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ABHANDLUNGEN
DER KÖNIGLICHEN GESELLSCHAFT DER WISSENSCHAFTEN ZU GÖTTINGEN
PHILOLOGISCH-HISTORISCHE KLASSE NEUE FOLGE BD. XVII, 1
MANDÄISCHE LITURGIEN
MITGETEILT
ÜBERSETZT UND ERKLÄRT
VON
MARK LIDZBARSKI
&6?
BERLIN
WEIDMANNSCHE BUCHHANDLUNG
19 2
Vorgelegt in der Sitzung vom 10. Januar 1919.
A
Druck der Dieterichschen Universitäts-Buchdruckerei (W. Fr. Kaes(ner)
in Oöttingen
Gfermany
DEM ANDENKEN
WILHELM BOUSSETS
Einleitung.
Die Mandäer sind die einzige gnostische Sekte, die bis zum
heutigen Tage, wenn auch in geringen Resten, fortlebt. Diesem
Umstände haben wir es zu verdanken, daß sich ihre religiösen
Schriften erhalten haben und wir sie mehr als die anderen Sekten
aus ihren eigenen Schriften kennen. Neben Werken lehrhaften
Inhaltes sind liturgische Sammlungen vorhanden. Im Mittelpunkte
des Kultus steht bei ihnen die Taufe und die Feier im Augenblicke,
wo die Seele vom Körper scheidet, beim „Aufstieg", ihre Toten-
messe. Die beiden Liturgien sind in einem Werke vereinigt, von
dem schon früh Handschriften nach Europa gelangt sind. Diese
Sammlung ist im vorliegenden Bande an erster Stelle mitgeteilt.
In den Nachschriften der Abschreiber wird das Ritual „Lieder
und Hymnen für die Taufe und den Aufstieg" genannt. Daneben
findet sich die Bezeichnung „ Seelenbuch" (vgl. p. 3, n. 1) und Qo-
lastä. Dieses Wort, das arabische Kaö^>, bedeutet „Quintessenz,
Auslese" und findet sich auch sonst als Bezeichnung für Samm-
lungen religiöser Lieder. Der Name hat sich aber für die vor-
liegende Sammlung eingebürgert, und ich habe ihn auch hier bei-
behalten.
Im Jahre 1867 hat Eutins nach Pariser und Londoner Hand-
schriften das Werk mitgeteilt. Der Inhalt war ihm halb ver-
schlossen, und so beschränkte er sich darauf, eine Handschrift
autographisch nachzuzeichnen und aus den anderen die Varianten
mitzuteilen. Er hatte während der Arbeit die Pariser Hand-
schriften vor sich, und es scheint, daß seine Wiedergabe bis auf
die Buchstaben und Buchstabengruppen, die er nicht auseinander-
halten konnte, zuverlässig ist. Nach dem von Eutins vorgelegten
Material suchte ich hier einen Text herzustellen. Da in Deutsch-
land keine mandäischen Typen vorhanden sind und eine Autographie
nicht in Betracht kam, gab ich den Text in hebräischer Um-
VI Einleitung.
Schreibung. Bei der Herstellung des Textes befolgte ich dieselben
Gesichtspunkte, nach denen ich das „Johannesbuch" herausgegeben
habe. Ich suchte von den gegebenen Lesungen die beste aus,
eigene setzte ich selten ein. Ich gab diese gewöhnlich in den
Anmerkungen ; wo sie in den Text aufgenommen sind, kennzeich-
nete ich sie durch einen Stern.
Das Buch zerfällt in vier Teile. Der erste Teil enthält das
Ritual für die Taufe, der zweite das Ritual für die Totenmesse,
aber so, daß die Stücke 1—6 des ersten Teiles mit zu diesem ge-
hören. Der dritte Teil enthält drei längere Gebete, die bei der
Taufe und der Totenmesse gesprochen werden. Sie werden auch
in den sonstigen Ritualen oft angeführt. Der vierte Teil bietet
wiederum Lieder und Hymnen, die teils bei der Taufe (78 — 90),
teils bei der Totenmesse (91 — 103) rezitiert werden.
Die einzelnen Stücke der Rituale sind sicherlich zu sehr ver-
schiedenen Zeiten entstanden, aber bei unserer Unkenntnis der
Geschichte der Mandäer ist es nicht möglich, sie irgendwie zeitlich
zu fixieren. Über die älteste Geschichte der Rituale finden sich
in dem "Werke Angaben (vgl. p. 60 und 120). Selbstverständlich
wurde schon in ältester Urzeit nach ihnen verfahren (p. 54, 120).
Das Taufritual soll aus einem Werke „Die große Quelle", die
Totenmesse aus dem „Buch des Gaddänä" genommen sein. Wir
wissen von jener Quelle und diesem Gaddänä sonst nichts '). Auch
die sonstigen Angaben über die ersten Abschreiber helfen uns
nicht, da wir von diesen Personen nichts wissen. Dieselbe Her-
leitung findet sich auch bei anderen Ritualen.
Auch die Handschriften des Qolastä enthalten lange Mittei-
lungen der Abschreiber über ihre Vorgänger. Über den Wert
dieser Angaben siehe Joh., p. IX; ich habe sie hier weggelassen.
An zweiter Stelle ist die liturgische Sammlung in der aus-
gezeichneten Handschrift der Bodleiana zu Oxford Marsh. 691 mit-
geteilt. Die Handschrift ist bei Patne-Smith, Catalogi Codicum
Manuscr. Bibliothecae Bodleianae Pars VI, Codices Syriacos etc.
complectens, Oxonii 1864, col. 648, s. n. 205 genannt. Sie stammt
aus dem Jahre 936 d. H. (siehe p. 277) und ist die älteste der uns
bekannten mandäischen Handschriften. Sie ist hier als A bezeichnet.
An der Spitze steht die Liturgie für die Tagesgebete, dann
die besonderen Gebete für die einzelnen Tage der Woche. Dieser
Teil ist auch in einer jungen, schlechten Handschrift enthalten,
die de Morgan aus Babylonien mitbrachte, und die in schlechter
1) Vgl. Ephemeris I, p. 103'
Einleitung. YH
photolithographiscber Reproduktion J ) in seinen Textes manddites
(hier B) mitgeteilt ist. Doch ist in ihr der Anfang erhalten, der
in der Oxforder Handschrift fehlt. Der größte Teil findet sich
auch in der Pariser Handschrift Code Sabeen 15 (hier C), vgl.
Zotenberg, Catalogues des manuscrits syriaques et sabeens (manddites),
p. 229, s. n. 15.
Das zweite Buch enthält Lieder für die Hochzeitsfeier. Eine
vollständigere Sammlung findet sich in den Pariser Handschriften
Codes sabeens 15 und 25. Die letztere Handschrift gelangte nach
der Abfassung von Zotenberg's Catalogue nach Paris. Sie ist ganz
jung ; sie stammt aus dem Jahre 1285 d. H. (Anf. 24. Apr. 1868).
Sie ist hier als D bezeichnet. Einige Stücke finden sich auch in
einer mit C zusammengebundenen kleinen Handschrift (hier E).
Das dritte Buch enthält Teile einer Sammlung, die vollständig
in den beiden Pariser Handschriften C und D enthalten ist. Die
in A vorhandenen Stücke finden sich auch in E.
Das vierte Buch enthält Gebete für das „Banner", d. h. das
Kreuz , das bei den kultischen Handlungen aufgestellt wird , wgl.
Joh., S. 185 4 . Sie sind auch bei Morgan erhalten.
Ich suchte in erster Linie die Oxforder Handschrift wieder-
zugeben. Da sie weit besser als die anderen ist, brauchte ich aus
diesen nicht viele Lesungen in den Text aufzunehmen. Der Wert
der einzelnen Teile der Sammlung ist ungleich. Am wertvollsten
ist das erste Buch. Da das dritte Buch hier nur einen Teil der
vollständigen Sammlung in den beiden Pariser Handschriften 15
und 25 enthält, erwog ich, ob ich nicht die ganze Sammlung mit-
teilen sollte, wie ich denn auch in das zweite Buch Stücke aus
diesen Handschriften aufnahm. Aber nach reiflicher Prüfung schien
mir die ganze Sammlung eine Herausgabe nicht zu verdienen.
Andererseits hielt ich es für ratsam, die Oxforder Handschrift ganz
zu geben 2 ). Es ist wünschenswert, daß von dieser eine photo-
graphische Reproduktion veranstaltet werde; da wird das hier
Gebotene den Schlüssel zu ihr bieten.
Einen großen Teil der in den Liturgien vorkommenden Wen-
dungen und Benennungen habe ich im Kommentar zum „Johannes-
buch" behandelt. Ich konnte daher auf die dortigen Ausführungen
verweisen. Damit die Erklärung der Namen der Genien leichter
gefunden werde, stellte ich die Namen mit ihren Erklärungen in
alphabetischer Folge am Ende zusammen. Auch bei der Bear-
1) Siehe ZDMG LXI (1907), p. 689.
2) Bis auf die langen Aufzählungen der Abschreiber, vgl. p. vi.
yjjj Einleitung.
beitung dieser Texte kam mir sehr zustatten, daß ich das gesamte
handschriftliche Material aus der mandäischen Literatur verwerten
konnte, das in europäische Bibliotheken gelangt ist. Der Göttinger
Gesellschaft der Wissenschaften bin ich zu Dank verpflichtet, daß
sie trotz der Schwierigkeit der Zeit und der hohen Kosten den
Druck des Bandes übernommen hat.
Verse werden wohl allgemein in der Literatur als solche ge-
kennzeichnet. Man trennt sie durch Absatz, Spatium oder beson-
dere Zeichen ab. Dies gilt auch von der semitischen Poesie.
Schon im alten Babylonien war es üblich, Verse in einer Zeile
für sich zu schreiben, ja die Teile innerhalb des Verses durch
Spatien zu kennzeichnen und die Strophen durch Striche von ein-
ander zu trennen. Wie die Mandäer keinerlei Interpunktion ken-
nen, so werden bei ihnen auch poetische Stücke nicht von Prosa
geschieden. Ursprünglich wird es wohl seitens der Dichter ge-
schehen sein, aber die Abschreiber haben es später vernachlässigt.
Das mandäische Schrifttum ist ja fast durchweg in gehobener
Sprache geschrieben; Prosa und Dichtung sind in ihrem Inhalte
nicht wesentlich verschieden. Wie im Alten Testament, so kann
man auch bei manchem Erzeugnisse der mandäischen Literatur
schwanken, ob man es der einen oder anderen Gattung zuschreiben
soll. So verleimten es die mandäischen Abschreiber mit der Zeit,
Prosa und Dichtung auseinanderzuhalten, und auch die europäi-
schen Gelehrten haben bis jetzt eine Scheidung nicht versucht.
Die Poesie der Aramäer kennen wir erst aus später Zeit.
Sehen wir von einer kurzen Grabschrift ab, die etwa im 5. Jahrh.
vor Chr. in Ägypten entstanden und anscheinend in Versen ge-
schrieben ist (CIS II, 141), so reicht unsere Kenntnis der aramäi-
schen Poesie über das Syrische nicht hinaus. Die syrische Poesie
ist christlich. Wir haben es nur einem Zufalle zu verdanken, daß
zwei kleinere Dichtungen nichtchristlicher Herkunft uns erhalten
sind. Es sind zwei in die Thomasakten eingefügte gnostische
Lieder, die von Bardesanas oder eher aus seiner Schule herstammen.
Einen gewissen Ersatz für das Verlorene bieten volkstümliche
Lieder, die in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts bei
den nestorianischen Bauern in der assyrischen Ebene und den kur-
dischen Bergen aufgenommen wurden 1 ). Es sind kleine Liedchen
1 1 Vgl. SociN, Die neu-aramäischen JAalelde von Urmia bis Mosul, p. 127 ff. ;
Lid/barski, Die neu- aramäischen Handschriften der Kgl. Bibliothek zu Berlin I,
p. 394 ff., II, p. 327 ff.
Einleitung. IX
von 3 — 4 Zeilen zu drei Hebungen, die bei Hochzeiten gesungen
werden. Die Sprecher sind teils Burschen, teils Mädchen. Er
preist ihre körperlichen Vorzüge, ihre Kleider, ihren Schmuck, sie
seine Tapferkeit, seine Waffen. Sieht man sich nun das erste der
beiden gnostischen Lieder in den Thomasakten an, so ist man
überrascht zu sehen, wie nahe es diesen kleinen Volksliedern steht.
In jenem Gedichte wird die „Tochter des Lichtes" als Braut ge-
feiert. Wie in den Bauernliedem werden ihre einzelnen Körper-
teile, ihre Gewänder beschrieben, das duftige Brautgemach, die
Brautjungfern und Brautführer geschildert. Wahrscheinlich wurde
schon früher eine volkstümlichere Göttin in ähnlicher Weise in
Anlehnung an das Volkslied gefeiert. Es war wohl die Dea Syra,
die Atargatis, die Hauptgöttin der Aramäer, deren Liebeleien auch
Anknüpfungspunkte an das volkstümliche Liebeslied boten.
Der Inhalt des mandäischen Hochzeitsrituals ist fast ganz
religiös. Doch sind auch volkstümliche Liedchen eingefügt, die
den Hochzeitsliedern der nestorianischen Bauern gleichen. Es sind
Vierzeiler mit kurzen, dreihebigen Versen. Bei ihrem volkstüm-
lichen Charakter, der vom Inhalt des sonstigen mandäischen Schrift-
tums stark abweicht, ist das Verständnis sehr schwierig. Auch
die nestorianischen Lieder wären uns ja ohne die arabische Über-
setzung zum größten Teil unverständlich. Ich teile hier einige
aus den beiden Pariser Handschriften mit.
Cod. Sab. 15, f. 22 b; 25. f. 27 b:
*) »■>:» , a(«)r«»ttn »"n^y ^xnxrn graun tr^tt)
-i —
ihr Papas Trägerinnen , 2 )
ihr Löhner und Hörige,
breitet für den Bräutigam auf dem Wege aus
Lasten von Rosen aus Gür 3 ).
1) Steht für x-:x'2(sjrr"'s- .
2) Unsicher. Ich fasse snK*»n als J&L'i'j auf; dies paßt besser als jlv? „Höfe".
3) Gür, persisch Gür, später Firüzäbäd genannt, südlich von Siräz. Seine
roten Rosen erfreuen sich besonderer Wertschätzung, vgl. Jacut, Geogr. Wörterb.
II, p. 147.
Einleitung.
Daß der Laut seiner Schuhe nicht (zu uns) dringe,
daß Mama ihn nicht höre und fernhalte.
Ich vergehe, wenn sie ihn ausfragen *)
und ich mit ihm nicht plaudern kann.
Cod. 15, f. 20 b; Cod. 25, f. 25 b:
du kleine Herrin, 2 )
die den blanken Spiegel trägt,
siehst du in ihm,
daß du schöner als er bist?
Cod. 15, f. 19b; 25, f. 24b:
jobatfi *ob^D x^banap Tibn&nb •'»n» rnna
a^naun sntt»n nbisxs nrora tpn XDb«tt
ara* bsposro sraaDa swn TD»a*i nbiDK*
du kleine Herrin,
die auf dem Steilufer steht,
steig herunter, komm in die Halle,
des Königs Reiter ziehen vorüber.
Der König ließ sich an seinem Orte nieder, 3 )
kläret ihm Wein, daß er trinke.
Breitet für ihn griechischen Brokat aus
neben chinesischem Atlas.
Cod. 15, f. 21b; 25, f. 26 b:
1) Var. trV'Wwns, „wenn sie mich ausfragen".
2) Ein häufiger Eingang in diesen Liedern. Statt tfW3*i hahen die Hand-
schriften auch mmiaii-i, an einer Stelle rran. Die Erklärung der Form ist
mir nicht sicher; vielleicht ist die Endung k-i hypokoristischer Art. Siehe auch
Job., S. 149'.
3) Die beiden Liedchen stehen zusammen, aber k=Vk* ist im zweiten anders
gedacht, als im ersten. Dort ist es, je nachdem das Gedicht auf türkischem oder
persischem Gebiet entstanden ist, der Sultan oder der Schah, hier ist es der
Bräutigam. Über den syrischen Bräutigam als König vgl. Wetzstein, Zeitschr.
für Ethnologie V (1873), p. 288ff. - Statt r-n: Var. arwna „er setze sich an seinen
Ort".
Einleitung. XI
«ai» ^nab ^■cstöv "^nsnb npica brrn
K^bTan «tos »r^rn «-»na^n nabrsb aman»»
Da Bräutigam, wer sagte dir,
wer zeigte dir die Wege,
daß du als Geschenke zu meinem Papa sandtest
hundert Kamele und hundert Maultiere?
Die Kamele sind mit Gold beladen,
die Maultiere mit Gaze und Seide.
Du sandtest Hibil-Ziwä
mit Jösamln dem Reinen.
Hibil küßte meinen Papa,
Jösamln meine sieben Brüder; 1 )
du sandtest Ezlath die Große,
daß sie mir den Ring an die Hand legten.
Daß Form und Inhalt dieser Lieder aus dem Norden entlehnt
seien oder umgekehrt, ist nicht wahrscheinlich. Die Absonderung
der Mandäer ist zu groß und reicht zu weit zurück. Dazu sind
die mandäischen Lieder reimlos, während die nestorianischen durch-
weg gereimt sind. Der Reim ist innerhalb der syrischen Poesie
jung und erst unter Einfluß der arabischen Dichtung eingeführt.
In einer Hinsicht ist eine Verbindung freilich denkbar. Die Schiffer
auf den Booten, die den Tigris befahren, sind Nestorianer aus dem
Norden, vorwiegend aus Tell-Kef. Sie hätten ja die Lieder nach
dem Süden bringen können. Aber dieselbe Form des Liebesliedes
finden wir auch im Hohen Liede. Wir dürfen hier also altes poeti-
sches Gut annehmen, das über den Bereich der Aramäer hinaus-
geht 2 ).
Wie bei den Syrern, so hat sich nun auch bei den Mandäern
die religiöse Dichtung an das Volkslied angelehnt. Die Hochzeits-
lieder gehen schon ins Religiöse über, und die anderen Sammlungen
enthalten kleine Gedichte rein religiösen Inhaltes, die in der Form
jenen Hochzeitsliedern gleichen. Hier p. 150 f., 156, 159, 161 finden
wir kleine Lieder dieser Art, außerdem seien aus dem linken
Ginzä angeführt (p. 83, 102, 113) :
1) Aus der religiösen Welt übernommen, vgl. p. 257,9.
2) Natürlich können im Einzelnen die Stücke jung sein und sind es auch,
•wie die arabischen Wörter zeigen.
xu Einleitung.
Kitt« «"nnw byn «n^o^ *w«p ab*oiB by
Auf dem Wege steht die Seele
und spricht zu den Uthras :
„Wisset ihr nicht, ihr Uthras, meine Brüder,
daß ich unter euch wohnte?"
Was frommt es mir, daß ich kam und wohnte
im trügerischen, nichtigen Rumpfe?
Was frommt es mir, daß ich kam und in ihm wohnte,
wo er nicht mit mir zum Lichtort emporsteigt?
Ich gehe meinem Abbild entgegen,
und mein Abbild geht mir entgegen.
Es kost und umarmt mich,
wie wenn ich aus der Gefangenschaft käme.
Auch diese Lieder bestehen aus kurzen Versen zu drei He-
bungen, von denen je zwei enger zusammengehören und zu einem
Doppelverse vereinigt sind. Der Halbvers besteht in der Regel
aus drei Wörtern, zu denen nur Wörter von geringerer Tonstärke
treten. Dieser Vers ist der herrschende in der mandäischen Dich-
tung. Die beiden Halbverse hängen auch hier im Sinne enger zu-
sammen, und der zweite ist gewöhnlich durch „und" oder das
Reiativum n eingeführt. Daß der kurze akzentuierende Vers von
drei Hebungen in weit auseinanderliegenden Gebieten im Volks-
lied erscheint, weist auf seine Ursprünglichkeit hin, und er hat
sich wohl im Volkslied an einen Dreischritt-Tanz angelehnt. So-
weit wir in der literarischen Poesie der Syrer zurückblicken können,
ist in ihr freilich schon die Silbenzählung durchgeführt. Aber da
hat wohl fremder Einfluß eingewirkt. Wie Andreas mir mitteilt,
ist in der persischen Dichtung schon in ältester Zeit die Silben-
zählung üblich 1 ). Von der Aussprache des Mandäischen wissen
1) In den beiden gnostischen Liedern der Thomasakten sind die Verse sechs-
silbig, im übrigen haben in ihnen fast alle Verse drei Hebungen. Die von
Ephram mitgeteilten Verse des Bardesanes sind fünfsübig. Ephräm selber wandte
neben diesem Maße mit Vorliebe ein siebensilbiges an, ebenso Narses in seinen
Einleitung. xni
wir sehr wenig. Aber wenn man selbst bei den besseren Gedichten
alle Möglichkeiten der Aussprache in Betracht zieht, kann man
zu einer einheitlichen Silbenzahl im Verse nicht gelangen.
Bei einem der bekanntesten manichäischen Gedichte aus den
Funden von Turfan suchte ich zu zeigen, daß es ursprünglich ara-
mäisch abgefaßt sei und den üblichen mandäischen Vers von drei
Hebungen habe l ). Die Verse sind zu Strophen von zwei Doppel-
versen vereinigt. Der Umfang einer solchen Strophe entspricht
also dem jener kurzen volkstümlichen Gedichte. Ich teile hier
die ersten beiden Strophen in der von mir hergestelltn aramäischen
Form mit:
rpvoft ap^a b^nan "pari x-sotke x:a KTOisn
niicsp sutsidt anan b?i b^xn spnx p tnaan
irps^ apia b^nan }-cr\ »TBian s:k jonstp
sisbxn »b«p TH«n ^2x2 sp*iK pa rvpsm
Sieht man im Mandäischen von den Gedichten ab, in denen
die Wiederkehr gleicher Perioden durch den Inhalt gegeben ist
(vgl. p. 31, 46), so läßt sich ein regulärer Strophenbau in den Ge-
dichten nicht nachweisen. Das manichäische Gedicht kann sich
danach nicht an die mandäische Poesie angelehnt haben, sondern
muß von der Dichtung eines verwandten Kreises abhängen. Doch
ist in dem Gedichte der zweite Halbvers des ersten Verses im
ersten Halbvers des zweiten mit anderer Stellung der Worte wie-
derholt, eine Form, die dem mandäischen Schrifttum sein eigen-
tümliches Gepräge gibt. Auch in der gehobenen Prosa wird sehr
oft ein Satz mit umgekehrter Stellung der Worte wiederholt, man
sagt:
Komm, du König der Uthras, \ der TJthras König du, komm.
Ich habe diese stilistische Eigentümlichkeit mit der in der bildenden
Kunst der Semiten hervortretenden Tendenz, ein Bild symmetrisch
zu wiederholen, es nach beiden Seiten hin zu entfalten (Wappen-
stil) in Zusammenhang gebracht 2 ). Aber die Art, wie die Wieder-
holung in der Poesie geschieht, zeigt, daß diese Auffassung nicht
richtig ist. Der semitische Vers ist etwas in sich Abgeschlossenes.
Wäre bei ihm das Augenmerk auf das Symmetrische gerichtet,
Wechselliedern. Diese bestehen aus Vierzeilern, die in der Form den oben mit-
geteilten kleinen mandäischen Gedichten sehr nahe stehen.
1) Nachrichten der Geselhch. der Wissenschaften zu Göttingen, phü.-hist.
Klasse 1918, p. 501.
2) Ephemeris I, p. 115; Joh., p. XIII.
Xiv Einleitung.
so müßte der Vers an sich symmetrisch gebaut, d. h. der zweite
Halbvers eine symmetrische Umstellung des ersten sein. In Wirk-
lichkeit findet die Aufnahme der Worte und ihre Umstellung erst
im folgenden Verse statt. Danach scheint die Haupttendenz viel-
mehr darauf gerichtet zu sein, den neuen Vers inhaltlich an den
vorhergehenden anzuknüpfen, die beiden Verse mit einander zu
verketten. Ahnliches haben wir an einzelnen Stellen bei den alt-
testamentlichen Propheten, indem dort der erste Vers einer Strophe
an die Worte des letzten Verses in der vorhergehenden Strophe
anknüpft (D. H. Müller). Auf aramäischem Gebiete zeigt sich die
Verkettung in den Memre des Narses, und von ihm beeinflußt
wird sie besonders in der neueren Dichtung der Nestorianer an-
gewandt. Selbstverständlich haben die mandäischen Dichter die
Wiederholung niemals durch ein ganzes Gedicht durchgeführt, da
es zu ermüdend wirken würde.
Wie in der Dichtung anderer Völker *) stehen auch in der
mandäischen die Worte „er sagt, er sagte" u. s. w. außerhalb des
Verses.
Neben den Gedichten mit regelmäßigem Versbau stehen andere
mit freieren Versen. Die Verse sind in ihnen von sehr verschie-
dener Länge, und sie stehen meistenteils für sich ohne Paarung.
Die anderen Gedichte sind gewöhnlich länger, diese kurz; jene
enthalten Schilderungen und Betrachtungen, diese in der Regel
Gebete. Die Mandäer unterscheiden selber zwei Arten und sprechen
von 810811 und aOD&o:3\ Die beiden Wörter sind von Stämmen
gebildet, die auch von den Syrern in ihrer Nomenklatur für die
Dichtungsarten verwandt sind, in JU^pb, sowie in JLJo^w' und
{k-üd^. Die Gedichte XXI, XXX, LXVI-LXIX werden in den
Nachschriften als 80811 , LXXIX— LXXXII als KSfcfo? bezeichnet.
8:iO::? mit und ohne 8731 heißt auch im Mandäischen zunächst
„Antwort", so GR 152,11; 343, 12, 19,22 und sonst, und die
tf-'WW waren wohl ursprünglich Responsionen, die nach dem Vor-
trage der 810811 von den unteren Priestern oder der Gemeinde
gesprochen wurden , vgl. 177, 10 :
nbapb iODtroxD nb^xi nnaob «"nrny 8' l oi8*n
und Joh. , 128, 9 : ]tf->asn KW» ■»XnxmfcO 810811 8^0181 ^8H8 .
Doch wurde die spezielle Bedeutung von 8O81I und 838" 1 :? später
vergessen und die beiden Wörter durcheinandergeworfen. In den
Gebeten für die einzelnen Tage der Woche p. 183 ff. steht erst
ein 80811 und dann ein 838" 1 :?, die Nachschriften sprechen aber
1) Vgl. Sievkks, Metrische Studien I (1903), p. 360 f.
Einleitung. X y
von S^SOj? und STCtf-n , und auch sonst stehen die beiden Wörter
in den Nachschriften der Abschreiber in dieser Reihenfolge 1 ). Das
Stück p. 271 XIV wird vavmy und die gleichartigen Stücke XVI
und XVII tfitBsrn genannt. Richtig gesagt heißt es 8WTT TDSTT
und KiX^sy K12"\, aber in den Nachschriften sind auch diese Wen-
dungen durcheinandergeworfen, und p. 269,13 lesen wir S^fc^Dy
WITT , dagegen 273, 5 «itt"! KiflMrn . An sich stand das tufepsy
unter dem tfl2X*n, aber gerade weil iCirsy die Bezeichnung für
das volkstümlichere Lied war, drängte es die Benennung aiDinl
zurück. Die bei d& Morgan an erster Stelle mitgeteilte Sammlung,
die irnttrH, Kiar*» und Gebete in Prosa (Knsn«a) enthält, wird
schlechthin Vffljfflp genannt. Da iUiOSy nicht mehr, wie ursprüng-
lich, „Responsion" bedeutete, mußte hierfür eine neue Bezeichnung
eingeführt werden , und man wählte das persische &**.C>. . Dieses
wird TiDXE , jiIOSS geschrieben; für „respondieren" wird TioKB im
gebraucht: Oxf. Rolle F, Z. 1097, 1254, 1365.
Die Länge der Verse in den srsx'oy schwankt sehr, und es
ist oft unsicher, wie sie abzuteilen sind. Bei vielen tfiDSO;? ist es
überhaupt zweifelhaft, ob sie als Gedichte oder als Prosastücke
anzusehen seien. So habe ich die Stücke p. 264 ff., obwohl sie den
Stücken p. 233 ff. nahestehen und als &o:si3y bezw. artDsm be-
zeichnet werden, nach mehrmaliger Prüfung als Prosastücke setzen
lassen.
Die 2 ) mandäische Religion bietet eines der schwierigsten Pro-
bleme auf religionsgeschichtlichem Gebiete. Sie setzt eine Um-
wälzung von ungewöhnlicher Intensität voraus. Ihre Schöpfer
suchten sich überall neue Werte zu bilden; sie schufen eine ganz
neue religiöse Sprache. Das uralte semitische Wort für den Gottes-
begriff iläh, das alle anderen Umwälzungen innerhalb der semiti-
schen Religionen überlebt hat, das noch jetzt im Islam ebenso wie
im orientalischen Christentum und im Judentum im Mittelpunkte
der Religion steht, ist aus ihrer Sprache verbannt. Sie gebrauchen
es höchstens für fremde Götter, für Götzen. Erst später kam es
unter Einwirkung des arabischen alläh wieder auf, vgl. Uthra,
p. 545. Sie haben in ihrer sonst so reichen religiösen Terminologie
auch kein anderes Wort für den Gottesbegriff. An der Spitze der
Wesen, denen sie Verehrung zollen, steht das absolute Leben,
1) Hingegen innerhalb des Textes im Pariser Diwan Z. 75 k-wwi jcuta-r.
2) Die folgenden Betrachtungen wurden in der Göttinger Gesellschaft der
Wissenschaften am 13. Dezember 1918 vorgetragen.
xvi Einleitung.
an zweiter Stelle das Licht. Auch die Wesen, die in den son-
stigen semitischen Religionen die Gottheit umgeben, die Engel
(mal'ak), sind aus ihrem Glauben gebannt; sie bekämpfen sie als
Dämonen der Zauberei. Zweifellos steht der Mandaismus in enger
Beziehung zu der gnostischen Bewegung, die in den ersten Jahr-
hunderten des Hellenismus im Orient einsetzte. Die Vorstellung
von der yväeig £arjg, die Personifizierung dieses Begriffes und die
Stellung des personifizierten "Wissens vom Leben, oder vielmehr
vom Heil im Vordergrund des Glaubens kann nicht an verschie-
denen Stellen unabhängig von einander entstanden sein. Die Man-
däer haben sich von den Gnostikern allein bis zum heutigen Tage
erhalten, und wir besitzen von ihnen größere Literaturwerke.
Trotzdem ist die Herkunft und die älteste Geschichte der man-
däischen Religion ganz in Dunkel gehüllt. Die Schriftsteller be-
wegen sich mehr im Himmel als auf Erden. In den seltenen Fällen,
in denen sie historische Ereignisse berühren, wird die Wirklichkeit
verschleiert und in einen apokalyptischen Dunst gehüllt. Ich habe
mich schon früher bemüht, die Entstehungszeit und die Heimat
des Mandaismus zu ermitteln und hebe hier einige weitere Punkte
hervor.
Die Mandäer bezeichnen sich neben X+VfZNaa als KiifcniXKD .
Von Nöldeke und anderen wird angenommen, daß sie diese Benen-
nung den Christen entlehnt haben, daß sie zu einer Zeit, als sie
dem Christentume sympathisch gegenüberstanden, Christen genannt
sein wollten 1 ). Im griechischen Neuen Testament wird Christus
Ncc^coQalog und Na&Qrjvög genannt; ersteres findet sich AG 24,5
auch als Bezeichnung für die Christen. Der Syrer hat für beides
JLivjJ , und im Syrischen war für die Christen nur diese Bezeich-
nung üblich. Da die Mandäer den Namen nur den syrischen
Christen entlehnen konnten, würde man den Namen X"H£D. nicht
fc^7i£2 erwarten. Der Name IVagopaiog ist aber an sich noch nicht
erklärt. Die wichtigste Stelle dafür ist Mat. 2,23. Da heißt es
von Joseph, dem Manne der Maria: xal elftav xaraxr t 6£v dg %6Xiv
).£yo[iivrjv Na^agt'd-' ö'Xag TtXrjQGJ&rj tö Qtj&av diu xdv 7iQ0(pr]riöv ort
Ntt^aQulog xA.rjfrrj<jSTui. Der Name JSiufrQuiog für Jesus wird hier
einerseits von einem Ausspruche bei den Propheten, andererseits
von A T ߣap£•^■ hergeleitet. In den uns bekannten prophetischen
Schriften des Alten Testamentes findet sich kein Wort Tfiß, das
Matthäus oder seine Quelle im Auge haben konnte. Der alttesta-
1) Siehe Nöld., p. XX; Brandt, ReL, p. 140; Sehr., p. XIII; Jahrb. für
Protest. Theologie XVIII (1892), p. 599.
Einleitung. XVII
mentliche Kanon war damals schon abgeschlossen; daß etwa eine
uns unbekannte prophetische Schrift gemeint sei, ist unwahrschein-
lich. Ich glaube mit anderen , daß auf nED Jes. 11, 1 angespielt
wird, aber aus diesem niZD kann nicht die Bezeichnung K^sa ent-
standen sein. Nicht anders steht es mit Nazareth. Schon die
Fassung der Worte bei Matthäus macht es unwahrscheinlich, daß
Jesus Na&gatog genannt wurde, weil seine Eltern in Na£ags&
wohnten. Es sieht eher danach aus, daß man Jesu Eltern in Na-
zareth wohnen ließ, um damit den Namen Nu^agatog zu erklären.
Ich will auch davon absehen, daß die Existenz eines Ortes N<x£ag£&
in vorchristlicher Zeit überhaupt bestritten wird. Aber ein Mann
aus Ncc&gsd- konnte wohl Nat,agrjv6g oder Na&gaiog, nicht aber
Nat,a)Qcciog genannt werden. Nach Na^cogatog wird angenommen,
daß Nazareth auch den Namen Nat,agsd- geführt habe. Aber wenn
diese Form des Namens existiert hätte, so stünde sie gerade an
der Stelle, an der aus ihr der Beiname Na^cogatog erklärt wird.
Man lese die Ausführungen bei Guthe PRE 3 XIII, p. 677, und
man wird sehen, zu welchen gezwungenen und künstlichen Erklä-
rungen man bei den Herleitungen aus Nat,agsd- greifen muß. Tat-
sächlich bietet Mat. 2, 23 keine Erklärung für Na^cogalos, und man
muß sehen, ob man es nicht aus sich heraus erklären kann.
Von anderer Seite wurde bereits die Ansicht ausgesprochen,
die Bezeichnung Na^cogalog habe unabhängig von Jesus und vor
Jesus existiert. Es geschah namentlich von Will. Benj. Smith in
seinem Buche Der vorchristliche Jesus (Gießen 1906), p. 42 ff. Er
verwertet die oft zitierte Angabe des Epiphanius über eine jüdische
Sekte der NaöccgccZot, die aus vorchristlicher Zeit stamme (Haer.
29, 6, 1). Aber sein Versuch, Nat,cogcclog und die verwandten Formen
zu erklären, ist in sachlicher wie sprachlicher Hinsicht unmöglich.
Ihm schwebt eine Form Nasar-Jä vor, die der Form Z'kar-Jä ent-
sprechen (p. 49 f.) und gleichbedeutend mit 'lrjöovg und 6aTH]g sein
soll. Die Form Nasar-Jä hat Smith aber nur durch eine Verlesung
des syrischen JLivji erhalten.
Meine Erklärung von Na&gatog ist folgende. Im Thalmud
hat Jesus das Beiwort *~)T!2 . Dies ist die ursprüngliche hebräische
Form, die den anderen voranging. Sie geht von 123 im Sinne
„beobachten" aus und zwar Satzungen, Gebote. Der Ausdruck
findet sich namentlich in den jüngeren Schriften des ATs, beson-
ders in Ps. 119; in den älteren wird dafür mehr "Vötö gebraucht.
Eine Richtung im Judentum, deren Anhänger sich mehr als die
anderen als die Beobachter gewisser Gebote ansahen, nannten sich
ffnra „Beobachter, Observanzen". Ursprünglich war wohl die
Abhandlungen d. K. Ges. d. Wiss. zu Göttingen. Phil.-hist. Kl. N. F. Bd. 17, i. D
xvm Einleitung.
Bezeichnung für den Einzelnen 1X1:. Die Bezeichnung ^"Tifö mit
I relativum entstand, als die Nöser sich zu einer engeren Gemein-
schaft zusammengeschlossen hatten und der Einzelne sich als Glied
dieser Gemeinschaft fühlte, "H3p3 bezeichnet also einen, der zu
den Noser gehört. Was die D^'TS'ö beobachteten oder beobachten
wollten, besagt das Wort nicht. Ich vermute, daß es besonders
Reinheitsbräuche, vielleicht in erster Linie Baptismen waren.
Man sprach damals in Palästina aramäisch, und so formte man
auch *Hxi: nach dem Aramäischen um. Für "ixis kann im Aramäi-
schen das Partizip 1X5 oder auch das nomen agentis *Täfi eingesetzt
werden, so wurde denn "nxia zu aO"i2D und fcnixs . Dem hebräischen
7 • 1 tt;t t t r
Stamme "IS3 entspricht eigentlich aramäisch 1D3 . Aber innD war
der lebendigen Sprache entzogen, es war halb zum Eigennamen
geworden, so konnte das Wort zum Teil erstarren.
Jesus wird aus dem Kreise der D"n213 hervorgegangen sein,
und dieser Beiname ist ihm geblieben. Der Name hat sich aber
unabhängig von Jesus und den Christen in jüdischen Gemeinschaften
erhalten, die in einem Vetternverhältnis zum Christentum standen.
Diese Judenchristen werden bald als Na^ccgaloi, bald als NuöaQoäoi
bezeichnet. Letzteres ist wohl S?"n:£; mit nachklingendem kurzem
T T ; t *— '
a hinter 2. Man braucht es nicht als tt*TO anzusehen.
Auch die Mandäer haben die Bezeichnung fcTS'TiXtf: aus der
alten Quelle, nicht von den Christen übernommen. Sie haben ja
auch das jüdische J^XEi-iS unabhängig von OuQiöalog des NTs ent-
lehnt (vgl. Joh., p. XXII). Daß die Entlehnung von aromiÄÖ alt
ist, zeigt auch die Form des Abstraktums. Dieses ist nicht von
»"WfiSfctt gebildet, man sagt nicht KnT | 8Ttt»: , sondern «rYrPSfctt ,
wofür sich auch BttnÄWÖ findet. Beide Formen gehen wohl auf
tVTOÜ zurück, vgl. p. 257, 4 und Nöldeke, Gram. p. 155,11. Die
mandäischen Schriftwerke waren in den ursprünglichen Nieder-
schriften viel ärmer an Vokalen als jetzt. Dort wird weder
ÜOTTTOIB noch anrtKS&M , sondern tfrvnBfc« gestanden haben. Ein
Vokal klang hinter s nach, der bald als i bald als a aufgefaßt
wurde, und dementsprechend wurde das Wort vokalisiert. Übrigens
schwankt jetzt noch die Schreibung, vgl. p. 260, 5.
Die Form ÄfTTlÄött erinnert an die Benennung Nccöccqccioi,
Nu&Qcctoi, die wohl auf K*1S3 zurückgeht. Freilich konnte in der
christlichen Überlieferung auch Nu&Qr}v6s auf das a einwirken,
das erst zu einer Zeit entstand, als Nazareth als Heimatsort Jesu
galt. In NaöuQuiog wird X richtig durch 6 wiedergegeben, wäh-
rend Nu£<oQalog wie N«£ctQefr ein % hat. Güthe hat sonstige Bei-
spiele für diese Wiedergabe erbracht (PRE 3 XIII, p. 676). Es
Einleitung. XIX
scheint mir aber, wie anderen, nicht unmöglich, daß -PT! Nu&Qaios
auf das £ eingewirkt hat.
Für die Frage nach dem ursprünglichen Sitze der Mandäer
habe ich Joh., p. XVI ff. eine Reihe Momente hervorgehoben. Am
wichtigsten scheint mir noch immer die Rolle, die der Jordan
bei ihnen spielt. Wahrscheinlich wurden schon ursprünglich häufige
Taufen im Jordan gefordert ; dies setzt ihren Sitz nicht allzu weit
vom Jordan voraus. Ich möchte hier noch einige andere Punkte
hervorheben.
In den Gebeten begegnen wir öfter dem Genienpaar 'jtffiKn
und 'j&nxfiKn , siehe p. 280. Der zweite Name ist eine Erweite-
rung des ersten durch Wiederholung eines Konsonanten, wie in
■pBSBYi p&Y 1 und ''»aWTCSn txnsKSl. Der Name 'jfinian ist also der
primäre. Ich identifiziere ihn mit dem geographischen Namen )"fm .
Es könnte an sich die Haurän-Ebene wie das Haurän-Gebirge sein.
Aber gerade für die Vergottung von Bergen haben wir viele Bei-
spiele aus der semitischen Welt. Daß nun der Haurän unter ihren
höheren Wesen erscheint, setzt voraus, daß er in ihrem Gesichts-
kreise gestanden hat. Die religiöse Nomenklatur der Mandäer
läßt auf eine rege landwirtschaftliche Betätigung schließen, vgl.
Uthra, p. 544. Daher ist nicht anzunehmen, daß jene Urgemein-
schaft ihren Sitz in den öden Gebieten östlich vom Haurän-Gebirge
hatte. Hingegen kommt die im Westen liegende fruchtbare Hau-
rän-Ebene, in deren östlichem Horizont das Gebirge sich erhebt,
gut in Betracht 1 ).
Für diese Gegend, die Heimat des alten Dusares-Kultus, paßt
auch die hervorragende Rolle, die die Rebe in der religiösen
Terminologie der Mandäer spielt. Welche Stellung die Rebe in
der Literatur der Nabatäer hatte, wissen wir nicht, da diese ver-
loren gegangen ist; in ihrer Kunst begegnet sie uns auf Schritt
und Tritt. Die Stellung des Weinstockes im mandäischen Schrift-
tum ist um so bemerkenswerter, als der Weingenuß verworfen
wird. Nur für den sakralen Trunk wird Wein mit Wasser ge-
mischt, vgl. p. 88 f. Die mandäische Religion bietet also selber
keine Erklärung für die Verehrung der Rebe, und diese muß an-
derswoher übernommen sein.
1) Epiphanius läßt die Nu^agaiot, in der Baaavttig, d.h. in der Haurän-
Ebene und den Nachbargebieten wohnen ; svnv&sv 7) y.uxu tovg Nagcogaiovg at-
QiGig i6%hv tj\v &Q%riv (Haer. 29, 7, 8). Aber diese Nazoräer sind mit den
Mandäern nicht identisch.
XX
Einleitung.
• • ••
Umgekehrt als mit dem Wein steht es mit dem Ol. Mit Ol
wird die „Siegelung" der Gläubigen vollzogen, die im mandäischen
Kultus eine so hervorragende Rolle spielt. Trotzdem wird der
Olivenbaum oder die Olive im mandäischen Schrifttum fast gar
nicht genannt. Jetzt und wohl schon seit alter Zeit wird bei
ihnen die Ölung mit Sesamöl vollzogen, und dieses wird mit dem
Euphrat in Verbindung gebracht, vgl. p. 36. Anscheinend war die
Olive dem Heimatlande des Mandaismus fremd, was für das eigent-
liche Palästina nicht paßt. Der Stab, der bei den kultischen
Handlungen getragen wird, der SMnioa, ist zwar ein Olivenstab,
aber der ganze kultische Apparat scheint fremden Ursprunges zu
sein. Ein Stück Holz kann auch leicht aus der Ferne geholt wer-
den, und einmal besorgt kann es lange in Gebrauch bleiben. Man
beachte übrigens, daß p. 21 der Stab vom Weinstock genommen ist.
Für ein Gebiet zwischen Palästina und Arabien spricht auch
eine lautliche Erscheinung. Bei einer Reihe von Wörtern, die teils
aramäisch, teils dem Kanaanäischen entlehnt sind, erscheint o statt
eines zu erwartenden in , vgl. Nöld. , p. 46. Als Folge arabischen
Einflusses ist diese Erscheinung leicht verständlich.
Die Nabatäer nannten sich nach ihren eigenen Denkmälern
Nabatu. Aramäisch mußte der Name Nbat, nach mandäischer
Schreibung fittäl lauten. Nun ist üKM bei den Mandäern eines
der höchsten himmlischen Wesen. Er ist der erste Sproß, der
große, erste Glanz, vgl. p. 282. taaa hat im Aramäischen den Sinn
„hervorbrechen, hervorsprießen" und wird z.B. im Thalmud von
der Weinrebe gebraucht, vgl. Levy, Neuhehr. Wrtb. III, p. 326 b.
Nun verwenden allerdings die Mandäer mit Vorliebe Wörter dieser
Art zur Bildung von Namen höherer Wesen, vgl. Uthra, p. 544.
Immerhin ist es bei den sonstigen Indizien, die auf das Gebiet
der Nabatäer hinweisen, bemerkenswert, daß der Volksname der
Nabatäer als der Name eines der höchsten Wesen bei den Man-
däern erscheint. Wie sonst haben ja wohl auch die Nabatäer sich
aus ihrem Volksnamen einen Stammvater geschaffen, den sie in
die Urzeit verlegten, und sie mögen ihn auch «Wp »UM „erster
Sproß" genannt haben.
Die Nabatäer vermittelten den indisch -arabischen Waren-
verkehr mit Syrien. Sie sind sicherlich nicht nur bis zu den je-
menischen Stapelplätzen im IJigäz gelangt, sondern viele von ihnen
kamen bis zu den südarabischen Häfen, wo sie mit Leuten aus
den östlichen asiatischen Gebieten, besonders mit Indern in Be-
rührung kamen. Andererseits waren sie Ägypten am nächsten
benachbart, und auch dahin führte sie der Handel. So wäre es
Einleitung. XXI
denn begreiflich, wenn sich gerade bei ihnen fremde Einflüsse in
der Religion geltend machten.
Ich möchte hier noch einige Wendungen der religiösen Sprache
erörtern. Mit x:" 1 « „Quelle" wird oft zusammen »dthtö genannt,
siehe p. 59, 171, 266. Nach der traditionellen Erklärung bedeutet
KDTHTO „Palme", vgl. Florüegium de Vogüe, p. 373 zu 178 und
Nöldeke, ZA XXX (1916), p. 152 l ). Die Verbindung der Quelle
mit einem Baume war mir immer ein Rätsel, und Noldeke's Er-
klärung a. a. 0. berücksichtigt diese Verbindung nicht. Nun finde
ich in einem Aufsatze von Karl v. Spiess, Der Brunnen der ewigen
Jugend, in Orientalische Studien, Fritz Hommel zum sechzigsten
Geburtstag gewidmet, Bd. II, p. 328, daß man die Lebensquelle
immer zusammen mit einem Baume darstellte, gewöhnlich mit einer
Pinie. Der immergrüne Baum ist als Lebensbaum gedacht. Als
Palme läßt sich KDTHrc nicht erklären. Hingegen ist Sandarak
das Harz der Callitris quadrivalvis, einer der Thuja, dem Lebens-
•* ° ■"
bäume, nahestehenden Gattung. Im Persischen heißt <^^>j.*, und
»j>A>u« das Harz des Wacholders, und das mit ersterem identische
DTHSKo , D"6l:K0 bezeichnet im Mandäischen auch den Baum. GR
346, 23 heißt es nach der Aufzählung anderer wohlriechender
Pflanzen: „Du sandtest den reinen Wacholder, dessen Duft von
unterhalb des Thrones des Königs der Uthras gekommen ist. Du
sandtest den reinen Wacholder, doch sie übten an ihm Mangel und
Fehl" -). Der Wacholder spielt ja auch anderwärts im Volksglauben
eine Rolle, vgl. das Grimm'sche Märchen vom Machandelboom und
Grimm, Deutsche Mythologie II 4 , p. 543; A. v. Perger, Deutsche
Pflanzensagen, p. 346. Danach war »D-p^o ursprünglich der
Wacholder oder ein anderer immergrüner Baum, den man sich als
Lebensbaum dachte. Die Übertragung auf die Palme erfolgte erst
später. Als Name einer heiligen Pflanze wurde dann ÄCmro wie
83B1} zur Bezeichnung sonstiger heiliger Dinge und höherer Wesen
verwandt. Schon in der alten Bleitafel Florilegium de Vogiie,
p. 364,177 steht fcKWiöl a:xtt und GR 320,20 swnron »TT.
Im Qolastä begegnet öfter sns = nns im Sinne von „schaffen".
Da der ägyptische Ptah der Schöpf ergott ist, prüfte ich die Frage,
1) Die Stelle im Pariser Diwan lautet (Z. 802) : «yrnyo p s-sx: sr-xrr -y
2) Nun fasse ich auch otV^sso hier p. 14, 8, wofür die Handschriften auch
oi-n:ND, OT-rro, Ti-m:xo, »en^n-ö haben, als Wacholder auf, das Holz oder das
Harz; beides wird zum Räuchern verwandt.
XXII Einleitung.
ob diese Bedeutung von nns in ältere Zeit zurückgehen und auf
die Namengebung des Gottes eingewirkt haben könnte. Eine Rück-
sprache mit Sethe führte zur Verneinung der Frage. Ptah ist von
Haus aus kein "Weltschöpfer, sondern Kunsthandwerker, besonders
Kunstschmied. Erst hieraus entwickelte sich seine Rolle als Welt-
schöpfer. Für Ptah in seiner älteren Funktion würde ja die Be-
deutung von pth passen, vgl. Gesenius, Handuörterb. 16 , p. 667b, s.
nns II. Wäre eine spätere Entlehnung des Wortes möglich, so
könnte man annehmen, daß nns von Kanaan aus, nachdem dort
pth und pth zusammengefallen waren, nach Ägypten gelangt sei
und die Ägypter das ursprüngliche pth als pth übernommen hätten.
Aber der Kult des Ptah geht in uralte Zeit zurück, in eine Zeit,
in der die Semiten vielleicht überhaupt noch nicht in Kanaan an-
sässig waren. Die Frage eines ursprünglichen Zusammenhanges
des Namens Ptah mit nns muß also dahingestellt bleiben. Da aber
nns sonst im Semitischen nicht die Bedeutung „schaffen" hat,
scheint es mir möglich, daß der Name des ägyptischen Schöpfer-
gottes die Bedeutung des Wortes nns im Sinne „schaffen" beein-
flußt hat.
Vom Gottesnamen Ptah wurde anscheinend in später Zeit in-
nerhalb des Ägyptischen für Arbeit an Metallen ein Verb pth ge-
bildet (nach Sethe). In kosmologisch interessierten Kreisen konnte
dann von der anderen Eigenschaft Ptahs her pth im Sinne „schaffen"
in Aufnahme gekommen sein. Da nun wie b^nxns beweist, der
Gott Ptah in dem Kreise, aus dem der Mandaismus hervorgegangen
ist , Eingang gefunden hat ! ) , so konnte auch das Verb nns im
Sinne „schaffen" zu ihnen gelangen.
Hängt nun mit diesem nns im Sinne „schaffen" snrPB als
Bezeichnung für das sakramentale Brot zusammen? »nPPB kommt
ja tatsächlich im Sinne „Schöpfung" vor. Hier p. 84,3; 141,5
und an der Parallelstelle GR 189, 16 steht K*nrfi «nrVB jrnriKB
•parallel VTNXft Vtratt ST32SC und p. 76, 1 finden wir «niTB und
«m-O zusammen. In gnostischen Kreisen herrschte die Vorstel-
lung, daß die Initiation eine Neugeburt, eine Neuschöpfung des
Gläubigen hervorrufe. Ein wesentlicher Bestandteil der Initiation
ist die sakrale Speise, und es wäre begreiflich, wenn gerade dieser
die Funktion der recreatio zugeschrieben würde. Aber aus fol-
gendem Grunde nehme ich hier nur eine Möglichkeit an. Zimmern
1) In ti-s-y xrz und Kiina xrt (siebe p. 283) liegt Ptah ohne Vs vor. intens
enthält vielleicht eine Entlehnung aus dem Kanaanäischen und bedeutet „Lebens-
p forte".
Einleitung. xxm
führte stnrrs und MntttsttfS auf die babylonischen Riten pü pi
„Öffnen des Mundes" und mis pi „Waschen des Mundes" zurück 1 ).
Nun findet seine Erklärung von smittitto eine Stütze darin, daß
dieses tatsächlich als „Waschung, Spülung" bezeichnet wird *). Da-
her sehe ich es als möglich an, daß auch xnJTB „Öffnung" bedeute
und auf den babylonischen Ausdruck zurückgehe.
Bemerkenswert ist der ausgedehnte Gebrauch von n^tfp im
Mandäischen. Die Grundbedeutung ist „standhaft machen, sichern,
festigen", und so wird es oft gebraucht. Es ist begreiflich, daß
es so auch im Sinne von „schaffen" angewandt wird ; es steht aber
auch auf einer Stufe mit ans „taufen" 3 ). Durch die Taufe wird
ja eine Art Neuschöpfung vollzogen. Wie man es sonst in spä-
terer Zeit liebt, die Gottheit als „stehend, feststehend" zu be-
zeichnen 4 ), so wird auch vom Leben in einer häufigen, anscheinend
alten Formel gesagt, es stehe fest 5 ). Erst davon abgeleitet ist
der Gebrauch von D^tfp in einer Linie mit „preisen" 6 ). Es heißt
ursprünglich von einer Gottheit sagen, sie sei D*p. So ist auch
die Formel »"PT n»3»3T« «"Wapl (26, 11 ; 30, 10 und sonst) zu ver-
stehen. Der Gebrauch von D^tfp in diesem Sinne entspricht dem
des arabischen ^S '.
Auch Lobpreisungen und Gebete sind Objekte zu o^tfp; sie
werden gefestigt (93,4; 110, 9 f.; 139,11). Ein höheres Wesen
kann ein Festiger von Gebeten sein (173, 11). Aber in der Regel
festigt sie der Betende selber durch andere Gebete. Unklar ist
der Sinn von »SfcWKpttl 177, 4. Ich habe das Wort am Ende mit
8 abgeschrieben, und auch bei Morg steht ein X. Es ist mir un-
wahrscheinlich, daß man ftafcWtfpTQI zu lesen habe und daß es „und
sein Festiger" oder „und sein Preisender" bedeute. An sich könnte
es ja „der Festiger" bedeuten und damit Sonntag gemeint sein,
vgl. 176, 10, aber ich habe den Eindruck, daß die Stelle nicht in
Ordnung ist.
1) Orientalische Studien, Theodor Nöldeke zum 70. Geburtstag gewidmet,
p. 959.
2) wfa&stti p. 53, 1 und sonst oft in den Ritualen. Dieses «p^s&nh ist wohl
sachlich und etymologisch identisch mit teliltu , das in den babylonischen Texten
in Zusammenhang mit mis pi genannt wird.
3) Siehe hier p. 46 2 ; 85,10; 95,1; GR 293,5; 352,20; GL 66,1.
4) Siehe Nachrichten der Gesellsch. der Wissenschaften zu Göttingen, phil.-
hist. Kl. 1916, p. 90.
5) Siehe 25,3; 26,11; GR 274,6.
6) GR 1,22; 352,12.
XXIV Einleitung.
Häufig ist auch der Gebrauch von arYü&OXp. In den Nach-
schriften zu einzelnen Gebeten schwanken die Handschriften des
Qolastä zwischen »MWKp'l »rvo und anwap »Ml, d.h. zwischen
KnEiOXp als Substantiv und Adjektiv. Möglich sind beide Lesungen.
XE*p ist ja zunächst ein Adjektiv, und xrYEiOXp StTü könnte heißen:
ein Gebet, das ein anderes Gebet oder eine kultische Handlung
festigt, ihre Wirkung verstärkt. Aber xn'axisp steht auch viel-
fach allein. Hier p. 231, 1 steht arttnann »niaaisp und Pariser
Diwan, Z. 58, 65 steht «max^p in Parallele zu srvo. Daher fasse
ich xn'CXixp als Substantiv auf. Es gehört zu der Reihe der No-
mina der Form arfeisp, die Nöld. p. 122 besprochen hat.
In den Nachschriften zu den Gebeten wechselt fctrpTSJ mit
Kn^tf "'Xp , siehe p. 7 ff. Ich bin über die Bedeutung des Wortes
zu keinem abschließenden Urteile gelangt. Daß es an sich „Lö-
sung" heißt, steht fest. Lond. Rolle B , Z. 532 heißt es iOian
td^ "jsüb Krmiü , Z. 252 ff. nVian« »rvniü „er löste ihn" 1 ), im
Pariser Diwan, Z. 104 pbr^b a-n^nn »rmrci 'jKbnaprvttsbi i*nioy.
Hier 123, 3 ist von anpx«fcn «na^Bl K^XDK die Rede. Aber
was bedeutet es, wenn ein Gebet die „Lösung" eines anderen Ge-
betes oder des Weihrauchs (p. 54, 10) genannt wird , wenn ferner
»nS^T'TD eine Bezeichnung für Gebete ist (Pariser Diwan, Z. 113,
164; Lond. Rolle A, Z. 99, 475, 481)? Die Verwendung in magi-
schem Sinne, wie sie in der Londoner Rolle und anderwärts (Code
Sabeen 27, f. 51a, 53 b, 85 b) sich findet, bietet keine Gesamter-
klärung für die Verwendung des Wortes. D^Sp und sniö haben
ja gegensätzliche Bedeutung ; jenes heißt „festigen", dieses „lösen".
Aber dieser gegensätzliche Sinn ist bei tfrTö^Xp und xrvnia nicht
wahrzunehmen, wie denn xnp^Ditta KTü anscheinend im Sinne „die
Messe abhalten" gebraucht wird, siehe p. 239,6; 245,1. Da wie
bei KrvaxiKp, so auch bei arm© die Lesungen mit und ohne T
schwanken , habe ich erwogen , ob nicht xrmiE xrVD (vgl. auch
p. 89, 6) zu lesen sei und dieses „ein freies Gebet" im Gegensatz
zu den festen, feststehenden Gebeten bedeute. Über diesen Ge-
brauch von 1\jl im Syrischen vgl. Payne-Smith, col. 4308. Aber
es scheint doch, daß wie xms^Sp , so auch XirnTÖ als Substantiv
gebraucht ist. Es ist einer der Fälle, in denen man gern die tra-
ditionelle Auffassung wüßte.
1) An beiden Stellen in magischem Sinne.
Benutzte Druckwerke,
die in Abkürzungen zitiert sind.
GR, GL: Der rechte bzw. linke Teil des Ginzä, d.h. des Thesaurus s. labet
magnus vulgo „Liber Adami" appellatus opus Mandaeorum summi ponderis.
Descripsit et edidit H. Petermann. Lipsiae 1867.
Joh. : Das Johannesbuch der Mandäer von Mark Lidzbarski. Gießen 1915. Ein-
fache Zahlen (z.B. 216,8) beziehen sich auf den Text; Zahlen mit S. davor
(z. B. S. 167, 12 ; 181*) beziehen sich auf die Übersetzung und den Kommentar.
Mand. Diwan: Mandäischer Diwan nach photographischer Aufnahme von Dr. B.
Poertner mitgeteilt von Julius Euting. Straßburg 1904.
Morg. : Mission scientifique en Verse par J. de Morgan. Tome V. Etudes lin-
guistiques. Deuxieme partie. Textes mandaites publids par J. de Morgan
avec une notice sur les Mande'ens par Cl. Huart. Paris 1904. Siehe hier
p. 285.
Brandt, Rel. : Die mandäische Religion, ihre Entwickelung und geschichtliche Be-
deutung, erforscht, dargestellt und beleuchtet von Dr. A. J. H. Wilhelm Brandt.
Leipzig 1889.
Brandt, Sehr. : Mandäische Schriften übersetzt und erläutert von Dr. W. Brandt.
Göttingen 1893.
Nöld. : Mandäische Grammatik von Theodor Nöldeke. Halle 1875.
Peterm. : Reisen im Orient von H. Petermann, 2 Bde. Leipzig 1860, 1861.
Siouffi : Etudes sur la religion des Soubbas ou Sabeens, leurs dogmes, leurs moeurs
par M. N. Siouffi. Paris 1880.
Uthra: Uthra und Malakha. Von Mark Lidzbarski. Orientalische Studien
Theodor Nöldeke zum siebzigsten Geburtstag gewidmet, Gießen 1906, p. 537
bis 545.
Benutzte Handschriften.
Asfar Malwäse, ein astrologisches Werk, vgl. Nöld., p. XXIV f., in zwei 'Hand-
schriften vorhanden: Cod. Petermann I, 155 der Kgl. Bibliothek zu Berlin
und Code Sabeen 26 der Nationalbibliothek zu Paris. Die Pariser Handschrift
hat einen längeren Anhang jüngeren Datums, der in der Berliner fehlt. So-
weit die Berliner Handschrift reicht, zitiere ich nach deren Seiten, den An-
hang nach den Blättern der Pariser Handschrift.
Code Sabden 24 und Code Sabeen 27 der Pariser Nationalbibliothek. Zwei Samm-
lungen mit magischen Anordnungen und Vorlagen für Amulete. Stark mit
arabischen Elementen durchsetzt.
xxvi Benutzte Handschriften.
Lond. Rolle A. Eine Rolle von 806 Zeilen im Besitze des British Museum. Ent-
hält ein Ritual für „die Auflegung der Krone des großen Siälam" (ms»
xa^ ni&arsn sjsr^ kxst^). Geschrieben im Jahre 1289 d. H. (Anf. 11. März
1872).
Lond. Rolle B. Eine ebenda befindliche Rolle von 634 Zeilen apotropäischen
Inhaltes. Geschrieben im Jahre 1269 d. H. (Anf. 15. Okt. 1852).
Oxf. Rolle F. Eine Rolle von 1404 Zeilen im Besitze der Bodleiana. Enthält in
Z. 1 — 1222 ein Ritual für das Fest der fünf Epagomenen (Parwänäje oder
Pansä, vgl. Siouffi, p. 102 , 4). Der Rest enthält ein Hochzeitsritual. Die
Handschrift ist am Anfang und in der Mitte ergänzt. Dieser Teil ist im
Jahre 1203 d. H. (Anf. 2. Okt. 1788) geschrieben.
Oxf. Rolle G. Eine ebenda befindliche Rolle von 1124 Zeilen mit zwei Texten
apotropäischen Inhaltes. Geschrieben 1231—1232 d. H. (Anf. 3. Dez. 1815)
Pariser Diwan. Die Pariser Rolle Code Sabeen 16. Vgl. Zotenberg, Catalogue
p. 230, s. n. 16 und Nöld., p. XXIV.
Erklärung der Zeichen.
] ergänzte Lücke.
( ) Zusatz in der Übersetzung zur Erklärung.
< ) zu beseitigender Einschub.
unübersetzt gelassene Stelle.
***** angenommene Lücke.
I.
Das Qolasta.
Abhandlungen d. K. Ges. d. Wiss. zu Göttingen. Phil.-hist. Kl. N. F. Bd. 17, i. 1
Erster Teil.
Die Taufö.
NiN-iiyi Nbwrn «masn ndidn NHN:ny pnVia msbyi «nTW 5
n^hV wbnrw N"NUNn pvttm sn^ nsntfni «o'tyi snoyi
N D N „n ritf^Di kvt -ininh sb^na n's nn 's
1.
N12NJ inxni nvwi) K»rn n-ijnei Kowai **"rff koiko
N13N^ N-INpjn *n*TUl NVT1 K*Ö DNlip JO JPHPKjfi NWÖlNp 10
Gepriesen sei mein Herr.
Im 1 ) Kamen des großen, ersten, fremden Lebens aus den
Lichtwelten, | des erhabenen, das über allen Werken steht, werde 5
Heilung und Sieghaftigkeit, Kraft und Festigkeit, Rede und
Erhörung, Herzensfreude und ein Sündenerlasser zu teil mir
NN durch die Kraft des Jäwar-Ziwä und der Simath-Haije.
I.
Im Namen des Lebens, im Namen des Mandä dHaije und
im Namen jenes | ersten Mannes, der älter ist als Wasser, Grlanz, 10
Licht und Herrlichkeit, des Mannes, der mit seiner Stimme rief
1) In Euting's Haupttext steht vorher noch Ktsoia vtxmmnn s-to "pwn
ftxFOK „Dieses ist das Seelenbuch. — Kustä heile euch". «w«»ni ktt* wird
hier als Titel des Qolastä angegeben, siehe ZDMG LXI (1907), p. 639. —
KBfflia eigentlich „Wahrheit" ist für den Mandäer der Inbegriff seiner Religion.
Es bezeichnet aber auch das Band, das die Gläubigen zusammenhält. „Kustä
reichen" heißt den Handschlag der Brudertreue geben, vgl. Joh., S. XVII, 3.
1*
4 I. Das Qolastä. 1, 13—25
n^su pn pis nbabstti nb^p ]v fhuhsv* Vb^i fibapn snpi
jwawp nK^Ni VSno pn^rsiya N"Nöi«p N"n ENwpnjn
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und mit seiner Rede sprach. Durch seine Stimme und seine
Rede sprossen empor und entstanden Weinstöcke, und wurde
das erste Leben in seiner Sklnä *) gefestigt. Er redete und sprach :
„Das erste Leben ist älter als das zweite Leben um sechstau-
send Myriaden Jahre. Das zweite Leben ist älter als das dritte
5 Leben um sechstausend Myriaden | Jahre. Das dritte Leben ist
älter als irgend ein Uthra um sechstausend Myriaden Jahre.
Ein Uthra ist älter als die ganze Tibil 2 ) und die sieben Herren
des Hauses 3 ) um siebenhundert siebzig tausend Myriaden Jahre.
Es giebt was endlos ist 4 ).
Damals gab es noch keine Erde der Verdichtung und gab
es noch keine Bewohner, in denen schwarzes Wasser ist 5 ). Ans
ihnen und jenem schwarzen Wasser bildete sich und kam heraus
10 eine Bosheit, aus der tausend mal tausend Mysterien und zehn-
tausend mal zehntausend Planeten mit ihren eigenen Mysterien
entstanden.
Die Sieben gerieten gegen mich in Zorn und Wut und
sprachen: „Der Mann, der sich zu uns begab und kam, hat
sich nicht den Kranz um das Haupt gebunden".
1 i Bei s-H steht immer srrz-z im Plural. Dies scheint mir nur äußerlich
v
durch den Plural von s-r veranlaßt zu sein. Gemeint ist wohl nur eine Skinä.
2) Das biblische ';=- als Bezeichnung für die materielle Welt.
3) „Haus" bedeutet hier wie auch sonst die irdische Welt.
4j Ich fasse die Worte anders auf als Nöld., p. 483. Die Bemerkung
steht hier wegen der hoben Zahlen und spielt auf die häufige Wendung sr-'-;
rhr-'- K2y.z-, „es giebt nichts, was endlos wäre" an.
5) Wohl eher irwe s— :- - ( t-s-s;3 „im schwarzen Wasser".
1,25—2,6 I. Das Qolasta. 5
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Nütyiai fny wty d^dni n^n-id wtrnai sn^pyi ktipüi nvti 5
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snniy K»ifi n-uno -iköki b^i tyns« [2] «jpsn Niisiai
jo o"Np ia jNo^Nno^ u^ai «wntfNa N"ia*o bia npntü 10
mvui nvh Kai nini i£!Na NiNvn sprnia aND'j «mw
Pirna n:dnj fWnai tto'Ji wnpj nby srna Kwn K-iNpjn
n'oVn pnbia noni Nan ias rra finnwini win»n WD^aa
Npysna ffoKunKPöi rtisrnsno ppaNarpj fiosnp jo fi^mrfi
Da erhob ich mein Antlitz zum Schöpfer, der mich geschaffen,
dein Herrn der höheren Größe, und sprach zu ihm: „0 du
Schöpfer, der du mich geschaffen, Herr der höheren Größe!
Ich ging hin, da gerieten die Sieben gegen mich in Zorn und
Wut und sprachen: „Der Mann, der sich zu uns begab und
kam, hat sich nicht den Kranz um das Haupt gebunden".
Darauf nahm jener Herr der höheren Größe einen Kranz
| des Glanzes, des Lichtes und der Herrlichkeit, richtete ihn mir 5
auf dem Haupte auf. legte auf mich seine Hand der Kustä und
seine große Rechte der Heilungen und sprach: „Auf dir ruhe
etwas vom Abbilde des Säm-Gufan, Säm-Gufaian und Säm, der
weißen Frucht, deren Glanz strahlt und deren Gestalt leuchtet,
die gerechte, gläubige Männer am Orte des Lichtes und in der
glänzenden Wohnung sind".
Mandcä dHaije, der J wohlgerüstete Uthra, lehrte, offenbarte 10
und sprach: „Ein jeder Näsöräer, der wahrhaftig und gläubig
ist, nehme, wenn er vom Schlafe aufsteht, eine weiße Binde
gleich dem großen Mysterium des Glanzes, des Lichtes und der
Herrlichkeit. Er spreche dieses Gebet darüber, wickle sie und
lege sie sich um das Haupt. Dann wird sein Gebet im Verbor-
genen bleiben und seine Lobpreisung im großen, hohen Vater-
hause. Alle Welten 1 ), die ihn erblicken, werden vor ihm nie-
dergehalten werden. Seine Verfolger und Erzürner werden in
1) Ich übersetze s-^s der ursprünglichen Bedeutung nach mit „Welten",
obwohl es im Mandäischen vielfach im Sinne von „Wesen" gebraucht wird,
vgl. Brandt, Sehr., p. 3 3 .
ß I. Das Qolastä. 2, 6—17
mni ftoN'np p p^p'J N^pn wirmi »nrwn snb^nsn
pm wm ^kSko pntoaa snny nwdkt n's na 's n^h
II.
5 fttioi K^spyi Nira nvh »n ntn-i pinn -iNnKroi -wi?
tv*2 pn nbn ruw N"rn ni:ne Nim nhsi wn-ib nbn
nbwoobi fi^ewb Nnniy Nnpi wwou n^th ««rVi «"NiynD
pnwiabNa -i«3njn "isrui piTKtysNri priK^Di^a p^rnisi
N"n iva )o pbasw pmasi NnnnNoa pwnyi prwteraiMl
io Nnmy nsp NnsnNDN j-inidn «ai ampis K^si^sb rnnyi
Angst, Furcht, Schrecken, Beben und Klappern vor ihm da-
stehen". Und auch ich NN werde mit allen meinen Worten
sieghaft sein.
Und das Leben ist siegreich.
Dies ist das Gebet für die Kopf binde.
II.
5 Gesichert, wohlgesichert ist Zihrün, das große Mysterium
des Glanzes, des Lichtes und der Herrlichkeit, aus dem Mandä
dHaije ausgesondert und geschaffen wurde 1 ), aus dem die her-
vorragenden Söhne des gewaltigen fremden Lebens entstanden
sind. Er rief Uthras zu seiner Rechten und Linken hervor und
setzte sie in ihre eigenen Skinäs. Sie leuchteten und glänzten
in ihren eigenen Gewändern und prangten in dem "Wissen, das
ihr Vater ihnen aus dem Hause des Lebens geschaffen hatte.
10 Dem Schüler 2 ) wurde gewährt, den Meister den Eltern
gleich in Ehren zu halten 3 ). Die Uthras traten an die Throne
1) oten*! und npe stehen beide hier in passivischem Sinne, vgl. auch VII,
XVIII. Auch GR 238, 4 steht srr zwischen sin und -s-.
2) n-'-n--, s-'-s-is ist sicher der „Schüler" und findet sich so auch im
Talmud, vgl. Nöld., p. 170. Es steht immer in Gegensatz zu sn^. Nach Peterm.
II, p. 464 wird so der angehende Priester während der Prüfungszeit genannt.
Man denkt leicht an G%olr\, von dem es sich aber nicht ableiten laßt, wenig-
stens nicht regelrecht. Da gerade der Prüfling so genannt wird, hat vielleicht
V-N--, s'-s-- „Ausfragen" (Küld., p. 123 m) darauf eingewirkt.
3) Die Rabbinen gehen noch weiter, der Lehrer soll über den Vater ge-
stellt werden, vgl. S. Krauss, Talmudische Archäologie III, p. 224.
2 17 28 I- r> as Qolastä. 7
prwwn )o ^Vba totpen jrwpyi Nnin:i nvti «nsisoiN^b
BMtiWpi Nn^Ni NnNpyi mirui Nvri «nsiND-wa by pjunsi
isty wby d*dni Knrvaanna cip pa« snsnsaN p «an
n d N"n paNtroi »nsiNDNi N'nasn iwimw wdpöI
k o yn aisfcnap s-nsa isra-fi «Eiicni «rrncn wnro tfTxn
III.
»KJOKn K*n mru na nvt nswb «wp N"n N"nn Noit^a
nvh san n:s-i p-inn nKnxroi Tn? KVT WNJSNn na KVT
NUKH^n T:rny fibn nroi NiNpyi «-ml nvh nV?d pnnn
des Glanzes, des Lichtes und der Herrlichkeit, sie nahmen den
Kranz von ihrem Haupte und legten ihn auf die Throne des
Glanzes, des Lichtes und der Herrlichkeit und sprachen: Der
Meister ist älter als die Eltern.
Unser Vater, steh in Lobpreis da und lege auf mich deine
Hand der Kustä und deine große Rechte der Heilungen.
Und gepriesen sei das Leben.
Dies ist das Gebet der Lösung 2 ) des (Gebetes) „Im Namen
jenes ersten Mannes".
III.
Im Namen des Lebens.
Das Leben schuf Jäwar-Zlwä, den Sohn des Lichtes des
Lebens, Hamgai-Ziwä, den Sohn des Hamgagai-Ziwä 2 ).
Gesichert, wohlgesichert ist Zihrün, das große Mysterium
des Glanzes, Zihrün, die Krone des Glanzes, des Lichtes und
der Herrlichkeit, von der aus sich der Lauf lebenden Wassers
nach den Skinäs hinzog. Er öffnet [den Schatz?] des Glanzes
und des Lichtes und zeigt ihn denUthras, die eifrig sind, und
den Gemütern, die sich von ihm haben belehren lassen.
1) Siehe die Einleitung. Hier Var. sris-sp^.
2) Hamgai-Ziwä, Sohn des Hamgagai-Ziwä, scheint eine zweite Benennung
für Jäwar-Ziwä, Sohn des Lichtes des Lebens, zu sein. GR 314, 6 wird Ham-
gai-Ziwä, Sohn des Hamgagai-Ziwä, vom Leben als Helfer für Säm-Ziwä ge-
schaffen.
8 I. Das Qolastä. 2, 28—3, 10
nhjnd woba pnViD Fivq tiw-isNnyi «nxiybi wnnpl
k—d psr -n^hi pnwatpa N"No-!s*p s»:nn tt»rh pV^s^oi
IV.
NnnsV fiV^N^oi nhjnd pntfjwa snmy wowp io [3]
]xbyn rnibm intfoai fuiiowp'j intföa pnwt^nri nWd n-iipij
N D N « n pa«t^ ö i njibrvji ftnowpu nvt
y. 1 )
io «»an N"rn Nninj mnj N-nru -nru Nninj 2 -nnj *t»m roowa
Alle Welten verehren und preisen das gewaltige erste
Leben in seiner Skinä.
Und das Leben ist siegreich.
Dies ist das Gebet für die Kopfbinde.
IV.
Wenn die Uthras in ihren Sklnas dastehn, verehren und
5 preisen sie den j großen Ort mit Licht ohne Ende, (preisen auch
Mandä dHaije und sprechen zu ihm).
Wenn die Uthras in ihren Skinäs dastehn , verehren und
preisen sie jenes Licht Tarwan, den Kranz auf ihrem Haupte.
Woran sollen sie ihn festigen; woran ihn hängen? Am Baume
des Glanzes werden sie ihn festigen, daran ihn hängen.
Und gepriesen sei das Leben.
Dies ist das Gebet der Festigung 3 ) des (Gebetes) „Das Leben
schuf Jäwar-Ziwä".
V. 1 )
10 Im Namen des Lebens.
Es leuchtete das Licht, es leuchtete das Licht, es leuchtete
das Licht des großen ersten Lebens. Es leuchtete die Weis-
1) Das Stück ist mit einigen geringen Abweichungen als Stück XLVI
wiederholt. Dort steht es passender als Gebet über den Kranz.
2) In XLVI ~*-:. 3j Siehe die Einleitung.
3 ; io—24 I. Das Qolastä 9
NJKtti «nnwim Nnna'Di Nnnyi snoim mnrpj N^N^ixp
Nin pdndvi psv »WdI nb-i*o nun nron jon N^mNp
ivy «Vbai ftorwi nipi Nnmy nsa'^uy :vy Nb^rn nj^ntfo
njnöi fvt£>na Harro H"r»N «in «nniy nNa^:y na ikw
HnNibw xVba TpK' isp^o a^ny wvcd n^no joi Na^'j 5
n:n£i miny pi NTiru njnöi r\?spn jb Nipw iNpn^ NVbai
Nnstin «roagn Nnrpwn «vr mnoi nh^ pm^m N-wpy
srwji NpTO Nirpri wsjaa «aMiyai snwai wi^nt wa-iKa
x isft*nn -p-im ionp yn sprT-nni sma pT»n 10
VI.
N»n rva jo Nnmy K'vnwl K"n roa ;o -inw "nn: Vba n^ny
heit und Erleuchtung, die Einsicht und die Lobpreisung des
ersten Mänä, der aus seinem Orte gekommen war 1 j. Der Winder
des Kranzes war Jöfin-Jöfafin. Der Überbringer des Kranzes
war Ith-Ensibath-Uthre. Der Aufrichter des Kranzes war Ith-
Jäwar, der Sohn der Ensibath-Uthre. Er brachte ihn und rich-
tete ihn auf dem Haupte des geschaffenen | (gepflanzten) Mänä 5
auf, der von den wohlverwahrten Mänäs geschaffen (gepflanzt)
worden war. Der Kranz flammt und die Ranken des Kranzes
flammen. Vor dem Mänä ist Licht, hinter dem Mänä ist Ehre,
die beiden Seiten des Mänä sind Glanz, Strahlung 2 ) und Sieg-
haftigkeit. Über den vier Ecken des Hauses 3 ) und über den
sieben Seiten des Firmamentes lagert Schweigen, Ruhe und
Glanz.
Und gepriesen sei das Leben.
Dies ist das Gebet für die Kopfbinde, lies es und richte sie 10
dir auf dem Haupte auf. J
VI.
Der Kranz des Atherlichtes erglänzte aus dem Hause des
Lebens. Ihn brachten Uthras aus dem Hause des Lebens, und
1) In XL VI steht hier noch s:psr ni-s— x-tjt snns p KfXlMtta "s-x V"-=:
„Der Ätherkranz in Siegen aus dem Lichtort und der glänzenden Wohnung".
2) srn— t, srr-sT „Schrecken" paßt nicht, dagegen wäre sp-tst , ji.a.of)
„Glanz, Strahlung" hier gut am Platze, das sich freilich sonst im Mandäischen
nicht findet.
3) D. h. der Welt. In XLVI steht des Himmels.
10 I. Das Qolastä. 3, 24—4, 1
pnjva fhnND pnNratya N"«oiNp wann »«n N'ittwpi
snis-ia fijNowpioi smrm «pisa rrc-wn DNwpnra FüNöwpoi
pa**t£»oi wowpjviD wamsi sinna pnioNwpnjn prrcnny sjpNn
n d tf"n
5 yn «-nro -rinn Ktrniön »rna atan
Äimip a^m ioattnisp anaaa in«rfi swioa sn&n^a nabn pb»n
»*npi Tirana pnni 'pttKn sia:o by a^p aniru n^nDi »tt ntf^ib
ab^ba VHin i»a»n arxby ^aima ■pnrvi sc&n abib:> by 'jsnp Kn:i$tt
1»W fconp wnsib n^csü nai w«n «"ns-pas tDiabn -ja:.v^b »osn
io a o "J«w aa
VII.
n's na 'd n^h"? K^irvn NmoN wa-i s^ni piTNEi^a [4
das gewaltige erste Leben festigte ihn in seiner Skinä. Sein
Aufrichter wird aufgerichtet, sein Festiger wird gefestigt wer-
den, sein Aufrichter auf der Erde des Lichtes, sein Festiger
in der lichten Wohnung. Ihr wurdet aufgerichtet und gefestigt
an dem Orte, an dem die Guten gefestigt werden.
Und gepriesen sei das Leben.
5 Dies ist das Gebet der Lösung des (Gebetes) „Es leuchtete
das Licht'-' .
Diese drei Gebete „Im Namen jenes ersten Mannes" (= I),
„Das Leben schuf Jäiuar-Ziwä" (= 777) und „Es leuchtete das
Licht" (= V) lies neben deiner Krone 1 ) und lege sie dir auf das
Haupt 2 ). Lies „Mandä schuf mich" (= XIX) über den Myrten-
kranz und lege ihn dir auf das Haupt über deine Krone. Winde
dann den Myrtenkranz für deinen Olivenstab und halte ihn bei
deiner Krone. Wenn du zum Jordan gehst, lies „Erhöre mich,
10 | mein Vater, erhöre mich" (= LXXX).
VII.
Im Namen des großen Lebens werde Heilung zu teil mir
NN.
1) Die „Krone" ist ein rundes Stück weißer Leinwand oder Rohseide,
das unter den Turban gelegt wird, vgl. Peterrn. II, p. 4G2; Sioufti, p. 123.
2) Der Priester trägt die „Krone" erst am rechten Oberarm und setzt
sie sich erst während des Gottesdienstes auf, siehe Peterm., a. a. 0.
4,2—14 I. Das Qolastä. n
pnwüis by Nnii'i N^Npyi Nninji svn «an «?*n ihm •wnpi
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Till.
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■waal Nvr 1N3NDV bsn n^DNrr »nn c^dn^i unn «tyna
n^nöinp Np-in «n'nni Nuioty N-iNpyi »niruMa nvidni nvts 10
Mächtig und groß ward l ) das große Mysterium des Glanzes,
des Lichtes und der Herrlichkeit, das auf dem Munde des ersten
Lebens ruht. Aus ihm ist Manclä dHaije entstanden und her-
vorgegangen, der durch den Sinn des ersten Lebens erkannte
und einsah , daß es hervorragend ist.
Und gepriesen sei das Leben.
Lies dieses Gebet and fasse das Pandamä 2 ) für die Taufe an. 5
VIII.
Wie lieblich der Duft, wie lieblich der Duft, ja, für 3 ) das
gewaltige, erste, fremde Leben aus den Lichtwelten, das er-
habene, das über allen Werken steht, für den uralten Glanz
und das erste Licht, für das Leben, das aus dem Leben ward,
und für die Kustä, die von jeher am Anfange war.
Wie lieblich der Duft, wie lieblich der Duft, ja, für Jöka-
bar-Ziwä, der groß war | an Glanz, reich an Licht und Herrlich- 10
keit, den Boten der ersten Männer von erprobter Gerechtig-
keit 4 ), der durch die Welten drang, kam, das Firmament spal-
tete und sich offenbarte.
1) Die Bedeutung von hvfven ist nicht ganz sicher; ich vermute, daß es
aus '-s-sry < branro entstanden ist.
2) Das Pandämä ist das an der linken Seite herunterhängende etwa eine
Elle lange Ende des Turbans, vgl. Peterm., a. a. 0.
3) Vgl. Nöld., p. 81, 10.
