris statt ain), Brut 1790; 
Chastoiem. XXVII 94; Ille 1687; Mont. Fabl. VI 53; Chardry 
III 1642; Jub. NRec. II 134; Ruteb. II 47; Tant as, tant 
vaulz, tex est li sens, En tenve mantel tenve sens, Barb. u. 
M. II 68, II i; que (1. qui) plus a de lien, et mieuz vaut, 
Ehstl. Klosterl. S. 25; Leroux II 320. Das von H (,wo recht 
geliebt wird, wird es am Antlitz ersichtlich*) ist mir sonst 
nicht begegnet, hier auch nicht glücklich angebracht. 

87i en manaie wie en pardon ,vergeblich, unentgeltlich' : Maix 
mult savent me tormente et esmaie Ceu ke je Vai tant servie 
en menaie, N'ains ne me volt de riens gueridoneir, Bern. 
LHs. 61, I, s. auch Godefroy, wo die Stelle aus dem Bel 
Descon. mißdeutet ist. 
^ Das Sprichwort, das mir sonst nicht begegnet ist, mahnt zu 
verkaufen, was und wo zu verkaufen das Richtige ist, und 
es mit dem Schenken entsprechend zu halten, sich vor einem 
Mittelding zwischen beiden, wie es unter Verwandten oder 
Freunden Öfter verlangt wird, zu hüten; dasselbe ist gemeint 
mit vendre ou doner (15. Jahrh.), Leroux II 332. Der Spruch 
in D, der zu Str. 244 in seltsamer Verwendung wiederkehrt, 
spricht die Beobachtung aus, die zu jener Mahnung den An- 
laß giebt: ,ein Nahestehender kauft schlecht*, d.h. er kauft 
zu billig, indem er die Sache halb geschenkt haben will, oder 
er kauft zu teuer, weil man ihm ansinnt aus Freundschaft 
mehr zu zahlen, als ein anderer thun würde. 

883 estre dou mains heißt Verschiedenes, sicher auch ,unzuläng- 
lich sein, nicht genügen'; vgl. Et que vaut çou (wenn andre 
Frauen mir freundlich entgegenkommen).? tout est del mains. 
Nule autre amors ne m'asaveure, BCond. 342, 2169; Lors 
fu lor force si dou mains Que il n'i ot si corageus . Qui . . 
Alast avant, VRag. 2976. Eigentlich ,zum Geringern gehören'. 



143 

887 Vgl. Car on oste a le fois de tel piet tel soler De coi on 
vorroit Inen vir le garribe coper, BSeb. XIX 238. 

89« le suen wird als Dativ, guenchir im Sinne von ,Wort, Treue 
brechen' zu nehmen sein; vgl. Et manda li (dem Turnus) 
celeement Que ce sëust certainement Que Latinus li guen- 
chisseit, En. 3393; daher auch de dreit guenchir a aucun, 
eb. 3476, 3859- 
4 Die zweite Hälfte der Strophe bleibt mir dunkel. Nach iuais 
erwartet man ganz anderes als den Hinweis auf den Wider- 
christ, oder doch neben diesem Hinweise den auf das Ende 
seiner Herrschaft. Subjekt zu amentist, das doch wohl in- 
transitiv ist, wird li siècles sein. Man könnte qui in Z. 5 
auch im Sinne von si Von nehmen; aber das Kommen des 
Widerchrists ist ja unbedingt sicher. 

90, Nach einem bestimmten Herrn Gerold zu suchen, dem gegen- 
über man sich der Hoffnung getröstet hätte, er werde nicht 
ewig Schulze sein, man werde nicht immer unter seiner Auf- 
geblasenheit leiden, scheint mir nicht nötig. Der Name wird 
aufs Geratewohl herausgegriffen sein. 

91 S. Einleitung. 

^ Die durch Dissimilation zu erklärende Form Loradin findet 
sich für Noradin auch sonst, z. B. in zwei Hss. des Ch. lyon 
596. 
7 de longues terres longues nouvelles (13. Jahrh.), Leroux I 58. 

92^ déserte mit terre zu verbinden ,ödes Land'. 

r, tertre: déserte ist ein ungenauer Reim, wie Str. 59 schon 
einer begegnet ist und 271 ein zweiter auftritt. Eine Form 
terte vermag ich nicht nachzuweisen; da aber tertiel RAlix. 
336, 27 und tertelet Escan. 14919 (neben tertrelet 25569) vor- 
kommen, darf man sie vielleicht annehmen. So lange man 
die Herkunft des "Wortes nicht kennt, ist nicht einmal sicher, 
daß sie nicht die ursprüngliche sei. Wäre bei tertre zu blei- 
ben, so würde der Reim mit déserte die gleiche Art der Un- 
genauigkeit zeigen wie oevre: proeve, cofre: orfe, angre: 
change, onques: oncles im Guill. de Dole S. XLI. herie in 
A ist eine bekannte Nebenform von herde, s. Godefroy unter 
hiirdf'. 



144 

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Q'2t cheval donné ne doit on en dens regarder (13. Jahrh.); A 
cheval donné ne luy regarde en la bouche (16. Jahrh.), Leroux 
I 102; a chevell doné sa dent [n'Jest agardé (Cambridger 
Samml.), eb. Il 386; a chaval doné dent ne gardet (1. garde 
oder gardez), Zacher 121; vgl. Prov. rust. 45 und EVoigt zu 
Fee. rat. I 128. 
dS^recovrer , erhalten, versorgen*, vgl. Tuit eil sunt riche et 
recouvré Qui un seul jour i ont ouvré, GCoins. 73, 2025 ; 
ge sui moult tresbons ovriers. Dont je me puis bien recouvrer, 
Se de ma main voloie ovrer in Œuvr. de Ruteb. I 334. 

- a sentier Qui est batus, ne croist point d'erbe, JCond. II301, 
78; das weniger passende Sprichwort von fünf Handschriften 
findet man in neueren Fassungen bei Leroux I 54, in der von 
A eröffnet es eine Legende aus den Vies des anciens pères 
bei Méon II 201, i (vgl. eb. 214, 398); s. auch Prov. rust. 21 
und Fee. rat. I 182 und dazu EVoigts Bemerkungen samt der 
von GParis im Journal 'des Savants 1890, 567. 
94^,ein junger Mann, der eben erst zur Selbständigkeit ge- 
langt ist*. 

7 Leroux II 264; bei Zacher 52 liest man mieiz vaut tirer que 
rompre, hinwieder Mieus vient tendre que deskirer, VdlMort 
24, 12, augenscheinlich mit dem Sinne ,besser Leid ertragen 
als alles zu verlieren*. Der Spruch wird hier bezogen auf die 
Mühsale der Ausnutzung eines Grundbesitzes, die aber zu Wohl- 
stand führen. 
95i escondire hier (Angebotenes) , ablehnen*. 

2 mout mit maint verbunden ist ziemlich selten : Kar en Cef 
église a mult meinte desturnee, SThom. 5618. 

3, Hinweg! das ist kein richtiges Geschenk*. Das unausge- 
sprochene Subjekt zu preist ist der, der so abgelehnt hat. 

7 .Immerhin fischt doch, wer (auch nur) irgend etwas erwischt* d.h. 
wenig ist besser als gar nichts ; tousjours pesche, qui en prend 
ung (15. Jahrh.), Leroux II 71. Auch die Fassung von Fa wäre 
an sich nicht völlig verwerflich (,auch wer nichts fängt, fischt 
doch immer* d. h. hat doch das Vergnügen des Angelns), aber 
das würde zur Strophe durchaus nicht passen. Oder soll man 
die Fassung von Fa verstehen ,der kann ewig fischen, kommt 
an kein Ende mit Fischen, der nichts nimmt, was sich ihm 



145 



bietet'? Micli so zu entscheiden, wie im Texte geschehen ist, 
hat mich die Variante bei Leroux mitbestimmt. 

96j jSein Leben und Treiben verborgen halten'; so rät der Roman 
von der Rose Mes vers la gent treshien te celé Et quierÇs) 
autre achoison que celé Qui cèle part te face aler; Car c'est 
grans sens de soi celer, 2399. 
, Leroux II 334, 396 (Cambridg. Samml.); Zacher 244; auch in 
lateinischer Predigt bei Hauréau II 282. Der Spruch von ¥ß, 
den ich weiter nicht belegen kann, würde zur Strophe sich 
gleich gut fügen, wie der in den Text aufgenommene. Der von 
A, den man auch bei Leroux II 232 [il fait mal tensier a 
voisin, 13. Jahrh.) findet, paßt schlecht; völlig ohne Verstand 
ist der von D angebracht, der in Str. 13 begegnet ist. 

973 Das Verhältnis, in dem der Dichter zur Grafschaft Flandern 
steht, welche ihm den Unterhalt gewährt und in deren Dienst 
zunächst er seine Kunst stellt, erscheint ihm als eine Art 
Lehensverhältnis. Übertragenes, Aufgegebenes, Gewährtes ver- 
schiedenster Natur wird fieu genannt: de moi font messaigier, 
Tex est mes fiés, cent mars ai de loier, Gayd. 117; ein Dichter 
sagt zur Minne De bien ameir geist en moy vostre fiés, Bern. 
LHs. 450, 4; was einem Gefangenen zum täglichen Unterhalte 
geliefert wird, heißt so in Og. Dan. 3140; Bunez m'un fieu, 
CO est li colps de Ballant, Ch. Roi. 866; das einem besiegten 
Ritter abgenommene Roß wird einem andern als /îe/" geschenkt, 
Perc. 8747. 
5 recovrer hier ,Zuflucht, Versorgung, Unterhalt finden'; anders 93. 

987 Leroux 1 198 (16. Jahrh.) ; En un jor ne fist Ten pas Borne, Ren, 
8758 (M Va 780); vgl. an ne fait pus tot en un jor, Robert 84. 

99.2 »rnacht Schulden auf einen andern'. 

3 Vgl. Bien avra (Theophilus beim Anblick der teuflischen Le- 
gionen) tressailli son ombre, S'il n'ist du sens ainz qu'il re- 
tourt, GCoins. 37, 346; Ä vis m'est que eist bien tressailli 
son umbre a Qui puet faire en cest siècle chose dont gré U 
saches; Car touz cens qui te servent, traiz (1. irais) tu ou 
ciel et saches (zur h. Jungfrau gesagt), ab. 748, 443; Mors, 
qui les montés fais descendre Et qui des cors as rois fais 
rendre (1. cendre). Tu as tramaü et rois et nasse por devant 
les haus homes (1. le haut home) tendre. Qui por se poesté 

1 obier, Li proverbe au vilatD. 1A 



146 
- »»»»?>>»>>>>»»»> ^ C«<C«(C«<CC«C««<< 4^ 

entendre Son ombre tressant et trespasse (Helinant) VslMort 
XX; die Redensart scheint zu bedeuten »Außerordentliches, 
Ungewöhnliches thun', hier wohl eher ,sich übernehmen, über 
das richtige Maß hinausgehn'. ombre ist altfranzösisch (wohl 
nach nombre) meist männlich. 
99^ coustes nehme ich im Sinne von ,KostenS wie es von Godefroy 
unter coste 3 nachgewiesen ist, auch in Cout. Bourg, il und 17 
begegnet. Daß coutiaus , Messer' das Richtige sei , kann ich 
nicht glauben; eher möchte ich, namentlich im Hinblick auf 
die Fassung des Spruches in H, an cotes ,Kutten* denken, wie 
denn vielleicht mit dem coutel von D cotel gemeint ist; aber 
es muß auffallen, daß keine Handschrift cot- bietet. 

IOO5 de maison ohne Artikel, wie en maison, a maison, vers maison 
auch da ganz gewöhnlich sind, wo an ein bestimmtes Haus 
gedacht ist; vgl. li abbes de Los en Flandres, qui estoit de 
maisons de Vordre de Chistiax, RClary i. 
7 S. Str. 260. qui fol envoyé a la mer, n'en rappwte poisson 
ne sel (15. Jahrh.), Leroux 1 161. Das Sprichwort von AH findet 
sich auch bei Robert 20 (qui fouz anvie, fouz atant), paßt 
aber hier nicht. 

IOI2 ,meinen, jeder weitere verdiente Lohn (d. h. Strafe) bleibe 
ihnen erspart'. 
7 ,wo Gewaltthat eintritt, greift die Gerichtsbarkeit (der Macht- 
haber) zu'. 

1022 S. 41. 

7 qi ad payn e saunte, riche est, si ne le set (Cambridg. Samml.}, 
Leroux II 393; qui a pes e santé, riches est asez, Zacher 94, 
ist, wie die Übersetzung zeigt, nicht Schreibfehler [Si cui 
pax detur et corpore sanus habetur, . .). 

1046 ,er wird (seinen Schaden) nicht von ihm abwenden'. 

, (13. Jahrh.) Leroux II 289; qui ad mauveys raisin, il ad 
mauveys matin (Cambridg. Samml.), eb. 393; qui a mal vei- 
sin, il a mal m.. Zacher 178 ; gleichlautend wie im Text, Robert 
55; ebenso in lateinischer Predigt bei Hauréau II 282; Et cil 
qui a mauvais voisin, Il a sovent mauvais matin, Barb. u. 
M. II 119, 145; Seignor, ce dïent li devin. Il est escrit en 
parchemin Que cil a sovent mau matin Qui près de lui a 
mau voisin, Ren. 7385 (M XVIII 3); Souvent est cov/reciés. 



147 

qui a mauvais voisin, RAlix. 414, 30; Des or croi je bien 
cest latin: Mal voisin done mal matin, Ruteb. I 68. 

1067 encontre la mort n'a nul ressort (13. Jahrh.), Leroux II 220; 
contre la mort n'y a point d'apel (16. Jahrh.), eb. 205; Ki 
ad ceste racine, Mult valt a medidne De trestutfej enfer - 
(me)té . . . Fors sulement de mort, U il n'ad nul resort, Phil. 
Thaon Best. 102; nur im allgemeinen stimmen dazu Floril. 
Gotting. 17, Prov. rust. 7, Fee. rat. I 725. resort, das im Reime 
zu mo7't sehr oft begegnet, heißt ,Einrede, Einspruch'. Den 
Spruch von ¥yD, der 142 wiederkehrt und in welchem coife 
ein seltsamer Fehler ist, verzeichnet aus dem 13. Jahrh. (mit 
richtigem queue) Leroux I 129, aus der Cambridg. Samml. der- 
selbe II 389; daß der Schwanz am schwersten zu schinden 
sei, lehren Sprüche eb. 239, 246; en la keue gist U fais liest 
man VdlMort 277, i. 

IO62 ,er macht aus seinem Diener einen Herrn' d. h. er läßt sich 
von ihm sagen, was zu thun sei, und legt ihm d. h. seiner 
Meinung Wert bei. metre a fuer ist »veranschlagen' : Or le 
(unser Verhalten gegen ihn) meira a itel fuer . . comme vol- 
dra; Ja por lui dex ne nos faudra, Guil. Mar. 9258; En 
non dieu, je les voy toutes a un fuer mettre, Celles qui 
riens ne sevent, celles qui sevent lettre, GMuis. I 218. 
g ,daß es (das Geschenkte) ihm aus dem Herzen herausgerissen 

werde*; so weh thut es ihm. 
_ Aus dem 13. und fast gleichlautend aus dem 16. Jahrh. bei 
Leroux II 68; vgl. le maistre donne, serviteur grogne (16. Jahrh.), 
eb. 80; que danz done, et serf plure, Zacher 243. 

iOl ^r endenge : prenge könnte ursprünglich sein; letztere Form ist 
in Str. 4 sicher; vendengier in übertragener Bedeutung ,plün- 
dern* kommt auch sonst vor, s. Godefroy (wo die Stelle aus 
Renart wunderlich mißverstanden ist) und prevost qui tout 
atrapent. Qui tout vendangent, qui tot grapent, GCoins. 
595. 64. 
7 Qîd nil posséda, nichil hic se perdere credit, Prov. rust. 39, 
darf verglichen werden, und so fehlt es nicht an anderen gleich- 
bedeutenden, aber verschieden lautenden Sprüchen: Von ne 
peut escorcfier une pierre, Leroux II 254 ; nudum culum nullus 
sjtollfdnf^ *>t^ <•« \ÎMrr. a ] r^: s. aticli don d'-r nächsten Strophe. 



