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Full text of "Lucians Dialog "Der Pseudosophist" erklärt und beurtheilt"

Baar, A. 

Lucians Dialog "Der 
Pseudosophist" 





,yv^ 



loi 



r ^ 

i. ; 

DREIÜIDREISSIGSTER JAHRESBilCHT 


K, K. STAATS -GYMNASIUMS 




G Ö R Z , 



veröffentlicht am Schlüsse des Schuljahres 



1883 



- 'y-^m^-^-^ > 



X IT A T. T 




1. Lucians Dialog „Der Pseudosophist" erklärt uml beuctheilt von 
— Prof, A. Baar. — — 

2. Physika:; inigkeiten, mitgetheilt von Prof. A. Hantel. 

;j s.i.ni.v,, vom Oirectop. 




GÖRZ. 1883. 

Selbstverlag des Staatsgymnasiums. 



J T aternolli. 



LUCIANS 

DIALOG „DER PSEUDOSOPHIST" 



erklärt und baurtheilt 

von 

Prof. A. BAAR. 








KA^ 



JUL 1 3 1967 






I. Prolegomena. 

Klarheit, Korrektheit und Anmut des Stils (s. Lexiph. c. 23 Einleitung, 
a. E. : fiaXiata ds x^qkti nal (Ta<fi]vsict &vs), Eigenschaften, die der 
Autor selbst in einem für seine Zeit so seltenen und daher kaum ge- 
nug anzuerkennenden Grade erreicht hat, empfiehlt derselbe mehr oder 
weniger nachdrücklich in mehreren seiner Schriften. Dahin gehört zu- 
nächst^) Judicium vocalium, worin diejenigen Hyperatticisten verspottet 
werden, welche das ö- durch t zu verdrängen suchten. Bhetorum prae- 
ceptor ist gegen diejenigen Ehetoren seiner Zeit gerichtet, die in aiJek- 
tirter ßede, in der Häufung von veralteten und kaum verständlichen 
Wörtern das Wesen des wahren Atticismus zu finden glaubten. Ähn- 
licher Tendenz ist Lexiphanes, worin gegen eben diese Sucht der Hy- 
peratticisten (vgl. Lexiph. c. 25), wahrscheinlich mit Berücksichtigung 
von Pollux's Onomastikon, in dem sich viele dieser seltenen Wörter fin- 
den, losgezogen und empfohlen wird den alten Vorbildern nachzustre- 
ben (c. 23: ^rjlovv de za ciQ]^aia rcav TtccoadsiyfictTcov). Zu dem, was im 
Bhetor, praec. allgemein und theoretisch abgehandelt wird, gibt die im 
Lexiph. enthaltene Eede ein konkretes Beispiel. 

Unsere Schrift endlich ist gegen die Soloecismen gerichtet. Der Zolomctrig, 
Name Soloecismus (nach Gell. V. 20 richtiger soloecum, lat. inparüitas, 
striUigo von atQifpo)) hat seinen Namen wahrscheinlich von der cilici- 
schen (nicht von der cyprischen) Stadt 26loiy deren Einwohner sich 
durch den Verkehr mit den Ureinwohnern Ciliciens einen schlechten 
griechischen Dialekt angewöhnt haben sollen. Namentlich versteht man 
darunter Fehler gegen die Syntax^). Daher der zweite Titel unserer 



^) Wir übergehen hier die Schrift Pseudologistes, worin hauptsäch- 
lich (doch vgl. c. 24 und 29, wo einige andere Einzelheiten erwähnt 
werden) über den Gebrauch des Wortes anoqindg gehandelt wird, ebenso 
Quom. hist. s, scrih., wo ja vorzüglich der Inhalt berücksichtigt wird. 

*) Auch im allgemeineren Sinne: Fehler gegen den Geschmack, 
z. B. Luc. de Saltat c. 27 und 80. Auch von Verstössen auf dem Ge- 
biete des Vergnügens Higrin, c. 31. 



6 

Schrift 2^oXoixi(Tti^g^), in der uivxivog^) zeigen will, dass es nicht gar so 
leicht sei, wie Viele glauben, rein und richtig zu sprechen und alle 
Verstösse zu vermeiden. 

W£vdo(Toq}i(T' Der Äfann, an dem dies gezeigt wird, ist ein ^svöofforpicTt^g^) d. i. 

tijg, ein auf Gelehrsamkeit und Beredsamkeit ohne Grund eingebildeter Mensch 

(vgl. C. 1.: anaiÖEVtog yaQ äv s'irjv. c. 3. g. E. vtto rijg ayav naidsiag. 
C. 9,: (TS ds ovdslg äv &s(av dypoovvtt navauB. Ebenda g. E. analÖEvrov 
ovta. c. 12. g. E. : ovx tldwg), dessen Einbildung durch den Nachweis 
selbst elementarer Unkenntnis gründlich erschüttert wird. Wenn im Bhet^ 
praec. c. 17 als bestes Mittel gegen Soloecismen und Barbarismen iro- 
nisch die Unvorschämtheit und Berufung auf Dichter oder Prosaiker, die 
es nie gegeben hat, empfohlen wird, so ist unser Pseudosophist auch 
zum Gebrauche dieses Mittels zu einfältig. 

Gliederung. Es lassen sich in dem Schriftchen deutlich drei Theile unterscheiden, 

die im Verhältnisse einer Gradation zu einander, freilich ziemlich un- 
vermittelt, stehen. Nach einer kurzen Einleitung begeht im 

Ersten Theile (c. 1 : i^^i vvv i[iov Xaßov — c. 5.) Lykinos selbst ab- 
sichtlich Sprachfehler, um die Kenntnis des Andern auf die Probe zu 
stellen. Hiebe! deutet er nirgends hestimmt an, worin der Fehler liegt, 
sondern lässt den Pseudosophisten darüber überall im unklaren. Denn auch 
in Stellen wie C. 3: (Scrts firj^ avto tovto aoXoixi^ovtaa xaravorjcFai oder 
C. 4. inst xal tods aoXoixia&h äiriqjvyi (ts, ferner C. 2 : otb ro a&Xov ecptjp G6 
xmtaTVQä^ai, c. 3: xal vvv e^Banv iduv tov laywj ist die Hinweisung nicht 
deutlich genug, um den Pseudosophisten den Sitz des Fehlers erraten 
zu lassen. — Im 

Zweiten Theile (c. 5 — c. 7. a. E.) wird eine Eeihe von Fehlern 
vorgebracht, jedoch so, dass auf die Auffindung des Fehlerhaften hingelei- 
tet wird. Dies geschieht meist durch ironische Fragen oder ähnliche Wen- 
dungen. Freilich finden sich auch hier schon einige Stellen, die in das 
Gebiet der Belehrung, das erst dem dritten Theile angehört, hinüber- 
greifen, worin eine gewisse nicht zu Gunsten der Schrift sprechende 
Planlosigkeit zu erkennen ist. So wird statt nQoxontHv ausdrücMich 



^) Eigentlich begeht im I. und III. Theile nur Lyk. Soloecismen, 
während der Andere sich korrekt ausdrückt. Aber insofern der Andere 
die von Lyk. absichtlich gemachten Fehler nicht bemerkt, kann er So- 
loecist genannt werden. Genau genommen passt jedoch dieser Titel nur 
auf den II. Theil, wo der angenommene Interlocutor selbst Fehler macht, 
während dem I. und III. Theile der andere Titel ^^tvöodocfKririg besser 
entspricht. 

*) Gräcisirung für Aovxtavog, das mehr römisch klingt. 

^) Über die Bedeutung des Namens Sophist zu Lucians Zeit s. 
Bhet. praec, a. Anf. und Sommerbrodt Einleit. z. d. Ausgew. Schriften 
Bd. I. S. XXVII. 



imdidovai als das gebräuchliche empfohlen, so wird iQmd^ai als unat- 
tisch, dcpiatäv und dcpiatdvEiv als ganz unbekannt verworfen. 

Auffallend erseheint ferner in diosem Abschnitte c. 6 a. Anf.: 
fZQog rovg aolom^ovtaq 'Atuxfai;, was SO aussieht, als ob es sich bisher 
nicht um das Attische, sondern um das allgemein Griechische gehan- 
delt hätte, und als ob es sich erst von nun an um jenes handeln würde, 
während doch offenbar in der ganzen Schrift Feststellung des Attici- 
smus der Zweck ist. Aber der Umstand, dass c. 7 a. Änf. dttmCovzog 
rivog und ebenda a. E. mg drj 'Arzixov hinzugesetzt wird, legt es nahe, 
wie an diesen beiden Stellen, so auch c. 6 a. Anf. jenes 'ArtiKmg nur 
auf das im unmittelbaren Zusammenhange damit angeführte Beispiel zu 
beziehen. Vergleicht man weiter Lexiph. c. 21 und Bhet. praec, c. 16 und 
18, wo gewisse Ausdrücke der Hyperatticisten verspottet werden (ii^v, 
x<}ta, ij d'ogy dfirjBTzrj, ImfTts, öijttov&sv und besonders ätta), deren sich 
diese mit Vorliebe, auch wo sie nicht passten (Ehet. praec. c. 18 a. E.: 
xdv fir]dlv avrav dirj), bedienten, SO wird man es nicht unglaublich fin- 
den, dass wir es auch bei jenem vwi', vaiv (c. 6. a. Anf.) mit einem 
solchen Lieblingsworte der Hyperatticisten zu thun haben^), und dass 
somit nur auf diese Formen sich der Ausdruck 'Attna^g bezieht. Die 
Ironie würde insofern noch gesteigert sein, als grade die Formen vwi 
und vmv nicht attisch sind, sondern v(6, v^v, und der Soloecist sie über- 
dies noch mit einander verwechselt. 

In dieser ganzen Partie (c. 5 — c, 7 a. E.) nun ist ein gewisser 
Sokrates von Mopsos, den man sich als einen Grammatiker zu denken 
geneigt ist, der Wortführer. Wer unter diesem Sokrates zu verstehen, 
ist nicht zu ermitteln. Mopsos ist zunächt der Name eines Lapithen, 
womit wir aber für unsern Gegenstand Nichts gewinnen, sondern jenen 
Sokrates für eine rein fingirte Person^) zu halten veranlasst werden. 
Ein zweiter Mopsos war der Sohn des Apollon und der Manto, der 
nach Troias Zerstörung mit Amphilochos, dem Sohne des Amphiaraos, 
die Stadt Mallos^) in Cilicien gründete. Aus Mallos war bekanntlich der 
Grammatiker Krates, auf dessen Namen angespielt sein Jcönnte mit dem 
vom Mopsos abstammenden SoJcrates. Abgesehen davon, dass wir von 
einem Aufenthalte des Krates in Aegypten Nichts wissen — die Fik- 
tion der Geschichte könnte man schon Lucian dem Dichter zu Gute 
halten — wäre der Anachronismus, der in einer Begegnung Lucians 



^) Da seit der alexandrinischen Zeit der Gebrauch des Duals im- 
mer seltener wurde und sich gewissermassen nur künstlich erhielt, so 
mochte der Gebrauch von Formen wie vco, rcpv affektiert erscheinen. 

') Dies ist auch das Wahrscheinlichste; ebenso erdichtet wie wohl 
auch Nigrinus. Ob auch Demonax? 

*) vgl. überdies Mopsuestia d. i. Moipov 'EctU^ bedeutende Stadt 
Cihciens. 



8 

mit Krates läge, bei unserem Schriftsteller nicht beispiellos, wie er denn 
den Ikaromenippos vom Himmel herab Gegenstände erblicken lässt, die 
der Zeit nach mehr als ein Menschenalter von einander entfernt waren. 
Doch will ich diese ganze Vermuthung nur als eine sehr entfernte Mö- 
glichkeit erwähnt haben, zumal man keinen Grund sieht, weshalb Lueian 
den Namen des Krates in dieser Weise hätte maskiren sollen. 

Was nun den Übergang vom ersten zum zweiten Theile betrifft, so 
ist derselbe schwierig und unklar. Was können die Worte sXsysv avenai- 
<>^g (c. 5), wie sie dastehen, anderes besagen als dass jener Sokrates 
Soloecismen der besprochenen Art ohne Weiteres (dvETiax&öjg) selbst 
beging und andere ihretwegen nicht tadelte, wohl aber (fiinoi ys) gegen 
Fehler anderer Art empfindlich war? Aber wie sollen die bisher an- 
geführten und die von nun an bis c. 7. a. E. anzuführenden Soloecis- 
men wesentlich verschieden sein? Und wenn jenen Sokrates selbst so ele- 
mentare Fehler wie ft^V« ä&\ov für fisyav ä&Xov nicht genierten, wie 
konnte derselbe auf so manche Feinheiten, von denen er etliche Proben 
gibt, achten? Man wäre geneigt die Pointe in der Persiflirung des So- 
krates als eines spitzfindigen Puristen zu suchen, der sich um hand- 
greifliche Verstösse, wie die eben angeführten, nicht kümmert, sondern 
Fehler da sucht, wo eigentlich nur übertriebener Scharfsinn, der k tout 
prix Fehler finden will, Etwas aufzuspüren vermag. Aber auch diese 
Annahme ist unzulässig, da auch in diesem Theile ganz elementare 
Dinge, wie xQ^^^^h cicpKTtdvsiv, lij^^a für Xrnia zur Sprache gebracht 
werden, ein Verfahren, welches auch Etwas von jener oben gerügten 
Planlosigkeit verräth. 

Um einen befriedigenden Zusammenhang herzustellen, erwarte ich 
etwa folgende Gedankenreihe: „So mache ich es mit meinen Soloecisten, 
indem ich nämlich absichlich Fehler begehe und zuwarte, ob dieselben 
erkannt werden. Sokrates von Mopsos aber behandelte (elsys?) Fehler 
solcher Art ohne Bosheit, wie man sie vielleicht in meinem Verfahren 
wittern könnte, und üble keinen offenen Tadel gegen die Fehlenden, 
wohl aber suchte er sie durch Fragen und Winke auf ihre Fehler auf- 
merksam zu machen, wofür ich nun Beispiele anführen will". — Wir 
hätten es alsdann in dem, was Sokrates bespricht, nicht mit einer 
andern Art von Soloecismen zu thun, sondern mit einem andern Ver- 
fahren gegenüber denselben. Dann aber scheint SKsysv unmöglich, man 
erwartet etwa ecpsgev (Hess sich gefallen). Auch [livtoi'ys ist mir auffallend; 
man erwartet jetzt, wo Beispiele angeführt werden, Ttobg [isvys (vgl. 
Calapl. c. 14, wo statt des richtigen fisv ys eine Hds. ^hroi hat. Ähnl. 
beides neben einander in den Hds. c. 26) oder nQog fiev yovv, wie c. 6 
TTQog yovv. Der 

Dritte Theil (c. 8 — zu Ende) endlich, in dem wieder Lykinos 
das Wort ergreift, enthält ausdrükliche Belehrungen über Sprachfehler. 



9 

(c. 9. öidaxtsov, oTtcüg rovto jw?} Ttsiffstai. c. 12. ^: ovroo yccQ as dei tiqo- 
didddXBiv. A. itsQoag yaö Xeyortog ov xaravosTg ; c. 10 st fiqi navtcc sTziXd'Oig.,.. 
(TsffoXoixifftai.). Es wird hier direht auf den Fehler hiogewiesen und 
dieser als solcher bezeichnet, es wird über Unterschiede von Synony- 
men, über verschiedene Konstruktionen desselben Wortes, über genera 
verhi gehandelt. 

Über die Zeit der Abfassung des Gespräches lässt sich nicht viel Abfassungs- 
Bestimrates sagen. Aus jener Begegnung mit Sokrates in Äegypten kann zeit, 
geschlossen werden, dass die Schrift nach Lucians Übernahme seiner 
aegyptischen Stellung, also in seiner letzten Lebensperiode abgefasst 
sei. Jedenfalls aber ist der Pseudosophist nach dem Lexiphanes ge- 
schrieben. Denn die Worte c. 11: ro ds xa&ea&rjti tjhovov gov Uyov- 
tog (og eariv exqjvXov, wegen deren Manche im Vorhergehenden eine 
Lücke annehmen zu müssen glaubten, beziehen sich doch wohl gewiss 
auf Lexiphanes c. 25: t6 xa&ecr&slg ovde ^stoixixov (= excpvXop). Denn 
dass hier das Partie, dort der Imperat. steht, ist natürlich unwe- 
sentlich. 



Und eben diese einen Zweifel schwerlich zulassende Beziehung lässt 
sich gegenüber denen, welche unsere Schrift dem Lucian absprechen 
(neuestens auch Fritzsche), für ihre Authenticität geltend machen, vorausge- 
setzt — dass Lexiphanes echt ist. Aber freilich wird auch dieser ver- 
worfen, z. B. von Bekker. 

Indess dürfte der Beweis für die Unechtheit des Lexiph. nicht leicht 
zu erbringen sein. Wenigstens sieht man bisher nichts Entscheidendes 
dafür angeführt, und was mich selbst betrifft, so habe ich mich trotz 
wiederholter Lektüre und trotz der praeiudicata opinio^ womit ich an 
dieselbe ging, von der Unechtheit des Lexiph. nicht überzeugen können. 
Vielmehr finde ich, dass Lexiph. eine nicht gewöhnliche Belesenheit 
und lucianische Satire bekundet, und sehe nicht, in welcher Beziehung 
die Schrift Lucians unwürdig sein sollte. Wer sollte sie auch geschrieben 
haben? Ein mittelmässiger Kopf gewiss nicht. So lange also die Gegner 
die Unechtheit der Schrift nicht eingehend und schlagend begründen, wird 
man dieselbe für Lucians Werk zu halten berechtigt sein, falls man 
nicht ein blosses Gefühl für ein zur Verwerfung einer Schrift genü- 
gendes Argument halten will. 

Ist nun Lexiph. echt, so folgt, dass auch der Pseudosophist dem- 
selben Verlasser angehöre, man müsste denn annehmen, dass der 
Fälscher jene Beziehung absichtlich hergestellt habe, um seinem Er- 
zeugnisse den Stempel der Authenticität aufzudrücken. Die Möglichkeit 
dieser Annahme lässt sich natürlich nicht leugnen, aber wahrscheinlich 
wird sie erst dann, wenn andere sivingenäe Gründe gegen die Echtheit 
der Schrift sprechen. Wie sieht es aber in dieser Beziehung aus ? 

Zuzugeben ist ohne Weiteres, dass die Schrift nicht zu den be^r 



Dchtheits- 
frage. 



10 

sten, geistvollsten und witzigsten Werken Lucians gehört^). Es finden 
sich in ihr nicht blos Unklarheiten, wie die oben hervorgehobene beim 
Übergange vom ersten zum zweiten Theil, die indess durch Änderung 
zu beseitigen ist, sondern auch trotz der deutlich hervortretenden Glie- 
derung eine gewisse Planlosigkeit, indem z. B. im zweiten Theile 
Stellen vorkommen, die man erst im dritten Theile erwarten würde. 
Planlosigkeit verräth auch die Wiederholung derselben Sache, auf die 
im Kommentar zu c. 5 hingewiesen ist. Auch fehlt es nicht an schaalen, 
nichtssagenden Witzen, wie gleichfalls an den betreffenden Stellen des 
Kommentars angemerkt ist. 

Aber alle diese Einwendungen erledigen sich durch die Bemer- 
kung, dass eben auch Lucian wie andere Sterbliche, nicht lauter Gutes 
geschrieben hat. Quanäoque honus dormitat Homerus. Auch ist zu berück- 
sichtigen, dass die Schrift an Korruptelen leidet und unser Text an 
einigen Stellen reinen Unsinn bietet. 

Man könnte ferner die Geringfügigkeit^^) des Inhalts gegen die 
Echtheit der Schrift anführen. Es ist wahr, dass die wirklichen Ergeb- 
bnisse für Feststellung des Atticismus, die wir unten^^) zusammenstellen — 
ohne Zweifel muss auch das vom Sokrates Getadelte als vom Lykinos 
selbst getadelt angesehen werden — verhältnismässig nicht bedeutend sind, 
wenn man das ohne hinreichende Gründe oder auch grundlos Bean- 
ständete in Abzug bringt. Aber in dieser Beziehung, um sich nämlich 
über alle Eimelheiten des attischen Sprachgebrauchs gehörig zu unter- 
richten und dieselben parat zu haben, standen eben dem Schriftsteller, 
der allerdings im Allgemeinen den Atticismus beherrschte, nicht überall 
so bedeutende Mittel zu Gebote wie etwa dem neunzehnten Jahrhundert. 



^) Des Bourdelotius Urtheil über diesen Dialog: est mire fabrica- 
ms propter varlas texturae significationes ist zu günstig. 

^^) Aber in dieser Beziehung wird auch zu berücksichtigen sein, 
dass es der Schrift nicht an Lücken fehlt, und dass, wenn nicht mehre, 
so mindestens eine (s. Komment, z. c. 12) ohne Zweifel nachweisbar ist. 

^^) i\.Is unattiseh, und das gesperrt Gedruckte als überhaupt falsch, 
sind zu betrachten : ccqti (und vvv dr]) cum fut., ocpsXov als Konjunktion 
(c. 1.), ccQtiysvstog für ccQtiysvrig, ro a&lov für läbor (c. 2), diecf&oQa 
als intranslt. (c. 3), av^dvsiv als intransit. (c. 4), ^süvatjg für ^ts^^vatijg, 
lüoyxf^ für BiXriia, lij^iia für Irjfiay fistfja^ für ^siquxiov, dsdittoiiai für 
didoim, xoQvcpaioTazog, «I tTiiTiolfjg, avvtättsa&ai tivi für iniungere alicui 
alqä. oder componere alqd. c. aliquo, 7isoi.(7trjvai von Einem, <TvyaQivs(j&ai 
für awömd^badai (c. 5.), die Verwechselung von vmi (vc6) und vcorv 
{v(^v), xaQTivat. fiiv xstQa(7&ai, ßacavi^ta&ai. von Krankheiten (c. 6), ö-rox«- 
^ofiai für (fsidofiai, dcpiatäv und dcpifftccvstv, iQm&ai, in t6t8, Idov 
für lös, dvtilaiißdvofiai für ffvvirjfjii, ßgcidiov, td^iov, i7tta(T&ai, qx^rtog, 
cpaxog für q^axrj (c. 7), dvscpya als intransit. (c. 8), xad-' sJg^ dnohnslv 
yvvalm (c. 9.), dtza für dtta (c. 10), ixa^sff&ijv (c. 11), mradovlovv 
für xatadov'kovd&ai (c. 12). 



11 

Denn die ßißlia « iTil tw dttm^Biv dvayivmffxofisv (Cass. Dio. 55. 12) waren 
gewiss nur von beschränktem Werte. 

Dass ferner Lucian selbst Vieles von dem, was hier angefochten 
wird, anderswo unbedenklich gebraucht hat, kann ebenfalls nicht als 
stichhaltiger Grund gegen die Echtheit dieser Schrift vorgebracht werden. 
Denn es gibt kaum einen Schriftsteller, dem sich nicht Nachlässigkeiten 
und Inkorrektheiten im Ausdrucke nachweisen Hessen, was aber nicht 
hindert, dass derselbe in einer zur Bekämpfung der Sprachfehler ex pro- 
fesso abgefassten Schrift auch solche Ausdrücke, die er selbst einmal 
gebraucht, aber die diem docente als falsch erkannt hat oder erkannt 
zu haben glaubt, tadele. 

Was nun endlich die Diktion der Schrift belrifit, so lässt sich 
doch wohl nicht leugnen, dass dieselbe, mit Ausnahme der natürlich 
absichtlich gemachten Fehler, Lucians würdig ist. Die wirklich unächten 
Schriften Lucians verrathen sich in ganz anderer Weise, athmen einen 
ganz anderen Geist. Wer wird z. B. wenn er vom Dialog Charidemos, um 
von dem berüchtigten Philopatris ganz zu schweigen, auch nur wenige 
Kapitel gelesen hat, an der ünechtheit zweifeln? Ja selbst in den nur 
zweifelhaften Schriften, wie im Asinus oder in den Ämores, welch' ge- 
waltig« r Abstand der Diktion von den unbezweifelt lucianischen Werken! 
Einen solchen Massstab lege man an unsere und noch manche andere 
dem Lucian voreilig abgesprochene Schrift an, und man wird in seinem 
Verdammungsurtheile behutsamer werden. Bekker ist eben im Lucian 
zu weit gegangen, wie etwa Ast im Piaton. — So sähen wir denn, 
dass Alles, was sich gegen die Echtheit der Schrift vorbringen lässt, 
nicht zwingend, nicht überzeugend ist, während jene obige Beziehung 
auf Lexiphanes ein starkes Vorurtheil für die Echtheit des Pseudosophi- 
sten begründet. Somit können wir nur dem Urtheile derer, die, wie 
Jacobitz und Sommerbrodt, die Schrift zu den lucianischen zählen, bei- 
pflichten. 

II. Kommentar. 

Dem Kommentar, der Graeves Anmerkungen (Amstelodami 1668) 
Manches verdankt, aber wegen etlicher dort übergangener Schwierig- 
keiten nicht überflüssig sein dürfte, ist die Ausgabe von Jacobitz (Lips. 
1876) zu Grunde gelegt. Das Hauptaugenmerk ist natürlich auf die 
Prüfung und Erörterung der theils wirklichen theils angebliehen Soloe- 
cismen gerichtet. In der Anführung von Parallelstellen habe ich mich 
im Ganzen beschränkt, oft nur das Resultat pro oder contra allgemein 
hingestellt. 

ds y8 firi (pvXd^nad-ai sc. dvvatog, welches auch ZU yvavai zu wieder- c. 1, 
holen. — ToV ovrag s^^ovta == aoloiHi^ovtc^. -^ cprig ov (ToXom^siv, Nach- 



12 

drucksvoller als ov cpf/g <t. vgl. C. 8: nmg qjtjg ov dwrjffstr&ai; — UymuBv, 
deliberatlvus, nothwendige Verbesserung Halm's st. Xsyofisv. — dTrniÖsvtog 
yaQ. yccQ bezieht sich auf ein unterdrücktes „Ja". — trjXiHovTog mv hoc aeta- 
tis. — zovto d. i. (Toloim^siv. — ifiov, naehdrucksvoll mit Bezug auf das vor- 
angehende ktqov. — aoti öl aoloimm. Erster absichtlicher Soloecismus: 
aQti cum fut, welche Verbindung sich erst bei Späteren findet. App. 
b. Mithr. 69: wg aQti 8ri yQi&rjffSfisvog. Für ägn war avtixa [naka) zu 
setzen. Was von agti gilt, soll auch von vvv dij gelten (c. 9 a. E.), beide 
mit Praes. oder Praeter. Wie äon, findet sich modo zuweilen cum 
fut, z. B. bei Terenz Andria 3. 4. 15: domum modo ibo. — nai^ug 
ex(ov. Ebenso Icarom. c. 24, s. Krüger Spr. J. 56. 8. 4. — xara- 
voij(Tat sc. (ToloiHiGnov aus dem vorhergehenden Golomiaag. — insl a fih — 
a ds. Die Begründung mit inBi ist ziemlich nichtssagend und hat, wie 
dies auch an manchen der folgenden Stellen der Fall ist, nur den Zweck 
einen Soloecismus anzubringen : « fisv — ä di für r« fisv — rä di. In- 
dess findet sich der gerügte Gebrauch von og seit Demosth., wenn auch 
sehr selten bei Attikern. Luc. selbst hat die beanständete Ausdrucks- 
weise z. B. Tim. C. 57: diadidov;.... Q) fih nivt% SQu^fidg, (^ ds fivävy 
<p ÖS rifiitd'kavtov. Rhet. praec. C. 15.: ä fih... iniduxvvg..., d ds yal naoai- 
vrnv. — tTzri. kTisffdat wie im folgd. dxoXov&sTv = assequi. — imt ocpsXov 
yal vvv dxoXov&^trat dwi^crri. Wegen des folgenden tovg tgetg und oXovg 
dqti ysvsiovg (c. 2) könnte man darauf verfallen zu glauben, dass in 
den eben genannten Worten drei Fehler beisammen liegen. Als ersten 
Fehler könnte man die jonische Form ocpeXop (statt mcpslsg. Über (»(psXov 
als Konjunktion bei Späteren s. Kühner Ausf. Gramm. //. p. 195 Anm. 
6), als zweiten dvvrj(Tri, statt dessen ein Infinitiv zu setzen war, und als 
dritten etwa die Verbindung des vvp cum fut rechnen, wie denn letz- 
teres auch wirklich, wenngleich ohne zureichenden Grund, der Scholiast 
thut. Dieser rechnet in den Worten iriBi ocpsXor.... dvnjar} überhaupt zwei 
Fehler : diZKvg ovv iv r^ ivl (Sidololxiatcay 8ib xccl Uyei ort rglg (TstroXoixi- 
atat, indem er also das obige dQti und d [ih — d de als einen Fehler 
zählt. Aber es sind vielmehr diese als zwei und 6(ps)^v... dvvrjari zusam- 
men als der dritte Soloecismus zu betrachten. — iTZBi ocpeXov wie sonst 
oog mcpslov z. B. Aristoph. Frösche 955. Luc. Pseudolog. c. 25. 
c. 2. noloixKT^ov. Ljk. in seiner Antwort urgirt den Singular: tov kva. — 

dQtiysvsiovg „milchbärtig" für donyspsTg oder aQriysvvijtovg „eben gemacht". 
Dies ist der vierte Fehler, daher im Folgd. rsrQaTrXfj. — Xüsxtai xal 
(T8(ToXoixi(Ttai wie C. 1. a. E. Xsy(o xal goXoihi^oh. — niya d&Xov. Wie xarcc- 
Tzgä^ai (ausführen) zeigt, war fisyav d-d-Xov (von d&Xog = dymv, Arbeit) 
zu sagen. — ov ixsya ^sv, dvayxatov de t. o. Nicht gross, meint der Pseudo- 
sophist bescheiden, wäre die Leistung, um gleich mit arrogantem Selbst- 
bewusstsein hinzuzufügen: wohl aber notwendig d. h. selbstverständlich 
bei einem, der dies (die Aufspürung der Soloecismen) für seine Pro- 



13 

fession erklärt. — nots vvv; wann war dieses „jetzt" der Fall? Cod. Marc, 
436 hat: 2oX, nots; Avx: vvv ozs, was einer Korrektur ähnlich sieht. — 
xatangä^ai. Man erwartet allerdings, wie Halm wollte, die Hinzufügung 
von av. Doch handelt es sich dem Lyk. weniger um genaue Wiedergabe 
des Gedankens als um den Hinweis auf das falsche genus von a&Xov: 
als ich von dir den Ausdruck gebrauchte ä&Xov xatanfja^ai. — oQx^mg 
8(ft]i;. Sarkasmus. Die Form k'cpTjg für ecprj(T&a ist bei den Attikern wenig 
üblich. Vgl. übrigens Fritzsche zu Fugit. 29, der vielmehr cpijg verlangt. — 
TTQoi'&i ys ig ro sfATTQOff^sv. Soloecistisch soll sein die Verbindung des 
TiQoisvai mit sfifiQOff&sv, welches sich gewönlich auf das Vorhergehende 
bezieht, wie in ta sfiTTQocr^sv tovzmv gri^ivta. Lyk. verlangt vermutlich 
ig tb ngoffco. Doch nQonoQivsa&ai 8fX7ZQO(T&sv bei Xen. Cyr. IV. 2. 23, 
sig toviinnoad-sv ngoisvai bei Fiat. Leg. VI. p. 755 B. Wegen der ange- 
nommenen Beziehung des 8[i7r()0(T&sv auf das Vorhergehende wirkt das 
folgende kmüd-ai komisch. — awriacov av = xaitoi avvriaoig äv, ironisch. 