4) Vgl. Job., S. 50 3 . Die Lesung schwankt hier und an anderen Stellen
\2 I. Das Qolastä. 4, 15—23
NpTtv wisnoi N"rn sau «^ni n-ono p*rdk?v b^n d^dnsi
snowD wpnjni »riKötra «wfi NDNwa thw n-d*d :pnwi
n^dnd N^si N'p^nN Nnroyi nsn bsn d^dioi Nnn d'dksi
wob« ^nssi «nNn wdsi piss a^nwn dn-h n"i3nj ntuji
»nn d^dksi Nnn NDittrn N^bio nh^ni ihno Nn«n
Nnn d^ds^i «nn «nmy nNa^jybi N"n dnj^d^ bNn d^dn^i
Wie lieblich der Duft, wie lieblich der Duft, ja, für Jö-
zataq Mandä dHaije, den Sprudel des Lebens, der Schweigen
zeigt und Hoffnung gewährt, der die Gebete der Geister und
Seelen *) der wahrhaften und gläubigen, guten und freundlichen
Menschen am Orte des Lebens und in der lichten Wohnung
bewahrt.
Wie lieblich der Duft, wie lieblich der Duft, ja, für den
Vater der Uthras 2 ), den alten, hohen, verborgenen, | verwahrten,
den Mann, der hoch oben dasitzt, tief unten verborgen ist. Er
sieht und versteht, was die Welten und Äonen in den Welten
der Finsternis treiben.
Wie lieblich der Duft, wie lieblich der Duft, ja für die
Skinä des Lebens und die Pflanzung der Uthras.
zwischen n"n*-:n- und tpwrwp. Dieses bezöge sich auf «p-ro. Ich ziehe K*«öisp
vor.
1) Geist (kmi) und Seele (snö-ic-s) werden gesondert genannt, smi ist
die Lebenskraft des Körpers, «nö^wa die beim Tode sich abtrennende dem Jen-
seits zustrebende Seele. Beim Tode werden arm und xrfla^en vom Körper ge-
trennt, vgl. Qol 29,29. Nach 31, 17 wird die «mi der xnwv: gleich gemacht
und findet einen Platz im Hause des Lebens. Nach Qol 14, 4 erhalten
Geist und Seele einen Sitz in der Skinä des Lebens. In der Oxforder Rolle
G, Z. 690 ff. findet sich die Reihenfolge «mwbpji «niii KiJKfc. Die umgekehrte
Folge I. Thessal. 5, 23 vpcöv to nvsv^ia nal f] ipv%i] xal xb aä^ta ist syrisch
durch >pu3o vonjuajo v^o^o» wiedergegeben. Hier ist also L-oi das Höchste.
Dem entspricht der Gebrauch von vti und rm bei den Hebräern, vgl. besonders
Grüneisen, Der Ahnenhültus und die Urreliyion Israels, p. 22 ff. In den li-
turgischen Stücken und im linken Ginzä findet sich oft die männliche Form
veaw. Diese ist sekundär gebildet. In dem Paare KJWttrai »nii sind beide
Glieder von Dause aus weiblich, da wollte man wohl in dem Paare ein männ-
liches Glied halicn.
2) tr-r-v- s=s „Der Vater der Uthras" wird sonst mit Abathur identifi-
ziert, dessen Name so gedeutet wird, vgl. Job., p. XXIX. Hier p. 16, 13 und
GR 288, 21 steht auch an einer entsprechenden Stelle Abathur. In diesem
Stücke wird Abathur nachher noch besonders genannt.
4,23—5,2 I. Das Qolastä. 13
c^osai «Pin tfONbt£> wja «nau Nan« rwraty btfn dvdjoi
cdn^i «nn wüS2i «nn -iinNa» niwap ton a^Dsan Kpin
Nrny *wvNn »na-iiEH ma anjw bwtsn "?*a*n rwaw ton
N^NipN^ai a'D^ny sb Na^nan «nau »ruipKni NnrNimi
WO jlJKDÖ N'piNI ^NON 1 ? WO S^NDIOai INpyK 1 ? mWl 5
jwn N"too Nontyjn inon pan jsn nditni pa Nao^ysb
jwn n"ndn? w-pDNn pnNbn p:\n wo^niv wvsa prw'fi
»Pin pbw wpNj NinNbi pny N'pi« nidn jo waswn pnNbn
nwmni jNnNHNaN »nau pwsn ton o^DNan »nn D'DNan
wo'Npibi pnwnjss jo pNs:i D^s'ti'i N^ownoi wu'tya 10
ptons^i s^nonhi sasa pnwro [5] iNanou in % hd pnwnjNsa
pnwN Npsos nVn^i N"nn ssisVa ps^n^i minn ndjo
Wie lieblich der Duft, wie lieblich der Duft, ja für die
Skinä der vier Männer, der Söhne des Heils *).
Wie lieblich der Duft, wie lieblich der Duft, ja, für die
Skinä des Abathur.
Wie lieblich der Duft, wie lieblich der Duft, ia, für die
Skinä des Hibil, Sitil und Anös, der Söhne des lebendigen,
leuchtenden, prangenden, lichten Stammes, der Männer, die
durch das Schwert nicht weggerafft, durch die | Feuerbrände 5
nicht verbrannt, durch die Wasserfluten nicht fortgeschwemmt
wurden, deren Schuhriemen durch Wasser nicht benetzt wurden.
Sie suchten und fanden, führten einen Rechtstreit und siegten
ob, sprachen und wurden erhört. Voll sind sie, nicht minder,
heil sind sie, nicht mangelhaft, sieghaft sind sie, nicht unter-
liegend. Sie kamen aus einem lauteren Orte und gehen nach
einem lauteren Orte.
Wie lieblich der Duft, wie lieblich der Duft, ja, für das"*
Leben der Männer unserer Väter, der | wahrhaften, gläubigen 10
Menschen 2 ), die hingeschieden sind und ihren Körper verlassen
haben und die noch in ihrem Körper weilen. Sie zeugten, nun
werde vor ihnen das Tor der Sünden verschlossen und das Tor
des Lichtes geöffnet. Mag ihnen die Verbindung 3 ) mit -dem
1) Diese werden p. 24, 12 mit Namen genannt.
2) Lies s-rs:s iKnsnsas N"si;i.
3) Ich habe früher mit Nöldeke angenommen, daß seines zu t\hvt, sp"< ge-
höre und „Lehre" bedeute. Dies halte ich jetzt für unrichtig. Es gehört,
wie Brandt, Rel., p. 112 richtig gesehen hat, zu r\th „verbinden", und zwar
nur zu diesem. Es bedeutet „Verbindung, Gemeinscbaft", daher spsct fbtifin
14 I. Das Qolastä. 5, 2—12
N^sny pnVo pwsby wau ndnh ;o pro ]sby pa D«n jo
N k :w N^nsib ynn ro\-n snn ro*?UN3 rojNnn pnSisi roswo
N^IXm N"«üNn ropjHN N^N DN^l NnNTINl 1 ? NUPDl
5 NJpND NIlNlbl NlinJl N^ lOnN 1 ? fÜltlTO iO'US'öl NJIIN^
«- d pro ro*ni ronnja roai N"n pro^oi
»mai »m»n Kprapa sarTWfl «s-ob isu^mpb a;nai ohViMSoi «n-nb
•p^rv^i »TOfinaiB ■pnb'Di a-ns-n« arcana^ arm rra by aTrnan
Leben gewährt werden, für die es keine Trennung gibt. Betet
ihr von dort her für uns, und wir werden von hier für euch
beten. Alle Früchte gehen zu Ende und alle Düfte vergehen,
doch der Duft des Lebens ist für alle Zeitalter und alle Ewig-
keit für die Freunde des Namens der Kustä aufgerichtet.
Ohne Sünden, Vergehen, Verfehlungen, Strauchelungen 1 )
und Irrungen 2 ) sollen diese Seelen, die | zum Jordan hinab-
steigen und die Taufe empfangen, emporsteigen und den großen
Ort des Lichtes und die lichte Wohnung schauen.
Gepriesen sei das ' große Leben im Lichte, das Leben ist
siegreich.
Diesen Spruch ,. Wie lieblich der Duft, ja, für das erste Leben"
lms z ) über den Weihrauch und das Sandelholz*) und lege sie vor
dich auf das Ufer des Jordans in eine neue Flasche und neues
Feuer auf die kupferne Räucherpfanne, die Helferin aller Sprüche,
und ähnliche Wendungen dabei stehen. s-sV wird oft zusammen mit kb»1s
genannt. Der Handschlag, angeblich das Symbol der Kustä, ist als solches
unverständlich; vielleicht gehörte er ursprünglich zum xrsV. Vereinzelt ist
der Gehrauch in s=V r-;cs s-r- sr-s'- «nia im zweiten Buch der Oxf. Samm-
lung, St. XVI, wo kbikV nicht die abstrakte Gemeinschaft, sondern die mit
dem Leben Verbundenen, die Gemeinde, bezeichnet.
1) Die Lesung schwankt in dieser häufigen Verbindung durchweg zwischen
srx'--r und xrx'-sr , doch so, daß srsVp-r besser bezeugt ist. In den Tar-
gumen wird 'j?g vokalisiert.
2) sr-i-s=s-j eigentlich „Betörung" wird in dieser sehr häufigen Reihe of-
fenbar von Handlungen gebraucht, die als Folge davon begangen werden.
3) Das Gebet wird fälschlich als zwei Gebete angeführt, danach meh-
rere Irrtümer im Text.
4) Die Schreibungen schwanken sehr, doch ist wahrscheinlich Sandelholz
gemeint. Aramäische und arabische Bezeichnungen dafür siehe bei Low, Aram.
Pflanzennamen, p. 107.
5, 12—24 I. Das Qolastä. 15
k o gmasma sonp ain kwk tapttnu
IX.
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die am Jordan gesprochen werden. Dann lies hier die {Gebete der)
Taufe: „Wir bekannten'' (= LXXV), „Lobpreisungen" (= LXXVI),
„Dich (Leben)" (= LXXV II) und „Ich wollte die Augen hoch-
heben" (= XXX V), dann lies die Taufe.
IX.
Beim Hochheben der Augen, beim Emporheben der Wellen
des Antlitzes ] ) nach dem Orte, der ganz Pforten des Glanzes,
des Lichtes und der Herrlichkeit, der Pracht und Schönheit, des
Glanzes und der Ehre ist, nach der Wohnung, | die ganz Leuchten 5
ist, verehre, verherrliche und preise ich das gewaltige, fremde
Leben 2 ), das zweite Leben, das dritfe Leben, Jöfin-Jöfafin,
Säm, den wohlverwahrten Mänä, den Weinstock, der ganz Leben,
und den großen Baum, der ganz Heilungen ist.
Ich verehre, verherrliche und preise den teuren, wohlver-
wahrten Ort, die verborgenen, behüteten Mänäs, den Herrn
der Größe aus dem verborgenen Orte, aus einem ] verborgenen 10
Ort, Pihtä, 3 ) Kusta und Glauben.
Ich verehre, verherrliche und preise Säm-Smir 4 ), den großen
1) Eine Läufige Wendung, die herausragenden Stellen des Gesiebtes.
Ebenso wird oft von den „Vorhöfen der Brust" gesprochen (s-isn a-ssa-sr).
2) Die folgende Reibe auch GR 189, 12 ff.
3) s:-x^ findet sich nur an dieser Stelle. Der Sinn von -p- :s (vgl. ZDMG
LXI, 1907, p. 694) paßt nicht. Aber auch zu -j-s = «*,». „schreien", so daß
es „Ruf" bedeutete, gehört es kaum. Die ganze Reibe paßt schlecht in den
Zusammenhang.
4) Vgl. auch LH.
16 I. Das Qolastä. 5, 24-6, 6
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Glanz des ersten Lebens, den Sohn des großen, ersten Lebens,
der nachsann und erkannte und nach dem Seinigen verlangt.
Über den Wogen des Wassers ruht seine Skinä. Das Kannä
der Seelen *), das aus ihm herausgekommen ist, wird am End-
tage, wenn die Seelen aus ihrem Körper scheiden, sich seiner
freuen und ihn umarmen, und sie werden emporsteigen und
5 den | 'äußeren Äther und die lichte Wohnung schauen.
Ich verehre, verherrliche und preise die großen Glanzwesen
und die gewaltigen, großen Lichtwesen.
Ich verehre, verherrliche und preise Piriawis, den großen
Jordan des ersten Lebens, der ganz Heilungen ist.
Ich verehre, verherrliche und preise Jösamln den Reinen,
der an den Schätzen des Wassers und an den gewaltigen oberen
(Quellen des Lichtes wohnt.
10 Ich verehre, verherrliche | und preise das Leben, das aus
dem Leben kam, und die Kustä, die von je her am Anfang war.
Ich verehre, verherrliche und preise Jökabar-Zlwä , den
Boten des Lebens und das Wort der ersten Männer von er-
probter Gerechtigkeit 2 ).
Ich verehre, verherrliche und preise Abathur, den alten,
hohen, verborgenen, verwahrten, der hoch oben verborgen und
verwahrt ist 3 ). Am Tore des Hauses des Lebens ist ihm ein
1) Vgl. Job., S. 4 f.
2) Siehe oben, p. 11*. 3) Siehe oben, p. 12,5.
G, 6— IS I. Das Qolastä. 17
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x.
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Thron gegründet. Er sitzt da. während die Wage vor ihm auf-
gerichtet ist, die Werke und Lohn wägt. Er sieht und erkennt,
was die Welten und Äonen treiben.
Ich verehre, verherrliche und preise Mandä dHaije, den
Herrn der Heilungen , den Mann . den das Leben rief und be-
auftragte, den Stamm der Seelen zu heilen. Er zieht ihnen
die Finsternis aus *) und bekleidet sie mit Licht. Er hebt sie
empor | und zeigt ihnen das Wesen des großen Friedens des 5
Lebens, am Orte, an dem die Geister und Seelen unserer Alt-
vorderen weilen, mit Grlanz bekleidet, mit Licht bedeckt, wäh-
rend der große Friede des Lebens vor ihnen ist.
Ich verehre, verherrliche und preise Silmai und Nidbai, die
beiden Uthras, die Boten des Mandä dHaije 2 ), die über den
großen Jordan des Lebens eingesetzt sind, die | die große Taufe J.0
des Lichtes vollziehen.
Und das Leben ist siegreich.
X.
Am Tage, da sie den Jordan dem Säm-Smir, dem großen,
1) Der Text ist hier entstellt.
v
2) So werden Silmai und Nidbai auch Qol 26,30; 59,33 bezeichnet.
K-2--NS findet sich auch GR 74, 1 ; 360, 14 als Bezeichnung für Uthras. Das
"Wort ist offenbar iranisch, Andreas konnte mir jedoch keine Erklärung dafür
geben. Ich vermute, daß es aus patighäm-bhar zusammengezogen ist, was An-
dreas für möglich hält.
Abhandlungen d. K. Ges. d.Wiss. zu Göttingen. Phil.-hist. Kl. N. F. Bd. 17, 1. 2
IQ I. Das Qolastä. 6, 19—2
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jo jVwNnyi pj'öwpi fis^b p^Di pj'asi srns^ jvpui
N D p W N ^ni nwn fibn a^ol njydni joi Nnrvstznn
XI.
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N\3NE N31iyb JWniCNttn JVTPD NJpNH NTIN"!31 NWW3 HN1NH
wbna wunpii ty wwdu wann n»ht prvNON-np p jvdkm
reinen Glänze des ersten Lebens, gewährten, von dem aus Bih-
räm und ßäm der Große des Lebens hingezogen wurden 1 ),
gingen mit ihm 144000 Myriaden 2 ) Uthras, Söhne des Lichtes.
Sie stiegen zum Jordan hinab, und er taufte sie, dann stiegen
sie zu seinem Ufer empor, und er stellte sie da auf. Er gewährte
ihnen von dem Lobpreis und der Größe, die mit ihm waren.
Und das Leben ist siegreich.
XI.
Ich verehrte und pries jenen Jäwar-Zlwä, dessen Sklnä auf
der Erde des äußeren Äthers 3 ) und in der lichten "Wohnung
ruht.
Ich verehrte und pries die sieben teuren, wohlverwahrten
Manäs, die aus ihm 4 ) geschaffen wurden.
Ich richtete eine Bitte an das erste Leben und erreichte
bei dem gewaltigen, fremden Leben (worum ich bat) gegen den,
der an mir NN sündigt, der an meinen Freunden, den Freunden
meiner Freunde und den Freunden des großen Stammes des
Lebens sündigt.
1) Der Ausdruck steht sonst nur bei Wasserläufen, oder im Sinne „aus-
spannen" bei einem Banner.
2) s« oder «tfui« ist zu streichen; ich streiche W^aiK. Ursprünglich
stand 144 x 1000 da. Die Zahl 144 kam als Quadratzahl von 12 auf. Aber
da sonst vielfach für die Hunderte, Zehner und Einer dieselbe Zahl steht (vgl.
■/.. B. 444 in GR 128, 23 ff., 444000 GR 346,6 und 999 hier am Anfange von
St. XXXVI), setzte man zu «alKl ■pal» noch s^-a-s hinzu und ließ gedankenlos
t» stehen. Die Zahl 144000 findet sich richtig GR 393, 22.
3) Lies N-K-xa inft, vgl. z. B. GR 172, 19; 188,10.
4) Aus dem Äther, vgl. GR 172, 19.
6, 28—7, 7 I. Das Qolastä. 19
N'önN-Dl WOHNT N*DPIN"D1 WOHNia N^smi n's "13 's
s d pm K»vn N"ni N3-i «a-iity
rrnjpoi nbaarw smioi sm^m sts bspcia «nanaa nxbn ^b»n
XII.
Njtfn inivd Nvr dkh n^dkj nvd nn«3 13 IV in KJtf [7]
N D p 3M f N „ ni N „ n n , 3 nNöwpnjn ftnj'D^ n»in
a^np ^»i»m *n «m^i »nsns Tsbswsa ta^bi irnp «ma srsn
xih.
jwm njtin^ jud« nwo fenjKi Vn^r bwi kj-tin^ nvu
Und das Leben ist siegreich.
Diese c?m Gebete „Beim Hochheben der Augen", „Am Tage,
da sie den Jordan gewährten" und „Ich verehrte und pries jenen .
Jcavar-Zlivä" verrichte am Ufer des Jordans nach „Ich ivollte die
| Augen hochheben 1 ' J ). Sie sind Helfer der Taufe. 5
XII.
Ich bin Jür, 2 ). Ich glänzte in reichem Glänze.
Der Grlanz erhitzte sich, das Tannä 3 ) schmolz. Seine Sklnä
bildete sich und erhielt Bestand im Hause des Lebens.
Und das Leben ist siegreich.
Lies dieses Gebet und fasse deine Kopfbinde an. Es ist di&
Eröffnung des Jordans. Dann lies „Ich ging zum Jordan hin' 1 .
XIII.
Ich ging zum Jordan hin, nicht ich allein, Silmai und Nid- 10
bai, meine Helfer, stiegen mit mir zum Jordan hinab. Hibil,
Sitil und Anös gingen mit mir zum Jordan, die die große Taufe
1) St. XXXV, siehe oben, p. .15.
2) Hinter ia könnte etwas ausgefallen sein, doch ist wahrscheinlich 13
selbst entstellt, vgl. auch p. 25 unt.
3) Die Bedeutung ist ungewiß, vgl. Brandt, Sehr., p. 138 7 . Vielleicht ist
es aus »yia» „Ofen" gekürzt.
2*
20 I. Das Qolastä. 7, 8—22
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. «iittrnm »■nioi* litt« "p:nt:«3i ^Dittnim "prinoi? n«tt«i «rom
des Lebens vollziehen. Piriawis - Ziwä und Piriafil - Malakka
stärkten mir x ) die Glieder meines Körpers. Ich steige vor
diesen Seelen hinab, welche das Leben erlöst, errettet und ver-
wahrt vor allem Bösen, vor denen, die nicht geben und nehmen,
5 die nicht leihen und sich zurückzahlen lassen, vor | den Dews,
die liefen und nicht hingelangten , vor den Liliths, die fielen
und nicht aufstanden. Ihre Hände sanken ihnen auf die Knie,
ihre Augen wurden blind, daß sie nicht mehr sehen, ihre Ohren
wurden taub, daß sie nicht mehr hören konnten.
In eurem Namen, Silmai und Nidbai, mit der Kraft des
Hibil, Sitil und Anös bindet, siegelt und verwahret diese Seelen,
die zum Jordan hinabsteigen und getauft werden, mit dem
10 Siegelring des Jözataq Mandä dHaije, des Arztes, dessen | Kraft
niemand gewachsen ist.
Und das Leben ist siegreich.
Lies bis du gelangst zu „Piriafil-3falälchä stärkten mir die
Glieder meines Körpers 0, und steig bis zu einem Viertel deiner
Ilt'ntc hinein. \V<nn du eine Seele taufest, sage „meines Körpers.
Ich steige vor dieser Seele des NN hinab". Wenn du mehrere
Seelen taufst, lies wie geschrieben steht. An der Stelle, wo es heißt
„bindet, siegelt und verwahret sie*, sage (bei einer Seele) „bindet,
1) Lesung und Bedeutung sind unsicher. Das Wort ist wohl identisch
mit dem im Ausdruck mt-ot kikb, vgl. Brandt, Sehr., p. 163 8 .
7, 22—8, 3 I« Das Qolasta. 21
XIV.
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N-nrui «an Ninsb nwi kjtnps Nntfwn Nn»ütyu fiaowNp
j^sn «po^ N'jwin iva aawpnjn pnn fia Njptfn N-nKibi
N3i Kins» 1 ? ffowvj n^u^öi wnwb Nnnsji ndsoi^j io
s d pw N^m.Mpsn Niwtbi [8] jmnji
IMrwn aöTtt^a R»tn »man »T&mäb «■np aTtfüwfi «««naiß fwi
steift «wd verwahret diese Seele des NN". Stelle sie vor dir auf
und dann lies den Spruch vom Stabe.
XIV.
Im Namen Jösmlrs, des ersten Weinstocks, von dem Jäwar
den Stab des Wassers *) nahm und zum Ufer des Jordans ging,
bedeckt mit Glanz, bekleidet mit Licht. Er sprach | über ihn 5
geheime Sprüche und diese geheimen Namen: Im Namen des
Jösmir, Jösamir und Säm, des wohlverwahrten Mänä, im Na-
men des Hauran-Hauraran. Durch ihn stellte Jäwar der Erste
Uthras im Jordan auf, prangende Weinstöcke des Lebens. Durch
ihn stellte Hibil die lebenden Seelen, die des großen Lichtortes „
und der glänzenden Wohnung würdig sind, im Jordan auf.
Durch ihn wurden sie im Hause der Gewaltigen aufgerichtet
und aufgestellt. Mögen diese | Seelen, die zum Jordan hinab- 10
gehen und die Taufe empfangen, emporsteigen und den großen
Lichtort und die glänzende Wohnung schauen.
Und das Leben ist siegreich.
Diesen Spruch vom Stabe lies über den Olivenstab 2 ), stoß ihn
in den Jordan und dann lies (die Gebete für) die Taufe.
1) Mit „Wasser" ist lebendes Wasser gemeint. Vom Stabe lebenden
Wassers ist öfter die Rede, vgl. z. B. Job. 173, 3.
2) Der beim Kultus getragene Stab ist ein Olivenstab, siehe die Einlei-
22 I. Das Qolastä. 8, 4— 13
XY.
KH'ttn wvni jn^oy nenh fiso jnn p^Djn nön* "VDy
jTrttfi NEntfbn p*oy ntwjnint sn^im N^Nirbi wip^sv
'ij^Nm n's na 's njn N^nm N^oy nivn3 1:121 «n«i
wann N^ni Nttrwna ns^^öi Nj-nwb ni-ihn:! njine^j
N31 DK31 N3"l TVN31 Nm Wal Nm W31 «21 NttS K"N13U
NHHN1 W3NT «n»13 pbl3 WVDy N£N^ DN21 NU p«31
NVN1 blD NEW lJÜl WTN1 N21t£> «^StttyNIOl N'ötfntfttn
fWn mynNSi umsein bim füNwa nihnd biai i=toi^a
N13NJ N^SiSb« ND131 fl^swb wbNTJ ftS^INS wb^l bwj
XV.
Gebunden sei das Meer, gebunden seien die beiden Ufer
des Meeres 2 ), gebunden seien die Dews, Dämonen, ,
Netzgeister und die wütigen Amuletgeister 3 ). Gebunden seien
die dreihundert sechzig Mysterien, die im Hause 4 ) sind. Um-
bunden und gesiegelt sei ich NN und diese Seelen, die zum
Jordan hinabsteigen und getauft werden, mit dem Siegel des
gewaltigen | fremden Lebens, durch den großen Mä, durch den
großen Ja, durch den großen Az, durch den großen Aziz, durch
den großen As, durch den großen Asin und durch das Meer As.
Gebunden seien alle Pfaffen, 5 ), Schmäher 6 )
und Zeichner 7 ), die sieben Mysterien, die im Meere sind, ein
jeder Dew mit seinem Namen, ein jeder Dämon mit seiner Be-
nennung.;
Ein jeder Amuletgeist und Götze, der sein Haupt hoch-
hebt, die Wellen seines Antlitzes in die Höhe steigen läßt, sich
tung. Aber man beachte, daß im Textstücke der Stab vom Weinstock ge-
nommen ist.
1) Die Codd. haben "p^KttVi, "-Nr: feyi.
2) Aus dem Meere mit seinem trüben Wasser kommt nichts Gutes, im
Gegensatz zum Jordan. 3) Siehe Uthra, p. 541 l .
4) D. h. in der Welt, siehe oben , p. 4 :t .
5) Hier werden anscheinend noch zwei andere Priesferklassen genannt.
Die Bedeutung ist nicht sieher, vgl. Job., S. 33*. Zu tmmvt verweise ich jetzt
auf die yrvt in der Zkr-Inschrift.
6) k*»mpkw ist doch wohl oral). JjCjw . Das Aramäische giebt keine Er-
klärung dafür. Eine entsprechende mandaische Bezeichnung ist n-snc-sns jo*aia
Morg. 262, 15,3.
7) Die zeichnen, um zu bezaubern.
8, 13—23 I. Das Qolastä. 23
NJT1N , b NVlDNttl NDNCl^J ybsrn p'NSJNbtf J'H f\2^T\ NWOU
NHT NflTai NHK» NHN^ fppt^l WPlüWJl W3D^ t^^b
)oi pn^NONiip p Nnr pnwNby pnw nsisn^yi wa^Noai
irtnnn nSpnsi «nity Naw snwnm an? pn^isVy "waa «in
n^DNjb n^nöinp wottna dwkwi ns-iNrn n's na 's n^hV
XVI.
NWlip <NJN> NnNTI N'übtf DN^Oa NJW1 N^ÖJ NJN «10^
rpnjy wanujn nvni bia n^n^i san Na-iw NbnNSi n:n
NniNoin biai bw\a flwnl nvni bia nnstfru ftawiun
Überhebung gegen den fremden Mann anmaßt, wenn sie dann
anch zu diesen Seelen, die zum Jordan hingehen, in böser Ab-
sicht hinschauen, — er wird geschlagen und geplagt werden 1 )
durch Jähä, Jähä, Z'hä, Z'hä und durch die Engel, die gegen
sie gesandt wurden und kamen. Zitternd eilet weg vor ihnen
und vor dem Glanz, der groß an ihnen ist 2 ). Zitternd, erzit-
ternd eilet weg. Sieben eiserne Mauern sind | um mich NN ge-
legt, die Haijasum, die erste Kustä, um sich selbst gelegt hat.
Und das Leben ist siegreich.
XVI.
Ein vollkommenes 3 ) bin ich, der ich mitten in
die Welten und Äonen hinein geworfen bin. Ein Eisenwerk 4 )
bin ich, eine große Felsschlucht. Ein jeder Dew, der sich auf
mich stürzte, wurde niedergeschmettert, auf den ich mich
stürzte, den schmetterte ich nieder 5 ).
Ein jeder Dew, der sein Haupt erhebt, jeder Amuletgeist,
der die Wellen seines Antlitzes in die Höhe steigen läßt und
1) Lies p-pra-j- x-rwr-s.
2) Lies -S33=;.
3) Die Wendung findet sich auch GR 274, 12. Die Bedeutung von x---:
(vgl. Brandt, Sehr., p. 154 1 ) ist auch mir unbekannt. Morg. 258, 8, 4 ff. ist von
einem weißen Gimrä die Rede, das unter die Dämonen gev^orfen ist und durch
das sie leuchten. Im Mand. Diwan 7 ist s-ss-t iixVvri xiö'u „ein Gimrä aus
reinem Beryll" genannt.
4) Vgl. syr. jLjioo.
5) rrs = o«2sd. Der Übergang von p zu ; und die Umsetzung des n
wie in vielen sonstigen Beispielen, vgl. Nöld., p. 38, 66.
2J. I. Das Qolastä. 8, 23—9, 4
Nuir ^ibs> DibpsTioy b^aiNnjso nNDDyn rpptyui wpiötmi
nw N^Noiwa N\-wn\si «niy NTinn wdni n^3üno bjn
s n d pw N"m Npm «nWl
XVII.
mny nsoip wöN-usn wbns ndnSno ^ssn>si nvt dwpb
'NoViy NDNrNiNii Nns:pNri «»ni ndno^j pbani j"NEN-npb
io pbanb nipikd [9] nbin pnw» pu»öi anp nid w:tji
kipikd «»bin pnw» wn -inömt wn dw wn py wn oim
nach diesen Seelen in böser Absicht hinschaut, soll geschlagen
und geplagt werden *) durch das Buch des Manharbel Estaqlus,
des kleinen Kindes, das an der reinen Quelle des Lichtes
wohnt. Er werde geschlagen mit der Faust des Wassers,
mit der das Feuer geschlagen wurde und erlosch, durch die
5 Kraft des Arztes Man, durch die Kraft | der Männer von er-
probter Gerechtigkeit.
Und das Leben ist siegreich.
XVII.
Zitternd, erzitternd eilet fort all ihr bösen, engen, wütigen
Geister. Zitternd rücket weg, schrumpfet zusammen und ver-
schwindet vor dem Glänze und dem Lichte des Mandfi dHaije.
Piriawis-Ziwä und Piriafil-Maläkkä stärkten mir die Glieder
meines Körpers. Ich steige vor diesen glänzenden, prangenden
10 Seelen des Lebens hinab. Silmai und Nidbai flieget heran, nähert
euch, kommet heran. Seiet ihr Zeugen diesen Seelen, die zum
Jordan hinabsteigen und getauft werden. Ihr vier Uthras, Söhne
des Lichtes, R'hum-Hai, In-Hai, Sum-Hai, Zamar-Hai, seiet ihr
mir Zeugen am großen Tage des Ausganges. Du großer Jordan
des Lebens, ich beschwöre und beeidige dich beim Lichtschatze,
l) Lies z--r~j-y «t^t-:.
3 4—17 I« Das Qolastu. 25
mnsi wrn san ndn^di nh«^ N-nru -iKaiya ikSk^owöi
nitida -|WK:b Nnntoi Nnsot^j pbsn ty pbsjnsnsb wt^a 1 ?
N"n pöN'Npi n^oSn )o s"«iau N"ni prpKowa pbnrpn
s d pw N»m pnN^atya
XYIII.
ftbiai N"Koi«p K«m aa-i kjtw dwps wrfi N&wa 5
N"n unan N"n ™py ia n:sd im Tpw nvt id ndnindn
n:nd K^Kby an^aty jsattn N"n p ,! ?D parp^i «an Nina
woa N"n cKwpnyi w» pn sns xjtfn in^s kvt dkh
pn'K^ssji Kina N"n aNiiNinyi iva "W o^spi prpKtysMi
wo N^isby wo ua N"nb N"n a"«pi parpan tfan Ninai 10
HNSwiKaiNö K»rn Kan «mw t^aty «wattn nid k-ps
NntPi waNi pöNt^va tf»rn Nai nhnui jono'd N-nnj -iNxiya
der großen Ruhe und Stütze des Lebens, gewähre den Unholden
keinen Platz gegen diese Seelen, die in dich hinabsteigen. Hei-
lung werde ihnen zu teil im Namen des fremden Lebens aus
den [Licht] weiten.
Das Leben steht fest in seiner Skinä, das Leben ist sieg-
reich.
XYIII.
Im Namen des Lebens. ®
Pirjawis, der große Jordan des ersten Lebens, der ganz
Heilungen ist, flammt wie Glanz im Tanna. Als das Leben
flammte, als das Leben emporkam durch den großen Glanz, der
darin flammt, stieg das Leben empor und gründete eine Skinä
über dem Tannä. Der Glanz erhitzte sich, und das Tannä"
schmolz. Wasser wurde geschaffen und entstand, und das Leben
fand Bestand in seinem eigenen Wasser. Es stellte Jür in Jür
auf 1 ), und das Leben wurde verherrlicht durch den eigenen Glanz
| und den großen Glanz, der in ihm flammt. Das Leben stellte 10
das Leben im Wasser auf. Über dem Wasser blühte die Frucht
empor und ließ die Skinä sich nieder.
Großer Jordan des Lebens! Ich spreche dich an beim
Lichtschatz, der großen Stütze und Ruhe des Lebens, bei Jö-
1) "- als Eigennamen siebe oben p. 19, XII. w, s— bedeutet als Appel-
lativum „Glanz", vgl. Nöld., p. 62, 21, also vielleicht „Jür in Glanz".
26 I. Das Qolasta. 9, 17—33
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samin, dem Reinen, der an den Schätzen des Wassers und den
Quellen des Lichtes wohnet, bei Jösmir, dem Manne, der mit
dem Wasser vereinigt ward, bei Adatan und Jadatan, die am
Tore des Lebens sitzen und am Lichtorte für Geister und
Seelen beten, Silmai und Nidbai, die ein Zeugnis vor dem
5 großen ersten Leben ablegen : blicket auf diese | Seelen, die aus
dem Zusammenbruch zum Aufbau, aus dem Irrtum zur Wahr-
heit, aus den Wohnsitzen der Verehrung der Gottheit des
Hauses zum großen Orte des Lichtes herausgehen.
Wenn der, zu dem ich spreche, bort, den ich rufe, sich
fest zeigt, in die Gemeinschaft mit dem Leben eingeht und sich
in den großen Bau der Wahrheit einbauen läßt, so werde ich
ihm ein Helfer, Geleiter und Führer zum großen Lichtort und
zur glänzenden Wohnung sein.
10 Wenn | der, zu dem ich spreche, nicht hört, den ich rufe,
sich nicht fest zeigt, so wird er zur Rechenschaft gezogen
werden. Ich werde nicht zur Rechenschaft gezogen werden
um der wahrhaften Rede willen und des Aufrichtens des Jö-
kabar-Ziwä.
Das Leben steht fest in seiner Skinä, das Leben ist sieg-
reich.
Alsdann lies: „Im Namen des großen Lebens. Ein jeder, der
die Kraft dazu hat und dessen Seele es liebt, komme, steige zum
Jordan hinab, iverde getauft, empfange das reine Zeichen, ziehe
10, 1—15 I. Das Qolasta. 27
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Gewänder des Glanzes an und richte sich auf dem Haupte pran-
gende Kränze auf.
(b) Hier taufe die Seelen. Sie sollen hinter dir hinabsteigen
und dreimal untertauchen, während dein Olivenstab an deiner Linken
ist. Fasse sie mit deiner Linken, drehe sie nach rechts x ) und setze
sie zwischen dich und deinen Olivenstab. Tauche sie dreimal unter,
fasse sie mit deiner Linken \ und zeichne sie dreimal mit deiner 5
Bechten, während ihr Gesicht nach dem Tore des Gebetes 2 ) ge-
wandt ist.
(c) Wenn du sie zeichnest, sprich: „N, Sohn der N! Du
bist mit dem Zeichen des Lebens gezeichnet, der Name des Lebens
und der Name des Mandä dHaije ist über dich ausgesprochen. Du
bist mit der Taufe des großen Bihräm, des Sohnes des gewaltigen
(Lebens), gezeichnet. Deine Taufe behüte dich und sei erfolgreich.-'
Der Name des Lebens und der Name des Mandä dHaije ist über
dich ausgesprochen 11 . Gicb ihnen drei Handvoll \ Wasser zu trinken 10
und sprich zu ihnen: „Trinke, finde Heilung und Bestand, der
Name des Lebens und der Name des Mandä dHaije ist über dich
ausgesprochen^ \ Lies „Mandä schuf mich u über den Myrtenkranz
und lege ihn ihnen auf das Haupt. Wenn du ihnen die Hand
auf das Haupt legst, lies diese geheimen Namen:
1) Wohl rechts; herum gemeint, denn der Olivenstah ist ja an seiner
Linken.
2) Das ist wohl das Tor des Tempels.
23 I. Das Qolastä. 10, 15—29
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1»n»i: aasi «Tab D^api f«!ab nbaan«*! »■>£ n^bw i^sap
(<?) „Der Jtae der großen, verborgenen, ersten Quelle ist über dich
ausgesprochen ,
und der Name der großen ersten Palme ist über dich ausgesprochen.
Der Name des großen Sislam ist über dich ausgesprochen.
Der Name der großen Ezlath ist über dich ausgesprochen.
5 Der Name des großen Jäwar ist über dich ausgesprochen.
Der Name der Stmath-Haije ist über dich ausgesprochen.
Der Name des großen JöJcdbar ist über dich ausgesprochen.
Der Name des Müna und seines Ebenbildes ist über dich ausge-
sprochen.
Der Name des großen Mysteriums und der geheimen Sprüche ist
über dich ausgesprochen.
10 Der Name Sliaqs, des großen ersten Glanzes, ist über dich aus-
gesprochen.
Der Name Sams, des reinen Glanzes, des geliebten, großen, ersten
Erstgeborenen, ist über dich ausgesprochen.
Der Name des Lebens und der Name des Manda dHaije ist über
dich ausgesprochen" 1 ).
Dann reiche ihnen Kustä, und sie sollen vor dir hinaufsteigen.
(e) Alsdann taufe deine Flasche, fülle sie mit Wasser und reiche
1) Dieser Satz fehlt mit Recht in einigen Handschriften. Er steht ja
schon in der Hauptformel, auch würde man ihn an der Spitze, nicht am
Ende der Reihe erwarten.
10, 29-11, 3 I. Das Qolastä. 29
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T»b»ai SE-wn s-wi ^aspi «aasan «3nnsf>b r^n3i ^bsn
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XIX.
]vdsd mirui ptyab« nvt )i«wp «nrny |K"ip k-ijno [llj
pbsnVi n's na 's wbn wtyna s^ann *Ma jNaiKmn
sie demjenigen, der am Ufer steht. Taufe auch deine Schale ] ),
efcmw £ra#e das Xe'ec? vor „ J.n rtV Spitze des Wassers zog ich aus"
(— LXXXII) (/') emd „Gesegnet seiest du äußere Pforte" (= XX)
«»{? ?ies d/e Festigung für den Jordan, (g) Wenn du liest „Gebunden
sei das Meer" (= XV), „Ein vollkommenes Gimrä bin ich u (=
XVI), „Zitternd, erzitternd eilet fort" (= XVII), „Piriaivis"
(= XVIII) und alles, ivas geschrieben steht, wenn es zivei, drei
oder mehr Seelen sind, so sprich, wie es geschrieben steht, wenn es
eine Seele ist, so sage „die Seele \ des NN, der zum Jordan hinab-
gestiegen ist, getauft wurde und das reine Zeichen empfing"; Gieb
genau acht auf deine Taufhandlung.
XIX.
Mandä schuf mich, Uthras festigten mich,
sie bekleideten mich mit Glanz, bedeckten mich mit Licht.
Hazazban 2 ) richtete den Kranz auf dem Haupte auf mir
1) s-s-3 findet sich oft in den kultischen Anweisungen im Sinne von ,,
Becher oder Schale. Aus der Flasche (srssp) wird Wein oder Wasser in das
n-x'j gegossen (Lond. Rolle A, Z. 321, 667). Es ist Synonymum von Kfcsa
(ebda. Z. 328). Andererseits werden Trauben in das six-3 gelegt (ebda., Z. 563,
669; Oxf. Rolle F, Z. 506), und die Priester legen auch ihre Hand hinein
(Lond. Rolle A, Z. 519; Oxf. Rolle F, Z. 394). Die Herkunft des Wortes ist
mir nicht bekannt. Mit "vja „Papier" kann es nichts zu tun haben, und auch
ein Zusammenhang mit i—vn rran in der Misnah (vgl. ZDPV XLI, 1918,
p. 60) ist nicht ersichtlich. Daß i j dort Papier oder Papyrus sei, halte
ich für ausgeschlossen.
2) In St. XXVII erscheint Hazazban als Name des Kranzes, trotzdem
sehe ich hier wegen der Parallele des vorhergehenden Verses, in dem höhere
Wesen das Subjekt sind, in Hazazban ein Wesen für sich, getrennt von x'—h*.
Der Name findet sich sonst in diesem Zusammenhange nicht. GR 181, 17;
182, 9 ; 208, 14 ist isatstsn }xi Inhaber einer Mattartä.
30 I. -Das Qolastä. 11, 3—17
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paNPOl INDNJNb fiJ*Ö fifliUMfl N^NDtfVl SMS^^Sl &DX2
N D N „ n
5 g o jrusri snSttTCsb # ]^Kü^nn
XX.
N:pNn Niisi nonai NwiNa K-pn rvana
Nn»3ND wann wnrui n^jnd wvt pn^na
Nj-nwb jntin Nnnijf Nnps^i waN^öi wana
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Tsiawb nwi jabsfi an^tra rnax yn issn «rnrca i? annan id
k c mp'^o MTW 1 Itt ^P" 1 ST5( ' 5 P** " 1
NN, sowie diesen Seelen , die zum Jordan hinabsteigen und
getauft werden. Seine Ranken leuchten, und sein Duft ist an-
genehm. Er verwelkt nicht und geht nicht auseinander, und
seine Blätter fallen nicht ab l ).
Und gepriesen sei das Leben.
Dies ist der Spruch für den Kranz bei der Taufe. Lies ihn
5 über den Myrtenkranz und richte ihn \ auf dem Haupte der Seelen
auf, die du taufest.
XX.
Gesegnet seiest du, äußere Pforte,
gesegnet seiest du. lichte Wohnung.
Gesegnet seiet ihr, große Glanzwesen,
gewaltige, große Lichtwesen.
Gesegnet, gepriesen und verherrlicht
seien die Uthras, die am Jordan wohnen.
Du Jordan sei sanft für diese Seelen, die in dich hinab-
10 gestiegen sind. Und Heilung sei ihnen um der wahrhaften
Rede willen und des Auliichtens des Jökabar-Ziwä.
Und das Leben ist siegreich.
Dies ist die Festigung des Jordans. Wenn du den Jordan
„festigst", wenn du (mehrere) Seelen taufst, sage wie geschrieben
steht. Wenn die Seele Einer ist, sage „die Seele des NN, der in
dich hinabgestiegen ist a . Dann steig zum Ufer empor und lies
„Aus dem Jordan stieg ich empor ".
]) Vgl. Job., S. 214 1 .
11, 13—26 I. I>as Qolastä. 31
XXI.
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XXI.
Im Kamen des Lebens.
Aus dem Jordan stieg ich empor,
da begegnete ich dem Stamme der Seelen.
Dem Stamme der Seelen begegnete ich.
die unseren Vater Sitil umarmten.
Sie sprechen zu ihm :
5 „Bei deinem Leben, unser Vater Sitil,
geh mit uns zum Jordan". —
„Wenn ich mit euch zum Jordan gehe,
wer wird für euch Zeuge sein?" —
„So die Sonne aufgegangen ist,
wird sie für uns Zeuge sein". —
„Das ist es nicht, was ich wünsche,
das ist es nicht, was meine Seele will 1 ).
Die Sonne, von der ihr sprächet,
geht am Morgen auf, am Abend unter.
10 Die Sonne, von der ihr sprächet, •
die Sonne vergeht.
Ja, es vergeht die Sonne,
es vergehen ihre Verehrer".
Aus dem Jordan stieg ich empor,
da begegnete ich dem Stamme der Seelen.
1; Die Wendung auch GL 126,3; 127, 1.
32 L Das Qolastä. 11, 26—12, 2
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Dem Stamme der Seelen begegnete ich,
die unseren Vater Sitil umarmten.
Sie sprechen zu ihm:
„Bei deinem Leben, unser Vater Sitil,
geh mit uns zum Jordan". —
„Wenn ich mit euch zum Jordan gehe,
wer wird für euch Zeuge sein?" —
5 „So der Mond aufgegangen ist,
wird er für uns Zeuge sein". —
„Das ist es nicht, was ich wünsche,
das ist es nicht, was meine Seele will.
Der Mond, von dem ihr sprächet,
geht am Abend auf, am Morgen unter.
Der Mond, von dem ihr sprächet,
der Mond vergeht.
Ja, es vergeht der Mond,
es vergehen seine Verehrer".
10 Aus dem Jordan stieg ich empor,
da begegnete ich dem Stamme der Seelen.
Dem Stamme der Seelen begegnete ich,
die unseren Vater Sitil umarmten.
Sie sprechen zu ihm :
„Bei deinem Leben, unser Vater Sitil,
geh mit uns zum Jordan". —
12 o 13 '• D as Qolasta. 33
nihnd pawwby irorw |NÖ rhin' 1 ? pawra wjdko iy
KHn«oa iwrw jNWsby miu Tpsn n-inh
sto Nova sjan nby pmwMfi *nu
N'buNa brn^o miMWDi niu Vnw« tour«
N3-iN3n^ Vjw pa»m «nNot^ji rpw «aasa
rtbnoK
NinsD pa'Kwby nwj jmo »mrrt panwe wjdhö iy
»nriNDa twrra iswaby RS'3 p-irn wi-w
khpind3 ottm jN'Mwby misonoi KUEnsi Nnrvs
„Wenn ich mit euch zum Jordan gehe,
wer wird für euch Zeuge sein?" —
„So das Feuer flammet,
wird es für uns Zeuge sein". —
„Das ist es nicht, was ich wünsche,
das ist es nicht, was meine Seele will.
Das Feuer, von dem ihr sprächet, 5
geht zu seiner Zeit(?) am Tage aus.
Das Feuer, von dem ihr sprächet,
das Feuer vergeht.
Ja, es vergeht das Feuer,
es vergehen seine Verehrer".
Aus dem Jordan stieg ich empor,
da begegnete ich dem Stamme der Seelen.
Dem Stamme der Seelen begegnete ich,
die unseren Vater Sitil umarmten.
Sie sprechen zu ihm :
„Bei deinem Leben, unser Vater Sitil, 10
seh mit uns zum Jordan". —
„Wenn ich mit euch zum Jordan gehe,
wer wird für euch Zeuge sein?" —
„Der Jordan mit seinen beiden Ufern
wird für uns Zeuge -sein.
Das Pihtä, die Kustä und das Mambüga
werden für uns Zeuge sein.
o
Abhandlungen d. K. Ges. d.Wiss. zu Göttingen. Phil.-hist. Kl. N. F. Bd. 17, i.
IO
34 I. Das Qolastcä. 12, 13—25
Knn«D3 *wm jKWNby na^-uNDi «oatswö
«nnMoa wima jNWNby ;NWD*oai «pin
mTtttoa iwrw jswNby js^nai pa»
Njpsn ntikV? mowin N"n irab pany la
piiTD^i shhsd pnu N"n jimV?wj ia
XXII.
N3ND fiblDl NWtyl N31 N3n«03 N"H1 NVW2 iia JHW
Der Sonntag und die Almosenspende
werden für uns Zeuge sein.
Der Tempel, in dem wir den Gottesdienst üben,
wird für uns Zeuge sein.
Das Almosen in unserer Hand
wird für uns Zeuge sein.
Unser Vater an unserer Spitze
wird für uns Zeuge sein". —
5 „Dies ist es, was ich wünsche,
dies will meine Seele.
Wenn ich zum Hause des Lebens emporsteige
und zur lichten Wohnung hingehe,
wenn das Leben mich ausfragt,
werden Zeugen kommen und zeugen.
Wahrhafte Zeugen sind es,
wahr ist alles, was sie sagen" 1 ).
Und das Leben ist siegreich.
10 Diesen Hymnus trage vor nach „Gesegnet seiest du, äußere
Pforte".
XXII.
Wir bekannten den Namen des Lebens, den großen, hohen
Krater, der ganz ohne Ende und Zahl ist, Jaluz, Jaluz, Ja-
1) Diese Sätze auch GL 85 unten.
12, 25—13, 3 I. Das Qolasta. 35
smoi patw -in*n:o^3 N"n woi njsd D'WTs: K»rn
N^p N3D KTT1 p'bD DSOJ »NÖ3 prTNJW N"H3 K"H JT31
N"n "hi* tfwoitfp nut: idn3J3 psKöv psva Nin nroi
wann na owirpa Nwivbna töd dnd pj«wna pjwj'sa 5
NiJÖWlöl N'pHNT WTttrfj p^DNl »"Hl KÖKIJIS 1N3»3V
NÖ1P NJN1 NP'Ö pWn JÖ flJ'Ü NHNJ1 |«0 SlD N"H IV3 |0
pbNn [13] Nn»noittn fiby rvT3is k"«"dij Kwn N"rn
N3i n^dkji pVirwi p , «ijss3 «nio» nVy nnw« Nn«'o»3
luza, Sbabut, die große Sache des Lebens, Pirjawis, den Be-
hälter lebenden Wassers, Skinasar, den Gründer des Bildes 1 )
des Hauses des Lebens, das Leben, das seine Augen auf das
"Wasser heftete ; es stieg empor, sah hin und schaute das Nest,
aus dem es gekommen war, Jöfin-Jöfafin, Nbat, den ersten
Sproß, den Ausfluß des Lebens, | als seine Benennung, als sein 5
Zweites 2 ), Säm-Smir, sein Drittes, Bihräm, den Sohn des ge-
waltigen (Lebens), Jökabar, das Wort des Lebens, das zu den
gerechten, gläubigen Männern aus dem Hause des Lebens ge-
kommen ist.
Einem jeden, der mit diesem Öl bestreicht 3 ), über das ich
den Namen des gewaltigen fremden Lebens, über das ich diese
verborgenen Namen gesprochen habe, wird Heilung dem Körper
zu teil werden, gar groß, | nicht klein. 10
Und das Leben ist siegreich.
1) Qol 32, 3 wird Jäwar tan pss , Qol 27, 28 der gute Vater der pa»
des ersten Geheimnisses genannt. p«J steht hier in der gewöhnlichen Bedeu-
tung „gründen", wie besonders aus 31,15; 58,29 zu ersehen ist, wo s-jsx-j
Hrvwsnsp sr--:i parallel xvinsB und s-ass: steht. Nach dem dortigen snwi
KmswiKp ist wohl auch hier sp-'st im Sinne von Urbild aufzufassen. Erwogen
habe ich, ob pxs nicht das akkadische saknu „Verwalter" sein könnte. Da
das Wort in Babylonien entlehnt sein mußte, wäre die Schreibung -'pv am
Platze, anders als bei dem in Assyrien entlehnten ]So. Doch nach den Stellen
31,15; 58,29 muß es „Gründer" bedeuten.
2) Vgl. ZDMG LXI (1907), p. 694 1 .
3) Zu s-ns inbezug auf die Ölung vgl. Brandt, Sehr., p. 67 zu GR 37, 16.
Nach den folgenden Bemerkungen über die Wirkungen der Ölung muß man
annehmen, daß der Gläubige sie an sich selbst vornimmt, siehe auch p. 37,4;
39, 2. Jetzt wird die Ölung vom Priester besorgt, und so sind auch die kulti-
schen Anweisungen.
36 I. Das Qolastä. 13, 4—17
XXIII.
nso na Nisvn Nötsnty na anw dkjk m^o iwfl Nüitra
Nninjn NnTiy na w» wau 12 kitin^ fijniy na nanan
k*m pnbtt N^inNjbi MWMpbi N^Vwibi n^idnV nSniine
5 NnjNDa ptfift 'tfVNn N2W WUNlbNttl »"Nön NHn Nnoa^
'«j»ty TpNH wNnau ni^sj ptKna sosb^ N^a Nnmyi
wbwnK jibnNöNi sninj N^a spin Knifiab pVNnpi nNSstroi
h^-ny 12 nsnsn ns^a na n-invh Ntttyw na «nw niw
10 wo jo^nyi tft^o ntihji Nnxiy na n»ö wau na njtwi
XXIII.
Im Namen des Lebens.
Das kostbare Ol bist du, Sohn des weißen Sesams *), Sohn
des Ufers des Euphrats, Sohn des Ohres des Jordans 2 ), Sohn
der Wassergruben, Sohn der Schätze des Lichtes. Das Leben
legte die Hand auf dich, Ol, und sandte dich in diese Welt,
die ganz Geburt ist, zu heilen, hochzubringen, aufzurichten
5 und zu lindern alle Schmerzen, | Plagen, Züchtigungen, Weben 3 )
und Flüche, die sieben Mysterien, die im Körper sitzen.
Ich beschwöre dich, Ol, ich beeidige dich, Ol, beim Leben,
bei Mandä dHaije, bei den Uthras, den Söhnen des Heils, und
bei diesem fremden Manne, der teuer, wundersam und voll-
kommen ist, der den Männern von erprobter Gerechtigkeit, den
Söhnen des Lichtes, zurief und zu ihnen sprach : „Gebet mir das
kostbare Ol, den Sohn des weißen Sesams, den Sohn des Ufers
1 des Euphrats, den Sohn des Ohres j des Jordans, den Sohn der
Wassergruben, den Sohn der Schätze des Lichtes. Salbet 4 ),
und ich werde euch Öl geben, Öl von Glanz, Licht und Herr-
lichkeit. Das Ol , mit dem ich salbte und das ich gab, war
1) Vgl. Job., S. 5 3 .
2) „Ohr" ist hier wohl soviel wie Seite.
3) n-x't- findet sich auch sonst im Sinne von Schmerzen, Wehen, na-
mentlich in den Hüften: GR 202,12; Asfar Malwäse 5,9; 7,2; 25, 10; Oxf.
Rolle Q 856 f. „Trug« wie Nöld., p. 123, 10 es übersetzt, paßt nicht. Sollte
etwa Qtvuu darin stecken ?
4) Siehe oben, p. 35 3 .
_
13, 17—31 I. I>as Qolastä. 37
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KiuipKm «ntwwm wmy »nwi »rD-nen wavtm byi nout
DK'Npn^i moKTMü jwj nj^o pwn p flatJ nhnji jno Vo
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N D N „ n pagtpgi Kwjfl N1JND1 *mrui Nvn
XXIT.
jo pnwn pdn:ni «»«oiwp wn pnoswpny wrn noi^s 10
nipw nb'Kna pss:"! sbon NinNb pyroamp P'jyi N^ispsb
nicht im Namen des Gottes, nicht im Namen des Geistes, nicht
im Namen des Christus, nicht im Namen der Astarte des Tem-
pels, nein, das Ol, mit dem ich salbte und das ich gab, war in
meinem Namen , zu meinem Zeichen und im Namen und zum
Zeichen des lebendigen, glänzenden, prangenden, leuchtenden
Stammes. Ein jeder, der mit diesem Ol bestreicht, wird leben,
Heilung und Bestand finden. | Wie Enös wird es für seinen 5
Körper, wie Enös wird es für seinen Mund, wie Enös wird es
in seinem Leibe sein. Aus ihm werden entspringen und heraus-
gehen die sieben Schätze des Todes und die acht x )
der Finsternis. Von ihm werden weggespritzt und wegge-
stürzt 2 ) werden die Dämonen, -Dews, Seden, , Geeister,
Amuletgeister und Lilithe, da die Kraft, der Glanz und das
Licht des Mandä dHaije groß ist.
Und gepriesen sei das Leben.
XXIV.
Im Namen des Lebens. 10
Du erhieltest Bestand, erstes Leben, das du von je her
warst, vor dem niemand war.
1) Das Wort findet sich nur an dieser Stelle, der Stamm ist auch sonst
im Aramäischen nicht vorhanden. Auch das arabische J.£j giebt keinen pas-
senden Sinn.
2) ymn von nra, aram. sto „wegspritzen". Auch hier hat sich das Zain
erhalten, y-n und pwa sind beide Ethpeelformen mit assimiliertem r.
33 I. Pas Qolastä. 13, 31—14, 8
jwommi jMwpNSl p\m*Nb r\2xw *fwk1 nVnh^ sinn
|KywN3tyi nrvn:i kwi»3 ]n: , n i ? pvöttnm jNnN^DNsb
ps k»pi n*a p ftorroiy dk:ni Knniy puwiKn isniaNu pi
K'iO N^Nl NpHKD KH»m N'DNDO KTirttl Ntr^V KVT *W3ttf
Er füllte sich *) und zog hinaus mit seiner Kraft und seiner
Helligkeit und mit dem Glanz und der Kraft, die sein Vater
in ihn gelegt. Wir änderten nichts an dem, was du uns be-
fohlen. Du machtest groß unsere Schritte, richtetest unsere
Augen empor in den Höhen 2 ), stiegest herunter und ließest
uns an den Quellen des Lebens wohnen. Du gössest in uns
und fülltest uns mit deiner Weisheit, deiner Einsicht und deiner
Güte. Du zeigtest uns den Weg, auf dem du ans dem Hause
des Lebens gekommen bist. | Auf ihm wollen wir den Gang
der wahrhaften, gläubigen Männer gehen, auf daß unser Geist
und unsere Seele in der Skinä des Lebens weilen, der Stätte,
in der die Geister unserer Väter ruhen, mit Glanz bekleidet,
mit Licht bedeckt. Sie freuen sich, hüpfen, springen, sind stolz
und wohlgemut über die herrliche Pracht ***** ruht
Herrlichkeit 3 ).
1) Hier ist nicht mehr das Leben gemeint, wie der Singular und s-3«
zeigt, sondern Mandä dHaije, siehe auch den Schluß von Stück LXXV.
2) So, nicht zu den Höhen.
3) Im Mandäischen sind *%$ und *$* in der Schreibung zusammen-
gefallen. Bei der mehrmals vorkommenden, wohl alten Wendung kva *xpy
sind sich die Mandäer selber nicht im Klaren, welches Wort vorliegt. GR
303,9 „Eine sanfte Rebe bin ich, der ich aus kW n»pj> gepflanzt wurde", paßt
für -spy besser der Sinn „Wurzel". Ebenso GR 360,20: „Sie belehrten mich
über das reine k"m -spy, das aus dem Jordan gepflanzt wurde". Auch
in dem Satze Cod. Par. 25, f. 12a, 46b mu WWp n--s -sp» tra- pVwa-n w
pwa läßt sich -sp so auffassen: „Wenn es dir beliebt, großes (Leben), mag
in der herrlichen Wurzel Herrlichkeit ruhen". Aber GL 8, 18 heißt es: „Sie
lachen, hüpfen, sind stolz und wohlgemut über das um ^P>- Sie prangen
in der Herrlichkeit, die auf ihnen ruht". Da ist offenbar -sp» im Sinne „Ehre,
Herrlichkeit" aufgefaßt. Im Qolastä hier und weiterhin 30,2 scheint mir
nun diese Stelle sinnlos zusammengezogen zu sein. Ein verwandter Ausdruck
liegt auch in der zweiten Sammlung, Buch I, St. X, 6 vor.
14,8—26 I. Das Qolasta. 39
pbsNnyi s'dni hoids N"rn nuno "isnsi N^pyi mirui nvt
n^noti snn wtsaw N^a pnbiD nwa pbpTitPU wv
N1V ]01 NnNDl NJVNip )öl Nttf'3 Npt£>y JOI tfnK"3 NDUlb 5
jio i^sni N'Nrvbn NJKV'b jöi N^srnb^l »:rwi ;oi Nwni
wwipui n^dn: pwa )oi NbsENno nS^d joi wt^a n^-ikh joi
ndnsitji «p'tyy byi ühpsisi ntxs byi «"itji Nivöb b'fl'j 10
Nana kwj nsnwh Nnna'Di Nnoi^n rinnen *kkhkpi byi
]o ndidni md^idi sny awri N-noy iva ]o Hnnerai NI'Dyi
psuNtvi roowai pn N"n joi N"ni nöiko njinindn rva
s d paNT K*m N^ni Ninsa otto waiam n^nünh 15
Dies ist das Öl, das Öl des Glanzes, des Lichtes und der
Herrlichkeit, das Mandä dHaije mit seinem reinen Munde seg-
nete und allen Freunden des Namens der Kustä gewährte. Von
einem jeden, der mit diesem Öl bestreicht, werden alle Schmerzen,
Plagen, Züchtigungen, Wehen und bösen Flüche des Körpers
weggenommen werden. Er wird befreit werden von dem Block,
der Fessel, | dem bösen Fluche, von böser Bedrückung, lügneri- 5
scher Berufung, von der Hand der Bösen, dem Schwerte der
Feinde, der dritten Zunge, die weicher als Fett und schnei-
dender als ein Schwert ist, von den Vampyren und Schädlingen,
von dem bösen Geschrei und der bösen Zauberei, von ver-
derbtem Kranze, von Biruq, Mann und Weib, und vom zweiten
Tode. Mögen sie weggespritzt und fortgestürzt werden kraft»
deines erhabenen Namens, der ganz Leben ist. | Er fällt auf 10
den Toten, und er lebt, auf den Kranken, und er streckt sich,
auf den Blinden, und er wird sehend, auf den Taubstummen,
und in ihn kehrt Weisheit und Einsicht ein. Der Schuldige
siegt ob im Prozeß, und der Gefangene wird aus dem Gefängnis
befreit. Die Hand der Kustä und Heilung möge aus dem Hause
der Heilungen kommen im Namen des Lebens, das aus dem
Leben ward, und im Namen des Jözataq Mandä dHaije. Ein
jeder, der mit diesem Öl bestreicht, wird ohne | Sünden und 15
Schulden am Orte des Lebens sein.
Und das Leben ist siegreich.
IO
4Q I. Das Qolastä. 14, 27—15, 7
vmo na:s* »TD-»» soTn «tfra» Fh ^Tia »nxi^n nabn ^bxn
i3 tvawfl »rrawa tntni kwiä a^p «rflwrMp ***i proaK'tttpnyi
»wfi KtiWTü rwtn »WöKblD -a }»bfi Tna» «yrw pa apbao
amnsxttn rf'ss lab* -liwixtt x^nn x-iix^i aiawi «wrfi »•ümo
atfiiö «-nb pKöWi isit3x;in narvosKtt s^nn *fl am wwa 8 !
üiübi Dion »PWT »nabn ^«b* nsoitftt x^ni an:»tti »TQitoi x^ni
pttp^ istram ,^»bbmi «nnxnxn isbdxi »-n» mn ■p^BO'nQ k-j©id
■pbD'tfi «nnia jibKanai [15J xmmaaEi anmsb ampi IKtt&tTipb
TBtt»mp p^mai ■paytt srotnD uiidei prtoWi »maia«« pbsanai
XXV.
MW "PSD DND 1 ? K«n MW MJTIM' fftaMiiy 13 N^Hl MÖW3
Mnniy jMan m^sSm pni ^irm Mwn pnwois ndd M»ni msi
Diese drei Gebete „Wir bekannten den Namen des Lebens u ,
„Das kostbare Öl bist du" und „Du erhieltest Bestand, erstes Leben*
lies über das Öl und zeichne die Seelen, die du taufest, wenn sie
aus dem Jordan emporsteigen. Sprich: „N, Sohn der N! Du bist
mit dem Zeichen des Lebens gezeichnet, der Name des Lebens und
der Name des Mandä dHaije ist über dich ausgesprochen. Du bist
5 getauft mit der Taufe | des großen Bihräm, des Sohnes des gewal-
tigen (Lebens). Deine Taufe behüte dich und sei erfolgreich. Der
Name des Lebens und der Name des Mandä dHaije ist über dich
ausgesprochen*. Dreimal zeichne sie, reiche ihnen Kustä, dann
streiche dir in das Gesicht deine eigene Besiegelung. Alsdann
sollen sie vor dir aufstehen, lies über das Pihtä und Mambühä,
reiche ihnen das Pihtä, daß sie es essen, reiche ihnen das Mam-
bühä, daß sie es trinken, reiche ihnen Kustä, setze sie vor dich
10 hin, | lies die siegelnden 1 ) Gebete und lege Urnen deine Hand auf
das Haupt.
XXV.
Im Namen des Lebens.
Als man den Jordan lebenden Wassers Säm-Smlr, dem
großen Glänze des Lebens, gewährte, öffneten 992000 Myriaden
1) Wie das Öl, so sollen auch die folgenden Gebete die Seelen siegeln
und sie den Dämonen unzugänglich machen, vgl. p. 43 f. Diese Auffassung
scheint mir richtiger als die, welche ich ZDMG LXI (1907), p. 695 1 geäußert
habe. wnanMun als magische Siegelung findet sich oft in den Zaubertexten.
15, 7—20 I. I>as C^olastä. 4-1
N-nnj jNnNn K3KETO asm os-iira paKPö nvt -inw N3Nir*:
SMU jtfJNl 3N¥J paNtPÖ NWttltfp N2T «VT BN3J »aNttfö
K3Nfi?ö NT3K3 N31 NJNO INil tfaNL^O JNTIKD1 "WD pajWO
wrvai muri nbiD "j«n N3Kt£>o sispyi ndh nsw-iks isn 5
n'oVn pnbis psttPB NUNs-ini M^'aun n'sti pnbis paaiwo
nds^dnd sdn^s^ prfro ymn paNPB Niin:i N"Nby N^nn
IT3 ]Ö OTIttf NmtfptfSI «"WÖl N^NHI sVtfp "|Nn K3NPÖ
wowpi snmy ]N3n pamps nont -nriNa» nsn^ö iinsa«
nhunj tfnniy »k5tji woVty paN^o "roitfaKl no*mp 10
Nnanty nbiDi Ktyn puni Swan b^n pa« pamwo »jjtwi
Uthras, Söhne des Lichtes, ihren Mund und priesen Mandä
dHaije :
Gepriesen sei Mandä dHaije,
gepriesen sei Jäwar-Zlwä,
gepriesen seien Bihräm und Räm,
gepriesen sei Tarwan das Licht,
gepriesen sei Nbat, der große, erste Glanz,
gepriesen seien Nsab und Anan-Nsab,
gepriesen seien Sar und Sarwan,
gepriesen sei jener große, gewaltige Mänä,
gepriesen sei | jenes große Antlitz der Herrlichkeit, 5
gepriesen sei jene ganze Wohnung der Seligen,
gepriesen seien alle Pfade und Wege der Gewaltigen,
gepriesen seien alle gewaltigen, oberen Lichtwelten,
gepriesen seien alle jene verborgenen Skinäs,
gepriesen sei jene Stimme, die Kraft, die Rede und das
Gebot, die aus dem Hause des Abathur kommen,
gepriesen sei der hohe Abathur,
gepriesen seien die zehntausend Uthras, die | vor Abathur 10
stehen,
gepriesen seien die Uthras Silmai und Nidbai, die Hüter
des Jordans,
gepriesen sei unser Vater Hibil, Sitil und Anös, das Haupt
des ganzen Stammes 1 ).
1) Einerseits steht bei was- ;\— s- riTi der Plural ■pasa» , andererseits
■pa» und N3". Es wäre ja möglich, daß ursprünglich nur 5-a-r: dagestanden
hätte, nachher erst vanft iw«n eingefügt und Kaawa zu paxefe abgeändert
42 I. Das Qolastä. lö, 20—16, 2
jvnai ndne^j pbNn pi n's -12 's wbn wo pmi ins
N'vsii NnnNDi Nnrvvn «nb^ns-n spisn ;o Nat^m wm^
n^nVnöi n'hnVni ndn^VSi Nnoini n\titi Nnp^si nhwi
tf-insa jsj^Npi pmn intöind byi tKbjvty bjn -jMonN-i by
jwo'Np NnwiobNö nbiDi ns-i m*mi wt^a nbizn pwn
pjlND«! N1NH1 CN1N mri Wt^3 Wttnsn )öl S^NIOSH
10 N^isni N"«ü«n p'3Nty jabpiai^n pjnaNii jabpiat^n
I^NüNn pn jsbpiat^n janNtyNaNtn jNnNbp^m indk^dd
jNbnNpaKti'Nb [IG] ^ns^ssN^n ^nsbp^m j^nsVsDi p*ai«ni
pania VaNp N"n n"Nb N"ni n-umo iwoN-np w*ont t^jy
Bannet und entfernet von mir NN und von diesen Seelen,
die zum Jordan hinabgestiegen sind und getauft wurden , die
Angst, die Furcht und den Schrecken vor den Dämonen, Dews,
Seden , , Geistern , Amuletgeistern, Lilithen, Göttern,
Engeln, Tempelgeistern, Kapellengeistern und Götzen, welche
5 die sieben Planeten, die Herren | des Hauses, gegen die Seelen
in dieser Welt loslassen.
Mandä dHaije ! Richte deine Augen auf deine Freunde,
deine Sprossen und deine Jünger. Blicke auf uns, die wir an
diesem Orte stehen, der ganz aus Bösen, und an der großen
Pforte, die ganz aus (weltlichen) Königtümern besteht. Wir
stehen unter Bösen und wohnen unter Sündern. Erlöse uns
aus der Welt, die ganz aus Sündern besteht, und von der
bösen Zauberei der Söhne Adams und Evas. Was wir getan
lü haben, | vergib uns. und was wir tun, vergib uns. Erlasser der
Sünden und Vergehen, erlasse uns unsere Torheiten, unsere
Strauchelungen und Irrungen. Vergibst du uns nicht unsere
Sünden. Vergehen, Torheiten, Strauchelungen und Irrungen, so
steht niemand vor dir, Mandä dHaije, sündenrein da. Leben,
wäre. Aber auch sonst findet man zusammengehörige Wesen als Einheit be-
handelt, so yzut'r --t-r und -;s-s"sr; -s-sr. Von Adatan und Jadatan heißt
es am Ende von St. XLIX iksw -whi s-ssw -an, was wobl sagen will, sie
seien „eines Wissens, eines Sinnes", nicht daß der eine Mandä, der andere
Osar sei. Von anderen Wesen heißt es am Ende von St. LXXVII, sie hätten
je einzeln ihren Namen, zu zweien ihren Beinamen.
16,2— 17 I. Das Qolasta. 43
Nvr •pyaNmNUH Newa pawviru by nhno p-im n^do p
N^OlSp N31 KVT V*y3tfmKttH K'ttNUlS pnm KWölNp N31
K^aa n's na 'd n ,1 ?h Vyi NttKnai sw> wonm pnbia by
s d N"n paNtyoi Niinj fim nsi^h
XXTI.
MiTW'b rvn:i »DNtti^j pbNn s^nni N-poy N»rn Nöwa 5
Nan cjr.niai NnmNüa wyas wan N»ni pnwoitya N2usyi
NnSDNai KUPia NnKDNai «pTT NnNDNS pPIWSNJ «"voy
xxyii.
wn -iN^iya p^Npoi p^nn ««n ntfsiya N"ni Noitra
jsby n^ds N"ni n"t:no jn^nds nsin 1 ? wn iva p wn snsi 10
nimm dein 1 ) Gebet aus dem Verborgenen her entgegen und
errichte Seligkeit auf deinem Lichte. Im Namen Sarhabeis,
des großen, ersten Glanzes. Die Worte Sarhabeis, des großen,
ersten Glanzes, sind aufgerichtet auf allen, die den Namen der
KustE lieben, und auf mir NN. Niedergehalten ist die Finsternis
und aufgerichtet das Licht.
Und gepriesen sei das Leben.
XXVI.
Im Namen des Lebens. . 5
Umbunden und gesiegelt seien diese Seelen, die zum Jordan
hinabgestiegen sind und die Taufe empfangen haben, kraft des
Namens des großen Lebens. Sie sind getauft mit der Taufe
des großen Bihräm. Ihre Seelen 2 ) seien umbunden mit den „
Banden der Gerechtigkeit, mit den Banden der Wahrheit, mit
den Banden des Z'hir, des großen Lichtes des Lebens.
Und gepriesen sei das Leben.
XXTII.
Im Namen des Lebens.
Durch den Schatz des Lebens wurden wir aufgerichtet und
gefestigt. Durch Osar-Hai | und Ptä-Hai kam zu uns die Ver- 10
1) D. h. das dir zukommende.
2) Hier steht s^ssj, als ob die sr^s-: noch selber eine innere Seele
hätte.
44 I. Das Qolastä. 16, 17—32
wjtwi jkdtii jso^m |sjko3 T3KD1 N"iinjN2i embji »vra
prto N^N^yi Knvw N»*n3U »»ann N"nb pViwitfp |«b^3
naSn pswoity bjn N^n N"n prn prn pbwwow NHsaiy
5 JNotym ]xvw N"n paVn pswöity byi parru Nj-nwb N"n
INtt'03 NDtflNDNl N31 NJNO jöl N"iTi N3"l NJT1N' ]ö pM*M
XXTIII.
pnwrD «au^yi wnwb wrui Knwot^j pbsn Ko'nm NTDy
END1 pSNSV pflVa pJN'J'33 KW N"H T™ **W jN"IN"llNni
io N13N^ -1K3K3V3 N^NOlNp KVT! NiN3 T0DV3 KTÖD NJNtf
»n«o»^ ptonb pjnuKJi paiönim pjnoiy kpktü Niniy
einigung aus dem Hause *) des Lebens. Mandä dHaije brachte
uns mit Glanz in Fülle und Licht in Menge unser Mänä, unser
Zeichen, unseren Weg, unseren Jordan, unsere Taufe, unser
Gewand Hauran, unsere Hülle Hauraran, unseren Kranz Ha-
zazban.
Ich rufe das gewaltige, fremde, erhabene Leben an, das
über allen Werken steht, und spreche zu ihm: „Siehe, siehe,
großes Leben: dir, dir zu Liebe, Leben, sind wir zum Jordan
5 hinabgestiegen, dir, dir zu Liebe, | Leben, haben wir unseren
Namen und unser Zeichen angenommen aus dem großen Jordan
des Lebens und aus dem großen Behälter der Heilungen kraft
der wahrhaften Rede und des Aufrichtens des Jökabar-Zlwä".
Und das Leben ist siegreich.
XXVIII.
Umbanden und gesiegelt seien diese Seelen, die zum Jordan
hinabgestiegen sind und die Taufe empfangen haben, durch
Hauran-Hauraran-Zlwä, den Ausfluß aus dem großen Leben als
10 dessen Beinamen, durch Jöfin-Jöfafin und Säm, | den wohlbe-
wahrten Mänä, durch Jösmir, den Urbehälter des Glanzes, durch
Jökabar, den gerüsteten Uthra. Umbindet, siegelt und be-
1) Obwohl wdikV die Vereinigung mit dem Leben ist (vgl. z. B. Qol 28, 1),
hat man hier doch -pa nicht im Sinne von „mit" aufzufassen. Denn hier steht
nicht vrrt p, sondern s-n ma p, dann stände s-n ja in diesem Sinne hinter
Nt-s'-.
16, 32—17, 14 I. Das Qolastä. 45
jlbianpwbl pnwm )oi prronriKD [17] p pnwKby
«»3*3 pnb« prwons pbpwa pniböNnrMtbi panarMKbi
«wp pnbtt pntouns pnwrTOi pnw^ ww&m *pti tvuyv
N'aK'Nn 13 i«0M*np pnan n-unbi kw*3 «^Mib«öi k^nd s
rvnai ndnö^'j pb»nb pbwn smosi www id popu
N D p Nr K „ ni xaio^yi ittTiK'b
nareiyan «tt^nm anwi nbnsny =b «na^anan anaian »^n« "pbitfi
»nstiws by ^xbxp Sb'on iwp *onn&n &wnni «tw jrwn
tvaaen »wnawa by »mi'aatti ann^s 'pbnKarwfl nanxna nisuBfi io
pbtfi »n^cs STNnb "fflaa yn snrt «mr»^ iy a^nai 13 *onp
k o pwin* »iipi pwp'o THrwn
XXIX.
K'üwpivö n^nidi Nins3 pnöNwpnjn prwwjf wrfi KÖW3
hütet diese Seelen, die zum Jordan hinabgestiegen sind und
die Taufe empfangen haben, vor der ganzen Abgötterei des
Hauses, daß sie keine Macht über sie haben kraft ihrer Dä-
monen und ihrer Dews, daß sie sich ihnen nicht nähern, an
ihnen nicht sündigen und sie nicht verderben. Von ihnen sollen
weggenommen werden alle Schmerzen, Plagen, Züchtigungen
und Wehen. Fortstürzen und wegeilen sollen von ihnen alle
| häßlichen Krankheiten und bösen Verwünschungen des Körpers. 5
Die vor dir als Schuldbeladene sitzen, mögen als Schuldlose
aufstehen. Und Heilung werde diesen Seelen zu teil, die zum
Jordan hinabgestiegen sind und die Taufe empfangen haben.
Und das Leben ist siegreich.
Diese vier siegelnden *) Gebete „Als man gewährte", „ Unihunden
und gesiegelt" , „Durch den Schatz des Lebens" und das große
„Unibunden und gesiegelt" lies mit voller Stimme über die Seelen,
| die du taufest, nachdem du ihnen Pihtä und Mambühä gereicht. 10
über (mehrere) Seelen, die du taufst, lies wie geschrieben steht, wenn
es eine Seele ist, sage „diese Seele des NN". Dann sollen sie
aufstehn, und lies „Ihr seid aufgerichtet" .
XXIX.
Im Namen des Lebens.
Ihr seid aufgerichtet und gefestigt an dem Orte, an dem
1) Siehe oben, p. 40 1 .
46 I. Das Qolastö. 17, 14—24
Katrin wn»^ rpnai «n«oty^ pbwn N-iinjn mwo »wa
paw N"m pöwprvn sninjNa osnsn prvNUNsa wiowpibi
N D
5 a o timtn Tina iKb^jsn» "in»« io-ip kdkh
XXX.
jKöwp nsoV p^Dsi jsbiw Nmwa rrns
jwp&w ND^aa sa«^ »nrPB N^a«njn nds
io wby -isaiN wann man fiama N\ra jsam«
die Guten zwischen Mänäs des Lichtes gefestigt werden. Diese
Seelen, die zum Jordan hinabgestiegen sind und die Taufe emp-
fangen haben, sowie die (Seelen) unserer Eltern, Lehrer, Brüder
und Schwestern, die aus ihrem Körper geschieden sind und die
noch in ihrem Körper weilen, ihr sollt dort im Lichte gefestigt
werden J ).
Und das Leben ist siegreich.
5 Hier lies „ Was lud dein Vater mit dir getan, o Seele".
XXX.
Im Namen des Lebens.
„Was hat dein Vater mit dir getan, o Seele,
am großen Tage, an dem du gefestigt 2 } wurdest? - ' —
„Er führte mich in den Jordan hinab und pflanzte mich da auf,
dann führte er mich zu seinem Ufer empor und stellte
mich hin.
Er bereitete Pihtä und reichte es mir,
sprach die Lobpreisung über den Kelch und gab mir zu
trinken.
li) Er setzte mich zwischen seine Knie
und sprach den Namen des gewaltigen (Lebens) über mich.
1) Vgl. auch St. LXV. Der Anfang des Stückes findet sich auch GR
108, 20 f.
2) E-sp „festigen" steht oft auf einer Stufe mit „taufen" («a»), siehe
die Einleitung.
17, 24—18, 2 I. Das Qolastä. 47
jNotfsi nbspn isis jkönp K-irca nun
NDN Küttf'J K^Kil 1N3DV pn n^Np^ JKDtWfl INlüf
rvao K"n iva 1 ? nNoty^i rvbpw Di-iob wk
itdbw »*nw»ol wn rvnsi ivbs^Nbi N-nuS ivp^D 5
jNowp fiD^b p^DNi jNbn^ s:mwa rvn«
JWpttM NDND2 K3NP NDH^D N^aNPim NDS
wby indin N^nn oian fiD-nn «w )»anw
|Noty«i abttpz in-i* ]Nosp *nun [18] NUK 10
sriN nüeu nVsh fNany p nbsp:> jköjpki fN-is
Er erschütterte den Berg und J ),
er schrie mit voller Stimme und ließ mich hören.
Er schrie und ließ mich hören mit voller Stimme :
„Wenn Kraft in dir ist, Seele, so komm".
„Steige ich auf den Berg, so stürze ich ab
und verschwinde wieder aus der Welt".
Ich erhob meine Augen zur Höhe,
mit meiner Seele hoffte ich nach dem Hause des Lebens.
Ich stieg auf den Berg und stürzte nicht ab, 5
sondern gelangte hin und fand mein eigenes Leben.
„Was hat dein Vater mit dir getan, o Seele,
am großen Tage, an dem du gefestigt wurdest?" —
„Er führte mich in den Jordan hinab und pflanzte mich da auf,
dann führte er mich zu seinem Ufer empor und stellte
mich hin.
Er bereitete Pihtä und reichte es mir,
sprach die Lobpreisung über den Kelch und gab mir zu
trinken.
Er setzte mich zwischen seine Knie
und sprach den Namen des gewaltigen (Lebens) über mich.
Er erschütterte das Feuer und , 10
er schrie mit voller Stimme und ließ mich hören.
Er schrie und ließ mich hören mit voller Stimme:
„Wenn Kraft in dir ist, Seele, so komm".
1) Ein Yerb mit Suffix 1. sing, bat hier jedenfalls gestanden, aber yggngp
paßt nicht.
48 I. Das Qolastä. - 18, 2—13
Nobs jo ryioy -inende bit^ay Nim bwy
jtsd N"n rrab nNotym rpbpw onoV wjw
rvaiwi wbnmoi N»n jvnw rvb^aNbi Nim irbry
ftanüK^pnyl «ai kov kök^ ton "|NbiN3N irwo
5 ]swsp risob p^dni jNbrvttf »mwa n\"iN
jn^ni ndnd:i n^nl^ Nnirs N'baNnjn nhd
wby -indin wann dwi na-na «wa jNaniN
jne^ni ftbapa int* jwoNp »oN^a nun
ndn noemj nVnh -jNariy pn iibNpa jNöttfNi iimr
»o wobN )ü qiDjr -iN^Nany Nauy Nowa bwy
ivao N"n ivab nNotyji ivbpw onob w^n
nw» »NttfBNJi N"n rwiKi rpa^Nbi nöwS rvbry
„Gehe ich durch das Feuer, so verbrühe ich
und verschwinde wieder aus der Welt".
Ich erhob nieine Augen zur Höhe,
mit meiner Seele hoffte ich nach dem Hause des Lebens.
Ich ging durch das Feuer und verbrühte nicht,
sondern gelangte hin und fand mein eigenes Leben.
„Was hat dein Vater mit dir getan, o Seele,
am großen Tage, an dem du gefestigt wurdest?"' —
5 „Er führte mich in den Jordan hinab und pflanzte mich da auf,
dann führte er mich zu seinem Ufer empor und stellte
mich hin.
Er bereitete Pihtä und reichte es mir,
sprach die Lobpreisung über den Kelch und gab mir zu
trinken.
Er setzte mich zwischen seine Knie
und sprach den Namen des gewaltigen (Lebens) über mich.
Er erschütterte das Meer und ,
er schrie mit voller Stimme und ließ mich hören.
Er schrie und ließ mich hören mit voller Stimme:
„Wenn Kraft in dir ist, Seele, so komm".
10 „Gehe ich in das Meer, so ertrinke ich
und verschwinde wieder aus der Welt".
Ich erhob meine Augen zur Höhe,
mit meiner Seele hoffte ich nach dem Hause des Lebens.
Ich ging in das Meer und ertrank nicht,
sondern gelangte hin und fand mein eigenes Leben.