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lOS^ coquin ist in der alten Zeit ,Lump, Landstreicher': povrcs 
coquins paillars, GCoins. 510, 192; Eust. Moine 920. 
7 Verwandt: qi rien ne pm't, rien ne lui chet (Cambridg. Samml.), 
Leroux II 394, (15. Jahrh.) 309. 

1094_e -^^^ ^^^^ Zeilen sind uns in Str. 6 an Stelle des Sprichworts 
in einei- Handschrift bereits begegnet. 
, ,ein geizig Weib salzt dreimal', weil es ihr schwer wird, gleich 
im ersten Mal genug Salz zu geben, femme aver treys foiz 
sele (Carabridg. Samml.), Leroux II 389. 

IIO7 Cambridg. Samml. bei Leroux II 388. Der Spruch paßt inso- 
fern nicht völlig, als die Strophe von Armen, Ohnmächtigen 
spricht, der Spruch vom Narren oder vom Kinde. 

Uli Vielleicht desmesurez zu schreiben. 

112e Der Vers begegnete schon Str. 58. 

T nus n'est si large que celuy qui na que donner J5. Jahrh.;, 
Lerouxll 271 ; nul n'est si large cum cil qi n'ad £?ener (Cambridg. 
Samml.), eb. II 392. 

1183 Auch palazinc (Hds. A) bezeichnet ,Lähmung' (parahjsim) , 
s. Godefroy und Rec. méd. 43 (Remania XVIII 575 , Form. 
HV 483. 
7 Irrtümlich mieux vault os donné que os mengé (,15. Jahrh.), 
Leroux II 263; dagegen mieiz vaut oef doné que mangé, 
Zacher 153; Miex vaut euf donné qu'euf mengié, Clef d'am. 
1492, dazu Prov. rust. 20; vgl. auch meuz valt pume dunefe] 
que mangefej, Meyer S. 174; Miex vaut U pums donnés que 
mengiés a son dent, BSeb. XII 852. 

114i lasche , schlaff' oder auch ,gering, unbedeutend': Et vie d'omme 
est Corte et lasque, Bari. u. Jos. 277, 2; En moi povre repast 
avrés, Quar je sui lasches et petis, Oisel. 237; tu ies une 
lasche criauture, si avéras de pou asseiz, Men. Reims 409. 
rj Wohl weniger ein Sprichwort, als eine sprichwörtliche Re- 
densart, zu der je nach Umständen ein anderes Subjekt ge- 
dacht wird. ,So lang es vorhält, hilft es'. 

llbi d'enfance ohne Artikel: Einsi m'apele Ten d'enfance, Méon 
I 267, 2408; U rois avoit nourri un ménestrel d'enfance, 
Men. Reims 77 ; Sages . . Estoit U connestàbles et ot esté 
d'enfance, RAlix. 208, 14; ebenso des enfance: La langue 
dunt sunt Des enfance usé, Reimpr. I 128; Quar tu V (Gott) 



149 



as servi des enfance, Ruteb. I 135; so wohl auch Erec 6053 
statt de s'anfance zu lesen; se connurent des enfance, Guil. 
d'A. 95; Douce dame, trop ai fait grant folie, Quant 
ne vous ai bien servi des enfanche, Lied in Romania XVTII 
489. 
11 5, soi repentir ist nicht allein »bereuen*, sondern auch , zurück- 
treten, abstehn': Si Arrdbit de venir nes repentent, La mort 
Rollant lur cuid chierement vendre, Ch. Rol. 301 1; Et se 
nus de vos se repant (von der Teilnahme an dem beabsich- 
tigten Angriff), Sachoiz qu'an trestot mon aage Ne Vamcrai, 
Clig. 1856; Mais pour manace ne pour don Ne se vorent il 
repentir De îor malise maintenir, Mousk. 28237; ein galanter 
Greis sagt : Encor ne sui pas repentans D'amer, qui ai pries 
de cent ans, JCond. I 212, 1405; daher auch , rückgängig 
rri^-Iien': Que volantiers m' an repantisse Tot maintenant, se 
je poisse, Ch. lyon 435; a Renart le clef baille, Dont puis 
forment se repentist Moult volentiers, se il peuist, Ren. Nouv. 
2823; Et volentiers s'en repentist, S 'au repentir venir peiiist, 
Ch. II esp. 689. 

^ aprendre ,sich an etwas gewöhnen', s. Zts. f. rom. Phil. TI 
144 zu 2480. 

- dentëure ist hier natürlich nicht , Gebiß', sondern ,Zähmung* 
von denter, danter, der Nebenform von donter, jetzt dompter 
geschrieben, die Foerster, Zts. f. rom. Phil. XIII 535 belegt. 
Unrichtig ist das Wort nach Barbazan gedeutet bei Leroux 
I 126, wo die zwei Verse, die man bei Barb. u. M. I 86, 119 
findet, fälschlich dem Gautier von Coinsy zugeteilt sind; eben- 
da II 393 giebt die Cambridg. Samml. qi prent bayard en 
amhloiir, si voet tenir le jour qu'il dwe, was so schwerlich 
hinzunehmen ist; bei Zacher 88 findet man neben der Über- 
setzung nur die ersten zwei Silben des französischen Spruches; 
que aprent poulains en dentëure, celui (1. cél us?) maintient 
tant comme il dure, Phil. Nov. QT 11 Var. 11; [qn'ajprent 
cheval en dentëure, si r^eut tenir les jors que d(e)ure, in latei- 
niischer Predigt bei Hauréau II 282; A peitw ublie ço k' aprent 
pulein en sa (a)danture, SAub. 619; offenbar hat unser Sprich- 
wort auch Calendre im Auge, wenn er von einem schlecht 
erzogenen Prinzen sagt Quancor 86 tienf an Vanblëure De 



150 
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sa pi-etniere dontëure, Et honiz soit qui le donta Et qui 
premiers sor lui monta, Rom. Stud. III 94, 80. Vgl. Prov. 
rust. 71, Fec. rat. I 653. 

116ß codent .Genossenschaft*. Ä tant s'assist li mestres rois Et II 
autre communaument , Com se il fussent d'un couvent, Tr. 
Belg. II 192, 436. 
7 Tout li doit de le main ywel voir ne sont mie, GMuis. I 
198. 

aspirasse, des Wortes Sibilant reimt teils mit ss, teils mit c, 
der Infinitiv hat er und ier. Die Bedeutung ist außer ,brauen' 
auch »anrichten, ins Werk setzen, bereiten*. 
5 Mit ü ist der Diener gemeint. 

7 qui hon (1. son) chien veut tuer, la raige li met seure (13. Jahrh.), 
Leroux I 109; ebenso, aber mit mette (Cambridg. Samml.), 
II 394; Zacher 139; Qui le chien voeilt ocirre, tuer et mehai- 
gnier, Le rage le met seure, se le fiert d'un levier, BSeb. 
^I 745; (ZW* le Tcien voelt honnir. Le rage lui met seure 
pour lui faire morir, eb. XII 393; Qui le Tcien voelt tuer, 
on li mait sus le rage, GMuis. I 224. 

llB^Etwa rest zu schreiben? 

7 noire geline pont blanc oef (13. Jahrh.), Leroux I 113; {Cam- 
bridg. Samml.) eb. Il 392. 

I2O3 damoisél im Sinne von ,Herr, Meister' : Moult ert sires ei 
damoisiaus De toz les biens que terre porte, Barb. u. M. IV 
256, 22; Au bon conte... Pria li rois qu'il se déport En 
ses fores, en ses castiaus; De tout veut qu'il soit damoisiaus, 
Jeh. et Bl. 6058; Car de Flandres jusq'a Bordiaus Est li rois 
souvrains damoisiaus, Mousk. 31042. Das Verbum damoiseler 
im Sinne von ,als Herrn behandeln* ist sonst altfranzösisch 
nicht bekannt; vgl. danceler bei Godefroy. 
7 Zacher 49; privez sires noriz foul, Robert 91, • privé seignur 
fait fol garçun, Meyer S. 179; l'an dit et voirs est que privez 
sires fait foie mainie, Phil. Nov. QT 28. 

I2I2 , flößt seinem reicheren Nachbar Besorgnis ein*; die übrigen 

erdrückt er. 

7 Das Sprichwort ist schon vielfach belegt, durch Michel bei 

Leroux II 355, durch Gachet unter force, durch PMeyer in 

der Rev. crit. 1868 II 138 und 319; ich füge hinzu: RCambr. 



6665; Og. Dan. 5541; Gayd. 68; BSeb. IV 165 (mit dem Zu- 
satz et ïi leus le brebis); Gir. Ross. 216; Elie 2384 (wonach 
Karl Martel der Urheber des Dictums wäre); Cour. Ren. 
1357; Ren. Nouv. 6012; CPoit. 67; Jub. NRec. Il 360; HVal. 
592 (die Bemerkung dazu Romania XIX 68 A. 3 geht etwas zu 
weit); Gil. Tras. 15 b, 30b, 55 a. Von Sammlungen ist noch 
zu erwähnen Meyer S. 173, Prov. rust. 23. Bei Leroux I 56 
liest man c'est la fau qui paye lez prez und la faulx paie 
les prez mit seltsamer Neuerung. 
122^ ,wenn er irgend davon bezahlt, so braucht er hernach nicht 
mehr das Ganze zu tilgen'. 

7 {15. Jahrh.) Leroux II 309; Zacher 147 (wo se quite steht); 
lateinische Predigt bei Hauréau II 280; Ehstl. Klosterl. 23 
(wo sent omh'e gelesen ist), qi se aquite, ne se mécompte 
(Cambridg. Samml.), Leroux II 394. 
12Sj aparenter ,als Verwandten behandeln': Or le baisent tuit li 
voisin, Or Vaparentent si cousin, Eracl. 2809; N'i (in der 
heutigen V^^elt) vaut riens parenz ne parente, Favre parenz 
(1. parent) nus n'aparente, Ruteb. I 226; Fièrement se re- 
querent; Vuns Vautre riaparente, RAlix. 483, 9. 

3 Vielleicht cuit. 

^ bone journé fait qe de fol se délivre (Cambridg. Samml.), 
Leroux II 387; bon jornal fet, que u. s. w., Zacher 257; bone 
jornee fait qui dou u. s. w., Robert 30; mit kleinen Fehlern 
auch in lateinischer Predigt bei Hauréau IV 143. 
124j enploite ,Bemühung, Bethätigung* : Ä lui (1. li, die h. Jung- 
frau) servir a riche emploite, GCoins. 300, 122; Par bien 
oeuvrer te feras oir De Veritage par seoir (1. porseoir) Ou 
ains n antra mauvaise emploite, BCond. 261, 492; Ic'il ne li 
aviegne K'il se desvoit (vom Wege des Heiles) par povre 
emploite, Rend. M 197, 10, Bei Godefroy nur ganz späte 
Belege. 

.^ A soûl son oes habe ich eigenmächtig eingeführt ; mir schien 
der Ausdruck dafür unentbehrlich, daß die begehrte Thätig- 
keit nur dem Begehrenden Nutzen verspreche. 

^ Mit ce ist das gemeint, was durch des Angerufenen Bemühung 
gewonnen werden soll; il in Z. 6 scheint mir der Helfer. 

, Zacher 32; Meyer S. 174; Qui ne donne ce quiî a chier, 



152 

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Ne prent mie çou qu'il désire. Roi de Cambrai in Œuvr. 
de Riiteb. I 446; Qui(l) ne doue ce que chier tient, A ce 
qu'il aime, a poine vient, Méon I 74, 1170; Noti capit op- 
tatum, qui non impendit amatum, Prov. rust. 18. 

125g , gedeiht und nimmt zu'. 

r, Der Vers ist mir unverständlich. Das letzte "Wort {otrans: 
aJians in den Handschriften) scheint durch Z. 6 erklärt werden 
zu sollen, aber ein Verbum otrer, das etwa dem lateinischen 
aiictorare gleichzusetzen wäre , kenne ich nicht. Soll man 
otrianz schreiben und Et tilgen? otriant als Epitheton Gottes 
ist mir auch nicht vorgekommen ; outranz von outrer (ultr . .) 
paßt nicht. 
^ mal herbe meus crest (Cambridg. Samml.), Leroux II 391; 
male herbe croit, Robert 61; Penser dois.. Que male herbe 
volentiers croist, VdlMort 246, 9; male herbe croist en poi 
d'eure^ Jub. NRec. I 288; On dist que males hierbes en 
petit d''eure(s) croissent, GMuis. II 52; Con dit que mauvais 
arbre (Var. maulvaise herbe) croist volentiers assez. Dit Rob. 
D 138. 

126, (15. Jahrh.) Leroux II 294; quant fol veit tailler qiiir, si 
demande correies (Cambridg. Samml.), eb. II 393; quant fox 
voit taillier cuir, s. d. c, in lateinischer Predigt bei Hauréau 
II 281. 

1277 Nur den ersten Teil des Spruches findet man bei Leroux: 
vis est tenu par tout, qui riens n'a (13. Jahrh.), II 333; qui 
rien n'a, rien n'est prisé (15. Jahrh.), eb. II 308; vgl. Floril. 
Gotting. 51. 

128i orfanté ,Entblößung, Dürftigkeit' wie Str. 9. 

, Vgl. Mes petit (1. pou) donc, qui n'a de quoi, GMetz in 
Roraania XXI 494, 608. 

V2%atraire , ansammeln*: Ke vaut quanqu' avarice atrait? Mors 
en une heuâ'e tot fortrait, (Helinant) VslMort XXVII; li cai- 
tif Doivent vivre, comment qu'il V aient, De çou que li prou- 
dôme atr aient, Guil. d'A 63; il sout tant faire Qu' il sout le 
son atraire, Ph. Thaon Comp. 556. 
7 qi estoye de sun diner, meuz li est de (1. a) soun soper 
{Cambridg. Samml.), Leroux II 394; qui garde de son disner, 
mieulx luy en est a son souper (15. Jahrh.), eb, II 299; qui 



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estorne (1. estoie) u. s. w., in lateinischer Predigt bei Hauréau 
IV 119; qui estive (1. estuie) *de son dlcjner, a sa marande 
U pert, Robert 7. 

130 "Wer von seinem schlechten Schuldner nicht Scheune oder 
Turm als Pfand hat, weise keine Zahlungsanerbietungen von 
dessen Seite zurück (auch die geringsten Teilbeträge nicht) ; 
wenn er (der Schuldner) weiteres zum Abtragen der Schuld 
nicht hat, so soll er (der Gläubiger) jedes beliebige Stück 
Hausgerät (an Zahlung) annehmen. — Da nun das Sprichwort 
sagt, vom schlechten Schuldner bekomme man gar nichts, so 
wird prendre hier von einem Erlangen der Zahlung auf dem 
Wege gerichtlichen Einschreitens (im Gegensatze zu freiwil- 
liger Teilzahlung) zu verstehn sein. 

131 Die Strophe ist vielleicht mit zu großer Kühnheit von mir 
behandelt. Ich verstehe: die, die gütige Herrn haben, loben 
diese jederzeit um der großen Ausgaben willen, die sie etwa 
machen; wenn dagegen jeder sein Weib hat, so hält er, was 
sie etwa ausgiebt, für sehr übel angewandt (weil es jetzt aus 
der eignen Tasche geht). — Die Form el in Z. 5 für ele kommt 
221 noch vor; semer übertragen auf Ausstreuen, Verbreiten 
von Büchern, Irrlehren ist nicht selten, also auch hier nicht 
zu beanstanden; vgl. Str. 2. Das Sprichwort trat schon 58 
in einer Handschrift auf, s. (13. Jahrh.) Leroux II 207 (die 
dort citierte Dichterstelle findet sich bei Barb. u. M. I 129, 
516); eb. 348; (Cambridg. SammL) eb. 388; Zacher 108 {de 
autre cuir u. s. w.); Meyer S. 172; s. E Voigt zu Fee. rat. I 271. 