(ov Assimilation für rovtmv ä. — to vvv gi^-d^iv, nämlich ngoävai ig c. 3. 
To sfiTTQoff&sv. — ixÖQafiovta sc. (Toloimaiiov, wofür aber in scherzhafter 
Weise, theils um im Bilde zu bleiben, theils um einen (vermeintlichen) 
Fehler anzubringen, im Folgd. layca substituirt wird. — aXka fiijv atqui. — 
tbv Xayca. Der Artikel mit Bezug auf das vorhergehende Xaym. Den Feh- 
ler sucht der Scholiast in Xayoi für Xayoiv. Indess ist die Akkusativform 
Xayoi bei den Attikern üblicher, (s. Krüger Spr. I. 16. S. 2). Den Akku- 
sativ Xaymv hat allerdings Luc. z. B. De domo c. 24. Der Tadel dürfte 
sich also darauf beziehen, dass Xay(6 auch für den Dual gehalten wer- 
den konnte. — iv aoXoimaiioTg nsffovtsg „in's Sprachfehlernetz gerathen" — 
tijg ayav jtaid&iag ironisch. — diicp&oqag. Diese Pfktform ist hier intran- 
sitiv gebraucht, bei den altern Attikern stets transitiv. Für den intrans. 
Gebrauch citirt Graeve aus Luc. selbst Dial. Deor, 13. 2: discp^oQmg 
to (Tmfjia, WO aber jetzt nach Handschriften discpi^agfisvog gelesen wird 
(siehe Fritzsche z. d. St.), ferner Nigr. c. 15: disqi&oQotojv ifciiatcav, 
welches aber auch aktiv genommen werden kann: cantilenae corrum- 
pentes. Sommerbrodt streicht die Worte dtscp&. 4<t[i. unter Berufung 
auf unsere Stelle. Aber dann müssten wir noch gar Manches in An- 
spruch nehmen. — avto tovto: to diiq)&0Qag. — rroXotxi^ovtag ist Ob- 
jekt. — ov yäo TiQoa&ativ avt^ to tiva. Diese Worte halte ich für ein 
Interpretament, da Lyk. im ersten Theile des Gespräches den Pseudo- 
ßophisteu überall im Unklaren lässt, worin der Fehler liegt. Ähnlich 
unten c. 10: oQ&ag.... avvti&ifitvov. 

tiari sc. (ToXoixi^ovtcc. — tmv tag tit&ag &tjXa^6vtoiiv. Da ^t]Xdisiv c. 4. 
sowohl vom Kinde (saugen) als von der Amme (säugen) vorkommt, so 
liegt das Tadelnswerte in der Zweideutigkeit des Ausdrucks, der abzu- 
helfen war durch tä tit&la statt tag tlt^ag oder durch t^v ix tit&rig 
^riXa^ovtm nach Luc. Zeuxis c, 4 : ix tijg innov ^rjXd^n. — rj alioquin. — 



14 

« ov vvv. 0^ ist anstössig. Man erwartet «t /mi/ oder « jmi?^« yv»*, wie 
c. 8: « jM)?^« vvv dxoXov&ijffeig. Aber der Mangel der feineren Unter- 
scheidung von ov und jutJ fällt bei Lucian öfter auf. Oder sollte ov hier 
absichtlich gesetzt sein? Doch schwerlich, da man sonst wenigstens eine 
Andeutung, dass da ein Fehler vorliege, erwarten würde, ov im Kondi- 
tionalsatz z. B. Hermot. 76. a. E., wo ich Fritzsche's Behandlung der 
Stelle für verunglückt halte. — av^dvovra für av^avo^Bva, wiewol av|a- 
vsiv seit Aristoteles auch intrans. erscheint. — tcp fxrjösv stdon, dat. iu- 
dicii. — Die ganze Antwort des Lyk. (xu^L... ddoti), die allerdings ein 
schaaler Witz, um nicht zu sagen Unsinn ist, verstehe ich so : Er will 
sagen, dass ein Fohler wie das ebengenannte diiq^&oQag (c. 3 a. E.) selbst 
von einem Kinde leicht bemerkt werden müsste. Daher werde der 
Pseudosophist, der den Fehler nicht sieht, vermutlich erst ein Kind werden 
müssen, um ihn zu sehen, (vgl. Lexiph. c. 25: tä Trlelcrta iyxata^tyvvstg 
roig Xoyoig, a firjds naig anti unv&dvmv dyvorjasisv dv). Um aber einen So- 
loecismus zu begehen, setzt er zu TvaiSiuiv hinzu: t(äv t^g tlz^ag &r]ln- 
i'ovtcov. Dann fährt er fort, dass, wenn auch dieser Gallimathias jenem 
nicht einleuchte, es für ihn schon überhaupt keine Soloecismen mehr 
geben werde. Aber auch hier will er noch einen Fehler anbringen. 
Statt daher zu sagen : „Kein Mensch wird mehr in deinen Augen fehlen" 
sagt er, indem er an das obige naidi(ov anknüpft : ovSl av^dvovra naidix. — 
dXri&ri Xsyeig. Der Pseudosophist fasst die Worte rmv rag xit&ag ^r]Xa^6vt(ov 
im Sinne von „die Ammen (Objekt) säugend", und der Unsinn, den sie, so 
gefasst, geben, leuchtet ihm ein. Ebenso leuchtet ihm die von Lyk. da- 
ran geknüpfte Bedingung und Folge pin. Daher sagt er dXrji^ij Isysig. 
Den Fehler in ctv^dvovta merkt er nicht. — ravta, was nämlich Andere 
fehlen, im Gegens. zum Folgenden iavzdSv, den eigenen Fehlern. — 
rwv ivivtcov. Nominativ r« iavtäv. Auf dieses savtav bezieht sich das 
folgd. toöB (ToXoixiG&svy indem statt iavrav gesagt werden sollte i^fiwv 
avrcov. Doch ist jener Gebrauch des Reflexivs der attischen Prosa wie 
auch sonst dem Luc. selbst, (z. B. Cotapl. c. 9. iavtm von der ersten 
Person) keineswegs fremd, und wenn ihn auch Krüger Spr. L 51. 2. 15 
einen misbräuchlichen nennt, so hat er doch seine Analogie z. B. in 
den slavischen Sprachen. Ähnlich wird unten c. 8. a. E. xatd acpäg av- 
tovg diriX&o^Bv als fehlerhaft getadelt, wiewol man hiefür z. B. Xen. 
Hell. L 7. 19 anführen kann, wo (rcpäg avtovg von der zweiten Person 
steht. — Xiyuv imp, inf. — ag ixavog «.... aoXoim^Biv, Hinweisung auf 
den Anfang des Gespräches, welches hiemit einen gewissen Abschluss 
erhält. 
c. 5. ^«y^ Z*^*' ovzcag sc. nom. — :S(ohq. 6 d. M. Über ihn s. Prole- 

gomena. — td toiavta. Was der Scholiast hier mit seiner Bemerkung: 
fzöaovg Ttaldag ezexeg eigentlich will, vermag ich nicht zu enträtseln. Un- 
ter T« foiavta können doch nur Sprachfehler der genannten Art gemeint 



15 

sein. Über die Worte eXtysv dvsTzaxd'mg s. Proleg. — nriviaa e^uai; Indi- 
rekte Frage. Nach den alten Grammatikern (s. auch Schol. z. Aristoph. 
Vög. 1498) ist nrivUa nur von der Tageszeit üblich (t^? mQaq drjlmtixov). 
Durch die daran geknüpfte, übrigens ziemlich ungeschickte Frage: tlgyaQ... 
i^icov; deutet Sokrates an, dass der Fragende s^ine Frage wohl nicht 
auf den heutigen Tag beziehe und daher statt nrjvixa — ttots hätte sa- 
gen sollen. Indess erscheint TiTjviHa auch allgemeiner von der Zeit z. B, 
Demosth, 18.313. Bei Luc. selbst z. B. Gall c. 6. Tim. 4. S. auch Kockz. 
Aristoph. Vög. 1514. — ccTToxQiO-sirj. Der Aor. ansxQl&riv statt dTrsxQivd- 
liTjv erst seit Poljbios. — ixard s^gj td natQi^a. natQMog bezeichnet das 
vom Vater Ererbte, setzt also den Tod des Vaters voraus. Da die Frage 
des Sokrates: ti&vrjxs ydo 6 natriQ aov; offenbar die Andeutungeines Feh- 
lers enthält, so ist anzunehmen, dass der Andere sagen wollte : acquiesco in 
patriae institutis, in welchem Falle er aber ndxQia hätte sagen sollen. 
Danach hätte aber auch Luc. selbst Dial. Mort. 12. c. 3 : dnoatdg rav 
7TatQ(pcov inkorrekt für TzatQimv gesagt. Über den Unterschied von natq^og, 
Tidroiog, natoiKog s. Krüger Spr. \. 41. 11. 9. — n.ttQi(6trig eati {xoi. 
Der Barbarismus liegt in natQmirig für nolkrig (Mitbürger). Nach den 
alten Gramm, und dem Schol. war nargicatrig unter Barbaren, noUtrig 
unter Griechen üblich. Die Stelle Fiat Leg. VL p. 777 D. wird mit Un- 
recht gegen diese Vorschrift angeführt. S. dort Stallbaum. — ildv&avsg 
aQ(t: Jetzt erst kommen wir zu der Einsicht. — 6 dshd s(Ttt fis&vffrjg. 
Statt nB&mrig, welches nur genit. fem. ist, war iiiüvfrog oder fis&vcrtrjg 
zu sagen. — inUloyiotag antik und jonisch statt ihiM'ioxag. Auffallend ist 
die Wiederholung derselben Sache unten c. 7 gegen Ende: Xüoyxn dl 
70 sikrjxcc liyovtog. — dmlaaidl^ug hier in gramm. Sinne, wie dmlaaiafffiog 
von der Beduplication. — X^jwjua = to lafißarofisvor (Schol.), während hier 
).rj[icc (Mut, Entschlossenheit) gemeint war. — 6 fisTga^ oviibg (pilog. 
Der Hohn (loidogslg) liegt darin, dass einem Älanne ein weibliches 
Attribut gegeben wird. Denn fisiQa^ gebrauchen die älteren Attiker aus- 
schliesslich von Weibern oder verweichlichten Männern im Ggs. zu {ist- 
Qdmov. Vgl. Lobeck zu Phryn. p. 212. — ÖEdizTOfiai Hai q)Svyco, dsdittofiat 
(terreo) ist statt ösdoixa (timeö) unattisch. Die Unsinnigkeit des Gedan- 
kens wird durch das Gegentheil anschauhch gemacht: svXaßsTtr&at 
opp. dsdkts(T&ai, ÖKoxsiv opp. q^svysiv. Übrigens kommt dsdiaaonnt = 
timeo bei Homer und Späteren vor. — 6 xoQvqiatotnrog. Getadelt 
wird der Superlativ von yonvcpalog, das schon an sich den Super- 
lativbegriff enthält. Der Superl. findet sieh aber bei Luc. selbst Quom. 
hist. s. scr, c. 34. Paras. c. 42, bei Dion. Hai. und Plut. u. hat seine 
Analogie an nQoanatog. — x^Q''^'" ironisch. — rij? HOQvi^rjg hängt von 
indva ab. — i^oQfiw. Beanständet wird der intrans. Gebrauch, der indes- 
sen den Attikern nicht fremd ist. Luc. selbst beachtet seine Vorschrift 
nicht Dial Mort. 12 C. 2: i^OQfiijfrag ig rriv 'IßrjQiav. Ebda. 27 c. 3: 



TTolv t<Sv aXlav fTQovTTs^oQfii^ffag. — if iTTiTroXijg. Der Tadel bezieht sich 
auf die Hinzufügung der Präposition. Wenn man, um auszudrücken 
„auf der Oberfläche" sagen könne i^ imTtoXijg, so könne man mit 
gleichem Rechte, um auszudrücken „auf dem Fasse" sagen ix t^g Tii&dxvrjg. 
Doch hat Lac. selbst «| iTztnoXijg De luctu c. 16. Nigr. c. 35. Ebenso Dio- 
dor u. A. — (Tvvstd^ato [lot. In welchem Sinne dies Wort hier gesetzt 
sei {iniunxit mihi oder coniposuit niecum) ist nicht zu bestimmen. Nur 
so viel ist klar, dass es hier als unbestimmt, weil mehrdeutig, getadelt 
wird, indem es auch (xal — de) und zwar vorzugsweise ein militäri- 
scher Ausdruck sei (iTzl atgatonidov dicc&6(js(ag Schol.). — 7ZB(jii(Tzriv avtov, 
TTSQKTtrjvai tiva ist im Sinne von „umgehen", dccUnare, cavere gesetzt, 
wie es Luc. selbst im Hermot. a. E. hat: ixtQUTZTJaofiai xal TTtQiatriaonaL 
maTTSQ tovg Xvrtmvtag t(av xvvav, Indem er aber hier an die Grundbedeu- 
tung des Wortes anknüpft, macht er den Ausdruck lächerlich, da ein 
Umstellen durch eine Person nicht statt finden könne. Vgl. indess die 
freilich zweifelhafte Stelle Soph. Elekt. 192: xsvaig d^dficpicrtafiat tqu- 
Tti^aig. Ferner vgl. mQiiQx&a&al tiva z. B. Hermot. 63 und circumvenire 
alqm. Was Sokr. für das beanständete nsQUatriv wollte? Vielleicht ^1«- 
rQccTttjv, wie an der eben cit. Stelle des Hermot. (vgl. auch Fseudolog. c. 
17.) oder i^ifftrjv avtov. Über letzteres s. LohecJc zu Soph. Äi. 82. 
s. auch Fritzehe z. Hermot. 86. — (Tw&xgireto... disxQivsro. Nach den alten 
Erklärern soll avyxQivta&ai, hier falsch gebraucht sein als gerichtlicher 
Terminus für cwdixd^sc&ai. Anknüpfend an die Grundbedeutung concre- 
scere macht er den Ausdruck lächerlich durch das Gegentheil diaxQma&ai^ 
dissolvi. 

Über (ToXoixi^ovtog 'u4ttixmg s. Proleg. — yovv „z. B." — vm 
tovto doxBi... vmv... dfiaQtdvofiev. Statt ym'i war vcoi'p oder vielmehr 
v^v zu setzen. Denn sonst könnte man mit gleichem Eechte auch sa- 
gen: vmv diiagtdvoiiBv. Das vmiv vor ig^Tg steht im Sinne des Akkus., 
indem das Subjekt von di.iaQtdvofisv anticipiert ist. — tl tav iTzixc^Qicov, 
eine vaterländische Historie. — t«^ 'HoaxXsT fjux^sicra. „ii^ix^rj ydg dvriQ, 
(faiiiv, yvvaixi, ovxi yvvr} dvögi^' . (Schol.) „Haec tarnen differentia non est 
perpetua". (Graeve). Bei Tragikern allerdings nur von Männern ausser 
Eur. Ion 350 (ed. Kirchhoff). — xccQrjvai...ccg diotro (wünsche). Gerügt 
wird der Gebrauch des pass. aor. für das med. xeiQacr&ai. Denn nach 
den alten Gramm, steht xag^vai inl ngoßdrav xal dzifiov xovgäg (Sklaven), 
XBiQaiT&ai im dv&QcoTiov xal rov xocTfiiojg, — ^vyofiaxsTv, wie das folgd. zeigt, 
hier von einer freundschaftlichen oder wissenschaftlichen Disputation 
gebraucht, während es nur vom Streite mit dem Feinde anzuwenden 
sei. Doch Demosth. 39.6: Tragi ovofiatog ^vyofiaxBiv. — ßaaavl^sa&ai als 
wx propria für Prüfung oder Tortur wird hier im allg. Sinne von „quä- 
len" getadelt. Nach TJiom. Mag. wäre i^etdisa&ai zu setzen. — inl tcp; 
ZM welchem Zwecke? — ngoxontBi. Der Tadel ist unberechtigt, agoxon- 



11 

xBiv pröficere findet sich bei den Attikern oft. Luc. selbst im Hermot. 
c. 63: iyto fdv nQovxontov iv toTi iiaß^rmaai. Parasit, c. 13.'. roh iv 
ixsivaig tcttg tsxvatg ngoxontovra?. Auch in der Bedeutung „förderlich sein" 
steht es bei Thuk. 4.60. 2. S. dort Krüger. Allerdings wird in , jener 
ersteren Bedeutung inididovoci üblicher sein. — iislstrjcrsi. „ov ydo cpacnv (ol 
*u4t7ixoi) jUfAfiTTjcra), dU.ä lislstricfoiiai"' (Schol.), wonach also hier zu sagen 
wäre fisXsrriffErai. Aber die aktive Futurform findet sich nicht selten, 
z. B. bei Thuk. und grade iihUtriaoiiaL erst bei Späteren. — Xiysic; ou. 6ti 
wie sonst bei Anführung direkter Kede. 

re&vT^^si... km tov tQitov (von der dritten Person), „ts&n^^stai ydg c. 7. 
iXQ^i' UyB.iv im tov tgltov, dl)' ov ts&vri^ti im tov d&vtigov"- (Schol.). Auch 
hier gilt das Gleiche wie im vorigen Falle : tt^vri^m die Attiker, tB^vri- 

^ofiai die Späteren. — ßiXtiov yatagcoiisrov. „Praestaret [praestat] vel 

hie te non atticissare mortem hnprecantem mihi; dicis etiim mihi : mö- 
rieris". (Graeve). — ctoxd^ofiai avtov für q)sidofiai avtov. Eine solche 
Verwechselung scheint rätselhaft. Ich begnüge mich damit Graeve's 
Bemerkung herzusetzen : „Hie onines Graeci magistri taeent. Apud 
unum Lascarem Const. legitur : atoxci^ofiaiy qjsidofiai significat dxQißolo- 
yoviifzi vel ܣ(a, praeparcum esse et misereri, quod an hie locum hdbeat 
neseio. Ea eerte significatione videtur verhum Gtoxd^oiiai positum esse 
secundi Maccdbaeorum cap. 14 : neu tmv idicov TtoXttmv (rtoxcc^ofievog 
i. e, parcens vel miseratus vel consulens, ut vertit interpres illic''. Danach 
scheint (rtoxd^ea&ai in der hellenistischen Mundart die Bedeutung von 
cpsidsff'S'ai gehabt zu haben. — dqjtcrtäv... dquatdv&iv statt d(piatdvai. td 
oQTi iiBd-iatdvu findet sich in der Bibel, also gilt hier wohl das Gleiche 
wie bei (Ttoxd^£(T&ai, — nXrjv sl inq. Getadelt wird der Pleonasmus, da 
sowol nXriv el als auch Bi [11] allein genügen würde. Indess ist dieser 
Pleonasmus bei Attikern häufig, und auch Luc. hat ihn oft z. ß. Dial. 
mort. 24 c. 2 : txX^v si [i^ tovto qpifi?. Ebenso ixt dg bi iiri^ x^Q^^? ** f^V- 
Vgl. nisi si. — tavta „hier''. — dmlä mit Bezug auf die genannte 
Dittologie. — x(^a(Ti9^at jonisch für xQV^^^h w^i oder oraculum eonsulere. — 
ix tots (seit damals) wird verworfen statt i^ ixBivov^ dnixBivov. Jenes fin- 
det sich nicht blos in der Bibel, sondern auch sonst bei Späteren z. B. 
Arr. Anab. I. 26. 4. Luc. selbst Asin, c. 45 g. E : xdx totB. Über Big 
toTB bei Piaton, Demosth. u. A. s. Krüger Spr. I. ^Q. L 4. ixnigvai 
scheint gar nicht vorzukommen. — xalöv ironisch wie oben c. 5 x«* 
QiBv, Sinn : Die Berufung auf Platon's Big tots gestattet noch nicht zu 
sagen in tots^ ebenso wenig wie ixnBQVGi. — idov... idi. Jenes ist Inter- 
jektion (ecce), dies Imperativ (vide). Mit idov ist nicht zu verwechseln 
idov, welches nach Thom. Mag. di Attiker für idi gebrauchten. — itBga 
dvd^ ItBQmv (Tt][iacvBig, du verwechselst die Begritfe. — dmlaiißdvo[iat „er- 
fassen, ergreifen" im materiellen Sinne wird getadelt statt (Twirjfii Intel- 
ligere. Spätere gebrauchen jenes so z, B, Josephus. Zu Soph. Aias 16 : 



18 

^vvaQ7tdt(xt cpQsvl bemerkt der Scholiast: '^toi o^icog awlrmi xal dv- 
tiXafAßdvofiai. — &avfid^siv... dvri7ToiET(j{>ai. Auch hier kann man sa- 
gen : „Rio omnes Graeci magistri tacent'' und nicht nur diese. Die schwer 
verderbten Worte entziehen sich jedem Verständnisse. — ßQadiov,.. td- 
Xiov; So ist zu interpungieren : „Ist ßgadiov nicht ebenso (fehlerhaft) 
wie rdxiov?" Bei einem Punkte würde gesagt, dass rdxiov attisch sei, 
ßQadiov aber nicht. Nun ist aber keines von beiden attisch, sondern nur 
ßqadvtBQov und Odaaov (d^ättov). Man müsste denn die Worte ironisch 
fassen, wie Graeve thut : „scüicet non est simile'', was aber wohl nicht 
angeht. — ßaQBlv „belasten" soll nicht gebraucht werden für ßaQvvnv. 
Der Tadel nicht gegründet. Luc. selbst Dial Mort.lO. c. 4: ßaQijasi, 
Aetion c. 5. ßaQoivro. — mg vsvofirxag: non est ita vitiosum ut pu- 
tasti. Der Ausdruck ähnlich wie oben ovx htiv o^oiov t(p tdxiov; — 
lüoyxcc... siltjxoi' Auffallende Wiederholung nach c. 5, wo bereits ixXsXoyx^ 
verworfen wurde. Die Worte oUyov... xal nno oh djxaQtdvstm sind natürlich 
korrupt und die Stelle wahrscheinlich lückenhaft. Sonst könnte man ver- 
muten etwa : oXiyoi mit Streichung das folgd. xai: „Wenige gibt es, bei 
denen dieser Fehler vorkommt". — i'maaüai für nksa&ai. Ebenso wird je- 
nes, das in der neueren Gräeität häufig ist, verworfen im Lexiph. c. 25. 
Doch Luc. selbst Bial, Deor. 20 c. 5 : xa&intdiiBvoi. Ebda. c. 6: (TvimaQiTt- 
rdfirjv. Amor c. 6: dunrdiis&cc. Catapl. c. 2: dvintatai. — oti [ih... lafuv. Prostig: 
Weil das Wort von 7r(e)r^(ng komme, müsse man nkoiiai sagen. -- ntoiarBQOQ 
(Täuber) soll ebenso unrichtig sein wie (fdttog (Ringeltäuber). Er verlangt 
also mQi(Trs()d und cpdtrcc als commune. Aber Athen. IX. p. 395 B berichtet: 
^AzTixol ÖB dQüBvixwg TTBQKTTBQov xoXovGiv. Die Form (fdttog komffit aller- 
dings nirgends vor. — mg dri 'Attixov, als angeblich Attisch. — qiaxov, 
(faxog, welches im Sing, das einzelne, ungekochte Linsenkorn (oder auch 
einen Kochtopf) bezeichnet, wird hier im Sinne von „Linsengericht" 
verworfen, wofür (paxovg (wie Hermot c. 61) oder g)«x^y (wie Epist. Sa- 
tur. c. 23) zu sagen war. — tccvza {ih td ^JcoxQatsia. Ebenso abschlies- 
send und überleitend wie c. 5: xdym fisv ovtmg. 
C. 8. im iriv dfidXav tmv nQOtBQoav Xoymv. Anschluss an C. 4, a. E. : „ZU 

dem früheren Wortgefechte, Disput". — xaXm, citaho, — tovg ßsXthtovg 
sivai oXovg. Diese Worte, die den haaren Unsinn enthalten, werden in 
den Ausgaben ohne irgend eine Bemerkung ruhig übersetzt: „cifaho op- 
timos^ ut sint universi'' oder „citaho ea, quae optima videntur esse tota". 
Was sich nur die Übersetzer dabei gedacht haben mögen. Der Sinn scheint 
zu sein: Die besten d. h. augenfälligsten Schnitzer (croXoixKTfiovg) will 
ich eitleren d. h. begehen. Etwa Isvat. ofioGB? — xäv vvv, nunc certe. 
Über diesen bei Luc. (z. B. Tim. c. 20. Galt. c. 16. Bhet. praec. c. 9) 
und überhaupt bei späteren Schriftstellern nicht seltenen Gebrauch (eigtl. 
= xdv vvv ri) s. Kühner Ausf. Gramm. IL p. 171. 3. — dwijaBffdai sc. 
yvmQiaai, ~ toaovtmv, die im Vorhergehenden angeführten Beispiele. — 



19 

iffmg [ih ovds vvv dvvrj(Touai. Der Pseudosophist wird etwas kleinlaut. — 
dvB(pys. dvscpya „habe geöffnet", gewöhnlich „stehe offen", aber erst seit 
Aristot., die Früheren sagten dafür dviwyiiai. Lue. selbst hat dvmya in 
passiv. Bedeutung Navig. c. 4 a. E., Gall. c. 6. 30. 32.,Änach. c. 29., 
Dial. Mort. 4. c. 1. — tl micoyn^a. Gemütliehe Ironie: „Was soll aus 
uns werden?" — xk x«t'«ox«? qriOivxct vnb (jov, nämlich in der Einlei- 
tung des Gespräches c. 1. Nach deinen dortigen Äusserungen, meint 
Lyk., glaubte ich dir eine leichte Aufgabe zu stellen. — innsTg ig 
nsdiov xaXsiv. Sprichwörtlicher Ausdruck für eine leichte Aufgabe, 
insofern in der Ebene der Kampf für die Eeiterei am leichtesten 
ist. „ Usurpatur autem proverbium, quoties quis ad id provocatur, in 
quo plurimum valet qiioqiie vel maxime gaudet^. Stallbaum zu Fiat, 
Theaet. p. 183 D: 'iTiTTsag ig nsdiov xaluv, WO der Schol. beides, inneag 
und mnov, für sprachrichtig erklärt. (Letzteres hat Luc. Tisc. c, 9: ig 
nsdiov tov mnov). Es liegt also der Fehler nicht in innsig statt mnov^ 
wie der Schol. zu unserer Stelle meint, sondern in der Form innsTg statt 
inneccg. Aber es findet sich die contrahierte Form des Akkus, nicht gar 
so selten bei den besten Attikern, nur bei Thuk. sehr selten. Luc. selbst 
hat die contrahierte Form z. B. Navig c. 46: ßaaiWg. ~ ama a(fag 
avtovg für xa&'i^fi^xg avtovg. Siehe oben zu c. 5 : tcov suvroSv. 