18, 13—23 I. Das Qolastä. 49
pm N»fli Nöb« OjnNnb nw? N"n »»n j"yi N»n py
s d
»n»tt©i5 -üfa«! »msiii »^«ni ymn in «rvüsatfi «m-n 'pwtfi (a)
xntt^: mfffifi srewa awa hüs yn nsn an^«^ w n^w =b *mp
xttnimn «-oan b^napi xiusyi »n-wb rwan angäbe -a ■jabsi 5
kä3 mti«^ tcs^y K^-ann (b) . »tt^a T»a« ixb^xna in«« tn-in
xmnitf ran "ja^a* ^»ttb^tBi "winsys "jais -i«w«i (c) . vrbtvio owenm
«•»tarn torm (d) . »s^an ^i^n^m «aai nnwa-üsan »arwi
b-aspn aonnis awiöatfi wnap ■psbyi wikisk foby a«ta «vrnn
israrn (e) .«yrwfl »B^sb rpsoan »rnan «sx «TüiKm fcwwn 10
wn "ja sb^bs n«tt*n «wm 13 ^a D^ön a^n »laKTöttn »wa tf^p
Leben, 0, Leben, das Leben siegte über diese "Welt, das
Leben ist siegreich.
(a) Dies ist der Hymnus von der Taufe. Trage die Hymnen 2 )
recht vor. An der Stelle, wo es heißt „Seelen", lies wie geschrieben
steht. Wenn die Seele Einer ist, sage „zwischen den Mänäs des
Lichtes, die Seele \ des N, Sohnes der N, der zum Jordan hinabstieg, 5
getauft wurde und das reine Zeichen annahm 11 . Trage vor „Was
hat dein Vater mit dir getan, Seele".
(b) Sage das Lied über den Jordan „ Wie schön sind die Pflanzen"
(= LXXXI1I), (c) „Recht taufte mich mein Täufer" (= LXXXIV),
„Silmai taufte uns mit der Taufe" (= LXXXV), „Der Jordan,
in dem wir getauft wurden" (LXXXVI), „Ich freue mich meiner
Jünger" (LXXXVII). (d) Trage auch andere Hymnen vor: „Drin-
gend ermahne ich euch" {LXXXV III), „Euch rufe ich zu und
erJcläre ich, Männer, die \ das Zeichen angenommen haben" 10
{LXXXIX), „Ein Jimger bin ich, ein neuer, der ich zum Ufer
des Jordans ging" (= XC).
(e) Alsdann lies „Gesegnet und gepriesen sei das Leben" des
Sunt bar Nu (= LXXI). An der Stelle, wo es heißt „Ein Kranz
vom Weinstock Rivaz 3 ) wird auf dem Haupte dieser Seelen auf-
gerichtet werden, die zum Jordan hinabstiegen und getauft wurden,
1) Text t&w&.
2) Ich ziehe s-rs-i vor. Die Mahnung gilt auch für die anderen Hymnen,
denn das folgende Zitat ist aus St. XXIX.
3) Das Zitat zeigt einige Abweichungen von dem Wortlaut des ange-
führten Stückes.
Abhandlungen d. K. Ges. d. Wiss. zu Göttingen. Phil.-hist. Kl. N. F. Bd. 17, i. 4
50 I- Das Qolastä. 18, 23—33
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die dwrc7i diese Taw/e hervorgerufen, gefestigt und gezeichnet wurden,
soivie die unserer Väter, Lehrer, Brüder und Schwestern, die aus
ihrem Körper geschieden sind und die noch in ihrem Körper weilen".
Wenn die Seele, die du taufest, Einer ist, so sage „der Seele des
NN, der zum Jordan hinabstieg und getauft wurde" bis zu Ende.
Lies „Gut ist der Gute für den Guten"' (= LXX1I) bis zu Ende.
5 Sprich eine Bitte aus \ und bete 1 ), über Seelen, die du taufest,
sprich „diesen Seelen, die zum Jordan hinabstiegen, getauft wurden
und das reine Zeichen annahmen". Wenn die Seele Einer ist, sage
„der Seele des NN, der zum Jordan hinabstieg, getauft wurde und
das reine Zeichen annahm". Gieb von Anfang bis Ende acht, daß
du {die Gebete für) die ganze Taufe sorgsam, bedächtig und kundig
vortragest. Bann reiche ihnen zum zweiten Male Kustä 2 ).
10 (f) Sprich: „Kustä heile euch. Ihr Uthras, meine Brüder, \ stellet
die Verbindung mit dem Leben her 3 ), wie die Uthras sie in ihren
Skinäs herstellen. Ihr Uthras, meine Brüder, angenehm ist euer
Duft, und euer Inneres ist ganz voll Glanz". Sie sollen dann
sprechen „Suche und finde, sprich und werde erhört 1 ' und ihnen die
Hand Jcüssen 4 ).
1) D. h. verrichte x"wnc.
2) In diesem Stücke ist vorher nicht gesagt, daß er ihnen Kustä reiche,
doch siehe oben p. 40, 6.
3) Es ist eine Ansprache, also kann tfA nicht Perf. 3. pl. sein. t\tö
ist Imperativ; rsV-: steht Lond. Rolle A, Z. 517.
4) Sollen die Täuflinge sich gegenseitig die Hand küssen? Die Anwei-
sung findet sich auch Oxf. Rolle F, Z. 317 ff., 1015 ff. Dort küssen die Priester
sich gegenseitig die Hand.
19, 1—9 I. Das Qolasta. 51
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awi s-i:xe paa^arn pa"»«oss: pax-p pal iftw paainaa
Wenn die Seelen, die du taufest, Frauen sind, auch wenn die
Seele Eine ist, so reiche ihnen Kustä und sprich zu ihnen: „Kustä
heile dich and festige dich. Deine Kustä sei dein Zeuge und dein
Almosen sei dein Geleiter". Sie sollen dann sprechen: „Suche und
finde, sprich und werde erhört u und ihnen die Hand küssen.
Alsdann sprich zu ihnen: (g) „Eure Kustä sei euer Zeuge
und euer Almosen sei euer Geleiter, euer Gebet | und eure Lobprei- 5
sung bringe euch Gnade. Im Namen des großen Lebens. Wir x )
führten die Güte des großen {Lebens) aus und brachten deine
Barmherzigkeit 2 ) von Anfang bis Ende in Ordnung. Wir schufen
den großen Jordan lebenden Wassers und die 360 Jordane, in
denen Hibil-Ziwä getauft wurde. Dieser sprach:] „Warnet, erlöset,
errettet und behütet diese Seelen, die zum Jordan hinabstiegen, ge-
tauft wurden und das reine Zeichen annahmen, vor | Ehebruch, 10
Diebstahl, böser Zauberei, davor, zu den Götzentempeln zu gehen,
die Götzentempel zu verehren und von den Götzentempeln zu essen.
Von dem, ivas ein Löwe, Wolf tötet, und vom Kranken*) und Ver-
1) Es sind höhere Wesen, die hier sprechen.
2) iia bezieht sich wohl auch auf s-a" ; ein Wechsel in der Person, wie
er auch sonst nicht selten ist.
3) Vielleicht gehört dieses sc-; zu naowa sc--- , siehe Joh., S. 33 3 . In
den Stamm öia ist vieles hineingeraten, siehe Lew, Neuhebr. Wörterb. 1,
p. 312 f. und Joh., a.a.O. — GR, 18, 3 heißt es sr-jos-xis KrWMenrri n"jt yißtwb
KatttcankVi. Danach könnte so-; bzw. so-s; den Sinn von srjsa haben und „dick-
leibig, trächtig" bedeuten, vgl. Levy, a. a. 0. s. Dia V, VI.
4*
52 I- Das Qolastä. 19, 10—18
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^rnn? paara» Bütna a^iwiap ve*n •paawa ampi ©ans firiawo
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aast: sau ^npn awi 15 na oitn a^n »"»astötti wona x^ipi
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endeten esset nicht, sondern taufet und reiniget euch, damit Mandä
dHaije euch ein Helfer sei und eure Taufe volle Geltung habe".
(h) Alsdann verrichte Bitte und Gebet für dich und sprich:
(i) „Im Namen des Lebens. Ich verehre das erste Leben, preise meinen
Herrn Mandä dHaije und jenes große Antlitz der Ehre, das aus
sich selbst ausgeschieden ist". Dann lies: „Gepriesen sei das erste
5 Leben" (= LVIII), „Kustä heile euch", „Ihr ivurdet aufgerichtet \ und
gefestigt" (=■ LXV), wende deinen Olivenstab nach deiner Hechten
hin und sag es zu Ende. Dann wende ihn nach deiner IÄnlcen
hin und lies „Gesegnet und gepriesen sei das Leben" des Sum bar
Nu (= LXXI). Setze dich und lies „Gut ist der Gute für den
Guten" (= LXXII), knie nieder l ) und gieß aus bei „ein Erlasser
der Sünden" — unsere Vorfahren und die Seelen der Mandäer,
Priester, Bischöfe, Schatzmeister 2 ), Häupter, Patriarchen und
Häupter des Zeitalters 3 ) — ein Erlasser der Sünden. Dann stelle
10 dich auf die Füße, trage | Pihtä und Mambühä hin, lies die acht
Gebete des Pihtä über das Pihtä und die beiden Gebete des Mam-
bühä über das Mambüha, taufe dein Pihtä mit dem Mambühä, lies
„Das Leben sprach und schuf" (= LV) über dein Pandäma,
schiebe dies bei Seite, iß dein Pihtä, trink dein Mambühä, trink
eine „Spülung" 4 ), trag eine ziveite Spülung heran und lies „Das
1) Das zweite a*M ist wohl eine irrtümliche "Wiederholung des ersten.
2) Oder bedeutet k-nt:-j Kenner des Ginzä, des religiösen Hauptwerkes
der Mandäer?
3) Diese Aufzählung findet sich in dem Stücke nicht.
4) Siehe die Einleitung.
19, 13—26 I. Das Qolastä. 53
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"Wfcsn KroTfi p^bko rhnab arm *iarrn wim firmank*a
sripi nrxcn »r»b>iD« ^anb^y &ma »aiür» tfbai ^napi »n-jsn
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KTainm kwi b-oxpi arnsssn BOTttPfc rrnai anaaur: pxnbi -n«»
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x ikaari -ispixi t^^x^xb taibasi bw»m tü^e:i tti *mp
XXXI.
Njpsn ntin-iV N-nrui P^nd fi-inNb nvt 10
Ze&erc wurde voll" (= Z7X) wwd „Das Leben ruht unter seinen
Freunden" (== LX). Wirf deinen Weihrauch hin bei „der Glanz
steigt an seinen Ort empor" (= XXXI). An der Stelle, ivo es
heißt „er wird vergeben den Freunden des Namens der Kustä'' [sage]
„und diesen Seelen, die zum Jordan hinabstiegen, getauft ivurden
und das reine Zeichen annahmen. Das verzehrende Feuer wird
dich verzehren" und sag es zu Ende. Lies dann \ „Der Wohlduft 5
wird an seinen Ort emporsteigen" (= LVII). An der Stelle, wo
es heißt „den Freunden des Namens der Kustä" sprich „und diesen
Seelen, die zum Jordan hinabstiegen, getauft wurden und das reine
Zeichen annahmen. Und das Leben ist siegreich".
Alsdann gieße unter deinen Olivenstab, lies „Gut ist der Gute
für den Guten u , verrichte Bitte und Gebet für dich, reiche Kustä
dem Sgandä, und wenn er hinabsteigt, lies „Mit reichem Glanz
bin ich getauft" (= LXIII), schiebe dein Pandämä bei Seite und
ehre deine Krone 1 ).
XXXI.
Der Glanz steigt an seinen Ort empor, 10
das Licht zur glänzenden Wohnung.
1) Hinter -s;sr ^xpix heißt es in der Oxf. Rolle F, Z. 346 : fiimra noalVi
^aMfta&n -fsa-sV narsi Spwui -tuxn -jn-ok s-j^-3 IUokI ^xrax-r nj\n? rijnäo rrptfai
ry-ain -sä- -jx-cx wasis iittsi „Nimm sie in deine Rechte und küsse sie, lege
sie auf dein rechtes Auge und sprich »Kustä heile dich, meine Krone«, und
küsse sie. Lege sie dann auf dein linkes Auge und sprich >Kustä heile dich,
meine Meisterin« und küsse sie". Dasselbe ist auch Lond. Rolle A, 484 ff.
gesagt, wo statt -s=n „mein(e) Meister(in)" -«asm n-jsj „Hüter meiner Krone"
dasteht.
54 I- Das Qolastä. 19, 26—20, 3
5 »wn Nnsia iKntt'NONtyi iNnb^N 2 )NnVay ntij
N"N3NT3 pNDU «"H D^b pjNI pND'J N"!1 IVab N"!TT NiT"l
N-nNiai NTirm nipn3 »wj wnb jNJN^rviTi jnjndoid wirrö
pnbü by pN? K^ni ppNJwa p*nm N"n pöitwp sjpsn
io « c yn amas»^ wrv^fi »n^io ^r»n
*ro>«npmt\ ■«TOffi •vsixü k^otim ^an M^rfi "jin^fiiwa (a) [20]
mam wrrab »i^t bwn nrnn xn^asKtt yn ^r»n (b) . «voan
Am Tage, da das Licht emporsteigt,
wird die Finsternis an ihren Ort zurückkehren.
Der Erlasser der Sünden, Vergehen, Torheiten, Strauche-
lungen nnd Irrungen wird den Freunden des Namens der Kustä
vergeben, sowie diesen Seelen, die zum Jordan hinabgestiegen
sind und die Taufe empfangen haben.
5 Das verzehrende Feuer wird dich verzehren,
und dein Dienst wird in den Wohnsitzen sein.
Der Duft des Lebens wird zum Hause des Lebens emporsteigen,
und auch wir werden zum Hause des Lebens emporsteigen, wir
werden siegreich sein. Unsere Stütze und unser Vertrauen
wird auf das Leben sein am Orte des Lichtes und in der glän-
zenden Wohnung.
Das Leben steht fest, es ist aufgerichtet in seiner Skinä,
das Leben ist siegreich über alle Werke.
10 Dies ist die „Lösung" des Weihrauchs hei der Taufe.
(a) Im Namen des großen Lebens leuchte mir mein Sinn, mein
Wissen und meine Kenntnis mir N, Sohn der N, durch diese Er-
mahnungen für die Taufe, die aus der Handschrift der „Großen
Quelle* abgeschrieben sind.
(b) Dies ist die Taufe, mit der Hibü-Zlwä Adam, den ersten
Mann, taufte, als der reine MänöZ in ihm zu atmen anfing und
1) Text i-Vp-sttr: . 2) Text ^tutest.
20, 3—12 I- Das Qolasta. 55
-ibraai bsis jr^m rv*m ospi »io»i k:ke noamany na »•wttiKp
axp i«T^m (c) . rn mob nipb^o «pt binw sb^nn s:x dk-is
sp s ,sp oan« n= »ain«^ ss^b »isoan sounnb snittJ lusabn «t»t b^mn
osra bs^ wnw* sb^bD «i^t owi s»ns *y»T b^rrn nr^ip mfifi
»MH jkw nx ■ja'W muto? RbHJam «m^b ospi asnab ab^ba 5
«Wo «rfi *h:sbi »Vwwi n^o» saTwb n«i«i osn «bi«no
by Ktmamtp ffiofi« wwrfi «wi«» xnpi aap ^«r>«m "pin* a-nnwb
s-vina mn:i m naifcob «wp a^n anpn n^tt^o yanm aa.xn
»mp taittbn attan ^o»a« fsim »wn ab^ba by ^np BnMttffi
iOs^aaBb fcnapyi antsnoi KW «on awan *i*O0 Sutttfi anp^ morfi io
er sich erhöh, nieste und nach dem Leben fragte 1 ). Adam sprach:
»Ich gelangte durch die Kraft Hibil-Znväs zum Ziele 11 2 ).
(c) Alsdann erhob sich Hibil-Ziwä, beJdeidete sich mit den sieben
Gewändern und ging zum Ufer des Jordans. Während Adam das
Feuerbecken vor Hibil-Znvä hinstellte, wand Hibil-Ziwä den Kranz
für den Olivenstab, wand \ den Kranz für Adam, trat an den Jor- 5
dan, sang über ihn das Lied „Erhöre mich, mein Vater, erhöre
mich" (= LXXX), »denn mit der Kraft meines Vaters Jäicar
ging ich zum Jordan, und mit der Kraft des Mandä dHaije wurde
der Kranz den Uthras aufgerichtet".
Alsdann erhob er sich, las „Im Namen jenes ersten Mannes"
(= 1) über die Krone und legte sie sich aufs Haupt. Bann las
er »Das Leben schuf Jäwar-Znvä" (= III), „Es leuchtete das
Licht« (= V) und „Mandä schuf mich" (= XIX) über den Myr-
tenkranz und legte ihn an die Seite der Krone 3 ). Dann faßte er
ein Ende \ der Stola, las „Mächtig und groß ward das große My- 10
sterium des Glanzes, des Lichtes und der Herrlichkeit" (= VIT)
über das Pandämä und legte es sich um den Mund. Dann las
1) Die Stelle ist'von GR 241, 15 ff. abhängig. Kaum tan «wi „lebte und
hustete" (hva) zu lesen. Der Zug, daß Adam, als der Lebensgeist in ihn
einkehrte, nieste, ist auch in die arabischen Schöpfungsgeschichten eingedrun-
gen, vgl. T abari, Annales I, p. 92 f., Ibn el-Athir, Chronicon, p. 21 m.
2) Sonst steht v-h pho in diesem Sinne. GR 72, 1 5 steht unia «ni rrafe,
wofür eine Handschrift r"3 a—; hat.
3) In den Handschriften Paris X und B. Mus. Add. Ms. 23602A fährt
der Text weiter in der 3. sing, fort als Schilderung der Taufe, die Hibil-Ziwä
bei Adam vornahm. Die anderen Handschriften schwenken unter Einwirkung
der sonstigen Anweisungen an den Priester zur 2. sing. m. ab.
56 I- Das Qolastä. 20, 12—20
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x-abx mao« aoTw 1 * xnpi MbKTMa taawbi xtsbx: *ma r^naa na *ni in
sw^nb «tt3» nwi mn* naraip Kiütfiaan KiVr» na^ai »roi-ib
5 »roiTi tfaansrab »i^wxp Mau nwpi ioaiiua &npi »aYia'o fitstttfi
xrmattb aosn xb^bD nbjoa-i ffYfftt»a »«a^ban ma jood no na^in
fcoaa^r «nabn anams nabn nan xüso ^oa> »ipi KbaTaaaa n^abin
söTWö wn abtio »nran* 1 ! Kffii a-naa a:a »wa *npi »a^ara
*rcn "issr»m a^n^n no o'WPb »npi nE*mpbi nb»Eöbi na^ax-»}
io rvwai »irra n^saa wanjpvi ab^n nanan ikü bis nbn»tt»i aa&ray
er „ TTie lieblich der Duft"- (= VIII) und stellte {die Räucher-
pfanne) vor sich hin. Dann las er „ Wir bekannten"- (= LXXV),
„Lobpreisungen" (= LXXVI), „Dich" (LXXVII), „Ich wollte die
Augen hochheben" (= XXX V), „Beim Hochheben der Augen" (=
IX), „Am Tage, da sie Säm-Smir den Jordan gewährten" (= X),
„Ich verehrte und pries jenen Jäiuar- Zlivä" (= XI) „Ich bin
Jür. . . Ich glänzte in reichem Glänze" (== XII). Dann faßte er
die Kopf binde an und las „Ich ging zum Jordan hin" (= XIII)
bis zu der Stelle, wo es heißt „sie stärkten mir die Glieder meines
Körpers. Ich steige hinab". Dann stieg er bis zu einem Viertel
5 | seiner Beine in den Jordan hinab und las „Im Namen Jös-
mlrs, des ersten Weinstocks" (= XIV) über den Olivenstab. An
der Stelle, %vo es heißt „bedeckt mit Glanz, bekleidet mit Licht"
legte er den Myrtenkranz um den Olivenstab und bekleidete diesen
mit der Kopfbinde. Dann las er „Gebunden sei das Meer" (=
XV) und zeichnete dreimal drei Figuren im Jordan 1 ). Dann
las er „Ich biti ein vollkommenes Gimrä (= XVI) und „Zitternd,
erzitternd eilet fort" (= XVII) und goß Wasser in den Jordan
rechts, links und vor sich 2 ). Dann las er „Pirjawis" (== XVIII)
10 iv ie es geschrieben steht. Alsdann trug er \ ein Lied vor und sprach
zu ihm: „Ein jeder, der die Kraft in sich fühlt und dessen Seele
es liebt, komme, steige zum Jordan hinab, lasse sich taufen, nehme
\) Wahrscheinlich um die Bindung des Meeres zu veranschaulichen.
2) Die Handschriften weichen hier stärker von einander ah. i6fM und
die Nebenformen scheinen mir zu nVt, hm zu gehören. Dies wurde auch sonst
mit Vtx zusammengeworfen, siehe zu Qol 44, 12. Zur Sache vgl. Peterm. II,
p. 4G2 uut. In Paris X steht noch ftttKTip p «i'pkiVi tPirraöV V rn NTK ' 1 »und
scheuchte die Dämonen und Dews vor sich fort". Hier gehört wohl ntk zu
die Worte beziehen sich auf den Inhalt von St. XVII.
•20, 20—30 I. Das Qolastä. 57
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nabn »äboi »Twb ds^K nrwi »twi **rbb2 Fwna f^rwi
BWS rbmso rteBflaob fiwtoOÄi nrttBrn fiwVi JrirttöÄ xrwiBTöB
«■flffwn «n»3n rnao-m Btti&wnw nabn ftwitn »Mnanb nb-n
1&np BttÄtfc xosi vfrteb xnpn awa vnsttn »nabn npwsi &o*rwa 5
nra btjeis öBMösn KnM'o&o w«nBftB nb* nsDixT rncnn fibsanm
Kangpa WTtw "pa »"'tt s^d:i rna&mpb npoai aoaiwa boib6» -pa
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fviff+b Bny B»na Bwram bis xn&OBnx nsbn nb? soiao bo^ie-h
Brauns extbbi KaTwa nb* nBWiBH ÄtttfToitö Titfn nby nSDIXl
f7as reine Zeichen an, siehe Gewänder des Glanzes an und lege
sich prangende Kränze auf das Haupt". Adam stieg dann in
den Jordan hinab und tauchte dreimal hinter ihm unter. Dann
faßte er ihn bei der Beeiden, führte ihn nach der linken Seite hin
und setzte ihn zwischen sich und den Olivenstab. Er tauchte ihn
dreimal unter, zeichnete ihn dreimal \ im Jordan und gab ihm drei 5
Handvoll Wasser zu trinken. Er las über den Myrtenkranz
„Mandä schuf mich a (= XIX) und legte ihn ihn auf das Haupt.
Dann sprach er über ihn verborgene Namen 1 ), reichte ihm Kustä
über dem Olivenstab und führte ihn vor sich empor. Bann nahm
er Wasser aus dem Jordan in die Flasche und sprach das Lied
„An der Spitze des Wassers zog ich aus" (= LXXXI1) und „Ge-
segnet seiest du, äußere Pforte" (= XX). Ferner las er „Aus
dem Jordan stieg ich empor" (= XXI), stieg dann aus dem Jor-
dan tind sprach es zu Ende. Er trug dann Ol herbei und las über
das Öl „ Wir bekannten" (= XXII), „Du bist \ das kostbare Öl" 10
(= XXIII) und „Du erhieltest Bestand, erstes Leben" (= XXIV),
zeichnete ihn dreimal, bestrich ihn dreimal 2 ), bei jedem Zeichen
legte er ihm die Hemd auf das Haupt und sprach über ihn jene
Namen, die er im Jordan über ihn gesprochen hatte. Er reichte
1) Nach Paris X „sieben verborgene Namen".
2) Zu x":k inbezug auf die Ölung siehe p. 35 3 . Nach der vorliegenden
Stelle sieht es aus, als ob außer der Zeichnung mit Ol noch eine Bestreichung
stattfände, während sonst mit k"hk eben die Ölung gemeint ist. In der Lond.
Rolle A, 613, 643, 720 steht in derselben Wendung ni-x-ik. Die Schreibung
im Qol ist richtiger, denn es ist k^;~ün von einem Singular sr--;;s, siehe zu
dieser Bildung Nöld., p. 134. Dadurch daß s--s mit vn9 „Hand" zusammen-
geworfen wurde, ist der Text stark entstellt.
58 I. Das Qolastä. 20, 30-21, 11
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baasi srn^s nbasnsn xmn^s'ab amatts«n anaiaa pmani
»np nmiip narviai na^tt »wo tsxiasi anirn amaEatt nbaan?i
Nan rgii Htftj -pro a^ob wn kw attTW nbaany na ana"aanan
5 d^cki ^wki »otöti «-vwi wn ^Knyni Kirnni »-poan wrfi
Tu» isbnaaa ^natt »npi ■ptna» , '*pri»i •prs'nny *npi Dspi nby an*
-sas *\xm^ (d) kstw cnpui barnöi arbm«) ion^^ a^ai »'awa
fiwo'öttWT" san^i (f) KniasHtta ^was ^■ab^i (e) *^aas
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snp (i) KiTiK'H «ffüb rr^oKT" KtviKn xs« a-p-anam Ka^öKm
na mun wn k^ikidäi »wo Knpi iiaaoa a^a-rn k^kw •pribis
iKplKl «bsT:«a Kinn was «TOT: TO Knpi KaK-jb KaKta aaui 13
s >p 3Wr ^m «asn
ifem Kusfä, nahm Pihtä und Mambühä, las die acht Gebete des
Pihtä über das Pihtä und die beiden Gebete des Mambühä über
das Mambühä, reichte ihm das Pihtä und er aß, reichte ihm das
Mambühä und er trank, reichte ihm Kustä, setzte ihn vor sich und
las die siegelnden Gebete „Als man den Jordan lebenden Wassers
5 Säm Smir, dem großen Glänze \ des Lebens, gewährte" (= XXV),
„ Umbanden und gesiegelt" (= XXVI) , „Durch den Schatz des
Lebens" (= XXVII) und das große „Unibunden und gesiegelt"
(= XXVIII). Er legte die Hand auf ihn, stellte sich hin und
las „Ihr seid aufgerichtet und gefestigt" (= XXIX). Femer las
er „Was hat dein Vater mit dir getan, o Seele" (= XXX), „Wie
schön sind die Pflanzen, die der Jordan pflanzte und aufstellte"
(= LXXX1II), (d) „Recht taufte mich mein Täufer" (= LXXXIV),
(e) „8ibnai taufte uns mit der Taufe" (= LXXXV), (f) „Der
Jordan, in dem wir getauft wurden, wird für uns Zeuge sein"
(== LXXXV1) (g) und „Ich freue mich meiner Jünger und der
10 Näsöräer, | die auf meine Rede hörten" (= LXXXVII). (h) Er
sang das Lied „Dringend ermalme ich euch u (= LXXXV1II),
„Euch rufe ich zu und erkläre ich" (= LXXXIX), „Ein Jünger
bin ich, ein neuer, der ich zum Ufer des Jordans ging" (= XC).
(i) Er trug alle Lieder und Hymnen in ihrer Gesamtheit vor. Er
las „Gesegnet und gepriesen sei das Leben" des Sum bar Nu (=
LXX1) und „Gut ist der Gute für den Guten" (= LXXII). Er
las „Mit reichem Glanz bin ich getauft" (= LXIII), löste die
Kopfbinde und ehrte die Krone.
Und das Leben ist siegreich.
21, 12—25 I. Das Qolastä. 59
■jkjöbi «^n i»»» iwan k-pt b^n »maw» nata« i»r«m (j)
anai« biab a\wa fcratnap «an «n^ia jmdwi Kwn KTOria
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x — d paar a^m nba> pnnjia prvKTina p «"nni* pnbian rnwnbxa
(J) Ferner bestimmte Eibil-Zfwä und sprach: „Der Ansclirei
des Lebens, der Anschrei des Mandä d Hai je and der Ansclirei des
großen, ersten Wortes sei gegen jeden Priester, der ohne das Pan-
dämä die Taufe vollzieht, Ihn wird die Ader der großen Quelle
verfluchen, ihn verfluchen die TJthras Silmai und Nidbai, die Hüter
des Jordans, ihn verfluchen die Quelle \ und die Palme, Jökabar 5
wird ihm Krone und Zeichen wegnehmen und ihn zur Natur x ) des
Ortes der Finsternis hinabstürzen.
■ Hingegen wird vor einem jeden Näsöräer, der das Pandämä
umhält, während er die Taufe vollzieht, die Ader der großen Quelle
sich häufen, alles, ivas er tut, wird Bestand haben, alle Zufälle
werden von ihm fernbleiben, die Finsternis wird vor ihm zusam-
mengewickelt werden und sein Geivand bei uns verwahrt bleiben.
Wenn er noch in seinem Körper weilt, können die Sieben keine ->
Angst gegen ihn loslassen, | sondern hohe Kraft wird ihm gesandt 10
werden, (k) Wenn er aus seinem Körper scheidet, wird die Wolke
ihm entgegenkommen, die den TJthras entgegenkommt, die Angst
der Wachthäusler wird keine Gewalt über ihn haben, und er wird
an den Wachthäuslem nicht vorbeigehen 2 ), Äbathur wird ihn mit
seinem Glänze bekleiden, und alle TJthras werden von ihrem Lichte
über ihn legen 11 .
Und das Leben ist siegreich.
1) Vgl. Nöld., p. 136 2 .
2) isa^iA ist wahrscheinlich als Glosse zu k"t-:nV in den Text hinein-
geraten.
60 !• Das Qolastä. 21, 26—32
k-pt b^rn nn^i prsn s^bxb nxnxi amnsatti »nr^ pTSft (1)
wnn r.»irn ap-pT so-pnnb ao-isnn lÄtaem soamap annaa DiHtfb
faWi nawapy ia »■max-n *om*n wan laim kwd 'pran
■js^i p »^ÄTtttO^ a^n n-i^Ti «nan naiso Tna nn b^rn ^xn
5 n^-jn »3tid inairn irttwrwp* -q ioTaa-ri jtfvi p »o:*n n^sx:i
ä-okt in ^ram awfl xnxnn wv«n naob nasmniösn ansa
nbnnp^abi Jvna pinv: riby naiöatt xbn nb? «^»»m ao-j^bi
a o "psw swi
■j«th ^naib htfbtna i= «■•■pso quo in d*h» svw na^a mn (m)
(7) Dies ist die Verordnung *) für die Taufe, die auf diese Welt
gekommen ist. Hibü-Ziivä taufte mit ihr Adam, den ersten Mann,
und sie blieb durch die Generationen für die Männer von erprobter
Gerechtigkeit verwahrt.
Diese Verordnung ivar niedergeschrieben in der Handschrift
der „Großen Quelle" des Eämöiä, Sohnes der Eqaimath. Sie
schrieb hier Baian Hibil, Sohn des Brikh-Jäwar ab. Dann säte er
sie aus unter hundert Näsöräer aus der \ eigenen Handschrift, die
er aus der Handschrift des liämöiä, Sohnes der Eqaimath, abge-
schrieben hatte, die in der Ortschaft Tib 2 ) geschrieben war und sich
bei Haiünä, der Tochter des Jahiä, und Bainai, dem Sohne des
Zaläa, befand 3 ). Die daran festhalten — 4 ), wer nicht daran fest-
halten will, halte sich davon fern und nähre sich ihm nicht.
Und das Leben ist siegreich.
(m) Ferner sprach Jahiä Adam, Sohn des Säm-Säiöiä : Als die
Handschrift des liämöiä, Sohnes der Eqaimath, die sich bei Haiönä,
1) Das Ritual für die Taufe wird bier n---^ genannt. ki:p» bedeutet
eigentlicb Grenze, vgl. Joh., S. 102. Aucb das syrische hoo-t bat den Sinn
„Verordnung" angenommen, vgl. Patne-Smith, 4420 f. k*wö findet sieb in
demselben Sinne aucb I'ar. Diwan, Z. 60, 118.
2) Nach Jacut, Gcogr. Wörterbuch III, p. 566 ein Städtchen zwischen
Wäsit und Chüzistän mit nabatäisch spreebender nabatäiseber Bevölkerung.
Diese soll angeblich nur in vorislamiscber Zeit „sabiscb" gewesen, naebber
zum Islam übergetreten sein. Die Gründung wird auf Seth, d. b. Situ, zurück-
geführt. Jacut weiß von Tib allerband Wunderdinge zu erzählen.
3) norwuM gehört zu ro». Die Lesung ruaytrmrt in einigen Handschriften
ist durch 61,1 beeinflußt.
4) Der Nachsatz, etwa „der nehme sie", ist ausgelassen, eine rhetorische
Ellipse.
21, 32—34 I. Das Qolastä. 61
■»«wen nwrwfl »wna »:v«n psib wöDirrtfi n»tti«py *n ^Taani
DSWtt mrxttabi xa^nD rx^nn ■pian "td fimffWDl n-^:n sodkt -q
der Tochter des Jahiä, und Bainai, dem Sohne des Zalciä, befand,
mir in die Hände fiel, baute ich sie auf und ordnete sie, ivie die
ursprüngliche geschrieben icar, und änderte in ihr nichts.
Zweiter Teil.
Die Totenmesse.
XXXII. l )
n's "q 's N^nb *rtwn smos n^-i N"rn pn^oit^a [2s
ty n'-ikh Ki»pyi anirui nvh ksi sm-i insd bwan
im N»rn n-tjnö Nin fftn ruw N^soixp N"ni psrKöis
pj'n N"tf^ns prrn wwrtfp »«m pnwwya bw-isi aiy
5 n d »"PI paNtyoi
a o xnp^ox^b «laa^Ks oiaVi K->"ip snin xr«n
XXXIII.
pnwi« t^wi n-idn ps pnw» s"n pnw» wo wni Noit&>3
XXXII. J )
Im Namen des großen Lebens werde Heilung zu teil mir
NN.
Mächtig und groß ward das große Mysterium des Glanzes,
des Lichtes und der Herrlichkeit, das auf dem Munde des ersten
Lebens ruht. Aus ihm ist Mandä dHaije hervorgegangen, der
durch den Sinn des ersten Lebens erkannte und einsah, daß es
hervorragend ist.
Und gepriesen sei das Leben.
Lies dieses Gebet und fasse dein Pandämä 2 ) für die Toten-
messe an.
XXXIII.
Im Namen des Lebens.
Lebendes Wasser bist du, du bist aus einem hehren Orte
1) Das Stück ist identisch mit VII.
2) Siehe oben p. II 2 .
•22. 9—23 I. Das Qolastä. 63
piTJ N"i"l rV3 }0 N"H WO K'IVÖ pnWSKnttfy N"H rV3 JOI
jno'3i primae sobs wjai p-owa khbtcm pawoyi n^ni:
NneNi n^ks Piro pwai N^ni Nnnsa Nnnx jsbnyi
IsVi ittnNnp p p:Nont»i pnsoNi pjjotrNi pa wötibmoi
V^nb wo N"iDNn^y ndkindki piTN-wo N"rn nuno s
pVp'arupu Npisb wo Snb'ü n^nu owiip jo nb>»3 Vsnt^j
N'önNib pnNtyNaNtyi pnKbp'ni pn»^3Di pautm p^nunh
N^Np-ibi prraruMS jo pndji jsnwntfbi ^n« 1 ?! jnjn3nii
k d pur N«m pruwaiya m»n powap pwni prwnaKM 10
XXXIY.
tt&ta jo n^ntdu Ninsb p^NONiip K^jfi N"Noi«p N"n San
N-nruVi Np^nNn Nvrb NHNaiy prbö N'wVyi Nnm^ mirui
gekommen, hast dich aus dem Hause des Lebens ergossen. Wie
das lebende Wasser aus dem Hause des Lebens kommt, werden
die Guten kommen und Gutes erhalten. Doch die Bösen werden
gebrochen, und die Kinder der Welt werden beschämt werden.
Jene sprechen: „Es giebt für uns einen Ort am Orte des Le-
bens, an dem die suchen, finden, die sprechen, erhört werden.
So suchten wir denn und fanden, sprachen und wurden erhört
vor dir | Mandä dHaije, dem Herrn der Heilungen. Gleichwie 5
das Wasser sich zur Tibil ergießt, sinke der Böse vor dem
Guten nieder. Gleichwie das Wasser zur Erde fällt, mögen
den Freunden des Namens der Kustä ihre Sünden, Vergehen,
Torheiten, Strauchelungen und Irrungen erlassen werden, sowie
den Seelen dieses Aufstieges, auch unseren Eltern, Lehrern.
Brüdern und Schwestern, die aus ihrem Körper geschieden sind
und die noch | in ihrem Körper weilen". 10
Saget: Das Leben steht fest in seiner Skinä, das Leben
ist siegreich.
XXX IT.
Ja, für das erste Leben 1 ), vor dem niemand war, das fremde
aus den Lichtwelten, das erhabene, das über allen Werken
steht, den uralten Glanz, das große erste Licht, das Leben, das
aus dem Leben ward, die Kustä, die von je her am Anfange war.
1) Ist der Weihrauch, siehe die Schlußbemerkung und St. VIII.
64 I. Das Qolastä, 22, 23—23, 6
DSTip \Q Sini Nttt^D 1 ?! N"H )0 pPH K»Plbl NWölNp S21
Ssn nti^i wdnd nenh sp^nan Nnniyi N2S bsn atyna
n-i^d ynwi spTty s^isnoi N"rn n^j «"rtf ntjno pnuntv
jvNwn ban N»rn sidns »nwott^i wnrn NnNwa tpini
5 pnwjss p pss:i d^neh »»w»n»l nwbo kwnjni
««NüNni K3sa pnwo iNDno^ prronaKDa wowpibi
spNDD fibivbi N»rn ndinV^ ps'bnw *oin:i «asa p^ns^i
pnVo pswNby »wj sssn )o pj«i jNby pa dnd je pnsjN
kunöi rinn )o nsnb wbuNa s^sm pnbiDi n^spnd wmj;
io n^Sn dkMi «nNi nsnb [23] bnsNSNbi rpsosbi N«ni
stin^ksn^i snsbp^m NnsVDDi waism n^nunh wpjntf
N-iwibi sninji Ninsb rmrw ndp^dnö Nwrn «nNot^j Npou
s d N"n pa»tytti N:psn
«r*r,an K'np iKPÄim *m:b a-wi «rvnb *r-ip sttarftiö fwi
k d «np^caiai
Ja, für den Vater der Uthras, den alten, hohen, verbor-
genen, verwahrten.
Ja, für Jözataq Mandä dHaije, den Sprudel des Lebens, der
Schweigen zeigt und Hoffnung gewährt, der die Gebete der
Geister und Seelen am Orte des Lebens bewahrt.
5 Ja, für das Leben | der wahrhaften, gläubigen Männer, die
abgeschlossen haben und aus ihrem Körper geschieden sind und
die noch in ihrem Körper weilen. Vor ihnen mag das Tor der
Sünden geschlossen und ihnen das Tor des Lichtes geöffnet
werden. Mögen sie der Verbindung mit dem Leben teilhaftig
werden, für die es keine Trennung gibt. Betet ihr von dort
her für uns, und wir werden von hier für euch beten. Alle
Früchte gehen zu Ende und alle Düfte vergehen, doch nicht
10 der Duft des Mandä | dHaije, der nicht zu Ende geht und nicht
vergeht in allen Zeitaltern und aller Ewigkeit. Mögen die
Seelen dieses Aufstieges ohne Sünden, Vergehen, Verfehlungen,
Strauchelungen und Irrungen emporsteigen und den Lichtort
und die glänzende Wohnung schauen.
Und gepriesen sei das Leben.
Lies diesen Spruch über den Weihrauch und wirf ihn ins
Feuer. Alsdann lies die Gebete der Totenmesse.
•>3, 7—20 I. Das Qolastä. 65
XXXV.
nbiDi KinNb N"N-m wsind nwn Vapt^o rva N"rn Noit^a
KnoNi k^ke nana pKal nidn Nispin Nmnji nvt N"n
N"N&n ova ov p^nnvoi flWD wS'Ntyi s^nt^i <ftt*ö>
smn K»rn nijnb w-ino in^ö nj"N3 n:nh wvty ww^a
spnNb pwua i^int pbtfn srwvj ty Nioirsbi nsi k^dnj 5
s^nsi «nw w&b'* pN3ti> wsVyi n^öS üni^b prvsiin
wm K»ifi Newa trögia «H«aiyi »opnip N»n«b»i sj^i
ptonsui N^N^sni N2Nn prpN^o "indhd'j i*no n"«idw
n'tdn' s"n DNiip jNnun }»rnai \xrfow pND^n K-nrui Nasa
pnbiai isoNiip 3«jj NHjr pnbo NHNTiy pribiD N^INbyi 10
«UNO D^N 1 ? INONlip NW3NT WIIN'3 N'ö 3HN3 N'SDy
sm-wn nboi nino dnjni «"nunpi pnbiDi pjK wdn N»ni
XXXV.
Tm Namen des Lebens.
Ich wollte Augen, Schultern und Arme hochheben nach
dem Orte, der ganz Leben, Glanz, Licht und Herrlichkeit ist,
dem Orte, von dem man sucht und findet, man spricht und
wird erhört, man bittet und es wird gewährt, Tag für Tag,
Stunde für Stunde. Zu dieser Stunde richte ich an dich, mein
Herr Mandä d Hai je, eine inständige Bitte, | groß und nicht klein, 5
für diese Körper, die ihre Knie zur Erde beugten und ihre
Hände nach der Mitte und oben hin streckten l ). Sie verließen
die Abbilder, Bildwerke und Götterschreine aus Ton, die Götter
aus Klötzen und sonstige nichtige Werke und bezeugten den
Namen des großen, fremden Lebens : Vor ihnen werde das Tor o
der Sünden verschlossen und ihnen das Tor des Lichtes ge-
öffnet. Unsere Bitte, unser Gebet und unsere Unterwerfung
steige empcr vor das erhabene Leben, | das über allen Werken 10
steht. Alle Hände stahlen vor dir, und alle Lippen logen . .
2 ). Niemand ist sündenrein vor dir, Mandä dHaije.
1) Vgl. Peterm. II, p. 463, Z. 12 f.
2) kstws n-<3 paßt schlecht zu 3"hks. Die Stelle scheint verderbt zu
sein, obwohl die Worte auch Qol 54,20 stehen. „Sie täuschten" oder „ver-
leugneten das Wasser im Jordan" soll hier schwerlich gesagt sein. Noldeke's
Auffassung Gram., p. 402 unt. scheint mir nicht richtig. „Rein" von Wasser
heißt nicht k-ssst sondern wt, und die Lesung s's:st ist wohl die ursprüng-
liche. Sie ist, wie Nöldeke selbst hervorhebt, besser bezeugt als k--k=kt.
Abhandlungen d. K. Ges. d.Wiss. zu Göttingen. Phil.-hist. Kl. N.F. Bd. 17,i.
66 I. Das Qolastä. 23, 20—30
tnp'ttfi wiKaiyai jKrbmNb jtfnNb'DDai ^mnsb wöb» pa
n^Sk }*oim »PiTtt jiWBnKt^nN 1 ? ana-n s>obs pa*fl
*MN*nn p*Vwn is^h Kuana tt'ajtot« by pjbNBJNb b«D^o
5 iN-woa mso» dmn nkwjn N^ab pniVEi K»nb pnn am:
jo paVny njni Va^n jo pa pn»a« iNONUisa jwnrpKSi
njni kVksw Nt^iy m-nn wrontf ;o pa prtto» wwby «n's
paVny njsi N-iD^a p&wa pa prwttN N"tfby won» jö pa^ny
pat^NJi «»N-insa pa'J paawi WNEixp pa «upia powa
10 pawonsn wönmbi pD*»NonK-ibi paw^BM 1 ? aatsw pa
Wir sind Sklaven, die ganz Sünden, du bist der Herr, der ganz
Vergebung ist. Wenn du mit uns bist, wer wird uns besiegen,
wenn du uns freisprichst, wer wird uns verurteilen? Richte
uns nicht nach dem Gerichte der Welten, verachte uns nicht
wegen unserer Torheiten und mache uns nicht der Lügenwerke,
die die Welten und Äonen verüben, teilhaftig. Die Welten
stießen uns, doch wir fielen nicht. Zu Seiten deiner Kustä
5 hatten wir Vertrauen | gar sehr x ). Vertraue dem Leben ; willst
du den Menschen vertrauen? 2 ). Du sprachest mit deiner Rede
und befählest uns mit deinem Spruch: Betet ihr von der Tibil
her, und ich werde euch aus den oberen Früchten gewähren.
Betet ihr unterhalb des Rohres, des Sumpfes und der Fadheit 3 ),
und ich werde euch aus den oberen Höhen gewähren. Betet
ihr mit der Rechten des Fleisches, und ich werde euch mit
der Rechten der Kustä gewähren. Die Früheren suchten und
10 fanden, so werden auch die Späteren suchen und finden. | Suchet
und findet für euch selbst, für eure Freunde, für die Freunde
eurer Freunde und für die Freunde des großen Stammes des
1) Ich lese und verstehe die Worte jetzt anders, als ich es ZDMG LXI
(1907), p. 696, 19 ff. getan hahe. Die Mehrzahl der Handschriften hat hy
n-2:sjs, und es ist eher anzunehmen, daß ein Ahschreiher tra»»M '•>? zu dem
ihm verständlicheren N-a:s5s*5 machte als umgekehrt.
2) Sehr zweifelhaft. In -pTi und fhrna sind vielleicht Formen von ym
enthalten. Aher der ganze Satz scheint nicht hierher zu gehören.
3) Zu umn vgl. GawälikT's Älmuarrdb, p. 52 s. ^j^ Uü d Nöld.,
p. 60. wdw ist Jjlqx, das auch sonst zusammen mit „Rohr" genannt wird,
vgl. Low, Pflanzennamen, p. 343. Zu tan vgl. Gesenius, Handwörterbuch 1 *,
p. 886 b. Morg 259,9,5 steht r-hrr tbt-r parallel p— «m
23, 30—24, 12 I. I>as Qolastä. 67
NiüjorvjN 1 ? nsiV p w-i paw» **"r\i sa-i «aiw wonM-to
nbiai njdui irnru ftViai Kjiusm «nniy rtoi N3N dsjn
rvanKSi iwaWa nnsH 24 nh:mo fhvi «an sjaVyi k«pi
nwön^ lai «aityni «"Kirn kw«3 Hrurvna hhpwm wrcnya
IsVh in 1 ? jKDDyi sVp^ isVi isb ;w« isosupS arpup 5
KnNiNü«o nsbni növi tf"tfty «as^ wiaTai KniraBnn Nanu*
Nasa byi pba^nrvo fta*o n"Vnbhi waKwa fa'ü pwai wb'bi
■wsa»n s-iihji s-insa pbans*n N-pny sasa D"Np *rvny
jsnsym ^nsVaoi jsaism |«'«ü»n )tvttyv Sapa^rn
N"srvn s^naai spisi wp'jo»na awn )KntfttwaKtan 10
NnTwai waNwna inSi k"N3nt3 jK^öpNm jwo"i»m Nawrn
pawu'Ji N'aKto prsTJ N"ni nijnö isosiip wrDKPia isbi
*nn« jtfbnyi pttroi pnrra'j koSn K^ai jnawj s^ai
pba'nnw fa'ö N^Ntin patyso nro pwai K»nl Nin»a
Lebens. Eure Augen sollen sich nicht leer von mir umwenden.
Du bist der Vater, der ganz Uthras, die Säule, die ganz
Licht, der Weinstock, der ganz Leben, der große Baum, der
ganz Mandäs *) ist. Du kennst die Herzen, durchschaust die
Sinne, befühlst die Eingeweide in den unteren Abaddons 2 ) der
Finsternis. Wie die Sonne | sind sie vor dir ausgebreitet. Zu 5
dir sind unsere Augen emporgehoben, und dir spenden unsere
Lippen Lobpreis und Segen: sieben Stunden des Tages und in
den drei Vigilien der Nacht. Die bei ihm suchen, finden, denen,
die von ihm erbitten, wird es gewährt. Dem, der vor ver-
schlossenem Tore steht, wirst du das verschlossene Tor öffnen.
Am Orte des Lichtes wirst du von uns unsere Sünden, Ver-
gehen, Torheiten, Strauchelungen | und Irrungen wegwischen 10
und fortnehmen und in die Höllen der Erde und die unteren
Abaddons der Finsternis werfen. Erhebe uns und stelle uns auf
als Schuldlose, nicht als Schuldige, als Vollwertige, nicht als
Mangelhafte vor dir Mandä dHaije. Die Guten sollen es sehen
und Gutes finden, die Bösen sollen gebrochen und die Kinder
der Welt beschämt werden. Jene sollen sagen: es giebt für
uns einen Ort am Orte des Lebens, an dem die suchen, finden,
denen, die erbitten, gewährt wird. Wir bitten, daß du von deinem
1) Hier wohl noch in appellativischer Bedeutung gebraucht: Wissen,
yvwaig.
2) Hebräisches finas als Bezeichnung für die Unterwelt.
5*
(38 I. Das Qolastä. 24, 12—25
Nvn ndninSnio wwbjn n^niei ndnindn n^nVvi n^dn
KüiyiD wvn irnnssi »mru «nsbyi «ira k'vt N^sbyi
cN^snya NnNii»3öNa ivinpiöi an^yn snNi n^biMöi
5 P'SJ JirPNTDV Jtt N^HN^N irPIHNttl N'VNll NnPIND JTölKD
N^öiNpNb p mni ] ) N"ni finjn njyiei inei^ NiNtyöi hnoi^
N^b« id Npis sbyi wow «by iNwa rpini dnjk njdu
iwyi ansn s^Na wnDwb nuxb *tfrwva Nna*njn pn
io pNÜNTV INÖWa N"N3NT 13 p»p»Jl N*3*TNn 13 KfiKW31
nhidn mn'n n^nio k'»wh1 pnwiy waiooN N"ni nuno
pnwstya N^n poNWpi Nnp^DNo nikhi Kn«»^^ N"ni
s d paw K»m
Glänze, deinem Lichte und deinem Schmucke etwas auf uns legest.
Du bist der Arzt, der über den Ärzten, der Erheber, der über
den Erhebern, der Glanz, der über den Glanzwesen, das Licht,
das über den Lichtern steht. Du öffnest die Pforten der Kustä,
offenbarest die Geheimnisse der Weisheit und zeigest Wunder-
5 taten in Jerusalem 2 ). | Du sperrst die Dämonen und Dews ab
und stoßest die Götter von ihren Tempeln weg. Groß ist dein
Name, gepriesen dein Name. Du bist das Abbild des Lebens,
der du von je her warst. Du bist der Weinstock, der du im
Äther über dem Himmel und über der Erde warst. Als die
Welten entstanden und die Geschöpfe geschaffen wurden, tatest
du einen Griff an den Welten und Äonen und legtest einen
Weg an für die wahrhaften und gläubigen Männer zum Orte
10 des Lebens. Die Geister | und Seelen sitzen als Schuldige da
und werden als Schuldlose aufstehen. In deinem Namen Jö-
zataq Mandä dHaije, (die Hände der trefflichen Menschen zu
stützen) werde Heilung des Lebens den Seelen dieses Aufstieges
zu teil.
Das Leben steht fest in seiner Sklnä, das Leben ist sieg-
reich.
1) Im Texte k"h.
2) Das Wirken des Erlösers in Jerusalem, gewöhnlich ist es Anös, wird
GR 29, 4 ff.; 52, 24 ff.; Joh., S. 243 geschildert.
24, 27-*25, G I- Das Qolasta. 69
xrp^oxttb ]aa7 &6Y8 JOTanms isar &6TM laata biDb »nin aran
aEXiitfsb rvnap 6 ! nanxax xnpioaEbn ?n ania« bisbi annasswsb'i
faVn fsbri iKrrcwoitfi pr« «va «ni-n «ttsiaisi xmni ariai
sb^boi «maTasran »nfVB «"»iäwi kt» bitpiD^a n^an sorx baprarai
xrEXDa fe^asn osnriaa xwicn »tts-uns K"npi «npiox'ob *«n»n 5
x anp^otfE ypipn »■»Da'Tflri as^n ns xd;x i? »n'nKä'n
XXXVI.
njiko isn 1 ? NJNastföi Kj^asnst^ »jt:i»d »»rn »öwa [25]
»'jp jican n'dVn »twii ptwn »own »inl »*»oi»p wpita Nan
jo mab »ni»s hb^riK Kinski fi-nnbwa flws»y* »ruwa
»rw»o oin nasa-n ftamnl »wwp »*o»a »an njne isn 10
«rv»üiNp »rvo»a »<na»i »nswj i«nb »a»a«^oi Kjsasns^
Dieses Gebet eignet sich für alles Gute. Das eine Mal eignet
es sich für eine Fürbitte, das andere Mal für die Totenmesse und
die Taufe, auch für jede Heilung. Bei der Totenmesse, nachdem
du über das Pandämä , über das Wasser des Gebetes l ) und den
Spruch über den Weihrauch gelesen, bete „Wir bekannten" (=
LXXV), „Lobpreisungen 11 (= LXXVI), „Dich (Leben)" (=
LXXVII), „Beim Hochheben der Äugen" (= IX) und „Ich
wollte die Augen hochheben" (= XXXV), bereite dann das Pihtä
und Mambühä und den Kranz und lege sie für die Totenmesse 5
hin. Dann lies den Spruch über das Öl. Dieses sei in etwas
Beinern: einer Schale von Glas oder Zinn, die gewaschen und ge-
reinigt ist. Dann lies die Totenmesse.
XXXYI.
Im Namen des Lebens.
Ich verehre, verherrliche und preise jenen großen, verbor-
genen, ersten Mänä, der 999000 Myriaden Jahre in seiner
eigenen Sklnä allein weilte, an den kein Genosse herangekommen
war außer | jenem großen, verborgenen, ersten Mänä, in dem er 10
weilte und groß wurde 2 ).
1) Das Wasser für den Sakramentstrunk, das nach p. 88 mit Wein zu
mischen ist.
2) Es könnte an sich auch heißen „durch den er entstanden und groß
geworden war", doch ist laa hier wohl ebenso aufzufassen wie in der Kosmo-
gonie GR 68 f. Vgl. auch 73, 8.
70 I. Das Qolastä. 25, 6—18
Nrwrtio N^t^ |«an n'bSn n3-ini prisi nd nwni ph Fwtä
*UN3NPNty n:tjnd cm ndins nbNn npnSi fi-nnbtfs nt^SN:i
p-vs "iNn 1 ? NJNJNtyüi *o*oNnNt£> njtjnd cm pirNnw 1 ?
ftnKHN^N P'PNpi AHN ID1T fiüW K"lNpyT N21 NSttHNS irVT
Niai« b« ntinto NTiiy N"nl nuno inoni b^N^i tyns»
N"Nüisp N"n piriowp» ^"ino^i awvj am«* 13 w*nis*o
io NimjNs njni N"n iva p: rhy *wnm KmNTJN ndd^j Nnrvsi
XXXVII.
KmaNi njvdnd njnjn ynanb njn^n^ei NJNiNnsty iotjnd
Dann verehre, verherrliche und preise ich jene große, ver-
borgene, erste Nituftä, aus der jene entstanden waren, die
144000 2 ) Myriaden Jahre in ihrer eigenen Sklnä allein weilte,
an die kein Genosse herangekommen war.
Dann verehre, verherrliche und preise ich Sar, jenen großen,
verborgenen, ersten Weinstock, der bei ihnen weilte.
Dann verehre, verherrliche und preise ich Pirün, jenen
5 j großen, verborgenen, ersten Weinstock, aus dem 880000 My-
riaden Uthras entstanden. Aus ihnen und jenen Uthras ent-
stand ein Uthra, dessen Name „das große Antlitz der Herr-
lichkeit" ist, der kleinste unter seinen Brüdern, der älteste
unter seinen Vätern.
Mandä dHaije, der gerüstete Uthra, lehrte, offenbarte und
sprach: „Über jeden Näsöräer, der sitzend sagt 'du erstes Leben
10 bist gefestigt' 3 ) | und das Pihtä herstellt, wird die Verdammung
aus dem Hause des Lebens kommen". Ich aber werde durch
das Licht des Lebens gefestigt.
Und das Leben ist siegreich.
XXXVII.
Ich verehre, verherrliche und preise jene verborgene, große,
erste Wolke des Lebens, aus der er 4 ) im Verborgenen das
1) Ursprünglich wohl -x*-: a*W asr-ö nsn. 2) Siehe oben p. 18 2 .
3) Man soll nicht sitzend sagen ymnvpa. 4) Vgl. XLI.
i:>. 18—31 I. Das Qolasta. 71
n— d pw N«m N'D'sa N^Noisp K»a-m K"nbi s^dnd s^nb
XXXTIII.
K31 SJNO INnb N3NKn CNpi NVT NlN'b finN3Nttrt rVTPD
K3HN1 piNl (KÖ'aiN) NO n^NttD 1 ?! fa'ÖK'b N^Npi N"P3ND
nhjnd «-hpjj N'J2 Nnrny jtfari rpbw Nnrny ]»an wbVn 5
pbsNnyi N'D^a Nnrvs nddi DNp nvh n^^dnd 1 ? fi^aNtyoi
XXXIX.
Nipi KJVDN3 Nmt^ INnS NJN3NttfEl NJtf3NnN^ tttTJMD
NDN1 NDÖ^DNS N"ni fi3S*nm fit^nSKl FÜK3 WDOS 1NW
nNiiyi snnyi ndin* dsdni fü'BK'b n-i^i »rorui nvt 10
KVT -iNiNH nrnoiV nwob <snmy) N"n }»**3i nbNoob
Pihtä schuf und es dem verborgenen Leben und dem gewal-
tigen, ersten Leben im Verborgenen gab.
Und das Leben ist siegreich.
XXXTIII.
Ich verehrte und pries Jäwar-Ziwä 1 ), der dastand und
jenen großen, gewaltigen Mänä pries, zu dessen Rechten und
Linken 144000 j Myriaden Uthras stehen. Tausend Myriaden 5
Uthras, Söhne des Lichtes, verehren und preisen die Leuchten
des Glanzes. Er stand auf, schuf das Pihtä im Verborgenen,
gab es den Menschenkindern und gründete seine Skinä im Ver-
borgenen.
Und das Leben ist siegreich.
XXXIX.
Ich verehre, verherrliche und preise jene verborgene Rede,
die Jäwar im Verborgenen ausgerufen. Er erhellte sie und
erläuterte sie und richtete an ihr des Lebens Leuchte auf.
Glanz und Licht kamen und ließen sich zu ihrer Rechten, 10
Schmuck und Erleuchtung kamen und ließen sich zu ihrer Linken
1) Die Handschriften des Qolastä haben alle sis-, doch Morg 99, 11 hat
-x-K- , siehe auch das folgende Stück.
72 L Das Qolastä. 25, 31—26, 8
Nnniv nvt nsw -inbni S^n^i t^nss piTN^sjoi pnwwa
NTirm Nan N-insa fftip'atpy Nova [20] N»Nu»n NanNi pnw
« d N»n paN^üi NJpsn NTiN-n
XL.
WWWp K"DN3 Mnniy'? NDITD NDD1 IHXtyh finNaNPl IVWD
pVaKPöi pnwatya n^dnd «nmy DNp wanw prrowbal
pnwirua pat^i prPKVta Nnpw pnwatya wann N"nb
n*ö niNJi N'NotKp w*wn kjsw i«nb fin»aNPi jvtpd
»nniy wanw fibiua NTinrr waa^oNS finNibw Nnniy flow
nieder 1 ). Das Leben 2 ) wünscht, das Abbild des Jäwar-Zlwä 3 )
in seinem eigenen Glänze zu schauen.
Jäwar-Ziwä, der gerüstete Uthra, lehrte, offenbarte und
sprach: „Einem jeden Näsöräer, der in dieser verborgenen Rede
reden wird, werden sie 64 Sünden täglich am großen Lichtorte
und der glänzenden Wohnung vergeben".
Und gepriesen sei das Leben.
XL.
Ich verehrte und pries Osar, der das Pihtä für die ver-
borgenen, ersten Uthras schuf, die in ihrem Herzen 4 ) sitzen. Die
verborgenen Uthras stellten sich in ihren Skinäs hin und priesen
das gewaltige Leben in seiner Sklnä, teuer in seinem Grlanze,
wundersam in seinem Lichte.
Ich verehrte und pries jenen herrlichen, ersten Weinstock,
dessen Inneres Wasser, dessen Laub Uthras, dessen Ranken
Leuchten des Lichtes sind. In seinem Schatten sitzen Uthras,
1) Doch wohl so, nicht zu seiner (Jäwars) Rechten, Linken. Siehe auch
St. XL1I.
2) N—r-j> ist zu streichen. Schon daß nicht N'^nw steht, ist auffällig.
Ein Ängstlicher hat wohl (0*>n zu s^nu ahzuändern gesucht, und dieses ge-
riet dann neben N-n in den Text. Weiterhin p. 74, 5 fehlt denn auch so-ins
in zwei Handschr.
3) Das ist wohl die verborgene Rede.
4) Wie es dasteht, muß man es so auffassen, daß sie in ihrem eigenen
Herzen wohnen. Man kann nicht etwa das Suffix pn auf s^n beziehen. Doch
nach dem Schlüsse des Stückes ist es möglich, daß ■prrxa-^a aus Wa*3>a mit
Bezug auf ikxw verderbt ist.
26,8—22 I- Das Qolastä. 73
a^nm »"nna -iNsiya rinn sn^soisp Niirui ntqk-i njnjn3
XLI.
Nnrvs ndd «"nn Jon inw -nra -iNsiy'? iin^NLtn jvwd
)wrv3NP pnw^tya k^neinp wann N"nb pbaNPiyi n»do3
a'Sj»njn pppmns |o pn*i w-podi Nnp*o k^dnd n^no »aity 1 ? 5
n^küikp wann N"nb juwaNiPi ittpd pnwa'j rva p
pn'Mtyswi pitntjvi iva p a^nyi prpmn« jo a^nyi
rDNasn^yi navNn^yi ftaöK'Npnyi fia-iN-n riaia-n nain p^rfl
N"DKD WONIJIS pbNHai NW"I1VNJ «13N5 bl3 NnüNl W3NK>Ö1
Nova N^an N2W Nont^Ji inü^i ndewji wau n«mwj 10
Njpsn N"I1N11 NllHJl N3"l NinN3 nbip'ajsMj n^nund N3W1
n d wn paNtra
in der großen, ersten Lichtwolke. Sie weilten im Lichtschatz,
und (in ihm) wurde der verborgene Mänä geschaffen.
Und gepriesen sei das Leben.
XLI.
Ich verehrte und pries den Lichtschatz, den großen Helfer
des Lebens. Er schuf das Pihtä im Verborgenen und reichte
es dem gewaltigen, ersten Leben in seiner Sklnä.
Ich pries | die sieben verborgenen, teuren, verwahrten Mä- 5
näs, die aus ihrem Orte entstanden sind, aus ihrem Schatzhause
gepflanzt wurden.
Ich verehrte *) und pries das gewaltige , erste Leben , das ,,
aus seinem Orte gepflanzt, aus seinem eigenen Schatzhause ge-
pflanzt wurde, das darin weilte 2 ), wuchs, Sitz und Bestand
hatte, verherrlicht und gepriesen wurde. Es preist seinerseits
und spricht : „Ein jeder Näsöräer, der diese geheimen Reden
| rezitiert, wird siebenmal am Tage suchen und finden, sprechen 10
und erhört werden, und sieben Sünden wird man ihm am großen
Lichtorte und der glänzenden Wohnung erlassen".
Und gepriesen sei das Leben.
1) Vgl. Job., S. 11 unt.
2) Nach Z. 1 könnte sich na bei na-n und den folgenden Verben auf den
Lichtschatz beziehen.
74 I. Das Qolastä. 2G, 23—27, 2
XLII.
ns^dns N"ni na^Nim pnsw fnaa N^aa -mw asnyi
nitin* Niiy <-inw> «nNi Nnnwirn wnny nwn -ikw -imoki
NniNv nariNi fiü*nip pnm Nira »vr ndm jt^snji Nrwa^a
s Nvr "inixh nniöiS ftwn'tt N»n pwai ftyoN'b nman Nnnyi
'MTJi Wöbw'? patipl Nnrvatinni Nmab N'maK^b pnwra
N^aNJ bia -inw -ikbni n»itt nunoi FhanNS pn snmy
NOV3 NW? N31ty N"Nnt£"J NJVDN3 NDia KNtnai NWlÜfNJ
K»m pntfratya N"n powNpi wova nVip^a^j wnwnh Nawi
io s d paar
XLIII.
wn-ou «ins 1 ? paw^N-np ty^in n»nöinp N"n prwowpü [27]
XLII.
Ich verehre *) , verherrliche und preise jene geheime, erste
Rede, die Jäwar im Verborgenen hergab. Er erläuterte sie
und erklärte sie und richtete an ihr des Lebens Leuchte auf.
Jäwar sprach: „Erleuchtung und Lobpreis fanden statt. Schmuck
kam 2 ) und legte sich über ihre (der Rede) eigene Sklnä. Glanz
5 und Licht kamen und richteten sich vor ihr auf 3 ). Schmuck | und
Erleuchtung kamen und ließen sich zu ihrer Rechten nieder".
Das Leben wünscht, das Abbild des Jäwar-Ziwä in seinem
Glänze zu schauen, Gebet und Lobpreisung zu verrichten, die
es Silmai und Nidbai, den beiden Uthras, den Gesandten des
Mandä dHaije, zugerufen hatte.
Jäwar sprach: „Einem jeden Näsöräer, der dieses verbor-
gene Gebet siebenmal täglich hersagt, wird man sieben Sünden
täglich erlassen".
10 Das Leben steht fest in seiner Sklnä, das Leben | ist siegreich.
XLIII.
Du stehst fest, erstes Leben, vor dem niemand da war,
fremdes aus den Lichtwelten, erhabenes, das über allen Werken
\) Vgl. St. XXXIX.
2) Wie der Vergleich mit XXXIX zeigt, ist i«w zu streichen.
3) •,— r- steht für y—rjn.
27 2 14 I- Das Qolasta. 75
NpTisn sv? 1 ? Nnsaiy pnVia Kwbyl witw nthji n^Sn jo
DN-np p Nini «üiyiDVi N»n )ö pnl N"nbi nwöikp mirubi
p jN^rv^i in pron isiTia 1 ? K"ni ki:no n>ü«wp «tyna
in^v joi nwoikp in*w |oi ki*w ans jöi «-n^D nru
inunoi iinsj nnrutfai K"ii «ai ndn^di khn'j miru 5
ma*na aNTiNinyi nVnh N^Noa pswi nSoi nddi sin fluru
iio-r Nin K»n n»en }»i Niirusa «Voi Nina isaa suso
nispyi nwb w™b nn^ib t^:yi n^n rvna pa 'N:Nti>
ni^nab K"ni nuköi hohniS Nutria D"Np
]Ni*no*psi n^iSdi N^p *wdi NobN )o )*wnp'BNi niKfiai 10
k*dn3 NinN 1 ? Nas^i oip^i NnuNöwm sutyiai waina
steht, über dem uralten Glanz, über dem ersten Licht, über
dem Leben, das aus dem Leben ward, über der Kustä, die von
je her am Anfange war.
Du stehst fest, Mandä dHaije, für deine Auserwählten.
Dies ist es, was du uns aus dem Buche Nhür, aus dem Schatze
Ptä, aus dem ersten Schatze und aus dem Schatze | des Lichtes 5
offenbart hast x ). Große Ruhe und Stütze des Lebens, die durch
ihr Licht leuchtet und deren Licht erleuchtet. Er ward, wurde
geschaffen und wurde voll, er zog aus mit großer Kraft und
wurde gewaltig durch die Größe der Erkenntnis. Er ward groß
an Glanz, voll von Licht, das aus der Träne des Lebens entstand,
von wundersamer Gestalt, fest. Die Welten waren beschämt,
daß niemand seine Gestalt, seinen Glanz und seine Herrlich-
keit sah.
Kustä steht fest für ihre Freunde,
Mandä dHaije für seine Auserwählten.
Du hast uns auserwählt und herausgeholt aus der Welt 10
des Hasses, der Eifersucht und der Zwietracht, hast uns auf
den Pfaden der Kustä und des Glaubens aufgestellt, damit wir
dastehn und den verborgenen und verwahrten Ort preisen.
Wer von diesem Pihtä und dieser Schöpfung 2 ) nimmt, wird
1) x-i-D „Reihe" paßt schlecht, man hat es im Sinne „Buch" zu nehmen,
daher läßt sich nicht pforfcawn „der du uns offenbart wurdest" lesen. Hierbei
stände auch vorher rs:s, nicht in. Mit dem „Schatz" scheint hier auch schon,
wie beim Titel des Hauptwerkes der Mandäer »n-j, ein Buch gemeint zu sein.
2) Siehe die Einleitung.
7ß I. Das QolastS. 27, 14—29
n d pw M«ni NjpNn ntin-h hnirui N-inaa mnu
XL1V.
«an «in inw N^Nöi«p Ntoa'j UK2J N«n wtn nj*o t^iNn^a
5 N"n pNty»i wip'DNo warn wnNütyu'? wn Nn*nw N"ni
N D
XLV.
J'3K» N2NU 1N3N NTIHJ t£"DJ NINpy N\3DN N«H TJ1K* 1»ÖW
sündenlos am Lichtorte und an der glänzenden Wohnung da-
stehn.
Und das Leben ist siegreich.
Dies sind Stücke vom Pihtä.
XLIV.
Biriawis, der Behälter lebenden Wassers, Nbat, der erste
5 Sproß, der große Ausfluß des Glanzes | von Seiten des Lebens l ).
Überreich ist das Leben für die Seelen dieses Aufstieges.
Und gepriesen sei das Leben.
Dies ist ein SiücJc für den Trunk. Wenn da über {mehrere)
Seelen liest, so lies wie geschrieben steht, wenn die Seele Einer ist,
so sage „für diese Seele des NN U .
XLV.
Dein Name ist erhaben, Leben, groß ist die Herrlichkeit,
10 reich das Licht. Der Gute drang durch, der Gründer | des ersten
Geheimnisses 2 ), das Leben, das aus dem Leben ward, die Kustä,
die von je her am Anfange war.
1) Da bei X-K-2-S7 x-js-j uxaa Qol 12,29, 58,30 ux=3 sicher ein Name
ist, kann ich mich nicht entschließen, liier BK3J als Verb aufzufassen (Biriawis,
der Behälter lebenden Wassers, sproß empor, der erste Sproß ....), obwohl
bei ÜS33 als Namen die Worte ganz abgerissen dastchn. Die Lesung estwsa
paßt gar nicht.
2) Siehe oben p. 35 1 .
27, 29-2S, 11 I. Das Qolastä. 77
Ninwji tf"rn snns p sa:i N"rn NmaöKo in pran Niyna
DNwpnyi N"n |N3iyi N"n -ik^ni K«m «jiaoso pron p flans
jiwivwn s>b:rnyi «n*p"i sra ndni wü^n hnsni N"n rra
p JKJ'np'SN N"H3 jNmDNbl NDltt p )NJ'np*SN nNÜWNb s
N3NW3 jKrnsNbi »t^a p pwnp'SN *mn» jNJ^nssbi ssi^n
NnuNowro N^^iDi »wn puwntn N"ni N-imy jwwwn
sDityn 1 ? rwwi tf-nn: kvmi Nniob rtwiTJi s"n prv:i
Nut^rn isoit^ wonm pnbwa iKnuNöwn "i»pTn inuend io
a d «wn pastpoi
x o «o*n xb^bD fcoixir i«r«nn
Dies ist der Quell des Lebens, der aus dem Orte des Le-
bens emporsprudelte, damit wir aus diesem Quell des Lebens
trinken. Er drang durch das Leben, gründete Leben 2 ) und
erhielt Bestand im Hause des Lebens. Er drang durch die
Welten, kam, spaltete das Firmament und offenbarte sich.
Du zeigtest uns, was niemandes Auge geschaut, du ließest
uns hören, was keines Menschen Ohr | gehört. Du holtest uns 5
aus dem Tode und verknüpftest uns mit dem Leben, du holtest
uns aus der Finsternis und verknüpftest uns mit dem Lichte,
du holtest uns aus dem Bösen und verknüpftest uns mit dem
Guten. Du zeigtest uns den Weg des Lebens und ließest uns
die Pfade der Wahrheit und des Glaubens wandeln. Das Leben
komme und verdränge den Tod, das Licht komme und verdränge ^
die Finsternis, der Gute komme und verdränge den Bösen. Wie
sich der Wein mit dem Wasser mischt, so mische sich | deine 10
Wahrhaftigkeit, deine Gerechtigkeit und dein Glaube mit allen,
die deinen Kustä-Namen Heben.
Und gepriesen sei das Leben.
Dies ist ein Stück für den Trunk. Stelle Pihta und Mambühä
her und stelle sie für die Messe hin. Dann stelle den Myrten-
kranz her.
1) Lies wx 1 ; und s:-^-^.
2) Nicht sicher, doch kann hier ]vav schwerlich in anderem Sinne ge-
braucht sein als einige Zeilen vorher.
73 I. Das Qolastä. 28, 24—29, 4
XLYII. ')
snp^DNtt Nttfrn minöi^ 1 ? N-nrui n»Vj*ö «inwöi ntpit
5 ptf^Ül Nn*tMl N"DND N>JN03 pai-nMttui niDN^N! Nnawa
N D M » n
x o jiy»n «np-io«^ xb^bD^ «Sinais anaian ^nn pban
XLTIII.
rvnji wowj 3nsj N"rn «an sani^ N'jab wn nisi^i
XLYII.
Gesichert, wohlgesichert sind die Worte des Lichtes für
die Seelen dieses Aufstieges. Gesichert, wohlgesichert, gerüstet,
wohlgerüstet, prächtig und schön, wenn der Kranz mit My-
sterien auf dem Haupte der Seelen dieses Aufstieges aufge-
richtet ist bis zum großen Tore des Hauses des Abathur. Das
große Tor des Hauses des Abathur wird ihnen geöffnet werden.
5 Man wird sie | in der Skinä des Abathur wohnen lassen und in
verborgenen, wohlverwahrten Gewändern bewahren.
Und gepriesen sei das Leben.
Diese beiden Gebete sind Sprüche über den Kranz bei der
Totenmesse.
XLTIII.
Im Namen des Lebens.
Mandä dHaije ging zu den Sternen des (schönen) Aus-
sehens 2 ). Er befreite die Gefangenen B ) , knüpfte das unzer-
reißbare Band, das ohne Ende und Zahl ist. Durch die Rede,
10 die | von dort her aus ihm herauskam, wurden alle Welten be-
schämt, verdarben die Werke des Hauses, ward Sicherheit den
1) XLVI = V, siehe oben, p. 8.
2) Kirn heißt „Ansehen, Aussehen" besonders schönes Aussehen, vgl. GR
10,6; Joh. 110,3. Dieser Sinn liegt wohl auch hier vor.
3) Die Seelen, die auf den Sternen festgehalten werden.
29 4 19 I" r* as Qolastä. 79
id prvNisVy ntf-n^D swsii n-inei Nmt^ai tfiy b^nb
N"Nby sn^D ]o pbnnsnyi KVT pn» »nitida pnwtfby nN-o^a
fiw joi piTNwty N ,l wny N"n fibiai n-vdnh möwi sb^n
now »wm pnVob K»ni ni:no pb'KbKjnyi prvNwby warm
KWfi N^bsi prvhntfoi n^nwh nVirn N"insb «u^nai 5
sis wvDjr by pn«iKD"i«3 |o Nintry pisntryNbi S»3ö«nj;
p«s'ü pbnn^y an pbp^an^y pawrn }VNiM*m p-intyy N'Toy
jin»*nTD |o bsaoNny »wrn Nirsai fiitföi pnwijND fo
nowi prvsiNby -nnNSNi svw «in n^iuko 1 ? pbrvnysbi
flow N'onNi 1 ? N^nyi wbü'nyi sin tf»ni kijko pmostvi 10
N«m flow iwrw Nnp^DNo «rsrn NnNüti^Vi <ftüw wimj>
N D p 3Kr
x »np"D»tt ampi i»tt«mpb
Söhnen des großen Stammes des Lebens. Er pflanzte eine
Pflanzung und stieg zur Tibil hinab. Er erkannte, daß die
Bosheit des Herrn des Hauses groß gegen sie war. Als die
Bosheit gegen sie groß war, schaute das Glanzwesen hin und
erschien ihnen aus den oberen Früchten. Die Kraft und der
Name des Erhabenen, der ganz Leben ist, offenbarte sich ihnen,
und ein Teil seines Glanzes breitete sich über sie. Mandä
dHaije offenbarte sich allen Freunden des Namens | der Kustä 5
am Orte, der ganz von Schuldigen bewohnt ist. Als die Herren
der Welten ihn erblickten, verdarben sie und vermochten nicht
sich von ihren Thronen frei zu machen 1 ). Er ging an den
Gefangenen vorbei, da wurden die Gefangenen befreit, und ihre
Sünden und Vergehen wurden ihnen erlassen. Ja, es wurde
ihnen freigegeben, ihren Körper zu verlassen. Als die Herren
des Hauses ihn erblickten, verschwanden sie aus ihren Reihen
und vermochten nicht hinzugelangen. Der Name Abathurs
ruhte auf ihnen, der Name | des Jözataq Mandä dHaije erfüllte 10
sich und offenbarte sich den Freunden seines Namens. Auch
auf den Seelen dieses Aufstieges ruhe sein Name.
Und das Leben ist siegreich.
Dies ist der Spruch der Messe. Lies ihn über reines Öl in
etwas [Reinem], stelle es vor dich hin and lies die Messe.
1) Hier liegt wohl auch wie weiterhin eine Form von s-iw, nicht etwa
von nrm vor, danach ist vfurmt nicht in Ordnung.
80 I. Das Qolastä. 29,20—33
XLIX.
»«na »«rfl «an n3Nö*di npiwj N-nru -iNinya nvt |NiMa-iNai
5 pn^rapa jwn N"n Ntyna DNiip )» wni »ütra N"n )o pni
wrwi p^nj n-uss jo tt^jj; t^:y ia »nwwawa Km annn
o"»p rtbnb B^aj; ty^jn «rnnsVwi ndninoi sasty HDJsbs
b"yb n-uks p Nnowai arm snstyi wnsty b^y-nsa wnw
N"rn nun» pnümtvi wanaba D"sp pby NH»aiy p
to kunsi ftai ne np? jMsa-isai jN-wiwn rra^o a^oioi (wiNt^r)
svnxb anab by tyiab »«nt kijnö psiostvi iwiaba t£wa**bni
XLIX.
Im Namen des fremden Lebens.
Dies ist der Glanz und das Licht des Lebens.
Wenn Geist und Seele aus dem Körper scheiden und die
Seele des Lebens sich mit dem Gewände des Lebens bekleidet
l ) das Abbild des Lebens , das aus der Träne des
Lebens ward, beim äußeren Leben, bei Hauraran-Karkawan-
Zlwä, beim Lichtschatz, der großen Ruhe und Stütze des Le-
5 bens, beim Leben, | das aus dem Leben ward, der Kustä, die
von je her am Anfange war. Das Leben ist in seiner Sklnä,
das große Licht in den Siegen.
Wenn irgend jemand seinen Körper verläßt, kommen ihm
die sieben Gestalten der Gottheit entgegen, und jeder stellt
sich bei dem ihm Gehörigen auf. Der Löser Saurel kommt,
der Geist und Seele vom Körper löst, er steht über jenen
Werken mit den Gewändern des Jözataq Mandä dHaije da 2 ).
10 I Hauraran-Karkawan-Ziwä nimmt von der Seele was an ihr
1) Ich kann mit rsr-sn oder mwncn nichts anfangen. Es erinnert an
■«■nun Nöld., p. 90, 10, und vielleicht ist auch •p-rsn darin enthalten. Aber was
sollte die Endung sein? Von dem Worte, das ursprünglich dastand, hängt
vielleicht das 3 an den folgenden Nomina ab.
2) Im zweiten x—srn sehe ich eine irrtümliche Wiederholung aus der
vorhergehenden Zeile. Auch sonst scheint der Text nicht in Ordnung zu sein.
Besonders wegen der Worte ■pv s-isa'y fa h'*yih bin ich unsicher, vgl. auch
Qol 30, 17. '-™sh ist auch die gewöhnliche Schreibung bei den Zitaten in den
anderen Ritualen.
29, 33—30, U I. Das Qolastä. gl
NSINSD^l NWJI N^Nl NpilND NHNH SDHK DND NtiON 1 ? N"ni
PN13N?V1 N^13bN3 fta^TN N'in^l NlNpy Nn«P NVJ HNpy Sy
p"?o n*na nwüi prwrDHa wpwaw N»ni ni:nd
by wy NnoNi pwinpi N^tfrwn 1 ? rjspt^i pwwö-im s
wnsnu pn pnwy snioiyi n^nwh pn pi*n1 wnwa'ty
neoi N-nnj pwn ppan nodi nvt pmn ww kos Nnowi
)oi jwD»yj jno Nimj pmn joi jwt^bNj jso svr pron
nhnj j«o ndiei pmn |oi jaby Nnt^j ;no ndin* pmn 10
X*1S2)V D"« 1 ?! pp«m -I1P1KJ1 N"NH btf^p )ö JWKBJkbM
W3Nttb Ntf^lD 3Ntt NttD NnöNl pöOT if?H fibi pTWl NE 1 ?*«
an Körperlichem ist 1 ). Sie kleidet sich 2 ) mit den Gewändern
des Jözataq Mandä dHaije. Kleid über Kleid zieht sie an,
Kleid über Kleid legt sie an. Wenn sie die Kleider des Jöza-
taq Mandä dHaije anzieht, da lacht sie, freut sich, hüpft, springt,
ist stolz und wohlgemut über die herrliche Ehre *****
ruht Ehre 3 ). Sie wandelt in den Kleidern 4 ) des Jözataq
Mandä dHaije. Als die Planeten sie von ihrem Orte aus er-
blickten, schämten sie sich, ballten | die Fäuste, schlugen auf 5
die Vorhöfe ihrer Brust und sprachen: „Wehe über die Pla-
neten, daß sie unterlagen, während die Werke ihrer Hände
siegreich waren". Ferner sprechen sie: „Wie schön ist dieser
Glanz, wie hell dieses Licht, wie lieblich dieser Schmuck, wie
wundersam dieses Bild". Ferner sprechen sie: „Wer wird uns
mit diesem Grlanze bekleiden, wer wird uns mit diesem Lichte
bedecken, wer wird von | diesem Schmucke auf uns legen, wer IQ
wird etwas von diesem Bilde an unserem Antlitz vorbeiführen?
Denn schön , leuchtend und hell ist es 5 ), und es gibt keine
Werke in dieser Welt, die ihm gleichen". Ferner sprechen sie :
„Wie gut ist die Kustä für die Guten und Mandä dHaije für
1) Ich beziehe fam und riai auf die Seele. Damit fällt auch die gram-
matische Schwierigkeit weg, die Nöldeke's Auffassung Gram., p. 330 bietet.
2) Lies rxssVr-p-.
3) Siehe oben, p. 38 3 .
4) Es sollte iiasVt« dastehn, aber der Fehler scheint ursprünglich zu
sein, denn er ist im Folgenden mehrfach wiederholt.
5) Das Gesamtbild.