132, Hier ist von wirklichem, in der folgenden Zeile von nur in 
Aussicht genommenem Aufwände die Rede. 
^fournir son poindre , seinen Ritt vollenden*, also ,bis ans 

Ende gehn*. 
, Der chaperon als das, was zu einer vollständigen chape mit- 
gehört, erscheint auch in dem Spruche der Cambridger Samm- 
lung qi fait chape, se (d.h. si) fait chaperoun, Leroux II 
^94 oder in Mes tant vous vueiî prier . . Que ne donnés 
jamcs cape sans caperon, Gaufr. 276; Se il sens perte s'en 
e.Hchape, Senz caperon set taillier cape, Rcn, M VI 486. 

l.'J3, P'igürlich wie hier auch .S" or n'est chäuz en mal (1. maus) 
Tiens, Moult sera bons rectorï(ci)€ns, Ren. 14187 (M VI 483); 



Ï54 
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Si VI i envoie uns siens parcns Ki nest pas ore en maus 
loiens, C'est des Ilîes îi*rois Brïens, Ki de grant joie est 
ore plains, Ch. II esp. 3889; ähnlich . . roy Urïen, Qui for- 
ment iert en grant lien; Si anemi si près le tienent Que 
chaucun jor assaillir vienent . ., Claris 17891 (vgl. dans de 
mauvais draps). 

133ßSO* regarder heilU sonst ,sich umsehn', hier und 151 wohl 
,sich einer Sache versehn', s'y attendre. 
~ en petit hure dieu lahoure (Cambridg. Samml.), Leroux II 
389; (13. Jahrh. und 16. Jahrh.) eb. I 14; en poi de oure 
dex lahore, Zacher 187; En petit d'eure diex laheure, Tels 
rit au main qui au soir pleure, Barb. u. M. III 397, 139; 
Car diex lahoure en petit d'eure, Méon II 243, 234; En 
petit d'eure diex laheure; Garir puet, s'en nous ne demeure, 
La plaie, ja n' iert si parfoyide, Jub. NRec. I 288; Mais en 
pou d'eure dieus labeur e, Teis rit au main qui au soir 
pleure, Men. Reims 279; Li vilains dist que diex laheure, 
Quant il li plaist, en moult peu d'eure, FI. u. Bl. 1641; Il 
est hien voirs qu'en petit d'eure Oevre damedieu et laheure 
La ou il li plest a ouvrer, Méon II 360, 945 ; Car diex la- 
heure en poi d'espasse, Watr. 263, 1018; E71 poi d'ure deu 
lahure, ço dit li mendiant, Jord. Fant. 1578. 

134^ Der Spruch, der mir sonst nicht vorgekommen ist, soll 
wohl sagen : mancher zeigt unter Umständen das zudringliche 
Gebahren eines Hundes und lebt doch sonst wie ein Mensch 
und will als solcher angesehn sein. 

135, qui va, il lescJie; qui repose, il sèche {15. Jahrh.), Leroux II 
312; qui vet, lèche; qui set, sèche, Zacher 127; L'en dit 
pieça: qui va, il lèche, Et qui toz jor s se siet, il sèche, Barb. 
u. M. IV 216, 381; Et quant il fu hors de la porte, Si dist 
a soi: qui siet, il sèche; Et puis si dist: qui va, il lèche, 
eb. m 272, 260. Vgl. hier Str. 256. 

IBQ^herne hat wie nfz. hernie aspiriertes h. 
,VgL Str. 437- 

1377 Vgl. zu Fee. rat. I 171. 

1386 fover hier absolut »betteln', wie sonst rover son pain. 

139r ,wenn er in diesem irdischen Leben verbleibt', d. h. wenn er 



155 



nicht stirbt; vgl. un veil chanu Qui a le siede maintenir 
Quatre vinz ans ou près de cent, Besant 910. 

I4O7 a longue corde tire, qui cVaultrui mort désire (15. Jahrh.), 
Leroux II 164; a longe corde tire, qui autre mort désire 
(^Cambridg. Samiîil.), eb. 386; longe teile tire, qui autre mort 
désire. Zacher 209. 

141^ Que ist adverbial. 

7 il est bien larron, qui dérobe un larron, Leroux II 230; Fors 
lerres est qu'a larron emhle, Ruteb. I 220; Mais bien est 
l aires, qu'a leiron Puet enbler, Joufr. 4312. Überall ist zwie- 
fache Auffassung zulässig: ,es giebt wohl einen Dieb, der einen 
Dieb bestiehlt' oder ,der ist ein rechter Dieb, der einen Dieb 
zu bestehlen versteht*. Die Strophe legt die erste Deutung näher. 

142, S. zu 105. 

143s deservir heißt hier , vergelten'. Zu den von Godefroy beige- 
brachten Belegen für diesen Sinn füge ich hinzu : Se je ancor 
nel vos desserf. Bien me porroiz tenir por serf, Athis 1227; 
Dame, qui vous saroit a vo valoir siervir. Que vous le sariés 
bien largement desiervir. Prière Theoph. in Zts. f. rom. Phil. 
I 251, 42 b; Dame, vous nous siervés a vo coust voirement. 
Mais nous le desiervons a vous moût povrement, eb. 44 b; 
La pucele avons morte, pour voir le vous disons. — Seignor, 
ce dist la vielle, bien le desservirons, Berte 676; se tu sers 
Un haut homme pour deservir Ses biens fais, et pour biau 
servir Aies sa bonté deservie, . . Ton biau servir deservir a, 
Watr. 81, 105. 
- Scheler hat zu JCond. II 237, 64, wo der Spruch begegnet, 
bereits auf eine Stelle in Crestiens Perceval verwiesen, wo er 
wiederkehrt; ich habe im Jahrb. f. rom. u. engl. Litt. VIII 
351 drei andre hinzugefügt; hier verweise ich noch auf einige 
weitere: Chr. Ben. 13152; SNic. 564; Ren. 14158 (M VI 458), 
15588 (M IX 274); Escan. 18360; God. Bouill. 159; Chastoiem. 
IV 25; Eust. Moine 2076; franz. Chronik in Mon. Germ. hist. 
Scr. XXVI 608, 4; Joufr. 4286 (in wunderlich mißverstandenem 
Verse); Lais inéd. I 665 (Romania VIII 49); Jub. NRec. II 
26; vgl. Meyer S. 174. An die Strophe selbst erinnert on 
norrist tel et fait tot bien Que mix îi vendroit faire un chien, 
Guil, Pal. 3641, 



156 
- »»»»»»»»?>>>?>>> ^<« c««««<<<«<<<«« - 

144i .Nutzen ziehn aus einem Bösewicht'; vgl. Vous avés fait de 
mi vo preu, Ju Ad. loii. 
3 In gleichem Sinne braucht atrairc Raoul: cil nest pas sages 

Ki les (die Dürftigen) atrart ne qui lor done, Eles 377. 
(5 avoir fait d'à. r. ,mit etwas fertig sein*. 
, (13. Jahrh.) Leroux I 109; tant doit Ven hlandïer le cliin que 
Ven soit passé, Zacher 36; vgl. Prov. rust. 30. 

lé^T entre deux vers la tierce meure (13. Jahrh.), Leroux I 53; 
entre deus verds la tierce est mëur (Cambridg. Samml.), eb. 
II 389 ; entre deus verz une mehure , übersetzt Si pira sint 
dura, sint intermixta matura, Zacher 16 und ebenso, nur mit 
la terce statt une, 148; in den Prov. rust. 6 liest man Tercia 
matura fit res inter duo dura. Mit Hinweis auf dieses Sprich- 
wort sagt der Dichter des Fablel Dou couvoitous et de Ven- 
vious, nachdem er die Absicht geäußert hat nach viel Er- 
dichtetem etwas Wahres zu erzählen, Mes cil qui du mestier(s) 
est fers, Doit bien par droit entre deus vers Conter de la 
tierce meure, Barb. u. M. I 92, 8, und in ähnlichem Zusammen- 
hang sagt Gilles li Muisis, nachdem er von der frommen Dich- 
tung geredet hat, Et se dient des autres dis. Dont on laist 
souvent les mesdis, A le fie revient telle heure (Entre deus 
ver des une meure) Que il redïent des risées Pour eslaichier 
les assanlees. Sottes cancans et sots rondiaus, I 90. Es scheint 
damit auf die tröstliche "Wahrnehmung hingewiesen, daß zwischen 
viel Unwillkommenem auch Erwünschtes manchmal mit unter- 
läuft, unter Unbrauchbarem Nützliches oder noch allgemeiner 
unter Gleichartigem Besonderes. Hier ist der Spruch seltsam 
angewandt auf den, der, in der Regel teilnahmlos, auf einmal 
thatkräftig wird, wenn sein Vorteil in Frage kommt. Zu den 
weiblichen Adjektiven sind eigentlich Fruchtnamen hinzu- 
zudenken. 

146, Ici fait ce qu'il puet, on ne luy doit plus demander (13. Jahrh.), 
Leroux II 298; qi fait ceo que il poet, ne se feynt und qi 
tant ad fait q'il ne put mees, Vem le deit lessez (1. lesser) en 
pees (Cambridg. Samml.), eb. 394, 395; Et quant li hom fait 
çou qu'il puet. Vilains est qui plus li demande, BCond. 327, 
1723. 

147j tour , Abwendung vom graden, kürzesten Wege, Umweg'. 



157 

' »»»»»»»»»»»» # «<«^<««c<X<«««« - 



147, qui a hesoing de feu, avec le doigt le va querre (15. Jahrh.), 
Leroux II 288; qi ad besoigne de fu, as ungles se (1. le) quert 
(Cambridg. Samml.), eb. 393; qui mester a dou feu, a son 
doit le [va] querre. Zacher 253; Tai öi dire en aucun liu 
Que cil ki a mestier dou fu, Le quiert au doit ens el fouier, 
Ferg. Variante zu 180, 14; Car on seut dire en reprovier Que 
cil qui a dou feu mestier, Le voist a son doit porcacicr, 
Jak. d'Am. (angeblich) II 372; Voz avez bien öi en reprovier, 
Qui dou feu a et besoing et mestier, Que a son doi le doit 
querre an fouier, Gayd. 249; öi Tai dire sovent en reprou- 
vier, Volentiers quiert der feu qui'n a mestier, Auberi in 
Romv. 233, 26; qui mestier a dél feu, a son doit le quiert, 
in lateinischer Predigt bei Hauréau II 93 und wieder III 136. 

1487 söc/" ^<^^ ^ 2*** ^'^'^ ^^"^^ ^^ menton, Zacher 114; Söef noe, 
biax niés, cui mentons est tenuz, Ch. Sax. II 58; Et chius 
noe bien aise, on le m'a dit pièce a, Cui on tient le men- 
ton, chius qui boins amis a, Est souvens soustenus, BSeb. 
XXIV 352; vgl. Prov. Rust. 2 und EVoigt dazu. Die Strophe 
hebt aus den zahlreichen Fällen, wo Geleistetes weniger das 
Werk eigener Kraft als fremder Hülfe ist,, nur den einen 
heraus, auf welchen das Sprichwort von Fy (s. zu 131) ebenso 
gut paßt. 

149-2 Wegen des Gebrauches von tout vgl. II n'avoient de toz en- 
fanz Que ce vallet que je vous di. Mont. Fabl. I 48. 
4 Vgl. 144,- 

- qui n'a qu'un œil, souvent le torche (16. Jahrh.), Leroux IT 
303; qi n'ad qe un oyl, sovent le terst (Cambridg. Samml.), 
eb. 394; qui na que un oil, sovent le doit terdre, Zacher 
128; Qui n'a c'im oeil, souvent le tert, Tr. Dits d'ara. I 151 
(dazu Anmerkung in Romania XXII 64); Anfang einer Legende 
der Vies des anc. pères in Jahrb. f. rom. u. engl. Lit. VII 
406; Prov. rust. 28. 

I5O7 h'i 8un mal aoit, mal se venge, Rou III 2636; Cil venge mal 
son duel qui parmi Va doblé, Doon N 49. Auf die Belege 
für teu8 cuide sa honte vengier qui Vacroist trete ich hier 
nicht ein. 



15« 
o>»?>»»»»>»»»»> # C«««<C«««c«««< ^ 

152, qui mieux ne peut faire, o sa veille se dort (15. Jahrh.), 
Leroux II 302; qui mieiz ne put, sa veille se dort, Zacher 
159; Meyer S. 171; Qui miex ne puet, si n'a pas tort, [S'Jadès 
o sa vielle se dort, HAndeli II 201; vgl. Je ne puis fein 
besseres Pferd kaufen), tu m'as dit que doneoi' sont mort. 
Je sui cil qui par force a sa vielle se dort, Jub. NRec. II 26. 

153, Das Sprichwort, das mir sonst nicht begegnet ist, scheint sagen 
zu sollen: seinen freundlichen Gönner erkennt man schon an 
kleinen Huldbeweisen. 

154- Pieça c'om dit: parent parent; Dolent celui qui n'a nïent, 
GCoins. 553, 509. 

155i trouer »feilschen*, s. Godefroy und Et li hostes respont: je 

n'en voeil ja hroier, BSeb. VIII 191 ; Trestout ensi fu otroiié. 

Conques n'i ot de rien hroiié, Mousk. 21584; Tu n'en dois 

hroier, Quant si grant loier Presis por si poi, Marienl. 178. 

2 ,wann er sieht, daß er bei dem Preis bestehn, ohne Schaden 

das Geschäft abschließen kann*. 
^ ,manch einer ist unterwegs, mancher Konkurrent n<ämlich, der 
rasch nach dem greift, worum jener feilscht*, broiier ist auch 
transitiv, wie diese Stelle zeigt. 
- Die handschriftliche Lesart verbessert nach bonne est la maille 
qui sauve le denier (16. Jahrh,), Leroux II 185; Ä le fois 
uns deniers {1. un denier) sauve bien boine maille, GMuis. I 
321. ,Ein halber Pfennig, den man dran giebt, ist nicht ver- 
loren, wenn man damit einen ganzen rettet, in Sicherheit 
bringt*. 

IbQ^gent ohne das s des Nominativs, wie nicht selten, wenn ein 
attributives Adjektiv auf e dicht dabei steht, 
j Das (mir sonst nicht bekannte) Sprichwort besagt: ,manches 
Geheimnis kommt an den Tag*. 

löl^pour mal »krankheitshalber*, wenn sie im heiligen Lande er- 
kranken. 
, ,wer anvertraut, verlangt zurück'. Zacher 205 mit der Avunder- 
lichen Wiedergabe Conservare volo rem, quae mihi praeci- 
pietur; Ne pereat, timeo, quia ßr miter expotietur (1. ex- 
poscetur). 

158 Der kleine Lehnsadel mit seiner unruhigen Streitsucht wird 
durch die mächtigen Fürsten ihren Zwecken dienstbar gemacht. 



159 

Er ist der gute Ochs, dessen Kraft den Karren in Bewegung 
bringt. Bei Leroux liest man au hon heuf es(t)meut on la 
char (erklärt au hon hœuf on remue la chair) I 94, wobei 
sich kein annehmbarer Sinn ergiebt. le als weiblicher Artikel 
ist der Handschrift Fa fremd. Ist mit dem hon ,zahm' ge- 
meint, und erscheint der kleine Adel dem Dichter als »guter 
Ochs* erst, nachdem die Fürsten seine Fehdelust gedämpft 
haben? 

159 Wer seinen Gebieter, Standesgenossen oder Herrn liebt, wird 
auch dessen Diener freundlich ehren, so daß die Liebe, die 
man dem Herrn entgegenbringt, ein Gewinn auch für den 
Diener wird; vgl. dazu Str. 162. 