ndvv yovv ddriXov, ironisch. — nlrjv ys 6. Da nXi^v ys bei Luc. nie c. 
unmittelbar neben einander stehen, sondern stets durch ein Wort ge- 
trennt seien, so vermutet Soramerbrodt Lucianea p, 109. nl^v 6 ys 'A, 
Vgl. denselben zu Ghar, c. 11. — AnoXlcov. Nur dieser kann dir helfen; 
denn er gibt Bescheide. — ^avtsvstai. „xQf} H'^^ o AnolXmv, navzsvitai de 6 
nQociiov"' (Schol.). Aber auch bei den besten Attikern bedeutet fictvtsvs- 
(Td-ai nicht nur petere oraculum, sondern auch edere oraculum. Luc. selbst 
hat es in dem hier getadelten Sinne ziemlich oft. — löv fiartsvofisvov 
doppeldeutig; „Du verstehst Apollos Bescheide nicht, bist also ein Jiomo 
stupidus'-" und „du hast jetzt eben den (falschen) Gebrauch von i^avtevs- 
(T^ai nicht bemerkt". — st äoa xad-' sig Xnv&ävsi as nsQimv. Wenn sl richtig 
und nicht vielmehr die Fragepartikel ^ zu lesen ist, dann muss sl dgcc 
bedeuten si quidem, also der Satz zum Vorhergehenden begründend 
stehen, somit statt des Fragezeichens hinter nsQuwv ein Punkt gesetzt 
werden. So fasste die Stelle auch Graeve: „nam singuli, qui circa te 
oherrant, a me tibi ohicitmtiir soloecismi te fugiunt, a te non animad- 
vertuntur'' .' (Seltsam schrieben ältere Herausgeber , xa&sig von xa&irjfxi). 
Der Fehler liegt in xaO-'slg, wofür die Attiker xa&'bva sagten. Vgl. c. 10: 
xnd-'kxafftov. Jenes xa&'slg kommt in der biblischen Sprache vor. Auf den 
in xa&sig (oder vielmehr xad-'wa) liegenden kollektiven Begriff" bezieht 
der Pseudosophist in seiner Antwort den Plural ioixmi. Den Fehler in 
xa&'slg merkt er nicht. — 6 xa&'sig sc. aoXoixKJiiög. — nagi^Xß^^' wie oben 
c. 3 naqri^sv, — fjivrjfftsvofievov avt^ ydfxov. Komisch ausgedrückt für: der 



20 sj 

den Ausdruck gebraucht fiv. «. y. Der Pseudosophist ist auch wirklich 
so naiv die That selbst zu verstehen. Ebenso im Folgenden. Bezüglich 
des Ausdrucks bemerkt der Schol. : fivätai [isv yag avriQ ywmxa, fivrj(7tBV- 
stcci ds yvvri. Aber der Unterschied ist nicht so fest abgegrenzt. Luc. 
selbst hat ^vr^ffrsvsa&ai vom Manne z. B. Toxar, c. 44 zweimal. Das 
aktive iivriütbVBiv avta ydfiov findet sich bei Piaton, Eurip., Isokr. — 
tc ovv Tovto; oti xtX. und ebenso bald darauf. 6n erklärt das ti. — ö 
q)d(TX(ov sidsvctiy der aber in Wahrheit ein dyvoav ist (c. 9 a. A.). — Trag- 
tk&tov kann nicht heissen in transitu, wie es die Bipontina übersetzt, 
vielmehr accedens. — dnoXinoi ttiv ywaTxa. „dnoXdnBi (ibv yccQ yvrri tov 
avÖQa, dvrjQ ds yvvaixa ovx, dXX' ixßdXXsi". (Sehol.). Gegen diese Vor- 
schrift verstösst aber Lue. selbst Dial. Deor, 5. c. 2. Bis accus, c. 29, — 
aQ* äv iTiitQBTzotg avr^; Doppelsinnig: Lyk. meint den Sprachfehler, der 
Andere versteht die That. — rpocpoirj triv ^vquv iaicov rj i^iojv xontoi. Die 
Thüren der Alten wurden nicht nach innen, sondern nach der Strasse 
zu geöffnet. Aber die Angabe der alten Grammatiker, dass man beim 
Hinausgehen an die Thür schlug, um die draussen Stehenden vor einem 
Acstüss zu warnen, und dass dies rpo^^Blv hiess, scheint eine reine Erfin- 
dung zu sein. Vgl. vielmehr die überzeugende Darlegung bei Becker 
Charikles L S. 90 ff (herausg. von Göll), wonach tpocpslv nur das Ge- 
räusch der Thür beim Hinaustreten bezeichnet (crepat ostium). Siehe 
Aristoph. Eitt. 1326. Beim Eintreten klopfte man an die Thür, damit 
diese geöffnet werde. Dies hiess xontBiv oder xqovbiv trjv ^vgav (jpulsare 
ostium). — TiBTtov&svai, Eindruck empfinden, denken. Ebenso gleich darauf 
ovöh oXmg nsTiov&Bvai. Etwas anders oben c. 8. H ovv neKTOfis&a; — 
iHsTvov... iSiBvai. Der Pseudosophist macht also zwischen den beiden Aus- 
drücken keinen Unterschied. — dnaiÖBvtov ovta. Das Parti cip causal. '; — 
vßQKTtrig iy(6; So ist zu interpungieren, also die "Worte nicht mit dem 
Folgd. zu verbinden. — vvv drj yBvriaonai sc. vßQifftijg. Insofern er ihn im 
Folgd. über den Gebrauch von vßQi^siv aufklären will, sagt er scherzhaft 
vßQKTtrig ytvT^aofiai. — vvv drj. Da dies SO viel bedeute wie aQzi (Schol. 
zu Aristoph. Frieden 5: vvv öij' ovrmg 'Attmol dvtl tov doticog), könne 
es nicht cum fut^ sondern nur cum praes. oder praet. verbunden werden 
(s. oben zu c. 1: dgri ds aoXoixm). Über vvv dri = jetzt doch endlich oder 
sicherlich cum fut. s. Krüger zu Thuk. 6. 24. 2. — aoXoixiaai. Wenn 
nicht (TS(ToXoixi(T&ai zu lesen ist, so haben wir eine sonderbare Personi- 
fikation des Ausdrucks to vvv drj ysvricofiai. 
c. 10. sTiüd-oig, percurras = exponas. — oaa hängt von aoXomicrag ab. — 

IxridafjLmg Negation der Ablehnung. — xai9' sxaütov, dem Sinne nach appo- 
sitiv zu nsQl tovtmv. — firj daascog, dXXd t/^dw?, nicht mit dem spir. asper, 
sondern mit dem lenis. — i^svByHsiv hängt noch von iTTsX&mfisv ab, wo- 
raus ein XiyMfisv „feststellen, erklären" zu denken ist. Die Konstruktion 
ist hart. — oQ&wg.,. awri&BfiBvov, ein offenbares Interpretament, da die 



21 

vorangehende Erklärung deutlich genug ist. — fi^ yaq ovt&g. niq deutet 
auf eine Bedingung hin. Aus i^svsyxsiv ist i^svsx^sv zu ergänzen: wenn 
man es nicht so ausspräche, sondern atta. — ro rijf? vßpsoag, was den 
Vorwurf der vßgig betrifft, (c. 9 g. E.). — /i« (Subj.) g^J? vßQhai. Hinter 
vßghai ist offenbar wegen des Gegens. zu sig ai mit Gesner as (als Ob- 
jekt) einzusetzen. — qxtiriv tdiov, loquar proprio. Doch wohl (fairiv äv 
idiov, wie oiv häufig in den Hds. irrtümlich fehlt. — orx «;fa) ünslvy non in- 
telligo. — oti 10 fisv xrl. oti gibt den Grund von (pairjv idiov an. Er will 
den Unterschied von vßQi^siv tivd und Eig tiva klar machen. Das erstere 
beziehe sich direkt auf die Person, das letztere auf etwas der Person 
Gehöriges. Hier also, wo er gegen die Sprachfehler des Anderen, nicht 
gegen dessen Person losziehe, sei Big riva der korrekte Ausdruck „Id ta- 
rnen discrimen non perpetuum est nee semper verum". StepJi. Thes. s. v. — 
xat oatigyB steigernd: atque etiam. — ttItiv überdies, sogar. Über diesen 
Gebrauch s. Soramerbrodt zu Quom. hist. s. scr. c. 58. — XÜBxtai, liegt also 
in den Werken der Schriftsteller vor. — 6 IRdtmv... iv I^vimoaic^. Die Stelle 
ist p. 174 B: "OfitjQoc, fxh yaQ mvdwsvBi ov növov dia(p&6iQ(xi, dXkä xai vßQicai 
eig TTiv ni/.QOiniav. vgl. Luc. Bis accus. C. 28 a. E: ig ixelvov (xov /tidloyov) 
vßQi^siv. — 70 didcfOQov. Unten C. 12: diacpogav, c. 11: diacpsQOV. — dXkd 
vvv siffo^ai: nunc certe (a te monitus) sciam. — vTraXXdttsiv... ivcxXXdttuv, 
Der Unterschied ist, wenn ich die Begründung mit bitieq richtig verstehe, 
dieser: vnalldrtuv (to fiiv) heisst Eines für das Andere setzen, das 
Falsche für das Richtige, also „verwechseln", imXXdtzBiv (to ds) heisst 
„umändern", aus dem, was da ist, Etwas machen, was (bisher) nicht 
da ist. Der Pseudosophist aber, indem er aus Unkenntnis dem ogd^ov 
(rectum) das xvqiov (proprium) substituirt, versteht vTtaXXdtrsiv vom Ge- 
brauche des uneigentlichen Ausdrucks für den eigentlichen, also von 
der Metapher, und ivaXXdttsiv von dem abwechselnden Gebrauche des 
eigentlichen Ausdrucks und der Metapher. Ist dies nun auch gegen des 
Lyk. Sinn, so geht dieser doch, da wenigstens das über vTtaXXdttstv 
Gesagte nicht grade unsinnig ist, darüber kurz mi^ der Bemerkung hin- ^ 
weg, dass sich dies auch so (xal tavza) in gewissem Sinne (tivd xa- 
tcivoriaiv) hören lasse. (Zur Sache vgl. über die rhetor. Figur vnaXXayri 
Cic. Orot. 27. Quint. VIII. 6, 23. Arist. Rhet. IIL 2.). Der von Lyk. 
aufgestellte Unterschied wird schwerlich ein durchgreifender sein, wie 
denn auch er selbst c. 11 naQaXXdttsiv dem vnaXXdtteiv substituirt. — 
TO fxsv itifjov noog ttsQov ylyvttai. Gen it. bei yiyvE(T&ai^ eigtl. : vnaXXdttnv 
kommt zu — dem Einen im Verhältnis zum Andern, bezeichnet das 
Verhältnis des Einen zum Andern d. h. die Verwechselung. — - tb dd, 
Übergang zu etwas Anderem. — ünovdd^uv Ttgog tiva und neQc xiva. Je- 
nes soll bezeichen das Interesse dessen, cfer Sich bemüht (appeterealqm), 
dieses das Interesse dessen, um den sich einor bemüht (studere alimi). 
Das letztere (= colere älqm) sehr häufig, nQog nva z, B, Xen. Cyr. 



I. 3. 10. = mit Jmd. wichtige Geschäfte haben, Tlat Gorg, p. 610 C. 
Aber Moschopulos gibt den Unterschied, ziemlich umgekehrt an. — vtio- 
(Tvyxsxvrai, confusa sunt, nämUch bei manchen Schriftstellern. — imatc^ 
ist masc. 

c. 11. Ott disvijvoxB. Unrichtig die Bipontina: quid differant. oti, nicht 

tt ist za lesen, wie sich aus dem Folg. diacpegsiv (prjfii ergibt. Zuerst 
ist die Rede davon, dass ein Unterschied stattfindet, dann davon, worin 
derselbe besteht: yal t(§ not äv eirj diacpigov; und weiter: aQd aoi doxst 
[iixQ^ tivi dcacpsQsiv. — xa&iffOriti. Über die Sache s. Proleg. Was die 
Form betrifft, so haben erst Spätere einen Aor. ixaHa&rjv. Zweifelhaft 
ist i(T&(a bei Soph. Oed. Col. 195, wo Manche sfrröo schreiben. — ««- 
&i(Tov und xd&rjffo. Jenes heisst: setze dich, asside, dieses: bleibesitzen, 
fjisvs na&s^ofisvog, sede. Doch nicht immer. So z. B. kann xd&rja&e bei 
Aristoph. Ekkles. 57 nur bedeuten : setzet euch. Ebenso Luc. Bis acc. 9. 
(Seltsam ist, dass zuerst vom Imperat. xd&KTovy dann vom Verb xaüi^Hv 
überhaupt gesprochen wird). — ria J ^bIvb xtX. Odyss. tz. 44. — naXiv mit 
Bezug auf C. 10: to tavta vnaXkdttEiv (Tolotxi^siv (dfiaQtcivsiv) xaXovaiv, — 
xa^i^oo und xcc&s^ofiKi. Dieses heisst „sich setzen", xa&i^co auch (xal) einen 
andern setzen lassen oder heissen". Also hat xai^/fw, was auch wirklich 
der Fall ist und sich also auch auf den obigen Imperativ bezieht, beide 
Bedeutungen. Vgl. über xad-i^co intrans. z. B. Krüger zu Thuk. 4. 93. 1. — 

c. 12. neu drj Uys „und fahre so fort". — Über nQodiddffxsiv „durch Unterrieht 

fördern" s. die Erklärer zu Aristoph. Wölk. 476. — ovx oh&a, Dass 
vor diesen Worten eine Lücke ist, zeigt die Antwort des I^oloixKTzrjg. 
Denn von dem Worte ^vyyQacpsvg war nirgends die Rede. Wie es scheint, 
sollte hier der Unterschied von 'KjtoQioygdcpog und ^vyyQaqisvg erörtert 
werden. Jenes bezeichnet nach Ammonios einen, der vor ihm Ge- 
schehenes beschreibt, wie Herodot, dies den Verfasser einer Zeitge- 
schichtej wie Thukydides, der xaz i^oxf^v — 6 ^vyyQacptvg heisst. (Vgl. da- 
gegen die Bezeichnung der Taciteischen Geschichtswerke als Ännalen, 
Vorgeschichte, und Historien, Zeitgeschichte). Doch werden ohne Be- 
achtung dieses Unterschiedes Herodot und Thukyd. oi aQKJtoi rmv avy- 
yQa(pB(x)v genannt Quom. hist. s. scr. c. 54. Ebenso (TvyyQacpsvg = re- 
rum scriptor schlechthin Mv. ind. c, 18. Pseudolog. c. 15. — insl 
xcci. Nicht deutlich genug vermittelte Begründung, die vielleicht in der 
Lückenhaftigkeit der Stelle ihren Grund hat. Doch steht in ähnlich lok- 
kerer Verbindung iTisl xal z. B. Plat. Apol. p. 20 Ä: insl xcu dXlog 
dvriQ iffti ndqiog iv&dds. — xatadovXovv und xatadov),ov(j{hai. Jenes hpisst: 
Etwas einem Andern unterwerfen, dieses Etwas sich unterwerfen {med. 
d. Interesses). Soll dieser Unterschied hier richtig angegeben sein, so 
muss im Folgd. vor d'iavt^ mit Hemsterhuys und Dindorf to einge- 
schoben werden. xatadovXovv nvi ri z. B, Isokr. Euag. p. 192 E: tTjv 
i^rlffov oXrjv ßntnXu t^ fx&ydXcp xatedovXcoffsv. 



PHYSIKALISCHE KLEINIGKEITEN 

Mitgetheilt von 
Prof. A. SANTEL. 



Die mit der Ertheilung desp hysikalischen Unterrichtes verbun- 
dene beständige Manipulation mit physikalischen Apparaten bietet 
gar manche Anregung und günstige Gelegenheit, um ausser der obli- 
gaten VorbereituDg der Schulversuche sich auch mit Originalver- 
suchen zu beschäftigen. Erhält man doch auf so manche eben in 
den Sinn kommende Frage auf empirischem Wege die rascheste und 
bestimmteste Antwort. Und ist einmal für einen anzustellenden Ver- 
such ein passender Apparat nicht vorhanden, so gibt es doch Ma- 
terialien und Werkzeuge, welche die Herstellung eines zweckent- 
sprechend combinierten Nothapparates ermöglichen. Wenn nun 
auch die Resultate solcher Versuche nicht immer von einer Wich- 
tigkeit sind, welche sie einer Publication werth erscheinen Hesse, 
so verdienen sie doch häufig, der Gefahr des Vergessens entrissen 
zu werden. Ich habe aus diesem Grunde schon vor Jahren eine 
Art Tagebuch angelegt, in welches jede mir einigermassen wichtig 
erscheinende neue Erfahrung sofort eingetragen wird. Aus den da- 
selbst gesammelten Notizen habe ich nun, nach Massgabe des hier 
zur Verfügung stehenden Raumes, einige Einzelnheiten entnommen, 
um sie in zwangloser Anordnung Fachkollegen und sonstigen Freun- 
den der Physik mitzutheilen ; nicht als epochemachende Neue- 
rungen, wohl aber als nach meiner Meinung einiges Interesse ver- 
dienende — physikalische Kleinigkeiten. 



I. Ein leicht herstellbarer Apparat zur Luftverdünnung 
mittelst Quecksilbers. 

Der Umstand, dass die prachtvollen Erscheinungen, welche elektri- 
sche Entladungen im luftverdünnten Saume hervorrufen, einen hohen 
Verdünnungsgrad zur Voraussetzung haben, macht es dem Fachlehrer für 
Physik höchst wünschenswert, eine Quecksilber-Luftpumpe zur Verfü- 
gung zu haben. Denn abgesehen davon, dass die Ventil-Luftpumpen des 
schädlichen Eaumes wegen nur eine begränzte Verdünnung ermögli- 
chen, bleiben dieselben nie lange auf der Höhe ihrer grössten Leistungs- 
fähigkeit, erfordern vielmehr sehr bald mehr oder weniger zeitraubende 
und mühevolle Eeparaturen. Der Wunsch jedoch, eine Queksilber-Luft- 
pumpe zu besitzen, führt nicht so bald zum Entschlüsse eine solche 
auch anzuschaffen, wnil mancherlei Bedenken dagegen sich erheben. 
Die Quecksilber-Luftpumpe ist nämlich vor Allem eine kunstvolle Glas- 
bläserarbeit, als solche höchst gebrechUch und theuer ; hat sie den Trans- 
port glücklich überstanden, und unterliegt sie auch einer noch so vor- 
sichtigen Behandlung, so kann sie doch, wie Thatsachen beweisen, 
eins Tages zersprungen gefunden werden, ohne nur berührt worden zu 
sein ; namentlich dickv/andiges Glas inkliniert ja so sehr zum spontanen 
Zerspringen. Überdies macht die grosse Quecksilbermenge, welche diese 
Pumpen erfordern, die Manipulation mit denselben kostspielig und 
höchst schwerfällig. Da aber der kleinste Sprung im Glase wegen der 
Unmöglichkeit, ihn wie:ler zu beseitigen, einer völligen Zerstörung des 
Apparates gleichwertig ist, so ist die gewöhnliche Benützung desselben 
geradezu unheimlich. Diese Erwägungen waren die Ursache, dass eine 
Mittheilung, die ich vor einigen Jahren in einem physikaHschen Fach- 
blatte antraf, meine Aufmerksamkeit in hohem Grade erregte. Der In- 
halt jener Mittheilung war, dass es gelungen sei, mit Anwendung 
von in einer Vertikalröhre herabfliessendem Quecksilber jenen Grad der 
Luftverdünnung zu erreichen, bei weichem der elektrische Funke auch 
auf kurze Distanz nicht mehr überspringt. 

Dieses sogenannte hydrodynamische Prinzip der Luftverdünnung 
mittelst Quecksilbers erweckte in mir die Hoffnung, dass man ohne 
wesentliche Einbusse an Leistung sich von der Notwendigkeit, die 
ganze Pumpe aus einem Stück Glases bestehen zu lassen, werde eman- 
cipieren können. 



Was nun dieses hydrodynamische Prinzip betrifft, so sei hier zum 
Verständnisse desselben an das Gesetz des freien Falles erinnert. 
Fällt nämlich ein Flüssigkeitsstrahl aus der Bodenöffnung eines Ge- 
fässes vertikal herab, so befolgen die Flüssigkeitstheilchen das Fallge- 
setz, d. h. sie führen eine gleichförmig beschleunigte Bewegung aus. 
Dadurch verdünnt sich der Strahl nach abwärts immer mehr und löst 
sich sodann in einzelne Tropfen auf, welche wieder je tieter, in desto 
grösseren Distanzen von einander sich befinden. Die Tendenz zum Dün- 
nerwerden und zum Zerreissen gestaltet sich aber bei der durch eine 
vertikale Röhre fallenden Flüssigkeit zu einer Tendenz, luftleere Räume 
in der Röhre zu erzeugen; oder um den richtigen wissenschaftlichen 
Terminus zu gebrauchen : Der Druck dieser Flüssigkeit gegen die 
Röhrenwand ist ein negativer, so dass durch eine in die Wand gebohrte 
Öff'nung nicht Flüssigkeit nach Aussen, sondern von Aussen Luft nach 
Innen dringt. Diese Luft leistet eben jener oberwänhnten Tendenz Ge- 
ntige, indem nun die Flüssigkeitssäule wirklich zerreissen kann, um 
von Lufträumen unterbrochen, das Fallen in der Röhre fortzusetzen. 
Die zwischen den Flüssigkeitstheilen enthaltene Luft wird nun mit 
einer bei grosser Fällhöhe sehr bedeutenden Kraft durch die Röhre 
befördert, und so erscheint die in der Vertikalröhre fallende Flüssig- 
keit für zweierlei Anwendung gleich geeignet: Erstens, um Luft aus 
einem geschlossenen Gefässe zu saugen, und zweitens, um dieselbe in 
ein Gefäss hinein zu treiben. Im ersten Falle muss aus dem Recipienten 
eine Röhre in das innere der Flüssigkeitssäule führen, und darin mö- 
glichst nahe dem oberen Röhrenende münden ; im zweiten muss sich 
die fallende Flüssigkeit selbst in ein geschlossenes Gefäßs ergiessen, 
in welchem sich natürlich die Flüssigkeit zu unterst, die mit derselben 
ankommende Lutt darüber ansammelt. Ist hiebei für einen constanten 
Abfluss der Flüssigkeit und Luft aus dem genannten Gefässe gesorgt, 
wobei z. B. die sich ansammelnde Luft mittelst einer Röhre zu einem 
Schmiedefeuer geführt wird, so haben wir ein so genanntes Wasser- 
trommelgebläse vor uns. 

Handelt es sich, wie bei dem hiernächst zu beschreibenden Appa- 
rate, um eine luftsaugende Wirkung der fallenden Flüssigkeitssäule, so 
wäre zunächst an die Anbringung einer Röhre zu denken, welche sich 
einerseits an den Recipienten, anderseits an eine Seitenöffnung der 
Vertikalröhre luftdicht anschliesst. Handelt es sich ferner um die Er- 
zeugung einer dem Torricelli'schen Vacuum nahekommenden Luftver- 
dünnung, so müssten die beiden in Rede stehenden Röhren aus Glas 
bestehen und an einander geschmolzen sein. Wäre letzteres unvermeid- 
lich, so befänden wir uns hinsichtlich der leichten Herstellbarkeit und 
Reparaturfähigkeit des Apparates auf dem Standpunkte der hydrosta- 
tischen Quecksilber-Luftpumpen von Töpler und Geissler. Allein schon 



29 

die Flüssigkeit selbst deutet uns durch ihr Verhalten einen vortheil- 
hafteren Weg an. Wir bemerken nämlich in dem Gefässe, aus welchem 
die Flüssigkeit durch die im Boden eingefügte Eöhre abfliest, je nach 
der Höhe des Flüssigkeitsstandes entweder ein Grübchen gerade über der 
ßöhre oder eine trichterartige, in die Eöhre hinabreichende Höhlung, 
durch welche sich die Luft selbst den Weg zu der Stelle des nega- 
tiven Druckes gebahnt hat. Stecken wir daher von oben eine Röhre 
durch die Flüssigkeit bis ins Innere der Eöhre, so wird die Luft ihren 
Weg durch diese nehmen, und wir sind des luftdichten Zusammen- 
fügens, beziehungsweise Zusammenschmelzens der Abfluss- und der Saug- 
röhre überhoben. 

Es entsteht nun die Frage : Wenn die von oben in die Abflussröhre 
hineinragende pneumatische Eöhre mit ihrem anderen Ende vollkommen 
luftdicht in die Öffnung eines als Eecipient dienenden Glasgefässes ein- 
gefügt ist, welchen Verdünnungsgrad können wir in diesem Eecipienten 
unter gegebenen Bedingungen erzielen, und welche Bedingungen müssen 
weiter erfüllt werden, damit die Verdünnung eine unbegränzte sei? 

Die Beantwortung dieser Frage wird durch den Umstand erleich- 
tert, dass wir jenen Fall bei Seite lassen können, wo die Fallröhre 
einen so grossen Durchmesser hat, das darin Luftblasen, wenn die 
Flüssigkeit ruht, ungehindert aufsteigen können. Es genügt, nur zu be- 
merken, dass die Geschwindigkeit des Fallens der Flüssigkeit grösser 
sein muss, als die des Aufsteigens der Luftblasen, wenn letztere über- 
haupt von der Flüssigkeit mitgerissen werden sollen. Diese grosse 
Geschwindigkeit, vereinigt mit der Vorausgesetzen grossen Eöhrenweite 
erfordert ein so colossales Quantum Flüssigkeit, dass man ausserordent- 
liche Mittel anwenden müsste um namentlich Quecksilber immer wie- 
der ins ursprüngliche Gefäss zurück zu befördern, und damit würde das 
hydrodynamische Princip der Luftverdünnung seine Bedeutung gros- 
sentheils einbüssen, zumal in einem Falle wie es der meinige ist, wo 
leichte Herstellbarkeit und leichte Manupulation die vorgesteckten Ziele 
sind. 

Ist aber die Eöhre, in welcher die Flüssigkeit fällt (ich nenne 
sie der Kürze halber in der Folge die „Fallröhre"), nur wenige Milli- 
meter weit, so gibt es in der darin ruhenden Flüssigkeit kein Aufstei- 
gen von Luftblasen mehr, sondern, wenn überhaupt Luft und Flüssig- 
keit zugleich in der Eöhre vorhanden sind, so sieht man die Flüssig- 
keitssäule zerstückt, und die Säulenstücke der Flüssigkeit und der Luft 
schieben sich bei jeder Bewegung gegenseitig fort. Ist nun h jene Höhe 
der Flüssigkeit, welche vom Athmosfärendrucke getragen wird, und e 
die in Einheiten derselben Art ausgedrückte Spannkraft der Luft im 
Eecipienten, ist ferner aus dem Eeservoir so viel Flüssigkeit in die Fall- 
röhre gedrungen, dass eine Säule von der Länge \ sich gebildet hat: 



80 

so wirken am unteren Ende dieser Säule die Kräfte : h von unten und 
\ -{- e von oben. Da nun ursprünglich e = h ist, so ist auch h <\ -{- e, 
und die Säule bewegt sich daher abwärts, wobei sie wie ein Pumpenkol- 
ben die Luft hintersich, wenn auch unbedeutend, verdünnt. Zu dieser Ver- 
dünnung trägt der Umstand bei, dass der Zufluss aus dem Beservoir durch 
die hereinragende Saugröhre gehemmt ist, und daher mit der fallenden 
Säule nicht gleichen Schritt halten kann ; so muss die Säule abreissen 
und Luft nachsaugen. Mittlerweile bildet sich eine neue Säule \ über 
der ersten, und an die Stelle der obigen Ungleichung tritt nun fol- 
gende :h <\ -\-h2 -\~ e^ und da noch immer 6^ fast gleich h ist, so ist 
die Bewegung um so rascher ; in Folge dieser Bewegung strömmt immer 
wieder, abwechselnd mit Luft, und daher getrennte Säulchen \h^ .... 7iq bil- 
dend, Flüssigkeit nach. Ist nun \ -\- \ -f- ... -\- hx, > h geworden, so 
ist die Bewegung nach abwärts gesichert, wenn auch e = o geworden 
sein sollte, d. h. die Verdünnung, der Luft im ßecipienteu ist unbegränzt. 

Es leuchtet sofort ein, dass wir um dieses Ziel zu erreichen, keine 
andere Flüssigkeit als Quecksilber nehmen dürfen ; denn erstens ist & 
bei Wasser gleich ungefähr 10m, und die Fallröhre müsste wegen der 
Unterbrechungen der Säule 16 — 20m Länge haben, und andere Flüssig- 
keiten sind nur wenig dichter; zweitens sind andere Flüssigkeiten in 
höherem Grade als Quecksilber der Verdunstung unterworfen, würden 
daher statt eines Vacuums eine Dampf athmosphäre erzeugen. Da aber 
für Quecksilber h = 76cm ist, so ist eine Eöhre von etwa 150cm genü- 
gend lang, und sollte es in irgend einem Falle wünschenswert erschei- 
nen, so kann sie noch bedeutend kürzer genommen werden. Denn ist 
e kleiner geworden, so verkleinern sich auch die Lufträume in der 
Fallröhre nach unten zu immer mehr. Es rücken dadurch die Queck- 
silbersäulen immer näher an einander, und die Gesammtheit jener Säul- 
chen, deren Summe 76cm beträgt, nimmt ein nur unbedeutend längereres 
Stück der Eöhre ein. Eine grössere Länge der Fallröhre ermöglicht je- 
doch eine raschere Bewegung der Flüssigkeit, und hiedurch wird die 
Dauer des Verdünnungsproeesses in wohlthuender Weise abgekürzt. 