Abhandlungen d. K. Ges. d. Wiss. zu Göttingen. Phil.-hist. Kl. N. F. Bd. 17, j. 6
82 • I. Das Qolastä. 30, 14—29
jvbw pnbia Kvwawl pnwy by pby NHKaiy ty vis
DND N"PttJl N^DNS NDN"I Np'nNPI "VlDNaNl »mNüNO ITttNöl
5 }"NO"it£> by sriNot^^i tf'nn «^'KnBMö froNpw wjNn« ynn
.anowj nsVs ftal ok-woi proa^Noi pnan'ai pwoam tyi
firoavsöi finan^ai fiöt^m aoiiy nsan^n ninsaN ivaS jnVdi
nöieh N"ni Notyna no^i jNntfnNasi ndnoi^j nai dnu^oi
K'jsnöa pbw pwiNby -indind s^ni n-unoi Noitan N"rn
io Kroate jo «nn pb« k'jnöVkp pV n Nn:w NHtfaiy W
pnw pwabs -nnsasi fivr p nvt p^ja N"Nawa pjipSN
Ktya«bn'o mab by t£nabi st^asb Pia 1 ? by tmab pioio N-iinj
K^Kl NpHSD NHNn SDH^ DSD Nt^aN 1 ? TUlNaNl N^ia"? 13
alle Aus erwählten, die in ihrem Körper stehen und im Namen
des Lebens Aufklärung suchen. Sie wandelt in den Gewändern
des Jözataq Mandä dHaije, sie zieht an jenen Werken vorbei,
an den Händen aller Planeten *) .
Ich ging hin und gelangte zum "Wachthause des alten,
5 hohen, verborgenen, verwahrten Abathur. Dort | ist die Wage
aufgerichtet, und vor ihm werden Geister und Seelen nach
ihrem Namen, ihrem Zeichen, ihrem Segen, ihrer Taufe und
was sonst an ihnen 2 ) ist ausgefragt. Die Seele des NN trat,
in das Haus Abathurs ein und gab ab ihren Namen, ihr Zeichen,
ihren Segen, ihre Taufe und was sonst an ihr ist. Die Seelen
unserer Väter sind mit dem Zeichen des Lebens gezeichnet;
der Name des Lebens und der Name des Mandä dHaije ist über
10 sie ausgesprochen. Man brachte sie in die Wage, | man brachte
Werke und Lohn hinein und wägte sie. Von den Vollkom-
menen trat der Geist mit der Seele ein, und man ließ sie siin-
denrein heraus. Sie brachten Glanz vom Glänze des Abathur
heraus und bekleideten sie damit, brachten Licht und bedeckten
sie damit. (Die Seele) zieht Gewand über Gewand an, legt
Gewand über Gewand an. Wenn sie die Gewänder des Abathur
N-T-
1) In den folgenden Absätzen steht hinter den Worten «•'»iahe ftatAw
r»n:wa MtBWVfl nichts mehr, und wie beim verwandten Stück p. 80, 8 f. scheint
auch hier etwas Fremdes hergeraten zu sein, jn» durfte für in« stehen; die
Endungen x- und y werden oft fehlerhaft vertauscht, vgl. Joh., p. XII.
2) Im Texte: „an ihr", an der Einzelseele.
30, 29—31, 11 I. Das Qolastä. 83
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anlegt, da lacht sie und freut sich, hüpft und springt, ist stolz
und wohlgemut über die herrliche Ehre ***** ruht Ehre.
Sie wandelt in den Ge wändern des Jözataq Mandä dHaije.
Ich zog hin und gelangte zum Wachthause der vier Männer,
der Söhne des Heils, In-Hai, Sum-Hai, Ziw-Hai, Nhür-Hai.
Jeder einzelne bekleidet die Seele mit seinem Glänze, jeder
einzelne bedeckt sie mit seinem Lichte. | Gewand über Gewand 5
zieht sie an, Gewand über Gewand legt sie an. "Wenn sie die
Gewänder der Söhne des Heils anlegt, da lacht sie und freut
sich, hüpft und springt, ist stolz und wohlgemut über die herr-
liche Ehre ***** ruht Ehre. Sie wandelt in den Gewändern
des Jözataq Mandä dHaije.
Ich zog hin und gelangte zu den Wasserbächen. Er ver-
deckte das "Wasser x ). Das Glanzwesen drang durch, sein Name
ruhte in seiner Skinä. Teuer, Auserwählt | nannte es sich. Es 10
sprach : „Leben, Dein bin ich. Deines Namens wegen kam ich
aus der Welt des Ptahil, aus der Mitte der bösen Pläne und
unterhalb des Thrones des alten Abathur". Er zieht aus und
kommt dieser Seele des NN entgegen, ein Ausfluß des großen
Glanzes des Lebens ist er, der Mann, der über den Skinäs ruht,
1) Hier haben einige Handschriften xe-, ebenso bei fn-PKwi rno^ xsnx
«■>i»Ti x-'ttVsn Qol 52, 25 f. Bei «»nx-^-in ■prpKwV nao^r xsn GR 247, 20 steht
nur diese Lesung. Danach ist KEnx = xeh (seh) „verdecken", und das paßt
dort ganz gut. Hier jedoch nicht ganz, und die Stelle ist kaum in Ordnung.
6*
84 I. Das Qolastä. 31, 11—22
pnb nVö^KE |NnKiNn jNnNiNi -itwy ism nunü inh
ftVons N"n rvni njvnoinp ndiöi N\i3Ntw N-nnji srm^
■jpp»' "WO 13 Vri ND3H "OttDN N"H WTK3 I^N N"H f]SJD
N^n rva nNowpnyi ndo^^ j»r id nsini jabsi tfnn nsbTsi
L.
wp Niy n^i -püi: "vuj Nnr tön 'NbiöKöNn ikdndd
dessen Name über den Skinäs ruht. Er faßt die Seele an der
Fläche der Rechten und übergibt sie den beiden Uthras , den
Söhnen des Lichtes, Adatan und Jadatan, eines Wissens, eines
Sinnes *). Adatan und Jadatan übergeben sie den beiden Uthras,
Osar-Hai und Ptä-Hai, die die Schöpfung des Lebens schaffen 2 ),
die Pflanzung des Lichtes pflanzen und das erste Abbild des
Hauses des Lebens gründen. Sie erhoben ihr | den Arm des
Lebens, sie führten sie in das Abbild des Lebens ein 3 ), sie
stützten sie an der Stätte, an der Glanz wie Licht flammt.
Der Geist des NN ging hin, wurde wie die Seele und fand
Bestand im Hause des Lebens.
Und das Leben ist siegreich.
L. 4 )
Recht taufte mich der Täufer bei Jaluz Jaluz, deren Augen
hamamulai, der Name des Ksasar hamamulai, gesprochen, ge-
rüstet 5 ), behütet, geborgen und rein. Er kannte das Nest, aus
1) Siehe oben, p. 42 n.
2) Siehe die Einleitung.
3) Vom Abbilde höherer Wesen ist in den mandäischen Schriften oft
die Rede, vgl. Brandt, Rel., p. 29; Sehr., p. 137». Das „Abbild des Lebens"
wird als weibliches Wesen angesehen; GR 294 ist es die Mutter des JöSaimu.
Hier ist der Ausdruck nicht so konkret gefaßt. Vgl. auch p. 86,4, wo die Seele
selbst zum Abbild des Lebens wird. Die Sätze stehen in etwas anderer Form
GL 37,23.
4 ) Das Stück besteht aus abgerissenen schwer verständlichen, wohl auch
stark entstellten Sätzen.
5) Ich vermute i--t statt k—t.
31, 22—32, 2 I. Das Qolastä. 35
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i'o^ Vs^ij/ by |n«pya pbo^njr wan K"n pn -iK^iya -lN^iy
D"Npi NJDU wninNb »«ri ijo»bri «an njnd byi *«^nw
nvwi wirrt jno wotfiipb Köwp »»'pi nan^in wwby
D'wpi sjsu NTiinNi K"n iy tumii wirr 1 ? in njn n^ikooi 5
Dit»m di^ in pwn »»oNiipb swttp »"ri ntfiratyin Wtfty
Nwbjn ion Nan»o joi nvh Nnviy joi wo N'b^ p n^D^n
k d pw N»m
LI.
ifoa p n«w mnj n*wjn «»wa NjöNwpöi Nnsaiy pnbiD 10
dem er gekommen war. Über dem Himmel war sein Name l ),
über der Erde war seine Herrlichkeit. Im Schatze 2 ) war das
große Leben, das seiner Herrlichkeit voll wurde. Auf einem
vollkommenen Gewände sitze ich und auf dem großen Behälter
des Jökabar. Das Leben ist unter dem Weinstock, der über
mir steht. Die Lobpreisung des Lebens steht vor mir.
Wer will kommen | und mir sagen? Ich will es, denn ich 5
bin groß.
Wenn das Leben, das unter dem Weinstock ist, der über
mir steht, die Lobpreisung des Lebens steht vor mir * * * * *
Dies ist mein Name und mein Zeichen, die ich aus den
Wogen des Wassers, aus den Schätzen des Glanzes und aus
dem großen, hohen Krater geholt habe.
Und das Leben ist siegreich.
LI.
Im Namen des Lebens.
Ich bin getauft im Namen des fremden, erhabenen Lebens,
das | über allen Werken steht, und bin gefestigt im Namen des 10
Lichtschatzes. Ja war offenbarte seinen Schatz 3 ) aus dem Hause
1) Lies rnsiw «in s^is s'-sy.
2) issw hy ist wohl zu streichen. Nach dem häufigen ^n-isny, das nur
„Schatz des Lebens" heißen kann, vgl. Joh., S. 201, nehme ich hier für isnya
irai K-^n pn nicht den Sinn „in meinem Sinne war das große Leben" an.
3) Zweifelhaft. Nur eine Handschrift hat ftisw. Die Lesung nmy „sein
Ohr" ist kaum richtig.
86 I. Das Qolastä. 32, 2—15
Nrsn fibKbnNty in *uNsnn n^nih s^nVi ptn K"m nnn
hPENTüi N"rn Ntyiab n^^nS NnjNfl tynVS ]Nbsi Nnö^a
by pbNMN 1 ? bNB^i ]N^m n^Sn NninjNa wan K"n ieins
5 N^NOINp NU3*J UN3J NJNSnn jN^Kin InSh SID^ID WSJiON
NINpjH NZH NJND1 NttttN3 NnMDNT3 N^Hl SSI KVT T"W
n d K"n p»työi
LH.
[N^rn] wn nvt -pbdv in"i n-pbd njne jnei kjn ma
N"N3 rtn IPN1B1 »Kill N»Ntyn NW N"n 13 N"NE"!Np
io NpENJ 1D N7nnN3 NüVb NDNüti^l NJND NHN fftH flMDl
-wab ftbnKn N^pbNDi nawioiwi nhnh nbna j"n-ons je
des Lebens, der Gründer der Gestalt *) ; er pflanzt das große
Leben im Lichte. Ich schaute das Leben, und das Leben schaute
mich, und zum Leben hatte ich Vertrauen.
Wenn diese Seele des NN das körperliche Gewand ab-
streift, zieht sie das Gewand des Lebens an und wird ein Ab-
bild des großen Lebens im Lichte.
5 Die Welten stießen uns, doch wir fielen nicht. | An der
Seite deiner Kustä hatten wir Vertrauen. — Nbat, der erste
Sproß, der Ausfluß des großen Glanzes des Lebens in Siegen,
Kustä und das große Kannä der Herrlichkeit 2 ).
Und gepriesen sei das Leben.
LH.
Wessen Sohn bin ich? 3 ) Der bewahrte Mänä 4 ), d.i. Jö-
smir, der große Glanz des ersten Lebens, der Sohn des großen,
ersten Lebens, der nachsann und erkannte und nach dem Sei-
10 nigen verlangt. | Aus ihm kam das Kannä der Seelen. Am
Endtage, wenn die Seelen aus ihrem Körper scheiden, werden
sie sich seiner freuen, ihn umarmen, emporsteigen und den
äußeren Äther und die lichte Wohnung schauen.
1) Siehe oben, p. 35 1 .
2) Auch hier habe ich Bedenken, utaa als Verb aufzufassen, vgl. XL1V.
3) Das Stück wird oft in den Ritualen zitiert. In dem älteren Teile der
Oxf. Rolle F, in dem k und Fi deutlich geschieden sind, wird Pro geschrieben:
Z. 244 f., G13.
4) Siehe oben, p. 16, 1.
32, 15—28 I. Das Qolastä. 87
N"m jin'NiinjKa wn N"n ptfttföi N:psn NmNtVi nwin3
N Q p Mr
LIII.
iva ]o jtfbsi Nno^\j msnb nb^ns NniD«n nsin 1 ? sm^jy
jn*na non^n NivNn ndw füw Niiru .iV^D wo rnNDN N"n
DNwpivji n^dnjv:! n»tm ftanpm finrps'ji ]so Sid watn 5
N"n poNwpi n'Wdu N'an N"ni jinwöipa N"n iva flow
s d N»h ptftyoi pnwstya WNoiNp
"»xn ya Kswy rm&l kwt* nac asan xrpxx'ab a"np Söänb s^ba
Gepriesen sei das große Leben in seinem Lichte, das Leben
ist siegreich.
LIII.
Ein Brief, die Verbindung und Sieghaftigkeit kamen dieser
Seele des NN aus dem Hause des Lebens. Seine Umbindung ] )
ist das Wasser, sein Kranz das Licht, seine Waffe die leben-
dige Rede, sein Siegel der Auserwählte, | Reine 2 ). Ein jeder, 5
der den Brief öffnet und in ihm liest, wird Leben und Heilung
finden, und sein Name wird Bestand haben im Hause des Lebens.
Im Namen des großen, fremden Lebens. Das erste Leben steht
fest in seiner okinä.
Und gepriesen sei das Leben.
Dies ist der Abschluß 3 ) der Totenmesse.
Bis hierher lies die Messe. Hier nimm das Pihtä, brich ein .*
1) Die Worte 'oi k-b rrscx sind hier auf vmmsf bezogen, wie der fol-
gende Satz und St. LXIII zeigen. Sie passen besser zu «nswa , namentlich
wegen n:-kt, und auch die Seele wird umbunden und gesiegelt, vgl. p. 43 f.
Vielleicht gehörten sie ursprünglich in anderem Zusammenhange zu npbs-j.
2) s^s-i N-rna findet sich öfter als Bezeichnung für höhere Wesen, be-
sonders im dritten Teil der Oxforder Sammlung. Wie dort in St. VIII Jäwar
genannt ist, so ist wohl auch hier Jäwar gemeint. Der Siegelring , den die
mandäischen Priester tragen, hat die Inschrift »w isiac dib „Name des Jäwar-
Ziwä", vgl. Siouffi, p. 123, 2. .
3) Ich fasse hier sBPxn , anders als xrxBsrsr: p. 40, 10 ; 45, 8, im Sinne
von „Abschluß" auf, freilich wird wohl auf n-=nt s—na öbi-sp. in dem Stücke
angespielt, NBrsr. steht in derselben Anwendung bei einem liturgischen Stücke
auch Cod. Par. 25, f. 29a. Die Messe hat wohl ursprünglich mit diesem Stücke
abgeschlossen, siehe auch den Anfang der folgenden Bemerkung.
88 I. Das Qolastä. 32, 28—33, 8
n-nso ve+wm* tnai fia^ swbasb Jrvn arinnxm s^by uro»
ioipi ffwiab -ikosdt' rinnen ■pmaisby &onp"i tf-naana amni »ija
Isn-oaxTa »tiidi ixnn^s b"D*n Kansas t^bssi x^n ansn b^batt
x o ■pttwaiDb s^n *0"a nsony a-npi
LIV.
5 n'BfsbN ftowpi iT'-ppi fi-irra Nwnb -in^ndv irirva [33]
N31 N-lDSb fipDNI JTDND T3*0,^ NIIHJ WIVN1 ti^DJl KVT
nanunin Kwwsny n^ssji «mwa Njpsn n-iinii wnrul
j^«n kiwjvj N"n iva jo N"n n»ö Nmwny fiiitiya itodnj
Nnp'D«o w^na awvnjn DNwpnyi snp^njn minö^u
StoVcÄ vow eine;» oberen und letzten JBrod ab *) , hebe die Hälfte
davon ab und wickle sie in einander. Mische Wasser des Gebetes
mit Wein und lies darüber „Jökasar erwählte den Jenseitigen" .
Lies „Das Leben sprach und schuf a , schiebe dein Pandämä bei
Seite, iß dein Pihtcl, trink dein Mambühü und lies „Das lebende
Wasser erglänzte an seiner Skmä w (= LV1).
LIV.
5 Jökasar erwählte den Jenseitigen 2 ), er erwählte ihn, schuf
ihn und festigte ihn. Er bekleidete ihn mit Glanz in Fülle
und brachte Licht in Menge und bedeckte ihn damit. Er hob
ihn zum großen Lichtort und zur leuchtenden Wohnung empor.
In seiner eigenen Skinä sonderte er sich ab, und seine Seele
fand Ruhe in seinem Schatze. Wie das lebende Wasser aus
dem Hause des Lebens erglänzte 3 ), so mögen diese Seelen, die
durch diese Messe hervorgerufen, gefestigt und gezeichnet wur-
10 den, erglänzen, | sowie die unserer Väter, Lehrer, Brüder und
Schwestern, die aus ihrem Körper geschieden sind und die
1) Der Ausdruck findet sich auch öfter in den anderen Ritualen: Lond.
Rolle A, Z. 645, 722; Oxf. Rolle F, Z. 249, 620, 751. Mit „oberes" und
„letztes" scheint dasselbe LJrod gemeint zu sein. Die in der ZDMG LXI
(1907), p. 697 ob. vorgeschlagene Lesung N-Kirsa iy gebe ich auf.
2) Damit ist ein überirdisches Wesen gemeint, vgl. ZDMG LXI (1907),
p. 697 f.
3) Im Mandäischen sind die Wörter für „erglänzen" und „erweckt wer-
den" zusammengefallen, und hier wie anderwärts kann man schwanken, welche
Bedeutung vorliegt.
33, 8—24 I- ßas Qolastä. 89
Nowpivji Njpsn ntiniVi minai sai N-in« 1 ? flawiy spo^j
LT.
N-ispm mirui Nina ihtköim n^i K»n nddi V?no
n d N"n pKtwoi prvtftyssji s
yn «tt«i2«sn arm» «ma aran
sraiaa id amsm «mai »■'■ab ^tfnp aranab -itfttaaY' rhrva pran
yn "i«n an^izr: i? ywft in ar-ip rvnap ansam b? y$ jpww
*ra-i arvi «nei b^baa «"npn l^bs^ an^im 2 )an^n^ -nia»
-itqxi ^«ma'aafc ionim ^nrrs bnaso w&n:as trtKfii Tirp&raiBa IO
»ttbs nan -i»n«aa -tan arnpi Dipl ■priaö'OBb ao^n soa iaw
» o aoanab iääästi fhmai «nasrxpb
noch in ihrem Körper weilen. Auf geebnetem Wege und auf
den Pfaden der Vollkommenen mögen sie emporsteigen und
den großen Lichtort und die leuchtende Wohnung schauen,
mögen sie durch Ptä, das große, erste Licht, gefestigt werden.
Und das Leben ist siegreich.
LV.
Das große Leben sprach und schuf mit seinem Munde, in
eigenem Glanz, Licht und Herrlichkeit.
Und gepriesen sei das Leben. 5
Dies ist ein Gebet [der] Lösung des Pandämä.
Dieses „Jökasar erwählte den Jenseitigen" lies über das Wasser „
des Gebetes und den Wein, nachdem sie mit einander gemischt
wurden. Wenn du über (mehrere) Seelen liest, so lies ivie geschrieben
steht. Wenn die Seele Einer ist, sage „Die Seele des NN mag
erglänzen". Lies „Das große Leben sprach und schuf \ mit seinem 10
Munde", schiebe dein Pandämä bei Seite, iß dein Pihtä und trink
dein Mambühä. Sprich „Das lebende Wasser erglänzte an seiner
Skinä", dann steh auf und lies ein Stück nach dem andern bis
zur Festigung des (Gebetes) „Jökasar erwählte den Jenseitigen"
(= LXIV).
1) Die Codd. haben trip.
2) Der Verfasser des Stückes konnte nicht mehr die richtige Form bilden ;
es muß -istxtph heißen.
90 I. Das Qolastä. :J3, 25-31, 8
LYI.
prvmnNb n^nu «wob -)NTiy pnwDty 1 ? N"n wo -wriy
nidnS NDNTNiNni Nn«:ipsn wiKiy NDNwn Nnsot^j pV«n
N D N"H p3Ntt>01 NJpND fOlN-lbl NTinjl N31
5 a d ?n «man kw xnax^p
LYII.
X D pDNT U"ffl
io «--• —c y- »sTn^ xnini amsioxp
LYIII.
n^di pbtfbNo nsk^oi N^N^-isp »«n pawBflo N^ni Koit^a
LYI.
Das lebende Wasser erglänzte an seiner Sklnä, die treff-
lichen Gewänder erglänzten an ihrem Orte, der große Mänä
erglänzte zur Herrlichkeit. Der große Mänä erglänzte zur
Herrlichkeit, so mögen denn diese lebenden, glänzenden, lichten,
prangenden Seelen am großen Lichtort und an der lichten "Woh-
nung erglänzen.
Und gepriesen sei das Leben.
5 Dies ist die Festigimg für das Wasser des Gebetes.
LVII.
Der Wohlduft wird an seinen Ort emporsteigen,
nnd du, Leben, sei siegreich.
Der Vergeber der Sünden, Vergehen, Torheiten, Strauche-
lungen und Irrungen vergebe allen Freunden des Namens der
Kustä, sowie der Seele des NN.
Und das Leben ist siegreich.
10 Dies ist die Festigung des Gebetes für den Weihrauch.
LYIII.
Im Namen des Lebens.
Gepriesen sei das erste Leben und gepriesen sei das Wort
des ersten Lebens.
34. 8—28 I. Das Qolastä. 94
imru iKn nsn^e Nispyi minji nvt i«n n^n^o N"Ns-rsp
»aNtPö xin ns^yi N-nNnyN 1 ?') jond ftbtfinN 1 ?! «n^« fibsinNbi
ftbNooVi fto'üwb N^Npi Nnnijr pnbiD pNt^o Nrnami kino
1N1N' 3N N2Nt>'E nV^K^'O NJTON-H N"lNobl NTTDNVT N1K01
N'aojn «n»B pnbia pN&'o N"n k*öi n\j-i-w pnbw pa^ty»
N-nnji s"NVy *wn n'oVn pnVo pas^o piTNwbj/i wjNtyi
p*am NDNDNbi «nmy rpb« rpbtf ywn paa^ö tuttwoNta
«waN-n prfna T^n patnere MN^oabi «nNratp jNai-i
uns®® pVnvwKüi pn^eNnpS nhvui N-wpm »Tirui NVT1
nby leuqtjft Nnnijr pnbia paiwö ninaaN rvai Nan Nasa
Gepriesen sei jener Glanz, das Licht und die Herrlichkeit.
Gepriesen sei jenes Licht, dem keine Grenze, kein Ende
wurde, von dem nicht bekannt wurde, wann es entstanden ist.
Gepriesen sei der Herr der Größe, gepriesen seien alle
Uthras, die zur Rechten und Linken des Herrn der Größe
stehen und den Herrn der Größe preisen.
Gepriesen sei mein Vater Jäwar, | und gepriesen seien alle 5
Uthras, die dastehn und meinen Vater Jäwar preisen.
Gepriesen sei jener große, erste Jordan, in dem das erste
Leben getauft wurde.
Gepriesen seien alle Jordane lebenden Wassers.
Gepriesen seien alle Früchte, Trauben und Bäume, die an
ihnen stehen. *
Gepriesen seien alle gewaltigen, oberen Lichtwelten.
Gepriesen seien alle jene Skinäs der Verborgenheit. In
jeder einzelnen Skinä | sitzen tausend mal tausend Uthras ohne 10
Ende und zehntausend mal zehntausend Skinäs ohne Zahl.
Gepriesen seien jene tausend mal tausend Uthras ohne Ende
und zehntausend mal zehntausend Skinäs ohne Zahl.
Gepriesen seien alle jene Banner des Glanzes, des Lichtes
und der Herrlichkeit, die vor ihnen ausgespannt sind und sie
erleuchten.
Gepriesen sei die große Pforte des Hauses des Abathur,
92 I. I>as Qolastä. 34, 28—35, 10
»»itnrfi s^jsno piwi «on^bri paN^o nb^tf^Ei -nn*«Ni
n^dsh w^wy ]irh)D paatytt «in ftyo ini nivno-inp mvd«3
5 NDN1N31 NDNpDNOl Nm'D3 pWIt^öl NilSUl [35] NriNINDISD 1 ?
NDN'DND NriS1S31 NriNpDNOl WTPD piVl paKPÖ NDK'DND
pirKnKibi nhwnd y*Nn pa»K>ü ynswn pnwioa N^-n
pnbiD paNtro *oNpyi «mrui nvh smu pnbis paa^ö wanw
pbKn by pawr« pnn n^noinp N"n mirui wb'atsn sonn
io Nnp'DNE Nrsna D^-iTiyi DN'wpnyi Nnp*nyi ndnioi^j
priwuss jo pNs:1 )NnNin*ni jtfnNTi poNa-n }KnNn*«NTi
NobN p p:nuNJi pjiariN^i pjipiND prptf-UKM N^Npibi
gepriesen seien alle Uthras, die bei Abathur stehen und ihn
preisen.
Gepriesen seien die 360 Wagen, die vor dem alten Abathur
aufgestellt sind.
Gepriesen sei jene große, erste "Wage, die vor dem alten
Abathur aufgestellt ist.
Gepriesen sei jener große, verborgene, erste Tropfen, aus
dem er entstanden ist.
5 Gepriesen seien alle Uthras, die | auf den Thronen der Ruhe
sitzen und verborgene Ordnungen, Messen und Gebete rezitieren.
Gepriesen seien jene verborgenen Ordnungen, Messen und
Gebete, mit denen das große Leben gepriesen wird.
Gepriesen seien jene Jünger, die bei ihnen sitzen l ).
Gepriesen seien alle Berge des Glanzes, des Lichtes und
der Herrlichkeit.
Gepriesen seien alle Pfade und Wege des Lichtes.
10 Erstes Leben! Richte deine Augen auf diese | Seelen, die
durch diese Messe hervorgerufen, gefestigt und gezeichnet wur-
den, sowie auf die Seelen unserer Väter, Lehrer, Brüder und
Schwestern, die aus ihrem Körper geschieden sind und die noch
in ihrem Körper weilen. Erlöse, errette und bewahre sie vor
dieser Welt der Bösen und diesen Wachthäusern.
1) Bei wem? Bei den uthras? Der Sinn wird nicht klarer, wenn man
«■»ai als „Große" und psKW» in aktivischem Sinne auffaßt, „mit denen die
Großen preisen", denn dann sind die Großen eben die Uthras.
35, 11—26 I. Das Qolastä. 93
n d p«? kwjti
■jurratanm "pn* yn xr.p'TDKtn »ri»i»a o^ap .yn anaian 5 ! «ma&rKp
rmapn xrxisim by bwk bxpwi2 rran &r:ia bspciai fDb*i ■pbn 5
ÄtitfOT by pMtf»» fr\T\ itd» yn -j»n xr^' 1 '©^; ny n^nsi 13 «inp
a c -abci
LIX.
ndnisdn^ sm otitu D**wpnyi prPNtyswi «ra N"n pb»>ny
x o yn xrn^DT »rrn^Kp
LX.
mvul Kai s-insa pn'NönNii pitnöhn-q wm wn nwk; 10
N D g» n pa»tyoi Njpsn mwn
Deine Gnade *) , großes, erstes Leben, werde auch euch zu
'teil und sprechet: „Das Leben steht fest in seiner Skinä, das
Leben ist siegreich".
Dies ist die Festigung der Gebete. — Festige die Gebete
der Messe. Bete „ Wir bekannten* (= LXXV), „Lobpreisungen"
(= LXXV1), | »Dich (Leben)" (= LXXVII), „Beim Hochheben 5
der Augen (= IX) and „Ich wollte die Augen hochheben" (=
XXX V). Wenn du über (mehrere) Seelen liest, lies nie geschrieben
steht, wenn die Seele Einer ist, sage „richte deine Augen auf die
Seele des NN".
LIX.
Das Leben wurde voll des eigenen Glanzes, und das große
Licht wurde gefestigt durch die Siege.
Und gepriesen sei das Leben.
Dies ist die Festigung des Pihtä.
LX.
Das große Leben ruht unter seinen Freunden, und seine 10
Freunde sind am großen Lichtort und der glänzenden Wohnung.
Und gepriesen sei das Leben.
1) Das Beibehalten der zweiten Person, obwohl die Ansprache hier an
andere gerichtet ist, kann ursprünglich sein.
94 I- D as Qolastä. 35, 27—36, G
« o ?n smn«sT3i »rnaarap
LXI.
pnn Npm Tnai »Vba nwn wrfi s^bai wnNty wob« Vba
tfpiN }tt N^^D KütPial KOltf N^HSIl p.TNPna "INPIJtfttl
5 n— d pam M»»m Nnp^DNo warn wiNot^j 1 ? pwpna isruNDi
n^ron "td rmap «naiatn by 19 3>n anp^osEi ab^ba 8 ! spibä^p [36]
x o -j^bsi Mn'ff'Wia tfTxrn ara*ia iras yn ixn arnnra iy ionp
LXII.
tf»m Nnn^j N"ni Nvra N^s-n^sji wnw wz>2 wo*?«
N D j, 3NT
LXIII.
NJöN'Npo pparn "iinjNai wm l^sji vra
IO
Dies ist die Festigung des Mambuha.
LXI.
Der Kranz der Welten verwelkt, doch der Kranz des Le-
bens prangt. Der Kranz des Mannes von erprobter Gerech-
tigkeit ist aufgerichtet und leuchtet auf dem Haupte derer,
die den Namen der Kustä lieben. Der Kranz ist aus der Licht-
erde, das Gewand aus der leuchtenden Wohnung. Der Äther-
5 kränz ist mit Siegen aufgerichtet | und leuchtet auf dem Haupte
der Seelen dieses Aufstieges.
Und das Leben ist siegreich.
Dies ist die Festigung des Kranzes für die Messe. Wenn
du über (mehrere) Seelen liest, lies wie geschrieben steht, wenn die
Seele Einer ist, sage „auf dem Haupte dieser Seele des NN".
LXII.
Die Welten glänzen durch Ol, doch die Näsöräer leuchten
durch den Glanz des Lebens.
10 Und das Leben | ist siegreich.
LXIII.
Mit reichem Glanz bin ich getauft,
mit hellem Lichte bin ich gefestigt.
30, 7—21 I. Das Qolastfi. 95
JNÖWp »131013 JN3S KTJMe
ft^ö wo rhNDN N"n rva ]v N^sns anis^n ndin 1 ? «ni^jy
}no Vd warn mvia ftonsn Nn'Nn «nw füw mina
N"n rva flow DNwpnw n'dnjvji N«n»j fianpui nnrrs^i
LXIV.
n-d s"n paKtyoi prrwMMOl prromrui prvawa N"n »wa»
pnrnn» pinri x=xn 3?n ff**^ "ixbsct n-irrai «r.ttarKp
LXV.
n\3Ne KU'a N'öwpiro »»aNisi N"insa pnöNwpnjn pnsnny *°
Mandä taufte mich , Kustä festigte mich 1 ).
Ein Brief 2 ), die Verbindung und Sieghaftigkeit kamen mir
aus dem Hause des Lebens. Seine Umbindung ist das Wasser,
sein Kranz das Licht, seine Waffe die lebendige Rede, sein Siegel
der Auserwählte, Reine. Ein jeder, der ihn öffnet und in ihm
liest, wird Leben und Heilung finden, und sein Name wird im
Hause des Lebens gefestigt sein. Im Namen des fremden 5
Lebens aus den Welten *****
Und das Leben ist siegreich.
Dies ist die Festigimg des Öles für die Messe 3 ).
LXIT.
Das Leben ruht im eigenen Glanz und Licht.
Und gepriesen sei das Leben.
Dies ist die Festigung des Gebetes „Jölcasar erwählte den
Jenseitigen" 1 . Hier trage vor „Ihr wurdet aufgerichtet und ge-
festigt" und trage vor die Hymnen der Messe.
LXV.
Ihr wurdet aufgerichtet und gefestigt am Orte , an dem 10
die Gruten zwischen Manäs des Lichtes gefestigt werden. Die
1) Vgl. p. 29, XIX. 2) Vgl. p. 87, LIII.
3) Lies Mipiöjean (Mpsn.
96 I. Das Qolastä. 36, 21—31
snp^DNE NTNH3 Dwvnjn DNwpnyi Nnpinjn ndnö^j N-nrui
pnwuiNB pD pNs:i indnihnti janN-n jNJNani jsnNnsaNii
jwvjtj pa^Nü pvTivj NTirüNa paj«» priwuNBa s^^pibi
n—D paw K»m powpirn NTiruNa osnsn pnNJNi NiinjNa
LXVI.
narrt soioi sbi^iya sja^Nün N^Ntoa»
■rcwi -pdnpi mioa n^Nbi noio narrti Nbusiya
iNny a^aNtyi dnin wty piy N»n
Seelen, die durch diese Messe hervorgerufen, gefestigt und ge-
zeichnet wurden, sowie die unserer Väter, Lehrer, Brüder und
Schwestern, die aus ihrem Körper geschieden sind und die noch
in ihrem Körper weilen : euer Mänä wird im Lichte aufgerichtet
werden l ). Im Lichte wird euer Mänä aufgerichtet werden, und
ihr werdet dort im Lichte gefestigt werden 2 ).
U»d das Leben ist siegreich.
LXVI.
Im Namen des Lebens.
Ich liege eingehüllt da 3 )
in einem Gewände, an dem kein Fehler ist.
In einem Grewande, an dem ist kein Fehler,
nicht ist an ihm Mangel und Fehl.
Das Leben wußte um mich,
Adam, der dalag, erwachte.
1) Das Verb steht im Plural mit Beziehung auf die einzelnen Mänäs.
2) Vgl. auch St. XXIX.
3) Ich habe früher mit Nöldeke, Gram., p. 83, 21 für V«Vs=ry den Sinn
„ermatten", für !«Vksö „ermattet" angenommen: Joh., S. 180,11; 201,7. Dies
scheint mir nicht richtig, h'htv gehört zu J&a, vbba „Hülle" und bedeutet
„einhüllen". In diesem Sinne ist es GR 147, 18 gebraucht. Zahriel soll sich
vor Hibil verhüllt, verschlossen halten, vgl. dazu Joh., S. 107, 12. Daher
nrt»VKS» »rvnin „die verschleierte Braut" in Hochzeitsliedern Cod. Par. 15,
f. 14 b = Cod. 25, f. 18 b f. Diese Wendung wird vielleicht die alte Erklärung
von rV? als „die Verhüllte" wieder zu Ehren bringen. Auch iu St. LXXIII, 8
paßt nur der Sinn „verhüllen". In der häufigen Verbindung mit van heißt es
auch „sich in Decken einhüllen", um sich zum Schlafe hinzulegen.
36, 31—37, 10 I. Das Qolastä. 97
■WP3 |"N3 N^3SnVNbl *WöW DN"1S3 jNWPb
wb^ny N-iin:»a »awm «si^na ]wn ntihj
rnnsb iown iNüMan'a [37] p^«o mtful n*w
mirtfl sjsjn nwb snp^oso »wrfi win»^ Ka-wprM
s d N"n pNtyöi pbtna N w rn Nnnsbi 5
LXVII.
s:p«n niinii imnrr «m N-™b
Er faßte mich bei der Fläche der Rechten
und gab mir nicht in meine Hand.
Sie warfen Licht in die Finsternis ! ),
und die Finsternis füllte sich mit Licht.
Am Tage, da das Licht emporsteigt,
wird die Finsternis an ihren Ort zurückkehren.
Die Seelen dieses Aufstieges sollen sich der Wolke des
Lichtes nähern, | zum Orte des Lichtes sei ihr Grang. 5
Und gepriesen sei das Leben.
Dies ist ein Hymnus für den Aufstieg.
LXYII.
Mit ihm, mit dem Löser 2 ), mögen die Seelen dieses Auf- -
stieges emporsteigen, mögen den großen Lichtort und die leuch-
tende Wohnung schauen.
Die Sieben mögen sie auf dem Wege nicht aufhalten,
die Lügenrichter sie nicht ausfragen.
Das Leben rechne euch in seine Rechnung ein, 10
und die Guten mögen euch in ihrer Mitte aufstellen.
1) Was dasteht kann nur heißen „das Licht warf mich in die Finsternis" ;
das gibt keinen Sinn. Lies 110*1.
2) Hier haben zwar alle Handschriften und auch bei den sonstigen Zi-
taten die" überwiegende Zahl der Handschriften i*ai, dennoch ist mit der Min-
derheit p zu lesen, vgl. die Varr. zu Qol 45,31. — rrvww ist ständiger Bei-
name des Totenengels Sauriel, vgl. Job., S. 119 3 .
Abhandlungen d. K. Ges. d. Wiss. zu Göttingen. Phil.-hist. Kl. N. F. Bd. 17, 1.
98 I. Das Qolastä. 37, 10—20
paiöwpu wowpi tnnaai paanaTj tramo n^tni »ran
paWinN3N p NTinjl N^O^DNSI pa'KÖKlip p NVH N^tnttf
pans-imy td«o^ «pim pa^ro«' p wjvj Nuana
NJpND N"ttNlb NDMH p WWW pä'wiTJ
s pajnaNm pawsjNbs pis*n wn*na n-dnoi »m»aöNo
tyna wn p mirui nvt fftia pawaanbN n^dni npjniiks
Ntoiy fWn jnn byi ftrowa ab^a la
Nns-i pa^V» ynni tinab pawbtsiny pas
io nan^ noioi wwfl panoK'^n 1 ? wnoiy
Zur Stätte, an die die Guten gehen, führe man euch,
am Orte, an dem sie stehen, stelle man euch auf.
Lampen des Glanzes seien vor euch,
Leuchten des Lichtes seien hinter euch.
Kustä komme zu eurer Rechten,
Gerechtigkeit ebne eure Wege.
Mögen Balken für euch
von hier zur leuchtenden Wohnung gelegt werden 1 ).
5 Die Fähre, die die Erwählten hinüberbringt,
komme euch entgegen und führe euch hinüber.
Von Abathur, dem Wagemanne,
komme euch ein Geleiter entgegen.
Der Geleiter, der euch entgegenkomme,
ist gänzlich Glanz und Licht über die Maßen.
In seiner Rechten hält er einen Kranz,
auf seinen beiden Armen ein Gewand 2 ).
Reget euch, ziehet euer Gewand an
und leget euren prangenden Kranz auf.
10 Bindet euren Gürtel um,
der ohne Fleck und Fehler ist.
Über eurem Haupte
blühe Frucht 3 ).
1) mwto heißt „Lösungen". Das paßt nicht; man erwartet, daß hier
von einer Verbindung die Rede sei. Daher vermute ich MWW« (zu KiyHJ).
Die Balken sollen als Brücke dienen.
2) Ähnliches nach Mäni bei Flügel, Moni, p. 70, 100.
3) Vielleicht als Nahrung für die Wanderer gedacht, doch ist es mir
wahrscheinlicher, daß te-n nicht ursprünglich ist.
37 20—30 I. Pas Qolastä. 99
po'aprw irmuita pw«s p(w)änjn pawaana D«n«n
■nru -wn» 1 ? hwi psoi miruKa piwiprM pw»ö
N D p KT k»hi
LXYITI.
irwjrt rniru hwm «vrb wo*a nwa
K^'N^O NOt^J 1 ? N'öWp KWb N'D'D KU»3 5
wavNJ Mi3M iS^n itin }^S3 i»n }»a -wn as
Dort wird zu eurer Zeit und eurem Termin
euer Mänä im Lichte aufgestellt werden.
Euer Mänä wird aufgestellt werden im Lichte,
nun steiget empor und schauet den Lichtort.
Und das Leben ist siegreich.
LXTIIT. >)
Zwischen dem Verborgenen und dem Glänze,
zwischen dem Lichte und den Uthras,
zwischen dem Verborgenen und dem Glänze 5
stehen sie da und fragen die Seele aus.
Sie sprechen zu ihr :
„Sage, sage, Seele,
wer dich gebildet hat.
Wer hat dich gebaut, wer dich gebildet,
wer war der Mann, dein Schöpfer ? a
Darauf erwiderte und sprach die Seele,
die gebaute, wohlgebaute Seele.
Sie erwiderte und sprach 10
zu dem Manne, der sie gefraget.
Sie sprach zu ihm :
„Mein Vater! Einer baute mich, Einer bildete mich,
Einer war der Mann, mein Schöpfer.
3) Steht auch GL 101.
7*
100 L Das Qolastä. 37, 30-38, 8
utish Nnrnua ndk:o nck% N^a jtt -mn
tymsNbi n»ai N-iy^i rva nrn^ona dkin
]N£i NnjKS pt:Tiya a^DJ nmtt^na [38] dnin
N^pbyi NnNioi timft wuns jvt^ya jnoi a^DJ
nby N'iiNty n^dn npKWOi fiVa d'Vp id
nnDyi )no rtwn irn-tri wnNty nby nvidk
Einer von den Söhnen des Heils
nahm gütig einen Teil.
Er wickelte mich in einen Wickel des Glanzes,
nahm und übergab mich Adam.
Adam in seiner Einfalt
schämte sich 1 ), da er nicht wußte, schämte sich, da
er nicht verstand.
Adam in seiner Einfalt
nahm und legte mich in den körperlichen Rumpf 2 ).
5 Er nahm und legte mich in den körperlichen Rumpf
von Wermut, Bitterkraut und 3 )
Die Seele sitzt da 4 ) und behütet
die körperliche Herberge, die man ihr anvertraut.
Sie sitzt da und behütet sie,
bis ihr Maß und ihre Zahl erfüllt ist.
Als ihr Blaß und ihre Zahl erfüllt war,
ging der Löser zu ihr.
Der Löser ging zu ihr und löste sie '),
es führte sie fort, der sie gebunden hatte.
10 Der die Seele gelöst hatte, ging ihr voran,
der sie gebunden hatte, kam hinter ihr her.
1) Doch wohl rvna statt rva zu lesen.
2) Das steht da.
3) Gleichfalls ein Kraut, das sich nicht mit Sicherheit bestimmen läßt,
vgl. Joh., S. 132"; NÖLDEKB, ZA XXX (1916), p. 150 f.
4) Das Folgende auch GL 119, 8 ff.
5) Lies ftwwi. Das zweite rr- ~z-, hat hier eingewirkt.
38, 8—20 I. Das Qolastä. 101
fiSno *t"rn Ninsb Nn-ist^i küp'j
Höwn «rona D'tvTnjn Nnp^DNo nm-d Nnp^njn s
LXIX.
ft-wa aNiN 5 ? N-iniya winu Nobatn Nnwj
tfbr« Nno'iy^i Nvnyn mir: Kötowi ariNU
nN-njNnoyi nn^rn nmT.-iy wund prrjV ftnsb^
Die Seele lief und erreichte den Löser;
der sie gebunden hatte, lief, erreichte sie jedoch nicht.
Die Seele und der Löser
gehen zum Orte des Lebens hin,
zum Orte, dessen Sonne nicht untergeht,
und dessen Lampen des Lichtes nicht verdunkeln.
An jenen Ort
sind die Seelen gerufen und geladen,
die durch diese Messe hervorgerufen 5
und durch dieses Zeichen gezeichnet wurden.
Sie werden den großen Lichtort
und die leuchtende Wohnung schauen.
Und gepriesen sei das Leben.
LXIX. [ )
Ruhe und Heil walte
auf dem Wege, den Adam recht gebauet,
Ruhe und Heil walte,
auf dem Wege, den die Seele gehet.
Die Seele löste die Kette, 10
sie sprengte die Bande.
Sie legte den körperlichen Rock ab,
sie wandte sich um, erblickte ihn und erbebte.
1) Steht auch GL 80.
102 1 Das Qolastä. 38, 20—32
nir^N nijksi NiaNjb Nni^a Nnttib finuNb
pbö*ny w» iNJSini Nnjss b^io «nn oip
ptony wo wjsirfi wby w inoni
Tnp nden w^a "inai Nn«n hd DNb^a bny
nNao^ny N»rn pnwM prr wvdni nivjiwwö DNbara Vny
ssvsn Nnwab flmsnjNi wvjNiNnjKö dn^s bny
ftoirb neidi nwnt W3N1 N-vna dnVp3 bvy
Sie sprach einen bösen Fluch
gegen den Mann, der sie mit dem Körper bekleidet.
Sie reizte den Bildner der Körper
und weckte ihn aus dem Orte, an dem er lag.
Sie sprach zu ihm :
„Steh auf, sieh, du Bildner der Körper,
daß deine hohlen Hände sich mit Wasser füllten" 1 ).
5 Die Stimme des Bildners der Körper ist es,
der über sich weint und heult.
Er spricht: „Wehe mir,
daß meine hohlen Hände sich mit Wasser füllten".
Er spricht zu ihr:
„Geh in Frieden, du Edelgeborene,
die man in der Wohnung der Bösen eine Magd genannt.
Geh in Frieden, du reine Perle,
die du aus dem Schatze des Lebens geholt wurdest.
10 Geh in Frieden, du Duftspendende,
die du den stinkenden Körper duftend machtest.
Geh in Frieden, du Lichtspendende,
die du das finstre Haus erleuchtetest.
Geh in Frieden Erwählte, Reine,
Sündenlose, ohne Fehl".
1) Nicht Ton, sondern nur Wasser hat er in den Händen und kann da-
mit nichts anfangen.
38, 32—39, 13 I. Das Qolasta. 103
sioo N"n iraS noVn noi^j Vtm nihns
N'psKj föixbx «nniy [39] N»n n>3 n«w«o
Wim iN^ba ynni svn isbu^y Enab 3nd
n^dn* Nnrnyi Nron wwawa im pso 5
pSMVDI ilOW KWIKT1 «"Hl NIJNtt W3W1 pDW mm j"Nnt^tt
N D N vn
LXX.
pb^ny wonma Nns^\3 p^wibi N"n n^npöi wana
NnNO^'j j^Nnb prpoN nsjNi wrfi nusö wikö jvasttfö
pb'inm dn:ni n^dni poNtyv ivawp» pirNisby nsrjNnsbi io
wstyiai sminNDi wsTji wobw pjvawwo Niy rrwa
proatfl enjni Vivan bwi prvawy» prwnkSy jnrwh
n^ddno ira ]o pjis'bnNn
Die Seele fliegt und zieht dahin,
bis sie zum Hause des Lebens kommt.
Als sie zum Hause des Lebens kam,
gingen ihr Uthras entgegen.
Sie sprachen zu ihr:
„Nimm, zieh dein Gewand des Glanzes an
und setze deinen prangenden Kranz auf.
Steig empor, wohne in den Skinäs, 5
der Stätte, an der die Uthras weilen".
Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich l ), und sieg-
reich ist Mandä dHaije und die seinen Namen lieben.
Und gepriesen sei das Leben.
LXX.
Gesegnet und gepriesen sei das Leben, das voll Erbarmens
mit diesen Seelen ist.
Gepriesen seiest du, mein Herr Mandä dHaije, der du diese
Seelen emporheben mögest | und sie nicht verdammest. 10
Gepriesen seiest du, Jösamin, du Reiner, der du ihnen ein
Helfer seiest.
Gepriesen seiet ihr, Silmai und Nidbai, die ihr ein wahr-
haftes Zeugnis über sie ablegen möget.
Gepriesen seiet ihr, Hibil, Sitil und Anös, die ihr sie aus
dem Zöllnerhause hinüberführen möget.
1) Ygl. Joh., S. 11 f., doch auch Noldeke, ZA XXX, p. 145 f.
104 I. Das Qolastä. 39, 13—25
Nbu^iy irwi pn bjn fi^»wa nS^d id
wn*n p^Vbs pnni ttnab pwbusy fwa
5 fbrvb nöioi n^inhi p^N^nb wnoiy
pn^Ji pw:iN-itt> jibsTJ Niinji nvi»"ip «wa
NjpKn NniNtb nsnpi jo ntwpp pbunM
;sby ttnty'j N"ni pnan }oi x»r\i nijnöi *mm joi nvt jo
N D N » n
Von 1 ) Abathur, dem Wagemanne,
komme euch ein Geleiter entgegen.
Der Geleiter, der euch entgegenkomme,
ist gänzlich Glanz über die Maßen.
In seiner Rechten hält er einen Kranz,
auf seinen beiden Armen ein Gewand.
Reget euch, ziehet euer Gewand an
und leget euren prangenden Kranz auf.
5 Bindet euren Gürtel um,
der ohne Fleck und Fehler ist.
Über eurem Haupte
blühe Frucht.
Zwischen den Lampen des Lichtes
werden eure Lampen hochgezogen werden und leuchten.
Der Oberzöllner wird sich nicht vor euch hinstellen,
und die Lügenrichter werden euch nicht ausfragen.
Man wird für euch Balken 2 ) legen
von hier zur lichten Wohnung.
10 Der Bau, der euch im Hause des Lebens aufgeführt wird,
wird zu allen Zeiten nicht vergehen.
Vom Glänze und vom Lichte des Mandä dHaije und vom
Frieden des Lebens ruhe ein Teil auf uns. Gesegnet sei die
Stimme des Lebens und gepriesen sei die große Leuchte, die
ganz Licht ist.
Und gepriesen sei das Leben.
1) Siehe oben, p. 98. 2) Siehe oben, p. 98 1 .
39, 20—40, 5 L Das Qolastä. 105
pnn ■pn*»Ä»SK5^ pnwtmxty prox-rra x^n so:-o© rmspi naraax
iwran KTiWB "jtan Sarai «waKEI fcttb*6»aai ■prfiMT'Kpnyi THrflrnr»
&mva osbcn broi ^nrpacim i«ni"ün xttbatoi »ntroi k-pts sppo
TKT»»n rm-tttfj xro «mn «ibs-hi »ava ^«aita isaroi vpsun
=b wn*p xr,XTa«i: by v ia na Ditri *oti träumen bwö &v\p 5
T*&*ai ixbsi »waTlwb litt« yn nan arawa iy «inp aTia 5 *
owen xds'j'5 aa»H ax-j «■'ipi rpijKKsbxtti rr^sb^ n^x-inara
y&ttW&ttft «nia Jiai «ros ü">b:i tts **ipi K*itt*in ftt »aima
■pwci pa'ttWVS biaai [40] fia^BKft »mattxtti Krtrwa piattn
■jtt xt2tmD ("ji^ttWSl «asrob xax-j ax-j fji^tt^spi ^«niatt«« 10
k o paar »""m jouewri (pijiapwi K^raon
LXXI.
Nachdem du gelesen „Das Leben ruht im eigenen Glanz und
Licht" (= LXIY), trage vor „Ihr wurdet aufgerichtet und gefestigt"
(= LXV), „Ich liege eingehüllt da" (= LXV1), „Mit ihm, mit
dem Löser"- (= LXVII), „Zwischen dem Verborgenen und dem
Glänze" (= LXVIII), „Ruhe und Heil walte" (= LXIX),
„Meine Erleuchtung und meine Lobpreisung" (= XCI), „Geh in
Frieden, Auserwählter, Reiner" (= XCII), „Heil dir, Heil dir,
Seele" (= XCIY) und andere Hymnen, so viel du vermagst. Dann
| lies „Gesegnet und gepriesen sei das Leben" des Sum bar Nu 1 ). 5
Wenn du über (mehrere) Seelen liest, so lies wie geschrieben steht,
wenn die Seele Einer ist, so sage „der Seele des NN". Gib acht,
(daß du) vorsichtig, bedächtig und hundig {vortragest). Lies „Gut
ist der Gute für den Guten" (= LXXII), reichet Kustä einander,
lies „Mit reichem Glanz bin ich getauft" (LXIII), betet für euch,
bereitet für euch Pihtä und Mambühä, esset euer Pihtä, trinket
| euer Mambühä, festiget (das Gebet) „Gut ist der Gute für den 10
Guten", reichet einander Kustä und ehret eure Krone. Und das
Leben ist siegreich.
LXXI.
Im Namen des Lebens.
1) Dies ist das folgende Stück, vgl. die Nachschrift zu demselben. Es
•wird auf Sem, den Sohn Noahs, zurückgeführt, ohne in seinem Inhalt einen
Anlaß dazu zu bieten.
106 !• Das Qolastä. 40, 5—19
IN^Nm DNJS N".TT NlJNtt 'N1NÖ D^S^O TlHi 1NDN2 N'\"ll
;oi K»n n'jn'jti N"n pjvaNtyo wann N"rn pnaun -13
njtinh NnuKJ Nnniy »rstji wobw piraNPü pn N"n
5 ttnjNi Vivtyi b'avi paN pNtyo ass: jnjni a«¥J piraNty»
Nana nöni iinsaN rraNty» Nnaiity ftViai n^ti nöw
Nnau sms pn'aNty» nanNarwi wnas-i Nnraty Nö'Kpioi
*nirm Npns iraNPio trbtssiy n^nüS pb^absoi waNtti
10 kdihi wa-n *nniy jvbn^o Tai an^N-r waNPEi wana
«nn^io rvaNty» -nru "indn 1 ? p^NDi «Vaan NUMobNBH
Nprn mjNai «n'na NnaND t^ö NnaND »n»na tw^
Gesegnet und gepriesen sei das Leben; gesegnet und ge-
priesen sei der Name des Lebens am Lichtort.
Gepriesen seiest du, mein Herr Mandä dHaije, du und
deine Kraft, dein Glanz, dein Licht, deine Herrlichkeit und
deine Hilfe.
Gepriesen seiest du, mein Vater Jösamin, Reiner, Sohn
der Pflanzung des gewaltigen Lebens.
Gepriesen seiest du , zweites Leben, Leben , das aus dem
Leben ward.
Gepriesen seiet ihr, Silmai und Nidbai, die Uthras, die
Hüter des Jordans.
5 Gepriesen seiet ihr, Nsab und Anan-Nsab.
Gepriesen sei unser Vater Hibil, Sitil und Anös *), der Name
und das Haupt des ganzen Stammes.
Gepriesen seiest du, hoher Abathar ; gesegnet und gefestigt
sei die große Sklnä, in der du sitzest.
Gepriesen seiet ihr, vier Männer, die Sühne des Heils, die
den Guten entgegengehen. Sie gehen den Guten entgegen und
bekleiden die Guten mit Gewändern.
10 Gepriesen seiest du, Lichterde, | gesegnet und gepriesen
seien deine Bewohner.
Gepriesen seiest du, Weg der Großen, Pfad der Vollkom-
menen, Steg, der zum Lichtort emporsteigt.
Gepriesen seiest du, Nasiräertum , von dem die Erwählten
lernen. Von dir lernen die Erwählten und handeln mit Lohn-
1) Siehe oben, p. 41 1 .
40, 19—41, 1 I- Das Qolastä. 107
nNnsV fiVrNn N'pbNDi Np-vn n-uks NnjjNivo wujnjvö
iw'o paaMDi ntiidn? itwoi N"n n^oi mjtw rraMro -nru
s^nb ptn »NnKHNa» woem n'dni pA»a»pi kdidst pasw
wjai unttaN K*aw s-nrui Nnmy "wo -isrisb wjk-i'3Dnöi
NnaNob K»rn Nnsn pVirw k*3K#ö K»nb wo'Npi non 1 ?^ 5
'n-ino in NH'oiNni n":nh n"jn NnaND iwns jwa pi
N"n ni2Nü bN3Nprvn N-iy thjo p'nrvj K»rn n-ijko
bis n^d N"n dw Syi tfbrvs K»rn tnncüi N"ni Nni3Ktti
N'jNöbNan K'Tna N"ty thn3 nVifr: wpit stw KpTrt JKÖ
■wk Vba p p"?3Nny ppo'a Nutins swia »pT? warwi 10
Nniam:i nn»Kn [41] NnriNni now s-ioy Vb3 sVbs
Zahlung und Almosenspende. Mit Lohnzahlung und Almosen-
spende handeln sie, darum steigen sie empor und schauen den
Lichtort.
Gepriesen seiest du, Jordan lebenden Wassers, aus dem
wir Sieghaftigkeit geholt haben. Aus dir holten wir Siegkaf-
tigkeit und empfingen das reine Zeichen.
Meine Eltern schauten hin nach dem Leben, meine Lehrer
nach dem Lichtort. Die Uthras des siegreichen Lichtes, Aba-
thur und die Söhne | des Heils, die dastehn und das Leben prei- 5
sen 1 ). Der Friede des Lebens werde den Kundigen zu Teil,
die aus unserer Mitte geschieden sind. Den armen, demütigen
Kundigen und den Jüngern (Priestern) sei er, mein Herr Mandä
dHaije, ein Helfer. Mit Dank entgegengenommen werde die
Güte des Lebens, die Güte des Lebens und des Mandä dHaije.
Der Dienst, den sie im Namen des Lebens geleistet haben,
fr******** 8 ) Einem jeden, der Almosen gibt, wird
das Almosen ein Helfer sein. Die Erwählten und Vollkommenen,
| die Almosen geben, werden auf den Pfaden der Kustä empor- 10
steigen. Man gab ihnen 3 ) einen Ätherkranz, einen Kranz der
Rede und Erhörung, der Freude und der Sieghaftigkeit, der
1) Der Satz schwebt in der Luft. Er kann nicht eine weitere Ausfüh-
rung zu -srs—ars^ sein. Er ist wohl eingeschoben, denn der folgende Satz
schließt sich an den vorhergehenden an.
2) Hier ist wohl eine Lücke, vbm kann nicht Apposition zu sriaxü
x—nn (n»»l s-r; 1 ; sein.
3) Ich lese ffeaitny, obwohl dies hier nur eine Handschrift bat und auch
die sonstigen Zitate pVasn* haben, vgl. Qol 46, G und die Varianten.
108 I. Das Qolastä. 41, 1—19
NnNetyu pVtfnb pwtyna pWnnu njsu wn p nV?3 njygkti
}Nn»nN3Sii Nnp^DNo ntni-q D'tyvnjn DNwpnm NnpTijn
N^Np-ibi priwuND p pNSji jNnNinN-n jNnN-n pMNam
pbawnjr N'ail ]o w*ns»n pnwna N^ii jo priwuNsa
5 tir\x wo noN*Di wdn swny prPKTüW] 1 ? Nnntyi Nnmyb
Npnnb fürten pb'in itfönN-i 1 ? wdn n»dn pbnn "iNonN-i*?
n^Npi rta^ny «n«ity »nino jijvdni *ny tpin:i nVin •
N-nnai koki ndVno wino fibj/ iNUKnwbi frnn iKoinip
InVtsn nonNib njh t^ni *mh n"N3 j^'Vkj hjw N<Nta:i
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Nsinb fr^m frti^j birrn nsihI n^«i -wn |sriNn
Grüte und der Grüße. Ein Kranz *) vom Weinstock Rwaz wird
auf dem Haupte dieser Seelen aufgerichtet werden, die durch
diese Messe hervorgerufen, gefestigt und gezeichnet wurden,
sowie (der Seelen) unserer Väter, Lehrer, Brüder und Schwestern,
die aus ihrem Körper geschieden sind und die noch in ihrem
Körper weilen, ein Kranz der Art, wie ihn das große (Leben)
5 auf seinem Haupte aufrichtet, wie ihn das große (Leben) | den
Uthras gab und die Uthras ihn ihren Jüngern gaben.
Du Arzt, dessen Heilmittel das Wasser ist, komm, sei
deinen Freunden ein Arzt. Deinen Freunden sei ein Arzt, und
dem, der Almosen gibt, sei ein Helfer. Den du geheilt hast,
mein Herr, dem verleih auch Festigkeit. Wer vor dir steht,
den sieh an und verdamme ihn nicht.
Mein Herr, hoher Lichtkönig, Enthüller, dessen Augen offen
sind, der für seine Freunde das Recht sucht und es zur Grel-
10 tung bringt. Verschaffe uns | Recht vor unsern Verfolgern, vor
den Verfolgern, die uns verfolgen , und vor den Bösewichten
und Wütrichen, die auf Böses gegen uns sinnen. Wenn es dir,
mein Herr, hoher Lichtkönig, beliebt, blicke auf uns und ver-
damme uns nicht. Blicke auch auf diese Seelen, die an dich
glaubten, die auf deinen Namen in der Tibil dastehn und ver-
folgt werden. Zeige uns den reinen Äther, damit wir die Ver-
1) Siehe oben, p. 49, 11.
41, 19—42, 1 I- Das Qolasta. 109
JK^pi JNJWa JN^y "W^N N'3N1N31 N'tJMal nuw ^yrfl
N"ni pnim joi n"stt nun» winoi «mna joi nvt jo wna
NDtt'DND N3NBJÜ1 N"H1 N*?Np T"ß ]™T) WTH3 }Nty IW3
S D N"H pNti'ttl NTinJ llblSl N31 5
x o
LXXII.
N'3'J n^l^ N^ÖHNI by fiJNrTD pm N3Nttb N3NU 3NU
jo pjaontPin jwwdmi paotswi pa Norwji "imoui m3kw:i p
NnsiNDsi prps-iNtt N"ni nunc »n-inö inSh [42] "iNONiip
folgung der Tibil vergessen, damit wir vergessen die Verfolgung
der Tibil und den Zorn der Bösen und Lügner. Stärke uns
unsere Einsicht, unsere Stimme, unsere Erleuchtung und unsere
Lobpreisung. (Damit verband dich das große Leben und rich-
tete dich auf in vortrefflicher Weise) l ). Vom Glänze und vom
Lichte meines Herrn Mandä dHaije und vom Frieden des Le-
bens ruhe ein Teil auf uns.
Meine Auserwählten ! Saget : Gesegnet sei die Stimme des
Lebens, gepriesen sei die | große Leuchte, die ganz Licht ist. 5
Und gepriesen sei das Leben,
Dieses „Gesegnet und gepriesen sei das Leben" ist das des
Sum bar Nn genannt. Hernach lies „Gesegnet und gepriesen sei
das Leben", das von den Seelen 2 ), alsdann lies „Gut ist der Gute
für den Guten".
LXXII.
Gut ist der Gute für den Guten, und seine Benennung ist
aufgerichtet über denen, die seinen Namen lieben. Wir suchen
| und finden, wir sprechen und werden erhört. Wir suchten und 10
fanden , wir sprachen und wurden erhört vor dir, mein Herr
1) nisca läßt sich nicht mit den vorhergehenden Nomina verbinden; der
ganze Satz paßt schlecht in den Zusammenhang.
2) Dies ist St. LXX. Es wird nach den Worten arsw: ytynfin so ge-
nannt. Es soll hier wiederholt werden.
] 10 I. Das Qolastä. 42, 2—15
jtfDN^iOtfk'i janN^m |snsb^Di |K3wrn i^nunpi jsVpiaty
N"rn nuno wino iibpi2^ finNttwaNKn fin^bp^rn finsb^Di
pnwNrbi pbnb Npim masi snssb n^neinp n^-i N»m
5 po-i NniaNui NE^nb pwrfi jKöbi pppNTöisnbi prvNbrppbi
N"n poNwp pwm paViiTJ WNUKn p'asty powb bNED jo
n — d NHsaijr pnbiD by psw t*»ni N"n pasiyoi pnio^a
Mandä dHaije, dem Herrn der Heilungen. Erlaß uns unsere
Sünden, Vergehen, Torheiten, Strauchelungen und Irrungen, so-
wie demjenigen, der dieses .Brot, (die Messe) und diese Zukost *)
hergestellt hat. Die Sünden, Vergehen, Torheiten, Strauche-
lungen und Irrungen wird mein Herr Mandä dHaije und das
große, erste Leben dem Spender von Lohn und Almosen erlassen,
5 ihnen 2 ), ihren Gattinnen, | ihren Kindern und Schülern, sowie
denjenigen, die dieses Brod und diese Zukost dargereicht haben.
Auch euch, meinen Eltern, meinen Meistern, Lehrern und Un-
terweisern, wird, wenn ihr (beim Male) gelagert seid, links wie
rechts 3 ) ein Sündenerlasser zu teil werden. Saget : Das Leben
steht fest in seiner Skinä. Gepriesen sei das Leben, das Leben
ist siegreich über alle Werke.
Dieses „Gut ist der Gute für den Guten" trage (als Festigung)
10 vor, wenn du die Totenmesse liest, trag es vor, wenn du \ die Taufe
vollziehest, trag es vor, wenn du das Öl zuteilst*), trag es vor,
1) sr-ss-j ist die würzende Zukost und findet sich in diesem Sinne oft
in den Ritualen, z. B. Cod. I'ar. Sab. 15, f. 2a, Z. 3 und Oxf. Rolle F, Z. 366:
s--s"i sr-zs-j- (Arms „Salz und sr-as-j und Gemüse". Es steht auch in dem
kurzen Gebete bei Siouffi, p. 86, wo Siouffi es kurzweg mit „aliment" über-
setzt. Das vorliegende Stück scheint ursprünglich ein Tischgebet zu sein, und
Kiip-Mwi an dieser Stelle ist wohl eingeschoben. Weiterhin fehlt es, siehe auch
Z. 6 f.
2) Siehe auch p. 96 1 .
3) Die auch sonst häufige "Wendung, vgl. Joh., S. 242 5 , ist so aufzufassen.
Die dort gegebene Erklärung ist nicht richtig.
4) Der Ausdruck nst-d tci findet sich öfter in den Anweisungen (Qol 44,
5, 16; 46,20; 47, 12, 15), offenbar für die Ölung, das „Zeichnen", kw ist hier
wohl in dem angegebenen Sinne gebraucht.
42, 15—27 I. Das Qolastä. Hl
rWtttaitt ^31 fv&xp ismn^s'oi ^anrps nsnanai ^attiiin nanan^
LXXIII.
wann nspDya nöti™ Nana Ntsttnaa NnTjuy s
N'jowno Nnau insn wjNöbtfP nTa
map wrn Nssabi Nüt£»j "wi^a vb»n
ptbN Nm\»y by fi-isiu Finiö'aKna nö^u
!tdn:> Kwa tun» Nm^y Vy psbtf fhsiu
fibwbNa Niin:Na ^uini io
Nm Nni^jyi no^^ 1 ? dvni ftrottfi *«»
we>m df«4 ei» Ge6c^ verrichtest, trag es vor nach deinem Gebete,
nach deinem Pihtä und Mamhühä, trag es vor, wenn du die Tafel
bereitest. Und das Leben ist siegreich.
LXXIII. 1 )
Im Namen des Lebens.
Ein wohlversiegelter Brief ist es,
der aus der Welt hinausgeht.
Ein Brief, geschrieben mit Kustä, 5
gesiegelt mit dem Siegelring G-roßer.
Vollkommene haben ihn geschrieben,
gläubige Männer ihn gesichert.
Sie hängten ihn um den Hals der Seele
und sandten ihn 2 ) an das Tor des Lebens.
Die Seele in ihrer Weisheit
drückte ihren Nagel auf den Brief 3 ).
Ihren Nagel drückte sie auf den Brief,
legte ihn in Glanz und verdeckte ihn,
tauchte ihn in Licht und verhüllte ihn. 10
Wie kam es, daß Daium sah,
daß die Seele den Brief trug?
1) Steht auch GL 108.
2) Schlechter bezeugt ist die Lesung icittwd „sandten sie", die Seele.
3) Auf das Tonstück, mit dem der Brief versiegelt wurde. Der Nagel
wurde nicht in den Brief selbst gedrückt, so daß man daraus schließen könnte,
dieser sei auf Ton geschrieben. Siehe auch die Nachschrift.
112 I. Das Qolastn. 42,27—43,4
siysb ftwn t^jyi sm^yb firn jnö
s^nsno snüTE pbsnai Nm^:yb fQTs jmd
s wrm riNpoya nütipii B Kana nuipim «m^jy
n^ö^npio «nau man N^NobNiy istd
mKif «"ni Nasabi nöpu -inin« vb*n
io NiysS fiwn t^jyi Nm^jyb ftoTS ]nd
Wie kam es, daß Daium sie sah,
während ihre sieben Söhne um sie versammelt waren ?
Diese sprachen :
„Wer schrieb den Brief,
dessen Geheimnis niemand kannte?
Wer schrieb den Brief,
der mit diesen Umschnürungen 1 ) versiegelt ist?
5 Mit Kustä ist der Brief geschrieben,
mit dem Siegelring Großer gesiegelt.
Vollkommene haben ihn geschrieben,
gläubige Männer ihn gesichert.
Sie hängten ihn um den Hals der Seele
und sandten ihn an das Tor des Lebens".
Die Seele fliegt und zieht dahin,
bis sie zum Wachthaus der Sieben kam.
Als die Oberzöllner sie erblickten 2 ),
tuschelten sie und sprachen :
10 „Wer schrieb den Brief,
dessen Geheimnis niemand kannte?
Wer schrieb den Brief,
der mit diesen Umschnürungen versiegelt ist?
1) Für Kiana paßt hier weder der Sinn „Grenze" noch „Verordnung",
siehe oben p. 60 1 . ix» bedeutet „einengen, umschnüren", siehe die Belege bei
Pognon, Inscriptions manda'itcs, p. 284. Eine Ableitung für kwö hiervon
paßt eher.
2) Die Worte x-rr^ Ihhiwwb sind, wie schon das Metrum zeigt, ein-
geschoben. feKYiRnWD soll wohl ein Name sein ; er findet sich sonst nicht.
43, 4—18
I. Das Qolasta.
113
tvyvn DKpoy^ N^nni
N'jewno Nnaui man
rrntv K"M Nawabi
nue N"n iraS Nobs
noi N»n ivaS nbsp
«ans NUBnsa «mviay
«»JNObNiy 13T3
prrNtyn ^s:d n^ninüno 5
nyöK* dm"id2 fiiwb
Der Brief ist mit Kustä geschrieben,
mit dem Siegelring Großer gesiegelt.
Vollkommene haben ihn geschrieben,
gläubige Männer ihn gesichert.
Sie hängten ihn um den Hals der Seele
und sandten ihn an das Tor des Lebens".
Die Seele fliegt und zieht dahin,
bis sie zu den Wachthäuslern kam.
Die Wachthäusler neigten ihr Haupt,
und die Seele ging an den Wachthäuslern vorbei.
Die Seele fliegt und zieht dahin,
bis sie zu den Wasserbächen kam.
Als sie bei den Wasserbächen ankam,
ging der Ausfluß des Glanzes 1 ) ihr entgegen.
Er faßte sie bei der Fläche der Rechten
und führte sie durch die Wasserbäche.
Die Seele fliegt und zieht dahin,
bis sie zum Hause des Lebens kam.
Als sie beim Hause des Lebens ankam,
sandte sie ihren Ruf nach dem Hause des Lebens. .
Als das Leben ihren Ruf hörte,
sandte es ihr einen Geleiter entgegen.
Er faßte sie bei der Fläche der Rechten,
er führte sie hin, und man stützte sie auf das Abbild
des Lebens 2 ),
10
1) Ich streiche **& »i, vgl. z.B. GL 90,7; 115,20.
2) Vgl. auch GL 78, 11. s-n wwa könnte zwar auch heißen „gleich dem
Abhandlungen d. K- Ges. d.Wiss. zu Göttingen. Phil.-hist. Kl. N.F. Bd. 17,i.
114 I. Das Qolastä. 43, 18—33
nwdnsi mvwtji mW nddh
MWDMS W2 M'lÜ'Mpi Mnnijf M'J'3 NnSS 1 ?
Mobs )ö NnpSN n«mi iwna fibsMin -im»m Vba
*o&'N pVn Mwni N"nb inod kwi
s m^mdü^ n«ot^j nMSPMi yhn mspm M"n
M D pM? MWJT1
«Trittst swiBb a^ba »anja «anaa ^a »©w «ü^b a^p asanb a^ba
a o vsmfr yn *m*i iOD&n M^tai
LXXIV.
MTOMJ1 MtttJnSl MOMMm JMbsi MnttWJl MPin Kö'nm M"VDJf
io pMT M"i11 MW "IM3M3V MWMpi MtflflD "IMO'103 MIMIB^ M31
s — — o
an der Stätte, an der die Grlanzwesen, die Lichtwesen
und die Leuchten
sie unter die Uthras einreihten
und unter den Leuchten aufstellten.
Einen Ätherkranz errichteten sie ihr auf dem Haupte
und fünften sie in Pracht aus der Welt.
Das Leben stützte das Leben,
das Leben fand das Seinige;
5 das Seinige fand das Leben,
und meine Seele fand , was sie erhoffte 1 ).
Und das Leben ist siegreich.
Bis hierher lies über die Ölflasche, wahrend sie bis zu ihrer
Mündung in Ton gestecht ist. Es sei reiner Ton aus dem Jordan.
LXXIV.
Umbunden und gesiegelt seien Geist und Seele des NN
10 durch das Siegel der Kustä und den | großen Hüter der Wahr-
heit um der wahrhaften Rede willen und des Aufriehtens des
Jökabar-Ziwä.
Und das Leben ist siegreich.
Leben", vgl. Nold., p. 312 1. u., und weiter unten p. 130,4 fasse ich den Ausdruck
auch so auf, doch spricht die Stelle p. 84, 5 für die hier gegebene Auffassung.
1) Bei dieser häufigen Wendung, vgl. GL 38,1; 78,11; 90,9, schwankt
die Lesung zwischen tn^n-: und rvswi. Bei dieser Lesung hätte der Satz
den Sinn „und ich fand meine Seele, daß sie hoffte". Obwohl die Lesung
rvawi häufiger ist (vgl. auch rvswx MHawai r^hiy GR 367, 15), ziehe ich doch
n»3»to vor, das dem Satz einen besseren Sinn verleiht.
44 i is I. Das Qolasta. 115
T*tr*ti ixnsvji "tanpo? »an» in «m^aan «wn -pran (A) [44]
s o vokt swn nb? «aa^ pran ainpi omni wtaa isera»^
ny swnn fita» p p^saai ^-ab stDi-o kwö n^«a "ra (B)
mrono iy «passa by »i>a jwfi pbnsaKi "pa^pas «^inxnb
ansbn nisisi-pai ««■>« nä^wai apssaab rh? nb^^a &wpa
aaisb an* apastfab nbaanxai naiBb kt* »anwn na^a tp^an »iBWin
»ia "pbrnra fbnVNKrft anDin pas^ab »33? nbnan 1» n^saa 5 !
« o «iixbni'a nbianxai nrostTai
(J.) Dies «s< c7er &Ä/? des Briefes. Drücke deinen Siegel-
ring, deinen Nagel und den kleinen Finger deiner Rechten auf
den Ton, siegle und lies diesen Schluß darüber.
Und das Leben ist siegreich.
(B) Wenn du jemand, der aus dem Körper scheidet, die Ölung
erteilen willst, *) so befiehl und sage ihnen, daß
sie Wasser über den Scheidenden gießen sollen. Wenn es ein {ein-
facher) Mandäer | ist, so wasche er 2 ) dem Scheidenden die Hände,
gieße Öl über ihn, zeichne ihn dreimal, stelle die Vereinigung mit
ihm her 3 ), lege ihm die Hand auf den Mund, und lege dem Schei-
denden die Hand auf den eigenen Mund. Wenn der Zeitpunkt
für ihn kommt abzuscheiden, so sollen sie an der Stelle, wo sie ihn
hinlegen, Wasser sprengen und ihn reinigen. Ihn sollen Gleich-
stehende hinlegen 4 ).
1) Die Worte (WwkA is» KW»ia sind mir unverständlich. Die Varianten
jr-K-insaV , vemab, »"«isa Vy helfen nicht viel. »^3 in Paris X läßt sich ver-
stehen: „so befiehl ihnen zuerst"; aber wie sollten die anderen Lesungen ent-
standen sein ? In der Oxforder Rolle F, Z. 1014 ff. wird gesagt, daß der Gan-
zibrä die Hand desjenigen aus der Reihe der Priester, der obenan steht ftsni
nrnn K-ransr), ergreife, dieser dann die Hand des nächsten anfasse. Viel-
leicht bat hier wr*afl -j«r& gestanden: befiehl demjenigen, der obenan steht,
oder dem letzten.
2) Der Priester, andere Lesung tfeiwa „sie sollen ihm waschen".
3) Wohl durch Handschlag, vgl. p. 13 3 .
4) Paris X hat hier zum Teil eine bessere Lesung, y&wa , das ich aus
ybn und T&mn kombiniere (siehe auch p. 56 2 ), gehört zu rh, das im Man-
däischen zu Vht wurde, vgl. Nöld., p. 66,16. Ob ich die letzten Worte richtig
auffasse, ist mir zweifelhaft. Ich vermute, daß gemeint ist, daß wenn es ein
einfacher Mandäer ist, einfache Mandäer ihn bedienen, wenn es ein Priester
ist, Priester ihn bedienen sollen. Ähnliche Anweisungen finden sich öfter in
den Ritualen.
8*
11Q I. Das Qolastä. 44, 14—45, 1
=b r/s -in 'S fcpb^b a^wn xmo» *oan x^rn ■pn , »Wfl , iwa (C)
ffrttfi "prvsttaitta Tiiax nnr^s pa p^aari ^b rwrm a^'n^ h^aa
«r.^tr: xrxnb nb*nrpi K^Ktaxn p^nxnn fipirfi anatm xsisb s^ni
ttfntn jäicw «"»«»»1 »np^cstti am^» arxrn «r,^«b& na ^sban
5 xb^bn fibro -pbxü no fiawi *odxi »cw ttan lanatwaabi «^»i
*na«a nwrfi siawa ^«asrib ampi iwrampb «5n»i x^rcb aoan
Br»wp wn iswari soaattab x'npi larc^n Taaxn fnni «'»»ffisp
sTx-i nxns bsran s^pi ^sgwi aoaattKb) ^np *n;a*n »wä iiwi
«TDiEb fiawi ixaisb 7SüS ta is»s fnffi »napyi srnwi xw »ai
io wwamip am b»n wnpi »trieb vm ■pwe« ^ ffnpi ^nya
baptw pb"»l "pabyi larpatöini ■prw fc^npi aiisb «tn x^-n »n">nb
-iKttsn KTOtn &w» bspcia n^ab ariai «WS isnya »nwi jww
ftnafcpitfi Swfcwi rhaiam n^a-jxn ^bs yn [45] bapiDim nxsm
((7) Im Namen des großen Lebens sei Heilung zu Teil mir NN.
Wenn du jemand die Ölung erteilen willst, der aus dem
Körper scheidet, so sprich: „Im Namen des großen Lebens. Die
Gemeinschaft und der Friede des Lebens und ein Sündenerlasser
werde der Seele des N, Sohnes der N, zu Teil, mit diesem Briefe *)
5 und dieser Messe. Bring eine neue \ reine Flasche, die unbeschädigt
ist presse reines Öl aus — es soll schön sein — und tue es hinein.
Winde einen Myrtenkranz für die Flasche und lege ihn vor dich hin.
Lies über deine Krone „Im Namen jenes ersten Mannes" (= I),
lege dir die Krone auf das Haupt und lies neben deiner Krone 2 )
„Das Leben schuf" (= IJ1), „Es leuchtete das Licht" {= V) und
„Mandä schuf mich" (= XIX). Lies „Mächtig und groß ward
das große Geheimnis des Glanzes, des Lichtes und der Herrlich-
1ceU a (= VII),' lege dir das Pandümä um den Mund, nimm die
10 Flasche \ in die Hand und lies „Lebendes Wasser bist du" (=
XXXIII) über die Flasche. Lies „Ja, für das erste Leben" (==
XXXIV) über den Weihrauch und wirf diesen ins Feuer. Lies
„Wir bekannten" (= LXXV) , „Lobpreisungen" (— LXXVI),
n I)ich" (= LXXVII), „Beim Hochheben der Äugen" (= IX).
Die Flasche sei dabei in deiner Hand. Bete „Ich wollte die Augen
hochheben" (= XXXV). An der Stelle, wo es heißt „Du wirst
von NN die Sünden, Vergehen, Torheiten, Strauchelungen und Ir-
1) Vgl. die Stücke LI1I, LXIII, LXXIII.
2) Siehe oben, p. 1".
45. 1 — 17 I. Das Qolasta. 117
83"i«rn ar'wn BWiSWi «pnsn Kip»»rn »wn nn«w»a»tön
■jab^bD pi n^osrn T»nira -pan n^abion ^vt pa a^rn srßKtt
tiSPis vtdsm isbxm i«bs=i «maics Kftfffi ftrorna fibsmwn wwi
•prrwrvi xnnrb sm^si «naiaa K"«w»i ampi (D) . tmp «rvnnaTn 5
«twi mrcna isn: sdsi ab^b ampi Kwwb »roiawaFi *wi»a
x^DiDb KTä ans«« vmam s^npi fwnn an^irb Fftsmrn annaTtti
SEPtn s-aiB "pa srpaiö'n iwratt «tü->w um atnöb «nc Kinn
«rm pasraa imafi wom mwi wai »rwr ptt»i a^a-o^ «"Hp
«■naci arina» bwiax *on*o -laraan »roTn ^bsi nTo« »na^w:*! 10
itreYTi mjw «tfiöb Dtan r\z=i ararn ■jxbsi iiia« Krwwi wmn
wtn n»5TK toük^ aroiTi ««ytn amsb mim -nnans ms -i»ttin
rungen wegwischen und fortnehmen und in die Höllen der Erde und
die unteren Äbaddons der Finsternis werfen. Stelle ihn auf unter
den Schuldlosen, nicht unter den Schuldigen, unter den Vollwertigen,
nicht unter den Mangelhaften vor dir, Blande! d Hai je", sage „Be-
ileide ihn mit deinem Glänze, bedecke ihn mit deinem Lichte und
richte einen prangenden Kranz von dir auf dem Raupte dieser
Seele des NN auf 11 . Achte darauf, daß du es bis zu Ende \ sorg- 5
sam lesest.
(D) Lies die acht Gebete des Pihtä *) über die Flasche und die
beiden Gebete des Mambühä 2 ) über die Flasche. Lies über den Myr-
tenkranz „Es leuchtete das lackt* (= XLVI) und „Gesichert,
wohlgesichert a (= XL VII) und lege ihn auf den Kopf der Flasche.
Lies „Mandä dHaije ging zu den Sternen des {schönen) Aassehens,
er befreite" (= XLV1I1) über die Flasche, hole Öl mit deinem
ersten Finger 3 ) aus der Mündung der Flasche und lies „(Im Na- *
men) des fremden (Lebens). Dies ist der Glanz und das Licht
des Lebens" (— XLIX). An der Stelle, wo es heißt „ Wenn Geist
und Seele scheiden" sage „des NN a , und an der Stelle, tuo es heißt
„Der Löser Saurel kommt, der Geist | und Seele löst" sage „des 10
NN" und bei „was an ihr ist" zeichne den Mund der Flasche.
An der Stelle, wo es heißt „im Hause des Abathur" zeichne den
Mund der Flasche. An der Stelle, wo es heißt „der Geist des
1) St. XXXVI— XLIII. 2) St: XLIV, XLV.
3) MTW* „erste" steht nur in Euting's Haupthandschrift. Mit dem
„ersten Finger" ist wohl der Zeigefinger gemeint, der weiterhin als der Finger
neben dem Daumen bezeichnet wird. Der Ausdruck findet sich auch in den
anderen Ritualen: Oxf. Rolle F, Z. 220, 567, 698; Lond. Rolle A, Z. 702.