I6O1 Die Form inurail, mit s murauz ist durch manche Stellen 
gesichert: murail im Innern des Verses Troie 16007, En. 421, 
M Fee G 254; muralz (: holz), eb. 221, mur aus (: haus), 
Ch. II esp. 453, muraus {: chaus Kalk), Lais inéd. II 363. 
7 Encore pert ü hien Äs tes quels li pos fu, Ju Ad. 11; hien 
pert au[sj tes ques li pot' furent (13. Jahrh.), Leroux II 153; 
Ex testa qiialis fuerit dinoscitur olla, Fec. rat. I 233, wozu 
EVoigt die zu Horatius Epist. I 2, 69 stimmenden Sprüche 
nicht hätte stellen sollen. 

I6I1 ,haßt sich selbst* d. h. thut, was ihm selbst zum Schaden 
gereicht. 
4 contrefait ist ,mißgestaltet*, desfait »verunstaltet*. 
- de torte huche fait Ven droit feu (13. Jahrh.), hüche tortue 
fait hon feu (16. Jahrh.), Leroux I 46; de tort husche fait 
on dreit feu (Cambridg. Samml.), eb. II 389. 

162, qui m'aime, il aime mon chien (13. und 15. Jahrh.), Leroux 

I 109; qi me eyme, eme mon chen, (Cambridg. Samml.) eb. 

II 394 i 2^* m'eime, e mun chien, Zacher 45; qui aime moi, 
s'aime mon chien, Robert 72; qui me aime, mon chien aime, 
in lateinischer Predigt bei Hauréau II 96; qui moi aime, et 
mon chien, desgl. eb. IV 170; Qui m'aime, si aime mon 
chien. Contes dév. I 312. S. Str. 248. 

163, Str. 55 lautet die Präsensform im Reime coüe. 

7 qui preste, n'en joit; et qui ne preste, mal oit (13. Jahrh.), 
Leroux II 308. Die Verwendung von mal öir entsprechend 



i6o 

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der des lateinischen iene, male audire (laudari, vituperarij 
ist mir sonst nicht bekannt. 

164g ,so wird die Sache (das Dienen) übernommen' oder vielleicht 
,so ist die Sache (das ganze Verhältnis) ausgemacht, verabredet', 
e ,heischt jeder seinen Dienst', was sein Dienst an Lohn aus- 
macht, den Gegenwert seines Dienstes; so ist ja auch déserte 
Verdienst (was auch deutsch zweideutig) und Lohn. 

1667 tex nuit q\ii ne peut aidier (13. Jahrh.), Leroux II 325; teu 
puit nuir qi ne puit eider (Cambridg. Samml.), eb, 395; tiel 
put nure que ne put aider, Zacher 185; Mais ce dist on en 
reprovier: Tex puet nuire, ne puet aidier, Thebes II S. 191, 
10690; Teis puet nuire Jce il ne puet aidier, Bern. LHs. 232, 3; 
Tiex nuist qui ne porroit eidier, Poire 3003; Aucunes fois 
tel puet bien nuire Qui [a] aidier ne se puet duire; Bien 
puet pou, qui ne puet blesier (1. blecier); Tel vint (1. nuit) 
qui ne puet (1. porroit) aidier, I Ys. II 452. Anderwärts 
trifft man auf den Spruch, der das Umgekehrte sagt: Car tiex 
ne puet a mon cuidier Nuhe qui moult dien puet aidier, 
eb. I 132 ; Car mainte foiz puet despaichier Tel qui ne por- 
roit empaichier, Lyon. Ys. 1039 (aus Nam prodesse potest, 
si quis obesse nequit). 

166i entrepris , ertappt'. 

^,es ist eine ausgemachte Sache, es bleibt dabei'; der "Wein ist 
der noch heute so genannte vin du marché, mit dem man 
den Abschluß des Geschäftes begießt; vgl. Ja mais n^i jous- 
terai, fais en est li marchiés, Bast. 1765. 
7 S. zu 74, 7. Das Sprichwort belegt aus dem 13. Jahrhundert 
Leroux II 301. 

167i ,sich beklagt* über Mangel an vertraulichen Mitteilungen. 

Die zwei ersten Zeilen der Strophe sind schon Str. 96 be- 
gegnet. 

I684 ,des Narren Sinn* mit der Verwendung des possessiven Ad- 
jektivs, von der Verm. Beitr. II 80 gehandelt ist. 
7 qui le bien voit et le mal prent, fait folie a bon escient (13. 
und 15. Jahrh.), Leroux II 300; ähnlich qui... prent, il se 
folie a escient, Prov. des philos., eb. ; qi bien veyt e maie 
aprent, a bon droit se repent (Cambridg. Samml.) eb. 393; 
qui bien voit e mal prent, male goûte li [criet VueilJ, Zacher 



i6i 

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258; CÜ qui mal (vielleicht Tnen?) seit, se il mal creit, Se 
mais Ten vient, c'est a hon dreit, Troie 6093; Qui le bien 
voit et le mal prent, Il se foloie a escient, Conseil 117; Ven 
dit auques sovent Que cil qui bien voit et mau prent, S'il 
s'en repent, c'est a hon droit, Ren. 6070 (M XVI1216); Cuis 
nais (1. dus n'ait) voir de sen demie Ki lou hien voit et le 
mal prent, Bern. LHs. 406^ 2 ; Et cil ait moult lou euer le- 
gier Ki le hien voit et lou mal prant, eb. 514, 4; Car on 
dist ung parler en pluseur lieus souvent. Que moult est ly 
lions folz et nichez ensement Qui puelt avoir le bien et ain- 
chois le mal prent, HCap. 142; Mult (fet) est fol ke put es- 
lire a ascient se prent al pis, Débat in Romania XIII 513, 
wozu PMeyer eine weitere Parallelstelle beibringt; Cil qui 
bien voit et le mal prent, C'est a bon droit c'il s'en repent, 
geistliche Dichtung in Bull. d. 1. Soc. d. A. T. 1886, 54; Ici bien 
voit et mal prent a bon dreit s'en repent, in lateinischer 
Predigt bei Hauréau II 283; qui le bien voit et le mal prent, 
il se déchoit a escient, desgleichen; qui le bien voit et le 
mal prent, a bon droit puis s'en repent, Lat. Landry 82; 
vgl. Si bona cuncta vides et détériora tibi des, Tristis Ti- 
resias dempto tibi lumine fias, Prov. rust. 49. 

I693 contre wie nfz. vers. 

^ juper kann ebensowohl von voreiligem Triumphgeschrei (wie 
178) wie von ängstlichem Notruf verstanden werden; zu Gunsten 
letzterer Auffassung spricht die Variante loing est de Rome, 
qui est a Pavie lassé (13. Jahrb.), Leroux I 198. 

I7O2 Darf man für pourrir den Sinn ,verhätscheln* annehmen? 
Mistral kennt pourri un enfant = gâter un enfant; pourri 
de la fourtuno = favori de la fortune. 
. sire gegen die Handschriften mit Rücksicht auf 176, 4. Da- 
zu sei bemerkt,, dal) estre sire außer ,Herr sein* auch ,herr- 
lich, in Freuden leben' heißt: Et mes sire Yvains est plus 
sire Qu'an ne porroit conter ne dire, Ch. lyon 2051; Mes 
or eut mes sire Yvains sire, eb. 2164; qui porroit estre si 
sire Qu'il eust quanques cuers désire, Çou qu'onques n'ot 
ne cuens ne rois. N'est çou riens a vérité dire, VdlMort 
114, i; weitere Belege in Zupitzas Archiv 85, 35^j, wo auch 
entsprechende Bedeutung von f7rr???r f'cr.oigt is». 
I oblcr, Li proverbe au vilain. i , 



I62 

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I7O7 Nichtinchoative Formen von nourrir sind von GParis , Ro- 
mania X 42, Risop, Studien z. Gesch. d. franz. Konjug. auf 
-ir S. 116 nachgewiesen; hier ist noure des Reimes wegen 
vorgezogen, mal norrisi qui n'asavoure (13. Jahrh.), Leroux 
II 258. Anders ki ne norit, n'asavore, Zacher 19 und aber- 
mals anders qui nourrist, si assaveure, in lateinischer Predigt 
bei Hauréau II 155. 

171 3 Subjekt ist natürlich der Weise. 

- Wenn das Sprichwort zur Strophe passen soll, so muß man 
bei dem, was nicht verloren gehn kann, hier an guten Namen, 
Ansehn denken. Ganz anders, wenn, wie in der Cambridg. 
Samml. Leroux II 386 der Hauptsatz lautet a sëur dort, wo- 
zu man Prov. rust. 39 halten mag, oder li bons povres, a 
cui on ne puet riens tolir ne embler, est mout plus assëur 
Jce li riches, JTuim 132, i. 

172 Das Sprichwort, das 224 wiederkehrt, scheint auf alle Fälle 
angewandt zu werden, wo aus nicht erst neu zu beschaffen- 
dem Stoffe etwas Neues hergestellt wird, wie wenn man aus 
dem Schöße eines alt gewordenen Sonntagsgewandes einen 
neuen Ärmel macht, de la terre on fait le fossé (15. Jahrh.), 
Leroux I 58. 

17 S.2 puissance (Hs. p'ssance) scheint mir nicht annehmbar; pri- 
vance ,Vertrautheit, Freundschaft' besser als acointance, die 
doch ein hon de conoissance nicht erst gewinnen kann. 
4 Subjekt ist der Nachbar, tenir wie sonst tenir près, prochain. 
7 Vherhe qu'on cognoit, on la doit bien lier à son doigt 
(16. Jahrh.), Leroux I 50, wo auch ein Beispiel der Anwen- 
dung des Spruches aus den Contes d'Eutrapel angeführt ist; 
Verbe que Ten conoit doit Ten Vier a sun oil. Zacher 165. 

174i i)e Voiseler sanlle estre cortois, Og. Dan. m 53. 

7 meuz vaut mester qe espervier (Cambridg. Samml.), Leroux 
II 391- 

175 Wenn ich tausend Mark in Rom aufwenden kann, so ist mir 
eine Kirche (Pfründe) sicherer, als wenn ich sie bereits inne- 
gehabt hätte, und es wäre anerkannt, daß sie zu Unrecht mir 
weggenommen wäre. 
T que veut le roy ce veult la loy (15. Jahrh.), Leroux II 74; 
ou vet le roi, si vet la loi, Zacher 104; Ço Jce reis vont, est 



leis, ço dïent li asquant (summa lex régis voluntas), SThom. 
1629; Mais on a conté maintes fois: U viout li rois, la va 
li lois, Mousk. 27052; Dicitur vulgariter: ut rex vult, lex 
vaditj Carmen de bello Lewensi 871; s. EVoigt zu Fee. rat. 
I 243. 
1765 ,er säubert ihm die Hand', d. h. er leert sie, läßt nichts drin. 
So ist monder auch im Sinne von ,wegräumen, entfernen* von 
Rutebeuf gebraucht: Valmondois est de valor monde, Bien 
en est la valor mondée, I 87; das Adjektiv monde heißt 
öfter , entblößt' : il remest (nach Abtretung seiner Güter) ausi 
monde Com la verge qui est pelée, Barb. u. M. IV 478, 182; 
de tot bien sunt monde, Joufr. 582. 
7 Quar d'un proverbe me sovient Que Ven dit: tout pert, qui 
tout tient, Ruteb. I 202. Weit häufiger trifft man, was hier 
A giebt, qui tout couvoite, t. p., worüber zu 222 das Nötige 
gesagt ist. 

111 ^ fos est qui prodome atret Antor lui, s'enor ne li fet, Ch. 
lyon 3883. Subjekt zu veut aidier in Z. 6 ist der Reiche. 
, Schon 52 vorgekommen und mit dem Spruch von 182 ziem- 
lich gleichbedeutend, ne set le saul coment est au mue (1. jeun), 
Cambridg. Samml. Leroux II 392; vgl. Prov. rust. 5; Floril. 
Gotting. 93; zu Fee. rat. I 129. 

1787 beuf lassé va souef (15. Jahrb.), Leroux I 94; vgl. A tant est 
venuz Jouglez lors, Qui set moût bien com las bues marge 
(== marche), GDole 1636, wo nichts verderbt ist. . 

\1^^ de si haut si bas (13. Jahrb.), Leroux II 213; de tant aut 
tant bais, Robert 26; si halt si bas, Meyer S. 178; zahlreiche 
Belege habe ich Verm. Beitr. I 217 Anm. gesammelt, hier 
sei hinzugefügt Voir ce dist cil, ne menti pas. Qui dist ke 
de si haut ci bas (so zu lesen), Flor. u. Lir. 1282; Voirement 
de si haut si bas, Desoremès le puis bien dire, GDole 3766; 
Or puis jou dire: diex, de si haut si bas, Ansëis 746. S. 
auch hier Str. 219 und vgl. zu Str. 21. 

18()7 a petite fontaine boit on a son aise (13. Jahrh.), Leroux I 
48; Li vilains dist, et si a droit, Que li hom plus a aise 
boit A la petite fontenicle Souventes fois, quant ele est biele, 
Qu a une grande ne feroit, Perc. 26560. 

11* 



i64 

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181^ inençonge ist in der alten Sprache kaum als Masculinum er- 
weislich, auch Que ja por vos avoirs en soit (so die Hand- 
schrift) mençoinge dit, Aiol 5103 kann neben dem sonst gleich- 
lautenden Verse 5133 der nächsten Laisse, wo dite steht, männ- 
liches Geschlecht nicht beweisen; so ist hier tout auf das 
Subjekt qui zu beziehen, obgleich toute mit dem prädikativen 
Substantiv verbunden auch durchaus der Übung entsprechen 
würde. — Oder soll man schreiben Puis ert toute mençonge? 
7 belle promesse fol lie (oder lié), 16. Jahrh., Leroux n 179 ; 
de bei promes est li fol en joy (Cambridg. Samml.), eb. II 
388; de bele promesse se fet fol lié, Zacher 246; aus Anlaß 
von Bele parole fait fol lié, Lyon. Ys. 551, sind in Zts. f. 
rom. Phil. VI 421 Parallelstellen beigebracht, zu denen ich 
hier noch füge Nenteins un fol qui va en lesse Se fet lié 
de hele pramesse, Clef d'am. 732. Mit geringer Abweichung 
promettre sans donner ese (?) a fol contenter, Leroux II 285; 
promisse saunz doner est au fol confort (Cambridg. Samml.), 
eb. 393; bel promettre e nient doner fait fol conforter, 
Meyer S. 172; Et pour cela dit on: promettre sanz donner 
Ne vaut rien, se ce n'est a fol reconforter, Jub. NRec. I 4; 
Qui sanz donner a fol promet. De noyent en joie le met. 
Mir. ND XXVII 681; s. EVoigt zu Fee. rat. I 592. 

182, riches ne set que les povres sont (?) , Leroux II 315 ; s. zu 
Fee. rat. I 129 und hier zu 177. 

183, Vgl. ce que saint Martin ne manjue, se manjue sis ânes 
(13. Jahrh.), Leroux I 32; auch bei Rolland, Faune popul. de 
la France IV 241; ebenda Saint Martin fait toujours du 
foin pour son âne. In den Legenden vom heiligen Martin 
finde ich nichts , w^as zur Deutung des Sprichworts dienen 
könnte, wie denn zwischen dem Heiligen und dem Esel mir 
keine Beziehung bekannt ist, außer daß dieser jenes Namen 
trägt. Soll der Spruch besagen: was der Martinstag (die 
Novemberfröste) Freßbares auf der Wiese übrig läßt, schmeckt 
immer noch dem Esel? Aber warum heißt es ,sein Esel', 
und wie erklärt sich die Variante ,Pilger'.^ 

184^ en demandant on va à Rome oder quand (doch wohl qui) 
langue a, à Borne va (16. Jahrh.), Leroux I 198; qui lange 
a, a Rome vet, Zacher 72; vgl. Prov. rust. 44. 