Mein erster Versuch, bei dem ich die luftsaugende Wirkung des 
Quecksilbers aus eigener Anschauung kennen lernen wollte, wurde fol- 
geudermassen angestellt : Eine Flasche mit weggenommenem Boden 
wurde, den Hals nach abwärts, in passender Höhe (nahe 2m) an der 
Wand befestigt. Durch den Kautschukpfropf, der in den Hals fest hin- 
eingedrückt war, wurden zwei Glasröhren geführt. Die erste war eine 
Capillarröhre mit einem Caliber von 2mm und einer Länge bis nahe zum 
Fussboden herab ; sie war an beiden Enden offen und ragte in der Fla- 
sche nicht über den Pfropf empor. Die zweite Eöhre war kürzer, dünn- 
wandiger, wurde zunächst ziemlich weit durch den Pfropf emporgescho- 
ben, sodann am obern Ende durch Ausziehen in einer Weingeistflamme- 



31 

verengt, und endlich so nngebogen, dass beim Zurückschieben der 
Eöhre die Spitze derselben in die Ofi'nung der ersten Röhre eingescho- 
ben erschien. Diese zweite Röhre war daher die Saugröhre, und diese 
Art ihrer Anbringung hatte nur den Zweck, den Apparat conpacter 
und leichter transportabel zu machen. 

Das untere freie Ende der Saugröhre wurde nun in einen Queck- 
silbernapf getaucht, unter das untere Ende der Fallröhre ein Auffang- 
gefäss gestellt, und das obenauf befindhche Reservoir mit Quecksilber 
vollgegossen. Das Herabfliessen des letzteren erfolgte mit grosser Ge- 
schwindigkeit, und in der Saugröhre stieg das Quecksilber rasch empor 
bis es in der Barometerhöhe stehen blieb. Ohne erst diesen Versuch 
mehrfach zu modifizieren, begnügte ich mich vorläufig mit der gewonne- 
nen Überzeugung, dass es sich der Mühe lohnen müsste, über eine 
bequeme und nützliche Art der Anwendung des hier zur Anschau- 
ung gebrachten Principes weiter nachzudenken. 

Natürlich war Gegenstand dieses Nachdenkes die Auffindung eines 
praktischen Verfahrens, um das herabgeflossene Quecksilber immer wieder 
in das Reservoir hinauf zu befördern. 

Der Umstand, dass die herabfliessende Quecksilbermenge verhält- 
nismässig klein ist, führte mich auf die Vermuthung, dass hier von 
einem Verfahren erfolgreicher Gebrauch gemacht werden könnte, wel- 
ches ich vor mehreren Jahren durch einen Zufall kennen lernte. Ich 
hatte damals ein Communicationsgefäss vor mir, das aus einem wei- 
ten und einem sehr engen Arme bestand. In dem ersteren stand 
eine ununterbrochen Wassersäule, während in dem letzteren sich zahl- 
reiche Luftblasen befanden, die aber wegen der Enge der Röhre nicht 
aufsteigen konnten, sondern zahlreiche Unterbrechungen der Wasser- 
säule bildeten. Diese reichte in Folge dessen entsprechend höher hinauf, 
als die ununterbrochene im weiten Arme. Der Anblick dieser ganz und 
gar anspruchslosen Erscheinung erregte aber meine Aufmerksamkeit 
bei dem Gedanken, dass das Problem, eine Flüssigkeit durch Saugen 
über jene Höhe emporzuheben, bis zu welcher der Luftdruck beim Tor- 
ricellischen Versuche sie zu heben vermag, auf die Weise gelöst werden 
könnte, dass man eine hinreichend enge Röhre anwenden, und dafür sorgen 
würde, dass sich in dieser eine von Luft unterbrochene Flüssigkeitssäule 
bilde. Um mich von dem Erfolge eines solchen Versuches zu überzeu- 
gen, gab ich auf den Teller der Luftpumpe einen Recipienten, der statt 
des gewöhnlichen Handgriöes einen Flaschenhals hatte. In diesen Hals 
steckte ich einen Durchlöcherten Guramipfropf, steckte durch denselben eine 
lange enge Glasröhre, welche über dem Recipienten horizontal, sodann 
aber vertikal nach abwärts gebogen war. Der abwärts gerichtete Theil 
hatte eine Länge von 120cm. Nahe am unteren Ende hatte ich zuvor 
eine kleine Seitenöfi'nung angebracht, indem ich die Röhre an einer 



3ä 



Stelle mittelst einer Stichflamme erweichte, diese erweichte Stelle mit 
einem Glasstabe berührte und eine Spitze wegzog, von welclier nur 
kleine Stücke wegzubrechen waren, um eine feine Öffnung herzustellen. 
Das Ende der Bohre wurde in untergestelltes Quecksilber getaucht, 
unter den ßecipienten der Luftpumpe aber ein leerer Becher gestellt. 
Die Pumpe war kaum in Thätigkeit gesetzt, als sich auch schon reich- 
lich Quecksilber in den Becher ergoss. Die Bewegung desselben in 
der Röhre war so lebhaft, dass man sie mit dem Auge gar nicht ver- 
folgen konnte. Es konnte mit Sicherheit angenommen werden, dass bei 
entsprechend geändertem Arrangement noch auf viel bedeutendere Hö- 
hen Quecksilber durch Saugen befördert werden könnte. Kann auch 
dieses Verfahren nur mit engen Röhren ausgeführt werden, so steht doch 
nichts im Wege, falls grössere Flüssigkeitsmengen gehoben werden sol- 
len, beliebig viele solche Röhren gleichzeitig zu verwenden. 

Um nun diesen Process mit dem vorher besprochenen zu combinieren, 
nahm ich einen Glascylinder von Sem Durehmesser und 15cm Höhe, und 
steckte in beide Öffnungen desselben streng hinein passende Gummipfro- 
pfen. Der Raum A zwischen diesen (s. d. Fig.) 
sollte das Quecksilberreservoir abgeben. Jeder 
Pfropf bekam zwei Löcher, und zwar in sol- 
cher Lage, dass die Axen der unteren mit 
^ denen der oberen zusammenfielen. Dieser Cy- 

linder wurde in aufrechter Lage nahezu zwei 
Meter hoch an der Wand (später an einem 
entsprechend hohen, soliden, transportablen 
Holzstativ) befestigt. In das eine Loch des 
unteren Pfropfs kam nun die Fallröhre a, 
nämlich eine gerade, beiderseits otfene, stark- 
wandige Glasrühre von 2-5mm innerem Durch- 
messer, und 140cm Länge, welche den Pfropf 
im Räume Ä nicht überragte. Durch das Loch 
gerade darüber wurde die konisch ausgezo- 
gene Saugröhre h so hineingesteckt, dass ihr 
w' «« verengtes Ende in die Öffnung von a hinein- 

ragte. Das zweite Loch des unteren Pfropfs 
nahm die Steigröhre c auf, d. h. jene Röhre 
durch welche das herabgeflossene Quecksilber 
wieder in den Raum Ä hinaufstei-gen sollte. 
Es war eine Röhre gleicher Art und Länge 
wie a, hatte nahe dem unteren Ende eine haar- 
feine Seitenöflnung, und endigte im Räume 
A ganz nahe am oberen Pfropf. Über dieser endlich mündete nach A 
die vierte Röhre df, welche zum Recipienten der Luftpumpe zu führen 



Ä 



33 

hatte. Sie mag die pneumatische Eöhre heissen. Die Saugröhre h en- 
digte nach aussen in eine Barometerprobe, d. h. sie führte ausserhalb 
des Cylinders eine Strecke weit abwärts, und war dann wieder in ei- 
ner Länge von etwa 20cm parallel aufwärts gebogen, geschlossen und 
im aufwärts gebogenen Theile mit Quecksilber gefüllt. Die Eöhren a 
und e endigten, dicht neben einander vom Cylinder A herablaufend, in 
ganz gleicher Höhe über dem Fussboden, und tauchten hier in unter- 
gestelltes Quecksiber B Die pneumatische Eöhre d wurde endlich mit 
einem im Eecipienten der zweistiefeligen Luftpumpe steckenden Glas- 
röhrenstücke mittelst eines passenden Guramischlauches verbunden, in 
welchen der ganzen Länge nach eine Drahtspirale eingeschoben war, 
um ihn gegenüber dem äusseren Luftdrucke steif zu erhalten. 

Meine Neugierde war nun auf folgende drei Punkte gerichtet: 1. 
wird das Quecksilber überhaupt aus dem Gefässe B auf die noch nicht 
probierte Höhe von Ä emporströmen ? 2. Wird im Bejahungsfalle dieses 
Emporströmen in der Eöhre c dem Herunterfliessen in a der Quantität 
nach die Wage halten ? 3. Wird, wieder im Bejahungsfalle, die Luft- 
förderung aus einem erst anzubringenden Eecipienten hinlänglich rasch 
vor sich gehen, dass überhaupt an eine praktische Verwendung des 
Apparates gedacht werden kann ? 

Die erste Frage konnte sofort beim Beginne der Thätigkeit der 
Pumpe bejaht werden. BezügUch der zweiten Frage war das Eesultat 
zunächst nicht befriedigend, doch zeigte es sich, dass man nur das ko- 
niche Ende der Saugröhre h tief genug in die Mündung von a hinein- 
zuschieben brauche, um den Quecksilberabfluss zu moderieren. Was 
die dritte Frage betrifft, so konnte ich bei vorliegendem Arrangement 
nur so viel mit Befriedigung constatieren, dass die Barometerprobe 
schon vor Ablauf einer Minute die Dichte anzeigte, d. h. für das Auge 
war eine Differenz des Qundsilberstandes in den Schenkeln derselben 
nicht mehr wahrnehmbar. Übelstände ergaben sich folgende: 1. Die Fül- 
lung des Eaumes Ä erfolgte wegen des capillaren CaUbers der Eöhre 
c zu langsam; es zeigte sich aber bei fortgesetztem Versuchen, dass 
durch Anwendung einer Steigröhre von grösserem Oaliber (4m inne- 
rem Durchmesser) diesem Übel sehr wirksam begegnet wird, wobei zu- 
gleich die Seitenöffnung weniger fein zu sein braucht. 2. Das Queck- 
silber schoss aus der Steigröhre mit Vehemenz in den Eaum A empor 
und gelangte in die gerade darüber befindliche Öffnung der pneuma- 
tischen Eöhre ; als ich diesem Übolstande durch Zuschmelzen der Steig- 
röhre und Anbringung einer seitlichen Ausflussmünduug begegnen 
wollte, wurde sogar der Kopf der Eöhre durch das anprallende Queck- 
silber abgeschlagen. 3. In Folge der durch die Luftpumpe erzeugten Luft- 
verdünnung im Eaume Ä wurden die Pfropfen vom Luftdrucke immer tiefer 
in den Cylinder hinein gedrückt, wodurch zugleich die Saugröhre zu tief 



34 

in die Fallröhre geschoben wurde. Diesen beiden Übelständen (2 und 3) 
wurde erfolgreich abgeholfen durch eine zurechtgeschnittene Glasplatte, 
welche in der Lage eines Axenschnittes des cylindrischen Raumes A 
in diesen gebracht wurde. Sie hinderte das Näherrücken der Pfropfen 
gegen einander, und theilte zugleich den Eaum A in zwei getrennte 
Kammern. Die pneumatische Eöhre wurde nun in jene Kammer einge- 
führt, in welcher sich die Saugröhre befand, während das aufsteigende 
Quecksilber sich in die andere Kammer ergoss. Die Luftcommunication 
zwischen den beiden Kammern wurde durch die GlastafeJ nicht gehemmt, 
wohl aber dem Eindringen des Quecksilbers in die pneumatische Röhre 
vorgebeugt. 4. Der Raum A füllte sich durch den rascher gewordenen 
Zufluss des Quecksilbers so vollständig, dass wieder ein Theil des letz- 
teren durch die pneumatische Röhre in die Luftpumpe gelangte. Um 
diess zu vermeiden, regulierte ich das Niveau des Quecksilbers im un- 
teren Gefiisse derart; dass wenn der Raum A bis zur erwünschten Höhe 
gefüllt war, das untere Ende der Steigröhre nicht mehr eintauchte. 
Es strömte nun so lange blosse Luft in die Steigröhre, bis sich durch 
mittlerweile aus der Fallröhre herabgekommenes Quecksilber das Niveau 
gehaben hatte. 

Um nun den Apparat zur Verdünnung der Luft in irgend einem 
Recipienten zu benützen, musste noch für einen luftdichten Anschluss 
desselben gesorgt verden. Da bei demselben an die Evacuierung grösserer 
Räume natürlich wegen der oben beschriebenen kleinen Dimensionen 
nicht gedacht werden kann, sondern nur an Geisslersche Röhren, ein 
elektrisches Ei kleinerer Sorte und dgl., so genügte es, den Apparat 
für den Anschluss eines in eine Röhre auslaufenden Recipienten einzu- 
richten. Ich nahm daher einen starkwandigen, becherartigen Glaskörper 
von etwa 12cm Höhe, dessen Innenraum sich nach unten schwach ko- 
nisch verengte, und steckte in denselben einen Gummipfropf (mit 3 Lö- 
chern) bis ungefähr 3cm unter den Rand. In das eine der drei Löcher 
wurde die Saugröhre, von der die frühere, als Barometerprobe dienende 
Krümmung weggeschnitten worden war, hineingesteckt ; in das zweite kam 
eine neue Barometerprobe, und das dritte Loch blieb für die Recipien- 
tenröhre übrig. Waren alle drei Röhren eingeführt, so wurde der Raum 
des Bechers über dem Pfropf mit Quecksilber vollgegossen, und so voll- 
ständige Dichtigkeit gesichert. Da aber noch der bisher nicht berührter 
Übelstand vorhanden war, dass bei jeder längeren Unterbrechung des 
Betriebes der Luftpumpe sich der Raum A von Quecksilber entleerte, 
und in Folge dessen die atmosphärische Luft in die eben evacuierten 
Räume wieder eindrang, so musste noch eine Abschlussvorrichtung für 
den Recipienten besorgt werden. Zu diesem Ende wurde statt der eben 
erwännten Recipientenröhre eine Z7-förmig gebogene Capillarröhre von 
mehr als 76ciu Schenkellänge mit dem einen Ende in den Becher bis 



85 

in die Mitte eiDgeführt, zuvor aber derselbe mit Quecksilber halb ge- 
füllt ; die Eöhre reichte bis zum Niveau desselben, ohne jedoch einzu- 
tauchen; sie führte somit von da vertical aufwärts über 76cm hoch, 
und dann wieder parallel herab, um am zweiten Ende erst mit dem 
Eecipienten in Verbindung gebracht zu werden. Das Quecksilberniveau 
im Becher aber wurde dadurch regulirbar gemacht, dass durch den 
Pfropf ein Stahldraht ging, der am unterem Ende, nämlich im Innern 
des Bechers einen Eisencylinder trug. Dieser schwebte für gewöhnlich 
über dem Quecksilberniveau, konnte aber unter dasselbe mittelst des Stahl- 
drathes hineingetaucht werden. Dadurch wurde natürlich das Niveau 
gehoben, die U- Eöhre endigte in Folge dessen uuter Quecksilber, 
und der Encipient war vor dem Wiedereindringen der Luft geschützt, 
indem das Quecksilber wohl in die Eöhre steigen, sich aber nie bis zur 
Höhe der Krümmung erheben konnte. 

Aus di'Ser Darstellung der Entstehung des Apparates und aus 
seiner Beschreibung geht nun Folgendes hervor: 

1. Der Apparat saugt Luft aus einem Eecipienten, ohne dass die 
Verdünnung derselben durch einen schädlichen Eaum begränzt wäre, 
und darf insofern unter die Quecksilber-Luftpumpen eingereiht werden. 

2. Die erforderliche Handarbeit bei der Benützung des Apparates 
besteht in dem Treiben einer gewöhnlichen Luftpumpe, und zwar ge- 
nügt für ein Arrangement von den oben angegebenen Dimensionen ein 
ganz langsames Bewegen der Kolben ; selbst lange Euhepausen sind zuläs- 
sig, so dass die Arbeit, wenn auch noch so lange fortgesetzt, nicht 
ermüden kann. 

3. Der Apparat kann als zur Kolben-Luftpumpe gehöriger Neben- 
apparat betrachtet werden, den man jedesmal anwendet, wenn ein durch 
die Kolbenpumpe nicht herstellbarer Verdünungsgrad erreicht werden 
soll. Hiebei schliesst sich die Function dieses Apparates in der Weise 
an die der Kolbenpumpe an, dass Anfangs durch die Thätigkeit der 
Kolbenpumpe die Luftverdünung besorgt wird; gerade im Momente 
aber, wo diese Alles was sie kann geleistet, geht ihre Arbeit in die 
Quecksilberförderung über, während der Quecksilberstrom die Fortset- 
zung der Verdünnung übernimmt. Da die Kolbenpumpe namentlich 
Anfangs die Luft unvergleichlich rascher verdünnt als der Quecksilber- 
apparat, so bleibt also der Übelstand der Langsamkeit beschränkt auf 
die Zeit, wo uns die Kolbenpumpe im Stiche lässt. Vortheilhaft ist es 
jedoch, die Steigrörhe mit einer Sperrvorrichtung zu versehen, damit 
sich die Leistungsfähigkeit der Kolbenpumpe aufs äusserste erschöpfe, 
bevor der Hülfsapparat in Action tritt. 

4. Der beschriebene Apparat ist von jedermann leicht herzustel- 
len, der nur die GeschicktUchkeit besitzt, eine Glasröhre in der Flamme 
zu biegen. Alle Theile sind mittelst Gummipfropfen an einander gefügt, 



36 

und jeder Theil kann im Falle eines Bruches leicht ersetzt werden. 
Trotzdem ist ein schädlicher Raum oder eine Undichtigkeit vollständig 
vermieden. Wollte Jemand den Apparat sich vom Mechaniker anfertigten 
lassen, so würde der Preis den AVert des Materials nur wenig über- 
steigen. Von grösster Wichtigkeit ist ferner die Möglichkeit, den Ap- 
parat im Bedarfsfalle vollständig zu zerlegen und Stück für Stück zu 
reinigen. 

5. Da das herabgeflossene Quecksilber sofort wieder durch die 
Thätigkeit der Kolbenpumpe hinaufgeschaflft wird, so ist das Quantum 
des verwendeten Quecksilbers ein minimales. Dieses muss allerdings voll- 
kommen rein sein, da jede noch so geringe Zähigkeit desselben den 
Erfolg sehr beeinträchtigt. Es werden nämlich dann bei der sprudelnden 
Aufwärtsbewegung in der Steigröhre Lufttheilchen in das Quecksilber ge- 
peitscht, die sich aus demselben im Räume A trotz der daselbst herr- 
schenden Verdünnung unvollkommen befreien; verbleiben sie aber im 
Quecksilber, so gelangen sie mit demselben in die Fallröhre, und brin- 
gen natürlich dieselbe Wirkung wie ein schädlicher Raum henor. Die 
Erfahrung hat mich gelehrt, dass das Quecksilber bei längerem Ge- 
brauche eine schwarze Oberfläche annimmt, und mit derselben auch die 
Glaswände beschmutzt. Der Grund dieser Erscheinung dürfte im Schwe- 
felgehalte der Kautschuckpfropfen zu suchen sein; doch ist auch die 
Annahme naheliegend, dass die Reibung des Quecksilbers an den 
Glaswänden Elektricität, und diese Ozon erzeugt, welcher Körper das 
Quecksilber rascher, als der gewöhnliche Sauerstoff', oxydirt. Man sieht 
thatsächlich, wenn man mit dem Apparate im Dunkeln arbeitet, im Räu- 
me A sowohl als auch in der Steigröhre sehr lebhafte elektrische 
Lichterscheinungen. Das schmutzig gewordene Quecksilber braucht man 
übrigens nur ein paar mal durch einem Papiertrichter laufen zu las- 
sen, um ihm die ursprüngliche Schönheit und Brauchbarkeit wieder 
zu geben. 

Es versteht sich von selbst, das die Leistungsfähigkeit des Appa- 
rates noch bedeutend erhöht werden kann, wenn eine Fallröhre von 
grösserem (/aliber angewendet wird. Nur würde es dann nöthig sein, 
da die Steigröhre nicht zu weit sein darf, deren zwei oder mehrere an- 
zuwenden. Dann müsste aber auch einiges Studium darauf verwendet 
werden, um die Bedingungen zu erforschen, unter denen bei gleicher 
Quantität des hinaufgesaugten Quecksilbers, die an der Kolbenpumpe zu 
leistende Handarbeit ein Minimum wird, oder mit anderen Worten: un- 
ter welchen mit dem aufwärts bewegten Quecksilber nicht melif Luft, 
als nöthig, mit strömt. So viel kann ich übrigens schon auf Grund mei- 
ner bisherigen Beobachtungen angeben, dass anstatt einer einzigen 
Seitenöö'nung der Steigröhre, mehrere entsprechend feinere in verschie- 
denen Höhen anzubringen sein würden. 



II. Eine überraschende Art elektrischer Abstossung 
von Flüssigkeiten. 

Vor längerer Zeit machte mir ein College Mittheilung von fol- 
gender von ihm beobachteter Erscheinung : Um das eigenthümliche, den 
Metallspitzen analoge Verhalten einer auf dem Conductor der Elektrisier- 
maschine befinJhchen Flamme zu beobachten, habe er ein brennendes 
Stück einer Stearinkerze in die für den Holzring bestimmte obere Öff- 
nung des Conductors gesteckt, und sodann die Scheibe gedreht. So lan- 
ge die Kerze brannte, sei keine andere ' bemerkenswerte Erscheinung 
aufgetreten, als dass aus dem Conductor keine Funken sprangen; als 
aber während der fortgesetzten Drehung die Flamme ausgeblasen wor- 
den war, sei die um den Kerzendocht herumstehende flüssige Stearin- 
masse in einem springbrunnenartigen Strahl in die Höhe gespritzt. Ich 
stellte alsbald darnach denselben Versuch an uud fand die obige Mit- 
theiluüg vollkommen richtig. Die Ursache der Erscheinung war offen- 
bar darin zu suchen, dass in dem Momente, als die Flamme ausgebla- 
sen wurde, die Zerstreuung der Elektricität in der Luft aufhörte, 
und somit auf dem Conductor eine Spannung entstand, die stark 
genug war, die bewegliche Stearinmasse fortzuschleudern ; die Strahlen- 
form aber kam in Folge der allen Flüssigkeiten eigenthümlichen Cohä- 
sion zu Stande. Ich dachte sogleich, dass diese Erscheinung sich voll- 
kommener entfalten müsste, wenn man der abstossenden Kraft der 
Elektricität ein grösseres Quantum Flüssigkeit darböte. Ich nahm da- 
her ein messingenes, flaches Blechschälchen von der Form und Grösse 
eines Uhrglases, stellte es auf den Conductor und goss es mit Öl voll. 
Als ich hierauf die Scheibe drehte, bot sich mir ein herrhches Schau- 
spiel dar. Bund herum erhoben sich vom Rande der Schalt^, und zwar 
in regelmässigen j^bständen von einander, dünne Olstrahlen nahezu 
meterhoch in die Luft, sanft divergierend, und nach einer parabolischen 
Krümmung nach Aussen in der Atmosphäre verschwindend. Diese 
Strahlen waren continuierlich, und dauerten so lange, als Öl genug in 
der Schale war und die Drehung der Kurbel fortgesetzt wurde. An ei- 
ner anderen Stelle als am Bande traten sie nie auf; am schnellsten 
erschienen sie, wenn so viel Öl auf die Scheibe gegossen war, dass 
es überzufliessen drohte. War jedoch weniger davon vorhanden, so 
breitete es sich doch bei zunehmender Spannung der Elektricität bis 
zum Bande aus, worauf die Strahlen abermals, wenn auch in kleinerer 
Zahl auftraten. Nach beendetem Versuche fanden sich allerdings alle in 
der unmittelbaren Umgebung befindlichen Gegenstände mit Öl bespritzt, 
und ich halte es nicht für überflüssig, denjenigen Fachcollegen, welche 
diesen Versuch zu wiederhohlen Lust haben, zu empfehlen, dass sie 
zuvor mit einem Überwurfe ihre Kleider bedecken ; denn das in die Luft 



88 

gestrahlte Öl ist elektrisch und wird von allen in der Nähe befindlichen 
unelektrischen Körpern, also auch von den Kleidern des Experimentie- 
renden angezogen. Als bei obigem Versuche aus der Sehale einige Öl- 
tropfen auf den Conductor gefallen waren, während der Funkenzieher 
auf die gewönhliche Schlagweite eingestellt war, da trat beim Drehen der 
Scheibe auch an diesen Tropfen eine hübsche Erscheinung auf. Der 
Conductor schien auf einmal Fühlhörner hervorzuschieben, welche in 
einer geradezu possierlichen Weise nach dem Funkenzieher zu tasten 
schienen. Die Öltropfen nämlich gestalteten sich zu flüssigen Strahen, 
welche sich mil einer gewissen Bedächtigkeit zum Funkenzieher hinwen- 
deten und sich dort wieder zu Tropfen formten. Aber hier thaten die 
Tropfen nach kurzer Überlegung ebendasselbe; sie sendeten ebenfalls 
Strahlen aus, welche aber merkwürdiger Weise den Conductor zu mei- 
den suchten, und mehr Vorliebe für den gläsernen Fuss des Conduc- 
tors an den Tag legten; eine Thatsache, für welche ich keine zutref- 
fende Erklärung finden kann. 

Als ich hierauf die Schale mit Wasser, und ein anderes Mal mit 
Alkohol füllte, stellte sich die am Öl beobachtete Erscheinung nicht 
.ein, was mich zur Ansicht verleitete, dass die schlechte Leitungsfä- 
higkeit einer Flüssigkeit die nothwendige Bedingung für das Eintreten 
derselben sei. Mein nächster ijedanke war, es müsste die Strahlener- 
scheinung noch an Effect gewinnen, wenn statt des Öls eine leicht er- 
starrende Flüssigkeit angewendet würde. Ich gab daher in die auf dem 
Conductor befindliche Schale einige Stücke Kolophonium, brachte diesel- 
ben mittels Spiritusflamme und Löthrohr in Fluss, und setzte die Elek- 
trisiermaschine in Gang. Der Erfolg erregte mein Staunen auf das 
Höchste, und ich empfehle es jedem Fachcollegen, dem die Sache neu 
ist, die Anstellung dieses ganz mühelosen Versuches nicht zu unterlas- 
sen. Die Erscheinung beginnt genau so wie beim Öle; aber die haarfeinen 
Strahlen erstarren alsbald, stürzen sich auf die in der Nähe stehenden 
unelektrischen Gegenstände, und überziehen dieselben in wenigen Se- 
cunden mit einem dichten, feinen Gespinste, ganz ähnlich, wie es die 
Spinne mit ihrer Beute macht; andere Fäden erscheinen, ebenfalls wie 
die der Spinnen, geradlinig zwischen entfernten Gegenständen ausge- 
spannt, und wolkenförmige Massen von Kolophoniumgespinnst schweben 
in der Luft. Bei der grossen Sprödigkeit dieser Fäden ist es natürlich 
ganz leicht, diese Gespinnste von den damit belegten Objecten wie 
gewöhnlichen Zimmerstaub durch Abwischen oder Abbürsten zu entfer- 
nen. Es versteht sich von selbst, dass die Erscheinung um so eflectvoller 
ist, je besser die Maschine arbeitet, und je grösser der Vorrath an flüs- 
sigem Kolophonium in der Schale ist. 

Es war nun naheliegend, denselben Versuch noch mit anderen, ei- 
ner raschen Erstarrung fähigen Flüssigkeiten zu wiederholen. Allein eine 



89 

so eöüctvolle Erscheinung wie beim Kolophonium kehrte nicht wieder. 
Schellack wurde nicht dünnflüssig genug, trieb massenhaft Blasen, und 
wenn auch einzelne Fäden zum Vorschein kamen, so herrschte doch die 
Tendenz vor, klumpenweise aus der Schale zu springen. Wachs, Stearin 
und Paraffin gaben sehr schöne Flüssigkeitsstrahlen, aber das Product der 
Erstarrung waren nicht mehr Fäden, sondern auf dem Tische herumlie- 
gende Kügelchen, von ganz gleichem Aussehen wie das käufliche Sago. 
Die Kügelchen waren bei einer und derselben Substanz von durchaus 
gleicher, bei verschiedenen Substanzen von verschiedener Grösse. 