118 I. Das Qolastä. 45, 17—31
Ditn "pat vm K^n m^n nK£pKprtfi xma^a "jar is naim •j»bs s i
Fhai was »^rti »naitean amas» ■jKaas ixt« «•np'i kidw «üisb
nsbna lanpoy aioai swtb »ana t^aban k^eo »3kü "jatfi xaa
»mw a^pi l*nswi -isa^by k^stüs^ namaan i»a^ba> waas
5 »tafciaa »mia» nartfi «naYi b^ai a^bx p Rwa apsaan »ntt»n«nü
Tanrtfn isnsitsi lanpoya Dinn «wn napoya a^nm sa^a
«-pd* K^npi »a^taa i^^m nanöitai nanpoyb «anai aaa^b KEbai
w«h»^ aan ant^ai »taioiD s r fcwanxna )xbiri »rü^csi «wn k»wi
limrm lanBitai ixnpcy b»Ti *w naatfav* iOEvapi ataiDia na'Eraa
io "wttjn «na'm a^Küiap vm ■paara» 8*npi h Ttftt« ta npb «anai na^a
■pnamny aonpi »*>inia lattisb ^■aKiaasi ^bsb tiü« pa^a^a pnn
«rna^a a-nna^ a^aaa a^a a^aprpü a^aata 5 ! annsa ■praaiapnan
•pa Jnam »aa^D^toi aababaatti taa^aprin amnaaa oanan 'jabB'i
JViV </iw# am, ivurde wie die Seele und fand Bestand im Hause
des Lebens. Und das Leben ist siegreich" zeichne den Mund der
Flasche. Lies „Recht taufte mich der Täufer 11 (= L), „Im Namen
des Lebens. Ich bin getauft" (== LI), „Wessen Sohn bin ich?
Der bewahrte Mänä" (= LH), Meide Ton um die Flasche, nimm
deinen Siegelring mit deinen drei Fingern, (nämlich) deinem Dau-
men, deinem Finger, der neben dem Daumen ist, und deinem Meinen
5 Finger und lies „Ein \ wohlversiegelter Brief ist es, der aus der
Welt hinausgeht"- (= LXXIII). An jeder Stelle, wo es heißt
„Ein Brief, geschrieben mit KuStä und gesiegelt mit dem Siegel-
ring Großer", siegle mit deinem Siegelring, deinem Nagel und deinem
Meinen Finger bis zu Ende. Dann lege deinen Siegelring, deinen
Nagel und Meinen Finger auf den Ton und lies „ Umbunden und
gesiegelt seien Geist und Seele des NN durch das Siegel der Kusfa
und den großen Hüter der Wahrheit um der ivahrhaften Bede
willen und des Aufrichtens des Jökabar-Zuvä" (=.LXXIV). Hebe
dann deinen Siegelring, deinen Nagel und deinen Meinen Finger
10 | davon weg, lege (jenen?) vor dich hin und lies „Gepriesen sei das
erste Leben" (= LV11I). An der Stelle, wo es heißt „Eichte deine
Augen" sage „auf NN". Dein Pandämä sei dabei über deinem
Munde. Lies „Ihr seid aufgerichtet und gefestigt an dem Orte, an
dem die Guten zwischen den Mdnäs des Lichtes gefestigt werden.
Die Seele des NN sei dort im Lichte gefestigt" l ). „Ich liege ein-
1) St. LXV gekürzt.
45, 32-46, 14 I. Das Qolastä. 119
Dxnsn «nmya äotp: K^bsm xns^i K-prb aws vewy\ wr\xw
«i«3«t [46] s*o«t «wo ctfbtJs bw •wrrowrvi ^mnsn rhc-o
nro ripKBan «wa isaita T^nroi apian »**ry»aa aasttai narn^b xetoi
"isposi p^boi saailKrai bbbtti xpTTi aa^an «aximam a^bs p
»r^ttcan swi Kinatjwi &WO ionpn ««m p^Exai mi nria 5
lisbaxn:? -ia«asn srom ^a in mizn tf*n äiskübi s^ama ao-ip asan
nba? dwwwi »aatti »a»ta a«ta K^pi 'jabs iiä» n«*» b->bD p
atatro www nbnanns'H -ja^b nbxnnio fiaiarn ftnusKn nbpnaisn
1*6i»bd» k:«i «übis -pran nbixtt«! KpÄ&iö a^i-pna ta^xsi fiawa
armay rmap ^ psa n-mnö aTnaoa 1$ mnsnab nbisaos nssax 10
an^unai srm vunm 8-pc*i a^bx p nato xpstfai «nftansntt
»^n^a» WTrxsT n:^ sttasna) bhobh nbrannioi i»Bb nbannso ]xbzn
gehüllt da* (= LXVI), „Mit ihm, mit dem Loser* (= LXV1I),
„Zwischen dem Verborgenen und dem Glänze" (= LXVIII), „Ruhe
und Heil walte auf dem Wege, den Adam ivolil gebauet" (= LX1X),
„Meine Erleuchtung und meine Lobpreisung" (XCI), „Geh in
Frieden, Auserwählte, Reine, Makellose ohne Fehl* (= XCII),
„Der Mänd freut sich der Schätze (= XCIII) , „Heil dir, Heil
dir, Seele, die du die Welt verlassen hast" (= XC1V), „Der Sonn-
tag und das Kannä des Almosens"' (= XCV), „Versorgt, wohlver-
sorgt bin ich" (= XCV1), „Er stieg empor und hob mich \ mit sich 5
empor" {XCVII) und „Am Tage, an dem die Seele hinausgeht"
(XCV111). Lies „Gesegnet und gepriesen sei das Leben, das diesen
Seelen" (== LXX). Hier lies „Gesegnet und gepriesen sei das
Leben" des §um bar Na (= LXXI). An der Stelle, wo es heißt
„Man gab euch einen Ätherh-anz" x ) sage „NN". Lies „Gut ist
der Gute für den Guten" (= LXXI1), bete für ihn, erlaß ihm *
seine Sünden und Vergehen, übergib ihn demjenigen, dem du ihn
übergeben willst, reiche Kustä demjenigen, der sie dem Scheidenden
reichen soll 2 ), und sprich zu ihm 3 ): „Diese Kustä, die ich dir vor-
trage, | trage du Äbathur vor". Wenn er es eilig hat, ihn fortzu- 10
tragen, eile, indem du liest „Ein wohlversiegelter Brief ist es,
der aus der Welt hinausgeht" (= LXXIII), und „ Umbunden und
gesiegelt seien Geist und Seele des NN" (= LXXIV), über gib
1) Vgl. p. 107, 10.
2) Es ist nicht klar, wer hier gemeint ist, vielleicht der Totengräber,
der die Beisetzung besorgt.
3) Zum Verstorbenen, vgl. Joh., S. 2*.
120 I. Das Qolastä. 46, 14—47, 2
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ihn demjenigen, dem du ihn übergeben willst, reiche Kustä dem-
jenigen, der sie dem Scheidenden reichen soll, und sprich zu ihm:
„Diese Kustä trage Abathur vor".
Dann, das Pandämä liege dir um den Mund und lies ^Ge-
priesen sei das erste Leben"- (= LVI1I), „Ihr wurdet aufgerichtet
und gefestigt* (= LXV) bis „Gut ist der Gute für den Guten"
(= LXX11), ivie ich es dir sage. Bete für ihn Gebete, Hymnen
5 und die Festigung der Messe von Anfang bis m Ende. \ Achte
auf den Namen dessen^ dem du die Ölung erteilst. Lasse nichts
aus, sondern lies mit Bedacht und Vorsicht.
Und das Leben ist siegreich.
(E) Alsdann bete du für dich, indem du zugleich das Pan-
dämä vorhältst, bereite Pihtä und Mambühä für dick, lies „Das
große Leben sprach und schuf mit seinem Munde" (= LV), iß das
Pihtä, trink das Mambühä und lies „Voll ivurde" (= L1X) und
10 „Das Leben ruht" (= LX) für dich. \ Lies „Gut ist der Gute für
den Guten" (LXXII), reiche dir selber Kustä und ehre deine
Krone. Nimm dich in Acht, nimm dich in Acht, nimm dich in
Acht, daß du irgend welche Lösung vornehmest außer bei deinem
Pandämä allein, nachdem du für dich gebetet hast.
Und das Leben ist siegreich.
(F) Dies ist die Segnung des Öls, die der große Bihräm, der
Sohn Adams, bei seiner Mutter Haivivä, der Frau Adams, vollzog,
als sie aus ihrem Körper schied, ivährend Hibil-Ziivä vor ihnen saß.
47, 2—18 I. Das Qolasta. 121
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Diese Segnung des Öls stand in der Handschrift des Rämöjä,
Sohnes der Eqaimath, ans dem Dorfe Tib, die von Zazai von Gau-
xcaztä, dem Sohne der Hawwä, geschrieben war. Jene schrieb Baian
Sibil, Sohn des Brilch-Jäwar, hier ab und säte sie aus durch diese
Bücher unter hindert Näsöräer aus der eigenen Handschrift, dig
er aus der Handschrift des Rämöjä, Sohnes der Eqaimath, abge-
schrieben hatte, die sich \ bei Hajönä, der Tochter des Jahiä, und 5
Bainai, dem Sohne des ZaJciä , befand. Baian Hibil. Sohn des
Brilh-Jäwar, sagte : „ Wie sie geschrieben ivar, schrieb ich sie ab,
und alle Mysterien des Öls tearen in ihr" 1 ).
Und das Leben ist siegreich.
(G) Wenn du jemand die Ölung erteilst, so befiehl den Leuten,
daß sie ivohl acht geben. Wenn er nicht aus dem Körper scheidet,
J sollen sie ihn zu dir bringen. Lies über ihn „Mit reichem Glanz 10
bin ich getauft" (= LXUI), nimm das Siegel ab, schaffe es fort
und wirf es in den Jordan.
(H) Wenn du die Ölung erteilst, siehe zu, daß du dich nicht
irrest. Wenn du dich irrst, so erfordert es sechzig Messen 2 ). Für
denjenigen, auf den Öl fällt, ist es schön 3 ). Wenn er nicht darauf
drängt, ihn fortzutragen 4 ), lies für ihn sechzig Blessen und sieben
1) Hier steht noch eine kurze, mir unverständliche Notiz, in der Uraslam
(Jerusalem), die Stadt der Juden, genannt wird.
2) Doch wohl so gemeint. Da steht „die sechzigste Messe".
3) Mir unverständlich. Es ist kaum gemeint, daß wenn auf jemand zu-
fällig etwas Öl fällt, es gut für ihn sei.
4) Siehe oben, p. 119, 10.
122 I- Das Qolastcä. 47, 18—31
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5 anxttttn aiuni nwb riEiüin ninana n^n an^nnaa «r.pios'aai
«rvm aman ktoi ano^a snp^DKttb n^aa^n (K) . •jananaatfi
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cm a np^oaB n^M-'Kptt nai , aotin "pb^n sowas «sna «naans-»
n^issan awenwab (M) .oanannan arbn iö^s:a »nx , öTö^ = J hi , b»ti
10 »^xi3»tti »*i^»n"0E»3i anaasna »aaiö r\bv x^p t&xib «tbie
*). I?e£ „«ras «M ihr ist" zeichne ihn, bei „im Hause
des Abathur" zeichne ihn.
(J) Wenn es eine gute, gläubige Seele ist, die Leute hat, die
nach ihr 2 ) Gutes tun wollen, so bringe Priester herbei und lies für
sie (die Seele) sechzig Messen vollständig mit jeglichem Dinge. Bei
der sechzigsten Messe bei „was an ihr ist" zeichne sie allein 3 ),
bei „im Hause des Abathur u zeichne sie allein, bei den sieben . .
5 f. .bei „was an ihr ist" zeichne sie allein, \ bei der letzten Messe,
bei „im Hause des Abathur" zeichne sie allein, dann zeichne die
Seelen unserer Väter 4 ).
(K) Was du für die Messe brauchst, ist Fleisch, Wasser des
Gebetes, Weihrauch, Pihtä, Wein, ein Kranz und Ol.
(L) Bei den sieben lege alles, ivas du an Delikatessen 5 )
wünschest, neben diese Mysterien. Wenn du die Messe festigst,
trage Hymnen über die Seelen vor; zeige dich sehr gütig und ver-
richte Gebete' 5 ).
10 (M) Für die Seele, auf die \ Ol fällt, ist es schön. Lies über
sie sieben und [über?] die Näsöräer, Mandäer und Gläu-
1) Ich wage keine Deutung des Wortes. Es findet sich sonst nicht.
2) Nach ihrem Abscheiden.
3) Obwohl fast alle Handschriften Ntsiaii haben, ist wohl auch hier wie
vorher na»ii zu lesen, vgl. auch Cod. Br. Mus. Add. Ms. 23602A I y.
4) Durch irgend eine symbolische Handlung.
5) Dies scheint der Sinn von NrxariK^ zu sein. Es wird in den Ritualen
neben Früchten und Spezereien genannt, und öfter ist von einer Schale (kin'j)
mit NrsanK^ die Rede. Vielleicht ist es iO^x,.
"' *■*
6) Die Lesung und Übersetzung der letzten Worte ist unsicher. Siehe
auch p. 123,4.
47, 31—48, 12 I. Das Qolastä. 123
pnbia Kwai ittimifi pnVö tfwai imnn bapwü mm »^k
attbKi icn p »npwnafi ar^-psn s^«o» ffrfapy [48] arvottairj
nbp",ni»n nb? D»n*rinyi ^«»ma ixirsa: vrton 'vspxn i»bxm an^ib
»np^DÄtfi »•«■witttä "jb ikb bis 8Y»t bwi ikeki B'nt« isr^m (N)
am kbto nb? «wa n«nm: «ninn artfi Restm» b'ääbw K">Hpia
a-oin nmn^wn «Tfljn wrrcraa Kfrawi nns«:b rhrrp:abn
«Y* bwi »aai RnnjruQM tarop Vöma swsfi bwifl« «iHtt^p
bis kt»t bwi isnajui n^ay»b '«»eawttai ^»sxatöina nnrawab io
jrttixp^K laarroab amml »iei twöbia KEanrasi jr*wYintt fn i«ä
tanwa bia K^arcab'i *n»6^ kb , >iö , i kiesi wo fibwa "prv^-isssn
nbn^nrxbi nana jnawrfl äwutü* ixnxbi »"fipW] nnxnxnxi
&/^e«. i?ete £«r Messe „Wir bekannten" 1 (= ZXXF), „Lobprei-
sungen" (= LXXV1), „Dich" (= LXXVIJ), „Beim Hochheben
der Augen" (= iX), „7cA woJZfe d/e Augen hochheben" (= XXX F),
aZZe StücJce des Pihtä, edle Stücke des MambüJiä und alle Bin-
dungen und Lösungen der Messe, von Anfang bis su Ende. Nimm
dich in Acht, sie gering zu nehmen, zeige dich gütig bei den Hymnen,
bete für die Seele und erlaß ihr \ die Sünden. 5
Und das Leben ist siegreich.
(N) Alsdann erklärte und sprach Hibil-Ziwä: „Auf jeden Nä-
sortier, der die Messe liest, dabei das Pandäma bei Seite schiebt
und das Wasser des Gebetes verdirbt x ), wird großer Zorn fallen.
Er wird seinen Schöpfer nicht schauen und wird mit dem schweren
Schlage geschlagen werden, mit dem der erste Erstgeborene ge-
schlagen wurde, weil er gegen seinen Vater sündigte und fehlte.
Ich Hibil-Ziwä \ werde ihn zu meiner Rechnung nicht rechnen und 10
zu meiner Zahl nicht zählen".
Dann sagte Hibil-Ziwä: „Ein jeder von den Näsöräern, der
das Pandämä vorhält und das Wasser des Gebetes nicht verdirbt^
der wird, so lange er noch im Körper iveilt 2 ), Gang, Rede und
Erhörung finden; denn er hat nicht verändert, nicht abgeändert
alles, was sein Vater (das Leben) ihm befohlen, er hat nicht die
1) Auch sonst steht in den Ritualen häufig -an bei wvon xr"a.
2) Im Texte steht in diesem Nebensatze der Plural: so lange sie noch
in ihrem Körper weilen. Diese Lesung ist wohl ursprünglich, obwohl einzelne
Handschriften n"spT haben, vgl. auch p. 96 1 .
124 l - Das Qolastä. 48, 12—16
F&arfi ]ma bis ospab mw papiaioi sBisnm w» papmob «nsra
bkws Vidi jwwttib nnw n»wwi FittÄnip "pa iwiasr« iwiiörn
Werke verübt, die Jösamln geübt, er gewährte der Quelle Sumqaq
keinen Anteil, er stand nicJit in der Hitze der Quelle Sumqaq.
Vor einem jeden, der diese Mysterien übt und das Pandämä
vorhält, werden, wenn er das Pandämä vorhält, alle Fährnisse der
Finsternis eingewickelt werden, seine Gestalt wird bei uns leuchten,
und alles, was er tut, wird Bestand haben 11 .
Und das Leben ist siegreich.
Dritter Teil.
Drei Gebete
für die Taufe und Totenmesse.
LXXY.
Nisittn «y«ni NnwNn nitida N^an wni ppPNowa [52]
jKiratyim pi» N"n jo n'ö "ia 's tf'bnb wbnnu nowi Ni^yi
NHNaiy pnbia snsbyi anw «"NöiMp N"N"iau wann K"nb
npwj N-nru -iNsiyb »a'w sb^bsöi M«nb disi wn pivo
"porittab TManwib imipart "!N!maNt£>b N"rn Nan Naxo^Di
niaNib anwva N^rtb jnoi itfaKtyj N"nb jno i»ovNpb
dkjni nnpwü ns*:w jva-nsio nw«i ivaNty» dnjn indnidst
sriNb tyjy "isbn )e nxab n*nw dn:ni ivny jinjm rvowpo
LXXV.
Im Namen des großen Lebens werde Heilung und Sieg-
haftigkeit, Kraft und Festigkeit, Rede und Erhörung zu teil
mir NN von Seiten des Lebens.
Wir bekannten, und Lobpreisungen gelten dem gewaltigen,
fremden, ersten, erhabenen Leben, das über allen Werken steht.
Wir wollen Haupt und Mund dem Leben darbringen und feste
Rede dem Lichtschatze, der großen Rahe und Stütze des Lebens.
Dich v/ollen wir preisen, ehren, verherrlichen, segnen, | festigen.
Wer soll dich preisen, wer dich verherrlichen, bei der Größe
deiner Siege ? *) Du bist gepriesen, du bist verherrlicht, du
bist geehrt, du bist gefestigt. Du bist gekommen, du kommst,
außer dir ist. niemand gekommen.
1) Ich streiche die beiden s-n-: und lese "potw«, siehe auch p. 129.
126 I. Das Qolastä. 52, 10—19
"INSNDy NEW N^\51 "JKSN "IKWfi MTW
5 N^N 13 NHp*ni NHJNJtt NHlti "1K3NDJ? JN2»ba NT1N
}\TNbiy NünNt^o 1N212 Nn»VNi »nn^enn 2tfnyi ndd
n«nnNDjn nsn^r Npns NiNpya nWonoi Nowp ndnon-ini
proNBNny ihne 1 ? now N*b\a tonsni nnn }«ob njtw
io pwwK by pnVNMi pnsNnNnoy ihno 1 ? nd^nd-inei
pmNSNny in^ob j»a^a nvin
Ob deines Glanzes erschraken l ) die Reiter,
ob deines Lichtes gerieten Pforten und Königreiche in Ver-
wirrung.
Als der Jordan 2 ) dich erblickte, kehrte er um,
die Wogen des Meeres wandten sich um.
Die Inseln des Meeres gerieten in Verwirrung,
die Fahrzeuge stürzten um und fielen auf ihr Antlitz.
5 Die Zedern auf dem Libanon zerbrachen,
die Berge erbebten und hüpften wie Hirsche,
sie öffneten (ihren Mund) 3 ) und gewährten Lobpreis.
Die Hindinnen in der Steppe werfen ihre Jungen aus.
Die Höhen stehen da und sprechen in Ehrung,
die Erde bebte und erbebte.
Jordan, wen schautest du und kehrtest um,
Wogen des Meeres, warum wandtet ihr euch um,
Inseln des Meeres warum gerietet ihr in Verwirrung,
10 Fahrzeuge, warum stürztet ihr um und fielet auf euer
Antlitz,
Zedern auf dem Libanon, warum zerbrächet ihr,
Berge, warum erbebtet ihr und hüpfet wie Hirsche,
1) Ich identifiziere *wo mit hebr. -,j>r. Das Wort liegt auch in der Ox-
forder Sammlung Buch II, Stück 3, 4 vor. »wb zu k~d abzuändern, geht nicht
an, da dies nur „stürzen" in transitivem Sinne bedeutet. Auch das sonst
mehrfach vorkommende -so = i»e „ausschauen" paßt hier nicht.
2) Vgl. auch GR 174, 12 ff. und dazu Job., S. XXI.
3) GR 174,16 steht prninM mm».
52, 19—33 I. Das Qolasta. 127
anrnawi [prparun] pjvnn»s
pawSiy prwiNtyö |sob ^212 uruttari
rvnnsyi nnn jN^b sp"is
S2su k^kjiVi Kmru ^isbyi s-nrwVi k*w «nsbyi nvt 1 ? 5
VO'D N"H pHN 1D K^^nyi NH^pi NT3 NDN1 N'Ü 1 ?** 1S3S1
NnsiND^ND 1 ? »»anw ftatwa n^nVid by pnwt Vndji •pa'nb
fi3D>: ndhn prmsjM by bss:i pjwwoiNa p pyvnm nitoi
pnwN 3'm» pnwiNity Nm: twa Nns-n tvvhtti pnwrt
nsonNi NDitrni Nns'Nivn n^s-oi Mjrori N^poiy^ iwwanpl 10
wriN^N Vy ^y poranp in«»b sn 2s *n»tfi DNsrvi riVspa «nn
K^ST31 NpiNl tf'poiy^ ]NnpN3tyi JNDpKDDl JNnpTljn IHNO 1 ?
pntoa DNp usrh pKD'öb nVnpi N^ivbi iowrfi »rwwpn
p'Mi snspyV prPNtop -inönti wann mawia NaNan pa
öffnet ihr (euren Mund) und gewähret Lobpreis,
Hindinnen in der Steppe, vor wem werfet ihr eure Jungen
aus,
ihr Höhen, vor wem stehet ihr da und sprechet in Verehrung,
Erde, wen sähest du und erschrakest?
Den Glanz, der über den Glanzwesen, das Licht, das über 5
den Lichtwesen steht, den guten Mann, der durch die Welten
drang, kam, das Firmament spaltete und sich offenbarte.
Als das Leben hinschaute, erblickte es die Tibil, und sein
Glanz fiel auf die Dächer ihres Baues. Sie sitzen auf den
Thronen der Auflehnung, doch sie sanken von ihren Thronen
und fielen auf ihr Antlitz. Es *) verdeckte und nahm den Glanz
der Welten und Äonen weg und löschte die Flammen ihrer
Lampen aus. Es setzte die Augen | der Planeten in die Tiefen 10
der Erde und die unteren Nebel der Finsternis.
Rühä erhob ihre Stimme, kreischte und rief: „Mein Vater,
mein Vater, warum hast du mich geschaffen? Mein Gott El
El, warum entferntest du mich, schnittest mich ab und ließest
mich in den Tiefen der Erde und den unteren Nebeln der Fin-
sternis, daß ich keine Kraft habe, dorthin emporzusteigen?"
Alle erhoben sich, beteten und priesen in herrlicher Weise
1) Die folgenden Verba stehen im Singular. Wie auch sonst (vgl. Joh.,
S. 28 8 ; 29*) ist vergessen, daß s-'n Plural ist.
s
128 L Das Qolastä. 52, 33—53, 14
smna 53 wwbyn s-nnabi snn wiNVyn sinb nVast^
E?nBN N^JPnyi NH>p"l NT31 NDKl N^N 1N2N1 N2Nt: NnaNabl
ndio )ö N"n tynBNi Nt^a jo nsnü tynsNi NDit^n p mina
Ntya joi «nina*? NDi^n )» Nttti'iai flow s^onsib pawnsNi
5 NnuNowm Ntatyian KWa pawpw N»rh «niö pi NaNuS
pn pn«aN nNoaiaisa pwnrpKSi isno^a jNbniNON nsa«
pawnna «wny n:ni nina pn proo« paw? winy njni v?
in nsjtf pawrwib *»nnjr kjni pawöisa k*vtci *nöw
smnsbNb nhdndn n*afwn pnwmaya N^nsbs n^pnKpol
10 ptobp t^sa pnwüyVi pnwnmy 1 ? Nninn^aa poTny tonsba
natrsasbnyn Nnva v^ NtPB»a pnwapmb fibani pnwaby nin
rvaoNn wan'a NaNt^tti «ninai növ i«n -pa N"nn Nnas» in
jKaannai Kwnjwb «w pwnaal «ninai lc&ta p: rvnm
das gewaltige (Leben). Sie ließen ihre Stimme zu reicher Eh-
rung ertönen und priesen den Glanz, der über den Glanzwesen,
das Licht, das über den Lichtwesen, und den guten Mann, der
durch die Welten drang, kam, das Firmament spaltete und
sich offenbarte. Er sonderte das Licht von der Finsternis,
sonderte das Gute vom Bösen, sonderte das Leben vom Tode.
Er sonderte ab die Freunde seines Kustä-Namens von der Fin-
5 sternis zum Lichte, vom Bösen | zum Guten, vom Tode zum
Leben und stellte sie *) auf den Pfaden der Kustä und des
Glaubens auf.
Du sprachest zu uns mit deiner Sprache und befählest uns
mit deiner Rede: Seiet ihr mein Glanz, und ich werde euer
Glanz sein; seiet ihr mein Licht, und ich werde euer Licht
sein ; mein Name sei in eurem Munde, und ich werde bei euch
sein. Du bist es, der du die Abgötter in ihren Tempeln stürzest
LO und Tadel über die Abgötterei bringest. | Die Abgötter knickten
in Schande an ihrem Wege zusammen 2 ), über ihre Tempel kam
reichlich Schmach. Er stürzte sich auf sie und fesselte ihren
Glanz. Groß ist die Herrlichkeit, in die Mandä (IHaije sich
kleidete. Gesegnet ist jener Lichttag, gepriesen der Morgen-
schein, in dem du aus den Lichtwelten aufbrächest und kämest.
1) Lies TOTajWi. Die zweite Person in den folgenden Sätzen wirkte hier
ein.
2) Die Wendung steht auch GR 174, 4. Von pi bietet das Aramäische
nur das targumische s;c- „Zaum", was für diese Wendung nicht paßt. Viel-
leicht ist ]'2~r-; zu lesen.
53, U— 23 I. Das Qolastä. 129
iNEittf k^hn-i pnbiab förpbavijrt mbv pMionu tmrui
}»maNi:i |sni:n jKmai jNnVi^i )nj«-oh paou mdl^di
N"H1 K31 N3N^D1 NHN^ KWU IN^iy INttNIip JMin^Dl
"isjs^^bi is^it^b i»aNtra mpy mn «ova nun*? Naw pn 5
1»aiiNi'j N»nb jkbi iNaNty'3 N"nb jno »ninö iNmasiobi
Nbutfa N:s£»b iy n»awiy^ nhnd nijins indnidw niaN-ib
ia |S3N^ ,l ?i nnNis^N ia jssDyi «üw =ia iwrro jkois pn
in n»js "potow iNnpwji isaniKTji n»a«t^j Nnnj unro
l«ani»o nsoyai in ;«oi inVhki na^V jö*t in ;so fibninw 8 ? 10
n^asn^y wirv^irn ttjtwtai nana^ny wdni Noisa
N^wnt^öNbl Nutria wjNSijn KHWHbl wdnö»d "inji3N£"j
Zu den Tagen wurde nicht gezählt, zu den Monaten wurde
nicht gerechnet außer jenem Tage, an dem du dich aus den
Lichtwelten offenbartest. Der Tag, an dem du dich offenbar-
test, sei allen Freunden deines Kustä-Namens offenbar. Unsere
Nennung J ), unsere Bitte, unser Gebet, unsere Demut, unsere
Tugend, unsere Kenntnis steige empor vor dich, Lichtschatz,
große Ruhe und Stütze des Lebens. | Wenn wir auch sieben- 5
mal am Tage hintreten und deinen Namen, deine Benennung
und deine Güte preisen, mein Herr, wer soll dich preisen, wer
dich verherrlichen 2 ) bei der Größe deiner Siege? Soll der
stinkende Körper dich preisen 3 ) oder die nichtige Zunge ? Wenn
unser Mund wie das Meer wäre, unsere Lippen wie seine Wogen,
unsere Zunge wie die zerklüfteten Berge, dann könnten wir
dich preisen, dich verherrlichen, dich ehren, dich segnen 4 ). Du
| weißt es, wer dich aus dem Herzen fürchtet und wer dich nur 10
mit den Lippen bekennt. Mit reinem Munde sei du gesegnet,
mit der Zunge des Lobpreises gepriesen. Dich preisen die
Stützen, die nicht wanken, und die Ophane 5 ) der Kustä, die
o
1) Daß X5X-S1- hier wie Sj> „Gebetsübung" bedeute, ist trotz der fol-
genden Wörter nicht wahrscheinlich.
2) Siehe oben, p. 125.
3) GR 11, 11 ff. stehen die folgenden Sätze als Zitat.
4) Im Ginzä besser und ursprünglicher: selbst dann könnten wir dich
nicht preisen. Über die weite Verbreitung dieser Wendung vgl. Reinh. Köhler,
Kleinere Schriften III, p. 293 ff.
5) c:e-K ist wohl im Sinne von Himmelsrädern, an denen die Sterne sich
drehen, zu den Mandäern gelangt, aber sie haben keine rechte Vorstellung
Abhandlungen d. K. Ges. d. Wiss. zu Oöttingen. Phil.-hist. Kl. N. F. Bd. 17, 1. 9
130 I. Das Qolastä. 53, 28—54, 8
pnwwtt'a iraVsi wp n^d pntoa «nriNj «H»in mal pan*b
l»3Nt^j Nitfpyi N-nnji nvh wvn ritoal «in» in3nb^ n"NV
1ft7N3 N"1TM mNH NTttJl WDN3 NON1 NpTIK 1WN3K
5 »nin» iwia [54] inSinoui Nimy S*n«ns insnemj N"n
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sich nicht verändern. Dich preisen die Söhne des Heils, die
bei dir weilen, die endlos, zahllos und unvergänglich sind. Sie
leuchten durch den gegenseitigen Glanz, unter ihnen allen gibt
es nicht Haß, Eifersucht und Zwietracht. Dich preist der Ort,
der ganz aus Pforten des Glanzes, des Lichtes und der Herr-
lichkeit besteht. Dich preist Abathur, der alte, hohe, verbor-
5 gene, verwahrte , der in der Reihe gleich | dem Leben sitzt *).
Dich preist Ptahil-Uthra und spricht zu dir: „Gesegnet seiest
du, mein Herr Mandä dHaije, und gepriesen. Gesegnet sei der
große Ort, aus dem du gekommen bist; gepriesen, verherrlicht
und geehrt sei der große Ort, an den du gehest". Dich preisen
die Männer von erprobter Gerechtigkeit, die aus den unteren
Skinäs sind. Dich preist dein Wissen, deine Weisheit, deine
Einsicht und deine Güte. Du bist gekommen, du kommst,
10 und alsdann wirst du dich | offenbaren. Du bist es, der du end-
los, zahllos und unvergänglich bist. Du bist Vater, du bist
Bruder, du bist Sohn, du bist der Quell, du bist die große
Wurzel des Lebens. Da bist der Erste, du bist der Letzte.
mehr davon. GR 189, 21 f.; 190, 7 f. ist to:sEiy im Sinne von Zeiten gebraucht.
GR 47, 23; 48, 2; 194, 4 scheint es „Gewand" zu bedeuten. Vgl. auch Brandt,
Sehr., p. öl 1 . Hier und an der parallelen Stelle Oxf. Sammlung Buch I,
St. XI ist wohl eine Vorrichtung am Himmel gemeint. Eine Engelklasse wie
im späteren Judentum (vgl. Bousset, Eel. d. Judentums 2 , p. 375 unt. ; ZDMG
LVII, 1903, p. 432) bezeichnet vmah9 bei den Mandäern nicht.
1) Andere Lesung s-iroa „in den Reihen". Gemeint ist wohl in einer
Reihe mit dem Leben. Siehe auch oben, p. 113 2 .
54, 8—24 !• Das Qolastä. 131
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Da bist der Zukünftige, der du kommen sollst, du bist es, der
sich in der Ferne offenbaren soll. Entferne von uns deinen Zorn
und nähere uns deine Gnade. Banne, stoße weg, entferne und
vernichte die Engel des Zornes, des Eises und des Hagels weg
von meinem Boden und meinem Hause, des NN. (So rasch)
wie die Augen sich senken und die (Himmels)räder sich drehen,
steigt unsere Bitte, unser Gebet und unsere Demut | vor dich, 5
Mandä dHaije. Was wir getan haben, vergib uns, und was wir
tun, vergib uns. Der Vergeber der Sünden, Vergehen, Tor-
heiten, Strauchelungen und Irrungen bist du, Mandä dHaije.
Wenn du, Mandä dHaije, uns unsere Sünden, Vergehen, Tor-
heiten, Strauchelungen und Irrungen nicht vergibst, wer sollte
dann schuldlos vor dir, Mandä dHaije, dastehn? | Wir sind 10
Sklaven, die ganz 1 ) Sünden, du bist der Herr, der ganz Ver-
gebung ist. Alle Hände stahlen vor dir, alle Lippen logen
2 ) Niemand ist sündenrein vor dir, Mandä dHaije.
Die Welten kennen deinen Namen nicht, verstehen dein Licht
nicht. die essen und trinken, die hadern und verfolgen, die
huren und kuppeln, die sich vor einem Gewölbe und Ziegel
verneigen! 3 ) Tagtäglich sitzen sie auf den Thronen der Auf-
1) Lies •pr&ai wie oben, p. 65, 12. Das folgende nVtin hat hier einge-
wirkt. Doch siehe auch Nöld., p. 324 f.
2) Siehe oben, p. 65*.
3) Vgl. Job., S. 114 2 .
9*
s
132 I. Das Qolastä. 54, 24—55, 5
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lehnung und verfolgen den Namen des Lebens. Den Namen
des Lebens lernten sie nicht kennen und um das Leben küm-
merten sie sich nicht. Wir bezeugten das Leben, und zum
Leben hatten wir Vertrauen. Mandä dHaije war uns Beistand
und Hilfe. Die Welten schmähten und verfolgten uns ; ver-
achte uns nicht wegen der l ) der Welten , richte uns
5 nicht nach dem Gerichte der Welten, | stelle uns nicht mit den
Schuldigen der Welten auf und schneide uns nicht vom Leben
ab. Wir sprachen mit den Ordnungen des Lebens und offen-
barten verborgene Geheimnisse. Die Welten schmähten und
verfolgten uns, doch du, Leben, nimm aus dem Verborgenen
das dir zukommende Gebet entgegen, und mag Ruhe über dei-
nem Lichte errichtet werden. Du 2 ) bist unser Glanz, unsere
Helligkeit, unsere Stärke, unser Beistand, unsere Erleuchtung,
der du dich den ersten Freunden deines Namens in Strahlen
10 des Glanzes offenbartest. Wir bekannten deine Kustä, mag
dein Licht auf uns abgeschnitten werden; mögen wir mit deinen
Siegen sein und in deiner Kustä aufgerichtet werden. Die
Götter in der Höhe mögen uns sehen, dann unterliegen und
beschämt werden. Bekleide uns mit deinem Glänze, bedecke
uns mit deinem Lichte und zeige uns den Weg 3 ) ; auf dem du
1) Hier liegt vielleicbt dasselbe s-z-t, s-snt wie Joh., S. 33 2 vor. Nach
p. 66,2 lese ich po l &rft&.
2) Hier ist wieder Mandä dHaije gemeint.
.") Siehe aucli p. 33.
OD, Ü-
I. Das Qolastä. 133
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N D xHNaiy pnbn Vy paar K^m n's 13 's n^h 10
LXXYI.
n-iwi jo i*»Vi n"«-in3 K^nS jNrpattnn wrrr priwowa
nonl^ pawriy paVib wbio pawjw pnww iONDai
aus dem Hause des Lebens gekommen bist. Wir wollen auf
ihm den Gang der wahrhaften,, gläubigen Männer gehen, auf
daß unser Geist und unsere Seele in der Skinä des Lebens, in
der Geneigtheit des Lebens, der Geneigtheit der drei Uthras,
der Geneigtheit des Mandä dHaije, des Erhabenen unter den
Wesen, der Geneigtheit der vier Männer, der Söhne des Heils,
ruhen. Friede werde von dir unserem Geist und unserer Seele
zu teil. Bekleide uns mit deinem Glänze, bedecke uns | mit 5
deinem Lichte, stelle uns vor dir auf unter den Schuldlosen,
nicht unter den Schuldigen, unter den Vollwertigen, nicht unter
den Mangelhaften. Mandä dHaije ist dein Name, Kustä ist
dein Name, siegreich ist dein Name, verherrlicht ist dein Name,
geehrt ist dein Name, gesegnet ist dein Name, gefestigt ist
dein Name. Siegreich bist du, siegreich ist dein Name, sieg-
reich sind die Reden der Kustä, die aus deinem Munde heraus-
kommen, über alle Werke. Mache siegreich und festige diese
meine Seele | des NN. Und das Leben ist siegreich über alle 10
Werke.
LXXVI.
Im Namen des Lebens.
Lobpreisungen seien dir, äußeres Leben, zu teil, das du
dich außerhalb der begrenzten Wohnung niedergelassen hast,
dessen Augen für die Deinigen offen sind, dessen Ohren nach
deinem Orte *) hören.
1) Die Mehrzahl der Handschriften hat „nach deinen Uthras".
134 I. Das Qolastä. 55, 21—56, 2
N-siN-tbi mirul «an NnnNb nöw «nty NnNnoi^ pnbia
}tfbtt"Npi Nosnry nans Nnsot^j pnbwi iNna fü'ü no^dkd
5 n^b jNrtNEi^j 1 ? pSNsnt^üi jRMflrnn taA jwunV jN^NnV
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awybi NnsiNa rtoi iNnVs Nnmy rtai isnb jNrpaunn
N^NoiNp Nionp 1 ? jNn^tyin flnn'attnn trenn "wab )oi flöisa
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spjNnNDi Niy ttik ndinS nsNbi ndiid mwim N3"P1
Lobpreisungen seien jenem einen großen Namen des Lebens
zu teil, der über allen Namen ist. Der Name ruht am großen
Lichtorte, in der lichten Wohnung, der Stadt der Uthras,
der Leuchte, der größten unter den Leuchten, von der alle
Leuchten ihr Licht erhielten, alle Seelen sieghaft wurden. Er
5 steht uns bei j zu unserer Kraft, er schnitt uns nicht ab (vom
Wege) zum Hause unseres Vertrauens, er findet sich bei un-
sern Seelen ein für das Haus des Kaufes, für den Gerichtstag;
er findet sich bei unsern Seelen ein für den großen Tag der
Freude.
Lobpreisungen seien dem Einen zu teil, der ganz Uthras,
dem Einen, der ganz Gebete ist, dem Wesen 1 ), das kam und
sich an unserem Grenzsteine 2 ) niederließ, der vor dem äußeren
Leben aufgerichtet ist. Das Leben ruhte in seinem Munde,
dessen Lobpreis außen 3 ) aufgerichtet ist.
10 Lobpreisungen seien dem Urersten, | dem Sohne des ersten,
großen Lebens, zu teil, den das Leben schuf 4 ), rüstete und in
die Zeitalter hinaussandte. Du kämest, öffnetest das Tor,
ebnetest den Weg, tratest den Pfad aus, richtetest den Grenz-
stein auf und stelltest die Verbindung her. Ein Helfer, Ge-
1) Varr. wtoV», s-r'r. Anders als Nüld., p. 294 Anm. sehe ich darin
2) yamA zu lesen ? Beachte y-r . Schwerlich ist ff&rk aus Hörörifc
entstellt. Doch ist hier vielleicht eine Lücke, vgl. p. 137, 6.
3) D. h. außerhalb dieser Welt.
4) Hier wie weiterhin p. 137,7 ist fhr-rr „ihm ist bereitet" oder „steht
bevor" eingefügt. Es gibt hier keinen Sinn und stört den Zusammenhang.
56 2—14 !• Das Qolastä. 135
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rwiKfi n*jkwt w nnpl iwwp w Njpsn niisiSi s-nn:i
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paw» wpsnji wob« wnty N3«ni prn wo"«p ndnhi p?n 5
po'n smu pn «p^ninS wdjn p psw^'ö pn wvu:y
pwrwob n'ökön' pn paVö^Nb jwKtenDb p^Nisirn
DN-npbi n»nin3 s"n DN-np irtoöp'n Nwbanna pn pywMKb
K'ny onpy anwi jüMtaanm K'J»y }\mkwö Njpsn wrön
N"ni N2i «mw N^abi Dit^n N'«bi ow s^nb wu&in nidi 10
leiter und Führer warst du dem großen Stamme *) des Lebens.
Da fügtest ihn in die Gemeinschaft mit dem Leben ein, bautest
ihn in den großen Bau der Wahrheit ein und brachtest ihn
heraus zum großen Lichtort und zur leuchtenden Wohnung.
ihr Rufer, die ich gerufen'), o ihr Ernährer, die ich
ernähret, o ihr Erbauer, die ich erbauet und aus der Mitte
der Völker, Grenzen und Zungen herausgeholt habe, | sehet, hier 5
stehe ich, sehet, hier wohne ich. Ihr Welten, vor denen ich
mich in acht nehme, wenn eure Worte nicht von meinem Ant-
litz fern bleiben, möget ihr auch Berge zu eurer Wegzehrung
vornehmen, so werden sie für eure Speise nicht genügen, möget
ihr auch Meere (zu eurem Tranke vornehmen), so werden sie
für euren Trank nicht ausreichen 3 ). Wenn ihr mir aber als
Vollkommene vor dem äußeren Leben und vor der glänzenden
Wohnung dastehet, so werde ich euch zu meiner Zahl zählen
und zu meiner Rechnung rechnen 4 ). Früh will ich hinkommen,
| hinfliegen und gelangen zu den Söhnen meines Namens, zu den 10
Söhnen meines Zeichens, zu den Söhnen des großen Stammes
des Lebens. Ich werde euch in die Gemeinschaft mit dem
1) Ich lese wvwV statt «aii» s=s; . Wie taub dasteht, ist es grammatisch
unmöglich und gibt auch keinen Sinn. Vielleicht ist es als Gegenstück zu
S ,», B s ..--- weiterhin hergesetzt.
2) Gemeint ist : die Rufer, Ernährer, Erbauer, die erst von mir gerufen,
ernährt, erbaut wurden. Daß tr»vwp, raiwa nicht etwa als Infinitive aufzu-
fassen sind, ist aus p. 139,5 zu ersehen, abgesehen davon, daß es für s'ss-st
nicht paßt, scnsp s* in anderem Zusammerhange : GL 4, 23 ; 6, 10.
3) Ich bin nicht sicher, ob ich den Satz ricbtig aufgefaßt habe.
4) Eigentlich : ich werde eure Zahl (mit)zählen und eure Rechnung (mit-
rechnen (a"«n < vwrai).
136 I. Das Qolastä. 56, 14—27
nikipi aai MK^aa pajuayi »«ni NaiaVa pars^y
srp mü pn sjpsn mihnbi N-nrm Nan N-insb parpswjn
pawjNü Kwa NbaNuisaoi N-iy pawniwa Nnrnsb Nvnbsi
pjDKn» 1 ? twby «n*aa pTrisV NpN-nnsn tyi ttnna , n»S
5 NS^nssi prn^nsb njh "?»a k'sjot pop^nsS towm DN-npV
Rannen ppsTi pajiVNt^JNb n^ddno as-i prrvna 1 ? Na^sy
iTöifNnb N"IN-|KH NOT! ty D*p«ö1 NJ1NÖPU D^tf^Ö 1 ?
NDNot^^i Nan N-m "wab N'jiownöi «ai NDNmty k^sö 1 ?«^
nth wbtttny panNoty^ 1 ? pbanabNöi pawwNbN p'Bioi
io Nan N-in» )o paVjvNi Kiiru 5 ? N"3Ni warn: N^iaNu-iNüi
Nn»wa»r Wd wVba pawsjNbtf p^sKoi [aopNn] Niwn N-nrui
Leben einfügen, in den großen Bau der Wahrheit einbauen
und zum großen Lichtort und zur glänzenden Wohnung hinaus-
bringen.
Wenn Haß, Eifersucht und Zwietracht nicht unter euch 1 )
sein werden, dann wird die Hand des nicht zwischen
euren Kleidern suchen, werdet ihr am Brückenwächter 2 ) nicht
5 vorbeigehen, werdet nicht durch eine enge Gasse gehen, | werdet
nicht vor dem Richter stehen, werdet nicht das Antlitz eines
Prozeßführers schauen, werdet kein verkehrtes Gesicht schauen,
die Oberzöllner werden euch nicht ausfragen, vielmehr werdet
ihr hinausziehen und den schauen, der die Seelen heil macht,
der auf den Pfaden der Wahrheit seine vollkommenen Freunde
aufstellt, den großen Genossen der Gläubigen, den großen
3 ) der Seelen, der euch entgegengeht und eure Seele
10 mit Glanzgewändern | und guten, reinen Lichtturbanen bekleidet,
die er euch aus dem großen Lichtorte und der leuchtenden
Wohnung brachte. Er bringt euch Kränze, einen Kranz von
1) Das Suffix schwankt hier und hei den folgenden Nomina zwischen
masc. und fem. Die Ahschreiher waren sich nicht im Klaren darüber, ob die
Gläubigen oder ihre Seelen angesprochen werden. Daß ursprünglich die er-
steren gemeint sind, seigt prsna-jls Z. 9.
2) In Npx-,-rxr vermute ich Kiinsn „Brücke" (Nöld., p. 134, 3) mit der
persischen Endung ak zur Bezeichnung eines dazu gehörigen Mannes. Sonstige
Beispiele für die "Wiedergabe der EnduDg durch p siehe bei Nöld., p. XXXI.
t&amrmaa (mit den Varianten) muß nach dem Zusammenhange auch einen re-
vidierenden Beamten bezeichnen.
3) Das entlehnte und entstellte ms -a (Nöld., p. 47, 9) ist hier mißver-
standen. Der Verfasser scheint es als „Sohn der Truppe, Kamerad" aufzufassen.
50,27-57,8 I. Das Qolastä. 137
pD^S^Dl NB-IUDN "WH 1NH pNH N^tfpiVö JNJNODl r^Ni
ntdi Njpm p fapm pp«m t^öNtiH nvt p nw t^s:
prvn wai wan DN-np psw^te ptowp'ni pnwteiy pb2«p»n
PsjkwV? fmirm paww pnrvs*n pipwn «nniy «nnijf Kwai
nw-in3 "wnV fuirirn ppo»n nin"i^3 nov pabNJTj onp\j 5
ynn n"nin*3 N"n DN-npbi [57 ninj i=tai ton n^dksSi
h)D wöbNbi NnKib wmNLin Nnnsn fibjvnjn wwp t*"r\i
nunö T3 tyna pn p Nsisba ns»^ Npmb Narwi jnö
p^DNOl psWBJNbtf p^SNJI NpTT T5K31 NDHNni N3T NEVVl 10
N"NÜ"Ttfp N^Hpi KDDH KjpKD miNIl NWtitt "IKW psVinNtt
N1HN 1 ?! pnNttn Ntt'ND NIHNbl pV3N «"Hl N21 N^W N\J3
Siegen, entgegen. Jedes einzelne Blatt eures Kranzes hat ein
Gewicht von 1080 Lot. Sein Glanz ist größer als der Glanz
der Sonne, und seine Helligkeit heller als die Helligkeit des
Mondes. Ibr werdet euer Gewand in Empfang nehmen, werdet
euren Kranz in Empfang nehmen. Vor den Großen werdet ihr
Große sein, unter den Uthras werdet ihr Uthras genannt werden.
Ihr werdet eure Augen öffnen und euren Richter schauen. | Früh 5
wird für euch der Tag mit Wahrheit anbrechen. Ihr werdet
emporsteigen und den äußeren Äther und die große Leuchte
schauen, die ganz Licht ist, die vor dem äußeren Leben auf-
gerichtet ist. Das Leben schuf sie *), es rüstete sie und sandte
sie in die Zeitalter und "Welten hinaus.
Eine jede Seele, die Almosen gibt und die Gemeinschaft
in trefflicher Weise herstellt, macht man vollkommen gleich
Mänäs, macht man leuchtend gleich den Leuchten, für den Tag
der Erlösung, für der Erlösung Tag | und für den großen Tag 10
der Freude, der Almosenspende 2 ), euch entgegengeht,
euch emporhebt und euch den äußeren Äther und die leuch-
tende Wohnung zeigt, den Ort, an dem die Urersten, die Söhne
des großen Stammes des Lebens, essen, was nicht verwerflich,
und trinken, was nicht Wein ist 3 ). Gut essen sie und suchen
1) Siehe oben, p. 134*.
2) "pjso „der hinzieht" paßt nicht. Man erwartet etwas wie belohnen,
dennoch hat kaum eine Form von -;s dagestanden. Vorher ist wohl eine
Lücke. Vgl. auch p. 18 l .
3) Vgl. Joh., S. 130*.
138 I. Das Qolasta. 57, 9—25
NnNtn wni N-imy n^ni k^nw «nwn irta« asu n-hosh
N>pHNH tfaiiwb ]^^2W)D N"N£>a N"NBn DV3 DV pnWtfty
fuw o"Np -wab jon wirou Nna^b spm amnai wnyb
nbis ]o piSTi snV^ö Nbjwn c"Np ihnoS r 'mnKBn nbnyi
san mnNa nn»ao«oi nnasoi nnw n*os njnsW ni3nji
K-IN3NJN 1 ?! ffrwa n-iiu NaNnt^j« 1 ? Njpsn N-wn mvtrt
Nnas^sbi njNONDa wdnn 1 ?! nnt^Kpa nbwwsnVi nnnsasja
io «>nNi N»rn snniy Nbyrn hoidi «no^a noonph «pHN?
p^nm iNowa p'ö'Npl jtf^n N^s^a n"nbn sva ov
pyiKttfNi m*nttfl san iSTiJ nsaV füiMttb "iKJNwaa
s^asiNai N^Np*n«tt in*3i jKynw*n»b rnbssty isnsiNasra
Wohlergehen, dann kommt der Uthra des Lebens und läßt sich
auf ihnen nieder, Tag für Tag. Stunde für Stunde.
Lobpreisungen seien zu teil dem Ruhme der Frommen,
dem Wesen der Männer von erprobter Gerechtigkeit, dem
fremden Manne, der außen steht, dessen Augen offen und auf
alle Freunde seines Namens der Kustä gerichtet sind. Du bist
5 es, Mandä | dHaije, der du weißt, worin der Vollkommene voll-
kommen ist, was an dem Trefflichen ist, worauf der Sichere
steht. Ja 1 ), verläßt ein Wort den Mund des vollkommenen
3Iannes, so kennst du es, verstehst es und unterrichtest darüber
am großen Lichtorte und in der leuchtenden Wohnung. Nicht
darf sich der Berg seiner Kraft rühmen, nicht der Held seines
10 Heldentums, nicht | der Ritter seines Bogens, nicht der Arzt
seiner Medikamente, nicht der gerechte, weise Mann der Rede
seines Mundes, sofern nicht ein Uthra des Lebens kommt und
sich bei deinen Freunden niederläßt. Die bei ihm suchen,
finden, die von ihm verlangen, denen wird es gewährt, Tag
für Tag, Stunde um Stunde.
Blicke auf uns, die wir kraft deines Namens dastehn, kraft
deiner Benennung aufgerichtet sind. Wir hielten uns an dein
großes der Wahrheit, wir blieben fest bei deinen
1) H-srr, (vgl. Nöld., p. 208) drückt sonst einen Gegensatz aus; das paßt
hier nicht, und das Wort ist hier nicht am Platze.
57, 25—58, 8 I. Das Qolastä. 139
}R3ipiTJKb N^Np'PNtt jtfJH^nNb N^NI^Kttl N^NSJim
pyvrpji N"n rvyi n^n^n^ jww pnir^j ne^n mai piawj
nnsp n«2« sjpNn H-mroi irorul »an sinsS pnww
N'juwa jvj^n3öi wjnwt d^intoi tt"ni nune «"n«p 5
jvswbi N3iD rv^isni wwnDKfl rvaiwiöi wjnwp rrbiN,^
N'OIND N'ttNttN NW3 p IVpSNei nWJttöl 1H n*UN SSW 1 ?
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s:NnaNioi »pamiMfii tfiy ttw nVnwian n«JN fftübity
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tfnirattnn wovNpbi snia wrobi nVap N^onNbi nois sns^b
IN^ns"! Vy snt^:i iNiniy wm n-i.vbi nwd ] ) warnN-ibi
mm:N nNjs NDt*n:n i«oity srons"i pnbiD Vy iN-nna ons
Nionp »nVwd pD'ntanD by inonthm jwrnTpNSi i«wo3
Siegen; erniedrige uns nicht und wirf uns nicht in die Gewalt
der Bedränger, der Lügner, der Heuchler und Verdammer. Die
Bedränger sollen uns nicht bedrängen, die Verdammer unsere
Seelen nicht verdammen. Die Guten sollen es sehen und Gutes
finden', die Bösen sollen zusammenbrechen und die Kinder der
Welt beschämt werden. Die Vollkommenen sollen sehen, daß
es ein Leben gibt, und ihre Augen nach dem großen Lichtort
und der leuchtenden Wohnung emporrichten. Du, Mandä dHaije,
rufst | die Rufer, ernährst die Ernährer, erbauest die Erbauer, 5
drehest die Stirnlocken, machst die Schritte groß, richtest den
Wegstein auf und stellst die Gemeinschaft her. Du bist es,
der aufbauet und herausholt aus der Mitte der Völker, Grenzen
und Zungen einen jeden, der gerufen, begehrt und eingeladen
ist. Einem jeden, dessen Maß voll ist, bist du ein Helfer, Ge-
leiter und Führer | zum großen Lichtort und zur leuchtenden 10
Wohnung. Hat jemand sein Maß erreicht und sein Körper
steht noch da 2 ), den Mund zu öffnen, die Stimme zu erheben,
ein Gebet zu verrichten, Lobpreis zu erheben und die Schritte
seines Fußes groß zu machen, so komme dein Uthra und lasse
sich bei deinen Freunden nieder. Breite dein Licht über alle
Freunde deines Namens der Kustä. Du sprachest mit deiner
Rede und befählest uns mit deinem Befehle: Euren Worten
1) So stelle ich nach Z. 6 her; rreas gibt keinen Sinn.
2) Nach anderer Lesart „und steht noch in seinem Körper".
140 I I>as Qolastä. 58, 9—20
bnxh pnp'n ynn pDwnsiV wök' pDwröw jwuvö , ?i
Nnn iiwö pa"*a pawtya wbaiwbi iws pa^n pajuy
jNonNibi js^DNjb warn Nnbitf ik^ü pr^Ntn Nnmjn
INJN^aa pnrwi iN&wa oip»j "iN-nrua pis^i i«vra bn j«bjr
aN-mnoi "iküw Tpw inöip H"r\i nunüi *inidw Nutria
pa«n wovv was: indi^ iN-waöi iNoit£> "p"ia n«oity
io is-iNaiy pnbia paan inoid p wpsioi Ntotinai wönuis
mögen meine Worte vorangehen. Beim Aufrichten eurer Rechten
wird meine Rechte bei euch aufgerichtet sein *), ihr werdet
rufen, und bald werde ich euch antworten, ihr werdet mit
eurer Hand bitten, und ich werde es "mit meiner Hand nicht
abwehren 2 ). Nun beten wir zu dir mit einem Gebet der Uthras
und bitten dich mit einer Bitte der Großen für uns, unsere
5 Freunde, | die Freunde unserer Freunde, die Freunde des großen
Stammes des Lebens und das ganze Nasiräertum 3 ) des Lebens,
das in der Tibil angefüllt und ausgesät ist: bring uns von dei-
nem Glänze, mehre 4 ) auf uns von deinem Lichte. Wir wollen
mit deinem Glänze eingehen und mit deinem Lichte ausgehen.
Wir wollen mit deinem Namen dastehn, uns mit deiner Benen-
nung aufrichten. Kustä ist dein Name, Mandä dHaije ist dein
Name, teuer ist dein Name, herrlich ist dein Name, gesegnet
ist dein Name, gebenedeit ist dein Name, siegreich ist dein
10 Name, siegreich sind I die Worte der Kustä, die aus deinem
Monde herauskommen, und siegreich sind alle deine Werke.
Und das Leben ist siegreich.
1) Vielleicht hat ursprünglich yiinj» dagestanden ; man erwartet sonst
2) Es muß -ix-a jcVmkVi yz'a-S2 pam heißen.
3) Siehe die Einleitung.
4) Nöldeke übersetzt Gram., p. 226 unt. tpisr durch „leihest". Ich
setze hier ebenso p|n = tpn wie bei qxTixry Gram., p. 247, 9.
58, 23—59. 3 I. Das Qolastä. 141
LXXVII.
N^niNnb Nnip^b ^nnN^ 1 ? K«n psbn joby tt»ni pirwowa
NJNbyi N»PI ftol KJDUbl NTOD NJNO DND 1 ?) J'SNSV j'BVbl
NonNab N'ai-iiNib NmpN'b wmaNt^ njikindk rtoi N3-i
xmwj n^snji N"ni nditb ntihnb wn nddi »an njwyb 5
«nips^ wmaNp'? N"n rva «rvNöiNp ndvo-i N^BNttn N-nn:i
sn n-vb Nnsob N^n«ab N'anwnb wimpwh wwxvb
iwbnj 1 ? 59 a:n nts NVNtin winbi nib irn awbjn
"inbbi «vr isasDvV wBvwab »wronb ump^b N\-ii3Npb 10
N^nNab K*ammb NnipN^ wrnaNpb rhinjNa m^d»i nvra
LXXVII.
Im Namen des Lebens.
Dich, Leben, gilt es zu preisen *), zu verehren, zu verherr-
lichen, zu segnen, das erste Leben, das zweite Leben, das dritte
Leben , Jöfin-Jöfafin, Säm , den wohlverwahrten Mänä , den
Weinstock, der ganz Leben, den großen Baum, der ganz Hei-
lungen ist.
Zu preisen, zu verehren, zu verherrlichen, zu segnen | Osar- 5
Hai und Ptä-Hai 2 ), die die Schöpfung des Lebens schaffen, die
Pflanzung des Lichtes pflanzen und das erste Abbild im Hause
des Lebens gründen 3 ).
Zu preisen, zu verehren, zu verherrlichen, zu segnen Nbat,
den ersten Sproß, den Ausfluß aus dem Leben als dessen Bei-
name.
Zu preisen, zu verehren, zu verherrlichen, zu segnen den
Herrn der großen, hohen Frucht, der emporblühte und empor-
blühen ließ und sich die große Frucht schuf.
Zu preisen, zu verehren, zu verherrlichen, zu segnen Jö- 10
kabar-Ziwä, der mächtig war in seinem Glänze, groß in seinem
Lichte.
Zu preisen, zu verehren, zu verherrlichen, zu segnen Jö-
zataq Mandä dHaije, das Leben, das aus dem Leben ward, die
1) Siehe oben St. IX auch VIII.
2) Siehe auch oben, p. 84.
3) Am anderen Orte steht „des Hauses des Lebens", siehe auch p. 35 1 .
142 I. Das Qolastä. 59, 3—18
jo sinn Nt^nai s"n jö pnl K"n N"rn nun» pmosrvb
Nnips^ wnia«^ tnirtfl n^Vn p flwa "isaa 5 * *wna oN-np
N-ispyi *nirui mvt «Trrn njnd trän 1 ? jranKaS »'aniKib
RWt liaiü rtrwib pan jaan («am rtaw psn ^*?n q^Ki
5 DN'Npnyi N^DNnyi "i«nji wn irprn mnrpa finw«n NJNbyb
yy^wN^ Kwwab «»anwiS wnpwb wmaNt^ 1 ? fiow jvötfbi
M'iKPio Nn^o^^ji wrmb N"Nai K»rff «aita by n^Npi
N^KJNl NDNtf^n »WH NDNlNa THN1 K")3>D 3'HK'l KpTP
wai-nmb »mpwb svriaN^b aninal N-inxa n^o'nhoi wuwa
io snTtai NbNb«öi N^ni n-wimip «utyia oiEWNnb K*an»ab
K»^nyi sn^pi wa ndni wobtf iNawi wwwp wpT?
Nnp'jv» irfi nvt psnab wamab waniNib Nmpwb N»nia«E>b
waiiNab K'aronb smpwb N'maNpb firwatya iNtioi isasi
Kustä, die von je her am Anfange war, der groß in seinem
Glänze von den Lichtwelten her war 1 ).
Zu preisen, zu verehren, zu verherrlichen, zu segnen Has,
den Behälter der Pracht, des Glanzes, des Lichtes und der
Herrlichkeit. Tausend mal Tausend sind seine Sprossen, zehn-
tausend mal zehntausend sind seine Ranken. Heil dem, der
5 | jenen Baum geschaut. Bihräm, der ihn geschaut, erhielt Leben,
Licht, Heilung und Bestand, und sein Name starb nicht.
Zu preisen, zu verehren, zu verherrlichen, zu segnen Sa-
nascl, der am Tore des Lebens steht und für die Geister und
Seelen betet. Er zeigt Schweigen, gewährt Hoffnung und be-
wahrt die Gebete der Geister und Seelen der wahrhaften, gläu-
bigen Männer am Lichtorte.
10 Zu preisen, zu verehren, zu verherrlichen, | zu segnen Hai-
jasum-Kustä, den Boten des Lebens, das Wort der ersten Männer
von erprobter Gerechtigkeit, der durch die Welten drang, kam,
das Firmament spaltete und sich offenbarte.
Zu preisen, zu verehren, zu verherrlichen, zu segnen Bhaq-
Ziwä, der genannt wird „Er handelte und hatte Erfolg in seiner
Sklnä".
Zu preisen, zu verehren, zu verherrlichen, zu segnen Jö-
1) fa -xu-, ist hier schwerlich in komparativischem Sinne zu fassen, „der
größer war als . . . ."
59, 19—33 I. Das Qolastä. 143
wniaKty 1 ? N»iNno sninji a*rw «nrt kwI njnd ik^jovS
njnd Bwn N* ,l ?n njnd »wpab ^ansab wammS Nmps^
-in'n'j warutab icarntnb srnps^ wrnasty 1 ? nwa "iKaa^
NvnaNvb N^byi «ai mina isviya im»! noni njsu
Nn^iyb Nnttn wasi poNBwb wanNaS N'anwi 1 ? «nip»^ s
N , ai"iis"ib Knipst NMiasi^ 1 ? mirul wann NvnattNöbi n'ö 5 *
pi N'oi N'D'ab Nntyi N"ias; snrny S»jnwnb N^ansab
Nobtfa sbax sin b'a'na wrpn Skd: nu:i firüNH irwn
JNDN1N 1 ? N'anNab N'aniKi 1 ? Nnips^b wniaN^V »ip^i
paai «nnwöi waN^o N^nbi K"ni Nasab wowpi |Nn*n*n i<>
N"rn Ninsa NWNiiöi sn^a n»bwni ndnü^ , :i »wib
Nnmy »Haroi Wvtyb iparutab warronS »mpK'b wmaNty'?
kasar, den Behälter des Glanzes, der Glanz gewährt und Licht
zeigt.
Zu preisen, zu verehren, zu verherrlichen, zu segnen den
tapfern Birjawis-Kannä. Der Kannä merkte l ), daß er in seinem
Glänze groß war.
Zu preisen, zu verehren, zu verherrlichen, zu segnen den
Äther, den reinen Weinstock, der im großen, hohen Lichtschatz
ruht.
Zu preisen, | zu verehren, zu verherrlichen, zu segnen Jö- 5
samin den Reinen, der an den Schätzen des Wassers und an
den gewaltigen Quellen des Lichtes ruht.
Zu preisen, zu verehren, zu verherrlichen, zu segnen Tau-
rel-Uthra, den Mann, der an der Verborgenheit des Wassers
ruht. Vom kleinen Finger seiner Rechten trennte sich ab und
fiel Erstarren in die Tibil, kam verzehrendes (Feuer) 2 ) in die
Welt der Lüge.
Zu preisen, zu verehren, zu verherrlichen, zu segnen Adatan
| und Jadatan, die am Tore des Lebens stehen, das Leben preisen 10
und hochhalten und für die Geister und Seelen der wahrhaften,
gläubigen Männer am Orte des Lebens beten.
Zu preisen, zu verehren, zu verherrlichen, zu segnen Silmai
und Nidbai, die beiden Uthras, die Boten des Mandä dHaije.
1) Trotz Nsxs ssn p. 142, 3 ist wohl Kam wsn hier nicht als Name, als
zweiter Name des «-s-i-s, aufzufassen.
1) Es ist zweifelhaft, ob mit m&sm hier das häufige söss kiij gemeint ist.
Ein anderes kVsk siehe Joh , S. 166 7 .
144 - !• Das Qolastä. ">9, 33—60, 15
NttttfM N»PI NH2N01 60] NH3N1 tf"!!! N1JM01 iTDHNS |nn
NDNiipsn Nnsny ndn^p njinowj paN* wrn NnnnNDm
smnsbs awa tsb njtin^ ]n\?dno Not^oai otint«wii
Dim wn oi^b »^iiNaS n'^ni 1 ? »mpwb wmaKty 1 ? nitpoi
5 pnai NONbty N\aa Nnaw Nrns wn -inonti wi py wn
«inm p pVpssoi wjownoi nwuo nwnjni prvNBJNVtf
«^«aiysno Knawl prvmsiu N»ron toi Kwai pnwiy wind«
ssiNba pV^sb Njpsn N-ii*nbi N-nnji *wi nidnV pb'pDKöi
snips^b wniaNtyb n-in-ibh »an k:n^33 pb^sai N"rn
NumpN^i ^D^nyaS «anTGi w-ou NrwpNm Nn?«wi smy
pjTKtl'ba^ pJNDO N^p-INI q^OSb WO WJNS103 TKpysb KIWI
«on NnnNb posoi ü»m »dem pa pan )«i Nao^yNb s^o
die durch die KuStä Leben bewirken und erwirken x ), die mit
der Bezeugung des Lebens die lebenden, leuchtenden, lichten,
prangenden Seelen, die mit Kustä zum Jordan hingehen, nicht
im Namen der Abgötterei und Christi taufen.
Zu preisen, zu verehren, zu verherrlichen, zu segnen Sum-
5 Hai, R'hum-|Hai, In-Hai, Zamar-Hai 2 ), die vier Männer, die
Söhne des Heils, die den wahrhaften, gläubigen Männern ent-
gegenkommen und sie unter den Banden [und?] den Händen 3 )
der Bösen, unter den Nägeln der (Böses) planenden 4 ) Männer
wegziehen und sie zum großen Lichtort und zur leuchtenden
Wohnung emporheben, sie in die Gemeinschaft mit dem Leben
einfügen und in den großen Bau der Wahrheit einbauen.
10 Zu preisen, zu verehren, | zu verherrlichen, zu segnen Hibil,
Sitil und Anös, die Söhne des lebenden, leuchtenden, prangenden,
lichten Stammes, die Männer, die durch das Schwert nicht weg-
gerafft, durch die Feuerbrände nicht verbrannt, durch die Wasser-
fluten nicht weggeschwemmt wurden, denen die Schuhriemen an
ihren Füßen durch das Wasser nicht benetzt wurden. Sie führten
einen Rechtstreit und siegten ob, suchten und fanden, liefen
1) Als Täufer gewähren sie Leben, sc-'astti «"»nas steht hier wie das
öfter gebrauchte passivische "matflai Tay. Die Parallele der folgenden Worte
zeigt, daß man diesen Satz nicht etwa aufzufassen habe „welche das Leben
in Kustä schafft und erschafft".
2) Vgl. p. 24, 12.
3) Im Text: unter den Banden der Hände.
4) Vgl. Job., S. 17«.
60, 15—26 I. Das Qolastä. 145
N^iniob N^niKib NnipN^ wmaNpb Njpan ntini^ imrul
n*a prwtüw wwn inh inhi «nroy pw»Di )hi«bi (virob
man isn iNni Nnroy n^i dn-ii dktto n^dnd dnin N"n
)1!tnöw raroipnyi pjaw ywn pn pni N"n n*a pnwow
]ip«rn inöw ipk: ntii-üi snnsa M'jownöi wuwa kwnjni
pNTl lNÜlttf KOMI "|KÖW DKWpttl 1NOW D'DS3! 1NÖW
n^K? NHNaijr pnbw Vy inoid jo wpsmi nu^idi k'öktiid
pnbw by pw K»m n's na 's. wbn wo^: NrsnV fto'Kpi
und gelangten zum großen Lichtort und zur leuchtenden
Wohnung.
Zu preisen, zu verehren, zu verherrlichen, zu segnen die
Uthras Sihiün, Pardfm und Kanfün, deren Name je einzeln im
Hause des Lebens ist, die Uthras Adam den Verborgenen, Bih-
räm und ßäm den Großen, deren Name je einzeln im Hause
des Lebens ist, deren Beinamen zu zweien sind 1 ). Auch wurde
der Name | der wahrhaften, gläubigen Männer am Lichtort ge-
festigt.
Dein Name leuchtet, dein Name ist hell, dein Name ist
angenehm, dein Name ist gefestigt, dein Name ist siegreich,
und siegreich sind die Worte der Kustä, die aus deinem Munde
kommen, über alle Werke.
Mache siegreich und festige diese meine Seele des NN, und
das Leben ist siegreich über alle Werke.
1) Siehe oben, p. 42 n.
Abhandlungen d.K. Ges. d.Wiss. zu Göttingen. Phil.-hist. Kl. N. F. Bd. 17, i.
10
Vierter Teil.
Lieder und Hymnen
für die Taufe und Totenmesse.
LXXYIII.
»KnriHKtti wnüi wuny K'Vwnw &y\ N"ni prpNowa [tö
snp^DNoi snmsoi kwhi warny j^ana n's na 's n^h
n D
LXXIX.
s>an s^ni w&wa
«in n-unb mmNa nnNO"iKo 12
ndsi nuk pn ^wbaNny
»rrurt kWd üW?n"u fn^öi
n — d o^DKa flrm 'immip irrt
LXXVIII.
Im Namen des großen Lebens leuchte mir mein Sinn, mein
Wissen und meine Erkenntnis, des NN, durch diese Lieder
und Hymnen für die Taufe und die Totenmesse.
LXXIX.
Im Namen des großen Lebens.
Als die Myrte, die Myrte 2 ) in den Grärten Hibils prangte,
als das Origanum in den Quartieren des Mandä stand,
gaben sie mir zwei Zweige der Myrte
und wanden daraus einen Kranz für den Jordan,
der wundersam und dessen Duft lieblich ist.
1) In den Codd. irVaxnri.
2) Die Wiederholung von scs geschah wohl, damit der Vers einen glei-
chen Bau wie der folgende erhalte.
62, 19—27 I. Das Qolastä. 147
Sö»* 1 » so"9 israni -"»Mnattb xdki xb^bD btwi &-\p ausr» pran
LXXX.
Wal n»pii »Bwa
wann na »an |M^mi *«wy a« jmiy
kjtw'1 Phwo waTJi wüVb' «"n -ia pas 5
fis*a pni wnw pwy
'jNnty nns snniy by ffrwrfl wn wn |« 4 Jiy }«wy
"»nta* wnK'b isnsn*pi wvr ikw j*my
pawaub fta'Kpi jrvaio »an kjko j«uiy
spini njjoi Na^aan jvjiy puiy 10
^Nntt* N % jsT*ob rft'iml a»*n -nma» jwjiy jauiy
Z?'es ffo'eses Lied und winde den Myrtenkranz für deinen Oliven-
stab, alsdann lies das Lied für den Jordan „Erhöre mich, mein
Vater, erhöre mich".
LXXX.
Im Namen des großen Lebens.
Erhöre mich, mein Vater, erhöre mich,
erhebe mich, Großer, Sohn des gewaltigen (Lebens),
unser Vater, Sohn des Lebens, 5
Silmai und Nidbai, die Herren des Jordans.
Erhöret mich, Jordan und seine beiden Ufer.
Erhöre mich, erhöre mich, Hibil-Ziwä,
dessen Kraft über den Uthras, seinen Brüdern, ruht.
Erhöre mich, Jäwar-Ziwä,
dessen Schöpfungen über dem Jordan ruhen.
Erhöre mich, großer, gewaltiger Mänä,
und festige eure Pflanzung.
Erhöret mich, erhöret mich, 10
Sonntag und das Kannä des Almosens.
Erhöre mich, erhöre mich, hoher Abathur,
dessen Kraft über der Wage ruht.
Erhöre mich, großer Bihräm,
und erhebe mich, Jözataq Mandä dHaije.
1) Die Handschrr. haben } n 'v.
10 =
148
I. Das Qolasta.
62, 28-63, 5
NW1 N3tttf jvaiy
m«» Nnsbn )v:iy
IO
pp wna«n njw ml
]«pBNo *Mpw mvui «vti
n — D
LXXXI.
»mwl fh*ra »»aTJi »NoVty N"n na pa
HpTtl MN31 S2N^NH JVJiy HD'D pw MTW' P'Jiy
]v:iy Nono p K*n s"n pwy
S D
Erhöret mich, ihr sieben Mysterien,
die in der großen Quelle ruhen.
Erhöret mich, ihr drei Quellen,
die Glanz, Licht und Helligkeit ausströmen.
Erhöret mich, ihr drei Mänäs,
deren Schätze über dem Jordan ruhen.
Erhöre mich, Anös-Uthra,
5 dessen Kraft auf uns ruht.
LXXXI.
Im Namen des großen Lebens.
Erhöre mich, mein Vater, erhöre mich,
erhebe mich, Großer, Sohn des gewaltigen (Lebens),
unser Vater, Sohn des Lebens,
Silmai und Nidbai, die Herren des Jordans.
Erhöret mich, Jordan und seine beiden Ufer.
Erhöret mich, Sonntag und das Kannä des Almosens.
10 Erhöre mich, großes Leben,
erhöre mich aus der Höhe.
Lies diese beiden Lieder am Ufer des Jordans, alsdann lies
„Im Namen jenes ersten Mannes" (= 1).
63, G— 17 I. Das Qolastfi. 149
LXXXII.
WSI N","H HÜW2
sab n^D« n"r\i n\"ii3onb pna irpfl'J n>ö ts>na
Knusj prvNisVy jvubNt&n tfntwa^ nsSn jvjaw
n — d t^na wn p 5
pa xrispn Kmatt»» rrawan KSTnXKfc rnaax 13 »isn ms&to ■pran
»T»n rwna srnp imtwti fiips^: ao» «"»-a &»»*>» vem\ vbtw
k jos-uo
LXXXIII.
HJTUf D'p«l bwUPl N^TO WVSNP Nö3 10
njtw D^p«i bsnan «»a«u wbnwa -ikw pansn
LXXXII.
Im Namen des großen Lebens.
An der Spitze des Wassers zog ich aus,
an der Spitze der Quellen des Lebens ging ich hierher.
Ich gründete drei Skinäs
und setzte Wächter über sie ein.
Die Wächter, die ich über sie einsetzte,
sind wundersam, gesegnet und beständig
über die Maßen. 5
Dieses Lied trage vor, wenn du die Taufe vollziehest und den
Trunk aus dem Jordan in die Flasche nimmst. Trage das Lied
vor „An der Spitze des Wassers zog ich aus", dann lies „Gesegnet
seiest du, äußere Pforte" (= XX).
LXXXIII.
Im Namen des großen Lebens.
Wie schön sind die Pflanzen, 10
die der Jordan pflanzte und aufstellte.
Sie trugen reine Früchte,
und er richtete auf ihrem Haupte prangende Kränze auf.
Jäwar freut sich der guten Pflanzen,
die der Jordan gepflanzt und aufgestellt hat.
150 L Das Qolastä. 63, 17—25
s — d Nnty piTNisbjn
LXXXIV.
5 N D
LXXXV.
S D
LXXXVI.
Die Pflanzen freuen sich und prangen
im Dufte des Mandä (IHaije,
der auf ihnen ruht.
LXXXIV. 1 )
Recht taufte mich mein Täufer,
mein Täufer taufte mich recht.
Recht taufte mich mein Täufer,
auch eure Taufe gelinge bestens.
LXXXV.
Silmai taufte uns mit der Taufe,
Nidbai zeichnete uns mit dem reinen Zeichen-),
Anöis, der große Uthra,
setzte uns auf das Uaupt den prangenden Kranz.
LXXXVI.
Der Jordan, in dem wir getauft wurden,
wird für uns Zeuge sein,
1) Vgl. auch St. L.
2) Vielleicht „mit seiner Taufe" (jftrnaaufe&X „mit seinem Zeichen" (rna«r-).
Für den Kranz paßt das Suffix nicht.
63, 26—64, 2 L Das Qolastä. 151
N D
LXXXYII.
N D 5
LXXXYIII.
p*to NJi-wb wrofl »wwia njinon jüby asu
NOW K«ni N*?Npi HTOU [64] JUNP'nNbl JWTlKb
jauwaivö n'ju*«ivö N"ni absp nün^h io
daß wir nicht von unserem Zeichen abkehrten
und die reine Rede *) nicht abänderten.
LXXXVII.
Ich freue mich meiner Jünger
und der Näsöräer, die auf meine Rede 2 ) hörten.
Ich freue mich euer, daß ihr nicht abändertet
meine reine Rede. 5
LXXXYIII.
Im Namen des großen Lebens
sei verherrlicht das hehre Licht.
Dringend ermahne ich euch, meine Auserwählten,
die mit mir zum Jordan hinaufgestiegen sind 3 ) :
Verdrehet und verändert mich nicht,
verändert mich nicht mit der Hand.
Verdrehet und verändert mich nicht,
ihr Männer, die ihr den Ruf des Lebens gehört habet.
Wer auf den Ruf des Lebens hört, 1()
wird aufgebaut.
1) Schwerlich „seine Rede" mit Bezug auf den Jordan. Auf die Schrei-
hung "awö hat ■jköuvi eingewirkt. Im folgenden Stücke spricht wohl Mandä
dHaije, daher ■«w».
2) Lies "wrurii
3) Man erwartet „hinabgestiegen" (r-r:).
152 I- D as Qolastä. 64,2—11
pn ™nb iwnn rftwn wuhpöi puKajv»
-isn^nn: NninN'n^ KöNty «»rfi ntoi Din
rpbrvö itafl Nswtei -iNDNHNbi www»
■wu iKn»b fftmcn p^aoi rpbl »rvi Nswba rpbrvö
5 joV «w«i *na*o nvdkh pro N»n j«»nt^»
N D
LXXXIX.
tramp aninj aMiiKio kw n»:h pnwttwa
Nown S'aNpi »naw wtynsMoi «an«p paty
pnVo 1 )n»o«oni pnwnwb ftiiöt^riK?
p^ant^riN? pnwDi pn«yn p pbp'ivnNT-
Er wird aufgebaut und gewappnet,
und seine Kraft verdoppelt sich.
Abermals: Wer auf die Rede des Lebens hört,
erhält reichen Gewinn.
Er gewinnt und verliert nicht,
er wird mit dem Großen 2 ) vereinigt.
Mit dem Großen wird er vereinigt,
er steigt empor und schaut den Lichtort. —
5 Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
LXXXIX.
Im Namen des großen Lebens
sei verherrlicht das hehre Licht.
Euch rufe ich zu und erkläre ich,
Männer, die das Zeichen angenommen haben:
Höret nicht auf die Rede aller Völker,
10 strauchelt nicht an ihren Anstößen.
An ihren Anstößen strauchelt nicht,
lasset euch bei ihrem Gerichte nicht ausfragen.
1) Die meisten Handschrr. Laben tcwni trwo^; ich möchte am liebsten
auch noch ^mVis streichen.
2) Mit Beziehung auf mn wird öfter der Singular gebraucht (siehe
p. 127 1 ;, so fasse ich denn auch hier mi im Sinne von rai = hwi wn
auf. Daß nttMm&a für a*A keik*>3 stehe (vgl. Nöld., p. 307), ist mir we-
niger wahrscheinlich. spVi streiche ich.
64, 12—22 I. Das Qolastä. 153
ptwnVn nin"i^ pnsjN qsi pnwana pV^nt^n^
pabwnsN fiitwa n:ni nis-w pu^Vn pnMN
pas™*? w^ö pawrciyi sjnsp wwiab njn
■psrvö wo msny •wnünSi biai Snm'ön
nüitkVi nn\no «an wü Tsn^ö ft-ßny 5
*m n^hS pni«« wbwna prvwo iy
tt>na wn jo waöip "inkw wbinn*n pn
pa-i^mbi wr» pin-i wbwna pn^osb ly
No^tyin rva frtsnab pnivü k^nikii N'aVwi biü^öN
Nawi flnni ivwo in ^dn^n^en 1 ?! n^n-wii 10
koSni ndnjö M'iNm rtnn »awn jvwo in
nonsn ^DN^poi aasi: N"ni ni:kö irar
Lasset euch nicht ausfragen bei ihrem Gerichte,
nehmet die Wahrheit an.
Nehmet an die Wahrheit,
mit der ich euch belehret.
Ich rufe meinen Erwählten zu:
Wendet euren Sinn von mir nicht ab.
Denn wer nicht fest bleibt,
dessen Sinn wendet sich von mir ab.
Sein Sinn wendet sich ab von mir, 5
dann ist groß seine Züchtigung, nicht klein.
Wenn ihr mir gewachsen seid,
dann traget mich.
Traget ihr mich,
so haltet fest stand bei mir in vollkommener Weise.
Wenn ihr mir nicht gewachsen seid,
entfernet euch von mir und nähert euch nicht.
Denn wer in mich eintritt und mich trägt,
dessen Gewand wird im Hause der Vollendung aufgerichtet.
Wer mich trägt und nicht vollkommen ist, 10
der stirbt und sein Geist verlischt.
Er stirbt, sein Geist verlischt,
und er wird ein Anteil der Welt.
Du warst siegreich, Mandä dHaije,
Guter, der du deine Freunde festigst. —
1) Lies n-'sp 1 ; vgl. p. 156,5.
154 L Das Qolastä. 64, 23—65, 1
S3b N^DNl K1DNJ WDNT1 pNTl »«H )"»nt^ü
S D
xc.
N'JNty Nim: 3Nii*no N»m m*M pn^Nowa
5 wotyn rvaou wa^ai iraou wtyn by wöw
pn "1NHN3 N^sbK pn 5101 ns^n p -wn -ini-ins
w-on to'M ffiioal «nwjNn jVwnpö
p-naan pbrpp im« «nNoty^i njnd 1 ? njn
a'3^1 babtonyi «syi wanb [05J faanl NDy
Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
XC. *
Im Namen des großen Lebens
sei verherrlicht das hehre Licht.
Ein Jünger bin ich, ein neuer,
der ich zum Ufer des Jordans ging.
5 Meinen Namen nahm ich mir auf das Haupt,
in mein Herz nahm ich mein Zeichen.
Mein Zeichen war nicht das Feuer 1 ),
nicht das Christus salbte.
Mein Zeichen ist der Jordan lebenden Wassers,
dem niemand gewachsen ist.
Er erwählt einen aus tausend,
aus zweitausend erwählt er zwei.
Er macht sie zu Kaufleuten,
die in der Tibil Handel treiben 2 ).
10 Sie handeln mit Lohn und Almosen,
darum leuchten sie mehr als Sonne und Mond.
Ich, zum Stamme der Seelen
kam ich, sie schickten und sandten mich hin.
Mancher kaufte meine Ware,
mancher hüllte sich ein und legte sich hin.
1) Das Feuer der Perser. 2) Wohl x-::xr-c zu lesen.