165 



185, bl'ais, das ich bei Godefroy nicht linde , obwohl unter bres 
darauf verwiesen wird, ist .Malz*, s. du Cange-Henschel unter 
brace und brassagium; ferner De cèle lioure (nämlich nach 
dem Keimen der Gerste) appelleras Bres (Glosse: malt), he 
blee avant nomeras, Walt. Bibl. 158; Toraille a brais sechier, 
Mont. Fabl, II 154. 

I865 ,er giebt dem Jüngeren Anteil am Schlechtesten*, während er 
das "Wertvollere für sich allein behält. ,auf das schlechteste* 
würde au noauz heißen. Die Konstruktion von partir (hier 
inchoativ, s. Risop a.a.O. iii) ist dieselbe, wie in deus me 
confonde, Se ja de ma terre li part Chastel ne vile ne essart, 
Ch. lyon 4793; L'uns part a Vautre lïement sans dangier 
Ce d'armëure dont le puet aaisier, Enf. Og. 1048. 
7 qui ainz nest, ainz pest, Zacher 174 (Qui prius est natus, 
prius est in gr aminé pastus). 

187 Wer seine Schuldigkeit thut, der soll bei seinem Freunde, 
wo dieser sich auch befinden möge, allezeit Beifall (und zwar 
auch laut geäußerten) finden. Wenn jener richtig zu handeln 
nicht vermag (also: wenn er nicht thut, was er soll, oder 
nach Fa: wenn er ihm nicht recht gefallen kann), so soll er 
(der Freund) das Gute doch von ihm sagen, das Schlimme 
verschweigen. Kurz : man ist seinen Freunden schuldig immer 
nur günstig über sie zu sprechen. — So wird der Spruch 
,ein gutes Wort findet eine gute Statt* freilich sonst nicht 
verstanden, sondern eher: freundliche Rede wird freundlich 
aufgenommen. 
7 bonne parole bon leu tient (13. Jahrh.), Leroux II 185; bone 
parole tient bon lieu (Cambridg. Samml.), eb. 387; Zacher 
184; JBone parole bon liu a, Barb. u. M. I 342, 2204 (wer 
die h. Jungfrau zur Fürsprecherin hat, braucht nicht bange 
zu sein); Bele parole boin lieu tient; Celé puet mieus tenir 
boin lieu Qui est dite au message dieu (dem Bettler), Que 
nus autres dis ne porroit Cascuns (1. C aucuns) alleurs dire 
vau/rroit, JJourn. 2828; Bone parrole boen leu tient, SAlex. 
R I (heilsame Lehre erwirbt Gottes Lohn); eb. 13. 

188, qui aime autruy plus que soy, au molin se meurt de soif 
(16. Jahrh.), Leroux II 290; qi plus ayme autre de soy, au 
mohjn fu mort de styf (Cambridg. Samml.), eb. 394; 7m plus 



i66 
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aime autre ke soi, au molin muH de sei, Zacher 25 ; qui 
mieuz aime autri que sei, au molin fu mort de sei mit 
witziger Anwendung: videtur enim quod quis alium plus 
quam se amat, qui alios admonitionibus et correctionihus 
pascit et se ipsum non emendat, in lateinischer Predigt bei 
Hauréau II 281; vgl. Floril. Gotting. 58. 
1892 volage ist hier , leichtsinnig* überhaupt, nicht »flatterhaft*. 

3 déduit estrange ,Kurzweil durch andre'. 

7 ,auch schönes Gesanges wird man überdrüssig', de hen chanter 
se ennoye Vom (Cambridg. Samml.), Leroux II 388; hiau 
chant ennuie. Zacher 29; Por ce le dient mainte gent: Biaus 
chanters anuie sovent, RBlois in Barb. u. M. n 198, 454; 
Bien voi que hiau chanter anuie, Ren. 5466 (M XVI 612); 
Que heaus chancier (1. chanters) a la féie Enuie bien, Joufr. 
3389; L'en dit que hiau chanter anuie, Ruteb. II 158; dire 
ai öi Plusors fois Jce biaus chanters (fehlt eine Silbe) Anue, 
Fl. u. Lir. 12 19; L'em s'ennuie de bon chaunter, Rob. de 
Gretham in Romania XV 300, 112, • in breiter Umschreibung: 
Parler, chanter sans leu, sans tens Est a plusors anuis 
moût grans. Ja n'iert si vaillans ne si prous. Ne soit tenus 
por anious. Qui ne set mesure garder Et de chanter et de 
parler, RBlois Bd. I S. IV; Et dist Ven: beau chanter ennuyé. 
Lied gegen .Hugue Aubriot in Leroux, Rec. de chants hist. 

I 266; vgl. Prov. rust. 47 und ogni bel cantare Sempre rin- 
cresce, quando troppo dura, Orl. innam. 33, 86. S. hier 
S. 226. 

l^O^avoir regart heißt, wie die andern »Besorgnis haben' bedeu- 
tenden Ausdrücke (s. Zts. f. rom. Phil. X 163) auch ,Grund 
zu Besorgnis haben, zu fürchten haben'; gleiches gilt von 
criembre. 
7 d'un larron privé ne se peut on garder (16. Jahrh.), Leroux 

II 123; Mais on dist: de privé larron Se puet nus a paines 
garder, Ren, Nouv. 1840; dire vos voil Que Ven se gart de 
petit cil Et de larron qui est prové (1. privé, wie ich schon 
Götting. Gel. Anz. 1877, 1613 vorgeschlagen habe, wo deträison 
ne se puet nus garder mehrfach nachgewiesen ist); Li privés 
lerre est li plus maus, Joh. Bouch. 195; C'on dist pieça: 
plus nuist privez Qu' estranges , bei PMeyer, Not. s. deux 



167 
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anc, mscr. frç. in Not. et Extr. XXXIII l, 39 Z. 106; Et 
nule chose ne vaut pis Que fait li privés anemis, FI. u. Lir. 
1284; Grans péris est de privé träitour, Lai Rose 119. 

191 3 reclamé ,in Ruf stehend' (schon viel früher als bei Palsgrave 
nachzuweisen) : Cil qui des chevaliers fu sire Et qui sor toz 
fu réclamez, Ch. lyon 2401 Var.; de la mer dusTces a Sens 
N'eut nul escuier miex amé Ne de honte plus reclamé, Jeh. 
et Bl. 2162; so auch das Verbum ,rühmen': L'ami set el (die 
treulose Gattin) bien reclamer Et do mari sovent clamer (sich 
beklagen), LMan. 1063 ; N'onqes mais röine n'ama Son signor 
tant, ne reclama, Mousk. 27148. 
7 bien a sa cort close, qui si voisin aiment (13. Jahrh.), Leroux 
II 180. 

1927 on crie toujours le loup plus grand qu'il n'est (15. Jahrh.), 
Leroux I 117; Ne par est pas, je n'en dout mie, Li leus si 
grant comme on le crie, GCoins. 627, 447 ; N'est pas si grans 
com on le crie Li leus, Beaud. 169; s. auch hier Str. 257. 

1984 Weder von enorgoillir noch von enorgoillier (das schon 
Godefroy belegt, übrigens mit Mißdeutung der Stelle aus 
Aiol, die Foerster richtig erklärt hatte) kann enorgueille ein 
richtiger Konjunktiv sein; man wird darin einen Indikativ zu 
sehn haben, der auch in dem von voloir abhängigen Satze 
denkbar ist, wenn man versteht: ich glaube nicht, daß die 
(thatsächliche I Überhebung des Armen Gottes Willen ent- 
spreche, Gott wohl gefalle. 

^ ,blicke aus , fasse Ziele ins Auge* oder ,urteile* 1 über das, 
was ihm zustehn magi. Die Lesart von FßH. ist freilich 
leichter verständlich. 

7 Leroux I 104; qi ne ad cheval ayle au pic Cambridg. Samml.», 
eb. II 394; s. E Voigt zu Fee. rat. I 599. 

194, bouler scheint hier ,verschwenden, verschleudern* zu bedeuten, 
in welchem Sinne ich es sonst nicht kenne. Hätte Gröber 
Substr. unter hurra mit der Vermutung recht, daß afz. hole 
,Trug' für borle stehe, dann könnte das bouler unserer Stelle 
mit dem bekannten oder vielmehr noch wenig bekannten 
hiirlare bei Dante Inf. VII 30 eins sein. 



i68 
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1 94g cw/Zer vom Hunger, vgl. Lors eut tel fain, a poi Mil n'est 
enflés, Alise. 107; de faim neirs et enflez, Troie 26644; Car 
pitié ont de ceus que il voient enfler, Ch. Ant. I 246. 
j ou vente ou pleut, si vet qui esiuet, Leroux II 277; quant 
il plus plut, erre qui estut. Zacher 140 (Quando pluit mire, 
non cessât quem decet ire). Das Sprichwort paßt nur zur 
zweiten Hälfte der Strophe. 

195i mesprison heißt auch , Mißgeschick , erfahrene Unbill' : Li 
autre ont assés lais et hontes, MaV aventure et mesproismi, 
Ille 1567; prendés conroi Que je conte par tel raison Que 
jou nH aie mesproison, Bari. u. Jos. 75, 3; Quant ot fian- 
chie prison. Sa gent voient le mesprison, Rieh. 3660. 
7 eschaudez eaue creint, Zacher 61; L'en dit qu'eschaudez eve 
crient, Ren. 15594 (M IX 280); C'on dit: eschaudez eve 
crient, Jub. NRec. II 146; Qu' eschaudez doit iaue douter. 
Rose 1794; manchmal mit dem Zusatz chaude: Eschaudez est, 
chaude yaue crient, GCoins. 547, 220; Eschaudez d'eaue 
chaude crient. Poire 525; Bachaudez il. Q'ach. = Q'esch.) 
iaue chaude crient, Beaud. 1183 (s. Zupitzas Archiv 88, 375 j; 
diese Form auch (13. Jahrh.) Leroux I 42; auf die Katze an- 
gewandt chat eschaudez iaue creint (13. Jahrh. , Leroux I 99; 
chaz eschaudez chaude eaue crient, Köhler, Ehstl. Klosterl. 23. 

196i nonper »ungleich*, indem einer hat, was dem andern abgeht. 
Doch kenne ich das Wort sonst nur in den Bedeutungen 
jUngerade' und ,unvergleichlich*. 
7 pour donner et pour prendre sont mère et fille bien ensemble 
(15. Jahrh.), Leroux II 284; donanz e pernanz fet mères et 
filles amies. Zacher 41 ; Par prendre et donner, ce me semble, 
Sont mère et fille bien ensemble. Clef d'am. 747; Versa vice 
dando sunt filia [et] mater amicae, bei Hauréau IV 180; 
Fec. rat. I 352; Prov. rust. 26. 

197i Über die Konjugation von grondir, grondre s. Risop a. a. O. 
14 und 109. 
g Von der Verwendung von mais mit Konjunktiv im Sinne von 
,wofern nur' handeln Foerster zu Aiol 3530, Dubislav, Über 
Satzbeiordnung für Satzunterordnung, Halle 1888 S. 30. 
7 toutes paroles se laissent dire, et tout pain mengier (13. Jahrh.), 
Leroux II ^28. 



169 

1983 Der Zusammenhang zwischen den empfangenen Schlägen und 
dem Scheren ist nicht recht klar; die Verbindung tonduz 
come foiis ist sehr gewöhnlich, und bekannt die Stelle Me- 
raugis 211, wo das geschorene Haar als Kennzeichen des 
Narren erscheint. 
7 miex vaut hons taisirs que mauvais parler s (13. Jahrh.), 
Leroux II 262; meuz avent taire qe folie dire (Cambridg. 
Samml.), eb. 391; Mius^vient a Voume taire que parler estotie, 
RAlix. 432, 9; Et mieus volt bon taisir que ne fait fol parler, 
Destr. de Rome 154. 

Idd^ mui(e) de froment a denier, gai(e) qui ne Va, Zacher 54; 
beuf a denier, dolent celui qui ne Va, Leroux I 94. 

2OO7 a tel marché tel vente, Meyer S. 172; a tel marchié tel vente 
(13. Jahrh.), Leroux II 166; C'est costume de Grèce (vielleicht 
guerre wie 84, 5 Variante): a tel marcié tel vente, RAlix. 85, 
35; Bien sai que je morrai, puis qu'a diu atalente; Aussi 
fera chascuns; a teil marchiet teil vente, RAlix. Romania 
XI 240, 390; eb. 224, 123; de tel merchié tel vente, Gir. 
Ross. 163; de t. m. t. paye, eb. 89; de tel marchié tel vente, 
Ruteb. I 303; a teil merchiet teil vante, Bern. LHs. 170, 3. 
Vgl. Ensinc tout jour Varme tormante <der Teufel); De tel 
merchié U rant tel vante, Lyon. Ys. 944; De mal marchié 
maie vençon, LMan. 55; de tel vente tel marchié, Barb. u. 
M. IV 186, 168. Eigentlich wohl: ,je nach den Verkaufsver- 
hältnissen gestaltet sich der Preis*; dann ,wie die Ursache, 
so die Wirkung; wie die Umstände, so das Ergebnis'. 

201ß Über ptroupt s. meine Bemerkungen in Zupitzas Archiv Bd. 
86 S. 442 Anm. und Bd. 87 S. 277. 

202, entre deux selles chiet on (chiet dos) a terre (J3. Jahrh. 1, 
Leroux II 130; entre deus seles chet dos a terre (Cambridg. 
Samml.'i, eb. 389; Qui sv/r deus selles veut seoir, A terre se 
peut (bien) tost veoir, I Ys. II 50; vgl. Fee. rat. I 175 und 
KVoigt dazu, selles sind , Stühle*. 

203, MuH a huer le ver gant, ki sun ami chastie, Rou II 1341. 
2048 «ot aßancier hier ,sein Wort geben'. 

., ne Vi aient , verlaß dich nicht darauf*, vgl. a dien m'en 
aient, Gaufr. 9 ; Tote la moitié U don/ra, .... Sëuremcnt s't 






puet atendre, Dolop. 127; Car se garir vos an doit nus, 
A moi vos an pöez atandre, Clig. 3021; hier Str. 245. 

204, qui foi ne tient, seirement ne garde 113. Jahrh.), Leroux II 299. 

2063 ew S^S flours .obenauf, in Herrlichkeit und Freuden, auf der 
Höhe seines Lebensganges'; vgl. En la flur de sun meülur 
pris, MFce G 69. 

2O63 Die Zeile ist neben der ersten herzlich schwach. 
4 Vielleicht détour statt de tout z;u schreiben. 
7 Mais joute (?) respandue n'est toute recuelie, BSeb. XIII 333. 

2075, die Sache, eine solche Sache'. 

7 ohne den scherzhaften Anhang: De tout et ptar tout est me- 
sure (13. Jahrh.), Leroux II 213. 

2O87 Ainz si houllans euwe ne fu. Se longement iert loing del fu, 
K'elle ne redevenist froide; Car si caude n'est, ne re froide, 
Oit dire Vavés pieça, BCond. 332, 1883; Car n'est si chaut 
qui ne refroit. Roi de Cambrai in Œuvr. de Ruteb. I 447. 

209i entrepris ,ratlos, ohnmächtig, bedrängt*. 

7 la ou chat n'est souris i révèle (13. Jahrh.), Leroux I 100; 
la ou n'i ad chat, surriz se révèle (Cambridg. Samml.), eb. 
390; la ou n'a chat, sorit se révèlent. Zacher 213; hinqui 
ou chat n'est, suris i balont, Robert 60; La ou chat n'a, 
souris révèle. Roi de Cambrai in Œuvr. de Ruteb. I 445: 
Lor il n'a cat, soris revielle. Rieh. 3630; vgl. Prov. rust. 14, 
Fec. rat. I 35. 

210i_4 ,Wenn ein gemeiner Mann reich ist und wenn sein Herr 
weniger hat (als der Untergebene) und auf Gewinn erpicht 
ist, dann sucht er (der Herr) fortwährend Händel mit ihm'. 