Um endlich über die Frage ins Reine zu kommen, ob auf das Zu- 
standekommen dieser Flüssigkeitsstrahlen auch die Leitungsfähigkeit 
derselben von Einfluss sei, wendete ich anstatt geschmolzener pulveri- 
sierte Substanzen an. Auf diese Art musste der Einfluss der Cohäsion elimi- 
niert werden, und somit der der Leitungsfähigkeit allein übrig bleiben. 
Ich verwendete nur zwei, der Leitungsfähigkeit nach entgegengesetzte 
Körper: Kolophonium und Graphit. Das erstere Pulver, auf die Schale 
zu einem kegelförmigen Haufen aufgeschüttet stob beim Drehen der 
Scheibe ziemlich träge auseinander. Da die Staubtheilchen nicht gut in 
der Luft gesehen werden konnten, so leitete ich mittelst des Heliostaten 
ein Bündel Sonnenstrahlen über die Schale hinweg. Nun hatte die Erschei- 
nung wieder an Schönheit gewonnen. Die von der Sonne hell beleuchteten 
Stäubchen erschienen in dem sonst spärlicherleuchteten Zimmer ganz 
wie sprühende Funken. Auffallend war es, dass auf die Conductorober- 
fläche gerathenes Kolophoniumpulver keine Neigung zeigte, sich zu 
entfernen. Ich ersetzte nun das Kolophonium mit dem gut leitenden 
Graphit. Dieser verhielt sich nun freilich anders. Es schien, als wenn 
im Boden der Schale zahlreiche Löcher gewesen wären, aus welchen 
ein kräftiger Wind blies; so lebhaft stob das Pulver, und zwar in ein- 
zelnen Büscheln, in die Luti. Da ich bemerkte, dass die von mir ange- 
wendete Beleuehtungsweise viel für gewöhnlich Unsichtbares nicht nur 
sichtbar mache, sondern sogar zur eöectvollen Geltung bringe, und da 
überdiess die beiden letztgenannten Versuche es zur Evidenz brachten, 
dass Leitungsfähigkeit dabei Nebensache, dagegen Adhäsion und Cohä- 
sion von wesentlicher Bedeutung sei (an dem trägen Verhalten des 
Kolophoniumpulvers konnte nur seine Klebrigkeit Schuld sein), so wie^ 
derholte ich den Versuch mit Wasser. Der Erfolg war sehr lohnend. 
Aus einem Punkte des Randes der Schale erhob sich ein sprühender 
Nebel in Gestalt eines Kegels, der im Entstehungspunkte seine Spitze 
hatte, dann aber sich trompetenartig erweiterte. Derselbe war so fein, 
dass man ihn mit der entgegengehaltenen Handfläche kaum fühlte, und 
dass er, von einem Blatte Papier aufgefangen, dasselbe nur kaum merk- 
lich benetzte. Ich wiederholte nun noch den Versuch mit Weingeist, 
Schwefeläther und Benzin. Der Erfolg war nicht wesenthch vom vor- 



40 

hergehenden verchieden; Nur erschienen statt eines einzigen breiten, meh- 
rere schmale nebelige Büschel. Wegen der ausserordentlichen Feinheit 
dieser Nebel konnte auch eine alkoholische Schellacklösung, die ich noch 
als erstarungsfähige Flüssigkeit aus dieser Gruppe anwendete, nichts 
Bemerkenswertes bieten. Ein entgegengehaltenes Holzstück, welches durch 
seine Anziehung die Entwicklung der Büschel begünstigte, erschien erst 
nach längerer Zeit ganz schwach gefirnisst. 

Aus allen angeführten Versuchen ergibt es sich daher, dass für 
die Gestaltung der Erscheinung die Consistenz (der Zähigkeitsgrad) der 
Flüssigkeit massgebend ist. 

Apparat für unmittelbare Umsetzung der Sonnenwärme 
in mechanische Arbeit. 

Im Jahre 1874 wurde in mehreren Fachblätt^rn ein Motor be- 
schrieben, dessen Bewegung auf. dem Temperaturwechsel beruhte, wel- 
chem ein abwechselnd in Wasser getauchter und hieranf an der Luft 
trocknender Körper unterworfen ist. Dieser Motor bestand im Wesent- 
lichen aus einer sehr leicht drehbaren Welle, durch deren Mitte drei 
gleich lange Glasröhren so geführt waren, dass sie sich unter lauter 
Winkeln von 60° kreutzlen, und ihre Hälften die Figur von sechs Ead- 
speichen bildeten. Die Enden der Glasröhren waren zu Kugeln aufge- 
blasen, und die Hälse letzterer rechtwinkelig in der Ebene des Eöhren- 
systems umgebogen, in gleicher Weise wie die Speichenenden deö Segner- 
schen Eades. Es waren somit je zwei Kugeln durch eine Eöhre in Com- 
munication. Sie waren zur Hälfe mit Äther gefüllt, luftleer gemacht, 
durch Zuschmelzen der FüUöflfnung vollständig verschlossen, und endlich 
mit einer Hülle von Moussehn bekleidet. Das so gebaute ßad bewegte 
sich über einem prismatischen Gefässe mit Wasser, und zwar so, dass 
die unterhalb der Axe hegenden Kugeln stets ins Wasser eingetaucht 
waren. Das W assergefäss war bedeckt, um die Verdunstung zu hindern ; 
der Deckel enthielt jedoch eine passend ausgeschnittene Öffnung, so dass 
die Kugeln knapp, aber ohne Anstoss, sich hindurch bewegen konnten. 

Die Drehung dieses ßades wurde nun durch folgende Ursache herbei 
geführt : Uoter den sechs Kugeln war eine notwendigerweise unter Wasser 
in solcher Lage, dass sie aufwärts gebogen war und daher mit einer 
ausserhalb des Wassers befindlichen abwärts gebogenen communi eierte. 
Von diesen zwei Kugeln hatte nun die untergetauchte die Temperatur 
des Wassers und der Luft, die obere (von einer vorangegangenen Um- 
drehung her nass gebliebene) hingegen in Folge der Verdunstung die 
niedrigere Temperatur der „Nasskälte." Daher war die Spannung des 
Atherdampfes in der letzteren geringer als in der untergetauchten, der 
Äther wurde aus dieser in die in freier Luft befindhche emporgetrieben, 



41 

und bewirkte so ein Übergewicht, welches eine entsprechende Drehung 
des Eades, und ausserdem zur Folge hatte, das ein neues Kugelpaar 
an die Stelle des früheren trat, und sich dem Einflüsse eDen derselben 
Kräfte unterzog. Natürlich konnte der Effect so kleiner Kraftwirkungen 
nur ein sehr geringer sein, und ich war fast überrascht, die Angabe 
angeschlossen zu finden, dass der so eingerichtete Motor durch mehrere 
Monate ununterbrochen eine Uhr im Gang erhalten habe. 

Gerade diese Angabe aber legte die Vermuthung nahe, dass ein 
solches drehbares System von mit Äther gefüllten Glaskugeln eine er- 
hebliche Drehungspnergie äussern müsste, wenn an Stelle der 2 — 4^ 
betragenden Teraperaturdifferenz, welche die Verdunstung zu erzeugen 
vermag, jene angewendet würde, v/elche zwischen einem von der Sonne 
beschienenen und einem im Schatten befindlichen Körper besteht. Na- 
türlich ist in diesem Falle statt des Mousselin-Überzuges der Kugeln 
eine die Wärme möglichst reichlich absorbierende und rasch ausstrah- 
lende, also schwarze Farbschichte zu verwenden. 

Behufs Anstellung eines diesbezüglichen Versuches erzeugte ich 
nun ein Rad wie das oben beschriebene. Eine starkwandige Glasröhre 
von 1mm Caliberweite wurde in Stücke von passender Länge zerschnit- 
ten, jedes davon am Ende zu einer 4cm weiten Kugel aufgeblasen, und 
deren Hals rechtwinklig umgebogen. Um die Wärmewirkung der Sonnen- 
strahlen auf den Äther zu beschleunigen, empfahl es sieh, mit Rücksicht 
auf das geringe Leitungsvermögen des Glases, die Kugeln möglichst 
dünnwandig zu machen. Sie wurden daher von einer Stärke hergestellt, 
dass sie ein Herabfallen von einer Höhe von ocm eben noch ertrugen, 
ohne zu brechen. In massiger Entfernung von der Kugel wurde die 
Böhrenwand mittelst einer Stichflamme in eine lange feine Spitze aus- 
gezogen, welche zum nachherigen Füllen zu dienen hatte. Je zwei Ku- 
geln wurden nun mit den Röhrenenden an einander geschmolzen, so 
dass sie nun sich an den Enden einer 20cm langen Röhre befanden, 
wo sie nach entgegengesetzten Seiten umgebogen waren. Die feine Spitze 
wurde nun in Äther getaucht, durch oftmaliges Erwärmen und Abkühlen 
die Kugeln von Luft vollständig entleert und zur Hälfte mit Äther gefüllt, 
endlich die Spitze zugeschmolzen. Yier solche Kugelpaare wurden so- 
dann, sich gegenseitig halbierend, und unter gleichen Winkeln sich 
kreuzend, in eine Welle von Kork eigefügt, und letztere, um eine Axe 
leicht drehbar, in passende, auf zwei Säulchen befindliche Lager gelegt. 
Nachdem noch alle 8 Kugeln mit mattem Schwarz überzogen worden 
waren, konnten die Versuche beginnen. 

Der Apparat wurde so auf die Feusterbrüstung gestellt, dass jene 
Hälfte des Rades, deren Kugeln aufwärts gebogen waren, von der Sonne 
beschienen w^urde, die andere dagegen im Schatten des Fensterpfostens 
war. Die ßotatioa begann sofort, und hatte eine Geschwindigkeit von 3-4 



43 

Umdrehungen in der Minute. Die fortgesetzte Beobachtung des Ganges 
unter manigfach wechselnden Umständen ergab folgendes : 

1. Die Geschwindigkeit der Drehung ist in der kalten Jahreszeit 
grösser als in der warmen, und am Morgen grösser als in den späteren 
Tagesstunden, ofifenbar weil die Temperaturdifferenz zwischen der er- 
wärmten und der mit ihr communicierenden beschatteten Kugel desto 
grösser wird, je niedriger die Lufttemperatur ist. Am schwächsten ist 
die Wirkung der untergehenden Sonne. 

2. Während einer zeitweiligen Verhüllung der Sonne durch Wolken 
steht das ßad still, und während einer blossen Verschleierung derselben 
durch durchscheinende Nebel geht es entsprechend langsamer. Es würde 
sich daher recht gut eignen, um für meteorologische Zwecke die Dauer 
und Intensität des Sonnerscheines zu registrieren. 

3. Da die Kugeln keine Luft, sondern nur Ätherdampf enthalten, so 
geht bei längerem Verweilen einer Kugel in der Sonne schliesslich ihr 
ganzer Inhalt in die mit ihr communicierende andere Kugel ; d. h. das 
Drehungsmoment kann sich steigern bis zum Producta aus dem Ge- 
wichte einer vollständigen Kugelfüllung und ihrem Abstände von der 
Axe. Das Bad kann somit erhebliche Widerstände überwinden ; als ich 
mittelst einer Fadentransmission ein Uhr-Zeigerwerk einschaltete, machte 
der Sekundenzeiger 4 Umdrehungen in der Minute. Hiebei hatte die 
Schnurscheibe am Apparate einen dreimal grösseren Durchmesser, als 
jene am Uhrwerk. 

4. Befestigt man an einer Speiche des Kugelrades ein nicht allzu- 
grosses Gewicht, so tritt nur anfangs eine Hemmung der Drehung ein ; 
alsbald geht in Folge des längeren Verweilens der betreffenden Kugel 
in der Sonne um so viel mehr Äther auf die andere Seite, dass die Ex- 
centricität des Schwerpunktes ausgeglichen wird, worauf die Drehung 
wieder vollständig gleichmässig vor sich geht. In gleicher Weise wird 
auch eine etwaige von der Anfertigung herrührende Excentricität des 
Schwerpunktes von selbst durch eine entsprechende Vertheilung des 
Äthers in den Kugeln gut gemacht. 

5. Unregelmässig aber ist der Gang, wenn die Wanddicke der 
Kugeln ungleich ist, oder wenn dieselben nicht, alle vollkommen luft- 
leer sind. Die Ungleichmässigkeit ist dann jedoch eine streng perio- 
dische, indem immer dieselbe Kugel bei ihrem Eintritte in den Bereich 
der Sonnenstrahlen eine Verlangsamung der Bewegung verursacht. 

Erwägt man, dass die obenangebene allerdings geringe mechani- 
sche Arbeit von einigen Centimeter-Grammen pro Sekunde von der 
Bestrahlung einer Fläche herrührt, welche auch nur wenige Quadratcen- 
timeter beträgt, so ergibt sich, dass man von einem in entsprechend 
grösserem Massstabe hergestellten Apparate desselben Princips ganz 
ansehnliche Arbeitsleistungen erzielen könnte. Das in diesem Falle statt 



48 

des Glases zur Verwendung kommende Metall würde überdiess bei Ver- 
meidung der Gebrechlichkeit die höchst vortheilhafte Eigenschaft der 
guten WärmeleituDg besitzen und die Wahl einer günstigeren Form 
(z. B. flacher Querröhren statt der Kugeln) möglich machen. Die ünbe- 
stängkeit des Sonnenscheines ist freilich ein Umstand, welcher bis jetzt 
am meissten die Mechaniker davon abgeschreckt haben dürfte, die Be- 
nützung desselben als treibender Kraft in Erwägung zu ziehen. Doch 
gewinnen ja die Windmotoren, welche von einem ebenso launenhaften 
Elemente getrieben werden, täglich mehr Verbreitung, und eignen sich 
dabei nicht so gut zur Aufstellung an jedem beliebigen Orte, wie es 
bei einem Sonnenmotor der Fall wäre. 



Eine neue Art elektrischer Schallübertragung. 

Die Eigenthümlichkeit des Graham-Beirschen Telephons, behufs 
Wahrnehmung der übermittelten Töne ans Ohr gehalten werden zu 
müssen, hat gleich nach seinem Bekanntwerden zahlreiche Physiker zu 
Versuchen angeregt, dasselbe bis zu dem Grade zu verbessern, dass es 
die zu übertragenden Töne mit grösserer Stärke wiedergeben würde. 
Es wurden in den wenigen Jahren, welcher seither verflossen, un- 
zählige Erfindungen neuer Telephons publiciert; deren Töne angeb- 
lich oder wirkUch auf mehrere Meter Distanz hörbar sein sollen. 
So wenig ich auch an der Wahrheit der betreffenden journalistichen Mit- 
theilungen zweifle, so scheint es mir doch für den Werth derselben 
charakteristisch zu sein, dass für die in allen grösseren Städten einge- 
führten Telephonanlagen als Hörapparate die ursprünglichen einfachen 
amerikanischen Telephons verwendet werden, während man bei den 
Sprechapparaten das telephonische Princip aufgegeben, und zum mi- 
krophonischen die Zuflucht genommen hat. 

Die Schwierigkeit, das Bell'sche Telephon kräftiger zu machen, 
beruht eben auf dem Principe dieses Apparates selbst. Um dieselbe wür- 
digen zu können, hat man zu erwägen, dass die Grösse der Leistung in der 
Hauptsache von der Stärke der elektrischen Ströme abhängt, in welche 
die schwingende Bewegung der Eisenmembran des Sprechapparates um- 
gesetzt wird. Diese Stromstärke ist aber ein Product aus zwei Factoren : 
1. der Schwingungsamplitude der Membrane, 2. der Masse derselben. 
Nun kann man aber nicht einen dieser zwei Factoren vergrössern ohne 
zugleich den andern zu verkleinern. Denn soll die Membran von der 
Luft Schwingungen grösserer Amplitude annehmen, so musss sie dün- 
ner sein; je dünner sie aber ist, desto schwächer ist in Folge der Ver- 
ringerung der vor dem Magnetpole schwingenden Eisenmasse die Strom- 
induction. 



44 

Was den Einfluss der Stärke des Magnetismus des Stahlstabes an- 
belangt, wird folgendes zu erwägen sein : 

Dieser Stahlmagnet hat die Aufgabe, dem weichen Eisenkerne in 
der Spule einen Magnetismus m zu ertheilen, der mindestens eben- 
so gross ist, als der durch den stärksten vorkommenden Inductions- 
strom im Empfangstelephone entstehende Magnetismus ft. Dadurch wird 
erreicht, dass der Magnetismus des Eisenkernes beim Gebrauche des 
Telephons zwischen den Gränzen m -\- fi und m — fi variert, sich also 
innerhalb eines Spielraumes 2ju verändert, dessen Wert von der Grösse 
m unabhängig ist. Bedenkt man, dass Nord- und Südmagnetismus auf die 
Membran in gleicher Weise anziehend wirken, so erscheint es nicht gleich- 
gültig, oh m -{- fi und m — [i Grössen von gleichem oder entgegengesetztem 
Vorzeichen sind. Wäre aber m < fi, so würde m — ^ = — ([i — m) 
sein, und da für die Stärke der Anziehung nur der Zahlenwerth fi — m 
in Betracht kommt, so wären fi -\- m und fi — m die beiden äussersten 
Werte der Magnetismen; der numerische Abstand zwischen diesen 
Grössen wäre dann 2 m, somit in Folge der gemachten Vorausetzung 
kleiner als 2 fi. Da nun von diesem numerischen Gränzenabstande die 
Schwinguugsamplitude der Membran des Empfangsapparates abhängt, 
so erscheint es wesentlich ungünstig, den Magnetismus m des Stahl- 
ßtabes kleiner als fi zu nehmen; die angeführten Argumente lehren 
aber auch, dass von fi angefangen aufwärts die Stärke des Stahlmag- 
netes ohne Einfluss auf die Güte des Telephons ist, da die Grösse m 
bei der Subtraction (m -\- fi) — (w — fi) ganz herausfällt. 

Von den beiden Körpern : Eisenkern und Eisenmembrane, welche 
im Bell'schen Telephon die Träger der Schwingungen erzeugenden 
Kräfte sind, ist also keiner fä'hig, behufs Verstärkung der Leistung we- 
sentliche Verbesserungen anzunehmen, und lassen sich nur manche mehr 
nebensächliche Einflüsse so weit günstiger gestalten, um so zu sagen auf 
indirectem Wege das Instrument zu perfectionieren. 

Diese Erwägungen waren es, welche mich zum Nachdenken da- 
rüber anregten, ob sich dem Principe des Bell'schen Telephons nicht 
irgend ein anderes substituieren liesse, welches eine wirksamere Ein- 
flussnahme auf jene Umstände gestatten würde, die die Stärke der über- 
tragenen Töne bedingen. Ich blieb endlich bei einem Gedanken stehen, 
den ich in den nachfolgenden Zeilen mitzutheilen mir erlaube. Ich muss 
leider vorausschicken, dass ich nicht in der Lage bin, über eine abge- 
schlossene Versuchsreihe zu berichten, denn lange vor Beendigung der- 
selben musste ich die Arbeit wegen Zeitmangels unterbrechen ; ge- 
rade die völlige Ungewissheit aber, ob ich in nächster Zeit für die 
Fortsetzung derselben die nöthige Müsse finde, bestimmt mich, wenig- 
stens die leitende Idee mitzutheilen, in der Annahme, dass vielleicht 
ein Fachcollege, der mit mehr verfügbarer Zeit als ich gesegnet ist, 



45 

der Sache so viel luteresse abgewinnen könnte, um sich auf ihre expe- 
rimentelle Erprobung auf dem hier anzudeutenden Wege einzulassen. Und 
wenn auch ich selbst für den Fall günstiger experimenteller Ergebnisse 
der mitzutheilenden Idee eine praktische Bedeutung nicht beimesse, so 
glaube ich doch nicht unbescheiden zu sein, wenn ich ein, wie ich glaube, 
originelles Princip der elektrischen Schallübertragung für wert erachte, 
um mit dessen Veröfientlichung zur Litteratur dieses Gegenstandes einen 
kleineu Beitrag zu liefern. 

Um dem Übelstande zu begegnen, dass die Verstärkung des Stahl- 
magnetes auf die Leistung des Telephons ohne Einfluss ist, musste ein 
Mittel ersonnen werden, um den Sitz der durch die inducierten Ströme 
erzeugten Anziehungskraft in die Membran selbst zu verlegen. Denn ist 
ein solches erreicht, so muss im Sinne der für alle mechanischen Fern- 

Wirkungen gültigen Gleichung / = -^— die Grösse der Anziehung 

nicht nur mit dem Magnetismus der Membran, sondern auch mit je- 
nem des fixen Magnetes proportioniert sein, und wenn mau daher letz- 
teren vervielfacht, so muss damit in gleichem Verhältnisse die Schwin- 
gungen erregende Kraft vervielfacht werden. 

Das Gesagte lässt sich nun erreichen, wenn man statt der Ei- 
senmembran eine Scheibe anwendet, welche aus einer ebenen Spirale 
von sehr feinem, isoliertem und dicht an einander gewickeltem Kupfer- 
drahte besteht. An Stelle des fixen Magnetes kommt dann eine genau 
gleich grosse Spirale aus dickerem Draht in Verwendung, welche den 
Strom einer galvanischen Kette aufzunehmen hat. Diese zweite Spirale 
wird concentrisch und parallel dicht an der ersten angebracht. 

Um sich die Eigenschaften eines solchen Spiralenpaares zu ver- 
gegewärtigen, erinnere man sich an folgende Sätze aus der Electro- 
dynamik : 1) Parallele, von elektrischen Strömen durchflossene Drähte 
ziehen sich bei übereinstimmender Stromrichtung an, und stossen sieh 
bei verschiedener Stromrichtung ab ; 2) Wird einem vom Strome durch- 
flossenen Drahte ein anderer in sich selbst geschlossener Draht plötz- 
lich genähert, so wird in letzterem ein Strom von entgegengesetzter, 
beim Entfernen hingegen ein Strom von gleicher Eichtung induciert. 
3) Im 1. Falle ist die Anziehung, beziehungsweise Abstossung desto 
stärker, je stärker jeder der beiden Ströme ist, und je näher die Drähte 
an einander liegen ; im 2 Falle ist die Intensität des inducierten Stro- 
mes desto grösser, je stärker der primäre Strom ist, je näher die 
Drähte an einander liegen, je länger die auf einander einwirkenden 
Drähte sind, und — was hier besonders von Belang ist — je grössere 
Bewegungen sie gegen einander ausführen. 

Leitet man daher durch die Windungen der ersten Spirale die 
von einem entfernten Telephon erzeugten Ströme, während wie ge- 



46 

sagt, die 2;weite Spirale von einem constanten galvanischen Strome 
durchflössen wird, so wird die erste nach Satz 1) abwechselnd ange- 
zogen und abgestossen, und fuhrt somit Schwingungen aus, die mit 
denen der Telephonmembran der Zahl nach gleich, der Form und Stärke 
nach proportioniert sind, und somit den gegen jene Membran tönenden 
Schall mit einer gewissen Stärke wiedergeben. Versetzt man hinge- 
gen ebendieselbe Spirale durch irgend eine Schallerregung in Schwin- 
gungen, so werden in ihr nach dem obigen Satze ^) Ströme von wech- 
selnder Richtung induciert, welche wie jene eines Bellschen Telephons 
den Schall zu einem Empfangsapparate übertragen. Das Spiralenpaar 
kann also principiell sowohl das Sprech- als auch das Hörtelephon er- 
setzen. Zur Einrichtung für eine Correspondenz gehört demnach für 
jede der beiden Stationen ein Spiralenpaar mit einer Lokalkette, deren 
Strom überall die dickere Spirale aufzunehmen hat, während die feinen 
Spiralen beider Stationen, untereinander durch zwei Leitungen verbun- 
den, zusammen einen geschlossenen Stromkreis ausmachen. 

Das laut der früheren Auseinandersetzung von mir angestrebte 
Ziel erscheint nun bei dieser Combination hinsichtlich des Folgenden 
erreicht: Angenommen es werde bei Anwendung eines primären Stro- 
mes von massiger Stärke irgend ein geringer Grad von Schallübertragung 
erzielt, so lässt sich die "Wirkung offenbar dadurch steigern, dass der 
primäre Strom der Sprechstation verstäkt wird , denn die inducierten 
Ströme sind bei sonst gleichen Umständen dem primären proportioniert, 
und müssen daher in der Hörstation in gleichem Verhältnisse stärkere 
Schwingungen der sekundären Spirale hervorbringen. Da aber nach 
Satz 1) die Anziehung und Abstossung paralleler Drähte mit jedem 
der beiden cirkulierenden Ströme proportioniert ist, so mus auch eine 
Verstärkung des primären Stromes der Hörstation die Schwingungen in 
gleichem Verhältnisse vergrössern, so dass, wenn in jeder Station der 
Strom primäre n mal grösser wird, die Schwingungen n^ mal grösser 
werden müssen. Es ist also für die Verstärkung der Wirkung ein rie- 
siger Spielraum gegeben, der nur durch den einzigen Umstand be- 
gränzt wird, dass bei zu starken Batterieströmen endlich die Erhitzung 
des Drahtes dem Apparate gefährlich werden müsste. 

Hinsichtlich der Gröss(3 der Spiralen lehrt eine einfache Erwägung, 
dass dieselbe für die Entfernung bestimmend ist, aus welcher man 
gegen das Instrument sprechen, und aus welcher man aus demselben 
Töne vernehmen kann. Setzt man den Durchmesser des Drahtes der 
Spiralen = 1, so erhält man für die Länge des auf eine Spirale von 
n Windungen verwendeten Drahtes den Ansdruck : n -\- ^ tt -\- ^ tt 
-\- .... -)- (2 w — l) 71 = n^ TT, wenn man der Einfachkeit halber die 
Spirale als aus lauter concentrischen Drahtringen bestehend ansieht. 
Es ist somit die Drahtlänge mit dem Quadrate des Radius der Spirale 



47 

proportioniert. Das würde eine V^^rstärkung der Inductionsströme im 
quadratischen Verhältnisse zum Kadius ergeben, wenn man nicht be- 
denken müsste, dass gegen eine grössere Spirale auch aus entsprechend 
grösserer Entfernung gesprochen werden muss, wenn alle ihre Punkte 
von den schwingenden Lufttheilchen gleichzeitig getroffen werden sollen. 
Bei dieser grösseren Entfernung wird aber wieder die Schwingungsinten- 
sität in jedem einzelnen Punkte im quadratischen Verhältnisse geringer, 
woraus folgt, da^s bei einem n mal grösseren Spiralendurchmesser aus 
n facher Entfernung gespochen werden muss, die Intensität der Induc- 
tionsströme aber dabei dieselbe bleibt. Allein diese Ströme sind in 
jenem n^ mal längeren Drahte entstanden, und können somit auch ei- 
nen n^ mal grossem Widerstand in der äusseren Leitung, d. h. in der 
Empfangspirale überwinden. Diese darf somit einen w^mal längerem 
Draht enthalten, d. h. ebenfalls den ^fachen Eadius haben, die Schwin- 
gungen einer n^ mal grösseren Fläche aber sind auf die wfache Ent- 
fernung hörbar. 

Eine kleine Ausschweifung der Phantasie wolle mir hier der geneigte 
Leser zu gute halten. Da nämlich das in Eede stehende Telephon aus 
zwei sich deckenden Scheiben besteht, so kann man sieh dasselbe 
sehr gut mit einem Rahmen garniert denken, in welchem es wie ein 
Bild an der Wand hängt. Die Sekundärspirale bildet hiebei die Vorder- 
fläche. Denkt man sich nun weiter letztere mit dem Portrait des Cor- 
respondenten der anderen Station bemalt, so hat man im buchstäblichen 
Sinne des Wortes ein sprechendes Bild vor sich. 

Es erübrigt noch mitzutheilen, wie weit ich mit der Realisierung 
der hier dargelegten Idee gekommen bin. Nach vorangegangenen kleineren 
Versuchen fertigte ich eine Sekundärspirale in folgender Weise an : 
Eine gut poHerte kreisrunde Messingscheibe von 12cm Durchmesser 
wurde mit einer sehr dünnnen Wachsschichte überzogen, und erhielt 
im Centrum ein ganz kleines Loch. Durch dieses wurde das Ende des 
zu verwendenden 0-3mm dicken Drahtes gesteckt, und hierauf aus dem- 
selben mit freier Hand eine ganz kleine Spirale mit wenigen Windun- 
gen geformt. Diese wurde nun in der Mitte auf die Messingplatte ge- 
drückt, sodann mit einer ebenfalls runden, 14cm breiten Glastafel bedekt, 
und mit dieser centrisch in der Klemme des Klanfigurenapparates be- 
festigt. Durch langsames und vorsichtiges Drehen wurde dann der 
Draht, in Fortsetzung der schon begonnenen Spirale zwischen die Schei- 
ben gewickelt. Die Arbeit ging vorzügHch von Statten und lieferte eine 
Spirale von tadelloser Schönheit, die nur wegen Mangels an eigener 
Festigkeit auf die Pressung zwichen den Platten angewiesen war. Nach 
einem gehnden Erwärmen jedoch und nachherigem Abkühlen klebte die 
Spirale mittelst des Wachses auf der Messingplatte, und die Glastafel 
konnte entfernt werden. Nun wurde die Oberfläche der Spirale so lange 



•48 

periodisch mit einer dünnen Schellaeklösung bestrichen und inzwischen 
getrocknet, bis sich ein sichtbarer glänzender Harzüberzug gebildet 
hatte. Hierauf wurde mit Anwendung einer Wärme, welche wohl Wachs, 
nicht aber Schellack zu schmelzen vermag, die Spirale von der Messing- 
platte abgelöst, das Wachs mittelst warmen Fliesspapiers weggesaugt, 
und sodann auch diese Seite in gleicher Weise wie die andere mit 
Schellack lackiert. Die erhaltene Scheibe war vollkommen eben, nur 
sehr gebrechlich. Ein kundigerer Technologe würde wohl gewiss ein bes- 
seres Fixirmittel als Schellack angewendet haben ; ich wählte indess 
letzteres vorzugsweise wegen des raschen Trocknens. 

Bevor ich zur Herstellung der primären Spirale schritt, für wel- 
che ich nicht sofort ein praktisches Verfahren auszusinnen vermochte, 
stellte ich Versuche in der Weise an, dass ich die fertige Spirale über 
die Öffnung eines bodenlosen Hohlcylinders spannte, an Stelle der pri- 
mären Spirale einen permanenten Magnet verwendete und den Leitungs- 
draht zu einem Bellschen Telephon führte. 

Das Ergebnis des Versuches war, dass die Spirale, als Sprechap- 
parat benützt, eine allerdings nur sehr schwache Übertragung von lie- 
sang und Sprache aufwies, so dass sie dass Hellsehe Telephon nur in 
geringem Masse ersetzte ; und als Empfagsapparat lies sie gar nur dann 
einen Schall vernehmen, wenn die Ströme nicht vom Telephon, sondern 
von einem Inductionsapparate mit Selbstunterbrechung herrührten. Allein 
von weiteren Versuchen abschrekend kann meines Erachtens dieses Ergeb- 
nis nicht genannt werden, da bei der eben beschriebenen Anordnung 
ein Magnet nur auf jene wenigen Windungen der Spirale, welche mit den 
Contouren seiner Polfläche parallel waren, einen Einfluss üben konnte 
und fast alle jene Bedingungen fehlten, unter welchen im Sinne der 
oben angeführten elektrodynamischen Gesetze ein befriedigendes Resul- 
tat erwartet werden konnte. In diesem wenig vorgeschrittenen Stadium 
wurde ich leider durch andere dringende Arbeiten unterbrochen, und 
warte vorläufig auf eine andere Gelegenheit, um mich mit der Sache wei- 
ter zu beschäftigen. 