65, 1—12 I. Das Qolastä. 155
wb^ny miruaa ftow w:2nb runi N3y
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Mancher kaufte meine Ware,
dann füllten sich seine Augen mit Licht.
Seine Augen füllten sich mit Licht,
und er schaut das Große 2 ) im Hause der Vollendung.
Mancher kaufte nicht meine "Ware,
sondern ging, hüllte sich ein und legte sich hin.
Sie waren blind und sahen nicht,
ihre Ohren waren ihnen verstopft, und sie hörten nicht.
Ihr Herz war ihnen nicht erweckt, o
das Große zu schauen im Hause der Vollendung.
Da man sie rief und sie nicht antworteten,
wer soll ihnen antworten, wenn sie rufen?
Da man ihnen gab und sie es nicht annahmen,
wer soll ihnen geben, wenn sie darum bitten?
Sie haßten den Weg des Lebens
und liebten den Wohnsitz, den Sitz der Bösen.
Sie liebten den Wohnsitz, den Sitz der Bösen,
ja, nun sollen sie im Sitz der Bösen gefesselt werden.
Ihre Habe, ihr Gut 10
wickelten sie für sich in die Tasche ihres Gewandes.
Wenn sie ihr Haupt hochheben wollen,
stürzt man sie zu den Pforten der Finsternis hinab.
Ich rufe meinen Erwählten zu,
meinen Pflanzen, die sich am Jordan aufstellten.
1) So oder ■j-s-sp-r zu lesen.
2) Siehe oben, p. 152 1 .
15 ß I- Das Qolastä. 65, 12-24
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5 ÜOn«1 D"Np>01 N3S12 N"rn NIJNö tot
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XCI. GL 80
■wu iKnsb «Rta pkdtti mirul njnjn
N D
Ich spreche zu ihnen:
„Meine Söhne, [wandelt] *) auf meinem Wege,
wanket nicht vom Damme ab.
Wer vom Damme abwankt,
stütze sich auf den Wegstein.
Wer von beiden abwankt,
der sinkt in das Ende der Welt".
5 Du warst siegreich, Mandä dHaije,
Guter, der du deine Freunde festigst.
Uns, die wir unsern Herrn preisen,
wirst du unsere Sünden und Vergehen erlassen. —
Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
Bis hierher reichen die Lieder und Hymnen für die Taufe,
10 von hier nach unten hin sind die Lieder \ und Hymnen für die
Totenmesse.
XCI.
Meine Erleuchtung und meine Lobpreisung führen mich hinüber.
Der dn durch die Wache hindurchführest, führe mich
hinüber,
die Lichtwolke, und sie steige empor
siegreich zum Orte des Lichtes.
1) Statt des zweiten ■»miTpa wa bat wohl ein Verb dagestanden.
65, 25-66, 2 I. Das Qolastä. 157
XCII. GL 79
H3n^ NOIOl NW3NT W3N1 «1*113 DN^3 S'TJf
iin:n noVn rtai nwby «nai p -inw "|NpVn
NJtf N^llNDl N'NTNÜl KONI NTi13 mNÖtf 5
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VpOl N^pD NJNO «'DNT KITD INlin^NS DNJ«
iNüjvoNb ttwio ,66 njhi wn n^S jvbrsbi 10
UWD 1K3J1 NHK2ty H1N3N1 "|*W'iO NJH 1NÖJVEN 1 ?
XCII.
Im Namen des Lebens.
Geh in Frieden, Auserwählte, Reine *),
Sündenlose, ohne Fehl.
Du hast deinen Platz aus der Tibil heraus erwählt,
und dein Los ist aus den Äonen herausgesprungen.
Herausgesprungen aus den Äonen ist dein Los,
über aller Welt stehst du.
Du sagtest, Auserwählte, Reine : o
ich bin eine Seherin, Unterscheiderin.
Eine Seherin bin ich, eine Unterscheiderin,
und die Welten versammeln sich zum Gericht.
Zum Gericht versammeln sich die Welten,
und ihnen wird Recht gesprochen.
Recht wird ihnen gesprochen,
die nicht die Werke eines wahrhaften Mannes geübt haben.
Du allein, Auserwählte, Reine,
du hellglänzender Mänä,
du wirst nicht zum Gerichtshofe gehen, 10
dir wird nicht Recht gesprochen werden.
Nicht wird dir Recht gesprochen werden,
da du die Werke eines wahrhaften Mannes geübt hast.
1) Siehe oben, p. 87 2 . Hier ist damit die Einzelseele gemeint, wasre ,
wie p 102, 12.
IO
158 I. Das Qolastä. 66, 2— U
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Njpsn N-iwrt nwni N"n irsb pso N3NU
jnnyui iiomty pbKTj mirui nvin-ip hwj
■wu nsnNb nmn pnd injsivi inwts
"Was sie (hier) ertragen und dulden,
wirst du, Erwählte, vor dir nicht finden.
Entrinne der Gewalt
der Planeten, der Machthaber dieser Welt.
Nimm, ziehe dein Gewand des Glanzes an
und setze dir deinen prangenden Kranz auf.
Beuge deinen Körper, verneige dich und strecke dich hin
und preise das gewaltige Leben.
5 Preise den Ort des Lebens,
zu dem deine Väter hinziehen.
Du, Erwählte, kämest nicht von hier,
und nicht von hier ist deine Pflanzung gepflanzt.
Dein Ort ist der Ort des Lebens,
deine Wohnung ist die lichte Wohnung.
Dir ist ein Thron der Ruhe aufgerichtet,
an dem Glut und Wut nicht ist.
Dir ist ein Gürtel bewahrt,
an dem l ) und Fehler nicht ist.
10 Gute, steig zum Hause des Lebens empor,
geh zur lichten Wohnung.
Zwischen den Lampen des Lichtes
sollen deine Lampen emporgezogen werden und leuchten.
Zu deiner Zeit und deinem Termin steig empor
und schaue den Lichtort. —
1) Das Wort steht nur an dieser Stelle. Es gibt keinen Sinn und scheint
unter Einfluß von s-;ox im folgenden Verse entstellt zu sein. Wohl so-srn zu
lesen, vgl. p. 104, 5.
66, 14—24 I. Das Qolastä.
NDb NUDKl N13M N'DSTI
N D
XCIII.
XCIT.
159
GL 87
HpTt TH3 1N3HW
GL 78
noVn jo nro npssji
rtarwrfl wind s^Nsbi
wusn fhizi Ninttb
W3DNÖ WölÜl MWf
NÖ£»J 1N3113 1»3113
NoiVpb nnpsD:
Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
XCIII.
Der Mänä freut sich der Schätze
und der Erleuchtung des Lebens, die auf ihm ruhet.
Ich bekannte dich, du von erprobter Gerechtigkeit,
denn du befreitest meine Seele vom Vergänglichen.
XCIV.
Heil dir, Heil dir, Seele,
daß du die Welt verlassen hast.
Du hast die Verwesung verlassen
und den stinkenden Körper, in dem du weiltest,
die "Wohnung, die Wohnung der Bösen,
den Ort, der lauter Sünder ist,
die Welt der Finsternis,
des Hasses, der Eifersucht und der Zwietracht,
die Wohnung, in der die Planeten wohnen,
die Schmerzen und Gebrechen bringen.
Schmerzen bringen sie und Gebrechen,
und täglich erregen sie Erschütterung.
10
160
I. Das Qolasta.
10
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66, 24—33
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p3NH N"H ]"Nnt^ü
Steh auf, steh auf, Seele,
steig zu deinem früheren Lande empor.
Zu deinem früheren Lande steig empor,
zu dem Orte, aus dem du gepflanzt wurdest,
zu dem Orte, aus dem du wurdest gepflanzt,
zu deiner guten Wohnung der Uthras.
Rege dich, ziehe dein Gewand des Glanzes an
und lege deinen prangenden Kranz auf.
5 Setze dich auf deinen Thron des Glanzes,
den das Leben am Lichtort aufgerichtet hat.
Steig empor, wohne in den Skinäs,
zwischen den Uthras, deinen Brüdern:
Wie du gewohnt bist, segne
deine Urheimat
und verwünsche diesen Ort
des Hauses deiner Pfleger.
Denn die Jahre, die du in ihm weiltest,
waren die Sieben deine Gegner.
10 Deine Gegner waren die Sieben,
und die Zwölf waren deine Verfolger. —
Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
1) Dieser Vers fehlt im Qol.
67, 1—12 I. Das Qolastä. 161
XCV. GL 79
Ninso fftin Not*": 1 ? »pTTi ms^di «as^^sn [67]
N D
XCVI.
GL 77
»«n jnwfl kjmtt 5
Brians Nin inNob
NTIJ tfAö ilbl3 10
XCV.
Sonntag, Kustä und Almosen,
ihr seiet Zeugen der Seele,
ihr seiet ihr Zeugen
- und bringet sie am Zollhaus vorbei.
XCYI.
Versehen, wohlversehen bin ich,
die Uthras des Lichtes haben mich versehen.
Ich bin versehen, das Leben hat mich versehen, 5
ich bin wohlversehen, die Uthras des Lichtes haben mich
versehen.
Sie versahen mich mit der Reisezehrung der Kustä,
sie rüsteten mich mit all ihrer Weisheit aus.
Weswegen war Ptahil,
weswegen hat er die Welt geschaffen?
Weswegen entstand der Plan
und haben sie mich aus meinem Orte gebracht?
Sie sandten mich in die Welt der Anstöße,
die ganz voller Knoten und Siegel ist.
Sie ist ganz voll Feuer, 10
mit Dornen und Disteln besäet.
Sie ist ganz voll Blendwerk,
ganz voll Trug und Lug.
Abhandlungen d. K- Ges. d.Wiss. zu Göttingen. Phil.-hist. Kl. N.F. Bd. 17,i. H
162 L D as Qolastä. 67, 12-23
watcwnivö t^ab wby ov bra ftenwil wnwrty
fmiyb nAwi «n»m »nwaa wby Mwurewo
fibtww }«bn pi «non Niacna wbtti wa*b
ni^d^j aawb Nnö» N»nb 2 )nijkdi wna
io N'ADNJ N^m NnON
jvdd K«n rvab nwo^ ivbpw oi-i&b w:w njn
WpiWINS »KSJKb« INlNtV 'KbKpb Wl^fcH N"H
Nbü^y N"NH N'b'JTN »KSJNb« WDNl NpjWWS
Die Planeten, die in ihr wohnen,
sinnen täglich auf Böses gegen mich.
Auf Böses sinnen sie gegen mich
und sagen : Wir wollen seinen Sinn zwiespältig machen.
Von meinem Herzen, das mit Kustä erfüllt ist,
sagen sie : wir wollen es von uns her straucheln lassen.
Von meinen Augen, die zum Licht emporschauen,
sagen sie: sie sollen (unkeusche) Winke geben.
5 Von meinem Munde, der das Leben preist,
sagen sie : er soll Lüge sprechen.
Von meinen Händen, die Almosen geben (und Kustä darreichen),
sagen sie: sie sollen morden.
Von meinen Knien, die sich vor dem Leben verneigen,
sagen sie : sie sollen sich vor den Sieben verneigen.
Von meinen Füßen, die die Pfade der Kustä (und des Glaubens)
wandeln ,
10 sagen sie: sie sollen barfuß gehen.
Ich hob meine Augen zur Höhe empor,
mit meiner Seele hoffte ich nach dem Hause des Lebens.
Als das Leben meinen Ruf hörte,
sandte es mir einen Geleiter entgegen.
Der Geleiter, der mir entgegen kam,
brachte mir ein prächtiges Gewand.
1) xue^a NEW«-;, wodurch der Vers überlang wird, ist wohl zu streichen.
2) Qol hat m-i;kc- xsa-x^n „die niederknien und sich neigen".
3) wiijwtri»ri ist wohl zu streichen.
(17, 23—33 T. Das Qolastä.
WDNDül nMöt^J DMEM
N3b NUDN1 N13KJ W3NN
, N D
XCVII.
N D
XCVIII.
M^btyin p^ndi nbv
163
»VT JM'Wm «DD
WO Wp'SNPI |N13N
pbn nd&w w»n s
ftPö JKpDNl p^D
GL 82
NÜWU pifllttl NEV io
Nttttf'J P>SKJ1 NSV
Er enthüllte Glanz und zeigte ihn mir,
und ich legte den stinkenden Körper ab.
Er faßte mich bei der Fläche meiner Rechten
und führte mich über die Wasserbäche.
Über die Wasserbäche führte er mich,
er leitete mich hin und stützte mich auf das Abbild des
Lebens.
Das Leben stützte das Leben,
das Leben fand das Seinige. 5
Das Seinige fand das Leben,
und meine Seele fand, was sie erhoffte. —
Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
XCVII.
Er stieg empor und hob mich mit sich empor
und ließ mich nicht in der nichtigen Wohnung zurück.
XCVIII.
Am Tage, an dem die Seele hinauszieht,
am Tage, an dem die Vollendete emporsteigt,
am Tage, an dem die Seele hinauszieht
weg von unterhalb der Räder des Todes,
10
11
10
164: *• Das Qolasta
wan«' Nöirna Naian
wo-i snn wna s-isspsi
Nbü^V N"NH n^jvk
JWDN3 «-linjl NJ13NW1KÜ1
Nobs jo japs« rnaN-n
wskdoi n«et^3 ns3^Ni
68, 1—10
fta'öi N*wn t^ttf *oi [68]
n>Vnü3 «anw wnn
NpHD W3313 piV3
xmrh ;»»n«i jo3*o
Nnnijf awa {«ätti
pbn N3ÜW N"D
*) ist Streit geworfen
in die Tibil der Vergänglichkeit 2 ).
E-ühä sitzt in Trauer,
die Sieben sitzen in Erstarrung da.
Der Rock der Sterne ist zerfetzt 3 ),
Staub ist auf das Haupt der Rühä geworfen.
Die Glöckner weinen,
die Wachthäusler sind erschrocken.
5 Der Mann, der mich hierher brachte,
brachte mir ein prächtiges Gewand.
Er bekleidete mich mit einem Gewände des Glanzes
und bedeckte mich mit einem Turban des Lichtes.
Er errichtete auf mir einen Atherkranz
und was sonst das große (Leben) den Uthras gewährte.
Er richtete mich unter den Uthras auf,
stellte mich unter den Vollendeten auf.
Einen Ätherkranz richtete er mir auf dem Haupte auf
und holte mich feierlich aus der AVeit.
10 Das Leben stützte das Leben,
das Leben fand das Seinige,
das Seinige fand das Leben,
und meine Seele fand, was sie erhoffte. —
1) Die Stelle ist verderbt, aber eine Form von -jaa hat wohl von vorn-
herein dagestanden.
2) Für N--3N im vorliegenden Sinne ist häutiger die Schreibung «m«.
3) Nur eine Handschrift hat s;-!D , die anderen haben *y-v , vgl. Nöld.,
p. 413 m. Man erwartet pno.
68, 10—24 I. Das Qolastä. 165
NDb N^DNl N12M NONT1 pw K"H )"Mn^O
N D
XCIX.
pVNnNi *ntk*wi NbüNoa wp!"q pnENwpnyi prranny
pattwii pa>n oin pnNDKwi pirwa www 5
pa N^Noispi dnidn www pnsa^Ni pivwa
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n»pii Nusüi «nna N^sbyi pwm oioa
n — d «nty pnwNbjn
Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
XCIX.
Ihr seid aufgerichtet und gefestigt, meine Erwählten,
durch die Rede der Wahrheit, die zu euch gekommen ist.
Die Rede der Wahrheit kam zu den Guten,
die wahrhafte Rede zu den Gläubigen.
Meine Erwählten, ihr suchtet und fandet, 5
wiederum werdet ihr suchen und finden.
Ihr suchtet und fandet, meine Erwählten,
wie die Ersten suchten.
Du warst siegreich, Mandä dHaije,
und verhalfest allen deinen Freunden zum Siege.
Und das Leben ist siegreich.
Hier lies ..Gesegnet und gepriesen sei das Leben, das mit
diesen Seelen" (= LXX).
C.
Im Bau, den das Leben bauet,
prangen treffliche Bäume. 10
Lieblich ist der Duft der Bäume
durch den Duft des Mandä dHaije,
der auf ihnen ruht.
IQQ I. Das Qolastä. 68, 25—69, 1
CI.
■wu i«n«b "DNTn ffop'DKi K»a-i nKJöV Sij-inind
5 N D
CIL
N D
x nnsnb amn: -p-tm »wa «aY»n
CHI.
io nrarfc miru pnm Nüiya iown t^aa [69]
ifter lies „Gesegnet und gepriesen sei das Leben'- des Sunt
bar Nu (= LXXI) und „Gut ist der Gute für den Guten" (=
LXXI1).
CI.
Das Leben gründete eine Sklnä,
und Glanz ging im wundersamen Äther auf.
Ich und die Uthras, meine Brüder,
wir richteten alles Gute her,
wir richteten den Anteil des großen (Lebens) her
5 und brachten ihn siegreich zum Lichtort empor.
CIL
Der Bau, den das Leben baut,
vergeht in allen Zeiten nicht.
Trage dieses Lied vor, nachdem du die Vereinigung vollzogen
hast 1 ), dann sage „Niedergehalten ist die Finsternis in .
und aufgerichtet ist das Licht an seinem Platze".
CHI.
10 Niedergehalten ist die Finsternis in 2 )
und aufgerichtet ist das Licht an seinem Platze 3 ).
• * • •
1) Siehe oben, p. 13 8 .
2) Nur eine Handschrift hat na», alle anderen, auch die Zitate in den
69, 1—8 L Das Qolastä. 167
jttwnrrcaBnn Vasp «nniv parna Va«p K"n
N — D p Kr g» ni NjpNn n^niVi »ninal Nai
«nia *an Khp^Ättb "ja-tf a^oai »:^i wesn TO at-np «dkh
Das Leben nahm euer Gebet an,
die Uthras nahmen eure Lobpreisung an.
Das Almosen ruht bei seinem Stifter,
die Wohltat ruht bei ihrem G-eber.
Diese Seele des NN und die Seelen dieses Aufstieges ruhen
am großen Lichtort und in der glänzenden Wohnung.
Und das Leben ist siegreich.
Hier lies „31it reichem Glanz bin ich getauft" (= LXIII),
lege dann deine Hände auf für den Aufstieg l ) und verrichte ein
Gebet für dich.
Und das Leben ist siegreich.
sonstigen Ritualen s^iya. Das Wort wj findet sich sonst nicht. Sollte ur-
sprünglich swa oder fiwa „in ihrer (der Finsternis) Mutter", d. h. der Rühä,
dagestanden nahen, so wäre die Abänderung zu köijö unverständlich. Daß
«rw eine dialektische Nebenform von »w sei, ist mir unwahrscheinlich, ebenso
daß ai2vjz aus sp^-ya oder Katfwa verderbt sei. Diese bekannten Wörter konnten
nicht gut zu etwas Unbekanntem entstellt werden.
3) So eher als „an ihrer (der Finsternis) Stelle".
1) Soll der Priester seine Hände auf den Sterbenden legen? p*osi in
der einen Handschrift bietet schwerlich das Richtige. p*ox kann nicht etwa
„hebe hoch" heißen; das wäre a*is.
II.
Die Oxforder Sammlung.
Erstes Buch.
I.
k'jkdVkp u)p »pT? ^Nn»na mp oip k^i »»ni prromwa
nNVjn am -iswb N2N&n *w dnh wdkd NJKnb *ONt^ «an
N3Kttfl Wübtf pnblD *)pn**0'P , l N"H DKO^dV «3Nttn N^n2K"i
n'Voi KD«»»n jOrnirtfi «an n^ni nsVkü ™nb übwaNKrai
N — D KWK"
Kustä heile euch.
I.
Im Namen des großen Lebens.
Stehet auf, stehet auf, ihr Männer von erprobter Gerech-
tigkeit, stehet auf, ihr Vollkommenen und Gläubigen, stehet
auf und preiset das große Leben, preiset König Sislani den
Großen, preiset das verborgene Tannä Ham-Zlwä l ) , preiset
Ja war den Großen und Ezlath die Große, preiset den Schatz
des Lebens, aus dem alle Welten kamen, preiset | die Quelle
und die Palme 2 ), aus der der Vater der Uthräs gekommen ist.
Ich verehre und preise jenen hohen, großen Lichtkönig,
den Mitleidigen voll Erbarmens 3 ).
«) B, p. 9 unt. ß) B, p. 10. y) A, f. 1 a.
a) Text ax3*rin. 6) Wohl pn w>ä=j zu lesen. c) TextfinäF.
1) Der Name ist vielleicht erst nach den Worten tosr -xv* kw nsn in
dem Gebete oben, p. 19, XII gebildet.
2) Siehe die Einleitung.
3) Dies ist wohl ein jüngerer Zusatz.
172 *!• Die Oxforder Sammlung.
IL
Nniraunna woisb finrvsjn wbNbKio w'nnnni «na
n — d pna tyn ]o wan a )N»nb p^aw^n
in.
5 &UTJIND N^nb &)N»!Ti «)NOW3
N D IVN1D JT^SKJ jttl Nl^pVT N31 KB1VIK3 IKPlbl
*na*tt marfi Küiüa s^np Tarwi atn^ jo^na-o a^a xrna pT»n
II.
Im Namen des großen Lebens.
Mein guter Lichtbote *),
der zum Hause seiner Freunde geht,
komm und richte mir die Rede auf,
daß ich meinen Mund in Lobpreis öffne
und das große Leben preise
über die Maßen.
III.
5 Im Namen des Lebens verehre ich das Leben,
preise ich meinen Herrn Mandä dHaije
und jenes große Antlitz der Herrlichkeit,
das aus sich selbst ausgeschieden ist.
Dieses Gebet verrichte beim Gebete des Tagesanbruchs" 2 ), dann
lies „Im Namen jenes ersten Mannes**) und lege dir die Krone 4 )
auf das Haupt.
«) B, p. 11. ß) A, f. 1 b.
a) A H-n. b) B x--^ x-nn ptnwuDa-. c) A -k-n^ to.
1) Es ist der Betende, der spricht, trotzdem heißt es „mein Lichtbote".
Dies ist nur in einer Ansprache verständlich, in der „mein Lichtbote" ebenso
gesagt ist, wie „mein Herr", „mein Gott", „mein Vater". Daher sind die
Worte x-iSK-n nj-n als Imperative, nicht als Perfecta aufzufassen, vgl. auch
St. XXVII ff. Es ist nicht nötig, x^sjcri zu ipfcswn abzuändern, vgl. »rVSKW«
p. 181, 3. Es wird wohl gesagt, daß der Bote vom Lichte her komme, nicht daß
er das Licht selbst sei, daher lese ich mit B x":n:~ statt kiiw A.
2) Über die Gebete der Mandäer vgl. Brandt, Bei., p. 92 f. ; Joh., S. 111.
S) Es ist das Gebet Qol I. i) Siehe p. 10 1 .
II. Die Oxforder Sammlung. 173
IV.
inxni mawa amp wan «•*»» anatn tfwsna jrna xnn pran
x o srwtfwp mstw
V.
N D W3TJ VsTIKlNri c )NJNüWpül
IV.
Im Namen des Lebens verehre ich das Leben,
preise ich meinen Herrn Mandä dHaije
und jenes große Antlitz der Herrlichkeit,
das aus sich selbst ausgeschieden ist.
Dieses Gebet verrichte beim Gebete der siebenten Stande, dann
lies „Im Xanten jenes ersten Mannes".
V.
Im Namen des großen Lebens.
Die Zeit des Gebetes kommt,
die Zeit des Herrn der Gebete ist gekommen.
Mein Erwecker ist Hibil,
mein Hymnensänger ist Sitil,
mein Liedersänger ist Anös,
mein Täufer ist Silmai,
der Festiger meiner Gebete ist Nidbai.
tt) A, f. 2a; B, p. 12.
a) B bietet hier, aber auch nur an dieser Stelle, für den Anfang Kbiwa
«anläse s-sinsp s-Ti tu* wrn. Diese Form findet sich auch oben p. 52,2.
Eine alte Variante, die gestattet, s^rn ss-s: vom Verse abzusondern.-
&) A lihKft hy . c) A KaKs und »JKö"«p»a .
IO
174 IL Die Oxforder Sammlung.
VI.
VII.
JMTJND N"nV N^HT NWV2
«^n tf*rfi »äitdd tfnp n»r»n x^sebn tfwma «"na ania "pwn
frauum vj i»np a^att ampi *tti*n -pim »nir» *iW) kvt ^«isrt
VI.
Im Namen des großen Lebens.
Mein guter Lichtbote,
der zum Hause seiner Freunde geht,
komm und richte mir die Rede auf,
daß ich meiDen Mund in Lobpreis öffne
und das große Leben preise
über die Maßen.
VII.
5 Im Namen des Lebens verehre ich das Leben,
preise ich meinen Herrn Mandä dHaije
und jenes große Antlitz der Herrlichkeit,
das aus sich selbst ausgeschieden ist.
Dieses Gebet verrichte leim Gebete des Abends, dann lies „ Im
Namen des Lebens. Bas Leben den Jäwar-Zlwä" (= Qol III)
und „Es leuchtete das Licht u (= Qol V), dann lege die Krone auf
10 und lies „Manda schuf mieh u (= Qol XIX) an der Seite \ deiner
Krone *).
stehen.
«) A, f. 2 b. ß) B, p. 13.
a) A -k-k* Vr. &) A ►jurfcn.
1) Siehe die Anweisung p. 10. *\*3»r\ x":s;x Vy sollte vor k;kp pnrn
II. Die Oxforder Sammlung. 175
VIII.
smna poow na »wb nViirn njyidk K"ni «)pnwöwa
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VIII.
Im Namen des Lebens werde Heilung zu teil dem NN
durch dieses Sonntagsgebet.
Auf dem Lichte des Äthers stehe ich
und auf dem großen Lichte mit seinen Siegen *).
Ich bin Mandä dHaije, der Sohn der Pflanzung des gewal-
tigen, ersten Lebens. | Ich rief den gepriesenen Sonntag, den 5
reinen Hüter des Lichtes, der die Uthras erleuchtet, und sprach
zu ihm: „Auf, zieh hin, geh, steig hinab zur Erde Tibi], zu
dieser Welt, die ganz Geburt ist, zu denen von erprobter Ge-
rechtigkeit, den Männern, die aus Fleisch und Blut geformt
sind, greife sie mit deinem Griffe, sei fest bei ihnen, steh ihnen
bei, gib acht auf sie und gewähre ihnen Kraft und Festigkeit,
daß sie sich hinstellen und | das gewaltige, fremde Leben ver- 10
ehren und preisen".
Darauf erwiderte Sonntag und sprach zu Mandä dHaije:
„Wie kannst du mich in diese Welt senden, die ganz Geburt
ist, zu den Männern von erprobter Gerechtigkeit, die aus Fleisch
und Blut geformt sind, die mich nicht ehren, mich vielmehr
«) A, f. 8a; B, p. 154m. (5) B, p. 155. y) A, f. 3b.
d) A, f. 4 a. s) B, p. 156, > A.
0) So A. -sV ist wohl durch das folgende '« verursacht. Besser wäre
s-V^"p"swV = ! . B hat nV*wp»a*ln .
1) A hat ftpttma, und die Lesung mit n ist gesichert durch WMtiWTan B.
176 H- Die üxforder Sammlung.
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verachten, mich nicht in großer Ehre halten und mir meine
Sünden und Vergehen nicht erlassen?"
Darauf erwiderte Mandä dHaije und sprach zu Sonntag:
„Steh du auf, zieh hin, geh, steig hinab zur Erde Tibil, zu
dieser Welt, die ganz Geburt ist, zu den Männern von erprobter
Gerechtigkeit, die aus Fleisch und Blut geformt sind, greife
5 sie | mit deinem Griffe, sei fest bei ihnen, steh ihnen bei und
gib acht auf sie. "Wende ab und halte fern von ihnen die
sieben Planeten, sie samt ihren Dämonen, Dews, Amuletgeistern
und bösen Schöpfungen. Dann werden sie dir deine Sünden
und Vergehen erlassen, dich in großer Ehre halten, und dir
wird Sieghaftigkeit bei uns sein".
Alsdann wandte sich Mandä dHaije an die Männer von
erprobter Gerechtigkeit und sprach zu ihnen: „Gebet acht auf
10 den Sonntag, den Erleuchter, | den ich zu euch gesandt habe,
daß er euch erleuchte, festige, aufrichte und euch Gebet und
Lobpreisung bringe. Erlasset ihm seine Sünden und Vergehen
und haltet ihn in großer Ehre".
Ferner erklärte, offenbarte und sprach Mandä dHaije : „Ein
jeder, der dem Sonntag nicht seine Sünden und Vergehen er-
a) A, f. 4b. ß) A, f. 5a; B, p. 157. y) A, f. 5b. 8) A,
f. 81a. c) B, p. 158.
a) A s-r--, durch **n verursacht. b) B ^"»paw; hier hat sich
vielleicht eine ältere Schreibung erhalten. c) A hat vielleicht fiViplä« , B
hat r-'--"-j.
II. Die Oxforder Sammlung. 177
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ix.
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Nnsaiit^ Nb'bab K*tannni »Ktyna K'tomn in'n V?a
läßt und ihn nicht in großer Ehre hält, hat keinen Thron unter
den Uthras and schaut nicht das große Antlitz der Herrlichkeit.
Denn Sonntag ist teurer, größer, schöner und erleuchteter als
aUe Uthras".
Gesegnet und gepriesen sei Mandä dHaije und der Festiger *).
Das Leben ist siegreich über alle Werke.
IX.
Im Namen des großen Lebens 5
sei verherrlicht das hehre Licht.
Ich erhob mich früh von meinem Schlafe,
ich hatte reichen Glanz geschaut.
Reichen Glanz hatte ich geschaut
und Licht ohne Ende.
Ich war bekleidet mit Gewändern des Glanzes,
und Licht war mir um die Schultern gelegt.
Ein Kranz von Äther war mir um das Haupt gelegt,
die Stämme 2 ) hatten mir den Kranz aufgelegt.
Uthras trugen bei ihm vor, 10
leuchtende Wesen respondierten seiner Stimme.
a) A, f. 81b. ß) Von hier bis twwwwi p. 178,5 fehlt in A.
y) B, p. 159.
a) Text fälschlich n'etnsV ■»Kö'ms.
1) Siehe die Einleitung.
2) Die himmlischen Schaaren. Der Text hat «raxiiw.
Abhandlungen d. K. Oes. d. Wiss. zu Göttingen. Phil.-hist. Kl. N. F. Bd. 17, i. 12
yro II. Die Oxforder Sammlung.
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X.
Er rüttelte und richtete die Liegenden aus ihrem Schlafe auf.
Er sprach zu ihnen:
„Stehet auf, ihr Liegenden, die ihr dalieget,
stehet auf, ihr Gestrauchelten, die ihr gestrauchelt seid.
Stehet auf, verehret und preiset das große Leben,
preiset das Abbild, des Lebens Abbild,
das in hehrem Licht glänzt und leuchtet".
Und gepriesen sei das Leben.
X.
Im Namen des großen Lebens.
Wir wuschen unsere Hände in Kugtä
und unsere Lippen *) in Glauben.
Wir sprachen in Worten des Glanzes,
durch die die Schätze des Lichtes sich entflammten 2 ).
cc) A, f. 82 a. ß) B, p. 160.
a) Lies «^»ws.
1) Vielleicht ist besser mit B •jkeo'w zu lesen, das einen volleren Halb-
vers gibt; allerdings ist auch in v. 5 der zweite Ilalbvers kurz.
2) B besser mit o (■paKUTtojn). — Nöld. nimmt Gram., p. 238 1 für uno
den Sinn „ausbreiten" an. Es steht aber in den mandäischen Schriften fast
immer bei „Feuer", vgl. Gll 13,5; 33,13; 87,15; 193,4; 267,7. Nur 153,22
steht es bei tamm. Die Grundbedeutung mag „ausbreiten", im Passivum „sich
ausbreiten" sein, und diese Bedeutung wird auch an letzterer Stelle vorliegen,
aber infolge der Verbindung mit „Feuer" hat es dann den Sinn „entflammen",
„sich entflammen" angenommen, vgl. auch Pognon , Inscr. mandaites, p. 47.
Der Sinn „ausbreiten" könnte aus der Bedeutung „auspressen" hervorgegangen
sein, vgl. Gesenius, Handwörterb. 1 «, p. 781b. In den Zauberschalen hat es
den Sinn „packen", siehe Pognon, a.a.O.
II. Die Oxforder Sammlung. 179
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^n-iikii imrtft y)«3"i Ninaa (tfww waiMm n^nwkh
XI.
Nmu -paTa «»ni ki:no winö n»ow saN^oi inow ins
Gesegnet und gepriesen bist du, mein Herr Mandä dHaije,
und gefestigt ist deine Lobpreisung J ).
Ausgedehnt ist die Macht des Lebens
und groß der Glanz des Gewaltigen.
Herrlichkeit ruht auf den Uthras,
die in Herrlichkeit dasitzen.
Dies ist das Gebet und die Lobpreisung, die uns aus dem
großen Lichtort | und der glänzenden Wohnung gekommen sind. 5
Wir preisen damit, wenn wir vom Schlafe aufstehn, bevor je-
mand in Lüge gesprochen. Einem jeden, der dieses Gebet ver-
richtet, wird ein Erlasser der Sünden und Vergehen am großen
Lichtort und in der glänzenden Wohnung zu teil werden.
Und das Leben ist siegreich.
XI.
Gesegnet ist dein Name, gepriesen dein Name, mein Herr
Mandä dHaije.
Dich segneten die | reinen Berge, die nicht wanken, und die 10
Ophane der Kustä, die sich nicht verändern 2 ).
Dich segneten die Söhne des Heils, die bei dir sitzen.
0) A, f. 82b. ß) A, f. 83 a. y) B, p. 161. 8) A, f. 83b.
a) A n:n:s3kb»3. — A hat für das Suffix 3. sing. f. fast immer s, vgl.
Nöld., p. 68*.
1) Vers 3 fällt als Satz in Prosa aus dem Stücke heraus. Vielleicht ist
es gewollt, um die beiden Doppelverse für sich zu gliedern.
2) Siehe oben, p. 129. 12.
12*
180 II. Die Oxforder Sammlung.
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io » o swm "isnxnx ««i^bi a^nann pyT»p
XII.
1»nb »j»a»tra »j»a»n»t^ »jtj»d »*ai »»ni prpNiowa
fto'sy pi»n rpb» rpb»i »wwp »>d»s »m »jdw i»iip
Dich segnete Jäwar-Zlwä , der große König des Nasi-
räertums.
Dich segnete der Äther, das reine Licht, der Geleiter, der
ganz Gerechtigkeit ist.
Und ich verehre und preise jenen Lichtstrahl und den Boten
aller Leuchten.
Gesegnet ist dein Name, gepriesen dein Name, Mann, der
5 über | den Sklnäs ruht, über den Sklnäs ruht auch sein Name,
der täglich, alltäglich dessen Gestalt schaut und das große
Antlitz der Herrlichkeit preist.
Und gepriesen sei das Leben.
Diese vier Gebete „Auf dem Lichte des Äthers stehe ich u ,
„Ich erhob mich früh von meinem Schlafe", „ Wir wuschen unsere
Hände in Kustä" und „Gesegnet ist dem Name, gepriesen dein
10 Name" lies | beim Gebete des Tagesanbruchs nach dem Weihrauch.
XII.
Im Namen des großen Lebens.
Ich verehre, verherrliche und preise Srar, jenen großen,
verborgenen, ersten Weinstock, der tausend mal tausend Früchte
und zehntausend mal zehntausend Hanken trägt. Ich rief ihn
a) A, f. 6a. ß) A, f. 61.. y) B, p. 162. ö) A, f. 7a.
II. Die Oxforder Sammlung. / 181
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jsyvnw jNöwp'ji ^jwVntji jm'dwi nwj ini jnuw
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nj«3shn^ jmtjmd oin »nv rvai arvsoiKp r) «rvosD wnaMi s
Nn'soisp wvdn:d wrotfi «rwatp "itfnb c )«jk3S^oi
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£ )N3-i irwu *)mn i^nV NJN3Ntyöi N:s3NnKti> nitond
njtjind Din *ninji wöSn ^by unSk^ü ini Nwwp w
KJVKÖltfp NJVDND NTI3K") KlU^t? "lNi"lb NJK3S^Ö1 MN3Nntftt>
^fiVDNoo »pTT ktpöi N'wtynsi wirmrMtf jinw^si
und er erhörte mich, wiederum will ich ihn rufen, und er wird
mich erhören, daß er komme und mich heile, daß er mich er-
hebe, festige und aufrichte, daß er mir aufrichte
meine Augen in Licht,
meine Füße in Festigkeit,
meinen Mund in Weisheit,
mein Herz in Erleuchtung.
Ferner verehre, verherrliche und preise ich jene große, ver-
borgene, erste Skinä des Hauses der Grlanzwesen.
Ferner verehre, verherrliche und preise ich jene j große, ver- 5
borgene, erste Skinä, in der meine Vorfahren sitzen.
Ferner verehre, verherrliche und preise ich Rwaz, jenen
großen, ersten Weinstock, der *) Wassers in den Wohn-
sitzen zurückgelassen hat.
Ferner verehre, verherrliche und preise ich Rwaz, jenes
große, | erste Licht, der als Herrscher über die Lichtwelten ein- 10
gesetzt ist.
Ferner verehre, verherrliche und preise ich jene große,
verborgene, erste Skinä, zu der die Augen der Näsöräer, Pri-
säer 2 ) und der Männer von erprobter Gerechtigkeit empor-
a) A, f. 7b. ß) B, p. 163. y) A, f. 8a. • S) B, p. 164.
s) A, f. 8b.
a) Nach ftV>np A, x^nipn B. b) Für riVnpy; B nVipT. c) > A.
d) B ]ir^tt\>. e) So in A; > B.
1) sw^ri findet sich sonst nicht. Von aVn läßt sich kein Wort mit pas-
sendem Sinne herleiten. B hat x^sp-aio ipwo sc« na^ni.
2) Siehe Joh., S. XXII.
182 II- Die Oxforder Sammlung.
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N D j'JDN?
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5 N"UToS N3H NJNiyi N'0n«1 N'3'öS M3V AMPI
Npm www «) Nnv wwvh N"rn n-une wineS air^n jwö
Np-rr jei nun )o ]NVnyi N"rn ^n-unoS n^to-inh fibno«
JNüWinW NWJl NIVN21 NniHN^Nb Npr^Jl NDttNtt ]Ö)
nVnh b )jwwk*> ftVnyi N'TüiNnb N"ni nuno jVnNö»
io jüi N^üNa N^>n Nn^ny ]»i (ibia ndnd jö e^dji ni^snj
blicken, um aufzusteigen und den großen Ort des Lichtes und
die glänzende Wohnung zu schauen.
Und das Leben ist siegreich.
Dieses Gebet verrichte beim Gebete der siebenten Stunde nach
dem Weihrauch und nach „Auf dem Lichte des Äthers stehe ich u .
XIII.
5 Gekommen ist die Zeit, das Gebet zu verrichten,
und die große Stunde, demütig zu sein,
meinem Herrn Mandä dHaije Ehrfurcht zu bezeigen 1 ),
daß die Männer von erprobter Gerechtigkeit erweckt werden.
Die Jünger sprechen zu Mandä dHaije: „Wir weisen Lohn-
zahlung, Almosenspende und sonstiges Verdienst auf, wir wollen
die Gottheit des Hauses verlassen, wir wollen kommen und
gläubig werden".
Darauf spricht Mandä dHaije zu den Jüngern : „Euer Vater
10 verfügt über | ausgedehnte Kraft, die ausgedehnter ist als jeg-
liche Grenze, als die erhitzten ('?), nichtigen Schätze und als das
«) A, f. 9a. ß) B, p. 119. y) A, f. 9b; B, p. 120.
a) Steht für HWipmÄ; B hat n—int-hV. 6) B "jlswiaH hy.
1) Weiterhin in St. LX steht wvWrt neben xrrrvr, wo es wahrscheinlich
als »friWm „Furcht" zu erklären ist. B hat dafür «t»Wj, worin das i, da
es irrtümlich als die Partikel angesehen wurde, abgeworfen ist. Auch hier
paßt kivWj in diesem Sinne. Freilich steht es GR 232,4; 256,9 (siehe die
Varr.) mit «Vxn zusammen. In der Oxf. Rolle G, Z. 620 bedeutet rnn^n
Edelstein und gehört zu yAnn. Es steht da zusammen mit „Perle" (itfrWi
xr-sto-io:* wr-oM). Denselben Sinn hat es auch Mand. Diwan 1.
II. Die Oxforder Sammlung. 183
a )piDNü* pb'DNaoi füab N3NU pbt^aVNöi pn NnVoy «)Nn«»y
sjn:n jo pansch jwnm N"ni »an unim rry p^inso
kw n»yi os-np ^pa^Sa ^pbaspTn pawtaxty pbawp'n
wn pos^Np fe ) p-wm pnp'rvn snrny Nnmy »Tai prvn 5
n d pyaKT wm pnwa^a
■nre by nxrxnxi *rvn nxnxna arKsbi »Tona-o vrna »mn pmn
XIT.
N'jNty *)irnru amurte K*a-i s»ni ^prrNowa
rmn n:ni nth uno nw »na saN^asna 10
verzehrende Feuer. Der Gute bekleidet und umhüllt seine
Söhne, er hebt sie empor und zeigt ihnen das Wesen des großen
Friedens des Lebens. Eure Seelen prangen dann aus der Licht-
wolke 1 ), während die anderen Seelen sterben und sind als ob
sie nie gewesen. Ihr werdet euer Gewand, ihr werdet euren
Kranz empfangen. Vor den Großen werdet ihr Große | sein, 5
unter den TJthras Uthras genannt werden. Ihr werdet sagen:
Das Leben steht fest in seiner Skinä, das Leben ist siegreich u .
Dieses Gebet verrichte beim Gebete des Abends nach dem Weih-
rauch und nach »Auf dem Lichte des Äthers stehe ich u .
XIV.
Im Namen des großen Lebens
sei verherrlicht das hehre Licht.
Am Sonntag, dem Haupte der Tage, 10
hat wer geschaut, was ich geschauet?
«) A, f. 10 a. ß) A, f. 10b. y) B, p. 121. 8) B, p. 29.
Anfang von C : f. 49 a, 1. 18 ff. e) A, f. IIa.
a) A fnonea. b) A frwn.
1) Mit einer solchen sind sie bedeckt (Z. 1), nicht komparativisch aufzu-
fassen „mehr als eine Lichtwolke".
134 H- ^* e Oxforder Sammlung.
KobsS fibsns n^dni N"ni nunoV a )ftnvi (nö
s ndiin* N^soa Nnn ftpa^ noVnV Vp-itfp
rpDi k ri ö ) Novb n'dwd r)«D^o prvNTNi N^nyi Siu^ön
VtfDJ ND1KD Jö NJW DHOW riKPIKTI nspNH
pSi«o»n n ,1 ndio N^int^Köb -ist^n c )NjnV wnn
Wer schaute Mandä dHaije,
der hinging und in die Welt kam?
Er ging hin und kam in die Welt,
die Erde liegt da und bebet.
Er trägt vor, lieblich ist seine Stimme,
und er richtete im Munde die Rede auf.
Die Rede richtete er im Munde auf,
er warf die Welt über den Haufen und verließ sie.
5 Er warf über den Haufen und verließ die Welt,
Rühä sitzt darum trauernd da.
Trauernd sitzt Rühä da,
die Sieben sitzen in Verwirrung da.
Sie weinen und ziehen lang ihre Klage hin,
weil ihr Geheimnis offenbart wurde.
Weil offenbart wurde ihr Geheimnis ;
sie werden am großen Endtage ein Ende nehmen.
Namrus fürchtete und ängstigte sich,
ihre Waffen fielen ihr von der Schulter.
10 Von der Schulter fielen ihr ihre Waffen,
die Bogen aus ihrer Handfläche.
Rühä spricht zu ihren Söhnen,
sie spricht zu den nichtigen Unholden:
«) A, f. Hb. ß) B, p. 30. y) C, f. 49b. 8) A, f. 12a.
a) AC frrvn . b) A jim»tli&:», B prPKVa, C •prra-^a? . c) Zu «
als Suffix der 3. sing. f. auch beim Plural vgl. Nöld., p. 178, 14 f.
II. Die Oxforder Sammlung. I35
jna»n «)in«o niw pro«« nwö ttpufn pawoy 13 W3
6 ) ftoKTip'? ThüipV ]HÜ KWÖ1J a )lN3J ?)N»nN 13
NH-INO NTIN1 W3N3Ö tf»ni tftJNttl I1T3 NVtl sV3N
ptanWl N2w nüMsbi abNpb Fftrwi N«ma
jmSinjuvö prrtupna priNisw w»n «^awi »naw
prrowna jaV-uorvö *)pnNi3»r
ninj iNnKb nknan N'pbtfDi
N3S N'JIDKl N13W «OKTl pMl K»fl pWHW io
N D
„Meine Söhne! Wenn Angst eure Mutter befällt,
was wollet ihr Sieben tun?
Wenn der fremde Mann kommt,
wer wird ihm entgegentreten?"
Eine Keule des Glanzes ist in der Hand des Mandä dHaije,
er tritt an die Rebellen heran 1 ) und wirft sie nieder.
Bar-Haije erhob seine Stimme
und sprach zu 2 ) der Sieben :
„Ich habe meinen Freunden Ware gebracht, 5
wahrhafte Worte den Gläubigen.
Den Männern, die meine Ware kaufen,
werden ihre Verdienste um ihr Haupt gewanden werden 3 ).
Ihre Verdienste 4 ) werden gewunden werden um ihr Haupt,
und sie werden emporsteigen, den Lichtort schauen". —
Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, 10
und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
0) A, f. 12b. ß) B, p. 81. y) A, f. 13a. 8) C, f. 50a.
a) C K-ax;. b) A rras-"? Vy. c) B r-r\s ■warani •vaan vom.
d) B (W«ö rkvthtSa, C kü*« jAk^ököi.
1) Die Umstellung (watBtfi «ts) bietet wohl auch noch nicht das Ur-
sprüngliche.
2) Siawi findet sich sonst nicht. Vom Stamme -je ist nicht mit Sicher-
heit oder Wahrscheinlichkeit ein Sinn abzuleiten, der hierher paßt.
3) Vgl. Joh., S. 2.
4) Die Texte haben hier pfTtöiKp pntfDtn ; dadurch wird der Halbvers
überlang. Der Ausdruck prr»K»"^a ]KV«arp»s yisvwiKp ist sonst häufig, daher
wurde ■pi— xj-k? hierhergesetzt.
186 *!• Die Oxforder Sammlung.
XV.
MOV M'0V3 1HMO a )'MOV
Mtn mivp M"M^a ihmo »mov
M'OV3 1HMO »MW
Mit M^nt MtjMot flvrt MOV
5 m*ov tyna MaMtpaMn wov
MJt M"Ht MtJMOt ftVTt MOV
JMWMty ^MaMt^aMHt fiVT MJt 'MOV
s — d pna ant ;o jM^tTUMi
XVI.
3M3b MnMt'nt lOtMp }01 MWM M'JJ'BH lOtMp jO
io moVms ftawm mjm prvMin prowtffl i»tMp \o
XV.
Was ist mein Tag unter den Tagen? Ein Tag.
Was ist meine Stunde 1 ) unter den Stunden? Eine Stunde.
Was ist mein Tag unter den Tagen?
Der Tag, an dem der Glanz des Mandä dHaije aufgegangen ist.
5 Mein Tag ist der Sonntag, das Haupt 2 ) der Tage,
der Tag, an dem der Glanz des Mandä dHaije aufgegangen ist 3 ).
An meinem Tage ging der Glanz des Sonntags über uns auf
und erleuchtete uns über die Maßen.
XVI.
Bevor die Augen
bevor mein Herz 4 ),
10 bevor ihr wäret,
war ich schon in der Welt.
et) A, f. 13b; B, p. 32. ß) A, f. 14 a.
1) Doch wohl "np-«j statt "söt zu lesen.
2) Man hat v— statt io—a zu lesen, ur-a ist nach XIV, 2 hierher gesetzt;
dort ist es am Platze.
3) Ähnlich GR 306, 23 ff.; GL 112, 7 ff.
4) k-:-« gibt keinen Sinn. Es enthält kaum eine Form von ]a* , da dieses
als Verb im Aramäischen nicht vorhanden ist. Auch «ncrn paßt nicht. Ich
dachte an eine Form von iw , aber da käme nur i»ry „erwachte" oder ->K*»cry
.,wurde erweckt" in Betracht, und diese Formen stehen wwWi zu fern.
II. Die Oxforder Sammlung. 187
««orwn s^ob pDNi ;««n tf»oi )v»b«p
NH1H J'ONII a )pttW fllOpin a )}'3DWl pDMP
K'J3 N"N3 KH1H ]01 NWWpb flbsob
y)N'bsp K«yip snp^o
6 )pnbD wbsboso wa^n aNtyjroi 5
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IMorwi jinbiD rvswn N»rft ntjko not 10
n — d p«? wm
Die Stimme des lebenden Wassers ist es,
das das trübe Wasser verwandelt.
Es quillt an und nimmt Helligkeit an,
es gießt und wirft die Trübung weg.
Was hat der Erste nur,
daß er aus der Trübung sich Söhne wünscht? 1 )
Die Stimmen sind ausgerufen
und alle Reden ausgerechnet. 5
Eine Stimme kommt
und belehrt über alle Stimmen.
Eine Rede kommt
und belehrt über alle Reden.
Ein Mann kommt
und belehrt über dies und das.
Uns, die wir unseren Herrn preisen,
wirst du unsere Sünden und Vergehen erlassen.
Du warst siegreich, Mandä dHaije, 10
und verhalfest allen deinen Freunden zum Siege.
Und das Leben ist siegreich.
«) A, f. 14b. ß) B, p. 33. y) C, f. 50b. S) A, f. 15 a.
a) A 'f-pos. b) •pnV-o ist hier zu streichen. Es ist nach den fol-
genden Versen, namentlich nach Z. 7 hierher gesetzt. Die Worte finden sich
auch GR 80, 11 f., wo auch die folgenden Verse stehen.
1) Der erste Mensch, der sein Geschlecht fortsetzen wollte. B hat we-
niger gut N-x*-!Kp hs K-hKfh „was habe ich mit dem Ersten zu tun?"
188 H- Die Oxforder Sammlung.
XVII.
K»ön*n an«»«»
N'jpwi P)NnTDi nwktii wiNwa «)NnNüK'
Nnn'aiyim »nia KnwMP
XVIII. y)
wsjaa finKib N^NVm «jsSyS pnn en»s
ynn wvr aN-fo wo-nai hnsi 1 ? n'sjns wjtfty
XVII.
Herr der Gebete,
o Herr der Bitten, Hymnen und rechten Ordnungen,
o Herr des Gebetes und der Lobpreisung,
erhöre meinen Ruf und verdamme mich nicht.
XVIII.
5 Außerhalb der sechs, sieben Volker ')
ist die Frucht dem Baume aufgerichtet.
Aufgerichtet dem Baume ist die Frucht,
und die Bäume versammeln sich bei ihr.
Bei ihr versammeln sich die Bäume,
und für den Obersten der Glanzwesen ist ein Thron auf-
gerichtet.
Ein Thron ist für den Obersten der Glanzwesen aufgerichtet,
und der Oberste der Glanzwesen sitzt auf ihm.
Vor ihm ist die Vergeltung aufgerichtet,
mit der er den Vollkommenen vergilt.
10 Er vergilt den Vollkommenen,
einem jeden nach den Werken seiner Hände.
a) B, p. 34. ß) A, f. 15 b. y) fehlt in C. d) A, f. 16 a.
a) A -jKwiip , B rwuTip^ . b) B K-rrVoin .
1) Der Horizont der Mandäer ist klein, ygl. Brandt, Rel., p. 60.
II. Die Oxforder Sammlung. 189
n'dsno rva D^Kp ppn ihOjNnyNbi sSn^bi j«ü Wbia
S D
XIX.
wann N"n ps^ro *o"N3 wni K»n jo «ma y)Nj«
N D
«~d pFfi snarcaKpn <?) »ttM «"^sm »rsbm «"w» xnsbn fban
Er spricht:
Ein jeder, der sanft war *) und handelte,
wird kommen und mit beiden Händen nehmen.
Ein jeder, der nicht sanft war und nicht handelte,
steht leer im Hause der Zöllner da.
Er sucht und findet nicht,
er bittet und ihm wird nicht gewährt.
Weil er es in der Hand hatte und nicht hergab, 5
sucht er dort in seiner Tasche und findet nichts. —
Gepriesen seiest du, Mandä dHaije,
der du deine Freunde nicht verdammest.
XIX.
Ich richte eine Bitte an das Leben,
dich, gewaltiges Leben, bitte ich,
ich richte eine Bitte an das Leben: 10
„Richte deinen Lobpreis über mir auf a .
Diese drei Lieder und drei Hymnen sind für den Sonntag.
«) B, p. 35. ß) A, f. 16 b. y) A, f. 17 a. d) B, p. 36.
1) Zweifelhaft. xVn in diesem Sinne wohl GR 182,3,20; 183,21; GL
83, 12. Eine Anspielung auf diese Stelle Qol 70, 13.
190 II. Die Oxforder Sammlung.
XX.
NJpND N-nSf IM'» JVpS'J ß )NJNJN3 pn 10
N»31 JNJN31 NJN3 JO JVpD^ NJKJN3 tvn }ü
W")'N3VN3 JK3SM1 HTIN JNJN3 N*3"H NJN3 }0
IN 1 ?» N'3"l JOl N3Vo3 6 )|N35PJ W3XNJ1 n'DN
STW2 y)p3Jfl pTWttn N'31 jtt "|Nbül «3^03
N'JöWPlöl N'U'BO Nn3Wb N^MO 1 ? p3V OTU*3
XX.
Im Namen des großen Lebens
sei verherrlicht das hehre Licht.
Am Anfange zog ich in einer Wolke hinaus,
aus dir, glänzendes Heim.
Am Anfange zog ich in einer Wolke hinaus,
aus dem Bau x ), den das große (Leben) gebauet.
Aus dem Bau, den das Große gebauet,
kam ich, mich hatte mein Pflanzer gepflanzet.
Ich kam, mich hatte mein Pflanzer gepflanzt,
nach dem Rate, den er mit dem großen (Leben) gepflogen.
Nach dem Rate, den er mit dem Großen gepflogen,
es sandte mich, einen Bau aufzuführen 2 ).
Einen Bau sollte ich für die Guten aufführen,
die wahrhaften, gläubigen Männer.
Ich baute, ich erbaute ihn
und richtete ihn ganz oben auf der Wolke auf.
Ich pflanzte in ihm des Lebens Pflanzen,
wahrhafte, gläubige Männer.
«) A, f. 171). ß) C, f. 51a. y) A, f. 18 a.
a) AB "Kas*j ptastHI . &) A ]xasx3 TMaW .
1) S3S3 könnte nur „Erbauer" heißen (vgl. Nöld. , p. 83); das paßt hier
nicht. Es ist in ssia abzuändern. Die Schreibung xaxa ist durch Mtutca und
■JK3S2 beeinflußt.
2) Er soll den Bau selber aufführen, trotzdem spricht er nachher von
seinem Erbauer. Solche Widersprüche sind in den mandäischen Schriften
nicht selten. Allerdings könnte «sa (pa) auch heißen „bauen lassen", aber die
Darstellung ist so, als ob er die Arbeit selbst ausführen sollte.
II. Die Oxforder Sammlung. 191
«npKsoi waNu pnwa Nobsi «Opawa sobsi poiw sobs
wonm N^nns-iry wn** ^bnns-iry
sbusa ktoö wy *)pa '»n« N^i-insiry
*)'KOP»n K'Vnrwim iy wik K^nrunrn iy
pawjss ]o pps*n f )i3 wn» K'bnrKnpn iy io
ndno'di «iy thn siy Tnsa paVin kjs
Tina -isn»S öTwrfi Nin« jü
Ich befehle meinem Erbauer :
Richte deine Augen auf meine Pflanzen.
Auf meine Pflanzen deine Augen richte.
daß sie nicht schlafend daliegen,
und die Guten vergessen, was ihnen befohlen.
Daß sie nicht schlafen, daß sie nicht daliegen,
daß die Guten nicht vergessen, was ihnen befohlen.
Daß sie mich nicht vergessen 5
und Abfall über sie komme.
Nehmet euch in acht, meine Brüder,
nehmet euch in acht, meine Freunde,
nehmet euch in acht, meine Brüder,
vor dem nichtigen Jesus Christus,
vor dem, der die Gestalten verdreht
und die Worte meines Mundes verändert.
"Wenn ihr euch, meine Brüder, in acht nehmet,
wenn ihr euch, meine Freunde, in acht nehmet,
wenn ihr euch, meine Brüder, in acht nehmet, 10
so ihr aus eurem Körper scheidet,
werde ich euch ein Helfer sein,
ein Helfer und eine Stütze
aus dem Orte der Finsternis
zum Orte des Lichtes.
«) B, p. 37. ß) A, f. 13 b. y) A, f. 19 a. ä) C, f. 51b.
«) B, p. 38. t) A, f. 19 b.
a) AB Tas-c-ST.
192 II. Die Oxford er Sammlung.
INttw wönm pnbw n»3Nn s^rn wukö rar
N D
XXI.
5 NUND Mü3^b flrwn n^DDDy
»anwin'oi *nwa nrnon
N D pNT K»ro
XXII.
Du warst siegreich, Mandä dHaije,
und verhalfest allen Freunden deines Namens zum Siege.
XXI.
An der Spitze des reinen *) ,
bei der wundersamen Leuchte
5 schaute ich aus und erblickte den großen Sproß,
der aus dem großen Jordan des ersten Lebens gepflanzt war.
Wundersam ist seine Stimme, lieblich sein Duft,
hellleuchtend und erhaben seine Gestalt.
Und das Leben ist siegreich.
XXII.
10 Der Mann von erprobter Gerechtigkeit
sproß empor und leuchtete in der Welt.
Er sproß empor in der Welt und leuchtete
und sprach kraft des gewaltigen Lebens.
u) A, f. 20 a. ß) B, p. 39.
«) A "nnan. b) A V»Wi.
1) Job. 63, 1 steht mws w-a parallel (pai jcts rra. Es muß dort wie
hier einen Ort im Jenseits bezeichnen. Genauer konnte ich die Bedeutung
auch jetzt nicht bestimmen, vgl. Joh., S. 66 9 .
IL Die Oxforder Sammlung. 193
■wu -wnsb Sspty fim w&Vk itnwfl & )K?tfn 13
wwodk HHna p*dni «Ofibwsy tfnirui Nasa
NONDB1 n«Oty»3 f? )DND^Nl ]V>H »3PN K*fl
N D j»3NT »"Hl
XXIII.
k sbtf |o 0) rtwo / ) rrwwnjfi e ) nrna Nnbioi y) NnatuN'
IO
Kraft des gewaltigen Lebens sprach er
und offenbarte verborgene Mysterien.
Verborgene Mysterien offenbarte er
und legte Glanz über seine Freunde.
Über seine Freunde legte er Glanz,
doch alle Welten verfolgten ihn.
Als er sah, daß die Welten ihn verfolgten,
hob er seine Augen zum Lichtort empor.
Sie öffneten ihm das Tor des Lichtes, 5
hoben ihn empor und stützten ihn auf das Leben.
Das Leben stützte das Leben,
das Leben fand das Seinige,
das Seinige fand das Leben,
und meine Seele fand, was sie erhoffte.
Du warst siegreich, Mandä dHaije,
und verhalfest allen deinen Freunden zum Siege.
Und das Leben ist siegreich.
XXIII.
du Mann der Verkündung, Erwählter, 10
der du aus der Welt erwählt wurdest,
deine Augen mögen dir leuchten, Guter,
den sie mit prächtigem Gewände bekleidet.
«) A, f. 20 b. ß) A, f. 21a. y) B, p. 40. ä) A, f. 21b.
a) A arwwia, C Msrnna, > B. b) C "psn; 1. Hin. c) A fftww,
B k-Vkj-e. (?) B WWW. e) A x-vra. /') AB n-ixrs-pjH. g) > A.
Abhandlungen d. K. Ges. d. Wiss. zu Göttingen. Phil.-hist. Kl. N. F. Bd. 17, i. 13
194 H- Die Oxforder Sammlung.
n — D
XXIV. «)
INoriNi pnto inS^nsi KpTT wa irbw wb
pnsra & )iNmoi pwai "isVwa i«ttrwi pnbia
5 Nobsi fiuwa «Obrfo wwa jn^ö 1 ? c )ivb?y njn
pnn wbiw by iw«i abiohnp«s» »w«ab njn
io waaNtsn nwio Nöbny wbnw y)by pinn i»y»
Auf deinen Ruf und deine Predigt hin hat das große Leben
dein Gebet und deinen Lobpreis angenommen.
XXIV.
Wohin gehst du, Mann von erprobter Gerechtigkeit,
nach dem alle seine Freunde verlangen?
Alle deine Freunde verlangen nach dir
und wünschen deine Gestalt unter sich zu haben. —
5 Ich bin hingegangen, einen Bau aufzuführen
jenseits in der Welt.
Ich baute, ich erbaute ihn
und richtete ihn ganz oben auf der Wolke auf.
Ich pflanzte in ihm Pflanzen des Lebens,
wahrhafte, gläubige Männer.
Ich befehle meinem Erbauer x ),
dem Manne, der den Bau bewachet.
Ich befehle meinem Erbauer:
Richte deine Augen auf meine Pflanzen.
10 Auf meine Pflanzen deine Augen richte,
daß sie nicht schlafend daliegen
und die Guten vergessen, was ihnen befohlen.
a) A, f. 22 a. ß) B, p. 41. y) A, f. 22 b.
0) > C. b) A THrvuslt. c) A r^ryi. d) A na^Wi».
1) Siehe oben p. 190 f.
II. Die Oxforder Sammlung. 195
KttV«! f\WÜ fW) |0 fbüip SO*?« 1 ? N"Q*0
W3SK1 N'SWD ?)ND>Ö Wlt«n KnttWÖl "Otfnatt 5
nöVni ND-inS jwVaio jrawwwöa inbw
MöWriöl Ntt'BO N3^3 N'V?31D noVnt NDinb
Niy vrwa pab'iny rtmpjrt «nwnna «öfftnwo
■wu -indn 1 ? -pt^rn n-idn ;o n3no*di Niy -pn» 10
N D pDNT N"PI1
XXV. 6)
KUttVrfl K3"l N3N3 NDS1 KöV Jü
Der Mann rief der Welt zu,
von einem bis zum andern Ende der Welt.
Der Mann rief der Welt zu und sprach:
Heil dem, der auf sich selber acht gibt. Ein Mann, der
auf sich selber acht gibt, hat nicht seinesgleichen in der Welt.
Die Männer 1 ), die fest bleiben, leben, 5
doch vergehen, die sich abwenden.
Die sich abwenden, vergehen,
doch die fest bleiben, finden Festigkeit.
Haltet euch fest an euren Olivenstab
und ertraget die Verfolgung der Welt.
Der Welt Verfolgung ertraget
mit wahrhaftem, gläubigem Herzen.
Verehret mich in Geradheit,
damit ich mich hinstelle und euch ein Helfer sei,
ein Helfer und eine Stütze 10
aus dem Orte der Finsternis zum Orte des Lichtes.
Und das Leben ist siegreich.
XXV.
Am Tage, da sie das große Tor der Eier öffneten 2 ),
u) A, f. 23 a. ß) B, p. 42. y) A, f. 23 b.
a) B ffymb ; L irtwue . 6) > C. Vgl. auch XLV.
1) Auch L, 5 ff.
2) Oder „da . . . geöffnet wurde", siehe p. 6 1 . Das Ei ist in das Über-
weltliche übertragen und gilt als Behälter höherer Wesen und Dinge; aus
dessen Tor kommen sie heraus. Vgl. Joh., S. 208 7 .
13*
196 H- Die Oxforder Sammlung.
«npw anrny by hob^l «vt tjmwny
nwnpiw 0iwjbd "Ownaub «nn^im ama pbarw
-nro nsriNb prorapim pma wpDNöi na*it»W9i ftenia
N D
5 ■pwi «SKirnKn -pirn »biä art}*m «r»bini srww anabn ■pbawi
k — c
XXVI.
jwbirrvNi ihno ivny K«n ira jo rvny
psnNttt^j maHnwitbi y)prwnsbi pnbrvnw
NHKH ND^DJ NöVbl «"PI Nm» *)OVb psb'IV»
10 «)flairt n^nüni tywiNoi www psViv»
fibrwvhn ipinü tftt'tw N-D*«b ndnü 6 ) ivjvk N-wn ninh
wuchs der Glanz des Königs über den teuren Uthras.
Gebet und Lobpreis kamen den wahrhaften, gläubigen Männern.
Sie freuen sich seiner, sind stolz auf ihn und lassen ihr Gebet
und ihre Lobpreisung zum Lichtort emporsteigen.
5 Diese drei Lieder und drei Hymnen sind für den Montag.
XXVI.
Im Namen des großen Lebens
sei verherrlicht das hehre Licht.
Du kämest aus dem Hause des Lebens,
du kämest, was brachtest du uns? —
Ich brachte euch, daß ihr nicht sterbet
und eure Seele nicht gehemmt werde.
Für den Tag des Todes brachte ich euch Leben,
für den trüben Tag Freude.
LO Ich brachte euch Sanftheit,
an der der Trubel der Völker nicht ist 1 ). —
Dies, dies brachtest du, Guter ;
was brachtest du dem wahrhaften Manne ? —
«) B, p. 43. ß) A, f. 24 a. y) A, f. 24b. 8) C, f. 52a.
a) So auch A. b) A rvrw.
1) mwwsm ist hier wie o*'i gebraucht.
II. Die Oxforder Sammlung. 197
pap^ss^ paWi ^nVatfny P'nwdi *oök™d
joBwni pa*n oin »irvna pn«3Bw prvwa-
pa WNoispi dkidn «m*ni prootsw pn««a 5
S D pDNT »wm
XXVII.
N'ia» JV3 JÖ KD«! KÖM1 WUNJIßW
win^t^m wmab »teapi ans
s — d nru i^nsb DsVtra «poKi 10
XXT1II.
Ich machte ihn zu meinem Schatzmeister l )
und setzte ihn über alles ein, was ich habe.
Spräche der Kustä gab ich ihm,
durch die er ein- und ausgehe,
wie ein Mann, der seinen Willen erreicht hat.
Ihr habt gesucht und gefunden, meine Auserwählten, 5
abermals werdet ihr suchen und finden.
Ihr habt gesucht und gefunden, meine Auserwählten,
wie die Früheren gesucht haben.
Und das Leben ist siegreich.
XXVII.
Komm, komm, König der Uthras,
hoher Bote, der aus dem Hause seines Vaters gekommen ist.
Komm, nimm mein Gebet und meine Lobpreisung in Empfang
und bring sie in Heil zum Lichtort empor. 10
XXVIII.
Du kämest' 2 ) aus dem Hause der Guten,
wenn du nur nicht in die Verwesung gekommen bist.
«) A, f. 25 a. ß) B, p. 44. y) A, f. 25 b. d) C, f. 52 b.
0) AB rfpasnj» .
1) snavjju bezeichnet auch den mandäischen Bischof.
2) Rühä spricht zu dem Erlöser, vgl. p. 198, 6.
198 EL Die Oxforder Sammlung.
ivVjpny tn^nyb pn ivny nwö 1 ? pn
pnwnwa wnty kjni c )n^hnh *0ww iva
^KTswn ppphnsiyai wons-n piTKa^ai
s — d psw N»m
XXIX.
io Nnmyi nsSno an« ndk
Wenn du nur nicht gekommen bist in die Verwesung,
in den Schmutz 1 ) und Trug dieser Welt.
Wenn du nur nicht in die Verwesung gekommen bist,
wenn du nur nicht mit den Augen geschaut wirst.
Wenn ich wirklich gekommen,
wenn ich in die Erscheinung getreten bin :
Deine Augen sind Augen der Lüge,
meine Augen sind Augen der Wahrheit.
o Die Augen der Lüge verdunkeln
und schauen nicht die Wahrheit.
Wenn du sehen willst, Rühä,
geh, siehe das Haus meiner Bekannten,
das Haus meiner Bekannten, die von mir wissen,
daß ich unter ihnen weile,
im Herzen meiner Freunde,
im Sinne meiner Jünger.
Und das Leben ist siegreich.
XXIX.
10 Komm, komm, König der Uthras,
hoher Bote, zu dem meine Augen emporschauen,
«) A, f. 26 a. ß) B, p. 45. y) A, f. 26 b.
0) C -Hir. b) C K-nx- r-sh . c) A K-Vn^n"n. d) A jmsix* t .
1) Für t»;"nc lese ich s:k*c .
II. Die Oxforder Sammlung. 199
xxx. «)
nron jo N-iNity sns fhns je sdn «rin
-nnj indn 1 ? «wan kttoH ^Nnsot^jb pV-w«»
Nöityn N"rn c )y*nni ksku -wa« ninh ninh
ffrnoH
horch und höre auf meinen Ruf
und bring mein Gebet und meine Lobpreisung zum Lichtort empor.
XXX.
Der Duft kam aus seiner Stätte,
die Wahrheit kam aus ihrem Orte,
der Duft kam aus seiner Stätte,
er kam und ließ sich im Hause nieder.
Er ruft und belebt die Toten, 5
er rüttelt auf und bringt her die Daliegenden 1 ).
Er weckt die Seelen,
die eifrig und des Lichtortes wert sind.
Dies, dies tat der Gute
und richtete des Lebens Zeichen auf.
Die Planeten versammelten sich,
gingen hin und traten an ihren Herrscher heran.
Sie sprachen zu ihm:
„Hast du nicht, Alähä Alihün-), gesehen, 10
daß der Duft aus seiner Stätte gekommen ist?
«) A, f. 27a. ß) C, f. 53a. y) B, p. 46. 8) A, f. 27b.
tt) > C. &) B N-23NX," trarwn. c) A y--r*.
1) Die Lesung in A verdient den Vorzug trotz des matten s-ri«, denn
sie gewährt eine bessere Parallele zum ersten Halbvers.
2) prr&M ist wohl nach ywfewD aus p*T>V« , yvQ&* , das GR 185, 15 steht,
entstellt, so daß es „Gott der Götter" bedeutet, vgl. Nöld., p. 65,10; 305 mit
Die Schreibung ftrA* hat überhand genommen und findet sich auch Oxf. Rolle
G, Z. 211.
200 **• *^ e Oxforder Sammlung.
«)N»a3Kty wjvnei tijkiü ww» pjnwiüi map
niru "wn«*? «nst^i Kn^i Mn«o»yb j^ns^o
«öwn & )*t»rfi v«nni tosu -was «i«n kikpi
5 pbiN^i fi-ou jOfüabi iioiDb an?rs prpb» Mrtftit
now ^psSnKojri oki^o wdw »Nbnwi wm prw prw
»mw'D aaii fftrn» Mpnw n"ü*o pnottwö. w
m» fftjfl wrrt »nnb prvwni ffivnaö rtV-fc «in
n^Vn *)pronb ^vsn N»ni paw ««m prn
io n — d
XXXI. e)
■wruu £ )*önyni niiui K^ni k*unö ans ndn
Der Duft kam aus seiner Stätte,
der Mänä regte sich aus seinem Orte.
Er ruft und belebt die Toten,
er rüttelt auf und bringt her die Daliegenden.
Er weckt die Seelen,
die eifrig und des Lichtortes wert sind.
Dies, dies tat der Gute
und richtete des Lebens Zeichen auf".
5 Alähä Alihün öffnete den Mund
und sprach zu seinen Erstgeborenen:
,, Kommet, kommet, meine Söhne, meine erstgeborenen Sprößlinge,
höret, was ich euch sage:
Wenn ihr einen gerechten Mann findet,
verneiget euch vor ihm in großer Verneigung.
Eine Verneigung vor ihm,
eine zweite vor dem Duft des Lebens, der auf ihm ruht".
Sehet, das Leben ist siegreich,
10 das Leben besiegte diese Welt.
XXXI.
Komm, komm, Mandä dHaije,
und der Finsterberg soll leuchten.
«) A, f. 28a. ß) B, p. 47. y) A, f. 28b. Ä) A, f. 29a.
t) B, p. 48.
a) B iraswn K-.— 3. b) A k^h p*»ni. c) A jWiKöift. d) A wmtü .
e) > C.
IL Die Oxforder Sammlung. 201
pyri Kaxcaxn «n»brn tmcpr^ s^xn xnxbm vrvBpsp Brufen pb»n
X D
XXXII.
N^Ktt> K11HJ 3N1W10 K'3"1 N"H1 pri'KölKtt 5
n^did Iva «in Kon K'owya «in c >nVn,->
K^nN» N^»oa pyn Kvwawi km
"IKW ^3»n }01 N-I3NJ 1 ? K^KÖ3 waiiK* pj*n
Knton'is Kriwaa umDi Vrn p ikwi Kiaw 1 ?
fttf-wn flw;a kbh kjvkm «Oüktb ntiütid io
Knnt^oN 1 ? KnKT nKiS ftwjo koii *n^n
Leuchten soll der Finsterberg.
und das trübe Wasser soll prangen.
Diese drei Lieder und drei Hymnen sind für den Dienstag.
XXXII.
Im Namen des großen Lebens 5
sei verherrlicht das hehre Licht.
Eine Stimme war im Himmel,
ein Donner war im Hause der Sterne.
Rühä und die Planeten
sitzen in Trauer da.
In Trauer sitzen sie da
um den Mann, der aus der Tibil entsprang.
Um den Mann, der aus der Tibil entsprang
und in das Haus einen Spalt schlug.
Einen Spalt schlug er in das Haus 10
und warf Streit hinein.
Der Streit, den er hineinwarf,
wird in aller Ewigkeit nicht geschlichtet.
«) A, f. 29 b. ß) A, f. 30 a.
a) A as-.E .
202 II. Die Oxforder Sammlung.
«) n'3Dnj ffro wvro NnNVni **»rn nun» ntini Nty
Njp^n *nunb pbp'DNöi htm NDNbn n^dno rfro
ftpanwiow njöntbi N^np ppwn ninitti mnNb
5 fiOnNn «)D"Np01 JOMD N»ni K1JNO n»3T
N D pDNT N"!TI
XXXIII.
ttWHI V^D )tt ^b^NOl WDN3 NÜ3^1 N^Np
*nyy wdo \o n^-i wm b^n ]o twmi Wnö
flSl^lN^I NTJNJKM ö )3«^1 WD>3 )ü N^Vjy N'3-l N"H
10 NHiNoi piTNbwn ty'a»30 rfnaiNKn zniui ni:wbi»
N D
Nur wenn Mandä dHaije kommt
und die drei Auserwählten mit sich nimmt 1 ).
Er nimmt die drei Auserwählten mit sich
und bringt sie zur lichten Wohnung empor.
Zum Orte, der leuchtend und licht ist,
sind eure Seelen gerufen und eingeladen,
sowie die Seelen unserer guten Brüder
und unserer gläubigen Schwestern.
5 Du warst siegreich, Mandä dHaije,
Guter, der du deine Freunde festigst.
Und das Leben ist siegreich.
XXXIII.
Die Stimme des verborgenen Sprosses ist es,
der aus der Tibil sprach und predigte.
Er sprach und predigte aus der Tibil,
und das große Leben antwortete ihm aus der Verborgenheit.
Aus der Verborgenheit antwortete ihm das große Leben,
es schuf einen Boten und sandte ihn zu ihm.
10 Der Bote, den es schuf und zu ihm sandte,
tritt die Macht der Rebellen nieder.
a) B, p. 49. ß) C, f. 53 b. y) A, f. 30 b. 8) A, f. 31a.
(i) B CK-sp:-, A CK-sp'c-. b) A y$M?l.
1) Hier und im folgenden Vers hat man 2-cx; zu lesen.
II. Die Oxforder Sammlung. 203
XXXIV.
NböiND -mo niw inS^nVd rppb'D nSöind -mo «) by
jvrn & ) yasu nNonn a ) psnom irpVo nSo-i«3 to by
WD1NS prPKBW ftttf'MK p«PPfl NWö N'JBIJI
pbaab pso^Nbi pt^-vssbi piysb 5
njn |no iai njn j«ö1 pt^TSsbi piysb
IworiN-i pnbia rvDNn N»rii kijkö tot
S D
XXXV.
DNbn nn*ww hw) «nw pin *)Nwa 10
XXXIV.
Zum Karmelberg ] ) stieg ich empor,
ich stieg empor zu dir, Berg, Karmelberg.
Zum Karmelberg stieg ich empor,
zwölf Weinstöcke schauten aus und erblickten mich.
Als die Weinstöcke mich erblickten,
breiteten sie ihr Laub in Fülle aus.
In Fülle breiteten sie ihr Laub aus,
machten reichlich ihre Früchte den Blüten. —
Sie bemerkten mich nicht, erkannten mich nicht 5
und kümmerten sich nicht um mich.
Sie bemerkten mich nicht, sie erkannten mich nicht,
wer ich bin und wessen Sohn ich bin.
Der Mann, der mich sah und erkannte,
erhält seinen Gang zum Orte des Lebens. —
Du warst siegreich, Mandä dHaije,
und verhalfest allen deinen Freunden zum Siege.
XXXV.
Zwischen den zwei Bergen 2 ) 10
und zwischen den drei Skinäs,
«) B, p. 50. ß) A, f. 31b. y) C, f. 54 a. 8) A, f. 32 a.
u) B yrsrcy. &) BC »■:£•:. c) Wohl nur irrtümlich wiederholt.
1) Vgl. Joh., S. 94 4 . 2) Vgl. Joh., S. 189.
204 II- Die Oxforder Sammlung.
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XXXVI. a)
poKi inNob Knnijr n^-ino^i ;«oi wivj jno
paiNSütfVi jOanniy po»» Nnniy p»N> n^ö
hob tfUDKl N13SJ NONtt ps«n N"n pWIWö
N D
zwischen den zwei Bergen
gründete Jäwar der Auserwählte seine Sklnä.
In der Sklnä, die Jäwar gründete,
erhalten die Männer von erprobter Gerechtigkeit Bestand.
Die Männer von erprobter Gerechtigkeit erhalten Bestand,
steigen empor und schauen den Ort des Lichtes.
XXXVI.
5 Wer will kommen, wer mir sagen,
wer will mir kundtun, wer mich belehren,
wer will kommen; wer mir sagen,
welchem Dinge die Uthras gleichen?
Welchem Dinge gleichen die Uthras,
welchem Dinge gleichen die Leuchten?
Die Uthras gleichen dem Glänze,
dem Lichte gleichen die Leuchten.
Die Uthras schwören,
die Uthras schwören und lügen nicht.
10 Die Planeten lügen,
die am großen Tage des Endes ein Ende nehmen. —
Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und siegreich ist der Blann, der hierher gegangen ist.
u) B, i». 51. ß) A, f. 321». y) A, f. 33a,
o) > (..
II. Die Oxforder Sammlung. 205
XXXVII.
n^nd anroy wuni nbtfp 1 ? nweh ftNHWMn
s — d wna wn ]o N^an K"nb pVaMtyioi nhjnd
fiyji xax©a»n xn^ kwp 8 ! srwan »rwbm «w» xnxbn ybxn
St C 5
XXXVIII.
wa^Nj ma«^ jONiuvaannai *uö"»p asi nwa
«B'btsnn rva ^nafw^nsni M»"Np asi nvra
nwa^s-nry wna N'owyi rwnsr wVapa npis
XXXVII.
Das Kommen des Hibil-Uthra
ist wie das Sitils, der zum Hause seiner Freunde geht.
Als die Jünger die Stimme hörten
des Anös, des großen Uthra,
verehrten und priesen sie das große Leben
über die Maßen.
Diese drei Lieder und drei Hymnen sind für den Mittwoch.
XXXVIII.
Im Namen des großen Lebens
sei verherrlicht das hehre Licht.
Ich stehe im Glänze meines Vaters da,
in der Lobpreisung des Mannes, meines Schöpfers.
Ich stehe im Glänze meines Vaters da,
bin im Hause der Vollendung aufgerichtet.
Die Erde zitterte ob meines Rufes,
der Himmel wankte ob meines Glanzes.
«) B, p. 52. (3) A, f. 33 b. y) A, f. 34 a; C, f. 54 b.
a) > C. b) B riwu'-x;-) , C n3MS*wm : man erwartet ras:::-
206 II. T>ie Oxforder Sammlung.
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XXXIX.
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io "»nhn Nnmyi pniTattnn |oi 6 )pnny }o
wty Nn«&n K«rfi «nw* ntik
n — D
Die Meere trocknen aus,
die Flüsse verfallen in Wüstenei.
Die Burgen werden zerstört,
die Gewalthaber der Tibil werden gezüchtigt.
Die Berge, die so gar hoch sind,
knicken ein wie Brücken.
5 Die Bösen, die sich gegen mich erheben,
für die gibt es einen Mann, der sie züchtigt;
nicht mit meiner Kraft,
sondern mit der Kraft des gewaltigen Lebens. —
Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
XXXIX.
Ich bin in meinem reinen Glänze verwahrt,
und die Uthras, meine Brüder, sind im Lichte verborgen.
10 Von der Erleuchtung und dem Lobpreis
der Uthras, meiner Brüder, her
kommt der Glanz des Lebens
und legt sich auf mich.
«) B, p. 53. ß) A, f. 34b. y) A, f. 35a.
a) A i"o-3. 6) A pnvn».
II. Die Oxforder Sammlung.
207
XL.
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KnWHN3 JUttKiiy KVT 3N¥jbl
flbatttMi N'ö'btyin 6 )Nnniy'?
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Npm kwö wöwprvö
XL.
Wenn die Gewaltigen sprechen
am großen Orte, im Hause der Vollendung,
die Großen, Gewaltigen,
schaffen sie Silmai und Nidbai.
Silmai und Nidbai schufen sie
und gaben sie dem Nsab-ZTwä als Helfer.
Als Nsab-Ziwä sich stützte
auf die vollkommenen Uthras, die man ihm geschaffen,
sprach er mit seiner sanften Stimme,
und die Erwählten gehen ihm entgegen.
Entgegen gehen ihm die Erwählten,
und er gewährt ihnen von seinem Lobpreise.
Von seinem Lobpreise gewährt er ihnen,
und die Erwählten erhalten Bestand in der Tibil.
Die von erprobter Gerechtigkeit erhalten Bestand,
sie steigen empor und schauen den Lichtort. —
Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und siegreich' ist der Mann, der hierher gegangen ist.
u) B, p. 54; C, f. 55 a. ß) A, f. 35 b. y) A, f. 36 a.
a) A kvkd, durch das vorhergehende «-jko beeinflußt 6) C K">nniy hv.
c) A xybxo .
208 n. Die Oxforder Sammlung.
XLI.
psTNnirattnrD «)wvaNa rt )ia *m»ua wdnt wv?a njn
S D
XLII. 6)
<Nby «nt^n N"rn «0 prpNrnN* pbwnE^ tt>y wi sinwa
w^b« prona xaity c ) prsiN-n 'nteind by y) Nntra
NnKWatfbl N'B"Wn ftN'üb« WaW WDIN-I P|«T1'0
N'bw N"11il N^NipN^b pwabMüi jwn Naw
XLI.
Ich bin in meinem reinen Glänze verwahrt,
gleich den Großen in ihrem Lobpreise.
Mein Gewand ging im Hause auf,
mein Gebet und mein Lobpreis steigen an ihren Ort empor.
XLII.
Ein Armer bin ich, wann soll ich hingehen,
daß mein schmerzend Herz Linderung finde ?