7 S. ZU 5I7. 

211j jWenn ein armer Teufel über einen noch ärmeren Teufel Ge- 
walt gewinnt*. 
7 Riis vile est, credo, cui gens asinaria praedo, Prov. rust. 12, 
wozu EVoigt (wohl nicht mit Recht) auf Ecclesiastes X 16 
verweist: vae tibi terra cujus rex puer est. 
212.2 Die Lesart von A würde besagen ,das irgend wer mir verschafft'. 
3 ,ich habe sie zum ersten Mal, ich fange an sie zu besitzen'. 
7 de nouvel tout m'est hei (13. Jahrh.), Leroux II 212; du novel 
semble bel, et de veuz entre peez (Cambridg. Samml.), eb. 388: 
de novel tot est bei, de vieut entre piez. Zacher 256. 






213j Daß hait, namentlich in älterer Zeit, auch ,disposition, humeur, 
caractère' heiße, wie Godefroy angiebt, ist für mich nicht 
völlig sicher. Es bedeutet sicher ,Lustgefühl, Wohlbefinden*, 
hier vielleicht mit geringer Modifikation ,Kraftgefühl, Selbst- 
bewußtsein'. 
5 Der Sinn des Verses ist mir unklar, wie er zu lesen sei, un- 
gewiß. Hat man das sonst allerdings durchweg von male 
begleitete voe (aus vota) vor sich, mit dem sich GParis in 
Romania 11 loo, X 41, XVIII 154 beschäftigt hat, und heißt 
parjurer sa voe »leichtsinnig sein Geschick verschwören* d. h. 
allerlei Unheil auf sich herabbeschwören für den Fall, daß 
man etwas nicht ausführe, wie übermütig Drohende wohl 
thun? Mit s'avoe weiß ich nichts anzufangen. 
- manaces ne sunt launces (Cambridg. Samml.), Leroux II 391; 
der Gedanke, daß Drohungen nicht ohne weiteres tödlich 
seien, wie ihn der Spruch von D ausspricht, begegnet öfter: 
manechié vivent, Eust. Moine 247, 2096; Manechié vivent, ce 
dist on, Jeh. et Bl. 3407; Mais je sai bien que manechiés 
Vit plus que mors ne fait d'axés, RViol. 214; assez Va des 
maneciez au marchié, Claris 24730; de maneches vit on 
moult longement, BSeb. XXII 341. 

214, Ne puet garder milîor cha(s)tel Qui son cors garde, ne plus 
bel, FI. u. Lir. II 69; vgl. Car qui garde son cors, mie ne 
se fourvoie, HCap. 208; Bonne garde vaut trop d'avoir, 
Claris 14728. 

215 Vgl. den Anfang von Str. 205; die Flexionsfehler in der 
zweiten Strophenhälfte verraten spätere Entstehung. Das 
Sprichwort soll wohl sagen: ,wie ich dich sehe, so vermute 
ich dich* d. h. aus der Lage, in der ich dich vorfinde, schließe 
ich auf deinen Wert; vgl. 57. 

216, ,wer mit großer Zuversicht zu einer Thorheit zurückkehrt, die 
ein erstes Mal straflos geblieben ist*. 
7 tant va le pot au puis que il quasse (13. Jahrh.), Leroux I 
44; tant va le pot a Vetve q'il brise (Cambridg. Samml.), eb. 
II 395 ; tant vet le pot a Veve que il pece, Zacher 135 ; Tant 
[va] li poz au 'puis qu'il brise, GCoins. 462, 31; Tant vat 
li poz a Viaue qu'aucune fois il brise, Gir. Ross. 209; 
Tant va pot a Veve que brise, Ken. 13650 (M VI 88); Tant 



172 

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vet le pot a Viaue qu'i brise, I Ys. II 468; La Jeanne est 
tant portée que depuis est hrisie, BSeb. IV 426; Tant va li 
kanne a Viauwe qu'il le convient brisier, eb. VIII 116, XXIII 
14; . . qu'en le fin est brisans, eb. X 332; . . qu'i le convient 
fröer, XXIV 897; tant va li poz a Viaue qu'il brise, in la- 
teinischer Predigt bei Hauréau IV 161 ; tant va la cruche a 
Veaue que le cul y demeure, Lat. Landry S. 130. S. auch 231. 

2175 toit ist nicht bloß , Stall', sondern auch menschliche ,Wohnung' : 
Mors! Jacobins et Cor délois Va preecier dedens lor tois 
Qu'il est tos jors tans de bien faire, VdlMort 42, 2. 
7 Bei Zacher 67 nur in Übersetzung : Vulva trahit corda plus 
quam fortissima corda, vgl. Mais li eus plus que corde tire, 
Barb. u. M, IV 204, 230; Ahi, plus tire eus que corde, 
GDole 5286. S. auch 221. 

2I87 a tart est main a cul, quant le pet en est hors, Zacher 132. 
S. auch 232, 261. 

219, S. auch 179. 

22O2 *^o/s heißt wie moissart (das Godefroy irrig für eine Neben- 
form des ungefähr gleichbedeutenden musart hält) ,dumm, 
einfältig', vgl. L'engin de ferne (so die Hds.) tant connois: 
Qui trop les aime, si est mois, Amad. 5910. 
7 Court baston haste grande ânesse citiert Leroux I 89 aus 
Baïf. 

22I4 Vielleicht Que ele veut; denn die Form el für ele scheint 
dem Gedichte fremd. 
^anel (der Hds. ¥ß) in gleichem Sinne Ren. Bd. V S. 180; 
Mont. Fabl. II 24, II 138; Ren. 1245 (M III 491); hier Str. 
227, 6 Var. 
7 Das Sprichwort, das ähnlichen Sinn hat mit dem von Str. 217 
und darum in D mit diesem vertauscht erscheint, begegnet 
noch in der Veuve von Gautier le Long Tr. Belg. I 241, 486; 
dort liest man Pitiet de cul trait leus (1. lens) de chief, was 
Scheler nicht hat deuten können, lent (diese Form auch 
Ren. Nouv. 1977) oder lente (in dieser Form noch neufran- 
zösisch) ist ,Nisse*, traire lentes de chief soll eine besonders 
mühsame, nur dem beharrlichsten Willen gelingende Arbeit 
bedeuten, lendem gab zunächst lent, dem um des weiblichen 
Geschlechtes willen das e angefügt wurde. 



173 

222-2 estrous: phisoiirs der einzige ungenaue Reim dieser Art in 
dem Gedichte. 

- Vgl. 176. qi tut coveyt, tut perde (Cambridg. Samml.), Leroux 
II 395; 3'*** *o?if convoite, tout pert (13. und 15. Jahrb.), eb. 
311 ; qui tot covoite, tot pert, Zacher 69 ; Cil qui tot covoite, 
tot pert, Ren. 1186 (M III 432); Voir dist li livres et savoir: 
Qui tot covoite, trestot pert, Ce fos je hien dire en apert; 
Tiex cuide avoir tot a sa part Qui del tot s'en desoivre et 
part; Moult est honis qui tot covoite, Qar son gaain pert 
et le jeté, eb. 1439 1 (M VI 681); Bien doit avoir mal quil 
désert. Et qui tot covoite, tot pert, Barb. u. M. II 130, 86; 
Chast. XVII 157; Li proverbes dit en apert: Cil qui tot con- 
voite, tot pert, Oisel. 410; Mont. Fabl. V 36; Qui tot coveite, 
trestot pert, eb. VI 41; Ki plus coveite que sun dreit. Par 
li mëismes se deceit; Kar ce Ivil a, pert il suvent JE de V autrui 
n'a il (1. n'a son) talent, MFce II 79; Tout pei't cil qui 
V autrui convoite, I Ys. II 50; Ki plus couvoite k'il ne doit. 
Sa couvoitisse le déçoit, Mousk. 27055; on dit en proverbe: 
qui tout couvoite, tout pert, Men. Reims 466; et toz jors 
dit on: qui tout covoite, tout pert, Pb. Nov. QT 136. Da- 
mit kann man zusammenfassen: Qui tout viut, et tout part 
(Var. trestot pert), des auquans le dist on, RAlix. 17, 9; 
gloz veut tot et pert tot. Zacher 70; glout a tout ou il pert 
tout, Leroux II 142. Noch weiter liegt ab: on le dit piec'a 
C'on convoite tel chose dont il sourt grant hontage, Dit 
Rob. D 1005. 
223^ vgl. 196, 7. 

7 S. zu 39. 
2248 ^^^ unverständlich. Ist pas a escalier = nfz. patin d'e., die 
Trcppensohle, auf der die Treppe lastet? 

^ ,er fährt über seines Lehnsmanns Grundstücke* (?). 

.^cnmar'ier sonst nicht belegt; Godefroy kennt amar'ler. 

7 S. zu 172. 
225, andouille hier gebraucht wie Barb. u. M. IV 258, 91; Ren. 
12425 (M I b 2663). 

3 S. Str. 6. 

7 qui hon morsel met en sa bouche, bonne nouvele ou euer îi 
toudie (IV f.» ri.^ I f.r..i.v TT -»Ol: qui bon m. m. e. s. boche, 



174 
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hone novele envoie a son euer, in lateinischer Predigt bei 
Hauréau II 95. 

226i bourdon .Spaßmacher*, wie bourdeour; beide heißen freilich 
auch , Lügner*. 
, S. zu Str. 189. 

2275 Vgl. ce fu moult grant folage Quant dant Renart .... Vos 
(Hersent) entra onques es arçons, Ren. 9754 (M I 102); con- 
munaus est as garçons; Trestuit li entrent es arçons, eb. 
12858 (M Ib 3086). 
7 Der Spruch, der mir sonst nicht vorgekommen ist, kann 
heißen: ,über einen Widerwärtigen trägt ein keineswegs Schoner 
den Sieg davon', d. h. es bedarf nicht großer Schönheit, um 
einen Unangenehmen auszustechen, oder: ,ein "Widerwärtiger 
siegt^ keineswegs ein Schöner*. Beides könnte der Geschichte 
von Joconde als Moral angehängt werden. 

228 Im Sprichwort werden petiz und granz nicht persönlich zu 
nehmen sein, sondern sächlich wie chauz in Str. 208. 

229i gent de mestiers scheint die Leute von ,gelehrten Berufsarten* 
zu bezeichnen; s. eil de mestier sont mout grant genz; car 
cil qui ont les soverains mestiers, ce sont prestres et der s, 
qui ont la cure des âmes; et ont grant seignorie aus fait 
(1. faiz) dou siècle avocaz et mires et les genz de touz autres 
mestiers ausis, Phil. Nov. QT 213 (Hds. B); cels qui ont bon 
euer et franc, puet Van avoir et doit por bien, ce est par 
biau requerre et proier cortoisement . . ; et toz cels de mestier 
covient avoir par loier, eb. 215. 
^tout ce qui reluyt n'est pas or (15. Jahrh.), Leroux I 54; 
n'est pas or quantqe reluist (Cambridg. Samml.), eb. II 392; 
N'est pas tout or quanqu'on voit luire, Ruteb. I 79; N'est 
pas tout or quanqu'il reluit, eb. I 92; I 206, 317; II 177; 
Un proverbe dist et raconte Que tout n'est pas or c'om voist 
luire, eb. I 261; Car n'est mie tout or qui luist, Roi de 
Cambrai in Œuvr. de Ruteb. I 446; N'est pas tot or ice qui 
luist, Ren. 27949 (M VII 159); Mais de plusiours est li re- 
. cors Que ce n'est mie trestous ors Quanqu'i luist, Ren. 
Nouv. 1690; Qant Tce reluist n'est pas fins ors, FI. u. Lir. 
41; vgl. EVoigt zu Fee. rat. I 121. 

230i prent ,zum Weibe nimmt*. 



175 
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23O3 doit estre ,ist mit Recht', ,es geschieht ihm recht, wenn er ist'. 
231 1 a gabelet ,im Scherz, zum Spaß' (wie a gabelès, Cour. Ren. 
loi, und a gas sehr oft) bildet den Gegensatz zu a certes 
,im Ernst'. 
, S. zu 216. 

232i lerres der (abgesehn von autres und povres 38. 273? 64? und 
71? 138) einzige Fall, wo das analogische s des Nominativs 
gesichert ist. 
- Der Spruch von Fß^ ist schon 218 begegnet und kommt 261 
zum dritten Male vor. — Vgl. Conseil arrière valt petit, 
Rou III 7926; après le fait ne vaut souhait, Leroux II 174. 

2334 ^i^ erste Person des Präs. Ind. mit e gebildet ist dem ältesten 
Bestände des Gedichtes fremd. 
(5 Auch dies ist ein Sprichwort. Vgl. Uns cols en aigue pert 
moult pau, CPoit. 5; Cor n'i pert ne que cops en eve, 
Ruteb. I 322. 

234^ Der Spruch soll wohl sagen: ,wer sich gut, angemessen, 
schicklich ausdrückt, verletzt damit nicht, zieht sich kein 
Übelwollen damit zu'. 

2302 Schreibe Ne doit ja tr. 

-Der Flexionsfehler wäre beseitigt, wenn man schriebe Venir 
Ten pueent plait. 
, Das mir nicht bekannte Sprichwort paßt wenig zu der Strophe; 
eher fügt es sich dazu, wenn man en tilgt. ,Eine schlecht 
eingesalzene Speckseite ist ein Verderb für die ganze Fleisch- 
kammer'. 

2367 Der Wortlaut des Str. 266 wiederkehrenden Sprichworts ist 
nicht recht sicher. Hier giebt die Hds. perere, dort prière, 
perriere .Steinbruch' ist zu , Binsenland' ohne Zweifel ein guter 
Gegensatz, vielleicht ein besserer als praiere ,AViese', weil für 
den Wert eines Steinbruchs günstige Lage wohl noch mehr 
in Betracht kommt, als für den einer Wiese: aber in der 
Cambridger Sammlung steht meuz vaut près chéri (?) que 
lontcyn pracrie, Leroux II 391, und bei Zacher 157 liest man 
mieiz vaut près jonchier que loin praer mit der Übersetzung 
Diligo plus pratum uicoso (1. juncoso) gramine plénum 
Juxta me ponitum, quam longius utile fenum. 



176 
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237 Die Strophe aus lauter fünfsilbigen Versen gehört sicher nicht 
zum alten Bestände des Gedichtes; ihre zweite Hälfte ist 
dazu recht ungeschickt. Das Sprichwort ,der heiße Fladen 
zeigt sich an, macht sich bemerklich (durch den Rauch)' ist 
mir sonst nicht begegnet. 

238i Wahrscheinlich zu schreiben pour pendre ,\venn's ums Hängen 
ginge, ums Leben nicht*; ains me lairoie pendre, Anchois 
soie jou traînée, Que je soie ja s'espousee, CPoit. 42. 
7 S. zu 131. 

239i gage ist hier ein beliebiges Stück beweglichen Eigentums, das 
allenfalls einmal als Pfand verwendet werden könnte. 

2 Der ungenaue Reim ist der einzige dieser Art im Gedichte. 

3 gat von gaber. 

24O7 Das Sprichwort wiederholt sich in Str. 263. quant Ten plus 
enmut (1. remuet) Vordure, cele (1. e ele) plus put, Zacher 
191; Gar tant con plus muet on la merde, Plus put, sou- 
vent dire Töeis, JCond. H 13, 414; Plus muet on le fiens, 
[et] plus pust, Méon I 332, 456; vgl. Prov, rust. 69 mit 
E Voigts Anmerkung dazu, Fee. rat. I 113. 

241 ,ein Thor, wer sich vornimmt einen verdorbenen Jüngling zu 
reuiger Umkehr zu bringen'. 
7 Fast gleichlautend in Str. 271. qi a fumer lute, a deuz près 
(1. pars) se conehie (Cambridg. .Samml.), Leroux II 394. 

242, bouzon ,Bolzen'; Tum trunçon fet Vautre vendre. Zacher 130 
(Frust(r)a vendentur mala, si bona consocientur), wonach 
zu vervollständigen ist Vun tronçon fait Vautre bei Leroux 
II 258; ung quartier fait Vaultre vendre (15. Jahrh.), eb. 108. 
Dies alles macht die Form des Spruches mit bouzon stark 
verdächtig. 