Eine an dieser Spirale beobachtete Erscheinung möchte ich noch 
einer anhangsweisen Erwähnung würdigen. Als dieselbe nämlich von 
dem unterbrochenen Strome eines Neef 'sehen Hammers durchflössen 
wurde, liess sie wie zu erwarten war, ein Gerassel vernehmen, ähnlich 
jenem, welches unter gleichen Umständen im Telephon auftritt. Als ich 
nun einmal für den Stahlmagnet ein Stück unmagnetischen Eisens sub- 
stituirt hatte, war das Rasseln noch immer, w^enn auch schwächer 
hörbar. Diess liess sich entweder dadurch erklären, dass die unter- 
brochenen Ströme in dem benachbarten Eisen parallele Ströme indu- 
cierten, welche bei ihrem Entstehen sofort eine mechanische Wirkung 
auf die Membran ausübten; oder aber dadurch, dass der Schall durch 



49 

eine periodische Anziehung der Windungen unter einander erzeugt 
wurde. War die erstere Annahme richtig, so musste das Gerassel 
auch bei Anwendung eines beliebigen anderen Metalls an Stelle des 
Eisens hörbar sein ; war es die letztere, so musste die Spirale an auch und 
für sich, bei Abwesenheit jedes andern Körpers stönen. Die hierüber an- 
gestellten Versuche bestätigten die erste Annahme. Das Geräusch trat 
auf, wenn eine beliebige Metallplatte mit der Spirale in nicht zu gros- 
ser Entfernung parallel war; nicht leitende Körper Hessen dieselbe voll- 
kommen stumm. Diese Spirale hat daher die Eigenschaft, die Nähe von 
Metallen durch ein eigenthümliches Geräusch anzukündigen, falls diese 
durch was immer für eine undurchsichtige Bedeckung maskiert sein 
sollten. 



SCHULNACHRICHTEN 



1. Director Theodor Pantke, k. k. Schulrath, fachmännisches 
Mitglied des Landebschuh'athes für Görz und Gradisca, weltlieh, lehrte 
Latein in VII, wöchentlich 5 Stunden. 

2. Professor Matthäus Lazar, weltlich, Mitglied der k. k. Prü- 
fungscommission für allgemeine Volks- und Bürgerschulen in Görz, Gu- 
stos des naturhistorischen Cabinets, lehrte Mathematik in I. A und B, 
Naturgeschichte in I. A und B, II. A und B, III. (im I. Sem.) V. und 
VI., Physik in III. (im 2. Sem.), zusammen 20 Stunden. 

3. Professor Andreas Marusic, Weltpriester, Mitglied des k. k. 
Landesschulrathes für Görz und Gradisca, Mitglied der k. k. Prüfungs- 
commission für allgemeine Volks-und Bürgerschulen in Görz, Exhortator 
für die Schüler des Ober- und Uutergymnasiams, ertheilte den Keli- 
gionsunterricht in allen Classen des Gymnasiums, zusammen 20 Stunden. 

4. Professor Josef Culot, weltlieh, k. k. Bezirksschulinspector für 
die Stadt Görz, Mitglied der k. k. Prüfungscommission für allgemeine 
Volks- und Bürgerschulen in Görz, lehrte Italienisch in L, III., V— VIII., 
Deutsch in IV., zusammen 15 Stunden^ 

5. Professor Adolf Baar, weltlich, Ciassenvorstand der VIII., 
lehrte Latein und Griechisch in dieser Classe, wöchentlich 10 Stunden, 
verwaltet nebenbei die hiesige Studienbibliothek. 

6. Professor Anton Santel, weltlieh, Olassenvorstand der VII., 
Gustos des physikalischen Cabinets, lehrte Mathematik, Physik und Phi- 
losophische Propädeutik in VII, und VIII., Mathematik in VI., zusam- 
men 19 Stunden. 

7. Professor Friedrich Simzig, weltlich, Olassenvorstand der V., 
lehrte Latein in dieser und der VI. Classe, Griechisch in VII., zusam- 
men 16 Stunden ; derselbe verwaltet überdies die Gymnasialbibliothek. 

8. Professor Johann Jenko, weltlich, Classenvorstand der I. B, 
lehrte Latein in dieser Classe, Slovenisch in Y. — VIII., zusammen 16 
Stunden. 

9. Professor Josef Ivancic, weltlich, Classenvorstand der II. B, 
lehrte Latein, Deutsch und Slovenisch in dieser Classe und Slovenisch 
in I. B, zusammen 16 Stunden. 

10. Professor Konrad Nussbaumer, weltlich, Classenvorstand 
der III., lehrte Latein und Griechisch in dieser Classe, Griechisch in 
V., zusammen 16 Stunden. 



52 

11. Professor Heinrich Maionica, weltlich, Correspondent der 
k. k. CeDtralcommission für Kunst- und Historische Denkmale in Wien, 
Classenvorstand der IV., lehrte Latein, Griechisch und Italienisch in 
dieser Classe, ausserdem Italienisch in II. A und im Freicurs, zusam- 
men 16 Stunden. 

12. Gymnasiallehrer Karl Linke, weltlich, lehrte Geschichte und 
Geographie in II. A, V. und VIII., Deutsch in III. und VIII., zusammen 
17 Stunden. 

13. Gymnasiallehrer Josef Wenzel, weltlieh, Classenvorstand der 
VI., lehrte Geographie in I. A, Geschichte und Geographie in VI. und 
VII., Deutsch in V., VI. uud VII., zusammen 18 Stunden. 

14. Supplent Gustav Novak, weltlich, approbiert für Mathematik 
und Physik, lehrte Mathematik in II. A und B, III., IV., V., Physik 
in IV., zusammen 19 Stunden. 

15. Supplent Robert Drexl, weltlich, approbiert für classische 
Philologie, Classenvorstand der II. A, lehrte Latein und Deutsch in die- 
ser Classe, Griechisch in VI., zusammen 17 Stunden. 

16. Supplent Dr. Franz Kos, weltlich, approbiert für Geschichte 
und Geographie, Mitglied der k. k. Prüfungscommission für allgemeine 
Volks- und Bürgerschulen in Görz, lehrte Geographie in I. B, Geschichte 
und Geographie in II. B, III. und IV., Slovenisch in III., IV. und im 
Freicurs, zusammen 20 Stunden. 

17. Supplent Franz Metzler, weltlich, approbiert für Latein, 
Griechisch und Deutsch, Classenvorstand der I. A, lehrte Latein und 
Deutsch in dieser Classe, Deutsch in der I. B, zusammen 16 Stunden. 

18. Anton Hribar, Leiter der k. k. Knaben- Übungsschule, welt- 
lich, ertheilte Gesangunterricht in zwei Abtheilungen je eine Stunde 
wöchentlich und leitete die Vorübungen für den Kirchengesang. 

19. Alois Kursen, Turnlehrer, leitete in den Sommermonaten die 
gymnastischen Übungen 2 Stunden wöchentlich, so weit es die Witte- 
rungsverhältnisse gestatteten. 



Erste Classe. *) 

Religion, 2 St. : Katechismus. Dieser Unterricht wurde den Schülern 
in ihrer Muttersprache ertheilt. In der A-Abtheilung wurde auf diB 
deutschen Schüler beim Vortrage und beim Examinieren gebührende 
Eücksicht genommen. 

Latein, 8 St.: Eegelmässlge Formenlehre. 

Deutsch, 4 St.: Formenlehre des \erbs. Der einfache, erweiterte Satz; 
Leetüre, Declaraation, orthographische Übungen. 



*) Die Schüler der beiden untersten Classen waren nach ihrer 
Muttersprache in je zwei Parallelcurso getheilt, in A Italiener und 
Deutsche, in B Slovenen. 



53 

Italienisch, 2 St. in der A-Abtheilung: Teorica clelle flessioni fino ai 
verbi anomali e difettivi. — Della proposizione sempliee (concor- 
danza). 

Slovenisch, 2 St. in der B- Abtheilung: Oblikoslovje, citanje, deklamo- 
van je. 

Geographie, 3 St.: Elemente der mathematischen und physichen Geo- 
graphie. Politische Geographie aller fünf Erdtheile. 

Mathematik, 3 St.: Die vier Eechnungsarten mit unbenannten und benann- 
ten ganzen Zahlen, gemeinen und Decimalbrtichen. Theilbarkeit der 
Zahlen. — Linien, Winkel, Dreiecke. 

Naturgeschichte, 2 St. : Zoologie : Säugethiere ; Insecten und andere wich- 
tigere wirbellose Thiere. 

Zweite Classe. 

Religion, 2 St.: Katholische Liturgik. Unterrichtssprache wie in der er- 
sten Classe. 

Latein, 8 St.: Unregelmässigkeiten in Declination nnd Conjugation. Das 
Wichtigste aus der Casus-Modus-und Tempuslehre; Acc. c. Inf. 
und Abi. absol. 

Deutsch, 4 St.: Formenlehre des Nomens, Satzverbindung und Satzgefüge; 
Leetüre, Deelamation, orthographische Übungen. 

Italienisch, 2 St. in der A-Abtheilung: Teorica delle flessioni e delle 
particelle. — Della proposizione composta. 

Slovenisch, 2 St. in der B-Abtheilung: Skianja in sprega; imetnisa pra- 
vila iz skladnje. öitanje, deklamovanje. 

Geschichte, 2 St.: Alterthum in übersichtlicher Darstellung. 

Geographie, 2 St.: Asien, Afrika. Verticale und horizontale Gliederung 
Europa's. Specielle Geographie der drei südlichen Halbinseln, dann 
Frankreichs, Belgiens, Hollands. 

Mathematik, 3 St. : Verhältnisse, Proportionen, Eegeldetri, Procentrech- 
nung. Eigenschaften, Construction und Berechnung gradliniger Fi- 
guren. Verwandlung und Theilung derselben. 

Naturgeschichte, 2 St.: Im 1. Sem. Zoologie beendet, im 2. Sem. Botanik. 

Dritte Classe. 

Religion, 2 St. : Geschichte der Offenbarung des alten Bundes. 

Latein, 6 St. : Casuslehre. Gelesen wurden aus Schwarz Lesebuche : 
Dicta memorabilia (Auswahl), dann die Biographien des Themi- 
stocles, Aristides, Pausanias, Alcibiades, Agesilaus, Epaminondas, 
Iphicrates, von Curtius die Stücke I, II, III u. VI. 

Griechisch, 5 St. : Eegelmässige Formenlehre bis zum Passivstaram der 
Verba auf w. 

Deutsch, 3 St. : Satzlehre wiederholt ; Leetüre, Deelamation. 

Italienisch, 2 St.: Eipetizione dell'aggettivo, del pronome e del verbo. — 
Casi in dipendenza dal nome e dal verbo. 

Slovenisch, 2 St. : Ponavljanje oblikoslovja. Predlog. Skloni, Citanje, de- 
klamovanje. 



54-: 

Geschichte und Geographie, 3 St. : Mittelalter In übersichtlicher Darstel- 
lung. — Das nördliche und östliche Europa, Deutschland, Amerika 
und Australien. 

Mathematik, 3 St. : Die vier Eechnungsarten mit algebraischen Ausdrücken 
und Potenzen. Quadrat- und Kubikwurzel, Permutationen. — Kreis- 
lehre, Construction der Ellipse, Hyperbel und Parabel. 

Naturgeschichte, nur im 1. Sem. 2 St. : Mineralogie. 

Physik, nur im 2. Sem. 2 St. : Einleitung, Schwere, Wärme und chemi- 
sche Erscheinungen. 

Vierte Olasse. 

Religion, 2 St.: Geschichte der Offenbarung des neuen Bundes. 

Latein, 6 St.: Tempus- und Moduslehre. Hauptpunkte der Prosodie und 
Metrik. Oaesar, de hello Gall. lib. I, VI, c. 1-35. Ovid, Trist. IV', 10. 

Griechisch, 4 St.: Die regelmässige Formenlehre beendet, dann die Verba 
auf ftt und die unregelmässigen Zeitwörter. 

Deutsch, 3 St.: Figuren und Tropen; Brief- und Geschäftsstil; Metrik, 
Leetüre, Declamation. 

Italienisch, 2 St.: La teorica dei tempi e dei modi; dello stile epistolare; 
lettura e studio di scelti squarci dal libro di lettura. 

Slovenisch, 2 St. : Skladnja. öitanje, deklamovaniie. 

Geschichte und Geographie, 4 St.: Neuere und neueste Geschichte mit 
besonderer Eücksichtnahme auf Österreich. Geschichte. — Geogra- 
phie der österr.-ungarischen Monarchie. 

Mathematik, 3 St.: Gleii'hungen des ersten Grades mit einer und zwei 
Unbekannten. Zusammengesetzte Regeldetri, Termin-Gesellschafts- 
AUigationsrechnung, Kettenrechnung, Zinseszinsrechnung. — Ste- 
reometrie. 

Physik, 3 St.: Mechanik, Magnetismus, Elektricität, Akustik und Einiges 
aus der Optik. 

Fünfte Classe. 

Religion, 2 St. : Katholische Glaubenslehre (1. Thl. allgemeine). 

Latein, 6 St. : Livius, lib. I, II (Auswahl).: Ovid, Trist. I, 3 ; IV, 10 ; 
epist. ex Pento I, 2; II, 1 ; Heroid. X; Amor. I, 15; Fast. II 
V. 83-118 und 475-512; Metam. hb. I, 89415; VI, 146-313; 
VIII, 611-725 ; X, 1-77. 

Griechisch, 5 St. : Casuslehre. Xenophon nach SchenkFs Chrestomathie : 
Cyropaed. II, VIL Anab. II, III, IV. Homer, Ilias, I, IL 

Deutsch, 3 St. : Poetik, mit besonderer Berücksichtigung des Epischen 
und Lyrischen. Leetüre, Declamation. 

Italienisch, 2 St. : Lettura e studio di scelti squarci di autori dei trecento 
e quattrocento (specialmente Dante e Petrarca). 

Slovenisch, 2 St. : Navk o pesnistvu. — ponovljanje slovnice; declamovanje. 

Geschichte, und Geographie, 4 St. : Alterthum bis auf Augustus mit ste- 
ter Berücksichtigung der hiermit im Zusammenhange stehenden 
geographischen Daten. 



^55 

Mathematik, 4 St. : Die vier Eechnungsoperationen 'mit allgemeinen und 
besonderen Zahlen. Zahlensysteme überhaupt und das dekadische 
insbesondere. Theilbarkeit der Zahlen. Brüche, Verhältnisse, Pro- 
portionen. — Planimetrie. 

Naturgeschichte, 2 St. : im 1. Sem. Mineralogie und Geognosie, im 2 Sem. 
Botanik mit Palaeontologie und einer knrzen Skizze über die geo- 
graphische Verbreitung der Pflanzen. 

Sechste Classe. 

Religion, 2 St. : Katholische Glaubenslehre (2. Thl. besondere). 

Latein, 6 St. : Sallust, bellum Jugurth. ; Verg. Aen. I, II, IV und V 
(statar.) III. (cursor.) 

Griechisch, 5 St. : Homer, Dias VI, VII, VIII. Herodot, lib. VI und VII, 
cap. J-30. Tempus- und Moduslehre. 

Deutsch, 3 St. : Literaturgeschichte von den ältesten Zeiten bis Lessing. 
Leetüre, Declamation. 

Italienisch, 2 St. : Lettura e studio di scelti squarci di autori del Cin- 
quecento e nominatamente di Ariosto e Tasso. 

Slovenisch, 2 St. : Slovanske starozitnosti ; narodne pesmi slovenske in 
druzih slovanskih narodov : berilo iz Cvetnika, predavanja. 

Geschichte und Geographie, 3 St.: Die Zeit der römischen Kaiser, dann 
Mittelalter mit steter Berücksichtigung der einschlägigen geogra- 
phischen Daten. 

Mathematik, 4 St. : Potenzen, Wurzeln, Logarithmen ; Gleichungen des 
ersten Grades mit einer und mehreren Unbekannten. Stereometrie 
und Trigonometrie. 

•Naturgeschichte, 2 St. : Zoologie mit einschlägiger Palaeontologie. 

Siebente Cfasse. 

Religion, 2 St.: Katholische Sittenlehre. 

Latein, 5 St.: Cicero, die 1. 2. u. 3. Rede gegen Catilina und die Bede 

für Roscius aus Ameria. Verg. Aen. VI u. VII. 
Griechisch 4 St. : Demosthenes, die drei philippischen Reden. Homer 0- 

dyssee I, V, VII, IX. 
• Deutsch, 3 St. : Literaturgeschichte von Lessing bis zu Schillers Tod^. 

Leetüre (Iphigenie auf Tauris). Declamation. 
Italienisch, 2 St ; Lettura e studio di scelti squarci di autori del sei- 

eento e settecento, nominatamente di Metastasio, Goldoni, Alfieri 

Parrini e Gozzi. 
■Slovenisch, 2 St.: Zitje sv. Cirila in Metoda; slovenka in raoravska zgo- 

dovina; staroslovenska slovnica in slavstvo z berilom pro sta preda- 
vanja. 
Geichiohte u. Geographie, 3 St. : Die Neuzeit unter steter Berücksichtigung 

der einschlägigen geographischen Daten. 
Mathematik, 3 St.: Diophantische Gleichungen. Quadratische Gleichungen 
mit einer und mehreren Unbekannten. Einige höhere und Expo- 
nentialgleichungen. Arithmetische und geometrische Progrösslouen ; 



Combinationen ;'der binomische Lehrsatz ; Wahrscheinlichkeitsrech- 
nung. — Analytische Geometrie in der Ebene. 

Physik, 3 St. : Allgemeine Eigenschaften der Körper. Molekularkräfte 
und deren Wirkungen. Grundzüge der Chemie ; Wärmelehre ; Sta- 
tik und Dynamik fester Körper. 

Philosophische Propädeutik, 2 St. : Logik. 

Achte Classe. 

Religion, 2 St. ; Kirchengeschichte. 

Latein, 5 St. : Tacitus, Germania cap. 1-28. Ann. I. Horaz, die Oden 
des ersten u. dritten Buches nach Grysar, 5 Satiren, 6 Episteln. 

Griechisch, 5 St. : Piaton, Apologie und Griten. Sophocles, Oed. Col. 
Hom. Odyssee (Auswahl). 

Deutsch, 3 St. : Literaturgeschichte des 19. Jahrhunderts mit besonderer 
Berücksichtigung österreichischer Dichter. Leetüre : Goethes Her- 
mann und Dorothea, Schillers Wilhelm Teil. Auswahl ästhetischer 
Abhandlungen aus Mozart's Lesebuche III. Thl., Declamation. 

Italienisch, 2 St. : Studio di scelti squarci di autori dell' ottocento, no- 
minatamente di Monti, Foscolo, Pindemonte, Leopardi e Manzoni; 
quindi studio dell' infern o di Dante. 

Slovenisch, 2 St. : Novoslovenska slovstvena zgodovina od protestanticke 
dobe do 1. 1848 z berilom iz doticnih pisateljev ; prosta predavanja. 

Geschichte und Geographie, 3 St. : Geschichte, Geographie und Statistik 
der österr.-ungar. Monarchie. 

Mathematik, 2 St. : Wiederholung des gesammten Lehrstoffes des Ober- 
gymnasiums. 

Physik, 3 St. : Hydrostatik, Aerostatik, Magnetismus, Elektricität, Optik. 

Philosophische Propädeutik, 2 St. : Psychologie. 



welche Im Schuljahre 1882-83 gebraucht wurden. 

Religionslehre* I. Gl. Grosser Katekismus. II Catechismo grande. Lesar, 
Katekizem. IL Gl. Frenzl, Liturgik. Cimadomo, Catechismo del culto 
cattolico. Lesar, Liturgica. III. u. IV. Gl. Geschichte der Offen- 
barung des alten und neuen Testaments, herausgegeben bei Bell- 
mann in Prag. V. VI. VII. CJ. Wappler, Lehrbuch der katholischen 
Eeligion für die oberen Classen der Gymnasien. 1. 2. 3. Thl. 
VIII. Gl. Mach, Leitfaden der Kirchengeschichte. 

Latein. I.-VL Gl. Schultz, Kleine lateinische Sprachlehre. VII. u. VIIL Gl. 
EUendt-Seyffert, Latein. Sprachlehre. I. u. IL Gl. Schultz, Übungs- 
buch zur lat. Sprachlehre. III. u. IV. Gl. Hauler, Aufgaben 1. u. 
2. Thl. V. u. VL Gl. Süpfle Aufgabensammlung, L Thl. VII. u. 
VIIL Gl. Hauler, Latein. Stilübungen f. d. V. u. VL — Schwarz 
lat. Lesebuch, Caesar, de hello Galileo ed. Grysar. Virgil ed, Hoff- 



trianö. Ovid, carmlna selecta ed. Halm, Tacitus ed. Halm. Horaz ed. 
Grysar. 
Griechisch. III. — VIII. Cl. Curtius, Griech. Schulgrammatik. III. u, 

IV. Gl, Schenkl, Elementarbuch. V. u. VI. Cl. Hintner, Elementar- 
buch. — V. Cl. Schenkl, Chrestomathie aus Xenophon. Homer, Ilias 
ed. Hochegger-Zechmeister. Odyssee ed Pauly. Herodot ed. Wilhelm. 
Demosthenes ed. Panly. Plato ed. Ludwig. Sophocles ed. Dindorf. 

Deutsch. I. — III. Cl. Heinrich, Deutsche Grammatik. I. — IV. Cl. 
Pfannerer, Deutsches Lesebuch 1. — 4. Thl. V. — VIH. Cl. Egger 
Deutsches Lehr- und Lesebuch I. IL 1. 2. VIH. Mozart, Deutsches 
Lesebuch für Obergymnasien 3. Band. 

Italienisch. I. — IV. Cl. Demattio, Grammatica italiana. I. Cl. Demattio 
libro di lettura, Il.-IV. Cl. Libro di lettura aus dem Schulbücher 
Verlag in Wien 2., 3., 4. Thl. V. — VIII. Cl. Carrara, Antolog. 
ital. 1. — 5. Bd. 

Slovenisch. L — V. Cl. Janezic Sloveuska slovnica. — III. Cl. Janezic. 
Cvetnik 1. 2. IV. — VI. Cl. Janezic, Cvetnik slovenske slovesnosti. 
VII. u. VIII. Cl. Miklosic, slovensko berilo 7. 8. 

Geographie. I. — V. Cl. Kozenn-Jarz, Leitfaden der Geographie 1. u. 
2. Thl. IV. Cl. Haunak, Vaterlandskunde, Unterstufe. VI. — VIIL Cl. 
Kinn Leitfaden der Geographie. Schulatlanten von Kozenn u. Stieler. 

Geschichte. IL u. III. Cl. Gindely, Geschichte des Alterthums und des 
Mittelalters f. üntergymnasien. IV. Cl. Hannak, Lehrbuch der Ge- 
schichte für's Uiitergymnasium 3. Thl. V~VIII. Gindely, Lehrs 
buch der Geschichte für's Obergymnasium. VIII. Cl. Hannak, Oester- 
reichische Vaterlandskunde, Oberstufe. — Histor.-geographische At- 
lanten von Kiepert, Menke, Jauss und Rhode. 

Mathematik. I. — IV. Cl. Mocuik, Lehrbuch der Arithmetik für's ü. G. 
1. 2. Thl. — Mocnik, Geometrische Anschauuiigslehre I. u. 2. Thl. 

V. — VIII. Cl. Mocnik, Aritmetik u. Algebra für's Ob. G. und 
Mocnik, Geometrie für's Ob. G. Heis, Aufgabensammlung ; Adam, 
Logarithmen. 

Naturgeschichte. I. u. IL Cl. Hayek, Illustr. Leitfaden der Naturgeschichte 
des Thierreichs. II. u. III. Cl. Pokoruy, Pflanzenreich und Mine- 
ralogie; V. Cl. Höchste tter-Bisching, Mineralogie. Bill, Grundriss 
der Botanik. VI. Cl. Wohldrich, Leitfaden der Zoologie. 

Physik, im ü. G. Krist, Anfangsgründe der Naturlehre; im Ob. G. Münch, 
Lehrbuch der Physik. 

Philosophische Propädeutik: Lindner, Logik und Psychologie. 



a) in deutscher Sprache. 

Fünfte Classe. 

1. Öer Mensch, der Herr der Erde. (Schularbeit) 
3. Ein Gang durch die Triester Ausstellung, 



3. Der Ackerbau, der Anfang der Cultur. Im Anschlüsse an Schillers 
Gedicht: „Das eleusische Fest". (Schularbeit) 

4. Aristides und Themistokles. Eine Parallele. 

5. Die Personen im ersten Gesänge von „Hermann und Dorothea''. 

6. Eile mit Weile. 

7. Womit entschuldigt der Eitter bei Schiller den Kampf mit dem 
Drachen? (Schularbeit) 

8. Worin bestand die Grösse Hannibals? 

9. Welches Bild entwirft Schiller in seinem Gedichte „Herculanum 
und Pompeji" von diesen neu erstandenen Städten? (Schularbeit) 

10. Willst du herrschen, so lerne gehorchen. 

Sechste Classe. 

1. Was bewundern wir an den alten Eömern? (Schularbeit) 

2. Das Weihnachtsfest. 

3. Was treibt die Menschen in die Ferne? (Schularbeit) 

4. Das Schlimmste Glied, das Menschen tragen, 
Ist die Zunge, hör ich sagen. 

Wenn die Zunge das Eechte thut, 
So ist kein ander Glied so gut. 

Freidanks „Bescheidenheit". 

5. Welches Bild entwirft Goethe in seinem Gedichte „Hans Sachsens 
poetische Sendung" von dem Nürnberger Meistesänger? (Schularbeit) 

6. Du bist ein Mensch ! Erwäge und bedenk' es stets. 

7. Durch welche Verhältnisse wurde die päpstliche Oberherrschaft im 
Mittelalter begründet^ (Schularbeit) 

8. Wie urtheilt Klopstock in seiner Abiturientenrede über epische Poesie 

und über berühmte epische Dichter? 
y. Der Genuss der freien Natur ist allen anderen Genüssen vorzuziehen. 

(Schularbeit) 
10, Betrachtungen beim Anblicke einer verfallenen Eitterburg. 

Siebente Classe. 

1. Die Elemente hassen das Gebild der Menschenhand. (Schularbeit) 

2. Klopstock und Lessing. Eine Parallele. 

3. Im Leben ist Vergessen nicht die letzte Tugend. 

Platen, Abassiden. (Schularbeit) 

4. Der peloponnesische und der dreissigjährige Krieg. Eine Parallele. 

5. ErläuteruDg des Gedichtes „Mahomets Gesang" von Goethe. (Schul- 
arbeit). 

6. Goethes italienische Eeise. 

7. Die Genesung des Orestes in Goethes „Iphigenie". (Schularbeit) 

8. Es liebt die Welt das Strahlende zu schwärzen, 
Und das Erhabne in den Staub zu ziehn. Schiller. 

9. Welch kulturhistorisches Bild entwirft Schiller in seinem Gedichte 

„der Spaziergang"? (Schularbeit) 
10. Napoleon I, Eine Charakteristik. 



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Achtä Classe. 



1. Goethe in den ersten Tagen seines Aufenthaltes in Rom. 

2. Die Erhebung der Ostmark zum Herzogthurae. (Schularbeit) 

3. Charakteristik der Germanen nach Tacitus „Germania". 

4. Homo non sibi natus sed patriae. (Schularbeit) 

5. Stillstand ist Rückschritt. 

6. Wehe dem Epheu, der mit Liebe sich schlingt um den entwurzelten 
Baum. (Schularbeit) 

7. Teil ein Mann der That. 

8. Die Erinnerung an überstandene Mühen ist angenehm. (Schularbeit) 

9. Charakteristik Hermanns. 

10. Welche Vortheile und -Annehmlichkeiten haben die Küstenbewohner 
von der Nähe des Meeres? (Maturitätsarbeit) 

h) italienische Sprache: 

Fünfte Classe. 

1. Pensieri e preoccupazioni di Cristoforo Colombo durante 11 suo primo 

viaggio. 
3. Quali sono le piü terribili disgrazie che colpir possano una faibiglia, 

una provincia, uno stato? 

3. La vita deJl' uomo paragonata alle stagioni dell' anno. 

4. Che significa il motte: Viribus unitis? 

5. Carattere dell' eroe a me piü simpatico. 

6. Quanto di vero eontiene il motte: übi bene ibi patria? 

7. Quali sono le armi dell' uomo con cui seppe aequistarsi e conservare 
la sua posizione nel mondo? 

8. Descrizione delle amenitä del mio luogo natio con qualche cenno 
della sua storia. 

9. Quali impressioni fa il nuire suU' animo di chi lo guarda e quai 
vantaggi egli arreca all' uomo ? 

10. Descrizione d' un temporale estivo e de^ soi effetti nelle campagne. 

Sechste Classe. 