Linderung finde mein schmerzend Herz,
Erleichterung meine weltfremde Seele.
Am Orte, an dem man reichlich ausgefragt wird,
ruhe der Glanz des Lebens auf mir.
Er ruhe auf meinen Jüngern l ),
welche die Sieben in dieser Welt verfolgen.
Die Sieben verfolgen,
die Welten, die verfolgen und unreell t handeln.
Die Sieben, sie und ihr König
wandern in die Feuerbrände.
u) K, p. 55. ß) A, f. 36 b. y) A, f. 37 a.
f() A -:-. b) > C. c) A ]MMtJTa. d) A iin^wniKSi .
' ) A -•:-£-:*--. /') A n^k.
1) Hier wie in dem verwandten Stücke LVI ist es die Eiuzelseele, die
über ihre Verbannung in diese Welt klagt. Aber im ganzen mandäiseben
Schrifttum wird die Einzelseele mit dem ersten Manne, der gezwungen in die
Welt gegangen ist, zusammengeworfen. Daher kann •»-rn-ar ursprünglich sein
und braucht nicht zu K-rte-xr abgeändert zn werden.
II. Die Oxforder Sammlung. 209
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XLIII. «)
n — d mm nwiNb fiwn psn^n
snxffinsn STCö&trn xvwn sncx-n Kfiabni «^jr:y «nabn pb«n
XLIV.
Die Guten, Erwählten , Gerechten und Vollkommenen *)
steigen empor und schauen den Lichtort. —
Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
XLIII.
Ein Armer bin ich, ein Unterwürfiger,
Mann von erprobter Gerechtigkeit, horch und höre auf meinen 5
Ruf. —
Du Armer samt deinen Söhnen, Sprossen und Jüngern
wirst emporsteigen und den Lichtort schauen.
Diese drei Lieder und drei Hymnen sind für den Donnerstag.
XLIV. 2 )
Im Namen des großen Lebens 10
sei verherrlicht das hehre Licht.
u) A, f. 37 b. ß) B, p. 56. y) A, f. 38a. S) C, f. 55b.
0) > C.
1) Eines der Wörter ist wohl zu streichen.
2) Vgl. Joh., S. 123 ff.
Abhandlungen d. KGes.d.Wiss. zuGöttingen. Phü.-hist. Kl. N. F. Bd. 17,i. 14
IO
210 H- Die Oxf'order Sammlung.
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jntp as ivaV ww wov tfntfVn jnn «n
°)N^jsii> n'bwh j'ttnNn aa ivab jnty wn»
wn» y)snmyi jVNttwn S«pi |vsb«p ty
N^nsb ws 1 ? Nrow
waa ivaS NmsriNtiwbi wwV kvm Kiwtwrt
Am Tore des Volkshauses
stößt die Mutter auf Mirjai.
Die Mutter stößt auf Mirjai
und fragt sie aus :
„Woher kamst du, meine Tochter Mirjai,
deren Gesicht Rosen pflücket?
Dein Gesicht pflückt Rosen,
und deine Augen sind voll von Schlaf.
5 Von Schlaf sind deine Augen voll,
und über deiner Stirn liegt Schlummer".
Darauf erwidert sie ihr:
„Ja, zwei, drei Tage sind es her,
da ließen sich meine Brüder im Hause meines Vaters nieder.
Im Hause meines Vaters ließen meine Brüder sich nieder
und tragen wundersame Hymnen vor.
Wegen ihrer Stimme und des Schalles der Hymnen
der Uthras, meiner Brüder,
10 kommt kein Schlaf über meine Augen 1 ).
Nicht kommt über meine Augen Schlaf,
nicht Schlummer über meine Stirn". —
„Hast du, meine Tochter Mirjai, nicht gehört,
was die Juden von dir sagen?
u) Ä, f. 38b. ß) B, p. 57. y) A, f. 39 a.
a) A S-5KUJ, C tr-jxsn.
1) Ich möchte y™»«^ bx?'. streichen, so daß
rrvb <venb mn "wn« nr^nvn v^«P ^
als ein Vers herauskommt.
II. Die Oxforder Sammlung. 211
rwonn si2W tdn-qi N"Nuin«> »n»»
nsonn ttnntnnui a )KnnKrNrb fintfjo
sj3^noi Nasa naomi P)nön ^rrn 1 ? ftniUD
ON^NIiya N3W 1NDK1 jNDlü'jV WTO ftJVbDK
^N"IK1 K-W'ba NIDNpN WVÖ NOWp 13 NinN ty
N10K1
M"Nuin»^ pnwois by K"is«p«
n'jhnd pnbial priwoiB ty nöuvh
KHBÖK"! N'mnNI M^piKO 10
Die Juden sagen :
Deine Tochter hat Liebe zu einem Manne gefaßt.
Sie hat Haß gegen das Judentum
und Liebe zum Näsöräertum gefaßt.
Sie hat Haß gegen das Volkshaus
und Liebe zum Tore des Tempels gefaßt.
Sie hat Haß gegen die Tutiftä
und Liebe zu den prangenden Kränzen gefaßt.
Am Sabbat verrichtet sie Arbeiten, 5
am Sonntag hält sie ihre Hände still.
Mirjai hat das Gesetz verworfen,
das die Sieben in Jerusalem gebunden haben".
Wie Mirjai an ihrer Stelle steht,
tut sie Staub auf ihre Füße
und spricht:
„Staub in den Mund der Juden,
Asche in den Mund aller Priester.
Der Mist, der unter den Pferden liegt, 10
komme auf die Altesten, die in Jerusalem sind.
Ich kann nicht hassen, den ich liebgewonnen,
nicht lieben, gegen den ich Haß gefasset.
«) Ä, f. 39 b. ß) C, f. 56 a. y) B, p. 58. 6) A, f. 40 a.
a) C »n-nns*;. b) Nach xsrcsp hv AC , mD*tDKßVB. c) AC bk*bkiij& .
14
212 H- D'e Oxforder Sammlung.
K«rn a )*na»ü wwbS fin»am mab
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XLV. «)
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KnwD i^d anmy
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XLVI.
N'NBNT KÖHO 1*0*0 »K1KÖ WJVJ DNttyb
OtfnrwoH p wn iMB»3'5i wvo p bipwa 'Kiyn
Ja, ich habe meinen Herrn Mandä dHaije liebgewonnen (und
hoffe),
daß mir in ihm ein Helfer erstehen wird,
ein Helfer und eine Stütze
vom Orte der Finsternis zum Orte des Lichtes 1 - . —
Du warst siegreich, Mandä dHaije,
und verhalfest allen deinen Freunden zum Siege.
5 Und das Leben ist siegreich.
XLV.
Am Tage, da sie das große Tor der Eier öffneten,
wuchs der Glanz des Königs über den teuren Uthras.
Die Uthras verneigten sich,
und das große Leben nahm ihr Gebet und ihren Lobpreis an
10 in vollem Maße.
XLVI.
Wann wird mein Herr kommen
aus dir, sieghafte Höhe?
Daß er mein Haupt von meinen Knien emporhebe
und meine Augen von der Träne trockne.
«) A, f. 40b. ß) B, p. 59. y) (', f. 56b. 8) A, f. IIa.
t) A, f. 41b.
a) Vgl. auch XXV.
II. Die Oxforder Sammlung. 213
wüSk pnSia psTil DNiro hb"»ntyyi oipy
N^nDxnsS KütyiD w:a a )»Kn»i pDin wo 1 ?« t^sa»
nwtoh jo w« itfDNSi '«diu jo S»pty w^n
rvoi fioNiip p^say «hph n^oi wsjtta
N'ob« pnVia y)psnni dku»o riWntm ivoNp
N^no^nsb Nuttna ma wpiki psin woSn p*mk
pwiKty K^roa '«n»i pojn 6 )*)tf*jaa n^öSn w
an»«
Meine Tasche, die voll Schandtaten ist,
will ich vor ihm ausschütten.
Ich will hintreten und ihm den Umstand erzählen,
daß alle Welten mich verfolgt haben.
Gar sehr verfolgten die Welten mich,
und meine Brüder, die Söhne der Kustä, fehlen bei mir l );
Die Welten bewarfen mich mit Steinen,
und meine Brüder erzürnten mich durch Worte.
Doch da kam mein Herr
aus dir, sieghafte Höhe. 5
Mein Haupt hob er von meinen Knien empor
und trocknete meine Augen von der Träne.
Meine Tasche, die voll Schandtaten war,
schüttete ich vor ihm aus.
Ich trat hin und erzählte ihm den Umstand,
daß alle Welten mich verfolgt haben,
(xar sehr verfolgten die Welten mich,
und meine Brüder, die Söhne der Kustä, fehlen bei mir.
Die Welten bewarfen mich mit Steinen, 10
und meine Brüder erzürnten mich durch Worte.
Sie sprachen:
«) B, p. GO. ß) A, f. 42a. y) C, f. 57 a. &) A, f. 42 b.
a) C s-:asa . b) Hier BC n-:33 , A s-j-aa .
1) Ich streiche zweifelnd ah. Vielleicht ist im h am Anfange das alte
Präfix der 3. pers. m. erhalten und hat ursprünglich nrVmgnM& oder m^vunirrö
„sie schädigen mich" dagestanden. Freilich erwartet man eher pwiiww oder
214 II. Die Oxforder Sammlung.
jnmui tjn*w pbNTj s-nnji mmty «wa
5 *Ob N^DNl M"DN:i N'3KN p«T1 »"H J"Nnt^ü
S D
XLvn.
pbansi nim-w nsV:^3 pneNwpnjn «Ojvranny
N D
„Warum weinst du, meine Tochter Kustä,
und fließen dir die Tränen in den Busen?
Wohl kennst du deinen Weg,
fest aufgerichtet ist dein Wegstein.
Zwischen den Lampen des Lichtes
werden deine Lampen hochgezogen werden und leuchten.
Zu deiner Zeit und deinem Termin steig empor
und schaue den Lichtort". —
5 Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
XLVII.
Ihr wurdet aufgerichtet und gefestigt
durch das Wort der Wahrheit, das zu euch gekommen ist.
Das Wort der Wahrheit ist zu den Guten gekommen,
die wahrhafte Rede zu den Gläubigen.
An den Ort, der ganz Leben ist,
sind eure Seelen gerufen und geladen,
10 die Seelen unserer guten Brüder
und unserer gläubigen Schwestern.
«) B, p. 61. ß) A, p. 43a. y) A, f. 43b.
o) BC ?"•"*• h) A Hm, B N-u-r. c) Steht auch GL 91, 11 ff.
Siehe auch oben p. 165, XC1X. d) AB ttrtt-.
II. Die Oxforder Sammlung. 215
XLVIII. «)
Nin wnaN-i |Viroa »on to*na p^iay B )«pT3
fha*o^*i fftwia n^onS »pTab fipTal n^nj
sin & )kh^di bsrs fa'ö sirfi «wmn
«'p-rn byi wann by nn^oS riSna»
P«d:i njvVdS rrva prrotbwi jwol kot s
y)Nnw: psnt^öi nov npT3 iKano^i köv
pSr>n wb kwj pnsjN »pra -iNano^i nov
pia'n ihno *ohi «ovb tottttVnen nuin^ n^dni n^
jno^n *) ihno nuntiöi ninsb *wiN&n n-pni n^^nVi w i<>
XLVIII.
Ein Spalt wurde in die Tibil gespalten,
Donner war im großen Sion.
Der Mann, der den Spalt gespalten,
vermochte ihn nicht wieder zu schließen.
Ein anderer, der mit ihm war,
zog hin und griff nach dem Wurfnetz.
Er warf sein Wurfnetz aus
über Groß und Klein.
Die Fische, die dem gewachsen waren, 5
zerrissen das Wurfnetz und entkamen l ).
Die Fische, die dem nicht gewachsen waren,
blieben unter dem Blei liegen.
Am Tage, da der Spalt geschlossen wird,
am Tage, da die Spiegel geglättet werden 2 ),
am Tage, da der Spalt geschlossen wird,
wo werdet ihr Fische hinziehen?
die ihr von Geißel und Herrschermacht zehret,
was werdet ihr am Gerichtstage anfangen?
die ihr euch mit Rosenzeug und Seide kleidet, 10
was werdet ihr dem Manne mit der Wage sagen?
o) B, p. 62. ß) A, f. 44 a. y) A, f. 44 b. *) B, p. 63.
0) > C. b) A fiwfcoi.
1) Vgl. Job.., S. 148 5 .
2) Es bildet sich spiegelglattes Wasser?
2{Q II. Die Oxforder Sammlung.
pnbra K^Kbowö wanwi aNtwPöi N^sp wyy sip^o
pnVia s^Npb tynsNoi aVsp «)Kin wns
pnbia N^sboso Vy wnsKüi k^öno sin wn«
isn inh ty tynsNoi nisnj sin ntin
5 j^bpia^n jNawni {«'stowi pntfö pj^Ktyoi pj»
N^o'Nnoi pstmupd pi K'pHtfti pnwbwn p
ndS n^dni N-i^sj waan psr N"n «OpwHPns
N D
XLIX.fr>
Die Stimmen sind ausgerufen
und alle Reden ausgerechnet 1 ).
Eine Stimme kommt
und belehrt über alle Stimmen.
Eine Rede kommt
und belehrt über alle Reden.
Ein Mann kommt
und belehrt über jedes Einzelne.
5 Uns, die wir unsern Herrn preisen,
wirst du unsere Sünden und Vergehen erlassen.
Du wirst uns erlassen unsere Sünden und Vergehen,
die wir in der Welt begangen haben,
ob des Verdienstes der Gerechten,
ob der Wahrhaftigkeit der Gläubigen. —
Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
XLIX.
Ich sprach und predigte mit meiner Stimme :
10 Herr des Gebetes,
o Herr der Bitte und des Lobpreises,
«) A, f. 45 a. ß) A, f. 45 b. y) 13, p. G4.
«) > A. b) > C.
1) Vgl. St. XVI.
II. Die Oxforder Sammlung. 217
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horch und höre auf meine Stimme,
und du. großes Leben, sei mir ein Helfer.
Diese drei Lieder und drei Hymnen sind für den Freitag.
L.
i
Im Namen des großen Lebens
sei verherrlicht das hehre Licht.
Bleibet fest und standhaft bei mir, meine Bekannten,
bleibet fest und standhaft bei mir, meine Freunde '),
bleibet fest und standhaft bei mir, meine Bekannten,
wie eine Steinsäule bei Stürmen.
Ein Sturmwind mag hinziehen, ein Sturmwind mag kommen,
meine Freunde, verändert nicht (die Rede) meines Mundes.
Die Männer -j. die fest bleiben, leben,
ein Ende nehmen, die sich abwenden.
Die sich abwenden, sterben,
die fest bleiben, finden Festigkeit.
«) A, f. 46 a.
o*) > AB.
ß) C, f. 57 b.
b) A toitus».
y) A, f. 46 b. d) B, p. 65.
c) BC '-KT-;. d) In A doppelt.
1) Wie yiMMrnsA in Z. 7 zeigt, ist eine Mehrzahl angesprochen, daher
erwartet man BfVwip.
2) Auch p. 195. 5 f.
218 n. Die Oxforder Sammlung.
pnpwn »ip^i nws nSi Wno nü^ids *khn
SniSI HDJN "lNIlb |B1 NJSünb pöNTrwb
wbo n:noip rn*o )öi Amn «Oipron iNaV \o
TVOTN N-IONH wVttl N"10«H «) N^HS^ pttNiy
5 TVOTN NIIONH ftlM JOl tfl'pi NDDNPl 1N3 1 ? jö
NDb N^DNl N"üN:i P)N'3N?1 p3NT1 »«fl pWW'B
S D
LI.
10 wjNty wsw n^Npi ynn
NOV Vü C )0V ^Vül
Meine Brüder ! Redet in Wahrheit,
lüget nicht mit Lippen der Lüge.
Gleichet nicht l ) dem Granatapfel,
dessen Gesicht außen pranget.
Außen pranget sein Gesicht,
doch im Innern ist er voll Schimmel.
Gleichet den Weinkrügen.
die voll Azmiuz-Wein sind 2 ).
5 Außen sind sie Ton und Pech,
innen enthalten sie Azmiuz-Wein.
Die Verkündung des Lebens ruft,
Ohr meiner Auserwählten, höre mich. —
Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
LI.
Am Ufer des großen Jordans des ersten Lebens
10 steht der wundersame Weinstock aufgerichtet,
vor den täglich, alltäglich
mein Gebet und meine Lobpreisung emporsteigen.
u) A, f. 92 a. ß) C, f. 58 a. y) A, f. 92 b. S) B, p. 60.
a) C K-TN-: . b) BC n-oxs; . c) A ns" .
1) Vgl. auch GR 216,1.
2) x-nns- eigentlich Gebende, Spendende. Für rvw» habe ich keine Er-
klärung. An Hdfiiog ist kaum zu denken.
II. Die Oxforder Sammlung. 219
LH.
wb« kvt nbo «)]^«wai py»nn d^ons p?wn
KHöM
von T"ivs fiarvbi s^st^oi k^n^d narvb 5
prwnÄnA «wa nV^nVo **n»bwöi wbwa
«u^brvtt P)«"rn «na^a wiNb^öi wbwasb
y) prvNM*\3b wvna c ) Nb't^b «nuKo^m Nutsnaa Nbiwn
-isem *) fina^:b Nbu^sbi |nö bia 10
NV3EDN N"H3 P^DSI
lii.
Zu den Bergen spreche ich :
„Wie lieblich ist euer Duft!
Wie ist euer Duft lieblich,
euer ganzes Inneres voll Glanz ! u
Darauf sprechen sie :
„An dem Manne, der zwischen uns durchgegangen ist,
ist kein Rücken und Rühren.
Nicht ist an ihm Rücken und Rühren, 5
nicht an ihm irgend ein Bedürfnis x ).
Der Mann, der zwischen uns durchgegangen ist,
ließ von seiner Pflanzung unter uns zurück.
Durch Fragen und Worte
halten die Bösen ihre Pflanzung fest.
Nicht durch Fragen und Worte
wird die Pflanzung des Lebens festgehalten*),
sondern mit Wahrhaftigkeit und Glauben
halten die Erwählten an ihrer Pflanzung fest.
Einen jeden, der an seiner Pflanzung festhält und stand hält, 10
hebt man empor und stützt ihn auf das Leben.
«) A, f. 47 a, 0) A, f. 47b. y) B, p. 67. *) C, f. 58b.
a) AB fö-tt-Boai. b) A »»-es (nur hier). c) BC nV»iwxV.
1) Hier scheint T"s in seinem ursprünglichen Sinne gebraucht zu sein,
Tgl. ZDMG LXI (1907), p. 694 1 .
2) Vgl. Nöld., p. 184 1 , 432 3 .
220 H- D* e Oxforder Sammlung.
n^Sni ndjoe Nnsm «)pty ?h:i*n osn p
IO
LUI.
n — D
LIV.c)
NUNtP N"nnj 31T.WW3
«^ny 1 ? nV«n« N3KU n^dk
Dem. der nicht an seiner Pflanzung festhält und bei ihr
stand hält,
schlichtet man von dort her den Streit.
Seinen Streit schlichtet man von dort her,
und er wird ein Anteil der Welt.
Und das Lehen ist siegreich.
LIII.
5 Sproß, der aus dem Tannä emporsproß,
o Gebet und Lobpreis,
die uns aus dem Lichtort gekommen sind.
LIV.
Im Namen des großen Lebens
sei verherrlicht das hehre Licht.
Beim Ausgange des Sabbats am Abend,
beim Eintritt des Sonntags zum Guten 1 ),
10 beim Ausgange des Sabbats am Abend,
ging der Gute hin und kam in das Sein.
u) A, f. 48 a. (J) A, f. 43 b: B, p. 68.
a) Steht wohl für pa»; die ältere knappe Schreibung ist geblieben.
b) C p*w, B T*skt. c) > C. d) So A, in TJ nur -a .
1) Auch GL 101, 4
II. Die Oxforder Sammlung. 221
N^njn fft*wa irom fferwn noni wo-na 1 ? naD>j
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nbtiONi n-unsS nabNi Ni^a na in Nt^a aby^n
Er nahm den hohen Thron,
richtete ihn auf und gründete ihn im Sein.
Er nahm die Zither der Kustä,
die von Tönen i ) des Lobpreises voll ist.
Ein Mal trug ich, Guter, mit ihr vor,
da öffnete sie die Tür der Himmelshöhe.
Zum zweiten Male trug ich, Guter, mit ihr vor,
da wurden alle Bösen zu Guten.
Zum dritten Male trug ich, Guter, mit ihr vor, 5
da rüttelten sich alle und erhoben sich.
Die Liegenden, die dalagen, kamen,
es kamen die Gestrauchelten, die gestrauchelt waren.
„Ist meine Herrschaft hart wider euch,
oder peinigt 2 ) euch meine hohe Geißel?"
Darauf erwidern sie ihm :
„Bei deinem Leben, unser Vater, Sohn des Lebens,
beim Glanz und Licht, aus dem du gekommen bist,
nicht ist deine Herrschaft hart wider uns, 10
noch peinigt uns deine hohe Geißel.
Nein, der Böse, Sohn des Bösen, ist es,
der in den Körper eintrat und ihn zum Straucheln brachte."
a) A, f. 49 a. ß) A, f. 49 b. y) B, p. (39.
1) Die Bedeutung ist nur nach dem Zusammenbange erraten, vgl. Nüld.,
p. 151 3 .
2) Auch et- ist sonst im Aramäischen nicht zu belegen ; der Sinn wird
„peinigen, quälen" oder ähnlich sein.
222 U- Die Oxforder Sammlung.
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qiDi «a-i Novb q^ND y) s}nd'ü nma ß) NTriNbi nniwi
{Nbpiat^n j»awm inwunpi jn-inö p'aNPöi pa
NDV K'JIDKl N-I3SJ N'DNn pSKTI N"H pfflW'ö
10 N D
LT. a)
NDS1 KUDK1 N^njf
Ein Mal rief ich dem Bösen zu:
„Halte dich abseits von meinen Bekannten".
Zum zweiten Male rief ich dem Bösen zu :
„Halte dich abseits von meinen Freunden".
Zum dritten Male rief ich dem Bösen zu
und will ihn nicht loslassen.
Ich werde den Bösen töten
und in das Ende der Welt werfen.
5 Werfen werde ich ihn in das Ende der Welt,
denn ich habe ihm ins Ohr gerufen, doch er wollte nicht
hören. *)
Ich habe ihm zugerufen, doch er wollte nicht hören mit dem
Ohr,
ich habe ihm ins Auge gezeigt, doch er wollte nicht sehen.
Ich habe ihm gezeigt, doch er wollte nicht sehen mit dem Auge,
darum soll er am großen Tage des Endes ein Ende nehmen.
Uns, die wir unsern Herrn preisen,
wirst du unsere Sünden und Vergehen erlassen. —
Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
10 und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
LT.
Es offenbarte sich, ging hin und kam
a) A, f. 50a. P) A, f. 50 b. y) B, p. 70.
0) > C.
1) Vgl. Joh., S. 175 \
II. Die Oxforder Sammlung. 223
a )ÜOW "VpNH NOV WDJN
snniyS fl )N"DND n^n-i pVNVNjny
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x — o "jl^n ansxTin »istn ktoä-h wrttbM tfw» snabn pb«n
LVI. c)
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jvjnp K-nrui Nnrnyi n\3n^oi wm n»pi jvjyi njn nun i°
der Vorabend des Tages : ) teuren Namens.
Die verborgenen Geheimnisse wurden den Uthras offenbart.
Erleuchtung und Lobpreis wurden offenbart,
ausgedehnt und endlos.
Die Uthras wurden durch ihn aufgerichtet
und freuen sich seines wundersamen Glanzes über die Maßen.
Diese drei Lieder und drei Hymnen sind für den Samstag.
LVI.
Im Namen des großen Lebens
sei verherrlicht das hehre Licht.
Ein Armer bin ich 2 ), der aus den Früchten,
ein Weltfremder, der aus der Ferne kommt.
Ein Armer bin ich, den das (große) Leben erhörte 3 ), 10
ein Weltfremder, den die Uthras (des Lichtes 4 > weltfremd
machten.
u) A, f. 51a. ß) A, f. 51b. y) B, p. 71.
a) A S-0S3 . b) Richtig wäre na^as^rca ; in B entstellt. c) Die
folgenden Stücke nur in A und B.
1) Vgl. Joh., S. 63*. 2) Vgl. auch Stück XLII.
3) Im Mandäischen ein Wortspiel (s-js — ii-jy).
4) Durch K*ai und Kiirm wird der Vers überlang.
224
II. Die Oxforder Sammlung.
10
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& )N:SONty NaW S«p
Sie brachten mich aus dem Wohnsitze der Guten,
ach, in der Wohnung der Bösen ließen sie mich wohnen.
Ach, sie ließen mich wohnen in der Wohnung der Bösen,
die ganz voll Bosheit ist.
Sie ist ganz voll Bosheit,
voll verzehrenden Feuers.
Ich wollte nicht und will nicht
in der nichtigen Wohnung wohnen.
5 Mit meiner Kraft und meiner Erleuchtung
wohnte ich in der nichtigen Wohnung.
Mit meiner Erleuchtung und meinem Lobpreise
hielt ich mich fremd von der Welt.
Jen stand unter ihnen
wie ein Kind, das keinen Vater hat,
wie ein Kind, das nicht hat einen Vater,
wie eine Frucht, die keinen Pfleger hat.
Ich höre die Stimme der Sieben,
die tuscheln und sprechen :
10 „Woher ist dieser fremde Mann,
dessen Rede nicht unserer Rede gleicht?"'
Ich hörte nicht auf ihre Rede,
da wurden sie voll bösen Zornes gegen mich.
u) A, f. 52 a. ß) Ä, f. 52 b. y) V>, p. 72.
o) Imperfekt und Infinitiv sind hier zusammengeworfen ; B hat flaiiw»!».
b) A »w»«j . e) Hier gehört wohl k--*xi in den Vers hinein , vgl. auch
p. 220, 10. d) Fehlt in B, wohl mit Recht.
IL Die Oxforder Sammlung. 225
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H*Mtt nuna iH-wusin arvpi T^ny 6 )pPNn
wm nnbsw nhid» «OnN'D'onyi HraNWK'a nwn pratfi
Das Leben, das meinen Ruf erhörte,
sandte mir einen Boten entgegen.
Es sandte mir einen sanften Uthra,
einen gerüsteten, wohlgerüsteten Mann.
Er predigt mir mit reiner Stimme,
wie die Uthras im Hause der Vollendung predigen.
Er spricht:
„Armer, sei ohne Angst und Furcht, 5
sage nicht: Ich stehe allein da.
Deinetwegen, Armer,
wurde dieses Firmament ausgespannt,
wurde ausgespannt dieses Firmament
und an ihm Sterne gebildet.
Deinetwegen, Armer,
ist dieses Festland geworden,
ist geworden dieses Festland,
bildete sich die Verdichtung und fiel ins Wasser.
Deinetwegen kam die Sonne, 10
deinetwegen offenbarte sich der Mond.
Deinetwegen, Armer, kamen die Sieben
und gingen diese Zwölf hierher.
«) Ä, f. 53 a. (5) A, f. 53 b. y) B, p. 73.
o) Wohl hier und in Z. 8 zu streichen. In B fehlen ZZ. 6, 7, und in
Z. 8 fehlt *y. 6) In A ftsn mit darübergeschriebenem \ c) Aus
rs-CttXTri A, HWsWi B.
Abhandlungen d.K. Ges. d. Wiss. zu Göttingen. Phil.-hist. KI. N. F. Bd. 17, 1. 15
226 H- Oie Oxforder Sammlung.
5 N^'Nty njkj-i wobtfT NVti N^u^iy itfVnwy
K*a*n Na«u nji3U"iku is^nwy
s^sn )o iKaniwy wwa jü iMpiKsy
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io 7)NnON1 NWJKltt WöHJNl NJNOKttf N3W S«p
spjio k-vdS flbnjn N3S n'jnS fiVnin ina
rtbHM' »»an N»rn jNob iisiu
& )nSnN^b wan K»rfi )Köb rftw
Du, Armer! Zu deiner Rechten ruht Glanz,
zu deiner Linken ruhen Leuchten.
Verharre standhaft in deiner Sicherung,
bis dein Maß vollendet ist.
"Wenn dein Maß vollendet ist,
werde ich selber zu dir kommen.
5 Ich werde dir Gewänder des Glanzes bringen,
daß die "Welten voll Gier nach ihnen verlangen (?).
Ich werde dir einen trefflichen, reinen Turban bringen,
reich an endlosem Licht.
Ich werde dich von den Bösen befreien,
von den Sündern erretten.
Ich werde dich in deiner Skinä wohnen lassen,
am lauteren Orte dich erretten".
10 Ich höre die Stimme der Sieben,
die tuscheln und sprechen:
„Gesegnet sei, der dem Armen ein Vater,
der der Frucht ein Pfleger ist.
"Wir haben keinen Vater,
unsere Frucht hat keinen Pfleger.
Heil dem, den das (große) Leben kennt,
wehe dem, den das (große) Leben nicht kennt.
«) A, f. 54a. ß) A, f. 51b. y) B, p. 74. 8) A, f. 55a.
a) B fsri- xtk^. Anscheinend vom St. -tx, doch eher aus ^xrinKtaa
verderbt. 6) Dieser Vers nach B; A hat nVwi irah wrb nVKWH ]^ riavj
IL Die Oxforder Sammlung. 227
■wu nsnsb fiTny psoy wuwiwi wbiv^i a )«:«i
n^^nhs 1 ? tmrul NviNittn & )n^on^ riftaiMVl Ninsb
panN&tro sjontoi «npi c )nd3h Nnns fln*UKnb rib
N'jo'Nno^ jKnNinN pb»ni wams |»n«i Nnsot^Ji 10
N3 1 ? N^DNl N-DiO N'DNTl ptf?l N"H |"Nn£"Ü
N D
Heil dem, den kennet das (große) Leben,
der sich der "Welt entfremdet,
der Welt des Mangels,
in der die Planeten sitzen.
Sie sitzen anf Thronen der Auflehnung
und üben ihre Werke mit der Geißel.
Um Gold und Silber
sind sie beunruhigt und werfen Streit in die Welt.
Sie sind beunruhigt und werfen Streit in sie, 5
darum werden sie hingehen und im Feuer sieden.
Sieden werden die Bösen,
und ihre Pracht wird verloren gehen und gehemmt werden.
Doch ich mit meinen Sprossen und Sippen
werde emporsteigen und den Lichtort schauen,
den Ort, dessen Sonne nicht untergeht,
und dessen Lichtlampen nicht verdunkeln,
jenen Ort, die Stätte,
an die eure Seelen gerufen und geladen sind,
sowie die Seelen unserer guten Brüder 10
und unserer gläubigen Schwestern. —
Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich,
und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist.
«) A, f. 55 b. ß) B, p. 75. y) A, f. 56 a.
fbirhmb s-z- s--rn ytiah . Hier und im folgenden Verse ist wohl wai zu streichen,
auch rena vor s^rx ya. a) Hier ist der Name des Betenden eingeschoben.
b) So die Codd., vgl. auch Joh., S. 51 1 . c) ktöVi ist vielleicht zu streichen,
vgl. auch XLVII.
15*
228 H- Die Oxforder Sammlung.
LVII.
psiijoiVB n?^:qi |hnh ntjvq c ) Nnniy
Nnn^ini wrnya «nrny ftp-in^n pi*a
n — d kwvi |o pb^Kw pnaN 5 ?
LVIII.
5 n^-i K»rn prvNEwa
lNbNJS3Nt^ü WIN1D IN 1 ? NJN1 "IN^NIJND »KINO IN 1 ? NJN
]sby a )nsrjNnNbijNJvn wine fN^N-ip Nut^oa K-nru
N D
LIX.
byi p»DW na n*pin* njn *OE»Np x»r\i n^i inw tyn y)by
LVII.
Im Namen des großen Lebens.
Die Uthras freuen sich des Schatzes
und werden herrlich durch den Schatz.
Die Uthras freuen sich und leuchten
durch die Erleuchtung und Lobpreisung,
die ihr Vater ihnen geschaffen hat
von den Gewaltigen her.
LVIII.
5 Im Namen des großen Lebens.
Herr, ich verehre dich,
Herr, ich preise dich.
Licht, in Treue riefen wir nach dir,
Herr, blick auf uns und verdamme uns nicht.
LIX.
Oben auf dem großen Äther des Lebens stehe ich NN und
10 auf | dem großen Behälter der Heilungen. Ich richtete eine Bitte
und zeigte mich unterwürfig jenem großen, ersten Mänä, dem
u) A, f. 56 b. ß) B, p. 70. y) A, f. 57 a. S) B, p. 77.
a) A "KT;rsv.
II. Die Oxforder Sammlung. 229
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N31 DNTI D«in»3 3N^J JKJK1 3N¥J IHi N"inijf ^NIS! KfKH
Nrirpaanni Nnub N^Npo in N:psn n-iinii P)hmn:i wai s
KIWI 1 ?! Nlinjl N31 NIDnS r)NpD*Ul ]*ÖDN» 13 tf'P!K' N'b'1
Na'ltfttMJK 1 ? Nülttl Nn3"INHl NtfTIVJ iWSKJI KnW^ NJpND
N D N"H pNttföl
LX.
rrä wnn N"n n^i Nm «asm irwin spis i«tw *)"?jf
ini £ )njvk-du finita wjkp ftbspi jsnrvvn jNrvVrn flow
Schatze der Schätze, Bihrün und Kanfel, Nsab und Anan Nsab,
Sar und Sarwan, Tar und Tarwan, Urpel und Marpel, Arspan,
dem jugendlichen Knaben, Jäwar Tatagmur, Has-ufras Uthra,
dessen Name Nsab und Anan-Nsab, Bihräm und der große
R,äm des Lebens ist, der Gebet und Lobpreis in Empfang nimmt
und zum | großen Lichtort und zur lichten Wohnung empor- 5
bringt. Er nehme mein des NN Gebet und Lobpreis in Emp-
fang und bringe sie zum großen Lichtort und zur lichten Woh-
nung empor. Er richte sie in seiner eigenen Skinä auf und
schaffe an ihnen weder Schiefheit noch Fehler.
Und gepriesen sei das Leben.
LX.
Auf deinen Namen, Lichterde und große Pforte des Hauses
des Lebens, betete ich | und zeigte ich mich unterwürfig jenem 10
großen, ersten Mänä und jenem großen, ersten Kannä der Herr-
lichkeit, dessen Name Has-ufras der Hervorragende, Große,
Erste ist, unsere Furcht 1 ) und unsere Angst, dessen Stimme
wundersam und dessen Rede außerweltlich ist. Er nimmt Ge-
a) A, f. 57 b. ß) A, f. 53 a. y) B, p. 78. 8) A, f. 58 b.
s) A, f. 59 a.
a) A -,xr, . In älterer Zeit sahen -\ und 5 einander ganz ähnlich, so auch
auf den Bleitafeln und Tonschalen.
1) Siehe oben, p. 182 l .
230 II« Die Oxforder Sammlung.
N-iiNTi NTinii sri ß )NinNS Nbp^DNci Krin^im »ma V'a»po
-inwS No^irNJi NjpNn N-ntnbi Nnirui sai n-idn 1 ? NpDNJi
spT? trvnab j^ni-indn 5 ? Nnirat^rn njtü yn stnh sa-i
5 nwj njyq ntnhi |no bia nSniinö ftoi /^mn noSnS
poDN' na wrw n^h »Kwaa Nnt^n NTimi niunj y)wnu
Nontryi iN^yi ndem N>2y njtd «rana poow na wriN* n:ni
io Mai snnNa hnny wawm n^nush N>p:n« wan ^jNijn
N D b ))y^DNT N^m N"PI pNtPttl NjpND miNll Nim:!
a — c kimki a^n joaanjtti &wis D*mp p ioav^
bet und Lobpreis in Empfang und bringt sie zum großen Licht-
ort und zur glänzenden Wohnung empor. Er nehme auch mein
des NN Gebet und Lobpreis in Empfang, bringe sie zum großen
Lichtort und zur glänzenden Wohnung empor und übergebe
sie dem großen Jäwar.
Dies ist das Gebet und die Lobpreisung, die für die Männer
5 von erprobter Gerechtigkeit | in diese Welt, die ganz Geburt
ist, gekommen ist. Einem jeden, der dieses Gebet verrichtet,
wird ein Sündenerlasser zu teil werden.
Ein jeder Näsöräer, der dieses Gebet verrichtet, sich dem
Gebete widmet und diese Namen in Wahrhaftigkeit nennt —
dann wird ein Hüter des Lichtes kommen und wird in meinem
des NN Baue Platz nehmen 1 ). Und ich NN werde mit diesem
10 Gebete suchen und finden, sagen und erhört werden, | meinen
Prozeß führen und obsiegen und ohne Sünden und Vergehen
dastehen am großen Lichtort und in der glänzenden Wohnung.
Gepriesen sei das Leben, das Leben ist siegreich.
Diese zwei Bitten der Festigung des Gebetes lies nach dem
Hymnus des Tages vor dem großen „Gesegnet und gepriesen sei
das Lehen" (= Qol LXXI). '
u) B, p. 79. ß) A, f. 59b. y) B, p. 80. S) A, f. GOa.
a) B Kmr.fx- . b) B -p-rsT.
1) Ursprünglich hat natürlich dagestanden, daß der Hüter in seinem
Baue I'latz nehmen werde, aber der Betende hat Eile, seine eigene Person
hineinzubringen.
II. Die Oxforder Sammlung. 231
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rhaoa »ba*»T«K nrc^n?? na KmatfYi xrs)2 a^-j Ja yrttWfft parflflfi
na tttroriKtf ^stkt pa kc:s »mattttKi xnrsrnrx pa kd:x soTaxm «in
a^K-cnap ipnrfi ki-bmj pa xc:x wari nataw ^laan «ttitji jrsn
x — c »^«ar pnbia b$ faxt um*) iriabs cxbxb -^n a^m
Dies sind die Lieder und Hymnen und die Festigung des Ge-
betes, die ich abgeschrieben habe, ich Armer und Elender, der Knecht,
der ganz Sünden ist, der Verfolgte, den die Sieben, die Söhne der
nichtigen Wohnung, verfolgten, ich, der Knecht Adam Zihrün, Sohn
des Rabbi JBihräm Sithlan x ) , die er
abgeschrieben hat aus der Auslese (Qolasta), die Hibil Jahiä, Sohn
des Säm Süjöjä, abgeschrieben hatte 2 ), die dieser aus \ dem Auto-
graph des Bainai, Sohnes des ZaJciä, und seiner Mutter Hajönä,
der Tochter des Jahiä, abgeschrieben hatte, die sie aus dem The-
saurus abgeschrieben hatten, der aus der Ortschaft Tib bei ihnen
niedergelegt war. Rämöja, Sohn der Eqaimath, hatte dort als Bau-
meister gewirkt. Rämöjä hatte sie nach Asgandä 3 ) abgeschrieben
und Asgandä nach Zazai von Gauivaztä, dem Sohne der Hawivä,
dessen Vater Notar hieß. Zazai hatte sie aus dem Blatte des
ersten Lebens abgeschrieben.
Bas Leben freut sich in aller Ewigkeit ; das Leben ist sieg-
reich über alle Werke.
«) A, f. 60 b. ß) A, f. 62 a.
a) Dieses Stück steht nur in A.
1) Hier folgt eine lange Keine von Abschreibern.
2) Siehe oben, p. 60, 120 f.
3) Das Wort bezeichnet sonst die unterste Stufe des Priesterstandes (vgl.
Peterm. II, p. 463), scheint aber hier ein Eigenname zu sein.
Zweites Buch,
KITO V?N 131 J1DNS1 N\3Wjy j^NPO pDDW "13 N*nW K>Vh
tf D **>DN1
I.
fi^Nin winiyl nd^no "iKiwb wdtd
Nnniyi joSnö -inin^ ft^Nin wd-iid
*wik-i k^>Vd ftwna ftWaini
io Nnniyl ndSne inwi nvtV wwm Knwstyi snrny
Im Namen des großen Lebens leuchte mir mein Sinn, mein
Wissen und meine Erkenntnis, mir NN, durch diese Respon-
sionen „Als der Erwählte, Reine hinging" 1 ).
I.
Im Namen des großen Lebens.
5 Es versammelten sich die Uthras, es versammelten sich die
Skinäs,
sie errichteten einen Thron Jäwar, dem Könige fler Uthras.
Jäwar, dem Könige der Uthras, errichteten sie einen Thron,
legten ihm auf das Haupt prangende Kränze.
Sein Glanz ging über den Uthras und Skinäs auf.
10 Als die Uthras und Skinäs den Glanz Jäwars, des Königs der
Uthras, erblickten,
0) A, f. 62b. ß) C, f. 2b; D, f. 2b. y) A, f. 63a.
1) Diese Bezeichnung steht fälschlich hier, sie gehört zum dritten
Buche.
II. Die Oxforder Sammlung. 233
wsjtta finwb pnbia
ftnNib wsjns pnbiD
II.
nji imrul wöVn by j=jvt
fftnb kwjti NTirui N»öb*ti
wdjn3 nriNiS nnbis
versammelten sich, alle bei ihm.
Alle versammelten sich bei ihm
und legten ihre reine Rechte auf ihn 1 ).
Sie segneten ihn mit dem großen Segen,
mit dem der König Jäwar in seiner Sklnä gesegnet wurde. 5
Und das Leben ist siegreich.
II.
Im Namen des großen Lebens.
Am Tage, da Mandä dHaije sein Gewand anzog 2 ),
ging sein Glanz über den Lichtwelten auf.
Über den Lichtwelten ging sein Glanz auf. 10
Als die Lichtwelten seinen Glanz erblickten,
versammelten sich alle bei ihm.
u) A, f. 63 b. ß) D, f. 3 a.
1) Merkwürdig ist firmen mit a bei d-os. Es sieht so aus, als ob D'os
hs zum Begriffe „segnen" erstarrt wäre.
2) Im Folgenden werden die einzelnen Stücke der sakralen Kleidung der
Mandäer, des Kastä, durchgegangen, über die Siouffi, p. 121 ff. belehrt. Nach
Siouffi, p. 107 zieht sie auch der Bräutigam am Hochzeitstage bei der Taufe
an, und wahrscheinlich werden die Gebete bei dieser Gelegenheit gesprochen.
Wie sonst wird das Geschehnis in die Urzeit verlegt und.' mit einem höheren
Wesen in Verbindung gebracht. Die Segnung, die damals über die Gewänder
gesprochen wurde, wird durch den Vortrag der Lieder, die das Ereignis er-
zählen, auf die in der Gegenwart angelegten Gewänder übertragen.
234 H- Die Oxforder Sammlung.
nriNib wsjkd «)pnbtt
K'üb wrn "|nv? "ins
N D [ft'ptMl]
III.
N^nl ^Nusob Njswn fibiNDNi Nova
NJt «nww byi «nrnjr by flw
nND ftw ]» pntoa
flw p -ikd 5 )pnVo
n>sjn3 innNib pnVwi
15 nnsiS «)>ysjND pnbra
10
Alle versammelten sich bei ihm,
öffneten ihren Mund, segneten Mandä dHaije
und sprachen zu ihm :
„Gesegnet sei dein Glanz, der über dem Wasser aufgegangen ist.
5 Wie dein Glanz leuchtet,
leuchte deine Gestalt und verdunkle nicht".
(Gieb ihm zu trinken). 1 )
III.
Im Namen des großen Lebens.
Am Tage, da sie Mandä dHaije den Gürtel umbanden,
10 ging sein Glanz über den Uthras und Skinäs auf.
Als die Uthras und Skinäs den Glanz des Mandä dHaije erblickten,
erschraken 2 ) sie alle vor seinem Glänze.
Alle erschraken vor seinem Glänze,
und alle versammelten sich bei ihm.
15 Alle versammelten sich bei ihm,
a) C, f. 3 a. ß) A, f. 64 a. y) A, f. 64 b. 8) D, f. 3 b.
a) CD k-e:n:.
'1) D. b. dem Bräutigam. 2) Siebe oben, p. 126 1 .
II. Die Oxforder Sammlung. 235
hbnoKi N"rn «ijsob hVa-iNaoi
N"ni n-i:ne paa nsjN jvana
ft InVindni n^i n:n^h pron inai
n d rrptytf
IV.
wan N^ni Noitya
K»rn y)NiJsob «noa ribas^Ji Nova
Nil Nn«raty byi Knniy Sy nvr
N"ni s-ijNoi flwb wwrfi «na^aan «nniy
wsj«a nnsib pnbia 10
finNib N^ajsa pnbia
ftby k*e»dmd wasi pawai
nbntD»i s»rvi N-uwob Rb»a"i«a»i
N^ni nuno pa» dkjk *)ivana
l^Sasüfji «noa pwn inai 15
legten ihre reine Rechte auf ihn,
segneten Mandä dHaije und sprachen zu ihm:
„Gesegnet seiest du, unser Vater Mandä dHaije,
und gesegnet sei dieser Gürtel von Wasser, den man dir um-
gebunden hat".
(Gieb ihm zu trinken). 5
IV.
Im Namen des großen Lebens.
Am Tage, da sie Mandä dHaije die Hülle schufen,
ging sein Glanz über den Uthras und Skinäs auf.
Als die Uthras und Skinäs den Glanz des Mandä dHaije erblickten,
versammelten sich alle bei ihm. 10
Alle versammelten sich bei ihm,
legten ihre reine Rechte auf ihn,
segneten Mandä dHaije und sprachen zu ihm:
„Gesegnet seiest du, unser Vater Mandä dHaije,
und gesegnet sei diese Hülle, die sie dir geschaffen haben. 15
o) A, f. 65a. ß) C, f. 3b. y) A, f. 65b. d) A, f. 66a; D, f. 4a.
10
236 H- ^ 1Q Oxforder Sammlung.
N D [ft'ptfiW]
V.
jwuKaa fiiNja «ml ttnwjiWN piwi a )Non»bn
tvna wn y)jo *niru^ woto pnbiab pbniruwoi
n — d [frpttw]
VI.
wai wrrt ^Nowa
nji N^iaVn by nw
Alle Welten, die dich erblicken, erschrecken vor deinem Glänze*.
(Gieb ihm zu trinken).
V.
Im Namen des großen Lebens.
Am Tage, da sie die Stola Samsel l ) dem Mandä dHaije schufen,
5 sprudelten dreihundert sechzig Quellen des Glanzes an ihr empor.
Dreihundert sechzig Quellen des Glanzes sprudelten empor,
und der Glanz der Quellen zeigte sich über den Jordanen.
Die Jordane und der Glanz der Quellen leuchten
und erleuchten alle Lichtwelten über die Maßen.
10 (Gieb ihm zu trinken).
VI.
Im Namen des großen Lebens.
Am Tage, da sie dem Mandä dHaije die Krone aufsetzten,
ging ihr Glanz über den Eiern 2 ) auf.
«) A, f. 66b. ß) C, f. 4a. y) A, f. 67a. S) D, f. 4b.
a) CD pnVisi. b) C "«o. c) D pnw.
1) Die im Kultus verwandten Gegenstände erbalten vielfach Namen, die
so geformt sind wie bei himmlischen Wesen, siehe auch das vierte Buch. Be-
sonders reich, ja überreich an solchen Namengebungen ist der römische Diwan.
2) Siehe oben, p. 197".
II. Die Oxforder Sammlung. 237
M3iab*n by nü nvt
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DNp ndSköi ftnNV? Nnniy s^sSn pjvtyi Kon^bn 5
fity N'^DN» MONI jWEN^ai
N"rn n-ijnö paa nsjN Tirana
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iyna tyn p nonmu n'öVn «)pnVia 10
VII.
«♦an N"rn *towa
nji KwaVn Vy *)fivr
»wbvi by nji flw 15
Über den Eiern ging ihr Glanz anf.
Als der König den Glanz der Krone des Mandä dHaije erblickte,
sprang er auf und erhob sich von seinem Throne.
Er sprang auf und erhob sich von seinem Throne,
und 360000 Uthras stellten sich beim König auf. 5
Sie legten ihre reine Rechte auf ihn,
segneten Mandä dHaije und sprachen zu ihm:
„Gesegnet seiest du, unser Vater Mandä dHaije,
und gesegnet sei diese Krone, die sie dir aufgesetzt haben.
Alle Welten leuchten durch sie über die Maßen 8 . 10
(Gieb ihm zu trinken).
VII.
Im Namen des großen Lebens.
Am Tage, da sie das Beinkleid Nsab dem Mandä dHaije schufen,
ging sein Glanz über den Eiern auf.
Über den Eiern ging sein Glanz auf. 15
«) A, f. 67b. ß) A, f. 68a. y) D, f. 5a. S) A, f. 68b.
a) C TinVön.
238 n. Die Oxforder Sammlung.
D"Np |"KöKiip byi N>btfU pV"lNO»l
5 s^ni ^nuneh »b»n»ty aNSJl flvT pmn
jwowp & )Kn«:u Vy pnVia kjwbioti
üVnONl Will NUNöS c )fft'a"U01D1
N»ni n-uno pa» ns:« wna
labaN*: Nwiab ^pbtfrn jno -pai
10 t^ysj prvKVT WpPNHl
VIII.
wan »wffl y)Nüiiya
N"rn nijnoS njj-inö ^ftVasxj 8 ? Nova
Sil NJ-HN^ ftV?
15 N"ni N-utfoi k:j"isoi nwb fvprn njtw in
Als die Frauen 1 ) den Glanz des Mandä dHaije erblickten,
sprachen sie zu einander:
„Woher kommt dieser Glanz, der über uns aufgegangen ist?"
Darauf erwiderte ihnen der Jüngling, der vor ihnen stand :
5 „Dieser Glanz kommt vom Beinkleid Nsab des Mandä dHaije".
Alle Frauen stehen auf den Dächern,
segnen Mandä dHaije und sprechen zu ihm :
„Gesegnet seiest du, unser Vater Mandä dHaije,
und gesegnet sei, der dir diese Gewänder geschaffen,
10 deren Glanz so reich ist".
(Gieb ihm zu trinken).
VIII.
Im Namen des großen Lebens.
Am Tage, da sie den Olivenstab dem Mandä dHaije schufen,
ging sein Glanz über dem Jordan auf.
15 Als der Jordan den Glanz des Stabes des Mandä dHaije erblickte,
«) A, f. 69a. ß) C, f. 4b. y) A, f. 69 b. 8) D, f. 5b.
a) A pran. b) CD »riwa*. c) D ft^naiuaw . d) A p»wtf.
1) Vgl. Uthra, p. 539 3 .
II. Die Oxforder Sammlung. 239
"Oflbjfi N^sbyi waom sn^s N'owpivö
S D [fFpEW]
IX.
K»ai N"rn nöws
rv^rvn Nnmjn nsSne "ininh Wf^amai w
hüpfte er und freute sich des Glanzes des Mandä dHaije und
sprach zu ihm:
„Wie dein Jordan reich ist,
so sollen die Früchte, Trauben und Bäume an ihm beständig sein.
Dein Glanz sei reich, und deine Wurzel werde bewahrt in voll-
kommener Weise".
(Gieb ihm zu trinken). 5
Diese Lieder für den Olivenstab und die Krone liest man beide
über den Priester, der die Messe abhält, und über die Braut; trage
auch jene Hymnen vor 1 ).
IX,
Im Namen des großen Lebens.
Von Myrte und Origanum wand ich einen Kranz
und legte ihn Jäwar. dem Könige der Uthras, auf das Haupt. 10
a) A, f. 70 a. ß) C, f. 5 a.
a) AC ftax-tm. 6) A ssxjt". c) AC tmoftvirb.
1) Der Olivenstab und die „Krone" werden nur vom Priester getragen,
daher werden die betr. Stücke nur rezitiert, wenn der Bräutigam ein Priester
ist. — Zum Ausdruck xnpnswa s'-s^ siehe die Einleitung, -psrr bedeutet
„jene". Die Schlußbemerkung kann sich danach nicht auf die folgenden Stücke
beziehen, die außerdem als n-jn'j? bezeichnet werden. Gemeint sind wohl an-
dere Hymnen.
240 n. Die Oxforder Sammlung.
mtwi iMb'baa fiann Mnn imim* «)Mnn
IMbaM^i mvti njnjn a 0) wann nhh imim» khh
IMbaMnyi aniDbNöa Mann MHn tkw nhh
5 lMbiM^i muyim'3 pann win imim» Mnn
MHn "1M1M» Mnn
IMbaMiü^ Mim iOmjmjm nMmMwa Mann
a — d tyna wn ]o iMJ-nwa mhmii kdwui
X.
M^an M»nl Mtswa
io Mnniy \o jmb ptMn
fibüND ftwna wa-n Mb'bal
fWia N^ani fiböND Mb'ba
M'aiMan'ö NHNirva nVbDi *)Mbiua MnM'siisw M^MJMni
Ich sprach zu ihm :
Freue dicb, Jäwar, freue dich,
freue dich deines prangenden Kranzes.
Freue dich, Jäwar, freue dich,
freue dich der Wolke des Glanzes, die man dir geschaffen.
Freue dich, Jäwar, freue dich,
freue dich des Königtums, das man dir verliehen.
5 Freue dich, Jäwar, freue dicb,
freue dich der Jordane, die man dir hingezogen.
Freue dich, Jäwar, freue dich,
v
freue dich der Glanzwolke Sarhath, die man dir geschaffen,
die in deinen Jordanen hinzieht und wandelt
gar herrlich.
X.
Im Namen des großen Lebens.
10 Wer ist dieser von den Uthras,
dem man den Kranz des großen (Lebens) auf das Haupt gelegt ?
Den Kranz des großen (Lebens) legte man ihm auf das Haupt,
und die Tannäs und Frauen umarmen einander im Schatten
seines Kranzes.
«) A, f. 70b. ß) D, f. 6a. y) A, f. 71a. d) A, f. 71b.
II. Die Oxforder Sammlung. 24t
Kntnrra fft^al »Siua wa-isarvo
Ownasn »na-paa ftb'a-waöi
■nru "iNn»a nvt ikw ^Naana^nyi
s — d
XI.
■wu -isnsa >0 iNbaNny sbsbtf ei ivwty {«riKna Ntyn pa« 5
Knnw fivra snrnyi njkd iN^Nin inw
Nnm»ni^» fft'ö N'nN'awi rivra unntu »nmy
8 D
XII.
waKi & )-i«^3mind isSasny pa«
isby TpsD K'3"n Nm»pNsi »°
nvti ')*nya«"H isSa^ny
pnbia mvul wöVn imrwö fiiKjai
Im Schatten seines Kranzes umarmen sie einander,
sie legen ihre reine Rechte auf ihn
und segnen ihn mit dem großen Segen,
mit dem Jäwar-Ziwä am Lichtort gesegnet wurde.
XI.
Unser Vater ! Sie machten dich zum Haupte über Tarwan 5
und verliehen dir das Wort am Lichtort.
Jäwar setzte dir die Krone auf,
durch deren Glanz die Uthras leuchten.
Die Utbras leuchten durch ihren Glanz,
und die Planeten erschrecken vor ihr.
XII.
Unser Vater! Sie verliehen dir die reine Herrschaft
und den Befehl, den das große (Leben) dir anvertraut hat. 10
Sie verliehen dir das Banner des Glanzes,
durch das alle Lichtwelten leuchten.
«) D, f. 6b. ß) C, f. 5b. y) A, f. 72a. S) A, f. 72b.
a) A "jirwia . &) A in» -[«nsc.
Abhandlungen d. K. Ges. d. Wiss zu Göttingen. Phil.-liist. Kl. N. F. Bd. 17, i. 1G
242 II. Die Oxforder Sammlung.
ß )NHiNo pnVia na^aiorvoi ntnin:i
N D
XIII.
NDINH NDbNO INbiTP }«0
5 jN'wn WfW'o NrwTay pnbia pbNPii
pna pn )o «bia ^nb y)NnrpNm
K D
XIV.
NniNn Na 1 ?«» "i^rrty jnü
io ivarw wa-fl Nssoai
wna wn ]o 'VprwMwa Nnmy nrpsrn m«njw
tf D
XV.
nhnh fwwia nvt pV:w pa»
Sie verliehen dir den Olivenstab lebenden Wassers,
den Stock, durch den alle Rebellen niedergeschlagen werden.
XIII.
Wer hat dich, neuer König, gesandt,
5 von dem alle diese Werke ausgehen?
Du erleuchtetest die Erde des Äthers
und erhelltest die ganze Tibil über die Maßen.
XIV.
Wer hat dich, neuer Konig, gesandt,
10 der du im Bereiche des großen (Lebens) sitzest?
Du dichtetest die große Verdichtung,
erleuchtetest und erhelltest die Uthras in ihren Sklnäs über
die Maßen.
XV.
Unser Vater Sihlün-Zlwä freut sich seiner Krone,
a) D, f. 7 a. ß) A, f. 73a. y) (', f. 6a. d) A, f. 78 b.
II. Die Oxforder Sammlung. 243
jlMoNOa NHNil WT3N31
»n'aKD nR3W Nnw-n nh«h
pbiS^Jl KVT 1K1K' KD^KOS
K D
XVI.
IKty Knt^n k'3-i nwrfl jirvKniKsi
kski: ikj'k B )i»Vn'ruy
sdV ivjdn twi kdikV «mal
K D
XTII.
KJDU ?KV) JE "IK^D ])2S 10
r)-nru ikhk p nb-uo kiskjii
ftna^D^a k'jkd K-imy ^ijk *)dkidk
k — D
und die Großen freuen sich ihres Wortes.
Die Skinäs der Großen freuen sich und prangen
durch den König Jäwar-Ziwä, der sie geschaffen.
XVI.
Unser Vater! Mögen sie dir deinen Kranz bewahren, 5
und der Schmuck des großen Lebens ruhe auf dir.
Mögen dir deine Augen leuchten, Guter,
der du an der Spitze der Gemeinschaft des Lebens hierher
gegangen bist ] ).
XVII.
Unser Vater! Dein Kranz ist vom Weinstock Rwaz, 10
der Mann, sein Winder, ist aus dem Lichtorte.
Unser Vater! Lieblich sei der Duft deines Kranzes,
gleich Anös, dem großen Uthra, in seiner Skinä.
«) A, f. 74 a. ß) D, f. 7 b. y) A, f. 74 b. S) C, f. 6 b.
a) C ■fsV-xna-j , D -fsVr-Knj. 6) C B-oa«3.
1) Vgl. p. 13 3 .
16*
$44 H- Die Oxforder Sammlung.
XVIII.
aViu jrWtt Vikji fiViw wbnw Vn«t^
N D
XIX.
N D
XX.
IsnNi^y "jNVopNn^
10 Nü^^m rva n^nd n-ihnV r)iTprpn pndw
n — d p»r N"H1
XVIII.
Pflanzer der Pflanzen, pflanze ihn,
Winder der Kränze, winde ihn (den Kranz),
Festiger der Siege 1 ), festige ihn
für den Bräutigam NN und laß ihn herrlich gedeihen.
XIX.
Klein bin ich unter den Uthras,
ein Säugling bin ich unter den Leuchten,
5 doch bin ich groß, und groß ist mir meine Seele,
da ich Wasser getrunken aus der Mündung des Euphrats.
XX.
Die reinen Hüter mögen dich behüten,
deine Wurzel mag sich emporwinden und prächtig gedeihen.
Deine Werke sollen dir wohl geordnet werden,
10 und du steig empor und schaue den großen Ort, das Haus der
Vollendung.
Und das Leben ist siegreich.
a) A, f. 75a. ß) D, f. 8a. y) A, f. 75 b.
a) D y&KJüvr. b) A -mwi. y) AC rttm.
1) Kr«i3x7 steht oft mit xWs zusammen, vgl. Job., S. 2.
II. Die Oxforder Sammlung. 245
«wm-to arp^ca* «"natun »i^nsrib Fft-nan »"w:* i^»n
XXI.
f\yhr\ nvh N^Nity nvt «)«)wbwnN'
s — d
xxn. d)
UNttl KVT l'TNn
ijnoi mvü pan
undi sjpm pari
nbivb ndndi t^^sji
N D
XXIII.
Vrni hvT t/Tsn
IO
D/ese Lieder trägt man über den Priester vor, der die Messe
abhält, und über die Braut.
XXI.
der du Glanz aufhängest,
hänge daran Lampen des Glanzes.
der du Glanz aufhängest,
hänge daran Kerzen des Lichtes.
XXII.
Wessen Glanz ist dies? 5
Wessen Licht ist dies?
Wessen Helligkeit ist dies,
die ausgedehnt und endlos ist?
XXIII.
Dies ist der Glanz des Hibil, 1°
a) 0, f. 7b: D, f. IIa; E, f. 130b.
«) CE irianr. 6) CDE s-Vxrs- . c) C »rinsww, D vr&Nav, E
«■"üs-a-r . d) > AE.
21(i
II Die Oxforder Sammlung.
nvind N-irny puNi Jnjpin a )j»mn
fibivb ndndi t^sji
XXIV. o)
NVIND Niniy t^JNl ^NJpiDl
Fhwb SDNÜ) W511
N D
IO
XXV.
n — D
dies ist das Licht des Sitil,
dies ist die Helligkeit des Anos, des großen Uthra.
die ausgedehnt und endlos ist.
XXIV.
5 Der Glanz des Hibil ist schön,
das Licht des JSitil leuchtet,
die Helligkeit des Anös, des großen Uthra,
ist ausgedehnt 1 ) und endlos.
XXV.
10 der du Glanz aufhängest,
hänge daran Lampen des Glanzes.
der du Glanz aufhängest,
hänge daran Kerzen des Lichtes.
«) A, f. 76 a. ß) C, f. 8 a.
a) > AE. b) C >•-*<-.
e) C K-rsi»:» , DE »rttSW*» .
1) Hier ist wohl «TM zu lesen.
c) D wpin,
d) CDE irta* n-
II. Die Oxforder Sammlung
XXVI. «)
wün2 firm prorri
fianp n'3Nü N'jsbyi
. N D
247
ijsoi «rwa pwn
ftnn d>dn3 pran
XXVII.
d*dn3 ftnn pr^rn
Ww n\3Nü wjNbjn
S D
XXVIII. a)
n — D
-inwh «nw pron 5
ftnn d^dn3 prwn
XXVI.
Wessen ist dieser Bau,
dieser Bau ist wessen?
Wessen ist dieser Bau,
dessen Duft so lieblich ist?
So lieblich ist sein Duft,
und treffliche Bäume haben ihren Stand in ihm.
XXVII.
Dies ist der Bau des Jäwar,
dies ist des Jäwar Bau.
Dies ist der Bau des Jäwar,
dessen Duft so lieblich ist.
So lieblich ist sein Duft,
und treffliche Bäume haben ihren Stand in ihm.
XXVIII.
Lieblich ist der Bäume Duft,
durch den Duft des Jäwar, der auf ihnen ruht.
Lieblich ist der Bäume Duft,
durch den Duft des Mandä dHaije, der auf ihnen ruht.
10
«) D, f. IIb. ß) A, f. 76b.
a) > AE. b) D ■pTTOlKV» is*»* 5 ; xn-ian.
248 II. Die Oxforder Sammlung.
XXIX.
fto^n NVH NUNIP KVT ")ß)^SsnN*
K D
XXX. c)
«in Swib tnniM»
5 warw san^rn Nnmyb njjwins *)pb»rt»Köb
pVnt&Mi
»in "wn Niiru joi NTiru wn mw P)p
n — d warnt' DNnsni Nnmyb aniN* pbmtrwjn
XXXI.
b»3»n wbtftt IK^Np 01D3
M D SNTK DNnS IN^Npi INbNp D1D2
* XXIX.
der du Glanz aufhängest,
hänge daran Lampen des Glanzes.
der du Glanz aufhängest,
hänge daran Kerzen des Lichtes.
XXX.
Sie sandten Hibil-Zlwä hin,
5 den Uthras, die dort sitzen, einen Bescheid zu bringen.
Da sprach er zu ihnen:
„Aus dem Glänze wurde Licht,
aus dem Lichte wurde der Äther,
und wurde Glanz den Uthras geschaffen, die dort sitzen".
XXXI.
Lieblich ist deine Stimme, Knabe Hibil,
10 der du im Garten Adams sprichst
und wundersame Hymnen vorträgst.
Lieblich ist deine Stimme, und deine Stimme ging dahin.
«) C, f. 8b; E, f. 131a. ß) D, f. 12a. y) A, f. 77a.
«) DE tchnr x\ 6) C »rtMTSIWB, D anaaitf»«, E k-bpsww. c) >
AE. d) Aus -p-rW? C, yiVrntw Vy D.
II. Die Oxforder Sammlung. 249
XXXII.
»Ohnapy hnKJNna pipwno
l^^sp^ pnbwwiKt^ ^nto-wm 5
Nnmy pnbis ]o n^Ni dkjni «nmy rt-piol win*:
Nvr pbrirnnwoi rvnnND nsjs
s — D 10
XXXIII.
Niiy pnwNby c )Ni»pyi pr-rpiNi
N D
XXXII.
Die Macht besitzest du, Großer,
geh, verbreite dort Ehre.
Ehre verbreite dort,
durch unsere und deine Ehre sollen sie geehrt werden.
Sie sollen durch jene Ehre geehrt werden
und mit dem Segen, den wir ihnen sandten, empfangen
werden.
Mit dem Segen, den wir ihnen sandten, sollen sie empfangen 5
werden •
und deine Güte erhalten.
Die Uthras sollen wissen,
daß du größer bist als alle Uthras;
du öffnest und zeigest ihnen Glanz
und gewährest ihnen Lobpreis. 10
XXXIII.
Die Jünger segnen im Verborgenen den Großen,
der sie ehrte und Ehre über sie breitete.
«) A, f. 77b. (?) C, f. 9b. y) E, f. 131b. d) D, f. 13a.
*) A, f. 78a.
a) CD s-Npsai . b) CE «ra^-aa , D sra—a . c) AD s-spy .
250 II. Die Oxforder Sammlung.
Alsdann setze sich ein Priester in die Hütte 1 ), und der Bischof
und die Priest&r und der Bräutigam sollen zum Zelt der Braut
gehen. Dann lese der Bischof „Komm in Güte, Kusfä" 2 ).
1) K^rSTö im Sinne einer Hütte wird öfter in den Ritualen genannt: Par.
Diwan, Z. 440, 449, 033 und sonst; Lond. Rolle A, Z. 09 ff., 270. Siouffi
sagt p. 107 : La demoiselle est installe'e sous une espece de moustiquaire pla-
cc ; e dans une chambre, tandis que le jeune homme reste avec les convives qui
lui tiennent compagnie, sous une cabane d'osier dresse'e pour lui dans la cour.
srV"5 ist das hier genannte moustiquaire.
2) GR 274,9.
Drittes Buch.
«nw N-nmi wöSn ;ö n"N"di: wn «»ni prvKowa
Nimt^i ftKbwn NnisNn «) smDK *)«H»3ur prtna N^sbyi
N^-ib N'b'in^ «"nunpi p^s^i srb nKH»m nowi *noyi
I.
Im Namen des großen, fremden Lebens aus den erhabenen
Lichtwelten, das über allen Werken steht, werde Heilung und
Siegbaftigkeit, Kraft und Festigkeit, Rede und Erhörung, Her-
zensfreude und ein Siindenerlasser zu teil mir NN, und mir
leuchte mein Sinn, mein Wissen und meine Erkenntnis | im
Schatze des ersten Lebens.
I.
Jenes große, bereite x ) (Leben) sprach
zum Auserwäblten, Reinen 2 ) folgendermaßen:
a) D, f. 29b. ß) A, f. 78b. y) D, f. 30a. 8) C, f. 25a;
D, f. 30 b. e) A, f. 79 a.
0) A s-itoy. b) A MMrrviKäi.
1) sr-ry hat wie das entsprechende hebräische und aramäische -rrj> den
Sinn „bereit (um in die Erscheinung zu treten), zukünftig". In der jüdischen
Literatur wird -i-ry gern in eschatologischem Sinne von Personen und Dingen
gebraucht, die jenseitig existent sind, aber erst in der Endzeit erscheinen
sollen, so besonders vom Messias. Für den Gebrauch des mandäischen srrry
ist besonders GR 192, 17 bezeichnend, wo Jöhänä sagt „ich taufe im Namen
dessen, der mir erschienen ist, und im Namen des Zukünftigen, der zukünftig
erscheinen soll". GR 291,35; 322,4 wird xrvn» law genannt; GR 135,14
wird Hibil als sr-ry sssö bezeichnet. Der Schwerpunkt liegt mehr darin, daß
252 H- Die Oxforder Sammlung.
n D
II.
ftbn^ nssdi ]«a^ jNnnHNtti jntnöi ja-wy na:N
tynS ppo'j 7i ) n"d«i nKaa^i o) i»n»t'3y Tay bny
Dies sind die Worte,
die du zu uns gesprochen hast.
Geh, sei du ihnen (den Gläubigen) ein Hüter,
und sie alle sollen durch deine Kraft leuchten.
Sie sollen dein Gewand preisen
und deine Gestalt ehren.
II.
Das große (Leben) sprach mit seinem reinen Munde
zum Auserwählten, Reinen folgendermaßen:
5 „Du bist unser Sinn, unser Wissen und unsere Erkenntnis,
unser Herz, das ohne Ende ist,
unser erster Schmuck,
unser reines, gesichertes Gewand,
unser erster Gescheiter,
der von uns geschaffen wurde.
Geh, führe deine Werke aus,
und deine reinen Sprossen sollen trefflich gedeihen.
diese Wesen gegenwärtig im Jenseits sind, als daß sie künftig in dieser
Welt erscheinen sollen. Auch wenn das große Lehen hier als vrTrr-s be-
zeichnet wird, ist es so zu verstehen, und dieses „zukünftig" schließt nicht
aus, daß das „Leben von je her war".
2) Vgl. p. 87 2 .
a) I), f. 31a. ß) C, f. 25 b; D, f. 31b. y) A, f. 79 b; E, f. 132 a.
d) C, f. 26 a. i) D, f. 32 a.
a) CE n-'jj. b) D linVon. c) > AD. d) CE nWoa-sn.
e) A «-— ne kywhwi. f) A a'WW- 9) A x™~^*- h) DE ms*n .
i) AD •;■"=■"
II Die Oxforder Sammlung. 253
P'db'jkSi iNSwVa q4n*Ji a) x"Dtn ittiw ppo*a °o tynb
jnrwj nisj2 jwm sninji xpisb 6 )*raiy
n — D
m.
priirw iN:mj ^prtoi DNwpnu ^mttaitl biD
■woi Otdhti pairroifti isnsi^j; prito
N D 10
Trefflich sollen deine reinen Sprossen gedeihen,
sie sollen mit dir verbunden und nicht abgeschnitten werden l ).
Schaffe die Lichterde,
und sie sollen durch sie leuchten.
Ja, es werde lauter Glanz
und lauter Licht und gedeihe vortrefflich.
III.
Jenes große, bereite (Leben) sprach
zum Auserwählten, Reinen folgendermaßen,
zu seinem reinen Grewande,
zu dem "Wesen, das endlos ist:
„Alles, was du tatest, habe Bestand,
und alle deine Weinstöcke sollen leuchten.
An allen deinen Werken
sei weder Mangel noch Fehl.
An ihnen allen sei kein Fehler,
nicht sollen sie sich töricht von dir abwenden".
u) A, f. 80a. (3) C, f. 26b; D, f. 33a. y) A, f. 80b; C, f. 27a.
8) E, f. 132 b.
0) A l«>m . 6) CE «nt» . c) CE nVoi . ä) CE psc-3 .
e) > CE. f) E ffri*w>sri, CD riVmatfin. y) A rw&n. h) CE
r— asi. i) A -xcsn.
1) Hier steht irrtümlich der Singular. Dies beeinflußte auch die Schrei-
bung warn in A. p-ce-jxv '■pttra&a r-Vr-: könnte zwar rein formal auch be-
deuten „Wir wollen mit dir verbunden sein und nicht abgeschnitten werden",
aber das paßt schlecht.
254
II. Die Oxforder Sammlung.
IV
NJpND N-1HN3 JU^niN!
Nnrrs Opbawijn ndd
P)njno ^tödni «9 Tay
N~
V.
IO
WDH1 kTO3 1SON1 DNU'Ö
1NHN rPDNTl ^rPDT
1NOK NOS1 NTiiai DNTTÖ
N'jNtp ntih: D"Npi
pnbia ^NnhroNTi }\tk-inoi
jibiwa-iKa *)KHPaa i^nsnN^sbi
IV.
Das große, bereite (Leben) sprach
zum Auserwählten, Reinen folgendermaßen :
„Greh, schaffe die Großen an Grlanz
und setze sie an den lichten Ort.
Schaffe und gewähre ihnen Pihtä,
und durch deine Lobpreisung sollen sie leuchten.
Tue und stütze es, Mänä;
5 das Leben wird sich dir dankbar erweisen".
V.
Dem großen (Leben) gefiel,
was der Auserwählte, Reine gesagt hatte.
Was gesagt hatte der Auserwählte, Reine,
der wundersames Licht geschaffen hatte.
Es sprach zu ihm :
„Du bist der Herr des Willens,
der Herr aller Siege.
LO Du warst siegreich und verhalfest deinen Brüdern zum Siege.
Du segnest deine Eltern im Verborgenen.
«) A, f. 84a; C, f. 27b; D, f. 34a. ß) C, f. 28a.
I !, f. 28 b; D, f. 35 a. 6) E, f. 133 a. c) A, f. 85 a.
a) CE y&a» . h) A nn.-cV . c) CE •pVso-x- .
c) CE -so««". f) AI) Nrs*K2xn. g) CE rvflW.
Y) A, f. 84 b;
ä) A nsas».
II. Die Oxforder Sammlung. 255
ynjro Kaum «OflMitti pirMttta fiV-iNo»
many "wru'tf ftowpi fta'b *)Hiwa1 ftwnstt
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VI.
i«ok * Nj^tsnMSi uma!) noni prPNoisa wan ftbonjo
S D
VII.
nkniwyi s^si KTnab nb N'rvny wan jwi ^y?so w
G-eh, bringe Glanz dem Jösamin
und setze sein Herz auf seine Stütze.
Sage ihm, daß er sich nicht ängstige,
und offenbare ihm, daß er hier aufgerichtet werden soll.
Belehre ihn, damit sein Herz sich beruhige,
und festige ihn, damit sein Sinn erleuchtet werde.
Kose und liebkose und segne ihn
und zeige ihm den Grlanz deiner Gestalt.
Den Glanz deiner Gestalt zeige ihm 5
und sage ihm, daß der Sanfte, Demütige nicht erniedrigt wird
und daß wir seine Uthras erleuchten werden.
VI.
Das große (Leben) segnet mit seinem reinen Munde
den Auserwählten, der den Ausspruch getan.
VII.
Jenes große, bereite (Leben) sprach 10
zum Auserwählten, Reinen folgendermaßen:
a) C, f. 29 a. ß) D, f. 35 b. y) A, f. 85 b. Ö) C, f. 30 a;
D, f. 36 b. s) E, f. 133 b.
a) D ri-TK. b) AD -sns-ai. c) D K-r*y Vs>. d) A NSS'srKE 5 !.
256 H Die Oxforder Sammlung.
pnn»j snrny prtai -wn S^d p P)pVN3nN
jnuNjivj NiNpy bNwnai N-iNpyi nwp pVirva
5 wdd nNnsa paNi^ji pnwtfVy mrw fc )"!Nttwi jmdip
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VIII.
«OfftiTDun N'3«! «Tnab nb N»rvny wan p^n y)^Ko
mwoKi n^nSno Qwum wrw «öd
„Geh, wickle Glanz ein 1 )
und bewahre die wundersamen Gewänder.
Gewähre ihnen (den Uthras) etwas vom Atherkranz,
und alle Uthras sollen prangen.
Von uns und von dir
soll ihnen Glanz und Herrlichkeit zu teil werden.
Glanz und Herrlichkeit soll ihnen zu teil werden,
und durch die Kraft der Herrlichkeit sollen sie behütet
werden.
5 Unser Name und dein Name sei auf ihnen,
und sie sollen am verborgenen Orte preisen.
VIII.
Jenes große, bereite (Leben) sprach
zum Auserwählten, Reinen folgendermaßen:
„Wie erwünscht 2 ) bist du doch, Jäwar,
wie sanft und wahrhaft sind die Reden, die. du gesprochen !
10 Es rief die Wurzel des lebenden Wassers,
es schickte den Äther und sandte ihn hin.
a) E, f. 133 b. ß) A, f. 8Ga. y) A, f. 86b; C, f. 30b; D, '
f. 37 b.
o) D ppV*. 6) A -|x*«n. c) D ftViiwa^, CE fiVwsn . d) A
ktwds . e) A nV">ip .
1) Diese Auffassung ist mir nicht sicher; sie wird durch die Parallele
—j,:- gestützt.
2) Vgl. Joh., S. 20*.
II. Die Oxforder Sammlung. 257
pnSis Nnniy did^:i fnimsj dimi anmy rnima
«)rsm Rj'ö pntp
nn^Kj pnwa'Va njoswi fans mm prw
N D 5
IX.
tVSNl NTP13 INüN NTiO ^13
fc )N^b« pnb^a jvru rhu?
£ )NTip ntsi pinnb VSke wdkd svr jo
pjiübst^ n'jtw byi wms^ ^pbasüui £)p:np 10
N D
Es schickte und sandte den Äther hin
zu den Skinäs aller Uthras.
Die Uthras rochen an ihm und ergötzten sich ;
alle Uthras sollen an ihm riechen und sich ergötzen.
Sie tranken von ihm und frohlockten.
Sie tranken von ihm und frohlockten,
und in ihr Herz ergoß sich das Nasiräertum. 5
IX.
Als der Auserwählte, Reine dies sagte,
stieg seine Stimme zu allen Welten hinab.
Aus dem verborgenen Grlanze sprach er:
„Rufet Zihrün-Räzä".
Er sprach: „Rufet Zihrün-Räzä,
ihn und seine sieben verborgenen Brüder, die mit ihm sind".
Sie riefen sie und schufen ihnen Jordane 10
und setzten sie als Herrscher über die Jordane ein.
Sie setzten sie als Herrscher über die Jordane und die Quellen
ein, die nicht versiegen.
«) A, f. 87a. ß) E, f. 134a. y) C, f. 31a. (?) A, f. 87b;
C, f. 31b; D, f. 38 b. s) D, f. 39 a. £) C, f. 32 a. t?) A, f. 88 a.
a) CE rill. b) A xttVx. c) A x-oxs . d) D srs-ssrsi .
Abhandlungen d. KGes.d. Wiss. zu Göttingen. Phil.-hist. Kl. N.F. Bd. 17,j. 17
258 II. Die Oxforder Sammlung.
X.
ftNnsiy pnbiaa iwinbi wab'b pnbiaa nnw nNJN
pbnKBTWB 1NW 6 )pflb»l JK»bKJ K^tt ^«i'N
JkVh JNölKn c )-|NttltiH bltM'üN
5 flpaWJ }NO NMONH 13
»no»n na flpwj jn»
»nDPiKn woa 3)pwwb ft'WJi
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XI.
«Ofibvw^ *wmh a-pnab ftb wain pnwtoisa £ )K*ai
"IKON 1NPI ÖJöl *WIN» IJf
X.
Das große, bereite (Leben) sprach
zum Auserwählten, Reinen folgendermaßen :
„Du kennst alle Herzen
und durchschaust alle Sinne.
Deine Augen sind offen,
und du durchschaust alle deine Bekannten.
Denn wer wird deinen Namen und unseren Namen
5 als Sünder verlassen?
Wer wird ihn als Sünder verlassen
und unsere Wurzel ins trübe Wasser werfen ?
Wer wird die Güte von uns nehmen,
hingehen und sie in die finstere Wohnung werfen?"
XI.
Das große (Leben) mit seinem reinen Munde
sprach zum Auserwählten, Reinen folgendermaßen :
„Was einer von deinen Uthras dir gesagt hat,
oder wenn mehr als einer es gesagt hat,
u) C, f. 34b; D, f. 42a. ß) A, f. 88b. y) E, f. 134b.
8) A, f. 89a. c) C, f. 35b; D, f. 43 a. £) E, f. 135a.
a) CD nV-stt-ji. b) A prfaa. c) AC rial«H. d) D ]K«rmt& ,
CE fa-KD?. e) D fiVhHOTi, CE ftViKWÄ.
II. Die Oxforder Sammlung. 259
IN-iniy |o -tan isVin^ni in pwn
N^ynp niu b^n
wb?» Nim c ) Nrwbiywb nayl & )KVTK*3H6n
Nawo siNvn njiin^ N3Nn Vmb hi^yi b^nsns 5
0)fi2JNbN s^pssji wbio^iy rpbN cpb«
S D
XII.
s — d Onnrwoi
XIII.
dftorwal wdni N-vnab nb n^ni prraöiM *)wn
was einer von deinen Uthras dir gesagt hat,
darüber wollen wir dir einen Bescheid geben.
Die Tibil ist aus Feuer geschaffen 1 ),
und die Planeten, die sie geschaffen, werden in die Ketten
des Feuers wandern.
Ptahil, der die Tibil geschaffen, 5
wird hier im weißen Jordan getauft werden.
Den tausend mal tausend Gewändern, die ihm entgegen gehen,
und den Gresichtern ohne Ende
wird Gnade zu teil werden,
und sie werden einander Kustä reichen".
XII.
Du bist wohlgestützt, du bist wohlgefestigt, du bist wohl- 10
gerüstet und leuchtest.
XIII.
Das große (Leben) mit seinem reinen Munde
sprach zum Auserwählten, Reinen folgendermaßen :
«) A, f. 89 b. ß) D, f. 43 b. y) A, f. 90 a. S) C, f. 36 b;
D, f. 44 a.
a) CE pat. b) A K-ns-arö. c) A sni&K»l*&. d) CE s-oi-spi .
e) CDE npWTKf». f) CE rvirpatwi . g) D nViiwroi, CE nW^-ai .
1) Man erwartet x^ia p; kaum „als Feuer".
17*
260 U- Die Oxforder Sammlung.
rrana pwtfl htüt\ p ns:s
mn icna n«JM pymffl ktdh *)}di
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XIV.
N-.1NHN KTPöb ffrlNDKl N>3N1 d ) «01D3 VbtfO
s —
XV. e;
IO
„Du bist aus dem Orte gesegnet, aus dem wir gesegnet wurden ;
da wurdest aus dem Orte, aus dem wir wurden.
Aus dem Orte, aus dem wir gepflanzt wurden,
wurde deine Pflanzung recht gepflanzt.
Unser Glanz und dein Glanz sind siegreich,
5 und siegreich ist das Nasaräertum, das von uns kam.
Siegreich sind, die wir damit rufen
und die ihre Augen in Glanz und Licht öffnen".
XIV.
Mit reinem Munde sprach
das große (Leben), das dort wohnt.
Es sprach mit reinem Munde,
indem es sich an den Auserwählten, den Helfer, wandte:
10 ,,Du Reiner,
geh hin und tue alles, was du wünschest".
XV.
Als der Große nachsann,
sann er für ihn auf Gutes.
u) A, f. 90 b. ß) D, f. 44 b. y) C, f. 37 a; D, f. 45 a; E,
f. 135 b. d) A, f. lila. e) A, f. 93a; C, f. 40b; D, f. 48b; E, f. 13fia.
a) ( M -ix: . b) I> r--- unrt. c) > A. d) ACE D - e .
e) Hier stehn in A noch die Stücke XXXII, XXXIII aus dem zweiten Buche.
f) CE K-". g) CDE Kri«T:V.