2^3^ festu , einen etwa daran klebenden Halm'? 

244^ S. zu 87. 

2463 S- zu 204, 5. 

4 , sobald das Geschenk auch nur ein bißchen auf sich warten 
läßt, ist es besser, alle Hoffnung aufzugeben; dann sind die 
Knauser im Festhalten weitherziger als im Herausgeben'. 
7 S. zu Str. 48. 

246i Öfter als vom Pfahl ist von der Rute die Rede , die man 
selbst gebrochen habe und mit der man gezüchtigt werde : 



177 

La verge dont il sont hatu, Ont bien a lor deus mains 
cueillie, Perc. 14106; Je cuit, tu as tele verge coilli, Dont tu 
seras et batus et laidis, MGar. 199 ; Maintes fois ai oi conter 
en reprovant Que mains hom Tcelt la verge dont on le bat 
avant, Venus 165 b; maint homme oinst (1. cuilt?) la verge 
dont il mëismes est batu (Cambridg. Samml.), Leroux II 391; 
teu cuilt u. s. w., eb. 395. 

2465 Subjekt ist wohl das Weib. 
, S. zu Str. 78. 

247, Vgl. oign(i) lo vilain, il te chïera en la main, Robert 24 
und gleichlautend eb. 65 ; vom Undank des vilain ist sonst 
noch öfter die Rede : oigne le villain, il te poindra; faites 
bien le vilain, et il vous fera mal, Leroux II 81; 82. 

248g errance ist hier nicht das mit errare zusammenhängende Wort, 
welches ,Irrtum, Ungewißheit, Sorge' bedeutet, sondern das 
von errer (*iter-are) abgeleitete; metre en errance ist daher 
,in Gang, auf den Weg bringen*; das gleiche, seltene Wort 
in Car il vivroit en bone errance, Fragment in Escan. S. XXV. 
, S. zu 162. 

251i esploitier ,betreiben, fördern* ; vgl. or esploitiez Ma besoigne 
et si la coitiez Qu'il n'i ait fors de Vespouser, Barb. u. M. 
I 180, 481; Bien a cil nostre ovre avanciee Qui Va ocis, et 
espleitiee, Troie 16538; Se vous poés mon afaire esploitier, 
RCambr. 7462; Mais pur Voevre espleitier les vers abrigerum, 
Rou n 3. 

252, desuz bon seignur prent hume grant colee, übersetzt: Dantur 
ob ingénies dominos colaphi venientes (ich denke veementes), 
Meyer S. 178. Den französischen Spruch möchte man etwa 
verstehen , einem guten Herrn zuliebe nimmt man gern einen 
tüchtigen Hieb hin*; der lateinische Vers scheint eher zu 
sagen: Quidquid délirant reges, plectuntur Achivi. Aber 
keins von beiden paßt recht zu der Strophe. In der bei 
Meyer gegebenen ï'orm kann der französische Spruch allen- 
falls auch bedeuten: ,auch unter einem guten Herrn trägt 
man einen tüchtigen Hieb davon (durch Schuld derer, die 
zwischen dem Herrn und dem Untergebenen stehn)*, und das 
verträgt sich mit der Strophe; wie aber die Form der Hds. 
H sich mit jener vereinigen lasse, sehe ich nicht. 
Tobler, Li proverbe au vilain. IQ 



178 
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253a »wenn er (der Herr) ihn kennt und auf die Probe stellt, und 
er (der Herr) habe ihn gern um sich*. 
4 qui mit se zu vertauschen mag man sich versucht fühlen; 

doch ist die Anakoluthie nicht unerträglich. 
, qui bien est, ne se remue (vielleicht remueve oder remut?), 
Leroux II 292; Quar je ai maintes foiz öi En un proverbe 
que Ven trueve: Qui bien est, qu'il ne se remueve, Barb. u. 
M. IV 181, 184; Vous savez bien c'on dit en reprouvier sou- 
vent: Qui est bien, ne se mueve, Jub. NRec. I 2; fox est 
CÜ qui bien esta. S'il se remue et il lonc va Seur espérance 
d'avoir mieus, Cour. Ren. 377; L'on dit: qui bien est, ne 
se muet (Indik.), bei Jeanroy, Orig. XXVHI 50; auch in la- 
teinischer Predigt bei Hauréau II 283. 

2557 Vgl. Qu'on soloit dire en reprovier: Mar vit li om son avie 
prier, Mousk. 17019. 

256, S. zu 135. 

2577 S. zu 192. 

258i ami ist hier ,Verwandter'. Zur Konstruktion von descovrir 
vgl. tu a foi m'an eideras Ne ja ne m' an descoverras, Clig. 
5518; Ja nel descovera de son consoil, Aiol 3853; par vous 
n'iere descouvers De mon consel, Amad. 2784. 

4 lui ,sich selbst'. 

5 jwenn er ihn so nah angeht*, daß die Schande des Übelthäters 
eine Schande auch für ihn, den Geschädigten, mit sich bringt. 

^ qui coupe son nez, défigure son visage, Leroux II 294; qi 
son neez coupe, enledist sa face (Cambridg. Samml.), eb. 395 ; 
Cil qui tranche son nés, il ver gonge sa fache, Elie 1565; 
Mult eslaidist sa face, qui sen nés fait trencier, RAlix. 20, 
36 ; Car qui cope son nés, sa face est despechie, Bast. 4094 ; 
L'en seult dire et voirs est sens faille Que trop est fox qui 
son nez taille; Sa face a tous j ors deshonore. Rose 17469; 
Et cil cunchie sa baulevre Ki son(t) nés trence, Mousk. 9289. 

259, Nahe steht mieux vault savoir que penser, Leroux II 264, 
wo penser mit dem cuidier von Z. 4 gleichbedeutend ist. 

26O7S. zu 100. 

261, S. zu 218. 

262 Die Strophe erinnert an den Schwank, den sich Markolf mit 
Salomon erlaubt: die autem transeunte et hora cene adve- 



179 

niente rex sedit ad cenam cum maximo apparatu suorum, 
et Marcoïphus sedens cum aliis inclusit très mures in mani- 
cam tu/nice sue. Fuerat enim in curia régis Sdlomonis 
cattus ita nutritus, ut omni nocte rege cenante teneret can- 
delam duobus pedibus, coram universis cenantibus stans et 
duobus pedibus lucernam tenens. Cum jam bene omnes Gê- 
nassent, Marcuïphus emisit unum de muribus, quem cum cattus 
conspexisset et post illum ire voluisset, nutu régis est retenta 
(1. -us); dumque de secundo mure factum fuisset similiter, 
Marcoïphus emisit tertium mv/rem, quem cum cattus con- 
spexisset, ultra non tenens candelam (sed) eandem rejecit et 
post murem currens illum apprehendit. Hoc Marcoïphus 
videns dixit ad regem: ecce, rex, coram te probavi plus va- 
îere naturam quam nutrituram, Sal. et Marc. 62 v<* (Druck 
ohne Ort iind Jahr). In der Zeitschr. f. deutsch. Altert. IX 
83 findet man die nämliche Geschichte in Hans Vindlers 
,Blunie der Tugend' erzählt; ebenda VIII 376 ein friesisches 
Sprichwort übersetzt: ,Natur geht über die Lehre, sagte Sa- 
lomons Katze; da warf sie das Licht weg, als eine Maus 
über die Diele lief*. 

^G^T nature passe nurture (Cambridg. Samml.), Leroux II 392; 
meulz vaut nature que nurreture, Meyer S. 171; PujT ceo 
melz valt nature que ne fait nureture, Ph. Thaon Best. 
S. 109; Nature sormonte et trespasse Tout ce he norreture 
amasse, Dolop. 49; Nature passe nourreture, JCond. II 265, 
116; Nature met norreture en oubli, Mätzn. Afz. L. XLIV 
31; Salemons dit que ja por noureture Ne changera nule 
riens sa nature, Tr. Belg. II 21, 29 ; Trop est fort chose que 
nature; Qu'el passe n'éis norreture, Rose 14983; bei Robert 
53 findet man den Gedanken nur in lateinischen Formen: 
Quod nattera dedit, tollere nemo potest u. dgl. 

263^ coup ,Hahnrei*; sofrant »geduldig* heißt auch für sich allein 
schon ,Hahnrei' : Hui verrez les gelos, Les sofranz e les cous, 
Cor 274 ; ebenso prov. sufren. 
, S. zu 240. 

2^^ poutre hier natürlich weiblich; Godcfroy hat für das Wort 
nur weit jüngere Belege. 

2603 »darum, daß er dabei nur wenig gewinnt*. 

12* 



i8o 
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265^ Soll man Par statt Car schreiben? 

266j roion ,Furche' (nfz. rayon), von roie {nfz. raie). 

, S. zu 236. 
2674 Der Flexionsfehler ist beseitigt , wenn man en est mit s'en 
fait vertauscht. 
, Man wird erinnert an ce qui vient de la flute, s'en retourne 
au tambour, Leroux II 190, doch ist der Unterschied deut- 
lich erkennbar. 
268 Im Brot gebliebene Spreu verursachte einem Bauer Zahn- 
schmerzen; die Schlaflosigkeit, die für ihn die Folge davon 
war, hatte das Gute, daß er sein Vieh rettete (das ihm sonst 
gestohlen worden wäre). Die Geschichte ist mir anderswoher 
nicht bekannt. 
, meuz vaut paile en dent qe nient (Cambridg. Samml.), Leroux 
II 391; meuU voit paille en dent que nient (Da paleam 
denti, plus quam nichil hec fit edenti. Sit denti palea; plus 
nichilo fit ea), Meyer 170. Die Geschichte der Strophe scheint 
willkürlich ersonnen zur Erläuterung des Sprichworts, das je- 
doch einen ganz andern Siim hat, als sich aus der Erzählung 
ergeben könnte. 
269^ Der Flexionsfehler wird kaum zu heben sein. 

, Besser als das schon zu Str. 71 verwendete Sprichwort (mit 
dem Zusätze cornier ,Ecke bildend') könnte das von Str. 220 
hier wiederholt werden. 
270 Der hier von der Krähe gemeldete Zug ist mir sonst nicht 

begegnet. 
271i Ä bouche de four A si grant chdlour, Ja n'i croistra herbe, 
Ce dist Sdlemons. Ja cul de putain Au soir ne au main 
Ne sera sans merde, Marcoul li respont, Méon I 431, 107, 
mit dem nämlichen ungenauen Reim, wie in unsrer Strophe. 
^trou für trop zu schreiben? 
, S. zu 241. 
2724 Za vieille, nämlich chaucemente, ist auch zu Z. 5 als Objekt 

hinzuzudenken. 
2783 Sonst ist suen durch den Reim gesichert (30, 77, 149). 

, Das Sprichwort, das an das von Str. 57 erinnert, ist dunkel 
und wird durch die Strophe nicht verständlicher. 
274^ il n'avrapas bonne part de ses nopces, qui n'y est, Leroux II 234. 



275^ bien pert s'aïleluye, qui a dos de Jmef la chante (13. Jahrh.), 
Leroux I 94 ; il perd sa alleluya qe a cul de hoef le chaunt 
(Cambridg. Samml.), eb. II 390; por neent chante Ven àUe- 
luia au cul de hoef, Zacher 83; vgl. Quar cil pert moult 
tien Vauléluie Qui por un noiseus le deluie, Barb. u. M. III 
381, 29. 

2767 S. zu 212. 

271 ^tele nur hier. 

, Vgl. bei Méon I 432, 116. 

2787 S. zu 46. 

2792 recuevre hier wohl von recovrir ,zudecken'. 

e Vielleicht tant corne on le set »insoweit als man es erfährt*. 
, Vielleicht mit Reim ne se doit pas trop adoler. 

280 Die Strophe, die in D dem Ganzen zur Einleitung dient, eignet 
sich dazu ihrem Inhalt nach ganz wohl, wird aber durch die 
abweichende Reimordnung mehr als verdächtig. 



I82 

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Alphabetische Zusammenstellung 

der im Texte und in den Varianten begegnenden 

Sprichwörter. 



De 'petit aguillon point Von (chace Von) (bien) grant as- 
nesse 220 Buens est U deus qui en présent {qui apres s. Leroux 
n 183) aide 48 Vente et pluet (V. plueve), va oui estuet 
(pluet a oui est oes) 194 Vil a s'alleluie, qui au cul dou 
buef la chante 275 De ce qu'on ne puet amender, ne se doit 
Von pas trop doloir 279 Qui moi aime, mon chien (Qui m'aime, 
si aime m. ch.) 162 248 A bien amer a face pert 86 Qui 
mieuz aime autrui de soi, au molin fu morz de soi 188 Par 
petit pertruis voit on son ami 153 N'est amis, qui rien ne 
lait 25 Mieuz vaut amis en voie que deniers en corroie 68 
Plus apareilliee chose remaint 7 Qui s^aquite ne s'enconbre 
122 Gui li a s 71 es (Vasnesse) est, a la coue li court (si li court 
a la coue, sel tiegnepar l. c.) 47 Dolente (est) la vile qu'a s ni er s 
proie (pourvoit) 211 Qui bien aient, ne souratent (ne se re- 
pent) 1 A tart prent, qui en autrui bourse (q. a V autrui) s'atent 
103 Qui (a) autel (Qui a tel) sert, d'autel (de tel) doit vivre 
(d'autel vive) 73 Cui (Quant) avient (vient) une (Gui aventure 
avient), n' avient (ne vient) soûle 31 35 Ferne avère trois foiz 
sele 109 A sëur fiert, qui n'a que perdre 171 Vis est qui 
nient n'a, et plus vis qui ne puet 127 Tout se fait lié (Touz 
est liez), qui auques a 52 Tant as, tant vaus, et je tant Vain 86 

Bacons mal salez en charnier enpire 235 Au besoing 
voit on qui amis est (qui est a., v. on son ami) 72 De bien fait 
col frait 143 De celui me lo qui bien me fait 97 Ou (La ou) 
chiet boise, si sourt (la muet) noise 15 Teus cuide boivre 
sou/r les coustes (s. les coutiaus) d'aucun (b. le coutel son con- 
paignon), qui boit sa chape atout le chaperon 99 Teus cuide 
boivre autrui sourcot, qui paie souvent tout Vescot^99 A bon 



i83 

droit h oit (la) merde, qui en son puis (poing) la cJiie 230 A 
sëur boit, qui son lit voit 56 Bontez autre requiert (et colee 
sa per) 39 223 Qui hon morsel met en sa bouche, bone novele 
envoie a son (au) euer 225 Li u/ns b ou zons fait Vautre vendre 
242 Qui brais a en cuve, ne doit blasmer autrui cervoise 185 
Las bues souef marche 178 Au bon buef esmuet on le char 
158 Ja de buisot (de buisart) ne ferez (ne fera on) (bon pre- 
nant) esprevier 41 