1. Qaale e il carattere di don Abboudio ed in quali occasioni si palesa 
principalmente ? 

2. L' elogio della solitudine. 

8. La quercia, la regina degli alberi. 

4. Della potenza del canto, con accenni alla mitologia dei popoli antichi. 

5. Cum duo faciunt idem,non est idem — disertazione con eserapi tratti 
dalla storia. 

6. Quali particolari belezze offre la nostra provincia ? 

7. La viola, simbolo della modestia. 

8. Pietro d'Amiens eccita i cristiani alla liberazione di Terra Santa -^ 
Aringa. ' 1 



60 



9. Monologe sulle rovine di Aquileja. 
10. Traduzione dal tedesco. 



Siebente Classe. 

1. II nome dell' eroe non vive si a lungo nei bronzi e nei marmi come 

nella storia e nei carmi — disertazione. 
ä. Analisi logica ed estetica dell' ode di Filicaja per Fassedio di Vienna. 

3. Allocuzione di Annibale al suo esercito alle porte d' Italia. 

4. Carattere d' un personaggio storico a me simpatlco. 

5. Carattere di Filippo II di Spagna secondo l'Alfieri. 

6. La mia piü interessante lettura nello scorso inverno — analisi eritica. 

7. Quai pensieri e quai sentimeuti risveglia in noi lo sguardo d' uu bei 

cielo stellato — disertazione. 

8. Ritratto morale del giocatore. 

9. Dei vantaggi dello studio della storia. 

10. Descrizione della discesa di Enea all' Inferno secondo Virgilio. 

Achte Classe. 

1. Chi la dura la vince — disertazione. 

2. In quai modi un popolo acquista importanza nella storia, con spe- 
ciale riguardo alle varie epoche storiche d' Italia. 

3. Leltera di conforto ad un amico, che coi genitori ha perduto i mezzi 
onde passare agli studi universitari. 

4. II perder terapo a ehi piü sa, piii spiace — disertazione. 

5. Traduzione dal tedesco. 

6. Traduzione d' una satira di Orazio, 

7. Pj^rallelo fra il giardiniere e 1' educatore. 

8. Aequam memento rebus in arduis servare raentem — disertazione. 

9. Esposizione dei pregi dello studio delle lottere greche e latine — 
in forma di lettera (per saggio di maturitä). 



c) in stovenischer Sprache. 

Fünfte Classe. 

1. Qrandum est, ut sit mens sana in corpore sano. 

2. Cast oratarju! 

3. Tudi iz slabega rodi se dobro. 

4. Kaj bi si zelel biti? 

5. Labor voluptasque, dissimillima natura, naturalem quaudam inter «e 
societatem habent. 

6. Razlika med balado, romanco in pesnisko pripovestjo. 

7. Denar dober sluga, a slab gospodar. 

8. Clovesko zivljeuje je njiva. 

9. Koliko je opravicen izrek; übi benoj ibi patria. 
10. Tibo <J' Ark in Bemon (znacaja). 



et 



Sechste Classe. 



1. Namen ßlovestvu in vsakemu udu clovestva je delo, 

2. Quem virum surais celebrare? 

3. Slike V narodnih slovenskih pesmih. 

4. Kako kaze riraska zgodovina geslo : Tu ne cede malis, sed contra 

audentior ito. 

5. Misljenje starih Slovanov o zivljenji po smrti. 

6. MIadenic in moz (znacaja). 

7. Clovek in narava. — Primera slov. in srbskih nar pesrai. 

8. Jutro tvojih dni je nepopisan list. — V svojih dedihg ledajo po- 
tomci sehe. 

9. Drzavne in pravne razmere v Ljibusinera sudu. 
10. Vestonj in Vratislav (znacaja). 

Siebente Classe. 

1. U6i te lastna pamet, izgled druzih in lastna skoda. 

2. Tozba Kastislavova. 

3. Staroslovenska vaja. 

4. V cera je clovek enak rastlini, v Öem razlicen od nje? 

5. V koji meri nam sme biti vodiio izreki quid ait futurum cras, fuge 
quaerere. 

6. Kaj nam podaja gimnazijski poduk lepega in zabavnega? 

7. Koliko se mi je letos razsirilo dusevno obzorje? 

8. Ex Oriente lux. — Ljudevit XIV. in Justinijan (primera). 

9. Svoboda in njene meje. 

10. Svojo vrednost nosis v sebi, ceno ti dolocujejo drugi, 

Achte Classe» 

1. Kaj si pripovedujejo solske klopi? 

2. Kako se kaze v Valvazorji poosebljena doba njegova? 

3. Ciceron in Qezar. 

4. Zakaj pricne slovenskemu slovstvu z Vodnikom nova doba? 

5. Predrago placano je znanje s srcem. 

6. Kaj nas sili k delu? 

7. Dobro je, da je ölovek otrok skrbi. 

8. Zupan zanimiva oseba v nasem slovstvu. 

9. Slovo od gimnazije. 

10. Veliki mozje stoje v sedanjosti, a segajo v bodocnost (oaloga prl 
zrelostnem izpitu). 



B« 



f , f riigigisitisii. 



1. Italienische Sprache für Nichtitaliener 2 St. (Anfangscurs) : Formen- 

lehre nach Mussafia. Schülerzahl im 1. Sem. 34, im 2. Sem. 32. — 
Lehrer: Prof. Maionica. 

2. Slovenische Sprache für Nichtslovenen 2 St. (2. Ciirs): Formenlehre 

beendet, dann Syntax nach Sket. Schülerzahl im 1. Sem. 8, im 
2. Sem. 3. — Lehrer: Supplent Dr. Kos. 

3. Kalligraphie 2 St. : Deutsche Current- und latein. Cursivschrift nach 

Greiner's Methode und Schreibheften. Schülerzahl im L Sem. 50, 
im 2. Sem. 44. — Lehrer Prof. Sinizig. 

4. Stenographie 2. St. (Anfangscurs): Wortbildung, Wort- und Satzkür- 

zung. Schülerzahl im 1. Sem. 53, im 2. Sem. 47. — Lehrer: Prof. 
Sa7ilel. 

5. Zeichnen 2 St.: Das geometrische und das Flachornament nach Ta- 

felzeichnungen mit Anschauung oder nach dem Gedächtnis, auch 
nach Musterblättern. Der menschliche Kopf nach vorhergegangener 
Besprechung der Proportionen desselben bei Vorzeichnungen auf der 
Tafel in Contouren eingeübt. Schülerzahl im l. Sem. 44, im. 2. 
Sem. 31. — Lehrer Lehramtscandidat Odüo Schaff enhauer. 

6. Gesang 2 St., eine mit Anfängern (Elemente), eine mit Geübteren 

(vierstimmige Lieder und Chöre). Schülerzahl im 1. Sem. 52, im 
2. Sem. 41. — Lehrer: Ä. Hribar, Leiter der k. k. Knaben-Übungs- 
schule. 

7. Turnen nur in den Sommermonaten 2. St.: Ordnung-und Freiübungen, 

Geräthturuen. Schülerzahl: 110. — Lehrer: A. Kursen. 






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1882 nach dem Er- 
gebnis der Wieder- 
holungsprüfungen 


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02 



c) Kasse- Gebahrung im Verwaltungsjahr 1882. 

I. Regie. 

Empfang vom b. Aerar für 8 Stammclassen fl. 450. — 

„ „ „ „ « 2 Parallelclassen „ 60. — 

Überschuss vom Jabre 1881 . „ 242.58 

Einnabme zusammen . . , fl. 752.58 

Gesammlausgabe „ 590.59 

Bleibt Überscbuss pro 1883 . fl. 161.99 

2. Herstellung des Programms v. J. 1882. 

Ausgaben bierfür fl. 132.67 

Diese wurden gedeckt : 

Durch aerar. Empfang : . . „ 107.27 

„ Verkauf von Programmen u, Scbulnacbricbten . . „ 25.40 

Zusammen fl. 132t67 



66 



3. Eigene Einnahme der Anstalt. 



Aufnahmstaxen von 103 Schülern ä fl. 2.10 fl. 216.30 

Lehrmittelbeiträge von 353 Schülern ä fl. 1.— . . . . ^ 353.— 

Fünf Zeugnisduplikate ä fl. 1. — » 5.— 

Kassarest vom Jahre 1881 . » 410.08 

Zusammen fl. 984.38 

Hiervon Ausgaben : 

für das physikalische Kabinet fl. 150.— 

, ^ naturhistorische „ „ 50. — 

, Erhaltung des botanischen Gartens „ 50.— 

„ Turngeräthe und Herstellung des Turnplatzes . . . „ 12.85 

, diverse Lehrmittel und Vermehrung der Bibliotheken . „ 269.22 

Zusammen fl. 532.07 

Gesammteinnahme fl. 984.38 

Gesammtausgabe „ 532.07 

Bleibt Kassarest pro 1883 fl. 452.31 

d) DER IJnterstützungsfond. 

(Graf Gyulai-Fond) 

besass am Schlüsse des Schuljahres 1882 nach dem Ausweise im vor- 
jährigen Programme fl. 3700 Papierrente, fl. 100 Silberrente (R. Schneid 
v. Treuenfeld'sche Stiftung), ein 1860." Los zu fl. 100, ein Sparkasse- 
buch mit der Einlage von fl. 155 und einen baren Kassarest von fl. 3.02. 
Im Laufe des Schuljahres 1882—83 hatte der Fond 

a) Einnahmen : 

Obigen baren Kassarest fl. 3.02 

Herr Eegierungsrath Josef Schneid Ritter v. Treuenfeld spen- 
dete zu den bereits im Jahre 1881 geschenkten 100 fl. 
Siiberrente noch eine solche Rente im gleichen Betrage, 
sodass diese Stiftung nun die Höhe von 200 fl. Silber- 
rente erreicht hat. Die jährlichen Zinsen hiervon betrugen „ 8.40 

Die Zinsen der übrigen Wertpapiere „ 159.40 

Spende des Herrn Obersten R. v. Wiedemann „ 50.— 

„ „ „ Dechant Vidic in Oanale ..... „ 3. — 
Eine Sammlung in allen 10 Classen ergab : 
VIII. Edler v. Crippa, Ritter v. Gaddum, Freiherr v. Lem- 
pruch, Edler v. Luzenberger, Edler v. Marquet und 

Trampusch je 1 fl., Bachmann 50 kr „ 6.50 

VII. Pontoni u. Lovisoni je 1 fl., Ritter v. Wiedemann 2 fl. „ 4. — 
VI. Dülschein 2 fl., Hozhevar u. Luzzatto je 1 fl., Candido, 

Bitter V, Flego, Morpurgo u. Nanut je 50 kr. . . . „ 6.— 

Vortag fl. 240.32 



66 

Übertrag fl. 240.32 

V. Cesciutti, Devetak, Hlavaßek, Manincor v. Freieeke, Mor- 
purgo, Freiherr v. Pernstein, v. Pflanzer, Rossi, Pinau- 
cig je 1 fl., Ferjanciö u. Senigaglia je 50 kr. . , . „ 10. — 

IV. Bitter V. Schneid u. Ritter v. Böckmann je 5 fl., Bitter 
V. Wiedemann T. fl., Ritter v. Pajer 2 fl., Clement, Scho- 
bert u. Schreiber je 1 fl „ 18. — 

III. Bitter v. Liebig 5 fl., Fedrigo, Fortwängler, Gasparini 
Josef und Graziadio, Mosettig Karl, Neuwinger, v. Pe- 
teani, Sbisä je 1 fl., Benar 20 kr „ 13.20 

IL A Graf Coronini und . Bitter v. Schneid je 5 fl., Bitter 
V. Pajer 2 fl., Breilich, Culot, Fortwängler, v. Milien- 
koviö, Pantke, Sivilotti, Steinhardt, Stolfa je 1 fl., Bre- 
sca, Biidau, Gortani, Marega, Obleschak, Studeni je 50 
kr., Sbuelz 40 kr., Kodermatz, Senigaglia und Vergna 
je 30 kr , . . . „ 24.30 

IL B Jegliö, Premrou u. Toros je 50 kr., Harmel u. Komavec 

je 20 kr : , L90 

LA Mannsbarth 3 fl., v. Bitter 2 fl-, Cosolo, v. Finetti, 
Lovisoni, Graf Mels je 1 fl., v. Claricini, Apollonio, 
Chiaruttini, Cartocci, Freiherr v. Formentini, Gurresch, 
Jaschi, Psenner, Stella, Studeni, Suppanzigh je 50 kr., 
Czansky 60 kr., Dietz 40 kr., Ballisch, Gerne u. Mreule 
je 20 kr. . „ 16.10 

I. B Florenini 1 fl., Draäöek, Munih u. Zorn je 50 kr., Neu- 

berger 20 kr „ 2.70 

Aufzahlung einiger Schüler zum Ankauf von Kleidungsstücken 

für sie sebst . , „ 15.25 

Überrest vom Ankauf eines Kranzes, den die Schüler der 
sechsten Classe dem verstorbenen Octavaner v. Luzen- 
berger auf den Sarg legten . >. 1. — 

Zusammen fl. 342.77 
b) Ausgaben. 

für Bücher sammt Einbänden fl. 59.26 

„ Kleidungsstücke „ 191.30 

Unterstützungen in Barem . „ 18. — 

Zusammen fl. 268.56 

c) Bilanz. 

Summe der Einnahmen fl- 342.77 

„ „ Ausgaben . „ 268.56 

Bleibt Überschuss für das Schuljahr 1883-84 .... fl. 7^4.21 

Der ünterstützungsfond besitzt sonach bei Absehluss des Schul- 
jahres 3700 fl. Papierrente, 200 fl. Silberrente (B. v. Schneid-Treuen- 
feld'sche Stiftung), ein 1860.«^ Los zu 100 fl., ein Sparkassebuch mit 
der Einlage von 155 fl. und den oben ausgewiesenen baren Kassarest 
vpii fl. 74.21, 



67 

Die Schulbüchersammlung des Fonds erhielt einen Zuwachs von 
116 Bänden, wovon 56 neu angekauft, 60 geschenkt wurden und zwar 
3 Bände vom Verlage Holder in Wien, 3 von der Witwe v. Knobels- 
dorf, 41 von den Abiturienten Bramo, Graf Coronini, Eitter v. Jenny, 
Freiherr v. Lempruch, Trampusch, die übrigen von den Gymnasial- 
schülern Ritt. V. Böckmann, Fedrigo, v. Finetti, Fcrtwängler Hans, den 
beiden Gasparini, Heim, v. Millenkovic und Mosettig Karl. 

Die Sammlung zählt jetzt im Ganzen 641 Schulbücher, die zu 
zeitweiligem Gebrauche an unbemittelte Schüler verliehen werden. Ein- 
zelne Gymnasiasten erhielten die Kost in hiesigen Klöstern und bei wohl- 
habenden Familien der Stadt. Mehrere Schüler wurden im Falle einer 
Erkrankung von hiesigen Ärzten unentgeltlich behandelt. Für alle diese 
Spenden und Acte der Wohlthätigkeit spricht der Berichterstatter im 
Namen der Anstalt, sowie der unterstützten Schüler hiermit den wärm- 
sten Dank aus. 



. ?Il liwiols im Mmlttiliammliig©!. 

1. Lehrerbibliothek. 

a) durch Ankauf: 

Zeitschrift für die österr. Gymnasien, 34. Jahrg. 1883. — Verord- 
nungsblatt des k. k. Ministeriums für C. u. U. 1883. — Mittheilun- 
gen der geographischen Gesellschaft in Wien, 26. Bd. 1883. — Pe- 
termanns geographische Mittheilungen, 29. Bd. nebst Ergänzungsheften. — 
Hallier, Flora von Deutschland, Lief. 63-88. — Zeitschrift für Schulgeo- 
graphie, IV. Jahrg. Wien 1883. — Kres, Leposloven in znanstven list, 
III. Jahrg. 1883. — Zeitschrift für angewandte Elektrizitätslehre, Mün- 
chen-Leipzig, V. Bd. — Erstes österr.-ungar. Lehr- und Lernmittel-Maga- 
zin, I. Jahrg. 1883. — Ritter's geographisch-statistisches Lexikon. Leipz. 
1883. Ortschaften -Verzeichnis der im Reichsrathe vertretenen König- 
reiche und Länder. 1882. 

h) durch Schenkung: 

Vom k. k. Ministerium f. 0. u. ü.: Österr. botanische Zeitschrift, 
Jahrg. 1882. — Vindobona, Festblatt herausgegeben vom Schriftstel- 
lerverein „Concordia", Wien, 5 Exempl. 

Vom hiesigen Stadtmagistrat: Luzzatto, Rapporte sanitario del Co- 
mune di Gorizia, annata VII. 

Vom Herrn Dr. G. Lindner dessen Lehrbuch der empirischen 
Psychologie. 

Vom Gustos der Lehrerbibliothek: Kummer (Sr Sfcejskal, deutsches 
Lesebuch für österr. Gymnasien, I u. V Bd. 

Vom Verlage Kleinmayr in Laibach: Heinrich, Grammatik der 
deutschen Sprache. 5. Aufl. 



68 

Vom Verlage Alf. Hoelder in Wien: Letture italiane per le classi 
inferiori delle scuole medie, 4 Bde. — Hauler, Lateinische Stilübungen 
für die VIII. Classe. — Egger, deutsches Lesebuch für die I u. IV 
Classe österr. Gymn. 

Vom Verlage Bermann u. Altmann in Wien: Ovidii carmina se- 
lecta mit Anmerk. von Gehlen u. Schmidt, 2 Exempl. 

Vom Verlage F. Tempsky in Prag : Kaltner, Kirchengeschichte. — 
Frind, Kathol. Apologetik. — Pokorny-ßosicky, Botanik. -- Tomek, Ge- 
schichte des österr. Kaiserstaates. 

Vom Verlage A. Pichler's Wittwe u. Sohn in Wien: Schmidl, 
Geschichte des Alterthums u. d. Mittelalters. 

Vom Verlage K. Graeser in Wien: Miklo§iö, Slovensko berilo za 
osmi gimn. razred, druga izdaja. 

Vom Verlage Schworella u. Heick in Wien: Goldbacher, Lateini- 
sche Grammatik sammt Übungsbuch. 



2. Schulerbibliothek. 

a) durch Ankauf: 

Globus, Illustr. Zeitschrift, Jahrg. 1883. — Über Land und Meer, 
illustr. Zeitung, Jahrg. 1883. — Vrtec, casopis, Jahrg. 1883. — Ljubljan- 
ski Zvon, III. Jahrg. 1883. — Alte und neue vVelt, illustr. kath. Fa- 
milienblatt, 17 Jahrg. 1883. — Hofmann, Neuer deutscher Jugend- 
freund pro 1882. — Die Druckschriften des Mahori- Vereins und der 
Slovenska Matica. — Swida, Krain, Küstenland und Dalmatien. — Aus 
Hölders geograph. Jugendbibliothek N. 13 u. 14. — Aus F. Hofmanns 
Jugendbibliothek 9 Bdchen. — Oertel, Eudolf von Habsburg. — Ber- 
ger, Österreichs geschichtliche Jubiläumstage in den Jahren 1882 und 
1883. 

h) durch Schenkung: 

Vom k. k. Ministerium für C. u. ü. Österreichische Geschichte 
für das Volk, Bd. VII, VHI, X. 

Vom ehemaligen Gymnasialschüler F. Kogoj: Moshamer, Zeitspie- 



gel. 



F. Simzig, Gustos. 



3. Geographisches Cabinet. 

durch Ankauf: 

J. Langl, Bilder zur Geschichte, III. Serie mit erklärendem Texte. 
Acht Rahmen zu den Langl'schen Bildern. 

Tableau in Farbendruck mit dem österreichischen Eeichswappen, 
den Wappen der einzelnen Kronländer u. s. w. 

K. Linke, Gustos. 



Physikalisches Cabinet. 

a) Geschenke: 

1) Modell einer Stampfmühle bestimmt für den Betrieb durch eine 
bereits vorhandene Dampfmaschine; 2) Apparat nach Frik zum beque- 
men Zerschneiden weiter Glasröhren; beide vf^rfertigt und gespendet vom 
Septimaner Lovisoni Vulmar; 3) Ein Stehschirm für optische Projec- 
tionen, vom Septimaner Adolf Ritter v. Wiedemann. 

&) Ankäufe: 

4) Schiefe Ebene für schiefen und horizontalen Zug. 5) Modell 
einer Quecksilber-Luftpumpe nach Töpler. 6) Thermosäule nach Rzebi- 
cek. 7) incandescenslampe nach Edison. 8) Fünf gemalte Bilder für das 
Sciopticum. 

Mehrere mangelhafte oder beschädigte Apparate wurden über ei- 
genes Anerbieten von den Schülern Lovisoni aus d. VIL und B. von 
Marquet a. d. VIIL mit anerkennenswerter Geschicklichkeit restauriert, 
welche nebst v. Luzenberger und Baron Lempruch a. d. VIIL auch 
unterzeichneten Gustos bei mühevolleren Arbeiten recht wirksam un- 
terstützten. 

A. Santel, Gustos. 

5. Naturhistorisches Cabinet. 

ä) durch Ankauf: 

Vier Blumenmodelle aus Papiermache. — Buteo vulgaris, Circus 
rufus, C. cineraicus, Falco subbuteO; F. nisus, Strix brachyotus, S. scops, 
Fuligula clangula. 

h) durch Schenkung : 

Pyrit aus der Umgebung von Kirchheim von J. Sedej, Schüler 
der VII. Classe. — Weissbleierz von Raibl von A. Zavertauik, Schüler 
der VI. Classe. — Psitacus lory, Sandstein von Delhi aus Indien, vom 
Grafen K. Goronini. — Vipera araodytes von K. Harmel. — Korallen- 
stock von M. Marega. — Gocosnuss, Haliotis Iris, Gypraca tigris, sechs 
andere Gonchilien und zwei Korallenzweige von J. v. Pallich. — Zwei 
Stück Eisenblüte von Steinhardt, Schülern der IL Classe. — Marmor 
aus der Umgebung von Haidenschaft von A. Dietz, Garneol in Linsen- 
form geschliffen von M. Garbun, Anguis fragiiis von S. Lozej, Scorpio 
europaeus von F. Mannsbarth, Erinaceus europaeus von A. Pregelj, 
Schülern der I. Classe. üeberdies haben Schüler beider Abtheilungen 
der L Classe zahlreiche Insecten gespendet. 

M. Lazar, Gustos. 

6. Botanischer Garten. 

Theils durch Ankauf theils durch Schenkung erhielt die Anpflan- 
zung einen namhaften Zuwachs. — Vom Herrn Joh. Petrasch, k. k. Hof- 



70 

gärtner im botanischen Garten in Graz, wurde eine Parthie Sämereien 
eingesendet. Schuldiener M. Kaffau sowie mehrere Schüler der An- 
stalt brachten bei Gelegenheit der Ausflüge zahlreiche lebende Pflanzen 
aus entfernteren Orten der Umgebung. 

M. L azar, Gustos. 

7. Münz- und Antiquitätensammlung. 

Acht Silbermünzen, vom Schuldiener J. Vogric, von Schüler J. Se- 
dej und einem ungenannten; 64 Kupfermünzen, darunter 25 antike rö- 
mische von verschiedenen Schülern der unteren Glassen. 

_______ M. Lazar, Gustos. 



Zur Ablegung dieser Prüfung meldeten sich alle 21 Schüler der 
heurigen Octava und einer, welcher seine Gymnasialstudien schon iin 
vorigen Schuljahre absolviert hatte. 

Diese 22 Maturanten erhielten zur schriftlichen Bearbeitung fol- 
gende Themata: 

1. Deutscher Aufsatz : 

Welche Vortheile u. Annehmlichkeiten haben die Küstenbewohner 
^ von der Nähe des Meeres ? 

2. Übersetzung aus dem Lateinischen in's Deutsche : Cicero's Eede für 
,. den Dichter Archias cap. 6. Quaeres a nobis, Grati.... (ganz) 

3. Übersetzung aus dem Deutschen in's Lateinische : Sypfle's Stilübun- 
.. gen IL Thl. N. 206. ApoU's Ausspruch: ^Erkenne dich selbst.^ 

4. Übersetzung aus dem Griechischen in's Deutsche : Platon's Gorgias 

cap. 79. "udxovs ÖTj —~ ti&vsmag yao dsT üQivsa&ai, 

5. Italienischer Aufsatz für sieben Schüler italienischer Zunge : Esporre 

i pregi dello studio delle lettere greche e latine. Lettera ad un 
amico. 

6. Slovenischer Aufsatz für acht Slovenen : Veliki mozje stoje v seda- 

njosti, a segajo v bodoc nost. 

7. Mathematische Aufgaben : 

a) Nach den Schätzungen der Astronomen beträgt die Zahl der 
Sterne jeder Grössenclasse bis einschliesslich zur sechsten unge- 
fähr das Dreifache von der Anzahl der Sterne der vorhergehenden 
Classe. '\\enn nun die Anzahl der Sterne erster Grösse 18 beträgt, 
wie lässt sich nach diesem Gesetze die Anzahl derjenigen Sterne 
berechnen, die in unseren stärksten Fernröhren sichtbar sind, wenn 
die 14. Classe die äusserste Grenze der Kraft dieser Instrumente 
bezeichnet ? 

h) Von einem Punkte A bis zu einem anderen Punkte G soll eine 
gerade Mauer aufgeführt werden. Da durch ein erst abzutragendes 
Gemäuer die directe Messung der Entfernung AG unmögUch ge- 



71 

macht ist und ein Winkelmessungs-Insti'ument fehlt, so wählt maa 
zwei Hilfspuokte B links und D rechts von der Linie ÄC und 
findet mittels der Messschnur: AB = 17 m, AD = 19 w, 
BC = 14 m, DC = 15 w, endlich die Diagonale BD = 16 m. 
Wie gross ist die Entfernung AC7 
c) Die Axe eines schiefen Kegels, gegen die Grundfläche unter 
75^ 24' geneigt, raisst 28*^°^, der Halbmesser der Grundfläche 1 1<^°> ; 
wie hoch ist ein Cylinder von gleichem Volumen, dessen Grundflä- 
che eine Ellipse von 12^°^ Länge und 7^^ Breite ist? 

Die mündliche Maturitätsprüfung wurde in der Zeit vom 16. — 19. 
Juli unter dem Vorsitze des Herrn Landesschulinspectors Dr. Eitter 
V. Gnad abgehalten. Das Ergebnis derselben war ein sehr günstiges, 
da sämmtliche Schüler der heurigen Octava für „reif"* erklärt werden 
konnten, darunter folgende sieben mit Auszeichnung : Friedrich Edier 
V. Crippa, Mathias Fabijan, Franz Geiger, Johann Kafol, Karl Freiherr 
V. Lempruch, Franz Pavietio und Franz 2igon. Der Octavaner vom 
vorigen Schuljahre wurde auf ein Jahr reprobiert. Von den approbierten 
Maturanten gedenken sich 2 der Theologie, 12 der Jurisprudenz, 4 der 
Medicin, 2 dem Militär, 1 der orientalischen Akademie zuzuwenden. , 



Im Laufe der letzten Hauptferien hatte die Stadt Görz das hohe 
Glück, von S. Majestät dem Kaiser mit einem kurzen Besuche beehrt zu 
werden. Der erlauchte Monarch berührte Görz auf Allerhöchstseiner Eeise 
von Klagenfurt nach Triest u. geruhte hier vom 12. bis 14. September 
zu verweilen. Da die studierende Jugend zu dieser Zeit noch Ferien 
hatte, so fand eine corporative Betheiligung derselben an dem festlichen 
Empfange S. Majestät nicht statt, wohl aber befand sich der Bericht- 
erstatter als Vertreter des Staatsgymnasiums unter jenen Persönlich- 
keiten, welche sich vor dem Allerhöchsten Hoflager zur Begrüssung des 
Kaisers eingefunden hatten, sowie ihm auch die Ehre zutheil ward, zu- 
gleich mit dem Beamtenpersonale von S. Majestät in Audienz empfan- 
gen und einer huldvollen Ansprache gewürdigt zu werden. 

Im Lehrpersonale der Anstalt trat mit Beginn des Schuljahres 
nur die eine Änderung ein, dass der Supplent Franz Boch auf seinen 
Posten resignierte, um eine am Gymnasium in Baden bei Wien ihm 
angetragene Supplentur zu übernehmen. An seine Stelle wurde der 
Supplent Franz Metzler wieder einberufen, der schon im ersten Seme- 
ster des früheren Schuljahres an dieser Anstalt in Verwendung gestan- 
den, im zweiten Semester aber an die hiesige Oberrealschule zur Aus- 
hilfe übergetreten war. 

Am 7. November unternahmen die Schüler des Gymnasiums zu- 
gleich mit denen der hiesigen Eealschule unter Führung der beiden 
Directoren und unter Aufsicht mehrerer Professoren einen Ausflug nach 
Triest, um die dortige Industrie-Ausstellung zu besichtigen. Auf gütige 
Verwendung des Herrn Hofrathes Eitter v. Binaldini war den Schülern 



72. 

eine bedeutende Ermässigung des Eintrittspreises bewilligt, überdies 
auch dafür gesorgt worden, dass denselben von der Eestauration Schrei- 
ner ein gutes und reichliches Mittagbrod um billigen Preis verabreicht 
wurde. Den Fahrpreis hatte die Generaldirection der Südbahn für die 
Hin- und Eückfahrt auf einen Gulden per Kopf erinässigt. So war auch 
den ärmeren Schülern die Möglichkeit geboten, au einem recht inter- 
essanten Ausfluge theilzunehmeu und bei dem reichhaltigen Besichti- 
gungsmateriale und entsprechender anregender Belehrung durch die 
sie überallbin bogleitenden Professoren viel Neues und \\isscnswertes 
kennen zu lernen. Für viele der Schüler war ja übrigens schon die Ei- 
senbahnfahrt, der Anblick des Meeres und eines grösseren Hafens, das 
bewegte Leben einer Grossstadt etwas ganz Neues, daher ihr lebhaftes 
Interesse erregend. 