II. Die Oxforder Sammlung. 261
k*3N»üi nhjnd «nroy »an anwirft «)K*awKn
P)«ns |vrww:fi Ni3N^ Knroy waKanw nh:sd
«nasc pV«nKttfi NiaN^i prwnvi snrn ma*«'?
N D
XVI.
s — d tynb fiposi fijptfn ns:si no"Np dk:ni mNö« r)n*u« 5
XVII.
NbaNp^ inSh Kroanw Nasnb Mtki 6 )K*ia
n — D
XVIII.
IKiviy |o ^n-iind «na« wai isbüNrs öNrana
Als der Große nachsann,
verneigten sich und priesen die Uthras.
Die Uthras verneigten sich und priesen
den Mann, der ihren Schatz geöffnet,
den Mann, der geöffnet ihren Schatz,
den Mann, der ihnen Gutes gesandt.
XVI.
Du hast gesprochen, du hast gefestigt, nun bring es in Ord- 5
nung und laß es gedeihen.
XVII.
Du hast darüber gesprochen.
du verlang es und bring es hierher.
Verlang es und hierher bring es,
und wir wollen dir dankbar sein.
XVIII.
Kustä reichte dir das große (Leben),
nun entferne das Aufbrausen aus deinem Sinne.
«) D, f. 49* ß) A, f. 93 b. f) C, f. 41b; D, f. 49b, 9) C,
f. 42 b; D, f. 51b. ») A, f. 04 a. £) C, f. 43a. n) D, f. 52 a.
•) A n»r*Ki WKnV . b) D s^xtV r-as .
262 H- Die Oxforder Sammlung.
n — D
XIX.
ftwaai pnwoisa kw a )fl^a«ty»
n'do^dnb 1 ? Nnsnt^ pbnKarun «nrny •pNti'si map» dnjn
N D
XX.
OftaiaiNanyi flann wai n>dni m\na -inon ktkpi ^id
io N^DD N'W&I WJNOai W3N1 NttlDa Wiptfi^J
awny wöI njsjn^i n»nin:i N'jNöa n^idd
Dein Sinn fülle sich mit uns,
unser Gewand und dein Gewand seien eins.
XIX.
Das große (Leben) preist mit seinem reinen Munde
den Auserwählten, der den Bescheid gegeben:
5 ,,Wie sanft und bescheiden bist du, Jäwar,
wie bist du ein SchafFer, ein Beruhiger!
Du schaffest und beruhigst die Uthras
und gewährst Festigkeit den Leuchten".
XX.
Als der Auserwählte, Reine dies sagte,
freute sich das große (Leben) seiner und umarmte ihn.
10 Es küßte ihn mit seinem reinen Munde
und bedeckte ihn mit inneren Gewändern 1 ).
Mit inneren Gewändern bedeckte es ihn,
und mit der "Wolke, aus der er geschaffen worden war.
«) C, f. 44 a; D, f. 53 a; E, f. 136 b. ß) A, f. 94 b. y) D,
f. 53 b. 6) C, f. 44 b ; D, f. 54 a. s) A, f. 95 a.
1) K-xiNJ „im Innern befindlich" wird in demselben Sinne wie s^dns „ver-
borgen" gebraucht, vgl. auch n-d^t n**xinj traia^n weiter unten p. 274,9. Es
ist eine von den vielen Bezeichnungen für „jenseitig, außerweltlich". Ich dachte
einen Moment daran, es hier bei „Gewändern" zu k^j» „prächtige" abzuändern,
aber hierzu liegt kein Anlaß vor.
II. Die Oxforder Sammlung. 263
«nmy pnbia a )fünowpni
wnp snTD *o ft inindöi a )*mp
n — D 5
Es bildete ihm eine große Hülle,
mit der es ihn bedeckte.
Alle Uthras wurden durch ihn gefestigt.
Es rief ihn 1 ), es nannte ihn den Ordner der Ordnungen
und den Eremdmachenden 2 ) aller Sinne.
a) E, f. 137 a. ß) C, f. 45 a.
0) CDE na*»-Kp>ai . b) CDE -sind* . c) CDE ikssw .
1) Vor K"np ist vielleicht etwas zu ergänzen, etwa srinis» d^»pö, so daß
es heißen müßte „Es nannte ihn den Festiger der Uthras".
2) Der sie dieser Welt entfremdet und dem Jenseits zulenkt.
Viertes Buch.
I.
mau in Nt^N-nV mau wv? y)-o n^nu warn ]nddin
5 Nvra nsnj inhj ftwaN-m nvd mwmwi Nnnnn »an nvtS
n — d N'ain iva »an kvt dnidn ii^a-ni
ii.
*)ftwaN"nb Nan DNbt^ty maul köv )o wan KWffi Nowa
Im Namen des großen Lebens werde Heilung und Sieghaf-
tigkeit zu teil mir NN. x ).
I.
Im Namen des großen Lebens.
Als der Glanz aus Paris, der weißen Erde 2 ), herauskam,
spannte Arspan, der jugendliche Knabe, der Sohn der Glanz-
5 wesen, das Banner aus. Er spannte | den großen Glanz aus,
daß die Uthras und Skinäs durch den Glanz seines Banners
leuchteten. Sie leuchteten durch den Glanz seines Banners
gleich dem großen Glänze im Hause des gewaltigen (Lebens).
II.
Im Namen des großen Lebens.
Am Tage, da Sislam der Große sein Banner über die Rümpfe s )
«) A, f. 96a; B, p. 165. ß) B, p. 166. y) A, f. 96b. ö) A, f. 97a.
1) In B noch Nwas—n k-3x*jj> "^xna „durch diese Lieder über das Banner".
2) Vielleicht ist Pars, Persis im Gegensatz zum Schwarzland (sawäd) Ba-
bylonien so benannt. Andreas sagt mir, daß ihm die Bezeichnung aus den
persischen Schriften nicht bekannt sei.
3) D. h. über die körperlichen Wesen.
II. Die Oxforder Sammlung. 265
*nirui nvh mwjnj'N pnnsn södsVd ftnaitfiMty nwiw Vy
NnwjtwN nsbn by «) «a-i DNbt^i rtnrairrrt hw nji s-ispyi
dn^bh flnMKTrt nvtS «wrrt nvh njin^n^n nsbni nvh
s — d pna tyn jo fA^MS^ flnrairna nvh 5
III.
nnrairrt sai diA»hp ma^ hw jo war\ N"ni Nawa
nwamrfi Nin nji nji n^tw wsb« pnntn Nonsbn by nw
*ow wöpps nNtsa'Ji ndn^n^n Nasty Sy v)Nai dn^kh
s ) oioa nnwKTrt Nnm sa-i osbt^ttn nroRTrt «vr N^Djabs
fia-iNniN» 13 «ai DNV^^b ffrw N03 s:i fe )snsjo^ byi 10
id 6 )Kai dn^p by FiW* NE3 n*jnv N»3«"n pirwa
n — d nwdns pnbian »dVko »npwo
ausspannte, wurden durch es dreihundert sechzig Quellen des
Glanzes, des Lichtes und der Herrlichkeit gebildet. Der Glanz
des Banners Sislams des Großen ging über den drei Quellen des
Glanzes auf. Als die drei Quellen des Glanzes den Glanz des
Banners des großen Sislam erblickten, streckten sie sich vor
dem Glänze nieder *). Es streckten sich nieder die drei Quellen
j des Glanzes vor seinem Banner und priesen es über die Maßen. 5
III.
Im Namen des großen Lebens.
Am Tage, da Sislam der Große sein Banner ausspannte,
ging sein Glanz über den 360 000 Jordanen auf. Der Glanz
des Banners Sislams des Großen ging über den sieben Quellen
auf, und die Quelle Sihmai sprudelte vor dem Glänze des Ban-
ners des großen Sislam empor. Der Duft seines Banners war
lieblich | und ging über den Skmäs auf. Wie gut steht es Sis- 10
lam dem Großen, wenn er durch Zihrün, das wundersame Banner,
erleuchtet wird! Wie gut steht es Sislam dem Großen, wenn
er König aller Leuchten genannt wird !
a) B, p. 167. (3) A, f. 97 b. y) A, f. 98 a. 8) B, p. 168.
s) A, f. 98 b.
a) Zu den beiden verschiedenen dicht neben einander stehenden Formen
vgl. Job.., p. XIII. b) Aus kpk:-5» hv A, KnwwVi B.
1) Vgl. Nöld., p. 223 unt. Oder „sie entflammten sich? Siehe hier p. 178 2 .
Besser würde ]x-ps<no, ^x-pTD „sie hüpften" passen, vgl. St. XII, XIV.
266 H. Die Oxforder Sammlung.
IV.
Kai a )üshwwi ^ftvzttiin Nivb finKrnn *orwbi wn
p^s 1 ? nmNruw >Kai dn^^t ftwaima nvh mw dkiojso
5 n — d pna »n jo Nty^NIl
V.
by mn nji n:t mvui n'eSn pivtyi NöDNbn by y)fiw
Niinji wiobN pirtsn NüDKbni N-nrm wobi* piwi Nttnabn
pnbD WDJN3 ftnwb pnVo N^3*rn b'yoNbtwi fiwb »wni
IV.
Im Namen des großen Lebens.
Am Tage, da Sislam der Große das ^Banner Pirün schwang
und es an der Spitze seiner Sklnä ausspannte, ging dessen
Glanz über der Quelle und der Palme auf. Als die Quelle und
die Palme den Glanz des Banners Sislams des Großen erblickten,
sprudelte die Quelle durch den Glanz des Banners 1 ) Sislams
5 des Großen empor und erleuchtete das | Banner Pirün über die
Maßen.
V.
Im Namen des großen Lebens.
Am Tage, da das Banner Sislamel ausgespannt wurde, ging
sein Glanz über den dreihundert sechzig Lichtwelten auf. Sein
Glanz ging über den dreihundert sechzig Lichtwelten auf, und
als die dreihundert sechzig Lichtwelten den Glanz des Banners
10 Sislamel erblickten, versammelten sich alle bei ihm. Alle | ver-
sammelten sich bei ihm und sprachen einen Segen über das
Banner Bihräms des Großen aus. Sie sprachen zu ihm : „Dein
Glanz, Banner Manharel 2 ), ist aufgegangen, und deine Gestalt
a) A, f. 99 a. ß) B, p. 169. y) A, f. 99 b. 9) A, f. 100 a.
a) A KT3K"i , B KwaK'rft .
1) Lies n(^)ü2K-Ti kws.
2) Hier in demselben Stücke zwei verschiedene Namen für das Banner,
wie auch in Stück XIII.
II. Die Oxforder Sammlung. 267
iibNini itfniöi nN-irvn «pa*m VyiNruM: i«in s:i fibnoNi
n d tyna t£>n jo iwnwb nwdi nVsh
vi.
by «an DN-irva «Oftwyi növ ;ö wan N"rn NEit^a
fivn w» by nji flv? n:i n^o by rnn NtraNvr ft yyttKbtyw
wabNöi wob« sn wob« byi w» jo und: ftvr usa: wo jo 5
wsjKa firiNib pnbia Ntyaim «)by^Nb^^i hvrb N^vrni
wa-iNa Kai DNiirai y) Nt^asma «nan^ai finsib wsjNa jinbia
Tinwl k-snji inai Nt^as-n b'yoKbtyw n*«N rana fibnoNi
■jsbaNny njnh iNbüunn c )k^sjni isbasnyi nvt 6 )»*bjh
isnna snniyi warwip "jNvra www Nnmy by ptnöi ndn 10
n d tyna tyn )o *J««oD»a
VII.
fiwaimb »an DNbpw mwl növ ;o wa-i s^ni f )NEit£>a
leuchtete auf. Dein Jordan erhielt Kraft und Lauf über die
Maßen".
VI.
Im Namen des großen Lebens.
Am Tage, da Bihräm der Große das Banner Sislamel aus-
spannte, ging sein Glanz über dem Wasser auf. Über dem
Wasser ging sein Glanz auf, und sein Glanz | stieg aus dem 5
Wasser empor. Aus dem Wasser stieg sein Glanz empor und
ging über den Welten auf. Als die Welten und Könige den
Glanz des Banners Sislamel erblickten, versammelten sich alle
bei ihm. Alle versammelten sich bei ihm und sprachen einen
Segen über das Banner Bihräms des Großen aus. Sie sprachen
zu ihm: „Gesegnet seiest du, Banner Sislamel, und gesegnet
sei der Mann, der dich ausgespannt hat. Reichen Glanz hat
er dir verliehen, eine reiche Krone dir aufgesetzt. Er gewährte
dir | Myrten, die den Uthras Kraft verleihen. Die Jordane 10
prangen durch deinen Glanz, und die Uthras duften durch deinen
Duft über die Maßen".
VII.
Im Namen des großen Lebens.
Am Tage, da Sislam der Große sein Banner ausspannte,
a) B, p. 170. ß) A, f. 100 b. y) A, f. 101a. fr) A, f. 101b.
s) B, p. 171.
ä) B V^yoN^sn . b) B wn . c) B »Wi.
268 H. Die Oxforder Sammlung.
UQl iO"l N11NJ DN13N N31 DKlPPa^ flnttMtTfl KVT NJ1
n — d psr K«m nnanw
VIII.
5 by ndni «nriiyn nsSno ikv? nji *m ipan N"rn Niowa
IsSna wa-wa »nana wa-iaa "iNbna P)Nna*va pnbia
mn ndVndi ftiy jo dnjni Viu^ön Nnmy ^isVnp^öi
IX.
N^asny nvt V»a*n n^hVi wnam wia-vaa i^a-va kd^so
girjg der Glanz des Banners Bihräms des Großen auf gleich
dem großen Spiegel, der im Jordan ruht *). Sein Glanz ging auf,
seine Sklnä leuchtete, und sein Stamm erhielt Bestand in Sieg.
Und das Leben ist siegreich.
Diese sieben Lieder spricht man über das Banner, wenn man
es ausspannt.
VIII.
Im Namen des großen Lebens.
Aufgegangen, aufgegangen ist dein Glanz, König der Uthras,
er kam und ging über den Uthras und Skinäs auf. Als die
Uthras und Skinäs deinen Glanz erblickten, sprachen alle einen
Segen über dich aus *). Die Uthras sprachen über dich einen
Segen aus und ehrten dich, weil du durch die Hand des Königs
entstanden bist.
IX.
Der König segnete dich mit großem Segen und verlieh
(dich) mir Hibil-Ziwä. Er verlieh (dich) mir Hibil-Ziwä, alle
u) A, f. 102a. ß) A, f. 102 b. y) Von hier bis K-ninro p. 269, 9
> B.
1) Bei den Mandäern findet sich verschiedentlich die Vorstellung, daß in
den Gewässern ein Spiegel liege, siehe auch GR 149 unt. (Brandt, Sehr., p. 160),
wahrscheinlich durch die Spiegelung des Wassers hervorgerufen.
2) Der Segen gilt ihm, nicht dem Sprecher wie bei a "pann Gen 22, 18 ;
26, 4, vgl. Stück V und VI und den Anfang der folgenden Stücke.
II. Die Oxforder Sammlung. 269
«)waV«öbi w&tab junTuso 1 ? sin Va^n s^Snb N>baNny
s — d tyna tyn jo pnbia Nnttrosfa n^i-wSi
x.
dnin isans^ wdn3 cs-tsVi wnas-i snaTaa isa^a bwi
isan«» i»arw »pTt »n'mbi N<naN-\ NnaTaa insto
pn ^jo priNwoib pyapMrraVi |unroN&b itpr? Nnviab 5
n — d wna
XI.
»nrl kjtis^i twyb p^owai prronrt by csp »pT? wrna
Nmnrra ym\ wo Nn-w by ^«vt MTöb Torwn |udm N"n
K^s^nKnna 'K3TJ1 wob'p y)bjn NHNina wanorft) N'a-iNairo
1«bn i»nra paoatt ritw byi »pT? irwia *>jwi pSicn »°
K»m t^nb prp«nmN& p'DNi pj'owpi panus: rwu« aniroö
s — d paar
"Welten, Könige, Jordane und Skinas zu erleuchten über die
Maßen.
X.
Hibil segnete dich mit großem Segen und verlieh dich dem
verborgenen Adam. Adam segnete dich mit großem Segen und
verlieh dich den Männern von erprobter Gerechtigkeit. Er ver-
lieh dich | den Männern von erprobter Gerechtigkeit, um ihre 5
Gestalt zu erleuchten und zu erhellen über die Maßen.
XI.
Die Männer von erprobter Gerechtigkeit stellten sich auf
die Füße, nahmen dich in die Rechte, gingen zum Jordan le-
benden Wassers und richteten dich auf, damit dein Glanz über
dem Jordan aufgehe. Das Wasser und dein Glanz wickeln sich
in einander. Sie wickeln sich in einander und mehren sich über
Silmai und Nidbai. | Die Männer von erprobter Gerechtigkeit, 10
die zum Jordan hingehen, leuchten durch deinen Glanz. Behüte
und festige du sie und laß ihre Taufe gedeihen.
Und das Leben ist siegreich.
Trage diese Lieder vor, bevor du das Banner in den Jordan
trägst.
a) A, f. 103 a. ß) A, f. 103 b. y) A, f. 104 a. S) B, p. 172.
270 II. Die Oxforder Sammlung.
XII.
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n^o nvr wsjNto p^no n^dntt p-invi nv?b ftmi a )DWPB
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XIII.
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XII.
Im Namen des großen Lebens.
Wer nahm das Banner Zihrün, durch das die Welten und
Äonen prangen, und ging zum Ufer des Jordans Piriawis? Als
der Jordan Piriawis den Glanz des Banners Zihrün erblickte,
hüpfte er seinem Glänze entgegen. Das Wasser (der Jordan)
und die Quellen, die im Jordan wohnen, hüpfen dem Glänze
5 des | Banners Zihrün entgegen und prangen über die Maßen.
XIII.
Im Namen des großen Lebens.
Jäwar nahm das Banner Sislamcl, durch das die Welten
und Äonen prangen, und ging zum Ufer des Jordans Piriawis.
Als der Jordan Piriawis den Glanz des Banners Zihrün l ) er-
blickte, geriet er in große Freude über die Maßen.
1" Trage diese Lieder vor, geh zum Jordan, stoße das Banner
am Ufer des Jordans ein, dann lies „Aufgegangen, aufgegangen ist
der Glanz des Jäivar".
«) A, f. 104 b. ß) A, f. 105 a y) B, p. 173. S) A, f. 105 b.
a) > B. 6) B wvw.
1) Siehe oben, p. 26G 2 .
II. Die Oxforder Sammlung. 271
XIV.
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tyna wn p pruwwa Nnmyb Nvr jVwnbnjjvöi NH*nrva
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XV.
in:ü uko iwrwb NtyaN-ni jNwtyna p*nn unb 10
yoa UNO njtw ua njj-inoi njtw 1 ? NtyaNTT ;inj: wnö
XIV.
Im Namen des großen Lebens.
Aufgegangen, aufgegangen ist der Glanz des Jäwar über
dem Jordan. Der Glanz seines Banners ist über dem lebenden
Wasser aufgegangen. Das Wasser hüpft seinem Glänze ent-
gegen, und sein Glanz [hüpft] dem Wasser entgegen. Das
Wasser und sein Glanz wickeln sich in einander. Sie wickeln
sich in einander, und reichlich kommt Glanz den Uthras in
ihren Skinäs über die Maßen. 5
Trage dieses Lied vor, wenn du das Banner am Ufer des Jor-
dans ergreifst, dann lies „An der Spitze der drei Skinäs".
XV.
Im Namen des großen Lebens.
An der Spitze der drei Skinäs
hat wer [die große Krone] uns auf das Haupt gesetzt?
Wer hat [die große Krone] uns auf das Haupt gesetzt, 10
wer das Banner über den Jordan ausgespannt?
Wer spannte das Banner über den Jordan aus,
wer ergriff den Olivenstab im Jordan ?
a) B, p. 174 unt. ß) A, f. 106 a. y) B, p. 175. 8) A,
f. 106 b.
a) — b) > B. Das erste van ist wohl zu streichen.
272 II. Die Oxforder Sammlung.
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5 N D ptf? ««Hl
Wttffl SttTWfi ns-ob «lönaTjb nbnawab na aonp mstw y) ywn
XVI.
6 )»wa»-na tkw a )fft«3Dl jnn »«an jnn »«an »"nl «owa
10 »nno pn»j» »Vjwn «OjWYwnDi pi»a» pn ntin»
n — d d )»«m»o
An der Spitze der drei Skinäs
hat er die große Krone uns auf das Haupt gesetzt.
Er setzte die große Krone uns auf das Haupt;
Jökasar spannte das Banner über den Jordan aus.
Jökasar spannte das Banner über den Jordan aus,
Jösmlr ergriff den Olivenstab im Jordan.
5 Und das Leben ist siegreich.
Trage dieses Lied vor, wenn du das Banner am Ufer des
Jordans ergreifst, dann vollziehe die Taufe.
XVI. l )
Im Namen des großen Lebens.
Es freute sich das große (Leben), es freute sich, daß Jäwar
die Banner des Glanzes und die Leuchten des Lichtes schaute.
Es freute sich, daß wir die Finsternis niedertraten und den
10 | rebellischen Ruf zu nichte machten. Wenn wir handelten und
es in Ordnung kam, so habt nur ihr, die Geordneten, es in
Ordnung gebracht.
«) A, f. 107 a. ß) B, p. 176. y) A , f. 107 b.
o) B irtattA. 6) B bwasma . c) B rtr-isroj» p-iasn. d) B
VHKB
1) Bei Siouffi heißt es p. 89: „Avant d'entreprendre un voyage, le Soubba
doit faire Pinvocation suivante, au moment oü il se met en route", dann ist
das folgende Stück mitgeteilt. Es ist auch übersetzt, aber völlig mißverstanden.
II. Die Oxforder Sammlung. 273
XVII.
wöi hwriN'b wittd Nnrnyi «ova wai H"?n «Owowa
it&aim omrvab maou n«a^xy ftiitaa NmasMüi N"n
ntupj nvh »uiaVn asa bin Irtan ß »ai DNbt^i »iwatpbi
s — d tpna tyn jo p»m linnita ftwa Nnunran anrnyi
K»a*mb Hb^ai smnatatt r^sari "ixr,xas x^n arcam pin y) "pbKn 5
xvm.
a )N^aN*nb «ai omira fia-pai Nüva wa-i wni soit^a
»tan «nssnoa iwra pntp fiby NniDNj prwi Nünxbn
wa*n jmcüt&a wai ftaaiKa ftby jwn» wa-n Kön^ni
1*mru pi ^qwwny i«vt jo ftanoai *rw wanrn N-iaho 1 ? 10
bia inoni s^Niy fibNpa pa« ha-wnjNö nö^n flbia }Kp*my
XVII.
Im Namen des großen Lebens.
Am Tage, da die Uthras den Jordan lebenden Wassers her-
richteten nnd die Taufe in ihm vollzogen wurde, nahmen sie
v v
das Banner Bihräm, brachten es in die Skinä Sislams des
Großen und spannten es am Tore der Eier 1 ) des Glanzes aus,
daß die Uthras und Skinäs durch seinen Glanz leuchten und
sich freuen über die Maßen.
Trage diese beiden Hymnen vor, nachdem du die Taufe voll- 5
sogen liast, dann bring das Banner in die Hütte hinein.
XVUI.
Im Namen des großen Lebens.
Am Tage, da der große Bihräm sein Banner zusammen-
wickelte, ließen sich dreihundert sechzig Wächter darauf nieder.
Sie bedeckten es mit Ketten von Edelsteinen und legten das
Siegel des großen (Lebens) darauf. Das große (Leben) segnet
mit seinem reinen Munde | den Mann, der sich hier niedergelassen 10
hat, und spricht zu ihm: „Von deinem Glänze wuchs, von dei-
nem Lichte wurde erhellt die ganze Welt". Unser Vater er-
a) A, f. 108 a. ß) B, p. 177. y) A, f. 108 b. S) A, f. 109 a.
a) Lies n^oax-nV.
1) Siehe oben, p. 195*.
Abbandlungen d.K. Ges. d. Wiss. zu Oöttingen. Phil.-hist. Kl. N. F. Bd. 17, j. 18
5
274 H. Die Oxforder Sammlung.
atra-n 6) «an «) «arpTi Warna wcaa-Hb nawi kw sawa* ywi
»tt?a«nib Fb-fia asso;y i^na amasiTO rrtMaÄ «w biD n-nnb
a o c) «mas»« c) rnaaan
XIX.
kiwnti S»yüNbt^t£H Kvr woaTiin »efla wan s^ni P) N«wa
nvti Nwtosy ]oi waisa N^as-n yyo»^^ }niTO 'tatol
inVa-isaüi nVoio r)N^ai n^ninji NwaVnai ftVaow
leuchtet mit seiner wundersamen Stimme, indem er spricht:
„Ein jeder, der wahrhaftig und gläubig ist, gehe nicht am
frühen Morgen zum Jordan und werde nicht mit dem Zeichen
des Jordans gezeichnet ganz und gar".
Trage dieses Lied vor und wickle das Banner am Tage des
großen Festes *) zusammen , (dieses Lied) allein. Jeden
Tag, an dem du eine Taufe vollziehest, wickle mit dem genannten
Liede das Banner zusammen unß, decke es zu.
XIX.
Im Namen des großen Lebens.
Am Tage, da der Glanz des Banners Sislamel durch die
Ketten des Glanzes verdeckt wurde, erhoben sich alle Uthras
von ihren Thronen und sprachen einen wundersamen Segen über
das Banner Zihrün-Sislamel ■) aus. Sie holen es aus den Rümpfen
des Glanzes und verbergen es in den inneren Eiern der Ver-
«) B, p. 178. ß) A, f. 109 b. y) A, f. 110 a.
a) B Kirmn. b) > B. c) Dafür in B s-owi .
1) Nach Siouffi, p. 100 ist ni mim „la grande fcte" eine Bezeichnung
für das Fest des Neujahrs. Darin ist mm, «fflrn = «narr; es bedeutet also
eigentlich „Schlachf-Fest. P. 103, 5 nennt er „la fete appelee Vehvo-d-deimono,
wwsvri mrm, „la f6te de Deimono. Cette fete est d'un seul jour qui tombe
le premier du second mois d'automne". — Diese und die folgende Bemerkung
des Textes sind unklar und widersprechend. Gemeint ist wohl, daß man am
Tage Vttrvn und wenn man sonst die Taufe vollzieht, das erste Lied vortrage,
dagegen beim großen Feste beide. Danach möchte ich an dieser Stelle terrnn
van streichen.
2) Vgl. Stück XIII.
II. Die Oxforder Sammlung. 275
fOVSPl l«bH3 NfDTa "OlKVttfrn N'öbtf JinblDI INDIOT
n — d wna tyn jo paNtsw
n-nnb «wa»-nb Sanna gatra:? "»«na srnnsKE masan ktö'wtt martf 5
x — o "pamp TiaTnsnb »n'ttYT aa-i «am-n k^p p n«ab
XX.
wan »«ni (Ottawa
«)»nn^Nö flwa rtwaStfai
*np*tn hbna s^ndi nwa «nnw K*aV*tö 10
}»a-iK3iva mna Nnauw nwa Nnnw n^nd
borgenheit x ). Sie segnen es, verwahren es und sprechen zu
ihm : „Wie dein Glanz in den Ketten harret, werde deine Ge-
stalt verwahrt. Alle Welten, die dich schauen, sollen einen
Segen über dich sprechen und dich preisen über die Maßen".
Trage diese Lieder vor und wickle das Banner zusammen.
Mit jenem Liede \ des Tages Daum, wenn du die Taufe vollziehest, 5
wickle das Banner mit jenem Liede allein zusammen ; außer beim
Tage des großen Schlacht (festes), da lies beide 2 ).
XX.
Im Namen des großen Lebens.
Du bist ein blank polierter Schatz,
du Banner, bist ein Spiegel,
durch dessen Glanz die Könige leuchten.
Die Könige leuchten durch seinen Glanz, 10
und die Kronen blinken durch ihn.
Die Kronen leuchten durch seinen Glanz,
und die Quellen wickeln sich in seinen Glanz.
a) B, p. 179. ß) A, f. 112 b; C, f. 58 b. y) A, f. 113 a.
ä) C K^-irtsa.
1) Siehe oben, p. 262 l .
2) Hierauf folgen in A Bemerkungen über die Herkunft der Handschrift
wie p. 231.
18*
276 JI - Die Oxforder Sammlung.
INniöi pron Nana ftVn»w fitoHwi
rj^n^ isbH woi iKrwswa jnwa wo
m — d tvna tyn p
« — d KSM^y pran «^p ap-nr vpw\z oip oip n^xpn Qxnip "ja
«ircan^ «"wan xrcsbip pran w*b nspbtn n»TjKr»y Din
Blieb juann amjnsttn mkw s©a*nfi ffwan T^ap^ T»«bi
10 b^tvtn b^rn •pm^ei« byi siw »-oma oiicnbi s^atnap P)K^n
Die Quellen, die Glanzwesen und die Spiegel
verehren die große Krone,
sie preisen sie und sprechen zu ihr:
„Gepriesen sei diese deine Gestalt.
Wir wollen dich schauen
und mit dir in deiner Sklnä aufgerichtet werden.
Mit dir wollen wir in deiner Skinä aufgerichtet werden,
mit dir vereinigt werden
ganz und gar".
Dieses Lied von der Lösung der Krone: wenn du das Gebet
am Sonntag verrichtest, bevor du liest „Stehet auf, stehet auf, ihr
Männer von erprobter Gerechtigkeit" 1 ) lies dieses Lied.
Diese Sammlung der Lieder und Hymnen 2 ), der Responsion des
3 ), der Lieder vom Banner 4 ) und des Liedes von der
Lösung der Krone 5 ) wurde zusammengereiht und harn zustande
10 im Namen \ des ersten Lebens, im Zeichen des Mandä dHaijS und
0) A, f. 113b. (5) A, f. 114a.
1) Siehe p. 171.
2) Das ist das erste Buch.
3) Das ist das zweite Buch. Das Wort -pasp findet sich öfter in den
Ritualen, doch konnte ich seine Bedeutung nicht ermitteln. Es scheint den
kultischen Anzug zu bezeichnen, dessen einzelne Teile in dem Buche aufgezählt
werden.
4) Das vierte Buch.
5) Stück XX.
II. Die Oxforder Sammlung. 277
«man m Bnar»bwin rva k-üko annan ■prp»iai» saattia «"üan
6<nx«2xn Knabrft xn^cn tfniBMrntMri K-inarn jwjm xnxwn«n
xisbx nxnx kwim f^KOKfi ari« n^üi ■pnabm atpflsn nxDWb
x — d ansEimi s
im Namen des Hibil, Sitil und Anas (gepriesen sei ihr Name am
großen Orte, im Hause der Vollendung) am Mittwoch, dem Neunten
des Monats der Parwänäje l ), in einem Dienstags- Jahre 2 ) , dem
Jahre 936, wie es die Araber angenommen haben 3 ). Die Welt gehe
über ihnen unter, und Mandä d Hai je hebe weg den Zorn der Dösen
vom großen Stamme der Seelen.
1) Parwänäje sind die fünf Epagomenen , die zwischen den sechsten und
siebenten Monat (Elül und Tisrin) eingeschoben werden, vgl. Peterm. II, p. 460.
Der „Monat der Parwänäje" ist wohl der sechste Monat, dem sie angehängt
werden.
2) -Das raandäische Jahr wird nach dem Wochentage bezeichnet, mit dem
es beginnt.
3) Das Jahr 936 der Higra begann am 5. Sept. 1529.
Die höheren Wesen,
die in den beiden Sammlungen genannt sind.
(y steht unter a).
■nrwaw Abathur, der Alte, der Mann mit der Wage (vgl. Joh.,
p. XXIX f.), 12 2 ; 13,2; 41,9,10; 59,12; 78, 4 f.; 79,9; 82, 7 ff.;
91, 14 f.; 107,4; 119,10; 120,1; ap^a ninaia 83,12; 92,3f.;
»tw »"«kd «iwn ap^na iinan» 16,13; 82,4; 130,4; mnsa«
aioan 41,9; 106,6; 147,11; a^antfi ninana 98,6; 104,1.
DN-IN Adam, der erste Mann, 42,9; 55, 2 ff.; 96,8; 100, 2 f.; 101,8;
120, 13; 248, 10; 269, 3; fcTKtflKp innKä Da*ia 54, 13; 60, 2; Daia
a^oao 145, 3 ; 269, 3.
JNDNIN^ 1NJ1N1N Adatan und Jadatan, ein Genienpaar, 26,2;
84, 1 f. ; 143, 9. Der zweite Name ist wie bei sonstigen Namen-
paaren mit anlautendem J gebildet, vgl. Deutsche Liter aturztg.
1913, col. 1805. Siehe auch hier p. 42 n und Joh., S. 198 4 .
Ttf Az der Große Km Ta,
PTN Aziz der Große am fW,
DN As der Große am Da und att"> DS As das Meer,
pDN Asin der Große am "pO* 22, 5 f.
PTa ist wohl mit der aramäischen Gottheit PT2 identisch. Ta
wäre dann eine Abkürzung davon. Mit dem persischen Az (vgl.
F. W. K. Müller , Handschriften-Beste in Estrangelo-Schrift aus
Turf an II , p. 18, 20) hat es wohl nichts zu tun. — In oa ist
kaum das Wort für „Myrte" enthalten, denn die Bezeichnung
von ca als Meer wäre dann unverständlich. Das Verhältnis der
Form "pca zu oa ist unklar.
DNbry Ezlath die Große, weiblicher Genius, a^nnan nabT? 28,4;
171,3. Im Pariser Diwan Z. 31 wird sie als Quelle des Lichtes,
als Gemahlin des „Herrn der Größe" bezeichnet. Ebenda Z. 297
wird sie die Hülle der Mysterien, die Mutter aller (himmlischen)
Könige genannt. Häufig werden Segnungen und Lobpreisungen
für sie ausgesprochen (Morg 8, 6; 10,4; 112,6). Verkehrt wird
Die höheren Wesen. 279
sie Mand. Diwan 7 mit Libat identifiziert. Siouffi nennt sie
40, 34 Zloth-Rabti. Wie andere Namen weiblicher höherer Wesen
ist es 3. sing. fem. perf., so daß nabT? „sie ging" bedeutet.
*Nn l»y In -Hai „Lebensquell", einer der vier Söhne des Lichtes
bezw. des Heils, 24,12; 83,3; 144,5.
;vy „Sein, Wesen", 9,3 vor «-nm* naö 1 *» ; ebenda vor nfcfifcV.
Vgl. das obere und untere rvtf GR 185, 1 ff.
Vy Vy El El, der biblische El 127,11.
WUN, tyuy der biblische Enös 13,3; 19,11; 20,8; 37,5; 41,11;
103,12; 106,5; 144,10; 173,9; 277,1; anm* «i:» 148,4; tt^x
X-*XO snm* 150, 7 ; 205, 2 ; 243, 13 ; 246, 2, 7.
3NÜU JIWK vgl. SÄ».
"INSiy Osar „Schatz" 72,5, häufiger ixn nasi* Osar-Hai „Lebens-
schatz" 43,9; 84,3; 141,5.
JNSD1S Arspan „der jugendliche Knabe" 229,2; 264,4; scheint
iranisch zu sein.
VySliy Ur(u)pel 229, 1 findet sich öfter in den Schalentexten, vgl.
Ephemeris I, p. 92 1 . Hier zusammen mit b^BlÄtt , wie auch GR
98, 1, „die die Herrschaft über den Zorn in der Welt haben".
ptfro B'haq mit dem Beinamen ffTO 142,12. Ein demiurgisches
Wesen. Die Urteile über ihn sind sonst weniger günstig als
hier. Vgl. Brandt, Rel., p. 31, 35, 50.
ONliTa B ihr am, gewöhnlich der Große «m genannt, 43, 6; 142, 5 ;
147, 12 ; 266, 10 ; 267, 3, 7 ; 268, 1 ; 273, 7 ; tftnYi -Q Dsnmn 35, 5 ;
K-a-vn 11 xm Dfcnrvn 27, 8 ; 40, 5. Doch 120, 13 ein Sohn Adams.
Zusammen mit Dan genannt 18, 1 ; 41, 2 ; 145, 3; 229, 3. Als Bei-
name des Banners 273, 2. Der persische Genius konnte schwer-
lich von sich aus die bedeutende Stellung innerhalb der man-
däischen Religion erlangen, so daß er selbst in der Taufformel
neben dem Leben und Mandä dHaije genannt wird, vgl. pp. 27,
40, auch Brandt, Rel., p. 105, 225. Wahrscheinlich ist der Name
auf ein anderes Wesen übertragen, vielleicht wegen des An-
fanges an nnn , nro , vgl. z. B. ironab -i«tö»d^ rnmn p. 88, 5,
auch den folgenden Namen.
nTVaBihrün, ein höheres Wesen, „es (das Leben) erwählte mich"
228, 11, vgl. auch b^E^D und Joh., S. 216 3 .
N „-n 3 Bar-Haije, „Sohn des Lebens", 185,4. Vgl. auch *Q fDK
ff*n 147,5; 148,8; 221,9. Siehe Joh., S. 96 2 .
ttf'WPa Biriawis, als „Behälter" bezeichnet 76,4; 143,2. Der
Name ist vielleicht nach dem älteren C^SO^S gebildet.
280 Die höheren Wesen.
p1"P2 Biruq „Mann und Weib", schädliche "Wesen, 39,8. Var.
pX-fil , p*n*Q . Mit dem Buräq Mohammeds haben sie kaum etwas
zu tun.
UYH1 Daium, Beiname der Rühä 111, 11 f. Bedeutung ungewiß.
V^n Hibil, der biblische Abel 13, 3 ; 19, 11; 20,7; 21,7; 103.12;
144,10; 146,5; 173,7; 245,10; 246,5; 269,3; 276,10; VaTi fO«
41,11; 106,5; KT* fcwi 61, 7 ; 54,13ff.; 59,1; 60,1; 120,14;
123, 6 ff.; 147,7; 248,4; 268,9; 269,1; «inv bWI 205,1;
b^n »^»o 248, 9.
Sisn Hawwä, Eva 42,9; 120,14.
}tf"Wtttfn(l) Jtf"llNn Hauran (und) Hauraran bald als zwei ver-
schiedene, bald als Doppelwesen genannt, vgl. p. XIX ; 21,6; 44,
2, 8. Hauraran mit Karkawan 80, 3, 10.
JNSromn Hazazban 29,8; 44,2, vgl. 29 2 .
OltPNWn Haijasum aus K^n DltD »Name des Lebens" umgestellt,
Vgl. Joh., S. 212 2 . KtaflTD D1»Ki«n 142,10; ntVfffXIKp «UtDID D1»»^»n
23,5.
DNH Harn mit dem Beinamen tfVT 171,3, siehe daselbst Anm. 1.
'JMONPI Hamgai, Sohn des
'JOJttütffl Hamgagai, 7, 6 f., vgl. Anm. 2.
wVlöNONn hamamulai 84, 8 f., anscheinend ein Name, steht teils
für sich, teils bei 1808D3 .
t>»Nn Has „er sann nach" 142,3; tö&nsi E>xn Has-ufras „er sann
nach und erkannte" mit dem Beinamen snrfi* 229, 3. Daselbst
Z. 11 ist Bfcnsi «an Name des ersten Kannä. Die Worte »xn
EKIDI finden sich oft in ihrer gewöhnlichen Bedeutung : 16, 2 ;
86,9; GR 196,19; 94,12; 315,22.
N!"1T NHt Z'hä, Z'hä zunächst ein Anschrei „eile weg (in Angst)",
doch 23, 2 als Name eines abwehrenden Genius, vgl. Z. 3 ff.
•VflT Z'hlr „gesichert" &Wfi xm »Tina T*fl 43,8.
pijTT Zihrün „es (das Leben) sicherte mich" vgl. Joh., S. 216 3 , als
KTin 257, 8 f. ; als «in 8T6n 6, 5 ; 7, 7. Als «b^bs 7, 8. Als Bei-
name des Banners 265,11; 270, 1 ff.; 274,8.
iNH VT Zlw-Hai „Glanz des Lebens", einer der vier Söhne des
Heils 83, 3.
*Kfl 1NOM Zamar-Hai, Bedeutung unsicher, einer der vier Söhne
des Lichtes bezw. des Heils 24, 12 ; 144, 5.
N* J ä der Große xnn »■» 22, 5 zusammen mit den Namen TK u. s. w.
(vgl. p. 278) genannt, enthält wohl hebr. nv
Die höheren Wesen. 281
|NnK"W vgl. JBtWW.
KHK 1 NriN* Jähä, Jähä 23,2, wie SKTT xrtT wohl zunächst eine
Anrufung; kann Interjektion sein, aber auch FT enthalten.
pNUNTV J ö z a t a q , Beiname des Mandä dHaije 12, 1 ; 20, 9 ; 39, 13 ;
64, 3 ; 68, 10 ; 79, 10 ; 80, 9 ff. ; 142, 1 ; 147, 12. Siehe zu diesem
und den folgenden Namen Joh., p. XXIV ff.
1N3NDV Jökabar 59,5; 85,3. Gewöhnlich mit dem Beiwort StVT
11,9; 16,11; 26,11; 30,10; 44,7; 114,10; 141,10; »aTteOSani
28, 7 ; »nsTB jnrvt* snaaa TOasttii 44, 10 ; »^rn ««snans iKaiOT
35,6.
"INBW3V Jökasar 88,5; 272,2f.; öWl X:so isbswp 143,1.
*VöDV Jösmlr 272,4; fiTiaj« TODf 26,1; «"««^»p KDÖia n'WP
21,3; xan »Y*r *vwn 86,8; «isia-jap jmfi x:xd imv 44,10.' In
"PÜStcn "PECT 21, 5 ist der zweite Name wohl nur eine künst-
liche Erweiterung des ersten, vielleicht unter Einwirkung von
J'DNBV pSV Jöfin-Jöfafin 9,2; 15,6; 35,4; 44,9; 141,3.
J'ÖKPV Jösamln 123,13; 255,1; «ia»1 pttKor 16,8; 25,12;
103,10; 106,2; 143,5.
IV Jür 19,6; 25,9, vgl. 25 1 .
"INW Ja war, der Helfer, Erlöser (vgl. Brandt, ßel., p. 32 m)
21,3; 71,9; 74, 2 f.; 85,10; 149,12; 240; 241,6; 247; 256,8;
262,5; 270,6; 271,1; 272,8; n«W ax 55, 6; 91, 4f.; 8-nna Ttfun
204,1; KliT-iKIKi 3,7; 7,6; 18,5; 41,2; 71,3,11; 72,1; 74,5;
147, 8 ;_ 180,1; 241,4; 243,3; SOb»ü 1*W 233, 5 ; MätaD naiiO
K^myi 232, 7 ff.; 239,10; öPfffflSp naiso 21,6; »ai WttP 28,5;
171.3; 230,3; vgl. auch 73, 3 ; -n^xnxn *i81«i 229,2. r^snxn
ist bedeutungslos ; es ist wohl eine Bildung zu magischen Zwecken,
ebenso wie :
?V?N' n*?W Jaluz Jaluz 84, 8 und «rib»i nb«" 1 rbw 35, 1.
b^JfSJNa Kanf el, ein höheres Wesen, 228, 11 zusammen mit ]"nma
genannt, wie auch Morg 6, 13, Siouffi 39, 24.
jttttttS Kanfun, ein Uthra 145,2.
"iNONDD Ksasar 84,9 bedeutungslose Bildung.
JN1N31N3 Karkawan mit dem Beiwort «TT 80,4,10 zusammen
mit JXnXTixn genannt. Es ist vielleicht wie dieses aus einem
Ortsnamen (xd-id) gebildet. soxmXD ist eine Kranichart, Cod.
Par. 24, f. 27 a, 13; 29b, 1 ; 53 a, 6, Peterm. II, 125 m. Hiermit
hat der Name kaum etwas zu tun.
Nö Mä der Große xai XE , einer der kurzen Namen 22, 5 vgl. Ttf
p. 278.
282 Die höheren Wesen.
<itf<0 Man der Arzt (^cx) 24.4, nur hier, vielleicht eine Abkürzung
des Folgenden.
NWO Mänä Bezeichnung für geistige Wesen, wie für das Geistige
im Menschen, hier sehr häufig, vgl. Uthra, p. 538.
N1JNO Man da 29,7; 95,1; 146,6, Abkürzung für Mandä dHaije.
N"ni NUNÜ Mandä dHaije rv&eig fcfjg XVI; 3,9 und sonst
oft.
VinNPUNO Manharel 267,1 als Bezeichnung des Banners, aus
nxrttX'a „leuchtend" und bK zusammengesetzt.
VyaiMnJNö Manharbel 24, 2 onbpsnoy, das kleine Kind. In
b">yn ist schwerlich bs enthalten, sondern es ist bfctt , so daß der
Name „leuchtend" oder „erleuchtet durch El" bedeutet. Dlbpano?
scheint ein entstellter griechischer Name zu sein.
WVö Mirjai, Frau aus der mandäischen Legende 210 ff., vgl.
Joh., S. 123.
^yfllNO Marpel 229,2 = KBntt + b« vgl. b'wm* p. 279.
12N2) Nbat vgl. XX; »i8tt^»p Km KY*T I2XDD 41,3; ÄBM ttKni
K^msp 35,4; 76,4; 86,5; 141,7.
'N3TJ Nidbai vgl. 'wabirc.
Iinj Nhür „Licht", Name eines Buches 75,4.
WH "11 nj Nhür-Hai „Lebenslicht", einer der vier Söhne des
Heils 83, 3.
DriONJ Namrus 184,9, weiblicher Dämon, vgl. Joh., S. 62 3 .
2N¥J Nsab „er pflanzte, schuf", vgl. Uthra, p. 544. Als Beiname
des Beinkleids 237, 13. KfT 3KB 207, 3. Oft zusammen mit ^5X
las: „Wolke des Nsab" genannt (vgl. Joh., S. 15 7 )41,3; 106,5;
228,11; 229,3.
Nnmy nNS^jy Ensibath-Uthre „gepflanzt von den Uthras"
12,7; 9,4 als Mutter des "laiai rPf] 9,3 mit nv zusammen-
gesetzt.
pNHD S'haq „er hüpfte", s^smxp am kyt pxno 28, 10; vgl. Joh.,
S. 230 5 .
N"!"l riNE'D Simath-Haije „Lebensschatz", weibliches Wesen
3,7; 28,6; 171,4; vgl. Joh., S. 201.
CKD Säm „er setzte", vgl. Uthra, p. 544; Joh., S. 18 7 . •jKBTia DHC
mmnvn kt* dkci ^mvisi dxdi 5, 6 f. Hier ist l«£ia st. abs. von
x:Bl} , doch ist in ■jK'^B'tt die Form so umgebildet, als ob )$ das
Suff. 1. pl. wäre, 'im fcPDiH KTT DXO 28,11; »T>130 x:«13 OSO
15,6; 21,6; 44,9; 141,3; -pro DSD 35,5; -TD1 K1">T TT» DXO
16, 1 ; 17, 11 ; 40, 11.
Die höheren Wesen. 283
PNDE1D Snmqaq, eine glühende Quelle 124,1. Wohl von pi2ü
„rot sein" gebildet. Auch sonst als Quelle in der finstern Welt
genannt: Par. Diwan Z. 116, 388, 990. GR 145,17 ist paptfio
KiKMn Beiname der Dämonin pp , nachher Z. 24 srniKänKtt ptfp^c
«1ND Sar und ]N11SD Sarwan, ein Genienpaar 41, 4 ; 229,1. Vgl.
auch GR 172,5; 221,4; 374,14; Siouffi 39,19.
11TWB Pardün, Name eines Uthra 145,2, nur an dieser Stelle.
NTD Pirün, vgl. Joh., S. 7 1 , als Rebe 70,4, als Beiname des
Banners 266, 1, 4.
D'WVD Piriawis, Beiname des Jordans (vgl. Joh., S. 12 1 ), 16,7;
25, 5: 270, 2 ff.; KW DTOn 1 * 20, 1 ; 24, 8; fcPTn vmh s:XD D"nx^B
35, 2.'
Vswn'B Piriafil, Name eines Engels 20, 1; 24, 8 in den Worten
rsianp nmmaisn »"»bl-iB »2»b»E brorwi «T'T o^k^-pd. In der
Bildung wohl durch D^i^'VD und »ns beeinflußt.
SPD Ptä vgl. p. XXII; «nsw xns 75,4; -wn ans 43,10; 84,3;
141,5; «'«ttiKp «an smn: ars 89, 3.
Vn«nS Ptahil (vgl. Joh., p. XXVIII) 83, ll; 161,7; 259,5;
»nni? b^nsnö 130, 5.
ni3N3S Sbabut, 35,1 neben »max, wohl daraus unter Einwir-
kung von nisas gebildet.
IWTOK Sihiün, Name eines Uthra 145,2, mit dem Namen für Sion
(vgl. 215, 1) kaum identisch.
WOrv* Sihmai, eine Quelle 265,8, von KWT4 „Glanz" gebildet.
VyilNX Saurel, der „Löser", der Todesengel, 80,8, vgl. Job.,
S. 119.'
Vy^NJS^ Sanas el, ein Uthra 142,6, vgl. auch Morg 8, 1 ; Siouffi
40, 50.
WH Dim R'hum-Hai, „Geliebter des Lebens", einer der vier
Söhne des Lichtes bezw. des Heils 24, 12 ; 144, 4.
Txn Rwaz „er prangte"; fcttSTO WH 108,1; 181,8; 243,10; nm
s^ttiap »an »nina 181, 9.
nsn R am der Große, »an D»n 18, 1; 145, 3; 229, 3, zusammen mit
E»nrpa genannt. Ist wohl wie dieser iranisch. Auch im persi-
schen Kalender stehen Bahräm und Räm als Tagesgenien zu-
sammen.
nbrvty Sihiün „es (das Leben) sandte mich", vgl. Joh., S. 213,
«TT T^mc -pax 242, 14.
"lNtfNJW Skinasar 35,2, aus s:"OB und nxn? gebildet.
284 Die höheren Wesen.
v
WÖ^'P Silmai und »K3TJ Nidbai, die beiden Taafengel (vgl.
Joh., p. XX) 17, 8 ; 19, 10 ; 20, 7 ; 24, 9 ; 26, 3 ; 41, 10 ; 59, 4 ; 74, 6 ;
103,11; 106,4; 143,12; 147,5; 148,8; 150,6; 173,10; 207,3;
269, 9.
UW Sum, Sem, der Sohn Noahs, 49,11; 52,6.
*NH D1K> Sam-Hai, „Name des Lebens", einer der vier Söhne
des Lichtes bezw. des 4 Heils 24, 12 ; 83, 3 ; 144, 5.
V'ytyöNt^ Samsel 236,4, Beiname der Stola, von WütO wegen
des Leuchtens der Stola gebildet.
INttf Sar „war fest", vgl. Joh., S. 6 2 , «asia i«c 70, 3 und
"WW S r a r gleichfalls eine Rebe 180, 12.
JINmNtP Sarhath, die Glanz wölke 240,7, nur hier. Syr. ol»^
bedeutet „ergötzen", doch gehört es vielleicht zu ^.pt „gleiten".
VyaNmNtP Sarhabel 43,2 als «i«ttisp «an »Y% findet sich sonst
als eines der Häupter der Zeitalter, vgl. Joh., S. 93, 195.
üsbww Sislam, besonders als Herr des Banners genannt, fcon '10
28,3; 264 ff.; am 'TS «sbata 171,2. Wohl aus ob« erweitert.
Mit angehängtem bi* in:
VyONbti^ Sislamel als Name des Banners 266,6,9; 267, 4 ff. ;
270,6; 274,6,8.
Vn^Sitil, der biblische Seth 13,3; 19, 11; 20,7; 41,11; 103,12;
106, 5 ; 144, 10 ; 173, 8 ; 205, 1 ; 246, 1,6; 276, 10 ; bTTnZJ fOK 31, 3 ff.
b'jniNn Taurel, ein Uthra 143,7. Nach GR 129, 2 f. ist er das
Haupt der 366 Skinäs und heißt auch Anan Nsab. GrR 295, 11
wird er mit Jäwar identifiziert, und sein Name soll auch dko
mm -PI» sein. Auch GR 269, 12; 306,13; Siouffi40,43 genannt.
HNn Tar und JS11SD Tarwan, ein Genienpaar, wie "itfD
■jSinSD"! , mit dem es 229, 1 zusammen genannt wird , wie auch
GR 221,4; Siouffi 39,20.
ptTOtn Tarwan für sich genannt als Knirw ]Knan 8,6; 41,2;
ein außerweltliches Gebiet 241,5, vgl. Joh., S. 116 3 .
De Morgan's Textes mandaites
sind zum größten Teil auch in diesem Bande enthalten,
folgende Übersicht weist die Stellen nach.
Die
Morg
hier
Morg
hier
Morg
hier
9,12
171
44,11
197
76,9
228
10,10
172
45,11
198
78,6
229
11
1
172
46,3
199
80,9 ■
105
11
9
173
47,13
200
86,10
109
12
1
173
48,7
201
97,1
69
12
7
174
49,8
202
99,5
70
12
12
174
50,1
203
99,11
71
13
4
3
50,12
203
100,8
71
13
13
3
51,4
204
101, 10
72
17
9
7
52,2
205
102, 10
73
18,
6
8
52,10
205
104,3
74
18
ll 1 )
41,10
53,9
206
105,8
74
21;
1
43
53,13
207
107,7
76
21
7
43
54,13
208
107, 11
76
22.
8
44
55,4
208
109, 11
93
24
3
90
56,3
209
109, 14
93
28
10
45
56,9
209
110,5
109
29
7
183
59,4
212
119, 11
182
32
1
186
59,9
212
121, 8
141
32
9
186
61,7
214
129,4
15
33
12
188
62,1
215
133,6
65
34
4
188
64,1
216
139, 13
22
35
9
189
64,9
217
141, 13
23
36
2
190
65,13
218
143,1
24
38
7
192
66,3
219
144,10
40
39
1
192
67,8
220
146,4
9,3
40
2
193
67,11
220
147,4
29
40
,8
194
70,6
222
147, 12
11
42
,11
195
70,15
223
152,6
63
43
,4
196
75,11
228
154,7
175
44
,7
197
76,4
228
158,9
177
1) Hinter irim» sind Blätter verlegt, Anschluß p. 146, 4.
286
De Morgan's Textes mandaites.
Morg
hier
Morg
hier
Morg
hier
159, 12
178
214b
47,7
233b
85,5
161,3
179
215a
57,9
234a
86,1
161,13
180,4
215b
58,7
234b
86,8
162,9
180
216a
59,1
235a
87,3
165, 11
264
216b
59,9
235b
88,1
166,2
264
217a
60,6
236a
88,10
166, 10
264
217b
62,2
236b
89,7
167,7
265
218a
63,1
237a
102,4
168,6
266
218b
63,6
237b
102,9
169,1
266
219a
63,11
238a
103,2
169, 13
267
219b
64,5
238b
103,9
171,1
267
220a
64,9
239a
106,6
171,8
268
220b
65,1
239b
106, 11
171, 12
269,9
221a
65,6
240a
107,3
172,8
270
221b
65,11
240b
107,7
173,1
270
222a
66,4
241a
107, 11
174,4
110,5
222b
66,10
241b
108,5
174, 11
271
223a
67,6
242a
108,9
175,8
271
223b
67.12
242b
108, 13
176,7
272
224a
68,2
243a
109,4
176, 13
273
224b
68,7
243b
109, 10
177,7
273
225a
68,12
244a
110,4
178,7
274
225b
69,6
244b
110,8
207a
40,12
226a
70,1
245a
111,5
207b
41,5
226b
70,5
245b
112,3
208a
41,9
227a
70,10
246a
112,9
208b
42,2
227b
71,4
246b
113,4
209a
42,7
228a
71,8
247a
115,5
209b
42,11
228b
72,1
247b
116,8
210a
43,3
229a
72,6
248a
117,5
210b
43,8
229b
73,3
248b
118,4
211a
44,2
230a
73,7
249a
119,1
211b
44,6
230b
73,12
249b
119, 11
212a
45,1
231a
82,13
250a
120,9
212b
45,5
231b
83,6
250b
121, 10
213a
45,13
232a
83,11
251a
122,9
213b
46,6
232b
84,3
251b
123, 12
214a
47,2
233a
84,9
Berichtigungen und Nachträge.
P. 7 1. Lösung l ) st. Lösung 2 ).
P. 27, Übersetzung Z. 14 1. getauft st. gezeichnet.
Zu Anm. 1. Bei 57, 3 schwankt die Lesung zwischen SwVwi rrwa nur? - !
jftwaD? und ra-es-^ wkwi f&woöa Atu^Vi. Auch 27, 3 wird wohl ursprünglich ge-
standen haben fKVwaoi •p—ix-insi ■jwaN-'a ■p-ts-A „fasse sie mit deiner Hechten
und wende sie nach links hin".
P. 35, Anm. 1, Z. 1 1. der Gute st. der gute Vater.
P. 49 f. Es sei bemerkt, daß die Worte ntst- trsm Vosp* hinter KaDsyi
nur in einer Handscbrift stehen.
P. 52, Z. 7 und 53, Z. 7. tmo heißt eher „wirf (den Weihrauch) hin«.
P. 79,4 1. fitti» st. wo, und in der Übersetzung „seines Kustä-Namens".
P. 96. Stück LXVI steht auch GL 120.
P. 119,10. Die Worte ft*w*& a"WiKö» w beziehen sich wohl auf den Todes-
engel: wenn er Eile hat, die Seele fortzutragen, vgl. Joh., S. 120.
P. 136,6 1. SO-EJ» St. N3-E9.
P. 223, 1. «tfp K-EJx steht hier in einem Gebete für den Samstag. Dennoch
darf man nicht annehmen, daß damit der Vorabend des Sonntags oder der Sams-
tag selber gemeint sei, siehe Joh., S. 68, 111.
P. 245. srtöto»» enthält wohl «_«*£ . Die Endung scheint iranisch zu sein,
doch konnte Andreas sie nicht identifizieren. J^ceoi. bei Macleax, Dictionary
of Vernacular Syriac, p. 308a „the crown of (he head and temples" ist jedenfalls
ein anderes Wort.
Register.
Abaddon 67.
Abatbur 278.
Abbild 5 72 74. Erstes Abbild 141. Ab-
bild des Lebens 68 80 84 86 113 163
178. Abbild des Hauses des Lebens
84. Abbilder 65.
Abgötter 128.
Abgötterei 45 144.
Adam 278.
Adatan 278.
Äonen 12 17 23 66 68 127 157 270.
Äther 68 143 166 180 248 256 f. Äußerer
Äther 16 18 86 137. Reiner Äther
108. Äther des Lebens 228. Vgl. auch
Erde.
Ätherkranz 94 107 f. 114 164 177 256.
Ätherlicht 9 175.
Alähä Alihün 199.
Almosen 34 51 107 f. 110 137 147 f. 154
161 f. 167 182.
Amuletgeist 23. -geister 22 37 42.
Anan Nsab siehe p. 282 unt. Nsab.
AnöS 279.
Anschrei 59.
Anstöße 152. Vgl. auch Welt.
Antlitz der Herrlichkeit 41 52 70 172 f.
177 180.
Armer 208 ff. 223 225.
Arspan 279.
Arzt 20 24 68 108 138.
As, Asin 278.
Astarte 37.
Auflehnung vgl. Thron.
Auserwäldte, drei 202.
Auserwählter, Reiner 87 95 251 ff.
Ausfluß des Glanzes 113. Ausfluß des
Lebens 35 44 86 141. Ausfluß des
Glanzes des Lebens 76 83.
Az, Aziz 278.
Balken 98.
Banner 91 241 264 ff.
Bar-Haije 279.
Bau der Wahrheit 26 135 136 144.
Baum, großer 15 141. Baum des Glan-
zes 8.
Behälter des Glanzes 143. Behälter der
Heilungen 44 228.
Beinkleid 237.
Berg 47 138. Berge 126 129 135 206
219. Reine Berge 179. Zwei Berge
203. Berge des Glanzes 92. Vgl. auch
Finsterberg.
B'haq 279.
Bihräm 279.
Bihrun 279.
Bildner der Körper 102.
Bildwerke 65.
Binde, weiße 5.
Biriawis 279.
Biruq 280.
Bischof 250. Bischöfe 52.
Blei 215.
Block 39.
Böse, der 77 221 f. Die Bösen 39 42
63 67 92 102 109 139 144 155 159
206 224 226 f. 277.
Bote 202 225. Hoher Bote 197 f. Bote
des Lebens 16 142. Vgl. auch Licht-
bote.
Braut 239.
Brief 87 95 111 ff.
Brücken 206.
Brückenwächter 136.
Burgen 206.
Christus 37 144 154 191.
Dämonen 22 37 42 45 68 176.
Register.
289
Dajum 280.
Damm 156.
Daumen 118.
Delikatessen 122.
Dew 22 f. Dews 20 22 37 42 45 68 176.
Diebstahl 51.
Donner 201 215.
Dornen 161.
Duft 11 14 30 50 54 64 90 146 150 165
192 199 f. 219 243 247 265 267.
Ebenbild 28.
Ehebruch 51.
Eier 195 212 236 ff. 273 f.
Eisenwerk 23.
El 279.
Eltern 6.
Endtag 16 86 184.
Engel 23 42. Engel des Zornes 131.
Enös" 279.
Ensibath-Uthre 282.
Epagomenen 277.
Erbauer 135 139.
Erde, weiße 264. Erde des Äthers 242.
Vgl. auch Lichterde.
Erlösung vgl. Tag.
Ernährer 135 139.
Erstarren 143.
Erstgeborener 28 123.
Euphrat 36 244.
Ezlath 278.
Fähre 98.
Fahrzeuge 126.
Faust des Wassers 24.
Felsschlucht 23.
Fessel 39.
Festland 225.
Feuer 24 33 47 f. 154 161 227 259. Ver-
zehrendes Feuer 54 183 224.
Feuerbecken 55.
Feuerbrände 13 144 208.
Finger 118. Erster Finger 117. Kleiner
Finger 115 118 143.
Finsterberg 200 f.
Finsternis 200 f. Vgl. auch Pforte, Welt.
Firmament 9 11 77 128 142 225.
Fische 215.
Flasche 28 57 116 ff. 149.
Abhandlungen d. K.Ges.d.Wiss. zuOöttingen. Phil.-hist. Kl. N. F. Bd. 17,i.
Fleisch 122.
Friede des Lebens 17 104 107 109 116
183.
Frucht, große 141. Weiße Frucht 5.
Obere Früchte 66.
Garten Adams 248. Gärten Hibils 146.
Gasse, enge 136.
Gauwaztä 121 231.
Gebete, siegelnde 40 45 58. Vgl. auch
Wasser.
Geburt 36 230.
Gefangene 78 f.
Geheimnis, erstes 76. Verborgene Ge-
heimnisse 223. Vgl. auch Mysterium.
Geißel 215.
Geist 37. Geist und Seele 12. Geister 24.
Gemeinschaft des Lebens 26 116 135 144
243. Vgl. auch Verbindung.
Gerechtigkeit vgl. Mann.
Gericht 152 157.
Gerichtstag 134 215.
Geschrei, böses 39.
Gesicht, verkehrtes 136.
Gewand 44 94 96 98 104 153 162 164
183 193 208 233 252 f. 262. Gewand
des Glanzes 103 158 160 164. Gewand
des Lebens 80 86. Gewänder 6 78
80 ff. 90 106 238 256 259 262. Sieben
Gewänder 55. Gewänder des Glanzes
27 57 136 177 226.
Glanz, erster 28 41 43. Reiner Glanz
28 206 208. Uralter Glanz 11 63 75.
Vgl. auch Ausfluß, Baum, Behälter,
Berg, Gewand, Keule, Lampen, Leuchte,
Pforte, Schatz, Urbehälter, Wickel,
Wolke.
Glanzwesen 16 30 68 114 128 181 188
264 276.
Glöckner 164.
Götter 42 65 68 132.
Gottheit 80. Gottheit des Hauses 26 182.
Götterschreine 65.
Götze 22 42.
Götzentempel 51.
Granatapfel 218.
Grenzstein 134.
Gründer des Bildes 35.
Gürtel 98 104 158 234.
19
290
Register.
Gute, der 76 f. 109 156 183 193 196 199
202 220 f. 243. Die Guten 10 46 63
67 81 95 97 f. 106 139 165 190 f. 194
197 224.
Haijalum 280.
Ham 280.
Hamgai-Hamgagai 280.
Hand der KuStä 5 7.
Handschlag 3 1 .
Has 280.
Hauran-Hauraran 280.
Haus 4 3 . Finsteres Haus 102. Vier
Ecken des Hauses 9. Haus des Kaufes
134. Haus des Lebens 9 16 19 35 38
44 47 54 63 70 77 84 86 f. 95 103 f.
113 133 145 158 162 196 229. Haus
der Sterne 201. Haus unseres Ver-
trauens 134. Haus der Vollendung
153 155 205 207 225 244 277. Haus
der Zöllner 189. Vgl. auch Herr.
Hawwä 280.
Hazazhan 280.
Heilung vgl. Behälter, Herr, Rechte.
Herberge 100.
Herr der Größe 5 15 91. Herr des Hauses
79. Herren des Hauses 42 79. Sieben
H. d. H. 4 42. Herr der Heilungen 17
63 110. Herren des Jordans 147 f. Her-
ren der Welten 79. Herr des Willens
254.
Herrlichkeit vgl. Antlitz, Kannä.
Hibil 280.
Hindinnen 126.
Himmelshöhe 221.
Himmelsräder 131.
Hirsche 120.
Höhe, sieghafte 212 f.
Höllen 67.
Hülle 44 235 263.
Hüter 244 252. Hüter des Jordans 41
106. Hüter des Lichtes 175 230. Hüter
der Wahrheit 114.
In-Hai 279.
Inseln 126.
Ith 279.
Ja 280.
Jadatan 281.
Jähä Jähä 281.
Jälüz 281.
Ja war 281.
Jenseitiger 88.
Jerusalem 68 121 211.
Jöfin-Jöfafin 281.
Jökabar 281.
Jökasar 281.
Jösamin 281.
Jösmir 281.
Jözataq 281.
Jordan 14 17 19 oft. Erster Jordan 91.
Großer Jordan des Lebens 16 17 24 f.
218. Weißer Jordan 259. — 360 Jor-
dane 51. — 360000 Jordane 265.
Juden 2 10 ff.
Judentum 211.
Jünger 107 f. 154 182 198 205 208 f. 249.
Jüngling 238.
Jür 281.
Kanfel 281.
Kanfün 281.
Kannä 143. Kannä des Almosens 147 f.
Kannä der Herrlichkeit 86 229. Kannä
der Seelen 10 86.
Kapellengeister 42.
Karkawan 281.
Karmel 203.
Kelch 46 ff.
Kerzen 245 ff.
Keule des Glanzes 185.
Kind, kleines 24. Kinder der Welt 63
67 139.
Knabe 229 248 264.
König 196 208 212 237 265 268. Neuer
König 242. König der Uthras 197 f.
232 239 268. Könige 267 269 275.
Vgl. auch Lichtkönig.
Königreiche 12.6.
Königtum 240. Königtümer 42.
Kopfbinde 6 19 56.
Kranz 4 ff. 7 8 oft. Kranz von Siegen
136. Vgl. auch Ätherkranz, Myrten-
kranz.
Krater 34 85.
Krone 7 10 53 55 116 236 f. 239 240
242 267 275 f. Große Krone 271 f.
Register.
291
Ksasar 281.
Kustä 3 1 5 oft. Erste Kustä 23. Vgl.
auch Hand, Ophane, Pforte, Rechte. -
Lampen des Glanzes 98 245 ff. Lampen
des Lichtes 101 104 158 214 227.
Leben, äußeres 80 133 134 135 137.
Bereites Leben 251 ff. Erstes Leben
3 4 8 oft. Zweites Leben 4 15 106
141.] Drittes Leben 4 15 106 141.
Fremdes Leben 3 6 11 15 18 22 25
35 44 63 65 74 85 87 95 125 251.
Großes Leben 3 8 oft. Verborgenes
Leben 71. Vgl. auch Abbild, Äther,
Ausfluß, Bote, Friede, Gemeinschaft,
Gewand, Haus, Jordan, Licht, Name,
Ort, Pforte, Quelle, Ruf, Ruhe, Schatz,
Skinä, Sohn, Sprudel, Stamm, Stütze,
Taufe, Tor, Träne, Verbindung, Weg,
Wort, Wurzel, Zeichen.
Leuchte 71 134. Große Leuchte 137.
Leuchten 15 134 262. Leuchten des
Glanzes 71. Leuchten des Lichtes 72
98 272.
Libanon 126.
Licht, erstes 11 63 75 89. Licht des
Lebens 7 43 70 80. Licht Tarwan 8.
Vgl. auch Ätherlicht, Hüter, Lampen,
Leuchte, Quelle, Schatz, Sohn, Taufe,
Tor, Turban, Weg, Wolke.
Lichtbote 172.
Lichterde 10 94 106 229 253.
Lichtkönig 108 171.
Lichtort 5 14 oft.
Lichtschatz 24 25 73 80 85 125 129 143.
Lichtwelten 3 11 25 41 63 74 128 f. 181
233 241. — 360 Lichtwelten 266.
Lichtwesen 16 30 114 128.
Lichtwolke 156 183. Erste Lichtwolke 73.
Lilithe 20 37 42.
Löser 97 100 f.
Löwe 51.
Lügenrichter 97 104.
Mä 281.
Mambüg(h)ä 33 40 45 52 58 69 77 88
94 111 117.
Mänä 282. — Erster Mänä 9 69 228 f.
Drei Mänäs 148. Sieben Mänäs 18 73.
Mandä 67, vgl. auch p. 282.
Mandä dHaije 282.
Manharbel 282.
Manharel 282.
Mann, erster 3 54 60. Fremder Mann
23 36 138 185 224. Guter Mann 127 f.
Erste Männer 11. Vier Männer 13 83
106 133 144. Mann von erprobter
Gerechtigkeit 94 159 192 194 209.
Männer von erpr. Ger. 11 16 24 36
60 130 138 142 171 175 181 182 204
207 230 269.
Marpel 282.
Mauern, sieben eiserne 23.
Meer 22 48 129. Meere 206.
Mirjai 282.
Mond 32 154 225.
Myrte 146 239. Myrten 267.
Myrtenkranz 10 27 30 56 f. 77 116 f. 147.
Mysterium 5 6 11 28 62. Mysterien 4
78 122 124 193. Sieben Mysterien
22 36 148. — 360 Mysterien 22. My-
sterien des Öls 121.
Nabatäer XX.
Nagel 111.
Name, großer 134. Name des Lebens 106.
Geheime Namen 21 27 35 57.
Namrus 282.
Näsöräer XVI 5 60 70 72 73 74 94 121
122 123 151 181 230.
Nasaräertum 211 260. Nasiräertum 106
140 180 257,
Nbat 282.
Nest 35 84.
Netzgeister 22.
Nhür (Buch) 75.
Nhür-Hai 282.
Nidbai 282.
Niesen 55. ,
Nituftä, erste 70.
Nsab 282.
Oberster der Glanzwesen 188.
Öl 35 36 ff. 57 69 79 94 110 114 ff.
Ölung 35 115 ff.
Olivenstab 10 21 27 52 f. 55 f: 147 195
238 f. 242 271.
Ophane der Kustä 129 179.
292
Register.
Origanum 146 239.
Ort des Lebens 12 67 f. 77 101 143 153
203.
Osar 279.
Palme, erste 28. Siehe auch Quelle.
Pandämä 11 52 59 62 69 88 f. 116 ff.
Pardün 283.
Paris 264.
Patriarchen 52.
Perle, reine 102.
Pfaffen 22.
Pferde 211.
Pflanzung 12 79 84 106 141 147 158
175 219 f. 260.
Pforte, äußere 30. Große Pforte 42.
Große Pforte des Hauses des Lebens
229. Pforten 126. Pforten der Fin-
sternis 155. Pforten des Glanzes 15
130. Pforten der Kustä 68.
Pihtä 15 33 40 45 52 58 69 70 oft.
Piriafil 283.
Piriawis 283.
Pirün 283.
Planeten 4 42 81 f. 127 158 f. 162 176
199 201 204 227 241 259.
Priester 22 123 211.
Prisäer 181.
Prozeßführer 136.
Ptä 283.
Ptahil 283.
Quelle, erste 28. Große Quelle 54 59
60 148. Quelle Sihmai 265. Quelle
und Palme 59 171 266. Drei Quellen
148 265. Sieben Quellen 265. — 360
Quellen 236 265. Quelle des Lebens
77. Quellen des Lebens 38 149. Quelle
des Lichtes 24. Quellen des Lichtes
16 26 143.
Hader des Todes 163.
Räucherpfanne 14.
Räm 283.
Rebellen 185 202 242.
Rechte, reine 235 ff. Rechte des Fleisches
66. Rechte der Heilungen 5 7. Re'chte
der Kustä 66.
Rede, erste 74. Reine Rede 151. Ver-
borgene Rede 71 72 73.
Reisezehrung 161.
Reiter 126.
Responsionen 232.
R'hüm-Hai 283.
Richter vgl. Lügenrichter.
Ritter 138.
Rock, körperlicher 101.
Rohr 66.
Rosen 210.
Rosenzeug 215.
Ruf, rebellischer 272. Ruf des Lebens
151.
Rufer 135 139.
Rühä 127 164 184 198 201.
Ruhe des Lebens 25 75 80 125 129.
Rumpf 100. Rümpfe 264 274.
Rwaz 283.
Sabbat 211 220.
Säugling 244.
Säule (Licht) 67.
Säm 282.
Samsel 284.
Sanasei 283.
Sandarak XXI.
Sandelholz 14.
Sar und Sarwan 283.
Sar 284.
Sarhabel 284.
Sarhath 284.
Saurel 283.
Sbabut 283.
Schale 29.
Schatz 75 85 88 228 f. 261 275. Erster
Schatz 75. Schatz des Lebens 43 102
171 251. Schatz des Lichtes 75. Schätze
159 182. Schätze des Glanzes 85.
Schätze des Lichtes 36 178. Sieben
Schätze des Todes 37. Schätze des
Wassers 16 26 143. Vgl. auch Licht-
schatz.
Schatzhaus 73.
Schatzmeister 197.
Schimmel 218.
Schmäher 22.
Schopfer 5.
Schüler 6.
Schuhriemen 13 144.
Schweigen 9 12 64 142.
Register.
293
&eden 37 42.
Seele vgl. Geist, Stamm.
Seide 215.
Sesam, weißer 36.
S'haq 282.
Sieben 4 f. 42 59 97 112 160 162 164
176 184 f. 208 211 224 f. 226 231.
Sieg 86 93 125 129 132 139 165 175
187 192 f. 203 212 244 254 268.
Siegel 22 87 95 114 121 161 273.
Siegeln 20 22 40 43 ff. 114.
Siegelung 43 111 ff.
Siegelring 20 Ulf. 115 ff.
Sieghaftigkeit 3 9 87 95 107 125 176
251 264.
Sihiün 283.
Sihiün 283.
Sihmai 283.
Silmai 284.
Simath-Haije 282.
Sion 215.
Sislam 284.
Sislamel 284.
Sitil 284.
Skinä 4 ff. Erste Skinä 181. Skinä des
Lebens 12 38 133. Untere Skinäs 130.
Drei Skinäs 149 203 271 f.
Skinasar 283.
Sobn des Lebens 147 f. 221. Sieben Söbne
112. Söhne des Heils 36 83 100 106 f.
130 133 144 179. Söhne des Lichtes
18 24 36 41 71 84.
Sonne 31 67 101 154 225 227.
Sonntag 34 147 f. 161 175 ff. 183 186
211 220 276.
Spalt 215.
Spiegel 215 268 275 f.
Sproß, erster 35 76 141. Großer Sproß
192. Verborgener Sproß 192 202. Reine
Sprossen 252.
Sprudel des Lebens 12 64.
Sprüche, geheime 21 28.
Spülung 52.
Srar 284.
Stab des Wassers 21.
Stadt der üthras 134.
Stamm der Seelen 17 31 154 277. Großer
Stamm des Lebens 18 66 79 135 137
140.
Steinsäule 217.
Sterne 78 225. Vgl. auch Haus.
Stirnlocken 139.
Stola 55 236.
Streit 164 201 220 227.
Stütze des Lebens 25 75 80 125 129.
Sturm 217.
Sünden, sieben 73 74. — 64 Sünden 72.
Vgl. auch Tor.
Sündenerlasser 3 52 110 116 230 251.
Sum 284.
Sum-Hai 284.
Sumpf 66.
Sumqaq 283.
Tag der Erlösung 137. Großer Tag der
Freude 134. Tag des Endes 204 222.
Vgl. auch Endtag.
Tannä 19 25 171 220. Tannäs 240.
Tar 284.
Tarwan 284.
Taubstumme 39.
Taufe, große Taufe des Lebens 19, des
Lichtes 17.
Täufer 84 150 173.
Tempel 34 37 68 128 211. Vgl. auch
Götzentempel.
Tempelgeister 42.
Thron 17 83 160 188 232 237. Throne
6 f. 79 274. Hoher Thron 221. Thron
der Ruhe 158. Throne der Ruhe 92.
Throne der Auflehnung 127 131 227.
Tib 60 121 231.
Tibil 4 2 63 66 79 108 f. 127 140 143
154 157 164 175 f. 201 f. 206 f. 215
242 259.
Tod, zweiter 39. Vgl. auch Räder, Schatz.
Tor 134. Tor der Eier 212 273. Tor
des Gebetes 27. Tor des Lebens 26
111 142 f. Tor des Lichtes 13 64 f.
193. Tor der Sünden 13 64 f.
Träne des Lebens 75 80.
Tropfen 92.
Trübung 187.
Turban, reiner 226. Turban des Lichtes
136 164. Lichtturbane 136.
Tutiftä 211.
Umbindung 87 95.
294
Register.
Unholde 25.
Urbebälter des Glanzes 44.
Urerster 134. Die Urersten 137.
Urpel 279.
Uthras, drei 133. Vier Uthras 24. —
360 000 Uthras 236.
Vampyre 39.
Vater, unser 7 31 34 106 221 235 237 f.
241 ff. 273.
Vaterhaus 5.
Verbindung mit dem Leben 13 50 64.
Siehe auch Gemeinschaft.
Verdichtung 4 225 242.
Verwesung 197 f.
Vigilien, drei 67.
Völker 152 188 196.
Volkshaus 210.
Vollendung vgl. Haus.
Vorabend des Tages 223 287.
Wache 156.
Wacholder XXII.
Wachthaus 82 ff. 112. Wachtbäuser 92.
Wacbtbäusler 59 113 164.
Wächter 149. — 360 Wächter 273. Vgl.
auch Brüctenwäehter.
Wage 17 82 92 147 215. — 360 Wagen
92.
Wagemann 98 104.
Wahrheit 3 1 26 114 137 153 165 198 f.
214 218. Pfade der Wahrheit 77 136.
Vgl. auch Bau, Hüter.
Waschung 115.
Wasser, lebendes 7 35 40 51 62 f. 76 88
90 f. 107 154 187 256 271 273. Schwar-
zes Wasser 4. Trübes Wasser 167
201 258. W r asser des Gebetes 69 88 f.
90 122 f. Vgl. auch Faust, Schatz,
Stab.
Wasserbäche 83 113 163.
Wasserfluten 13 144.
Wassergruben 36.
Weg 38 41 44 68 89 97 f. 101 106 128
132 134 156 214. Weg des Lebens
77 155. Wege des Lichtes 92.
Wegstein 139 156 214.
Weihrauch 14 53 f. 64 69 116 122 180 ff.
Wein 77 88 f. 122 f. 137. Azmiuz-Wein
218.
Weinkrüge 218.
Weinstock 15 21 67 68 72 85 108 141
180 f. 218 243. Erster Weinstock 70
180. Reiner Weinstock 143. Wein-
stöcke 4 253. Zwölf Weinstöcke 203.
Welt der Anstöße 161. Welt der Lüge
143. Welten der Finsternis 12.
Weltfremder 223.
Wickel des Glanzes 100.
Wissen 6.
Wohnung, begrenzte 133. Finstere Woh-
nung 258.
Wolf 51.
Wolke 59 73 ISO. Erste Wolke 70.
Wolke des Glanzes 240. Wolke des
Lichtes 97. Vgl. auch Lichtwolke.
Wort 16 90 142. Großes, erstes Wort
59. Wort des Lebens 35.
Wurfnetz 215.
Wurzel des Lebens 130.
Zauberei 39 42 51.
Zazai von Gauwaztä 121 231.
Zamar-Hai 280.
Zedern 126.
'Zeichen 37 44 57 82 85 101 135 151 f.
154 274. Reines Zeichen 29 49 f. 51
57 107 150. Zeichen des Lebens 27
40 82 199.
Zeichnen 27 40 57 88 92 101 108 117
122 150 274 276.
Zeichner 22.
Zeuge 31 ff. 51 150. Zeugen 24 161.
Z'hä, Z'bä 280.
ZLir 280.
Zihrün 280.
Zither 221.
Ziw-Hai 280.
Zöllner — Oberzöllner 104 112 136.
Zöllnerhaus 103 161 189.
Zorn vgl. Engel.
Zunge, dritte 39. Nichtige Zunge 129.
Zwölf 160 225.
Register.
295
KHK 35, n. 3; 57, n. 2.
k'-"tx 22, n. 5.
mstw 218, n. 2.
trnhx 5, n. 1.
»yhy 100, n. 3.
MB 1 » 166, n. 2.
« 3 »:y XIV.
«-3SE15 129, n. 5.
toM i»pj> 38, n. 3.
KBi? 66, n. 3.
sn-ry 251.
^33 37, n. 1.
irrta 13 136, n. 3.
qnj 23, n. 5.
k»»i»j 262, n. 1.
kwj 23, n. 3.
ko^j 51, n. 3.
son-H 274, n. 1.
K»»*H XIV.
psnxn 80, n. 1.
tbn 189, n. 1.
«n^n 182, n. 1.
«■«a^n 181, n. 1.
sen 83, n. 1.
siiin 66, n. 3.
»wr»n 87, n. 3.
rtht (Wit) 56, n. 2; 115, n. 4.
»r-asta 110, n. 1.
»ranKn 218, n. 2.
qv 140, n. 4.
V?a 96, n. 3.
»s*-s 192, n. 1.
Kuwa 3, n. 1; 13, n. 13.
sE-.xi> 13, n. 3.
»s-a km 110, n. 4.
KW* 60, n. 1; 112, n. 1.
ms 37, n. 2.
ki»*j 29, n. 1.
xairj , Knwo'3 12, n. 1.
ano 178, n. 2.
ixo 126, n. 1.
o-iVtaxD, Di-naxo 14, n. 4.
K31-H3-D XXI.
»-a^-t»B 17, n. 2.
iioxb 185, n. 2.
sie 20, n. 1.
»kib 6, n. 1.
»ns 6, n. 1.
nps XXI.
soiks 15, n. 3.
Vis 219, n. 1.
ü^tap , »ntt»^»p XXIII.
KWttp 23, n. 4.
»n»artx-i 122, n. 5.
kttii 12, n. 1.
dti 221, n. 2.
»^»wn 36, n. 3.
■jDi 128, n. 2.
snosaxu 14, n. 2.
»^5»ib(») 6, n. 2.
■pw 35, n. 1.
srj*3» 4, n. 1.
trusisnw 287.
»iio , »jvhb XXIV.
«-»»»n»» 22, n. 6.
fewn 4, n. 2.
»3»n 19, n. 3.
Van 66, n. 3.
KSKaiKTi 15, n. 1.
KpKiihKn 136, n. 2.
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