Li bon celeour vainquent (Li bon sofrere vaint partout) 
55 Malement cèlera autrui, qui soi m'éisme ne puet celer 167 
Teus chace le dain et ui et demain qui puis le pert tout 34 
(Cil) qui dous (d. choses) chace, (et) nule n'en (ne) prent 34 
Vuide chanbre fait foie dame 57 Biaus chanters enuie 189 
226 Et par pluie et par bel (Et par bel [bel tens] et par lait 
[lait tens]) doit Von porter sa chape 13 44 Mal fait la chape, 
qui ne fait le chaperon 132 Ou chat (chaz) n'a, souriz (i) ré- 
vèlent (révèle) 209 Li chaz set bien (Asez, Bien set [lij chaz) 
cui barbe il lèche 4 A courte(s) chance (s) longue(s) lasniere(s) 
82 N'est si chauz qui ne refroit 208 Desouz chemise blanche 
a mainte brune hanche 277 Sages hon ne chiet ou (en) pont 
28 Cheval (A ch.) doné ne doit on (on pas) en bouche garder 
(g. en la b.) 92 Ne faut (pas) dou tout, qui a (qui ou) cheval 
monte (fiert 1. siet?) 62 Qui n'a cheval, voist (si voist) a pié 
193 Ne sont pas tuit chevalier, qui (cil qui) a (sour) cheval 
montent (vont) 201 Cui (A cui) li chiés deut, tuit U menbre 
li falent (li duelent) (Qui le chief a enfer, tuit li m. li duelent) 
36 Chiens en cuisine son per n'i (ne) désire 10 Li chiens se 
lieve de (son) souef dormir et va au bourc colee recoillir 61 Qui 
son chien veut tuer (Qui het son chien), la rage li met sus (m. 
soure) 118 Tant doit on le chien blandir que on ait la voie 
passée 144 Tant grate chievre que mal gist 61 Qui (au) matin 
prent (reçoit) la colee, toute jour (tout le jour) la conporte ßa 
porte) 50 Qui comande, si demande 157 Plus sont (est) de 
conperes que (q. ne sont) d'amis 19 Dou pain a mon con- 
pere grant pièce a mon filluel 58 D' autrui prou (belet) s'esjot, 
qui le con sa feme (dame) voit 18 Conseuz a rieremain n'est 
prouz 232 Teus conseuz avant revient 156 Fous est (Nest hon), 
qui conseil ne croit 24 De povre conseil mauvais jugement 30 



i84 
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Qui ne conte et prent (Q. conte ne pr.), (il) ne set qu'il (que) 
despent 151 Bon chatel garde, qui son cors garde 214 En la 
coue (coife) gist (est) li enconhriers 105 142 Qui tout cou- 
voite, tout pert 176 222 Mal est coverz (se cuevre), cui li 
eus pert 2 De mains se crieve on Vueil (m. crieve on son ueil) 
que d'un chevron (chevron cornier, d^un tinel) 71 269 Qui cuir 
voit taillier (Quant fous v. t. c), corroie(s) demande 126 D'autrui 
cuir larges corroies (large corroie) 58 131 148 238 Plus tire 
eus que corde 217 221 Pitiez de cul trait lentes de chief 221 

Plus (Con plus, Tant plus) a li deahles, (et) plus couvoite 
(veut) 20 Mui de froment a denier (M. de hle a d.), dolent 
celui qui ne Va 199 Qui deniers a (a deniers) en bourse, si 
a vin en pot 69 Dou hon détour prent on avaine, et dou 
mauvais ne ce ne quoi 130 Pour nient argue, cui dieus 
n'aiue 38 En pou d'oure dieus laboure 133 Cui dieus veut 
aidier, nus ne li puet (ne li puet nus hon) nuire 38 Tuit dit 
se laissent dire (dire et tuit pain mangier) 197 Qui dit bien, 
ne dit mal 234 Tuit li doi de vostre main (d. la m.) ne sont 
pas oni 116 Ce que (Que) sire donc et sers ploure, ce sont 
lermes perdues 106 Qui ne donc que (d. ce qu'il) aime, ne prent 
que désire 124 Qui n'a que don er, plus est durs que piere 128 
Enviz me donroit Vuef, qui le festu en lèche 243 Que vient 
legier ement, soit do né largement 267 Donant et prenant sont 
fille et mère bien (s. fil et mère) (Mères et filles donanz et pre- 
nanz sont amies) 196 Qui tout me donc, tout me viee (me tout, 
me nie) 30 Qui petit me donc, il (cil) veut que je vive 17 
Tant con dure, tant aiue 114 

Teus s'enbat corne chiens qui vit corne hon (Qui s'emb. c. 
ch. [c. soz] si vit [si vait] c. h.) 134 Enuious vaint ne mie 
(nïent) biaus (bel) 227 Qui fol envoie a la mer (e. en m.), n'i 
a ne poisson (n'avra p.) ne el 100 260 Qui fol envoie, fol 
(e., folie) atent 100 L'erbe qu'on conoist doit on mètre (Hier) 
a son ueil 173 Maie erbe croist asez (cr. touz tens) 125 Es- 
chaudez iaue (i. boulant) crient 195 Qui une foiz es cor che, 
dous foiz ne tont (n. t. d. f) 75 Qui espant sa goûte, ne la 
requeut toute 206 Atart ferme on l'e stable, quant li chevaus 
est perduz (Quant l. ch. e. p. femblez], si [donc] ferme Ton [f. 
fous] l'e.) 49 Qui a estront luite, de toutes parz enbrace la 



185 

merde (l, conciliiez s'en imrt) 241 271 Qui estuie de son disner, 
mieuz Ven est a son souper 129 

Qui maintes fist, maintes fera 166 Qui a mestier (Q. m. a) 
dou feu, a son doile quiert 147 Flaons chauz s'ensaigne 237 
Qui foi ne tient, ne (non fait il) serement 204 Tel foi, tel 
cheneviere 80 De fol et d'enfant (d'ivre) se doit on garder 110 
Dtitre fo l et sage a grant devise 251 II fait moût hone journée 
(Bone j. [Bon journel] fait), qui de fol se délivre 123 De fol 
folie et de cuir corroie 85 Le pain au fol manjue on avant 77 
Moût remaint de ce que fous (li f.) pense 37 A petite fontaine 
hoit œi souef (on bien aise) 180 La force paist le pre 121 
Ou force vient, justice prent 101 Mieuz vaut hone fuie (fuite) 
que mauvaise atente 64 

Petiz gaainz est hiaus, quant il vient souvent 265 De 
hone(s) gar de (s) ne fu (f. il) onques trop 89 Qui est garniz, 
n'est desconfiz 28 Con (Que) plus gicle, plus estraint 76 Noire 
geline pont hlans uès (blanc uef) 119 

De si haut si bas 179 219 (Cil) qui (Q. plus) haut monte 
(bee), de (de plus) haut chiet (qu'il ne doit, sa convoitise le déçoit) 
21 Plus dure honte que soufraite 22 

Irous (Iriez) n'a conseil 137 Buer (Bon) jeune le jour, 
qui la nuit (q. au vespre) est saous 84 Mieuz vaut près jon- 
chiere que loing (q. lointaine) perriere 236 266 Qui juenes 
saintist, vieuz enrage 32 Dejuene saintel (papelart) vieil deable32 

Torte laigne (busche) fait droit feu 161 Qui lait n'a, 
megue manjust 272 Qui langue a, a Bome va 184 Ja ne 
verrez si large con celui qui rien n'a 112 II est bien 1ère 
(Moût est l.), qui a larron enble 141 Ce cuide li 1ère que 
tuit soient si frère 23 C&n plus main lieve li malëurez, plus 
a lonc jour 270 Con veut li rois, si va la lois (Si vont les 
lois corne li seignour vuelent) 175 Moût est loing de Bome, 
qui a Paris jupe 169 Qui de loing garde (l. se pourvoit), de 
près s'csjôist (p. jot) 78 246 De longues (De lointaines) terres 
longues noveles 91 Li lous n'est 2)as (mie) si granz corne on 
le crie (con l'en Vescrie) 192 257 Buer escrie (chace) le lou, 
qui sa jjroie rescout (r. s. p) 13 96 

M a aille n'est perdue qui sauve denier 155 Touz tens n'iert 
j'/ff fnirrt mie) danz Gerouz (m. Gillous) maire 90 N'est touz 



186 
- »»»»»»»»»»»» #<« <«C««««C<««<<<^ 

maus, qui aide 39 Trop puet on manecier 213 Manecié 
vivent et decolé muèrent 213 A tel marchié tel vente 200 Que 
ne manjue sainz Martins, si manjue ses pèlerins (M., ce font 
si orne) 183 Oigniez a mastin le cul, il vous chïera en la 
paume 247 Ja de Vome mauvais ne fera on proudome 41 
Menaces ne sont pas lances 213 Tel la menez, tella prenez 273 
Ainz ment li lion qu'il muire 139 Quant (Con) plus remuet 
(esmuet) on la merde, et ele plus put 240 263 Mieuz vaut 
(Mieudres est) mestiers que espreviers (q. chiens ne e.) 174 
Mesure dure (Chose ou a mesure plus longuement dure) 9 De 
tout est mesure, fors de sa ferne hatre 207 Tierce mie poste 
set 3 Mieuz vaut miens que nostres 79 (A) enviz (A paine) 
muert, qui apris ne Va 16 Longue corroie tire, qui la mort 
son voisin désire (auch mit Umstellung der Sätze) 140 Encontre 
(Contre) mort nul (m. n'a) resort 105 Toutes oures ne sont 
moures 83 Sages hon prent mouton en lieu de venoison280 
Qui bien est, ne se mueve 253 

Qui ainz naissent, ainz paissent (naist . .paist) 186 Mieuz 
vaut nature que nourreture 262 Qui son nés coupe, sa face 
desenoure 258 Mal est hailliz, qui a ses noces n'est 274 Souef 
noe, cui on tient le menton (tient par le m.) 148 Mal noure, 
qui n'asavouâ'e 170 De novel tout est (m'est) hel et de viez 
entre piez 212 276 Quarante bien vestu ne despoiïleroient un 
nu (Home nu ne puet on despoillier) 107 Petite nue a grant 
hrai 31 Teus puet nuire qui ne puet aidier 165 

Mal oure pour autrui (De maie oure naist), qui soi ohlie 
(Pour nïent prie [Mal eure] qui s' ohlie) 60 De put uef (lin) 
put oisel 14 N'est mie tout ors quanqu'il luist (ors que l.) 
229 Ja dui orgoillous ne chevaucheront bien un asne 65 
Asez otrie, qui se taist (qui mot ne sone, q. m. ne dit) 6 Qui 
a (a droite) oure veut mangier, a (ainz) oure doit apareillier 27 

De quoi (Cui) donra p ai âge, qui rien ne porte? 108 Mieuz 
vaut paille en dent que nïent 268 Fous est, qui court a 
meillour pain (q. m. p. quiert) que de froment 54 Pains chauz 
n'a que trois (dous) quartiers (et li durs en a quatre) 66 De 
mainte(s) se pourpense, qui pain n'a 74 Qui pain a (Q. a p.) 
et santé, riches est (il e. r.), si nel set (Moût est riches et nel set, 
qui a pain et santé) 102 Parent parent; dolent celui qui n'a 



i87 

nient 154 Petite parole fait grant tençon (p. esmuet grant 
brait) (De pou de parole vient granz noise) 29 31 De bêle pa- 
role (pramesse) se fait fous tout lié 181 Bone parole bon 
lieu a 187 A mol (mal) pastour (li) lous chie laine 26 De 
viez peehié novele honte 29 Chose perdue cent sous (.cf.) vaut 
63 De nient se corrouce, qui nient ne pert 233 Qui petit 
a et petit pert, de grant (de petit) se deut 45 71 Trop puet 
Von garder le péri er son aiuel 255 Toutes voies p esche, qui 
auctme chose (q. rien ne) prent 95 Tart (A tart) main (met m., 
est mains) a(u) cul, quant (li) pez est hors 218 232 261 Mieuz 
vaut bons petiz que granz mauvais 228 Tel pié baise (p. tert) 
on qu'on voudroit qui fust coupez (v. avoir coupé) 88 Piere 
volage (P. volanz) n'aqueut (ne queut) mousse (ne puet coillir m) 
93 Viez plaie cuit (nuist), et viez dete aide 29 A petite pluie 
chiet granz venz 67 Qui mieuz ne puet, a sa vieille se dort 152 
Qui fait ce qu'il puet (fait que p.), on ne li doit riens deman- 
der (p., toutes ses [les] lois acomplist) 146 A petit porcel done 
dieus bone pasnaie (racine) 8 Tant va li poz a Viaue qiCil (se) 
brise (le col) 216 231 Qu'api'ent poulains en dentëure, tenir 
le veut tant corne il dure 115 Povres hon fait povre plait 86 
De bel prameteour mauvais paieour 250 Ja ne verrez pree- 
cheour qui en la fm ne demantl64 Au premier (premerain) 
coup ne chiet pas (mie) li chaisnes 5 Qui avant (Q. premiers, 
Q. primes) prent, ne s'en (ne se) repent 53 II se sont maint 
orne, qui lour preste, si lour done 239 Qui preste, ne jot; 
qui ne preste, mal ot 163 Privez mal achate 87 244 Privez 
sire fait fol vassal 120 Ja (Ja mais) ne verrez si mauvais {si 
mal) larron con le privé 190 Qui fait son prou, ne cuit sa 
main (son doi) 11 Qui a proudome parole, si se repose 249 

Qui petit refuse, grant masse ne doit prendre 25 Ne set 
li riches qu'est (r. cornent il est) au povre 182 Mome ne fu 
pas faite toute en un jour 98 Vieuz roncins fait juene poutre 
poire 264 Qui ne rueve, ne prent 86 Dolent celui qui rueve 
(Mar fu nez qui prie) 138 Adès brait la pire ruée dou char 
(La p. r. d. ch. se fait touz jowrz öir, La p. r. d. di. brait touz 
jourzj 33 

Ja ne verrez si grant folie con de sage orne 85 Qui ains 
saut qu'il ne doit (ne doie), ainz chiet qu'il ne voudroit (n. 



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vueille) 111 Au colon saoul cerises arriéres 3 Ne set li s a ou s 
corne (que, qu'il) est (c. estait) au fameülous (au jeun) 52 177 
Mieuz vaut savoir que soz paroir 259 Qui bien set et le mal 
prent, fous est tresnäivement 168 Mauvais (Mal) partir fait a 
(son, au) seignour (a gueule) 51 210 En T amour dou sei- 
gnour gaaigne li serjanz 159 Pour Ion seignour grosse colee 
252 Entre dous sel es (d. arçons) chiet eus (li c.) a terre 202 
Qui si et, il sèche; qui va, il lecfie (Qui va, lèche; qui siet, sèche) 
135 256 Pour (Par) soufraite de proudome asiet on (si met 
Von) fol (le fol, bric) en chaiere (en banc) 46 278 

Mieuz vaut bons ta ires (taisirs) que fous parlers (q. trop 
p.) 198 Mieuz vaut tendre que ronpre 94 Mainz hon jeté a 
ses piez ce qu'il tient a ses mains (Fous est qui ce qu'il tient 
jeté a s. p.) 59 Mieuz ain un (vaut uns) ,tien' que dous (dui) 
,tu Vavras' 48 245 Qui tout tient, tout pert 176 Selonc le 
tens la tenprëure 81 De mëisme la terre fait on le fossé 172 
224 II pert bien (Bien pert) aus tez, quel li pot furent 160 

Mieuz vaut uès donez que ues mangiez 113 Qui n'a qu'un 
ueil, souvent le tert (tuert) 149 (Ce) que euz ne voit, euer s ne 
deut 40 L'uevre se prueve 111 

Vendre que vendre, doner que doner 87 Mal (Mauvaise- 
ment) venge sa honte, qui l'acroist 150 Tel te voi, tel t'espoir 
215 Tel le veez, tel le menez 57 Buer (Bon) a son verjant, 
qui (q. en) chastie son enfant 203 Entre dous verz la tierce 
meure 145 Au vespre (soir) loe on le (le biau) jour et au matin 
son oste 12 Veve dame n'a ami 205 Tantes viles tantes guises 
51 Ce fait vins que ne fait iaue (q. i. ne puet) 136 Plus a 
de parole(s) en un mui de vin qu'il n'a en cent charretées de 
froment (en un sestier de v. que en un mui dHaue [de froment]) 
43 Voie batue n'aqueut erbe 93 Bien a sa court close, cui si 
voisin aiment (cui ses voisins aime) 191 Ce que voisins set, 
ce sevent tuit 96 Mal fait tencier a son voisin 96 Voisins 
tout set 96 Qui a mal voisin, si a mal matin 104 Qui le 
damage son voisi7i désire, le suen aproche (s. aproisme) 117 
Petit (Pou) est s'éurs de sa maison, qui la son voisin voit ar- 
doir 42 De vuide main vuide priiere (vaine pramesse) 70 



Druck von Pöschel & Trepte in Leipzig. 



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