Der 17. März war für die Erzdiöcese Görz ein Trauertag. An 
diesem Tage verlor sie ihren all verehrten Oberhirten, den hochwür- 
digsten Fürsterzbischof Excellenz Dr. Andreas Gollmayr, der in dem 
hohen Alter von 85 Jahren nach kurzer Krankheit aus seinem se- 
gensreichen Wirken abberufen wurde. Bei dem am Dienstage in der 
Charwoche stattfindenden feierhchen Begräbnis des Metropoliten reihte 
sich auch die Gymnasialjugend mit ihrem Lehrkörper in den Trauerzug 
ein und brachte ihre pietätsvolle Stimmung in angemessener Haltung 
zum Ausdruck. 

Am 30. Mai raffte der Tod einen braven Schüler der Anstalt, den 
Octavaner Alexander v. Luzenberger, kurz vor Abschluss seiner Gym- 
nasialstudien hinweg. Ein typhöses Fieber hatte seinem Leben nach 
kurzem Krankenlager ein frühes Ende bereitet. Dieser jähe Todesfall 
traf wie seine nächsten Angehörigen, so auch seine Lehrer und Mit- 
schüler wie ein Schlag aus heiterem Himmel, und die allgemeine Trauer 
Üm den lieben Kameraden rang bei dessen Leichenfeier, an der sich die 
ganze Anstalt in corpore betheiligte, durch Kranzspenden und andere 
Beweise treuer Anhänglichkeit nach sichtbarem Ausdruck. 

Von Unterbrechungen in der Lehrihätigkeit einzelner Professoren 
blieb die. Anstalt auch im abgelaufenen Schuljahre nicht gänzlich ver- 
schont. Im Laufe des ersten Semesters war Professor Nussbaumer 
durch einen Scharlachfall in seiner Familie genöthigt, vierzehn Tage 
lang dem Unterrichte fern zu bleiben, da der Gefahr der Weiterverbrei- 
lung dieser ansteckenden Krankheit vorgebeugt werden musste. Im A- 
pril erkrankte Supplent Novak und war durch anderthalb Wochen ge- 
nöthigt das Bett zu hüten. Im zweiten Semester unmittelbar nach den 
Pfingstfeiertagen w^urde Professor JenJco von einer hochgradigen Hei- 
serkeit heimgesucht, die ihn Wochen lang an der Ausübung seiner Lehr- 
thätigkeit hinderte. In allen diesen Fällen übernahmen der Director und 
einzelne Collegen die zeitweilige Vertretung. 

Bei der studierenden Jugend waren die Gesundheitsverhältnisse im 
Ganzen nicht ungünstig ; nur im letzten Monate (Juli) erkrankte in 
Folge äusserst belästigender Hitze eine nicht unbeträchtliche Zahl von 
Schülern, denen dann auf Grund ärztlicher Zeugnisse vorzeitig Urlaub 
ertheilt werden musste. Es ist aus sanitären und didaktischen Gründen 
recht bedauerhch, dass nach der für Görz geltenden Ferienordnung ge- 
rade der heisseste Monat des Jahres in seiner ganzen Dauer der üa- 
t^rrichtathätigkeit zufällt. 



Vom 11. — 16. April inspiciirte Herr Liindesschulinspector Dr. Ernst 
Ritter v. Gnad die Anstalt und wohnte dem Unterrichte in allen Clas- 
sen und Gegenständen bei. Nach Absehluss der Inspection wurde unter 
seinem Vorsitze die übliche Conferenz gehalten, in welcher der Inspector 
Gelegenheit nahm, über die sitthche Haltung der Schüler und den ge- 
regelten Unterrichtsgang sich anerkennend auszusprechen. 

Die Maturitätsprüfung liel ihrem schriftlichen Theile nach in, die 
dritte Juni-Woche, die mündliche in die Zeit vom 16. — 19, Juli. Über 
dieselbe wurde an anderer Stelle eingehender berichtet. 



1. B@h§iilkk@ f ©foiiiiigin. 

1. Verordnung des k. k. Ministeriums f. C. u. U. vom 38. November 1882 

ZI. 20416, womit Weisungen bezüglich der Lehrfächer-Vertheilung 
und des Aufgabenwesens ertheilt werden. 

2. Erlass desselben Ministeriums vom 26. März 1883 ZI. 5485, womit 

gleiche Abkürzungs-Zeichen für die metrischen Mass- u. Gewichts- 
grössen in den Schulen eingeführt werden. 



lezüglich des Schuljahres 1883-84, 

Das Schuljahr 1883-84 beginnt am 1. October mit dem Heil. 
Geist-Amte. Die Aufnahme in die Anstalt findet in den letzten Tagen 
des Monates September von 9—12 und von 2—4 Uhr in der Directions- 
Kanzlei statt. 

Jene Knaben, welche die Aufnahme in die L Classe nachsuchen, 
haben an einem der Tage vom 28.— -30. September in Begleitung ihrer 
Eltern oder deren Stellvertreter zu erscheinen, unbedingt den Tauf- 
oder Geburtsschein, ferner, wenn sie eine öffentliche Volksschule besucht 
haben, ein von dieser Schule ausgestelltes Prequentationszeugnis beizu- 
bringen und 2 fl. 10 kr. als Autuahmstaxe und 1 fl. als Lehrmittel- 
beitrag zu erlegen. Die Aufnahme hängt von dem Erfolge einer schrift- 
lichen und mündliehen Aufnahmsprüfung ab, bei welcher die Schüler 
darzulegen haben : Jenes Mass von Wissen in der Eeligion, welches 
in den ersten vier Jahrescursen der Volksschule erworben werden kann, 
Fertigkeit im Lesen und Schreiben der deutschen Sprache als Unter- 
richtssprache des Gymnasiums, Kenntnis der Elemente aus der For- 
menlehre dieser Sprache, Fertigkeit im Analysieren einfacher bekleideter 
Sätze, Bekanntschaft mit den Regeln der Orthographie und Interpunk- 
tion und richtige Anwendung derselben beim Dictandoschreiben, Uebung 
in den vier Grundrechnungsarten in ganzen Zahlen. — Die schriftliche 



Prüfung wird am 1. October vormittag, die mündliche nachmittag und 
am 2. October abgehalten werden. — Schüler, denen wegen nicht be- 
standener Aufnahrasprüfung die Aufnahme verweigert wird, erhalten die 
erlegten Geldbeträge zurück. 

Schüler, ivelche bisher der Lehranstalt angehörten, haben sich bis 
spätestens 30. September unter Erlag von 1 fl. als Lehrmittelbeitrag 
beim Director anzumelden. — Die Wiederholungsprüfungen finden am 
28. und 29. September statt. 

Schüler, welche von anderen Gymnasien an das hiesige übertreten^ 
haben nebst den Zeugnissen über die beiden Semester des Schuljahres 
1882-83 den Tauf- oder Geburtsschein beizubringen und die Aufnahms- 
taxe sammt dem Lehrmittelbeitrage zu erlegen. 

Das Schulgeld beträgt halbjährig 8 fl. und ist für das erste Se- 
mester im Jänner, für das zweite im Mai zu erlegen. — Öffentliche 
Schüler haben Anspruch auf ganze oder halbe Befreiung von der Ent- 
richtung des Schulgeldes, wenn sie a) im letztveiflossenen Semester in 
den Sitten die Note „musterhaft" oder „lobenswert," im Fleisse die 
Note „ausdauernd" oder „befriedigend" und mindestens die allgemeine 
erste Zeugnisciasse sich erworben haben ; b) wenn sowohl sie selbst als 
auch diejenigen, welche die Obliegenheit haben, sie zu erhalten, wahr- 
haft dürftig, d. h. deren Vermögens Verhältnisse so beschränkt sind, dass 
ihnen die Bestreitung des Schulgeldes nicht ohne die empfindlichsten 
Entbehrungen möglich sein würde. — Um die Befreiung von der Schul- 
geldzahlung zu erlangen, haben die Schüler ein an den höchlöblichen 
k. k. Landesschulrath füf Görz gerichtetes, mit dem Zeugnisse über 
das letzte Semester und dem Vermögensausweise belegtes Gesuch bei 
der Direction zu überreichen. Der Vermögensausweis ist von dem Ge- 
meindevorsteher und dem Ortsseelsorger auszustellen und darf bei der 
Überreichung nicht vor mehr als einem Jahre ausgefertigt worden 
sein, er hat eine umständliche Darlegung der Vermögensverhältnisse 
zu enthalten. — Schüler der ersten Classe können erst im IL Semester 
um Befreiung von der Schulgeldzahlung ansuchen, ausser wenn sie im 
letztverflossenen Jahre eine mit einer Staatsmittelschule verbundene Vor- 
bereitungsclasse oder die hiesige k. k. Knaben-Übungsschule besucht 
haben. 



per V apertura delV anno scolastico 1883-84, 

L'anno scolastico 1883-84 s'apre il 1. ottobre colla solenne invo- 
cazione dello S. S. L' iscrizione degU studenti ha luogo nell' üffizio 
della Direzione negli ultimi giorni del settembre dalle 9 fino a mezzodi, 
e dalle 2 alle 4 pom. 

I giovinetti; che chiedono V ammissione nella I. Classe, corapari- 
ranno nei giorni dal 28 fino al 30 settembre accompagnati dai loro 
genitori o dai rappresentanti di questi, muniti indispensabilmente della 
Jede di nascita, ed avendo frequentato una pubblica scuola popolare, di 
Uü attestato di frequentazione rilasciato dalla medesima, e verseranno 



IS 

la tassa d'aramissione di f. 2. soldi 10, di piü 1 fl.,a titolo di contri^ 
buzione per oggetti d' insegnamento. L'ammissione dipende dal successo 
d' un esame a voce ed in iscritto, col quäle gli Scolari avranno a com- 
provare : di sapere di religione quel tanto che si puö apprendere nei 
primi quattro corsi di una scuola popolare: di saper leggere e scrivere 
speditamente in tedesco, che e la lingua d' insegnamento del Ginnasio; 
di conoscere gli elementi deila teoria delle forme di quest' idioraa, pos- 
seder franchezza nell' analizzare proposizioni semplici; sapere le regole 
deir ortografia e dell' interpunzione, e farne la debita applicazione nello 
scrivere sotto dettatura; essere esercitati uelle 4 operazioni con numeri 
interi. — L' esame in iscritto si terra l'l ottobre nelle ore antimeri- 
diane, quelle a voce il 2 ottobre. — Vengono restituiti gliimporti ver- 
sati, a coloro, che per non aver sostenuto 1' esamo a soddisfazione non 
possono venire ammessi. 

Quegli Scolari che di giä appartengono cd Ginnasio^ si presente- 
ranno al direttore alla piü lunga entro il di 30 settembre, versando uu' 
fiorino a titolo di contribuzione per oggetti d' insegnamento. Gli esami 
di riparazione si terranno li 28 e 29 settembre. 

Chi da altri Ginnasi passa a questo, presentera gli attestati seme- 
strali dell'anDo scolastico 1882-83 unitamente alla fede di nascita, e 
soddisferä si alla tassa d'ammissione, che alla contribuzione per og- 
getti d' insegnamento. 

La tassa scolastica ammonta a fior. 8 il semestre, e deve venir 
versata pel' 1. semestre entro gennaio, pel 2. entro il mese di maggio. 
Possono aspirare all' esenzione totale o paraiale gli studenti pubblici, 
che: a) nel precedente ultimo semestre abbiano riportato nel contegno 
la classe di esemplare o lodevole, nelF applicazione quella di assidua o 
soddisfacente e nel profitto almeno la prima classe complessiva, b) sieno 
tanto eglino stessi, quanto coloro cui incomhe T obbligo di mantenergli, 
veramente bisognosi, cioe posti in tali strettezze da non poter sottostare 
al pagamento della tassa senza con ciö imporsi delle dure privazioni/ 
Per ottener^ 1' esenzione i petenti produranno alla direzione del Ginna- 
sio le proprie istanze dirette all' eccelso i. r. Consiglio scolastico pro- 
vinciale della contea di Gorizia e Gradisca, corredate dall' ultimo atte- 
stato semestrale, e dal prospetto delle rendite loro o delle rispettive fa- 
miglie. Questo prospetto dovrä venire esteso dal podestä e dal curäto 
del luogo, e non essere stato rilasciato piü d' un anno prima della pre- 
sentazione: il parere contenuto in esso intorno ai proventi summento- 
vati dovra essere ragionato e particolareggiato. Gli Scolari della classe I. 
non possono aspirare all' esenzione se non nel 2. semestre a meno che 
non abbiano frequentato nell' anno precedente un corso preparatorio 
istituito presse una i. r. scuola media, o la i. r. scuola di pratica in loco. 



Zastran solsJcega Uta 1883-84. 

Solsko leto 1883-84 zacne se 1. oktobra se slovesno sv. maso in 
nazivanjem sv. duha. üöenci se sprejemajo v ravnateljevej pisarni zad- 



76; 

Dje dni mesca septembra od 9—12 ure predpoldne, in^od 2—4 ure 
popoldne. 

Vsak uccnec, hi prosi sprejema v 1. razred, ima priti enega 
izraed dnij od 28.— 30. septembra spremljan od svojih starisev ali jih 
namestnikov in priuesti Irezpogojno krstni ali rojstui list in ako je ho- 
dil V Ijudsko solo, obiskovanjsko spricevalo te sole; tiidi je treba pla- 
nati 2 fl. 10 kr. sprejemnine in l fl. kot donesek za ucne pomocke. 
Sprejem odvisi od vspeha pismene in uslmene sprejemne skusnje, pri 
ktori se tirja od ucenca: iz veronauka toliko, kolikor je treba znati v 
pr?ih ätirih razredih narodae sole; iz nemsciue, kot ucnega jezika na gim- 
naziji, rocno branje in pisanje, prvi zucetki v oblikoslovji tega jezika, 
rocnost v analiziranji prostih stavkov, znanje pravopisnih pravil, prepon 
in jih rabe v diktandi: vajenost v prvih stirih poglavitnih racunih. Pi- 
SDiena skusnja bode 1. oktobra dopoldne, ustna pa popoldne in 2, ok- 
tobra. — ücencera, ki skusnje niso z dobrim vspehom naredili in se 
tprej ne morejo sprejeti, se vplacani denar vrne. 

Dosedanji ucenci zavoda &e oglasajo najkasneje do 30. septembra 
in placajo pri lej priliki vsak po 1 fl. kot donesek za ucne pomocke. — 
Popravijavue Skuänje bodo 28. in 29. septembra. 

Ucenci, hi prestopijo od druglh gimnazij na tukajsnjo, raorajo ra- 
zun spriceval obeh teöajev solskega leta 1882-83 prinesti krstni ali 
röjstni^ list in zravt-n sprejemniiie tudi donesek za knjiznico plaöati. 

Solnina znasa zu pol leta 8 f. in se mora plaöati za prvi Seme- 
ster mesca januarija, za drugi Semester tekom mesca maja. Javni ucenci 
smejo prositi popolnega al; polovicnega oproscenja, toda postava veleva, 
a) da morajo imeti za poslednji seniester v nravnosti „vzgledno" ali 
„hvale vredno" v marljivosti „stanovitno" ali „ugodno" in da je spricevalo 
najmanj prvega splosnega reda. b) da smejo prositi, ako so sami in 
tudi oni, ki imajo za nje skerbeti, tako revni, da bi vsled placevanja 
solnine morali obcutljivo pomanjkanje trpeti. Pismene prosnje na visoki 
Q. k. dezelni solski svet v Gorici, se imajo izrociti ob doloöenem casi 
gimnazijskemu ravnateljstvu ; prosnji treba pridjati solsko spricevalo 
zadnjega semestra in izkaz premozenja, ki mora biti podpisan od zupana 
in duhovnega oskrbnika doticnega kraja. V izkazu imajo biti razmere 
premozenja natanko razjasnene, tudi ne sme biti vec ko leto dnij star. — 
Ucenci I. razreda smejo se le v drugem semestru oproscenja prositi, 
ako niso obiskovali presnjo leto pripravljavnega razreda, zvezanega s 
kako drzavno srednjo solo, ali tukajsnjo c. k. vadnico. 



in. U^üim 

der zur Versetzung reif befundenen Schüler. 

(Die Namen der Vorzugsschüler sind mit fetten Lettern gedruckt, die der Zöglinge 
des f. e. Werdenberg'schen Knabenseminars mit einem * versehen). 

Erste A Classe. 

1. Mannsbarth Friedrich aus Wien. 

2. V. Ritter-Zähony Edgar aus Görz. 
8. Gurresch Eicbard aus Görz. 

4. Leban Anton aus Monfalcoue. 

5. Gerne Franz aus Görz. 

6. Madotto Veit aus Odseaco bei üdine. 

7. Stella Jose! aus Gradisca. 

8. Graf Mels-Colloredo Egon aus Görz. 

9. Corsig Clemens aus Görz. 

10. Kovacic Franz aus Görz. 

11. Raccolin Johann aus Gradisca. 

12. V. Finetti Rektor aus Bruma. 

13. Psenner Siegmund aus Görz. 

14. Caissutti Alfred aus Cormons. 

15. Cartocci Heinrich aus Palmanuova. 

16. Piontkowsky Josef aus Görz. 

17. Cosolo Pyrrhus aus Fogliano. 

18. Lovisoni Johann aus Cerviguano. 

19. Veniga Johann aus Cormons. 

20. Castellitz Johann aus Görz. 

21. Suppanzigh Johann aus Görz. 

22. Balliseh Hippolyt aus Cormons. 

23. Pettarin Alois aus St. Lorenzo. 

24. Dietz Justus aus Podgora. 

25. Jaconeig Johann aus Cormons, 

26. Gregorig Anton aus Görz. 

Erste B Classe. 

1. Zorn Josef aus Prvacina. 

2. Fächer Johann aus Flitsch. 
8. Sonc Heinrich aus Toraaj. 

4. Faganel Josef aus Prvacina. 

5. Winkler Josef aus Lokva. 

6. Dietz Anton aus Sturije in Krain. 

7. Gabrijelcic Anton aus Gorenjavas. 

8. Delkiu Benedikt aus Görz. 



78 



9. Macätol Josef aus Kriz. 

10. Korsiö Johann aus Salcano. 

11. Tusar Franz aus Prvacina. 

12. Munih Michael aus Idria bei Baca. 

13. Benigar Alexander aus Povir. 

14. Bekar Leopold aus Sessana. 

15. Logar Josef aus Canale. 

16. Lasic Andreas aus Eenöe. 

17. Batic Anton aus Haidenschaft. 

18. Kaiin Thoraas aus Haidenschaft. 

19. Florenini Ludwig aus Haidenschaft. 

20. Jug Andreas aus Kozarsce. 

21. Neuberger Hermann aus Prestranek in Krain. 

22. Vertovec Josef aus Podraga in Krain. 

23. Klanjsöek Franz aus St. Florian. 

24. Simcic Ferdinand aus Medana. 

25. Pregelj Andreas aus Lom. 

26. Fabijani Vladimir aus Laibach. 

27. Blazko Alfons aus Lokavec. 

28. Fabijan Leopold aus Birse. 

29. Dominiko Nikolaus aus Pevma. 
80. Garbun Michael aus Canale. 

31. Kriznic Johann aus Gorenjavas. 

32. Cingerli Anton aus St. Andre. 

33. Tribuson Alois aus Merna. 

34. Perhavec Albin aus Wippach. 

35. Lupiuec Anton aus Pevma. 

36. Gerne Peter aus Salcano. 

37. Cigoj Josef aus Malovse, 

Zweite A Classe. 

1. *Jurig Johann aus Medana. 

2. Pantke Victor aus Wien. 

3. * Klinz Jakob aus Görz. 

4. Graf Coronini Karl aus Görz. 

5. *Geat Anton aus Bruma. 

6. Fortwängler Johann aus Hietzing bei Wien. 

7. ß. V. Schneid Albin aus Wien. 

8. Klede Wilhelm aus Cormons. 

9. Breiich Higinius aus Fiume. 

10. Eesen Alois aus Görz. 

11. Marega Marcus aus Bruma. 

12. Culot Josef aus Görz. 

13. Vergna Karl aus Farra. 

14. Obleschak Johann aus St. Veit in Kärnten. 

15. V. Millenkovic Benno aus Gonobitz in Steiermark. 

16. * Donda Achilles aus Cormons. 

17. E. V. Pajer Benvenuto aus Görz. 

18. Hurdalek Karl aus Triest. 

19. Graf Mels-Colloredo Liabordo aus Götz. 



79 



äO. V. Pallich Johann aus Batuje. 

21. Mugnone Gustav aus Mailand. 

22. Gortani Pompeius aus Terzo. 

23. Sbuelz Roman aus Triest. 

24. Kodermatz Clemens aus Capodistria. 

25. Mreule Engel aus Farra. 

26. Senegaglia Gilbert aus Görz. 

27. Grudina Josef aus Dolegna. 

28. Budau Emil aus Bruma. 

29. Steinhardt Emil aus Triest. 

30. ünterkircher Eudolf aus Komen. 

31. Gressic Karl aus Görz. 

32. Bresca Valentin aus Görz. 

33. Kren Johann aus Triest. 

Zweite B Classe. 

1. Merljak Franz aus Rence. 

2. Pezdic Anton aus Permani bei Castua. 

3. *Makaroviö Johann aus ßodrez. 

4. Komavec Josef aus St. Andre bei Görz. 

5. Jeglic Max aus Görz. 

6. Kovacic Felix aus St. Lucia. 

7. Hrovatin Max aus Wippach. 

8. Firlinger Friedrich aus Kunstadt in Mähren. 

9. Zavnik Engel aus Bilje. 

10. Toros Franz aus Medana. 

11. Harmel Karl aus Idria. 

12. * Strekelj Ludwig aus Gorjansko. 

13. PaWin Alois aus Wippach. 

14. * Furlani Alois aus Prvacina. 

15. Kavcic Johann aus Breznica in Krain. 

16. Piscanec Johann aus Skopo. 

17. Berger Anton aus Trnovo. 

Dritte Classe. 

1. * Mosettig Johann aus Monfalcone. 

2. Gentilli Hugo aus Görz. 

3. Kafol Josef aus Cepovan. 

4. * Grilanc Josef aus Sales. 

5. V. Peteani- Steinberg Gustav aus Görz. 

6. Pavlin Franz aus Wippach. 

7. * Moretti Dominik aus Cormons. 

8. Trevisan Josef aus Cattaro. 

9* Neuwinger Eduard aus Wurzelsdorf in Böhmen, 

10. * Galant Franz aus Gradisca 

11. *Forchiassin Emil aus Lucinico. 

12. Pegan Alois auf Wippach. 

13. Hvala Josef aus Vitovlje. 

14. Pirjevec Peter aus Sessana. 



86 



15. Glessig Marius aus Görz. 

16. V. Milost Silvius aus Görz. 

17. Miliß Attilius aus Pola. 

18. Fortwängler Casimir aus Hietzing bei Wien. 

19. PoIjSak Anton aus Gradi§p. 

20. ß. V. Liebig Franz aus Dörfl bei Eeichenberg. 

21. Planiscig Augustin aus Görz. 

22. Gasparini Josef aus Görz. 

23. Niessner Max aus Linz. 

24. Dovgan Johann aus Sembije. 

25. Blazko Alois aus Lokavec. 

26. Degani Albrecht aus Gradisf»a. 

27. Renar Anton aus Toinaj. 

28. Velicogna Isidor aus Görz. 

29. Luin Anton aus Gabrovica. 

Vierte Classe. 

1. *Kostanjevec Max. aus Wippach. 

2. Clement Heinrich aus Görz. 

3. *Vuga Alois aus Morsko. 

4. * Maru§iö Valentin aus St. Andre. 

5. R. V. Schneid Josef aus W^ien. 

6. *Pavlica Andreas aus Keifenberg. 

7. * Ponton Josef aus Ajello. 

8. *Rojee Johann aus Triest. 

9. Grabrijan Alois aus Wippach. 

10. * Stua Gaudenz aus Cormons. 

11. *Zorzin Peter aus Visco. 

12. * Michellini Johann aus Triest. 

13. * Drius August aus Cormons. 

14. *Valentinci6 Ignaz aus Morsko. 

15. R. V. WMedemann Ernst aus Meran. 

16. Hurdalek Gustav aus Gretta bei Triest. 
17f Slejko Johann aus Ravna. 

18. Gasser Josef aus Görz. 

19. Howainski Ewald aus Göiz. 

20. *Rejec Jacob aus Sebrelje. 

21. Mosettig Paul aus Görz. 

22. R. V. Pajer Marius aus Görz. 

23. Beucer Franz aus Gradisca. 

24. R. V. Böckmann Adolf aus Görz. 

25. *R. V. Klodic Adolf aus Görz. 

26. Brezigar Karl aus Podgora. 

27. Schobert Karl aus Podgora. 

28. ßoschin Josef aus Görz. 

Fünfte Classe. 

1. Hlavacek Robert aus Oedenburg in Ungarn. 

2. Ferjanöiö Franz aus Goöe in Krain, 



81 



3. Morpurgo Guido aus Görz. 

4. PovSiö Anton aus Gargar. 

5. Stubelj Franz aus St. Daniel. 

6. Devetak Victor aus Triest. 

7. Cesciutti Victor aus Görz. 

8. Manincor v. Freiecke SütIus aus Eovigno. 

9. *Primos Isidor aus Oormons. 

10. Vidmar Josef aus Eeifenberg. 

11. * Kragelj Valentin aus St. Lucia. 

12. * Camuffo Josef aus Grado. 

13. Gregorcic Kaspar aus Versno. 

14. Pinaueig Peter aus Görz. 

15. Rossi Wilhelm aus Podgora. 

16. Gergolet Andreas aus Doberdob. 

17. Leban Ignaz aus Vertoiba. 

18. öibej Johann aus Haidenschaft. 

19. Kaffau Anton aus Pola. 

20. Dekleva Josef aus Kosana in Krain. 

21. Bisiac Johann aus Görz. 

22. Batic Leopold aus Cesta. 

23. Primozic Josef aus Pevma. 

24. Budau Heinrich aus Komen. 

25. Keck Victor aus Görz. 



Sechste Classe. 



1. * Zamparo Alexander aus Padua. 

2. * Fon Josef aus Woltschaeh. 

3. *Visintini Georg aus Brazzano. 

4. Repic Rudolf aus Haidenschaft. 

5. Hozhevar Johann aus Laihach. 

6. Sehechel Johann aus Oberburg in Steiermark. 

7. Pitaeco Georg aus Pirano. 

8. *Kralj Ignaz aus Dornberg. 

9. Wurmb v. Nordmünster Robert aus Triest. 

10. * Bobelka Franz aus Görz. 

11. *Vidoz Anton aus Lucinico. 

12. * Golja Franz aus Decani in Istrien. 

13. Morpurgo Oskar aus Görz. 

14. Furlan Josef aus Mirke in Krain. 

15. Perinciö Karl aus Karfreit. 

16. * Nanut Johann aus Görz. 

17. V. Flego Peter aus Görz. 

18. Candido Leo aus Görz. 

19. Pogacnik Josef aus Podnart in Krain. 

20. * Ursic Anton aus Sovodnje. 

21. Lokar Arthur aus Haidenschaft. 

22. Batagelj Johann aus Vertovin. 

23. Kavöiö Franz aus Tolmein. 



83 



Siebente Classe. 

1. * Kalin Josef aus Haidenschaft. 

2. Schmutz Richard aus Mitterburg. 

3. * Kuscar Johann aus Woltschach. 

4. * Sedej Johann aus Kirchheim. 

5. * Brumat Jakob aus Farra. 

6. E. V. Wiederaann Adolf aus Meran. 

7. * Marchesan Johann aus Grado. 

8. Tavs Peter aus Poea. 

9. Cleri Alois aus Görz. 

10. Janko Philipp aus Diex in Kärnten. 
IL. Studeni Eoman aus Görz. 

12. Planiscig Franz aus Görz. 

13. * ßemec Johann aus Schönpass. 

14. üssai Edmund aus Görz. 

15. Ivan6i6 Mathias aus Kamno. 

16. Vidrig Anton aus^ Görz. 

17. Turk Franz aus Sepulje. 

18. *ülian Hermenegild aus Ruda. 

19. Kosec Josef aus Görz. 

20. Pahor Leopold aus Nabresina. 
2L Zandegiacorao Johann aus Görz. 

Achte Classe. 

L Pavletic Franz aus Podgora. 

2. Frh. V. Lempruch Karl aus Verona. 

3. * Zigon Franz aus Haidenschaft. 

4. Kafol Johann aus Ravna. 

5. Geiger Franz aus Krainburg. 

6. R. V. Gaddum Edgar aus Triest. 

7. Edl. V. Crippa Friedrich aus Hietzing bei Wien. 

8. Fabijan Mathias aus Kobdilj. 

9. Morpurgo Napoleon aus Gradisca. 
10. * Marinig Caesar aus Cormons. 

IL Edl. V. Marquet Richard aus Triest. 

12. Pangrazi Hugo aus Zara. 

18. * Stacul Karl aus Medea. 

14. Trampusch Franz aus Görz. 

15. Neuberger Moriz aus Prestranek in Kraiu. 

16. Jansekovic Vladimir aus Wippach. 

17. Vidoz Johann aus Lucinico. 

18. Gulin Ludwig aus Tolmein. 

19. Bachmann Leopold aus Castua in Istrien. 

20. Strausgitl Eduard aus Fhtsch. 

21. Riaviz Gustav aus Pola in Istrien. 




M 



PA Baar, A. 

4230 Lucians Dialog "Der 

P9B33 Pseudosophist" 



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